Nr. 220. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 tart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Prügeldisciplin. Seit vierzig Jahren diskutiert die Socialdemokratie mit ihren Gegnern. Der Erfolg dieser Diskussion zeigt sich nicht allein in jenen Hellen Haufen, die seitdem zur Partei gestoßen sind. Auf dem Schachbrett der Logik steht die Partei für uns noch unvergleichlich besser als draußen in den Massen, die erst langsam einrücken in jene Stellungen, die der Gedanke erobert hat. Was man jetzt in der bürgerlichen Presse über das Kapitel der SoldatenmishandIngen liest- und man liest jetzt sehr und man liest jetzt sehr viel darüber ist nur ein kleiner Teil des großen, aber nicht gerade rühmlichen Rückzugsgefechts, das die bürgerliche Politik allerorten aufzunehmen gezwungen ist. Sonntag, den 20. September 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. worden sind, mit dem Wesen des Militarismus so innig ver- Deffentlichkeit der Welt sich so unbekümmert äußern, als befänden bunden sind, wie der Stamm mit der Wurzel, daß sie nicht nur ein wir uns in verschwiegenen vier Wänden, das ist eine Kraftäußerung hören unsre Gegner sprechen- nun einmal unvermeidlichen Mängel unternehmen kann. Dennoch Beweis sind für die Roheit einzelner Menschen oder für die wir und Belastungsprobe, die niemand außer der Socialdemokratie erhebt sich die ernste Frage, und Schatten aller menschlichen Einrichtungen, sondern vielmehr, ob nicht Mittel und Wege gefunden werden müssen, die künftigen daß sie beseitigt werden können, aber auch nicht anders beseitigt Parteitage von Diskussionen zu entlasten, von denen man im voraus werden können als mit dem System selbst. wissen muß, daß außer heftigen Auseinandersetzungen keinerlei wirklicher Ertrag gewonnen werden wird. Es muß untersucht werden, warum der Dresdener Parteitag den Genossen im Lande in erheblichem Maße statt Brot die Steine geboten hat, die führende Parteigenossen gegen einander geschleudert haben. 3tveifellos giebt es auch Palliativmittelchen gegen das Umfichgreifen der militärischen Noheitsseuche, und ebenso zweifellos hat es bisher an dem guten Willen gefehlt, fie alle bis zur Erschöpfung anzuwenden. Dazu gehört eine Erleichterung der Beschwerde, die Einführung einer Beschwerdepflicht, die grundsätzliche Versetzung des beschwerdeführenden Soldaten in eine andre Compagnie, und vor allem eine wirklich ausreichende Bestrafung überführter Soldaten schinder. Wir haben vierzehn Tage vor dem Parteitag im bewußten Gegensatz zu den erregten Diskussionen unsre feſte ueberzeugung dahin ausgesprochen, daß in der gegenwärtigen Situation überhaupt in der Partei keine ernsthafte Differenz besteht, wir hatten Wie alle Palliativmittel haben aber auch diese ihre Mängel. unsre Sorge bekannt ,,, man könnte auch nur einen irgendwie wesentSie gewähren einerseits, selbst rücksichtslos angewendet, teinen aus- lichen Teil der kostbaren Dresdener Zeit mit zwecklosen internen reichenden Schutz, fie tönnen andrerseits nicht rüdsichtslos an- Auseinandersetzungen verschwenden."-- Wir hatten in einem weiteren gewendet werden, ohne das System in Mißkredit zu bringen, zu Artikel ausgeführt, daß es unmöglich sei, an der gleichgültigen dessen Verbesserung sie dienen sollen. Mit andern Worten: Soldaten- Vicepräsidentenfrage etwaige taftische Differenzen zum Austrag zu mißhandlungen find eine notwendige Folgeerscheinung der heute bringen. Das sei kein Rat, zu vertuschen, sondern die Mahnung beliebten und nahezu geheiligten militärischen Disciplin, und ohne zur fruchtbarer Arbeit. Jedermann werde nach dem Parteitag diese Disciplin ist auch der Militarismus nicht denkbar. urteilen können, ob unsre Auffassung zutreffend gewesen, daß die werden. Gefahr bestünde, aus dem Parteitag werde ein„ nuglofer Streittag" den inneren Feind. Jahrelang standen die socialdemokratischen Reichstagsredner und die socialdemokratische Presse ganz allein in ihrem Kampf gegen die Soldatenschinderei. Auf der andren Seite war man dafür im Leugnen stets frisch und munter, und wenn auch das nichts half, sprach man von bedauerlichen Einzelfällen, die von der social demokratischen Agitation aufgebauscht und übertrieben würden. Man erinnere sich nur an die Veröffentlichung jenes Geheimerlasses, den erinnere sich nur an die Veröffentlichung jenes Geheimerlasses, den der Prinz Georg von Sachsen, der jezige König, herausgegeben hatte! Was da mitgeteilt wurde, war damals eine Enthüllung der ungeheuerlichsten Art, und die Veröffentlichung schlug ein wie eine andres als ein System der Verteidigung gegen gewaltthätige AnDer Militarismus ist ein komplizierter Begriff. Wäre er nichts Bombe. Heute würde ein gleicher Erlaß mit viel größerer Ge- griffe von außen, so hätte er keinen Feind im Deutschen Reiche. Er Und was ist das Ergebnis? Es schwebte ein unglückseliger Taffenheit aufgenommen werden; denn das, wofür der Geheimerlaß hat aber noch ganz andre Zwecke, die nicht bloß neben dem Zweck Geist des persönlichen Haders, ja des gegenseitigen Mißtrauens, eine des Prinzen Georg ein Beweisstück war, ist seitdem durch tausend der nationalen Verteidigung her, sondern ihm direkt zuwider ganz ungewöhnliche Neigung zu lebertreibungen und Verschärfungen andre bis zur unumstößlichen Gewißheit bewiesen worden. Es kam die Zeit, in der Genosse Bebel alljährlich in seiner laufen. Er ist eine Anstalt der Unterthanenzucht, eine Waffe gegen an sich bedeutungsloser Dinge über einem großen Teil der Verhandlungen. Wir haben tagelang erbittert gestritten wegen Etatrede alle Fälle von Soldatenmißhandlungen, die ihm im Laufe Die nationale Verteidigung fordert nach dem heutigen Stande einiger Auffäße in einer bürgerlichen Zeitschrift. So berechtigt aber des Jahres bekannt geworden waren, vortrug. Der jeweilige Kriegs- der Kriegstechnik möglichst intelligente, möglichst pflichteifrige und auch das Empfinden der großen Wehrheit war, daß jene Mitarbeit minister, mochte er Bronsart oder Goßler heißen, bestritt, be- möglichst selbständige Soldaten. Die Intelligenz aber wird am unschicklich sei, verlohnte es die lange Zeit, die mit dieser Diskussion schönigte, er beschuldigte unsren Redner der Leichtgläubigkeit und wetterte besten gefördert durch möglichst freie und umfassende Bildung, der berthan wurde, einer Diskussion, die sich dazu ins Maßlose verlor? gegen die Verhebung. Die Socialdemokraten, so hieß es dann, sollten alle Pflichteifer durch das Bewußtsein, daß nationale Verteidigung die Es scheint uns, als ob es leicht möglich gewesen wäre, diese Frage Fälle von Soldatenmißhandlungen, die ihnen bekannt würden, der Berteidigung bürgerlicher Freiheiten ist, die Selbständigkeit durch kurzerhand in befriedigender Weise zu erledigen. Militärbehörde zur Anzeige bringen; das weitere werde fich fchon planmäßige Erziehung zum Selbstbewußtsein und zur Fähigkeit, finden. Und es fand sich auch! Man hat dem Genoffen Rehnach eignen Gedanken zu handeln. Die notwendige Unterordnung gegangen. Man stand am Schluß da, wo man am Anfang war. Nicht viel besser ist es mit der higigen Vicepräsidenten- Debatte bein die Daumschrauben der Zeugnishaft angelegt, weil er seinen unter den allgemeinen Befehl wirkt viel wohlthätiger, wenn sie Es wurde gesagt, daß die Partei niemals uneiniger geGewährsmann der Bestrafung nicht ausliefern wollte! der Einsicht entspringt, nicht durch rein mechanische Gewalt er- wesen ist als jetzt, schließlich aber mußte man faft Inzwischen war durch die unerläßlich gewordene Reform der zwungen ist. Der Demokratie gehört nicht nur für den Frieden, mit erhobenen Händen flehen, es möchten doch wenigstens einige Dele Militär- Strafprozeßordnung das militärgerichtliche Verfahren zum fondern, soweit er durch sie nicht beseitigt werden kann, auch für den gierte so freundlich sein, gegen die Resolution zu stimmen. Auch dieses Teil öffentlich geworden. Die gestärkte, Macht der Arbeiterpresse Strieg die Zukunft. Flehen half nichts, die amendierte Resolution Bebel- Kautsky- Singer und das Interesse, das ein Teil der bürgerlichen Presse schon aus Die deutsche Prügeldisciplin aber ist ein Ausfluß jenes Systems wurde mit einer Mehrheit angenommen, wie niemals zuvor bei taktischen Konkurrenzrücksichten an diesem Thema zu nehmen gezwungen war, des Militarismus, der in gröblicher und wahrhaft staatsfeindlicher" und principiellen Erörterungen. Nur elf Delegierte stimmten dagegen, führte zu einer regelmäßigeren, aber leider noch lange nicht lücken- Vernachlässigung der eigentlichen militärischen Zwecke Unterthanen darunter noch einer oder der andere aus Gründen äußersten Radilofen Berichterstattung über jene Fälle, die zur gerichtlichen Ab- züchten will, die bereit sind, den inneren Feind" zu überwältigen: talismus. strafung gelangten. Was früher," so jammerte neulich der Ham jenen inneren Feind, der in unablässiger friedlicher Propaganda An- Wir müssen wünschen, daß dieser Parteitag einer gründlichen burgische Korrespondent"," hinter verschlossenen Türen verhandelt hänger für seine Ideen wirbt, und dem es die deutschen Soldaten Kritik unterzogen wird. Wir müssen den Fehlern nachspüren, die dazu und erledigt worden ist, wird jetzt von einer Unzahl eifriger verdanken, wenn man heute ernstlicher denn je daran denken muß, führen, daß aus an sich unwesentlichen Differenzen gewaltig erregte Reporter, die bei der Vorliebe eines großen Teils unfrer Bresse für sie vor den gewaltthätigen Angriffen roher Vorgesetzten zu schützen. Partei- Aktionen lawinenmäßig emporwachsen und uns Zeit und Kraft derlei Dinge ein bequemes und reichliches Brot dabei finden, in alle und wenn man auch angesichts der neuesten Entwicklung der Dinge nehmen. Führt diese Kritik zu einem klärenden Ergebnis, dann Welt hinauspofaunt. Meint ja doch nicht allein die socialdemo- alle die mechanischen Maßregeln verschärft hat, die das Eindringen ist der Dresdener Parteitag von großem Wert für alle Zukunft tratische, sondern auch die radikale bürgerliche Presse, daß sie ein socialdemokratischen Geistes verhindern sollen, so wird man doch ungeheueres Unrecht begehen würde, wenn sie einen einzigen Fall nicht hindern können, daß die Wahrheit über den Militarismus dieser Art verschwiege oder überginge." Und jetzt hilft angesichts alle Stöpfe erfaßt, die durch die Klassenlage ihres Trägers zur ErZum Reichshaushalts- Etat für 1904 des aftenmäßig festgelegten riesenhaften Materials kein Beschönigen und fenntnis vorbereitet sind. melden die„ Berl. Pol. Nachr.", daß verschiedene Ausgabeposten kein Vertuschen mehr. Die Wahrheit, die die Socialdemokratie über Die Socialdemokratie hat die gesamte Deffentlichkeit gezwungen, wie Reichszuschuß zur Invaldenversicherung, Verzinsung der Reichss den Militarismus des modernen Klassenstaates zu sagen hat, ist auf sich mit den Mißständen des stehenden Heeres zu beschäftigen, und schuld usw., Erhöhungen aufweisen." In dem Umfange", schreiben dem Marsche, und sie hat heute unbestreitbar und unbestritten jene zugleich ist die Unmöglichkeit flar geworden, sie zu beseitigen, ohne sie, den diese sämtlichen Ausgabesteigerungen aufweisen, vererste Etappe erreicht, auf der die erste Behauptung ihres Beweis- daß die geheiligte Institution selbst angetastet wird. Der schlechtert sich der nächste Etat. Eine Kleine Besserung wird er feldzugs, das Vorhandensein der Thatsachen, nicht mehr an- Militarismus hat ein Schlacht verloren. gezweifelt werden kann. Politische Ueberficht. Berlin, den 19. September. Vorläufiges zum Parteitag. " insofern aufweisen, als die Position für Fehlbeträge aus früherer Jahren unter die Ausgaben nicht in der Höhe des Vorjahres ein gesetzt zu werden braucht. Wenn auch der Fehlbetrag, der nach dem Finalabschluß der Reichshauptkasse dem Reiche für 1902 verblieber ist, sich auf 30,7 Millionen Mark beläuft und demgemäß recht ber trächtlich ist, so ist er immer noch nicht so hoch, wie der für 1901 der nicht weniger als 48,3 Millionen Mark betrug. Einen geradezu furchtbaren Einblick in das System und Milieu der Soldatenmißhandlungen gewährt auch der Prozeß Breidenbach, der heute in zweiter Instanz verhandelt wurde. Diesem Soldatenschinder fonnten 1500 Fälle von Soldatenmißhandlungen nachgewiesen werden, darunter 300 schwere! Er konnte einen Soldaten durch seine bestialischen Beinigungen bis zum Selbstmord- Aus Dresden wird uns vom Sonnabendabend telegraphiert: Ebenso wie die Ueberschüsse werden auch die Fehlbeträge der versuch treiben, der nur mit knapper Not noch verhindert werden Der Dresdener Parteitag fann nicht mit hochgestimmten Freuden einzelnen Finanzjahre in die Etats der übernächsten Jahre eingestellt konnte; und einen zweiten Soldaten, dem das Zeugnis eines artikel abgethan werden. Noch ist der Parteitag nicht beendigt. Die Zeit der Ueberschüsse ist leider schon seit mehreren Jahren vor intelligenten und willigen Menschen ausgestellt werden mußte, trieb Auch der Sonntag soll noch der Arbeit gewidmet werden, welche über. In den Etat für 1901 fonnten noch 32,6 millionen Mark als er wirklich in den Tod! So etwas wäre unmöglich, wenn diese diese Dresdener Woche erfüllen. Aber der bisherige Verlauf des Ueberschuß aus dem Jahre 1899 eingestellt werden. Von da ak slandalösen Mißhandlungen nicht durch das ganze System be- Parteitages stellt seinen Charakter bereits fest, und es kann nicht ver- verschwand diese Position aus den Einnahmen des Etats und stat günstigt gewesen wären. Der Vertreter der Anklage selbst hehlt werden, daß dieser Parteitag mancherlei Unerquickliches bot. ihrer wurden wieder die Ausgabepofitionen der Fehlbeträge aufge mußte zugeben, daß weder der Feldwebel noch der Hauptmann Gleichviel, welcher Richtung" die Delegierten angehörten, führt. Der in den Etat für 1902 einzustellende Fehlbetrag macht die nötige leberwachung geübt hätten. Ja, der Verteidiger alle stehen unter dem Eindruck, Unbehagliches exlebt zu noch keine sehr erhebliche Summe aus, er belief sich auf 1,8 Mill konnte zur Entschuldigung Breidenbach geltend machen, daß gewisse haben und alle find herausgefordert, die Lehren dieses Partei- Mark, im Etat für 1903 aber hatte er die Höhe von 48,3 Millioner Aeußerungen des Compagniechefs Breidenbachs direkt hätten als tages in sorgsamste Prüfung zu ziehen. Mark erreicht, um welchen Betrag der Abschluß der ReichsAufforderung aufgefaßt werden können, seine Untergebenen, statt sie Diefer Parteitag mindert gewiß nicht das mindeste an allem Hauptkasse für 1901 hinter der Etatsbalance zurückgeblieber zu melden, persönlich gehörig zu schleifen". Und schließlich mußte Großen, was in der Arbeiterbewegung und in der Socialdemokratie war. Der in den Etat für 1904 einzustellende Fehlbetrag der Premierlieutenant gleichfalls einräumen, die Mannschaften„ an- lebt. Auch ist wiederum mit zwingender Deutlichkeit festgestellt wird sich nun etwas ermäßigen, er wird 30,7 Millionen Mart, also gefaßt" tvenn auch nicht geschlagen" zu haben. worden, daß die Socialdemokratie nichts andres sein will, wie eine um 17,6 Millionen weniger betragen. Um diese Summe verbessert Unzählige andre, kaum minder grauenhafte Soldatenmißhand- proletarisch- revolutionäre und antikapitalistische Klassenpartei und sich der Etatsanschlag für 1904 gegenüber dem für 1903 oder viellungen beweisen, daß nicht nur in dieser Compagnie derartige Zu- daß das Empfinden der Einigkeit und Zusammengehörigkeit aus mehr um diese Summe verschlechtert er sich weniger. Wenn man stände herrschen. Das System züchtet die Midhandlungen, von allen Reibungen und Zwistigkeiten immer wieder fiegreich empor- den Etat für 1904 bezüglich der Wirkung der Ergebnisse früherer denen im Prozeß Breidenbach der Bertreter der Anklage selbst wächst. Doch es ist nicht zu verkennen, daß diese Reibungen und Jahre mit dem von 1899 vergleicht, so findet man, daß er gegen zugab, daß sie völlig wohl niemals auszurotten 3wistigkeiten in diesem Parteitage besonders häufig und besonders den letzteren eine Verschlechterung um nicht weniger als 63,3 Millionen feien! Unter den herrschenden Zuständen, der Disciplin, des Be- schneidend aufgetreten sind. Der Parteitag war von er Mark erfährt." schwerberechts zc. allerdings nicht! regten und unerquidlichen Zwischenfällen mehr belastet, als So ein offiziöser Finanzpolitiker weiß doch aus der verkümmertsten Trotzdem suchen jetzt die bürgerlichen Verteidiger der bestehenden irgend ein früherer, und darunter mußte die fruchtbare Arbeit leiden. Blüte noch Honig zu saugen. Daß manche Ausgabeposten des Etats Ordnung berzweifelt den logischen Angriff abzuwehren, den die Das wirkte um so mehr bebrüdend, als die deutsche Arbeiterschaft für 1904 erhebliche Erhöhungen aufweisen, bestreitet er nicht, auch Socialdemokratie von ihren gesicherten thatsächlichen Grundlagen dieses Parteitag als dem des Dreimillionen- Sieges entgegensah. nicht, daß aller Voraussicht nach der neue Etat wieder schließlich ein aus auf den modernen Militarismus in seiner logischen Gesamtheit Gewiß: was die Vertreter der Socialdemokratie in dieser Woche elliges Deficit ergeben dürfte, aber der Fehlbetrag aus früheren unternimmt. Die Socialdemokratie erklärt, daß die furchtbaren, gewagt, das kann sich keine andre Partei leisten, ohne sofort zusammen- Etatsjahren, der diesmal rechnungsweise in das neue Budget allem menschlichen Empfinden hohnsprechenden Thatsachen, die uns zubrechen. Diese offene, rücksichtslose Aussprache aller Gedanken eingestellt werden muß, ist etwas niedriger, als im vorn einer langen Reihe militärgerichtlicher Verhandlungen bewiesen und Empfindungen sachlicher und persönlicher Natur, die vor der jährigen Etat, da das Etatsjahr 1902 rechnungsmäßig nur mit einem Deficit von 30,7, das Jahr 1901 hingegen einem Fehlbetrag von 48,3 Millionen Mark schloß. Eine seltsame Bescheidenheit. Was übrigens der Vergleich des Etatsentwurfs für 1904 mit dem Endabschluß des Etats von 1899 soll, verstehe, wer kann. Der Vergleich hätte allenfalls dann einen Sinn, wenn es sicher wäre, daß später bei der Endabrechnung des Etats für 1904 sich nicht wieder ein Fehlbetrag ergiebt, sondern die angesetzten Einnahmen die Ausgaben genau decken. Daß darauf aber nicht zu hoffen ist, dürfte auch wohl das offfziöse Blatt wissen. Sächsisches. Genosse Dr. Victor Adler, der Führer der streichischen Socialdemokratie, wollte gelegentlich seiner Anwesenheit if unsrem Barteitage am Sonntagvormittag in einer öffentlichen Versammlung über das Thema:" Socialdemokratie und Socialreform" sprechen. Die Polizei verbot durch den Ober- Regierungsrat Koettig dem Genossen Adler jedes öffentliche Auftreten in Dresden. gebrochen ist. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 2. Beilage.) Dann haben wir unter den bürgerlichen Parteien den Gegensatz zwischen Freihändlern und Schutzöllnern, zwischen den großen Handelsstädten und den Agrariern. Eben deshalb, weil die Interessen der befizenden Klassen so gegensätzliche sind und weil es vorkommt, daß die eine Klasse gegenüber den andren Klassen unter Umständen auch die Macht der Socialdemokratie ausspielt. Darum kommt die Reaktion so außerordentlich schwer zu stande. Darum kommt die Einigung der Reaktion so außerordentlich schwer zu stande. wollte. Aber in mit| Monde greift?( Sehr gut!) Der Mann greift nicht nach dem Monde,[ für auf Frankreich hin. Ich habe mich nicht für das Ministerium recht aber er zwingt immer mehr die Elemente in seine Dienste und so Millerand ausgesprochen, weil ich die französischen Verhältnisse nicht zwingt uns die wachsende Arbeiterbewegung immer mehr, auf Jllusionen genügend kenne, um die Frage beurteilen zu können. Principiell zu verzichten und die Institutionen der heutigen Gesellschaft nach aber war und bin ich der Meinung, daß Momente eintreten können, Möglichkeit in unsern Dienst zu stellen. Lassen wir also alle wo die bürgerlichen Klossen gespalten sind und wo es, um die Ent Deklamationen bei seite und nehmen wir den Parlamentarismus wicklung der Arbeiterklasse zu fördern, notwendig wird, daß die als das, was er ist, nämlich als eine thatsächlich große Macht, als Socialdemokraten mit den radikalen Demokraten einen großen Faktor in unfrem allgemeinen politischen Leben. Hand gehen. Und ich bin überzeugt, daß eine socialAus diesen Gründen habe ich meinen Vorschlag gemacht und halte demokratische Partei, die weiß, was sie will, dann ohne ihn aufrecht. Ich wäre ein bodenloser Feigling, wenn ich das, was Gefahr ein solches Bündnis eingehen kann. Eine Partei ist der ich für richtig halte, nicht aufrecht erhalten wollte, weil die augen- Sachwalter der Interessen der Klasse, die hinter ihr steht. Und blickliche Stimmung in der Partei dagegen ist. Ich scheue mich gar wenn die Interessen der Arbeiterklasse ernsthaft gefördert werden nicht, zeitweilig allein zu stehen oder in der Minorität zu sein. Das können durch ein solches Bündnis, dann ist es die Pflicht der Partei, mir die Ereignisse recht gegeben haben. Man hat mir die elementare Millerand auflösend gewirkt hat, so lag das zum großen ist mir schon öfters passiert. Ich habe aber auch schon manchmal erlebt, daß auf ein solches Bündnis einzugehen. Und wenn das Ministerium Entrüstung entgegengehalten, die sich gegen meinen Vorschlag an Teil daran, daß die französische Partei überhaupt schon gesichts der Reden von Essen und Breslau erhoben hat. Ich will gespalten war. Daß da durch das Eintreten Millerands nicht leugnen, ich kann das nicht so genau beurteilen, daß man in in das Ministerium die Gegenfäße weiter zugespitzt wurden, Parteitreisen vielfach entrüstet ivar. Ich glaube, die Entrüstung war war allerdings ganz natürlich. Hätte eine einheitliche starke SocialAm Sonnabendabend sprach der östreichische Genosse Abge- aber viel mehr hervorgerufen durch die Art und Weise, wie die demokratie einmal als Kontrolle und dann als Stüße hinter ordneter Bernerstorfer in einer Versammlung in Loebau bei Dresden, bürgerliche Presse sich meines Vorschlages annahm. Aber dafür Millerand gestanden, so wäre durch das Ministerium Millerands ohne daß die sächsische Staats- und Gesellschaftsordnung zuſammen meinen Vorschlag aus Sensationsluft gemacht haben. können Sie doch nicht mich verantwortlich machen! Ich soll sicher mehr erreicht worden. Man spricht von der Schwächung der Mein Partei durch ein etwaiges Bündnis mit den Liberalen. Ich beurteile Die sächsische Regierung kann sich nicht mehr blamieren. Artikel trägt aber feinerlei sensationellen Charakter. Ich hatte als solche Fragen niemals abstrakt. Eine solche Schwächung kann eins regelmäßigerMitarbeiter der„ Socialistischen Monatshefte" die Aufgabe, treten und wird wahrscheinlich eintreten, wenn die socialdemokratische Herr Dr. Barth will in Kiel nicht mehr kandidieren. Der„ Voss. am Tage nach der Hauptwahl über die Wahl zu schreiben. Da die Ergebnisse Partei schwach und wenig organisiert ist; wenn sie aber, wie in 8tg." wird von ihrem dortigen Mitarbeiter geschrieben:" Abgeord- der Stichwahlen noch nicht vorlagen, so konnte ich noch keine Gesamt- Deutschland eine starke, bewußte und einheitliche Partei ist: was neter Dr. Barth hat sich keinen Augenblick der Ansicht verschlossen, würdigung des Wahlergebnisses geben, sondern machte nur einige soll ihr da durch ein solches Bündnis dann für ein Schaden entdaß seine Kandidatur nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie der Bemerkungen über den Rückgang des Liberalismus und einige Vor- stehen! Wenn Sie das annehmen, so müssen Sie doch eine gemeinsamen Unterstüßung aller oder zum wenigsten des bei weitem schläge über die Benutzung der allgemeinen parlamentarischen sehr schwache Ueberzeugung von der Macht der realen Thatsachen größten Teils der Parteigenossen sicher ist. Das würde unbedingt Situation. Bebel meint, meine Betrachtungen über den Rückgang und der realen Bedürfnisse der Arbeiterklasse haben. Nun hat der Fall sein, wenn Dr. Barth nicht die grundsätzliche Zustimmung der bürgerlichen Parteien seien larmoyant gewesen. Das ist nicht Genosse Kautsky weiter das Beispiel der englischen Arbeiter zu seinem Standpunkt ausdrücklich gefordert hätte. Dr. Barth ist richtig. Ich hatte im Gegenteil gesagt, der Rückgang der Liberalen erwähnt, die in die englischen Ministerien eingetreten sind, das hat gesagt, find dieselben Leute, die auch weit davon entfernt, einen Keil in die Partei treiben zu wollen, sei vorauszusehen gewesen. Ich sollte den Rückgang bedauert haben, und schon bin als Lumpenferle denunciert hat. Ich ja in und deswegen hat er seinen Kieler Freunden die Mitteilung gemacht, ja, ich sollte fogar, wie einer der Redner sagte, die Erfolge unsrer Partei Marg daß er entschlossen sei, unter den obwaltenden Umständen im Kieler bedauert haben. Wie kann man dergleichen von mir behaupten! In meinem mancher Beziehung in Bezug auf Mary ein Seger, obwohl ich Kreise nicht wieder zu kandidieren. Die Partei in Schleswig- Holstein Artikel findet sich nichts derartiges! Ich habe nur gesagt, die Schwächung vor dem Wissenschaftler Marr eine große Hochachtung habe würde dann nach seiner Meinung die Möglichkeit gewinnen, eine des bürgerlichen Radikalismus sei eine bedauerliche Erscheinung; und mich selbst trotz aller Meinungsverschiedenheiten zur Marr Politik zu verfolgen, an der alle Teile nach wie vor zusammen- und hier will ich wieder einmal ein Citat anführen:„ Bei den Ver- schen Schule rechne. Zweifellos ist aber jedenfalls, daß auch Marg wirken können." handlungen des Zolltarifs stellte sich leider heraus, daß wenig Ver- sich in manchen Punkten getäuscht hat und daß er sich namentlich laß auf die Freisimmigen ist. Ich sage leider, denn eine starke getäuscht hat in Bezug auf die Arbeiterbewegung in England. liberale Partei, die zwar als Puffer zwischen uns und der Rechten Das habe ich aber nicht nur gesagt, sondern das hat auch der stände, könnte uns nur angenehm sein." Das hat kein Revisionist Mann gesagt, der, in England als der erste Vertreter des gesagt, sondern der Genosse Bebel auf dem Münchener Parteitag. Margismus gilt, nämlich der Genosse Hyndman, der es in einer ( Bebel: Das sage ich heute noch!) Aber wenn ich es gesagt hätte, Broschüre öffentlich ausgesprochen hat, daß Mary die englische Entdann wäre es sicherlich verwerflicher Revisionismus gewesen.( Sehr wicklung niemals verstanden habe. Das halte ich für übertrieben, richtig! Wenn zwei Wenn zwei dasselbe sagen, so ist es nicht das- und er hat manchmal gegen Personen Angriffe gerichtet, die sich selbe!) Wenn übrigens immer von der Entrüstung gegen meinen später nicht bewahrheitet haben. Die Broadhurst und Burt hatten Vorschlag gesprochen wird, so weise ich nur darauf hin, daß ich, als gewiß nicht die freie Anschauung, die unsre deutsche Socialdemokratie ich in einer Berliner Versammlung über die Frage sprach, von Ent- hat. Das ist unzweifelhaft. Aber diese Leute haben im Einrüstung nichts gemerkt habe. Man ist mir ruhig entgegengetreten, verständnis mit ihrer Organisation gehandelt, als sie in aber entrüstet war man nur sehr wenig. Nach der Versammlung die Regierung eintraten. Der Genosse Burt ist, nachdem er aus der find mehrere Arbeiter zu mir gekommen und haben mir ihr Ein Regierung ausgeschieden war, in den Bergarbeiter- Bund zurückverständnis ausgedrückt. Möglich, daß die Stimmung an andren gekehrt und hat dort seine alte Stellung wieder übernommen. Wie Drten anders war, aber selbst wenn sie es wäre und wenn in den wenig der Ausdruck Lumpenkerl auf ihn zutrifft, hat sich gerade beim Es ist nicht ichtig, immer mit solchen einheitlichen Begriffen, Kreisen der Partei eine allgemeine Entrüstung geherrscht hätte, so Boerenkrieg gezeigt. Einer von denen, die damals am heftigsten haben, war diesen Krieg protestiert der Genosse wie Bor egeoisie, Nec ion, zu operieren. Wir müssen uns flar wäre es trotzdem meine Pflicht und Schuldigkeit, meiner Ueberzeugung gegen Broadhurst und Burt waren beide Männer, denen werden, dass die herrschenden Schichten verschiedene Interessen haben gemäß, meinen Vorschlag aufrecht zu erhalten. Bebel meint: die Burt. der Arbeiter so warin am Herzen liegen, und daß wir diese Verschiedenheit der Interessen unter Umständen Führer hätten den Massen zu folgen. Ich bin nicht dieser Ansicht. Ich die Interessen Sie mögen falsch gehandelt haben, aber uns dienstbar machen können. Ich habe in meinemArtikel u. a. auch glaube, die sogenannten Führer", d. h. die Vertrauensmänner der wie mur irgendwem. Sie haben sich Lumpenterle sind sie sicherlich nicht. ausgeführt, daß der Reichstag dem Reichsoberhaupte bei uns Arbeiter, sind die Sachwalter der Arbeiterklasse. Wir haben ja solche falsche Beurteilungen einzelner Genossen anders gegenübersteht, als in vielen andern Monarchien, und allerdings mit ihren Mandatgebern ins Einvernehmen zu setzen, ich habe gefagt, daß in diesem Punkte die deutsche aber sie haben vor allem nach bester Ueberzeugung das Interesse öfter erlebt. 1896 nach dem Londoner Internationalen Kongreß Berliner Versammlung bon dem Reichsverfassung der Republik mehr nähere, als andre. Kautsky hat der Arbeiter wahrzunehmen und, wenn es nötig ist, der Stimmung erklärte Bebel in einer Saraus gemacht, ich hätte Deutschland für eine Republik erklärt. Das der Arbeiter entgegenzutreten und ihre Argumente geltend zu machen. Engländer Burns, er sei für die englische Arbeiterbewegung Als ich das las, habe ich mir vor Wut in die ist mir natürlich nicht eingefallen. Es ist mir schon früher aufgefallen, Wir dürfen uns eben nicht abhängig machen von zeitweiligen tot. daß, wenn so eine Frage auftaucht, mit einem Male alles vergessen Strömungen. Bebel machte sich darüber lustig, daß man Hand gebissen. Nicht Burns wegen, sondern Bebels wegen, weil wird, was in unsrer Parteilitteratur früher von den verschiedensten die Fraktion Frage der vorbehalten ist man ihm so etwas aufgebunden hatte. Burns hatte damals noch Seiten behauptet wurde. Es sind in Berlin zwei Ausgaben der es nicht ganz richtig, daß die Abgeordneten, die ständig einen weit größeren Einfluß auf die Arbeiterschaft, als diejenigen, Reichs- Verfassung erschienen. In der ersten finden wir bei den er- im Reichstage sind, diese Frage besser beurteilen können? die Bebel das eingeblafen. Und Thatsache ist, daß Burns bis zu läuternden Bemerkungen den ausdrücklichen Hinweis, daß das Wort Wenn man nicht von vornherein der Fraktion ein Mißtrauensvotum seinem Tode ein echter Proletarier geblieben ist, der mit großer Deutscher Kaiser" nur ein Name sei und daß es deshalb logischer ausstellen will, dann kann man allerdings diese Frage durchaus der Entschiedenheit und großem Mute die Interessen der Arbeiter fei, wenn man statt des Namens die Sache bezeichnen will, nicht von Fraktion überlassen. vertrat. Mag man ihn bekämpfen, aber man soll keinen Schmutz dem Kaiser, sondern von dem„ König von Preußen" zu sprechen. In Wenn Sie jetzt diese Resolution annehmen, so bin ich fest über- auf ihn werfen. Kautsky sprach von meiner Zustimmung zur Hannoverschen der zweiten Ausgabe aber, die in der Buchhandlung„ Vorwärts" zeugt: Sobald eine Situation kommt, wo sich herausstellt, daß der erschienen ist, finden wir in der Vorrede folgende Bemerkung: Bosten eines Vicepräsidenten wirklich von realem Nußen und Wert Resolution. Er hätte aber anführen müssen, daß der Brief, den ich „ Alle diese dem Kaiser beigelegten Befugnisse lassen erkennen, daß für die Partei ist, wird Bebel der erste sein, der die Resolution mit damals an Auer schrieb, nicht dazu bestimmt war, öffentlich verlesen er nicht eigentlich ein Monarch des Deutschen Reiches ist, sondern Füßen tritt! Wozu dann aber erst eine Resolution fassen? Wir sind zu werden.( Kautsky: Das habe ich nicht gewußt.) Und daß in ihm nur die vollziehende Gewalt zusteht." Das ist genau dasselbe, doch schon so oft in die Lage gekommen, gegen unsre eignen Re- dem Artikel weiter steht, wenn ich in Hannover gewesen wäre, dann was ich ausgeführt habe, nur mit andren Worten. Man kann solutionen handeln zu müssen. Wozu sollen wir uns denn überhaupt hätte ich mich dort gegen die Resolution erklärt. Ich gehe überdarüber streiten, aber eine Revision irgend welcher bisherigen An- in der Mehrheit jetzt so zu sagen die Thür vor der Nase zuschließen, haupt keinem Konflikt aus dem Wege, wenn ich ihn für notschauung liegt darin nicht! Nun ist weiter gesagt worden und wenn wir nachher eventuell gezwungen werden, durch ein Mauseloch wendig halte. zwar in einer Resolution der Berliner Genossen, daß mein wieder hinein zu kriechen? Sagen Sie meinetwegen, wir wollen heute Vorschlag auf einer maßlosen Ueberschätzung des Parlamentarismus den Bernsteinschen Vorschlag ablehnen, aber fassen Sie diesen Beschluß beruhe. Ich habe ja eine Vermutung, von wem diese Resolution nicht so allgemein! War es denn politisch geschickt, den Gegnern meines herrührt, nicht etwa von Bebel, das will ich ausdrücklich sagen, Vorschlages, den bürgerlichen Parteien, Gründe zur Ablehnung unsres auch nicht von Kautsky.( Buruf: Von wem denn?) ( Buruf: Von wem denn?) Das bin ich Anspruches förmlich zuzutragen und zu erklären: das Eingehen auf nicht schuldig zu sagen. Aber ich muß doch bemerken, daß mich diese Bedingungen wäre für uns ein caudinisches Joch, durch das Auf die Citate, die Stautsky von mir angeführt hat, kann ich nicht diefe Resolution in eine recht humoristische Stimmung versetzt hat. wir niemals gehen werden. Gerade auch politisch halte ich die näher eingehen. Er hat angeführt, ich hätte mich für die KolonialDiese Rederei von der Ueberschäßung des Parlamentarismus hat Resolution für unglücklich. Es ist im Laufe der letzten Tage sehr politik principiell erklärt und wäre nur deshalb gegen unsre Zunachgerade das Schwabenalter überschritten und ist dadurch wahr viel vom Lobe der Gegner gesprochen worden, aber bin ich etwa stimmung dazu, weil wir kein Vertrauen zur Regierung haben. haftig nicht flüger geworden. Unfre Bewegung ist durch die jemals von der Scharfmacherpresse gelobt worden? Hat mich die" Post" Dadurch soll ich den Gegnern Waffen geliefert haben. Aber ist diese Erfahrung dazu gekommen, den Parlamentarismus eine immer oder die Schlesische Volkszeitung" oder haben mich die„ Neusten Nach- Motivierung bei uns nicht gang und gäbe? Alljährlich verweigern wir die größere Bedeutung beizumessen. Ich behaupte, daß wir nie- richten" oder auch nur Eugen Richter jemals gelobt? Die ganze Budgets, auch wenn sie unsrer Ansicht nach in ihrer Gesamtheit einen mals den Einfluß bekommen hätten, den wir jetzt haben, Scharfmacherpresse hat mich stets angegriffen. Gelobt worden bin ich Fortschritt bedeuten, weil wir zu der Regierung kein Vertrauen haben. wenn wir uns nicht von Stufe zu Stufe parlamentarisch ge- nur von ein paar liberaldemokratischen Blättern. Dafür kann ich nicht! Nun kommt bei Kolonialfragen noch eins in Betracht. Wenn wir mausert hätten. Als wir mit der parlamentarischen Thätigkeit begannen, Es giebt niemand, der weniger gegnerische Blätter liest als ich, weil ich die Mittel für koloniale Zwecke bewilligen würden, so würden wir da wurde von dem Versinken in den parlamentarischen Sumpf ge- teine Zeit habe, viele Zeitungen zu lesen. Man kann mir daraus selbstverständlich auch Garantien dafür verlangen, daß die betreffenden sprochen, und bei jedem neuen Schritt, den wir auf dieser Bahn einen Vorwurf machen, aber daß ich nach dem Lobe der Gegner Völkerschaften nicht nach den brutalen Grundsägen behandelt werden, machen, wurde diese Redensart wiederholt. Die Genossen Vollmar geize, das kann niemand behaupten. Ich habe ja schon in London die von uns immer perhorresciert werden. Wenn Sie die Resolution und Auer haben das ja schon belegt. Ich will nur noch ein einziges empfunden, daß das Lob der Gegner für mich das allerschlimmste in diesem Punkte annehmen, so schlagen Sie dadurch nicht und die Geschichte Beispiel anführen. 1885 wurde im Züricher Socialdemokrat" eine und unangenehmste ist. Ich kann es aber doch niemand verbieten, mir, sondern der Geschichte ins Gesicht, Resolution der Berliner veröffentlicht. Ich will dabei bemerken, daß mich zu nennen. Ich werde auch heute von den Nationalsocialen beweist, von welcher allgemein kulturellen Bedeutung die Kolonisation die Berliner Genossen in mancher Beziehung mustergiltig find, aber längst nicht mehr gelobt. Pfarrer Naumann und seine Freunde gewesen ist. Nehmen wir die Vereinigten Staaten. Vor der Kolonis eins steht doch fest, daß sie in Bezug auf die theoretische Entwicklung fagen jegt:„ Der Kautsky, das ist der Rogiker, nicht Bernstein!" fation dieser Landstriche lebten auf diesem Boden kaum eine Million der Partei die allerkonservativsten unsrer Parteigenossen sind.( Sehr Kautsky erkennt die Notwendigkeit der Erhöhung politischer Macht, Menschen in beständigem blutigen Kriege miteinander. Heute leben richtig! Hoffmann- Berlin ruft: Sehr unrichtig!) In dieser Resolution nur schlägt er dazu einen falschen Weg ein. Also: Die Gegner dort 71 Millionen Menschen und wenn wir die Proletarier des Ostens heißt es: So erscheint den Berliner Genossen die Beteiligung der social- loben mich jetzt im allgemeinen nicht mehr. Ich nehme ihnen das und eines der Weststaaten abziehen, so bleiben doch gegen 50 Millionen, demokratischen Reichstags- Abgeordneten an den Kommissionen mit nicht übel; jeder handelt eben nach seiner Ueberzeugung! die dort in verhältnismäßigem Wohlstand leben. Wollen wir das alleiniger Ausnahme der Wahlprüfungs- Kommission sehr überflüssig Nun noch eine Bemerkung! Nach meinem ersten Artikel habe verurteilen, weil dabei das Recht der höheren Kultur über die und nur geeignet, den Glauben wachzurufen, als meine die social ich in der Breslauer Volkswacht" einen zweiten Artikel ver- niedere Kultur geltend gemacht worden ist? einer Stelle von der Berufung Kautsky warf mir vor, daß ich gesagt habe, man solle ben demokratische Partei durch Verhandlungen und Kompromisse mit den öffentlicht, in dem ich an sprach in das Ministerium Ludwigs XVI. herrschenden Klassen die Sache der proletarischen Revolution zu Rolands und Kampf gegen den Liberalismus nicht zu weit führen. Das hört sich ich auch einige Beispiele aus fördern." Die Erfahrung hat gezeigt, daß diese Auffassung grund- wo der Geschichte der ja sehr bedenklich, beinahe als Parteiverrat an. Kautsky hätte aber falsch war. Wären wir diesem Ratschlage gefolgt, wären wir eine englischen Revolution anführte. Daraufhin fagten einige gegnerische den Zusammenhang, in dem ich das sagte, anführen müssen. Ich habe in dem Artikel ausgeführt, daß mit den liberalen Protestbewegung geblieben, so hätten wir unsren Erfolg nicht erzielt. Blätter:" Wenn Bernstein der Frage diese Deutung giebt, dann Es wäre dann für die Gegner ein Leichtes gewesen, den Arbeitern können wir den Socialdemokraten den Posten des Vicepräsidenten Parteien mur stampf herrschen kann. Was ich bekämpft habe, vorzuführen:„ Eure Vertreter sagen lediglich nein. Wenn es nicht geben." Und während sonst, wenn gegnerische Blätter aus war nur die Anschauung, daß der Kampf der Socialdemokratie im Kampf gegen den Liberalismus erschöpft. Und ich fich aber darum handelt, praktisch für die Arbeiterinteressen ein- socialdemokratischen Artikeln falsche Schlußfolgerungen ziehen, sich schnell bei der Hand habe darauf hingewiesen, daß die zutreten, dann beteiligen sie sich nicht." Noch 1878 sprachen Marr die Parteipresse mit der Widerlegung herrschenden Klassen Diese nicht alle gleich zu uns stehen. Dasselbe ist auch im Wahlund Engels die Ansicht aus, das Socialistengesez würde den einen zu fein pflegt, hat diesmal fein Blatt geschrieben: Ich muß noch einige Vorteil haben, daß es die deutsche Socialdemokratie vom Parla- Schlußfolgerung ist unrichtig! Bebel meinte sogar, mein Artikel kampf fortwährend gesagt worden. mentarismus furiere. Wer aber die thatsächliche Entwicklung ver- rieche nach Blut, aber in dem Artikel ist von Blut gar keine Rede. Bemerkungen über meinen Wahlkampf machen, damit Ihr einen folgt, der sieht, daß genau das Gegenteil eingetreten ist. Die social- Als Ludwig XVI. Roland ins Ministerium berief, war noch gar Begriff von meiner taktischen Haltung bekommt. Ich habe bei demokratische Fraktion des Reichstags war bei der Aufhebung des nicht die Rede davon, ihn zu köpfen, und als Karl I. gefangen meiner letzten Wahl von vornherein in einer Wahlversammlung ausSocialistengefeßes viel parlamentarischer, als beim Erlaß. Sie ist wurde, dachte kein Mensch daran, ihn abzusetzen. Diese Schluß- drücklich erklärt, ich wünschte nur die Stimmen solcher Leute zu er halten, die mit den Grundsätzen der Socialdemokratie einimmer tiefer in den Sumpf hineingefunken, und ich möchte sagen, folgerungen sind also durchaus falsch. Das. wurde von den Freifinnigen fofort hat sich immer stärker ( Heiterkeit.) emporgefumpft". In der Frage der Meinungsfreiheit stehe ich Kautsky näher als verstanden sind. Lassen wir unsre parlamentarische Fraktion eine rein pro- der andren Richtung. Eine politische Kampfpartei ist kein ökonomischer aufgegriffen und meine Breslauer Genossen haben mir versichert, Haltung annehmen, testierende Haltung und es wird das ein Kongreß, und die Anzweiflungen müssen irgend eine Grenze finden. daß ich durch meine Bemerkung sicherlich 500 Stimmen verloren treten, was vielfach gefürchtet worden ist, daß unsre Gewerkschaften Das kann man von den Genossen verlangen. Aber wo liegt diese hätte. Wie kann man da von einem Verschweigen oder Verheimsich immer mehr den bürgerlichen Parteien nähern würden. Wenn Grenze? Doch nicht in den Anschauungen über die mutmaßliche lichen unsrer Grundsätze reden! Und in den ersten Versammlungen, diese Befürchtung nicht eingetreten ist, so ist gerade die steigende Entwicklung! Da muß volle Meinungsfreiheit herrschen. Da muß volle Meinungsfreiheit herrschen. Die die ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland abhielt, wurde mir parlamentarische Bethätigung unsrer Partei die Ursache. Wir sind Grenze liegt in den Grundsätzen, die im Parteiprogramm öffentlich von Arbeitern gesagt:" So socialistische Vorträge haben mir zu wir lange nicht zu hören bekommen!"( Zuruf: Das beweist diese Grundsätze sind von deshalb nicht weniger radikal geworden, sondern nur entschiedener. niedergelegt sind, aber ich führe das an gegenüber den Wenn der Radikalismus lediglich in großen Worten, in extremen feiner Zeit bestritten worden; im Gegenteil, ich habe sie nichts!) Nein, aller Energie bertreten. Sie Mitteln, Kautsky meint, denen gegen mich agitiert worden ist. Forderungen und Ideen bestände, dann wäre diese Auffassung richtig; stets aber ist denn ein Kind radikaler als der Mann, weil es nach dem neue Methode" müsse auflösend wirken, und wies zum Beweise das allen angeführten Gründen kann ich die Resolution nicht unterfie " " mit Was ich empfohlen habe, ist, daß wir unfre Rüstung für die bevorstehenden Konflikte stärken sollen. Und wenn Kautsky mir einen Vorwurf daraus macht, daß ich Konflikte vermeiden wolle, dann antworte ich ihm: Lieber Kautsky, Du hast ja auch geschrieben, wir sollem dem Konflikt mit dem Wahlrecht aus dem Wege gehen.( Sehr gut!) mit Aus zu, Kautsky: Ich will nur auf einen Punkt in den Ausführungen Bernsteins eingehen. Daß sein Brief an Auer nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, konnte ich vorhin nicht anführen, weil ich es nicht wußte. Ich bin aber durch seine Erklärungen über diesen Punkt erfreut, weil sie mich von einem falschen Verdacht befreiten, den ich hatte und der mich eine Zeitlang sehr geschmerzt hat. Wenn er durch die Verlesung des Briefes in diesen falschen Verdacht, nämlich den Verdacht zu kneifen, gekommen ist, so verdankt er das nicht mir, sondern Auer. Die Delegierten Vollmar, Bömelburg, v. Elm bitten, ihre Namen von der Vorschlagsliste für die Wahl des Vorstandes und der Kontrolleure abzusetzen. Singer: Es liegen dem Parteitag eine Reihe Erklärungen vor. Die erste lautet: Gegenüber der auf dem Parteitag hervorgerufenen Annahme, die Delegierten Berlins seien an einer Agitation gegen den Genossen Auer beteiligt, erklären die Unterzeichneten: Niemals haben sich die Delegierten Berlins in ihrer Gesamtheit nach dieser Richtung hin ausgesprochen oder bethätigt. der fchreiben. Sie widerspricht meiner Ueberzeugung und ich halte sie jeden neuen Artikel ein neues Projekt empfehlen zu müssen.( Gehr dem in dem Artikel vertretenen Standpunkt. Bei der völlig fache auch nicht für besonders flug. Wenn sie angenommen würde, so gut!) Und so ist es Bernstein auch bei diesem Artikel gegangen, lichen Uebereinstimmung, in der ich mich mit Bebel befinde, bin ich wird damit den Gegnern in die Hände gearbeitet und zwar gerade über den er gar nicht mal Zeit gehabt hat, lange nachzudenken. Es troßdem genötigt, Es troßdem genötigt, auf einige seiner Aeußerungen einzugehen, denen, bei denen wir am wenigsten Ursache dazu haben.( Buruf: Wer ist ja ein alter Grundsay, daß den Menschen in einer neuen Situation die ich für bedenklich halte. Bebel sagt, wenn er etwas schreibt, denn?) Ich meine die Scharfmacher- Presse, wenn Sie es absolut zuerst immer das allerdümmste einfällt.( Heiterkeit.) so überlegt er es sich vorher. Nun zu dem, was Bebel wissen wollen.( Ledebour ruft: Und deswegen sollen Bernstein überschätzt die Bedeutung eines Sizes im Präsidium. geschrieben hat, gehört auch der Vorwurf des Komödienspiels in der wir unsre Ueberzeugung nicht aussprechen?) Es liegt in Wir haben im Reichstage kein kollegiales Präsidium, sondern wir Socialdemokratie. Als ich dies Wort in seiner Erklärung las, da diesem Augenblick gar kein Anlaß zu einer solchen Auffassung kennen nur einen Präsidenten; dieser leitet die Geschäfte, und der war es mir, als wenn ich plößlich eine Ohrfeige bekäme.( Bebel: bor. Man hat sich seit einer Reihe von Jahren gewöhnt, Vicepräsident hat nichts andres zu thun, ale ven Präsidenten zu Eine recht unerwartete!) Ja, und dazu, daß sie mir unerwartet kam, Resolutionen zu fassen nicht auf Grund einer ernsten wissenschaft- vertreten, und infolgedessen im Sinne des Präsidenten zu handeln. hat Bebel die meiste Veranlassung gegeben. Als ich zuletzt vor der lichen Ueberlegung, einer politischen Notwendigkeit, sondern aus einer Es ist auch bei der Präsidialführung nicht etwa Usus, daß heute Wahl mit Bebel zusammen war, in Elberfeld, da kündete mein Hauptbestimmten zeitweiligen Stimmung oder Verstimmung heraus.( Sehr der eine, morgen der andre sitzt. Derjenige Vicepräsident, der sich gegenkandidat eine Versammlung über das Thema:„ Das Komödien richtig!) In solcher Stimmung soll man keine Resolutionen fassen, herausnehmen würde, einmal etwas zu machen, was dem Präsidenten spiel in der Socialdemokratie" an.( Hört! hört!) Als das Bebel habt doch etwas Vertrauen zu uns und zur Fraktion. Schließt nicht gefällt, würde sofort daran verhindert werden, der Präsident mitgeteilt wurde, war er ganz aufgebracht über eine solch freche Euch doch nicht willkürlich die Thür die Ihr eines würde ihm die Glocke aus der Hand nehmen, und er könnte dann Beschimpfung.( Heiterkeit.) Er meinte, meinem Gegner müßte Tages vielleicht doch wieder aufstoßen müßt. Es ist vielleicht unter dem Hurra der Mehrheit abtreten. Das ist nun an gründlich zugesetzt werden. Ich bin allerdings nicht in die ja offen erklärt worden, daß ein Beschluß aus der sich keine beneidenswerte Stellung. Ueberhaupt ist die Stellung des angekündigte Versammlung gegangen, aber im Kreise habe ich ihm Stimmung heraus gefaßt werden soll. Es soll die eine Richtung in Vicepräsidenten nur erträglich für denjenigen, der auch grundsätzlich gehörig zugesetzt.( Bebel: Das war auch ganz recht!) Da können unfrer Partei an die Wand gedrückt werden. Aber kann so etwas mit dem Präsidenten übereinstimmt. Ein unglücklicheres Beispiel als Sie sich denken, welchen Eindruck das Wort Bebels vom Komödien denn wirklich durch eine Resolution erreicht werden? Bebel hat doch den Hinweis auf Büsing konnte Bernstein gar nicht anführen.( Sehr spiel auf mich machte. Ganz besonders bestreite ich den Ausspruch felbst ausgeführt, daß diese Strömungen aus bestimmten Verhältnissen richtig!) Er wies darauf hin, daß Büsing Gegner des Antrags Kardorff Bebels, daß wir nie so uneinig gewesen sind wie gerade jetzt. heraus entstanden sind. Wenn Sie diese Richtungen jetzt ablehnen, so und des Zolltarifs war und daß er auch für den Antrag Gröber nicht Dieser Ausspruch hat mich auch ein wenig in Erstaunen gesezt. werden sie doch wieder da sein, sobald neue Verhältnisse eintreten. Wie oft gestimmt hatte. Aber trotzdem er Gegner der Kardorfferei war,( Sehr richtig!) Das Wort, daß wir nie so uneinig gewesen wären, haben wir nicht- ich erinnere nur an das Socialistengesetz bei machte er sich zum Werkzeug ihrer Durchführung( Sehr richtig!) und wie gerade jetzt, ist ja nicht zum erstenmal aus Bebels Mund ges der allgemeinen Gesetzgebung gegen Stimmungsgefeße gekämpft. das ist gerade die jämmerliche Rolle, die er zu spielen hatte; die Zeit, fallen. Ich erinnere mich noch ganz deutlich desselben AusSollen wir uns da jetzt selbst dementieren? Welche Gefahren bewo Büsing auf dem Präsidentenstuhl saß, war die Zeit, wo ein spruchs in St. Gallen. Ich behaupte aber, daß das nicht zutrifft. stehen denn für die Partei? Wir haben eben einen Wahlkampf Charakter am Pranger gestanden hat.( Sehr richtig!) Glaubt Ich möchte nur ein paar Hinweise geben. Im Jahre 1876 nach hinter uns, in dem wir alle zusammengestanden haben. Wo war da Bernstein im Ernst, daß, wenn wir damals einen Vicepräsidenten der Vereinigung mußte der Parteitag den ersten Taktikbeschluß ein Revisionist, der nicht seine volle Schuldigkeit gethan und Schulter gehabt hätten, dieser sich hergegeben hätte, die Kardorfferei durch- fassen, der mitveranlaßt war durch eine Abstimmung Bebels im an Schulter mit den andern gekämpft hätten? Wir haben einen Sieg zuführen? Nein, aber die Mehrheit wollte die Kardorfferei und des- Reichstag. Wir Ottenfener hatten beantragen müssen, daß die errungen. Wollt Ihr diesen Sieg dadurch feiern, daß Ihr eine be halb wäre er in demselben Augenblick, wo die Kardorfferei los ging, Fraktion im Reichstag immer geschlossen auftreten solle, und bei der stimmte Richtung herabsetzt und demütigt, so daß sie mit von seinem Stuhl heruntergerissen.( Sehr richtig!) Der Wert Abstimmung darüber stimmten sämtliche Mitglieder des ehemaligen grollendem Herzen von diesem Kongreß gehen müssen? Ziehen Sie eines Vicepräsidenten in solcher Situation ist also gleich Null. Und Allgemeinen deutschen Arbeitervereins mit drei Ausnahmen ge die Resolution zurück( Gelächter) ich weiß ja, daß Ihr es nicht wir können ja sogar ein Beispiel aus jener Zeit anführen. Bernstein schlossen auf der einen Seite, und ihnen schloß sich Most an, während wollt; ich bin aber überzeugt, daß es das beste wäre. Verzichten könnte ja darauf hinweisen, wie schön es wäre, wenn wir in einem auf der andern Seite geschlossen die Eisenacher standen. Das war ein Sie auf die Resolution, damit wir von diesem Parteitage heim- solchen Augenblick in der Geschäftsordnungs- Kommission etwas zu bedauerlicher Spalt, der damals innerhalb der Partei vorhanden fehren können als Kampfgenossen, die für die große gemeinsame sagen hätten; diese hätte eventuell das Präsidium daran hindern war. Auch 1877 waren principielle Gegensätze in der Partei vorSache gemeinsam kämpfen.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen. können, die Geschäftsordnung zu brechen. Aber dies Beispiel konnte handen. Damals erschien die Engelsche Schrift: Herrn Eugen Bischen.) Bernstein nicht anführen, weil Singer damals Vorsitzender der Ge- Dührings Umwälzung der Wissenschaft". Sie war Darauf beschließt der Kongreß die Vertagung. schäftsordnungs- Kommission war. Mit dem Augenblick jedoch, wo ein Ergebnis nicht des theoretischen Spintisierens, sondern sie Persönlich bemerkt zum erstenmal die Kommission sich mit diesen Fragen zu beschäftigen wendete sich gegen eine Richtung in der Partei. Dühring hatte dahatte, warf Singer den Leuten das Präsidium vor die Füße, weil er mals einen starken Anhang in der Partei, besonders bei den Herren die Rechtsbeugung nicht mitmachen wollte.( Bravo!) Ganz genau in der„ Berliner Freien Presse". Dühringianer waren damals so wäre es ihm als Vicepräsidenten gegangen. Fritsche und Most( Bebel: Auch Bernstein!) Wie tiefgehend Es herrscht num ein weitverbreiteter Glaube, der auch von den damals die Meinungsverschiedenheiten waren, davon legt die Schrift Gegnern Bernsteins folportiert wird, nämlich der Glaube, als bestehe von Friedrich Engels Zeugnis ab. Auf dem Kongreß in Wyden ein Recht darauf, daß die drei größten Parteien das Präsidium führen war der Streit mit Hasselmann und Most, der mit ihrem und daß, wenn etwa bei uns eine Ausnahme gemacht wird, wir da- Ausschluß endete. Es kam der Kongreß von Kopenhagen, der sich durch als Abgeordnete zweiter Klasse angesehen würden. Dieser mit den Zahmen in der Partei beschäftigte und Rittinghausen allgemein verbreitete Glaube erhält aber sofort einen Stoß, sobald ausschloß. Dasselbe gilt für den Kongreß von St. Gallen. Dort sagte man einen Blick auf die Geschichte der Präsidien im deutschen Reichs- Bebel: er freue sich, daß die Fraktion nicht mehr so stark tage wirft. Das Recht, daß die größte Partei den Präsidenten, die wie früher sei, daß nicht mehr 24 darin fißen, die parlamenteln und zweitgrößte den ersten und die drittgrößte den zweiten Bicepräsidenten sich auf jeden Antrag einlassen; es sei gut, daß es nur zwölf feien, stellt, ist ein Recht, das lediglich in den Köpfen einzelner Menschen die in revolutionärem Sinne arbeiten fönnten."( Hört! hört!) egistiert, in Wirklichkeit aber noch nie dagewesen ist, es ist etivas, Damals standen sich der ultraradikale Flügel und der revisionistische worauf Ben Akibas Wort nicht zutrifft. In der ersten Legislatur Flügel gegenüber, an dessen Spizze sich Diez, May Kayser periode des Reichstages war die nationalliberale Partei die stärkste, und Hasenclever befanden. Gegen diesen richtete sich der die Reichspartei die zweitstärkste, das Centrum die drittstärkste, und Bebelsche Angriff, schließlich zum Ganzausschluß von trotzdem sehen wir, daß die Nationalliberalen den Präsidenten und Viereck und zum halben Ausschluß von Geiser führte. In Halle zweiten Vicepräsidenten, die Reichspartei den ersten Vicepräsidenten kämpfte man gegen die Jungen und gegen Vollmar. Dasselbe war stellte. in Erfurt der Fall. In Frankfurt stritten wir uns um die In der Legislaturperiode 1874 hatten die Nationalliberalen Bauernfrage und die Stegmüllerei; in Berlin war es die Agrar155 Mitglieder, das Centrum 91, die Freisinnigen 50, die Reichs- frage, aber Bebel stand damals auf der rechten Seite.( Hört, partei 36. Trotzdem erhielt die Reichspartei den ersten Vice- hört!) In Hamburg war es Bebel, dem die Berliner vorwarfen, präsidenten. Den ersten Präsidenten stellten allerdings die National- daß er nicht genügend revolutionär sei. Dann nahm die Bernsteinliberalen, aber das Centrum als ziveitstärkste Partei fiel ganz aus. Debatte ihren Anfang, die immer reichliches Material zu dem Zwist In der letzten Session der betreffenden Legislaturperiode kam es geliefert hat, den wir nun einmal haben müssen. Was sind nun sogar so weit, daß die Nationalliberalen den Präsidenten und den eigentlich die Revisionisten? Gerade gegenwärtig ist nach meiner zweiten Vicepräsidenten stellten. 1877 war es ähnlich. 1878 waren die Ueberzeugung die Partei so einig, wie nie zuvor.( Lebh. Zustimmung.) Nationalliberalen am stärksten, dann folgten das Centrum, dann die Im Wahlkampf ist das deutlich zu Tage getreten, wenn wir so zerKonservativen und dann die Reichspartei. Nichtsdestoweniger blieben die rissen wären, wie Bebel sagt, wie wäre es da gelungen, zu jenem zweit und drittstärkste Partei vom Präsidium ausgeschlossen, Reichs- gewaltigen Protest und Sieg am 16. Juni zu gelangen.( Lebh. Beifall.) partei und Nationalliberale teilten sich in das Präsidium. In und gerade weil wir so geschlossen waren, wie nie zuvor, hat das derselben Periode treten Fordenbeck und Stauffenberg, der Präsident Hineinwerfen eines Gegensages so gewaltige Erregung hervors und der Vicepräsident, vom Präsidium zurück, und in der Folge war gerufen. Deshalb war der Ausbruch so elementar. Die Erregung die stärkste Partei im Präsidium überhaupt nicht vertreten. war nicht eine Folge vorangegangener Uneinigkeit, darin irrt Bebel. Dasselbe wiederholte sich 1881. Damals waren die Freisinnigen Wenn man sich über tausenderlei verschiedene Dinge zu streiten hätte, infolge der Fusion der Sezessionisten und der Fortschrittspartei dann würde die Vicepräsidenten- Frage einen Tag lang studiert auf 115 angewachsen, sie bildeten die stärkste Partei, waren worden sein, und man hätte sich dann über die andren Dinge weiter aber nicht im Präsidium vertreten, und so könnte man die ganze gestritten, aber weil jeder Streitgegenstand sonst fehlt, wurde der Geschichte der Präsidien durchgehen: niemals haben die drei stärksten heineingeworfene Knochen von allen Seiten gepackt.( Sehr Parteien in dieser Reihe sich in das Präsidium geteilt. Nun fragt richtig!) Die Genossen, die als Revisionisten bezeichnet werden, es sich, welche Grundsäge denn eigentlich bei der Besetzung des geben den Projektmachern, die wir in vielen Orten haben, Präsidiums maßgebend gewesen sind. Um diese Grundsäße zu er- Stoff, alle möglichen Vorschläge als Revisionismus auszugeben und fennen, müssen wir die Gründe untersuchen, aus denen die einzelnen damit örtliche Streitigkeiten zu veranlassen. Jeder Projektenmacher Präsidenten zurückgetreten sind, oder aus denen stärkere Parteien sich tritt als Revisionist auf und beruft sich darauf: ja, die Revision ist nicht am Präsidium beteiligt haben. Warum traten die National- ja schon vorhanden. Darüber haben sich die Genossen lange geliberalen 1879 zurück? Es war damals ein Umschwung in der ärgert, aber der Kampf gegen die Brotwucherer führte zur Einigkeit Zollpolitik eingetreten, der Zolltarif wurde beraten, und als Die alten Stänkereien, die die Versammlungen angeödet und bei einer Reihe von namentlichen Abstimmungen der damalige leer gemacht hatten, verschwanden, und da tommt der Präsident Forckenbeck in der Minorität geblieben war, legte Vorschlag Bernsteins und ruft den Ausbruch der Enter infolge der Meinungsverschiedenheit mit der Mehrheit und rüstung gegen die Projektenmacherei hervor, die wir erlebt haben. aus Gesundheitsrücksichten", wie es in dem an den Reichstag Wenn auch nicht überall flar erkannt, so wurde es doch instinktiv gerichteten Schreiben heißt, sein Amt nieder. Auch der erste Vice- empfunden, daß dieser Vorschlag eine vollständige Revision der Den Vorsitz führt Singer. Eingegangen ist ein Schreiben von vier Genossen aus Posen, präsident Stauffenberg wurde plößlich krank und erklärte, aus Grundsäße und der Taktik der Partei voraussetzt.( Sehr richtig!) die im Auftrage einer Anzahl polnischer Genossen ihr Bedauern über Gesundheitsrücksichten nicht länger das Präsidium behalten zu können. Das Wort Hofgängerei ist hingeworfen worden, ein wunderbar ( Heiterkeit.) Er hatte die übliche Ministerkrankheit. In Wirklichkeit schönes Wort. Unter Hofgänger versteht man die Dienstboten der die Annahme des Antrages Rosa Luxemburg in der Polenfrage aus waren es natürlich die politischen Gegensäße, die ihn veranlaßten, Tagelöhner, die unter der mecklenburgischen Leibeigenschaft leben. drücken. Rosa Luxemburg habe den Parteitag nicht richtig informiert. vom Präsidium zurückzutreten. An seiner Stelle wurde kein National( Heiterkeit.) Daß an und für sich nicht gegen bestimmte Formen Nur auf Grund der falschen Information sei ein solcher Beschluß liberaler als Präsident gewählt, sondern der Centrumsmann v. Francen- gewettert zu werden braucht, ist ja klar, denn es ist die möglich geworden. stein. Wären die Nationalliberalen noch so, wie seiner Zeit Franckenstein Möglichkeit vorhanden, daß ein Socialdemokrat zu Hof gehen muß. Der Barteitag tritt in die Tagesordnung: Fortsetzung der und Stauffenberg, so hätte Büsing nicht das machen können, was er weil er sich nicht weigern kann, will er nicht sein Mandat verlieren. Beratung über Punkt IV:" Taktik" ein. Singer: Es ist ein" Antrag auf Schluß der Debatte ein- mitgemacht hat.( Sehr wahr!) Weiter! 1887 wurde der Reichstag( Hört! hört!) In§ 68 der Geschäftsordnung des Reichstages steht, infolge der Ablehnung der Militärvorlage aufgelöst und es gelang daß wenn eine Adresse durch Deputierte überreicht werden soll, der Dr. Lindemann- Degerloch spricht für Annahme des Schluß hatten 99 Mitglieder, das Centrum 98, die Konservativen 80, bezeichnet. Bisher waren solche Adressen nicht Usus, aber es kann einen Kartell- Reichstag zusammenzubringen. Die Nationalliberalen Präsident die Zahl der Deputierten bestimmt, und daß das Los sie Antrages. Nachdem wir zwei Tage debattiert, nachdem wir heute die Reichspartei 48. Es hätten also nach dem Rechts- kommen, daß der Reichstag das Bedürfnis fühlt, den Ansichten des morgen die beiden Theoretiker gehört haben, dürfte es wohl an der bon grundsatz, dem sie immer sprachen, die National Kaisers in Form einer Adresse zu widersprechen. Man denke Zeit sein, die Debatte zu schließen. Wir haben auch noch andre liberalen den Präsidenten, das Centrum den ersten und die an einen ähnlichen Fall, wie bei der Aeußerung des Kaisers Fragen zu behandeln.( Sehr richtig!) Ein großer Teil der Delegierten ist nicht in der Lage, noch über den Sonntag hier zu bleiben. Konservativen den zweiten Vicepräsidenten stellen müssen, statt dessen über die Ablehnung der Bismarck- Ehrung durch den Reichstag. wurde der Konservative vom Kartell Präsident; der Nationalliberale Damals gab man keine Antwort, aber man fann in ähnlichen ( Sehr richtig!) Wir haben hier eine große Zahl von Arbeitern, die Dr. Buhl erster und der Reichsparteiler Dr. Unruh zweiter Vice- Fällen eine Antwort geben wollen. Wenn einer unsrer Leute durch am Montag wieder in Arbeit gehen müssen. Heine- Berlin: Ich bitte Sie, den Antrag abzulehnen, präsident. Das Centrum hatte es abgelehnt im Startell- Reichstag das Los bestimmt wird, die Meinung des Reichstags dem Kaiser im Präsidium zu ſizen. Glaubt Bernstein, daß die Gegen- ins Haus zu bringen, so kann er sich nicht drücken, wenn er sein wenigstens jetzt noch. Ich will gar nicht davon reden, daß fäße zwischen uns und der Politik der herrschenden Klassen Mandat nicht verlieren will. Also auch schon jetzt ist ein Gehen zu der ich einer der am meisten Angegriffenen bin, dadurch um die Möglichkeit komme, mich zu verteidigen, denn ich weniger scharf sind, als die Gegenfäße waren, in denen Frankenstein Hofe nicht ausgeschlossen. Ich glaube aber auch weiter, daß die stehe als 25. auf der Rednerliste, und daß bis dahin geredet wird, sie weniger schroff sind, als die Gegensätze zwischen Regierung und fidium zu übernehmen und zwar eher, als wir in der Majorität und Stauffenberg sich 1879 zur Mehrheit befanden? Oder daß Socialdemokratie in die Lage kommen kann, einen Posten im Prädas glaube ich selbst nicht. Ich bin aber der Ansicht, daß das, was Centrum im Jahre 1887? Diese Frage wird Bernstein verneinen im Reichstage find.( Hört! hört!) Es mag das nicht wahrscheinlich die beiden nächsten Redner sagen werden, namentlich Molkenbuhr, müſſen. Soviel Tattgefühl sollten wir jederzeit haben, um zu sein, aber es ist nicht unmöglich. Nehmen wir an, daß die ein sachlich ganz neues Moment in die Debatte bringen wird. Der Schluß- Antrag wird abgelehnt. Für die Ansichten eines Einzelnen kann Berlins Delegation nicht verantwortlich gemacht werden.( Beifall.) Für Berlin I: Oppel, Lucht. II: Köderit, Fülle, Werner. III: Jonas, Friz, Dr. Friedeberg. " " IV: Franke, Laaser, Vogel. " V: Liepmann, Friedländer. " IV: Fischer, Mars, Freythaler. " Teltow- Beeskow: Pieleke, Meiling, Otto Hoffmann. Nieder- Barnim: Schumann, Welf, Freywaldt. die Frauen von Berlin und Umgebung: Emma Jhrer, Ottilie Baader, Minna Jung, Marie Klotzsch. Die zweite Erklärung lautet: Als Teilnehmer an den Besprechungen der Berliner Delegierten erklären sich mit deren Erklärung betreffend den Zwischenfall Fischer- Hoffmann- Täterow völlig einverstanden Wels. Grunwald. Kokke. C. Legien." Die dritte Erklärung lautet: Wir haben uns der Erklärung der Berliner Delegierten nicht angeschlossen, weil wir dieselbe durch die bereits gewordene Aufflärung für erledigt halten, besonders aber, weil wir es nicht nur für unser gutes Recht, sondern für die Pflicht der Delegierten halten, sich über einen Punkt der Tagesordnung wie die Vorstandswahl, zu welchem nach altem Brauch des Parteitages eine Disfussion nicht stattfindet, auszusprechen; ein Recht, welches wir uns nicht nehmen lassen, eine Pflicht, der wir uns ohne Rücksicht auf die in Frage kommende Person oder auf etwa entstehende Verdächtigungen nie entziehen werden. A. Täterow. A. Hoffmann." Nach Verlesung einiger Glückwunsch- Telegramime wird die Sigung 1% Uhr geschlossen. gegangen. ich, = Nachmittagssigung. 3 Uhr. Molkenbuhr: sagen, daß wir nicht einen Mann aus unsren Reihen dazu zwingen, Junkerei die Regierung in die Klemme bringt, daß die Interessen der regelmäßig Vorlagen als angenommen zu erklären, gegen die er Großindustrie durch das Junkertum so verlegt werden, daß diese und die Fraktion ist. Schon das ist für uns Grund genug, den Großindustrie unter allen Umständen den Abschluß von HandelsIch möchte Bernstein empfehlen, sich einmal in die Lage zurück- Eintritt ins Präsidium abzulehnen. Und damit scheiden alle Fragen, verträgen verlangt. Nehmen wir also an, es kommt ein bestimmter zubersehen, in der er sich befand, als er in den achtziger Jahren ob man Eskarpins oder ob man blauen Frack mit blanken Knöpfen Handelsvertrag, der vollständig den gegenwärtig geltenden Zolltarif Redakteur des" Socialdemokrat" war.( Sehr gut!) Er möge tragen soll usw. aus. Nein, wir könnten einen Präsidenten nur be- aufhebt, und nehmen wir weiter an, daß die agrarische Reichstagseinmal überlegen, wie wohl der Redakteur Bernstein im" Social kommen durch die Gnade der Mehrheitsparteien. Aber daran werden majorität diesen Handelsvertrag ablehnt, dann würden die Neudemokrat" geschrieben haben würde über einen Genossen, der eine wir nicht appellieren. Am allerwenigsten in dem Augenblick, wo wir wahlen auf Grund einer bestimmten Parole, auf Grund des folche Taktik verlangt hätte, wie er sie hier empfiehlt. Wäre es infolge unsrer Stärke das, was wir wollen, fordern können. Alle Handelsvertrages stattfinden. Und nehmen wir dann an, daß eine ihm möglich, sich 1% Jahrzehnte zurückzubersetzen, so würde er selbst diese Fragen scheiden vollkommen aus, und nur, weil Bernstein in handelsvertragsfreundliche Mehrheit gewählt wird. Glaubt, Parteibegreifen, welche Stimmung in weiten Parteikreisen sein ganzes feinem Artikel eine falsche historische Darstellung gegeben genossen, dann wird Ballestrem ebensowenig an dem Plate bleiben, Auftreten notwendigerweise hervorrufen muß( Sehr gut!), da die hat, ist der Streit um so nebensächliche Fragen entstanden. Wenn als es Fordenbeck geblieben ist. Zahl derer, die heute so denken und fühlen, wie er damals, in der Bernstein sich das überlegt, so wird auch er zu der Ansicht kommen, Dann hat die handelsvertragsfreundliche Mehrheit die Geschäfte Partei noch sehr groß ist.( Lebhafte Zustimmung.) Bernstein ist daß es besser gewesen wäre, seinen Artikel nicht in der Juli- Nummer zu übernehmen.( Hört! hört! und Bewegung.) In diese Rolle einer zu seinem Vorschlage in Bezug auf die Vicepräsidenten- Frage, wie der Social. Monatshefte" zu veröffentlichen, sondern die Frage erst Regierungspartei sind wir schon gekommen. So bei dem Handelser sagt, dadurch gekommen, daß er einen Artikel über den Ausfall noch länger zu prüfen. Und wenn er die Frage etwas näher vertrag mit Rußland, wo wir geschlossen für den Vertrag gestimmt der Wahl für die" Socialistischen Monatshefte" schreiben mußte. geprüft hätte, dann glaube ich, hätte er das Manuskript in seinem haben und eigentliche Regierungspartei waren. Derartige Situationen Ich halte es aber nicht für besonders gut, daß man glaubt, bei Schreibpult liegen lassen. Aber leider steht er auch heute noch auf können sich wiederholen. Es ist ja richtig, daß wir uns durch eine " wir " - m " " " " folche Resolution festlegen. Ich halte die vorgeschlagene Resolution| diese Ihre Angriffe in einer Form zu deffarieren, die ich von meinem Imun, ich habe geit. Aber das wäre etwas ungewöhnliches. in ihrem ersten und zweiten Teile für sehr bedenklich, weil wir da- Standpunkte aus als durchaus befrie igend ansehen kann." Ich er- Man kann so etwas höchstens in Ausnahmefällen machen. Den mit unsre Taftit nicht von der eignen Entschließung abhängig widerte ihm: sobald die Rede vorliegt und nach meiner Ansicht Ihre ganzen Grundsatz jedoch darf man nicht über den Haufen werfen. machen, sondern von dem Entschlusse andrer Leute. Die Resolution Auffassung eine richtige sein sollte, bin ich gern bereit, Ihnen die Was die Verhandlungen zwischen Heine und mir betrifft, so bespricht von den durch die Geschäftsordnung gebotenen Pflichten. die gewünschte Erklärung zu geben." Nachdem ich nun den Bericht zogen sich diese Verhandlungen auf einen Antrag, in dem Heine Was kann aber nicht alles geboten werden? Auch das haben wir des Vorwärts" gelesen habe, sehe ich ein, daß Eisner persönlich genannt ist. Ich bin mit ihm übereingekommen, vorzunicht in der Hand. Es ist ein Unding, unser Thun und Lassen sich durch meine Worte verlegt fühlen founte, abhängig machen zu wollen von dem, was in der Geschäfts- besondere ins- schlagen, daß dieser Antrag. der mit dem Wortlaut unsrer Resolution durch das Wort, daß es ihm verboten nichts zu thun hat, besonders verhandelt wird. Als ich ihm sagte, ordnung des Reichstags steht.( Vielfache Rufe: Sehr richtig!) fein solle, für einen bestimmten Teil des Vorwärts" zu schreiben. daß er darüber feine persönliche Bemerkung zu machen brauchte, Wir müssen frei entscheiden dürfen, was wir thun wollen. Diese Befürchtung von Eisner ist aber unbegründet. Es ist ganz zog er feine Wortmeldung zurück. Will Heine einen Beschluß im ( Erneute Zustimmung.) Was steht in der Geschäftsordnung? Der ausgeschlossen, daß irgend einem Genossen, sowohl im Vorwärts" Sinne seines Wunsches herbeiführen, so bin ich bereit dazu, aber ich Präsident des Reichstags und in seiner Vertretung der Vice- wie außerhalb, verboten werden soll, in parteitaktischen oder pro- meine, wir haben keine Veranlassung, außer der einen Ausnahme, präsident natürlich hat die Vertretung des Reichstags nach außen grammatischen Fragen das Wort zu ergreifen. Ich hatte vielmehr die wir bei Bebel gemacht haben, und die natürlich auch auf Vollmar zu übernehmen. Unter dieser Vertretung nach außen aber kann die Absicht, durch den Parteitag feststellen zu lassen, wie fünftig zutrifft, noch weitere Ausnahmen zu machen. nichts andres verstanden werden als was man bisher darunter ver- gegenüber den Streitigkeiten in der Partei und den Kritiken der Heine: Da mir der Vorsitzende die Erlaubnis zu geben standen hat. Sollten aber Zweifel entstehen, was bisher gegnerischen Presse über die Partei verfahren werden soll. Ich trug scheint, auf die Vormittags- Sizung zurückzugreifen, jo will ich cincn Gebrauch war, dann kann die Mehrheit in die Geschäfts- mich mit der Absicht, in Berlin bei den zuständigen Instanzen weiteren Beschluß nicht herbeiführen. Ich werde mich nicht mit dem ordnung des Reichstags alles hineinsehen, was sie will, zu beantragen, daß ein bestimmter Genosse für diesen Teil beschäftigen, was Bebel über mich gesagt hat, sondern was feautsky sie kann die Vertretung nach außen bestimmt deflarieren. verantwortlich fein solle, und hierfür wäre Eisner, heute früh ausführte. Kautsky hat gesagt, alle deutschen Revisionisten Zu dem bisher Gebräuchlichen gehörte die Anmeldung der Kon- nach seiner ganzen Qualifikation, die ja eine viel be- hätten sich für Millerand ausgesprochen. In einer Versammlung ftituierung des Reichstages und der Wahl vom Präsidium beim deutendere ist, nicht in nicht in Frage gekommen. Es hat mir vom 29. Juli dieses Jahres habe ich laut Bericht des„ Vorwärts" Kaiser. die Teilnahme an Kaisers Geburtstag und an Hoffestlichkeiten fern gelegen, aussprechen zu wollen, daß Eisner oder einem andern gesagt: Freilich solle das nicht bedeuten, daß die Politik der und die Teilnahme an Ministersoireen. Man kann aber auch in die Redakteur des Vorwärts" das Recht beschnitten werden dürfe, im französischen Genossen nach Deutschland verpflanzt werden Geschäftsordnung weiter hineinsehen, daß hierbei die Vorschriften Vorwärts" seine Anschauungen über Parteitaktit zu ent- folle, wo alle Voraussetzungen dafür fehlten und ich habe bes Hofmarschallamtes von den Präsidenten zu beachten sind. Damit wickeln.( Sehr richtig!) Eine Zurückseßung von Eisner, wie er weiter erklärt, daß ich auch in Frankreich dies Experiment für würden wir also durch diese unsre Resolution abhängig werden nicht sie aus meinen Worten herauslesen konnte, habe ich nicht be- die französischen Genossen für schädlich gehalten habe. Die Benur von den Beschlüssen der Mehrheit, sondern auch vom Willen des absichtigt. dann von Bollmar unterstellt hauptung, daß alle Revisionisten, worunter auch ich einbegriffen bin, Hofmarschallamtes. Ich halte es für richtig, den ganzen ersten worden, ich hätte auf dem Kölner Parteitage die Gewerkschafts- obwohl ich selbst diesen Ausdruck niemals gebraucht habe, sich für Absatz in Wegfall zu bringen. Was darin steht, ist vollkommen führer angegriffen, weil sie an einer Beratung über die Gründung Millerand ausgesprochen hätten, trifft also, soweit meine Person in überflüssig. Die Fraktion wird schon wissen, zu thun, was paritätischer Arbeitsnachweise von bürgerlicher Seite teilgenommen Betracht kommt, nicht zu. Weiter hat Stautsky erklärt, daß wir nötig ist. Sollte das Mißtrauen gegen die Fraktion aber hätten, während ich selbst später in Zürich einem Kongreß dieser Art Revisionisten uns durchweg identifizieren mit den Auslassungen bon fo groß sein, daß man nicht glaubt, die Fraktion werde so be- beigewohnt hätte. Da ist Vollmar ein starker Irrtum unterlaufen. Im Bernstein in seinem Buch über die Voraussetzungen des Socialis schließen, wie es der Wille der Mehrheit unsrer Partei ist. Dann ersten Falle handelte es sich um eine private Konferenz; 1897 dagegen mus. Kautsky hat einige Stellen aus Bernsteins Schrift verlesen. fann man ja die Teilnahme am Präsidium abhängig machen davon, um einen Kongreß für Arbeiter- Schutzmaßregeln, auf dem die bürgerlichen Er hat aber nicht mitgeteilt, daß diese Stellen fast ausnahmslos daß die Dreiviertelmehrheit oder die Achtneuntelmehrheit in der Parteien vertreten waren. Weiter hat Vollmar gesagt, auch ich dieselben sind, gegen die ich bereits öffentlich Verwahrung Fraktion dafür ist, oder auch daß ein solcher Beschluß einstimmig hätte die frühere, negierende Haltung gegenüber der Versicherungs- eingelegt habe. Ich habe zu jeder Zeit protestiert gegen die Identi von der Fraktion gefaßt werden muß. Einer wird doch wohl in der Gesetzgebung aufgegeben. Dem gegenüber konstatiere ich, daß nach fizierung meiner politischen Auffassung mit der von Bernstein. Fraktion sein, der so denkt wie die Mehrheit. Aber machen meiner Auffassung die Stellung der Fraktion zu den Versicherungs- Ich habe auf Seite 424 der Soc. Monatshefte" 1902 ausgeführt: auf keinen Fall unsre Entscheidungen abhängig von gefegen jetzt, wo es sich um eine Verbesserung dieser Geseze handelt, Wie ich schon bei andrer Gelegenheit gesagt habe, legen wir sogen. Dingen, auf die wir keinen Einfluß haben.( Sehr richtig!) eine ganz andre ist als damals, wo es sich um die Grundlagen Bernsteinianer Wert darauf, nicht eine kompakte Masse von Gläubigen Dabei will ich im Vorübergehen eins fonstatieren: Bebel hat sich handelte und wir alle Ursache hatten, die ungenügenden Grundlagen zu eines Bernsteinschen Dogmas zu sein, sondern wir meinen, daß die geirrt, als er behauptete, daß die socialdemokratische Fraktion die bekämpfen. Vollmar hat weiter Aeußerungen aus einem Artifel des Lebensfähigkeit der Socialdemokratie durch möglichste Freiheit indi neue Tattit, nämlich bestimmte Gefeße nicht ohne weiteres abzu- Züricher Socialdemokrat" vom 28. Oftober 1886 über die Beteiligung vidueller Auffassungen verbürgt werde." Und in Lübeck habe ich Tehnen, nur mit 14 gegen 13 Stimmen gefaßt hat. Die Abstimmung an der bayrischen Landtagswahl verlesen und gemeint, der Artikel laut Protokoll gefagt: Sie sehen, so sehr ich Bernstein in vielen innerhalb der Fraktion über diese Frage entstand beim Invaliditäts- rühre von mir her. Der Artikel war von mir nicht unterschrieben, ich Punkten recht gebe, so sehr ich ihn schätze, Bernstein und ich bilden gefeß. Es ist mit großer Mehrheit beschlossen worden, für das taun mich nicht entsinnen ihn geschrieben zu haben, tann allerdings auch feine Versicherung auf Gegenseitigkeit zu Lobeserhebungen, so daß Jubaliditätsgesetz zu stimmen, so daß man durchaus nicht von einer nicht das Gegenteil behaupten. Was sodann die Aeußerung wir in den uns zur Verfügung stehenden Blättern uns erzählten, Zufallsmehrheit sprechen kann.( hört! hört!) Dann aber will ich Vollmars bezüglich meiner Stellung zur Haltung der bayrischen was für vorzügliche Sterle wir wären und wie prächtig nochmals fonstatieren, es ist in der Fraktion durchaus nicht Landtags- Fraktion in der Wahlrechts- Frage betrifft, so will ich nicht wieder unsre lezte Arbeit geraten sei.( Seiterkeit!) Nein, immer so, daß auf der einen Seite die fogenannten bestreiten, daß Vollmar meine Aeußerungen es handelt sich aller- wir bilden teine geschlossene Masse, jeder nimmt sich das unbedingte Revisionisten und auf der andren Seite die Nicht- Revisionisten dings um ein Privatgespräch dem Sinne nach richtig wiedergegeben Recht der Kritik heraus." Weiter hat Kautsky gesagt, die Revisio stehen. In einer der letzten Fraktionssizungen ist z. B. hat. Ich habe nicht nur mit ihm, sondern auch mit Ehrhardt nisten gäben das Princip des Klaffenkampfes auf, und er hat zum ein Antrag Bebel, wonach wir die Abänderung des§ 175 in München darüber gesprochen. Ehrhardt sagte:„ Na, Du hast ja Beweise dafür ein paar Stellen aus Bernsteins Borausseßungen R. Str. Gej.-B. verlangen sollten, als nicht den Parteigrundsäßen den großen Kampf, den Du gegen uns angekündigt hast, nicht unter- des Socialismus“ vorgelesen. Ich kann Bernstein im Rahmen entsprechend abgelehnt. Er wollte diese Forderung zu einer Partei- nommen." Ich erwiederte: hr irrt Euch; in meinem Artikel steht dieser Bemerkung nicht rechtfertigen, sondern kann nur sagen, sache machen und gerade der sogenannte Revisionist Heine nichts davon, daß ich in der Hauptstadt des Landes, angesichts der was ich selbst darüber geschrieben habe. Jm Oftober 1899 hat diesen Antrag aufs schärffte bekämpft. Da gilt es: Rechter Gegner die Sache zur Sprache bringen werde. Das halte ich in schrieb ich in den Das halte ich in schrieb ich in den" Socialistischen Monatsheften": ,, Dagegen Hand, linker Hand, alles vertauscht". Ich halte es für über- Gurem Interesse und in dem der Gesamtpartei für schädlich.( Ehr scheinen mir alle diese Umstände nicht den Ausdrud Bern flüssig, daß die Resolution angenommen wird, weil ich mir hardt: Das war sehr liebenswürdig!) Das ist mir ganz egal. steine zu rechtfertigen, daß die kapitalistische Entwicklung von fage, die Partei will die bisher befolgte Tattit innehalten. Durch Ich habe in dem Gespräch noch hinzugefügt: Ja, wenn Ihr auf solche der Zunahme der Kapitalisten aller Grade begleitet sei, und ebensodie Annahme der Resolution schütten wir Wasser auf die Mühle der Debatte so erpicht waret, so fonntet Ihr sie ja provozieren( Sehr wenig widerlegen sie die Thatsache der fortschreitenden Prole fogenannten Revisionisten, die da sagen werden, der Parteitag er- richtig!). Das habt Ihr aber nicht gethan, jedenfalls aus denselben tarisierung der Mitteltassen. Wie ich mich in dieser Beziehung kennt an, daß die alten Beschlüsse über die Taktik nicht mehr aus Motiven, aus denen ich es unterlassen habe. Sodann hat Vollmar Bernsteins Ansichten über den allgemeinen Gang der Entwicklung reichen. Am liebsten wäre mir eine motivierte Tagesordnung, einen Sab aus meiner Etatsrede im Reichstage berlesen; er nicht anschließen tann, so muß ich es auch bestreiten, daß der Kampf worin einfach erklärt wird, wir lehnen es ab, die bisherige Tattit hat es aber unterlassen, weiter zu lesen. Hätte er das gethan, der beiden wirtschaftlichen Haupttlassen sich fortgesezt mildere. der Partei zu ändern. Die bisherige Tattit der Partei, die uns so wäre er unmöglich zu solchen Schlußfolgerungen gekommen. Ich Soviel er an äußerlicher Meinheit abstreift, so viel verschärft zu folgen geführt hat, sie wird uns auch weitere Erfolge bringen. sagte mit Bezug auf das Programm des Kanzlers: Gewiß, ein er fich an innerlicher Intensität. Die gewaltsamen Ausschreitungen ( Lebhafter Beifall.) sehr schönes Programm! Und wenn der Herr Reichskanzler seine der Vergangenheit, die Zerstörungen von Fabriken und Maschinen, Singer erklärt den Wahlakt für den Vorstand und Kontrolleure sehr einflußreiche Stellung benußen will, um dies zu verwirklichen, Versuche gewaltsamer Revolutionen waren völlig bereinbar mit für geschlossen. Er teilt mit, daß zu der Erklärung der so wird er an uns seine besten und treuesten Bundesgenossen finden!" gänzlicher Unklarheit über das eigentliche Klasseninteresse des ProPosener Genossen Frau Rosa Luxemburg folgende Gegenerklärung Diesen Satz hat Vollmar gelesen, aber nicht den folgenden Sat: letariats. Die heutigen Gewerkschaftskämpfe in geregelten, gesetzgiebt: Bezugnehmend auf die Einsendung aus Posen habe ich Aber das wird ihm sehr schtver, wenn nicht unmöglich sein. Er lichen Formen, die heutige Reformpolitit auf dem Gebiete des meinerseits hier zu erklären, daß, da es auf dem Parteitage un fann viel thun in der Richtung, die ich soeben angedeutet habe, aber, Arbeiterschußes sind ein viel schärferer Klassenkampf und werden auch möglich ist, den Sachverhalt; der dieser Quertreiberei zu Grunde Herr Reichskanzler, in der Richtung, die Sie gestern andeuteten, von den Unternehmern so empfunden. Und daß das Unternehmertum liegt, auseinanderzusetzen, ich nächstens in der Presse Ge- direkt für den socialen Aufschwung zu arbeiten, damit immer mehr als Ganzes heute gehässiger denn je gegen die Arbeiterschaft legenheit nehmen werde, es in ausführlicher Weise zu thun." Individuen in die wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung ges auftritt, dürfte Bernstein für den Kontinent wohl zugeben," Weiter ist folgendes Amendement zu Resolution 130 noch langen, das wird Ihnen nicht möglich sein, da steht das Dann hat Kautsky die Revifionisten verantworlich gemacht das eingelaufen, der Resolution 130 am Schluß folgenden Bassus hin- Wesen und die Natur der bürgerlichen Gesellschaft Ihnen entgegen. war der Kern seiner Ausführungen für die Abschwächung des zuzufügen: ( Sehr gut!)" Wäre dieser Sab mitcitiert worden, der in engster politischen Kampfes, die er aus Bernsteins Bemertung über die Verbindung mit dem Vordersah steht, dann wäre der Eindruck meiner Wirkung der Phraseologie der Bourgeoisie gegenüber ableitet. Ich Rede ein ganz andrer und die Kritik von Vollmar ganz un- ftelle fest, daß ich an derselben Stelle folgendes gesagt habe: möglich gewesen.( Lebhafte Zustimmung.) Ich hätte noch viele Steiner, auch Bernstein nicht, hat je behauptet, daß wir durch die persönliche Bemerkungen gegen Vollmar zu machen, will das aber Socialreformen im heutigen Staatswesen alles erreichen würden, unterlassen mit Rücksicht auf die Geschäftslage und auch, weil ich was uns als Ziel vorschwebt, aber wir wissen, daß wir zur Zeit überzeugt bin, daß die Leser reif genug sind, beide Reden würdigen jedenfalls nichts andres thun können, und daß wir gar nichts Die Diskussion wird hierauf mit großer Mehrheit geschlossen. zu können. Nur noch ein Wort gegen Auer! Er hat einen Brief, erreichen würden, wenn wir jetzt nicht die Grundsteine legen Zur Geschäftsordnung erklärt den ich vor genau 30 Jahren aus dem Gefängnis an ihn geschrieben wollten, auf denen wir später weiter bauen müssen." Unter diesen Bebel: Zu der von uns eingebrachten Resolution 130 liegen habe, citiert. Vor ein paar Tagen sagte er, er habe die letzten Briefe Umständen kann ich leider den Optimismus nicht teilen, mit dem eine Reihe von Amendements vor, so daß mehrfach der Wunsch von mir nicht gelesen, sondern beiseite gelegt. Das nehme ich ihm Bernstein eine friedliche Entwicklung zur Demokratisierung und Maut geworden ist, daß ich kurz erffäre, wie die Antragsteller der nicht übel, das ist seine Sache. Aber gewundert habe ich mich, daß Socialisierung der Gesellschaft als sicher voraussagt."" Ich persönlich Resolution zu den Amendements stehen. Irgend ein Wort der jemand, der keine Zeit hat zwei Briefe von zwei bis drei Seiten bin wahrlich kein Liebhaber starter Worte, und renommistische Motivierung hinzuzufügen ist mir natürlich nicht möglich. Was den innerhalb vierzehn Tage zu lesen, einen achtzehn Seiten langen Bukunftsdrohungen sind mir direkt zuwider, aber ich glaube doch, Absatz 1 betrifft, so haben wir ja gestern mitgeteilt, daß der erste Brief, der vor dreißig Jahren geschrieben ist, durchlesen kann( Sehr daß Bernstein sich irrt, wenn er das, was er unsre Freß Antrag durch Nr. 140 eine andre Fassung erhalten hat. richtig!), um diesen zur Bekämpfung meiner Person und meiner legende nennt, für die Schwäche des deutschen Liberalismus Jim weiteren beantragen Stadthagen und Genossen die Auffassung zu benutzen. Auer bemerkte, der betreffende Brief sei verantwortlich macht. Der blöde Haß gegen die Socialdemokratie, Worte oder der Geschäftsordnung" in Absatz 1 zu streichen. Ich kann ein Kasfiber. Das ist nicht richtig. Der Brief ist durch die Hände die Angst vor jedem Schimmer eines demokratischen Gedankens find teine Erklärung über unsre Stellung zu diesem Antrage abgeben, da und die Kontrolle des Direktors des Gefängnisses gegangen. in Deutschland um so ärger geworden, je mehr die Socialdemokratie ich mich mit den Mitantragstellern der Resluzion nicht verständigt( Hört! hört!) Wenn der Brief nicht das Imprimatur des Direktors die Allüren ihrer Jugendjahre abgestreift hat, bei denen es einem habe. Unter Nr. 141 den Antrag Legien, das Wortt Revisionisten" trägt, so vielleicht, weil das Couvert verloren gegangen ist in der That manchmal nicht gewundert hätte, wenn zu streichen, tönnen wir uns nicht entschließen, zu acceptieren; da- oder weil der Herr mit Rücksicht auf meine Stellung ich sie den Philifter erschreckt hätten. Alles Reden von der gegen haben wir negen den weiteren Antrag Legiens nichts ein- war damals Reichstags- Abgeordneter und auch in Sachsen läßt Revolution, alle blühende Phraseologie habe nicht halb so zuwenden, das Wort Weltpolitik" durch Weltmachtspolitik" zu man in einem solchen Falle noch eine gewisse Höflichkeit einschüchternd auf das Bürgertum gewirkt, wie die nüchterne zrfezen. Den ferneeen Antrag Legien sind wir bereit anzunehmen, gelten sich, sagte: Dem willst du nicht den Gefängnisstempel auf- ruhige Reformarbeit, an der wir uns beteiligen. Wir, d. h. die überweil er die Lücken ergänzt, auf die schon der Antrag brücken. Also der Brief ist durch die Hände des Direktors gegangen wiegende Masse der deutschen Socialdemokraten, wagen zu scheinen, Timm und andre Anträge hinweisen, die uns eine ganze und von ihm gelesen worden. Ich weiß das genau, denn ein paar was wir sind, nämlich eine Partei der praktischen Reformen mit einem Reihen von Aufgaben übergeben sehen mochten. Der Antrag 148 Tage später kam der Direktor, wie so oft während meiner Haft zu auf die Umgestaltung der Grundlagen der Gesellschaft gerichteten, also Wurm und Genossen erklären wir zu acceptieren. mir, und wir sprachen da sowohl über diesen Brief, wie über eine revolutionären Jdeal und Endziel" und ich habe mich dann gegen die Legien: Mir ist es durch den Schluß der Diskussion unmöglich Reihe andrer Briefe, die ich geschrieben hatte. Es war eine von Bernstein vorgeschlagene Namensänderung gewendet. The ich geworden, meinen Antrag näher zu begründen, ich bin aber über Diskussion politischer Art, so lebhaft, daß ich meinem Temperament diesen Artikel veröffentlichte, habe ich das Manuskript Vollmar zeugt davon, wenn es mir möglich gewesen wäre, dies zu thun, entsprechend etwas sehr laut sprach, und da sagte mir der Direktor: gezeigt. Wir haben uns über den Inhalt verständigt, er war damit wäre er angenommen worden. Nachdem Bebel außerhalb der Herr Bebel, pit, pft, rechts und links haben wir Nachbarn. einverstanden. Ich erwähne das nicht, um mich gegen einen in der Diskussion sich gegen meinen Antrag gewandt hat. ( Heiterkeit.) Luft schwebenden Vorwurf zu wenden, sondern um zu beweisen, daß der Revisionismus, gegen den sich die Resolution richtet, gar nicht existiert.( Bustimmung und Widerspruch.) Der Parteitag erwartet vor allem, daß als Hauptaufgabe in der nächsten Zeit die Agitation draußen im Lande betrachtet wird, die darauf gerichtet werden soll, das gewaltige Wachstum der Partei in die Breite, das sie in den letzten Reichstagswahlen erfahren hat, durch eine entsprechende Vertiefung der socialistischen Erkenntnis und Schulung der neu gewonnenen Kräfte zu ergänzen." " Singer: Bebel hat nicht gegen Ihren Antrag gesprochen, sondern nur erlärt, daß die Antragsteller ihn nicht acceptieren. erklärt # 9 " 鶯 Heine: Ich bin mir nicht flar, ob ich mit der persönlichen BeLegien: Nachdem Bebel außerhalb der Diskussion fich gegen standen, so will er wohl nur persönliche Bemerkungen gestatten, die merkung beginnen darf. Habe ich den Genossen Singer richtig vermeinen Antrag gewendet hat, kann ich nur mein Bedauern aus fich an das halten, was in der heutigen Nachmittagssprechen, daß das Wort Revisionismus" hier parteiöffentlich Sigung gefagt ist. Ist das der Fall, dann verzichte ich. gestempelt wird. Ich kenne das Wort in der Partei nicht.( Sehr Ich habe geglaubt, daß man mir ebenso wie Bebel gestatten wird, Der Schlußbericht über die Sihung am Sonnabendabend folgt richtig!) persönliche Bemerkungen zu machen, zur Aufflärung von Irrtümern in der nächsten Nummer. Singer: Das ist nicht mehr zur Geschäftsordnung. über das, was ich gesagt habe oder gesagt haben soll, soweit es fich Bei der vorgenommenen Abstimmung wurde die Resolution 130 Bevor zu den persönlichen Bemerkungen übergegangen wird, auf diesen Gegenstand der Debatte bezieht. Ich habe heute früh mit mit 288 gegen 11 Stimmen angenommen. Mit Nein stimmen: Singer darüber gesprochen, er hat mich nicht darauf aufmerksam gemacht, Bernstein, Gertrud David, v. Elm, Grenz, Grüneberg, Hering, Huë, Singer: Bebel beabsichtigt hierbei auf einen Gegenstand, der daß ich meine Ausführungen einzuschränken hätte. Ich bitte mir die Lötve, Paul Müller, Gustav Müller- Breslau, Karl Schwarz, Timm, gestern diskutiert worden ist, zurückzugreifen. Persönliche Beselbe Redefreiheit zu gewähren, wie Bebel. Wenn aber der Parteitag v. Vollmar. merkungen dürfen sich im allgemeinen aber nur auf den Tag be- das nicht für zulässig hält, dann werde ich aufs Wort verzichten. Das Resultat der Vorstandswahlen ergab: Zu Vorsitzenden des ziehen, wo die Aeußerungen gefallen sind, die sie hervorrufen; ein Singer: Ich habe ausgeführt, aus welchem Grunde es erwünscht Vorstandes sind gewählt: Singer mit 286 und Bebel mit 272 Grund zum Abweichen wird aber im Fall Bebel dadurch gegeben, ist, daß der Parteitag Bebel gegenüber von dem Gebrauch bei Stimmen. Zu Sekretären sind gewählt: Pfannkuch mit 286, weil er mit Recht der An" cht sein konnte, daß diese Debatte durch persönlichen Bemerkungen abfieht und ihm gestattet, auch auf Aeuße- Auer mit 270 Stimmen. Bum Staffierer ist, Gerisch mit Schlußworte von ihm und ollmar beendet werden sollte. Das ist rungen von gestern einzugehen. Das trifft bei Heine nicht zu. Es 286 Stimmen gewählt. Zu Kontrolleuren sind gewählt: Meister nicht der Fall und deshalb nehme ich keinen Anstand, Bebels Wunsch konnte nie die Nede davon sein, daß Heine etwa das Schlußwort mit 200, Staden mit 247, Bock mit 235, Brühne mit 217, Frau Bettin zu gewähren. bekäme. Ich habe nichts dagegen, daß Heine seine persönlichen Be- mit 215, Könen mit 206, Ged mit 199, Ehrhard mit 191, Pfarr mit Bebel: Ich habe in meiner vorgestrigen Rede auf die Stelle merkungen auf die heutige Bormittags- Sigung ausdehnt, weil ja in 162 Stimmen. von Eisner am Vorwärts" bezug genommen, und Eisner sagte der Nachmittags- Sigung eigentlich nichts gesagt ist, was Als Ort für den nächsten Parteitag ist Bremen mit 107 mir dann sofort:„ Sie haben mir zwar nach verschiedener Rich- ihm zu einer persönlichen Bemerkung Anlaß geben könnte. Stimmen gewällt. tungen hin große Komplimente gemacht, aber auf der andren Seite Indessen, wenn der Parteitag beschließt, jett jezt die persön Die Verhandlungen des Parteitages werden fortgeseht und mich so schwer angegriffen, daß ich Sie dringend ersuchen muß, lichen Bemerkungen auf die ganze Diskussion auszubehnen, findet die nächste Sigung Sonntag vormittag 11 Uhr statt. Verantwortl Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 220. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Dresden, den 18. September. Schluß der Freitags- Sihung. Auer: unter ins man Sonntag, 20. September 1903. herumreisen und agitieren, ein Vorschlag, an den sich die Aelteren wunderbar ist, immer daneben zu hauen.( Große Heiterkeit.) Wenn noch sehr gut erinnern werden, so würde Bernstein wirklich der Messias und Führer der Revisionisten ist, dann ihn auslachen. Wir haben uns entwickelt, unsre können Sie ruhig schlafen( Heiterkeit), er sorgt schon dafür, daß die Taktik hat sich geändert. Nicht weil wir gescheidter ge- Bäume nicht in den Himmel wachsen.( Erneute Heiterkeit.) Nun worden sind, das ist nicht gut möglich( Heiterkeit), sondern weil fagte Bebel, er halte es für seine Pflicht, wieder einmal vor die wir durch die Verhältnisse gezwungen waren, diesen Dingen gegen- Maffen zu treten und als Konsul dafür zu sorgen, daß das Wohl über eine andre Stellung einzunehmen. Wenn uns nun jezt eine des Staates in diesem Falle der Socialdemokratie teinen gesetzgeberische Thätigkeit zugemutet wird, wie es unter Führung Schaden erleide. Er meinte, er wolle der Kaze die Schelle ummeines alten Freundes Zubeil in Teltow- Beeskow beschlossen worden hängen, damit man weiß, woran man ist. Ich halte es nicht für The ich auf mein eigentliches Thema eingehe, möchte ich ein ist( Bebel: Das ist der Antrag Timm), daß wir nicht nur, der nötig, daß die Konsuln unter das Bolt treten und es warnen. Wir baar persönliche Angelegenheiten erledigen. Während seiner gestrigen Himmel weiß, wie viele Geseze machen, sondern auch noch sehr haben einen Wahlkampf hinter uns, auf den wir stolz sein können. Wir Rede sprach Bebel davon, daß gewisse Gerüchte wohl daraus ent- umfangreiche Motive dazu schreiben sollen, so ist das eben wieder haben diesen Kampf gekämpft Schulter an Schulter( Zustimmung), standen seien, daß er in einem Briefe an mich das und jenes gesagt eine Uebertreibung. Erst sollten im Reichstage mur Reden zum Revisionisten und Radikale haben sich gegenseitig unterstützt. Als oder angeordnet hätte. Ich konnte nicht genau verfolgen, was er Fenster hinaus gehalten werden, jetzt sollen wir geradezu pack- der Kampfruf erscholl, da tannte man von diesen angeblichen Gegensagte, und rief dazwischen: den Brief habe ich noch gar nicht ge- weise Geseze schaffen und auch noch dicke Motive dazu schreiben. fäßen nichts( Lebhafte Zustimmung.), da waren jie gänzlich verlesen. Daraus ist nun hier und da die Schlußfolgerung gezogen Der Mittelweg bleibt auch da der beste. Und wenn ich in einem Punkte schwunden, und speciell Bebel, dessen wunderbare Energie und worden, als wenn das Verhältnis zwischen Bebel und mir bereits mit Bebel einverstanden bin, so mit seinen Ausführungen über die Zähigkeit wir ja alle anstaunen und deren wir uns freuen, hat unein solches wäre, das man mit dem Worte gegenseitige Schwierigkeiten der praktischen Gesezgebung. Das hört sich so bekümmert um Revisionisten und Radikale überall gewirkt und in Hochachtung" nicht mehr bezeichnen könnte. Dieser Auf- hübsch an, wenn gesagt wird, das und das Gesetz müsse aus- glänzender Weise gewirkt. faffung möchte ich entgegentreten. Zwischen Bebel und mir gearbeitet werden, aber seien Sie versichert, die Gesezmacherei will Was ist denn geschehen, daß das Vaterland nun auf einmal in findet ganz naturgemäß seit Jahren ein Briefwechsel statt. auch gelernt sein, und geborene" Gesetzesmacher haben wir unter Gefahr sein soll und daß eine derartige Aufregung in unsre Kreise Taufende von Briefen laufen jahraus jahrein beim Partei uns noch nicht entdeckt. Stritifer, gewiß, die haben wir. Und ich hineingetragen wird? Jch habe den Wahlkampf nicht mitgeführt, borstand ein, von denen ich eine große Anzahl zu lesen und zu er sage Ihnen auch: Ich bin allerdings der Meinung, daß Gesetze zu weil mein Gesundheitszustand das nicht erlaubte. Aber mit ledigen habe. Von jeher ein Mensch, der sich auch gern einmischt, machen die Aufgabe der Geheimräte ist, und daß es unsre Aufgabe ist, meinem Fühlen und Denken, aber mit meinem Herzen und wenn es gilt, die Meinungen gegenseitig auszutauschen, habe ich nachher daran Kritik zu üben und eventuell durch positive Vor- Verstand war ich dabei, und als am Abend des Wahltages nun die Erfahrung gemacht, daß es für meinen törperlichen Zustand schläge Verbesserungen herbeizuführen. von allen Seiten in München, wo ich damals war, die Siegesund besonders für meine Nerven leider Gottes, habe ich solche Wenn Bebel darauf hinweist, daß er von jeher positiv und nachrichten eintrafen, da habe ich mich gefreut wie nur einer, und und auch für den Verkehr mit meinen Genossen sehr gut sei, wenn praktisch in die Gesetzgebung eingegriffen hat, so kann ich das nur es thatsächlich für unmöglich gehalten, daß wenige Wochen später der Briefwechsel einen gewissen Grad erreicht hat, wo ich mir sagen in vollem Umfange bestätigen. Darüber, daß man die gesetzgeberische zugerufen werden kann: Wir müssen der Kaze die Schelle anhängen, muß, mit dem Austausch schriftlicher Meinungen kommen wir nicht Thätigkeit in Anspruch nehmen soll, sind wir schon lange nicht mehr wir müssen das Volk aufrufen, damit es wach bleibt gegen dies mehr zu Rande, diese Briefe zunächst zurückzulegen und zu im Streit, der Streit entsteht nur immer durch die Meinungs- jenigen, die es von den bisherigen bewährten Grundfäßen abbringen warten, bis die Wogen sich wieder geglättet haben. Denn ich verschiedenheiten darüber, was zur Zeit notwendig ist. Da ist ja wollen. Nein, Genossen, ich begreife nicht, zu welchem Zweck alle weiß, wenn ich das nicht thue und antworte, so wird die nun Bebel in derselben glücklichen Lage wie ich und jeder von uns. diese Aufregung? Man hat unter andern auch von Millerandismus, Stimmung immer gereizter und ein Erfolg kommt dabei doch nicht Was wir selbst thun, das ist notwendig, das ist gut, das muß sein, Jaurèsismus und wie diese Jsmen alle heißen, gesprochen. Das viele heraus, und den Eindruck hatte ich bei dem letzten Briefe des Ge- aber was der andre thut, da sagt man immer: Na, na! Brimbamborium, das da gemacht wird, um sich für die französischen nossen Bebel. Ich sagte mir, mit Schreiben werden wir nicht mehr( Heiterkeit.) Daraus find schon so viel Streitereien entstanden, Genossen die Köpfe zu zerbrechen, verstehe ich nicht. Ich war einig, aber in acht Tagen treffen wir uns ja in Dresden, und wie aber das ist doch kein Auseinandergehen in principiellen mit auf dem Internationalen Kongreß in Paris, ich habe im Namen es uns bisher gelungen ist, bei mündlicher Aussprache uns immer Fragen, sondern es ist das es ist das dem Menschen eigne Wesen, der deutschen Delegation sprechen müssen. Und zu was habe ich gezu verständigen und zu einem Ausgleich zu kommen, so wird das daß er das eigne Werk für gut hält, während er an dem Werk sprochen? Zur Resolution Kautsky in der Ministerfrage. Kautsky und auch diesmal der Fall sein. Ich nahm von dem Inhalt des Briefes, andrer Menschen gar zu leicht Mängel entdeckt. Bebel hat uns selbst andere hatten die Resolution gemacht, von mir ist nicht eine Silbe soweit er geschäftliche Angelegenheiten betrifft, Kenntnis und sagte mir gesagt, auch die Frage, ob man Konzessionen acceptieren dürfe, sei darin, ich gehe an so gefährliche Experimente nicht heran( Heiterkeit), dann: na, über die Streitpunkte, das machen wir später aus. Genossen, nicht von grundsätzlicher Bedeutung, es täme nur darauf an, ob die wenn ich weiß, daß Genossen da sind, die es besser verstehen. Ich die Siedehike ist ja jezt bereits überstiegen, sie ist langsam schon Konzession groß genug oder ob sie zu klein sei. Darüber haben wir sprach unter dem Betfall der sämtlichen Delegierten und Kautskys, im Abflauen begriffen, wenn ich auch nicht sagen will, daß die Sache uns schon recht gründlich bei den verschiedensten Gelegenheiten ge- der der Vater der ganzen Geschichte war, und der mir erst den Leitschon ihre befriedigende Erledigung gefunden habe. stritten. Wenn dabei nun der eine oder andre die Gewohnheit entfaden an die Hand gegeben hatte für meine Rede. Kautsky freute Dann über einen zweiten Gegenstand persönlicher Art ein kurzes vickelt, zu thun, als ob er im Besitz der einzig richtigen Kenntnis sich, daß der alte Auer sich auch diesmal wieder so gut durchWort. Er betrifft ebenfalls einen Vorwurf von Bebel, den er schon sei, daß er im Besitz der letzten Wahrheit sei, was er thut, das ist gedrechselt hatte. Es war unter uns nicht ein Einziger, der eine im vorigen Jahre in München gegen mich gerichtet hat. Er sagt, wohlgethan nun ja, das ist auch eine menschliche Schwäche, hat aber Stellung eingenommen hat in dieser Frage, wie sie nachher aus man sieht ja, daß an dem alten Auer auch kein guter Faden mehr ist. mit unsren taktischen Fragen gar nichts zu thun.( Sehr richtig!) Gründen, die ich hier nicht erörtern will, sich herausgebildet hat, so Denn die Gegner loben ihn und er weist das Lob nicht entrüstet zurück. Weiter stimme ich vollkommen Bebel zu, daß wir nie und zu keiner daß man jetzt schon thatsächlich als ein sehr zweifelhafter Genosse be Ich könnte darauf antworten: Ach Gott, man wird so häufig schlecht Beit in der Partei einiger gewesen sind als jetzt. Das ist meine trachtet wird, wenn man nicht in dem Ministerium Millerand eine Schandgemacht im Leben, wenn man mun wirklich mal gelobt wird, kann feste Ueberzeugung. Noch niemals waren grundsägliche Verschieden- that sondergleichen und in Jaurès einen Mann erblickt, der man das auch hinnehmen.( Heiterkeit.) Das wäre eine Erklärung, heiten unter uns weniger vorhanden als jetzt, und ich gestehe infolge seiner revisionistischen Reigungen die Partei vom Klaffenmit der sich auch Bebel schließlich zufrieden geben könnte. Aber so aufrichtig, daß bis in die neueste Zeit ich allerdings der Meinung bewußtsein hinweg und ins bürgerliche Lager hinüberführen will. stehen die Dinge gar nicht. Ich werde ja sehr selten gelobt; es war, daß wir das 25 jährige Jubiläum des Inkrafttretens des Ja, das hätte man damals in Paris sagen sollen. Dann hätte ich tommt vor, aber man merkt doch die Absicht und man wird nicht Socialistengesetzes und das Wahlergebnis am 16. Juni anders wahrscheinlich nicht geredet und dann brauchte jetzt auch nicht der verstimmt. Wenn Pfarrer Naumann in der" Hilfe" mich als den feiern würden als dadurch, daß wir uns tagelang gegenseitig in Borwurf erhoben zu werden. Wenn aber Kautsky damals in der Wolfenschieber( zuruf: den Weichenſteller!) oder als den Weichen- den schärfften Formen angreifen.( Beifall.) Es ist immer so. Frage andrer Meinung war wie heute, dann darf er doch den Leuten steller der Partei hingestellt hat und gesagt hat: Auer, ja, das ist man denkt: Na, heuer werden wir uns recht gemütlich mit einander feinen Vorwurf machen, die heute noch so denken wie er damals. noch ein Kerl, und dergleichen: Ja, halten Sie mich denn für so unterhalten, heuer liegt absolut nichts vor, man freut sich. Ich bin( Sehr gut!) Es ist das Wort gefallen, daß sich Symptome bedenktindisch, daß mir das in den Kopf gestiegen wäre und ich mir nun ja vor etwa 30 Jahren hier aus Dresden hinausgeworfen worden, licher Art in der Partei geltend machen. Ich weiß nicht, sagte: Donnerwetter, Auer, was bist du für ein Kerl, polizeilich abgeschoben( Heiterkeit), weil ich ein bestraftes Individuum worin diese Symptome bestehen. In der Diskussion ist felbst der Pfarrer Naumann sieht in dir den Weichen war, und ich hatte so die Empfindung: es ist doch eigentlich eine bisher nur eins davon angeführt, nämlich die Revisionisten steller der Partei! So Kleinlich bin ich nicht, und ich fleine Genugthuung, daß du num nach 30 Jahren an dieselbe in der Fraktion sollten durch die letzte Wahl bedeutend gestärkt sein habe auch zu meinen Parteigenossen das Vertrauen, daß sie Stelle wieder zurückkommst und mit teilnehmen kannst an einer und es soll die Gefahr nahe liegen, daß jetzt das Gretchen vom wohl wissen, welche Zwede mit solchen Lobereien verknüpft sind, großen Festversammlung derselben Partei, in deren Dienst man Tugendpfade abweichen könnte.( Heiterkeit.) Ich weiß nicht, ob und daß sie darüber zur Tagesordnung übergegangen wären. Ich dich vor 30 Jahren ausgewiesen hat. Es ist anders gekommen. einer unter uns ist, der diese neugewählten Abgeordneten schon ins wüßte auch nicht, daß Genosse Bebel jedes Lob mit Entrüstung Von Feststimmung habe ich bis jetzt in unsern Verhandlungen nichts Herz geschaut hat. Man kann doch nicht so schlank behaupten, daß zurückweist. Ich erinnere Bebel an die ersten Zeiten unsrer Be- gemerkt, vielleicht kommt es aber noch, denn es scheint ja, daß die die Revisionisten im Verhältnis stärker in der neuen Fraktion vors wegung. Damals war es die Praris der gegnerischen Presse gegen- Wogen fich glätten. Das ändert aber nichts an der Thatsache, daß handen sind, als in der alten. Diese Behauptung, wenn sie ein über dem radikalen, umstürzlerischen, internationalen Verschwörer wirkliche principielle Gegenfäße in der Partei nicht vorhanden sind. Wechsel wäre, würde ich nicht unterschreiben. Warten wir es ruhig ab. Liebknecht, den bürgerlich angehauchten kleinen Drechslermeister Temperamentsunterschiede sind vorhanden; es mag auch sein, daß Das können wir ruhig abwarten. Wir werden ja sehen, wie die Bebel als Respektsperson herauszustreichen.( Heiterkeit.) Ja, mit die eine oder andre ungeschickte Aeußerung gefallen ist. Ja, wer hat Dinge fich entwickeln, und ich glaube deshalb, daß auch dies Bebel da-; war zu reden; gewiß, er ist ein Fanatiker, denn in seinem Leben noch keine ungeschickte Aeußerung gethan? Das Symptom tein Anlaß sein konnte zu den Scenen, die wir erlebt ein Draufgänger, aber mit ihm fonnte. man fertig werden. ist doch kein Anlaß, daß wir deshalb uns bekämpfen, angreifen und haben. Ich wüßte nicht, daß Bebel es gegenüber diesen Robeserhebungen, herunterreißen, teilweise mit Ausdrücken. die, nachdem sie gefallen sind, Aber nun zur Sache selber. Woran erkennt man denn den fodie damals zu demselben Zweck wie heute ausgesprochen wurden, von den Betreffenden selbst wohl als zu weitgehend betrachtet genannten„ Revisionisten"? Wie sieht denn ein solches Exemplar auch nur ein einziges Mal der Mühe wert gefunden hätte, zu er- wurden. Besonders Bebel war es bei aller Freundschaft für ihn aus?( Heiterfeit.) Zeigen Sie mir doch bitte einmal einen. Ich klären: Dieser internationale Umstürzler Liebknecht ist absolut nichts und unsrer langjährigen Kampfgemeinschaft muß ich das aus- habe noch keinen gesehen, und aus den verschiedenen Urteilen und andres als ich; ich bin grade so radikal wie er. Bebel ging dar- sprechen besonders Bebel war es, der den harten Ton zuerst an- Angaben über die sogenannten Revisionisten ließ sich bis in die über hinweg und er mag versichert sein: diefelben Gründe, die ihn geschlagen und der durch seine Erklärungen und durch seine Artikel neueste Zeit auch nicht genau erkennen, was das Merkmal eines damals bestimmten, sind auch für mich maßgebend gewesen. Ich die Meinung in weiten Kreisen in und außerhalb der Partei erregt Revisionisten ist. Wer und was ist ein Revisionist? Das wollte Pfarrer Naumann nicht das Vergnügen machen, daß er mich hat, als wären Dinge vorhanden, die ein gemeinschaftliches Weiter ist die Preisfrage.( Heiterfeit.) Und ehe wir weiter gehen, aus der Höhle herauslockte. arbeiten überhaupt nicht mehr ermöglichen. Sie alle haben ehe wir die einschneidendsten Beschlüsse fassen ich will Nun zur Sache! Die Auseinandersetzungen, die hier stattge- ihn ja gesehen. Sie wissen, welche Macht in ihm als vom Stuhl vor die Thür setzen noch nicht reden ist es Pflicht, funden haben über die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern, haben ja Redner steckt. Als er hier erklärte, feit zwölf Jahren darüber klar zu werden: Was haben wir von Parteiwegen unter unliebsame Erörterungen über verschiedene Perioden im Leben eines schlucke er alle möglichen und unmöglichen Dinge hin- den Revisionisten zu verstehen? hochangesehenen Schriftstellers geführt. Wir haben erlebt, daß unter( Heiterkeit), jetzt sei er voll zum Plazen, jetzt müsse Eine Zeitlang hat es auf mich den Eindruck gemacht, als ob Kautsky hierhergetreten ist und ausführte, daß Genosse Mehring sich er losgehen, foste es, was es wolle, da habe ich mir unter den Revisionisten jeder zu verstehen sei, der gegen den einen hochverdient gemacht hat um die Partei. Das ist eine Auffassung, gesagt: Bum Deibel noch mal, was ist dem guten August in den oder den andren Punkt unfres Erfurter Programms leise Zweifel über die ich nicht streite. Ich schätze die Thätigkeit Mehrings hoch, Leib gefahren?( Heiterkeit.) Er hat erzählt, daß ihm eine Laus über äußerte. Es schien eine Zeit lang so, als wenn die Kritik das auch heute noch. Außer Kautsky ist auch Bebel, der über den Ge- die Leber gelaufen ist; das mag ein sehr unangenehmes Gefühl sein Merkmal eines Revisionisten sei. Nun haben wir aber hier die bündigen noffen Mehring ungefähr so denken dürfte, wie ich, mit aller Verve,( Große Heiterkeit.), aber dafür können wir doch nichts.( Erneute Erklärungen über die Beschränkung der Kritik und Meinugsfreiheit ge= soweit er es für zulässig hielt, allerdings unter sehr einschränkenden Heiterkeit.) Ich habe gefragt: was ist denn geschehen? Seit zwölf hört, daß dies Moment nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. fritischen Vorbehalten für den Genossen Mehring eingetreten. Jahren ist das Socialistengesetz aufgehoben. Wir haben 90, 93, 98 Was ist nun noch übrig geblieben? Zwei Dinge habe ich herausNicht aus dieser Thatsache allein, sondern vielleicht auch aus und jetzt in diesem Jahre den geradezu großartigen Erfolg gehabt, zuschälen vermocht aus allen den vielen Artikeln und Reden als bes der Schlußwendung in der Erklärung Mehrings, daß für alles, was die Partei hat sich in einer Weise entwickelt, daß sie geradezu fondere Merkmale der Revisionisten. Einmal wird ihnen vorgeworfen er gethan habe, der Vorstand mit die Verantwortung trägt, hat sich als mustergiltig von der gesamten Welt angesehen wird, die Aufgabe, die Verleugnung des Klassenkampfcharakters, und ein Gerücht gebildet, das bereits in die Presse übergegangen ist und wir haben Angriffe von uns ich erinnere an die Zuchthaus zweitens die Ueberbrückung des Gegensatzes zu den bürgerlichen das auch mir persönlich gegenüber von einem hochachtbaren Genoffen vorlage-glänzend abgeschlagen, tros unsrer geringen Zahl haben Barteien, die Angliederung der Socialdemokratie an den linken Flügel zum Ausdruck gebracht worden ist, nämlich die Vermutung, daß der wir im Reichstag bei Kulturfragen, wie bei der lex Heinze, die der bürgerlichen Demokratie. Alles andre, was bisher geredet worden Genoffe Mehring den Parteivorstand in der Hand haben müsse, daß Führung an uns gerissen, wir haben die Interessen des Volkes in ist, von allem Persönlichen ganz abgesehen, kommt nicht in Betracht. Wer er im Besiz und in Kenntnis von Dingen sei, die den Vorstand einer Weise wahrgenommen, daß über drei Millionen bei der letzten es besser weiß, mag es aussprechen. Ich konnte nur diese beiden Punkte zwingen, seine schützende Hand über ihn zu halten oder, wie das Wahl ihre Stimme für uns abgegeben haben, und alles dies herausschälen. Wenn das aber wahr ist, daß man die Angliederung Blatt sich ausdrückte, ihn mit dem Schilde zu decken. Ueber mein soll nichts sein? Alles dies sollte nicht dafür entschädigen, der socialdemokratischen Arbeiterpartei an die bürgerlichen Parteien Urteil über Mehring will ich nicht erst lange reden. Ich habe aller- daß wir so manches haben hinunterschlucken müssen? Aber herbeiführend, daß man die Selbständigkeit der Partei opfern und dings mit zu denjenigen gehört, die die Fähigkeiten Mehrings, es ist ja eine menschliche Eigenschaft, man muß schlucken, sie zum Gliede der bürgerlichen Linken machen will, erkläre nachdem sein Uebertritt zur Partei möglich geworden war, sonst fann man nicht leben.( Heiterkeit.) Und glauben ich offen heraus: wer solcher Bestrebungen fich schuldig Der Partei dienstbar machen wollten. Was ich nicht Sie denn, daß nur der eine geschluckt hat? Ach nein! gemacht hat und überführt ist, der hat allerdings die Abwill und nicht gewollt habe, ist, daß Mehring eine geradezu Gewiß find Dinge passiert im Laufe der Jahre, die bald dem einen, ficht, offenen Parteiverrat zu begehen.( Lebhafte Zustimmung.) leitende Stellung in der Partei einnimmt, wie sie sich nach und bald dem andern nicht gepaßt haben. Je mehr wir werden, je Ich bin auch als Revisionist bezeichnet worden, ich erhebe aber nach durch seinen Einfluß auf die„ Neue Beit" und eine unsrer größer die Zahl derer ist, die zur Wahrnehmung der Arbeiter Protest gegen derartige Unterstellungen.( Vielfaches Sehr richtig!) größten Tageszeitungen herausgebildet hat. Davon aber abgesehen, interessen an verantwortungsvolle Posten gestellt werden, desto Wer von mir behauptet, daß ich Revisionist in dem Sinne bin, wie erkläre ich hiermit, daß weder Mehring, noch sonst irgend jemand selbstverständlicher ist es doch, daß unter dieser immer größer und es sich nach und nach herausschält aus allen den Diskussionen, wer im Besitz von Geheimnissen oder sonst von Dingen sei, deren der größer werdenden Zahl auch Personen find, mit denen man nicht mir dies nachsagt, der verleundet mich in elendeſter Weise.( Göhre Vorstand sich zu schämen hätte( Beifall), und die nicht in jeder immer einverstanden ist. Ich wüßte nicht, wie es ermöglicht werden ruft: Der verleumdet uns alle!) Ich habe kein Recht, für andre Stunde vor aller Deffentlichkeit verhandelt werden könnten.( Beifall.) sollte, daß sich unter uns nicht verschiedene Temperamente geltend zu sprechen, ich spreche nur für mich. Auf das Gerede, daß da Es giebt nichts, was wir nicht verantworten könnten. Dafür lege machten. Wenn die Personen und Temperamente unbequem werden, gewissermaßen in der Fraktion eine besondere Organisation vorich die Hand ins Feuer. Alle diesbezüglichen Gerüchte sind irrtümlich. nun, dann ist es unsre Sache, zu sagen: Lieber Freund, bis hierher handen wäre, gehe ich nicht ein. Die Genossen können ruhig sein. Es ist nicht möglich, daß uns und nicht weiter! Damit bin ich einverstanden. Aber zu sagen, Wer aber mir gegenüber behauptet, ich gäbe das Klassenjemand zwingt durch gewisse Androhungen, etwa schweigen zu daß man so viel habe schlucken müssen, daß man es gar nicht mehr bewußtsein auf als notwendigste Grundlage für unsre Bewegung, müssen. Das mußte ausgesprochen werden, denn solche schleichenden aushalte, das halte ich für eine recht starke Uebertreibung.( Lebhafte als Basis, auf der wir stehen und auf der allein wir unsre Gerüchte verbreiten sich immer weiter und schließlich heißt es Bustimmung.) Nun wurde aber im Anschluß daran gesagt:" Ja, Erfolge erzielen können, der kennt mich entweder nicht oder, wenn er dann, es muß doch etwas daran sein. Es ist aber nichts daran. aber dieser Bernstein!" Der neue Messias wurde er genannt, wie mich kennt, so verleumdet er mich. Nun erst gar der Anschluß an ( Beifall.) ja überhaupt biblische Bilder und Wendungen in dieser Debatte die bürgerliche Linke! Das sagt sich so, und gewiß sind wir in Bei der jetzigen Debatte ist wieder die alte Frage besprochen vielfach angewendet wurden. Der Geburt und dem Geschlecht nach unsrem Barteileben auch schon einmal mit Elementen der bürgers worden, ob man positiv vorgehen oder sich auf die Negative, d. h. könnte er ja ein Messias sein( Stürmische Heiterkeit), aber wenn ihm lichen Linten zusammengegangen; das ist z. B. 1887 vorgekommen den alten Standpunkt beschränken soll, daß im Parlament nur zum der Beruf zu irgend etwas fehlt, ist es der zu einem Messias. Ede bei den Wahlen, bei der Auflösung, wo thatsächlich vereinbart ist, Fenster hinausgeredet werden soll. Die Thatsachen haben in dieser Bernstein ist ein alter treuer Kampfgenosse, mit dem ich zu allen sich den gegenwärtigen Besißstand zu sichern usw. Das sind Dinge, Beziehung längst entschieden. Wenn heute noch einer käme und uns Zeiten und auch heut noch Schulter an Schulter stehe, aber die in Ausnahmefällen passieren können und die sich aus der Situation vorschläge, die 81 Abgeordneten sollten nur Beobachtungsposten in an menschlichen Gebrechen fehlt es ihm wahrlich auch nicht. der Sache ergeben, und es wäre ein schlechter Parteiführer, der unter den Reichstao schicken und die übrigen 75 statt dessen im Lande Eins seiner rößten Gebrechen ist. mit einer Tapprigkeit, die geradezu den gegebenen Verhältnissen nicht die notwendigen Mittel gebrauchte. Arbeeter? wählen. Bemerkungen. Aber eine Angliederung! Ich will nicht davon reden, an wen wir so hätten, glaube ich, alle gehandelt, die in Betracht kommen. Ein den Vorwurf, daß ich das Klassenbewußtsein aufgebe, daß ich die uns denn angliedern sollen.( Heiterkeit.) Ich will auch nicht raten, Vergnügen ist es wahrhaftig nicht, Reichstags- Abgeordneter zu sein. Partei an die bürgerliche Linke verraten wolle, weise ich mit Ent sich mit Herrn Naumann zu verständigen und ihm zu sagen, er( Sehr richtig!) Und das, was für die alten Abgeordneten, gilt doch rüstung als elende Verleumdung zurück!( Lebhafter Beifall und möge uns in einem Jahre mitteilen, wie es ihm bei der von ihm auch für die Kandidaten, für den neuen revisionistischen Zuwachs. Händeklatschen.) vollzogenen Angliederung gegangen ist.( Heiterkeit. Sehr Wenn deshalb irgend ein Fehler gemacht worden ist ich gebe Der Parteitag beschließt, sich zu vertagen. Es folgen persönliche richtig!) Ich glaube, wir würden da ein abschreckendes Beispiel zu, daß der eine oder andre besser nicht mehr an fehen. Es ist aber auch nichts von alledem wahr, es heißt unsre verantwortungsvollster Stelle stände( Unruhe), das ist die Adolf Hoffmann- Berlin: Als Genosse Timm in seiner Rede an ganze Bewegung vollständig verkennen, wenn man glaubt, daß persönliche Ueberzeugung des Einzelnen, und das Recht, sie aus einer Stelle ausführte, daß man mit dem Gedanken umgehe, Auer wir uns mit den bürgerlichen Parteien in irgend einer Weise zusprechen, räume ich jedem ein, so kommt doch diese nicht mehr in den Vorstand zu wählen, trat Richard Fischer in erverbinden sollen. Unire Stärke liegt im Klassenkampfe und in der Warnung nicht zu der Zeit, wo sie am Plage gewesen wäre bei ge- regter Weise vor und rief etwas in die Versammlung hinein, was Klasse, aus der wir unsren Anhang rekrutieren.( Zustimmung. Rufe: gebenem Anlaß, sondern bei möglichst ungeschickter Gelegenheit. Das ist unten nicht verstanden wurde. Ich hörte:„ Streiten Sie doch nicht" Sehr richtig!) Das wurde mir einmal in drastischer Weise klar, als es, was ich für falsch halte.( Sehr richtig!) und etwas hinterher, was in dem Skandal, der in diesem Augenblick ich als junger Parteigenosse nach Hamburg kam. Was war dort bei Es kommt hier noch ein andres in Betracht. Wir sind eine herrschte, verloren ging. Nachher ist mir dann von einigen Genossen den Wahlen das wirksamste Mittel, um Stimmen für uns zu ge- demokratische Partei, und es ist hier viel geredet worden mitgeteilt worden und Fischer hat es bestätigt daß Fischer winnen? Es war die Frage: Nu segg mal, büscht du nich ook' n von den Beziehungen zur Volksseele, zur Masse. Man gesagt habe:" Täterow und Hoffmann, streiten Sie doch nicht!" Es Ja. Denn möt ji ook een Arbeeterkandidaten hat uns ins Gesicht geschleudert, daß wir diese Beziehungen ist damit also ausgesprochen, daß wir beide gegen die Wahl des Ueber die Begriffe: Chernes Lohngesetz, Mehrwert zur Volksseele wahrscheinlich infolge unsrer gehobenen Lebens- Genossen Auer etwas unternommen haben sollen. Es war bisher Theorie usw., die ja ihre große Bedeutung haben, ist viel stellung verloren haben.( Große Unruhe.) Das mag sein, nicht üblich, Privatgespräche( Aha l- Rufe. Unruhe.) in irgend welcher schwerer zu reden; die einfache Rede bom Arbeiter wie es will, aber das eine will ich sagen: Da man weder die Form belaufchen zu lassen und weiter zu tragen. Ich halte es aber kandidaten geht dem Arbeiter viel mehr zu Herzen. Massen, noch die Personen zur rechten Zeit gewarnt hat, so bedeutet für ganz selbstverständlich und für unsre Pflicht, daß, wenn Das Wort„ Arbeiterkandidat" haben wir in jenen Jahren in Süd- es ein Mißachten der Volksseele und des Massengeistes, diese Masse wir auf dem Parteitag zusammenkommen und δα die deutschland noch gar nicht gekannt, ich habe es erst in Hamburg ungewarnt ins Treffen zu schicken, auf die Schanze zu rufen, so die Neuwahl des Vorstandes vorzunehmen haben, daß wir fennen gelernt. Da ging es mir so nach und nach auf, was es Tausende und Hunderttausende für die einzelnen Personen sich ab- uns auch über die Personenfrage zu unterhalten haben, heißt: Klassenbewußtsein", was es heißt, die stärkste, zahlreichste mühen und sie wählen zu lassen, nachher aber gewissermaßen zu sagen: Da das versteht sich ganz von selbst und ist unser gutes Recht, das ich Klasse im Staatswesen zu verbinden, zu vereinigen und für das, habt Ihr Euch aber vollständig vergriffen, der Kerl taugt nichts.( Beifall.) mir nicht nehmen lasse. Ich habe also in Privatgesprächen mit was sie an materiellen Machtmitteln nicht hat, ihre moralischen Das nenne ich in vollem Umfange des Wortes einen Mangel an Delegierten erklärt: Wenn die Sache wirklich so liegt, wie Bebel Machtmittel in die Wagschale zu werfen. Deshalb erkläre ich noch Respekt vor dem Volksgeist.( Sehr richtig!) Ich, der angebliche gestern sagte und Auer es heute bestätigt hat, daß dann die Frage mals: wer behauptet, daß uns, den sogenannten Revisionisten, und Revisionist, der Cyniker und was ich sonst noch alles für angenehme allerdings nicht so einfach sei. Auer hat vorhin bestätigt, daß er speciell mir das Klassenbewußtsein abhanden gekommen sei und daß Eigenschaften habe( Heiterkeit), ich würde so etwas nicht thun, ich Briefe, die von Bebel an ihn gesandt werden, nicht gelesen hat. ich die Neigung habe, mich den bürgerlichen Parteien anzuschließen beuge mich vor der Volksstimme, ich sehe in ihr das für mich Ent- Wir sind der Meinung, daß man darüber nicht so leicht hinwegund ihr linker Flügel zu sein, der hält mich wirklich für dümmer, scheidende und Maßgebende. gehen kann.( Singer fordert den Redner auf, im Rahmen einer als ich bin.( Sehr gut!) persönlichen Bemerkung zu bleiben.) Ich habe also gesagt: Unter diesen Umständen muß man doch bedenken, ob die Zusammensetzung des Vorstandes so bleiben kann. Es wird behauptet, daß wir in Berlin bereits darüber gesprochen hätten, das trifft nicht zu. Die Berliner Delegierten haben erst heute eine Sigung gehabt, in der festgestellt wurde, daß bisher über diese Frage nicht verhandelt worden ist. Es haben lediglich persönliche Gespräche stattgefunden und da habe ich erklärt, wenn Auer nochmals so gegen Bebel vorgeht zum Gaudium der ganzen Welt und der bürgerlichen Presse wie in Hannover, dann könnte es ihm leicht passieren, daß der Parteitag anders darüber denkt. Das habe ich gesagt und das vertrete ich auch. Daß Revisionisten unter uns sind, das wissen wir. Und was ist in dieser Beziehung möglich? Der schlimme Mensch, Wolfgang Heine, er ist am Size der Parteileitung, am Size der deutschen politischen Intelligenz( Heiterkeit), im großen Berlin gewählt worden mit vielen Tausenden von Stimmen! Es hätte doch nahe gelegen, eine solche Wahl zu verhindern, wenn sie wirklich so gefährlich gewesen wäre.( Sehr richtig!) Nachdem nun aber feststeht, was als Revisionist bezeichnet wird und was ihn als solchen kennzeichnet, kommen wir allerdings zu der Frage: Wer ist denn eigentlich mun unter uns Revisionist? Für mich lehne ich es ab. Die übrigen Genossen, die bisher gesprochen haben und dieser Sache beschuldigt wurden, lehnen es ebenfalls ab. Eine offizielle Prostriptionsliste eriſtiert noch nicht, ich tenne sie nicht, aber Namen sind allerdings schon genannt Bollmar hat schon durch eine Reihe von Citaten nachgewiesen, worden in der Parteipresse. Sie begreifen, daß das unangenehm ist, wieviel im Laufe der Zeit zu verschiedenen Fragen eine verschiedene selbst als einer von denen bezeichnet zu werden, denen die Schellen Stellung eingenommen haben, wie man manches, was man urangehängt werden müssen, die hinaus müssen aus unsrer Partei, sprünglich als ganz unmöglich und unzulässig betrachtet hat, nachher weil sie darin den Frieden stören. Das ist mir passiert.( Unruhe.) gethan hat und zum Wohle der Partei gethan hat. Er hat bei Unser Königsberger Partei Organ hat die Frage aufgeworfen: der Gelegenheit auch von den preußischen Landtagswahlen ge- Bebel: Zu der Angelegenheit, die der Genosse Hoffmann eben Wie wollen wir aus diesem Zustande herauskommen, so kann es redet. Auch ich möchte, um Ihnen zu zeigen, wohin man kommt, besprochen hat, habe ich vorläufig nichts zu bemerken. Ich habe ums nich: weiter gehen", und hat vorgeschlagen, man solle durch Ur wenn man allzusehr den Schlagworten Bebels folgt, ein Beispiel Wort gebeten, weil im Laufe der Debatte wiederholt davon die abstimmung entscheiden, wer von Siesen Personen in der aus der ältesten Zeit unsrer Parteigeschichte und eines aus neuerer Zeit Nede war, daß ich auf dem Lübecker Parteitag öffentlich erklärt Partei bleiben fann und wer nicht. Ich will über anführen. Als 1874/75 die ersten Anregungen famen, um haben soll, wenn man das ganze Badener Ländle in einen Sack die Urabstimmung nicht reden, sie ist bei unsrer Organisation gar die Vereinigung der beiden alten Fraktionen, der Eisenacher und der steckte und in den Bodensee würfe, so wäre nichts verloren. Als ich nicht möglich. Aber wie diese Dinge doch draußen in der Provinz Lassalleaner, herbeizuführen, da waren unter uns sehr einflußreiche das gegenüber dem Genossen Kolb bestritt, da sagte er, ich hätte es wirken, dafür nur ein Beispiel: Dem Dortmunder Partei- Organ, das Genossen, die glaubten, daß diese Vereinigung ein Fehltritt sein im Protokoll gestrichen. Jch antwortete ihm darauf, derartige bie Arbeiterinteressen rücksichtslos und, wie ich auch sagen kann, würde. Bebel, der damals nicht in unserer Mitte sein konnte, sondern Aeußerungen streiche ich überhaupt nicht. Das ist ja auch klar. geschickt vertritt. ging der Vorschlag des Königsberger Blattes doch eine neunmonatliche Gefängnisstrafe in Zwickau abzubüßen hatte, Solche Aeußerungen werden naturgemäß sehr bemerkt, und sie zu gegen die Schnur und es warf die Frage auf, die ich jetzt gehörte zu denen, die gegen diese Vereinigung mit den Lassalleanern streichen, wäre eine Dummheit. Es wurde dann der Zwischenruf gemacht, auch noch aufwerfe: Wer sind denn eigentlich die Revisionisten? sehr schwere Bedenken trugen. Er schrieb uns einen Kasfiber die Aeußerung habe in dem Guttmannschen Bericht gestanden. Genosse Ehe wir sie hinauswerfen, müssen wir sie doch kennen. officiel durfte er wohl nicht schreiben aus dem Ge- Guttmann kam daraufhin zu mir und sagte mir, das sei nicht wahr, Das Organ jagt dann:„ Sollen David, Heine und Vollmar als fängnis nach Hamburg, wo ich schon dem Partei worauf ich ihm erwiderte: selbstverständlich das konnte nicht Opfer fallen oder auch ihre Anhänger Dreesbach, Kolb, die Genossen Ausschuß angehörte, einen achtzehn Seiten langen Brief. drinstehen, weil ich es nicht gesagt habe. Gleichwohl ist es gefallen, von der Breslauer Redaktion oder schließlich alle, die mit den sog. Der Brief enthielt ein förmliches Programm und zwar aber privatim. Ich habe auf dem Lübecker Parteitage zu einem Revisionisten sympathisieren? Denn auch Auer rechnet sich zu den ein sehr detailliertes Programm und weiter die Be- Genossen, mit dem ich über die Badenschen Zustände sprach, gesagt: Revisionisten. Welch ein Gedanke aber ist es, gegen einen Veteranen merkung, daß, wenn wir dies Programm nicht als Grundlage zu Na weißt Du, wenn man Euch Badenser von Mannheim bis Cannwie Auer mit einem Ausschlußantrag vorzugehen!" Ich bin der den Verhandlungen mit den Lassalleanern nähmen und nicht alle statt nehmen und in den Bodensee stecken würde, so würde das für Redaktion ja sehr dankbar für die gute Meinung, die sie da aus seine wesentlichen Punkte anerkennten, dann könne er die Vereinigung die Partei kein großes Unglück sein." Der Genosse lachte darauf und spricht, aber es wird in der Partei die Frage, wer hinausgeworfen nicht mitmachen, und wenn seine neun Monate um wären, so würde ich lachte mit. werden soll, diskutiert. Da sind David, Heine und Vollmar- Bernstein er die Fahne gegen diese Vereinigung erheben.( Bebel ruft: Hast Stücklen: Genosse Timm sagte, ich hätte den Münchenern ist noch gar nicht dabei, ebensowenig Schippel und andre, die ebenfalls Du den Brief da? Unruhe.) Ja.( Bebel: Ich möchte ihn einsehen.) politisches Verständnis abgesprochen. Ich habe im Gegenteil gesagt, nach verschiedenen Artikeln in Betracht kämen. Ich weiß überhaupt Im Partei- Ausschuß war es der alte Geib, der sagte: Na, so ge- die Münchener sind keine Hammelherde, die ohne weiteres Vollmar nicht, wo die Grenze gemacht werden soll, besonders wenn unter den fährlich ist es nicht. Liebknecht war ein entschiedener Vertreter der nachläuft. neuen Abgeordneten die Mehrzahl ebenfalls revisionistisch sein soll. Vereinigung und wir Jungen stimmten natürlich zu. Wenige Richard Fischer- Berlin: Was die Erklärung Kolbs in Bezug auf Das sind doch schließlich Dinge, die wirklich die, die in dieser Be- Monate, nachdem dieser Brief aus dem Gefängnis geschrieben war das Protokoll betrifft. ziehung den Vorkampf führen, zu der Frage veranlassen sollten: und der Vereinigungskongreß stattfand, war der eifrigste Vortkämpfer Singer: Das gehört nicht in den Rahmen einer persönlichen geht das nicht zu weit? der Vereinigung Bebel. Als er aus dem Gefängnis heraus war, Bemerkung. Socialdemokrat " um Auer Parteigenossen, man hat uns gesagt:„ Es muß Farbe als er sah, wie die Dinge wirklich lagen, ging er in seinem Eifer R. Fischer( fortfahrend): Schön, dann werde ich das lassen. bekannt werden!" Ja, zum Teufel auch, gewiß muß Farbe sogar so weit, deß er außer den Lassalleanern dem Allgemeinen Nun zu Adolf Hoffmann! Würde es sich um ein Privatgespräch bekannt werden! Aber haben wir denn nicht Farbe bekannt deutschen Arbeiterverein und den Eisenachern noch andre Gruppen handeln über die Frage der Vorstandswahl, so wäre ich erst im letzten Wahlkampf? War es denn richtig daß wir mit in die Vereinigung einbezogen wissen wollte. Das ist kein Vor der letzte gewesen, der darüber ein Wort verloren hätte. „ bertuscht“ und„ Komödie" gespielt haben in dem Augenblick, wurf, aber es zeigt, daß alles auf die Umstände ankommt, unter Als Timm vorhin sagte, es seien Bestrebungen im Gange, wo die Partei die Fahne entfaltet hat und wir alle in den Kampf denen man eine Sache ansieht. Bebel saß abgeschlossen im dritten Auer herauszubringen, erhob sich dagegen Widerspruch gezogen sind? Wer das behaupten kann, der muß sich in dem Jahre, erst auf der Festung, dann im Gefängnis. Auch er ist der und es fiel das Wort Lüge. Da bin ich vorgegangen und Moment, wo er so etwas behauptet, doch seiner Worte und ihrer menschlichen Schwäche unterworfen. Aber nicht er allein. Marr und habe Timm zugerufen: Bleiben Sie dabei! Es ist wahr! Und als Tragweite nicht voll bewußt gewesen sein.( Sehr richtig! und Engels schrieben damals einen Cirkulationsbrief nach Deutschland, das wieder bestritten wurde, da habe ich gerufen; Hoffmann und Unruhe.) Mit welchem Recht darf man solche Vorwürfe erheben? der für Geib, mich, Bracke, Liebknecht und andre bestimmt Täterow werden doch nicht so feige sein, das zu bestreiten:( Unruhe.) Seit 35 Jahren gehöre ich jetzt schon bald der Partei an, eine war, einen Brief, in dem sie direkten Einspruch gegen die Nun, als die Delegierten in Berlin zusammen waren und noch ganze Reihe von Kämpfen habe ich in ihr mitgemacht, immer war Vereinigung erhoben unter dem Motiv, daß, was der Finesse und niemand wissen konnte, was hier vorging, da hat Adolf Hoffmann ich mit dabei, wenn es möglich war, wo es galt, für die Partei der Schlauheit des Dr. v. Schweizer nicht gelungen sei, nämlich die gesagt: Wir werden mal sehen, ob wir in Dresden diesmal im Ernſt und ihre Interessen einzutreten. Ich habe mich nie gefcheut, deutsche Arbeiterbewegung dem Berliner Moltenmarkt dienstbar zu durchsetzen, was wir in Lübeck probiert haben!( Hört! hört! Bezu sein und als solcher bezeichnet zu machen, jetzt den ich will das Prädikat, das dabei stand, nicht wegung. Stadthagen ruft: Das ist unwahr! Große Unruhe.) werden. Unser Programm ist veröffentlicht worden, Tausende anführen Genossen Hafenelever und Hasselmann zu gelingen Wenn Sie sagen, das ist unwahr, so ist das noch kein bon Reden find gehalten worden, Tausende von Zeitungen scheinen. Sie erklärten uns, sie erhöben Einspruch gegen die Ver- Beweis.( Stadthagen: Haben Sie denn Beweise?) gehen jeden Tag hinaus, im Reichstage und in fast allen Barla- einbarung, wenn sie auf sie auf diesen Einspruch nicht Rücksicht Wenn ich etwas behaupte, so ist es wahr. Darauf können Sie sich menten der Einzelstaaten haben wir unsre Vertreter. Wollen wir nähmen, so sähen sie sich um ihrer internationalen Stellung verlassen.( Stadthagen: Es ist doch unwahr!) Was Sie bes diesen Genossen vorwerfen, daß sie bisher nicht Farbe bekannt willen genötigt, öffentlich zu erklären, daß sie mit der streiten, geht mich gar nichts an. Es sind Parteigenossen zu mir haben?( Sehr gut!) Der Gedanke, daß so etwas möglich Vereinigung nicht einverstanden seien. Später haben auch wäre, daß jemand ernsthaft den Vorwurf erheben könnte, die Marg und Engels eingesehen, daß sie sich geirrt hatten, gekommen und haben gesagt, was ist denn los? Die Berliner gehen ja hier herum, um gegen Auer zu agitieren.( Hört! hört! Große Partei habe bis jetzt Komödie gespielt, dieser Gedanke ist mir Das zweite Beispiel find die Differenzen in Bezug auf die preußi- Bewegung.) Darauf ging ich zu Werner, dem Vertrauensmann einfach unfaßbar, den Gedanken muß ich zurückweisen, und ich schen Landtagswahlen. Was für schlimme Dinge glaubte man nicht Bewegung.) Darauf ging ich zu Werner, dem Vertrauensmann glaube, auch nicht einer unter uns ist, der ihn ernsthaft aufrecht er- von der Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen für die meines Wahlkreises, und fragte ihn, ob das wahr sei, denn ich habe es für unmöglich gehalten, daß die Berliner sich dazu hergeben, halten kann.( Bravo 1) Wenn Komödie gespielt worden ist, dann Partei befürchten zu müssen. Es erschien damals eine Broschüre, hinter dem Rücken jemandes ihn heimlich abzumeucheln. Werner müssen doch auch Komödianten vorhanden sein, dann nenne man deren Verfasser ich gleich nennen werde. An der betreffenden Stelle, sagte mir, daß das nicht wahr sei. Darauf kam ich zu dem, der mir boch diese Komödianten und sage, bei welcher Gelegenheit sie Komödie an die ich denke, ist zunächst von der Dampfersubvention die Rede, die Mitteilung gemacht hatte und teilte ihm das mit, was Werner gespielt haben. Wenn die Partei bis jetzt nicht Farbe bekannt hat, bei der es sich nach der Ansicht des Verfassers nicht um eine neue Er erwiderte mir, es hätten sich verschiedene woran liegt es denn? Dann müssen doch diejenigen, die sich uns Taktik handelte. Diejenigen, die an den Kämpfen über diese Frage Berliner damit beschäftigt. Täterow zum Beispiel sei zu ihm gegegenüber hier in diesem Saale mit zug und Recht als Führer der teilgenommen haben, wissen übrigens, daß die Dinge doch etwas tommen und habe gesagt, man könne Auer nicht mehr brauchen, Partei bezeichnet haben, es sein, die diese Komödie aufgeführt anders standen und daß die alte Taktik damals sehr in Gefahr war. haben. Ich bestreite, daß so etwas vorgekommen ist. Ich weise den Die Gefahr war damals schon dieselbe wie heute, nur die auch Molkenbuhr und Bömelburg kämen nicht in Frage, denn die Borwurf mit aller Entschiedenheit zurück und sage deshalb wenn Bersonen haben gewechselt. Damals focht zur Rechten Vollmar, hört! Große Unruhe.) Ich hätte auch jetzt noch nichts gesagt, wenn seien schon zu hoch, es müßte einer aus dem Volte sein.( Hört! das geschehen ist, heraus mit der Sprache und nicht allgemeine Be- zur Linken Bernstein und das Weltkind Bebel stand in der man nicht diese Bestrebungen zu decken gesucht hätte mit der Behauptungen, dann verlange ich Namen und Thatsachen!( Vielfache Mitte gegen uns.( Heiterkeit.) Also die Personen find andre, die Hauptung, Bebel und Singer feien damit einverstanden.( Lebhafte Zustimmung.) Nun ist es ja richtig, daß unter uns verschiedene Schlagworte aber genau dieselben wie damals. Die Broschüre Bewegung. Hört! hört!) Ich ging darauf zu Singer und der hat Leute, verschiedene Temperamente sind, daß verschiedene Geschicklich fährt dann fort: ,, Bei dem jezigen Streit aber handelt es sich um lichkeit bei dem einzelnen vorhanden ist. Es ist auch gewiß richtig, eine vollständige Aenderung der alten Taktik in der Partei, um eine mir erklärt, es sei eine Gemeinheit, ihm so etwas zuzumuten. daß der eine oder andre vielleicht nicht so absolut zu Aenderung der Taktik, die eine Aenderung des Wesens der Partei( Bravo!) Und nun, Genossen, frage ich, ob Sie das noch bestreiten wollen.( Rufe: Das ist einfach unwahr. Langanhaltende Un verlässig ist, aber wir wünschen, daß wir es alle sein sollen. bedeuten würde. Es handelt sich um die Beibehaltung oder Preisruhe.) Wenn nun wirklich diese Meinung vorhanden ist, wenn man glaubt, gabe des Klassenkampfstandpunktes( hört! hört!), der uns von allen Singer: Wir kommen wieder in eine Erregung und Stimmung daß die Konsuln wieder einmal wachen müssen für das Wohl des bürgerlichen Parteien trennt. Wir stehen hier vor dem entscheidenden hinein, in der Verhandlungen nicht möglich sind. Ich bitte, daß die Landes, dann verlange ich im Partei- Interesse, daß dieses Wachen, Schritt, vor der Frage: sollen wir die alte socialdemokratische Partei persönlichen Bemerkungen ruhig angehört werden. diese Warnung, diese Stontrolle ausgeübt wird zur angebrachten Zeit. bleiben oder sollen wir den Rubikon des Klaffenkampfes überbrücken beren Namen hier genannt sind, müssen uns doch das sagen, was Zustimmung.) Und wenn ich gegen die Inscenierung der ganzen und der linke Flügel der bürgerlichen Demokratie werden." sie zu sagen haben.( Sehr richtig!) Geschichte, die uns hier beschäftigt, mit vollem Rechte einen( Hört! hört!) So stand es noch vor wenigen Jahren um die Die Aufgabe Die Genossen, Adolf Hoffmann: Ich stelle hier vor den Berliner Delegierten, erheben kann, Vorwurf so ist es der, daß man diese Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen. die alten Taktik, des Klassenkampfstandpunktes, ganze Sache zur denkbar ungeschicktesten und ungeeignetsten Zeit der leber vor den Mitgliedern des Parteivorstandes Wengels und Eberhardt, in Anregung gebracht hat.( Beifall.) Wenn wir der Fraktion brückung des Rubikons und die Angliederung an die bürgerliche fest, daß ich am Abend, wo die Berliner Delegierten zusammenfamen-die einzige Sigung, die sie überhaupt zum Parteitag gehabt nicht mehr trauen dürfen, wenn wir glauben, daß in derselben un- Linte sollten in Frage stehen; es sind das also alles dieselben Einsichere Kantonisten sind, war es da nicht an der Zeit vor der Wahl, würfe, die auch heute wieder gemacht werden. Und wer hat diese haben in einer Fraktionssigung im Rathaus gewesen bin. Das werden in der Fraktion selber, in dem Kreis der Beteiligten, hinzutreten und Broschüre geschrieben? Es ist der alte Liebknecht, der sie damals mir Singer und Stadthagen bestätigen. Zu der Delegiertensiẞung kam zu sagen:„ Hört einmal, Kinder, so und so steht es unter uns, wir im Auftrage des VI. Berliner Wahlkreises geschrieben hat. Und ich ziemlich am Schluß, als zur Wahl des Vorstandes, der Reviwollen einmal Musterung halten. Das wäre am Plage gewesen, dieselben Genossen, die diese Broschüre veranlaßten, an ihrer Spize foren usw. bereits Stellung genommen war. Ich war also gar nicht Das ist die erste unrichtigkeit. Die zweite und wenn man auch mir gejagt hätte:" Lieber Nazi, Du bist ein Bubeil, kämpfen jetzt für die Beteiligung an den Landtagswahlen. dabei gewesen. ganz prächtiger Kerl, aber Du thätest uns einen Gefallen, wenn Du die Zubeil: Weil wir müssen!) Wenn die Dinge so ständen, wie es unrichtigkeit ist, wenn uns Agitation hinter dem Rücken der Pers Thür von draußen zumachtest", ich gebe Ihnen mein Wort, es hätte hier geschildert ist, wenn es sich um die Aufgabe des Klassenkampf- fonen vorgeworfen wird. Gewiß, ich habe mit Täterow gesprochen. mir weh gethan, aber wenn es mir nicht bloß von einzelnen Ber- standpunktes und um die Angliederung an die bürgerliche Linke Er fragte: Wer? Ich sagte: Ja, ich weiß auch nicht, wen wir vorfonen, sondern von den maßgebenden Kreisen gesagt worden wäre, handelte, dann dürften Sie sich jetzt nicht an den Wahlen beteiligen. Ich schlagen sollen, das muß überlegt werden, da müssen wir zusammenich hätte wahrhaftig nicht danach gegeizt, wieder ein Mandat zu be- führe dies Beispiel nur an, um ihnen zu zeigen, wohin man mit derartigen tommen. Man hat von einem derartigen Privatgespräch etwas aufIch kenne die Annehmlichkeiten des Reichstages; feit Prophezeiungen kommt, mit der Aufstellung derartiger Grundsäge, gefangen und will Stimmung machen. Täterow: Ich habe an der Zusammenkunft in Berlin nicht teil27 Jahren bin ich mit Unterbrechungen Mitglied, und selbst die Aus- die mit innerer Notwendigkeit nicht aufrecht erhalten werden können, ficht, demnächst Diäten zu bekommen( Große Heiterfeit), hätte weil sie vom Gang der Zeit und der Entwicklung über den Haufen genommen, kann also gar nicht bestätigt haben, daß so etwas unter mich nicht bewogen, mich an das Mandat anzuflammern. geworfen werden. Ich will jetzt schließen. Das eine aber möchte ben Delegierten vorgefonumen ist. Im Gegenteil, ich habe für Auer wie ich mir von Ihnen diese Versicherung gebe, lich doch noch sagen: Denten Sie, was Sie wollen von uns, aber von jeher eine ziemliche Hochachtung gehabt.. р Singer: Sie fönnen im Rahmen einer persönlichen Bemerkung I fich nur gegen das wenden, was Fischer gegen Sie gesagt hat. = Sechster Verhandlungstag. Vormittags- Sizung. " Richard Fischer- Berlin: Jch bin bereit zu beweisen, daß Stadt- 1 die dasselbe Ziel mit denselben Mitteln anstreben wollen. Verlangen, hagen die Unwahrheit gesprochen hat, mit demt, was er zuletzt sagte. daß in einer Partei jede Richtung geduldet werden solle, heißt verlangen, Täterow( fortfahrend): Ich bestreite nicht, daß ich mit Delegierten( Bewegung und Unruhe. Stadthagen ruft: Unerhört!) daß die Socialdemokratie offen stehen solle auch für Liberale, Konservative, darüber gesprochen habe, aber ich habe keineswegs behauptet, daß Vorsitzender Singer verliest zunächst die bereits gestern mit- Ultramontane.( Sehr richtig!) Nun hat Vollmar einen andren Satz von mir Bebel oder sonst jemand das wünscht. Ich wüßte gar nicht, wie ich geteilte Erklärung des Genossen Mehring: citiert:„ Die neue Methode ist aber nichts als Auflehnung gegen die dazu käme. Ich habe auch nicht gegen Auer gesprochen, sondern ich Er fährt dann fort: Ich habe dem Parteitag noch eine Mit Einheitlichkeit der Partei." Die neue Methode, I das ist in Franks habe seine Thätigkeit anerkannt, und in Hannover, als Auer einige teilung zu machen, die seine Aufmerksamkeit erregen wird. Es ist reich die Bezeichnung für das, was bei uns Revisionismus genannt Stimmen weniger bekam, gehörte ich sogar zu denjenigen, die die mir mitgeteilt worden, daß nach Beobachtung einiger Delegierten wird. Vollmar legt diesen Sah so aus: Einheitlichkeit der Partei Sache gegen Auer nicht mitmachten. Wir sind zusammen gewesen Geheimagenten hier im Saale anwesend sind. Es sollen ist die Ansicht von Kautsky, und Kautsky verurteilt die neue Methode und da ist unter anderm auch die Frage angeregt worden das namentlich aus Leipzig solche Leute hier sein. Die be- desivegen, weil sie eine Auflehnung bedeutet gegen seine Ansicht. wird mir Stadthagen bezeugen können und da haben wir gesagt: treffenden Leute werden vermutlich im Zuschauerraum sein, Was habe ich gemeint? Ich habe geschrieben, daß die neue Methode Bevor nicht Auer Stellung genommen hat, kann überhaupt über die wir sind bei der Deffentlichkeit unsrer Verhandlungen nicht deswegen sich gegen die Einheitlichkeit der Partei auflehnt, weil sie Sache nicht gesprochen werden. Gerade ich war es, der das gesagt gewöhnt, die Zuschauer nach der Legitimation zu fragen. Ich sehe auflösend wirkt. Das zeigt sich dort, wo sie, wenn auch nur auf hat. Das Recht, darüber zu sprechen, wird man mir doch nicht ver- deshalb von irgend welchen Maßnahmen ab, aber warnen möchte furze Zeit, in praktische Wirksamkeit tritt. Die Auflösung der wehren wollen. ich die Parteigenossen vor dem Verkehr mit fremden Leuten( Sehr Parteidisciplin ist freilich nicht ihr Zweck ihre Zwecke sind Singer: Da Fischer- Berlin meinen Namen genannt hat, so sehe richtig!), das wird sehr nützlich sein, denn das Geschäft solcher Leute sicher die besten wohl aber ihre Wirkung. In Frankreich auch ich mich zu einer persönlichen Bemerkung veranlaßt. Fischer besteht darin, daß, was sie privatim zu hören bekommen, zu einer wurde zunächst der socialistische Minister außerhalb der Kontrolle hat erklärt, es wäre ihm mitgeteilt worden, daß Täterow und großen Affaire aufzubauschen. Also hier ist Vorsicht am Blaze. der Partei gestellt. Dann kam der Kongreß von Lyon, der es abHoffmann davon gesprochen hätten, daß auch ich gesagt haben soll Nach Verlesung einiger Glückwunsch- Telegramme wird die lehnte, eine Kontrolle über die Thätigkeit der Abgeordneten ausFischer ruft: Ich habe nicht gesagt, daß Täterow und Hoffmann Sigung um 81 Uhr geschlossen. zuüben. Damit wurde die Desorganisation auch in die Partei selbst davon gesprochen haben!) also der Genosse Fischer hat gesagt, hineingetragen. Jeder Abgeordnete sollte nur seinem Wahlkreis ver daß ich, gleichgültig wem gegenüber, die Meinung geäußert hätte, antwortlich sein. Das ist nichts weiter als der reine Anarchismus, es wäre angenehm und wünschenswert, daß Auer aus dem Parteiadoptiert den Bedürfnissen der Mandatsjägerei. borstand herausfäme. Wer es auch sei, der eine derartige angebliche ( Sehr richtig!) Das ist das, was ich unter Auflehnung gegen die Partei verstand Aeußerung von mir wiedergegeben haben sollte, der hat gelogen. Dresden, 19. September 1903. und ich glaube, unter den Anwesenden wird es keinen geben, der ( Lebhafter Beifall.) Es ist mir nie in den Sinn gekommen, irgend 914 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. nicht eine solche Auflehnung entschieden verurteilt. Andre Aufeinem Menschen gegenüber direkt oder indirekt einen solchen Wunsch Eingelaufen sind zahlreiche Begrüßungen. lehnungen aber habe ich nicht angegriffen. Es muß mich also zu äußern.( Bravo!) Ich glaube, daß ich nicht nötig habe, in Singer: Genosse Borchardt- Charlottenburg bittet in einem wundern, daß ein Mann wie Vollmar, der von sich behauptet, daß pathetischer Weise diese Versicherung zu verstärken, sondern daß es längeren Brief, aus dem ich nur die entsprechenden Stellen verlesen er seine Worte genau abwäge, dazu kam, aus diesen meinen nach meinem Auftreten in der Partei für alle diejenigen, die mich will, dem Parteitag mitzuteilen, daß er sich der Erklärung von Worten einen Angriff auf die Denkfreiheit der Partei zu konstruieren. tennen und das sind glücklicherweise viele genügen wird, Bernhard, Göhre, Braun und Heine, in der Folge keine Artikel Vollmar hat sich dann aber auch genötigt gesehen, auf Gerüchte wenn ich hiermit erkläre: ich habe weder an so etwas gedacht, in der Zukunft" mehr erscheinen zu lassen, für seine Person nicht Bezug zu nehmen, die hier im Saale herumlaufen. Daß Gerüchte noch jemals eine solche Aeußerung gemacht.( Lebhafter Beifall.) anschließe.( Hört! hört!) Er sagt:" Der Grund, weshalb ich für im Umlauf sind, ist bei einem so erregten Parteitag selbstverständlich. Richard Fischer: Ich will nur konstatieren, daß ich nicht gesagt den erwähnten Artikel gerade die Zukunft" als Ort der Ver- Es ist nur merkwürdig, daß diese Gerüchte von revisionistischer habe, Singer habe eine solche Aeußerung gethan, sondern ich habe öffentlichung wählte, bestand nicht, wie Genosse Bebel annimmt, Seite in die Debatte hineingetragen und als eine höchst ernsthafte erklärt, man habe versucht, diese Quertreibereien mit dem Namen in der besonderen Höhe des zu erwartenden Honorars, Sache betrachtet werden.( Lebhafte Zustimmung. Stadthagen Bebel und Singer zu decken; ich hätte Singer gefragt und er habe sondern in der Empörung über den unberechtigten Bevor- ruft: Es sind Verleumdungen! Heine: Der Kaze die Schelle es selbstverständlich für eine Gemeinheit erklärt, ihm eine solche mundungsversuch, den ich in der am 3. März 1903 umhängen! Große Unruhe.) Ich kann doch nicht annehmen, daß Handlungsweise zuzutrauen. Was die andre Sache anbelangt, so veröffentlichten Erklärung des Parteivorstandes erblicke, die nach es gerade die Naivetät dieser Genossen ist, die sie veranlaßt, soll man sich nicht um Kleinigkeiten streiten. Es ist ganz gleich meiner Empfindung weder der Würde der freien Schriftsteller, noch diese Gerüchte ernst zu nehmen. Es liegt näher, zu glauben, gültig, ob Hoffmann im Anfang der Sigung da war oder erst gegen derjenigen der Partei entspricht, woran auch dadurch nichts ge- daß ein sehr starkes Raffinement dazu gehört. Diese Schluß, es ist ganz gleichgültig, ob er es zu A oder B gesagt hat, ändert werden kann, daß der Parteitag sich der Meinungsäußerung Gerüchte sollen unter anderm dahin gehen, wir hätten die Absicht die Thatsache steht fest, daß er nicht, wie er behauptet, erst durch des Parteivorstandes angeschlossen hat."( Hört! hört!) gehabt, eine Fassung zu finden, die es einzelnen Genossen unmöglich den Zwischenruf Auers, er habe die Bebelschen Briefe nicht gelesen, Singer( fortfahrend): Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, machen würde, der Resolution zuzustimmen. Wir sollen die Absicht zu feiner Stellungnahme veranlaßt ist. Man versuche doch nicht, die müssen wir uns über die weiteren Dispositionen klar werden. Mit gehabt haben, auf diesem Wege diese Genossen aus der Partei hinDinge hier anders darzustellen, als wie ich es gesagt habe Jch dem vorliegenden Punkt der Tagesordnung müssen wir heute auszudrängen. Wie lächerlich dieses Gerücht ist, beweist ja schon sage nichts, was ich nicht beweisen kann.( Widerspruch.) Ich be- unter allen Umständen zu Ende kommen.( Buruf: Schon Vor- der Text unsrer Resolution. Oder glauben Sie, daß es uns uns merke ferner, daß Stücklen, Grünberg, Kazenstein und andre selbst mittag.) Geschieht es Vormittag, um so besser. Ich habe Fürsorge möglich gewesen wäre, die Resolution in dem Sinne zu fassen, daß diese Aeußerung gehört haben und zu mir gekommen sind. getroffen, daß das Lokal uns morgen und Montag zur Verfügung wir diesen angeblichen Zweck erreicht hätten. Wenn wir das gewollt Liepmann- Berlin: Ich kann diese Sache, die ein gewisses Odium steht. Die polizeilichen Anmeldungen sind erfolgt. Ich schlage also hätten, dann wäre es uns leicht gewesen, die Resolution zu auf Berlin wirft, mit einigen Worten richtigstellen. Wie fast all- vor, für den Fall, den ich als sicher annehme, daß wir heute nicht redigieren. Uusre Aufgabe war eine ganz andre. Nicht eins jährlich, kamen die Berliner Delegierten vor ihrer Abreise zu- zu Ende kommen, morgen weiter zu tagen und wenn es nötig ist, zelne Personen wollten wir treffen, sondern dem Parteitag sammen, um die schwebenden Fragen zu besprechen und zu auch Montag. Im Anschluß an den Parteitag soll dann die Preußen- Gelegenheit geben, sich gegen eine bestimmte sachliche Richtung aus beraten, wen sie als Kontrolleur vorschlagen sollten und Konferenz stattfinden. zusprechen.( Sehr richtig!) Das aber ist unser Recht und das lassen wen als Beisiger für den Vorstand. Ich habe diese Vor- Lehmann- Mannheim: Ueber Montag hinaus kann der Parteitag wir uns nicht nehmen.( Sehr richtig!) schläge dem Genossen Auer im Namen der Berliner Delegierten doch nicht tagen. Ich möchte vorschlagen, daß wir heute eine Abend- Num zum Thema selbst: Bei der Fassung der Resolution gingen zugesandt und eine Bestätigung dieses Briefes habe in Händen. In sizung abhalten. wir von der Erwägung aus, daß es in der Partei zwei Tendenzen der ganzen Sitzung ist mit keinem Wort von Auer die Rede gewesen. Singer: Davon, daß wir über Montag hinaus tagen, war giebt, die einander entschieden widerstreben, in stetem Gegensatz zu Jede andre Behauptung ist eine unwahre.( Sehr richtig!) Ich weiß das am keine Rede. Werden wir heute fertig, nun gut. Das liegt ja in einander sind. Das ist von Vollmar und Auer bestritten worden, besten, denn ich habe den Vorsitz geführt. Taterow war überhaupt nicht der Hand des Parteitages. Ich will nur unsre Geschäftslage aber wenn diese Genossen recht hätten, wenn hier wirklich nur pers zugegen, Hoffmann kam erst zum Schluß und die Diskussion betraf skizzieren und einen Beschluß herbeiführen, daß wir unsre Ver- sönliche Differenzen in der Diskussion zum Ausdruck kommen nicht den Genossen Auer, sondern die Frage der Revision. Wir handlungen erst beendigen, bevor die Preußen- Konferenz stattfindet. würden, dann würde der Parteitag dadurch aufs tiefste degradiert tamen heute wieder zusammen und auch heute war von Auer kaum Es liegt ja ganz in der Hand des Parteitages, seine Geschäfte so sein. Wir haben auf diesem Parteitage so erregte Scenen die Rede. Von bindenden Beschlüssen hat man abgesehen.( Buruf: zu erledigen, wie er es für gut hält. Ich bin nur das Instrument erlebt, wie nie zuvor. Wenn das nichts ist, als der Ausfluß persön bindenden?) Es ist von einer Seite der Vorschlag gemacht, in Er- des Parteitages. lichen Hasses, dann ist dieser Parteitag dazu verurteilt, eine der wägung zu ziehen, ob man Auer wiederwählen solle, aber es wurde Weiter bitte ich die Vorschlagsliste für die Wahlen des Vor: niederdrückendsten und deprimierendsten Erinnerungen für uns zu fofort von verschiedenen Seiten erklärt, wir können uns nicht binden, standes und der Kontrolleure mit Rücksicht darauf, daß die Druckerei bilden.( Lebhafte Zustimmung. Zuruf: Stimmt!) und andre erklärten, daß sie Auer wiederwählen. Hätte Fischer morgen nicht arbeitet, innerhalb zwei Stunden auf dem Bureau Ich hoffe, daß dieser Parteitag dadurch gehoben werden wird, mich gefragt, dann wäre dem Parteitage diese Diskussion erspart niederzulegen. Endlich handelt es sich noch um die Wahl des Ortes daß diese Leidenschaft nicht persönlicher Haß ist, sondern der leidengeblieben. für den nächsten Parteitag. Es liegen hierzu zahlreiche Anträge vor, schaftliche Wunsch, dem Proletariat zu helfen, das Proletariat zu Stadthagen: Ich kann nur vollinhaltlich bestätigen, was Lipp- doch erledigt sich die Frage am einfachsten dadurch, daß jeder auf befreien. Weil wir alle diesen Wunsch haben, aber Differenzen mann gesagt hat. Ich füge noch hinzu: Als wir heute aus ganz seinem Stimmzettel den von ihm gewünschten Ort schreibt. Wir haben über den Weg, der zum Ziele führt, deswegen sind wir so andrem Anlaß zusammenkamen, wurde von einer Seite Klage dar- tönnen uns eine Diskussion darüber ersparen, denn die Diskussion leidenschaftlich gegen einander verfahren und darum wird dieser über geführt, daß angeblich Fischer von Kneipe zu Kneipe gehe und besteht ja gewöhnlich nur darin, daß ein Vertreter der Anträge hier Parteitag nicht den niederdrückenden Eindruck hinterlassen, den er sonst die Mär verbreite: die Berliner wollen nicht Auer, sondern Antrick auftritt und sagt, es würde seinem Orte eine Ehre und Freude sein, machen würde. Wenn Vollmar bestreitet, daß wirklich diese zwei wählen.( Hört! hört! Große Unruhe.) Es wurde gefragt, ob irgend den nächsten Parteitag begrüßen zu können.( Heiterkeit.) Wenn die Tendenzen bestehen, so muß ich gestehen, daß Kolb in diesem jemand zu dieser Lüge Veranlassung gegeben habe, und Freywaldt Genossen sich privatim über den Ort verständigen, dann können wir Buntte tiefer gesehen hat. Er hat vollständig richtig den großen ivurde beauftragt, Fischer mitzuteilen, daß das Ganze Unwahrheit nach meinen Vorschlägen verfahren. Dadurch würden dann die Gegensatz ausgesprochen, der hier besteht, wenn er ihn auch etwas sei. Das ist ihm mitgeteilt worden, aber trotzdem hat er die Un- Anträge 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 123, 124, 125 und 135 er- fchief formuliert hat. Er hat gesagt, es sei der Gegensatz zwischen wahrheit aufrecht erhalten.( Rufe: Sehr richtig! Richard Fischer: ledigt sein. der Zusammenbruchstheorie und der Evolutionstheorie. Das ist Ist nicht wahr!) Bitte, Sie haben gesagt, daß die Berliner Deleetwas vage. Aber dieser Gegensatz hat einen richtigen Kern. Unfre gierten einen solchen Beschluß gefaßt hätten. Wir haben Fischer gebisherige Taktik ging dahin, daß wir immer rücksichtslos vorwärts Beten, die weitere Verbreitung solcher unwahrheiten zu unterlassen. drängten, daß wir dadurch die Gegensätze zu den herrschenden Klassen Sie haben aber gesehen, daß er genau das Gegenteil thut.( Große immer mehr erweiterten, die herrschenden Klassen immer mehr gegen Unruhe.) uns erbitterten, daß wir mit jedem Zuwachs an Macht den Besitzenden immer mehr Furcht einflößten, daß sich die Konflikte immer mehr zufpizten, so daß wir schließlich Zuständen entgegen drängten, wo es eine große Entscheidung gilt, in der wir dann ges zwungen sind, den Gegner niederzuwerfen und ihm die Macht ab= zunehmen. Das war unsre bisherige Taktit. Es giebt aber eine Reihe von Genossen, denen vor solchen Zuständen graut, die solche Konflikte zu mildern und darum herumzukommen suchen. Wenn wir darum herumkommen könnten, wenn es einen andern Weg gäbe, so würde es uns sicher allen recht sein. Niemand sucht den Konflikt um seiner selbst willen. Jeder sucht ihn nur als Mittel zum Zweck. Sind mun diese Konflikte in der Natur der Thatsachen bes gründet, dann ist es Thorheit, nach einem Weg zu suchen, um sie Der Parteitag erklärt sich mit dem Vorschlage von Singer ein- herumzukommen. Eriſtiert aber diese Tendenz, die Gegensäge zuzuverstanden, V Kittler Heilbronn: Es scheint also die Absicht zu bestehen, Punkt 9 der Tagesordnung überhaupt nicht zu verhandeln. Verhält es sich so? Singer: Wir sind immer so verfahren, daß Vorschlagslisten eingereicht sind und daß dann die Wahl erfolgt. Ich weiß nicht, ob die Genossen in diesem Jahre eine Diskussion wünschen. Früher fand über die Personen niemals eine Debatte statt. Selbstverständlich ist der Parteitag souverän. Mein Vorschlag entsprach der bisherigen Gepflogenheit. Kittler: Dann beantrage ich, den Punkt 9 diesmal zur Verhandlung zu stellen. Die Diskussion wird ja nicht lange dauern. Veranlaßt werde ich dazu durch das, was wir gestern gehört haben, was so hinter den Coulissen vor sich geht. Lentert- Apolda: Ich bitte den Antrag Kittler abzulehnen. ( Zustimmung.) Wir haben gestern abend schon gerade genug gesehen, wie weit wir mit solchen Debatten kommen. Der Antrag Kittler wird abgelehnt. Hierauf tritt der Parteitag in die Tagesordnung ein: Fortsetzung der Beratung über die Taktik. In der fortgesetzten Diskussion erhält zunächst das Wort Kautsky: spizzen, nicht, dann könnte man allerdings annehmen, daß es unsre Schuld ist, wenn wir Konflikten entgegengehen, daß wir sie durch eine andre Taktik vermeiden könnten. Von der Theorie, ob die Gegensätze die Tendenz haben, sich zuzuspitzen oder nicht, hängt es ab, welche Tattit die richtige ist. Sie sehen, Genossen, die Fragen der Theorie sind nicht gleichgültig, sondern sie gehören aufs engste Bebel: Heute vormittag, als ich in den Sigungssaal trat, teilte mir Victor Adler in lebhafter Entrüstung mit: Du glaubst gar nicht, was auf diesem Parteitag für unglaubliche Gerüchte und Mäßchen umherschwirren.( Sehr richtig!) Ich habe doch schon vieles erlebt, aber so was noch nicht. Ich erwiderte ihm: Das begreife ich; davon habe ich auch schon gehört. Die Leute sind hüben und drüben sehr erregt und so erklärt es sich denn, daß, wenn einmal ein Wort fällt, sich das sofort weiter verbreitet und mit jeder Uebertragung schlimmer wird. Nun hat sich Fischer auf Stücklen, Kazenstein und Grünberg berufen. Ich glaube, er hätte mit leichter Mühe noch Hundert finden können, die ähnliches gesagt haben, weil ähnliches überall herumschwirrt. Das Gerücht, wobei auch ich eine Rolle spiele, ist mir bereits am Mittwoch früh mitgeteilt worden und zwar durch Wallfisch. Dieser trat in sehr lebhafter Erregung an mich heran und sagte: Hören Sie, Bebel, wissen Sie schon, daß man Auer absägen will? Und er gab seiner lebhaften Entrüstung Ausdruck. Ich sagte: Gehört habe ich von diesen Sachen, aber daß man ihn absägen will, ist ja Unsinn. Ich habe nur gehört, Auer wolle eine große Rede halten, er habe viel Ercerpe gemacht, und wenn er dann in ähnlicher Weise vorgehen würde, wie in Hannover, dann würde er einen gehörigen Denkzettel bekommen.( Sehr richtig.) Und da habe ich denn gejagt: Kinder, laßt mich aus dem Spiel, ich will mit der ganzen Geschichte nichts zu thun haben. will, der es wagt, Kautskys Ansicht zu bezweifeln. Als Beweis hat einer Revision der Grundsäße, auf denen unsre Partei be= Adolf Hoffmann: Nach den Ausführungen von Bebel habe ich er ein paar Citate angeführt, die ich aber in keiner Weise als von ruht. Sie hat z. B. angefangen mit der Forderung, diese faum noch etwas hinzuzufügen: Es ist festgestellt, daß in Berlin nicht mir geschrieben anerkennen kann. Sie sind dadurch zu stande ge- Grundsätze zu revidieren und aus diesem Grunde den darüber gesprochen worden ist, und was hier darüber gesprochen ist, kommen, daß Vollmar ein Wort von mir genommen und ein andres Namen Revisionismus bekommen. Zuerst sprach man von Bernsteinerei, ist auch festgestellt. Ich habe ja ehrlich erklärt, daß, wie die Situation von sich selbst zugesetzt hat.( hört! hört!) Ich soll gesagt haben: wir haben es aber dann vorgezogen, der Sache einen weniger liegt, ich persönlich der Meinung war, daß ein Zusammenarbeiten Das Anzweifeln solle verboten werden. Ich habe„ anzweifeln" ge- persönlichen Anstrich zu geben. zwischen Bebel und Auer nicht möglich sei, und da mir die Partei schrieben;„ verbieten" hat er hinzugesetzt.( hört! hört!) Damit aber Bevor ich zu der Resolution selbst übergehe, muß ich zunächst über der Person steht, hielt ich es in meinem Fall für meine Pflicht die Genossen wissen, wie ich über die Meinungsfreiheit denke, an die Geschichte einer andern Resolution erinnern. Wir hatten bes und mein Recht, so zu handeln. will ich Ihnen eine Stelle aus meinem Artikel in der reits in Hannover einmal Gelegenheit, über den Gegensatz zwischen, Richard Fischer- Berlin: Ich will gegenüber Stadthagen nur be-„ Neuen Zeit" vorlesen, von der ich annehme, daß sie Vollmar zu ich will einmal sagen Marrismus und Revisionismus zu diskutieren merken: ich habe nicht behauptet, daß eine Konferenz der Berliner Grunde lag. Es heißt da:„ Freilich Meinungsverschiedenheiten wird und zu entscheiden. Damals ereignete sich das sonderbare SchauDelegierten den Beschluß gefaßt habe. Wenn Stadthagen von einem und muß es unter uns immer geben( hört! hört!), und sie müssen spiel, daß, nachdem wir Monate lang auf das entschiedenste ges Sneipenlaufen meinerseits sprach, so hat er die unwahrheit gesagt dem Charakter unsrer Partei entsprechend öffentlich ausgefochten stritten, schließlich beide Richtungen fich einmütig in einer gleichviel, ob er oder ein andrer sie erfunden hat. Die Ausführungen werden, aber die Meinungsverschiedenheiten dürfen nicht überwuchern. Resolution vereinigten. Die Revisionisten hatten unser Pros Bebels fömiten vielleicht zu der Vermutung Anlaß geben, als ob ich Wir haben für längere Zeit mehr als genug davon gehabt und gramm auf das entschiedenste angegriffen. In dieser Resolution Adler diese Mitteilungen gemacht hätte.( Bebel: Nein, nein!) So, fönnen für ein paar Jahre unsre Selbstkritik reducieren, namentlich, aber stand der Satz, daß die Partei nicht die mindeste Ursache habe, dann ist dieser Punkt erledigt. Im übrigen kann ich nur wieder wenn es eine solche ist, bei der nichts herauskommt."( Sehr richtig 1) an dem Programm, der Taktik oder dem Namen der Partei irgend holen, was ich sonst erklärt habe, bezieht sich nicht auf Berlin, sondern Also von einem Verbot habe ich nicht gesprochen; ich wünsche etwas zu ändern. Im Laufe der Verhandlungen beantragte Kolb auf das, was in diesem Saale vorgegangen ist. Und für alles, was nur, daß die Selbstkritik reduciert werde. Vollmar berief sich an Stelle von Programm zu setzen Grundfäße und Grundfordes ich darüber behauptet habe, habe ich Gewährsmänner.( Unruhe.) ferner auf meinen Artikel" Der Rückzug der Zehntausend". rungen", darauf komme es doch an. Die Resolution würde dadurch Bestritten sind diese Bemerkungen zuletzt nur von Stadthagen, was Ich habe da ausgeführt, daß wir allerdings vom Staate für jene Genossen annehmbar, die sonst vielleicht an der Resolution bekanntlich keine Bestreitung ist.( Große Unruhe und Zwischenrufe.) Denkfreiheit fordern müssen, aber in der Partei müsse Anstoß nehmen würden. Bebel erklärte sich mit dieser Aenderung eint Stadthagen( Große Unruhe und Schluß!): Es ist nicht meine Einheitlichkeit herrschen.„ Einheitlichkeit" ist aber nichts andres als verstanden, weil er sich sagte, daß man am Buchstaben des Programms ja Schuld, daß ich noch einmal reden muß. Es ist uns heute nachmittag die Ansicht Kautskys, fagt Vollmar; damit verlangt Kautsky, daß natürlich nicht zu kleben brauche. Er ging dabei selbstverständlich von der mitgeteilt worden, daß Fischer von Kneipe zu Kneipe gehe und das alle Genossen seiner Ansicht sein sollen! Was ich nun in dem Voraussetzung aus, daß unter diesen Grundfäßen und Grunds Gerücht über Auer verbreite. Darauf ist er ersucht worden, das zu Artikel gesagt? Ich habe erörtert, daß das Problem der Denkfreiheit forderungen diejenigen zu verstehen seien, die hier im Programm unterlassen, weil das Gerücht nicht wahr sei. Ein wahrheitsliebender für Staat und Partei ganz verschieden ist. In den Staat werden niedergelegt waren. Anders legten die Revisionisten die Worte aus. Mann hätte diesen Umstand mitgeteilt und den Parteitag nicht mit wir hineingeboren, ob wir wollen oder nicht, er besteht aus An- Sie hielten es nach dem Parteitag für notwendig, ihre Abstimmung solchen Infamien aufgehalten.( Lachen und große Unruhe.) hängern der verschiedensten Klassen und Parteien, von denen der zu motivieren. Es geschah das in den„ Socialistischen Monats= Staat teine benachteiligen oder bevorzugen darf. Etwas andres ist heften" in dem Artikel:„ Warum konnten die Bernsteinianer für die eine Partei. Eine Partei ist ein Zusammenschluß von Gleichgesinnten, Resolution Bebel stimmen?" In diesem Artikel heißt es unter Zunächst einige persönliche Bemerkungen. Vollmar hat gestern mit der Taktik zusammen. Jede Taktik beruht auf einer andren geglaubt, das„ Große Mißverständnis" ernst nehmen und mich als Theorie. Wenn die Marristische Theorie falsch ist, dann hat die den großen Parteipapst hinzustellen, der jeden Ketzer braten lassen neue Taktik recht. Diese Taktik muß also ausgehen von Auer: Kinder, laßt doch genug sein des grausamen Spiels das hält ja kein Viech aus.( Bewegung. Andauernde große Ünruhe.) " nderm: bie Rebisionisten hätten deswegen dafür stimmen können, 1 ein wahrhaft konstitutionelles parlamentarisches Regime vor-| Bourgeoisie mit Haut und Haaren verkauft haben( Sehr richtig 1), weil an Stelle des Wortes Programm, die Worte Grund- handen wäre, ohne uns schon heute keine Regierung zu das sind Geschäftspolitiker.( Sehr wahr!) Und durch diese soll säge und Grundforderungen gesetzt worden seien. Damit sei bilden sein würde. Nun, wir würden dann statt 81 Abgeordnete die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat bewiesen, daß das Programm unhaltbar sei, daß die Konzentrations 125 haben, also noch immer nicht ein Drittel der Mitglieder des vollzogen werden? Das glaubt doch von Ihnen kein Mensch. Theorie, die Krisentheorie und alle diese Vorstellungen, die im Ein- Reichstags. Wie kann man sagen, daß ohne ein Drittel der Ab- Dahin also führt das Streben, die politische Macht stückweise zu gang des Erfurter Programms entweder direkt ausgesprochen oder geordneten keine Regierung zu bilden sei! Das wäre nur dann erobern, indem man die Regierungsgewalt allmählich aushöhlt, statt doch daraus als Konsequenzen abzuleiten sind, falsch seien. Der möglich, wenn wir, was Vollmar für selbstverständlich hält, einmal sie wie eine Festung im Sturm zu nehmen.( Ruf: Im Sturm!) naive Glaube an die unfehlbare Richtigkeit dieser Sätze sei in ein parlamentarisches Regime haben und die Socialdemokratie mit Ja wohl, im Sturm! Man kann sie auch belagern, aber der Sturm Hannover auf das tödlichste getroffen worden. Dieses Freifinnigen und Nationalliberalen zusammen eine Regierung bildet. bildet den Abschluß der Belagerung. sehr zu begrüßende Resultat der Stürme des Parteitages Macht man eine solche Voraussetzung, so hat dieser Satz überhaupt Wenn aber dem so ist, warum haben wir dann in unsrer hätte doch auch von Bebel nicht unbemerkt bleiben können, feinen Sinn. Resolution nicht einfach erklärt, daß wir eine Politik vers daher seine Bereitwilligkeit, auf den Antrag Kolb einzugehen. Nun haben Vollmar und Auer den Wunsch ausgesprochen, wir urteilen, die die stückweise Eroberung der politischen Macht Also die Bernsteinianer haben für diese Resolution gestimmt, weil möchten bald auch in Deutschland einen Fall Millerand erleben. erstrebt? Die Resolution wäre dann flarer gewesen, aber in ihr an Stelle des Worts Programm" das Wort„ Grundsäge" Aber wie ist der Eintritt eines Socialdemokraten in ein man hätte uns entgegengehalten, daß wir einen Fall im Auge haben, gesezt worden ist. Als sie diese Erklärung veröffentlichten, hatten sie bürgerliches Ministerium zu erlangen? Nur auf dem- um den es sich in Deutschland noch gar nicht handelt. In Deutschoffenbar vergessen, daß Bernstein einen Brief an den Parteitag ge- felben Wege wie in Frankreich, dadurch, daß Socialdemokraten land handelt es sich noch nicht darum, daß irgend jemand in ein richtet hatte, worin er seine Zustimmung zur Resolution in ihrer zusammen mit bürgerlichen Parteien eine Regierungsmehrheit Ministerium eintritt, nicht etwa weil die Revisionisten grundsätzlich ursprünglichen Fassung ausspricht.( hört! hört!) Wir sehen, unter bilden. Und das ist auch der Weg, den verschiedene unsrer Genossen dagegen sind, sondern weil unsre Gegner nicht wollen.( Sehr unfren Revisionisten giebt es Leute, die bereit sind, für eine uns raten einzuschlagen und den ich auch aus den Schriften von richtig!) In Deutschland bleibt der Revisionismus in seinen AnResolution zu stimmen, wenn sie sie dahin auslegen können, daß Bernstein herauslese. Ich muß hier auf Bernstein zu sprechen fängen stecken, er reicht über die vorbereitenden Stadien nicht hinaus, das Programmi damit aufgehoben wird, und es giebt wieder andre kommen. Vollmar hat es so hingestellt, als wenn ich bereit wäre, und dies vorbereitende Stadium ist naturnotwendig ein Entgegen unter ihnen, die bereit sind, für dieselbe Resolution zu stimmen, sofort Bernstein an die Gurgel zu springen, sobald er nur den kommen gegen die bestehende Ordnung. Jeder, der logisch denkt und weil sie fie dahin auslegen, daß das Programm damit be- Mund aufmacht, als ob ich von solchem Haß gegen ihn erfüllt die stückweise Groberung der politischen Macht anstrebt, würde sich stehen bleibt!( Hört! hört 1) Das ist eine sehr sonderbare wäre, daß ich kein Wort von ihm hören kann, ohne in die höchste in unverantwortlicher Weise festlegen, wenn er für diesen Passus der Auffassung.( Sehr wahr!) Bernstein fagt in seinem Briefe, daß Ertase zu geraten. Ich habe höchst ungern gegen Bernstein ge- Resolution stimmen würde. Nun sagen die Genossen: Wir wollen er mit der Resolution einverstanden sei, wenn er das sprochen und immer nur gezwungen gegen ihn das Wort ergriffen. ja gar nicht der bestehenden Macht entgegenkommen. Aber auf das übliche Körnlein Salz hinzufüge. Ein merkwürdiges Körnchen Salz,( Sehr richtig!) Erinnern Sie sich an den Anfang der Diskussion! Wollen kommt es nicht an, die Dinge haben ihre Logit, und wenn das weiß in schwarz und schwarz in weiß verwandelt.( Sehr gut! Bernstein hatte schon ein halbes Jahr seine Ansichten entwickelt, ohne es Leute giebt, die nicht logisch denken, so hindert das uns doch Bernstein: Ach!) Das ist wohl derselbe Trant, mit dem im daß ich erwiderte, erst nach seiner Erklärung an den Stuttgarter nicht, die Logik der Thatsachen zu sehen und unsre Schlüsse daraus Leibe man zwar nicht Helenen in jedem Weibe, wohl aber in Parteitag, als weiteres Schweigen Feigheit gewesen wäre, habe ich zu ziehen.( Sehr richtig!) Das ist ja auch der Jammer des Deutschland eine Republik sieht.( Lebhafte Heiterkeit und Bravo!) das Wort ergriffen.( Sehr richtig!) Auch jetzt, wo Bernstein mit deutschen Revisionismus, daß er nie mit einem bestimmten Programm Damit bei der uns heute beschäftigenden Resolution nicht wieder feinem Vorschlag in der Vicepräsidentenfrage fam, habe ich zwei hervorkommt.( Rufe: Wir haben das Programm der Partei!) falsche Auffassungen vorkommen können, möchte ich sie näher erläutern, Monate geschwiegen, und da wirft man mir vor, daß ich jede Ge- Der Revisionismus, der in Frankreich und England be und damit diejenigen auf gewisse Punkte festlegen, die für die legenheit ergreife, um gegen Bernstein zu schreiben? Ich habe erst stimmte Formen angenommen hat, will in Deutschland immer Resolution stimmen.( Sehr gut!) geschrieben, als die Sache solche Dimensionen angenommen hatte, neue Bahnen einschlagen. Wie oft ist nicht gesagt worden, Redner verliest den zweiten Absatz der Resolution 180. Um daß ich nicht mehr schweigen durfte, ohne in den Verdacht der Feig- wir müssen das Programm revidieren.( Ruf: Das hat Bebel auch diesen Satz näher zu erläutern, muß ich anknüpfen an das oben Gesagte heit zu kommen.( Sehr richtig!) Wenn ich jemals Groll gegen gesagt!) Ja, aber nicht den Inhalt! Und wenn es darauf ankommt, über revisionistische und marristische Auffassung über die Eroberung Bernstein gehabt habe, so ist dieser Groll längst verschwunden, seit zu revidieren, dann erklären die Revisionisten, wir müssen im alten der politischen Gewalt. Wir haben gesehen, daß die Revisionisten ich sehe, wie er von seinen eignen revisionistischen Genossen be- Geleise bleiben. Was passiert aber, wenn irgend jemand neue diejenige Richtung darstellen, die da wünscht, daß Konflikten aus dem handelt wird, so daß man eigentlich Mitleid mit ihm haben muß. Bahnen einschlagen will und im alten Geleise bleibt? Er entgleiſt. Wege gegangen wird und das Proletariat vorwärts zu bringen hofft( Lebhafte Zustimmung.) Nein, wenn ich mich öfter gegen ihn wende,( Lebhafte Zustimmung.) Nicht als bestimmte Richtung, sondern als möglichst auf friedlichem und gesetzlichem Wege.( Heine: Wünschen so, weil er die Gewohnheit hat, aus der Schule des Revisionismus eine ununterbrochene Reihe von Entgleisungen tritt der deutsche Sie das nicht?) Gewiß wünschen wir das auch( Sehr richtig!), aber zu plaudern( Sehr wahr!), also aus demselben Grunde, aus dem Revisionismus auf.( Sehr wahr!) Das ist durchaus logisch, denn die Ansichten über die Möglichkeit sind verschieden!( Sehr gut 1) Die der Knabe Ede angefangen hat, den Revisionisten fürchterlich zu die Entgleisung ist die klassische Form eines Vorgangs, bei dem Geschichte richtet sich nicht nach unsren frommen Wünschen.( Ruf: werden. das Ziel nichts ist, die Bewegung alles.( Stürmischer Beifall.) Müssen Sie denn immer prophezeien!) Auf welchem Gebiete stehen In seinen Voraussetzungen weist Bernstein darauf hin, daß Nun zum zweiten Satz der Resolution! Wir haben gesehen, uns nun die größten Konflikte bevor? Auf dem Gebiete der Staats- selbst unter den Gegnern die Zahl derjenigen im Wachsen sei, die wie der Revisionismus gezwungen wird, eine Anlehnung an bürgergetvalt. Sie ist die Organisation, mit der die herrschenden Klassen die bereit seien, den Veränderungen in den Produktions- und Verkehrs- liche Parteien zu suchen, er kann sonst seine Ziele überhaupt nicht besiglosen Klassen niederhalten. Die Gewerkschaften sind sicherlich verhältnissen und der Klassenentwicklung auch im politischen Rechte erreichen. Nun stehen aber die Revisionisten auf dem Boden der notwendig, aber sollten sie einmal so weit kommen, daß sie der Rechnung zu tragen. Die Zahl derer, die das einsehen, meint er, materialistischen Geschichtsauffassung und sie müssen den KlaffenBourgeoisie gefährlich werden, dann können Sie sicher sein, daß sei im Wachsen.( hört! hört!) Ihr Einfluß würde ein viel größerer fampf anerkennen. Unfre Gegner erkennen ja sogar heute schon an, man Ihnen mit Hilfe der Staatsgewalt großen Abbruch thun wird. sein, als er heute ist, wenn die Socialdemokratie den Mut fände, daß Klassengegensätze existieren, dazu braucht man nicht Social( Sehr richtig!) Denken Sie nur an England. Dann der Municipal- fich von einer Phraseologie zu emancipieren, die thatsächlich über- demokrat zu sein. Wenn man aber den Klaffengegensatz anerkennt socialismus Gewiß, wir können ein Stück in den Gemeinden lebt ist, und das scheinen zu wollen, was sie heute in Wirklichkeit ist und gleichzeitig eine Anlehnung an bürgerliche Parteien sucht, so kann weiter kommen, aber nur in enggesteckten Grenzen, weil jeder eine demokratisch socialistische Reformpartei." man das nur dadurch erreichen, daß man nicht eine Verschärfung tveitere Fortschritt sofort von der Staatsgewalt verhindert würde.( Lebhaftes: Hört! hört!) der Klassengegensäge in der heutigen Gesellschaft sucht, sondern Und ebenso steht es mit dem Wahlrecht. Wenn die herrschenden Glauben Sie wirklich, daß es irgend eine bürgerliche Partei eine Milderung, daß man alle jene Erscheinungen in den Vorders Klassen in Gefahr kommen und ernsthaft im Besiz der Staats- giebt, die sich durch unsre Worte ins Bockshorn jagen läßt? Große grund schiebt, die den Anschein erwecken, als vollziehe sich eine gewalt bedroht würden, dann würden sie die Geseze so ändern. Worte, hinter denen nichts steht, schrecken niemand, die machen den Wilderung der Klassengegenfäße, dagegen alle jene Erscheinungen daß jeder weitere Fortschritt aufgehoben wird.( Lebhafte Zu- jenigen nur lächerlich, der sie gebraucht.( Sehr wahr!) Nicht unsre ignoriert, die auf eine Verschärfung hinweisen. Auch hier muß ich stimmung.) Worte, sondern unsre Thaten, unsre Macht, unser Wille, dieſe mich wieder auf Bernstein berufen, so ungern ich es thue. Er sagt Der Besitz der der Staatsgewalt ist entscheidend. Erst im Macht in einer bestimmten Richtung zu gebrauchen, sind es, die die in seiner Erklärung an den Stuttgarter Parteitag, daß die Zahl der Befiße der Staatsgewalt haben wir die sichere Grundlage, um den Bourgeoisie uns zu eigen macht. Bernstein meint weiter: Kapitalisten sich vermehre, indem die Arbeiter Sparkassenbücher er Socialismus durchzuführen. Deshalb hängen fich die befizenden" Je mehr die Socialdemokratie sich entschließt, das scheinen zu werben.( Heiterkeit. Bernstein ruft: Das habe ich nicht gesagt!) Klaffen an die Staatsgewalt. Nun sagt Kolb: Wir müssen die wollen, was sie ist, umsomehr werden auch ihre Aussichten wachsen, oder vielmehr Attienbesitzer werden!( Bebel: Die englische Bourgeoisie zwingen! Zwingen kann ich nur den, über den ich Herr politische Reformen durchzusetzen. Die Furcht ist gewiß ein großer Pfund- Aktie!) In seiner Vorrede zu den Voraussetzungen" sagt geworden bin!( Sehr richtig!) Wenn wir aber die Macht haben, Faktor in der Politik, aber man täuscht sich, wenn man glaubt, Bernstein wörtlich: die Bourgeoisie zu zwingen, dann brauchen wir die Macht nicht daß die Erregung von Furcht alles vermag. Nicht als die Chartistenmehr mit ihr zu teilen!( Lebhafte Buftimmung.) Wenn wir die bewegung sich am revolutionärsten geberdete, erlangten die englischen Macht teilen wollen, dann müssen wir die Bourgeoisie oder einen Arbeiter das Stimmrecht, sondern als die revolutionären SchlagTeil von ihr überzeugen, daß es ihr Vorteil ist. Nun, über diese worte verhallt waren und sie sich mit dem radikalen Bürgertum zur Möglichkeit brauche ich kein Wort mehr zu verlieren. Wer Erkämpfung von Reformen verbündeten. Und wer mir entgegenandrer Meinung ist, der ist ein Illusionär, ein Phantast, hält, daß Aehnliches in Deutschland unmöglich sei, den ersuche ich und wenn er sich auch noch so sehr einbildet, Realpolitiker nachzulesen, wie noch vor fünfzehn und zwanzig Jahren die liberale zu sein.( Lebhafter Beifall.) Für die revisionistische Tattit, Bresse über Getvertschaftstämpfe und Arbeitergesetzgebung schrieb, die die großen Konflikte umgehen und die Bourgeoisie nicht nieder- und die Vertreter dieser Parteien im Reichstage Sprachen und werfen, sondern ihre Macht von innen aushöhlen will, ist das un- stimmten, wo darauf bezügliche Fragen zu entscheiden waren. Er bedingte Erfordernis, daß einem Teil der Bourgeoisie die Ueber- wird dann vielleicht zugeben, daß die politische Reaktion durchaus zeugung beigebracht werden muß, fie müsse einen Teil ihrer Inter- nicht die bezeichnendste Erscheinung im bürgerlichen Deutschland ist." effen abtreten an die Socialdemokratie. Unfre Resolution verurteilt( hört! hört!) aber eine Taktik, die an Stelle der Eroberung der politischen Macht durch Ueberwindung unsrer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Ordnung der Dinge sezen will. 4 " Adler und andre haben daran Anstoß genommen, daß ich mit der Entwicklung demokratischer Einrichtungen eine Milderung der Klassenkämpfe in Aussicht stellte, und meinen, da sähe ich die Berhältnisse lediglich durch die englische Brille. Letzteres ist durchaus nicht der Fall. Selbst angenommen, daß der Sazz:„ das entwickeltere Land zeigt dem minder entwickelten das Bild der eignen Zukunft", neuerdings seine Geltung eingebüßt hätte und alle Unterschiede zwischen der festländischen und der englischen Entwicklung, die ja auch mir nicht ganz unbekannt sind, voll berücksichtigt, so stützt meine Ansicht sich auf Erscheinungen auf dem Festlande, die man in der Hiße des Kampfes allenfalls zeitweise übersehen, die man aber nicht dauernd verkennen kann. Ueberall in vorgeschrittenen Ländern sehen wir den Klassenkampf mildere Formen annehmen."( Berne stein: Formen!) Hier wird doch mit dürren Worten empfohlen, mit dem radifalen Bürgertum Reformen zu erkämpfen.( Sehr wahr!) Der Ja, natürlich, und er fährt dann fort:„ und es wäre ein wenig Zehnstundentag in England wurde damals erkämpft, als die Char- hoffnungsvoller Ausblick in die Zukunft, wenn es anders wäre. Einige Citate werden dasselbe beweisen. Der praktische Aus- tisten sich revolutionär geberdeten, und nicht als die Arbeiter sich mit Nun sehen Sie die Erscheinungen der lezten Jahre an! Wo gangspunkt für den Revisionismus ist nicht bei uns zu finden; dem Bürgertum zur Erkämpfung von Reformen verbündeten.( Sehr haben die Klassengegensäge mildere Formen angenommen? Erinnern dazu ist Deutschland zu rückständig. Der Ausgangspunkt des richtig!) Und den ersten Schritt zur Erlangung des allgemeinen Sie sich an die milden Formen des Obstruktionsfeldzuges und des Revisionismus ist in Frankreich Jaurès und Millerand- und Stimmrechts haben die englischen Arbeiter ebenfalls erkämpft und Wahlkampfes.( Ruf: Löbtauer Urteil!) Auch in England haben sich in England der Fabionismus zu finden. Um die deutschen nicht im Verein mit den bürgerlichen Parteien erworben. die Kämpfe der Gewerkschaften viel mehr verschärft( Sehr wahr!) Revisionisten zu begreifen, muß man nach diesen Ländern gehen;( Sehr wahr!) Es war der Kampf des Jahres 1867, in dem und wir sehen ja auch, wie jetzt die Unternehmer dort erst dann faßt man den logischen Zusammenhang. Wir müssen an Kart Marg so kräftig eingriff, und in dem die Inter- anfangen, ihre ganzen politischen Rechte zu benutzen, um den Fall Millerand anknüpfen. Es ist bemerkenswert, daß alle nationale eine so große Rolle spielte. Erst später wurde die Socialdemokratie zu bekämpfen, wie auch dort die Klassendeutschen Revisionisten fich für Millerand ausgesprochen haben. Run eine weitere Erweiterung des Stimmrechts den Arbeitern gegeben, gegensätze sich zuspißen und der Klassenkampf nicht mildere, hat mir Auer einen Widerspruch nachweisen wollen und hat gesagt, allerdings erst, nachdem sie sich mit dem Bürgertum zur Erkämpfung sondern schärfere Formen annimmt.( Lebhafte Zustimmung.) in Paris sei ich selbst für Millerand eingetreten. Er, Auer, habe von Reformen verbunden und nachdem sie aufgehört hatten, irgend Bebel ruft: Auch in der Schweiz.) Ja, auch in der Schweiz, wo meine Resolution verteidigt, und ich hätte Auer meine volle Zu ein selbständiges Glied der englischen Politik zu bilden, nachdem sie Militär aufgeboten wird, um die Arbeiter niederzuwerfen.( hört! stimmung zu seiner Rede ausgesprochen. Ich glaube, daß Auers Gedächtnis mit Haut und Haaren sich dem englischen Liberalismus ergeben hört!) Wer auf dem Standpunkt der Revisionisten steht, der fann trügt. Meine Anerkennung kann sich nur auf die formelle Geschick hatten. Will Bernstein von uns die gleiche Politik verlangen? diesen Satz unsrer Resolution nicht unterschreiben, wenn er nicht das lichkeit der Auerschen Nede bezogen haben, die großartig war, aber nicht Doch sicher nicht! Dann aber ist sein ganzes historisches Beispiel berühmte Körnchen Salz genossen hat.( Sehr richtig 1) Ohne dieses auf ihren Inhalt, denn der hat mich sehr verschnupft, weil die Stede hinfällig. Körnchen Salz richtet sich dieser Satz entschieden gegen die revisioam Kernpunkt der Dinge herumgegangen ist. Allerdings habe ich Bernstein wendet sich weiter in einem Artifel der Socialistischen nistischen Bestrebungen, und wer diesen Satz unterschreibt, der giebt für meine Resolution nach einer Fassung gesucht, die sich principiell Monatshefte Baris und Mainz" gegen meine Bariser Resolution, damit zu, daß er diese Anschauungen von Bernstein nicht mehr als gegen Millerand wandte, sein Verhalten aber hinstellte als Fehler, er zeigt einen viel weiteren Blick als Jaurès und Auer, die für richtig anerkennt.( Sehr wahr.) Thun Sie das, so ist uns das sehr nicht als Verbrechen. Ich wollte den grundsäglichen Standpunkt meine Resolution stimmten( Sehr richtig); er war dagegen, er hat angenehm. Wir wünschen durchaus nicht im Unfrieden mit unfren wahren und doch die Einigkeit unter den Franzosen anbahnen.( Ruf: erklärt, daß diese Resolution den Possibilisten viel mehr giebt, als Genossen zu leben. Das ist Opportunismus 1) Daran bin ich gescheitert. Nun, das ist sie ihnen nimmt, und von diesem Standpunkt aus polemisiert er mit auch schon andren passiert. Was sage ich nun in der Bariser Re- vollem Recht gegen die Resolution. Er führt als Beweis dafür, wie solution? Ausdrücklich folgendes: Die Eroberung der Regierungs- das Proletariat die politische Macht erobern kann, England an: gewalt kann dort, wo sie centralisiert ist, nicht stückweise erfolgen." Es heißt dann weiter: Der Eintritt eines einzelnen Socialisten in ein bürgerliches Ministerium ist nicht als der normale Beginn der Eroberung der politischen Macht zu betrachten, sondern kann stets nur ein vorübergehender und ausnahmsweiser Notbehelf in einer Zwangslage sein." " der " Ein weiterer Punkt in unsrer Resolution lautet: „ Der Parteitag erwartet, daß die Fraktion die größere Macht, die sie durch die vermehrte Zahl ihrer Mitglieder wie durch die gewaltige Zunahme der hinter ihr stehenden Wählermassen erlangt, entsprechend den Grundsäßen unsres Programms dazu bes nugt, die Interessen der Arbeiterklasse, die Erweiterung und Sicherung der politischen Freiheit und der gleichen Rechte für alle aufs fraftvollste und nachdrücklichste wahrzunehmen und den Kampf wider Militarismus und Marinismus, wider Kolonialund Weltpolitik, wider Unrecht, Unterdrückung und Ausbeutung in jeglicher Gestalt noch energischer zu führen, als es ihr bisher möglich gewesen ist." ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) " In England verzeichnet das Jahr 1886 den ersten Eintritt eines Arbeiters in das Ministerium dieses Weltreichs. Allerdings kann man einwenden, eines nichtsocialistischen Arbeiters. Aber es handelt sich hier um die Vertretung der Klasse, und was man sonst Broadhurst vorwerfen kann, jedenfalls war er der anerkannte Repräsentant der organisierten Arbeiter seines Landes, und es geschah mit ihrer Zustimmung, daß er den Bosten annahm. Ebenso Burt im Jahre 1892. Ihnen hielten die Arbeiterorganisationen, deren bezahlte Beamte sie waren, ihre Posten für die Dauer der Ministerialthätigkeit offen. Waren Broadhurst und Burt keine Louis Blancs, so war dafür ihre Berufung ins Ministerium nicht in Verbindung mit einem Handstreich erfolgt, sondern geschah unter ganz normalen Verhältnissen, als Wirkung des erlangten politischen Einflusses der Arbeiterklasse. In diesem Umstand, daß der Eintritt unter normalen Verhältnissen erfolgte, liegt Weizen, gut D.- Ctr. 15,90| 15,87 seine besondere geschichtliche Bedeutung. Es ist in England kein liberales Ministerium mehr möglich ohne mindestens einen anerkannten Vertreter der organisierten Arbeiter furz, gerade in den vorgeschrittensten Ländern sehen wir faktisch in der einen oder andern Form sich das vollziehen, was die Resolution als Berfte, gut „ nicht normaler" Beginn der Eroberung der politischen Macht bezeichnet. Die Wirklichkeit ist in der unglücklichen Lage, nicht normal" zu sein." Marktpreise von Berlin am 18. September 1903 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Ich bin ebenfalls gegen die von den Revisionisten vertretene Anschauung, daß wir nur auf dem Wege der Eroberung eines Ministeriums nach dem andern zur politischen Macht gelangen und so ohne Revolution die politische Macht stückweise erobern tönnen. Von diesen beiden Säßen nun hat Auer in seiner Pariser Rede nicht gesprochen, er hat jogar gerade das Gegenteil gesagt. Ich habe in der Resolution den Eintritt eines Socialdemokraten in ein bürgerliches Ministerium als einen Ausnahmefall hingestellt, Auer aber hat in Paris gesagt:„ Gewiß, ein Fall Millerand hat bei uns noch nicht gespielt; soweit sind wir noch nicht, aber ich hoffe, daß wir möglichst bald auch so weit sein werden."( Hört! hört!) Glauben Sie, daß ich Auer meine Zustimmung zu diesem Saße ausgesprochen habe?( Bebel: Sicher nicht!) Das ist eine springenden Bunfte in seiner Rede gewesen.( Sehr wahr!) Meine Ansicht über den Fall Millerand habe ich schon vor der Pariser Resolution ausgesprochen, ich habe denselben Standpunkt eingenommen wie jetzt, ich habe mich in dieser Frage durchaus nicht geändert. Also die Fälle Burt und Broadhurst erscheinen Bernstein als der Nun sagt man, der Fall Millerand gilt nur für Frankreich. Selbstverständlich, in Deutschland sind wir noch nicht so weit, wie Auer normale Anfang der Eroberung der politischen Macht durch das Nichtstroh gesagt hat. Wir wissen auch, daß der Gedanke einer großen bürger- Proletariat!( Bernstein: Nein!) Das ſteht doch darin. lichen Linten nicht mehr realisierbar ist. Die letzten Wahlen haben( Bebel: Das steht ganz flar darin) Num muß man aber die Erbsen diesen Gedanken begraben, er ist unlängst selig im Herrn von Nau- Herren Burt und Broadhurst kennen, fie gehören zu derselben Sorte Speisebohnen mann entschlafen. Aber der Gedanke spielt noch immer fort. Anders von Politikern, die Marr schon zur Zeit des Haager Kongresses als Linsen tann ich mir den Satz in der Vollmarschen Rede nicht Lumpenferle gebrandmarkt hatte, mit denen die englischen Arbeiter erklären, daß, wenn ein gerechter Vertretungsmodus und aufräumen müßten. Das sind jene Arbeiter, die sich der liberalen Berantwortlicher Nedacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch: Th. Glocke in Berlin. Drut und Berlag: Borwärts Hammelfleisch Butter mittel gering " 15,84 15,81 15,78 15,75 7,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " * Roggen, gut " 12,95 12,93 1,60 1,20 " mittel " 12,91 12,89 1,80 1,20 " gering # 12,87 12,85 12,85 1,80 1,20 " " 14,50 13,50 2,60 2,00 mittel " 13,40 12,40 Eier 60 Stüd 4,60 2,60 gering " 12,30 11,30 thafer, gut " 16,00 14,90 Karpfen Aale 1 kg 2,40 1,20 " 2,60 1,50 mittel " 14,80 13,70 Zander " 3,00 1,20 gering 13,60 12,50 Hechte " 2,40 1,20 " " 6,00 4,60 Schleie 4,00 3,66 Barsche 1,80 0,80 3,00 1,40 40,00 25,00 Bleie 1,40 0,80 " " 50,00 25,00 Krebse per Shod 18,00 3,00 " 60,00 20,00 * ab Bahn. Heu † frei Wagen und ab Bahn. Buchdruckerei und Beclagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 220. 20. Jahrgang. 配 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 20. September 1903. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) Revisionismus und die revisionistische Taktik auf das principielle werden, daß ich irgendwie unsren politischen Grundsätzen abGebiet hinübergetragen hat.( Vielfache Rufe: Sehr richtig!) Niemand geschworen hätte. fie fo kann diesen Dant lebhafter empfinden als ich selbst. Denn ohne, Ich bestreite ganz entschieden, daß die Vicepräsidenten- Frage daß ich damit irgend einem von denjenigen, die man Revisionisten mit meinen theoretischen Anschauungen irgend etwas zu thun nennt, zu nahe freten möchte, weil sie erklärt haben, für diese hat. Man stellt es ja gerne so dar, als wenn ich Resolution zu stimmen, muß ich doch erklären: nicht erst von diesem immer da fäße und überlegte, ob ich nicht irgendwo unser Hier möchte ich das Wort Jolonialpolitik" unterstreichen.( Ruf: Augenblick, sondern von Anfang an war ich entschlossen, dagegen zu Programm revidieren sollte. Das ist nicht der Fall und speciell mein Aber recht scharf!) Denn dies Wort spielt im Revisionismus eine sprechen. Vorschlag zur Bicepräsidenten- Frage entsprang feiner Grübelei, songroße Rolle und nicht nur das Wort, sondern auch die Sache! Ich nehme teinen Anstand Ihnen von vornherein zu erklären, dern war das Resultat praktischer Erwägungen. Wenn jemals ein Wenn die revisionistischen Genossen sich den bürgerlichen Parteien ich bin Revisionist( Bravo!), ja wenn Sie noch etwas mehr wollen, Vorschlag, so ist dieser das Produkt praktischer Erfahrungen gewesen, nähern, wenn sie Hand in Hand mit ihnen gehen wollen, so wollen ich bin Bernsteinianer!( Große Heiterkeit!) die ich in diesem Winter im Reichstage gesammelt habe. Sie mögen sie das natürlich nicht thun unter Preisgabe eines proletarischen Was ist der Revisionismus? Ich habe das Wort nicht zuerst darüber denken, wie Sie wollen, aber ich bin zu diesem Vorschlage Interesses, sie sind ebenso eifrige Vertreter der proletarischen Inter- geschmiedet. Es war Schönlant, der es 1894 in Frankfurt aus- gekommen aus den Kämpfen bei den Zolltarif- Verhandlungen effen wie wir. Das wollen wir feinen Augenblick bestreiten, und prach, daß eine Revision der socialistischen Begriffe notthue. Ich heraus. Erinnern Sie sich doch an jene Bolltarif- Verhandlungen deshalb hat man auch nicht das Recht, uns vorzuwerfen, daß habe nie von einer Revision des Socialismus gesprochen, sondern und das, was wir den Umsturz im Reichstage genannt wir Ehrabschneiderei treiben, wenn wir dem Revisionismus eine Reihe Fragen behandelt unter dem Titel: Probleme des haben. Und verheimlichen wir uns nicht, daß das, was wir damals diese Tendenzen unterschieben. Nein, ich meine nicht, daß es eine Socialismus. Was ficht der Revisionismus mun an? Wenn man im Reichstage erlitten haben, eine Niederlage war; eine Niederlage, Schande ist, Revisionist zu sein, es ist nur ein Pech, ein Pech für alle diejenigen Leute, die früher oder jetzt eine von der Ansicht die uns beigebracht wurde durch Benutzung brutaler Gewalt. die Person und für die Partei.( Lebhafte Zustimmung.) Also, die der großen Mehrheit der Parteigenoffen Parteigenossen abweichende abweichende An( Bebel: Es war ein moralischer Sieg!) Selbstverständlich ein proletarischen Interessen wollen von den revisionistischen Genossen schaming in praktischen oder theoretischen Fragen gehabt moralischer Sieg, aber faktisch doch eine Niederlage. Wenn Kautsky ebenso gewahrt werden, wie von uns, aber sie verbinden sich mit haben, generell Revisionisten genannt werden, be- aus solchen Vorkommnissen wie beim Zolltarif schließt, daß die den bürgerlichen Parteien auf Kosten eines Dritten, und dies Dritte fommt man eine große Schar zusammen, in der ganz verschieden Formen des politischen Kampfes nicht milder, sondern schärfer geworden liegt sehr nahe in Form der Kolonien. Man sagt dem Prole- artige Anschauungen vertreten sind. Die kritischen Geister sind feien, dann ist das doch wirklich eine ganz eigentümliche Art der tarier: Laßt uns hinausziehen in die weite Welt! Plündern wir die überall viel schwerer zuſammen zu bekommen, als die dogmatischen Behandlung der Frage über die Entwickelung der Klassengegensätze. primitiven Völkerschaften und teilen wir die Beute, dann wird Geister. In der Reformationszeit hielt die katholische Kirche fest Es handelt sich doch nicht darum, wie wir den Kampf im Parlament, für uns beide mehr abfallen als heute! Und so zusammen, während die protestantische in eine Anzahl kleiner Be- bei den Wahlen usw. zu führen haben, sondern darum, ob wir auf spielt die Kolonialpolitit als Intereffenharmonie zwischen Bourgeoisie wegungen zersplitterte, was zeitweise ihre Schwäche ausmachte. So die Straße zu steigen und die Kämpfe blutig auszufechten und Proletariat überall dort eine große Rolle, wo dieser Revisionis- fann es kein Wunder sein, wenn die sogenannten Hauptrevisionisten haben oder ob wir mit andren Mitteln kämpfen wollen. Daß sich mus zu Ende gedacht wird und nicht in seinen Anfängen stecken in verschiedenen Punkten auseinander gehen. Ich habe mir nie eine die Gegenfäße je nachdem zuspizen, habe ich gar nicht geleugnet. bleibt. Ich erinnere auch da wieder an England, wo die Fabier Illusion darüber gemacht, ich habe mir nie eingebildet, daß der Ich habe mich also damals bei den Bolltarif- Verhandlungen dem auf seite der kolonialen Eroberungspolitik stehen, an Frankreich, Theoretiker in allen Fragen mit Bollmar, Auer oder Heine Eindrucke nicht entziehen können, daß wir eine schwere Niederlage wo Socialisten für den Chinafeldzug eingetreten find. Und nun einig sein würde. Schon bon England auts habe ich erlitten. Wir haben sie erlitten nach einem Kampfe, auf den die auf Deutschland zurückzukommen, muß ich wieder etwas von Bern- erklärt: Das sind selbständige Politiker, Männer der praktischen Socialdemokratie meiner Ansicht nach stolz sein kann. Die schließ stein vorlesen nicht etwa, daß er der einzige wäre, der diese Erfahrung; find nicht für mich verantwortlich, ich liche Niederlage hat bei mir einen ähnlichen tiefen Eindruck ges Anschauungen vertritt, es sind noch andre da, aber die huldigen dem bin nicht für sie verantwortlich. Und so ist es keine Desavonierung, macht, wie damals die Thatsache, daß man hier in Sachsen den Grundsatz: So was thut man, aber man sagt es nicht!( Sehr wahr 1) kein Fußtritt, den ich von ihnen empfangen habe.( Hört! hört!) Arbeitern ihr Wahlrecht nahm und daß nichts darauf erfolgte. Ich Bernstein sagt in seinem Artikel in den„ Soc. Monatsheften":" Der Ich erkenne so wenig revisionistische Parteigenossen in der Partei hatte übrigens nicht allein diesen Eindruck, sondern ich habe damals Socialismus und die Kolonialfrage":" Ohne koloniales Vordringen an, daß ich bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt habe, daß mir vielfach mit Genossen gesprochen, bei denen die Sache ganz ähnlich unfrer Wirtschaft würde das Elend, das wir heute in Europa noch vor diese Männer nicht näher stehen als andre Parteigenossen. Auer ist lag und die sich auch angesichts dieser Thatsache die Frage vorlegten, uns jehen und auszurotten bestrebt sind, unendlich viel größer, die Aus- mir ein lieber Parteigenosse, aber er steht mir nicht näher als ob es nicht doch ein Fehler war, daß wir damals auf den Vicesicht auf seine Ausrottung bedeutend geringer sein, als dies jetzt August Bebel. Als ich in diesem Sommer in die Schweiz fuhr, be- präsidenten verzichtet haben.( Ledebour: Wer hat denn das der Fall ist" Sie sehen, den Proletariern wird da der Mund suchte ich Bebel in Küßnacht und auch Vollmar in München. Es gejagt?) Ich brauche da keine Namen zu nennen!( 2e debour: wässerig gemacht." Selbst gegen das Schuldconto der Kolonial- handelt sich hier nicht um persönliche Beziehungen, und es ist falsch, Dann verdächtigen Sie bitte nicht!) Ach, Genosse Ledebour, mit greuel gehalten, fällt der Vorteil, den die Kolonien gebracht haben, zu glauben, daß eine einheitliche revisionistische Richtung vor Ihnen spreche ich ja überhaupt nur sehr wenig!( Ledebour: immer noch sehr tief in die Wagicale."„ Die Socialdemokratie handen wäre, die gegen die Gesamtpartei fonspiriert.( Sehr und ich mit Ihnen gar nicht!) Das mögen Sie halten, wie Sie wollen! ist in der Lage, die neueren Kolonialprojekte ganz unbefangen auf richtig!), Nur eine Anzahl Leute sind vorhanden, die eine Und nicht nur im Reichstage, sondern auch außerhalb hat man diese ihren fachlichen Wert prüfen zu können. In Ländern, die nicht schon zu den im offiziellen wissenschaftlichen Organ der Partei, der„ Neuen Frage erörtert, und es war ja gerade der radikale Parvus, der in folonial überlastet sind, gebietet ihr feine wirtschaftliche Rücksicht, Beit" vertretenen Anschauungen heterodore entgegengesetzte An- der allerschärfsten Weise die Ansicht aussprach, daß es ein Fehler folchen Kolonialvorschlägen Widerstand entgegen zu setzen, die sich schauung haben. Wenn aber nun eine Kriegserklärung erfolgt, wie war, um jener Formalitäten willen den Vicepräsidentenposten auswirklich als erfolgversprechend erweisen. jezt die von Bebel, dann ist es selbstverständlich, daß wir uns zu- zuschlagen. Er hat ja allerdings sich die größte Mühe gegeben, zu Das ist die grundsägliche Billigung der Kolonialpolitik. Bern- fammenfinden, schon um das Recht der Meinungsfreiheit zu wahren. beweisen, daß er aus revolutionären Gründen und nicht aus oppors stein führt weiter aus, daß es ganz unsinnig sei, wenn man auf der( Sehr richtig!) Dann, wenn das vorüber ist, geht jeder wieder tunistischen Gründen zu der Ansicht kam und hat in seinem Artikel einen Seite darauf hinweise, der Drang nach folonialer Expansion seine eignen Wege und wirkt im Rahmen der Partei.( Mehrfache die Häßlichsten Angriffe gegen mich gerichtet. Als ich den Artikel entspränge mit Naturnotwendigkeit aus dem Wesen des Kapitalis- Rufe: Sehr richtig!) Tas, da sagte ich mir: Du armer Parvus, das nüßt Dir mus; gegen das, was notwendig sei, könne man nicht auftreten, Nach meiner Auffassung liegt die Aufgabe der Revision auf dem alles nichts, du mußt jetzt auch gehängt werden, so gut wie man müsse es mitmachen. Ich bin andrer Meinung. Hier muß Gebiete der Theorie und nicht auf dem der Praxis. Und zwar ich! Du kriegst vielleicht einen andren Galgen, einen revolutionären man eine Parallele ziehen zwischen der kolonialen Expansion verdankt die Theorie der praktischen Bewegung viel viel mehr, Galgen, während ich einen opportunistischen Galgen bekomme, aber und den Bestrebungen des Kapitalismus, das Kleinhandwerk als die Bewegung der Theorie verdankt.( Sehr richtig richtig!) hängen mußt du auch!( Heiterkeit.) Es ist wirklich so gekommen. Daß der Kapitalismus das Kleinhandwerk Kautsky behauptet, die Revisionisten zweifelten das Programm Bebel hat in seiner Rede Parvus ungefähr dasselbe zugerufen wie ruiniert, ist eine Naturnotwendigkeit, aber folgt daraus an. Nein, das ist nicht richtig. Die Revisionisten zweifeln eins zu mir, er ist mit mir in den opportunistischen Sumpf hineingeschleudert für uns etwa das Recht, bei diesem Expropriations- nächst absolut nicht an, das ist der zweite Teil des Programms, alle worden. Wenn ich übrigens nicht sehr irre, so hat die Leipziger prozeß des Keinhandwerks mitzuthun? Nein, das müssen wir dem Ihre politischen und wirtschaftlichen Forderungen. Sie werden mir Volkszeitung" anfangs die Aeußerung von Parvus abgedruckt, Kapitalismus allein überlassen, und darauf berufen wir uns ja auch nicht einen Sah nachweisen können, der diese Forderungen an- ohne irgendwie darüber entrüstet zu sein.( Buruf.) Ja gewiß, immer in unfren Agitationsreden. Dieselbe Haltung müssen wir zweifelt. Deshalb bin ich der Ansicht, daß die Gefahren, die der Partei wenn es Barbus sagt, dann ist es ja bei Euch etwas gegenüber der Kolonialpolitik einnehmen. Gewiß, die Ausdehnung von unsrer Arbeit drohen, nicht so groß find. Auch die andres! Wir haben ja nun nach dieser parlamentarischen des Kapitalismus in den Kolonien ist notwendig, und es wäre beiden letzten Absätze des theoretischen Teiles unsres Pro- Niederlage einen ungeheuren Sieg bei den Wahlen im findisch, ihn daran hindern zu wollen, aber die Herren Kapitalisten gramms zweifle ich nicht an. Was einer Revision be- ganzen Lande errungen, der 113 für das Borherige follen, wenn sie außerhalb Deutschlands gehen, dies auf eigne dürftig ist, das find die ersten fünf und zum Teil auch der sechste boppelt und dreifach entschädigte, aber ich frage Euch:„ Habt Ihr Kosten und Gefahr thun( Sehr gut!), sie sollen nach Venezuela, China, Absatz dieses Teiles. Darin liegt die Aufgabe des Revisionismus, denn die Garantie, daß sich die Dinge immer so vollziehen werden, Südafrika gehen, wohin sie wollen, aber sie sollen nicht verlangen, daß wie sie mir zufällt als theoretischen Arbeiter. Was die Revision der daß solche parlamentarischen Ueberrumpelungen jedes Mal gerade vor das deutsche Volk auch nur die Knochen eines einzigen Grenadiers Praris anlangt, so kann sie sich nur aus der praktischen Erfahrung den Wahlen find? Bedenken Sie, was gleich nach der Wahl in der dafür opfert, daß die Bourgeoisie bei ihren Kolonialabenteuern auf ergeben. Zweifel können sich also nur darüber erheben, ob sich Luft schwebte und möglicherweise sehr bald ins Werk gesetzt werden die Kosten kommt.( Lebhafte Zustimmung.) Wir haben alle Ursache, die von einzelnen von Ihnen vorausgesagte wirtschaftliche und tann, sobald diejenigen, die die Sache betreiben, den Moment für gegen die Kolonialpolitik aufzutreten. Nun aber sehen wir hier politische Entwicklung in der der angegebenen Weise vollzieht. günstig halten?" Nun ist gesagt worden, mein Artikel sei eine Basselbe, was ich schon oben gesagt habe: der Revisionismus will aber was nun die Forderung selbst anbetrifft, so will ich nur eins folossale Ungeschicklichkeit, eine Tapfigkeit gewesen und dergleichen. neue Bahnen einschlagen, aber dabei immer im alten Geleise hervorheben: Wir haben im zweiten Teil unsres Programms die Ja, wem gegenüber soll der Artikel taktisch falsch gewesen sein? bleiben. Es hat mich gewundert, daß Bernstein mir vorhin nicht praktischen Forderungen der Demokratie in Reich, Staat und Ge- Gegenüber den Gegnern oder den eignen Genossen gegenüber? zurief: Weiter lesen! Denn nach dem Einerseits kommt auch das meinde aufgenommen. Kautsky wird mir bestätigen, daß ich, als Was die letteren betrifft, so will ich eines zugeben. Wenn ich Andrerseits. Er fagt: einerseits müssen wir natürlich das Programm ausgearbeitet wurde, die Aufgabe hatte, gerade gewußt hätte, was ich erst nachträglich erfahren habe, weil ich eben für Kolonien sein, aber andrerseits fönnen wir die diesen Teil in der Neuen Zeit" zu erörtern, und ich kann sagen, mit den Vollmar, Auer, Heine nicht so intim stehe das heißt, wir Kolonialpolitik nicht unterstüßen, wenn sie von einer Regierung daß einige Punkte dieses Teiles von mir in das Programm gebracht sind ja Freunde wie es immer behauptet wird, also, wenn ich betrieben wird, der wir kein Vertrauen entgegenbringen. Das worden find. In dieser Hinsicht habe ich meine Anschauungen nicht gewußt hätte, daß schon ernsthafte Gegensätze über diese Frage in halte ich durchaus nicht für selbstverständlich. Ist die Kolonial- revidiert, sondern alle Zeit mit äußerster Entschiedenheit vertreten. der Fraktion bestanden hatten, dann hätte ich die Frage nicht jeden Rückhalt unter den Massen, wenn wir ihnen sagen würden: richtet worden find, muß ich bei dieser Gelegenheit auf einige fagen alte Wunden aufriß, sondern ich behandelte die Frage rein Die Kolonialpolitik ist für euch erforderlich, die Regierung vertritt persönliche Thatsachen eingehen. Wir hatten ja in der letzten fachlich als einen der Punkte, der sich etwa als Folgerung aus dem hier eure Interessen; weil wir aber Gegner der Regierung sind, Beit nach den bekannten Neden wiederholt Gelegenheit, Stellung Wahlfiege ergäbe. Wir wissen nicht, was in der Zukunft Schoße wollen wir sie daran hindern. Das ist Bernsteins Standpunkt. gegenüber dem Reichsoberhaupt zu nehmen und den Standpunkt schlummert. Kautsky felbft hat eben mit großem Pathos verkündet, ( Bernstein: nein!) Wer auf diesem Standpunkt steht, der unfrer Partei in den großen Verfaffungsfragen des Reiches flar- daß die herrschenden Klassen die demokratischen Rechte zu beseitigen D fann sich nicht festlegen auf einen grundsäglichen Kampf gegen die zulegen. Wenn ich wirklich ein so gefährlicher Revisionist bin, habe versuchen werden, sobald sie sie ihren Interessen für gefährlich ich denn etwa versucht, mich diesen Fragen so viel als möglich zu halten, und er folgerte daraus, daß wir uns in Bezug auf das Ich bitte Sie alle, die Resolution genau durchzulesen; ich entziehen? Nichts weniger als das. Nach der Kaiserrede von Wahlrecht defensiv verhalten sollen. Diese Anschauung ist vielleicht richte nicht das Ersuchen an Sie, möglichst einstimmig dafür zu Breslau habe ich in einer großen Breslauer Versammlung, es war nicht richtig; aber sie ist Opportunismus( Sehr richtig) und nichts stimmen, ich bitte nur diejenigen, dafür zu stimmen, die ohne das gerade die Zeit der Zolltarifverhandlungen, auf diese Rede ge- andres! h erinnere Sie an ein Wort des Grafen Bülow aus dem Körnchen Salz und ohne jeden Rückhalt mit gutem Gewissen sich antwortet, und die Breslauer Genossen werden mir bestätigen, daß lezten Winter. Graf Bülow führte da aus, wenn die Diätenfür alles festlegen tönnen, was darin enthalten ist.( Lebhafter ich in dieser Rede nicht den geringsten Zweifel über die Stellung frage auf die Tagesordnung gestellt würde, dann hätten wir Beifall.) Allerdings wünsche ich, daß die Resolution eine möglichst der Socialdemokratie zur Verfassung des Reiches gelassen habe. Ich feine Sicherheit, daß nicht andre Clemente, die in andrer Weise das große Stimmenzahl erhält. Denn je mehr es sich herausstellt, daß glaube nicht, daß die Breslauer Genossen über diese Rede irgendwie Wahlrecht ändern wollen, ebenfalls mit Forderungen kommen. Die Massen dieselbe Politik vertreten, wie wir, desto mehr enttäuscht waren, und es handelt sich bei der Beurteilung der fo- Das ist immerhin ein Gesichtspunkt, den wir im Auge zu behalten haben wir Aussicht auf Frieden in der Partei, desto genannten Revisionisten doch vor allen Dingen auch um ihr praktisches haben. Bebel allerdings sieht die Sache sehr ruhig an, wobei er mehr haben wir Aussicht, daß den revisionistischen Genossen selbst Berhalten. wieder einmal den großen socialen Krach vor Augen hat. Aber das zu ruinieren. Kolonialpolitik. die Revidiererei leid thut, weil sie sehen, daß dabei nichts heraus- Um dieselbe Zeit war ich einer der Ersten, der sich in der Eintreten dieses Krachs ist doch immerhin noch eine zweifelhafte kommt. Wenn wir eine recht große Stimmenzahl auf die Resolution Fraktion bereit erklärte, in Berlin über den Gegenstand zu sprechen Sache.( Stadthagen: Oho!) Nun, wir wollen einmal abe vereinigen, so werden wir das 40. Geburtsjahr der deutschen Social- und auch da habe ich aufs entschienenste meinen principiellen Stand warten! Was Bebel von der amerikanischen Eiſenindustrie erzählte, demokratie auf das würdigste begehen. Es war damals vor vierzig punkt vertreten. Weiterhin habe ich in diesen Tagen bemerkt, daß läßt auch eine andre Auffassung zu. Wir haben in Amerika Jahren die unsterbliche That Lassalles, daß er das Proletariat von es nicht vielen Genossen bekannt ist, daß ich bei den Reichstags- bie Erscheinung, daß die gesamte Produktion bereits sehr der Bourgeoisie losriß und ihm zum Bewußtsein brachte, daß alle wahlen in gleicher Weise meine Schuldigkeit zu thun bemüht war, erheblich unter dem Einflusse der großen Trusts steht, bürgerlichen Parteien ohne Unterschied dem Proletariat feindlich gegen- wie die meisten, wahrscheinlich alle von Ihnen. Ich habe vor die sehr gut wissen, daß das amerikanische Eisen im allge überstehen und daß wir sie alle in gleichem Maße als unsre Todfeinde zu der Wahl wochenlang Tag für Tag Versammlungen abgehalten. meinen angesichts der hohen Frachten so billig nicht nach Europa bekämpfen haben.( Lebhafter Beifall.) Die Resolution bekräftigt( Burufe: Das haben wir alle gethan.) Ich sage ja, daß es alle geschafft werden kann, daß es mit dem deutschen Eisen wirklich diese große und unsterbliche Wahrheit, die uns damals Laffalle an- gethan haben. Ich habe mir keinen Tag Unterbrechung gegönnt, fonfurrieren kann. Und es ist doch sehr zweifelhaft, ob die großen tündete, und die seitdem jedes Ereignis in unsrem politischen Leben bis ich am Wahltage selbst mit meiner Stimme so erschöpft war, amerikanischen Eisenwerke dazu übergehen werden, uns Deutschen aufs neue bekräftigt hat. daß ich meinen Wählern nicht einmal sagen konnte: ich danke Euch. das Noheisen sozusagen zum Geschenk zu machen, und wenn sie es Aber wenn wir die Resolution annehmen, feiern wir noch ein Drei Tage vor der Wahl wurde ich in Görlitz von einem National- thäten, so ist es weiter fraglich, ob das wirklich die verheerenden andres Ereignis. Ich erinnere Sie an die Junischlacht vor 55 Jahren. socialen interpelliert wegen meiner Stellung zur Endzielfrage, zum Wirkungen auf unsre Industrieen haben würde, wie Bebel glaubte. Diese Schlacht war das erste große historische Ereignis, das das Militarismus und zur Monarchie. Auf die beiden ersten Fragen Es handelt sich da lediglich um Bermutungen, auf die man keine Proletariat in Masse von der Bourgeoisie losriß. Wir feiern dieses antwortete einer der Görlizer Genoffen sehr gut. Auf die Frage Politik aufbauen kann. Jahr eine andre Junischlacht, eine Junischlacht, nicht minder glor- über unsre Stellung zur Monarchie wollte er aber nicht antworten, Nehmen wir nun aber einmal an, daß wirklich der Versuch reich als die des Jahres 1848, allerdings eine nicht so blutige, weil diese Frage sehr provokatorisch sei. Ich hätte das ja als eine gemacht würde, uns das jetzige Wahlrecht zu nehmen und ein eine gefeßliche Schlacht, aber eine Schlacht von derselben historischen bequeme Deckung für mich benutzen können. Ich habe das nicht reaktionäres Wahlrecht an die Stelle zu setzen. Bebel sagt:„ Die Bedeutung, die ebenso wie die des Jahres 1848 den Abgrund er- gethan, sondern ganz ruhig geantwortet, daß wir die Frage der Herren mögen nur tommen, wir werden schon vortanzen." Aber wie liegt weitert hat, der das Proletariat von der bürgerlichen Gesellschaft Regierungsform allerdings nicht für die entscheidende Frage der denn die Sache? Als im vorigen Frühjahr unsre belgischen Genossen trennt. Ich möchte, daß Sie durch Annahme der Resolution das Gegenwart halten, daß wir suchen, Staat und Gesellschaft in allen einen politischen Streit für das allgemeine Wahlrecht gemacht hatten befräftigen, um der ganzen bürgerlichen Welt zum Bewußtsein zu Einrichtungen zu demokratisieren, oder was dasselbe iſt, zu und unterlegen waren, da find am Morgen nach der Niederlage in bringen, daß es ein hüben, ein Drüben nur giebt.( Stürmischer republikanisieren, daß uns die Frage der Regierungsform eine deutschen Parteiblättern Artikel erschienen, in denen eine Kriti Beifall, Händeklatschen.) verhältnismäßig untergeordnete zu sein scheint, daß wir Social- an dem Vorgehen der belgischen Genossen geübt wurde, die nach demokraten aber ganz selbstverständlich als eine demokratische Partei meiner Anficht, d. h. wenn jedes Wort richtig gewesen wäre, ganz gut den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts und der Selbstverwaltung Beit gehabt hätte auf Wochen und Monate hinaus. Man kritisiert nicht der Völker vertreten und infolgedessen teine monarchische Partei sein eine Bruderpartei am Morgen nach ihrer Niederlage. Es wurde gefagt, fönnen. Wenn ich den Vorschlag gemacht habe, den Vicepräsidenten- Posten da haben wir wieder einmal den Beweis, daß der politische Streit in Anspruch zu nehmen und dabei sich auch auf die Gebräuche des teine Waffe ist und da war ich es, der angebliche Erzopportunist, Reichstages einzulassen, so kann daraus sicherlich nicht geschlossen der in einigen Berliner Versammlungen ausführte: Ja, habt Ihr Singer macht darauf aufmerksam, daß die Vorschlagsliste geschlossen ist und in Druck gegeben wird. Eduard Bernstein: Barteigenoffen! Ich glaube, wir können alle dem Genossen Kautsky dankbar dafür sein, daß er die Diskussion über den denn eine Sicherheit in der Hand, daß man niemals versuchen wird, und von ihm selbst zum großen Teil zugestandenen verübten Miß auf den Schemel legen müssen und dann schlug mich der Unter Euch das Wahlrecht zu nehmen? Und wenn ein solcher Versuch handlungen an Untergebenen in 1200 Fällen und schweren Miß- offizier mit einer Stellstange, so daß ich heftige Schmerzen empfand. gemacht wird, kann man ihn dann durch reine Versammlungsproteste handlungen in 300 Fällen, unter Anwendung von zum Teil schweren Ich kann annehmen, daß ich von der zum Scheitern bringen? Nein, dann muß man zu andren Formen Gegenständen, wie Gewehrkolben, Seitenklinge, Klopfpeitsche, Besen- Jahres bis zum Juli wohl 100 mal von B. mißhandelt worden bin. vom November vorigen der Demonstration greifen, die eine wirksamere Sprache fprechen. stiel usw. Ebenso waren B. mehrere Fälle der Nötigung und VerDer verstorbene Hill aller Grund Der Angeklagte giebt in dem beginnenden Inquisitorium auf alle Fragen des Verhandlungsführers stets an, daß er nicht gewußt habe, was er gethan. zu viel Angst vor dem Unteroffizier jemand fragt, woher Ihr die verschwollenen Gesichter habt, so erEr hat uns gleich von vornherein gesagt:„ Wenn Euch widert nur: wir haben uns am Schrank gestoßen. Von den vielen Dhrfeigen habe ich öfters dicke Lippen gehabt. mißhandelt worden ist, bemerkt auf die Frage des VerhandlungsDer Füsil ier Rachow, der gleichfalls sehr oft durch B. führers, in welcher Laune B. beim Schlagen gewesen wäre, ganz naiv:„ Der Herr Unteroffizier schlug uns, um uns zu erzichen." am meisten von den Angeklagten bestraft worden ist. Es konnten Füsilier Kracht ist einer derjenigen Rekruten gewesen, welcher begangen, festgestellt werden. Der Füfilier Denevin aus Lothringen über 100 Fälle von Mißhandlungen durch B. an diesem Soldaten gebürtig, wurde des öfteren geprügelt, weil er nicht gut deutſch sprach. Im übrigen aber verschmähte es der„ Rekruten- Erzieher" nicht, wenn er sehr guter Laune war seine Untergebenen anzupumpen. eigentlich gedacht, die Leute so zu quälen; hat es Ihnen denn VerVerhandlungsführer Dr. Bever: Was haben Sie sich denn gnügen gemacht? Die Rekruten waren doch sehr willig, Sie aber haben geradezu vichisch geschlagen; so etwas ist ja noch gar nicht aus, daß derselbe sehr gutmütig und intelligent gewesen sei. H. hat Der Photograph Fiedler, ein Freund des verstorbenen Hill, sagt dagewesen. Und da wagen Sie es noch, Berufung einzulegen? sich lebhaft bei F. beklagt, daß das Backpfeifen bei dem Unteroffizier Gericht, zu prüfen, ob der Angeklagte geistig normal oder zum als ob der junge Soldat, der ein stark ausgeprägtes Chrgefühl Verteidiger Justizrat Dr. Winterfeld: Ich bitte das an der Tagesordnung sei. Dem Zeugen sei es so vorgekommen, mindeſten hochgradig nervös ist. Darüber muß doch zum besessen, sich in den letzten Tagen vor seinem Tode in einer aufHandelt ohne jedweden Grund. mindesten Beweis erhoben werden. Er hat die Rekruten ständig miß- fallenden leelischen Depression befunden habe. Mensch nicht! Dem Angeklagten hat auch der Compagniechef vor worden und dieselben übereinstimmend detaillierte Schilderungen Das thut doch ein geistig normaler Nachdem sämtliche 11 von B. mißhandelte Rekruten vernommen der Front einmal gesagt:„ Breidenbach, Sie leiden an Größenwahn. der Mißhandlungen gegeben, beantragte der Vertreter Sie sind ja wahnsinnig!" Der Angeklagte war früher ein ganz Anklage, Ober- Kriegsgerichtsrat Dr. Röder, den Compagnie ruhiger Mensch, erst in letzter Zeit hat er gemißhandelt. Ich be- chef, Hauptmann v. Grolman und den Lieutenant v. Hellermann antrage Aufhebung des Termins und Untersuchung seines geistigen nicht zu vereidigen. Das Gericht beschloß jedoch, die VerZustandes durch einen höheren Militärarzt. Nachdem der Vertreter der Anklage diesem Antrage wider sprochen zieht sich das Gericht zur Beratung zurück und lehnt den Antrag des Verteidigers ab. der eidigung der beiden Herren vorzunehmen, weil ein Hinderungsgrund aus§ 199 des Reichs- Militärgesetzbuches nicht vorliege. Vor der Vereidigung der Zeugen tritt Lieutenant von Hellermann hervor und erklärt, daß er wohl öfter einen Mann angefaßt, aber niemals geschlagen habe. Auch habe er den Hill am Tage des Selbstmordes nicht etwa mit der Faust unter das Kinn gestoßen, weil die Schuppenketten abgerissen gewesen wären. sondern er habe ihm nur den Helm abgenommen, Wir haben gar keinen Grund, von vornherein und absolut den anlassung Untergebener zu schweren Strafthaten zur Last gelegt aber wurde noch vielmehr gefchlagen. Eines Tages behielt ihn der politischen Streit zu verwerfen. Wir haben vielmehr alle Ursache, worden. Die Mißhandlungen erfolgten zumeist wegen kleiner Ver- Unteroffizier auf der Stube zurück und hieß uns andre hinausgehen. ihn zu studieren.( Friedeberg: Sehr richtig.) Es wurden mir gehen seitens der Mannschaften und fanden gewöhnlich sofort statt. Da hörten wir ein großes Geschrei und Hilferufe, dann kam Hill damals sofort von sehr radikalen Genossen Vorwürfe gemacht, ich am meisten unter den Mighandlungen zu leiden hatten die Füseliere heraus und rief weinend, eben habe er sich auf den Schemel überhätte wie ein agent provocateur gesprochen; und als ich erwiderte, Bademacher, Bohr, Praethe, Rachow, Schweizer, Geschwind und Hill, legen müſſen und dann habe ihn der Unteroffizier mit der Stellich hätte doch nur aufgefordert, die Frage zu studieren, da ant- welch letzterer infolge der entsetzlichen Mißhandlungen Selbstmord stange verhauen. wortete mir ein Genosse: Sie wollen die Leute unglücklich machen. verübte. Die Mißhandlungen wurden mit großer Roheit verübt. Wenn diese Anschauungen berechtigt sind, dann liegt doch So schlug der Soldatenschinder dem Füselier Bohr so lange mit der und frug mich, ob ich schon von ihm geschlagen worden sei; ich erEin andermal ließ mich Breidenbach in der Stube vortreten diejenigen Bürgschaften zu schaffen, die Klopfpeitsche, bis sich die Riemen vom Griffe löften, mit welcher erwiderte: Ja, Herr Unteroffizier!" Da erhielt ich einen heftigen in unsrer Macht liegen, uns gegen uns gegen eine Ueberrumpelung dann die Mißhandlungen weiter fortsette. Dem Füselier Geschwind im Parlament möglichst zu schüßen. Aus diesem Grunde hat schlug er bei einem kleinen Versehen desselben so lange mit der Schlag ins Gesicht von ihm und wieder frug er:„ Habe ich Dich sich bei mir die Ueberzeugung festgesetzt, daß wir auch auf den Posten Faust ins Gesicht, daß der Mißhandelte besinnungslos zu Boden schon einmal geschlagen?" Abermals sagte ich:" Ja, Herr Unterdes Vicepräsidenten Anspruch erheben müssen und uns dabei durch stürzte und von seinen Kameraden ins Leben zurückgerufen werden offizier!" und erhielt eine weitere Ohrfeige von ihm. Erst als er Formalitäten nicht abschrecken lassen dürfen. mußte. Füselier Hill duldete die meisten und schwersten Miß- mich zum drittenmal fragte, antwortete ich:„ Nein, Herr Unteroffizier, Nun ist darüber ein Streit entstanden, ob die Stellung des handlungen durch seinen Vorgesetzten. So mußte sich H. in einem Sie haben mich noch nicht geschlagen!" Vicepräsidenten von irgendwelchem praktischen Wert ist. Es thut Fall auf einen Schemmel legen und wurde fortwährend mit der mir sehr leid, daß Bebel im Augenblick nicht im Saal ist.( Buruf Beitsche geschlagen. Die Klopfpeitsche hatte Breidenbach auf der daß wir viel Daß wir die Mißhandlungen nicht gemeldet, Itegt daran, Doch, er ist da! Bebel sigt mit Vollmar im Hintergrund des Mannschaftsstube stets zur Hand, legte jedoch dieselbe, sobald ein Saales. Buruf Er ist in Capua! Große Heiterkeit!) Dann Vorgesetzter erschien, auf das Fensterbrett hinter dem Vorhang. In hatten. möchte ich eine Anfrage an den Genossen Bebel richten. Darüber, welchem Maße die fortwährenden Mißhandlungen auf das Gemüt ob der Posten des Vicepräsidenten praktischen Wert hat, kann man ja des durch Selbmord geendigten Füseliers Hill eingewirkt, zeigt am verschiedener Meinung sein. Das ist lediglich eine Thatsächlichkeitsfrage. besten eine Aeußerung, welche der Verstorbene einem Freunde gegenNehmen wir aber einmal an, daß wirklich dieser Posten uns einen über that. Wenn er durch die Straßen gehe, dann blicke er stets großen Einfluß in der Vertretung des Reichstages und bei der in die Schaufensterscheiben, um sein Gesicht zu sehen und sich so zu Ordnung der Geschäfte gäbe, daß er eine gewisse Garantie böte vergewissern, ob er überhaupt noch da sei. Die in der ersten Vergegen Ueberrumpelungen, daß er also thatsächlich von praktischem handlung durch Zeugen bewiesene Behauptung, daß der Unteroffizier Wert wäre. Würdest Du, Genosse Bebel, Dich denn durch diese die Untergebenen, nachdem er dieselben mißhandelt, gefragt, ob er paar Formalitäten abschrecken lassen?( Bebel zuckt die Achseln sie geschlagen habe, und die letzteren dies bejahten, so lange auf die und ruft: Ich kann ja gar nicht antworten. Das leidet der Vor- Untergebenen einschlug, bis sie nein sagten, bestreitet der Angeklagte figende nicht. Große Heiterkeit.) Ja, Genosse Bebel, es ist in seiner Berufungseingabe. ja Dein Recht, Dich der Abstimmung zu enthalten, aber man sieht doch daraus, daß die Frage nicht eine derartige ist, die man kurzer Hand mit Nein beantworten kann. Wenn dem so ist, warum dann die große Entrüstung darüber, daß ich die Frage aufgeworfen habe? Sie können ja sagen, der Posten hat keinen Wert, aber zu einem Entrüstungssturm in der Partei lag Teine Veranlassung vor. Auf die Frage, ob der Posten uns Nutzen bringen könnte, will ich mich nicht lange einlassen, aber einen gewissen Einfluß giebt diese Stellung doch zweifellos. Erinnern Sie fich an die Situation beim Zollkampf! Damals hatten wir neben Ballestrem einen konservativen und einen nationalliberalen Prä fidenten, Büsing. Dieser hat sowohl gegen den Antrag Kardorff wie gegen den ganzen Zolltarif gestimmt und sich beim Antrag Gröber der Abstimmung enthalten. Gefeßt nun, es hätte ihm während dieser Kämpfe ein Socialdemokratie zur Seite gestanden, der durch seine Persönlichkeit die Gabe gehabt hätte, einem solchen schwankenden Manne das Rückgrat zu steifen( Gelächter), die Möglichkeit kann doch einmal vorliegen, das eine Mal mißglüdt's, das andre Mal tann's glücken, dann wäre unter Umständen die Diktatur des ersten Präsidenten sehr erschwert. Außerdem handelt es sich doch im politischen Leben bei wichtigen Entscheidungen sehr oft um wenige Tage, ja manchmal selbst um Stunden.( Bebel: Um Minuten!) Das gilt namentlich dann, wenn in den Reihen der Mehrheit unentschlossenheit und Verwirrung herrscht. Das ist ja das GeAls erster Zeuge wird der Compagniechef des Angeklagten, heimnis des Erfolges so vieler Volksbewegungen, Hauptmann v. Grolman, bernommen. Derselbe sagt aus, daß daß in den Reihen der herrschenden Klassen Unentschlossenheit eintrat. Das Lob seiner Vorgesetzten ernten. Zeuge giebt zu, daß die B. wohl ehrgeizig, aber nicht jähzornig gewesen sei. Er wollte Kautsky hat heute wieder von der Zuspigung der Gegenfäße gesprochen, Korporalschaft des B. aus„ kleinen und krummen Leuten" bestanden von dem Haß der Befizenden gegenüber dem Proletariat und von der steigenden Verfolgungssucht der Bourgeoisie. Es ist nach meiner Ansicht einer der Hauptfehler des Genossen Kautsky, daß er immer Mißhandlungen gezwungen gewesen sei, weil Sie, Herr Hauptmann, Vorsitzender: Der Angeklagte behauptet, daß er zu den mit solchen fossilen, versteinerten Begriffen operiert.( Bebel: Na, na!) Ja wohl, und wenn man sie festhält, so ist seine sobald die Unteroffiziere Meldungen über Kleinere Vergehen der Deduktion von eherner Logit und es giebt kein Entweichen. Mannschaften bei Ihnen gemacht haben, sie nicht unterstübt haben. Dann ist alles andere falsch und dann bin ich allerdings sich selbst helfen. Er behauptet, es sei den Unteroffizieren bedeutet worden, fie mögen unheilbarer Konfusionsrat.( Große Heiterkeit; Rufe: Sehr richtig!) Ist denn aber die Voraussetzung Kautskys richtig? Sind wirklich habe den Unteroffizieren öfters gesagt, sie möchten doch nicht die Leute 3euge: Daß geschlagen wurde. davon weiß ich nichts. Ich die herrschenden Klassen gegenüber dem Proletariat diese Einheit, stehen wirklich alle Schichten der Besitzenden der Socialdemokratie wegen jeder geringen Kleinigkeit melden, denn wenn sie meldeten, gleichmäßig gegenüber?( Buruf: Jawohl!) Dann haben Sie sich manns erschöpft. Dann träten schwerere Strafen ein und die Leute müßte ich strafen und wie bald ist die Disziplinargewalt eines Hauptja selbst ins Gesicht geschlagen beim letzten Wahlkampf, wo wir würden für ihr Leben unglücklich. Ich betone nochmals, daß ich keine doch einen Unterschied gemacht haben zwischen den Gegnern. Seht Ahnung von den Mißhandlungen hatte. Euch einmal ehrlich die Entwicklung an. Große Industrien schließen sich in Deutschland unter der Herrschaft von Kartellen zusammen, Hierauf wird der Zeuge unterlieutenant Joachim um andre Industrien und die Arbeiterklasse terrorisieren zu können. von Hellermann vernommen. Er giebt an, daß er zur Zeit Gegen diese Kartelle besteht schon heute eine große Oppofition, und Refruten- Offizier gewesen. Breidenbach habe wohl ungeschickte aber in diesem Punkte sind die Gegensäge zwischen den bürgerlichen Klassen willige Leute unter sich gehabt. Der Angeklagte wollte alles gut außerordentlich tiefgreifend. Es heißt da immer, wie steht machen, aber er war heftig und aufgeregt. Geistig gestört war er die Arbeiterpartei zu diesen Fragen? zu diesen Fragen? Und in dem ent- jedoch nicht. scheidenden Moment ist es wohl denkbar, daß die bürgerlichen Parteien gerade durch eine dieser Fragen gespalten sind. Wodurch haben wir in den Gewerkschaften bei Lohnkämpfen einen großen Teil unsrer Siege erzielt? Weil es oft eine Unmöglichkeit ist, die Unternehmer zusammenzubringen, weil der allgemeine Ausschluß der Arbeiter durch das ganze Land auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten ist. Die Unternehmer sehen ein, daß sie es gegen die Arbeiter auf die Dauer gar nicht aushalten und daß sie untereinander verschiedene Interessen haben. Ich könnte das mit tonkreten Beispielen beweisen. Immer mehr wächst die Zahl derjenigen auch unter den Besitzenden, die aus sehr materiellen Gründen ein Interesse daran haben, mit den Arbeitern gut zu stehen. In meinem ersten Vortrag, den ich nach meiner Rückkehr aus England in Berlin hielt, habe ich schon davon gesprochen, wie die Budiker, bei denen die Socialdemokraten verkehren, allmählich die Ideen der Socialdemokratie in sich aufnehmen.( Gelächter.) Lachen Sie nur, in jener Versammlung wurde nicht gelacht, sondern mir zugestimmt. Und das gilt nicht nur von den Budikern, sondern auch allmählich für die großen Brauereien.( Gelächter und Unruhe; Zuruf: Ungeheuerlich.) Aber so erinnern Sie sich doch, wie noch vor kurzem, nachdem der ,, Vorwärts" die Geschichte mit dem Feldzug gegen das Wahlrecht veröffentlicht hatte, aus eignem Antriebe eine ganze Reihe von Brauereien sich meldeten, um zu erklären, daß sie davon nichts wissen wollen.( Buruf: Um ein Geschäft zu machen!) Ja, selbstverständlich; daß sie aus idealen Gründen nicht dazu kommen, ist klar. Aber sie haben ein Interesse, sich kamen wir unsre Hiebe. mit der Arbeiterschaft gut zu stellen. Es ist ja auch ganz Verhandlungsführer: Aber, um Gotteswillen, Mann, selbstverständlich, je mehr die Arbeiterklasse anwächst, um so warum haben Sie denn keine Meldung gemacht, Zeuge? größer wird die Bedeutung der Arbeiter als Konsumenten, und um habe. Verteidiger Justizrat von Winterfeld: Haben die Herren Offiziere der Compagnie nicht geglaubt, daß es bezüglich des Verstandes des Hill nicht ganz richtig sei. Hauptmann von Grolmau: Hill war wohl sehr ängstlich, wenn er Dienst that, aber nie habe ich solche Aeußerungen gethan, die etwa auf eine Geiſtesstörung des Mannes schließen ließen. Dann wird die Beweisaufnahme geschlossen und der Vertreter der Anklage erhält das Wort zum Blaidoyer. Er führt darin aus: " handlungen, wie sie das Divisionsgericht angenommen, könne Von einer einzigen fortgesetzten Handlung bezüglich der Mißwohl nicht die Rede sein. Vielmehr müſſe eine Einzelzahl der Mißhandlungen angenommen werden, auf welchen Standpunkt sich auch das Oberkriegsgericht gestellt hat. Der Gerichtsherr habe gegen das Urteil Berufung eingelegt, weil ihm dasselbe zu mild die Grenzen Deutschlands erregt; er wird zweifellos die gefeggebende erschienen sei. Der Fall Breidenbach habe großes Aufsehen weit über Störperschaft beschäftigen. Er hat Aufsehen erregt wegen der unglaublichen Roheit, wegen des tragischen Endes eines der Mißhandelten und schließlich, er müsse das hier offen aussprechen, Verhandlungsführer: Haben Sie, Herr Lieutenant, wegen der jemals Rekruten geschlagen? ungenügenden Aufsicht, 3euge: Ich verweigere hierauf die Antwort. welche in der Compagnie geherrscht hätte. Wie ist es auch sonst Verhandlungsführer: Sind die Unteroffiziere von möglich gewesen, daß zehn Monate hindurch mißhandelt worden ihren Vorgesetzten nicht unterstützt worden? Zeuge: Ich verweigere hierauf die Antwort. Verhandlungsführer: Haben Sie zu Unteroffizier Breidenbach gesagt, er möge sich mit den Mißhandlungen vorsehen? 3euge: Ich kann mich nicht entsinnen, dies gesagt zu haben. der Rekrut Hill sich erschos, denselben mit der Faust unter das Kinn Verhandlungsführer: Haben Sie vor dem Tage, als geschlagen? 3euge: Darauf verweigere ich die Antwort. wäre, ohne daß die Vorgesezten davon gewußt hätten? Es ist ein beschämendes, häßliches Bild, das sich da vor unsren Augen entrollt. schwinden, aber an uns ist es, systematisch betriebene Mißhandlungen Es ist ja wahr, Mißhandlungen werden niemals aus dem Heere ver= auszurotten. Bedauerlich sei es gewesen, daß niemand der Mißhandelten den Mut gehabt, zu melden. Und da treffe die größte Dienst in der Compagnie zu versehen hatte und der wissen mußte, Schuld den Feldwebel Bischoff, welcher den inneren daß derartige Mißhandlungen vorgekommen seien. Da heißt es, mit möglichster Strenge gegen solche bors Soldatenschinder das Geschwür aufzustechen. Ein MenschenNach Vernehmung des Unterarztes Dr. Michaelis, der den zugehen und Hill wegen Zertrümmerung des Mittelhandknochens im März vorigen leben ist geopfert und von dieser Schuld der Angeklagte Jahres behandelt, jedoch nur wenig Positives aussagen kann, wird der nicht freizusprechen. Der Vertreter der Anklage stellt fest, daß Fusilier Rademacher vernommen. Derfelbe fagt aus: borlägen. Wolle man nun für jeden schweren Fall sechs Monate 15 sehr schwere und über 1000 mittlere und leichtere Mißhandlungen Ich bin fürchterlich von Breidenbach geschlagen worden und zwar von meiner Einstellung als Rekrut an bis zum 21. Juli d. J., dem Gefängnis und für jeden weiteren leichteren Fall drei Wochen MittelTage, als Hill sich erschoß. Wochentags und Sonntags wurde ich arrest annehmen, so reichte ein ganzes Menschenalter nicht aus, um geprügelt. Breidenbach schlug mich mit der Hand, der Faust und zu fühnen. Deshalb beantrage er zehn Jahre Gefängnis und Instrumenten. Die Schläge thaten mir stets sehr wehe. Wenn Vor- Degradation. Die Berufung des Gerichtsherrn und des Angesezte dabei waren, schlug B. nicht, aber oben auf der Stube be- geklagten sei beiderseitig zu verwerfen. Je härter die Strafe, um so gerechter." durch die ungünstige Stimmung, welche Presse und Publikum gegen Verteidiger Justizrat von Winterfeld bittet die Richter, sich nicht Breidenbach hegen, beeinflussen zu lassen. 3euge: Das hat uns der Herr Unteroffizier gleich vom ersten Dieser Zeuge sowohl, als auch der Füfilier Bohr geben dann eine detaillierte Schilderung der erlittenen Mißhandlungen, die aller schreibung spotten. fo größer ist das Interesse der Unternehmer, die Konsumtionskraft Tage an streng verboten. der Arbeiter zu heben. Das können Sie doch nicht leugnen. Und die Folge ist nicht nur, daß diese Leute den Bestrebungen der Arbeiter wohlwollend gegenüberstehen, sondern daß sie sie zu weilen auch thatkräftig unterstützen. Das wird sich mit der Zeit immer mehr steigern. ( Schluß im Hauptblatt.) Kriegsgericht. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde sodann der Selbstmordversuch des Füsiliers Rademacher " Es rast der See und will sein Opfer haben." Daß die socialdemokratische Fraktion im Reichstag aus dem Fall Be- Breidenbach Kapital schlagen und Anträge stellen will, das darf Sie nicht beeinflussen. Der junge unerfahrene Unteroffizier befand sich ben Unteroffizieren, wenn sie Vergehen ihrer Untergebenen melden, zweifellos in einer schwierigen Lage. Sein Compagniechef erklärt daß er dies nicht wünsche; sie sollten sich selbst helfen. Da greift der behandelt. Im Frühjahr d. J. hatte sich der Rekrut ein kleines Angeklagte zu dem allerdings verabscheuungswürdigen Gewalts dienstliches Versehen zu Schulden kommen lassen. Daraufhin ließ mittel und schlägt seine untergebenen, indem er sich sagt: Der Fall Breidenbach vor dem Ober- betreten und befahl ihnen, dem Rademacher die„ Korporalschafts- bitte ich nach wie vor den Angeklagten auf seinen Geisteszustand hin der Korporalschaftsführer Breidenbach die Mannschaften auf der Ach was, das ist in unfrer Compagnie so Mode. Im übrigen aber Senge" zu verabfolgen, zu deutsch, denselben durchzuprügeln. Dann untersuchen zu lassen. entfernte fich der Unteroffizier aus der Stube. Rademacher aus Angst, Hierauf zog sich das Gericht zu einer längeren Beratung zurüd. Die 1500 Fälle der Mißhandlungen von Untergebenen durch daß ihm nun entsegliche Schläge bevorständen, sprang auf die Alsdann verkündete der Verhandlungsführer das den Unteroffizier Breidenbach von der 11. Compagnie des 4. Garde- Fensterbrüstung des im 3. Stockwerk belegenen Zimmers und schickte Urteil. Regiments 3. F. wurden in der heute morgen um 10 Uhr er sich an, zum Fenster hinauszuspringen, um, wie er später erzählte, Dasselbe lautete auf libo öffneten Verhandlung vor dem Ober- Kriegsgericht von neuem auf den Händen seines Beinigers zu entgehen. Es gelang seinen acht Jahre Gefängnis und Degradation. gerollt. Breidenbach war, wie bereits gemeldet, am 10. August d. J. Kameraden, den Aufgeregten noch im letzten Augenblick herabzu- Die Untersuchungshaft wurde bei diesem Strafmaß nicht anvon dem Kriegsgericht der 1. Garde- Division wegen Mißhandlungen ziehen und ihm sein Vorhaben auszureden. Der Füfilier Prätke gerechnet. Die Berufungsrichter sind zu der Ueberzeugung gelangt, in 1500 Fällen, darunter 300 schwerer Mißhandlungen, von dem fagt aus: Eaß der Angeklagte geistig gesund ist und daß sein Vereine zum Selbstmord des Füseliers Hill führte, zu drei Jahren sechs Ich bin sehr oft, namentlich in der ersten Zeit von Breidenbach halten zum Selbstmord des hill beigetragen habe. Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt worden. Gegen geschlagen worden. Ich schätze, daß ich mindestens 60 mal Ohrfeigen 1207 Fällen des Mißbrauchs der Dienstgewalt erkennt das dieses Urteil hatte sowohl der Gerichtsherr, als auch der Verurteilte und Fauftschläge von ihm erhalten habe. Er hat mich auch mit dem Berufungsgericht 15 schwere Mißhandlungen an. Als straferschwerend selbst Berufung eingelegt. Nach Eröffnung der Sizung wurde das Seitengewehr mißhandelt und einmal verfetzte er mir einen solchen erkannt das Berufungsgericht die unglaubliche Roheit, als strafUrteil der ersten Instanz verlesen. Der Angeklagte Breidenbach, Fauftschlag ins Gesicht, daß mir das Blut aus Mund und mildernd die Jugend und den Ehrgeiz des Angeklagten an. Breidenwelcher am 5. Juni 1881 geboren, ist seit 1899 Soldat. Seine Nase floß. Dann mußte ich mit dem Wischtuch den Boden bach, welcher das Urteil ohne sichtbare Erregung aufnahm, behär Verurteilung erfolgte auf Grund der durch die Zeugen bewiesenen von meinem Blut säubern. Defters auch habe ich mich sich des Necht einer Revision vor. Von den " Landtagswahl. " die gerade in der bei diesem Streit in Betracht kommenden Lampen- In Johannisthal findet Dienstagabend 81%, Uhr bei Mertins, und Kronenindustrie recht zahlreich sind. Die Schließung der Fabrit Roonstraße 2, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Ronfusion über Konfusion. Kaum war das Reglement vom bedeutet für diese Unternehmer den völligen Verlust des Saison- Genosse Brunzel spricht über die Landtagswahlen, außerdem erfolgt 14. März 1903 veröffentlicht die Veröffentlichung erfolgte erſt nach mehrmonatlicher Ablagerung Mitte Juli-, so zeigten sich mehr- geschäfts, was für die meisten Kleinfabrikanten gleichbedeutend ist Aufstellung der Wahlmänner. mehr- geschäfts, fache unklarheiten". Zu ihrer Beseitigung hat der Minister des mit dem Bankrott. Die kapitalfräftigen Befürworter der Aus- Lichtenberg. Der Wahlverein hält am Dienstagabend 8 Uhr Innern einen Erlaß veröffentlicht, der die Vorschriften des Re- sperrung mögen mögen wohl einen solchen Erfolg Erfolg ihrer Ab- feine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesglements erläutern" soll. Nun können aber die Erläuterungen des sicht nicht ungern sehen. Die Arbeiter niederhalten und ordnung steht: Bericht vom Parteitag und Vereinsangelegenheiten. Herrn v. Hammerstein einen Stein jammern. Den Wählern steht gleichzeitig eine Anzahl unbequemer Konkurrenten ge- Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorſtand. eine Ueberwachung der Listenführung nicht zu, und es ist namentlich schäftlich erdrosseln ist kein schlechtes Geschäft für die führenden auch ein solches Recht nicht für die Urwähler etwa aus der Vor- Großfabrikanten. Daß sich infolge der Aussperrung, von der Haberland, Wilhelmstr. 38, eine Versammlung des Wahlvereins. Friedrichsfelde- Karlshorst. Dienstagabend 81/2 Uhr ist bet schrift des§ 15 herzuleiten, nach welcher die Eintragung des Ab- mehr als 10000 Arbeiter betroffen werden würden, auch Auf der Tagesordnung steht: Bericht von der Kreis- und Provinzialstimmungsvermerkes in Gegenwart des Urwählers" geschehen soll. mancher weniger tapitalfräftige Fabrikant den Konferenz, sowie die Landtagswahl und die Wahl eines WahlFür die Abgeordnetenwahl nicht auch für die Urwahl fieht ferner das neue Reglement eine Erleichterung insofern vor, als brechen muß, ist sicher. Das wissen die kleinen als bei der Eintragung der Abstimmungsvermerke der Gebrauch von Fabrikanten ganz genau, und deshalb werden sie, wenn auch un- Friedenau. Bei Grube, Kaiser- Allee 85, findet am DienstagAbkürzungen ausdrücklich zugelassen wird, welche keinen Zweifel über gern, lieber die nicht unbescheidenen Forderungen der Arbeiter be- abend 8 Uhr die General- Versammlung des Wahlvereins bie gewählte Person lassen.(§ 27 Abs. 3.) willigen, als sich der Aussperrung, falls sie beschlossen werden sollte, statt, in der Bericht vom Parteitag erstattet wird und Wahlen anschließen. erfolgen. Also der Protokollführer muß die vom Wähler genannten Namen ohne Abkürzung eintragen, der Wähler soll bis zur erfolgten Eintragung am Wahltisch bleiben das kann doch nur den zeugen darf; die„ Erläuterung" macht die Vorschrift des Reglements Sinn haben, daß er sich von der Richtigkeit der Eintragung überfinnlos! Aber die„ Erläuterung" tritt auch in absoluten Gegensaß zum Reglement, und hier wird es sich fragen, gilt das vom Staatsministerium in seiner Gesamtheit erlassene Reglement oder die von Herrn v. Hammerstein gegebene Erläuterung". Vielleicht entschließt sich das Staatsministerium zu einer Erläuterung der Erläuterung der Vorschriften des Reglements zur Ausführung der Verordnung vom 30. Mai 1849. Wie nötig das ist, dafür ein Beispiel: In einem Urwahlbezirk feien in der dritten Abteilung von 100 erschienenen Urwählern zwei Wahlmänner zu wählen. Die erste Abstimmung ergiebt: A und B je 50, C und D je 26, E und F je 24 Stimmen; da die absolute Majorität 51, findet Stichwahl statt, in die A, B, C und D ge= Tangen. Jetzt erhält, da die EF- Partei für die CD- Partei eintritt, jeder Kandidat 50 Stimmen. Nach dem klaren Wortlaut des Reglements wäre auszulosen, welche zwei gewählt sind.(§ 17 Abs. 3 Sab 2.) Dagegen orakelt die Erläuterung: „ Erhält dagegen bei der Wahl zweier Wahlmänner auch in der ersten engeren Wahl noch niemand die absolute Stimmenmehrheit, so ist eine zweite engere Wahl nicht mehr vorzunehmen ( so weit richtig!), weil( na, weil das Reglement bestimmt, daß jekt gelost werden soll, denn einen andren Fall kann es gar nicht ins Auge fassen) sie zwischen denselben Kandidaten zu vollziehen sein, und, sofern die Wähler nicht zum Teil von ihrer ersten Abstimmung abgehen oder des ferneren Abstimmens sich enthalten, wiederum ergebnislos verlaufen würde. Die Urwahl in der betreffenden Abteilung ist in diesem Fall als nicht zu stande gekommen zu behandeln." Also in direktem Widerspruch zum Reglement in unserm Fall: Es ist niemand gewählt; die Abteilung wird erst für den Fall einer Abgeordneten- Ersatzwahl zu einer neuen Wahlmännerwahl eingeladen. Was auch die Fabrikanten am Montag beschließen mögen, die Streifenden sehen den Beschlüssen ruhig entgegen, sie lassen sich auch nahme der Arbeit bewegen. durch einen Aussperrungsbeschluß nicht zur bedingungslosen AufZur Lohnbewegung der Omnibus- Angestellten ist zu berichten, daß seitens des Centralverbandes der Handels-, Direktion gerichtet wurde, worin der letzteren mitgeteilt wird, daß Transport- und Verkehrsarbeiter ein weiteres Schreiben an die die Kommission, soweit dieselbe aus Angestellten besteht, am Montag, den 21. d. M., zwecks Vortragung ihrer Wünsche bei der Direktion vorstellig werden will. Da die drei Direktoren nicht zur Stelle waren, sondern nur einer, so sollte der Bescheid auf dieses Ein solcher ist jedoch bis abends 6 Uhr nicht ergangen. Dagegen ist Schreiben dem Verbandsvorstand sobald als möglich zugestellt werden. beifolgender Ukas auf allen Depots zum Aushang gelangt; Um der von unberufener dritter Seite bei unsren Angestellten betriebenen Agitation die Spize abzubrechen, haben wir heute in unfren Depots folgende Bekanntmachung anschlagen lassen: „ Wir räumen hiermit unfren Angestellten für jetzt und späterhin das Recht ein, einen Ausschuß zu wählen, der berechtigt ist, uns etwaige Wünsche unsrer Angestellten vorzutragen. Die Wahl des Ausschusses erfolgt folgendermaßen: Auf jedem Depot wählen die Kutscher, die Schaffner und die Stallleute durch Majorität je einen Vertreter ihres Standes und die auf diese Weise auf den 12 Depots gewählten 36 Mann wählen aus ihrer Mitte je vier Schaffner, vier Kutscher, vier Stallleute und diese bilden den Ausschuß. zu gleicher Zeit haben wir die Depot- Inspektoren angewiesen, die Wahl des 36er am Montag und die des 12er- Ausschusses am Dienstag vornehmen zu lassen, damit dieselben unverzüglich mit uns in Verbindung treten können." Wir können den Angestellten nur empfehlen, sich an dieser ihnen aufoctroyierten Wahl nicht zu beteiligen, sondern daß dieselben unter allen Umständen darauf bestehen, daß die von ihnen einstimmig gewählte Kommission anerkannt wird. Nur von dieser können wir erwarten, daß die Interessen der Angestellten wirklich gewahrt werden. Die Ortsverwaltung Berlin I. fomitees. Ober- Schöneweide. Am Mittwochabend 81%, Uhr findet bei Kauf holt, Wilhelminenhofstraße 18, eine außerordentliche Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Vortrag:" Die bevor stehende Landtagswahl." Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Das Erscheinen aller ist Pflicht. pillia Gerichts- Zeitung. Der verkaufte Schnurrbart. Angefl. Det der " gangen dadurch, daß er dem Barbier Arel Wilde den Daumen der Wegen Körperverlegung, bes rechten Hand durchbiß, stand der Brunnenbauer Schmidt vor dem Schöffengericht. Ich beandrage Vertagung des Termins," sagte Vorf.:" Was sollen diese bekunden?" der Angeklagte, da ich noch eenige Zeijen zu laden beabsichtije. Beije Wilde eene janze rüdige Bolle is. Een ausgekochter Possenreißer, der seinen biblischen Nächsten det Leben verbittert und Jott und der Welt verhohnepiepelt." Vors. Sie haben Zeit gehabt, handlung ein; erzählen Sie uns kurz, was Sie zu der unter Ans Ihre Entlastungszeugen zu laden. Wir treten deshalb in die Vers flage gestellten Sörperverlegung veranlaßte." Angel.:„ Die Veranlassung war eener von die schlechten Witze, die der Zeije fragliche Zeit Ilmständehalber eene neue Stammfneippe jewählt, jewerbs und jewohnheitsmäßig verübt. Ich hatte mich um die nämlich det Restaurang von P. Dort lernte ick den Zeijen an'n Stammtisch kennen. und deshalb keener mehr uff seine Mäßchens rinfiel, machte er mir Da er unter die Jäste jenügend bekannt war wiße über sich erjehen lassen mußte. An den kritischen Abend ſizen wir jemütlich an unsern Stammtisch, da fräjt mir Wilde plößlich, ob ich ihn nich meinen Schnurrbart verkoofen möchte. Natürlich, sag schließlich uff 20 Mark. ick, wenn Se'n jut bezahlen, warum denn nich? Wir einijten uns an un ick sollte andern Tag in sein Schabe- Ataljeh kommen, um Er zahlte mir jejen Quittung drei Mark mir det Mannes scheenste Zier abnehmen zu lassen. Der Dhaler Anjeld wurde sofort in Bier anjelejt. mit eenem gediejenen Oelkopp in dem Barbierladen, um mich jejen Andern Morjen komme id Empfangnahme der restlichen 17 Mark den Bart abnehmen zu laffen. Wie er mich die eene Oberlippe abjekratzt hat, nimmt er die Serviette weg, wischt mich det Jesichte ab und sagt: Die andre Hälfte lasse ich noch bis nächsten Sonnabend stehen, die Spizen müssen noch uff die Seite' n bisfen länger wer'n; so kann ick det Objekt nich brauchen! Wat soll ic Sie ſajen? Mein ganjet Reden nußte nischt! Die Landtags- Ersakwahlen in Anhalt haben unsren Genossen am Weder er noch sein Jehilfe nahm mir die andre Donnerstag einen erfreulichen Erfolg gebracht. Es waren von den als ob id eben aus Dalldorf entsprungen wäre. Eenmal reißt ooch Hälfte ab, ick sollte durchaus drei Tage in eenen Zustand rumloofen, ordentlichen Landtagswahlen drei für ungültig erklärt worden, darunter auch die für Roßlau- Coswig, wo das Mandat unfrem Genossen der dickste Jeduldsfaden. Wir kamen beede schließlich in't Hand Günther zugefallen war. In diesem Kreise waren 27 socialdemojemenge und ich drickte ihn de Jurgel zu, det er jrien und blau fratische, 25 gegnerische Wahlmänner gewählt worden. Die Ausgesperrten in Crimmitschau haben eine geheime A6- in't Jesichte wurde, während er ma wie een Rasender an de stehenAbgeordnetenivahl erwies sich einer als unsicherer Kantonist und stimmung darüber vorgenommen, ob sie, wie die Fabrikanten ver- jebliebene Schnurrbarthälfte zerrte. Dabei kam er mit seinen stimmte für den Gegner. Da somit jeder der beiden Kandidaten langen, fich bedingungslos ergeben wollen. Einzelne Fabrikanten Daumen in meinen Mund, so det ich ihn vor Schmerz, wie'n Nußhaben Arbeiter zu sich 26 Stimmen erhalten hatte, mußte gelost werden und das Los ent- Maschinen auf einige Stunden leer laufen zu lassen. Dabei zwickte. Unjeachtet dessen mußte ich doch zu eenen andern Barbier berufen und ihnen zugemutet, die knacker, mit de Zähne etwas fiehlbar in seine jroße Vorderzehe wählen. Es wurden 35 socialdemokratische und 23 gegnerische ge- Fabriken öffnen werden. schied zu unsern Gunsten. Diesmal waren 58 Wahlmänner zu haben fie Erklärungen abgegeben, nach welchen die Fabrikanten die loofen, um den halben Schnurrbart los zu wer'n. Unterweechs wählt, so daß uns nunmehr das Mandat mit großer Mehrheit sicher Die Arbeiter haben mm darüber habe ick mir det Taschenduch vorjehalten, als ob ick Bahnschmerzen об abgestimmt, ist. Aus den beiden andren Kreisen, Dessau- Land und Bernburg- aufnahme der Arbeit abzulehnen bereit sind. Die Antwort ist ein lejen, weil die Seefenschaumjeister gloobten, ick litte an'n stillen fte eventuell die bedingungslose Wieder- hätte. In det andre Barbierjeschäft wollte erst teener Hand an mir Land, liegen noch keine Nachrichten vor. vernichtender Schlag gegen diejenigen, die da behauptet haben, die Littitih. Erst nachdem ich allen Ernstes meine Zurechnungsfähigkeit Arbeiter würden gern zu den alten Bedingungen weiter arbeiten, beteuert, wurde ich erlöst." Nach kurzer Beratung erkannte das aber sie könnten das nicht wegen der Führer. Obwohl noch nicht Gericht auf Freisprechung, da der Angeklagte gereizt worden von allen Fabriken das Resultat vorliegt, kann schon heute fonstatiert sei, ja sich vielleicht sogar in der Notwehr befunden habe. werden, daß die Arbeiter fast einmütig in geheimer, nach BerufsUns scheint, dieses kleine Beispiel giebt ein treffliches Bild vom Tiefstand selbst der einfachsten Verwaltungstechnik in Preußen trotz der so zuverlässigen alten Corpsstudenten! lbs) Partei- Nachrichten. Gewerkschaftliches. 02282 Berlin und Umgegend. Eine Aussperrung der Metallarbeiter Bei der Für die Crimmitschauer Textilarbeiter gingen beim Rigdorfer GewerkschaftstarteII ein: Auf Liste 573 6,95, Liste 581 7,20, Lifte 592 11,60, Lifte 599 19,40, Liste 610 8,60, Liste 616 13,05, Liste 617 13,05, Liste 625( Vereinsbrauerei) 9,15, Liste 630 12,50 M. Den Gebern besten Dank. Weitere Listen sind beim Obmann Hendrischke, Kirchhofstr. 2, zu haben. Husland. Hoeiw fategorien vorgenommener Abstimmung erklärt haben: Das Unternehmertum, das uns hinausgeworfen hat, kann nicht verlangen, daß wir, nachdem man uns vier Wochen ausgesperrt hat, bedingungslos zur Arbeit zurückkehren. Wir kämpfen weiter. wollen die Kühnemänner aus Anlaß des gegenwärtigen Streits der Berliner Gürtler und Metalldrücker ins Werk sezen. Die Vereinigung Berliner Metallwaren- Fabrikanten" hat in ihrer Letzten Generalversammlung im Sizungssaal der Börse folgenden " Beschluß gefaßt: 2. Jede Verhandlung mit der Leitung des MetallarbeiterVerbandes, sei es privatim, sei es vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts, wird rundweg abgelehnt. 3. Zur Stärkung unsrer Fonds hat jedes Mitglied, so lange der Streit währt, für jeden pro 1903 der Geschäftsstelle gemeldeten Arbeitnehmer wöchentlich 50 Pf. zu zahlen. zu Generalversammlung mit folgender Tagesordnung einberufen werden: Schließung sämtlicher Fabriken, falls die ausMetallarbeiter 4. Es soll zu Montag, 21. September, eine außerordentliche ständigen in better bis zu einem in dieser haben Straße, was i Berliner Partei- Angelegenheiten. 18 Verfammlungen. Mit den Verhältnissen bei der Allgemeinen Elektricitäts- Gefellbemeneten ieder abgefordert, daß er nicht soviel babei berg Die Ausgesperrten wissen ihre Taktik der Situation vortrefflich schaft beschäftigte sich eine gut besuchte öffentliche Versammlung der anzupassen. Bekanntlich sucht die Polizei das Streikpostenſtehen da- Elektromonteure, die am 18. September in den Johannisdurch unmöglich zu machen, daß sie jeden, der dieser Thätigkeit ver- fälen tagte. Referent a wlowitsch stellte fest, daß in dem dächtig ist, von der Straße weist. Um dem zu begegnen, Riesenbetriebe der A. E.-G. die Verhältnisse überaus schlechte 1. Der Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung gegenüberliegen, Fenster die Ausgesperrten in Häusern, die den Fabriken feien, namentlich aber in der Abteilung Z. Trotz aller Kritik gemietet. Die vom 10. September, die Forderungen der Arbeiter abzulehnen, figen nun ganz gemütlich hinter den Fenstern, beobachten die Fabrik- fingen mit einem Stundenlohn von 28, 30 und 321 Pfennig an; Streitposten sei es bei den bisherigen Zuständen geblieben. Die Hilfsmonteure wird aufrecht erhalten. thore und sind so in der Lage, sich von allem zu informieren, was nach 11 bis 2 Jahren gebe es dann 35 oder 37 Pfennig. Die sie wissen wollen. Das Streikpostens is en im Bimoser hat zweifellos Monteure ſelbſt würden eingeſtellt mit 40 bis 45 Pfennig, in ausmanche Vorzüge vor dem unbequemen Streifposten stehen auf nahmsweise günstigen Fällen 50 Pfennig pro Stunde. Das sei eine offener astungen der über die„ Pronung und Sicherheit des ogrlegern nach dem legten Streit ein MindeſtHauptsache ist, die Streifposten sind so traurige Entlohnung, wenn man bedenke, daß den einfachen HilfsStraßenverkehrs" wachenden Beamten sicher, die wenigstens bis jetzt Stundenverdienst von 40 Pfennig, garantiert sei. Die bauleitenden noch keine Handhabe gefunden haben, um auch das Streifposten- Monteure hätten darüber zu klagen, daß sie bei der Abrechnung für sigen zu hintertreiben. Ben zu hinte jede 10 Pfennig, die sie für Nägel oder Gips auslegten, eine Quittung beibringen müßten. Einem Kollegen habe ein Eisenhändler, der ihm eine Quittung über 10 Pf. ausstellen sollte, die gekauften Nägel mit diene, daß er eine Quittung ausstellen könne. Es komme vor, daß Versammlung noch zu bestimmenden Tage nicht in allen Betrieben bedingungslos die Arbeit auffammlung in den Arminhallen. Bericht vom Dresdener Parteitag Hilfe sie in Anspruch nehmen mußten, im voraus haben wollten, sei Genoffinnen und Genossen! Donnerstagabend 8% Uhr Ver- Fällen, wo Kollegen die Beträge für Gelegenheitsarbeiter, deren Monteure folche Auslagen aus ihrer Tasche zahlen müßten. In genommen haben." und von der Konferenz sowie Bericht und Neuwahl der Vertrauens- es vorgekommen, daß ihnen Inspektoren gesagt hätten: Na, wenn Der Gesamtverbend deutscher Metallindustriellen hat, wie bei person. U Die Vertrauensperson. jedem Streit, so auch bei diesem an seine Mitglieder die AufSie kein Geld haben, können Sie bei uns nicht als Monteur sein. Rigdorf. Den Parteigenossen und Genossinnen zur Nachricht, Vielfach seien die Kollegen selbst daran schuld, daß so etwas denibar forderung ergehen lassen, keinen aus Berlin kommenden Metall- daß Dienstag, den 22. September, abends 81 Uhr, im Lokale des sei. arbeiter während der Dauer des Gürtler- und Drückerstreits ein- Herrn Holbach, Hermannstr. 120, eine öffentliche Versammlung statt- hohe Berechnung der Arbeitsstunden den Kunden der Gesellschaft Im schroffsten Gegensatz zu den niederen Löhnen stehe die zustellen. Es ist das, wie gesagt, eine beim Kühnemannschen Verband findet. Tagesordnung:" Die Kinderarbeit in der Landwirtschaft." gegenüber. Redner sei in der Lage, nachzuweisen, daß nur gebräuchliche Maßnahme, welche die Aktion der organisierten Referent Genosse Gaida. Um zahlreichen Besuch bittet an Arbeitslohn den Kunden das Doppelte des wirklich dem Arbeiter noch niemals beeinflußt hat und auch diesmal nicht Die Vertrauensperson. Monteur gezahlten Lohnes und noch mehr angerechnet worden sei. beeinflussen wird. Was nun die beabsichtigte Aussperrung betrifft, so wissen wir bestimmt, daß durch diese Maßnahme der Metall- Versammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht: mußten sich regelmäßig des Vormittags zur Verfügung stellen und Schöneberg. Am Dienstag findet im Ob st schen Lokale eines einen großen Mißstand rügte Redner das System des Ausfeßens. Ginzelne Kollegen hätten 4 bis 18 Wochen aussehen müſſen. Sie arbeiter- Verband sich nicht im geringsten hindern läßt, die begonnene Berichterstattung von der Generalversammlung des Kreises und erhielten nichts für ihre Bemühung, wenn keine Arbeit für sie war. Lohnbewegung in der ihm angemessen erscheinenden Weise durch von dem Parteitag in Dresden. Frivol und gefeßwidrig sei es, daß mangels andrer Gelegenheit zuführen. Der Stand des Streiks ist ein so günstiger, daß die Ar- Tempelhof. Dienstagabend 29 Uhr im Lokal von Drei- Kollegen der A. E.-G. ihre Speisen in dem Raum, wo die beiter mit dem bisherigen Verlauf desselben durchaus zufrieden sein brodt, Ringbahnstr. 12: Bezirksversammlung für den gesundheitsschädlichen Akkumulatoren untergebracht seien, einnehmen können. Die Zahl der Firmen, welche die Forderungen der Arbeiter 1. und 2. Reichstags- Wahlbezirk. Tagesordnung: 1. Neuorgani- mußten. Redner ermahnt zur Wachsamkeit und zum Anschluß an bewilligt haben, mehrt sich täglich, ja selbst nach dem Bekanntwerden sation des Bezirks. 2. Eingehende Besprechung des Landtagswahl- den Verband.( Lebhafter Beifall.) des obigen Beschlusses der Fabrikanten sind noch zahlreiche Be- Gesetzes. 3. Aufstellung von Wahlmännern. Das Erscheinen aller Es entspann sich eine rege Debatte, in der Monteure der willigungen erfolgt. Ein Beweis, daß die Aussperrungsluft, welche Mitglieder ist dringend erforderlich. Landtagswahl- A. E.-G. die Angaben des Referenten bestätigten und ergänzten. bei den führenden Elementen der Fabrikanten zweifellos vorhanden Alle Redner sprachen sich in seinem Sinne aus. Um die Monteure mehr als bisher der Organisation zuzuführen, sollen die organisierten ist, wenig Anklang bei denen findet, zu deren Gunsten die AusMaurer veranlaßt werden, die Monteure auf den Bauten in diesem sperrung ins Wert gesetzt werden soll. Sinne zu beeinflussen. Broschüre wird verteilt. Marienfelde. Die Sammelliste für den Parteitag Nr. 4841 ist verloren gegangen. Es wird gebeten, dieselbe an Genossen Frik Greulich in Marienfelde, Berlinerstr. 81, abzugeben. Auch in diesem Falle verhält es sich genau so, wie bei andren Kämpfen der Unternehmer gegen die organisierten Arbeiter. Die führenden Unternehmer sind Großfabrikanten. Ihnen schadet es nicht, seine Generalversammlung bei Giese, Teltowerstraße, ab. Tages- Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Hermann Schubert. 2. Vereins. Zehlendorf. Der Wahlverein hält am Dienstagabend 8 Uhr wenn sie ihre Fabriten schließen. Sie können es auch verschmerzen, Ordnung: Bericht des Genossen Göhre über den Parteitag. wenn ihnen das Hauptgeschäft der gegenwärtigen Saison verloren Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. Verschiedenes. geht. Anders steht es dagegen mit den kleineren Unternehmern, Der Vorstand. Socialdemokratischer Agitations- Verein für den Reichstags. Wahlkreis Kalan- Luckau. Dienstag, den 22. September, abends 8, Uhr, Bersammlung bei Thiedemann, Reichenberger- und Laufiberstraßen- Ede. angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind ganz be sonders die Bauhandwerker, die hier arbeiten und im Kreise wohnen, eins geladen. Der Vorstand. Einsegnungs= Anzüge. Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden und verschiedensten Webarten, sowie Kammgarn, Satins, Cheviots, Ripsgarn, Drapés, Meltons u. s. w. 33, 30, 27, 24, 21, 18, 15, 12, 950 Mk. Jeder Käufer eines Einsegnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. Wäsche, Hüte, Handschuhe etc. für die Einsegnung sehr billig. 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September 1903. Arztpraxis in Arbeitervierteln. pro Verkaufsstelle), in den 2 Verkaufsstellen des Konsumvereins 2,40 M. entwendet, für welchen das Kind Einkäufe machen sollte. Adlershof 12 172,17.( 6086,00 M. pro Verkaufsstelle) und im Leider entkam der Räuber, indem er auf einen nach Berlin fahrenden Konsumverein Zehlendorf 3295,78 M. Zusammen also 115 840 M. elektrischen Straßenbahnwagen sprang. An der Ecke der Bergin 30 Verkaufsstellen. Doch ist zu bemerken, daß hierbei die und Kirchhofstraße wurden zwei Kinder des Druckers Rau, BergAus der Thätigkeit eines Arztes, der in einem der Arbeiter- Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend fehlt, da sie ihre Umsatz- straße 115 wohnhaft, von einem übermäßig schnell fahrenden Berbiertel Berlins wohnt und dort seinen Beruf ausübt, wird uns ein zahlen noch nicht eingesandt hat. liner Geschäftsfuhriverk umgerissen und überfahren, wobei beide Geschichtchen mitgeteilt, das aus verschiedenen Gründen in weiteren In dem Befinden des Stadtverordneten- Vorstehers Dr. Langer. Unheil angerichtet, entkam leider, doch ist Aussicht vorhanden, denKinder erhebliche Verlegungen erlitten. Der Kutscher, welcher das Kreifen bekannt zu werden verdient. In der Utrechterstraße hans ist leider eine Verschlimmerung eingetreten. Der 83 jährige felben nachträglich zu ermitteln. erkrankte einem Arbeiter Qu. sein wenige Wochen altes Kind. Patient leidet an einer sehr schmerzhaften Nierenentzündung; man Qu. 30g den Arzt Dr. K. zu Rate, und Dr. K. machte in der hofft, daß die gute Natur des alten Herrn auch diesen Rückfall Hohenzollernschule in Schöneberg, Dr. Bartels, der sich in der Einspruch beim Kultusminister. Gegen den Direktor der städtischen Qu.schen Wohnung nach einander drei Besuche. Als die Familie Qu. überwinden wird. dann ihren für Mitte September in Aussicht genommenen Umzug maison de santé befindet, hatte bekanntlich nach Einholung ärztlicher Die General- Schußlifte" der Berliner Haus- und Grundbefizer- Gutachten auf Antrag der städtischen Schuldeputation für das höhere nach der Liebenwalderstraße bewerkstelligen wollte, wurde Vereine enthält jetzt 5797 Namen nicht empfehlenswerter Mieter. Schulwesen der Magistrat bei dem Kultusminister die Genehmigung der Arzt gebeten, in der neuen Wohnung seine Besuche fortzusehen. Bugänglich ist diese schwarze Liste den 16 Berliner Bundesvereinen zur zwangsmäßigen Pensionierung nachgesucht, die dann auch erteilt Dr. K. war nicht sehr erbaut, als er vernahm, wohin man ziehen und 11 Haus- und Grundbefizer- Vereinen von Berliner Vororten. wurde. Daraufhin wurde beschloffen, Dr. Bartels zum 1. November wollte, doch er versprach, auch dorthin zu kommen. Der Umzug Glücklicherweise ist dadurch, daß er in der General- Schußliste steht, dieses Jahres in den Ruhestand zu versetzen. Hiergegen hat jetzt noch kein Mieter obdachlos geworden. mußte zur verabredeten Zeit ausgeführt werden, aber noch in der vereinen angelegte schwarze Liste" hat man lange nichts gehört; es Pflegerin ihres Mannes beim Kultusminister Einspruch erhoben. Ueber die von Mieter Frau Direktor Bartels in ihrer Eigenschaft als gerichtlich bestallte ersten Nacht, die die Familie in der neuen Wohnung zubrachte, mag auch schwierig sein, die vielen nicht empfehlenswerten Haus- Frau Dr. Bartels bleibt noch bis zu Ostern nächsten Jahres in der starb das Kind. Am andren Tage wurde Dr. K. nach der Qu.schen wirte" alle namentlich aufzuführen. Amtswohnung in der Eisenacherstraße wohnen. Wohnung gerufen, um die Leiche zu besichtigen und den Totenschein auszustellen. Herr Dr. K. kam und schrieb den Schein, er verlangte aber, daß ihm stehenden Fußes für 4 Besuche 8 M. und für den Schein 3 M. ausgezahlt würden. Frau Qu. erklärte, das sei ihr im Augenblick nicht möglich, da der eben vorgenommene Umzug Ausgaben verursacht habe, und im übrigen sei ein Besuch zuviel berechnet. Dr. S. ermäßigte dann die Forderung auf 6 M. für 3 Besuche und 3 M. für den Schein; aber diese 9 M. müsse er auf der Stelle bekommen. Er fügte hinzu," Totensachen" seien immer sofort zu bezahlen. Der Sarglieferant und der Totengräber borge ja doch auch nicht, warum denn immer der Arzt borgen solle. Als aber Frau Qu. dabei blieb, daß sie auch 9 M. nicht sofort erlegen könne. aber wenigstens den Schein bezahlen wolle, nahm Dr. K. den Schein, Tegte ihn in sein Notizbuch und empfahl sich. Es blieb nun dem Ehepaar Qu. nur übrig, die den Totenschein fordernde Polizei davon in Kenntnis zu sehen, daß die Leiche durch einen Arzt besichtigt und von dieſem ein Totenschein geschrieben worden sei, daß der Arzt aber den Schein nicht herausgebe. Auf dem Polizeibureau war man sehr erstaunt über das Verhalten des Herrn Dr. K., und man erklärte Herrn Du., der Arzt sei nicht berechtigt, einen einmal ausgestellten Zotenschein wieder an sich zu nehmen. Dr. K. muß das nachträglich wohl selber eingesehen haben es soll übrigens auch ein Polizist zu ihm geschickt worden sein, um ihn darüber aufzuflären, er hat es dann am andren Tage vorgezogen, sich einstweilen mit den ihm als Abschlagszahlung angebotenen 3 M. zu begnügen und den Schein herauszugeben. Auf die dabei von dem Arzt vorgebrachte Klage, er verliere ohnedies viel ausstehende Honorare und wolle namentlich in der Liebenwalderstraße überhaupt nicht mehr borgen, tonnte Qu. nur erwidern, daß er dem Herrn Doktor bisher noch mit feinem Honorar durchgegangen sei, und daß er den Rest baldigst zahlen werde. Man wird diese unerquicklichen Verhandlungen, je nachdem man sie von der einen oder andren Seite betrachtet, als einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben eines Arbeiters oder auch aus dem Leben eines Arztes auffassen. Wir wünschten, daß das Vorkommnis von beiden Seiten betrachtet würde. Selbstverständlich gilt der Satz: beiden Seiten betrachtet würde. Selbstverständlich gilt der Sab: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert", auch dem Arzt gegenüber. Auch er hat den berechtigten Wunsch, für seine Leistung bezahlt zu werden und nicht erst lange auf seinen Lohn warten zu müssen. Mancher in einem ärmeren Stadtviertel praktizierende junge Arzt führt, obwohl es ihm an Beschäftigung nicht fehlt, eine recht bescheidene, ja dürftige Eristenz, weil seine Honorare erst nach Jahren und oft überhaupt nicht bezahlt werden können. Im Hinblick hierauf muß man es beklagen, daß es bei uns zu Lande nicht üblich ist, den Arzt nach jedem Besuch einzeln zu bezahlen. Solange aber diese Sitte hier nicht besteht, muß es allerdings als unschicklich bezeichnet werden, daß ein Arzt in der geschilderten Weise sofortige Bezahlung durchzusetzen versucht. Der Hinweis auf Sarglieferant und Totengräber lägt die Sache nicht in milderem Lichte erscheinen. Manche Sarglieferanten borgen in der That, weil unbemittelte Familien auch hier nicht im stande sind, sofort zu zahlen. Beerdigungskosten find ja meist unerwartete Ausgaben, genau so wie Krankheitskosten und Arzthonorare. Kirchengemeinden freilich beerdigen nicht auf Borg, aber gerade mit ihnen sollte sich kein Arzt vergleichen wollen. Gerade die Strenge, mit der die Kirchengemeinden in Beerdigungssachen ihre geschäftlichen Grundsäße aufrecht erhalten, findet in weiten Voltskreisen die herbste Beurteilung. Wegen der Beteiligung der Stadt Berlin an der Weltausstellung in St. Louis hat sich der Reichskommissar für diese Weltausstellung an den Magistrat gewandt. Es wird eine Kollektivausstellung deutscher Städte und besonders der auf der deutschen Städte- Ausstellung in Dresden vertretenen Städte auf der Weltausstellung in St. Louis angeregt. Der Vorstand und Hauptausschuß der Städte- Ausstellung haben zu einer Vermittelung in dieser Angelegenheit ihre Hand geboten. In Anbetracht dessen, daß eine hervorragende Beteiligung der deutschen Städte an der Weltausstellung in St. Louis sich empfiehlt, um so mehr, als auch die außerdeutschen Städte nach Mit teilung des Reichskommissars in umfangreicher Weise ausstellen, hat auch der Magistrat von Berlin eine Beteiligung an der geplanten Kollettivausstellung in St. Louis in Aussicht genommen und wird die Stadtverordneten- Versammlung ersuchen, einem dahingehenden Beschluß beizutreten. werden. " Der„ Raubanfall" im Tiergarten, an dessen Echtheit wir von Anfang an zweifelten, hat sich thatsächlich als erdichtet herausgestellt. Der Schneidergeselle Häusler ist soweit wieder hergestellt, daß er heute vormittag von der Kriminalpolizei im Krankenhause vernommen werden konnte. Zunächst blieb er allen Vorhaltungen gegenüber bei seiner ersten Darstellung. Schließlich aber gab er zu, den Raubanfall erdichtet zu haben. Thatsächlich habe er sich das Leben nehmen wollen und sich durch zwei Schüsse selbst verletzt. Er habe den Versuch in der Nähe der Tiergartenwache gemacht, um für den Fall, daß er sich nicht tödlich treffen sollte, die Gewißheit er seinem Leben aus Furcht vor der Alimentenklage und den VorWie wir vermuteten, wollte würfen seines Dheims ein Ende machen. Im Often haben die Maschinenbauer, Mechaniker und Schlosser ihre Fachschule in der 5. Abteilung des Gewerbesaales, Straßmann straße 6, wo auch die Lehrlinge und Gehilfen aus den Vororten aufgenommen werden. Es wird unterrichtet im Fachzeichnen, in Algebra ( Ober- und Unterkursus), Mechanit und Maschinenlehre. Für Anfänger sind Borkurse eingerichtet. Meldungen: Straßmannstraße 6, abends von 7-9 und Sonntags von 9-1 Uhr. Die Konsumvereinsaffaire in Köpenick beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Gestern wurden die Geschäftsbücher des Konsumvereins feiten vorgekommen sind, beschlagnahmt und nach dem Amtsgericht Vorwärts", bei dem, wie wir gemeldet haben, größere Unregelmäßig gebracht. Die Prüfung durch einen vereideten Revisor ist angeordnet worden. Vermischtes. Eine Volksausgabe von David Friedrich Strauß beiden HauptEs ist dies derselbe Verlag bekanntlich, der auch Häckels„ Welträtsel" werken ist jetzt im Verlage von Emil Strauß in Bonn erschienen. in einer billigen Ausgabe auf den Büchermarkt gebracht hat. In drei Bänden liegen die Werke des kühnen Vorfämpfers für freie Jein für das deutsche Volt bearbeitet" und der dritte das Bekenntnis Geistesforschung vor uns; die beiden ersten bringen„ Das Leben ,, Der alte und der nene Glaube". Jeder Band kostet 1 Mark. Jm Leben Jesu handelt es sich um das erste hervorragende Werk des faffer nach den heute noch bei den deutschen Regierungen geltenden Theologen Strauß, das 1835 herausgegeben wurde und seinem VerGrundsäßen eine Maßregelung einbrachte; er wurde seiner Die 7. städtische Fortbildungsschule für Mädchen, älteste ge- Repetentenstelle am Seminar zu Tübingen enthoben und als Lehrer werbliche und taufmännische Bildungsanstalt in der Luisenstadt, an das Lyceum in Ludwigsburg verfekt, von wo man ihn ebenfalls beginnt ihre Unterrichtskurse für das Wintersemester am Mittwoch, bald weggraulte. Die vorliegende Ausgabe ist ein Abdruck der 1864 den 7. Oftober 1903. Der Unterricht findet teils des Nachmittags, erschienenen Auflage, die Strauß ausdrücklich nicht den Fachtheologen, teils des Abends statt. Die Unterrichtsgegenstände sind: Deutsch fondern den Laien gewidmet hat. Der alte und der neue Glaube ist ( Rechtschreibung, Briefstil, Auffäße, Lektüre), kaufmännische Stor- 1872, zwei Jahre vor dem Tode des Forschers, als dessen letztes respondenz, Schreiben, praktisches Rechnen, einfache und doppelte aufsehenerregendes Werk erschienen, eine tapfere Kundgebung für Buchführung, gewerbliches Zeichnen und Malen, Gesang, Turnen, die naturalistische Weltanschauung und die Darwinschen Theorien. nähen, Wäschezuschneiden und Wäschenähen; besondere Kurse für Strauß nicht zum geringsten in Arbeiterkreisen eine weite Beralle Arten von weiblichen Handarbeiten, wie Hand- und Maschine- Wie Häckels berühmtes Buch, so werden auch die beiden Werke von stunsthandarbeiten, Plätten, Schneidern, Buzmachen und Maschine- breitung finden. stickerei. Außerdem wird im Französischen und Englischen für den praktischen Gebrauch Unterricht erteilt." Stolze- Schrey wird gelehrt und lebung im Gebrauch bewährter Auch Stenographie nach Schreibmaschinen erworben. Das Schulgeld beträgt monatlich 50 Pf., für Schneidern und Plätten 1 M., für Französisch und Englisch halbjährlich 3 M. Anmeldung neuer Schülerinnen werden schon im September des Nachmittags von 6 Uhr ab im Amtszimmer der 42. Gemeindeschule bei dem Leiter der Anstalt, Rektor Zander, SO. Naunynstraße 63, entgegengenommen. Never den Selbstmord des deutschen Professors Franz von Brotter, die Breußische Sorrespondenz" folgendes: Nachdem der Gelehrte Vorstehers der Deutschen Archäologischen Anstalt in Athen, verbreitet drei Tage lang schon vermißt war, drang man in sein Zimmer in der Anstalt. Dort wurde er in einer Blutlache liegend, in jeder Hand einen Revolver haltend, mit zerschmettertem Schädel gefunden. Drei Briefe lagen auf dem Schreibtisch. In dem ersten, an den Zeiter der Polizei in Athen, schrieb der Professor, er lege Hand an fich, weil er fürchte, dem Wahnsinn zu verfallen. Der zweite und Im Berliner Zoologischen Garten ist dieser Tage ein Edel- der dritte Brief sind gerichtet an den stellvertretenden Vorsteher der hirsch aus dem arz eingetroffen, der gegenüber den Damhirsch- Anstalt, Herrn Schrader, und ein andres Mitglied, Herrn Kirl. gehegen, zwischen Leier- und Schomburgts- Hirsch, eingestellt ist. Der Der Selbstmord ist begangen worden, weil Professor von Brotter auffallend hochgeweihte Achtender ist ein Gegenstück zu unsrem nicht mehr Kraft genug in sich fühlte, ein größeres Studienwerk bayerischen Gebirgshirsch und vervollständigt die Reihe der Nothirsche, über die Mythologie, an dem er schon längere Zeit arbeitete, zu Endo von denen der Garten außerdem Eremplare vom Kaukasus, Nord- führen zu können. afrifa und Sardinien, sowie einen stattlichen Weißling besigt. Die Feuersbrünste in Galizien. Die großen Brände in Galizien, Hirschbrunst ist in vollem Gange, und Tag und Nacht antworten sich die wir schon kurz erwähnten, haben fast ganze Ortschaften zerstört, die erregten Hirsche mit ihren verschiedenartigen Schreien, die auf- da der Sturm die Ausbreitung des Feuers sehr begünstigte. In fallenderweise in keinem Verhältnis zur Größe ihrer Erzeuger stehen; Bloczow find 1500 Gebäude, darunter 600 Wohnhäuser und viele haben doch gerade die stärksten unter ihnen, die Wapitis, die flag- öffentliche Gebäude ein Raub der Flammen geworden; vier gänzlich lichste, geradezu quietschende Stimme, die mit dem tiefen, frafivollen verkohlte Leichen wurden im Schutt gefunden. Der Brand brach vergleichen ist. Da die Hirschsammlung etwa vierzig Arten auf Schneiderin aus. Binnen furzer Zeit stand das jogenannte Lemberger „ Orgeln" der deutschen oder kaukasischen Verwandten gar nicht zu gestern um 5 Uhr nachmittags in der Werkstätte einer armen weist, so ist auch sonst genug Gelegenheit zu vergleichenden Studien Viertel in Flammen. Wassermangel erschwerte die Reitung. Aus Kaufgegeben. läden hinausgeworfene Waren brannten auf den Straßer fort. Um Auf der Treptow- Sternwarte spricht Direktor Archenhold 3 Uhr morgens lag der größte Teil des Ortes in Trümmern; veram Sonntag, den 20. September, nachmittags 5 Uhr, über Welt- brannt sind auch beide Krankenhäuser; eine Greifin ist im Siechenanschauung und Himmelskunde", um 7 Uhr über„ Das Auffinden hauſe in den Flammen umgekommen. Der Schaden wird auf der Sternbilder". Nach dem Vortrag werden auf der oberen Blatt- mehrere Millionen beziffert. Es spielten sich schreckliche Scenen der form des Instituts prattische Uebungen im Aufsuchen der Sterne Berz: veiflung ab. Ein Vater suchte wie wahnsinnig in den Trümmern Die Stadt Monasterzyska ist zur Hälfte angestellt. Am Montag, den 21. d3., wird Direktor Ar chen hold nach seinen vier Kindern. in dem Vortrag Rückblick auf die Astronomie des 19. Jahrhunderts" eingeäschert. Vier tausend Personen sind ohne Unterstand, das Elend die hauptsächlichsten neueren Entdeckungen in Lichtbildern vorführen. ist sehr groß. Das Berliner Aquarium hat nach dem soeben erfolgten Ein Citron zu Treviso stieg am 9. d. M. in einen Brunnen, um zu arbeiten Neunzig Stunden in einem Brunnen. Der Maurer Johann treffen mehrerer Sendungen von der Adriastation Rovigno zwei und wurde dabei von dem plötzlich einstürzenden Erdreich begraben. feiner Becken mit besonderen Seltenheiten beseßen können. Die Fahr- Citron geriet aber zwischen einige Balken, die ihn schütten, und da zeuge der Station hatten mancherlei Meerespolypen emgeholt und feitwärts eine Deffnung blieb, so vermochte der Mann auch zu nachdem diese in den Bassins der genannten Station an die Gefangen- atmen. Sein Gehilfe Holte sofort andre Arbeiter herbei, da aber schaft gewöhnt waren, wurden sie auf den Transport gebracht. Die diese nicht ausreichten, wurde eine Abteilung Pioniere an Ort und nun hier angelangten Polypen gehören zwei Gattungen an. eine ist der achtfüßige Strafe oder Polpo, der infolge feiner eigen Aber das Rettungswert gestaltete sich überaus schwierig. Die Erde Der Stelle beordert. Zu ihnen stießen später noch 20 Feuerwehrleute. tümlichen Gestalt mit den riesigen, schlangenartig fich bewegenden drohte beständig nachzustürzen, und so mußte man feitwärts einen acht Armen, mit dem zur Entleerung des Atmungswassers dienenden Stollen anlegen. Nach fünfzig Stunden gab der Verschüttete, mit Trichter und den schönen, auf einer hohen Stufe der Ausbildung dem man anfangs reden konnte, keine Antworten mehr. Man blies stehenden Augen, ferner infolge des Vermögens des Farbwechsels nun Sauerstoffgas zu ihm hinab, worauf er sich erholte. Endlich und andrer Eigenheiten zu den merkwürdigsten und anziehendsten nach 90 Stunden vermochte der Feuerwehrmann Friedrich De Poli Geschöpfen gehört. Während dieser Tintenfisch ein Becken für sich den Verschütteten unter eigner Lebensgefahr an ein Seil zu binden, allein bewohnt, sind die fünf Exemplare der andren Gattung zu worauf die Rettung gelang. fammen in einem zweiten Bassin untergebracht worden. Diese sind war auch achtfüßig, indessen sind ihre Fangarme nicht zweireihig, fondern nur einreihig mit Saugnäpfen besetzt. Die Ja Die Militärbahn- Strecke Marienfelde- 3offen wurde gestern vormittag von Vertretern der eisenbahn- technischen Aufsichtsbehörde befichtigt. Es handelte sich insbesondere um die Revision der Weichen Anlagen auf den Bahnhöfen, welche bekanntlich für Briefkasten der Redaktion. durchgehende Schnellzüge immer einen Gefahrenpunkt bilden. Da die elektrischen Motorwagen der Studien- Gesellschaft meist mit einer Geschwindigkeit von hundert und mehr Kilometer Boffefstraße von der Stralauer Allee bis zur Goßlerstraße bleibt die Gesinde- Ordnung trifft zu. Straßensperrungen. Das Polizeipräsidium giebt bekannt: Juriftifcher Teil. Schulz, Herzfelde. 1. Nein: nicht die Gewerbe- Ordnung, sondern per Stunde durch die Stationen sausen, so mußte bei dem Umbau wegen Neupflasterung vom 23. d. Mts. ab bis auf weiteres für 3. Beide sind strafbar. 2. Amtsgericht II, Hallesches Üfer 29/31. ber Militärbahn ganz besonders auf die Weichenanlagen geachtet Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Ferner erfolgt die Sperrung der urteilung zur Zahlung angemessener Alimente gedrungen werden. Lassen D. H. 24. Es kann auf Zahlung und Ver. Auf der Anfangs- und Endstation find die vor- Ackerstraße von der Elsasserstraße bis zum Koppenplay sowie der Sie die Klage weiter verfolgen. handenen Weichen für ben elektrischen K. Ph. Noth. Ohne Kenntnis der Schnellbetrieb un Linienstraße von der Kleinen Hamburger bis zur Kleinen August auf den Vorfall bezüglichen Altenstücke ist ein Bescheid unmöglich. bedenklich, weil dort mit bedeutend geringerer Geschwindigkeit straße behufs Herstellung des Notauslaß- Kanals vom 18. d. Mts. ab 2. 6. H. M. Oranienburg. 1. Nein. 2. Ja. G. B. 1. Ja. gefahren wird; Schwierigkeiten bot nur die Weichenanlage der bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter. 2. Das ist unmöglich; sprechen Sie mit dem Urteil usw. in der juristischen Station Rangsdorf, welche mit voller Geschwindigkeit zu Sprechstunde vor. 3. Ja: an den Justizminister. Lembeck, Ebersstr. passieren ist. Um jede Gefahr auszuschließen, haben sich die beEine Klage wäre aussichtslos. teiligten Behörden dahin geeinigt, daß die Rangsdorfer Weiche während der Schnellfahr- Bersuche einstweilen tassiert, der Militär- Bahnhof Rangsdorf also völlig ausgeschaltet wird, so daß hierselbst wohnhafte Droschkentutscher Eduard Haase. In einer der Rigdorf. Von einem Betrüger geprellt wurde der Richardstr. 83 eine durchlaufende, ohne jede Weiche unterbrochene Eisenbahnstrecke für die Fahrten zur Verfügung steht. Selbstverständlich halten die letzten Nächte wurde H. von einem jungen Mann in der Friedrich- Stationen Personen- und Güterzüge der Militärbahn nach wie vor bei Rangs- Straße zu Berlin zu einer Fahrt nach Zehlendorf engagiert, für dorf, es tönnen aber dort Güterwagen einstweilen nicht auf die welche ein Fahrgeld von 8 M. ausgemacht wurde. Vor einem Nebengeleise rangiert werden. Lokal in Zehlendorf stieg der Fahrgast aus und reichte dem Kutscher ein Zwanzigmarkstück hin. Bevor H. dasselbe an sich nahm, gab Swinemde. 772 D Konsumgenossenschaften. Der Umsatz der Konsumgenossen er dem Fahrgast 12 M. Heraus und steckte sodann das Goldstück in Hamburg 770 schaften Berlins und seiner näheren Umgebung betrug im Monat die Tasche. Wieder in Berlin angelangt, bemerkte H. zu seinem Berlin 770 SD August in den 11 Verkaufsstellen des Berliner Konfumvereins Schreck, daß der Fahrgast in geschickter Weise das 20- Markstück mit München 765 23 Frankf.a.M. 768 N 46 624,22 m.( 4238,50 M. pro Verkaufsstelle), in den 13 Ver- einem 1- Markstück vertauscht und den armen Droschkenfutscher Bien taufsstellen der Spar- und Produktiv- Genossenschaft Rigdorf fomit um 19 Mart geprellt hatte. H. hat den Fall zur 41 308,57.( 3177,50 M. pro Verkaufsstelle), in den 3 Verkaufs- Anzeige gebracht. In der Prinz Handjernstraße wurde einem stellen des Konfumvereins Charlottenburg 12 440 M.( 4146,50. zehnjährigen Knaben von einem imbekannten Mann der Betrag von bei ziemlich frischen östlichen Winden. Hus den Nachbarorten. Witterungsübersicht vom 19. September 1903, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Zemp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind. richting 3wolfent 13 Haparanda 778 Still 2wolfen! 13 Petersburg 777 ND 4wolfen! 12 Cort 1 bedeckt 12 Aberdeen 2Regen 8 Paris Windstärke Wetter Mebel Zemp. n. 6. 26 oto 1 wolfen! 9 762 SSD 4 bedeckt 14 762 SD 3Dunst 15 766D Wetter Prognose für Sonntag, den 20. September 1903. Troden und vorwiegend heiter, nachts etwas fühler, um Mittag warm 1 bedeckt 13 Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 20. September. Frete Volksbühne. 7./8. Abt.: Metropol Theater. 2, Uhr nachmittags: Klein Eyolf. 2/3. 6t. Lessing- Theater. 24 Uhr nachmittags: Nathan der Weise. Anfang 7 Uhr: Schauspielhaus. Don Carlos, Infant von Spanien. Montag. König Heinrich der Vierte. ( II. Teil.) Anf. 7% Uhr. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Undine. Urania. Socialdemokrat. Wahlverein des 6. Berliner Reichstagswahlkreises Brochnows Fest- Säle, Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panopticum Friedrichstr. 165. Lebend!! Montag: Tristan und Isolde. Anf. Die zusammengewachsenen 7. 11hr. Neues Operuntheater. Goldfische. Montag Geschlossen. Westen. Die beiden Schügen. Nachmittags 3 Uhr: Boccaccio. Montag Dalibor. Leffing. Auferstehung. Montag. Johünnisfeuer. Berliner. Geographie und Liebe. Rachmittags 22 Uhr: Ueber unsre Kraft.( I Zeil.) Montag Alt- Heidelberg. Nesidenz. Das beste Mittel. Nachmittags 3 Uhr: Winterschlaf. Montag Das beste Mittel. Neues. deutung. Eine Frau ohne BeMontag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches. Kollege Crampton. Nachmittags 2, Uhr: Rosenmontag. Montag: Faust. Central. Der Zigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Boccaccio. Thalia. Der Hochtourist. Rachmittags 3 Uhr: Der Verschwender. Montag: Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Der Bibliothekar. B Nachmittags 3 Uhr: Der Talisman. Montag: Der Talisman. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Im weißen Rößl. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Montag Was ihr wollt. Kleines. Nachtasyl. Nachmittags 3 Uhr: SerenissimusZwischenspiele, Liebesträume u. a. Montag: Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Montag: Die Rotbrüde. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Montag. Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. Amor in Wichs. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Amor in Wichs. Luisen. Einer von unsre Leut'. Nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Montag: 100 000 Thaler. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes 1 Allerneuestes! Passage Theater. Specialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. der Zugspitze zum WatStern Schwestern. 20 Jahre alt. Violin. Virtuosinnen! ( Schönhauser Vorstadt.) Sonnabend, den 26. September, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11: mit großer Theaterbühne zu Fest Herbst- Fest. Volkstümlicher Kunst- Abend. Vortrag des Genossen Dr. Alberty: ,, Kunst und Proletariat". Künstler- Vorträge erstklassiger Kräfte. Musik. Gesang. Recitation. Nach den Vorträgen Tanz. Teilnehmende Herren zahlen 50 Pfennig nach. Während der künstlerischen Vorträge ist das Rauchen sowie das Herumtreichen von Getränken nicht gestattet. Am Eingang des Lokals findet kein Billet Verkauf statt. Billet 30 Pfennig. Eröffnung 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). D Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). 249/6 Anfang Punkt 9 Uhr. Cirkus Schumann Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagna& mittag 3 Uhr: Heute Sonntag, den 20. September: Der Talisman. JOOLOGISCHER Dramatisches Märchen in 4 Auszügen Z CARTEN Heute Sonntag Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. Von nachm. 4 Uhr ab: Militär- Doppelkonzert. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 1 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 3 u. 5 Uhr, Sonnt. 12 Uhr, 3%, u. 5 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. von Ludwig Fulda. Sonntagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schwank in 4 Akten von G. v. Moser. Montagabend 8 1hr: Der Talisman. Dienstagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Die Räuber. Schauspiel in fünf Auszügen von Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Lustspiel in 3 Auszügen von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Montagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Dienstagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Apollo- Theater. Fröbels Allerlei- T Zum 137. Male: Die Liebes- Insel mit dem grandiosen Post- Ballett. Miss Mildred de Grey Original- Barfuss- Tänzerin. Clermonts Cirkus. Montrel. Pöttingers Schwed. Damen- Quintett. Photographie. Fröbels Allerlei Theater fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Sonntag, den 20. September cr.: Erstes Auftreten der beliebten nachm. 4 Uhr und abends 72 Uhr: 2 Große Vorstellungen Nachmittags ein Kind frei. Weitere Kinder zahlen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Die befte Löwengruppe in Berlin. Herr Julius Seeth mit seinen 25 männlichen Löwen. 17. Weberstr. 17. Empfehle meine hocheleganten Säle lichkeiten und Bersammlungen; ganz besonders mache ich auf meinen neuerbauten kleinen Saal, circa 100 Personen fassend, aufmerks sam; auch sind noch Vereinszimmer zu vergeben mit Pianino u. Weißs bier- Schank. 22642* Jeden Sonntag: Gr. Ball. Entree, Garderobe inkl. Zanz Herren 70 Pf., Damen 30 Pf. Jeden Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Bäckerball. Einige Sonnabende sind noch frei. Alhambra Wallnertheater- Str. 15. Jeden Sonntag und Dienstag: Großzer Extra Ball bei doppelt bejeztem großen Orchester. 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Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Bingente 15/19 Das Moto- Mädchen. mann. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Eine Frau ohne Bedeutung. Anfang 7, Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: Liebesträume. Familienidyll. Kollegen. serenissimus- Zwischenspiele. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Morgen: Dieselbe Borstellung. Mensch oder Maschine? Das neue Rätsel für Berlin! Lona in ihrer Scene Im Boudoir 14 erstklassige Nummern. Residenz- Theater Direktion S. Rautenburg. Anjang 7 Uhr. Entree 50 Bf. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Maria Stuart. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. Montag: Farinelli. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnet, Badstraße 58. Sonntag, den 20. September 1903, nachmittags 3 Uhr, zu ermäßigten Preisen: Robert und Bertram. Abends 7 Uhr: Das beste Mittel. Mensch, ärgere dich nicht. Schwank in 3 Aften von A. Bisson. Bearbeitet von B. Jacobsohn. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Heute nachmittag 3 Uhr: Winterschlaf. Trianon- Theater. Deutsch- Amerikanisches Theater Georgenstraße, zwischen Friedrich( fr. Buntes Theat.), Köpniderstr. 67/68. Jeden Abend Anf.& Uhr. Gastspiel Adolf Philipp. Der Sensations- Erfolg und Universitätsstraße. Die Liebesschaukel. Montag: Die Notorücke. Heber'n großen Teich Metropol- Theater. Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. Billets 4 Wochen im voraus. Der grösste Erfolg dieser Saison! Bosse mit Gesang in 4 Aften von Treptow.- Musik von Steffens. Montag: Die Löwenbraut. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Sonntag, den 20. September cr.: Die Löwenbraut. Germania- Prachtsäle Arnold Scholz. Chauffee- Straße Nr. 103a. Sonntag, den 20. September: Hamburger Sänger ( Steidl, Wolff). Knubbe auf dem Sühnetermin. Nach der Vorstellung: Grosser Familien- Ball. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Grosser Ball bei stark besetztem Orchester. Anfang 7 Uhr. Eintritt 50 Pf. 8 große und kleine Säle stehen zu coulanten Bedingungen zur Verfügung. Diez' Specialitäten- Theater Schumann. Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Bödmann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Jeden Sonntag: Extravorstellung und Ball. Volksbelustigungen. Entree 30 Pf. Anfang 42 Uhr. An Wochentagen ist der Saal zu Privatfestlichkeiten an Vereine zu ver 25622* geben. Sanssouci. Rottbuserthor Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Inh. Fritz Heinisch. Vertr. Fritz Mayer. Staffee 10 u. 15 Pf., Thee, Chokos lade 2c. 50 Zeitungen liegen aus. 2 Billards stehen zur Verfügung. Konkurrenzlos Rohtabake Konkursmasse aus A. 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Kegelbahn.- Ausspannung. Saal für Vereine und Versammlungen. 20012* IX. Berliner Saison. Cirkus Busch Sonntag d. 20. Sept. 1903: Zwei große Gala- Vorstellungen. Nachm. 4 1hr u. abends 7, Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder auf allen Sitzplägen halbe Preise. Nachmittags 4 Uhr: Wiederholung der Gala- Vor: stellung, welche am 13. Septbr. in Gegenwart Ihrer Majestät der Kaiserin stattfand. In beiden Vorstellungen: 1 Die beiden größten Sensationen Berlins: Miß Claire Seliots Riesen- Löwen. Miß Heliot hatte die hohe Ehre, sich am 13. Septbr. vor Ihrer Majestät der Kaiserin zu producieren. Paul Mündners Todessprung. Noch nie zuvor gesehen! 30 Fuß durch die Luft. Außerdem: Das sehenswerteste Programm, welches bisher in einem Cirkus gezeigt wurde. Anna Danerey, Pariser Soubrette. Ten Ichi, die kaiserl. japanische Gauklergruppe. des Die Papstbilder Biographen und das diesmonatliche SensationsProgramm. Etablissement an der Stadtbahn, Station Börse, zw. Spandauerbrücke u. Rochstr. 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Verschiedenes. 944/ 3* 20/15 Der Vorstand. Bildhauer aller Branchen! Donnerstag, den 24. September 1903, abends 8 Uhr ( also turz nach Schluß der Generalversammlung des Centralvereins): Oeffentliche Versammlung im großen Saale des Gewerkschaftshauses( Engel- Ufer 15). Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Einberufer. Verband der Graveure u. Ciseleure. Ortsverwaltung Berlin. Montag, den 21. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Oeffentliche Versammlung aller in der Beleuchtungs- und Bronze- Industrie, auch der bei Kleinmeistern thätigen Eiseleure. Tages Drdnung: 1. Belche Pflichten erwachsen uns aus der Berliner Gürtlerbewegung und was haben wir als Streitarbeit zu betrachten? 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Kollegen obiger Branchen ist dringend erforderlich. Die Ortsverwaltung. 74/4 4. ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. 2. Beschlußfassung über Verteilung des Reingewinnes. 3. Ergänzungswahlen für den Vorstand und Aufsichtsrat. 4. Vortrag des Revisionsberichts. 5. Anträge nach§ 13 des Statuts. Eventuelle Anträge zur Generalversammlung bitten wir bis zum 23. September im Comptoir einzureichen. Mitgliedsbuch legitimiert. Mitglieder, die noch nicht im Besitz eines solchen sind, legitimieren sich durch die Postkarte vom Amtsgericht. Für den Aufsichtsrat: C. Mücke. Für den Vorstand: Mentzel. Müller. Tutzaner. Die Verkaufsstelle 10 ist von Kreuzbergstraße nach Hagelsbergerstr. 20 verlegt. Die Eröffnung der 16. Verkaufsstelle findet Anfang Oktober in der Winsstr. 64 statt. Stukkateure Filiale Berlin, Gruppe A. Montag, den 21. September 1903, abends pünktlich 8 Uhr: Regelmässige Mitgliederversammlung bei Franke, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: 麗 1. Wie wird unser Tarifvertrag gehalten und wer durchbricht denselben? 2. Diskussion. 132/9 Orts- Krankenkasse der Drechsler und verwandter Gewerbe. Montag, den 28. September, abends 72 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Ausserordentliche General- Versammlung, 3. Die Notwendigkeit eines unabhängigen ständigen Bertreters unsrer wozu die Vertreter der Kasse hiermit Organisation. 4. Unfre Zeichenstunde. 5. Unser Verbandstag. 6. Verschiedenes. 175/14 Der wichtigen Tagesordnung halber müssen mindestens zwei Drittel der organisierten Kollegen anwesend sein, da es sich um eine eventuelle geringe Beitragserhöhung für Berlin handelt. Der reichhaltigen Tagesordnung wegen wird die Versammlung punkt 8 Uhr eröffnet. Das Erscheinen aller Stollegen ist daher Ehrenpflicht. Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer. Socialdemokratischer Wahlverein Filiale Berlin. Engelufer 15. Zimmer 35. Mittwoch, 23. September, abends 8 Alte Jakobstr. 75: für Lichtenberg. Uhr, bei Feuerstein, Dienstag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Höflich, Frankfurter Chauffee 120: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Sassenbach über: Entwicklung und jetziger Stand der englischen Gewerkschaften. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 177/15 Die Ortsverwaltung. Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Vereinsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 14/8 ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Orts Krankenkasse der Handschuhmacher und verw. Gewerbe zu Berlin. Außerordentliche General Versammlung der Delegierten am Sonntag, den 27. September, vormittags 10%, Uhr, im Lokale Rosenthalerstraße Tagesordnung: 57. 1. Abänderung des Statuts auf Grund der Novelle des Krankenversicherungs- Gesezes vom 25. Mai 1903. 2. Verschiedenes. Die Delegierten werden ersucht, 276/14 pünktlich zu erscheinen. Berlin, den 20. September 1903. Der Vorstand. Herm. Hinz, Bors., Prinzen- Allee 83. Fugenlose Fußböden. 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Nord. 25832* Dudenarderstraße 35, 36 n. 37. Läden Mariendorf mit Wohnung. Specialläden für einen und Umgegend. Vom 26. d. M. ab befindet sich unser Kaffenlotal in Mariendorf, Chausseestraße 74, 1 Treppe. 276/13 Mariendorf, den 16. September 1903. Der Vorstand. J. A.: Marquardt. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen Central- Verband der Maurer etc. Saal mit Bühne beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, Montag, 21. September, abends 8, 1hr, im Gewerkschaftshause ( großer Saal), Engel- fer 15: Ausserordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über Anschluß an den Deutschen Holzarbeiter Verband. 2. Mitteilungen und Gewerkschaftliches. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist dringend notwendig. Der Vorstand. Bezirk Süd. für Sonnabende im November, Dezember, Januar, Februar und sonntag noch frei. Sonntag, den 20. September, nachm. 5 Uhr, im„ Märkischen Hof", März, sowie Bußtag und Toten: Admiralstr. 18 c: Versammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: 76/7 Vortrag der Genoffin Frau Mesch. Guten Besuch erwartet Musikinstrumenten- Arbeiter Fachverein. Montag, den 21. September, abends 8%, Uhr, bei Graumann, Naunynstr. 27: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Wollheim über: Hygiene des Arbeitsmaterials. 2. Diskussion. 3. Bericht vom 6. Rongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften. 4. Vereinsangelegenheiten. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet rege Beteiligung 142/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Parkettleger. Achtung! Branchen- Versammlung Dienstag, den 22. September, abends 8 Uhr: im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. Tages- Ordnung: 1. Die Tariffrage. 2. Verschiedenes. Mittwoch, den 23. Sept., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal VIII): Branchen- Versammlung der Ladentischler. Tages- Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Branchen- Versammlung der Näh- u.Damenfchreibtischmacher im Gewerkschaftshaus( Saal V). Tages- Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Stock- und Celluloid- Arbeiter. Mittwoch, den 23. Sept., ab. 84, Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39: Brauchen- Versammlung. Nachdem gemütliches Beisammensein. Der Obmann. Kürschner! 144/7 Mittwoch, 23. Sept., abends 81/2 Uhr, im alten Schüßenhaus, Linienftr. 5: Grosse öffentliche Versammlung 26732* 72. Kommandantenstr. 72. Neues Clubhaus. Stempel jeder Art, Chür- Schilder mit Namen, Abzeichen jeden Genres, des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. Cypen- Druckereien Tages- Ordnung: 1. Haben die Hausindustriellen der Müßenbranche ihr Versprechen den Arbeitern und Arbeiterinnen gegenüber eingehalten, nachdem die Fabrikanten ihre Forderung bewilligt haben? Referent: Stollege Regge. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Die Herren Hausindustriellen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. 104/7 Der Vorstand. Achtung! Achtung! zum Zusammensetzen, Gravierung von Inschriften, Schablonen, Monogramme, Alphab., Ziffern, Stempelkissen Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität H. Guttmann, Gau 9, Bezirk I, Stadtkreis Berlin. Mittwoch, 23. Sept., abends 812 Uhr, bei Fritz Wilke, Brunnenstr. 188: Bezirks- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Ersazwahl im Gauvorstand. 2. Bezirksfest. 3. Sportsfest 1904. 4. Centralisation der Berliner Bundesvereine. 5. Verschiedenes. Bundesabzeichen legitimiert. 13/13 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreicher Besuch erwünscht. Die Bezirksleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, 20. September, vorm. 10 Uhr, bei Wesel, Wrangelstr. 136:) Morgensprache der Schraubendreher. Montag, den 21. September, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung Brunnenstr. 9. Fernspr. A. III 6442. Reste C.PEL KRIM MER 4.KottbuserStrasse 4. Preise** Bäcker und Restaurateur. Näheres daselbst bei den Verwaltern. 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Pflicht eines jeden in dieser Branche beschäftigten Kollegen ist es, in bieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: 1. Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Berliner Eisengießereien beztv. der Streit der Gußputer bei Gebauer( früher Rudolf u. Kühne) und die deswegen erfolgte Entlassung der dort beschäftigten Former. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung halber werden die Kollegen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, den 22. September, abends 8%, Uhr: Allgemeine Versammlung der Klempner im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( groker Saal). Tages- Ordnung: 1. Welche Machtmittel stehen dem Proletariat zur Verfügung zur Niederwerfung der Klassenherrschaft? Referent: Dr. Friedeberg. 2. Diskussion. 3. Die Lohnbewegung der Drücker und Gürtler. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch der Versammlungen erwartet. Die Ortsverwaltung. Verein deutscher Schuhmacher.10 Bureau: Wakmannstraße 10. Montag, den 21. September, abends 81 Uhr, in den Johannis- Sälen, Johannisstraße 20: September cr., Mittwoch, ben 23, Moabiter Kasino" abends Bunkt 8%, Uhr, im» Berlin NW., Wilsnackerstr. 63( dicht an der Turmstraße): Vortrag von Frau A. Pickel, Naturheilkundige. Thema: 1. Erkrankungen der Ehe. 2. Bie lann man fich gegen süßen? Erkrankungen der Schossarbeiter- Versammlung. Frauen Interleibsorgane 194agen Tages- Ordnung: 170/10 3. Sie können die so überaus 1. Stellungnahme zu den Kontrakten und der Delegiertenwahl der zahlreichen Operationen bei Frauenleiden vermieden werden? Innungs Krantentaffe. 2. Die Maßregelungen unter den Schoß Fragebeantwortung. Gäste willkommen. Eintritt 20 Pf. arbeitern. 3. Verschiedenes. " Naturheilverein Charlottenburg- Berlin"( 1180). Die Ortsverwaltung. 18096 Specialarzt für Haut, Harns und Frauenleiden, Seydelstr. 9. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 21. September, abends 8, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: 55/13 Vortrag des Herrn Dr. Alberty über:" Die Kunst dem Volke". Gäste willkommen. Der Vorstand. Schöneberg. Socialdemokrat. Wahlverein. Dienstag, den 22. September, abends 8%, Uhr: Versammlung im Obst schen Lokale, Meiningerstraße 8. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung des Kreises und dem Parteitag in Dresden. 2. Vereinsangelegenheiten. 15/14 Frauen haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zu recht zahlreichem Erscheinen ladet ein Der Vorstand. Achtung! Vereine. Achtung! Empfehle meine Säle mit Bühne sowie Vereinszimmer, etliche Sonnabende im Oktober und November frei. 54/4 G. Goldgräbe, Neue Königstraße 7. A. JANDORF& Co Spittelmarkt 16/17 Belle Alliance- Strasse 1/2 Grosse Frankfurter Strasse 113 Ecke Leipzigerstrasse. Am Blücherplatz. 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Referent legte die Gründe klar, welche die Socialdemokraten veranlassen, entgegen ihrer bisherigen Gepflogenheit sich Der Verband der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter( Zahlstelle Eine Vertrauensmänner- Versammlung des Holzarbeiter- Verbandes, an den bevorstehenden Landtagswahlen zu beteiligen, um dann speciell Berlin) befaßte sich in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung die am Mittwoch stattfand, beschloß, in furzen aufeinanderfolgenden das preußische Wahlgesez, für welches der Ausdruck„ Schandgesetz" in Rummelsburg am 13. September mit der dortigen Anilinfabrik. Beiträumen statistische Erhebungen zu veranstalten. Mit der noch viel zu milde sei, zu kritisieren. Die Versammlung spendete In dieser Fabrik wurden 5 Mitglieder dieses Verbandes entlassen, Sammlung des statistischen Materials und Ausfüllung der dem Referenten reichen Beifall und nahm eine im Sinne seiner angeblich wegen Arbeitsmangel. Nachdem der Referent Bruns und Listen werden die Kontrollkommissionen beauftragt. Den Ausführungen gehaltene Resolution einstimmig an. die Entlassenen die besonderen Umstände ihrer Hinauswerfung be- Vertrauensleuten wurde es zur Pflicht gemacht, den Kom- Friedenau. Der erst im März d. J. gegründete Wahlverein fannt gemacht hatten, waren die zahlreich Versammelten ein- missionen mit ausführlichen Angaben behilflich zu hatte in einer seiner legten Versammlungen beschlossen, eine Bibliothek zu stimmig der Meinung, daß Maßregelung vorlag. Einige der sein. Sodann wurde berichtet, daß seit der letzten Vertrauens- schaffen und wählte als Bibliothekare die Genossen Kunkel jun. Gemaßregelten waren bis zu 31/2 Jahren in diesem Werke beschäftigt. männer- Versammlung in 40 Betrieben Differenzen ausgebrochen und Jungnitsch. Da nun der hiesigen jungen aber rührigen Als einer der größten Treiber gegen Verbandsangehörige wurde der waren. Meistens handelte es sich um Lohnforderungen, wobei haupt- Organisation Mittel zur Anschaffung von Büchern noch nicht zur sogenannte Wertmeister bezeichnet. Nach Rücksprache mit der Direktion sächlich Bautischlereien beteiligt waren. In 29 Werkstätten kam es Verfügung stehen, das Interesse seitens der Mitglieder für die gewollte dieselbe zwar einen der Entlassenen wieder einstellen, derselbe ohne Arbeitsniederlegung zur Einigung. In 11 Betrieben traten die schaffene Neueinrichtung jedoch groß ist, so werden die Genossen, verzichtete aber darauf, wenn seine vier übrigen Kollegen nicht wieder Kollegen in den Streik. Sechs von diesen Betrieben haben bereits welche dem Wahlverein Bücher zuwenden, Vereine und Gewerkaufgenommen würden. die Forderungen der Gesellen bewilligt. Im Laufe dieser Woche schaften, die Dubletten abgeben können und wollen, gebeten, entZum Schluß der Versammlung wurde eine scharfe Protest- find wieder in 25 Werkstätten Streits und Differenzen aussprechende Benachrichtigungen oder Sendungen an Robert Kunkel, resolution einstimmig angenommen, in welcher die Anwesenden sich gebrochen. Friedenau, Goßlerstraße 24, gelangen zu lassen. 00000 Th. Fork, Kretzschmar& Co. Vereinigte Tischler- und Tapezierer- leister An der Jannowitzbrücke 4. Eingang dicht neben dem Stadtbahnhof Jannowitzbrücke. * BERLIN* An der Jannowitzbrücke 4. Eingang dicht neben dem Stadtbahnhof Jannowitzbrücke. Deutschlands grösstes Möbelkaufhaus für Wohnungseinrichtungen in allen Preislagen. Grosse Ausstellung von Musterzimmern in allen Stilarten, wie romanisch, gothisch, vlämisch, nordisch, friesisch, Renaissance, englisch, Chippendale, Empire, modern, neudeutsch.= Eigene Tischlereien und Tapezier- Werkstätten Weitgehendite Garantie bei billigen Preifen. 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Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 20. September 1903. Der Wahlkrawall in Laurahütte. Kapulls dA- brisesVCMSE Beuthen, 17. September 1903. Der Vorsitzende erklärt die Beweisaufnahme für geschlossen und erteilt dem Staatsanwalt Fipper zur Anklagerede das Wort: Wenn man, sagt er, die Zeitungen in den letzten Tagen gelesen hat, könnte man glauben, daß hier ein sensationeller politischer Prozeß stattfindet. In der Verhandlung handelt es sich aber nicht darum, ob dieser oder jener Angeklagte dieser oder jener Partei angehört ob diese oder jene Partei den Krawall hervorgerufen hat. Wir haben uns deshalb hier von jeder Einmischung in die Politik zu enthalten. Der Thatbestand ist einfach folgender: Zu Sonntag, den 21. Juni, hat der Pfarrer Schwieder eine Versammlung für Centrumswähler angesagt. Jm Saale war der Gendarm Becker mit noch einem Beamten, draußen waren einige Beamte und vier Feuerwehrleute postiert. Im Saale war eine große Menschenmenge versammelt. Die Beamten begleiteten den Pfarrer in den Saal. Der Pfarrer forderte die anwesenden Nicht- Centrumsleute auf, den Saal zu verlassen. Da erhob sich ein Lärm und alle Versuche des Pfarrers, zu Wort zu kommen, waren vergeblich. Da erklärte der Pfarrer die Versammlung für geschlossen und forderte den Gendarm Beder auf, die Versammlung aufzulösen. Becker that dies und forderte die Menge wiederholt auf, den Saal zu verlassen. Dann ließ er die draußen stehenden Polizeibeamten hereintreten, um ihm bei Räumung des Saales zu helfen. Nun wurde die Menge herausgebracht und die Thüren wurden freigehalten. Auch die FeuerwehrLeute waren dabei behilflich, sie waren schon vor der Versammlung zur Unterstützung der Polizei von dem Amtsvorsteher hingeschickt worden. Nachdem ein großer Teil der Menge den Saal verlassen hatte, fiel es einem andren Teil der Leute gar nicht ein, aus dem Saal zu gehen. Becker notierte die einzelnen Personen, die sich dabei entfernten und nur ein einziger blieb zurück. Die Menge staute sich draußen an und da haben die Gendarmen Becker und Kynast die Menge aufgefordert, auseinander zu gehen, aber vergeblich. Becker. mußte nun den Mann im Saal, der nicht herausgehen wollte, verhaften. An der Thür riß sich der Verhaftete Tos und lief davon. Draußen wurde er angehalten und es gelang den Beamten, dem Verhafteten eine Handkette anzulegen. In demselben Augenblick fam auch die Menge und rief:" Laßt ihn nicht". Dann wurde der Arrestant den Beamten entrissen. Vorher schon, als die Versammlung aufgelöst wurde, wurde Feuer" gerufen. Der Brandmeister nahm an, daß wirklich Feuer entstanden wäre und ließ durch den Feuerwehrmann Allarm blasen. Es folgt die Schilderung der weiteren Vorgänge. Der Staatsanwalt ist der Ueberzeugung, daß der Aufruhr und Landfriedensbruch in dem Augenblick begonnen hat, wo sich die Menge auf die Beamten, welche den Gefangenen abfuhren wollten, stürzte. An andrer Stelle sprach der Staatsanwalt aus: Am Hüttenamt endlich blieb den Beamten nichts andres übrig, als zu thun, was sie längst hätten thun follen: von der Feuerwaffe Gebrauch zu machen. Der Staatsanwalt erörtert nun die Schuldfrage und hält nur bier von ihnen für nichtschuldig. Eine große Zahl der Angeklagten hatte zugegeben, in den betreffenden Straßen furze Zeit gestanden oder durchgegangen zu sein. Das genügt für den Staatsanwalt: Er stellt dann fest, daß die Betreffenden wissen mußten, die Menge sei zu unerlaubtem Thun beisammen und habe durch Stehenbleiben Central- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Am 17. d. M. berstarb unser Mitglied, der Töpfer Ernst Heiland. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Gethsemane- Kirchhof in Nieder- Schönhausen statt. Um rege Beteiligung ersucht 196/13 Der Vorstand. Am 18. Juli 1903 verftarb nach turzem, schwerem Krantenlager unfre innigft geliebte Tochter, Schwester, Braut und Schwägerin Mellita im 28. Lebensjahre. Dies zeigt statt besonderer Meldung an namens der 1811b trauernden Hinterbliebenen A. Brandes. Deutsche bakt Metallarbeiter- Gewerkschaft Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß am 16. d. M. unser Mitglied, der Dreher Emil Müller im Alter von 36 Jahren an Blinddarmentzündung verstorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 20., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 280/11 Die Ortsverwaltung. 12 Deutschere Metallarbeiter Verband. : ( Verwaltungsstelle Berlin.) Die Beerdigung des Kollegen Bertrams fand bereits am Sonnabend statt. 121/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sagen wir allen Teilnehmern unsern tiefgefühlten Dant. Witwe Anna Pohlmann 26862 nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Sellnahme und die reichen StranzSpenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sagen wir allen Teilnehmern, besonders dem Gesangverein Edelweiß I" unsern tiefgefühlten Dant. 26852 Albert Schaplin, nebst Kindern und Mutter, Waldemarstr. 74. Verlag v. Max Richter, Berlin SO. 36. Soeben erschien: Preis 1 Mark ( auch d. alle Buchhandlg. erhältlich). am Landfriedensbruch bezw. Aufruhr teilgenommen. Die unflarsten Aussagen der Angeklagten über das, was sie gesehen haben, genügen dem Staatsanwalt, um so zu argumentieren: Der Betreffende hat die Sprite oder dergleichen gesehen, also muß er da gestanden haben, also muß er gewußt haben, daß hier ettoas Unerlaubtes geschieht, also hat er sich am Landfriedensbruch bezw. Aufruhr beteiligt. Die meisten Angeklagten werden durch solche eignen Erklärungen belastet ein Teil dagegen durch alberne Renommistereien, denen einfach geglaubt wurde. " " gewiesen wird groben, ja sogar ganz groben Unfug verübt, aber feinen Aufruhr. Die einzelnen Feuerwehrleute haben in ganz unsinniger Weise den Feuerlärm hervorgerufen. Sie haben gerade dadurch die Leute erbittert, Hunderte von Leuten herangelockt und dadurch die Ausschreitungen hervorgerufen. In dieser Beziehung sind diese Leute mehr schuldig als die Angeklagten. Dazu war doch die Feuerwehr nicht da, den Kravall unnük zu vergrößern. Diese Aufregung hat sich von der Feuerwehr auf die Menge übertragen. Das Zerschlagen eines Scheibenreftes ist auch Zerstörung einer Sache, denn So war die Aufregung angefacht und vergrößert von einer sagt der Staatsanwalt Stück hätte man noch ein kleineres Fenster ausfüllen tönnen! aus dem übrig gebliebenen Seite, welche nicht die der Angeklagten war. Rechtsanwalt Dr. Seyda: Typisch für die Nenommistereien ordneten, liegt kein Zeugnis vor. Da stützt sich der Staatsantvalt zuzuschreiben, daß er in das Ermittelungsverfahren hineingezogen Gegen Andreas Korfanth, den jüngeren Bruder des Abge- war der Fall Stochnioll. Durch seine Prahlereien hatte er sich selbst auf sein Geständnis", daß er 2 Minuten an einem Ort gestanden, wurde. Jetzt ist kein Zweifel mehr an seiner Unschuld.( Stochnioll wo nach Ansicht der Anklage schon der Aufruhr war. Er hatte gleich ist sogar während der Berhandlung aus der Haft entlassen worden.) gehen sollen, statt stehen zu bleiben." Schuldig nach seinen eignen Angaben 2 Minuten Er hat aber alle diese Beweise und Zeugen bei Beginn des Er2 Jahre Gefängnis! mittelungsverfahrens angegeben. Es war Pflicht der ErmittelungsVom alten Korfanth hält der Staatsanwalt für erwiesen, daß behörde, schon damals die Zeugen zu vernehmen. Stochnioll befindet er gerufen hat:" Jungens, laßt Euch nicht!" Und wieder doppelte sich zu Unrecht auf der Anklagebant. Bei diesem Angeklagten be= Logit: Aus den belastenden Worten ergiebt sich selbstverständlich, daß antrage ich der Staatstaffe die Kosten der Verteidigung aufzuerlegen. Korfanty den Zweck des Aufruhrs gekannt hat, daß er ihn gebilligt, Beugin hat erklärt, daß ihr die Schwester des Angeklagten Nietzsch Rechtsanwalt Steinih: Der Staatsanwalt behauptet: Eine gewollt hat, daß er an ihm bewußt teilgenommen hat! gesagt habe, der Nietzsch habe ihr erzählt, daß er einen Stein getragen babe. Das ist kein Beweis. Denn wenn man auch alles für wahr hält, weiß man noch immer nicht, we I che 3 Delift der Angeklagte eventuell begangen hat. Und wenn der Herr Staatsanwalt nan sagt: Nietzsch ist daraufhin des Aufruhrs und des Landfriedensbruchs fchuldig, so stützt sich eine solche Feststellung mehr auf Phantasie als auf Logit. Nun ist durch einwandsfreie Zeugen festgestellt worden, daß der alte Mann etwa zu gleicher Zeit gesagt hat:" Es wäre beffer, wenn die Leute nach Hause gingen." Das ist aber felbstverständlich für den Staatsanwalt nichts besagend"," wertlos", ohne Belang". Selbstverständlich!. " Nach der Mittagspause sezt der Staatsanwalt mit seinen Strafanträgen an: " " Die Angeklagten sind teils minderjährig, teils noch nicht vorbestraft. Pfarrer Schwieder sagt, sie wären verleitet worden. Wenn das der Fall wäre, so würde es strafverschärfend wirken, da es auf einen organisierten Krawall schließen ließe, die Verhandlung hat aber für diese Annahme nichts ergeben." Strafverschärfend ist nach Ansicht des Staatsanwalts der starke berbrecherische Wille". Er betrachtet anscheinend die Angeklagten als eine zusammenhängende Masse, deren jedes Glied solidarisch für alle Thaten der andren haftet bei denen es nicht mehr beteiligt war. Der Staatsanwalt stellt seine Strafanträge, die bereits telegraphisch mitgeteilt und in unfrer Freitagsnummer veröffentlicht sind. Die Verteidiger bemühten sich nachzuweisen, daß einzelne Angeklagte in keiner Weise an den Strafthaten beteiligt waren. Im übrigen wurde für mildernde Umstände plaidiert. Nur einzelnes hiervon sei hervorgehoben. Rechtsanwalt Dr. Herrnstadt: Bezüglich der jugendlichen Angeklagten muß festgestellt werden, ob sie die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besaßen. Das ist in diesem Fall nicht so einfach, als sonst, wenn es sich um einen Diebstahl oder der gleichen handelt. Man thut den Jungens eine unverdiente Ehre an, wenn man gegen sie die Anklage wegen Aufruhrs und Landfriedens bruch erhebt. Es ist festgestellt worden, daß Hunderte von Leuten sich auf der Straße bewegt haben, da und dort gestanden haben. Es find ehrenwerte Zeugen aufgetreten, die auf den Straßen waren. Wenn folche Leute nicht die Einsicht besaßen, daß sie sich ebent. strafbar machen da sollen es diese 13, 14 und 16jährigen Jungen wissen? Die Jungen haben soweit ihnen etwas Strafbares nachM Der Dolmetscher übersetzt die Anträge der Staatsanwalts fchaft und der Verteidiger. Aber nur die formellen Anträge mehr schreibt die Prozeßordnung nicht vor. Die Angeklagten, welche nur polnisch sprechen, wissen gar nicht, was der Staatsanwalt gegen sie gesagt hat. Nach kurzen Erklärungen einiger Angeklagter wird die Verwie schon telegraphisch handlung geschlossen. Das Urteil wird am Sonnabend um 3 Uhr verkündet werden. mitgeteilt Das Urteil lautet * 6 Angeklagte werden freigesprochen. wie uns ein Privattelegramm meldet-: Jahre Gefängnis, Czerner swei Jahre, fieben Monate, Schulz Rubit drei 2 Jahre, 7 Angeklagte, darunter Redakteur Wicif vom„ Gornos lazat" und Privatschreiber Solik zu je zwei Jahren, Kozlit 1% Jahre, 3'y Ika, Wawrosch gleichfalls. Drei Angeklagte je 15 Monate, drei Jugendliche und der alte Korfanty je 1 Jahr, 4 jugendliche und 3 erwachsene Angeklagte je 9 Monate, 6 Monate, 8 Angeklagte, darunter Jugendliche je 3 Monate, der der 63 jährige Warzecha 7 Monate, Jugendlicher Kuzma 12jährige Chudet 2 Monate, ein Angeklagter 6 Wochen, vier Angeklagte 2 Wochen. Im übrigen Geldstrafen für Uebertretung des Vereinsgesetzes. Woznika, Solnik, Andreas Korfanty, Wolny, Tarara wurden in Untersuchungshaft genommen. Nach Verkündung des Urteils brach vor dem Gerichtsgebäude ein herzserbrechendes lautes Jammern der Frauen der Angeklagten aus. ünchs Gesellschaftshaus Urania. N., Triftstrasse 41. Jeden Sonntag: GROSSER BALL. Empfehle meinen Saal, 408 Personen fassend, mit vorzüglicher Akustik und fester Bühne zu allen Festlichkeiten. Schöner Garten mit verdeckter Kegelbahn. Vereinszimmer für 25 und 50 Bersonen; lekteres vorzüglich geeignet für Gefangvereine. Sonnabende noch frei. Ph. Münch. Wrangelstrasse 10/11. 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