Nr. 221. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslanb& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Jujecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Noreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Parteitag. Dienstag, den 22. September 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. was sie über die einzelnen Personen, die dabei in Frage der Parteigrundlagen und als Auslieferer des Proletariats an die tamen, ausgespürt hatten. Es war völlig unnötig, die Angelegenheit Bourgeoisie, daß die andern als eigenmächtige Dittatoren bezeichnet des Genossen Mehring vor den Parteitag zu ziehen. Wenn Partet werden. In der Arbeiterwelt wird Vertrauen zu den Führern und Der Borsigende des Parteitages faßte in der Schlußansprache genoffen über Mehring Mitteilungen gewannen, die nach ihrer Mei- Freudigkeit zum Kampfe so nicht gestärkt. Vielleicht zeiht man uns, da wir diese Ansicht über die die Ergebnisse der Dresdener Woche bündig und treffend zusammen. nung ihn für die von ihm eingenommene Parteistellung unwürdig erEr erklärte, der Parteitag habe erwiesen, daß die deutsche Social- scheinen ließen, so war es ihre Pflicht, der Parteileitung die Angelegen- Jrrungen unfres Parteitages aussprechen, wiederum der Neigung demokratie nach dem gewaltigen Wahlsiege, nach dem Zustrom Heit zu unterbreiten. Wir halten dies für nötig, nicht um etwas vor zum Vertuschen". Wir ertragen diesen Vorwurf in aller Gelassenneuer großer Anhängermassen an keinerlei Aenderung ihres der weiteren Deffentlichkeit zu verheimlichen, sondern um die kostbare heit, da wir wissen, das Interesse der Partei zu wahren. Wir können bisherigen Wesens denke, daß sie in der stolzen Selbst- Beit eines Parteitags zu schonen. Aus diesem selben Grunde aber die ungeheuren Erregungen einiger Genossen über die angeblichen ständigkeit und revolutionären Principientlarheit, der sie ihre ist auch die Behandlung der gesamten Zukunft"-Angelegenheit feine unüberbrüdbaren Gegenfäße in unsrer Partei durchaus nicht nehmen, denn wir erinnern uns, daß noch im Siege verdankt, ihren Kampf gegen politische und wirtschaftliche richtige gewesen, gerade der Verlauf und das Ergebnis der Debatte tragisch Bebrückung weiterführen wolle. Es ist auch richtig, wenn Genoffe haben uns vollends überzeugt, daß das Gleiche zu erreichen gewesen Juli dieses Jahres, auch aus Anlaß der Vicepräsidenten- AngelegenSinger ausführte, daß durch diese unzweideutige Feststellung des ist ohne die Heraufbeschwörung einer 21/ 2tägigen fürchterlichen heit, unser Parteigenosse Singer das Wort sprach: Parteiwillens die praktischen Arbeiten, die unser im politischen Debatte. Tagestampfe warten, wesentlich erleichtert werden. Hatte sich doch Auch das Verfahren des Parteitags in der Taktikdiskussion in vielen Parteigenossen ein manchmal bis zur Verbitterung war fein glüdliches. Auch hier war die unbeschränkte Redezeit nicht gehendes Mißtrauen eingenistet, daß ein Teil der Partei eine neue das richtige; man hätte gewiß besser gethan, einem Referenten und Tattit, eine Umgestaltung der Partei in ihrem innersten Wesen an- Korreferenten je eine Stunde Redezeit zu geben und den weiteren strebe. Indem diese Parteitreise entweder sich überzeugten, daß sie allzu Rednern je 20 Minuten. Wir sind eine demokratische Partei, und Weil wir dieser selben Meinung huldigen, barum mußten wir düster gesehen, oder indem sie ihrer Absicht entsprechend durch neuen Partei- die überaus Tange Rednerliste zeigte, wie zahlreiche Delegierte ein tags- Beschluß der gefürchteten Entwicklung vorgebeugt sehen, können Wort zu dieser Frage zu sagen wünschten. Bei dem Verfahren, das uns entschließen, nach den Erlebnissen und Ergebnissen von Dresden auch fie num größere Beruhigung faffen und von nicht geringer Be- der Parteitag, wie uns scheint ohne genügende Voraussicht der unsrer höchsten Parteiinstanz, dem Parteitag selbst, ein kritisches wir Drei- Wort zu sagen. Wir sind tief überzeugt, daß, je mehr die ersten sorgnis entlastet an ihre agitatorische und parlamentarische Arbeit Folgen seines Beschlusses, einschlug, erlebten gehen. Wir erwarten zubersichtlich, daß diese Beruhigung der Be- stunden Reden einzelner, während die große Mehrzahl der Erregungen vergehen, das besonnene Urteil unsrer Parteigenossen uns fürchtungen sich als ein nachhaltiger Erfolg des Parteitags in die Rednerliste Eingezeichneten nicht zum Wort gelangte. Auch zustimmen wird. unsrer Redaktion, wie wir nicht umhin können festzustellen, ist so die Uebertreiben wir nicht unsre Meinungsverschiedenheiten. Gehen erweisen wird. Möglichkeit genommen worden, ihre Anschauungen vor dem Partei- wir gegen den Feind! tag zu vertreten, nachdem sie durch Bebel heftig angegriffen worden war. Mir fehlt das Verständnis für die Notwendigkeit, unmittelbar nach einem glorreich beendeten Feldzug ohne Nötigung Fragen aufzuwerfen, aus denen wenn auch natürlich mit Unrecht die Gegner wieder neue Nahrung für die von ihnen verbreitete Legende von den tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten in der Socialdemokratie schöpfen." " Laurahütte. -" So bedeutsam aber solcher Erfolg des Parteitags einzuschäzen ist, so dürfen wir uns dennoch der unerfreulichen Erscheinungen, die den Parteitag belasteten, nicht verschließen. Wir, die wir so oft und so gern unfern Parteitagen freudigstes Nachwort gewidmet, tvir Ein andrer und noch weit beträchtlicherer Mangel in der Behaben die Pflicht, Kritik zu üben auch gegenüber der höchsten handlung der Taktikfrage hat sich aber darin herausgestellt, daß Wenige Tage nach dem Laurahütter Kraivall erscholl in der Instanz unsrer Partei, gegenüber dem Parteitag selbst. Unfre Gegner unter den leitenden Instanzen unsrer Partei nicht diejenige ununter- hakatistischen Presse der Ruf, der Krawall sei von nationalpolnischer find eifrig befliffen, die Vorgänge des Parteitages in ihrem Interesse brochene und innige Fühlung vorhanden ist, die das Wohl der Partei Seite gemacht worden, zumindest aber auf die Hezereien" zurückauszunügen; die einen unter ihnen trachten danach, unser fordert. zuführen. Das Ergebnis der Taktikdebatte ist die Abweisung aller unzweidentiges Bekenntnis zum unversöhnlichen Kampf gegen die In der Gerichtsverhandlung, welche hinter uns liegt, ist dieselbe lapitalistische Gesellschaftsordnung zu Scharfmacherzweden auszu etwaigen Neigungen, den Klassenkampf des Proletariats abzustumpfen Vermutung in schüchterner, unsicherer Weise vorgebracht worden beuten, die andern sehen das groteste Unternehmen des Aus- und durch eine weichliche Taktik die Siegesaussichten unsres Kampfes irgend welche Beweise ließen sich hierfür nicht finden. Die Argumentation der Hakatisten war sehr einfach: Bei dem einanderlobens" fort und entdecken auch in diesem Parteitage An- zu verschlechtern. Bedurfte es zu dieser Bekundung der Aktion, die Krawall war fortwährend„ Hoch Korfanty!" gerufen worden. zeichen des nahenden Sieges der„ Revisionisten". Wir aber haben wir in Dresden erlebten? Wir bestreiten es. Wir meinen, daß in Korfanty ist ein Nationalpole. Also war der Krawall nationalunbeirrt durch jederlei gegnerisches Verhalten unsre Ueberzeugungen den heftigen Auseinandersetzungen, die zu diesem Ergebnis führten, polnisch. auszusprechen und wir dienen der Partei, indem wir Mängel und ebenso vieles Umnötige, oder keineswegs Erhebende hätte ver- Nichts falscher als dies. Um hierfür die ausreichende Er Fehler, die wir wahrzunehmen glauben, nicht bertuschen". mieden werden können, wie es vermieden worden ist in der flärung zu geben, müssen wir mit einigen Worten auf das Wesen Wie hoch auch das erneute Bekenntnis zur siegbewährten Differenz zwischen Genossen Bebel und unsrer Redaktion. Diese der oberschlesischen nationalpolnischen Bewegung eingehen, wenigftens Kampfmethode angeschlagen werden mag, es bedurfte nach unserm Differenz erschien vor dem Parteitag bei Feind und Freund von auf denjenigen Teil derselben, der in dem Industrieproletariat augenErmessen zur Erreichung dieses Zieles nicht so umfassender großer Tragweite, man erwartete Enthüllungen und Erschütterungen; blicklich Fuß gefaßt hat. Es ist nämlich kennzeichnend, daß die Tausende von ober Debatten, wie fie in Dresden stattfanden, und noch ein Parteiblatt selbst hatte die Nichtaufnahme der Erklärungen des weniger ist die erbitterte Heftigkeit der Fehde ein un- Genossen Bebel durch unsre Redaktion als„ den Höhepunkt der Ver- Schlesischen Arbeitern, welche bei den letzten Wahlen ihre Stimmen den nationalpolnischen Kandidaten gegeben gar feine National bermeidliches Uebel. Gewiß erklärt sich die Schärfe der Aus- tuschungscampagne" bezeichnet. Eine Aussprache im fleineren polen im nationalistischen Sinne des Wortes find. Wendet man sprache aus der Leidenschaft zur Sache, aber die Gefahr ist hervor- Streife zeigte allen Beteiligten, daß die Angelegenheit fehr sich an einen solchen Arbeiter mit der Frage: Warum haben Sie so erhält man in 99 von 100 Fällen die Antgetreten, daß unter dem Persönlichen die Sache erstickt und daß harmlos lag, und daß vor allem die Vermutung einer Jlloyalität Korfanty gewählt?" private Angelegenheiten in die Diskussion geworfen werden, die den gegenüber Bebel eine Unsinnigkeit war. Der Parteitag tam so über wort: Weil er für billiges Brot, für besseren Lohn, für eine bessere Sensationslüfternen, aber nicht den Politiker angehen. Daß diese diese Angelegenheit verhältnismäßig schnell und ohne widrige Rentengesetzgebung eintreten, weil er gegen die Herren" tämpfen Gefahr in Dresden Wirklichkeit wurde, das hat nicht nur die er- Episoden hinweg. Der Fall lehrt, daß eine verständige Aussprache wird. Es ist das Klaffenbewußtsein, das in diesen Worten zum Ausregte Stimmung der Gemüter bewirkt, sondern die Art, wie viel erreichen kann und daß es nicht immer, weder in persönlichen, druck kommt, ein Klassenbewußtsein, welches sich zum Socialismus der Parteitag vorbereitet worden war, hat das noch auch in fachlichen Fragen, erst nötig ist, sich bis zur Ehren- noch nicht durchgerungen hat, weil seine Träger sehr religiös find Ueberströmen dieser Erregungen begünstigt. Unfre Zeitung hatte tränkung herabzusetzen, um dann schließlich verlustreichen Frieden zu und noch an das alte Märchen von der Religionsfeindlichkeit des sogleich nach der Bekanntgabe der Tagesordnung des schließen. Es ist aber ein Uebelstand, daß unsre Partei Socialismus glauben. Parteitages durch den Parteivorstand ihre Dürftigkeit und Un- leitung zuweilen in entscheidenden Momenten überhaupt Die nationalpolnischen Führer haben sehr wohl gewußt, daß zulänglichkeit betont. Wir vermißten die Stellung positiver Be- nicht zu gemeinsamer Beratung zusammentritt. Genoffe Bebel dies Klassenbewußtsein, der bewußte Gegensatz zu Kapital und Reratungsgegenstände, wir wünschten, daß mindestens die Reichstags- führte aus, daß die Aufwerfung der Revisionsfrage nicht ein Er- gierung, schon in den Massen steckt. Sie haben ihre Agitation danach wahlen zu einem besonderen Gegenstand der Tagesordnung gemacht zeugnis der politischen Sommerstille sei, sondern daß solche Fragen eingerichtet. Und es war ihnen nicht schwer, dabei gleichzeitig und in starkem Maße das Nationalbewußtsein zu propagieren, da würden, es sollte eine umfassende Besprechung der Wahlergebnisse eben gerade in dieser Zeit zur Erörterung gelangen, weil in der die Germanisatoren zugleich die kapitalistischen und politischen in den verschiedenen Landesteilen und gegenüber den verschiedenen Parlamentszeit andres in Anspruch nimmt. Wenn das der Fall ist, Widersacher des Volkes sind. Speciell kommt das in Oberschlesien gegnerischen Parteien herbeigeführt und die Vorbereitung für dann ist es aber ein unhaltbarer Zustand, daß in der Zeit, da zum Vorschein. Das Kapital ist durch und durch deutsch die Res Systematische Fortführung unsrer Agitation und Organisation, be- Lebensfragen der Partei zu allgemeiner und erregter Erörterung gierung und die Behörden gleichfalls. Es giebt keinen polnischen sonders in den bisher ertragsloseren Gebieten des Agrariertums gelangen, die Parteileitung, die in unfrer Partei niemals eine bloße Kaffen- Adel, keinen polnischen Gewerbestand, es giebt nicht die fleinen, am und des Centrums, getroffen werden. Das war etwas völlig andres, und Geschäfts- Verwaltungsstelle war, monatelang nicht versammelt schlimmsten ausbeutenden polnischen Kleinhandwerker, die der poſener als was der Parteitag in Mangel entsprechender Vorbereitung that; ist, daß das einflußreichste Mitglied der Parteileitung fern vom Siz Arbeiter nur zu gut kennt. Und die Geistlichkeit vor allem ist in die Verkoppelung der Reichstagswahlen mit der Taftiffrage ließ die von der Parteileitung und des Centralorgans der Partei weilt. Wir Oberschlesien fast ausnahmslos auf feiten der Mächtigen, der Ges walt. Mit dieser galt es für die oberschlesische nationalpolnische uns befürwortete Erörterung völlig verschwinden, und nur in Bebels sind absolut überzeugt, daß die Taktikdebatte in Dresden sich in ganz Bewegung fertig zu werden. Auch das war nicht schwer. Troß interessanten Ausführungen ist ein wirkliches Eingehen auf das andrer Art abgespielt hätte, wenn unser Bebel die Monate vor dem des religiösen Gefühls war in den Massen der Arbeiterbebölferung Reichstags- Wahlergebnis und seine Folgen zu finden gewesen. Ein Parteitag mit uns andren in persönlicher Aussprache hätte sein längst ein starker Groll gegen die Geistlichen entstanden, welche sich fachlich eindringliches Referat aber über diesen Kompler von großen fönnen. bei jeder Gelegenheit auf die Seite des Kapitals warfen, welche uns Fragen der aktuellen Politik und einer Debatte, an welcher gerade Wir schätzen überaus die Sorge unfres Bebel um die Erhaltung mittelbar und in schroffster Weise die Germanisation förderten. auch die Genossen der praktischen Arbeit zu Worte tommen und ihre der stolzen Unabhängigkeit und des Kampfcharakters unsrer Partei, Die nationalpolnische Bewegung trug der Situation Rechnung und Erfahrungen austauschen konnten, hätte dem Parteitage den Charakter aber es dünkt uns, daß er sich in diesem Falle zu stellte die Formel auf:" Wir sind gute Katholiken, biel beffere in diesem Falle 3 als diese Briefter. Wir achten dennoch die Geistlichen als Priester. der Sachlichkeit aufgeprägt und die Fortarbeit nach dem Siege un sehr gesorgt hat. In der Entfernung verliert sich leicht wir verurteilen fie aber in dem Augenblid, wo sie ihren kirchlichen mittelbar angeregt und gefördert. Es hätten auch andre Fragen der das richtige Maß für die Größe und Bedeutung der einzelnen Einfluß zu politischen Zwecken des tapitalistisch- hakatistischen ReAgitation und der parlamentarischen Bethätigung behandelt werden Erscheinungen. Bebel hatte ganz zutreffend den Bernstein- Artikel, gierungs- Centrums mißbraucht." Die Formel schlug ein. Und es tönnen; war auch über Arbeiterschutz, Achtstundentag und Verfiche- der den ersten Anlaß zu diefen Erörterungen gab, als eine Neben ist offen gefagt geradezu ein geschichtliches Verdienst der nationals rungsgesetzgebung nichts völlig Neues zu sagen, so hätte doch die sächlichkeit angesehen, aber er hat das gewiß mit unnötigem Auf- polnischen Bewegung in Oberschlesien, daß sie die Arbeiter gelehrt Aufrollung solcher Fragen und die Ankündigung, in dem Kampfe auf wand vollführte Eintreten des Genossen Vollmar überschätzt. Er hat, den weltlichen Einfluß der Geistlichkeit von dem kirchlichen zu diesen Gebieten die vermehrte Kraft der Partei machtvoll einsetzen glaubte, revisionistische Bestrebungen, mit denen die Masse unfrer unterscheiden und zu trennen. Das Verdienst kann man der zu wollen, lauten Wiederhall in der Arbeiterschaft gefunden. So Barteigenossen nicht das mindeste gemein hatte, in gewaltigem Gornoslagater Bewegung nicht abstreiten, wenn man sie sonst noch wenn man so scharf verdammt. unverwüstlich das Vertrauen der Arbeiter in die Socialdemokratie Feldzug bekriegen und niederwerfen zu müssen. Die nationalpolnische Bewegung hatte also ihren Zwed erist, es wird wahrlich besser erhalten durch fachliches Wirken, als durch aus einer Bagatelle schließlich eine große Aktion, deren Ausreicht: fie richtete nun ihre Angriffe gegen die drei Faktoren, die erniedrigende Anschuldigungen der führenden Männer wider gang doch wieder zur Bagatelle zurückführte. Wo immer sich zu dem klassenbewußten Arbeitervolt in immer schärferen Gegeneinander. Wären dem Parteitag mehr sachliche Aufgaben Thatsachen einer falschen, weichlichen, gefährlichen Taktik in faz gestellt hatten: gegen das Kapital, die Regierung und die Geists gestellt und wäre ihre Behandlung gut vorbereitet worden, die Erscheinung treten, da ist Anlaß und Notwendigkeit zum lichkeit bezw. das Centrum. fo hätte der Parteitag diesen Dingen feine Kraft gewidmet und Kampf und auch der„ Vorwärts" hat dann niemals, wie man ihm es wäre schon von vornherein nicht genug Zeit vorhanden gewesen, ohne jede Berechtigung vorwarf,„ bertuscht". Aber ein Kampf gegen um fie überreichlich auf unbehagliche Personalien zu verschwenden. revisionistische Bestrebungen", die nicht scharf gekennzeichnet und an Da folche Aufgaben nicht vorlagen, wurde der Parteitag zu dem Thatsachen nachgewiesen werden können, kann nur so enden, wie die ungewöhnlichen Schritt gedrängt, für eine Angelegenheit, die sicherlich Auseinandersetzung in Dresden, mit der beinahe einstimmigen Annicht ersten Ranges ist, unbeschränkte Redezeit zu gewähren. Hier- nahme derselben Resolution. Um zu diesem Ziele zu kommen, burch wurden in der Debatte über die Mitarbeit an der Zukunft" dürfte manches herbe Wort erspart werden, denn weder ist es erdie Redner verleitet, in breiter Weise alles auszuladen, baulich, noch ist nötig, daß die einen unsrer Führer als Zerrütter So wurde Wenn wir bedenken, daß zahlreiche oberschlesische Gruben und Hütten im Besitze der Centrumsmagnaten sind, daß weiter das Centrum durch seinen Brotwucher und seine sociale Politik" fich den - so werden größten Haß der Arbeiterbevölkerung zugezogen hat wir verstehen, wie rasch die Bewegung stieg. Das Losungswort der Arbeitermassen in Oberschlesien ohne Rücksicht darauf, ob fie bei der Wahl den Socialdemokraten oder den Nationalpolen die Stimme gaben war der entschiedene Ruf: Nieder mit dem Centrum!" " weil er Und in diesem einzigen Rufe spiegelt sich wieder der belvußte Gegen-| macht. Freilich ist an diesem militärischen Zeugniszwangs- 1 Abgeordnete Röside war Vorsitzender dieses Ausschusses, so daß die fatz zu Kapital, Regierung und politisierender Geistlichkeit, in diesem Verfahren nicht diese Entlassung das Auffallende, sondern die An- Veröffentlichungen der Todesanzeige durch die Versicherungsanstalt Regierung und Kirche sind in Oberschlesien eins ihr politischer wendung der Zeugniszwangsschraube überhaupt, die selbst von der an sich natürlich war und in Konsequenz der obenerwähnten Vertreter ist das Centrum. Und nun bedenke man zweierlei: Erstens: die unglaublichen Scharfmacherpreſſe ſo lebhaft beklagt und bedauert worden ist. Auswahl auch dem„ Vorwärts" zuging. Es läßt sich anProvokationen der Centrumsgeistlichen während des Wahlkampfes, Ist doch Genosse Rehbein in Zeugniszwangshaft gesteckt worden, nehmen, daß Maßnahmeu getroffen werden, die den Mißbrauch der Kirche zu Centrumszwecken, die Unmöglichkeit derartige Vorkommnisse für die Folge bers einem oft und mit Aplomb wiederholten Rate des hindern. Jede Konnivenz der Socialdemokratie gegenüber ist für die Nationalpolen und Socialdemokraten, auch nur eine Ver- Kriegsministers gefolgt war. Wie oft hatte nicht der eine unverzeihliche Schwäche. fammlung abzuhalten, und zweitens: das kulturelle Niveau des Kriegsminister im Reichstag erklärt, statt hier allerlei Anklagen gegen Vorwärts" zu lesen, und ein zwingender Grund, in ihm zu Niemand zwingt die Arbeiter, den oberschlesischen Arbeiters. militärische Vorgesetzte zu erheben, möge man sich beim Empfang inserieren, liegt daher für keine Behörde vor." Von dem ersten Punkt haben wir schon oft gesprochen und werden von Beschwerden an die jeweilige militärische Behörde wenden, es nicht wiederholen. Nur eins sei gesagt: Man kann sich gar nicht die Es bleibt abzuwarten, ob die Landes- Versicherungsanstalt sich jederzeit gewissenhafteste denken, welche Erbitterung die religiösen, frommen Oberschlesier erUntersuchung einleiten und durch diese kindische Heze beeinflussen lassen wird. faßte, wenn sie zur Kirche gingen und dort statt des Troſtwortes folgte getreulich diesem Nat. Er übergab die Sache nicht einem Danziger Arbeiter der Reichs- und Staatswerkstätten war, wie der etwaige Verfehlungen unnachsichtlich chuden werde. Rehbein Eine patriotische Arbeiterkundgebung. In den Kreisen der Beschimpfungen ihrer politischen Führer und Lieblinge hörten. Der Hirtenbrief von Kopp that das übrige, um die Gemüter zur Reichstags- Abgeordneten, sondern er übersandte eine Abschrift Kreuz- 3tg." aus Danzig berichtet wird, der Wunsch kundgegeben Siedehiße zu bringen. des Briefes an den betreffenden Regimentskommandeur, worden, dem Kaiser bei seiner Anwesenheit in Danzig Und dann bedenke man, auf welchem kulturellen Niveau die damit dieser das Weitere veranlasse. Der Oberst quittierte denn eine Huldigung darzubringen und ihm für die Fortführung oberschlesische Arbeiterbevölkerung steht. Man sehe in die Wohnungen auch höflich den Empfang des Briefes, aber dann geschah das Un- Wunsch, auch um eine Besserung der Danziger der Socialpolitik zu danken. Ein weitergehender hinein, in denen dies Geschlecht aufwächst. Man blicke in die unter glaubliche. irdischen Tiefen, in denen Tausende ihr Leben unter steter Gefahr Kenntnis des Namens des Briefschreibers möglich war, wollte man Rayonbeschränkungen zu bitten, wurde aufgegeben. Obwohl eine Untersuchung des Falles auch ohne Wohnungs- Verhältnisse und Aufhebung der verbringen. Man betrachte die rauhe und rohe Behandlung, welche absolut den Namen erfahren. die oberschlesischen Arbeiter sich gefallen lassen müssen. Man beRehbein, vorgeladen, erklärte dem Durch Vermittelung der betreffenden Direktionen wurde eine denke, daß die Schule, welche nur deutsch lehrt, nur minimale Auditeur, daß es ihm natürlich nicht einfallen könne, den Mann, Audienz bei dem Ober- Hofmarschallamt nachgesucht und gewährt. Erfolge bei einer Bevölkerung haben kann, die fast ausschließlich der sich im Vertrauen auf das Redaktionsgeheimnis an den„ Vor- Die Audienz soll nach der Enthüllung des Kaiser Wilhelm- Denkmals polnisch spricht. Man bedenke, daß unser herrliches wärts" gewandt, ans Messer zu liefern. Und als der Auditeur vor dem Gebäude des Generalkommandos stattfinden. Germanisiernungs- System Tausende und Abertausende Oberschlesiern aufgezogen hat, welche polnisch sprechen zerrissen haben würde, bedeutete ihm Rehbein, daß er ja 15 Mann der Gewehrfabrik, 15 Mann der Artilleriewerkstatt, von ihm bemerkte, daß er einen anonymen Brief einfach Rundgebung werden sich( der„ Danziger 3tg." zufolge) die Arbeiterausschüsse beteiligen, und zwar 15 Mann der kaiserlichen Werft, und denken aber polnisch nicht lesen doch mit seinem Namen nicht hinterm Berge gehalten habe. Wenn unser 2 Mann des Artilleriedepots und 1 Mann des Traindepots, zufönnen; welche deutsch zwar lesen können aber das Ge- Mitarbeiter wähnte, daß sich nach dieser erfolglosen Vernehmung der sammen 48 Mann, die unter Führung des Korvettenkapitans z. D. Tefene nicht verstehen! Man bedenke, daß solche Leute absolut keinen Spüreifer der Militärgerichtsbehörde ausschließlich dem näher liegenden Simon Aufstellung nehmen werden. Alls Sprecher der Deputation Stultureinflüssen zugänglich sind. Die Kirche hat die Arbeiter ge- Gegenstand, der Untersuchung der geschilderten Vorkommnisse selbst ist Maschinenführer Glashagen von der Gewehrfabrik gewählt lehrt, untolerant zu sein. Die Kirche hat sie gelehrt, daß man focialdemokratische Flugblattverbreiter schlagen müsse! zuwenden würde, so befand er sich in einem schweren Irrtum. worden. Urplöglich erfolgte vor 14 Tagen seine Verhaftung. Systematisch hat man es verhindert, daß in Oberschlesien starke Arbeiterorganisationen entstehen. Der überall merkliche Bildungseinfluß der Arbeiterbewegung ist in Oberschlesien durch die Unmöglichkeit, Versammlungen abzuhalen, unterbunden. Der erzieherische Einfluß der Gewerkschaften ist aus demselben Grunde geHemmt. So weiß denn die Masse der oberschlesischen Arbeiterbevölkerung wenig vom organisatorischen, systematischen Kampf um Verbesserung ihrer Lage. Die Schuld daran haben nicht die Arbeiter, sondern diejenigen, welche jetzt über die Unglücklichen am meisten zetern. Man hat systematisch die oberschlesische Bevölkerung in Sklavenbanden erhalten. Es ist aber nichts Neues, daß Sklaven zur Gewalt greifen, wenn die Empörung über Unbill, über geschehenes Unrecht feine Grenzen mehr kennt. Prozeß entrollt hat. vorstand. die Menge zu schießen. " " An der Wer mag wohl diese Huldigung" unter des Korvettenkapitäns Als dann der Vorwärts" den ganzen Sachverhalt darstellte, Führung angeregt haben? erklärte selbst die reaktionäre Presse fast ohne Ausnahme, daß hier eine unglaubliche Ungeschicklichkeit vorliege. Auffallend gelinde davongekommen ist ein Unteroffizier, der für Vorwärts" der Militärbehörde mit diabolischer Hinterlist eine Falle fchriftswidriger Behandlung nur sechs Wochen Mittelarrest erhielt, Offenbar habe der siebzehn Fälle von Soldatenmißhandlung und neun Fälle von vorgestellt und diese sei leider über Erwarten plump hineingetappt. obwohl einer der Mißhandelten wegen der fortgesetzten Beinigungen Ja, man erklärte, daß das Vorgehen gegen Rehbein bis hinauf zu desertierte. Ueber den Fall wird berichtet: den höchsten Stellen Befremden und Mißfallen erregt habe. Trotz- gebener hatte sich am 19. September vor dem Kriegsgericht Thorn Wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung Unterdem dauerte es 14 Tage, bis man sich dazu entschloß, die Zwangs- der Unteroffizier Rudolf Franz Kirsch von der 6. Compagnie haft aufzuheben! 176. Inf. Regts. zu verantworten. Vor einiger Zeit wurde der Musketier " im Die Sache wird natürlich noch ihr parlamentarisches Nachspiel Nowakowski von der Compagnie des Angeklagten, ein Schauhaben. Jedenfalls aber hat die Militärbehörde durch ihr unglaub- spieler von Beruf, flüchtig. Derselbe entkam nach der Schweiz. Und nun vergegenwärtige man sich die Vorgänge, welche der mehr einfallen wird, ihm mitgeteilte Hilferufe verzweifelter oder und teilte darin mit, daß er seine mitgenommenen militärischen Und nun vergegenwärtige man sich die Vorgänge, welche der liches Vorgehen gegen Rehbein erreicht, daß es nun feinem Menschen aus Zürich schrieb er an den Regimentskommandeur einen Brief Fest steht, daß die Gewaltthätigkeiten erst dann begannen, als mitleidiger Menschen der Militärbehörde zu unterbreiten. Und die Sachen in Bromberg zur Aufbewahrung gegeben und jetzt den AufFeneralarm geblasen wurde. In der Verhandlung wurde erklärt, Herren Kriegsminister werden sich auf eine neue Verlegenheitsphrase würden. Ferner gab Nowakowski als Ursache seiner Flucht an, daß trag dorthin gegeben habe, daß sie dem Regimente zugestellt es sei ein Zufall gewesen, der Brandmeister habe gehört, wie" Feuer!" besinnen müssen! gerufen wurde und hätte daraufhin blasen lassen. er die Mißhandlungen nicht länger habe ertragen Welche Unklugheit gehört aber dazu, aus einer aufgeregten Nichtanrechnung der Schulsteuern in Gnesen wird uns geschrieben: noch einige Kameraden behandelt worden seien. Dieses Schreiben Agitationsstoff für die Landtagswahl. In unsrer Notiz betreffend können. In sehr eingehender Weise schilderte er dann, wie er und tausendköpfigen Menge einen Mann zu verhaften und dann als er flüchtete an die Handkette zu nehmen! Diese Nichtanrechnung findet überall dort statt, wo besondere Schul- führte zu einer Untersuchung gegen den Unteroffizier Kirsch. Nach Das war der Ausgangspunkt der Unruhen, nachdem die Arbeiter societäten bestehen, das heißt in ſehr vielen Landgemeinden. Ganz Gesicht, geschlagen, sie gestoßen und geschüttelt. Für 34 Fälle Mißder Beweisaufnahme hat er vier Musketiere recht oft, meistens ins den Feueralarm gehört hatten und sich dachten, was ihnen be- besonders fallen auch hier wieder die Gutsbezirke unangenehm handlung und 4 Fälle vorschriftswidriger Behandlung Untergebener beauf. Jm Artikel 25 der Verfassung heißt es zwar: Die Der Gerichtsvorsißende hat es sich nicht nehmen lassen, in der Mittel zur Errichtung Unterhaltung und Erweiterung der antragte der Vertreter der Anklage 4 Monate Gefängnis und Degradation. Urteilsbegründung zweimal darauf hinzuweisen, daß es besser geöffentlichen Volksschule werden von der Gemeinde, und Der Gerichtshof erachtete aber nur Mißhandlung in 17 Fällen und wesen wäre, schon zu einem früheren Zeitpunkte auf alle des nachgewiesenen Unvermögens, ergänzungsweise vom vorschriftswidrige Behandlung in 9 Fällen für erwiesen, billigte dem Staate aufgebracht." Aber bis zum Erlaß des in Artikel 26 ver- Angeklagten auch mildernde Umstände zu und erkannte auf sechs Derselbe Gerichtsvorsitzende hat in der Urteilsbegründung heißenen besonderen Gesetzes bleibt es nach Artikel 112 der VerWochen Mittelarreft.ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Ruf„ Hoch Korfanth!" jedes Detroyierung der preußischen Verfassung vergangen, existiert ein Mecklenburg Lehrer des Volkes zu sein, ist offenbar kein erhebliches fassung beim alten Recht. Trotzdem mehr als 50 Jahre seit Lehrerfreuden in Mecklenburg. Im ochsengesegneten Lande mal erscholl, wenn Gewalthätigkeiten begangen wurden. Und der Vorfißende fügt hinzu, das sei bezeichnend für die Menschen, welche solches Gesetz nicht. Ein Entwurf zu einem solchen im Jahre 1890 Vergnügen; der Fall dürfte aber neu sein, daß ein pensionierter fich gegen das Recht vergingen". vom gewiß stockkonservativen Minister v. Goßler eingebracht, mecklenburgischer Wolfsschullehrer als Tagelöhner auf Bauarbeit Wozu sagte das der Vorsitzende? Wir können uns doch nicht wurde namentlich durch das damals schon mächtige Centrum zu gehen muß, weil er mit seiner gesetzlichen Pension nicht eriſtieren benken, daß gerade die Rufe Hoch Korfanth!" straffchärfend wirken Fall gebracht. Goßlers Nachfolger, der jetzige Oberpräsident kann. Der pensionierte Lehrer Randt in Marwig in Medlen follten. Hätte der Vorsißende eine solche Thatsache auch in dieser von Schlesien, Graf Zedlig Trüßschler, versuchte sich 1892 burg Schwerin hatte um Aufbesserung seiner armseligen e i se betont, wenn bei dem Krawall Hoch das Centrum!" gerufen mit einem Entwurf, dessen reaktionär- muckerische Tendenz am Pension gebeten, da ein Versuch, sich durch verfertigung von Geigen besten dadurch gekennzeichnet ist, daß er mit Begeisterung nicht etwas hinzuzuverdienen, fehlgeschlagen war. Es wurde ihm eine Was die prozessuale Behandlung der Sache betrifft, so haben bloß von Centrum, sondern auch von den Konservativen begrüßt" widerrufliche Gnadenunterstützung" von 200 M. im Jahre bewilligt. wir wiederholt auf Einzelheiten hingewiesen und wollen heute nur noch wurde. Ein Sturm der Empörung in weitesten Voltskreisen fegte Die Habgier verführte den armen Hungerleider jedoch, noch mehr feststellen: 1. Man hat oft den Angeklagten Fragen gestellt, welche sie beim alten geblieben; und wie das Alte in den Gutsbezirken von Hergabe damals den Entwurf mit samt seinem Bertreter fort. So ist alles verdienen zu wollen; er mußte die Gelegenheit aus und heimste für gar nicht verstehen fonnten. 2. Man hat im Wege der seiner Scheune zu einer socialdemokratischen Vers Argumentation aus den Antworten der Angeklagten Schlüsse ge- Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien und Sachsen aussieht, fammlung 10 M. ein. Diese Begehrlichkeit wurde fofort zogen, welche die Angeklagten nicht beabsichtigten. 3. Die Dolmetscher dafür ein paar Säge aus der Begründung des vtegierungsentwurfs bitter gerochen: Die kaum bewilligte Gnadenunterstüßung haben sehr Erhebliches oft weggelaffen, oft ungenügend übersetzt. 4. Man bon 1890: wurde ihm durch Verfügung des Ministeriums zur Strafe wieder hat oft Gewicht gelegt auf dumme Renommistereien der Knaben entzogen. Es blieb ihm kein andrer Ausweg, er wurde Bau- Handund der halbwüchsigen Burschen. 5. Man hat den Jungen langer. Wäre er nicht erst Schullehrer, sondern gleich Handlanger allen die Einsicht zugesprochen, welche man bei Jugendgeworden, er hätte sich gewiß manche Bitternis seines Lebens erspart lichen von 12-18 Jahren 12-18 Jahren feststellen muß, um strafen zu und hätte wohl mehr verdient wie als Lehrer. fönnen trotzdem der persönliche Eindruck, den die Knaben auf viele Beobachter gemacht haben ein ganz konfuser war. 6. Man hat die großen, hier behandelten Gesichtspunkte der Boltserregung den Angeklagten nicht einmal strafmildernd zugerechnet. worden wäre? " " Die Unterhaltung( der Schule) liegt den Societäten und Gutsherren ob. Als Mitglied der Societät gilt jede im Schulbezirk wohnhafte, rechtlich und wirtschaftlich selbständige Person, die ein eignes Einkommen hat. Die Mitgliedschaft ist insbesondere unabhängig von der Großjährigkeit, vom Geschlecht, von dem Eingehen der Che, von dem Besiz schulpflichtiger Kinder, von der Führung eines eignen Haushalts, von der Stellung in fremden Diensten... Der Gutsherr ist nicht Mitglied der Schulgemeinde, nicht steuerpflichtig, auch im allgemeinen nicht rücksichtlich der von ihm erworbenen bäuerlichen Grundstücke." Was heißt es nun,„ die Unterhaltung der Schule liegt den Societäten und den Gutsherrn ob"? " い Wie man Preßfünder behandelt. Ueber die dreimonatige Strafverbüßung des Mitarbeiters eines polnischen Blattes in Bochum macht die„ Gazeta Torunska" folgende auch anderweitig bestätigte mitteilungen: Wojciechowski wurde im Gefängnis wie ein gemeiner Verbrecher behandelt. Er mußte Gefängniskleidung anlegen und auf der Brust eine Tafel mit der Nummer seiner mit AnZelle tragen. Beschäftigt wurde Wojciechowski fertigung von Bürsten. Da er die vorgeschriebene Anzahl Bürsten nicht fertig brachte, strafte man ihn durch Einschränkung seiner Nahrung. Der Abgeordnete Brejski hat infolgedessen an den Justizminister eine Beschwerde eingereicht." So beweist Preußen den an seiner civilisatorischen Ueberlegenheit zweifelnden polnischen Elementen, bis zu welch schwindelnder Kulturhöhe es emporgestiegen ist! Wir aber wiederholen: Die innere Ursache des Krawalls war: das Klassenbewußtsein des Volfes erwacht; man hält das Volk an ser Kette; das Volk wird empört. Man hält es dann noch fester. Kapital, Verwaltung, Kirche gehen Hand in Hand. Die Empörung steigt zur Siedehize. Die empörten Massen sind ungebildet, Soweit es die Schulsocietät angeht, zu der Männlein und anorganisiert. Man läßt nicht zu, daß sie sich organisieren, daß sie Weiblein, Knecht und Magd, Minderjährige wie Großjährige heransich erziehen, daß sie sich bilden. Man will finstere Sklaven gezogen werden, ist es blutiger Ernst, soweit es den Gutsherren haben. Es kommt die Wahl mit ihr die geschilderten Zustände, angeht, leere Redensart. Die oben citierte Begründung fagt: mit ihr der Hirtenbrief Kopps. Die Siedehize ist da. „ Die Leistungen der Gutsherren bestehen nach dem Gesetz Der Feuereinmal in der der Zahlung alarm, die Verhaftungen machen das übrige. Der Krawall ist fertig. bon den Gutsinsassen zur Lehrerbesoldung", aber Und bezeichnenderweise richtet er sich gegen die Polizei, die nicht beizutreibenden Beiträge Pfarrei und das Hüttenamt. Es sind die Merkmale der sie muß hinzufügen:„ Die Staatsregierung hat im fapitalistischen Dreieinigkeit! Der Arbeiter kennt fie. Jahre 1886 beschlossen, von der Heranziehung der GutsDer Gerichtsvorsitzende gab zu verstehen, es wäre beffer gewesen, Schulbeiträge auf Staatsfonds zu übernehmen"!!! verurteilte den katholischen Geistlichen Schmit aus herren zu diesen Subsidien abzusehen und die betreffenden Ultramontane Radauhelden. Das Schöffengericht zu Ditweiler früher zu schießen. Ein als Zeuge vernommener Stationsassistent aus Laurahütte Eine weitere Verbindlichkeit( des Gutsherrn) besteht in der Hergabe Wemmetsweiler und den Redakteur der Dasbachschen erzählte, daß man am Kratvalltage um Militär nach Beuthen D.- Schl. des auf dem Gute gewachsenen Baumaterials." Damit sind die Neunkirchener 3tg." Lohnen aus Neunkirchen zu je einer telegraphiert hatte und daß man die Nachricht vom Herannahen des Lasten des Gutsherrn erschöpft, aber von den letzteren heißt es 2oche Gefängnis wegen gemeinschaftlichen aus friedensMilitärs verheimlichen wollte, was leider nicht gelungen sei! weiter:" Infolge der Abnahme der Privatwaldungen und infolge bruch 3. Sie hatten die Ruhe und Ordnung in einer am 3. Juni Das ist noch ein Punkt, welcher dringend der Aufklärung bedarf. der veränderten Anforderungen an die Schulbauten hat diese Ver- d. J. abgehaltenen nationalliberalen Wahlversammlung, die von Warum wollte man gerade das verheimlichen? pflichtung an Bedeutung verloren. dem Bergwerksdirektor Liesenhoff in Reden einberufen war, mehrAlso auch hier die größte Ungerechtigkeit fteuerfreie Guts- fach durch Zwischenrufe gestört und der wiederholten Aufforderung, herren, denen aber nur veranlagte Steuern für ihr Wahlrecht an die Versammlung zu verlassen, nicht Folge geleistet. gerechnet werden, steuerzahlende Tagelöhner, die teils überhaupt Die Verurteilten müssen's arg getrieben haben, um einer solchen nicht wählen dürfen, teils gezahlte Steuern nicht angerechnet er- Verurteilung zu verfallen. halten. Und hier kommt noch eine weitere schreiende ungerechtigkeit hinzu; es bestehen z. B. in schlesischen Gutsbezirken ca. 4000 sogenannte Patronatsschulen, zu deren Unterhalt der Gutsherr keinen Pfennig beisteuert, für die er aber die Lehrer ernennt!! Es wird von ungeheurem Wert sein, bei der Agitation für die Landtagswahlen das Volk über solche schreienden ungerechtigkeiten aufzuklären. Man wird versuchen, aus dem Prozeß Kapital zu suchen für noch schärfere administrative und gesetzliche Maßnahmen gegen die polnische Arbeiterbevölkerung. Uns lehrt der Prozeß ganz Entgegengesettes: Freiheit und Bildung! Wir verlangen das Vereins- und Koalitionsrecht nicht nur auf dem Papier auch für Oberschlesien. Wir verlangen die Einführung der Volkssprache in den Schulen. Das sind zwei elementare Forderungen der polnischen Arbeiterflasse, deren Erfüllung verweigern heißt: die Verantwortung übernehmen für alle unilugen und schädlichen Krawalle wie in Laurahütte. Politische Uebersicht. Ausland. Zu den Balkan- Unruhen. Bon der bulgarisch- macedonischen Grenze. Vertrauliche Meldungen aus Sofia besagen, daß im bulgarischen Grenzgebiet von Küstendil und Dubniza etwa 20 000 Macedonier die Bildung von Banden und die Ueberschreitung der Grenze vorbereiten. Von maßgebender Seite wird die Richtigkeit der Meldung bezweifelt. Eine neue Röfices Todesanzeige im Vorwärts", die von der Landes- Meldung schäßt die in den Grenzgebieten angesammelten Macedonier Versicherungsanstalt Berlin veröffentlicht worden war, hat in scharfmacherischen Blättern zur Diskutierung der Frage genur auf 4-5000. Berlin, den 21. September. führt, ob eine öffentliche Behörde durch Zuwendung von Anzeigen Dem„ Berliner Tageblatt" wird aus Konstantinopel ge an ein socialdemokratisches Blatt die Agitation der Socialdemokratie meldet: Genoffe Rehbein entlassen. mittelbar unterſtügen dürfe".„ Nach den von uns darüber angestellten Während der letzten drei Tage wurden gegen vierhundert zu Genosse Rehbein ist am Sonntag aus der Zeugnis- Zwangshaft Ermittelungen, schreibt die„ Neue politische Korresp.", bestimmt das am Offizieren beförderte Eleven der Militärschule den Truppenteilen an entlassen worden, in der man ihn militärgerichtlich 14 Tage lang 30. Dezember 1899 vom Reichs- Versicherungsamt genehmigte Statut der Grenze überwiesen und per Bahn an ihre Standorte befördert. festgehalten hatte, um ihn zur Namensnennung jenes Soldaten zu über die Bekanntmachungen der Landes- Versicherungsanstalt, daß diese Jeden Tag bringen die Züge Munition und Mundvorräte in die veranlassen, der sich zu Gunsten seiner Mitkameraden an den Vor zu erfolgen haben: Centraldepots in Adrianopel und Serres, auch werden ganze wärts" gewandt hatte. Unser Mitarbeiter Rehbein hätte selbst- Kommalverbandes bestimmt sind( Amtsblätter 2c.), 1. in den Blättern, die zu den Veröffentlichungen des weiteren Waggonladungen der von der Bevölkerung gestifteten Unterkleidung verständlich den ihm zugemuteten journalistischen Trenbruch nicht be- Kommunalverbandes bestimmt find( Amtsblätter 2c.), 2. in den von dem Ausschusse alljährlich zu bestimmenden versendet. Der jezige Truppenbestand beträgt 185 000 Mann; gangen, auch wenn man ihn volle sechs Monate festgehalten hätte. Blättern. Nachschübe aus Anatolien sollen diese Zahl auf 250 000 bringen. Das hat wohl auch die Militär- Gerichtsbehörde allgemach ein- Letzterer hat mit andren Blättern den Vorwärts" ausgewählt, Die Lage ist gespannter denn je, doch wird eine formelle Kriegsgesehen und darum dem grausamen Spiel bereits jetzt ein Ende ge- weil dieser in Arbeiterkreisen am meisten verbreitet sei". Der erklärung von hier aus kaum erfolgen. " die Mitteilungen Bernhards über Mehring nicht ohne Eindruck ge-| gewissen Aufwand von Selbstverleugnung alle für die Resolution blieben waren." stimmen, da sie ja unzweifelhaft sämtlich gute Socialdemokraten Das, Offenbacher Abendblatt" sagt: sind und ihre Neigungen und Wünsche dem Willen der Masse der Partei unterzuordnen gewillt sind." arbeit- Debatte"." " " Das, Offenbacher Abendblatt": Entweder ganze Meinungsfreiheit oder gar keine! Darin stimmen wir Vollmar rückhaltlos zu. England. Chamberlains zollpolitisches Wahlprogramm. In einem Schreiben bom 18. September an den Vorsitzenden der Tarifreform- Liga sagt Chamberlain: Wir haben genügendes Material an Thatsachen und „ Die Debatte über dieses Litteratengezänt" war unerquicklich, Ziffern, wir müssen jetzt die Folgerungen daraus aufstellen und das aber sie war thatsächlich notwendig geworden nach der Anklagerede Volk dazu bringen, sie anzunehmen, nämlich 1. die engere Verbindung Brauns kontra Mehring. Es wäre zu wünschen, daß die noch bemit den Kolonien durch Vorzugstarife und das Bestreben, vorstehende Diskussion über die revisionistischen Bestrebungen δας Reich, was Nahrungsmittelversorgung innerhalb der Partei sachlicher geführt wird, daß persönliche Aus- Unsres Erachtens richtet sich der Zorn vieler Tausende aber anbelangt, auf eigne Füße zu stellen; 2. Die einandersetzungen nicht die Rolle spielen möchten, wie bei der Mit- auch nicht deshalb gegen diverse Revisionisten, weil sie neue AnAnwendung des Tarifs als Waffe, um von andern regungen" geben, sondern deshalb, weil die ewige Anzweifelei unfrer Nationen größere Gegenseitigkeit zu erlangen und um, wo ein ,, Volksstimme" in Frankfurt a. M.: Grundsäge und Taktik den Massen nachgerade zum Ekel wird. Nach folches Uebereinkommen nicht erreicht wird, durch Vergeltungs- Nun ist die unerfreuliche Episode des Parteitags geschlossen Vollmar soll Kautsky einmal den Satz niedergeschrieben haben: vermaßnahmen zu verhindern, daß uns infolge des Wett- durch fast einstimmige Gutheißung der bekannten Resolution des tagt doch einmal die ewige Zweifelei. Wir können im Augenblick bewerbs der durch Schutzölle geschützten Staaten der Markt in Eng- Parteivorstandes gegen die Mitarbeit socialistischer Schriftsteller an nicht kontrollieren, ob und wo das Kautsky gesagt hat. Hat er es land und dem britischen Reiche verloren gehe. der bürgerlichen Presse. Aber wenn es weiter nichts gegolten hätte, gesagt, dann verurteilen wir den Satz. Die Zweifel braucht und Der Spectator" meint, Balfour werde, mit seinem neuen als diese Feststellung, so wären nicht über zwei Tage der kostbaren foll fein Mensch vertagen, aber jeder, der in Zweifel gerät, foll Schußzzollprogramm belastet, nicht die Mehrheit im Lande erlangen Parteitagszeit dazu nötig gewesen. Es muß vielmehr gerade auch doch zunächst mit sich selbst zu Rate gehen, soll forschen und prüfen. können. Der Wahlausgang dürfte zum Versuch eines Kabinetts in einem Rückblick auf diesen Abschnitt der Verhandlungen, der eine Und wenn er dann eingesehen hat, daß seine Zweifel unbegründet Rosebery führen, das sich aber nicht lange halten werde. abschließende Ueberschau ermöglicht, offener und nachdrücklicher als je waren, ist die Angelegenheit erledigt, und wenn er findet, daß sie traurig nach Form und Inhalt." wiederholt werden, wie unendlich traurig diese Debatten waren, berechtigt waren, soll er positive Vorschläge machen, die geeignet sind, nicht mehr haltbare Sätze entsprechend neu zu formulieren. Ueber neue Vorschläge kann man diskutieren, man kann sie annehmen oder man kann sie ablehnen. Aber mit den endlosen Auseinandersetzungen über die Zweifel, die diesen und jenen nicht zur Ruhe kommen lassen, vertrödeln wir unverantwortlich viel Zeit und schädigen die Partei. Die Ministerkrise hat einstweilen feinen weiteren Umfang an genommen. Die Herzöge von Devonshire und Aberdeen Man sollte meinen, es müßte für jeden Genossen ganz selbstfollen zwar ebenfalls bereits ihre Demission eingereicht haben, doch verständlich sein, daß er mindestens Blätter durch Mitarbeit nicht foll fie Balfour einstweilen bewogen haben, auf ihrem Posten zu unterſtüßt, die unsre Partei gelegentlich oder regelmäßig beschmutzen bleiben, bis die Posten Chamberlains und der beiden andern aus- und verleumden. Aber eine ganze Reihe bekannter Genossen, und geschiedenen Ministerkollegen wieder besetzt sein würden. Balfour zwar nicht etwa lauter Revisionisten, waren von jener Selbsthoffe, fie alsdann überhaupt zum Bleiben bewegen zu können. Ueber verständlichkeit nicht durchdrungen. Ihre Zahl auch in nicht revisiodie voraussichtliche Besetzung der vakanten Ministerstellen verlautet nistischen Kreisen ist gar nicht flein noch nichts Bestimmteres; der Staatssekretär des Innnern Douglas wurde zum König berufen, Brodrick wird als Nachfolger Hamiltons genannt. Afrika. Ein langes Schuldenregister soll das arme Venezuela begleichen. Die Mächte haben bei der venezolanischen Regierung ihre noch aus stehenden Forderungen in aller Form eingereicht. Deutschland fordert 1417 309 Dollar, die Vereinigten Staaten 10 900 000, England 2 500 000, Frankreich 16 040 000, Italien 8 300 000, Belgien 3 093 800, Spanien 600 000, Megiko 500 000, Holland 1 048 451 und Schiveden 200 000 Dollar. Zusammen also circa 45 Millionen Dollar! Da werden die Ratenzahlungen an die einzelnen Mächte äußerst bescheiden ausfallen! Eine nochmalige Exekution aber erscheint angesichts dieser SchuldenLast völlig aussichtslos! . " Also keine„ Vertagung der Zweifel", wohl aber Vertagung der Veröffentlichung der Zweifel, bis die großen und fleinen Zweifler sofern hat Bebel recht, Lärm zu schlagen und einzugreifen, wenn Dieses unschöne Verhalten mußte einmal gerügt werden. In- mit sich selbst im Klaren sind darüber, was sie eigentlich wollen." Die Volksstimme" in Chemnik: auch vielleicht so großer Lärm nicht nötig gewesen wäre. Aber Was am Dresdener wie an früheren Parteitagen zunächst in sein Verdienst als" Scharfmacher" ist auch in dieser Be- die Augen fällt, das ist die Naivität, mit der sich die Hauptredner ziehung unbestreitbar. Ihm galt auch der zustimmende Jubel des über die Pflicht hinwegsehen, sich so kurz wie möglich zu fassen, Parteitags. Aber die Art der Geltendmachung des berechtigten damit auch andre reden können. Die Neden sind von einer schier Widerspruchs ging denn doch so sehr über alles Maß und Ziel hin- endlosen Breite. Wenn man das, was sachlich in ihnen steckt, aus, daß sie den zwei ersten Tagen des Parteitags jenes traurige herausziehen wollte, so blieben von dem dicken Protokoll wohl nur Gepräge gab." ein paar Seiten übrig. In dem Maße, als die Hauptredner wissen, daß der Parteitag so lange Geduld haben wird, ihnen zuzuhören, als ihnen der Atem nicht ausgeht, in demselben Maße ergiebt sich dann die Gelegenheit, über den Strang zu schlagen, von selber. Siegreiches Bordringen des Sultans von Marotto. Tanger, 21. September.( Meldung der„ Agence Havas".) Die Truppen des Sultans haben in der Gegend nordwestlich von Udschda einen großen Sieg über die Truppen des Prätendenten davongetragen, die völlig zersprengt wurden und zahlreiche Gefangene in den Händen der Sieger ließen. Der Sultan rückt auf Tazza vor, die Stämme unterZu der Debatte über die Taktik der Partei schrieb die werfen sich ihm. ,, Leipziger Volkszeitung" am Freitag:.. Bebel hat Amerika. endlich ausgesprochen, was ist. Nein, wir sind nicht mehr so einig und geschlossen, wie die Partei noch vor zehn, selbst noch vor fünf Amerikanischer Imperialismus. Zweieinhalb Tage hat man über den ersten Punkt der TagesEiner Depesche aus San Jahren gewesen ist. Es wäre gewiß übertrieben, zu sagen, daß ein ordnung, den Geschäftsbericht des Vorstandes, verhandelt, und davon Domingo zufolge hat der amerikanische Geschäftsträger Powell tiefer Riß durch die Partei gehe; die Partei, die sozialdemokratische fast zwei Tage über die eine Frage, ob ein Socialdemokrat für die dominikanische Regierung davon in Kenntnis gesetzt, daß die Arbeiterschaft, ist in der Hauptsache so einmütig wie je. Allein das bürgerliche Blätter schreiben dürfe oder nicht. Wäre diese Frage Vereinigten Staaten die Einreichung eines Projektes an den Parteileben, wie es sich in der Deffentlichkeit, in Parlament und nicht mit dem persönlichen Moment verknüpft gewesen, das Heinrich Stongreß, nach welchem Neutralität der dominikanischen Gewässer Presse seit Jahren abgespielt hat, hat immer mehr und schärfer Braun mit ungeheurer Breite und Tattlosigkeit anschnitt, hätte man und gewisse Freihäfen geschaffen werden sollen, nicht in freundlichem divergierende Tendenzen aufgewiesen. Man konnte anfangs sich diese Frage rein sachlich, ohne Beziehung auf die Personen ver Einne auffassen könne. Die Vereinigten Staaten würden die dabei beruhigen, daß die ungestümen Auseinandersetzungen in der handelt, sa wäre man gut in einer Sigung fertig geworden und das Errichtung von Kohlenstationen in den Häfen von San Domingo Presse die Sache viel gefährlicher erscheinen ließen, als sie war, Resultat wäre dasselbe gewesen, nämlich die Annahme des Vorstands oder eine Gebietsabtretung an irgend eine europäische Macht nicht daß die Massen in ihren Tiefen von dem litterarischen antrags, der, wie wir schon seiner Zeit andeuteten, unsrer Ansicht zugeben. Auch würden sie keiner Nation die ausschließliche Benutzung Sängerkrieg viel weniger aufgerührt werden, als das in nach nur den Fehler hatte, daß er nicht schon viel früher beschlossen der dominikanischen Gewässer in Friedenszeiten und viel weniger der Arbeiterpresse vielfach zum Ausdruck kam; allein die worden war. noch in Kriegszeiten gestatten oder sich damit einverstanden erklären, immer schärfere und grundsäßlichere Formulierung der taktischen Angenehm stachen die Verhandlungen über den parlamentarischen daß irgend ein Gebiet für neutral erklärt werde. Neuerungen im Revisionismus sowie die seit Jahren be- Bericht von ihren Vorläufern ab. Der Bericht darüber liest sich im merkbaren Neigungen zu eigenmächtiger Experimentierpolitik Vergleich zum Bericht über die Mitarbeiter- Debatte wie ein Labfal. in den Fraktionen konnten mit der Beit eine ungünstige Rückwirkung Bebels Rede zur Taktik tvar verhältnismäßig ruhig gehalten, auf die proletarischen Massen nicht verfehlen. hoffentlich verläuft die ganze Debatte so und auch der Rest der Nachdem die grundsäglich opportunistischen Bestrebungen Vollmars Parteitags= Verhandlungen, damit der unerfreuliche Anfang des in Halle und Erfurt zurückgewiesen waren, verlegte sich die„ praktische Parteitags wenigstens einigermaßen gut gemacht wird. Politik" auf Specialgebiete. In Frankfurt bildete die BudgetIndessen, was auch geschehen ist wir wollen den Kopf nicht bewilligungsfrage, in Breslau die Agrarfrage das Streitobjekt, und hängen lassen. Mit uns ist die Entwicklung, darum wird der auf beiden Parteitagen ta men Stimmungen zum Ausdruck, die Socialismus siegen, gleichviel wann und gleichviel wie, und die das Votum des Parteitags als für die Fraktion nicht unter praktischen Aufgaben, vor die sich unsre Reichstags- Fraktion und allen Umständen bindend bertachten wollten. In Breslau fiel die ganze Partei beim Zusammentritt des Parlaments gestellt das Wort, daß in dem Konflikt zwischen Parteitagsbeschluß sehen werden, wird bald die ungenehme Erinnerung an die Vorund bisheriger Fraktionspolitik die lettere wohl obsiegen könnte gänge in Dresden in Vergessenheit gebracht haben, wie der was David in seinem neuesten Buche als eine sehr brausende Elbstrom die Unreinigkeiten spurlos begräbt, die ihm auf gescheite Bolitik belobigt und die bayrische Landtagsfrattion feinem Laufe begegnen. bat better Berstoß gegen den Beschluß bes Barteitag& wiber- schrift" So fann es nicht weitergehen gleichfalls Entrüftung brachte nach Breslau Anträge ein, die in der„ Neuen Die Bremer Bürgerzeitung" spricht unter der Ueberals ein einer eigenmächtigen Sonderpolitik glaubte damals die Partei im spruchslos besprochen wurden. Diese wenig erheblichen Abweichungen über die persönlichen Debatten aus und schreibt dann: „ Genosse Bebel äußerte sich in seiner großen Rede am Bewußtsein ihrer Stärke ertragen zu können. Da trat 1897 Genoffe Donnerstag in recht harten Worten über die Ueberschlauen", Bernstein auf und schien allen opportunistischen Neigungen eine wie er sie nannte, über den„ Sumpf", der sich weder nach rechts principielle Formel zu geben. Bernstein erschien damals vielen für die Revisionisten", noch nach links für die Antirevisionisten ent als derjenige, der aussprach, was ist, der das sagte, was die scheide. Das seien die schlimmsten, die keine Partei nehmen. Wir Männer der praktischen Politik alle Tage thaten. Nach Frankfurt glauben, daß Genosse Bebel mit diesem Urteil gerade die große und Breslau war in der Parteipreffe verhältnismäßig bald Masse der Genossen im Lande getroffen hat, die sich den darin Ruhe eingetreten und man machte, wenigstens in der socialistischen liegenden Vorwurf ernstlich verbitten wird. Die große Masse unsrer Zu der Diskussion über die Frage der Mitarbeit an bürger- Tagespresse von den„ agrarischen" Anträgen in Bayern nicht viel Auf- thätigen Genossen in der Stadt und auf dem Lande kümmert sich lichen Blättern äußerte sich der„ Volkswille" in Hannover hebens. Erst mit Bernsteins Auftreten flammte der Meinungsstreit herzlich wenig um die theoretischen Streitigkeiten. Sie hat keine Zeit am Donnerstag:") in der ganzen Parteipresse auf; der Revisionismus wurde in der und oft genug auch wohl keine Lust, um das Haufenweise Material über " Die Debatten aber, die bis jetzt auf dem Parteitag gepflogen Hauptsache eine litterarische Erscheinung. Die Auseinandersetzungen, Revisionismus und Antirevisionismus durchzustudieren. Wohl aber worden sind, müssen geradezu niederdrückend auf die Masse der die jetzt in der Presse gepflogen wurden, geben von der wirklichen sieht sie in allen praktischen Fragen, in allen großen Kämpfen- so Parteigenossen wirken. Ueber eine Sache, die für jeden Partei- Bewegung ein total falsches Bild, und die grundsäglichen Diskussionen, bei der großen Zollcampagne, so bei den letzten Wahlen- die genossen selbstverständlich sein sollte, wird mit einer persönlichen die nun den Parteitagen aufgedrängt wurden, fonnten den Eindruck Führer der Partei einträchtig Schulter an Schulter mit einander Erbitterung gestritten, die alles bisher Dagewesene in den Schatten von den zwei Strömungen" nur vertiefen. Thatsächlich hat es in für das Wohl des arbeitenden Voltes kämpfen. Da wird im Reichsstellt. Waffen, die bisher wenigstens in der Rüstkammer der Social der socialistisch denkenden Arbeiterschaft niemals zwei Strömungen" tag nicht unterschieden, ob dieser ein Revisionist, jener ein Antirevisionist Demokratie nicht geduldet wurden, werden dort gebraucht. Mit gegeben; dieser Gegensatz war wesentlich nur bei den Arbeiter- ist, da besinnt sich der Revisionist nicht, im Wahlkreise des Antivollem Recht hat Kautsky von einer„ Denunziationstaltik" gesprochen. vertretern in Parlament und Presse zu finden und trat da mit einem revisionisten zu agitieren und Genosse Bebel hat zum Siege manches So kann das nicht weitergehen. Wir haben die feste Ueber- Geräusch in die Erscheinung, der den wirklichen Stimmungen in Revisionisten mit beigetragen. Wie kann man da von der Masse der zeugung: Wären die Anklagen, die jetzt erhoben werden mit den proletarischen Kreisen in keiner Weise entsprach." Genossen verlangen, sie sollen sich urplötzlich für oder wider den Beweismitteln, die man jetzt ausgräbt, zur rechten Zeit den in erster Auch die Sächsische Arbeiter Zeitung" schrieb: einen oder andren geschätzten Genossen entscheiden und noch dazu Linie zuständigen Instanzen unterbreitet worden, das Notwendige" Wie Donnerteile schlugen die Worte ein, in denen Bebel er- auf Grund von Fragen, über die sie selbst durch ihr Handeln längst wäre ohne viel Federlesens veranlaßt worden. Aber nein, da spart flärte, daß es ein Unsinn sei, von der inneren Einheit und Einig- zur Tagesordnung übergegangen sind. Die Massen wandeln auf man sich seine Wissenschaft auf, bis einem der oder jener persönlich feit der Partei zu sprechen, daß wir nie uneiniger gewesen seien als der Bahn des proletarischen Klassentampfes, und sie lassen sich unbequem wird; dann stellt man sich mit der Miene des beleidigten jetzt. Diese Worte waren eine befreiende That damit hat Bebel davon nicht durch Revisionismus abbringen, noch hat ein leidenBiedermanns aufs Podium und hält Moralpauken, an denen unsre schaftlicher Antirevisionismus nötig, sie bei jeder Gelegenheit an Gegner ihre helle Freude haben. Wir bedauern nur die Genossen, ihre Pflichten und ihre Wachsamkeit besonders zu erinnern." die mühselig, oftmals mit Einſegung ihrer ganzen Eristenz die harte Der Norddeutschen Voltsstimme" in Bremerhaven Kleinarbeit machen und die Suppe auslöffeln müssen, die ihnen jene wird geschrieben: " großen Geister" auf dem Parteitage eingebrockt haben. Die Parteipresse über den Parteitag. Obwohl der Parteitag geschlossen ist, können natürlich, da der Schluß erst am Sonntag erfolgte und die heute in unsern Händen befindlichen Parteiblätter vom Sonnabend sind, noch keine abschließenden Urteile über den Parteitag vorliegen. Jedoch haben eine Anzahl Parteiblätter schon während des Parteitages ihre Ansicht über die bemerkenswertesten Vorkommnisse des Parteitages aus gesprochen, aus denen wir hier zur Information der Leser das kennzeichnendste registrieren. Das Maß ist voll! Hoffentlich wird sich der Parteitag seiner Pflicht nicht entziehen, sondern gründlich ausräumen, gleichviel, welche Stellung dieser und jener in der Partei bisher eingenommen hat, gleichgültig auch, welche Stellung dieser und jener zu dieser oder jener Frage einzunehmen vorgiebt. ausgesprochen, was vielen seit langem auf dem Herzen lastete, die bange erwägten, ob bei einem solchen Auseinandergehen der Anschauungen nicht schließlich die Uneinigkeit in der Attion entstehen müsse, die bis jetzt noch immer glücklich vermieden wurde." " Aus den neu eingegangenen Blättern citieren wir die Wiener Arbeiter geitung": Aber seine " " Die ges Es ist Durch die große Ausdehnung, die die Mitarbeiter- Debatte an nahm, ist bedauerlicherweise die Beratung der zu der parlas " Der Parteitag wurde heute noch nicht geschlossen und wird mentarischen Thätigkeit unsrer Reichstags- Fraktion gestellten Anträge start zu furz gekommen. Ueber die Sicherung des Wahlgeheimnisses gegen alles Herkommen noch am Sonntag tagen. wichtigste Arbeit hat er zu Ende geführt und man kann schon heute und den Schutz des Koalitionsrechts der Arbeiter hätte noch manches Wort gesagt werden können. Ganz besonders die Vorkommnisse in Die Parteigenossen müssen verlangen, daß solche Debatten ein ermessen, was er geleistet. Sein Beginn war peinlich bis zur den Unterweser- Drten, die Lloyd- und Tecklenborg- AngelegenWiderwärtigkeit. Die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern, für allemal unmöglich gemacht werden. Das ist eine Forderung der so sehr das durch den bei einzelnen Genossen mangelnden Taki heit, hatte der Schreiber dieses sich vorgenommen, vor aller Welt öffentlichen Reinlichkeit!" flar zu legen. Legen. Er ist nicht dazu gekommen. Am selben Tage schrieb die„ Freie Presse" in Iber- nötig geworden sein mag, wurde mehr als zulässig in den Vorder- stellten Anträge wurden grund gerückt. Sie gab den Anlaß dazu, daß alles Kleinliche, Ge- und dann ließ der Parteitag Schluß der Debatte eintreten. bon dem Antragsteller begründet feld: Die Frage der Mitarbeit von Genossen an bürgerlichen hässige und Unsaubere, das sich im Parteikörper angesammelt hatte, sowie das, wie gesagt, bedauerlich, wir dürfen jedoch davon überzeugt Blättern, der erste Hauptgegenstand der Verhandlungen über den der häßliche persönliche Hader an die Oberfläche kam und damit, was zu beis, Vorstandsbericht war es, der die Geister in selten gereizter Weise tam die Debatte allmählich auf die Höhe, die wir bei den deutschen alles thun wird, den vitalsten Rechten des arbeitenden Voltes durch die Erklärung des Genossen Stadthagen als Referenten hoffen, auch ausgeschieden wurde. Mit der Erörterung dieser Dinge ließ darüber keinen Zweifel daß die neue Reichstagsfraktion aufeinanderprallen ließ. Mancher hatte angenommen, es handle fich Barteitagen zu bewundern gewohnt sind. Was aber ist das Resultat? dabei um eine Sache, die direkt nur einige Genossen angehe Die Resolution Bebels, trotzdem sie durch verschiedene Busäße ver- Ginbringen entsprechender Gefeßentwürfe den so notwendigen Schutz und die auf dem Parteitage mur erledigt werden solle, um, im Anschluß an den Streitfall Mehring- Bernhard, den partei- meintlich principiell zugespitzt worden war, wurde mit 257 gegen 11 Stimmen angenommen. Und über die Tattit- Debatte heißt es in dem Artikel: genössischen Schriftstellern eine Direttive zu geben. Dies Der Eindruck der Bebel- Rede war ein gewaltiger. Der Revi jenigen freilich, die von vornherein davon überzeugt waren, Das bedeutet zweierlei. Erstens, daß in der That die große fionismus hat wohl Offiziere, aber keine Soldaten." daß die Vicepräsidentenfrage nur ein Symptom der revisionistischen Majorität der Delegierten und mit ihnen die Masse der Social- In der Königsberger Volkszeitung" schreibt Bestrebungen sei, wundern sich nicht, daß sowohl bei der„ Preß- demokraten durchaus und sehr entschieden auf dem Standpunkt Julian Borchardt, nachdem er den Artikel Bernhards in der„ Zufrage", wie auch bei der Verhandlung über die Gültigkeit bezw. Un- Bebels und Kautskys stehen, daß der große Körper der Partei kunft" scharf verurteilt hat: gültigkeit des Mandats des Genossen Bernhard die Kernfragen lang meint, daß der Wahlsieg vom 16. Juni teine Aufforderung zur" Doch ist das alles noch gar nichts gegen den Hauptcoup der und breit scharf erörtert wurden. Zu einer Hochdramatischen Scene Staatsmännerei" ist. Zweitens aber bedeutet die Abstimmung, daß ganzen Affaire, nämlich gegen die Art, wie sich Bernhard unter lam es bereits am Montagnachmittag während der Rede des Ge- die Gruppe, die man Revisionisten nennt, den Moment für ungünstig dem Beistand andrer verteidigt. Was wollt Ihr von mir," ruft nossen Dr. H. Braun, der in tendenziöser persönlicher Weise zum hält, um sich zu ihren Meinungen entschieden und offen zu be- er aus:„ der Mann, der mich in der„ Neuen Zeit" richtet, hat ja Teil 25 Jahre alte Sachen ausgrub, um die Mitarbeit an der kennen, und noch weniger für günstig, um zählen zu lassen, wie vor 25 Jahen selbst Schweinereien begangen!" Und nun werden Hardenschen Zukunft" zu rechtfertigen. Die beste Abwehr ist groß ihre Zahl ist. " zu verschaffen." " in breiter Rede alle möglichen angeblichen Schandthaten Mehrings aufgerollt, in der offenbaren Absicht, den Parteitag abzulenken von dem, was zur Debatte stand und worüber er richten sollte. Es ist nicht unfre Sache, Mehring zu verteidigen. Das muß er selbst besorgen. Aber unsre Sache und Sache jedes Parteigenossen Versuch, eine Formel für den Radikalismus aufzustellen, nicht gelingen ist es, Einspruch zu erheben gegen die Verhöhnung des Parteitages, die fonnte. Eine gerade Linie hat eine Formel, die Summe aller mög- in dieser Verteidigungsart liegt. Denn das und nichts andres ist es, das lichen Abirrungen von ihr kann freilich in keiner Formel zusammen- muß einmal mit richtigen, deutschen Worten ausgesprochen werden. gefaßt werden. Sie konnten aber schließlich wirklich mit einem Was zum Teufel hat denn Mehrings Vergangenheit mit der Zumpen der Hieb", nach diesem Grundsatz operierten sowohl Heinrich Ihre Zahl ist in Wahrheit so gering, daß die Minorität es vorBraun wie Bernhard, die beide ihre Lanzen gegen Franz gezogen hat, sich in der Majorität zu verstecken. Die es anders auf Mehring spizten, um diesen moralisch zu vernichten. Obwohl fassen, wollen glauben machen, daß es ein Erfolg für sie sei, wenn von vornherein feststand, daß die Mehrheit des Parteitages die Scheidung und Zählung der Gruppen nicht gelungen ist, da der auf der Seite Bebels steht, so muß doch zugegeben werden, daß *) Während der Dauer des Parteitages war es uns aus Naummangel unmöglich, von diesen Aeußerungen Notiz zu nehmen. " moral jenes Bukunfts"-Artikels zu thun und mit der Moral jener, über etwaige, am Produktionsorte der Milch vorliegende Infektions- 1 der amerikanischen wie auch einem Teil der deutschen Handels die in gegnerischen Blättern schreiben? Sezen wir den Fall, alle gefahr. presse Anlaß, von einer erneuten Belebung des Eisengeschäfts jene Beschuldigungen gegen Mehring seien begründet. Seßen 6. Die Schwierigkeiten, welche einer einheitlichen Ueberwachung zu sprechen. Diese Auffassung der Marktlage hat recht wir den Fall, Mehring sei der schwärzeste Teufel, den der ganzen Produktions-, Transport- und Verkehrsverhältnisse der bald ein Dementi gefunden. Seit etwa 14 Tagen sieht es trüber man sich vorstellen kann. Wird denn dadurch das Verbrechen für den städtischen Konsum bestimmten Milch entgegenstehen, sind auf auf dem amerikanischen Eisenmarkt aus als je vorher; die Nachfrage Bernhards und seiner Verteidiger auch nur um Haares- reichsgesetzlichem Wege zu beseitigen. nach Roheisen und Stahlfnüppeln geht mehr und mehr zurück und zugleich breite milder? Das Ganze war nur ein Versuch, den 7. Diese Ueberwachung würde sich regeln lassen durch Einseßen sinken die Preise. Aengstliche Gemüter, die noch vor wenigen Monaten Parteitag zu hintergehen, ihn abzulenten von dem, worauf von Kommissionen, in welche Mitglieder der Regierung, der überhaupt nicht an eine Abflauung des amerikanischen Eisenmarttes es ankam. Es war die Art gewisser Tiere, wenn sie verfolgt werden, Landwirtschaftskammern, sowie auch Vertreter der Städte zu ent- glauben wollten, sehen bereits eine Konkurrenz des amerikanischen Schmutz und Gestant um sich zu verbreiten, um im Trüben zu ent- senden wären. Den Kommissionen müßte ein Landwirt, ein Tier- Eisens und Stahls auf dem deutschen Markte herannahen. So weit kommen. Besaß doch Bernhard die--- Harmlosigkeit, zu ver- arzt und ein Arzt angehören. Sie hätten den zuständigen Aufsichts- ist es nun feineswegs. Ueberhaupt ist, wie an dieser Stelle schon langen: nachdem er für seinen Zukunft"-Artikel abgebeten habe, behörden bei Licenzerteilungen für den Milchhandel als beratende mehrfach dargelegt wurde, eine irgendwie beträchtliche Invasion folle man ihn endlich damit verschonen! Der Artikel aber stand Instanz zur Seite zu stehen. amerikanischen Eisens und Stahls in Deutschland kaum zu befürchten, zur Erörterung, über ihn sollte geurteilt werden, nicht über Mehring. 8. Bis zur Erledigung der unter 6 und 7 bezeichneten Aufgaben wohl aber eine Zurückdrängung des deutschen Fabrikats auf fremden Aber dem Uebermenschen Bernhard hat es beliebt, über Mehring zu sollten die städtischen Behörden es sich zur Pflicht machen, dafür zu Absatzmärkten und infolgedessen ein Rüdgang des deutschen Eisensprechen, und nun berlangt er furzweg, der Parteitag folle fich sorgen, daß wenigstens für sämtliche fünstlich zu ernährenden Säug- exports. feinem Gebot fügen und über seinen Artikel schweigen! Ist es zu linge eine gesundheitlich einwandsfreie Milch zum heutigen Preise viel, wenn wir das eine Verhöhnung des Parteitags nennen? der Marktmilch zur Verfügung steht. Arbeitsverhältnis oder Gefälligkeitsleistungen? Ueber die jetzige Marktlage in den Vereinigten Staaten von Amerika bringt Sie" Voff. 8tg." folgende Kabelmeldung: Was die angenommene Resolution anbetrifft, so gefällt sie uns Die Lage des Roheisenmarkts wird ungünstig beurteilt. Die auch nicht. Es läßt sich in der That für so etwas teine Norm aufLäger wachsen an, was im Zusammenhang mit der Erhöhung der stellen. Das ist aber auch gar nicht nötig. Wer wirklich mit Haut und Haaren Socialdemokrat ist, der weiß auch ohne geschriebene Der ehemalige Restaurateur H., der in seinen wirtschaftlichen Produktion auf ein Jahresquantum von 19 Millionen Tonnen steht. Norm, was er in folchen Dingen zu thun und zu lassen hat. Wer Verhältnissen sehr zurückgekommen ist, war etwa 17 Monate lang worden. Bei größeren Aufträgen tamen jedoch Unterbietungen vor, das aber nicht weiß, sondern solche Dinge thut, wie sie von bei dem Reſtaurateur Neumann täglich 8 Stunden etwa im auch waren die Produzenten von Fertigeisen und Stahl geneigt, Bernhard und seinen Freunden verteidigt worden sind, der gehört Betriebe und machte sich dort in verschiedener Hinsicht nützlich ihr Material ohne Rücksicht auf die Kostenpreise abzugeben, um eine aus der Partei ausgeschlossen." Ein eigentliches Vertragsverhältnis bestand nicht. H. erhielt Essen und Trinken und gelegentlich ein paarmal etwas Geld. Anhäufung der Lager zu verhüten. Darauf deutet auch die AnPersönliche Erklärungen liegen vor von den Genossen Nachdem man auseinander gekommen war, verklagte H. den Gast- wesenheit leitender Bahnbeamten in den Erzeugungsorten hin." Der englische Arbeitsmarkt. Nach der„ Labour Gazetta" vom Jaedh in der Leipziger Volkszeitung" Nr. 217, Edmund wirt N. beim Berliner Gewerbegericht auf Zahlung von 643 Mark Fischer im„ Armen Teufel" Nr. 38 und G. Bernhard in der rückständigen Lohns für die 17 Monate. Der Beklagte wandte 15. September zeigte der Monat August einen weiteren GeIn den 226 berichtenden GewerkschaftsSächsischen Arbeiterzeitung" Nr. 217. Jaech wendet sich gegen die ein, er schulde nichts. Einmal habe er H. 7,50 Mark für den Monat fäftsrädgang. Angriffe Kolbs auf dem Parteitage. Er schildert seine Bartei- angeboten, da habe dieser es aber nicht genommen.- Der Kläger betonte, verbänden mit 561 946 Mitgliedern waren 30 751 Personen oder thätigkeit namentlich in dem Abschnitte als er dem er habe nicht gesagt, daß er gar nichts haben wolle; er habe nur gemeint, 5,5 Proz. unbeschäftigt gegen 4,9 Proz. im vorhergegangenen Monat Gewerbe- und 4,5 Proz. im August 1902. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit seines Bruders in Stuttgart mitgearbeitet hat und er werde sich etwas fordern, wenn er etwas brauche. giebt besonders einen Auszug aus dem von Kolb aufrichter Neumann schlug namens der Kammer VI einen Vergleich auf im August der letzten zehn Jahre belief sich auf 4,3 Proz. Der gegriffenen Artikel" Politische Kinderkrankheiten". Nach diesem Aus- 100 Mark vor und führte aus: Die Kammer sage, daß man auch Geschäftsniedergang ist besonders bemerkbar in der BaumwollAn gewerblichen Streitigkeiten waren im zuge vertritt er darin die Meinung, daß die Socialdemokratie in etwas zahlen müsse, wenn man jemand in fein Haus nehme Industrie. ihn thätig sein und Lasse Deutschland zu sehr an die Wirkung der politischen Gewalt glaube und dabei Arbeit spare. Berichtsmonat 29 523 Personen beteiligt, davon 14 000 ZimmblechBon Lohnänderungen und die Organisierung des Konsums der Wassen vernachlässige, wo- Und da Beklagter dem Kläger früher selber einmal 7,50 m. für den und Stahlarbeiter in Südwales. durch sie erst eine wirkliche wirtschaftliche Macht würde. Dann be- Monat geben wollte, so schlage der Gerichtshof 7,50 m. mal 171, ab- wurden 121 200 Arbeiter betroffen; das Reinergebnis dieser streitet er, daß er dem Genossen Kolb von Leipzig aus einen Artikel züglich 30 M. Vorschuß, abgerundet 100 M., bor. Der Beklagte Aenderungen war eine Lohnherabsetzung von 1300 Pfund Sterling für die Budgetbewilligung angeboten habe. Kolb habe ihm vielmehr wollte erst nichts geben, sondern meinte, es läge gar fein Arbeits- die Woche. nach Stuttgart einen Brief geschrieben, worin er ihn im allgemeinen zur berhältnis vor, Kläger sei aus Gefälligkeit zu ihm gekommen und er Mitarbeiterschaft aufforderte und ihm speciell das erwähnte Thema habe ihn gefüttert". Schließlich verglich man sich doch. Beklagter vorschlug. verpflichtete fich, 100 M. in monatlichen Raten von sechs Mart an den Kläger zu zahlen. Blatte an Edmund Fischer veröffentlicht noch einen in der Zukunft" von 1899 mitgeteilten Brief Mehrings an Harden aus dem September 1892, worin Mehring sich sehr freundschaftlich zu Harden stellt und dessen Bismard- Schwärmerei als ein psychologisches Rätsel für solche bezeichnet, die Harden nicht fannten. Aus Induſtrie und Handel. Verfammlungen. Verband der Dachdecker( Filiale Berlin). Die Versammlung, welche am 20. September bei Feind, Weinstraße 11, statt fand, schritt zur Wahl des ersten Vorsitzenden, da Fuchs sein Amt niedergelegt hatte, und eines Beisigers an Stelle des verstorbenen Vereinigte Königs- und Laurahütte. In der heutigen Sitzung Kollegen Block; als ersterer wurde Höppner, als letzterer Weiske Bernhard veröffentlicht die ganze Karte Mehrings über Schoen- des Aufsichtsrates legte die Direktion den Abschluß für das Ge- gewählt. Zur Gaukonferenz, die am 4. Oktober stattfindet, um lank an Harden, um den Beweis zu führen, daß Mehrings schäftsjahr 1902/03 vor. Der Bruttogewinn betrug nach Deckung über die Aufstellung der Delegierten zum Verbandstag eine Erklärung( fiehe„ Vorwärts" Nr. 219) in verschiedenen Bunkten unrichtig aller Geschäftsuntosten und der Obligationszinsen 7 148 454 Mart. Einigung zu erzielen, wurden Rosenbaum und Schlewing delegiert. sei. Er will damit beweisen, daß Harden zu dieser Zeit bereits die Nach Absetzung der ordentlichen und außerordentlichen Ab- Die Versammlung schloß zwei Kollegen wegen unsolidarischen BerVorbereitungen zur Herausgabe der Zukunft" getroffen hatte, daß schreibungen von den Anlagewerten in Höhe von zusammen haltens aus der Organisation aus. Im Anschluß hieran wurde auch Hardens Bismard- Begeisterung Mehring zu der Zeit bekannt war 3 500 796 Mark verbleibt verbleibt ein Reingewinn bon 3 642 657 folgender Antrag angenommen: Werkstellenangelegenheiten, Mißund daß dieser auch Bebel und Liebknecht Harden gegenüber ver- Mart, von welchem nach Kürzung der statutenmäßigen Tantiemen stände auf Bauten und sonstige aus dem Lohn- und Arbeitsverhältnis dächtigt habe. Außerdem erklärt Bernhard, daß aus der früheren und zuzüglich des Vortrages aus dem Vorjahre 3 378 548 Mart zur Prüfung vorzulegen. Bei besonders schweren Fällen hat derselbe sich ergebende Streitigkeiten sind in erster Linie dem Vorstande zur Erwähnung der Karte in Mehrings Broschüre nicht zu ersehen sei, Verfügung bleiben. daß es sich um Schoenlank gehandelt habe. Der Aufsichtsrat wird der am 31. Oktober stattfindenden General- die Pflicht, diefe der Versammlung zur Erledigung zu unterbreiten, versammlung die Verteilung einer Dividende von 11 Prozent des bei minder schweren das Recht der selbständigen Entschließung. Attienkapitals an die Aktionäre und von dem verbleibenden Rest Zuwendungen in Höhe von 363 000 Mart für Wohlfahrtszwecke vorschlagen. Ferner geht uns selbst folgende Zuschrift zu: Steglitz- Berlin, 21. September 1903. An die Redaktion des„ Vorwärts" Berlin. Sociales. F. Mehring. Eine Aufgabe der Städtehygiene. leber die Geschäftslage bemerkt der Bericht der Verwaltung: " Der Beschäftigungsgrad unsrer Walzwerke war im 4. Quartal Der Wahlverçin Brik hielt am 11. September seine Mitgliederversammlung ab, in welcher die Aronssche Broschüre zur Landtagswahl vorgelesen wurde. Daran schloß sich eine rege Diskussion. Aufgenommen wurden zwei Genossen. Der Vorfizende machte be fannt, daß das Stiftungsfest am 10. Oftober bei Bethke stattfindet. Die Staatswerkstättenarbeiter- Deputation vor Wilhelm II. Danzig, 21. September. Der Maschinenführer Glashagen sagte In dem Bericht, den Ihre Sonntagsnummer über die Ausführungen des Genossen Auer auf dem Dresdener Parteitage bringt, ein steigender. Auf Katharinahütte, ebenso wie auf unſten ſobLetzte Nachrichten und Depefchen. heißt es:" Nicht aus dieser Thatsache allein( nämlich, daß Bebel für Hütten fonnten infolgedessen bereits Preisaufschläge für neue Aufmich eingetreten sei), sondern vielleicht auch aus der Schluß- träge durchgesetzt werden. Doch hielt sich in Deutschland der Preiswendung in der Erklärung Mehrings, daß für alles, was er stand bei dauernder Zurückhaltung der Spekulation noch immer unter gethan habe, der Vorstand mit die Berantwortung trägt, hat sich der Höhe am Schlusse des Vorjahres, obwohl infolge des verstärkten in seiner Ansprache: Er bringe Namens der gesamten Arbeiterschaft ein Gerücht gebildet, das bereits in die Presse übergegangen ist und Eisenverbrauchs im Inlande eine fortgesetzte Inanspruchnahme in feiner Ansprache: Er bringe Namens der gesamten Arbeiterschaft das auch mir persönlich gegenüber von einem hochachtbaren Ge- und Schwächung der Handelslager zu beobachten war. Auch der Staatswerkstätten Sr. Maj. dem Kaiser die Huldigung dar. Das nossen zum Ausdruck gebracht worden ist, nämlich die Vermutung, die Preise für Lieferungen an die Staatseisenbahnen, namentlich große Wohlwollen und Vertrauen, welches Se. Maj. der Kaiser daß der Genosse Mehring den Parteivorstand in der Hand haben auch von den Werkstätten litten unter verschärfter Konkurrenz. ben deutschen Arbeitern wiederholt geschenkt habe, veranlasse fie, müsse, daß er im Besiz und in Kenntnis von Dingen sei, die Die Förderung an Kohlen überschritt die des Vorjahres mur um ihren tief empfundenen Dank an dem heutigen bedeutungsvollen den Vorstand zwingen, seine schützende Hand über ihn zu halten ein geringes, wogegen die von der Konvention beschlossene Er- Tage auszusprechen, an welchem das Denkmal des großen Kaisers oder, wie das Blatt sich ausdrückte, ihn mit dem Schilde zu decken." mäßigung der Kleinfohlenpreise und die Herabsetzung der Lokomotiv- enthüllt worden sei. Die Arbeiter der Staatswerkstätten der alten Stadt Inwieweit dieser Bericht ganz torreft ist, muß ich dahin gestellt fohlenpreise neben einer in Betriebsverhältnissen begründeten Ver- Danzig gelobten Sr. Majestät dem Kaiser unverbrüchliche Treue und fein lassen; jedenfalls habe ich aber nicht das gesagt, was Genosse schiebung des Sortenfalls bei der Kohlenseparation eine Herab- beteten zu Gott um Glüd und Segen für Se. Majestät den Kaiser. Auer mich sagen läßt, sondern ich habe, wie Ihr Bericht vollkommen minderung der Kohlenverwertung zur Folge hatte, welche die ErDer Kaiser erwiderte:„ Ich danke Ihnen für die Worte die Sie richtig mitgeteilt hat, in Abwehr des Vorwurfs, mich an die Partei träge des 4. Quartals gegenüber dem Vorjahr ungünstig beeinflußte." im Namen der Arbeiter ausgesprochen haben, und bitte Sie, diefen meinen Dank den Arbeitern der Werkstätten zu überbringen. Es ist herangedrängt zu haben, mich darauf berufen, daß meine ParteiSaatenstand in Preußen.( 8wei bedeutet gut, drei mittel.) mir eine Freude, gerade am heutigen Tage Sie zu sehen, am Tage thätigkeit durch die Initiative der Partei- Verlage in Berlin, Leipzig, Dresden, Nürnberg, Stuttgart und so auch durch den Parteivorstand, Mitte September betrug der Saatenstand für Startoffeln 2,8( gegen der Denkmalsenthüllung des großen Kaisers, an dessen Thaten der mir die Herausgabe des litterarischen Nachlasses von Marg, 2,7 im Vormonat und 2,8 im September des Vorjahres), für Klee einzelne von Ihnen mitgethan, des großen Kaisers, der dem deutschen Engels und Lassalle anvertraut habe, hervorgerufen worden sei. 2,4( gegen 2,5 im Vormonat und 2,3 im Vorjahre), für Luzerne Volke die Jahrhunderte lang ersehnte Einheit gebracht hat. Erst durch Wie aus dieser einfachen Feststellung einer unbestrittenen Thatsache das 2,8( gegen 2,8 im Vormonat und 2,5 im Vorjahre), für Wiesen 2,8 den Aufbau des einigen Deutschen Reiches ist es möglich gewesen, daß Gerücht", von dem Genosse Auer spricht, auch nur vielleicht" hat ent-( gegen 2,6 im Vormonat und 2,7 im Vorjahre). die gewaltige Entwicklung in Handel und Industrie so viele fräftige Die im Berichte des Vormonats erwähnten fast umunterbrochenen Fäuste deutscher Arbeiter hat beschäftigen fönnen. Ich sollte daher stehen tönnen, ist mir ein vollständiges Rätsel. Ju der That bringt bas„ Berliner Tageblatt", das jenes„ Gerücht" zuerst tolpcrtiert recht ergiebigen Regengüsse hielten bis Ende August an, denen nach meinen, daß im Hinblick auf die ehrwürdige Gestalt des deutschen hat, es nur als Produkt seiner freien Phantasie. Ebenso wie das vorübergehender großer Hize wieder übermäßige Nässe, Sturm und staisers die deutsche Arbeiterschafi Freude und Genugthuung die Eröffnung eines so ungeheuren Gerücht", daß ich ein Polizeispiel sein solle: beide" Gerüchte" Kälte folgten. Trogdem find die gefallenen Regenmengen leichtem empfinden müßte stehen auf der gleichen Höhe blödsinniger Infamie. Boden nicht schädlich, teilweise sogar noch nicht einmal ergiebig genug Feldes der Thätigkeit, auf dem sie ihre Thätigkeit entgewesen. Die schönen Tage machten der Landbevölkerung die Räumung wideln kann. Und ich sollte meinen, daß auch sie das höchste Ich ersuche Sie um gefälligen Abdruck dieser Zeilen. Mit Parteigruß der Felder soweit als angängig möglich. Entsprechend der ver- Interesse daran hat, dieses Deutsche Reich ungeschmälert und unspäteten Ernte ist auch die Bestellung der Aecker mit Wintersaat in gestört zu erhalten und im Innern wie nach außen festgefügt einigen Gegenden weit vorgeschritten. zusammenzuhalten. Denn nur in einem folchen wird die deutsche Der volkswirtschaftliche Nuken des Kohlensyndikats. Die Arbeiterschaft Lohn, Lebensunterhalt, Zufriedenheit haben und mit Deutsche Industrie Beitung", das Drgan des Central Vertrauen in die Zukunft blicken können. Ein großer Teil der verbandes deutscher Industrieller, beschäftigt sich in der Rundschau deutschen Arbeiter geht durch die Reihen der Armee und lernt in Auf der Jahresversammlung des Vereins für öffentliche Ge- feiner legten Nummer mit dem socialdemokratischen Parteitag in ihr die Schulung und Disciplin; diese Schulung giebt ihnen Dresden, der Tagung des Vereins für Socialpolitik in Hamburg die Möglichkeit, auf friedlichen Gebieten Siege über Siege zu was deutsche Arbeit fundheitspflege in Dresden sprach Professor Dr. Dunbar- Ham- und der Rechenbefizer- Versammlung des Kohlensyndikats in Essen. erringen und überall weiß man, burg über die gesundheitliche Ueberwachung des Milchverkehrs und Natürlich haben nach der Auffassung dieses Blattes die Tagungen in deutet, überall wird sie geschäßt und anerkannt; das ist nur stellte folgende Grundsäße auf: Dresden und Hamburg traurige Ergebnisse geliefert: in Dresden möglich durch die große Erfahrung und den hohen Stand der Bildung Ich hoffe nach wie vor, daß die 1. Die derzeitigen städtischen Milchversorgungs- Verhältnisse ge- gab es nach seiner Behauptung nichts als Phrafen und dröhnende der deutschen Arbeiterschaft. nügen nicht den hygienischerseits zu stellenden Anforderungen. Worte" und der Verein für Socialpolitit arbeitet immer mehr Gesinnungen, denen Sie heute Ausdruck gegeben haben, im Namen 2. Aus der Thatsache allein schon, daß im Deutschen Reiche nach der Devise„ Viel und billig, d. h. billig und schlecht"; dagegen meiner Arbeiter der kaiserlichen und königlichen Werkstätten, auch in jährlich etwa 150 000 fünftlich ernährte Säuglinge an dem Genusse die Effener Zechenbefizer- Versammlung eine tiefe den Herzen der übrigen Arbeiter schlagen, und daß nach wie vor verdorbener Milch sterben, geht hervor, daß die Sanierung der Weisheit, indem sie fich für die Erneuerung des Kohlensyndikats fie sich immer bewußt sind, daß sie zunächst Deutsche sind, und daß Milchversorgungs- Verhältnisse eine Aufgabe darstellt, die an Be entschied, und dadurch dem allgemeinen wohl den die Arbeiter das Deutschtum in Frieden nach außen zu Ehren zu bringen deutung keiner andren Aufgabe der Städtehygiene nachsteht. haben, wie fie auch im Kriege nicht zögern werden, zur alten 3. Bei dem hohen Entwicklungsstande der milchwirtschaftlichen größten Nußen" brachte. Wenn man sich", so meint das centralverbändlerische Organ, bekannten Waffe zu greifen, wenn es gilt, das Vaterland zu verTechnik liegt die Möglichkeit vor zur Versorgung der Städte mit aus" Anlaß diefer drei gleichzeitigen Tagungen, des socialdemokras teidigen, fo lange solche Empfindungen maßgebend find, so lange, einer allen gesundheitlichen Anforderungen genügenden, insbesondere tischen Parteitags in Dresden, des Vereins für Socialpolitik in Hamburg davon bin ich fest überzeugt, wird das Vaterland sich weiter entauch für die Kindererziehung geeigneten Milch zu demselben Preise, und des Kohlensyndikats in Effen fragt, welche von denselben dem wideln, zum Segen und zur Freude auch seiner Arbeiter. Ich danke der zur Zeit für die Marktmilch bezahlt wird. ( W. T. B.) 4. Daß diese Möglichkeit unbenutzt bleibt, liegt begründet in allgemeinen Wohl den größten Rußen gebracht habe, so wird man Magdeburg, 21. September.( B. H.) Von der 11. und 12. Comder auf Unkenntnis beruhenden Gleichgültigkeit der städtischen Kon- darüber kaum im Zweifel sein dürfen, daß der kleinsten Versumenten und in der Thatsache, daß die städtischen Behörden noch sammlung und derjenigen, die am kürzesten tagte und zugleich pagnie des Infanterie- Regiments Nr. 66 wurden 100 Mann mit je feinen genügenden Einfluß auf die Milchproduktions- und Trans- die wenigsten Worte verschwendet hat, dieses Verdienst zukommt. brei Tagen Arrest bestraft. Zur Beschaffung von Compagniebildern Die Fortdauer des Kohlensynbitats ist für hatten die Leute Geldsammlungen ohne Genehmigung der Hauptpartverhältnisse besigen. 5. Die übliche Üleberwachung des Milchverkehrs ist ungenügend. von allergrößter Bedeutung, aber sie ist von sich nahmen, hatten dasselbe unterschlagen, wodurch die Angelegenallgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse leute veranstaltet. Zwei Chargierte, die das gesammelte Geld an Die Untersuchung von Milchproben, welche aus dem Verkehr ent- erster wichtigteit für die Arbeiter, und weder ich nahmen, hatten dasselbe unterschlagen, wodurch die Angelegennommen werden, hat zwar den Nußen, daß durch sie einer erheb- bie tönenden Resolutionen des Dresdener Partei- heit zur Meldung kam. London, 21. September.( W. T. B.) Die„ St. James Gazette" lichen Herabsezung des Nährwertes der Milch und namentlich tags, noch die Thaten des Vereins für Socialeiner Anwendung von Konservierungsmitteln erfolgreich Be- meldet, entgegengetreten werden kann. Für die Beurteilung der Milch bat politit in Hamburg tönnen sich in dieser Be meldet, Austen Chamberlain sei zum Schatzkanzler, Lord Selborne Brodrick zum Staatssekretär für Indien ernannt worden. solche Untersuchung im übrigen aber nur den Wert, den die Unter- iehung meffen mit dem einfachen Beschluß der zum Kolonialminister, Arnold Forster zum Kriegsminister und Saloniti, 21. September.( B. H.) Nach hier eingegangenen fuchung einer eingelieferten Brunnenwasser- Probe haben könnte. Bechenbesiger, das Syndikat zu erneuern." Wie sonderbar sich doch in manchen Köpfen die Welt wieder meldungen dauern die Massakres seitens der Bazibozuts fort. Diese aber würde fein Hygieniker als ausreichende Grundlage an spiegelt! Ortschaften Ratebia und Rombuly wurden zerstört und die gesamte erkennen für die Beurteilung etwaiger Gesundheitsschädlichkeit des Brunnens, aus welchem die Probe stammte. Ebensowenig giebt uns Vom amerikanischen Eisenmarkt. Die vor einigen Wochen fich christliche Bevölkerung ermordet. Im Bazar von Koepfuelue erschoß die chemische, beziehungsweise bakteriologische Untersuchung der aus auf dem amerikanischen Eisen- und Stahlmarkt zeigende etwas leb- ein Soldat die bulgarischen Notabeln Vojin und Jankow und ver dem Verkehr entnommenen Milchprobe einen genügenden Aufschluß haftere Nachfrage nach einigen Stahl- und Roheisensorten gab damals wundete mehrere Personen. Der Mörder wurde verhaftet. Berantwortl.Nebatteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruceret u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt auch die " Ihnen." be Die Str. 21. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kaiserschloss. Ein Kaiserfchlofs. Vor einigen Tagen hatten wir Gelegenheit, den Entwurf eines Kaiserschlosses kennen zu lernen, der in ganz merkwürdiger Weise an unsre Mitteilungen über die Kaiserinsel erinnert. Wir unterbreiten diesen Entwurf der Deffentlichkeit als Beweis, wie eifrig schon vor unsrer, aus gänzlich anders gearteter Quelle geschöpften Mitteilungen die Phantasie der Architekten mit kaiserlichen, burgartigen Inselschlössern sich beschäftigte. Wir wissen nicht, ob der in dieser Nummer nachgebildete Entwurf im Zusammenhang mit unsrer Veröffentlichung steht. Auffällig ist jedenfalls, daß der Plaz, auf dem sich das Kaiserschloß erhebt, Pichelswerder sein könnte. Um dem Verdacht einer Mystifikation vorzubeugen, bemerken wir, daß der Entwurf aus dem Dezember 1902 stammt und daß der Architekt, der ihn gezeichnet, uns bekannt ist. Dienstag, 22. September 1903. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Schluß der Sonnabend- Sihung. feiner Deklaration irgendwelches Mißtrauen gegen meine Person| Ich habe ihn nicht zum Revisionisten gestempelt. Diesen Ruf hatte er ausgesprochen werden soll. Ich habe nicht verstanden, ob die Absicht schon lange, bevor ich heute gesprochen habe.( Heine: Na also!) besteht, meinen Anteil an Einfluß innerhalb der völlig demokratischen Vollmar beneide ich um seine Lage, eine Rede zu beurteilen, die er Organisation des„ Vorwärts" einzuschränken. Weil ich das nicht ber nicht gehört hat. Sehr gut! und Heiterkeit.) standen habe, kann ich mich auch mit der Deklaration von Bebel nicht zufrieden geben. Da ich aber sachlich nicht darauf eingehen kann, fo muß ich die weitere Aufklärung den Verhandlungen der zuständigen Instanz überlassen. Bollmar: Die legte Aeußerung ist ja ein schöner Ausweg, aber weiter nichts, denn Kautsky vergißt, daß es außer ihm und mir in v. Bollmar: Ich habe auf die persönlichen Bemerkungen Bebels diesem Saale auch noch andre Leute giebt, die hören fönnen; im übrigen kann ich versichern, daß ich ihn gar nicht zu hören brauche, nur sehr wenig zu antworten. Bebel meinte bezüglich der bayrischen Wahlrechtsfrage, wenn es den Münchenern so darum zu thun ge- Bebel: Es fällt mir in gar feiner Weise ein, irgend welches um zu wissen, was er sagt( Heiterkeit), ich meine, was er in einer Sache wesen ist, warum sie dann die Sache nicht auf dem Parteitage an- Mißtrauen gegen Eisner und seine Leistungen auszusprechen. Wenn wie der vorliegenden sagt. Gegen Bebel mur eine einzige Bemerkung: geregt hätten. Er dreht die Verhältnisse um! Nicht wir sind die in dem Wortlaute meiner Rede ein solches Mißtrauen enthalten Er sagt, es habe ihn interessiert zu hören, daß ein ganzes bayrisches Antläger, sondern Bebel. Ihm war unsre Bewegung nicht recht. sein sollte, habe ich ja ausdrücklich erklärt, daß das nicht so Armeecorps bei der Hand gewesen ist, auf ihn loszustürzen. Na, so Er hat erklärt, daß unsre Haltung parteischädigend sei, und gemeint war. Mehr konnte ich loyaler Weise nicht thun. Ich glaube grausam sind wir nicht, daß ein ganzes Armeecorps über einen Einzelnen deshalb wäre es seine Aufgabe gewesen, die Sache in alles gethan zu haben, was möglich ist, und nach der Anerkennung, herfällt, das müßte woanders Mode sein.( Heiterkeit.) Aber Bebel verMünchen zu verfolgen. Wir Bayern waren darauf gefaßt, daß wir die ich Eisner gezollt habe, die das höchste enthält, was man einem gißt, daß nicht er allein nur angegriffen, sondern auch ein großer Teil angegriffen würden. Ich könnte eine ganze Anzahl von bayrischen Redakteur entgegenbringen kann, verstehe ich es nicht, wie er immer der Parteipresse hat erklärt, es sei nötig, gegen uns vorzugehen. Genossen nennen, die auf der Rednerliste standen, jedesmal, sobald noch nicht zufrieden gestellt worden ist. Ebenso wie Eisner im Nahmen Wenn Bebel sagt, er wäre zur Attacke vorgegangen, so habe ich nur sich ein Redner meldete, von dem wir annahmen, daß er uns angreifen einer persönlichen Bemerkung nicht auf die Sache eingehen kann, zu erwidern, daß wir keine streitsüchtigen Leute sind, die um jeden würde. Aber es erfolgte fein Angriff, ind die Redner haben sich kann ich auch meinen Plan über die zukünftige Gestaltung des Preis streiten wollen, sondern wir hauen nur dann darauf regelmäßig wieder streichen lassen. Dem Genossen Timm war das Vorwärts" im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht erörtern. los, wenn es nötig ist.( Heiterkeit und Rufe: Sehr gut!) Heine: Die Bemerkung von& autsty, so ich mich gewisserschon ein paarmal passiert, und da es ihm unangenehm war, sich Zu den Verhandlungen darüber wird die Redaktion des Vorwärts" wieder streichen lassen, sah er sich veranlaßt, ganz unvorbereitet in corpore eingeladen werden. Eisner hat ja dann Gelegenheit, dort maßen als Revisionist getroffen fühle", sollte vermutlich kein Wit über eine ganz andre Sache zu sprechen.( Große Heiterfeit.) seine Bedenken vorzubringen. Was die Bemerkung Vollmars bezüglich sein, denn ich habe Kautsky noch nie einen Witz machen hören. Was meine Anführung einer Stelle aus der Bebelschen Etatsrede des aus meiner Kaiserrede citierten Sages betrifft, so handelt es( Rufe: Na na!) Sie war also wohl ernst gemeint. Es wiederbetrifft, so hat Bebel bestätigt, daß mein Citat richtig ist. Er wirft sich um eine Auslegung. Da nun nach allgemeinem Recht dem holt sich immer dasselbe Spiel. Genau so war es ja in Lübeck. mir nur vor, daß ich einen Satz nicht verlesen habe, und er meint, Redner in erster Linie zusteht, zn sagen, was er gemeint hat, so Es wird auf eine Anzahl von Leuten hingewiesen, die bald daß durch diesen Satz das Ganze eine andre Bedeutung bekomme. habe ich auch heute davon Gebrauch gemacht in einer Weise, Opportumisten, bald Revisionisten, bald Bernsteinianer genannt Ich bin nicht der Meinung: Ich glaube vielmehr, daß dieser Satz die meiner Ueberzeugung entspricht. Es ist unnötig, darüber werden und diese werden dann in allgemeinen Redensarten an dem Sinne gar nichts ändert, indessen war das ja von gar keiner zu streiten, denn wir würden hin und herstreiten und es vermöbelt. Jeder weiß, wer damit gemeint ist. Weist dann aber beim alten. wesentlichen Bedeutung in meiner Rede, denn ich wollte daraus nicht bliebe doch alles Dann ist Vollmar wieder einer nach, daß das alles unrichtig ist, was über ihn gesagt ist, den Schluß ziehen, daß Bebel eine falsche Aeußerung gethan hat, auf die Bayernfrage gekommen und teilt uns die Neuigkeit mit, dann kommt immer dieselbe Doppelargumentation: erstens: sondern ich wollte nur sagen, daß, wenn Leute mit dem Rotstift in daß ein fleines Armeecorps schwer bewaffneter Bajuvaren Dich haben wir nicht gemeint! und zweitens, daß Du der Hand meine Reden verfolgen, was man dann wohl thun im Hinterhalt gestanden hat, bereit, sofort über mich her- Dich dagegen verwahrst, ist ein Zugeständnis, daß Du es bist! würde, wenn ich eine solche Aeußerung gemacht hätte.( Bebel: Gar nichts!) zufallen.( Große Heiterkeit.) Diese Tapferkeit Diese Tapferkeit der Bajuvaren Dieses Verfahren ist mir als Anwalt aus Beleidigungsprozessen aus So, weißt Du denn das so genau? Bebel: Ja, das weiß ich!) Nun freut mich. Aber ich bin um so mehr darüber erstaunt, täglicher Erfahrung bekannt. Wenn so die Mutter Müller'n herumläuft ja, ich sage nichtsaber es sind dort Kautsky! Zu meinem Bedauern habe ich seine Rede nicht vollständig da ich Vollmar gegenüber erklärt hatte, es würde mir gar nicht und sagt:„ Die Schulze'n hören tönnen. Ich habe mich aber von andern darüber informieren einfallen, die Sache zur Sprache zu bringen. Allerdings hat und dort silberne Löffel gestohlen worden; ich sage natürlich nichts lassen, was er gesagt hat. Er soll eine Reihe von Behauptungen später Eduard David gesagt, die Abrechnung habe nicht stattgefunden. gegen die Schulze'n( Heiterkeit), aber es sind auch in der Wohnung von aufgestellt haben, durch die er beweisen wollte, daß ich eigentlich Diese Aeußerung bezog sich darauf, daß ich einen Artikel in der der Schulze'n Löffel gesehen worden." Wenn dann die Schulzen flagt nach dem Wortlaute der vorliegenden Resolution gegen die Abfäße 2, Sächsischen Arbeiterzeitung" veröffentlicht hatte, in welchem es am und sagt, sie sei des Diebstahls beschuldigt worden, da sagt die 3 und 4 stimmen müßte. Ich habe gestern bereits die Gründe dar- Schlusse hieß:„ Wenn Ihr wollt, dann sehen wir uns bei Philippi wieder." Müllern: Sie habe ich ja gar nicht gemeint! Sie müssen doch ein gelegt, die für mich bei meiner Abstimmung maßgebend find. Die Wenn Ihr wollt Ihr habt nicht gewollt.( Heiterfeit.) An Euch schlechtes Gewissen haben!"( Große Heiterkeit.) Motive, die Kautsky heute hinterher in seine Resolution hinein lag es, nicht an mir, ich war bereit, ich habe Euch die Gründe Auf Vorschlag von Singer beschließt der Parteitag, die An interpretiert hat, sind für mich und für den Parteitag vollkommen gesagt, warum ich nicht angriff. Wenn ich angegriffen werden will, ohne Bedeutung. dann mache ich in einem solchen Falle die Attacke und warte nicht träge 17, 104, 108 im legten Absatz und 139 bei der BeschlußEisner: Ich kann im Rahmen einer persönlichen Bemerkung ab.( Zustimmung.) fassung zunächst auszuscheiden. Zur Beschlußfassung steht Resolution 130. Von den Antragstellern int nicht auf die vorgestrige Rede von Bebel und die heutige Deklaration Kautsky: Heine hat sich gegen mich gewendet. Ich habe ihn zunächst verändert durch 140 und die zahlreichen derselben eingehen und will mich deshalb auf eine furze mit keinem Worte genannt, sondern bloß von Revisionisten ge- ersten Absatz Erklärung beschränken. Ich habe die Tendenz und den sprochen. Er hätte gar nicht das Recht gehabt zu seiner persön- Amendements zu ihr. Wenn diese Resolution zur Annahme gelangt, Inhalt weder seiner neulichen Ausführungen, noch seiner lichen Bemerkung, wenn er sich nicht durch dieses Wort getroffen sollen die übrigen Anträge über Taktik und revisionistische Beheutigen Deklaration völlig verstanden, insbesondere nicht, ob in fühlte.( Sehr richtig! Heine: Ihr nennt mich doch immer so!) strebungen für erledigt gelten. In einer Vorabstimmung sollen zunächst " Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Dazu gehören die Anträge 60-65 und die Resolution." Die Diskussion wird fortgesetzt. th ole Amendements erledigt werden. Ueber die fo umgestaltete| blamiert( Gelächter), und wenn man sich blamiert hat, dann schweigt| Resolution 180 soll, wie ein genügend unterstützter Antrag ver- man. Freilich trifft der Ausdruck" Prügeljunge" doch vielleicht zu Langt, in namentlicher Abstimmung entschieden werden. Der Parteitag denn der Junge, der blamiert ist und nichts andres zu sagen weiß, st mit dieser Art der Erledigung einverstanden. Zu Absatz 1 wird der prügelt!( Gelächter.) Heine erklärte ferner, er habe schon wohl eine allgemeine Unzufriedenheit. Die Hoffnungen und Wünsche, Eigerodt- Krefeld: Ueber die Beteiligung an der Maifeier befteht das Amendement Stadthagen Nr. 144*), 2. Teil, mit großer Mehrheit in Lübed Herrn von Gerlach aufgefordert, ihn nicht mehr zu loben. die wir an die Abhaltung der Maifeier knüpften, find jedenfalls nicht angenommen und ebenso der so veränderte Absaz. Zu Absatz 2 und 3 Da muß ich Herrn von Gerlach doch in Schuh nehmen.( Unruhe. in Erfüllung gegangen. Besonders im Auslande hat die Maifeier liegt der Antrag 141 Legien vor, die beiden Worte revisionistische" Rufe: Zur Sache!) Wenn man einem Gegner einen solchen noch wenig Boden gefaßt, wenn auch überall langsam Fortschritte zu streichen. Der Antrag Legien wird in diesem Teile abgelehnt. Freundschaftsbeweis im Telegrammstil giebt, so giebt man ihm gemacht werden. In England wird sie mit der wachsenden Stärke ( Ruf: Die Voltsseele!) Die Absätze 2 und 3 werden unverändert doch direkte Veranlassung, ja gewissermaßen das Recht, sich der politischen Arbeiterbewegung sich sicher besser einbürgern und dafür durch Lobeserhebungen dankbar zu zeigen.( eine: Jch den demonstrativen Charakter annehmen, den wir wünschen. angenommen. Es folgt Zu Antrag 143, der eine Einfügung hinter Absatz 3 vorschlägt bin ja vorher schon gelobt worden.) Nachher auch noch in der In Deutschland wird die Beteiligung von Jahr zu Jahr stärker ( der Antrag 143 heißt nicht mehr D. Scheib und Genossen, Wiener Zeit", worin Herr v. Gerlach schreibt, Sie hätten eine ganz und sie würde noch stärker sein, wenn nicht die wirtschaftliche sondern: Wurm und Genossen), liegt ein Unteramendement tadellose Figur( Große Heiterkeit.), die andren Parteigenossen Krise gekommen wäre. Wir leben ja nicht in WolkenWurm- Gradnauer vor, wonach in Ziffer 2 zwischen die Worte wären nur kleine Geister, die für sie noch nicht reif wären.( Große fuckucksheim; wir können nicht unter allen Umständen am 1. Mai Socialdemokratie" und ein Anteil" eingefügt werden sollen die Worte Heiterkeit.) Zum Schluß erkläre ich, daß wir, um die vielen die Arbeit ruhen lassen, denn wie sollten die Gewerkschaften sonst gemäß der Resolution Kautsty des internationalen Socialisten- Personalfragen, die uns auf diesem Parteitage schon beschäftigt haben, die Kosten für die Entschädigung der Gemaßregelten tragen! Durch Kongresses zu Paris im Jahre 1900". Dieses Unteramendement nicht um eine weitere zu vermehren, unfren Antrag zurückziehen.( Als die Maifeier dürfen die Kassen der Gewerkschaften nicht geleert und ebenso der so veränderte Antrag 143 werden angenommen. Der sich Michels, nachdem er seine Ausführungen geendet, mit dem im werden. Glücklicherweise läßt das Aussperrungsfieber der Unter4. Absatz der Resolution 130 bleibt unverändert. Das Amendement Saale anwesenden Herrn von Gerlach unterhält, ruft ein Genosse: nehmer nach; sie haben in der Sache ein Haar gefunden. Die Timm u. Gen. zum 5. Absaz Nr. 142 wird abgelehnt. Dagegen der Lassen Sie sich nicht loben!" Große Heiterfeit.) Gewerkschaftsführer haben also nicht etwa Ursache zu bremsen. In Antrag Legien 141 in getrennter Abstimmung in seinem 1. und 2. Teile Damit ist Punkt 4 der Tagesordnung erledigt. angenommen. Der Antrag Stadthagen Luxemburg 144 Punkt 5 vielen Städten haben die Unternehmer ja die Angst vor der Mais feier verloren und in vielen Betrieben die Arbeitsruhe am 1. Mai Nr. 1 wird angenommen, und ebenso schließlich der so veränderte Maifeier. Absatz 5. Das schriftlich vorliegende Amendement Luremburgbewilligt. Ich stehe auf dem Boden der Resolution des VorHierzu liegen die Anträge 60 bis 64 vor, die genügend unterBettin Stadthagen, wonach der Parteitag vor allem standes. Krüger- Dresden. Es ist in den verflossenen Debatten viel davon erwartet, daß die Agitation im Lande in der nächsten Zeit als Hauptstützt werden. Antrag 65 wird nicht unterstützt. aufgabe betrachtet wird 2c., wird abgelehnt. Vollmar, der mit Referent ist gesprochen worden, daß man den Wünschen der Arbeiter Rechnung der Minderheit gestimmt hat, ruft: Ach, das ist schade!( Heiterkeit.) wartet hätte, unterstützt worden sind, muß ich auf sie eingehen. Gewerkschaften erledigt, jedenfalls im Einverständnis mit ihnen, Pfannkuch: Nachdem die Anträge, was ich eigentlich nicht ertragen folle. Die Arbeiter wünschen aber keine Aenderung der Es folgt die Gesamtabstimmung. Resolution 130 wird mit 288 Maifeier. Meiner Ansicht nach wird die Sache am besten von den gegen 11 Stimmen angenommen. Mit Nein stimmen: Bernstein, Ich glaube, daß wir an dem Wesen der Maifeier, wie ſie da sie für die Kosten einzutreten haben. Eine Einschränkung der Gertrud David, Elm, Grenz, Grünberg, Hering, und dürfen. Wenn vielfach gewünscht wird, daß die Maifeier einen jeben Fall zurüdgewiesen werden. Wenn man z. B. die Feier auf jetzt besteht, im großen und ganzen nichts ändern können Maifeier, wie sie von manchen Seiten gewünſcht wird, muß auf Hué, Löwe, Paul Müller, Gustav Müller- Breslau, Karlschwarz. Bei der Abstimmung von Auer, Heine, Kolb, größeren und allgemeineren Umfang annehme, so muß daran er- den ersten Sonntag im Mai verlegen sollte, so wäre es teine Maiweitgehende Fragen wirtschaft- feier mehr, sondern ein gewöhnliches Sommerfest ohne demonstrativen Beus, Südekum, die mit" ja" stimmen, entsteht Heiterfeit. Bei intert werden, daß hier sehr es der Abstimmung von Löwe- Breslau ruft Adolf Hoffmann: Entschädigung der Gemaßregelten zu tragen haben. Der Antrag 60 licher Natur in Frage kommen, da die Gewerkschaften die Ein treuer Knecht war Fridolin!"( Heiterkeit.) Damit sind die ist derart, daß man ihn wohl dem Vorstand zur Berücksichtigung über- darüber, daß nichts geschieht, um die Maifeier auch auf dem platten Anträge 89, 90, 91, 101, 102, 103, 105, 106, 107, 108, erster Satz, weisen könnte. Wenn dann zur Zeit keine dringenden Aufgaben zu erfüllen Lande populär zu machen. Wir wünschen, daß der Parteivorstand Bujold- Friedberg: Bei uns herrscht die größte Mißstimmung 109, 109a, 110 und 129 erledigt. Karl Schwarz erklärt zu sind, so kann ja eventuell ein solches Flugblatt herausgegeben werden. Im ein geeignetes Flugblatt über die Bedeutung des ersten Mai herausBrotokoll, daß er gegen die Resolution gestimmt habe, weil er mit der übrigen bitte ich Sie, die Anträge abzulehnen und lediglich die im giebt. Aus diesem Grunde bitte ich Sie um die Annahme unfres bisherigen Taktik einverstanden sei. Quard, Lindemann und A. Kramer erklären zum Protokoll, daß sie für die Resolution vorigen Jahre beschlossene Resolution zu erneuern." In Uebergestimmt haben, ohne sich mit allen Einzelheiten einverstanden er- Kongresses zu Paris 1889, Brüffel 1891, Bürich 1893, London 1896 einstimmung mit den Beschlüssen des Internationalen ArbeiterAntrags. Gewehr- Elberfeld: Ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir an flären zu können. Singer teilt mit, daß er eine Zuschrift des Herausgebers der Weihefest der Arbeit, gewidmet den Klassenforderungen des Proletariats herigen Sinne weiter ausbauen sollen. Das aber muß den lokalen und Paris 1900, feiert die deutsche Socialdemokratie den 1. Mai als das dem System unsrer Maifeier nichts ändern, sondern sie in dem bisWiener Fackel", des Herrn Karl Kraus, erhalten habe, in der ausgeführt ist, daß die Angaben des Genossen Victor Adler über die trachtet die Partei die allgemeine Arbeitsruhe. Der Parteitag macht und dem Weltfrieden. Als die würdigste Feier des 1. Mai be- Organisationen überlassen werden; deren Aufgabe ist es, die Idee des Socialismus und den Gedanken des Achtstundentages weiter zu " Fackel" den thatsächlichen Verhältnissen nicht entsprächen. Das inzwischen festgestellte Resultat der vorgenommenen Wahlen den andren Kundgebungen für die allgemeine Arbeitsruhe am misstimmung über die Maifeier vor. es den Arbeitern und Arbeiterorganisationen zur Pflicht, neben propagieren.( Zustimmung.) ergiebt: Bu Vorsitzenden des Vorstandes sind gewählt: Singer 1. Mai einzutreten und überall da, wo Löbe- Breslau empfiehlt den Antrag 64. Es waltet eine gewisse Die Maifeier soll eine die Möglichkeit für Stimmen erhalten: Antrick 7, Mehring 3, Adolf Hoffmann 2, Deutschland ist ja bisher dasjenige Land, das den Gedanken der teiligen, bilden doch nur einen verhältnismäßig fleinen Teil der Außerdem haben Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu laſſen." Demonſtration ſein, iſt es aber nicht, denn die Arbeiter, die sich beBollmar 2, Zubeil 1. Bu Sekretären sind gewählt: Pfannkuch mit 286, Maifeier am erfolgreichsten propagiert hat. Arbeiterschaft. Besonders im Osten kann nicht davon die Rede sein, Auer mit 270 Stimmen. Außerdem haben Stimmen erhalten: Es empfiehlt sich daß die Maifeier einen demonstrativen Charakter habe. Aus diesen Antrick 2, Hoffmann 1, Braun 1, Täterow 1, Wolkenbuhr 1, Deshalb bin ich auch gegen den Antrag, die Maifeier auf den ersten 1. Mai oder gar keine. Und da wir die volle Arbeitsruhe nicht nicht, die Maifeier ihres jezigen Charakters zu entfleiden. Gründen sagten sich die Breslauer: Entweder volle Arbeitsruhe am Ledebour 1. Zum Kassierer ist Gerisch mit 286 Stimmen gewählt. Zu Kontrolleuren sind gewählt: Meister mit 266, Kaden mit 247, Bod Sonntag im Mai zu verlegen. Nehmen sie also die Münchener durchführen können, so halten wir es für besser, ganz darauf zu verResolution einstimmig wieder an! Ein Antrag Timm auf Schluß der Debatte, wird mit großerzichten und nur abends in Versammlungen den 1. Mai zu feiern. Die Debatte wird geschlossen. Mehrheit abgelehnt. = mit 286 und Bebel mit 272 Stimmen. mit 235, Brühne mit 217, Frau Zetfin mit 215, Könen mit 206, Ged mit 199, Ehrhardt mit 191, Pfarr mit 162 Stimmen. Außerdem haben Stimmen erhalten: Hug 100, Stücklen 94, Dubbers 86, Quard 82, Bömelburg 68, Ihrer 47, Storch 47, Vollmar 39, Elm 31, Meist 4, David 3, Moltenbuhr 3, Timm 2, Motteler 2, Braun 2, Grenz 1, Beus 1, Hoffmann 1, Kühn 1, Böhle 1, Beyer 1, Päplow 1, Löbe 1. As Ort für den nächsten Parteitag ist Bremen mit 107 Stimmen gewählt. Außerdem find Stimmen entfallen auf Mannheim 60, Effen 34, Magdeburg 21, Stettin 20, Dortmund 17, Nürnberg 12, Darmstadt 8, Berlin 8, Kiel 4. Charakter. wird erneut beschlossen. Damit sind die Anträge 60 bis 65 Der Berichterstatter Pfannkuch verzichtet aufs Schlußwort. Die Münchener Resolution über die Maifeier erledigt. Kontrollkommission die Genossen Eberhardt- Charlottenburg und Punkt 5 der Tagesordnung ist erledigt. Wengels- Berlin in den Parteivorstand gewählt sind. Vorsitzender Singer übernimmt den Borsitz und teilt mit, daß seitens der der Kontrollkommission ist Meister- Hannover. in unsrer Bewegung den lassenkampfcharakter betonen, so müssen Dr. Friedeberg- Berlin empfiehlt den Antrag 63. Wenn wir wir auch diejenigen Einrichtungen fordern, die geeignet sind, diesen Klassencharakter unsres Kampfes deutlich zu charakterisieren. Da liegt, daß wenigstens an einem Tage im Jahre der Arbeiter Herr kommt in erster Linie die Maifeier in Betracht, der die Jdee zu Grunde über seine Arbeitskraft sein soll, die er sonst stets zu verkaufen gezwungen ist. Wir haben also nicht etwa diesen Charakter der Mais Es folgen die noch nicht erledigten Anträge zu Punkt 4. Die herauszuarbeiten. Sie sprechen von dem großen Siege, den wir am feier irgendwie abzuschwächen, sondern ihn im Gegenteil möglichst Anträge 104 und 108, zweiter Satz, werden zurückgezogen. Antrag 117 16. Juni erfochten haben, aber liefern sie doch auch den Beweis, daß wird abgelehnt. Ueber Antrag 139 beschließt der Parteitag die hinter diesen 3 Millionen Stimmen Persönlichkeiten stehen, die für Eröffnung einer besonderen Diskussion. Heine- Berlin: Ueber die Frage, ob die Marburger für Herrn unsre Ideen eintreten. Das geschieht dadurch, daß für den erſten b. Gerlach stimmen sollten oder nicht, will ich hier nicht reden; ein solcher Beschluß nicht durchzuführen wäre; aber unser ganzes Mai allgemeine Arbeitsruhe vorgeschrieben wird. Mag sein, daß es hat da jeder seine Ansicht. Ich war der Ansicht, daß die Mar- Programm besteht ja aus Forderungen, die nicht durchgeführt sind. burger für Herrn v. Gerlach stimmen müßten, weil der Gegner man sagt, die Sache würde zu teuer sein und zu viel Opfer erfordern, find in ganzen 43 Jahre 1 Monat Gefängnis verhängt.( Große von Gerlach in Realtor schlimmster, Corte farines mit mir in dem Antrage vorgeworfen, daß zu Gunsten persönlich befreundeten politischen Gegners unjrer Partei durch mein Telegramm an Herrn v. Gerlach die Marburger Parteigenossen desavouiert hätte. Demgegenüber mache ich darauf aufmerksam, und Herr v. Gerlach wird mir das nicht übelrehmen, daß das Verhältnis zwischen mir und ihm nicht das einer persönlichen Freundschaft, sondern nur einer oberflächlichen Bekanntschaft ist. Es ist mir vorgeworfen worden, aber müssen wir denn nicht allenthalben Opfer bringen? Wie viel Opfer erfordert nicht alljährlich die Schwindsucht.( Unruhe. Zurufe: Wir sind doch nicht in einer Volksversammlung!) Die Maifeier hat aber besonders auch die Bedeutung, daß hier die Möglichkeit für ein wirkliches Zusammengehen zwischen Partei und Gewerkschaften gegeben ist und daß durch die Maifeier auch in den Gewerkschaften der lassenkampfcharakter betont wird. Ich bitte sie also, dem Antrag 63 zuzustimmen. Bevor in den Beratungen fortgefahren wird, erklärt wenn ich ihm das Ürteil des Laurahütten- Prozesses mitteile. Dies Singer: Ich glaube, es wird den Parteitag interessieren, urteil ist ein Beweis für die neueste Anvendung der milden Form des Klassenkampfes( Sehr gut!) seitens der bürgerlichen Gesellschaft, Gesellschaft sich unter anderm auch in der Justiz gegeben hat. Es vertreten durch die Instanzen und durch die Institutionen, welche die Bewegung und lebhafte Gntrüftungsrufe.) Der Parteitag tritt hierauf in die Beratung des Punktes 7 der Programm und zur Tagesordnung: Anträge zum Drganisation. Auf das Programm beziehen sich die Anträge 66 und 68.**) Beide erhalten nicht die genügende Unterstützung und gelten infolgedessen als erledigt. oaß ich die Lobeserhebungen, die Herr von Gerlach mir über nicht, weil sie zu dehnbor ist. Deswegen meine ich, daß der Partei: Organisationsstatuts, der vom Ausschluß handelt, die zweite auf die reichlich spendete, nicht energisch zurückgewiesen hätte. bitte die Parteigenossen, sich die Verhandlungen des Lübecker Barteitages anzusehen. daß Dort werden Sie finden, ch in Lübeck bereits in aller Deffentlichkeit Herrn v. Gerlach aufgefordert habe, diese Lobeserhebungen einzustellen. Er ist dieser Bitte aber nicht nachgekommen. Seit den Lübecker Tagen habe ich Herrn v. Gerlach überhaupt nicht mehr gesprochen, außer jetzt vor einigen Wochen. Man pflegt derartige Bitten nicht zu wiederholen, aamentlich wenn, wie sich herausgestellt hat, in der Sache eine Weidner: Auch mir genügt die bisherige Fassung der Resolution tag fich unbedingt mal mit der Frage beschäftigen muß, ob nicht allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai stattfinden soll. Dann muß auch erörtert werden, in welcher Weise die Entschädigungsfrage für die Gemaßregelten zu regeln ist. Darüber muß sich der Parteitag mit dem Gewerkschaftskongreß ins Einvernehmen feßen. Im übrigen stimme ich dem Vorredner zu. Singer: Die auf die Organisation bezüglichen Anträge zerfallen in drei Gruppen; die erste Gruppe bezieht sich auf den§ 2 des Bertretung der Fraktion auf fünftigen Parteitagen, die dritte Gruppe andre Regelung der Vertretung der Wahlfreise auf Parteitagen. der Hierzu liegt Antrag 134 vor, der eine Bertagung bis zum nächsten Jahre bezweckt eine = Art System zu liegen scheint. Ich habe also Herrn von Gerlach Verhandlungen heute nicht zum Abschluß bringen können. Bedenken werden, damit dasselbe in großen Massen verbreitet und damit m Interesse der von uns vertretenen Sache.( Rufe: Aha!), und das bitte ich mir zu glauben. Was endlich meine Erklärung im„ Vorwärts" anlangt, so erkläre ich hiermit, unbeschadet meines fachlichen Standpunktes, daß die Form, in der ich mich da über die Marburger ausgelassen habe, weder nötig noch angemessen war. Es ist mir da eben halt auch einmal passiert, daß ich mich über eine Sache geärgert hatte, und daß ich in meiner Antwort in der Form über das Ziel hinausschoß. ( Hoffmann- Berlin ruft: Lübeck Nummer 21) Dennoch halte ich es nicht für richtig, daß durch eine Resolution zum Ausdrud zu bringen. Wenn wir erst einmal anfangen wollten, auf unsren Parteitagen zu resolvieren, wann und wo irgend ein Parteigenosse gegen einen andren Genossen öffentlich grob geworden ist, dann müßte unser Parteitag fehr lange dauern. Ich bite also die Genossen, sich mit meiner Erflärung zu begnügen und auf einen Beschluß zu verzichten. Wollen Sie das nicht, und sollte der Parteitag der ganz ungewöhnlich scharfen Resolution beitreten, dann nehme ich das hin mit den Empfindungen, mit denen man im Parlament einen Drömmgsrut entgegennimmt, wenn man etwas mehr gefagt hat, als man hätte sagen sollen. Dr. Michels- Marburg: Ich hätte eigentlich von dem Genossen Heine erwartet, daß er sich über die sachliche Frage überhaupt nicht aussprechen, sondern einfach die Form seines Artifels bedauern würde.( Sehr richtig! Lachen.) Er hat mich enttäuscht ( Lachen), weil er hier wieder seine Meinung in einer Marburger Frage zum besten gegeben hat, wegen deren wir ihn gar nicht gefragt hatten. Genosse Heine erklärte sich hier gewissermaßen für einen Prügeljungen, an dem wir Marburger unsre Wut auslaffen wollten. Ich meine aber, tvenn ein Parteigenosse einem politischen Gegner in einer internen Angelegenheit ein Telegramm sendet und dieses Telegramm nachher bekannt wird, so hat er sich nach meiner Auffassung, und wohl auch nach der Auffassung der Mehrzahl der Anwesenden, einfach *) 60. Parteigenossen in Friedberg Büdingen: Der Auf eine Anfrage aus der Versammlung über die geschäftlichen Parteitag möge beschließen: Der Parteivorstand wird beauftragt, jedes Jahr am 1. Mai ein Flugblatt herauszugeben, in dem in für Dispositionen des Vorsitzenden bemerkt Singer: Ich halte es für selbstverständlich, daß wir unsre die Masse verständlicher Form die Forderungen der Arbeiter beleuchtet Sie, was es, nicht vor den Gegnern das tann uns gleichgültig mehr als bisher für unsre Maiforderungen Propaganda gemacht sein, aber vor den Parteigenossen im Lande für einen Eindruck werden kann. 61. Parteigenossen in Bremen, im vierten und im machen würde, wenn wir eine große Anzahl wichtiger Punkte in einer Weise erledigen würden, die einfach verächtlich zu nennen fünften sächsischen Wahltreise: Der Parteitag möge wäre.( Lebhafte Zustimmung.) Nachdem wir den großen, wichtigen fich für die Beibehaltung der Maifeier in ihrem bisherigen Charakter Dingen, die uns bisher beschäftigt haben, und über die allerdings entscheiden. gesprochen werden mußte, die notwendige Zeit gewidmet haben, find vir verpflichtet, den Anträgen über Arbeiterschutz- Gesetzgebung und sonstige Wahrung der Arbeiterinteressen im Gegenwartsstaat ebenfalls Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn es manchem schwer wird, länger hier zu bleiben, so glaube ich, werden wir lieber die jenigen, die absolut abreisen müssen, entschuldigen, als daß wir jetzt eine große Anzahl von Anträgen absehen oder nach unzulänglicher Debatte erledigen. Außerdem sind wir doch schließlich auch nur Menschen. Wie können Sie denn noch in diesem Saale fizen? Das ist doch gar kein Arbeiten mehr. Ich schlage vor, daß wir unsre Verhandlungen heute nicht zu Ende führen, sondern morgen früh um 11 Uhr fortsetzen.( Beifall.) Der Parteitag ist damit einverstanden. Nachdem ein Schlußantrag abgelehnt ist, beschließt der Parteitag die Bertagung. Singer teilt mit, daß eine Privatsammlung für die Grimmitschauer streitenden Tegtilarbeiter 482,40 m. ergeben hat.( Lebhafter Beifall.) Schluß 7 Uhr. Dresden, den 20. September. Siebenter Verhandlungstag. Vormittags- Sizung. 11 Uhr. Den Vorsiz führt Kaden. Rühle- Harburg giebt die Erklärung zu Protokoll, daß er für die *) 144. Abänderungs- Anträge. 1. Zu Nr. 130, von der Mehrheit angenommene Resolution über die VicepräsidentenTester Absah, nach erlangt"( in Zeile 4) einzuschalten: nach wie Frage gestimmt haben würde, wenn er anwesend gewesen wäre. vor zur Aufflärung über das Ziel der Socialdemokratie ver- R. Hat in Chemnitz an dem Abstimmungstage eine Versammlung wendet und" abgehalten. 2. Zu Nr. 140 hinter" höfische"( Beile 5) wie folgt fortzufahren: Verpflichtungen zu übernehmen oder irgendwelchen Bedingungen sich zu unterwerfen, die nicht durch die Reichsverfassung begründet sind. Stadthagen und 22 Genossen. Es sind Begrüßungen eingelaufen. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur Verhandlung steht Punkt 5: Die Maifeier. 62. Parteigenossen in Magdeburg: Die Maifeier von Partei wegen nicht etwa einzuschränken, sondern die Agitation für dieselbe intensiver als je zu betreiben. 63. Parteige noffen in Düsseldorf und Berlin VI: Auf dem Parteitage für vollständige Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten. 63a. Kreiskonferenz Nieder- Barnim: Die Maifeier soll mehr als bisher in den Vordergrund gerückt werden. Die Feier hat am 1. Mai zu erfolgen. 64. Parteigenoffen in Breslau: Der Parteitag möge der Maifeier- Resolution folgenden Wortlaut geben: Arbeiterkongreffe zu Paris 1889, Brüssel 1891, Zürich 1893, London 1896 und Paris 1900 macht es der Parteitag den Arbeitern und Arbeiterorganisationen zur Pflicht, am 1. Mai für die Klassenforderungen des Proletariats, insbesondere aber für einen ausreichenden Arbeiterschuß und für Verkürzung der Arbeitszeit, durch Veranstaltung von Versammlungen am Abend des 1. Mai zu demonstrieren. 65. Barteigenoffen in München Gladbach: Die Maifeier auf den ersten Sonntag im Mai zu verlegen. Programm. = **) 66. Parteigenosse Welter in Wiesbaden: Punkte 6 des Parteiprogramms folgende Fassung zu geben: I. Dem 6. Erklärung der Religion zur Privatsache. Daraus sich ergebende Forderungen: a) Trennung zwischen Staat und den heutigen Kirchen; b) Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu firchlichen und religiösen Zwecken; c) Entfernung des konfessionellen Religionsunterrichts aus der Schule; d) Erfaz desselben durch einen Moralunterricht ohne metaphysische Voraussetzungen, einen umfassenden naturwissenschaftlichen Unterricht, einen wissenschaftlichen Unterricht in der Religionsgeschichte; e) Berbot der Erteilung jeglichen Glaubensunterrichts an Kinder unter 16 Jahren; Bedeutet. Ich beabsichtige, zunächst diesen Antrag zur Beratung und Abstimmung zu bringen. Daher aber muß ich die Unterstützungsfrage für alle Anträge zur Organisation stellen. Sämtliche Anträge, die sich auf die Organisation beziehen, werden genügend unterstützt. Gilsbach Köln widerspricht dem Vorschlage Singers, zuerft den Antrag 134 zu beraten. Die Abstimmung ergiebt, daß der Parteitag sich dem Vorschlage Singers anschließt. Es folgt Punkt 8: Sonstige Anträge, die in die drei Gruppen: Agitation, Presse, Zeit und Tagesordnung des nächsten Parteitages gegliedert werden. Zum Punkte: Agitation gehören die Anträge 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 67, 112, 113, 114, 115, 116, 117, 119, 126, 127, 133.*) Bekämpfung aller religiösen Wahnvorstellungen durch Aufklärung ihrer Anhänger; Antrag 114, der die Alkoholfrage betrifft, wird von Hering- Flensburg mit der Motivierung zurückgezogen, daß eine eingehende Beratung dieser wichtigen Angelegenheit bei der vorgerückten Zeit nicht möglich sei. Hoffentlich werde man im nächsten Jahr Zeit zu gründlicher Erörterung finden. der letzten Wahleit. Die Erfolge sind ein Beiveis, daß man bet guter Organisation viel erreichen kann. Es ist dort im Westen eine besondere Agitation notwendig; namentlich der Punkt Religion ist Es freut Privatsache" muß da immer im Auge behalten werden. mich, daß der Antrag, der diesen Punkt unfres Programs aufheben Die erforderliche Unterstützung finden nur die Anträge 36, 53, wollte, teine Unterstützung gefunden hat. Die jetzigen Institutionen 54, 55, 56, 59, 119 und 133. Diese werden zur Debatte gestellt. reichen jedenfalls nicht aus, um am Rhein den Kampf gegen das Antrag 36 wird von Centrum zu führen. Deshalb schlagen wir eine neue Organisation Gilsbach- Köln begründet. Ich hätte gewünscht, unsre litterarisch vor. Die Personenfrage würde dabei gewiß schwierig sein, aber sind Es wird also zunächst Antrag 134 beraten. thätigen Genossen hätten uns etwas mehr Zeit für unfren wichtigen wir jemals an der Personenfrage gescheitert? Die Gewerkschaften Gewehr- Elberfeld: Wir haben den Antrag 134 nicht mit Rück- Antrag überlassen, der nun vor bereits gelichtetem Parteitag ver- haben dieselbe Institution, und sie haben die Personenfrage auch ficht auf die vorgerückte Zeit, sondern aus sachlichen Gründen gestellt, handelt werden muß. In den voraufgegangenen Debatten ist soviel gelöst. Eine Partei, die einen Vicepräsidenten für den Reichstag in weil die verschiedenen Vorschläge eine Vorberatung erfordern. Wir Gutes für unfren Antrag bereits gesagt worden, daß er principielle Reserve hat, wird auch für diesen Posten eine geeignete Person werden doch wohl die Frage noch ein Jahr vertagen können. Gegner kaum noch haben dürfte. Nur um die Möglichkeit feiner finden. Gelänge das nicht, so wäre das ein Armutszeugnis für die Stubbe- Hamburg ist gegen die Vertagung der Frage. Bereits Verwirklichung kann es sich noch handeln. Die Erfahrungen während Dreimillionen- Partei. Auch die Geldfrage kann nicht zur Ablehnung in Lübeck haben wir den Vorstand beauftragt,§ 3 des Organisations- der Wahlagitation haben uns nur in unserm Verlangen bestärkt, des Antrages führen; wir haben ja Geldim Gegensatz zum statuts zu revidieren; das ist durch den vorliegenden Antrag des das aber schon lange vor den Wahlen dem Vorstande unterbreitet Reich, das kein Geld hat. Die Zeit ist auch nicht mehr fern, wo Vorstandes geschehen, es liegt gar kein Grund vor, diesen Antrag worden ist; der hat es freilich abgelehnt, was ich ihm weiter nicht wir im Rheinland im stande fein werden, die Kosten selbst zu tragen. jezt nicht zu erledigen. übel nehme. Frre ich nicht, so hat auch Elberfeld einen ähnlichen Außerdem werden sich diese Ausgaben sehr bald durch die vermehrte Der Antrag 134 wird angenommen. Damit sind die Anträge, Antrag gestellt. Gewiß hat unsre Agitation überall im Reiche mit Agitation selbst decken. Lehnen Sie den Antrag nicht ab; er wird die sich auf die Organisation beziehen, auf ein Jahr vertagt. großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Klassentampf nimmt überall sonst wiederkommen, und die Verhältnisse werden Sie später doch sehr scharfe Formen an. Und doch ist ein kleiner Unterschied in der zwingen, ihn anzunehmen. Art unsrer Gegner und besonders in ihrer Stärke. Wir im Rhein- Kremser- Düsseldorf: Die jetzt vorhandenen Agitationskräfte im land haben mit dem schlimmsten und stärksten unsrer Gegner, mit Westen sind unzulänglich; das hat nach den Wahlen der„ Vorwärts" dem Centrum zu kämpfen. Es ist so oft bei uns die Rede davon, selbst geschrieben. Die jetzigen Angestellten unsrer Partei am Rhein daß der Centrumsturm ins Wackeln geraten sei. Ich habe mir den sind überarbeitet, desgleichen die Gewerkschaftsführer. Wir müssen Centrumsturm sehr genau angesehen im Rheinland, und also die Kräfte verstärken, zumal wir in der nächsten Zeit einen fann Ihnen fagen: abgesehen von ein paar fleinen Nissen, besonders heftigen Kampf mit dem Centrum zu führen haben wird der Centrumsturm noch manchen Sturm überstehen. werden. Ich habe während des ganzen Wahlkampfes in diesen Der Katholikentag in Köln hat ja unmenschlich aufgeschnitten, Gegenden agitiert und gesehen, wie schwer die Agitation ist. und übertrieben, aber es ist gar nicht zu übersehen, daß das Für den Fernstehenden ist es schwer zu begreifen, weshalb wir rheinische Centrum über eine sehr starke Organisation verfügt. Der gegen das Centrum nicht mehr Erfolg haben; die Leute dort stehen g) Austritt aus konfessionellen Religionsgemeinschaften, deren Volksverein für das katholische Deutschland, die Elitetruppe des eben zu sehr unter dem Einfluß der Klerisei. Da kann nur eine Glauben man nicht mehr teilt. Centrums, hat 13 Millionen Druckschriften ausschließlich gegen die planmäßige unermüdliche Agitation helfen; dazu müssen wir aber 68. Parteigenosse Reinke- Barmstedt: Dem Programm Socialdemokratie verbreitet, durch seine Korrespondenten steht es mit Hilfe haben. folgenden Schlußjag anzufügen:" Verwendung der auf Grund der 371 Zeitungen in Verbindung. Diese Arbeit darf man nicht unter- Auer: Was der Antrag 36 will, daß nämlich noch viel mehr Arbeiterversicherungs- Gesetzgebung angesammelten Reservefonds im schätzen. Die größte Agitation entfaltet das Centrum im Rheinland. agitiert werden soll als bisher, darüber sind wir alle einig. ZweifelInteresse der Arbeiterschaft in erster Linie zum Erwerb von In Bayern haben wir ein ganz andres Centrum, als das rheinische haft ist nur, ob auf diesem Wege das Ziel zu erreichen ist. Ich erGrundeigentum in möglichst zusammenhängenden Flächen; wenn es ist. Von den angeblich 300 000 Mitgliedern des Volksvereins laube mir, das zu bezweifeln, auf Grund der reichen Erfahrungen, notwendig, unter Anwendung des Enteignungsrechts. Bewirtschaftung sind im Rheinland 187 000, in Bayern aber nur 9000 Mitglieder. die wir in dieser Beziehung gemacht haben. Vor dem Socialisten dieser Ländereien für Rechnung der Versicherungsanstalten, jedoch in Mit dieser Organisation haben wir zu kämpfen und dazu müssen gesetz hatten wir ja jahrelang das System der ständigen Agitatoren. arbeiterfreundlichem Sinne." wir unser Rüstzeug prüfen. Die jetzt bestehenden Institute, Nach der Aufhebung des Socialistengesetzes haben wir nach reiflicher das Agitationskomitee, genügen nicht mehr, so groß und Ueberlegung von einer Wiedereinführung dieses Systems abgesehen. Antrag 134. Die Unterzeichneten beantragen: erfolgreich seine Thätigkeit auch gewesen ist. Wie sehr Wir kamen dazu, weil wir mittlerweile ein Ersatzmittel geDer Parteitag befchließt, auf dem diesjährigen Parteitage von wir im Rheinlande zugenommen haben, ergiebt die Statistik funden haben, durch das viel mehr erreicht wird: indem einer Revision des Organisationsstatuts abzusehen und die Konwir eine weitverzweigte lokale Presse geschaffen haben. Die Retrolleure in Verbindung mit dem Parteivorstand zu beauftragen, Flugblätter, wichtigen Zeitungsauslassungen, sowie von sonstigen für dakteure dieser Blätter wirken in doppelter Beziehung agitatorisch: einmal dem nächsten Parteitag einen Entwurf für die Abänderung des den Wahlkreis wichtigen Aften und Veröffentlichungen einzurichten. durch die Zeitung und dann dadurch, daß sie auch noch mündlich Organisationsstatuts vorzulegen. Die Anträge 18 bis 39 und 41 der Vorlage werden dem Vorstande als Material für die Beratungen eine Anleitung zur Einrichtung derartiger Archive zu geben. Der Parteivorstand wird ersucht, nötigenfalls den Wahlkreisen agitieren. Dieses Mittel haben die Gewerkschaften nicht, des= halb ist es begreiflich, daß sie ständige Agitatoren anstellen. überwiesen. Freilich 113. Parteigenosse Erbe in Hamburg: Resolution A. Der Nun sagt man, unsre Redakteure sind überlaftet. W. Gewehr und 23 Genossen. Parteitag wählt zwecks Ausarbeitung von Gesetzentwürfen eine sind sie es; wir sind alle überlastet; unsre Nerven find so *) 36. Parteigenossen in Köln a. RH., Kalt und München- Kommission von zehn Personen. gereizt, daß wir jetzt 8 Tage lang Debatten hatten, die durch Gladbach halten es für notwendig, daß für die Bezirke, wo die ihren scharfen Charakter bekamen. 114. Achtundsechzig Parteigenossen in Flensburg: Jn Er- diese überreizten Agitation mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist namentlich wägung, der Thatsachen, daß neben den socialen Quellen des Alto- Wenn wir nicht alle in dem 35jährigen Kampfe unsre Nerven gilt das für die Centrumsgegenden befoldete Parteisekretäre an holismus auch die Trinksitten( Geburtsfeiern, Einstand usw.) und ruiniert hätten, so wäre in den letzten Tagen manches ungesagt Das wird dadurch nicht anders, daß wir ein paar gestellt werden; da, wo die Parteigenossen das nicht aus eignen die mangelhafte Aufklärung der Massen über die schädlichen Wir- geblieben. Kräften können, hat der Parteivorstand die nötige Unterstützung zu fungen der geistigen Getränke als Ursachen desselben anzusehen sind, Agitatoren anstellen. Wenn die Genossen am Rhein dazu im stande Leiften. empfiehlt der Parteitag der Parteipreffe und den Parteigenossen das sind, so können sie ja selbständig mit der Anstellung solcher Agitatoren Und wenn der Westen vom Vorstande finanziell unter37. Parteigenoffen in Siegen: Den Parteivorstand zu beauf- Studium der Alkoholfrage. Der Parteitag geht dabei von der Er- vorgehen. tragen, in solchen Kreisen, in denen die Bewegung noch keinen festen wägung aus, daß das für geistige Getränke verausgabte Geld besser stützt zu werden wünscht, so geschieht das ja schon, da wir zu ganzen Reihe von Blättern Zuschüsse leisten. Also Fuß fassen konnte, einem angestellten Kolporteur für Parteilitteratur in Leftüre zur Aufklärung und Bildung angelegt wird, sowie auch, einer durch event. Unterstützung ein gewisses Einkommen zu sichern. daß jede schon heute mögliche Zurückdämmung des Alkoholismus dieser Wunsch ist erfüllt. Aber das soll noch nicht reichen. eine Stärkung der Kampffähigkeit des Proletariats in sich schließt. Reichen wird es auch nicht, wenn wir ein Dußend Agitatoren 115. Parteigenossen in Geesthacht( III. Hamburg): Werden hinschicken. Solche Agitatoren würden sich schnell abarbeiten, in dem dem Reichstage, Landtagen, kommunalen Verwaltungen usw. von den Gewerkschaften Petitionen, Anträge 2c. unterbreitet, die für die Gewerkschaften förderlich sind und nicht mit den Grundsäßen der Partei kollidieren, so sind die von der Partei in diese Körperschaften entsandten Parteigenossen verpflichtet, diese Petitionen, Anträge usw. zu vertreten. 38. Parteigenossen in Düsseldorf: In Städten, wo es angängig ist, Kurse zu errichten, um begabte Parteigenossen als Referenten auszubilden. 39. Parteigenossen in Chemnitz: Der Parteivorstand möge ertvägen, wie am besten und schnellsten eine Schule ins Leben gerufen werden kann, in der Parteigenossen zu Referenten und Redakteuren herangebildet werden. 40. Parteigenossen in Düsseldorf: Der Parteitag möge beschließen, eine durchgreifende Aufklärungsarbeit über das Wissenswerte ist unverzüglich einzuleiten. Dieselbe ist von einer eventuell zu diesem Zweck zu schaffenden Centralstelle planmäßig zu organi fieren und auszuführen. 41. Die Parteigenossen in Fürth beantragen: Zur Ents Taftung des Parteivorstandes ist eine Agitationskommission zu bilden, die mit den Provinzial- und Landesvorständen der Partei stete Fühlung zu unterhalten hat. Aufgabe der Kommission ist die Organisation einer systematischen Agitation in Wort und Schrift, mit besonderer Berücksichtigung unsrer Forderungen an die bürgerliche Gesellschaft. Diese Kommission soll von den Genossen am Size des Parteiborstandes gewählt und ihrem Vorsitzenden Siz und Stimme im Parteivorstand eingeräumt werden. 116. Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteivorstand wird beauftragt, in Bälde eine Broschüre zu möglichst billigem Preise herauszugeben, die alle Erfolge und Verbesserungen enthält, welche die Partei im Reichstag sowohl als in den Landtagen und Kommunen auf politischem, wirtschaftlichem und socialpolitischem Gebiete er rungen hat. Der Broschüre ist eine Tabelle anzufügen, welche die Stärke der Partei im Verhältnis zu den übrigen Parteien er sehen läßt. 117. Antrag der Kieler Genossen: Dem alljährlichen Geschäftsbericht zum Parteitag möge eine furz gefaßte Uebersicht über die Organisation( Bahl der Mitglieder) sowie die finanziellen Ergebnisse der einzelnen Provinzen beztv. Bundesstaaten beigefügt werden. Poller. Fürs. Sinne, daß es bald heißen würde: Ach Gott, den So und so haben wir alle schon gehört, da muß der Abg. Bebel oder Singer kommen! Das ist menschlich natürlich. Also, ich bitte Sie, den Antrag 36 abzulehnen, weil nichts dabei herauskommen würde. Ein Schlußantrag, den Trilse- Elberfeld mit Hinweis auf die Wichtigkeit des Gegenstandes bekämpft, wird angenommen. Antrag 36 wird abgelehnt. Den Antrag 53*) begründet I Müller Zwickau: Es ist der Wunsch vieler Genossen, daß die Parteiverlage erscheinenden Broschüren in einheitlichem Format hergestellt werden. im Rich. Fischer: Wenn Sie nur den Wortlaut des Antrages in Betracht ziehen, so ist der darin ausgesprochene Wunsch erfüllt, denn die Broschüren des Vorwärts" haben ein einheitliches Format. Aber alle in Parteiverlagen überhaupt erscheinenden Broschüren in einheitlichem Format herzustellen, ist unmöglich, denn die Formate find abhängig von den verschiedenen Maschinen, und die können wir nicht über Nacht ändern. Singer: Nachdem die Erklärung abgegeben ist, daß, soweit der Wortlaut des Antrags in Betracht kommt, die Forderung bereits erfüllt ist, ist der Antrag als erledigt anzusehen. Müller- Zwickau: Ich ziehe den Antrag zurück. Den Antrag 54 begründet V Zenker Bielefeld: Die Preise für Broschüren sind jetzt vielfach hoch, namentlich die für Protokolle. 126. Antrag des Genossen Franz. A. Weinert Sam 42. Parteigenoffen in Elbing: Die Partei möge unter den burg: Der in Dresden tagende Parteitag der Socialdemokratie Proletariern, die alljährlich zur Armee eingezogen werden, vor dem erklärt fich für die Fortsetzung des Kampfes, um die Durchführung Eintritt in dieselbe in geeigneter Weise Propaganda für den der absoluten Zollfreiheit in der Volkswirtschaftspolitik; es ist der Socialismus machen. Insbesondere sind die fünftigen Soldaten Kampf mit aller Stärke und Energie gegen die von der herrschenden über die Pflicht gegenüber dem fogen. inneren Feinde" aufzuklären. Klasse zu ihrer Bereicherung auf Kosten des arbeitenden Volkes in zu 53. Parteigenossen des XVIII. fächsischen Wahlkreises: Scene gefeßte Zoll- und Liebesgaben- Politik fortzusetzen. Richard Fischer: Der Preis unsrer Protokolle ist nicht zu hoch, Sämtliche im Parteiverlage( Vorwärts- Buchhandlung) erscheinende Es wird an das Volk appelliert, seine Geschicke mittels seiner es darf doch nicht der vorn aufgedruckte Buchhändlerpreis in Betracht Broschüren- Litteratur ist in einheitlichem Formate her politischen und wirtschaftlichen Kampfes- Organisation selbst in die gezogen werden, sondern man muß bedenken, daß die Genossen, zustellen. Hand zu nehmen und Reformen im Sinne des Socialismus auf die das Protokoll durch ihre Organisationen beziehen, hohen Rabatt 55. Parteigenoffen in Bremen: In Anbetracht der besonders wirtschaftlichem und politischem Gebiete unverzüglich zur Durch erhalten. in den letzten Jahren vorgekommenen unerhörten Gesinnungs- führung zu bringen, um dem socialen Elend( Arbeitslosigkeit) wirksam Thiele Halle: Ich bin doch der Meinung, daß die Preise für riechereien in den Militärvereinen und in Anbetracht der damit entgegenzutreten. unsre Broschüren zu hoch sind. Die Aronssche Broschüre, die nur verbundenen Eingriffe in die politischen Rechte der Mitglieder der- Der Parteitag beschließt, daß die Genossen allerorts eine 24 Seiten start ist, über die Landtagswahlen, kostet 20 Pf., das selben, wird der Parteivorstand beauftragt, alljährlich ein Flugblatt intensive Agitation in der arbeitenden Bevölkerung in Scene setzen. Landtags- Handbuch 4 M. Auch den Gegnern soll man nicht zu hohe Herauszugeben, in welchem die Reservisten nach Absolvierung ihrer Zum Erstarten unsrer socialistischen Vereine sind in allen Orten Preise abfordern. Dies Flugblatt ist zur geeigneten Zeit den Parteivereinen oder örtlichen Vertrauenspersonen zur Verbreitung zu empfehlen und zum möglichst billigen Preis abzugeben. 56. Parteigenossen in Berlin I und IV: Der Parteivorstand wird beauftragt, eine zur Massenverbreitung geeignete Broschüre herauszugeben, welche das heutige Militärsystem und die damit verbundenen Mißhandlungen behandelt. in Hierauf wird der Antrag 54 abgelehnt. Den Antrag 55 empfiehlt " Es Winkelmann- Bremen und erklärt, daß das Wort, alljährlich" diesem Antrage zurückgezogen wird. Dienstzeit unter Bezugnahme besonders krasser Fälle hingewiesen große Volksversammlungen einzuberufen mit der überall gleichen Richard Fischer: Für das Landtags- Handbuch ist 4 M. der Buch werden auf die eventuellen materiellen sowie politisch freiheitlichen Tagesordnung: Der deutsche Zolltarif, die Handelsverträge, der händlerpreis, wir fezen etwa 50 bis 100 Gremplare zu diesem Preise Schädigungen, welche mit dem Beitritt zu genannten Vereinen ver- Freihandel und Diskussion. Diese Agitation hat unsre gesamte ab und haben feine Veranlassung, noch bares Geld zuzuzahlen. bunden sind. politische Presse thatkräftig zu unterstützen und jede einzelne Genoffin( Sehr richtig!) Die Parteigenossen erhalten das Buch entweder und jeder einzelne Genosse die Verpflichtung, die mündliche gratis oder beispielllos billig. Die Aronssche Broschüre ist nicht 24, Agitation von Mund zu Mund in seinem engeren Kreise überall zu fondern 32 Seiten stark, die erste Auflage war so bemessen, daß Die Genossen zahlen pflegen, auf diese Versammlung aufmerksam zu machen und zum faum die Herstellungskosten gedeckt wurden. Besuch derselben anzuregen. jetzt, gleichviel ob sie 100 oder 1000 Exemplare beziehen, wenn sie Nichtsdestoweniger ist es allen Genofsinnen und Genoffen zur fie durch ihre Organisation beziehen, mur 5 Pf. für das Stück. Pflicht zu machen, allerorts in gleicher Weise für die Erstarkung der geht keine Broschüre aus dem Verlag des Vorwärts" heraus, ohne freien Gewerkschaften und der von Arbeiterinnen und Arbeitern ge- daß ich genau kalkuliere und natürlich den Aufschlag mache, der zur 57. Parteigenoffen des fünften naffauischen Wahl- gründeten und geleiteten genossenschaftlichen Organisationen in der Existenz des Geschäftes nötig ist. Bei hohen Auflagen haben wir freises: Eine Agitationsbroschüre mit dem jedesjährigen Bericht energischsten Art und Weise zu wirken und intensive, einheitliche und stets fleine Preise, schon im Interesse der Verbreitung der Broschüren. der Reichstags- Fraktion, Erläuterungen zu unserm Parteiprogramm planmäßige Agitation zu betreiben. Es sind ebenfalls zur Erreichung Im ganzen deutschen Buchhandel gelten die Preise des„ Vorwärts". und Auslegung der Gründe, weshalb unsre Reichstags- Abgeordneten dieses Zwedes öffentliche Volksversammlungen mit desmelben Verlags als ganz exorbitant billig. gegen die einzelnen Arbeiter- Versicherungen gestimmt haben, speziell Themata:" Bolltarif, Handelsverträge, Freihandel und Diskussion" für die noch wenig aufgeklärten ländlichen Kreise herauszugeben und zu arrangieren, auch hier hat die gesamte Gewerkschaftspresse die entweder zum Selbstkostenpreise an die Kreis- Wahlvereine und Agitation zu fördern. Jede Genoffin und jeder Genosse hat sich Komitees zur Gratisverteilung abzugeben oder die Herstellungskosten gleichfalls der mündlichen Agitation von Mund zu Mund mit Nach ganz aus der Centralfasse zu bestreiten. druck zu widmen. Franz K. A. Weinert. 58. Parteigenoffen des dritten braunschweigischen 127. Antrag des Genossen Franz K. A. Weinerts Wahlkreises: Den Parteivorstand zu beauftragen, die wichtigsten Hamburg: Beantrage, eine dreizehngliedrige Kommission nieder- Täterow- Berlin zurück, da er gehört habe, daß eine ähnliche Reden über den Bahn- und Post- Etat in Broschürenform heraus- zufeßen zwecks Errichtung einer Papierfabrik aus Parteimitteln, um Broschüre vom Verlage des Vorwärts" vorbereitet werde. zugeben und an die betreffenden Beamten zu verteilen. die für die politischen und gewerkschaftlichen Drudereien benötigten Fischer- Berlin erklärt, daß eine solche Broschüre vom„ Vorwärts". 59. Parteigenosse Erbe in Hamburg: Einen leinen Papiermengen zu beschaffen. Die Kommission wolle dem nächsten Verlage allerdings nicht in Vorbereitung sei, aber der Gedanke set Kommentar herauszugeben, enthaltend Programm, Organisations- Barteitage Bericht über die notwendigen Vorarbeiten zu diesem ihm sehr sympathisch. statut der Partei, alle Namen, Adressen der Parteiblätter, Gewerkschafts- Problem erstatten. Antragsteller beztvedt mit seinem Antrage, daß Timm- München teilt mit, daß im Verlage von Birk u. Co. in blätter, Arbeiterfekretariate, Gewerkschaftshäuser, Einrichtung 2c. und es ermöglicht werde, besseres und billigeres Papier zu beschaffen. nächster Zeit eine Militärbroschüre aus der Feder von Rudolf Einiges über Genossenschaften. Dieser Kommentar ist jedem Mitglied, Ferner wird sich bei der Eigenfabrikation ein nicht unerheblicher Krafft erscheinen werde. ebenso Neueintretenden gratis auszuhändigen. Ueberschuß wohl herauswirtschaften lassen, welcher eine nicht zu Antrag 59 wird debattelos abgelehnt. 67. Parteigenosse Boischnig in Frankfurt a. D.: Der verachtende Einnahmequelle für das kämpfende Proletariat sein wird. Den Antrag 112 begründet Parteitag möge felbst, oder möge versuchen, durch von ihm ausKranz K. A. Weinert. Schulz- Bremen: Bereits in München haben wir beschlossen, daß gehende Weisungen in der Agrar-, fpeciell aber Grund- und Boden- 133. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, der Frage alle Flugblätter dem Vorwärts" zugeschickt werden sollen. Ich habe frage ein flares, einheitliches Bild und Ziel zu schaffen. bestimmt näher zu treten, ob durch Bereitstellung von Geldmitteln 112. Parteigenoffen in Bremen: Der Parteitag empfiehlt die Beschaffung von Versammlungsräumen ermöglicht werden kann. ben socialdemokratischen Vereinen, bezw. den einzelnen Wahlkreisen, Dringend erwünscht ist es, daß besonders in den Ostprovinzen vom Sammelstellen zur Aufbewahrung und Sichtung aller auf die Parteivorstand helfend eingegriffen wird. Reichstagswahlen bezüglichen parteigenössischen wie gegnerischen starl Schwarz und 20 Genossen. Der Antrag wird abgelehnt. Den Antrag 56 zieht " aber vergebens auf Flugblätter gefahndet, eine Wahlkorrespondenz ist nicht erschienen, der„ Vorwärts" hat nur eine besondere Rubrik ,, WahlKampf" eingerichtet. Unser Antrag bezweckt eine Decentralisation der auf die Zurückweisung solcher Wahllügen gerichteten Thätigkeit. Nur auf diese Weise, durch die Einrichtung eines solchen Archivs, ist es möglich, den Zweck zu erreichen. Dazu sind keine besonderen Um-| Partei auch gern verlegt werden. Bis dahin empfehle ich Ihnen Ledebour: Jch stimme dem Genossen Legien barin bei, daß eine stände nötig; im Anfang werden eine Anzahl von blauen Mappen das von der Jugendschriften- Kommission des Deutschen Lehrer- Erörterung der Frage unnötig, ja sogar gefährlich wäre. Zunächst genügen, in denen das Material gesammelt wird. Ich glaube, Sie vereins herausgegebene Verzeichnis von Büchern; dieselben halten ist es unsre Aufgabe, unsre Organisationen zu entwickeln; vorher können den Antrag ruhig annehmen, da er den Vorstand zu keinen sich von politischen und religiösen Tendenzen fern. Vielleicht wäre kann an den Generalstreit überhaupt nicht gedacht werden. Der un Ausgaben verpflichtet. es ratsam, einen Auszug hieraus zu veröffentlichen. Hierauf wird der Antrag 49 abgelehnt. Den Antrag 50 bittet Lipinski- Leipzig: Ich glaube nicht, daß dieses Sammeln im allgemeinen besonderen Wert hätte; denn der Kampf schreitet doch immer fort. Wir haben aber in Leipzig in der Redaktion ein solches Archiv; ähnliche Archive wird man in allen Zeitungsredaktionen haben. Der Antrag ist also überflüssig. Antrag 112 wird abgelehnt. Den Antrag 119 empfiehlt Meiling- Schöneberg anzunehmen. Das liege im Interesse der Verbreitung des Arbeiter- Notizkalenders. Da ich ab. Fischer- Berlin: Voriges Jahr war's der Antrag 54 in München. habe ich eine so schöne Rede gegen den Antrag gehalten, daß hoffe, sie hält noch vor und Sie lehnen auch diesmal den Antrag ( Große Seiterkeit.) Der Antrag wird abgelehnt. Den Antrag 52 begründet Wurm: Auf früheren Parteitagen wurde der Wunsch geäußert, daß der Fraktionsbericht unmittelbar nach Sessionsschluß, herausgegeben werden möge; es stellte sich aber heraus, daß das nicht möglich ist, weil die Ausarbeitung des Berichts sich nicht so Müller- Breslau: Es sei häufig vorgekommen, daß die Arbeitschnell machen läßt. Da es nun aber wünschenswert ist, unsren geber bei Aussperrungen in auswärtigen Parteiblättern ArbeitsAgitatoren das Material über unsre Thätigkeit im Reichstage fräfte in Inseraten verlangt hätten. Dem müsse vorgebeugt möglichst bald zugänglich zu machen und auch die Massen darüber werden. aufzuklären, was wir im Reichstage leisten, so schlägt der Antrag bor, alljährlich in einem Flugblatt die Thätigkeit der Fraktion in gedrängter Kürze zu charakterisiren. Ich bemerke dazu, daß es sich empfiehlt, hierfür nicht die Form eines Flugblattes, sondern einer fleinen Broschüre zu wählen, die eher beachtet und aufgehoben wird als ein Flugblatt. Wenn diese Broschüre dann mit dem nötigen Eifer verbreitet wird, so wird es uns gelingen, uns auch in Kreisen Gehör zu verschaffen, in denen man sich bisher nicht um uns gefümmert hat. Und mehr verlangen wir ja nicht, weil wir wissen, daß der Sieg unsrer Sache sicher ist, wenn man uns nur Gehör schenkt. Antrag 119 wird angenommen. Den Antrag 133 begründet Haberland- Bremen hält es für überflüssig, die Frage aufzuwerfen. Es sei ganz selbstverständlich, daß die Parteipreffe die Unternehmer bei solchen Aussperrungen nicht unterstützen dürfe. Emil Fischer- Hamburg: Die Parteipresse muß sich bemühen, die Arbeitsmarktinserate an sich zu ziehen, damit die Arbeiter, die Stellen suchen, nicht gezwungen sind, bürgerliche Blätter zu diesem Zwecke zu wählen. Wir in Hamburg haben bereits eine solche Specialität gewonnen. Das Hamburger Echo" ist das Insertionsorgan für die Tabak- und Cigarrenbranche. Täglich sind Hunderte von Stellen ausgeschrieben, und es ist ausgeschlossen, daß in jedem einzelnen Falle von der Expedition vor der Aufnahme eines solchen Inserats Nachforschungen angestellt werden. Die Gewerkschaften müssen die Redaktionen informieren, wenn Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern ausbrechen. glücklichste Gedanke des Genossen Friedeberg war es, hierbei die Frage des Reichstags- Wahlrechts zur Sprache zu bringen. Und ebenso verkehrt war es meines Erachtens von Legien, im Anschluß daran zu erörtern, was wir im Fall einer Antastung des Wahlrechts nicht thun könnten. In dieser Beziehung, in der Verkehrtheit seiner Begründung, stimmte Legien mit Friedeberg überein. Ein Schlußantrag, von Kazenstein bekämpft, wird an genommen. Antrag 138 wird gegen wenige Stimmen abgelehnt. Damit find alle Anträge erledigt und ist die Tagesordnung erschöpft. Pfannkuch erklärt zur Ergänzung seiner Mitteilungen über das Königsberger Gewerkschaftshaus, daß, als Braun zum zweitenmal nach Berlin kam, um die Sache zu betreiben, die Königsberger bereits ein Kapital von 20 000 Mark hatten, das zur Anzahlung für den Ankauf des Grundstücks Verwendung fand. Singer teilt mit, daß die Genossin Lily Braun in einem Briefe an ihn erklärt habe, sie protestiere gegen die Ausführungen, die Bebel über sie gemacht habe, und werde die Sache einem Schiedsgericht unterbreiten. " Ferner ist folgende Erklärung von Ledebour eingegangen: Die Genossin Luremburg hat die Mitglieder der Posener Revisionsfommission, deren Brief ich verlesen habe, in der Debatte als Stänker bezeichnet, wie sie neuerdings in einer Erklärung deren Verwahrung dagegen Quertreibereien nannte. Demgegenüber stelle ich fest: 1. daß die fragliche Kommission, deren Mitglieder mir persönlich unbekannt sind, zur Prüfung der Parteigeschäftsbücher in Posen, darunter auch der Bücher der„ Gazeta Ludowa", von den berufenen Instanzen eingesetzt war; 4. daß ich mit der öffentlichen Bekanntgebung dieser Thatsache eine Parteipflicht erfüllt habe, da aus dem Vorstandsbericht hervorgeht, daß die„ Gazeta Ludowa" im vergangenen Jahre mit 2650 M. unterstützt wurde. Schwark Danzig: Die Lokalfrage ist ja seit langem ein Schmerzenstind für unsre Agitation. Der Vorwärts" wies nach Stubbe- Hamburg: Gerade das Hamb. Echo" hätte alle Verden Wahlen darauf hin, daß wir eigentlich in den Ostprovinzen keine anlassung, Einrichtungen zu treffen, die es verhüten, daß Arbeiter- 2. daß der Posener Arbeitersekretär, der Genosse Gogowsky, befriedigenden Erfolge errungen haben. Die Verhältnisse sind da gesuche von Firmen aufgenommen werden, über die die Sperre ver- der Kollege der Genossin Luxemburg, in der Vertretung der Parteinicht besser geworden, sondern die breiten Massen der Arbeiter hängt ist. Unser Holzarbeiterverband hat das bereits einigemal genossen Posens, durch Aushändigung seiner Bücher an die Komstehen dort noch auf demselben Niveau wie früher. Man kann wohl empfunden. Wir haben die Sperre über eine Firma verhängt, das mission deren Berechtigung zur Vornahme der Revision an sagen, daß die Lage schlechter geworden ist. Nur mit Mühe ist es wird im redaktionellen Teile des„ Echo" auch mitgeteilt und hinten erkannt hat; überhaupt gelungen, den Wahlkreis Königsberg zu halten. Das im Inseratenteile erscheint eine zweispaltige Annonce derselben 3) daß der von mir vollständig verlesene Brief der Kommission muß anders werden. Die Massen sind in diesen Gegenden gewiß Firma, worin sie Arbeitskräfte sucht. So kam es, daß unser Kampf an mich weiter nichts enthält, als die Mitteilung, daß die Revision auch unzufrieden, aber sie sind nicht socialistisch, weil sie nutzlos verlief. Es sind noch mehrere solcher Fälle vorhanden. Jeden- nur einen Bestand von 37 zahlenden Abonnenten der„ Gazeta nicht aufgeklärt sind, und es ist wohl möglich, daß falls lag gar kein Anlaß für die Redaktion des„ Hamburger Ludowa" festgestellt hat; auch Königsberg noch mal verloren geht. Und sobald der socialdemo- Echo" vor, gegen den Antrag Stellung zu nehmen. Wenn man fratische Abgeordnete für Königsberg verschwunden ist, wird in West- etwas vorsichtiger in der Expedition des" Echo" vorginge, ließen sich preußen noch ganz anders gewirtschaftet werden als jezt. Die Haupt- solche Vorfälle vermeiden. schwierigkeit ist bei uns nicht die Personen-, sondern die Lokalfrage. In ganz Ostpreußen giebt es nur drei bis vier Städte, in denen uns sichere Lokale zur Verfügung stehen. Darum ist es nötig, daß der Vorstand sich mit der Frage beschäftigt. Mit Flugblättern allein fann man feine Erfolge erzielen. Die Volksbildung ist in diesen Provinzen noch so unentwickelt, daß man durch Schriften wenig auf die Leute wirken kann. Ich verlange nicht, daß im ganzen Often große Gewerkschaftshäuser eingerichtet werden. Wenn wir mur Buden hätten, wo wir 50 bis 100 Personen versammeln könnten, wie sie die Baptisten haben( Heiterkeit), würden wir schon weiter kommen. Es wird so viel Geld für die Agitation im Osten ausgegeben, daß es möglich sein muß, auch hierfür etwas Geld abzustoßen. Das Geld könnte dort etwas praktischer angewandt werden. und Persönlich bemerkt Fischer- Hamburg: Niemand ist fehlerlos. Der Expedition des Hamb. Echo" ist eben mal ein Versehen passiert. Bei unsrem vollständigen Arbeitsmarkt in der Tabat- und Cigarrenbranche ist ein solches Verfahren, wie es der Antrag vorschlägt, gar nicht möglich. Der Antrag wird abgelehnt. erledigt. Damit ist die Gruppe der Anträge, die die Presse betreffen, Bon den Anträgen, die den nächsten Parteitag betreffen, ist der Antrag 92 zurückgezogen. Antrag 138 Erörterung des Generalstreits wird vom Vorsitzenden zur Unterstützung gestellt und nicht genügend unterflüßt. Zur Geschäftsordnung bemerkt Weiteres behalte ich mir vor. Dresden, 20. September 1903. Zur Geschäftsordnung bemerkt 6. Ledebour. Schmalfeld- Bremen. Ich glaube, daß Sie alle mit mir einverstanden sind, wenn ich dem Bureau den Dank des Parteitages ausspreche für die umsichtige und tattvolle Leitung der Verhand lungen auch in den schwierigsten Augenblicken.( Beifall.) Außerdem möchte ich Ihnen dafür danken, daß Sie sich entschlossen haben, im nächsten Jahr nach Bremen zu kommen. Bremen ist der Partei zurückerobert worden. Ich möchte an diesen Dank den Wunsch knüpfen, daß wir uns im nächsten Jahre weniger mit taktischen als mit prattischen Fragen beschäftigen werden. Die Bremer Genossen werden sich jedenfalls alle Mühe geben, Ihnen den Aufenthalt in Bremen so angenehm wie möglich zu machen.( Beifall.) Singer: Pfannkuch: Ich muß mich darüber wundern, daß der Redner Dr. Friedeberg, daß der Antrag bereits, als er eingereicht wurde, dem Partei- Borstand Vorwürfe wegen seiner nach Ostpreußen ge- die nötigen Unterschriften gehabt habe; er sei u. a. von Kautsky, zahlten Unterstübung macht; die Preßunterstüßung haben wir nach Stadthagen, Frau Bettin, Frau Luxemburg unterschrieben worden. reiflicher Ueberlegung bewilligt. Der Antrag ist in seinem ersten Vorsitzender Singer: Mein Versehen erklärt sich aus dem Teil völlig überflüssig. Wenn irgend ein Genosse im Osten uns Umstande, daß trop meiner Anweisung, auf den Anträgen, die Ich habe zunächst dem Genossen Schmalfeld zu danken für die nachweist, daß es nötig ist, sich Versammlungslokale für 100 bis 200 bereits unterstützt sind, die Zahl der Unterschriften zu markieren, der freundlichen Worte der Anerkennung, die er für die Führung der Personen zu sichern, so werden wir, wie bisher, so auch in der gedruckte Antrag Friedeberg nur den Namen des Antragstellers Geschäfte an das Bureau gerichtet hat. Ich möchte ferner namens Folge im Sinne der Antragsteller entscheiden. Anders aber, wenn enthält. Da wir aber selbstverständlich keinen Anlaß haben, die des Parteitags den Dresdener Genossen danken, die uns in unfren Anträge auf Gründung von Versammlungshäusern an uns fommen. Versicherung des Genossen Friedeberg zu bezweifeln, so stelle ich den Verhandlungen unterſtüßt und in den Vorbereitungen und den Diese Anträge sind so zahlreich, zahlreich, daß, wollten wir auch Antrag munmehr zur Debatte. Arrangements ihr Bestes geleistet haben. Die Dresdener nur den vierten Teil davon genehmigen, wir keinen Pfennig Zur Begründung des Antrags erhält das Wort Genossen haben dafür gesorgt, daß in diesen schweren Tagen der Geld mehr in der Kasse hätten und wir einer Aktion, Friedeberg- Berlin: Auf die Frage des Generalstreits will ich Arbeit, soweit das möglich war, auch der Humor, wie sie ihn in der die plötzlich im im Interesse der Partei notwendig wäre, hier materiell nicht eingehen. Der Antrag will lediglich eine spätere prächtigen Festschrift entwickelt haben, zu seinem Rechte fam. Ich nicht gerüstet gegenüberstanden. Das wollen Sie und die Antrag Erörterung dieser Frage herbeiführen; der Parteitag würde sich also durch weiß, daß wir alle mit dem Gefühl des Dankes von hier scheiden. steller gewiß auch nicht. Ich bitte Sie, den Antrag abzulehnen. die Annahme des Antrags in feiner Weise binden. Eine solche Dis-( Buftimmung.) Weiter spreche ich den Genossen, die in den Kom( Bustimmung.) fussion ist meines Erachtens notwendig. Es ist in der Diskussion missionen gearbeitet und sich deshalb einer Anzahl wichtiger VerBraun Königsberg: Wir in Königsberg haben seit zehn Jahren schon darauf hingewiesen worden, wie wenig wir im Grunde ge- handlungen entziehen mußten, den Dank des Parteitages aus. tein größeres Lokal mehr zur Verfügung. Es existiert wohl in ganz nommen in dem 40 jährigen angestrengten Kampfe, der hinter uns Genossen! Ich habe jetzt zum bierzehntenmal seit Aufhebung Deutschland kein Bartei- Drt von der Bedeutung und Größe Königs- liegt, erreicht haben und wie häufig wir selbst Wahlkreise, die wir des Socialistengefeßes den Vorzug und die Ehre, an dieser Stelle bergs, der unter so elenden Lokalverhältnissen zu leiden hat. Mieten schon erobert hatten, wieder verloren haben, weil die Stimmung ein Resumé der Arbeiten unfres Parteitags zu geben. Wir haben in fönnen wir ein Lofal nicht, weil teins vorhanden ist, wir mußten des Proletariats, seine Auffassung des Klassenkampfs fich ge- diesen 14 Jahren faft auf jedem Parteitag Fragen von großer Wichdaher an die Erbauung eines eignen Lokals gehen. Wir ändert hat. Das lehrt uns, daß wir die Ideale des Klaffen- tigkeit diskutiert, wir haben sie in der uns eignen Art und Weise find jetzt so weit, daß wir ein Grundstück gekauft haben tampfes noch viel mehr in den Vordergrund stellen, müssen diskutiert, aber da ich zu denen gehöre, die nichts leugnen, nichts Wir wandten uns an und das geschieht am besten durch proletarische Massenaktionen. Ich vertuschen wollen, so würde ich es nicht für richtig halten, wenn wir den Parteivorstand und an die Generalkommission mit der Bitte um will unfre bisherige Tattit nicht bekämpfen, sondern mur ergänzen. nicht auch am Schlusse dieses Parteitags uns selbst das Zeugnis eine Unterſtüßung, aber der Parteivorstand lehnte das Gesuch aus Bedenken Sie, daß unsre ganze bisherige Thätigkeit nicht ausgereicht ausstellten, daß wir unsre Verhandlungen mit Offenheit, teilweise principiellen Gründen ab. Das war für uns um so unangenehmer, hat, die sächsische Wahlentrechtung zu verhindern, und mit dem mit Rücksichtslosigkeit geführt haben. Indes, Genossen, in dieser Art, als die Generalfommission ihre Unterstüßung davon abhängig ge- Reichstagswahlrecht kann es genau so werden. Wenn damals der wie wir biskutierten, in der, wie wir uns gegenseitig nichts vermacht hatte, daß der Parteivorstand sich gleichfalls beteilige; in der sächsischen Bourgeoisie mit einiger Aussicht auf Erfolg mit einem schweigen, in der Art, wie wir deutlich und offen zu einander reden, Generalfommission hat ja schließlich die bessere Ansicht gefiegt. Wir politischen Massenstreit hätte gedroht werden können, so wäre fie liegt unsre Stärke.( Beifall.) In feiner Partei würde es möglich werden später nochmals an den Parteivorstand herantreten und ich nicht so bereit gewesen, dem Proletariat das Wahlrecht zu rauben. sein, die Leidenschaften so aufeinanderplazen zu lassen, wie in der hoffe, daß er dann seinen principiellen Standpunkt verläßt. Auf die Nehmen Sie den Antrag an und dokumentieren Sie dadurch, daß unsrigen; wir können das, weil wir wissen, daß, wenn auch leidenDauer fönnen wir in dem großen Agitationsbezirk des Ostens nicht die wichtige Frage schärfer theoretisch erörtert werden muß. schaftliche Aeußerungen fallen, diese doch immer hervorgehen aus der wirken, wenn wir nicht in Königsberg festen Fuß fassen. Legien- Berlin: Ich bitte Sie, den Antrag abzulehnen. Man flammenden Begeisterung, die in jedem vorhanden ist, der für die Pfannkuch: Es fieht so aus, als wenn der Vorstand die Ost- tönnte sagen, daß eine rein theoretische Erörterung der Frage des Biele der Socialdemokratie kämpft.( Lebhafter Beifall.) Wenn daher provinzen, speciell Königsberg, stiefmütterlich behandelte. Das ist Generalstreits unbedenklich sei. Ich glaube aber, daß eine solche ich möchte das im voraus sagen etwa unfre Gegner die nicht der Fall, wir haben die Forderungen, die aus Königsberg an Diskussion auf dem Parteitag für unsre Bewegung principielle Be- Hoffnung schöpfen wollten, daß nun die Partei in ihrem Vorwärts. uns tamen, bisher anstandslos bewilligt, ohne auch nur einen deutung hätte.( Sehr richtig!) Wir haben uns bisher auf den marschieren irgend wie gehemmt und geschädigt sein sollte, so werden Pfennig abzuziehen. Für das dortige Parteiblatt sind in drei Jahren internationalen Rongreffen, auf denen die Frage erörtert wurde, fir erleben, daß sie im Irrtum find. Es ist ja ein förmliches 25 000 m. hergegeben.( hört! hört!) Wie steht es mit dem Ver- ablehnend verhalten und ich habe noch auf dem Pariser Kongres Sehnen in der bürgerlichen Presse, endlich den Tag heranfammlungslokal? Die Notwendigkeit erkennen wir an, aber darauf erklärt, daß für uns in Deutschland die Frage überhaupt nicht tommen zu ſehen, dem durch die rücksichtslose Aus folcher tommt es nicht an, denn auch in andren Orten liegt die Notwendig- existiere. Ich habe weiter erklärt, daß es zunächst notwendig tragung die Meinungsverschiedenheiten Herzlichsten teit vor. Worauf es ankommt, ist, daß bei dem Bau von ist, zu organisieren, und daß die Frage des Generalstreits Wünsche der Gegner erfüllt werden. Man laffe es sich Häusern genau so verfahren wird, wie bei der Gründung und Er- dann was auch die Socialdemokratie werden möge, wenn wir eine genügende gesagt sein, all überall weiterung von Barteiblättern. Wir haben in München befchloffen, Drganisation für den Generalstreit haben.( Sehr richtig!) Der unter sich und mit sich austämpft in Bezug auf den Kampf mit daß sich die Genossen in solchen Fällen vorher an den Parteivorstand eigentliche Vater des Generalstreiks, der Rechtsanwalt Briaud, sagte den Gegnern ist die Partei geschlossen, wie sie es von jeher war. wenden sollen, damit dieser nicht vor eine vollendete Thatsache auf diesem Kongreß: Auch wir denken nicht daran, den Generalstreik( Lebhafter Beifall.) gestellt wird. Der Parteivorstand hat seine Schuldigkeit Königsberg durchzuführen; für uns ist er nur Mittel zum Zwed und zwar in Wir haben auf diesem Parteitag Fragen von fundamentaler gegenüber gethan, er hat nach bestem Ermessen gehandelt. Ich bitte der Weise, daß wir eine bestimmte Idee in die Massen werfen, um Wichtigkeit verhandelt. Schon in der Diskussion ist ausgeführt sie zu organisieren.( Friedeberg ruft: Sehr richtig!) Nein, zur worden, daß es sich nicht um persönliche Reibereien, nicht um persön Hierauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Organisation haben wir andre Mittel, und ich bin der Meinung, liches Gezänk handelte, wenn es auch äußerlich so schien.( Sehr Braun- Königsberg erklärt persönlich, er habe dem Vorstande daß eine Idee, an deren Durchführung wir nicht mit voller Ueber- richtig!) will man die Verhandlungen richtig beurteilen, dann darf nicht vorgeworfen, daß er zu wenig für Königsberg gethan habe; zeugung glauben, gefährlich werden kann für unsre Organisationen man sich nicht darauf beschränken, die persönlichen Erscheinungen zu im Gegenteil, dieser habe alle Wünsche erfüllt nur nicht bezüglich( Sehr richtig!), daß man dann sagen wird: Warten wir doch auf betrachten, sondern dann muß man dazu übergehen, die Sache selbst der Lokalfrage. den Generalftreit; was follen wir jetzt unsre Beiträge zahlen, um zu untersuchen, und dann wird man zu der Ueberzeugung kommen, fleine Vorteile zu erringen, wenn wir durch den Generalstreit die ganze daß das, was als persönlich angesehen wird, notwendig war, daß gegeben tapitalistische Gesellschaft mit einem Schlage stürzen können. Ich glaube, es war durch den Umstand, daß wir über wir bleiben bei unsrer bisherigen Auffassung, daß die Frage des General- Fragen verhandelt haben, die für die Partei von fundamentaler streits für uns nicht in Betracht kommt. Mir würde eine Diskussion über Bedeutung waren.( Bustimmung.) Unfre Verhandlungen haben den Generalstreit genau so vorkommen, wie wenn wir die Revolution gezeigt, was die Partei will. Es ist die Frage aufgeworfen: Was erörtern wollten, zu der, wie ich persönlich fest überzeugt bin, die nun? Der Parteitag hat die Antwort darauf gegeben. Der Parteis Pistorius- Magdeburg: Die Antragsteller wünschen, daß der herrschenden Klassen, wenn sie glauben, daß Gefahr im Verzuge ist, tag und die durch den Parteitag vertretene Partei will in ihrer Parteivorstand sich mehr um die Pflege der Jugend- Litteratur schreiten werden, um uns niederzuwerfen. Das sächsische Beispiel immensen Majorität, daß Programm, Taftit, Streben und Agitation fümmert. Aehnliche Anträge kehren jedes Jahr wieder, ich begnüge beweist nichts für den Generalstreit. Wenn in Sachsen die Vor- der Partei nicht geändert werden sollen.( Lebhafte Zustimmung.) Die mich, Sie um seine Annahme zu bitten. bedingungen für den Generalstreit gegeben gewesen wären, dann hätte Massen in der Partei stehen nach wie vor auf dem Boden des Schulz- Bremen: Der Antrag bleibt ein frommer Wunsch, so die Idee des Generalstreits nicht erst propagiert zu werden brauchen, revolutionären Klassenkampfes, dessen Ziel die Befreiung des lange wir nicht Genossen haben, die wirklich gute Jugendschriften weil diese Borbedingungen fehlten und wahrscheinlich auch fehlen würden, Proletariats aus dem Druck, aus dem Elend der kapitalistischen für uns schreiben. Ist das der Fall, dann werden sie von der wenn Hand an das Reichstags- Wahlrecht gelegt würde, darum halte Gesellschaftsordnung ist.( Lebhafte Bustimmung.) Das haben unsre ich es für verfehlt, eine solche Idee zu propagieren. Ich glaube Beschlüsse gezeigt, das haben unsre Beschlüffe offen vor aller Welt **) 49. Parteigenossen in Magdeburg: Der Parteivorstand nicht, daß die herrschenden Klassen das Wahlrecht beseitigen wollen, dargethan, und ich habe die Ueberzeugung, daß diese Beschlüsse, wenn möge mehr als bisher die Herausgabe der Jugend- Litteratur nicht, weil die Gegner unsre Macht fürchteten, sondern weil dadurch man sie loslöst von den äußeren Erscheinungen, die sich daran ges als dem der Bestand des Deutschen Reiches erschüttert werden würde. Die knüpft haben, pflegen. Interesse der Partei entsprechend. 50. Parteigenoffen von Teltow Charlottenburg: Der süddeutschen Staaten...( Singer bittet den Redner, bei der Sache als den Willen der Partei bekundend, als die Richtschnur der Partei Breis des Arbeiter- Notizkalenders ist von 60 Pf. auf 50 Pf. herab- zu bleiben.) Ich glaube also, das Reichstags- Wahlrecht wird nicht auf dem weiteren Vormarsch angesehen werden. Deshalb sage ich zusetzen. angetastet werden. Der Genosse Friedeberg thäte meines Erachtens Ihnen, abgesehen von den Dingen, die ich berührt habe: wir dürfen 52. Barteigenoffen in Breslau: Die Parteipreffe ist gehalten, beffer, anstatt die Jdee des politischen Streits zu propagieren, zufrieden sein mit dem Ergebnis dieses Parteitages.( Sehr richtig!) vor der Annoncierung von Arbeitergesuchen Erkundigungen bei den zunächst uns zu helfen, die Voraussetzung dafür, nämlich möglichst ( Schluß in der 2. Beilage.) betreffenden Drganisationen einzuziehen. entwidelte Organisationen zu schaffen.( Beifall.) Sie, den Antrag abzulehnen. Hierauf wird der Antrag 138 abgelehnt. Es folgt die Beratung der Anträge, die sich auf die Breffe beziehen: 48, 44, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 122**). Hiervon werden nur die Anträge 49, 50 und 52 genügend unterſtügt. Den Antrag 49 begründet V erörtert ant Verantwortlicher Redacteur: Julius Kalisti in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 221. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 22. September 1903. Parteitag der socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 1. Beilage.) Wir dürfen zufrieden sein damit, daß sich so glänzend dokumentiert hat der Wille der Partei, daß wir nicht diplomatisieren wollen, daß wir in unsrer Partei keine Staatsmännelei haben wollen( Sehr richtig!), sondern daß wir entschlossen sind, den geraden Weg weiter zu gehen, den Weg, der dazu führen wird, unter Niederwerfung aller Gegner unser großes Ziel zu erreichen.( Stürmischer Beifall.) bon 4412 andern Parteien eingehen. Die Leiter dieser Bezirke werden ferner Punkten, wobei es sich ausschließlich um innere Organisationsdafür zu sorgen haben, daß in jedem Wahlkreise ein Komitee ein Angelegenheiten handelt, ergänzt bezw. näher erläutert. gesetzt wird, das feststellt, wo Wahlmänner aufgestellt werden können. Nach dem gedruckt vorliegenden Rechenschaftsbericht des Vorstandes ( Bebel macht darauf aufmerksam, daß es sich jetzt nur um die haben sich die Wirkungen der Krise im Dezember 1901 und Januar allgemeine Taktik handle.) Wir bitten um die Zustimmung dazu, 1902 so außerordentlich bemerkbar gemacht und sind so überaus daß wir in Schleswig- Holstein Schleswig Holstein die dänische Partei in starke Anforderungen an die Centralkasse gestellt worden, daß sich besonderem Sinne als bündnisfähig betrachten. der Vorstand gezwungen fah, nicht nur ein Darlehn aufzunehmen, Auf Antrag Stadthagen wird die Redezeit auf 10 Minuten sondern auch die nach dem Statut vorgeschriebenen Maßnahmen zu beschränkt. treffen. Am 1. Januar 1901 betrug der Kassenbestand 56 491 M. Singer: Ich stelle fest, daß sich gegen die Ausführungen Bebels oder pro Mitglied 12,43 M. Eingenommen wurden in diesem in Bezug auf unsre allgemeine Tattik ein Widerspruch nicht erhoben Jahre bei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl oder Auss hat. Wir sind einig darin, daß wir gemäß dem Beschluß der Berliner insgesamt 125 012 M. pro Mitglied 28,33 M. wurden in dem Konferenz mit Aufstellung socialdemokratischer Wahlmänner überall, gegeben gleichen Zeitraum 156 751 M. Wir stehen vor schweren Aufgaben, wir haben die schweren wo es möglich ist, vorgehen.( Sehr richtig!) Ueber die Taktik im oder pro Mitglied 35,53 M., also 7,20 m. pro Mitglied mehr. Das Pflichten der praktischen Arbeit zu erfüllen, sei es die praktische speciellen hier zu debattieren hat, gar keinen Zweck. Wir müssen erst Jahr 1902 brachte eine Einnahme von 156 679 M. oder pro MitArbeit der Agitation im Volle, sei es die praktische Arbeit in den wissen, welchen Machtfaktor wir ins Gewicht zu legen haben, wieviel glied 39,99 M., der eine Ausgabe von 154 662 M. oder pro Mitglied Vertretungskörpern in Reich, Staat und Gemeinde. Diese praktische socialdemokratische Wahlmänner gewählt werden.( Lebhafte Zu- 39,47 M. gegenüber steht. Trotz der erhöhten Beiträge Arbeit wird die Aufmerksamkeit aller, die an diese Bosten gestellt ftimmung.) Auch dann kann die Entscheidung im einzelnen von der und herabgesezten 2eistungen sind pro Mitglied find, in Anspruch nehmen, sie wird aber erleichtert werden durch die Centralinstanz getroffen werden. Hier werden wir uns vor allem nur 52 f. mehr eingenommen, wie ausgegeben. hier gefaßten Beschlüsse. Die Parteigenossen in den Vertretungs- noch darüber zu entscheiden haben, wie wir die nötige Munition für Der Kassenbestand betrug am Schlusse 1902 27 277 M. gleich förpern aller Art werden sich diese Beschlüsse zur Richtschnur nehmen den Wahlkampf zu beschaffen haben. 6,96 M. pro Mitglied.( Der durchschnittliche Mitgliederstand und dafür sorgen, daß die Arbeit getragen wird von den principiellen Bebel stellt fest, daß über die allgemeine Taktik niemand mehr war 3981.) Mithin ist der Kassenbestand von 12,43 M. am 1. Januar Grundsäzen der Partei, sie werden den Willen der Partei zur das Wort wünscht. Die Konferenz ist also einmütig der Ansicht, 1901 auf 6,96 M. pro Mitglied am Schluß des Jahres 1902 gesunken. Geltung bringen. daß die Partei selbständig vorzugehen habe, selbst auf die Gefahr Kennzeichnend für die wirtschaftlich schlechte Konjunktur während der hin, daß das Endresult der Durchfall sämtlicher liberaler Kandidaten Berichtsperiode sind die geleisteten Unterstüßungssummen. Während in Preußen, soweit es auf uns ankommt, ist.( Beifall.) für alle übrigen Unterstützungszweige die Ausgaben beträchtlich geArons- Berlin bedauert, daß Bebel und Singer unter allen Um- stiegen sind, ist die Ausgabe für Streiks, Aussperrungen ständen die Annahme einer Kandidatur für den Landtag abgelehnt und Maßregelungen von 14 851 M. in den vorhergehenden haben. In weiten Kreisen des Volkes wird dadurch das Vertrauen Jahren auf 8789 M. pro Jahr in den Jahren 1901/1902 geauf den Erfolg erschüttert. Das ist ein Gefühlsmoment, das in Be- fallen. Hingegen ist die Ausgabe für Arbeitslosen Unter tracht gezogen werden muß. Außerdem brauchen wir auch gerade st üßung amOrte in den verflossenen zwei Jahren auf 179 352,25. im Landtag besonders gewiegte und gerissene Parlamentarier. Es gefstiegen, während hierfür in den drei Jahren 1898-1900 nur Auch die Reise- Unterwäre sehr wünschenswert, wenn Bebel und Singer zunächst in allen 116 663 m. verausgabt wurden. Wahlkreisen aufgestellt würden und dann je nach dem Ausfall der stützungen find gegenüber den Vorjahren von 8794,50 M. auf Urwahl sich entscheiden, wo sie annehmen. Redner tadelt es des 10 204 M. pro Jahr gestiegen. Ebenso hat sich die Ausgabe für weiteren, daß in einzelnen Wahlkreisen wie in Breslau, Frant- Unterstüßungen an Arbeitsunfähige von 9754 M. auf furt a. M. mehrere Kandidaten aufgestellt seien. 12 640 M. pro Jahr erhöht. Ich brauche Sie nicht an den Ernst der politischen Situation zu erinnern. Ich vermeide es selbstverständlich, in diesem Moment auf einzelne Fragen einzugehen. Aber was auch die Zeiten bringen werden, die Socialdemokratie wird, stolz und ruhig wie bisher, gestüßt auf ihre Grundsäge, den Weg weiter wandeln, den sie für den richtigen hält, sie wird alle ihr zu Gebote stehenden Mittel ergreifen, um den Ansturm der Reaktionäre abzuwvehren, durch ein Massenaufgebot des Volkes. Immer und immer wieder muß den Herrschenden Klassen klar gemacht werden, wie die Massen des Voltes, wie die Arbeiterscharen über die politische und wirt schaftliche Entrechtung denken. Es muß ihnen flar gemacht werden, daß wir in einer Zeit leben, in der die Millionen von Arbeitern sich nicht mehr entrechten lassen.( Lebhafter Beifall.) Und nun, Genossen, die andren Aufgaben, denen wir entgegengehen, Bebel legt die Gründe dar, die ihn und Singer veranlaßten, sie werden ja in einer sich anschließenden Konferenz vor bereitet werden. In dem größten und in einem andren großen Bundesstaat werden in ganz kurzer Zeit die Landtagswahlen stattfinden. Die sächsischen und die preußischen Genossen werden unter boller Aufrechterhaltung ihrer Grundsäße, entsprechend den wieder holten Beschlüssen der Partei, in den bevorstehenden Kämpfen ihre bolle Schuldigkeit thun. Diese Kämpfe find wesentlich propagandistischer Art, sie werden den Erfolg haben, daß wir das erreichen, was wir wollen. Namentlich wird dadurch die Beseitigung des un erhörten Zustandes erleichtert werden, daß es in Deutschland noch Parlamente giebt, von denen die Arbeiter infolge des DreiklassenWahlsystems ferngehalten sind. Auch hier muß die Stimme der Massen machtvoll ertönen.( Beifall.) Und nun Parteigenoffen! Die Banner hoch! Nach wie vor: Vorwärts zum Kampf, vorwärts zum Sieg! Unbeirrt durch die Ereignisse der Tage, zielbewußt in dem, was wir erreichen wollen und was niedergelegt ist in unsrem Programm, gehen wir mutig und entschlossen an die Arbeit. So wie immer, wird das Wohl der Partei unser Leitstern sein. Das bekräftigen wir, indem wir, wie am Anfang, so auch am Schlusse unsrer Verhandlungen unfren alten Schlachtruf ertönen lassen: Die deutsche Socialdemokratie, sie lebe hoch! Begeistert stimmen die Delegierten dreimal in das Hoch ein fingen stehend die erste Strophe der Arbeiter- Marseillaise. Singer: Der Parteitag ist geschlossen. Schluß 3 Uhr. und Troß dieser abnormen Belastung der Organisation während der eine Kandidatur abzulehnen. Singer und ich sind mit Arbeiten be- Krise ist doch bereits wieder eine wesentliche Besserung der Kassenreits heute so überlastet, daß die lebernahme weiterer Arbeiten für verhältnisse eingetreten, so daß am Schlusse des 3. Quartals d. J. uns eine physische Unmöglichkeit ist. Dazu kommt, daß die Ueber- der Kassenbestand ca. 40 bis 45 000 m. betragen wird. In dem nahme einer solchen Kandidatur gerade für den preußischen Landtag Bericht wird ausdrücklich anerkannt, daß es nur durch den Opfermut mit einer ungeheuren Arbeitslast verbunden ist. Ich fühle mich ja der der Organisation treu gebliebenen Mitglieder möglich war, die heute noch beinahe wohler als vor 30 Jahren, aber ich weiß doch, finanziellen Verhältnisse wieder günstiger zu gestalten. Während zur vorigen Generalversammlung eine erhebliche Zudaß ich nicht mehr denselben Refervefonds hinter mir habe. Ich will nicht eines Tages infolge Ueberarbeit zusammenbrechen, ich will nahme des Mitgliederbestandes verzeichnet werden konnte, ist diesmal doch möglichst lange mitmachen, und da muß man maßhalten mit ein Rückgang von 4521 auf 3797 Mitglieder, also eine Abnahme 724 Mitglieder in den letzten beiden Geschäftsjahren zu seiner Kraft und Zeit. Sie können wirklich glauben, daß es mir um und Singer eine wahre Wollust bereiten würde, einmal im Landtag fonstatieren. Der größte Mitgliederverlust( 264) trat im 1. Quartal aufzutreten, aber wir müssen auf das Vergnügen verzichten, wie 1902 ein, also zu einer Zeit, in der die Krise im Berufe am heftigsten man ja überhaupt mit den Jahren auf so manches Bergnügen ver- einfegte. aichten muß.( Große Heiterfeit.) Leopold fragt, ob nicht allgemeine Flugblätter für das ganze Land herausgegeben werden könnten. Bebel: Der Vorstand hat ja schon dafür gesorgt, daß das Landtags- Handbuch, ein sehr gutes Buch, herausfam. Natürlich werden wir auch für Flugblätter sorgen. Das ist eine der nächsten Aufgaben des Vorstandes. Müller- Görlig verteidigt, daß an manchen Orten, wie Breslau, schon mehrere Kandidaten aufgestellt sind. Nachdem die Gegner dasselbe gethan hätten, habe die Socialdemokratie an manchen Orten nicht warten fönnen. Später könnten ja immer noch Verschiebungen unter den Kandidaten vorgenommen werden. Konferenz der preußischen Delegierten wie die Chancen an den einzelnen Orten stehen. zur Beratung der Frage des taktischen Vorgehens bei den preußischen Landtagswahlen. Nach Schluß des Parteitags begaben sich die preußischen Delegierten nach dem Volkshause. Ueber die 2ohnbewegungen in den beiden Geschäftsjahren wird berichtet, daß trotz des durch die allgemeine wirtschaftliche Krise hervorgerufenen Druds auf die Arbeitsverhältnisse sich die Mitglieder auch in der schlimmsten Zeit der Krise tapfer gehalten und in erster Linie, wenn auch nicht alle, so doch die meisten Versuche, die Arbeitsverhältnisse zu verschlechtern, abgewehrt haben. Nach der vom Vorstande aufgestellten Tabelle sind 33 Streits beztv. Lohnbewegungen mit Erfolg und 9 mit teilweisem Erfolg beendet worden, während 21 verloren wurden und 7 resultatlos verliefen. Sperren sind 3 mit und 4 ohne Erfolg verhängt worden. Von 12 weiteren Sperren ist das Resultat nicht mitgeteilt worden. An der Arbeitslosen Statistik, die im 1. und 2. Halbjahr 1902 vorgenommen worden ist, waren 2832 beztv. 2667 Mits glieder und 915 bezw. 931 Nichtmitglieder beteiligt. Aus den Erhebungen geht hervor, daß die Mitglieder zu einem weit höheren Prozentsaz arbeitslos waren als die Nichtmitglieder und daß die Stellung der letzteren im Durchschnitt von längerer Dauer war. einen aggressiven Schritt gethan, als er sich im Einverständnis mit den betreffenden Verivaltungsstellen und deren Gegenzeichnung an die Magistrate einzelner Orte wendete mit dem Ersuchen, auf Grund des§ 128 der Gewerbe- Ordnung gegen die in bestimmten Betrieben zur Anfertigung von sogenannten Massenartikeln unverhältnismäßig hohe Anzahl von Lehrlingen die nötigen gesetzlichen Maßnahmen zu treffen. Ueber den Ausgang ist bisher nichts bekannt geworden. Adler- Kiel: Ich möchte empfehlen, in jedem der von mir vorgeschlagenen Abmachungsbezirke vielleicht einen Kandidaten zu proflamieren. Die definitive Aufstellung der Kandidaten in den einzelnen Kreisen kann dann ja später erfolgen, wenn wir übersehen, Löbe- Breslau regt die Frage an, wie man sich bei den Urwahlen In der Lehrlingsfrage hat der Centralvorstand insofern zu verhalten habe, um nicht eventuell die ausschlaggebende Stellung für die Abgeordnetenwahl zu verlieren. In Breslau z. B. sei zu befürchten, daß die Socialdemokratie, wenn sie allgemein in der Urwahl bei etwaigen Stichwahlen die Freisinnigen als das kleinere Bebel eröffnet die Verhandlungen und giebt ein Bild der durch lebel wählten, den Freisinnigen die absolute Mehrheit sichert und den bekannten Ministerialerías seit der letzten Konferenz veränderten dadurch ihre ausschlaggebende Stellung einbüßt. Man hat sich in Sachlage. Während früher in Wahlkreisen, wo zwei oder drei Ab- Breslau dadurch zu helfen gesucht, daß man sich die Wahlmänner geordnete zu wählen sind, die Wahl in einzelnen Wahlgängen statt- durch schriftliche Erklärung sicherte. Borgmann- Berlin bittet Bebel und Singer, trotz der aus- In der Vormittags- Sigung wird hauptsächlich der fand, müssen jetzt alle drei Abgeordneten von dem Wahlmann auf einmal gewählt werden. Damit ist unser früher fundgegebenes Be- geführten Bedenken ein Mandat zu übernehmen. Man könne ihnen Bericht der Preßkommission, der ebenfalls gedruckt vorliegt und den Schmey Berlin auch mündlich erstattet, diskutiert. streben, die liberalen Wahlmänner rechtzeitig festzunageln und wenn ja dann Sekretäre stellen.( Bebel ruft den Redner zur Sache.). Arons- Berlin: Meine Anregung, Bebel und Singer überall auf- Die Preßkommission berichtet unter andern, daß in Ermangelung: fie ihr Versprechen nicht halten, eventuell noch im letzten Augenblicke im Stiche zu lassen, bis zu einem gewissen Grade unmöglich ge- zustellen, bitte ich nicht ganz wörtlich zu nehmen. Ich meine jedweder statutarischen Festlegung ihrer Aufgaben erhebliche Resultate worden. Aber jetzt noch ist es möglich, daß in einem solchen Falle nur, wir brauchen uns vor der Aufstellung von Doppelkandidaturen ihrer Thätigkeit nicht zu verzeichnen sind und sie beantragt schließlich, des Verrats freisinniger Wahlmänner die gesamte socialdemo- nicht zu genieren. Die Breslauer mögen nach den lokalen Verhält die Institution der Preßlommission in der bisherigen Form nicht. fratische Wahlmännerschaft ohne Beratung nunmehr den Liberalen nissen Breslaus richtig gehandelt haben, aber über solche Einzel- weiter bestehen zu lassen. Verschiedene Delegierte sprechen sich in nicht mehr wählt. Was wäre die Folge eines solchen Vorgehens? heiten kann die Konferenz nicht entscheiden. Daß die Liberalen erſt ähnlicher Weise aus und empfehlen, einen Ausschuß oder eine KontrollBis jetzt war die Situation die, daß den Konservativen nur fünf dann mit uns paftieren, wenn wir bei den Urwahlen die nötigen kommission, die ihren Sig an einem andren Ort als der CentralStimmen an der abfoluten Mehrheit fehlten. Räme es zu einem Wahlmänner durchgebracht haben, ist ihr Recht, wir müssen eben vorstand hat, einzusetzen. In der Nachmittags Sigung werden zunächst Glückallgemeinen Kartell mit den Liberalen, so würde es leicht sein, die sehen, daß wir sie zwingen, im eignen Interesse Abmachungen mit wunschtelegramme berlesen und von Hamburg wird mitgeteilt, daß Konservativen erheblich zu schwächen. Da aber leider ein solches uns zu treffent, Die Debatte über die Kandidatenfrage wird gefchloffen. Die Bewegung zu Gunsten der Arbeiter siegreich beendet Kartell gar nicht oder nur sehr vereinzelt zu stande kommen wird, und der Achtstundentag errungen ist. Hierauf wird in die so wird das Resultat das sein, daß das nächste Abgeordnetenhaus Es handelt sich nun noch um die Geldfrage. Singer: Ich stehe auf dem Standpunkt der Berliner Konferenz, Diskussion über den Geschäftsbericht des Vorstandes eingetreten. wahrscheinlich eine konservative Mehrheit haben wird. Die Folge wird die sein, daß für reaktionäre Gesetze die Bahn frei sein daß die Centralfasse für Landtags- und Kommunalwahlen nicht in Gegen die Geschäftsführung des Vorstandes und die von demselben wird. Es ist jetzt kein Miquel da, der sie verhindern könnte. Sollen Anspruch genommen werden kann. Andrerseits können die Kosten getroffenen Maßnahmen werden wesentliche Einwendungen nicht erwir es auf solche neuen reaktionären Geseze, etwa auf ein unmöglich von den Kreisen allein aufgebracht werden, denn es wird hoben. Trautwetter Berlin beantragt namens der Revisoren, den neues Vereinsgesetz a ntommen lassen? Und da meine ich: Wir sich um sehr erhebliche Summen handeln. Ich schlage Ihnen desdie Parteileitung hat sich über diese Regelung ver- mit den Kassengeschäften betrauten Vorstandsmitgliedern die Decharge müssen mit den Liberalen einmal Fraktur reden!( Sehr richtig!) halb vor daß für die preußischen Wahlen ein besonderer Wahl zu erteilen. Sodann wurde eine Kommission von 5 Mitgliedern Und wenn der Erfolg unsrer Beteiligung der wäre, daß der letzte ständigt ( Sehr gut!) Dabei fegen wir gewählt, welche alle die Agitation und Bezirkskommissionen bes Liberale aus dem Abgeordnetenhause verschwindet auch dann bin fonds gegründet wird. es für ihre Ehren- treffenden Anträge und Anregungen zu prüfen hat und der Generalwas es man ich für eine selbständige Beteiligung an den Landtagswahlen. voraus, daß die großen Geldcentren ( Lebhafter Beifall.) Darüber dürfen wir keinen Zweifel lassen. Es pflicht halten werden, von ihrem materiellen Ueberfluß, den versammlung entsprechende Vorschläge unterbreiten soll. Ferner gegiebt Situationen, wo so etwas durchgeführt werden muß, fie zu opfern gewöhnt find, abzugeben an diejenigen Streise, langte ein Antrag der Delegierten aus Sachsen einstimmig zur die Dinge die nicht über solch reiche Mittel verfügen. Wir werden uns auch Annahme, wonach den Crimmitschauer Tertilarbeitern es, und wo fofte tvolle, Es werden nicht etwa auf den stolzen Standpunkt stellen, daß wir etwa Beiträge die vollste Sympathie bekundet und als Zeichen dessen der Betrag eventuell bis zur Katastrophe zu treiben hat. von außerpreußischen Wahlkreisen zurückweisen.( Große Heiterkeit.) von 200 M. überwiesen wird. dann in Zukunft auch für die Reichstags- Frattion neue bon außerpreußischen Wahlkreifen zurückweisen. Aufgaben erwachsen. Sie wird im Reichstage Anträge zu stellen Ich denke dabei an die Hamburger Genossen, die ja neben den Berhaben, wonach für alle Bundesstaaten das allgemeine gleiche Wahl- linern überhaupt als die Bankiers der Partei gelten.( Heiterkeit.) recht einzuführen ist. Gleichzeitig werden die Abgeordneten, die wir Aus diesem Fonds wären dann die Streise, welche die Kosten nicht in Breußen durchbringen, im Abgeordnetenhause den Kampf gegen felbst aufbringen können, zu unterstützen.( Allgemeine Zustimmung.) aufnehmen und das Elend ganze bas Klaffenwahlrecht unfrer Zustände in der nötigen Weise zu schildern haben. Zunächst Das wird dann sicher im Volte Anklang finden. bitte ich fich melden, nun diejenigen Genossen, meinen Vorschlägen nicht zustimmen.( Es meldet sich niemand.) Dann frage ich, ob sonst jemand das Wort wünscht. zu Kremser- Düsseldorf begrüßt diesen Vorschlag mit Freuden. Der Vorschlag Singers wird hierauf einstimmig angenommen. Bebel: Hiermit find die Beratungen beendet. Ich gebe unsrer die Hoffnung Ausdruck, daß die gemeinsame Sache, für die wir mit allen Kräften zu wirken bereit sind, vom besten Erfolge begleitet sein möge.( Lebhafter Beifall.) Ich wünsche Ihnen alle glückliche Reise. Auf Wiedersehen!( Arons: Jm Abgeordnetenhause!) Schluß 6 Uhr. Außerordentliche Generalversammlung Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In der außerordentlich stark besuchten Versammlung der streikenden Gürtler, die gestern vormittag stattfand, berichtete Mar Behrendt, daß bereits 85 Firmen, die zusammen über 800 Gürtler beschäftigen, unterschriftlich bewilligt haben. Durch eine Sterrespondenz wird die Meinung verbreitet, es handle sich hierbei ausschließlich um fleine unbedeutende Geschäfte, die großen Fabriken Adler Niel: Wir müssen damit rechnen, daß die Lehre, die wir aber, wo durchschnittlich 500 Mann thätig seien, wären nicht dabei. dem Liberalismus werden erteilen müssen, von den Liberalen für Das ist durchaus irreführend. Da es sich ja hier im wesentlichen die nächsten Wahlen beherzigt werden wird. Wir sehen ja jest nur um die Gürtler handelt, so existiert eben gar keine schon, daß selbst die Freifinnige Zeitung" sich über die Frage sehr Fabrit, wo so viele Streikende in Betracht kommen. In jener daß auch Nichter borsichtig äußert und durchbliden läßt, Korrespondenz wird ferner mitgeteilt, daß die Fabrikanten, erbittert Nun, das nach den Urwahlen vielleicht mit sich reden lassen wird. des Centralvereins der Bildhauer Deutschlands. über den Wortbruch und das Verhalten derjenigen ihrer Kollegen, fönnen wir ja abwarten. Höchst bedauerlich ist, daß in einer großen Die Delegierten traten am Sonntagvormittag im Berliner die die Forderungen unterschrieben haben, jede Geschäftsverbindung Stadt der Rheinprovinz von unsren Genossen Wahlenthaltung be schlossen ist, weil doch höchstens zehn Wahlmänner durchgebracht Gewerkschaftshause zusammen. Außer den Bevollmächtigten und mit diesen Firmen und mit deren Lieferanten abbrechen wollen. Es werden könnten. Das ist ganz egal; wenn man an einem Ort auch dem Centralvorstand ist Döblin- Berlin als Vertreter der General- ist also offenbar darauf abgesehen, den Geschäften, die bewilligt Troß diefer gefährlichen leine Aussicht auf Erfolg hat, so tönnen die durchgebrachten Wahl fommission anwesend. Den Hamburger Bildhauern, die in eine Be- haben, die Existenz zu untergraben. männer doch Trümpfe werden, die für andre Wahlkreise nützlich wegung für die achtstündige Arbeitszeit eingetreten sind, wird für Drohung, die man doch mit viel mehr Recht als terroristisch be= zeichnen könnte, als wenn Streifende an Streifbrecher die Aufforderung werden können. Also striltefte Durchführung des Beschlusses ihr tapferes Vorgehen Anerkennung ausgesprochen. der Beteiligung ist nötig. Empfehlenswert wird es sein, Nach Feststellung der Geschäfts- und Tagesordnung und Er- richten, ihnen nicht in den Rücken zu fallen, laufen immer das Land in Abmachungsbezirke einzuteilen, deren Leiter die Drga- ledigung eines Wahlproteſtes wird von den Mitgliedern des Central- mehr Bewilligungen ein. Zur Beit liegen von 20 Firmen nisation für ihr Gebiet in Händen haben und Abmachungen mit vorstandes der gedruckt vorliegende Geschäftsbericht in verschiedenen| Einladungen zu Berhandlungen vor, so daß die Vertrauensmänner ber Streifenden gar nicht immer so schnell zur Stelle sein tönnen, I greifende Großbetrieb hat allmählich geradezu unerträgliche Zu- Jeinigung angeschlossen haben, ihre sämmtlichen Arbeiter am Mittwoch wie es gewünscht wird. Es liegt also für die Streifenden durchaus stände für die Arbeiter geschaffen. Dank der Gleichgültigkeit den 30. September." die fein Grund vor, mit dem bisherigen Verlauf der Bewegung un- der großen Masse wagen es die Fabrikanten, von den größten bis Die Einstimmigkeit der Beschlußfassung in den Arbeitgeberverzufrieden zu sein, und die Versammlung lieferte den Beweis, daß zu den kleinsten und die Firmen Sarotti, Hildebrandt, Stollwerd sammlungen fällt nachgerade auf. Jedenfalls hat man die Drohung der Kühnemänner mit einer allgemeinen Aussperrung beschäftigen bereits viele Hunderte von Leuten, gelernten Arbeitern Abstimmung so vorgenommen wie bei den Klempnermeistern. nicht den geringsten Eindruck auf die Haltung der Ausständigen ge- 16, 18, 20 M. Lohn zu bieten, und nur, wer bereits jahrelang im Nun, wenn auch die Ausfährung des Beschlusses so ausfällt, macht hat. Vom Generalanzeiger" wird die sensationelle Meldung Fabrikbetrieb thätig ist, kommt auf etwas höheren Lohn. leber wie bei den Klempnermeistern, fann es uns recht sein. gebracht, daß schon 11 000 Mann im Streit stehen, und daß die 24 M. erhalten fast nur Specialkräfte und die Herren Antreiber. Selbstverständlich wird niemand den Arbeitgebern vorgreifen. Berliner Metallindustrie schon einen Verlust von 5 bis 10 Millionen Am tollsten springt man mit den weiblichen Hilfskräften, die heute Wir warten das Hinauswerfen ruhig ab. erlitten hat. Das ist selbstverständlich eine lächerliche Uebertreibung. schon 60-70 Proz. aller Beschäftigten repräsentieren, um. Nebst wollen. " Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Deutsches Reich. " Fabriken zurüd Zur Lohnbewegung der Omnibusangestellten. Die Organisation chikanösen Fabrikordnungen sie müssen durchgängig sich der Angestellten hat bekanntlich, nachdem es die Direktion abgelehnt noch einer täglichen Leibesvifitation schimpflicher Weise unterZum Ausstand in Crimmitschau. So lange der Kampf um den hatte, mit außerhalb des Betriebes Stehenden zu verhandeln, der werfen bietet man ihnen Anfangslöhne von 6-8 M., macht Direktion mitgeteilt, daß diejenigen Mitglieder der Lohnkommission, ihnen teilweise noch Abzüge für Arbeitstittel, bestraft sie usw. Und Behnstundentag in Crimmitschau währt, ganz besonders aber in der die zu den Angestellten der Gesellschaft gehören, mit der Direktion diese Schundlöhne zahlt man in einem Saisongewerbe! Denn nur letzten Zeit, haben die Fabrikanten und die ihnen freundlich gesinnte berhandeln möchten. Daß die Direktion auch mit diesem Angebot in den Wintermonaten giebts Arbeit, im Sommer liegt die Hälfte Presse sich bemüht, die Aussperrung in einen Streit umnicht einverstanden ist, geht schon aus dem Utas hervor, auf der Straße und wird zum Lohndrücker für Kellner, Maler, An- zulügen. Aber nicht genug damit. Sie haben auch in langen latest herbstreicher,„ Neisende" usw. Man sieht also, daß nur auf sosten der Artikeln und umfangreichen Flugblättern die Sache so hin den wir in der vorigen Nummer veröffentlichten. об die Leitung des Textilarbeiters Direktion hat das aber noch ausdrücklich bestätigt in Arbeiter es möglich war, bei den hohen Zuckerpreisen der letzten zustellen versucht, als Verbandes- in einigen dieser Ergüsse hieß es sogar die einem Schreiben, welches die Verbandsleitung am Sonntag erhielt. Jahre die Produkte so spottbillig auf den Markt zu werfen, socialdemokratische Centralleitung"- einen Streit frivol vom Zaune und nur auf Kosten der Arbeiter tvar es möglich, daß die Die Direktion schreibt, sie betrachte auch diejenigen Mitglieder der jetzigen Großbetriebe aus Kommission, die zu den Angestellten der Omnibus- Gesellschaft geihren kleinen Anfängen heraus gebrochen habe, um den Fabrikanten eine Machtprobe zu liefern. fich zit Die armen verführten Crimmitschauer Arbeiter und Arbeiterinnen, folcher Blüte entwickeln fonnten. Und ebenso hören, nicht als die berechtigten Vertreter des gesamten Personals, traurig ergeht es den Badgehilfen in den Koditoreien und Bäckereien. Die ja so zufrieden mit den bisherigen Verhältnissen seien, wären und wolle deshalb mit denselben nicht verhandeln. würden herzlich in die Das heißt also, die Vertrauensmänner, welche die Angestellten Hier herrscht noch" patriarchalisches“ System in unverfälschter Rein- nur widerwillig dem Kommando der Centralleitung gefolgt, ja sie gern wieder heit. Der Herr Gehilfe sie sind beileibe keine Arbeiter!- darf selbst mit der Vertretung ihrer Interessen betraut haben, sind der unbeeinflußt durch die Führer" nach ihrem Willen Direktion nicht genehm, sie will vielmehr nur solche Unterhändler zu- sieben Tage in der Woche oft 12-15 Stunden im dunklen ungefunden kehren und unter den bisherigen Bedingungen arbeiten, wenn lassen, die ihr, der Direktion passen. Man sieht, es war nur eine Ausrede, Keller feine Künste verrichten, erhält oft mittelmäßiges Essen, das sie wenn die Direktion zuerst sagte, sie wolle nicht mit unberufenen Dritten er zwischendurch mitverschlingen kann, eine sehr oft miserable Schlaf- entscheiden könnten. Artikel, die auf diesen Grundton gestimmt berhandeln. Sie lehnt selbst ihre eignen Angestellten ab, wenn diese stelle, darf mitunter beim Weggange um den Hausschlüssel bitten und waren, fonnte man täglich in den unternehmerfreundlichen Blättern nicht auf Betreiben der Direktion und in der von ihr bestimmten muß am Ende für all diese Herrlichkeiten mit einem Monatslohn in lesen. Inzwischen ist den Streikenden und Ausgesperrten Gelegenheit Weise zu den Verhandlungen delegiert werden. Die Wünsche der baar von 25-45 M. vorlieb nehmen! 50-60 m. gilt schon als be- gegeben worden, ihren Willen hinsichtlich der Fortdauer des Kampfes Angestellten, welche der Verband der Direktion übersandte, hat sie fonders gut und mehr giebts nur für ganz wenig Bosten! Und dabei zu bekunden. Wir teilten bereits mit, daß eine geheime Aballerdings in Händen behalten. Sie weiß also, was die Angestellten gieb es noch einfältige Seelen unter den Gehilfen, welche ihren timmung stattgefunden hat, in der sich die Ausständigen gegen Diese sind anscheinend nicht gewillt, sich vorschreiben Ausbeutern feierlich versichern, daß fie feinen Verhegungen Gehör bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit erklärt haben. Jetzt Diese sind anscheinend nicht gewillt, sich vorschreiben schenken werden und treu ihnen zur Seite stehen wollen! Aber im liegt auch das zahlenmäßige Ergebnis dieser Abstimmung vor. zu lassen, unter welchen Umständen sie ihre Vertreter ernennen. Die von der Direttion angeordneten Wahlen auf allgemeinen haben diese für Berlin besonders erbärmlichen Ver- Nur 116 Personen haben sich für bedingungslose den Depots der Gesellschaft sind nicht zustande hältnisse endlich doch die Geduld der süßen Künstler erschöpft und Aufnahme der Arbeit entschieden, während 5596 gekommen, weil die Angestellten die Kommission, welche sie am gewerkschaftlichen Ideen zugänglicher gemacht. Nach zehnjähriger gegen diese zumutung, also für Weiterführung 16. d. M. wählten, als die berechtigten Vertreter ihrer Angelegen- und man ist entschloffen, der Arbeitgeberschaft einen Lohntarif ein- Abstimmung beteiligten, waren teils durch Streikpoſtenſtehen daran unablässiger Arbeit ist nun endlich etwas Bewegung hineingekommen des Stampfes stimmten. Diejenigen, welche sich nicht an der heiten betrachten, und an diesen festhalten. zureichen. Die Forderungen: 21 M. für Fabriken, 40 M. für Back- verhindert, teils waren sie abgereift. Durch diese Abstimmung sind die Redensarten von den ber Die Lage der Konditor- und Pfefferküchler- Gehilfen schildert eine geschäfte als Minimallöhne, find so bescheidene, daß die Zuschrift, die wir von gewerkschaftlicher Seite erhalten, folgender Arbeitgeber fich der Lächerlichkeit aussehen würden, wollten führten Arbeitern, die gern unter den bisherigen Bedingungen arbeiten fie erilären, sie könnten nicht bewilligen. maßen: Die Herren möchten, schlagend widerlegt. Ein Gewerbe, über dessen Umfang und Arbeitsbedingungen sind zu einer Versammlung am Donnerstag, den felbst unter organisierten Arbeitern sehr viel Unkenntnis herrscht, ist 24. September nach der Ressource, Kommandantenstraße, das der Konditoren, Pfefferküchler und verwandten Berufe. Die füße miteingeladen worden und es wird sich zeigen, ob ihr so oft aus Kunst wird meist als recht begehrenswerte und leichte Beschäftigung, gesprochenes Wohlwollen für ihre Leute" Wahrheit war oder ob gewissermaßen als lohnendes Zuckerlecken, nicht aber als ungesunde die Arbeiter erst im hartnäckigen Kampfe Zugeſtändnisse herausholen und in mehreren Zweigen sogar als äußerst anstrengende müssen. Arbeit angesehen. Aber die bon schleichender KrantZu sechs Monaten Gefängnis der höchsten Strafe, welche der heit zeugenden, für den ganzen Beruf typischen Bleich§ 153 der Gewerbe- Ordnung zuläßt verurteilte die Straffammer gefichter reden dem Zahnarzt eine andre Sprache und und Specialist für Magenkranke gilt der Konditor als Engroskund- In der am 21. September stattgefundenen Versammlung des in Breslau einen Maurer, der einen unorganisierten Mitarbeiter zum der Berliner Metallindustriellen wurde( an- Eintritt in den Verband veranlassen wollte, indem er ihm gedroht schaft. Und er gehört obendrein zu einer der ausgebeutetsten Verbandes Arbeitergruppen, welche auch nach Kopfzahl nicht unbedeutend ist. geblich einstimmig) beschlossen: Falls die ausständigen Arbeiter haben soll, ihn als Indifferenten den gesamten Kollegen bekannt zu In Berlin find inklusive des männlichen und weiblichen Hilfspersos nicht bis zum Montag, den 28. September, die Arbeit in geben, und indem er weiter in Aussicht stellte, daß man mit ihm nals mindestens 2500 Arbeiter in dieser Branche beschäftigt. Der allen Betrieben bedingungslos wieder aufgenommen haben, entlassen nicht zusammenarbeiten, sondern lieber die Arbeit niederlegen werde. Kapitalismus hat auch hier siegreich Einzug gehalten, und der die Mitglieder der Vereinigung sowie auch diejenigen Arbeitgeber, Wieder ein Urteil, welches sich aus dem Klassengegensatz, der die ztvar etwas später, um um so rapider fich die sich zum Zweck eines gemeinsamen Handelns der Ver- heutige Gesellschaft trennt, zur Genüge erklärt. dann aber Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 22. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Cavalleria rusticana. Die Abreise. Vergißmeinnicht. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Weften. Die beiden Schüßen. Lessing. Auferstehung. Berliner. Geographie und Liebe. Mesidenz. Sphing. Das beste Mittel. Neues. Eine Frau ohne Bedeutung. Deutsches. Die Weber. Central. Drpheus in der Unterwelt. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Der Bibliothekar. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Was ihr wollt. Kleines. Nachtashl. Trianon. Die Liebesschaukel. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weiß. Amor in Wichs. Luisen. Einer von unfre Leut'. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Winter- Garten. Ballett. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Baffage Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Wazzmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Abends 7%, Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Burleste- Oper in 4 Bildern von 3. Offenbach. Mittwoch: Der Bettelstudent. Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Die Geisha. Casino- Theater. Lothringerstraße 37. Anfang 8, Sonntags 7, Uhr. Großer Sensations- Erfolg! Tolle Kadetten. Borher das glana, Gröffnungsprogr: Sonntagnachm. 4 Uhr: Ein edles Weib. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Amor in Wichs. Ausstattungs- Operette in 4 Akten ( 7 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: Das Ge: imnis des roten Hanses. Achtung, Metallarbeiter! Ein Müllerstreit ist in der Hüblerschen Dampfmühle zu Niesa ausgebrochen. Die Organisation der Müller ersucht den Zuzug fernzuhalten. Bei der Gewerbegerichtswahl in Bielefeld find die von den Gewerkschaften aufgestellten Kandidaten ohne Gegenkandidaten gewählt worden. Von 2256 Wahlberechtigten stimmten 1366. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania, Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Die Expedition. Metropol- Theater. Cirkus Schumann Der grösste Erfolg dieser Saison! abends 7, Uhr: Emil Thomas a. G. Beute Dienstag, den 22. September, Von der Zugspitze Schwant in 4 Atten von G. v. Mofer. Zusſiſpiel in 5 Atten v. W. Shakespeare. Josef Josephi. Henry Bender. rofe Parade- Vorstellung. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castano Panopticum Friedrichstr. 165 Lebend!! die zusammengewachsenen Schwestern. 20 Jahre alt. Violin. Virtuooinnen! OOLOGISCHER ZCARTEN CARTEN Mittwoch abend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Mittwoch abend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Der Talisman. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. X Dienstag, den 22. September, abends 7 Uhr: Elite- Sports- Abend. Claire Heliot mif ihrer Riesen- Löwengruppe, Paul Mündners Todesiprung. Außerdem: Herr Burkhardt Foottit auf dem Lippizaner Hengst Neapolitano Soja. Frl. Marinka Stanek, Schulreiterin, und das übrige Riesen- Programm. Neues Theater. Residenz- Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Eine Frau ohne Bedeutung. Das befte Mittel. Anfang 7, Uhr. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Einer von unsere Leut'. Einer von unsere Leut. Gr. Militär- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 32 u. 5 Uhr, Sonnt. 12 Uhr, 31, u. 5 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Die Liebesschaukel. Mittwoch: Die Notbrücke. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 22. September cr.: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Der Millionenbauer. Bollstüd in 4 Aufzügen v. M. Streger Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Robert und Bertram. Mittwoch: 100 000 Thaler. Donnerstag zum erstenmal: Die Jungfrau von Orleans. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Schwant in 3 Aften von A. Bisson. Bearbeitet von B. Jacobsohn. Borher zum erstenmal: Sphing. Morgen und folgende Tage: Die selbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lutti. Frid Frid. Rosa Marton. Grete Meyer. Neuestes! Müller Lincke. Unftreitig die beste Löwengruppe in Berlin. Herr Julius Seeth, der welt. berühmte Löwenbändiger mit seinen Allerneuestes! 25 männlichen Löwen, Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Diez' Specialitäten- Theater ausgewachsene Eremplare. Geschenk Sr. Majestät des Kaisers von Abessynien Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Gr. Ballettdivertissement in farben prächtigen Pariser Kostümen. Die tollfühnen Sprünge der Landsberger Allee Nr. 76/77. 12 Barfois- Hunde Heute sowie jeden Sonntag im herrlichen Garten oder gr. Saal: Grosses Konzert und Specialitäten- Vorstellung. Brillantes Programm. Anfang 3 Uhr. Jm Saale bis 2 Uhr: Ball. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Riefen Lacherfolg. Abends 82 Uhr: Kleines Theater. Genießet das Leben. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. LONA W. Noacks Theater. in ihrer Scene, Im Boudoir". 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Jeden Abend Anf. 8 Uhr. Gastspiel Adolf Philipp. Der Senfations- Erfolg Alexia, Bravour- Tänzerin. Anna Danerey, Pariser Soubrette. Ueber'n großen Teich Ten lehi, die kaiserl japanische Gauklergruppe. des bis zu 30 Fuß Weite und Höhe. Dir. Albert Schumanns unerreichbaren Orig. Dreffuren. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Begen Renovierung heute teine Borftellung Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Briffon, Steidl, Böhme, Böd mann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Wochentags 8 Uhr, Anfang: Sonntags 7 Uhr. Sanssouci. Kottbuserthor Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Dienstag: Theaterabend. Die Lieder des Musikanten. Volksstück mit Gesang in 5 Aften. Günstige Gelegenheit für Brautleute Wegen Aufgabe des Geschäfts im Oktober d. Js. 23592 billiger Deitere Bilder mit Gefang aus bem Die Papstbilder Biographen Möbel- Ausverkauf. Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. Billets 4 Wochen im voraus. und das diesmonatliche SensationsProgramm. Wiehr, Berlin, Neue Königstr. 67. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Sonntag, den 27. September cr.: Extra- Vorstellung der beliebten 2506L Kranken- nnd Sterhekasse aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg Socialdemokratischer Wahlverein und Berlin.( E. H. No. 115). f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( SO.). Waldemarstr. 75: Den Mitgliedern zur Mitteilung, daß Dienstag, den 22. September, abends 8%, Uhr, in Südoft", mit der Woche vom 4. Oftober 1903 unser 5. Statuten- Nachtrag in Kraft tritt.( 290/12) Der Vorstand. Blumenbinderei Norddeutschen Sänger. ortieren und bindere Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Um 10 Uhr: Großer Extra- Ball. Anfang der Vorstellung 5 Uhr, d. Zanzes Punkt 10 Uhr. Entree 30 Pf. Diese Vorstellungen und Ball finden jeden Sonntag statt. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Streichkonzert. Dienstag und Donnerstag: Harburger Sänger. Nach d. Vorst.: Tanzkränzchen. Boranzeige! Bom 1. Oktober ab jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Schauss' Künstler- Ensemble ,, Nordsterne". Nach jed. Borst.: Tanzkränzchen. Gardinen- Reste Port Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. u. Special- Katalog gratis. franco. Teppich Emil Lefevre, Oranienstrasse 158 Berlin Specialhaus S. BLUTARMEN. KRANKEN FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN ärztlich empfohlen p. Flasche 1.50 und 2 Mark. Santa Lucia Ausverkauf 25591 steht unter ständiger Kontrolle des 500 bis 1000 Reste spottbillig um zu räumen. Grüner Weg 80, parterre V. Flur. Bruno Güther. Eingang Saal mit Bühne für Sonnabende im November, Dezember, Januar, Februar und März, sowie Bußtag und Totenfonntag noch frei. 26732 72. Kommandantenstr. 72. Neues Clubhaus. Auf allerbequemste Art Teilzahlung!!! ( wöchentlich 1 Mark) Herren-, Damen- u. WeckerUhren, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstagnachmittag 1, Uhr, von der Halle des neuen Luisen- KirchUm rege Beteiligung ersucht 250/18 Der Vorstand. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- Deutscher Holzarbeiter- Verband. boje aus tatt Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert Mittwoch, den 23. September 1903: Branchen- Versammlung Wohlfahrts- d. Modell- u. Fabriktischler sowie Modelldrechsler Geld in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13. Tages- Ordnung: 1. Wahl eines Obmanns. 2. Regelung der 87/14 -Lotterie Arbeitsvermittelung. 3. Verschiedenes. Ziehung: Verband der Schneider u. Schneiderinnen. 28. Sept.- 2. Okt. 16 870 Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar von Mk. 575000 Hauptgewinn: Mark 100000 50000 25000 etc. etc. etc.) Originallose à Mk.3,30. Für Porto und Liste 30 Pf. extra. Max Lippold, Mainz, Hauptkoll. d. Hess.- Thür. Staatslott. Wiederverkäufer gesucht. stavbfrei; nicht theurer.. 3weiggefchäft: Nowawes, Priesterstr. 2. 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Vortrag über die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse im Stadtteil Moabit unter besonderer Berücksichtigung der Praktiken des Herrn Schlesinger, Zurmstr. 85. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung haben auch die Frauen der Mitglieder und Gäste Zutritt. Die Ortsverwaltung. 163/8 Achtung! Achtung! Kostüm- Schneider und-Schneiderinnen! Mittwoch, den 23. September 1903, abends 8, Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale des Herrn Lorenz, Markgrafenftr. 83, Hof pt. Zages Ordnung: 1. Die Situation in der Kostümbranche. Referent: 163/9 Stollege Ritter. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen dieser Branche werden ersucht, zahlreich Der Einberufer. und pünktlich zu erscheinen. Central- Verband der Maurer. Sektion der Gips- und Cement- Branche. Mittwoch, den 23. September, abends 8, Uhr, bei Jannaschk, Inselstr. 10: Gruppenversammlung der Spanner. Tagesordnung: Die Mißstände auf den Bauten." 142/10 Das Erscheinen aller Kollegen, auch der im Bauarbeiter Verband organisierten erwartet Der Voraand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 23. September, abends 8%, Uhr, in den " Arminius- Hallen", Bremerstr. 72/73: Bezirks Versammlung für Moabit. Tages Ordnung: 1. Bortrag:„ Die Entwicklung des Gottesgedankens". Referent: Herr Walded Manasse. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mittwoch, den 23. September 1903, abends 8%, Uhr, bei Kumke, Bülowstr. 59: Konferenz der Vertrauensleute des Westens. Zahlreichen Besuch erwartet 121/20 Die Ortsverwaltung. Möbelpolierer. tittwoch, den 23. September, abends 8 Uhr, Frankfurterstr. 117: Oeffentliche Versammlung für alle in der Möbelpoliererei beschäftigten Arbeiter. Tages- Ordnung: 1. Lohn in speciell Böbikerstraße 30, Ede Gozlerstraße 32. vertilgt jofort Schwapp" ben einzelnen Werkſtellen. Referent: Kollege Rt. We bet. 2. Distuffion. 99 2 und 3 Zimmer, Küche, Bad 2c. Unschädl. Zu haben in Drog. Breis f. 3. Verschiedenes. Näheres daselbst bei den Verwaltern., Fl. 50 Bf. 1. f. Fl. 30 Pf. En gros. R.Sauer, Berlin C.2, Staiser Wilhelmst.47. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer. 147/8 Möbel Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Wegen Räumung stehen neue und gebrauchte Sachen zum billigen Verlauf. Teilzahlung gestattet. Ganz befonders zu empfehlen ist: Kleider. Mittwoch, den 23. September, abends 8% Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: pind 23, Sofa mit Auszug 30, Chaiselongue 17, Bettstelle mit tifo 27, Plüschgarnitur 90, billig, günst. Zahlung, nur b. Bauer Plüschsofa 50, Säulentenmean Catholy, Buchhorsterstraße, 5 Min. geschliffen 30, Paneelsofa 60, ab Schule. 52 Std. bis jetzt ver. Näh. 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Kongreß und der 13. Konferenz. 2. Diskussion. 3. Vereins- Angelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Wichtigkeit der Tages- Ordnung wegen erwartet zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. 131/4 Möbel- u. Polsterwaren- Fabrik A. Schulz, Reichenberger Strasse 5 empfiehlt Einrichtungen in Nußbaum und Mahagoni von 210 bis 5000 Mark zu äußerst billigen Preifen. gewissenhafte Bedienung. Streng reelle und Coulanteste Bedingungen. Billardtuche Pulttuche spottbillig. Kammgarn- Sweater Tuchfabrik- Niederlage Plattiert Kammgarn a 3,25 u. 3,50. Reinwoll. Kammgarn a 4,80 u. 5,30. Doppelstarke do. a 5,80 u. 6,30. Theodor Fricke 1. Geschäft: Oranienstr. 174. 2. Geschäft: Oranienstr. 198. Müllerstr. 164 im Vorderhause eine Wohnung von Berlin C. Ross- Str. 2. Koch& Seeland. Buss' Salon Spree- Havel23242* Central- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Sektion Berlin I. Am 19. cr., mittags 11% Uhr, starb nach schweren Leiden unser Kollege Michael Kulzer. ( Spandauer Bergbrauerei.) Die Beerdigung findet an Dienstag, den 22. d. Mis., nathmittags 1, Uhr, von der Leichen halle des Luisen- Kirchhofes in Westend, Fürstenbrunner Weg, aus mit Fahne und Musik statt. Um rege Beteiligung ersucht 1854b Der Vorstand. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb in der Nacht zum Sonn abend unser innigstgeliebter Bruder, Schwager und Donkel, der Schmiede gefelle 18405 Julius Hegener im 28. Lebensjahre. Dieses seinen Kollegen und Freunden zur Nachricht am Die Beerdigung findet Dienstagna hmittag 4 Uhr von der Halle des alten Thomas- Kirchhofes aus statt. Berlin, den 21. September 1903. Die trazernden Hinterbliebenen. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schrauben dreher 131/3 Willy Bernard. geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 17. d. Mts. unser treues und langjähriges Mitglied Hermann Schulz im Alter von 28 Jahren an Unterleibstyphus gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag in seinem Heimatsorte Mechow statt. 144/8 Die Verbandsfeitung. Für die überaus vielen Beweise herzlichster Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden Grabe meines lieben Mannes, des Metalldrehers am Emil Müller fage ich allen Freunden und Befannten, insbesondere dem Lotterie flub, Glückspilze", sowie den Herren Kollegen der Firma Betsch, Zwie tusch u. Co., denen der Firma Mar Hasse u. Co., den ehemaligen Stol legen der Allgemeinen ElettricitätsGesellschaft, Aderstraße, Saal 16, sowie den Mitgliedern deutscher Wagenbauer( Charlottenburg, Süd) meinen herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Wwe. Anna Müller, 8456 Schillerstr. 37. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an meinem Schmerze und der Beerdigung meines lieben Mannes und unsres lieben Baters sagen wir allen Freunden und Bekannten, besonders dem socials demokratischen Wahlverein und den Verein der Zimmerer, unfren innigen 26872 Dant. Frau Ww. Ruben nebst Kindern. Danksagung. 18595 Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unfrem guten Vater, Bruder und Dampfschiffahrt- Ges. ,, Stern": Gagers, fagen wir Allen, sowie Auf vielseitigen Wunsch heute und morgen nachmittags 2 Uhr ab Jannowitbrücke( Belvedere), 24 Uhr ab Schlesisches Thor( Hochbahn): Billige Dampfer- Sonderfahrten na Zwiebusch ( Berliner Schweiz). 26932 Bei eintretender Dunkelheit Höhenfeuer und Alpenglühen! Preis für die Hin- und Rückfahrt nur 50 Pf., Kinder 25 Pf. Rückfahrt 8 Uhr abends. ,, Hermann Schmidt's Volkskraft" ( eingetragene Schußmarke). 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Der zur Vorprüfung desselben eingesetzte Ausschuß hat nun auf Grund der angestellten Recherchen beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung zu empfehlen, daß die Proteste von 16 Antragstellern als verspätet zurückgewiesen, daß die Anträge von 232 Personen auf nachträgliche Aufnahme in die Wählerliste abgelehnt und die übrigen 305 Personen nach träglich in die Wählerliste aufgenommen oder an richtiger Stelle eingetragen werden. Die 232 Antragsteller, denen die Wahlberechtigung aberkannt werden soll, sind entweder SteuerRestanten, Nicht- Preußen, Armenunterstützungs- Empfänger, oder sie waren von der Steuer befreit, noch nicht ein Jahr lang in Berlin, Dienstag, 22. September 1903. er auf wort des Magistrats darf man gespannt sein. Ueber den 8 wed Wer ist der Knabe? In Friedrichsberg hat sich ein Junge von Berliner Partei- Angelegenheiten. gabe der Deputation beſteht darin, die Stadt Berlin mit werken der angiebt, daß seine Eltern in der Andreasſtraße wohnen. Hier hat der Kunstdeputation sagt er selbst in seinem„ Rotbuch":" Die Auf- etwa 4 bis 5 Jahren angefunden, der sich Walter Anno nennt und monumentalen Kunst, Bildnerei und Malerei auszustatten". Die man aber irgend jemand dieses Namens nicht ermitteln können. Schöneberg. Heute, Dienstagabend, bei Obst, Meiningerstr. 8:" Stadt Berlin" ist ein sehr weiter Begriff und wenn die Deputation Der Knabe befindet sich daher einstweilen noch bei der Polizei in Versammlung des Wahlvereins. Auf der Tagesordnung im Rahmen der 100 000 m. entgültig endscheiden" darf, so wird der Friedrichsberg. Er trägt einen weißen Blusenanzug, eine blaue steht: Berichterstattung von der Generalversammlung des Kreiſes Rechnungsausschuß mit seinem Protest schwerlich etwas ausrichten Matrosenmüze, schwarze Strümpfe und schwarze Schnürschuhe und vom Parteitag in Dresden. Gäste- auch Frauen- haben Ein Specialist im Taschendiebstahl ist in der Person eines ge Auf dem Berliner Gemeindefriedhof zu Friedrichsfelde wurden wissen Mag Pfeffer aus Uedermünde festgenommen worden. Pfeffer Köpenid. Heute, Dienstagabend 8 Uhr, hält der Wahlverein im Statsjahre 1902/03 4512 Beichen beerdigt, um 215 betrieb den Taschendiebstahl gewerbsmäßig. Da er schon mehrfach feine Vereinsversammlung im Kaiserhof ab. Genosse Dr. Alberth- weniger als im vorhergehenden Jahre. Vermindert haben sich bestraft und daher den Kriminalpatrouillen bekannt ist, so maißte er Charlottenburg hält einen Vortrag über„ Kunst und Proletariat". indes nur diejenigen Beerdigungen, die auf Kosten der Stadt sich ein Feld aussuchen, wohin diese nicht so häufig kommen. So Auch werden in dieser Versammlung die" Delegierten zur nächsten Auch werden in dieser Versammlung die Delegierten zur nächsten gemeinde erfolgen, die Armenbegräbnisse, von 4094 auf 3718, verfiel er auf den Gedanken, Stadtbahnreisender zu werden. Mit Kreis- Generalversammlung und ein Wahlkomitee zur Landtagswahl während die von privater Seite bezahlten Beerdigungen sich bei einer Monatskarte versehen, benutte er ſtets die letzten Züge, in trächtlich vermehrt haben. Die Verminderung der Armenbegräbnisse denen immer einige Fahrgäste einschlafen. An die machte er fich Ober- Schöneweide. In der Wahlvereins- Versammlung am ist dadurch zu stande gekommen, daß hier vom vorletzten zum letzten dann heran und sobald er ihnen mit der größten Vorsicht verließ geleert hatte, der nächsten Mittwoch erstattet Genosse Schumann den Parteitags- Bericht. Der Jahre die Zahl der Kinderleichen von 2172 auf 1760 zurückgegangen die Taschen angekündigte Vortrag über die Landtagswahl wird an andrer Stelle ist, wohl infolge der in Berlin eingetretenen allgemeinen Ab- Station den Zug und verschwand. In der Nacht zum Sonntag vom Grunewald nahme der Kindersterblichkeit. der Tagesordnung erledigt werden. Die Beerdigungen erwachsener aber hatte er Bech. In einem Zuge, der Armer haben sich weiter vermehrt, allerdings nur wenig, fam, hatte er einem eingeschlafenen Herrn das Portemonnaie mit Weißensee. Mittwochabend 8½½ Uhr ist im Zachowschen Lokal, bon 1922 auf 1953. Bedeutend ist die Zunahme bei den Beerdi- 33 M. aus der Tasche herausgeschnitten. Als er auf dem Bahnhof Königchauffee 49, eine öffentliche Versammlung. Tages- gungen bemittelter Personen, für die die Gebühren be- Alexanderplaß schon den Thürgriff in der Hand hatte, um auszuordnung: Bericht von der Kreistonferenz. Referent: Genosse zahlt werden. Sie vermehrten sich von 633 auf 799, im besonderen steigen, erwachte sein Opfer, sah den Schnitt in der Hose, merkte B. Haad. Bericht vom Parteitag in Dresden. Referent: Genosse bei den Erwachsenen von 494 auf 660, während die Kinder hier in den Diebstahl und nahm unwillkürlich den Mann an der Thür als K. Welt. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vertrauensmann. beiden Jahren mit 139 beteiligt waren. Die Zahl dieser Beerdigungen den mutmaßlichen Thäter am Kragen. Er hatte den Richtigen geZoffen. Morgen, Mittwoch, den 28. d. M., abends 7%, Uhr, ist ist auf dem Berliner Gemeindefriedhofe in neuerer Zeit überhaupt faßt. Pfeffer warf zwar auf dem Wege zum Bahnhofsvorsteher das die Monatsversammlung des hiesigen Wahlvereins bei C. Rüffer. start im Wachsen. In den letzten fünf Jahren war fie 799, 633, Bortemonnaie weg, um unverdächtig zu erscheinen, da man das aber Tagesordnung unter anderm: Bericht über die Generalversammlung 477, 310, 244; fie ist also in einem Jahrfünft auf reichlich das Drei- sah, so half tein Leugnen mehr, zumal da ja sein Borleben der des Kreises, Ergänzungswahlen zum Vorstand, wichtige Vereins fache gestiegen. Unter den 63 547 Beerdigungen, die seit Eröffnung Kriminalpolizei bekannt war. mitteilungen, eventuell Berichterstattung vom Parteitag in Dresden. des Friedhofes dort erfolgten, sind jezt bereits 4065, die von Ein Gattenmord? Am 8. d. M. wurde in der Gemarkung Die Genossen wollen der Tagesordnung wegen recht zahlreich und privater Seite bezahlt wurden. Dallgow, in der Nähe des Döberizer Barackenlagers, die Leiche vor allem recht pünktlich erscheinen, da es der Polizei beliebt hat, einer unbekannten Frau an einem Haselnußstrauch hängend aufgefunden. Der Kreisphysikus nahm nach Lage der Sache auf Grund einer Besichtigung der Leiche an, daß Selbstmord vorliege, und die Leiche wurde am 10. d. M. in Dallgow beerdigt. Bald darauf erschien bei der hiesigen Kriminalpolizei die Frau des Telegraphenarbeiters Thomas geb. Mehlhorn zu Zehlendorf und erklärte, daß Ueber den Schluß des socialdemokratischen Parteitages hat ein die in Dallgow als Leiche aufgefundene Frau ihre Schwester Meta, die Ehefrau des früheren Barbiers und späteren Photographen trauriges Ereignis seine düsteren Schatten geworfen; einer der Hugo Walter sei. Frau Thomas äußerte dabei gleich den Ver Delegierten des Reichstags Wahlkreises Teltow- Charlottenburg, dacht, daß ihre Schwester nicht Selbstmord begangen habe, sondern Genosse Meiling aus Schöneberg ist, wie uns telegraphisch mit einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Die Umstände, auf die geteilt wird, dort am Montagvormittag 11 Uhr 30 Minuten plötzlich sie den Verdacht gründete, waren allerdings schwerwiegend genug. am Schlaganfall gestorben. Die Leiche der Frau war in halbfizender Stellung gefunden worden. Hermann Meiling kam früh in die politische und gewerkschaft- Schlafburschen 2c. Die Schlinge, mit ter sie sich erhängt haben sollte, lag nicht fest liche Bewegung. Schon als Schlosserlehrling nahm er den regsten Für die elektrischen Zugförderungs- Versuche hat der Minister der um den Hals, sondern nach Art eines Sturmbandes vom Kinn aus Anteil an den Bestrebungen der socialdemokratischen Partei. Bald öffentlichen Arbeiten neuerdings wieder die höchsten Geschwindig- um den Kopf. Das andre Ende war nur mit einer Schleife an nach Beendigung seiner Lehrjahre wurde er Mitglied des feiten bestimmt. Bezüglich der Vorortstrecke Nieder- Schöneweide- einem taum fingerdicken Zweig eines Haselnußstrauches etwa einen Diskutierklubs Westen". Eine ziemlich zurückhaltende Natur, Oberspree- Spindlersfelde ist angeordnet worden, daß die Fahr- halben Meter vom Stamm entfernt befestigt. Ein Raubmord war schöpfte er hauptsächlich Belehrung aus den Debatten der hier geschwindigkeit bis auf 60 Kilometer pro Stunde erhöht werden ausgeschlossen, da alle Wertsachen bei der Leiche gefunden wurden. diskutierten Fragen. Durch die Lekttüre bon Broschüren darf. Die hier durch die Union Elettricitäts- Gesellschaft angestellten Der Verdacht lenkte sich nun auf den Ehemann Walter, der und den Besuch von Versammlungen suchte er feinen politis Versuchsfahrten bezwecken bekanntlich nur für die elektrische Zugförderung seit drei Jahren von seiner Frau getrennt in Gendringen teine größere Freude der Berliner Stadt- und Vorort- Bahnstreden die nötigen Unterlagen zu in Holland lebt. schen Gesichtskreis zu ertveitern und Die polizeilichen Ermittelungen stellten fest, gab's für ihn, als wenn er seinen Mitkollegen und näheren Freunden gewinnen, und auf diesen wird gegenwärtig nur mit einer Durch daß Frau Walter am 6. d. M. einen Brief ohne Unterfeinen Standpunkt in dieser und jener Frage erläutern konnte. Beseelt schnitts- Geschwindigkeit von 30 bis 35 Kilometer pro Stunde ge- schrift erhielt, durch den sie als Verkäuferin nach einem Vorort von einem seltenen Jdealismus, stellte er sich voll und ganz in den fahren. Verläufig verkehrt auf der genannten Strecke nur der Motor- engagiert werden sollte, und zu einer Zusammenkunft aufgefordert Dienst der Partei. 1890 zog er nach Schöneberg. Und hier war es, wo wagen der„ Union", da die Beiwagen, welche zu einem Zuge zu- wurde. Sie folgte dieser Aufforderung, fuhr mit dem Herrn nach er bis zum letzten Tage, ehe er nach Dresden ging, unermüdlich ſammengestellt werden sollen, noch nicht umgebaut worden sind. Dallgow und wurde am 7. d. M. mit diesem in mehreren Wirtschaften für die Arbeiter thätig war. Wenige Genossen waren es, die vor Was die Militär- Bahnstrecke anbetrifft, so hat der Minister genehmigt, gesehen. Nach herbeigeschafften Photographien wurde in dem fremden nunmehr 18 Jahren die politische Bewegung in Schöneberg hochhielten. daß die Schnellmotoren der Studiengesellschaft zwischen den Stationen Herrn der Mann der Ermordeten festgestellt, der sich inzwischen nach Von diesen Wenigen wurde der Kampf mit der Bürgerschaft und ins- Mahlow und Boffen munmehr mit einer Geschwindigkeit bis zu 170 Gendringen zurückbegeben hatte, wo er in einer Molkerei angestellt besondere gegen die geradezu einzig dastehenden polizeilichen Ver- Kilometer pro Stunde fahren dürfen; auf der Strecke Marienfelde ist. Als Beweggrund für den Mord, der wahrscheinlich durch Gift folgungen des rühmlichst bekannten Amtsvorstehers Schmod Mahlow darf die Fahrgeschwindigkeit einstweilen nur bis 140 Stilo- bewirkt wurde, ist die Weigerung der Frau Walter anzunehmen, aufgenommen. In der rigorosesten Weise griff man in die meter gesteigert werden, bis die Außenweiche der lettgenannten sich auf eine Scheidung einzulassen. Auf telegraphisches Ersuchen vereinsgesetzlichen Rechte der Genossen ein, und wenn in Station ebenfalls mit Zwangsschienen ausgerüstet ist. Sobald dies der hiesigen Polizei ist Walter in Gendringen verhaftet worden den Beratungen derfelben die Mutlosigkeit überhand nehmen nachgeholt sein wird, darf die ganze Strede Marienfelde- 3offen und wird nach Erledigung der Formalitäten hierher ausgeliefert wollte, so war es Hermann Meiling, der Schweiger, der einen Aus- mit einer Geschwindigkeit von 170 Kilometer durchfahren werden. werden. weg fand. Und so ging es Tag für Tag, immer war er auf dem Dann erfolgt wieder eine Besichtigung der Strecke und der Wagen Posten. Trat er auch nie in die große Deffentlichkeit, so wußten durch die eisenbahntechnische Aufsichtsbehörde und eventuell eine Sonntagmittag der wohnungslose Klavierspieler Eugen Schmidt, Um sich die Feuermeldeprämie von 3 M. zu verdienen, hat am die engeren Genossen, daß er der Hauptschöpfer all der Maßnahmen weitere Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Von den Sonntagmittag der wohnungslose Klavierspieler Eugen Schmidt, war, die im Interesse der Partei getroffen wurden. Anfangs Gegner Teilnehmern an diesen Schnellfahrten wird versichert, daß es sich bei bestraft ist, das Haus Gerichtsstraße 61 angezündet. Ueber diese der am 13. September 1872 zu Berlin geboren und mehrfach vorder Konsumbewegung, gehörte er später zu den Mitbegründern des 170 Kilometer Geschwindigkeit in dem neuerbauten Siemens- Wagen Brandstiftung wird uns berichtet: Um 11 Uhr meldete der KlavierKonsumvereins in Schöneberg. Als die Neugründung mit Schwierig beffer und ruhiger fahre, als in modernen D- 3ug- Wagen, und daß spieler Schmidt Feuer in der Gerichtsstraße 61 und ließ sich darüber feiten zu kämpfen hatte, da war er es, der seine gesicherte Stellung unangenehme, durch die hohe Fahrgeschwindigkeit erzeugte Begleit- einen Schein geben. Als der 16. Dampfsprizenzug aus der Pantstraße aufgab und über alle Maßen seine Kraft für den Verein einfegte. erscheinungen sich in feiner Weise geltend machen. Freilich ist die an der nahen, unmittelbar an der Ringbahn belegenen Brandstelle an So ging es jahrelang. Nie war er mutlos, nie müßig, Versuchsstrecke ziemlich gradlinig; sie hat nur zwei Kurven, diese be- tam, stand dort ein Geschäftskeller in Flammen. Große Rauchwolken nur immer vorwärts war seine Parole. So ging er auch fizzen aber einen großen Radius. hüllten den Keller und die nächste Umgebung ein. Frauen und um dort als Delegierter Kinder schrien im Hause um Hilfe, Männer liefen umher und nach Dresden, V feine Pflicht zu erfüllen. Heute wollte er seinen Genossen in Schöneberg ein Die Stadt Berlin hat bekanntlich mit immer größeren Schwierig- fuchten zu retten, was zu retten war. Brandmeister Danneht Bild der Thätigkeit des Parteitages geben. Weiter sollte er im feiten bei der notwendigen Ausdehnung ihres Riesellandes zu ordnete sofort die Durchsuchung des Hauses an. Diese war mit den kommenden Herbst als Kandidat bei den Stadtverordneten- Wahlen tämpfen. Die Erweiterung der städtischen Kanalisation macht die größten Schwierigkeiten verknüpft, die Treppen waren angefüllt mit Erwerbung neuer Rieselfelder erforderlich, wobei die Vororte der beißendem Qualm. Unter Benutzung von Giersbergschen Rettungsseinen Mann ftellen. Es ist anders gekommen! Die Stadt alle möglichen Hindernisse in den Weg legen. Entweder sie apparaten, Rauchhelmen und Feuerschußanzügen gelang es endlich Schöneberger Frauen und Männer stehen trauernd an der weigern sich überhaupt, Berlin Terrain zu überlassen, sei es auch einzudringen. Drei Frauen, die sich in das oberste Stockwerk geBahre dieses Proletariers, der ein guter Mensch, vielen nur zur Durchlegung der Kanalisationsrohre, oder fie verlangen für flüchtet hatten, konnten von der Rettungsmannschaft über die Treppen ein wahrer Freund und ein von Pflichtbewußtsein und Begeisterung die betreffende Erlaubnis unangemessen hohe Entschädigungen. In- in Sicherheit gebracht werden. Sie waren schon vollständig erdurchdrungener Genosse war, der sein Ganzes für die Befreiung des folgedessen sah sich die Kanalisationsverwaltung gezwungen, zur Er- fchöpft. Da sofort die Ansicht geäußert wurde, daß vorsätzliche Bolles eingesetzt hat. Er hat nur ein Alter von 36 Jahren erreicht weiterung ihres Rieselgebietes immer mehr ins Land zu gehen. Brandstiftung vorliegen müsse, so wurde der verdächtige Schmidt von und läßt eine alte Mutter und seine treue Gattin zurück. Unter anderm hatte die Kanalisationsverwaltung auch mit dem der Polizei festgenommen und nach dem 91. Polizeirevier in der Das traurige Ereignis weckt die Erinnerung an einen gleichen Hauptorte des Niederbarnimer Kreises, der Stadt Bernau, Unter- Baseivalterstraße gebracht, wo er die Brandstiftung eingestand. Das Vorgang, der sich auf dem Parteitag in Halle a. S. am 17. Ottober handlungen angeknüpft wegen Ueberlaffung zweier Terrains der Feuer, das in leicht brennbaren und reichen Vorräten im Keller schnell 1890 zutrug. Dort starb ein Hamburger Delegierter, der Partei- sogenannten Borderheide und der Schmetzdorfer Kämmereihufen zu Nahrung gefunden hatte, machte der Feuerwehr stundenlang viel Riefelzweden. Die Bernauer Stadtverordneten- Bersammlung hat sich zu schaffen. Das Zwischengebält des Kellers, der Fußboden, genosse Baumgarten, während der Verhandlungen plötzlich am jedoch in ihrer legten Sizung entschieden gegen das Projekt aus- Thüren u. a. sind vernichtet. Schlaganfall. Die Leiche wurde nach Hamburg gebracht und die gesprochen und beschlossen, unter feinen Umständen die genannten Jm Dienste tödlich verunglückt ist der 31 Jahre alte Güterboden dortige Bevölkerung beteiligte sich außerordentch zahlreich an der städtischen Gelände zu verkaufen. Arbeiter Otto Rohrlad aus der Scharnhorststr. 16. Rohrlack Beerdigung des allgemein geachteten Parteigenoffen. Im Befinden des Stadtverordneten- Vorstehers Dr. Langerhans hatte am Sonnabendnachmittag schwere Eisenstangen abzuladen. war am Sonnthg eine besorgniserregende Wendung eingetreten. Dabei stand er unten, während sich zwei Arbeiter oben auf dem Dem greisen Patienten verursachte sein altes Nierenleiden arge Wagen befanden. Nun rutschten drei Stangen herab, trafen ihn an Schmerzen, die durch Einspritzungen von Morphium gelindert der Brust, so daß er hinfiel und zerschmetterten ihm den Brustkasten. wurden. Drei Aerzte waren um den Kranken bemüht. Heute ist Der Verunglückte starb schon auf dem Wege nach dem Augustaeine erfreuliche Besserung eingetreten. Hospital in der Droschke. Seine Leiche wurde beschlagnahmt. Er hinterläßt seine Frau mit drei Kindern im Alter von fünf, drei und zwei Jahren. Wie uns gemeldet wird, trifft die Leiche unfres Genoffen Meiling Mittwoch früh 7 Uhr in Berlin auf dem Anhalter Bahnhof ein. Ueber die Bestattung werden wir morgen das Nähere bekannt geben. ohne Bu " Die städtische Kunstdeputation ist vielen unfrer Stadtväter ein Dreizehn Magistratsräte. Im Gemeindeblatt" wird jetzt die Dorn im Auge, seitdem vor zehn Jahren beschlossen worden ist, der Ernennung der 18 Magistrats- Assessoren zu„ Magistratsräten" amtlich Der Holzarbeiter- Verband feierte am Sonnabend in Kellers Fest felben alljährlich 100 000 m. aus dem Fonds für unvorhergesehene publiziert. Es sind die Herren: v. Schulz, Milbradt, Dr. Leo, Ausgaben mit der allerdings ganz außergewöhnlichen Vollmacht zur Dr. Meyer I, Dr. Buls, Dr. Kremski, Lohmeyer, Dr. Schalhorn, sälen sein elftes Stiftungsfest. Der langjährige Bevollmächtigte des Verfügung zu stellen, daß sie über die Verwendung dieser Summe Techow, Dr. Ledermann, Dr. Brasch, Hamburger und Dietert. Verbandes, Stadtverordneter Th. Glocke, hielt die Festrede und endgültig entscheiden darf. Es kann daher nicht wundernehmen, Assessor Hellwig, dem der Magistrats- Berichterstatter ebenfalls den wies in schlichten Worten auf das Wesen der Gewerkschaftsorganisation daß diese weitgehende Befugnis der Kunstdeputation bei sich bietenden Natstitel verliehen hatte, fehlt natürlich in der Liste, denn der Herr hin. Namentlich den anwesenden Frauen setzte er die Bedeutung des Verbandes auseinander und schloß mit der Mahnung an die Mits Gelegenheiten angefeindet wird. Der Rechnungsausschuß der Stadt- ist seit mehreren Monaten schon kaiserlicher Regierungsrat. glieder, auch ferner dem Verbande treu zu bleiben. Ein Stün stler. berordneten ist in seiner letzten Sigung laut Protokoll vom Der Kurpfuscher Narbenkötter verbüßt die ihm zudiktierte drei Konzert mit auserlesenem Programm bildete den weiteren Inhalt 8. b. Mts. sogar so weit gegangen, das Recht der Kunstdeputation jährige Gefängnisstrafe im Gefängnis zu Altona, wohin er nach der Feier. Auch hier zeigt sich wieder, wie in der organisierten anguzweifeln, Räume in städtischen Gebäuden Die Arbeiterschaft allmählich der Kunstgeschmack sich entwickelt hat; die stimmung der Stadtverordneten- Versammlung fünstlerisch aus seiner Ergreifung und Auslieferung gebracht worden war. zuschmücken. Der Magistrat hat der Kunstdeputation in diesem Gefängnisluft sagt ihm aber so wenig zu, daß er allen Ernstes die meisten dieser Festlichkeiten bringen ein Programm, das sich nach Fall recht gegeben, der Rechnungsausschuß aber beharrt bei Wiederaufnahme des Verfahrens betreibt. Er hat dem Inhalt und Ausführung in Ehren sehen lassen kann. Bis zum seiner Ansicht, daß die Kunstdeputation ihre Befugnisse überschreite; Rechtsanwalt Hugo Caro, der seine Verteidigung führte, sehr frühen Morgen hielt dann ein Tanzkränzchen die Anwesenden beiStadtverordneten- Versammlung fammen. unmöglich" die umfang.eiches schriftliches Material zugestellt, durch welches er Absicht gehabt haben, der Deputation das Recht einzuräumen, ge beweisen will, daß er zu Unrecht verurteilt worden sei. Inwieweit der heutigen Radwettfahrt um die Europa- Meisterschaft über Radsport. Aus Leipzig wird vom Sonntag berichtet: Bei nehmigte Bauten selbständig zu ändern; die Kunstdeputation würde ja dadurch über die städtischen Gemeindebehörden gestellt werden!" dieses Material ausreicht, um einen Antrag auf Wiederaufnahme zu 100 Kilometer wurde Robl in 1 Stunde 24 Minuten 231, Sekunden Das Protokoll schließt mit der Drohung:„ Wir können daher in begründen, wird sich erst nach eingehender Prüfung ergeben. Die Erster; Dangla in 1 Stunde 24 Minuten 53 Sekunden Zweiter. Bufunft ohne Genehmigung der Stadtverordneten- Versammlung er- Kosten des Prozesses sollen übrigens annähernd 20 000 m. betragen Didentmann in 1 Stunde 27 Minuten 28% Sekunden Dritter und folgte Ausgaben aus dem Kunstfonds für Ausstattung von Räumen haben, über deren Beitreibung vom Angeklagten der Fiskus einige Contenet in 1 Stunde 28 Minuten 17% Setungen Vierter. Salzin städtischen Gebäuden nicht für zulässig ansehen". Auf die Ant- Sorgen haben dürfte. mann wurde Letter. Die fönne meter. Im Metropol- Theater war am Sonnabend die 250. Aufführung der Revue„ Neuestes, Allerneuestes". Der Titel des Stückes will nicht mehr recht auf den Inhalt passen, denn unsre Zeit lebt gar zu schnell. Komische Helden wie Graf Pückler und tragische wie die Burengenerale leiden gleichermaßen unter diesem Uebel und wecken nur noch ein historisches Interesse. Doch was wollen diese AusAus den Nachbarorten. 4 Jm Sportpart Friedenau hat gestern der Dauerfahrer| Der Verteidiger führte dagegen aus, aus, daß der Angeklagte, Aquariumgarten auftrat, verunglüdt. Sie stieß, während sie topf Edmond Andemars, der vor kurzem in Kopenhagen die Welt der kein redegewandter Mann sei, fich offenbar nur im Aus- abwärts durch die Schleife ſauſte, so heftig an das Brettergerüst, daß meisterschaft über 100 Kilometer für Amateure davongetragen hatte, bruck vergriffen und nur von gewaltsamen Eindringen" habe ihr die ganze Kopfhaut abgerissen wurde. Nach 24 Stunden den Weltrekord über eine Stunde für Amateure, der bis jetzt 65,410 starb sie. Kilometer betrug, erheblich verbessert. Er brachte es auf 69,770 Kilo- sprechen wollen. Nehme der Gerichtshof dies aber nicht an, so stehe Merkwürdige Berichtigung. Im„ Dredownik" ist der Breslauer dem Angeklagten zur Seite, daß er mindestens in putativer Notwehr„ Volkswacht" zufolge folgendes zu lesen: Der Redakteur des gehandelt habe, denn er habe verhüten wollen, daß nochmals in früher Morgenstunde bei ihm eingedrungen werde.- Der Gerichts- ziondzka" in Graudenz folgende Berichtigung" zu. Sie lautet: Pielgrzym" in Belplin, Pfarrer Nelke, sandte der„ Gazeta Grud hof erkannte auf Freisprechung, da dem Angeklagten die beleidigende" 1. Ich habe niemals" pilante Couplets" gesungen. 2. Niemals Absicht nicht nachgewiesen sei. habe ich„ Requisiten zu irgend welchen Theatervorstellungen" mit mir geführt. 3. Ein alter, zerknilter Cylinder" hat niemals auf Mit dem Tropentoller belastet scheint der Schlächter Max meinem Kopfe geruht. 4. Einen gewendeten Ueberzieher hatte ich stellungen besagen gegenüber der Thatsache, daß das Stück troy Schmidt haber zu sein, der gestern wegen eines Rohheits- nie an. 5. Einen„ ausrangierten Schirm" trug ich nie. 6. Ein seines Alters immer noch das Publikum in Massen heranzieht, daß vergehens vor der 7. Straffammer des Landgericht I stand. Der Täschchen, wie es manche Damen( Pompadourtäschchen) tragen, hatte der Himmel, in dem die Ereignisse des drolligen Dramas ihren An- Angeklagte ist ein ehemaliger Chinakrieger und fürzlich wegen ich nie im Gebrauch." fang nehmen, förmlich mit Glückssternen besät ist? So war denn Körperverkeßung unter Gebrauch eines Messers, mit dem er sich Eine Feuersbrunst brach gestern im Proviantamt in Bosen aus. auch die Jubiläumsvorstellung eitel Wonne und alle Mitwirkenden allerdings nur selbst verletzt hat, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt Durch Selbstentzündung geriet ein großer Heuschober in Brand, es waren in bester Laune. Vielleicht giebt es noch eine 300. Auf- worden. Neuerdings stand ein ähnlicher Fall zur Anklage. Der An- gelang aber, das Feuer auf den Heuschober und einen Schuppen zu führung des„ Allerneuesten!" geklagte behauptete, daß sein Aufenthalt in China ihn geistig ruiniert beschränken. Der Materialschaden ist nicht bedeutend. habe. Er habe drüben vier Monate infolge Sonnenstichs schwer frank darnieder gelegen und leide noch immer unter den Zusammenbruch einer kanadischen Weltfirma. Der Londoner Daily Erpreß" meldet aus Montreal den Zusammenbruch der Folgen des Tropentollers dergestalt, daß er bei der geringsten Erregung trampfartige Anfälle bekomme, bei denen er nicht Herr seiner Firma Clerque, die zahlreiche Spinnereien im Bezirke von Ontario am Sonnabend, den 26. b. M., nachmittags 3 Uhr, und das 16. am in solchem Zustande für seme Handlungen nicht verantwortlich ge- Pfund Sterling. Es ist dies der größte Zusammenbruch, den Kanada Für Charlottenburger Schulen findet das 15. Jugend- Konzert selbst sei. Rechtsanwalt Morris behauptete, daß der Angeklagte besitzt und ungefähr 3600 Arbeiter beschäftigt. Das durch den Zusamunenbruch verschlungene Kapital beziffert sich auf acht Millionen felben Tage 5 Uhr in dem großen Konzertsaal der neuen Königl. macht werden könne und berief sich auf das Gutachten Hochschule für Mufit statt. Der Zutritt ist aber auch den Schülern des Gefängnisarztes Dr. Schulz Diefer bekundete, daß ie erlebt hat. aus Berlin und den Vororten gestattet. Im ersten Konzert sind die er allerdings zwei schwere Anfälle dieser Art bei dem Robespierre und Franklin. Die Universitätsbibliothek von Benn Mitwirkenden: Violin- Virtuosin Ebba Hjertstedt, Konzertfängerin Angeklagten beobachtet habe und beantragte, den letzteren ſylvania hat an fünfhundert Manuskripte erworben, die aus dem Eva Pilchowska, Vortragstünstler Otto Wiemer; Begleitung: Fräulein zur Beobachtung seines Geisteszustandes auf sechs Wochen Nachlasse Benjamin Franklins stammen und großen historischen Wert Marg. Lamm und Dina J. Korteweg. Im zweiten Konzert wirken der Charité zu überweisen, da es nur auf diese Weise möglich sei, haben. Unter ihnen befindet sich ein Originalbrief Maximilian mit: Konzertfängerin Hedwig Kaufmann, Hoftheater- Regisseur festzustellen, ob der Angeklagte in jedem Falle, in welchem er infolge Robespierres. Der Brief war 1783 in Arras, dem Geburtsorte Johannes Cotta, Kammermusiker Rüdel; Begleitung: Fräulein Erregung von dem sogenannten Tropentoller befallen wird, als un- Robespierres, geschrieben, wo Robespierre damals Advokat war. Dina J. Korteweg. Die Idee der Jugend- Konzerte zieht immer zurechnungsfähig zu gelten hat. Der Gerichtrhof entsprach diesem In diesem Briefe teilt er Franklin mit, daß er ihm die Abschrift weitere Streise: einerseits bieten Künstler und Künstlerinnen aus allen Antrage und beschloß ferner, auch die über den Zustand des An- eines Rech.sfalles übersendet, in dem er vor dem Nate von Artois Teilen Deutschlands und Destreichs ihre Mitwirkung an, andrer- geklagten in China sprechenden Militärakten einzufordern. die Anwendung von Franklins Erfindung des Blizableiters seits führen verschiedene Städte diese Veranstaltungen in den Rahmen ihrer Bildungsmittel ein. So z. B. haben die Kölner Stadt- Direktors der Deutschen Bank in Berlin, gelangt nunmehr in der obespierre hat das Verdienst, durch seine Verteidigungsrede seinen Die tödliche Mihhandlung des Schülers Koch, eines Sohnes des verteidigte. Es war nämlich von andrer Seite ein Urteil erwirkt gewesen, welches die Anwendung des Blizableiters verbot, und verordneten dem dortigen Lehrer- und Lehrerinnen- Gesangverein für heute begonnenen Oberfränkischen Schwurgerichtsperiode vor dem Mitbürgern die Nuzanwendung dieser epochemachenden Erfindung den 4. Oktober den großen Gürzenich zu einem Jugend- Konzert Landgericht in Bayreuth zur Aburteilung. Der Körperverlegung mit ermöglicht zu haben. bewilligt. Auch Gotha, Lübeck, Prag haben sich von Berlin aus das Todesfolge(§ 226.- St.- G.) angeklagt ist der frühere Kandidat der Erfahrungsmaterial für solche Konzerte zusenden lassen. Rechte und Privatlehrer Andreas Dippold aus Drosendorf bei HollNeu- Weißensee. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung feld in Bayern. Er wird beschuldigt, den seiner Obhut anvertrauten wurden die Arbeiten zur Regulierung der Bürgersteige in der 15 jährigen Heinrich Koch systematisch derart mißhandelt zu haben, Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dick' Berlag) ist soeben bas Gustav Adolf- Straße dem Mindestbietenden, Steinfegmeister Radtke daß der Aermste am 10. März an den Folgen dieser Mißhandlungen 51. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben zum Preise von 12 275 M. übergeben; der Höchstbietende war der gestorben ist. Die Obduktion der Leiche soll diese Annahme in wir hervor: Der Großbetrieb in der Schuhindustrie. Bon Dionys Zinner. Anthropologie und Margismus. Von Dr. Ludwig Woltmann. Steinfegmeister Kollrepp mit 16 633 m. Ebenso verhielt es sich mit vollem Umfange bestätigt haben. Der Angeklagte war auf Antrag gegnung. Von Heinrich Cunow. Die Frau beim Theater. Von Nina den Pflasterarbeiten der Pistoriusstraße von der Albertinen- bis zur der Verteidigung im Juli zur Beobachtung seines Geisteszustandes Carnegie Mardon. Der Bulkanismus in neuer Geltung. Von Kurt Parkstraße. Der Mindestbietende war Ernotte mit 6904 m., der der Kreis- Jrrenanstalt in Bayreuth überwiesen worden; nach dem Grottewiß. Goethes Jugendjahre. Von Mar Grunwald. Litterarische Höchstbietende Heinrich mit 8228 M. Endlich sollen nun auch Gutachten der Anstaltsärzte hat sich jedoch bei ihm eine Geistes- Rundschau: Das neueste Jahrbuch des„ Wiſſenſchaftlich- humanitären Komitees unfre alten Anschlag, säulen" verschwinden, denn es wurde beschlossen, störung nicht feststellen lassen. Die Verhandlung, die den Schluß zu Berlin. Von Ernst Kreowsti. Dr. Adalbert Wahl, Studien zur Vore Von Ludwig Duessel. Profeffor borläufig eine Probesäule besserer Gestalt aufzustellen; nach und der Schwurgerichtsperiode bildet, ist auf den 6. Oftober anberaumt, geschichte der französischen Revolution. Notizen: Dr. E. Hirschberg, Arbeitslosenversicherung und Armenpflege. nach werden dann die alten durch neue ersetzt. Ein An- es find mehrere Tage für dieselbe in Aussicht genommen. Der Kongreß der finnischen Socialdemokratie. Weltpostverkehr. trag des Vereins der Grundbesizer auf Erhöhung der HundeWegen umfangreicher Wechselfälschungen, Urkundenfälschungen Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch Steuer von 12 auf 15 M. sowie Einführung des Maulkorbzwangs und Unterschlagungen ist der 52 Jahre alte Kaufmann Rudolf bandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro wurde abgelehnt, da ein Mehr an Steuern nicht zu erzielen ist, Spiezerte in Ragosen im Kreise Zauch- Belzig von der Straf- Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die jedoch soll der Tierschutzverein mehr als bisher auf markenlose Hunde tammer in Potsdam am Sonnabend zu fünf Jahren Gefängnis verfahnden. Bei der Ergänzungswahl eines Arbeitnehmers für das urteilt worden. nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Pf. Kuratorium der Fortbildungsschule wurde der Metallarbeiter Mar Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Schmädicke für den nach Berlin verzogenen Zimmerer Hermann Kloz gewählt. Es mußten wiederum 19 908,86 m. nicht einzutreibende Armenkosten niedergeschlagen werden. Die Dienststunden für die Amts- und Gemeindeverwaltung werden vom 1. Oktober d. J. an auf die Zeit von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags verlegt, während dieselben bis dahin von 8-6 Uhr bestanden. Ober- Schöneweide. Nachdem unser Ort die Einwohnerzahl von 10 000 erreicht hat, kann endlich das Bedürfnis nach einer Apotheke befriedigt werden. Eine solche wird hier am 1. Oktober eröffnet! Gerichts- Zeitung. Der Polizeistaat wie er leibt und lebt. Wie man zu einer Anklage kommen kann, zeigte folgender gestern vor dem Schöffengericht verhandelter Fall, in welchem der Schankwirt Lippe wegen Beleidigung eines Schuhmanns angeflagt war. Der letztere hatte eines Nachts Einlaß in das bereits geschlossene Schanklokal des Angeklagten energisch begehrt und auch erhalten, um festzustellen, ob nicht über die Polizeistunde Kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe von 1885( E. H. 71) SO. 16, Neanderstr. 4. Dienstag, 22. September cr., abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jakobftr. 89: Sigung. Vermischtes. Die Sängerin Engenie Fougère, die den Berlinern von ihrem Auftreten im Apollo- Theater und im Wintergarten her erinnerlich fein wird, ist in der Nacht zu gestern in Air les Bains ermordet worden. Unbekannte Verbrecher brangen in ihre Wohnung, töteten die Sängerin und ihr Kammermädchen und raubten dann Wertpapiere und Juwelen im Werte von 200 000 Fr. Eine Gesellschaftsdame, die von den Mördern schwer verwundet wurde, ist vor Schreck wahnsinnig geworden. Die Ermordete ragte unter der großen Schar der VariétéSängerinnen durch ein ungewöhnliches Talent hervor. Wenn auch ihre Stimme teineswegs schön zu nennen war, so wußte die Künstlerin doch durch ihren Uebermut, ihre genialen Frechheiten das Publikum zu elektrisieren. Die Art, wie sie ihresgleichen, so die Otero, parodierte, verfehlte nie ihre Wirkung. " " Eingegangene Druckfchriften. Ents Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dick' Verlag), ist uns soeben die Nr. 20 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Die Erhebungen über die Arbeitszeit erwachsener Fabritarbeiterinnen in Preußen im Jahre 1902. I. Von M. Gr. Von der Frauenarbeit im Königreich Sachsen. Von R. A. Aus der Bewegung. Feuilleton: Mumu, das Hündchen des Taubftummen. Erzählung von J. S. Lurgenjew. Notizen Aus dem Russischen übersetzt von L. A. Hauff.( Fortjehung.) Einnahmen und Ausgaben einer Berliner Arbeiterfamilie. Bon Der Kampf der Tertilarbeiterschaft von Crimmitschau. wiegt, men Weibliche Fabrikinspektoren. Sociale Gesetzgebung. Socialistische Frauenbewegung im Ausland. Frauenstimmrecht. Frauenbewegung. Berschiedenes. Weberlied. Gedicht von Luise Otto. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Poft bezogen( eingetragen in der Reichspost- Beitungsliste Nr. 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pt. 11 Marktpreise von Berlin am 19. September 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Str. 15,90| 15,86 Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch * Roggen, gut Gerfte, gut Heu " Hammelfleisch Butter Eier Karpfen " mittel п " gering " " 15,82 15,78 15,74 15,70 12,90 12,88 mittel 12,86 12,84 " gering " 12,82 12,80 14,50 13,50 " mittel " gering " " mittel 13,40 12,40 12,30 11,30 16,00 14,90 14,80 13,70 " " Aale Zander gering 13,60 12,50 Hechte " " 4,00 3,66 Barsche 7,00 4,60 Schleie " 40,00 25,00 Bleie " " 50,00 25,00 Krebse " 60,00 20,00 + frei Wagen und ab Bahn. . 7,00 4,00 1,80 1,20 " 1,50 1,10 " 1,60 1,20 1,80 1,20 " 1,80 1,20 2,60 2,00 60 Stüd 4,60 2,60 1 kg 2,40 1,20 " 2,60 1,50 " 3,00 1,20 . 2,40 1,20 " 1,80 0,80 3,00 1,40 1,40 0,80 per Shod 18,00 3,00 In Witterungsübersicht vom 21. September 1903, morgens 8 Uhr. Der Luftschiffer Spelterini, welcher Sonnabend nachmittag von Zermatt aus mit zwei Begleitern, Baron Werneke und Seiler, den hinaus noch Gäste in dem Lokal weilten. Er begnügte Aufstieg unternahm, beabsichtigte die Berner Alpen zu überschreiten, fich nicht mit der Versicherung des Angeklagten, daß ging jedoch schließlich in andrer Richtung über die Alpen und landete teine Gäste mehr anwesend seien, sprach vielmehr die Ver- Sonntag nach 20stündiger Fahrt glücklich in Bignasco im Kanton mutung aus, daß aller Eile in die Tessin. Der Ballon wurde gestern früh von Mailand aus in der thafer, gut solche vielleicht in aller Eile Privaträume des Angeklagten abgeschoben sein könnten. Er brang Richtung nach Bergamo zu gesehen. deshalb auch in die Privaträume ein und öffnete u. a. auch die zum Ueber eine unfreiwillige Ballonfahrt berichtet die Münchener Richtstroh Schlafraum des Dienstmädchens führende Thür, so daß das Mädchen Allgem. Zeitung" aus Neuburg a. D., 18. September: Gestern Erbsen aus dem Schlafe aufgeschreckt wurde und dem Schußmann im bloßen mittag 113 1hr landete in der Nähe von Ergertshausen ein in Speisebohnen Hemde gegenüber stand. Der Angeklagte, der über dieses Verhalten Ingolstadt vormittags 101, Uhr entwichener Fesselballon, welcher Linsen des Schuhmanns entrüstet war, wandte sich mit einer Be- bei dem Festungsmanöver zu Beobachtungszweden 400 Meter Hoch* ab Bahn. schwerde an das Polizeipräsidium. Es fand eine ein- aufgelassen worden war. In der Gondel befand sich Oberlieutenant gehende Untersuchung des Falles statt, auf Grund deren v. Haasy des 16. Infanterie- Regiments, nach dessen Angaben der der zuständige Polizeilieutenant anerkannte, daß der Beamte Ballon eine Höhe von 4000-4500 Meter erreicht hat. den oberen Luftschichten war es so heiß, daß der Luftinkorrekt gehandelt und seine Befugnisse überschritten habe. Das schiffer feinen Ueberrod ablegen mußte. Vom Ballon herab Polizeipräsidium hat denn auch dem Schuhmann eine Rüge erteilt. hing ein 400 Meter langes Seil sowie Telephondraht. Che der Angeklagte den hierauf bezüglichen amtlichen Bescheid er- Landung erfolgte mit Hilfe von Einwohnern von Rohrenfels und halten hatte, erschien derselbe Schutzmann eines Morgens 334 Uhr Ergertshausen. Oberlieutenant v. Haasy meldete telegraphisch seine wiederum in dem Lokal, um abermals eine etwaige Ueberschreitung glückliche Landung nach Ingolstadt. Mit Fuhrwerk wurde der Ballon, der Polizeiftunde festzustellen. Nach dem Vorgefallenen wurde der einen Wert von 12 000 Mt. haben soll, nach Neuburg gebracht Swinemde. 774 Still Hamburg 773 D 3 wolten! 11 Betersburg 771 3 Berlin der Angeklagte durch den wiederholten unerbetenen Besuch des und ging von dort abends mit der Bahn nach Ingolstadt ab. Cort 773 DGD 3 wolfenl Schutzmannes sehr erregt und machte diesen darauf aufmerksam, daß 2 wolfen! 12 Aberdeen Frantj.a.M. 768 ND 767 SD 5 heiter 9 Paris er ihn schon einmal wegen gewaltsamen Einbruchs" im Wege der München Wien 769 Still wolfig 10 Beschwerde zur Anzeige gebracht habe. Diese kleine Entgleisung in Wetter Prognose für Dienstag, den 22. September 1903. der Ausdrucksweise zog ihm die Anklage wegen Beleidigung zu, die Wieder ein Unfall auf der Schleifenfahrt! Wie berichtet wird, Troden und vorwiegend heiter, ein wenig wärmer bei mäßigen südder Staatsanwalt mit 10 M. Geldstrafe geahndet wissen wollte. list in Reval die Schleifenfahrerin Diavola, die im dortigen östlichen Winden. Die Stationen Zwei starke Erderschütterungen wurden, wie aus Stockholm berichtet wird, in Steninge, Motala nnd Wadstena in Destergoetland gestern nachmittag 6 Uhr verspürt. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind. richtung Windstärke wolfen! 11 Haparanda 777 N Wetter 2heiter Temp. n. C. 5° E. 4° 9. 10 1 bedeckt 9 753 SD 6 Regen 15 761 DSD 3halb bd. 14 Gegründet 1825 Fr. Hahn BERLIN Alexanderplatz H. Hervorragend grosse Auswahl in Damen- Kleiderstoffen in Wolle und Seide. Engl. Noppe Zibeline Welline Breitschwanz Imitat. 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