Nr. 226. Abonnements- Bedingungen: 11 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ., Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Insecate füt bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Parteigenossen! Sonntag, den 27. September 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Die Konstituierung des Parteivorstandes ist erfolgt. Die Adresse Kommission wegen der aufgestellten Forderungen zu unterhandeln. und seinerseits die Gegensäge verschärft. Denn wenn schon des Parteivorstandes ist wie bisher: J. Auer, Berlin SW., Kreuzbergstr. 30. An diese Adresse sind sämtliche für den Parteivorstand bestimmte Zuſchriften zu richten. Geldsendungen sind dagegen nur an den Parteikassierer A. Gerisch, Berlin SW., Kreuzbergstr. 30 zu adreffieren. Bur Kontrolle des Parteivorstandes und als Beschwerde- Instanz ist die aus neun Personen bestehende, in§ 17 unsres Organisationsist die aus neun Personen bestehende, in§ 17 unsres Organisations Statuts vorgesehene Kontrollkommission gewählt. Dieselbe hat sich ebenfalls im Anschluß an den Parteitag in Dresden konstituiert und find alle Zuschriften, Beschwerden 2c. für dieselbe an zu richten. Heinrich Meister, Hannover, Langestraße 1 halten und eventuell neue Beziehungen anzuknüpfen. der Löhne richten. Die Angestellten wählten aus ihrer Mitte eine Wirklichkeit ist gerade die Auffassung der„ Boffin" ein krasser Beweis Kommission, der allerdings auch einige Beamte der gewerkschaftlichen für die Richtigkeit der socialdemokratischen Einsicht, daß das BürgerOrganisation angehörten, und ersuchten die Direktion, mit dieser tum mit der kapitalistischen Entwickelung immer reaktionärer entartet Die Direttion lehnte jede Verhandlung mit der Verfuch jämmerlich gestellter Arbeiter, ihre Lebenslage ein dieser Kommission ab. Sie wolle schrieb sie nur wenig zu verbessern, also den Gegensatz zwischen den Besitzenden mit ihren Angestellten, aber nicht mit Dritten verhandeln. Man und Besitzlosen wenn auch nur um eine kaum sichtbare Spur zu kam der Direktion entgegen, die Verbandsbeamten traten von der mildern, als Verbrechen denunziert wird, so klafft allerdings der Kommission zurück, und diese, die nunmehr von den Dritten", kulturelle Gegensaz von Jahrhunderten zwischen dem um Befreiung welche die Direktion nicht anerkennen wollte, befreit war, und nur ringenden Broletariat und der kapitalistischen Klasse. -w " " V " " aus Angestellten ber Omnibus Gesellschaft best and, präsentierte sich der Direktion aufs neue zu Berhand- Die streifenden Kutscher, Schaffner und Stallleute hatten fich lungen. Aber auch diese Kommission wurde zurückgestern wieder in der Zahl von ca. 850 im Buggenhagenschen Saal gewiesen. Es ist also eine unwahrheit, wenn die Bossische zusammengefunden, um den Situationsbericht über den Stand des Zeitung" behauptet, die Angestellten hätten die Arbeit niedergelegt, Streits entgegenzunehmen. Aus der lebhaften, um nicht zu sagen ohne sich mit ihren Arbeitgebern in weitere Verhandlungen ein Stimmung unter ihnen eine vorzügliche ist. Laß die Sache vers ohne sich mit ihren Arbeitgebern in weitere Verhandlungen ein- bergnügten, Unterhaltung der Ausständigen war zu ersehen, daß die zulassen. Die Vertreter der Angestellten find ja laufen wie sie will, schlechter wie es uns bisher ergangen ist, kann von der Direktion gar nicht empfangen worden. es uns auch nicht gehen, wenn wir keine Beschäftigung bei der Die Direktion hat die Verhandlungen, bei denen es zu einer Vers Omnibus- Gesellschaft mehr bekommen." Solche und ähnliche Ausständigung hätte kommen können, von vornherein vereitelt, und die sprüche konnte man des öfteren hören, und es geht aus ihnen nur Angestellten kamen gar nicht in die Lage, sich auf weitere Vers zu deutlich hervor, wie grenzenlos elend die Bezahlung und BeHandlung der Leute durch die Gesellschaft gewesen ist und in wie Barteigenossen! Das großartige Ergebnis der Reichstagswahlen handlungen mit ihren Arbeitgebern" nicht einzulassen. Nun hat ja die Direktion selber nach einem von ihr vor unverantwortlicher Weise fie durch die überlange Arbeitszeit und Genossen in allen Teilen Deutschlands in großer Zahl hat. Unfre mission fam unter sehr schwacher Wahlbeteiligung zu stande. Ver- der Dinge um nichts verändert habe. Fahnenflüchtig seien im am 16. Juni hat gezeigt, daß die Partei Anhänger und opferbereite geschriebenen Verfahren eine Kommission wählen lassen. Diese Kom- das rigorose Strafsystem ausgenukt worden find. In der Versamms lung berichteten Werner und Schumann, daß sich der Stand nächste Aufgabe muß es sein, diese Anhängerschaft dort, wo es noch mutlich haben nur diejenigen gewählt, die der Bewegung der Mehrheit ganzen nur 4 oder 5 Mann geworden, dafür haben sich aber wieder nicht oder nur mangelhaft geschehen ist, der Partei- Organisation fest ihrer Stollegen von vornherein fernstanden. Die übergroße Mehrheit mehrere der bisher noch thätigen Kollegen den Streitenden ananzugliedern und widerstandsfähig zu gestalten. der Angestellten hatte ja bereits Männer ihres Vertrauens aus geschlossen. Trotz der vielen Streitbrecher ist die Gesellschaft doch Um dieses Ziel zu erreichen, ist es vor allemt notwendig, daß ihren Reihen gewählt. Kein Wunder, daß sie die Kommission, welche nur im stande, höchstens die Hälfte ihrer Wagen auf den einzelnen der Parteivorstand durch Angabe der genauen Adressen der die Direktion ihnen aufdrängte, nicht als ihre Vertreter anerkannten, Linien fahren zu lassen, auf einigen Depots mehrere, auf andren Vertrauenspersonen in den einzelnen Orten, sowie der Adressen der und sich auch nicht einverstanden erklärten mit dem, was die Direktion weniger. Die Redner richteten an die Versammelten das dringende Kreis- Vertrauenspersonen und Agitationskomitees in die Lage mit dieser neuen Kommission abgemacht hat. Die Angestellten haben Ersuchen, sich durch keinerlei Provokationen aus der Ruhe bringen bersetzt wird, nach überall hin die alten Verbindungen zu unter- eben in der Art, wie diese Kommission zu stande kam, wie in den Ab- au lassen und nicht etwa den Streifbrechern gegenüber eine unüberlegte Handlung zu begehen, die der Polizei Anlaß zum EinNach§ 4 unsres Organisationsstatuts hat die Wahl der machungen eine Komödie erblickt. Sind doch auch diese Abmachungen schreiten geben könne. Im Gegenteil möge jeder Streitende darauf so zweifelhafter Art, daß die Angestellten sie nicht als genügend er bedacht sein, durch ein völlig einwandfreies und korrektes Verhalten Vertrauenspersonen alljährlich im Anschluß an den Parteitag stattzufinden. Wir richten das bringende Ersuchen an unsre Ge- achteten. Nach der„ Voss. 3tg." hat ja der Verband der Handels-, die Sympathie des Publikums in noch höherem Maße zu erwerben, nossen, das Ergebnis dieser Wahlen umgehend an die oben an Transport- und Verkehrsarbeiter alles gemacht". Der Verband soll wie das schon während dieser paar Tage des Streits geschehen sei. gegebene Adresse zu berichten. Der Umstand, daß die bisherige auch schuld daran sein, daß die Bereinbarungen" der Direktion mit Nun habe awar die Direktion verschiedenen Blättern die Mitteilung gegebene Adresse zu berichten. Der Umstand, daß die bisherige der neuen Kommission von den Angestellten abgelehnt worden sind. zugehen lassen, der Streik sei zu Ende, der Betrieb sei wieder völlig Vertrauensperson wieder gewählt ist, darf kein Grund sein, die Neuwahl nicht zu melden. Auch die Bekanntgabe der Wahl in der Streit beschlossen haben, und noch heut im Streit verharren, für un- auch aus einem Sympathieschreiben hervor, das direkt aus dem Ja, will denn die„ Boff. 3tg." die 800-900 Angestellten, welche den im Gange. Ein Blick auf die Straße aber überzeuge jedermann vom Gegenteil. Wie unbehaglich der Direktion zu Mute sei, gehe Lokalpresse oder dem Centralorgan der Partei enthebt nicht mündige Kinder erklären, die blindlings dem Kommando einer Ver- Centralbureau der Gesellschaft stamme. Die Streifenden werden der Verpflichtung, dem Parteivorstande so rasch wie bandsleitung folgen? Wenn die Zugeständnisse der Kommission den barin zum Ausharren ermahnt, denn die Direktion sei förmlich in möglich die Adressen der Vertrauenspersonen sowie der Angestellten nur halbwegs annehmbar erschienen wären, so hätte keine Verzweiflung, nicht allein wegen der ganz enormen Mehrkosten Agitations und Kreis Komitees mitzuteilen. Je umfäng Verbandsleitung sie abhalten können, dem zuzustimmen, und keine und der Mindereinnahmen, die ihr aus dem Streit erwachsen, licher und zuverlässiger unser Adressenverzeichnis ist, desto rascher Verbandsleitung hätte die Angestellten bewegen können, den Streit sondern auch wegen des unaufhörlichen Nergers, den ihr die Streifs laffen sich alle Parteiangelegenheiten regeln und um desto wirksamer werden sich alle unfre agitatorischen und organisatorischen Maßnahmen zu beschließen. Ja, wenn man selbst annehmen wollte, der Beschluß brecher bereiten. Die Depots gleichen einem Taubenschlage. Staum bes Streits sei um mit der„ Voss. 3tg." zu reden, unter dem find eine Anzahl entlassener Reservisten angeworben, so laufen fie auch schon wieder davon. Wohl zweis, dreimal wechselt die Besatzung Die Wahl der Vertrauenspersonen kann in öffentlichen Partei- Einfluß der im Brustton der Ueberzeugung donnernden Führer verschiedener Wagen an einem Tage. Daß unter solchen Umständen versammlungen oder dort, wo die Parteivereine die Partei- in der Uebereilung gefaßt, so würde den Streikenden doch bald die von einer Sicherheit des Publikums keine Rede sein kann, dürfte geschäfte führen- in den Versammlungen der Vereine vollzogen nächsten Tage zur Arbeit zurückgekehrt. Daß sie heut noch vollzählig ohne polizeilichen Fahrschein fahren dürfen. Ueberhaupt wurde das in den Versammlungen der Vereine vollzogen Erkenntnis davon gekommen sein, und sie wären vielleicht schon am von vornherein jedem einleuchten, um so mehr als die Streifbrecher werden. Für Orte, wo es den Genossen unmöglich ist, eine Versammlung im Streik verharren, ist der beste Beweis dafür, daß der eigne feste Verhalten der Polizei einer scharfen Kritik unterzogen, weil ihre abzuhalten, empfiehlt es sich, daß die Genossen sich privat vers Wille, ihre Lage zu verbessern, die Omnibus- Angestellten zur Stellung Organe wie immer lediglich im Interesse der Gesellschaft und der ständigen und die Adresse eines Genossen als Vertrauensperson beim bon Forderungen veranlaßt hat und das brüste Verhalten der jede Streifbrecher thätig sind, während die Streifenden auf das schärffte Verhandlung ablehnenden Direktion schließlich die unmittelbare Ur- einzelnen Linien sind starke Schußmannsposten aufgestellt, die es überwacht werden. Auf jeder Ausgangs- und Endstation der Borstande melden. fache des Streits gegeben hat. nicht einmal dulden, daß die Ausständigen mit den Streifbrechern reden dürfen, um sie womöglich mit zur Teilnahme am Streit zu bewegen, was ja ihr gutes Recht wäre. Ja, zur Zeit als die Vers sammlung stattfand, war ein Beritt in der Stärke von 12 Schußs leuten zu Pferde im Garten des Buggenhagenschen Etablissements postiert. Der Versammlung wurde sodann mitgeteilt, daß die Lohna kommission gemäß des gestrigen Beschlusses das Einigungs. amt des Gewerbegerichts zur Bermittelung angerufen habe. Falls die Direktion eine Verhandlung daselbst aber verweigert, soll bent Oberbürgermeister Kirschner ein Gesuch um Vermittelung unterbreitet werden. Allgemeine heitere Zustimmung erscholl aus den Reihen der Anwesenden, als Schumann sie daran erinnerte, daß der morgige Sonntag für viele von ihnen seit langer Zeit wohl der erste Sonntag sei, den sie ungestört im Kreise ihrer Familien vers leben könnten, da sie bis dahin stets des Sonntags im Dienst ihrer Arbeitgeber thätig sein mußten. Zum Schluß fand folgende Nesolution einstimmige Annahme: erweisen. = Parteigenossen! Große Aufgaben, besonders auf dem Gebiete der Landtags- und der Gemeinde- Wahlen in den einzelnen Staaten Wer sich nicht mit der„ Voss. Ztg." unbedingt auf den Stand stehen uns bevor. Die Partei wird auch diese Aufgaben erfolgreich punkt stellt, daß der Unternehmer„ Herr im Hause" und die Organilösen, dazu ist aber ein fortgesetter Ausbau und eine Stärkung sation der Arbeiter der unberufene Friedensstörer ist, wer nicht mit unsrer Organisation wie eine immer intensiver sich gestaltende der" Boff. 3tg." der Meinung ist, daß die Arbeiterorganisation gar Agitation für unsre Partei und ihre Grundsätze notwendig. Arbeit und Opfer wird auch das neue Parteijahr fordern, die Genoffen werden auch diese Aufgabe lösen und der Erfolg wird auch im neuen Jahre, wie bisher, mit uns sein. Hoch die Socialdemokratie! Berlin, den 25. September 1903. Mit socialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. A. Bebel. B. Singer, Vorsitzende. J. Auer. W. Pfannkuch, Sekretäre. A. Gerisch, Kassierer. Rob. Wengels. W. Eberhardt, Beisitzende. Der Streik der Omnibus- Angestellten. fein Recht hat, die in ihre Hände gelegte Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder zu betreiben, der kann sich nicht wundern, daß die Omnibus- Angestellten, nachdem ihnen die mehrfach nachgesuchte Berständigung mit der Direktion von dieser selbst abgeschnitten worden ist, zur Arbeitsniederlegung schritten, ohne dabei was die Bossin als ganz besonders schweres Vergehen ansieht- die Kündigung innezuhalten. -Wie nach dem Gesagten nicht anders erwartet werden kann, bersichert die„ Voss. 8tg.", daß dieser Streit nicht die Sympathie des Bürgertums finde. Nun, an der Sympathie jener Kreise des Bürgertums, die auf die Voss. 8tg." schwören, kann den Streifenden nichts liegen. Beschönigt doch die Vossin sogar das Verhalten der Polizei, die nichts dagegen hat, daß Leute ohne Fahrschein als arbeitswillige Omnibusfutscher thätig sind, obgleich der Verkehr dadurch erheblich gefährdet wird. " Daß die Sympathie der Arbeiter und vielleicht auch weiter Kreise des Bürgertums, die natürlich nicht durch die Boss. 8tg." vertreten Die" Voffische Zeitung" beschäftigt sich in einem Leitartikel werden, auf der Seite der Streifenden steht, ist sicher. Handelt es mit dem Streit der Omnibus- Angestellten. An Borniertheit sich bei diesem Streit doch um eine Schicht von Proletariern, die bei und Einseitigkeit gegenüber der Arbeiterbewegung im allgemeinen überlanger Arbeitszeit und sehr schmalem Lohn eine aufreibende und und diesem Streit im besonderen bietet der Artikel ein so starkes gefahrdrohende Thätigkeit zu verrichten haben. Ob der Zeitpunkt Maß, daß er von einem Direktor der Omnibus- Gesellschaft, dem und die Umstände dem Streit der Omnibus- Angestellten günstig sind es nur auf die Vertretung von deren geschäftlichen Interessen an- oder nicht, darüber wollen wir uns nicht, wie die" Boff. 8tg." es thut, tommt, nicht besser" geschrieben werden könnte. Da werden zu den Kopf zerbrechen. Das ist Sache der Beteiligten. Die Omnibusnächst einige Worte des Bedauerns den Angestellten gesagt, die sich Angestellten fordern nichts Unbilliges und nichts, das ihnen nicht bevon den Agitatoren zum Streit verleiten ließen, die in Aussicht gewilligt werden könnte. Sie befinden sich in einem gerechten Kampf, stellte Lohnaufbesserung verwarfen, und die Arbeit niederlegten, und wie immer, wenn Arbeiter gezwungen sind, für die Verbesserung ohne sich auf weitere Verhandlungen mit der Direktion singulassen. ihrer Lage zu kämpfen, wünschen wir ihnen vollen Erfolg. In diesen Sähen haben wir es nicht mehr mit einer einseitigen Beurteilung, sondern mit krassen Entstellungen und Verdrehungen des wahren Thatbestandes zu thun. Wie ist denn der Streik entstanden? Die Omnibus- Angestellten tamen auf Veranlassung der gewerkschaftlichen Organisation, der ein großer Teil von ihnen an gehört, zusammen, sie beschlossen, der Direktion Forderungen ein aureichen, die sich in der Hauptsache auf Verkürzung der jetzt bestehenden 16-17stündigen Arbeitszeit und bescheidene Erhöhung " Die heute versammelten ausständigen Schaffner, Kutscher und Stallleute der Allgemeinen Omnibus- Gesellschaft erheben Protest gegen die Mitteilung gewisser bürgerlicher Blätter, wonach der Streit beendet sein soll. Die Versammelten sind sich des Ernstes der Situation, in der sie sich befinden, völlig bewußt und erklären, daß der Streit nicht eher beendet werden wird, bevor nicht ein annehmbarer Vergleich mit der Gesellschaft erreicht ist. Die Angestellten rechnen nach wie vor auf die Sympathie und die UnterStübung der Berliner Bevölkerung und geloben, durch ihr Verhalten fich dieser Sympathie würdig zu zeigen. = die Teilnahme des Berliner Publikums in stets wachsendem Maße. Der Streit der Omnibus Angestellten erweďt Natürlich mangelt es nicht an urfomischen Straßenscenen. So fuhr gestern ein Stutscher, offenbar ein entlassener Reservist, der noch wenig in den Straßen Bescheid weiß, nach dem Spittelmarkt, anstatt nach dem Morikplay als Endstation. Erst als die Fahrgäste, meistens Frauen, den Aermsten in wenig liebenswürdiger Weise auf seinen Irrtum aufmerksam machten, gondelte er unter dem schallenden Ge= lächter der Umstehenden weiter. Ein andrer Omnibus fuhr ohne Die Bossische Zeitung" freilich, als Organ des freisinnigen, Schaffner die Gertraudtenstraße entlang und war im Nu von einer aktienbefizenden Philistertums, ist in ihrer Angst um die Dividende Anzahl Jungens besetzt, die ihrer ungeteilten Freude über die billige glücklich zur Anschaumg des Polizeiministers v. Puttkamer gedichen, wurden. In der Kommandantenstraße hatte ein Omnibus einen Fahrt Ausdruck gaben, bis sie von einem Schuhmann an die Luft gefeßt der hinter jedem Streit die Hydra der Revolution lauern sah. Dieses Laternenpfahl umgerannt; nachdem die erschreckten Fahrgäste bas außerordentlich gescheite Blatt behauptet zu glauben, daß der Streit unsichere Gefährt verlassen hatten, wurde der defekte Wagen auf den aus der angeblich Kautskyschen Anschauung geboren sei, die Social Hof der Arbeitgeber Beitung" in der Oranienstraße gebracht, gedemokratie habe die Aufgabe die Gegensätze zu verschärfen. In wiß ein passender Platz. Am Freitagnachmittag fuhr ein von einem Es ist dringend zu hoffen, daß das Schwurgericht alle die Um- machte mit dem Kasten auf dieselbe Weise Bekanntschaft. stände, welche die Vorgänge von Laurahütte in überaus milderem Das Urteil lautete unter Annahme minderschwerer Fälle Lichte erscheinen lassen, nicht so gänzlich übersehen wird wie die ge- wegen eines Verbrechens der Mißhandlung Untergebener mit nachlehrten Richter, die ungeheuerlich hohe Strafen für geringe Ver- gefolgtem Tode und der Mißhandlung Untergebener während der fehlungen auswarfen. Ausübung des Dienstes, sowie wegen je eines Vergehens der Mißhandlung und Beleidigung Untergebener neben Degradation auf 1 Jahr 4 Monate Gefängnis. Das militärische System trägt die Schuld! Streifbrecher gelenkter Omnibus der Linie Meyanderplatz- Moabit| Grubenarbeiter Fabian. Die ersten beiden Angeklagten find suchung noch festgestellt wurde, hat Bunz sich Ende März oder Anfang in eine aus der Neuen Wilhelmstraße in die Straße Unter den Linden der Rädelsführerschaft angeklagt. Going soll außerdem noch gegen April d. J. eine weitere Soldatenmißhandlung dadurch zu schulden einbiegende Droschke mit solcher Wucht hinein, daß der Fahrgast aus Personen Gewaltthätigkeiten verübt und Sachen zerstört haben. Das kommen lassen, daß er den Grenadier Schmid an der Brust packte der Droschke geschleudert wurde. Glücklicherweise hat der durch das gleiche war dem Angeklagten Mrosek zur Last gelegt, während Weiß, und gegen einen Kasten stieß und dann dermaßen gegen das Fenster Ungeschid eines Streifbrechers auf die Straße geworfene Fahrgast Burczyk, Rott und Karaus Gewaltthätigkeiten gegen Personen be- warf, daß zwei Scheiben in Trümmer gingen. Ein andrer Grenadier keinen ernsten Schaden erlitten. Bei dem gegenwärtigen Zustande ist gangen, Fabian aber nur Sachen zerstört haben soll. es denn auch kein Wunder, daß spekulative Unternehmer bereits Ansichtskarten mit ultigen Streitscenen im Publikum verteilen laffen. Der Absatz solcher Karten ist ein ganz bedeutender. Auf einer derselben liest man unter dem originellen Bilde folgendes launige Poem: Der Omnibum geht nicht mehr rum Die Sechsertour ist bloß geblieben, Die Großen müßt Ihr selber schieben. Daß die Soldatenmißhandlungen nicht der Ausfluß der Roheit Die Direktion scheint sich der geringen Zuverlässigkeit ihres neuen vereinzelter Vorgesetzter sind, sondern daß die Soldaten eine den Tod des Verletzten zur Folge hatte, erhält ein Soldaten Also wegen mehrerer vorsätzlicher Mißhandlungen, von denen Personals denn auch durchaus bewußt zu sein. Nach sechs Uhr abends schinderei im ganzen System unserer heutigen militärischen nämlich läßt sie keinen Omnibus mehr verkehren; vielleicht hat ihr Ausbildung begründet ist, das gesteht nun auch die ultramontane Das Strafgesetzbuch sieht für Körperverlegung mit tödlichem AusSchinder die Gefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis. auch die Polizeibehörde einen diesbezüglichen Wink gegeben, in der„ Kölnische Volkszeitung" zu. Unter der Stichmarke:„ Die Kehr- Das Strafgesetzbuch sieht für Körperverlegung mit tödlichem Ausficher nicht unbegründeten Voraussicht, daß bei dem starken Abend- sette" läßt sie sich schreiben: Kehrgang(§ 226), sofern der Tod nicht vorsäglich herbeigeführt berkehr die ungeübten, arbeitswilligen Kutscher doch gar leicht ein größeres Unglück anrichten könnten. Tagsüber rollt solch Gefährt noch immer etwas sicherer durch die Straßen, da die Pferde meistens besser Bescheid wissen wie ihre jetzigen Lenter. Eine große Wirkung auf das Publikum hat nunmehr auch folgendes Flugblatt der Streifenden gehabt, das in Massen verteilt worden ist: Die Omnibus- Kutscher und-Schaffner streifen! Weshalb? Sie wollen eine Verkürzung der 16-17stündigen Arbeitszeit. Sie wollen im Interesse ihrer Familie eine Erhöhung ihres Lohnes, der jest 15-20 Pf. pro Stunde beträgt. Bürger Berlins! Leute ohne Fähigkeit als Kutscher fahren! Bürger, seid auf Eurer Hut! Schützt Euch und Eure Gesundheit! Eure heilen Glieder sind in Gefahr! Arbeiter Berlins! Streifbrecher fahren die Wagen! Die denkfähigen Arbeiter halten es unter ihrer Würde, diese Wagen zu benuben! Bürger Berlins! Unterstützt uns und unsre Bewegung, helft uns ein menschenwürdiges Dasein zu erkämpfen! Helft uns im Interesse unsrer Familien! Die Lohnkommission. Politische Ueberficht. Berlin, den 26. September. 11 „ Der Fall des Unteroffiziers Breidenbach, der vom Oberkriegsgericht wurde, Zuchthaus nicht unter 3 Jahren oder Gefängnis nicht unter wegen Soldatenschinderei zu acht Jahren Gefängnis und Degradation 3 Jahren vor! Selbst fahrlässige Körperverlegung wird mit verurteilt worden ist, beschäftigt die gesamte Tagespreise. Allenthalben Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft wozu auch eine Buße von wird in bürgerlichen Streisen das Urteil mit Befriedigung auf 6000 M. treten kann! Ein militärischer Vorgesetzter, genommen, und man kann ja auch diese Auswüchse soldatischer der durch eine Mißhandlung den Tcd eines Untergebenen verursacht, Erziehungsmittel nicht scharf genug verurteilen. Aber ein wichtiges kommt billiger davon! Moment der Erklärung der Mißhandlungen wird dabei gewöhnlich übersehen. Der Vorgesetzte, der sich zu einer Miß- Ein andrer Fall. Das Kriegsgericht der 15. Division in handlung Untergebener verleiten läßt, wird das selten aus reiner Koblenz verhandelte am 23. September gegen den UnterBosheit und Roheit thun. Er sezt doch seine ganze offizier B. von der 7. Compagnie des Fuß- Artillerie- Regiments Existenz und alle Vorteile einer längeren Nr. 9 wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung des Dienstzeit aufs Spiel. Was kann ihm denn Kanoniers H. B. ist Kammer- Unteroffizier und verlangte als solcher daran liegen, ob der Mann die nie beim Ererzieren von dem Kanonier, daß er ein Paar Stiefeln, das dieser abdurchdrücken kann oder nicht? Welchen Wert hat es für liefern wollte, vorher schmieren solle. H. gab an, keine ihn, ob der Untergebene seinen Namen im Hemd eingenäht, Schmiere zu haben; er besige auch kein Geld, um sich solche zu fein Drillichzeug gewaschen, seine Stiefel gereinigt hat und was kaufen.( Es wird festgestellt, daß die Schuhschmiere durch die dergleichen tausend Dinge mehr sind oder nicht? Gar keinen! Compagnie beschafft wird.) Der Unteroffizier ließ darauf den sollte man meinen. Vom militärischen Standpunkte aus Kanonier mehreremale in die Stube und aus der Stube laufen. aber liegt die Sache etwas anders. Der Unteroffizier wird in Nach seiner Ansicht habe der Mann das zu langsam ausgeführt, der weitaus den meisten Fällen vom Feldwebel, vom Lieutenant, vom Angeklagte sagt: Wenn ich befehle, muß der Mann laufen. Es Compagniechef persönlich dafür verantwortlich gemacht, daß jeder wird hierbei festgestellt, daß der Mann nicht schneller gehen Mann seiner Korporalschaft wie aus dem Gi gepellt" zum Dienst fonnte, weil er um einige Betten herum gehen erscheint, oder wie ein Afrobat seine Uebungen aus- mußte. Dann befahl der Angeklagte dem Mann, mehreremal die führt. Sie sind mir dafür verantwortlich! Bringen Sie Treppe herauf und hinunter zu laufen, faßte ihn am Kragen, daß mir den Mann so weit!" oder:„ Ich hab' Sie nicht die Halsbinde zerriß, warf ihn wider die Stubenthüre, gab ihm drei danach gefragt!" oder:„ Wenn Sie mir den Mann noch Ohrfeigen und einen Stoß ins Gesicht, befahl ihm, sich auf- und einmal so zum Dienst bringen, stehen Sie nächstens mit Ihrer niederzulegen und Kniebeuge zu machen mit ausgestreckten Stiefeln. ganzen Korporalschaft morgens um 5 Uhr feldmarschmäßig vor Am nächsten Tage, als H. auf die Kammer ging, um Schmiere meiner Thüre." Das sind die Antworten, die der Korporatschafts- zu empfangen, soll der Unteroffizier ihm gedroht haben: führer nicht selten zu hören bekommt, wenn er sagt, daß wenn ich Dich mal unter vier Augen habe, werde des Mannes Gliedmaßen die gewünschte elegante Figur nicht zu ich Dir schon Stiefelschmiere beibringen. Trotzdem stande bringen können, oder daß er dem Manne den Befehl zur einige Zeugen die Vorfälle so schildern wie der Mißhandelte, stellt Ausführung der bezüglichen Arbeit bereits wiederholt gegeben der Unteroffizier die Sache anders dar, und erklärt, die Zeugen habe. Was soll der Unteroffizier thun? Sein Aerger wird sich hätten sich dies untereinander abgesprochen. Die Zeugen bestreiten nunmehr gegen den Untergebenen richten und er versucht es dann das entschieden. Ein Beisiger des Gerichts läßt noch feststellen, daß einmal auf„ andre Weise", d. h. er greift zu dem verwerflichen an dem Tage vor den Mißhandlungen der Major den Unters Mittel der körperlichen Züchtigung. Vom ersten Schlag bis zur offizieren auf das strengste untersagt habe, einen Unterrohesten Mißhandlung ist dann oft nur ein Schritt. Das Mittelchen gebenen anzufassen. Das Gericht erkannte auf zehn Tage wird öfter probiert, bis eines Tages der Krach kommt und die Mittelarrest und spricht den Angeklagten von der Beschuldi. ganze Geschichte an das Tageslicht gezogen wird. Natürlich fliegt" gung der Bedrohung frei. der Unteroffizier jetzt feste" rein und das mit Recht. Alle Welt Auch dies Urteil zeichnet sich durch unverständliche steht entrüstet. Er wird gehörig verdonnert, und die letzten Ur- Milde aus. heber der ganzen tollen Geschichte" gehen frei aus, oder tommen mit einem Verweis davon, weil sie es angeblich an der nötigen Aufsicht haben fehlen lassen. Es ist unzählige Male dieselbe Geschichte. " " " Parteitag und bürgerliche Presse. Ein Teil der Parteipresse hat über die Verhandlungen des Dresdener Parteitages so alles Gleichgewicht verloren, daß es sich empfiehlt, hier das Urteil einiger bürgerlichen Blätter über denfelben anzuführen, vielleicht daß dann das gestörte Gleichgewicht wiederkehrt. Milde Beurteilung eines Wahlercesses. Man schreibt uns: In krassem Widerspruche zu dem Urteil wegen des Laurahütter Wahlfrawalles steht ein andres Urteil, das am Dienstag das Schöffengericht zu Friedberg in Hessen wegen eines ähnlichen Ercesses fällte. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Am Tage der Hauptwahl, am 16. Juni, kam es in dem zum Wahlkreise Friedberg- Büdingen gehörigen Dorse Burggräfenrod zu einem argen Exceß. Aber die Excedenten waren in diesem Falle keine bethörten Arbeiter, sondern Kriegervereinspatrioten, die ihrem Aerger über den Ausfall der Wahl nach Hunnenart Luft machten. Daraus erflärt es sich auch, daß die bürgerliche Presse damals die Sache völlig totgeschwiegen hat. Der Gastwirt Kohl in Burggräfenrod hatte unfren Genossen am 12. Juni seine Hofraithe zum Abhalten einer socialdemokratischen Versammlung überlassen. Schon das erregte bei den Patrioten des Grafen Oriola großen Unwillen, zumal dem Bürgermeister von Burggräfenrod als lleberwachenden ziemlich bös mitgespielt wurde, weil er sich während des Referats Einreden und Bemerkungen erlaubte, die wohl seinem politischen Eifer, nicht aber seiner politischen Einsicht Ehre machten. Dazu kam dann, daß am 16. Juni ziemlich biel Stimmen für den socialdemokratischen Kandidaten abgegeben wurden. Das brachte das Blut der Kriegervereinler in Wallung. Eine Kinderei als Kapitalverbrechen behandelt hat die Strafs Nachdem man sich gehörig am Bier begeistert, zogen die gräflichen fammer in Halberstadt, die 13 junge Dorfbewohner aus BadersKnüppelhelden bewaffnet mit Knüppeln, Mistgabeln und andren leben wegen Verspottung der Abendmahlsceremonie " geistigen Waffen", nach dem Kohlschen Wirtschaftsgebäude Genau dasselbe haben die socialdemokratischen Kritiker von zu schweren Gefängnisstrafen verurteilte. Die Verurteilten hatten, und demolierten dort alles, was ihnen unter die Hände jeher ausgeführt. Sie wurden freilich der„ gehässigen Ueber- nachdem sie die Freuden des Schüßenfestes genossen, in einer Wirtfam. Die Fenster, Läden, das Hofthor, das Wirtschafts- treibung" geziehen. Allerdings ging die Socialdemokratie der Sache schaft die Abendmahlsfeier faritierend nachgeahmt und erhielten inventar, alles schlugen die wütenden Patrioten" furz noch tiefer auf den Grund. Sie erklärte auch, weshalb die Feld- dafür Gefängnisstrafen von 2 bis 9 Monaten zu Wer sich zur Wehre setzte, bekam Prügel. Der Wirt webel, Lieutenants und Compagniechefs die Unteroffiziere in eine so diftiert. Die beiden jüngsten Verurteilten sind erst 16 Jahre alt. Kohl wurde so verlegt, daß er mehrere Tage im Bett liegen unangenehme Situation bringen. Sie werden wieder von ihren mußte. Einem Arbeiter Stiller wurde ein Backstein mit solcher Vorgesetzten scharf gemacht, und das alles schließlich wegen des Wucht an die Stirn geworfen, daß das Schild feiner Müze durch- thörichten Gamaschendrills, der aus dem vernünftigen Menschen eine schlagen wurde und er eine klaffende Wunde davontrug. Maschine zu machen sucht. Und so lange mit diesem System nicht Hierauf zogen die Knüppelhelden unter Gegröhle nach dem gebrochen wird und damit hat es gute Wege, werden sich die Wohnhaus eines als Socialdemokrat verschrieenen Arbeiters Stiller Soldatenmißhandlungen nicht mindern, selbst wenn die Militärjustiz und riefen dort: Heraus mit ihnen( gemeint waren die Söhne des nicht so oft eine unbegreifliche Milde walten ließe." Stiller), wir schlagen alle drei tot! Auch hier suchte man Fenster und Thüren einzuschlagen. Als Frau Stiller in die Hausthür trat, um den Unholden gütlich zuzureden, erhielt sie von dem Sohn des Bürgermeisters Moscherosch, einem der Hauptkrachmacher, einen Hieb mit einem Lattenstück über den Kopf und der junge Stiller erhielt von dem felben Helden einen Wurf mit einem Bankbein in den Rücken. Wie schrecklich die Wüteriche gehaust, geht daraus hervor, daß NachbarLeute sich nicht getrauten, auf das Hilfegeschrei den Bedrängten beizuspringen. Und Polizei und Nachtwache war an dem Abend nicht zu sehen. Ja einer der Ortsnachtwächter meinte zu einem jungen Manne, der ihn auf die bedrängte Lage des Wirtes Kohl aufmerksam machte:" Geh, wenn Du ein Kerl wärst, thät'st Du auch mit draufhauen!" Der Erceß war planmäßig organisiert und vorbereitet. Man durfte deshalb um so mehr darauf gespannt sein, wie die Staatsanwaltschaft die Sache beurteilen würde. Die hessischen Behörden haben aber einen wesentlich milderen Maßstab bei der Beurteilung des Excesses angelegt, wie die schlesischen Justizbehörden in Laurahütte, obwohl es sich in Burggräfenrod um einen wohlüberlegten Plan reifer Männer, in Laurahütte aber um die unüberlegte That unreifer und vorher provozierter junger Leute handelte. Einem Antrag der Verletzten auf Erhebung der Anklage wegen Landfriedensbruchs gab die Staatsanwaltschaft in Gießen nicht statt, vielmehr begnügte Von andrer Seite wird diese Meldung bestritten. Es lägen sie sich damit, die Ercedenten wegen Sachbeschädigung, Körper noch keine abschließenden Erfahrungen vor, auch sei Krupp noch berlegung, groben Unfugs zu verfolgen, woraus es sich auch erklärt, feineswegs mit einer etwaigen Umarbeitung der Geschüße betraut. daß sie nicht vor die Strafkammer, sondern vor das Schöffengericht Nach dem„ Berliner Tageblatt" dementiert auch das Kriegszur Aburteilung tamen. Angeklagt waren 16 Personen, zumeist ver- ministerium sämtliche Angaben ganz entschieden. Auf alle Fälle Heiratete Leute. Die Beweisaufnahme ergab im wesent hätten wir es auch nur mit einem Provisorium zu thun gehabt lichen die obige Schilderung der Vorgänge. Nur suchten dem das dicke Ende der Forderung völlig neuer Geschütze bald genug sich einige der Angeklagten zu rechtfertigen, daß nicht sie, nachfolgen dürfte. Soll doch auch England wieder die Einführung Socialdemokraten sondern die die Urheber des Krawalls eines völlig neuen Feldgeschützes des angeblich besten GeschützesDer gewesen seien. Amtsanwalt beantragte gegen die beabsichtigen. Haupt- Radauhelden mit Rücksicht auf die bekundete Roheit Freiheitsstrafen, während vier Anwälte sich bemühten, der Sache einen überpatriotischen Eifers hinzustellen. Eine provisorische Artillerievorlage wird in verschiedenen Blättern angekündigt. Die Blätter erklären, daß dem Reichstag im nächsten Frühjahr eine Vorlage zugehe, die 12 bis 15 Millionen Mark für die Einführung der RohrrücklaufGeschütze fordert: V " Die während der Kaisermanöver mit diesen neuen Geschüßen erzielten Resultate waren zufriedenstellend, sie dienen mit den vorhergegangenen Schießversuchen( in Meppen usw. in Gegenwart des Kaisers) als Unterlage zu der neuen Vorlage. Bekanntlich sollen die jetzt im Gedrauch befindlichen Geschütze in Rohrrücklauf Geschüße umgearbeitet werden. Diese Aenderung kostet für jedes Geschüt etwa 2000 Mart, so daß mit dem oben erwähnten Betrag die ganze Artillerie, soweit sie in Betracht kommt, renoviert und verbessert werden kann; eine Summe, die wegen der großen Wichtigkeit der Rohrrücklauf- Geschütze nicht sehr groß genannt werden kann. Soweit wir informiert sind, find an den in Betracht kommenden Stellen alle Vorbereitungen für eine schnelle Erledigung der Geschüßänderung getroffen worden. Neben den staatlichen Geschützfabriken wird die Firma Krupp den Hauptanteil an der Arbeit haben." Soldatenmishandlungen und kein Ende. möglichst harmlosen Austrich zu geben und den Erceß als Ausfluß Der„ Fall Bunz" beschäftigte am 21. September das KriegsDas Urteil fiel sehr milde aus. Von den 16 Angeklagten gericht der 27. Division in Ulm Am Abend des 3. Juni warf der erhielten wegen Sachbeschädigung oder Körperverlegung der Landwirt Unteroffizier Bunz von der 10. Compagnie des Grenadier- Regiments Jakob Friedrich Kost 230 M., der Landwirtschaft Richard Moscherosch Nr. 123 dem Gefreiten Hils aus geringfügigem Anlaß ein Kochgeschirr ( Bürgermeistersohn) 150 M., Ser Landwirt Richard Bolz 150 M., an den Kopf. Der Gefreite trug eine ca. 3 Centimeter lange und der Schweizer Wilhelm Bender 100 M., der Dienstknecht Konrad bis auf den Knochen reichende Wunde am linken Scheitelbein davon, Meinhard 50 M., der Landwirt Friedrich Dörr 100 M., der die im Revier provisorisch verbunden und noch am gleichen Bahnarbeiter Moritz Traband 100 M. und der Knecht Konrad Blum Abend im Lazarett mit zwei Nadeln genäht wurde. Hils blieb 30 M. Geldstrafe. Der übrige Teil der Angeklagten( Socialdemo- drei Tage in der Revierfrankenstube, mußte dann aber in das fraten!) wurde freigesprochen, weil dargethan wurde, daß sie an dem Lazarett übergeführt werden, weil sich hohes Fieber ein Erceß keine Schuld trugen. Bald zeigten sich die charakteristischen Symptome der Man vergleiche mit diesem Urteil die drakonischen Strafen, die stellte. in Laurahütte verhängt wurden, man vergleiche damit die vielen Stopf- und Wanderrose und am 27. Juni starb Hils. Vorher gab Monate Gefängnis gegen Arbeiter, welche etiva ein unbedachtes Wort der Gefreite noch an, daß er von Bunz vorsätzlich verlegt worden gegen einen, Arbeitswilligen" geäußert, und man wird gestehen: in Fried- sei. Er habe bis dahin fälschlich bekundet, der Unteroffizier hätte berg war Madame Justitia einmal sehr gnädig gestimmt. ihn fahrlässig mit dem Kochgeschirr getroffen. Ihm sei nahegelegt worden, so auszusagen, um die Ehre der Compagnie zu wahren." Bor dem Schwurgericht zu Beuthen werden am 28. September Auch habe er den Unteroffizier schonen wollen. Der Compagniechef Hauptvon neuem Verhandlungen über Wahltrawall- Beteiligte von Laura- mann Lutz und der Feldwebel, welche als Zeugen befragt wurden, ob sie hütte beginnen. Dem Schwurgericht ist die Aburteilung derjenigen Hils oder andre Personen zu beeinflussen versucht hätten, stellten dies Bersonen überwiesen worden, die sich bei den Vorgängen am entschieden in Abrede. Dagegen wurde im Laufe der diesmaligen 21. Juni als Rädelsführer hervorgethan, Gewaltthätigkeiten gegen Personen begangen oder Sachen geplündert, vernichtet Beweisaufnahme festgestellt, daß ein Unteroffizier Hinze, der f.3. oder zerstört haben sollen. Angellagt find acht Personen: mehrere Leute zum ersten gerichtlichen Verhör führte, bei dieser Gelegenheit Schlepper Goiny, Klempner Graiczaret, Arbeiter Mroset, Monteur geäußert hat, sie hätten den Mund halten sollen. Die Zunge müßte Weiß, Grubenarbeiter Burczyk, Zimmerhäuer Nott, Häuer Karaus, ihnen am Gaumen fleben bleiben“. Wie im Laufe der VorunterIn der Nr. 217 äußert sich der nationalliberale„ Stadtanzeiger zur Kölnischen Zeitung" unter anderm: „ Nicht schwächer, sondern eher noch stärker wird fie( die Socialdemokratie) aus dem Tornado des Parteis tages hervorgehen. Der Reif der ideellen und parteipolitischen Gemeinsamkeit gegenüber der bestehenden Ordnung und ihrer parlamentarisch- staatlichen Vertretung ist zu fest, als daß der brausende Most der jugendlichen Machtfülle, wie er in der Socialdemokratie im Grunde genommen sogar recht imposant und an Kräften reich gärt, ihn sprengen könnte. Nicht so unrecht hatte ein Redner des Parteitages, daß es schon etwas Bedeutendes sei, solche Dinge in boller Deffentlichkeit verhandeln fönnen. Besser, man giebt das ruhig zu, anstatt mit seichtem Wit angequälter Vornehmheit darüber hinwegzugehen! Was Intelligenz, Kraft und Idealismus anbelangt, so könnte man davon dem socialdemokratischen Parteiwein genügend große Mengen abzapfen, um ein Dußend andre Parteien damit zu versorgen, ohne daß die an ausgezeichneten Köpfen und opfervollen Seelen überreiche Partei der Genossen darum merklich ärmer würde. Und das bezieht sich gerade auch auf die Partei, deren Stellung in der Deffentlichkeit durch eine Art von innerm Anachronismus, der zu den krankhaften Merkwürdigkeiten unsrer unsrer merkwürdigen Tage gehört, so überaus geräuschvoll geworden ist: auf das Centrum. Man sehe sich doch nur solch einen Katholikentag an! Immer wieder dieselbe Leier, ein ausgeblasenes Ei, aber hochwichtig herausdrapiert, als handelte es sich um reinsten geistigen Edelstein. Eine Omelette, aber lärmboll serviert. Tant de bruit etc.!( Soviel Lärm um einen Eierkuchen!) Eine Einigkeit, die schon mehr ewiger Schlaf ist, wird einem da Jahr für Jahr vorgezaubert, sie erscheint auf den bloßen Anruf wie der Geist in„ Hamlet" oder wie ein starres„ lebendes Bild" auf der Vereinsbühne in feenhafter" bengalischer Beleuchtung. Kein erregter Meinungsaustausch bezeugt bezeugt da geistiges Leben; Leben; da ist alles nur einer Meinung, der Meinung der Meinungslosigkeit. Und ob ein Redner deutsch, Lateinisch, italienisch oder türkisch spricht immer ist ihm der langanhaltende, begeisterte Beifall" der Menge gewiß, ob sie's num versteht oder nicht. Solcher Kämpfe im vollen Lichte der Deffentlichkeit, wie sie jest in Dresden ausgefochten werden ohne Schaden für die Partei, ist keine andre Partei im Deutschen Reiche fähig- am wenigsten aber die Centrumspartei, die darum sehr unrecht thut, auf Dresden mit dünkelhaftem Hochmut hinzublicken, weil dort soviel wüste Schimpferei" getrieben worden sei." Und die Mühlheimer Zeitung", ebenfalls ein liberales rheinisches Blatt, schreibt: Wenn auch der Parteitag den Erdgeruch des Proletariertums nicht verleugnet habe und das fachliche Moment oft hinter persönlichen Bänkereien zurückgetreten sei, so dürfe man das nicht für die Hauptsache halten, sondern müsse das schon im eignen Interesse anerkennen, daß ein bewunderungsiverter Zug der Initiative, des Welteroberertums durch die Dresdener Tagung gegangen fei. Man müsse sogar sagen, die innere Einheit der Partei sei so groß, daß sie es ruhig wagen dürfe, ihre Parteiwäsche vor den Augen von ganz Europa zu waschen. Hat ein Teil unsrer Parteipreffe vergessen, was sie der Partei schuldet? Und ist das die Parteipresse, die es mit einer Welt von Feinden aufnehmen soll A. B. 3 Ausland. Frankreich. Frankreichs Protektorat über Marokko. Der Pariser Korrespondent der„ Daily Mail" berichtet über den Marotto Vertrag zwischen England und Frankreich noch folgendes: Die marokkanische Frage gehe dadurch ihrer Lösung entgegen, daß Frankreich das Protektorat über dieses Land erhalte. Lediglich der Termin der Uebernahme der Schutzherrschaft sei noch nicht festgestellt. Das ganze Gebiet mit Ausnahme eines kleinen Küstenstriches werde in französische Hände übergehen. Die englische Regierung sei völlig einverstanden und würde entsprechend entschädigt werden, wahrscheinlich durch Aegypten. Der Besuch König Eduards in Paris habe mit dieser Angelegenheit in Zusammenhang gestanden. Auch Spanien soll entschädigt werden. Maßregelung eines Admirals. 0 Paris, 25. September.( Eig. Ber.) Auf Antrag des Marineministers Pelletan hat der Ministerrat den Admiral Maréchal in Nichtaktivität durch die Amtsentziehung versetzt. Vorher hatte Pelletan von sich aus den Admiral des Kommandos über das Flottengeschwader im äußersten Drient enthoben. Die beiden Maßregelungen sind die Folgen beleidigender Antworten des Admirals an den Marineminister gelegentlich interner Verwaltungs Konflikte. In einem Falle handelte es sich um eine vom Offizier Hourst verfuchte Rettungsaktion in den chinesischen Gewässern, die Pelletan als eine„ militärisch- bischöfliche" Erpedition tadelte, zu welcher jedenfalls erst die Ermächtigung des Ministerrates erforderlich getvesen wäre. Im andren Falle hatte Pelletan die disciplinarische Maßregelung eines Marine- Offiziers als parteiisch gerügt. In seiner Antwort auf diese Rüge wurde der Admiral desto gröber als ihn bereits die Abberufung vom Geschwaderkommando ereilt hatte. Er bezeichnete das ministerielle Schreiben als eine , tleine Jufamie", für die er der Form halber einen fubalternen Kanzleischreiber verantwortlich zu machen sich die Miene gab und fuhr also fort:„ Ein Staatsminister Frankreichs, in dessen Adern französisches Blut und französische Ehre fließen, sinkt nicht so tief" 1. Man begreift, daß auch Präsident Loubet die nationalistischen Hoffnungen getäuscht und das Maßregelungsdekret unterzeichnet hat. Aber nicht nur die Nationalisten, sondern auch die Bourgeoisrepublikaner mit dem Temps" an der Spize nehmen für den rebellierenden Admiral Partei. Und der klerikal- monarchistische Abgeordnete Baron Neille hat eine Interpellation eingebracht. England. müßte verhängnisvoll werden für unsre ganze zukünftige politische| Interesse zunächst versuchte, sie nicht an die Deffentlichkeit fommen Entwicklung. Denigegenüber würde es von minderer Bedeutung zu lassen, daß sie sich vielfach nur unter der Decke abspielten, daß sein, wenn wirklich ein viertel oder halb Duzend Socialdemokraten die Gegensäge nie vollig ausgetragen wurden, dadurch wurden sie auch in das preußische Abgeordnetenhaus einzögen." nicht gemildert, sondern enorm verschärft, so daß die Explosion in Dagegen erklärt die„ Magdeburgische Zeitung", lieber mit der Dresden für Leute, die nichts von alledem wußten, völlig unReaktion gehen zu wollen: begreiflich und unmotiviert erscheinen mußte. Weiteres Vertuschen hätte jedoch die Sache nur verschlimmert, „ Schlägt jetzt der jungnationalliberale Verein Berlin für Stichwahlen die Verständigung mit der Socialdemokratie vor, nicht verbessert. Die offene Aussprache von Dresden war, so dann tritt er damit praktisch an die Seite der Barth und Nau- schmerzlich sie sein mochte, unumgänglich notwendig geworden. Aber Dieses Vorgehen erscheint nach dem letzten Ergebnis der mit ihr ist erst der Anfang zur Herstellung des inneren Friedens Reichstagswahl und nach dem Dredener Parteitag doppelt gemacht, keineswegs dieser schon erreicht. Noch zittern Verbitterung. bedauerlich. Nachdem die Reichstagswahl die Zahl der und Mißtrauen in mancher Brust nach, und die Berichterstattung socialdemokratischen Stimmen auf drei Millionen gebracht über den Parteitag mag noch manches erregte Zwischenspiel zu Tage hat, sollte jeder Schritt vermieden werden, der geeignet fördern. ist, das Urteil der Wähler über das Wesen der Socialdemokratie Schließlich aber werden sich doch die aufgewühlten Wogen zu vertvirren. Ein solcher Schritt aber ist das Zusammen- glätten und in ihnen wird die böse Episode des Revisionismus gehen mit der Socialdemokratie bei der Landtagswahl. Die social- untergehen, wie vor zehn Jahren die Episode der Jungen", wie demokratische Partei würde ein Zusammenwirken von National- vor wenigen Wochen die Episode des Nationalsocialismus unterliberalen und Socialdemokraten bei der Landtagswahl für gegangen ist. die Reichstagswahlen auf das gründlichste ausnüßen. Eben Dieser bildete in der That nichts als die bürgerliche Parallelerst hat Bebel unter dem Jubel des Parteitages seine Tod- Aktion zum theoretischen Revisionismus. Er wurde zu gleicher Zeit feindschaft gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft erklärt. Glaubt mit diesem aus der gleichen ökonomischen und politischen Situation man wirklich, daß unter dem noch frischen Eindruck dieser geboren, erlebte gleichzeitig mit ihm die Zeit der Blüte, welkte mit Fanfare die nationalliberale Partei nicht Gefahr liefe, bei ihm dahin, als ihm die Sonne des wirtschaftlichen Aufschwungs den Wählern durch ein Zusammengehen mit der Socialdemokratie und des Zuges nach links in der Bourgeoisie nicht mehr schien, und ungleich mehr zu verlieren, als im besten Falle die Unterstügung nun verdorren beide, ohne eine Frucht am Baume. der Politik zu focialdemokratischer Wahlmänner dem Nationalliberalismus an hinterlassen." Mandaten einbringen könnte? Glaubt man wirklich, daß der Zweck in Die ,, Münchner Post" sagt in einem zweiten Artikel, es den Augen der Wähler das Mittel„ heilige"? Die Antwort hierauf sei nichts wie eine traditionelle Phrase, daß unsre Partei gerade wird der nationalliberale Delegiertentag in Hannover zu geben darum so großartig dastehe, weil sie ihre schwarze Wäsche auf haben. Daß sie nicht im Sinne des jungnationalliberalen Vereins offenem Markte wasche. Sie beklagt dann die Schwierigkeiten, die Berlin ausfällt, daran zweifeln wir nicht." den Parteigenossen namentlich in Centrumsgegenden durch Bebelsche Argumente bereitet werden, und fährt fort: Auch wir zweifeln nicht, daß die große Mehrheit der National mit Junkertum und liberalen sich bei den Landtagswahlen ultramontanem Muckertum verbinden, und die Möglichkeit jedes Fortschritts in Preußen verhindern wird. Schon haben z. B. im Wahlkreise Görlitz die Nationalliberalen beschlossen, für den Konservativen v. Einsel, einen führenden Mann im Bund der Landwirte, einzutreten; ebenso haben sich in Rothenburg- Hoyerswerda die Nationalliberalen mit den Konservativen vereinigt, zwei gemeinsame Kandidaten aufzustellen. * Der Abgeordnete Gothein will, wie verlautet, eine Kandidatur für das Abgeordnetenhaus im Breslauer Wahlkreise nicht wieder annehmen. Vermutlich ist diese Weigerung verursacht durch die Haltung des Breslauer Freisinns zu den Ansprüchen der Socialdemokratie und durch die daraus entspringende Gewißheit, nicht wiedergewählt zu werden. Wer sich soweit vergessen kann, wer seines Zornes so wenig Meister bleibt, dessen Worte verlieren an Wert, dessen Führerqualitäten müssen in Zweifel gezogen werden, und sei er selbst ein Mann von den glänzenden Gaben Bebels. Denn noch sind wir eine demokratische Partei, in der nicht der Wille und die Meinung eines Einzelnen gilt, die ebenso rückhaltlos die ungerechtfertigten Ver unglimpfungen durch einen Führer abweist, wie sie sich gegen cäsaristische Uebergriffe wendet. Die Schmähungen, die Bebel besonders den Münchenern und den süddeutschen Parteigenossen bescherte, verlangen noch eine specielle Betrachtung, die über den Rahmen dieses Artikels hinausgehen würde. Die Art, wie er, Stadthagen usw. in der Debatte über die Mit arbeit von Parteigenossen an bürgerlichen Blättern und später loszufahren beliebten, läßt es aber wohl als nüßlich erscheinen, an einige Säße einer Resolution zu erinnern, die einst einem Parteitag Die Parteipreffe über den Parteitag. vorlag. Sie lauten: In der soeben erschienenen Nr. 52 der Neuen Zeit" bespricht St. Kautsky den Parteitag. Er sagt einleitend: Bant aus dem Wege geräumt und dadurch trotz der wütenden Kämpfe, die er entfesselte, der Sache des inneren Friedens gedient. Es muß aber auch hervorgehoben werden und man kann dies nicht scharf genug betonen, daß der Kernpunkt der Verhandlungen des Parteitages, die Diskussion über die Tattit, durchaus keine Veranlassung zu niederdrückenden Empfindungen bot. Wir haben nicht die mindeste Ursache, zu bedauern, daß dieser Punkt auf die Tagesordnung gesezt und eingehend behandelt wurde. Die liberale Partei und die Arbeiterpolitik. London, 23. September.( Eig. Ber.) Allem Anscheine nach werden gegenwärtig Ausgleichsverhandlungen zwischen der liberalen Partei und den Arbeiterführern gepflogen, um bei den nächsten Der jüngste unsrer Parteitage gehört nicht zu jenen, deren wir Hauptwahlen ein einheitliches Vorgehen zu erzielen. Das Komitee mit ungemischter Freude gedenken in diesem Gefühl ist wohl die gefür Arbeitervertretung, das etwa dreißig bis vierzig Kandidaten famte Partei einig. Aber man ginge zu weit, wollte man den aufstellen wird, soll von den Liberalen unterstützt werden. Der Dresdener Parteitag zu den verlorenen zählen. So unerquicklich Sekretär des Komitees, Mr. J. N. Macdonald, der in Leicester stellenweise sein Verlauf war, seine sachlichen Ergebnisse waren durchkandidiert, wird keinen liberalen Gegenkandidaten haben. Mr. weg befriedigende. Er hat eine Reihe von Ursachen zu Streit und W. Crooks, der Sieger von Woolwich, unterstützt jetzt regelmäßig liberale Kandidaten, er ging sogar nach Rochester, um für den liberalen Imperialisten Sir Harry Johnston zu wirken. Andrerseits verspricht die radikale( freisinnige) Presse den Arbeitern, für eine Verbesserung des Gewerkschaftsrechts einzutreten. Ganz anders stellt sich die liberale Partei zu den wirklichen socialdemokratischen Kandidaturen. Genosse Hyndman, der in Burnley kandidiert, erhielt in der Person des liberalen„ Arbeiterführers" Die peinlichen, ja zeitweise quälenden, selbst widerwärtigen Mr. F. Maddison einen Gegenkandidaten. Maddison war früher bei den Eisenbahnern als Organisator beschäftigt. Dann wandte er sich den Genossenschaften zu, jezt ist er Organisator im Cobden- Klub, d. h. ihm fällt die Aufgabe zu, zwischen dem kapitalistischen Cobden- Klub und den Arbeiter- Organisationen den Vermitteler zu spielen. Genosse Hyndman hat schon seit Jahren den Wahlkreis Burnley bearbeitet und hätte die beste Aussicht, nach zwei Jahrzehnten socialdemokratischer Agitation doch einmal ins Unterhaus zu gelangen. Dieser Möglichkeit will die liberale Partei, die in Hyndman einen mächtigen Gegner hätte, mit allen Mitteln vorbeugen. Kein liberaler Bourgeois wagte es, die Kandidatur in Burnley anzunehmen. Aber was ein anständiger Bourgeois in England verschmäht, das thut ein liberaler Arbeiterführer mit Vergnügen. Empfindungen wurden nur ausgelöst durch die Verhandlungen über jenen Punkt, der unglückseligerweise am Eingang statt am Ausgang der Tagesordnung stand, wo einerseits die Kampfeslust und die Seiten am größten war, weil man sich eben noch nicht ausgesprochen Kampfesfähigkeit noch frisch und andrerseits die Reizbarkeit auf beiden hatte. Wäre die Taktit als erster Punkt zur Beratung gekommen und die Mitarbeit an der bürgerlichen Presse erst danach, dann darf man sicher sein, daß dieser Punkt weit fürzer und ruhiger behandelt worden wäre. " Der Parteitag erklärt ausdrücklich, daß die Kritik an den Handlungen oder Unterlassungen der Parteiorgane und der parlamentarischen Vertreter der Partei ein einem jeden Parteigenossen zustehendes selbstverständliches Recht ist, er verlangt aber, daß diese Kritik in Formen geübt werde, die eine sachliche Auseinandersetzung dem angegriffenen Teil ermöglichen. Endlich ist der Parteitag der Anschauung, daß der in den Statuten der internationalen Arbeiterassoziation von 1864 aus gesprochene Grundsatz:„ daß Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlage für das Betragen aller ihrer Mitglieder untereinander und gegen alle ihre Mitnienschen ohne Rücksicht auf Farbe, Bes Kenntnis oder Nationalität anzuerkennen sei", auch heute noch die Richtschnur für die Handlungen der Parteigenossen sein muß. Diese Resolution ist allerdings 12 Jahre alt, aber der, der sie einbrachte, hat ein vorzügliches Gedächtnis und heißt August Bebel. Freilich war sie auch nicht nach rechts" gerichtet, sondern nach " links" gegen die Jungen", die damals den„ Alten" just das näm liche und ebenso ungerecht vorwarfen, dessen jetzt Bebel die Revisionisten" beschuldigte, daß fie den revolutionären Geist systematisch ertöten und die ganze Bewegung verflachen", daß alles geschehe, um einen Ausgleich zwischen Proletarier und Bourgeois zur Schwenkung nach rechts ebne" usw." herbeizuführen", daß die Taktit der Reichstags- Fraktion„ den Boden " Das Sächsische Voltsblatt" in 3 wickau sagt zur Resolution zur Taktik: „ Wer es hiernach abermals wagen würde, der deutschen Socialdemokratie eine andre als die traditionelle Taktik, die nur Dies hätte aber auch dann der Fall sein können, wenn jene den veränderten Verhältnissen jeweilig anzupassen ist, zu empfehlen Genossen, die Veranlassung dazu gaben, daß dieser Punkt überhaupt und in die Praxis umzusetzen, würde sich mit einem hochwichtigen verhandelt werden mußte, die Mitarbeiter an der Zukunft", sich Beschluß eines Parteitages in bewußten Widerspruch segen. Die über die Berechtigung unsrer Kritik und des Vorstandsbeschlusses Ausrede, daß jemand guten Glaubens" gewesen sei, kann vorher informiert und jene Erklärungen vor Beginn der Verhand- ferner nicht gelten. Diese Feststellung bildet den Gewinn des lungen über die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern ab- Dresdener Parteitages, und es ist völlig unzutreffend zu sagen, daß gegeben hätten, die sie zu deren Schlusse abgaben. Dann hätte der der Parteitag wieder einmal nichts geleistet habe." Das Vorgehen gegen Mehring wird scharf getadelt und als ein Das Schießen in der englischen Flotte. London, 23. September. Parteitag viel kostbare Zeit gewonnen und eine Reihe der häßlichsten Scenen wäre ihm erspart geblieben. vorbereiteter Angriff bezeichnet und der Hoffnung Ausdruck gegeben, ( Eig. Ber.) Der Bericht der Untersuchungskommission über den Und daß ihre Position unhaltbar sei, das mußten diese Genossen daß es ihm bald möglich ist, die gegen ihn erhobenen Anklagen füdafrikanischen Krieg enthält auch eine merkwürdige Aussage des von vornherein wissen. Sie machten auch keinen ernsthaften Versuch, niederzuschlagen. Schließlich heißt es: Generals Sir Archibald Hunter über die Hilfe, die die Flotten sie zu verteidigen, um aber dem Rückzug den Charakter einer Flucht Ueberblickt man das Ganze der Dresdener Verhandlungen im Kanonen den Belagerten von Ladysmith geleistet haben. Der zu nehmen, versuchten sie eine Diversion auf ein ganz andres Laufe der lezen Woche, so darf man sich an die scharfen und oft General ſagte mit aller Bestimmtheit aus, daß die Matrosen äußerst Gebiet, und um ihren gegenwärtigen Fehler zu bemänteln, hatten unliebenswürdigen Worte nicht stoßen. In unsrer Partei, der Partei schlecht schossen. Die Aussage erregt viel Aufsehen, da die Briten zwei von ihnen sorgfältig alles zusammengetragen, was sie an der Proletarier, werden die Worte nicht immer auf die die beste Meinung von ihrer Flotte haben. Frrungen aufstöbern konnten, deren sich Genosse Mehring vor zehn Goldwage gelegt und beim Streite erst recht nicht. Fallen und zwanzig Jahren schuldig gemacht hatte oder gemacht haben soll. bei jedem Hobeln Spähne, dann erst recht bei uns, einmal gründliche Auseinandersetzung nötig haben. Dieser fein ausgeflügelte Schachzug trug die Hauptschuld daran, wir das Teisten. Wir beraten alles daß aus einer sachlichen Diskussion ein persönliches Gezänk wurde... Unfre Partei kann sich Erhebender und instruktiver als die Verhandlungen über die im Lichte der vollsten Deffentlichkeit und alle Welt ist Zeuge Alle Lichtseiten, doch auch alle Mitarbeit an bürgerlichen Blättern waren die über die Taftit, die von unsrem steten Werdegang. ihren Abschluß in in einer bemerkenswerten Abstimmung fanden. Schatten werden in echt demokratischer Weise zur Geltung gebracht Gegenüber der von Hannover bedeutet die von Dresden einen ent- und hat uns diese Deffentlichkeit bisher nie geschadet. Im Gegenschiedenen Fortschritt in der Klarlegung des Kraftverhältnisses der teil! Gerade die vor der breitesten Deffentlichkeit geführten Ber verschiedenen Richtungen innerhalb der Partei zu einander. Damit handlungen selbst über interne Parteivorgänge enthalten das Selbstist der Zweck der Diskussion und unsrer Resolution soweit erreicht korrektiv von höchstem Werte: das Moment der Selbstgefundung worden, als er überhaupt erreichbar war." und Selbstverjüngung der Partei." Serbien. Die Urteilsverkündung gegen die Nischer Offiziere verschoben. Belgrad, 26. September. Im Prozeß gegen die Nischer Offiziere hielt Hauptmann Novakowitsch heute unter der Angabe, seine während des Berhörs gemachten Aussagen vervollständigen zu müssen, eine mehrstündige Verteidigungsrede. Infolgedessen wurde der Schluß der Verhandlung und die Verkündung des Urteils bis zur nächsten Woche verschoben. Zum Kaiserinsel- Prozeß erhalten wir folgende Zuschrift: " wenn Meine Stizze zu einem Kaiserschloß ist ein sogenannter Jdeal- Kautsky sucht dann dadurch zum Verständnis der revisionisti- Eine Versammlung der Zahlstelle 3ittau des focialentwurf ohne irgend welchen thatsächlichen Hintergrund, so wie wir schen Bewegung der letzten Jahre" zu leiten, daß er unterscheidet demokratischen Vereins für den 1. sächsischen Reichstags- Wahlkreis mit Monumentalaufträgen leider nicht überhäuften Architekten sie zwischen theoretischem oder bewußtem und praktischem oder unbewußtem nahm Stellung gegen den Armen Teufel" wegen der„ tendenziösen" feit Otto Rieth zu zeichnen pflegen, um unsren Schaffensdrang Revisionismus. Als Vertreter des theoretischen Revisionismus be- Berichterstattung über den Parteitag und erklärte, sie wünsche nicht, wenigstens auf dem Papier bethätigen zu können. Der Farbdruck zeichnet er die Gruppe auf dem Parteitage, die gegen die Resolution daß das Blatt zu einer„ Tribüne der Revisionisten" gemacht werde. im Oktober Hefte der„ Architektonischen Rundschau", der Ihrer 130 stimmte; die praktischen Revisionisten zeichneten sich eigentlich Genosse Edmund Fischer, der in der Versammlung nicht zugegen übrigens sehr nett dargestellten Wiedergabe zu Grunde liegen dürfte, durch Gleichgültigkeit gegen jede Theorie aus. Nachdem er diese war, erklärt dem gegenüber in seinem Blatte, daß er überhaupt zeigt besser als diese, daß mir für mein Kaiserschloß" eine Unterschiede weiter verfolgt, führt er aus, daß die Dresdener Ab- nicht berichtet habe, weil das die Raumverhältnisse des Blattes füdliche Landschaft vorgeschwebt hat. Emil Högg, Berlin." stimmungen und Erklärungen das Begräbnis des theoretischen nicht gestatten, sondern daß er ausdrücklich in der letzten Nummer Revisionismus als politischen Faktors bedeute und daß damit auch des Blattes geschrieben habe: der praktische Revisionismus seine Straft verlieren müsse. „ Da der„ Arme Teufel" nicht in der Lage ist, einen Bericht Landtagswahl. " Durch den theoretischen Revisionismus hatte der praktische, d. h. einen solchen, der ein richtiges Bild geben kann, und nur ein Der Jungliberale Verein" in Berlin, der sich zur national- trop feiner Verachtung für die Theorie, doch unbewußt eine Beit- folcher ist von Wert zu bringen, so habe ich an andrer Stelle liberalen Partei zählt, hat eine Resolution beschlossen, durch welche lang eine größere Festigkeit gewonnen. Nun wird er wieder das wenigstens die Ausführungen einiger Redner wiedergegeben, die die Delegierten für den bevorstehenden Parteitag der National Chaos von Stimmungen, das er vor dem Uebergang von meinen Angriff gegen Genossen Mehring erklären und rechtfertigen." liberalen in Hannover beauftragt werden, dafür zu wirken, daß bei Bernstein ins revisionistische Lager gewesen. Jetzt hat er noch Die Parteigenossen in Kassel beschlossen: den Landtagswahlen die nationalliberalen Wahlmänner sich bei weniger Widerstandskraft als bisher inmitten einer gegen seine Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Arbeiten des Stichwahlen mit den freisinnigen und socialdemokratischen Wahl- Richtung treibenden Strömung. Und diese Strömung verspricht Parteitages, abgesehen von den persönlichen Streitigkeiten, völlig männern über eine gegenseitige Unterstützung verständigen sollen. immer stärker zu werden, mit dem Fortgang der Krisis, dem Nieder- einverstanden. Sie erblickt in der Abstimmung über die revisioDie nationalliberalen Zeitungen nehmen zu dieser Resolution gang des Liberalismus, dem Heraufziehen großer Konflikte mit der nistische Thätigkeit der Parteigenossen einen Sieg des Klassengänzlich widersprechende Stellung. Die„ National Beitung" ist mit Staatsgetalt. So muß die Zahl der lokalen Milieus, wie die der bewußten Proletariats über alle zu Tage getretenen Bestrebungen, der Resolution einverstanden; auch der„ Hannoversche Courier" Personen, in denen noch eine Stimmung des praktischen Revisionis- den Klassenkampfcharakter der Socialdemokratie nach und nach zu schreibt: mus herrscht, immer fleiner werden; damit müssen sich auch die beseitigen. Die Versammlung hofft, daß die Arbeiten des Partei" Der bevorstehende Wahlkampf ist es muß das immer persönlichen Reibungen innerhalb der Partei vermindern und die tages zum Segen der deutschen Socialdemokratie gereichen werde." wiederholt werden ein Kampf gegen die ton persönlichen Gegenfäße mildern. Aus einer Versammlung des Parteivereins in Bernburg fervativ- tleritale Uebermacht im Abgeordnetenhause. Auch in dieser Beziehung hat der Dresdener Parteitag einen wird berichtet:" Der Peussche Artikel über den Dresdener Parteitag, Der Kampf ist diesmal um so ernster und bedeutungsvoller, mächtigen Anstoß gegeben und dadurch der Sache des inneren in welchem er sich hauptsächlich mit Bebel beschäftigt, hat allgemein als das Vertrauen zur Regierung nicht mehr besteht, daß Friedens gedient. Befremden unter den Parteigenossen hervorgerufen. Es wird be= sie Ausschreitungen von jener Seite entgegentreten wird. Der Freilich darf man sich in dieser Beziehung auch keinen Illusionen schlossen, zunächst von einer Erörterung im" Voltsblatt" abzusehen. deutsche Liberalismus ist in diesem Kampfe auf sich selbst an hingeben. Es sind noch genug Meinungsverschiedenheiten unter uns Dafür soll Peus zu der nächsten Versammlung am Mittwoch, den gewiesen. Man muß im Kriege in kritischen Lagen oft zu einer vorhanden, und manche werden nie ganz aufhören. Andrerseits 30. September, eingeladen werden. Der Delegierte vom Dresdener Hilfe greifen, deren man sich nicht rühmen mag. In einer solchen können wir nicht ein sofortiges Schwinden der persönlichen Er- Parteitage, Genosse Albrecht, wird gleichzeitig seinen Bericht geben. fritischen Lage befinden wir uns in diesem Augenblick. Jede Ber- regung und Verbitterung erwarten. Jahrelange innere Reibungen Die Leipziger Parteigenoffen nahmen folgende Nemehrung der Mandate innerhalb des konservativ- klerikalen Bundes haben sie hoch gesteigert; gerade dadurch, daß man im Partei- solution an: „Die am 24. September im„Pantheon' tagende Partei- Versammlung für den 12. und 13. sächsischen Reichstags-Wahlkreis erklärt sich mit dem Verhalten ihrer Delegirteu auf dem Parteitage einverstanden. Die Versammlung begrüßt die Stellungnahme des Parteitages gegen die Mitarbeit von Parteimitgliedern an bürgerlichen Preß- organen, die in gehässiger Weise die Partei bekämpfen. Weiter spricht die Versammlung ihre ganz besondere Genug- thming darüber aus, daß der Parteitag im wohlverstandenen Jnteresie des proletarischen Klassenkampfes, mit einer so überwältigenden Mehrheit sich gegen die revisionistischen Bestrebungen ausgesprochen und erklärt hat, die seit einigen Jahren von einem kleinen Kreis von Parteimitgliedern propagiert werden. Die Versammlung ist über diese principielle Willenskundgebung des Parteitages auch um deswillen erfreut, weil sie sich vollständig deckt mit der bisher von den Leipziger Genossen einmütig vertretenen Taktik. Die Versammlung erwartet, daß die Partei in Zukunft vom Bernsteinschen und ähnlichem Revisionismus verschont bleibt, da solche Bestrebungen nur zu geeignet sind, die Aktionsfähigkeit der Partei zu schwächen." Die Stuttgarter Parteigenossen verhandelten gleichfalls schon über den Parteitag. Der erste Referent H e y m a n n stellte sich in der Hauptsache sehr kritisch zu den Verhandlungen und Be- schlüssen in den beiden Hauptfragen und namentlich beschäftigte er sich mit Bebel, dessen Ausführungen in materieller und formeller Hinsicht entgegentretend. Der zweite Referent Krämer trat ihm bei, meinte aber, es sei doch gut, daß Bebel in den Revisionismus hinein- geleuchtet habe. In der Diskussion trat Oster den Referenten entgegen. während Hildenbrand ihm zustimnite. Darauf wurde die Ver- sammlung vertagt. Die Bielefelder Genossen nahmen in ihrer Versammlung folgende Resolution an: „Die Versanimlung erachtet die Ansicht Bebels, daß die Partei niemals uneiniger als jetzt gewesen, nicht für richtig; sie ist im Gegenteil der Meinung, daß der sogenannte Revisionismus in den Ansichten seines Hauptvertreters Bernstein insofern bei den Reichstags- Wahlen eine vollständige Niederlage erlitten hat. als der bürgerliche Liberalismus in denselben materiell und moralisch bis zur Vernichtung geschlagen worden ist, so daß gar keine linksliberale Partei mehr besteht, an welche sich die Socialdemokratie, auch wenn sie wollte, im revisionistischen Sinne anlehnen könnte. Hat auch die Diskussion über die Mitarbeit von Parteigenossen an der bürgerlichen Presse und über die einzuschlagende Taktik eigentlich als Resultate nur Selbstverständlichkeiten ergeben, so spricht doch die Versammlung ihre freudige Zustimmung dazu aus, daß durch die Resolution zur Taktik allen bürgerlichen Parteien zum Trotz der Charakter der Socialdemokratie als der Partei des prole- tarischen Klassenkampfes unverhüllt in. deutlicher Handschrist von neuem festgelegt worden ist. Die Versammlung ist der unerschütterlichen Zuverficht, daß die Partei unter diesem Zeichen ihr Endziel erreichen wird." Erklärung. Die„Münchener Post" beginnt in der Nummer vom 25. d. M. eine Artikelserie über den Parteitag, die schöne Leistungen zu bringen verspricht, nach dem Muster, das der erste Artikel liefert. Dort Wird die Dresdener Taktik des Revisionismus fortgesetzt, statt durch die Kraft von Argumenten durch die Verbreitung dunkler Gerüchte zu wirken und Stimmung zu machen, wo man es für unmöglich hält, zu überzeugen. Es heißt dort: „Daß der Parteitag dem löblichen Zweck dienen sollte, alle „Revisionisten" aus der Partei hinauszubefördern, d. h. alle Partei- genossen, denen die jeweilige Ansicht Bebels, Kautskys und Adolf Hoffmanns nicht als das einzige Evangelium gilt, darüber war unter der Mehrheit des Parteitages vom ersten Tage an kaum ein Zweifel. Das oberste Polizei-Organ dieser heiligen Inquisition, die„Leipziger Volkszcitung". hatte diese Absicht noch vor dem Parteitag recht deutlich verkündet. Einige andre Parteigenossen hatten sie zart angedeutet und die aus der Umgebung Bebels sehr gut unterrichtete„Wiener Arbeiterzeitung" bestätigte diese Meinung, als sie vom Parteitag meldete, eine gewisse Resolution, hie so ge- saßt gewesen sei, daß sie für die„Revisionisten" unannehmbar sein mußte, sei zurückgezogen worden. Wobei zu bemerken ist, daß die Zurückziehung erst erfolgte, nachdem durch die Rede Bollmars und die Nachwirkung der Mehring-Affaire die Stimmung vollständig um- geschlagen war." Dieser ganze Passus enthält nichts als völlig grundlosen Klatsch. Kautskh hat ihn bereits in Dresden zurückgewiesen. Trotz- dem kolportiert ihn die„Münchener Post" weiter, weil er ihr in den Kram paßt, ohne etwas dafür vorbringen zu können, als eine Ente, die der„Wiener Arbeiterzeitung" aus der„Umgebung Bebels" zugeflattert sein soll. Was hat sich in jenen Tagen nicht alles um Bebel herumgedrängt I Hat doch ein kleiner Kreis von Delegierten, und darunter scheint allerdings ein Delegierter gewesen zu sein, der sich„in der Um- gebung Bebels herumdrängte", sich in einer Weise mit Tratschereien abgegeben, daß man glaubte, in einem Kränzchen alter Kaffee- schwestern zu sein. Um aber gar keinen Zweifel an dem Charakter dieser Mit- teilungcn zu lassen, erklären wir sie von A bis Z für unwahr. Wir hatten nie die Absicht, einzelne oder alle Revisionisten aus der Partei hinauszubefördern und haben für den Dresdener Parteitag aus den uns vorgelegten Ncsolutionsentwürfen keine andre Resolution ausgearbeitet, als diejenige, die wir dem Partei- tage bereits vor Beginn der Debatte über die Taktikvorgelegt haben. Deren ersten Satz alsdann Bebel. als erster Redner in der Debatte, in verschärfter Form be- richtigte. Das geschah alles, ehe Wollmar ein Wort gesprochenhatte. Wer also die oben erwähnten Gerüchte aufgebracht hat, hat gelogen; wer sie jetzt noch zu sehr durchsichtigen Zwecken weiter ver- breitet, macht sich ebenso einer Lüge schuldig. In einem zweiten Artikel spricht die„Münchener Post" von der„ziemlich tendenziös gegen„rechts" gerichteten Singerschen Geschäftsführung". Ob diese beleidigende Behauptung in den Thatsachen irgend«ine Bestätigung findet, stellen wir getrost dem Urteil der Delegierten und der Partei anHeim. Für eine Kampfesweise, wie sie jetzt die„Münchener Post" be- liebt, die offenbar den Zweck hat, die in München rebellierenden Genossen niederzuhalten, haben wir nur das Urteil: Diese Kampf- weise ist eines Partei-Organs unwürdig. Bebel. KautSkh. Singer. Erklärung. In seiner„Zukunft" vom 26. September d. I. beschäftigt sich Herr Hardcn auch mit mir. Er beschuldigt auch mich der Korruption und Lüge. Dagegen mutz auch ich auf das entschiedenste protestieren. Ich habe folgendes zu bemerken: 1. Herr Hardcn behauptet, daß ich in Dresden erklärte, ich hätte die„VergangenheitHardens" nicht gekannt, und daß ich dabei habe durchblicken lassen, ich hätte nicht für sein Blatt geschrieben, wenn ich diese gekannt hätte. Herr Hardcn verwechselt hier sein Blatt mit seiner Person. Von seiner Wochen- s ch r i f t habe ich erklärt, daß ich sie nur sehr stellenweise und flüchtig gelesen, die von Bebel inkriminierten Stellen namentlich aus Herbst 2902 nicht gekannt, und. wenn ich sie gekannt, vielleicht nicht mehr für das Blatt geschrieben hätte. Uebcr die Persönlichkeit und Vergangenheit Haidens selb st habe ich. nach dem Stenogramm, folgende drei Sätze gesprochen:„Allerdings haben mir mebrere Freunde gesagt: Kennst Du die Vergangenheit Hardcns nicht? Ich habe mir gesagt, daß mich das nicht hindert, mich seiner„Zukunft" zu bedienen." Damit hatte ich ausgesprochen, daß ich erstens die Ver- gangenheit Hardeiis kannte resp. zu kennen glaubte, da eben Freunde mit mir von ihr geredet; zweitens aber, daß das, was Berantwortl-Redatteur! Julius Kalis« in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: ich über seine Vergangenheit wußte, mir nicht hinderlich schien, ab und zu für sein Blatt zu schreiben, da auch das Ungünstige, was mir gelegentlich hinterbracht wurde, mir nicht gravierend deuchte. Glück- licherweise habe ich für diese meine Beurteilung der Persönlichkeit Hardens einen Zeugen, den ich nur deshalb nicht nenne, weil er jetzt von Berlin abwesend ist. Er ist kein Socialdemokrat, sondern Ge- lehrter und Mitarbeiter der„Zukunft". Unter diesen Umständen erscheint auch verständlich, daß ich mich der Gratulation zum 10jährigen Bestehen der„Zukunft" anschloß. A n s ch l o tzl Denn ich habe nicht aus eigner Initiative gratuliert, sondern bin von einem Komitee dazu angegangen worden, meinen Namen zu unterzeichnen. 2. Herr Hardcn erzählt ferner davon, daß ich schon seit 1396 Briefe mit ihm gewechselt. Das ist richtig, wenn es auch nicht viele sind. 1896 drei, 1897 vier. Dann hörte meines Wissens die Korrespondenz auf, bis ich ihm im Mai 1899 persönlich ein Manuskript überbrachte. In dieser ganzen Zeit von 1896 bis End« 1899 habe ich nach meinen Notizen zwei Artikel und ein Nachwort zum zweiten geschrieben! Herr Hardcn will mit diesen Mitteilungen den Eindruck erwecken, als ob ich diese Dinge in Dresden ängstlich verheimlicht hätte. Aber was ging den Parteitag meine— obendrein so spärliche— Mitarbeit an dem Blatte vor meinem Eintritt in die Partei an? Auch mußte dieselbe ja den beiden An- klägern der„Zukunft" in Dresden, Bebel und namentlich Mehring, bekannt sein. Beide haben— mit Recht— davon geschwiegen. Im einzelnen will Harden mich bei meinen Genossen damit kom- promsttieren, daß ich Max Lorenz 1896 in der Besprechung des Partei- tages den Vorrang ließ. Niemand außerhalb der von ihm verlassenen Partei ahnte damals die Entwicklung dieses Herrn, bis bald darauf gerade ich mit der Erste wurde, der seine nationalsocialen Freunde vor ihm zu warnen begann. Mine„Dankbarkeit" sprach ich meines Wissens Harden nur dafür aus, daß er mich meines Versprechens, ihm einen Artikel zu liefern, entband. In dem dabei entstandenen Briefwechsel hat er mich wiederholt und unter größten Lobes- erhebungen zur Mitarbeit aufgefordert: und in diesem Zusammen- hange habe ich wohl ein einziges Mal ihm geschrieben, er solle mir dann gleich Themata vorschlagen. Wie eiftig trotzdem meine that- sächliche Mitarbeit war, sagte ich schon: alle zwei Jahre ein richtiger Artikel! Die„Freunde", die ich zur„Mitarbeit empfahl", sind nach meiner Erinnening eine einzige Person, noch dazu eine Frau, die Frau eines Kollegen, die mich um meine Vermittelung anging. Alle diese Kleinigkeiten und Einzelheiten übertreibt nun Herr Harden und stellt sie, natürlich um mich damit verdächtigen zu können, als regelmäßige Ucbung meinerseits hin! Trotzdem müssen auch diese Uebertreibungen nur meine Aussagen in Dresden bestätigen: daß ich die„Zukunft" nur aus ihren ersten Monaten ihres Bestehens genauer kannte, mich dann jahrelang, eben bis 1 896, nicht um sie kümmerte, um mich seitdem hier und da. immer aber nur zufällig, mit ihr zu befassen. 3. Das ä r g st e leistet Herr Harden aber in Bezug auf meinen diesjährigen Beitrag über den„Glauben des Kaisers". Er schreibt schlankweg, daß im Februar 1903 der bekannte Partei- Vorstandsbeschlutz über unsre Mitarbeit an bürgerlichen Blättern er- schien und ich im März 1903 meinen Artikel an ihn schickte. In Wahr- heit gingen die Dinge so: Mhrings Konzessionsschulze-Artikel kam in der„Neuen Zeit" vom 17. Januar; Bernhards und Kautskys Er- widerungen„Neue Zeit" 7. Februar; der Brief des Kaisers an Hollmann gegen Mitte Februar. Am Freitag, den 2 0. Februar, ftagte ich bei Harden an, ob ihm ein Aufsatz darüber genehm sei: ich begründete die Anfrage auch mit dem Vorgehen Mhrings, dem ich mich nicht fügen wollte, und erklärte mich bereit, die Arbeit bis Anfang der folgenden Woche(also etwa 23./24. Februar) zu liefern, damit sie noch im Heft vom 28. Februar erscheinen könne. Am 2 1. Februar abends teifte mir Harden mit, daß ihm der Artikel willkommen, es aber für das nächste Heft zu spät sei. Deshalb nahm ich mir nunmehr Zeit mit seiner Abfassung: am 2 8. Februar ist er, laut Aufzeichnung in meinem Kontobüchlcin, fertig und— da er nach meiner Meinung nun im Heft vom 7. Rtärz erscheinen sollte.— auch alsbald abgeschickt. Er st am g. März aber wird der betreffende Parteivorstandsbeschluß im „Vorwärts" veröffentlicht. Was aber thut Herr Harden? Er verlegt den Eingang in„den Februar", um meinen Artikel als nachträglich entstanden zu verdächtigen. Er fälscht Daten, um andre zum Lügner stempeln zu können! Aehnlich verdächtig liegt's übrigens mit seiner Bemerkung über die Genossin Braun in diesem Zusammenhang. Ich kann mich nicht entsinnen, sie schriftlich oder mündlich gebeten zu haben, eine derartige Mitteilung an Harden für mich zu machen. Wohl aber habe ich auch ihr damals erklärt, daß ich den Artikel als Antwort auf den Kon- zessionSschulze-Artikel geschrieben hätte und auch nach Veröffentlichung des Parteivorstandsbeschlusses keine Veranlassung sähe, einmal Fertig- gestelltes deshalb zurückzunehmen. Das ist, was ich nach bestem Wissen und Gewissen auf HardenS Anpöbelungen erklären zu können glaube. Es geht daraus hervor, daß er 1. verdreht, 2. übertreibt. 3. fälscht, ummichzu treffen. Zehlendorf. 26. September 1903. Paul Göhre. Erklärung. In der Nr. 222 des„Vorwärts" vom 23. September hat KantSky Herrn Harden einer geradezu beispiellosen Citatenfälschuna über- fuhrt. In der Nr. 225 des„Vorwärts" vom 26. September hat Benchard Herrn Harden eine Lüge dokumentarisch nachgewiesen. Und in beiden Fällen handelte es sich um zweifelsfreie, jede Vieldeutigkeit ausschließende Tlsotsachen, die Herrn Harden nicht ab- hielten, Fälschung und Verimmdung zu wagen. Mit einem Menschen tztol« Art. den ich früher anders und. wie sich zeigte, falsch beurteilte, sich zur Verteidigung in eine Polemik einzulassen, halte ich unter mcmer Würde. Ich verzichte deshalb darauf, über die geflissentliche, von jedermann zu kontrollierende Unterschlagung meiner zur Verteidigung der„Zukunft" auf dem Parteitage gemachten Aeutzerungen, und die hin- sichtlich ihres genauen Sinnes nicht zu kontrollierenden, weil nicht nur willkürlich aus dem Zusammenhang der Briefe, sondern was wichtiger ist, aus dem Zusammenhang der Situation, in der sie geschrieben wurden, herausgerissenen Briefftellen und die damit in Verbindung stehenden lügnerischen Behauptungen des Herrn Harden etwas zu sagen. Nur in Bezug auf eine Bemerkung, in der er meiner Frau unterstellt, sie habe den Arsikel GöhreS über den Glauben des Kaisers ihm„ausdrücklich als eine Demonstration gegen die Parteiregenten angekündigt", will ich konstatieren, daß das falsch ist. Nicht gegen die Parteiregenten, d. i., wenn das Wort einen Sinn hat: der Parteivorstand, enthielt GöhreS Veröffentlichung dieses Artikels in der„Zukunft" eine Spitze, sondern gegen bestimmte terroristische Artikel der„Neuen Zeit", und eine Mitteilung meiner Frau konnte unmöglich einen andren Sinn haben als diesen, denn Herr Harden lügt, wenn er behauptet, der in Betracht kommende Vorstandsbeschluß sei vom Februar 1903. Als meine Frau jene Mitteilung gemacht haben könnte, war sie von jenem vom 3. März veröffentlichten Vorstandsbeschluß ohne jede Kenntnis. Ich übrigen habe ich gegenüber Herrn Harden nur das eine zu sagen, daß ich lebhast bedauere, ihn eine Zeitlang für einen an- ständigen Menschen gehalten zu haben, mit dem man auf Gleich und Gleich verkehren und bei dem man die moralische Atmosphäre ge- sitteter Personen voraussetzen köime. Nun zu etwas andrem. In der Nummer 220 der„Leipziger Vollszeitung" vom 23. September und in der Versammlung Berliner Parteigenossinnen, die am 24. September in den Arminhallen statt- fand, wurde aus Auslaß eines CirkularS, das vom Verlag der „Neuen Gesellschaft" behufS Gewinnung von Anzeigen an Buch- Handlungen und andre Geschäfte verschickt wurde, der Vorwurf„un- verschämter Reklame" erhoben. Der Abgeordnete Stadthagen, dessen Ausführungen in der Versammlung eine auffallende Uebereinstimmung mit dem Artikel der„Leipziger Volkszeitung" aufwiesen, überbot sich in Verunglimpfungen meiner Person, der mir u. a. die„Verfolgung rein persönlicher Interessen auf Kosten der Partei" vorwarf. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Diese Angriffe nötigen mich zu meinem Bedauern ein Dort über die Umstände, unter denen die neue von mir herausziigebende Wochenschrist entstanden ist, zu sagen. Die „Neue Gesellschaft" gehört meiner Frau und mir und ans unsren Mitteln ist diese Wochenschrift, deren Plan wir seit zwei Jahren ver- folgen, entstanden. Um die finanzielle Grundlage herzustellen, haben wir das seit 16 Jahren von mir geleitete„Archiv für sociale Gesetz« gebung und Statistik" für 60000 M. an Herrn Dr. Edgar Jaffa in Heidelberg verkaust, obwohl mir kurze Zeit vorher eine Verlagsbnch- Handlung ersten Ranges 6000 M.Gehalt pro Jahr und 50 Proz. des Ge- Winnes anbot, wenn ich das Archiv, als uimumschränkter Redakteur und weiter sein Eigentümer bleibend, in deren Verlag herausgeben wolle. Dieses in rechtskräftiger Form gemachte Anerbieten ist in meinen Händen und steht zur Einsichtnahme zur Verfügung. Ich zog es vor. statt es anzuchmen, dies mir und meiner Frau gehörige Archiv zu ver- kaufen und den Kaufpreis der Wochenschrift zur Verfiigung zu stellen. Wir thun dies, trotz der Warnungen von Freunden, wir würden unser Vermögen dabei einbüßen, weil wir dieses Unternehmen im Interesse der Partei gelegen finden und entschlossen sind, alle Opfer dafür zu bringen. Danach mögen die Parteigenossen urteilen, ob persönliche oder Partei-Jnteressen unZ leiten. Die Wochenschrist selbst aber wird ansangs der Woche zur Ausgabe gelangen, und dann mag auch über ihren Wert oder Unwert geurteilt werden. Heinrich Braun. Uns der fraiienbcwcgung. Steglitz und Umgegend. Montagabend 8'/, Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15, Frauenversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Bartels über„Heinrich Heine und seine Dichtungen" mit Recitationen. 2. Gründung eines Frauen- und Mädchen-Bildungs- Vereins. Des wichtigen Themas wegen ist es Pflicht aller Frauen und Mädchen von Steglitz uud Umgegend, daß sie diese Ver- sammlung recht zahlreich besuchen. Männer als Gäste haben Zutritt. Die Einberuferin. Zittau. Die Parteigenossin Frau Klara Heinrich ist in Hartha an Herzerweiterung und Bauchfellentzündung im Wochenbette, erst 28 Jahre alt, gestorben, ihren Gatten und vier Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren hinterlassend. Genossin Heinrich, die mit 21 Jahren bereits auf den Parteitag in Gotha delegiert war, hat auch in Zittau und Löbau längere Zeit für unsre Partei und besonders für die Verbreitung des„Armen Teufels" gewirkt. Gerichts-Leitung. Wenn ein socialdemokratischer Berein einen Lichtbilder- Bortrag belehrender Natur veranstaltet, so ist das eine— Lustbarkeit. Der socialdemokratische Verein für Magdeburg und Umgegend hatte im Kriegerschen Lokale zu Magdeburg einen„Lichtbilder-Vortrag" halten lassen. Es wurde in Wort und Bild die Pariser Welt- ausstellung vorgeführt. Die Mitglieder hatten gegen ein Eintritts- geld von 20 Pfennig Zutritt. Der Magistrat zog den Gastwirt Krieger zur LustbarkcitZ- Steuer heran. Nach der Magdeburger Lustbarkeitssteuer- Ordnung hasten neben den Veranstaltern von Lustbarkeiten auch die beteiligten Gast- Wirte. Angezogen wurde eine Bestimmung der Stcuerordnung, wonach deklamatorische Vorlesungen, Vorträge und„sonstige Veranstaltungen" dann als steuerpflichtige Lustbarkeiten an- zusehen seien, wenn die Veranstaltung berufs- und gewerbsmäßig und in der Absicht erfolge, einen Gewinn zu eignem Vorteil zu erzielen. Krieger klagte und die Sache kam infolgedessen bis an das Ober-Verwaltungsgericht. Dieses wies die Klage damals an den Bezirksausschuß, der K. abgewiesen hatte, mit der Begründung zurück, daß die„Berufsmäßigkcit" der Ver- anstaltung nicht genügend' festgestellt wäre. da doch der Verein ein politischer sei.— Der BeziriSausschuß wies nach einer Beweiserhebung wieder die Freistellungsklage ab. Er kam zu folgendem wmiderbaren Schluß: Neben der politischen Thätigkeit entfalte der socialdemokratische Verein noch eine andre. Er veran- stalte Lese-Abende und Schul-Abcnde, bei denen auch die deutsche Sprache gepflegt werde, sowie auch Vorträge Wissenschast- lichen Inhalts, zum Beispiel über technische Fragen. Alle diese Veranstaltungen, einschließlich der Lichtbilder-Vorträge, die wieder mehr unterhaltender Art seien, bildeten einen abgegrenzten Wirkungskreis des Vereins, d. h. der Verein veranstalte sie be- r u f s m ä ß i g. Somit falle der Lichtbilder-Vortrag. da die G e w e r b s Mäßigkeit und die Absicht der Gewinnerzielung zu Gunsten des Vereins schon ftüher festgestellt seien, unter die Lust- barkeitssteuer. für die Krieger als der Saalinhaber hafte. Das Ober-Verwaltungsgericht wies die abermals eingelegte Revision ab, indem es die Vorentscheidung billigte. l�et�te I>fodmcbten und Depelcben. Breslau, 26. September.(2B. T. B.) Vor dem Schöffengericht wurde heute der Beleidigungsprozeß Muther-Böcklin verhandelt. Professor Mither winde wegen Beleidigung Carlo BöcklrnS zu 300 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt. Dem Kläger wurde die Publikationsbefugnis zugesprochen. Der Gerichtshof erachtete den Wahrheitsbeweis für vollständig mißglückt. Auch stehe dem Angeklagteii nicht der Schutz des Paragraphen betreffend Wahr- nehmung berechtigter Interessen zur Seite. Breslau, 26. September. sW. T. B.) Oberschlesische Blätter verbreiten Nachrichten über einen neuen im Fincinusschacht der Laurahütte ausgekrochenen Brand. Nach einer Er- kundigung bei der Verwaltung der Laurahütte verhält es sich folgendermaßen: Heute früh entstand in dem Ficinusschacht der Laurahütte auf noch unaufgeklärte Weise Feuer. 25 Mmm wurden mehr oder minder verletzt. Ein Grubenbeamter wird vermißt. Die Verletzten befinden sich den Umständen gemäß wohl; Lebensgefahr besteht nicht. Die in den Blättern verbreiteten Nachrichten sind stark übertrieben; ein Todesfall ist nicht vorgekommen. Frankfurt a. M., 26. September. fB. H.) Nach einer Meldung der„Franks. Ztg." aus Budapest beschloß der Ministerrat angeblich. in der Programmrede eine energische Verwahrung gegen die letzte Rede KöplerS einzulegen. Leipzig, 26. September.(9*. H.) In dem Prozeß wegen des Plafondeinsturzes im hiesigen Palmengarten, bei dem eine Dame getötet lourde, wurde heute das Urteil gefällt. Sämtliche vier Angeklagte wurden fteigesprochen..In der Urteilsbegründung wurde unter anderm ausgeführt, infolge der sich wider- sprechenden Sachverstandrgen-Gutachten ist eS nicht als Zweifels- frei erwiesen zu erachten daß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst verstoßen worden sei. Auch habe sich die konkrete Ursache des Unglücks nicht mit Bestimmtheit fest- stellen laffen. Außerdem sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Fehler in der Dachkonstruktion zu finden sei. Heidelberg. 26. September.(W. T. B.) DaS Kriegsgericht verurteilte vier Grenadiere der 6. Compagnie des Grenadier- Regiments Nr. 110 wegen Meuterei und thätlichen Angriffs gegen Vorgesetzte bezw. einen Vorgesetzten. Einer der Angeklagten wurde zu 10 Jahren Gefängnis und Ausstoßung aus dem Heere, zwei andre zu je 6 Jahren, der vierte zu 3 Jahren 9 Monaten GefängmS ver- urteilt. Wien, 26. September.(B. H.) Das Abgeordnetenhaus nahm mit großer Mehrheit das Rekrutengesetz an. Budapest, 26. September.(W. T. B.) Der Minister des Innern hat eine Cirkularverordnung erlassen, durch welche die Be- schlösse der Stadtvcrtrctungen, die Annahme freiwilliger Steuer- leistungen zu verweigern, für ungültig erklärt lverden. ganl Singer»To.. Berlin L V. Hierzu l«etlagen u.Ilnterhaltungsdlart Br. 226. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abonnements- Einladung. Sonntag, 27. September 1903. erteilt zu haben, und zwar das erste Mal zu Gunsten der An- in ihren Pompadour gesteckt habe. Sie will diesen Besuch nur geklagten gemacht haben, um zu hören, ob Dr. Riedel nichts für ihre zur Sanden und Buchmüller. Chansonnettensängerin ausgebildete Tochter thun tönne. Dieser Fall wird zuerst verhandelt. Baganz lernte im Etwas verwickelt und umfangreich ist der letzte Anklagepunkt, bet Mit dem 1. Oktober 1903 eröffnen wir ein neues Abonnement Jahre 1897, als er in einem Cigarrengeschäft Rennwetten abschloß, dem die Angeklagten auf den Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erfcheinenden dort den Angeklagten Hörmann kennen und trat mit ihm Räkell und Bolzin Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage„ Die neue Welt".. in Familienverkehr. Hörmann war früher gerichtlicher Häuser- wegen Bestechung angeklagt find. Beide waren früher viele Jahre Polzin war Herrn Räzzells erster Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Administrator gewesen, hat aber seit 1898 infolge ergangener An hindurch eng befreundet. Expedition, Lindenstrasse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen zeigen, die sich auf seine frühere Thätigkeit bezogen, keine Ver- Klient, als dieser sich seiner Zeit als junger Rechtsanwalt hier waltung mehr erhalten. Er betreibt seitdem eine Pfandleihe. Er niederlies. Die Freundschaft dauerte bis zum Jahre 1898 und Preise von hatte lebhaftes Interesse am Kriminalgericht, denn es schwebten gegen nahm dann ein jähes Ende, da der Angeklagte Polzin Grund zu ihn mehrere Strafverfahren, die sämtlich zu einer Verurteilung der Annahme haben glaubte, daß seine Frau 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennig pro Monat ( ausschliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( Eingetragen ist der„, Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Ir. 8203.) Die Einziehung des Zeitungsgeldes von den bisherigen Postabonnenten erfolgt gegen Quittung durch die Briefträger, die zur vollgültigen Quittungsleistung berechtigt sind. Neu hinzutretende Postabonnenten können die Zustellung der Zeitung und die Einzahlung des Zeitungsgeldes auch schriftlich bei der zuständigen Postanstalt beantragen. Für derartige BestellIm Auslande kann der Vorwärts" gleichfalls bei der Post bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Oere in Dänemark, 5 Lire 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Luxemburg, 4 Kr. 66 бHeller in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. 10 Cts. in Rumänien, 4 Kr. 17 Oere in Schweden, 5 Fr. in der Schweiz; 9 Mark in Frankreich, England, Spanien und Portugal, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und andren zum Weltpostverein gehörenden aussereuropäischen Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutſchlands und seiner Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark pränumerando. Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". Schreiben etc. wird eine Gebühr nicht erhoben. Ländern. Bestechungsprozeß Baganz. zu mit nicht geführt haben; außerdem war er auch als Anzeigender dem Justizrat Näßell verbotenen Umgang habe. Letzterer ging im in mehreren Strafsachen interessiert. Er ist in diesen Dingen mehr- Jahre 1898 nach Aegypten, bald nach seiner Rückkehr im Mai 1899 fach mit Baganz in Verbindung getreten, letzterer hat ihm auch verließ Frau Polzin ihren Ehemann, und zwar nach einer häuslichen einmal ein Gnadengeſuch zum Zwecke der Wiedereinfegung als Scene, in welcher Frau Polzin von ihrem Ehemanne mißhandelt Häuser- Administrator aufgesetzt. In der Voruntersuchung hatte fein wollte, während lepterer das Gegenteil behauptete. Herr Polzin Baganz den Hörmann schwer belastet, indem er behauptete, daß nahm an, daß die Frau diese ganze Geschichte nur insceniert habe, leitet habe. Heute sagt er wunderbarerweise ganz anders aus und währender Chefcheidungsprozeß entwickelt; die Frau ſtrengte die EheEs hat sich dann ein drei Jahre dieser ihn zuerst zu seinem pflicht- und gesetzwidrigen Handeln ver- um von ihm loszukommen. behauptet, daß er eines Tages dem Angeklagten Hörmann im scheidungsklage an, Herr Polzin beantragte Trennung der Ehe wegen Boologischen Garten sein Herz über seine bedrängte Lage Chebruchs seiner Frau mit Justizrat Näßell. Letzterer wurde verausgeschüttet und ihn gebeten habe, eine Verbindung mit nommen und verweigerte im ersten Termin sein Zeugnis. Das Sanden und Buchmüller, gegen die damals das Verfahren ein- Gericht beschloß umfangreiche Beweiserhebung und in dem ganzen geleitet war, herzustellen. Bemerkt sei hierbei, daß das Straf- Prozeß hat der Justizrat Räßel dem Vertreter der Ehefrau die berfahren gegen Baganz die Folge eines Disciplinarverfahrens ist. Instruktionen erteilt. Schließlich hat er sich auch über den angeblichen Bei einer Revision in seinem Sekretariat wurden vielfache Ber- und von ihm bestrittenen Ehebruch vernehmen lassen, das Gericht seite schleppungen und auch das Fehlen von Aften festgestellt; man hielt seine Bereidigung vorläufig aus und erließ schließlich am 8. Januar 1902 bei ihm aussuchung ab, und dabei wurde auch eine Quittung des ein bedingtes Endurteil, in welchem auf einen Reinigungseid für Angeklagten Buchmüller vorgefunden. Dies hat den Stein ins Frau Polzin erkannt wurde. Dieser Eid wurde nicht geleistet, Nollen gebracht.- Die belastende Aussage gegen Hörmann in der infolgedessen die Ehe getrennt und Frau P. für den allein Boruntersuchung erklärt er dahin, daß er nach seiner Verhaftung sich schuldigen Teil erklärt. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt, im Zustande starter seelischer Depression befunden, so daß er sich mit aber in beiderseitigem Einverständnis zurückgezogen, indem in der Selbstmordgedanken trug. Er bleibt heute dabei, daß der Gedante, mit Berufungsinstanz ein gewisser Vergleich mit der gefchiedenen Frau Buchmüller in Verbindung zu treten, nicht dem Kopfe des Hörmann, zu Stande kam. In diesem Prozesse ist für beide Teile, zunächst sondern seinem eignen Kopfe entsprungen sei. Hörmann bestätigt für Polzin, dann für dessen Ehefrau bezw. dem Justizrat Nägell dies und behauptet, daß sein Wille ursprünglich nur dahin ge- ein Agent Eugen Courths thätig gewesen. Dieser war auch gangen fei, dem Baganz durch Vermittelung Buchmüllers eine in der jetzigen Straffache wegen Bestechung mit angeflagt gewesen, Courths war Hausverwalterstelle zu verschaffen. Gegen Buchmüller und Sanden hat sich aber im Untersuchungsgefängnis entleibt. schwebten damals gerade bei der Staatsanwaltschaft mehrere Straf- ein heftiger Denunziant, der mit Denunziationen gegen die verfachen wegen Betruges und wissentlich falscher Anzeige. Das Verschiedensten Personen vorgegangen ist und einen schnöden Feldzug fahren war durch Anzeige des Schmiedemeisters Barschow ein- gegen seinen früheren Prinzipal, den geleitet worden. Ferner schwebte gegen Puchmüller ein ErHandelsrichter Fromberg mittelungsverfahren wegen Meineides, welches durch ablehnenden erfolglos insceniert hatte. Courths, der mit Bolzin bekannt war, Bescheid an den Anzeigenden beendet worden ist. Diese Straf- leistete dem lepteren zunächst Dienste in dem Ehescheidungsprozeß, anzeigen find der Ausgangspunkt der späteren verhängnis erhielt von diesem auch größere Geldsummen, bis Herr Polzin fich vollen Anklage gegen die damaligen Direktoren der Preußi- von ihm lossagte. Nun suchte er Anschluß bei der Gegenpartei und schen Hypothekenbank geworden; die ersten staatsanwaltlichen diese glaubte auch, daß er in einem bestimmten Punkte Dienste Maßnahmen, die schließlich das große Ungewitter herbeigeführt leisten könne. Justizrat Räßell gab ihm zunächst 6000 M., um ihn von Die Verhandlung der Strafsache gegen Baganz und haben, wurden damals außerordentlich geheim betrieben. Während Polzin loszueisen, und erhöhte diese Summe nach und nach bis auf Genossen wegen Amtsverbrechen bezw. Beste chung dieses Verfahren bei der Abteilung 4c schwebte, hat Baganz jene 20 000 M., die gegen Blanco- Accepte hingegeben wurden. Dieser begann gestern vor der zweiten Straffammer hiesigen Landgerichts I. Verbindung gesucht und durch Vermittelung Hörmanns im Sommer Courths ist nun auch mit Baganz in Verbindung getreten und zwar Angeklagt sind: 1. der Sekretär bei der Staatsanwaltschaft am 1899 diesem einen Besuch abgestattet, wobei er einen Auszug aus an der Hand einer von ihm selbst erstatteten Strafanzeige gegen Landgericht I Hermann Baganz, zu Prenzlau 1858 geboren; den Aften gleich mitnahm. Er offerierte dem Buchmüller, ihm fort- Polzin wegen Wuchers( die übrigens mit voller Freisprechung des 2. dessen Ehefrau Jda geb. Lüder; 3. der Juwelier Aufrecht zu laufend über den Stand der Angelegenheit Nachrichten zukommen zu B. endete), und einer gegen Frau Polzin von unbekannter Seite er Charlottenburg; 4. der Kaufmann Paul Buchmüller zu Char- lassen und dieser ging darauf ein. Auf sein Ansuchen bewilligte ihm gangenen Denunziation wegen Verbrechens gegen teimendes Leben, Tottenburg; 5. der Kaufmann Eduard Sanden; 6. der Ritterguts- Buchmüller ein unverzinsliches Darlehn von 3000 Mart. Später ist die schließlich auch erfolglos geblieben ist. Courths hatte nun als befizer Justizrat Hermann RaeBell; 7. der Kaufmann Emil er öfter mit Aften oder Auszügen ins Bankgebäude der Preußen- Agent seine Dienste einem Polzin; 8. der Administrator Wilhelm Hörmann zu Schöne- bant gegangen und dort auch mit Sanden in Verbindung getreten. hiesigen Landgerichtsrat berg. Den Borfizz führt Landgerichts- Direktor Opig, die An- Er hat dann nach und nach flage vertritt Staatsanwalt Braut. Das Ehepaar Baganz angeboten, der in Ehescheidung mit seiner Frau Tag und diese im im ganzen 10 000 Mark wird von den Rechtsanwalten Rosenstock und Dr. Löwen Verdacht des sträflichen Umganges mit Bolzin hatte. Courths stein, Aufrecht vom Justizrat Rosenbaum und Rechts- von Buchmüller beziv. Sonden erhalten und in der Zeit zwischen redete nun dem Landgerichtsrat zu, sich mit ihm einmal nach dem antvalt Leonh. Friedmann, Stommerzienrat Sanden und An- der Gewährung der einzelnen Darlehen seine verbrecherischen Mit- Kriminalgericht zu begeben, dort die Aften gegen Frau Polzin eins geklagter Buchmüller vom Rechtsanwalt Bollert, Justizrat teilungen fortgesetzt. Er will die Gelder ernsthaft nur als Darlehen zusehen und sich zu überzeugen, ob nicht die Strafanzeige von der Räzell vom Justizrat Dr. Sello und R.-A. Dr. Straßmann, aufgefaßt und zweimal je 150 M. abgezahlt haben, da er durch die Frau Landgerichtsrat herrühre; sei dies der Fall, dann würde dadurch Hörmann vom Justizrat Rosenbaum und Dr. Werthauer Höhe der Darlehen sehr gerührt" gewesen sei.- Angeklagter Puch die Verbindung der Frau Rat mit Polzin bewiesen sein. Der Landgerichtsverteidigt. Direktor Polzin verteidigt sich selbst. Von den An- müller behauptet, daß er die Gelder an Baganz nicht zur Fort- rat ging dann auch mit Courths auf das Sekretariat 4c der Staats geklagten find Eduard Sanden und Buchmüller seiner Zeit fehung der verbrecherischen Thätigkeit des letzteren hingegeben habe. anwaltschaft, nannte dem Sekretär Baganz seinen Titel, und dieser im Sandenprozeß mit 6 Jahren bezw. 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis Er habe die Sache so aufgefaßt gehabt, daß es sich bei den Mit- legte pflichtwidrig bereitwilligst die Aften ohne Erlaubnis des vorbestraft. Sandens Strafe, die gegenwärtig in Blößensee verbüßt teilungen des Baganz mehr um eine Art Gefälligkeit dieses gegen Decernenten vor. Bald darauf erschien dort Courths nochmals in wird, läuft im September 1907 ab, Herrn Buchmüllers Strafe war Hörmann gehandelt habe. Bei den Besprechungen mit Baganz sei Begleitung des Landgerichtsrats und des Angeklagten Räzell im feiner Zeit als verbüßt erachtet worden. Baganz sitzt in Haft. von Vergütungen nie die Rede gewesen, die Gelder seien ihm auf Grund Sekretariat, man sah nochmals die Akten an und erörterte die Auch einzelne der übrigen Angeklagten waren vorübergehend in Haft, schriftlicher Gesuche als Darlehen unter Rückzahlungspflicht gegeben Frage des mutmaßlichen Verfaffers der anonymen Anzeige. um Sie hängen mit seinen Mitteilungen nicht zusammen, Gleich darauf ging Baganz den Courths ein Dare unter ihnen Aufrecht, der gegen 30 000 M. Kaution entlassen worden feien ihm aus gutem Willen gegeben, weil er lehen von 300 Mark an, und dieser versprach ihm auch, das ist und Räzzell, der nach fünftäger Haft gegen 150 000 m. Raution sondern sich als arg von den Gläubigern bedrängt hinstellte. entlassen wurde. Hörmann fißt seit dem 3. Juli d. J. in Haft. Wie fest- Geld von andrer Seite zu beforgen. Dies geschah auch aus Es werden angeklagt: 1. Baganz zu Berlin in den Jahren gestellt worden, hat Baganz den Direktoren der Preußenbank In- den Mitteln des Angell. Räpell in der Form eines Darlehns. Baganz 1899 bis 1908 burch fünf selbständige Handlungen als Beamter für formationen über den augenblicklichen Stand der Verfahren, über hat dann dem Courths fortgesetzt pflichtwidrige Dienste geleistet, für Handlungen, die eine Verlegung einer Amis- oder Dienstpflicht alle neuen Eingänge, sowie über die Anordnungen des Staats- die ihm durch Courths späterer Lohn versprochen wurde. Courths konnte enthalten, Geschenke oder andre Vorteile angenommen, gefordert anwalts gegeben und aus den Aften Auszüge und Abschriften von sich auf diese Weise Kenntnis über alle Eingänge, Zeugenaussagen und und sich versprechen lassen zu haben; 2. Frau Bagan 3 zur selben Beugenaussagen angefertigt. Er hat nicht nur aus seinem Sekretariat Verfügungen in den verschiedenen Strafsachen verschaffen. Beit durch drei selbständige Handlungen ihrem Ehemanne Beihilfe solche Mitteilungen gemacht, sondern auch in andren Sekretariats- ist auch mit Justizrat Nägell in Verbindung geblieben und hat diesen geleistet zu haben; 3. Aufrecht, Puchmüller, Sanden, Abteilungen nach Atten herinngeschnüffelt. eines Tages in Gemeinschaft mit Courths in seiner Wohnung Nägell und Polzin: einem Beamten Geschenke oder andre Angeklagter Eduard Sanden behauptet, daß er und Buch- empfangen und dort beiden die Einsicht in die Polzinschen Vorteile gewährt zu haben, um ihn zu Handlungen, die eine Ver- müller über den Stand der Denunziationen und der gehäffigen Maß- Ehescheidungsakten gestattet. Auf späteres Ersuchen des Baganz legung einer Amts- oder Dienstpflicht enthalten, zu bestimmen: nahmen des Barschow aus andren Prozessen so genaue Kenntnis ge- gewährte Nägell dieſem in sechs verschiedenen Fällen insgesamt 4. Hörmann, den Angeklagter Baganz zur Begehung eines Amts- habt, daß ihnen niemand etwas Neues mitteilen konnte. Die Dar- 9000 Mart gegen Schuldscheine. Die größte Summe hat er auf verbrechens durch Raterteilung vorsätzlich bestimmt und den An- lehen an Baganz habe er auf Fürsprache eines Geschäftsfreundes einen Bettelbrief der Frau Baganz gegeben. Herr Nägell ist ein sehr reicher Mann. Er hat sich im Jahre 1899 in der Liste der geklagten Baganz durch Rat und That wissentlich Hilfe geleistet zu gegeben. Rechtsanwalt Dr. Werthauer und Justizrat Rosenbaum Rechtsanwaltschaft streichen lassen, nachdem ihm nach dem Ableben haben. Der Angeklagte Baganz lassen sich durch Befragen bestätigen, daß Hörmann feinerseits nie einer entfernten Verwandten, der Frau Fabritbesitzer Tesca, durch Erbschaft ein Vermögen von zwei Millionen Mark und die Villa macht über seine persönlichen Verhältnisse folgende Angaben: Er habe durchblicken lassen, daß auch er eine Belohnung erwarte. habe das Gymnasium mit dem Zeugnisse als Einjähriger ver- Die Forderung an Baganz ist später von Sanden und Buchmüller Tesca in Babelsberg zugefallen war. lassen und sei dann als Anwärter für den preußischen gestrichen worden, weil sie nach ihrer Darstellung- gesehen Justizdienst eingetreten. Im Februar 1894 sei er zum Sekretär haben wollen, daß von diesem doch nichts zu haben sei. Bei dem zweiten Anklagepunkt handelt es sich um folgenden bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht I ernannt worden. Noch als er auf einen geringen Diätensatz angewiesen war, habe er seine Sachverhalt: Ende Dezember 1901 wurde bei der Staatsanwaltjezige Ehefrau geheiratet. Sein Vater, ein Sutmacher, habe ihm schaft I ein Strafverfahren gegen den bald nach seiner( des Angeklagten) Heirat das Muttererbteil in Höhe worden. Juwelier Aufrecht und Genoffen Baganz Der Angeklagte Baganz.verfichert, daß er aus freien Stücken zu dem Angeklagten Rägel gegangen sei, letterer erklärt, daß ihm Baganz nichts gesagt habe, was nicht durch Courths auch zu seiner Stenntnis gekommen ſein würde. Lezterer ſei mit allen Dingen sehr vertraut gewesen und habe ihm so viel mitgeteilt, daß er absolut nicht mehr wisse, was er von Courths oder von Baganz erfahren habe. Der erwähnte, in den bewegtesten Worten abgefaßte von 4000 W. ausbezahlt; hierdurch und durch fleine regelmäßige wegen Teppich- und Juwelen- Wuchers, begangen an Hans Moser, Bettelbrief der Frau Baganz ist von dieser im Verein mit Unterstützungen von seiten der Schwiegermutter sei es dem jungen einem Stiefsohn des Bankiers Louis Rothschild, eingeleitet. Aufrecht ihren Töchtern ohne Wissen ihres Ehemanns Paare möglich gewesen, durchzukommen. Seit dem Jahre 1892 habe wurde f. 3. verhaftet, aber gegen eine Raution von 12000 Mart abgefaßt er ein Gehalt von monatlich 125 M. und jährlich 300 M. Zulage wieder entlassen. Als der Staatsanwalt die Haftentlassung gebilligt Dr. öwenstein erklärt Frau Baganz, daß ihr nicht bea worden. Auf Vorhalt der Rechtsanwalte Rosenstock und bezogen, am 1. April d. I. sollte eine Gehaltserhöhung eintreten, hatte, entsandte Baganz sofort seine Frau zu Frau Aufrecht und fannt gewesen, in welcher Berbindung ihr Mann mit Näßell doch habe er hiervon keinen Nugen mehr gehabt, da er gerade zu dieſe teilte dort mit, daß ihr Mann bei der Staatsanwaltschaft stand. Der Angeklagte Baganz betont wiederholt, daß Justizrat diesem Zeitpunkt aus dem Dienst entlassen worden sei. Seiner beschäftigt sei, fich für die Sache intereſſiere und mit ihr zu thun Rägell nie mit Ersuchen um Mitteilungen an ihn herangetreten sei, Ehe seien drei Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe, entsproffen, habe. Ginige Tage nach seiner Haftentlassung erschien Aufrecht in Räbell nie mit Ersuchen um Mitteilungen an ihn herangetreten sei, daß er vielmehr selbst aus eignem Antriebe jenem die Mitderen Unterhalt und Erziehung ihm schwere Ausgaben verursacht Begleitung seiner Ehefrau in der Wohnung des Baganz. Die Ver- daß er vielmehr selbst aus eignem Antriebe jenem habe. Da sei er dann bald in Schulden geraten. Während bindung mit Baganz gipfelte darin, daß Aufrecht dem Baganz teilungen gemacht habe, um ihn zur Hergabe von Tarlehen zu be seine älteste Tochter den Hausstand besorgte, sollte die jüngere zur 200 m., 100 m., dann wieder 200 M. und für die Nachricht von wegen. Dieses Ueberbringen von Mitteilungen sei dem Justizrat Sängerin ausgebildet werden, da sie hierzu hervorragendes Talent der Außerverfolgfeßung 1000 m. gab. Frau Baganz will den sogar mitunter unangenehm gewesen und er habe ich mehrmals berleugnen laffen. verriet. Der jetzt 15jährige Stnabe befuche das Gymnasium. Gang zu Aufrecht lediglich auf Ersuchen ihres Ehemannes gethan entschieden, Angeklagter Räbell bestreitet Vorf.: Sie sollen fich dann der Wettleidenschaft ergeben haben? und absolut nicht gewußt haben, daß sie damit etwas er ihm für solche Geld ver- entschieden, Baganz zu Pflichtwidrigkeiten veranlaßt oder gegeben Zu haben. Er Angeklagter bejaht dies?- Bors.: Wie hoch belief sich Ihre botenes thue oder daß Geld dabei in Frage stehe. Aufrecht fei mit Schuldenlast im Jahre 1896?- Angell: Damals mögen es behauptet, er habe von vornherein gewußt, daß gegen ihn das Straf den er mit Courths und den mehrfach genannten Landgerichtsrat Baganz bekannt geworden bei Gelegenheit des Besuches, 6000 M. gewesen sein. Vorf.: Und wieviel betragen sie noch verfahren ohne jeden Erfolg sein mußte; die Mitteilungen des wilde bei Baganz auf dem Sekretariat gemacht hat, um die jest? Angefl.: Etwa 5000 M. Borf.: Nun haben Sie Baganz seien durchaus nicht sekreter Natur gewesen. Was dieser Schreiberin der Demumziation gegen Frau Polzin zu erforschen. Er aber selbst eingestanden, daß Sie etwa 21 000 m. auf unreelle Art ihm gesagt, hätte er ohne jede Mühe alles von seinem Berteidiger sei dann einmal auf Baganz' Bitte in dessen Wohnung gegangen, erhalten haben. Wo ist das Geld geblieben? Der Angeklagte erfahren tönnen. Justizrat Rosenbaum läßt aus den Aften erklärt, daß Krankheiten in seiner Familie, die wiederholt teuere feststellen, daß in dem damaligen Berfahren der angeblich bewucherte effiere und vielleicht die Interessen des Frl. Baganz, die sich zur Sängerin da diesem bekannt geworden war, daß er sich sehr für Musik interOperationen zur Folge hatten, seine finanzielle Situation er- Moser gleich bei Beginn für geistestrank erklärt worden sei, und schwert hätten. Er habe aber keineswegs ausschweifend gelebt, meint, daß Aufrecht, der nur bei Moser intereffiert war, an dem ausgebildet hatte, gewissermaßen als Mäcen fördern fönnte. Bei einer fondern unter Zuhilfenahme der Nächte zahlreiche Privatarbeiten weiteren Fortgang des Verfahrens gar kein Interesse gehabt habe.andren Zusammenkunft aus demselben Anlaß in einem Lokal habe gemacht und daraus etwa 1500 W. jährlich bezogen. Seine Verluste Frau Baganz versichert nochmals, daß sie die Angelegenheit ihm Baganz zum Schluß seine bedrängte Lage offenbart und ihn auf der Rennbahn beziffert er auf 12 000 m. Seine amtliche Thätig- für ganz harmlos gehalten habe. Staatsanwalt Braut be- dadurch bewogen, dem B. ein Darlehen von 3000 m. zu geben. feit bei der Staatsanwaltschaft hat, wie der Vorsitzende dem An- leuchtet diese Harmlosigkeit durch folgende Thatsache. Ein Dr. Riedel aften in der gegen Frau Polzin schwebenden Demumziationssache mitgeDann sei B. einmal in seine Wohnung gekommen und habe die geflagten vorhält, feine Borgesetzten wiederholt zu Rügen veranlaßt, war bekanntlich seiner Zeit durch eine Strafanzeige unzüchtiger ten in der gegen Frau Polzin schwebenden Denunziationsfache mitgedie insbesondere durch Verschleppung von Attenerledigungen ver- Handlungen gegen fleine Mädchen beschuldigt worden. Das Er bracht. Er habe dies durchaus gemißbilligt und dem Baganz gejagt: anlaßt worden find. Er ist auf Befragen des Vorsitzenden im all- mittlungsverfahren hat aber zu einem belastenden Ergebnis nicht Was machen Sie da für Sachen? gemeinen geständig, seit 1899 wiederholt gegen Entgelt aus den geführt. Frau Baganz giebt nun zu, daß sie eines Tages den Aften der Staatsanwaltschaft unerlaubte Auskünfte und Ratschläge Dr. Riedel besucht und daß dieser ihr ohne ihr wissen fünf Mart Sie verlegen schwer Ihre Amtspflicht und mir thun Sie nicht den geringsten Gefallen damit, denn über alles, was mich wirklich angeht und A Interessiert, werde ich ganz genügend durch meinen Anwalt in legaler| Jdcen des Anarchismus als das richtigste hervor. Kaufmann Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die versunkene Gloce. Weise unterrichtet." Baganz habe dann ein zweites Mal 6000 M. ange, der sich der Versammlung als Anarchist vorstellt, bezeichnet Sonntagabend: Monna Banna. Montag: Monna Banna. Dienstag: von ihm erbeten, er habe dies zunächst entschieden abgelehnt, dann die Ansichten Legiens, der gesagt habe:" Wenn wir erst alles Stollege Crampton. Mittwoch: Monna Vanna. Donnerstag: Rosenmontag. Freitag: Geschäft ist Geschäft. Sonnabend: Monna Banna. Sonntag aber durch weitere Briefe des Angeklagten Baganz und namentlich organisiert haben, dann brauchen wir keinen Generalstreik" als durch den sehr beweglichen Brief der Frau B. sich breitschlagen Blödsinn. Die französischen Gewerkschaftler hätten recht, wenn sie nachmittag: Der arme Heinrich. Sonntagabend: Geschäft ist Geschäft. montag: Faust. Lassen, doch noch das Darlehn in Höhe von 6000 M. zu geben. sagen: Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Alt- Heidelberg. Sonntagabend: Er habe in solchen Dingen und gegenüber Leuten, die Arbeiterklasse selber sein". Genosse Täterow, der sich in Kater Lampe. Montag: Alt- Heidelberg. Dienstag: Kater Lampe. Mittan seine Gutmütigkeit appellierten, eine sehr leichte Hand längerer Ausführung gegen die Idee des Generalstreits überhaupt woch: Kater Lampe. Donnerstag: Das Käthchen von Heibronn. Freitag: und habe ohne viel Bedenken oftmals Darlehen solcher wendet und dessen augenblickliche Undurchführbarkeit nachweist, be- Stater Lampe. Sonnabend: Alt- Heidelberg. Sonntagnachmittag: Das Art in hohen Beträgen, durch die er machte, an Leute des verschiedensten Genres hingegeben. Der lang nationalen Gewerkschafts- Kongresses sei, hierüber Beschluß zu fassen. Eine Frau ohne Bedeutung. Dienstag: Salome. Mittwoch: Der Kammereinfach einen Strich tont, daß es laut Beschluß des Parteitages borläufig Sache des inter- Käthchen von Heilbronn. Sonntagabend: Kater Lampe. Neues Theater. Sonntag: Eine Frau ohne Bedeutung. Montag: jährige Bureauvorsteher des Justizrats Nägell bestätigt diesem, daß Das Aufrollen der ganzen Frage überhaupt in einer Partei- Ver- fänger. Hierauf: Salome. Donnerstag: Cine Frau ohne Bedeutung. er vielfach aus reiner Gutmütigkeit hohe Summen an verschiedene sammlung bedeute für ihn eine neue Taftif- Debatte" für die Partei, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Der Kammersänger. Hierauf: Salome. Personen hingegeben habe, darunter auch an attive Offiziere und die jetzt gewiß nicht oportun sei. Genosse Manasse vertritt den Montag: Eine Frau ohne Bedeutung. Standpunkt, daß unsre Parlaments- Delegierten die Pflicht haben, Lessing Theater. Sonntag: Auferstehung. Montag: Die Ehre. Die Verhandlung wird hier abgebrochen und auf Dienstag nach jeder Richtung hin den Gewerkschaften für ihre Agitation die Dienstag: Auferstehung. Mittwoch: Der blinde Passagier. Donnerstag: 91 Uhr vertagt. nehmen wir uns das Recht heraus, eventuelle parlamentarische Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Die beiden Schüßen. Dummheiten zu rügen. Wir wünschen eine parlamentarische Ver- Sonntagabend: Der Freischütz. Montag: Die beiden Schüßen. Dienstag: tretung mit revolutionärem Geist, und alsdann wird auch aus der Der Troubadour. Mittwoch: Bar und Zimmermann. Donnerstag: Die Gewerkschaft das werden, was wir von ihnen als politische Partei beiden Schüßen. Freitag: Boccaccio. Sonnabend: Dalibor. Sonntag verlangen. Die weiteren Redner ließen durch ihre Ausführungen nachmittag: Bar und Zimmermann. Sonntagabend: Der Freischütz. Mondeutlich erkennen, daß sie mit dem Wunsche, den revolutionären Geist tag: Der Troubadour. mehr als es bisher geschehen, in die Gewerkschafts- Organisationen hineinzutragen, einverstanden sind. Beamte. Partei- Nachrichten. Barteipresse. In die Redaktion des„ Stettiner Volksboken" ist Genosse Dr. Ludwig Duessel aus Zürich eingetreten. Die Görlizer Genossen haben, da sie vom 1. Oktober ab die„ Görlitzer Volkszeitung" in eigner Regie verlegen, eine offene Handelsgesellschaft gegründet, die den Namen„ Görliger Volks zeitung, Neumann u. Co.", führt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Metallarbeiter Berlins! Zur Beachtung! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß alle Kollegen, die in den Betrieben, die angeblich von den Kühnemännern gesperrt werden sollen, beschäftigt sind, ihre Plätze nicht freiwillig verlassen sollen. Unter keinen Umständen räumen die Kollegen ihre Plätze oder verlassen die Betriebe, ehe sie nicht vom Unternehmer bezw. deren Beauftragten die Aufforderung dazu und ihre Papiere erhalten haben. Kollegen! Keine Unbesonnenheiten, keine Ueberstürzung! Es liegt für uns keine Veranlassung vor, den Unternehmern in die Hände zu arbeiten. Wollen die Herren eine Aussperrung, gut dann sollen sie aussperren, wir werden danach unsre Stellung einnehmen. Also nochmals Kollegen, ruhig und besonnen! Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Metallarbeiter. Bei der Firma Hein, Lehmann u. Co. find 88 Schlosser und sonstige Metallarbeiter wegen Verweigerung der Ueberstunden ausgesperrt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Berichtigung. Zu dem in der gestrigen Nummer enthaltenen Bericht über die Versammlung der streifenden Gürtler schreibt uns Herr Vincenz Müller, Langestr. 84:" Ich erkläre, daß ich zu feinem Streifenden gesagt habe, ich verkaufe Ihnen kein Bier, weil ich den Streifenden bei der Firma Schiller erklärt habe, ich halte mich neutral." Deutfches Reich. Die Klempner Magdeburgs sind seit längerer Zeit bemüht, ihre Lohnverhältnisse, die von jeher sehr ungünstige waren, aufzubeffern. Eine Lohnkommission, zu der auch der Gesellenausschuß gehört, reichte der Innung die Forderungen der Arbeitnehmer ein, deren hauptsächlichste die neunstündige Arbeitszeit und ein Mindestlohn von 40 Pf. und Ausschluß der Accordarbeit sind. Nach mehrfachen Verhandlungen ließ die Innung den Vertretern der Arbeitnehmer erflären, daß fie bereit sei, einen Mindestlohn von 36 Pf. für Gefellen unter 20 Jahren und 42 Pf. für solche über 20 Jahren zuzugestehen, und sollte die Vertretung der Arbeitnehmer in der Innungsversammlung ihre Forderungen begründen. Die betreffende Innungsversammlung hat nun aber ohne Hinzuziehung der Arbeitervertreter getagt, nicht einmal der Gesellenausschuß ist eingeladen worden. Nunmehr ist der Tarif den einzelnen Klempnermeistern zugeschickt worden. Wo nicht bewilligt wird, soll die Arbeit niedergelegt werden. Für das Arbeiterfekretariat in Leipzig wählte das dortige Gewerkschaftskartell die Genossen Dr. Dunder als ersten und 3ipperer als zweiten Sekretär. Die Gehälter wurden auf 2500 M. für den ersten und 2000 M. für den zweiten Sekretär festgesetzt. Gewerbegerichtswahl. Am 21. d. Mts. fand in Osnabrück die Gewerbegerichtswahl statt. Dieselbe vollzog sich nach dem Proportionalsystem. Von 1532 eingeschriebenen Wählern übten 974 ihr Stimmrecht aus. Davon entfielen auf die Lifte des Gewerk schaftskartells 657, auf die der vereinigten Gegner( Hirsch Dunckersche, christliche Gewerkschaften, katholischer Arbeiterverein, evangelischer Jünglingsverein usw.) 317 Stimmen, so daß von der Kartelliſte 10 und der gegnerischen Liste 5 Beisitzer gewählt sind. Praktische Winke für die deutsche Zimmererbewegung betitelt sich ein Buch, welches der Zimmererverband soeben in zweiter AufTage erscheinen läßt. Die handliche Schrift, deren Inhalt übersichtlich angeordnet ist, soll den Mitgliedern und Beamten des Verbandes als Wegweiser und Ratgeber in allen gewerkschaftlichen Angelegen heiten dienen, und es enthält in der That so viel des Wissenswerten und ein so reiches, aus langjähriger, praktischer Erfahrung geschöpftes Material, daß das Buch, wenn es auch in erster Linie für die Angehörigen des Zimmererverbandes bestimmt ist, jedem Gewerkschafter, namentlich den in der Organisation Thätigen, beachtenswerte Fingerzeige bietet. Husland. Textilarbeiter- Aussperrung in Holland. Die Dampfiveberei zu Borne hat am 24. September ihre Fabriken geschlossen und sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, ca. 700, ausgesperrt, weil einige Arbeiterinnen Lohnerhöhung verlangen. Eine zweite Firma hat angefündigt, daß sie ihre Arbeiter ebenfalls aussperren will. Danach wird die Zahl der Ausgesperrten auf gegen 1000 anwachsen. Die Vermittlungsversuche des am Orte maßgebenden christlichen Tertilarbeiter- Verbandes Unitas" wurden von den Unternehmern zurückgewiesen. Verfammlungen. " = Bahn frei zu machen, und das haben sie bis jetzt gethan. Natürlich Sofrates. Sonntag: Der sturmgeselle Sokrates. Auferstehung. Freitag: Auferstehung. Sonnabend: Der sturmgeselle Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. " Der Arbeiter- Sängerbund hielt am 20. September eine AusschußSigung in der Brauerei Friedrichshain ab. Zur Aufnahme in den Bund hatten sich zwei Vereine gemeldet:" Frohsinn"-Zehdenick und " Frisch auf"-Berlin. Beide Vereine wurden einstimmig aufgenommen. Der Vorsitzende beleuchtete noch einmal das Sängerfest in Friedrichshagen und regte dann die Arrangements zum Stiftungsfest an, welches am 5. Dezember in der Brauerei Friedrichshain" stattfindet. Es wurde beschlossen, einen Sonderchor zu bilden und vier Vereine auszulofen, welche einzeln zu singen haben. Die Instrumentalmusik wird vom Berliner TonkünstlerOrchester( Dir. von Blon) gestellt werden. Alsdann wurde die vom Bunde vorgenommene Urabstimmung, betreffend die Bezahlung der Billets für die Sänger bei Parteifestlichkeiten, bei welchen ihre Mitwirkung verlangt wird, dem Ausschuß zur Kenntnis gebracht. An der Abstimmung haben sich 99 Vereine mit zusammen 2286 aktiven Mitgliedern beteiligt. Abgestimmt habeu 2173 Sänger. Davon sind für Bewilligung eines Freibillets 613, für zwei Freibillets 930 und für Bezahlung derselben 612 Sänger, sind 72 Proz. für Freibillets und 28 Proz. für Bezahlung. Bei dieser Gelegenheit bringt der Vertreter von„ Norddeutsche Schleife", Rasche, zur Sprache, daß der Berliner Wahlverein für den 4. Kreis( SO.) am Sonnabend, den 19. d. Mts., im Gewerkschaftshause zu seinem Konzert einen Gesangverein, das Pahlsche Doppelquartett, engagiert hätte, welches den Bestrebungen des Bundes fernsteht, und demselben eine Bezahlung für seine Leistungen hat zuresp. zwei Freibillets zu erhalten, als enorm gelten muß. wurden dann noch der Arbeiter- Samariterkolonne 200 M. und dem Arbeiter- Schwimmerbund 100 M. für ihre Mühewaltung beim Sängerfest in Friedrichshagen bewilligt. tommen laffen, welche zu dem Verlangen der Bundesvereine, ein Die Deutsche Gärtner- Bereinigung( Ortsverwaltung Berlin) hielt am 19. d. M. eine Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause ab, in welcher Kollege Kwasnick einen Vortrag über den Nutzen der Gewerkschaftskartelle hielt. Zum Schluß wurde die Wahl eines Rassen- Revisors und Gewerkschafts- Delegierten vorgenommen, welche durch Domizilwechsel nötig geworden. Luisen Theater. Sonntagnachmittag: 100 000 Thaler. Sonntagabend: neue Gebot. Mittwoch: Einer von unsre Leut. Donnerstag: Krieg im Frieden. Freitag: Krieg im Frieden. Sonnabend: Einer von unsre Leut'. Sonntag nachmittag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonntagabend: Krieg im Frieden. Montag: Einer von unsre Leut.. Residenz- Theater. Sonntag, 27. September, nachmittag: Lutti. Sonntag, 4. Oktober, nachAllabendlich: Das beste Mittel und Sphing. mittag: Winterschlaf. Die Jungfrau von Drleans. Montag: 100 000 Thaler. Dienstag: Das Kleines Theater. Allabendlich: Nachtasyl. Diesen und nächsten Sonntagnachmittag: Einafter. Trianon- Theater. Sonntag, 27. September, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Die Notbrücke. Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag, 4. Oktober: Die Liebesschaukel. Thalia Theater. Allabendlich: Der Hochtourist. Sonntag, den 27. September nachmittags: Charleys Tante. 27. September, nachmittags: Die Geisha. Sonntag, den 4. Oktober, nachCentral Theater. Allabendlich: Bruder Straubinger. Sonntag, den mittags: Der Bettelstudent. = Carl Weiß- Theater. Allabendlich: Amor in Wichs. Sonntag, den 27. September, nachmittags: Das Geheimnis des roten Hauses. Sonnabendnachmittag: Max und Moritz Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags: Wilhelm Tell. Deutsch- amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n großen Teich. Apollo Theater. Alabendlich: Die Liebesinsel. Metropol Theater. Allabendlich: Neuestes! Allerneuestes: Urania Theater. Taubenstr. 48/49. Sonntag: Von der Zugspige zum Waymann. Von Montag bis Sonnabend, nachmittags und abends abwechselnd: Von der Zugspite zum Wahmann und Photographien in natürlichen Farben. Verband aller in der Stickerei Branche beschäftigten Personen. Am 22. September cr. schied unser Kollege Albert Dobbertin freiwillig aus dem Leben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntagnachmittag 3, Uhr, von der Leichenhalle der Zions- Gemeinde in Nieder Schönhausen aus statt. M Zahlreiche Beteiligung erwartet 290/14 Der Vorstand. Verband d. an HolzbearbeitungsArbeiter. Maschinen beschäft. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege Die Stuffateure befaßten sich in ihrer leßten, gut besuchten Versammlung sehr eingehend mit verschiedenen Umgebungen ihres neuen Tarifs. Krebs als Referent rügte zunächst, daß eine Anzahl Kollegen den Arbeitgebern gegenüber nicht energisch genug auf Junehaltung der Tarifbestimmungen dringen, moher es denn auch komme, daß die Arbeitgeber noch desto leichter zu umgehungen und Durch brechungen des Tarifs geneigt wären, als dies ohnehin schon der Fall sei. So sei z. B. von der Firma Schulz- Reinickendorf einem Stuffateur gekündigt worden, weil dieser nicht neun, sondern nur die tarifmäßigen 81 Stunden arbeiten wollte. Neben einer ganzen Reihe andrer Tarifverstöße kam auch zur Sprache, daß bei der Firma Beinlich u. Hanschte die Lehrlinge über Gebühr ausgenugt werden, indem man sie dort in unzulässiger Weise bei den Gießarbeiten verwendet. Erhebliche Klagen wurden sodann über die Die Versammlung Handhabung des Arbeitsnachweises vorgebracht. beschloß, sich mit dieser so wichtigen Angelegenheit am Montag, den 28. September, in einer außerordentlichen Mitglieder- Versammlung des näheren zu befassen; gleichzeitig soll dort die Anregung des Hauptvorstandes, den ebertritt in den Maurerberband betreffend, diskutiert werden. Die Erledigung der Anstellung eines Organisationsbeamten wurde bis nach dem am 4. und 5. Oktober stattfindenden Verbandstage verschoben. Als Ersaz für Wengler wurde als Hilfskassierer für die Zahlstelle Moabit Mar Hoffmann gewählt. Zum Schluß teilte der Vorsitzende mit, daß der Vorstand General- Versammlung den streitenden Textilarbeitern in Crimmitschau 100 m. überwiesen habe, hiermit erklärten sich die Anwesenden einverstanden. Hermann Bernard am Freitag verstorben ist. Die Beerdigung findet Montag 5 Uhr statt vom Brißer Krankenhause nach dem Brizer Kirchhof. 20825 Der Vorstand. der 1975b stand: Abänderung der Statuten und Geschäftsordnung. Sämt Innungs- Krankenkasse der Ausserordentliche General- Versammlung der Delegierten der Orts- Krankenkasse für das Barbiergewerbe Montag, den 5. Oktober 1903, abends. 10 Uhr, in der Rosenthalerstraße Nr. 57 bei Pfeffer. Tages- Ordnung: 1. Statutenabänderung. 2. Erhöhung der Beiträge. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 276/19 J. A.: B. Kitschmann, Borsigender. Orts- Krankenkasse der Stadt Schöneberg. Der II. Nachtrag vom 12. Auguft 1903 zum Statut vom August 1901 22. 26. ist unterm heutigen Tage durch den Bezirksausschuß zu Potsdam genehmigt worden. Derselbe tritt am 28. September 1903 in Straft. Von dem genannten Tage ab wird Krankengeld nur nach Abzug von drei Karenztagen sowie ausschließlich der Sonntage gezahlt.(§ 14.) Die Beiträge betragen in der I. Lohntlasse 81 Pf., II. 72 " " 60" " 51" " 39 " " VI. 30 " (§ 29.) boten Zahlung nicht leisten oder von demselben nicht angetroffen werden, haben die Beiträge spätestens binnen drei Tagen bei der Stasse abzuliefern. Andernfalls erfolgt Mahnung mit Frist von drei Tagen.(§ 60.) Schöneberg, 26. September 1903. Der Vorstand.[ 276/20 A. Wöller, Chr. Franke, Vorsitzender. Schriftführer. Fechnerschen Lokal eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Georg d. Schuhmacher u. Berufsgenossen. Arbeitgeber, welche an den skaffenAdlershof. Der hiesige Wahlveren. hielt am 17. d. wets. im Freien Kranken- u. Begräbniskasse Davidsohn einen Vortrag hielt über„ Darwinismus“. Nach dem Berlins( E. H. Nr. 26). Vortrage wurden Fischer und Steuer als Delegierte zur KreisGeneralversammlung gewählt. Der Vorstand wurde beauftragt, zur Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, Betreibung der Vorarbeiten für die Landtagswahl geeignete Sträfte heranzuziehen. Nachdem Latvin den Bericht von der Kreis- General- im Lokal des Herrn Feuerstein, Alte Jakob str. 75. versammlung zu Köpenick gegeben und einige unwesentliche VereinsTages Ordnung: 1. Abrechnung angelegenheiten erledigt waren, erfolgte Schluß der Versammlung. bom 3. Quartal. 2. Jnnere KaffenDer Wahlverein für Reinickendorf hielt am 16. September eine angelegenheiten. Der Vorstand. außerordentliche Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung liche Abänderungen und Ergänzungen des Statuts, welche zur Disfussion gestellt wurden, gelangten einschließlich der Geschäftsordnungs- Abänderungen zur einstimmigen Annahme. Ebenso ge= langte der Vorstandsbeschluß zur Annahme, welcher lautet: Dem 25 Proz. des gegenneuen Wahlverein für Wilhelmsruh 40 M. wärtigen Kassenbestandes sowie die bis dato noch im Besitz befindliche Generalversammlung Bibliothek und etwaige doppelte Exemplare und Bücher zu belaſſen. der Vertreter der Kassenmitglieder Genosse Richert wurde als Beisiger gewählt. Zum LandtagswahlKomitee wurden ernannt die Genossen Schumacher, May Leonhardt, Eufé, Richert und Otto( aus dem Osten), Näthte und Mankowsky ( aus dem Westen), Spizler und Kurgast( aus Wilhelmsruh). Das Mitglied Lietschke aus Wilhelmsruh wurde wegen Streifbruchs aus dem Wahlverein ausgeschlossen. Tischler- Innung. Ausserordentliche und der Innungsmitglieder am Montag, den 5. Oktober, abends 7, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Beratungen über die Abänderung des Statuts auf Grund des KrankenversicherungsGesetzes vom 25. Mai 1903. 2. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird er 19336 Der Vorstand. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Der fliegende Holländer. sucht. Montag: Fra Diavolo. Dienstag: Carmen. Mittwoch: Orpheus und Eurydike. Donnerstag: Fidelio. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Die Meistersinger von Nürnberg. Die Meistersinger von Nürnberg. Versammlung Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer. Ausserordentliche General- Versammlung am Sonntag, den 4. Oftober 1903, nachmittags 2 Uhr, bei Franke, Sebastianstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes. 2. Statutenberatung. 3. Erfazwahl des Borstandes. 4. Wahl des RechnungsprüfungsAusschusses. 5. Wahl der Beamten. Berlin, den 27. September 1903. 276/17 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Der Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt Donnerstag in Dräsels Saal eine nur mäßig besuchte Versammlung ab, in der die Diskussion fortgesetzt wurde über den Vortrag des Genossen Dr. Friedeberg:" Welche Machtmittel hat das Proletariat zur Niederwerfung der Klassenherrschaft?" Sonntag: Der Freischüß. Montag: Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker Die Diskussion leitete Friedeberg durch eine kurze RefapituTation seines Vortrages ein, in der er die Gewerschafftsbewegung als Königliches Schauspielhaus. Sonntag: König Johann. Montag: Montag, 5. Oktober, abends 8 Uhr: den Generalfaktor für den Kampf des Broletariats gegen die heutige König Heinrich VI. Dienstag: Der Revisor. Mittwoch: König Johann. Gesellschaft ins Feld führte, allerdings in Gemeinschaft mit den Donnerstag: Im bunten Rock. Freitag: König Richard III. Sonnabend: politisch- parlamentarischen Fraktionen der focialdemokratischen Arbeiter Goldfische. Sonntag: Othello. Montag: König Johann. schaft. Er betonte dabei ausdrücklich, daß das organisierte Proletariat bunten Rod. Sonntag, den 4. Oktober: Keine Borstellung. Nenes kal. Opern Theater. Sonntag, den 27. September: Sm der Arbeitgeber u. Kassenmitglieder feineswegs den Barlamentarismus ausschließen soll; jedoch reiche Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Jugend. in Feinds Salon, Weinstr. 11. im dessen alleinige Thätigkeit nicht aus, um wirkungsvoll in wirtschaft- Sonntagabend: Der Bibliothekar. Montag: Der Fled auf der Ehr. Tages Ordnung: licher und politischer Beziehung dessen Interessen zu vertreten. Er Dienstag: Der Fleck auf der Chr. Mittwoch: Der Bibliothekar. Donners- Präcise abends 8 Uhr Wahl von hält am Ende seiner Ausführungen daran fest, daß die allgemeine tag: Der Fleck auf der Ehr. Freitag: Der Fleck auf der Ehr. Sonnabend: 33 Vertretern der Arbeitgeber; präcise Arbeitseinstellung, ein politischer Massenstreit, das wirksamste Mittel Was ihr wollt. Sonntagnachmittag: Was ihr wollt. Sonntagabend: Der 9 Uhr Wahl von 72 Vertretern der Kassenmitglieder zu den Generalsei, den proletarischen Massen zur Erreichung ihrer hohen Ziele zu Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Der Flea auf der Ehr. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag versammlungen. verhelfen. In der Diskussion bezeichnete Saule die Idee des Generalstreits als Generalblödsinn und weist auf die Menge der nachmittag: Was ihr wollt. Sonntagabend: Der Fleck auf der Ehr. Mon- Arbeitgeber wie Kaffenmitglieder nichtorganisierten Arbeiter hin, die, wie in vielen Fallen, dock so oft tag: Der Bibliothekar. Dienstag: Der Bibliothekar. Mittwoch: Was ihr werden nach dem zweiten Nachwollt. Donnerstag: Der Bibliothekar. Freitag: Der Talisman. Sonn- trag§ 49 des Statuts hierzu als Arbeitswillige sich stellten. Der nächste Redner, Krause, abend: Der Bibliothekar. Sonntagnachmittag: Der Talisman. Sonntag eingeladen. 276/18 unterstükte die Ausführungen des Referenten und hob dabei die abend: Der Bibliothekar. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft. 0 Der Vorstand. der Weber und verwandter Gewerbe. Außerordentliche = General Versammlung am Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 10 Uhr, Fleche großem Saale( früher Freischütz), Fruchtstraße 36a. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Abänderung der Verhaltungsregeln für erkrankte Mitglieder, 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Emil Last, Borsigender. Gustav Berndt, Schriftführer. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Delegiertentarte legitimiert. 19836 Dienstag, den 29. September, abends 8 Uhr: Partei- Versammlungen. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag und Diskussion. Achtung! Kistenmacher! Montag, den 28. d. M., abds. 8%, Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Otto Danske. 2. Diskussion. 3. Bericht vom 6. Kongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften. 4. Verschiedenes. 103/8 Der reichhaltigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Der Vorstand. Sonnabend, den 3. Oktober, bei Brochnow, Weberstraße 17: 21. Stiftungsfest 2. Berichterstattung von der Brandenburger Provinzialkonferenz und Diskussion. bestehend in Ball, Gefangsaufführungen und Teberraschungen. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 2. Kreis: Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. 4. Kreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( grosser Saal). 5. Kreis: Leydecker, Sophienstr. 34. Generalversammlung des Wahlvereins. 6. Kreis: Germania- Säle, Chausseestr. 103. Generalversammlung des Wahlvereins. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Anfang 8 Uhr. Billets, Herren 50, Damen 30 Pf., sind bei den Mits gliedern des Vorstandes sowie im Arbeitsnachweis, Breslauerstraße 28, bei Baudach und in Zahlstelle SO., Reichenberger- und Laufiberstraßen- Ecke, bei Thiedemann zu haben. Im Rückblick auf unser 21jähriges Bestehen wird zu diesem Feste ein zahlreicher Besuch erwartet. Gäste willkommen. Der Vorstand. J. A.: Karl Juckel. Freie Scholle Baugenossenschaft m. b. H. Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal VII: Ausserordentliche General- Versammlung. 209/8 132/8 Socialdemokratischer Wahlverein Central- Verein der Bildhauer. Charlottenburg. Verwaltung Berlin. Die Vereins- Versammlung am Dienstag, den 29. September, fällt zu Gunsten der Partei- Versammlungen aus. Der ausführliche Am Montag, den 28. Sept., abends 81/2 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Bericht von der General- Versammlung wird am Dienstag, den 6. Oktober, erstattet. Versammlung. Tages- Ordnung: esben. 2. St 1. Berichterstattung vom Barteitag in Dresden. 2. Diskussion. 3. Ver: schiedenes in Vereins- Angelegenheiten. Der Vorstand. Schöneberg. Socialdemokrat. Wahlverein. 27/ 17* Der Vorstand. Centralverband d. Handels- Transport- u.Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Bureau u. Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, 11, Zimmer 16. Telephon: Amit VII, Nr. 3348. Achtung! Achtung! Dienstag, den 29. September, abends 8 Uhr, im Obſeſchen Lokale, Schaffner, Kutscher und Stallleute Meiningerstr. Versammlung. Tages Drdnung: 15/16 1. Berichterstattung vom Parteitag in Dresden. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung des Kreises. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bu recht zahlreichem Erscheinen ladet ein Der Vorstand. Frauen haben Zutritt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bilderrahmenmacher. Dienstag, den 29. September, abends 81%, Uhr, bei Boigt, Ritterstraße 75: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: Bericht über die Werkstattdifferenzen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und erwartet zahlreichen Besuch Der Obmann. Branche der Korbmacher. Montag, den 28. September, abends 81%, Uhr, Engel- Ufer 15: Versammlung. der Allgem. Berliner Omnibus- Aktien- Gesellschaft. Morgen, Montag, den 28. September cr., vormittags 10 Uhr: Gr. Verfammlung der Streikenden bei Buggenhagen, am Morikplay. Tages Ordnung: 1. Bericht über den Stand der Bewegung. 2. Diskussion und weitere Beschlußfassung. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Die Ortsverwaltung. 68/17 Achtung! Putzerträger! Achtung! Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Montag, den 28. September, abends 8 Uhr, im Lokale von Jannascht, Inselstraße Nr. 10, 11: Versammlung der Putzerträger. Tages Drdnung: 1. Situationsbericht über den Stand der Lohnbewegung. 2. Wie er87/19 möglicht sich eine fortlaufende Kontrolle unter den Buketträgern. 3. Berschiedenes. Sämtliche Bußerträger sind hierzu eingeladen. 40/10 Die Ortsverwaltung. J. A.: Karl Heidemann. Tages- Ordnung: 1. Neuwahl zum Aufsichtsrat. 2. Verschiedenes. Der Aufsichtsrat. J. A.: Steinhausen. Partei- Speditionen: straße 30, v. part. Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder Dritter Wahlkreis: St. Friz, Brinzenstr. 31, Hof rechts part.- Vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Gr. Frankfurterstr. 133, of part.- SO.: Paul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschke, Rügenerstr. 24, born part. links.- Schönhauser Vorstadt: Karl Mar 3, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: 2. Pries, Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn I. Deutsch- Wilmersdorf: W. Nickel, Uhlandstr. 108, part. FriedrichsbergFriedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Dtto Seifel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Grünan: Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Rixdorf: M. Heinrich, Brinz Handjerystraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden.- Ober- Schöneweide: Richard Für I, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. Schöneweide: Bonakowsky, Berlinerstr. 8. thal: Paul Mann, Bismarckstr. 7. Adlershof: Hize, Hackenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: H. Bernsee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr, 15 a.- Baumschulenweg: Sfod, Ernststr. 2, II.- Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, born III I.- Neu- Weissensee: W. Reste, König- Chaussee 33a, I. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Baul Kienast, Borsigwalde, Schubartstr. 43. Pankow: R. Kummert, Florastr. 43. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen NiederJohannisGustav Berke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. ArbeiterSamariter- Kolonne. Winter Kursus 1903-1904. = Der Kursus beginnt in der Filiale Restaurant Dase, Brunnenstr. 154, am 5. Oktober, und in der Centrale Restaurant Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45, am 12. Oktober, jedesmal abends 9 Uhr beginnend. Die Tages- Ordnung: 1. Branchen- Angelegenheiten. 2. Berschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erivartet Die Kommission. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Zahlstelle 14 des Deutschen polzarbeite- ising Verbandes von der Ackerstraße nach der Schulstr. 114 bei R. Helsing verlegt ist, und werden daselbst am 3. Dtober Maler u. Anstreicher Berlins habenbe find in jeder Abteilung 14 tägig. Der erste Bortrag lautet: die Beiträge entgegen genommen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 29. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Gaal 7: Versammlung der Drahtarbeiter. Tages- Ordnung: 122/7 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Verein deutscher Schuhmacher. Bureau: Wassmannstrasse 10. Geöffnet von 10-1 Uhr vormittags und von 5-8 Uhr nachmittags. Sonntag, den 27. September, abends 6 Uhr, in den Jndustrie- Sälen, Beuthstraße 19/20: Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 179/11 und der Vororte. " Ueber Anatomie"( Bau des menschlichen Körpers). Teilnehmer können 261/8 alle Arbeiter und Arbeiterinnen werden, welche das 18. Lebensjahr erreicht Montag, den 28. September cr., abends 8%, Uhr: haben. Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag beträgt 25 Pf. Gäste haben Grosse Versammlung einmalig freien Zutritt. Eine reichhaltige Bibliothek steht unentgeltlich zur Verfügung. Auskunft erteilen die Unterzeichneten, auch werden von denfelben Lehrpläne zugesandt. E. Stein, Vorsitzender, G. Hellmuth, Rassierer, Charlottenburg, Berlin O, Kaiser Friedrichstraße 40. Langestraße 22. morgen Montag abds. 8 Naunynaraße 27, Graumanns Saal, Nähe Kottbuser Thor. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( grosser Saal). Tages Ordnung: Stellungnahme zu den Differenzen in der TarifUeberwachungskommission.( Die Anitsniederlegung der Arbeitgeber.) Die Sache ist für uns überaus wichtig, daher sorge jeder für 124/17 einen guten Besuch dieser Versammlung. Der Gehilfen Ausschuß. J. A.: 2. Jakobeit. Gewerkschafts- Kartell für Berlin u. Umgegend. Frauen- Vortrag Bureau: C. 54, Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III, 5028. Montag, den 28. September cr., abends 8 Uhr: Delegierten- u. Vorstände- Versammlung im dem Lokal des Herrn Fr. Wilke, Brunnenstr. 188. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Hirsch über: Die Landtagswahlen und die Gewerkschaften. 2. Diskussion. 3. Situationsbericht der Zinngießer und Stürzer. 4. Kartellangelegenheiten. Angesichts der wichtigen Tagesordnung erwartet bollzähliges Erscheinen. Der Ausschuß. J. A.: Jonny Hinrichsen. Konsumverein Weissensee ( Eingetragene Genoſſenſchaft mit beschränkter Haftpflicht in Liquidation). Am Montag, den 5. Oktober 1903, abends 8 Uhr, im„ Prälaten", Lehderstr. 122: General Versammlung. Tages- Ordnung: Vortrag des Genoffen Maurenbrecher über:" Die Stellung der Frau im 19. Jahrhundert." 1. Bericht der Liquidatoren und des Aufsichtsrats. 2. Entlastung der Nach der Versammlung findet ein gemütliches Beisammensein mit Tanz statt. Wir ersuchen, besonders die Frauen zu dierer Berwaltung. 3. Beschlußfassung zur Aufbewahrung der Bücher 2c. 4. Verschiedenes. Versammlung mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Die Liquidatoren: Hermann Nerlich. Carl Langner. Wilhelm Schütz. Für den Aufsichtsrat: Fritz Huhn. Arbeiter u. Arbeiterinnen Lichtenbergs Dienstag, den 29. September, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung fämtlicher Gewerkschaften im Lokal von Höflich, Frankfurter Chaussee 120. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Massini:" Entspricht die gegenwärtige Stukkateure! Montag, den 28. d. M., abends 8 Uhr: 132/7 Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung bei Franke, Sebastianstr. 39. Die neuen Licht und Röntgen Frauenleiden strahlen- Bilder über erscheinen in einer Schärfe und Plastik, so daß sich jede Frau über Entstehung und Heilung verschiedener Leiden aufklären kann. Bekannter Vortragender Grundmann, prakt. Naturheilkundiger. Mädchen und Frauen willkommen. Eintritt nebst Broschüre 20 Pf. Naturheilverein Reform, Kurund Heilanstalt Köpnickerstr. 72. Sprechst. 11-2, 6-8. Jede Frau erhält im Vortrag von einer Firma Batet Blutreinigungsthee gratis. Restaurant des Gewerkschaftshauses. Re frühstück Mittagessen Abendessen. Reichhaltige Speisenkarte. Pf. Täglich: Eisbein mit Sauerkohl 60 f. Stamm- Abendessen a 50 Pf. Montag: Dienstag: Mittwoch: Gulasch mit Bratkartoffeln. Hammelfleisch mit Zwiebeljauce, Büreekartoffeln. Kalbsleber mit Heringskartoffeln. Donnerstag: Erbsen, Sauerkohl, Pökelfleisch. Freitag: Frische Wurst mit Sauerkohl. Sonnabend: Schweinebraten mit Klößen. Gleichzeitig empfehle ich meine Fest- und Versammlungssäle sowie die drei aufs neueste ausgestatteten Kegelbahnen. An einzelnen Sonnabenden und Sonntagen sind der große Festsaal wie fleinere Säle noch zu vergeben. 25992* Carl Pohlit, Defonom. Graumanns Festsäle und Garten, Naunynstraße Nr. 27. Empfehle meine eleganten Festfäle zu Versammlungen und Festlichfeiten aller Art. Einige Sonnabende und Sonntage find noch frei! Gustav Graumann. Rechtsprechung am hiesigen Gewerbegericht der Rechtsauffassung der am Orte wohnhaften und beſchäftigten Arbeiter 2. 2. Die Lage der gewerb: nachweise für die Arbeiter Referent eines Berbantes mit dem Date: Jannaschks Festsäle, Inselstr. 10. Tages Drdnung: 1. Welche Bedeutung haben paritätische Arbeits- 25322* lichen Arbeiter Lichtenbergs. Die Mißstände in den verschiedenen 2. Diskussion. 3. Die Verschmelzung unsres MaurerBetrieben, und wie ist Aenderung möglich.( 8ur Sprache kommen die verband. 4. Abrechnung vom Stiftungsfest. 5. Verschiedenes. 175/15 Mißstände bei Eckert, v. Damnik, Pohl und in den Gemeindebetrieben.) Da diese Versammlung als legte vor unsrem Verbandstage sich noch 3. Diskussion. 19176 maßgebend mit demselben beschäftigen soll, so erwartet einen recht zahlreichen Avis: Bußtag, Sonnabend, den 21. November und Zu dieser Versammlung find fämtliche Arbeiter eingeladen. Besuch Die Ortsverwaltung. Totensonntag frei. Um geneigten Zuspruch bittet G. Jannascht. Berantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. ut. Saal Vereinszimmer Leftlichkeiten Versammlungen BAER SOHNA Special- Daus grössten Massstabes 11 Brückenstrasse 11 Chausseestrasse 24a/ 25 swischen Invalidenstrasse u. Schiller- Theater N. zwischen Jannowitz brücke u. Köpenickerstr.( Ecke Rungestr.) Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstrasse( Am Bürger- Hospital) Die 22" Preisliste für die Winter- Saison 1903-1904 Ueber 170 Abbildungen Klare Veranschaulichung Verständlich für Jedermann ist erschienen und wird auf Wunsch kostenlos und portofrei zugesandt. Der hauptsächlichste Inhalt der 22ten Preisliste ist folgender: Winter- Paletots von 60 bis 8.50 M.| Schwarze Jacket- Anzüge Winter- Raglans 30, 24 M. Geh- Pelz- Imitat..... 55 M. • 55M. von 36 bis 10 M. Schwarze Gehrock- Anzüge von 70 bis 27 M. . 30, 21 M. 40, 28 M. Smoking- Anzüge Frack- Anzüge. Winter- Hosen von 13.50 bis 4 M. Schwarze Hosen von 12 bis 3 M. Kammgarn- Hosen v. 13.50 b. Knaben- Hosen.. von 7 bis 2 M. 9 M. Pelz- Paletots..... 55 M. Geh- Pelze... von 600 bis 75 M. Gummi- Mäntel von 27 bis 18 M. Wetter- Havelocks v. 18 b.6.75 M. Kaiser- Pelerinen 21, 15 M. Hohenzollern- Mäntel 40 bis 18 M. Kaiser- Mäntel von 30 bis 18 M. Livrée- Mäntel..... 50, 36 M. Livrée- Anzüge. Groom- Anzüge 30, 27 M. Gehrock- Anzüge nach Mass von 45 bis 27 M. Winter- Joppen von 18 bis 4.50 M. . . Pelz- Joppen von 45 bis 27 M. Knaben- Joppen von 10 bis 2,50 M. Buntfarbige Herren- Anzüge von 45 bis 9 M. Ca. 2000-Meter haben unsere Räume, und sie werden von 67 elektrischen Bogenlampen, ausser Glüh- und Gaslampen, erleuchtet. Piqué- Westen von 6 bis 1.75 M. Hosen nach Mass von 18 bis 7 M. Jacket- Anzüge nach Mass von 60 bis 83 M von 75 bis 36 M. Winter- Paletots nach Mass von 75 bis 30 M. Jagd- Paletot u. Anzug 86. Jüngl.- Jacket- Anzüge Jüngl.- Joppen- Anzüge von 27 bis 8 M. von 14 bis 10 M. Jüngl.- Paletots v von 18 bis 10.50x. Jüngl.- Raglans von 20 bis 15 M. Jünglings- Mäntel v von 18 bis 12 M. • . Litewka... Schlafröcke von 30 bis 7.65 M.| Herren- Morgenröcke Knaben- Mäntel von 15 bis 4M. Knaben- Anzüge von 12,50 bis 2 M. Pelz- Mützen von 10 bis 1.25 M. Pelz- Kragen von 11 bis 2.75 M. Herren- Hüte.. von 6 bis 1,90 M. Loden- Hüte.. von 5 bis 1.90 M. Cylinder- Hüte. von 18 bis 4 M. Leinene Kragen d.% Dtz. 1.80 M. von 24 bis 7.50 M. ... von 20 bis 7.50 M. Sämmtliche Berufs- Kleidung Leinene Manschetten B • d. Dtz. 1.65 M. Ober- Hemden. v. 5 bis 2,65 M. Nachthemden von 4 bis 1.25 M. Unter- Hosen.. von 5 bis 0.90 M. Unter- Hemden von 6 bis 1.10 M. Gestrickte Westen v.10b.2.50 M. Winter- Handschuhe von 4.50 bis 0.50 M. Taschentücher, das 2 Dtzd. von 6 bis 0.60 M. Cravatten.. von 1.50 bis 0.15 M. Hosenträger.. von 3 bis 0.50 M. Regenschirme von 8.75 bis 1.90 M. Kragen- Schoner und Shawls von 3.50 bis 0.75 M. 75 Angestellte 10 Zuschneider Elektrischer Zuschneide- Betrieb, für alle Zweige der Gewerke, Industrie, Kellner u. s. w. in ausführlicher Beschreibnng und reichhaltigsten Sortimenten zu besonders billigen Preisen. Kellner- Jackets von 18 bis 6.75 M. Kellner- Westen 8.50 M. • 25, 20M. Kellner- Fracks Kellner- Hosen von 15 bis 8 M. Automobil- Jackets ,, bis 18 M. Automobil- Hosen, Leder, 24. Automobil- Mäntel, Leder. 50 M. Regen- Pelerinen v. 18,50 b. 5 M. Radfahrer- Anzüge von 15 b. 6 M. von 33 bis Mass- Anleitung ausführlich und einfach. Anleitung für Aufträge. En gros Export Grösste Auswahl Billigste Preise En detail Import Bar- Verkauf Feste Preise Lieferanten an die preussische Armee Lieferanten an ausländische Gesellschaften Lieferanten an Vereine Lieferanten an Institute Lieferanten an Waren- Häuser Lieferanten an Garderoben- Geschäfte Nr. 226. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 27. September 1909. Ein Frauenmord, Charlottenburg. Montagabend 81%, Uhr hält der Wahlberein im Bollshause, Rosinenstr. 8, eine Versammlung ab, in der die Berichterstattung vom Parteitage erfolgt. Lokales. feiner Mitgliederzahl an ziemlich erster Stelle- auch die, Solidarität" aufgezählt. Ein derartiges Pattieren mit den Socialdemokraten sollte nicht geduldet werden." teit gelten, daß der Prinz über den socialdemokratischen Charatter Als mildernden Umstand läßt das Blatt schließlich die Möglichdes Verbandes nicht unterrichtet sei. Db Unkenntnis der Gesetze in diesem Falle vor Strafe schützt, laffen wir dahingestellt. Um aber den Rest wahrhaft patriotischer Gemüter, der im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte etwa noch vorhanden ist, nicht unnig in Schrecken zu versetzen, teilen wir mit, daß die Behauptung, ein bayrischer Prina fei Protektor des Kartells deutscher und östreichischer Rad und Motorfahrer Verbände" vollständig unwahr ist. Das Kartell hat einen solchen Schuppatron nicht aufzuweisen. Richtig ist nur an der ganzen Meldung, daß der der bereits in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag verübt, seit gestern, Sonnabendmittag die Kriminalpolizei beschäftigt, verursachte Schmargendorf. Am Dientagabend 8 Uhr findet im Wirtshaus gestern nachmittag im Norden Berlins große Aufregung. Der That Schmargendorf eine Boltsversammlung statt mit einem Vortrag des bringend verdächtig erscheint der Ehemann, der flüchtig ist. Am Genossen Dr. Alberth über: Die preußischen Landtagswahlen 8. Juni d. J. mietete der Fleischer Theodor Grabowski bei dem in und die Socialdemokratie. Zahlreicher Besuch, auch von Frauen der ersten Etage des Hauses Rückerstraße 60 wohnenden wird erwartet. Aufträge zur Einsicht in die am 5., 6. und Fräulein Röhler, ein älteren Dame, ein nach ber 7. Oktober ausliegende Wählerliste werden in der VerStraße zu belegenes zweifenstriges Teeres Bimmer und fammlung entgegengenommen. bezog es sofort mit der am 6. Juni 1874 ge= borenen Ehefrau Justine geb. Volbarski. Frau Grabowski hatte vorher in der Linienstraße ein Schankgeschäft mit Damenbedienung gehabt, war ermittiert worden und nahm jetzt wieder Stellungen als Kellnerin an. Seit Anfang Juli servierte sie bei dem Gastwirt August Heinrich, Bionskirchstr. 29, und zwar bis zum vergangenen Donnerstag. Abends gegen 1/412 Uhr verließ sie das Lokal und be- Um die Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses zu verhindern, Arbeiter Radfahrerbund Solidarität" dem Kartell angehört, um fuchte noch in Begleitung eines Gaftes eine Destillation am wird von dem Berein selbständiger Geschäftsinhaber, der zu diesem dadurch den Allgemeinintereffen der Radfahrer zu nügen. Der Teutoburger Blaz. Während der Gast zurückblieb, entfernte sich Zweck durch Gegner des Achtuhr- Schlusses der Läden gegründet bayrische Prinz, der mit der ganzen Notiz getroffen werden soll, ist Frau G. gegen 12 Uhr, um sich nach ihrer Wohnung zu begeben. worden ist, eine lebhafte Agitation entfaltet. Für Freitag war Bring Ludwig Ferdinand von Bayern. Doch ist der Bezichtigte nur Die Auffindung der Leiche. wieder eine Versammlung von Geschäftsleuten aller Branchen ein- Protektor des ebenfalls dem Kartell angehörenden Verbandes zur berufen worden, diesmal nach dem Westen der Stadt, nach der Wahrung der bayrischen Rad- und Motorfahrer" und somit vielleicht Lützowstraße. von dem furchtbaren Verdacht frei, Schuppatron von Leuten zu sein, zu deren Anschauungen sich jeder dritte Mann in Deutschland be fennt. Immerhin mag der löbliche Zweck, der Socialdemokratie und einem bayrischen Prinzen gleichzeitig eins anzuhängen, die kleine Gegen" den Achtuhr- Ladenschluß. Die Grabowski pflegte morgens das Waschwasser aus der Küche ihrer Wirtin zu holen. Dieser fiel es auf, daß dies vorgestern morgen nicht geschah. Gegen 11 Uhr vormittags erschien der Sohn des In der Ankündigung war diese Veranstaltung als große Proteft Gastwirts Heinrich, um sich zu erkundigen, weshalb die G. nicht nach versammlung" bezeichnet worden. Ein stummer Protest war das Bild, das dem Geschäft lomme. Frl. Röhler Klopfte an die Wohnungsthür der die Versammlung bot, als sie abends nach 10 Uhr endlich eröffnet wurde Mieterin, erhielt jedoch keine Antwort und gab deswegen aber ein Protest nicht gegen den Achtuhr- Schluß der Läden, den die Fälschung rechtfertigen, die jetzt durch eine Reihe staatserhaltender den Bescheid, daß die Kellnerin schon fortgegangen sei. Gesamtheit der Handelsangestellten und in neuerer Zeit auch ein Blätter die Runde macht. Da Frau Grabowsti auch am Sonnabend nicht zum Vorschein kam, großer Teil der Geschäftsinhaber wünscht, sondern gegen den heute benachrichtigte sie hiervon den Hausverwalter, Herrn Schneidermeister bestehenden Neunuhr- Schluß. Der Versammlungssaal war um zehn veröffentlicht eine vom König Friedrich Wilhelm I. erlassene er Heh, der nunmehr ein Loch in die Thür bohrte und durch dieses VerBekämpfung der Kurpfuscher in alter Zeit. Die„ Med. Reform" in das Zimmer sah. Er erblickte die Vermißte in der Nähe des Uhr noch nicht zu zwei Dritteln besetzt, und erst gegen 11 Uhr fügung aus dem Jahre 1725, worin die Kurpfuscherei bekämpft Fensters am Boden liegend in einer Blutlache und benachrichtigte trafen abgespannt und müde die letzten Nachzügler ein. Wenn die wird: Uebrigens soll denen auf den Jahrmärkten herum ziehenden den Vorsteher des 15. Polizeireviers von seiner Entdeckung. Dieser Kleinen Geschäftsinhaber über ihre Interessen beraten wollen, dann Bruchschneidern und Bahn- Aerzten, auch Wurzel- Strähmern gar nicht ließ die Thür erbrechen und den Eintretenden bot fich nun ein tönnen sie erst zu nachtschlafender Zeit damit beginnen, dank dem erlaubet seyn, in unsern Städten öffentlich auszustehen, und feil zu schauerlicher Anblick. Die Leiche bestehenden Neunuhr- Ladenschluß. Schon das sollte die Gegner des haben, wann sie nicht von uns besonders privilegiret sind. lag, wie bereits erwähnt, in der Nähe des Fensters in einer Blut- legen, ob der Vorschlag, für einzelne oder alle Branchen aus denen Apotheken nehmen. Und wann denen Marktschrehern dennoch solches zugestanden Achtuhr Schluffes nachdenklich machen und ihnen die Frage nahe- wird, müssen sie die Medicamenta, fo fie öffentlich verkaufen, lache. Die Kehle war durchschnitten und das zu der Mordthat benutzte Schließung der Läden um acht Uhr anzuordnen und ba- Medicinae, allen Predigern, so wohl in Städten, als auf dem Lande, Wie wir auch allen Studiosis Küchenmesser lag neben der Toten. Etwas abseits lag ein großes, durch nicht nur jedoch blutfreies Schlächtermesser. Der Unterkörper der Leiche zeigte auch der Geschäftsinhaber selber zu verkürzen, nicht doch dem allerley Brofeffionen, Juden, Schäfern, Doctoribus Bullatis, die Arbeitszeit der Angestellten, sondern allen Chymisten, Laboranten, Brandweinbrennern, Stöhrern von grauenhafte Verstümmelungen. Der gänzlich unbefleidete Leichnam war mit einem schwarzen Zuchrock und einem Tischtuch bedeckt. Der Mörder hatte, weil das Blut der Thür zufloß und er befürchtete, daß dadurch eine vorzeitige Entdeckung stattfinden könnte, das Blut mit dem Hemde der Frau aufgewischt und das Kleidungsstück dann in den Waschnapf geworfen. Das Bett war aufgedeckt und unberührt. Auf einem Stuhl vor dem Bett lagen Taille und Rock der Getöteten. Die Mordkommission der Kriminalpolizei traf, an der Spitze der Kriminalinspektor Braun, bald nach 2 Uhr mittags am Thatorte ein. Es wurde nun noch festgestellt, daß die Füße der Leiche zusammengebunden waren und Geld, welches die Ermordete besessen hat, geraubt worden sein muß. Wie groß dieser Betrag ist, fonnte nicht ermittelt werden, dürfte jedoch kaum 20 M. überschreiten. Eine Geldsumme von etwa 500 M. Hatte Frau G. einer Freundin übergeben, um sie vor ihrem Manne zu sichern. Interesse der Handel- und Gewerbetreibenden mehr dient, als die Beibehaltung des jeßigen Neunuhr- Schlusses. Indes die Versammlung endete programmgemäß mit dem von ihren Veranstaltern gewünschten Protest gegen den Achtuhr- Schluß. " " # alten Weibern, und Segensprechern, so unzulässige zauberische und abergläubische Mittel gebrauchen, alles innerliche und äußerliche Curiren, Urin besehen, und Rath geben, auch Verfertigung und Verkaufung einiger Arzneyen, bey unnachläffiger harter halber, und zur Erreichung Unserer allergnädigsten Intention, alles richtern und deren Anhang, wird auch dieser guten Einrichtung Bestrafung hiemit gänzlich untersagen. Allen Scharfinnerliche und äußerliche Curiren, bey hoher Fiscalischer Strafe, gänzlich caffiret und aufgehoben. berbothen, und die von ihnen erschlich ene Conceffiones hiemit gänzlich Siebmachern, und Thüringer- Waffer- und Olitaeten- Krähmern, sollen cafsiret und aufgehoben.- Denen auf dem Lande herumziehenden auf geschehener Anzeige der Land- und Stadt- Phyficorum, auch Fiscaelen in denen Provincien, die Land- und Policei- Reuter, ihre benen Städten, sondern auch Unsere Unterthanen hintergangen werden, beh sich habende Medicamenta, wodurch nicht allein Unsere Accise in fofort abnehmen und konfisciren." " stellte in seinem Referat dem Mittelstand den Ruin" in Aussicht, Der Vorsitzende des genannten Vereins, ein Herr Bollnow, wenn etwa die Geschäftsleute sich der Schmach unterziehen" Abendstunden falle die Haupteinnahme. Derselbe Herr forderte wollten, in den Achtuhr- Schluß zu willigen. Gerade in die letzten nachher, daß am Sonntag die Geschäfte nicht bis vormittags 10 Derselbe Herr forderte und dann noch von 12-2, sondern ununterbrochen bis 11 oder 12 offen gehalten werden dürften.„ Danach kann sich jeder Konsument richten", fügte er hinzu. Aber für die Abendstunde von 8-9 soll dieser Satz nicht gelten! Am Vorwärts" versuchte Herr Bollnow fich zu reiben, weil wir fürzlich empfahlen, die Arbeiter Die Bernehmung der Hausbewohner schaft und namentlich die Frauen möchten ihre Abendeinkäufe möglichst Landesverweisung angedroht. Daß damals die Bevölkerung am Den Uebertretern wird Leibesstrafe und im Wiederholungsfall ergab, baß der Mord in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag zeitig erledigen, um langes Offenhalten der Geschäfte überflüssig zu Ende noch mehr wie heute fich der Sturpfuscher bediente, ist nicht awischen 12 und 1/21 Uhr verübt worden ist. Um diese geit wurde machen. Die Arbeiterschaft, eiferte Herr B., taufe ja doch in Waren- verwunderlich, ivenn man bedenkt, daß nach der amtlichen Gebühren Lärm in der Grabowskischen Wohnung gehört, und besonders häufern; der„ Vorwärts" folle fich lieber hiergegen wenden. Uns ist nicht ordnung von 1725 der Arzt für den ersten Besuch bei gewöhnlichen gravierende Wahrnehmungen machte die in der zweiten Etage flar geworden, was diese Erwiderung mit dem Achtuhrschluß zu thun hat. Strankheiten einen Thaler, bet anstedenden fogar zwei Thaler zu wohnende Witwe Kressin. Sie hörte zunächst einen heftigen Bank in der G.schen Wohnung und bald darauf ein lautes Röcheln, als Freunde des Achtuhr- Schlusses, zum Worte kommen. In der Diskussion sollten auch Gegner des Vereins, also Rezepts 8 refp. 15 Grofchen toftete. In einer Zeit, wo der Tages fordern berechtigt war und jede Vifite mit Ausschreibung eines ob jemandem die Kehle zugedrückt wurde. Unartikulierte Laute Offenbar war lohn eines Handwerkers und Arbeiters nur wenige Groschen betrug, wurden bernehmbar und die Zeugin hörte deutlich, wie die führte einer von ihnen aus, sollen wir Geschäftsleute nur die Krankheitsbehandlung leisten konnten. man zunächst auch entschlossen, sie ruhig anzuhören. Warum", so bedeutet das, daß sich nur wohlhabende Leute den Lugus ärztlicher Kämpfenden dem Fenster zustrebten. Zweifellos wollte die unglüdliche Frau um Hilfe rufen, dann erfolgte ein dumpfer Slaven unsres Geschäftes sein und uns um nichts fümmern dürfen, Fall, ein gellender Schrei ertönte und gleich darauf weil wir erst um 9 Uhr schließen können?! Die Badehose. Ein Münchener Professor sendet uns folgende Das Publikum fann sehr beachtenswerte Zeilen zur Veröffentlichung zu: war alles still. Frau Röhler hatte ebenfalls den Lärm gehört, sich und muß sich daran gewöhnen, bis 8 Uhr zu kaufen". Noch vor jedoch nicht weiter darum gekümmert, weil Grabowski feine Frau Stimmung schlug um, als ein Redner die Anhänger des Achtuhr- von jeder anständigen Zeitungsredaktion als zur Veröffentlichung Die wenigen Jahren wäre dieses Manuftript mit obiger Aufschrift wohl öfters mißhandelte. Bemerkenswert jedoch war, daß der Stuben Schlusses als„ Subjette" bezeichnete und davon sprach, wie es zugehe, ungeeignet in den Papierkorb geworfen worden. Heute, wo über und Korridorschlüssel zu der Grabowskischen Wohnung fehlte. Am Freitagnachmittag verließ die wirtin die Wohnung, um einige stellig werden". wenn so'n paar Dutzend Limmels beim Polizeipräsidium vor alle das feruelle Gebiet betreffenden Dinge nicht nur in der mediBesorgungen zu machen, und kehrte gegen 6 Uhr abends zurück. Der Mann, der in diesem Zone seine Sache zinischen Fachlitteratur, sondern auch in der Tagespresse und in Jezt sah sie, daß der Korridorschlüssel auf einer am Sorridor vertrat, wurde nachher in die Deputation gewählt, die ihrerseits öffentlichen Versammlungen unbeanstandet verhandelt wird, stehenden Kommode lag und nahm an, daß Grabowski inzwischen da- gegen den Achtuhr- Schluß beim Polizeipräsidium vorstellig werden dürfte sich gewiß niemand mehr über eine offene Bes gewesen und den Schlüssel dorthin gelegt habe. soll. Den Freunden des Achtuhr Schlusses wurde nach den Aus- erscheinende Zeitschrift Kraft und Schönheit" hat sich schon sprechung des Badehosenzwanges wundern. Die in Berlin fällen dieses Redners nicht mehr so bereitwillig Gehör gefchenkt. Auch sehr eingehend mit dieser Angelegenheit befaßt und fordert erscheint, wie bereits erwähnt, der am 21. September 1871 geborene haben eine Protestversammlung einberufen, da brauchen wir uns bem Wolfe unnötig verteuert und eigentlich nur den Geschlechtsder Vorsitzende wurde bald ungeduldig und bemerkte einmal:„ Wir energisch die Aufhebung des Schwimmhosenzwanges, der das Baden Fleischergeselle Theodor Grabowski, der mit der Ermordeten seit 1½ Jahren verheiratet war. G. ist ein äußerst roher Mensch, der nicht die Zeit durch andre vertrödeln zu lassen." Er vergaß, daß franken zu statten kommt, die, um sich die Wohlthat eines Schwimmnur gelegentlich arbeitete und sich von seiner Frau ernähren ließ. auch diese andren eingeladen waren und daß man ihnen Redefreiheit bades nicht versagen zu müssen, ihr Leiden hinter dem Badeschurz Wenn sie ihm kein Geld geben wollte, mißhandelte er die zugesichert hatte. Als ein Herr einige Zwischenrufe machte, fragte berbergen können und es darauf ankommen lassen, dadurch die Aermste in brutalfter Weise und schon, als die noch die Schankwirtschaft besaß, hatte er fie öfter blutig geschlagen. dulden wolle. Nein! nein! Raus! raus!" schrie man. Da empfahl ber berühmte Hygieniker Reclam den Nat erteilt, G. der Vorsitzende, ob die Versammlung den Nufer im Saale trantheitsteime auf andre Personen zu übertragen. sehr wahr! Hat doch bereits in den achtziger Jahren Frau G. besaß ein außereheliches Kind, ein jept achtjähriges fich der lästig gewordene Gast, aber mit ihm gingen zahlreiche andre, schlossene Badebassin den mit den Badehosen mastierten Ge den Nat erteilt, das ge= Mädchen. Vor etwa einem Jahre wurde das Kind nachts im augenscheinlich Freunde des Achtuhr- Schlusses. Friedrichshain von Schuhleuten aufgefunden und es erklärte schlechtskranken zu überlassen. Es ift wirklich recht be= weinend, daß es nicht nach Hause wolle, weil der Vater so furchtbar So tam's, daß zuletzt einstimmig" eine Proteftrefolution an- fremdend, daß die Worte Reclams und die auch sonst von fchlage. Die amtlichen Nachforschungen hatten das Ergebnis, daß genommen werden konnte. Sie läuft num durch die Welt als allein ärztlicher Seite ausgehenden Warnungen bezüglich der Schwimmdie Kleine der elterlichen Pflege entzogen und dem städtischen wahrer Ausdruck der Anschauungen und Wünsche der Geschäftsinhaber baffins namentlich solcher ohne permanenten Bufluß frischen Wassers Waisenhause überwiesen wurde. Am Freitagvormittag ist Berlins über den Achtuhr- Schluß. bisher im ganzen noch so wenig Beachtung gefunden haben, und es Grabowski bor dem Hause Nüderstraße Nr. 60 gesehen wäre Pflicht der Sanitätsbehörden, sich bald einmal ernstlich mit worden. Er ging aber nicht nach der Wohnung hinauf dieser Sache zu beschäftigen. Gegenüber der Bestimmung, daß und soll einem Bekannten gegenüber geäußert haben, daß Personen, die mit sichtbaren Krankheiten behaftet sind, von Die Deutsche Zeitung" ist ein Blatt, das in seinem Hauptberuf dem Besuche der Anstalt ausgeschlossen werden sollen, seine Frau frant fei. Bweifellos ist er es auch gewefen, der den die Verpreußung sämtlicher fünf Erdteile zu fördern trachtet. Wenn fcheint Korridorschlüssel auf die Kommode gelegt hat. Diesen hatte aber es Raum übrig hat, weiß es aber auch in alldeutscher Sinnigkeit den durch den die gefährlichsten ansteckenden sexuellen Leiden so es ganz widerfinnig, Badehosenzwang anzuordnen, Donnerstag Frau Grabowski mit nach dem Geschäft gehabt und er ist ihr von dem Mörder nach der That abgenommen worden. Die Ver- roten Schrecken an die Wand zu malen. Sehr anschaulich geschieht bequem verdeckt gehalten werden können! Wären Badehosen stümmelung des Unterförpers hatte wohl den Zweck, den Anschein dies in einer Einsendung: Ein socialdemokratischer Verband unter zu erwecken, daß ein Luftmord verübt worden sei. Des Mordes dringend verdächtig Die Personalbeschreibung bes mutmaßlichen Mörders wird wie folgt angegeben: Grabowsti ist etwa 1,82 Meter groß, von schlanker Statur, trägt furzes, dunkelblondes Haar und einen kurzen, dunklen Schnurrbart. Er trägt einen dunkelblauen Stoffanzug und eine schwarze, flache Schirmmüße. Er hat einen etwas wiegenden Gang und einen unangenehmen, rohen Blid. G. dürfte sich jedenfalls unangemeldet in Berlin aufhalten und bei Freunden Unterkunft gefunden haben. Der Polizeipräfident hat eine Belohnung von 1000 M. auf die Ermittelung des Thäters ausgesetzt. Berliner Partei- Angelegenbeiten. Erster Wahlkreis. Sonntagmittag 2 Uhr findet eine Borstellung in der Urania statt. Zur Aufführung gelangt Von der Zugspitze zum Wazmann". Billets sind noch bei Weihnacht, Grünstr. 21, und am Sonntag von 1 Uhr ab in der Urania, Taubenstraße, zum Preife von 60 Pf. zu haben. Die Genoffen in Treptow errichten am 1. Oftober eine Parteis spedition. Die Parteigenossen und Abonnenten, welche bi her den Vorwärts" und sonstige Parteilitteratur von Brivatfpedite ren bezogen haben, werden ersucht, schon jetzt Bestellungen beim Spediteur St. Boigt, Treptow, Elsenstr. 87, born 3 Tr. links, aufzugeben. " Die Unthat eines bayrischen Prinzen. Leider ers nicht vorgeschrieben, oder vielleicht nicht einmal geduldet, so wirde fürstlichem Protektorat". Dieser Verband ist der Arbeiter- Radfahrer- die Ansteckungsgefahr doch ganz bedeutend verringert werden. Die bund Solidarität, von dessen verruchtem Wirken es heißt: Schweden und Dänen, die zu den civilifiertesten Völkern der Welt " Das Bundesblatt," Der Arbeiter- Radfahrer", spricht ebenso hosen in solchen Bade- Anstalten, deren Interieur den Blicken der gehören, liefern uns den unwiderleglichsten Beweis, daß Schwimmwie die Bundesleitung fast ständig nicht von Mitgliedern, sondern Außentvelt vollständig entzogen ist, durchaus überflüffig find. Von von Genoffen"; es wird von Bourgeois und ähnlichen Gegen einer Gefährdung der Sittlichkeit ist da abfolut keine Rede. Wie in fätzen gesprochen, das Abzeichen ist rot, der Gruß ist nicht das Dänemart und Schweben so wird auch in Deutschland gewiß fein sonst übliche„ Alheit", sondern Frisch Auf" kurz für einen erfahrener Jurist gegen das gemeinschaftliche Baden gleichgeschlechtBlinden liegt es auf der Hand, daß man hier eine vollkommen licher völlig nadter Individuen den Grobenunfugs- Paragraphen socialdemokratische Organisation vor sich hat. Auch nur dieser heranziehen wollen; hohe und höchste Vertreter der Justiz genieren politischen Färbung ist es augenscheinlich zu verdanken, daß trop fich vernünftigerweise selbst nicht zum Beispiel im Dampfbade des Rüdganges der andren Verbände die Solidarität" ständig " wächst und zur Zeit etwa 14-15 000 Genoffen" zählt. An und genau so wie andre Leute sans costume mur mit den Fingerringen für sich kann es ja dem Bürger gleichgültig fein, wenn die falls wäre es interessant positiv zu wissen, wie eventuell einer an Genoffen" auch in sportlicher Beziehung sich von den übrigen ihrer Badehosen- Vorschrift streng festhaltenden Polizeibehörde gegen Deutschen abzusondern trachten; aber verwundern darf man sich über die oberste Berufungsinstanz wohl entscheiden würde. doch, daß die Leute mit ihrer Gesinnungstüchtigkeit sich nicht entblöden, fich unter das Protektorat eines bayrischen Prinzen zu Die Gasarbeiter Berlins, welche bei ihrem Arbeitgeber, bem stellen, und noch mehr muß man staunen, daß ein deutscher Magistrat der Stadt, schon seit Jahren eine Werbefferung ihrer recht Prinz das Protektorat über einen Verband übernimmt, dessen mißlichen Arbeitsverhältnisse beantragt haben, bis heutigen Tages dritter Teil durch eben diesen socialistischen Verband gebildet aber vergeblich auf die Erfüllung ihrer hauptsächlichsten Forderungen wird; es besteht nämlich das Kartell deutscher und öftreichischer warten, sind wiederum mit einer Petition an den Magistrat herans Rad- und Motorfahrer- Verbände" mit dem derzeitigen Size in München, deffen erster Vorsitzender der königl. bayrische Oberft 3. D. getreten. In dem Schriftstück wird in erster iunie die Abschaffung und Kämmerer Freiherr v. Notenhan ist und das unter dem des achten Stoßes beim Schichtwechsel verlangt. Begründet wird die Protektorate eines bayrischen Prinzen steht. Dieses Startell Hat Forderung damit, daß diese äußerst schwere Arbeit die Gesundheit etwa 40 000 Mitglieder und fast in allen Veröffentlichungen der Betriebsarbeiter vorzeitig untergräbt und durch die häufigen werden die zugehörigen Verbände, und unter diesen- entsprechend Erkrankungen die materielle Lage der davon Betroffenen bedeutend gefährdet wird. Die maßgebenden Körperschaften haben sich leider bisher zu der Verkürzung der Arbeitszeit und der Einführung des Achtstundentages ablehnend verhalten und zwar deshalb, weil das Interesse der Stadt in materieller Beziehung angeblich eine Einbuße erleiden würde. Hoffentlich haben die Gasarbeiter diesmal mit ihrer gerechten Forderung Erfolg. zogen wird eine größere neue Novelle und eigne Dichtungen lesen, Frau Else Laura von Wolzogen eine Anzahl moderner und Volkslieder mit Selbstbegleitung auf der Guitarre zum Vortrag bringen. Eintrittskarten für Mitglieder zu 40 Pf. find in den Zahlstellen und handlung, Potsdamerstr. 126, zu haben. an der Abendkasse, Gastkarten zu 75 Pf. außerdem in Amelangs BuchLichtenberg. Dienstagabend 8%, Uhr findet bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120, eine öffentliche Versammlung statt, die sich mit dem am Drte bestehenden Gewerbegericht und den Mißständen in den Werkstätten einiger Allgemeine Familien: Sterbekasse zu Berlin. Heute Zahltag: am Drte jezhasten Firmen beschäftigen soll. Näheres fiehe heutiges Inserat. Ackerstraße 123 bei Diete und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 Uhr. leber Alkohol und Charakter" wird im hiesigen Mfoholgegner. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Vortrag bund" am Montag, den 28. d. M., abends 8%, Uhr, im Altstädter Hof, am Kommunales. Die Besserung in dem Befinden des StadtVon der Zugspizze zum Waymann", Streifzüge durch Oberbayern, Neuen Markt, 1 Treppe( kleiner Saal), Dr. Streder einen Vortrag mit berordneten- Vorstehers Dr. Langerhans hat gestern einen kleinen in der kommenden Woche nur noch am Sonntag sowie am Mittwoch Diskussion halten. Gäste willkommen. Fortschritt gemacht, so daß die Hoffnungen auf baldige Genesung und Sonnabend abends wiederholt werden; am Montag, Dienstag, des Patienten neu gestärkt worden sind. Jm Schoße des Berliner Donnerstag und Freitag- Abend wird der Vortrag Durch Wald Magistrats ist die Errichtung von Special- Krankenhäusern für und Flur( Photographie in natürlichen Farben) gegeben, während Tuberkulöse angeregt worden. Der Ausschuß zur Vorberatung an den gleichen Tagen nachmittags 4 Uhr der Vortrag Von der der Magistrats- Vorlage über die Errichtung eines Nordparks Zugspitze zum Waymann zu ermäßigten Preisen mit Rücksicht auf wird am Dienstag unter seinem Vorsitzenden Stadtverordneten die Schulferien angesetzt worden ist. Nelke zum erstenmal an Ort und Stelle zur Besichtigung des Terrains zusammentreten. " Eingegangene Druckschriften. Berlin 1903. Thormant u. Bechseltebre fir Gen F. Suksdorf. Der Weg zur Größe unsres Volkes. Preis 50 f. Buchs H. Gruner. Kleine für Gewerbetreibende. führung für Gewerbetreibende. Preis pro Bändchen 25 Pf. Berlin 1903. 3. Harrwit Nachi. J. G. Schwaebl. Nüchternheit oder Biervertilgung. Preis 20 Pf. Breslau 1903. Schlesische Druckerei- Genossenschaft. Vermischtes. Ein entsetzliches Grubenunglück hat sich, wie uns ein PrivatDie Fachschule für Schuhmacher beginnt die neuen WinterHalbjahr- Kurse: 1. Für Modellkonstruktion 2c. sowie Warenkunde am Polizeilieutenant und Firmenschild. Mit einem merkwürdigen Sonntag, den 11. Oftober, vormittags 9-12 Uhr, und Dienstag, Verlangen ist der Revierlieutenant des 103. Polizeireviers( Straß den 13. Oftober, abends 7-10 Uhr, in der Aula der Gemeindemannstraße) den in seinem Bereich wohnenden Geschäftsleuten ge- schule Albrechtstraße 20. 2. Für Schäftemacherei am Donners kommen. Der Herr verlangt nämlich von ihnen, sie sollen das tag, den 8. Oftober, abends 7-10 Uhr, in der Gemeindeschule Firmenschild so anbringen, daß es auch des Nachts zu erkennen ist. Niederwallstraße 6/7, Quergebäude 1 Treppe. 3. Für LeistenWie bekannt, begnügen sich die Ladeninhaber vielfach damit, ihren konstruktion am Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8-10 Uhr, in der telegramm aus Kattowit meldet, gestern auf dem Ficinusschacht bei Namen auf dem Schaufenster anzubringen, so daß, wenn nach Gemeindeschule Niederwallstraße 6/7, Quergebäude 1 Treppe. Laurahütte ereignet. Infolge Eindringens giftiger Gafe erfolgte in Meldungen zur Aufnahme können an jedem Unterrichtstage im Geschäftsschluß die Rolljalousie heruntergelassen ist, Fenster und Schullokal oder schon jetzt bei dem Dirigenten, Herrn Schuh- dem Schachte eine Explosion von furchtbaren Folgen; von 70 einName berdeckt bleiben. Das behagt dem Lieutenant machermeister W. Beschel, Kanonierstr. 12, 1 Tr., erfolgen. gefahrenen Bergleuten find bis jetzt 15 tot heraufbefördert worden. nicht. Die Geschäftsinhaber dagegen sehen nicht ein, warum sie dem Lieutenant sozusagen einen Privatgefallen Der Berliner Verein für Ferienkolonien sieht sich in der traurigen Schiffszufammenstoß. An der Küste von Northumberland bei thun sollen. Denn eine Verpflichtung, den Namen nach Wunsch abschließen zu müssen, der die Höhe von 15 000 M. erreichen würde, Sophia Ammet", der angeblich deutscher Nationalität ſein soll, und Denn eine Verpflichtung, den Namen nach Wunsch Lage, jeine diesjährige Thätigkeit mit einem erheblichen Fehlbetrage den Farne- Inseln fand ein Zusammenstoß zwischen dem Dampfer des Beamten anzubringen, besteht nicht und hat auch wohl falls dem Verein nicht noch jetzt unerwartete Geldmittel zufließen. Die Sophia dem schottischen Fischerfahrzeug Isabella" statt. faum einen Zweck, da nach Ladenschluß niemand etwas in dem Ammet" geriet nach der Kollision auf Felsgrund, wurde aber später Geschäft zu suchen hat und der Inhaber dann ebenso wenig öffentwieder flott. Das Schiff hatte jedoch bei dem Zusammenstoß und liche Verpflichtungen der in Betracht kommenden Art zu erfüllen hat dem Auflaufen so schwere Beschädigungen erlitten, daß es später wie irgend ein andrer Staatsbürger. Das Polizeipräsidium beunterging. Der Isabella" gelang es nur, einen Teil der Manndeutet daher wohl dem Lieutenant, daß sein Verlangen unberechtigt ist und er die Geschäftsinhaber in seinem Revier in Ruhe zu Lassen hat. In der nächsten Woche hält die Stadtverordneten- Versammlung feine Sigung ab. " Aus den Nachbarorten. " meindevertretung lag ein Schreiben des Schullehrer- Kollegiums vor, Wellen. Nowawas. Der am 23. d. M. abgehaltenen Sigung der Ge- schaft des Dampfers zu retten, 14 Mann fanden den Tod in den In die wurde unter Marktpreise von Berlin am 25. September 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. * Weizen, gut D.- Ctr. 15,60 15,58 mittel Rindfleisch, Keule 1 kg gering 7,00 4,00 1,80 1,20 do. Bauch 1,50 1,10 " Schweinefleisch 1,80 1,20 1,80 1,20 1,80 1,20 " 2,60 2,00 60 Stüd 4,50 2,60 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,40 welches ein Gesuch um Erhöhung des Wohnungsgeld= Der Fall Bratuscha hat jetzt vor dem Gerichtssenat in MarZuschusses enthält. Die Vertretung überwies die Sache zur burg a. D. ein unerwartetes Ende gefunden. Der Schuhmacher Prüfung der Finanzkommission.- Da zum 1. Oktober die Bratuscha in Monsberg bei Bettau( Unterſteiermark), der vor zwei Webeschule endgültig geschlossen wird und das Gelände zur Jahren zum Tode durch den Strang verurteilt und zu lebensNuznießung an die Gemeinde übergeht, ersuchte die Weber" Justizminister als Angeklagte". Im Deutschen Hof" Ludauerstr. 15, fand Freitagabend eine zahlreich besuchte Bolts- Kalanders. Dies Gesuch wird der Baukommission überwiesen. zwölfjährige Tochter damals feit drei Wochen vermißt wurde, unter Luckauerstr. 15, fand Freitagabend eine zahlreich besuchte Bolts- nung um Ueberlassung eines Raumnes zur Aufstellung eines länglichem Kerker begnadigt worden war, wurde jezt als unschuldig erkannt und freigesprochen. Vor zwei Jahren wurde Bratuscha, dessen versammlung statt, die durch Verhaftung eines der Referenten das Des ferneren teilt die Steinfeger- Immung mit, daß die Firma Götz bem Verdachte verhaftet, die Tochter ermordet zu haben. Vor Gericht größte Aufsehen erregte. Der Schriftsteller Hermann Teistler in zur Pflasterung der Luisenstraße keinen einzigen Gesellen, dagegen legte Bratuscha folgendes Geständnis ab, das von Bratuschas Weib Friedrichshagen hatte die Versammlung einberufen. Justizminister brei Lehrlinge verwandt habe, welche sie sich von einer andren als richtig bezeichnet wurde: Er habe seine entlaufene Tochter im als Angeklagte oder Klassen- Justiz und Entmündigungs- Unfug" Firma geborgt habe, da sie selbst keine Lehrlinge halten Walde gefunden, erschlagen und nach Hause getragen. Zu Hause lautete das Thema, über das die Schriftsteller Senna Hoy Sarf, weil der der Firmeninhaber nicht Innungsmeister ist. und Adolf Brand, der Herausgeber der Kunstzeitschrift Der Die Sache soll die Wegekommission untersuchen. habe er mit seinem Weibe den Leichnam in fünf Teile zerlegt, die Eigene", referierten. In dem Augenblicke, wo Senna Hoy, Einkommensteuer Voreinschätzungs- Kommission Stücke im Ofen gebraten und verzehrt. Auf dieses Geständnis hin die jüngsten Mißgriffe der Justiz bei der Verhaftung social anderm Genosse Heidenreich gewählt, in die Kommission, welche die Begnadigungsrechte nicht Gebrauch gemacht, so wäre Bratuscha ges erfolgte Schuldspruch und Urteil. Hätte der Kaiser von seinem demokratischer Redakteure geißelnd, in scharfen Worten zu einer Ver- Vorarbeiten zur Einführung der Kanalisation erledigen soll, Genosse Begnadigungsrechte nicht Gebrauch gemacht, so wäre Bratuscha ge= urteilung jenes einem Parteiblatte zufolge existierenden Geheimhängt worden. Die angeblich ermordete Tochter fand sich, wie wir Gruhl. Für die Urwahlen zum preußischen Landtage ist seiner Zeit berichteten, vor wenigen Monaten in Strain lebend vor, erlaffes überging, der die allerneueste Majestätsbeleidigungs- Razzia unire Gemeinde, welche 11 783 Seelen zählt, in fieben Wahlbezirke so daß sich das Geständnis Bratuschas und seines Weibes als das auf socialdemokratische Redakteure infceniert haben soll, und er ge- eingeteilt, welche je sechs Wahlmänner zu wählen haben. Die rade die Wort aussprach: daß nach allem, was Adolf Brand in Wählerlisten liegen aus am 5., 6. und 7. Oktober. Im Wahl- Phantasiebild eines Irrivahns darstellt. Sachen Dr. Sternberg in öffentlichen Volksversammlungen an An- vorstande ist unsre Partei insofern vertreten, als Genoffe Wagner flagen gegen den Justizminister vorgebracht, er letzterem einen der im 1. Bezirk Wahlvorsteher und Genosse Hiemte im 6. Bezirk Stellartigen Erlaß schon zutraue erklärte ihn der Polizeilieutenant vertreter ist. für verhaftet. Es entstand ein ungeheurer Tumult. Alles umringte Senna Hoy Aus der Stadtverordneten- Versammlung in Spandau. Stadtund drückte ihm die Hand und der Polizeilieutenant hatte die größte Mühe, in dem Gedränge sich verordneter Jenne( lib.) interpellierte den Magistrat darüber, wesfreie Bahn zu schaffen und den Verhafteten abzuführen. Nachdem halb er von den Landtagswählern verlange, daß diese in den ausSteuerverhältnisse die Versammlung nur 10 Minuten vertagt worden war, ließ gegebenen Hauslisten auch Auskunft über ihre Teistler zunächst den Saal von anwesenden Spigeln säubern, geben sollten. Stadtverordneter Rieger( Soc.) führte aus, der wolle damit einen wahrscheinlich Teil der die aber erst nach dreimaliger Aufforderung und nach dem Magistrat auf die Wähler abwälzen, Hinweise auf den Hausfriedensbruchs- Paragraphen sich dünne ihm obliegenden Arbeit von der wieder Verfäumnis denn Hafer, gut einzuholen, machten. Darauf ergriff Adolf Brand das Wort, um in etwas der Rechtssache des Stabsarztes Dr. Sternberg Angriffe während andre Städte, z. B. Potsdam, sogar schon mit der gegen Justizminister, Staatsanwalt, Richter und die nach seiner Auslegung der Wählerlisten fertig sind, seien in Spandau eben Ueberzeugung schwer verschuldeten Medizinalbeamten vorzubringen, erst die Hauslisten ausgegeben, und dabei sei seitens der social- Nichtstroh die bei der rechtswidrigen Entmündigung mitgeholfen hatten. Redner demokratischen Fraktion schon im April die Sache angeschnitten worden. Erbsen schloß mit einem Proteste gegen die Verhaftung Senna Hoys. Der Oberbürgermeister frappierte wieder einmal mit seiner Antwort Speisebohnen Ebenso protestierten die Diskussionsredner durchweg entschieden gegen es bleibe nur übrig, ein Wahlbureau einzurichten! Linsen Schritte die Verhaftung, und eine auf den Zwischenfall bezugnehmende Resolution Ein dringlicher Antrag des Herrn Reinecke: wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Die Verſamm- gegen eine Erweiterung der Charlottenburger Rieselfelder bei lung schloß mit einem Hoch auf Senna Hoy. In einer Resolution Gatow zu unternehmen", wurde einhellig angenommen. In den ersuchte die Versammlung die socialdemokratische Reichstags- Fraktion, Wahlvorstand für die diesjährigen Stadtverordneten- Wahlen wurden die Vertreter der preußischen Regierung im Reichstag über die Ent- u. a. auch unsre Genossen Hallecker, Pieper und Scholz gewählt. mündigungsangelegenheit des Herrn Dr. Sternberg zu interpellieren Bei Beratung der Magistratsvorlage betreffend die landund beauftragte den Referenten, Herrn Adolf Brand, der Fraktion hausmäßige Bebauung des Terrains an der Schönwalder das vorhandene Material ausgearbeitet zu überreichen. Wie uns Chaussee unternahmen unsre Genossen durch Rieger einen erfolgnoch mitgeteilt wird, ist Herr Hoh bald nach Schluß des Vortrages reichen Vorstoß zu Gunsten der Anlage von Radfahrerwegen. aus der Haft entlassen worden. Ein Antrag, gelegentlich der Umänderung der Schönwalderstraße auch einen Radfahrerweg vorzusehen, fand diesmal Annahme und er hatte auch zur Folge, daß bei einer andren Vorlage„ Feststellung des Pflasterplanes für 1903/1904 vom Stadtv. Bender ein Antrag gestellt und seitens der Versammlung angenommen wurde: Bei demnächſtiger Neupflasterung von Straßen durch Einpflasterung von je brei Reihen Klinkersteinen auf beiden Seiten der Straßen auch im Innern der Stadt Radfahrerwege zu schaffen. Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Starpfen Aale Bander 15,56 15,54 15,52 15,50 " * Roggen, gut 12,75 12,73 " mittel 12,71 12,69 " 17 gering # " um + Gerste, gut mittel gering " " mittel # 7 " gering 12,67 12,65 14,50 13,50 13,40 12,40 12,30 11,30 16,00 14,90 14,80 13,80 13,70 12,70 Hechte 2,20 1,20 " " " 4,16 3,66 Barsche 1,80 0,80 6,60 4,50 40,00 25,00 50,00 25,00 60,00 20,00 Schleie Bleie Krebse 3,20 1,40 1,40 0,80 per Schock 20,00 3,00 Heu * ab Bahn. + frei Wagen und ab Bahn. Briefkaften der Redaktion. 3,00 1,20 N. Die Vorschrift des§ 8 ist wörtlich auszulegen; Sie können deshalb nicht wählen, wenn Sie nicht, vom Tage der Wahl an gerechnet, seit sechs Monaten in der Gemeinde wohnen. Mühlhausen. Wiederholen Sie Ihre Anfragen.- Papa. Dr. Bernstein. Neu- Seeland. Etwas werden Sie erfahren können in der„ CentralAuskunftsstelle für Auswanderer" durch den Generalfonful a. D. Herrn Koſer zu Berlin, Schellingstr. 5a III. Klimatische Verhältnisse günstig. Ob Anschlug oder nicht, hängt von unberechenbaren Zufälligkeiten ab. Jedenfalls reden wir nicht zu. Kameralien.( Cameralia) Staatswissens schaften. B. T. Die Sprache ist in der kurzen Zeitspanne natürlich nicht zu erlernen, wohl aber etwas davon. Es kann sich nur um eine kleine Unterlage für weitere Studien hondeln.- J. W. Anzufragen bei Eugen Simanowski, Hochstr. 46. Louis Liebermann. Unbekannt.-100. Sa. E. F. 2. 1. Ja. 2. Charlottenburg, Hardenbergstraße. 3. 1200-1600. 1800-2700 2. Juriftifcher Teil. Eine Geschwindigkeit von 189 Kilometer in der Stunde hat gestern mittag der Wagen der Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen auf der Versuchsstrecke zwischen Marienfelde und Bossen erreicht. Die Schnelligkeit übertrifft die zulegt von uns mitgeteilte Leistung um weitere 12 Kilometer. Sie entspricht der Zurücklegung einer Strecke von 3,3 Kilometer in der Minute, was der Entfernung vom Brandenburger Thor bis zur Technischen Hochschule Rigdorf. In den Wählerlisten für die bevorstehende 2 andtags- 4. gleichkommt. Es ging alles glatt und ohne den geringsten Zwischenfall vor sich. Auch die Stromzuleitung entsprach vollkommen diesen woahl will der Magistrat noch alle Oktober- Umzüge berücksichtigen, Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends ungewöhnlichen Anforderungen. Der Strom wird jetzt in einer welche bis Sonnabend, den 3. Oktober, polizeilich angemeldet sind. Spannung von 13 500 Volt vom Kraftwerk Oberspree aus einer Es liegt daher im eignen Interesse der Wähler, Umzüge schleunigst von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Das fünfjährige Töchterchen Erna des Maurers A. W. Die Briefe und Photographien müssen Sie ohne Entschädigung Entfernung von 13 Kilometer geliefert. Die gestrigen Versuchs anzumelden. Paul Hoffmann. 1. und fahrten hatten eine große Zahl von Zuschauern angelockt, welche auf Morr, Weserstr. 204, hatte Freitagnachmittag das Unglück, infolge zurückgeben. F. J. 2., W. S. 100. Ja. J. O. Benden Sie sich den verschiedenen Stationen der Militärbahn sich aufgestellt hatten. eines Krampfanfalles aus dem Küchenfenster der im dritten Stock 2. Nein. 3. Geburtsurkunde und Militärpapiere. K. M. Moabit. Der Wirt ist nach dem Sie waren z. T. aus England gekommen und vielfach mit photo- belegenen elterlichen Wohnung auf den Hof hinabzustürzen. In direkt an den Magistrat. Albert H. Die Räumung einer per Januar- Dktober zu zahlen. graphischen Apparaten ausgerüstet. Der Momentphotographie ist hoffnungslosem Zustande wurde die Kleine nach dem Krankenhause Stempelgesetz im Recht. 50 Pf. hatten Sie per Oktober- Dezember, 50 Pj. Vor einigen Tagen verstarb in dem Hause wohnung muß in Berlin bei aus höchstens zwei Wohnzimmern und hier eine neue schwierige Aufgabe gestellt. In den Versuchsfahrten am Urban gebracht. wird jetzt eine kleine Pause eintreten, um die Strecke wie die Wagen Wißmannstr. 18 eine unbekannte Frau, welche von einer da- Zubehör bestehenden Wohnungen am Ersten( im Laufe des Ersten), bei aus selbst wohnhaften Maurerfrau aus Mitleid aufgenommen worden drei bis vier Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen am einer genauen Prüfung zu unterziehen. war. Da der hinzugerufene Arzt die Todesursache nicht feststellen 2. Oktober um 12 Uhr mittags, und bei größeren Wohnungen am 3. Oktober Der Berliner Zoologische Garten befizt seit einigen Tagen einen konnte, wurde die Leiche von der Polizei beschlagnahmt und nach um 12 Uhr beendet sein. Unter Zubehör. find Alkoven, Küchen, Kammern, sehr seltenen Raubvogel, der selbst als Balg nur in den wenigsten der Leichenhalle geschafft. Inzwischen ist es gelungen, in der Ver- Bodenräume, Verschläge und Vorratskeller zu verstehen. Bei Wohnungen, Museen vorhanden ist: einen prächtigen alten Rippellsgeier. storbenen die Arbeiterwitte Laura Pape aus der Gneisenaustraße 92 die aus drei Zimmern bestehen, muß jedoch am 1. Oktober ein Zimmer, bei größeren zwei Zimmer bereits vollständig geleert und dem einziehenden An der Weserstraße stürzte eine 70jährige Mieter zur Verfügung gestellt werden. Läden rechnen nicht als Wohnzimmer, Diese Art gehört zu der Gruppe der Gänsegeier, jener schmal- in Berlin festzustellen. föpfigen, lang- und nackthalsigen, mächtigen Vögel, von denen die Greifin von einem Straßenbahnwagen und zog sich schwere Ver- ebensowenig Schankräume. Die rechtzeitige Räumung kann die Polizei( ohne C. R. 100. Den An braune Art auch die südeuropäischen Gebirge, namentlich den Balfan, legungen zu. Nachdem die Unfallstation XII der Verunglückten die vorhergehenden richterlichen Entscheid) durchsetzen. Ein Anspruch steht bewohnt. Eine scharf abgesezte Halskrause aus weißen Daunen ziert erste Hilfe geleistet, wurde die Frau nach einem Krankenhause ge- trag haben Sie an das Polizeipräsidium zu richten. Ihnen zu E. in P. Den Anspruch hätten Sie sofort geltend die alten Tiere, während die jüngeren einen Kragen aus langen, schafft. machen sollen. Jetzt würden Sie abgewiesen werden. F. D. Nein. Lanzettförmigen Federn besigen. Der Rüppellsgeier, der neben Steglit. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung er- M. B. 5. Eine spätere Entlassung ist durchaus möglich. Hart: den Kondoren untergebracht ist, hat oberseits auf dunklem Grunde lärte Genosse St app, daß er sein Mandat niederlege, mann in Paterson. Der Betreffende ist nach Ihrer Schilderung nicht hellgraue Flecken und ist dadurch von den andren einfarbigen Arten weil er nach Berlin ziehe. Die Gemeindevertretung erörterte ferner militärpflichtig. Ch. G. H. Soweit ohne nähere mündliche Darlegung leicht zu unterscheiden. Alle Gänsegeier bevorzugen als Lieblings- die abgeänderte umfassteuer- Ordnung, durch welche die ersichtlich: 1., 2., 4. Sachverha A. F. 34. In Patentsachen ist ohne nahrung die Eingeweide gefallener großer Säugetiere und zanken Umsatzsteuer für unbebaute Grundstücke von ein auf zwei Prozent genaue Darlegung des Sachverhalts ein Rat unmöglich. Zuverlässige Ausfunft erhalten Sie im Patentamt, Luisenstraße 32, und beim Vorstand sich, futterneidisch und hämisch, fortwährend um den Fraß, selbst erhöht wird. Für den Gemeindesäckel bedeutet das eine jährliche Mehr- der eingetragenen Batentanwalte, Unter den Linden 16.- Million. Ja. wenn sie völlig gesättigt sind, und hierdurch unterscheiden sie sich einnahme von etwa 30 000 M. Den Antrag des Gemeindevorstandes von den breitlöpfigen, ruhigen Mönchs- und Lappengeiern. auf sofortige Inkraftsetzung der schon längst gutgeheißenen Erhöhung Witterungsübersicht vom 26. September 1903, morgens 8 Uhr. der Umsatzsteuer bekämpfte der Vertreter des Mietervereins, der nationalliberale Reichstags- Abgeordnete Dr. Böttger, aufs eifrigste und beantragte, den Termin bis zum 1. April 1904 zu verschieben, da die Gemeinde für diese außeretatsmäßige Einnahme keine Verwendung habe. Der Antrag des Gemeindevorstandes wurde schließlich mit 10 gegen 10 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen und dadurch vereitelt, daß den Grundstücks- Swinemide. 767 SD spekulanten zum Nachteil der Gemeinde 15 000 M. geschenkt wurden. Hamburg 767 S 768 S Die Haltung der Mietervereins- Vertreter in dieser Frage muß an- Berlin genagelt werden: Dr. Böttger spricht und stimmt für das Geschent Franks.a.M. 770 München 772 SW an die Spekulanten, Weinhausen spricht und stimmt dagegen, und Wien 771 Still wolfen! 9 Fischer enthält sich der Stinume! Wetter Prognose für Sonntag, den 27. September 1903. Mild, jedoch vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und schwachen südwestlichen Winden. Ein Pistolenduell soll gestern in der Jungfernheide zwischen einem bekannten hiesigen Schriftsteller und einem Schauspieler stattgefunden haben. Beim zweiten Kugelwechsel wurde, wie berichtet wird, der Schriftsteller leicht am Oberarm, sein Gegner an der Hüfte berwundet. Nach Anlegung von Verbänden fuhren die Herren in die Stadt zurück. Der Grund zu dem Duell soll in alten Zwistigteiten zu suchen sein, die in einer thätlichen Beleidigung gipfelten. Eine allgemeine Ausstellung für naturgemäße Lebens- und Heilweise, sowie für Wohlfahrtseinrichtungen, Sport, Gymnastik zc. wird im„ Luisenhof", Dresdenerstr. 34/35, vom 30. Oftober bis 30. November abgehalten. Auskünfte werden Sortselbst erteilt. Der zweite Künstlerabend der Nenen freien Volfsbühne findet am Montag, den 28. September, im Saale der Berliner Nessource", Kommandantenstr. 57, abends 8 Uhr, statt. Ernst Freiherr von Wol" Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter 2heiter 2Nebel Temp. n. C. 5° G. 4° 9. Stationen Barometer. Wind. richtung 11 Haparanda 755 1 halb bd. 10 Cort Windstärke Better 4bebedt Temp. n. C. 5º E. 4° R. 11 4woltig 14 13 Befersburg 761 282bededt 11 2 wolkig 14 Aberdeen 3bededt 14 Paris 764 SD 770 SS 1wolfen! 9 Berliner Wetterbureau. 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Shawl 17 225 275 Shawl 245 325 425 975 127 M., M, 75 M., 75 107 1475 Garnituren, Filztuch& Shawls mit Lambrequin complet Garnituren, Titian Plüsch 2 Shawls mit Lambrequin complet Garnituren, Diagonalgewebe 2 Shawls mit Lambrequin complet Tischdecken, Filstuch. elegant bekurbelt Tischdecken, einfarbig mit Bordüre Tischdecken, Plüsch elegant bekurbelt M. 50 M. 75 M. 95 75, 97 Diagonalgewebe, zwei Shawls mit Lambrequin M., Stück Stück 33 M. Stück 750 Portieren- Garnituren 675 Zierdecken in weiss oder crème Zierläufer in weiss oder crème in rot, grin, 345 525625 hellblau Stück M., M., Schlafdecken Stück 15 275 350 bunt Stück Stück 50 M., M., M., Schlafdecken grau melek 350 475585 Plättdecken Stück 85 185 complet Stück 10, 20, 38 Pt. Stück 38, 60, 90 Pf. M Küchentischdecken Stück 23 Pt Küchenspinddecken Stück 10 Pf. Eimerspinddecken Stück 23 Pl. Wasserleitungsschoner Stück 10 Pl. Gardinenstangen 23, 48.75 Portierenstangen 25 33 Zuggardinen Einrichtungen 38% Stück Pf. 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Lehrmittel und bis zur Beherrschung des belegten Faches. Einfache 10 Mk., doppelte Buchführung 25 Mk., Rechnen 15 Mk., Stenographieren 9 Mk., Schreibmaschine 8,50 M., Korrespondenz 16 Mk., deutsche Schrift 9 Mk. etc. Anmeldung täglich 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Prospekte gratis. Reifezeugnis, Stellennachweis für Schüler kostenlos. Mitteilungen vom Verein junger Kaufleute: Dieses Blatt schreibt: Die unter Leitung des Bücherrevisors Herrn Paul Voigt stehende Lehranstalt hat durch ihre tüchtigen Leistungen sich einen sehr guten Ruf erworben und in den letzten 2 Jahren über 630 Schüler in den verschiedensten Zweigen der kaufmännischen Wissenschaft ausgebildet. Der von Herrn Voigt stets persönlich überwachte und zum grossen Teil selbst erteilte Unterricht ist nicht nur ein theoretischer, sondern führt den Lernenden in der Hauptsache durch praktische Lehrmethode in die belegten Fächer ein. Herr Voigt ist ein aus der Praxis hervorgegangener Fachlehrer von hervorragender pädagogischer Begabung, die von ihm erzielten Resultate sind deshalb auch durchweg sehr günstige. der Hochbahnstation Rottbuferthor. Presse: Bitte auf Hausnummer zu achten. Boebel. Credit. Monatlich 10 Markliefere Anzüge, Paletots nach Maß. Per Kaffe allerbilligste Preise. Wer selbst Stoff hat v.20 M. an. Schneidermstr., J. Tomporowski, Prinzenstr. 55. Berantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 226. 20. Jahrgang. 3. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 27. September 1903. Aus Induftrie und Handel. ihnen naheftehenden Bankgruppen beteiligt sind. Diese Gesellschaft ersten Jahre eine Ersparnis von 16 000 m. Die Inhaber der in wurde am Donnerstag hier in Berlin gegründet. Das Kapital Betracht kommenden 4 prozentigen Obligationen können dieselben in der Gesellschaft beträgt 5 000 000 m., von welchen 1 000 000 m. voll- 31/ prozentige umwandeln, eventuell sollen sie ihnen gekündigt Reichsbank. Die gestern stattgehabte Centralausschuß- Sigung gezahlt und 4 000 000 m. mit 25 Proz. einbezahlt sind. An der werden. der Bank hat keine Erhöhung des Diskonts beschlossen. Gründung sind beteiligt: die Deutsche Bank, die Berliner Handels- Vom Kampf eines Attionärs gegen seine Gesellschaft bringt eine Der Präsident, Dr. Koch befürwortete nach den offiziösen Berichten Gesellschaft, die Direktion der Disconto- Geſellſchaft, die Elektrische vorgestrige Verhandlung in Hannover wieder ein eindringliches Bild. die Beibehaltung der jetzigen Rate von 4 Proz. zunächst unter Licht- und Kraftanlagen Aktiengesellschaft, die Herren Saavreda, Dort hatte der Rentier Scheller als Aktionär der Hannoverschen Hinweis darauf, daß die durch Einreichungen auf Wechselconto ent- Bénard u. Co. in Valparaiso, sowie die sämtlichen großen Straßenbahn gegen die Genehmigung der Bilanz für 1901 nommenen Gelder der Bank in Gestalt von Giro- Einlagen im deutschen Elektricitätswerke, nämlich die Allgemeine Glektricitäts- dieser Attiengesellschaft Protestflage eingereicht. In der gestrigen wesentlichen wieder zugeflossen sind; ihr Status sei deshalb, trotz Geſellſchaft, Union Elektricitäts- Geſellſchaft, Siemens u. Halste Berhandlung nun stellte der Anwalt der Straßenbahn den Antrag, der hohen Wechselanlage, nicht unbefriedigend zu nennen. Ferner Aftiengesellschaft und die Elektricitäts- Aktiengesellschaft vormals die Klage für zurüdenommen zu erklären und die to ſt en sei auch die Lage am internationalen Geldmarkte der Bank günstig. Schuckert u. Co. Die Gesellschaft hat die den Herren Saavedra, dem Kläger aufzuerlegen, da die vom Kläger verlangte Die Wechselkurse hielten sich andauernd zu Gunsten Deutschlands, Bénard u. Co. von der Municipalität in Valparaiso erteilten Kon- Sicherheitsleistung von 200 000 Mart nicht hinter weshalb uns auch fortgesetzt Gold aus dem Auslande zuströme. Im zeſſionen zum Bau und Betrieb elektrischer Straßenbahnlinien von legt wurde! Das Urteil soll in acht Tagen verkündet werden. Hinblick hierauf könne man ruhig abwarten, welche Entwicklung die ca. 27 Kilometer und zur Abgabe elektrischer Energie für Beleuch Dinge zum Quartalswechsel nehmen und im Augenblick von einer tungs- und Kraftzwecke übernommen. Die Arbeiten werden von Der Konsum, Bau- und Sparverein Produktion" in Hamburg Diskonterhöhung absehen. Gegen diese Ausführungen des der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft, Union Elektricitäts- Gesell- hat im August 1903 einen Umfaß von 218 332 M. erzielt gegen Präsidenten erhob sich aus dem Kreise der Mitglieder des Central- fchaft und den Siemens- Schuckert- Werken gemeinsam ausgeführt. 182 198 M. des Vorjahres. Die Genossenschaft hat 26 Verkaufsausschusses kein Widerspruch, vielmehr wurde ihnen ausdrücklich Die Gesellschaft hat ihren Sig in Berlin und eine Niederlassung in stellen, eine eigne Schlächterei, auf welch leptere ein Monatszugestimmt. Valparaiso. umsatz von 3041 M. entfiel. Die Zahl der Mitglieder betrug 16014, fonds 56 981 M., Einlagen auf Wohnungsconto 24 422 M., SparEinzahlungen und Geschäftsanteile 221 583 W., Einlagen auf Noteinlagen 574 010 m. " Kartellierungs- Tendenzen in der Elektricitäts- Industrie existieren Zinsherabsetzungen bei Stadtanleihen sind in den letzten Jahren bekanntlich besonders start seit Ausbruch der letzten Krise, und an sehr selten geworden und es gab wenige Städte, denen es gelang, Versuchen, diese Tendenzen in festere Formen zu bringen, hat es unter 4 Prozent neue Anleihen auf dem Geldmarkte überhaupt losauch nicht gefehlt, aber über die Verbindung einzelner Betriebs- zuwerden; man war sogar vielfach sehr froh, wenn man sie dafür Verminderung der Eisenerzeugung Rußlands. Nach den Berichten zweige einzelner großer Gesellschaften ist man noch nicht hinaus wenigstens schließlich noch unterbrachte. Um so bemerkenswerter ist, des Komitees der südrussischen Eisen- Industriellen belief sich die Ergekommen und für eine Startellierung der gesamten Industrie in daß jezt eine Stadt wieder den Mut findet, eine Zinsherabsegung zeugung von Roheisen im Jahre 1902 auf rund 156 Millionen Puds, fester und einheitlicher Form fehlte alles. Daß die Tendenzen nach vorzunehmen. Es handelt sich um Aachen, dessen Stadtverordnete gegen 172 Millionen im Jahre 1901 und 177 Millionen im einer festeren Zusammenschließung aber doch noch immer vorhanden in ihrer legten Sizung beschlossen, den Zinsfuß der 4proz. Aachener Jahre 1900. Die Verminderung der Roheisenerzeugung erfolgte find, dafür liefert eben ein Vorgang einen Beweis, dessen Folgen noch Stadtanleihe, soweit dies rechtlich zulässig ist, auf 31 Broz. herab- hauptsächlich in Südrußland und im Uralbezirke. Unter den Werken, weite Kreise ziehen können: die Gründung der Elektrischen zusetzen. In Betracht kommen die Aachener Stadtanleihen und die deren Erzeugung von Roheisen am meisten zurückgegangen ist, steht Straßenbahn in Valparaiso als Attiengesellschaft, Anleihen der früheren Ortsgemeinde Burscheid in einer Gesamthöhe an erster Stelle die„ Neue Russische Gesellschaft", während die an der die sämtlichen großen deutschen Elektricitätswerke und die von 3 225 000 m. Die Stadt erhofft durch diese Herabsetzung im„ Belgisch- Russische Gesellschaft" ihre Erzeugung ausgedehnt hat. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 27. September. Anfang 72 Uhr: Freie Volksbühne. 9./10. Abt.: Metropol Theater. 2 Uhr nachmittags: Klein Eyolf. 4/5. Abt.: Lessing Theater. 2 Uhr nachmittags: Nathan der Weise. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Montag: Fra Diavolo. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. König Johann. Montag: König Heinrich der Sechste. Anf. 7 Uhr. Neues Operntheater. Im bunten Roď. Westen. Der Troubadour. Nachmittags 3 Uhr. Die beiden Schützen. Montag: Die beiden Schüßen. Anfang 7 Uhr. Beijing. Auferstehung. Montag: Die Ehre. Berliner. Kater Lampe. Nachmittags 2, Uhr: Alt- Heidelberg. Montag: Alt- Heidelberg. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Nachmittags 3 Uhr: Lutti. Montag: Sphing. Das beste Mittel. Menes. Eine Frau ohne Bedeutung. Montag: Dieselbe Borstellung. Deutsches. Monna Banna. Nachmittags 2%, Uhr: Die versunkene Glode. Montag: Monna Banna. Central. Bruder Straubinger. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Nachmittags 3%, Uhr: Charleys Tante Montag: Der Hochtourist. Carl Weiß. Amor in Wichs. Nachmittags 3 Uhr: Das Geheimnis des roten Hauses. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Was ihr wollt. Von der Zugspitze Gin Riebesbrama in 3 Aufzügen von Lustspiel in 5 Atten v. W. Shakespeare. zum Watzmann. Montagnachmittag 4 Uhr: Dieselbe Vorstellung zu kleinen Preisen. Um 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Mar Halbe. Sonntagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Swank in 4 Akten von G. v. Moser. Montagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Dienstagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr. OOLOGISCHER Residenz- Theater ZCARTEN Heute Sonntag: Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. Von nachm. 4 Uhr ab: Militär- Doppelkonzert. In der Arena: Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Sonnt. 12 Uhr, 3%, u. 5 Uhr. Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Das befte Mittel. Schwant in 3 Atten von A. Bisson. Bearbeitet von B. Jacobsohn. Vorher: Sphing. Morgen und folgende Tage: Die selbe Borstellung. Heute Sonntagnachm. 3 Uhr: Lutti. Sonntagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Bollsstück mit Gesang in 3 Aften von Ludwig Anzengruber. Montagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Dienstagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Letzter Sonntag! LONA nachmitt. 6 und abends 10 Uhr in ihrer Scene Im Boudoir". Trianon- Theater. Das Moto- Mädchen. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Die Notbrücke. Montag: Die Liebesschaukel. Berliner Aquarium Metropol- Theater. Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 25 Pfg. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. Der grösste Erfolg dieser Saison! Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Rosa Marton. 25/10 Grete Meyer. Central- Theater Neuestes! Abends 72 Uhr: Du Bum erstenmal: Montag: Amor in Wichs. Anfang Bruder Straubinger. 8 Uhr. Anfang 8 Uhr: ( Wallner Theater.) Schiller 0. Der Bibliothekar. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag Der Fleck auf der Ehr. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Fleck auf der Ehr. Nachmittags 3 Uhr: Was ihr wollt. Montag: Der Bibliothekar. Kleines. Nachtasyl. Nachmittags Uhr: Einatter. Montag: Nachtafyl. Luisen. Die Jungfrau von Orleans. Nachmittags 3 Uhr 100000 Thaler. Montag: 100 000 Thaler. Trianon. Die Notbrüde. Montag: Die Liebesschaukel. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Baffage Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Von der Zugspige zum WayMontag: Photographien in natür lichen Farben. mann. Invalidenstraße 57/62. Stern Operette in 3 Atten von M. West und J. Schnißer. Musik von E. Gysler. In Scene gefett von Dir. Ferenczy. Dirigent: Stapellmeister A. Beister. Müller Lincke. Voranzeige: IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Sonntag, den 27. September 1903: Zwei grosse Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr und abends 712 Uhr: Nachmittags 4 Uhr: 1 Kind frei, weitere Kinder auf allen Sitzplätzen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Claire Heliot Riesen- Löwengruppe, mit ihrer welche die hohe Ehre hatte, sich am 13. September vor Ihrer Majestät der Kaiserin produzieren zu dürfen. Paul Mündners Todessprung über eine 30 Fuss breite Kluft. Exotisches Monstre- Tableau: 12 Elefanten, 3 Zebras, 50 Pferde. Der Elefant als Chauffeur. Auftreten sämtlicher neuen Clowns mit ihren grossartigen Witzen und Spässen. Vorführen und Vorreiten der besten Schul- und Freiheitspferde. Abends 71 Uhr: 1. Gastsp. Olga Wohlbrück Berliner Winterfreuden" in ihrem Repertoire. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonntag, den 27. September 1903, nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Dorf und Stadt. Schauspiel in 2 Abteilungen u. 5 Aufzügen von Birch- Pfeiffer. Abends 7 Uhr: Die Löwenbrant. Schwank in 3 Att. v. Schäßler- Parasini. Montag: Humoristisches Manege- Schaustück des Cirkus Busch, Deutsch- Amerikanisches Theater ( fr. Buntes Theat.), Stöpniderstr. 67/68. Jeden Abend Anf. 8 Uhr. Gastspiel Adolf Philipp. Cirkus Schumann nachm. 4 Uhr, abends 7, Uhr: Der Sensations- Erfolg Seute Sonntag, den 27. September, Ueber'n großen Teich 2 Große Vorstellungen 2 Heitere Bilder mit Gesang aus dem Nachmittags ein Kind frei. Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. Billets 4 Wochen im voraus. 100 000 Thaler. Diez' Specialitäten- Theater Allerneuestes! Stadt- Theater Moabit Dramatische Revue in 5 Bildern. Alt- Moabit 47/49. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Sonntag, den 27. September 1903: Bernhard Rose Theater- Ensemble Robert und Bertram. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Neues Theater. Apollo- Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Eine Frau ohne Bedeutung. Anfang 7, Uhr. Dienstag zum erstenmal: Salome. Casino- Theater. Lothringerstraße 37. Anfang 8, Sonntags 7, Uhr. Großer Sensations- Erfolg! Tolle Kadetten. Vorher das glänz. Eröffnungsprogr. Sonntagnachm. 4 Uhr: Ein edles Weib. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: warte. Täglich geöffnet von 7 Liebesträume. Familienidyll. bis 11 Uhr. Luisen- Theater. Rachmittag 3 Uhr zu fleinen Breisen: 100 000 Thaler. Abends 8 Uhr: Die Jungfrau v. Orleans. Montag: 100 000 Thaler. Dienstag: Das neue Gebot. Mittwoch: Einer von unsere Leut'. Donnerstag zum erstenmal: Krieg im Frieden. Kollegen. Serenissimus- Zwischenspiele. Nachtasyl. Montag: Nachtasyl. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nachm. 3 Uhr, Parkett 60 Pf.: Das Geheimnis des roten Hauses. Abends 7 Uhr: Amor in Wichs. Ausstattungs- Operette in 4 Atten ( 7 Bildern) von Ernst Nitterfeldt. Morgen: Amor in Wichs. Zum Die Liebes- Insel 144. Male: Die Liebes- Insel mit dem grandiosen Post- Ballett. Clermonts Cirkus Barnum u. Bailey. Nur noch bis 30.September Miss Mildred de Grey Original- Barfuss- Tänzerin. Messters Biophon, bu sprech Photographie. Montrell. Pöttingers Damen- Quintett. Posse mit Gesang und Tanz in vier Abteilungen von Räder. Anfang 6 Uhr Dienstag: Der Millionenbauer. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmanns Vaudeville-Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Sonntag, den 27. September cr.: Extra- Vorstellung der beliebten In Vorbereitung: Frühlingsluft. Norddeutschen Sänger. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Des Lebens Mai. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. Montag: Maria Stuart. Steidl Theater. Oranienbg Th., Linenstr. 132. Täglich 8 Uhr Sonntags 7 Uhr: Soirée der belebten FRITZ Steidl Sänger Entrée 50( Vorverkauf 40 Loge Sonntag u. Donnerstag n. d. Soirée: TANZKRÄNZOHEN im Festsaal Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Um 10 Uhr: Großer Extra- Ball. Anfang der Borstellung 5 Uhr, d. Tanzes Punkt 10 Uhr. Entree 30 Pf. Diese Borstellungen und Ball finden jeden Sonntag statt. Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Briffon, Steidl, Böhme, Böckmann, Blättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Landsberger Allee Nr. 76/77. Heute sowie jeden Sonntag: die brillanten Specialitäten und 5 große Preis- Ringkämpfe, monter 3. erstenmal Georg Strenge, Meisterschaftsringer v. Berlin u. Norddeutschland, gegen Emil Nitschke, Meisterringer. Brämie 100 M. Anfang 3 Uhr. Bis 2 Uhr: Ball. früher Palast- Theater Feen- Palast Burgstr. 22. Weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittag für die Jugend gewählte Clown- Borstellung. In beiden Vorstellungen die beste Löwengruppe in Berlin. Herr Julius Seeth mit seinen dressierten 25 männlichen Löwen. Das beliebte zoologische Potpourri, bestehend aus Affen, Hunden, Kazen, Kaninchen. Die Todessprünge der 12 Barsois- Hunde. Der preisgekrönte 6 er- Zug m. ben fahrenden Kaskaden, non plus ultra der Pferdedreff. und viele neu e Driginalideen des 2 Vorstellungen. Direktors Alb. Schumann. 3 Uhr! präcise! 3 Uhr! Madame Potiphar und erstklassige Specialitäten. Entree inkl. Garderobe u. Progr. 40 Pf. 7 Uhr: Das Riesen- Programm 8 Uhr! 8 Uhr! WINE ARTEN Nur noch wenige Tage: Genießet das Leben. Das Original Motogirl. Alfons Gettte.. Dir. Rich. Winkler. Entree 50 Pf. Morgen und folgende Tage: Genießet das Leben. Dir. Rich. Winkler. Mlle. Marguerite, Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Gr. Specialitäten- Vorstellung. Täglich: Franz Sobanski. Geschw. Alexandrowo usw. Im weißen Röß'l. Nach der Vorstellung: Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- u. Bayrischbier- Lokal. Adolf Stahmann, Thüringerstr.7 Rixdorf sensationelle Löwen- Nummer. Pariser Alexia, Bravour- Tänzerin. Anna Danerey, Soubrette. Ten Ichi, die kaiserl. japanische Die Papstbilder Biographen Gaukergruppe. des und das diesmonatliche SensationsProgramm. Hohlweins Regler- Schlösschen. Treptow, Köpenicker Landstr. 27. Großer schattiger Garten Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Saale: Grosser Ball. Staffeeküche/ Liter 70, Liter 40 Pf. Glas Bier 10 Pf. Kl. Beiße 10 Pf. Gute Speisen zu soliden Preisen. Sanssouci. Rottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Dienstag, 29. September: Robert u. Bertram. Bosse m. Gesang in 4 Akten von Gustav Räder. Mittwoch, den 30. September 1903: Extra- Vorstellung. Die Lieder des Musikanten. Schweizer- Garten am Königsthor, am Friedrichshain. Jeden Sonntag: Extravorstellung und Ball. Volksbelustigungen. Entree 30 Pf. Anfang 42 Uhr. An Wochentagen ist der Saal zu Privatfestlichkeiten an Vereine zu vergeben. Etablissement 25622* Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Streichkonzert. Dienstag und Donnerstag: Harburger Sänger. Nach d. Vorst.: Tanzkränzchen. Boranzeige! Vom 1. Oktober ab jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Schauss' Künstler- Ensemble ,, Nordsterne". Nach jed. Borst.: Tanzkränzchen. Freie Volksbühne. Mittwoch, den 30. September, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 19: General- Versammlung. Zutritt haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Tagesordnung: 1. Vortrag. Dr. Rud. Steiner: Die Ziele Richard Wagners. 2. Geschäftsbericht des Vorstandes. 3. Diskussion, Verschiedenes. Ordner- Sitzung am Sonnabend, den 26. Septbr., abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Sonntag, den 27. September: 9./10. Abteilung Metropol Theater: 4./5. Abteilung Lessing Theater: Klein Eyolf Nathan der Weise Anfang 2 Uhr. Herbstfest Sonnabend, den 10. Oktober 1903, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. Grosses Künstlerkonzert ausgeführt vom Berliner Tonkünstler- Orchester, Dir.: Franz von Blon, unter Mitwirkung hervorragender Solisten. Festmarken vom 30. September ab in allen Zahlstellen a 50 Pfennig. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 229/16 M ünchs Gesellschaftshaus Müne N., Triftstrasse 41. Jeden Sonntag: GROSSER BALL. 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Paragraph 8 des preußischen Vereinsgefehes gegen mal in einer Maurerversammlung einen Artikel aus der Nord- fügung und betrieben darin neben dem Ausschank noch den Verkauf die Frauen, die tanzen wollten. der Arbeiter als das Mittel bezeichnet worden. Der Kläger habe auch wirte in fleinen Orten hätten oft nur einen Schankraum zur Ver wacht":" Zu Liebknechts 70. Geburtstag" vorgelesen. Der Verband von Cigarren und gewissen Gebrauchsartikeln. Dieser Handel werde stehe zweifellos mit der socialdemokratischen Partei in Verbindung. ihnen durch jene Bestimmungen an den fraglichen Tagen auch beschränkt Was den Fabrik- und Landarbeiter- Verband angehe, so liefere dieser und das wäre entschieden ein Verstoß gegen die Gewerbe- Ordnung. Als Vorsitzender des Gewerkschaftskartells von Lauenburg a. E. allen seinen Mitgliedern die Zeitung„ Proletarier", die nach einem Abgesehen von andren Gründen, wäre die Verordnung schon deshalb hatte der Maurer Beek der Polizeiverwaltung angezeigt, daß Urteil des Ober- Verwaltungsgerichts eine socialdemokratische Zeitung ungültig. am 17. August 1902 ein Gewerkschaftsfest der Gewerkschaften sei. Auch habe dieser Verein regelmäßig an der Maifeier teil- Das Kammergericht verwarf die Revision mit folgender Bes Lauenburgs", verbunden mit Konzert und Tanz, stattfinden genommen. Das Verbot des Gewerkschaftsfestes sei nach alledem gründung: Der Regierungspräsident zu Oppeln habe in einer Verwerde. Der Polizeivertvalter verbot das Fest und führte voller auf Grund des§ 8 des preußischen Vereinsgesetzes gerechtfertigt, weil ordnung vom 7. Oktober 1901, betreffend den Betrieb von Gast- und Weisheit aus: Das Gewerkschaftskartell sei ein politischer Verein die Teilnahme von Frauen in Aussicht stand. Schankwirtschaften, vorgeschrieben:" In Ortschaften, in denen an gemäß§8 des preußischen Vereinsgesetzes, welcher bezwecke, in Der Kläger Beek erwiderte in einem neuen Schriftfak u. a. allgemeinen Lohn- und Vorschuß- Zahltagen infolge übermäßigen Versammlungen politische Gegenstände zu erörtern. An den Ver- Das Gewerkschaftskartell sei nach Entscheidungen des Ober- Genusses geistiger Getränke Ruhestörungen vorkommen oder zu sammlungen solcher Vereine dürften aber nach§ 8 Frauen nicht teil- Verwaltungsgerichts und des Kammergerichts überhaupt nicht als befürchten sind, kann die Polizeibehörde die Polizeistunde allgemein oder in nehmen. Da nun eine Tanzbelustigung mit dem Fest verbunden sein Verein anzusehen und noch viel weniger treffe zu, daß es politische Branntweinschänken früher festseßen." Auf Grund dieser Verordnung sei folle, so stehe fest, daß sich Frauen an dieser Versammlung(!) Gegenstände zu erörtern bezwecke. Der Begriff„ Erörterung politischer die angezogene Polizeiverordnung entstanden. Zweifellos unterstehe der beteiligen würden.( Das Fest ist gemeint.) Dieser Gesetzwidrigkeit Gegenstände" sei ganz falsch ausgelegt worden. Eine Thätigkeit, Schantbetrieb der polizeilichen Leberwachung, so daß die Polizeimüsse durch Versagung der Erlaubnis vorgebeugt werden. die auf Unterstützung von Streits hinauslaufe, habe doch stunde allerdings auf eine frühere Stunde zurückgesetzt werden könne. Nach vergeblichen Beschwerden beim Landrat zu St. Georgenberg mit der Politik gar nichts zu thun. Die Unterscheidung zwischen Die Verordnung wolle nun hier nichts andres, als die Polizeistunde und beim Regierungspräsidenten zu Schleswig flagte Beef gegen den Aufgaben der Socialdemokratie und den der Gewerkschaften sei auf 4 Uhr nachmittags festsetzen. Das dürfe sie, sie sei deshalb Testeren beim Ober- Verwaltungsgericht und machte geltend: Das Gewerk doch gar nicht so schwer. Die Maifeier sei auch keine politische gültig, soweit sie die Gast- und Schankwirtschaften betreffe. Auch schaftskartell dente gar nicht daran, zu bezwecken, in Versammlungen Aftion, sondern als Kundgebung für den Achtstundentag wirtschaft- fei sie torrekt angewendet worden. politische Gegenstände zu erörtern. Die Lauenburger Arbeiter hätten licher Natur. In den Polizeiberichten angezogene politische Aeußerungen ja ihren politischen Verein dazu, den socialdemokratischen Verein für seien in öffentlichen Versammlungen gefallen. Ein Vergnügen Ueber Tuberkulosebekämpfung sprach Freitag auf der Naturforscher Lauenburg. Das Gewerkschaftskartell wolle lediglich einen besseren falle überhaupt nicht unter den Begriff der Versammlung im Versammlung in Kassel Professor v. Behring- Marburg. EntZusammenhalt zwischen den auf Grund des§ 152 der Gewerbe- Sinne von§ 8. Schon deshalb spräche nichts gegen die gegen dem Berliner Gelehrten, dem Entdecker des Tuberkelbacillus, Ordnung errichteten, auf Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse Teilnahme von Frauen an dem Fest. Das Kammergericht habe im Rob. Koch, der Rinder- und Menschentuberkulose für wesensihrer Mitglieder abzielenden Gewerkschaften behufs besserer gegen Juli 1902 ausgesprochen, daß streng zu unterscheiden sei zwischen verschieden und die Uebertragbarkeit der Krankheit vom Rind auf den seitiger Unterstützung herbeiführen. Wenn nun ausnahmsweise mal Versammlungen und Vergnügungen wirklicher politi- Menschen für wenig wahrscheinlich hält, hält Behring diese Gefahr ein Redner bei Erörterungen von Lohn- und Arbeitsbedingungen scher Vereine. Auch danach sei das Verbot hinfällig. für außerordentlich groß und sucht den Schutz in einer Impfung über den engen wirtschaftlichen Rahmen hinweggehe und zu- Der erste Senat des Ober Verwaltungsgerichts gleich der Pockenimpfung, ein Weg, auf welchem er nach seinen fällig das politische Gebiet vorübergehend berühre, dann beweise wies dennoch Beeks Klage als unbegründet ab. Mitteilungen in nicht zu ferner Zeit zum Ziele zu kommen hofft. das noch lange nicht, daß das Kartell oder daß die in ihm durch Nähere Gründe wurden nicht verkündet. Da dieser Standpunkt Behrings schon lange bekannt ist, erregt Delegierte vertretene Verbandsfilialen der Gewerkschaftsverbände den dieser Teil seiner Mitteilungen weniger Interesse, als das zum Teil 3 med hätten, in Versammlungen politische Gegenstände zu erörtern. noch nicht veröffentlichte Material über die Verbreitung des Das Verbot sei darum ganz hinfällig. Zum Ueberfuiß möge auf Tuberkelbacillus. Danach ist eigentlich jeder erwachsene Mensch die Verfügung des Ministers v. Hammerstein verwiesen werden, die tuberkulös. Prof. Nägeli in Zürich hat bei seinen Sektionen keine die Teilnahme von Frauen auch bei Versammlungen politischer Frühe Polizeistunde an Lohn- und Vorschuß- Zahltagen. Leiche eines mehr als 30jährigen Menschen gefunden, die nicht Vereine gestattet. Die ungültigkeit einer Polizeiverordnung, die gleichlautend in Tuberkelbacillen enthielte, in den zwanziger Jahren war die Zahl Auf Aufforderung des Ober- Verwaltungsgerichts reichte demnächst verschiedenen oberschlesischen Polizeibezirken erlassen ist und für der mit Tuberkelbacillen behafteten 96 Broz, im Alter von 14 bis der Regierungspräsident das umfangreiche Aftenmaterial& ohn- und Vorschuß- 3ahltage( namentlich der Gruben) 21 Jahren über 60 Proz., im Alter von 5-14 Jahren 33 Proz., im der Lauenburger Polizei ein und gab dazu folgende Weisheiten zum besten: die Polizeistunde auf 4 Uhr nachmittags festießt, wurde an- Alter von 1-5 Jahren 17 Proz., und nur die Säuglingsleichen Das Gewerkschaftskartell verfolge dieselben Zwecke, wie die in ihm läßlich eines Strafverfahrens gegen den Gastwirt N. zu Deutsch- waren tuberkelbacillenfrei. durch Delegierte vereinten Gewerkschaften, wenn es auch kein Statut Biefer auch bezüglich der Gastwirtschaften behauptet. Diese Resultate werden durch die ganz neuen Versuche von habe die Unterstützung von Streifs, die Veranstaltung der Maifeier Die Vorschrift, die das Schließen der Branntwein Klein Prof. Franz an Lebenden durchaus bestätigt. Derselbe hat sämtfür die Arbeiter 2c. Das Kartell sei auch ein Verein, nämlich eine handlungen um 4 Uhr nachmittags anordnete, ist be- liche Mannschaften zweier herzegowinisch- bosnischer Regimenter unters Vereinigung der Mitglieder der in Lauenburg vorhandenen gewerk- reits vor einigen Monaten, wie der„ Vorwärts" damals fucht; bei Dosen von 1-3 Milligramm Tuberkulin reagierten von den schaftlichen Zahlstellen deutscher Verbände. Wenn auch nur berichtete, für ungültig erklärt worden. Die ganze Be- Mannschaften des 1. Jahrganges 61 Proz., von denen des zweiten einer der im Kartell vereinigten Vereine eine Erörterung stimmung lautet: Lohn- und Vorschuß Bahltagen 68 Proz. Franz fügt seinem Bericht hinzu, bei Dosen von 1 Centipolitischer Angelegenheiten in Versammlungen bezwecke, dann( die näher bezeichnet werden) wird die Polizeistunde für sämtliche| gramm(= 10 Milligramm) hätte er genau die Nägelische Zahl, müsse das ganze Startell als ein politischer Verein gemäß Kleinhandlungen mit Spirituosen sowie für Schank- und 96 Broz. Tuberkulöser gefunden. § 8 des Vereinsgefeges angesehen werden und das Gewerkschaftsfest Gastwirtschaften hinsichtlich derjenigen Räume, in welchen der In der allgemeinen Verbreitung der Tuberkelbacillen liegt einer müsse dann als Versammlung eines politischen Vereins gelten, woran Ausschant gewöhnlichen Branntweins betrieben wird, auf 4 Uhr seits die Gewähr, daß der gesunde Organismus die von ihnen Frauen nicht teilnehmen dürften. Solche politischen Vereine seien nachmittags festgesetzt, derart, daß die gedachten Kleinhandlungen drohende Gefahr überwindet, also eine gewisse Zuversicht, andreraber auf jeden Fall die Zahlstellen des deutschen Maurerverbandes und Schanklokalitäten von diesem Zeitpunkt ab geschlossen gehalten seits kann bei jeder Erkrankung schwere Tuberkulose hinzutreten. und des Verbandes der Land- und Fabritarbeiter. Ihr Statut werden müssen und Gäste beziehungsweise Käufer nicht darin Der größten Gefahr der Infektion sind die künstlich ernährten schließe zwar politische Fragen aus, ihr Handeln beweise aber das geduldet werden dürfen." Das Landgericht als zweite Säuglinge ausgesetzt, da tuberkelbacillenfreie Kuhmilch überhaupt Gegenteil. Beim Maurerverband errege schon das Streifreglement Instanz verurteilte den Angeklagten auf Grund dieser kaum zu erhalten und zu halten ist. Während bei den ErBedenken. 1. a. werde das Aufstellen von Streitposten gefordert. Vorschrift unter der Feststellung, daß Angeklagter an wachsenen die Bacillen die Wände des Darmkanals nicht durchDas fördere aber den Gegensatz zwischen Arbeitern und einem Lohnzahlungstage in einem Raume seines Gasthofs, dringen, leisten ihnen die zarten Schleimhäute der Säuglinge Arbeitgebern und dies werde wieder von der socialdemokratischen wo er auch Branntwein auszuschenken pflege, Gäfte mit Bier be- feinen Widerstand, so daß sie in die Gewebe eindringen und diese Partei empfohlen. In den Verbänden kehre auch regelmäßig die Er- wirtet habe. Angeklagter legte Revision ein und machte geltend, zerfeßen. Daher muß zu der Impfung das Bestreben hinzutreten, örterung des Interesses an der socialdemokratischen Maifeier die Verordnung sei ungültig, da sie u. a. die Gewerbefreiheit ver- die Säuglingsmilch zu immunisieren, ohne doch ihre Nährstoffe zu wieder, ferner werde für die Erhaltung des Koalitionsrechts eingetreten. Teze. Sein Vertreter, Rechtsanwalt Rosenberg, machte vor dem Grunde zu richten, wie es bei der Sterilisation geschieht. Auch in Im Maurerverband sei ein Artikel des„ Vorwärts" über die Zucht Kammergericht geltend: Auf jeden Fall gehe die Verordnung ent- dieser Richtung wird im Marburger Institut gearbeitet und Behring hausvorlage vorgelesen worden, in einer Maurerversammlung sei fchieden zu weit, indem sie festsetze, daß jene Schanklokalitäten zur hofft, auch hier in nicht allzu ferner Zeit mit erfolgreichen Resultaten der Socialismus als das Ziel, die gewerkschaftliche Hebung der Lage fraglichen Zeit absolut geschlossen sein müßten. Die kleinen Gast- an die Deffentlichkeit treten zu können. Goldene Medaillen L Sociales. " An CARL 0 = Goldene Medaillen in reicher Auswahl und in BERLIN SO., Köpnickerstrasse 121, Ecke Michaelkirchstrasse. Beste Herren- und Knaben- Garderoben der Gegenwart Die Preise sind streng fest und an jedem Gegenstand deutlich in Zahlen vermerkt. Werkstätten im Hanse. 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