Nr. 219. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 t., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn a tart, für das übrige Ausland& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Rücktritt Chamberlains. Sonnabend, den 19. September 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. # daß eine engere handelspolitische Union des Mutterlandes mit den Sachverhalt angegeben, nur verweigerte er, den Namen des UeberKolonien für beide Teile vorteilhaft sein würde. Die einzige bringers zu nennen. Er wurde dafür in eine Ordnungsstrafe" von Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Chamberlain bestehe 20. und 6 Wochen haft genommen und sofort ins Ge Joe Chamberlain, der populärste der englischen Minister, geht bezüglich der Thunlichkeit eines Vorschlags der eine Befängnis abgeführt. Gleichzeitig wurde ihm angekündigt, daß die aber nicht allein, mit ihm treten zwei freihändlerische Mitglieder steuerung von Nahrungsmitteln in sich schließt, wofür die öffentliche Haft auf 6 Monate verlängert würde, falls er nach 6 Wochen noch des jetzigen englischen Kabinetts von ihren Posten zurück: der Meinung noch nicht reif sei. Balfour schreibt weiter: Sie haben nicht mürbe sei. Er hat dem Sohn der Themis auf alle AnFinanzminister Ritchie und der Staatssekretär für Indien, Lord zweifellos recht mit Ihrem Nat, diesen Teil der finanzpolitischen brohungen kaltblütig mit einem unmöglich geantwortet. Am Hamilton, denen, wie englische Blätter wissen wollen, in den nächsten Reform nicht unlösbar mit dem andern zu verknüpfen, den, wie 12. d. Mts. wurde Leimpeter festgenommen und am 16. ohne Tagen wahrscheinlich der Herzog von Devonshire folgen wird. Die wir glauben, das Land ohne Voreingenommenheit zu betrachten vor- weiteres Berhör, auch ohne Motivierung, auf Knall und Fall wieder Nachricht gleicht einem Blitz aus heitrem Himmel; sie ist selbst den bereitet ist." entlaffen. Die Meldung des„ Berl. Tagebl.", daß Leimpeter desgroßen englischen Blättern, die politische Beziehungen zum Ministerium Eine ernste Meinungsverschiedenheit besteht demnach zwischen halb entlassen worden sei, weil kein Strafverfahren gegen Ungenannt unterhalten, wie ihre Auslassungen zeigen, völlig unerwartet gekommen. Balfour und Chamberlain nicht. Auch Balfour ist der Ansicht, daß eingeleitet sei, trifft nicht zu, vielmehr war ein solches Verfahren Daß ernste und tiefgehende Meimmgsverschiedenheiten zwischen den die 8ollpolitik Englands geändert werden muß, eingeleitet. " 1 " freihändlerischen und schutzöllnerischen Mitgliedern des englischen daß die wirtschaftlichen Bedingungen, auf deren Basis der Frei- Der Bericht des Kommissars Krohn selbst stellt, wie Kabinetts bestehen, und erstere verschiedenemal gegen die Agitation, handel einst entstand und jahrzehntelang die englische Nation zu schon die Germania" zugeben mußte, das non plus ultra die Chamberlain in Reden und öffentlichen Briefen für seine Boll- glänzenden wirtschaftlichen Erfolgen führte, heute nicht mehr be- tendenziöser Einseitigkeit dar. Heißt es doch beispielsweise in dem schutzpläne betreibt, beim Premierminister zu intervenieren versucht stehen- nur stürmt ihm Chamberlain allzu schnell vorwärts. von Unrichtigkeiten strozenden, wie der Berichterstatter selbst naiv haben, war allgemein bekannt; nachdem aber die Kabinettssigungen Balfour möchte die Frage einer Besteuerung der Nahrungsmittel zugiebt, lediglich auf die Informationen der Unternehmer und am legten Montag und Dienstag dahin zu einer Einigung unter den und der Rohstoffe vorläufig noch nicht angeschnitten wissen, da Bechendirektoren sich stützenden, Schriftstücke: Ministern geführt zu haben schienen, daß vorläufig von keiner Seite damit die Arbeiter und die englischen Exportindustriellen vor den aggressive Maßnahmen getroffen, sondern die Antwort des Landes auf Stopf gestoßen werden. den an die Bevölkerung zu richtenden Appell abgewartet werden Es ist deshalb denn auch eine völlige Verkennung der Sachlage, solle, wurde gerade jezt am allerwenigsten auf eine Kabinettskrisis wenn von einigen Blättern der Rücktritt Chamberlains als ein Sieg gerechnet. Und diese Auffassung der Lage wurde anscheinend durch Balfours oder gar als ein Sieg des freihändlerischen Teils des die vor einigen Tagen veröffentlichte Broschüre des Premierministers Kabinetts bezeichnet wird. Wäre er das, warum legen denn auch Balfour bestätigt, die mit ihrem Einerseits und Andrerseits, ihrer die beiden freihändlerischen Mitglieder des Kabinetts, welchen sich Kritik des reinen Freihandels und ihrer Verwerfung der Nahrungs- alsbald, wie englische Zeitungen behaupten, der extrem freihändmittelzölle, thatsächlich der Versuch einer Art Zollpolitik der be- Terische Herzog von Devonshire anschließen wird, ihre Posten nieder? rüchtigten, mittleren Linie" zu sein schien. Diese Demissionen haben doch nur dann einen Sinn, wenn die betreffenden drei Mitglieder auch nach Chamberlains Ausscheiden aus dem Kabinett die Bedingungen für ein gedeihliches Zusammenwirken mit Balfour für nicht vorhanden erachten. Nun hat Chamberlain doch auf den Beschluß des Ministerrats mit einer Demission geantwortet, aber nicht weil er gehen muß, weil seine Stellung unhaltbar geworden ist, sondern weil er außer halb des Ministeriums mehr Bewegungsfreiheit hat, für seine Pläne Propaganda zu machen. Hat ihn auch seine bisherige Stellung im Kabinett keineswegs daran gehindert, entgegen englischem Brauch und englischer Ueberlieferung, öffentlich Jdeen zu verfechten, die denen der Mehrheit des Kabinetts widersprachen, so zwang ihn doch immerhin sein Amt zu einer gewissen Rücksichtnahme. Diefer ledig zu werden, um bei den bevorstehenden Parlamentswahlen, ungehindert durch Amt und Würden, energisch und rücksichtslos in den Wahlkampf eingreifen zu können: das ist das Motiv, das Mr. Chamberlain zur Demission bestimmthat. Er geht, um mit voller Kraft für seine Zollprojekte zu wirken, und dann, wenn diese bei den tommenden Wahlen einen Sieg erringen sollten was er jeden falls erwartet wieder als Triumphator und als eigentlicher, wenn auch vielleicht nicht nomineller Premierminister in das Stabinett einzuziehen. Deutlich ergiebt sich das aus einem von ihm veröffentlichten, gewissermaßen zur Erklärung seines Rücktritts bestimmten Schreiben, das er am 9. d. M. an Balfour gerichtet hat und in dem er sich folgendermaßen zur heutigen Lage äußert: Jm Grunde genommen dürfte es sich nur um eine Art Arbeitsteilung zwischen Chamberlain und Balfour handeln. Balfour wehrt im Kabinett die freihändlerischen Einflüsse ab und bereitet bedächtig die Ausarbeitung von Zollmaßregeln vor, die sich gegen andre Nationen, wenn diese die englische Ausfuhr. durch hohe Zölle belasten, als Repressivmaßnahmen verwenden lassen, und unterdessen betreibt Chamberlain draußen im Lande, unterstützt von dem Gelde der nordenglischen Eisen- und Stahlindustrie, eine mächtige Riesenagitation für den Zollschutz und schleudert ungeheure Mengen von Flugblättern und Broschüren in das englische Volk. Der, Daily Telegraph" hat durchaus recht, wenn er das Verhältnis zwischen Balfour und Chamberlain mit der Zusammenarbeit vergleicht, die zwischen zwei Teilen einer Streitmacht im Felde besteht, von denen der eine die Basis der Verbindungslinien hält, während der andre zum Angriff übergeht. Englische Presstimmen zu Chamberlains Rücktritt. " Daß die gegenwärtige Bewegung unter den Bergarbeitern nur allein durch die Wurmkrankheit, das Wagenmullen und durch die angeblich schlechten Löhne hervorgerufen fein soll, ist nicht zutreffend. Unter den Bergarbeitern ist es, so lange es Bergleute giebt, überhaupt noch nicht ruhig gewesen.(!!!) Die Wurmfrankheit ist zur Zeit von dem Agitator und Leiter des Bergarbeiter- Verbandes, Redakteur Hué, als willkommener( 1) Agitationsstoff aufgegriffen und bis heute auch schon genügend ausgenutzt worden. Nachdem Hué Reichstags Abgeordneter geworden ist, wird es unter den Bergleuten überhaupt nicht zur Ruhe tommen.(!!!)" dieser % Man begreift, wie ärgerlich den Behörden die Veröffentlichung charakteristischen„ Information" ſein muß. Ein Staatsanwalt über das Redaktionsgeheimnis. Die Danziger Neuesten Nachrichten" erzählen, anknüpfend an die Fälle Leid und Rehbein, folgenden pikanten Vorgang: Es ist jetzt wenige Jahre her, da stand in Danzig ein Redakteur auf der Anklagebant. Er hatte sich wegen eines beleidigenden Artikels zu verantworten. Er war nicht der Verfasser dieses Artikels. Er nannte aber den Verfasser dem Gericht, so daß auch gegen ihn verhandelt werden mußte. Da erhob fich Staatsanwalt Setting und stellte seine Strafanträge gegen den Redakteur doppelt so scharf als gegen den Verfasser." Denn", so führte er aus, der Redakteur hat unschön gehandelt. Die Fälle, ivo das Redaktionsgeheimnis gebrochen worden ist, find, Gott sei Dank, auf deutschen Redaktionen selten, und um so mehr muß ich es tadeln, daß der Angeklagte sich nicht gescheut hat, den Verfasser zu nennen und ihn dadurch auf die Anklagebank zu bringen." Die Ansicht des Staatsanwalts Detting über die Journalistenehre ist noch heute die herrschende geblieben, nur manche Kollegen von ihm scheinen sich von ihr emancipiert zu haben. Um so notwendiger wäre es bei dieser anormalen Entwicklung, Staatsanwalten gesetzgeberisch die Möglichkeit zu nehmen, Redakteure auf 6 Monate einzusperren, weil sie nicht ehrlos handeln wollen. Als er und Balfour zuerst die Aufmerksamkeit auf die Aende- Wie telegraphisch gemeldet wird, schreibt der„ Daily Telegraph, der rungen der kommerziellen Lage Englands lenkten, hatte weder fast allgemeine Eindruck in offiziellen Kreisen gehe dahin, daß der eine noch der andre die Absicht, eine rein politische Kontro- Austin Chamberlain Ritchie und Brodrick Lord verse zu veranlassen. Nichtsdestoweniger verwarfen die liberalen Hamilton erfegen werde. Das Blatt fügt hinzu, 2ord Milner werde als möglicher Nachfolger Chamber- Nachklänge von der Reichstagswahl. In Breslau wurden Parteiführer von Anfang an den Gedanken einer zollpolitischen lains genannt; andre Zeitungen erwähnen jedoch Lord Selborne mehrere Arbeiter wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Untersuchung, machten strupellos Gebrauch von dem alten Geschrei Schußmannsbeleidigung usw. zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen über Brotverteuerung und riefen so, da eine volle Diskussion in in Verbindung mit dem Amt des Kolonialsekretärs. Mehrere Blätter verharren dabei, in den Briefen Balfours und verurteilt, weil sie am Abend des 16. Juni, in der Erwartung, daß der Deffentlichkeit fehlte, ein großes Vorurteil hervor. Da er, Chamberlain, fühle, daß die Frage der Vorzugsbehandlung der Chamberlains trete zur Evidenz hervor, daß in der Politik Balfours vom Rathause das Wahlresultat verkündigt werden würde, der AufKolonien gegenwärtig nicht mit hoffnung auf Erfolg betrieben die Absicht liege, auf die Politik Chamberlains hinzuführen. Nach forderung der Schutzleute, weiter zu gehen, nicht Folge geleistet und werden könne, wenngleich für eine Politik der Ansicht einiger Blätter werde dies den Erfolg haben, die Wieder- fich zu Aeußerungen hatten hinreißen lassen, die das Gericht Beleidigungen auffaßte. Auffallend bei der Ver Repressalien starte Meinung vorhanden sei, herstellung der Einigkeit in der unionistischen Partei auf der Grund- als glaube er seinem Programm am besten außerhalb lage von Balfours Broschüre zu verhindern und die Spaltung der handlung war, daß der Vorsitzende jeden einzelnen der Angeklagten Ses kabinetts nüßen zu können und trete bes- Partei zu beschleunigen. Morning Bost" und" Daily Telegraph" fragte, ob er Auskunft darüber geben wolle, wen er gewählt habe. halb von seinem Posten zurück. Während man allgemein fagen voraus, Chamberlains Rücktritt werde zu einem Abgesehen davon, daß sich derartige Fragen eines Richters mit der Wahrung des Wahlgeheimnisses schlecht vertragen wir haben ja die Gefahr unbeschränkter Konkurrenz der schutzöllnerischen fremden starten Umschwung zu seinen Gunsten führen. Daily News" führen aus, Chamberlain habe die liberale Partei allerdings schon den schlimmeren Fall erlebt, daß man Zeugen zu einer Länder würdige, beachte man nicht gebührend die Wichtigkeit der folonialen Märkte und die Gefahr, daß England sie verlieren zu Grunde gerichtet und die unionistische Partei vollständig gebrochen folchen Aussage zwang, während ein Angeklagter ja die Auskunft verfönne, wenn es nicht ihrem Verlangen nach Vorzugsbehandlung zurückgelassen; auch er selbst habe Schiffbruch gelitten, seine Lauf- weigern fann, vermögen wir auch nicht einzusehen, was die Parteientspreche. Daher erscheine gegenwärtig ein Abkommen mit den bahn sei beendet; er gebe freimütig zu, daß seine Politit fehl- ftellung der Angeklagten mit ihrem Delift zu schaffen hat! Der= gleichen ebenso überflüffige wie unsres Erachtens unzulässige Fragen Kolonien, welches einen Zoll, wenn auch einen noch so geringen, geschlagen sei. fönnen nur den Anschein erwecken, als ob man bei der Urteilsabmessung die politische Gesinnung der Angeklagten als erschwerend oder mildernd in Betracht zu ziehen beabsichtige. morgen Gr Politifche Ueberlicht. " Eine unverhältnismäßig harte Strafe verhängte das Magdeburger Landgericht diefer Tage über die Bergarbeiter Sydow und Franke, die mit andren Arbeitern angeklagt waren, gemeinschaftlichen Hausfriedensbruch und versuchte Nötigung begangen zu haben. Den Genannten und ihren Kollegen war von ihrem Betriebsinspektor dafür, daß fie am Wahltage nachmittags atveds Ausübung ihres Wahlrechts nicht eingefahren waren, am 6. Juli ein Extra- Strafabzug von 1,50 M. gemacht worden. Sie gerieten deshalb mit dem BetriebsInspektor Ente in Streit, in dessen Verlauf Ente sich durch das Fenster flüchtete. Das Urteil gegen die beiden Angeklagten lautete die begreifliche Erregung der Angeklagten nicht in angemessene Erauf 3 Monate Gefängnis. Es scheint demnach, als ob das Gericht wägung gezogen habe. auf gewisse Lebensmittel involviere, auch wenn es von einer Chronicle" sagt, der neue Feldruf laute" Vergeltung". Man Herabsetzung der Besteuerung andrer Lebensmittel begleitet sei, beabsichtige damit, die Aufmerksamkeit abzulenten von den Skandalen im Militär- und Erziehungswesen und auf anderen Gebieten, die für die Mehrheit der Wähler unannehmbar. Chamberlain weist dann auf die sehr starke Stimmung im sich unter der Tory- Regierung ereignet haben. Der Briefwechsel Lande für denjenigen Teil handelspolitischer Reformen hin, der zeige, daß, wenn die Nation aufgefordert werde, für die Vergeltung England in den Stand setzen würde, gegen die fremden Länder ihre Stimme abzugeben, sie aufgefordert werde, den Weg für den Vergeltungsmaßnahmen zu treffen, die den gerechtfertigten An- Nahrungsmittelzoll zu bahnen. sprüchen Englands auf weitergehende Reciprocitat leine Stonzefsionen machen wollen. Der Brief setzt ferner die Notwendigkeit einer engeren Union mit den Kolonien auseinander, sowohl in ihrem als in Englands Interesse. Er glaube, es sei möglich, Berlin, den 18. September. eine solche Union heute zu stande zu bringen; sei dies bielleicht unmöglich. Neber das eingestellte Zeugniszwangs- Verfahren tönne durch sein Verbleiben im Amte die Aus- gegen den Redakteur Reimpeter von der Deutschen Bergschließung eines so wichtigen Teils feines arbeiter Beitung" erhalten wir folgende genauere Darstellung: Programms nicht acceptieren und schlage vor, Balfour In Nr. 34 der Deutschen Bergarbeiter Zeitung" wurde der möge die gegenwärtige Politik der Regierung auf die Betonung Bericht des politischen Polizeikommissars Krohn- Der rote Adlerorden mit Schwertern. In Nummer 205 brachten der Freiheit Englands in Bezug auf alle fommerziellen Beziehungen zu den fremden Ländern beschränken. Er selbst be- Gelsenkirchen abgedruckt und das Original des Berichts von wir die Nachricht, daß zu den jüngst vom deutschen Kaiser mit dem roten Adlerorden vierter Klasse dekorierten Offizieren auch der feit uns dem Regierungspräsidenten von Arnsberg zugeschickt. beinahe einem Jahr in Untersuchungshaft fizende italienische abfichtige, sich der Darlegung und Popularisierung jener Principien der Reichsunion zu widmen. Der Bericht wurde dem Blatte von einem Bergmann, offen, ohne Oberlieutenant Vito Modugno gehört, der des Diebstahls, Naubes die nach seiner Ueberzeugung wesentlich für den fünftigen Wohl- Umschlag auf die Redaktion gebracht, der aber angab, den Bericht und der Vergewaltigung in China, sowie der Ermordung seiner stand und die Wohlfahrt Englands seien. von einem Kameraden erhalten zu haben, der ihn in Gelsenkirchen eignen Frau angeklagt ist. Diese Notiz wurde damals, Auf diesen Brief antwortete am 16. d. M. Balfour in einem gefunden habe. Krohn muß nun angegeben haben, wie die Rheinisch- so befremdend die Ordensverleihung war, bon der offiziösen längeren Schreiben, in dem er Chamberlains Entschluß, aus der Westfälische Zeitung" mitteilt und wie auch aus den Ausführungen Preſſe mit Stillschweigen übergangen, doch nun hat eine Erklärung Regierung auszutreten, bedauert, aber meint, er vermöchte nichts des Untersuchungsrichters zu entnehmen war, daß er den Bericht in endlich die Münchener Allgemeine Zeitung" für diese feltsame Auszeichnung des schneidigen Modugno gegen seine( Chamberlains) Absicht einzuwenden, wenn dieser glaube, Herne in einen Briefkasten geworfen habe. Auf Veranlassung des für diefe feltsame Auszeichnung des hierdurch am besten der Sache der Reichseinheit dienen zu können. Regierungspräsidenten wurde nun recherchiert, wie der Vericht in die gefunden. Sie läßt sich aus Stom schreiben:„ Es drängt fich nun die Frage auf, wie es fommt, daß man in den sieben Monaten, in Balfour giebt selbst zu, daß die Zeit für eine Aenderung Hände der„ Deutschen Bergarbeiter- Beitung" gekommen sei. Darüber denen die italienische Presse ihre Spalten mit den Berichten über in den Handelsbeziehungen Englands mit den wurde Leimpeter als Zeuge vom Untersuchungsrichter vernommen. den Mord an Frau Modugno füllte, die deutsche Regierung nicht andren Staaten gekommen sei. Er glaube, mit Chamberlain, Leimpeter hat beim Untersuchungsrichter wahrheitsgemäß obigen veranlaßt hat, Modugno von der Ordensliste wieder zu streichen, " " " " an In und das italienische Kriegsministerium hat bereits erklärt, daß es diese mit Steintwürfen und Schüssen. Da der Aufforderung, aus-| sich ja immer an Bebels Rodschöße hängt, um auf die Revisionisten teine Verantwortung trage, denn es habe dem Ministerium des einanderzugehen, nicht Folge geleistet wurde, waren die Kosaken ge- loshauen zu können, hat uns den Vorwurf der Verflachung gemacht. Auswärtigen rechtzeitig Mitteilung gemacht. Da dieses letztere zwungen, einzelne Schüsse abzugeben, worauf der Plazz geräumt Darauf haben wir nachgewiesen, daß in Baden der prozentuale schweigt, so ist es vielleicht der Teil, dem die Schuld an der wurde. Mehrere Soldaten wurden verletzt; von der Menge einer Zuwachs unsrer Stimmen größer war als im Durchschnitt des Reichs, Nachlässigkeit zufällt. Befremdlich erscheint es aller getötet und zwei verwundet. Verhaftet wurden 77 Personen, unter und speciell im Verbreitungsbezirk des„ Volksfreund" war er noch dings auch, daß die deutsche Botschaft in ihnen zwei Geistliche. größer. Wir fragen, ob etwa der Sieg in Karlsruhe, wo diese Revisionisten Rom, auf der die italienischen Zeitungen Bom Balkan. unter den ungünstigsten Umständen den Bassermann niedergeschlagen doch verfolgt werden, auf den Thatbestand nicht Die bulgarische Drohnote. Nach seinen eifrigst betriebenen haben, Verflachung ist. Da erwiderte dann die„ Tagwacht", das sei aufmerksam wurde. Da Modugno vorläufig nicht rechts- Rüstungen und seiner schon erwähnten Note an die Großmächte ein glänzender Sieg, aber er sei errungen trotz des„ Volksfreund". kräftig verurteilt, sondern nur Untersuchungsgefangener ist, so ist es scheint Bulgarien sich entschlossen zu haben, den Waffenkampf mit Bebel hat in der Beziehung mehr als einmal gesündigt. fraglich, ob die deutsche Regierung die Verleihung der Türkei aufnehmen zu wollen; denn in dieser Note erhebt, wie Lübeck sagte er, die Badenser gehörten in einen Sack und in den fofort zurücknimmt; später wird das natürlich geschehen." die Inhaltsangabe der Wiener Politischen Korrespondenz" zeigt, die Bodensee.( Bebel: Wollen Sie mir die Stelle zeigen!) Es ist im Der Vorfall zeigt deutlich, wie meist derartige Auszeichnungen bulgarische Regierung direkt gegen die Pforte den Vorwurf, daß sie Protokoll gestrichen.( Bebel: Es iſt nicht gesagt worden!) Ich werde zu stande kommen und welcher Wert ihnen beizumessen ist, auf die Vernichtung der bulgarischen Bevölkerung in den int Karlsruher Volksfreund" nachsehen; der große Bericht hatte es Brinzliches Avancement. Der Staats- Anzeiger" veröffentlicht europäischen Wilajets hinarbeite und alle Vorkehrungen treffe, ursprünglich, aber es ist gestrichen.( Bebel: Ich streiche nie so die Beförderung Seiner Kaiserlichen Hoheit des deutschen Kron- um die türkische Armee so rasch wie möglich der etwas!) Bebel hat damals auch gesagt, er werde nach Baden prinzen, bisher Oberlieutenant à la suite des Infanterie- Regiments bulgarischen Grenze konzentrieren zu können. Dies berechtigte zu kommen und dann würden wir unser blaues Wunder erleben. Nun, Nr. 120, zum Hauptmann. der Annahme, daß die ottomanische Regierung die Absicht habe, im er kam, aber das blaue Wunder blieb aus. Die Verhandlungen Der Kronprinz ist somit wohl der jüngste Hauptmann der geeigneten Augenblick eine militärische Aftion gegen das Fürstentum verliefen ganz ruhig. In München erklärte Bebel bei Gelegenheit Armee. Das Avancement muß ja in beschleunigtem Tempo vor sich zu unternehmen. Die Lage sei geeignet, schließlich einen eines von uns gestellten Antrages geheimnisvoll, er wisse von den gehen, damit der einstmalige Sprung zum„ obersten Kriegsherrn" Konflikt zwischen dem Fürstentum und der Pforte Badenfern noch ganz andres, ich ging zu ihm und bat Er sagte, ich sei damit nicht gemeint. nicht zu weit ist. In andern Ländern haben Kronprinzen zudem herbeizuführen, falls die Großmächte nicht bei der Pforte ihn um Aufklärung. der Karlsruher Wahlverein Bebel wieders den Vorsprung, bereits als Obersten geboren zu werden. zur Klugheit und Mäßigung mahuten. Die bulgarische Regierung Darauf forderte fühle sich verpflichtet, an die Gerechtigkeit und Humanität der holt auf zu sagen, was er bei dieser Aeußerung im Auge Sächsische Buddelei. Die Generaldirektion der sächsischen Eisen- Mächte zu appellieren, damit sie die bulgarische Bevölkerung vor der voll- gehabt habe. Er weigerte sich und erwiderte schließlich ganz ärgerbahnen veröffentlicht wieder einmal einen ihrer im Buddeschen Geiste ständigen Ausrottung retten und durch ihre Intervention die ottomanische lich, was uns denn eigentlich einfalle, er lehne eine Antwort ab! gehaltenen Ukase, in dem, unter Hinweis auf den Besuch von öffent Regierung bestimmen, ihre Mobilisierungsvorkehrungen sowie die in Bebel sprach gestern auch von den Arbeiter- Revisionisten, die in ges lichen Gewerkschaftsversammlungen, die Eisenbahner erneut verwarnt Anbetracht der korrekten Haltung der bulgarischen Regierung in hobene Lebenslage gekommen find. Bebel weiß offenbar nicht, werden, fich dem Verband der Eisenbahner Deutschlands anzuschließen. feiner Weise gerechtfertigten Maßregelungen militärischer Kon- welche Folgen das hat. Diese Arbeiter- Revisionisten und überhaupt Die Verbandszugehörigkeit wird dabei als„ Unterstützung unzulässiger zentrierung rückgängig zu machen. Sollte jedoch Bulgarien die Arbeiter- Angestellten haben sehr schwer mit dem Neide vieler Bestrebungen" bezeichnet. So wird das verfassungsmäßig garantierte teine bestimmten Zusicherungen erhalten, welche Genossen zu kämpfen. Wenn nun der erste Führer der Partei in dieser Koalitionsrecht vom Staate selbst mit Füßen getreten! seine Befürchtungen gegen das gegenwärtige Weise von diesen Genossen spricht, so ist es für jeden pros und es giebt deren eine Waffe Wegen Majestätsbeleidigung konsisciert wurde Mittwochmorgen Vorgehen in der Türkei zerstreuen tönnten, foletarischen Neidhammel Das sollte man doch endlich unterlassen. die Nr. 172 der Augsburger Volksztg. Der inkriminierte Artikel, würde es sich gezwungen sehen, die notwendigen gegen diese Genossen. ein Bericht der königstreuen lc- Korrespondenz, behandelt die Ver- Maßregeln zu treffen, um für jede Eventualität Damit wird einfach Stimmung gemacht. Es ist auch, glaube ich, handlung gegen den Steinschleifer Vogel wegen Majestätsbeleidigung, borbereitet und gegenjebelleberraschung geschützt nicht richtig, daß die Reviſioniſten die Fühlung mit dem Volke verloren hätten. Ich habe im Gegenteil beinahe den Eindruck ges welcher von dem Landgericht in Hof zu einem Jahr Gefängnis ver- 3u sein. den Massen bers urteilt wurde. Auch die Pforte betreibt mit Eifer die Verstärkung ihrer Truppen wonnen, daß Bebel die Fühlung mit Loren in Macedonien. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, haben das hat.( Großes Gelächter. Buruf: Neueste Revision!) ſtellt man die mit Fühlung dem Volke 4. Armeecorps in Erzingjan und das 5. Armeecorps in Bagdad Damit noch Befehl zur Mobilmachung erhalten. lange nicht her, daß man in Versammlungen spricht, in Charakteristisch für die Gegensätze, die die zwischen den denen immer Tausende sind, sondern damit, daß man jeden Tag Kriegspläne. Der Abgeordnete Jaurès schreibt im Leit- Mohammedanern, den Bulgaren und den Griechen in Macedonien unter ihnen steht in den Gewerkschaften und Genossenschaften, wo artikel der„ Petite République", daß die in letzter Zeit an der bestehen, ist die Thatsache, daß die macedonischen Griechen immer man die Arbeiter in ihren Vorzügen und Fehlern kennen lernt. algerisch- marokkanischen Grenze vorgekommenen Unruhen von den offener gegen die Aufständischen für die türkische Regierung Partei Dann erscheinen die Arbeiter nicht so ideal, wie Bebel sie hins französischen Offizieren gern gesehen worden wären, da man in deren ergreifen und sich letzterer zum Kampf gegen die bulgarischen Banden stellt.( Wachsende Unruhe.) Hören Sie doch bitte auch zu, wenn Kreisen neue Kriegszüge in Nordafrika plane. Er wisse aus sehr gefähr 200 junge Griechen, welche sich als Freiwillige gegen die nünftig reden!) anbieten. In Konstantinopel sind, wie von dort berichtet wird, un- ich rede und nicht nur wenn Bebel redet.( Buruf: Wenn Sie vers Das Auftreten bon Bebel hat nicht nur guter Quelle, daß in der Armeeleitung eine Expedition nach bulgarischen Komitatschis gemeldet haben, aus Silivri, Rodosto, und bei den Revisionisten, sondern auch bei andren Genossen Marotto beschlossene Sache sei. Man studiere bereits den andren Orten ankommen. Der Sultan hat ihr Angebot angenommen, Bedenken erregt. Was Vollmar darüber sagte, war notwendig. Plan eines Protektorats in allen Einzelheiten und be- jedoch ist man wegen ihrer Verwendung in Verlegenheit. Es soll ein Wir wollen!" nicht:" Ich will" soll es heißen bei uns. Wie soll fasse fich sogar mit der Wahl von Beamten. Jedenfalls selbständiges Freiwilligencorps unter türkischen Offizieren gebildet mun Göhre jetzt wieder gegen die Gegner kämpfen, nachdem Bebel bon ihm behauptet hat: Du bist moralisch hoffe die Armeeleitung, auf die Regierung einen Drud auszuüben werden. und sie vor eine vollendete Thatsache zu stellen, und dann wäre die Konstantinopel, 17. September.( Meldung des Wiener K. K. tief gesunken!( Große Unruhe!) Welche Wirkung muß es Telegr. Korr.- Bureaus.) Eine Nachricht aus Sofia befagt, die hervorrufen, wenn die Gegner lesen, was Bebel gestern über bulgarische Regierung habe brei Divisionen unter die Waffen ge- die Redakteure des„ Vorwärts" gesagt hat! Vorwärts" gesagt hat! Ich weiß nicht, rufen, der türkische Kommissar habe gegen diese Mobilmachung Protest welche Gestalt die Resolution erhalten wird. Für das Amendement eingelegt und der bulgarische Ministerpräsident habe dem englischen kann ich unter keinen Umständen stimmen. Aber für die ursprüngliche diplomatischen Agenten, welcher um Aufklärung bat, erklärt, daß der Resolution fönnte ich stimmen.( offmann- Berlin: Dann muß Maßregel fein aggressiver, sondern nur defensiver Charakter inne- sie geändert werden!) Jawohl, der Parteitag ist ja bekanntlich allein wohne. für die Berliner da!( Große Unruhe und Zwischenrufe.) Seien Sie doch ruhig; wir haben Sie auch nicht unterbrochen! In der bisherigen Weise kann die Debatte nicht weiter gehen.( Sehr richtig! Große Unruhe.) Daß wir in allen grundlegenden Fragen und in allen Fragen, die für den Gegenwartstampf in Betracht kommen, einig sein müssen, ist klar. Im übrigen thun wir besser, unsre Kräfte zu sammeln, damit wir den Kampf auf allen Gebieten mit Erfolg weiter führen können.( Beifall bei einem Teil der Versammlung. Bischen.) Stücklen- Altenburg: Ausland. Frankreich. Gefahr in der That außerordentlich groß, oder aber die Armeeleitung bereite mit Zustimmung oder auf Befehl der Regierung einen Krieg vor, der mehrere Jahre 200 000 Mann und 100 Millionen Frant erfordern würde. Ein so folgenschwerer Entschluß hätte nicht gefaßt und ein so furchtbares Unternehmen nicht bereits begonnen werden dürfen, ohne daß das Parlament und das Land auch nur gefragt worden seien. Jaurès hält es daher für seine Pflicht, Alarm zu schlagen. Spanien. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 2. Beilage.) Wir Wenn Bolizeiffandal. Wegen bedeutender Betrügereien, die fürzlich bei der Madrider Polizei vorgekommen sind, ist der Chef der Polizei seines Amtes enthoben und durch einen Beamten des SicherheitsDienstes ersetzt worden. Sämtliche Polizeiagenten sind ebenfalls ab- Er sagt, entweder erfolgt ein Krach durch irgend einen gesezt worden. Die Ursachen dieser Entschließung werden amtlich Krieg, wo der ganze Bankrott der herrschenden Gesellschaft bekannt gegeben werden. elementar in die Erscheinumg tritt, dann werden wir Rußland. die ganze politische Macht bekommen. Oder aber, sagt er, die Die Vertreter des Revisionismus thun immer so, als ob eigents Straßentumulte. Wie im nichtamtlichen Teil des„ Regierungs- herrschende Gesellschaft sieht ein, daß sie sich auf einem sehr gefährlich gar keine Differenzen vorhanden wären. Aber gerade die Rede boten gemeldet wird, entwickelte sich in Homel, Gouvernement lichen Wege befindet, sie lenkt ein, und dann wird einer der unsrigen von Kolb hat bewiesen, daß doch schwerwiegende Meinungss Mohilew, am 11. d. M. in dem dortigen Bazar aus einem Streit in die Regierung berufen und mit der Regelung der Arbeiter- verschiedenheiten vorhanden sind. Das zeigen seine Ausführungen zwischen einem Bauern und einem jüdischen Händler eine erbitterte berhältnisse betraut werden müssen. Wenn Liebknecht das schreiben gegen die Zusammenbruchstheorie, und ich weiß nicht recht, wie durfte, dann darf es ein andrer wohl auch noch. Es aus diesen Gegenfäßen eine Ueberbrückung gefunden werden könnte. Schlägerei zwischen Juden und Russen. Als die Polizei die Ordnung man über der Kolb sagt, er könne für die Resolution stimmen. Meines Erachtens wiederherstellen wollte, warfen die Juden mit Steinen auf dieselbe, schadet wahrhaftig der Partei nicht, wenn im Gegenteil, es tann ihr nur würde er aber dann von seinem bisherigen Standpunkt abweichen. auch wurde aus ihrer Mitte ein Revolverschuß abgefeuert, auf den artige Fragen diskutiert, Braktisch( Bebel: Sehr richtig!) Kolb sprach im Gegensatz zu Bebel von die Polizisten mit Schüssen in die Luft antworteten. Bei der Prügelei mugen, denn dadurch wird Aufklärung verbreitet. fie dem Staatsmann" Vollmar.( Bebel: Von dem Politiker, von tourde ein Russe von einem Juden durch einen Messerstich in den Leib ist die Frage gegenwärtig von keiner Bedeutung, aber tödlich verletzt, ein Jude sowie 7 andre Personen trugen leichte Ver- wird mit der Zeit von Bedeutung werden, denn wir stehen doch alle dem Staatsmann nicht, vorsichtigerfveise.) Vollmar ist ein Redner, legungen davon. Am 14. wiederholten sich die Unruhen. Russische auf dem Standpunkt, daß wir mit unsrer fortgesezt gesteigerten der sehr zu fesseln versteht; wenn er aber dann auf irgend eine Arbeiter fingen aus Rache für eine ihnen am 11. September zu- Macht etwas erreichen. Wenn wir fortgesetzt die Eigentumsformen bedenkliche Stelle kommt, wie heute auf die Vicepräsidenten- Frage, gefügte Kränkung an, im Judenviertel Buden zu zerstören. Bei dem durch unsre Thätigkeit verändern, so wird nach Marr mit der Zeit dann weiß er sehr schön darum herumzugehen, und hinternach heißt Zusammenstoß mit den Juden wurden auf beiden Seiten etwa 20 auch nach und nach der politische und sociale Ueberbau der Gesell- es dann: Wir sind ja ganz einig. Bei den Bayern hat Vollmar oder mehr Personen verwundet. Als Truppen erschienen, wurden schaft sich ändern. Aus diesem Grunde bitte ich Sie, das hier ein- allerdings einen sehr großen Einfluß und auch ich verehre ihn hoch, sie von den Juden mit Schüssen empfangen. Infolgedessen mußte von gebrachte Amendement abzulehnen, denn wir wollen doch keine Reso- obgleich ich von der bayrischen Taktik durchaus nicht begeistert bin. den Feuerwaffen Gebrauch gemacht werden. Gegen Abend war die lution annehmen, die für die Gegenwart ohne jede Bedeutung ist. Wie Wenn aber Bebel damit so unzufrieden ist, dann sollte er nur die Dinge in Zukunft sich gestalten werden, wissen wir ja nicht. mal bei seiner nächsten Reise zu der Küßnachter Sternwarte" in Ruhe wieder hergestellt. In Ergänzung dieser Darstellung weiß der Regierungsbofe" Haben wir es denn nötig, jetzt schon festzulegen, daß wir München aussteigen( Bebel: Das kann ich mal thun!), dann tweiter zu berichten, daß, als das Militär in Homel einrüdte, ihm mit niemals innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft an der Erekutiv- wird er denselben Beifall finden wie Vollmar.( Heiterfeit. Buruf: Messern, Dolchen, Wurfkugeln und Revolvern bewaffnete Juden gewalt uns beteiligen werden? Darüber sind wir doch nicht Ein Beweis, wie einig wir find!) Und wenn er sich fürchtet, so ( Seiterteit.) Widerstand entgegenseiten. Die Juden schossen aus den Häusern 50 Jahren in unsrem Sinne arbeiten.( Sehr richtig!) Ist es richtig, Auch früher haben wir uns bekämpft, aber nicht ſpißfindig. fompetent, zu beschließen, was die machen, die mal, in 40 oder fann er ja einen zuverlässigen Mann mitnehmen. und hinter den Zäunen auf die Soldaten. Ein Feldwebel, der einen schießenden Juden festnehmen wollte, wurde von einem andren Juden da der Zusammenbruch kommen muß, dann ist unsre bisherige haben eben eine sehr große Anzahl Akademiker in der Partei, die durch einen Messerstich am Halse verwundet. Im ganzen wurden bewußte Taktik nicht die richtige. Wenn der Zuſammenbruch kommen in die Socialdemokratie hineinkommen, um sich zu retten. während der Unruhen vier Christen und vier Juden getötet, ver- muß, dann arbeiten wir auf den Zusammenbruch hin, und nicht auf die Leute still hielten und zunächst mal lernen wollten, so wäre es das Gegenwärtige ja gut. Aber diese Leute wollen zunächst mal beweisen, daß der wundet sieben Christen und acht Juden, von denen einer starb. Die den Aufbau der Gesellschaft; dann muß bisher festgestellte Zahl der zerstörten Häuser und Buden beträgt 200. niedergerissen werden, um etwas aufzubauen und dann hätte und der Programmpunkt falsch sei; die bürgerliche Presse nimmt General- davon natürlich Notiz und auf dem nächsten Parteitag haben wir 68 Personen wurden wegen Teilnahme an den Ausschreitungen ver- Genosse Friedeberg mit seiner Empfehlung des streits recht.( Sehr richtig! Rufe: Hat er auch!) Das dann die Debatte. Auf dem Parteitag refüsiert der Betreffende haftet. Fälle von Raub wurden nicht festgestellt. von Kautsky. Der Revi- dann einigermaßen, die Einigkeit ist hergestellt, aber der Genosse ist Das Militär hält die Ruhe aufrecht. Offiziere und Justiz- ist die Konsequenz der Theorie beamte bezeichnen die Haltung der Polizei bei der Unterdrückung der fionismus ist gar nichts andres, als unsre bisherige bewußte dann ein gemachter Mann, und auf das erste Mandat, das frei wird, Unruhen als tadellos. Nur den Anordnungen des Polizeimeisters Taktit. Dafür ist ja die Resolution der allerbeste Beweis. Nachdem glaubt er Anspruch zu haben. Das geht nicht; wer zu uns kommt, fei es zu verdanken, daß die Unruhen auf einen verhältnismäßig man jahrelang gegen den Revisionismus gekämpft hat, mußte man der soll nicht die Prätension haben, gleich an die Spitze zu treten, ( Sehr richtig!)| unbedeutenden Kreis beschränkt blieben. Die Ursache der Unruhen einen fünstlichen Revisionismus konstruieren und diesen bekämpfen. sondern er soll als gemeiner Soldat eintreten. ist nach der Ueberzeugung der gutgesinnten Bevölkerung in der äußerst Steiner von uns will eine Revision der Grundsätze der Partei, im Ich erinnere an Schoenlant; mit dem habe ich selbst Flugblätter Heute sollte man das mal einem neu zu uns feindseligen, herausfordernden Haltung der Juden gegen die christliche Gegenteil, wir wissen, daß diese Grundsäße wahr und echt sind, herumgetragen. wir wollen auf dem Boden dieser Grundsäße weiter kämpfen. kommenden Akademiter zumuten! Wir verlangen das ja auch nicht. Bevölkerung zu suchen. Gestern nachmittag hat der Agitator der socialdemokratischen Wir müssen natürlich Ausnahmen machen, z. B. mit allen Partei gesprochen und heute morgen der Politiker.( Lautes Gelächter.) Akademikern, die von der Zeit des Socialistengesetzes her zu uns ge= Der Agitator, der schon so glänzende Erfolge erzielt hat, gestern war hören, wo es noch keine Lorbeeren bei uns zu erobern gab. Bor er kein glänzender Agitator, gestern hat er eine Rede gehalten, an den Akademikern aber, die jetzt das große Wort führen und die der wir jahrelang zu inapsen haben werden.( Lebhafter Widerspruch. Partei revidieren wollen, habe ich keine Achtung. Man kann den Die Neberweisung der Verwaltung des armenischen Kirchen- Gelächter. Zustimmung.) Gestern hat er den Gegnern eine Masse Artikel Bernsteins über die Vicepräsidenten- Frage nicht mit der vermögens an die russischen Staatsbehörden, die vor einigen Tagen Snippel geliefert, die sie uns bei jeder Gelegenheit zwischen die Bemerkung abthun, daß es sich hier um eine Dummheit handle. in Ausführung eines taiserlichen Utases erfolgte, hat im Kaukasus- Beine werfen werden.( Nufe: Bernstein etwa nicht?) Er hat sich Ich meine, es muß mit Bernstein einmal ein ganz ernſtes Wort gebiet unter den Armeniern ernste Ruhestörungen hervorgerufen, darüber beschwert, daß die Führer der Revisionisten sich nicht geredet werden. Wenn es nicht anders geht, so muß die Lübecker vornehmlich in Tiflis und Kars. In Tiflis begannen die Ruhe- dagegen verwahren, wenn sie von Gegnern gelobt werden. Das Resolution so verschärft werden, daß ein Ausgleich unmöglich wird. störungen, nachdem die armenische Geistlichkeit bei der Kathedrale in ist ganz nebensächlich, denn dies Lob wird uns in der Agitation Wenn die Revisionisten sagen: Wir müssen die Gegenfäße vees Gegenwart einer etwa aus 2000 Söpfen bestehenden Menge eine nie vorgehalten, wohl aber bei jeder Gelegenheit Citate fleistern und uns gewissermaßen den Nationalsocialen seligen Ans Seelenmesse für die während der Jelissawetpoler Unruhen getöteten von Bebel und Kautsky.( Widerspruch.) Bebel hat dann wieder denkens nähern, so sage ich: Wir haben die Aufgabe, den Klassens sechs Armenier abgehalten hatte. Der Geistliche Ter Aratom sprach auf die Süddeutschen eingehauen und gemeint, da unten sei alles fampf weiter zu predigen. Natürlich bei den Reichstagswahlen sind das Anathema wegen Wegnahme des Kirchenvermögens aus. Sodann bersumpft, die Kerle trinken zu viel Bier und Wein, die kommen gar wir einig; es wäre auch noch schöner, wenn wir uns selbst da wurden revolutionäre Proflamationen verteilt. Die Menge lärmte nicht dazu, nüchtern zu denken, sie sind socialdemokratische Spieß- rauften. Das ist der schwierigste Kampf, der uns dadurch ers. und aus ihrer Mitte wurden über 40 Revolverschüsse abgefeuert. bürger.( Be bel: Das habe ich nicht gesagt.) Nein, wirklich wächst, daß man die Genossen auf falsche Bahnen zu drängen sucht. Es könnte doch Die Polizei gab darauf ebenfalls einige Schüsse ab; dadurch wurden nicht.( 8ubeil: Ihr könnt auch mehr vertragen! Ja wohl, Ge- Es ist von einer Spaltung gesprochen worden. einige Personen verlegt und ein Arbeiter tödlich verwundet. Vier noffe Bebel, Sie haben uns daran gewöhnt, fehr viel herunter- höchstens der eine oder andre Revisionist sagen: Ich mache nicht Rädelsführer wurden verhaftet, unter ihnen der obenbezeichnete zuschlucken.( Große Heiterkeit.) Der Vorwurf gegen die Süddeutschen mehr mit. Wenn sie sich dann noch spalten wollen, so haben wir Geistliche. war angesichts unsrer Erfolge nicht berechtigt. In Berlin oder in nichts dagegen. Bei der Wahlagitation bei uns in Bayern war ein Redner, ein In Kars eilte unter dem Geläute der Glocken eine große Industrieorten zu agitieren, ist keine große Kunst, aber in Gegenden, Menge Armenier am 15. d. M. herbei und lagerte sich um die to die ökonomischen Verhältnisse noch nicht weit vorgeschritten sind, Akademiker, sogar so ängstlich, daß er das Wort„ Socialdemokrat andres. Wenn wir in Süddeutschland absichtlich vermied und von dem Kandidaten immer nur als von Kirche, als die Beamten zur Uebernahme der armenischen Kirchen- da ist das etwas güter schritten. Die Aufforderung der Polizei, auseinanderzugehen, trotzdem solche Erfolge haben, dann soll man doch nicht dem Socialisten und dem Demokraten sprach.( Heiterkeit.) Mich die Norddeutschen als die Musterhuaben hinstellen. hat das natürlich geärgert, und ich habe zu dem Kandidaten gesagt: beantwortete die Menge mit einem Hagel von Steinen und mit immer Schüssen und drängte die Polizei zurück. Zum Schutze derselben eilten( Ruf: Thut ja niemand!) Gerade wir in Baden haben unsre Du bist ein Esel, wenn Du Dir das gefallen läßt, wenn Du nicht schreibst: 200 Rosaten herbei. Die stetig anwachsende Wenge empfing auch Pflicht und Schuldigkeit gethan. Die Schwäbische Tagwacht", die ich bin Socialdemokrat. Der Socialist und Demokrat ist übrigens Es braucht kaum hinzugefügt zu werden, daß die Darstellung des„ Regierungsboten" viel unwahrscheinliches enthält und weitere Berichte über die Vorgänge abgewartet werden müssen, bevor ein Urteil möglich ist. " obendrein neuen durchgefallen.( Heiterkeit.) Es ist unausbleiblich, daß sich die Differenzen| Tang, aber kann ihm nicht ein Recht nehmen, ohne daß ich finde, daß in unsren gewerkschaftlichen und sonstigen Organisationen immer mehr vermehren. Bernstein kommt und sagt, es sei nicht so es zur Katastrophe kommt.( Buruf Sachsen!) Vergessen so viel Intelligenz geschult wird, daß auch diese Schwierigkeiten bald schlimm, wenn unser Kandidat für den Vicepräsidentenposten die Ver- Sie nicht, daß die sächsischen Genossen noch immer das überwunden sein werden. Wir müssen innerhalb der heutigen pflichtung übernimmt, zu Hofe zu gehen. Ich stehe nun nicht auf allgemeine Wahlrecht zum Reichstag hatten, um ihrem Gesellschaft das Gewerkschaftswesen, dessen Bedeutung ja heute dem Standpunkt, daß man jedem Fürsten in weitem Bogen Mißmut Luft zu machen, und das haben sie gethan.( Bravo!) Bei allgemein bei uns außer Zweifel steht, und das Genossenschaftswesen, aus dem Wege gehen müsse. Es kommt darauf an, wie die dem ganzen Parlamentarismus ist nichts Positives zu holen, dessen Wert für die Berbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter momentanen Berhältnisse sind. Die Leistung des Eides in Bayern er ist uns nur Mittel zum Zwed. Selbstzwed fann er erst sein, und ihre organisatorische Schulung durch die Resolution von Hannover und Sachsen fann nicht als Vergleich herangezogen werden. wenn er auf der Basis der Demokratie aufgebaut ist. Nach meiner ausdrücklich betont wird, nach Sträften fördern und für BildungsAls Bueb sich weigerte, im elsässischen Landesausschuß den Eid Ueberzeugung giebt es keine ungebundene Meinungsfreiheit, am aller- und Kulturarbeit aller Art eintreten. Aber die Entscheidung bringt das zu leisten und deshalb nicht zugelassen wurde, da war unsre wenigsten im politischen Kampfe, der im festen Rahmen einer Partei alles nicht. Ich trat jüngst der Theorie entgegen, die mit Hilfe Presse einig darin, das als Dummheit zu bezeichnen. Aber jetzt geführt werden muß. Es liegt darin eine gewisse Gebundenheit, des Generalstreits eine unmittelbare Einführung des Socialismus tommt zu der Gattung des Salonsocialisten eine Art Hofsocialisten aber diese Gebundenheit müssen wir anerkennen. Bernstein erwartet.( Friedeberg: Jst ja gar nicht der Fall!) Nun, ich habe ( Sehr richtig!), eine Gruppe, die höfische Bedingungen er hätte die Angelegenheit ruhig der Fraktion überlassen sollen. Vollmar es so aufgefaßt, aber wir müssen uns flar werden, wie wir uns füllen will, damit wir einen Sitz einheimisen, den wir hat auf die Brätensionen Bebels hingewiesen, auf sein: Ich will es. zur heutigen Staatsmacht auf die Dauer stellen. So ist auch die Bes gar nicht bekommen.( Lebhafte Zustimmung.) Ja er hat ihn mit Cromwell verglichen. Wenn Bebel von dieser wegung, die eine Behandlung der Militärfrage verlangt, zu verstehen. Wer der socialdemokratische Vicepräsident sein soll, diese Stelle aus spricht, spricht er aus Millionen von Arbeiterherzen.( Leb- Wenn die sächsischen Gewalthaber nicht die Ueberzeugung ge Frage ist bereits gelöst. Wir haben ja beim Münchener Parteitage hafte Zustimmung.) Ich bin der letzte, der in Byzantinismus erstirbt, habt hätten, daß ihre persönliche Sicherheit trotz allem gesehen, ein welch' gewandter Vorsitzender Vollmar ist.( Heiterkeit.) aber ich bin auch derjenige, der es für notwendig hält, einen unangetastet bleiben würde, würden sie es dann auch gewagt haben, Aber können wir von einem Socialdemokraten verlangen, daß er an Führer zu haben, der über das Programm wacht, daß es auch das Wahlrecht zu zerstören? Und wenn man uns das Reichstagseine Stelle geht, wo man von uns als Elenden, als Hochgehalten wird. So lange dieser Führer die Massen hinter Wahlrecht nimmt? Ich erinnere an Bebels Wort von 1886, daß nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen, gesprochen hat? sich hat, wie Bebel, ist er nicht Diftator, sondern derjenige, unter russichen Zuständen er auch die russische Taktik empfehlen Man hat als Socialdemokrat doch seine Partei Ehre. der da wiedergiebt, was das Gros der Genossen im werde!( Zustimmung Bebels.) Die Socialdemokratie hat die ( Lebhafte Zustimmung.) Ich glaube, kein einziger würde hingehen. ganzen Lande als Ueberzeugung empfindet.( Lebhafte Bu- Arbeiterklasse zu einer Gesetzlichkeit erzogen, von der die Behörden Was wollte der, der hinginge, thun, wenn ihm auf die Schulter ge- ftimmung.) Auch Kautsky ist Prinzipienwächter genannt worden. lernen könnten.( Zustimmung.) Sorgen wir, daß diese Gefeßlich flopft und zu ihm gesagt würde: Ich erwarte, nachdem die Partei Aber an der Stelle, an der er steht, ist es seine Pflicht und feit nicht übermäßig sei und selbst dem Verfassungsbruch so groß geworden ist, daß sie nun auf den Weg der sogenannten Schuldigkeit, über unsrem Brinzip zu wachen.( Sehr richtig 1) Am gegenüber bestehen bleibe! Also, wir brauchen eine grundsäßliche Ordnung tommt? Soll er mit der Antwort Johann Jacobys dienen? abend des 25. Juni stand ich in Rohnsdorf auf historischer Stätte, Entscheidung. Dann aber brauchen wir eine Vereinigung zu ge In der Haut möchte ich nicht stecken.( Duard: Ach! ach!) Ich wo Lassalle das Wort sprach:" Ich höre schon den dumpfen meinsamer Arbeit bei der die Gemeinsamkeit der Grundfäße glaube, auch Duard nicht. Schritt der Arbeiterbataillone", es sind nicht mehr Bataillone, nicht wieder zur Geltung kommt. Zunächst eine Revision unfres Die Socialdemokraten im Lande waren geradezu empört, daß Regimenter, sonderu Armeekorps, die mit revolutionärer Gesinnung Programms, die Bebel schon vor zwei Jahren als notwendig folche Fragen erörtert werden. Bebel hat die Münchener als eine erfüllt bleiben müssen, und als die Nachricht von unsren Siegen bezeichnete. Es giebt niemand mehr, der unser heutiges Programm Art Hammelherde hingestellt, die dem Vollmar folgt, wohin er geht. fam, da durchbrauste ein Jubelruf den Saal des Rheinhofes, daß in jedem Punkte anerkennt, auch Kautsky nicht. Ein Programm So liegen die Dinge denn doch nicht. Wenn Bebel nach München ich dachte, das Dach des Saales müsse hochgehoben werden. Fünf gilt es zu schaffen, das alle anerkennen und das alle einigt. fommt, würden seine Ausführungen dort denselben Beifall finden wie Minuten vergingen, ehe es mir möglich war, meine Ansprache fort- Freilich müßte eine persönliche Beratung vorausgehen und eine Ers des etwa nach Art überall.( Sehr richtig!) Und haben sich die andren bayrischen Städte, Fürth, zusehen. Da sagte ich mir: Das da unten sind diejenigen, die un- gänzung des praktischen Teils, Hof, Nürnberg, Augsburg, nicht gegen den Vollmarschen Vorschlag erklärt? ermüdlich Opfer an Zeit und Geld für die Partei bringen, die schweizerischen Programmentwurfs erfolgen. Ferner bedürfen wir Ehrhart hat zwar noch nicht gesprochen, aber Meister sagt von ihm, unermüdlich durch Wind und Wetter gegangen sind, die der Ausarbeitung programmatischer Gesetzentwürfe, wie sie von daß er sich auch dagegen erklärt habe.( Ehrhart: Ist ja gar nicht Flugblätter zu verbreiten. Und was ist diese Freude, die die Volts- mehreren Seiten gefordert wird. Ich weiß wohl, daß unsre Fraktion es nicht wahr, daß ich so etwas erklärt habe!) Na, macht das untereinander feele erfüllt? Es ist der Glaube an den Sieg, der Glaube, daß die in der Hand hat, diese Entwürfe alle zur Verhandlung zu bringen. Aber ab. Vollmar ist in Bayern keineswegs der Alleinherrscher. Die Socialdemokratie ihnen Wort halten wird, daß wir getreu unirem es giebt nichts, was propagandistischer zu wirken geeignet wäre, als solche Fraktion besteht aus 11 Mann. Seine Kollegen müßten gegen ihn Princip weiter arbeiten werden, und daß wir denjenigen Elementen, Entwürfe, die ja nicht in allen Einzelheiten ausgeführt sein müßten, auftreten, und sie würden zweifellos mit ihm fertig werden. die uns abzubringen versuchen von unsrem Ziel, eventuell den und die mit Motiven versehen und massenhaft verbreitet, ein vorSchuld an diesen Vorkommnissen trägt auch der Vorwärts". Stuhl vor die Thür setzen wollen!( Stürmischer Beifall.) zügliches Agitationsmittel, besser als alle reine kritischen Erörterungen Er sollte das führende Organ sein, das uns die Richtschnur giebt. Kakenstein: Parteigenossen! In dem Verhandlungsbericht von abgeben würden. Ich hoffe, daß wir über die Gegensäße hinweg zu In Wirklichkeit ist er nur eine große Schüssel, aus der vorgestern ist von mir gesagt, ich hätte diese Verhandlungen als gemeinsamer praktischer Arbeit kommen werden. Von einer Spaltung jeder nimmt, was ihm paßt.( Sehr gut!) Da ist ein Redakteur theoretische Kleinigkeiten" bezeichnet. Das ist natürlich falsch; ich kann keine Rede sein. Beide Teile gehören zusammen wie siamesische Beit( soll wohl heißen: Leid[ 3]) darin, der hat mir einen Artikel sprach von theoretischen Streitigkeiten, denen ich die ernsteste Zwillinge, die man nicht trennen kann. Es sollte einmal ein Ende gemacht als unverwendbar zurückgeschickt. Ich schickte den Artikel der Ber- Bedeutung beimesse. Denn es ist erhebend, daß wir nach den teils werden mit der gegenseitigen Verhebung, die auf beiden Seiten getrieben liner„ Volts- Zeitung" ein. Die druckte ihn ab und nun schnitt ihn scheußlichen, teils fleinlichen Erörterungen der ersten Tage, die wird, mit diesem Berliner Litteratenflatsch, den Quarc schon zu der„ Vorwärts" aus und veröffentlichte ihn mit der Bemerkung: uns eine Art socialdemokratischer Wahn"- das Souper und den treffend gekennzeichnet hat. - das Souper und den treffend gekennzeichnet hat. Früher freute man sich, auf einen Wie wir der Berliner Bolts- Beitung" entnehmen. Wenn das so Morgenkaffee unfrer Führer gezeigt haben, wieder dabei find, Parteitag zu kommen heute halten beide Teile Fraktionss gemacht wird, dann kann man es den Berliner Genossen nicht unsre Grundauffassungen und tattischen Aufgaben zu erörtern. Die fizungen ab, und wer sich keinem anschließt, wird darauf übel nehmen, wenn sie sagen, da schreiben wir für den Art freilich, in der diese Diskussion eingeleitet wurde, war angesehen und von beiden beiden beargwöhnt. Den Kampf mit Vorwärts" nicht. Der Vorwärts" ist ein Konglomerat nicht erfreulich. Man hat Bernstein Sensationslust bor- dem Gegner führe ich gerne recht schroff, nicht aber den mit der verschiedenartigsten Ansichten. Aus ihm kann sich der Durch geworfen. Bernstein und Sensation! Und auch den ihm Genossen. Bebel wird mit seinem Wort vom Sumpfe, der zwischen den schnitts- Parteigenosse tein Bild machen. In Sachsen soll erteilten Nat, das Schreiben einzustellen, muß ich zurück- Parteien steht, nicht an mich gedacht haben.( Bebel: Nein.) Wer jezt eine Boltsbewegung vor Zusammentritt des Land- weisen. Ich habe noch keine seiner Schriften aus der es so gut versteht, beide Teile vor den Kopf zu stoßen( Heiterkeit), tages entstehen. In Bayern war das gleiche zu leisten. Hand gelegt, ohne viel Belehrung geschöpft zu haben. ist wohl von solchem Verdachte frei. Aber ich kann ihm sagen, Aber wir haben nicht gehört, daß eine solche Bewegung geplant Und auch auf Seiten der Anhänger Bernsteins gab es daß es den meisten Parteigenossen so geht, daß sie sich mit Wenn ich ist. Von der Meinungsfreiheit war viel die Nede, aber auch häßliche Dinge, die Flügel unbedingt ergeben. mit Recht gekennzeichnet hat; feinem diese Freiheit hat eine gewisse Grenze. so habe ich auch von der Soll die Freiheit der namentlich das Schauspiel der Verbeugung, das sich in Nürnberg im wesentlichen übereinstimme, Meinungen so weit gehen, daß das Haus abbrennt, wo diese abspielte, war abstoßend. Die vorliegende Resolution und andern Seite gelernt und kann mich namentlich dem, was Vollmar Meinungen fich streiten? Es wird eine gewisse Grenze gezogen das Amendement, das ich mit unterzeichnet habe, bezwecken vom persönlichen Regiment sagte, nur anschließen. Es war auch viel werden müssen. Wir sind ja Gegner der zügellofen Freiheit, wir teine persönliche Kränkung: eine solche Entscheidung über die Grund- von Akademikern die Rede. In Skandinavien, wo Akademiker in der wollen die Freiheit des Einzelnen nur insoweit, als sie nicht die fragen ist eine Pflicht theoretischer Ehrlichkeit der Partei. Gewiß Bewegung keine Rolle spielen, steht diese im wesentlichen auf dem Boden Nechte des andren beeinträchtigt. Den Begriff der Freiheit werden wir hat die Meinungsfreiheit, als deren Gegner man Kautsky hinstellte, unsrer Revisionisten. Gewiß soll man jeden prüfen, der zu uns kommt. einmal näher definieren müssen. Unfre Partei wird immer proletarisch- innerhalb einer Partei, die auf freiwilligem Zusammenschluß auf Aber es ist oberflächlich, in solcher Art die Dinge erklären zu wollen. revolutionär sein und die Genossen haben es immer in der Hand, Grund gemeinsamer Anschauungen und Ziele beruht, engere Arbeiten wir gemeinsam, arbeiten wir praktisch, aber unter steter dafür zu sorgen, daß die Leitung der Partei nicht in die Hände Grenzen als im Staate, der auf Zufall und Zwang beruht. Inner- Beachtung unsrer Grundsäße! Dann wird es uns gelingen, den einer handvoll akademisch gebildeter Parteigenossen kommt, die teine halb dieser Grenzen freilich muß Freiheit herrschen, ohne daß gleich Klassenstaat zu zerbrechen.( Lebhafter Beifall.) Fühlung mit dem Volfe haben.( Lebhafter Beifall.) Der Antrag auf eine Redezeit von 10 Minuten wird wiederholt und von Stößel- Bromberg begründet. Molkenbuhr erwidert: Man täuscht sich, wenn man glaubt, daß bereits alle Anschauungen in der Debatte zu Tage getreten sind. Die Auffassung, die ich in der Präsidentenfrage vertrat, ist zum Beispiel eine andre, als die von Bebel und Bollmar. In zehn Minuten fann ich meine abweichende Anschauung nicht begründen. Der Antrag wird abgelehnt." ein · " " " Bebel ihm von Spaltung geredet wird. Ich bedauere sehr, daß Stadthagen Singer: teilt mit, daß das Amendement 143 nicht von Scheib in einer Weise, die man kaum mehr als verantwortliche ansehen und 40 Genossen, wie irrtümlich gedruckt, sondern von Wurm und fann, von der Spaltung geredet hat. Wie tommt er 40 Genossen, eingebracht sei. dazu, Genossen den Stuhl vor die Thür zu setzen, deren Verdienste Ein Antrag, die gewöhnliche Beschränkung der Redezeit von jest er nicht aufwiegt? Und die anderthalb Männer haben mehr An- an eintreten zu lassen, wird nicht genügend unterstützt. hang in der Partei, als er und auch Bebel glauben.. Timm- München: Staatsaktionen Wenn Um was handelt es sich denn bei diesen Streitfragen? Man hat sicher nicht ganz erfolgreich das Wesen des Revisionismus zu Ich hoffte, daß die Parteitagsberatungen über das Ergebnis der definieren gesucht. Aber man weiß, daß etwas da ist: eine Richtung, Reichstagswahlen uns recht fruchtbare Debatten bringen könnten, daß Meist: In gehobener Stimmung haben wir den Münchener die von unsrer Parteitaktit einmal nach der, einmal nach jener Seite dagegen nach Lübeck die Debatten, die uns jetzt wieder beschäftigt Barteitag verlassen und sind in den Wahlkampf gezogen, um in ihm abzuweichen sucht. Da haben wir jetzt den Vicepräsidenten- Borschlag, haben, nicht wieder kommen würden. Es hat nicht sollen sein. neue Lorbeeren zu den alten zu holen. Der Wahlkampf kam und die den ich nicht noch einmal totschlagen will; da war die Budgetfrage, Wir beschäftigen uns auf unsren Parteitagen vielfach mit geringAuseinandersetzungen mit den politischen Gegnern haben uns in Anspruch da haben wir in Frankreich den Ministerialismus, dessen Vertreter fügigen Fragen, die infolge einer allgemeinen Nervosität plöglich und Haupt genommen. In meinem Wahlkreise haben mir meine Gegner die nun ja bei der Verteidigung der Revanche- Jdee angelangt ist. Wir zu gemacht werden. Genossen Bernstein und Vollmar serviert.( Heiterkeit.) Ich erklärte lehnen alle diese Bestrebungen ab, die geeignet sind, unsre schroff auch die Socialdemokratie meiner Meinung nach noch dem betreffenden Herrn Schulmeister, wenn Bernstein und Vollmar ablehnende Stellung gegenüber dem herrschenden System zu mehr solche Debatten aushalten fann, 10 kommt doch an meiner Stelle wären, würden sie jetzt bestimmt darauf hinweisen, erschüttern. Man führt gegen die revolutionäre Taktik die dabei sehr wenig heraus.( Sehr richtig!) Rabenstein hat daß sie auf dem Boden des socialdemokratischen Programms stehen. materialistische Geschichtsauffassung, die Notwendigkeit der ganz richtig von dem Undefinierbaren" gesprochen, das überall ( Bravo!) Bollmars Aeußerungen heute laffen feinen Zweifel langsamen, naturgemäßen", organischen Entwicklung ins Feld. so herumschwebt und das sich durch ein Mißtrauen geltend macht, wie darüber, daß er voll und ganz auf dem Boden des socialdemokratischen Nun, zunächst ist der Mensch kein blindes Naturwesen; er vermag ich es felten auf Parteitagen gefunden habe.( Sehr richtig!) Programms steht, und Bernstein wird ganz bestimmt dasselbe thun. seine Entwicklung wesentlich zu beeinflussen. Die Geschichte wird Besonders mir ist es passiert, daß man mir mit einem gewissen BeNach den Aeußerungen Vollmars könnte es so scheinen, als ob die allerdings von den Menschen gemacht": nicht nach Willkür und dauern die Hand drückte:„ Also auch Du bist bei den Revisionisten? ganze Revision ein künstlicher Popanz wäre, den man sich nur ge- Belieben, sondern innerhalb der geschichtlich gegebenen Grenzen- aber Der damals revolutionäre Timm, auch der! Der ist auch nach schaffen habe, um darauf loszuschlagen. Ich bin andrer Ansicht. Der Wille der Menschen ist hier von großer Bedeutung. Paßt er Capua gezogen und dort vollständig verseucht."( Heiterkeit.) Ich bin der Meinung, daß der Revisionismus seit einer Reihe sich an die bestehenden Verhältnisse an, so wird er nicht die Ich will hier auf ein Stück aus meinem Entwicklungsgange eingehen, bon Jahren unsre Taktik zu beeinflussen suchte.( Sehr innere Kraft haben, die zur durchgreifenden Umgestaltung erforderlich weil ich glaube, daß das den Partei- Interessen förderlich sein kann. richtig Nach dem großen Siege schlug es wie ein Blitz ist. Aber es ist überhaupt falsch, natürliche Entwicklung und langsame( Ach! Oho!) Es soll das keine Familiengeſchichte sein.( Heiterkeit.) Ich und entbrannte der Kampf in den eignen Reihen. Entwicklung zu identifizieren. Wenn das Blatt langsam am Baume bin 1898 mit einem großen Mißtrauen nach München gegangen. Noch in Bernstein wollte mal feinen Namen über die ganze Welt hinaus- wächst, so sind doch die Zeugung, wie die Geburt und eine ganze den legten Zeiten, während deren ich in Berlin war, hat man mir gesagt, andrer getragen haben. Es scheint so, als wenn bei gewissen Leuten das Reihe Naturvorgänge plötzliche Akte, und handelt und ich war mir dieser Mission auch bewußt, daß man in München fich denn um etwas andres Bedürfnis besteht, daß ihr Name in aller Welt im Munde geführt cs bei der Zerbrechung einen harten Standpunkt haben würde, da sei König Vollmar, dieser wird. Da entstand eine Erbitterung im Lande unter den prole- unsres absolutistischen Staatswesens, als um die Anpassung einer Diktator( Heiterkeit), der alles verseuche( Erneute Heiterkeit) und dem tarisch denkenden und fühlenden Wählern. Sie mögen mit noch längst überlebten politischen Form, an den heute erreichten Stand gegenüber eine fräftige Opposition unmöglich sei. Ich habe mir so viel Spitfindigkeit operieren, es wird Ihnen nicht gelingen, unsrer wirtschaftlichen und geistigen Kultur, also um die normalste damals vorgenommen, das Feld, auf dem ich in Zukunft wirken diese Thatsache aus der Welt zu schaffen. Die Genossen im Lande und organischste" Entwicklung, die man sich denken kann? Gewiß, follte, erst einmal zu fondieren. Ich habe dann außerordentlich haben darüber ihre bestimmte Ansicht, Sie wollen das Gefühls- die socialistische Gesellschaft kann nicht aus einem revolutionären Att arbeiten müssen und nebenbei den stillen Beobachter in der ganzen leben in der Partei nicht genügend in Rechnung ziehen. Vollmar hervorgehen. Eine Revolution kann zerstören, Formen zerbrechen; Bewegung gespielt. Ich habe aber bald erfahren, daß die Dinge sagte, er wolle nicht an das Gefühl appellieren, aber auch die Rück- völlig Neues schaffen kann nur die plänmäßig beeinflußte Entwicklung. nicht so liegen, wie man sie konstruiert; ich habe gesehen, daß man ficht auf das Gefühlsleben der Masse ist notwendig in der Politik. Die Aufgabe der Socialdemokratie ist Herstellung einer Regierungs- auch Bollmar unter Umständen kräftig die Wahrheit sagt. ( Bravo!) Was gegen das Gefühl ist, was als unvereinbar mit ihm gewalt, die mit Bewußtsein auf die socialistische Gesellschaft hin- was so nach außen hin über die königlich bayrische Socialdemokratie erkannt wird, dagegen reagiert die Maffe. Bernstein hat es für notwendig arbeitet. Diese Gesellschaft im vollen Umfange zu schaffen, wird gesagt wird, das sind Hirngespinnste. In München wird nicht gehalten, seine Meinung zu unterstüßen durch allerhand Behauptungen. dann das Wert einer Umgestaltung des Wirtschaftlichen und das iveniger entschieden gekämpft, als anderswo. Bebel sagte über So hat er entdeckt, daß die Reichsverfassung republikanisch sei.( Heiterleit.) Erziehungs- Organisation sein, die Jahrzehnte, vielleicht Generationen Parvus: Freilich, als ehemals Radikaler ist er anders gebrochen, Er hat bedauert, daß wir auf Kosten der Linken unsre Position ber- erfordern. Aber unsre sogenannten Revisionisten fürchten sich als ein Revisionist brechen würde, aber er ist doch ge= stärkt hätten.( Bernstein: D nein!) Doch war es fo. Haben wir vor der Gefahr eines plöglichen Sieges. Sie glauben brochen. Es ging ihm wie manchem, der nach München zog als zu bedauern, daß die halben, die Viertel- Politiker verschivinden und nicht ant unsre Macht. Wie groß diese in Wirklichkeit ein braver, principientreuer, fester Genosse. Ich sehe so ganze Männer Nein, einen jeden ist, läßt sich nicht im voraus sagen. Aber wer dachte im einige hier figen an den Tischen, nach ein paar Jahren in München muß es freuen, daß die Wahlen hier eine Aenderung Dezember 1847, daß im folgenden März das Volk die Macht in waren sie an Geist und Seele tot? Darin liegt ein hartes gebracht haben. Es liegt in den Intentionen des Revisionismus, Händen haben werde? Freilich hat es von dieser Macht keinen Ge- Urteil. Mit diesen andren" bin ich mit gemeint. Was ist denn fortwährend Zweckmäßigkeitsgründe anzuführen. Aber diese ewige brauch zu machen gewußt, weil ihm die Schulung fehlte und weil im geschehen, das dies Wort rechtfertigte? Ich werde zu den Rechnungsträgerei wird uns schließlich so weit bringen, daß deutschen Bürgertum eine Partei maßgebend war, die es nicht wagte, Revisionisten, zu den„ Undefinierbaren" geworfen. Ich habe wir die Reberenz nach oben machen und erklären, wir sind die Staatsgewalt zu übernehmen: Die Gothaer, die Vorfahren der mich in freier Weise zu den verschiedensten Fragen ausgesprochen. Sr. Majestät allergetreueste Opposition. Boll und ganz müssen späteren Nationalliberalen! O ich fürchte, wir haben diese Gothaer, Ich habe im vorigen Jahre die bayrische Wahlberechtigungsfrage wir unser Programm hochhalten und im Parlament vertreten. die vor der Macht zurückschrecken, in unsrer eignen Mitte! Sie vertreten und verteidigt. Ich bin mittlerweile durch das Vertrauen Ich teile nicht Kautskys Standpunkt: die socialdemokratische Fraktion glauben nicht an die Reife der Arbeiterklasse. Nun, Bebel hat der Genossen in Süddeutschland zweiter Vorsitzender des Gaubat fich nicht vor einen Konflikt zu fürchten.( Sehr richtig!) schon hingewiesen auf die ungehobenen Schäße an Kraft, die vorstandes in Südbayern geworden und habe mich als solcher immer ängstlich abwägt, об fvir nicht in noch in der Arbeiterklasse schlummern. Wohl mag sein Ver- natürlich mit den einzelnen Parteifragen aufs eingehendste Stollifionen geraten, dann liquidieren wir als Kampfpartei. gleich mit der französischen Revolution nicht ganz zutreffen, beschäftigt. Auch in der Wahlrechts- Taktik waren wir uns eingehend ( Bravo 1) Es ist ein müßiges Gerede, darüber zu streiten, wie da diese die der erste öffentliche Bethätigung Volks- unter den Parteigenossen klar geworden. Im vorigen Jahre wurde die bürgerliche Gesellschaft abgelöſt nach massen darstellte, während wir bereits ein wirtschaftliches und die Wahlrechtsfrage von Bebel als Gegenstand genommen, um die den Prätentionen der Revisionisten sie von innen heraus ausgehöhlt politisches Leben der Arbeiterklasse haben. Trotzdem wird mit dem deutschen Parteigenossen gegen Süddeutschland aufzuregen. Bebel ging werden soll oder ob es geschehen wird in der Weise, daß der Klassen- Aufhören der wirtschaftlichen Abhängigkeit und des Drucks noch ein damals in kräftigen Worten gegen uns vor. Wir waren alle darauf fampf bis zu Ende geführt wird. In der Voltsseele muß das starter Zuwachs an Kräften zu erwarten sein, und wie gefaßt, daß Bebel bei seinem Temperament es sich nicht nehmen Element des Kampfes lebendig bleiben! Nicht uns zu Liebe wird groß find denn die Leistungen unsrer heutigen Staatsmanns- lassen würde, diese Frage anzuschneiden. Für jeden andern die Geschichte anders verlaufen als bisher. Wir stellen uns funst? Sollten uns wirklich die Intelligenzen fehlen, um solche wäre es ja politisch eine Blamage gewesen, wenn er ganz Deutschauf den gesetzlichen Boden, die herrschenden Mächte aber wollen Größen, wie die Herren v. Köller und ihresgleichen zu ersetzen? land in Aufruhr gesezt hätte, weil etwas geschehen sei, was als das allgemeine Wahlrecht beseitigen. Vergebens wird ihr Bestreben( Zustimmung.) Freilich fagt man, die heutigen Geheimräte und Hilfs revisionistisch" abfolut nicht gebilligt werden fönne; aber plözein. Man kann einem Volk ein Recht vorenthalten Jahrzehnte- arbeiter würden uns fehlen( Bebel: Die arbeiten auch für uns!), aber lich wurde an der Stelle, wo die Sache geschlichtet werden Wenn man an deren Stelle treten? werden wird, " Erklärung. ollte, einfach nichts gesagt, auf der andren Seite hatten wir auch| Demonstrationsbewegung bei den Bollfämpfen fam biel zu spät, es lag Teine Beranlassung, uns eher zu rechtfertigen, als bis ein An- fein einheitlicher Zug darin, und auch bei den Wahlen haben wir Wie ich im Parteitage bereits erklärt habe, handelt es sich bei fläger auftrat. In diesem Jahr wiederholt sich das Gleiche namentlich im fatholischen Rheinland unsre Forderungen nicht ge- den gegen mich erhobenen Anklagen, soweit sie sich nicht auf meine in einer Weise, die uns wieder zeigt, wie Bebel seine nügend propagiert. Wir könnten hier vom Centrum Bedeutendes um mehr als 20 Jahre zurückliegenden Angriffe gegen die Partei Politit macht. Ich meine den Streitfall mit dem Vorwärts", lernen, das Centrum hat sich dort vorzügliche Organisationen ge- beziehen, durchweg um Anschuldigungen, die früher von bürgerlichen der auch so aufgerührt worden ist und dann ausgegangen ist wie schaffen, die direkt in den Vollsmaffen arbeiten. Auf diese Weise Gegnern gegen mich erhoben und von mir längst widerlegt worden das Hornberger Schießen. Nur mit dem Unterschied, daß er dem tam man den proletarischen Kampf nach unten hin wesentlich ver- find. Auf einen Zwischenruf( Brief über Schönlant) fügte ich hinzu, Parteitag einen Teil seiner kostbaren Zeit weggenommen schärfen. Das sind doch aber nicht revisionistische Anschauungen, daß es sich auch bei diesem Punkt um eine von mir längst flar hat. Bebel hat nach unten hin die Arbeiter wachgerufen, Obacht sondern die radikalsten Forderungen, die man stellen fann. gestellte Angelegenheit handle, worüber ich, nachdem ich mir das zu geben auf seine Leute, die erst neu neu hineinfommen in Ich kann doch nicht gezwungen werden, etwas zu glauben, urtundliche Material beschafft habe, einstweilen folgendes erdie Partei. Ich halte es aber auch einmal für notwendig, zu sagen, was meinem Gefühl zuwider läuft. Wir alle haben Hoffnung, daß flären will: " 1 Leider gelang es ihm( nämlich Herrn Harden), durch eine Reihe thatsächlicher Angaben, mir den Glauben beizubringen, daß mein Kollege vom Vorwärts"( nämlich Schönlant) einen Verrat an mir begangen habe; es ist das einzige Mal, wo Herr Harden das Ziel seines edlen Strebens erreicht hat, und so aufrichtig mich die Thatsache heute noch betrübt, so ist es mir wenigstens ein Trost, daß ich gegen keinen bürgerlichen Schriftsteller ungerecht geworden bin und der Fall sozusagen in der Familie geblieben ist. Ich revidierte ihn, sobald ich hinter Herrn Harden gekommen war, und fand, daß dieser Biedermann mich getäuscht hatte. Ich erneuerte die freundlichen Beziehungen zu meinem Kollegen und habe auf seinen Wunsch schon seit Jahren gelegentlich Artikel für das Provinzblatt geschrieben, das er gegenwärtig leitet. Im vergangenen Sommer schrieb er mir, er sei stark überarbeitet und bäte mich um regelmäßigere Unterstützung. Ich antwortete ihm: Bon Herzen gern, aber Sie wissen, daß ich mich früher einmal von Harden gegen Sie habe aufheben lassen; kommt dieser Brave dahinter, daß wir gemeinsam arbeiten, so ist das für seine Skandalfucht ein gefundenes Fressen. Mein Kollege hatte eine günstigere Meinung von Harden, und da er auf seinem Wunsch bestand, so habe ich von Mitte August vorigen Jahres bis Mitte Januar dieses Jahres eine Reihe von Artikeln für sein Blatt geschrieben. " Die zweite Auflage dieser Schrift ist um einen Anhang vermehrt, in dem Mehring das, was Harden in Nr. 23 der Zufunft" zu seiner Verteidigung gegen Mehrings Angriffe vorbringt, fritisch zerpflückt." daß das auch nicht so fortgehen kann, daß Bebel wegen der wir siegen werden, aber wenn man nun nicht glaubt, daß wir an Ueber die Differenzen, die im Jahre 1892 zwischen Schönlant untergeordnetsten Dinge in ganz Deutschland Stimmung macht, der Weltenwende stehen, so darf man doch nicht aus dem Grunde und mir bestanden haben, fann und will ich mich öffentlich nicht äußern, worauf hinterher die Dinge so gehen wie hier. Bebel sagt immer: als Revisionist bezeichnet werden. Im wesentlichen kommt es da Schönlant tot ist und seine Auffassung nicht mehr der meinigen die Masse soll entscheiden, aber es hätte einmal einer von uns nur darauf an, daß man auf dem Boden der praktischen entgegensetzen kann. Ich will aber feststellen, daß, als ich zu Harden auftreten und fagen sollen: ich sehe mich über die Partei- Forderungen der Partei steht. Unfre wissenschaftlich gebildeten die Aeußerung that, ich werde den Lümmel zahm kriegen, Harden Instanzen hinweg, an die ich mich beschwerdeführend zu wenden Leute sollten es begrüßen, wenn ein reges Streben aus weder Herausgeber der Zukunft", noch auch Gegner der Partei war, hätte, dem wäre gehörig die Wahrheit gegeigt worden. der Arbeiterklasse kommt, um sich selbständig ein Urteil ein Urteil zu vielmehr als angehender Socialdemokrat mit Schönlant verkehrt ( Sehr richtig!) Aber es giebt nicht zwei Klassen von Genossen; bilden. Da soll man nicht gleich mit Keperrichterei kommen. hatte und mit mir verkehrte. Jene Aeußerung gewann dadurch einen mögen sie große oder kleine Geister sein, wir sind eine demokratische( Sehr richtig!) Hat man sich denn früher darüber aufgeregt, wenn ganz andren Charakter, als ihr vor dem Parteitage beigelegt Partei, und wir haben uns den Partei- Institutionen schon deshalb in der„ Volfstribüne" Arbeiter aufgefordert wurden, über das worden ist, und Schönlant hat in ihr, als ich mich mit zu unterstellen, weil wir den Massen ein gutes Beispiel geben sollen. Parteiprogramm zu diskutieren? Da ist niemand aufgetreten, um ihm über unsre damaligen Differenzen auseinanderseite, niemals ( Sehr richtig!) Aber Bebel nimmt natürlich eine Ausnahme- vor bedenklichen Strömungen zu warnen. Ich habe einen hohen etwas andres gesehen, als den Ausdruck eines heftigen, aber nach stellung ein, und gegenüber seinem Vorgehen wird nichts gefagt. Respekt vor der Wissenschaft, ich bilde mir nicht ein, alles zu be- Lage der Dinge begreiflichen Mergers. Diese Auseinandersetzung Wenn Bebel das demokratische Princip gewahrt hätte, so hätten wir herrschen. Es entstehen sehr oft Zweifel über diese oder jene erfolgte bereits im Jahre 1895 oder spätestens 1896, was ich im diese Frage auf diesem Parteitag nicht gehabt, so wäre sie erledigt Frage, aber solche Zweifel tauchen nicht nur unter den Augenblick nicht genau feststellen kann. Als dann im Jahre 1899 worden wie jede andre Frage. So werden auch andre Begriffe Arbeitern, sondern auch unter den wissenschaftlich Gebildeten auf. Herr Harden mit meiner verlegenden Aeußerung über Schönlant in Konstruiert. Ich frage Sie: Was ist vorgegangen? Bernstein hat Ist das ein Fehler? Wenn eine Lehre sich überlebt hat, so möge der Zukunft" vom 4. März 1899 hervorrückte, habe ich sofort erdie Vicepräsidentenfrage angeregt, eine Frage, die man meines Er- man darüber diskutieren, aber bis dahin rege man sich nicht über das klärt in dem Anhang zu der am 16. desselben Monats ausgegebenen achtens mit fühler Ruhe hätte behandeln müssen.( Sehr richtig!) eine oder das andre so sehr auf. Ich halte Kautsky für ungeheuer zweiten Auflage meiner Broschüre gegen Harden: Man hätte sich nicht darüber aufregen sollen. Wir haben einseitig. Karl Mary war anders, er nahm Fühlung mit den heute gehört, daß diese Frage schon 1898 eine Rolle gespielt hat. Arbeitern, er war in gewissem Sinne sehr praktisch, aber Ich habe die Sache in einem Artikel der„ Socialistischen Monats Kautsty fit in Friedenau fest, ein Stubengelehrter, Hefte" außerordentlich fühl behandelt. Es ist Sache der Fraktion, in Parteigelehrter, und wenn irgend einer an einer von ihm aufgestellten dieser Beziehung Vorteile und Nachteile abzuwägen. Wie es jetzt These rüttelt, dann ist es bedenklich in der Partei, dann heißt steht, spielt die Frage zunächst nur eine theoretische Rolle. es: so geht es nicht weiter! Dadurch schaden gerade diejenigen, Welche Nolle sie später spielen wird( Bebel: Aha!), die an der Spizze stehen, das gilt auch für Bebel. In das tönnen wir ruhig der Entwicklung überlassen. Es ist eine gewissem Sinne ist es zutreffend, daß Bebel nicht die richtige ähnliche Frage wie früher die Beteiligung im Seniorentonvent. Was Wolfsstimmung fennt. Auf Grund seiner Autorität und seiner sollen alle diese Nedereien nach außen hin für einen Eindruck machen, Kenntnisse hat er sich eine solche Stellung errungen, daß er überall, da man doch ganz genau weiß, daß man an bürgerlichen Ver- wohin er tommt, begeistert aufgenommen wird. Er spricht vor anstaltungen teilgenommen hat.( Unruhe.) Ich frage Bebel, der großen Versammlungen, die Massen stimmen ihm fortgesetzt zu. seinen proletarischen Standpunkt hier so nach unten hin den Nur so ist es verständlich, daß, wenn mal jemand an irgend einer Massen gegenüber vertreten hat, ich stelle die Frage, ob er jetzt noch Sache Kritik übt, Bebel fofort glaubt, die Einheit sei in in der Lage ist, ein parlamentarisches Diner bei dem die Brüche gegangen. Auf Grund des Milieus, in dem er sich beGrafen Ballestrem mit zu machen!( Bebel: Ich war nie bei einem wegt, bekommt er eine ganz falsche Auffassung. Jetzt ist ja deswegen Diner! Große Unruhe.) Also ein Abend! Es ist mir ganz gleich, was teine Gefahr vorhanden; denn Bebel ist ein genialer Diftator. Aber es ist; eine Privatveranstaltung, die auch nicht zu den Ver- an seine Stelle tönnte einmal ein Diftator treten, der nicht diese pflichtungen gehört. Es muß das mit gesagt werden.( Große Befähigung hat, und das würde dann allerdings ein sehr bedenkUnruhe. Burufe: Sie haben sich das nicht richtig sagen licher Bustand sein. Ich bin der Ueberzeugung: daß wenn es so weiter Lassen!) Ich frage Ich frage weiter Moltenbuhr, ob er für die geht, wir allerdings zu einer Spaltung kommen können.( Unruhe und Zukunft noch an Veranstaltungen teilnehmen wird, wie jener, Dhol- Rufe.) Jch will teine Spaltung; ich friegte sie auch nicht fertig. die die Reichskommission für Arbeiterstatistik unter Teilnahme( Sehr richtig! Unruhe.) Jch habe gar nicht das Bestreben, und des Unterstaatssekretärs Lohmann und des verstorbenen wenn ich das hätte, dann würde ich dafür sein, daß man mich zuerst Diese Darstellung ist bei Lebzeiten Schönlants erschienen, er hat 12000 Mark- Mannes Woedtke veranstaltet hat? Ich frage Bebel, ob hinausschmeißt.( Lebhafte Zustimmung.) Aber man muß doch auch sie nicht nur gelesen, sondern hat meine Broschüre auch in der er sich späterhin noch von dem Nationalliberalen Siegle einladen weiter denken, wohin das führen soll, wenn es so weiter geht." Leipziger Volkszeitung" angezeigt, die erste Auflage in der Nummer 45 Tassen und zu ihm gehen wird?( Große Unruhe. Buruf: Wenn gar keine fachlichen Gründe für eine Spaltung vorliegen, vom 23. Februar 1899, die zweite dann in Nummer 63 vom 17. März Altwveibergeschichten. Sehr richtig!) Es sind aber doch Geschichten, dann müssen andre Gründe dahinter stecken. Im allgemeinen werden mit den Worten: bei der die Politik nicht mal eine Rolle spielt( Gelächter. ja teine Namen genannt, aber zuiveilen hört man, daß Bernstein das Ruf: Ausgezeichnet! Na also!), während auf der andern Seite Hauptübel sei, mit dem man nicht weiter arbeiten könne. Andre die Vicepräsidenten Frage für die Arbeiter eine wichtige fagen ich schäme mich nicht, das aufzurollen-, Auer sei der politische Frage ist.( Stuf: Nein, nein!) Ich habe dies Allerbedenklichste; es sei nötig, ihn durch einen andren zu fagen müssen, weil mit solchen demagogischen Mitteln von ersetzen.( Große Unruhe. Lebhafter Widerspruch und zahlreiche In eben diesem Anhange findet sich die vorhin citierte Stelle, Bebel gegen uns gearbeitet worden ist. Als 1894 in Frank- Burufe: Wer sagt das?) Das ist mir erzählt worden.( Lebhafter die Schönlant aber gekannt hat, ohne ihr zu widersprechen, wie furt die Gehaltsfrage angeschnitten wurde und ich die An- Widerspruch. Andauernde Unruhe. Zurufe: Das ist nicht wahr er sich denn auch gleichzeitig zu dritten Personen, die ihn über die schauung vertrat, daß ein Gehalt von 3000 Mt. die Normalgrenze Lüge! Züge! Richard Fischer springt vor und ruft: Bleiben Sachen befragten, in dem Sinne ausgelassen hat, es handele sich um darstellen sollte, hat sich Bebel entschieden dagegen gewendet. Sie bei Ihrer Behauptung; es ist ja wahr! Genosse Adolf eine alte, seit langen Jahren zwischen ihm und mir ausgeglichene Gestern aber hat er an die niedrigsten Instinkte der Arbeiter Hoffmann und Täterow, Sie sollten den Mut haben, es Differenz. appelliert( großer Lärm, Dhorufe, Rufe: Sehr richtig!) gegen zu sagen; Sie sind doch nicht zu feige dazu! Große Bewegung.) Von diesen mündlichen Aeußerungen Schönlants mochte ber die Gewerkschaftsführer und die sonstigen Parteiangestellten. Ja, Genossen, ich muß doch den Gründen nachspüren, worauf denn Redner, der die Sache im Parteitag vorgebracht hat, nichts ( Buruf: Das Wort Gewerkschaftsführer ist gar nicht gefallen!) Es diese ganze Aufregung zurückzuführen ist. Da darf man der Sache wissen; wohl aber war ihm der nur zwanzig weitgedruckte Seiten hat Bebel davon gesprochen, daß Proletarier in gehobener Lebens- tein Mäntelchen umhängen. Wenn diese Strömungen nicht vorhanden umfassende Anhang zur zweiten Auflage meiner Broschüre gegen stellung, Leute, die einen gewissen Abschluß ihrer Lebenslage erreicht sind, dann ist es ja gut, dann kann das ja dokumentiert werden. Ich Harden bekannt, da er ihn an einer andren Stelle seiner Stede erhaben, unter Umständen dem Proletariat ebenso gefährlich werden können, erinnere daran, daß in München bei der Debatte über die„ Socialistisch. wähnt. wie die Akademiker.( Laute Zurufe.) Ich habe das so aufgefaßt, daß die Monatshefte" über Auer der Zwischenruf fiel:" Der hat die längste Angestellten der Gewerkschaftsbewegung und sonstige Angestellte zweifel- Beit in den Monatsheften" geschrieben!" Das hat damals ein geIos darunter gemeint sein sollen. Was hätte sonst damit gemeint sein wisses Aufsehen erregt. Wenn feine wirklichen Gegensätze vorhanden follen?( Sehr richtig!) Bebel erklärte 1894 Legien gegenüber: find, dann müssen künstliche vorhanden sein. Das kann die Partei mur " Mephisto, ich kenne Dich!" Heute stellt derselbe Bebel, der ja schädigen. Wir sind eine große Partei geworden, wir haben eine Reihe auch in eine gehobene Lebenslage hineingekommen ist, sich hin und von Organisationen, alles steht hinter uns. Da ist es unsre Aufgabe, appelliert an die niedrigsten Instinkte der Massen.( Erneute diese verschiedenen Strömungen zusammenzuhalten. Und hier Unruhe.) Glauben Sie nicht, daß, tvennt diese Er- appelliere ich auch an die Arbeiter selbst. Wenn dieses ganze flärung in der Partei bekannt bekannt wird, man dann sagt: Gezänt einen Vorteil gehabt hat, dann ist es der, daß die Arbeiter Ueber die Lage des Zudermarktes wird der Frantf. Zeitung" „ Bebel hat es selbst gesagt, wir werden schon aufpassen!" wieder einmal einsehen müßten, daß sie nicht an Autoritäten zu aus Magdeburg geschrieben:" Der Handel ist wegen der Unsicherheit Bebel hat gesagt, der Revisionismus zeichne sich durch Bescheidenheit glauben haben. Der Autoritätsglaube muß durch diese Debatte bei den der Lage nicht im stande, fich an den Geschäften in der wünschensaus. Andrerseits hat auch er sich für eine praktische Politik aus- Arbeitern mehr und mehr sinken. Und das ist gut so. Wir müssen uns auf werten Weise zu beteiligen, und auch die Produzenten, die Raffinerien gesprochen. Aber über das Maß der praktischen Politik sind die unsre demokratischen Grundsäge befinnen und wenn wir auch und das Ausland halten sich zurück und harren der Dinge, die da Meinungen schon so weit auseinandergegangen, daß man darauf den geniale Führer zu schätzen wissen, so müssen wir sie doch kommen sollen.. Die Kartellbestrebungen scheinen endgültig Begriff Revisionismus nicht anwenden kann. Was ist Revisionismus? in die demokratischen Reihen verweisen. Ich war mir Fiasto machen zu wollen. Die Raffinerien dürften allein bleiben, Der radikale Parvus tritt für die Vicepräsidentschaft ein, andre sind bewußt, daß ich in meiner Rede eine Reihe von Kleinig- und durch die Thatsache, daß die Weißzuckerfabriken dem Kartell mehr oder weniger Gegner der Gewerkschaften. Bebel ist für feiten würde anführen müssen. Aber dieser ganzen Debatte ferngeblieben sind, ist zudem dem Kartell eine solche Konkurrenz er= Neutralität der Gewerkschaften, ein Standpunkt, den andre als Ber- liegen Kleinigkeiten zu Grunde. Ich halte es für sehr bedenklich, wachsen, daß die künstliche Preishinaufschraubung bis zu der von fumpfung bezeichnen, der Leipziger Volkszeitung" blieb es ja vor- daß Kautsky jest anfängt, vor einer Agitation für die Alenderung ihnen gewünschten Höhe faum eintreten dürfte. Eine neue Begleitbehalten, anläßlich des Gewerkschaftskongresses von organischer Ver- der Wahlkreis- Einteilung zu warnen. Das ist durchaus falsch, erscheinung des angestrebten Kartells hat sich bereits gezeigt. In fettung zu sprechen.( Hört! hört!) Die Ansichten wechseln eben im Laufe wir müssen auch in dieser Frage agressiv vorgehen und Schlesien find seitens Oestreichs Zucker angeboten worden, die 35 bis der Jahre. Man fann heute überhaupt nicht mehr feststellen, wie dem Gegner zeigen, wir fürchten Euch nicht; find 60 Pf. pro Centner billiger waren als der deutsche Zucker. Natürlich die Einzelnen zu dieser oder jener Frage stehen. Ich gehöre nicht zu Euch gewachsen und stellen unsern Mann. In wissen ist es auch bereits zu Abschlüssen gekommen. Paris soll nach Süddenen, die auf dem Gebiet der praktischen Bolitit sehr bescheiden schaftlichen Fragen bin ich sehr tolerant, in deutschland, Belgien nach dem nördlichen Rheinland ebenfalls zu find. Ich habe bereits in den„ Socialistischen Monatsheften" ausgeführt: praktischen Fragen Uneinigkeit entstehen sollte, so würde ich das folch billigen Preisen verkauft haben. Im Inland war der Verkehr Wir wissen, daß die Socialdemokratie auf eine Entwicklung hinarbeitet, für viel bedenklicher halten. Was Stücklen darüber sagte, daß Bebel fehr geringfügig; wenn auch das prächtige Herbstwetter größeres die sich mit Notwendigkeit vollziehen wird; wir schöpfen unsre nach München kommen solle, flang mir so, als läge darin eine Beleidigung Angebot hervorlockte, so war doch dafür nur wenig Interesse vorwerbende Kraft mit aus der felsenfesten Zuversicht des Sieges für die Münchener. er vielleicht denkt, liegen die handen." unfrer Partei. Allein die Hauptkraft der Sozinldemokratie wurzelt Dinge nicht. Auch die Münchener haben ihr gesundes Urteil. Thatsächlich hat sich in letzter Zeit herausgestellt, daß eine ders in der Erfüllung von Gegenwartsaufgaben. Das habe ich aus- Künftig wird es sich vielleicht so machen lassen, daß bei Meinungs- artige Preisüberspannung, wie sie das Raffinerie- Syndikat durchgeführt, und das ist derselbe Standpunkt, den Bebel auf dem Erfurter verschiedenheiten zwischen Bebel und Vollmar eine Aussprache erfolgt; führen zu können vermeinte, taum möglich ist, da, wenn die Inlands Parteitag sehr entschieden vertreten hat. Er wandte fich gegen die Jungen dann wird sich manches vermeiden lassen. So kann es auf dem preise ein gewisses Niveau über den Weltmarktspreisen überschreiten, und betonte, daß wir uns aus dem Gebiet der praktischen Arbeit weiter Parteitage nicht weiter gehen, sonst werden schließlich die Arbeiter fofort eine Einfuhrmöglichkeit entsteht und der belgische und östbethätigen müssen. Und so haben wir auch gegenwärtig unsre unwillig werden und sagen: Wenn Ihr Euch nur zanft, damn bleibt veichische Zucker auf dem deutschen Marft als Stonkurrent erscheint. Stellung aufzufassen. Ich schöpfe als praktische Lehre aus den doch lieber zu Hause und spart das Geld. Wir müssen mehr zusammen- So muß denn auch das Raffinerie- Syndikat mit den Preisen herabWahlkämpfen die, daß unsre Frattion sich in gewisser Beziehung ein- halten. Das Lob der Gegner braucht uns da nicht zu stören. Auch Bebel gehen, wie sehr es sich auch sträubt. zuschränken hat, daß die vielen unnötigen Neden bei kleinen An- ist schon von Gegnern gelobt worden, zum Beispiel vom ,, Berliner lässen- womit ich die Kämpfe um den Zolltarif nicht meine Tageblatt" wegen seiner Haltung zu den Gewerkschaften. Ob uns eingeschränkt und auf der andern Seite in den Boltsmassen eine die Gegner loben oder tadeln, fann uns ganz gleich fein. Ueber Wenn Sie die Aus- das fleine Gezänk werden wir aber hoffentlich bald hinwegkommen. breitung der socialistischen Bewegung wollen, dann muß mehr( Beifall und Zischen.) in den proletarischen Massen gewirkt werden, und deshalb habe Auer erörtert nach einigen persönlichen Richtigstellungen in ich Ihnen einen Vorschlag unterbreitet, der nicht von mir ausgeht 11ftündiger Rede die Parteidifferenzen. Nichts sei seit dem 16. Juni es find die Forderungen, die Zubeil auf der Generalversammlung geschehen, was Anlaß zu dieser großen Erregung hätte geben können. von Teltow- Beeskow vertreten hat und die dort einstimmig zur An- Die Temperamente seien verschieden. Es gebe auch in Einzelheiten nahme gelangt sind. Es wird min gesagt, mit derartigen Forderungen Meinungsverschiedenheiten, wie es stets in der Partei gewesen sei. werden wir wenig erreichen, und Bebel wies auf die Schwierigkeit der Aus- Aber thatsächlich sei die Partei niemals einiger gewesen als jezt. arbeitung von Gesetzentwürfen hin. Nun, unfre Bewegung ist so was Revisionismus sei, tönne niemand klar definieren. Wenn in der groß geworden, daß wir verlangen können, daß unfre Frattion aus Resolution vom Aufgeben des Klassenstandpunktes und Annäherung Sen praktischen Verhältnissen heraus schöpft und ihre Anregungen zu Vorschlägen verdichtet und diese in den Massen vertritt. Das an die bürgerlichen Parteien die Rede fei, so weise er mit Ent rüftung diese Verleumdung zurück. Man erhebe bei Differenzen feit viel größere Wirksamkeit entfaltet wird. " So wie wir wenn aber würde weſentlich zur Ausbreitung unfrer Ideen in den Massen beitragen. jeher solche Vorwürfe, und die partei thue dann doch, was bie Rot stehen an der Weltenwende, denn das trifft durchaus nicht zu. Wir wendigkeit der Verhältnisse erfordert.") Das ist bedeutend besser, als wenn wir uns immer vorreden, wir haben uns nicht auf das Prophezeien zu verlegen, sondern An die Bemerkungen Fischers während Timms Rede knüpfen praktisch zu arbeiten im Interesse der Wassen. Bon diesem fich lebhaft erregte Bemerkungen über die umlaufenden Gerüchte, Gedanken gehen meine Vorschläge aus, und wenn diese in daß in den Kreisen der Berliner Delegierten für Nichtwiederwahl entsprechender Weise propagiert werden, werden wir sehr gut dabei Auers agitiert wird. Sodann wird folgende Erklärung Mehrings fahren. Sehr geeignet wäre es z. B., einmal die Frage der direkten verlesen: Besteuerung eingehend zu erörtern und das, was wir wollen, zu propagieren, damit wir neue Anhänger für uns gewinnen. Wir sind in den letzten Jahren viel zu lasch und lahm gewesen. Auch die ganze *) Auers Nede und der Schluß folgen morgen ausführlich. Leipzig, 18. September. Franz Mehring. Singer warnt das Publikum vor den im Saale anwesenden Polizei- Agenten, die namentlich aus Leipzig verschrieben sind. Schluß 8 Uhr. Aus Industrie und Dandel. Konzentration im Kohlenbergbau. Der Rheinisch- Westfälischen Beitung" zufolge beabsichtigen die Nombacher Hüttenwerke, die Massener Bergbau- Gesellschaft anzukaufen. Heute hält der Aufsichtsrat der Nombacher Hüttenwerte eine Sitzung ab, worauf wahr. scheinlich der Massener Bergbau- Gesellschaft ein festes Angebot zugeht. Nächste Woche findet eine Aufsichtsrats- Sigung der letzteren Gesellschaft in der gleichen Angelegenheit statt. Die Jahresversammlung des Vereins deutscher Eisengießereien empfiehlt ihren Mitgliedern, in Anbetracht der ausreichenden Befchäftigung und der wiederholt gesteigerten Preise für Roheisen Die Gußwarenpreise entsprechend zu erhöhen, um das Mißverhältnis zwischen den Rohstoff- und Warenpreisen endlich zu beseitigen, zumal die Löhne seit der Zeit der Hochkonjunktur nicht gefallen find. Letzte Nachrichten und Depeschen. Achtung! Buchbinder, Etuisarbeiter. Der Zuzug von Etuisarbeitern und Buchbindern nach Düsseldorf ist fernzuhalten. Barcelona, 18. September.( W. Z. B.) Hier sind die Straßenbahn Angestellten andauernd im Ausstand. Die Ge sellschaft wird von ihnen beschuldigt, denselben hervorgerufen zu haben, indem sie sich weigere, ihrem Versprechen gemäß eine Vereinbarung betreffend die Löhne und Arbeitsbedingungen zu unterzeichnen. Berantwortl. Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen. Br. 219. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. September 1903. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Fünfter. Verhandlungstag. Dresden, den 18. September. Bormittags- Sigung. 9 Uhr 10 Minuten. Den Vorsitz führt Singer. Eingelaufen sind zahlreiche Begrüßungen, darunter ein Gruß von der utränischen Socialdemokratie Rußlands.( Bravo!) fann gar fein Zweifel sein, denn wenn ein Parteigenosse, mag er zu flein darzustellen, um sich aus der üblen Lage, in die sie gekommen den Führern gehören oder nicht, glaubt, daß eine Frage für sind, herauszuziehen. Vor Tische, wie Bebel in seinem Artikel sagt, die Partei von Bedeutung ist, so steht ihm das Recht zu, hatte man's ganz anders gelesen, da sei es als hochwichtige Attion innerhalb seiner Organisation oder der der socialdemokratischen hingestellt worden. Da ich weiß, wie dieser Parteitag schon mehr Bresse die Sache zur Debatte zu stellen.( Sehr richtig!) Was mich als sein Magen eigentlich vertragen kann, mit Personalien der unanfast ausschließlich bewogen hat, über die Sache zu sprechen, ist die genehmsten Art beschäftigt worden ist, so will ich meinerseits aus Respekt Art gewesen, wie man Bernstein geantwortet hat und wie man ihn vor dem Parteitage mich enthalten, auf diese Anschuldigungen, soweit auf die Benüßung seines Rechtes behandelt hat. sie mich betreffen, als ob ich aus Mangel an Mut hinterher eine Gestern hat Bebel mir gegenüber ausgeführt, man wisse ja, wie andre Stellung einehmen würde, diejenige Antwort zu geben, die in München derartige Dinge insceniert werden. Der Vollmar spreche ich bisher gewohnt war, jedem zu geben, der etwas derartiges fich ja außerordentlich felten, wenn aber einmal, dann steige er mit mir gegenüber herausgenommen hat. Indes will ich mich darauf feinem ganzen Gewicht von den Alpen hernieder und dann gebe es beschränken, Ihnen zu beweisen, daß diese Behauptung, soweit fie Eine Zuschrift des Vertrauensmanns von Düsseldorf erklärt, daß etwas. Was die angebliche Inscenierung von Münchener mich betrifft, absolut unwahr ist. Ich habe in der ganzen Andie Voraussetzungen, von denen die Mandatsprüfungs- Kommission Versammlungen betrifft, so möchte ich daran erinnern, gelegenheit diese einzige, Ihnen gedruckt vorliegende Münchener Rede nach den Mitteilungen des Referenten Grünwald bei der Prüfung daß in der Debatte von 1894 Bebel bereits gegenüber gehalten, ich habe weder ein Wort darüber in einer Zeitung ge der Düsseldorfer Mandate ausgegangen ist, falsche waren. Beigefügt den Münchener Barteigenossen den gleichen Wortvurf erhoben hat, schrieben, noch ein weiteres Wort hinzugefügt, außer in der Verist die Protestresolution, die der Mandatsprüfungs- Kommission allerdings in einer noch viel schrofferen Form, und daß der damalige sammlung, die unmittelbar vor diesem Parteitag zur Wahl der bereits vorgelegen hat. Vertrauensmann der Münchener ihm darauf eine Antwort gegeben Delegierten stattfand, wo ich in der Diskussion sprach. Und nun Singer bemerkt dazu: Die Mandatsprüfung ist erledigt, wir hat, die er sicher nicht hinter den Spiegel geſtedt hat.( Sehr gut! gestatten Sie mir, daß ich Ihnen ganz furz zeige, wie ich die Sache haben unsrerseits keinen Anlaß, nochmals in diese Angelegenheit ein- und Heiterkeit.) Die Sache kommt bei Bebel eigentlich so heraus, dort behandelt habe, damit wir die Thatsachen feststellen. Es heißt zutreten.( Zustimmung.) als wenn die Münchener Parteigenossen für ihre Versammlungen in meiner Rede: Eingelaufen ist weiter eine Zuſchrift des Vertrauensmannes in erst um hohe obrigkeitliche Bewilligung bei Bebel oder sonst jemand Kassel, wonach Dreyer, der gegen das Mandat des Delegierten Huhn nachsuchen müßten( Sehr gut.), worauf dann vielleicht, wie bei dem protestiert habe, dort nicht mehr als Parteigenosse angesehen werde. sächsischen„ Juwel", die Versammlung genehmigt oder auch versagt Es wird in die Tagesordnung eingetreten. wird.( Heiterkeit.) Die Debatte über die Taktik wird fortgesetzt. Eingelaufen sind hierzu noch die Anträge 140( die von Bebel angekündigte Veränderung des ersten Satzes der Refolution 180); ferner als Amendement zu dieser Resolution die Anträge 141 und 142; außerdem noch der Antrag 139*). Antrag 111, der von der Partei den Ankauf von Bauerngütern berlangt( Heiterkeit), ist zurüdgezogen. In der wieder eröffneten Diskussion erhält das Wort v. Bollmar: Barteigenossen! Bebel hat Ihnen in seinen geftrigen Ausführungen die innere Lage der Partei so geschildert, wie fie sich in seinem Sinne malt, und er hat damit naturgemäß einen großen äußeren Eindruck gemacht. Indem ich mich daran mache, ihm zu antworten, fühle ich, daß ich in einem gewissen Nachteil ihm gegenüber bin; nicht nur deswegen, weil ich mich an glänzender Rednergabe niemals mit ihm gemessen habe, sondern auch vor allem deswegen, weil mir eine Anzahl von Mitteln fehlen, die Bebel, wie im allgemeinen, so auch gestern in seiner Rede angewendet hat. Ich pflege mich weder an die Einbildungskraft noch an das Gefühl zu wenden, sondern ich appelliere an die ruhige Ueberlegung, an die ruhige Untersuchung. Ich suche mein Auditorium nicht zu zwingen, sondern zu überreden. Nun hat es ja mit der Art der Parteidiskussionen bei uns meist seinen Haken; man kommt bei uns sofort vom Hundertsten ins Tausendste, und gewöhnlich meldet fich bald ein Redner, der in berhältnißmäßig einfache Sachen das Motiv der Leidenschaft hineinträgt, zündende Allgemeinheiten hineinwirft, sodaß es dann mit der Nuhe gewöhnlich zu Ende ist. Nach meiner Erfahrung und ich habe ja leider auch den Vorzug, nunmehr einer Ihrer Alten" zu fein war felten noch die Sachlage so wie gegenwärtig, daß das Kampffeld im Laufe der Debatte so schnell, so gründlich, bis zum Nichtmehrerkennen verschoben worden und die Sache vollkommen entstellt worden ist. Es wird meine Aufgabe sein, die in der blinden Heze aus dem Zusammenhang gebrachten Glieder wieder einzurenten. Bebel meint, wenn ich spreche, so sei es immer, als wenn ich ein neues Evangelium geben wolle.( Heiterkeit.) Ich möchte Bebel sagen, daß ich das Evangelien- Ausgeben, namentlich was die apokalyptischen anlangt( Große Heiterkeit), zu ſehr als seine Angelegenheit betrachte ( Erneute Heiterkeit), als daß ich mich da einmischen möchte. Im übrigen zeigt diese Schilderung, daß, wenn Bebels dichterische Kraft einmal in Gang gekommen ist, er ganz und gar unfähig ist, auch nur die natürlichsten Dinge in ihrem natürlichen Vorgange zu erkennen. ( Unruhe.) -11+ Nun ist so viel gewiß, daß die Frage keine solche erster Ordmung, feine weltbewegende ist, und ich bin wahrlich der lezte, der ihr eine übertriebene Bedeutung beilegen und unfre Teilnahme am Präsidium als unter allen Umständen wertvoll erklären möchte." Ich habe dann die Angelegenheit besprochen, und nachdem ich die verschiedenen Seiten beleuchtet habe, so wie ich glaubte dies thun zu müssen, fahre ich fort: Wie immer sich die besprochenen und andere parlamentarische Fragen gestalten mögen, so muß unsre Aufgabe unter allen Ums ständen die sein, mit verstärktem Eifer unermüdlich alle realen Machtfaktoren auszumuzen zur fortschreitenden Ausdehnung unsres Einflusses und der Eroberung der politischen Macht." Also die Versammlung fand statt. Bebel wirft mir in der Und ich fügte dann weiter noch hinzu, daß unsre ganze parla Neuen Zeit" vor„ Aplomp"," Abkanzlung" und Ceremonien- mentarische Thätigkeit nicht isoliert sei, sondern daß das wichtigste meisterei", deren ich und viele andre Genoffen uns mündlich oder die Agitation und Organisation sei, damit wir Wurzel in der Bes schriftlich befleißigt hätten. Ich würde darauf nicht geantwortet völkerung haben. Ich glaube, daß eine größere Deutlichkeit nicht haben, aber weil ich in den letzten Tagen so übermäßig viel von möglich ist, und ich meine, daß jeder, den nicht Voreingenommen diesem Kapitel habe hören und sehen müssen- ich möchte nicht in heit unfähig gemacht hat, oder der was ich ja nicht die Gefahr kommen, darauf angesehen zu werden, als ob ich ähnliche annehmen will etwa die Absicht hat, nicht sehen zu wollen, Gesinnungen hätte( Sehr gut!), so will ich Ihnen sagen, wie ich daraus ganz deutlich entnehmen kann, daß für mich diese Frage in München die Sachen behandelt habe. Ich habe damals gesagt: eine solche war, wie sie duzendweise in den Parteiversammlungen Da kann ich denn mit der Bemerkung nicht zurückhalten, daß auftauchen, eine unter den vielen, die den Diskussionsgegenstand die Weise, wie die Debatte von mehr als einer Seite geführt bilden, und in Bezug auf die ich es für meine Pflicht gehalten habe, worden ist, entschieden gerügt und zurückgewiesen werden muß. meinen Wählern und Parteigenossen gegenüber die Gründe für und Wenn ein Parteigenosse feine Ansicht über irgend eine die Partei gegen anzuführen, denn wer meine Rede gelesen hat, der sieht, daß berührende Sache äußert, so fegt er sich natürlich der Kritik aus. ich auch Gründe dagegen angeführt habe. Aber aus eben dieser Aber er hat Anspruch darauf, daß diese Kritik in Formen geübt Pflicht der Objektivität habe ich es allerdings auch für notwendig wird, wie sie unter Gesinnungsgenossen und Gleichberechtigten gehalten, darauf hinzuweisen, daß die Frage, wenn auch nicht weltgeübt werden muß. Glaubt man, daß er unrecht habe, bewegend, so doch nicht gleichgültig ist; denn ich bin der Meinung, und daß man selber flüger sei, so kann man, wenn man es be- daß jede derartige Position, auch wenn sie von Hause aus und bis weisen kann, sich vielleicht ein Verdienst um die Sache erwerben. jetzt noch nicht den Einfluß zu geben im stande war, den wir wünschen Aber man wirke mit den Mitteln der Belehrung und leberzeugung. fönnen, bei entsprechender Behandlung dazu ausgestattet werden So handelt man kollegial, parteigenössisch und kann auch in fann, einen Einfluß zu geben, der bei unserm verhältnismäßig geviel heifleren und schwerwiegenden Dingen zu einem frucht- ringen Einfluß im Reichstag keineswegs gleichgültig ist. Nun ist baren Ergebnis kommen. Aber denjenigen, dessen Meinung das ja allerdings bestritten und gesagt worden, es sei eine ganz einem aus irgend einem Grunde nicht zusagt, sofort gleichgültige Sache. Ich will eine Gegenfrage stellen: Wenn es in tie einen ausgemachten Ignoranten zu behandeln und Wirklichkeit eine ganz gleichgültige Sache ist, warum beanspruchen gegen ihn den herrischen Ton des Schulmeisters oder wir denn alle mit einander den Posten des Vicepräsidenten ohne Vorgesetzten anzuwenden, der persönlichen Gereiztheit so sehr die repräsentative Pflichten?( Buruf: Weil es unser gutes Recht ist!) Bügel schießen zu lassen, daß man Dinge aus seinen Artikeln Ach, das ist gar nicht unser gutes Recht in dieser Sache, es tommt Die Sache ist bekanntlich ausgegangen von der Vicepräfi- herauslieft, von denen niemals auch nur ein Wort darin gestanden auf die praktische Wirksamkeit an. Wäre die Teilnahme am benten Frage. Ich habe in meiner Münchener Rede, die ja hat das kann mur verbittern und ist durchaus unzulässig. Präsidium in der That so wertlos, so wäre doch das einzig gedruckt vorliegt, bereits ausgesprochen, daß mir sowohl der Zeit- Ich überlasse es Ihnen, zu beurteilen, wer die Sache ruhig be- Folgerichtige, daß wir den Anspruch, so lange wir nicht punkt als die Art, in der die Sache von Bernstein besprochen und urteilt. Ich habe mit Absicht teinen Namen genannt; es steht aller- größere Macht haben, überhaupt nicht erheben. Es muß also doch begründet worden ist, nichts weniger als behagt hat, und wenn ich dings etwas später in der Rede der Name Bebel, aber nur in dem an der Geschichte etwas sein. Diejenigen, die sagen, daß gar nichts hier nicht noch deutlicher geworden bin oder werde, so hauptsächlich Zusammenhang, daß die„ Neue Zeit" Bebel mit der Form der Veröffent- daran ist, haben zu viel beweisen wollen. Aus diesen Gründen war deshalb, weil ich nicht die Eigenschaft habe, wenn alle Leute auf lichung seiner Erklärung einen schlechten Dienst erwiesen habe. Es heißt ich der Meinung, daß man sich an derartigen repräsentativen Fragen einen losstürmen, meinerseits auch noch einen Stein auf ihn zu da:.namentlich, wenn es in einer Form geschieht, wie nicht stoßen dürfe. Ich verstehe es vollkommen, daß die Gemüter werfen. Nach meiner Meinung war die Anregung an sich und zu die Neue Zeit" es Bebel angethan hat." Im übrigen habe ich in einem Teil des Reichs sich über diese Frage mehr oder minder diesem Zeitpunkt eine verfehlte, eine ungeschickte. Aber darüber, daß keinen Namen genannt aus dem Grunde, weil ich der Sache keinen haben erregen können. Gerade das, was Bebel gestern angeführt hat Bernstein ein Recht dazu gehabt hat, die Sache anzuregen, darüber persönlichen Anstrich zu geben wünschte. Nun hat Bebel fich unzu- wegen der betreffenden Person und deren Aeußerungen gegen uns, frieden darüber geäußert, daß von verschiedenen Seiten bei der Ge- habe auch ich in Erwägung gezogen, aber ich habe mich daran ge139. Der Parteitag mißbilligt auf das entschiedenste das Ver- legenheit die Frage der Meinungsfreiheit aufgetaucht sei. Er sagt wöhnen müssen, im politischen Leben sehr häufig den Gefühlsstandpunkt halten des Genossen Wolfgang Heine in seiner Erklärung im Vor- in seinem Artikel:„ Mit diesem immer wiederkehrenden Geschrei, zurückzustellen, und da bei mir vielleicht das Gefühl weniger austvärts" vom 12. August 1903, in welcher es wörtlich heißt:" Der die Meinungsfreiheit sei in Gefahr, stellt man der Partei nur ein geprägt ist, als bei andern, so habe ich die Sache fühler betrachtet. Grund des Lärms ist einfach, daß die Marburger Genossen, die für Armutszeugnis aus und stellt sie nach außen bloß." Ganz gewiß, Sch sehe diese Frage, gerade wie es Auer in seinem Artikel gethan Stimmenthaltung votiert haben, fühlen, daß fie fich blamiert das tut man, aber ich bin der Meiming, daß das nicht die thun, hat, als eine ganz untergeordnete Formalie an; ich bin der haben. Ich begreife, daß sie das ärgert, aber sie sollten, anstatt die sich über wirkliche oder vermeintliche Beschränkung der Meinung, daß irgend ein Princip dabei gar nicht in Frage kommt. frankhaft nach einem Sündenbock zu suchen, die Schuld an ihrer Meinungsfreiheit beschweren, sondern diejenigen, welche diese Eines Tages wird die Partei diese und andre derartige Fragen mit peinlichen Lage bei sich selber finden und dankbar sein, wenn Freiheit beeinträchtigen.( Sehr richtig!) Im übrigen ist es höchst andren Augen ansehen. Indes, es ist ganz unnötig, darüber zu man sie davor bewahrt haben sollte, sich und die ganze Partei in merkwürdig, daß gerade Bebel diesen Vorwurf erhebt, er, der streiten, die Masse der Partei hat jetzt anders empfunden, und damit weit höherem Grade dadurch zu blamieren, daß sie ein die ganze Welt erfüllendes Geschrei darüber gemacht hat, weil ist die Sache ohne weiteres entschieden, schon deshalb, weil, wenn es einem Reaktionär wirklich zu einem Reichstagssig verholfen hätten." man ihm ein paar Erklärungen im Vorwärts" nicht veröffentlicht möglich wäre, auf irgend eine Weise eine Mehrheit dagegen zu stande zu Hierdurch hat Genosse Heine die Behauptung aufgestellt, daß die hat. Das sei der Tod jeder Meinungsfreiheit( Bebel: Sehr richtig!), bringen, das für die Partei verderblich wäre. Von dem Moment an, wo ein Marburger Genossen sich und die ganze Partei durch Befolgung eines venn man ihm( Bebel: Nicht nur mir, sondern jedem andern!) größerer Teil der Partei das als verlegend empfindet, muß das Parteitagsbeschlusses„ blamiert" hätten. wenn man in dieser Weise die Meinungsfreiheit beeinträchtige. Ob selbstverständlich entscheidend sein. Dazu kommt noch eins: Die Die Haltung des Genossen Heine ist um so mehr zu ver- jemand unter solchen Umständen eine Erklärung abgelehnt wird oder Präsidentenfrage ist durch die Art und Weise, wie darüber diskutiert urteilen, als er die Taktlosigkeit besessen hat, zu Gunsten eines ihm ob man über jemand, der von seinem Recht, seine Meinung zu sagen, ist, in den andren Parteien weitere uns zu stellende Bedingungen persönlich befreundeten politischen Gegners unsrer Partei durch tele- Gebrauch macht, herfällt das ist doch wahrlich kein so großer förmlich wie die Feder dittiert sind( Sehr wahr!), unrettbar ein für graphische Uebermittelung einer gegen die socialdemokratische Lokal- Unterschied. Seit Jahrzehnten wird ja bei uns bei jeder allemal verpakt. Ich würde darüber nicht mehr reden, wenn ich es organisation in Marburg gerichteten Vorwärts"-Notiz einzugreifen. Gelegenheit bestritten, daß eine Gefahr für die Meinungsfreiheit nicht für meine Pflicht hielt, noch einige Bemerkungen daran zu knüpfen, Dr. Robert Michels und 24 Genossen. bestehe. Ja, Genossen, wie mir das Koalitionsrecht auf dem Papier die sich gegen Bebels Darstellung in der Neuen Zeit" richten, und die 140. Der erste Absatz der Resolution Nr. 130 ist in folgender sehr wenig nüßt, wenn ich in Wirklichkeit nicht Gebrauch davon ich auch deshalb sage, damit nicht das dort Geschriebene als bequeme Weise abzuändern:" Der Parteitag fordert, daß die Fraktion zwar machen kann, weil es überall mit Fußangeln und Wolfsgruben um- Münze in der Partei weiter gebraucht wird. Bebel behauptet, daß ihren Anspruch geltend macht, die Stelle des ersten Vicepräsidenten geben ist, so ist auch die Meinungsfreiheit gar nichts wert, die auf sowohl Göhre als ich gesagt hätten, die Staatsform fei uns nebenund eines Schriftführers im Reichstage durch Kandidaten aus ihrer bem Papiere steht. Das ist keine Meinungsfreiheit, wenn sofort, fächlich, und er entwirft dann schnell ein blühendes Gemälde von Mitte zu besetzen, daß sie es aber ablehnt, höfische oder sonstige sobald einer den Mund aufthut, um etwas zu sagen, was den allen den Freiheiten und Schönheiten, die wir in Deutschland Verpflichtungen zu übernehmen, die nicht durch die Reichsverfassung andern nicht gefällt, diese andern wie ein Rudel Wölfe über ihn haben würden, wenn eine auch noch so blaue Republit vorhanden oder die Geschäftsordnung des Reichstages begründet sind." herfallen und ihn abschnappen( Sehr richtig!) und alles thun, was wäre. Nach seiner Darstellung wäre dann eigentlich so ziemlich alles, was Bebel Kautsky. Singer. nur geeignet sein kann, ihn abzuschreden. Ein so gestaltetes Recht im zweiten Teile des Programms steht, wenigstens von demokratischen 141. Beantrage, in der Resolution Nr. 130 die beiden Worte ist ungefähr so viel wert wie das militärische Beschwerderecht. Forderungen, erfüllt. Mich wundert nur, daß gerade Bebel, der revisionistischen" zu streichen, im letzten Abfaz an Stelle Welt-( Sehr gut!) Da heißt es auch: Du darfst Dich beschweren, wenn Du Bertreter der materialistischen Geschichtsauffassung, das sagen kann; politit" Weltmachtspolitik" zu setzen und der Resolution im letzten es aber thuft, dann soll Dich der Teufel holen.( Sehr gut!) Diese denn ob Kaiserreich oder blaue Republit, die jetzige Mehrheit ändert Absatz folgenden Zusatz zu geben:„ und für den Ausbau der Social- Beschränkung der Meinungsfreiheit wird gerade Bernstein gegenüber sich darum nicht, die Mehrheit, die ihre Klaffeninteressen vertritt und gesetzgebung und die Erfüllung der politischen und fulturellen Auf- bon gewissen Leuten systematisch praktiziert und in einer Weise, die die infolgedessen auch gegen eine Ausdehnung der politischen Freiheit gaben der Arbeiterklasse energisch zu wirken." C. Legien. mich feit langer Zeit antidert.( Sehr gut!) In einem Artikel ist, würde doch, auch wenn wir heute in Deutschland eine Republik genau fo " " 142. Abänderungsantrag zur Resolution Nr. 180. eines Genoffen, der nicht auf meiner Seite zu stehen pflegt und hätten, in Bezug auf alle diese Forderungen genau Im legten Absatz die Zeilen von:" Die Interessen der Arbeiterklasse" mit dem ich mich kaum zwei- oder dreimal zusammengefunden stimmen wie jetzt, ja, man tann fich fogar sogar denken, bis zum Schluß zu ersetzen durch: habe, ist der Satz enthalten, es gebe in der Partei Leute, daß fie das dann noch energischer thun würden, weil Die unermeßliche Schöpferkraft des demokratischen und socia- bie sich als Antipoden Bernsteins fühlen, alles, was Bernstein ver- sie ja dann die unmittelbar herrschende Macht wäre. Aber listischen Princips für die aktuelle Gefeßgebung fruchtbar zu machen. kehrt denke, das müßten sie umgekehrt denken. Ich wiederhole, daß ich gehe darauf nicht weiter ein. Das Thema der Republik Zu diesem Zwed find Gesezentwürfe über die großen socialpolitischen, alle diese Vorgänge nur geeignet sein können, das Gefühl der ist ja hochinteressant und es ist kein Mensch hier, dem das etwas politischen und kulturellen Aufgaben der Arbeiterklasse auszuarbeiten; Meinungsfreiheit aufzuheben, und ich denke, dazu find wir Social Gleichgültiges wäre; aber ich glaube, es giebt auch niemand, der denselben sind umfassende Begründungen und Denkschriften bei- demokraten( Bustimmung), um den Parteigenossen nicht die Luft etwa behaupten wollte, daß dies Kapitel für uns besonders attuell zugeben und es ist dafür zu forgen, daß eine gewaltige Propaganda zu nehmen, weiterhin offen ihre Meinung zu sagen. Das ist ist, und namentlich tam so etwas nicht nebenbei erledigt werden. für die jeweilig aktuellen Vorlagen in den breiten Waffen des ar- alfo der Grund, warum ich in München gesprochen habe, Ich will deshalb nicht weiter darauf eingehen, sondern nur das beitenden Volles in die Wege geleitet wird, um dadurch die Gefeß- nachdem die Sache gegen meinen Willen und sehr zu meinem Un- richtig stellen, was ich in Wirklichkeit in meiner Rede gesagt habe. gebung und Regierung zu zwingen, die bisherige unfruchtbare behagen zur Sprache gebracht war. Ich habe gesprochen, obwohl Nachdem ich eine Reihe andrer Gründe dafür angeführt hatte, daß Flidarbeit auf diesen Gebieten aufzugeben. Von den Gegenständen, ich genau wußte und es meinen näheren Freunden, die gerade in Principien bei der Vicepräsidentenfrage nicht in Betracht kommen, Sie in erster Reihe durch solche positive, socialdemokratische Gesetz meiner Nähe waren, im voraus sagte, nun ist die ganze Geschichte fahre ich fort: entwürfe zu bearbeiten wären, sind zu nennen: Achtstundentag, schon verpakt und verpfuscht. Ich fühlte mich zum Reden verpflichtet, Koalitionsrecht, Reichsfinanzreform, Militärreform( Soldaten- nicht mur, weil meine Münchener Genossen mich dazu aufgefordert mißhandlungen), Ministerverantwortlichkeit, Reichs- Schulgesetz, Revision hatten, sondern vor allem auch, weil ich es war, der bereits vor des Strafrechts. fünf Jahren, nach den Wahlen von 1898, die Sache in der Fraktion Ich frage Sie, ob gegen diesen Wortlaut selbst der strengste OberDer Kampf wider Militarismus und Marinismus, wider betrieb. cenfor, der Tag und Nacht mit dem Rotstift herumläuft( Heiterkeit), Kolonial- und Weltmachtspolitik, gegen jede Zoll- und Handels- Ueber die Präsidentenfrage will ich mich, wie die Dinge jegt etwas einwenden kann. Das heißt doch nur: Die Entwicklung der solitit, durch welche die Lebenshaltung des Boltes verschlechtert stehen, erst recht auf ganz wenige Bemerkungen beschränken. Es ist Staatsform ist zweifellos etwas wichtiges, denn sonst wären wir wird, für die Erweiterung und Sicherung der Bollsrechte im Reich, von einigen gesagt worden ich habe dabei nicht Bebel im Auge- feine Demokraten, aber sie ist nicht bas Primäre, denn sonst bevor u. a. in einer Berliner Versammlung: Ja, die Revisionisten, wie wären wir keine Socialisten. Würde sich Bebel, Staat und Gemeinde ist mit höchster Energie weiterzuführen." J. Timm und 22 Genossen. man das Ding so nennt, suchen jetzt plötzlich die Sache so ganz Angriffe gegen mich schleudert, solche Dinge erst genau ansehen, Und dann find wir doch keine bürgerlichen Republikaner, beren Denken fich in der Staatsform erschöpft, sondern uns find wichtiger noch die gesellschaftlichen Einrichtungen. er man " Aber nach einigen Jahren haben bann hätte ihm eine solche Entgleisung mir gegenüber ordentlich aufregte. Es war damals die Zeit, in der die sogenannten seinen Rüffel bekommen. nicht passieren können, um so mehr, als er in seinem Artikel genau paritätischen Arbeitsnachweise namentlich in Süddeutschland in Auf- die Leute in der Partei nach dem Gifttrant" auf einmal Die Geschichte hat sich ges dasselbe sagt, nur mit etwas andren Worten, und als meine Dar- nahme tamen. Als die erste Tagung von Vertretern solcher Arbeits- ein gewisses Sehnen verspürt. stellung die Auffassung der Partei von ihren Anfängen an bis heute nachweise stattfand, beteiligten sich außer bürgerlichen auch einige wendet. Freilich gab es immer noch Leute, die sich dagegen auss geblieben ist. Damit will ich das Kapitel verlassen, ich wiederhole, die socialdemokratische Vertreter daran. Da fuhr nun Bebel los und gesprochen haben, unser Freund Zubeil z. B.( Heiterkeit; Zurufe tönnen Sie( zu Zubeil) denn gar net a wenig warten? Sache ist jetzt durch den Lauf der Dinge für mich, wie für jeden erklärte, sich mit politischen Gegnern über gleichgültige Dinge wie Zubeils) andren erledigt, und wenn Sie dieser Erledigung einen sachgemäßen die Arbeitsnachweise zu unterhalten, das sei Wadenstrümpfelei und Sie haben ja gestern beim Bebel so lange warten müssen! Ausdruck geben wollen, so ist das nur natürlich, und die führe zur Verfumpfung.( Heiterkeit.) In solchen Zusammenfünften( Heiterfeit.) Bubeil hat gesagt, er möchte den sehen, der Behandlung dieser Frage kann darum sehr schnell abgeschlossen an die allgemeine Menschenfreundlichkeit der bürgerlichen Klassen zu mit dieser Resolution, die die 1893er Resolution aufhob, agitatorisch Bebel aber hat auf einmal gar keine Gefahr werden. Nun ist aber offenbar ein derartiger, natürlicher Abschluß appellieren, stehe in direktem Gegensatz zur Auffassung vom thätig sein wolle. der Sache manchem zu nüchtern und undramatisch, es Klassenkampf. Die Konsuln mögen wachen!( Bebel: Sehr mehr darin gesehen; er hat gesagt, er habe seine Stellung ge tönnte ja sonst das Unglück passieren, daß dieser richtig!) Interessant ist nun, daß ein Jahr darauf( Bebel: zwei ändert. Ja, er bedauere, daß er in Köln den Gründen für die altParteitag um ein nervenanregendes Schauspiel ärmer wäre( Sehr Jahre darauf!) derselbe Bebel an einem derartigen menschen- hergebrachte Taktik der Abstention so starke Ausdrücke gegeben gut!) und Zeit gewonnen hätte, die durch das Ergebnis der Reichs- freundlichen Kongreß sich mit bürgerlichen Vertretern in Zürich be- habe, die besser unterblieben wären.( hört! hört!) Dann sagte er: Ein Kompromiß ist nur, wenn tagswahl uns gewordenen Aufgaben ruhig zu behandeln. Und wie teiligt hat.( Heiterkeit.) Ich war auch dabei, ich hatte ja die" Was ist ein Kompromiß? es im gewöhnlichen menschlichen Leben vorkommt, daß die Leute, die Wadenstrümpfe schon, aber Du( zu Bebel) mußtest sie erst dort er man einen politischen Grundsatz preisgiebt; solche Verträge mit an periodischem Aufregungsbedürfnis leiden( Heiterkeit) und die um werben.( Heiterkeit.) Dann kam die Frage der Tarifgemeinschaften. politischen gegnerischen Parteien vor aller Welt sind aber kein das einfachste alltägliche Vorkommnis so viel Sums zu machen Wie sind die bekämpft worden, als die erste Tarifgemeinschaft der Principienverrat und Unterstützung mit Gegenleistung ist kein Schade." fuchen, daß schließlich eine große Staatsaktion oder ein sogenannter Buchdrucker abgeschlossen wurde. Da wurde die Gewerkschaft der Der Kölner Beschluß ist darauf aufgehoben worden, wenn auch nur Grundsatz daraus wird, so ist es auch in der Partei. Und Buchdrucker die königlich preußische Gewerkschaft genannt und als unvollkommen, und vor drei Jahren in Mainz ist die Sache gründlich nicht erst seit heute! Leute, die das Bedürfnis- natür solche angefeindet. Dadurch werde der Klassenkampf( Unruhe)- Sie beendet worden. Bebel sagte damals, 1900, es sei Pflicht, sich zu lich Abmachungen mit bürgerlichen Parteien sollten in bester Absicht und die die Kunst haben, jede werden nachher reden können abgeftumpft. Und heute ist beteiligen. beliebige Sache auf die Höhe einer erhabenen Principienfrage hinauf das Bestreben der Gewerkschaften allgemein dahin gerichtet, insofern gestattet sein, als sie an die Zustimmung des ParteiSie fennen ja den Beschluß. zuheben und denen nicht wohl ist, wenn sie nicht die Partei in Gefahr nach Möglichkeit solche Tarifgemeinschaften einzuführen. Man vorstandes gebunden seien. erblicken, damit sie sie daraus zu retten wissen( Heiterkeit). Es ist neulich hat eben eingesehen, daß solche Tarifgemeinschaften ein vor- Bebel meinte, das Wort Kuhhandel" klinge recht landwirtschaftlich, schon der Gedanke ausgesprochen worden, daß es eigentlich schade treffliches Instrument feien zur Verbesserung der Lage der Arbeiter es sei eben aus dem landwirtschaftlichen Bayern hergeholt( Heiter ich bitte, sei, daß wir noch keine Geschichte der Taktik haben. Ich bedaure, und um Ordnung in den gewerkschaftlichen Kampf zu bringen. feit); dann fährt er fort: Was ist ein Kompromiß?" daß wir noch keine Geschichte der Versumpfung der deutschen Ueberhaupt, wie oft ist nicht die Eifersüchtelei zwischen politischer sich diese Definition zu merken, sie gehört eigentlich in ein deutsches Socialdemokratie haben.( Sehr gut!) Es würde außerordentlich Socialdemokratie und Gewerkschaften zu Tage getreten! Wie oft Sprachlerikon-: Kompromiß ist eine Vereinbarung mit einem interessant sein, daraus zu sehen, was bei uns alles hat man in der Partei gefürchtet, es könnte am Ende die Partei andren, sich gegenseitig zu unterstützen, um etwas zu erreichen, „ Und aus eigner Kraft nicht erreichen kann! als Verwässerung, Principienverleugnung, Traditionsverlegung, Auf- geschädigt werden, und es hat sich sogar eine talentvolle Schrift was fährt er fort " so großes Geschrei? " 10 die seiner Zeit ausführte, die Thätig- darum" Es gabe des Klassenkampfstandpunktes usw. verdammt worden ist, und stellerin gefunden, die wie dann regelmäßig bald, nachdem ein solches Verdammungsurteil feit der Gewerkschaften sei nur eine sehr beschränkte, von handelt sich ganz einfach darum, was in Bayern und Baden schon Möglichkeit ergangen war, die Socialdemokratie den vermeintlichen Giftbecher der einer socialen Ausgestaltung der Gewert geschehen ist, auf die preußischen Verhältnisse zu übertragen. Nun, getrunken und sich hinterher sehr gut dabei befunden hat, worauf man schaften könne gar keine Rede sein, und die Gewerkschaften feit einiger Zeit haben die Parteigenossen in Preußen auf diesem denn die alte Giftetiquette schleunigst einem neuen Glase umgehängt hat. gingen überhaupt ihrem Niedergange entgegen. Sie wissen alle, Wege schon so hübsche Fortschritte gemacht, daß sie uns Bayern Denn wir in ( Heiterkeit.) Da auch heute das zarte Parteigewissen durch gleiche Schreck was davon eingetroffen ist, und wie wir heute die Freude haben, nahezu eifersüchtig machen können.( Heiterkeit.) worte geängstigt ist, so wollen Sie mir wohl erlauben, ein paar Beispiele zu sehen, daß die gewerkschaftliche Bewegung immer größer wird Bayern haben wenigstens niemals an andre Wahlbündnisse gedacht anzuführen aus der viel berufenen Parteitradition, die manche von und in einem großen Aufschwunge begriffen ist als jemals zuvor, als an solche, die erst mit dem zweiten Wahlatt in Kraft treten. uns anscheinend mit den Augen der Konservativen ansehen, nämlich und ich wünsche nicht nur im Interesse des gewerkschaftlichen Kampfes, Ich habe aber im Vorwärts" selbst schon die Frage auftauchen, als etwas, das nicht geändert werden könne und das immer so ge- sondern auch der politischen Partei und ihrer praktischen Bethätigung, besprechen und auch befürworten sehen, daß man, wenn etwas wesen sei, wie sie es sich im Augenblick vorstellen. Es ist neulich daß die Thätigkeit der Gewerkschaften und ihr Einfluß möglichst bei den preußischen Landtagswahlen herauskommen solle, eigentlich zwischen Bebel und dem„ Vorwärts" eine kleine Meinungsverschieden- start werde.( Beifall. Buruf: Das wollen wir alle!) Ich habe ja schon vor dem ersten Wahlakt, vor der Urwahl, Verabredungen treffen heit ausgebrochen über die politische Stellung der Partei zu Beginn der nicht das Gegenteil gesagt. müsse, denn dadurch könne man in gewissen Wahlkreisen, wo für die Barteibewegung. Ich will darauf nicht eingehen, aber eins möchte ich doch Es wäre nun verlockend, auf eine Gruppe von Fragen ein- Socialdemokratie nichts zu holen sei, ohne weiteres für die Frei sagen: Bebel hat in der„ Neuen Zeit" gesagt, daß der„ Borwärts" zu zugehen, die nicht in der Deffentlichkeit, sondern mehr in der Fraktion sinnigen eintreten. Entschuldigen Sie diese historische Auseinandersetzung, aber fie dichten anfinge, wenn er behaupte, daß damals beschlossen worden gespielt haben, und ich hätte um so mehr Anlaß dazu, als Bebel sei, unsre Partei habe sich an der praktischen Arbeit nicht zu be- gestern ja bereits ein Beispiel davon erwähnt hat. Ich will nur war notwendig. Sie sehen daraus, daß unsre Bewegung nicht etwas teiligen. Bebel erklärt, daß das absolut unrichtig sei. Er muß doch sagen: als wir im Reichstage die Novellen zu den Versicherungs- Feststehendes, sondern in fortwährendem Fluß begriffen ist. Unfre aber, und zwar genauer noch als alle andren Leute, die Liebknechtsche gesehen, zu den Arbeiterschutz- Gesezen tamen, standen wir vor der Meinungen haben sich sowohl über prinzipielle Fragen, Programmfragen, Schrift über die parlamentarische Thätigkeit der Socialdemokratie Frage, ob wir insofern eine andre Stellung einnehmen wollten, als auch über die Tattit fortwährend in einer allmählichen Umgestaltung tennen. Es ist allerdings wiederholt gesagt worden, daß Lieb- daß wir uns bei der Abstimmung nicht in jedem Fall negierend befunden. Dieser Prozeß ist noch heute nicht zu Ende, und er wird auch fnecht sich nicht in Uebereinstimmung mit der Partei be- verteilten, sondern abwogen, ob das Schlechtere oder Bessere nie zu Ende gehen.( Bielfaches Sehr richtig!) Denn das muß doch funden habe. Aber die Liebknechtsche Broschüre ist revidiert überwog, und in letzterem Fall uns bereit erklärten, für das Gesetz auch wohl einmal gesagt werden: Zwischen heute und dem Endziel und wiederholt herausgegeben worden, Zehntausende von Partei- zu stimmen. Darüber haben viel lebhafte Kämpfe in der Fraktion liegt noch so manches, wovon unsre Schulweisheit sich nichts träumen genossen haben sie gelesen. Da wäre es doch Pflicht gewesen, abgespielt. Bebel hat uns gestern einen Geschmack davon gegeben. läßt.( Rufe: Sehr wahr!) Man hätte doch aus der Parteigeschichte wenn eine ganz positive Univahrheit in der Schrift gewesen wäre, Diefe Kämpfe haben nicht in einer, sondern in drei, vier, wenn nicht lernen und vorsichtiger werden sollen, um nicht jede neue Ansicht weiteres mit einem Verdammungsurteil zu belegen fie zu berichtigen. Wie spricht sich nun Liebknecht in dieser Schrift fünf verschiedenen Sizungen stattgefunden, furz: man sah eine große ohne aus. Streifend will ich darauf hinweisen, daß er darin mitteilt, er principielle Entscheidung darin. Ich weiß noch sehr wohl, wie uns und immer wieder in den alten Gespensterschreck zu ber Statt dessen aber wieder das gerade Gegenteil. habe den Vorschlag in der kleinen Fraktion gemacht, mit Protest in von einflußreichster Seite gesagt worden ist, es sei ganz unmöglich, fallen. hatte die Partei die große Aftion des Wahlden Reichstag einzutreten und dann sofort das Lokal zu verlassen. eine Aenderung unsres Standpunktes vorzunehmen und den Gesezen Kaum ( Heiterkeit.) Er sagt:„ Mit dieser Ansicht blieb ich in der zuzustimmen, denn wer würde es noch wagen, draußen in den fampfes mit so großem, Erfolge durchgefochten, jene Aktion, Minorität, es wurde beschlossen, daß die Vertreter der Arbeiterversammlungen sich sehen zu lassen, die ganze Schärfe in der sich gezeigt hat, daß wir niemals einiger und energischer im Demokratie jede ihnen passend dünkende Gelegenheit benutzen der Agitation und die traditionelle Stellung der Partei würde gemeinsamen Kampf gewesen sind, in der sich in allen praktisch tönnten, um im Reichstag" ihren negierenden und protestierenden vollkommen aufgegeben." Es hat nichts genügt, wir sind für mehrere politischen und taktischen Fragen volle Uebereinstimmung gezeigt kaum war das vorbei, da ist das alte thörichte Geschrei, daß Standpunkt geltend zu machen, daß sie sich aber von den eigentlichen dieser Gesetze eingetreten, und ich frage Sie: hat die Schärfe der hat parlamentarischen Verhandlungen fernzuhalten hätten." Der Vor- Agitation darunter gelitten, hat sich einer von Ihnen deswegen ge- die Partei in Gefahr sei, mit frischen Kräften wieder erhoben Nach meiner Ueberzeugung hat dies Geschrei niemals wärts" hat das alles durchaus richtig angeführt. Und weiter heißt schämt, in Arbeiterversammlungen aufzutreten? Ich glaube, Sie worden. es in der Liebknechtschen Schrift:" Dieser negative Standpunkt darf haben den Genossen recht gut begreiflich machen können, aus welchen wenigstens niemals seit dem Socialistengesetz- fo jeder Spur von Berechtigung von Grund aus entbehrt als gerade jeßt. Niemals ist nicht aufgegeben werden, denn sonst giebt die Partei ihr Princip Gründen wir dafür gestimmt haben.( Sehr gut!) auf." Ja, Liebknecht äußert sich darin, daß er sogar die Unterein Principienstreit unnötiger vom gaun gebrochen worden als jetzt. stügung des ersten Arbeiterschutz- Gefeßentwurfs von Schweizer ab( Bustimmung. Widerspruch.) Ich kann das beweisen mit Bebels gelehnt hat.( Fischer Hamburg: Die Partei doch aber nicht!) Und Worten selbst. weiterhin erklärt er sich dagegen, daß bei der Beratung der GewerbeOrdnung, die Bebel gestern als ein gutes Werk bezeichnet hat, einige Parteigenossen im Interesse der Arbeiter und zu propagandistischen Zwecken eine Ausnahme machen zu müssen geglaubt hatten. Er fagt:„ Die Socialdemokratie darf unter feinen Umständen und auf keinem Gebiet mit den Gegnern verhandeln. Verhandeln kann man nur, wo eine gemeinsame Grundlage besteht. Mit principiellen Gegnern verhandeln, heißt sein Princip opfern. Principien sind unteilbar, fie werden entweder ganz bewahrt oder ganz geopfert. Die geringste principielle Konzession ist die Aufgebung des Princips. Wer mit den Feinden parlamentelt, parlamentiert; wer parlamentiert, pattiert Die Socialdemokratie darf unter feinen Umständen und auf keinem Gebiet mit den Gegnern verhandeln. Die Beteiligung an den Parlamentsdebatten bringt nicht den geringsten Nuzen.. " " alle " Noch einen gerade jezt affuellen Bunft: der ganze Kompleg der Wahlbeteiligungsfragen. Ich habe mir unsre ganze Parteilitteratur, namentlich die periodische Presse, ganz genau daraufhin angesehen und kann Ihnen darüber ein ziemlich lückenloses Bild geben. Was die Gemeinderatswahlen anlangt, so haben die Berliner in einem 1884 gefaßten und im Züricher Socialdemokrat" inserierten Beschluß sich gegen die Beteiligung an den Stadtverordnetenwahlen ausgesprochen. Es heißt dort zur Motivierung: " Die Beteiligung an den Klassenwahlen ist gegen das Programm und fördert die Entwicklung der Arbeiterpartei in feiner Weise; man befördert vielmehr ein Sichbreitmachen des Strebertums, wodurch forrumpierend gewirkt wird." " Am 27. Juli habe ich meine Rede gehalten; spätestens Anfang August wird Bebel davon gehört haben. Er hat darauf in der Stuttgarter Tagwacht" eine Erklärung veröffentlicht, in der er über meine Rede sehr fühl urteilt. Er hat wörtlich gesagt: " " Seine( Vollmars) Ausführungen über die Präsidentenfrage haben für mich gar nichts Neues enthalten, weil sie schon 1898 in gleicher Weise von ihm gemacht worden sind, ohne daß die Mehrheit der Fraktion Veranlassung nahm, sie anzunehmen." Ich habe sogar schon 1895 die Sache in der Fraktion behandelt; Ich glaube, gar nicht lange danach haben sich die Berliner gerade auch Auer und unser Grillenberger haben sie damals vertreten, wie andere Leute an den Stadtverordnetenwahlen beteiligt; ich habe letterer gerade in Bezug auf die hösische Repräsentation mit einer vom Strebertum vielleicht macht das die Entfernung( Heiterkeit)-Wendung, die sehr interessant war, sich aber für die Deffentlichkeit nichts bemerkt, vor allen Dingen nichts von Korruption, und keiner der und gerade in Sachsen nicht eignet.( Große Heiterkeit.) Wenn diese Berliner wird noch behaupten, daß es dem Parteiprogramm widerspricht, Ansicht in der Repräsentationsfrage wirklich so etwas abgrundtief obwohl das Programm in dieser Beziehung nicht geändert worden Verwerfliches ist, so hätte man doch wahrhaftig das schon 1895 und Jemand hat mir vorhin dazwischen gerufen: Liebknecht, aber ist. Ich weiß nicht, ob es wahr ist, da ich die inneren preußischen 1898 in der Fraktion aussprechen können.( Bebel: Ist geschehen!) nicht die Partei. Soviel habe ich auch schon gewußt. Es handelt Angelegenheiten wenig fenne, wie Sie die bayrischen Angelegenheiten Ach was, geschehen! Man hat gesagt: Darauf gehen wir nicht ein, aber es ist in aber von schmählich und unerhört ist gar keine Rede getvesen. Wir sich darum, darauf hinzuweisen, was man früher alles als Verrat genau tennen( Sehr gut! und Große Heiterfeit.) bezeichnet hat. Liebknecht hat noch lange Jahre vom„ Sumpfe des einer Versammlung behauptet worden, daß die Berliner Stadtverord- haben uns in aller Gemütlichkeit darüber auseinandergesezt.( Fischere Parlamentarismus" gesprochen und davor gewarnt, hineinzusteigen. neten mit großem Stolz eine Amtskette trügen, auf welcher das Hamburg: Es hat aber damals auch nicht in den„ Soc. MonatsDarauf will ich nicht eingehen, aber noch einen andren Punkt, Bildnis Friedrich Wilhelms III. fich befinde.( Große Heiterkeit.) heften" gestanden 1) Ich habe 1898, als die Sache abgelehnt wurde den Auer in den„ Socialistischen Monatsheften" berührt hat, erwähnen. Ich weiß nicht, ob es wahr ist, aber es hat im Vorwärts" ge- ich gehöre nicht zu denjenigen, die schreien, als wenn sie am Messer Es handelt sich um die bekannte Frage der Teilnahme am Senioren- standen, da wird es wahrscheinlich wahr sein.( Buruf: Es ist wahr!) städen, wenn ihnen ihr Wille nicht geschieht( Oho! und Heiterkeit), fonbent, die 1884 gespielt hat. Die älteren Parteigenossen werden Na, denkt einmal: die Wadenstrümpfe sollen mir die Waden ver- ich unterwerfe mich der Mehrheit, wie andre das auch thun sollenfich erinnern, und diejenigen, denen der Züricher Socialdemokrat" brennen, aber das Königsbild auf der Brust darf man tragen! ich habe damals gesagt: die Sache ist vorbei, im nächsten Reichstag werden ich oder ein andrer sie wieder anregen. zugänglich ist, werden es darin bestätigt finden, daß sich damals( Große Heiterkeit.) Die Frage der Landtagswahl- Beteiligung ist zum erstenmal in Also Bebel fagte erst, die Sache ist gar nichts Neues, und einige eine gewaltige Bewegung heute würde man sagen: alles flammte auf im deutschen Lande( Heiterkeit. Zuruf: Voltsseele!) erhoben München aufgetaucht, woher ja bekanntlich alles Schlechte kommt. Wochen später kommt derselbe Bebel mit der Ansicht, durch Vollmar hat gegen die Fraktion, daß sie zum erstenmal in eine inoffizielle( Heitert.) 1886, als wir in München vor der Wahlbeteiligung standen, sei die Präsidentenfrage zu einer Haupt- und Staatsaktion geworden Körperschaft, den Seniorentonvent, gegangen ist. Ich erinnere an erschien in einem demokratischen Hamburger Blatt die Nachricht, daß( Bebel: In der Partei!), sie enthalte ein gutes Stück, ja das Haupt den Frankfurter Protest, worüber förmlich eine Urabstimmung in die Liberalen zu einer Verständigung mit den Socialdemokraten be- stück der Frage nach einer neuen Tattit. der Partei stattgefunden hat, denn fast Partei- Orte reit seien, falls die Socialdemokraten soviel Wahlmänner auf- Wie ist es denn möglich, daß eine Sache einmal etwas ganz traten in Erklärungen teils für teils gegen die Frankfurter auf. In brächten, daß sie bei der Wahl ausschlaggebend zwischen den beiden Unbedeutendes, gar nicht Interessantes ist und dann sozusagen über Darauf ist am 28. Oftober 1886 ein Nacht zum Hauptstück einer funkelnagelneuen Taktik wird? Ich kenne dem Protest war die Teilnahme am Seniorenkonvent bezeichnet als Parteien seien. eine tiefe Verlegung des revolutionären Princips, als eine Beleidigung gewaltiger Artikel im„ Socialdemokrat" erschienen, bei dem ja die privaten Vorgänge nicht, aber wir haben gerade in den letzten und es wird wohl bestätigt Tagen gehört, daß sie eine große Rolle in der Partei spielen. Ich der Würde des freien Mannes, als eine Komödie. Anstatt, so heißt alles dafür sprach Dabei hofft muß aber sagen, da ich auch ein Seebewohner bin wie Bebel es darin, das Land mit Gewalt von der Gewalt zu befreien, läßt werden daß er von Bebel hergerührt hat. einem( Heiterkeit), wenn auch in einer andern Gegend: mir scheint, daß man sich auf diplomatische Verhandlungen ein, die eine Aussöhnung der Verfasser, daß die Genossen sich bewirken sollen. Ganz interessant ist es, daß schon damals das so schmählichen Kompromiß hergeben würden. Das widerspreche der wohlthuende Einfluß, den die Seeluft auf die politischen Nerven Wort fiel:" Dadurch wird uns der ganze Wahlerfolg berefelt". alten Traditionen der Partei". Sie sehen: mit einer rührenden ausübt, bei Bebel durch einen etwas zu häufigen Briefwechsel ( Hört! hört!) Und daran schließt sich die Drohung:„ Das Proletariat Gleichmäßigkeit sind es so ziemlich immer wieder dieselben Worte. beeinträchtigt wird.( Heiterkeit und Sehr gut!) Noch eins: wenn diese Frage das Hauptstück der sogenannten wird erwachen und wird den Weizen vom Unkraut zu säubern Wir dürfen niemals Kampfgenossen andrer Parteien sein, sondern wissen". Im Verlauf einer Auseinandersetzung zwischen nur selbständig kämpfen. Das wäre ein Parteiverrat, selbst wenn neuen Tattit ist, wo sind dann die übrigen Stücke? Ich habe in Bebel und Frohme hat sich dabei herausgestellt, daß Bebel in Frant- die Gegner uns ein Mandat anzubieten die Frechheit hätten.( Große meiner Münchener Rede über die einzuhaltende Tattit ausgeführt, furt war, als der Beschluß gefaßt wurde, und auch in jener Ver- Heiterkeit.) Wir dürfen nie ein Mandat den Gegnern verdanken, welche Aufgaben sich nach meiner Meinung aus unsre neuen MachtNun ist ja Bebel allerdings mit diesen sammlung; er schreibt nämlich, daß er eben in die Versammlung sonst ist das forrumpierend für die Genossen, lähmend für die Ge- stellung ergeben. insofern nicht zufrieden, als er meint, Aber, fährt er wählten." Hier sei die schiefe Ebene, hier sei eine erbärmliche Ausführungen gekommen sei, als die Erklärung beschlossen war. fort: Es sei nicht wahr, daß die Versammlung aus wütenden Taftit. Genossen, seid auf Eurer Hut!"( Hört! hört!) Wir waren dieser Teil über die Taktik sei zu furz ausgefallen, aber Anarchisten bestanden habe, sondern er bestätige, daß es die besten nicht ausschlaggebend damals, deshalb sind wir nicht in die Lage er sagt dann in seiner Erklärung gegen die Fürstenwalder und ältesten Genossen gewesen seien, daß die Versammlung vom gekommen, diesem Artikel entgegenzuhandeln. Wären wir es gewesen, Genossen sofort, daß er in diesem Punkt der Taltit kein Wort gegen das von Vollmar Vorgebrachte einzuwenden habe, und in dem bes besten Geiste beseelt war, wenn er auch die Aeußerung der Frant- hätten wir es jedenfalls gethan. furter nicht in allen Punkten billige. Num tommt Köln 1893. Damals hat ja Bernstein bekanntlich den wußten Artikel der„ Neuen Zeit" sagt er noch deutlicher:„ Enthält Seit der Zeit haben wir uns auch an diese Sache gewöhnt. Vorschlag gemacht, sich an den preußischen Landtagswahlen zu beteiligen. dieser kurze Abschnitt( über die Tattit) das neue Programm, Viel ist bei der Beteiligung am Senorientonvent übrigens nicht Alles ist über den„ weltfremden Ede" hergefallen, nur nicht so bijjig so kann ich mich zur Gefolgschaft Vollmars zählen.( Hört! die Leute, die diese hört!) Was Vollmar in seiner Rede als Aufgabe fordert, herausgekommen, aber er ist wertvoll als Informationsquelle. wie jetzt, und es hat in der Presse geheißen es lag nicht an Erinnern will ich nur noch kurz an den bekannten Margschen Brief Aeußerungen gethan haben, sizzen um mich herum, das sei Korruption, haben wir bereits redlich gethan, aber über unser Gothaer Einigungsprogramm. Dieses Programm nennt Verwässerung der Zielpropaganda, Kompromißschacher usw. Bebel uns, wenn der positive Erfolg nicht auf unsrer Seite war." Marr verwerflich, demoralisierend, principienschädigend"; es sei ein trat als Referent auf und bewies haarscharf:" Ein Kompromiß mit Und das soll nun die neue Tattit Vollmars sein, die Haupt- und Beweis, daß das socialistische Princip Deutschland noch nicht unter feindlichen Parteien muß notwendig zur Demoralisierung führen."( Ruf: Staatsaktion der Revisionisten, die Erweiterung der Kluft innerhalb die Haut gedrungen sei. Darauf will ich nicht näher eingehen. Das thuts auch!) Es sei ein Kompromiß im schlimmsten Sinne des der Partei, das Ende der Partei- Einheit und wie die Dinge alle Ich wende mich zu einer andren Gruppe von Fragen, die mit Worts, darum sei es eine Pflicht, sich der Wahl zu enthalten. lauten! Ich suche vergeblich nach einer Erklärung für eine derartige bem* Gewerkschaftswesen in Zusammenhang stehen. Der alte Liebknecht sagte noch deutlicher: Kompromiß- Ver- plögliche Wendung Bebels, wie eine derartige Frage in Verbindung Manche Gewerkschaftler werden sich sehr unliebsam an rat, Verrat, in dem die Principien geopfert werden! Jeder mit meinem Namen überhaupt aufgeworfen werden kann. Bebel die Debatten über die Gewerkschaften in Köln erinnern. Batt mit andren Parteien wirte förmlich demoralisierend. hat wiederholt davon gesprochen, daß innerhalb der Partei eine Beteiligung ist worden, abgelehnt Damals ist es auch Bebel gewesen, der sich über die Sache außer Die „ Ede" hat große Aufregung aufgelödert sei. Das flingt sehr großartig, aber niemals ich bin zu fezerisch, um solche allgemeinen Wendungen ohne weiteres zur Verschärfung der Gegenfäße in unfren Reihen beigetragen hat. Ifam das Jahr 1894, wo es sich um die bahrische Budgetfrage gläubig aufzunehmen. Ich habe ja schon verschiedene solche Ausbrüche der Ich erinnere daran, wie Bebel ganz dasselbe Grillenberger vor- handelte, sie ist erst später in Lübeck entschieden worden. Erinnern Volts seele mitgemacht. Aber ich habe auch diesmal gesehen, nicht nur warf; ich weiß, daß Grillenberger deswegen unversöhnt mit Bebel Sie sich, wie Bebel damals für die absolute Verweigerung jedes aus der Münchener Post" ich lese zu meinem gar nicht großen aus dem Leben geschieden ist, weil er das nicht hat verwinden Budgets eintrat? Es wurde ihm entgegen gehalten, daß unsre Ges Vergnügen eine ganze Reihe andrer Partei- Organe daß man an können. Merkwürdig nur, daß sich bei andren Leuten auch die Lebens- noffen in Hessen einmal in die Lage gekommen seien, für das manchen Orten die Sache auch sehr fühl behandelt hat. Und ich lage gehoben hat, die ihren Klasseninstinkt nicht verloren haben. Budget stimmen zu müssen, weil sonst ein höherer Steuersatz, so wie weiß ferner und habe es aus mündlichen Aeußerungen vernommen, Aber, Bebel begnügt sich nicht, einzelne Genossen in dieser Weise ihn die Erste Kammer bewilligt hatte, angenommen wäre. Darauf wie viele Leute an Orten, wo es so auflodert, bisweilen dabei einzureihen, sondern er erlaubt sich, ganze Teile des Reiches in hat Bebel frischweg erwidert: Das hätte mich gar nicht abgehalten, gewesen sind. Noch eins! Ich bin der Meinung, daß eine Schmeichelei dieser Weise zu qualifizieren. Es ist nicht lange her genau tann denn dann wäre nicht ich verantwortlich gewesen, sondern die andern. genau ebenso verwerflich ist, ob ich sie an einen Botentaten richte ichs im Augenblick nicht behaupten, aber ich kann dann ja berichtigt In Lübeck dagegen hat er selbst eingesehen, daß es Ausnahmefälle oder an das Volk( Heine: Sehr richtig 1), und als solche Schmeichelei werden, wenn's nötig ist da hatte Bebel einen Streit mit den geben kann. Damals war es gerade der unerwartete Ausfall jener betrachte ich es, wenn es so dargestellt wird, als ob Badenfern und da hat er, so viel ich mich erinnere, den sehr poeti- Abstimmung über die Bayernfrage, die Bebel so entrüstete, daß er das Gefühl der Massen untrüglich und unfehlbar fei. schen Ausdruck gebraucht: das ganze badische Ländle sei nicht mehr sofort in eine öffentliche Parteiversammlung in Berlin ging und Ich habe feine geringe Meinung bon der Masse und wert, als es in den Sack zu werfen und in den Bodensee zu Anklagen der schwersten Art gegen den Parteitag richtete, von dem dem Volksempfinden, aber das hat mich die Geschichte aller schmeißen.( Bebel: Nein, das habe ich nicht gesagt.) So? Na dann er eben erst kam. Ich will auf Einzelheiten nicht eingehen, sondern nur eine Stelle aus Bebels Rede in jener Versammlung mitteilen. J Volksbewegungen gelehrt und zugleich auch die Geſchichte unsrer ist es nachher aufgeklärt worden, ich habe es jedenfalls in der sich," ſagte er,„ muß Klarheit geſchaffen werden, ob die Partei Partei, daß dieses Voltsgewissen sich täuschen oder auch getäuscht Parteipresse gelesen.( Bebel: Nein, das hat nicht -OU -" werden kann. Das Empfinden des Volkes ist ebenso Irrtümern Parteipresse gestanden! Zuruf: Es war in Lübeck!) Es kann ja ferner die alte Fahne weiter trägt oder ob eine neue an ihre Stelle. unterworfen, wie das des Einzelnen, also mit diesem vagen Begriff dann klar gestellt werden. Jetzt kommen wir Münchener daran und treten soll, auf der die Verleugnung des alten Klassen kann ich mich nicht absinden lassen. Ich muß mich schon an konkretere das Capua Deutschlands, wo man im Bier und Wein da man kampf Standpunktes und der Opportunismus gegenüber den und faßbarere Dinge halten. Also ich suche vergeblich nach einer in München nicht sehr viel Wein trinkt, meint er damit wohl das rückständigsten Elementen entfaltet werden soll." Also genau dasselbe, Erklärung dafür, weshalb die Sache so aufgebauscht werden konnte. übrige Deutschland erfäuft, wo die politische Gesinnung verdirbt was wir heute unter ganz andren Umständen wieder bekommen! Oder vielmehr: Ich würde vergeblich suchen, wenn ich etwa erst seit oder wo man, wie er sich ausdrückte es ist nämlich merkwürdig, Weiter hat Bebel gestern erklärt, wir hätten schwere Kämpfe in der gestern Bebel kennen würde. Ich gehöre nicht zu den Menschen daß ihm in diesen Tagen besonders Bibel- Reminiscenzen gekommen Fraktion gehabt, es sei notwendig, daß Remedur geschaffen wird. das weiß Bebel und das kann mir der größte Feind nicht vorwerfen sind( Große Heiterkeit. Bebel: Du meinst wohl, ich fange gar an, Gewiß, fast in jeder einzelnen Fraktionssizung sind verschiedene der irgendwie persönlich zu beleidigen sucht und persönliche Dinge fromm zu werden?) mit Leib und Seele zu Grunde geht. Meinungen aufgetaucht, es kann auch nicht anders sein, und wenn in den Vordergrund drängt, so lange es nicht aus sachlichen( Bebel: Ich habe gesagt: Mit Seele und Geiſt!) Na, mit dem das verboten werden sollte, so lassen Sie uns doch gleich eine Gründen absolut notwendig ist. Es ist mir deshalb außerordentlich Leib geht man denn doch am Bier zuerst zu Grunde.( Heiterkeit.) Uniform anschaffen oder besser ein Zwangshemd!( Sehr gut! Heiterangenehm, daß Bebel in den lezten Tagen in einer seiner Reden selbst nachdem Bebel also zunächst den Zustand der Münchener auf Bier feit und Rufe: Wer will denn das?) Nein, das ist ja ausgeführt hat, daß sein Temperament ihm schon manchen Streich und Wein was unzweifelhaft eine geistvolle, völterpsychologische der Vorzug, daß jeder sagt, was er denkt; frei im Rat, gespielt habe, daß er manchen Schwupper gemacht habe. Er hat Auffassung ist zurückgeführt hat, meint er weiter, die Sache einig in der That 1 Und da frage ich Auer, Blos und dann hinzugefügt: Er beanspruche aber, daß man stets an die Ehr- fäme daher, weil wir in wirtschaftlicher Beziehung zurückgeblieben andre, ob unter dem Socialistengesez nicht gerade so, ja mehr ge lichkeit seines Wollens glaube. Das hätte er gar nicht zu sagen feien. Es war mir interessant, das von Bebel zu hören, und zwar stritten ist in der Fraktion als jetzt. Es ist nicht richtig, daß schwerere brauchen, das ist ganz selbstverständlich, aber es ist, wie ich wenig- deswegen, weil ziemlich das nämliche von Bismard gesagt worden Kämpfe principieller Art in der Fraktion aufgetaucht find als früher. stens annehme, das Recht jedes einzelnen unter uns, das zu ver- ist. Bismarck hat einmal das Wort von der fauligen Zuchtlosigkeit Das einzige ist, daß im Laufe der Jahre Bebel öfter in die MinderTangen. Wir haben verschiedene Temperamente, und infolgedessen des Südens gebraucht, auf welche die preußischen Junter natürlich heit gekommen ist als früher.( Bebel: Das ist kein Grund!) Es sehen wir ein und dieselbe Sache verschieden an. Ich bin nicht herabsehen. Ja, aber Bebel, es kann doch nicht jeder Mensch Preuße sein! müßte denn also das der eigentliche Grund sein, warum die Partei derjenige, der so verliebt in sein Temperament wäre, daß er es( Große Heiterkeit.) Und auch das genügt ja nicht, daß man Preuße in Gefahren wäre und worüber sich der ganze Streit entſponnen für das beste hielte. Ich könnte eher sagen: Im Gegenteil. ist. Auch die Preußen werden, wenn sie nach München kommen, hätte.( Lebhafter Widerspruch.) Daß eine große Fraktion schwerer Ich habe viel zu oft gesehen, und erst in den letzten Tagen gesehen, verdorben! Und es wird furz nach mir ein Originalpreuße er zu dirigieren, daß da nicht so leicht Einmütigkeit herbeizuführen ist als in daß ein konzentrierter Wille, der um jeden Preis die Gemüter sich scheinen und Ihnen Aufschluß geben, wie es seiner Seele oder seinem einer kleineren Fraktion, wie wir sie früher hatten, das ist ja unterwerfen will, der aufgeht in einem einzigen Punkt, ganz andre Geist in München ergangen ist.( Große Heiterkeit.) Es hätte eigent ganz selbstverständlich. Wenn man die Sache auf eine reine Formel Resultate erzielt, als wenn man mit ruhiger Besonnenheit und lich nur gefehlt, daß Bebel noch gesagt hätte, er bedaure, daß München zurückbringen wollte, so müßte die Formel dahin lauten, daß die Ueberlegung an die Dinge herantritt. Aber die Sache ist nun und Süddeutschland überhaupt für die Partei gewonnen worden sei. Partei leider zu groß geworden ist.( Widerspruch und Zustimmung.) mal so: wir haben verschiedene Temperamente, und das ist Denn wenn München einen so schlechten Einfluß ausübt, dann muß Ich bin sehr geneigt, in dieser Größe das zu erblicken, was man sehr gut, denn das möchte eine nette Zucht werden, wenn das doch auf die gesamte Partei ungünstig wirken. Ich wundere unter Gefahr versteht. Gerade Bebel hat es ja früher einmal auswir alle miteinander gleich durch das Dach fahren würden! mich nur über eins: wenn Bebel so über uns denkt, warum hat er gesprochen, er hat gesagt:„ Wir werden jest groß, Krethi und ( Heiterkeit.) Ja, ja, lieber Bebel, wenn ich nur ein Zehntel denn diese Charakteristik nicht im vorigen Jahr auf dem Münchener Blethi kommt zu uns." Ja, wenn man eine Sefte will, so ist das von der Art hätte loszugehen wie andre, dann hätten wir schon Parteitag mitgeteilt? Da war der geeignetste Boden, um eine etwas sehr Schönes und Gutes, aber wenn wir die Welt erobern ganz andren Krach gehabt. Also diese Verschiedenheit ist sehr nützlich, folche Strafpredigt zu halten. Ich habe nicht gesehen, daß Bebel in wollen, so müssen wir Macht bekommen, und Macht bekommen wir nur und Bebel wird wahrlich nicht sagen können, daß jeder einzelne in München ein principiell saures Geficht gemacht hätte( Große Heiter durch eine große Menge.( Sehr richtig!) Im übrigen welch ein Widerspruch! der Partei nicht Rücksicht auf die unvergleichliche Stellung und die feit); im Gegenteil, er war sehr vergnügt( Heiterfeit. Bebel ruft: was, Auf der einen Seite wird ausgesagt, die sogen. ReviſioniſtenBerdienste Bebels nimmt. Aber eins muß angesichts der Bescherung, ich auch!) und er schien sich in diesem Sumpf ganz behaglich zu früher sprach man von Opportunisten, Optimisten und ich weiß nicht die hier angerichtet worden ist, gesagt werden, und namentlich fühlen. Ebenso hat sich Bebel im vorigen Jahr gehütet, die Weis- was alles für Isten also die Revisionisten seien eigentlich gar bon einem Manne, der wie ich seit Jahren von Bebel und heit über die bayrische Wahlrechtsfrage zum besten zu geben, die nichts. Dann wieder heißt es, man muß sich vor ihnen in acht andren angegriffen worden ist, und der bisher kein er gestern hier vorgetragen hat. Und hier muß ich ein ernstes Wort nehmen, fie könnten die Mehrheit in der Fraktion kriegen. Auf der einziges Mal den Kopf gerückt, geschweige denn erwidert darüber sagen! Erinnern Sie sich, wie im vorigen Sommer Bebel andern Seite wieder heißt es, die Masse steht dem Revisionismus hat. Ich erinnere nur daran, wie Bebel in München mit direkter wegen der Wahlrechtsgeschichte über uns herfiel, daß durch diese Sache entgegen. Ja, zum Kuckud, wer wählt denn die Abgeordneten? Beziehung auf meine Person sagte, die Situation in der bayrischen die ganze Wucht des Kampfes für das allgemeine gleiche Wahlrecht zer- Wählt die nicht die Masse? Und wenn die Masse wirklich solchen Wahlrechtsfrage sei verdorben, verführt durch den Geist der Staats- stört sei, und wie er schließlich erklärte, auf dem Münchener Parteitag werde Schrecken vor den Revisionisten hat, warum wählt sie denn solche männischkeit. Wen er da ungefähr gemeint hat, kann man sich sich das weitere finden. Das sagte nicht nur Bebel; in einer ganzen Leute? Dann wäre es richtiger, einen Inder aufzustellen, auf dem denken. Ich sagte mir: Bebel hat eine andre Ausdrucksweise Reihe von Partei- Organen war es zu lesen, speciell in der Leipziger nur die zehnmalgefiebten enthalten sind, die kandidieren dürfen. wie andre Leute. In der Musik giebt es ja auch Leute, die Volkszeitung", die ja immer der große Blasebalg für Gewissensfeuer Nun hat Bebel gestern nach einer Einleitung über alle die immer Fortissimo spielen.( Heiterkeit.) Aber ich sage, es ist.( Heiterfeit.) Sie hat natürlich auch damals zu heben versucht so viel Schrecken des Revisionismus auch auf den Millerandismus hinmuß einmal gesagt werden gerade der den wie möglich. Schließlich waren wir in Bayern ganz ängstlich geworden, gewiesen. Er war dann so liebenswürdig, meine Eigenschaften her. Beweis geliefert hat, daß er keine Neigung zu solchen Auseinander- was man denn eigentlich in München mit uns anfangen würde. Um so vorzuheben und zu sagen, daß er mich Millerand gewachsen hält setzungen hat, dem aber doch schließlich auch einmal der Gedulds- erstaunlicher war es, daß auf dem Münchener Parteitag, wie Sie nebenbei bemerkt, protestiere ich dagegen, ich kenne Millerand, ich weiß, faden reißt. Man mag auf die einzelnen Temperamente noch soviel wissen, kein Mensch ein Wort geschnauft hat über die ganze Ge- daß ich ihm in den Eigenschaften, auf die es antommt, nicht gewachsen Rücksicht nehmen: einen Freibrief für alles und jedes kann dieses schichte! Ich sagte Bebel noch zu Beginn des Parteitages: Werden bin. Bebel hat dann gesagt, ich sei der richtige Millerand für DeutschTemperament doch nicht geben.( Lebhafter Beifall eines Teils der wir nun gefotten oder gebraten werden? Da antwortete er mir: land. Dafür muß ich mich allerdings bedanken, schon weil die Bersammlung, Bebel ruft: Verlange ich auch nicht!) Und wenn in Ich bin der Meinung, jezt ist einmal die Sache so weit verfahren; Regierung in Berlin fizt.( Große Heiterkeit.) Ich weiß mir einen der Presse gesagt worden ist, man brauche nicht jeden Einfall eines da warten wir lieber mal ab, was weiter wird.( Bebel: Das angenehmeren Aufenthalt.( Heiterkeit.) Also Bebel warnt vor dem Revisionisten zu folgen- worin ich vollständig beistimme, erstens weil war etwas andres!) Du hast es dem Sinne nach so gesagt; ich Millerandismus. Da muß ich Sie doch an die Etatsberatung dieses ich gar nicht weiß, was das für ein Ungetüm ist, zweitens weil niemals erinnere mich noch, daß Du zufügtest, Du wüßtest nicht, ob nicht Jahres im Reichstage erinnern. Der Kanzler brachte da bekannt eine derartige Forderung erhoben worden ist- ich sage: wenn die vielleicht ein andrer sprechen wollte, Du aber hättest teine Ver- lich eine Depesche vor welche vom vom deutschen Botschafter Partei nicht dazu da ist, jedem Einfall eines Revisionisten zu folgen, anlassung dazu. Nun, ich meine, damals war der Zeitpunkt, über in Paris ausging, in welcher über eine Unterredung dann soll sie ebenso wenig der Spielball der überstiegenen Ein- diese Sache zu sprechen. Damals war der Parteitag vor- mit Millerand berichtet wird, in der die deutschen Arbeiterschutzbildungskraft und Nervosität einzelner Menschen sein.( Lebhafter Bei- bereitet auf diese Frage. Damals schwieg man und jetzt plötzlich Geseze sehr günstig beurteilt werden. Bei dieser Gelegenheit fall eines Teils der Versammlung. Große Unruhe und Zischen.) Wie wirft Bebel diese Frage auf, über die ich allein einige Stunden hat der Kanzler ausgeführt, es stehe darin, daß leider die franimmer der Einzelne stehen mag: innerhalb einer demokratischen Partei sprechen müßte, wenn ich näher darauf eingehen wollte. Ich bin zöfifche Bourgeoisie zur Verbesserung der Lage der Arbeiter nicht fann eine solche Ausnahmestellung unter feinen Umständen eingeräumt selbstverständlich überzeugt, daß Bebel die bayrischen Dinge bis in geneigt sei. Ich glaube, es war Bebel selbst, jedenfalls aber aus werden. Ungezügeltes Temperament schadet nicht nur auf Fürstenthronen, die kleinste Specialität so genau kennt als wir Bayern selbst. unsren Reihen ertönte der Zwischenruf: Gerade wie bei uns." sondern auch auf Parteithronen.( Beifall bei einem Teil der Ver- Darüber habe ich gar keinen Zweifel, darf ihn nicht haben. Darauf erwiderte der Reichskanzler:„ Es ist mir sehr sammlung. Unruhe.) Und wer Dinge und Menschen lenten will,( heiterkeit.) Aber das eine muß ich ihm doch sagen: Er hat mit interessant, daß dasselbe Wort bon dem Kaiser an den der muß verstehen, sich selbst zu beherrschen.( Bischen. Beifall bei seiner gestrigen Anzapfung der Propaganda in Bayern und unfrem Rand geschrieben ist", und er schloß mit den Worten: einem Teil der Versammlung.) Und wer so empfindlich gegen die Wirken sicher einen außerordentlich großen Dienst erwiesen! Und" Ich wünsche Ihnen einen Millerand." Nun werden Sie mir doch leiseste Berührung seiner Person, wie, nicht immer, aber bisweilen, er hat dadurch die Sammlung seiner Urteile, deren Anführung zugeben, wenn der Millerandismus wirklich so gefährlich für DeutschBebel ist, der sollte sich umsomehr hüten, gegen andre, die ihm fortwährend das Waffenarsenal unsrer Gegner gegen uns bildet land wäre, so hätte das Bebel damals in der Klarsten. Weise vor gerade augenblicklich unbequem sind, mit einer Wahllosigkeit der( Sehr richtig!), um einen fetten Brocken vermehrt!( Sehr richtig!) der ganzen Welt aussprechen und sagen müssen, wie wir darüber Sprache und Mittel loszufahren, wie es in dieser Debatte geschehen Die Münchener werden ihm dafür sicher ganz besonders dankbar denken. Statt dessen hat er wörtlich gesagt:" Ich weiß nicht, ob der ist.( Beifall bei einem Teil der Versammlung. Unruhe und Zischen.) sein, namentlich deswegen, weil die Münchener von Haus aus für ein Kanzler hat sagen wollen, daß er, wenn jemand bei uns Bebels Nerven find schon irritiert durch Edes einfachen von oben herab absprechendes, hochmütiges und herrschsüchtiges Wesen bereit wäre die Rolle eines Millerand zu spielen, geneigt Artikel; der hat ihm nach dem über alles Erwarten großen Wahl ein ganz besonderes Faible haben( Sehr gut!), aber lassen wir das wäre, ihn als Kollegen in das preußische Ministerium zu sieg die Freude verekelt! Ja, fällt denn Bebel, der so leicht zu mal bei seite. Ich frage Sie: in welchem Ton hat man zu uns ge- nehmen." Bebel machte dann eine Pause und erwartete eine berekeln ist, gar nicht einen Augenblick ein, wie seine Art zu sprochen, Ich werde das nicht dulden"," Ich werde Euch den Kopf Antwort. Diese erfolgte nicht und er fuhr fort: Nun, ich debattieren und vorzugehen auf andre Parteigenossen wirken muß? waschen", Ich hoffe meinen Freunden und meinen Feinden kann Ihnen nur das eine sagen: wenn dieser deutsche Millerand in Bebel hat viel gethan und thut viel für die Partei. Aber das muß noch manche schwere Stunde zu bereiten"," Ich habe die ein Ministerium fäme- Socialdemokrat müßte er bleiben, sonst " ich doch sagen und das wird er selbst nicht bestreiten: Allein thut Massen hinter mir."" Ich werde Abrechnung halten." Ich, ich, ich, würde er von uns gerade so schlecht behandelt, wie die andern er doch auch nicht alles für die Partei; es giebt doch auch noch ich! Ist das nicht die Sprache eines Diktators?( Große Unruhe, Minister".( hört! hört!) Ich meine, wäre die Gefahr wirklich so andre Leute zu denen ich mich selbst zuletzt rechne lebhafter Beifall, heftiger Widerspruch und Zischen.) Parteigenossen, groß, wie Bebel meint, so hätte eine entschiedenere Antwort gegeben, die ihr Sein, ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Zeit lefen Sie einmal die Geschichte der englischen Revolution. So hat dann hätte gesagt werden müssen: daran ist gar nicht zu denken, opfern und die beanspruchen können, daß man ihnen nicht der Lordprokurator Cromwell zu den Seinen gesprochen.( Große darüber ist gar nicht zu verhandeln.( Lebhafte Zwischenrufe.) Ja, ihre politische Thätigkeit vor den Gegnern berefelt,( Beifall Unruhe.) Ich meine, nachdem Bebel am allerwenigsten einen von aber reicht denn Ihr ruhiges Gehör nur für Bebel hin und nicht bei einem Teil der Versammlung), daß man ihnen nicht die uns geschont hat, mußte das auch einmal gesagt werden.( Buruf: auch für mich?( Sehr gut!) Aus derselben Rede möchte ich Luft nimmt, für die Partei zu wirken, sich allen Schlägen auszu- Es war höchste Zeit!) noch eine andre Stelle anführen. Der Kanzler hat damals ein sehr sezen. Bebel sagt in seinem Artikel im Anschluß an das Kapitel Nun hat Bebel, um seine Auffassung, daß Gefahr vorhanden merkwürdiges, socialpolitisches Programm zum besten gegeben, über die Republik: Nachdem wir uns, wie er glaubt, im Socialismus fei, zu belegen, alles vorgeholt, was seit zwölf Jahren je an dem Sinne nach hat er gesagt: weil die verschiedenen Gesellschaftsschon länger nicht verstanden hätten, verständen wir uns jetzt auch Meinungsverschiedenheiten vorgekommen ist. Ich kann mir wirklich flassen ungern Opfer zu Gunsten andrer Gesellschaftsklassen bringen, über die Demokratie nicht mehr. Das scheint so, denn sonst wäre nicht, schon mit Rücksicht auf Ihre Zeit, die Mühe nehmen, so ist es Pflicht des Staates und der Monarchie, ausgleichend eines ganz unmöglich, daß in solchem Ton zur Partei gesprochen auf alle diese Dinge einzugehen. Zum Teil find zugreifen! Er hat die Arbeiter gewarnt, Dinge zu verlangen, die 0 " würde, wie es in der letzten Zeit von manchem geschehen ist sie entweder längst bon früheren Parteitagen erledigt, bie Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt beeinträchtigten oder die und zwar nicht zuletzt, sondern zuerst von Bebel. Bebel oder verkehrt dargestellt worden oder sie betreffen ganz unbedeutenden Gesellschaftsordnung erschüttern. Gleichzeitig aber hat er auch die urteilt über alles und jedes, über jede Person, über Kleintram, der bei einer solchen Angelegenheit gar nicht ins Gewicht Unternehmer aufgefordert, kräftig mitzuwirken, damit die KlassenMänner und Frauen, und nicht nur über ihre politische fallen kann. Ich will also die Ingredienzien dieses politischen unterschiede mehr und mehr zusammenschrumpfen und die Thätigkeit und ihren politischen Charakter, sondern er Tendenzprozesses nicht weiter untersuchen und nur auf zwei Punkte ärmeren Klassen immer wohlhabender werden, mit andern maßt sich an, über sie persönlich als Männer und Frauen eingehen. Bebel hat sich auf Vorgänge auf zwei Partei- Worten, er ist für für den socialen Aufschwung eingetreten. zu urteilen. Er erteilt hochmögende Censuren nach allen Richtungen, tagen berufen: dem Erfurter 1891 und dem Frankfurter 1894. Gin wunderbares Programm! Bebel citiert es und fährt dann fort: er wendet sich persönlich nicht nur an die Parteigenossen, sondern Ich habe das Protokoll von Erfurt nachgesehen, und habe daraus, Ein schönes Programm, Herr Kanzler, und wenn der Kanzler seinen auch an die Gäste, die anwesend sind; er nimmt sich jeden einzelnen da ich ja wünschte eine Richtschnur zu bekommen, um das Partei Einfluß benußen will, um dies Programm zu verwirklichen, dann vor, wie gestern den Vorwärts" Redakteur, erteilt Verwarnungen, gewissen richtig zu verstehen und entsprechend zu handeln, ganz be- wären wir Socialdemokraten die besten und treuesten Bundessagt ihm, was er anstreben wird, was er gegen ihn thun wird, und sonders die Reden von Bebel nachgelesen. Damals stand ich ja ganz genossen."( Hört! hört! Bebel: Ich weiß doch, was ich teilt die Parteigenossen in solche erster und zweiter Güte ein( Wider- allein an dem Indianerpfahl gebunden, die Geschosse sind von allen gesagt habe!) Ich weiß ea auch. Wem so etwas im spruch, Beifall.), jawohl, in die wahren und die halben oder falschen Seiten auf mich gefallen, und es hat sich dann das Merkwürdige Laufe des parlamentarischen Lebens passiert, der soll nicht Socialdemokraten.( Hofmann- Hamburg: Er sagt, wie es ist!) Was ist gezeigt, daß, während man wähnte, ich stände ganz allein, die Zahl an die Reden andrer mit dem Rotstift Herangehen! gestern in der Richtung gesagt worden! Bebel hat über die Akademiker derer, die Beifall für meine Reden gehabt haben, immer( Sehr wahr!) Hätte ich das gesagt, dann möchte ich mal fragen, gesprochen. Die Akademiker, so sagte er vor einigen Tagen zu ihrer größer wurde, so daß Bebel schließlich ganz unerbaut davon wie dann der Deibel losgegangen wäre!( Sehr richtig!) Dann Verteidigung, find Leute, denen man es hoch anrechnen muß, daß war und seine äußerste Entrüstung darüber erklärte, daß hätten wir ganz andre Diskussionen bekommen, dann wäre der fie zur Partei gekommen sind, weil sie schwere Kämpfe durchzumachen die Rede Vollmars mehr Beifall gefunden habe als ich erwartete". Selassenkampfstandpunkt nicht vermindert und abgeſtumpft, sondern haben. Aber wenn einer von den Akademikern mit ihm nicht ein- Es müsse deshalb konstatiert werden, eine wie große Zahl von Dele- fchon verraten gewesen.( Sehr wahr!) Bebel liebt leider in seiner verstanden ist, dann versteht er nichts von der Socialdemokratie, gierten mit Vollmar einverstanden sei. Klarheit müsse herrschen. Bolemit auch das Mittel, das Lob der Gegner einem auf dann steckt er noch im Bürgertum drin, womit er sogar Leute ge- Wenn es sich herausstellen sollte, daß die Mehrheit für Vollmar ist, sein Conto zu schreiben. Er sagt zwar, wie er es auch gestern meint hat, die Jahrzehnte in der Partei sind. Die Arbeiter haben den so müsse diese Richtung die Leitung der Geschäfte in die Hand gethan hat, Bollmar und Konsorten sind daran ganz unschuldig, aber untrüglichen Klaffeninstinkt und auf ihr Gefühl muß man sich verlassen. nehmen. Das heißt also, dann dankt er ab. Und dann fügte er er verliest doch das Lob und ruft dadurch einen gewissen Eindruck Wenn sich aber ein Arbeiter untersteht, andrer Meinung zu sein hinzu:„ Aber dann, wenn Ihr Delegierte Heimkommt, dann hervor. Es wäre beffer, Bebel wäre gegen Lob und gegen Tadel wie man jezt immer sagt: revisionistischer Meinung dann hat er werdet Ihr die Rebellion zu Hause haben, und ich der Gegner so abgeftumpft, wie ich es bin, und würde nicht Aeußeauf einmal den untrüglichen Klasseninstinkt verloren. Die gehobene werde der erste sein, der die Fahne der Rebellion er- rungen so gleichgültiger Art, wie er sie aus der Frankf. Zeitung" Lebenslage gewiffer Arbeiter hat sie verdorben! Auch das ist ein hebt."( Buruf von Bebel!) Jawohl, wie immer, wenn die vorgetragen hat, eine so außerordentliche Bedeutung beimessen. Argument, das schon früher aufgetaucht ist und das sehr wesentlich Leute mit Dir nicht einverstanden sind. So steht die Geschichte. Nun Er hat gestern gesagt: wie kommt es denn, daß gerade Bollmar und seine Freunde in der gegnerischen Presse gelobt werden, ich halten, während sie sich in anderem nicht einverstanden erklären, Absatz 2:„ Der Parteitag verurteilt auf das entschiedenste die werde nicht gelobt!( Bebel: So habe ich das nicht gesagt.) Wer der Mythe muß doch ein Ende gemacht werden, als habe man revisionistischen Bestrebungen." Schon indem ich dieses nieder z. B. die Wählerversammlungen bei uns in Bayern fennt, der wird Bernstein zugejubelt, als sei er, wie gestern Bebel sagte, wie ein schreibe" wie es im" Faust" heißt. Was heißt: revisionistische wissen, daß Bebel für unsre Gegner der Mustersocialdemokrat ist neuer Messias angesehen worden.( Bebel: Von Dir nicht, dazu Bestrebungen"? Mit solchen bagen Begriffen ist gar nichts ( Zustimmuung), der, tvenn ein Streit entsteht, immer gelobt wird als bist Du zu falt!) Das freut mich, aber warum spricht Ihr anzufangen. Ich habe mich sicherlich weder jemals als einen der ehrliche und aufrichtige Mann. denn immer von den Revisionisten, Ihr wollt doch auch mich Bernsteinianer noch einen Bebelianer bezeichnet, ich habe mich auch Bebel war. " die revisionistischen BeUebrigens, weil er ein Lob gegen mich vorgelesen hat, möchte darunter verstehen.( Bebel: Gewiß, Du bist das Haupt.) noch nie einen Margisten genannt; ich habe keine Neigung und ich ihm nur zwei Zeilen aus einem Lobe der allerlegten Zeit vor- Ich weiß, daß Heine Bernstein entschieden bekämpft hat. Talent zu solchen ismen" und" anern". Mir genügt vollführen. Den er hat uns gestern geraten, wir sollten mit einem Er hat einen Artikel gegen sein Buch geschrieben. Also mit diesen kommen, daß ich Socialdemokrat bin.( Sehr gut!) Ich habe mich Donnerwetter dreinfahren und sagen, wir verbitten uns ein solches Dingen bleibt uns hübsch vom Halse. Ich habe ein oder zweimal auch nie einen Opportunisten oder etwas ähnliches genannt. Ich Lob. Vor etwa acht Tagen hat im Berliner Tag" ein Artikel über Bernstein gesprochen. Einmal auf dem Hannoverschen Parteitag, halte also diesen Ausdruck für etwas Verkehrtes. Der Ausdruck ist über den Parteitag gestanden, der ein einziger Lobeshymnus auf und zweitens in einer Versammlung in München nach Lübeck, und nichts, wie überhaupt die folgenden Sätze ein Popanz sind, eine Es wird da gesprochen von Bebel, dessen wilder wer sich jener Reden erinnert, der wird genau wissen, daß es mir Sache, die sich der Verfasser zurecht gemacht hat, um auf sie Fanatismus den Pöbel und den Aestheten gleich entzücken muß, gar nicht eingefallen ist, ihm zuzujubeln, sondern daß ich sehr viel schlagen zu können. Was sagt er? der nicht einer Revolution von Undankbaren zum Opfer fallen an seinen Anschauungen auszusehen hatte. Nun habe ich mich auf strebungen, unsre bisherige bewährte und sieggekrönte, auf dem darf, die sein Arm in die Höhe gehoben hat."( Hört! hört! Bebel das entschiedenste dagegen verwahrt, daß man ihm so in die Klassenkampf beruhende Taktik in dem Sinne zu ändern, daß an ruft: Das ist ein Lob?) Darüber ist gar nicht zu reden.( Bebel: Waden fährt. Stelle der Eroberung der politischen Macht durch Ueberwindung Ein Skandal ist es.) Also wir sind die Undankbaren, die Dein Arm in die Kautsky und diejenigen, die ihm gleich denken, glauben, unsrer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Höhe gehoben hat, und Du bist der, der das Entzücken des Pöbels und der man könne die" Revisionisten" gleich mit Bernstein zusammen in Ordnung der Dinge tritt." Aestheten hervorruft! Mir wäre es nicht im Traume eingefallen, das an- einem Prozeß abthun. Kautsky hat sich lange bemüht, eine Formel Wann habe ich oder einer meiner Freunde jemals eine derartige zuführen, wenn nicht Bebel schon seit längerer Zeit auf das schriftliche Lob zu finden, worin denn eigentlich das Verbrechen des Revisionismus Forderung vertreten? In meiner Rede ist auf das allerdeutlichste von der Gegner hingewiesen hätte. Wenn er das Lob in der gegnerischen bestehe. Er hat in drei Artikeln ich glaube zwei in der Neuen der Eroberung der politischen Gewalt durch die Socialdemokratie Presse aber verabscheut, dann müssen auch wir alle protestieren gegen Beit" und einen in einer Beilage der Leipziger Volkszeitung" die Nede. den widerwärtigen Byzantinismus in der eignen Parteipreffe. Lesen dies Verbrechen folgendermaßen charakterisiert: Die neue Taktik Dann heißt es weiter:„ Die Folge einer derartigen revisionistischen Sie nur einmal den skandalösen Artikel in der Sächsischen Arbeiter- besteht also darin, daß sich die Socialdemokratie zum Taktik wäre" usw. Ja: Wäre!" Ich will für solche„ Wenn" Zeitung": Bebels Tag.( Bebel: Sehr richtig! Den habe ich aufs Mitglied einer Majorität machen will." Die Revisionisten und Aber" kein triviales Sprichwort anführen; wenn eben solche schärfste verurteilt!) Aber Du hast es hier nicht gesagt.( Bebel: wollten eine Anlehnung an bürgerliche Parteien u.j.w. Taktik vorhanden wäre, so müßte natürlich die Folge eine sehr Das kann ich nachholen; ich habe es zu verschiedenen meiner An einer andren Stelle: Die Revisionisten sagen, daß die Partei kräftige sein. Freunde gesagt.) Ja, aber ich konnte es nicht wissen; mich rechnest sich bequemen müsse, sich mit den benachbarten Parteien zu ver- Schließlich kommt der Sah:„ Der Parteitag verurteilt ferner Du dabei nicht zu Deinen Freunden. einigen, um mit ihnen zusammen eine regierungsfähige Mehrheit jedes Bestreben, die vorhandenen, stets wachsenden KlassenNun, Genossen, zu einem andern Punkt. Bebel wirft den zu friegen." An einer andren Stelle:" Die Revisionisten haben die gegensätze zu vertuschen, um eine Anlehnung an bürgerliche Revisionisten Schädigung der Partei bor. Dh ja, die Einbildung, die liberale Bourgeoisie werde uns die Kämpfe für die Parteien zu erleichtern." Das ist schon ein Rückzug gegenPartei wird geschädigt. Nur frage ich Sie, kann es etwas primitivsten Rechte des Proletariats abnehmen, indem sie, die über jenen Aeußerungen, die ich Ihnen aus Kautskyschen Aergeres für die Partei geben, als tenn man den Bourgeoisie, in einem großen Aufschwunge zum Siege gelange." Das Schriften vorgetragen habe. Aber ich frage hier wieder: drei Millionen socialdemokratischer Wähler, die uns ohne sei ein Aufgeben des Klassenkampfes, quod erat demonstrandum. Wer hat diese Forderung erhoben? Wenn Bebel gesagt hat:" Dich Unterschied der Person und ohne Unterschied der sonstigen Meinung Ja, Parteigenoffen, das wäre es, und mich hat es gefreut, daß end- habe ich nicht verdächtigt, daß Du Ede zugejubelt haft"( Buruf ihre Stimme gegeben haben, weil sie uns im gemeinsamen Kampfe lich diese Formel so rein gefunden worden ist, weil man hier aus Bebels.) Du hast darauf gesagt:„ Dazu bist Du viel zu fühl!" für gemeinsame Interessen gefunden haben kann es, sage ich, den Allgemeinheiten heraus zu etwas Greifbarem kommt. Num Also, nicht wahr: ich habe ihm nicht zugejubelt. Aber man kann ettvas Schlimmeres geben, als wenn man diesen drei Millionen plöß- frage ich Sie und bitte um eine Antwort darauf: Wo sich hier nicht gegen Schemen wenden, sondern man müßte Personen lich zuruft, daß wir bisher ein gegenseitiges Komödienspiel getrieben und von wem ist irgend einer dieser Grundsätze, die hier hervorziehen und sagen:" Du hast das und das gesagt!" und es haben, das mun zu Ende gehen müsse?( Bustimmung und Widerspruch.) stehen, in Deutschland und für Deutschland befürwortet worden? tadeln. Aber so halte ich diese drei Abfäße für außerordentlich Vielleicht hat Bebel einen andren Sim damit verknüpft, aber er hat in meiner Münchener Rede habe ich über die bürgerliche Linke verkehrt, weil ich niemand weiß jedenfalls bin ich's ja andren gesagt, wenn man einen Artikel schreibe, so müsse man gesagt:„ Praktisch ist die Lage heute die, daß für den nicht, der jemals etwas von dem hier Behaupteten vertreten hätte, genau wissen, daß kein Mißverständnis darüber entstehen kann. Welche bürgerlichen Liberalismus mit diesen Wahlen die legte weil ich nicht weiß, daß der Revisionismus darin besteht, daß diese Vorstellung müssen die Wähler gewinnen von einer Partei, auf die sie ihr Möglichkeit auf Zurückgewinnung des verlorenen Einflusses Forderungen vertreten werden.( Sehr richtig 1) Wenn ich ein Aesthetiker ganzes Vertrauen gesezt haben, von der sie die Erlösung aus wirt- vorüber ist.( Hört! hört!) Das soll nicht heißen, daß wäre, so müßte ich von dieser Resolution wegen ihrer Schönheitsfchaftlicher, socialer und politischer Unterdrückung erhoffen und deren für die wirklich freigesinnten Elemente des Bürgertums, soweit die fehler sagen:„ Absolut unannehmbar", aber im praktischen aber Führer ihnen dann in einer häßlichen Frage gezeigt werden! Denn selben nicht bereits in das Lager der Socialdemokratie übergegangen politischen Leben urteile ich nicht nach ästhetischen Grundfäßen, Die Gegner temmen natürlich nicht das Temperament Bebels, sie sind oder noch weiter übergehen, gar keine Aufgaben mehr vorhanden sondern einfach nach dem gefunden Menschenverstand und da sage ich: wissen nicht, daß er manchmal plötzlich etwas sagt, wovon sein Herz wären." Und uns Socialdemokraten könnte es nur freuen, wenn ich halte die Säge für falsch, vor allem mindestens die zweimalige nichts weiß. Wo und wann ist ein derartiges Komödienspiel verübt jene( die wirklich freigesinnten Elemente des Bürgertums) sich wiederholung des Wortes Revisionismus", weil Sie, indem Sie worden? Ich kann ja den Reichstagsverhandlungen leider nicht so aufraffen und wenigstens im Kampfe gegen die Reaktion dies Wort mit bestimmten Begriffen verbinden, damit aussprechen, viel beiwohnen, wie ich möchte, weil ich im Landtag bin, aber das auf politischem und geistigem Gebiete mit uns wetteifern würden; daß sie unter Revisionismus etwas verstehen, was nicht richtig ist. muß ich doch sagen: ich habe von solchem Komödienspiel aber im übrigen müßten sie sich flarmachen, daß die Dinge fich in Wären die Worte weg, würde es insofern flüger und vernünftiger niemals etwas gesehen, und ich möchte hoffen, daß auch andre Deutschland offenbar ähnlich wie in Belgien abspielen würden und sein, weil dann bestimmte Dinge verurteilt sind, von denen man nicht etwa fühlen, daß sie ein derartiges Komödienspiel ihrerseits daß der Vorkampf der Opposition fortan der Socialdemokratie ge- annimmt, dieser oder jener habe sie vielleicht in seinem Herzausgeübt haben. Welchen Sinn tann ein solches Wort haben, welcher hört, an deren Seite und unter deren Führung die Lintsliberalen tämmerlein begraben. Indessen mag ich nicht über Worte streiten. Sinn muß ihm beigelegt werden? Doch nur der, daß es Leute zu handeln haben würden. Ich halte es ganz einfach für falsch. Wenn es aber der Partei oder giebt in der Partei, die sich mit dem Plan tragen, durch Bebel hat ja auch ausdrücklich gesagt, daß er sowohl mit meinen einer großen Menge der Parteigenossen eine Beruhigung gewähren die Unschädlichmachung von Kollegen, die ihnen im Augenblic taktischen Folgerungen, als mit der Kritik der Parteien einverstanden kann, Grundsätze, die ich als existent gegenwärtig gar nicht kenne, unbequem find, die Alleinherrschaft ihrer speciellen Auffassung, sei. Das ist das einzige, was ich über diese Frage jemals geäußert von denen die Verfasser oder die Partei aber annehmen, daß sie die sie für die Auffassung der Partei und für die richtige habe. Ich wiederhole die Forderung, daß man, wenn man uns vielleicht irgendwann einmal zum Vorschein kommen könnten, bon halten, zu proklamieren, die aber so lange nicht damit heraus- beide einen politischen Tendenzprozeß schlimmster Art macht vornherein zu berurteilen und ihnen einen Riegel vorzuschieben, so gerückt sind, als sie meinten, daß die Gelegenheit nicht günstig sei( Sehr richtig! und große Unruhe), uns wenigstens die Beweise dafür habe ich nichts dagegen einzuwenden.( Hört! hört!) Ich glaube, ( Sehr gut!), die so lange nichts davon verraten, sondern den Glauben beibringt. nach den Grundsäßen der parlamentarischen Interpretation wird haben aufkommen lassen, daß wir alle Brüder sind, die aber dann Ebenso unglaublich wie das, was Kautsky nach dieser Richtung niemand dagegen etwas einzuwenden haben. plöglich im gegebenen Moment die Maske abwerfen und über uns geleistet hat, sind die Jdeen, die er über das fernere Vors Jm legten Satz gefällt mir allerdings die Resolution gar nicht. herfallen. Ich sage nicht, daß das die Auffassung ist, aber was gehen innerhalb der Partei geäußert hat; schon vor einem Die Verfasser der Resolution scheinen so außerordentlich geschäftig fann man sich draußen im Lande anders für eine Vorstellung von und zwei Jahren und jezt noch zuletzt. Bulegt hat er sich dahin gewesen zu sein, Begriffsbestimmungen für den Revisionismus, die dem Wort machen? Und weil dem so ist, protestiere ich auf das geäußert, die Kritik müsse für eine Zeit zurückgedämmt sich überhaupt nicht finden lassen, zu finden, daß ihnen da, wo für die allerentschiedenste gegen diesen Ausdruck und sage, daß er ein Schaden werden, das Anzweifeln der augenblicklich herrschenden Meinung, Partei das wichtigste Stüd gekommen ist, die Straft ausgegangen ist, denn ist- natürlich gegen den Willen Bebels- wie er seit lange schwerer der Tattit müsse aufhören.( Große Unruhe. Hört! hört!) Das„ An- anders kann ich mir es nicht vorstellen, daß der ganze Absatz derart der Partei nicht zugefügt ist.( Bustimmung und Widerspruch.) Wenn zweifeln!"- wirklich dies Wort! Ich habe es mir gemerkt, weil es mich wortreich, aber inhaltsarm gediehen ist. Mir, einem bösen Gees eine Gefahr in der Partei giebt- ich glaube nicht an eine an die Religionsstunde in der Jugend erinnert hat.( Buruf: Ist das wört mäßigten"( Heiterkeit), ist dieser Absatz nicht radikal genug.( Sehr solche, so besteht sie lediglich darin, wenn Leute glauben, ihre lich? Große Unruhe.)„ Das Anzweifeln muß zurückgestellt werden!" gut! Heiterfeit.) Besonders stört mich, daß, nachdem man eigne Ansicht um jeden Preis durchsetzen zu müssen, wenn sie eigen- Suche Dir selber die Stelle heraus!( Bebel: Aha! Zuruf einen großen principiellen Anlauf genommen, man nichts finnig auf dieser Ansicht beharren, wenn sie streitsüchtig sind, wenn Zurüdgestellt" steht da!) Also das ist es: Die Meinungsfreiheit andres zu sagen weiß, als: die Interessen der Arbeiterklasse fie suchen, autoritär zu wirken nicht bloß durch die Mittel der ist nicht verboten, sondern vertagt!( Sehr gut! Heiterkeit und fort- zu vertreten", das blaffeste Wort, das überhaupt zu denken ist, das dem Socialistengesetz angewendet haben, Ueberzeugung, von andern Dingen gar nicht zu sprechen. Ich dauernde Unruhe.) Die Kritit wird nicht verboten, aber für eine vir hätte nämlich gute Luft, auf Dinge, die außerhalb der hier An- Beitlang eingestellt!( Buruf: Burückgestellt!) Das ist, so weit ich wir die Auflösung einer Versammlung befürchtet haben. Ich weiß ja wesenden, aber innerhalb der Partei geschehen sind. einzugehen. Das deutsch verstehe, dasselbe! Ja, das tönnen Sie beim Bapst und in nicht, welche Amendements etwa während meiner Redezeit eingereicht find die Drohungen mit der Gewalt, die immer noch nicht aus der katholischen Kirche auch haben.( Vielfache Rufe: Sehr gut! und find, aber hier müßten doch die specielleren Aufgaben der socialgestorben find, und die um so thörichter sind, wenn fie in einer Zeit Unruhe.) Da wird auch die Bibelkritik solange eingestellt, bis der politischen Gesetzgebung hineingeschrieben werden. fallen, wo immerhin die Gefahr bestand. Ich meine jenen blöden Bapst eine Kommission einsetzt, die die Sache untersucht, dann kann Noch eins. Bebel that eben erstaunt darüber, daß ich auf einmal Artikel Auf des Meffers Schneide" aus der Zeit des Obstruktions- auch kritisiert werden, bis das neue Dogma festgestellt wird nach radikal sei.( Bebel: Ganz mißverstanden!) So?( Bebel: Du wäreft Feldzuges. Aber ich gehe darauf nicht ein. einer andren Richtung. ja dann nur, was Du früher warst!) Im Französischen giebt es ein unter wenn Nun spielt auch Kautsky in diesem Drama eine Rolle, ich be- Nein, Parteigenossen! Das Recht der Meinungsfreiheit, der Sprichwort:" On est toujours le réactionnaire de quelqu'un." trachte bei der ganzen Geschichte nicht Bebel, sondern Kautsky als die Kritit existiert ganz oder überhaupt nicht( Sehr richtig!), es eriſtiert Es giebt immer einen Menschen, der noch radikaler oder noch Hauptperson, vor allem weil er den Vorteil für sich hat, tonse- ohne Vorbehalt oder gar nicht. Auch die Dentfreiheit und Lehr- konservativer ist, und keiner soll sich einbilden, daß er innerhalb einer quenter zu sein. Kautsky ist der Fanatiker der Theorie, der freiheit des heutigen Staates steht auf dem Papier, aber in Partei auf der äußersten Rechten oder auf der äußersten Linken Partei gewordene deutsche Profeffor( Heiterkeit), der lieber die Welt der Pragis muß sie mit Anstand geübt werden, da darf kein öffent- steht. Man kann in Bezug auf verschiedene Gesetze sehr verund womöglich die Partei zu Grunde gehen läßt, als daß er aus fiches Aergernis erregt werden!( Unruhe.) Nein, so haben wir nicht schiedener Meinung sein. Ich hole hier etwas nach, was mir feinem schönen Lehrgebäude auch mir einen Spahn herauszieht. gevettet und es ist einfach beschämend, daß eine solche Ansicht in Bebel und die Fraktion bestätigen wird. Man kann merkwürdiger Bustimmung und Widerspruch. Ruf: Das ist ja Unsinn!) Damit Bezug auf die Socialdemokratie nicht nur ausgesprochen, sondern weise keine Gelegenheit nennen, wo im Reichstage in der praktischen auch nur gedacht ist!( Sehr richtig!) Denn wenn es eine Wesens- Politik die sog. Revisionisten überzeugen Sie mich nicht. Ich werde Beweise liefern. d. h. diejenigen, die man tag- und eine Lebenswurzel Kautsky hat uns oft gezeigt, was er von der Denk grundlage, der Socialdemokratie giebt, stempelfrei dazu ernannt hat auf der einen Seite, die„ Radikalen" und Meinungsfreiheit in der Partei denkt. Er hat einmal ist es die absolute Freiheit des Denkens, des Forschens, der Unter- auf der andern Seite gestanden hätten( Hört! hört!), sondern stets in dem famosen Artikel gegen Bernstein:" Der Rückzug juchung der Grundfäße, der Ziele, der Taktik nach jeder Richtung! war eine Mischung vorhanden. Bebel wird mir bestätigen, daß mehr der Zehntausend" gesagt:" Dieselben Forderungen, die wir Wer da auch nur die geringste Einschränkung machen will, wer das als einmal Bebel und ich einer Meinung gewesen sind gegenüber an den Staat in Bezug auf Dentfreiheit und dergleichen stellen, auf ein, zwei Jahre, auf sechs Wochen einschränken will, der will Lints oder Rechts.( Vielfache Rufe: Hort! hört!) Da tönnen Sie auch an die Partei richten zu wollen, ist lächerlich."( Hört! hört!) die Partei aus einer großen Kulturbetvegung zu einer Kirche, sehen, daß der Revisionismus nichts als Popanz ist. Mir ist Die Neue Zeit", sagte er ist zu es nicht einer Sette machen!( Sehr gut!) ich glaube, es war in Lübeck Merkwürdig ist auch, wenn man jemandem wie Kautsky, der daß eine bon Bewegung der nicht dazu da, um die verschiedenen in der Partei vorhandenen zweifelhaft, Größe der andre als Opportunisten bezeichnet, plötzlich auf den Pfaden In einem seiner legten Meinungen und Gedankenrichtungen sich produzieren, sich geistig socialdemokratischen auch dann noch eine Zeitlang äußerlich des Hyperopportunismus begegnet. messen zu lassen, sondern sie hat die Einheitlichkeit der Partei zu fehr imposant dastehen würde. Ja, sie würde vielleicht in Artikel in der„ Neuen Zeit" widerrät er, für eine Neueinteilung berfechten. Die Einheitlichkeit der Partei, das heißt die Alleinherrschaft den Augen der Gegner noch imposanter sein, weil sie komplett, unifor- der Reichstags- Wahlkreise einzutreten, weil sonst das Wahlrecht feiner Meinung.( Sehr richtig! Lebhafter Widerspruch. Kautsky miert einer Meinung wäre. Aber die notwendige Folge wäre die in Gefahr kommen kann.( Hört! hört!) Wir stellen in allen Wahlruft: Davon steht nichts drin. Fortgesetzte Unterbrechungen.) Verknöcherung der Partei( Sehr richtig!), die Absperrung jedes frischen versammlungen das jetzige Unrecht der Wahlkreiseinteilung als einen Ich werde ruhig abwarten, bis Sie zeigen, daß wenigstens hier noch Luftzuges und dadurch der weiteren Entwicklungsmöglichkeit. Dann wäre Schimpf und eine Schande hin und haben die Alenderung dieser Einein ganz klein wenig Meinungsfreiheit ist. Ich denke, wenn Ihr es das allerbeste, daß man aus unsrem Namen das Wort„ demokratisch" teilung im Reichstage immer und immer wieder beantragt; wir Bebel angehört habt, dann habt Ihr auch die verdammte Pflicht, striche( Bebel: Jawohl, wenn es dahin käme!) und man darauf ver- würden jezt geradezu unser Recht aufgeben, wenn wir, wo wir im mich anzuhören.( Lebhafte Zustimmung.) Denn sonst fäbe es so zichtete, selbständige, freie, mit warmem Blut begabte Menschen bei Reichstage unsre neue Macht zeigen wollen, auf einmal diese Forde aus, als ob Ihr terrorisieren wolltet.( Lebhafter Beifall und sich zu sehen.( Bebel: Du siehst selbstgeschaffene Gespenster!) rung ganz in die Tasche stecken wollten.( Bebel ruft: SelbstSo? Das ist ein Gespenst? verständlich kann davon gar keine Rede sein.) Aber vorgeschlagen Widerspruch.) Singer( unterbrechend): Ich bitte, die Zwiegespräche zu unter- hat er es.( Bebel: Ich stimme Dir bei.) Es ist doch bezeichnend, baß Leute, die hinter jeder Aeußerung von uns ein Abschwächen lassen!( Buruf: Sag's Bebel!) der Gegensätze sehen, uns angesichts unsrer neuen Machtstellung solche Vorschläge machen.( Sehr gut!) Das sage ich Ihnen: wenn man mir einen Maulforb zumutet, Ich bin am Ende. Wenn Sie ein allgemeines Urteil aussprechen dann ist es mir ziemlich gleichgültig, ob es ein polizeilicher, ein Also die Einheitlichkeit der Partei, das heißt, seine eigne toiffen- firchlicher oder ein sogenannter demokratischer Maultorb ist.( Beifall wollen über das Ding, das Ihnen nicht gefällt und das Sie Revisionismus nennen, und zwar mit Begriffsbestimmungen, schaftliche als allein berechtigt aufgefaßte Meinung! Darum dreht und Zischen.) Das wäre mir wahrlich der Mühe wert, mein Leben die ich als unzutreffend erkenne, so ist das eine Sache es fich. Kautsky hat ausdrücklich einmal das Wort gebraucht, daß einzusetzen und zu kämpfen( Bebel: Leben einzusetzen? Wo?!) für sich. Wenn Sie aber eine sachliche Erledigung wollen, mein Leben einzusehen( Bebel: Wo?!) das ist das, was man jezt Revisionismus opferst Du( zu wenn Sie solche Grundsäge, die Ihnen verderblich erscheinen nennt und was alle Jahre anders heißt eine Auflehnung sei. Bebel) Dein Leben nicht der Partei, stellst Du Dein Leben und die ich ebenfalls für verderblich halte, als nicht berechtigt Diese Auflehnung nieberzuwerfen, die reine echte Glaubens- nicht in den Dienst der Partei?( Bebel: Davon rebe ich ja gar erklären wollen, dann ist die Sache sachlich erledigt. einheit in der Partei herzustellen, darauf ist seit Jahren nicht!) Glaubst Du, das thun andre nicht auch? Nein, fein ganzes der Sinn Kautstys gerichtet und er hat schon wiederholt auf Bartei- Sein einzusetzen und zu kämpfen, alte Autoritäten umzustürzen, um tagen gemeint, jezt sei es soweit, daß es dahin käme, wo er wolle. einen neuen Gögen an ihre Stelle zu setzen, dazu wären nur Bisher allerdings vergeblich. Num glaubt er, die Gelegenheit ist Fanatiker bereit zu finden!( Bebel: Sehr richtig!) Wenn eine solche jetzt günstig. Er sagt sich, die Stimmung der Partei gegen Ede, Gefahr auch nur entfernt auftaucht, muß fie genau bezeichnet werden, ben ewigen Unruhestifter, ist genügend verbittert, jetzt oder nie; und eine Partei, die nicht nur eine wissenschaftliche, sondern auch jezt ist die Gelegenheit da. Er hat ja schon früher privatim gesagt, eine politische ist, wird sicher in derartigen Dingen nicht mitthun. baß er Ede nicht mehr als Genoffen ansieht.( Widerspruch.) Und Damit komme ich zu der Resolution. Ueber den ersten Punkt habe da es Leute giebt, die so verworfen sind, daß sie Bernstein, seinem ich gar nichts zu sagen. In dem Augenblick, wo die Partei entwissenschaftlichen Widersacher, nicht ohne weiteres in allem schieden hat, was sie bereits gethan hat, ist die Sache erledigt. Ich bin vollkommen einverdammen, haß sie manches von ihm foweit es mich betrifft, Darüber ist also gar nicht zu reden. ziemlich selten wenn nicht für richtig, so doch für beherzigenswert verstanden. Singer: Ich habe wiederholt gebeten, die Zurufe zu unterlassen, weil ich ganz genau weiß, daß daraus nachher erregte Scenen sich ergeben. Im übrigen möchte ich betonen, daß die Mahnung nach beiden Seiten hin recht nötig ist.( Bustimmung.) v. Bollmar( fortfahrend): die neue Methode Bollmar( fortfahrend): ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) Berantwortlicher Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 219. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. September 1903. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) us ber 1. da und setzen uns auseinander. Es scheint die Meinung der Streit bisher nie solche Formen angenommen wie jetzt. Je vorhanden zut sein, der der Parteitag fei bloß bloß für für die Berliner Parteigenossen da.( Lebhafter Widerspruch. Rufe: Wir sind ja gegen den Antrag! Große Unruhe.) größer die Partei wird, desto mehr werden auch diese Distuffionen in die Erscheinung treten, die Hauptsache ist nur, daß man nicht in jeder Meinungsverschiedenheit einen Principienverrat wittert. Singer: Der Parteitag ist um sich selber da.( Bravo!) Nun zur Vicepräsidenten- Frage! Es hat geheißen, diejenigen, Der Antrag auf Zehnminuten- Redezeit wird abgelehnt. die im Sinne Bernsteins sich ausgesprochen hätten, hätten auf ein Anders natürlich wäre es, wenn es Ihnen um persönliche Singer bittet wiederholt um Ruhe, die fortwährenden Störungen mal gebremst, als sie fahen, daß es in der Partei lichterloh brannte. Zwecke zu thun sein sollte. Ich unterstelle nicht mit einem einzigen aus den Reihen der Mitglieder des Parteitages verhindern ein( Sehr richtig!) Nein, das ist nicht wahr. Ich habe von Anfang an Worte den Verfassern der Resolution ich gebe Ihnen mein weiteres Verhandeln. die Frage als außerordentlich unwichtig bezeichnet. Um was es sich Wort darauf daß sie derartige Zwede verfolgen. Das geht nicht Ledebour( zur Geschäftsordnung): Angesichts des eben gefaßten für mich handelte, das war die Art, wie man glaubte, die Abaus der Resolution hervor und darf infolge dessen nicht hinein- Beschlusses kann es nicht zweifelhaft sein, daß wir in dieser Woche lehnung der Bernsteinschen Forderungen begründen zu müssen. Ich interpretiert werden. Aber das eine muß ich sagen: in den Tagen, nicht fertig werden. Es ist notwendig, jest sofort uns darüber erinnere bei dieser Gelegenheit an den Artikel des„ Borwärts" über die jetzt vorangegangen find, von dem ersten Moment meines Ein- schlüssig zu werden, ob wir unsre Verhandlungen in der nächsten die Tattit. Ich habe den Eindruck, als steckte hinter diesem Artikel tretens in diesen Saal, ist mir von verschiedenen Seiten gesagt Woche fortsetzen wollen, damit die Delegierten ihre Dis- ein Stück Bosheit. Es wird darin geschildert, wie auch in früheren worden, es gehe die Absicht dahin, die Säge derartig zu fassen, daß pofitionen treffen können. Ich stelle den Antrag, zu be- Jahren immer derselbe Spektakel erhoben wurde, wie heute, wenn es fie bestimmten Personen unannehmbar würden.( Hört! hört! schließen, die Verhandlungen nach Ablauf dieser Woche am Montag sich um eine Aenderung der Taktik handelt. Was z. B. in der Große Unruhe und lebhafte Zurufe.) Darf man denn nicht fortzusetzen. Wann wir sie schließen wollen, darüber können wir Berliner Resolution über die Beteiligung an den Gemeindewahlen mehr sagen, was man im Saale hört! Eine ganze Reihe von uns am Montag schlüssig werden. Genosse Kolb irrt, wenn er an- gesagt ist, das ist genau dasselbe, was heute gegen die ViceGenossen hat das direkt gehört und uns gesagt. Um so besser, nahm, daß die Berliner Genossen für die Zehnminuten- Redezeit ge- präsidenten- Frage vorgebracht wird. Die Vicepräsidenten- Frage ist eine wenn es nicht richtig ist! Denn wenn es richtig wäre, wesen sind sehr untergeordnete. Wenn man erklärt, daß man den Bosten beso wäre es ja ganz offenbar, daß es sich da nicht mehr um eine Singer: Aber die Sache ist ja erledigt, der Antrag ist ab- feßen will, dann darf man nicht um die Formen einen solchen fachliche Entscheidung handelte, sondern um den Versuch, bestimmte Spektakel anfangen. Wir haben uns bisher niemals an der Form Personen, die einem unbequem find, hinauszudrängen.( Sehr richtig! Ledebour: Wir wünschen eine gründliche Aussprache, und die gestoßen und werden das hoffentlich auch in Zukunft nicht thun. Unruhe.) Wer das wollte, müßte dann ja auch gleich die wird nicht einmal bis Sonnabendabend erledigt sein. Nun wird gesagt, es sei ein großer Unterschied, ob die Form gesetzlich Konsequenzen ziehen und Namen nennen, er müßte sagen, die und vorgeschrieben sei, oder ob wir uns freiwillig fügen. Ich behaupte, die Personen find angeklagt, dann wäre diesen die Wahl gestellt, wir fügen uns gar nicht freiwillig. Denn ob das Gesez uns etwas sich zu unterwerfen oder das Lokal zu verlassen. Das wäre die vorschreibt oder die Mehrheit, das kommt in der Praxis auf dasrichtigste Konsequenz. Dann wüßte man im deutschen Lande, worum selbe heraus. Ein Zwang ist es unter allen Umständen. Das giebt es denen, die etwa solche Absichten haben sollten, zu thun ist, dann jogar Parvus in seinem neuesten Artikel zu. wäre der Nebel geschwunden, man stände vor dem Abgrunde und könnte sich entscheiden. Nun vermag ich in der Resolution eine derartige Absicht nicht zu entdecken. Ich nehme vielmehr bestimmt an, daß sie nicht darin enthalten ist. Ich kann mir gar nicht denken, daß sie darin enthalten wäre. Denn ich habe ja bereits erklärt, daß ich die Bestrebungen, die darin als bösartig erklärt werden, selbst für verwerflich halte. Wenn dem also so ist, dann habe ich nichts weiter hinzuzufügen und tomme zum Schluß. - 1 gelehnt. = Singer: Jetzt ist der unpassendste Moment, darüber zu beschließen, ob wir auch noch am Montag fizen wollen. Lassen Sie uns doch ruhig weiterarbeiten. Rauben Sie uns doch nicht jetzt die Beit mit unnötigen Anträgen. Stücklen Altenburg bittet den Antrag Ledebour abzulehnen. Bereits am Dienstag fragten die Genossen: Wer hat sich denn zum Buntte Tattit" gemeldet? und wenn man sie fragte: Sollen wir Sie einzeichnen? dann antworteten die meisten: Nein wir wollen erst, warten, bis sich dieser oder jener vor uns gemeldet hat.( Heiter teit.) Nun haben sich die kleinen Geister zuerst eingeschrieben und die großen kamen hinterher.( Stürmische Heiterfeit.) Singer: Einen solchen Unterschied kennen wir nicht.( Erneute Heiterkeit.) " Stücklen: Ich nehme den Ausdruck zurück. Der Antrag Ledebour wird abgelehnt. Die Mittagspause tritt ein.-12% Uhr. Nachmittags- Sizung. 8 Uhr. Den Vorsiz führt Singer. „ Der Schwerpunkt der bisherigen Verhandlungen des Parteitages liegt nicht in dem Fall Mehring", sondern in der Parteimoral, die von einzelnen Vertretern des Revisionismus Wandel geschaffen werden; hier kann nur eine öffentliche Stennzeichnung des frivolen Treibens vereinzelter Parteiverderber helfen, das das gefamte Parteileben zu korrumpieren droht." J. Der Artikel ist unterzeichnet G. 3.- Gustav Jaedh. Wer ist dieser Gustav Jaeckh? Ist er berufen, in dieser Weise vor zugehen... Was nun die Frage der Taktik betrifft, so reduciert sie sich auf die Formel: wie und auf welche Weise erringen wir die politische Macht. Es ist ja nicht nur eine Erscheinung in der deutschen Partei, sondern eine internationale Erscheinung. In allen Ländern haben wir die Revisionisten und Antirevisionisten. Es besteht eine berschiedene Auffassung über den Gang der Entwicklung. Für das, was wir im Augenblick zu thun haben, aber hat dieser Streit nicht den Wert, daß wir uns in jedem Jahre auf den Parteitagen damit unsre Zeit wegnehmen. Kautsky hat in einem Artikel nach der Das ist meine Auffassung. Ich bin z. B. der Meinung, daß ein Wahl die Frage aufgeworfen: Was nun? Ich habe mich vers großer Teil der Unzufriedenheit daher rührt, daß Genossen, die man früher taum gelannt hat, plötzlich über Nacht sozusagen in Ehrenfite geblich gefragt, wo denn die Antwort auf diese Frage ist. gekommen sind; eine Ansicht, die ich bei aller Achtung vor den beDas was Kautsky auseinandersetzt, ist rein theoretisch, aber treffenden Personen vollkommen teilen kann, weil die Genossen sich für das, was jetzt im Reichstage zu thun ist, hat er keine Antwort gegeben. Er sagt, ob die Regierung einlenkt oder nicht, ist mit Recht sagen: bevor einer die Offiziersepauletten bekommt, foll In der wieder eröffneten Diskussion über Punkt 4 erhält das ganz gleichgültig, wir werden unter allen Umständen ſiegen. Ja, er den gewähnlichen Truppendienst durchmachen( Zustimmung), wobei Wort um diese Antwort zu geben, brauchte man den Artikel nicht zu ihnen allerdings entgegengehalten werden kann: Ja, zum Kuckuck, warum Kolb- Karlsruhe: In der heute hier verteilten Nummer der schreiben. Es ist charakteristisch für die Auffassung von Kautsty stellt ihr denn solche Leute als Kandidaten auf?( Vielfache Zustimmung.)„ Leipziger Volkszeitung" ist ein Artikel zu lesen mit der Ueberschrift: daß er uns eine derartige negative Antwort giebt. Ich habe auf So hat einer unsrer ältesten Wahlkreise in Sachsen eine solche Auf-" Parteimoral". Hierin heißt es: Bisher hat man als die be- den Artikel erwidert und nun sagt Kautsky, ich hätte einmal flarstellung vorgenommen. Ja, wenn die Unzufriedenheit vorhanden liebtesten geistigen Waffen der Revisionisten die gegenseitige Lob- gelegt, was die Revisionisten wollen. Um aber zu solcher Be ist, trifft das zum größten Teil eben jene organisierten Parteitreise, hudelei und Beweihräucherung kennen gelernt. ezt scheint das Hauptung zu kommen, hat er einen Saltomortale vornehmen und die derartige Dinge gemacht haben. In meiner Weltabgeschiedenheit Arsenal des Revisionismus durch einige neue Stüde bereichert bas Gegenteil von dem herauslesen müssen, was ich geschrieben habe. da oben in den bayrischen Bergen habe ich mir das auch werden zu sollen: die Denunciation und die Ehrabschneiderei. Ich habe nicht geschrieben, daß wir eine neue Tattil brauchen, ganz gut vorstellen können, namentlich als ich die Berliner Bisher hatte man fich damit begnügt, sich selbst mit sondern daß wir auf dem Boden der bisherigen Taktik stehen. In Bersammlungsreden gelesen habe. Ich sagte mir: es sind da Lobeshymnen auf seine eigne höhere Einsicht zu feiern und die letzter Linie ist der Streit ein Streit um die Frage, ob wir die eine Anzahl von Unzufriedenheiten vorhanden, die sich gesammelt gegnerische Richtung als starre Dogmatiker und fanatische Marristen Kautskysche Zusammenbruchstheorie oder die Entwicklungstheorie von haben, das hat sich allmählich gespannt und eine Explosion gefordert. zu verhöhnen; jetzt geht man dazu über, den guten Glauben der Bernstein acceptieren wollen. In der Praxis kommt das nicht in Bie es bei solchen Explosionen ist, wo die dünnste Stelle ist, Andersgesinnten und ihre Motive zu verdächtigen und sie durch Betracht, in der Praxis haben wir uns immer auf den Boden der da bricht der Kessel durch. Deshalb haben wir die großen Debatten„ Enthüllungen" aus ihrer Vergangenheit mundtot zu machen." Entwicklungstheorie gestellt. Ich habe mit Interesse die revisionistische bekommen. Jetzt erscheint es vielen wegen Dingen, die früher als einzelne Und zum Schluß heißt es: Rede von Vahlteich gelesen, die dieser vor einigen Monaten in gar nicht so schlimm erschienen wären, als ob die Partei in Gefahr wäre. Leipzig gehalten hat, aber auffallenderweise hat man nie etwas Nachdem wir uns darüber ausgesprochen haben werden, sollte der davon gehört, daß der Mitbegründer der Partei auch ein Barteitag zu der Ueberzeugung kommen, daß dem nicht so ist, daß Revisionist sein soll. Vielleicht hat die Leipziger Boltsdie Dinge von beiden Seiten aufgebauscht worden sind. Ich leugne zeitung" nur darum keine Konsequenzen gezogen, weil man nicht, daß von beiden Seiten, auch von mir, Fehler gemacht worden fich fagte: Ach, der wird uns nicht gefährlich, der find ich bin nicht so, daß ich unter allen Umständen recht geht ja doch wieder nach Amerika! Der Revisionismus ist ein haben will.( Bebel: Willst Du mir das sagen?) Nein, ich bin Gespenst, das in Wirklichkeit noch niemals existiert hat, es ist das weit entfernt!( Große Heiterkeit.) Ich will sagen, daß, wenn die selbe wie der Richtersche Zukunftsstaat, der erst konstruiert, werden Resolution nicht ganz in der vorliegenden Gestalt angenommen mußte, um dann auf den angeblichen socialistischen Zukunftsstaat wird, alles gethan ist, was zur Beruhigung und Klärung gewünscht Singer: Ich will nicht untersuchen, ob der Redner mit seiner Loshauen zu können. Die sogenannten Revisionisten stehen auf dem werden konnte, und daß der Zweck damit erfüllt ist. Ich glaube Vermutung über den Verfasser recht hat. Genannt ist er jedenfalls Standpunkt, daß das Biel unsrer Bestrebungen das Resultat einer weiter, daß der Parteitag finden wird und ich sage im Gegensatz nicht, und wir haben keinen Anlaß, uns weiter damit zu befaffen. organischen Entwicklung sein wird, daß wir alle Kräfte anstrengen zu dem, was gestern Bebel ausgeführt hat daß zu feiner Zeit in der Kolb: Ich will von diesem Artikel absehen. Aber ich weiß, daß müssen, um Einfluß zu gewinnen und nach und nach ans Ziel zu Partei weniger Anlaß zu einem wirklichen principiellen Streit gewesen ist, Gustav Jaech wiederholt in Artikeln auf das schärffte Stellung kommen. Kautsty steht auf demselben Standpunkt, er als gerade jetzt, daß nach meiner Auffassung und Beobachtung die Einheit genommen hat zu den Parteigenossen, die als sogenannte Revisio- meint aber, was wir erreichen wollen, fann nur dadurch und Einheitlichkeit in der Partei in Wahrheit nicht geringer, sondern nisten gelten; er ist das ganze Jahr auf der Patrouille, um zu erreicht werden. daß der kapitalistische Staat zusammengrößer geworden ist als früher.( Zustimmung und Widerspruch.) fahnden, wem mangelhafte Principienfestigteit nachzusagen ist. Num, bricht, er meint, es muß zu einem Zusammenbruch tommen. Angesichts der Aufgaben, die jest in höherem Maße als je an uns Gustav Jaeckh war bei uns in Karlsruhe Redakteur und er war wir dagegen fagen, es braucht nicht dazu zu kommen.( Lebhafte BuHerantreten, ist es höchste Zeit, diesem thörichten Brudergezänk Revisionist. Dann ging er nach Stuttgart und arbeitete an bürger- rufe: Da haben wir es ja!) Ja gewiß, darum dreht sich der ganze Einhalt zu thun.( Sehr wahr 1) Wir haben eine Aufgabe lichen Blättern mit, in denen er monatelang die revisionistische Streit.( Ruf: Na also!) haben nicht alle unsre Führer erklärt, wir bor uns, die alle Sträfte erfordert, eine Aufgabe, für Taktik verbreitete. In einer Erklärung in der„ Leipziger Bolts- wollen auf gesetzlichem Wege das Ziel erreichen? Immer und immer die wir nie zuviel Kräfte haben können. Jede dieser Kräfte kann zeitung" hat Jaeckh behauptet, daß der„ Karlsruher Volksfreund" wieder betonen wir das. Aber dann müssen wir auch den Mut an ihrer Stelle das Richtige wirken. Bebel hat Ihnen gestern er verschiedene Artikel von ihm abgedruckt und ihn wiederholt auf- haben, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Wir dürfen nicht sagen, zählt, daß unser Verkehr, unsre persönliche Achtung nicht gelitten hat. gefordert habe zur Mitarbeit. Ich konstatiere, daß das nicht wahr es muß zum Zusammenbruch kommen, denn wenn es zum ZusammenJeder tann eben nach seiner Auffassung der Partei dienen; man ist. Ich habe nur einen Artikel von Jaeckh veröffentlicht. Wie bruch tommen muß, dann muß der Augenblick kommen, wo die dient, wie es in der Bibel heißt, Gott auf die verschiedenste Weise. Jaeckh aber schon in Leipzig war, bot er mir einen Gewalt entscheidet und nicht das Gesetz. Im Gegensaße zu Man kann in Industrie- Drten der Partei anders dienen als in Artikel an für die Budgetbewilligung.( Hört! hört!) Ich Kautsky stehe ich auf dem Standpunkte, daß wir schon bäuerlichen Bezirken, im Süden anders als im Norden. Im habe verschiedentlich moniert, daß er den Artikel nicht schickte, lange mitten in der der socialen Revolution stehen, daß sie ganzen ist es vollkommen ein und dieselbe Sache. Ich aber dann nicht mehr moniert, weil ich fah, wie Jaech in Leipzig sich vor unsren Augen vollzieht und daß es unsre Aufgabe ist, diese follte meinen ich persönlich bin davon wirklich sehr wenig bes schnell seine Ansicht änderte. Noch am 2. März 1901 hat der Mann sociale Revolution zu beschleunigen. Wer recht hat, das wird die troffen-, daß wir alle diese Kräfte redlich gebrauchen könnten und direkt gegen die Partei geschrieben; ich führe dies nur an, um zu Bufunft lehren. Jedenfalls wünscht wohl jeder von uns, daß wir uns mir bestreben müssen, da diese verschiedenartigen zeigen, wie wenig diese Leute berufen find, jetzt den Bionswächter auf gefeßlichem Wege unser Biel erreichen können. Kautsky sagt, Sträfte nicht einander zuwiderwirken, sondern zusammen- zu spielen. Das geschah in Stuttgart, wo zur Zeit der Kohlennot wir können die politische Macht nicht erschleichen, sondern wir müssen wirken, jeder an seinem Plazz. Ich meine, der Partei- im Gemeinderat von unsern Genossen der Antrag gestellt wurde, sie erobern.( Lebhaftes Sehr richtig!) Ich stehe ganz auf dem tag wird nach dieser unerquidlichen, aber notwendig gewordenen der Gemeinderat möge an die armen Leute Coats zu billigem Preise selben Standpunkt, wir müssen sie erobern, es tommt nur darauf Aussprache die richtige Entscheidung zu finden wissen, indem er jeden abgebe. Jaech war dagegen und schrieb, wenn heute der Stuttgarter an, was man unter dem Wort erobern" versteht.( Rufe: Aha!) etwa noch auftauchenden Versuch zurückweist, anstatt auf sachliche Gemeinderat eine socialdemokratische Mehrheit bekäme, so würde Wenn es einmal dahin kommt, daß einer unsrer Genossen in Weise auf persönliche, verlegende oder vergewaltigende Weise etwas entweder alles beim alten bleiben oder es würden auf Kosten der die Regierung berufen wird, dann ist das kein Erschleichen der unternehmen zu wollen was ich niemand imputiere. Er wird Algemeinheit kostspielige Experimente gemacht werden. Dasselbe gelte, politischen Macht, sondern dann haben wir sie erobert, denn wir be das Richtige finden, indem er jeden Genossen und indem er die wenn die Socialdemokratie im ganzen die Macht bekäme. Entweder kommen sie nicht, wenn die Gesellschaft nicht gezwungen ist, sie uns Führer von links und rechts auf ihre Posten zurückweist, auf den es bliebe dann wie vorher, oder es müßte mit beispiellofer zu geben. Wir bekommen von der herrschenden Gesellschaft überPosten vor dem Feind zum gemeinsamen Stampf!( Lebhafter Verschwendung von Kraft und Mitteln eine neue Organisation des haupt nichts freiwillig, wir müssen alles, erobern, und was wir bisBeifall.) Produktions- und Verteilungsprozesses geschaffen werden, wobei es her erhalten haben, das haben ivir erobert. Es handelt sich nur um Singer teilt mit, daß noch ein Amendement zur Resolution 180 mehr als fraglich sei, ob der Organismus solch eine Neuordnung einen Streit um Begriffe. Liebknecht hat in einem nach seinem eingelaufen sei, das als Drucksache 148*) verteilt werde. überhaupt vertragen fann.( Hört! hört!) Es sei eine politische Tode vom Vorwärts" veröffentlichten Fragment zwei Eventualitäten Es liegt der Antrag vor, die Redezeit nunmehr auf 10 Minuten Stinderkrankheit in Deutschland, von den öffentlichen Institutionen die bezeichnet, unter denen wir die Bosten besetzen können. festzusetzen. Reuber- Solingen spricht für diesen Antrag. Wir haben das nach der privaten Initiative vorbehalten sein sollten.( Hört! hört!) Lösung von Aufgaben zu verlangen, welche der Natur der Sache pro und contra ausführlich gehört. Es muß allen Genossen die A18 Jaech das schrieb, war er Parteimitglied, und turze Zeit Möglichkeit geschaffen werden, hier auszusprechen, wie ihre Wahl- darauf kam er an die Leipziger Volkszeitung", um den Kampf treise denken. Das ist nur durch Beschränkung der Redezeit gegen die Revisionisten aufzunehmen.( Buruf: Feine Familie!) möglich. Kolb- Karlsruhe wendet sich gegen den Antrag. Es fehlte gerade entscheidende Abrechnung angekündigt worden. Num zur Sache! Seit Wochen ist fa für diesen Parteitag die Ich bestreite aber noch, daß uns jezt die Möglichkeit verschränkt würde, frei auszu- ganz entschieden, daß in der Partei überhaupt solche Revisionisten sprechen, was wir denken, nachdem man uns so lange Zeit vor- vorhanden sind, wie man sie sich hier vorstellt. Der ganze Streit geworfen hat, wir hielten damit zurück. Von den vier Tagen, die ist nichts andres als ein Streit um die Frage, ob ungelegte Gier Der Parteitag zusammen ist, hat Bebel bisher allein für ausgebrütet werden dürfen. Es handelt sich um nichts als eine Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Der preußische sich anderthalb Lage in Anspruch genommen. Wir bleiben theoretische Kazbalgerei, die für die gegenwärtige Arbeit gar keine Kultusminister hat an die Universitätsturatoren folgenden Erlaß große Bedeutung hat. Wie wenig Klarheit über den gerichtet: 143. Amendement zur Resolution Nr. 130. Begriff des Revisionismus besteht, beweist ja die Resolution." Die Gefahren der Geschlechtskrankheiten für die Gesundheit und ( Hinter Absatz 3 einzufügen:) Welche Verwirrung da herrscht, habe ich noch vor einigen die Verbreitung, welche die Erkrankungen glaubwürdigen Nachrichten Daher ist der Parteitag im Gegensatz zu den in der Partei Tagen gesehen. Ich hatte da zu einem badischen Genoffen gesagt, er zufolge unter der studierenden Jugend erlangt haben, lassen es in borhandenen revisionistischen Bestrebungen der Ueberzeugung, daß solle doch nicht so radikal thun, er hätte ja eben erst bei den hohem Grade erwünscht erscheinen, daß die Studierenden in größerer Die Klassengegensätze sich nicht abschwächen, sondern stetig verschärfen, Offenburger Gemeindewahlen ein Kompromiß abgeschlossen. Der Ausdehnung als bisher vor diesen Gefahren gewarnt und mit den und erklärt: Genosse war darüber sehr entrüstet, er warf mir bor, ich hätte die Maßregeln zu ihrer Bekämpfung in eindringlicher gemeinverständlicher 1. daß die Partei die Verantwortlichkeit ablehnt für die auf der Unwahrheit gesagt. Die Sache liegt so: In Offenburg hatten vor Weise bekannt gemacht, wie auch auf die ethische Seite der Frage fapitalistischen Produktionsweise beruhenden politischen und wirt- den Gemeindewahlen die Socialdemokraten mit den Demokraten nachdrücklich hingewiesen werden. Dies hätte am zweckmäßigsten in schaftlichen Zustände und daß sie deshalb jede Bewilligung von und Nationalliberalen ein Kompromiß geschlossen. Infolge diefes furzen öffentlichen Vorlesungen für Studierende aller Fakultäten zu Mitteln verweigert, welche geeignet sind, die herrschende Klasse an Kompromisses tamen zwei unsrer Genossen in den Gemeinderat. geschehen, wobei neben Dozenten der medizinischen Fakultät auch Der Regierung zu erhalten. Ich konnte also wohl behaupten, daß ein Kompromiß abgeschlossen geeignete Vertreter der Philosophie oder Theologie beteiligt werden 2. Daß die Socialdemokratie einen Anteil an der Regierungs- worden sei. Zu allen Zeiten hat es in der Partei Revisionisten könnten. Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst um baldige gewalt innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht erstreben kann. gegeben, d. h. Leute, die über einzelne theoretische und manchmal Vorschläge zu einer möglichst zweckentsprechenden Gestaltung dieser J. Scheib und 40 Genossen. auch taktische Fragen eine befondere Auffassung hatten. Nur hat l Vorlesungen." " ( Schluß im Hauptblatt.)! Sociales. " Der deutsche Krankenkassentag Krankenkassen- Kongreffen und Verbandstagen entſtehenden Unkoſten renten auf dieſe Weiſe zu vernichten. Welch ruchlofes Spiel hier ge- Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Lokal- Lifte! Forderung an die Unternehmer herantraten, haben in durchaus| machungen sind alle aus dem Tarif entstehenden Streitig bebattierte am ziveiten Verhandlungstage über die Vorträge von ruhiger und fachlicher Weise ihren Standpunkt vertreten. Es ist keiten einem aus je je sechs Prinzipalen und Gehilfen be Honigmann und Prinz. Es wurden dann folgende Beschlüsse gefaßt: unnötig, die unsinnige Behauptung der Fabrikanten, die social- stehenden örtlichen Schiedsgericht zu unterbeiten. Wenn vor dem 1. Hat der in einem Krankenhause Untergebrachte feine An- demokratische Partei habe die Arbeiter zum Streif kommandiert, zu Schiedsgericht keine Einigung erzielt wird, so ist die Entscheidung gehörigen, so ist ihm neben freier Sur und Verpflegung ein Kranken- widerlegen. Thatsache ist es, und dafür führte der Referent viele des Tarifamtes anzurufen. Dasselbe hat seinen Siz in Leipzig geld von/ bis zu 1% des durchschnittlichen Tagelohnes zu ge- Beweise an, daß die Fabrikanten von ihrer Centralorganisation, von und besteht aus je drei Vertretern beider Parteien. Unter anderm währen." der Leitung des Sächsischen Industrievereins zur Aussperrung ihrer hat das Tarifamt die Maßnahmen zur allgemeinen Durchführung 2. Da nach der Abänderung des Krankenversicherungs- Gefeßes Arbeiter kommandiert, und von dem Fabrikantenverein teilweise durch des Tarifs zu treffen, statistische Erhebungen über Lohn, Arbeitsbom 25. Mai 1903 der§ 29 eine Aenderung nicht erfahren hat, geradezu terroristische Mittel zur Kündigung gezwungen worden und Lehrlingsverhältnisse vorzunehmen, einen Kommentar zum Tarif beschließt der Verband, eine Betition an die Regierung zu richten sind. Manche Fabrikanten, namentlich die kleinen, werden wohl zu schaffen 2c. mit der Bitte, dem Reichstag eine Vorlage unterbreiten zu wollen, durch die Aussperrung zum Ruin getrieben werden und vielleicht haben wonach es den Krantentassen gestattet ist, die bei Beschickung von es die großen Firmen auch darauf abgesehen, ihre kleinen Konkuraus Staffenmitteln deden zu können. Als Verwaltungskosten gelten trieben wurde, dafür zeugt der Briefwechsel des Vorstandes der auch solche, die für Teilnahme an Beratungen, die im allgemeinen Fabrikanten- Vereinigung mit einer Trikotagenfabrik, die die zehnInteresse der Krankenkassen erfolgen, aufgewendet werden. stündige Arbeitszeit schon seit längerer Zeit eingeführt und keinerlei Achtung! Parteigenossen, Gewerkschaften, Vereine. Das Loka! 3. Einen Antrag an die preußische Regierung zu richten, in Differenzen mit ihrem Arbeitspersonal hat, und doch schließlich ge- Scheruchs Festfäle, Rüdersdorferstr. 45, ist nach wie vor gesperrt. allen Fällen die Genehmigung zur Gründung von Innungskassen zwunden wurde, die Kündigung vorzunehmen. Die Firma zog schließ- Versehentlich ist in die gestrige Nummer des Vorwärts" von der zu verweigern, wo sie nicht mehr leisten wie die Ortsfrankenkassen. lich, um dem Ruin zu entgehen, die Kündigung zurück, und nun soll Expedition eine Annonce dieses Lokals aufgenommen worden, ohne 4. Dem§ 82b folgende Faffung zu geben: Arbeitgeber, die sie von der Fabrikantenvereinigung zur Zahlung einer Konventional- daß die Lokal- Kommission hiervon etwas wußte und ihre Zustimmung den von ihnen beschäftigten Personen auf Grund des§ 53 Lohn- ftrafe, die 5 Proz. der gesamten Arbeitslöhne betragen soll, gezwungen zur Aufnahme gegeben hat. Wir betonen nochmals, daß Scheruchs beträge in Abzug bringen, sowie Arbeitgeber, die nach§ 53, Absatz III, werden. Der Referent erklärte am Schluß seiner Ausführungen, Festsäle, Rüdersdorferstr. 45, nach wie vor als gesperrt zu be verpflichtet sind, diese Lohnabzüge zu machen, diese Abzüge aber der daß die Arbeiter nach wie vor bereit sind, mit den Fabrikanten zu trachten sind, und ersuchen die Gewerkschaften, Vereine usw. hiervon Kaffe vorenthalten, werden mit Gefängnis im Wiederholungsfalle verhandeln, um einen Kampf zu beseitigen, der für die ganze Stadt Notiz zu nehmen und das Lokal streng zu meiden. Als frei gelten bestraft. Crimmitschau verhängnisvoll ist und auch schädigend für die Kauf nur diejenigen Lokale, welche in der Lofal- Liste auf Es wird ein Antrag angenommen, der die Ausdehnung der In- leute und Konfektionäre, an dessen Beendigung nicht nur die Ar- geführt sind oder nachträglich von der Kommission unter der validenversicherungspflicht auf Hausgewerbetreibende, sofern ihre beiterschaft sondern auch die Handelswelt interessiert ist. Selbst- Rubrik" Berliner Parteinachrichten" als frei bezeichnet Krantenversicherungspflicht durch Ortsstatut ausgesprochen ist, verlangt. verständlich bestehen jetzt die Tertilarbeiter Crimmitschaus darauf, werden. Die Lokal- Kommission. Ein weiterer Antrag:" Die geschäftsführende Kasse möge ge- daß nun ihre berechtigten und bescheidenen Forderungen durchgeführt eignete Schritte einleiten, daß bei Uebernahme des Heilverfahrens werden. durch die Versicherungsanstalten die zu leberweisenden nicht wie Der Ertrag der Tellersammlung wurde für die Ausgesperrten bisher von einem Vertrauensarzt untersucht und die Ueberweisung von diesem abhängig gemacht wird, vielmehr in den einzelnen Ortschaften Aerztetommiffionen zu diesem Zwecke zu bilden sind" wird nach einiger Debatte gegen wenige Stimmen angenommen. Gs wird beschlossen, daß fünftig die Jahresversammlung bis zum 31. Auguſt ſtattzufinden hat und die Frist für etwa einzubringende Anträge auf den 1. Juni festgestellt. Folgende von Brückner- Berlin gestellte Resolution wurde angenommen: bestimmt. Lokales. Die Furcht vor den Wohlthaten des Achtuhr- Ladenfchlusses sammlung, die gestern abend in den Industrie- Festsälen taate, die sie ihren ohnehin bedenklichen Bestrebungen ſelber den schlimmsten Zur Lohnbewegung der Buyerträger. Die Buberträger- Ver- verführt die Herren Geschäfteinhaber zu Ungerechtigkeiten, durch änderte den in der Sonntagsversammlung gefaßten Beschluß aus die sie ihren ohnehin bedenklichen Bestrebungen selber den schlimmsten die mit allen gegen 6 Stimmen angenommen wurde, dargelegt wird: fiändiger Geschäftsinhaber aller Branchen zur Abwehr das Achtuhrtaktischen Gründen in der Weise ab, wie in folgender Resolution, Schaden zufügen. Diese Herren, die sich zu einem„ Verein selbst" Die Forderung der Puberträger ist sofort, spätestens aber am Ladenschlusses" zusammengethan haben, hatten zum DonnerstagMontag, den 21. September, früh, auf allen Bauten, die gegen abend eine öffentliche Versammlung nach den Industrie- Festsälen Die zehnte Jahresversammlung des Centralverbandes deutscher wärtig in der vierten, dritten oder zweiten in der Beuthstraße einberufen. Während zu den vora... gegangenen Ortstrantentassen in Breslau drückt ihr Bedauern darüber aus, Etage begriffen find, dem Unternehmer zu untereiten. sechs sogenannten Wanderversammlungen des Vereins zwar slbstdaß die Aufsichtsbehörde im Krankenkassenwesen immer aufs neue Bei etwaiger Ablehnung der Forderungen ist der Ortsverwaltungständige Geschäftsleute, die Anhänger des Achtuhr- Schlusses find, die Ausgaben der Krankenkassen für die Teilnehmer ihrer Vertreter sofort Mitteilung zu machen; doch darf die Arbeit, bevor die von als Gäste zugelassen, aber von jeglicher Debatte ausgeschlossen an den Jahresversammlungen und Kongressen usw. als nicht zu dem Mitgliede der Ortsverwal'ung zu unternehmenden Einigungs- wurden, war diesmal den Gegnern von vornhe.ein in der EinAlle Bauten, ladung volle Redefreiheit zugesichert. Diese Zusicherung lässig inhibiert und die interessierten Vorstände der Krankenkassen versuche gescheitert sind, nich nie ergelegt werden. verpflichtet, die verausgebten Gelder wieder zur..dzuzahlen. In Be- die in der ersten Etage oder dem Erdgeschoß begriffen sind, sind zu erwies sich aber als trügerisch, denn nachdem der Vorsitzende und rücksichtigung dieser Thatsache echt die zehnte Jahresversammlung den alten Bedingungen fertig zu stellen, doch darf die Arbeit nicht verschiedene Vereinsmitglieder in längeren Ausführungen ihren des Centralverbandes die antwesenden Vertreter der staatlichen und über den 5. Oktober hinaus dauern. Ar- neu anzufangenden Standpunkt dargelegt und die Einführung des Achtuhr- Schlusses kommunalen Behörden, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß Bauten dürfen nur zu den neuen Bedingungen aufs heftigste bekämpft hatten, wurde plöglich, als sich Gegner zum endlich auch staatlicherseits die Notwendigkeit der Verbindung, aller angefangen werden. Bis zum 5. Oktober muß die Forde- Wort meldeten, die Redezeit auf fünf Minuten festgefekt. Krantentaffen Deutschlands anerkannt wird und demzufolge den Vor- rung auf der ganzen Linie gestellt sein. Alle Banten, to bereits zu aber hatte der erste Gegner begonnen, seine abweichende Meinung ständen der Krankenkassen auch das Recht zusteht, die Unkosten für den neuen Bedingi igen gearbeitet wird, sind sofort der Orts- zu begründen, als der Lärm begann. Zwischenrufe und die Glocke derartige Zivecke aus dem Kassenvermögen zu decken." des Vorsitzenden hinderten ihn immerfort am Weiterreden, so daß verwaltung schriftlich anzuzeigen." er faum zwei Minuten ungestört gesprochen hatte, als seine Redes Ein Antrag Leipzig, zu Organen des Centralverbandes der Zur Lohnbewegung der Omnibusangestellten. Der Vorstand des zeit abgelaufen war. Noch summarischer verfuhr man mit dem Ortstrantentassen Deutschlands die Krankenkassen- Zeitung", die Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter hat den nächsten Befürworter des Achtuhr- Schlusses, dem nach den ersten Arbeiter- Versorgung" und die volkstümliche Zeitschrift für Auftrag, den ihm die Versammlung der Angestellten erteilte, aus- Worten das Wort entzogen wurde. Proteftrufe zur Geschäftspraktische Arbeiterversicherung" zu bestimmen, wird angenommen. geführt, und der Direktion der Allgemeinen Berliner Omnibus ordnung!" wies der Vorsitzende einfach zurück mit den Worten: Ferner wird befchloffen, daß die Oristrantentassen alle Arbeiten Gesellschaft die Forderungen der Angestellten eingereicht. Der Vor- ier giebt's feine Geschäftsordnung, wir sind nur an solche Unternehmer vergeben sollen, die den Gewerkschafts- stand ersuchte gemäß dem Versammlungsbeschluß um Antwort bis im Verein!" Nach weiteren Lärmscenen brachte der Vorsitzende tarif anerkannt haben. zum 22. d. M. und fügte hinzu, daß er bereit sei, mit der Direktion kurzerhand eine Resolution zur Abstimmung, die in der Einführung mündlich zu verhandeln. Darauf erhielt der Verbandsvorstand des Achtuhr- Schlusses den Ruin der kleinen Geschäftsleute erblickt. von der Direktion folgende Antwort: Die Resolution wurde gegen eine kleine Minderheit angenommen. " " Eine Resolution spricht aus, daß die Staffenangestellten anständig zu bezahlen find. Zur Beratung über die Regelung der Anstellungsberhältnisse der Kassenbeamten wurde eine Kommission aus zwei Unternehmern und vier Arbeitern getrählt, die aus den Herren Steinmetz- Leipzig, Eichhorn- Weimar, Gräf- Frankfurt, LeichsenringStraßburg, Simanowski- Berlin und Prorizki- Breslau besteht. Eine Resolution, die zur Hebung der socialen Lage der Arbeiter vor allem die Arbeitszeitverkürzung für nötig erklärt, wird gegen drei Stimmen angenommen. Eine andre Resolution, die sich mit den Beschlüssen des Krankenfaffen- Kongresses einverstanden erklärt und die die Selbstverwaltung beschränkenden Bestimmungen der Krankenkassen bedauert, wird einftimmig angenommen. Die bisherige gefchäftsführende Ortskasse Leipzig ist zurück getreten wegen der Kritik, der sie ausgesetzt war. Die Orts kaffe Dresden ist mit der vorläufigen Fortführung der Geschäfte beauftragt worden. „ Auf Ihr gefl. Schreiben vom 17. cr. erwidern wir Ihnen ergebenst, daß wir bedauern, uns mit Ihnen in keine Verhandlungen einlassen zu können, da wir keinem Dritten das Recht einräumen können, sich zwischen uns und unsre Angestellten zu stellen. Wir sind aber gern bereit, die Wünsche unsrer Angestellten von denselben direkt entgegenzunehmen." Wie uns mitgeteilt wird, will die Lohnkommission nun die Probe aufs Erempel machen, indem nur diejenigen ihrer Mitglieder, welche bei der Allgemeinen Omnibus- Gesellschaft beschäftigt find, um Verhandlungen bei der Direktion nachsuchen. Der nach Ansicht der Direktion unberufene Dritte ist demnach ausgeschaltet, und es wird sich zeigen, ob es ihr ernst ist mit der Versicherung, daß sie gern bereit sei, die Wünsche ihrer Angestellten von denselben direkt entgegenzunehmen. Kaum In seiner gestrigen Sizung wählte der Magistrat zum Direktor der Victoriaschule den von der Schuldeputation vorgeschlagenen Oberlehrer an der städtischen höheren Töchterschule zu Potsdam und des dortigen Lehrerinnen- Seminars Dr. Heydt= ann. Zum Oberlehrer an der 2. Realschule wurde der wissens schaftliche Hilfslehrer Baumgarten und zum Oberlehrer an der 9. Realschule der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Knide auf Vorschlag der Schuldeputation gewählt. Der Magistrat hat, wie schon berichtet, beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung eine Vorlage zu übersenden wegen Errichtung von Schul pavillons ( Baraden) zur Unterbringung schulpflichtiger Kinder, weil die vorhandenen Gemeindeschulen im Osten, wo vier neue im Bau sind, schon überfüllt sind. Es sollen acht solcher Pavillons nach zwei ver dem Friedrichshain, das einen Flächeninhalt von 7800 Quadratschiedenen Systemen mit je zwei klassen versuchsweise auf dem dtischen Grundstück an der Thorners und Olivaerßraße, nahe Im Anschluß an den Verbandstag tagte eine Konferenz der als der der Cürtler. Es ist das je ch, wie oben gestern vor Der Streik der Metallbrücker macht weniger schnelle Fortschritte Centralfommiffion de Krankenkassen Deutschlands. Es wurde be= fchloffen, einen Verband der Centralfommissionen der Krankenkassen uittag in der Streifversammlung der Metalldrücker ausführte, durchs meter hat, errichtet werden. Deutschlands ins Leben zu rufen. Hierzu ist ein Entwurf von Leit- aus kein fechtes Zeichen für Stand des Streiks. Die Situtation ist für die Streikende.. musgezeichnet. Die Streifenden lassen sich fäßen aufgestellt. Der Zweck des Verbandes ist die Förderung aller weder durch Lockungen noch durch die Drohungen der Arbeitgeber in Angelegenheiten, welche die Krankenkassen, sowie ihre Bereinigungen Briefen und Postkarten wankelmütig machen. Bewilligt haben bis gemeinsam berühren. Der Verband soll die Centralstelle der ges famten Kaffenvereinigungen sein. Der Austausch der Meinungen jet 33 Firmen;( bei det. Gürtlern sind es dagegen schon 72 Firmen mit über 500 Arbeiter, die bewilligt haben). Die Unternehmer, foll durch ihn herbeigeführt werden. Vor allem soll er ein einheitliches die nicht bewilligt haben, behaupten durchaus nicht, daß die Forderungen Vorgehen zur gedeihlichen Weiterentwicklung der Krankenkassen, zur Erhaltung und Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit herbeiführen. Der der Metalldrüder unberechtigt seien, sie möchten wohl auch gerne beErhaltung und Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit herbeiführen. Der willigen, scheuen sich nur ihre Unterschrift zu geben. Hierauf müssen Berband soll ferner im ständigen Verkehr mit den einzelnen Kassen- aber die Arbeiter nach den Erfahrungen, die sie mit dem„ Ehren- Schnellbahnlinien zu schaffen, welche von geeigneten Stationen der bereinigungen bleiben. Er soll von allen wichtigen Vorkommnissen, wort" der Unternehmer gemacht haben, unbedingt beste, en. Cinzelne welche sich auf dem Krankenkaffengebiet ereignen, seitens der zu- Arbeit ber versuchen ihre Arbeit bei solchen Firmen, die bewillt haben, ständigen Vereinigungen informiert werden und andrerseits von diesen Informationen andren Vereinigungen Kenntnis geben. Im be- herstellen zu lassen. Selbstverständlich weigern sich die A- beiter, deraciige rbeiten zu übernehmen, und die betreffenden Arbeit sonderen soll der Verbend petitionieren und Anträge, soweit dieſelben geber haben denn auch bis jetzt die Berechtigung solcher Weigerung die Allgemeinheit oder auch einen größeren Teil der Kassen betreffen, die Allgemeinheit oder auch einen größeren Teil der Kassen betreffen, anerkannt. Das Verhalten der Unternehmer beweist übrigens, daß einheitlich gestalten und dieselben den Behörden und andren Organi fationen übermitteln. Ebenso soll der Verband bei Abänderung des sie durchaus nicht einig sind unter einander. In ihren Versamm Strankenversicherungs- Gefeßes ust. danach streben, seitens der Reichs- lungen L. chlossen sie einstimmig, nicht zu unterschreiben, und dennoch regierung als Vertreter der Kassen gehört zu werden. Die Selbständig werden die Forderungen von einer immer wachsenden Zahl von keit der einzelnen Kassenvereinigungen wird durch den Verband in Unternehrern unterschrieben. Die Firma Erich u. Gräb in der Elsenstraße in Treptow, ist eine derjenigen Firmen, die am eifrigsten feiner Weise beeinträchtigt. durch zahlreiche Annoncen nach Arbeitskräften suchen, um Ersatz für die Streikenden zu finden. Die nächste Streitversammlung der Metalldrücker findet Dienstagvormittag statt. In dem gestrigen Bericht über den Gürtlerstreit ist irrtümlich von der Firma Wabisch die Rede, es soll heißen Webisch. Ueber ihre Schwebebahn- Projekte macht uns die Kontinentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen in Nürnberg, welche die Elberfelder Schwebebahn erbaut hat, allerhand Mitteilungen. Wir entnehmen daraus, daß die Gesellschaft auch mit dem Gedanken umgeht, die Berliner Vororte in das Netz der Schnellbahnen hineinzuziehen. Zunächst ist hierbei an die südwestlichen Vororte und den Grunewald gedacht. Diese Arbeiten beziehen sich zum Teil auf eine Anregung der Stadt Schöneberg und haben zum Zweck, bestehenden Hoch- und Untergrundbahn oder der Stadtbahn ausgegen, wobei jedoch die Möglichkeit einer selbständigen Weiter= führung in das Stadtinnere von vornherein gewahrt bleiben soll. Die Gesellschaft hat sich im voraus des Interesses und der principiellen Unterstützung aller zunächst beteiligten Verwaltungen vergewissert und, soweit eine Anschneidung oder Berührung des Grunewalds in Frage kommt, die Genehmigung zur Vornahme von Vorarbeiten im Grunewald erhalten. Von den weiteren Verhandlungen und vor allem von dem Entgegenkommen der VorortsGemeinden wird es abhängen, welche von den vielen an sich gleich guten und ziveckmäßigen Linienführungen, die zum Teil unter-, zum Teil oberirdisch geplant sind, und deren jede einzelne für sich durchgearbeitet sind, Aussicht auf Verwirklichung bietet und deshalb zur weiteren Verfolgung geeignet erscheint. Alle Linien bezwecken eine weitere Erschließung der mächtig aufblühenden Gemeinden zwischen Berlin und Umgegend. der Anhalter Bahn einerseits und der Stadtbahn und Weylarer Zur Besprechung der Textilarbeiter- Aussperrung in Crimmitschau Stuffatenre! Wie wird unser Tarif gehalten und wer durch- Vahn andrerseits. Hierbei wird von dem Princip einer 30 bis hatte der Vorsitzende des Tertilarbeiter- Verbandes am Donnerstag bricht denselben?" Dieſe Frage soll neben vielen andren Punkten 50 Kilometer betragenden Durchschnittsgeschwindigkeit und, im eine Versammlung nach Dräsels Festsälen einberufen. Besonders ein in der regelmäßigen Mitgliederversammlung am Montag, den 21. Gegensatz zu den bestehenden Vorortbahnen, einer schnellen Zuggeladen waren die Berliner Grossisten, Konfektionäre, sowie alle d. M., besprochen und beantwortet werden. Es ist daher Pflicht aller folge bei der Verwendung kurzer Züge ausgegangen. Mahlik bleibt im Dienst. In der bekannten Disciplinarsache Abnehmer der Crimmitschauer Fabrikate. Die einseitigen, vielfach organisierten Kollegen, daß sie schon am Sonntag in sämtlichen unwahren Darstellungen der Ursachen des Ausstandes, welche die Zahlstellen Berlins Vorbesprechungen pflegen um alle Mißstände zu gegen den Berliner Gemeindebeamten Mahlig, in der der BezirksCrimmitschauer Fabrikanten in die Oeffentlichkeit gebracht haben, sammeln, welche sich trot unfres Tarifvertrags wieder eingeschlichen find auch von Berliner Zeitungen bereitwilligst verbeitet worden. haben. Wird uns doch durch einen Brief der Unternehmer der Vor- ausschuß auf Dienstentlassung erkannte, hat Freitag das OberDiese unwahren Behauptungen zu widerlegen, und ein richtiges Bild wurf gemacht, unfren Tarifvertrag schnöde gebrochen zu haben! Die Verwaltungsgericht die Vorentscheidung in geheimer Sigung von dem Kampf in Crimmitschau zu geben, war der Zweck der Ber- Unternehmer planen weiter durch Anträge an die Schlichtungsaufgehoben und nur auf 100 M. Geldstrafe erkannt. Mahliz Es muß wurde durch Rechtsanwalt Bahn vertreten. fammlung. Eingeladen waren deshalb auch die Vertreter des fommission tarifliche Verschlechterungen vorzunehmen! Crimmitschauer Fabrikanten- Vereins unter der Zusicherung vollster also die Beantwortung obiger Frage von einer so zahlreich besuchten Redefreiheit. Erschienen waren sie allerdings nicht, sie hatten einen Versammlung gegeben werden, daß die Unternehmer fehen, wir Absagebrief geschickt. Mehrere Kaufleute, Abnehmer der Crimmit- sind auf der Hut, wir stehen für unsre Intereſſen. Auch die sonstigen schauer Fabritate, die selbstverständlich auch unter der Aussperrung zu Angelegenheiten, welche in der Versammlung behandelt werden, find von großer Wichtigkeit. Da, wie aus der Annonce zu ersehen, eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen ist, so wird Bunft 8 Uhr eröffnet und erwartet alle Kollegen zur rechten Zeit Gewerkschaftliches. leiden haben, waren in der Versammlung anwesend. Deutfches Reich. Die Ortsverwaltung. Ausstellungserfolge. stellung, deren Schluß am Sonntag, den 4. Oktober, bevorsteht, Die Große Berliner Kunst- Auswird finanziell sehr gut abschneiden. Der Besuch war im allgemeinen, froß der vielfach ungünstigen Witterung, recht lebhaft, und auch die Verkäufe haben sich auf einer ansehnlichen Höhe ge= Der Referent gab eine eingehende Darstellung der Ursachen und halten. Jekt, wo die Ausstellung ihrem Ende entgegengeht, ist die des Verlaufs der Bewegung in Crimmitschau. Er besprach die verNachfrage besonders rege. Da die Zahl der Bilder gegenüber den Logenen Berichte, die in der" Bossischen Zeitung", im Berliner Vorjahren erheblich zurüdsteht, so konzentriert sich die Aufmerksam Tageblatt", im Konfektionär" und andren Blättern über die Auskeit der Käufer vielfach auf die gleichen Werke. Ein Unifum ist wohl, sperrung erschienen find. Die vom Vorstand des Tegtilarbeiter- Die Tarifbewegung der Buchbinder fann munmehr als beendet daß ein Gemälde, die Arbeit eines Düsseldorfer Künstlers, nicht Werbandes eingesandte Berichtigung hat bis jetzt nur die„ Vossische angesehen werden. Die neueste Nummer der Buchbinder- Zeitung" weniger als achtmal verkauft worden ist. Wie sich jetzt bereits Beitung" wiedergegeben. Die Forderungen, die die Crimmitschauer teilt mit, daß die Verhandlungen mit den Vertretern der Arbeitgeber übersehen läßt, wird die Deutsche Städte Ausstellung zu Weber an die Fabrikanten gestellt haben, die 10stündige Arbeitszeit in einer Sigung, die am 7. d. M. in Leipzig stattfand, offiziell zum Dresden einen namhaften Ueberschuß abwerfen, der es ges und 10 Proz. Erhöhung der Akkordlöhne, bildeten durchaus keine Abschluß gekommen sind. Das Verlangen der Stuttgarter Unternehmer, statten dürfte, die seitens der deutschen Städte für die Ausstellung Neberraschung für die Fabrikanten. Bereits seit 1898 fordern die daß sie nur dann an die Durchführung des Tarifs gebunden sein sollten, gemachten Aufwendungen zum größten Teil zurückzuerstatten. Tertilarbeiter Crimmitschaus die Verkürzung der Arbeitszeit von wenn derselbe nachweislich von allen Stuttgarter Firmen Seitens des Ausstellungskomitees ist jedoch der Vorschlag gemacht 11 auf 10 Stunden, und daß die Durchführung dieser Forderung keine gezahlt werde, wurde vom Vorfigenden der Arbeitgeber- Organisation worden, den Städten anheimzustellen, den überschüssigen Betrag Unmöglichkeit ist, beweist der Umstand, daß die 10ftündige Arbeits- als nicht mit deren Beschlüssen übereinstimmend bezeichnet. Dieser für die Ausstellung deutscher Städte auf der Weltausstellung zu eit schon in sehr vielen Fabriken der Textilindustrie besteht. Die Stein des Anstoßes war also beseitigt und konnte deshalb die St. Louis zu verwenden. Mit dieser Angelegenheit dürfte fich rbeiter, die am 21. Juli d. I. zum erstenmal wieder mit dieser Einigung nicht mehr hinderlich sein. Nach den getroffenen Ab- bereits die nächste Stadtverordneten- Versammlung beschäftigen. " Opfer der Eitelkeit. Das Polizeipräsidium teilt mit: Trok der Beerdigung ihres Schwiegersohns nach Berlin gekommen war, noch| Augenzeugen nicht verzichten tönne. Deshalb mußte der Termin vielfachen durch die Presse veröffentlichten Warnungen finden sich bei ihr, um sich der drei fleinen Kinder anzunehmen. Die bejahrte vertagt werden. Jetzt hatte sie sich vorführen lassen, um zu erlären, doch immer wieder Personen, die den gewerbsmäßigen Vermittlern Frau, eine Witwe Franziska Feite aus Reichenstein, wollte nun vor- daß sie sowohl auf Medizinalrat Dr. Mittenzweig als auch auf Provon Titeln sowie den Veranstaltern von schwindelhaften Winkel- gestern, Donnerstagnachmittag, eine Anzahl Mäntel dem Schneider fessor Dr. Klemperer und den fehlenden Zeugen verzichte und die Sache ausstellungen ins Garn gehen. Vor kurzem ist der Eigentümer einer abliefern. Dabei brach sie vor dem Hause Andreasstraße 75 plöglich gern zu Ende gebracht sehen möchte. Sie verstand sich aber nicht großen Pianofortefabrik von einem derartigen. Schwindler in Wien zusammen, verlor das Bewußtsein und starb auf dem Wege nach der dazu, sich der bewußten Bedrohung schuldig zu bekennen, sondern eingefangen und um ein Pianino und 1000 M. geschädigt worden. Unfallstation am Grünen Weg in der Droschte. Die Leiche wurde blieb bei der Versicherung, daß sie aus Berzweiflung" gehandelt Das Instrument und die 1000 M. hatte er hergegeben, um ein Hof zur Feststellung der Todesursache beschlagnahmt. habe. Bei dieser Sachlage verblieb der Gerichtshof bei seinem lieferantenprädikat zu erhalten, 3000 M. sollte er noch zahlen, früheren Beschluß. Rechtsanwalt Dr. Schwindt beantragte mun wenn( 1) er den Titel erhalten hätte, diese Stipulation hatte jedoch mehr die Haftentlassung, da bis zum Auffinden des fehlenden Zeugen nur den Zweck, den Fabrikanten vertrauensselig zu machen, denn zur wohl noch längere Zeit vergehen könnte und das Höchstmaß der Verschaffung des Titels war der Schwindler selbstverständlich nicht im Strafe nur sechs Monate Gefängnis betrage. Staatsanwalt Langen stande. widersprach der Entlassung, um die auch die Angeklagte mit der sonderbaren Motivierung bat, daß ihr Leben und ihre Gesundheit durch Einführung von Gas in ihre Zelle aufs höchste gefährdet werde". Der Gerichtshof lehnte hierauf den Haftentlassungs Antrag ab. Den Bauernfang treiben ferner wieder der Unternehmer einer Winkelausstellung in Lorient( Frankreich) und einer International Exhibition London, New Croß Hall", Beide Ausstellungen, die trotz der breitspurigen Bezeichnung als internationale" selbst in nächster Nähe ganz unbekannt sind, sind das Werk von Privatspekulanten, denen es leider gelungen ist, einige sonst ganz achtbare Männer für ihr„ Ausstellungskomitee" einzufangen, mit deren Namen und Titeln sie dann prunken. Die Ausstellung in Lorient( Morbihan) ist nach zuverlässigen Nachrichten vor einigen Tagen von dem Erbauer der Ausstellungsräumlichkeiten wegen Zahlungsunfähigkeit des Ausstellungsunternehmers mit Beschlag belegt worden, die Ausstellung in London, New Croß, hat es gar nicht zu eignen Räumen gebracht, sondern nur in einem öffentlichen Gebäude einige mit Kreidestrichen abgegrenzte Räume für ihre Zwecke gemietet, ist auch gar nicht zur Eröffnung gekommen, die Unternehmer haben aber die ihnen zugefandten Ausstellungsgegenstände, soweit sie eß- und trinkbar waren, für sich in Beschlag genommen und verzehrt. Im allgemeinen tann vor der Beschickung derartiger Ausstellungen" wegen der ihnen gänzlich fehlenden Bedeutung nur gewarnt werden, zumal die gewerbliche Ausnutung der auf ihnen erworbenen" Preismedaillen und„ Diplome" unter Umständen Anlaß zur strafrechtlichen Verfolgung wegen unlauteren Wettbewerbs geben kann. " Die gärtnerischen Arbeiten zur Neuregulierung der Straße Unter den Linden" haben rund 60 000 M. gekostet. Für die Herstellung von Spiel- und Sitzpläzen sowie Fußwegen im Plänterwald find im vergangenen Jahre rund 20 000 m. verausgabt worden, und für die Herstellung von Schmuckstreifen in der Frankfurter Allee, Thaer- und Proskauerstraße als erste Rate rund 14 500 m. " Theater. Oktave Mirbeaus im Theatre français" dargestellte Komödie Geschäft ist Geschäft" wird als nächste Novität des Deutschen Theaters" vorbereitet. Die erste Aufführung soll am selben Abend mit der des Wiener Burgtheaters" stattfinden, vor aussichtlich am 2. Oktober. " 1 Hus den Nachbarorten. Vermischtes. In der letzten Sigung der Charlottenburger Stadtverordneten wurde ein Antrag angenommen. den Magistrat um eine Vorlage zu ersuchen, wonach für die lehe hwemmten eine Unterstützung von 5000 m. bewilligt wird. Für einen Antrag des Genossen Vogel, Die Hochwasserkatastrophe in den östreichischen Alpenländern. die Summe auf 10 000 M. zu erhöhen, stimmte nur die socialdemo- Die Nachrichten aus den vom Hochwasser heimgesuchten Teilen der fratische Fraktion. Eine längere Debatte fnüpfte sich an die Vor- östreichischen Alpenländer lauten immer trostloser. Viele Ortschaften lage betreffend Grundertverb zur Erweiterung der Riefelfelder im find gänzlich vom Verkehr abgeschnitten, und es tritt daselbst Mangel Betrage von rund 1 112 000 M. Hierbei mußte vom Magistrats- an Lebensmitteln ein. Zahlreiche Menschen sind in den Fluten umvertreter zugegeben werden, daß die bisherigen Rieselfelder wohl gekommen. Sehr viel Acerboden ist weggeschwemmt worden. Ueberall noch für längere Zeit ausreichen würden, wenn nicht die an maß- ist militärische Hilfe thätig. Die östreichischen Landtage beschäftigen gebender Stelle gewollte schnurgerade Heerstraße nach dem Döberitzer sich mit Notstandsangelegenheiten. Sehr hart mitgenommen ist Hebungsplage über einen Teil der Rieselfelder führte und dieser Teil Uggotrib in Kärnten, wo der Fellabach sich ein neues Bett gesucht hat. daher für diesen Zweck abgetreten werden müßte. Die betreffende Vor- Die Wildbäche schleppen Geröll in großen Massen, viele Häuser sind lage wurde einer Stommission überwiesen, zu der auch Genosse Pasche bis an das Dach mit Schutt bedeckt. Eine alte Frau wurde vor dem gehört. Bei dieser Gelegenheit wurde auch angefragt, welches Resultat Hochwasser bei dem Herd überrascht und fortgetragen. Aus Spittal die Reise des Stadtbaurats für den Tiefbau nach England gehabt an der Drau wird gemeldet, daß auf der Liefer Särge und Leichen habe behufs Kenntnisnahme der Resultate, die man dort mit dem treiben. Gmünd ist durch den Einsturz der Lieserbrücke vollkommen sogenannten biologischen Verfahren zur Unschädlichmachung der Ab- abgeschnitten; die Lebensmittel werden den Bewohnern mit Seilen wässer gemacht habe, zu welcher Reise von der Stadtverordneten hinaufgeschafft. 30 Personen werden vermißt. In das ElektricitätsVersammlung 800 m. bewilligt worden waren. Schon damals erk in Gmünd und in ein Bauerngehöft im Alterweg schlug der hatte die socialdemokratische Fraktion allein gegen diese Bewilligung Blib ein. Mit dem Gehöft sind 7 Personen verbrannt. Im Feistri gesprochen und gestimmt, weil sie der Ansicht war, daß dieses that haben die Bewohner ihre Häuser verlassen müssen, irren in biologische Verfahren in seiner Wirkung der unsrer Riefelfelder sehr Wäldern und auf Berggipfeln umher und schreien um Hilfe. Leoben nachstehe. Der Stadtbaurat antwortete, er habe sich überzeugt, daß im Katschthal ist vollständig vernichtet. alle 32 Häuser wurden von die Wirkung unsrer Rieselfelder eine weit bessere sei und daß das den Fluten weggerissen, Särge und Leichen aus dem Friedhof fortEntsprungen sind wieder einmal zwei„ wilde Männer", der biologische Verfahren für unsre Stadt in absehbarer Zeit nicht in geschwemmt. Gastein ist im vollsten Sinne des Wortes abge27 Jahre alte Falschmünzer Josef Gelhaus und ein Einbrecher Max Betracht kommen fönne. sperrt; es kann kein andrer als telegraphischer Verkehr mit Gastein Haß. Gelhaus gehörte zu einer großen Falschmünzerbande, die den stattfinden. Gessenharters Dependance ist spurlos verschwunden, das Osten und Westen Preußens mit falschen Staatspapieren. überRigdorf. Im Feuermeldewesen unfrer Stadt haben sich in letzter Mietshaus Höller, das Dekonomiegebäude Hotel Bum Hirschen" ist schwemmte, bis sie zum Teil in Bosen und zum Teil hier ergriffen Zeit noch verschiedene Mängel gezeigt. Der Magistrat hat daher verloren, das Grand Hotel„ Gasteinerhof", ein Prachtbau, der eine wurde. Gelhaus, dessen Bruder in Amsterdam verhaftet worden zur Revision des Feuermeldewesens eine Kommission eingesetzt, zu Million gekostet hat, ist um ein bis zwei Decimeter gesunken, das war, wurde mit dem 30 Jahre alten Buchdrucker Oswald Lache in der welcher auch Mitglieder der Feuerwehr herangezogen werden sollen. Hotel Grabenwirt mußte geräumt werden, die elektrische Anlage Hermannstraße zu Rigdorf in der Wohnung einer Schneiderin festge- Das Kaiser Friedrich- Realgymnasium, dessen neues, prächtig aus- Geffenharter samt Maschinen ist weggeschwemmt. Das Thermalnommen. Er hatte einen geladenen Revolver bei sich, um einen Kriminal- gestattetes Schulgebäude an der Kaiser Friedrichstraße erst seit furzer wasser ist abgesperrt, die Wühle Windischbauer in Badbrud ist zerstört, beamten, der ihn von früheren Verbrechen her fannte, und von dem Zeit in Gebrauch genommen ist, hat sich einer so starten er wußte, daß er hinter ihm her war, zu erschießen. Da aber auch Frequenz zu erfreuen, daß bereits eine Erweiterung in Aussicht zehn Brücken, auch die Schreckbrücke über den Wasserfall, sind zerstört. Eine niedergebrannte Stadt. Wie aus Lemberg gedrahtet der Beamte von dieser Absicht Kenntnis hatte, so ging man bei den genommen werden muß. Der Magistrat hat in seiner legten Beobachtungen sehr vorsichtig zu Werke und überraschte den gefähr- Sizung beschlossen, zu diesem Zwecke ein Nachbargrundstück wird, ist die Stadt Monafter 3h sta samt der Vorstadt Folwarki lichen Burschen bei der Festnahme dermaßen, daß er von der Waffe zum Preise von 49 000 Mark anzukaufen. Die Stadtverwaltung niedergebrannt. 4000 Einwohner find obdach- und brodlos. Das feinen Gebrauch machen fonnte. Gelhaus und Lache wurden nach geht mit dem Projekt um, eine städtische Hypothekenbank zu errichten. Elend ist groß. Ebenso steht die Kreisstadt Bloczow in Brand. längerer Untersuchungshaft zur Beobachtung ihres Geisteszustandes Der Magistrat wird sich demnächst mit dieser Angelegenheit einUntergang eines Dampfers. Während eines Orfans in Hongnach der Charité gebracht. Gelhaus, der sich hier seit gehend beschäftigen. Der Humboldt- Akademie sowie dem Verein kong tenterte der Dampfer Onling" auf der Höhe von Kwvangdem 14. August befand, lag in einem Pavillon zusammen zur Förderung der Kunst sollen auch im bevorstehenden Winter- tichauwan. Hundert Personen sollen ertrunken fein. mit einem ebenfalls zur Beobachtung eingelieferten Arbeiter halbjahr Räume im Kaiser Friedrich- Realgymnasium unentgeltlich Mar Haß, einem gewerbsmäßigen Ein schweres Verbrechen ist, wie ein Telegramm aus Moskau Einbrecher, der mit zur Verfügung gestellt werden. Die hiesige Schuhmacher- Innung Zuchthaus schon wiederholt bestraft ist. Als Donnerstagabend um hatte an den Magistrat das Gesuch gestellt, Schuhwaren von dem meldet, in der Gemeinde Tulpan, Gouvernement Perm, begangen 73/4 Uhr die Aerzte ihren Rundgang machten, war noch alles in Verkauf auf den Jahrmärkten in Zukunft auszuschließen. Der Ma- worden. Acht Personen, darunter vier Kinder, sind ermordet worden. Droming. Bald darauf aber bemerkten Wärter, daß Gelhaus und gistrat hat dieses Gesuch jedoch abgelehnt. Um das Verbrechen zu verbergen, hatten die Verbrecher das Haus Haß fehlten. Sofort wurden nun sämtliche Gebäude der Charité in Brand gesetzt. Eine des Mordes verdächtige Person wurde verDer Krankenhausnot in Nixdorf will die Stadtverwaltung ab- haftet. abgesucht, auch alle Neubauten, aber von den Entwichenen fand man feine Spur. Gelhaus hatte seine Hausschuhe zurückgelassen. Wie die helfen durch Errichtung eines transportablen Krantenpavillons Die Rettungsstation Brerow der deutschen Gesellschaft zur Flüchtigen entkommen sind, steht noch nicht fest, aber es unterliegt taum Döckerschen Syſtems auf dem Grundstück der städtischen Krankenanstalt Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 17. September von dem einem Zweifel, daß fie von außen Hilfe bekommen haben. Gelhaus hat bezw. dem benachbarten, demnächst freiwerdenden Gebäude der städtischen hier gestrandeten Schuner„ Embla", Kapitän Person, mit Holz einen großen Bekanntenkreis. Aus diesem hat es wahrscheinlich Gasanſtalt. Der Pavillon soll 2 Strankensäle zur Unterbringung von von Abo nach Flensburg bestimmt, 60 Personen durch das Rettungsjemand verstanden, unter dem Vorwande, einen nicht gefangenen 50 Kranten( chirurgische Abteilung), einen Operationsraum und boot der Station gerettet. Geistestranten besuchen zu wollen, sich gestern während der Besuchs- die erforderlichen Nebenräume enthalten. zeit Einlaß in die Jrrenabteilung zu verschaffen und dann auf irgend den jetzigen Aerzten der Krantenanstalt sollen gekündigt und dafür ein eine Weise mit Gelhaus in Verbindung zu treten. Ob die Flüchtigen leitender Arzt sowie zwei ständige Assistenzärzte angestellt werden. über die Mauer entkommen sind, weiß man auch nicht, möglich ist Die Kosten des Krankenpavillons sind auf 40 000 m., die der inneren auch, daß sie jetzt, während der vielen Bauarbeiten, ein Thor nicht Ausstattung einschließlich der zur Errichtung des Operationsraumes gehörig verschlossen fanden. Haß wurde seit dem 20. August beob= nötigen Instrumente auf 20 000 m. veranschlagt. Nach Fertigstellung Rektor der Schule, und wenn Sie dort abschlägig beschieden werden, an die Die Verträge mit Strantenpavillon dort als Isolierbarade, Epidemiestation oder der gleichen Verwendung finden. Man hofft, durch Errichtung dieses Man hofft, durch Errichtung dieses Pavillons und die Anstellung ständiger Aerzte, darunter eines Chirurgen, dem auf dem Gebiete des Krankenhauswesens vorhandenen Bedürfnis bis zur Fertigstellung des projektierten Krankenhauses in ausreichender Weise genügen zu können. achtet. Die Entsprungenen sind nach den Ermittelungen der Kriminalpolizei bereits aus Berlin entkommen. Ein Droschfenfutscher sah sie in der Nacht zu gestern in der Nähe der Sandkrug- Brücke, nicht weit vom Charitégelände. Sie trugen noch Anstaltskleidung und fragten den Kutscher nach dem Wege nach Schönhausen. Als aber der Kutscher die Gegenfrage stellte, was sie in Schönhausen wollten und was sie überhaupt in Anstaltskleidung auf der Straße suchten, da Potsdam. Die Urwähler- Listen zu den Landtagswahlen werden hielten sie sich nicht länger auf, sondern liefen nach Charlotten- heute, Sonnabend, sowie Montag und Dienstag vormittags von burg zu davon. Bis jetzt hat man ihre Spur noch nicht wieder- 8 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr in unsrem Bureau I, gefunden. Zimmer Nr. 28 im Rathause, 1 Treppe hoch rechts, öffentlich ausliegen. Etwaige Einwendungen gegen die Richtigkeit dieser Listen tönnen in den bezeichneten Tagen schriftlich eingereicht oder bei dem Herrn Sekretär Dietrich zu Protokoll gegeben werden. Briefkaften der Redaktion. R. 500. Können wir nicht ermitteln. A. E. 12. Wegen Umschulung Ihres Kindes wenden Sie sich an den Schuldeputation im Rathause. Diskutierklub. Wir können Ihnen im Augenblid nur Südost" nennen. Jeden Mittwoch bei Toltsdorf, Görligerstr. 58. Discher, Buttbuserstraße. Die Parteitags- Protokolle früherer Jahre sind in unsrer Buchhandlung zu haben. W. D. Nein.- R. G. Uns leider auch nicht bekannt. J. R. B. Das können wir Ihnen auch nicht angeben. Gablonz. Alles ganz gut; allein der Briefkasten ist dafür nicht die rechte Stelle. Was über die " Revision" gesagt werden kann, das ist im politischen Teil des„ Borwärts" geschehen und wird auf dem Parteitag seine Fortsetzung finden. E. K. 66. 1. Das ist möglich, aber nicht bestimmt nachgewiesen. 2. Teils maffer, teils in selbst gegrabenen Höhlen und Gängen am Ufer. Sit rötlich und schwimmt vorzüglich. 145. Arzt fragen. A. B. Läßt sich ohne Einsichtnahme in die Rechnungen und Bücher nicht sagen. K. S. 1. Nein, nie! 2. Fünf Jahre lang; ausgewiesen 1898. Antonstraße. Das giebt es im Briefkasten nicht. m. G. 139. SchiffJuriftifcher Teil. bauerdamm 15. A. O. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends C. H. Wenden Sie sich an die Versicherungsgesellschaft. A. B. 4. Im Jahre 1902/03 benutzten 802 676 Bersonen gegen 1 456 431 Perfonen im Vorjahre die städtischen Fluß- Badeanstalten. Obgleich die Zahlen für dieses Jahr noch nicht vorliegen, kann heute schon übersehen werden, daß diese Zahlen überschritten werden. Ueber die Potsdamer Straßenbahn Gesellschaft schreibt eine Der Besuch der Badeanstalten war in diesem Jahre größer als je Korrespondenz: Bei der Potsdamer Straßenbahn macht sich zubor. Dies gilt auch für die städtischen Volks- Badeanstalten, in anscheinend schon eine Art Uebergangsstimmung geltend, weil wahr von 7 bis 9½ Uhr abends ftatt. Geöffnet: 7 Uhr. denen der Besuch im ständigen Wachsen begriffen ist. scheinlich schon zum 1. Januar 1904 das Abkommen wegen UeberEin orthographisches Kuriofum, das an der Halle der Hochbahn- nahme der Bahn durch die Stadt Potsdam und Umwandelung des So weit aus Ihrer Darstellung ersichtlich, müssen Sie das Geld sich holen. Betriebes in einen elektrischen perfekt wird. Die jetzige Gesellschaft Haltestelle„ Kottbuser Thor" zu sehen war und von manchem Be- verhält sich seit einiger Zeit ziemlich gleichgültig gegen die Wünsche und nußer der Hochbahn mit Verwunderung betrachtet wurde, ist nun Beschwerden des Publikums und ihrer Angestellten und sucht zu sparen, beseitigt worden. Die Streitfrage oder K Cottbus oder wo es nur geht, selbst auf Kosten der Gesundheit ihres Personals. Kottbus" war hier, dank dem blind waltenden Binsel eines un- Volle 17 Stunden stehen die Kutscher auf dem Vorderperron der parteiischen Schildermalers, in einer Weise gelöst worden, daß beide Wagen und sind, da sie nur einen Mantel geliefert bekommen, Parteien dabei zu ihrem Recht tamen und leider doch keine befriedigt abends durchnäßt bis auf die Haut, wenn es so, wie in den letzten wurde. Wer von Often, vom Schlesischen Thor her sich dem Bahnhof Tagen, unausgesetzt regnet. Sechs Wochen hatte die Gesellschaft den näherte, bemerkte an der Stirnfeite der Halle ein Schild mit der Betrieb vor dem Brandenburger Thor eingestellt, weil die Alte Aufschrift Kottbuser Thor". Wer dagegen von Westen, vom Halle- Luisenstraße gepflastert wurde. Die Strecke ist nun schon seit dem schen Thor her fam, dem leuchtete von der Höhe der Bahnhofshalle 12. d. M. fertig, aber noch immer ist der Betrieb auf derselben nicht die Aufschrift Cottbuser Thor" entgegen. Doch das ist jetzt anders wieder eröffnet. geworden. Sämtliche Namenschilder des Bahnhofs haben nunmehr die Aufschrift„ Kottbuser Thor" erhalten, so daß hier endgültig die K- Partei den Sieg davongetragen hat und die C- Partei unterTegen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder hat, der ihr gewordenen Einladung nach Kassel folgend und im Einvernehmen mit den städtischen Behörden daselbst, ihren nächsten Jahreskongreß auf den 13. Mai 1904 festgesetzt. Gerichts- Zeitung. R. R. 100. Soweit ersichtlich, ist der Sohn nicht alimentationspflichtig. Er ist nur dann und nur so weit alimentationspflichtig als dies ohne möglich ist. Die Mutter kann keineswegs der Heirat widersprechen. Beeinträchtigung seiner standesgemäßen Unterhaltung und seiner Familie . R. Soweit ersichtlich, liegt Wahlberechtigung vor. 11. 2. Unbestimmt.. H. F., Albert Frik. Ja. Franz Radau. 1. So oft dies erforderlich ist. 2. Nein. 2. N. 1., 2. und 4. Nein. 3. Klagen Sie auf Bahlung und lassen siegeln. A. B. 48., A. W. 1878., W. W. 66. ab. 2. Ja. 3. Nur Einen. Einschäßung. Alfred 23. 1. Das hängt von der Größe der Wohnung zuschließen. möglichen. J. P. Die Partei hat keinen Anlaß Rechtsgeschäfte ab8: 2. Sie tonnen fich beschweren; die Steuern müſſen Nein. B. 100. 1. Ja. 2. Unverständlich ohne Einsicht in die Steuer D., Weißenfee. Sie müssen Zutritt er bierteljährlich gezahlt werden. P. M. 100. 1. Ja. 2 und 3. Nein, - P. S. Das hängt davon ab, wann die Listen werden ausgelegt werden. Laube. Kündigung ist nicht nötig. A. 5. 56. 1. und 2. Nein. 5. R. 97. 1. Das Ober- Landesgericht in Berlin trägt den Namen Kammergericht( Lindenstr. 14). 2. Vermutlich wird Sie Geldstrafe treffen. Rate fchläge, wie Sie sich in einem uns nicht bekannten Fall zu verteidigen haben, find unmöglich. Die juristische Sprechstunde giebt Ihnen die Möglichkeit, Eine Unglückliche. Die seit dem 28. Mai in Untersuchungshaft Ihren Fall darzulegen. Triberg. 1. Einspruch wäre zwecklos. 2. Wenden ſizende Lehrerin Fräulein v. Lühmann, die Heldin eines sonder Sie sich an den Vorstand der eingetragenen Patentanwalte, Unter den baren Revolverattentats, wurde gestern abermals der 3. Straf- Linden 16. S. J. Was aus Kassenstatuten folgt, ist ohne fammer vorgeführt. Wie erinnerlich sein wird, hatte das 31jährige Ginsicht in diefelben zu beantworten unmöglich. H. F. Legen Sie Ihren Fräulein in dem Hausdiener Gausch, der an Bildung und Umgangs- Fall in der juristischen Sprechstunde dar. formen ihr nicht das Wasser reichen konnte, ihre erste Liebe" gefunden. Als sie feſtſtellte, daß ihr Liebhaber ihr ungetreu sei, hatte Witterungsübersicht vom 18. September 1903, morgens 8 Uhr. " Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R.| Stationen Barometertand mm Windrichtung Windstärke Better Temp. n. C. 26 of Dog Tod im Elend. Vom Armenborsteher tot aufgefunden wurde die 57 Jahre alte Arbeiterfrau Emilie Rissel in der Straußbergerstr. 37. Frau Rissel, deren Mann sich seit vier Monaten im städtischen Siechenhause in der Fröbelstraße befindet, ernährte sich durch Mäntel- sie ihn eines Abends vor seiner Wohnung gestellt, ihn gefragt, ob er nähen. Da sie in der letzten Zeit ebenfalls fräntelte, so riet man fein Eheversprechen halten wolle. Als er auswich, beschwor sie ihn, ihr, sich an die Armenverwaltung zu wenden. Der Kommissions- sie nicht der Schande preiszugeben, und als er sie darauf kurz abvorsteher Malermeister Klatt bewilligte ihr am Montag auch freie ivies zog sie einen Revolver hervor und gab einen Schuß auf G. Arznei. Am Dienstag sollte sie den Schein holen, aber sie ließ sich ab, der ihm die Müße vom Kopf riß und dann in die Decke einnicht wieder sehen. Als nun der Armenvorsteher sich am Donnerstags schlug. Das ursprünglich auf versuchten Mord gerichtete Vernachmittag nach ihr erkundigen wollte, fand er sie in der nicht ver- fahren ist schließlich auf Bedrohung eingeschränkt ist schließlich auf Bedrohung eingeschränkt worden. Swinemde. 771 ND schlossenen Kellerwohnung tot in ihren Kleidern auf dem Bette liegen. Schon in einem früheren Termin hatte sich die Angeklagte gegen Hamburg 770 D Ein Arzt stellte fest, daß der Tod schon zwei Tage vorher eingetreten die Vermutung, daß sie geistig nicht gesund sei, entschieden gewehrt Berlin war, vermutlich infolge eines Herzschlages. und erklärt, daß Medizinalrat Dr. Mittenzweig in dieser Beziehung Brantf.a.M. 769 N München 770 S wohl nur von ihren Verwandten, aber nicht von ihr angerufen wien 769 29 Ein doppeltes Unglück. Die Arbeiterfrau Schmidt aus der worden sei. Dr. Mittenzweig hatte begutachtet, daß die Angeklagte Wetter Prognose für Sonnabend, den 19. September 1903. Görlitzerstraße 60 verlor vor vier Wochen durch den Tod ihren zwar nicht geistestrant, aber doch stark hysterisch sei. Demgegenüber Vielfach heiter, am Tage etwas wärmer bei mäßigen östlichen Winden; Mann. Da sie" ch seitdem durch Mäntelnähen ihren Lebensunter- hatte die Angeklagte die Vorladung des Profeffer Dr. Klemperer teine oder unerhebliche Niederschläge. hakt erwerben mußte, so blieb ihre 70 Jahre alte Mutter, die zur verlangt und außerdem erklärt, daß sie auf einen nicht aufgefundenen 769 Still 2heiter 2Nebel Nebel 2bedeckt 764S 14 Haparanda 778 MD 2Nebel 13 Petersburg 14 Cort 11 Aberdeen 8 Paris 2 bedeckt 2bedeckt 10 6 bedeckt 14 771 DND 1 wolten! 7 Berliner Wetterbureau Kein Laden! Telephon Amt III, No. 1939. Kein Laden! Unsre Verkaufsräume befinden sich jetzt nur Spandauer Brücke 7. 1 Tr.( zweites Haus vom 7, Hackeschen Markt. Cigarren, die durch den Umzug etwas gelitten haben, sowie solche, deren Packungen wir aufgeben, verkaufen wir zu ausserordentlich billigsten, nie wiederkehrenden Preisen Tom Morton Ferner Coola, Sumatra Bock. soweit der Vorrat reicht Arca, rein überseeisch Especial, volle Sumatra M. 2,50 Patricia, gr. Vorstenland. 3,- Buen Aroma, Torpedo. 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Drud und Verlag: Borwärts Buhdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 219. 20. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. September 1903. Landtagswahl. Beginn der Urwahlen um 12 Uhr( dritte Abteilung wählt zuerst), übrigen Arbeiterschaft sprachen. Löcher ermahnte am Schluß die die zweite Abteilung wird nicht vor 3 Uhr, die erste nicht vor 4 Uhr Mitglieder des Algemeinen deutschen Gärtnervereins noch be mit der Wahl beginnen. Das ist natürlich eine große Erleichterung ſonders, bei der im Oktober d. J. stattfindenden Urabstimmung Die Freifinnige Zeitung" wendet sich energisch gegen unsre für die Wähler erster und zweiter Güte, und doch trifft diese ohne Ausnahme für den Anschluß an die modernen Gewerkschaften auch auf der Brandenburger Provinzialfonferenz ausgesprochene die Erbärmlichkeit auch der Wahlausführungsbestimmungen am zu stimmen. Forderung, nur solche liberale Wahlmannskandidaten gegebenen allerwenigsten. Sehen wir selbst ab von den vielen Rentiers Eine Textilarbeiter- Versammlung, speciell für die Arbeiter der Falls in der Stichwahl zu unterstützen, die vorher erklärt haben, unter ihnen, denen die Wahlhandlung nicht nur feinen unabhängig genug zu sein, um bei der Abgeordnetenwahl ohne jede Beitverlust bedeutet, sondern eine interessante Abwechselung in ihr Schonert. Frl. Jda Altmann referierte über„ Lohnabzüge und Stralauer Jutespinnerei und Weberei, tagte am Dienstagabend bei Rücksichtnahme stimmen zu können. Die Freisinnige Zeitung" vielfach recht stumpfsinniges Dasein bringt. Auch der Viel die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung". In der Diskussion muß selbst zugeben, daß die an sich ja selbstverständliche Forderung beschäftigste von den Wählern erster und zweiter Güte, soweit er wurden Mißstände im Betriebe kritisiert. Die zum Zwecke der in Berliner freisinnigen Streifen anerkannt wird, bezeichnet fie aber nicht der Arbeiterklasse angehört, ist in der Lage, seine Thätigkeit so Lüftung im Frühjahr geöffneten Fenster stehen auch bei regnerischer ihrerseits als unannehmbar gerade für unabhängige Männer. Das zu regeln, daß er das Versäumte im wesentlichen zu andren Stunden und rauher Witterung offen, so daß die Arbeiterinnen der Erkältung Geschreibsel der Freifinnigen Beitung" entspringt aus der Furcht, nachholen kann. Um so energischer wird zu verlangen sein, daß bei in hohem Maße ausgefeßt sind. Sogar Regenschirme müßten auf daß die" freisinnigen" Wahlmänner sich durch die gewünschte Er- Festsetzung des eigentlichen Beginns der Wahlhandlung, der ja für gespannt werden, um vor Naßwerden gesichert zu sein. Daß die flärung fompromittieren. Natürlich kann die Socialdemokratie des die dritte Abteilung entscheidend ist, ausschließlich der Rücksicht auf Behandlung zu wünschen übrig läßt, ist eine schon oft gehörte Klage. halb nicht von ihrer Forderung zurücktreten; sie ist keineswegs diese Rechnung getragen wird. Und hierüber haben wir bei der Behandlung zu wünschen übrig läßt, ist eine schon oft gehörte Klage. akademischer Natur, sondern uns durch die praktische Erfahrung bei Verständnislosigkeit auch unsrer Gemeindebehörden für die Lage der Organisation gegen solche Zustände in dem Betriebe der JuteDen Arbeitern und Arbeiterinnen wurde geraten, sich durch die den Landtagswahlen 1898 in Breslau geradezu aufgezwungen. Arbeiterklasse mit gespannter Aufmerksamkeit zu wachen. Nach spinnerei und Weberei Stralau zu wehren. Dort erklärten die Freisinnigen nach der Urwahl, daß sie das einem Bericht der" Freifinnigen Zeitung" hat der für Recht der ausschlaggebenden socialdemokratischen Wahlmänner auf besonders einsichtig geltende Magistrat von Frankfurt a. M. Weißensee. Eine außerordentliche Generalversammlung des eins der drei Mandate wohl anerkannten, daß sie aber leider nicht ein glänzendes Beispiel für diese Verständnislosigkeit ge- focialdemokratischen Wahlvereins tagte am 4. September im in der Lage seien, dem Rechnung zu tragen, weil ein erheblicher Teil liefert. Denn nehmen wir nicht völlige Verständnislosigkeit dieser Brälaten" hierselbst. Dieselbe beschäftigte sich mit der Vorwärts". ihrer Wahlmänner zu abhängig sei, um öffentlich für einen social- Behörde an, so müßten wir es als niederträchtigsten Hohn be- Spedition am Orte und es mußte eine Neuwahl des Spediteurs vordemokratischen Abgeordneten zu stimmen. In eine derartige Zwangs- zeichnen, wenn bei der an sich schon tadelnswerten Ablehnung des genommen werden, weil der bisherige Spediteur seine Stellung ge lage darf sich die socialdemokratische Partei nicht wieder bringen focialdemokratischen Antrages- Festsetzung des Urwahlbeginns auf fündigt hatte. Nach einem Bericht des Spediteurs Rein und leb Lassen, ganz abgesehen davon, daß der Ehrenposten eines Wahl- 6 Uhr nachmittags erklärt wurde, man sei bereit, den Beginn der Hafter Diskussion hierüber wurde Reste mit 184 gegen 9 Stimmen " 1 mannes überhaupt nur vollkommen unabhängige Personen über- Wahlhandlung statt wie bisher auf 2 oder 21 Uhr auf 12 Uhr als Zeitungsspediteur gewählt. tragen werden darf. Ein Wähler, der selbst mutig die Konsequenzen mittags anzusehen!! Da die weit überwiegende Mehrzahl der Nauen. Im hiesigen socialdemokratischen Wahlverein hielt am socialdemokratischer Stimmabgabe auf sich nimmt, sollte einen Hafen- Arbeiter allermindestens eine Stunde vor Beginn der Wahlhandlung 13. d. M. May Schütte aus Berlin einen Vortrag über die bevor fuß als seinen Vertrauensmann zur Abgeordnetenwahl schicken, der ihre Arbeitsstelle verlassen müssen, wäre damit auch die erste Hälfte stehende Landtagswahl. Albert Müllenstädt erstattete den Bericht nicht einmal andeuten darf, daß er eventuell, um seiner Partei ein des Arbeitstages gestört, während die zweite selbstverständlich ver- von der Kreiskonferenz und von der Provinzialkonferenz und empfahl, oder zwei Mandate zu sichern, auch für einen Socialdemokraten säumt werden muß. Also aufgepaßt! die auf der letzteren gefaßten Beschlüsse betreffs der Landtagswahl stimmen könnte? Wir glauben, daß kein echter Socialdemokrat so etwas für möglich hält. Die Konsequenzen seiner unentwegten" zu genehmigen, was auch geschah. Hierauf wurde eine Kommission von drei Mann zur Aufstellung von Wahlmanns- Kandidaten geHaltung eines böllig unabhängigen" Mannes mag sich Herr Richter wählt. reiflich überlegen. In der bürgerlichen Presse lesen wir: Verfammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 20. September, vorm. 8% Uhr „ Aus dem Unterschiede der Zahl der socialdemokratischen schaftshause eine Versammlung der vier Filialen Berlins ab. Rössel frag des Herrn Prof. Dr. Albert Gehrke:„ Die Wege der alten Kirche". Der Textilarbeiter- Verband hielt am 9. September im Getverk- in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. " Freireligiöse Vorlesung". Um 10%, Uhr vormittags ebendaselbst: VorStimmen bei den Reichstagswahlen und derjenigen bei den bereferierte über„ Die nächsten Aufgaben unsrer Central- Organisation. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. vorstehenden Abgeordnetenhaus- Wahlen wird man daher mit Er wies darauf hin, das Reich in Gaue einzuteilen und beAllgemeine Kranten und Sterbekaffe der Metallarbeiter einiger Sicherheit erkennen können, wie viele von den socialdemo- foldete Gaubeamte anzustellen. fratischen Wählern des 16. Juni in Wirklichkeit überzeugte An- auf die Unterstügungseinrichtungen in Gleichzeitig tam der Referent( E. H. 29, Hamburg.) Filiale 1. Sonntag, den 20. September, bor den Gewerkschaften mittags 10%, Uhr, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/7, Mitglieder- Berhänger der Socialdemokratie sind und wie viele aus irgend einem auf fammlung. Filiale 3. Mitglieder- Versammlung am Sonnabend, den Grunde ihr ihre Stimme zugewandt haben, ohne in Wirklichkeit zu sprechen. Er ist der Ansicht, daß man sich mehr und mehr mit der 19. September, abends 9 Uhr, bei Bergener, Reichenbergerſtr. 157. Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung vertraut machen müsse. Filiale 4. Sonnabend, den 19. September, abends 9 Uhr, Mitglieder ihre Gesinnungsgenossen zu sein. Stellt sich, wie nach Lage der In der Diskussion sprachen sich verschiedene Redner für, aber auch Bersammlung bei Merkowski, Andreasstr. 26. Filiale 6. Sonnabend, Dinge mit einiger Sicherheit anzunehmen ist, der Unterschied verschiedene gegen die gewerkschaftliche Arbeitslosen- Unterſtügung den 19. September, abends 9 Uhr, bei Dieke, Aderstr. 123, Mitglieder- Berzwischen den socialdemokratischen Reichstagswählern und den aus. Hauptsächlich sprach man sich gegen eine Gau- Einteilung sowie fammlung. Filiale Rigdorf. Bersammlung am Sonnabend, den socialdemokratischen Landtagswählern als sehr beträchtlich heraus. Anstellung von besoldeten Gaubeamten aus, denn ob diese Einrichtung 19. September, abends 8 Uhr, bei Kutschera, Kirchhofftr. 41.- Filiale so wird dadurch den socialdemokratischen Prahlereien mit den mehr als drei Millionen von ihnen erlangten Wahlstimmen ein die Vorteile bringen würde, wie sie vom Referenten geschildert Charlottenburg. Sonnabend, den 19. September, abends 8%, Uhr, heilsamer Dämpfer aufgesetzt werden." wurden, sei sehr zweifelhaft. Die weitere Diskussion über diesen im Boltshause, Rosinenſtr. 3, Mitglieder- Bersammlung. Punkt wurde bis zur nächsten kombinierten Versammlung vertagt. Erst durch die niederträchtigsten Mittel große Arbeitermassen An Stelle des Kollegen Neckel, welcher seinen Bosten im CentralMarktpreise von Berlin am 17. September 1903 verhindern, ihrer Gesinnung Ausdruck zu geben, und dann zu vorstand niederlegte, wurde Schein( Posamentierer) gewählt. Ferner Weizen, gut D.- Ctr.| 15,90 15,87 Startoffeln, neue D.- Str. nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. spotten, jene Gesinnung habe nur eine verschwindende Zahl von wirklichen Anhängern Rindfleisch, Keule 1 kg diese bodenlose Gemeinheit wird den Herr- machte der Vorsitzende bekannt, daß von der Berliner Gewerkschaftstommission Sammellisten für die streifenden und ausgesperrten Textildo. Bauch schaften unvergessen bleiben. Selbst nach dem Ausspruch des Schweinefleisch Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. find Wahlen mit geheimer arbeiter von Crimmitschau ausgegeben worden sind und ersuchte die Kalbfleisch Abstimmung der wahre Ausdrud der Herzensmeinung der Wähler" Mitglieder, fich rege an der Sammlung zu beteiligen, denn der Sieg der Crimmitschauer Textilarbeiter sei auch unser Sieg. Hammelfleisch ( Erlaß zur rheinisch- westfälischen Kirchenordnung 1837). Der Butter Unterschied der socialdemokratischen Stimmenzahl bei Reichstagsund Landtagswahl wird uns ein Maßstab sein, bis zu welchem Grade Junkerschaft und Kapitalismus durch brutale Gewalt noch die großen Maffen an der freien Aeußerung ihrer Herzensmeinung zu hindern vermögen. " + Gerste, gut 12,91 12,89 Eier Starpfen 60 Stüd 7,00 4,00 mittel " # 1 Roggen, gut mittel gering 15,84 15,81 15,78 15,75 1,80 1,20 1,50 1,10 " " 12,95 12,93 1,60 1,20 # 1,80 1,20 " gering " 12,87 12,85 1,80 1,20 " 14,50 13,50 2,60 2,00 " mittel 13,40 12,40 4,60 2,60 " gering 12,30 11,30 1 kg 2,40 1,20 " 16,00 14,90 Aale 2,60 1,50 " mittel gering 14,80 13,70 Bander 3,00 1,20 13,60 12,60 Hechte 2,40 1,20 Barsche Schleie 1,80 0,80 3,00 1,40 " 40,00 25,00 Bleie 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 1,40 0,80 per Schod 18,00 3,00 " thafer, gut In Charlottenburg tagte am 12. 5. M. eine öffentliche Gärtnerversammlung. Benschef hielt das einleitende Referat über Zwed und Ziele der Gewerkschaftsbewegung". Redner erläuterte den Entwicklungsgang der Gewerkschaften und zeigte, daß durch sie die gegenseitige Solidarität zu jenen Machtfaktoren geworden sind, als welche wir Nichtstroh sie heute vorfinden. Der starte Beifall am Schluß der Nede bewies, Heu Es wird weiter geflickt. In einem Erlaß des Ministers des daß die meist aus Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Gärtner- Erbsen Innern, datiert vom 10. September, ist neben einigen andren bereins bestehende Versammlung mit den Ausführungen Speisebohnen Kleinigkeiten als zulässig erklärt, daß für die Urwahlen in des Referenten einverstanden war. Dasselbe Resultat Linsen der zweiten und ersten Abteilung besondere Stunden angefegt zeigte auch die Diskussion in welcher namentlich* ab Bahn. werden dürfen, vor denen sie nicht beginnen sollen; z. B. Löcher, Schalt, Veuz, Boldt u. a. für ein Zusammengehen mit der Seelachs pro Pfd. 17 Pf. im Anschnitt 22 Pf. $ † frei Wagen und ab Bahn. Alle Fischarten sind infolge großer Fänge soeben in großen Mengen eingetroffen. Die mannigfachen Zubereitungen sind aus dem umfangreichen Seefisch Kochbuch, das jeder Käufer gratis erhält, ersichtlich. Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Ebenfalls in frischer Ware sind die nebenstehend verzeichneten Fische eingetroffen. Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin". M. d. A.- R.- B. ,, Solidarität". Sonnabend, den 19, September d. J.: 10. Stiftungs- Fest im großen Barkettsaale der Brauerei Friedrichshain ( früher Lipps) Am Friedrichshain. Ball bei spet start besetten Drchestern. Gesangs Aufführungen. Reigenfahren( fahrendes Red). Turnerische Aufführungen. Festpolonaise mit großartigen Ueberraschungen zc. Festrede, gehalten vom Stadtverordneten Fritz Wilke. Anfang 8%, Uhr. 13/10 Es ladet freundlichst ein Eintritt 50 Pf. Das Festkomitee. Centralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Herren- Kommers zu Ehren der auswärt. Delegierten zur Generalversammlg. am Sonntag, den 20. September, abends 7 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- fer 15. Billets für Mitglieder 60 Pf.( nur gegen Borzeigung des Mitglieds. buches), für Gäste 75 B., find bei den Stollegen P. Greier, SO., Stopeniderstraße 1, 2. Aufgang 4 r. und O. Misbach, Engel- Ufer 15, 3 Treppen im Bureau zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet 20/13 Das Vergnügungs- Komitee. Sonntag, den 20. September: Billige Extra- Fahrt mit Musik bis- a- vis Rauchfang mad Ziegenhals bei Zeuthen, berbera. Scroſſinſee. Abfahrt vorm. 10 Uhr, Stralauer Brüde, Station Kahnt& Herzer. Fahrpreis hin und zurück 60 Pf., Kinder 30 Pf. M. Mörschel. 25333 Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" 99 Schellfische in allen Größen 17-30 Pf. pro Pfd., je nach Größe. Cabliau ohne Kopf 22 Pf., im Anschnitt 25 Pf. pro Pfd. Bratflunder 3 Pfd. 60 Pf., 6 Pfd. 1,10 Mr. Rotzungen pro Pfd. 40-45 f. Heilbutt Goldbarsch. • Geräuch. 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In diesen Abteilungen haben die Kassenmitglieder die Vertreter aus auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte zu Bertretern wählen und in der Für 1903/1904 find zu wählen: Geschirr- Branche: iontag, den 21. September, abends 8, Uhr, ihrer Dritte zu wählen, während die zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber Englischer Hof, Neue Rokſtr. 3. Treibriemen- Branche: Dienstag, den 22. Sept., abends 8%, Uhr, Wahlversammlung sich durch solche vertreten laffen können. Engl. Garten, Alexanderstr. 27 c. Taschen- u. Kofferbranche: Mittwoch, 23. Sept., abends 81, Uhr, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Achtung! Militär- Branche. Achtung! Die Versammlung am Sonnabend, den 19. September, fällt aus. Dieselbe findet am Montag, den 21. September, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15, Saal 7, statt. in der I. Klasse " " "" II. III. IV. 229 Vertreter, 67 " " 61 " " 63 " " von den Arbeitgebern 202 Die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder findet am Sonntag, den 4. Oktober cr. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15 Linoleumleger u. Teppichnäher: Montag, 21. Sept., abends 8%, Uhr, statt und zwar bei Ladewig, Kommandantenstr. 65. im grossen Saal Wagen- Branche: Mittwoch, den 23. September, abends 8%, Uhr, für die Mitglieder der ersten Klaſſe: Augustin, Lindenſtr. 69. Eisenmöbel- Brandje: Mittwoch, den 23. Sept., abends 8 Uhr, für die Mitglieder der vierten Staffe: bei Ladewig, Kommandantenſtr. 65. Dienstag, den 22. Sept., ab. 81/2 Uhr, Sektion Charlottenburg: bei E. Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Wir ersuchen die Mitglieder dringend, diese Versammlungen zu besuchen. Die Tagesordnungen werden dortselbst bekannt gegeben. 158/2 Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Sonntag, den 20. Septbr., vorm. 10 Uhr: Versammlung aller in den gesamten Siemens- Schuckert- Werken( Siemens& Halske) beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter in der Neuen Welt", Hasenheide 108-114, " im Riesensaal. Tages- Ordnung: vormittags präcise 10-11 Uhr( um 11 Uhr wird der Wahlakt geschlossen), vormittags 11-12 Uhr( um 12 Uhr wird der Wahlakt geschlossen), in Saal V für die Mitglieder der zweiten Klaſſe für die Mitglieder der dritten Klasse: vormittags präcise 10-11 Uhr( um 11 Uhr wird der Wahlakt geschlossen), vormittags 11-12 Uhr( um 12 Uhr wird der Wahlakt geschloffen). Der Vorstand ladet zu zahlreicher Beteiligung in sämtlichen lassen hierdurch ergebenſt ein. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kaffenmitglieder, welche Jeder Arbeiter, Am 16. d. M., vorm. 11, Uhr, verschied sanft nach furzen schweren Leiden mein lieber Mann, der Dreher Emil Müller im 36. Lebensjahre. 1752b Die tiefbetrübte Witwe Schillerstr. 37, früher Pantstr. 4a. Jeder Handwerker Anna Müller, Charlottenburg, follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praktischen grauen 1. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet. Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose Die Beerdigung findet Sonntag, den 20., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Deutscher bet Entnahme von Mt. 50 Metallarbeiter- Verband 6 26 mt. 4 1 M. 50 Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose Echtblaues Monteur- Jackett Brima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monter- Hose Brima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,50,5,25,4,25, 3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jackett 14,-9, Weiße Friseur- Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jaden, 2reinig, 4,25, 3 M. Maler- Kittel 3 ,, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig Weiße Lederhosen 7,50, 3 M. 75 4,50, 2 M. 75 die Breise gelten für normale Größen Zwirnhosen, fest u. fchön, 3,-, 1 M. 75 großjährig und im Befiz der bürgerlichen Ehrenrechte find. Zur Legitimation dient das Duittungsbuch, und werden die Herren Baer Sohn Druderei- Staffierer gebeten, dasselbe quittiert den oben aufgeführten Mitgliedern behuss Teilnahme an der Wahl auszuhändigen. Ohne Quittungsbuch ist die Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen. Die Arbeitgeber wählen in ungeteilter Wahlversammlung am Mittwoch, den 7. Oktober cr., abends 8 Uhr, 1. Bericht der Siebener- Kommission über die gepflogenen Verhandlungen. Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 6%, Mark für den Arbeitstag oder Referent: Kollege Schindler. 2. Diskussion. Da nun die Verhandlungen mit der Direktion über den Arbeiter Ausschuß an einen Bunft gelangt sind, wo es gilt, geschlossen dazu Stellung zu nehmen, erwarten wir den Bejuch aller Arbeiter und Arbeiterinnen. Es find Vorkehrungen getroffen, wonach eine polizeiliche Auflösung der Versammlung unmöglich ist, deshalb ist es notwendig, daß uur, wer sich als Arbeiterin oder Arbeiter der SiemensSchuckert Werke ausweisen kann, Zutritt zu der Versammlung erhält. Die gesamten Direktionen und Beamten sowie die Vertreter der Bresse sind zu dieser Versammlung eingeladen. Die Kommission. Agtung! Karton- Branche, 121/15 Aditing: Montag, den 21. September, abends 8%, Uhr, im Sofal ,, Englischer Garten", Alexanderstr. 27 c: Grosse öffentliche Verfammlung aller in Kartonfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, und ladet der unterzeichnete Vorstand ebenfalls zu zahlreicher Beteiligung ein. Den Herren Buchdruckerei- Besitzern teilen wir gleichzeitig mit, daß mit dem 1. Oktober d. J. sich die Krankenversicherungspflicht auf alle männlichen und weiblichen Handlungsgehilfen und Lehrlinge erstreckt, deren 2000 Mart für das Jahr nicht übersteigt. Als Gehalt oder Lohn im Sinne des Gesezes gelten auch Tantiemen und Naturalbezüge; Reisespesen dagegen sind als solche nicht zu rechnen. Wir ersuchen die Herren Arbeitgeber, die Anmeldung der oben bezeichneten Personen noch vor dem 1. Oftober d. J. bei unsrer Kasse bewirken zu wollen. Die Anmeldung fowie die Art der Beschäftigung des Anzumeldenden, den täglichen, wöchent lichen oder monatlichen Gesamt- Arbeitsverdienst, welchen er zur Zeit bezieht. Auch Korrektoren und ähnlich beschäftigte Angestellte sind versicherungspflichtig. 276/12 Der Vorstand. muß enthalten: den Vor- und Zunamen, Geburtsdatum und Geburtsort, J. Blenz, Vorsitzender. Otto Wonikki, Schriftführer. En gros. Export. En detail. Chanffeeftr.24a/ 25. Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 21. Preisliste 1903 wird kostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jadetts und Mänteln die Brustweite anzugeben. 19652* Versand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Robert Grimm am 17. d. M. storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. September, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Langestr. 56, aus nach dem Andreas- Kirchhof in Wilhelmsberg 121/16 ftatt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gelbgießer Ferdinand Bertrams am 16. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. September cr., nachmittags 5 11hr, bon ber Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Riydorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allg. Kranken- u. Sterbekaffe 121/17 der Metallarbeiter ( E. H. Nr. 29 Hamburg.) Filiale Berlin 9. Sonntag, den 20. September, bormittags 10 Uhr, Fischer, Waldstraße 8: Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 16. d. M. starb nach längerem Leiden unser treues Mitglied Centralverband deutsch. Brauereihilfisarbeiter titglieder Verfammlung..... Zweigverein Berlin, Sektion I( Brauer). Sonntag, den 20. September, nachmittags präcise 2½ Uhr: Monats- Versammlung. im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal I. Tages- Ordnung: = Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom Juli- August. 2. Vortrag unfres Vertrauensarztes Dr. Rabe über:" Arzt und Patient." 3. Verschiedenes. 1754b Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Prinzipalen und Dr. Wollheim. 2. Abrechnung vom zweiten Duartal. 3. Abrechnung Orts- Krankenkasse unfre Stellungnahme dazu. Referent: Kollege E. Brückner. 25/7 2. Berschiedenes. Das vollzählige Erscheinen aller Karton- Arbeiter und Arbeiterinnen ist unbedingt notwendig. Der Vertrauensmann. 1. Vortrag über: Staatshilfe und Selbsthilfe. Referent: Genoffe der leßten Urania- Borstellung. 4. Innere Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die Versammlung wird ungeachtet der Zahl der erschienenen Mitglieder Punkt 2, Uhr eröffnet. Der Vorstand. 3. A.: L. Hodapp, Weißenfee, Wörthstr. 13. 41/5 Verband des technischen Bühnen- Personals. Verband der Möbelpolierer. Sonnabend, den 26. d. M., im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Billets zum IV. Stiftungsfest sind in der Versammlung zu haben. Der Vorstand. Montag, den 21. d. M., abends 82 Uhr, Andreasstraße 26: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Bartels über: Das Koalitionsrecht der Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Bericht über Differenzen und VerbandsAngelegenheiten. 4. Berschiedenes. der Gelb- und Zinngiesser. Sonntag, den 27. September, vormittags 10 Uhr, im„ Gewerkschaftshause", EngelUlfer 15, Saal 3: Ausserordentliche Aug. Bergemann im Alter von 49 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. d. M., nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause Dunderstraße 84 aus nach dem Gethsemane- Kirchhof in NiederSchönhausen statt. 144/5 Die Verbandsleitung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Unsern Kollegen zur Nachricht, daß am Dienstag, den 15. d. Mts., General- Versammlung Friedrich Höpke, der Vertreter, wozu sämtliche Vertreter hiermit eingeladen find. 17386 Zages Ordnung: 1. Ersazwahl eines Vorstands- Mitgliedes. 2. Vorlage und BeschlußMittwoch, den 23. d. M., abends 8 Uhr, Große Frankfurterstr. 117: faffung über das zum 1. Jannar 1904 in Kraft Statut an Stelle des Statuts. 3. Verschiedenes. Central- Verband der Maschinisten und Heizer Oeffentliche Versammlung ebbierigen Gebut Sowie Berufsgen. Deutschlands.( Verwaltung Berlin und Umgegend.) Sonntag, 20. September, nachm. 5 1hr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Ausserordentl. Generalversammlung. Tages- Ordnung: Beschlußfassung über die Anträge zur Generalversammlung des Centralverbandes in Halle a. S. Die Ortsverwaltung. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 20. September, nachmittags 5 nhr: Monats- Versammlung in Raabe's Fest- Sälen( Kolberger Salon), Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: 1. Vortrag: Nach 25 Jahren. Erinnerungen aus dem Jahre 1878. Referent: Max Schütte. 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 280/10 Erscheinen aller Mitglieder mit Familienangehörigen ist Pflicht. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Die Ortsverwaltung. Achtung! für alle in der Möbelpoliererei beschäft. Personen. Berlin, den 18. September 1903. Zages Drdnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in unsrem Beruf, speciell in den 2. Diskussion. einzelnen Wertstellen. Referent: Kollege R. Weber. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Die Differenz bei der Firma Hahn& Metzkow in Weißenfee, König- Chauffee 71, ist noch nicht beigelegt. Das 20jährige Stiftungsfest findet am 8. Oktober in Kellers Festsälen, Roppenstr. 29, statt. Einlaßkarten refp Programme a 25 Bf. find bei den bekannten Kollegen und jeden Montagabend bon 7-8 Uhr Blumenstr. 38 zu haben. Unterſtügungen. Dafelbst Entgegennahme von Beiträgen und Auszahlung sämtlicher 147/7 Der Vorstand. Centralverband der Dachdecker Filiale Berlin. Sonntag, den 20. September, vormittags 10 Uhr: Achtung! Mitglieder- Versammlung Zinkgießer und Stürzer Berlins und Umgegend. im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11. Zages Ordnung: 1. Wahl des 1. Bevollmächtigten. 2. Stellungnahme zur Gaukonferenz. Montag, den 21. d. M., abends 7 Uhr, im Lokale des Herrn Voigt, 3. Bericht vom Stiftungsfest. 4. Verbandsangelegenheiten. Ritterstraße 75: 54/15 Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Bau- Klempnerei und Inftadationsgeschäft, gut gehend, ist bei 500 M. Anzahlung fofort zu verkaufen. Angebote richte man unter: Klempnerei wohnhaft Schulstraße 45, im Alter von 58 Jahren am Magenfrebs verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittag3 3 Uhr von der Leidenhalle des St. Pauls- Kirch hofes, Jungfernheide aus statt. Um zahlreiche Beteiligung der Berbandskollegen bittet Die Verbandsleitung. 141/6 Auf allerbeqremste Art Teilzahlung!!! ( wöchentlich 1 Mart) Herren-, Damen- u. WeckerUhren, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten. Warschauers poſtlagernd Königs- Busterhausen. Juhre& König, trake zz. bewährteste Nahrung für Kufche Kinder gesunde u. magendarmkranke Kinder. Wohlfahrts- Geld- Lotterie. Ziehung am 28., 29., 30. September, 1. u. 2. Oktober cr. 16 870 Geld- Gewinne im Betrage von 575 000 Mark bar. Die Hauptgewinne sind: 100.000, 50.000, 25 000, 15 000 Mk. Original- Lose a 3,50 Mk.( Porto und Liste 30 Pf. extra) empfehlen und versenden auch gegen Nachnahme u. 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