Nr. 225. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Ausland& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Mort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Roreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Bourgeoisparität. Sonnabend, den 26. September 1903. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. VerGebrauch gemacht haben. Daß aber am Schluß des 18. Jahr durch seine Handlungsweise start vergangen. In der Verhandlung hunderts die feudalistische Gebundenheit des Grundbesitzes den wurde festgestellt, daß Wagner zwei socialdemokratische Tendenzen Produktions- und damit den Eristenzbedürfnissen der Gesellschaft atmende Schriften, ein Epos„ Das Evangelium der nicht mehr entsprach, daß aus Rücksicht auf die Ernährung aller eine Umwandelung im öffentlichen Interesse geboten war, wird heute von niemand mehr bestritten. Dabei lassen wir es wie gesagt, un erörtert, inwieweit in Preuen nach diesem allgemeinen Grundsatze verfahren worden ist. Durchlaucht im Gefängnis. Hermann v. Mallincrodt hat auf Klerikaler Seite das Schlagachtung" und eine Prosaschrift" Aether und Wille" verfaßt und wort von der„ Wüste der Jmparität" geprägt, wonach es in Preußen herausgegeben und in einer Wählerversammlung in Hanau gelegentVerwaltungsgrundsatz sei, die Katholiken immer mehr aus der focialdemokratische Partei ausgebracht habe mit dem Zusaß, daß das lich der letzten Reichstagswahl ein Hoch auf die revolutionäre Beamtenschaft zum Vorteil des protestantischen Elements hinausBürgertum morsch sei. Wagner, der sich geschickt verteidigte, bekannte zudrängen. Die diesbezüglichen Klagen wiederholen sich jedes Jahr sich als Socialdemokrat par excellence, der er auf dem Gymnasium im Abgeordnetenhause mit sattsam bekannter Rührseligkeit. Seitens Wenn nun auch die für die katholische Geistlichkeit in Preußen gewesen sei, ebenso wie er auch seit seinen Schuljahren Atheist geder preußischen Regierung ist es allerdings eitel Spiegelfechterei, ausgeworfene Besoldung bei weitem nicht die beanspruchten wesen sei. Seine Pflichten als Beamter habe er nicht verlegt, da wenn sie die augenfällige Bevorzugung, zumal des Junkertums, mit 30 Millionen erreicht, so läßt sich doch nichts anders sagen, als daß er es wohl mit einander vereinbar halte, ohne an Achtung zu verdem an sich gewiß unanfechtbaren Grundsatz zu bemänteln sucht, daß die zumal die höheren Stellen des Klerus ihr Amt der geistlichen Armut lieren, Postbeamter und zugleich Socialdemokrat zu sein. Ein Antrag Anstellung von Beamten sich nach der persönlichen Tüchtigkeit der auf Grund recht fetter Pfründen ausüben. Zumal die katholischen Wagners, ihm bei seiner Entlassung wenigstens einen Teil der gefezselben vollziehen müsse. Nicht minder aber ist es seitens unsrer Proletarier, die man in Köln wie auf den andren Katholikentagen Postdienst geopfert habe, wurde abgelehnt." lichen Bension zuzuerkennen, da er 14 Jahre seines Lebens dem Klerikalen ein von den Eingeweihten belächeltes Augurenkunststück, mit so viel freundlichen Worten und Tröstungen auf ein besseres wenn man sich den Anschein giebt, als gelte es lediglich die sogen. Jenseits vor den Centrumskarren zu spannen gewußt hat, werden höheren Interessen der Religion, als trete man jenem borgeschobenen interessiert sein, darüber einiges zu erfahren. Danach zahlt Preußen Grundsatz der preußischen Regierung nicht entgegen, als wolle man den beiden Erzbischöfen von Köln und Posen, sowie dem Fürstbischof die Versuche, die skandalösen Begünstigungen, die Prinz- Mörder Die Hannoversche Korrespondenz" wendet sich nochmals gegen feine mechanische, zahlenmäßige konfessionelle Parität. Des Pudels von Breslau ein Jahresgehalt von je 12000 Thaler, den Bischöfen Arenberg im Gefängnis zu Hannover sich zu verschaffen wußte, zu Kern ist eben auf beiden Seiten die Sucht, an der reichen Futter- von Culmi, Münster, Paderborn und Trier ein solches von 8000 bestreiten; die„ Korrespondenz" führt aus: Es ist erwiesen, krippe des Staates möglichst viele, gute und wohlversorgte Aemtchen Thaler, den Dompröbsten und Domdechanten ein solches bis zu daß der Brinz A. nicht einen einzigen Tag während seines Aufund Böstchen für die sogenannten Glaubensgenossen heraus- 2000 Thaler, den Domkapitularen ein solches bis zu 1200 Thaler. enthalts im hiesigen Gerichtsgefängnis die für Strafgefangene bezuschlagen. Die Erzbischöfe und Bischöfe, die Dompröbste und Domdechanten, stimmte Koft genossen hat. Er hat stets die Krantenkost, die in Wenn unsre Klerikalen unter sich find, wird das auch un- die Domtapitulare und Domvikare haben außerdem Anspruch auf größeren Quantitäten Hackfleisch, Milch und Eiern bestand, berumivunden zugegeben. So äußert sich eine von eingeweihter Seite anständige" Wohnungen, auf die nötigen Räume für Kanzleien, abreicht erhalten. Er hat einen sogenannten Kalfatter zu seiner persönlichen Bedienung gehabt und hat mit diesem und dem das verfaßte und darum offenbar anonym erschienene Schrift, deren Ur- Archive, und die Erzbischöfe und Bischöfe dort, wo„ die Umstände persönlichen Bedienung gehabt und hat mit diesem und dem daheber aber ersichtlich in einem sehr bekannten Mitgliede der Centrums- es begünstigen", auf einen Sommeraufenthalt. Daneben erhalten den Abenden Karten gespielt und Bier getrunken. Ihm ist maligen Strafgefangenen Rechtsanwalt Kirchhoff aus Celle an fraktion des Reichs- und Landtages zu suchen ist, über diesen Punkt die Bischöfe und Erzbischöfe die erforderlichen" Einnahmen eine ehrerbietige Behandlung zu teil geworden wörtlich wie folgt:„ Es ist klar, daß, wo die hohen Staatsstellungen zur Besoldung der Generalvikare und Zimm Unterhalt der und ist ihm eine freie Bewegung, allerdings nur seit unvordenklichen Zeiten den Protestanten fast ausnahmslos vor- bischöflichen beziehungsweise erzbischöflichen Behörden, Seminare innerhalb der Gefängnisanſtalt, gestattet, die den Begriff Gefangenbehalten gewesen sind, die Protestanten zu einem allgemeinen leber und der Häuser, welche zur Versorgung dienstunfähiger... schaft mindestens erheblich abschwächt. Schließlich ist aber in dem gewicht in gesellschaftlicher und ökonomischer Beziehung gelangen vie auch zur Besserung strafwürdiger Geistlichen ein Disciplinarverfahren auch festgestellt, daß der Prinz in seiner oder mußten, und es kann nicht ausbleiben, daß, wenn die Katholiken gerichtet sind." Daneben stehen beträchtliche Summen für die einer Dame gesehen ist. Die Dame ist als Frau Aufseher so und so einer andren Zelle oder einem Raum zu verschiedenen Malen mit noch fortdauernd aus den höheren Staatsstellungen ausgeschlossen bleiben, Emeriten- und Demeritenanstalten. So für Ermland 4110 bezw. bezeichnet. Die näheren Umstände mit diesen Frauenerscheinungen fie politisch, social mud wirtschaftlich immer mehr zurückgedrängt 4395 M., Culm 8445 beziv. 38723 M., Gnefen Bofen 10 145 bezw. haben in dem Verfahren bislang nicht aufgeflärt werden können. werden. Daher ist es die höchste Zeit, daß wir uns aus dieser 7400 M., Münster 6600 beztv. 4500 M., Paderborn 9000 bezw. Eine Aufzählung der übrigen dem Prinzen gewährten Ver politischen, wirtschaftlichen und socialen Zurücksetzung mit dem ganzen 4500 M., Köln 12 000 beziv. 6000 m., Trier 8864 bezw. 4113 M. günstigungen erübrigt sich, denn sie bewegen sich hauptsächlich im Aufgebot unsrer Kraft herausarbeiten, daß wir nicht mehr wie ge- Des weiteren hat der Staat für die Ausstattung der Dompfarrkirchen Nahmen derjenigen Erscheinungen einer größeren Anstalt, die immer strafte Kinder an en Kazentisch uns verweisen lassen, sondern an zu zahlen in Ermland 5782 M., Culm 9436 M., Breslau 14168 m., wieder vorkommen. Die Verhandlung der Disciplinarkammer in der Tafel des öffentlichen Lebens einen ebenbürtigen Platz uns Paderborn 9240 M., Köln 8250 M. u. f. f. Celle war lediglich eine Art Aufklärungsverhandlung, in der die Angeerringen." Die höhere katholische Geistlichkeit weiß danach auf Grund ihres beamten aus sich selbst pflichtwidrig handelten, oder auf Anordnung, flagten eine Nebenrolle spielten. Ob die in Frage kommenden GefängnisGanz dem hier niedergelegten Geiste entspricht es, wenn rein früheren„ Armengutes" vom Staate noch recht hohe und bekümmer- oder unter dem Druck von Vorgesetzten, wird in einem andren zahlenmäßig das Verhältnis der katholischen zur protestantischen liche Revenuen herauszuschlagen, eine Fertigkeit, in der die protestantische Disciplinarberfahren zur Feststellung gelangen, abgeschlossen find die Beamtenschaft auf den höheren Gebieten darzulegen versucht wird. Geistlichkeit sie insofern übertrumpft, als diese sich ohne jede Spur Verfahren mit der Verhandlung am Montag noch lange nicht. Die So flagt der Verfasser, daß 1897 von sämtlichen höheren Lehr- von Rechtstitel noch besser bezahlen läßt. Es begreift sich, weshalb Strafverfahren werden gesondert geführt, ihnen liegen auch nicht die anstalten Preußens allein 326 rein evangelischen und nur 65 rein man die Forderung der Trennung von Staat und Kirche so wütend fleineren Dienstwidrigkeiten, sondern Vergehen im Amte zu Grunde. Tatholischen Charakter trugen bei 131 Simultananstalten; von den bekämpft. Der Satz, daß weltliche und geistliche Gewalt nach Der Prinz A. hat da, wo seine persönliche Macht nicht ausreichte, Direktoren und Oberlehrern seien 418 bezw. 4135 Protestanten, und höherem Ratschluß auf einander zugeordnet seien, hat eben eine mit Bestechung die Erreichung von Vorteilen zu erlangen versucht nur 104 beziv. 1123 Katholiken gewesen. Von sämtlichen Direktoren recht materielle Unterlage. Es zeigt sich, daß die staatserhaltende die dem Prinzen geleisteten Dienste im Gefängnis 600 Thaler aus und auch erlangt. Ein Hilfsbeamter soll durch einen Dritten für der Monarchie sind also 79,8 Proz. evangelisch und nur 19,9 Proz. Aufgabe des Betens namentlich in den höheren Regionen gewiß bezahlt erhalten, mehrere andre die gleiche Summe versprochen erkatholisch; von sämtlichen Oberlehrern 77,9 Proz. evangelisch, nicht zu den schlechtesten gehört. halten haben. 21,2 Proz. katholisch, während auf die Katholiken nach dem Prozentsatz der Bevölkerung in Preußen volle 34 Proz., auf die Protestanten mur 64,4 Proz. zu fallen hätten." Von Anstalten, die ganz oder teilweise aus Staatsmitteln unterhalten würden, seien gar 172 protestantisch, 60 fimultan und nur 48 Katholisch, " Politische Ueberficht. Berlin, den 25. September. Eine Weltfriedensfahne. Die Veränderung in der Geschäftsleitung der Firma Karl Zeiß ist den Geschäftsangehörigen am Donnerstnachmittag durch einen Anschlag folgenden Wortlauts bekannt gegeben worden: „ Der Senior der Geschäftsleitung der Firma Karl Zeiß und Bevollmächtigte der Karl Zeiß- Stiftung, Herr Professor Abbe, hat bon den Direktoren und Oberlehrern derselben 213 bezw. 2037 protestantisch, 67 bezw. 700 fatholisch gewesen. Auch Der deutsche Kaiser, der die gewaltigste militärische Macht- unmehr eine schon seit Jahren gehegte Absicht verwirklicht, sich von diese Zahlen bekunden eine Schädigung der Statholiken und entfaltung und den Ausbau einer weltpolitischen Striegsflotte ersten der Teilnahme an den ihm aus dieser Stellung erwachsenden Pflichten awar mindestens um 10 Prozent." Hier tritt unter der tonfeffionellen Ranges eifright betreibt, verbindet mit diesen Rüstungsneigungen schaftlichen und technischen Aufgaben zu beschränken. Schon mit dem urück zuziehen und sich in der Folge auf die Mitarbeit an wissenBerbrämung der nackte materielle Interessenstandpunkt, der sich um auch sanfteste Friedensliebhaberei. Nach einem Bericht der" Frank- 1. April d. J. ist dieser Wechsel thatsächlich vor sich gegangen. Herr so mehr als platte Bourgeoisberechnung erweist, als man die untere furter Zeitung" aus Rouen über die Verhandlungen des dortigen Professor Abbe hatte begreiflicherweise den Wunsch, die BewvegBeamtenschaft zu berücksichtigen nicht im mindesten für nötig findet, internationalen Friedenskongresses hat der Fürst gründe seiner Entschließung selbst in einem Abschiedswort an seine von Monaco einen von dem Kaiser Wilhelm gezeichneten Entwurf Mitarbeiter darzulegen. Durch seine Erkrankung im vorigen Winter auf das klarfte in die Erscheinung. Am widerwärtigsten macht sich die nackte Bourgeois- und Geld- einer Weltfriedensfahne dem Kongreß vorgelegt, welcher wurde dieses Vorhaben leider vereitelt, und wenn auch neuerpolitik bei dem Stande geltend, dessen Reich angeblich nicht von dieser ein weißes Kreuz auf rotem Grunde enthält. Das ganze ist überfät dings das Befinden sich merklich gebeffert hat, so verbietet der Gesundheitszustand doch noch auf längere Zeit jede Welt ist, der aber nichtsdestoweniger den leiblichen Segen irdischer Güter mit roten und weißen Sternen. Das Berner Friedensbureau hat diesem gemütliche wie geistige Anstrengung. Der Unterzeichnete folgt daher immer voll und ausgiebig zu schätzen verstanden hat. Die Besoldungs- Entwurf zugestimmt und mit Genehmigung des Kaisers noch dem wiederholten Wunsche Professer Abbes, indem er von der ansprüche der katholischen Geistlichkeit an den heutigen Staat gründet man in die Mitte der Fahne einen großen Stern angebracht mit der geschehenen Menderung den Mitarbeitern der Firma Kenntnis giebt.auf die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts vollzogenen Säfularisationen. Inschrift„ Pax"( Frieden)! Der ganze Entwurf sollte dem jezigen Die Verwaltung der Karl Zeiß- Stiftung hat gemäß§ 9 des Statuts Eine genaue Berechnung des Gesamtwertes, der dem preußischen Kongreß zur Genehmigung vorgelegt werden, findet jedoch von den Unterzeichneten an Stelle von Professor Abbe zu ihrem Staatsschatz aus ehemals geistlichen Besitzungen zugeflossen ist, läßt seiten der englischen und besonders der ameri- Bevollmächtigten für die beiden Firmen Karl Zeiß und Schott u. Gen. fich freilich nicht aufstellen, da die notwendigen Unterlagen fich in tanischen Delegierten principiell Widerspruch ernannt und das Vorstandsmitglied Mag Fischer zu ihrem stellden Staatsarchiven befinden und die preußische Regierung ein leicht und dürfte deshalb vollständig fallen gelassen werden. Von den bertretenden Bevollmächtigen bei der Firma Karl Zeiß. Der wissens verständliches Interesse hat, sich hier nicht allzu sehr in die Karten franzöfifchen Delegierten wurde der Entwurf im allgemeinen gut schaftliche Mitarbeiter Profeffor Dr. Rudolf Straubel ist gemäß § 25 des Stiftungs Statuts in die Geschäftsleitung der gucken zu lassen. Von Klerikaler Seite schätzt man dagegen das also geheißen. Man erblickte in dem Werk des deutschen Kaisers„ ein Firma Karl Zeiß berufen worden. Diese besteht daher in Staatsbesitz überführte Vermögen auf reichlich eine Milliarde, für Entgegenkommen gegen die Friedensbewegungen, welches vielleicht nunmehr aus folgenden Personen: Dr. Siegfried Czapski, May Fischer, Dr. Otto Schott, Prof. Dr. Rudolf Straubel. das bei einer durchschnittlichen Verzinsung von nur 3 Proz. die von praktischem politischen Wert sein könnte". fatholische Geistlichkeit Die biederen Friedensschwärmer, die einst dem Manifest des Wir alle sind durchdrungen von dem festen Wunsch und Willen, den an Erträgnissen 30 Millionen Mark jährlich herausrechnet, ein Beweis, wie profitverständig die russischen Zaren zujauchzten, hoffen jetzt schon Großes von der uns erteilten Auftrag im Sinne und Geiste des Gründers der Karl Kirche als ,, bollkommene Gesellschaft" auch den Erwerb Beichnung einer Weltfriedensfahne durch den Kaiser. Sie vergessen Beiß- Stiftung zu erfüllen. Wir hoffen, bei unsren auf das gemeinVollkommenheit auszubilden gewußt Wir gewußt hat. be- in holdem Wahn, daß dieser Fahnenentwurf zu derselben Frist aus- fame Wohl gerichteten Bestrebungen der freudigen Mitarbeit aller Geschäftsangehörigen je nach den Fähigkeiten und der Arbeitsabsichtigen nicht, hier in eine Würdigung speciell der preußischen gearbeitet ward wie der Entwurf zu neuen Artillerie-, Infanterie-, stellung eines jeden- gewiß sein zu dürfen. Jena, den 24. SepSäkularisationen nach irgend einer Seite einzutreten. Nach Klerikaler Kavallerie- und Marinevorlagen. tember 1908. 3. A.: Dr. S. Czapski." Auffassung aber soll das Kirchengut in erster Linie Armengut fein, zur es soll weniger dem Unterhalt der Geistlichen, als den Bedürfnissen " Zu gut zum Reichspostdienst. " Die Erfurter Kaiserparade und ihre Folgen. Die Bürgermeister bon Linderbach und Azmannsdorf, der beiden dem Paradeder Besitzlofen dienen. Wenigstens ist das das Aushängeschild, unter Die Disciplinarkammer in Kassel verhandelte am Donnerstag feld zunächst gelegenen Dörfer, haben gegenwärtig viel zu thun mit dem es erworben wurde, wenn es auch der Klerisei zu feiner Zeit gegen den Ober- Postprattitanten Richard Wagner der Ausfertigung von Strafmandaten. Die Gendarmen, eingefallen ist, diesem Grundsatze nachzuleben und sie es immer aus Hanau, der mittlerweile in die Redaktion der Leipziger Bolts- welche damit beauftragt waren, Flurbeschädigungen zu verhindern, verstanden hat, die Frenden dieses Lebens vermöge jenes Armen- zeitung" eingetreten ist. Die Vorgeschichte des Falles ist unfren scheinen eben recht pflichtgemäß ihres Amtes gewaltet zu haben, inDer bisher vorliegende Bericht der dem sie jeden, der einen Acker betrat, aufnotierten. Am gutes" in ausgiebigem Maße sich zu Gemüte zu führen. Darüber Lesern in der Erinnerung. aber tann lein Zweifel herrschen, daß die weltliche Gewalt in Rhein.- Weftf. 8tg." teilt über die Verhandlung folgendes mit: pflichteifrigsten ist der Gendarm von Wieselbach " Die Disciplinartammer erkennt auf Entlassung aus dem Dienst mit gewesen, denn er hat ca. 80 Anzeigen erstattet. Von nah dringenden Fällen befugt und berechtigt war, auf dieses Kirchen- ber Begründung, daß der Angeklagte gegen den Eid der Reichs- und fern werden die Neugierigen mit Strafmandaten bedacht gut gerade feines principiell öffentlichen Charakters wegen beamten gefehlt habe und sich der Achtung unvürdig gemacht habe, zum Andenken an diesen" herrlichsten Tag" ihres Lebens. 1-3 M. zurückzugreifen, wie denn bon diesem Recht gerade die der Stand der Beamten erheischt. Verlange der Dienst auch ist der„ ortsübliche Sag", der geblecht werden muß. Einige Obstdie heiligsten Könige, wie Heinrich II, Starl Martell, teine fflabische Unterwürfigkeit und Hingabe von den Beamten, so pächter haben den Spieß umgedreht und verlangen von der zu Ludwig von Frankreich und andre auf die umfangreichste Weise lerheische er doch Treue und Gehorsam. Hiergegen habe sich Wagner ständigen Behörde eine Entschädigung von 150 M., weil ihnen wäh " 1 Vaters, Serbien. Ein Deputierter erschossen. Der neugewählte selbständig- radikale Deputierte Marian Velkovitsch ist im Dorfe Strelac von unbekannten Personen erschossen worden. Seine Angehörigen erklären, es handle sich um einen persönlichen Racheatt. Landtagswahl. rend der Einquartierungszeit die Zwetschen von den getötet und 8 gefangen worden seien. Ferner wurden 14 Manlicher- Noheinnahme von 278 893 020 M. Der Ertrag der Stempelsteuer Bäumen abgeschlagen wurden und sie deswegen Obst hüter anstellen Gewehre und 4 Bomben, 2 Tragtierladungen Dynamit und elektrische belief sich auf 164 372 040 M. Die Post hatte einen Ueberschuß von mußten. Apparate erbeutet. Auf seiten der Truppen sollen 4 Mann getötet, 82 073 540 M., während die Telegraphen einen Fehlbetrag von Auf den Hund gekommen. Aus der Pfalz wird uns ge1 Offizier und 10 Mann verivundet sein. 10 964 660 M. aufwiesen. schrieben: In Neustadt, der Residenz der pfälzischen Flaschenbarone, Führer mit 20 Komitatschis getötet, 8 Stomitatschis verwundet, in Nach türkischen Berichten aus Monastir wurden in Presbei zwei fand am Donnerstag( 24. September) die Ersazwahl zum bayerischen Rifalar, Distrift Perlepe, 8 Stomitatschis gefangen, in Granosch, Landtage für das durch den Tod des nationalliberalen Abgeordneten Distrift Kastoria, 3 Stomitatschis getötet, 4 verwundet; in Resen Brünings, eines der Führer der pfälzischen Nationalliberalen, frei wurden 13 Stomitatschis verhaftet, im Kreise Florina haben sich gewordene Mandat statt. Gewählt wurde der nationalliberale Rechtsanwalt Mahla aus Landau. Von dem Gewählten weiß man 42 Komitatschis ergeben. nicht mehr, als daß er der Sohn feines Aus Sofia meldet die„ Frankf. 3tg.": Der neueste türkische des nationalliberalen Bürgermeistes und Hofrats Mahla in Reformversuch scheint auf Sand geraten zu sein, die Lage hat sich Landau ist, der über einen schönen Haufen Aecker und Wiesen, mit dem gestrigen Tage bedeutend zugespitzt. Der Sultan hat zwar die er an Kleinbauern verpachtet hat, verfügt, weshalb er von und der türkische Vertreter hat dem Ministerpräsidenten mit die" Freis. 3tg." wissen will, beschlossen, bezüglich der Landtagsvon der hiesigen Regierung gestellte Frist eingehalten Zu den Wahlvorbereitungen in Berlin. Der Magistrat hat, wie den nationalliberalen Blättern als Großgrundbesitzer bezeichnet wird. Das gleiche Schicksal teilt sein Sohn, der eben zum„ Volksvertreter" geben gerufen werden soll, aber man weiß nichts über die Zusammen- damit die 2. Klasse um 5 Uhr und die 1. Klasse um 6 Uhr die geteilt, daß durch ein kaiserliches Frade eine Reformkommission ins wahlen den Beginn der Wahl nicht vor 2 Uhr anzuberaumen, gewählte Rechtsanwalt, für den in der nationalliberalen Presse als „ landwirtschaftlicher Sachverständiger" eine widerliche Reklame belegung dieser Kommission, welche aus Gegnern der Bulgaren zu Wahl beginnen kann. trieben wurde. Seine Wahl erfolgte mit 147 Stimmen gegen 91, für die Thätigkeit der Kommission die Einstellung der türkischen Da aber außerdem die Vorbedingung die auf die Kandidaten des Centrums, des Bundes und der Social Mobilmachung an der bulgarischen Grenze ſein müßte, während die berichterstatter mitteilt, voraussichtlich Mitte Ottober auf drei Tage Die Urwählerlisten für Berlin werden, wie ein Magistrats. Die auffälligste Erscheinung dieser Wahl ist der Niedergang des Türkei neue Streitkräfte gegen Südbulgarien vorſchiebt, so erklärte öffentlich ausgelegt werden, und einige Tage später die Die auffälligste Erscheinung dieser Wahl ist der Niedergang des Ministerpräsident Petrow dem türkischen Vertreter, daß er sich bei Abteilungs- Wählerlisten. Einsprüche finden nur Berück Bundes der Landwirte. Die Landtags- Erfahwahlen finden stets mit einer solchen Sachlage auf weitere Verhandlungen über die Reform- fichtigung, wenn sie während der Zeit der Auslegung beim Magistrat dem alten Wahlmänner- Kollegium statt. 1899 fanden die allgemeinen pläne nicht einlassen könne, obwohl die Anregung zu denselben eingereicht werden. Wahlen noch eine geschlossene Organisation des Bundes vor und demokratie entfielen. schweige denn ein Mandat aus eigner Kraft zu holen. die meldet nach dem großen Geschrei, das er bei seiner Agitation machte, glaubte im Interesse der Erhaltung des Friedens von Bulgarien ausman damals noch allgemein an seine Macht. Inzwischen rafften sich gegangen sei. Freisinnskrach. die Nationalliberalen auf und traten mehr und mehr feindselig Oestreich- Ungarn. Im Wahlfreise Teltow- Beeskow Storfow haben die von uns gegen den Bund auf; der Druck wich und da sich die einheimischen Wien, 25. September. Abgeordnetenhaus. Die Abgeordneten bereits mitgeteilten Zwistigkeiten zwischen den Liberalen des Streises Nationalliberalen als ebenso wütende Agrarier geberbeten als die Jro und Choc schließen sich als Antragsteller der gestern verhandelten und der Berliner Parteileitung zum vollständigen Bruch geführt. ostelbischen Eindringlinge, so fiel es ihnen leicht, diesen die Bauern Dringlichkeitsanträge dem Dringlichkeitsantrage Placzek an, der die Am Donnerstagabend fand eine zahlreich besuchte Versammlung der wieder abzufangen. Bei den notwendig gewordenen Ersatzwahlen von bedingungslose Entlassung der Drittjährigen am 30. September ver- freisinnigen Vertrauensmänner aus allen Teilen des Wahlkreises Wahlmännern fiegten die liberalen Kandidaten auf der ganzen Linie langt. Bei der hierauf folgenden Abstimmung wird dem Antrage statt. Herr Dr. Bernstein eröffnete als Vorsitzender des Wahlvereins und bei der Wahl fielen auf den Bundeskandidaten Abresch der Placzek die Dringlichkeit mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit die Versammlung, legte seine Ansichten über das Vorgehen der auch schon bei den allgemeinen Reichstagswahlen im ersten pfälzischen zuerkannt. In der sodann begonnenen Erörterung des Antrages Centralleitung der Volkspartei gegenüber dem Vorstande des Wahlkreise kandidierte und durchfiel, ganze 24 Stimmen. Das ergreift als erster Redner Daszynski das Wort. Wahlvereins und den Vertrauensmännern der Partei im Wahlkreise war weniger als nichts nach dem großen Spektakel der letzten Jahre. Daszinski( Soc.) wendet sich in längerer Rede gegen die Re- dar und verwahrte sich ganz energisch gegen die Angriffe, welche die Der Bund hat in der Pfalz abgewirtschaftet; er ist nicht einmal gierungsthätigkeit des Ministerpräsidenten Dr. von Koerber und Freisinnige Zeitung" gegen seine Person gerichtet hat. Dann legte mehr im stande einen Hund hinter dem Ofen hervorzulocken, ge- treffend Einbeziehung der zweijährigen Liniendienstpflicht und acht- Mandat für den Kreis unter keinen Umständen annehmen. Die al socialdemokratischen Dringlichkeits- Antrag an be- Dr. Bernstein den Vorsiz nieder mit der Erklärung, er werde ein in jährigen Referbedienstpflicht Brinz Heinrichs XXXI. von Reuß Abschied aus Kopenhagen. Am Gesetzesform als Zusatz dann unter dem Vorsiz des Herrn Dr. Goldfeld- Schöneberg weiter antrag Sonnabend, den 19. d. M., verbreitete die deutsche Gesandtschaft in stehenden zu dem zur Verhandlung Dringlichkeitsgeführten Verhandlungen ergaben, daß eine tiefe luft zwischen der antrag. Stopenhagen durch Rigaus Bureau" die Mitteilung, daß der deutsche zum Dringlichkeitsantrag Placzek einen Gesetzentwurf, wonach und freisinnigen Wahlkreisorganisationen andrerseits durch das VorAbgeordneter Skene beantragt als Zufazantrag Berliner Centralleitung einerseits und den sämtlichen Vertrauensmännern chargé d'affaires( Geschäftsträger) Prinz Heinrich XXXI. mit Urlaub bie Regierung zur Einreihung von 59 200 Mann des Ende Februar gehen der Parteileitung geschaffen ist. Diese Sachlage kam auch in Kopenhagen verlassen habe, um der Beerdigung seiner Mutter in bewilligten Refrutenkontingents ermächtigt werden soll; die Be- einer sehr scharf gefaßten Resolution zum Ausdruck, die das VorIlsenburg im Harz beizuwohnen. An seiner Stelle werde vom willigung der Einreihung des erhöhten Refrutenkontingents foll der gehen der Parteileitung als eine unerhörte Mißachtung" der Orga deutschen Staatssekretariat des Aeußern der Legationssekretär Gesetzgebung vorbehalten bleiben. Diego von Bergen eintreffen. Es ist dies das zweite Mal, daß der lärmende Kindgebungen hervorrufende Erklärung des Präsidenten der Partei aus ihrem Vorgehen erwachsenden Schäden verantwort Ueber die stürmische und nisation des Wahlkreises bezeichnet und die Parteileitung für alle in den dreiviertel Jahren, angeſtellt war, bibitate Defen, die er in Stopenhagen, entſpinnt sich eine längere erregte Geschäftsordnungs- Debatte, lich macht. Ein nochmals mit allen gegen zwei Stimmen an Herrn es ist sonderbar, während welcher mehrere Redner verschiedener Parteien entschieden Dr. Bernstein gerichtetes Ersuchen, seine Kandidatur aufrecht zu daß diesmal sofort ein Stellvertreter ernannt wurde, was gegen die Auffassung des Präsidenten Einspruch erheben. sonst in dergleichen Fällen nicht üblich ist. Die erhalten, wurde von ihm wiederum abgelehnt. er das Lärmscenen, während welcher der czechisch- radikale Abgeordnete Berhandlingen fam zum Ausdruck, daß der Wahlverein des erste Mal Urlaub erhielt, c3 tvar in diesem Frühjahr, Frest auf einer Signalpfeife pfeift, wofür er einen Ordmmgs- Streises, der allein berechtigt war, mit andren Parteien zu ber Hatte Socialdemokraten" furz zuvor eine Begebenheit an die ruf erhält, wiederholen sich, da der Präsident auf seinem Standpunkt handeln, in eine Verhandlung mit den Nationalliberalen überhaupt Deffentlichkeit gebracht, die peinliches Aufsehen erregte. Ein Kopen- verharrt und dem nächsten in der Debatte über den Dringlichkeits- nicht eingetreten ist. Die Centralleitung habe kein Recht gehabt, sich hagener Tischlergefelle Namens Affmann hatte eine Forderung von antrag Placzek vorgemerkten Redner Abgeordneten Schücker das einige Personen auszusuchen, sondern sie hätte, wenn sie mit den ca. 70 Kronen für Tischlerarbeit an Heinrich XXXI. gestellt, die Wort erteilt. dieser nicht anerkennen wollte. In Dänemark konnte Astmann die Daszynski ihre Zusaganträge zurück, worauf nach fortdauerndem vereins, der allein dazu legitimiert war, dazu einladen müssen. Schließlich ziehen die Abgeordneten Stene und Nationalliberalen verhandeln wollte, den Vorstand des WahlForderung wegen der Stellung des Prinzen als Legationssekretär Brotest von Rednern nicht einklagen und den Vorschlag, die Sache durch Schiedsspruch zu Standpunkt des Präsidenten die Debatte über den Dringlichkeits- vom März d. J.( Nominierung der Herren Dr. Bernstein und Justiz verschiedener Parteirichtung gegen den Da dies nicht geschehen sei, erklärt die Versammlung, den Beschluß regeln, lehnte der Prinz ab. Das Staatssekretariat des Aeußern antrag Placzek felbft fortgesezt wird. gab dem Tischler anheim, seine Forderung in Reuß ein Wolf erklärt, das Heil Destreichs liege in einer Zolltrennung zu erhalten. Der Generalredner rat Reinbacher als Kandidaten der Freifinnigen Volkspartei) aufrecht auflagen, was für den unbemittelten Tischlergesellen gleich von Ungarn und Zollunion mit dem Deutschen Reiche und verlangte bedeutend mit einer Verzichtleistung ist. Der erste Urlaub des Vorbereitungen in dieser Richtung. Die Berliner Zeitung" bemerkt in einer Betrachtung zu diesem Prinzen dauerte drei Monate; dann kam der XXXI. Heinrich wider aus, der jungczechische Dringlichkeitsantrag bezwecke die parla Bolkspartei von diesem Tage an nicht mehr angehören wollten und Generalredner Forscht führt 3wist:„ Einige der Anwesenden erklärten, daß sie der Freisinnigen Erwarten wieder nach Kopenhagen. Ob er jetzt für immer seinen mentarische Erledigung der Regierungsvorlage zu verhindern und bei vielen dürfte sich ein ähnlicher Entschluß noch zeitigen. Die Posten verlassen hat, bleibt abzuwarten. einen Erfolg des Kabinetts Koerber zu vereiteln, gleichzeitig aber glanzvolle Organisation des Wahlkreises ist nunmehr zerstört, dant die Beurlaubung der Drittjährigen bedingungslos zu ermöglichen: der persiden Taktik der Parteileitung. Dreimal hatte man die Die Verhandlung wird sodann abgebrochen und nach Vornahme Parteileitung zu einer Besprechung der Angelegenheit eingeladen, von Ausschuß- Erjazzwahlen die Sigung geschlossen. Nächste Sizung aber diese ihrerseits hatte darauf teine andre Antwort als Beschimpfungen der Organisation und des Kandidaten in ihrem Blättchen. wie in allen Wahlkreisen, die dem entschiedenen Liberalismus ver Eugen Richter und die Seinen haben gesiegt. Sie haben so gesiegt Loren gegangen sind. Tüchtige Leute vor den Kopf zu stoßen und sich mit progiger Großmannssucht als Zionswächter des Liberalismus und Vormund der Parteigenossen aufzuspielen, ist wahrhaftig keine Kunst. Als Durchstechereien in bayrischen Proviantämtern. München, 23. September. Die Straffammer des Landgerichts München I verhandelte heute über die Berufung gegen ein schöffengerichtliches Urteil vom 21. Juli d. J., durch das der Centrumsabgeordnete Dr. Heim mit einer Geldstrafe von 10 Mark belegt wurde. Heim soll sich dadurch einer Beamtenbeleidigung schuldig gemacht haben, daß er am 27. Juli 1899 in einer General bersammlung des Landesverbandes landwirtschaftlicher DarlehnskassenVereine bei der von einem Bauer vorgebrachten Beschwerde über die von verschiedenen Proviantämtern, besonders dem in München, zu Ungunsten der Bauern bethätigte Bevorzugung der Händler die Zwischenbemerkung, Rollender Rubel" machte. morgen. hauses wurde der Dringlichkeitsantrag der Jungczechen in AnWien, 25. September. In der heutigen Sizung des Abgeordnetengelegenheit des Rekrutengesezes mit großer Mehrheit angenommen. Hierdurch entfällt die gefürchtete Obstruktion der Jungczechen. Dänemark. " " M # In den weiteren würde " Socialdemokraten" angeklagt wegen Gotteslästernng. Unserm Parteigenossen Raimann B. Knudsen, der im August als Redakteur geschlossene Vertrauensmänner- Organisation von Mitgliedern, deren In Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg aber bestand eine von„ Socialdemokraten" zeichnete, wurde am 23. d. M. mitgeteilt, jedes einzelne sich an In der heutigen Verhandlung wiederholten die von Dr. Heim daß auf Order des Justizministers Alberti wegen eines gliede der Parteileitung messen kann. Solchen Männern darf man politischer Einsicht mit jedem Mitaufgebotenen Zeugen im allgemeinen ihre einen Teil der bayrischen Proviantbeamten schwer belastenden Aussagen, die sie schon vor dem Anklage gegen ihn als verantwortlicher Redakteur der betreffenden sich zu erlauben gewöhnt ist. Daher ist es in Teltow- Beeskowam 7. Auguft unter dem Titel„ Himmelsbrief" erschienenen Artiiels nicht so entgegentreten, wie es die Parteileitung in andren Kreisen Schöffengericht gemacht hatten. Es wurde wiederholt festgestellt, daß Nummer von„ Socialdemokraten" erhoben werde. Der Artikel, wurde Storfow- Charlottenburg zur Katastrophe gekommen. In andren bis weit in die neunziger Jahre hinein( der Beklagte hatte nur ver- ihm gesagt, verletze den§ 156 des Strafgesetzbuchs, welcher den Wahlkreisen hat die Parteileitung noch jahrelang mit ihren„ unjährte Fälle als Beweismittel herangezogen) die Bauern deu Aufsehern jenigen mit nicht unter einem Monat Gefängnis, oder unter be- entwegten" Nullen fortgewurstelt. Was dabei herausgekommen ist, und Wagmeistern im Proviantamte München regelmäßig Trinkgelder fonders mildernden Umständen mit Geldstrafe bedroht, der seinen Spott hat sich dann später stets bei den Wahlen ergeben." gegeben haben. Mitunter erreichten diese Trinkgelder die Höhe von treibt mit einer im Lande bestehenden Glaubenslehre oder Gottes6-7 m., was ein bäuerlicher Zeuge durch die Worte zu erklären verehrung, oder diese Dinge verhöhnt. Dieses Vorgehen des 208 von den Konservativen!- diesen Schlachtruf erhebt die fuchte: Manchmal ham ma scho a schlechts Heu g'habt und da liberalen" Justizministers muß das größte Staunen erwecken. Nationalliberale Korrespondenz". Das Organ der nationalliberalen ham ma halt mehr Trinkgeld geb'n." Unter seinen konservativen Vorgängern sind in der dänischen Partei ruft den Liberalismus auf, sich bei der bevorstehenden Wahl Neues Material brachten die Aussagen des Dekonomen Bitteratur und in Zeitungen Auslassungen erschienen, die weit eher den ihm gebührenden Einfluß auf unser politisches und staatliches Bäumel von Mitteldorf bei Neustadt a. W.-N. Er ist Bor Beranlaffung zur Anklage auf Grund jenes Artikels gegeben hätten, Leben zuriidzuerobern". Viel stehe auf dem Spiele, ein abermaliger stand des Darlehnstafsenvereins Eppenreuth und erklärte, fein ohne daß eine Anklage erfolgte. Es scheint, daß das liberale Sieg der flerital fonservativen Preußen Vorgänger Mehrheit Sparrer fei aus seiner Stellung entfernt Regime auch auf diesem Gebiete bahnbrechend für die Reaktion auf unabsehbare Zeit der Rückständigkeit und dem Rückschritt austvorden, weil die Rechnungen immer nicht recht stimmten. liefern. Die„ Nat.- 3tg." weiß auch bereits einen Erfolg solch tapfer St. habe sich darauf hinausgeredet, daß er die Beamten der ProviantFrankreich. ämter( es scheint sich dabei hauptsächlich um Nürnberg zu tönenden Anfündigung mitzuteilen; in Elberfeld haben die NationalHandeln) schmieren müsse, damit er die Produkte glatt verkaufen Zur Maßregelung des Vice- Admirals Maréchal. Gegenüber der liberalen abgelehnt, wieder, wie feit 18 Jahren, mit den Freis fönne; er habe deshalb an verschiedene Beamte Hasen, Eier und Mitteilung, Präsident Loubet habe die Maßregelung des Vice- konservativen zusammen zu gehen, zu welchem Entschluß vielleicht Schunken" geschickt. Der Zeuge Bäumel hat selbst einige Briefe Admirals Maréchal nicht gebilligt, ist der Matin" zu der Erklärung beitrug, daß der Kandidat der Freitonservativen in jenem Kreise der gelefen, in denen sich die Frauen der Beamten für die gesandten ermächtigt, daß Präsident Loubet in dem betreffenden Ministerrate bisherige Abgeordnete Weherbusch ist, den wir als eifrigen Förderer Gaben bedanken. Die Gründe für Sparrers Entfernung von seinem als erster die Ansicht geäußert habe, daß der Brief Maréchals ein der Giesebrechterei entlarvt haben. Ob der nationalliberale SchlachtBosten seien dem Kriegsministerium mitgeteilt worden, trotzdem sei Vergehen gegen die Disciplin bedeute, welches geahndet werden ruf sonst noch einige Wirkungen haben wird? der Mann später wieder beim Proviantamt Ingolstadt zur Lieferung müßte. Uebrigens veröffentlicht das" Journal officiel" heute zugelassen worden. morgen das bereits vorgestern unterzeichnete Defret über die NichtDer Bürgermeister Gill von Waldsassen ist Rechner des aktivierung des Vice- Admirals Maréchal. Der konservative Deputierte dortigen Darlehnskassenvereins und wurde vor mehreren Jahren Reille kündigt eine Interpellation an über die Gründe, welche den von einem zur Ilebernahme der angekauften landwirtschaftlichen Minister Pelletan zur Maßregelung Maréchals veranlaßt haben.tammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichts- Direttors Produkte bestellten Beamten um 250 M. angepumpt und hat das Geld heute noch nicht zurück bekommen. wirken will. Italien. " Der Prozeß Palizzola hat am 22. d. M. in neuer Auflage vor Das Gericht fällte ein freisprechendes Urteil. Dem Angeklagten dem Schwurgericht zu Florenz begonnen. Von der Anklagebehörde set nicht nachgewiesen worden, daß er mit seiner Bemerkung Rollender Rubel" einen bestimmten, von dem bäuerlichen Diskussions- find 181 Zeugen geladen, während die Verteidigung 175 Entlastungsrebner mit erwähnten Fall, für den eine Bestechung nicht nach zeugen stellt. zuweisen war, meinte. Außerdem wurde ihm die Wohlthat des $ 193 zugebilligt, da er in Wahrnehmung berechtigter Interessen handelte. England. " Kaiserinsel- Prozeß. Das„ Kaiserinsel- Projekt" beschäftigte heute die dritte StrafLeuschner. Unter der Anklage der Majestätsbeleidigung Karl Leid, unter der Anklage der Beleidigung durch die Presse und des groben Unfugs stand der Redakteur des„ Vorwärts", der Redakteur Julius Kalisti vor der genannten Straf fammer. Die Anflage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Jien biel, die Angeklagten wurden von den Rechtsanwalten Liebknecht, Haase Königsberg und Mar Levy verteidigt. Es handelt sich Das riesenhafte Anwachsen der englischen Zoll- und Steuer- um den aufsehenerregenden Artikel, den der Vorwärts" in seiner einfünfte ist aus einem vorgestern erschienenen vergleichenden Bericht Nr. 190 vom 16. August unter der Ueberschrift„ Die Kaiser Der Ausgang dieses Prozesses bedeutet eine neue Blamage für des Schatzamts ersichtlich. Im Rechnungsjahre 1893/94 erbrachten insel" veröffentlicht hatte, und mehrere andre Artikel, die der das bayrische Kriegsministerium, das bei derartigen Klagen bisher alle Steuern und Zölle nach Abzug der Erhebungskosten Vorwärts" im Anschluß hieran auf Grund der daran sich knüpfenden noch immer sehr schlecht abgeschnitten hat. Da nunmehr der Staat 1 652 861 860 M. Dann gingen die Ziffern sprungweise in die Höhe, heftigen Zeitungsfehde hatte erscheinen lassen. In dem Artikel die Kosten der ganzen Affaire zu tragen hat, so wird sich wohl im bis sie im Rechnungsjahre 1902/3 auf 2796 848 040 m. stiegen. Die wurde gesagt, daß in Hofkreisen höchst sonderbare Pläne erörtert Landtage noch Gelegenheit geben, über solche Verschwendung von Abgaben auf Getreide und Mehl erbrachten in dem am 31. März werden. Die große Döberizer Heerstraße, deren Zweck nicht recht Steuergroschen einige Worte zu reden. Bei der Verhandlung stellte dieses Jahres abgelaufenen Finanzjahr 47 598 560 M. Der viel erkennbar gewesen sei, würde ihre eigentliche Bestimmung in einem sich nämlich heraus, daß der Staatsanwalt ursprünglich den Aft an erörterte Ausfuhrzoll auf Coats und Kohle, der noch Projeft erhalten, das auf gewisse, ebenso unbegründete wie düstere das Kriegsministerium mit dem Rat zurückgegeben hatte, man möge in Kraft ist, ergab 39 833 340 M. Für die Erträgnisse Stimmungen schließen lasse. Der Plan gehe dahin, auf der Insel die Klage mit Rücksicht auf die geringen Aussichten auf Erfolg lieber der Einkommensteuer bei dem höchsten Steuersatz von 1 Shilling Bichelswerder ein Familienschloß des Kaisers zu errichten, das der zurücknehmen. Die Kriegsverwaltung aber verspürte den unbefieg- 3 Bence auf das Pfund Sterling sind endgültige Ziffern faiserlichen Familie zum fünftigen Aufenthalt dienen solle. Die baren Drang, sich wieder einmal zu blamieren, und das ist nun noch nicht erschienen, man schäßt die Summe auf 773 196 920 W. ganze Jusel solle in den Besiz der Krone übergeführt und dann streng allerdings auch in Erfüllung gegangen. Die Einkommensteuer ist für das laufende Rechnungsjahr wieder auf von der Außenwelt abgeschlossen werden. Durch die Döberizer Heer11 Pence für das Pfund Sterling herabgesezt worden. Weitere Hauptstraße könnten dann in fürzester Zeit Truppen um die Insel kons posten der Zolleinkünfte bildeten: Tabat 249 029 460 M.; Thee, zentriert werden. Auch sei eine besondere Art der Aushebung der Kaffee, Cacao und Cichorie 128 731 280 M.; Spirituosen Gardetruppen geplant und eine besondere Anivendung des Ents 94 633 080 M.; Bucker, Glucose und Süßigkeiten 89 163 160 M.; eignungsrechts solle zur Durchführung des Planes dienen. Man Wein 30 477 120 M. Die inländischen Steuern auf Licenzen und gehe weiter mit dem Gedanken um, die Insel, den Heerstraßen- Bezirk die Accise erbrachten insgesamt 768 484 000 M. Die Erbschaftsstener und die Spandauer Staatswerkstätten zu einem besonderen Vera auf Hinterlassenschaften im Werte von 3 511 600 000 m. ergab eine waltungsbezirk und Reichstags- Wahlkreis zu vereinigen, in dem Ausland. Die Balkanwirren. Konstantinopel, 24. September. Konsular Depeschen aus Uestüb besagen, daß im Bezirk Monastir im Defilée Kalain ein größerer Bandenkampf stattgefunden habe, wobei 76 Komitatschis nur noch Angestellte deS Kaiser? wohnen dürfen. Man zerbreche sich am Hofe über die Zukunft der Monarchie den Kopf, daß man aber bei Hofe geflissentlich und ohne jeden Anlaß derartige Aufruhr- Phantasien verbreite und den Thron nur noch auf«mer militärisch geschützten Insel für gesichert halte, zeige, daß allerlei Geister thätig seien, welche ein Interesse daran haben, durch Erzeugung schwarzer Vorstellungen die Geschäfte der Reaktion und des Junkertums spekulativ zu fördern.— In Nr. 191 des„Vorwärts" erschien dann ein zweiter Artikel, in dem die Behauptung des ersten Artikels auf das bestimmteste aufrecht erhalten und hinzugefugt war, daß die Pläne bereits schwarz auf weiß verdichtet seien.— Als dann in der„Nordd. Allg. Ztg." die ganze Erzählung als ein Märchen, eine Phantasterei und lächerliche Hundstagsgeschichte er- klärt wurde, erschien in Nr. 192 des„Vorwärts" ein dritter Artikel. Tarin versickerte der„Vorwärts" die Thatsächlichkeit der von ihm verratenen Pläne und erklärte, daß er Beweise für seine Behauptung besitze. Diese Artikel, für wclcke der Angeklagte Leid verantwortlich ist, enthalten nach Ansicht der Nnklagebehörde eine Majestätsbeleidigung. Nach der Meinung der Anklage gehe die Tendenz der Artikel dahin, den Kaiser selbst als denjenigen zu bezeichnen, der die„höchst sonder- baren Pläne" entworfen habe und betreibe. Es werde zwar immer nur von„Hofkreisen".„Hofleuten",„bei Hofe thätigen Geistern". „hohen Projekten" usw. gesprochen, dies sei aber nur eine vorsichts- halber beliebte Verhüllung, denn die vom Verfasser gewollte Beziehung der Kaiserinsel-Artikel auf den Kaiser selbst leuchte deutlich hervor. Tie Artikel seien für den Kaiser beleidigend, denn es werde ihm an- gedichtet, er sei aus wahrhafter Angst vor dem Aufruhr auf den Plan gekommen, zu seinem und seiner Familie Schutz nötigenfalls unter Mißachtung der Gesetze sich auf die zu einer Beste verwandelte Havel- insel Pichelswcrdcr zurückzuziehen und streng von der Außenwelt ab- zusperren, um beim Ausbruch einer Revolution mit Hilfe der Döberitzer Heerstraße in kürzester Zeit Truppen um die Insel konzen- trieren zu können. Gleichzeitig erblickt die Staatsanwaltschaft in diesen Artikeln einen groben Unfug.— Als dann das„Tage- blait" den„Vorwärts" zur Namhastmachung seines Gewährsmannes aufforderte, erwiderte der„Vorwärts": Das„Tageblatt" könne alles, was es wünsche, von dem Hofmarschall v. Trotha und dem Burgen- bauer des Kaisers, Restaurators der Hohkönigsburg, Bodo E b h a r d, erfahren. Herr Ebhard erlies darauf in der„Post" die Erklärung, daß kein wahres Wort an der ganzen Sache sei. Der„Vorwärts" hielt seine Behauptung aufrecht und forderte Herrn Ebhard auf, klipp und klar zu erklären, daß er von dem Schloßprojekt n i ch t s w i s s e, und dieser Erklärung doch gleich eine Gegenzeichnung des Hof- Marschalls v. Trotha hinzuzufügen.— Darauf erfolgte in der „Nordd. Allg. Ztg." eine Erklärung des Herrn v. Trotha dahin, daß die ganze Behauptung„aus der Luft gegriffen sei". Der„Vorwärts" erhob nunmehr gegen Herrn v. Trotha den Vorwurf der wissentlichen Unwahrheit und wiederholte diesen Vorwurf in feiner Nummer 197, indem er gleichfalls den Staatsanwalt aufforderte, gegen seinen ver- antwortlichen Redakteur die Klage wegen Beleidigung des Herrn v. Trotha einzuleiten. Die letzteren Artikel waren von dem An- geklagten K a l i s k i gezeichnet, der nun wegen Beleidigung des Herrn v. Trotha angeklagt ist. Beide Klagen wurden miteinander ver- bunden.— Zur heutigen Verhandlung waren von dem Staatsanwalt nur Hofmarschall v. Trotha und Architekt Ebhard geladen. Von der Verteidigung geladen waren zur Stelle: Fabrikant August Schüler aus Stuttgart, Oberstlieutenant v. O e r tz e n, Abteilungsvorsteher im Kleinen Militärkabinett, die Redakteure Kurt E i S n e r und W e tz k c r vom„Vorwärts", Stadt- Bauinspektor Högg- Charlottenburg, der Assistent beim Hofmarschallamt des Kronprinzen. Herr Sage, ferner als litterarischer Sachverständiger der Redakteur der„Volks-Zeitung", Karl Vollrath. Von der Verteidigung waren ferner der Chef des Militärkabinetts, Herr v. Hülsen- H a e s e l e r, und der Major Ernst v. Z a st r o w geladen worden. Diese beiden Herren befinden sich jedoch auf Reisen, bczw. im Manöver. .— Vor Eintritt in die materielle Verhandlung erklärt Rechtsanwalt Liebknecht, daß er sich vorbehalten müsse, cvent. Bcrtagungs- antrüge zu stellen, da den Augeklagten jede Möglichkeit zu einer einigermaßen genügenden Verteidigung durch die Anklagebehörde ab- geschnitten worden sei.— Oberstaatsanwalt Dr. I s e n b i e l: Das sei durchaus unrichtig. Die Ladung zun» Termin sei vor nahezu 11 Tagen erfolgt, die Anklage selbst sei schon viel älter, der Artikel datiere vom 16. August, die Angeklagten wußten, worum es sich handle, der„Vorwärts" habe erklärt, daß er im Besitz der Beweise sei. Die Augeklagten waren also in der Lage, die Beweise zu erbringen, wenn sie welche hätten. Verteidiger Rechtsanwalt Liebknecht: Dem gegenüber be- merke er: In dieser einfachen Sache, in der die Aufklärung durch ein einziges Wort hätte geschehen können, istjnne Anklageschrift von 54 Seiten zusammengestellt worden und der Staatsanwalt hat zu den Akten verschiedene Erklärungen niedergelegt, während andrerseits der Verteidigung die Akteneinsicht beschnitten worden ist.— Ober- staatsanwalt: Er habe im engsten Rahmen der Prozeßordnung sich gehalten. Sei der Verteidiger andrer Ansicht, so stehe ihm ja das Recht der Beschwerde zu. Sei der Verteidiger der Meinung, daß er, der Staatsanwalt, es an der nötigen Höflichkeit habe fehlen lassen, so könne er sich bei der Aufsichtsbehörde beschweren. Er protestiere gegen die Vorwürfe des Verteidigers: was er an Erklärungen zu den Akten gegeben, seien keine nachträglichen Erweiterungen der Anklage, die nicht zur Kenntnis der Angeklagten gebracht tborden. Ties habe auch das Kammergericht anerkannt. Auch die Verteidiger haben ja lang- oimige Erklärungen zu der Sache abgegeben.— Rechtsanwalt Liebknecht: Er bestreite, daß sich der Staatsanwalt innerhalb seiner Befugnisse gehalten habe. Am 3. September sei den Angeklagten die Anklageschrift zugegangen, am 5. September schon sei der Antrag auf Verlängerung der Erklärungsfrist gestellt worden, vom 3. bis 7. Sep- tember seien die Akten den Angeklagten und den Verteidigern nicht zu- gänglich gewesen. Der Staatsanwalt habe dem Fristverlängerungs- Antrage, deni man sonst im allgemeinen stattzugeben Pflege, Wider- sprachen und seinerseits in absoluter Unkenntnis der Angeklagten ver- schiedene Erklärungen zu den Akten abgegeben, die nichts andres dar- stellen, als eine ausführliche Teklarierung der Anklageschrift. Da» Vorgeben des Staatsanwalts fei nicht eine strikte Jnnehaltung der Vorschriften der Strafprozefiordnung. Hieraus werden die inkriminierten Artikel verlesen. Der Angeklagte Leid bestreitet, daß die Artikel Beziehungen zu der Person des Monarchen haben. Der Inhalt der Artikel zeige schon, daß der Kaiser gar nicht davon betroffen werden sollte, sondern die Hofcamarilla. Angeklagter K a l i s k i bestreitet die Beleidigung des Hof- Marschalls v. Trotha; er sei überzeugt, daß dieser thatsächlich bon dem Bestehen solcher Kaiserinscl-Pläne Kenntnis gehabt habe. Der erste Zeuge ist Herr Ulrich v. Trotha, Hofmarschall des Kronprinzen, bis zum 1. Mai Hosmarschall des Kaisers. Er be- kündet auf Befragen: Ueber das Projekt eines Kaiserschlosses auf Pichelswerder oder von einem ähnlichen Projekt ist mir nicht das geringste bekannt.— Rechtsanwalt Liebknecht: Bevor der Kronprinz ein Hof- marschallamt eingerichtet bekam, wurde in der Kanzlei desselben Kanzleipapier geführt, welches den Aufdruck zeigte:„Militärischer Begleiter Se. kais. Hoheit des Kronprinzen". Ist es richtig, das, das noch vorhandene Kanzlcipapier auch nachher„och vom Hofinarschallamt benutzt und nach Ausstreichung des Wortes:„Militärischer Begleiter" das Wort„Hofmarschallamt" gesetzt wurde?— Ter Zeuge bejaht dies.— Bcrteidiger: Halten Tie es für mäglich, das- mit Ihrem Namen und mit diesem Knnzlcipapier Mißbrauch getrieben werden und daß es in dritte Häiwc gelangen konnte?— Zeuge: Ich kann darüber kein Urteil abgeben. Ich glaube es nicht, aber die Möglichkeit kann ich nicht be- fneiten.— Verteidiger: Ist Ihnen irgend etwas von Plänen bekannt, die auf durchgreifende Musterung der Leibgarde, Erhöhung der Löhnung der Leibgarde, Beschränkung des Aufenthalts der kaiser- lichcn Familie in Berlin auf das geringste Maß. Verstärkung der Dctektiv-Mannschaften usw. hinauslaufen?— Zeuge; Von alledem ist mir nichts bekannt.— Verteidiger: Ich bitte, sich nicht etwa an Worte zu klammern! Es ist gleichgültig, ob es sich um Pichelswcrdcr oder vielleicht um die Pfaucniuscl, ob es sich um daS Gardecorps oder ein andres ArmcccorpS handelt.— Zeuge v. Trotha: Von alledem ist mir absolut nichts bekannt. Ich habe weder darüber etwas geschrieben noch gesprochen. Der alsdann vernommene Architekt Bodo Ebhard sagt auf Befragen aus: Mir ist von einem solchen Schloßplan nichts bekannt.— Rechtsanwalt Liebknecht: Haben Sie nicht gehört, daß ein solches Projekt ventiliert wurde, find nie darauf be- zügliche Gerüchte zu Ihren Ohren gedrungen?— Zeuge Ebhard: Ich habe weder solche Gerüchte gehört, noch ist mir bekannt, daß eine derartige Schloßbau-Absicht dem Gedanken irgend eines Dritten entsprungen ist.— Verteidiger: Haben Sie im Mai oder Juni d. I. mit dem Hofmarschallamt korrespondiert?— Zeuge: Nein.— Verteidiger: Sie haben auch keinen Brief vom Hofmarschallamt erhalten?— Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Liebknecht: Erinnert sich Herr v. Trotha, daß die Nachricht durch die Zeitung ging, daß er aus dem Sommerurlaub vorzeitig zurückgekehrt sei und die Sache in einem ausführlichen Schriftsatz behandelt habe? Standen Sie mit dieser Nachricht in irgend welcher Beziehung?— Zeuge: Nein.— Verteidiger: Sind Sie im Vorverfahren vernommen worden?— Zeuge: Nein.— Verteidiger: Der Angeklagte hatte den Antrag gestellt, ihm den Wahrheitsbeweis zu gestatten, der Staatsanwalt habe sich aber mit einfachen gelegentlichen Mitteilungen des Herrn v. Trotha be- gnügt.— Oberstaatsanwalt Dr. I s e nb i e l: Die Staatsanwalt- schast habe von dem ihr zustehenden Rechte, Erhebungen aller Art anzustellen, Gebrauch gemacht in der Form persönlicher Unterredung mit Herrn v. Trotha.— Rechtsanwalt Liebknecht: Ist der Zeuge Herr v. Trotha von irgend einer Seite bestimmt worden, den Majestätsbeleidigungs-Prozes» zu veranlassen?— Zeuge v. Trotha: Ich habe nur in meiner eignen Angelegenheit den Strafantrag gestellt. Der nächste Zeuge ist der Fabrikant August Schüler aus Stuttgart, Inhaber einer?lnstalt zur Anfertigung von Litographien. Auf Befragen des Rechtsanwalts Liebknecht bejaht er. daß er ein- mal eine Zeichnung eines Kaiserschlosses aus lithographischem Wege rcproduciert habe. Er mache derartige Arbeiten für die„Archi- tektonische Rundschau" und habe auch in diesem Falle von dem Heraus- geber derselben, Herrn Kommerzienrat Engelhorn in Stuttgart, den Auftrag erhalten. Um welches Schloß es sich handle und wo es ge- legen sei, wisse er nicht.— Oberstaatsanivalt Dr. Jsenbiel: Es war wohl auch Wasser in der Nähe?— Zeuge: Ja, ein See.— Rechtsanwalt Liebknecht(die im„Vorwärts" erschienene Ab- bildung vorweisend): War es ein solches?— Zeuge: Ja.— Rechtsanwalt Liebknecht: War Ihnen gesagt worden, daß bei der Reproduktion besondere Vorsicht zu walten habe und sind in dieser Beziehung besondere Maßnahmen getroffen worden?— Zeuge: Nein, durchaus nicht. Die Reproduktion ist frei und offen in dem gewöhnlichen geschäftlichen Wege hergestellt worden.— Verteidiger: War auf die Zeichnung als Titel geschrieben:„Das Kaiserschloß"?— Zeuge: Jawohl, diese Bezeichnung stand darauf. — Rechtsanwalt Liebknecht: Es sind auf dem Bilde auch noch die Initialen W. L. vorhanden. Wissen Sie, wer der Architekt ist?— Zeuge: Nein.— Verteidiger: Es soll der Architekt Högg sein.— Zeuge: Das weiß ich nicht. Ich habe lediglich den Auftrag zur Reproduktion der Zeichnung, die in der„Architektonischen Rund- schau" veröfsentlicht werden sollte, gehabt.— Oberstaatsanwalt Dr. I s e n b l verweist darauf, daß das Bild, welches im„Vor- wärts" cibgebild.. worden, mit der Bemerkung versehen worden sei: „Dies Schloß könnt» wohl das projektierte Schloß auf Pichelswerder sein." Nach seiner Ansicht könnte>enes Schloß doch auch in Jthaka oder sonstwo, anstatt in Pichc.-Werder liegen; das einzig Gemeinsmne sei doch höchstens das Wasser. Oberstlieutenant v. O e r tz e n erklä.t: Ihm wäre von einem solchen Schloß-Projekt nicküs Mannt.— Bert.: Ist Ihnen etwas von dem Plan einer durchgrcisr.'den Musterung der Leibgarde unter Erhöhung der Löhnung bekannt?— Zeug e: Nein! Wenn es der Fall tväre, würde es doch wohl Dienstgeheimnis sein; mir� ist aber nichts davon bekannt.— Rechtsansiwlr Liebknecht: Ist.Ihnen auch nichts davon bekannt, daß in Hojkrciseli'atif eine rnnichranniiig deS Aufenthalts der kaiserlichen Familie in Berlin hingearbeitet wird? — Zeuge: Mir ist nichts davon bekannt.— Bert.: Ist Ihnen vielleicht ein ähnliches Projekt, wie daS vom„Vorwärts" als bestehend behauptete, bekannt?— Z e u 3 e: Nein, mir ist nichts davon bekannt.— Rechtsanwalt H a a s e: Hat der Zeuge von einem Plan gehört, daß das Garderegiment nicht mehr direkt ausgehoben und durch ein Elitercgiment ersetzt werden soll?— Zeuge: Nein, auch hiervon weiß ich nichts. Assistent Sage vom Hofmarschallamt des Kronprinzen ist seit dem 1. Februar dort in der Stellung eines Kmizlisten und Journalisten.?luch ihm ist von einem solchen Schloßbau-Projekt nichts bekannt. Auf einen Vorhalt der Verteidigung erklärt der Zeuge, daß das Kanzleipapirr in einem unverschlossenen Kasten aufbewahrt werde. ES sei eine Entwendung von Papier durch Unbefugte nicht unmöglich. Verdacht auf eine bestimmte Person habe er nicht.— Rechtsanwalt Liebknecht: Haben Sie auch Bogen in quadratischem Format in größerer Zahl gehabt?— Zeuge bejaht diese Frage. Königlicher Regierungsbaumeister. Bauinspektor Högg- Char- lottenburg: Ihm sei von einem solchen Schloßplane, wie ihn der „Vonvärts" behaupte, absolut nichts bekannt.— Rechtsanwalt Liebknecht: Sind Sie der Verfasser der im„Vorwärts" im Bilde wiedergegebenen Skizze„Das Königsschloß"?— Zeuge: Jawohl. Es handelt sich dabei lediglich um eine Studie von mir, die ich der „Architektonischen Rundschau" zur Veröffentlichung angeboten harte und die von dieser auch angenommen ist.— Bert.: Ist das ge- schchen ohne besonderen Austrag?— Zeuge: Ohne jeden besonderen Austrag und ohne jede Bezugnahme auf irgend welche konkreten.3er- Hältnisse l Es handelt sich um eine Phantasie-Architektur und eine Phantasie-Landschast.— V e r t.: Es befinden sich auf dem Bil auch noch Initiale.— Zeuge: Das ist mein Künstlcrzeichen. Rechtsanwalt H a a s e beantragt nunmehr, die Sache zu vertagen. Die Verteidigung habe die Pflicht, aus dem Beweismaterial das Wesentliche herauszuschälen; diese Aufgabe sei aber der Ver- te'digung durch die Unmöglichkeit bczw. Schwierigkeit, die Akten zu erlangen, wssrntstch erschwert worden. Lediglich das hätten auch die Anträge auf Fristverlängerung bezweckt. Die Verteidigung habe versucht, noch zu heute eine Reihe von Zeugen zu laden, die die Behauptungen des„Vorwärts" in vollem Umfange bestätigen sollten, dies sei ihr jedoch nicht gegluckt. Sie beantrage deshalb nunmehr den Sekretär Sommer vom Hofmarschallamt, den Chef des Militärkabinetts v. Hülsen-Haeseler. den Abteilungs- Vorsteher Oberst v. Z a st r 0 w, den militärischen Begleiter des Kronprinzen. Flügeladjutanten v. Pritzelwitz, und Herrn v. Stülpnagel darüber zu vernehmen, daß in Hoskreisen that- sächlich der Gedanke, zum Schutze des Kaisers ein solches Kaiser- schloß zu errichten, aufgetaucht sei.— Oberstaatsanwalt: Dann müßte doch der Bewcisantrag dahin erweitert werden, daß auch Se. Majestät der Kaiser einen solchen Plan befohlen, genehmigt und gutgeheißen habe.— Rechtsanwalt H a a s c: Einer solchen Erweiterung bedürfe es nicht. Es werde nur behauptet, daß man Erweiterung bedürfe es nicht. Es werde nur behauptet, daß man über daS Projekt in Hofkreisen gesprochen habe, und daß dieser Plan sogar schon eine Gestalt schwarz auf weiß an- genommen habe. Der„Vorwärts" habe keineswegs behauptet, daß der Kaiser den Plan befohlen, genehmigt oder gutgeheißen habe.— Der Oberstaatsanwalt setzt des längeren auseinander, daß eine Vertagung und weitere Beweisaufnahme überflüssig sei Der springende Punkt sei doch der, daß nach der Behauptung der Anklage- bchörde die Artikel des„Vorwärts" keine andre Deutung zulassen als die, daß der Plan auf ein Gebeiß oder die Zustimmung Sr. Majestät felvst zurückzuführen fei. Darauf beruhe die Anklage über- Haupt. Wenn der Gerichtshof diese Ansicht etwa nicht teilen würde, würde es auf weitere Beweiserhebung gar nicht ankommen.— Diesen Ausführungen widersprechen die Rechtsanwälte Liebknecht und H a a s e. Die Beweisaufnahine erübrige sich nicht, denn es werde behauptet, daß ein bezügliches Schreiben auf dem erwähnten Kanzlei- papier aus der Kanzlei des Hofmarschallamtes mit der Unterschrift des Herrn v. Trotha versehen, ergangen sei. Ter Sekretär Sommer solle bezeugen, daß ein solcher Plan mit der Unter- schrift des Herrn v. Trotha heraus- und vertraulich mehreren Per« sonen zugegangen sei. Er solle bezeugen, daß, genau so, wie eS im„Vorwärts" mitgeteilt worden, der Plan in Hofkreisen ver« traulich erörtert worden sei. Der Kaiser habe nach Ansicht der Hof« leule zunächst nichts dovon wissen sollen und erst später sollte bei ihm Stimmung dafür gemacht werden.— Der Oberstaats- a n w a l t wirft dazwischen, daß dcks Militärkabinett doch nicht zu den„Hofkreisen" zu zählen wäre, ihm widerspricht aber Rechtsanwalt Liebknecht.— Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel: Die Alt- geklagten wollen etwas unter Beweis stellen, was nicht in den Artikeln stehe. Selbst wenn in„Hofkreisen" von solchen Plänen gesprochen wäre, selbst wenn ein Briefbogen aus dem Hofmarschallamt zur Erörterung solcher Pläne benutzt worden wäre— was nicht der Fall sei—, so würde dies eine Privatansicht ohne jede politische Bedeutung sein. Hier handle es sich ausschließlich darum, daß durch die Artikel der Eindruck hervorgerufen werden sollte, daß Se. Majestät selbst solchen Plan befohlen oder gebilligt habe.— Rechtsanwalt .Hanse: Das sei falsch. Der„Vorwärts" habe lediglich die Be« hauptung aufgestellt, daß die Hofkreise darauf ausgehen, im Jnter- esse der Reaktion und des Junkertums solche Pläne zu schmieden.— Rechtsanwalt Liebknecht: Tie Tendenz gehe als- dahin, de» Kaiser vor der Hofcamarilla zu schützen. Das sei das Gegenteil po« Majestätsbeleidignng. Es kommt dann noch zu Auseinandersetzungen zwischen dem Oberstaatsanwalt und den Verteidigern. Letztere behaupten, daß die Akten fortwährend hin- und hergewandcrt seien und den Ver, teidigern es äußerst schwierig gemacht sei, die Akten cinziischc». Ter Staatsanwalt sei in diesem Fall in eine ganz besondere Hitze ge- raten und habe die Sache ganz besonders eilig betrieben.— Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel bestreitet diese Behauptung. Die Verteidigung sei in viel weniger schwieriger Lage gewesen, als die Staatsanwaltschaft, denn die Angeklagten hatten ja angeblich die Beweise in Händen, sie brauchten also bloß mit dem Bcwcismaterial herauszurücken, während die Staatsanwaltschaft erst Erhebungen und Vernehmungen anzustellen hatte. Für einen Angeklagten sei es kein angenehmes Gefühl, das Damoklesschwert einer Majestäts« beleidigungs-Anklage über sich zu wissen. Im Jntevesse der An« geklagten selbst habe also eine möglichste Beschleunigung gelegen, andrerseits habe aber auch die Oeffentlichkeit das weiteste Jnberesse daran gehabt, daß das Märchen von der Kaiserinsel baldmöglichst widerlegt werde. Ihm sei manchmal zu Unrecht der Lorwurf ge« macht worden, daß eine Anklage zu langsam vorwärts komme; noch unberechtigter sei der Vorwurf, daß er hier in diesem Fall zu schnell gearbeitet habe. Die Verteidiger hätten sehr wohl die Möglichkeit gehabt, die Akten einzusehen. Rechtsanw. Liebknecht: Er sei kein Expreßbote deS Staatsanwalts, der den hin- und herlaufenden Akten nachzulaufen habe. Tie Akten haben vielmehr der Verteidigung zur Verfügung zu stehen. Sie seien aber fortwährend unterwegs und nicht zu finden gewesen, er hätte sie nicht einmal eventuell im Aktcnwagen einsehen können. denn sie seien immer mit Expreßboten geschickt worden. Der Staats- anwalt habe, sage und schreibe, von dem Tage, wo die Sache insceniert wurde, nur 9 Tage nötig gehabt, um die Anklage fix und fertig herzu- stellen und die Anklage gegen Kaliski sei schon drei Tage nach dessen Vernehmung fertig gewesen. Also habe der Staatsanwalt de» Ge» schwindigkcits- Rekord erreicht. Er habe auch immer»nr von einer Beschleunigung„im öffentlichen Interesse", aber nicht„im Interesse der Angeklagten" geschrieben.— Bezüglich der gestellten Beweisanträge kommt es sodann zwischen dem Oberstaatsanivalt und der Verteidigung zu Meinungsverschiedenheiten darüber, ob v. Hülsen» Haescler zu einer etwaigen Aussage eine Genehmigung einholen müßte. Rechtsanwalt H a a s e bestreitet dies. Es handle sich nicht um eine dienstliche Slngelcgenhcit, sondern um einen„in Hofkreisen" kolportierten Plan. Herr v. Hülsen-Haeseler gehöre auch nicht zu den Personen, die die Genehmigung ihrer vorgesetzten Dienstbehörde ein« zuholen haben, ganz abgesehen davon, daß ein„Dienstgeheimnis" überhaupt nicht in Frage stehe.— Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel: Wenn es sich hier bloß um ein außerdienstliches Geschwätz, um bloße Privittzxsp.rgche.der Hoflcnte handelte, dann würde die Anklage über- Haupt kein Fundament haben. So liege die Sache aber nicht.— Der Gerichtshof neigte zunächst dem Gedanken zu, die neu beantragten Zeugen bis zum nächsten Dienstag zur Stelle zu schaffen und die Ver- Handlung alsdann fortzusetzen. Auf eine Reihe von Bedenken, die die Verteidiger geltend machten, kam der Gerichtshof aber schließlich von diesem Gedanken wieder ab und beschloß, die Sache bis zur zweite nHälftcdesOktoberz n ver tagen. Zum neuen Termin sollen die heute vorgeladenen Zeugen mit Ausnahme der Herren Schüler und Högg und außerdem die neu genannten Zeugen geladen werden. Aus naheliegenden Gründen Iverden wir das Urteil üb« ben Prozeß zunächst vertagen. Die Parteipresse über den Parteitag. Das„Volksblatt für Halle" Überschreibt seinen Artikel zum Parteitage:„Nichts vertuschen!". Es übt dann Kritik an der Mitarbciter-Tebatte, giebt der Ansicht Ausdruck, daß Mehring nicht wieder rehabilitiert werden könne, wendet sich auch hinsichtlich der Taktik-Dcbatte gegen Bebels Auftreten und resümiert: „Was die bürgerliche Presse über den Dresdener Parteitag schreibt, soll uns wenig berühren. Wir aber müssen lernen, viel mehr als bisher abweichende Ansichten unsrer Freunde ruhig anzuhören und über sie zu debattieren. Eine fremde Ansicht ruhig anhören und sich bemühen, die dafür geltend gemachten Gründe zu würdigen, heißt noch lange nicht, die Ansicht teilen und zu der seinigen machen. Ohne einen gewissen Fanatismus wird eine so schwer ringende Partei wie die socialdemokratische nicht auskommen können. Dieser Fanatismus kehre aber seinen Stachel gegen den gememsamen Feind, nicht gegen den Freund. der nach unsrer Meinung irrt. Und Genosse Bebel. der zur geistigen Entwicklung der Partei so unendlich viel beigetragen hat, sollte sich freuen, wenn die Selbständigkeit des Denkens und des Urteils bei jedem Parteigenossen bemerkbar wird. Gerade wir, die wir sachlich durchaus auf dem Voden Bebels stehen, bedauern und tadeln, daß ihn ein nicht geringer Teil der Schuld trifft an dem fruchtlosen, unerquicklichen Verlauf des Dresdener Parteitage?. Nichts vertuschen I Auch unserm Bebel gegenüber nicht. Und Dresden mag uns lehren, wie wir es nicht wieder macheu dürfen." In der„Dortmunder A r b e i t e r- Z e i t u n g" schreibt K. H. über den Parteitag. Er verurteilt zunächst scharf das Vor- gehen gegen Mehring und verteidigt diesen lebhaft. Die Resolution zu der Mitarbeiterfrage sei zwar unglücklich gefaßt, eS habe sich aber mehr um eine politische wie um eine rein sachliche Slbstimmuug gehandelt und da hätten kleine Bedenken zurücktreten müssen. Die große Taktikdebatte habe nicht das gehalten, was sie versprochen, da die Revisionisten einen solchen Mangel an Mut und Ueberzeugungs- treue bewiesen hätten, wie man es früher bei einem Socialdemo- kraten nicht für möglich gehalten hätte. Nur Bernsteins Auftteten hätte wegen seines Mutes siimpathisch berührt. Dann heißt es: „So haben die Revisionisten das erreicht, was sie erreichen wollten: sie haben die so dringend notwendige Klärung glücklich wieder einmal verhindert. Denn nur diese überaus notwendige Klärung über das KrästeverhälttiiS der beiden Richtungen in der Partei handelte es sich— nicht etwa- um Ausschlußpläne und derarttges.— Wir be- dauern ans das lebhafteste, daß es so in Dresden gekommen ist, und gestehen ganz offen, daß wir zu den sehr wenigen Delegierten ge» hörten, die nach Vollmars ausdrücklicher Provokation am Freitag- mittag ftir eine abermalige Verschärfung der Resolution eingetreten waren. Vollmar hatte gesagt:„Die Resolution sagt gar' nichts. Wen wollen Sie denn eigentlich treffen? Haben Sie doch wenigstens den Mut, Namen zu nennen!" Daraufhin hätte man die Pflicht gehabt, in der Resolution offiziell zu erkläre»: wir verurteilen aufs schärfste die. und die politischen Anschauungen der und der führenden Genossen. Es wäre gewiß sehr schwer gewesen, für eine solche Resolution eine geeignete Die Schuld an Aus Induftrie und Handel. " Form zu finden. Der Versuch aber hätte am Freitagnachmittag| Zweifel in die Principienfestigkeit der Fürstenwalder Genoffen gesezt denken wir, find unfre minimalen Forderungen so gerecht, daß sich unter allen Umständen noch gemacht werden müssen. Leider aber habe. Sie wiesen alle dahingehenden Mutmaßungen auf das ent- tein Arbeitgeber etwas vergiebt, wenn er unsren Lohntarif anerkennt. fanden die sehr wenigen Verfechter dieser Meinung auch in schiedenste zurück. Kollegen! Sollte es wirklich zur Arbeitsniederlegung kommen, so radikalen Parteitagskreisen nicht die mindeste Gegenliebe, und Zurückgewiesen wurden auch die auf dem Parteitage wieder hat sich jeder am Sonnabendabend in der Streitkontrolle Landso unterblieb die Einbringung eines derartigen Amendements, durch einige Redner gemachten Anzapfungen der Frankfurt- Lebuser wehrstr. 11 bei Ludwig zu melden. resp. einer neuen Resolution, und damit bedauerlicherweise Genossen betreffs ihrer Stellungnahme in der Kandidatenfrage und Deutscher Kürschner- Verband, Zahlstelle Berlin. auch die Klärung. Der Eindruck mußte nach außen hin der Wunsch ausgesprochen, daß diese Sache endlich einmal zur Ruhe notivendigerweise der sein: da brüllen sich die Leute eine Woche lang komme. Tarifbewegung der Töpfer. Eine zahlreich besuchte öffentliche mit Aufgebot der äußersten Lungenkraft gegenseitig an, um nachher Töpferversammlung, die am Donnerstag in Kellers großem Saal gemeinsam gerührt in die offenen Arme einer Resolution zu tagte, hat beschlossen, den im Jahre 1901 mit den Arbeitflüchten! Wenn das das Ergebnis sein sollte: warum dann gebern bereinbarten Lohntarif zu kündigen. erst die fürchterliche Kanonade? War das nicht wieder Die Kündigungsfrist läuft mit dem 31. Dezember ab. Die Arbeiteinmal das reinste Hornberger Schießen? Zur Erneuerung des Rheinisch- Westfälischen Kohlen- Syndikats. geber haben sich, wie Hugo John in der Versammlung berichtete, diesem bedauerlichen Ausgang trifft beide Teile: Die Re- Wie die syndikatsoffiziöse Presse erfährt, will die Mehrheit der den Forderungen der Gehilfen gegenüber schroff ablehnend vervisionisten waren größtenteils zu unehrlich, zu ihrer Ueberzeugung zu Kureninhaber der Zeche Freie Bogel und unverhofft auf halten. Die Töpfermeister haben Anfang dieses Jahres einen stehen, und die radikale Seite fand in letzter Stunde nicht den ent- ihrem Anspruch verharren und den neuen Syndikatsvertrag nur bei Immungsbund für die Mark Brandenburg gegründet. Die Generalscheidenden Mut, mit einer Namen nennenden Resolution gehörig Bewilligung der beanspruchten Mehrbeteiligung unter- versaninilung dieses Bundes war es, die sich zuletzt mit den Forderungen durchzugreifen. Es sei noch einmal wiederholt: Niemand sollte durch der für den 1. Oktober anberaumten Versammlung der Zechen eine Abstimmung darüber herbeizuführen, ob die Meister verhandeln zeichnen. Wie bereits gemeldet, ist mittlerweile die Tagesordnung der Gehilfen befaßte. Den Gesellenvertretern war es darum zu thun, eine derartige Resolution persönlich verletzt" werden. Dagegen hat sich ja gerade unser Blatt, wie auch in Dresden erwähnt wurde, befizer bekannt geworden, wonach als zweiter Punkt die wollten oder nicht. Der Obermeister Thiele nahm jedoch die Abschon vor dem Parteitage entschieden ausgesprochen. Wohl aber Beschlußfassung darüber vorgesehen ist, neuen Vertrag stimmung in der Weise vor, daß er die Frage stellte, wer von den mußten im Interesse der Gesamtbewegung- die Revisionisten auch ohne die Gewerkschaft Freie Vogel und unverhofft zu thätigen. Meistern betvilligen wolle. Hierauf meldete sich nur einer; alle gezwungen werden, Farbe zu bekennen, nachdem Vollmars Rede ge-" Es ist bezeichnend," schreibt dazu dieselbe syndikatsoffigiöse Presse, andern lehnten somit die Forderungen einstimmig ab. Trotzdem " daß die Anregung zu diesem Antrag aus Zechenkreisen gekommen wählte zeigt hatte, daß sie das nicht gutwillig thun wollten." man eine Kommission zur Richtigstellung" des Halle, 24. September. Heute abend beschäftigten sich die ist, und daraus ist auch zu folgern, daß der Antrag durch eine über- Tarifs und zur Revidierung auf Grundlage des Dresdener Halleschen Parteigenossen mit dem Dresdener Parteitage. Der wältigende Mehrheit angenommen werden wird. Zwar ist es an Tarifs für Meißener Arbeiten. Wie die Töpfermeister, so Delegierte für Halle, Genosse Grothe, vertrat den Standpunkt, sich bedauerlich, wenn es zur Ausführung einer derartigen Zwangs haben sich jetzt auch die Ofenfabrikanten eng zusammendaß das Vorgehen der als Akademiker bezeichneten Genossen maßregel kommt, jedoch trägt die Verantwortung dafür einzig und geschlossen und zwar die größten Konkurrenten, wie die Beltener und Dr. Braun, Bernhard, Berthold, Göhre 2c. zu verurteilen sei; er allein die Vertretung der Kureninhaber von Freie Vogel und Unverhofft. Meißener Fabrikanten in einer Organisation, die unter Leitung des bedauerte aber auch, daß der Genosse Bebel dem Genossen Mehring Nachdem inzwischen sämtliche andren Zechen im Interesse einer weitern großen Meißener Fabrikanten Chr. Teichert steht. Die Töpfergehilfen noch die Brücke gehalten habe. Nach der Verlesung der gegen der Kohlen verbrauchenden Industrien unter Zurüdjegung erheblicher Außerdem stehen Streits in Fürstenwalde und Velten bevor. Alle gedeihlichen Entwicklung der Kohlen- Industrie und damit auch stehen also einem stark vereinigten Unternehmertum gegenüber. Schoenlank gerichteten Karte sei es mit der Sympathie gegen Mehring eigner Interessen dem neuen, wesentlich verbesserten Syndikats- diese Schwierigkeiten wurden in der Versammlung reiflich ervorbei gewesen. Zukünftig sollte man bei der Besetzung von Vertrauensposten mit Akademikern vorsichtig sein. In der Diskussion vertrag zugestimmt haben, macht es einen eigenartigen Eindruck, wogen und diskutiert. Die Mehrheit war der Meinung, daß wandte sich zunächst der Genosse Albrecht gegen einen im„ Dessauer daß eine kleine Reche, die ihre Bedeutung die ihre Bedeutung lediglich ihrem die Organisation stark gemig ist, um es auch in Berlin Boltsblatt" über den Parteitag veröffentlichten Artikel, in dem u. a. gesagt seitherigen Anschluß das Kohlensyndikat verdankt und auf einen Kampf mit dem Unternehmertum ankommen worden ist, der Parteitag sei das Geld nicht wert, das er gekostet als eine Null im geschäftlichen Leben dastehen wird, so zu lassen. Der Beschluß, den Tarif zu kündigen, wurde habe. In dem Halleschen„ Bolksblatt" habe leider dasselbe gebald sie diesen Rückhalt verliert, allein ihren Widerstand in geheimer Abstimmung mit 831 gegen 155 Stimmen standen. Genosse Bebel habe wohl scharfe Worte gebraucht; aber er aufrecht erhält, obwohl sie dabei nichts gewinnen, wohl aber schließ gefaßt. Namens der Lokalorganisierten erklärte Friese, daß auch fei mit seinen Angriffen gegen die Revisionisten nicht zu weit gelich ihre ganze spätere Existenz verlieren fann." gangen. Der Parteitag habe wie ein reinigendes Gewitter gewirkt. Widerstand der Zeche Freie Bogel und Unverhofft müßte rechtlich das Gerücht, sie hätten einen besonderen Tarifvorschlag bereits bei Genoffe Redakteur Thiele ist andrer Meinung; er bleibe dabei, das alte Syndikat beſtehen bleiben bis zum vorgesehenen Ablauf den Meistern eingereicht, falsch sei. Die Versammlung nahm der Parteitag ist das Geld nicht wert, das er gekostet habe. Keines desselben oder bis zu seinem früheren Ablauf nach vorheriger folgende Resolution an:„ Da mit übergroßer Mehrheit die wegs sei zu billigen, daß sich einige Parteigenossen zwei Tage über Kündigung nach Maßgabe des§ 10 des alten Vertrages. Findet Kündigung des jeßigen Lohntarifes beschlossen ist, beauftragt Harden und dessen Zukunft" umhergezankt haben. Der Parteitag daher, wie zu erwarten ist, der die Zeche Freie Vogel und Un- die von circa 1500 Töpfern besuchte Versammlung den Gesellenhabe nicht genügend praktische Arbeit geliefert.- Wegen Eintritts der berhofft betreffende Punkt der Tagesordnung am 1. Oktober An- ausschuß, dem Innungsvorstand das Resultat sofort zu übermitteln. Polizeistunde wurde die Versammlung vertagt. nahme, so ist wohl zu vermuten, daß die Zeche gegen diesen Be- Sollte eine Einigung mit den Unternehmern in kürzester Zeit nicht Die Nürnberger Parteigenossen verhandelten am Mittwoch schluß Widerspruch einlegen und vielleicht einen kostspieligen zu stande kommen, wird der Gesellenausschuß und die Lohnkommission über den Parteitag. In die Berichterstattung teilten sich die Genossen Prozeß einleiten wird. Eine weitere Wirking wird und kann das beauftragt, innerhalb 14 Tagen nach dem 1. Oktober eine VersammDr. v. Haller und Rackl. Hauptsächlich behandelten sie die aber nicht ausüben. Das alte Syndikat wird dann vermutlich in lung einzuberufen, um die weiteren Schritte zu beraten." beiden Punkte Mitarbeit an feiner Einrichtung bis zum Ende des Jahres 1905 oder, wenn die der bürgerlichen Ferner wurde noch mitgeteilt, daß die Gewerbedeputation des Presse" und" Vicepräsidenten Frage". Bezüglich vorherige Auflösung mit 4/5 Mehrheit beschlossen wird, noch für ein Magistrats den im Mai d. J. von der Töpferinnung gefaßten Beschluß und zwar ersteren Frage führte Genosse v. Haller die Haupt- Jahr bestehen bleiben, mur noch für die Beche auf Aufhebung des paritätischen Arbeitsnachweises als zu Unrecht momente der auf dem Parteitage gepflogenen Debatte vor, einer Freie Vogel und Unverhofft in der Form einer Verrechnungsstelle, gefaßt aufgehoben hat. Debatte, die einen sehr verstimmenden Eindruck gemacht hat, doch die auf Grundlage der heutigen Bestimmungen die Umlagen seien neben diesem deprimierenden Eindruck auch wieder sehr viele sowie die Förderbeteiligung für Freie Vogel festzulegen hat, bis land) find in eine Bewegung zur Erringung befferer Lohn- und Achtung! Wäschezuschneider! Die Kollegen in Warschau( Rußerhebende Momente zu Tage getreten, wie in der Rede Bebels, der die es der Zeche Freie Bogel vergönnt ist, nach Ablauf des mit dem Arbeitsverhältnisse eingetreten. Die Arbeitszeit beträgt jetzt 12 bis Frage von hohen Gesichtspunkten aufgefaßt habe, woraus sich Syndikat gethätigten Vertrags wieder frei über ihre Förderung 16 Stunden pro Tag, die Löhne sind dementsprechend gering. Um auch manche llebertreibung und mancher Superlativ, woraus sich zu verfügen. Was die Zeche dann mit ihrer Federung anfangen den dortigen Kollegen, welche alle organisiert sind und die unter der Umstand erklärte, daß er vielleicht den einen einmal zu hart, will, ist ihre Sache, sagt die genannte Preſſe höhnisch und schließt den dortigen Verhältnissen schwer zu kämpfen haben, zum Siege zu den andren dagegen zu milde beurteilte. Redner sprach am Schlusse mit folgendem nicht mißzuverstehenden Avis, an die Aushalter der die Ueberzeugung aus, daß die Genossen auch aus den Verhandlungen genannten Beche:„ Ob aber dieser Zustand den Interessen der verhelfen, ist es Pflicht eines jeden, Zuzug nach Warschau ferndieses Parteitages, wenn auch der äußere Eindruck manchmal un zu bezweifeln, zumal die Beschaffenheit ihrer Stohlen erheblich zu Sureninhaber der genannten Gewerkscha dienlich sein wird, ist sehr zuhalten. Genosse Radi behandelte vorzugsweise die Vice- wünschen übrig läßt." präsidentenfrage und bemerkte, Bebel habe in seiner Rede Man sieht, wie kein Mittel uaversucht bleibt, die einzige noch hierzu zweifellos das gesagt, was der großen Masse der Genossen widerspenstige Zeche kirre zu machen. am Herzen liegt. der " " angenehm war, würden lernen können. mi arra er nur an Ein Roheisen- Syndikat in Russisch- Polen ist, wie aus Warschau gemeldet wird, nummehr zu ſtande gekommen, allerdings ohne daß sich das bekannte große Wert, die„ Huta Bankowa", daran beteiligt. Das Syndikat sette den Preis für Noheisen auf 128 Ropeken pro Pud franko Sosnowice fest und beabsichtigt die Errichtung eines Centralbureaus in Form einer Aktiengesellschaft. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Streit in der Metallindustrie. fundigen. schneider anzuwerben, ersuchen wir, ehe jemand Verpflichtungen nach Da die Chefs von dort persönlich versuchen werden, hiesige ZuBarschau eingeht, sich vorher bei untenstehender Adresse zu erAlle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband der Wäsche- und Krawattenbranche Deutschlands. Die Diskussion gestaltete fich sehr lebhaft und währte bis nach Paul Keller, Vorsitzender, Berlin, Diedenhofenerstr. 3. witternacht. ats erster Neoner vemerite Genosse eny, die Art, Tarifbewegung der Konditoren und Pfefferküchler. Am Donnerstag wie die Frage der Mitarbeiterschaft an der bürgerlichen Presse behandelt wurde, sei deplaciert gewesen, man hätte sie zum Schluß des beschäftigte sich eine ungewöhnlich start besuchte Versammlung dieser Parteitages verschieben sollen. Es handelte sich um einen Kampf Branche nochmals eingehend mit den neuen Tarifforderungen. Die Anwesenden erklärten sich in allen Punkten mit den erläuternden zwischen Revisionisten und Marristen. Die Revisionisten wollten ein Ausführungen des Referenten Bigusch einverstanden. Weibler Opfer haben und hierzu hatten sie sich Mehring, den eifrigen Vermachte sodann die Mitteilung, daß an ca. 900 Arbeitgeber Fragebogen ver treter des Marrismus, ausersehen. Gewiß habe Mehring eine bewegte Vergangenheit hinter sich, sandt worden seien, des Inhalts, ob sie geneigt wären, einem Lohnaber das hätten auch tarif zuzustimmen, welcher 1. Vereinbarungen der Organisationen der feine Gegner, wie Dr. Heinrich Braun trot Ableugnung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber über einen Minimallohn und eine Marimal gewußt. Dieser Streit sei von den Revisionisten nur deshalb so In der gestrigen Streitversammlung der Gürtler berichteten Arbeitszeit für Wochen- und Sonntage festsetzt; 2. beim Ueberschreiten der jehr in den Vordergrund gestellt worden, um die ihnen unbequeme Cohen sowie mehrere Diskussionsredner über verschiedene Scherereien marimalen Arbeitszeit die geleisteten Ueberstunden zu bezahlen, Frage der Taktik in den Hintergrund zu schieben. Gewiß und Hindernisse, die die Polizei den Streifenden und Streitposten 3. falls Monatslohn bezahlt wird, Wochenlöhne einzuführen und fei Bebel manchmal zu scharf gewesen und gewiß aber zu bereiten versucht. Manche Polizeibeamte scheinen noch immer 4. Soft- und Logiswesen abzuschaffen und dafür eine entsprechende tönne man nicht alles unterschreiben, was er sagte, in der Hauptsache habe das gesagt, was auf der Meinung zu sein, ein jeder Streifpoften bilde ein unerlaubtes Entschädigung an Bargeld zu gewähren. Eine Antwort ist hierauf aller Zungen lag. Der Vorwurf Vollmars, Bebel übe eine Partei- Berkehrshindernis, und versuchen es, den Streikposten nicht nur das nur von ca. 50 Arbeitgebern eingelaufen, und von diesen äußerten sich diftatur aus, sei nicht berechtigt. Genosse Nössing bemerkt, die Stehen auf der Straße, sondern überhaupt das Betreten eines be- nur ganz wenige zustimmend; ein Teil der Herren hatte nur Hohn zu berbieten. Unter Hinweis auf und Spott für diese Anfragen. Es wurde sodann eine LohnAbschlachtung Mehrings und die Debatte über die Mitarbeiterschaft an der stiminten Straßenteils bürgerlichen Bresse habe den deprimierendsten Eindruck gemacht. Viele die freisprechenden Urteile, die dieser Tage gefällt wurden, kommission gewählt, bestehend aus vier Mitgliedern des Centralder Referent die Anwesenden auf, sich nicht Verbandes und drei Gewerkvereinlern. Diese erhielt den Auftrag, Leute hätten sich auf dem Parteitage ein Urteil angemaßt, zu dem forderte aber sich wegen Anerkennung des Tarifs nochmals schriftlich an die fie nach ihrer Vergangenheit nicht befugt seien. Die Debatte über durch die Polizei einschüchtern zu lassen den Revisionismus habe nur verwirrend gewirkt. In jeder Frage energisch auf dem Recht des Streifpostenstehens zu bestehen. Die Arbeitgeberorganisationen zu wenden, und zwar an den Verband gruppieren sich unsre Parteiführer anders. Wenn der Revisionismus Polizei scheint aber noch andre sonderbarere Mittel anzuwenden, selbständiger Konditoren, den Verein der Zuckerwaren- Fabrikanten um den Streifenden Hindernisse zu bereiten. Einem Wirt in der und an die beiden Bäckerinnungen„ Germania" und„ Konkordia". berechtigt sei, so werde er sich Bahn brechen trotz aller Resolutionen, Langenstraße, bei dem Streitende und Streikposten verkehren, wurde von diesen soll eine Antwort bis zum 3. Oktober erbeten werden. wenn nicht, so werde er spurlos verschwinden. Genosse Staufer glaubt nicht, daß der sogen. Revisionismus die Polizeiſtunde plötzlich, ohne daß irgend etwas unerlaubtes Weitere Maßnahmen bleiben alsdann einer am 8. Oktober abzufaltgestellt sei. Trotz Annahme der Resolution feien die Revisionisten oder Unstatthaftes in dem Lotal vorgekommen war, von 12 auf haltenden Versammlung vorbehalten. In der Nähe befindet sich noch ein Anläßlich der Dresdener Bauarbeiter- Aussperrung im Mai dieses die eigentlichen Sieger. In der Arbeiterschaft werde jedoch der 11 Uhr herabgefeßt. an Jahres kam es bekanntlich zu tumultuarischen Straßenscenen, die sich Revisionismus wenig Anhang finden, weil man in ihm die ersten Lokal, eine Destillation, und hier in diesem Lokal wird Spuren des Weges sehe, den der Liberalismus gewandelt ist. Eine streikende und Streikposten kein Bier verkauft. Welche Gründe den gegen die Arbeitswilligen richteten und durch deren provokatorisches Die Folge davon war eine Anklage Aussöhnung der Arbeiterschaft mit der Monarchie sei undenkbar, Birt, Müller iſt ſein Name, Langestraße 84, hierbei leiten, Auftreten verursacht waren. am wenigsten aber mit der Monarchie, deren Träger Wilhelm II. ift. läßt sich nicht feststellen. Hinsichtlich der gegenwärtigen Situation wegen Landfriedensbruchs, die vor dem Dresdener Schwurgericht vers Genosse Dölle ist der Meinung, daß noch auf keinem Partei- des Streiks erwähnte Cohen ein Gerücht, wonach der Aussperrungs- handelt wurde und mit der Verurteilung der beiden Angeklagten endete. tage so häßliche Differenzen zu Tage getreten find wie hier. Aud, beschluß der Fabrikanten so modifiziert sein soll, daß die großen Ein Fleishergeſelle, der seinem eignen Geständnis nach bei dem Zuer ist der Meinung, daß die Revisionisten die eigentlichen Sieger Firmen von der allgemeinen Aussperrung disammenlauf der Menge einige Straßenlaternen zerschlagen hatte, wurde find. Die Resolution sei auch nichts andres, als ein Stid pensiert sind. Danach wäre z. B. die Allgemeine Elektricitäts- zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehr= der verlust verurteilt. Der zweite Angeklagte ist ein Maurer, der an Revisionismus. Wir müssen vor allen Dingen dazu beitragen, unsre Gesellschaft nicht zu der Gewaltmaßregel gezwungen, 19 streikenden Metalldrücker wegen 14 000 Ar der Stelle, wo die Ansammlung stattfand, Streitposten stand, und Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verbessern, wenn wir das them, beiter auf die Straße zu werfen und ihren ganzen Betrieb ohne seine Absicht in die Menge hineintam. Hier ist aber ein seien wir eben Revisionisten. Der Plan der großen Unternehmer und arbeitswilliger Zimmerer hingeworfen worden, er stand jedoch Nachdem noch eine Anzahl Redner zur Sache gesprochen, stellte lahm zu legen. ein Genosse den Antrag, den Reichstags- Abgeordneten Genossen Scharfmacher der Metallwarenindustrie geht offenbar nicht nur fogleich wieber auf und zog ein Mejjer gegen die ibn Ume darauf hinaus, der Arbeiterorganisation einen Schlag zu versetzen, gebenden. Dem Arbeitswilligen ist nichts geschehen. Als ein Südekum zu einer Versammlung einzuladen, um seine Ansichten zu sondern nebenbei auch die kleinen Konkurrenten, die in den letzten Schuhmann hinzukam und Zeugen dieses Vorfalles notierte, hören und zu sehen, ob er noch der Gleiche ist wie früher. In einem Schlußwort ging Genosse Haller nochmals auf die Jahren emporgekommen sind und den Profit der Großen schmälern, meldete sich der Angeklagte freiwillig als Zeuge. Später wurde beiden Hauptpunkte ein und bemerkte u. a. wenn der Parteitag auch zu vernichten. Db, und in welchem Maßstabe der Beschluß der er verhaftet, und beschuldigt, den Arbeitswilligen hingestoßen zu sagt, daß er tein praktisches Ergebnis gehabt, so habe er doch große Unternehmer durchgeführt wird, die Organisation der Arbeiter iſt haben. Obwohl er jede Schuld bestritt und auch die ZeugenKlarheit geschaffen. Bebels Rede war ein reinigendes Gewitter und auf alles vorbereitet. Die Mittel sind bereit gestellt und Anord- aussagen sehr unbestimmt lauteten, wurde er zu einem Jahr bas nungen getroffen, um auch der größten Aussperrung gewachsen und drei Monaten Gefängnis verurteilt. der Resolution ein Mittel der Prophylaxis, die Wiederkehr solcher Dinge auf lange Zeit hinaus verhüten werde. zu sein. Die überwältigende Mehrheit der Versammlung stimmte ihm zu. Die Zinngießer und Stürzer drückten in einer Versammlung Nachdem sich Genosse Radt noch im gleichen Sinne geäußert, wurde der Antrag, den Abg. Südefum zu einer Versammlung behufs den streifenden Gürtlern ihre volle Sympathie aus und sicherten näherer Aussprache über seine Ansichten einzuladen, einstimmig an- ihnen ihre Solidarität zu. mit genommen. = Auch in diefen Urteilen kommt die unzweifelhafte Härte zum Ausdruck, die sich stets bemerkbar macht, wenn Ausschreitungen, die unter andern Umständen als grober Unfug, Sachbeschädigung und dergleichen mit unbedeutenden Strafen belegt werden, fich gegen Arbeitswillige richten oder aus Anlaß eines Streits als Ausfluß unüberlegten Handels begangen werden. Achtung, Militär- Mütenarbeiter! Die am 21. d. M. stattgefundene In Fürstenwalde a. d. Spree erstatteten die Delegierten Mitgliederversammlung hat einstimmig beschlossen, in eine ohu= Braun und Faber Bericht über den Parteitag. Faber führte unter bewegung einzutreten. Dementsprechend haben wir allen Arbeit Letzte Nachrichten und Depefchen. anderm aus, daß er mit dem Vorgehen Brauns nicht ganz ein- gebern der Militär- Müßenfabrikation den neu ausgearbeiten Lohnverstanden sei. In der Diskussion, so berichtet die Märkische Volts- tarif zugesandt. Erfolgt bis Sonnabend, den 26. September, Belgrad, 25. September.( Meldung des t. t. Tel.- Korresp.- Bur.) stimme", wurde die Zustimmung zu den Beschlüssen des Partei- also heute abend, die Anerkennung nicht, so legen Heute mittag wurde das Verhör der verhafteten Nischer tages ausgesprochen. Nur wurde auch hier der vielfach recht alle Militär- Müzenmacher die Arbeit nieder. Es Offiziere geschlossen. Der Staatsantvalt führte in seinem Debatten bedauert. E3 feien ergeht ant alle unerquidliche Charakter der der Kollegen dringende Mahuruf, von Plaidoyer aus, daß die Hauptleute Novafowitsch und Zolawitsch, Dinge des Langen und Breiten erörtert worden, an welchen ihrem Arbeitgeber die Anerkennung unfres Lohntarifs zu fordern. der Oberlieutenant Lubjamerski und Lieutenant Drudarowitsch die große Masse der Parteigenossen auch nicht das ge- Kollegen, bedenkt, daß Ihr Heimarbeiter seid, macht Euch als Hauptschuldiger zur Verantwortung an ziehen seien. Die übrigen den Man war aber überzeugt, daß die durch neuen Lohntarif das Leben etwas ringste Interesse habe. erträg Angeklagten hätten sich zwar eines militärischen Vergehens schuldig Aktionsfähigkeit der Partei darunter nicht leiden werde. Mehrere licher als es bisher war. Kollegen, bedenkt, daß Ihr seit zehn gemacht, doch möge die Thatsache, daß sie überredet wurden, als Genossen sprechen ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, daß der Jahren nichts für Euch gethan habt, daß aber Wohnungsmieten mildernder Umstand gelten. Das Urteil wird wahrscheinlich morgen Genosse Bebel durch seine Auslassungen über die bekannte Resolution und Lebensmittel ganz enorm im Preise gestiegen sind. Darum verkündet werden. Berantwortl. Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 2 Beilagen. Nr. 225. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Zukunft über den Parteitag. Sonnabend, 26. September 1903. Geschrei. Herr Bernhard hatte gesagt, der Parteiführer, namentlich wecken, er stehe dem Blatt und dessen Herausgeber ganz fern und der socialdemokratische, komme oft in die Lage der Eltern denke über sie wie Bebel, Stadthagen u. Co. Zur Aufklärung ein und Lehrer, die unreifen Kindern die Wahrheit tünchen oder paar Stellen aus seinen Briefen: Wir gehören zu denjenigen, die es für keine dringliche Aufgabe verschweigen müssen. Das war weder neft noch aufregend; kein gehalten haben, fich mit der Zukunft" Maximilian Hardens als Agitator hat jemals nach andrem Grundsatz gehandelt. Der achtPartei zu beschäftigen. Nachdem nun aber einmal der Parteitag undzwanzigjährige Börsenkritiker aber sollte, weil er aus der zwei und einen halben Tag den heftigen Erörterungen über Harden Demagogenschule geplaudert hatte, als Lästerer der stets reifen und seiner Zeitschrift gewidmet hat, wollen wir der Anstandspflicht Volksmajestät gesteinigt werden. Vor ungefähr drei Wochen fagte er nicht ausweichen, auch dem Angegriffenen das Wort zu geben. In mir, er werde auf dem Parteitag erklären, der Artikel sei eine dem soeben erschienenen Heft der Zukunft" schreibt Harden einen Jugendthorheit gewesen, die er bereue. Ich glaubte, er scherze. langen Artikel über„ Bebel und Genossen", der teils seine Selbst- Solches Geständnis, das ja auch seiner Ueberzeugung widersprach, berteidigung enthält, im zweiten Teil aber zum Angriff gegen be- war doch unmöglich. Nein; er rede sehr ernst; anders stimmte Parteigenoffen übergeht. gehe es nun mal nicht, wenn er mit einem blauen Auge Harden stellt sich dem Publikum als der Voltsfeind vor, der davonkommen wolle. Nach einer Anstandspause bat ich ihn, von dem Böbel" umfläfft wird. Er erzählt, wie er einst das Beste unter einem rasch gefundenen Vorwand, für die Parteitagsbon der Socialdemokratie gedacht habe: woche keinen Börsenartikel zu schreiben. Mein Entschluß „ Wenn je eine, dachte ich, ist doch die socialdemokratische Be- stand fest. Einen Mann, der so haltlos wäre, daß er wegung ein Aufstand allzu lange gefnechteter Geister. Ihr Ziel hielt ich immer für unerreichbar, ihre Kulturarbeit aber für die erfreulichste Leistung einer politisch unfruchtbaren Zeit. Und was follte ich am eignen Leibe erfahren? Ich wollte ja nichts von der Partei, blieb ihr mit bewußten Willen fern und ließ mich von den ihr Augehörigen suchen." " " " 1899. Jm Berliner Tageblatt" und in der Frankfurter Beitung" find Lausbubenstücke gegen Sie verübt worden. Ihre Erwiderung auf Mehrings Pamphlet ist fachlich und formell ein Muster der Polemik. Jeden nicht direkt gehässig Urteilenden muß sie überzeugen. Ihr Artikel über Löbtau ist auch vortrefflich und Sie verdienen lebhaften Dant für ihn.... Es ist wohlthuend, daß man sich einmal in seinem Vertrauen nicht getäuscht sieht, und ich werde mich Ihnen für das freundliche Entgegenkommen stets verpflichtet fühlen. Zu Ihrem leitenden Aufsatz im legten Heft gratuliere ich Ihnen herzlich. Wie kommt es, daß Sie die gehäffigen Angriffe, unter denen Sie leiden, nicht verstehen als die in der Hauptsache notwendige Kehrseite Ihrer ungewöhnlichen Erfolge? Dabei spielt freilich auch der nichtswürdige Charakter einzelner Ihrer Gegner seine Rolle; aber das Entscheidende ist doch wohl die unleugbare und desto verletzendere Thatsache Ihres Erfolges, den Sie, lediglich auf sich selbst gestellt und außerhalb jeder Partei, errungen haben." Folgt ein ähnlicher Brief aus dem Jahre 1900. " 1901. Ihr Leitartikel mit feinem treffenden politischen Urteil ist ein Schmaus für den Verstand der Leser. Danach wird der Wunsch noch reger, die Zukunft" täglich zu lesen. Ihr Nuf als Politiker hat durch die zwei Festungsstrafen, die Kühnheit, mit der Siesich ihnen aussetzten, die Entrüstung, die sie hervorriefent, eine nicht gering zu schätzende Erhöhung erfahren... Ich hätte Sie gern einmal in der Festung besucht, aber es schien mir ungehörig, Ihnen meine Gegenwart aufzudrängen. Hoffentlich fehren Sie unverändert als der Alte zurück( Jm Oktober, nach dem Lübecker Parteitag). Warum soll Frau Zetkin... nicht schief und ungerecht von der Zukunft" reden? Was sie sagte, ist im Grunde nichts als das Stammeln der Verlegenheit in der unmöglichen Verteidigung Kautskys... Für mich ist es unbegreiflich, daß Sie angesichts der herrschenden politischen Sitten, der im ganzen Bereich des öffentlichen Lebens sich nicht wiederholenden Ausnahmestellung, die Sie als politischer Schriftsteller innehaben, sich ers staunt darüber zeigen können, daß Ihre zahlreichen Feinde Ihren Ein fluß auch dadurch zu untergraben suchen, daß fie Sie persönlich verdächtigen. Je heftiger und skrupelloser Sie verfolgt werden, desto sicherer können Sie Ihres Einflusses sein. Frau Zetkin hat auch in der entrüstetsten Weise meiner Frau vorgehalten, daß sie für ein Blatt wie die Zukunft" schreibe. Das hat meine Frau von Beiträgen für die Zukunft" nicht abgehalten und wird sie nicht abhalten. im September öffentlich abschwören und albern nennen müßte, was er im Januar drucken ließ, könnte kein Gewissenhafter im Amt des Wirtschaftskritikers dulden; noch weniger einen, der Neue und Abbitte nur mimt, um dem Kirchenbann zu entgehen. In Dresden führte Herr Bernhard seine Absicht aus; er bat ab, machte, wie feine Bresse sagt, vor Bebel Kotau. Und als der Wüterich, der den Nun aber, nach Dresden, ist Harden andrer Meinung: Genossen wie einen beim Taschendiebstahl ertappten Schlingel beDrei Tage lang hat der Parteitag, die höchste Instanz der handelt hatte, ihm die Frage zuschrie, ob er etwa noch weiter für deutschen Socialdemokratie, von der ich nie etwas verlangt, die ich die Zukunft" schreiben wolle, autwortete er von seinem Sündernie gesucht, der ich mich nie mit dem leisesten Wunsch genähert habe, stühlchen aus prompt: Nein!" Worauf Bebel strahlend rief:„ Nun mich geschimpft, den Namen, die Lebensarbeit des Abwesenden haben Sie dem Harden den Stuhl vor die Thür gesetzt!" ohne eine Schamregung besudelt. In dieser ehrenwerten Volks- Herr Bernhard hatte die Pflicht, zu sagen:„ Gerade Harden, bersammlung jaßen mindestens acht Menschen, die mich kennen, mich Genosse Bebel, hat mir immer prophezeit, ich würde durch meine umworben, Gefälligkeiten jeglicher Art von mir erbettelt und mich, Schreiberei in Konflikt mit der Partei kommen, gerade er hat mir als Dank für nahrhaftere Speise, die sie bei mir fanden, mit noch in den letzten Tagen, als ich seinen Rat suchte, dringend zuBewunderung bewirtet haben. Die Hälfte hat feig geschwiegen, geredet, mich, sobald ich's vermöge, von der Zukunft" zu trennen die andre Hälfte hat mitgelogen und mitgeschimpft. Zehntausend und, aller Keßerei fern, mein Glück auf eigne Faust zu Zeitungen haben all diese Lügen und Verleumdungen weiter ver- erproben; schon deshalb darf ich nicht dulden, daß die Sache breitet. Sicher zwanzig, vielleicht sechzig Millionen Menschen hier so dargestellt wird, als träfe ihn mein Rücktritt wie ein unhaben sie gelesen. Hundert Schreiber und Redakteure wußten: erwarteter, schwer zu verwindender Streich." Herr Bernhard das alles, der Augenschein lehrt es schon, ist unwahr. Keiner hat sprach kein solches Wort, teine Silbe gegen alle Verleumdungen, die widersprochen; bis auf den heutigen Tag fein einziger." der greise Geiferer ausstieß. Er hat an meinem Tisch gesessen, den Entsetzt steht Harden vor dem Symptom, das erkennen lehrt, Verkehr mit mir wie eine Wohlthat gesucht, überschwenglich eben zu welcher finnlosen, ruchlosen Dummheit die plumpe Bettelung erst für die Stunden gedankt, die ich meiner knappen Zeit zur Erirgend eines Lümpchens die Masse verleiten kann, von der wir in örterung seiner Geschäfte abstahl, und für das Hilfeversprechen, hellen Stunden wir Thoren! die beste Arbeit am Werk neuer das ihm den Uebergang zur Selbständigkeit ermöglichen Kultur erhofft hatten." fonnte,- und that jetzt, als fenne er mich gar nicht So ist dies moderne Litteratentum! Die Socialdemokratie bleibt näher und habe meine Leistung stets mit Mißbehagen ge die größte, herrlichste Kulturbewegung, die die Menschheit je erblickt, sehen.„ Harden hat unsre Partei in ganz ungehöriger Weise So gings weiter, schriftlich und mündlich, bis in den April 1903. selbst wenn ihre Träger nicht lauter Heilige und Helden sind. Unfre angeulft." Als Harden schrieb, Bebel sei recht alt geworden, habe ich Wir waren über viele Dinge verschiedener Meinung, doch sein Ton berzärtelten, launenhaften Schreibersleute aber befreuzigen sich sofort mich gefragt, wie man nur solch dummes Zeug schreiben könne." blieb stets der wärmster Anerkenning. Genosse Braun war empört schreiend vor der Ruchlosigkeit, wenn sie einmal persönlich mit Das war alles. Nach einer Rede, worin Bebel mich einer Hure über die Angriffe, die im März gegen mich in der socialdemokratischen genommen werden. Wer ein Herz, ja nur ein wenig Verständnis für verglichen hatte, beteuerte Bernhard ihm seine tiefe Verehrung. Bresse standen; ganz außer sich vor Empörung. Dieses Verhalten die erhabene Sache hat, der preist sie noch, selbst wenn er gesteinigt und nachdem er seine Genossen in den Glauben versezt hat, er habe sei eine Schmach für die ganze Partei. Als ich dann mit ihm brechen wird. Und diese Geistesaristokraten verstehen recht kräftig zu jede Gemeinschaft mit mir abgeschüttelt, schickt er mir aus Dresden mußte, schalt er mich ungerecht, schrieb mir aber am 6. April schimpfen: brieflich und telegraphisch seine ergebensten Grüße" und meldet, er 1903: Das wird mich selbstverständlich nicht abhalten, ungerechte Die Maffe. Denn aus der Kehle der dreihundertsechsund- werde, sobald er zurück sei, persönlich sofort alles aufklären". Angriffe gegen Sie an der geeigneten Stelle und in breißig Delegierten jubelten Hunderttausende deutscher Arbeiter Natürlich erhält er keine Antwort. Als er heimgekehrt ist, flingelt der gehörigen Weise abzuwehren. Das wird auf dem Dresdener dem alten Köter Bebel zu. Und wenn er mit der selben Samm- er bei mir an, wird unsanft abgewiesen und schreibt mir, am Parteitag geschehen." Seine Frau suchte eine Versöhnung anzulung läppischer Lügen von Stadt zu Stadt zöge, würde er durchs 20. September: bahnen. Im Verlauf des Briefwechsels sprach ich die Ueberzeugung ganze Reich mit Beifall bebrüllt. Wir finden alles, was er in aus, Dr. Braun werde nach allem bombastischen Vorgerede fein Dresden über innere und äußere Politit gesagt hat, unglaublich Wort für mich finden. Frau Braun antwortete:„ Ich will nicht den öde und albern; Bebel beherrscht die stärkste Partei Deutschlands Schein erwecken, daß wir uns Ihnen aufdrängen. Der Parteitag mit der unbeschränkten Macht eines asiatischen Despoten. Sein wird Ihnen einige Beschämung bereiten, wenn Sie dann daran Wille geschieht. Er ist Censor, Richter, Oberfeldherr, König, Gott. denken, wie schnöde Sie meinen Mann verdächtigten." Er unterbricht jeden Redner, der ihm nicht behagt, mit rohen Schimpfworten und perfider Verdächtigung." Selbst wenn man's zugeben wollte, daß Bebel in der Bulunft" Frage übers Ziel hinaus geschoffen hat, wie erbärmlich flein bleibt's doch, wenn Harden sich nun derart mit sinnloser Schimpfrede rächt, wenn er es selbst nicht verschmäht, sich auf einen preußischen Kriegsminister beruft, um Bebel als Verleumder zu entLarven. Thatsachen bringt Harden wider Bebel nicht vor, sondern nur wütende Urteile, in denen der thörichte Versuch gemacht wird, diese reiche und starte Lebensarbeit als ein elendes und widerwärtiges Nichts hinwegzuschelten. Man lächelt über den Aristokratiffimus; widerlegen läßt sich's nicht. Es spiegelt sich in dem Pamphlet lediglich die innere Unfruchtbarkeit eines oft geistreichen, imuner unsteten Schriftstellers, der die Welt niederbrennt, wenn sein zartes, föstliches Jch angetastet wird. Und da er wirklich schlimme, bielleicht auch ungerechte Worte hat über sich ergehen lassen müssen, Imag man ihm mildernde Umstände bewilligen. Harden schreibt über sich selbst: Rach allem, was vorgefallen ist, will ich mich Ihnen keineswegs aufdrängen. Aber ich habe das Bedürfnis, mich mit Ihnen auszusprechen, um Ihnen nicht als ein Undankbarer zu erscheinen. Ich bitte Sie daher, mir Zeit und Ort einer Zusammenkunft zu bestimmen." -" " " " Natürlich erhält er wieder keine Antwort Ich bin wirklich bis auf den Grund der Seele beschämt. GeGenosse Göhre. Ich habe ihn nur einmal bei mir gefehen; noffe Stadthagen sagt, ich sei charakterlos und verächtlich. Genosse seit sieben Jahren wechseln wir Briefe. Ende 1896 schrieb er mir, er Bebel stellt meine Arbeit auf eine Stufe mit Hurerei und brüllt, könne den angebotenen Artikel über den socialdemokratischen Parteitag nur moralisch tief gesunkene Subjekte tönnten für die Zukunft" nicht schicken, weil Herr Mag Lorenz- der eben aus der Bebelpartei ausschreiben. Und Genoffe Braun, mein zärtlicher Bewinderer, Genosse getreten war in der Zukunft" schon alles gesagt habe, was Braun, der unvergleichlich sanftere Angriffe auf mich eine ParteiGöhres Artikel bringen sollte. Ich war mal wieder verleumdet schande genannt hat, der dankbare, treue, ehrliche, stets zu höchstem worden; und er benutzt den Anlaß gern, um mich seiner ehrlichen ethischen Pathos gestimmte Genosse Braun hat nach alledem nichts Hochschäßung" zu versichern, und unterschreibt sich:" Ihr aufrichtig andres zu sagen als: Jch habe nie eine Zeile für die Bufumft" dankbarer Göhre". Seitdem bietet er mir von Zeit zu Zeit Beiträge geschrieben und meine Frau ist seit Monaten entschlossen, nicht mehr an und bittet mich, ihm Themata zu stellen; empfiehlt mir auch für die Zukunft" zu schreiben." seine Freunde zur Mitarbeit. Anfang 1899 tehrt er den National Genosse Heine. Das ist der Kopf des Wurmes. Aber die socialen den Rücken und ist ein Jahr später Socialdemokrat. Die fechste Morgenstunde schlägt und das Heft fönnte nicht erscheinen, Gründe seiner Trennung von Naumann, seines Uebertritts zu wenn ich jetzt nicht schlösse. Der Genosse Heine muß warten. Er Bebel veröffentlicht er in der Zukunft". Glaubensbekenntnisse, soll nicht zu flagen haben. Er wird an der Stelle behandelt werden, denen jeder ernste Mensch die sauberste Stätte fucht; und Göhre war an die er gehört: in nächster Nachbarschaft der Genossen Bebel und Bastor. Im Mai ist er ungemein dankbar dafür, daß ich ihm erlaube, Mehring, denen er auf seine Art assistierte und deren Lügengespinnst seinen Artikel als Massenbroschüre zu vertreiben. Immer der ich entwirren will... „ Mir fehlt das proletarische Empfinden. Ich bin, um mich felbe herzliche Ton. Im Oktober 1902 wird mir eine gedruckte Die Bernhard, Göhre, Braun, Heine haben auf dem Parteitag nicht brechen zu lassen, als schwächlicher Knabe auf die Straße Adresse überreicht, die mir nach zehnjähriger hingebender, aber auch über mich nicht die winzigste erweisliche Thatsache erfahren, die sie gelaufen, mittellos, obdachlos umhergeirrt, ohne warmen Rock für weitwirkender Thätigkeit" Glückwünsche bringen soll, und zu den vorher nicht kannten und die geeignet wäre, ihre hundertmal beden Winter. Ich habe mehr Not und Elend gelitten als Herr 430 Unterzeichneten gehört auch:" Paul Göhre, Schriftsteller in teuerte Hochachtung vor meiner Person und Arbeit auch nur um ein August Bebel, habe jedes Stück, das ich befizze, mir selbst erarbeitet, Steglig". Im Februar 1903 erklärt der Vorstand der socialdemo- Quentchen zu mindern. Sie denken auch über Person und Arbeit ohne fremde Hilfe; und kein Dienstbote, fein Hausknecht kann fratischen Partei die Mitarbeit der Genossen an der Zukunft" für heute genau wie vor dem Parteitag. Die Genossen Bernhard und tommen und nachweisen, ich hätte ihn jemals nicht wie Meines- unschicklich. Im März schickt Genosse Göhre mir einen Artikel über Heine haben's mir in Briefen aus Dresden bestätigt; die Genossen gleichen behandelt, je an Arbeitleiſtung oder an Höflichkeit von den Glauben des Kaisers". Als er darob gescholten wird, setzt er Braun und Göhre werden nicht wagen, mich unfittlichen ihm gefordert, was ich nicht mindestens eben so streng von mir seinen Namen unter die Behauptung, der Artikel den Frau Lily Handelns zu zeihen. Und warum haben die Vier durch Reden und selbst verlangte... Ich habe auch als Schreiber viele Menschen Braun mir ausdrücklich als eine Demonstration gegen die Partei- Schweigen den Meuchelmordversuch unterstützt, warum zu Univahrgeärgert, manche gewiß ohne objektiv zureichenden Grund, doch regenten angekündet hatte- sei eingeschickt worden, ehe der Vorstands- haftigkeit und feigem Verrat sich erniedert? Weil sie vor der Wut niemals noch vor der furchtbaren Pflicht gestanden, reuig bekennen beschluß bekannt war. In Dresden stellt er sich, als kenne er die der aufgestachelten Masse zittern. Weil der alte Meisterdemagoge zu müssen, daß der Mann, den ich einen Schelmen hieß, unschuldig Bufunft" faum; er hat sie mit Flüchtigkeit und Sorglosigkeit be- jedem, der für mich auch nur ein armes Wörtchen rede, graufe Rache und lauteren Sinnes war. Und ich bin gar nicht immun, trage, handelt". Ein Kindergemüt. Ja, wenn er die Vergangenheit schwor und die Macht hatte, jeden Widerspruch niederzuheulen und wenn ich Rollet einen Spizbuben nenne, meine eigne Haut zu Hardens" gekannt hätte! Nun: jetzt fennt er sie und wird zum mit der Eykommunikation strafen zu lassen. Keinem der Vier Markt und darf, muß mich zu den Gejagten rechnen. Fünfmal Reden gezwungen werden. Wenn er nicht ein schlichter Schuft aus traue ich zu, daß er sich im Alltagsleben als Schelmen erwiese. bestraft. Jeder Gerichtshof aber, auch der meiner Wefensart der Parteiwerkstatt genannt werden will, muß er jagen, was er von Alle Bier haben als Genossen gegen die einfachste Anstandspflicht unfreundlichste, hat mir die Reinheit des Wollens zuerkannt." der Vergangenheit Hardens weiß, was an dieser Vergangenheit verstoßen." Das alles verdient feine ernstere Betrachtung. Wir gestehen selbst den bedenklichsten Ehrenmann hindern könnte, Harden die Hand bem gegnerischen Satiriker unbedingt das Recht zu, auch über die zu reichen. Ich warte. Und will tausend Mark in die socialSocialdemokratie alles Biffige zu sagen, wozu ihn sein Gemüt drängt. demokratische Parteikasse zahlen, wenn der Pfarrer a. D. Paul Göhre Dagegen müssen wir das Thatsächliche erivähnen, was Harden mich in der Vergangenheit so mutlos und doppelzüngig findet, wie über seine ehemaligen Mitarbeiter aus dem social- er's in der Gegenwart ist. demokratischen Lager jagt, um unfren Parteigenossen die Genosse Heinrich Braun, M. d. R. In Dresden:„ Ich habe nie Gelegenheit zur Verteidigung zu geben. eine Zeile für die Zukunft" geschrieben, obwohl ich vielleicht ein Die Zukunft" führt in dieser Hinsicht das Folgende aus: Dutzend Male vom Herausgeber dazu aufgefordert worden bin; " Ich will beweisen, daß die Herren Georg Bernhard, Heinrich und meine Frau ist feit Monaten fest entschlossen, nie wieder eine Braun, Paul Göhre, Wolfgang Heine den Parteitag, der ihnen höchste Beile für die Zukunft" zu schreiben." Das ist alles, was er zu Rechtsinstanz ist, belogen haben. Will es beweisen, weil ich mir sagen hat. Die Zukunft" war genau drei Jahre alt: da kam Herr In der soeben erschienenen Nummer seiner Zeitschrift„ Die erstens meinen inneren Menschen nicht vor Millionen beschimpfen Dr. Braun zuerst in meine Wohnung und, als er mich dort nicht Zukunft" veröffentlicht Maximilian Harden scharfe Angriffe gegen laffen darf, und weil zweitens die Pflicht heischt, Storruption, to ich traf, in die Druckerei und bot mir einen Artikel über den Breslauer mich, denen gegenüber ich mich veranlaßt sehe, folgendes zu erklären: fie finde, fchonungslos zu entlarven.... Ich will beweisen, daß die Barteitag der Socialdemokratie an. Ich mußte erwidern, daß ich Herr Harden behauptet, ich hätte den Parteitag belogen. Ich hätte vier Recken unredlich gehandelt haben, so unredlich und unfittlich, vom Professor Herkner schon einen Artikel über dieses Thema habe; gethan, als kenne ich ihn gar nicht näher, während ich seinen Verdaß sie nach der Enthüllung solchen Handelns selbst aus einem Klub er verbeugte sich und ging. Das Ehepaar Braun verkehrte dann kehr wie eine Wohlthat gesucht habe und auch heute noch so über blasierter Lebemänner herausgeworfen würden. Diesen Beweis kann viel bei mir; und da die Frau mir von Zeit zu Zeit Beiträge ihn denke wie früher." Es ist zweifellos richtig: ich habe sehr gern ich nur führen, wenn ich ihre Neden und ihre Briefe zusammen- anbot und beide mich in den privatesten Dingen um Rat und Hilfe mit Herrn Harden verkehrt und ihn hochgeschätzt. Stelle. " " " % * % Parteigenoffen überlassen, sich zu verantworten. Es hilft nichts. So weit die Zukunft". Wir müssen es den angegriffenen was in Dresden eingerührt wurde, muß durchgefressen werden. wärtigkeit der Personalien zur großen Sache zurückkehren darf, für Hoffen wir, daß die Partei so schnell wie möglich aus der Widerdie wir leben. Wir erhalten folgende Zuschrift: .. Und wer wollte mir auch verargen, daß ich nicht baten, werde ich wahrscheinlich auch den Mann öfters zum Schreiben Mit solchen Gefühlen für Herrn Harden ging ich nach Dresden. schweigend meinen Namen schänden und meine Mitarbeiter dem aufgefordert haben. Im August 1900 bot er mir ein Abkommen" Die ersten Redner griffen bereits die Zeitschrift und die Person des Verdacht aussehen lasse, fie feien einem Lumpen auf den Leim ge- an: er und seine Frau würden der Zukunft" eine Reihe von Artikeln Herrn Harden an. Aber da ich bereits eine Flugschrift zur Aufgangen? Die Konvenienz schützt den Privatbrief, auch den nicht über socialpolitische Themen liefern; wünschenswert wäre dabei die flärung über den Charakter der Zukunft" gegenüber der Mehringschen ausdrücklich als sekret erklärten; der Mensch aber, der durch Handeln Bewilligung eines Vorschusses von fünfhundert Mart." Der Antrag Darstellung hatte verteilen lassen, hielt ich eine besondere Abwehr oder Unterlassen seinen Nächsten wider befferes wiffen um den ehr- wurde nicht angenommen. Ich habe also zweimal die Mitarbeit des nicht mehr für nötig. Erst Genosse Bebel richtete gegen Herrn lichen Namen zu bringen sucht, scheidet sich selbst aus dem Geltungs- Genossen Braun abgelehnt. Das durfte er nicht verschweigen, als Harden Vorwürfe, die sowohl durch ihre Schwere als auch durch die bereich aller Konvenienz. er sagte, er habe nie eine Zeile für die Zukunft" geschrieben, denn Person des Anklägers mir die Pflicht zur Verteidigung hätten aufGenosse Bernhard. Vor neun Monaten bat er, der seit 1901 sein Verdienst war's doch nicht, daß es so tam. Richtig ist, daß erlegen sollen. Nun hatte ich aber vor Bebel gesprochen. As bie Börsenartikel für die Zukunft" schrieb, mich um die Aufnahme seine Frau feit Monaten entschlossen sein muß, nicht mehr für mich Bebel mir mitten in feiner Rede die Frage vorlegte: einer kleinen Plauderei über Parteimoral; erbat sie als eine Gefällig zu schreiben; muß: denn ich habe dem Ehepaar Braun, weil der ob ich noch weiter an der Zukunft" mitzuarbeiten gedenke, keit. Da ich ihm volle Redefreiheit zugefagt hätte, müsse ich ihn Ehemann undankbar und unanständig gegen mich gehandelt hatte, war ich durch das Plötzliche dieses Vorganges so bestürzt, daß ich auch einmal als Politiker reden lassen, für seine getränkte Partei, in den ersten Apriltagen dieses Jahres brüst den Verkehr aufgefagt. ohne weiteres" Nein" antwortete. Diese Antwort wollte ich selbstdie Socialdemokratie, gegen unklare Aestheten. Warum nicht? Der Auch dieser Grund, der ja mit der politischen Haltung meiner Wochen- verständlich so aufgefaßt wissen, daß ich mich dem Beschlusse des Artikel brachte nichts Neues. Aus Gründen, die ich später ent- schrift nicht das geringste zu thun hatte, durfte nicht verschwiegen Barteitages zu fügen beabsichtigte, wie es Pflicht jedes Parteischleiern werde, entstand um den harmlosen Artikel ein großes werden. Aber Herr Braun wollte im Genossenkreis den Glauben genossen ist, auch wenn er persönlich den Inhalt eines Beschlusses Außerordentliche Generalversammlung nicht billigt. Nach der Bebelschen Rede meldete ich mich zum Wort. Hauptvorstandes werden einstimmig wiedergewählt:$. Dupont Es waren aber schon so viel Redner eingetragen, daß die Debatte als 1. Vorsitzender, Fr. Stahl als Hauptverwalter und Behrens geschlossen wurde, ehe ich an die Reihe kam. Ich konnte nur noch des Centralvereins der Bildhauer Deutschlands. als Kassierer.- Die nächste Generalversammlung soll im Herbst zu einer persönlichen Bemerkung das Wort erhalten. In diesem eng über drei Jahre in Frankfurt a. M. stattfinden. gespannten Rahmen war es mir knapp möglich, die heftigsten Angriffe In der Vormittags- Sizung am Donnerstag wird nach längerer Hierauf wird über die Maifeier beraten. Hierzu liegt nachBebels gegen meine persönliche Ehre abzuwehren. Trozdem Debatte die obligatorische Einsetzung von Bezirkskommissionen be- stehende Resolution vor: wies ich aber auch hier unter dem Hinweis auf mein schloffen und diese Institution als Organ des Vereins statutarisch Wenn die Maifeier einen dauernden Wert für die ArbeiterFlugblatt nach, daß in der Zukunft" neben manchem Angriff festgelegt. Danach soll nach Maßgabe der geographischen Lage bewegung gewinnen soll, ist es notwendig, in ihr allererst auf die Bartei auch biel Gutes über fie gestanden der Verwaltungsstellen Deutschland in Bezirke eingeteilt und einen Hinweis auf das vornehmste Menschheitsziel zu sehen, habe, so z. B. aus Anlaß des Löbtauer Zuchthaus- Urteils, des für jeden eine Kommission von mindestens drei Mitgliedern ein- nämlich auf die Souveränität und ſittliche Selbſterhöhung Umsturzgesetzes und der Zuchthaus- Vorlage. Ich wollte keineswegs, gesezt werden. Sit dieser Kommissionen sind vom Centralvorstande des Individiums. Eine dieses Gedankens allein würdige wie Herr Harden es darstellt, meine Genossen in den Glauben ver- nach Verständigung mit den Verwaltungsstellen bestimmte Vororte, Demonstration besteht in der absoluten Arbeitsruhe; sezen, daß ich jede Gemeinschaft mit Herrn Harden abgeschüttelt habe. daselbst ist auch die Wahl der Kommission vorzunehmen. Zu den indes fann unfre Organisation ihre Mitglieder gegen Da aus der Lektüre der Berichte Herr Harden leicht einen falschen bereits gestern von uns mitgeteilten Aufgaben dieser Kommissionen die hierdurch erwachsenden Nachteile nur insoweit schützen, Eindruck gewinnen konnte, hatte ich das Bedürfnis, Herrn Harden soll ferner gehören: für die Schaffung eines einheitlichen Lohntarifs als deren übrige Aufgaben dieses zulassen. Dessen ungeachtet wird darüber aufzuklären, weshalb ich auf die Angriffe gegen ihn nicht für die Kollegen der Specialbranchen( Holz) Sorge zu tragen und den Kollegen nachdrücklichst anheimgegeben, mehr als bisher aus ausführlich erwiderte; ich schrieb ihm also aus Dresden und auch alles darauf bezügliche Material bearbeitet an den Centralvorstand eigner Initiative und unter persönlicher Uebernahme der Konsequenzen aus Berlin. Ich wollte eben, sowohl ihm, als auch der Außenwelt zur Zusammenstellung und weiteren Verfügung zu überweisen. Für die Arbeitsruhe am ersten Mai durchzusetzen. Gegenüber der un gegenüber, den unberechtigten Verdacht vermeiden, treulos an einem die Bezirkskommissionen wird ein umfassendes Reglement an- berechenbaren Willkürwirtschaft des Kapitalismus, welche in jedem Manne gehandelt zu haben, der mir stets freundschaftlich entgegen- genommen, in welchem die Geschäftsordnung und Kompetenz der- Monient die Existenz des Arbeiters in Frage stellt, ist es für ihn gekommen war und den ich hochschätzte. felben festgesetzt werden. Hierauf werden die Anträge zu den ver- der größte Aft innerer Befreiung, diesem drohendsten und menschenHerr Harden behauptet, ich hätte ihm von der Absicht geschiedenen Reglements erledigt und auch ein Regulativ für die ört- unwürdigsten Zwangsmittel der Hungerpeitsche zu trozen. Er sprochen, meinen Artikel als Jugendthorheit in Dresden zurück- lichen Revisoren beschlossen. Außerdem wurde ein Antrag an bekundet damit vorerst einmal im Jahre, daß er als dauerndes zunehmen. Er sei über diese Absicht höchst empört gewesen, da fie genommen, wonach in Zukunft die Beiträge durch Marken quittiert Recht fordert, mitzubestimmen, unter welchen Voraussetzungen er dem ja auch nicht meiner Ueberzeugung entsprochen habe". Ich soll werden sollen. Gesellschaftsorganismus dient." Diese Resolution wird nach einauch gesagt haben, daß ich den Artikel verleugnen müsse, um mit In der Nachmittags Sigung werden zunächst die noch vor- gehender Begründung von Köhn- Berlin und nach kurzer Diskussion einem blauen Auge davonzukommen". All das ist unwahr. Die liegenden, durch die bisherigen Beschlüsse noch nicht erledigten An einstimmig angenommen. Unterredung fand im Café, in Gegenwart eines Zeugen statt. Als träge zum Statut beraten. Die vorgenommenen Abänderungen find Nach Erledigung einiger weiterer Anträge gelangte eine Nes ich erklärte, daß ich den Artikel" Barteimoral" nicht mehr aufrecht zumeist formeller und verwaltungstechnischer Natur. Unter anderm solution zur Annahme, in der die Generalversammlung die Ansicht erhalten könne, sagte mir Herr Harden dem Sinne nach etwa wird in Bezug auf die Urabstimmung beschlossen, daß, wenn ausspricht, daß Mitglieder, welche von ihren Arbeitgebern zur Auss folgendes: Ich muß Ihnen auch sagen, wenn ich nicht befürchtet spätestens sechs Wochen vor einer anberaumten Generalversammlung führung einer Arbeit nach einem andren Ort gesandt werden, sich hätte, Sie würden das mißverstehen, hätte ich Ihnen seiner Zeit von Verwaltungsstellen, die ein Drittel der Mitglieder des Vereins den an diesen Orten etwa vorhandenen besseren Arbeitss auch geraten, den Artikel nicht zu veröffentlichen." Im übrigen repräsentieren, ein Antrag auf Urabstimmung gestellt, um die bedingungen in Bezug auf Lohnhöhe und Arbeitszeit anzupassen tann von einer Verleugnung meiner Ueberzeugung gar keine Rede Meinung der gesamten Mitglieder über die Errichtung oder Ab- haben. sein. Das, was ich in dem angegebenen Artikel zum Ausdruck schaffung von Unterstützungsziveigen, Festsetzung der Beiträge, bezw. Hierauf werden zum nächsten Gewerkschafts- Kongreß Fladungbringen wollte, halte ich auch heute noch für richtig. Dagegen bestimmte Unterstüßungssäge oder die Auflösung des Vereins zu Frankfurt a. M. und Misbach Berlin als Delegierte und ist die Form des Artikels, wie ich mich im Laufe der Erörterungen erfahren, der Centralvorstand eine solche spätens vier Wochen vor Königstedt Magdeburg als Erjaymann gewählt. habe überzeugen müssen, geeignet, zu peinlichen Mißverständnissen der Generalversammlung zu veranlassen und das Resultat in der Anlaß zu geben, und das und nichts weiter habe ich auch in Bildhauer- Zeitung" bekannt zu machen hat. Dresden gesagt. Herr Harden sagt außerdem, bei ihm habe sofort nach dieser Unterredung der Plan festgestanden, mich nicht mehr für sein Blatt schreiben zu lassen; deshalb sei auch in der Parteitags- Woche schon tein Artikel mehr von mir erschienen. Demgegenüber stelle ich fest: auf einer Postkarte, vom 8. September 1903 abgestempelt, schreibt mir Herr Harden: Sehr geehrter Herr Bernhard; mir gehts so schlecht und schlaflos, daß ich auf 3-4 Tage fliehe. Mit schwerem Herzen. Halten Sie es für nötig, so senden Sie mir bitte Ihren nächsten Artikel bis Donnerstag nach Helgoland. Und alles Gute für Dresden. Entschuldigen Sie mich; ich kann nicht mehr( sonst lassen wir den Artikel für die Dresdener Woche). Ihnen und Ihrer Gattin beste Grüße von Ihrem sehr ergebenen Harden. Ich hatte in der Woche vor dem Parteitag keine Zeit, Herrn Harden den fälligen Artikel zu schreiben und deshalb erschien in der Parteitagswoche kein Artikel von mir in der Zukunft". Ich kann begreifen, daß Herr Harden, der drei Tage lang heftige Angriffe hat über sich ergehen lassen müssen, ohne einen Verteidiger zu finden, aufs äußerste gereizt ist, aber trotz alledem ist es un entschuldbar, daß er die Dinge so auf den Kopf stellt. Berlin, den 25. September 1903. Georg Bernhard. Herr Maximilian Wittkowski- Harden hat, wie vorauszusehen war, auf die Debatte des Dresdener Parteitages in der Nr. 52 der Zukunft" vom 26. September unter der Ueberschrift: Bebel und Genossen" geantwortet. In diesem in einem Anfall von Raserei geschriebenen Artikel versucht er unter anderm auch mir einen Kübel voll der übelriechendsten Ingredienzien über den Kopf zu schütten. Ich erachte es selbstverständlich unter meiner Würde, weder auf die kleinlich gehässigen und boshaften Angriffe zu antworten, die Herr Maximilian Wittkowski- Harden gegen meine Person richtet, noch den Rattenkönig von schamlosen Fälschungen, maßlosen Uebertreibungen und Unwahrheiten und großen Widersprüchen zu ent wirren, mit dem er meine öffentliche Thätigkeit zu verknüpfen sucht. Mir ist sowohl meine Zeit wie der Naum des„ Vorwärts" zu wertvoll, um auch nur eine Zeile der Erwiderung dem Schimpferguß des Herrn Marimilian Wittkowski- Harden zu widmen, der, nebenbei bemerkt, allem Anschein nach an komplettem Größenwahn leidet. Außerdem: meine Feinde überzeuge ich nicht, und für meine Freunde habe ich eine Widerlegung nicht nötig. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 26. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Wildschük, oder Die Stimme der Natur. Schauspielhaus. König Johann. Westen. Boccaccio. Leffing. Auferstehung. Berliner. Geographie und Liebe. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Neues. Eine Frau ohne Bedeutung. Deutsches. Die Jüdin von Toledo. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: # Schiller O.( Wallner Theater.) Der Bibliothekar. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Was ihr wollt. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaufel. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Carl Weiß. Amor in Wichs. Nachm. 4 1hr: Kindervorstellung: Die verzauberten Königskinder, oder: Die wilden Schwäne. Quisen. 100 000 Thaler. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Passage Theater. Specialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspitze zum Wazmann. SternInvalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. A. Bebel. " Damit ist die Tagesordnung der Generalversammlung erledigt und wird dieselbe mit einem Appell an die Delegierten, im Sinne der Beschlüsse zu wirken, und mit einem Hoch auf die Organisation geschlossen. Partei- Nachrichten. Am Freitag, dem letzten Verhandlungstage, wird zunächst die Statutenberatung zu Ende geführt. Das bisherige Provisorium bezüglich der Beiträge und Unterstüßungssäge bleibt bis zum 3. Januar bestehen und treten erst von da ab die neuen Beſtimmungen in Kraft. Beschlossen wird hierauf noch, daß der Vorstand die Ausschreibung eines Extrabeitrages zu veranlassen hat, wenn bis zum 1. Juli 1904 ein Kassenbestand von 15 M. pro Kopf nicht erreicht. Statutarisch wird ferner festgelegt, daß der in etwaigen Dorthin sind auch alle das Gewerkschaftskartell betreffenden Zuschriften Das Arbeitersekretariat Bromberg befindet sich jetzt Jakobstr. 17. Streiffällen von örtlichen Verwaltungen beschlossene Extrabeitrag Dorthin sind auch alle das Gewerkschaftskartell betreffenden Zuschriften auch don den außerhalb der Verwaltungsstelle befindlichen, aber zu richten. dazu gehörigen Mitgliedern zu entrichten ist. Sodann gelangte ein Antrag zur Annahme, nach welchem Anträge auf Gehaltserhöhung für die Beamten vor Stattfinden der Generalversammlung zusammen mit den übrigen Anträgen zu veröffentlichen sind. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Monaten Gefängnis verurteilt wurde, erhob nachträglich die Hamburger Staatsanwaltschaft auch noch gegen Wabersky Anklage. Der Staatsanwalt beantragte auch gegen ihn vier Monate Gefängnis, das Gericht ließ es jedoch bei der mitgeteilten Festungshaft bewenden. -Genosse Wabersty, der verantwortliche Redakteur des„ Hamburger Echo" wurde am Donnerstag vom Landgericht Hamburg Zu den Bestimmungen der Gegenseitigkeits- Verträge wird ein wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Festungshaft verurteilt. Antrag von München angenommen, nach welchem die Mitglieder, Die Strafe wurde jedoch in eine Zusatzstrafe von sechs Wochen welche im Auslande ihre Beiträge in den fünf mit dem Central- Festungshaft umgewandelt, zusätzlich zu einer Strafe von drei verein der Bildhauer Deutschlands im Gegenseitigkeits- Vertrag Monaten Festungshaft, die Wabersky zur Zeit ebenfalls wegen stehenden Vereinen entrichtet haben, gleichberechtigt sind mit den vom Majestätsbeleidigung verbüßt. Auch diesesmal wurde das Delikt in Auslande zugereisten unterstützungsberechtigten Mitgliedern. Im einem Gedicht zu einer humoristischen Wochenplauderei gefunden, die Anschluß hieran erstattet Sch me y= Berlin den Bericht über die den Beginn des Venezuela- Konflikts behandelte. Die Hamburger Thätigkeit des internationalen Komitees, wobei derselbe namentlich Bolizei hatte zuerst in dem Gedicht nichts gefunden, als aber Geauf die Organisationsverhältnisse in Amerika, England, Frankreich nosse J. Borchardt von der Königsberger Volkszeitung", der das und Belgien hinwies und die Maßnahmen des Komitees schilderte. Gedicht abgedruckt hatte, wegen Majestätsbeleidigung zu vier Eine Diskussion über den Bericht findet nicht statt, doch wird ein Antrag beschlossen, nach welchem dem Hauptvorstande aufgegeben ist, für einen besseren Ausgleich der gegenseitig gewährten Unterstügungen an die Mitglieder zu sorgen und dafür einzutreten, daß den Mitgliedern der deutschen Organisation im Auslande bei der Zureise eine Unterstüßung gewährt wird. Nach kurzer Diskussion wird ein Antrag angenommen, daß solchen Kollegen, welche bisher einer verwandten Berufsorganisation angehören und bis zum 1. Juli 1904 zu dem Centralverein der Bildhauer übertreten, die seit dem 1. Oktober in der bisherigen Organisation bezahlten Beiträge bei den Karenzzeiten im Centralverein in Anrechnung gebracht werden. Bei der Festsetzung der Gehälter wird beschlossen, daß die bisher bezahlten Gehälter und Remunerationen auch für die nächste Geschäftsperiode in derselben Höhe bestehen bleiben. Ein Antrag, daß den Beamten des Vereins, welche der Unterſtügungsgenossenschaft der in den modernen Arbeiterorganisationon thätigen Beamten angehören, die Hälfte der Beiträge aus der Vereinskasse bezahlt werde, wird gegen eine erhebliche Minderheit angenommen, jedoch erklärten die in Betracht kommenden Beamten, auf diesen Zuschuß verzichten zu wollen. Bei der hierauf vorgenommen Neuwahl des - Wegen Beleidigung eines Fabrikanten wurde der Redakteur des Sächsischen Volksblatts", Genosse Jäckel in Zwickau, zu 75 M. Geldstrafe verurteilt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 27. September, vorm. 10, Uhr, in Kellers großem Festsaal, Koppenstr. 29:" Feier der Jugendweihe"( Nonfirmation). Festrede des Herrn Dr. Bruno Wille:„ Achtung vor dem Menschen." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrich- Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntagvormittag 10% Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über: Freies Denken und Jugenderziehung."" Damen und Herren haben freien Zutritt. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. JOOLOGISCHER Casino- Theater. Urania. ZCARTEN Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Von der Zugspitze Gr. Militär- Konzert. zum Watzmann. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panopticum Friedrichste 165. Lebend!! die zusammengewachseen Schwestern 20 Jahre alt. Violin Virtuooinnen! Central- Theater Abends 7, Uhr: 8um erstenmal: I Bruder Straubinger. Operette in 3 Aften von M. West und J. Schniker. Musik von E. Eysler. In Scene gesetzt von Dir. Ferenczy. Dirigent: Kapellmeister A. Peister. Carl Weiss- Theater. 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Tages- Ordnung: 1. Bericht über den Stand der Bewegung. 2. Diskussion und weitere Beschlußfassung. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 68/10 Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolierer. Heute abend 81%, Uhr, Weißensee, König- Chaussee 55: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über: Staats- und Selbsthilfe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Bericht über die Firma Hahn u. Mezzkow. Montag, den 28., abends 812 Uhr, Lichtenberg, Friedrich Karlstr. 11: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen W. Nitschke über: Die Bedeutung der Wahl zum preußischen Landtag. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheit und das Verhalten einiger Tischlermeister. Montag, den 28., abends 8 Uhr, im Süd- Osten, Admiralftr. 18c: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Gewerkschaftssekretärs Genoffen Link über: Das Unfallversicherungs- Gesez und seine Bedeutung für die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, obige Bersammlungen pünktlich zu besuchen. Mittwoch, den 30. September: Vorstandssitzung. Das 20 jährige Stiftungsfest findet am 3. Oftober in Kellers Festfälen, Koppenstr. 29, statt. Einlaßkarten a 25 Pf. find bei ben bekannten Kollegen zu haben. Der Vorstand. 147/9 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 27. September 1903, vormittags 10%, Uhr: Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins u. Umg. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4. Zages Drdnung: 122/6 1. Die Thätigkeit der Schlichtungskommission. Referent: Kollege C. Wiesenthal. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, den 27. September 1903, vormittags 10 Uhr, im Gesellschaftshaus Wedding", Müllerstraße 7: Versammlung der Hobler, Bohrer, Fraiser und Stoßer. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter Verband. Sonntag, 27. September, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15, Saal 7: Versammlung der Einsetzer Berlins u. Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Baukontrolle. 2. Branchen- Angelegenheiten. 3. Abrechnung vom Vergnügen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 87/18 Die Kommission. Die Adresse des Dbmann ist: D. Paries, Schwedenstr. 18 a. Sonntag, den 27. September, vormittags 9 Uhr: Berlin N. empfiehlt ihre vorzüglichen Biere aus bestem Malz und Hopfen hergestellt, als: Lager- Bier( goldgelb) Pilsener Bier( Specialität) Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Sehr Hofbräu( nach Münchener Art) and gearbeitet. Gebr fefte Stapp. in Gebinden und flafchen. If in Beim Quartalswechsel zum Abonnement empfohlen. 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Drud und Verlag: Borwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 225. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 26. September 1903. Die Parteigenofsinnen Berlins Braun, Göhre, Heine, Borchardt, Berthold und Genossen flarzu- so lange die Benutzung der Wagen der Omnibusmachen, daß die Mitarbeiterschaft an bürgerlichen Blättern, welche Gesellschaft meiden, bis annehmbare Vereinbarungen zwischen gehässige oder hämische Angriffe gegen die Partei enthalten, eines beiden Parteien getroffen find." nahmen am Donnerstag in einer von ihrer Vertrauensperson ein- Genossen unwürdig ist. Nachdem der Parteitag mit ungeheurer Nachdem noch mitgeteilt wurde, daß sich die Zahl der Streikenden berufenen Volksversammlung unter anderm auch den Bericht ihrer Mehrheit die Ansicht des Parteivorstandes gebilligt hat, hoffen die trotz des Abfalls einiger Angstmeier nicht verkleinert habe, beschloß Delegiertinnen vom Parteitag entgegen. Versammelten, daß die Parteigenossen den Parteitagsbeschluß die Versammlung einstimmig, noch heute die Vermittelung Zunächst erstatteten die Vertrauenspersonen, Genoffinnen Bauschte in allen Orten zur Durchführung bringen gegen die des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts und Wengels, ihre Rechenschaftsberichte. Genoffin Bauschte Butviderhandelnden im Sinne des Beschlusses vorgehen. Die Ver- weds Beilegung des Streits anzurufen. nahm ein 501,45 M. und gab aus 488,45 M. Genossin engels fammlung verurteilt, daß auf dem Parteitag, ohne vorherige Vernahm als Vertrauensperson 704,82 M. ein, wovon noch ein Rest von ständigung der Organisationen, alte Vorkommnisse gegen den Ge3,68 M. vorhanden ist. Der Frauen- Wahlverein, dem die Hauptthätigkeit noſſen Mehring vorgebracht sind, und nicht um der Partei zu dienen, Berliner Partei- Angelegenheiten. beider Vertrauenspersonen gewidmet war, hatte 988 Mitglieder und eine sondern um sich zu rächen, weil Genosse Mehring die die Einnahme von 588,78 M., der eine gleich große Ausgabe gegenübersteht. Partei schädigende Mitarbeit von Genossen an der Zukunft" Erster Wahlkreis! Sonntagmittag 2 Uhr findet eine VorVon dieser Summe wurden 300 M. dem Parteivorstand und ca. 50 m. fritisiert hat. Die Versammlung, hofft, daß die zuständigen stellung in der Urania statt. Zur Aufführung gelangt„ Von der der weiblichen Vertrauensperson überwiesen. Genoffin Wengels Instanzen diesen Versuch, die freie Meinungsäußerung durch Zugspiße zum Wazmann". Billets find noch bei Weihnacht, Grünberwies weiter auf die Bekanntgabe des Wahltermins für die persönliche Verdächtigungen zu beeinträchtigen, zurückweisen und straße 21, und am Sonntag von 1 Uhr ab in der Urania, TaubenLandtagswahlen und empfahl, jetzt wieder einen socialdemokratischen ferner untersuchen, ob diesem Vorgehen auch geschäftliche Motive zu straße, zum Preise von 60 Pf. zu haben. Frauen- Wahlverein zu gründen, und zwar sogleich, um das winzige Grunde liegen. Es hoffen die Versammelten, daß die Beschlüsse politische Recht, das das Vereinsgesetz für die Zeit der Wahlen den des Parteitages dazu führen, daß die sogenannten Revisionisten ihr Nachdem die Verhalten diesen Beschlüssen entsprechend einrichten." " 1 " stellung der Adressen der Stadtverordneten- Wähler statt. Die ParteiSchöneberg. Morgen Sonntag, früh 8 Uhr, findet die Festgenossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Treffpunkt für die Mitglieder des 1., 2. und 3. Bezirks bei Schilling, Kyffhäuserstr. 16; 4. und 5. Bezirk bei Döring, Merseburgerstr. 7; 6. und 7. Bezirk bei Reimer, Hohenfriedbergstr. 26; 8. Bezirk bei offmann, Cherusterstr. 16; 9. und 10. Bezirk bei Moll, Sponholzstr. 34. Frauen lasse, gründlich ausgenutzt werde. Revisorinnen gesprochen, wurde gemäß ihrem Antrage einstimmig den Vertrauenspersonen Decharge erteilt. Zu VertrauensZum Streik der Omnibus- Angestellten. personen neu wurden gewählt die Genossinnen Wulf, Bauschke, Wengels und Luz. Dann beschloß man Ein eigenartiger Anblick bietet sich gegenwärtig dem Bublikum Ein eigenartiger Anblick bietet sich gegenwärtig dem Publikum die Gründung eines Frauen- Wahlvereins zur in den Straßen. Es ist, als wenn die Omnibus- Gesellschaft eine Agitation für die preußischen Landtagswahlen. öffentliche Maskerade ihrer dienstbaren Geister veranstaltet hätte. Als Statut wurden die Sagungen des verflossenen Wahlvereins Die ihr treu gebliebenen alten Rutscher und Schaffner haben zwar Schöneberg. Dienstag: Versammlung des Wahlvereins bei genommen, nur daß das Wort„ Reichstagswahlen" ersetzt worden ihren äußeren Menschen nicht verändert, sie fahren in der gewohnten Obst, Meiningerstraße 8. Tagesordnung: Berichterstattung vom ist durch„ Landtagswahlen". Als Vorstand fungieren die weiblichen Uniform". Dagegen machen die neu engagierten Arbeitswilligen" Parteitag. Vertrauenspersonen. in ihrer Kostümierung einen bisweilen geradezu furiosen Eindruck. Alt- Glienecke. Der Wahlverein hält heute abend bei Saß seine Ueber die Brandenburger Provinzial- Konferenz Die einen sehen in den Kutscherröcken aus wie neu eingekleidete Generalversammlung ab. Die reichhaltige Tagesordnung berichtete die Genoffin Bahr, welche zu den polizeilich exekutierten Rekruten, die andren müssen wegen Mangel an" Uniformen" in fordert die Anwesenheit jedes Parteigenossen. Die Broschüre über Delegiertinnen gehörte und den Verhandlungen im Segment", auf" Civilkleidung" fahren. Einige haben merkwürdig figende Lackhüte die preußischen Landtagswahlen wird unentgeltlich verteilt. der Galerie, beigewohnt und, wie sie sagte, innerlich mit abgestimmt auf den Köpfen, andre wieder große Schirmmützen. Um das Bild habe. Aus der Rechtlosmachung der Frauen, wie sie dort wieder der lieblichen Buntscheckigkeit noch vollständiger zu machen, tragen verbreitung. Treffpunkt der Genossen für Treptow: KiefholzTreptow- Baumschulenweg. Sonntag früh 8 Uhr: Flugblatt. praktiziert sei, werde ihre Bewegung zur Erkämpfung gleichen Rechtes die„ Civilisten" breite Binden am Arm, und zwar die für alle Menschen neue Nahrung ziehen. Kutscher gelbe die Schaffner weiße. straße 6 bei Beck, Neue Krug- Allee bei Weinhold; für Baumschulen So sind diese Herren weg: Baumschulenſtr. 84/85 bei Staffeld. Ueber den Dresdener Parteitag erstattete Genoffin Ottilie Arbeitswilligen" wenigstens gleich äußerlich gekennzeichnet. Baader Bericht. Ihr Urteil faßte fie dahin zusammen: Es sei welche Anstrengungen die Gesellschaft macht, um täglich den nötigen Die Genossen in Treptow errichten am 1. Oktober eine Partei allerdings manches derbe Wort gesprochen worden. Personen habe Ersatz für die Streifenden zu beschaffen täglich muß dies schon spedition. Die Parteigenossen und Abonnenten, welche bisher man angegriffen und Angriffe hätten zurückgewiesen werden müssen. geschehen, weil eine große Zahl der Arbeitswilligen gleich wieder den Vorwärts" und sonstige Barteilitteratur von Privatſpediteuren Aber wenn es auch lebhaft zugegangen sei, wenn auch die Meinungen aufhört, wenn sie die Annehmlichkeiten des Omnibusdienstes einen bezogen haben, werden ersucht, ſchon jetzt Beſtellungen beim Spediteur aufeinander plazten, so wäre doch die gründliche Erledigung der Tag lang durchkostet haben davon zeugen die Plakate an den R. Boigt, Treptow, Elsenstr. 37, vorn 3 Tr. links, aufzugeben. behandelten Angelegenheiten eine notwendige gewesen. Einzelne Anschlagsäulen und die stets neuen Gesichter auf den Kutscherböcken. Schmargendorf. Am Sonntag findet am Ort und außerhalb Personen hätten die sachlich geführte Diskussion erst aufs persönliche Alt und jung sind aus den Herbergen und dem Asyl für Obdachlose desselben eine Flugblatt- Verbreitung statt. Da der zu belegende Gebiet hinübergezerrt. Das Facit des ganzen Parteitages herausgeholt. Neben hohlwangigen bärtigen Greisengestalten sieht Bezirk groß ist, werden die Genossen gebeten, sich zahlreich und sei aber doch, daß er etwas geleistet habe, und zivar habe er man junge Burschen von 16, 17 Jahren als Roffelenter thätig. Die pünktlich um 7 Uhr im Wirtshaus Schmargendorf" einzufinden. Klarheit geschaffen in Fragen, über die Meinungsverschiedenheiten Gesellschaft, sich des Wertes dieser Elemente wohl bewußt, Wahlvereinsmitglieder können die Aronssche Broschüre: bestanden. Rednerin ging dann näher auf die Debatte über Mit- hat sich denn auch an Berufsarbeiter um Hilfskräfte gewandt, so an preußischen Landtagswahlen" unentgeltlich entgegennehmen. arbeit an bürgerlichen Blättern ein und vertrat lebhaft den Stand- den Verein der Hausdiener, den Verein der Droschkenfutscher und an punkt, der in den vom Parteivorstand aufgestellten und vom Parteitag den Verein der Brauerei- Arbeiter und Kutscher. Jedoch, wie nicht gebilligten Grundsäßen zum Ausdruck kommt. Auch die Stellung- anders zu erwarten, lehnten diese es ohne weiteres ab, der Berliner nahme des Parteitags in der Frage des" Revisionismus", der Vice- Omnibus- Gesellschaft Streitbrecher zu stellen, ja es wurden ihren präsidenten- Frage 2c. billigte Rednerin im vollen Umfange, wobei sie Vertretern derartig deutliche Antworten gegeben, daß sie dort ihr sich gegen die Anschauungen Bernsteins und seiner Anhänger scharf Heil wohl sobald nicht wieder versuchen dürften. ausließ. Dies oder jene Wort, meinte Genoffin Baader zum Schluß, hätte ja gut wegbleiben können bei den Verhandlungen; im großen ganzen aber könne man sehr zufrieden sein, denn der Parteitag habe gewirkt wie ein reinigendes Gewitter. Auch sei es eine nicht hoch genug zu schäßende praktische Arbeit, wenn Klarheit geschaffen wurde darüber, daß die Partei bei ihrem bewährten Klassenkampf- Standpunkt beharren wolle und müsse.( Beifall.) Genoffin Ihrer vervollständigte den Bericht noch, indem sie Sesonders die von den Frauen dem Parteitage unterbreiteten Anträge behandelte, insbesondere auch die über das Stimmrecht und den Arbeiterinnenschutz. Was die Landtagswahlen angehe, so habe ja die Konferenz beschlossen, daß die Mittel von den Genossen des Landes selber aufzubringen feien. Selbstverständlich werde es Aufgabe der Frauen sein, in ihrem Wahlverein kräftig dabei zu helfen. 4 Lokales. Zuchthauskandidaten. Die und Ein Leichenzug bewegt sich durch die Straßen der Stadt. Wohl Die Direktion sucht es in der Deffentlichkeit so darzustellen, als thue der Streit ihrem Unternehmen feinen nennenswerten Abbruch. an tausend Personen zu Fuß, dazu etwa ein Dußend Wagen, kurz Sie hält die Bewegung der Angestellten nach bekannten Muſtern ein Bild, wie es in der Zweimillionenstadt das Jahr hindurch sich lediglich für eine„ Irreführung" derselben durch den Transport- nicht eben selten zeigt. Ruhig, im üblichen langsamen Marsch gehen arbeiter- Verband und hat in einem Ulas die Streifenden auf die Leidtragenden ihres Weges, durch belebte und unbelebte Stadt gefordert, sofort wieder zur Arbeit zurückzukehren, widrigenfalls diese viertel und niemand kümmert sich um sie. In Schöneberg, wo die ,, weder jetzt noch fünftighin" jemals wieder eingestellt würden. Leiche aufgebahrt wird, sind zwar einige Schuhleute zur Stelle, doch Einige Schaffner hatten sich durch diese Bekanntmachung auch that walten diese in gemessenen Amtes Formen ihres fächlich einschüchtern lassen und meldeten sich in der Usedomstraße forgen dafür, daß die Aufstellung des Zuges durch den reumütig wieder zum Dienst. Doch fie wurden abgewiesen mit dem Bemerken, sie möchten erst die nötigen Kutscher beschaffen, dann Wagenverkehr nicht gehindert wird. Dann geht es durch Berlin, tönnten auch sie wieder Beschäftigung erhalten. In der Bekannt ein Ort, der ja wohl zur Sicherung der Einwohnerschaft in gut machung heißt es dann noch:" In dankenswerter Weise hat die hundert Polizeireviere eingeteilt ist. Ueber alle thront das PolizeiPolizei dafür gesorgt, daß die Arbeitswilligen in feiner Weise bei präsidium. Vielleicht ein Dutzend dieser Reviere wird von dem Genoffin Heidemann betonte in der Diskussion, sich gegen der Aufnahme des Betriebs heute früh gestört worden sind." Nun, Leichenzug in würdiger Ordnung durchschritten und in würdiger ben Revisionismus wendend, daß die Partei nicht Leute dulden das Verhalten der Polizei ist ja ein ähnliches wie bei allen Streifs, Ordnung ist der Zug allmählich in der Nähe des Friedhofes an könne, die einen Weg beschritten, welcher zur Verwischung des in diesem Falle ist es aber noch besonders bemerkenswert. gelangt, ohne daß irgend ein Zwischenfall eingetreten wäre. Wie Klaffentampfes führe. Frau Gubela ist mit der geschaffenen Sie läßt nämlich die Streifbrecher ungehindert ohne Fahr= Klärung einverstanden, wünscht aber das Persönliche mehr zurück- fche in fahren, während sonst jeder Lenter eines öffentlichen Fuhr- follte dies auch geschehen? Die Leidtragenden sind ordentliche Leute, gedämmt.- Genoffin Wengels verlas ein Cirkular, das zweds werks einen solchen haben muß. Als am Donnerstag eine Depu- zumeist Arbeiter, die in politischer und gewerkschaftlicher Schulung Erwerbung von Inferenten für die vom Genossen Heinrich Braun neu tation der Streifenden dieserhalb auf dem Polizeipräsidium vorstellig Disciplin gelernt haben und die durchaus wissen, was sie der Ehre herausgegebene Zeitschrift:" Die Neue Gesellschaft, socialdemokratische wurde, bekam sie zur Antwort, dies geschehe nicht im Interesse der des Toten, den sie zur letzten Ruhestätte geleiten, schuldig sind. Wochenschrift", versandt worden ist. Die Empfehlung der Insertion Gesellschaft, sondern lediglich im Interesse des Publikums, damit und ebenso ist die Bevölkerung der Reichshauptstadt im ganzen in der Neuen Gesellschaft" verweist u. a. auf das starke Wachstum dieses nach wie vor in den Omnibussen befördert werden könne. fultiviert genug, als daß zu befürchten wäre, irgend eine Menschender Socialdemokratie, barauf, daß die ersten Nummern in einer sehr hätte die Polizeibehörde, so hieß es weiter, zu Ungunsten der gruppe könnte sich gegen den Trauerzug eine Unziemlichkeit erlauben. Da starten Auflage herauskommen werden und das Blatt in die Hände Streifenden eingreifen wollen, so wäre es ihr ja ein leichtes ge- geschieht plöglich etwas Entsetzliches. Ein Bolizeilieutenant drängt sich an von großen Massen bessergestellter Arbeiter gelange. Frau Wengels wesen, diesen ihre Fahrscheine abzufordern, weil sie kontrattbrüchig den bis dahin von allem Ungemach verschont gebliebenen Kondutt und übte schärffte Kritik daran und meinte, die hier gemachte Reklame geworden feien. Da man dies aber nicht thue, so sei das doch laffe die des„ Lokal- Anzeigers" und der„ Morgenpost" noch hinter sich. ein Beweis dafür, daß die Behörde nur nach den Brincipien aus- stellt im barschen Tone an einige der Kranzträger das Verlangen, Man solle die„ Neue Zeit" und die„ Gleichheit" lesen und dem neuen gleichender Gerechtigkeit handele. Die Deputation jedoch schien nur daß sie die Schleifen von den Kränzen abnehmen sollen. Warum? Blatt den Rüden kehren. Im gleichen Sinne sprach Genoffin ut. wenig Verständnis für diese ausgleichende Gerechtigkeit zu empfinden, Der in föniglich preußischen Diensten stehende Mann kann die Farbe Darauf verteidigte Buchhändler& i chenberg, der sich als Angestellter fie bot bereitwilligst der Polizeibehörde die Auslieferung der eignen der Schleifen nicht leiden, gegen die bis dahin kein einziger SchutzHeinrich Brauns vorstellte, den Genossen Braun und die Zeitschrift, Fahrscheine an, wenn dafür gesorgt würde, daß die Streifbrecher mann im großen Berlin etwas einzuwenden hatte. Selbstverständlich deren erste Nummer noch nicht erschienen ist. Er, Redner, sei der ohne solche nicht weiter fahren dürften. Doch auf diesen sind die Leidtragenden über diese unmotivierte Störung aufs höchste Verfasser des Cirkulars, also der Schuldige. Er halte es indessen Vorschlag ging das Polizeipräsidium nicht ein. Es muß nun aller- empört und ebenso selbstverständlich fällt es keinem der Kranzträger für selbstverständlich, wenn man in einer Insertionsaufforderung die dings recht eigenartig berühren, wenn man die Nachsicht der Polizei ein, das Verlangen des Beamten zu erfüllen. Da tauchen unter Vorzüge des Organs hervorhebe. Weiter sei hier auch nichts ge- der Omnibus- Gesellschaft und deren Streifbrechern gegenüber mit schehen. Uebrigens müsse man doch erst das Herauskommen der der gegen die Droschkentutscher wegen einer etwaigen Nichtinne- der Führung des Lieutenants ein Dußend Schußleute auf, Zeitschrift abwarten, sehen wie sie sei, ehe man Dr. Braun und sein haltung der behördlichen Fahrbestimmungen geübten Strenge ver- stürzen sich auf die Kranzträger, zerren und stoßen sie, und die LeidBlatt totschlage. gleicht. tragenden sind wie mit einem Schlage aus ihrer Weihestimmung Stadthagen machte dagegen geltend, daß Aehnliches, wie Diese Auffassung tam auch in der gestrigen Versammlung der herausgeriffen, alles schaut empört und entsetzt auf und es bietet sich diefe Reklame, noch nicht vorgekommen sei. Es werde versucht, rein Streifenden sehr deutlich zum Durchbruch durch Annahme folgender ein Wirrwar, der das schlimmste befürchten läßt. persönliche Intereffen auf Kosten der Partei in der schmutzigsten Resolution: Wie nun, wenn unter den tausend und noch mehr Personen verWeise geltend zu machen. Man nehme sich heraus, von einer neuen Die versammelten streifenden Omnibus- Angestellten sprechen ihr schiedenen Temperaments, aus denen der Trauerzug zusammengesett focialdemokratischen Zeitschrift zu sprechen. Darunter verstehe aber lebhaftes Bedauern darüber aus, daß das kal. Polizeipräsidium es ist, einige wenige sich finden, denen es an der übermenschlichen der Arbeiter ein von den zuständigen Partei- Instanzen gutgeheißenes gestattet, daß Leute ohne Fahrschein, auf dessen Erlangung manche iſt, einige wenige sich finden, denen es an der übermenschlichen Organ. Ein solches sei die„ Neue Gesellschaft" nicht. Sie fei ein der Anwesenden wohl ein Vierteljahr lang warten mußten, heute Selbstbeherrschung, die in diesem kritischen Augenblick von ihnen vers Privatunternehmen und gegründet, obwohl auf Parteitagen 2c. stets als Streifbrecher den Angestellten in den Rücken fallen dürfen. Die langt wird, gebricht, wenn sie, empört über das unerwartete Unselbst vor Neugründungen direkter Partei- Organe gewarnt werde. Ausständigen sind der Ueberzeugung, daß diese Maßnahme nur im gemach, das ihnen und ihren Gefährten widerfahren, in mur zu er Am schärfsten zu verurteilen feien die, welche, was der Partei zu Interesse der Omnibus- Gesellschaft, nicht aber, wie angegeben, im flärlicher Aufregung Gewalt mit Gewalt erwidern? Was geschieht stehe, zu persönlichen Zwecken in Anspruch nähmen. Man solle Interesse des verkehrenden Publikums liegen kann, da durch die dann? Wird dann ihre Abwehr von den Leuten, denen ihr Schicknicht die Ehre der Partei besudeln lassen durch die schändlichste Unkenntnis und Unsicherheit der Streifbrecher im Fahren bei der fal überantwortet ist, gebührend gewürdigt, wird dann an dem Reklame, die deshalb unter der des„ Lokal- Anzeigers" stehe, weil es Ausübung des gefahr und verantwortungsvollen Berufs als Beamten die Sühne vollzogen, die der Gerechtigkeitssinn der Trauerteinem Unternehmer einfallen werde, eine Partei seinen Zweden Kutscher Leben und Gesundheit des Publikums in hohem Maße ge- gemeinde zu fordern sich berechtigt glaubt? dienstbar zu machen. fährdet wird." Eichenberg trat Stadthagen entgegen, bestritt, daß die Partei Das Publikum scheint sich von ganz ähnlichen Erwägungen leiten Dnein, eine ganz andre Tragödie entrollt sich nach solchem hter persönlichen Interessen nutzbar gemacht werden solle, und er zu lassen, denn die Omnibusse werden gegenwärtig auch nicht an- Ereignis im Polizeistaat Preußen. Die Leidtragenden sind es, die flärte, er müsse sich energisch die Niederträchtigkeit verbitten, die in nähernd so start frequentiert wie vor dem Streit. Zu den ungeübten dann gepackt werden. Es giebt ein qualvolles Prozeßverfahren mit der beweislosen Behauptung Stadthagens liege, es fei mit streifbrechenden Kutschern kann das Publikum selbstverständlich kein Untersuchungshaft; nach Wochen oder Monaten ist Gerichtsverhandder Gründung beabsichtigt, einen Keil in die Arbeiterschaft zu treiben. Butrauen haben, dagegen wird den Streikenden allgemein starke lung und ein Staatsanwalt beweist in schmetternder Rede, daß die Stadthagen blieb bei seinem Standpunkt und meinte, es Sympathie ausgedrückt, was sich besonders an den Haltestellen der Angeklagten zu den Verworfenen gehören, da sie sich des Widers wäre gut gewesen, wenn sich Braun das von seinem Angestellten Omnibusse beobachten läßt. Häufig hört man die Worte:" Die Ge standes und des Aufruhrs schuldig gemacht haben. Die bürgerliche verfaßte und versandte Cirkular durchgelesen hätte; den In- sellschaft verläßt sich auf die Gutmütigkeit des Publikums und Justiz verurteilt sie zu Gefängnis und Zuchthaus. Zwanzig oder halt hätte Braun wohl schwerlich gebilligt. Eine Kampf- bezahlt ihre Angestellten nur deshalb so niedrig, damit wir den partei müsse geschlossen sein. Mit Recht sei vor der neuen Zeitschrift armen Leuten mit Trinkgeldern aufhelfen sollen". Um nun das dreißig ehrenhafte Männer, die sich bis dahin nicht das geringste gewarnt worden. Genosse Daj a verglich Stadthagen mit einem Publikum in seiner Gesamtheit noch mehr als bisher auf den Streit haben zu Schulden kommen lassen, die eine Minute vor dem entOberstaatsanwalt, der wegen einer kleinlichen Sache gehässig vorgehe. aufmerksam zu machen, beschloß die Versammlung ein Flugblatt zu feglichen Ereignis an alles andre, nur nicht daran gedacht haben, Redner bemängelte auch, was man auf dem Parteitag und in der verbreiten, in dem die Ursache des Streits sowie die elende Lage der ein Verbrechen zu begehen, sigen dann hinter Kerkermauern und Versammlung bei der Berichterstattung über die Akademiker und Omnibus- Angestellten largelegt werden sollen. Ebenfalls wurde noch sind mit Weib und Kind für ihr Leben unglücklich gemacht. Intellektuellen gesagt habe. nachstehende Resolution angenommen: Es ist am Donnerstag nicht dahin gekommen. Die Männer Klara Bettin legte dar, daß eine Feindschaft gegen die Die Streitenden bedauern, daß es leider noch so viele Kollegen und Frauen, die bei der Beerdigung ihres Parteigenossen Meiling Akademiker als solche nicht zu Tage getreten sei, und charakterisierte und sonstige Arbeiter giebt, die sich dafür hergeben, Streitbrecher von einem Bolizeilieutenant attackiert wurden, haben die Belastungsnäher, worum es sich gehandelt habe.- Folgende Resolution wurde dienste zu leisten. Die Ausständigen sehen in dieser bedauerlichen Folgende Resolution wurde dienste zu leisten. Die Ausständigen sehen in dieser bedauerlichen einstimmig angenommen: Thatsache nur ein langes Hinziehen des Streits und wenden sich probe überstanden, und daß kein namenloses Unglück geschehen ist, " Die Versammelten erklären sich mit den Beschlüssen des Partei- deshalb an das Publikum und besonders an die organis das haben Staat und Gesellschaft der socialdemokratischen Schulung tages einverstanden. Sie bedauern es im Parteiintereffe, daß es fierte Arbeiterschaft mit der dringenden Bitte, fie im zu verdanken, durch die die Arbeiterschaft gestählt ist, auch in erft einer 2tägigen Debatte bedurfte, um den Beschwerdeführern Stampfe um ihre gerechten Forderungen zu unterstügen, indem sie schlimmster Lage den Kopf oben zu behalten. Werden aber die Personen, die an höherer Stelle die Ordnung| der einen Teil des Anhalter Vorortverkehrs aufgenommen hat, mit| Stadtwerdung durch die Einstellung eines besoldeten Schöffen nicht berührt wird. bon heute amtlich zu hüten haben, aus dem vorgestrigen Ereignis 2,22 Millionen( gegen 1,42 Millionen). Das von den Bolzeschen Erben erworbene eine Lehre ziehen? der Nähe des Ringbahnhofes Wir und mit uns die Berliner Be- Der Eisenbahnweg über Sibirien wird am fünftigen Erſten für Gemeindegrundstück in der Nähe völkerung sind ja manches gewohnt geworden und haben den internationalen Boftverkehr eröffnet und zur Beförderung von Schmargendorf soll entgegen der ursprünglichen Absicht nicht ver längst den letzten Rest von Optimismus zum alten Eisen Brieffendungen aller Art aus Deutschland nach China( ausschließlich pachtet, sondern zum Teil als Stätteplatz benutzt, im wesentlichen aber zu einem Kinderspielplatz hergerichtet werden. Den übrigen geworfen. Wir erwarten, wie gesagt, nicht im geringsten, daß von des südlichen Teiles), Kiautschou, Japan( ausschließlich Formosa) und Teil des Plages wird der Gemeindevorstand an Beamte und der Behörde etwas geschieht, was die attackierten Leidtragenden ver- Korea benutzt werden. Dadurch wird eine wöchentlich viermalige Arbeiter, die im Dienste der Gemeinde stehen, als Laubenland versöhnen, ihnen eine eklatante Genugthuung bereiten könnte. Aber Verbindung geschaffen nach Peking, Tientsin, Tongfu und Tschifu eine die Frage sollte man sich auf dem Mexanderplatz und auch im erste Poſt wird über Sibirien von Berlin am 30. d. M. abgehen. daß die Tagesstunde für die Vornahme der Urwahlen zum Landtag wöchentlich mindestens einmalige nach Shanghai und Japan. Die pachten. In nicht öffentlicher Sigung gab der Gemeindevorsteher auf eine von focialdemokratischer Seite gestellte Anfrage die Zusage, Ministerium vorlegen, ob der Polizeilieutenant, der in der ge- Die Absendung erfolgt täglich, die Beförderungsdauer beträgt von schilderten Weise gegen den Leichenzug vorgegangen ist, denn wirklich hier bis Beling 2c. 20 bis 22 Tage, bis Shanghai 2c. 22 bis möglichst günstig angesetzt werden soll. die Fähigkeit hat, einem Revier vorzustehen. Eine Erörterung dieser 28 Tage. Der Märkische Hiesel", wie der wegen seiner zahlreichen Frage gebietet schon vom polizeitechnischen Standpunkt aus weniger Feuerbericht. Am Freitag wurde die Feuerwehr wegen eines Räubereien 2c. weithin bekannt gewordene Gärtner Franz Pfuhl die Rücksicht auf das Empfinden der Leidtragenden und der Be- größeren Kellerbrandes nach der Görligerstr. 68 gerufen. Dort genannt wird, wird sich im Oktober d. J. wiederum vor dem Potsvölkerung im großen ganzen Faktoren, die im Polizeistaat ja erst brannten Vorräte an Holzwolle, Scheuerrohr u. a. in großer damer Schwurgericht wegen versuchten Mordes zu verantworten in letter Reihe in Betracht kommen als das Interesse am An- Ausdehnung, so daß tüchtig Wasser gegeben werden mußte, um die haben. Er steht unter der Anklage, im Jahre 1899 versucht zu fehen der Behörde selber. Es giebt selbst im Polizeistaat keine ge- Flammen zu löschen und die Gefahr für das Haus und seine Be- haben, den Geh. Regierungsrat Jsenbarth aus Berlin in seiner einsam setzliche Möglichkeit, Leidtragenden zu verbieten, mit einem Kranze wohner beseitigen. In der Waldemarstr. 29 hatte die Feuerwehr am Stolpersee zu Neubabelsberg belegenen Villa zu erschießen, als auf dem dritten Hofe mit der Löschung eines Dachstuhlbrandes zu dieser eines Abends die Fenster schloß. Geh. Regierungsrat Jienhinter dem Sarge herzugehen, und ebenso fehlt die gesetz- thun, der im rechten Seitenflügel ausgekommen war. Ferner erfolgte barth wurde durch den auf ihn aus der Dunkelheit von außen abliche Handhabe, Leidtragenden wegen der Farbe der etwa wieder einmal ein Alarm nach der Simeonstr. 11, wo die Feuer- gegebenen Schuß am Arm verlegt. Lange Zeit hatten die am Kranz befestigten Schleife Vorschriften zu machen. Das wehr schon so oft tüchtig zu thun gehabt hat. Diesmal waren Nachforschungen nach dem ruchlosen Thäter feinen Erfolg, bis man mag man im Polizeipräsidium endlich eingesehen haben, weil aber die Feuerwehrmänner, die sich schon auf harte Arbeit schließlich Pfuhl wegen verschiedener räuberischer Ueberfälle festnahm, anders die Beamten doch wohl gleich bei Beginn des Zuges gegen gefaßt gemacht hatten, angenehm enttäuscht. Es handelte von denen die Blutthat gegen den Neuendorfer Schüßenhaus- Wirt die roten Kranzschleifen ihre Kräfte in Bewegung gesezt haben sich nur um einen Schornsteinbrand. Vor dem Hause Schöneberger Siegmund die abscheulichste war. Nun verdichteten sich die Verdachtswürden. Wie aber ist es zu rechtfertigen, daß aus dem Handgelenk Ufer 1-5 war ein elektrischer Straßenbahnwagen mit einem schweren momente gegen Pfuhl immer mehr, zumal er der Isenbarthschen heraus der Vorsteher irgend eines Polizeireviers die Attacke unter- Arbeitswagen zusammengestoßen. Das Verkehrshindernis wurde von Villa schon früher nächtliche Besuche abgestattet hatte, wobei er der Feuerwehr bald beseitigt. Wohnungsbrände u. a. wurden aus Diebstähle ausführte und die Villa in Brand setzte. Wegen aller nimmt, daß durch sein Vorgehen Duzende, Hunderte braver Männer der Butbuserstr. 37, Kastanien- Allee 54, Lychenerstraße u. a. Drten dieser Straftaten ist Pfuhl schon abgeurteilt. Er verbüßt jetzt in in die Lage kommen, in einem kritischen Augenblick zu ZuchthausBrandenburg a. H. eine lebenslängliche und außerdem eine fünfzehns Kandidaten zu werden? Liegt es wirklich im Interesse des Staates, jährige Zuchthausstrafe, so daß er wegen des Mordversuchs weiter dem Manne zu solchem Thun noch ferner die Möglichkeit zu lassen? keine Erhöhung der Strafe erhalten kann. gemeldet. Der neue Botanische Garten in Dahlem ist am Sonntag, den 27. d. M., bon 2 Uhr nachmittags bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet. An diesem Tage wird auch das im unteren Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, Teile des Gartens gelegene fleine Solonial- Pflanzenhaus, in welchem die Stadtverordneten- Wahlen auf den 27., 28. und 30. November die wichtigsten Nuhpflanzen unsrer Kolonien ausgestellt sind, dem die Stadtverordneten- Wahlen auf den 27., 28. und 30. November Publitum zugänglich sein. Kindern unter 10 Jahren ist der Zutritt dieses Jahres( Freitag, Sonnabend und Montag) anzuberaumen. nicht gestattet, auch ist das Betreten der Baupläze verboten. Kinder im Alter von 10-14 Jahren dürfen nur in Begleitung von je einem Erwachsenen den Garten betreten. Ruhme des 〃 " = Hus den Nachbarorten. Schmargendorf. Eine Neuregelung der Sonntagsruhe ist bors genommen worden. Vom 1. Oktober d. J. ab wird die sonntägliche Betriebszeit im Handelsgewerbe für den Amtsbezirk Schmargendorf auf die Zeit von 7-10 Uhr vormittags und von 12-2 Uhr nachmittags festgesetzt. Die Einladung zur Teilnahme an der Enthüllung des Richard Aus Neu- Weißensee erhalten wir folgende Zuschrift: Auf der Wagner- Denkmals ist sowohl vom Magistrat wie von der Stadtalten Bumpstation in der Gürtelstraße herrschen geradezu lebenss berordneten- Versammlung fast einstimmig abgelehnt worden. Also Theater. Das Schiller- Theater bereitet neben Ibsens gefährliche Zustände, welche troß mehrfacher Anregungen in der auch diesen Wermutskelch muß der Herr Schminkefabrikant Leichner Stüßen der Gesellschaft" die Erstaufführung von Arthur Fitgers Gemeindevertretung immer noch nicht beseitigt sind. Wan denke sich Leeren. Maßgebend für die ablehnende Haltung der Berliner füngstem Drama San Marcos Tochter" vor, das Anfang einen Blag umgeben von einem baufälligen Zaun, der von der lieben städtischen Behörden war in erster Linie die Erwägung, daß es sich Oktober im Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) in Scene gehen Jugend mit großer Leichtigkeit überstiegen wird. Inmitten dieses bei den bevorstehenden Festlichkeiten um die rein private An- wird. Im Luisen Theater geht nächsten Donnerstag erft- Plages steht eine alte Hütte, das frühere Maschinenhaus, daneben gelegenheit eines Berliner Großindustriellen handele. Nicht zum malig„ Krieg im Frieden" von G. v. Moser und Fr. v. Schönthan befindet sich das mehrere Meter tiefe Sammelbassin, der Boden bes größten Dichterkomponisten unsrer Zeit werde in Scene. Sonntagnachmittag steht 100 000 Thaler", abends„ Die deckt mit Unrat und Jauche. Durchquert wird das Baffin von einem das Fest gefeiert. Sollten aber die Beranstaltungen nur Jungfrau von Drleans" auf dem Repertoire. eisernen Träger. Auf diesem Träger probiert nun die Jugend die dazu dienen, das Ansehen eines Einzelnen in den Augen waghalsigsten Leistungen. Bei den jezigen Straßenregulierungen Der Künstlerisch gebildeten Welt zu heben, so falle für wird so viel Erde abgefahren, daß das lebensgefährliche Loch mit die städtischen Behörden die Notwendigkeit fort, diesem Zwecke durch einer Anzahl Fuhren ausgefüllt werden kann. Oder soll erst ein eine offizielle Vertretung förderlich zu sein. Sie hätten um so Die Nixdorfer Stadtverordneten- Versammlung beschloß in ihrer Unglück geschehen? weniger Anlaß, den Feierlichkeiten beizuwohnen, als selbst die eignen letzten Sitzung die Einführung der vom Magistrat vorgeschlagenen Familienangehörigen Richard Wagners und die hervorragendsten Kurse für Kinder, die mit Sprachfehlern behaftet sind. Sie gießerei von Dscar Gladenbed zu Friedrichshagen, Sees Ein Dachstuhlbrand entstand gestern nacht in der Bronzekunft Musiker ihre Teilnahme mit unzweideutigen Worten abgelehnt haben. stimmte auch dem Vorschlage zu, die Marktzeit für die Wochenstraße 121. Das oberste Geschoß des neuen vierstöckigen FabrikIm übrigen aber sei die Wagner- Feier kein Fest der Stadt Berlin; märkte in der Zeit vom 1. April bis 30. September auf 8 Uhr gebäudes war gegen 1 Uhr in Brand geraten: die dort lagernden denn das Terrain, auf dem die Statue des großen Musikers Plaz vormittags bis 1 Uhr nachmittags zu verlegen. Die Versammlung isten und Modelle wurden bald ein Raub der Flammen, die, hoch finden werde, gehöre nicht der Kommune, sondern dem Fistus; es erklärte sich weiter mit der Bildung einer Krankenhaus- Bau- emporlodernd, einen gewaltigen Feuerschein in der Umgegend genüge, wenn ein Minister, als Vertreter des Fiskus und der deputation einverstanden. Die Socialdemokraten delegierten die Friedrichhagens warfen. Regierung, das Denkmal nach der Enthüllung für den Staat in Stadtvv. Dr. Silberstein und Ostermann hinein. Die Kom- alarmiert; mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mannschaften Die freiwillige Ortsfeuerwehr wurde Empfang nehme. mission hat die Vorbereitung des Baues des neuen Krankenhauses ging fie an das Löschungswert, das mehr als zwei Stunden ans Der Wirt des Berliner Rathauskellers Herr Faltenberg hatte in Buckow im Rahmen des Etats zu betreiben und die Ausführung gestrengtester Arbeit in Anspruch nahm. Es gelang, das Feuer an den Magistrat ein Gesuch um Erlaß der Miete für den Natsteller des später von der Stadtverordneten- Versammlung zu genehmigenden auf das Dachgeschoß zu beschränken. Die Aufräumungsarbeiten für die Zeit vom 1. Juli bis 1. Oktober d. J. gerichtet und dies Projekts zu unternehmen. Die Teilung der Sertagymnasialis dauerten bis gegen 5 Uhr morgens. damit begründet, daß der Keller in dieser Zeit wegen des Umbaues wurde beschlossen. Die Vorlage über die Erweiterung des Realgeſchloſſen gewesen sei und der Grlaß der Wiete durch den Einnahme- gymnaſiums durch einen Anbau, aus der wir das hauptsächlichſte Ausfall begründet sei. Der Magistrat hat diese Gründe anerkannt bereits am Mittwoch mitgeteilt haben, führte zu einer Debatte über und beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten Vorschulen. Die Socialdemokraten beantragten durch den StadtVersammlung dem Wirt ein Viertel der Jahresmiete zu erlassen. verordneten Dr. Silberstein, der befürchteten Klassenwieder zu öffnen. Der restaurierte Ratskeller bleibt noch 14 Tage geschlossen, um fich dann vollständig erneuert und modern eingerichtet, den Gästen Freilager für Mehl und Getreide. Nach einer Mitteilung der föniglichen Eisenbahndirektion an die Handelskammer wird mit Gültigkeit vom 28. September d. J. ab die Freilagerfrist für Mehl und Getreide auf dem hiesigen Nordbahnhofe von 14 auf 7 Tage herabgesetzt. Gerichts- Zeitung. ſo tomme Das not in der höheren Lehranstalt durch Aufhebung der Vor- Mißglückter Polizeikampf gegen die Streikposten. Der Vorstzende schule abzuhelfen. Der Zustand, der durch einen Anbau und des Metallarbeiter Verbandes, Cohen, hatte sich am 24. 5. M. vorherigen Erwerb des ziemlich teuren Hinterlandes geschaffen wiederum wegen Streikpostenſtehens zu verantworten. Er soll am würde, wäre doch nur ein provisorischer; es müßte schließlich doch 23. Mai vormittags in der Sophienstraße aus Anlaß des in der bald an Schaffung einer neuen höheren Lehranstalt gedacht werden. Mehlichschen Fabrik ausgebrochenen Streits in ordnungswidriger Weise Der Stadtv. Justizrat Abraham konnte es sich nicht verkneifen, in dem Eingange zum Hausflur Hausflur eines Hauses gestanden an ihn zur Aufrechterhaltung der Sicherheit, Bes den Antrag für eine focialdemokratische Parteisache zu erklären. Er und der und Ruhe auf der öffentlichen Straße era mußte sich jedoch von seinen eignen Fraktionsgenossen Belß, Koy u. a. quemlichkeit darüber belehren lassen, daß es sich nicht um eine Parteifache bei gangenen Anordnung des Polizeilieutenants, sich zu entfernen, nicht Cohen, der durch den Rechtsanwalt Berliner Adreßbuch 1904. Die Hauslisten für den Jahrgang der Forderung der Abschaffung der Vorschulen handele, sondern um Folge geleistet haben. 1904 des Adreßbuchs für Berlin und seine Vororte sind nunmehr eine Frage der Erziehung. Diese Redner waren jedoch auch für die Dr. Heinemann vertreten war, wandte ein, daß er im Hausflur den Hauseigentümern oder Verwaltern zur Verteilung an die Haus Magistratsvorlage, weil, wie sie übereinstimmend mit Bürgermeister gestanden und sich lediglich in eine Auseinandersetzung des Polizeihaltungsvorstände zugegangen. Im Interesse der Genauigkeit und Voigt annehmen, die plötzliche Abschaffung der Vorschule schon schul- lieutenants mit einem andern eingemischt habe. Der Polizeilieutenant Die Magistratsvorlage wurde schließlich, habe jemand fiftieren lassen wollen, worauf er AngeklagterZuverlässigkeit der Eintragungen ist es dringend geboten, daß die technisch unmöglich sei. Haushaltungsvorstände die Listen persönlich ausfüllen. Nur dadurch nachdem von socialdemokratischer Seite noch Conrad gesprochen hatte, ben Polizeilieutenant darauf aufmerksam gemacht habe, daß der Betreffende doch die Ordnung in feiner Weise gestört habe. Hierauf werden genaue Schreibweise des Namens verbürgt und Wünsche angenommen. Den socialdemokratischen Antrag, den Magistrat zu ersuchen, die habe der Polizeilieutenant sich an den Schußmann mit dem Befehle Der Eintragenden betr. Zufäge zur Berufs- oder Standes- Bezeichnung, Wahlhandlung der Urwahlen zum Abgeordnetenhaus um gewendet Angabe der Sprechstunde usw. bekannt, so daß sie von der Adreßbuch- 5 Uhr nachmittags beginnen zu lassen, begründete Stadtverordneter lieutenant bekundete als Zeuge, daß in dem betreffenden Hause eine Adreßbuch- ahhandlung Rehmen Sie den nur auch gleich mit". Der Polizeis Redaktion berücksichtigt werden können. Die Abholung der Hauslisten beginnt bereits am Sonnabend, den 3. Oktober. Es ist daher Dr. Silberstein damit, daß solche Festsetzung der Erfüllung des nicht ordnungsmäßig gemeldete Versammlung habe stattfinden sollen, erforderlich, daß die Ausfüllung der Listen möglichst sofort geschieht.§ 10 des Reglements vom 14. März 1903 wenigstens nahe käme, er habe die Besucher der Versammlung im Hausflur fortgewiesen, Näheres ersehen unsre Leser aus dem betreffenden Inserat in der nämlich der Zusammenberufung der Urwähler zu einer für die der Angeklagte sei nicht gegangen, das habe bei den auf der Wahlbeteiligung möglichst günstigen Stunde des Tages".- Justiz- Straße befindlichen Bassanten Aufsehen erregt und deshalb heutigen Nummer. Der Verteidiger wies rat Abraham blieb es vorbehalten, die Sache wieder auf das habe er die Ordnung für gefährdet erachtet. Zu Unrecht ins Gefängnis gesteckt. Folgendes Vorkommnis politische Gebiet hinüberzuspielen, indem er den Antragstellern rein darauf hin, daß das Straßenpolizei- Reglement sich nur auf dürfte allgemein berechtigtes Aufsehen erregen. Der Schloffer politische Motive unterschob. Er wolle nicht einen entgegengesetzten Dinge beziehe, die auf der Straße passierten, da der Angeklagte Striebed erhielt anläßlich eines Metallarbeiterstreits im Juni d. J. Antrag stellen. Man möge in den Magistrat das den Magistrat das Ber- aber im Hausflur aufgefordert sei und dort angeblich Ungehorsam habe, Im übrigen gezeigt zwei polizeiliche Strafmandate in Höhe von je 30 M. ev. 3 Tagen trauen segen, daß er das Richtige finden werde. das Straßenpolizei- Reglement Haft, weil er sich als Streikposten einer Uebertretung der famosen seien auch die Schwierigkeiten der Lokalfrage, zum Beispiel überhaupt nicht zur Anwendung; auf dasjenige, was im Hause vors Straßenordnung schuldig gemacht haben sollte. Gegen beide Straf die Frage der Beleuchtung 2c. zu berücksichtigen. Und wenn die gehe, dehne sich das Recht der Aufsichtsbeamten nicht aus. Ueberdies mandate erhob der Streitfünder gerichtlichen Widerspruch, den einen Wahlhandlung bis zum Abend dauere, bestände eventuell Feuers- fei nicht ersichtlich, wie der Umstand, daß der Angeklagte aus dem rechtzeitig, den andren jedoch verspätet. Laut Quittung hat St. gefahr, dann könnte irgendwer in einem Wahllokal irgendwo Hausflur sich nicht entfernt habe, die Ordnung und Sicherheit auf dann die auf letzteres entfallenden 30 M. bei der Polizei- Hauptkasse feinen brennenden Cigarren stummel hinschmeißen. Als der Straße im vorliegenden Fall habe gefährden können. eingezahlt. der Redner diesen Höhepunkt in seiner Rede erreicht hatte, brach auf Gericht schloß sich dem letzteren Argument an und sprach den Trotzdem erschien am 16. August morgens in seiner Wohnung der linken Seite des Saales stürmisches Gelächter aus. Die Stadt- Angeklagten frei, ohne erst die Entlastungszeugen zu ver ein Polizeibeamter und verlangte ohne weiteres eine abermalige Bah- verordneten Conrad( Soc.) und Wuzki( Soc.) kennzeichneten die Ueber- nehmen. lung jenes Betrages, und als St. sich dazu außer stande erklärte, wurde logik des Vorredners treffend. Der Cigarrenstummel des Herrn Der Prozeß gegen den Hypnotiseur und Naturheilkundigen er von dem Beamten sofort verhaftet und in das Polizeigefängnis Justizrats marschierte übrigens durch die ganze fernere Debatte, Weinziehr wegen Notzucht und Sittlichkeitsverbrechen gelangte gestern abgeführt. Trotz seines Protestes mußte er doch drei Tage absigen, in der alle Fraktionsfreunde des Herrn Abraham, der alle Fraktionsfreunde des Herrn Abraham, bis auf furz vor Mitternacht zum Abschluß. Die Geschwornen bejahten am 19. August erfolgte seine Entlassung. Man beachte: Gegen ein einen weißen Raben, den Herrn Zoch, den Herrn Zoch, für Ablehnung des Strafmandat war rechtzeitig Widerspruch erhoben, das andre, Antrags Silberstein und Genossen eintraten und meinten, der sämtliche Schuldfragen, worauf der Angeflagte zu fünf Jahren bei dem der Widerspruch zurückgewiesen wurde, war bezahlt, und Magistrat werde es schon machen". Es tam noch zu einem heftigen 8uchthaus und fünfjährigen Ehrverlust verurteilt wurde. dennoch steckte man den Mann drei Tage ins Gefängnis, ohne Zusammenstoß zwischen Abraham und Silberstein, weil Abraham feinen Protest zu beachten. Wen trifft da die Schuld an diesem dem letzteren parteigenössische Hinterhältigkeit vorgeworfen hatte und Versehen"? dieser seinerseits das Auftreten Abrahams auf reaktionäre Motive Nach erfolgter Rücksprache mit seinen Kollegen hat sich der zurückführte. Es regnete einige Ordnungsrufe. Der blöde Bergleich unschuldig seiner Freiheit Beraubte nunmehr entschlossen, Beschwerde mit der Maifeier, wo die Arbeiter soviel überflüssige Zeit hätten, beim Polizeipräsidenten einzulegen, um den schuldigen Beamten spielte natürlich auf feiten der Vertreter der Hauseigentümer- Vereine herauszubekommen und ihn civilrechtlich auf Schadensersatz zu ver- auch wieder seine abgeleierte Rolle. Der Antrag Silberstein wurde flagen. Ebenfalls will er die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft gegen 15 Stimmen, darunter die des Herrn Boch, abgelehnt.- zur Prüfung unterbreiten. Die Gemeindevertretung von Wilmersdorf hatte sich in ihrer Die Verkehrsstatistik der kgl. Eisenbahndirektion Berlin, welche ersten Sizung nach den Ferien mit einer langen Tagesordnung zu sonst erst immer Mitte Oktober zu erscheinen pflegte, ist diesmal beschäftigen, von der allerdings nur die wenigsten Gegenstände ein etwas früher herausgegeben worden und bereits gestern zur Ausgabe allgemeines Intereffe beanspruchten. Zunächst ist zu erwähnen, daß thafer, gut gelangt. Nach derfelben hat der Stadt- und Fernbahnhof Friedrich die Vertretung einer Verstärkung der Etatspositionen zustimmte, Straße in der Frequenzliste den ersten Platz behauptet; im ab- durch welche auf socialdemokratische Anregung hin den im Gemeinde- Richtstroh gelaufenen Etatsjahr wurden auf demselben 5 757 271 Fahrkarten dienste beschäftigten Arbeitern vom 1. Oftober ab eine Er= verkauft. Nach ihm kommt der Bahnhof Alexanderplay mit höhung des Tagelohnes von durchschnittlich 25 Pf. bewilligt wird. Erbsen 4 664 880 Fahrkarten, der diesmal vor dem Schlesischen Bahnhof Weiter nahm die Gemeindevertretung nach längerer Debatte in Speisebohnen ( 4,59 Millionen) rangiert. Die nächst diesen verkehrsreichsten namentlicher Abstimmung mit 19 gegen 7 Stimmen ein Drtsstatut Linfen Stationen waren: Zoologischer Garten( 3,73 Millionen Fahrkarten), an, welches bestimmt, daß von den vorhandenen Schöffen einer Bellevue( 3,35), Börse( 2,50), Charlottenburg( 2,08), Lehrter Stadt gegen Besoldung angestellt werden kann. Wie früher in Lichtenberg, bahnhof( 1,86), Jannowißbrüde( 1,73), Tiergarten( 1,32), Westend so stimmten auch hier unsre Parteigenossen für das Statut, nachdem ( 1,10 Millionen) 2c. Auf dem Wannsee- Bahnhof wurden 2,54 Millionen der Gemeindevorsteher erklärt hatte, daß er unter den jetzigen Fahrkarten verkauft( gegen 2,37 im Vorjahre). An der Spize der Verhältnissen für eine ordentliche Führung der Gemeindegeschäfte Maßgebend war Ringbahnstationen steht der Gesundbrunnen, mit 2,28 Millionen in Zukunft teine Gewähr übernehmen könne. ( gegen 2,23 im Vorjahre), dann folgt der Potsdamer Ringbahnhof, für diese Abstimmung weiter die Ueberzeugung, daß die Frage der Marktpreise von Berlin am 24. September 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,70 15,68 Startoffeln, neue D.- Ctr. " " Hammelfleisch Butter 4,50 2,60 2,40 1,20 7,00 4,00 mittel * Roggen, gut gering " 15,66 15,64 15,62 15,60 12,80 12,78 " mittel 12,76 12,74 Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Stalbfleisch 1,80 1,20 " 1,50 1,10 " 1,80 1,20 " 1,80 1,20 " " + Gerste, gut gering 12,72 12,70 " 1,80 1,20 1 14,50 13,50 2,60 2,00 " mittel " 13,40 12,40 Eier 60 Stüd gering " " 16,00 14,90 Aale 12,30 11,30 Starpfen 1 kg 2,60 1,50 п mittel " 14,80 13,80 Zander 3,00 1,20 " gering " 13,70 12,70 Hechte 2,40 1,20 " 4,32 3,66 Barsche 1,80 0,80 " " 7,00 4,80 Schleie 3,00 1,40 " 40,00 25,00 Bleie 1,40 0,80 " 50,00 25,00 Krebse " 60,00 20,00 * ab Bahn. Heu + frei Wagen und ab Bahn. per Schod 20,00 3,00 Wetter Prognose für Sonnabend, den 26. September 1908. Troden und ziemlich warm bei mäßigen füdlichen Winden und langfans zunehmender Bewölkung. Berliner Betterbureau. | อย่า B 163 Adreßbuch für Berlin und Vororte qoh 1904. 13120/1/23 ang 1904, find numm Die Hauslisten für das Adreßbuch, Jahrgang 1904, find mummehr den Herren Hauseigentümern beziv. Verwaltern zur Weitergabe an die verehrlichen Haushaltungs- Vorstände zugegangen. Die letzteren werden hiermit gebeten, die erforderlichen Angaben recht genau und deutlich in die Hauslisten einzutragen und diese so schnell wie möglich weiterzugeben. Da die JAHB Abholung der Hauslisten Sonnabend, den 3. Oktober, VOA beginnt, so richten wir an diejenigen Haushaltungs- Vorstände in Berlin, denen die Hauslisten bisher noch nicht vorgelegt wurden, EXO Eintragung der erforderlichen Angaben Sorge zu tragen oder uns diese Angaben unverzüglich direkt zugehen zu lassen. das Ersuchen, bei ihren Herren Hauseigentümern oder Verwaltern wegen der Liste Nachfrage zu halten und für die schleunigste Im Hinblick darauf, daß die Bewohner der Reichshauptstadt das größte Interesse an einem vollkommenen und zuverlässigen Adreßbuche haben, dürfen wir wohl erwarten, daß alle Einwohner durch recht genaue Ausfüllung der Hauslisten und durch deren schleunige Weitergabe die mühevolle und kostspielige Zusammenstellung des Adreßbuchs unterstützen werden. Berlin, den 25. September 1903. SW, 12, 8immerstraße 87-41, Die ERÖFFNUNG unsres Warenhauses findet Sonnabend, den 26. September, nachmittags 5% Uhr statt. Wir werden von der sonst üblichen Geschenkverteilung abweichen und dem verehrlichen Publikum durch Heine ausserordentliche Vorteile grosse 10088002 Überraschungen bieten. Die Besichtigung unsrer Schaufenster dürfte für jeden von Interesse sein. themaliodo A J. Voremberg& Co. Rixdorf, 47/48 Berlinerstrasse 47/48. Warenhaus Lachmann& Scholz Bis 30 ten September vergüten wir doppelte Rabattmarken Lachmann& Scholz Turm- Strasse 76. Moabit. Jede Uhr&&&&& åååå zu reparieren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mt. 50 Pf., außer Bruch, feine Reparaturen billiger. Großes Lager in Uhren, Goldwaren, Ketten zu erstaunlich billigen Preisen. Dutaten- Trauring, 900 gest., 1, Dukaten 15,50, 2 Dufaten 20,50. 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