Nr. 218. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 t., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinss und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füz die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Mut IV, Nr. 1983. = = Freitag, den 18. September 1903. zu Grunde gelegt, so wäre er wahrscheinlich zu andren, richtigeren Schlüssen gelangt. zu erstellen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wegen Verweigerung der vorschriftsmäßigen Ehrenbezeugungen wurde zu Zittau in Sachsen ein Arzt Dr. Werckmeister von drei Das Baugewerbe und die Krisis. Ein Gegenstück zu der Goldschmidtschen Arbeit bildet die Kollegen, die er zu grüßen unterlassen hatte, vor das Von den vom Verein für Socialpolitik herausgegebenen Berufsgenossenschaften zu Grunde legt. Es ergiebt sich daraus, Anklage auf den§ 2 der ärztlichen Standesordnung für das Königvon Schuster, der seinen Untersuchungen das Material der Ehrengericht gestellt. Da aber der Aerztestand bisher weder eine Rangliste, noch ein Militär- Strafgesetzbuch besitzt, wurde die Abhandlungen über die Störungen im deutschen Wirtschafts- daß die Lohnjummen verschiedener Baugewerks- Berufs- reich Sachsen aufgebaut, wonach jeder Arzt ein gutes Einverständnis leben während der Jahre 1900 ff. beschäftigen fich zwei mit genossenschaften im Jahre 1901 bedeutend zurückgegangen mit feinen Kollegen zu erstreben" hat. Eine Kritit, die die„ Neichendem Baugewerbe. Regierungsbaumeister Goldschmidt sind, und zwar führt Schuster diese Erscheinung in der Haupt- berger Zeitung" in Böhmen an diesen Vorgang knüpfte, führte zu Berlin und Baumeister Schuster Mannheim untersuchen sache auf die Krisis in der Industrie zurück. Nach seiner einer Gerichtsverhandlung vor dem Reichenberger Schwurgericht, die jeder für sich die Einwirkung der Krisis in der Industrie auf Ansicht war die krisis auf das Baugewerbe von mit einer vollständigen Niederlage des Klägers, des Vorsitzenden das Baugewerbe. Goldschmidt kommt dabei zu dem Resultat, sehr nachteiligem Einfluß. Ganz im Gegensatz ienes Ehrengerichts, endete. daß das Baugewerbe in den größten Zeilen zu Goldschmidt vertritt er die Ansicht, daß in den Städten schon sächsische Aerzte erfaßt, aber östreichische Geschworene haben Der Sinn für preußische Schneidigkeit und Disciplin hat zwar Deutschlands in seinen meisten Betrieben außerordentlich viele Wohnungen leer- ihn leider noch nicht begriffen. von der eigentlichen Krisis nicht berührt stehen, da viele Arbeiter wieder auf das Land zogen, um worden ist. Das Baugewerbe habe weder in den Zeiten vor billiger zu leben, und ferner, daß es infolge der Ueberproduktion Konferenz der internationalen Bereinigung für Arbeiterschutz in der Krisis in der Hochkonjunktur eine Ueberproduktion ge- an Wohnungen und des Rückganges der Mieten für die Basel. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Die Kommission zeitigt, noch seien nach Ausbruch der Krisis große Erschütte Unternehmer unrentabel sei, Neubauten hinter verschlossenen Thüren eine dreitägige Konferenz der internationalen Vereinigung für Arbeiterschutz hat in Basel rungen, Zusammenbrüche, starfe Vermehrung der Subhastationen usw. eingetreten. Dagegen habe es seit Ende 1897 abgehalten. Was Herrn v. Berlepsch und seine Freunde veranlaßt Es mag ja ein gutes Zeichen für die Unparteilichkeit des hat, wie eine Verschwörergesellschaft geheime Beratungen zu pflegen, bis Ende 1901 an dem Mangel an Rapital für hypothekarische Vereins für Socialpolitik sein, wenn er in ein und demselben ist ihr Geheimnis, aber eine merkwürdige Arbeiterschutz- Gesellschaft Beleihungen gelitten. Der Anreiz zur Anlage und Spekulation Werk unmittelbar hintereinander den Vertretern zweier ganz ist es auf jeden Fall, die das Licht der Deffentlichkeit scheut. Die in Industriewerten, die eine wesentlich höhere Berzinsung und verschiedener Ansichten das Wort erteilt; ob aber die Arbeiten an der Konferenz beteiligten wenigen Socialdemokraten sind dadurch größere Verdienste in Aussicht stellten, habe das Publikum des Vereins dadurch an Wissenschaftlichkeit gewinnen, bleibe in eine eigentümliche Lage gekommen und der Fall zeigt wieder, wie veranlaßt, der sicheren, aber geringer verzinslichen Anlage in dahingestellt. Auf der einen Seite die Abhandlung von Gold- bedenklich es ist, wenn Socialdemokraten mit Bürgerlichen zusammenHypotheken oder in Pfandbriefen der Hypothekenbanken fern- schmidt, die zeigt, wie unberechtigt die Bestrebungen der Haus- arbeiten und diese die ausschließliche Führung in Händen haben. zubleiben. Die Verhältnisse spitzten sich so zu, daß Hypotheken agrarier sind, auf der andren Seite die von Schuster, die offenbar vom internationalen Arbeitsamt in Basel aus für die Auffallend war auch die wahrhaft Barnumsche Neklame, die auf den besten Grundstücken bis zur Hälfte des Wertes Ende Wasser auf die Mühle der Hausagrarier ist! Nach unsrer Stonferenz gemacht wurde. Ein spaltenlanger, inhaltsloser Wasch1899 selbst gegen hohe Binssäke nur schwer aufzutreiben Meinung hätte der Verein für Socialpolitik allen Grund, in zettel suchte die Aufmerksamkeit auf die Konferenz in Basel zu waren, und sie wurden noch schlimmer, als der Zusammen- der Auswahl seiner Mitarbeiter recht vorsichtig zu sein und lenken. bruch einiger unsolider Hypothekenbanken stattgefunden hatte. nur wirklich wissenschaftliche Arbeiten zu veröffentlichen. Die Mit dem Mangel an Hypotheken bezw. Baugeldern mußte Abhandlung von Schuster eignet sich eher für einen agitatorinaturgemäß auch ein großes Nachlassen der Bauschen Vortrag auf irgend einem Hausbesizertag, als für ein thätigteit eintreten. Nur diejenigen Bauherren konnten wissenschaftliches Werk, das doch das Sammelwerk des Vereins mit Erfolg eine Bauthätigkeit ausüben, welche über größere für Socialpolitik sein will. Mittel verfügten, und sie sind meist trotz der hohen Selbstkosten sehr gut dabei gefahren, da sie die fertiggestellten Räume schnell und zu guten Preisen vermieten konnten. Die fast in allen Aus der Rede, die der socialdemokratische Regierungsrat Wullgrößeren Städten Deutschlands aufgetretene Wohnungsnot schleger zur Eröffnung der Konferenz namens der Basler Kantonsist zu einem großen Teile auch auf den Mangel an Baugeldern Berlin, den 17. September. regierung hielt, sind seine Mitteilungen über den Stand der Arbeiter. zurückzuführen. Gerade in den Zeiten der Hochkonjunktur schutzpläne im Kanton Basel erivähnenswert. Danach liegen amtSchmoller, der Einerseits- Republikaner. Bei dem Festessen des liche Gesetzesentwürfe zum Schutze der Lehrlinge beider Geschlechter der Industrie konnte das Häuserbaugeschäft nicht einmal in Hamburg tagenden Vereins für Socialpolitik hielt der Berliner und zur Weiterentwicklung des schon bestehenden Schutzes der den Bedarf an den nötigen Wohnungen be- Professor der Nationalökonomie Schmoller eine Rede, in der er Arbeiterinnen vor und harren der Erledigung durch die oberen schaffen. die Republik mit gemildert republikanischer Verfassung" als" ge Instanzen. Mit dem Studium der Frage, wie fich der Arbeiterschutz Der Verfasser untersucht sodann die Bewegungen des eignet für fleinere Staaten" bezeichnete, in denen die Monarchie im Bäckereigewerbe bewerkstelligen ließe, find wir beschäftigt und für die Hypothekenmarktes während der Jahre vor Ausbruch der leicht zur Karifatur wird. von uns in Angriff genommenen Untersuchungen fiber die Möglichkeit Krisis. Schon Ende 1897, in den Zeiten der beginnenden Herr Schmoller muß natürlich als richtiger deutscher Professor einer gesetzlichen Einschränkung der gesundheitsschädlichen BleiweißKonjunktur der Industrie, fingen die ersten Schwierigkeiten alles was ist, wissenschaftlich begründen. Herr Schmoller ist Pro- verwendung erhoffen wir von den Beratungen Ihrer Kommission der Hypothekenbeschaffung an. Erst Ende 1901 trat eine ber kleinen Republik Hamburg. Wäre Herr Schmoller unter zu leisten vermögen. Allein wir glauben damit gleichwohl zum Erst Ende 1901 trat eine fessor in der großen Monarchie Preußen, und der Kongreß war in wertvolle Belehrung. Es ist naturgemäß nur kleine Arbeit, die wir Besserung ein, es fanden wieder gute Hypotheken unter nicht wahrung seiner deutschen Gemütseigenschaften Professor in der Weiterausbau der nationalen und zur Ermöglichung der interzu hohen Zinssäten Abnehmer. In noch höherem Maße als großen Republik der Vereinigten Staaten und wäre der nationalen Arbeiterschutzgesetzgebung unsren bescheidenen Teil beizu die schlechte Lage des Hypothekenmarktes hat die Verteuerung Songreß im Herzogtum Sachsen- Altenburg gewesen, so hätte er tragen." Natürlich wäre der Stand dieser Arbeiten auch ohne die der Baugelder und ihre schwierige Beschaffung auf die Bau- erklärt, die Monarchie mit gemäßigt konstitutioneller Verfassung fei internationale Vereinigung derselbe, der er heute ist. thätigkeit in den Jahren der Hochkonjunktur gewirkt. Trop die geeignete Regierungsform für die kleineren Staaten, in denen alledem war die Bauthätigkeit 1898 bis 1901 eine rege und die Republik leicht zur Karikatur wird. zufriedenstellende, da in dieser Zeit die Anzahl der Gebäude, Eine staatsfeindliche Agitation darf sich darum beileibe nicht welche ohne Ansprüche an den Hypothekenmarkt gebaut wurden, darauf berufen, daß der berühmte Berliner Staatsgelehrte für die verhältnismäßig groß war. Es entstanden neue Werkstatt- die Republik für die geeignete Regierungsform betrachte und ihr Es entstanden neue Werkstatt- nichtpreußischen Bundesstaaten, die ja alle kleinere Staaten" find, gebäude für Fabriken, Verwaltungsgebäude, Warenhäuser, Hofleben als Starikatur bezeichne. Der berühmte Berliner StaatsLurusbauten aller Art, Villen und Häuser mit großen teuren gelehrte ist vielmehr immer für jede Staatsverfassung, bei der er Wohnungen. Der Häuserbau auf eigne Kosten ist.und Gefahr für Mittel. und Kleinwohnungen dagegen lag ganz danieder. Politische Uebersicht. an ben Die ganze Ausbeute" der dreitägigen Konferenz besteht nach den Agenturberichten in mehreren Resolutionen, betreffend das Verbot der Nachtarbeit der Frauen, schweizerischen Bundesrat, eine internationale Regierungstonferenz einzuberufen behufs Abschlusses eines diese Sache ordnenden internationalen Vertrags, einem ebensolchen Gesuch betreffend das Verbot der Verwendung des giftigen Phosphors in der Zündwaren- Industrie und das Verbot der Bleifarben. Husland. Der Streit um die Handelspolitik in England. Premierminister Balfour hat als Vorläufer einer politischen Rede, die er am 1. Oktober halten wird, eine Schrift über den insularen Freihandel, die er unter seinen Ministerkollegen verteilt hat, erscheinen lassen. In dieser Broschüre sagt er, die englischen handelspolitischen Reformer vor 50 Jahren hätten nicht vorausgesehen, daß die Welt Unfreiwillige Agitation für die Socialdemokratie betreibt die den Freihandel verwerfen werde. Sie hätten deshalb auch unterIn welcher Weise der Wohnungsbau zurück- Armeeverwaltung durch ihre periodisch sich wiederholende Warnung lassen, die für das britische Reich zu erwartenden kommerziellen Mögvor socialdemokratischer Agitation im Heere. Der Kriegsminister gegangen ist, zeigen die folgenden Zahlen: Noch im b. Einem hat die bekannte Verordnung gegen das Eindringen der lichkeiten in Betracht zu ziehen. Balfour giebt zu, daß der englische Jahre 1895 gab es 31 599 leerstehende Wohnungen in Berlin, Socialdemokratie in die Armee dieser Tage erneuert. Verboten wird Ausfuhrhandel zugenommen habe, doch sei die Zunahme nur eine am 1. Januar 1899 nur noch 8446, 1900: 3230, 1901: 1761, darin u. a. absolute und stehe nicht im Verhältnis zum Wachstum des Wohl1902: 2584. Nimmt man an, daß bei den 470 000„ jede andern erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer oder standes und der Bevölkerung Großbritanniens. Die relative VerWohnungen, die Berlin besitzt, 3 Proz. derselben als ge- socialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entsprechende minderung sei nicht die Folge eines Gesetzes, dem nicht zu entgehen nügender Spielraum für die jährlichen Zuzüge und Umzüge Ausrufe, Gesänge oder ähnliche Kundgebungen; das Halten und sei, sondern die Wirkung feindlicher Tarife. Es seien au ch wenigstens freistehen müssen, so handelt es sich hierbei um die Verbreitung revolutionärer oder socialdemokratischer Schriften, teine befriedigenden Anzeichen einer Besserung sowie jede Einführung solcher Schriften in Kafernen oder sonstige in dieser Hinsicht vorhanden. eine Anzahl von mindestens 14 000. Man hätte also in den Deutschland, Dienstlokale. Ferner ist sämtlichen Angehörigen des aktiven Heeres Jahren von 1895 bis 1901 in Berlin 13 000 Wohnungen mehr bauen müssen, als thatsächlich gebaut sind, wenn man einer Wohnungsnot hätte vorbeugen wollen. dienstlich befohlen, von jedem zu ihrer Kenntnis gelangenden Amerika und Frankreich ließen feinerlei dahin. Vorhandensein revolutionärer oder socialdemokratischer Schriften gehende Absicht erkennen, während die weniger in Kasernen oder andren Dienstlokalen sofort dienstliche Anzeige entwideltenschutzöllnerischen Gemeinwesen wie Auf die Terrainspekulation hatte die Schwierig- zu erstatten." Rußland und einige der englischen Kolonien mit keit der Beschaffung der Baugelder keinen Einfluß; der Man sollte doch allgemach eingesehen haben, daß diese Ver- Selbstverwaltung angelegentlich damit beschäf spekulative Terrainbesitz in Berlin befindet sich eben in seiner ordnung eigentlich überflüssig ist, da ſowohl die Socialdemokratie tigt feien, die durch Zölle geschützten Interessen Mehrheit in starken Händen, die auf günstigere Zeiten warten an sich als auch die Angehörigen der Partei gar nicht daran denken, zu fräftigen. fönnen. Aehnlich lagen die Verhältnisse in Charlottenburg proletarischen Elemente derselben bekommen später schon noch genug mit denen die Schrift sich im einzelnen näher beschäftigt, an und unter der aktiven Armee Propaganda zu betreiben. Die Balfour erkennt die mit dem Schutzzollsystem verknüpften Uebel, und andren Berliner Vororten. Klassenbewußtsein eingepauft, manchmal freilich auch schon während Wie ist es nun um die Löhne der Bauarbeiter ihrer Dienstzeit durch übereifrige Vorgesetzte. Solange die Soldaten- sagt, England müsse eine Milderung derselben zu erreichen streben bestellt? Goldschmidt bezeichnet die Lohnverhältnisse der im mißhandlungen noch in solchem Umfange vorkommen, ist eine social- aber nur in einer Richtung, nämlich durch Unterhandlung. AnBaugewerbe thätigen Arbeiter in den Zeiten der Hochkonjunktur demokratische Agitation wirklich überflüssig. Die Warnungen vor statt sich auf wirtschaftliche Theorien zu berufen, denen die fremden in ganz Deutschland als günstige, und er fügt hinzu, daß die der Socialdemokratie durch Erlasse, wie der des Kriegsministers, Nationen durchaus ungläubig gegenüberständen, müsse England handelsgünstige Lage der Bauarbeiter sich auch in den Jahren der und gelegentlich der Instruktion können höchstens indifferente politische Lockmittel anwenden, welche jene völlig verstehen. Englands wirtschaftlichen Depression im allgemeinen nicht verschlechtert Soldaten auf die Existenz der Socialdemokratie aufmerksam machen erstes und wichtigstes Ziel müsse sein, sich aus den Banden los zu habe. Diese Behauptung ist mit den thatsächlichen Ver- und den Wunsch erwecken, diese Partei ſpäter einmal aus eigner An- machen, in die es sich aus freien Stüden verstrickt habe. Die geschauung tennen zu lernen. hältnissen nicht in Einklang zu bringen. Wie aus der vom naue Art, in der es dann von der wiedergewonnenen Freiheit GeCentralverband der Maurer Deutschlands bearbeiteten Statistik Zimmermann eine Beleidigung. Aus Halle berichtet man brauch mache, sei nur eine Frage zweiten Ranges. hervorgeht, giebt es eine ganze Reihe von Orten, in denen die uns: Ein Nachspiel zur Reichstagswahl brachte eine vor dem Von den englischen Blättern werden, je nach ihrem HandelsLöhne der Maurer gesunken sind, und das, obwohl an den Schöffengericht stattgehabte Verhandlung gegen den Zimmermann politischen Standpunkt, diese Ausführungen völlig verschieden betreffenden Orten gute Organisationen vorhanden waren. Schaaf aus Böllberg. Sch. hatte am Wahltage im Borzimmer beurteilt.„ Daily Graphic" erblickt in diesen Darlegungen eine des Wahllokales Stimmzettel angeboten, welche Thätigkeit ihm von Goldschmidt vergißt ferner, daß die Arbeitslosigkeit auch im dem Wahlvorsteher untersagt worden war. Mergerlich über bas un Ignorierung der Chamberlainschen Vorschläge und meint, es könne Baugewerbe stellenweise einen recht erheblichen Umfang an- berechtigte Verbot, entgegnete er dem Wahlvorsteher:" Sie find früher nicht bezweifelt werden, daß Chamberlains Stellung im Lande genommen hatte. Hätte der Verfasser, anstatt aus den von auch bloß Zimmermann gewesen." Auf Grund dieser Aeußerung wesentlich erschüttert werde.-„ Daily. News" andrerseits sind der den Arbeitern gewonnenen Streits auf die günstige Lage der verurteilte das Gericht Schaaf wegen Beleidigung zu 5 M. Geld- Ansicht, Balfour habe sich offen zu Chamberlains jelben zu schließen, seiner Abhandlung die genannte Statistik strafe! 1politit bekannt. " Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. up( Schluß aus der 2. Beilage.) ein " Standard" schreibt, Balfour glaube offenbar, daß das Princip| Marine, die Kosten des Friedens- Pensionsfonds, die Zinsen der leider auch wir bisher zu sehr übersehen haben. Es ist nicht allein ble eines Tarifes, der lediglich die Erzielung von Einnahmen bezwecke, Reichsschulden für Militär- und Flottenausgaben sich auf die kolossale geschäftsordnungsmäßige Unmöglichkeit, alle diese Dinge endgültig nicht länger die englische Politik beherrschen dürfe. Der Minister Summe von 1030 Millionen belaufen, dann werden sie im nächsten zu erledigen neben dem anderen Beratungsstoff dazu müßte der Reichstag das ganze Jahr zusammenbleiben Lasse das Land jedoch in einem Zustande quälender Ungewißheit hin- Jahre mindestens auf 1400 Millionen anwachsen. nein, das Ents sichtlich der Schritte, zu denen er rate.-„ Daily Telegraph" sagt, Man wundert sich über die Erfolge, die wir erzielt haben. scheidende ist, daß die ganze Gesetzgebungsmacherei im Deutschen Balfours Schlußfolgerung gipfele in dem einen Worte Verun, die feftesten Säulen des Reichs find im Innern bereits Reich und auch in den anderen Parlamenten der Welt eine se Balfours Schlußfolgerung gipfele in dem einen Worte„ Ver- bis zu einem gewissen Grade zerfressen, die Armee ist in der erbärmliche, so ungenügende und mangelhafte ist, daß wenn geltung". Seine Broschüre bringe den völligen größten Unzufriedenheit, selbst die Offiziere find nicht mehr mit heute ein Gesetz fertig ist, morgen bereits alle Welt sieht Bruch mit dem Cobden System zum Ausdruck. Die allem einverstanden. Allüberall neue Lasten, neue Ausgaben, und daß es abermals wieder geändert werden muß.( Sehr richtig!) Veröffentlichung sei ohne Zweifel gleichbedeutend mit dem Verzicht das zu einer Zeit, wo wir wahrscheinlich einer verschärften Krisis Wir können feine großen, grundlegenden Geseze mehr machen, weil der Minister, die für Freihandel feien. Daily Chronicle" meint, entgegengehen. Denn wenn der ökonomisch- wirtschaftliche Zusammen- es für solche Geseze keine Mehrheit mehr giebt. Die Behauptung, Balfour verdunkele die Frage, die Chamberlain aufgeworfen habe. bruch, der drüben in Amerika eingetreten ist und in den nächsten die Savigny vor 100 Jahren aufstellte, daß unsre Zeit keinen Beruf Seine Broschüre scheine jedoch zu zeigen, daß er sich mit Chamberlain Wochen und Monaten in erhöhter Potenz eintreten muß, zur Gesetzgebung habe, gilt auch heute noch. Woher kommt das? zu einem Plane verbinde, an dem keiner von beiden in der Prayis sich in Europa bemerkbar macht, dann sind es in Weil die Klassengegensäße immer größer geworden sind, so daß erfter Linie infre Arbeiter, die die festzuhalten geneigt sei. Das Blatt warnt weiter die Nation vor zu kosten bekommen. Im vorigen Jahre haben wir noch, wenn ich ganzen mehr machen kann. schweren Schläge man schließlich nur halbe Halbe Gesetze macht, weil man keine Ich will das an einem Beis den Gefahren der Vergeltungspolitik. nicht irre, allein für 600 bis 700 Millionen Mark Eisenwaren auf spiel erläutern. Vor hundert Jahren entstand der Code Zugleich mit Balfours Schrift ist vom britischen Handelsamt ein dem Weltmarkt abgesetzt, speciell in Nordamerika, und dadurch hatte Napoléon, das bürgerliche Gesezgebungswerk Frankreichs. Der Blaubuch veröffentlicht worden, das sehr ausführliche Statistiken und die wichtigste unfrer Industrien noch Arbeitsgelegenheit. Das fängt Code Napoléon war das Werk der Revolution, also jener glorreichen Diagramme über Handel und Industrie Englands sowie des Aus- an aufzuhören, Amerika braucht nichts mehr, und es dauert gar Zeit, wie sie die bürgerliche Gesellschaft seitdem nicht wieder erlebt landes enthält. In einem Vorwort wird erklärt, daß die Aufstellungen nicht lange, so wird Amerika auf Grund der kolossalen Entwicklung hat. Die erlauchtesten Geister hatten an diesem Werk gearbeitet zum großen Teil die Antworten auf specielle Fragen der Minister an feiner eignen Produktion eine Ueberproduktion haben, seine un- und das wollte damals etwas heißen und es den Bedürfnissen der Das Werk war das Handelsamt sind. Schlußfolgerungen werden in dem Blaubuch geheuren Eisen- und Stahlmassen auf den Weltmarkt werfen bürgerlichen Gesellschaft entsprechend gestaltet. und die Preife drücken. Dann aber haben wir eine aus einem Guß und es nicht gezogen, vielmehr werden nur die Thatsachen und Zahlen an unabsehbare Krisis mit allen Folgen. Wenn ich in meiner vor- Tag in Frankreich. besteht bis auf den heutigen gegeben. Ausführlich werden die Fragen des Einfuhr- und Aus- gestrigen Rede sagte, wir gehen schweren Zeiten entgegen, so habe hagen, Nun frage ich die Frohme und Stadtdie an dem Bürgerlichen Gesetzbuch in der Komfuhrverkehrs Englands und der hauptsächlich in Betracht kommenden ich damit nicht etwa sagen wollen, daß es schwere Zeiten für die mission mitgearbeitet haben: Seit drei Jahren haben wir das Länder, wie Frankreich, Deutschland, Amerika und die britischen Socialdemokratie sind, daß ich etwa glaube, die Socialdemokratie Bürgerliche Gesetzbuch, und schon haben wir an allen Ecken und Kolonien behandelt. Ferner werden die Zollveränderungen in diesen habe Ausnahmemaßregeln, Gewaltmaßregeln zu fürchten. Ach nein! Enden Lücken, Ünklarheiten Zweideutigkeiten! Nehmen Sie die Ländern dargelegt, und eingehend wird die Frage der Lebensmittel, Da bin ich wirklich sehr ruhig, da bin ich vollendeter Optimist. Aber unsre Gewerbe- Ordnung. Was ist seit 30 Jahren an der Getverbeihre Zufuhr, Preise und Besteuerung, in England und dem Auslande allgemeinen Verhältnisse, unsre wirtschaftlichen, unsre socialen Zu- Ordnung herumgeflickt! 1869 war die Gewerbe- Ordnung ein behandelt. Auch wird die Behandlung erörtert, die die Produkte Eng- stände gehen in den nächsten Jahren schweren Erschütterungen ent- ganzes, gutes Werk. Dann tamen die Novellen und heute ist sie ein lands und seiner Kolonien seitens der fremden Länder erfahren, ein gegen, namentlich wenn das Regiment, das jetzt am Ruder ist, elendes zusammengestoppeltes Ding voll von Widersprüchen. Die weiter dauert. Ich glaube an feine Ausnahmgesetze, ich glaube, Beit hat keinen Beruf mehr zur Gesetzgebung; man kann keine Vergleich der Arbeitslöhne in den verschiedenen Ländern ausgestellt und die Exportpolitik der Trusts in Deutschland, Amerika und ganz offen gefagt, nicht einmal, daß man es wagt, das Wahlrecht geschlossenen Gesetze mehr machen. Ich habe mich oft gefragt: Ist zu ändern. Wenn unsre Stimmenzahl sich um Zwei- bis Dreimal- denn das Ganze die Mühe an Arbeit, Zeit, Geld wert, angesichts Destreich- Ungarn dargelegt. Hunderttausend vermehrt hätte, dann ja. Denn das wäre ja ein dieser parlamentarischen Tretmühle? Ich habe mich das manchmal Rückschritt gewesen; aber wenn eine Partei von neun bis zehir gefragt, aber selbstverständlich, ich bin viel zu tampflustig, als daß Millionen abgegebenen Stimmen drei Millionen allein auf ihre ich dem lange nachgehangen hätte. Ich sagte mir: Das hilft nun Kandidaten vereinigt, dann muß man sich auch an den ent- alles nichts, das muß durchgefressen und durchgehauen werden! scheidenden Stellen sehr sorgfältig fragen, ob man den Kampf mit Man thut, was man kann, aber man täuscht sich dann diesen drei Millionen aufnehmen darf. Und nicht allein das. nicht über die Situation! Das will ich Ihnen nur In einem Augenblicke, wo ntan solche Gewaltmaßregeln ausführen, damit Sie nicht glauben, weil wir jetzt 81 Mann, müßten Herr v. Thielmann ist gegangen und Herr v.Stengel wurde be- gegen uns wagte, würden hinter uns stehen weitere Millionen, dann wir parlamentarische Bäume ausreißen. In einer der Schriften, die rufen, weil man sich sagte, wir brauchen einen neuen Mann, der durch würden hinter uns stehen die ganze Nation, die katholischen Arbeiter, hier verteilt worden sind, ist von dem Kongreß von 1871 die Rede, seinen Einfluß und seine Stellung als eine der angesehensten Persönlich ja, alle Arbeiter überhaupt, und dann fragt es sich, ob die Herren auf dem bereits der Zehnstundentag beantragt worden ist. Vor feiten des zweitgrößten tatholischen Bundesstaates Bayern in der da oben und das Centrum ein Tänzlein mit uns wagen wollen. 32 Jahren! Und damals war ich allein. Um dieselbe Zeit trat in Lage ist, den Widerstand des Centrums gegen neue Steuern zu Will man's wagen, wir sind bereit dazu. Und über den Ausgang Eisenach die sog. sociale Konferenz zusammen, die sich auch für den beseitigen. Für mich hat aber dieser Wechsel der Persönlichkeiten, des Tänzleins bin ich schon heute nicht im Zweifel. Zehnstundentag erklärte. Ja, Rudolf Meyer hat behauptet und, wie ich denn ein Systemwechsel ist es ja nicht, noch eine andre Be- Nun entsteht die Frage, ob wir unsre bisherige Taktik ändern glaube, bewiesen, daß Bismarck damals den Auftrag gab, einen Gesezdeutung. Wenn selbst in unfren Kreisen es bis in die letzte sollen. Wann hat eine Partei ihre Taktik zu ändern? Denn daß entwurf mit dem zehnftündigen Arbeitstag auszuarbeiten!( Hört! hört!) Zeit noch Personen gab, welche glaubten, sie könnten es durch ihre eine Taktik nicht ewig ist, das versteht sich von selbst. Liebknecht Der Entwurf sollte den zehnstündigen Arbeitstag für die Städte entTaktik dahin bringen, den Widerstand der Einzelstaaten gegen den hat einmal in seiner drastischen Art gefagt: Wenn notwendig, ändere halten und für das Land im Winter 8 Stunden, im Frühjahr und Hauptstaat und seine Forderungen wachzurufen, daß speciell Bayern ich binnen 24 Stunden meine Taftit 24 mal. Das war sehr drastisch, Herbst 10 Stunden, im Sommer 12 Stunden. 30 Jahre zu einer gewissen Oppositionsstellung werde scharf gemacht werden aber sehr richtig ausgedrückt. Die Taktik jeder Partei jedoch muß sind seitdem ins Land gegangen, und heute? Ich bin können, so sind diese Anschaumgen und Hoffnungen jetzt vollständig den Grundlagen entsprechen, auf denen die Partei aufgebaut ist, gewiß überzeugter Anhänger des Achtstundentages. zu nichte geworden.( Sehr gut!) Judem Bayern für den Posten und wenn ich wirklich in 24 Stunden 24 mal meine Taftit Es ist in diesem Saale niemand, der mehr von seiner Notwendigkeit des Reichsschatzsekretärs einen seiner größten Staatsmänner stellte, ändern muß, dann darf sie von den 24 mal auch nicht überzeugt wäre als ich, aber ich sage ganz offen: wenn wir heute hat es zugleich in programmatischer Weise fundgegeben, einmal mit den Grundlagen der Partei in Widerspruch stehen. den 10 stündigen Arbeitstag befämen, so wären wir totfroh. Also und das mögen die bayrischen Genossen in erster Linie( Sehr richtig!) Das ist das Entscheidende! Run kann man ja dar- keine Illusionen, auf keinem Gebiete!( Unruhe.) Ach, das schadet Ihnen für fünftig sich merken, die daß es nicht nur bisherige über streiten, ob wir denn in der That mit unsren Grundsätzen in nicht an Leib und Seele; im Gegenteil, das kann Ihnen nur nützen. Reichspolitik gebilligt hat, sondern daß es für sein Teil Widerspruch geraten sind. Darüber kann nur die Partei selbst und der Also das ist unsre Situation. Wir werden nach wie vor in einer auch bereit ist, die Bahnen dieser Politit tünftig weiter Erfolg der Dinge entscheiden. Nun ist aber der Erfolg für die gewissen Isoliertheit bleiben und in der schärfsten Opposition. Das zu beschreiten und zu diesem Zwecke seine eignen Staatsmänner Partei bisher ein solcher gewesen nach jeder Richtung hin, daß wir schließt natürlich nicht aus, daß wir Konzessionen annehmen, wenn herzugeben. Das ist ein wichtiges Moment auch für gewisse Rich von diesem Gesichtspunkt aus auch nicht den geringsten Anlaß wir sie bekommen können und wenn es uns der Mühe wert erscheint. tungen in unsrer socialdemokratischen Bewegung. Herr Stengel haben, unsre bisher siegeserprobte Taktik zu ändern.( Lebhafte Zu- Wir haben uns allerdings über den Wert dieser Konzessionen ges hatte es gar nicht nötig, das zu erklären. Wer die Verhältnisse stimmung.) Es kann weiter eine Aenderung der Taktik notwendig stritten. Das war ja die ganze Differenz. Die rechte Seite in der ernsthaft erwägt, der weiß auch so, daß nach der ganzen Sachlage sein, weil sie sich als falsch oder ungenügend herausgestellt hat. Fraktion um diesen Ausdruck zu gebrauchen war für die auf absehbare Zeit und ohne eine Aenderung der ganzen Verhälnisse von Auch in dieser Richtung liegt nichts vor. Allerdings, etwas doch, fleinsten Konzessionen zu haben, wenn sie auch nach meiner Ueberfind Grund aus gar nicht daran zu denken ist, daß es jemals gelingen würde, wir wir gewachsen, haben mehr Abgeordnete und zeugung ganz unbedeutend waren. Ich habe mir gesagt, was soll die besitzenden Klassen zu Beiträgen für die Reichslasten herbeizuziehen. deshalb wir in gewissem Sinne unfre Taktik ich denn für diese Konzessiönchen stimmen, die wir ja auch Das bringen wir nicht fertig, das brächte selbst das Centrum nicht ändern, aber nicht etwa in dem Sinne, daß wir bremsen bekommen, ohne daß ich dafür stimme; was soll ich mich fertig, wenn es auch wollte. Aber es will ja nicht. Wenn eine oder zurückhalten, nein, nachdem diese ungeheuren Wählermassen denn dadurch, daß ich für diese Konzession stimme, gewissermaßen Partei Anlaß hätte, gegen eine Politik der indirekten Bejteuerung auf Grund unfrer bisherigen Taftik, Kämpfe und Haltung uns durch parlamentarisch kompromittieren? Wo wir aber zu der Auffassung Stellung zu nehmen, dann ist es das Centrum kraft seines ihre Stimmen ihr Ja und ihre Zustimmung gegeben haben, so tamen, daß es sich um eine wertvolle Konzession handele, da partikularistischen Standpunktes. So werden also schöne Resolutionen müssen wir noch energischer, rücksichtsloser und schärfer vorgehen als haben wir dafür gestimmt. Bei der letzten Novelle zur gedrechselt, viele Phrasen gemacht, und wenn dann die erste beste bisher.( Stürmischer Beifall.) Allerdings giebt es auch in unsern Invaliden Versicherung schwer gefämpft; Steuervorlage fonmmt, sei es auf Bier oder auf Tabak oder auf Reihen Leute und die Betreffenden stehen keineswegs auf fielen die Hiebe hageldicht und schließlich wurde die Ansonst irgend etwas, ich wüßte zwar eigentlich nicht, was man noch der Seite, die wir uns gewöhnt haben, die Revisionisten nahme der Novelle von der Fraktion mit 14 gegen 13 Stimmen heranziehen wollte, man müßte denn etwa das Wasser oder die Luft zu die nach der letzten Wahl eine umfassende beschlossen. Nachdem wir dann so gestimmt hatten, tam Dr. Jastrow, die besteuern( Heiterkeit), so wird das Centrum schließlich doch zu parlamentarische Thätigkeit in Vezug auf Einbringung den Quard gestern als einen der liberalen Zuckerwasserverzapfer von Initiativanträgen, haben sein. Gesetzgebungs Entwürfen usw. von hingestellt hat, und schrieb in der Frankfurter Zeitung", das sei verlangen. Da muß ich denn Wir haben nie geglaubt, daß wir direkte Reichssteuern durch uns doch mit wenigen doch unerhört, daß sogar die Socialdemokratie für diese erbärmliche setzen könnten. Wir sind überhaupt vieles gezwungen zu thun; es Worten diese Illusionen recht gründlich zerstören. Im allgemeinen Novelle gestimmt habe. So waren die Kämpfe in der Fraktion, und kommt nicht darauf an, ob man etwas gleich durchfeßen tann, ist es nicht üblich, daß Parteien große Gesezentwürfe ausarbeiten ich kann Ihnen offen sagen, daß bei der neuen Zusammensetzung der sondern wir haben es zu fordern, weil es gerecht und vernünftig und diese durch den Reichstag beraten lassen; denn dies ist eine Fraktion solche Kämpfe sich nicht vermindern, sondern vermehren werden. Ich weiß noch ganz genau, und somit notwendig ist. Durch die Gründe, die wir anführen, haben Riesenarbeit. wie mir mal Das was ich vorhin als die rechte Seite der Fraktion bezeichnet habe, wir die draußen Stehenden zu überzeugen, daß diese ganze Politik, unfer guter alter Liebknecht eine Suppe einbrockte mit solchem wird im neuen Reichstage leichter die Oberhand gewinnen können, und twie sie heute gehandhabt worden ist im Reiche und in den Einzel- Gesezentwurf.( Heiterkeit.) Es war im sächsischen Landtag, wir deshalb halte ich es für notwendig, daß sich die Partei über die staaten ohne Ausnahme, mag auch hier und da ein Feigenblatt vor hatten das Berggesetz angegriffen und eine Aenderung verlangt. Situation flar wird und sozusagen der Fraktion ihre Taktik vorschreibt. handen sein, eine Klassenpolitik ist, daß Reich und Staat Klassen- Der Minister sagte, die Regierung erkennt ein Aenderungsbedürfnis( Lebhafter Beifall.) Soweit es überhaupt möglich ist. Es ist staaten sind und es bleiben werden, so lange sie in der jetzigen an, aber das fostet Zeit, Ueberlegungen, Erhebungen und Studien. natürlich undenkbar, daß der Parteitag definitiv feststellt, wie sich Mun, unser Alter, ein Husar, der er immer war, reitet darauf los( Heiter- die Fraktion zu verhalten hat. Der Parteitag kann nur Direktiven Gestalt bestehen.( Sehr wahr!) Und wie steht es mit den Finanzen des Reiches? Der laufende feit) und sagt: Was? In fünf Minuten mache ich das.( Große Heiterkeit.) geben, er kann die Marschroute angeben. Thut er das, so muß die Etat konnte nur dadurch balancieren, daß eine Zuschußanleihe von Na, das Wort war heraus, und da sagte ich mir, jetzt ſizen wir Fraktion danach marschieren, fie mag wollen oder nicht.( Heine: Das werden Sie wohl müssen, Genosse Heine, 72 Millionen beschlossen wurde, eine Zuschußanleihe, die schon nach aber drin!( Heiterkeit.) Der Minister war natürlich so flug, daß er Sehr richtig!) versteht sich ganz von selbst. Es wäre auch noch dem klaren Wortlaut der Verfassung einen Verfassungsbruch besagte: wenn die Socialdemokraten es so schnell machen können, so das deutet. wäre, ( Zustimmung.) Man da würde es allerdings schreckt unter Wir mußten es also thun, denn wir konnten schöner, Herrschaft mögen sie es thun. des Centrums nicht bloß bor Geschäftsordnungsbrüchen, uns doch nicht blamieren.( Heiterkeit.) Ich sage Euch, ich habe heißen: Wer nicht pariert, fliegt hinaus.( Lebhafter Beifall.) fondern auch bor um den Ent- Ich bemerke das ohne Beziehung auf irgend eine Person, rein objektiv. Verfassungsbrüchen nicht zurück( Sehr 14 Tage und Nächte gesessen und geschwitzt, Na, er war auch danach, aber wenn der Parteitag der Fraktion eine Direktive giebt, so muß die richtig!), und wer einmal einen Verfassungsbruch begangen hat, wurf zu stande zu bringen. mag die Notwendigkeit dazu auch noch so groß sein, ach Gott, was es war wenigstens einer da. Ich erinnere weiter an unsren großen Fraktion sich danach richten. Kommt der Parteitag zu der Ueberzeugung. man einmal gethan hat, das thut man auch das zweite, dritte und Arbeiterschutzgesetz- Entwurf und will Ihnen da ein Bekenntnis daß die Fraktion schwere Verstöße sich hat zu Schulden kommen lassen, so bierte Mal, das thut man so oft, als man glaubt, daß die machen. Ich gehöre ja in den Augen der Gegner und selbst eines wird er selbstverständlich zunächst mit scharfen Rügen vorgehen. Nachher Staatsraison dazu zivingt. Also nur auf diese Weise ist die großen Teils meiner Anhänger zu den Leuten, die keine praktische allerdings würde die Sache anders werden. Das ist in großen Bilanzierung des Etats möglich gewesen. Ob die Zuschußanleihe Bethätigung wollen( Widerspruch), erst in den letzten Wochen bin Zügen die politische und parlamentarische Situation, wie ich sie der immer nur mit auffasse, die Partei muß sich darüber klar werden, und der Standlangen wird, wollen wir abwarten, denn bereits jetzt stellt es sich heraus, ich ja als Principienreiter bezeichnet, Nun, ich gehöre punkt, den wir einnehmen, muß so flar und durchdaß das letzte Statsjahr mit einem Deficit von 30 Millionen seinen Phrasen kommt und stets negiert. abgeschlossen hat. Zur Deckung dieses Deficits müssen die Einzel- mit einer kurzen Unterbrechung 36 Jahre dem Reichstage an, fichtig sein wie Krystall oder Glas, da darf nichts tommen, staaten herhalten. Ich habe vor einigen Tagen aus einer Quelle, und es giebt keinen einzigen unter uns, der mehr Initiativanträge was auch nur entfernt dem Gegner die Möglichkeit gäbe zu sagen: aus der ich es nicht erwartet hätte eine solche Nachricht zu be- eingebracht und mehr Gesezentwürfe ausgearbeitet hat als ich, der also das sind die Resultate dieses gewaltigen Sieges, daß es der tommen, erfahren, daß, während früher das Reich ein prompter Mann der Negation. Unfrem Arbeiterschutzgesetz- Entwurf wird in Socialdemokratie geht wie bisher allen bürgerlichen Parteien: wenn Bahler war, während früher die Lieferanten sofort ihr Geld er dem Buch von Herkner über die Arbeiterfrage ein großes Lob erteilt. sie einen gewissen Höhepunkt erreicht haben, dann fallen sie um, geben hielten, dies heute schon in hohem Grade nicht mehr Als wir den Entwurf später von neuem einbrachten, da war ihre Grundsätze preis und dann ist es aus mit ihnen.( Sehr richtig!), der Fall ist.( Hört! hört!) oftmals namentlich die Presse der Herren Naumann und Gerlach so des so daß wir in vielen Beziehungen die Erben der bürgerlichen nicht mehr zahlen, die Kaffen sind leer, das Reich muß Robes voll, daß sie verlangten, der Reichstag solle ihn en bloc an- Barteien geworden sind, die Erben der bürgerlichen Parteien aber sich von seinen Gläubigern einen längeren Kredit geben nehmen. Ja, verehrte Herren( Redner wendet sich an die am Tische nicht in dem Sinne, wie Heine in seinem Artikel in den„ Monatslaffen. Es ist weiter Thatsache, daß namentlich infolge der Presse sigenden Herren Naumann und v. Gerlach), wissen Sie heften" schrieb, daß wir den bürgerlichen Liberalismus zu„ ersetzen" des Drängens des Reichstags die Invalidenpensionen erhöht werden denn, wer den ersten Entwurf ausgearbeitet hat? Das war, ich, der hätten, nein: sondern daß wir ihn zu überbieten haben.( Heine müssen und daß das abermals wieder eine bedeutende Mehrausgabe Mann der Negation!( Große Heiterkeit.) Gefeßentwürfe einbringen ruft: Zu erfüllen", habe ich geschrieben, was jener sich vorgenommen erfordert. Die in Aussicht genommene Erhöhung der Friedens- ist gewiß ganz schön, aber es ist nicht so leicht, sie auszuarbeiten. hat! Das heißt ihn überbieten!) Nein, das heißt es nach meiner müssen wir andern Leuten überlassen, die dafür Auffassung nicht.( Burufe.) Sie haben nachher das Recht, das zu pensionen wird allein ein Mehr von 20 Millionen erfordern. Das In allen Ministerien, selbst in dem der Marine und der Armee, angestellt und bezahlt werden, den Herren Geheimräten; diese haben sagen. Die Parteipresse hat ja diesem Artikel leider nicht diejenige fich in hat man den letzten Jahren einschränken müssen. das Material, sie haben die Fachkenntnis und die Möglichkeit, Er- Bedeutung beigemessen, wie ich. Ich habe ja meine Anschauung Dazu kommt die neue Heeresvorlage, denn wenn Goßler ging und hebungen zu veranstalten. Wir haben parlamentarisch so gearbeitet, über diese Ihre Aeußerung bereits ausgesprochen. Es heißt in dem Einem kam, dann geschah das in der Hauptsache, weil Herr v. Goßler daß wir uns überarbeitet haben. Glauben Sie etwa, daß wir Artikel:" Inner klarer tritt ihre( der Socialdemokratie) Aufgabe sich sagte, ich habe keine Lust mehr, diese neue Vorlage zu ver- jetzt, wo wir 81 Mann stark sind, die Mehrheit zwingen können, hervor, die liberalen Parteien nicht einfach abzusetzen, sondern zu Singer und ich, ersetzen."( Hört! hört!) Ersege ich jemand, der abgesetzt worden ist, treten, das Vergnügen überlasse ich einem andern. Nun, man wird unfre Initiativanträge andren vorzuziehen? mit gehörigen Forderungen kommen, davon bin ich fest überzeugt, aber wir haben uns im Seniorenkonvent vergeblich bemüht, den Herren dann heißt das ich soll das erfüllen, was der bisher geleistet hat nun nicht mehr leisten kann. Sie( zu Heine) sind doch der Anüppel liegt beim Hund, man fann nicht Ausgaben bewilligen, klar zu machen, daß das Parlament noch zu etwas andrem und wenn man gar nicht mehr weiß, woher das Geld nehmen. Dazu da ist, als Regierungsvorlagen zu beraten. Wir haben tauben Jurist, Philologe, ein Mann, der Logik studiert hat, und wir verder gewissermaßen ein kommt weiter die neue Marinevorlage, und auch da scheint einiges Ohren gepredigt. Ich kann Ihnen nur sagen, wir können nicht langen allerdings von einem Artikel, vorzugehen, was nicht so ganz in Ordnung ist. Wiederholt hat es mehr Initiativanträge bringen; und wenn wir nach dem Vorschlag Programm darstellt, daß er klar ist, daß man nicht nötig darüber zu streiten, was er bedeutet.( Heine ruft: Lesen verlautet, daß auch Herr v. Tirpitz amtsmüde sei und gehen wolle, von Timm in den Monatsheften" eine sociale Kommission ein hat, indem sie es über weil er es nicht für möglich halte, noch mehr als bisher vom Reichs- fetzen, die sich mit den Arbeiterschutz- Gesezen zu beschäftigen und alle Sie doch weiter!) Hier steht weiter: tage zu erhalten. Es kommen Ausgaben für die Nenbewaffnung der Anträge zu berücksichtigen hätte, bilden Sie sich wirklich ein, es sei nimmt, die Ideen der staatsbürgerlichen und geistigen Freiheit Armee, kurz und gut, Ausgaben, die auf Hunderte von Millionen dann etwas zu machen? Gewiß, das Bedürfnis ist in hohem Maße nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen." Ja, verehrter Genosse, haben anwachsen werden. Wenn in diesem Etat die Ausgaben für Militär, vorhanden, und da komme ich noch auf den entscheidenden Punkt, den wir das denn bisher nicht gethan? Haben wir im Reichstag etwa Das Reich der fann nennen müssen W tvenn es anders haben wir da " bisher die Ideen der staatsbürgerlichen und geistigen Freiheit negiert?| zutreten, namentlich in einer programmatischen Form, aber wenn er aus denen es vorher geklungen hatte: Jeßt muß die Partei Wir haben ja das" Fühlen" in Ihrem Sinne bisher schon gethan. glaubt, daß die Stunde gekommen sei, einmal mit der ganzen Größe zur Machtteilnahme kommen denn das ist der Sinn der Aber das wird uns noch öfter bei der ganzen Debatte passieren, daß seiner Person einzutreten für eine Sache, dann thut er es in einer Vollmarschen Rede jetzt echote es: Es ist ja gar keine wir uns über Begriffe streiten. Sie haben es ja bereits erlebt: gewissen feierlichen Weise, es ist dann gerade so, als wollte er jetzt Haupt- und Staatsaktion. Man schwenkte um.( Sehr richtig!) Bernhard hat einen Artikel geschrieben, über dessen Bedeutung kein Zweifel auf einmal eine neue Lehre verkünden.( Heiterkeit und Zustimmung.) Allerdings, als man dann sah, daß Neunzehntel der Partei den obwalten konnte. Er sagte aber: Ja, das habe ich nicht sagen wollen, So war es auch in München. Ich war schon der Meinung, die Ge- Vollmarschen Standpunkt mißbillige, da war es auf einmal keine aber ich war nicht im stande, mich klar auszudrücken; ich bedaure, das schichte sei aus und wir würden uns nur noch in der Fraktion Frage der Machterweiterung mehr, sondern eine ganz kleine uns gethan zu haben. Ich gebe auch das Wort, ich thue es nicht wieder." damit beschäftigen, und ich dachte mir schon: nun kannst Du bedeutende Formsache, und da kamen auf einmal von allen Seiten voll Da mußten wir als milde Richter sagen: Wenn Du etwas ge- auch einmal ruhig schlafen.( Heiterkeit.) Da tam auf einmal die merkwürdiger Uebereinstimmung Anträge, der Parteitag solle sich nicht than hast, über dessen Bedeutung Du Dir nicht klar warst, muß Nachricht aus München. Nun erinnert man sich ja an das Auftreten damit beschäftigen. Ja, wenn wir hinter einer chinesischen Mauer lebten, Dir freilich verziehen werden". Dann kam Göhre mit dem Artikel Vollmars 1891; im Kolosseum, wo er seine Programmrede in alle dann wäre die Sache eine andre. Aber so ist es nicht; die ganze der Zukunft" den hatte er nicht gelesen. Als er Welt hinaus hielt, wo er von den bürgerlichen Parteien mit Welt wir können es mit einem gewissen Stolz sagen sieht auf durch die„ Neue Zeit" darauf aufmerksam gemacht wurde, Jubel begrüßt wurde und wo gesagt wurde: Ja, das ist der einzige uns und jede Regung in unsren Reihen wird von ganz Deutschlegte er diesem Artikel feine Bedeutung bei. Als ich Mann in der Partei, der weiß, der Zeiten Puls zu fühlen. land aufmerksam verfolgt. Auf der andren Seite werden alle sein Verfahren charakterisierte, da war er ganz entsegt, außer sich, Es war ja speciell Herr Naumann, der hier vor mir sitzt, der ihn diejenigen, die seit zwölf Jahren alle paar Jahre wenigstens schleuderte mir die gröblichsten Worte ins Gesicht und erklärte, er förmlich auf den Knien beschwor: Sie sind der Mann der einmal und in den letzten fünf Jahren jedes Jahr ununters habe den Artikel nicht gekannt, er sei naiv genug- nicht dem Situation! Steigen Sie doch hernieder vom bayrischen Ge- brochen zu diesen Dissonanzen Veranlassung gegeben haben, von Worte, sondern dem Sinne nach dem Artikel der„ Neuen Zeit" birge, stellen Sie sich an die Spitze, alles Volk wird der bürgerlichen Presse, von ihrem Standpunkt aus ganz mit Recht, nicht die genügende Bedeutung beigelegt zu haben usw. usw. Wenn Sie mit Jubel empfangen." Mit dem Jubel war es gelobt und als die großen Staatsmänner mit dem weiten Blick usw. wir diesem Schauspiel entgegengehen, werden wir immer erleben, freilich verwünscht unangenehm. Ein Jubel war zwar in München geschildert. Man will auf diese Weise, wie ich schon einmal gesagt daß man sich unklar ausgedrückt hat, daß man das, vorhanden; dort ist er immer vorhanden, wenn Vollmar kommt. habe, die Partei förmlich auseinanderloben. Das ist unter Formen was man nach dem logischen Wortlaut hineinlegen mußte, nicht( Heiterkeit.) München ist ja das Capua der deutschen Social- und in einer Weise geschehen, daß ich sagen muß, es hat mich hatte sagen wollen. Und zuletzt könnte es fommen wie in Hannover demokratie.( Große Heiterkeit.) In München wandert keiner manchmal angeefelt.( Beifall.) Gewiß, dafür können die Betreffenden und später, daß man nach tagelangem Streiten eine Resolution an- auf die Dauer ungestraft unten den Bierkrügen.( Erneute nichts, sie haben es nicht veranlaßt. Aber wenn mir so ettvas genommen hat, aber hinterher ebenso uneinig war wie bisher. Heiterkeit.) In München gehen die stolzesten Partei- passiert es kann mir ja nicht passieren, und ich freue mich dessen. ( Zustimmung.) Man rede doch nicht von der Einheit oder säulen nach einer Zeit zu Grunde. Da seht Euch diesen So lange ich atmen und schreiben und sprechen kann, soll Einigkeit in der Partei! Diese Sache hat ja gestern bereits Parvus an( Heiterkeit), auf den jeder noch vor kurzem geschworen hätte, es nicht anders werden.( Lebhafter Beifall.) Ich will der Braun angeschlagen, wir feien ja einig in der Partei. Das daß er ein ganz unverfälschter Radikaler sei. Und diese stolze Säule, Todfeind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsist nicht wahr, das bestreite ich auf das allerentschiedenste; nachdem sie einige Zeit in München gestanden hat, ist gebrochen, ordnung bleiben, so lange ich lebe und existiere, um sie in nie und zu feiner Zeit waren wir uneiniger als gerade jetzt, nie und ist zerbrochen im Kaiserbräu.( Große Heiterfeit.) Freilich, ihren Eristenzbedingungen zu untergraben und sie, wenn ich zu feiner Zeit waren die Differenzen größer als jetzt!( Vielfaches als ehemals Radikaler ist er anders gebrochen als ein kann, zu beseitigen.( Stürmischer Beifall.) Also es wäre Sehr richtig!) Das zu vertuschen und darüber abermals mit Revisionist brechen würde, aber er ist doch gebrochen. Es ging ihm wie Thorheit zu verlangen, daß mich die bürgerliche Presse loben sollteZuckerwasser hinwegzukommen, das habe ich für meine Person manchen, der nach München zog, als ein braver, principientreuer, fester aber wenn mir je solche Lobhudelei zu teil würde, so würde ich doch herzlich satt!( Lebhafte Zustimmung und Händeklatschen.) Genosse ich sehe so einige hier sizzen an seinen Tischen.( Große einmal dazwischen fahren und diesen Lenten sagen: was gehen Euch Ich habe seit zwölf Jahren, seit der großen Debatte in Heiterkeit.) Nach ein paar Jahren in München waren sie an Geist und Seele unsre Angelegenheiten an, fümmert Euch um Eure Sachen und haltet Erfurt, von Vollmar so viel hinunterzuschlucken gehabt und oftmals tot. So ist es, so sind meine Eindrücke, und wenn ich selbst nach München den Mund über unsre Angelegenheiten. Alle Gure Lobeserhebungen sind mich geärgert und bin immer wieder darauf hineingefallen, die ziehen sollte, ich würde mich vor mir selber fürchten.( Stürmische vergeblich und haben keinen Zweck. Das hätte gesagt werden Hand zu bieten zur Ueberbrückung der Gegensäge, bis ich mir heiterkeit.) Vollmars Auftreten wurde nicht nur von der Mehrzahl müssen! Dort sigt der Genosse Heine. Im Winter 1901/02 tam endlich sagte: So geht's nicht mehr weiter! Jezt müssen wir uns der Münchener Genossen bejubelt und beklatscht, sondern auch von ich im Reichstage eines Tages zu ihm und sagte ihm: Heine, haben endlich einmal klar werden, reinen Tisch machen und uns mal der bürgerlichen Presse fast ohne Ausnahme.( Sehr richtig!) Es ist Sie gelesen, was Herr v. Gerlach über Sie geschrieben hat? gegenseitig so gründlich aussprechen, wie nur irgend möglich.( Bewegung.) ja allmählich in unsrer Partei dahin gekommen, daß es gewisse Nein, sagte er; worauf ich ihm sagte: dann lesen Sie es, bitte, Die Grundlage der ganzen neuen revisionistischen" Bewegung ist Kreise von Leuten giebt, die eine ganze Corona bürgerlicher dieser Herr v. Gerlach lobt sie noch aus der Partei heraus. bekanntlich die Schrift von Bernstein, der damals zu seinem Journalisten als Korybanten um fich versammelt haben. Das ist ein gefährlicher Freund; fagen Sie Herrn von Gerlach, er Glück in London war, denn seit er Gelegenheit hatte, Ich sage nicht, daß sie gerufen worden seien. Nein, sie haben sich möge diese unangenehme, ihnen notwendig widerliche Freundschaft " " ge= nach Deutschland zu kommen, was ich ihm von Herzen gönne, herangemacht, jie tamen freiwillig, um zu bejubeln, zu beweih- nicht so offen zu Tage treten lassen! Darauf antwortete mir Heine: habe ich doch selbst, so weit ich konnte, dazu beigetragen-räuchern. Habe ich nicht erst fürzlich gelesen: Vollmar, der Sie haben recht, das will ich ihm bei erster Gelegenheit sagen. Aber seit er sich in Deutschland praktisch bethätigt hat, hat er ungekrönte König von Bayern!( Große Heiterkeit.) Aber das bis in die letzte Zeit hat Gerlach weiter gelobt. Er hat Artikel über nach meiner Ueberzeugung an Ansehen nicht gewonnen, sondern ver- bayrische Volk will in seiner großen Mehrheit von seinem Heine geschrieben, von denen ich sagen muß: wenn über meine Person Loren( vielfaches Sehr richtig!) und ferner nicht nur bei den Radikalen, ungekrönten König in dieser Frage nichts wissen.( Heiterkeit.) so etwas geschrieben würde, ich hätte mich geschüttelt. Was es num sondern auch bei seinen Freunden, den Revisionisten, und bei diesen Die Stimmung in Bayern hat mich außerordentlich erfreut. Bayreuth, mit diesem Machtzuwachs" auf sich hat, ist ja mittlerweile bis zum am allermeisten.( Sehr richtig!) Was ist dem Mann, der erst man denke Bayreuth, ist vorangegangen und hat sich zuerst gegen Ueberdruß flar geworden. Ich habe ja schon in meinem Artikel in der von seinen Freunden wie ein Messias jubelnd begrüßt Vollmars Rede erklärt. Das hat mich mit großer Genugthuung erfüllt. Neuen Zeit" die Urteile der bürgerlichen Presse erwähnt. Ich bin mit wurde, und von dem sie ein neues Evangelium, einen Und so war es in allen großen Städten Bayerns. Da hat es in Vollmar, mit dem ich bis Ende der achtziger Jahre immer in Ueberneuen Glauben, eine neue Taktik erwarteten, in der letzten der bürgerlichen Presse geheißen, die ganze bayrische Landtagsfraktion einstimmung war und den ich immer an meiner Seite hatte, in eine Zeit nicht alles gesagt worden!( Sehr richtig!) Jetzt heißt ist der gleichen Meinung wie Vollmar. Aber wenige Tage später Reihe von schweren Konflikten gekommen. Seit 1890/91 find wir es auf einmal: Steiniget ihn, steiniget ihn! Nicht, weil er auch erklärt unser alter 78 jähriger Parteigenosse Gabriel Löwenstein, der in einer Reihe der wichtigsten Fragen immer mehr ausnur ein Wort von dem, was er gesagt hat, zurückgenommen hat, als Delegierter hier ist: Ich nicht! ich nicht!( Lebhafter einander gekommen. Aber ich fann wohl sagen, daß das sondern weil er nach ihrer Meinung gar zu ungeschickt Beifall.) Und Segis Ferklärt ebenso prompt: Jch nicht! ich nicht! unsrer gegenseitigen persönlichen den Achtung nicht oder auch gar zu rückhaltlos( Sehr gut!) fich aus( Bravo!) Daß Haller gleichfalls den gleichfalls den Vollmarschen Stand- ringsten Eintrag gethan hat. Da hat man nun gesagt: das gesprochen hat. Deshalb hat man ihn so scharf getadelt, ja sogar punkt ablehnt, nun, das tvar nicht anders zu er ist die Rivalität der Führer, für zwei Alerander ist in gesagt:„ Wenn das so weiter geht, dann muß er aus der Partei warten.( Heiterkeit.) Nur einer, Franzel Ehrhart, der Pfalzgraf der Partei kein Platz und bei diesen ganzen Differenzen ist Eifersucht hinaus!" Das hat keiner von uns bis jetzt noch gesagt, sondern am Rhein( Stürmische Heiterkeit.) hat bis heute geschwiegen mit im Spiel. Ich habe darauf schon wiederholt geantwortet: Für das wurde dem Bernstein von denjenigen zugerufen, die bis vor( Meister: Nein, er hat auch schon gesagt, daß er da nicht mitmacht.) uns beide ist reichlich Platz in der Partei und für viele andre noch furzem als seine Anhänger gegolten haben. Bernstein hat sich eben So? Das freut mich. Ich dachte schon, auch Du( zu Ehrhart) bist dazu. Die Kreise, die Vollmar verehren, sind ganz andre, gewissermaßen als das enfant terrible, als das Schreckenstind( Heiter- verloren.( Große Heiterkeit.) Wenn man so einen Bundes- als diejenigen, die mir Sympathie bezeugen. Und wenn es feit) seiner Freunde entpuppt. Weil sein Ansehen aber bereits in weiten genossen gewinnt, wie Dich, dann ist das viel wert. auch die gleichen Kreise wären, fo würde ich sagen, Streisen diskreditiert war, deswegen legte man auch der ersten Auf- und diese Stimmung brach aus in der ganzen Partei( Stürmische was Goethe in Bezug auf Schiller und sich gesagt haben soll: Hört forderung Bernsteins, einen Vicepräsidenten zu wählen, der selbst die durch Zustimmung!), nicht veranlaßt von oben. Ich habe nicht angefangen. Doch auf zu streiten, wer von uns beiden der Bessere und meinetdie Praxis des Reichstags festgesette Verpflichtung des Hofbesuchs zu sobald Vollmar gesprochen, nahm die ganze Parteipreffe flare wegen der Größere ist, seid froh, daß ihr uns beide habt.( Lebhafter erfüllen hätte( Große Unruhe), feine allzu große Bedeutung bei. präcise Stellung, zu neun Zehntel gegen Vollmar. So Beifall.) Ich sage, es wäre lächerlich, wenn solche Gefühle der EiferIch war in der That das kann mir Auer nach meinen Briefen brachs an allen Ecken aus. In der ganzen Partei drang von sucht uns beherrschen sollten. So oft wir auch in der heftigsten Weise bezeugen viel weniger erbittert, daß die Frage überhaupt auf unten her ein einziger Schrei der Entrüstung empor.( Stürmischer aneinandergeraten sind, zuletzt haben wir doch immer wieder in der geworfen wurde, als daß sie in dieser Weise öffentlich aufgeworfen Beifall.) Nun, auch das ist bestritten worden. Da hat z. B. Auer freundschaftlichsten Weise verkehrt. Unfrem persönlichen Verkehr wurde, weil ich mir sagte: Konnte Bernstein selbst von seinem in der letzten Nummer der Socialistischen Monatshefte" er schreibt haben diese Differenzen in keiner Weise geschadet, also bleibt uns eignen Standpunkt aus etwas Dümmeres, Verkehrteres machen, ja nur noch dort, die Neue Zeit" scheint nicht für ihn zu mit diesem elenden erbärmlichen Gerede vom Leibe, das ist nicht als daß er in einem Moment, tvo in der Partei der existieren( Hört! hört!) in seiner bekannten wißigen wahr. Niemals ist mir auch nur eine Sekunde lang der Gedanke " bon " " " größte Jubel über den Wahlerfolg herrscht und wo in der ganzen Weise gesagt, daß eine sehr nebensächliche Angelegenheit zu gekommen, Vollmar will Dir nicht wohl, weil Du eine große Partei mit Ausnahme einer verschwindenden Minorität die einer Haupt- und Staatsaktion aufgeputzt worden sei. An gehörigem Popularität in der Partei haft, und ich denke, er hat Ueberzeugung bestand, jetzt gelte es, diesen Sieg auszunuzen, Echo habe es nicht gefehlt, wobei der Umstand, daß die Anregung etwas Derartiges auch nicht von mir gedacht. Das vorwärts zu gehen, zum Angriff überzugehen, schärfer zuzu- gerade in die Zeit der fauren Gurke fiel, wohl nicht ohne Bedeutung Traurigste nun bei dieser ganzen Affaire ist, daß schließlich greifen, durch die Kraft der größeren Zahl die die bis- gewesen sei. Ich bin überzeugt, daß das seine ehrlichste Ueberzeugung selbst die Blätter der bürgerlichen Bresse, die anfangs herigen Leistungen zu überbieten, daß er da in diesem ist, die ganz seinem Wesen entspricht. Aber bei keinem Mann in der die Revisionisten in dieser Frage unterstützt hatten, sie am meisten großen Moment fam mit der Vicepräsidentenfrage( Lachen und Bei- Partei bedaure ich so tief wie bei Auer, daß er Vorgänge, die da verhöhnten und im Stich ließen, daß diese bürgerlichen Blätter, fall) und erklärte:„ Auch wenn wir dabei zu Hofe gehen müssen, darf uns beweisen, daß die Parteiseele in vollster Glut ist, so beurteilen kann. nachdem sich gezeigt hatte, wie die Stimmung der großen Mehrheit das nicht genieren!" Und das in einem Moment, wo die Reden( Lebhafte Zustimmung.) Es ist nicht wahr, daß der Streit aus be- der Partei war, es zuletzt nicht unterlassen konnten, gewissermaßen von Breslau und Essen( Stürmischer, anhaltender Beifall) noch im Gesicht deutungslosen Ursachen entstanden ist, das ist eben so falsch, wie die dem toten Esel noch einen Fußtritt zu versetzen. Das thut mir um eines jeden Socialdemokraten brennen, als hätte er eine physische andre Behauptung, daß die vorhergehenden Debatten dieses Partei- diese Männer leid. Ich habe schon in der Neuen Zeit" auf einen Backpfeife der allerschlimmsten Art empfangen!( Stürmische Bu- tages ein Litteratengezänt gewesen seien, während diese Reden doch Artikel der Frankfurter Zeitung" hingewiefen, und ich habe hier stimmung.) Das in einem Moment, wo sich immer mehr die Partei in ihren Grundvesten erschüttert haben.( Bewegung.) eine neue Auslassung des Berliner Vertreters der Frankfurter Zeitung". für jeden, der ein wenig denken kann, zeigt, was da Ein solches Urteil kann nur fällen, wer die eigentliche Grundlage, Auch von dieser Auslassung brachte der Vorwärts" kein Wort. Ich oben sich vorbereitet, in einem Moment, ivo man sich den principiellen Boden verloren hat.( Sehr richtig!) Was bedeutet will hier nebenbei bemerken: Genossen, das muß anders werden, daß sagen muß: da haben wir es mit einem Repräsentanten der es, wie kommt es, daß Auer diesen Vorgängen nicht die geringste die wichtigsten Parteiblätter es nicht für der Mühe wert halten, ihre Beser herrschenden Macht zu thun, der so oft angekündigt hat: In letter Bedeutung beigelegt hat. Gewiß, darin hat er recht, die Parteikämpfe von solchen Stimmungen und Urteilen zu unterrichten.( Sehr richtig!) Instanz ist die Armee dazu da, um, gegen Vater und Mutter zu füllen bei uns in der Regel die Sommermonate aus. Diesmal aber Hätte speciell das Centralorgan in den letzten Jahren in dieser Beziehung schießen!"( Erneute laute Zustimmung.) Glaubt Bernstein, daß hatten wir keine eigentlichen Hundstage.( Heiterkeit.) Daß wir gerade ſeine Pflicht und Schuldigkeit gethan und ohne Ansehen der Person gesagt: alles das in deutschen Proletarierhirnen ausgelöscht sei?( Lauter im Sommer diskutieren, kommt daher, weil wir alle, Barteiführer, das wird über Bollmar, Bebel, Kautsky, über die in der Partei Beifall.) Glaubt er, daß einer von uns darüber im Zweifel sei, daß Fraktionsmitglieder während des Herbstes, während des Winters, herrschenden Strömungen gesagt! Da darf man nicht sagen: Was die gewaltige Macht, die dieser Mann zu Wasser und zu bis tief in den Frühling hinein parlamentarisch thätig sind, und erst wird das auf die Herdenkinder" für einen Eindruck machen, die ja Lande tommandiert, eines Tages mobil gemacht wird, während des Sommers Zeit haben, uns auf uns selbst zu besinnen, nicht richtig urteilen können, nein, ich will die Partei zur Wahrheit wenn er glaubt, es fei an der Zeit, um gegen uns theoretisch zu arbeiten und wenn es not thut zu polemisieren. Ueber die und Klarheit und Mannbarkeit auch in dieser Beziehung erzogen geführt zu werden? Wer das nicht einsieht, wer das nicht weiß, Vicepräsidenten- Frage selbst habe ich mich bereits ausführlich in meinem haben.( Lebhafter Beifall.) Ich will, daß die Genossen über und tvenn der soll überhaupt aufhören, Politiker zu spielen!( Stürmischer, an- Artikel in der Neuen Zeit" ausgesprochen. Hier habe ich mich nicht alles aufgeklärt werden, das allezeit geschehen dann wären haltender Beifall.) Bernstein hatte in meiner Schätzung bereits im einzelnen darüber zu äußern. Ich will die Angriffe auf meinen wäre, die Dinge niemals so weit in der wie bedeutend an Ansehen eingebüßt, und, soweit ich das von Artikel beantworten und habe hoffentlich noch Gelegenheit, darauf Partei gekommen, fie leider gekommen sind, dann die Küßnacht aus meiner Sternwarte( Große Heiterkeit) zu antworten. Man hat gesagt, die ganze Sache beruhe auf einer hätten und Parteigenossen beizeiten eingegriffen den beobachten konnte, hat auch ein großer Teil der Parteipresse es falschen Auffassung von mir: Bebel glaube an eine Verschwörung. Betreffenden gesagt: Hört mal, das geht so nicht weiter! Wir nicht für wert gehalten, große Abwehr gegen ihn zu üben. Ich war ja Diefer Glaube ist vielleicht angeregt durch Briefe von mir an Auer sehen, wie das, was Ihr thut oder sagt, in der gegnerischen Presse empört, daß der große Moment durch dies täppische Eingreifen ge-( Auer: Die habe ich gar nicht gelesen[ Bewegung], ich lege immer ausgebeutet wird, wie man Euch da mißversteht, das geht nicht! stört wurde. Aber eins will ich Ihnen sagen: wenn ich alle Briefe während solcher Streitigkeiten zurück), es handelt Hätte der Vorwärts" den Artikel Parteimoral" in seinen entauch in einem größeren Teil der Parteipreffe, auch in dem sich um mehrere Briefe, die ich Dir vor 5 bis 6 Wochen scheidenden Stellen mitgeteilt und hätte dann der Vorwärts" nur Teil, der sonst nicht gegen mich Stellung zu nehmen geschrieben habe.( Auer: ja, ja!) Und mum sagt er, er habe bis 10 Zeilen angehängt, dann würde die Partei bei ihren jetzigen wurde, pflegt in taktischen Fragen, getadelt so habe ich heute diese Briefe nicht Das gelesen.( Hört! hört!) ist Verhandlungen einen vollen Tag gespart haben.( Eisner ruft: und ich kann Ihnen die schriftlichen mir ja sehr doch andrerseits zu hören. Ich nehme mir von meiner Ich hatte den Artikel ja nicht gelesen!) Daraus mache ich Beweise dafür vorlegen so lange ich in der Partei thätig bin, fostbaren Zeit, um in einer so wichtigen Sache an Dich zu schreiben Ihnen keinen Vorwurf; deswegen werde ich aber vorschlagen, das und Sie wissen ja, es hat schwere Stämpfe gegeben seit Jahren in der er hat mir ja auch seine Ansicht geschrieben und Du liest sie fünftig zu ändern. Und wenn ein so fleißiger Mann wie Sie, den Partei- so habe ich niemals aus den Kreisen der Parteigenossen so viel gar nicht!( hört! hört!) Da ich meine Briefe nicht zum Vergnügen ich für den politischen Teil des„ Vorwärts" geradezu für unerfetzlich Zustimmungen bekommen, wie gerade jetzt. Unfre Genossen freuen sich, schreibe, werde ich fünftig meine Konsequenzen ziehen. halte, für diese Sachen feine Zeit haben, so antworte ich Ihnen: wenn ein rechtes Wort zur rechten Zeit fommt.( Heiterkeit und Beifall.) Wie das Gerücht von meinem Glauben an eine Verschwörung Ich wünsche überhaupt nicht, daß Sie sich darum kümmern. Sie sind Mir ist es noch nie passiert, daß ich aus den Kreisen der Fraktion, der Partei nun auch entstanden sein mag eine Verschwörung braucht ein vorzüglicher Genosse und ein ungewöhnlich tüchtiger Journalist, und bis in diese Stunde habe ich noch Briefe über Briefe bekommen unter Gleichgesinnten nicht zu bestehen, das macht sich ganz aber für diese Sachen wünsche ich einen andern, denn dazu sind Sie - so zahlreiche Aeußerungen der Zustimmung empfangen hätte, wie von selbst. In dem Augenblick, wo Genosse Vollmar gesprochen mir ein zu junger Genosse. Sie kennen die Geschichte der Partei gerade jetzt von der Masse der Parteigenossen, auch aus der hatte, sprangen seine Freunde von überall her ihm bei, und das war nicht, Sie kennen die Persönlichkeiten und die Verhältnisse nicht und Von deutschen Genossen, ganz in der Ordnung. Da kam das Eingesandt in der Sächsischen so kommt es, daß Sie neben Jhren im allgemeinen so glänzenden Schweiz, Destreich, Belgien, England. nicht von den andern. Die alle sind froh, daß nun endlich Arbeiterzeitung", da versuchte Südekum in Nürnberg in diesem und geistig hoch stehenden Artikeln zuweilen Dinge schreiben, bei Katze die Schelle traten Dreesbach einmal sozusagen der Kate umgehängt ist. Sinne зи δα wirken, und Kolb für denen wir älteren Genossen einfach die Hände über den Kopf zus in ihn ein, ( Lebhafter Beifall.) Das war die Stimmung, von der man da fam Genosse Göhre mit einem großen sammenschlagen.( Eisner ruft: Das ändert sich aber doch mit jedem Berlin und speciell in unsrem Centralorgan so ganz und gar Artikel in der„ Chemnitzer Volksstimme". Da war man gar Tage.) Ja, Genosse Eisner, das dauert mir aber zu lange nichts gesehen und gehört hat.( Lebhafte Zustimmung. Rufe: nicht der Meinung, daß es sich um eine fleine, nebensäch( Große Heiterkeit.), da kann die Partei inzwischen unendlich viel Schaden Leider!) Es ist rein zum verwundern, aber es Erst als man sah, wie die Stimmung leiden. Deswegen wünsche ich, daß Sie in diesem Teile des„ Vorwärts" bleibt liche Frage handle. dabei, man hat an den entscheidenden Stellen die Fühlung ver- in der ganzen Partei war, merkte man, daß man eine böse depossediert und auf den Teil beschränkt werden, in dem sie in groß loren, das Verständnis verloren, man ist nicht mit der Parteiseele in Sache eingerührt habe; und um eine Niederlage zu vermeiden artigster Weise der Partei dienen, und ihre Aufgabe voll erfüllen können. Kontakt, man ist nicht im stande, aufzufassen, was da vorgeht. vor dem versammelten Parteitag( Lebhafte Zustimmung.), Es ist nicht irgend welche persönliche Animosität, die mich hierbei leitet, Haben wir jemals in den 40 Jahren seit Bestehen der Partei einen da kant aus Fürstenwalde( Heiterkeit!)- die Fürstenwalder sind gute, sondern im Gegenteil Hochachtung und Hochschätzung für Ihre Es solchen Sturm der Entrüstung erlebt, wie anläßlich dieser Frage? brave Genossen, aber, sie werden mir's verzeihen, führend sind sie nicht Person. ist ja selbstverständlich, daß jeder Genosse Stelle die werden muß, gesetzt ant die er Im wesentlichen freilich erst, nachdem mun seinerseits Bollinar in( Sehr richtig!) tam aus Fürstenwalde die bekannte Resolution, an nach da sagt: ach, die Arena trat und nicht mir das aufnahm, was Bernstein die das ist dummes Zeug, die Vice- seinen Fähigkeiten gehört. Sie Nun hören weiter: Als gesagt hatte, sondern es in seiner Art noch erweiterte, ver- präsidenten- Frage eine ganz unbedeutende Sache. Und derselbe Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung", der anfangs tiefte und schärfer begründete, Wollmar liebt es, sehr selten auf- alsbald echote und echote es aus allen Ecken und Enden, alles that, um Bollmar zu engagieren, merkte, wie die lieb ift " " Eine ich Dinge in der Partei lagen, führte er in einer Korrespondenz| Milizforderungen verhöhnt hat? Als diese Artikel in der Fraktion sage ja, demmcieren, damit die Genossen wissen, was das für der" Frankfurter Zeitung" aus, wenn man glaube, daß sich die besprochen wurden, hat niemand von Ihrer Seite Schippel die ver- halbe Leute sind. Der Mann, der wenigstens offen seinen Mehrheit, selbst wenn die Socialdemokraten auf die gestellten Be- diente Abfertigung zu teil werden lassen.( Hört! hört!) Ist mir Standpunkt vertritt, bei dem weiß ich, woran ich bin, mit dem dingungen eingingen, auf einen socialdemokratischen Vicepräsidenten nicht in der Fraktion von einem Genossen gesagt worden: Ja, glaubt tann ich fämpfen, entweder er siegt oder ich, aber die einlassen würde, so sei man sehr im Irrtum. Soweit seien wir Ihr denn, daß wir auf die Dauer das Reichs- Budget faulen Elemente, die sich immer drücken und jeder klaren noch lange nicht, davon werde erst die Rede sein können, wenn werden verweigern können?( hört! hört! und große Be- Entscheidung aus dem Wege gehen, die immer wieder sagen: wir find Vollmar die Partei umgewandelt habe... Wenn dieser neue Geist in wegung.) Wie ist es möglich, daß in dieser Weise in Frage gestellt ja alle einig, sind ja alle Brüder, das sind die allerschlimmsten! die Partei eingekehrt sein würde, dann sei die Stunde gekommen, wo wird, was zur Basis unsres ganzen Kampfes gehört?( Lebh. Beifall.)( Lebhafte Zustimmung.) Die bekämpfe ich am allermeisten.( Stürmischer man der Frage näher treten könne! Auch den Nationalliberalen und selbst Ja, wenn bei jeder Gelegenheit immer und immer wieder in dieser Beifall!) Wenn hier noch ein Zweifel wäre, ob diese Ansicht richtig dem Centrum fällt es nicht ein und könne es nicht einfallen, einen Richtung gearbeitet wird, so sage ich doch: pozztausend, ist, so würde ich meine beste Rechtfertigung finden in den Socialdemokraten auf den Vicepräsidentenstuhl zu seßen." Das soll jest wenn es so weit geht, dann ist das ja die alte Social- Aeußerungen der Feinde. Die sind für mich das beste Barometer. nachdem dieser Streit sich zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung demokratie gar nicht mehr, dann werden wir ja zum Gespött( Lebhafte Zustimmung.) Ich frage aber: ist nicht die revisionistische ausgewachsen hat, mit aller Offenheit noch einmal gesagt werden. Da der Gegner, dann ist es wirklich sehr weit gekommen.( Lebhafte Richtung von unsern Gegnern in jeder Weise gehätschelt und gelobt kommt zum Schaden noch der Hohn! Da sagt man zu uns: Wir haben euch zustimmung.) Was weiter die Wahlrechtstaktik unsrer Freunde in worden, hat man sie nicht moralisch, so viel man konnte, unterstützt? dahin gebracht, daß ihr euch jetzt in den Haaren liegt; aber das ist ein Bayern im vorigen Jahre anlangt, so habe ich diesen schon damals Die Frankfurter Zeitung" ist sozusagen schon als ein Drgan ber Streit um des Kaisers Bart, wir denken gar nicht daran, euch den erklärt, wenn das Gefeß auf Grund Eurer Resolution angenommen wird, Revisionisten bezeichnet worden, und genau dasselbe hätte man von Vicepräsidentenposten zu gewähren; ihr habt euch wochenlang ge- dann hat ja das Centrum auf absehbare Zeit die absolute Mehrheit in Eurer der Naumannschen Hilfe" sagen können. So sehr ich von Herrn ftritten, aber alles um nichts! Kann man sich denn eine größere Kammer, dieselbe Partei, die wir jetzt auf Leben und Tod bekämpfen und Naumann abweiche, so sehr ich glaube, daß er feinen polimoralische Niederlage bon den Leuten holen, die einen die heute mehr denn je die kulturfeindlichste und reaktionärste ist. tischen Weitblick hat, in Bezug auf die Taktik, die er uns nicht unterstützt haben? Machtfragen! Es soll sich fich um Wenn überhaupt eine Partei ihre Interessen in der bayrischen gegenüber anschlug, war er in der Regel sehr geschickt.( Ruf: Und Machtzuwachs handeln: das ist ja überhaupt die Frage des Wahlrechtsfrage vertreten hat, so ist es das Centrum. Dies Lob Erfolg hatte er doch nicht!) Gewiß, er hatte keinen Erfolg. Revisionismus, man sagt es nicht, aber man dentt es hüben wie muß ich hier aussprechen, meinen eignen Parteigenossen kann ich es Denkt Ihr denn, Genossen, ich glaube daran, daß der Revisionismus jenseits der Vogesen; ja, wenn wir doch mal erst einen socialdemo- leider nicht aussprechen.( Gut! Hört 1) Weiter der Mainzer Beschluß in unsrer Partei einmal Erfolg haben wird?( Stürmische Zu fratischen Geheimrat in einem Ministerium hätten, oder einen Unter- über die Eisenbahn- Gemeinschaft! Wir hatten darüber in Mainz Stimmung.) Nein, Genossen, Erfolg hat er nicht, aber Schaden stiftet staatssekretär oder gar einen Staatssekretär! Ja, was wäre denn vollständig klare Bahn geschaffen. Gerade Calwer, der wahrhaftig er in der Partei an.( Sehr richtig!). Er zersplittert unsre Kräfte dann? Nehmen wir einmal an, man nehme den tüchtigsten aus fein Radikaler ist und sich vielfach Vollmar viel mehr nähert als( Sehr wahr!), er hemmt unsre Entwicklung, er zwingt uns zur Ihren Reihen und machte etwa, Vollmar zum Staatssekretär mir, hatte die Resolution beantragt, wonach die Verkehrswege unter Uneinigkeit, er zwingt uns zur gegenseitigen Bekämpfung, des Innern. Glauben Sie, daß er dann Gesetzentwürfe machen die Oberhoheit des Reiches kommen sollen. Gegen diefe Resolution wo doch das Gegenteil eintreten sollte.( Sehr richtig!) fönnte, wie er wollte. Da steht die ganze Bourgeoisie, die ja heute hat man ein Pronunciamento insceniert und beschlossen, für eine ganze Reihe von Genossen wird irre geführt.( Sehr wahr!) Daß Kaum ihre eignen Männer in der Regierung hat, und die sollte einen füddeutsche Eisenbahn- Gesellschaft Propaganda zu machen. Als man die Leute ehrlich kämpfen, das bezweifle ich ja gar nicht, Socialdemokraten hineinkommen lassen; das wäre doch nur dann dann aber heimging, sah man, daß die Situation in den ich habe es auch ja selbst in Bezug auf unsre Akademiker denkbar, wenn sie ganz genau weiß, daß sie dadurch die Social- süddeutschen Staaten so verfahren war, daß man nicht einmal erklärt, wie es da steht, wie die meisten nur allzu bald demokratie von innen heraus zertrümmert und zu etwas andrem machen wagte, diesen Antrag auch nur anzuregen in einem der süd- wieder das vergessen, was Sie als Socialdemokraten gelernt haben, würde, als sie jetzt ist.( Stürmischer Beifall.) Der Kaiser hat ja jene deutschen Länder. Wenn Männer von der Bedeutung Vollmars wie Sie mehr oder weniger alle glauben, Sie seien eigentlich die Randbemerkung gemacht: Ja, wenn wir einen Millerand hätten!" solche Fehlschlüsse und Fehltritte machen, so muß das doch an etwas geborenen Führer des Proletariats( Zustimmung), wie mehr als Ich würde, wenn man mich fragte, sagen: wir haben ja Vollmar, andrem als am Zufall liegen, so liegt das daran, daß ihr ganzes einer glaubt, das Proletariat müsse stolz sein, daß er ihm der ist Millerand mindestens ebenbürtig. Wenigstens läuft seine Fühlen und Denken in Bezug auf die Partei, ihre Grundsätze die Ehre erweist, ein Mandat anzunehmen.( Sehr wahr!) Das Tattit darauf hinaus, und das ist meiner Meinung nach der und ihre Taktik gegen früher sich früher sich total geändert haben. ist kein böser Wille, das ist kein absichtlicher Verrat, aber es ist ein große Fehler. Die Dinge gehen eben bei uns anders, als( Vielfache Zustimmung.) Der Revisionismus zeichnet sich ja vor Uebel für die Partei. Neben den Akademikern kommt dann der andre anderwärts. Bei uns heißt es in letzter Stunde stets: biegen allem auch durch seine große Bescheidenheit aus.( Heiterkeit und Teil unsrer Revisionisten, die ehemaligen Proletarier in gehobener oder brechen, und da es nicht biegt, so bricht es. Seßen Zustimmung.) Das ist sogar ein Hauptunterschied. Mit der geringsten Lebensstellungen( Sehr richtig), Leute, die eben jetzt einen gewissen Sie einmal den Fall, man verspräche sich in den maßgebenden Kleinigkeit ist man zufrieden, nur nicht drängeln, nur feine Auf- Abschluß ihrer Lebenslage sehen. Die materialistische Geschichts= Kreisen Vorteile davon, man würde glauben, damit Eindruck regung, nur die Massen nicht in Mitleidenschaft ziehen. Wenn auffassung braucht ihr nur anzuwenden, und ihr habt des auf die Arbeiter zu machen, wenn man einen aus unsren irgendwo, so hätte man in der bayrischen Wahlrechtsfrage die ganzen Rätsels Lösung. Was für alle Gegner gilt, gilt auch für uns. Reihen in die Regierung aufnehme. Glauben Sie denn, katholischen Arbeiter auf unsre Seite bringen können. Aber dann Und dann der Glaube, man habe eine staatsmännische Ader, daß das ohne Konzessionen abginge? Do ut des! Diesen hätte man dagegen protestiert, daß man das Wahlrecht vom man sei als diplomatisches Genie geboren. Dieser Glaube in Grundsatz der Politik kennt niemand besser als Vollmar 21. Lebensjahr an aufgeben wollte, protestiert dagegen, daß man die Verbindung mit dem Verkehr mit Leuten der andren Richtung und dafür werden wir ein Stück Macht eingeräumt erhalten, das viel Karenzzeit von 6 Monaten auf ein Jahr erhöhen wollte, protestiert bringt es allmählich dahin, daß man auf Wege kommt, wie ich fie unbedeutender ist, als Sie glauben. Die Nationalliberalen haben seit dagegen, daß man die Aufenthaltszeit verlängern wollte und damit heute hier angedeutet habe. Dann gehören weiter natürlich auch sogeJahr und Tag den langen Möller in der Regierung sizen. Vor vier- 150 000 Männer, die jetzt das Wahlrecht haben, entrechtet hätte. Das nannte Proletarier dazu! Ja, das sind die Unwissenden, die Unklugen, zehn Tagen las ich in dem nationalliberalen„ Hannoverschen Kurier" hätte man sich in den Boltsversammlungen in München, Nürnberg, Würz- das sind diejenigen, die einem Manne folgen, dem sie persönlich einen Artikel, der darauf hinauslief: Verehrter Genosse, machen Sie so burg, Erlangen usw. nicht gefallen lassen, das hätte man der Fraktion verbunden zu sein glauben. Aber wenn es einmal möglich wäre, schnell wie möglich, daß sie aus dem Ministerium herauskommen; Sie gehörig gesagt, und um das zu vermeiden, dachte man:„ Nur Ruhe, festzustellen, wie баз wirkliche Proletariat in der Partei tönnen uns dort nichts nügen, sie kompromittieren uns mur.( Hört! hört!) Ruhe! Kein Geräusch gemacht, bei Tage nicht und nicht bei der Nacht über den Revisionismus denkt, der Revisionismus würde So geht es sogar der nationalliberalen Partei schönen stattlichen also nehmen wir Wir mogeln hinter verschlossenen Thüren, wir werden die Sache schon einen Generalstab haben, aber die den Fall, daß für unsre Partei etwas Aehnliches möglich zu deichseln wissen; nur nicht die Masse aufrühren, das könnte Armee hinter ihm wäre verflogen!( Lebhafte Zustimmung.) wäre, dann würde man uns sagen, Wurst wider Wurst, uns unsre Cirfel stören!"( Unruhe.) Das ist, ins Praktische Und weil mum der Revisionismus nach den letzten Wahlen wir machen euch Konzesstönchen, aber nun seid so gut und übersetzt, ein Stück von der Parteimoral, die Bernhard in seinem mache daraus tein Hehl, ich vertusche nichts mehr in der Fraktion stimmt auch für den Reichsetat! Ihr müßt jezt das Militär-, Artifel ausgesprochen hat.( Sehr richtig!) Jene denken:" Je eine besondere Stärkung erfahren hat( Hört! hört!), weil ich weiß, баз Marinebudget, баз Kolonialbudget, Die auswärtige bescheidener wir sind, desto leichter fiegen wir"; ich daß die Leute ganz naturgemäß ihre Ueberzeugung in der Fraktion Politik, die indiretten Steuern, die Lebensmittel Zölle, sage:" Je bescheidener wir auftreten, desto weniger friegen zur Geltung zu bringen suchen, weil ich weiß, daß das die Liebesgaben acceptieren, den ganzen Etat mit Haut und Haaren wir".( Zustimmung.) Marg sagt in in seinem„ Kapital": aufs neue, wie es schon dagewesen ist, zu unausgesetzten verschlucken, dann machen wir euch Konzessionen. Wie hieß es doch kann man teine notwendige Entwicklungsphase überspringen, Kämpfen und Reibereien der unangenehmsten und widerlichsten Art einmal in jener Rede von Heine: Kanonen gegen Volfsrechte! fo fann man doch ihre Dauer abkürzen." D, es giebt führt, da habe ich mir gesagt: Jetzt soll endlich einmal der Parteitag, ( Heine: Also Sie bringen diese Geschichte doch wieder vor!) Etwas feinen größeren Realpolitiker, als den in unsren eignen Reihen jegt soll die Repräsentation der Partei entscheiden, wie von ihrem Naiveres als diese Rede habe ich nie gehört. Ich habe schon viel verleumdeten Mary. Man fann eine Entwidlungs- Standpunkt aus fünftig die Taktik der Fraktion festzulegen ist. wiederholt gesagt, eine starke Regierung bedeutet ein schwaches phase nicht überspringen, aber abkürzen. Unfre ganze Thätigkeit( Beifall.) Unfre ganze Thätigkeit( Beifall.) Jch habe schon in einer meiner ersten Erklärungen Parlament. Je stärker Ihr die Regierung macht, um so mehr festigt geht darauf hinaus, die Entwicklungsphasen abzufürzen, die socia- gesagt:" Ich weiß, wir gehen speciell in der Fraktion schweren Ihr die Regierung und setzt sie in den Stand, uns zu zwiebeln und listische Gesellschaft herbeizuführen.( Lebhafte Zustimmung.) Bei den Kämpfen entgegen über die Taktik, aber ich weiß auch, alles zu verweigern. Man sagt, wer denkt denn überhaupt an Revisionisten aber heißt es gerade umgekehrt: Ach, nicht so rasch! daß in letter Instanz, wenn die Partei zu sprechen hat, solche Dinge. Man denkt freilich daran. Vollmar stellte in München nicht so drängeln! Das sind nicht die Worte, aber der Sinn: die die Fragen anders entschieden werden, als in der Fraktion. den Satz auf: man solle den Kampf speciell auf einzelne Auf- Massen sind noch nicht reif! Wie könnt Ihr Euch einbilden, daß( Sehr richtig!) Wir werden mehr als bisher die Partei gaben und einige naheliegende Punkte konzentrieren, und er diese Massen im stande wären, wenn uns heute die Regierungs- aufrufen müssen, damit sie Entscheidungen Entscheidungen über die Taktik nannte als solche Punkte das Koalitions-, das Vereins- und gewalt zufiele, fie benutzen zu können? Ach, zerbrecht Euch doch der Fraktion trifft." Von diesem Gesichtspunkte aus haben Versammlungsrecht, die Beseitigung der Lebensmittelzölle, den nicht die Köpfe der andren! Was wißt Ihr denn davon, was wir wir ihnen die Resolution mit der Abänderung, die ich zu Anfang Normalarbeitstag. Wie es mit den Lebensmittelzöllen aussieht, für Intelligenz auf unsrer Seite haben, wenn wir die verlesen habe, vorgelegt. Von diesem Gesichtspunkt aus bitte ich haben wir ja eben erlebt. Bisher nannte man diese Politik Massen in der Hand haben?( Sehr gut!) Was haben doch Sie, diese Resolution betrachten und beurteilen zu wollen. Und englische Gewerkschaftspolitik. Das ist teine principielle Politik die Arbeiter in den Gewerkschaften, in den Krankenkassen, in wenn Sie glauben, daß die Resolution das ausspricht, was ausmehr, damit kommen wir in eine schiefe Position. Auf dem Frank- den Gewerbegerichten, in den Parlamenten geleistet! Was haben gesprochen werden muß, dann stimmen Sie ihr mit ungeheurer Mehre furter Parteitag haben wir uns ja über die Budgetfrage unter- speciell die Männer, die aus dem Proletariat in das Parlament ge- heit( Rufe: Einstimmig!) zu, und ich bin überzeugt, wenn diese halten. Die bayrischen Genossen hatten für das Budget gestimmt. tommen sind ich rede jetzt nicht von den Akademikern geleistet! Richtschnur gegeben ist und wenn die andern Maßregeln ergriffen Damals hielt die stärkste Rede gegen Vollmar Genosse Auer, Heute Wie haben diese Männer im letzten Frühjahr und Sommer ihre Stellung in find, die notwendig sind, um fünftig Klarheit, Wahrheit und Wiffen würde er diese Rede allerdings wohl nicht mehr halten. Die Frage der Kommission für den Zolltarif ausgefüllt! Ich sage Euch ehrlich: über alle wichtigen Parteifragen zu verbreiten: dann bin ich überwurde damals infolge eines sehr ungeschickten Amendements vonStadt- ich habe ja erwartet, daß sie ihren Mann stellen würden, aber zeugt, daß die Partei ihren stolzen Siegeslauf weiter fortsett und hagen nicht klar gelöst( Stadthagen: Das Amendement war sehr gut!). na darüber, daß sie ihre Pflicht in so großartiger Weise gethan daß sie in der glänzendsten Weise ihre historische Mission erfüllen Sie sind ja unkorrigierbar!( Große Heiterkeit.); wenn Sie mal eine Ansicht haben, bin ich von Bewunderung erfüllt gewesen. Fragt ein- wird.( Stürmischer anhaltender Beifall.) haben, so lassen Sie nicht davon ab. Das Amendement war ein mal die Regierungsvertreter, die Vertreter der bürgerlichen Parteien, Hierauf werden die Verhandlungen vertagt. Eingegangen ist großer Fehler. Der Revisionismus ist ja bei den Süddeutschen welches jammervolle Schauspiel es war, wenn bei einzelnen ein Begrüßungs- Telegramm von Genossen aus der Heilstätte gewissermaßen zu Hause, das ist wohl nicht allein der Einfluß von Positionen höchstens mal ein Intereffent aus eigennüßigen Grabowsee. Schluß nach 6 Uhr. München Capua oder von Bier und Wein, der die Leute Motiven sprach, von seinem engherzigen Standpunkt aus, gemütlicher macht, sondern es find die weniger ent- während bon unsrer Seite die Baudert, die Zubeil, die wickelten ökonomischen Verhältnisse in Süddeutschland schuld daran. Antrick und wie sie alle heißen, zum Teil über die schwierigsten ( Sehr richtig!) Deshalb sollte man aber gerade von Süddeutschland Themata mit vorzüglicher Sachkenntnis sprachen. So hat z. B. Beuthen, 17. September.( Privat Depesche des Vortvärts".) aus nicht versuchen, dem weiter entwickelten Norddeutschland eine neue Antrick über eine Reihe der schwierigsten hygienischen Fragen in In der heutigen Verhandlung des Laurahütter Wahlkrawalls vor Taktik aufzuzwingen. Das ist es, was ich mit Nachdruck bekämpfe. einer Weise referiert, daß die Regierungsvertreter Mund und der Beuthener Straffammer begründet der Staatsanwalt Zipper Die Sache ist dann später in Lübeck nochmals zur Verhandlung ge- Augen aufsperrten. Also, was wißt denn Ihr von der Intelligenz in dreistündiger Rede die Schuldfrage. Seine Anträge lauten: Vier kommen. Die füddeutschen Genossen versammelten fich darauf in in den Arbeiterkreisen? Ihr habt ja gar keine Ahnung davon! Angeklagte freizusprechen, fünf Angeklagte zu je 3 Jahren Gefängnis, Würzburg, luden aber nur die sogenannten Bernsteinianer ein, und( Sehr gut!) In jeder großen Boltsbewegung kamen die dort tam man dann überein, fünftighin für das Budget zu Geister auf einmal von unten herauf, die bisher kein 17 Angeklagte zu je 2 Jahren, sieben Angeklagte zu je 1 Jahr, stimmen.( Ehrhart ruft: Die süddeutschen Abgeordneten!) Mensch gedacht hatte. Wenn es je eine große große Kultur- sechs Angeklagte zu je 6 Monaten, einen Angeklagten zu 5 Monaten, Gewiß, Abgeordnete! Ich habe nicht gesagt, daß Bernstein bewegung in der Welt gegeben hat, die ihre Männer und vier Angeklagte zu je 4 Monaten, einen zu 3 Monaten, vier Angeladen war, aber diese Genossen nannten sich damals Bernsteinianer. auch ihre Frauen erzeugt hat, so ist es die der Socialdemokratie. geklagte zu je 2 Monaten, elf Angeklagte zu je 6 Wochen, fünf AnMan kam dort überein, für das Budget zu stimmen, obwohl natürlich( Stürmischer Beifall.) Wenn wir morgen durch irgend einen Um geklagte zu je 1 Monat Gefängnis. Die beiden Korfantys hat der ein Teil der Genossen andrer Ansicht war, z. B. v. Haller. Gewiß stand unsre Gegner von ihren Sigen verdrängen und uns selbst Staatsanwalt mit je 2 Jahren bedacht. Die Plaidoyers der Versteht es ja mit Bezug auf die Budgetfrage mit den füddeutschen Staaten hinsetzen könnten, so macht Euch darüber keine Sorgen, wir würden teidiger, welche zum großen Teil für Freisprechung eintraten, waren etwas anders als mit Preußen, aber die Regierungen der Einzel- schon wissen, was wir zu thun hätten.( Lebhafte Zustimmung.) staaten sind doch zugleich die Regierungen, aus denen der Bundesrat Ach, dieser lleinliche Gesichtspunkt, die Engherzigkeit, diese Schüchtern 62 Uhr abends beendet. Rechtsanwalt Herrnstadt forderte die zusammengesett ist. Man tönnte höchstens dann für das Budget heit, dieses elvige beruhigen, temporisieren, diplomatisieren, tom- Freisprechung sämtlicher jugendlichen Angeklagten wegen mangelnden stimmen, wenn in dem betreffenden Bundesstaat das allgemeine, direkte, promisseln!( Große Heiterkeit und Beifall.) Natürlich ist alles Strafbewußtseins. Rechtsanwalt Sehda schloß seine Rede mit den gleiche und geheime Wahlrecht für alle Vertretungskörper bestände, diplomatische Genie auf Seite unsrer Revisionisten( Heiterkeit), alles Worten: Der Staatsanwalt wies als straffchärfend auf die Ver wenn feine bürgerlichen Parteien uns dort vorgezogen würden, diplomatische Geschick auf ihrer Seite. Ihr staatsmännisches Genie legungen der Beamten hin; nun auf seiten der Beamten wenn die Ersten Kammern, überall der Hemmschuh des Fortschritts, sieht man schon auf tausend Meter Entfernung( Heiterkeit) und ihr waren Verlegungen, welche schnell geheilt sind, auf feiten der beseitigt wären, wenn jeder Socialdemokrat in jede staatliche Stellung staatsmännisches Geschick riecht man schon von weitem.( Erneute zwei Tote". Herrnstadt verwies nachdrücklich gelangen tönnte. Wenn auch die Angehörigen der Armee sich nicht große Heiterkeit.) Trotzdem sage ich Euch diese Principienreiter, den unsinnigen Feuerlärm, der einen großen Teil der Schuld trage. zu scheuen brauchten, sich zur Socialdemokratie zu bekennen, wenn die Leute, die den alten idealen, revolutionären Standpunkt wirtliche Breßfreiheit vorhanden wäre. Wenn alle diese Bedingungen der Partei heute mehr wie je vertreten, wie je vertreten, das sind keine während der eindrucksvollen Rede des Rechtsanwalts Neumann erfüllt wären, dann würde ich mir allenfalls die Frage vorlegen, ob Diplomaten, feine Staatsmänner, wollen feine fein aber ich weinte ein großer Teil der jugendlichen Angeklagten. Das Urteil ich das Budget bewilligen könnte. Ich würde dann aber die be- fage: merit man einem an, daß er ein„ Staatsmann" ist, wird Sonnabendnachmittag 3 Uhr verkündet. treffende Regierung weiter fragen: Wie steht Ihr denn zum Reich, wie dann ist er schon keiner mehr.( Sehr gut! und große Heiterkeit.) anwalt beantragten Strafen betragen zusammen etwa 64 Jahre habt Ihr Euch da verhalten? Wer hat denn das Socialistengesetz Nein, sich den Diplomaten anmerken lassen und es womöglich auch Gefängnis. 12 Jahre lang über uns verhängt? Es ist einstimmig vom Bundesrat noch auszusprechen, das giebt es nicht. Es ist mit einem Wort das D -an Zum Wahlkrawall in Laurahütte. auf Die vom Staatsangenommen worden. Wer hat 1890, als das Sozialistengefeß fiel, Streben der Annäherung an die bürgerliche Geſellſchaft( ebhafte Letzte Nachrichten und Depeschen. Demission Chamberlains. London, 17. September, 10 Uhr abends.( W. T. B.) Der Minister Chamberlain und Ritchin, sowie der Staatssekretär für Indien, Lord Hamilton haben demissioniert. die Novelle zur Gewerbe- Drdnung mit der famosen friminellen Zustimmung.) Die Vertuschung, die Ueberbrückung der Gegensätze Bestrafung des Kontrattbruchs und der Verschärfung des§ 153 zwischen Proletariat und bürgerlicher Gesellschaft. Das ist das eingebracht? Sämtliche Regierungen, die süddeutschen mit einbegriffen. Streben, das die Männer, die sich Revisionisten nennen, in der Partei Wer hat die Umsturzvorlage, wer die Zuchthausvorlage eingebracht? Es haben.( Lebhafte Zustimmung.) Es ist immer und ewig der waren sämtliche Regierungen, die süddeutschen eingeschlossen. Wie stehen alte Kampf, hier links, dort rechts, und dazwischen der Sumpf. denn alle diese Regierungen zu Militär-, Marine- und Kolonial- Das sind die Elemente, die nie wissen, was sie wollen, oder besser Chemnitz, 17. September.( W. T. B.) Die Straffammer des fragen? Wollt Ihr hier etwa eine Zweiseelen- Theorie konstruieren? gesagt, die nie sagen, was sie wollen.( Bustimmung.) Das sind die Da haben wir jahrzehntelang die Nationalliberalen verhöhnt, daß" Schlaumeier", die immer erst horchen:" Wie steht's da, wie hiesigen Landgerichts verurteilte nach zweitägiger Verhandlung Verwalter des fie eine solche Theorie anerkennen, und jetzt sollte sie bei uns auf steht's hier?"( Heiterkeit.), die immer spüren, wo die Majorität ben Haltepunktes Buchholz bei Annaberg, leben? Das darf nicht sein, und deswegen schon muß jeder Schritt ist, und da da gehen sie dann hin.( Lebhafte Zustimmung.) Reinhardt, der angeklagt war, das Eisenbahnunglück auf dem in dieser Richtung auf das entschiedenste bekämpft werden. Haben Diese Sorte haben wir auch in unsrer Partei.( Erneute Haltepunkt Buchholz am 24. Juli, bei dem 5 Personen getötet und wir nicht gehört, wie Auer und Schippel in Hamburg die neue Kanonen- lebhafte Zustimmung.) Eine ganze Anzahl ist jetzt bei diesen eine Anzahl verlegt wurden, verschuldet zu haben, zu 9 Monaten vorlage zu rechtfertigen suchten? War es nicht Schippel, der in Verhandlungen ans Licht des Tages gekommen. Man muß Gefängnis, davon wurden 6 Wochen als durch die Untersuchungshaft den„ Socialistischen Monatsheften" in der bittersten Weise unsre diese Parteigenossen denimcieren( Zuruf: denuncieren!?), ja, ich verbüßt erachtet. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 218. 20. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Dresden, den 16. September. ( Schluß der Nachmittagssigung vom Mittwoch.) W Freitag, 18. September 1903. ein der Lage, die Handlungen der einzelnen Landesorganisatinnen zu Unabhängigkeit des polnisches Staates kann nicht als bindender fontrollieren und wenn Fehler vorkommen, eint ernsthaftes Programmpunkt gelten und in der Agitation bethätigt werden. Wort einzulegen. Das haben wir auf unfren Partei- Diese Forderung wäre, wenn sie so angenommen worden wäre, ein tagen oft erlebt. Ich erinnere nur daran, wie Bebel den Schlag ins Gesicht der polnischen Socialisten in der ganzen Welt Badenfern den Kopf gewaschen hat. Diese Möglichkeit aber fehlt getvejen.( Sehr richtig!) Der Vorstand läßt sich von der Genossin gegenüber den polnischen Genossen. Mit wenigen Ausnahmen find Luremburg in dieser Weise beeinflussen, weil er selbst die Verdie deutschen Parteigenossen außer Stande, die Handlungen der hältnisse nicht genügend kennt, um sich ein eignes Urteil Es folgt der Teil des Vorstandsberichtes, der sich auf die polnischen Partei zu kontrollieren und ihre Beschlüsse zu verfolgen. zu bilden. Da wird denn die Genossin Luxemburg ge= polnische Frage bezieht. Nach alledem, was gerade in der polnischen Agitation bisher ge- rufen, oder sie kommt vont selbst, und auf die InAn Stelle von Pfannkuch referiert schehen ist, war dringendste Vorsicht geboten. Sollte die deutsche Partei formation dieser Genossin hin, die eine ausgesprochene Feindin Gerisch: In München wurde uns u. a. der Auftrag, eine Ver- sich Opfer auferlegen für Dinge, von denen sie gar nichts weiß und die der polnischen Organisation ist, nimmt er dann Stellung und beständigung mit dem Vorstande der polnischen Sonderorganisation fie eventuell gar nicht verhindern kann? Bei der großen Verantwortlich- schließt über die Schritte, die zur Einigung mit dieser Organisation herbeizuführen. Es ist Ihnen gewiß noch erinnerlich, daß damals keit, die wir da zu tragen hätten, entschlossen wir uns zu dem Neben- führen sollen. Ich bin fest überzeugt, daß das Scheitern der in Oberschlesien sowohl von seiten der deutschen als auch der polni protokoll. Ich kann mir schwer denken, daß es eine Behörde fonder- Einigung nur auf die Genofsin Luxemburg zurückzuführen ist. schen Genossen Kandidaten aufgestellt waren, und es bestand die lich gelüften mag, der polnischen Organisation einen Prozeß an den Allerdings hat der Vorstand die Forderung der Genossin Gefahr, daß Socialdemokraten gegeneinander kandidieren würden. Hals zu hängen. Ganz anders aber liegen die Dinge, wenn die Luxemburg wenigstens abgeschwächt, indem er statt der„ UnDer Parteivorstand ist dem Auftrage nachgekommen, aber die Ver- deutsche Socialdemokratie darin verwickelt ist. Wir sprechen den abhängigkeit des polnischen Staates"" Wiederherstellung Polens" handlungen haben zu einem negativen Ergebnis geführt, unser Ver- polnischen Genossen ausdrücklich das Recht zu, im Rahmen des Be- septe, das so ausgelegt werden kann, als ob man sich nur gegen die hältnis zur polnischen Bruderpartei ist dasselbe wie aller andren schlusses des Londoner Kongresses zu handeln. Die Unter Wiederherstellung des ehemaligen Königreichs Polen wende, das auch Bruderparteien gegenüber. Nun ist von seiten der polnischen socialisti drückung der polnischen Bevölkerung wird von uns und ist von ein Gewaltstaat schlimmster Art war. Die Genossin Luxemburg thut schen Partei ein offener Brief an die deutsche Socialdemokratie uns jederzeit auf das entschiedenste bekämpft worden. aber so, als ob die Polen überhaupt nicht auf nationale Selbgerichtet, worin dem deutschen Parteivorstand die Hauptschuld an Die polnische Nation hat gar keinen besseren Verteidiger als die ständigkeit in irgend welcher Zukunft rechnen und danach streben dem Scheitern der Verhandlungen aufgebürdet wird. Das nötigt Socialdemokratie.( Sehr richtig!) Diese unsre Stellung werden dürften. Die polnischen Socialdemokraten wären Schufte, wenn sie mich, mit einigen Worten auf den Gang der Verhandlungen einzu wir nicht aufgeben, aber es ist etwas andres, ob da nebenher noch diese Forderung sich nicht zu eigen gemacht hätten.( Sehr richtig!) gehen. Auf unfre Anregung fand am 19. Oftober eine Konferenz Bestrebungen laufen, die mit der Arbeiterbewegung nicht nur nichts Aber wie kommt der Vorstand dazu, die Gruppe Luremburg zu diesen statt, in der wir uns über die Mittel und Wege zu einer Einigung zu thun haben, sondern sie sogar gefährden und hemmen können. Verhandlungen überhaupt einzuladen? In Lübeck stellte es die aussprachen. Von seiten des deutschen Parteivorstandes wurden be- Dazu wollten wir unsre Hand nicht bieten. Abgesehen von der Form, Genoffin Luxemburg ja so dar, als ob sie die Mehrheit der pol züglich der Organisation folgende Vorschläge gemacht: Anerkennung die im ersten Augenblick anstößig erscheinen kann, ist unser Verhalten nischen Genossen vertrete. Das ist ein bodenloser Gchwindel, und der polnischen Organisation unter der Voraussetzung, daß die pols durchaus loyal gewesen. Wir wollen nur die Gewißheit haben, daß das will ich beweisen! Und diesen Beweis habe ich nicht von den nische Organisation die Agitation und die Organisation unter der in einer Organisation, die wir nicht kontrollieren können, nicht Dinge polnischen Genossen, sondern von den deutschen Genossen in der polnisch sprechenden Bevölkerung Deutschlands zu betreiben hat. geschehen, die wir nicht verantworten können. Wir glauben voll- Provinz Posen, wenigstens einem Teil derselben. Es handelt sich verantworten Zugehörigkeit der polnischen Organisation zu der Gesamt- kommen forrett gehandelt und die Interessen sowohl der polnischen um eine Revision bei der„ Gazeta Ludowa", des Organs der partei Deutschlands. Anerkennung des Parteiprogramms und Arbeiter, als der Partei wahrgenommen zu haben. Wenn irgend Gruppe Luxemburg, das von der Partei im vergangenen Jahre mit der Parteiinstanzen. Delegation zum deutschen Parteitag wer, fo fönnten wir einen Vorwurf erheben. Die ganzen Ver- 2600 Mart unterstützt worden ist. Leider hat der Vorstand es nach den Vorschriften des Organisationsstatuts. Buläffigkeit handlungen wären nicht nötig gewesen, wenn die Genoffen uns von versäumt, sich über dies Blatt genügend zu informieren; erst der Sektionsbildung innerhalb der einzelnen Parteiorte. vornherein erklärt hätten: In erster Linie kommt bei uns das jetzt soll die Unterstützung der Zeitung aufhören. Ueber diese Ueber diesen Vorschlag wurde keine Einigung erzielt, die polnischen Nationalgefühl. Aber gerade darüber haben sie uns hinweg zu Revision Habe ich folgenden Brief erhalten:" 3ur Information teilt Genossen stellten Forderungen, die wir ohne Kenderung des deutschen täuschen gesucht. Wir glauben, daß wir nach bestem Wissen und Ihnen unterzeichnete Revisionskommission ergebenst mit, daß dies Organisationsstatuts nicht erfüllen konnten. Dazu aber haben wir Gewissen gehandelt haben.( Beifall.) selbe bei der von ihr vorgenommenen Revision der Bücher der tein Recht, wir können den polnischen Genossen keine anderen Rechte Hänisch Dortmund: Für eine ausgedehnte Polendebatte dürfte Gazeta Ludowa" festgestellt hat, daß das genannte Blatt nur einräumen als anderen Landesorganisationen in Deutschland. In hier feine Stimmung vorhanden sein. Deshalb mur einige wenige ca. 40, genau 37 zahlende Abonnenten zählt. Mit Parteigruß Bezug auf die Presse machten wir folgenden Vorschlag: Ein polnisches Bemerkungen, die ich aber machen muß als Vertreter eines Wahl-( folgen Namen.)" Organ, redigiert nach den unter Organisation gestellten Forderungen, freises des rheinisch- westfälischen Industriebezirks, wo eine zahlreiche Dieser Brief beweist, daß die sog. Gruppe der, Gazeta Ludowa" gar Errichtung einer Preßkommission, in die ein Vertrauensmann des polnische Arbeiterbevölkerung vorhanden ist, mit der wir in gutem teine Bedeutung hat. Die Thatsache, daß dies in der Wahlzeit, wo alle Parteivorstandes delegiert wird. Hierüber entstand keine Differenz. Einverständnis leben wollen. Die Thatsachen, die in dem offenen andren Blätter anschwellen, bis auf 37 Abonnenten zusammenDie lezte und schwierigste Aufgabe war die Verständigung über die Briefe der polnischen Partei mitgeteilt sind, haben auf mich einen gefschrumpft ist anfangs soll es etwa 100 gehabt haben beweist, Reichstagskandidaturen. Da hatte der deutsche Vorstand folgende sehr peinlichen Eindruck gemacht.( Sehr richtig!) Aus dem Ton daß die angeblich mächtige Organisation, die hinter der Genossin Leitfäße aufgestellt: Aufstellung der Reichstagskandidaturen dieses Briefes geht hervor, daß von seiten der Polen alles versucht Luxemburg steht, nur in ihrer Phantaste lebt. So steht's mit Kasprczak durch die organisierten Genossen der einzelnen Wahlkreise. ist, eine Verständigung zu erzielen, der Brief ist in sehr u. Co. Ich glaube, daß der Vorstand künftig die Partei davor Wir hielten uns also streng im Rahmen unsrer für alle sympathischem Ton gehalten.( Widerspruch.) Das peinlichste ist für bewahren wird, alljährlich für jeden Abonnenten der Genossen geltenden Drganisation. Die polnischen Genossen verlangten mich das Nebenprotokoll, das ja Gerisch schon erwähnt hat; es" Gazeta Ludowa" 70 Mark auszugeben. Das ist zunächst, der Genosse Wintea dürfe unter feinen Umständen mit scheint danach, als habe unser Parteivorstand etwas von den bürger- etwas zu teurer Preis dafür, daß die Genossin Luxemburg kandidieren. Dazu unsre Zustimmung zu geben, hvben wir uns lichen Diplomaten gelernt. Es wird da verlangt, der polnische Partei- fortwährend die deutschen Genossen mit den polnischen verheßen geweigert, weil wir nicht in die Rechte der einzelnen Kreise eingreifen vorstand solle erklären, daß kein Sonderprogramm besteht. Das ist kann. Ich hoffe, daß wir heute das letzte Mal von Rasprczak u. Co. wollten. Wir haben vielmehr gefordert, daß wenn der Wahlkreis nicht nötig, denn das, was im Sonderprogramm stehen soll, ist ja gehört haben. Beuthen- Tarnowitz Winter aufstellt Winter auch auzuerkennen ist. bereits im Erfurter Programm enthalten. Es fragt sich nur, ob Roja Luxemburg: Falls irgend jemand nach den bisherigen Es tam zu feiner Ginigung, die Konferenz ist refultatios. verlaufen. von polnisch- socialdemokratischer Seite eine chauvinistische Propaganda Berhandlungen vielleicht den falschen Verdacht schöpfen könnte, Der deutsche Parteivorstand faßte dann das Ergebnis der Ver- betrieben wird, die mit unfren Grundsägen nicht im Einklang steht. daß in der deutschen Socialdemokratie der Gerechtigkeitsfinn handlungen in einem Protokoll kurz zusammen und stellte es den Das wird von der einen Seite behauptet, von der andern bestritten. nicht genügend vertreten wäre, so würde er nach dieser kurzen Beteiligten zu. Wir forderten auch den polnischen Parteivorstand Leider verstehen die meisten von uns nicht polnisch, wir sind auf die Debatte auf das angenehmste enttäuscht sein. Ich war selbst sehr auf, fich zu erklären, ob er weiteres Entgegenkommen zeigen wolle. Uebersetzungen aus der polnischen Presse angewiesen. Nach dem, erfreut, so viele Verteidiger des angeblich unterdrückten polnischen Bezüglich der Reichstagskandidaten hatten die polnischen was Dr. Gumplowicz mir zur Verfügung gestellt hat, verurteilt die Volfes, zu dem zu gehören auch ich die Ehre habe, hier zu finden. Genossen gefordert: In den polnischen Landesteilen, wo in den„ Gazeta Robotnicza" den Chauvinismus aufs entschiedenste. Ich Nur habe ich nicht feststellen können, daß die Sachkunde auf der einzelnen Wahlkreisen die polnische Bevölkerung nach der letzten stehe in der polnischen Frage noch heute auf dem Standpunkt von selben Höhe stände wie das Gerechtigkeitsgefühl.( Heiterkeit.) Volkszählung die Majorität ausmacht, werden in der Regel nur Marg und Engels, dem Standpunkt, dem auch Liebknecht in Ham- Hänisch stellt es so dar, als ob der offene Brief ein Zeichen des außerfolche Genoffen als Kandidaten aufgestellt, die deutsch und polnisch burg unter stürmischem Beifall Ausdruck gegeben hat, als er sagte: ordentlichen Friedensbedürfnisses der polnischen Sonderorganisation set. sprechen, wenn solche vorhanden sind. In dem Protokoll ist mun Wir dürfen unter unsren polnischen Genossen keinen Zweifel darüber Ich habe genau dasselbe fagen müssen. Nun sagte ich mir auch ein Irrtum unterlaufen. Wir haben nicht, wie es dort heißt, diesen aufkommen lassen, daß wir die polnischen Bestrebungen nach Un- sich Hänisch nicht sagen konnte, weil dies wahrscheinlich des Borschlag in vollem Umfange acceptieren wollen, wir waren nur abhängigkeit für ebenso gerechtfertigt halten, wie die jedes andren erste Schriftstück ist, das er über diese Frage liest, während ich bereit, die Forderung der polnischen Genossen zu erfüllen, daß in Bolkes.( Beifall.) abfolut alles femme und weiß, was darüber geschrieben ist den Bezirken mit gemischtsprachiger Bevölkerung, wenn irgend Katzenstein: Parteigenossen! Ich will nicht eingehen auf die ist doch merkwürdig, trotz soviel Liebe und Friedensbedürfnis ist möglich, Kandidaten aufgestellt werden sollen, die beide Sprachen inneren Streitigkeiten unsrer polnischen Genossen. Ich will nur diese Sonderorganisation vor zwei Jahren aus der deutschen Socialsprechen, wir wollten aber in dieser Hinsicht feinen Zwang und hinweisen auf einige Punkte, in denen meiner Ueberzeugung nach demokratie ausgetreten! Trotz dieses Friedensbedürfnisses hat wollten bor allem nicht, daß das Ergebnis der letzten der Parteivorstand in dieser Frage nicht den Parteigrundsägen ent- diese Sonderorganisation im vorigen Jahre Gegentandidaten Volkszählung zu Grunde gelegt wird, sondern daß den sprechend gehandelt hat. In dem Nebenprotokoll, das Genosse gegen die deutschen Kandidaten in Oberschlesien aufgestellt! organisierten Genossen freie Hand gelassen wird. Gestützt Hänisch hier angezogen hat, wird den polnischen Genossen zugemutet, Troß dieses Friedensbedürfnisses mußte der deutsche Parteivorstand auf unser Protokoll, das einen Jrrtum enthielt, nahm nun der polnische auf die Wiederherstellung eines nationalen polnischen Staates zu sich in drei langausgedehnten Konferenzen mit diesen OrganiParteivorstand die Leitfäße an und auf derselben Grundlage gelangten verzichten. Unser Parteiprogramm stellt den Grundsatz der Gleich- fationen plagen, um den unbedingt notwendigen Frieden in den die Einigungsvorschläge auf dem polnischen Barteitag zur Annahme. berechtigung aller Menschen und der Selbstbestimmung des Volkes polnischen Provinzen herzustellen. Es ist eben nicht alles so, wie Wir sagten uns: Das trifft nicht zu, ein solches Zugeständnis haben in Reich, Staat, Provinz und Gemeinden auf. Dazu gehört natür- es aussieht in den Schriften, mit denen man an den Barteitag kommt. wir nicht gemacht, wir können und dürfen es auch nicht machen, lich auch das Recht der nationalen Selbstbestimmung, und dazu Gewöhnlich ist von diesem Friedensbedürfnis sehr wenig zu spüren, es liegt ein Jrrium vor. Weiter tamen unsre Genossen aus Ober- hat der Parteivorstand sich in Gegensatz gestellt. Das Nebenprotokoll und das haben wir, die wir in jenen Gegenden zu thun haben, auf schlesien und sagten: Wenn die polnischen Genossen auch erklären, verweist die polnischen Genossen auf die vom Internationalen Kongreß das schwerste empfunden. Nach dem offenen Briefe und den Ausdaß sie das Erfurter Programm anerkennen, so haben sie doch früher 1896 angenommene Resolution betreffend das Selbstbestimmungsrecht führungen der Verteidiger der polnischen Sonderorganisation mußten Beschlüsse gefaßt, die für sie bindend find, die aber mit dem aller Nationen. Wohl, in diesem Beschluß heißt es:„ Der Kongreß erklärt, Sie den Eindruck gewinnen, als ob die polnische unterdrückte Nation von Erfurter Programm nichts zu thun haben, sondern Dinge berühren, daß er für volles Selbstbestimmungsrecht aller Nationen eintritt der deutschen Socialdemokratie unterdrückt würde. Wenn dieser Verdacht die uns als Socialdemokraten nichts angehen. Die Beschlüsse betreffen und mit den Arbeitern jedes Landes sympathisiert, das gegenwärtig berechtigt wäre, so würde ich als Polin nicht, nur als Socialdie Wiederherstellung des polnischen Nationalstaates. Um die Ge- unter dem Joche des militärischen, nationalen oder andren Despotis- demokratin, troz aller Liebe, die mich in letzter Zeit mit dem müter zu beruhigen, habe ich dann im Auftrage des Vorstandes ein mus leidet." Welcher Unterschied besteht zwischen diesem„ Gintreten" deutschen Parteivorstand verbindet( Heiterkeit), die erste sein, die die Rundschreiben an die Agitationskomitees von Breslau, Posen und und dem Fördern" des nationalen Staates, das hier den Polen Fahne der Rebellion gegen den deutschen Parteivorstand erheben Oberschlesien gerichtet. Dies Rundschreiben ist in dem offenen Brief untersagt werden soll? Wer würde von unsren armenischen Genossen würde.( Erneute Heiterkeit.). Aber wer sich ruhig und des polnischen Parteivorstandes auszugsweise wiedergegeben. Es ist etwa verlangen, daß sie für alle Zeiten den türkischen oder zarischen objektiv über die die Vorgänge informiert hat, der muß zu ein Irrtum, wenn dasselbe als eine Erklärung des Parteivorstandes Despotismus anerkennen?( Zustimmung). Und, von Einzelheiten ab- der Ueberzeugung kommen, daß niemand die Rechte, die bezeichnet wird; es war nicht für die Deffentlichkeit bestimmt, gesehen, im Grunde ist der preußische Despotismus in Polen, der den Freiheit, die Selbstbestimmung und die kulturelle Entwickelungssondern lediglich zur Information unfrer Genossen in deutschen Namen zur Unehre gereicht, um nichts besser. Wir stehen doch möglichkeit des polnischen Boltes verteidigt wie unsre Social den in Frage fommenden Bezirken. Bezirken. In diesem Rund- nicht auf dem Boden der Wiener Kongreßafte. So gut wir den demokratie. Wenn Ledebour Gelegenheit gehabt hat, in den lezten schreiben habe ich im Auftrage des Parteivorstandes, der es Landesorganisationen volle Selbständigkeit in Fragen einräumen, Jahren im Reichstag so schöne Reden zur Verteidigung meines bom ersten bis zum legten Wort gebilligt hat, unfern die Landesangelegenheiten sind, so gut haben wir auch die nationalen lieben polnischen Volkes zu halten, so hat er damit nur einen Genossen gesagt: Was beunruhigt Ihr Euch denn? Wenn die Selbständigkeitsbestrebungen gelten zu lassen. Dafür trägt die Auftrag des Mainzer Parteitages ausgeführt.( Ledebour: polnischen Genossen unser Programm anerkennen, dürfen sie kein Gesamtpartei keine Verantwortung. Es genügt, wenn wir die Das habe ich gar nicht gewußt!- Heiterkeit.) Nun, dann war es Nebenprogramm haben.( Sehr richtig!) Das wäre ja wider Treu Polen zur nötigen Klugheit und zur nötigen Klugheit und Besonnenheit veranlassen. unbewußt.( Große Heiterkeit.) Es handelte sich um einen Antrag, und Glauben. Alles, was vorher beschlossen ist, ist dann null und Der zweite Punkt betrifft die Forderung der Bolen, der nach einer Begründung von mir angenommen wurde. Ich würde nichtig. Und, fügte ich hinzu, soviel Vertrauen müssen vertrag die man ihnen erst zugestanden und dann abgeschlagen die Socialdemokratie beleidigen, wollte ich des längeren anführen, schließende Teile zu einander haben. Wenn wirklich die polnischen hat, daß in überwiegend polnischen Kreisen die Kandidaten nach daß nur sie in ganz Deutschland der wirkliche Hort, die VerGenossen uns über den Löffel barbieren wollten, dann würde das ja Möglichkeit der polnischen Sprache mächtig sein sollen. Man greift teidigung und der Schutz des unterdrückten polnischen Volkes iſt. fehr bald erkannt werden, und dann wären wir mit ihnen fertig. Aber sich an den Kopf, daß derartiges erst gefordert werden muß. Ünsre Aber nicht darum handelt es sich, ob wir die unterdrückten Polen zunächst bauen wir auf Treu und Glauben! In diesem Rundschreiben, Kandidaten sollen doch Vertrauensmänner der Arbeiterschaft sein, schüßen sollen, denn das ist selbstverständlich, sondern darum, ob die das die selbstverständlichsten Dinge von der Welt enthält, erblickten die man mit Recht tabelt, wenn sie sich dem Verkehr mit ihren polnischen Socialiſten zusammen mit den deutschen auf gemeinsamen die polnischen Genossen einen Wechsel unsrer Gesinnung. Das ist Wählern entziehen. Wie sollen sie das sein, wenn sie nur durch Dol- Boden als eine Klaffenpartei arbeiten sollen oder ob in der Agitation um so merkwürdiger, als wir ihnen gegenüber stets den Standpunkt metscher mit ihnen verkehren können? Daß die Polen ihre nationalen das nationale Moment in den Vordergrund gestellt werden soll. Es bertreten hatten, daß wir uns auf nationalpolnische Bestrebungen Forderungen mehr in den Vordergrund stellen, müssen wir, die versteht sich für uns von selbst, daß jedes unterdrückte Volt das grundsäglich nicht einlassen können. Aus diesem Grunde hatten wir unter nationalen Bedrückungen nicht leiden, doch verstehen. Es handelt heilige Recht auf Freiheit und unabhängigkeit hat, aber wie viele ihnen ja auch die„ Gazeta Robotnicza" entzogen, weil da Dinge fich hier nur um eine Frage der Gerechtigkeit, die zugleich in schöne Rechte haben wir nicht! Jeder von uns hat 3. B. bertreten wurden, die mit unfrem Programm nichts zu thun haben. Schule und Kaserne wie vor Gericht eine wichtige materielle auch das Recht, zu fliegen( Auer: Hinausfliegen!), aber Also die polnischen Genossen waren sehr genau unterrichtet, Frage ist. ich fenne feinen Genossen, der davon Gebrauch macht, wenn man, welche Stellung der Vorstand einnehme. Sie fonnten unmöglich an- Bon polnischer Seite erfuhr ich, daß die Haltung des Partei- wie z. B. Ledebour, sich auf ein Gebiet begiebt, wovon man keine nehmen, daß wir unsre Gesinnung ihnen gegenüber gewechselt hätten. vorstandes unsren Genossen in Oberschlesien die Agitation Ahnung hat und wo man in der Luft schwebt.( Heiterkeit.) Es So lagen die Dinge bis zu jener Konferenz. Nun sind aber die erschwert hat und sie überall der chauvinistisch- demokratischen kommt nicht darauf an, ob wir das Recht, sondern ob wir die Warmungen der Genossen aus Oberschlesien und Bosen nicht ein- Partei des ausbeutenden Kleinbürgertums gegenüber in Möglichkeit haben, etwas zu erringen, und gerade wir, die wir auf brudslos an uns vorübergegangen. Treu und Glauben in allen eine schwierige Lage bringt. Wir dürfen zu der grundsastreuen dem Boden der materialistischen Geschichtsauffassung stehen, müssen Ehren; aber besser ist doch eine schriftliche Abmachung. Die Haltung des Parteivorstandes volles Vertrauen hegen. Darum hoffe uns vor allem die Frage stellen, ob diese Aufgabe auf dem Wege polnischen Genossen wurden zu einer Schlußkonferenz eingeladen, ich, daß er auch in dieser Frage den Grundsägen der Partei und der Entwicklung zum Socialismus liegt, ob sie sich in unsre allwo der gegenseitige Friedensvertrag unterzeichnet werden sollte. Die der Gerechtigkeit fünftig Rechnung tragen werde.( Beifall.) gemeinen Bestrebungen auf Emanzipation der Arbeiterklasse einfügt. Beschlüsse wurden protokollarisch festgestellt und im Vorwärts" ab- Ledebour- Berlin: Ich bin mit den beiden Vorrednern durchaus Es kann nicht Aufgabe des Proletariats sein, neue Klassenstaaten gedruckt. Nur der Vorsicht halber wurde das Nebenprotokoll noch einverstanden und will ihre Ausführungen nur durch einige wichtige zu schaffen, und wenn die Londoner Resolution von einem aufgenommen. Ich kann zugeben: das Ding sieht verdächtig aus Thatsachen ergänzen. Wie kam der Borstand überhaupt zu seiner Selbstbestimmungsrecht aller unterdrückten Nationen spricht, so hatte ( Sehr richtig!); aber es sieht schlimmer aus, als es ist. Freilich muß Forderung des vollständigen Verzichts auf irgend welche staatliche es im Auge das Recht der Selbstbestimmung in der socialistischen es den Eindruck machen, als seien hier Dinge vorgegangen, die das Selbständigkeit Polens? Ursprünglich hatte sie der Vorstand gar Gesellschaft, nicht aber die Schaffung eines neuen Klassenstaates auf Licht der Deffentlichkeit zu scheuen hätten. Nach Lage der Sache aber nicht gestellt; er hatte aber außer der Bolnisch- Socialistischen Partei noch tapitalistischem Boden.( Zustimmung:) Es könnte scheinen, als blieb uns kein andrer Weg offen. die Gruppe Nosa Luxemburg eingeladen und diese Gruppe war es, die handelte es sich hier nur um eine Doftorfrage; in Wirklichkeit aber Unter den deutschen Parteigenossen find die einzelnen Landes- folgende Forderung an die polnischen Socialisten stellte: Als Programm handelt es sich um etwas sehr Reales, um ein Moment, organisationen wie eine Familie, die Gesamtpartei ist jederzeit in der Partei gilt das Erfurter Programm; die Propaganda der das uns in der Agitation stets störend entgegentritt. Auch " - was : E die Die Abstimmung wird vorgenommen und ergiebt die Annahme Antrags Luxemburg. Ledebour bittet um die Gegenprobe. Sämtliche Anträge finden ausreichende Unterstügung. Berichterstatter Stadthagen: Genossen! Es liegt ja ein so umfangreicher Bericht vor, daß ich mich auf einige Ergänzungen beschränken fann. Auf Seite 84 des Berichts wird unter den Fällen, die beweisen, wie gering_der Schutz Deutscher im Auslande ist, wenn sie nicht das Glück haben, Singer: Wenn das Bureau einig ist, haben wir keinen Anlaß, wohlhabend zu sein, folgendes mitgeteilt:„ Ein Seemann mußte Gegenprobe vorzunehmen.( Heiterkeit.) wegen schwerer Erkrankung in Sao Paolo zurückgelassen und sollte Damit find Punkt 1 und 2 der Tagesordnung erledigt. mit der ersten besten Gelegenheit nach§ 48 der Seemanns- Ordnung Die weiteren Verhandlungen werden auf Donnerstag 9 Uhr fostenfrei zurückbefördert werden. Der mit 25 000 M. Jahresgehalt vertagt. besoldete Konsul Eschke in Sao Paolo gab dem Erkrankten folgende Die Genossen Päplow, Efftinge und Beck erklären zu Protokoll, Anweisung an den Kapitän eines Hamburg- Südamerika- Dampfers: daß sie für den Antrag 7 nicht gestimmt haben, weil er nicht weit- Können Sie Ueberbringer gegen Erstattung der Futtergehend genug sei. tosten mit nach Hamburg nehmen oder eventuell als Steward. Schluß 7 oder sonst was beschäftigen?" die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands hat sich würde. Das ist doch ein Unterschied. | Hier liegt nur ein Antrag in ihrem Bericht an den Stuttgarter Kongreß in demselben Sinne vor, der, unter Billigung des Verhaltens des Vorstandes vorschlägt, ausgesprochen. Da haben Sie den Beweis dafür...( Singer giebt zur Tagesordnung überzugehen. Darüber können wir ohne weiteres durch ein Glockenzeichen zu verstehen, daß die Redezeit gleich ab- abstimmen. gelaufen ist). D Gott!( Große Heiterkeit). Ich bitte die Verfammlung zu fragen, ob ich noch reden darf.( Ledebour ruft: Ich des beantrage, die Redezeit für die Genoffin zu verdoppeln. Heiterfeit) das ist ein Beweis dafür, daß auch die Gewerkschaften mit denselben Schwierigkeiten bezüglich der Polen zu kämpfen haben. Und die gleichen Streitigkeiten finden sich in Rußland, Wenn das nationale Socialisten sind, dann sind es internationale Stänker. ( Große Heiterkeit.) Ledebour verbreitet sich hier über die Polenfrage und dabei versteht er kein Wort polnisch, er hat auch weder mit mir, noch mit Winter, noch mit Gogowsky gesprochen, um sich zu informieren. Ich würde ihm die Informationen gern geben. Denn ich würde lieber mit Ledebour Arm in Arm gehen( Große Heiterkeit), um die Revisionisten in die Schranken zu fordern, als daß ich ihn zum Gegner habe. Er stützt sich nur auf ein paar Informationen von Stänkern, wie wir sie überall haben, wenn auch zum Glück nicht überall Ledeboure sind, die sich zum Schüßer dieser Stänker aufwerfen.( Heiterkeit und Beifall.) Ich schlage folgende Resolution vor: vorstandes in den Verhandlungen mit der polnischen Sonder" Der Parteitag erklärt sich mit der Haltung des Parteiorganisation einverstanden und geht über die Angelegenheit zur Tagesordnung über." Ledebour( zur Geschäftsordnung): Jch beantrage, daß die Genossin Luremburg nochmals zehn Minuten redet, damit sie sich über die 37 Abonnenten der„ Gazeta Ludowa ausspricht.( Sehr gut! und Heiterkeit.) Singer: Ich muß nach der Geschäftsordnung diesen Antrag zur Abstimmung bringen, aber die Art, wie solche Anträge gestellt werden, trägt auch nicht sehr dazu bei, die doch sehr ernste Frage zu flären. ( Bustimmung.) Genoffin Luxemburg kennt die Geschäftsordnung; hat sie noch mehr zu reden, so hat sie das Recht, sich wieder in die Liste eintragen zu lassen. Der Parteitag wird die Diskussion nicht eher schließen, als bis er glaubt, genügend informiert zu sein. Ledebour thäte gut, seinen Antrag zurückzuziehen.( Sehr richtig!) Ledebour: Ich ziehe meinen Antrag zurück in der Voraussetzung, daß Genossin Luxemburg der freundlichen Einladung Singers folgt. Singer: Schon bevor Ledebour sprach, war ein genügend unterstützter Schlußantrag eingebracht. Adolf Braun- Nürnberg begründet den Schlußantrag. Die Polen frage könne man heute doch nicht lösen und der Parteitag sei in feinen Arbeiten noch weit zurück. Löbe- Breslau spricht gegen Schluß. Bis jetzt haben nur Geossen gesprochen, die in den polnischen Gegenden ziemlich oder ganz unbekannt sind. Es wäre wünschenswert, daß noch diejenigen zu Worte kommen, die aus der letzten Wahl noch einiges mit zuteilen haben über das Verhalten der Polnisch- Socialdemokratischen Partei. Der Schlußantrag wird angenommen. Das Schlußwort hat Uhr. Vierter Verhandlungstag.s Vormittags Sigung. Es liegt hier eine Verwechslung vor. Der genannte Konful hat erklärt, er habe mit der Heimschaffung von Seeleuten nichts zu thun. Es handelt sich hier nicht um Konsul Eschke, sondern um Dresden, den 17. September 1903. 914 Uhr. Den Vorsitz führt Kaden. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Kaden mit, daß das schützen. Ersatz gesundheitsschädlicher, im Arbeitsprozeß zur Vermann und vom Bureau der betreffenden Versammlung bestätigt Hausindustrie entsprechend der Resolution des vierten GewerkschaftsGraudenzer Mandat von Schwarz nunmehr vom Vertrauens- wendung gelangender Materialien durch gesundheitlich indifferente. 4. Ausdehnung der gesetzlichen Schutzbestimmungen auf die worden sei. fongresses zu Stuttgart. Das Mandat wird debattenlos für gültig erklärt. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur Verhandlung kommt: Punkt 3 der Tagesordnung: Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Hierzu liegen die Anträge 69-88, Resolution 100, Antrag 121 und das Amendement 131 zu Antrag 85 a vor. Antrag 86) ist zurückgezogen. 69. Parteigenossen in Marburg: Das Verhalten der Reichstags- Fraktion zur Regierung hat überall und jederzeit den republikanischdemokratischen Principien unsrer Partei zu entsprechen. 70. Parteigenossen in Stettin: Die Fraktion hat thunlichst bald dem Reichstage einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, wonach das Koalitionsrecht so ausgebaut wird, daß es von Gerichten und der Polizei nicht mehr angetastet werden kann. 5. Anstellung weiblicher Fabrik- Inspektoren. 6. Aktives und passives Wahlrecht der Arbeiterinnen zu den Gewerbegerichten. 7. Sicherung völliger Koalitionsfreiheit für die Arbeiterinnen. 8. Verbot der Beschäftigung von Frauen acht Wochen nach der Niederkunft, wenn das Kind lebt, sechs Wochen nach der Niederkunft bei Tot- und Fehlgeburten oder im Fall des Ablebens des Kindes. Recht der Schwangeren auf fündigungslose Einstellung der Arbeit, soweit im weiteren Verlauf der Schwangerschaft durch den normalen Schwangerschaftszustand bedingte Anzeichen sich geltend machen, welche die Arbeit erschweren. Beseitigung der Ausnahmebewilligungen, welche auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses die Wiederaufnahme der Arbeit vor Ablauf der festgesetzten Schutzfrist gestatten. Ausgestaltung der Schwangeren- und Wöchnerinnenfürsorge seitens der Krankenkassen durch: 71. Parteigenossen in Elberfeld: Die Fraktion wird be- Zubilligung eines Pflegegeldes an Schwangere und Wöchnerinnen auftragt, in der kommenden Session des deutschen Reichstages un- für die Dauer der Schutzfrist in der vollen Höhe des durchverzüglich die Anträge auf Beseitigung des Majestätsbeleidigungs- schnittlichen Tagesverdienstes. Obligatorische Ausdehnung der Paragraphen und die Schaffung eines ausreichenden Ministerverant- betreffenden Bestimmungen auf die Frauen der Kaffenmitglieder. wortlichkeits- Gesetzes zu wiederholen. Die Möglichkeit für die Durchführung dieser Bestimmungen ist zu . Da die Seeluft erwiesenermaßen von Salz geschwängert ist und dadurch desinfizierender auf die Lunge wirkt als Landluft, auch eine Kur in einem Seebade eine schnellere Besserung, auch nach Genesung größere Widerstandskraft verleiht, stellt die Reichsregierung die 76. Parteigenossen in Jüterbog: Die Fraktion soll einen entsprechenden Mittel bereit zur Errichtung von Heilstätten auf den Antrag einbringen, wonach denjenigen Abgeordneten, deren Wahl Inseln der Nord- und Ostsee sowie zum Bau von Krankenschiffen. von der Wahlprüfungs- Kommission beanstandet wird, bis zur end- 89. Parteigenossen im neunten badischen Wahlgültigen Entscheidung Siz und Stimme im Reichstage aberkannt treise, Berlin II, III, Magdeburg, Wurzen, Stettin, wird. Hannover, Düsseldorf, XVII. fächsischen Wahl77. Barteigenoffen in Elbing, Hildesheim und elften freise, Stuttgart: Die Fraktion hat den Anspruch auf den hannoverschen Wahlkreise: Die socialdemokratische Fraktion Siz im Präsidium des Reichstage zu erheben, jedoch nur ohne jede hat dahin zu wirken, daß die Regierungen bei künftigen Wahlen Uebernahme konventioneller Pflichten. eine einheitliche Form über die Beschaffenheit der Wahlurnen anordnen. 72. Parteigenossen in Berlin I: Die Reichstags- Fraktion wird schaffen durch Vereinheitlichung der Krankenversicherung, Zusammenmit der Einleitung einer planmäßigen Propaganda gegen den Mili- schluß der Kassen zu kapitalkräftigen Verbänden, weitgehendes Selbsttarismus durch Einbringung eines Gesezentwurfs beauftragt, unter verwaltungsrecht der Versicherten und Zuschüsse vom Staat. besonderer Betonung folgender Forderungen: Errichtung von Entbindungsanstalten, Schwangeren und a) Abschaffung der Militärjustiz und des Militär- Strafrechts. Wöchnerinnenheimen, Beschäftigungsanstalten für stillende Mütter, b) Anerkennung des Rechts auf Notwehr gegen Mißhandlungen. Organisation der Wöchnerinnenhauspflege durch die Gemeinde. c) Allgemeine einjährige Dienstzeit. 85a. Parteigenossen des Kreises Frankfurt- Lebus: In 73. Parteigenossen im zweiten württembergischen der nächster: Legislaturperiode dem Reichstag einen Antrag vorPfannkuch: An Stelle des Genossen Gerisch, der gezwungen Wahlkreise: Die Reichstags- Fraktion möge in möglichster Bälde zulegen, der die Ausdehnung des allgemeinen, gleichen, direkten war abzureisen, um morgen einen Termin wahrzunehmen, habe ich im Reichstage für die Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahn- Wahlrechts auf die Frauen fordert. das Schlußwort übernommen. Das Sachverhältnis wird hier immer wesens durch Schaffung einer Reichs- Betriebsgemeinschaft und für 87. Parteigenossen in Bromberg: Die Fraktion wird ersucht, so dargestellt, als wenn wir mit den Polen im Kampf lebten, als eine Verbilligung der Personentarife eintreten. den jüngsten Bromberger Landfriedensbruch- Prozeß mit seinem harten wenn ein tiefgehender Zwiespalt im Kampf auf Leben und Tod 74. Parteigenossen in Teltow Charlottenburg: Die Urteil, sobald sich eine Gelegenheit bietet, im Reichstage zur Sprache zwischen der deutschen und polnischen Socialdemokratie entbrannt sei. Fraktion zu beauftragen, dahin zu wirken, daß die Reichstagswahlen zu bringen. So stehen die Dinge nicht. Wir stehen mit ganz den fünftighin Sonntags stattfinden. 88. Parteigenosse Erbe in Hamburg: Zur Bekämpfung der selben Gefühlen, wie wir jeder andren Nation gegenüber- 75. Parteigenossen in Kaffel: Die socialdemokratische Lungenkrankheiten bringt die socialdemokratische Partei im Reichstage stehen, auch den Polen und den Polen im eignen Lande Fraktion des Reichstages wird ersucht, nach Thunlichkeit dafür Sorge nachstehenden Antrag ein: gegenüber. Wenn der Vorstand in München den Auftrag erhalten zu tragen, daß die Mandatsprüfungen der Abgeordneten wo nicht hat, eine Einigung herbeizuführen, so konnte das kaum einen andren vor Eintritt in die meritorischen Verhandlungen, so doch wenigstens Sinn haben, als daß das frühere Verhältnis der Zusammengehörig- nach Beendigung des ersten Jahres nach dem Zusammentritt erledigt feit und Einheit zwischen den deutschen und den polnischen in Deutsch- werden. land lebenden Genossen wieder herbeigeführt werden sollte. Diese Aufgabe suchten wir nach bestem Ermessen zu erfüllen, leider ist ihre Lösung nicht gelungen. Nun werden wir so hingestellt, als wenn wir Barbaren wären. Wir haben, als die Einigung nicht gelungen war, nach wie vor die aus der internationalen Solidarität sich für uns ergebenden Pflichten in vollem Umfange zu erfüllen gehabt und wir haben sie erfüllt. Man soll doch die Kirche im Dorf lassen. Wir haben die Einheit herzustellen gesucht, die Polen wollten sie nicht, sie meinten, sie müßten den Wettlauf mit den nationalen Großpolen aufnehmen. Wenn sie in dem Wahne leben, damit der Verbreitung des socialdemokratischen 78. Parteigenossen in Elbing: Die Wahlurnen müssen verGedankens unter der polnischen Bevölkerung zu dienen, so sind schließbar sein. Die Stimmen werden nach Beendigung des Wahlwir andrer Meinung. In erster Linie ist es, meinen wir, notwendig, aftes nicht gezählt, sondern die verschlossene Urne wird an den das Proletariat zur socialdemokratischen Weltanschauung heran- Wahlkommissar eingesandt, der dann das Ergebnis des ganzen Kreises zuziehen.( Zustimmung.) Wir werden der Partei stets am besten feststellt. dienen, wenn wir das socialdemokratische Princip als Grundlage der Organisation und Agitation nehmen.( Sehr richtig!) Nun wird auf das Nebenprotokoll hingewiesen und gesagt, das erinnere an die Gepflogenheiten bürgerlicher Ministerien. Warum haben wir denn eine besondere Bestimmung darin niedergelegt? Um den Polen, die der Meinung sind, sie müßten, um das polnische Proletariat zu erziehen, den nationalpolnischen Gedanken pflegen, nicht irgend welche Verlegenheit zu bereiten. Wir haben im guten Glauben gehandelt und Genosse Bebel war es, der den glücklichen Ausweg dieses Nebenprotokolls fand, durch das die Polen nur erklären sollten, sie ständen 81. Parteigenossen in Essen: Es ist für eine wirksame Bein der nationalen Frage auf dem durch den Internationalen Kongreß fämpfung der Wurmkrankheit durch gesetzliche Maßnahmen im Reichsin London gefaßten Beschluß. Ist das so ein unbilliges Verlangen? tage einzutreten. Nur ein geringes Entgegenkommen hätten die Polen zeigen müssen 82. Parteigenossen im Wahlkreise Straßburg- Land: Bei und das Mandat der Friedenskommission wäre erfüllt gewesen. Die Beginn der nächsten Legislaturperiode einen Antrag auf Einführung Bolen als gesondertes, gleichberechtigtes Glied innerhalb der deutschen des gesetzlichen Zehnstundentages zu stellen und mit aller Kraft auf Organisation ohne diese Bedingung zuzulassen, dafür übernehme die Erlangung dieses vorläufig erreichbaren Zieles hinzuwirken. ich kein Mandat. Nachdem die Polen so großen Wert auf den Namen: 83. Parteigenossen in Bremen, Elberfeld und Brom= demokratische Programm. Bis zu dieser Grenze und Schranke, von Polnisch- Socialistische Partei gelegt hatten, sprachen wir in den berg: Es sei die Agitation für den Achtstundentag in Zukunft der wir noch weit entfernt sind, zu gehen und alles Mögliche wirklich Zu diesem Zweck Ginigungsvorschlägen ganz allgemein von den polnischen Partei- energischer als bisher zu gestalten; es ist erforderlich, daß die zu machen, ist unsre Aufgabe in der Tagespolitik. genossen. Die Einigungsvorschläge sollten einem von sämtlichen Reichstags- Fraktion in Bälde mit einem die Einführung des gesetz- und zugleich im Interesse der Stärkung des Parlamentarismus selbst Bolen zu beschickenden Kongreß vorgelegt werden, und der Kongreß lichen achtstündigen Normal- Arbeitstages bezweckenden Gesezentwurf wird die socialdemokratische Fraktion beauftragt, in Gestalt von auss sollte souverän der Partei den Namen geben. Darauf eilte der hervortritt und im Reichstage mit aller Energie für dessen Reali- gearbeiteten Gesezentwürfen die wichtigsten Fragen der gegenwärtigen geistige Leiter der Polen, Berfuß, zu uns und sagte: Was ist das, fierung Sorge trägt. Situation in Angriff zu nehmen. Den einzelnen Gesezentwürfen warum steht in den Einigungsvorschlägen nicht der Name unsrer sind umfassende Begründungen und Denkschriften beizugeben, und es Partei: P. P. S."? Wir erklärten, den Namen solle der Kongreß ist zu veranlassen, daß auch diese Begründungen, dem Brauch andrer Ser Partei geben. Nun war weiter mit den Leuten nichts zu Parlamente gemäß, in die amtlichen Drucksachen des Reichstages machen. Die Bedingung des Nebenprotokolls ist das Mindest aufgenommen werden; zugleich sollen Reichstags- Drucksachen zu maß, was Sen Polen zu verlangen ist. Die Polen 85. Die Parteigenossinnen in Berlin, Dresden IV., V., möglichst billigem Preise jedermann zugänglich gemacht werden, Von den sind nicht von uns vergewaltigt, nicht an die Wand gedrückt und VI. Kreis, Elberfeld, Eklingen, Eichlingshofen, etwa nach dem Vorgange des Reichs- Arbeitsblattes". falt gestellt worden. Früher waren sie ein integrierender Bestand Glauchau, Görlig, Blankenese a. E., Halberstadt, Gegenständen, die in erster Linie durch solche positiven, eingehend teil der deutschen Partei, jeßt müssen wir uns mit der Thatsache serlohn, köIn a. Rh., Königsberg, Klein begründeten socialdemokratischen Gesezentwürfe zu bearbeiten wären, Kleinbegründeten abfinden, daß sie sich außerhalb dieses Rahmens gestellt haben. Auheim, Leipzig, Ohrdruf i. Th., Oberreichen sind zu nennen: Reichs- Finanzreform, Arbeiterschutz, KoalitionsschutzWie auch eine Parteileitung zusammengesezt sein mag, sie wird sich bach i. V., Augsburg, Naumburg, Kreis Nieder- Gesez, systematische Militärreform, Minister Verantwortlichkeit, den Verpflichtungen der internationalen Solidarität nicht entziehen. Barnim, Magdeburg, Mülhausen i. Elf., Quedlin- Reichs- Schulgesetz und Revision des Strafrechts. Nur müssen uns die Polen jetzt ihre Anträge unterbreiten, wir sind burg, Reichenbach i. B., Stralsund, Kreis Teltow- 121. Die Kreistonferenz des Wahlkreises to Iberg Röslinnicht mehr eo ipso verpflichtet, für sie, als wenn sie zur deutschen Beestow Charlottenburg, Worms, Wittenberge Bublis ersucht die socialdemokratische Fraktion, dahin zu wirken, Partei gehörten, zu sorgen. Noch auf eins will ich zum und Oberursel: daß bei der nächsten Reichstagswahl die Wahlkommissare angewiesen Schluß hinweisen. Nachdem die Polen sahen, daß wir auf unserm werden, die Wahlbezirke, namentlich auf dem Lande, nicht unter 300 Wähler einzuteilen. von 79. Parteigenossen in Flensburg: Einen Antrag zu stellen, der den Behörden die Pflicht auferlegt, jedem Abgeordneten eines Wahlkreises- einerlei, welche politische Barteirichtung derselbe auch vertritt zwecks Berichterstattung seiner parlamentarischen Thätig keit passende Versammlungslokale zur Verfügung zu stellen. 80. Parteigenossen in Elberfeld: Bei den kommenden Novellen zur socialen Versicherungs- Gesetzgebung ist energisch dafür einzutreten, daß alle im Interesse der Versicherten geschaffenen Verbesserungen rückwirkende Kraft erhalten. 84. Parteigenoffen in Kassel: Die Reichstags- Fraktion ist berpflichtet, für die verschiedenen Fächer der Socialgefeßgebung Kommissionen einzusetzen, welchen die Aufgabe zufällt, das dazu er forderliche Material zu sichten und zu verarbeiten. Die Reichstags- Fraktion möge energisch eintreten für: 100. Parteigenossen in Teltow Charlottenburg: Der Wahlsieg vom 16. Juni verpflichtet die Socialdemokratie zu gesteigerten und vertieften Anstrengungen, um positiven Einfluß auf das Geschick der deutschen Politik zu gewinnen. Nicht nur in der Kritik der herrschenden Klassen und ihrer Politik, nicht nur in der Abwehr der volksfeindlichen Angriffe Angriffe der Reaktion, auch nicht in der bloßen Verbesserung von Regierungsvorlagen und anregenden Anträgen erschöpft sich unsre Aufgabe. Die socialdemokratische Reichstagsfraktion ist durch ist durch das Vertrauen der Wähler zur berufenen Gesetzgeberin des deutschen Volkes geworden. Je mehr die bureaukratische Regierung für die Interessen der herrschenden Klassen in unfruchtbarer Flickarbeit oder dreisten und sinnlosen Angriffen wider die im Proletariat sich vollziehende notwendige geschichtliche Entwicklung versteinert, um so größer ist die Pflicht der socialdemokratischen Reichstags- Fraktion, die unermeßliche Schöpferkraft des demokratischen und socialistischen Princips für die aktuelle Gesetzgebung fruchtbar zu machen. Eine solche Thätigkeit erzielt dreierlei: Sie bewirkt nüßliche und bedeutsame. Reformen, sie deckt die geistige Armseligkeit und gehässige Beschränktheit der Sachwalter der kapitalistischen Klassen und ihrer regierenden Agenten auf, sie zeigt endlich die Grenze und die Schranke, wo innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung entscheidende Verbesserungen uns möglich werden, und wirkt dadurch aufklärend über und für das social= 9 Beschluß bestanden, wonach nur organisierte Genossen das Recht hätten, 1. Einführung des gesetzlichen Achtstundentages für alle ereinen Reichstagskandidaten zu nominieren, und nicht die Bevölkerung wachsenen Arbeiterinnen, der durch eine stufenweise Herabsetzung Begründung: Durch die jetzt auf dem flachen Lande vorhandenen eines Kreises, was ja schon zu den wunderbarsten Erfahrungen ge- der täglichen Arbeitszeit auf zehn beziehungsweise neun Stunden fleinen Wahlbezirke( oft 15 bis 20 Wähler) ist es den Durchbrechern des führt hat, gaben sie in dieser Hinsicht nach, und als die Mandate für eine turze, gefeßlich bestimmte Uebergangszeit vorbereitet Wahlgeheimnisses mit bestimmter Sicherheit möglich, festzustellen, zur Verteilung gelangt waren, hat die deutsche Partei als die kapital- werden kann; wie jeder Wähler abgestimmt hat. Infolgedessen wagen es fräftigere fich fofort bereit erklärt, auch für die polnischen Kreise zum für die jugendlichen Arbeiterinnen die Herabsetzung der täglichen namentlich die ländlichen Arbeiter nicht, so zu wählen, wie sie in großen Teil die Wahltosten zu tragen. Wir haben gethan, was die Marimal- Arbeitszeit auf vier beziehungsweise sechs Stunden, Er- Wirklichkeit wohl möchten, um nicht brotlos zu werden oder andre Parteipflicht erheischte, deshalb ist der Antrag Luxemburg vollkommen höhung der Altersgrenze auf achtzehn Jahre und Einführung eines Unannehmlichkeiten zu haben. Durch das Zusammenlegen mehrerer berechtigt und ich bitte Sie, ihn anzunehmen.( Zustimmung.) obligatorischen Fortbildungs- Unterrichts, in dessen Schulplan fleiner Ortschaften oder durch Angliederung an große Ortschaften ist Vors. Singer: Wir haben nun noch die Diskussion mit Haushaltungs- Unterricht, Gesundheitslehre und Säuglingspflege ein- diese Möglichkeit wenn auch nicht ganz aufgehoben, so doch etwas Katzenstein zu Ende zu führen. Kazenstein hat gemeint, daß über zubeziehen find; abgemindert. August Horn. den Antrag Luxemburg, weil er nicht diskutiert worden sei, auch für alle Arbeiterinnen die Abschaffung der Ueberstundenarbeit 131. Zufazantrag der Leipziger Parteigenossinnen nicht abgestimmt werden könne. Er hat dabei wohl an den Antrag und Freigabe des Sonnabendnachmittags. zu Antrag 85a der Berliner Genossinnen: Die Reichstags- Fraktion Duard und meine Ansicht darüber gedacht. Aber da lag die Sache 2. Absolutes Verbot der Nachtarbeit für Frauen. möge mit derselben Energie eintreten: 1. für das vollständige Ver ganz anders. Ich habe nie behauptet, daß über einen nicht zur 3. Verbot der Verwendung von Frauen bei allen Beschäftigungs- bot jeglicher Erwerbsarbeit für Kinder unter 14 Jahren und 2. für Diskussion gestellten Antrag nicht beschlossen werden könne. Ich arten, welche dem weiblichen Organismus besonders schädlich sind. eine Verkürzung der Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen Gesetzliche Förderung der Einführung solcher Vorrichtungen in nach Maßgabe der Forderungen der Münchener Frauen- Konferenz. Fabriten und Werkstätten, die die Gesundheit der darin Beschäftigten Ottilie Baader und 23 Genossen. habe mur bei dem Antrag Quarck darauf aufmerksam gemacht, daß es wunderbar wäre, wenn über einen solchen Antrag zuerst abgestimmt Einen Herrn Bonin aus Santos. Das macht aber nichts aus, da die Sache selbst vorgekommen ist. Ich habe diese Nichtigstellung der im Reichstag geschehezten Aeußerungen hier vorzunehmen. Es ergiebt fich aber auch hier aus, daß unsre Seeleute den im Auslande nötigen Schutz nicht erhalten. reißen im Jnteresse des Profits und gegen das Interesse der Arbeiter-| Dabei müssen wir aber immer im Auge behalten, daß das Biel die Klasse. Suchen wir fortzufahren in der Revolutionierung der Köpfe, allgemeine Einführung des Achtstundentages ist. Ich möchte dann suchen wir die Millionen uns leider noch fernstehenden Arbeiter zu noch die Frage an die Fraktion richten, weshalb sie nicht die Petition laffenbewußten flaren Kämpfern zu erziehen.( Lebhafter Beifall.) betr. den Heimarbeiterschutz zur Diskussion gebracht hat. Es ist das Die Diskussion wird eröffnet. eine außerordentlich wichtige Frage. Hoffentlich gelingt es ihr, in Das trit auch zu auf unsre Deutschen in den Kolonien. Mir Michels giebt folgende Erklärung zu Antrag 69 ab: Die Mar- der nächsten Session eine Erörterung über diesen Gegenstand herbeiist hier care Photographie eines deutschen Pflanzers zugesandt burger Genossen haben mit ihrem Antrag durchaus feinen Vorwurf zuführen. worden, die ihn zeigt, unmittelbar nachdem er ein Polizeigefängnis gegen die bisherige Haltung der Fraktion beabsichtigt. Die Reso- Ottilie Baader: Daß eine so große Anzahl von Genoffen verlassen hat. Der Mann war in Samoa von Polizisten mißhandelt lution sollte nur ein Wegiveiser, ein Schild, aufgehängt vor der den Antrag 85 unterschrieben und unterstützt haben, ist nur ein und geprügelt worden, wie auch Arbeiter in Deutschland von den Vicepräsidenten- Kammer, sein mit der Inschrift: Hier ist kein Ein- Zeichen dafür, wie wichtig die in ihm enthaltenen Forderungen Behörden in der ärgsten Weise drangfaliert werden. Wir sehen auf dem tritt!( Heiterfeit.) Da die Frage aber bei der Vicepräsidenten- sind und wie richtig wir mit der Einbringung des Antrages geBilde an dem Körper des Mannes noch die Spuren der erlittenen Be- Debatte behandelt werden wird, ziehe ich hier unfren Antrag zurück. handelt haben. Gewiß, der Antrag enthält nichts Neues; verHandlung. So geht es deutschen Reichsangehörigen in deutschen Kolonien.( Bravo!) schiedene Parteitage haben sich schon mit diesen Forderungen Im übrigen erfordert der Bericht feine weitere Ergänzung. Es ist Keil- Stuttgart: beschäftigt und auch im Reichstage sind sie schon zur Sprache ja für jeden finnfällig und die ganze Gesetzgebung und Verwaltung Ich bin mit der bisherigen Thätigkeit der Fraktion ebenso wie gebracht worden. Aber geschehen ist so gut wie nichts. Deshalb zeigt in immer unverhüllterer Weise, wie der Kapitalismus bestrebt mit dem Programm ihrer fünftigen Thätigkeit, das Stadthagen meinen wir, daß die Forderungen im neuen Reichstag wieder ist, das gesamte Staatsleben sich immer mehr dienstbar zu machen. eben entwickelt hat, durchaus einverstanden. Wenn ich trotzdem erhoben werden müssen. Infolge der jetzigen Stärke unsrer Fraktion, Das haben ganz besonders deutlich die letzten Zollverhandlungen zu einer Specialfrage spreche, so thue ich es feineswegs wird unsre Macht im neuen Reichstag doch größer sein als bisher. gezeigt, die Ihnen ja allen noch im Gedächtnis sind, wo man weder in der Meinung, daß die Fraktion mur einen Antrag im Reichstag Es ist auch zu berücksichtigen, daß hinter unsren Abgeordneten Recht noch Gesez achtete, wenn man nur seine Zwecke durchsetzte. zu stellen braucht, um alle Fragen in unsrem Sinne zu lösen. Ich außer den drei Millionen Wählern auch noch Hunderttausende von Aus diesem Streben des Kapitalismus rührt auch die fortgesetzte will zu Antrag 73 sprechen, der sich auf die Reichs- Eisenbahn- Frauen stehen, die, wenn sie wahlberechtigt wären, ebenfalls Vermehrung von Militär und Marine her. Es ist ein Widerspruch, gemeinschaft bezieht. Stadthagen hat zu diesem Antrage nur ganz für die socialdemokratischen Kandidaten gestimmt haben würden. wenn andre Parteien auf der einen Seite für Militär und Marine kurz gesprochen. So selbstverständlich, wie er sagte, ist die Sache Sicherlich wird es auch möglich sein, wenigstens das eine oder andre schwärmen, auf der andren Seite scheinbar Gegner der Volks- aber wohl doch nicht. Wenn die Fraktion bisher in dieser Hinsicht im Reichstage durchzusetzen. Es kommt uns dabei die Furcht der beunterdrückung sind. Das gilt auch für die Rechtspflege. Es feine entschiedenere Thätigkeit entwickelt hat, so wohl deshalb, weil fizenden Klassen vor einem weiteren Anschwellen der socialwird verlangt, daß das Bromberger Urteil im Reichstag zur Sprache die Meinungen in der Fraktion über die Frage wesentlich aus- demokratischen Stimmen zu statten. Auch das Centrum wird uns gebracht werden soll. Selbstverständlich wird das geschehen. Das einandergehen. Schon auf dem Parteitag in Mainz zeigte sich das. entgegenkommen müssen, um seine katholischen Arbeiter zu halten Bromberger Urteil ist übrigens gar nichts Außergewöhnliches, sondern Es ist kein Zufall, daß die Anregung, diese Frage auf einem Partei- und sich den Schein der Arbeiterfreundlichkeit zu geben. Was uns nur ein Glied in einer langen Kette ähnlicher Urteile. tag zu behandeln, 1889 von Stuttgart ausgegangen ist. Seit einer bis jetzt zugestanden ist, ist ja so winzig, daß man das nicht als Wenn ich mich darüber verbreiten darf, was in der nächsten Session Reihe von Jahren haben wir uns mit Fragen der Eisenbahn- Arbeiterschutz, sondern nur als Arbeiterschutzheuchelei bezeichnen geschehen soll, so möchte ich vor allem vor der furchtbaren Ueber- politik zu befassen. Eine Lösung dieses Problems können wir fann. Das mindeste, was wir verlangen, ist in dem schäzung des Parlamentarismus warnen, wie sie in manchen An- nur in der Reichs- Eisenbahngemeinschaft oder sei es auch Antrag 85 niedergelegt; das ist das Minimum der Forderungen, trägen zum Ausdruck kommt. Das Wesentliche für uns muß immer die nur in der Neichs- Betriebsgemeinschaft erblicken. Seit 1896 die wir aufstellen müssen. Auf die einzelnen Forderungen Revolutionierung der Geister bleiben. Ueberschätzen wir nicht den ist das hessische Bahnnetz dem preußischer angeschlossen und brauche ich nicht einzugehen, sie sind Ihnen bekannt und es iſt ja Parlamentarismus! Bedenken wir, daß selbst wenn ein Gesetz zu eine Betriebsgemeinschaft geschaffen. Seitdem haben wir in auch schon davon gesprochen worden. Stadthagen meint, wir müßten stande kommt, damit noch nichts erreicht ist, sondern daß es auf die Süddeutschland eine immer stärker werdende Agitation für die Aus- die Gedanken der Massen revolutionieren. Gerade dieser Antrag ist Anwendung des Gesetzes ankommt!( Sehr richtig!) dehnung dieser Gemeinschaft auf die andren füddeutschen Staaten. geeignet, die Agitation von neuem zu beleben. Er wird zur AufDer nächste Reichstag wird sich vor allem mit den neuen Unterstützt wird diese Agitation durch die rücksichtslose Eisenbahn- klärung der Massen beitragen; es wird sich dann ja zeigen, an wem Handelsverträgen zu beschäftigen haben. Ein Handelsvertrag, wie politik Preußens gegenüber den füddeutschen Staaten. In Württemberg es liegt, wenn diese Forderungen nicht durchgeführt werden. Die wir ihn verlangen müssen, darf keine Verteuerung der not hatten wir fürzlich eine große Eisenbahndebatte, in der diese Dinge gesamten organisierten deutschen Frauen stehen hinter dem Antrag; wendigen Lebensmittel enthalten und darf die Arbeitsgelegen- besprochen wurden. Besonders wurde auf die die süddeutschen ich bitte, ihn einstimmig anzunehmen.( Bravo!) heit nicht erschweren. Es fällt uns gar nicht ein, den Eisenbahnen schädigenden Verkehrsumleitungen hingewiesen. Täterow- Berlin: Ich habe eine Erklärung zu dem Antrag 72 Zolltarif als ein Instrument zu betrachten, das zur Be- Am weitesten ausgebildet find diese Verkehrsüberleitungen abzugeben. Ich bitte Sie, denselben abzulehnen, wir werden ihm Drohung des Auslandes gebraucht werden fann; die in Baden, wo sie ja einfach zu machen sind, da die Züge leicht über keine Thräne nachweinen. Sie wissen ja, wie solche Anträge zu Säße sind so unfinnig, so unvernünftig, so zusammenhangslos, so elsässisches Gebiet geführt werden können. Es heißt denn auch schon, stande kommen, sie werden in Partei- Versammlungen gestellt ohne brutal hoch, daß jede Regierung, wenn sie auch von dem Recht, daß Baden mürbe sei und sich der preußisch- hessischen Eisenbahn- Vorbereitung und ohne daß man ihre Tragweite übersehen kann. umberständig zu sein, noch viel mehr Gebrauch macht, als wir es gemeinschaft anschließen wolle. Ich glaube noch nicht daran; wenn So ging es auch mit diesem Antrag; Genosse Katzenstein, dem es fonst in Deutschland gewohnt sind( Heiterkeit), den Tarif außer aber der Anschluß Badens an die preußisch- hessische Eisenbahngesellschaft ja niemals an gutem Willen fehlt, ist sein Urheber. Ich wende mich Kraft setzen muß. Der Tarif ist eine Bedrohung des Inlandes in erfolgt, so ist Württemberg, wahrscheinlich auch Bayern und Sachsen, der entschieden gegen die Tendenz des Antrages, namentlich gegen die der krassesten Weise. Hand in Hand damit geht die Bedrohung der preußisch- hessischen Gemeinschaft total ausgeliefert. Wollen wir das allgemeine einjährige Dienstzeit, denn ich halte diese Forderung für Arbeiterschutz- Geseze, des Koalitionsrechts. Wir haben nicht nur verhindern, so müssen wir eine Reichs- Betriebsgemeinschaft fordern. einen Verstoß gegen unser Programm. Nun kurz zur parlaabzurechnen, sondern zum Angriff vorzugehen, insbesondere den Da ich kein Utopist bin, so trete ich nicht dafür ein, daß die Fraktion mentarischen Thätigkeit! Die Marschrute ist uns gegeben, Marimal- Arbeitstag und den Achtstundentag zu verlangen, in der Art, die Ueberführung der Eisenbahnen in Reichsbejiz fordern soll. Der es ist von keiner Seite eine Einschränkung unsrer parlawie wir es früher gethan haben. Ich halte es aber nicht für richtig, Ertrag der Eisenbahnen bei einer Reichs- Betriebsgemeinschaft müßte mentarischen Thätigkeit gefordert, im im Gegenteil, jetzt, wo der Fraktion vorzuschreiben, welche Punkte sie zuerst in Angriff nehmen soll. verteilt werden nach Maßgabe des Besizanteils. Es wäre auch wir verstärkt int den Reichstag einziehen, werden wir Die in dieser Hinsicht überflüssigen Anträge bitte ich deshalb abzu- fraglich, ob wir die Zuführung der enormen Betriebseinnahmen zu allen wirtschaftlichen und politischen Fragen unsre Stellung präs lehnen. Ich gehe nun zu den einzelnen Anträgen über. Antrag 69 aller Eisenbahnen an den Reichssäckel fordern könnten, weil sie dann cifieren müssen. Das gilt besonders für die Arbeiterschuß- Gesetzist überflüssig. Ich warte ab, ob der Fraktion der Vorwnrf gemacht direkt zur Stärkung des Militarismus und Marinismus dienen würden. gebung, und namentlich darf dabei der Schutz der Heimarbeiter werden wird, daß sie nicht überall und jederzeit den republikanisch- Dies Bedenken fällt weg bei Schaffung einer Reichs- Betriebsgemein- nicht zu kurz kommen. Die Fraktion muß danach streben, daß der demokratischen Principien unfrer Partei in ihrem Verhalten im schaft, wie sie der Antrag 73 will. Den Anschluß an Preußen winzige Arbeiterschuß, den andre Arbeiter haben, auch auf die HeimReichstage entsprochen hat. Sollte das nicht gemeint sein, so wäre müssen wir entgegentreten, zumal im preußischen Landtage das arbeiter ausgedehnt wird. Immer von neuem muß auf die es besser, wenn der Antrag zurückgezogen würde. Proletariat bis jetzt von jeder Vertretung ausgeschlossen ist. Die Regierung ein Druck ausgeübt werden. Wir haben zu unsren Verkehrspolitik muß im Reichstage entschieden werden, in demselben Reichstags- Abgeordneten das vollste Vertrauen, daß sie in demselben Parlament, das auch über die Handelspolitik entscheidet. Eine Sinne wie bisher wirken werden, nur in vermehrter Zahl und mit Reichs- Betriebsgemeinschaft würde dem Reichstage auch einen be- größerer Schärfe.( Beifall.) deutenden Einfluß auf Tariffragen usw. einräumen. Bisher ist in Verkehrsfragen eine Minderheit unsrer Fraktion für die sogenannte süddeutsche Politit" eingetreten. Infolge dessen ist wohl in dieser Angelegenheit feither immerhalb unsre Frattion nichts geschehen. Einen Anschluß Württembergs an die preußisch- hessische Gemeinschaft können wir nur durch eine Reichs- Betriebsgemeinschaft vermeiden. ( Beifall.) Antrag 70 verlangt von der Fraktion, daß sie dem Reichstage thunlichst bald einen Antrag auf Ausbau des Koalitionsrechts einreichen soll. Das ist längst geschehen. Ich hätte es lieber gesehen, wenn die Genossen uns mitgeteilt hätten, ob und was sie von unsrer Thätigkeit zum Schutz des Koalitionsrechtes auszusetzen haben. Was den Antrag 71 anbelangt, der von der Fraktion verlangt, daß sie unverzüglich die Anträge auf Beseitigung des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen und auf Schaffung eines ausreichenden Ministerverantwortlichkeits- Gesetzes wiederholt, so muß ich sagen, daß die Fraktion auch ohne bestimmte Anregung diese Anträge von neuem eingebracht hätte. Unverzüglich" sind natürlich alle Anträge einzubringen. berlieren. = " Straßenmeyer- Essen: Daß Sie unfren Antrag 81 annehmen, ſteht außer Zweifel.( Heiterkeit.) Die Wurmkrankheit, die in ihrem Entstehen von den Unternehmern und der bürgerlichen Presse stets abgeleugnet wurde, hat heute einen furchtbaren Umfang angenommen; 70-80 Broz. aller Gruben sind verseucht. Von oben freilich wird natürlich immer alles in bester Ordnung gefunden! Die ärztliche Behandlung der Wurmkranken ist einfach lächerlich; der eine Arzt Müller- Glauchau: Ich überschätze die Thätigkeit der Fraktion konstatiert die Wurmkrankheit, der andre sa der Patient sei gesund. nicht, ich unterschäße sie auch nicht. Wenn der Referent die Not- So lange der Arbeiter aber keine Atteste beibringt, daß er gesund sei, Was Antrag 72 anlangt, so bedauere ich, daß er unterstützt ist. wendigkeit des Ausbautes des Koalitionsrechts betont hat, so glaube wird er nicht mehr zur Zeche zugelassen. Die Behörde hätte schon Sowie er vorliegt, bin ich ein entschiedener Gegner. Es ist mir ich, daß das am besten durch den Antrag 85 geschieht. In erster längst sanitäre Untersuchungsanstalten an den Grenzen und auf den unverständlich, warum wir die einjährige Dienstzeit verlangen sollen. Linie muß die Arbeiterschutz- Gesetzgebung auch auf die Hausindustrie einzelnen Zechen schaffen sollen. Aber nichts ist geschehen, Wir verlangen ein Milizheer als einziges Mittel gegen die brutalen ausgedehnt werden. Gerade bei uns im 17. sächsischen Wahlkreise Jezt ist das Unglück da. Wie soll die Seuche bekänipft werden? Mißhandlungen im Heere, wie sie selbst die kannibalischste Phantasie hat die Hausindustrie großen Umfang angenommen, wir Neben den Untersuchungsstationen sind Grubenbeamte notwendig, die taum ersinnen kann. Von dieser Forderung wollen wir nicht ab- tönnen da beobachten, wie schutzlos die Hausindustriellen aus der Mitte der Arbeiter gewählt werden. So wie hente kann es gehen.( Zustimmung.) Die Soldatenmißhandlungen sind ein Ausfluß des find. Notwendig ist ferner die Vereinheitlichung der Kranken- auf den Zechen nicht weitergehen. Nehmen Sie deshalb unsren Anbestehenden Systems, das das Militär zur Stütze der Klassenherrschaft ge- versicherung. Die Decentralisation der Krankenkassen, wie trag einstimmig an.( Beifall.) braucht. Die eine reaktionäre Masse, mag sie nun freifimig, konservativ sie von fonservativer Seite angestrebt wird, schadet der Hering- Flensburg empfiehlt den Antrag 79. Wir haben uns fein oder zum Centrum gehören, benußt die Militärmacht zur Aufrecht- Arbeiterklasse nur. Besonders schädlich sind die Betriebs- Kranken- allerdings nicht der Illusion hingegeben, daß der Parteitag so ohne erhaltung der bestehenden Ungerechtigkeit und der Ausbeutung. Die fassen, die Arbeiter werden, sobald sie erkranken, aus der Mitglieder weiteres die Fraktion beauftragen würde, einen diesbezüglichen weiter verlangte Anerkennung des Rechts auf Notwehr gegen Miß- liste gestrichen. Redner führt einen Fall aus Glauchau an. Eine Gesezentivurf dem Reichstag zu unterbreiten. Wir in Schleswighandlungen ist überflüssig, weil ja dem Namen nach dies Recht im in der Textilindustrie beschäftigte Frau mußte aussehen, sie hat drei Holstein hatten im Wahlkreise Flensburg- Apenrade bei der letzten Wahl Strafgesetzbuch bereits anerkannt ist, allerdings in der Praxis ist es Monate hindurch ihre Beiträge entrichtet, aber als sie kurz vor ihrer nur sechs Versammlungslokale zur Verfügung. Besonders auf dem damit etwas andres. Die Forderung der Abschaffung der Militär- Entbindung stand und ihre Beiträge zahlen wollte, sagte Lande gab es Mangel an Sälen. Daran sind weniger die Wirte justiz und des Militärstrafrechts ist so selbstverständlich, daß ich mich man ihr, sie hätte einen Tag früher zahlen müssen. Bis schuld, als vielmehr diejenigen Organe, die eigentlich die Verfassung wundere, daß dieser Antrag besonders gestellt ist. dahin durfte sie ruhig auch an späteren Terminen Beiträge unparteiisch durchzuführen berufen wären. Die Wirte erklärten uns Daß, wie Antrag 73 verlangt, eine Reichs Eisenbahn- zahlen. So gehen die Arbeiter ihrer Rechte verlustig. fortwährend, daß sie, wenn sie uns ihre Lokale zur Verfügung gesellschaft geschaffen werden soll, darüber brauche ich kein Wort zu Deshalb sollte die Fraktion bestrebt sein, auf eine Vereinheitlichung stellten, den schlimmsten Drangsalierungen seitens der Behörden ausder Krankenkassen hinzuarbeiten und den Kassemmitgliedern ihre gesetzt sein würden. Auch die Dänen haben darunter schwer Die Anträge bezüglich der Wahl enthalten ja allerlei nette Rechte zu sichern. Bisher ist eine solche Sicherung nicht vorhanden. zu leiden. Redner weist auf das Verhalten des Landrats Wünsche. Nur täuschen Sie sich nicht in der Erwartung, daß unsre Die Möglichkeit einer Vereinheitlichung ist vorhanden. Steter von Uslar gegenüber dem dänischen Reichstags- Kandidaten Fraktion die Macht habe, alle diese Anträge durchzusetzen. Sie Tropfen höhlt den Stein: eine Fraktion von 81 Personen wird da Andresen hin. bon Uslar forderte seine Unterbeamten sehen ja z. B., wie durch die Obstruktion der bürgerlichen Parteien gewiß eine Einwirkung ausüben können. auf, genau zu registrieren, welche Wirte ihre Lokale zu Versammdie Wahlprüfungen immer mehr bis zum Schluß der Session Krohn- Konstanz: Auch diesmal sind wir wie in früheren Jahren lungen hergeben. An demselben Tage hatte er andren den Bescheid verschoben werden. Wie wir Antrag 79 erfüllen sollen, weiß ich nicht. mit der Thätigkeit der Fraktion durchaus zufrieden, ja diesmal, gegeben, er fümmere fich überhaupt nicht darum! Das ist doch Dann sind dieselben Anträge über die Versicherungs- Gesetz- nach den Zollverhandlungen, sind wir es in erhöhtem Maße. etwas starker Tabak! Wenn Sie diese Geschichten bedenken, können gebung wiederholt, über die wir schon früher verhandelt haben. Wer den Bericht durchlieft, muß einsehen, daß man der Frattion den Sie unfren Antrag überlegen. Bei der Etatsberatung follte der Auch die Forderungen der Frauen sind nicht neu. Seite 106 des Vorwurf mangelnder Initiative nicht machen kann. Nach den Aus- Minister des Innern einmal gefragt werden, wie er sich dazu stellt, Berichts ergiebt, daß wir diese Forderungen im Reichstage schon ge- führungen Stadthagens wäre dieser ganze Punkt der Tagesordnung wenn seine Unterbeamten in dieser Weise die Verfassung illusorisch stellt haben. Ebenso rennen die Anträge über Kinderschutz offene eigentlich überflüssig; wir haben hier aber doch das Recht und die machen. Ich bitte um Annahme unsres Antrages. Thüren ein; das sind alles alte Forderungen von uns. Die Aus- Pflicht, der Fraktion neue Anregungen zu geben. Ich möchte An- Es ist ein Antrag Adolf Braun auf Schluß der Debatte eins dehnung des allgemeinen Wahlrechts auf die Frauen steht schon in trag 85 Nummer 3 empfehlen. Wir denken bei diesen schädlichen gegangen. Ferner ein Antrag Hoffmann- Nowawes: die Anunfrem Programm. Ich halte es für selbstverständlich, Fabrikationen in erster Linie an Bleiweiß. So gut es möglich war, träge 70, 71, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 87, daß tvir im Sinne dieses Programmpunktes agitatorisch das Phosphorverbot zu erlassen, so gut müssen hier gesetzliche Maßs 89, 121 der Reichstagsfraktion zur Erwägung zu überweisen und borgehen werden. Geben Sie sich aber nicht der nahmen möglich sein. Es braucht da ja keine übertriebene Rücksicht über die Anträge 72, 85 a und 88 zur Tagesordnung überzugehen; Täuschung hin, daß wir δα unsre Wünsche durchsetzen auf die Schonung der Unternehmergewinne genommen zu werden. endlich ein Antrag Kasenstein, die Anträge 42, 55, 56( Milikönnten. Der von dem Seeluftschwärmer gestellte Antrag 88 ist so Trilfe- Elberfeld: In den Anträgen 71, 80 und 83, die ich kurz tarismus betreffend) zusammen mit Antrag 72, sei es unter„ Barlas doch nicht gut acceptabel. Selbstverständlich werden wir stets dafür begründen will, finden Sie alte Bekannte. Antrag 71, wonach die mentarisches", sei es gesondert, zu beraten. eintreten, daß seitens der Regierung alles geschieht, was im Interesse Fraktion beauftragt wird, im Reichstag unverzüglich die Beseitigung Alle drei Anträge werden genügend unterstützt. der Volkshygiene notwendig ist. Mit solchen einzelnen heraus- des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen zu fordern, ist ja von früheren Adolf Braun: Auf die Gefahr hin, daß ich den Spitznamen gerissenen Bunften empfiehlt es sich für den Parteitag aber nicht, Parteitagen wiederholt angenommen worden. Die Fraktion ist ja„ der Valentin des Parteitages" bekomme( Heiterkeit), möchte ich doch fich zu beschäftigen. Der Antrag 100, der von Tektow- Beeskow diefem Antrage auch stets ausgiebig nachgekommen. Die Möglich bitten, meinen Schlußantrag anzunehmen. Ueber die parlamentarische gestellt ist, gehört ja auch hierhin. Der Antrag enthält sehr vieles; feit, die Majestätsbeleidigungs- Frage bei der Etatsberatung vor- Fähigkeit der Fraktion herrscht einmütig die größte Zufriedenheit. auch hier ist aber zu sagen, daß wir schon bisher solche Gesetz- zubringen, ist ja durch das eigenartige Verhalten des Präsidenten Dokumentieren wir das durch den Schluß dieser Debatte, damit wir entwürfe ausgearbeitet und als Initiativanträge eingebracht haben. Grafen Ballestrem so gut wie ganz ausgeschlossen worden. Um so nachher die großen theoretischen Fragen ausgiebig diskutieren können. Ich möchte dringend bitten, falls Sie nachher diesen oder jenen notwendiger ist es, diese Frage durch einen besonderen Initiativ- Gegen den Schluß spricht Antrag der Fraktion zur Berücksichtigung überweisen, das große Ziel antrag zu erörtern. Ich erinnere nur an die Reden von Essen und niemals aus dem Auge zu lassen und auch die Agitation nicht zu Breslau, an die großen Razzien gegen politische Redakteure, denen bergessen. Berlieren wir uns nicht in Einzelheiten! Ich glaube, Sie man den dolus eventualis unterzuschieben sucht, und an die Bekönnen mit der Thätigkeit der Fraktion zufrieden sein. Nochmals strebungen, den Begriff der Majestätsbeleidigung zu erweitern. betone ich: lleberschäßen wir nicht den Parlamentarismus! Erlahmen Auch die Schaffung eines Ministerverantwortlichkeits- Gesezes wir nicht in der Agitation und Organisation! Je mehr man ver- muß von neuem gefordert werden. Ein bezüglicher Antrag unsrer sucht, das Wahlrecht durch einen Bruch der Verfassung trocken zu Fraktion ist in der letzten Session leider nicht erledigt worden. legen, den Reichstag herabzuwürdigen auf das Niveau einer Stände- Antrag 80 verlangt, daß bei weiteren Versicherungs- Novellen Frau Kähler Dresden: Den Antrag 85 a, so gut er gemeint ist, bersammlung, in der lediglich über den Profit der Besitzenden ge- die socialen Verbesserungen rückwirkende Kraft erhalten sollen. bitte ich abzulehnen. Unser Programm enthält ja eine Reihe von sprochen und geschachert je mehr wir sehen, Durch die bisherige Praxis werden diejenigen, die vor Inkraft- Forderungen zur Reform des Wahlrechts; neben dem Frauen- Wahlwie die nationale Arbeitskraft untertvühlt wird, die Aus- treten des betreffenden Gesetzes dem Kapitalismus zum Opfer recht sind da noch eine ganze Anzahl andrer Forderungen aufs länder herangeschafft werden, um als Streifbrecher zu gefallen find, gestraft für die politische Einsichtslosigkeit gestellt. Ich glaube nicht, daß es sich empfiehlt, die Frage des dienen, wie Polizei und Gerichte wüten, die Ausübung des Koalitions- der herrschenden Klassen und ihrer parlamentarischen Vertreter. Frauen- Wahlrechts herauszugreifen und das Augenmerk besonders und Vereinsrechts als etwas Strafbares, wo möglich mit Zuchthaus Stadthagen bemerkte, daß wenn ein Antrag berechtigt sei, so sei es auf sie zu richten. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so werden die zu bestrafendes zu gestalten, desto mehr ist es Pflicht jedes einzelnen, der Antrag 83, der den Achtstundentag verlangt. Das ist ja eine Reaktionäre, die nach dem letzten Wahlfiege vielfach in ihrem Oberauf die Agitation den Hauptwert zu legen. Konzentrieren wir unsre alte Forderung, die wir immer erhoben haben. Die Fraktion hat stübchen etwas verwirrt waren, im neuen Reichstage bald versuchen, Kräfte, um zu zeigen, wie die Kapitalisten die Staatsgetyalt an sich in der letzten Session als Uebergang den Zehustundentag beantragt, das Wahlrecht etivas zu verschlechtern. Dann wird die Fraktion die Kazenstein: Ich würde es für ganz unerhört halten, eine Reihe wichtiger Anträge, die überhaupt noch nicht begründet sind, einfach tot zu machen.( Sehr richtig!) Es handelt sich doch hier nicht nur darum, einige theoretische Kleinigkeiten( Zuruf: Kleinigkeiten!?) zu erledigen, sondern um Fragen konkreter Art, während wir nachher nur noch im luftleeren Raum schweben werden.( Heiterkeit.) Der Schlußantrag wird abgelehnt. und der zu Stadthagen: Beste Gelegenheit haben, die Frage der Wahlreform im Bujammen- ich am allerwenigsten die Forderung des Milizsystems aufgeben Widerspruch gegen diese Anträge erheben wird. Die Frage bes hange zu behandeln. Aus praktischen Gründen bitte ich Sie also, würde. Ich spreche in dem Artikel von den Fragen, in denen wir Frauen- Wahlrechts steht in unfrem Programm; wir sind verpflichtet den Antrag 85a abzulehnen. die Aggressive zu ergreifen haben, und ich nannte darunter z. B. für das gleiche Recht aller einzutreten; wir sind verpflichtet, Streffel- Bromberg: Ueber das Löbtauer Urteil waren seiner Zeit auch den Bolltarif. Niemand wird verlangen, daß wir für den Zoll- jowohl in Deutschland wie auf den internationalen Kongreffen diesen die Arbeiter entrüstet. Das Bromberger Urteil weicht von dem tarif eintreten, und doch bezeichnete ich den Zolltarif als eines der Standpunkt zu vertreten. Die Frage, inwieweit sich eine Agitation Löbtauer nicht sehr ab, die Tage des Prozesses waren die schwersten Gebiete, auf dem wir die Aggressive zu ergreifen haben. In dem- an diese Forderung zu knüpfen hat, kann ja der Zukunft vorTage der Bromberger Arbeiter. Am 2. Juli find zivei selben Sinne, meinte ich auch, daß wir auf dem Gebiete des Mili- behalten bleiben. Hier handelt es sich nur darum, die Jahre Zuchthaus, fieben Jahre ein Monat Gefängnis verhängt tarismus aggressiv vorzugehen haben. Ich gebe zu, daß die Frage auf dem internationalen Kongreß zur Erörterung zu worden, am 9. Juli 14 Jahre Zuchthaus, 17 Jahre Gefängnis, Fassung zu einem Mißverständnis Anlaß geben konnte, ich lege aber bringen und zu untersuchen, auf welchem Wege wir der 31 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht.( Hört! hört!) Die Ent Wert darauf, zu erklären, daß auch ich der Ansicht von Katzen- Erfüllung dieser Forderung näher tommen können. Auch rüftung darüber war gewaltig, das Gefühl der Verzweiflung hat stein bin. den Antrag Molkenbuhr kann ich für meine Person zur An die Angeklagten gepackt. Die Verteidigung hat sich die größte Katzenstein( persönlich): Ich habe Kautsky natürlich nicht vor- nahme empfehlen. Die Frage kann, wie ich glaube, nur aus dem Mühe gegeben, aber es hat nichts genutzt. Der Staats- geworfen, daß er auf die Forderung des Milizsystems verzichtet, Gesichtspunkt behandelt werden, daß die internationalen Kongresse anwalt befragte jeden Angeklagten nach seiner Zugehörigkeit zur sondern nur betont, daß auch wir Antragsteller auf dem Boden ja bereits die Erörterung der Frage des Arbeiterschutzes in ihren Organisation, aber den Verteidigern wurde nicht gestattet, ähnliche stehen, daß wir die Einführung der einjährigen Dienstzeit nur für Bereich gezogen haben und daß es, nachdem dies geschehen ist, ein Fragen an die Unternehmer, die moralisch Verantwortlichen, zu einen ersten Schritt halten. Und zum Beweis für die Richtigkeit ganz selbstverständlicher Wunsch ist, auch die Arbeiterversicherung auf richten, um sie zu charakterisieren. Bei uns im Osten ist eben vieles unsres Antrags bezog ich mich auf den Artikel von Kautsky. diesen Kongressen zur Erörterung zu bringen. Ich verhehle mir möglich. Auf dem Dresdener Städtetag wurde die segensreiche Das Schlußwort erhält nicht, daß gerade auf diesem Gebiet eine internationale Regelung Thätigkeit der Einigungsämter gepriesen, aber bei uns wollten die vielleicht schwierig sein wird. Aber wir sind ja nie vor Schwierig Unternehmer nichts von Einigung wissen, obwohl die Arbeiter erklärt Die Differenz zwischen mir und einigen Genossen be- feiten zurückgeschreckt, und daß es wünschenswert ist, die Frage auf dem hatten, sich bedingungslos dem Urteil des Einigungsamtes zu fügen. internationalen Kongreß zu erörtern, kann nicht zweifelhaft sein. steht nur darin, daß diese Genossen übersehen, daß Die Unternehmer wollten die Arbeiter provocieren, sie fragten, wie die Der Antrag bezweckt ja nicht, daß wir von uns aus jetzt bestimmte Einbringung von Gesezentwürfen allein noch nicht man eigentlich dazu kommt, fie vor das Einigungsamt zu genügt, sondern daß wir bei jeder Gelegenheit die betreffenden laden, erscheinen, genügt, sondern daß wir bei jeder Gelegenheit die betreffenden Vorschläge formulieren das würde besondere Vorarbeiten erfordern sondern lediglich eine allgemeine Aussprache zu teine Folge, weil diese Aufforderung der gesetzlichen Grund- Fragen anzuschneiden haben. Wir haben seit 1900 15 Initiativ veranlassen, in der Hoffnung, daß dieser Versuch dazu führen lage entbehre. Die Arbeitgeber fümmerten sich einfach vorteilhafte Bestimmungen zu nicht um das Gesetz. Ist es da ein Wunder, wenn die gelangt, weil nicht wir, sondern die Mehrheit die Geschäfte leitet, die möge, für die Arbeiterklasse Arbeiter in die größte Erregung geraten, zumal wenn zum Schuh Diese Ueberschätzung des Wertes der Einbringung eines Gesetz diesen Antrag. Damit kann ich mein Referat schließen. Ich sage finden, für deren Einführung dann in allen Ländern die sociadas Initiativrecht des Reichstags immer mehr einzuschränken sucht.listischen Parteien zu kämpfen haben. Ich empfehle Ihnen also auch der herbeigeholten ausländischen Arbeiter Polizei und Militär bereit gehalten wird? Ein Streifender bat um die Erlaubnis, mit den entwurfs seitens der ſocialdemokratischen Fraktion zeigt sich nochmals, daß wir es nicht nötig haben, hier auf die Bedeutung Ausländischen zu sprechen, dies Recht wurde ihm versagt. So be= schneidet man die Rechte der Arbeiter in einer Weise, die ihres Petition des Schneiderverbandes nicht auf die Tagesordnung Wort unsres großen Führers Karl Mary:„ Proletarier aller Länder, Gleichen sucht. Die Fraktion muß das im Reichstage zur Sprache gesetzt ist, ist nicht unsre Schuld, wir haben es versucht, aber es ist vereinigt Euch!" findet seinen praktischen" Ausdruck in den interbringen, sie muß den Justizminister zwingen, einmal Farbe zu be- uns nicht gelungen. Beim Etat aber haben sich unsre Redner nationalen Kongressen, wo die Marschroute gegeben werden soll für kennen. Das bezweckt unser Antrag 87, um dessen Annahme ich Sie Albrecht und Reißhaus im Sinne der Petition ausgesprochen. Ich bitte Sie nun, dem Antrage stattzugeben, der dahin geht, haben. Ich kann mir also daran genügen lassen, daß ich Ihnen die den Weg, auf dem wir die Befreiung des Proletariats zu erringen aus Gründen der Gerechtigkeit bitte.( Beifall.) eine Anzahl von Anträgen der Fraktion zur Berücksichtigung zu Unfug, daß man bei den letzten Wahlen versucht hat, festzustellen, Nur noch wenige Worte zu Nr. 72. Katzenstein irrt, wenn er von in unserm Interesse liegt und unsre Pflicht ist, den nächsten interRauch- Limmer: Der Antrag 78 wendet sich gegen den kolossalen überweisen, aber mit Ausnahme der Anträge 72, 85 a und 88. Annahme der Anträge empfehle und ich knüpfe daran den Antrag, daß wir heute, ebenso wie in München beschließen mögen, daß es wie die einzelnen Wähler gestimmt haben. Wir schlagen deshalb vor, für alle Wahlkreise einheitliche verschließbare Urnen einzuführen; feinem Antrag die Möglichkeit einer besonderen Propaganda gegen nationalen Kongreß so zahlreich als möglich zu beschicken.( Beifall.) diefer Antrag allein wird allerdings nicht ausreichen, um das Wahl schon bisher im Reichstag in ausgiebigfter Weise vorgebracht. Wir Unfre Fraktion hat diese Verhältnisse recht zu sichern, aber er wird immerhin die jetzigen Umstände etwas find darüber einig, daß gegen die Soldatenmißhandlungen mit aller bessern. Ich bitte Sie, den Antrag anzunehmen. Kazenstein: Der Berichterstatter hat den Antrag 72 der Partei- Energie vorgegangen werden muß. Unfre Kritik hat selbst das genossen von Berlin I bekämpft unter Hinweis darauf, daß die Centrum veranlaßt, in ſeiner Preſſe neuerdings mehr und mehr gegen wir erstreben damit keineswegs, eine Principienerklärung darüber barin erhobenen Forderungen teils selbstverständlich seien, teils wie die Mizhandlungen Stellung zu nehmen. Einen Geſetzentwurf, wie ihn herbeizuführen, wie das internationale Proletariat zur Frage des die Forderung auf allgemeine einjährige Dienstzeit nicht weit genug bringen. Die einjährige Dienstzeit können wir nur als Amendement wir haben wichtigeres zu thun als das. Zwei internationale Kongresse Katzenstein wünscht, hätten wir keine Möglichkeit, zur Beratung zu Frauen- Wahlrechts steht. Das hieße offene Thüren einrennen, und gingen. Was das letztere betrifft, so ist es selbstverständlich, daß verlangen, wenn innerhalb des bisherigen Systems von den Gegnern haben sich bereits rüchaltlos principiell für das Frauen- Wahlrecht wir damit nicht einen Fußbreit abgehen wollen von unsrer Forderung der Volkswehr an Stelle der stehenden Heere. Es handelt kommen. Ueber Opportunismus will ich hier nicht sprechen; es iſt Praris in allen den Fällen, wo das Proletariat gezwungen ist, den Kampf Anträge eingebracht werden; es wird ja eine neue Militärvorlage erklärt. Was wir mit unsrem Antrag sagen wollen, ist, daß in der sich um eine sofort durchführbare, volkstümliche Maßregel bei der einfach eine Frage der praktischen Zweckmäßigkeit. Ganz und gar Forderung auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit, ich dagegen, daß ein besondrer Gesezentwurf eingebracht werden soll, der für die weitere demokratische Ausgestaltung des Wahlrechts überhaupt die in das bestehende Militärſyſtem wie das spitze Ende eines die Anerkennung des Rechts auf Notwehr gegen Mißhandlungen verlangt. aufzunehmen, auch die Forderung des Frauen- Wahlrechts die ihr Keils eindringen und es auf diese Weise sprengen würde, so daß Dieses Recht besteht ja formell schon jetzt. Als ich als Einjähriger vom Situation hat aus rein praktischen Rücksichten das Proletariat aller gebührende Bedeutung zuerkannt wird. Gerade in der gegenwärtigen der Uebergang zur Volkswehr unvermeidlich wäre. Diese Forderung Lieutenant gefragt wurde, was ich thäte, wenn jemand mich mißauch in den Militarismus erwartet. Daß die bin Die Debatte wird eröffnet. Mit zur Debatte stehen die Anträge 4, 4a) und der Antrag Molkenbuhr. Klara Zetkin: Der Zweck des Antrages 4 ist ein praktischer. Liegt auf dem Wege zum Milizsystem. Ich kann mich hierbei auf handelte, erwiderte ich:„ Ich würde ihn festnehmen und als verrückt Kulturländer im eignen Interesse die Pflicht dazu. In allen Kultureinen Gesinnungsgenossen berufen, der im allgemeinen nicht in dem abführen!"( Heiterkeit.) Da sagte mir der Offizier:„ Das lassen Sie lieber ländern, wo das Proletariat politisch aufgeklärt und organisiert Artikel zum Parteitage u. a. die Aufgabe zu, für eine Abkürzung„ Das kann ich mir nicht vorstellen." Damals war ich noch weniger wird geradezu herausgefordert, alle Versuche, seine politische Bes Verdacht steht, das Princip abzuschwächen. Kautsky weist in seinem bleiben; da könnten Sie doch Zuchthaus friegen!" Ich erwiderte: kämpfend auf den Plan tritt, da versucht mehr oder weniger offen die Reaktion die Rechte des Volkes zu schmälern. Das Proletariat der Dienstzeit einzutreten. So ist Genosse Kautsky in demselben opportunistischen Sumpf versunken( Heiterkeit), in den die Genossen mißtrauisch gegen Gerichte, als ich es später geworden sein soll. " зи betreten. haben. wir müssen handeln. wir Wir eine des ersten Berliner Wahlkreises gesunken sind, die auch nicht im sings in einem besonderen Falle auch anerkannt worden. Solange mehr und mehr praktische Bedeutung beimißt. Wir haben die Kämpfe des ersten Berliner Wahlkreises gesunken sind, die auch nicht im( Heiterkeit.) Das Recht auf Notwehr steht im Gesetz und ist neuer- wegungsfreiheit zu hindern und zu mindern, dadurch zu beantworten, daß es der Ausgestaltung des Wahlrechts in demokratischem Sinne allgemeinen in einem solchen Rufe ſtehen. Unser Antrag ist aber die bestehenden Instanzen nicht geändert werden, solange können mehr und mehr praktische Bedeutung beimißt. Wir haben die Kämpfe besonders wichtig für die Agitation unter der Land- wir nichts machen. Ich erinnere nur an das Bromberger Urteil, um die Erweiterung des Wahlrechts in Norwegen, Schweden, Belgien, bevölkerung.( Sehr richtig!) ( Sehr richtig!) Die von uns aufgestellten Forde- wo Leute, die nach dem allgemeinen Rechtsbewußtsein nicht einmal wir haben sie vor allem in nächster Zeit hier in Sachsen, im Lande zuleiten wäre. Die Zeit zum Kampf gegen das bestehende Militär- worden sind. Deshalb bitte ich Sie, den Weg des Antrags 72 nicht rauenwahlrechts nicht, sei es in Rücksicht auf sogenannte bürgerliche Begründung eine allgemeine antimilitaristische Propaganda eine etwas Strafbares gethan haben, zu den höchsten Strafen verurteilt des Dreiflassenwahl- Unrechts. Und dabei darf die Forderung des system ist günstig. Die Entrüstung über Militärmißhandlungen ist Aus der Debatte über die parlamentarische Thätigkeit ergiebt der Massen in den eignen Reihen, hintangestellt werden. Verbündete wie in Belgien, sei es in Rücksicht auf den Unverstand allgemein, die manchmal so merkwürdig milde von Militärgerichten sich, daß wir alle einig sind über die Art und Weise, wie die wollen weiter nichts, als daß der internationale Kongreß auf die beurteilt werden, während man mit Blut zu schreiben versteht, wenn Fraktion im Parlament vorzugehen hat, und ich möchte Sie bitten, Bedeutung der Frage hinweist und den Genossen erklärt: es genügt es sich um Vergehen Untergebener gegen Vorgesezte handelt. Was schließlich die dritte Forderung unfres Antrages betrifft, so handelt dem Antrag zuzustimmen, der den größten Teil der Anträge der es fich hier um eine grundsätzliche Frage von allererster Bedeutung. Fraktion zur Erwägung überweisen will. Ich fasse es so auf, daß nicht, auf der principiellen Stellungnahme auszuschlafen, sondern Bebel hat seit Jahren mit unermüdlichem Eifer gegen die Soldaten wir nicht Gesezentwürfe à tout prix( um jeden Preis) zu machen Aber wenn wir auch dieser Auffassung sind, so sind wir doch mißhandlungen gekämpft. Aber erst im letzten Winter hat er im haben, sondern daß wir die betr. Gegenstände, wie z. B. die Brom= Reichstage das Wort ausgesprochen, das auf uns alle wie eine berger Angelegenheit, bei der ersten möglichen Gelegenheit zur Sprache gegen den Antrag 4a, das Frauenwahlrecht als besonderen Bunit auf die Tagesordnung zu setzen. Mit diesem Antrag würden Sie Befreiung gewirkt haben wird, das Wort vom Recht der gefeßlich bringen sollen.( Beifall.) Der Antrag Hoffmann- Nowawes wird angenommen; da- sich in Widerspruch jetzen zu einem vorher abgelehnten Antrage. gewährleisteten Notwehr.( Bebel: Habe ich vor zehn Jahren schon einmal im Reichstage gesagt 1) Um so besser! Hierin liegt der nach werden die Anträge 70, 71, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, Sie haben vorhin beschlossen, daß wir die Forderung des Frauenwahlrechts nicht herausgreifen und einzeln vertreten wollen, sondern 82, 83, 84, 85, 87, 121, 131 der Reichstags- Fraktion zur Erwägung im Zusammenhang mit den Forderungen, die wir auch noch zu Kernpunkt. Die Verpflichtung zu blindem Gehorsam züchtet zu überweisen und über die Anträge 72, 85a und 88 zur Tages- Gunsten der Männer auf dem Gebiet des Wahlrechts zu erheben die Mißhandlungen, und so lange der Soldat ungeset liche Handlungen seiner Vorgesetzten nicht zurückweisen darf, zurückweisen darf, ordnung übergegangen. haben. Halten wir den allgemeinen Zusammenhang fest, Die Resolution 100 wird von Zubeil im Einverständnis mit den fo fo lange ist er meiner Ansicht nach ein blindes Werkzeug, das Genossen in Teltow- Charlottenburg zurüdgezogen. erreichen wir weit mehr. Wir verfallen dann nicht, unzu jedem Unrecht und Verfassungsbruch mit Erfolg gebraucht werden bekünimert um alle Damit ist Punkt 3 der Tagesordnung erledigt. Sticheleien von frauenivahlrechtlicher fann. Der Fahneneid bedeutet aber nichts andres als eine Verin eine Der Parteitag tritt darauf in Punkt 6 der Tagesordnung: winnen dadurch praktisch, indem Seite, einseitige Frauenrechtlerei, und wir ge= pflichtung auf die bestehende Verfassung und segt voraus, daß der der Agitation Der internationale Kongreß in Amsterdam 1904" fräftigere Grundlage geben als heute. Ich würde es durchaus be Soldat nicht zur Verlegung der Verfassung gebraucht werden darf. Ich bitte deshalb um Annahme des Antrages 72.( Beifall.) Auf Anfrage des Vorsitzenden Kaden zieht Kazenstein seinen Barteitag beauftragt den Barteivorstand, bei dem internationalen tongreſſes gesetzt würde: der Kampf um die Eroberung des demoDazu ist ein Antrag Moltenbuhr eingegangen:„ Der grüßen, wenn auf die Tagesordnung des nächsten internationalen oben angeführten Antrag zurück. einzeln als Frau Ihrer- Pankow: Wenn auch die im Antrag 85 enthaltenen Bureau dahin zu wirken, daß die Arbeiterversicherung mit als Bunkt der Tagesordnung zu behandeln, finde ich so wenig der Be Forderungen im allgemeinen zum eisernen Bestand gehören, so find doch einige darunter, über die durchaus noch teine volle ueber- u Amsterdam gesetzt wird, damit dieser gemeinsame Forderungen deutung des Stongresses angemessen, als wollte man auf die Tageseinstimmung und Klarheit herrscht. So sind einzelne dieser Genossen festsetzt, die die Arbeiter aller Länder an die Gesetzgebung zu richten ordnung eines internationalen Kongreſſes die Forderung unfres Programms seßen, den Beginn des Wahlrechts auf das 20. Lebens20, bes gegen die specielle Forderung des Verbots der Nachtarbeit für Frauen; jahr zu normieren. Ich möchte Sie also bitten, die Resolution 4 Der Antrag wird genügend unterstützt. man sagt, dadurch werde der allgemeine Arbeiterschutz gefährdet. anzunehmen, dagegen den Antrag 4a abzulehnen.( Lebhafter Das Referat erstattet Die Nachtarbeit hat mun aber doch für Frauen eine ganz andre BeBeifall.) deutung als für den Mann. Die Frau, die nachts in der Fabrik Molkenbuhr: Parteigenossen! Wenn ich beantragt habe, einen arbeitet, kann nicht wie der Mann am Tage ausruhen, sondern sie Ich werde sehr kurz sein können, da es mir natürlich nicht ein- vielleicht etwas nüchternen Gegenstand auf die Tagesordnung des muß dann ihr Hauswesen versehen und für die Kinder forgen. fällt, bei diesem Punkt längere Ausführungen darüber zu machen, nächsten internationalen Kongresses zu sehen, so bin ich dazu verSo lange die Arbeiterin zugleich Hausfrau ist, ist die Nachtarbeit daß die deutsche Partei die Internationalität des Proletariats aller anlaßt durch den ersten internationalen Arbeiterkongreß zu Paris. für die Frau viel schädlicher als für den Mann, und so Länder zu fördern bereit ist. Wir haben es immer als unsre Ehre Dort haben wir seiner Zeit die Forderungen formuliert, die wir auf lange ist es zweifellos durchaus berechtigt, speciell die Forderung des angesehen, unsre Schuldigkeit auch in Bezug auf die internationale dem Gebiete der Arbeiterschutz- Gesetzgebung stellen. Dadurch ist ein Verbots der Nachtarbeit für Frauen zu erheben. Bisher hat man Bewegung im vollsten Maße zu thun. Wir haben bereits im vorigen einheitliches internationales Aftionsprogramm auf diesem Gebiete auch immer die Beobachtung gemacht, daß solche Schutzmaßnahmen Jahre beschlossen, den Kongres in Amsterdam möglichst zahl- geschaffen worden, das ausgebaut werden muß durch Einfür Frauen eine günstige Rückwirkung auf den Männerarbeiterschutz reich zu beschicken. Der Kongreß war für dieses Jahr beziehung der Arbeiterversicherung. Dieses Thema beschäftigt schon hatten. Ein Verbot der Nachtarbeit für Frauen würde sehr bald in Aussicht genommen, und wir danken es den Vertretern jezt von Zeit zu Zeit internationale Kongresse, von denen der letzte in eine allgemeine Einschränkung der Nachtarbeit auch für Männer nach unsrer Bruderparteien im internationalen Bureau, daß sie, Düsseldof getagt hat. Auf diesen Kongressen erfährt die Welt, welche fich ziehen. Ein andrer Punkt ist die Anstellung weiblicher Fabrik zum Teil auch in Rücksicht anf die besonders große Arbeit, die der Forderungen Versicherungstechniker und Regierungsmänner auf inspektoren. Bisher haben wir nur Assistentinnen, die feinerlei Selb- deutschen Partei gerade in diesem Jahre obliegt, einem Wunsche von diesem Gebiete erheben. Auch die Arbeiter müssen sich mit dieser ständigkeit haben. Damit diese Beamten die nötige Selbständigkeit deutscher Seite zugestimmt haben, den internationalen Kongreß um Frage international beschäftigen, da der Gegenstand bald in diesem, auftaucht. erhalten, ist die Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren unbedingt er ein Jahr zu vertagen. Ich glaube, daß die Vertreter Deutsch bald jenem Lande So sind in Frankreich, Belgien, in forderlich. Unfre Petition an den Reichstag für Arbeiterinnenschuß lands im internationalen Bureau mit diesem Wunsche im Sinne in Без Holland Arbeiterversicherungs- Gesetze ist ja in vielen Buntten dem Reichstag zur Berücksichtigung überwiesen der Partei gehandelt haben. Der Kongreß wird nun im nächsten raten worden. Dabei zeigte sich eine eigentümliche Unklarheit. Das internationale Bureau worden. Nur über Punkt 9, der für Frauen das aktive und passive Wahlrecht Jahre in Amsterdam stattfinden. zu den Gewerbegerichts- Wahlen fordert, ging der Reichstag zur hat seine Aufgabe, die ihm der vorige internationale Kongreß gestellt Tagesordnung über. Dadurch dürfen wir uns nicht abschrecken hat, nach besten Kräften zu erfüllen gesucht. Ich habe Ihnen im *) 4. Die Genossinnen von Altona, Berlin, Dresden lassen; es handelt sich hier um eine der dringlichsten Forderungen, vorigen Jahre darüber berichtet. Ich kann heute noch hinzufügen, die immer wieder erhoben werden muß. Mit dem Kinderschutz- Gesetz daß auch inzwischen Konferenzen des internationalen Bureaus statt- IV., V. und VI Kreis, Elberfeld, Eßlingen, ist ja niemand recht zufrieden, die Gesetzgeber selbst wohl auch nicht gefunden haben und daß alle Fragen, die das Proletariat aller Eichlingshofen, Glauchau, Görlig, Blankenese a. E., Das Gesetz muß unbedingt auf die ausgedehnt werden, für die es Länder bewegen, dabei zur Verhandlung gekommen und, wie wir alberstadt, Iserlohn, Köln a. Rh., Königsberg, jezt noch nicht gilt, auf die Kinder, die in der Landwirtschaft und in glauben, im Interesse der Socialdemokratie aller Länder behandelt Slein- Auheim, Leipzig, Ohrdruf i. Th., Ober= ber Heimarbeit thätig sind. Das sind die drei Punkte, über die ich worden sind. Reichenbach i. V., Augsburg, Hamburg, Naumburg, spreche; treten Sie in der Agitation für diese Forderungen ein. Wir haben uns jetzt mit der Frage zu beschäftigen, ob die reis Nieder- Barnim, Magdeburg, Mülhausen Wenn wir fie einheitlich und geschlossen vertreten, so werden wir deutsche Partei Veranlassung hat, noch irgend welche Anträge auf im Elsaß. Quedlinburg, Reichenbach i. 2., Strals die Tagesordnung zu stellen. Vor einigen Wochen hat das inter- sund, Kreis Teltow Beeskow Charlottenburg. sie allmählich auch durchbrüden fönnen,( Beifall.) nationale Bureau den provisorischen Entwurf der Tagesordnung für 28orms, ittenberge und Oberursel beantragen: den Kongreß versandt, er ist auch in unsrer Presse veröffentlicht Bu Punkt 5 der Tagesordnung. Der Parteitag erklärt: Bei den worden. Unfre Vertreter haben dieser provisorischen Tagesordnung Kämpfen, welche das Proletariat für die Eroberung des allgemeinen zugestimmt, und bisher haben sich auch, abgesehen von einigen An- gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Staat und Gemeinde trägen, innerhalb der Partei keine Wünsche für die Vervollständigung führt, muß das Frauen- Wahlrecht gefordert, in der Agitation grunddieser Tagesordnung geltend gemacht. Die Parteileitung ist denn säglich festgehalten und mit allem Nachdrud vertreten werden. 4 a. Parteigenossen von Frankfurt- Lebus: Bei dem Ein Schlußantrag wird ohne Debatte angenommen. Eingegangen ist noch ein Antrag Haberland- Barmen, die Anträge 71, 73, 74, 75, 77, 80, 81, 83, 85, 85a, 121 und 131 der Fraktion zur Berücksichtigung zu überweisen, über die Anträge 70, 72, 76, 78, 79, 84 und 88 zur Tagesordnung überzugehen. Persönlich bemerkt Singer: in ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) 3 M Kautsky: Ich möchte ein Mißverständnis beseitigen. Kaßenstein auch der Meinung gewesen, daß die provisorische Tagesordnung 3 internationalen Bureau zu Brüffel, das den Internationalen Socia hat gemeint, daß ich in meinem Artikel mit der Forderung der Ver- billigen sei. fürzung der Dienstzeit gegen unsre Programmforderung auf Einführung In unsrer Tagesordnung befinden sich die Anträge 4 und 4 a. liftentongreß zu Amsterdam für das Jahr 1904 vorbereitet, zu des Milizsystems verstoßen habe. Ich gebe zu, daß die Fassung der Stelle Jch kann natürlich in diesem Augenblick nur für meine Person beantragen, daß die Frage der Eroberung des Frauen- Wahlrechts auf nicht glücklich war, aber Kazenstein hätte sich sagen müssen, daß gerade sprechen, möchte aber meinen, daß sich auf dem Parteitag keinerlei seine Tagesordnung gesetzt werde. Verantwortlicher Nedakteur: Julius Kalisti in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 218. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteitag der socialdemokratischen Partei Dentschlands. ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) Persönlich bemerkt zum Schlußwort Freitag, 18. September 1903. Soeben wird noch ein Amendement zur Resolution 180 gestellt, das erst in Druck gegeben werden soll. Alle diese Anträge werden in ihrer Gesamtheit zur Unterstützung gestellt. Die Unterstützung reicht aus. oft Anträge, die nicht die ganze Materie erschöpfen, sondern nur einen Bunit betreffen, nämlich den Hauptpunkt. Sonst dürften wir auch den Achtstundentag nicht fordern, weil außerdem noch andre Forderungen der Arbeiter vorhanden find. Eine solche Praris, wie fie hier die Genoffin Betfin empfiehlt, haben wir nie befolgt und Auf Anregung Ewalds wird auch noch Antrag 17, der die tönnen wir nicht befolgen. Ich glaube also, daß die Diskuffion nötige Unterstützung findet, mit zur Debatte gestellt. Das gilt vor allem für Frankreich und von dem Entwurf einer Alters- nichts ergeben hat, was gegen die Annahme des Antrages 4a spräche. Singer: Bemerken will ich, daß auch bei diesem Punkte, wenn und Invaliditätsversicherung, der von Millerand herrührt. Genosse Uebrigens machen wir ja nur einen Vorschlag für die Tagesordnung der Parteitag meinem Vorschlage folgen will, die Beschränkung der Millerand hat das Gefühl für die internationale Solidarität so ver- des weiteren Wongresses. Ob die Frage dann wirklich zur Ver- Redezeit aufgehoben ist. Ein Widerspruch erfolgt nicht. loren, daß er darin Ausländer, die in Frankreich wohnen, wohl Beis handlung kommt, darüber hat der Kongreß selbst zu entscheiden. Gemeldet haben sich zu diesem Punkt bisher 55 Redner.( Heiterträge zahlen läßt, aber ihnen keine Rechte dafür giebt.( Hört! hört!) Ich bitte Sie also, alle drei Anträge anzunehmen und bezüglich feti.) Es hat sich eine gewisse Mißstimmung unter den Delegierten Dies eine Beispiel zeigt, wie notwendig es ist, gewisse inter- der Beschickung des Kongresses den Münchener Beschluß zu wieder- darüber geltend gemacht, daß sich die Redner, bevor noch dieser nationale Grundsäge aufzustellen. Die Bismärdischen Geheimräte holen.( Bustimmung.) Punkt zur Verhandlung fam, in die Rednerliste haben einzeichnen find ja erheblich weiter gegangen als Genosse Millerand. Es giebt lassen.( Sehr richtig!) Es ist das eine Gewohnheit aller bisherigen bestimmte Mindestforderungen, die international erhoben werden müssen, Klara Zetkin: Jch konstatiere, daß Singer gegen eine Rede ge- Parteitage. Nirgends besteht ein gwang, sich erst dann zum Wort 3. B. bei der Bekämpfung socialer Krankheiten. Ich habe es sprochen hat, die ich gar nicht gehalten habe.( Heiterkeit.) Ich habe zu melden, wenn der Gegenstand herankommt. Es ist immer so gewiederholt erlebt, wenn in andern Ländern Arbeiterversicherungs- nicht gesagt, daß wir die Frage des Frauen- Wahlrechts von den handelt worden, daß die Genossen sich zu der ihnen angemessen erGesetze erscheinen, daß die dortigen Genossen an mich schreiben, ich andern Frauenforderungen nicht lösen könnten, sondern, daß wir sie scheinenden Zeit vormerken lassen. folle ihnen sagen, wie ich dazu stehe. nicht von unsren allgemeinen demokratischen Forderungen, die wir Es entwickelt sich eine Geschäftsordnungs- Debatte. Peus verweist Für uns in Deutschland hat die Sache auch eine gewiffe für Männer und Frauen erheben, lostrennen sollten.( Sehr richtig!) auf§ 1 der Geschäftsordnung und schließt daraus, daß sich die praktische Bedeutung. Man sagt uns so oft: wir würden ja weiter Der Antrag 4a wird abgelehnt, Antrag 4 sowie der Antrag Redner loyalerweise nur in dem Augenblick zum Wort melden gehen, wenn die andern Länder uns nur folgen wollten. Diesen Molkenbuhr angenommen. Entsprechend dem Antrag Singer wird dürften, wo der Gegenstand auf die Tagesordnung kommt. Leuten muß der Wind aus den Segeln genommen werden, wir müssen der Münchener Befchluß betreffend die Beschickung des internatio-( Bustimmung.) Sonst ist eine Bestimmung in der Geschäftsordnung zeigen, daß die Arbeiter international weitergehende Forderungen nalen Kongresses ernenert. erheben. Ich will nur daran erinnern, daß ein belgischer Arbeiterkongreß, der sich mit der Unfallversicherung beschäftigte, mit seinen Forderungen zurückgeblieben ist hinter der deutschen Unfallgesetzgebung.( Hört! hört!) Deshalb ist es notwendig, daß sich der nächste internationale Kongreß mit dieser Frage der Arbeiterbersicherung beschäftigt und damit die notwendige Ergänzung zu den Beschlüssen des internationalen Kongresses zu Paris über die Arbeiterschutz- Gesetzgebung liefert.( Bravo!) Heinrich Braun: Nur ein kurzes Wort zur Empfehlung des Antrags 4a. Genoffin Zetkin, die gegen diesen Antrag eintrat, fagte, man solle nicht offene Thüren einstoßen. Aber gerade der von ihr empfohlene Antrag enthält nur die Aufforderung, einen Punkt unfres Programms geltend zu machen. Gerade das heißt doch offene Thüren einrennen.( Sehr richtig!) Dagegen zeigen uns An trag 85a, über den man zur Tagesordnung übergegangen ist, und Antrag 4a einen praktischen Weg zur Erlangung des Frauenwahlrechts. Klara Bettin meinte, wir sollten uns durch die Vorwürfe und Sticheleien der Frauenrechtlerinnen nicht beinflussen Tassen. Gewiß, das wollen wir nicht, aber wir sollen auch die Aktion der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen für das Frauen- Wahlrecht nicht allzu geringfchäßig behandeln. Für dies Recht treten sehr einflußreiche Parteien in verschiedenen Ländern ein. Im englischen Parlament fehlten bei der legten Debatte nur wenige Stimmen zur Annahme des Frauenwahlrechts; in England treten die liberalen Parteien dafür ein im Gegensatz zu unfren dortigen Genossen.( hört! hört!) Darin liegt eine große Gefahr. Wir sollten uns auch hier nicht den Wind von den bürgerlichen Parteien aus den Segeln nehmen lassen. Deshalb empfehle ich in Uebereinstimmung mit Singer den Antrag 4a. Niemeyer- Hamburg tritt der Anschauung Molkenbuhrs bei. Wir dürfen aber nicht etwa für die Uebertragung der deutschen Verficherungen auf andre Länder eintreten, sondern müssen Reformen erstreben, in der Richtung, daß etwa die Beiträge bei der Krankenversicherung von den Arbeitern, bei der Unfallversichung von den Unternehmern, bei der Invalidenversicherung vom Staat auf zubringen find. Entsprechend müßte die Verwaltung reformiert werden. Bei der Invalidenversicherung würde es sich empfehlen, als Altersgrenze das 60. Lebensjahr festzusehen. darüber nötig, wieviel Wochen vorher sich die Redner einschreiben Damit ist Bunft 6 der Tagesordnung erledigt. lassen dürfen.( Heiterkeit.) Sonst ist keine Gerechtigkeit möglich. Knden verliest folgende Sympathiekundgebung: Wie die Schwierigkeit im Augenblick zu beseitigen ist, weiß ich nicht. Der Parteitag spricht den um den Behnstundentag kämpfenden Vielleicht empfiehlt es sich, eine neue Rednerliste aufzustellen.( Bu Textilarbeitern in Crimmitschau, die unter unglaublichem Polizei- ftimmung und Widerspruch. Bebel: Das wäre ein schönes Wettdruck und unter Beugung der in Bezug auf das Koalitionsrecht rennen!) bestehenden Bestimmungen ihren Kampf mit einem rücksichtslosen Hoffmann- Berlin schließt sich der Ansicht des Vorredners an. Fabrikantentum kämpfen, seine volle Sympathie aus.( Bravo!) In Zukunft müsse die bisher beliebte Praxis geändert werden. Der Zehnstundentag bildet eine Etappe auf dem Wege zur Erlangung Jegt läßt sich freilich nichts mehr ändern, denn sonst würde das des Achtstundentages. Deshalb ist den im Vordertreffen stehenden Bureau von den Rednern attakiert werden.( Heiterkeit.) 7500 Textilarbeitern die volle moralische und materielle Unterstützung von seiten der Arbeiter eine Pflicht.( Bravo!) Den kämpfenden Brüdern wünscht der Parteitag vollen Erfolg.( Lebhafter Beifall.) Kaden: Ich stelle feft, daß der Parteitag sich einmütig dieser Sympathielundgebung anschließt.( Lebhafter Beifall und Hände flatschen.) Zu einer Erklärung erhält das Wort Singer: Daß Beus sich über unfre Pragis wundert, hätte ich faum erwartet, da er doch mit der gleichen Praxis parlamentarischer Körperschaften vertraut sein dürfte. Wir wollen die Verhandlungen nach Möglichkeit abkürzen, wir würden fie aber aufhalten, wenn jetzt die Redner herankommen und sich von neuem zu Wort melden wollten. Die geltende Geschäftsordnung enthält fein Berbot der vorherigen Wortmeldung. Wenn die Genossen darin einen Mangel sehen, können sie ihn ja fünftig ändern. Sollte aber in dieser Ausfassung ein Vorwurf gegen das Bureau liegen, so würde er durchaus ungerechtfertigt sein, weil wir genau jo gehandelt haben, wie die früheren Parteitage. Der Parteitag hat jedoch in dieser Frage die Entscheidung. Sollte aber die Aufstellung einer neuen Redner liste verlangt werden, dann würde ich doch empfehlen, die Vers ( Un- handlungen zu vertagen, damit der Aufmarsch der Redner sich vollziehen kann.( Heiterkeit.) Ich glaube aber, das richtigste wäre, die alte Liste bestehen zu lassen.( Bustimmung.) Pens- Dessau: Ich war gestern verhindert, an der Abstimmung über Antrag 7 teilzunehmen, da ich wegen einer Versammlung abreisen mußte. Ich erkläre daher, daß ich für den Antrag 7 gestimmt haben würde. Allerdings bin ich überrascht, daß ein solcher Beschluß überhaupt nötig war. Ich befürchte, daß durch den Beschluß mancher unter die Räder kommen kann, der nicht gepackt werden soll. ruhe. Rufe: Das ist doch keine Erklärung zu Protokoll.) Die Mittagspause tritt ein. Schluß 1% Uhr. Nachmittagssitung. 31 Uhr. Den Vorsiz führt Singer. Singer: Es ist folgende Resolution eingelaufen: Ebert- Bremen: Ich habe gehört, daß beabsichtigt wird, außer der Reihe zwei Genossen, die verschiedener Meinung sind, an erster Stelle sprechen zu lassen. Wenn der Parteitag das vorher gewußt hätte, dann hätte er der Aufhebung der Beschränkung der Nedezeit Der Parteitag spricht einhellig der Fraktion seine vollste An- Fraktion das parlamentarische Recht für sich in Anspruch nimmt, erkennung, seine Zustimmung und seinen ausdrücklichen Dank aus die erste Vicepräsidentenstelle zu besegen, es aber ablehnt, dafür die für die zur Abwehr des Buchertarifs im Reichstag angewandten Bedingung zu erfüllen, zu hofe zu gehen. Der II. und IV. Streis Maßnahmen, im besonderen für die energische Anivendung der so- ist der Ueberzeugung, daß die Anregung der ganzen Frage aus einer genannten Obstruktion. Grunwald. Jonas. Bergmann. W. Friedländer. Köckleriz. Baffehl. die Frage wohl für bürgerliche Kreise ein so großes Intereffe haben A. Fülle- Berlin II. A. Barthel. Rothe. H. Werner. Friz. Nob. Müller. tönnte, nicht aber für die socialdemokratische Partei. Im übrigen Klara Zetkin: Nur einige Bemerkungen gegen Braun! Es Storch. F. Höppner. Pohl. Rohleder. Langenstein. Leonhardt. erwartet der II. und VI. Kreis, daß die Genossen endlich aufhören, W. Gewehr. K. Haenisch. Gustav Lehmann. sich in allerlei Phantastereien zu ergehen, und daß sie mehr den handelt sich hier nicht um die Aufstellung einer theoretischen For derung, sondern um die Erzielung praktischer Resultate. Daß wir Diese Resolution gehört zu dem bereits erledigten Bunkt notwendigen praktischen Aufgaben der Partei ihre Aufmerksamkeit zulvenden. die Agitation der Frauenrechtlerinnen nicht unterschätzen dürfen, ist Parlamentarische Thätigkeit" und würde jetzt nur noch unter den gewiß richtig. Aber in Deutschland stehen wir leider vor der That aber vor, sie jetzt gleich zu erledigen. Hiergegen erhebt sich kein sonstigen Anträgen zur Verhandlung kommen können. Ich schlage fache, die frauenrechtlerische Agitation für das Frauensttimmrecht gar nicht hochschätzen zu fönnen.( Sehr richtig!) Der Verein für Widerspruch, das Wort wird nicht verlangt und so darf ich gar nicht hochschäßen zu können.( Sehr richtig!) Der Verein für wohl annehmen, daß der Parteitag diese Resolution angenommen Frauenstimmrecht hatte bei den letzten Wahlen nichts Eiligeres zu hat( Bebel: Einstimmig angenommen hat! Sonst bitte ich um thun, als die Forderung des Frauenstimmrechts aus seinem Abstimmung!) Programm zu streichen, als für die Kandidaten der Freisimmigen Volkspartei( Sehr wahr!) und gegen die soeialdemokratischen Es ist fein Widerspruch erfolgt und ich konstatiere, daß der Kandidaten zu stimmen, obgleich die Socialdemokraten für das Parteitag einmütig diese Refolution angenommen hat.( Bravo 1) Wir kommen nunmehr zu Punkt 4 der Tagesordnung: Die Taktik der Partei. Frauenwahlrecht fämpfen, während sich die Freisinnige Vollspartei gar nicht darum fümmert. Es trifft zu, daß in England aus bürgerlichen Kreisen für das Frauenwahlrecht lebhaft agitiert wird. Un- Die ersten drei Hauptpunkte: Neichstagswahlen, Vicerichtig aber ist es, daß die englischen Genossen gegen das Frauen präsidenten- Frage, revisionistischen Be wahlrecht eingetreten feien; sie sind nicht gegen das Frauenivahl- strebungen sind darin zusammengefaßt. Auch die Diskussion errecht im allgemeinen eingetreten, sondern nur dagegen, daß es als streckt sich über alle drei zugleich. beschränktes Wahlrecht zur Einführung gelangen sollte. Ich ver- Mit zur Verhandlung stehen die Anträge 89-91, 101-111, weise auf das Material, das Genoffin Lily Braun hierüber in 113 B, 129 und 130.*) trefflicher Weise im Archiv für fociale Gefeßgebung und Statistit" ( Leipzig- Stadt) erwartet, daß der Parteitag zu Dresden in der auf106. Parteigenossen in Leipzig Stadt: Die heutige Versammlung des Wahlvereins des zwölften Reichstags- Wahlkreises ( Leipzig- Stadt) erwartet, daß der Parteitag zu Dresden in der aufbreitet zu dem Zwecke dem Parteitag folgenden Antrag: geworfenen Vicepräsidentenfrage die Entscheidung trifft und unterDer Parteitag protestiert gegen die Zulassung irgend welcher Beteiligung von Parteivertretern an monarchischen huldigungen; er migbilligt entschieden die seit Jahren wiederholt zu Tage ges tretenen revisionistischen Bestrebungen einzelner Genossen und bes stimmter Richtungen in taktischen und parteigrundsäglichen Fragen; der Parteitag lehnt es bestimmt ab, den Klassenkampf- Charakter unsrer Partei aus Gründen vermeintlicher politischer Vorteile jemals verwischen zu lassen. 107. Barteigenossen in Leipzig Land: Die Parteibersammlung des 18. sächsischen Reichstags- Wahlkreises spricht sich mit Entschiedenheit gegen die von Bernstein, Vollmar und andern vertretenen Ansichten in Bezug auf die Vicepräsidenten Frage im Reichstage aus. Die Versammlung wendet sich vor allem dagegen, veröffentlicht hat. Gewiß wäre es Thorheit, wenn wir uns in*) 89. Parteigenossen im neunten badischen Wahl- daß solche Fragen von der Fraktion entschieden werden sollen, sie der Frage des Frauenwahlrechts von der bürgerlichen Frauen treise, Berlin II, III, Magdeburg, Wurzen, Stettin, hält vielmehr den Parteitag als die einzig richtige Instanz, ders bewegung den Wind aus den Segeln nehmen lassen wollten. Je Hannover, Düsseldorf. XVII. sächsischen Wahl- artige Fragen zu flären. Im weiteren erwartet die Versammlung, mehr es der Socialdemokratie gelingt, die Männer aus dem Pro- freise, Stuttgart: Die Fraktion hat den Anspruch auf den daß der Parteitag gegen die immer deutlicher auftretenden BernTetariat um ihre Fahne zu scharen, um so mehr werden die Sitz im Präsidium des Reichstages zu erheben, jedoch nur ohne jede steinereien in der Partei ein entscheidendes Wort spricht. Reaktionäre dazu gedrängt, die Forderung des Frauenwahlrechts Uebernahme fonventioneller Pflichten. 108. Parteigenossen im vierten hannoverschen Wahlin ihr Programm aufzunehmen, weil sie hoffen, auf diese Weise die 90. Parteigenossen in Mannheim: Es hat unsre Frattion treise: Der Parteitag erwartet von der socialdemokratischen umaufgeklärte Frau gegen den aufgeklärten Mann ausspielen zu ihren Anspruch auf die Besetzung des Vicepräsidiums im Reichstage Reichstags- Fraktion, daß diese getreu der bisherigen Gepflogenheit können.( Sehr richtig!) Aus diesem Grunde ist in Belgien ein großer Teil unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Sie setzt in das Takt Anspruch erhebt auf eine ihrer Stärke entsprechende Vertretung im des Centrums für das Frauenwahlrecht, aus diesem Grunde konnte gefühl und Selbstbewußtsein des eventuell Gewählten das Vertrauen, Reichstags- Präsidium. Er hegt zur Frattion aber auch das Vers bei uns Herr v. Kardorff erklären, er fürchte das Frauenwahlrecht nicht. Daß er bei Ausübung der ihm auferlegten Pflichten die Würde der trauen, daß diese an der feitherigen Tattit festhält, indem Um diesen Zwed, uns den Wind nicht aus den Segeln nehmen zu Boltsvertretung und die Machtstellung seiner Partei zu wahren weiß. fie es mit Entschiedenheit zurückweist, Verpflichtungen zu laffen, zu erreichen, genügt es vollständig, daß der internationale 91. Parteigenoffen in Köln Stadt wünschen, daß der übernehmen, bie weder bon der Berfassung noch bon Kongreß der Resolution 4 zustimmt. Eine besondere Debatte über Fraktion die Lösung der Vicepräsidenten- Frage überlassen bleibt. der Geschäftsordnung des Reichstags gefordert werden. die Frage ist aber auf dem Kongreß nicht notwendig, da die Sie haben zu den gewählten Vertretern der Socialdemokratie das die freie Meinungsäußerung innerhalb der Partei antasten zu wollen, socialistischen Parteien aller Länder in dieser Frage grundsätzlich Vertrauen, daß sie die Frage in einer das Interesse und die Ehre bedauert aber dennoch der Parteitag die Art und Weise, wie der übereinstimmen. der Partei wahrenden Weise entscheiden werden. Genosse Reichstags- Abgeordneter Eduard Bernstein Stellung zu der Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird an= 101. Parteigenossen in München Gladbach erklären sich obigen Angelegenheit genommen hat. einstimmig für das Festhalten an unfren Principien und für die Beibehaltung der bisherigen Taktit. genommen. Persönlich bemerkt Heinrich Braun: Der Schluß der Debatte hindert mich, die Ausführungen der Genoffin Bettin in einem thatsächlichen Buntte zu widerlegen. Im übrigen hat ja die Genossin Zetkin lediglich für den Antrag 4a gesprochen. Das Schlußwort hat Dhne 109. Parteigenossen für Steuß i. 2. und Krefeld: Der Parteitag für Reuß j. 2. und die Parteigenossen in Krefeld halten es für das parlamentarische Recht unsrer Reichstags- Frattion, entsprechend ihrer Stärke einen Sitz im Präsidium des Reichstags zu beanspruchen; sie weisen es aber ganz entschieden zurück, daß dabei andre als durch die Geschäftsordnung des Reichstags vorgeschriebene Bedingungen erfüllt werden. Die Barteigenossen erblicken in dem Vorschlage Bernsteins über die Besetzung der Vicepräsidenten- Stelle eine Renderung unsrer bisherigen altbewährten Taftit und erwarten vom Parteitag, den immer twieder auftretenden Tendenzen auf Aenderungen derselben gegenüber ein entschieden abweisendes Wort. Die Parteigenossen mißbilligen ferner auf das schärfste die Art und Weise des Vorgehens des Genoffen Bernstein in der Vicepräsidenten- Frage. 102. Barteigenossen Berlin V erklären sich mit der bisherigen Taftit der Partei einverstanden. Sie erblicken in dem Ausfall der Reichstagswahlen eine gewaltige Kundgebung und Aufforderung, den Stampf gegen die Realtion in allen ihren Schattierungen weiter zu führen ohne jede Konzession an bürgerliche Anschauungen und Singer: Selbstverständlich kann sich der Parteitag auch mit Staatsmännereien und erwartet angesichts der sich immer mehr verder Frage des Frauen- Wahlrechts beschäftigen, die Frage die bürger- schärfenden Klassengegensätze auf wirtschaftlichem und politischem liche Frauenbewegung aber, glaube ich, geht uns hier nichts an. Gebiete eine fcharfe und energische Vertretung der Klassenforderungen In der Bewertung dieser Bewegung stimme ich durchaus mit der des Proletariats. Genossin Bettin überein; es kann nicht Aufgabe der Socialdemo- 103. Barteigenoffen in Berlin I erklären, daß für die Partei fratie sein, Forderungen zu propagieren, die einzelnen Klassen oder keinerlei Grund vorliegt, zur Zeit in irgend einer Form oder bei Ständen der Frauenwelt Borteile verschaffen. Wir haben die Frauen irgend einer Frage von ihren alten proletarisch- revolutionären frage im Sinne unfres allgemeinen Brogramms zu behandeln, das Grundsägen und taktischen Maßnahmen abzugehen. Die Partei- 109a. Kreisfonferenz Nieder- Barnim: Die Versammelten uns verpflichtet, für die gleichen Rechte aller, der Männer wie der Versammlung erwartet vom Dresdener Parteitag, daß er dieser An- erklären sich entschieden gegen die Bestrebungen einzelner ParteiFrauen, einzutreten. Ich habe es für nötig gehalten, dies vorausschaumg in nicht mißzuverstehender Weise unzweideutig Ausdruck genossen, welche dahin gehen, die Partei von ihrer bewährten Kampfes zuschicken, weil ich im übrigen der Genossin gettin nicht zustimme. giebt. weise abzubringen und durch Konzessionen an die bürgerlichen Par Der internationale Kongreß fann ganz gut die Frage der Organi 104. Parteigenossen in Berlin IV sehen in der Art, wie Ge- teien anscheinende Erfolge zu erringen, die sich sicher als Schein sation des Frauen- Wahlrechts auf seine Tagesordnung setzen. Wir noffe Bernstein die Bicepräsidenten- Frage in der Deffentlich erfolge eriveisen werden. Die Kreisfonferenz spricht weiter die Ers würden den internationalen Stongreß beleidigen, wenn wir etwa teit behandelt hat, bevor er seine Meinung in der Fraktion, wartung aus, daß der Parteitag entschieden Stellung nehmen werde die Bermutung aussprechen wollten, daß er in dieser Frage anders deren Mitglied er ift, vertreten hat, eine Taftlosigkeit, gegen diejenigen Barteigenossen, die es mit ihrer Parteigenossenschaft entscheiden könnte, als in Uebereinstimmung mit unfren program- welche der Partei mehr schadet als must, und erwarten, daß Genoffe vereinbar halten, ihre Geisteserzeugnisse in bürgerlichen Blättern matischen Forderungen. Klara Betfin befürchtet wohl zu Bernstein sich fünftig bei Wahrung aller Meinungsfreiheit mehr den niederzulegen, die der Kontrolle der Partei nicht unterstehen, beztv. Unrecht, daß fich da Meinungsverschiedenheiten ergeben Interesse der Partei, als dem Sensationsbedürfnis anpaßt. Die von den Parteigenossen nicht verfolgt werden können. Die Konferenz tönnten. Wenn sie gemeint hat, die Frage dürfe deshalb Bersammlung spricht ihre Mißbilligung in schärfster Form allen den erwartet, daß unzweifelhaft ausgesprochen wird, daß solche Genossen nicht auf die Tagesordnung des Kongresses gesetzt werden, Genossen aus, welche in dieser Sache sich zu Mitschuldigen Eduard für Vertrauensstellungen innerhalb der Partei nicht in Frage kommen weil wir noch andre Forderungen, die die Frauen Bernsteins gemacht haben. fönnen. betreffent, berträten und weil mit der Frage des Frauen- Wahlrechts 105. Barteigenossen in Berlin II und VI: Die Partei- 110. Parteigenossen des Kreises Frankfurt a. D. 2ebus: für uns die Frauenfrage noch nicht erschöpft set, so schießt sie mit genoffen des zweiten und der Wahlverein des sechsten Berliner Die Kreistonferenz spricht den Wunsch aus, daß die vollkommene dieser Bemerkung doch sehr über das Ziel hinaus. Wir stellen sehr Streises stehen auf dem Standpunkt, daß unsre Reichstags- Einheit und Uebereinstimmung der Parteigenossen, die im Wahl0 = Der Parteitag ist mit dem Vorschlage Singers einverstanden. Bebel: " nicht zugestimmt für die nachfolgenden Redner. Ich beantrage die Ich sagte mir: Er hat die Frage Was nun?" aufgeworfen, aber agrarisch aufzutreten, aber noch viel weniger den Mut, Beschränkung der Redezeit wieder auszusprechen und damit den zuerst doch keine rechte Antwort gefunden. Aber auch namentlich die antiagrarisch aufzutreten, und eine Situation gefaßten Beschluß wieder aufzuheben. Parteipresse des Auslandes, insbesondere die Wiener Arbeiter- 3tg.", eingetreten, die in der That für Wirtschaftsleben Der Antrag wird abgelehnt. die ich stets mit größtem Interesse lese, hat ähnliche Gedanken der Nation in den nächsten Jahren von den verhängnisvollsten Singer: Ich mache nunmehr folgenden Vorschlag: Ich glaube, diskutiert. Es wird auch meine Aufgabe sein, in erster Linie die Folgen sein muß, weil alles, was wir in dem sogenannten es ist im Interesse der Diskussion wünschenswert, daß unbeschadet Frage zu behandeln: Welcher Art find die Veränderungen, Obstruktionskampf, wo wir nach der Ansicht der freisinnigen, selbst der Rednerliste zwei Genossen, von denen der eine feine Auf- die durch die Wahlen des Letzten Sommers herbei der bürgerlich- demokratischen Blätter wie der„ Frankfurter Zeitung" fassung, der andre eine entgegengesetzte zu verteidigen hat, geführt worden sind, und welchen Einfluß können sie auf eine so völlig unglückselige Taktik verfolgt haben sollen, vorausgesagt das Wort nehmen und gleichsam die Grundlage für unsre Diskussion die Haltung der Partei und speciell die Taktik der Fraktion haben, bis auf dem Tüpfelchen über dem i eingetreten ist. Sie haben liefern. Es sind die Genossen Bebel und Vollmar. Es handelt im Reichstag ausüben? Bei den letzten Wahlen sind ihren Zolltarif bekommen! Jezt sollen sie an die Arbeit gehen. Sie fich nicht eigentlich dabei um die Aufstellung von Referenten, der unsre Stimmen von rund 2107 000 Stimmen, die wir 1898 sind an die Arbeit gegangen, und da stellen sie sich in den Ministerien Parteitag bindet sich nicht. Um einer Legendenbildung vorzubeugen, hatten, auf ca. 3 010 000 die definitiven Zahlen liegen noch nicht bin, und müssen sich erst, wie ein russisch- offiziöses Blatt sich ausdrückt, stelle ich noch fest, daß die erste Wortmeldung zu diesem Punkte erst vor gestiegen. Das ist ein Stimmenzutvachs von über 900 000 gegenseitig beriechen( Heiterkeit), weil sie sich nicht trauen. Während gestern nachmittag erfolgt ist. oder ca. 43,7 Proz. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Bevölke- in der letzten Session des Reichstages unmittelbar nach Annahme Engler Freiburg i. Br. regt an, Bebel und Vollmar auch das rung seit 1898 um 8 Proz. sich vermehrt hat. Die Zahl der Wahl- des Zolltarifes hier die agrarische Mehrheit verlangte, daß die Schlußwort zu geben. berechtigten wird sich etwas stärker vermehrt haben, da die durch Regierung die Handelsverträge unbekümmert um die Wirkung fündige, Singer: Das wollen wir uns vorbehalten. schnittliche Lebensdauer des deutschen Volkes zugenommen hat. und während man damals hoffte, daß der im Herbst zusammentretende Uebrigens war die Wahlbeteiligung allgemein reger als 1898; faft Reichstag neue Handelsverträge zu beraten haben werde, ist heute die alle Parteien haben mehr Stimmen auf fich bereinigt größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß der nächste Reichstag, mag als 1898, allerdings iſt der Zuwachs bei feiner Partei die Session auch bis in das Frühjahr dauern, faum einen HandelsParteigenossen, bevor ich in meine Rede eintrete, muß ich Ihnen ähnlich its. Wir hatten 1898 58 Ab- vertrag zu beraten in der Lage ist. mitteilen, daß die Antragsteller Ihnen eine Aenderung der von mir. geordnete; 1903 ist die Zahl auf 81 gestiegen; d. h. die Fraktion Es besteht eine vollständige Führerlosigkeit in der inneren und Kautsky und Singer vorgeschlagenen Resolution Nr. 130 vorschlagen, zählte 1898 14,6 Proz. aller Reichstags- Abgeordneten, 1903 30,4 Proz. äußeren Politit, eine Plöglichkeit, ein ewiges Schwanken. Heute Wir drei hatten, ehe wir uns verständigten, jeder eine Resolution Die Erfolge der Socialdemokratie sind in der Hauptsache errungen hüh, morgen hott, einmal nach rechts, einmal nach links, heute ausgearbeitet. Wir sind vorgestern abend spät, nachdem eine Vor- auf Kosten der linksstehenden bürgerlichen Parteien. Wir haben ja vorwärts, morgen rückwärts! Ich weiß ja, es giebt Leute in den standssitung vorausgegangen war, um 1/2 10 1hr in eine Beratung auch eine Anzahl von Centrumstreisen erobert, ja fogar konservative oberen Regionen, die jeden Morgen mit der Frage aufwarten, ob eingetreten, die bis Mitternacht dauerte. Dabei hat derjenige, der Kreise, und wir würden das in erheblich größerem Umfang gethan nicht selbst während der Nacht ein Pulverfaß in die Luft gegangen die Resolution zur Reinschrift übernahm, übersehen, daß der Saz 1, haben, wenn das Wahlglück uns etwas günstiger gewesen wäre. Auf ist( Heiterkeit), ob nicht Entscheidungen von großer Trag der hier steht, von uns allen dreien, auch von dem Verfasser, ab- der andren Seite hatten die bürgerlich- liberalen Parteien sehr erweite erfolgt find, bei denen man sie hätte fragen müssen, gelehnt worden war und man sich auf einen andern Satz hebliche Ausfälle, die in der Hauptsache uns zu gute kament. Im in Wirklichkeit aber nicht hinzugezogen hat. Weiter haben geeinigt hatte und zwar folgenden, den ich Ihnen ganzen also hat sich die Linke nicht erheblich geändert, aber die Halben- die Militär- und Flottenpolitik und die daraus hervorgegangenen hiermit vorschlage: Der Parteitag fordert, daß die und Viertelsmänner sind ausgeschieden und wir an die Stelle getreten. folossalen Lasten in weiten Kreisen des Volkes die höchste UnzuFraktion zwar ihren Anspruch geltend macht, die Stelle Es ist also insofern eine erhebliche Aenderung zu Gunsten der Linken friedenheit hervorgerufen. Es ist ferner die Weltpolitik, in des ersten Vicepräsidenten und eines Schriftführers im Reichs- eingetreten, als die Zahl der Männer, die in Bezug auf Volks- der wir uns fortgesetzt Blamagen geholt haben, wie China, tag durch Kandidaten aus ihrer Mitte zu besetzen, daß sie es aber forderungen sowohl im Sinne der bürgerlichen Freiheit, wic ins- in Venezuela usw. Wo immer die stolze Flotte und teilweise auch ablehnt, höfische oder sonstige Verpflichtungen zu übernehmen, die besondere im Interesse der Arbeiterklasse fünftig im Reichstage zu die stolze Armee zu thun gehabt hat, da haben die ungeheuren Kosten nicht durch die Reichsverfassung oder die Geschäftsordnung des Reichs- sprechen haben, erheblich größer geworden ist, aber in Bezug auf den Resultaten in keiner Weise entsprochen. Alles das muß jetzt ſelbſt tages begründet sind." die Entscheidung bei Abstimmungen des Reichstages, und dem einfachsten Mann im Volfe einleuchten. Er hört immer und Nun ist ja mit Ihrer aller Einverständnis beschlossen worden, namentlich bei wichtigen, ist so gut wie feine Aenderung immer wieder von einer neuen Militärvorlage, einer neuen daß, wenn auch der offizielle Titel des jetzigen Punftes Taktik lautet, zu erwarten. Auch in diesem Reichstage hat das Centrum Flottenvorlage, neuen Kolonialplänen. Wir wollen ja überall dabei doch insbesondere die Reichstagswahl, ihr Verlauf und ihre zwei Mehrheiten zur Verfügung. Geht das Centrum mit der in der Welt, wo ein Nagel einzuschlagen ist, unsren Schild daranhängen. Bedeutung für die fünftige Haltung der Partei beziehentlich der Rechten und den Nationalliberalen, auf die es ja in fast allen Fällen Von alledem hört der Bürger. Er weiß, daß er es ist, der in der Fraktion mitberücksichtigt werden sollen. Dieser Beschluß rechtfertigt zählen kann, so hat es die Mehrheit, und macht es, was im nächsten Hauptsache seine Söhne für Heer und Marine zu opfern hat; er sich auch dadurch, daß nach den Wahlen nicht allein innerhalb der Reichstag noch seltener als früher vorkommen wird, mit der Linken weiß, daß die Steuern erhöht werden müssen, daß das alles Kosten Partei, besonders auch bei den Parteigenossen des Auslandes, bei gemeinsame Sache dabei wird es sich nie um Haupt- und find ohne irgend welchen Vorteil, und daß in dem Maße, wie das denen ungeheuere Freude über den Ausfall der Wahlen herrschte, Kardinalfragen handeln so giebt es eine linke Mehrheit, bei der alles wächst und steigt, nicht etwa ein Zustand größerer Ruhe und als auch bei unsern Gegnern die Frage aufgeworfen wurde: Was die Entscheidung ruht. Sicherheit eintritt, sondern daß im Gegenteil dieser ganze Zustand wird denn nun nach diesem weit über Erwarten großen Erfolg die Auf der andern Seite wird man sich infolge des Ausfalls der Unruhe und Zerfahrenheit erhöht wird. Die Gefahr einer GeSocialdemokratie thun? In dieser Frage schon äußerste sich die der Wahl auf der rechten Seite weit mehr als bisher zusammen- waltkatastrophe wächst in demselben Maße, wie alle diese Meinung, daß diefe Resultate in bezug auf die künftige Thätigkeit schließen. Die Angst des Bürgertums, die schon bei den engeren Rüstungen steigen. Er weiß weiter, daß die breiten Massen der socialdemokratischen Fraktion im Reichstag von solcher Be- Wahlen zum Ausdruck gekommen ist und die meisten Anhänger der des Volkes in erster Linie die Kosten aller dieser Unterdeutung seien, daß sie wahrscheinlich eine Aenderung des bürgerlichen Parteien veranlaßte, gegen die Socialdemokraten zu nehmungen zu tragen haben, daß auf der andern Seite ganzen Verhaltens der Fraktion beziehungsweise der Partei stinumen, selbst wenn der ärgste Reaktionär in Frage kam aber gerade die Klassen, die diese Rüstungen und diese Politik herbeiführen würden. Besonders ein Blatt, das in den diese Angst wird in Zukunft bei den Parteien des unterstützen, von den Lasten für diese Politik vollständig befreit sind. letzten Tagen hier viel genannt wurde, die Zukunft", war es, Reichstages, speciell beim Centrum, noch mehr zum Ausdruck Alle diese Kosten werden auf die arbeitenden Klassen abgewälzt. erörterte in einem Leitartikel unmittelbar nach den Wahlen durchaus komen.( Sehr richtig.) Das Centrum wird nach meiner festen Das wird so bleiben trotz aller schönen Versicherungen des objektiv die Frage, ob in der That die Fraktion die bisherige lieberzeugung, und mit ihm die Parteien der Rechten, in Zukunft im Centrums, daß es bei künftigen Steuern verlangen würde, daß die angeblich negierende Haltung im Reichstage auch fürderhin bei- Reichstage noch reaktionärer zu stimmen geneigt sein.( Sehr richtig!) breiten Massen des Volfes nicht weiter herangezogen werden. Alles behalten würde. Kautsky schrieb sofort in der nächsten Nummer der Darüber dürfen wir uns nicht täuschen. Es ist sehr charakteristisch, das ist nur Phrase, nur Schein. Darin gipfelt auch das Resultat Neuen Zeit" einen Artikel: Was nun?, in welchem ebenfalls diese daß die Kreuz- Zeitung" unmittelbar unter dem Eindruck des Ne- des letzten Wechsels im Staatssekretariat des Reichs- Schazamts. Frage aufgeworfen wurde. Der Artikel enthielt für mich ganz brillante sultats der Hauptwahl schrieb:„ Die Not der Zeit gebietet und Stellen, aber am Ende desselben war ich doch nicht viel flüger, als vor- zwingt, den Kampf zwischen Rom und Wittenberg aus dem her, was mir sonst eigentlich bei Kautskyschen Artikeln nicht passiert. politischen Leben auszuschalten trotz aller Bedenken." Ein Kampf, der nahezu vier Jahrhunderte das christliche Deutschland gespalten hat, ein Kampf, der in seiner Totalität einen ungeheuren unheilvollen ( Schluß im Hauptblatt.) Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Streit der Gürtler. Bewilligt haben jezt 62 Firmen mit Die nächste Streitversammlung der Gürtler findet am Montag vormittag statt. Es wurde noch bekannt gegeben, daß auch in Mainz die Gürtler wegen Lohnforderungen in den Streik getreten sind. Zuzug nach dort ist fernzuhalten. Kampf zu Tage getreten ist, auch in den Verhandlungen und Beschlüssen des Parteitages zur Geltung tommen möge, Einfluß auf die ganze geistige und kulturelle Entwicklung des und daß in erster Linie die wichtigen, für die Inter Deutschen Reichs bis zu diesem Tage ausgeübt hat, dieser Kampf essen des Proletariats bedeutsamen Forderungen soll jetzt mehr und mehr zurücktreten; es soll mehr und erörtert werden, nicht aber die im Verhältnis dazu ganz un- mehr eine Geschlossenheit eintreten, aber nicht um die 427 Gürtlern. Streifbrecher sind nur in wenigen Betrieben und nur bedeutende Frage der Vicepräsidentschaft und dergleichen einen großen Rechte und Freiheiten der Nation зи fördern, sondern einzelne vorhanden. Der Streit gewinnt immer noch an Ausdehnung. Teil der kostbaren Zeit des Parteitages in Anspruch nehmen möge. umgekehrt zu ihrer Unterdrückung und Hintanhaltung. Das In der Versammlung der Streikenden am Donnerstag wurde eine 111. Parteigenossen im zweiten sächsischen Wahl ist also das Resultat, das dieser Wahlkampf für die bürger- ganze Anzahl von Betriebe genannt, wo teils die Gürtler erst jetzt Freise: In Erwägung, daß die Kampfesweise unsrer Gegner lichen, namentlich die rechtsstehenden Parteien zur Folge gehabt hat. in den Ausstand getreten sind, teils die Arbeiter der verwandten in den Landgemeinden eine schroffe wird, in fernerer Er- Daß das so fonimen mußte, konnte dem aufmerksamen Beobachter Branchen, wie Schleifer und Dreher zwecks Unterstützung der Gürtler wägung, daß unsre Gegner in der großen Mehrzahl über schon seit Jahren nicht mehr verschlossen bleiben. In vielen Rich die Arbeit eingestellt haben. Mit dem Fortgang der Bewegung Besitztum, als Häuser, Wirtschafts- oder Bauerngüter, verfügen tungen ist ja gerade in dieser Beziehung der deutsche Kaiser mit sowie mit der Haltung der Streifenden fann man vollkommen zu und unsre Genossen, welche sich an der Agitation öffentlich beteiligen feinem impulsiven Wesen eine sehr willkommene Persönlichkeit auch frieden sein. Die Situation ist sehr günstig für die Streifenden. oder als Vertrauensmänner usw. die Partei vertreten, sehr schwer für uns. Wir können an seiner Haltung in hohem Grade abmessen, Alle Versuche der Unternehmer, die Streifenden wankend zu schädigen, indem die Herren Hausbesitzer ihren Mietsbewohnern wie die Stimmung an den entscheidenden Stellen ist. Wir können machen, bleiben erfolglos. Der Inhaber der Firma Wabisch, einfach fündigen, dieselben dann aber sehr schwer eine neue Wohnung an seiner Stellungnahme ganz genau merken, wie der Wind weht, Gitschinerstraße, hat, wie der Referent Cohen mitteilte, im Drte bekommen fönnen, beantragen wir, daß die Partei be- und die Art, wie der Repräsentant des einzigen protestantischen am Mittwochabend ganz bestimmt erklärt, er werde die Forderungen strebt sein muß, überall, wo sich solche Mißstände zeigen, Häuser zu Kaisertums in der Welt sich schon seit einer Reihe von Jahren zu unterschreiben, falls ihm nachgewiesen würde, daß sein größter erwerben event. Bauerngüter in eigne Regie zu nehmen. dem Oberhaupt der katholischen Kirche und der höheren und niederen Konkurrent ebenfalls unterschrieben habe. Num brachte Cohen dem 113 B. Da die Parteipresse zu sehr eventuellen Schwankungen katholischen Geistlichkeit gestellt hat, war im höchsten Grade sympto- Herrn am andern Morgen den Beweis. Aber Herr Wabisch unterder Papierpreise unterworfen ist, erhält der Vorstand die Direktive, matisch und hat gezeigt, wohin die Strömung geht: Rückwärts, schrieb doch nicht und sagte: das hätte er wohl am Mittentweder selbst oder mit Hilfe von Genossenschaften in rückständigen rückwärts, Don Rodrigo! Das ist vielleicht ein nicht ganz un- woch versprochen, jest wäre Donnerstag, da gelte Wahlkreisen, vornehmlich in Domänen des Centrums, eigne Papier- bedeutendes Moment der Thatsache, daß gerade unsre Partei in das nicht mehr.. fabriken zu errichten, um dadurch der Parteipresse teilweise zweck einem so bedeutenden Maße an Stimmen gewonnen hat. mäßigeres Papier zu liefern und mehr Unabhängigkeit zu verschaffen. Wir wissen ganz genau und haben es nie geleugnet Im weiteren, um zu zeigen, daß ein Teil der Forderungen des Pro- ist es doch keine Schande, sondern eine Ehre für uns gramms für die Arbeiter schon heute durchzuführen ist, und den einen daß bei allen Wahlen, vielleicht mit Ausnahme der ersten Wahlen oder andren Wahlkreis sicherer zu stellen. unter dem Socialistengesetz, wo es eine Gefahr bedeutete, social- Die Lohnbewegung in der Kartonindustrie. Auf den Beschluß der 129. In der Präsidialfrage erklärt die Konferenz demokratisch zu wählen, eine erhebliche Stimmenzahl auf unfre Versammlung vom Montag, der dem Vorsitzenden der Fabrikanten für den Wahlkreis Dortmund- Hörde folgendes:„ Es Kandidaten entfallen ist von Leuten, die sich zunächst nicht als Social- Vereinigung sofort zugesandt wurde, ist wie Brückner in ist selbstverständlich, daß die Fraktion den Posten des ersten Vice- demokraten bekannten. Das sind die sog.„ Mitläufer". Die Motive, der Versammlung am Mittwoch mitteilte noch keine Antwort präsidenten zu fordern und alle sich aus dieser Stellung ergebenden die diese Leute bewegten, sind sehr verschiedenartig, aber natürlich eingelaufen. Wie verlautet, hat sich die Vereinigung für infompetent geschäftsordnungsmäßigen Verpflichtungen zu übernehmen hat. nicht im einzelnen festzustellen. Aber wir haben solche Mitläufer, erklärt, da ihr nur ein oder zwei der für die Bewegung in Betracht Dagegen weist die Konferenz mit Entrüstung die Zumutung zurück, wir dürfen auch zugeben, daß in dem Maße, wie die Partei in ihrer kommenden Firmen angehören. Es handelt sich bei dieser Lohus diesen Posten durch die Uebernahme höfischer Verpflichtungen zu Totalität wächst, auch prozentual die Zahl der Mitläufer gewachsen bewegung bis jetzt nur um Forderungen der Nieter, derjenigen erkaufen. Ist jede Teilnahme an monarchistischen Demonstrationen ist. Auf der andern Seite steht aber fest, daß, mag die Zahl der Kartonarbeiter, die das Zusamunennieten von meist zu Versand= für die Partei schon an sich ganz unzulässig, so ist sie das doppelt Mitläufer bei den einzelnen Wahlen größer oder kleiner gewesen zweden bestimmten Kartons besorgen. Nun haben am Mittwochnach den Reden von Essen und Breslau. Die Konferenz erblickt in sein, die Socialdemokratie selbst in steigendem Maße nachmittag sieben der bedeutendsten Firmen dieser Branche im diesen Vorschlägen einen neuen Ausfluß jener revisionistischen mit der Sicherheit eines Naturgesetzes an Stimmenzahl Bureau des Buchbinder- Verbandes um eine Verhandlung über die Strömung, die darauf hinausläuft, die Partei zu verbürgerlichen gewachsen ist, daß, mochte auch der eine oder andre Forderungen nachgesucht, die am Freitag stattfinden soll. Unter und von dem Boden des proletarisch- revolutionären Klassenfampfes Mitläufer bei fünftigen Wahlen abfallen, neute an seine diesen Umständen erklärte der Referent es für zweckmäßig, wenn mit abzudrängen. Die Konferenz verurteilt diese Bestrebungen aufs Stelle traten und mit der Zahl der Mitläufer zugleich die Zahl der der Arbeitsniederlegung noch gewartet wird. Die Versammlung schärfste und erwartet eine gleiche Stellungnahme vom Parteitag." Socialdemokraten gewachsen ist, die bei der Partei geblieben sind. beauftragte die Tarifkommission, unter Herzuziehung des Vorfizenden 130. Der Parteitag fordert die Fraktion auf, es in der Frage Das ist das Entscheidende und das außerordentlich Erfreuliche. Wie der Zahlstelle Berlin des Buchbinder- Verbandes, diese Verhandlungen der Besetzung der Vicepräsidenten- und Schriftführerposten im Reichs immer die Dinge fommen mögen, so können und dürfen wir nach zu führen. Die Versammelten erwarten, daß die minimalen Säße tage bei ihrer bisherigen Stellung- Ablehnung aller nicht durch dieser Richtung fest auf unsre Anhängerschaft bauen. Es konnte bes Tarifs voll und ganz anerkannt werden. Zwecks Berichterstattung die Geschäftsordnung vorgeschriebenen Verpflichtungen zu be- feinem unsrer Genossen, wie auch keinem dieser Mitläufer, An- und Beschlußfassung über das Ergebnis der Verhandlungen soll am laffen. hänger und Gesinnungsgenossen, wie wir die Nichtorganisierten Montag eine weitere Versammlung stattfinden, die beschließt, ob die Der Parteitag verurteilt auf das entschiedenste die revisionistischen nennen, zweifelhaft sein, wen er wählte, als er einem Socialdemokraten Arbeit niedergelegt werden soll oder nicht. Bestrebungen, unfre bisherige bewährte und sieggekrönte, auf dem seine Stimme gab. Denn wenn unsre Kandidaten und Flugblätter Selaffenkampf beruhende Taktik in dem Sinne zu ändern, daß an versäumt haben sollten, das zu sagen, so haben unsre Gegner die Stelle der Eroberung der politischen Macht durch Ueberwindung Agitationsarbeit für uns übernommen, sie haben uns in einem unsrer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Lichte dargestellt, so schwarz, so gefährlich, daß ich mir schon oft geOrdnung der Dinge tritt. fagt habe: folche Vogelscheuchen hat man aus euch gemacht, und doch Die Folge einer derartigen revisionistischen Taktik wäre, daß haben diese Vogelscheuchen so viel Stimmen bekommen. Alle Abaus einer Partei, die auf die möglichst rasche Umwandlung der befchivenkungsmethoden haben nichts genügt bei diesen Männern, die stehenden bürgerlichen in die socialistische Gesellschaftsordnung hin- haben gesagt: schwazt und schimpft, verleumdet nur, soviel ihr wollt, arbeitet, also im besten Sinne des Wortes revolutionär ist, eine wir wählen doch einen Socialdemokraten. Partei tritt, die sich mit der Reformierung der bürgerlichen Gefell- Freilich dürfen wir uns auch weiter fragen: Welche verschiedenen schaft begnügt. Momente haben dazu beigetragen, die Zahl unsrer Anhänger in Der Parteitag verurteilt ferner jedes Bestreben, die vorhandenen, diesem Maße zu vermehren? Da ist kein Zweifel, daß in immer stets wachsenden Klaffengegensäße zu vertuschen, um eine Anlehnung weitere Kreise des deutschen Volkes der Unwille, die Unzufriedenheit, an bürgerliche Parteien zu erleichtern. ja die Empörung über unsre vollständig zerfahrenen inneren Zustände Der Parteitag erwartet, daß die Fraktion die größere Macht, die bringt. Die vollständige Kopflosigkeit unsrer inneren wie äußeren fie durch die vermehrte Zahl ihrer Mitglieder wie durch die gewaltige Politik macht immer weitere Kreise der Bevölkerung bedenklich und Zunahme der hinter ihr stehenden Wählermassen erlangt, entsprechend treibt sie der einzigen Partei, die bisher scharf, klar und ziel von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. den Grundsätzen unsres Programms dazu benutzt, die Interessen der bewußt ihren Weg gegangen ist, in die Arme. Es ist die vollständige S. 36. Sie müssen auf Zahlung flagen. O. S. Die Verjährungs. Arbeiterklasse, die Erweiterung und Sicherung der politischen Freiheit Stagnation, wenn nicht der offene Rückschritt in der Befriedigung frist beträgt 3 Jahre. Bestreifen Sie. A. B. 64. Ihre Schadensersat und der gleichen Rechte für alle aufs kraftvollste und nachdrücklichste der notwendigsten Kulturbedürfnisse nicht allein im Reich, sondern pflicht hängt davon ab, ob das Vergehen Ihres Sohnes als„ grobes wahrzunehmen und den Kampf wider Militarismus und Marinismus, auch Die Frage dürfte zu Ihren Gunsten in den Einzelstaaten, der zahlreiche Elemente der Verschulden" zu erachten ist. Wenn Ihr Mietsvertrag nicht das wider Kolonial- und Weltpolitik, wider Unrecht, Unterdrückung und Socialdemokratie zuführt; es ist die traurige Finanzwirtschaft verneinen sein.-G. S. 24. Gegenteil besagt: ja. M. O. 1. Nein. 2. Ja. R. B. 1. Durch Weiter Ausbeutung in jeglicher Gestalt noch energischer zu führen, als es in Staat und Reich, die Plan- und Biellosigkeit unsrer Handelspolitik. Heben. 2. 5 Mart 60 Pig. gebunden, 6 Mart 35 Big. mit Nachtrag. ihr bisher möglich gewesen ist. Man hat, was man immer den Agrariern von seiten der Ne- A. K. 101. Sie können mit Aussicht auf Erfolg auf Zahlung der Bebel Kantsty. Singer. gierung vorgeworfen hat, doch nicht den Mut gehabt, ganz Alimente flagen.. G. 204. Rein.- 2. M. 72. Ihre Anfrage Achtung! Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. In der Deutschen Buch- und Kunstdruckerei in 3offen sind sämtliche Kollegen und Kolleginnen heute wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Zuzug ist streng fernzuhalten! Streifarbeit ersuchen wir streng zurückzuweisen! Drisverwaltung des Buchbinder- Verbandes. Achtung! Gießerei- Arbeiter. Bei der Firma Gebauer, Eisens gießerei, Bankstraße( früher Rudolf u. Kühne), haben sämtliche Gußpuzer wegen Preisdifferenzen die Arbeit eingestellt. Vor Zuzug wird gewarnt. Die Ortsverwaltung. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends -- it unverständlich. Besuchen Sie die juristische Sprechstunde. F. Herz.| Aufgebot vorhanden sein. 2. Bis zur Vollendung des 21. 23- bietens der Bruderschaft dem Verschwägerten gegenüber besteht kein fefter 1. Sie können, wenn nichts vereinbart ist, angemessenen Lohn verlangen. jahres bedürfen eheliche Kinder der Einwilligung des Vaters, n- Brauch in der Regel bietet der Berständigere das Duzen an. 7. Cine 2. Ja. G. K. G. Sie können bei dem Landgericht Beschwerde eheliche der der Mutter. 3. Beim Aufgebot werden verlangt: die Ge- tirchliche Trauung ist für die Rechtsbeständigkeit der Ehe völlig unerheblich. einlegen. Db diese Erfolg hat, läßt sich nicht voraussagen. urkunde beider, die Militärpapiere des Bräutigams, eine beglaubign Die Ehe wird durch das Ja der Heiratsluftigen vor dem Standesbeamten 2. M. 34. 1. Ja. 2. Ja. 3. Nein. 4. und 5. Sie brauchen eine willigkeitserklärung des Baters( oder der Mutter) für die etwa noch n nder geschlossen. Dieser Heirat kann sich ein Hochzeitsschmaus, ein Gang in die andre Wohnung sich nicht aufdrängen zu lassen. Verlangen Sie, daß die jährige Braut. 4. Das Aufgebot erfolgt in der Gemeinde oder i den Kirche, eine Hochzeitsreise anschließen: irgendwelche Rechtsfolgen sind an Wohnung Ihnen in völlig brauchbarem Zustand übergeben wird, und feilen Gemeinden, wo die Verlobten ihren Wohnsiz haben, ferner wenn einer der solche Ceremonien nicht geknüpft. dem Birt mit, daß Sie von dem Vertrag zurücktreten, wenn nicht inner- Berlobten seinen gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb seines gegenwirtigen 2. P. 14. Diese Manipulation kann als Beweis dafür angesehen werden, halb 3 Tagen die Wohnung von dem von Ihnen hervorgehobenen Mangel Wohnsitzes hat, auch in der Gemeinde seines jezigen Aufenthalts und daß es sich nicht um eine geschlossene Gesellschaft handelt, deren Veranbefreit wird. B. R. Die Ansicht des Flugblattes ist nach dem Gesetz die endlich, wenn einer der Verlobten seinen Wohnsiz innerhall der staltungen polizeilicher Genehmigung nicht unterliegen. Rummel 23. zutreffende. Elender. 1. Ja. 2. Das wäre möglich, aber strafbar. lezten sechs Monate gewechselt hat, auch in der Gemeinde seines Bis zum dritten Tage des letzten Quartals tann gekündigt werden. Liegt 5. B. 50. 1. Ja. 2. Ja. 3. Wenn nichts andres vereinbart ist, so besteht früheren Wohnsizes. Es ist daher zweckmäßig, dem Standesbeamten die Sache so, wie Sie schildern und ist ein schriftlicher Vertrag nicht ge14 tägige Kündigungsfrist. Da der Meister aber mit Niederlegung der eine polizeiliche Anmeldung über den Zuzug mitzubringen. Der Ashang schlossen, so geht der Vertrag ohne weiteres mit dem 1. Oktober zu Ende. Arbeit einverstanden war, so können Sie auf Lohnzahlung flagen. erfolgt zwei Wochen lang. 5. Vor der Heirat müssen mindestens 200 starten Gesundbrunnen 42. Das Borgehen der Behörde entspricht den gesetzB. M. Uns unbekannt. G. 98 und andre Heiratsfrager. geklebt sein, wenn die junge Frau den Anspruch auf Rückerstattur der lichen Bestimmungen. Sie können einen Antrag auf Erlaß an die Steuer1. Zur Eheschließung ist für die Braut Zurücklegung des 16., für Hälfte der für sie geklebten Marken geltend machen will. Sie verlier dann deputation richten. G. R. 120. Soweit ersichtlich, liegt eine Verpflichden Bräutigam Volljährigkeit( Burücklegung des 21. Lebensjahres aber alle Ansprüche aus der Versicherung. Klebt sie selbst weiter( min aftens tung der Berufsgenossenschaft nicht vor. Um Ihnen ausreichende Antwort oder Volljährigkeitserklärung nach vollendetem 18. Lebensjahre) er- 40 Marten in je zwei Jahren), so behält sie ihre oft wertvolleren Ani cüche, zu erteilen, müssen Sie darlegen: wo? in welcher Fabrit? für welchen forderlich. Das Ehemündigkeitsalter muß bei der Anmeldung zum z. B. die Möglichkeit, eine Heilstätte zu besuchen. 6. Rücksichtlich de An- Unternehmer? ist gearbeitet? Ferner: wie lautet das Krantenkassenstatut? Inserate Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. reitag, 18. September. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Goldenes Kreuz. Jabotte. Schauspielhaus. König Heinrich IV. I. Teil. Weften. Dalibor. Leffing. Auferstehung. Berliner. Alt- Heidelberg. Residenz. Das beste Mittel. Neues. Pelleas und Melisande. Deutsches. College Crampton. Central. Die Fledermaus. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Liederspielhaus( Kroll.) Liederspiele und Idyllen. Bision nach dem Balle. Schiller O.( Wallner- Theater.) D' Fleck auf d. Ehr'. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Bibliothekar. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weik. Amor in Wichs. Luisen. Einer von unsere Leut'. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Passage Theater. Specialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Bon der Zugspike zum WakStern mann. Juvalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Freitag, 18. Septbr., 7, Uhr: 1. Freitags- Abonnements- Borstellung. Die Fledermaus. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Sonnabend, 19., 71%, Uhr: Die Geisha. Sonntagnachm. 3 Uhr, halbe Preise: Die Fledermaus. Abends 72 Uhr: Der Zigeunerbaron. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Von der Zugspitze Zuftspiel in 5 Aften v. W. Shakespeare. Schwank in 4 Akten von G. v. Moser. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Sonnabendabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Der Fleck auf der Ehr'. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Talisman. Sonntagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Talisman. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Panopticum Apollo- Theater. Cirkus Schumann Friedrichstr. 165 Lebend!! die zusammengewachsenen Schwestern 20 Jahre alt. Violin. Virtuosinnen! Z JOOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Gr. Militär- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 4-5, 6-7 Uhr, Sonnt. 12-1, 4-5 u. 6-7 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 72 Uhr. Neues Theater. Das befte Mittel. Schiffbauerdamm 4a- 5. Bum 50. Male: Pelleas und Melisande. Anfang 7, Ufgr. Sonnabend: Eine Frau ohrie Bedeutung Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Freitag: Schwank in 3 Aften von A. Bisson. Bearbeitet von B. Jacobsohn. Morgen und folgende Tage: Diefelbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Winterschlaf. Zum 135. Male: Die Liebes- Jusel mit dem grandiosen Post- Ballett. Miss Mildred de Grey Original- Barfuss- Tänzerin. Clermonts Cirkus. Montrel. Pöttingers Schwed. Damen- Quintett. Neu! leb. New Messters Biophon, Ph. u. sprech. Photographie. In Vorbereitung: Frühlingsluft. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Das Moto- Mädchen. Laut Urteil des kgl. KammerHeute Freitag, den 18. September, abends 72 Uhr: Brillante Vorstellung. Unftreitig die befte LöwenGruppe in Berlin. Serr Julius Seeth, Beherrscher der Wüstenkönige mit seinen 25 männlichen Löwen ( ausgewachsene Exemplare), Geschent Sr. Majestät des Kaisers von Abessynien. 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Metropol – Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Der grösste Erfolg dieser Saison! Casino- Theater. Emil Thomas a. G. Lothringerstraße 37. Anfang 8, Sonntags 72 Uhr. Großer Sensations- Erfolg! Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Rosa Marton. Grete Meyer. Müller Lincke. Tolle Kadetten. Neuestes! Borher das glänz. Eröffnungsprogr. Sonntagnachm. 4 Uhr: Ein edles Weib. Luisen- Theater. Zum erstenmal: Einer von unsere Leut'. Boffe mit Gesang von D. Stalisch. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Das neue Gebot. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu kleinen Preifen: Kabale und Liebe. Abs. 8 Uhr: Einer von unsere Leut'. Montag: 100 000 Thaler. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Maria Stuart. Ein Trauerspiel von Fr. v. Schiller. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Geschlossen. Allerneuestes! Dramatis Balletts. 3 in E vildern. Glänzende 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 19. September: us Zum 250. Male: Neuestes! Allerneuestes! Reichshallen Stettiner Sänger ( Mehsel, Pietro, Briffon, Steidl, Böhme, Böd mann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. zahlen 50 Pf. Anfang ges Bumi 10 ubr des Vorstellung 5 Uhr. b. Tanzes Punkt Uhr. Entree 30 Pf. Diese Vorstellungen und Ball finden jeden Sonntag statt. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Heute: Grosse Extra- Elite- Vorstellung. Die goldene Spinne. Swant in 4 Arten von Schönthan. Theodor Dir. Rich. Winkler. Ehrenkarten und Vorzugsbillets gültig. Pariser Soubrette. Ten Ichi, die kaiserl japanische Gauklergruppe. Die Papstbilder Biograp und das diesmonatliche SensationsProgramm. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Streichkonzert. Dienstag und Donnerstag: Harburger Sänger. Nach d. Vorst.: Tanzkränzchen. Boranzeige! Vom 1. Oktober ab jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Schauss' Künstler- Ensemble ,, Nordsterne". Nach jed. Borst.: Tanzkränzchen. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Freitag: Keine Vorstellung. Sonnabend: Sonnabend, den 19. September cr.: Sonntag, den 20. September 1903, Genießet das Leben. Lebensbild in 2 Aften mit Gesang. Das Robert und Bertram. nachmittags 3 Uhr: Abends 7 Uhr: vornehme Septemberprogramm. Mensch, ärgere dich nicht. Anfang 8 Uhr. Sanssouci. Rottbuserthor Stat. der Hochbahn. Hoffmanns WohlfahrtsNorddeutsche Sänger Geld- Lotterie. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theaterabend. Sonnabend, den 19. September: Die Lieder des Musikanten. Boltsstück mit Gesang in 5 Aften bon Rudolf Kneisel. Nach der Vorstellung: Extra- Tanzkränzchen. An diesem Abend kommen Bassepartouts für die Wintersaison zur Ausgabe. Hauptgewinne: 100 000 Mark 50 000 Mark 25 000 Mark Ziehung 28. Sept. bis 2. Oktober. Originallose a Mk. 3,50. Porto und Liste 30 Pf. J. Eisenhardt, Neustrelitz. Nur bestellte Lose, kein Ersatz, werden versandt.[ 24/ 11* Plattiert Kammgarn a 3,25 u. 3,50. Reinwoll. 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Um rege Beteiligung ersucht 249/5 Der Vorstand. Socialdemokratisch. Wahlverein für den Bezirk Rummelsburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Dienstag, den 15. 6. M., unser Mitglied, der Cigarren macher 8/7 Wilhelm Pohlmann ( Neue Prinz Albertstraße 65) im 57. Jahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitagnachmittag 5 Uhr, von der Leichenhalle des hiesigen Stirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Kopfläusenebst Brut verUnschädlich. Erfolg überraschend. In Drogerien 50 Pfg schwinden sofort d „ Pufft" Stenographie Stolze- Schrey. Neue Unterrichtskurse in der vereinfachten Stenographie beginnen im Arbeiter- Stenographenverein: Dr. Schünemann Dienstag, 22. September, Specialarzt für Haut, Harn und bei Lehmann, Schulstr. 29. Frauenleiden, Seydelstr. 9. Freitag, 25. September, bei 12-13, 6-4,8, Sonnt. 9-11. Grupe, Annenstr. 16. Scheruchs Festsäle Rüdersdorferstrasse 45 ( am Küstriner Platz). Neu renoviert! Nen renoviert! 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Sontag, den 20. September, vormittags 10 Uhr, im großen Saale der Brauerei Königsstadt, Schönhauser Allee 10/11: , Vereinigung der Zimmerer Deutschl. Ausserordenti. Mitglieder- Versammlung. Telephon: Amt III, 5028. Bureau: Berlin C., Dragonerstr. 15. Sonntag, den 20. September 1903, vormittags 10 Uhr, in den Industrie- Festfälen, Beuthstr. 20: Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umg. " Tages Drdnung: 257/17 1. Was verlangen wir von der Stadt?" Referent: Genosse Waldeck deutscher Gewerkschaften. 3. Vereins- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Manasse. 2. Berichterstattung vom VI. Kongreß der Freien Bereinigung 134/7 Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. Im Auftrage der örtlichen Verwaltung: H. Neumann. Läden und Geschäftsräume. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Hente, Freitagabend 8%, Uhr: Sitzung der Orts- Verwaltung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Sonnabend, 19. Sept. 1903, in Kellers gesamten festsälen, Koppenstr. 29: Tischlerverein zu Berlin. 1893 Stiftungsfest 1903 ( E. H. 89.) Sonnabend, den 19. September, abends 812 Uhr, Melchiorstraße 15: Versammlung. Zages Drdnung: Unterstüßungsgesuch. Vereinsangelegenheiten. Bezahlung der Beiträge. Aufnahme neuer Mitglieder. 199/10 Unser 32. Stiftungsfest findet am 3. Dktober in Sanssouci, Rottbuserstr. 4a, statt, bestehend in Soirée der Norddeutschen Sänger und Ball. Billets a 30 Pf. sind in der Versammlung und bei allen Vorstandsmitgliedern zu haben. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Fachuerein der Bretterträger, sowie BrettSchneider Berlins und Umgegend. Sonntag, den 20. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, im KönigstadtKasino, Holzmarktstraße 72: Mitglieder- Versammlung Lages- Ordnung: 1. Bericht vom 6. Stongreß. 2. Wie stellen sich die Kollegen zur Centralisation unsrer Berufsgenossen? 3. Vereinsangelegenheit. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Berschiedenes. 19/13 Da die Tagesordnung so wichtig ist, ist es Pflicht eines jeben Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen! Der Vorstand. Oderbrucher und pommersche Gänse sowie Gänsefleisch, Lebern, Liesen u. Gänseklein empfiehlt zu den billigsten Tagespreisen Fritz Weber, Grüner Weg 57, Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter. straße 9, parterre. im Keller. Sinfonie- Konzert. Gesang. Festrede. Grosser Ball.( Tanzfrei.) Bahlstellen und auf dem Bureau, Gewerkschaftshaus, Zimmer 11, zu haben. An der Kontrolle werden keine Billets verkauft;" dieselben sind auf allen Anfang präcise 8%, Uhr. Billet 50 Pf. Programm gratis. 87/11 Das Komitee. Auf den Zahlstellen wird am 19. September von 7-9 Uhr tassiert. Arbeller- Radfahrerverein Charlottenburg ,, Berlin". Krummestrasse 5 Sonnabend, 19. Septbr.: Herren- Garderoben nach Mass Stiftungs- Fest in der Brauerei Friedrichshain von Karl Ehring, Schneidermeister. ( früher Lipps). Billets sind zu haben Stofflager, englische u. deutsche Stoffe. bei K. Streßmann, Gartenstraße 39. Solide Preise. 26282* Sonntag 2 Uhr: Koppenplay nach Tegel zu Krause. Zurückgekehrt. Prinzen13/12 Dr. Simmel, Str. 41, Dr. Hamburger, Hussitenstr., prakt. Arzt und Augenarzt. Eigne Werkstätten! Specialarzt für[ 23/20 Haut- und Harnleiden. Süd- Oft. Neanderstraße 11, 11a und 12. Räden, Lager- und Bureauräume. Oft. Bödikerstraße 30, Ede Goßlerstr. 32. Läden mit Wohnung. Nord. 25832* Dudenarderstraße 35, 36 n. 37. Läden mit Wohnung. Specialläden für einen Bäcker und Restaurateur. Näheres daselbst bei den Verwaltern. 25822* Wohnungen. Nord. Dudenarderstraße 35, 36, 37 und 38. 1, 2, 3 Zimmer, Küche 2c. Nord- West. Oldenburgerstraße 31. 2 u. 4 Zimmer. Küche, Bad 2c. Neanderstraße 11, 11a und 12. 2, 3 Süd- Ost. und 5 Zimmer, Küche, Bad 2C. Oft. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 18. September 1903. Lohnbewegung der Berliner Omnibusangestellten. die Angelegenheit eventuell dem Einigungsamt des Gewerbegerichts favorgelegt wird. Wie der Vorsitzende bekannt machte, sind jetzt über 1000 Omnibusangestellte organisiert. In der Versammlung wurden über 200 Neuaufnahmen vollzogen. Der Wahlkrawall in Laurahütte. Beuthen D. S., 16. September. Es sind noch etwa 25 Beugen zu bernehmen. Ende kommen. Zur Beratung über das Urteil wird dann, wie der Vorsitzende mitteilt, eine längere Pause eintreten müssen. Rechtsanwalt Steiniz stellt zum dritten Mal den Antrag, den Angeklagten Lehnert aus der Haft zu entlassen, da der einzige Belastungszeuge seine bestimmte Aussage vorher zurückgezogen hat. Das Gericht lehnt den Antrag zum dritten Mal ab. Dr. Steinig stellt neue Beweisanträge in Aussicht. Berliner Partei- Angelegenheiten. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag fand im großen Saale von Buggenhagen eine Versammlung der Schaffner, Kutscher, Stallleute und Hofarbeiter von allen Depots der Allgemeinen Berliner Omnibusgesellschaft statt, die von über 1000 Personen besucht war und einen Beweis bildete für den Ernst der Bewegung, die gegenwärtig unter den Omnibusangestellten herrscht und min zur Entscheidung drängt. Der Referent A. Werner schilderte die unmenschliche Ausbeutung und rigorose Behandlung, der die An- Die Mutter Woznizas wird noch einmal als Zeugin unbeeidigt gestellten ausgesetzt sind. Sie müssen täglich 16 bis 17 Stunden vernommen, sagt aber nichts Wesentliches aus. Zeuge Wawrosch, Der socialdemokratische Wahlverein des sechsten Berliner Dienst thun für ganz erbärmliche Bezahlung, die für Schaffner ein Bruder des Angeklagten Wawrosch, fagt aus: Vor dem Gaft- Reichstags- Wahlkreises( Schönhauser Vorstadt) veranstaltet sein am 2,50 M. pro Tag beträgt und nach zwei Dienstjahren auf die Höchst hause Ludwig sah ich, wie ein mir unbekannter Mann einen Wasser- Sonnabend, den 26. September, stattfindendes Herbstfest diesfumme von 2,80 m. steigt, und für Kutscher 2,90 M. und nach drei strahl ins Auge erhielt. Er wischte sich das Auge, es schien ihm mal in Form eines volkstümlichen Kunstabends unter Leizung des 3,50 M.; und das für eine Arbeit, die, namentlich was die Kutscher sehr weh zu thun. Vorsitzender: Haben Sie gefehen, Genoffen Dr. Alberth. Nach einem einleitenden Vortrag über„ Kunst anbelangt, die höchste Anspannung der Aufmerksamkeit erfordert. daß der Mann die Feuerwehrleute angriff? Beuge: und Proletariat" folgt ein außerordentlich abwechselungsreiches ProTritt irgend ein Verkehrshindernis ein, so daß der Wagen mittags Nein!- Borsigender: Wo hat der Mann gestanden?- gramin, dessen Ausführung ersten Künstlern übertragen ist. Es genicht zur rechten Zeit auf der Station eintrifft, dann ist dem Kutscher Zeuge: Rechts in der Menge. Sonst habe ich nichts gefehen. langen u. a. Kompofitionen für Violine von Liszt, Hubay, Gerlach, nicht einmal vergönnt, sein Mittagsmahl einzunehmen, und die Frau, die Der Borsigende läßt den Angeklagten Sollit aufstehen. War Lieder von Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Löwe, Hildach, ihm das Essen bringt, muß abwarten, ob der Mann vielleicht bei Be- er das? 3euge: Einen Vollbart hat er auch gehabt. Aber genau Meher- Helmund, Dichtungen von Heine, Kegel, Busch zur Ausendigung der nächsten Tour Zeit zum Essen gewinnt. Geradezu erkenne ich ihn nicht. Der Angeklagte Sollit verzichtet daraufhin führung. An den Kunstabend schließt sich ein Tanz. Anfang Punkt empörend find manche Bestimmungen der Dienstordnung. Für auf eine Anzahl weiterer Zeugen. jedweden Schaden, den er anrichtet, soll der Kutscher in vollem Maße aufkommen. Wird ein Wagen durch seine Schuld" verhindert zu fahren, so muß der Kutscher für den ganzen Ausfall an Einnahmen auffommen. Nimmt ein Schaffner auf einer Strecke zu wenig ein, so wird ihm deswegen Entlassung angedroht und that sächlich sind auch schon deswegen Entlassungen vorgenommen worden. Als ob der Schaffner im stande wäre, das Publikum heranzulocken wie ein Marktschreier! Angeblich haben die Kutscher und Schaffner vier freie Tage im Monat. Aber für jeden sogenannten freien Tag werden ihnen noch 30 bis 60 Pfennig abgezogen und, was noch sonderbarer ist, auch an freien Tagen müssen sie antreten und haben mehrere Stunden zu thun, so daß ihnen von dem Tag nur wenig freie Zeit übrig bleibt, die sie dazu benutzen müssen, einmal einigermaßen auszuschlafen. Dann müssen sie sich auch noch in den freien Stunden in ihrer Wohnung aufhalten, damit sie jederzeit, wenn es notwendig werden sollte, zum Dienst gerufen werden können. Soll ein neuer Wagen der Polizei vorgeführt werden, so wird auch dazu der freie Tag der Angestellten verwandt. 9 Uhr. Frau Bednorz und fünf andre Zeugen behaupten übereinstimmend, daß der Angeklagte Lehnert an dem Krawallabend von Nowawes. Umständehalber findet die Flugblattverbreitung aur 8-11 Uhr an der Hausthür gestanden hat. Es ist dieselbe Be- Landtagswahl Sonntag, den 20. September, statt. Treffpunkt hauptung, wegen der gestern der Staatsanwalt dem Zeugen Nierychlo morgens 28 Uhr beim Genossen Gruhl, Restaurant zur Markthalle, die Einleitung des Verfahrens wegen Verleitung zum Meineid an Priesterstraße Nr. 69. Ehrenpflicht eines jeden Genossen ist es, gekündigt hat. sich an der Verbreitung zu beteiligen. Der Vorsitzende versucht die Entlastungszeugen wie schon gestern die Entlastungszeugen für Korfanty- durch scharfe Vorhaltungen, Schreien und Argumentationen, die dem Niveau der Zeugen absolut nicht angepaßt find in die Enge zu treiben. Dazu sei noch eins bemerkt: Beim Aufruf der Zeugen hat der Borsigende dieselben darauf aufmerksam gemacht, daß sie berechtigt seien, die Antwort auf solche Fragen zu verweigern, deren Beantwortung ihnen selbst nebst ihren Angehörigen die Gefahr einer strafgerichtlichen Verfolgung zuziehen könne. Wilmersdorf. Treffpunkt der Genossen zu dem heute stattfindenden Bebräbnis des Genossen Ruben von 4 Uhr ab bei Witte, Berlinerstr. 40. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Johannisthal. Sonnabend ist bei Reimer, Rudow, Bendastraße, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Es findet statt ein Vortrag des Genossen Brunzel über die Landtagswahlen, ferner erfolgt Bericht von der Generalversammlung zu Charlottenburg. Grünan. Die Versammlung des Wahlvereins findet morgen abend 9 Uhr in der Grünen Ecke, Köpniderstraße 88, statt. Zahl= reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Es wäre sehr am Blazeg ewesen, wenn der Vorsitzende diese Belehrung vor der Vernehmung jedes einzelnen Beugen wiederholt hätte, zumindest aber bei denjenigen Zeugen, welche auf die sich stets wiederholende erste Frage des Vorsitzenden:" Sind Sie am Eichwalde. Sonntagnachmittag 4 Uhr, findet im Wendtschen 21. Juni abends außerhalb Ihres Hauses ge- Lokal eine außerordentliche Mitglieder Versammlung wesen?" mit" a" antworten. Das ist aber bisher nicht geschehen. Heute des Wahlvereins statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das ist sie wieder bei dem allgemeinen Aufruf der Zeugen wiederholt worden Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Es wird pünktlich angefangen. und es sind nicht wenige Beugen, welche nach ihren Aussagen genau Der Vorstand. so schuldig oder unschuldig sind als die Angeklagten, mit denen sie an dem verhängnisvollen Abend gingen und über die sie sprachen. Man hat recht oft den Eindruck, daß die Zeugen sich belasten, ohne in ihrer Naivität etwas hiervon zu merken. Bei einem Zeugen hat der Staatsanwalt bereits gegen die Vereidigung mit der Begründung gesprochen, daß der Zeuge sich nach seinen eigenen Aussagen des Auflaufs schuldig gemacht habe. Trotzdem hat der Vorsitzende auch nach diesem Vorfall es nicht für nötig gehalten, die Zeugen auf ihre aus dem§ 54 der Strafprozeßordnung sich ergebenden Zeugnis verweigerungsrechte auch einzeln aufmerksam zu machen. Die Stallleute haben eine Arbeitszeit von morgens 5 bis abends 9 und 10 Uhr. Auch ihnen wird der freie Tag, den sie alle acht Tage haben sollen, verdorben, nämlich dadurch daß fie vorher die Nachtwache auszuüben haben, die bis morgens 7 Uhr dauert. Dann erst beginnt ihr freier Tag". Auch ihre Löhne sind erbärmlich, wie die der andern Angestellten. Nachdem jetzt die Direktion der Gesellschaft die Unzufriedenheit, die unter den Angestellten herrscht, spürt, sucht sie durch allerlei billige Mittel einem Konflikt borzubeugen. So hat sie befantlich im Verein mit dem Aufsichtsrat den Angestellten die Dipdende einer auf 300 Mart lautenden Aftie zugesichert. Jedenfall meint man, daß die Angestellten sich nun als Aktionäre filen sollen. Die Erwähnung dieser Schentung durch den Referentes rief starkes Hohnlachen unter den Versammelten hervor. Ferner ficht die Direktion dem Publikum durch Artikel im Lokal Anzeiger" die Meinung beizubringen, als müsse die Gesellschaft unbedingt zu Brunde gehen, wenn die Arbeitsverhältnisse der Angestellten verbesert werden. Bedenkt man aber, daß noch im stillen Monat Juli dises Jahres 385 000 M. Einnahmen erzielt wurden, und daß die Straßnbahn, die doch mit weit größeren Der Zeuge versteht die Frage absolut nicht. Er sagt dann:" Ich Anlage- und Betriebsuntoſten rechnen hat, beſſere Lohn- und Arbeitsbedingungen bietet, so wrd man dem keinen Glauben schenken tönnen. Der Referent wies am Schluß auf den hohen Wert einer starten Organisation der Angstellten hin und brachte folgende Resolution in Vorschlag, die eintimmig angenommen wurde: stimmung entlassen. Lokales. Trianon. Wenn in Berlin wieder ein socialdemokratischer Parteitag abgehalten wird, so käme als Versammlungsraum vielleicht das Gewerkschaftshaus oder das Lokal von Keller in Betracht. Ein Vergleich mit diesen Sizungssälen ist in Dresden ausgeschlossen. Die Ein weiterer Zeuge ist der 58 jährige Arbeiter Joh. Papliz. verhältnismäßig glänzende Ausstattung, die elektrische Beleuchtung, Der Vorsitzende stellt an den Zeugen die Frage:" Wodurch furz der Komfort der Neuzeit, den wir durchweg in größeren Verwurden Sie veranlaßt, abends noch aus Ihrer Wohnung zu gehen?" fammlungsräumen gewohnt sind, fehlt in dem Dresdener Lokal. Das Etablissement Trianon mag in der ersten Hälfte des vorigen wohne Hugokolonie- ein Teil von Laurahütte- und nicht in Jahrhunderts erbaut worden sein, und mit seinen hochgewölbten Laurahütte." Der Vorsitzende fährt den Zeugen an, daß die Hugo- Thorbogen, seiner winteligen Umgebung, dem ungepflasterten, hoffolonie doch zur Laurahütte gehöre." Nein, ich wohne Hugo- artigen Platz, an dem es steht, ist es aus der Großväterzeit noch kolonie", antwortet der alte Mann und wird mit allseitiger zu ein Ueberbleibsel, wie es deren in der nüchternen, unhistorischen " Die versammelten Angstellten der Berliner Omnibus- Gesell- Auf Veranlassung des Rechtsanwalts Dr. Neumann wird der Reichshauptstadt nur sehr wenige giebt. Der Georgen- Kirchplatz in schaften sind mit den Ausührungen des Referenten Werner ein- elfjährige Belastungszeuge Tomanek- über dessen Vernehmung wir seiner Abgeschiedenheit erinnert entfernt an solche in ihrer Stille verstanden und der Ueberzeigung, daß der Lohn für die Angestellten gestern ausführlich schrieben noch einmal vorgerufen. Er ver- anheimelnde Winkel. nicht ausreicht, ein menschenwürdiges Dasein zu fristen und daß auch wickelt sich wieder in Widersprüche. Der Angeklagte Andreas Mit vielem Geschmack haben die organisierten Tapezierer die übrigen Arbeitsbedingungen ebenfalls als menschemumwürdig be- Korfanty steht auf. Bors. Was wollen Sie eigentlich? Es Dresdens den Saal dieses Lokals hergerichtet; Tannenbäume nnd zeichnet werden müssen, In Erwägung dessen erklären die An- handelt sich doch jetzt nicht um Sie. Rechtsanwalt Neumann: Guirlanden zieren den Eingang; die Bühne aber, auf der das Bureau gestellten, daß sie nicht langer ihre Arbeitstraft in dieser Weise aus. Ich möchte bitten, den Angeklagten aussprechen zu lassen, vielleicht seines schweren Amtes waltet, ist mit Topfgewächsen, unter denen beuten lassen wollen, ondern ernstlich gewillt sind, gemeinsame fagt er uns etwas über die Glaubwürdigkeit des Zeugen Tomanet: die Balmen nicht fehlen, prächtig dekoriert. Der Saal ist leider ein Schrite zu thun, daß essere Bedingungen im Arbeitsverhältnis für Korfanty erzählt, daß der elfjährige Junge heute am Bahnhof alle geschaffen werden. Die Versammelten sind darüber einig, daß in verschmitzter Weise versucht hatte, mit einem Kinderbillet durch wenig flein für die Masse der Teilnehmer. Die Delegierten sizzen dies nur durch eine straffe Organisation zu erreichen ist, und ges zutommen. Ein andrer Zeuge erklärt, der Junge habe gewein, dichtgedrängt aneinander; es toftet manchmal Mühe, sich durch die loben daher feierlich einig Mann für Mann an dem Verband fest- daß die Mutter ihm das Geld nur für ein Kinderbillet gegeben habe. Gänge hindurchzuwinden, und auch die Berichterstatter in ihrer zuhalten." Staatsanwalt: Wie kommt Korfanty dazu, uns das zu großen Zahl verfügen nur über den allernotwendigsten Raum für Sodann legte Berner der Versammlung den von der Lohn- erzählen, der Junge hat doch ein richtiges Billet gehabt. ihre schwere Arbeit. Tomanet: fommission ausgeobeiteten Lohntarif vor, an dem 60 Vertrauens- Korfanty: Nein, er hatte ein Kinderbillet. Die Dresdener Parteigenossen zeigen in jeder Hinsicht, wie sehr männer von den verschiedenen Depots mitberaten haben. Der Das hatte ich für einen andren Jungen nach Kattowis gekauft. Tarif wurde vot der Bersammlung nach einigen Menderungen ein- Borsigender: Na, wollen Sie zu dieser„ wichtigen" Sache parlaments zu teil geworden ist, und in dichtgedrängter Schar stehen sie die Ehre schäzen, die ihnen durch die Tagung unsres Parteis stimmig gutgeheien. Er enthält folgende Hauptforderungen: Statt noch etwas sagen? der Taglöhne folen Monatslöhne eingeführt werden, und diese Rechtsanwalt Steinig wiederholt seinen Antrag auf Haft- Männer und Frauen in dem nicht sehr großen Teil des Raumes, sollen betragen für Schaffner Anfangslohn 80 M., nach halbjähriger entlassung Lehnerts. den die Delegierten übrig lassen konnten. Ein Glück beinahe, Dienstzeit 85., nach 3 Jahren 90 M., nach 5 Jahren 95 und nach Nach Vernehmung von im ganzen 144 Zeugen till der Vor- daß die Witterung fühl ist und die Delegierten die schönen 10 Jahren 11 M.; für Kutscher Anfangslohn 95 M., nach einem fizende die Beweisaufnahme für geschlossen erklären. Da erhebt sich Spätsommertage, die uns sonst noch recht oft um diese Zabre 100, noh 2 Jahren 105, nach 5 Jahren 110 und nach 10 Jahren der Angeklagte Czapla und beantragt die Bernehmung weiterer Jahreszeit beschieden sind, entbehren müssen. 115 M.: für Stalleute Anfangslohn 90 M., nach einhalbjähriger vier Zeugen. " Denn jetzt Thätigkeit 9 und nach einem Jahre 100 M. Die Arbeitszeit Das Gericht hat beschloffen, nachfolgende Bengen nachträg- icon ist die Atmosphäre drückend und frische Luft kann nur oben soll für Kutcher und Schaffner zwölf Stunden einschließlich einer au bereidigen: Johann Malit, Paul Wieczorek, Johann Brehmer, bom Seitendach aus durch einige nicht sehr große Fensterflappen dem einstündiges Bause betragen; für Stallleute ebenfalls zwölf Stunden Franz Sieja, Josef Olszynka, Franz Bilarsti, Karl Latta, Alexander Raume zugeführt werden. mit einer iuftündigen Mittagspause und je einer viertelstündigen Smilarsti( 16 Jahre!), Paul Ogryfet, Frau Franc. Kastet, Victor Der Mittwoch gehörte seinem Wesen nach noch zu den heißen Frühstücksause. Ueberstunden sollen im allgemeinen nicht geleistet Smiret, Josef Lozet und Balt. Stelze. Der Vorsitzende giebt noch Tagen unfres Parlaments; hart stießen die Meinungen aufeinander werden, venn sie aber unbedingt notwendig sind, mit 50 Bf. pro den Zeugen Gelegenheit, ihre Aussagen vor dem Eide wenn es und manches Wort wurde gebraucht, das sonst unter Parteigenossen Stunde ytra bezahlt werden. Ferner wird jede Woche ein freier nötig ist abzuändern. Der Zeuge Olszynka fagt daraufhin, daß nicht üblich ist. Doch da macht die Mittagspause dem Redekampf Tag un für die mindestens ein Jahr im Dienst befindlichen An- er aber die angegebenen Zeiten nicht ganz genau behaupten könne. ein Ende; Revisionisten" und" Radikale" fühlen sich eins in der gestelltan jedes Jahr ein zehntägiger Urlaub verlangt und zwar ohne Der 16jährige Smilarski, der auch bereidigt werden soll, streng materialistischen Aufgabe, die sie jetzt zu lösen haben, und auch Lohna zug. Außerdem soll eine Beschwerdekommission ein- macht nun Abänderungen an seiner Aussage. Borsigender: gefüht werden, die alle Differenzen zwischen Angestellten und Vor- Warum haben Sie nicht gleich diese Aussagen gemacht?-uns läßt der Hunger in gemessener Entfernung vom Verhandlungslotal gefegen zu prüfen hat. Dann wird eine vierzehntägige Kündigungs- Smil arsti: Da war ich erschreckt, jetzt bin ich munter. Der eine gaftliche Stätte finden. frist für sämtliche Angestellte verlangt; jetzt besteht nur eine drei- Junge erzählt weiter: Frau Kowoll hat mir gesagt, ich hätte Allerdings drängte sich einem selbst bei dieser Gelegenheit eine tägige; ferner freie Fahrt auf allen Linien der Gesellschaft für An- fchlecht" ausgesagt, ich soll jest„ gut“ aussagen. Offenbar über- Erscheinung auf, von der wir nicht ohne Betrübnis berichten. Wohl gesellte, die den Dienstanzug tragen.( Jeßt müssen sie nämlich auch setzt der Junge aus dem Polnischen, wo der Satz die Bedeutung war der estarpinischen Richtung vorher gebührend der Standpunkt nog bezahlen wie jeder andre Fahrgast.) hätte: Ich habe aus Schreden nicht der Wahrheit gemäß gut aus largemacht worden, wohl hatte die Principienfestigkeit glänzend über In der Diskussion über den Tarif wurden noch eine Reihe gesagt, nun hat mir aber Frau Kowoll gesagt, daß ich wahr die revisionistischen Bestrebungen gestegt, so daß man meinen sollte, andrer Forderungen aufgestellt amd von der Versammlung gut- beitsgemäß gut" aussagen soll. Selbstverständlich kann das für diesen Tag wäre der Gesellschaft der Appetit vergangen. Doch da geheißen, die ebenfalls erfennen lassen, wie die Angestellten aus- Gericht der Uebersetzungstheorie des 16jährigen Jungen, der in taucht plötzlich eine Gruppe jener verdächtigen Genossen auf, fetzt gebeutet und behandelt werden; z. B. die Forderung, daß den Kutschern polnischer Sprache denkt und beim Sprechen in Gedanken überträgt, sich ohne viel Umstände neben uns nieder der Hut, den Schaffnern die Geldtasche unentgeltlich geliefert nicht folgen. So entstehen falsche und falsch verstandene Aussagen! und haut mit wird, die sie sich jetzt auf eigne Kosten anschaffen müssen. Dann Der Zeuge leiert weiter. Schließlich wird er vom Vorsitzenden einem Heißhunger, wie ihn sonst nur das gute Gewissen dem fordern die Kutscher Regenumhänge, die Schaffner für den Sommer gefragt: Sind Sie angetrunken? 8euge: Nein, ich habe nur Sterblichen verleiht, in Fisch und. Braten ein. Drillichanzüge, und außerdem verlangen sie, daß, wenn fie einen ein Glas Bier getrunken. Vorsitzender: Man hat aber den indigniert ob so viel Unverfrorenheit. neuen Anzug erhalten, ihnen der alte nicht, wie es jetzt der Brauch, Eindruck. Sind Sie flar im Kopf? 3euge: Ja. Ich kann Beuge: Ja. Ich kann Die eigentliche Diskussion über die Frage der Mitarbeiterschaft abgenommen wird, damit sie bei schlechtem Wetter den neuen Anzug deutsch nicht so sprechen, wann es auf polnisch gehen möcht an bürgerlichen Blättern ist jetzt am, Nachmittag des dritten Verschonen können. Mit dem Fahrpersonal soll auf den verschiedenen Borsigender: Dann würden Sie wohl noch mehr reden? Ift handlungstages, zu Ende, aber noch folgt eine lange Reihe persönlicher BeSimien öfter gewechselt werden, damit nicht immer die Günftlinge das nun alles so wahr? 8euge: Ja, ich kann drauf schwören. mertungen, bei benen es kaum fanfter zugeht als in der Hauptdebatte. der Vorgesetzten die einträglichsten Linien, die Mißliebigen die Einzelne Beugen, welche beeidigt werden sollen, sagen noch schlechtesten erhalten. Die Versammlung faßte hierzu die folgende einzelnes aus. Der einzige Belastungszeuge gegen Lehnert, der vor Wie sonst im Leben, so mögen auch bei diesen Auseinandersetzungen Resolution: wenigen Tagen sagte, er hätte ganz bestimmt den Lehnert mit Erscheinungen und Einflüsse unwägbarer Art sich geltend machen. Die zahlreich versammelten Angestellten der Allgemeinen Berliner Steinen werfen sehen, fagt jetzt: Ich weiß nicht bestimmt, ob es Imponderabilien nennt man sie auf akademisch. Wer weiß, ob die Omnibus Gesellschaft erklären sich mit dem borligenden Tarif ein- Lehnert war. Borsigender: Hat Sie jemand beeinflußt? Gemüter nicht minder higig die Gedanken und Gefühle kundgegeben stimmig einverstander und beauftragen die Verbandsleitung, ihn 8euge: Nein! hätten, die ihr Herz bedrückten, wenn mehr Bequemlichkeit, der Direktion zuzustellen mit dem Bemerken, daß die Lohn- Die Zeugen werden einzeln vereidigt, auch der noch nicht mehr einzeln frische Luft Versammlungsfaal gewesen wäre? tommission bereit it, auf Wunsch in mündliche Verhandlungen mit 17 jährige Smilarsti. Die Hausdiener zünden das 28 Beugen bleiben unbeeidigt, weil sie ber Atmosphäre wird noch schwüller, doch ist der schwerere Teil Gasglühlicht an; die der Direktion einzureten. Falls bis zum Dienstag, den 22. September, eine Einigung mit der Direktion dächtig sind, an den strafbaren Vorgängen selbst der Sigung vorüber und die Polenfrage wird ziemlich flott erledigt. nicht erreicht ist, soll sofort eine weitere Verteilgenommen zu haben. sammlung en berufen werden, um über die dann Der Antrag auf Haftentlassung Lehnerts ist abgelehnt worden. Wir verlassen den Saal, und ohne daß wir wollen, drängt es auunternehmenden Schritte zur Durchführung Dagegen sollen noch auf Antrag des Angeklagten Czapla zwei Zeugen uns, nach irgend etwas Ablenkendem Umschau zu halten. Die Sinnbes Tarifs Beschluß zu fassen." vernommen werden. Die Beratung wird morgen 94 Uhr fortgesetzt sprüche an den Wänden bieten da manches, was in den Wechselfällen = Wir waren Die Versammlung erklärte sich ferner damit einverstanden, daß und dürfte, da weitere Beweisanträge nicht vorliegen, morgen zu des Lebens der Beachtung wert ist. Ueberall hat man diese Embleme Ein angeblicher Ranbmordversuch beschäftigt seit gestern die derselben sei die Entlastung der arbeitenden Frau. Dem beifällig Kriminalpolizei. In voriger Nacht 2% Uhr wurde der Schneider aufgenommenen Vorträge folgte eine rege Diskussion. Häusler, Dresdenerstraße 79 wohnhaft, im Tiergarten am fleinen Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, Stern von einem unbekannt gebliebenen Mann überfallen und seiner den 21. September, abends 81 Uhr, in den Arminhallen, KommanUhr wie seines Regenschirms beraubt. Gleichzeitig schoßz der Angreifer dantenstraße 20: Vortrag des Herrn Dr. Alberth über das Thema einen Revolver zweimal auf ihn ab; die erste Kugel drang in die„ Die Kunst dem Volke". Gäste willkommen. Der Vorstand. in Klein- Wallstadt geboren ist, wurde nach der Charité geschafft. Die linke Schulter, die zweite in den rechten Oberarm. Häusler, der 1883 erhaltenen Wunden sind nicht lebensgefährlich. Die Kriminalpolizei hat zwar sofort eine Untersuchung eingeleitet, konnte indessen bis jetzt noch nicht feststellen, inwieweit die Häuslersche Darstellung auf Wahr heit beruht. Verfammlungen. angebracht, wo nur ein Plätzchen zum Einschlagen von Nägeln zu| Krankenhauses in Groß- Lichterfelde, vorgesehen, und eine dritte, sich in Frau Lily Braun eine Vorkämpferin für Genossenschafts entdecken war, und sinnig ist das Meiste der Situation angepaßt. nur für Güterverkehr bestimmt, soll von Groß- Lichterfelde, ani Haushaltungen gefunden. In warm empfundenen Worten wünschte Wer beherzigte nicht den Spruch, der oberhalb der Garderobe die Teltower. See entlang, nach Teltow führen. Rednerin, daß die Ideee sich verwirklichen möge, denn das Endziel rechte Stätte gefunden hat:" Nicht betteln, nicht bitten, mur mutig gestritten!" Dder jenes Wort, das am Eingange zu jenem Orte, to Diskretion Ehrensache ist, zu lesen steht:" Durch Kampf zum Sieg!" Das sind goldene Worte, über deren Befolgung wohl keine Meinungsverschiedenheit besteht. Aber noch etwas andres versöhnt uns: Gleichviel, wie man sich vorher gegenüber gestanden hat, in einem herrscht abermals Einigkeit unter allen, die aktiv oder passiv am Parteitag teilnehmen. Wer unter den Mummelgreisen" in der Partei und denen, öffentliche Versammlung für sämtliche am Orte beschäftigten Kutscher Wilmersdorf. Am 13. d. Mts. fand im Lokal von Witte eine die die nächste Anwartschaft auf diesen Titel haben, er innerte sich nicht mit Vergnügen des geheimnisvollen Glanzes jener Hierzu wird weiter berichtet: Die Räubergeschichte hat sich noch und Mitfahrer statt. Der größte Teil derselben ist bereits im VerZeit, wo die rote Feldpost ihres Amtes waltete und unbekannte nicht weiter aufklären lassen, da der verwundete Schneidergeselle Gebert hielt einen Vortrag über„ Die neuen Bestimmungen der band der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter organisiert. Hände den„ Socialdemokrat" bis in die entlegenste Hütte trugen? Häusler immer noch vernehmungsunfähig ist. Das ganze Gelände Berufsgenossenschaft". An der Diskussion beteiligten sich einige Ein Abglanz jener Tage dringt durch die matten Fenster des Ver- in der Nähe des kleinen Stern wurde geſtern von Beamten unter Stollegen und allseitig wurde betont, daß die Organisation immer Leitung des Krimminalkommissars Wanowski nach etwaigen Spuren handlungslokals. Wo man hinhorcht, überall herrscht nur eine eines Raubanfalle abgesucht, jedoch ohne ein positives Ergebnis. Zustände herbeizuführen. Durch schlechte Bezahlung sowie durch mehr an Orte ausgebaut werden sollte, um endlich einmal beſſere Stimme der Befriedigung darüber, daß es auch jetzt den Aus dem Umstande, daß weder bei Häusler noch im Tiergarten ein die überaus lange Arbeitszeit ist es den Kutschern bald nicht mehr stillen, unbekannten Geistern gelungen ist, geheimnisvoll Revolver gefunden wurde, darf noch keineswegs auf die„ Echtheit" des möglich, als Menschen ihr Dasein zu fristen; ebenso ist auf den ettvas Tüchtiges zu schaffen: Tendenz und Haltung des Raubanfalles geschlossen werden. Häusler ist nämlich nicht, wie es „ Großen Mißverständnisses" wecken rechts und links nichts anfangs hieß, hilflos aufgefunden worden, sondern selbst zur Tier- meisten Betrieben noch der alte Zopf vorhanden, die Auszahlung des andres als Worte der Anerkennung. Und die Einigkeit der An- gartenwache gegangen, um den„ Raub" und den Revolveranfall anzu Resolution wurde einstimmig angenommen und verpflichten sich die Lohnes erst am Sonntagmittag vorzunehmen. Eine dementsprechende schauungen in diesem Punkte stärkt in uns die Gewißheit, daß die zeigen, unterwegs aber hatte er Gelegenheit genug, sich des Revolvers anwesenden Kutscher, dafür zu sorgen, daß auch der letzte Mann in Dresden versammelten Delegierten auch in den strittigen Fragen zu entledigen. Dazu kommt, daß die Beamten, die nachts an jener dem Verbande beitritt. Nachdem noch darauf hingewiesen worden, Stelle im Tiergarten zweimal schießen hörten, übereinstimmend be- daß auch die Kutscher bei den kommenden Landtagswahlen ihre die versöhnende Formel finden werden. Gefellt sich zu dem Streben, kundeten, daß die beiden Schüsse nicht unmittelbar hinter einander daß auch die Kutscher bei den kommenden Landtagswahlen ihre das Rechte zu finden, nur ein kleines Bißchen gesunder, überlegener fielen, daß vielmehr von einem bis zum anderm eine erhebliche Zeit Schuldigkeit thun müssen, erfolgte Schluß der Versammlung. Humor, so wird auch„ Trianon" zu den ruhmvollen Etappen auf verstrich. Bemerkenswert ist ferner, daß die Schüsse beide von der G. H. 29, Hamburg.) Filiale Rummelsburg, Sonnabend, den 19. SepAllgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter nnfrem Siegesmarsch gehören, nicht trot, sondern wegen des linken Seite fizen. Das ließ eher auf einen wiederholten Selbst- tember, abends 8%, Uhr, bei Gustav Tempel, Borhagen, Ecke der Bahn„ Großen Mißverständnisses"! mordversuch, als auf einen Zufall bei einem räuberischen Ueberfall hofstraße: Mitgliederversammlung. schließen. Der Streifschuß traf bei der begreiflichen Aufregung des Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Schüßen nicht seine Brust in der Herzgegend, sondern die Weichteile Deutschlands, Bezirk Berlin West und Südwest. Sigung Freitag Bellefeines linken Armes in der Gegend des Kugelgelenks. Endlich deutet Alliane- Casino, Belle- Alliancestraße 86. Beginn 9 Uhr. Gäste sind will noch der Umstand auf eine Erdichtung des Raubanfalles hin, daß kommen. Häusler bei seinen Aussagen auf der Tiergartenwache von der angeblich geraubten Uhr mit der silbernen Kette keine auch nur einigermaßen genaue Beschreibung geben konnte. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei werden noch fortgesetzt. Die Pfandleiher und Trödler wurden benachrichtigt. " Furcht vor dem Vorwärts" quält nicht bloß die Verwaltung der preußischen Staats- Eisenbahnen samt der Direktion der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, die beide unser Blatt auf keinem ihrer Bahnhöfe zum Verkauf zulassen, um von ihren Fahrgästen socialdemokratische Lektüre nach Kräften fernzuhalten. Auch die Leitung der hiesigen Charité ist ängstlich bemüht, innerhalb ihres Macht bereiches die ihrer Obhut anvertrauten Personen vor der Berührung mit dem„ Vorwärts" zu bewahren. Seit Jahren darf in der Charité kein Batient den„ Borwärts" lesen. Wenn ihm durch einen Besucher eine Nummer mitgebracht wird, so wird sie mit derselben Gewissenhaftigkeit beschlagnahmt, wie etwa eine verbotene Eßware, die jemand einzuschmuggeln versucht. Bezüglich des Vorwärts" muß die Berechtigung dieser Maßregel bezweifelt werden auch dann, wenn sie durch Hausordnung festgelegt sein sollte. Es ist schon schlimm genug, daß staatliche und private Bahnverwaltungen in kleinlicher Engherzigkeit auf ihren Bahnhöfen den Bächtern der Zeitungs- Verkaufsstellen Vorschriften machen und Bedingungen stellen, die für die Pächter wie für das Publikum gleichermaßen lästig sind. Daß aber eine Krankenhaus Verwaltung über die Lektüre aller Patienten, selbst der in der Genesung befindlichen und schon vor der Entlassung stehenden, zu bestimmen haben soll, das ist ein unerträglicher Zustand. Das ist ungefähr dasselbe, wie wenn die Bahnverwaltungen verbieten wollten, daß in ihren Bahnwagen der Vorwärts" überhaupt geleſen wird. Bis zu solcher Recheit wird sich keine Bahnverwaltung " versteigen, aber in der Charité glaubt man sich derartiges leisten zu dürfen. Man scheint's hier sogar noch ärger zu treiben. Ein Leser unfres Blattes teilt uns mit, wie es ihm in der Charité mit dem ,, Vorwärts" ergangen ist. Besucher brachten ihm wiederholt einzelne Nummern mit und er las sie. Eines schönen Tages fielen zwei Nummern dem Arzt in die Hände und wurden unter Hinweis auf das bestehende Verbot beschlagnahmt. Der Patient mußte sich fügen. Als aber der Tag der Entlassung kam, ging er zum Oberwärter und forderte sein Eigentum zurück. Da war nun freilich guter Rat teuer; denn die beschlagnahmten Nummern waren inzwischen veroder brannt worden. So sagte wenigstens der Herr Oberwärter vielleicht war das nur eine Annahme von ihm, die sich später noch als irrig herausstellen mag. der Bom Turmwagen abgestürzt ist der Kutscher Krähahn, der in dem Werkschaftsbetriebe der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigt ist. K., der in der gestrigen Nacht in der Frankfurter Chaussee Dienst hatte, blieb an der Ecke der Hubertusstraße an einem Spanndraht der Stromleitung hängen, wurde von seinem Siz herabgerissen und stürzte zu Boden. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch und wurde nach dem Krankenhaus Friedrichshain gebracht. Beim Radfahren vom Schlage gerührt wurde gestern nachmittag in der Dragonerstraße der 60jährige Rentner Otto Weidler aus der Linienstraße 239. W. besikt zwei Häuser in der Schwerinstraße und fuhr gestern nachmittag mit dem Zweirad dorthin, um einige Mieter zu besuchen. Auf dem Rüdwege merkte er in der Dragonerstraße, daß am Rad etwas nicht in Ordnung war. Als er abstieg, um genauer nachzusehen, fiel er bewußtlos zur Erde. Ein Schuhmann vom 15. Revier brachte ihn mit einer Droschke nach der Unfallstation in der Alten Schützenstraße, wo der Arzt einen Schlaganfall und eine Lähmung der rechten Körperſeite feſtſtellte. Von dort wurde er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht. Der Zustand des Kranken ist bedenklich. Harry Walden, Alt Heidelsbergs" Prinz Karl Heinz, soll nun nach mancherlei Irrfahrten in Innsbruck gelandet sein. Er erklärt Alkoholiker und deshalb nervös. iest offen, er sei Theater. Im Luisen Theater geht Freitag die D. F. Bergsche Gesangsposse" Einer von unsre Leut" in der Bearbeitung von D. Kalisch erstmalig in Scene. Die Hauptrollen befinden sich in den Händen der Damen Winter, Kurz und der Herren Hüner, Bartels, Ruff und Majewski. Im Metropol heater geht Sonnabend die glanzvolle und ergözliche Ausstattungs- Revue" Neuestes Allerneuestes" zum 250. Male in Scene. Hus den Nachbarorten. Der ehemalige Charité- Patient hat sich entschlossen, die An- Eine Diebesbande treibt, wie schon mehrfach berichtet wurde, gelegenheit weiter zu verfolgen. Zunächst hat er sich brieflich an in der Gegend der Jungfernheide und Plößensee seit Monaten ihr diejenige Person gewandt, die für die ihm widerfahrene Wegnahme Unwesen und hat neuerdings das Feld ihrer Thätigkeit bis nach Tegel „ Vorwärts"-Nummern verantwortlich ist, an den Stabsarzt ausgedehnt. Dieser Tage drangen die Einbrecher in das WaldDr. Neuhaus. Er hat diesem Herrn mitgeteilt, er könne sich restaurant bei Tegel- Ort ein, erbeuteten jedoch hier nur Cigarren, nicht denken, daß man sein Eigentum ohne seine Einwilligung ver- Schinken und Wurst und besuchten dann das Schloßrestaurant Tegel. nichtet haben werde, und hat ihn um Rückgabe der Nummern ersucht. Als sie hier die in dem Park befindlichen Automaten plünderten, Wir nehmen an, daß der Arzt bezw. die Charité- Verwaltung in der wurden sie von einem Wächter überrascht. Leider gelang es den Wer brechern, nach dem Tegeler Forst zu entkommen. Der Wert der Beute, Lage sein werden, diesem Ersuchen nachzukommen. Das Eigentum die sie bei den beiden Einbrüchen machten, war jedoch gering und der Patienten, auch das beschlagnahmte, wird in der Charité gewiß betrug zusammen kaum 30 M. so sorgfältig verwahrt, daß selbst ein paar Zeitungsblätter ihrem rechtmäßigen Besitzer unversehrt zurückgegeben werden können. Der neue Packetannahme- Naum in dem Erweiterungsbau des Hofpostamts ist nunmehr dem Verkehr übergeben worden. Gleichzeitig ist die alte Annahmestelle geschlossen, sie wird einem Umban unterworfen, der jedoch in kurzer Zeit beendet ist. Voraussichtlich mit Beginn des nächsten Jahres werden die beiden Räume vereinigt, und so eine Batetannahmestelle geschaffen, wie sie gleich umfangreich in Europa nicht vorhanden sein soll. Die infolge des Plazmangels not wendig gewordene Trennung der Aufgabestellen wird beseitigt, dafür aber werden in dem einen Raum besondere Abteilungen geschaffen. Nicht weniger als 16 Wagen werden dem Publikum zur Verfügung stehen. An zwei derselben werden ausschließlich die Pakete der Selbstkleber" angenommen. Es sind dies die großen Firmen, die täglich hunderte von Sendungen aufgeben und eigne Patetregister führen. 6 Wagen werden ausschließlich zur Annahme für gewöhnliche Inlandspakete Verwendung finden, außerdem werden besondere Annahmestellen für Auslandssendungen, unfrantierte Patete, Einzeln aufgeber d. h. für solche Personen, die nur 1-3 Pakete abliefern usw. eingerichtet werden. Zugentgleisung. Nach amtlicher Meldung sind auf der Anhalter Eisenbahn gestern vom Luruszug 23 in der Nähe von Jüterbog zwei Wagen infolge Schienenbruchs entgleist. Menschen sind nicht verlebt, die Materialbeschädigung ist gering. Der Betrieb wird eingeleifig aufrecht erhalten. Die Störung im Geleise Halle- Berlin wird voraussichtlich nur sechs Stunden dauern. Durch Einsturz eines Teils der Decke im Physiksaal der höheren Mädchenschule zu Potsdam wurde am Mittwoch beinahe Unheil angerichtet. Der wissenschaftliche Lehrer Dr. Brand unterrichtete gerade in dem Saal die Seminaristinnen, als mit Donnergetöfe ein zwei Quadratmeter großes Stück der Decke, das etwa einen Centner schwer war, dicht bei dem Lehrer herabsauste. Der Unterricht wurde sofort aufgehoben. Anscheinend haben Erschütterungen, die durch den Anbau eines Schulgebäudes veranlagt find, an dem Unfall schuld. Der Bau des Teltow- Kanals schafft nicht nur eine berkehrsreiche Wasserstraße durch zahlreiche Gemeinden, sondern hat auch die Anlage vieler neuer Verkehrsmittel zu Lande im Gefolge. So sind allein im westlichen Teil zwischen Potsdamer und Anhalter Bahn drei elektrische Straßenbahnen nach den Schönow- Teltower HafenVermischtes. Unfall beim Looping the loop. Aus Frankfurt a. M. wird ge= meldet: Mittwoch abend sollte im Hippodrom zum ersten Male in Deutschland die gemeinsame Schleifenfahrt mit dem Tandem von einem Herrn und einer Dame unternommen werden. Als das Rad mit dem Künstlerpaar die Tiefe der Schleife passiert hatte, erfolgte plötzlich ein Krachen, ein polterndes Aufschlagen und am Boden des Ringes lag unter dem Fahrer und dem Tandem die Begleiterin vergraben. Aus einer Höhe von wenig mehr als zwei Metern waren sie abgestürzt. Der Künstler vermochte sich sofort wieder zu erheben, während die Dame bewußtlos war. Des Publikums hatte sich ein jähes Entsetzen bemächtig. Die Verlegungen der beiden sind anscheinend nur unbedeutend. Angesichts solcher häufigen Unfälle muß man fragen, ob das Publikum nicht gut thut, auf die lebensgefährlichen Produktionen zu berzichten. Welchen Zweck haben sie anders als die Nerven zu tiheln? Sieben Arbeiter erstickt. Dem Breslauer Generalanzeiger" zufolge erstidten auf dem Doninium Oberschlaube bei Guhrau infolge Einatmens von Kohlenorytas von neun jugendlichen polnischen Arbeitern sieben. Die beiden andren, die noch Lebenszeichen von fich gaben, wurden in das Guhrater Krankenhaus gebracht. New York wurde gestern von einem starken Sturm heimgesucht, Meilen die Stunde; seit Jahren herschte kein so gewaltiger Sturm mehr an der Küste von New Jersey. Präsident Roosevelt befand sich, als er sich an Bord der Flottenyacht Sylph" zur Besichtigung der Einwanderer- Einrichtungen nach Ellis Island begab, infolge des Wetters in gefährlicher Lage. In der Nähe der" Sylph" sant ein Schleppdampfer bei der Durchfahrt durch das Höllenthor. der großen Schaden anrichtete. De Windstärke betrug 60 englische " Vom Hochwasser in den Alpenlindern. Aus Klagenfurt, 16. September, wird telegraphiert: Die gegenwärtige Hochwasser= tatastrophe nahm einen bisher in Kärnther noch nicht erreichten Ümfang an. Fast alle Thäler sind überschwemmt, die Brücken und Reichsstraßen zerstört; zahlreiche Ortschaften sind ülerschwemmt, mehrere gefährdet, die Ernte ist vernichtet, die Felder sind auf Jahre hinaus verwüstet. Auch in den Wäldern ist großer Schadenangerichtet. Im Lieferthale wurden zwei Leichen gefunden; auf der Lieser treibt ein hölzernes Bauernhaus mit den Bewohnern. Militär, Beamte und Nach einem Bericht Ingenieure der Landesregierung leisten Hilfe. aus Graz wurde Dienstagabend in Marburg ene Draubrücke durch das Andrängen der Holzmassen, die von der zerförten Mahrenberger Brücke stammten, weggerissen. Mindestens 15 Versonen, darunter zwei Schußleute, dürften ertrunken sein. find sechs Personen eines Hochzeitszuges bei Bjably, ertrunten. Der Ein verunglückter Hochzeitszug. Nach einer Melung aus Zombor Wirtschaftsbesitzer Milivoj Dosic begab sich mit seine ihm eben anEinen schaurigen Fund machte der Fischermeister Rasenac aus getrauten Frau zu Wagen nach Biablya. Der Zug nußte die Theiß Heiligensee vor einigen Tagen beim Rohrschneiden im Tegeler See. passieren, und die Wagen wurden auf eine Fähre veladen. In der In der Gegend des Tegeler Forsthauses entdeckte er zwischen Rohr Mitte des Flusses begann die Musik zu spielen. Ein Gespann Pferde und Binsen das Skelett eines Mannes, welches von Kleidung um- wurde scheu, sprang zur Seite und riß den Wager ins Wasser. hüllt, nur noch wenig Fleischteile aufwvies. Durch die Kleidung wurde Durch das Geschrei der mit den Wellen Kämpfenden wurden auch der Tote als der 25 Jahre alte Ingenieur Adolf Friedrich erkannt, die andren Pferde scheu und sprangen ins Wasser. Es gelang nur, welcher vor einem Jahr verunglückt war. F., der in den Borsigwerken zwei junge Nichten des Bräutigams zu retten, während e selbst und angestellt gewesen, gehörte mit dem in demselben Etablissement be- füuf Gäste in den Wellen verschwunden waren, ehe man ihnen Hilfe schäftigt gewesenen Ingenieur Zielfe dem Tegeler Ruderklub Ger- bringen konnte. mania" an, und beide hatten am 5. Oftober v. J. eine Ruderpartie Bei einem plößlich auftretenden im Tegeler See unternommen. Sturm fenterte das Boot und die Insassen ertranfen. Während die Leiche des 3. nach wenigen Tagen gefunden wurde, konnte die Leiche des F. trok sorgfältigen Absuchens nicht entdeckt werden. Die Leiche des Friedrich wurde gestern nachmittag unter außerordentlich starker Beteiligung seitens der Angehörigen der Borsigwerke, der Mitglieder des Ruderklubs„ Germania" und zahlreicher Bekannte des Dahingeschiedenen auf dem Friedhof in Tegel beigesetzt. " Marktpreise von Berlin am 16. September 1903 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. mittel Rindfleisch, Keule 1 kg Weizen, gut D.- Ctr. 15,90 15,86 Startoffeln, neue D.- Ctr. do. gering Bauch Schweinefleisch * Roggen, gut Kalbfleisch Hammelfleisch Butter " " 15,82 15,78 " 15,74 15,70 " 12,95 12,93 mittel 12,91 12,89 " gering " 12,87 12,85 " 14,50 13,60 mittel 13,50 12,70 " gering + Gerste, gut " Eier Starpfen " 7,0 14,00 1,8) 1,20 1,5 1,10 " 1,60 1,20 " 1,80 1,20 1,80 1,20 " 2,60 2,00 60 Stüd 4,60 2,60 1 kg 2,40 20 2,60 150 3,00 120 mittel gering " " " 13,80 12,90 4,16 echte 2,40 1,20 " 3,66 Barsche " 1,80 1,00 " 6,60 4,80 Schleie " 3,00 1,40 " 40,00 25,00 Bleie 1,40 80 " " 50,00 25,00 Strebje 60,00 20,00 per Schod 18,00 3,00 thafer, gut " Richtstroh Ein großer Goldwarendiebstahl wird aus Pankowo gemeldet. Dort erbrachen Diebe in der letzten Nacht den Schaukasten des Juveliers Köhnen in der Breitenstraße, indem sie die Vorhänge schlösser sprengten und eine schwere eiserne Platte, die zum Schutze des Kastens dient, entfernten. Beim Zertrümmern der Glasscheiben des Schaukastens scheinen die Diebe gestört worden zu sein. Sie begnügten sich mit einer Anzahl goldener und silberner Uhrketten, Erbsen während sie alle größeren Silbergegenstände unberührt ließen. Der Speisebohnen Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Der Schau- Linsen kasten wurde schon vor zwei Jahren einmal vollständig ausgeplündert. Heu 12,60 11,80 16,00 15,00 14,90 13,90 * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Aale Bander Selbstmord eines Polizeisergeanten. In Spandau erschoß sich am Mittwochnachmittag auf den Freiheitekvicsen" der Polizeifergeant Kahnert. Wie verlautet, sollen zerrüttete Vermögens- Witterungsübersicht vom 17. September 1903, morgens 8 Uhr. verhältnisse die Ursache hierzu gewesen sein. Dem K. soll aus diesem Grunde auch von seiner Behörde zum 1. Oktober d. J. gekündigt worden sein. Am Mittwochvormittag follte K. zu einem Termin erfcheinen, er blieb jedoch aus und zog es vor, seinem Leben ein Ende zu machen. Aus der Frauenbewegung. anlagen projektiert. Die längste derselben ist die vom Bahnhof Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse in Zehlendorf( Wannseebahn) über den Kanal nach der Stadt Teltow Weißensee hielt am 14. September eine öffentliche Versammlung ab. und weiter bis Bahnhof Teltow( Anbalter Bahn), wodurch beide In derselben sprach Frau Dr. Hofmann über: Moderne EntBahnstrecken durch eine Straßenbahn für Personenverkehr verbunden wicklung auf häuslichem Gebiet." Die Häuslichkeit, einst das werden. Eine andre Straßenbahn für Personen- und Güterverkehr eigentliche Arbeitsfeld der Frau, sei für die heutige erwerbende ist zwischen Dahlem und Schönow, mit Berührung des Kreisa Frau zur Nebensache geworden, und so sei es denn erfreulich, daß Stationen Barometer Wind. richtung stand mm Windstärke Swinemde. Hamburg Berlin 767 N Franti.a.M. 772 Better 5° C.= 4° N. Temp. n. C. Stationen Bacometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5°. 4° 9. 2wolfen 10 1 wolten! 6 763 770 D 5 bededt 13 2wollen 9 3bebedt 12 Haparanda 78 23 770 WSW 2Nebel 9 Petersburg 78. NO 768 Still Regen 11 Cort 2 bededt 10 lberdeen München 770 28 2bedeckt 9 Paris Wien 766 N 4 bededt 12 Wetter Prognose für Freitag, den 18. September 1903. Bielfach heiter, am Tage wärmer bei mäßigen füdliden Winden; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau.