Nr. 227. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poſt. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Ausland& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zwei Parlamente. " " Dienstag, den 29. September 1903. Zolltarif für Destreich auszuarbeiten. Gar nicht außerhalb des Bereiches der Wahrscheinlichkeit ist es also, daß das Jahr 1907 das Schlußdatum der wirtschaftlichen Gemeinsam teit sein wird. Bis Ende 1907 ist die Zolleinheit festgelegt; daß es aber gelingen wird, darüber hinaus zu einem Zoll- und Handelsbündnis zu kommen, glauben nun selbst die„ Patrioten" nicht mehr. Politische Ueberlicht. Berlin, den 28. September. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. zehn Jahre Gefängnis und Ausstoßung aus dem Heere, gegen Dehler und Habich auf je sechs Jahre und gegen Feinauer auf drei Jahre neun Monate Gefängnis. Zusammen also auf 25 Jahre 9 Monate Gefängnis! Man vergleiche mit diesem Urteil die gegen die Mannschaftsschinder gefällten Urteile und man kann sich jeder weiteren Kritik enthalten. Reinarth erhielt zehn Jahre Gefängnis, weil er sich im Uebermut an Unteroffizieren vergriffen hatte, Breidenbach, der einen Untergebenen zum Selbstmord, einen andren zum Selbstmordversuch getrieben und sich in weit mehr als 1000 Fällen zu den rohesten Soldatenmißhandlungen hatte hinreißen laffen, erhielt nur 8 Jahre Gefängnis! Und während die vier Angeklagten zusammen circa 26 Jahre Gefängnis zudiftiert erhielten, erhielten 80 Soldatenschinder- darunter Breidenbach, die sich in einer Legion von Fällen schwerer Mißhandlungen schuldig gemacht hatten, durch das Kriegsgericht zusammen 27 Jahre Freiheitsstrafen! So lebhaft unser Mitgefühl mit den Opfern des Militarismus auch sein mag, als Partei kann uns dies zweierlei Maß nur recht sein! Soldatenluft. Von Ende Juni bis Ende September wurden durch die Ein Gegenstück zu dem Fall Hüssener. unabhängige Presse 80 gerichtliche Verurteilungen wegen Mißbrauchs 25 Jahre 9 Monate Gefängnis wurden am Sonnabend über der militärischen Dienstgewalt und Mißhandlungen von Soldaten vier Soldaten verhängt, die vom Kriegericht der 28. Division in bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen 24 Jahre Seidelberg der Meuterei, Aufwiegelung und des thätlichen An- 7 Monate 2 Tage Gefängnis, 10 Monate 28 Tage griffes gegen Vorgesetzte schuldig befunden wurden. Festungshaft, 1 Jahr 1 Monat 20 Tage mittlerer Diesen Bergehen lagen mehrere Afte jenes Reservisten- Arrest, 2 Monate 9 Tage gelinder Arrest, 3 Monate übermutes zu Grunde, deren beklagenswerte Opfer fürzlich erst 11 Tage Stuben arrest, 11 Degradationen. mehrere Soldaten geworden sind. In Summa betragen die Freiheitsstrafen 27 Jahre 1 Monat 10 Tage. Die vier Verurteilten dienten im zweiten Jahre, sie wären also nach dem Manöver zur Entlassung gekommen, wenn sie ihr Leichtsinn nicht in so schweres Unglück gestürzt hätte. -st- Wien, 27. Sept. Eines von den zwei verkrachten Barlamenten, deren sich die Habsburgische Monarchie erfreut, hat seine Arbeit" beendet. Die bier Tage östreichischer Parlamentssession waren ein Muster kläglicher Hilflosigkeit, die selbst die schlimmsten Erwartungen übertraf, mit Denn zu der Bedrohung des Dualismus seit 1897, die in der denen man dieser Einberufung ad hoc entgegengesehen hatte. Der Arbeitsunfähigkeit des östreichischen Reichsrats liegt, hat sich nun die Reichsrat war einberufen worden, um ein Gesetz von zwei Para- große Krise gesellt, die in dem Konflikt zwischen den Ungarn und graphen zu beschließen, und er brauchte vier Tage, bevor er nur zur ihrem König liegt. Vorläufig geht es dem„ wiederernannten" Verhandlung gelangte. Dann war freilich die Beratung" ein Grafen Khuen im Reichsrat herzlich schlecht und nur mit Mühe ist Kinderspiel; in ein paar Stunden hat die östreichische Voltsvertretung er Donnerstag körperlichen Insulten entgangen. Es ist möglich, daß das bewilligt, was den Ungarn in einem an zwischenfällen ein populäres Ministerium die Dinge ins Geleise bringen könnte; mannigfaltigster Art reichen Kampfe von zehn Monaten nicht dem Grafen Khuen wird es sicherlich nicht gelingen. Denn trotz der entrissen werden konnte. Dabei ist das Abgeordnetenhaus schmetternden Tiraden des Armeebefehls hat die Krone den Ungarn an seiner„ Thätigkeit" nicht etwa durch Obstruktion gehindert schon so viel bewilligt, daß ihr zu bewilligen nichts mehr übrig bleibt worden; die Schwierigkeiten erflossen wirklich nur aus der die und die Obstruktion der Unabhängigkeitspartei müßte nun, nach Krankheit dieses gefeßgebenden Körpers" bildenden Thatsache, daß dem zärtlichen Handschreiben und den neuen Konzessionen, an der Freilich wird man sagen: im vorliegenden Fall handelt es sich dieses Parlament feinen Lebenswillen hat. Unfruchtbarkeit ihrer Forderungen erlöschen wenn sie nicht eben um schwerste Verstöße gegen die notwendige Disciplin. Zugegeben: Nur so ist es zu erklären, daß die Militärverwaltung es wagen in dem kroatischen Banus ein so ergiebiges Angriffsobjekt besäße. aber stellen die skandalösen Mannschaftsschindereien, selbst vom konnte, nach dem feierlichen Rückzug in Ungarn in Destreich auf der Wenn Franz Joseph seine persönliche Abneigung überwinden kann Standpunkte der Armee aus, nicht mindestens ebenso schwere Berstöße Erhöhung des Rekrutenkontingents zu bestehen. Das östreichische und Wederle oder Apponyi ans Ruder ruft, so fann er bis Neujahr gegen die Disciplin dar? Parlament hat bekanntlich in der seither so berühmt gewordenen die Rekruten kriegen; wenn er sich auf den Khuen steift, so wahr- Das Heidelberger Urteil freilich muß den Eindruck hervorrufen, Faschingsnacht die Schlußabstimmung erfolgte damals um 2 Uhr scheinlich nicht. Das„ Punktum" des Barabas scheint uns nämlich daß man zwar jede Ausschreitung Gemeiner gegen Vorgesetzte durch nachts und mit der chnischen Begründung, daß es nötig sei, dem zuverlässiger zu sein als das„ Niemals" des Armeebefehls. Nachdem eine geradezu drakonische Justiz sühnt, daß man dagegen die Kaiser den Beschluß zum Frühstück zu servieren das normale Habsburg etwa 35 Jahre alle Machtposten dem herrschenden Magyaren- empörendsten Ausschreitungen gegen Untergebene mit beispielloser Kontingent bon 103 000 Mann auf 125 000 erhöht mit stamm ausgeliefert hat, ist wohl jede Aussicht geschwunden, ihn zu Milde ahndet! der Einschränkung, daß die Einberufung der ausgehobenen Baaren zu treiben. Dazu langt der Landsturm der östreichischen Refruten nur dann und insofern zulässig sei, als auch Schwarz- Gelben nicht aus. in Ungarn das auf die andre Reichshälfte entfallende Kontingent zur Einreihung gelangt. Man wollte damit nur verhindern, daß in Destreich nicht etwa auch die Erhöhung praktisch wirksam werde, wenn in Ungarn das alte, niedrige Kontingent beschlossen wird; daran, daß die Obstruktion auch die Beschließung des gewöhnlichen Kontingents verhindern wird, dachte damals niemand. Infolge der Ausdauer der ungarischen Unabhängigkeitspartei wurde nun die Klausel ein ernstes Hindernis: man konnte auch in Destreich, trotz des beschlossenen Gesetzes, feinen Mann einreihen. Die Militärberwaltung suchte sich aus der sich selbst bereiteten Schlinge erst so herauszuziehen, daß sie die gewöhnlich am 1. Oktober zu beurlaubenden Soldaten des dritte. Jahrganges wozu ihr das Gesetz die Handhabe bietet bis Ende des Jahres zurückbehalten wollte statt, wie ihr allgemein nahegelegt wurde, die Klausel, soVon den Freiheitsstrafen treffen auf Preußen 23 Jahre weit sie die Einreihung des gewöhnlichen Kontingents hinderte, ent11 Monate 5 Tage Gefängnis, 10 Monate 28 Tage Feftungshaft, weder mit dem§ 14 aufzuheben oder zur Aufhebung den Reichsrat Die Unglücksmenschen lagen Ende August d. J. in Reicharts 9 Monate mittlerer Arrest, 20 Tage gelinder Arrest, 2 Monate einzuberufen. Dazu war die Militärverwaltung aus zwei Gründen hausen im Manöverquartier. Wie wenig sonst immer die 3 Tage Stubenarreft. Die 11 Degradationen wurden ebenfalls in nicht zu haben: einesteils hoffte sie, daß die so empfindliche Maß- Manöver ein Spiegelbild des Krieges zu sein pflegen: bekannt ist, Preußen verhängt. In Bayern wurden ausgesprochen 3 Monate regel die Ungarn zur Raison bringen wird, und andernteils wollte daß die Manöver mit ihren schweren Anstrengungen einerseits und Gefängnis, 42 Tage mittlerer Arrest, 39 Tage gelinder Arrest, sie bei der Ergänzung des Heeres die Gleichartigkeit in beiden der geminderten Aufsicht andrerseits vielfach eine Loderung der 38 Tage Stubenarrest; in Sachsen 4 Monate 27 Tage Gefängnis, Staaten nicht stören. Der energische Widerspruch, der sich dagegen Disciplin selbst bei Mannschaften von sonst tadelloser Führung 3 Monate 8 Tage mittlerer Arrest, 10 Tage gelinder Arrest. in Destreich erhob und sich auch den Soldaten in sehr besorgnis- beobachten lassen, wie sie sonst nur im Kriege vorkommt. Preußen hat also wieder die schwersten Mißerregender Weise mitteilte, und andernteils die Erwägung, daß so Dies Moment hat zweifellos auch bei den vier Bestraften mitgewrkti. handlungen auf seinem Conto.( Die in Württem am 31. Dezember die peinliche Lücke entstehen könnte, weder die Hinzu kam dann noch der voreilige Freudenrausch über die nahe be- berg vorgekommenen Soldatenquälereien rechnen wir Ausgedienten weiter behalten zu können, noch frische Rekruten zu vorstehende Entlassung. Das Gefühl, einer furchtbar empfundenen Preußen, da dieses die Herrschaft über das württembergische Armee haben, zwang die Militärverwaltung zum Einlenten, und der Reichs- unfreiheit in wenigen Tagen zu entgehen, sich aus einem willen- corps so ziemlich in seinen Händen hat.) rat wurde versammelt, um die Abänderung zu beschließen. Aber losen Werkzeug wieder in einen willensfreien Menschen wandeln zu Von den bestraften Vorgesetzten feien die Offiziere und jene wie in dem ganzen Verlaufe, ist Herr v. Koerber auch hier nicht dürfen, erreicht oft einen Grad der Exaltiertheit, dem verhängnis- Unteroffiziere genannt, die sich die schwersten Ausschreitungen zu redlich vorgegangen. Seine Vorlage wollte nicht die Be volle Ercesse entspringen können. Schulden kommen ließen. a) Offiziere: Rorbettentapitän willigung reducieren, sondern, sondern, unter unter Aufrechterhaltung Die vier Angeklagten, die Grenadiere Reinarth, Dehler, Berger 5 Tage Gefängnis, Hauptmann Henning vom des erhöhten Kontingents, nur die Einreihung auf Habich und Feinauer, waren bis dahin durchaus normale Soldaten Feldartillerie- Regiment Nr. 45 4 Monate Festungshaft, Ober. das Maß beschränken, das in Ungarn zur Bewilligung gewesen. Zwei von ihnen waren noch völlig unvorbestraft, einer war lieutenant Meyer vom Feldartillerie- Regiment Nr. 65 42 Tage steht. Und das Parlament hat wirklich nicht die Energie nur geringfügig und der letzte keineswegs schwer bestraft gewesen. Ihre Stubenarrest, Oberlieutenant v. Trotha vom Feldartillerieaufgebracht, dieses Blendwerk zu zerreißen. Die Vorlage wurde Führung ließ also auf nichts weniger als einen auffäffigen Charakter Regiment Nr. 59 14 Tage Stubenarrest, Lieutenant zur unter unsäglichen Mühen, die vier Tage Couloirverhandlungen ver- fchließen. Da wurde ihnen die Manöverstimmung zum Verhängnis. Ob sie See Pritsch 2 Monate Gefängnis, Dienstentlassung, Lieutenant ursachten, nur insoweit amendiert, als die Einreihung des Mehr mit einigen Unteroffizieren eine Rechnung begleichen zu müssen Karl Naumann vom Infanterie- Regiment Nr. 180 2 Monate -es sind das für Destreich 17 538 Mann- an einen Beschluß der glaubten oder was sie sonst bewog der Verhandlungsbericht giebt 15 Tage Festungshaft, Lieutenant Fride vom Infanterieöstreichischen Gesetzgebung geknüpft wird, wogegen sie Herr v. Koerber darüber keinen Aufschluß--die Ungebundenheit des Bürgerquartiers Regiment Nr. 123 2 Monate 10 Tage Festungshaft, Lieutenant von dem Inhalt des Gesetzes in Ungarn abhängig machen wollte verleitete sie, nun auch einmal den Herren Unteroffizieren, vor denen v. Schrader vom Infanterie- Regiment Nr. 27 2 Monate 3 Tage fie also geradezu der ungarischen Gesetzgebung überwies. sie sonst zitterten, einen bösen Schabernack zu spielen. Was all- Festungshaft, Reservelieutenant( 1) Michaeli, im CivilAber die Bewilligung der Rekruten hat das Haus nicht reduciert, jährlich Tausenden von„ Gemeinen" passiert von Unter- Beruf Hamburger Großkaufmann, 7 Tage Stubenarrest, Lieutenant sondern aufrecht gelassen als schlimmes Präjudiz fürs nächste offizieren geprügelt zu werden das sollte auch einmal einigen Freiherr v. Godin vom bayrischen Infanterie- Leibregiment Jahr. dieser Unteroffiziere umgekehrt widerfahren. 28 Tage Stubenarrest, Lieutenant Schubert vom 5. bayUebrigens: so kurz die Reichsratstagung war, so hat sie über So machten sich denn eines Abends Dehler, Reinarth rischen Infanterie- Regiment 10 Tage Stubenarrest. Nebenbei die Arbeitsfähigkeit des Parlaments ausreichenden Aufschluß gebracht. und Habich auf, um dem Unteroffizier Peters aufzulauern. Sie sei erwähnt, daß Lieutenant Stahl vom Infanterie- Regiment Nur an einem Haare hing's und auch diese Vorlage, für welche so beredeten noch einen Civilisten, den Tagelöhner Sutter, ihnen zu Nr. 17 7 Tage Stubenarrest erhielt, weil er eine von ihm beobachtete außerordentliche Preffionsmittel aufgetrieben worden waren, wäre helfen. Peters fanden sie nicht, dafür attackierten sie zwei andre Mißhandlung eines Mannes durch einen Unteroffizier nicht meldete. in den Brunnen gefallen, der schon so viele gescheiterte Hoffnungen Unteroffiziere, die ihnen begegneten. Sutter warf nach den beiden b) Unteroffiziere: Unteroffizier Breidenbach vom enthält. Die Jungczechen hätten sehr gerne Obstruktion gemacht mit Steinen, eine Beteiligung der Soldaten an dieser 4. Garderegiment zu Fuß( 15 schwere und 1000 leichtere Fälle von wenn sie nicht die Furcht, dadurch die Beurlaubung der Drittjährigen Thätlichkeit konnte nicht festgestellt werden. An demselben Mißhandlungen) 8 Jahre Gefängnis, Degradation, Unteroffi. zu hindern oder zu verschieben und die Rücksicht auf den für Abend trafen die drei Grenadiere auch den Sergeanten Ehmann. zier Dunkel vom Infanterie- Regiment Nr. 17( 356 Fälle) 21 Jahre Dienstag einberufenen böhmischen Landtag zurückgehalten hätte. Mit Stöcken bewaffnet, verfolgten sie ihn, ohne ihn einzuholen. Gefängnis, Degradation, Interoffizier Heinrich Scherer Aber daß sie nächstens das Rüstzeug der Obstruktion hervorholen Reinarth begnügte sich damit, ihm seinen Stock nachzuwerfen. vom Infanterie- Regiment Nr. 88( 160 Fälle) 1½ Jahre Gefängnis, werden und daß insbesondere der Ausgleich von ihnen nicht durch- Als gefährliche Werkzeuge" sah der Gerichtshof die Stöcke oder Degradation, Unteroffizier Dammbrüd vom Küraffiergelassen werden wird, steht auch außer allem Zweifel. Wie sich die Latten nicht an. Regiment Nr. 8 zwei Jahre einen Tag Gefängnis, Degras Dinge dann gestalten werden, ist nun gar nicht auszudenken. Der Am nächsten Abend unternahm Reinarth mit zwei un- dation, Sergeant Kühl vom Fußartillerie- Regiment Nr. 45 Handelsvertrag mit Italien ist gekündigt und läuft Ende des Jahres bekannt gebliebenen Soldaten einen Angriff auf den Unteroffizier Peters. Futtermeister bei Hauptmann Henning) 1 Jahre Gefängnis, ab. Die Kündigung von seiten Deutschlands kann jeden Augenblick Er versetzte demselben mit einem Stock einen Schlag über den Rücken, Degradation, Unteroffizier Bunz vom Grenadier- Regiment erfolgen; ist es doch sicher, daß die Verzögerung nur aus Rücksicht ergriff jedoch, als Peters sich zur Wehr setzte und ihm den Stock ent- Nr. 123 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, Degradation, Artillerie. auf die Wirren des befreundeten Destreich geschieht. Die Möglichkeit riß, die Flucht. Für diese That Reinarths lag nur ein, allerdings Unteroffizier Schott 1 Jahr 6 Tage Gefängnis, Degradation, aber, daß sich Destreich- Ungarn einen autonomen Bolltarif giebt, sehr belastender, Jndizienbeweis vor. Feinauer war anfangs mit unteroffizier Geisheder vom Infanterie- Regiment Nr. 69 wird von Tag zu Tag geringer; die allgemeine Abneigung gegen Reinarth im Koplott gewesen, hatte sich aber schließlich durch Civi- 6 Monate Gefängnis, Degradation, Sergeant Rempe vom den Dualismus und zur Obstruktion stehen im Wege. Immer listen bereden lassen, sein Vorhaben aufzugeben. Ihm konnte also Infanterie- Regiment Nr. 95 6 Monate Gefängnis, Degradation, zahlreicher werden die Stimmen, die die Lösung des wirtschaftlichen nur die bloße Absicht angerechnet werden. endlich noch ein unbekannter Unteroffizier des InfanterieVerhältnisses verlangen; nicht bloß aus agrarischen Kreisen, sondern Für diese Ausschreitungen beantragte der öffentliche Anfläger Regiments Nr. 69 in Trier 6 Monate Gefängnis, Degradation. auch aus den Reihen der Industrie, die noch an dem ungarischen Markt ihr speciell gegen den am schwersten belasteten Angeklagten Reinarth In Trier scheint die Presse die Namen der Herren Hauptabsatzgebiet hat, wird die Regierung aufgefordert, einen autonomen zwölf Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte gegen einarth auf Soldatenschinder überhaupt nicht nennen -O = zu wollen. zu Sie berdienen aber eine solche Rücksicht gewiß nicht. In Sachsen falsch. Die Strafzeit des Herrn Grafen hat erst mit dem 24. September find am höchsten bestraft die Unteroffiziere Hornschuh und ihr Ende erreicht. Die Entstehung des Irrtums entbehrt aber nicht eines Lizau, beide vom Feldartillerie- Regiment Nr. 28 und beide mit pikanten Beigeschmacks. Er rührt wohl daher, daß Graf Bückler, je 7 Wochen Gefängnis. In Bayern ist der höchstbestrafte der in Danzig zu einer bekannten Erscheinung geworden ist, am letzten Unteroffizier der Unteroffizier Christoph Sippel vom 7. Feld- Denkmals stattfand, frei und offen vor aller Welt im Frack und Montag, an dem in Danzig die Enthüllung des Kaiser Wilhelmartillerie- Regiment mit 3 Monaten Gefängnis. Claque an dem offiziellen Festessen teilnahm, an welchem sich die Spizen der kommunalen und militärischen Behörden und auch die Minister v. Podbielski und Frhr. v. Rheinbaben beteiligten. Man sah, daß Graf Pückler, von dem man wußte, daß er, wie jeder Festungsstuben, Gefangene", höchstens fünf Stunden großen" Urlaub haben konnte, am Montag nicht zur Festung zurückkehrte, sondern ganz gemütlich nach dem feudalen Mahl in Danzig übernachtete. Daher staminte wohl die Aunahme, daß der gräfliche Festungsstuben- Gefangene" sich bereits auf freiem Fuße befände; thatsächlich war er aber einfach durchgebrannt. Erst am nächsten Morgen sol er sich in aller Seelenruhe wieder in der Festung eingefunden haben. Db von der Danziger Kommandantur, die sonst in solchen Dingen Erwähnt sei, daß der in unsrer letzten Statistit mit 22 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrenverlust und Entfernung aus dem Heere angeführte Sergeant Warnecke infolge seiner Berufung vom Ober- Kriegsgericht inzwischen zu 5 Jahren Gefängnis, Degradation, Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Zum Schlusse sei bemerkt, daß vom 1. Januar bis jetzt 159 Verurteilungen wegen Soldatenquälereien bekannt wurden. An Strafen wurden dabei ausgesprochen 50 Jahre 9 Monate 29 Tage Freiheitsentzug. Und dabei waren die Urteile in den meisten Fällen feinen Spaß versteht, auch gegen den blaublütigen Herrn Straf zu milde. Deutsches Reich. gefangenen die sonst üblichen Maßnahmen des„ Einschließens" ergriffen worden sind, entzieht sich unsrer Kenntnis." Jedenfalls sind die Minister Podbielski und Rheinbaben beim Dentmals- Festschmaus in würdiger Gesellschaft gewesen. Frage einer eventuellen Verständigung mit den Socialdemokraten für die Landtagswahlen sein würde. Der Parteitag von Dresden hat 11115 wohl der Beantwortung dieser Frage enthoben. Einige jugendliche Gemüter sind allerdings noch in dieses Thema verliebt.( Heiterkeit.) Ich bin der Meinung, daß derjenige, der eine Weiterentwicklung der revisionistischen Bewegung in der Socialdemokratie wünscht, am besten thut, den Mund zu halten, da man anders diese Entwicklung nur hemmt. Die bürgerliche Presse hat viel dazu beigetragen, daß der Tag von Dresden so stürmisch verlief. Uns kann es ja nur recht sein, wenn die Genossen sich über den anormalen Zustand der Leber ihres Führers Bebel beklagen.( Heiterkeit.) Die Socialdemokraten behaupten, sie seien die alleinigen Träger der Kultur. Ich möchte wirklich gern wissen, was Dr. Barth, der ein begabter Mann ist, aber hier und da seine Eintagseinfälle hat, was Naumann, dessen sittlichen Ernst ich durchaus anerkenne, zu den Vorgängen in Dresden gesagt haben! Jede Klassenbewegung wie die Socialdemokratie führt zur Diftatur eines Einzelnen. Robespierre schickte Danton aufs Schaffot. Am Ende kann Vollmar und mancher Genosse froh sein, daß Bebel noch keine Guillotine zur Verfügung steht. ( Stürmische Heiterkeit.) Das will eine freiheitliche Partei sein! Alle Redensarten der Socialdemokraten über ihre angebliche ,, Vertretung aller Interessen" sind durch Bebels Ausruf aus der Welt geschafft: Ich will nichts sein als ein Vertreter der Arbeiterinteressen! Falls die Socialdemokratie einen guten Kern hat, so ist bis jetzt das eine sicher, daß die Schale noch so rauh ist, daß man wirklich noch nichts von diesem Kern sehen kann.( Sehr richtig!) Nicht unsre Sache ist es, hinter Leuten herzulaufen, die sich uns noch gar nicht angeboten haben. ( Lebhafter Beifall.) Wir wollen selbständig und im Vertrauen auf die eigne Kraft in den Kampf ziehen.( Beifall.) Eine verspätete Ausrede wegen des unglaublichen ZeugniszwangsAusweisung eines Studenten. Aus Darmstadt wird be= Verfahrens gegen unfren Genossen Rehbein versucht die Militär- richtet: Der russische Student der Elektrotechnik Willner erhielt von verwaltung. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" läßt sich näm- der Polizei ein Schreiben, worin ihm aufgegeben wurde, sofort lich von unterrichteter Seite" schreiben: " Thatsache ist es, daß die in dem fraglichen Briefe wider den Darmstadt und das Großherzogtum Hessen zu verlaffen. Der Besuch des Zaren beim Großherzogtum von Hessen scheint Compagniechef erhobenen Beschuldigungen schon im Juli und die Darmstädter Polizei sehr aufgeregt zu haben. Jedenfalls ist August d. J. zum Gegenstande eines förmlichen Ermittelungs- diese Ausweisung ebenso wie frühere, durch die sich gerade Darmstadt verfahrens gemacht und in diesem Verfahren sämtliche Unter- schon mehrfach reaktionär auszeichnete, völlig ungerechtfertigt. offiziere und Mannschaften der Compagnie als Zeugen vernommen Mit einigen geringen Späßchen erledigte der nationalliberale worden sind. Diese umfangreiche Beweisaufnahme hat kein Der schlichte Mann" der Centrumspartei. Es wird aus Katto- Redner das für die preußische Entwicklung in jedem Falle höchst beMaterial ergeben, das die Erhebung einer Anklage wit berichtet:" Zwischen dem Centrum und der„ Katolik"-Partei ist deutsame Auftreten der Socialdemokratie in den Landtagswahlen. gegen den bezichtigten Offizier rechtfertigen könnte. Insbesondre es anläßlich der Nominierung der Landtags- Kandidaten im Kreise Dr. Sattler spottet der jugendlichen Gemüter" in seiner Partei, ist keinerlei Beweis einer Mißhandlung oder vorschriftswidrigen Beuthen- Kattowitz zum Bruch gekommen, da das Centrum nicht den die wenigstens so weit Ernst im Kampfe für liberale Jdeen Behandlung Untergebener erbracht worden. Abgeordneten Krolik als Landtags- Kandidaten annahm. Der Führer wahren wollen, daß sie nicht durchweg mit der Reaktion gegen die Nachdem das untersuchung führende Gericht jene Beweismittel der„ Katolik"-Partei, Napieralski, trat aus dem Centrumskomitee Socialdemokratie gehen mögen. Dieser Spott tennzeichnet aber nur erschöpft hatte, erachtete es, um kein Mittel unversucht zu laffen, offiziell aus und dürfte sich mit den Radikalpolen verbinden, um in von neuem das wahre Wesen der Nationalliberalen, die lieber die der Wahrheit auf den Grund zu kommen, für geboten, den Schreiber allen Kreisen, in denen ein Radikaler während der Reichstagswahl äußerste Reaktion des Junkertums triumphieren lassen, als daß sie des Briefes zu ermitteln und auch diesen, falls er nicht zur frag- kandidierte, polnische Kandidaten aufzustellen. Krolik dürfte der der Dreimillionen- Partei der Arbeiterschaft die mindeste Befriedigung lichen Compagnie gehören und nicht schon vernommen sein sollte, Bolenfrattion beitreten." Das arme Centrum würde so seinen ihrer Rechtsansprüche zugestehen. über seine Wissenschaft als Zeugen zu vernehmen. Allein zu einzigen schlichten Mann" wieder verlieren. diesem Zwecke ist das Zwangsverfahren gegen Rehbein, der den Namen des Briefschreibers zu nennen sich weigerte, angeordnet worden. berg abzuurteilen. Der Unteroffizier Huber vom 1. ChevaurlegerSchwere Soldatenmißhandlungen hatte das Kriegsgericht NürnRegiment hatte auf Stallwache einen Soldaten so heftig ins nädige Beigerung des Rehbein, den Schreiber des und eine langwierige ärztliche Behandlung notwendig wurde. Ein Das negative Ergebnis der Beweisaufnahme und die hart- Gesicht geschlagen, daß dem letzteren das Trommelfell platzte zuständigen Gerichtsherrn Veranlassung gegeben, das Unter- nicht weniger als 18 Schläge ins Gesicht und auf den Kopf, so daß eingereichten Briefes namhaft zu machen, haben schließlich dem andrer Soldat erhielt von dem schneidigen Stellvertreter Gottes suchungsverfahren gegen den Compagniechef einzustellen. Diese der Mann eine Zeitlang dienstuntauglich war. Das Kriegsgericht hielt Einstellung mußte den Abbruch des Zeugniszwangsverfahrens zur diese Thaten mit zwei Monaten Gefängnis für gefühut! Folge haben. = Wenn Dr. Sattler einzelne Vorkommnisse auf dem Dresdener Kultur zu sein, so ist das eine unübertrefflich oberflächliche Bes Parteitage in Gegensatz ſezt zu dem Anspruch der Socialdemokratie, unter allen politischen Parteien die einzige Trägerin der Kulturanspruch beruht natürlich nicht in der pharisäischen Einbildung trachtung. Gegen Ungeschicklichkeiten, Irrungen und Verfehlungen Einzelner ist auch die Socialdemokratie nicht gefeit und ihr stolzer stehen, sondern in der Größe unsrer Grundsäße, die ebenso groß Kulturanspruch beruht natürlich nicht in der phariſäischen Einbildung der Unfehlbarkeit der einzelnen Menschen, die in unsrem Kampfe stehen, sondern in der Größe unsrer Grundsäße, die ebenso groß und kulturell sind, wie die nationalliberalen Grundsätze" niedrig und kulturwidrig sind. " " Diese gemütsvolle Militärverwaltung! Nur um der Wahrheit Der bayrische Landtag nimmt am Dienstag seine Verhandlungen Nicht weniger thöricht ist es, wenn Dr. Sattler sagt, unfer auf den Grund zu kommen, wollte sie durchaus den Briefschreiber wieder auf. Es beginnt die letzte Tagung des 1899 gewählten Land- Genosse Bebel habe sich in Widerspruch mit der Vertretung aller ermitteln! Der Brief enthielt ganz detaillierte, glaubwürdig flingende tages. Der wichtigste Gegenstand der bevorstehenden Beratungen Interessen" gefeßt, die unsre Partei sonst für sich in Anspruch nehme. Angaben über die Eigentümlichkeiten eines Hauptmannes. Hat die wird die Reform des Wahlgesetzes sein; der Wahlgesetz- Entwurf Die Socialdemokratie hat niemals beansprucht, Kapitalisteninteressen Beweisaufnahme für die in dem Schreiben behaupteten Vorkommnisse soll, wie angenommen wird, noch im Oktober dem Landtag zu zu vertreten, das blieb und bleibt der Partei des Dr. Sattler überLassen. wirklich keinerlei Anhalt ergeben und wurden diese Dinge nur nicht gehen. als Mißhandlung oder vorschriftswidrige Behandlung Untergebener Das Budget, das der Finanzminister dem Landtage vorlegen Dr. Sattler wendet sich in seinen weiteren Ausführungen gegen aufgefaßt? Vielleicht hat auch bei dem uneidlichen und erfolglosen wird, enthält laut Mitteilung der„ Augsburger Abendzeitung" einen die Gefahr, die der Schule in Preußen durch die klerikalen Ermittelungsverfahren die Befürchtung eine Rolle gespielt, daß Be- neuen Etat für ein Verkehrsministerim, das bereits am Bestrebungen drohe, sowie gegen die Konservativen, lastungszeugen verdächtig der Urheberschaft des Briefes werden 1. Januar 1904 ins Leben treten soll. Ihm werden die Eisenbahnen, die heute nur noch Rücksichten gegen den ostelbischen Großgrundfönnten. Unter allen Umständen konnte die Ermittelung des Brief- die Post, der Donau- Main- Kanal, die Bodensee- Dampfschiffahrt besitz und das positive Kirchentum kennen". schreibers nichts zur Ueberführung des beschuldigten Offiziers beis und die Stettenschleppschiffahrt auf dem Main unterstellt, später eventuell In der Generaldebatte über den Wahlaufruf( siehe unten) wurde bringen. Auf die behaupteten Thatsachen allein kam es an. auch das Staatsbauwesen. Zur Leitung des neuen Ministeriums hauptsächlich die Frage der Verständigung mit den socialdemokratischen ist der jeßige Ministerialrat v. Frauendorfer außersehen, der Wahlmännern behandelt. Mosse will es! Das Berliner Tageblatt" stellt nun- schon seit dem Abgange des Grafen Crailsheim als thatsächlicher Dr. Jacobi Hannover behandelt die Frage zustimmend:„ Es mehr der Socialdemokratie das Ultimatum: Leiter der Verkehrsanstalten fungiert. Das Ministerium des Aeußeren, handle sich vor allem darum, die erneute Bildung einer konservativ" Die socialdemokratische Partei hat die Dresdener Kriegs- dem bisher die Verkehrsanstalten unterstellt sind, wird dann wahr- fleritalen Mehrheit zu verhindern. Die grundsägliche Stellung der erflärung gegen die bürgerlichen Parteien scheinlich einige Geschäftssparten von dem jezt sehr überlasteten nationalliberalen Partei zur Socialdemokratie werde durch eine Verzurückzunehmen, wenn sie an der wirtschaftlichen, politischen Ministerium des Innern übernehmen. und socialen Weiterentwicklung des Reiches mitarbeiten will. Wer eine Dummheit gemacht hat, der muß auch den Mut haben, sie zu widerrufen." " Die Socialdemokratie wird sich natürlich beeilen, der Forderung des„ Berliner Tageblatt" nachzukommen. Zugleich wird sie das Berliner Tageblatt" zu ihrem Centralorgan und Herrn Bachnicke zu ihrem Parteivorstand erwählen. Ausland. Rußland. ständigung in Einzelfällen nicht berührt; es kommen ja überhaupt nur wenige Wahlkreise bei dieser Frage in Betracht. Das Geschrei der Gegner stört uns nicht. Die andren Parteien, haben sich nie geniert und würden sich nie genieren, mit en Socialdemokraten zusammenzugehen, wenn sich eine Gelegenheit böte, einen Schlag gegen die Liberalen zu führen. Auch verschiedene ältere Herren sagten mir, daß sie, wenn sie die Wahl zwischen einem Ultramontanen und einem Socialdemokraten hätten, ohne Bedenken den Socialdemokraten wählen würden.( Zustimmung. Lebhafte Rufe: Nein! Nein!) Die Erörterung der ganzen Frage ist eine ernste Mahnung an die Regierung daran, wie weit es gekommen sein muß in Preußen, wenn wir, eine gut nationale Partei, diesen Anschluß nach links diskutieren. ( Teilweiser Beifall, lebhafter Widerspruch.) " Von der Mit den Der oberste Polizeichef- Auftifter der Unruhen. Aus Petersburg wird dem„ 2. A.“" gemeldet: Der Chef Minister- Phrasen. Der Handelsminister Möller, der in der des Departements der Staatspolizei von Petersburg, Wirkt. Staatsvorigen Woche die fiskalischen Steinkohlengruben im Saarre vier rat Subatow, wurde plötzlich seines Postens entbesichtigte, hat bei dieser Gelegenheit auch eine Arbeiter- hoben und sofort nach dem Gouvernement Tambow verbannt. Deputation empfangen, zu der er nach dem„ Bergmannsfreund" Verschiedene schwere Amtsvergehen sind die Ursache dieser strengen erklärt hat: hr habt alle Ursache, Vertrauen zu haben zu der Be- Bestrafung. Es stellte sich heraus, daß der genannte hohe Beamte öfter Emil Bau Köln verliest eine Erklärung des Reichsverbandes hörde, die Euch die Arbeit zu geben in der Lage ist. Niemals müßt bei Unruhen seine Hand im Spiele hatte, so auch bei den letzten Ihr vergessen, daß Ihr nicht allein Euer selbst willen da seid, ebenso- Straßenkundgebungen in Odessa. Unter den dort ver- der nationalliberalen Jugend", daß dieser der von dem jungliberalen wenig wie wir es sind, sondern daß wir alle da sind, um unsre hafteten Rädelsführern befanden sich auch zwei Agenten Subatows, Verein in Berlin gefaßten Resolution betreffend die Verständigung mit socialdemokratischen Wahlmännern fernste he.( Beifall.) Staatsgebilde, unser Reich hochzuhalten, daß alle, die in dem Reich die gegen die allgemeine Ordnung nach Kräften agitiert Sievers- Wiesbaden protestiert dagegen, daß in der national leben, gleichmäßig beteiligt sind an den Wohlthaten, die die Macht des Reiches ausstrahlt. Wenn Ihr immer treu zu uns haltet, wie hatten. Das Treiben Subatows, dem stets große Summen für liberalen Partei Neigung vorhanden sei zu einem Bündnis mit Wer je an ein solches gedacht habe, müsse wir die Absicht von jeher hatten, treu zu Euch zu halten, so wird Detektivzwecke ohne Kontrolle zur Verfügung standen, mit denen er der gesamten Linken. Einer seiner durch den Ausfall der Reichstagswahlen furiert sein. es Euch und uns und dem Deutschen Reiche wohlergehen." sonderbar schaltete, wurde schon lange beobachtet. Selbst Arbeiter, die sich zu derartigen Deputationen vor einem Beamten wurde unlängst von Subatow beauftragt, dafür Sorge zu Socialdemokratie trennen uns abgrundtiefe Gegensätze. Minister des Klassenstaates Preußen mißbrauchen lassen, dürften tragen, daß irgentvo wieder einmal Unruhen provoziert Konservativen sind wir in zahlreichen Wahlkreisen zusammengegangen, ob solchen nationalökonomisch- politischen Möller- Tiefsinns in staunende würden; der Beamte weigerte sich indessen, dieser Auf- verschiedene unsrer Abgeordneten sind durch konservative Hilfe gewählt. Es geht nicht an, daß wir erst bei den Reichstagswahlen forderung zu entsprechen, worauf er die Aeußerung zu mit den Konservativen gegen die Socialdemokratie gehen, dann Graf Posadowsky- Häuser. Am Sonntag fand, wie berichtet hören bekam, daß dann feines Bleibens im Amte wohl Ganzes Bataillon kehrt!" kommandieren und bei den Landtagswird, in Dresden die Einweihung von drei Häusern statt, die nicht mehr lange sein würde. Der Beamte begab sich sofort an die wahlen mit den Socialdemokraten gegen die Konservativen gehen. vom dortigen Spar- und Bauverein in dem Vororte Löbtau errichtet maßgebende Stelle, um von dem sonderbaren Befehl Subatoms Mir ist ein Centrumsmann immer noch lieber als ein Social find. Diesem Verein hat das Reich ein Areal von etwa 8000 Quadrat- Bericht zu erstatten. Die Folge davon war, daß Subatom auf- demokrat.( Lebhaftes Oho!) Die bürgerlichen Parteien müssen metern in Erbpacht gegeben und ihm außerdem noch 200 000 m. auf zweite Hypothet geliehen. Der Verein will auf demselben Areal gefordert wurde, augenblicklich seinen Abschied niederzuschreiben, gegen die Socialdemokratie fest zusammenhalten. Die ultramontane noch zwei weitere Häuser errichten; die ganze Gruppe wird den worauf er in Begleitung eines Gendarmerie- Offiziers nach dem Kultur ist zwar keine sehr hohe, aber es ist doch wenigstens eine Namen„ Graf v. Posadowsky- Häuser" tragen. Gouvernement Tambow abzureisen gezwungen wurde. Von einem Kultur( Stürmische Hetterfeit; Schlußrufe), bei den Socialdemokraten So ist der Name des großen Socialpolitikers v. Posadowsky Gerichtsverfahren soll aus begreiflichen Rücksichten Abstand genommen giebt es überhaupt feine. Unter allen Umständen gegen die Socialdemokratie.( Beifall und Widerspruch.) der Verewigung sicher. Einige Häuser werden von ihm zeugen, werden. Subatom ist von einem einfachen Revieraufseher bis zur Dr. Marwitz- Berlin. Der Kampf um die Schule beherrscht deren Existenz uns den Beweis liefert, daß die heutige Gesellschaft Excellenz emporgestiegen. die Lage. Im legten Abgeordnetenhause fehlten den Parteien der unfähig ist, über winzige Kleinigkeiten hinaus die furchtbare Deutsch- und Freikonservativen nur 12 Stimmen zur absoluten Wohnungsnot zu heilen. Ein würdiger Denkstein. Und zudem erntet Graf Bofabowsky das Verdienst, das den Zahlern der Alters- Wahlaufruf und Delegiertentag der Nationalliberalen. Majorität; Deutschkonservative und Centrum hatten zusammen sogar eine überwältigende Mehrheit. Die gesamte Linke Verwunderung geraten fein. und Invaliditätsversicherungs- Beiträge gebührt! " " In Hannover bewältigten am Sonntag die Nationalliberalen hatte nur 112 Size. Es ist unmöglich, mit der bisherigen Politik An den Fall Löhning erinnert eine Nachricht der Staatsbürger- Preußens ihren Delegiertentag zur Vorbereitung der preußischen eine so große Anzahl von Sigen zu gewinnen, daß der Angriff Zeitung", daß der Ober- Regierungsrat Gesch zum 1. Oktober von andtagswahlen. Am Sonnabendabend fand die Begrüßungs- auf die Schule mit Erfolg abgeschlagen werden kann. Nur Bosen nach Altona versezt fei. feier statt, in der Herr Bassermann Gelegenheit nahm, über die wenn es gelingt, die Massen zum Kampfe mit heranzuziehen, ist Herr Gesch war der Mann, der sich besonders bemüht hatte, Ursachen seiner Niederlage in Karlsruhe zu sprechen und einige In- der Sieg zu erringen. Bei den Wahlen 1898 haben nur 15 bis den Gatten der Feldwebelstochter in Posen unmöglich zu machen.haltslosigkeiten über die Socialdemokratie zu sagen. Die eigent- 16 Proz. der Wahlberechtigten gewählt; es gilt, diejenigen, die Ein Kaiserschloß. Zu der Angelegenheit des im„ Vorwärts" lichen Verhandlungen eröffnete eine Rede des Abg. Dr. Sattler abseits stehen, mobil zu machen. Es ist praktisch unmöglich, die veröffentlichten„ Kaiserschloßbildes" geht dem„ Schwäbischen Merkur" über die politische Lage in Preußen, der auch auf die von den Ber- 3 Millionen socialdemokratische Wähler nur als Feinde zu bes liner Jungliberalen kommende Anregung, mit der Socialdemokratie handeln; man muß mit ihnen rechnen. Von einem„ Bündnis" folgende Erklärung des Verlegers der„ Architektonischen Rundschau", bei den Wahlen zu stimmen, einging, und zwar, wie vorauszusehen wie der Vorredner meint, ist dabei keine Rede. Die Socialdemo Kommerzienrats Engelhorn, zu:„ Die Nummer der„ Architektonischen war, in ablehnendem Sinne. fraten find antinational.( Thörichtes Geschwät! Red.) Gut. Aber Rundschau", welche dieses Projekt enthalten wird, ist noch nicht erDr. Sattler schilderte zunächst die Lage seiner Partei als sehr ich frage: Ist denn das Centrum etwa weniger antinational?( 3u. schienen, sondern wird erst im Laufe der nächsten Woche günstige, trat für die Zouschutzpolitik und eine Socialpolitik nach ſtimmung.) Und trotzdem ist häufig mit dem Centrum pattiert ausgegeben. Das Projekt kann somit nur auf unrecht- Bismarckschen Rezepten ein. Er behauptete, seine Partei habe die worden. Ton und Inhalt der Dresdener Verhandlungen sind ver mäßige Weise an den Vorwärts" gelangt sein, und ich behalte Socialpolitik„ im Interesse der Schwachen unsres Volkes stets warm werflich; aber vorübergehende Stimmungen dürfen nicht entscheidend mir vor, gerichtlich gegen diesen Mißbrauch meines Eigentums unterstützt", während thatsächlich gerade der preußische Landtag unter mitsprechen, wenn ein so schwerer Kampf, wie der um die Schule, vorzugehen." nationalliberaler Mitschuld jede socialpolitische Pflicht schmählich ver- ausgefochten wird. Gerade die scharfe Stellungnahme der Als wir die Zeichnung wiedergaben, von der wir ausdrücklich raten hat. Herr Dr. Sattler warnte denn auch sofort vor„ Ueber- socialdemokratischen Partei in Dresden erleichtert ein Zusammenerklärten, wir wüßten nicht, ob sie einen Zusammenhang mit der faftung" mit Socialpolitik, welche Warmung durchaus der Stimmung gehen von Fall zu Fall. Sie zieht so scharfe Grenzen, „ Kaiferinsel" hätte, war es uns völlig unbekannt, daß der Entwurf der Großfabrikanten und Kommerzienräte entspricht, die den Kern daß deren Verwischung zwischen uns und der Socialdemokratie für eine Veröffentlichung bestimmt war. der nationalliberalen Partei bilden. undenkbar ist. Nicht nur der jungliberale Verein Berlin steht " Die Gefängnisleiden des Dreschgrafen. Aus Danzig wird der Ostsee- Zeitung" geschrieben: „ Die in verschiedenen Blättern aufgetauchte Nachricht, daß der bekannte Antisemit Graf Bückler- Kl.- Tschirne die Festung Weichselmünde, wo er zwei Monate wegen Herausforderung zum Duell zit verbüßen hatte, bereits am Montag, 21. d. M., verlassen habe, ist Die Anregung der Verständigung mit den Social- auf meinem Standpunkte, sondern auch nicht wenige Alte demokraten behandelte Dr. Sattler mit dem ihm eignen in der Partei. Die nationalliberale Partei soll den Kampf auf politischen Tiefsinn. Nach dem Vericht der„ National- Zeitung" fagte eignen Wegen und mit eignen Mitteln ausfechten. Aber es hat im politischen Leben noch nie als verwerflich gegolten, auch mit politi er hierüber: Es hat eine Zeitlang so ausgesehen, als ob ein Haupt- fchen Feinden zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles zusammen beratungsgegenstand unsres hannöverischen Delegiertentags die zugehen.( Teilweiser Beifall. Lebhafter Widerspruch.) Die Diskussion wurde dann nach einigen weniger bemerkens- werten Aeußerungen andrer Redner geschlossen i ein förmlicher Antrag über die„Verständigungsfrage" lag nicht vor; der Wahlaufruf wurde einstimmig angenommen, womit der Delegiertentag sein schnelles Ende erreichte Der erheblichere Teil des nationalliberalen Wahlaufrufs lautet: „Im Reichstage ist die Regierung in Fragen der nationalen Wehrkraft und bei den auf Grundlage des neuen Zolltarifs abzu- schließenden Handelsverträgen auf die Mtwirlung des Centrums angewiesen. Dafür Ivird dieses Zugeständnisse auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Verwaltung in Preußen zu erlangen suchen. Noch größer als bisher ist darum die Gefahr des weitern An- Wachsens der Macht des Centrums. In seinem Streben, die Schule kirchlicher Herrschaft zu unter- werfen, hat das Centrum in einem großen Teil der Konservativen leider einen Ivillfährigen Bundesgenossen. Dringend erforderlich ist nun eine neue Regelung der llnterhaltungspflicht der Volks- schule im Interesse der Gemeinden, der Lehrer und besonders der Schule selbst. Gelingt es einer konservativ-ultramontanen Ver- einigung bei dieser Regelung niit ihren Bestrebungen durch- zudringen, so würde dies für die Bildung und Kultur unsres Volkes von den verhängnisvollsten Folgen sein. Die Konservativen, denen in der Verwaltung ein übergroßer, nicht im Interesse des Landes liegender Einfluß eingeräumt ist, verfolgen mehr und mehr eine einseitige Jnteressenpolitik, während eine weise Politik wie allen Landesteilen so allen Berufsständen gerecht werden nmß. Wie die erforderliche Regulierung der Flüsse zur Verhütung der immer wiederkehrenden Schädigung in erster Reihe der Landwirtschaft zu gute kommen soll und wird, so sind an der Verbindung unsrer Flüsse untereinander durch leistungsfähige Wasserstraßen ebenso Industrie und Handel wie die Landwirtschaft interessiert. Die Verwerfung der Kanalvorlage durch eine aus Konservativen und Centrum bestehende Mehrheil hat die Wirtschaft- liche Entwicklung unsres Landes schwer geschädigt. Ihre un- verkürzte Wiedereinbringung inutz deshalb eine der ersten Forde- rungen der nationalliberalen Partei sein. Rückschritt und Rückständigkeit bedrohen uns. Ihre Bekämpfung wird erschwert durch das Landtags- Wahl- recht in seiner gegenwärtigen Gestaltung. Eine zeitgemäße Reform des Dreillassen-Wahlrechts ist anzustreben, insbesondere auch eine gerechtere Abgrenzung der Wahlbezirke und Beseitigung der Ivider- sinnigen Drittelung in den UrWahlbezirken. Der Wahlkampf wird schwer sein. Die Gegner sind zahlreich und mächtig... Aus eigner Kraft, unabhängig nach allen Seiten, wollen wir unsre Ueberzeugungen vertreten, in deren sieg- reicher Durchfiihrung wir für das Wohl unsres Volkes den richtigen Weg erblicken." Es ist nicht erforderlich, alle Unzulänglichkeiten dieses Wahl- uuftufs und alle Volksfeindlichkeitcn der nationalliberalen Politik in Preußen bei dieser Gelegenheit vorzuführen. Bemerkt sei nur zur allgemeinen Charakteristik dieser eigenartigen Kämpfer für„das Wohl des Volkes", daß sie, die eine„zeitgemäße Reform des Dreiklassen- Wahlrechts" zu erstreben vorgeben, stets für die Beibehaltung der jämmerlichen Dreitlasscnwahl und gegen die Einführung der geheimen Wahl für das Abgeordnetenhaus gewirkt und gestimmt haben. Die„zeitgemäße Reform" der Nationalliberalen besteht nur darin, daß sie für das industrielle Großkapital eine günstigere Position gegenüber dem agrarischen Großgrundbesitz wünschen. Sie wollen nicht Gerechtigkeit, sondern sie wollen die Ungerechtigkeit mehr in ihren eignen Dienst stellen.— Hub InduPtnc und Handel Die Deutsche Bank und die Petroleumindustrie. Es erregt leb- hafte? Auffehen, daß die Deutsche Bank die Kapitalsvermehrung der Petroleumgesellschaft wchobnica in Oestreich durch- führt. Allgemein wird die Vermutimg ausgesprochen, daß die Deutsche Bank lveiterarcifende Pläne hat und, nachdem sie bereits an den Gruben der Etoile Roiimaine interessiert ist, sich auch an Unternehmungen der ö st reichischen Petroleum- i n d u st r i e beteiligen will. Es verlautet, daß die Deutsche Bank von der Absicht geleitet ist, in späterer Zukunft den Absatz von Petroleum in Deutschland zu fördern und sich daher zunächst die Teilhaberschaft an Petroleumgruben sichern will. Der deutsche Markt wird hauptsächlich von Amerika, Rußland und in der letzten Zeit auch von Oestreich-Ungarn mit Petroleum ver- sorgt. Es hieß nun, daß die Deutsche Bank von dem Gedanken ausgeht, den Konsum in Deutschland, soweit dies überhaupt möglich ist, von dem amerikanischen Petroleum zu cmancipiercn und das Petroleum aus ihren Gruben in Deutschland abzusetzen. Da der Petroleumverbrauch in Deutschland ein sehr großer ist, dürfte der Deutschen Bank der Besitz in Rumänien für die Durchführung ihrer Absichten nicht genügt haben. Sie trachtete daher in eine Geschäfts- Verbindung zur östreichischen Petroleumindustrie zu treten, was nun durch ihre Beteiligung an der Kapitalsvermehrung der Schodnica geschehen ist. Es verlautet nach der„Neuen Freien Presse", daß die Deutsche Bank nun versuchen wird, sich direkt oder indirekt mit den ö st r e i ch i s ch e n Produzenten wegen Abnahme der überschüssigen Produktion in Verbindung zu setzen. Die Deutsche Bank bestreitet jedoch die Absicht, in solche Verhandlungen wegen des Produktionsüberschusses mit den östreichischen Raffinerien zu treten. In unterrichteten Kreisen der Industrie weist man nach dem ge- nannten Blatte darauf hin, daß, falls die Deutsche Bank einen solchen Plan überhaupt verfolgen würde, die Ausführung desselben erst in einer Reihe von Jahren möglich wäre, da hierzu eine um- fassende Organisation und die Anlage von Reservoirs nötig wäre. Aktualität besitzt der angeführte Plan daher keineswegs. Man hält es infolgedessen für wahrscheinlicher, daß sich die Deutsche Bank bloß dafür interessiere, eventuell den kommissionsweisen Verkauf des überschüssigen östreichischen Petroleums in Deutschland in die Hand zu bekommen. Hamburgs Handel und Schiffahrt in 1902. Nach den tabellarischen Zusammenstellungen des handelsstatistischen Bureaus in Hamburg kamen im Jahre 1902 10 523 Seeschiffe mit 6,61 Millionen Tonnen gegen 12 847 mit 8,38 Millionen Tonnen im Vorjahre an. Nach dem Raumgehalt machen die Segelschiffe nur noch 9,6 Proz. (im Vorjahre 10,1 Proz.) vom Gesamt-Raumgehalte aus. Die Zahl der abgegangenen Seeschiffe stieg von vorjährigen 12 823 auf 13296 ihr Raumgehalt von 8,33 Mill. auf 8,70 Millionen Tonnen. Die Zahl der auf der Oberclbe angekommenen Fluß- schiffe sank von 18 542 auf 16 444, das Gewicht deraus- geladenen Güter von 2,68 auf 2,54 Millionen Tonnen. Nach der Oberelbe gingen 16 852(18 270) Schiffe mit 3,43 Millionen (3,57 Millionen) Tonnen Gütern. Der W e r t d e r Hamburger See-Einfuhr betrug 1902 2296,81 Millionen Mark gegen 2160,71 Millionen Mark im Jahre 1901 und 2280,80 Millionen Mark im Jahre 1900. Der Wert der See- Ausfuhr bezifferte sich 1902 auf 1899,88 Millionen Mark gegen 1819,55 Millionen Mark im Vorjahre. Die Einfuhr ist also um 136,10 Millionen Mark und die Ausfuhr um 80,33 Millionen Mark gestiegen, während im Jahre 1901 die Einfuhr um 120 Millionen Mark zurückgegangen und die Ausfuhr um 9 Millionen Mark ge- stiegen war. Feiirblech-Syndikat. An der gestrigen Börse verlautete, daß die hiesige Firma Wolf Netter u. Jacobi ihren Austritt aus dem Fein- blech-Syndikat angekündigt habe. Wie der„Berliner Börsen-Courier" hört, dürfte eS sich indessen nicht um eine Auflösung des Syndikats, sondern vielmehr um eine Erneuerung desselben handeln, bei welcher eine Neuordnung einzelner Punkte vorzunehmen sein wird. Deutsche Roheisen- Produktion im August 1903. Nach den Er- Mittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisen-Produktion des Deutschen Reiches(einschl. Luxem- burgS) im Monat August 1903 auf 875 829 Tonnen. Die Produltion im Juli 1903 betrug 865 343 Tonnen, im August 1903 736 836 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. August 1903 wurden produziert 6 675 704 Tonnen gegen 5 456 533 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Polnisches Walzeisen-Syndikat. Die Nachricht, daß sich ein pol- irisches Walzeisen-Syndikat gebildet habe, ist u n z u- treffend. Wie das„Verl. Tagebl." erfährt, bereitet sich vielmehr unter den polnischen Walzwerken eine Verständigung vor. die eventuell zur Bildting eures Syndikats führen dürfte. SexverkPekaftliedes. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung in der Metallindustrie. Gestern fanden vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts unter Vorsitz des Direktors von Schulz Verhandlungen statt zwischen einer Kommission von Unternehmern, die 95 Firmen, welche Gürtler, und 42 Firnren, welche Metalldrücker beschäftigen, vertraten, und den Ver- trctern der Arbeiter dieser beiden Branchen. Zunächst gab der Vorsitzende bekannt, daß auch der Gewerkverein der deutschen Maschinenbauer und Metallarbeiter an den Einigungsverhandlungen teilzunehmen wünschte. Gegen die Zulassung eines Vertreters dreser Organisation wurde von keiner Seite etwas eingewandt. Cohen, der Ver- treter des Metallarbeiter-Verbandes, gab dann in fünfviertel- stündiger Rede eine ausführliche Begründung der von den Gürtlern und Drückern an die Arbeitgeber gestellten Forderungen und zerstreute die Bedenken, die gegen verschiedene Punkte geltend gemacht worden sind. Namentlich wies er darauf hin, daß die zur Vermeidung von unnötigen Entlassungen bei schlechtem Geschäftsgang gewünschte Ver- kürzung der Arbeitszeit auf bis zu sechs Stunden aus socialen Gründen durchaus gerechtfertigt und auch durchführbar ist, da die Gesamtheit der Arbeiter sich nun für diese Maßnahme erklärt hat. Der Redner erklärte schließlich, daß die Arbeiter zu Entgegenkommen bereit seien. — Von den Arbeitgebern sprach zunächst Herr I a f f e e und erklärte unter anderm, daß die Kommission der Arbeitgeber beauftragt sei, darauf hinzuwirken, daß nicht allein für die Gürtler und Drücker, sondern auch für die andern in den Betrieben der in Betracht kommenden Firmen thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen ein Tarifvertrag geschaffen werde. Herr Jaffee sowohl wie die übrigen Arbeitgeber waren im allgemeinen mit den Forderungen einverstanden, wünschten jedoch in einzelnen Punkten Abänderungen oder Zusätze zu treffen. Nachdem dann noch B e r e n d t auf die Einwendungen der Arbeit- geber geantwortet und Strubel, der Vertreter des GewerkvcreinS, die Erklärung abgegeben hatte, daß auch seine Organisation sich mit den vom Metallarbeiter-Verband aufgestellten Forderungen ein- verstanden erklärt, zogen sich die Parteien zu einer Beratung zurück, die etwa vier Stunden währte. Sodann kam folgender Vergleich zu stände, der von beiden Parteien unterschriftlich anerkannt wurde. I. Die tägliche Arbeitszeit beträgt neun Stunden. Ueberstunden dürfen nur im äußersten Notfall gemacht werden und sind dann mit 25 Prozent Aufschlag zum Lohn zu bezahlen. Es ist nicht ge- stattet, lieberstunden machen zu lassen, sobald noch die Möglichkeit besteht, neue Arbeiter einzustellen. IL Der Mindestverdienst beträgt für den Gürtler pro Stunde 50 Pf., für den Drücker 60 Pf. Dieser muß, gleichviel ob im Lohn oder Accord gearbeitet wird, unter allen Umständen erreicht werden. Der Arbeitgeber braucht den neu eintretenden Arbeitern bei Accord- arbeit während der ersten 14 Tage den Mindestverdienst nicht zu zahlen, wenn derselbe in der genannten Zeit von diesen Arbeitern nicht erreicht wird. Gürtler und Drücker erhalten im ersten Jahre nach vollendeter Lehrzeit einen Stundenlohn von 45 Pfennigen beziehungsweise 55 Pfennigen. Die Festsetzung des Arbeitslohnes für durch Alter, Invalidität und Unfall minder leistungsfähige Arbeiter unterliegt der fteien Vereinbarung der Arbeitgeber und Arbeiter. Ebenso unterliegt die Lohnfestsetzung der freien Ver- einbarung, soweit in Frage kommen jugendliche Arbeiter bis zum 18. Lebensjahr, welche beim Polieren beschäftigt werden. Hl. Ten Drückern sind Werkzeuge zu liefern, wie Holzröhren, Holzmeißel, Stichstahl, Umlegezange, Oelstein, und bei der Be- arbeitung von Eisenblech das gclamte hierzu nötige Werkzeug. IV. Bei eintretendem Arbeitsmangel muß, bevor Entlassungen vorgenommen werden, die Arbeitszeit möglichst bis auf 6 Stunden pro Tag verkürzt werden. V. Die Lohnzahlung muß spätestens mit Beendigung der Arbeits- zeit beginnen, widrigenfalls ist dem Arbeiter für die Wartezeit sein Lohn zu vergüten,. VI. Es ist für die Arbeiter Waschgelegenheit in genügender Weise zu gewähren. VII. Die Reinigung der Bänke hat innerhalb der Arbeitszeit zu geschehen. VIII. Sollten in einzelnen Werkstuben bezw. Fabriken bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen, als in diesem Vertrag festgelegt sind, bestehen, so gelten diese auch für die Zukunft weiter und iverden von dem vorstehenden Vergleich in keiner Weise berührt. IX. Es ist eine paritätische Schlichtungskommission zur Ver- meidung von Streiks und Aussperrungen zu bilden. Ein Sitz in der Kommission wird dem Gewerkverein der deuffchen Maschinenbauer und Metallarbeiter eingeräumt. Die Kommission hat zu bestehen aus 9 Arbeitgebern und 9 Arbeitnehmern, welche berechsigt sind, sich einen unparteiischen Vorsitzenden zu wählen. Die Parteien haben das Recht, gegen Beschlüsse bezw. Entscheidungen der Kom- Mission innerhalb 8 Tagen nach dem Erlaß der Beschlüsse usw. das Einigungsamt anzurufen. Die Kommission soll verpflichtet sein, von Oktober an für diejenigen Arbeiter, welche außer den Drückern und Gürtlern von den vertragschließenden Arbeitgebern beschäftigt werden, einen Tarifvertrag zu entwerfen. Derselbe ist alsdann den betreffenden Arbeitern und Arbeitgebern zur Genehmigung vorzulegen und, sobald er genehmigt ist, auf dem Gewerbegericht von Vertretern der Parteien protokollarisch zu sanktionieren. Sollte eine Einigung der Arbeiter und Arbeitgeber nicht erzielt werden, so haben die Parteien unverzüglich das Einigungsamt des Gewerbe- gerichts anzurufen. Das Einigungsamt soll möglichst in derselben Besetzung fungieren und eventuell durch Schiedsspruch den Vertrag fest- setzen. Im übrigen soll die Schlichtungskommifsion vor Ablauf des vorstehenden Vergleichs und des demnächst zu schließenden Vertrags neue Vertragsentivürfe für die Parteien vorbehalten. Falls Einigung nicht herbeigeführt wird, verpflichten sich die Parteien, wiederum das Einigungsamt anzurufen. X. Maßregelungen aus Anlaß der Lohnbewegung der Arbeiter dürfen nicht stattfinden. XI. Der vorstehende Vertrag tritt mit dem heutigen Tage in Kraft und hat Gültigkeit bis zum 1. September 1905. Wird der Vertrag nicht vier Wochen vor feinem Ablauf gekündigt, so läuft er mit derselben Kündigungsfrist stets ein Jahr weiter. XII. Es steht den bisher dem Vertrag nicht beigetretenen Arbeitgebern frei, noch nachträglich dem Vertrag ihre Zustimmung zu erteilen und sich dadurch der Tarifgemeinschaft anzuschließen. In der gestern vormittag abgehaltenen Versammlung der streikenden Metalldrücker berichtete P a w l o w i t s ch über den Stand der Bewegung. Im allgemeinen hat sich wenig verändert. Zu den Firmen, die bewilligt haben, sind noch einige hinzugekommen. Die Unternehmerorganifatton hat eine Konferenz mit Gietzereibesitzern abgehalten, um sie zu veranlassen, denjenigen Firmen, die die Forderungen der Arbeiter anerkannt haben, keinen Guß mehr zu liefern. Ferner wird berichtet, daß die große Firma Joseph P i n s ch, die ca. 850 Arbeiter beschäftigt, von dem Aus- perrungsbcschluß dispensiert ist, ein weiteres Zeichen dafür, daß die großen Firmen nur die kleinen Unternehmer zwingen wollen, jene thörichte Maßnahme durchzuführen. Der Redner erklärte zum Schluß unter starkem Beifall, daß die Arbeiter wie bisher einmütig auf ihren Forderungen bestehen und im Kampfe ausharren werden. veutkckes Reich. Die Klempner in Magdcbnrg, über deren Lohnbewegung wir in der vorigen Nummer berichteten, sind in den Ausstand g e- treten, weil der eingereichte Tarif nicht anerkannt wurde- Die Böttcher der Faßfabrik von Michael Wellhöfer in Hcidingsfeld befinden sich in einem Konflikt mit der Geschäfts« leitung. Weil auf die eingeführte Maschinenarbeit zu hohe Accord« abzüge gemacht wurden und der eingereichte Lohntarif nicht an« erkannt worden ist, traten 16 Böttcher für die gemeinsamen Jnter» efsen ein und wurden deshalb ausgesperrt. Eine allgemeine Arbeitsniederlegung in der genannten Fabrik steht bevor, es wird deshalb ersucht, den Zuzug fernzuhalten. Die Hafenarbeiter in Königsberg i. Pr. sind in eine Lohn« bewegung eingetreten. Sie haben schon vor einiger Zeit den Unter- nehmern einen Lohntarif unterbreitet, doch haben diese es nicht für nötig erachtet, den Arbeitern eine Antwort zu geben. Die Hafen- arbeiter fordern: Zehnstündige Arbeitszeit, einen Lohn von 5 M. pro Tag, für Ueberstunden einen Lohnzuschlag, Einschränkung der Sonntagsarbeit und Abschaffung des Lohnauszahlens in den Gast- wirtschaften. Ferner verlangen sie, daß eine genügende Anzahl von Arbeitern in jedem Gange des Schiffes beschäftigt werden soll. Die Arbeiter wollen auf friedlichem Wege zu ihrem Ziele gelangen, und sie werden deshalb das Gewerbegericht als Einigungsamt anrufen. Sollten die Unternehmer aber eine Einigung ablehnen, dann werden die Hafenarbeiter, die jetzt gut organisiert sind, in einen Streik ein- treten, um ihre berechtigten Forderungen durchzubringen. Busland. Aus Budapest meldet„Wolffs Bureau": Die Kutscher der Last- fuhrwerke sind zum großen Teil in den Ausstand getreten. Sie fordern Lohnerhöhung und hindern mit Gewalt die Nichtausständigen am Arbeiten, wodurch es häufig zu Zusammenstößen kommt. Mehrere Personen sind verwundet, 13 verhaftet worden. Stimmen zum Parteitage. Aus den Aeußerungen der P a r t e i p r e s f e, die wir bisher in ihrer Fülle noch nicht zu registrieren vermochten, tragen wir heute noch die folgenden nach: „ V o l k s w a ch t" in Breslau: „Soweit die fast einstimmig angenommene Resolution in Frage kommt, wäre also wieder einmal alles ins Geleise gekommen und man wird hie und da so weit gehen, seiner Befriedigung über diesen Verlauf Ausdruck zu geben. Wir"sind jedoch weit entfernt davon, uns dieser Ansicht anzuschließen. Die Genossen im Lande haben noch nie so viel Ursache gehabt, mit einem Parteitag unzuftiedcn zu sein, als mit jenem von Dresden. Darüber helfen auch alle Versicherungen nicht hinweg, wonach hinter den häßlichen persönlichen Kämpfen die tiefsten taktischen Differenzpunkte der Partei verborgen sind. In Wahrheit bot der Parteitag ein nichts weniger als schönes Bild, und wir würden es begrüßen, wenn sich überall im Lande ein Ent- rüstungssturm erheben würde über die Art, wie die Verhandlungen geführt worden sind. Dazu wählen die Parteigenossen schließlich nicht ihre 300 Delegierten, damit vor deren Augen sich zwölf oder fünfzehn der ersten Führer gegenseitig die Haare ausraufen und nur zwei bis drei Tage übrig' bleiben, um den Beratungsstoff zu er- ledigen, den die Genossen im Lande für das Parteiparlament vor- bereitet haben. Mit dieser Aufrollung der großen Fragen muß end- lich einmal aufgehört werden, damit die kleinen aber wichtigeren zu ihrem Rechte kommen." Aus einer Artikelreihe von W. K. im„Volksfreund" in Karlsruhe heben wir diesen Absatz hervor: „So unerfteulich und unerquicklich die Dresdener Debatten waren, so wenig irgend welches praktische Resultat damit erzielt wurde, in einem Punkte hat diese Debatte endlich völlige Klarheit geschaffen. Die Versuche, die Theorie der gesellschaftlichen Entwicklung in die Zwangsjacke des Doktrinarismus zu spannen, können als endgültig gescheitert betrachtet werden. Eine so mächtige, eminent kulturelle, auf die völlige Umgestaltung aller bestehenden gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und socialen Zustände gerichtete Massen- bewegung erträgt nicht die Fesseln des starren Dogmatismus und Doktrinarismus. Wenn ihr solche Fesseln trotzdem angelegt werden, zersprengt sie die Entwicklung ganz von selbst. Das lehrt die bisherige Geschichte der modernen Arbeiterbewegung, das lehrt vor allem die Geschichte der Socialdemokratie. Niemals kann eine Partei wie die socialdemokratische die Wissenschast und die Theorie in den spanischen Stiefel des Doktrinarismus spannen, so wenig als sie auf die Dauer den tyrannischen Geist des Sektierer- tums und der Unduldsamkeit erträgt. Alle dahingehenden Versuche müssen notwendigerweise scheitern. Wenn diese Thatsache«endlich" allseitige Anerkennung sich verschafft hat, dann bildet auch der Dresdener Parteitag einen Markstein in der Geschichte der deuffchen Socialdemokratte, aber nur dann." In der„ V o l k s st i m in e" in Mannheim äußert sich F. I. Erhart ausführlich zum Parteitage. Auch er vertritt den mehr- fach eingenommenen Standpunkt, daß es den Anklägern des Rcvi- sionismus nicht möglich gewesen sei, nachznweisen, daß Parteigenossen solchen Bestrebungen huldigten, wie sie durch die Resolution 130 verurteilt werden. Er schließt seinen Artikel: „Mit wenigen Ausnahmen werden alle Genossen den Wunsch haben, daß Parteitage wie der Dresdener nicht mehr wiederkehren. Soll das geschehen, dann wird es auch Pflicht der Genossen sein, einzugreifen. Die Verhandlungen des Dresdener Parteitages bieten dazu die beste Gelegenheit. Wir haben zu prüfen, ob es richtig ist. daß die Partei„noch nie so uneinig war als jetzt", ob unser Kampf au Schärfe und Klarheit verloren hat, ob sich eine„Versumpfung" in demselben bemerkbar macht. Blicken wir dabei aber nicht zuerst als Splitterrichter über unsre Grenzpfähle, sondern lehen wir uns im eignen Lager um I Untersuchen wir dabei, ob es richtig ist, daß wir die Kräfte besitzen, innerhalb weniger Tage die ganze Gesellschastsorganisation zu übernehmen, ob uns nicht unser letzter Wahlerfolg mehr, als es sein dürste, in den Kopf gestiegen, ob es nicht nötig ist, die am 16. Juni gewonnenen An- Hänger uns voll und ganz zu sichern! Untersuchen wir aufs ge- Wissenhasteste, ob in unsrer Partei während der letzten Jahre ein „Komödienspiel" getrieben wurde I Vergessen wir aber auch dabei nicht, zu prüfen, ob wir ganz ftei von jedem Personenknltus sind, ob nicht auch bei uns eine Ver- himmelung von führenden Genossen platzgegriffen hatl Lassen wir uns in unsrer Thätigkeit nicht von unfern Gegnern stören, ob sie loben oder tadeln: keines von beiden darf unsre Wirksamkeit, unsre gegenseitige Achtung, unsre Einigkeit be- einträchtigen. Wir waren seither stolz darauf, keine Lassalleaner, keine Marxisten zc., keine Vollmarianer, sondern Socialdemokraten zu sein, deshalb sind wir auch keine Bebelianer. Als Milderungs- grund soll gerne anerkannt werden, daß der letzte Wahlkampf, der unsre Kräfte in außerordentlichem Maße in Anspruch nahm, eine gewisse Nervosität erzeugte. Pflicht der Genossen wird es aber sein, daftir zu sorgen, daß unter der Reizbarkeit und Empfindlichkeit einzelner Genössen nnsre Partei nicht dauernden Schaden erleide. Wohl wird immer gesagt, die Partei könne solche Stöße mit Leichtigkeit ertragen: aber auch der stärffte Magen geht schließlich an verschluckten Schuhnägeln zu Grunde." Von sonstigen Preßäußerungen cisieren wir heute noch das„Correspondenzblatt" der Geueralkommission der Gewerkschaften, das seine Betrachtung so beginnt: „Der Parteitag... bot in seinen Verhandlungen ein Bild der Uneinigkeit und der bis zu scharfer persönlicher Befehdung gesteigerten Gegensätzlichkeit, wie wir es in der deutschen Arbeiterbewegung kein zweites Mal erleben möchten. Nach dem gewaltigen Wahlsieg vom 16. Juni d. I. durfte man mit Recht erwarten, daß der Parteitag die rechte Antwort für den großen Vertrauensbeweis der drei Millionen Wähler finden werde durch erneute Deklaration der energischen, klaren und einheitlichen Vertretung der Interessen des arbeitenden Volkes: das durste man nicht bloß er- warten, sondern man müßte es auch verlangen, mit Rück- ficht auf die großen parlamentarischen Kämpfe, die der ge- wählten Vertreter im Reichstage harren und mit Rücksicht auf die nach den Wahlen erneut hervorgetretenen Bestrebungen des Um- sturzes von Volksrechten. Ohne durch überflüssige Begcistcrungs« ausbräche und dekorative Demonstrationen die Veranstaltungen der " Katholikentage nachzuahmen, sollte doch der Parteitag auf der Höhe hat, und die ihn vor die Wahl stellte, den Artikel sofort zu schreiben[ wurde die Regierung ersucht, die Sache im Verordnungswege durch der durch den Wahlsieg vom 16. Juni von der Socialdemokratie( was er, wie ich nach Kenntnis seiner Zeiteinteilung bestimmt an- zuführen. Obwohl der Magistrat das Gefuch befürwortete, verhielt eroberten Stellung stehen, und Ausschau halten über das Wahlfeld nehmen durfte, nicht leisten konnte) oder den Artikel für die Dresdener sich die Regierung ablehnend und verwies die Betenten an die Handder weiteren Kämpfe und fünftigen Siege. Die Partei, die Woche zu lassen." Hätte er ihn wider Erwarten doch geschickt, werkskammer, wo sie natürlich nicht besser fahren werden, denn die diese große Schlacht siegreich geschlagen, die Führer, die den so wäre das Manuskript liegen geblieben, bis Herr Bernhard in Handwerkskammer besteht zum größten Teil aus verbohrten Kampf gegen die bürgerlichen Parteien so erfolgreich geleitet, die Dresden gesprochen hätte; für die Parteitagswoche war, statt seines, Innungsmenschen, die nur auf den eignen Vorteil bedacht sind. mußten wissen, daß es jetzt nur eine einzige Parole geben konnte: schon ein Artikel über den Baumwollencorner bestimmt und gesetzt. Ginig gegen den Feind. Statt dessen bergällt man sich den Sieg Kein Schriftsteller kann aber mißverstehen, was mit der redaktionellen arbeiten für acht Kasernen, einem Stall gebäude, einem Submissionsblüten. Die Ausführung der Tischler- und Schlossermit theoretischen Haarspaltereien und persönlichen Bänkereien, Anregung gemeint ist, den Artikel für diesmal zu lassen". bietet den Gegnern ein Schauspiel der unerfreulichsten Art Herr Bernhard hat es auch nicht mißverstanden:" er ist auf den Ererzierschuppen, zwei Wirtschaftsgebäuden und zwei Dienstgebäuden und erfüllt weitere Arbeiterkreise mit bitterer Enttäuschung. Tausende eigentlich für die Parteitagswoche fälligen Artikel gar nicht mehr Ludwig Neddersen- Hannover verlangte für die Tischlerarbeiten an der Witterbucht( Torpedohafen) stand zur Submission. von Arbeitern verstehen es einfach nicht, wie die größte und ge- zurückgekommen und hat mir geantwortet:" Von Dresden aus 113 986 M. und Chr. Ahrens, Zehn und Arst u. Sohn in Kiel für schulteste Partei der Gegenwart um solcher theoretischer und tattischer schicke ich pünktlich den nächsten Artikel", d. H. den, der in der Woche die Tischlerarbeiten 175 783 M. und für die Schlosserarbeiten Meinungsverschiedenheiten willen sich so bitter befehden kann, wie nach dem Parteitag zu erscheinen hatte. Die Postkarte hatte also sie alle Bande der Disciplin abstreifen und auseinanderreißen kann, genau denselben Zweck wie die vorher gesprochenen Säße: Herrn eine Forderung von 29 372 M. ab. 52 156 M. Für letztere gaben Behrendt- Brockstedt in Neumünster was in mühevoller Arbeit lange Jahrzehnte ineinander gefügt ist, Bernhard ohne Kränkung darauf vorzubereiten, daß die Zukunft" und es wird ihnen schtver fallen, das Klassenbewußtsein der Arbeiter in der Parteitagswoche keinen Artikel von ihm bringen werde. Klasse, das in und nach den großen Wahlfiegen so elementar zum Daß Herr Bernhard, als ich ihn zum letztenmal sprach, sich entAusdruck kam, in diesen Parteitagsdebatten wiederzuerkennen." schlossen zeigte, seinen Artikel Parteimoral" in Dresden gegen seine Ueberzeugung eine Dummheit" zu nennen, die er bereue, ist eine Thatsache, die ich vor dem zuständigen Gericht als wahr zu beiveisen bereit bin. " 1 München: # " " Versammlungen. Nach einer Besprechung der Einzelheiten heißt es dann: „ Eine Gewähr gegen die Wiederkehr ähnlicher Reibungen können Der Centralverband der Maurer( Zweigverein Berlin) befaßte wir nur darin erblicken, daß die Genossen sich gewöhnen, von kleinsich in seiner gut besuchten Versammlung am Freitag mit den Mißlichen Meinungsverschiedenheiten kein Aufhebens zu machen und die 2. Aus der Erwiderung des Herrn Göhre greife ich die einzige ständen auf den Bauten. In seinem Referat übte Fritsch Motive derselben zu verdächtigen, sondern sie durch rein sachliche Thatsache heraus, die erheblich sein könnte. Herr Göhre bestreitet, nicht nur an den Unternehmern, sondern auch an dem Verhalten der Diskussion zu klären, daß sie ferner Duldsamkeit üben, wenn unter daß er mir seinen Artikel„ Der Glaube des Kaisers" geschickt habe, eignen Berufskollegen freimütige Stritit, weil gerade durch die Lauheit der Legion von Vertretern des Socialismus nicht alle Auffassungen als ihm der Beschluß des Parteivorstandes schon bekannt war. Er und Gleichgültigkeit der letzteren die verschiedenartigsten Mißstände einander völlig decken, und die Entscheidung ruhig der Zeit und wiederholt damit, was er am 20. April 1903 im Voltswillen" auf den Bauten eingerissen seien. Die Diskussionsredner stimmten den maßgebenden Instanzen überlassen, und daß sie stets bei präciser behauptet hatte:„ Mein Artikel war bereits geschrieben und dem Referenten allgemein bei und ergänzten, gestützt auf eine Reihe allen Meinungsabweichungen und deren Widerlegung doch das gesetzt, als jener Beschluß( des Parteivorstandes) veröffentlicht wurde." von persönlichen Erfahrungen, die auf die Verbandskollegen bezüg gemeinsame Verbindende und die notwendige Einheit der Partei in Die Behauptung war und bleibt univahr. Der Artikel ist am lichen Ausführungen. Sodann teilte Panser mit, daß er sich den Vordergrund der Diskussion stellen. Dann wird das Mißtrauen, 3. März, abends, in meine Hände gekommen und, nach Ausweis aus Gesundheitsrücksichten veranlaßt sehe, seinen Posten als Vordas heute so schädliche Folgen aufwies, wieder schwinden und die der Druckereibücher am 5. März gesezt worden; am 6. März fizender des Zweigvereins niederzulegen. Die Versammlung gemeinsamen Stämpfe und Gefahren werden, was alle papiernen hatte Herr Göhre die Korrekturbogen im Haus. Auf diese Daten ist damit einverstanden, daß der bisherige Schriftführer Lemm die Resolutionen nicht vermögen, den einigen Sinn in der Arbeiter- fäme es aber nicht einmal an. Herr Göhre behauptet, ich fälsche Geschäfte des Vorsitzenden bis auf weiteres übernimmt. Zum Schluß bewegung für alle Zeit sicher befestigen." Daten"; denn der Vorstandsbeschluß, den ich in den Februar ver- nahm die Versammlung einstimmig eine Sympathie- Resolution zu Die Politische Provinz Korrespondenz" Hbg. meldet aus legte, fei erst am 3. März im Vorwärts" veröffentlicht worden. gunsten der streitenden Omnibusangestellten an. Nicht um diese Veröffentlichung aber handelt es sich für mich, sondern Die Münchner Post" bemerkt zu der Erklärung Bebel- um das vom 28. Februar datierte Schreiben des Parteivorstandes Eine öffentliche Versammlung der in der Phonographenbranche Kautsky- Singer im Vorwärts": Wenn die Unterzeichner uns an die Herren Göhre, Heine und Genossen, das die fünf Adressaten beschäftigten Mechaniker fand am 24. September in den Arminhallen unterschieben, unsre Artikel dem Zweck veröffentlicht am 3. März gemeinsam beantwortet haben.( Siehe Parteitags- statt. Der Referent Litfin legte den Anwesenden dar, wie zu haben, die in München rebellierenden Genossen nieder- Bericht," Vorwärts" vom 15. September 1903, erste Beilage, vierte dringend nötig es ist, daß sie sich zusammenschließen. Dem mit zuhalten, so verkennen sie wieder einmal die Lage völlig. Seite.) Dieses Schreiben, das über die Stellung des Parteivorstandes Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine eingehende Besprechung Die Münchener Genossen rebellieren allerdings zwar nicht den geringsten Zweifel ließ, kannte Herr Göhre, ehe er seinen der Verhältnisse in den Phonographenwerkstätten. Es herrschen die gegen die Beschimpfungen, mit denen Bebel ohne jeden Grund Artikel schickte; und die Sendung dieses Artikels fündete Frau Braun denkbar schlechtesten Verhältnisse und werden noch Löhne von 25 bis die Münchener Genossen überschüttet hat. Wo die unwürdige Kampfes- mir als eine Demonstration gegen die vom Parteivorstand beab- 30 Pf. pro Stunde bezahlt. Bei Runge und v. Steemann werden weise zu suchen ist, bei den Veranstaltern des unerfreulichen Dresdener sichtigte Unterdrückung der Redefreiheit" an. Auch in diesem 17 Lehrlinge ausgebildet, bei zehn beschäftigten Gehilfen. Der Schauspiels oder bei den Partei- Organen, die, um ähnlichen partei- Punkte ist, wie in allen andern, meine Darstellung also erweislich Preis der Apparate ist sehr heruntergedrückt; so ist der Herstellungsfchädigenden Vorgängen vorzubeugen, rücksichtslos die Wahrheit zu wahr; und wenn gefälscht" worden ist, hat Herr Göhre gefälscht. preis eines Phonographen bei Brandenburg u. Rengert bereits fagen sich getrauen, das überlassen wir ruhig dem Urteil der Partei- 3. Auf die Schimpfworte des Herrn Dr. Braun( Nr. 226 des 13,4 Pf. Die Versammlung beschloß, in allen Werkstätten durch die genossen. " Vorwärts") habe ich hier nur zu erwidern, daß ich im April dieses Vertrauensleute Material zu sammeln und dasselbe der AgitationsJahres den Verkehr mit dem Ehepaar Braun abbrach, weil mir fommission zuzustellen. Bemerkt sei noch, daß die anwesenden Meister Dinge aus dem Privatleben des Ehepaars zur Kenntnis gelangt diese Mißstände zugaben. waren, die mir einen weiteren Verkehr unrätlich erscheinen ließen. In vorzüglicher Hochachtung Erwiderung. Jn Nr. 226 des Vorwärts" behauptet Heinrich Braun: " Der Abgeordnete Stadthagen, dessen Ausführungen in der Versammlung eine auffallende Uebereinstimmung mit dem Artikel der„ Leipziger Volkszeitung" aufwiesen, überbot sich in Verunglimpfungen meiner Person, der mir u. a. die Verfolgung rein persönlicher Interessen auf Kosten der Partei vorwarf." " " Harden, der Herausgeber der„ Zukunft". Sociales. Centralverband der Brauerei- Arbeiter( Sektion I). Das in dem Versammlungsbericht vom 24. d. M. erwähnte Ausschußmitglied von Schultheiß II ist aus dem Grunde zurückversetzt worden, weil durch sein Verschulden ein maschineller Unfall herbeigeführt wurde, und nicht deshalb, weil es viel zu viel Ausschußmitglied sei". Diese Aeußerung ist im Zusammenhang mit dem Unfall gemacht worden. Bezüglich dieses Falles ist auch die hieran geknüpfte Bemerkung hinfällig und wird bedauert, der Direktion in diesem Punkt unrecht Paul Mezko, Schriftführer. gethan zu haben. Weißensee. Am Mittwoch fand im Lokale„ Deutscher Kaiser" eine öffentliche Parteiversammlung statt, in welcher Welt- Lichtenberg Bericht über die Verhandlungen des Dresdener Parteitages gab. Redner stellte sich im großen ganzen auf den Standpunkt des Genossen Bebel und verurteilte scharf das Mitarbeiteu einzelner Genossen, speciell Akademiker, an bürgerlichen Blättern, speciell der Bukunft", Morgenpost" usw. und meint, die Akademiker möchten sich erst in den Dienst der Partei stellen und an deren Arbeiten teilnehmen und nicht gleich führende Rollen in der Partei bekleiden, sondern sich erst die Sporen verdienen. Referent verurteilte ferner das Verhalten des Genossen Fischer und meinte, die Sache wäre wohl noch nicht erledigt und man würde sich wohl noch an einer andren Stelle das mit beschäftigen müssen. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Rezke, Karow, Harms, Zence, Huhn, Schmutz und Basewald, die meisten Redner stehen auf dent Standpunkt, von sogenannten revisionistischen Bestrebungen nichts wissen zu wollen, 799 fondern an der altbewährten Taktik festzuhalten, durch welche die 1 131 Partei groß und stark geworden sei. Den Bericht der Kreiskonferenz gab Haad. Schichtverdienst Jahresverdienst 1902 Die von Braun gegen mich erhobenen Anwürfe sind selbstverständlich mit der Wahrheit nicht übereinstimmend. In jener Versammlung wurde von mehreren Genoffinnen eine Zeitungsreklame Der preußische Bergbau 1902. abfällig kritisiert. Diese Reklame sucht Inserate unter dem Hinweis Im Jahre 1902 waren im preußischen Bergbau 480 336 Arbeiter auf ihre vermeintliche Kundenschaft unter den besser gestellten beschäftigt, das sind 2230 weniger wie im Jahre 1902. Der SteinArbeitern" und bezeichnet sich als socialdemokratische tohlen- Bergbau hat jedoch noch zugenommen, und zwar 1996 Mann Wochenschrift". Als der Angestellte Heinrich Brauns darum bat, ihm in Oberschlesien und 728 Mann in Saarbrücken und Aachen, während doch auseinanderzusetzen, was denn Schlimmes in der Nellame Dortmund einen Rückgang von 226 Mann hat. Die Hauptzahlen enthalten sei, wurde u. a. auch von mir versucht, ihm flar- des Rückganges entfallen auf den Braunkohlen Bergbau des zumachen: 1. die Bezeichming socialdemokratische Wochenschrift" Halleschen Bezirks und den rechtsrheinischen Erzbergbau. für ein Drgan, das von den zuständigen Partei- Organen nicht geUnter den beschäftigten Arbeitern befanden sich 5997 weibliche billigt ist und dem Geldbeutel Privater dienen soll, sei eine und 15 567 jugendliche männliche. Die durchschnittlichen Nettolöhne, unlautere, betrügerische, 2. ferner die marktschreierische, die besser wie sie die folgende Tabelle zeigt, weisen gegen 1901 allgemein gestellten Arbeiter" als Ausbeutungsobjekt anpreisende Reklame liege einen Rückgang auf, der in Dortmund 93 M., in Siegen- Nassau noch unterhalb des moralischen Niveaus einer„ Lokal Anzeiger"- fogar 118 M. beträgt: Reklame, 3. der Versuch, das Wachstum der Socialdemokratie Privatinteressen dienstbar zu machen, wie es die Reklame versucht, sei verächtlich und verdammenswert, 4. unmöglich könne Heinrich Braun mit der Reklame einverstanden gewesen sein, vielmehr würde er, wenn er von der Reklame Kenntnis erhalte, seinem Kommis erklären, er sei ein fel. Nach der Erklärung Heinrich Brauns nehme ich feinen Anstand, die Behauptung zu 4. zurückzunehmen. Da es mir absolut fern liegt, Heinrich Braun in seinem Bestreben zu unterstützen, Reklame für sein unter dem irreführenden Namen einer socialdemokratischen Zeitung" herausgegebenes Brivat unternehmen in bürgerlichen Kreisen zu machen, da ferner ein Salzbergbau Socialdemokrat und Arbeiter auch ohne Anführung weiterer Thatsachen weiß, was er von Heinrich Braun und seinem Privat- r 3 bergbau unternehmen zu halten hat, welchen Schutz er seinen Taschen vor solchem Unternehmen angedeihen lassen muß, so verzichte ich auf iveitere Darlegungen über die Neue Gesellschaft" vom Geiste Heinrich Brauns. Im übrigen mag Heinrich Braun in Zukunft abermals Anwürfe gegen mich persönlich erheben, welche er will von einem Heinrich Braun verdächtigt zu werden, halte ich für beneidenswert. Arthur Stadthagen. " Berichtigung. In meiner Erklärung gegen die Hardenschen Anpöbelungen auf mich findet sich ein sinnentstellender Druckfehler. Es muß unter Nr. 3, Absatz 1, Beile 3 von unten heißen: Borgang statt Eingang. 27. September 1908. Wir erhalten folgende Buschrift: P. Göhre. Grunewald, 28. September 1903. An die Redaktion des Vorwärts", Berlin, Lindenstr. 69. Unter Berufung auf§ 11 des Geseges über die Presse vom 7. Mai 1874 ersuche ich um Aufnahme der folgenden Berichtigung in der nächsten Nummer Ihrer Zeitung: Steinkohlenbergbau Oberschlesien Niederschlesien. Dortmund Saarbrücken Aachen Braunkohlenbergbau Halle 1053 1119 1901 1902 1901 M. M. M. M. • 3,10 2,97 872 2,92 2,73 871 . 4,07 3,82 1224 3,54 3,57 1042 3,78 3,71 1 162 • . 3,06 2,94 928 . 3,81 3,58 Mansfeld 3,30 2,84 Oberharz 2,26") 2,27**) Siegen- Nassau 3,19 2,84 sonstiger rechtsrheinischer. 2,87 linksrheinischer 2,70 2,84 2,89 1155 1001 678 904 813 722 Halle. • *) Hinzu kommt Brotkornzulage, auf 1 Schicht 11 Pf. **) Desgl. 5 Pf. zu!" Spandau. Am Donnerstag tagte hierselbst eine öffentliche Partei889 versammlung, in welcher Paris- Velten den Bericht vom Parteitage erstattete. Die Versammlung nahm hierauf einstimmig 1066 die folgende Resolution an: Die Parteiversammlung erklärt sich mit den vom Parteitage in Dresden gefaßten Beschlüssen 865 durchweg einverstanden; vor allem begrüßt sie es, daß 683 der Parteitag scharf die Bestrebungen der Bernsteinianer zurüd786 gewiesen und demgegenüber so entschieden und unzweideutig den 788 revolutionären Klassentampf- Charakter der Socialdemokratie betont 680 hat. Desgleichen stimmt die Versammlung erfreut dem Beschluß betreffend die Mitarbeit von Parteigenossen an gegnerischen Blättern - Alsdann erstattete Hornig den Bericht von der letzten Konferenz und schilderte insbesondere die Debatte, welche die Angelegenheit der„ Spandauer Laterne" hervorgerufen habe. Von Seiten der Die Nationale Krankenkasse der deutschen Gold- und Silber- Potsdamer und Veltener Delegierten sei das Eingehen der arbeiter, Hauptsitz Schw.- Gmünd, hielt in den Tagen vom 20. bis Laterne" gefordert worden. Die Kreiskonferenz habe auch eine fünf24. September nach 25jährigem Bestehen ihre 10. ordentliche General- gliedrige Kommission zur Regelung des Pressewesens im Kreise eingesetzt, versammlung in Hanau a. M. ab. Anwesend waren außer den Mit- und diese Kommission habe nun mit drei Stimmen beschlossen, den gliedern des Vorstandes der Vorsitzende des Ausschusses und 30 Ab- Spandauern zu empfehlen, zur Brandenburger Zeitung" überzugeordnete, welche 14642 Mitglieder in 124 Orten vertraten. Nach dem Ge- gehen und die Laterne" eingehen zu lassen. Hierüber entspann sich schäftsbericht von Ende März 1901 bis Ende 1903, also für 23 Jahre eine sehr ausgedehnte Debatte, die schließlich vertagt wurde. Die wurden an Eintrittsgeldern, Beiträgen, Zinsen wie sonstigen Ein- Mehrzahl der Diskussionsredner stellte sich zu dem Kommissionsnahmen 852 867,08 M. erzielt, dem eine Ausgabe an Krankengeld beschlusse streng a blehnend; verteidigt wurde dieser nur vom Ge von 581 544,83 m., Arzt und Medizin 144,347,76 m., Heilanstalten nossen Paris- Belten. 22 409,48 m., Angehörige 8091,50 M., Sterbegeld 18 310 M., persönliche, sächliche und sonstige Ausgaben 63 999,97 m., insgesamt = " 1. In Nr. 225 des„ Borwärts" bestreitet Herr Bernhard die mit 833 713,60 M. entgegensteht. Reinertrag 19 153,48 M. Der Letzte Nachrichten und Depeschen. Richtigkeit meiner Darstellung eines Gespräches, das ich mit ihm Neservefonds beträgt 277 360 M. Nach einstimmiger Dechargierung hatte. Er erwähnt dabei, daß dieses Gespräch in Gegenwart eines wurde zunächst die künftige Form der Kaffe beraten, weil Breslau, 28. September.( W. T. B.) Die Bergverwaltung der Zeugen stattfand". Als die Erklärung des Herrn Bernhard erschienen acht Mitgliedschaften die Umwandlung der Kaffe in cine Laurahütte teilt mit, daß um 18 Uhr nachmittags drei Personen war, suchte dieser Zeuge mich auf, um mir zu sagen, daß meine Zuschußtasie beantragt hatten; in namentlicher Abstimmung Darstellung richtig sei und daß ich nur vergessen hätte, die Aeußerung mit 28 gegen zwei Stimmen wurde die Fortführung der als tot, vier als schwer, zehn als leicht- und eine Anzahl Personen lichen Blättern wirklich verboten, dann muß ich eben mein Pseudonym Statutenberatung wurden 1. a. die Beiträge erhöht. Die Unter Greeffe auf der großen Herbstmesse mußte die Polizei wiederholt des Herrn Bernhard anzuführen:" Wird die Mitarbeit an bürger- Stasse in bisheriger Form beschlossen. In der hierauf erfolgten als ganz leicht verlegt festgestellt sind. Eine Person wird vermißt. Magdeburg, 28. September.( B. H.) Infolge andauernder ändern". stüßungssäge bleiben für diejenigen Mitglieder, welche nur dieser Ercesse Diese Aeußerung hatte ich nicht vergessen, sondern mich zunächst Stasse angehören, bestehen; noch anderweitig Versicherten wird überall mit blanker Waffe einschreiten. Die Polizei beabsichtigt infolge dessen, um Aufhebung der Messe beim Ministerium vorstellig zu auf das unbedingt Notwendige beschränkt. Herr Bernhard behauptet, die gleiche Unterstüßung gewährt. ich hätte geschrieben, nach seinen Worten habe mein Blan fest- Die Frauen- Sterbelasse wurde den Bestimmungen der Privat- werden. gestanden", ihn nicht mehr für die Zukunft" schreiben zu lassen. Wenn versicherung angepaẞt. Frankfurt a. M., 28. September.( W. T. B.) Wie der„ Franker richtig citiert hätte, würde die von ihm abgedruckte Postkarte gegen mich zeugen. Er hat aber falsch citiert; in Nr. 52 der Zukunft" Streit entstanden über die Honorierung und die Art der ärztlichen teilweise schwer verletzt, darunter Brandinspektor Prinz und einige Zwischen den Werzten und den Krankenkassen Münchens war ein furter Beitung" aus Aachen gemeldet wird, wurden bei der Explosion eines Gasmessers im dortigen Gefängnisse fünf Personen ist deutlich gesagt, daß ich entschlossen war, ihn nicht mehr schreiben Hilfeleistung. Der Streit ist durch schiedsgerichtliches Verfahren nun zu lassen, wenn er sich auf dem Parteitag so unwürdig benähme, Feuerwehrleute. wie er's vorhatte. Er behauptet, in der Parteitagswoche sei fein beigelegt. Die Einigung ist in der Weise erfolgt, daß sämtliche Krankenkassen einschließlich der Gemeinde- Krankenversicherung die Karlsruhe, 28. September.( B. H.) Minister Schenkel hielt Artikel von ihm erschienen, weil er keine Zeit gehabt habe, einen zu Forderung der Aerzte in Bezug auf die Einführung der freien gestern bei Eröffnung der Landwirtschafts- Ausstellung in Durlach schreiben. Die Behauptung ist unwahr. Er hat mir, vor dem Beugen, ausdrücklich angeboten, den Artikel rechtzeitig zu schicken, Aerztewahl angenommen haben, ebenso die Honorarforderungen und eine Rede, in der er eine Vorlage in Bezug auf die Einführung und ich habe ihn ersucht, es nicht zu thun; damit er's nicht als die Forderung oaf Einsetzung eines Schiedsgerichts, das aus atvei eines direkten Landtags- Wahlrechts ankündigte. tränkendes Mißtrauen empfing, nahm ich als Vorwand eine drei- Aerzten, zwei Krankenkassen- Borständen und einer juristischen Person tägige Reise, die mich, da ich zwölf Stunden vor Bernhards als unparteiischem Vorsitzenden bestehen wird. Die freie Aerztewahl wird am 1. Januar 1904 eingeführt werden. Ablieferungstermin wieder zu Hause war, in Wirklichkeit nicht gehindert hätte, seinen Artikel zur gewohnten Zeit druckfertig zu Die Würzburger Bäckergehilfen erstreben die Freigabe der ersten machen. Weil das Gespräch nicht unter vier Augen geführt und ich Feiertage an den drei hohen firchlichen Festen als vollständigen nicht sicher war, ob er mich ganz richtig verstanden habe, schrieb ich Ruhetag, und da die Meister nicht auf gütlichem Wege zu einer Beihm vor meiner Abreise die Postkarte, deren Wortlaut er abgedruckt willigung dieser gewiß bescheidenen Forderung zu bewegen sind, erantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Wien, 28. September.( B. H.) Das Herrenhaus nahm das Rekrutengesetz in der Fassung des Abgeordnetenhauses an. Nizza, 28. September.( W. T. B.) Die hiesigen Karrenführer und Lastwagenkutscher erklärten heute früh den Ausstand unter der Forderung einer Lohnerhöhung. Liffabon, 28. September.( W. T. B.) Der König hat heute eine Amnestie für politische Vergehen erlassen. Nr. 227. 20. 1. Ktiligt Ks Jotniärto" Sttlincr WsblM Dievstag, 29. September 1903, Der„Zttkunf�-Artikel über den Parteitag. Aus den Kreisen der Parteigenossen wird der Wunsch geäußert, den Artikel Haidens über den Dresdener Parteitag, den wir neulich bruchstückweise veröffentlichten, vollständig kennen zu lernen. Wir reproduzieren nachstehend den Aufsatz wortwörtlich: Bebel und Genoffen. Vor einer Plebejerschar, deren Häupter ihn gestern noch bejauchzt und als uneigennützigen Helfer in Nöten gepriesen haben, steht ein Mann und spricht, was leidenschaftlicher Drang nach Wahrhaftigkeit ihn zu sprechen zwingt. Ihr werdet belogen, sagt er, Tag vor Tag von Euren Führern, Eurer Presse schamlos belogen.„Aus der Naturwissenschaft will ich Euch beweisen, daß der„Volksbote" Euch an der Nase herumführt, wenn er Euch vorredet, daß Ihr, daß die niederen Klassen, die Masse und der Pöbel der wahre Kern des Volkes seien. Das ist eine Zeitungsente. Die große Masse ist nur der Rohstoff, aus dem Menschen gemacht werden sollen. Geht es denn nicht so in der ganzen übrigen Welt des Lebendigen zu? Welcher Unterschied zwischen einer kultivierten und einer unkultivierten Tier- familiel Denkt Euch zunächst mal einen gewöhnlichen Pöbelhund, einen ekligen, zottigen, pöbelhaften Köter, der sich nur auf den Straßen herumtreibt und die Häuser versaut. Und dann vergleicht den Köter mit einem Pudel, der schon seit mehreren Generationen aus einem vornehmen Hause stammt, wo er feines Futter gekriegt. und Gelegenheit gehabt hat, harmonische Stimmen und Musik zu hören. Glaubt Ihr nicht, daß des Pudels Gehirn ganz anders entwickelt ist als das des Köters? Auch zwischen Pudelmenschen und Kötermenjchen ist ein gewaltiger Unterschied. Und deshalb ist es ganz unverantwortlich vom„Bolksboten", wenn er tagaus, tagein die Irrlehre verkündet, die Masse und der Pöbel, die kompakte Majorität seien im Alleinbesitz des freien Sinnes und der Moral und das Laster und die Verdorbenheit und der geistige Dreck aller Art seien ein Ausfluß der Kultur. Dasselbe Blatt predigt ja täglich, die Masse, der Pöbel müsse zu höheren Lebensbedingungen gehoben werden. Kreuzhimmeldonnerwetter: wenn die Lehre des.Volksboten" richtig wäre, dann müßte solche Hebung den Pöbel ja geraden Weges ins Verderben führen!" So spricht der Mann; und wird nicht müde, der Menge grausame Wahrheit zu sagen, die sie wie Peitschenschläge empfindet. Und die Menge heult unter den Hieben auf, erklärt den gestern umworbenen Freund feierlich für den Tod- feind des armen, bedrückten Volkes, häuft allen Koth aus den Kloaken der Volksseele auf seinen Namen, hetzt ihn mit schrillem Schimpf und mit Steinen durch die Straßen und wirft ihm die Henster ein. Der Mann aber sammelt sorgsam die Steine und be- wahrt sie zum Andenken auf, wie Trophäen. Die Hand der Nächsten. der paar Getreuen faßt er und hält sie und wärmt sich an pochenden Menschenpulsen.„Volksfeind!"„Volksfeind!" Draußen tobt die Menge; und von dem feigen Gesindel, das gestern noch mit seiner Bewunderung, seinem Dankgestammel die Stube besprenzte, ist heute keiner mehr zu sehen. Da atmet der Vereinsamte auf und Jubel brüllt aus der wunden Brust. Er ist glücklich. Er ist allein. Ich grüße Dich, Thomas Stockmann, den Volksfeind. Und ge- denke des Tages, da der Zufall mich bei liebenswürdigen Frauen wit dem alten Ludwig Bamberger zusammenbrachte, dessen ver- zärtelte Bourgeoisnerven ich durch junge Wildheit geärgert hatte. »Ich habe Sie nicht vergessen," sagte er,„spreche sogar noch häufig von Ihnen. Sie sind wie Ibsens Stockmann, den ich— ejji« schuldigen Sie— nicht ausstehen icntn. Und noch schlimmer vran als er. Denn Sie neigen nach der socialistischen Seite. Das wird Ihnen, wie Sic nun einmal sind, schlecht bekommen. Für mich ist und bleibt das Wesen der Socialdemokratie: die Empörung der Arme gegen die Köpfe. Sie Werdens am eignen Leibe erfahren." Das hielt ich damals für die platteste Manchestcrweisheit. Wenn je eine, dachte ich. ist doch die socialdemokratische Bewegung ein Aufstand allzu lange geknechteter Geister. Ihr Ziel hielt ich immer für unerreichbar, ihre Kulturarbeit aber für die erfreulichste Leistung einer politisch unfruchtbaren Zeit. Und was sollte ich am eignen Leibe erfahren? Ich wollte ja nichts von der Partei, blieb ihr mit bewußtem Willen fern und ließ mich von den ihr Angehörigen suchen. Stockmann durfte sich nicht beklagen. Warum sprach er in Volksversammlungen? Wer trieb ihn auf die Galeere, zwang ihn, der Masse sein persön- liches Meinen und Wollen aufzudrängen? So unklug würde ich niemals sein, nie auch nur versprengte Häuflein des Proletarier- Heere? für meine Wcltbetrachtung zu gewinnen suchen. Sondern ruhig meines Weges gehen, denen, die nach freier Wahl zuhören wollen, sagen, wie ich die Vorgänge und Entwicklungsmöglichkeiten sehe, hörenswertcm Widerspruch Raum schaffen,— und also nie in die Fährnis geraten, die der feine Kulturbanguier mir als Schreck- hild malte. Bamberger hat recht behalten. Drei Tage lang hat der Parteitag, die höchste Instanz der deutschen Socialdemokratie. von der ich nie etwas verlangt, die ich nie gesucht, der ich mich nie mit dem leisesten Wunsch genähert habe, mich geschimpft, den Namen, die- Lebensarbeit des Abwesenden ohne eine Schamregung besudelt. In dieser ehrenwerten Volksversammlung saßen mindestens acht Menschen, die mich kennen, mich umworben, Gefälligkeiten jeglicher Art von mir erbettelt und mich, als Dank für nahrhaftere Speise, die sie bei mir fanden, mit Bewunderung bewirtet haben. Die Hälfte hat feig ge- schwiegen, die andre Hälfte hat mitgelogen und mitgeschimpft. Zehn- tausend Zeitungen haben all diese Lügen und Verleumdungen weiter- derbreitet. Sicher zwanzig, vielleicht sechzigMillionen Menschen haben sie gelesen. Hundert Schreiber und Redakteure wußten: das alles, der Augenschein lehrt es schon, ist unwahr. Keiner hat widersprochen; bis auf den heutigen Tag kein einziger. Ein Kerl, der kein Gewissen hat, keine Ehre, der um schnödes Geld die heilige Sache der Freiheit verrät. Tausendmal las ichs.„Volksfeind!"„Volksfeind!"... Ich will nicht pathetisch werden. Aber man muß es erlebt haben. Das sage ich denen auch, deren Freundschaft mir gütigen Rat spenden möchte. In ganzen Briefstößen.„Eine famose Reklame", sagte der eine;„nun erfahren die Abertausende, denen die Presse es so lang verschwiegen hat, endlich doch von ihrer Zeitschrift und deren Wirken; passen Sie mal auf, wie die Abonnentenzahl steigen wird!" Der Zweite:„Drei Tage lang beschäftigt die stärkste Partei Deutschlands sich mit einem einsamen Schriftsteller und mit dessen Wochenschrift. Eine größere Auszeichnung giebts gar nicht. Welche Bedeutung mutz die.Zukunft" sich erworben Habens" Der Dritte:„Sie werden froh sein, daß jetzt niemand mehr sagen kann, Sie ständen der Social- demokratie innerlich nah. Nichts hat Ihrem Blatte so geschadet, wie dieses Gerücht." Der Vierte:„Wie mögen Sie gelacht haben, als dieses Gelichter, das sich Genossenschaft nennt, über Sie herfiel! Dieser Bebel ist ja fünfzigmal schon von hohen Offizieren und andren Ehrenmännern öffentlich als ein elender Verleumder an den Pranger gestellt und, zum Beispiel, von Ihrem Mitarbeiter Gustav Landauer l8S6 ein gemeiner Denunziant gescholten worden. Ich wünschte, Sie hättens noch dichter bekommen, damit auch der Blindeste merke, daß er Sie nicht mit den Göhre, Stadthagen, Heine und Konsorten ver- wechseln darf, die von ihren Genossen in traulichster Strolchsprache auf dem Parteitag tituliert wurden." Der Fünfte:„Wollmar ein Prahlhans und Schwindler, Aue� ein Ränkeschmied und Verräter, Weine ein feiger, glatter Schwätzer, ein Geck, Bebel ein eitler, sinnlos rasender Greis, dessen Größenwahn den Diktator spielen will, Stadt- Hägen ein ausgepichter Schelm, dem man überhaupt nicht antwortet, Braun ein unverschämter Lügner: so artig charakterisiert die Sipp- schaft sich selbst. Und das will uns die Freiheit, die feinste Sittlichkeit bringen und die Welt regieren! Ich beneide Sie um den Ruhm. diesen Subjekten ein Dorn im Augen zu sein." Und so weiter. Ich könnte noch zehn Seiten laug citiercn. Herzlichen Dank. Gewiß hat auch Ihölnas Stockmann solche Privatbriefe bekommen. Aber ich nehme die Sache nicht so leicht. Auch nicht tragisch. Aber lachen kann ich darüber nicht; und noch weniger mich freuen. Die Rolle des Humoristen, der den ganzen Dreck lächelnd wegbliese, wäre ja dank- barer. Leider habe ich kein Talent zu solcher Lebensauffassung. Daß ich allein bin, empfinde ich als ein Glück. Entsetzt aber stehe ich vor dem Symptom, das erkennen lehrt, zu welcher sinnlosen, ruchlosen Dummheit die plumpe Zcttelung irgend eines Lümpchens die Masse verleiten kann, von der wir in hellen Stunden— wir Thoren!— die beste Arbeit am Werk neuer Kultur erhofft hatten. Die Masse. Denn aus der Kehle der dreihundertsechsunddreißig Delegierten jubelten Hundertausende deutscher Arbeiter dem alten Köter Bebel zu. Und wenn er mit derselben Sammlung läppischer Lügen von Stadt zu Stadt zöge, würde er durchs ganze Reich mit Beifall bebrüllt. Lebe! triumpbanZ: Das ist das Ergebnis des Parteitages. Wir finden alles, was er in Dresden über innere und äußere Politik gesagt hat. unglaublich öde und albern; wir staunen, daß ein Mann, der doch seit dreißig Jahren schon von der Drechslerbank in den Reichstag gerückt ist, von den einfachsten Grund- lagen aller Staatswirtschaft nichts, rein gar nichts weiß; daß er sich die Finanzgebarung des Deutschen Reiches nach dem Muster eines Kolonialwarenladens vorstellen und ausrufen kann:„Die Lieferanten erhalten heute oft nicht ihr Geld, weil das Reich nicht zu zählen vermag. Die Kassen sind leer. Das Reich muß sich von seinen Gläubigern längeren Kredit geben lassen!" Der jüngste Lehrling in einer Wechselstube würde nicht solchen Unsinn schtvatzen. Doch was thuts? Bebel beherrscht die stärkste Partei Deutschlands mit der unbeschränkten Macht eines asiatischen Despoten. Sein Wille ge- schieht. Er ist Censor, Richter, Oberfeldherr, König, Gott. Er unter- bricht jeden Redner, der ihm nicht bchagt, mit rohen Schimpfwörtern und perfider Verdächtigung. Er behandelt in der eignen Partei die Gegner, gebildete Leute, die seit Jahrzehnten für die socialdemo- kratische Sache arbeiten, wie eine abgefaßte Gaunerbande, in besserer Laune wie unartige, lügenhafte Schulbuben die der Magister übers Knie legt: und die Abgestraften winseln höchstens ein Bißchen, greinen zwei Sekunden über ungerechten Tadel und versichern den Mann mit dem Bakel dann ihrer unbegrenzten Verehrung. Dabei ists nicht ein- mal richtig, Bebel einen Diktator zu schelten, wie Herr v. Vollmar in einer Viertelstunde wachen Mutes that. Zum Wesen eines Diktators gehört, daß er gegen den Willen der Mehrheit herrscht; und Bebel verkörpert den Willen der weit überwiegenden Mehrheit seiner Partei,— er ist die Partei. Ist der kleine Mann, der sich materiell und geistig mühsam heraufgearbeitet hat, alle Menschen und Dinge aber noch immer von unten sieht, aus der Kellerwohnung, und sich riesig heldenhaft dünkt, wenn er schreibt:„Ich will der Tod- feind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsordnung bleiben, so lange ich lebe und existiere, um sie in ihren Existenz- bedingungen zu untergraben." Daß er gar nichts untergräbt, kein wichtiges Fundament, daß es der untergrabenen bürgerlichen Gesell- schaft von Jahr zu Jahr besser geht und nur die dumme Furchtsamkeit mancher Minister von nahen Revolutionen träumt und vor dem Tag zittert, da die Socialdemokrarie m Staate die Macht haben wird: davon ahnt er nichts. Macht! Der kleine Mann will ja keine Macht. Die korrumpiert nur, ist nur für die Pudelmenschcn, nicht für die brave, ehrliche Köterkaste. Wer nach Macht strebt, ist ein Verräter. Pfui über ihn! Der zuverlässige Genosse untergräbt, schwört Tod- feindschaft und ist sehr stolz, wenn eine Excellenz oder gar eine Majestät erzählt, der Staat könne das Nahen der Umsturzgefahr nicht länger mehr unthätig mit ansehen. Dann giebts auf beiden Seiten ein großes Gerede, aber die Unthätigkeit bleibt.— hüben wie drüben. Jean Jaures, der Führer der französischen Socialdemokraten, hat erst neulich gesagt, die deutschen Genossen hätten sich das Lebensziel gesetzt, zu gleicher Zeit unentbehrlich und unthätig zu sein, und warteten mit verschränkten Armen den Tag ab, der ihnen die kapi- talistische Gesellschaft samt der Monarchie und dem Heer auf Gnade und Ungnade ausliefern wird. DaS ist Bebel, wie er leibt und lebt. Er kann im Großen nichts vernichten und fängt es nun im Kleinen an. Da leistet er viel. Und nicht nur im Vernichten. Auch im Drillen, Aufrütteln, Anfeuern; er amüsiert, erregt, predigt und ist in allen Sätteln gerecht. Wenn das graugclbe Kerlchen sich am Redner- pult in Zornkrämpfen windet und mit der prachtvollen nie ermüden- den Stimme in den Saal hineinzetert, ists selbst hartgesottenen Bourgeois ein Vergnügen, ihm zuzuhören. Der Mann hat Mut, heißt es dann,— den ungeheuren Löwenmut nämlich, unter dem Schutz des Abgeordnetenprivilegs auszusprechen was jeder mit redaktioneller Verantwortlichkeit bebürdete Setzer schutzlos mit seinem Leibe vertreten mutz. Einerlei. Der beste Demagoge im Reich. Freilich: keinen Blutstropfen von einem Politiker. Keine noch so winzige politische Leistung. Keinen vorwärts weisenden Gedanken. Mit allen Prophezeiungen kläglich blamiert. Aber die Stimme der Armen, deren höchstes Willensziel ist. der Riesenblock zu werden, an dem das böse Trachten der Uebermächtigen zerschellt.„Auf uns blickt die ganze Welt!"„Unser Stimmzcttelhaufe überragt jeden andren!" „Was wir damit machen? Nichts? Das fehlte gerade noch. Pfui Teufel! Wir untergraben Iveiter und warten!" Das ist der wahre Glaube. Das ist Bebel. Und deshalb darf er mit Recht rufen:„Ich habe die Masse hinter mir!" Er hält sich für ehrlich, für den ehrlichsten Mann auf der weiten Welt.„Ich habe eine Zeitlang den Socialismus eben so eifrig be- kämpft, wie ihn ihn später propagiert habe. Aber meine Erhe ist bis zu dieser Stunde niemals auch nur mit dem kleinsten Rostflecken be- schmutzt worden."„Bis zu dieser Stunde"— in der er über mich sprach—: mit dem der Bewußtseinsschwelle entschlüpften Geständnis könnte ich mich allenfalls abfinden, wenn ich die Sache satirisch be- handeln wollte. Aber Bebel war niemals ehrlich, in seinem Leben nie. Er macht sich die Selbstanzeige doch gar zu leicht. Ob Gegner, ob Bekenner des Socialismus: er ist immer ehrlich. Nur er. Kein andrer. Wer ihn angreift, ihn auch nur kritisiert, ist ganz sicher von gemeinen Motiven geleitet. Ein Dieb ist ein schändlich Ding, aber ein Verleumder ist viel schändlicher, sagt das Buch Jesus Sirach in seiner sanften Weisheit. Wie viele Menschen hat Herr August Bebel ver- leumdet! Wie oft ist er als Verleumder vor allem Volk entlarvt worden! Manchmal hat er sich dann zu einem Ausdruck des Be- dauerns herbeigelassen und dabei cmpathisch seinen guten Glauben betheuert. Den will ich ihm für die meisten Fälle auch nicht ab- sprechen. Er hat als Schuft gegen mich gehandelt; aber ich will ge- recht sein und zugeben, das er fast immer geglaubt hat, was seine Zunge sprach. Das ist viel, doch nicht genug. Besonders da nicht genug, wo über die Ehre eines Menschen gerichtet wird. Da ist vor dem Urteil die gewissenhafteste Prüfung und Wägung nötig: und Bebel ist leichtfertig. Da soll Ruhe im Rat sitzen: und Bebel muh sich, wenn er wirken will, zum Wüterich aufpusten.„Ich stehe jetzt vierzig Jahre im politischen Kampf." Ja; und habe vierzig Jahre lang meiner.Kundschaft geschmeichelt, immer der Masse gesagt, was ihrem Ohr lieblich klang, und an keinem Feind je auch nur ein gutes Haar gefunden. Ehrlich? Ein ehrlicher Mann hätte dem Proletariat nicht vorgeschlvatzt, es sei zur Weltherrschaft reif, könne morgen den Staat leiten, Großindustrie und Großhandel zehntausend- mal besser organisieren, als es heute geschieht, und so ganz nebenbei noch den Knlturbesitz der Dkenfchheit ins Ungeahnte mehren; hätte manchmal doch die Leistung, die Fähigkeit eines Feindes anerkannt, trotz allem Haß zugegeben, daß die BiZmarck, Krupp, Miguel, Bronsart, Stumm. Woermann in ihrer Art eben so nützliche Menschen sind wie Paul Singer, Klara Zetkm und Athur Stadthagen. Für Bebel ist Bismarck ein bornierter, unwissender, niederträchtiger Junker, ein Gcldjäger, Fälscher, Massenmörder, ist jeder Offizier ein Leuteschinder, jeder Industrielle ein gewissenlvfcr Ausbeuter. Diplo- matte: ein Possenblödsinn, von dem ernsthafte Menschen nicht mehr reden. Armee: Paradespielzeug und Instrument der Knechtung. Großindustrie: eine Verschwörung zu dem einzigen Zweck, dem armen Volk dm Schweiß auszupressen. Wissenschaft: Phrasenschwindel im Dienste der herrschenden Klassen. Morgen, übermorgen spätestens könnte das Proletariat das alles viel besser machen; die einzig wahre Wissenschaft hat es heute schon. Daß wirs nicht einsehen und, zum Beispiel, das Werk Mommsens und Treitschkes noch immer höher schätzen als die Historienbücher der Bebel und Mehring, ist nur natürlich: uns fehlt eben das proletarische Empfinden. Also dürfen wir auch nicht mitreden. Also haben wir auch kein Urteil darüber, was ehrlich, was unehrlich ist. Das bestimmt Bebel. Schilt er seinen Genossen Braun einen schlauen, abgefeimten Lügner, dann ist die Sache erledigt; nimmt er in gnädiger Laune das Scheltwort zurück, dann mag Herr Heinrich Braun entsühnt wieder im Sonnen- licht wandeln. Vorgestern waren Vollmar und seine Leute feige Wichte, die im Trüben fischten, auf Kosten der Partei nach Privat- erfolgen haschten und sich duckten, wenn sie abgefaßt werden sollten; am nächsten Tage wurden sie wieder in die Gemeinschaft der Reinen aufgenommen. Oauckabiliter sc subjecerunt. Und es freut sich die Gottheit der reuigen Sünder. Sankt Bebel kann selig sprechen und verdammen. Mag er strafen oder schonen: ehrlich ist er immer; war. ist und wird sein; gestern, heute und in alle Ewigkeit; Amen. Denn er„hat die Masse hinter sich". Der dient er auf seine be- sondere Weise. Er ist ihr Höfling. Wie die Schranzen dem König vorgirren, er sei mit höherer Weisheit begnadet als das Gewimmel der Untertanen, so schwatzt Bebel dem Volk— zum Volk gehört natürlich nur. wer socialdemokratisch wählt— die Schmeichelrede vor: Dein Instinkt trügt Dich nie und mit zuversichtlicherem Ver- trauen darfst Du ihm folgen als der Lockpfeife der gelehrten Herren. die Dich umdrängen, Dich, weil ihnen das proletarische Empfinden fehlt, ins Verderben treiben.„Die Massen wissen besser als die Akademiker, um was es sich in unsrem Kampf handelt." Wer so spricht, hat noch immer die Masse hinter sich gehabt; in Athen und Rom, in London und Dresden. Mir fehlt das proletarische Empfinden. Ich bin, um mich nicht brechen zu lassen, als schwächlicher Knabe auf die Straße gelaufen. mittellos, obdachlos umhergeirrt, ohne warmen Rock für den Winter. Ich habe mehr Not und Elend gelitten als Herr August Bebel. Habs jedes Stück, das ich besitze, mir selbst erarbeitet, ohne fremde Hilfe; und kein Dienstbote, kein Hausknecht kann kommen und nachweisen, ich hätte ihn jemals nicht wie meinesgleichen behandelt, je an Arbeits- leistung oder an Höflichkeit von ihm gefordert, was ich nicht mindestens eben so streng von mir selbst verlangte. Aber mir fehlt das proletarische Empfinden, das Bebel in seinem stattlichen Schweizerhaus hütet, wie weiland Amfortas den Heiligen Gral. Daran liegt's offenbar, daß ich mir von der Ehrlichkeit, die dem Politiker ziemt, einen andren Begriff mache als er; einen ganz andren. Ich bin kein Engel, könnte Hamlets schlimmes Sünden- bckenntnis unterschreiben und weiß, wie oft ich mit Ausbrüchen blind, ungerecht tobender Leidenschaft die paar Menschen, die mir nah sind, kränke. KliKil humani a me aüenurn puto. Aber ich glaube nicht, wie der bald vierundsechzigjährige Bebel, daß ein Wutanfall der vom Politiker zu erstrebende Normalzustand ist, und bemühe mich von Jahr zu Jahr mehr, wenigstens im öffentlichen Wirken jähe Hitze zu meiden. Ich habe auch als Schreiber viele Menschen geärgert, manche gewiß ohne objektiv zureichenden Grund. doch niemals noch vor der furchtbaren Pflicht gestanden, reuig be« kennen zu müssen, daß der Mann, den ich einen Schelmen hieß, unschuldig und lauteren Sinnes war. Und ich bin gar nicht immun. trage, wenn ich Rollet einen Spitzbuben nenne, meine eigne Haut zu Markte und darf, muß mich zu den Gejagten rechnen: Fünfmal bestraft. Jeder Gerichtshof aber, auch der meiner Wesensart, nn« freundlichste, hat mir die Reinheit des Möllens zuerkannt. Der Abgeordnete Bebel mußte schweigen, als der Kriegsministee Kalten-, born ihn in einem veröffentlichten Erlaß einen Lügner und Ver- leumdcr nannte; er müßte schweigen, denn er hatte als Zeuge vor Gericht für eine ungeheure Anschuldignv.?...üst'bin Schatten eines Beweises zu erbringen vermocht. Nach solchem Erlebnis, das nicht etwa vereinzelt blieb, schreit er: Kern Rostsück auf meiner Ehre! Und hat die Masse hinter sich. Ja— fast hätte ich gesagt: Kreuz- himmeldonnerwetter!—, könnte icli die, einen beträchtlichen Teil wenigstens, nicht auch hinter mir haben? Wäre mir's unmöglich gewesen, in elfjähriger Arbeit ein Mandat zu kapern? Nicht Akut genug? Als ob heutzutage zum Eintritt in die Socialdemokratie noch Mut gehörte! Wo sind denn die Kriegsnarben der Singer. Kautsky, Heine, Mehring, Braun, Goehre, Südckum, all der un« angefochten und recht behaglich lebenden Leute, die immer von grausigen Kämpfen reden und sich noch nie die Haut geritzt haben? Oder ist mein Talent, mein Wissen zu gering? Um die in Dresden verkündete finanzpolitische Weisheit zu verkünden und, wie Bebel in seinem letzten Berserkerartikel. Kothurn und Katheder zu ver- wechseln, reichts schließlich wohl noch; bis zur steilen Höhe der Stadt- Hägen und Zubeil hätte ich's bei einiger Anstrengung am Ende gebracht. Die Socialdemokratie hat vorzügliche Journalisten: die Herren Eisner, Mehring, Adolf Müller und manche andren, dereit Name mir nicht einfällt; aber ich bin wohl nicht allzu dreist, wenn ich annehme, daß sie trotzdem auch mich nicht verschmäht hätte. Was mir fehlt, hätte das Schema erfetzt, das dem Schreiber die Sache ungemein erleichtert. Psychologie ist nicht nötig, Gehirnanatomie sogar verboten. Alles ist Folge des verwüstenden, vergiftenden Kapitalismus, und wer nicht in Reihe und Glied mit uns ficht. ist ein Ignorant oder— lieber— ein Schuft. Als Redner wäre ich gewiß nie ein Bebel geworden. Doch die spärlichen Versuche, die ich, Vereinswünschen, nicht eignem Triebe gehorchend, unternahm, haben in Hauptstädten verwöhnten Hörern nicht mißfallen. Und Bismarck pflegte, wenn Bebels Rednergabe gerühmt wurde, zu sagen:„Was ist daran Großes zu bewundern? Als er 67 in den Norddeutschen Reichstag kam, ging's gar nicht. Seitdem hat er nichts weiter gethan als geredet. Jetzt kann er's natürlich. Radowitz sprach noch besser." Bebels Wirkung wäre ohne das Metall seiner Stimme nicht zu erreichen. Doch läßt sich auch die Möglichkeit andrer Redncrwirkung denken; und wenn ich mir jahrelang Mühe gäbe... Warum habe ich's nicht erstrebt? Weil es, wie ich leider nun einmal bin, unehrlich wäre, mich einer Partei mit Haut und Haaren zu verdingen. Weil ich— im Januar sagte ich's schon— einen Wahlkreis brauche,„der mir erlaubte, immer die Partei der armen Leute zu ergreifen und doch nicht fraktionell gedrillter Social- demokrat zu sein. Schutzzölle für ein berechtigtes Notwehrmittel zu halten und doch sehr selten mit den Agrariern zu stimmen. Die Zukunft weder auf dem Weltmeer noch auf dem Kanal zu suchen. Im Weddingbczirk, in der Weichselniederung und dem Elendsland hinter Bentschen wichtigere Kolonialgebiete zu sehen als in de» Karolinen. Nie die Jnteressenpolitiker zu schelten und dennoch, ohne Rücksicht auf ein Klasseninteresse, auszusprechen, was ist." Es muß nicht, kann aber auch solche Käuze geben. Ich dünke mich darum nicht über andre Leute erhaben. Durchaus nicht. Wer seine In» dividnalität völlig opfern, so ganz, perincke ae cadaver, einer Sache sich hingeben kann, daß er blind wird und taub und die schlechten Gerüche im eignen Lager nicht wittert, darf sich solcher Selbstentäutzerung rühmen. Nur muß man's eben können. Bebel kann's nicht. Er schlägt eine gute Klinge und nimmt seine Sache ernst; aber er denkt immer an sich, seinen Erfolg, den Nimbus seiner Massenherrschaft. Sonst könnte er nicht all den Weihrauch ver- tragen, der ihm täglich entgcgendampft; mehr als irgend einem Kaiser und König dieser Erde. Sonst hätte er seiner Partei nach dem größten Sieg, den sie erfochten, nicht aus elender Eitelkeit die größte Blamage bereitet, die sie je erlebt hat, sie nicht vor der ganzen Welt lächerlich und verächtlich gemacht. Doch er kann etwas andres, das auch dem nach Applaus Geilsten vorwärts hilft: schmeicheln. All seine Kränze und Siegeszeichen legt er der Masse zu Füßen: Von Dir Hab' ich's. Dir bring' ich's. Nie sagt er der Masse, was sie nicht hören will. Der Höfling, wie er im Buch steht: grob und frech nach unten, biegsam wie ein Würmchen nach oben. Das merkt nicht jeder; weil nicht jeder bedenkt, was hier Oben, was Unten ist. Wenn ein Türkcnvezicr das Volk schindet und vor des Sultans Wink auf allen Vieren kriecht, handelt er genau wie der Demagoge, der die Parteisch'eibec, Partejbeamten, Parteiredner anfährt und schiMft " und bor ber Wählermasse mit Zunge und Pfoten tebelt. Das fann ich nicht; und bin stolz darauf, daß ich den Wünschen, Vorurteilen und Klassengefühlen der Leser nie eine unbequeme Wahrheit erspart, nicht die kleinste Konzession gemacht habe. In den vier undvierzig Bänden der Zukunft" stehen tausend Säße, die noch feiner bourgeoisen Schar ins Gesicht gesagt wurden. Durch Sebels fämtliche Reden, Artikel und Bücher klingt das Hohe Lied von der flecklosen Herrlichkeit des Proletariats, das in der Heilandsglorie die Menschheit erlöst. Dieses Lied könnte ich nicht singen; in entzückter Anbetung auch vor dem Proletarier nicht knien und ihm sagen: Weil Du im TageYohn feuchst, bist Du der bessere Mensch. Denn ich glaube, daß nur die harte Hygiene der Not, die Unmöglichkeit herrischer Sünde ihn den besseren Menschen scheinen läßt und daß er mit dem Bourgeoisbehagen alle bourgeoisen Laster eriverben würde. Was ich erstrebte, war stets: Verständigung der geschiedenen Volksschichten, die heute einander unverständliche Sprache sprechen, der zwei Nationen" Benjamins d'Israeli; und zu diesem Zwed: möglichst gleiche Rüstung der zum Kampf ums Dasein ausziehenden Kinder eines Landes. Mit dieser Ueberzeugung fonnte ich nicht Genosse werden und das einfachste Bedürfnis nach innerer Sauberkeit mußte mich deshalb an politischer Thätigkeit im Sinne der Socialdemokratic hindern. Ich könnte dem Fabritarbeiter nicht sagen, daß Bismarck, dessen Socialistenpolitik ich, seit ich schreibe, bekämpft habe, der schließlich doch aber die Grundlage deutschen Wohlstandes schuf, für das Broletariat nicht so viel geleistet habe wie der Kneipenwirt und Barafit Zubeil; daß Graf Posadowsky ein Stümper und Ausbeuter fommis, Genosse Antric aber ein schöpferisch wirkender Socialpolitiker ist; könnte den Grafen Bülow nicht mit ruhigem Gewissen angreifen, wenn ich verschweigen müßte, daß Herr Stadthagen in ein Sanatorium gehört. Deshalb habe ich die Masse nicht hinter mir. Neben mir aber elf, zwölftausend gute Europäer, die sich ein Jahr zehnt lang gewöhnt haben, jede Woche ein Stündchen zu opfern, um zu sehen, wie sich in meinem Kopf die Welt malt. Nicht, um darauf dann zu schwören und ein Werkzeug meines Willens zu werden, sondern, um meinem ihr eignes Weltbild zu vergleichen, zur Nachprüfung selbst ersonnenen Glaubens oder zum Widerspruch sich anregen zu lassen. Solche freie Schar gewonnen zu haben, nicht zu flüchtigem Veriveilen, nein: zu stetem geistigen Verkehr, ist auch nicht wenig; ist sogar recht viel, Euer Heiligkeit, wenn die Hörer nicht durch Schmeicheleien herbeigelockt und vom ersten Tage an von allen Seiten, allen gewarnt wurden, nicht in die Bude des Messerschluders zu gehen, der bekanntlich" ein Schwindler sei und der schlimmste der feilen Schurken. Der Volkshöfling hat es leichter. Bebel- der übrigens schon mit vierundzwanzig Jahren Drechslermeister, nach seiner Terminologie also Ausbeuter war hat, so lange ich denken kann, seine Gesundheit und Freiheit keiner Fährnis mehr ausgesetzt, ist heute vergöttert und, als Abgeordneter und Führer eines Millionenheeves, dem rächenden Zorn unerreichbar. Und ich werde von allen herrschenden Mächten verfolgt: von der Regierung, der Presse, den Schachermachern jeglicher Sorte, der Socialdemokratie, deren Prestige bisher ja gerade die feinsten Geister im Bann hielt; eingesperrt, boykottiert, mit allen erdenklichen Mitteln geschädigt, auf allen Gaffen geschimpft. Das ist die Ordnung, so will es das Recht. Von uns beiden hat jeder, was er nach den Lehren der Menschengeschichte erivarten fonnte. Ich jammere nicht. Doch der eisgraue Lügner muß mir schon gestatten, daß ich meine Arbeit für die reinlichere halte. " Was ich hier sage, hat nicht Wut auf die Lippe getrieben, nicht der Wunsch, Schimpf mit Schimpf zu vergelten. So habe ich auch früher gesprochen. Zwei Beispiele. Vor neun Jahren:„ Herr Bebel ferdert für die Orthodorie, die er bekennt, blinde Anbetung und tobt mit rauhem Wort gegen die Keher, die sich nicht in sein luftloses Dogmengebäude einzwängen lassen. Er ist, da eine dreißigjährige Routine einem stürmenden Temperament die Kniffe und Pfiffe volkstümlicher Rhetorit anerzog, ein ausgezeichneter Redner geworden und hat eine populäres Buch geschrieben, das den ersten Blick blendet, bei näherer Bekantschaft sich aber als eine gefchickte und wirksame Kompilation aus alteren Werken erweist. Einen neuen Gedanken hat er nicht gebracht, so oft er sich auch zu mausern versuchte; nur den alter Gedanken, die andre vor ihm gehabt hatten, wollte er unbedingten Glauben erzwingen." Vor zwei Jahren über den Lübecker Parteitag, der die Epoche der Helden und Märtyrer schloß: Nie hat die Geschichte der Socialdemokratie den Gegnern ein fo Hägliches Schauspiel geboten. Dieses öde, rüde Schimpfen, Stunden Tang, Tage lang! Die Socialdemokratie ist eine Arbeiterpartei und braucht ein derbes Wort nicht zu scheuen. Eine Genossenschaft aber, deren Matadore einander wissentliche Verleumdung, Denunziation, Perfidie, Infamie, Verrat vorwerfen, darf sich nicht wundern, wenn die Hörer ihr Achtung versagen. Bei jedem Thema wiederholte sich das schäbige Geschimpf. Aber man blieb im alten Parteiverband. Es wäre unflug und ungerecht, der wüsten Rauferei wegen die tüchtigen Männer zu schmähen, die oft mit leidenschaftlichem Opfermut für ihren Glauben eingetreten sind und, wie andre Führer des Volfes, den alten, tröstenden Glauben auch dann noch der Masse erhalten wollten, als sie selbst ihn längst verloren hatten. Wie andre Führer des Voltes: Das ists. Den Nimbus besonderer Reinheit, Wahrhaftigkeit, unerbittlicher Ehrlichkeit bringt feine Sonnenwende zurück. Die Socialdemokratie hat das Schicksal des Liberalismus erlebt. Auch sie kann nicht mehr sagen, fie öffne jeden Winkel dem grellsten Licht, sie übe die schroffste Selbstkritik und dürfe deshalb auch andre mit rücksichtsloser Schärfe kritisieren. Auch sie ist auf der Bahn der Kompromisse und Vertuschungen angelangt und muß zugeben, daß ihres Lagers Zeltwände nicht nur Heilige umfangen. Ihr Heldenzeitalter hat auch sie hinter sich. Ganz derselbe Grundton also wie heute. Nur ahnte ich nicht, wie tief, bis in den Wesensfern, forrumpiert gerade der gebildete, uns darum sympathischere Teil der Parteibertreter ist, wie die lange Gewöhnung an Prostration und Prostitution, an Umschmeichelung der Masse und der mächtigsten Führer in diesen Leuten jedes Gefühl für Anstand und Pflicht gebrochen hat; konnte es auch nicht ahnen. Jest weiß ichs. Nicht nur, wie tausend andre, aus der allen sichtbaren Thatsache, daß die „ Akademiker", die Anhänger Vollmars sich auf dem Dresdener Parteitag erbärmlich benommen, hündisch gekuscht, den Stock, der sie schlug, gefüßt und schließlich, trosdem die ungelehrten Männer der Gewerkschaften ihnen das Beispiel aufrechten Mutes gaben, für die Resolution Bebel- Kautsky gestimmt haben, die sich wider ihr böses Trachten wandte und gegen die all ihr bisher verkündeter Glaube fich bäumen mußte. Nein: aus eigenster Erfahrung. Und davon will ich zunächst hier reden. 44 " " " " Lumpen auf den Leim gegangen? Die Konvenienz schützt den Privat- Braun mir ausbrüdlich als eine Demonstration gegen die Parteis brief, auch den nicht ausdrücklich als sekret erklärten; der Mensch aber, regenten angefündigt hatte der durch Handeln oder Unterlassen seinen Nächsten wider besseres standsbeschluß bekannt war. In Dresden stellt er sich, als fenne er sei eingeschickt worden, ehe der VorWissen um den ehrlichen Namen zu bringen sucht, scheidet sich selbst die Zukunft" faum; er hat sie mit Flüchtigkeit und Sorglosigkeit aus dem Geltungsbereich aller Konvenienz. Gerechter Tadel würde behandelt". Ein Kindergemüt. Ja, wenn er die Vergangenheit mich treffen, wenn ich, um mich zu rächen, aus den Briefen der Hardens" gekannt hätte! Nun: jcht kennt er sie und wird zum Reden Genossen Stellen anführte, die nicht zur Sache gehören und nur den gezwungen werden. Wenn er nicht ein schlichter Schuft aus der Zweck hätten, die Schreiber in schlechtes Licht zu rücken. Ich beschränke Parteiwerkstatt genannt werden will, muß er sagen, was er von der mich auf das von der Notwehr Gebotene; und scheue das Urteil des Vergangenheit Hardens weiß, was an dieser Vergangenheit selbst strengsten Moralisten nicht. den bedenklichsten Ehrenmann hindern könnte, Harden die Hand zu Genosse Bernhard. Vor neun Monaten bat er, der seit 1901 reichen. Ich warte. Und will tausend Mark in die socialdemokratische die Börsenartikel für die Zukunft" schrieb, mich um die Aufnahme Parteikasse zahlen, wenn der Pfarrer a. D. Paul Göhre mich in der einer fleinen Plauderei über Parteimoral; erbat sie als eine Ge- Vergangenheit so mutlos und doppelzüngig findet, wie ers in der fälligkeit. Da ich ihm volle Redefreiheit zugesagt hätte, müsse ich Gegenwart ist. ihn auch einmal als Politiker reden lassen, für seine gefränfte Partei, Genosse Heinrich Braun, M. d. R. In Dresden:„ Ich habe nie die Socialdemokratie, gegen unklare Aestheten. Warum nicht? Der eine Zeile für die Zukunft" geschrieben, obwohl ich vielleicht ein Artikel brachte nichts Neues und ich glaube, nicht unhöflich zu sein, Dußend Male vom Herausgeber dazu aufgefordert worden bin; und wenn ich sage, daß Macchiavell eine stärkerer Stopf war als Genosse meine Frau ist seit Monaten fest entschlossen, nie wieder eine Zeile für Bernhard; doch selbst in Utopia könte eine Zeitschrift nicht nur Aller- die Zukunft" zu schreiben. Das ist alles, was er zu sagen hat. bestes bringen und die drei Seiten ließen sich lesen. Aus Gründen, Die Zukunft" war genau drei Jahre alt: da kam Herr Dr. Braun die ich später entschleiern werde, entstand um den harmlosen Artikel zuerst in meine Wohnung und, als er mich dort nicht traf, in die ein großes Geschrei. Was jeder Spaß vom Dach pfeift, jeder Dußend- Druckerei und bot mir einen Artikel über den Breslauer Parteitag bebel täglich thut, sollte, weil es in leidliche Säße gefaßt war, furcht- der Socialdemokratie an. Ich mußte erwidern, daß ich vom Professor barer Frevel sein. Herr Bernhard hatte gesagt, der Parteiführer, Herkner schon einen Artikel über dieses Thema habe; er verbeugte sich namentlich der socialdemokratische, komme oft in die Lage der Eltern und ging. Das Ehepaar Braun verkehrte dann viel bei mir; und da und Lehrer, die unreifen Kindern die Wahrheit tünchen oder ver- die Frau mir von Zeit zu Zeit Beiträge anbot und beide mich in den schweigen müssen. Das war weder neu noch aufregend; kein Agitator privatesten Dingen um Rat und Hilfe baten, werde ich wahrscheinlich hat jemals nach andrem Grundsatz gehandelt. Der achtundzwanzig- auch den Mann öfters zum Schreiben aufgefordert haben. Im jährige Börsenkritiker aber sollte, weil er aus der Demagogenschule August 1900 bot er mir ein Abkommen" an: er und seine Frau geplaudert hatte, als Lästerer der stets reifen Voltsmajestät ge- würden der Zukunft" eine Reihe von Artikeln über socialpolitische teinigt werden. Vor ungefähr drei Wochen sagte er mir, er werde Themen liefern; wünschenswert wäre dabei die Bewilligung eines auf dem Parteitag erklären, der Artikel sei eine Jugendthorheit ge- Vorschusses von fünfhundert Mark." Der Antrag wurde nicht anwesen, die er bereue. Ich glaubte, er scherze. Solches Geständnis, genommen. Ich habe also zweimal die Mitarbeit des Genossen das ja auch seiner Ueberzeugung widersprach, war doch unmöglich. Braun abgelehnt. Das durfte er nicht verschweigen, als er sagte, Nein, er rede sehr ernst; anders gehe es mun mal nicht, wenn er mit er habe nie eine Zeile für die Zukunft" geschrieben, denn sein Vers einem blauen Auge davonkommen wolle. Nach einer Anstandspause dienst war's doch nicht, daß es so tam. Richtig ist, daß seine Frau bat ich ihn, unter einem rasch gefunden Vorwand, für die Parteitags- seit Monaten entschlossen sein muß, nicht mehr für mich zu schreiben; woche keinen Börsenartikel zu schreiben. Mein Entschluß stand fest. muß: denn ich habe dem Ehepaar Braun, weil der Ehemann unEinen Mann, der so haltlos wäre, daß er im September öffentlich dankbar und unanständig gegen mich gehandelt hatte, in den ersten abschwören und albern nennen müßte, was er in Januar drucken Apriltagen dieses Jahres brüst den Verkehr aufgesagt. Auch dieser ließ, könnte kein Gewissenhafter im Amt des Wirtschaftskritikers Grund, der ja mit der politischen Haltung meiner Wochenschrift nicht dulden; noch weniger einen, der Reue und Abbitte nur minit, um dem das geringste zu thun hatte, durfte nicht verschwiegen werden. Aber Kirchenbann zu entgehen. Ich mußte mein Haus rein halten: in der Herr Braun wollte im Genossenkreis den Glauben wecken, er stehe Woche des Parteitages erschien hier kein Börsenbericht. In Dresden dem Blatt und dessen Herausgeber ganz fern und denke über sie wie führte Herr Bernhard seine Absicht aus; er bat ab, machte, wie seine Bebel, Stadthagen u. Co. Zur Aufklärung ein paar Stellen aus wie einen beim Taschendiebstahl ertappten Schlingel behandelt hatte, Bresse sagt, vor Bebel Kotau. Und als der Wüterich, der den Genossen seinen Briefen: ihm die Frage zuschrie, ob er etwa noch weiter für die Zukunft" schreiben wolle, antwortete er von seinem Sünderstühlchen aus prompt:„ Nein!" Worauf Bebel strahlend rief:" Nun haben Sie dem Sarden den Stuhl vor die Thür gesetzt!" Dieser Erbpächter strengster Moral hielt also für möglich, der Herausgeber eines Blattes, das nicht zum Kinderspott werden will, könne je noch eine Zeile von einem intellektuell und sittlich so entwerteten Menschen veröffentlichen. Herr Bernhard hatte die Pflicht, zu sagen:„ Gerade Harden, Genosse Bebel, hat mir immer prophezeit, ich würde durch meine Schreiberei_in Konflikt mit der Partei kommen, gerade er hat mir noch in den letzten Tagen, als ich seinen Rat suchte, dringend zugeredet, mich, sobald ichs vermöge, von der Zukunft" zu trennen und, aller Seßerei fern, mein Glück auf eigne Faust zu erproben; schon deshalb darf ich nicht dulden, daß die Sache hier so dargestellt wird, als träfe ihn mein Rücktritt wie ein unerwarteter, schwer zu verwindender Streich. Herr Bernhard sprach kein solches Wort, keine Silbe gegen alle Verleumdungen, die der greise Geiferer ausstieß. Er hat an meinem Tisch gesessen, den Verkehr mit mir wie eine Wohlthat gesucht, überschwenglich eben erst für die Stunden gedankt, die ich meiner knappen Beit zur Erörterung seiner Geschäfte abstahl, und für das Hilfeversprechen, das ihm den Uebergang zur Selbständigkeit ermöglichen konnte, und that jetzt, als kenne er mich gar nicht näher und habe meine Leistung stets mit Mißbehagen gesehen. Harden hat unsre Partei in ganz ungehöriger Weise angeulft."„ Als Harden schrieb, Bebel sei recht alt geworden, habe ich mich gefragt, wie man nur solch dummies Zeug schreiben könne." Das war alles. Nach einer Rede, worin Bebel mich einer Hure verglichen hatte, beteuerte Bernhard ihm seine tiefe Berehrung, derselbe nicht minder verehrenswerte Genosse, der mir genau vor einem Jahr schrieb: " " " " Ich kann Ihnen keinen längeren Sermon über die Bedeutung Ihres Lebenswertes machen. Ich kann nur die Dinge ganz rein fubjektiv in ihrer Wirkung auf mich würdigen. Von diesem Gesichtspunkte aus aber drängt es mich, Ihnen zu sagen, daß die " Zukunft" in mir als Leser und als Mitarbeiter felten so selten, daß ich nie" sagen könnte andre als frohe Gefühle ausgelöst hat. Sie wissen: mich trennen von Ihnen große politische Gegenfäße. Auch in aestheticis denke ich immer noch hardenisch. Troh alledem aber waren mir Ihre gegnerischen Artikel oft lieber als Emanationen meiner Mitkämpfer. Als Ihr Mitarbeiter aber schulde ich Ihnen aufrichtigen Dank dafür, daß Ihr Blatt eine Stätte ist, wo man ehrliche Ueberzeugung rücksichtslos zum Ausdruck bringen kann. Dessen habe ich mich stets gefreut. Dabei bin ich aber ehrlich genug, zuzugestehen, daß oft meine Freude darüber noch größer war, Ihren Ansichten, wo sie mir von verderblicher Wirkung schienen, in derselben Arena gegenübertreten zu können. Das geht bei Kautsky schwerer." So sieht die private neben der öffentlichen Meinung des Herrn Bernhard aus. Und nachdem er seine Genossen in den Glauben verfeht hat, er habe jede Gemeinschaft mit mir abgeschüttelt, schickt er mir aus Dresden brieflich und telegraphisch seine„ ergebensten Grüße" und meldet, er werde, sobald er zurück sei, persönlich sofort alles aufflären". Natürlich erhält er keine Antwort. Als er heimgefehrt ist, flingelt er bei mir an, wird unsanft abgewiesen und schreibt mir, am zwanzigsten September: Nach allem, was vorgefallen ist, will ich mich Ihnen feineswegs aufdrängen. Aber ich habe das Bedürfnis, mich mit Ihnen auszusprechen, um Ihnen nicht als ein Undankbarer zu erscheinen. Ich bitte Sie daher, mir Zeit und Ort einer Zusammenkunft zu bestimmen." Natürlich erhält er wieder keine Antwort... Und der Mann ist geprügelt worden, weil er nicht der rechten Parteimoral huldige! In ein paar Jahren wird er hoffentlich Abgeordneter sein und im Reichstag die Verlogenheit der bürgerlichen Gesellschaft in Grund und Boden verdammen. " Ein Vorwort pro domo mea. Jch will beweisen, daß die Herren Georg Bernhard, Heinrich Braun, Paul Göhre, Wolfgang Heine den Genosse Göhre. Der ist schon Abgeordneter; und sein Fall Parteitag, der ihnen höchste Rechtsinstanz ist, belogen haben. Will fann schneller erledigt werden. Ich habe ihn nur einmal bei mir e3 beweisen, weil ich mir erstens meinen inneren Menschen nicht vor gesehen; seit sieben Jahre wechseln wir Briefe. Ende 1896 schrieb Millionen beschimpfen lassen darf und weil zweitens die Pflicht heischt, er mir, er könne den angebotenen Artikel über den socialdemokratiKorruption, wo ich sie finde, schonungslos zu entlarven. Drei dieser schen Parteitag nicht schicken, weil Herr Mar Lorenz der eben Männer find Reichstagsabgeordnete und führen im Namen Hundert- aus der Bebelpartei ausgetreten war in der Zukunft" schon alles tausender das große Wort gegen die verrottete bürgerliche Gesellschaft. gesagt habe, was Göhres Artikel bringen sollte. Ich war mal wieder Der Vierte behandelt jeden Bankdirektor, Industriellen und verleumdet worden; und er benutzt den Anlaß gern, um mich seiner Journalisten, der ein Schrittchen vom schmalsten Tugendpfad wich, ehrlichen Hochschäßzung" zu versichern, und unterschreibt sich:" Ihr wie einen Zuchthäusler, jeden Minister, der um Fingersbreite die aufrichtig dankbarer Göhre". Seitdem bietet er mir von Zeit zu Zeit Wahrheit bog, wie einen verächtlichen Gaukler. Alle vier sehen von Beiträge an und bittet mich, ihm Themata zu stellen; empfiehlt mir der ragenden Zinne ihrer keiner andren vergleichbaren Partei stola auf auch seine Freunde zur Mitarbeit. Anfang 1899 tehrt er den das bourgeoise Gewimmel herab, das neidisch blinzelnd nur ihre steile Nationalsocialen den Rücken und ist ein Jahr später Socialdemokrat. Moralhöhe anstaunen kann. Ich will beweisen, daß die vier Recken Die Gründe seiner Trennung von Naumann, seines Uebertrittes zu unredlich gehandelt haben, so unredlich und unfittlich, daß sie nach der Bebel veröffentlicht er in der Zukunft". Glaubensbekenntnisse, denen Enthüllung solchen Handelns selbst aus einem Slub blasierter Lebe- jeder ernste Mensch die sauberste Stätte sucht; und Göhre war Pastor. männer herausgeworfen würden. Dieser Beweis kann ich nur Im Mai ist er ungemein dankbar dafür, daß ich ihm erlaube, seinen führen, wenn ich ihre Reden und ihre Briefe zusammenstelle. Eine Artikel als Massenbroschüre zu vertreiben. Immer derselbe herzliche andre Möglichkeit giebt es nicht. Ich habe die Wahl, die Leute weiter- Ton. Im Oktober 1902 wird mir eine gedruckte Adresse überreicht, prahlen zu lassen und ihre Beschmuhung meiner Lebensarbeit als die mir nach zehnjähriger hingebender, aber auch weitwirkender verdient hinzunehmen oder sie zu zeigen, wie sie sich mir gezeigt haben. Thätigkeit" Glückwünsche bringen soll, und zu den vierhundertundIn solcher Lage hat Lessing die Privatbriefe des Geheimen Rates dreißig Unterzeichneten gehört auch:" Paul Göhre, Schriftsteller in Christan Adolph Klotz veröffentlicht und keiner tadelt ihn heute darum. Steglib". Im Februar 1903 erklärt der Vorstand der socialdemoJch thue, wie er that, und bin in sicherem Recht, weil ich nicht nur fratischen Partei die Mitarbeit der Genossen an der Zukunft" für meine, sondern öffentliche Interessen wahrnehme. Und wer wollte unschicklich. Im März schickt Genosse Göhre mir einen Artikel über mir auch berargen, daß ich nicht schweigend meinen Namen schänden den Glauben des Kaisers". Als er darob gescholten wird, sest er ud meine Mitarbeiter dem Verdacht aussehen lasse, sie seien einem feinen Namen unter die Behauptung, der Artikel den Frau Lily " " " " Jm Berliner Tageblatt" und in der Frankfurter Zeitung" find Lausbubenstücke gegen Sie verübt worden Ihre Erwiderung auf Mehrings Pamphlet ist fachlich und formell ein Muster der Polemik. Jeden nicht direkt gehäffig Urteilenden muß sie überzeugen. Ihr Artikel über Löbtau ist auch vortrefflich und Sie verdienen lebhaften Dank für ihn... Es ist wohlthuend, daß man sich einmal in seinem Vertrauen nicht getäuscht sieht. und ich werde mich Ihnen für das freundliche Entgegenkommen stets verpflichtet fühlen. Zu Ihrem leitenden Aufsatz im letzten Heft gratuliere ich Ihnen herzlich... Wie kommt es, daß Sie die gehäffigen Angriffe, unter denen Sie leiden, nicht verstehen als die in der Hauptsache notwendige Kehrseite Ihrer ungewöhn lichen Erfolge? Dabei spielte freilich auch der nichtswürdige Charakter einzelner Ihrer Gegner seine Rolle; aber das Ent scheidende ist doch wohl die unleugbare und desto verlegendere Thatsache Ihres Erfolges, den Sie, lediglich auf sich selbst gestell und außerhalb jeder Partei, errungen haben. " " 1900. Die Zukunft", die ich hier mit derselben Ungeduld erwarte wie in Berlin, versagt jetzt niemals. Denken Sie meinen Verdruß, als ich gestern abend zur Verkaufsstelle der " Zukunft" komme, um, wie jede Woche Samstag, das neue Heft zu kaufen, und hören muß: Ausverkauft! Nun muß ich bis Dienstag warten!... Eben war ich im Begriff, Ihnen auch im Namen meiner Frau, unsre lebhafte Bewunderung für Ihren .Kampf mit dem Drachen" auszusprechen, als Ihre Karte mit der Nachricht von der Konfiskation und dem bevorstehenden neuen Prozeß eintraf. Wie ich Sie kenne, werden die trüben Aussichten Sie nicht bereuen lassen, daß Sie wieder einmal ein nachahmenswertes, aber in der deutschen Presse leider vereinzeltes Beispiel kühnen Mutes gegeben haben." " 1901. Ihr Leitartikel mit seinem treffenden politischen Urteil ist ein Schmaus für den Verstand der Leser. Danach wirk der Wunsch noch reger, die Zukunft" täglich zu lesen... Thi Ruf als Politiker hat durch die zwei Festungsstrafen, die Kühn heit, mit der Sie sich ihnen aussetten, die Entrüstung, die sit hervorriefen, eine nicht gering zu schäzende Erhöhung erfahren... Im letzten und vorletzten Heft zeigen Sie sich wieder alá Meister... Ich danke Ihnen aufrichtig für den Genuß, den Sie mir durch Ihren Auffah über die Kaiserin Friedrich bereitel haben. Es ist eine ausgezeichnete Leistung und Sie haben Ihren Anspruch auf den Rang des hervorragendsten deutschen Publizisten aufs neue begründet Ich hätte Sie gern einmal in des Festung besucht, aber es schien mir ungehörig, Ihnen meine Gegens wart aufzudrängen. Hoffentlich kehren Sie unverändert als des Alte zurüd ( Im Oktober nach dem Lübecker Parteitag.) Warum soll Frau Zetkin... nicht schief und ungerecht von der Zukunft" reden? Was sie sagte, ist im Grunde nichts als das Stammeln der Verlegenheit in der unmöglichen Verteidigung Kautskys... Für mich ist es unbegreiflich, daß Sie angesichts des herrschenden politischen Sitten, der im ganzen Bereich des öffent lichen Lebens sich nicht wiederholenden Ausnahmestellung, die Sie als politischer Schriftsteller innehaben, sich erstaunt darüber zeigen können, daß Ihre zahlreichen Feinde Ihren Einfluß auch dadurch zu untergraben suchen, daß sie Sie persönlich verdächtigen. Je heftiger und strupelloser sie verfolgt werden, deste ficherer fönnen Sie Ihres Einflusses fein... Frau Zetkin hat auch in der entrüstetsten Weise meiner Frau vorgehalten, daß sie für ein Blatt wie die Zukunft" schreibe. Das hat meine Frau von Beiträgen für die Zukunft" nicht abgehalten und wird sie nicht abhalten. Hätten Sie, als ich Ihnen schrieb, daß ich nach Lübeck gehe, mich zu einem Referat über den Parteitag aufgefordert ich hatte das erwartet- so würde ich Ja gesagt haben. Es war redaktionell richtiger, daß Sie selbst schrieben, aber es ist Gespensterfeherei, wenn Sie sagen, man fürchte den Bann... Ihr Auffah über den Parteitag ist als die Erörterung eines außers halb der Socialdemokratie Stehenden eine meisterliche Leistung. Ich darf das fagen, obwohl ich mit vielen Ihrer Aeußerungen nicht einverstanden bin." -" So ging's weiter, schriftlich und mündlich, bis in den April 1903. Wir waren über viele Dinge verschiedener Meinung, doch sein Ton blieb stets der wärmster Anerkennung. Genosse Braun war empört über die Angriffe, die im März gegen mich in der socialdemokratischen Bresse standen; ganz außer sich vor Empörung. Dieses Verhalten sei eine Schmach für die ganze Partei. Als ich dann mit ihm brechen mußte, schalt er mich ungerecht, schrieb mir aber am sechsten April 1903:" Das wird mich selbstverständlich nicht abhalten, ungerechte Angriffe gegen Sie an der geeigneten Stelle und in der gehörigen Weise abzuwehren. Das wird auf dem Dresdener Parteitage geschehen." Seine Frau suchte eine Vers föhnung anzubahnen. Im Verlauf des Briefwechsels sprach ich die Ueberzeugung aus, Dr. Braun werde nach allem bombastischen Vors gerede kein Wort für mich finden. Frau Braun antiportete:" Ich will nicht den Schein erwecken, daß wir uns Ihnen aufdrängen. Der Parteitag wird Ihnen einige Beschämung bereiten, wenn Sie dann daran denken, wie schnöde Sie meinen Mann verdächtigten." Ich bin wirklich bis auf den Grund der Seele beschämt. Genoffe Stadthagen sagt, ich sei charakterlos und verächtlich. Genosse Bebel stellt meine Arbeit auf eine Stufe mit Hurerei und brüllt, nur moralisch tief gesunkene Subjekte könnten für die Zukunft" schreiben, Und Genosse Braun, mein zärtlicher Bewunderer, Genosse Braun, der unvergleichlich sanftere Angriffe auf mich eine Parteischande genannt hat, der dankbare, treue, chrliche, stets zu höchstem ethischen " willigen. Wird jetzt wenigstens der 18stündige Schichtwechsel ab Bathos geſtimmte Genoſſe Braut hat nach alledem nichts andres Ueber die Arbeitsverhältnisse der städtischen Gasarbeiter, geforderte und absolut notwendige Verkürzung der Arbeitszeit zu sagen als:" Ich habe nie eine Zeile für die Zukunft" ge= schrieben und meine Frau ist seit Monaten entschlossen, nicht mehr welche, wie wir Sonntag berichtet haben, mit ihren Forderungen geschafft werden? für die Zukunft" zu schreiben." " Gerichts- Zeitung. der von neuem an den Magistrat berangetreten sind, wird uns berichtet: Genosse Heine. Das ist der Kopf des Wurmes... Aber die Bekanntlich arbeiten die Betriebsleute abwechselnd die sechste Morgenstunde schlägt und das Heft könnte nicht erscheinen, Woche Tag oder Nacht je 12 Stunden einschließlich der Ruhepausen. wenn ich jeht nicht schlösse. Der Genosse Heine muß warten. Er Diese Thätigkeit in den Feuerhaus ist sehr aufreibend. Einmal soll nicht zu flagen haben. Er wird an der Stelle behandelt werden, erfordert das Laden der Retorten mit Kohlen eine sehr große körper- dem Bahnhof Friedrichstraße ereignete, beschäftigte gestern Das schwere Eisenbahn- Unglück, das sich am 2. Mai früh auf an die er gehört: in nächster Nachbarschaft der Genossen Bebel und liche Anstrengung, und ferner ist die Hiße vor den Defen derart die erste Straftammer des Landgerichts I unter Vorsitz des LandMehring, denen er auf seine Art assistierte und deren Lügengeſpinnst unerträglich, daß ein kurzes Verweilen dort ohne jede Thätigkeit die erste Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landich entwirren will. Nicht heute entwirren wollte. Das Quartal schon den Schweiß aus allen Boren dringen läßt. In den Defen gerichtsdirektors Ta& manu. gerichtsdirektors Tad mann. Wegen fahrlässiger Tötung, fahrgeht zu Ende; schon im vorigen Herbst erinnerte ich daran. Und wird eine Hige bis 1000 Grad entivickelt. Man kann sich leicht vor- lässiger Körperverlegung und Transportgefährdung hatte sich der ich bin, offen gestanden, zu stolz, um durch hastige Abwehr eines stellen, daß in deren Nähe eine Temperatur von annähernd 60 Grad früh 5 Uhr 20 Minuten stand der Fernzug Insterburg- CharlottenLokomotivführer Richard Grothe zu verantworten. Am 2. Mai Hallunkenstreiches den Schein zu erregen, ich wolle mißtrauisch ge- herrscht, die sich im Sommer noch entsprechend steigert und ferner burg in der Halle des Bahnhofs Friedrichstraße, um einen Teil machte Abonnenten am Rockschoß zurückhalten. Einstweilen also erhöht wird, wenn die Retortenarbeiter zwischen zwei Feuern der Fahrgäste aussteigen zu lassen. nur noch ein Schlußwort. arbeiten müssen. Die während der Verbrennung erzeugten Alexanderplay her der Vorortzug Strausberg- Potsdam, Da tam vom Bahnhof Die Bernhard, Göhre, Braun, Heine haben auf dem Parteitag Gafe und Dämpfe füllen naturgemäß das ganze Feuerüber mich nicht die winzigste erweisliche Thatsache erfahren, die sie vorher haus und an regnerischen Tagen können sie nur schwer entweichen. bom Angeklagten geführt wurde, auf demselben Geleife genicht kannten und die geeignet wäre, ihre hundertmal beteuerte Hoch- Die Arbeiter müssen die Dünste mit einatmen. Wenn nach dem fahren. Der Angeklagte fuhr über das Haltefignal hinaus, fah achtung vor meiner Person und Arbeit auch nur um ein Quentchen Vergasungsprozeß die Coatsrückstände aus den Retorten gezogen und versuchte durch Gegendampf einen Zusammenstoß zu vermeiden, dank zu seinem maßlosen Schrecken, daß der Zug noch im Bahnhofe stand, zu mindern. Sie denten auch über Person und Arbeit heute genau worden sind, was ohne kolossale Staubentwicklung nicht abgeht, was ihm aber nicht gelang. Der Zusammenstoß erfolgte mit großer wie vor dem Parteitag. Die Genossen Bernhard und Heine habens müssen diese glühenden Massen durch Wasser abgelöscht werden. Es wucht, die Lokomotive fuhr auf den letzten Wagen des Insterburger mir in Briefen aus Dresden bestätigt; die Genossen Braun und steigen neue Dampf- und Dunstwolfen auf. Ein ununterbrochener Buges auf, es erfolgte ein furchtbares Krachen, der legte Göhre werden nicht wagen, mich unfittlichen Handelns zu zeihen. Brechreiz ist bei den meisten die Folge. Es kommt weiter hinzu, Wagen und der vorlegte wurden mit den Stirnwänden inUnd warum haben die Vier durch Reden und Schweigen den Meuchel- daß die Leute direkt aus dieser Höllenglut mit durchnäßtem Körper einander geschoben und dabei sind verschiedene Personen vermordversuch unterstüßt, warum zu unwahrhaftigkeit und feigem in das Freie müssen, nur mit Hemd und Hose angethan, um allerVerrat sich erniedert? Weil sie vor der Wut der aufgeftachelten Hand Verrichtungen zu besorgen. Ist es da ein Wunder, wenn nur aus Köln, der gerade beim Aussteigen begriffen war, wurde legt worden. Ein Reisender, der Artist Hans Mühlfleith Masse zitterten. Weil der alte Meisterdemagoge jedem, der für ganz besonders widerstandsfähige Organismen die schädlichen Ein- zwischen die Wagen gequetscht und fand ſeinen Tod.- Der Anmich auch nur ein armes Wörtchen rede, grause Rache schwor und wirkungen längere Zeit aushalten und die Leute an Erkältungen und zwischen die Wagen gequetscht und fand ſeinen To d. die Macht hatte, jeden Widerspruch niederheulen und mit der Er- Rheumatismus leiden? geflagte behauptet, daß ihm auf der Strecke vom Bahnhof Alexander. fommunikation strafen zu lassen. Keinem der Vier traue ich zu, plaz bis zum Bahnhof Friedrichstraße plötzlich schwindelig und schwarz daß er sich im Alltagsleben als Schelmen erwiese. Alle Vier haben Sind hier nun in der Woche pro Schicht 5 Stoß zu verrichten, vor den Augen geworden sei und er aus diesem Grunde das als Genossen gegen die einfachste Anstandspflicht verstoßen. Der so wird dies unmöglich, wenn alle 14 Tage, und zwar des Sonntags Warnungssignal nicht gesehen habe. Diese Behauptung bildete den Parteitöter zeigte die Zähne, die betrogenen Arbeiter, die nie ein der 18stündige Schichtwechsel eintritt. In jener Zeit wird von den springenden Punkt in der ganzen Verhandlung, in welcher die Heft der Zufnuft" in der Hand gehabt haben, brüllten Empörung: Betriebsarbeitern eine Leistung vollbracht, die nahezu als un Geheimräte Wambs ganß und Falte die technische Seite und in Todesangst verrieten die Vier den Abwesenden, der sich aus menschlich gilt. Man muß diefe Proletarier sehen, wie sie bei behandelten und über die ersten Thatbestands- Aufnahmen bedem Gebell ja nichts zu machen brauchte. Genau wie später bei der der Höllenglut, halb nackt, jene schwere Thätigkeit vollführen, um richteten. Der den Angeklagten an dem kritischen Tage Resolution Bebel- Kautsky: dort ward die Person, hier die Sache ge- als Laie zu dem Urteil zu gelangen, daß dabei die stärkste Körper- begleitende Heizer hat an demselben nichts Auffälliges beopfert. Bleibt Korruption aber nicht Korruption, auch wenn sie konstitution zu Grunde gerichtet wird. merkt. Er hat, wie immer, seinen Dienst stehend verrichtet, Gewissensbedenken socialdemokratischer Boltserzieher zerfrißt? Bu fällig konnte ich diesmal die Unredlichkeit nachweisen; wie oft aber mögen die Verkünder der einzig lauteren Sittenlehre eben so lügen und trügen, die armen Parteipudel, die, um Massengunft zu erschmeicheln, sich stellen müssen, als wären sie von Geburt eflige, zottige, ruppige Stöter! " Ob der Volksbote" die Korruption aufdecken wird? Auf keinem Der Briefe, die ich im Notwehrrecht anführen mußte, stand, wie auf den Ministerialerlassen, die er abzudruden pflegt: Streng ber traulich!" Partei- Nachrichten. " " " 1 " Die Direktion der Berliner Gaswerte bestreitet nun aber, daß plöglich aufgeschrien: Halt, halt! Was mache ich, da steht dem so sei. Sie erklärt die Gesundheitsverhältnisse auf ihren An- ja ein Zug!", dann Gegendampf gegeben und nach dem stalten für überaus gute und beruft sich dabei auf die Gutachten der Unfall eine gewaltige Erregtheit gezeigt. Die Verhandlung medizinischen Sachverständigen, die sie gelegentlich des Konzessions- ergab weiter, daß der Angeklagte in seinem früheren Wirkungskreise verfahrens für das neue Gaswerk in Tegel beigebracht hat. Sie Crampas zweimal Unfälle gehabt hat, die ihm nicht zur Last gelegt erklärt ferner, daß weder die auf den Anstalten wohnenden Beamten werden konnten, bei denen er aber die Geistesgegenwart nicht bes und ihre Familien, noch die dort beschäftigten Arbeiter unter Betriebs- tahrt hatte. Er ist auch einmal von dem Eisenbahnarzt in Saßniz frankheiten zu leiden haben. Die Anstalten werden vielmehr auf wegen starker Ischias in die Behandlung eines Specialarztes ärztlichen Rat hin gerade von Kranken und namentlich von solchen, gegeben worden. Weitere Krankheitserscheinungen sind bei ihm nicht die mit Stidhusten behaftet sind, aufgesucht, um ihre Leiden durch festgestellt. Dem gegenüber begutachtete der Bahnarzt, Oberstabsarzt Einatmen der Dämpfe der aus dem Reiniger frisch herausgenommenen Dr. Steker, der den Angeklagten nach dem Unfall gesehen und ge Masse zu lindern. sprochen und seine Angaben durch eigne Recherchen kontrolliert hat, daß nach seiner Meinung der Angeklagte bei dem Unfall in einem ohnDanach wären die Gasanstalten am Ende als Liegehallen für machts ähnlichen Zustande sich befunden habe. Der Erste Staatsanwalt Lungenkranke zu empfehlen. Die Gasarbeiter werden mit Staunen Cretschmann hielt es nicht für nachgewiesen, daß der Angeklagte bernehmen, daß die Gesundheitsverhältnisse überaus gute sind sich in schwindelhaftem Körperzustande befunden habe. Er sei nicht Leider hat bereits der Vorwärts" am 12. Oftober 1902 auf Grund übermüdet oder überanstrengt, auch nicht förperlich in einer Vereiner Krankheitsstatistit der Betriebs- Krantentasse für faffung gewesen, aus der sich ein Zustand plötzlicher Umnachtung er die städtischen Arbeiter" nachgewiesen, daß von den flären lasse. Ein Mann, der mit einem solchen nervösen Leiden die 4871 Gasarbeitern im Jahre 1901 nicht weniger als 1684 2otomotive als Führer beträte, würde an sich schon fahrlässig handeln. erkrankt waren. Diese Ziffern sprechen besser, als Worte es ver- Das Gutachten des Oberstabsarztes Dr. Stefer scheine nicht schlüssig mögen. Es giebt wohl kaum eine andre Kategorie von städtischen zu sein und finde in den sonstigen Ergebnissen der BeweisArbeitern, bei der so viele Krankheiten zu verzeichnen sind. Selbst aufnahme eine genügende Unterstützung nicht. Der Angeklagte, berständlich ist dies der Direktion unangenehm und so sucht fie den der sich bis dahin völlig tadelsfrei geführt, habe sich nicht gegen Anschein zu erwecken, als ob die Statistik der Betriebs- Krantentasse tomplizierte, sondern gegen ganz simple und einfache Grundvorschriften tein richtiges Bild der Krankheiten gebe. andren Resultat, indem Sie kommt zu einem der Fahrordnung vergangen und deshalb beantragte der Staatsindem sie das Verhältnis der geleisteten anwalt 9 Monate Gefängnis ebent. aber die Einholung eines Arbeitstage zu den Kranten tagen feststellt, derart, daß nur Gutachtens des Medizinalfollegiums. Der Verteidiger Rechtsanwalt die Krankentage gerechnet werden, für die Krankengeld gezahlt Dr. Herbert Fräntel beantragte in erster Reihe die Einholung wurde. Nun steht aber fest, daß die Arbeiter sehr häufig eines solchen Gutachtens, falls der Gerichtshof nicht schon jetzt auf Eine feltsame Blatatcensur muß sich unser Braunschweiger infolge törperlicher Schwäche oder bei Erkältungen ein oder Freisprechung erkennen sollte. Zeptere hielt der Verteidiger nach der Parteiblatt gefallen lassen. Auf Plakaten, die zum Abonnement auf zwei Tage der Betriebsstätte fern bleiben, und da diese Zeit nicht in ganzen Sachlage für geboten. Der Gerichtshof hielt eine Schuld das Blatt einladen, wurde der folgende Saz polizeilich überklebt: Anrechnung gelangt, so stellt sich das Resultat günstiger. Trotzdem des Angeklagten für vorliegend und verurteilte ihn zu 9 Monaten Auch bei der Typhusepidemie trat nur allein der Volks- giebt man selbst zu, daß von den Erkrankten 25,2 Proz. an Krant Gefängnis. freund" für die Interessen der hiesigen Einwohnerschaft in die Heiten der Atmungsorgane, 19 Proz, an entzündende Gelenk- und Schranken". Gliedererkrankungen und 15,4 Broz. an Muskel- und Sehnenkrantheiten leiden. Auch von dritter Stelle aus wird darauf hingewiesen, daß diese Zustände bedenklich sind. Sowohl in der Zeitschrift für Gewerbehygiene" wie in der Reichsstatistik" kommt dies zum Ausdruck. Bom Parteivorstand geht uns folgende Mitteilung zur Veröffentlichung zu: Auf Anfragen, wie der Parteivorstand zu der von dem Genoffen Dr. Heinrich Braun herausgegebenen Zeitschrift Die Neue Gesellschaft" Socialdemokratische Wochenschrift steht, erklären wir, daß dieses Unternehmen ein reines Privatunternehmen ist, mit dem der Parteivorstand nichts gemein hat und für deffen Propaganda diejenigen Partei Unternehmungen, für deren Verwaltung der Parteivorstand verantwortlich ist, nicht in Anspruch genommen werden können. " Die Polizei fagt, der Sag enthielte eine Unwahrheit, was unser Braunschweiger Parteiblatt entschieden bestreitet. Aber selbst wenn er unwahr wäre, so ginge das die Polizei nichts an. Inserate Allen Verwandten, Bekannten und Parteigenossen die traurige Mitteilung, daß meine innigftgeliebte Frau, unsre gute Mutter, Schwieger- und Großmutter Auguste Burghardt geb. Dtto, am 27. d. Mts. nach langem, schwerem Leiden sanft ent schlafen ist. 20995 Dies zeigt tiefbetrübt an der trauernde Gatte Troß dieses betrübenden Bildes fiel es bisher keinem der in unfrer Kommune maßgebenden Persönlichkeiten ein, in die mehrfach Eingegangene Druckfchriften. Dr. Magnus Hirschfeld. Jahrbuch für sexuelle zwischenstufen. 5. Jahrgang.( Mar Spor in Leipzig.) 2 Bde. Der 1400 Seiten starke Doppelband enthält u. a. eine objektive Dar stellung des Falles Krupp. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Für die große Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau jage BLUTARMEN..KRANKEN herzlichsten Dank allen denen, die sie zur legten Ruhestätte begleiteten. 21015 C. Fuchs, Sorbmacher, nebst Kindern. Kranz- und Blumenbinderei bon H. Rodewald, Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, Arrangements zu Festlichkeiten, Bouquets, Topfgewächse jeder Art 2c. preiswert. 17985* Rudolf Burghardt nebſt Rindern. Kranz- und Blumenbinderei Todes- Anzeige. Am 26. September, abends 7 Uhr, entschlief sanft im vierundsechzigsten Lebensjahre unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Tischler Adolf Günther. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Lazarus- Kirchhofs in Wilhelmsberg aus statt. Dies zeigen betrübt an 20955 Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler am Paul Schneider am 26. September verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofes ( Friedrichsfelde) aus statt., Um rege Beteiligung ersucht 87/20 Die Ortsverwaltung. FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN ärztlich Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- u. Bayrischhier- Lokal. Gardinen- Reste Rixdorf empfohlen Adolf Stahmann, Thüringerstr.7 p. Flasche 1.50 und 2 Mark Santa Lucia steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff. Partei- Lokal von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen in Fabrikstadt( 5000 Einw.), einziges Arrangements, Bouquets, Guirlanden in der Stadt, ist Todesfalles wegen usw. werden sein u. preiswert geliefert fofort zu verkaufen. Offerten unter Dr. Simmel, Prinzen- A.-G., Magdeburg erbeten. Str. 41, [ 23/ 20* Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Gebrauchte Oefen wie neu. 2 Mark an Neue Irische Dauer brand Oefen alle Grossen von 11 MARK an Heue Kochmaschinen 22 Mk an Cade a Germanen Oefen BERLIN M W SCHROEDER HOCHSTR.43 Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f. Drts- u.Hilfs- Krankenkassen. Berlin C., 20062* H. T. 100 an Haasenstein& Vogler, 182/7 Saal mit Bühne für Sonnabende im November, Dezember, Januar, Februar und März, sowie Bußtag und Toten: 26732* sonntag noch frei. 72. Kommandantenstr. 72. Neues Clubhaus. THORK HECHT BEAU Vereins: Abzeichen. Zum Umzug! Thür- Schilder mit Namen, Stempel jeder Art. Sämtliche Stempelutensilien. Typen- Druckereien zum Zusammensetzen. Schrift- Gravierungen. H. Guttmann, Brunnen- Str. 9. Fernsprecher Amt III, 6442. Höheres Technisches Institut Berlin NW. 6, Marienstr. 24. Ausbildung von Ingenieuren, Technikern u. Werkmeistern. Stempel Fabrik Tages- u. Abendkurse. T bon[ 20542* Robert Hecht, Berlin S., Semesteranfang: 14. Oktober. Ausverkauf 2763L* Die Expedition. Wohnungen. Nord. 25820 Dudenarderstraße 35, 36, 37 und 38. 1, 2, 3 Zimmer, Küche 2c. Nord- West. 500 bis 1000 Reste spottbillig benburgerstraße 31. 2 u. 4 Zimmer. QV. Flur. 20 9 Reines vollwertiges Roggenbrot liefert femell uno a 50, 35 u. 20 142, um zu räumen. Grüner Weg 80, parterre Eingang Bruno Güther. Vollständige Jahrgänge diverser Zeitschriften berleiht billigst 27602* Journal- Lesezirkel Küche, Bad 2c. Süd- Ost. Neanderstraße 11, 11a und 12. 2, 3 und 5 Zimmer, Küche, Bad ze. Dit. Bödiferstraße 30, Ede Goßlerstraße 32. 2 und Zimmer, Küche, Bad 2c. Näheres daselbst bei den Verwaltern. Läden und Geschäftsräume. Süd- Ost. Neanderstraße 11, 11a und 12. Räden, Lager- und Bureauräume. Dit. 25832* Böbikerstraße 30, Ede Gozlerstr. 32. Läden mit Wohnung. Näheres daselbst bei den Verwaltern. Woche 2 M. Abzahlung, Germann, Land, 40 q münblic SW., Solmsstraße 44. Abonnements von 20 Pfennig an pro Woche. Prospekt gratis. errenstofffür Reste Anzuge Paletots usw. spottbillig direkt an Private. qm 300 M. BorNur Herronimy, Blumenstr. 79. Charlottenburg. F. Kunstmann Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldarbeiter. Grosses Lager, billige Preise.- Reparaturen schnell, billigst.* Unverfälscht. Deutscher Tuchfabrik- Niederlage Honig! Bienenhonig, beſt. Qualit. Berlin C., Ross- Strasse 2 Koch& Seeland. verf. die 10 Pfunddose zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. Bahnhof Augustsehn, Oldenbg. adfen, billig alle Arten und gute, Ichmadhafte weiße Bare, Erkner- Baustellen E. Reil, Nord, abo Stempel 6 Stück 10 Pf., empfehle ich billig, günst. Zahlung, mur b. Bauer in bester den werten Genoffen u. Genoffinnen. Catholy, Buchhorsterstraße, 5 Min. Susung Ernst Pfeiffer, Panel Allee 24, ab Schule. 52 Std. bis jetzt ver. Näh. Kautschuk Typen„ Perfekt" zum Zusammenfeßen einzelner Wörter fowie ganzer Säge von 1,50 M. an. Bäckerei. Schulz, Rirdorf, Lenaustr. 12/13. Kopfläuse nebst Brut 30. Linien- Straße 30. Dr. Schünemann Schwapp". NB. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm und weich am Körper. Specialarzt für Haut, Harn und Unschädl. Zu haben in Drog. Preis f. Frauenleiden, Seydelstr. 9. L. 50 Pf. u. f. Fl. 30 Pf. En gros. 212-3, 6-18, Sonnt. 9-11.' R.Sauer, Berlin C.2, Kaiser Wilhelmst.47. Brut Kopfläuse ever Unschädlich. Erfolg überraschend. In Drogerien 50 Pfg schwinden sofort d Puffi Künstl. Zähne, Blombe usw., Carl Goeringer, Zahnatelier, N., Eichendorffstr. 21, fr. Brunnenstr. Bei Borzeig. d. Annonce Preisermäßig. Preise Zahn- Klinik. beliebige Zeil. Olga Jacobson, strasse 145. zahlung. Invaliden Dienstag, den 29. September, abends 8 Uhr: Partei- Versammlungen. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag und Diskussion. 2. Berichterstattung von der Brandenburger Provinzialkonferenz und Diskussion. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 2. Kreis: Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. 4. Kreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( grosser Saal). 5. Kreis: Leydecker, Sophienstr. 34. Generalversammlung des Wahlvereins. 6. Kreis: Germania- Säle, Chausseestr. 103. Generalversammlung des Wahlvereins. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Rixdorf. Socialdemokratischer Wahlverein. Heute, Dienstag, den 29. September, abends 8½ Uhr: Versammlung bei Thiel, Bergstraße 151/152. Tages Ordnung: 235/5 1. Berichterstattung vom Parteitag in Dresden. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung des Kreises. 4. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Central- Verein der Bildhauer. Verwaltung Berlin. Die Vereins- Versammlung am Dienstag, den 29. September, fällt zu Gunsten der Partei- Versammlungen aus. Der ausführliche Bericht von der General- Versammlung wird am Dienstag, den 6. Oktober, erstattet. Der Vorstand. 27/ 17* Partei- Speditionen: Grünau Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderftraße 30, b. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, of rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, Gr. Frankfurterstr. 133, of part.- SO.: Baul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( L'aden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt- Glienicke: 2. Pries, Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- WilmersSefenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn I. dorf: W. Nickel, Uhlandstr. 108, part. FriedrichsbergFriedrichsfelde- Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Rixdorf: M. Heinrich, Brinz Handjerhstraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Baumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Ober- Schöneweide: Richard Für!, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. Schöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismarckstr. 7. Adlershof: Gustav Hize, Hackenbergstraße 8. Woid, Köpenick: Friedrich Grünftr. 29. Friedenau- Steglitz:. Bernsee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a.-Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II.- Treptow: N. Boigt, Elsenstr. 37, Neu- Weissensee:. teste, König- Chauffee 33 a, I. born III. Ruminelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5a. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Paul Rienast, Borfigwalde, Schubartstr. 43.-Pankow: R. Kummert, Floraftr. 43. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen NiederWerke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Єchte atzenhofer Biere atzenhofer Hell atzenhofer Marine atzenhofer Dunkel 30 Fl. 3 M. { 1/8 T. M. 3.00 1/8 T. M. 3.25 1/8 T. M. 3.50 atzenhofer Crystall 28 Fl. 3 M. 18 Hl. M. 3.00 Gefällige Bestellungen an Patzenhofer Brauerei NO. Landsberger Allee 24/27 Telephon VII, 2200 u. 5535, NW. Strom- Strasse 11/16 Telephon II, 127 und 676. Schutzmarke Pfand pro Flasche 10 Pf, Engelhardt's Caramel- Malz- Bier gesetzlich geschützt No. 34 934 ist doch das Beste! Caramel- Malz- Bier ist pasteurisiert, keimfrei und seit vielen Jahren wegen seines ganz geringen Alkoholgehalts ein bewärthes Stärkungsmittel für Nervöse, Bleichsüchtige, Mütter u. Rekonvalescenten. Auch als Tafelgetränk wird es sehr bevorzugt. Preis pro Flasche 10 Pfennig. In allen Kolonialwaren- und Delikatess- Geschäften käuflich. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Berlin N., Chausseestrasse 33. Telephon Amt III. 8825 209/8 Beim Quartalswechsel zum Abonnement empfohlen. Die Neue Zeit Wochenschrift der Deutschen Sozialdemokratie. Redigiert von Karl Kautsky Eingetragen im Reichspostkatalog unter Nr. 5575 Preis pro Quartal t. 3.25, des einzelnen Heftes 25 Pfennig. Die Gleichheit Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen Redigiert Klara Zetkin Don Eingetragen im Reichspostkatalog unter Nr. 3189 Preis p. Quart. 55 Pf. ohne Bestellgeld, der einzelnen Nummer 10 Pf. Der Wahre Jacob Erscheint alle 14 Tage nebst einem Unterhaltungsblatt Redigiert von B. Heymann Eingetragen im Reichspostkatalog unter Nr. 8220 Preis pro Quartal 65 Pf., der einzelnen Nummer 10 Pf. Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts sowie durch alle Solporteure und Zeitungs- Spediteure. 233/19 Unwiderruflich am Donnerstag Schluss des Total- Ausverkaufs. Die noch vorhandenen Bestände in: PER 28/1 Teppichen, Portieren, Gardinen, Tisch-, Divan-, Bett- und Steppdecken, Sofastoffresten sollen bis Donnerstagabend zu jedem annehmbaren Preise ausverkauft werden. J. Adler Teppichhaus, jetzt nur jetzt nur 28 König- Strasse 28 an der Neuen Friedrich- Strasse. 50Mk. Nur 150 jede Uhr bei mir zu reparieren u. reinigen unter Garantie des Gutgehens( ohne Bruch), kleine Reparaturen billiger. Grosse Auswahl in Uhren u. Goldwaren zu billigsten Preisen. Goldene Damen- Remontoir, 10 Steine, v. 18,-, Goldene Herren- Doppelkapsel- Remontoir v. 50,-, Silberne Remontoir v. 9,-, Regulateure, Freischwinger, Wecker- u. Wanduhren. Goldene Herrenu. Damen- Ketten, Ringe, Schmucksachen in modernsten Façons für jeden Geschmack. Für jede bei mir gekaufte Uhr leiste 3 Jahre Garantie. 2657L* Karl Lux, Chausseestr. 34. Uhr macher, Soeben erscheint im Verlage von G. Birk& Co. in München: Die Frage der Taktik. Reden der Abgg. Bebel und v. Vollmar auf dem Parteitage in Dresden ca. 5 Bogen. Preis 20 Pfennig. Kolporteuren sowie Vereinen und Gewerkschaften hoher Rabatt. 27682* Allgemeiner Konsumverein au Braunschweig sucht zu möglichst baldigem Antritt einen mit dem Genossenschaftswesen vertrauten zweiten Geschäftsführer als drittes Vorstandsmitglied. Offerten mit Angabe der ble herigen Thätigkeit bis 8. Oktober zu richten unter C. 234 an Invaliden dank" Braunschweig. 27592* Tn voriger Tacht hat man die Preise nochmals herabgesetzt, wir verkaufen: Getragene Herren- Hosen zu 1,50 bis 3,50 Mk. Getragene Herren- Anzüge zu 5, 6 bis 8 Mk. Getragene Herren- Paletots zu 4, 5 bis 9 Mk. Getragene Kellner- Hosen und Fracks. ( Von feinsten Herrschaften, Reisenden und Kavalieren.) ,, Blitz", Reinigungs- Anstalt, Chausseestr. 80. NB. Von Herrschaften, die Garderobe verkauf. wollen, erbitte Postkarte. Schon 7. October Ziehung. IX. Schneidemühler Pferde- Lotterie. à Loos 1 M. 11 Loose 10 M. Porto u. Liste 20 Pf. auch geg. Briefmarke. Hauptgewinn: 10,000 M. 1 eleg. 4spännige Equipage ausserdem 3 complett bespannte Equipagen, 44 Pferde, sowie 2400 massiv silberne Theelöffel. 2434 Gewinne, Gesammtwerth 52,000 Mark. Loose à 1 M., 11 für 10 M. versendet auf Wunsch auch unter Nachnahme Berlin W., Carl Heintze, Unter den Linden 3 C R gegründet 1872. Fordern Sie Dänischen 27610 Anker Kautabak feinste Marke, 5 u. 10 Pf. Schleifen u. Rollen. Echt nur, wenn in jedem Stück d. Anker- Zettel liegt. Amt 7, 3861. Niederlage: Carl Röcker, Grüner Wegs. Hauptniederlage: Nordhäuser Kautabake, Schnupftabake CHORD Rauchtabake. Grossfischerei- port Ernst Napp Nachi. Swinemünde Nr. 56, Ostsee. Prämiiert: Paris, Baden mit goldener Medaille. Frachtfrei gegen Nachnahme nur echte, wirkliche 1/, Fass allerfeinste neue Milch- u. Rogen- Heringe Original- Fettheringe im Ansehen fast ohne Konkurrenz 12, M., 1/2 Fass 7 M. b. 400 Original grösste M Fettheringe( Salz), sehr beliebt, Dauerware, 11 Mark, 2 Fass 6 Mark 100 Fettrollmöpse 3 M. 80 Delikat.- Heringe in Senfsauce 31, M. 70-80 Bismarckheringe 3 M. 70 M Fettheringe 2, M. Alles portofrei. 10 Dosen Oelsardinen 5 M. Dose Milch- u. Rogen- Heringe 3 M. Antialkohol. Unsre alkoholfreien Fabrikate: 1. Hopfen- Malz- Getränk, Ersatz für Bler. 2... Anti". دوو , Ersatz für Süsswein, sind jetzt in jeder unsrer 350 Niederlagen in Berlin und Vororten à Flasche 10 und 15 Pf. excl. zu haben. Bestellungen auf 30 Flaschen frei Haus bitten an uns direkt zu richten. Nach auswärts gegen Nachnahme. 2758L* Hermann Meyer& Co., Berlin N., Wattstr. 11/12. Sprungfeder- Matratzen gesetzlich geschützt Bweiggefchäft: Nowawes, Priesterftr. 2. Matraße, untere Anficht, besser wie Stahldrahtmatratzen: 27,00. staubFrei nicht theurer als mit Gurte. Polstermeren chnebartel PAUL MULLER Berlino Leboserste Unübertroffen in Reinlichkeit und Haltbarkeit 10 Jahre Garantie+ Polsterwaren- Fabrik Paul Müller, BERLIN O., gesetzlich gesc unerreichte Haltbarkeit. Lebuserstr.15. Möbel Wegen Räumung stehen neue und gebrauchte Sachen zum billigen Ver fauf. Teilzahlung gestattet. Ganz be sonders zu empfehlen ist: Kleiders spind 23, Sofa mit Auszug 30, Chaiselongue 17, Bettstelle mit Matrate 19, Muschelspind, Vers tiko 27, Plüschgarnitur 90, Plüschsofa 50, Säulentrumeau geschliffen 30, Paneelsofa 60, Schreibtische 15 M. Belaufte Möbel werden kostenfrei aufbewahrt. Kein Laden, direkt Fabrik Draniens straße 58. Sonntags geöffnet. 24452* Boebel. Verfallene Pfänder! Goldsachen wie Brillanten jeder Art, gold. u. filb. Damen wie Herren ühren, Ketten, Ringe, sauber u. schön, spottbillig verk. Pfandleihe, Prinzen ftraße 28,1, Ede Ritterstraße. 24672* 1/2 Pfund Brot 50 Pf. 5½ Backware 6 Stück für 10 Pf. Albrechts Bäckereien:* Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, Roh- Tabak 19032* Falkensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Bücklerstr., Stand 222/ 23Max Jacoby, Streligerstr. 52, Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Berantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 227. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Dienstag, 29. September 1908. nach dem Rosenthaler Thor zu fahre. Der Kutscher fährt den Herrn an: Wat? Sie wollen mir woll uzen, Der Streik der Omnibus- Angestellten. taffe Shnen sofort fiftieren!" Gleich kam auch der Schaffner des " Wagens und schimpfte auf den ganz verblüfft dreinschauenden Herrn Durch einen Artikel in ihrer gestrigen Abendausgabe liefert die los. Wie gewöhnlich, so sammelte sich auch hier im Handumdrehen Vossische Zeitung" aufs neue den Beweis, daß wir vollkommen ein ganzer Schwarm Zuschauer an, die ihren Unwillen gegen die recht hatten, wenn wir sagten, die Bossische Zeitung" trage bei der Streitbrecher Luft machten. Diese riefen aus Leibeskräften nach Beurteilung der Arbeiterbewegung ein hohes Maß von Borniertheit Polizeihilfe. Sofort tam auch ein Wachtmeister mit mehreren Schutzund Einseitigkeit zur Schau. Den Kampf gegen die Lohnbewegung leuten von der nächsten Ecke, doch waren es teine Schmeichelworte, der Omnibus- Angestellten, den die Vossin am Sonnabend begonnen, die der Beamte den Streitbrechern fagte, als er erfuhr, um was es sich hier handelte. setzt sie am Montag in derselben Weise fort. Obgleich wir in unsrer Sonntagnummer durch Anführung von Thatsachen bewiesen haben, daß es nicht zum Streit gekommen wäre, wenn die Direktion der Omnibus- Gesellschaft es nicht wiederholt abgelehnt hätte, mit den Beauftragten der Angestellten zu verhandeln, behauptet die„ Boffische Beitung" dreist, wir hätten ihre Ausführungen am Sonnabend weder berichtigt noch widerlegt. Nun, wer die offenkundigen Thatfachen ignoriert, mit dem kann man nicht diskutieren. er der Angestellten hat und eben aus diesem Grunde zur Vertretung der Angestellten legitimiert ist. Die„ Boffische Zeitung", die sich so warm für die Direktion der Omnibus- Gesellschaft ins Zeug legt, berteidigt keine gute Sache. Ein streifbrechender Schaffner der Linie Nettelbed- Blaz- Heinrichsplatz zeigte gestern morgen einigen Bassanten, die ihm Worte der Mißbilligung zuriefen, einen Revolver. Das war den hier im Wagen sizenden Fahrgästen denn doch zu viel. Sie stiegen aus und ließen den Mann mit seinem Schießeisen allein weiterfahren. Zum Frauenmord in der Rückerstraße. mun Berliner Partei- Angelegenbeiten. und von der Brandenburger Provinzial- Konferenz erfolgt heute Die Berichterstattung vom Parteitag abend 8 Uhr in folgenden Lokalen: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 2. Kreis: Berliner Bodbrauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. 4. Kreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, großer Saal. 5. Kreis: Leydecker, Sophienstr. 34( Generalversammlung des Wahlvereins). 6. Kreis: Germania- Säle, Chausseestr. 103( Generalversammlung des Wahlvereins). Bartrigenossen, agitiert für zahlreichen Besuch dieser Versamm lungen! Lifte. Zur Lokal- Lifte! Parteigenoffen von Berlin, Teltow- Beeskow, Nieder- Barnim und Potsdam- Osthavelland. Am Sonntag, den 18. Oktober 1903, erscheint die nächste Lokalbon obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genauen Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommission enderungen bis spätestens Freitag, den 9. Oktober 1903, einsenden bon obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genauen zu wollen und zwar für: Teltow- Beeskow an den Genossen Hermann Schliebit in Brit, Jahnstraße 2; Nieder- Barnim an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfelde, Victoriastraße 4; Potsdam- Ofthavelland an den Genossen Albert Neue in Spandaut, Jagotstraße 9; Diverse Orte an den Genossen Gustav Fellwock in Eberswalde, Eisenbahnstraße 67; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, S. 14, Prinzenstraße 66. Die Lokalkommissions- Mitglieder wollen die Aenderungen und Neu- Aufnahmen für obige Liste Berücksichtigung mehr finden können. umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen teine Vielfach kommt es vor, daß Zuschriften in ,, Lokalangelegenheiten" Lichtenberg. Heute große Gewerkschaftsversammlung( Gewerbes gerichtliches) bei Höflich, Frankfurter Chauffee. öffentliche Versammlung in Schönhausen, Wenzels Lindengarten, Bankow- Nieder- Schönhausen. Heute, Dienstagabend 81 Uhr, Lindenstraße 48. Genosse Freywaldt wird Bericht erstatten über den Dresdener Parteitag. Es tennzeichnet die Auffassung, welche die Bossische Zeitung" bom Koalitionsrecht der Arbeiter hat, wenn sie fortfährt, der gewerkUeber die Sonnabend spät erfolgte Verhaftung des Schlächters schaftlichen Organisation der Omnibus- Angestellten und der von den Grabowski wird folgendes mitgeteilt: Man sah den des Gattenmordes Angestellten aus ihren eignen Reihen gewählten Kommiffion das Recht fahren. An der Ede der Dragonerstraße rief eine Frau, die ihn Verdächtigen in einem offenen Tarameter die Linienstraße entlang zu Verhandlungen mit der Direktion abzustreiten. Schließlich muß fennt:„ Das ist er!" Zwei junge Männer, die das hörten, liefen doch auch wohl nach freifinniger Auffassung, sollten wir meinen zu dem Schutzmann, der an der Alten Schönhauserstraße stand, - jedermann das Recht haben, denjenigen mit der Vertretung seiner biefer gab das Notzeichen, während schon eine Menschenmenge Intereffen zu betrauen, der ihm als der geeignete dünkt. Dder soll hinter der Droschke Herlief, und nun ließen zwei andre dies Recht nur Arbeitern gegenüber nicht gelten? Der Zwölfer- Schußmänner den Kutscher halten, als er gerade in die Ausschuß", der nach der„ Vossischen Zeitung" eine genügende Ver- Rückerstraße einbiegen wollte, um nach Nr. 6c zu fahren. Auf die einbarung mit der Direktion getroffen haben soll, war eben nicht Aufforderung der Beamten stieg Grabowski laut weinend aus und durch das Vertrauen der Angestellten getragen, die Ver- fragte: Ist es wahr, daß meine arme gute Frau ermordet ist?" einbarungen, die Er bestreitet entschieden, seine Frau ermordet zu haben. Weinend erzielte, befriedigten die Angestellten versicherte er auch Sonntagabend noch wiederholt, daß er sie zwar nicht, und mit der Kommission, die schon vor dem Zwölfer- oft mißhandelt aber dennoch geliebt habe. Am Donnerstag sei feine Ausschuß" bestand, die von der überwiegenden Mehrheit der An- Frau zu ihm in die Wohnung gekommen und habe ihn gebeten, ihr gestellten gewählt war, wollte die Direktion nicht verhandeln. Es den Korridorschlüssel zu geben, da sie mit der Gastwirtsfrau Heinrich ist eine durch nichts bewiesene Behauptung, wenn die Voffische aus der Zionstirchstraße und einer Frau Schulz einen Witwenball Beitung" sagt, ohne die Einmischung des Centralverbandes der besuchen wolle. Er habe dazu seine Einwilligung gegeben und seiner Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter wäre es nicht zum Streit Frau den Schlüffel überlassen. Daß er sich nicht weiter um sie gekommen. Weiß denn die„ Boffische Zeitung" so genau, daß die fümmerte, erkläre sich daraus, daß er ja ein Verhältnis" habe. Bei Angestellten der Omnibus- Gesellschaft, verzweifelt über ihre elende Ermordung seiner Frau gehört und gelesen habe. In seiner Wohnung dem sei er dann auch geblieben, bis er am Sonnabendabend von der Entlohnung und überlange Arbeitszeit, nicht zum Streit geschritten fei er seit Donnerstag, als er feiner Frau den Korridorschlüssel ge= wären, wenn der Centralverband die Führung nicht in die hand ge- geben, nicht mehr gewesen. Ob sein Alibibeweis stichhaltig ist, nommen hätte? Zweifellos wäre in einem solchen Falle die Be- war Sonntagabend noch nicht entschieden. Ein Fremder wird an die Redaktion oder Expedition des Vorwärts" gesandt werden; wegung nicht so ruhig und besonnen verlaufen, wie es jetzt der Fall schwerlich die Frau ermordet haben, nachdem eine dritte Person zur fehnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Genossen, alle ift. Sicher aber wäre es nicht zum Streit gekommen, wenn die ihn unmittelbar vorher gesehen hatte. Er mußte doch annehmen, Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Direktion mit der Kommission verhandelt hätte, die das Vertrauen daß diese Person, die Wirtin, ihn jeden Augenblid überraschen Bertin S. 14, Prinzenstr. 66, zu richten und nicht an den daß Fräulein Rödler sich um ihn und seine Frau nicht mehr fonnte. Für Grabowski bestand diese Gefahr nicht. Er wußte, Vorwärts". fümmerte, jest, nach erfolgter Kündigung, erst recht nicht mehr. werden um Abdrud ersucht. Die Parteiblätter der oben genannten Streife Diese Annahme war auch durchaus richtig. Denn Fräulein Rödler Die Lokalkommission. sagt selbst, daß sie früher bei lärmenden Auftritten und Mißhandlungen wohl angeklopft und gemahnt habe, nach der Kündigung aber nicht mehr. Darum habe sie auch auf den Aufschrei und den In der gestrigen Versammlung der Ausständigen gab Werner wieder einen Situationsbericht über den Stand des Streiks. Die dumpfen Fall kurz nach der Rückkehr der Frau Grabowski nicht Streiflage ist danach im wesentlichen unverändert. Es sind bis jetzt funden mun, daß gleich, nachdem die Thür geöffnet worden sei, Iveiter geachtet. Zwei Schwestern, die am Nebenflur wohnen, beetwa 10 Mann der Streifenden abtrünnig geworden, dafür haben fich 15 der alten Leute den Ausständigen neu angeschlossen. Die iemand die Treppe wieder hinuntergegangen sei und das Haus verDirektion macht nach wie vor die größten Anstrengungen, die Bahr lassen habe, ohne zu schließen. Eine Weile später dagegen fei wieder der täglich ausrückenden Streitbrecher durch Neuangeworbene zu er jemand weggegangen und diese Person habe das Haus abgeschlossen. gänzen, jedoch nur mit teilweisem Erfolg. Am Sonnabend mußte die Fräulein Röbler hat diesen Vorgang nicht mehr gehört. Sie mag eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Näheres im Rigdorf. Heute, Dienstagabend, findet bei Thiel, Bergstr. 151/52, Direktion den Betrieb schon um 4 Uhr nachmittags einstellen und am aber wohl schon fest geschlafen haben, während eine der beiden heutigen Inserat. Sonntag fuhr auf sämtlichen Linien auch nicht ein einziger Wagen. Grabowski nicht der Mörder sein, so müßte es dieser Unbekannte die Zahlstelle des 8. Bezirks falsch angegeben. Es darf nicht heißen: Schwestern bei ihrem kranken Kinde wachte. Sollte Der Vorstand. Diese unfreiwillige Muße benutzte die Direktion zu einem allgemeinen sein, den niemand gesehen hat. Eine Erklärung dafür ließe sich städriz, Kottbuser Damm 88, sondern: Rädrig, Raijer In dem am Sonntag, den 13. d. Mts., verbreiteten Flugblatt ist Streitbrecher- Appell. Auf jedem Depot wurde regelrechte Instruktions- finden. Es wäre möglich, daß Frau Grabowski bereits einen Lieb Friedrichstraße 6, Cigarrengeschäft, ist bereit, die stunde abgehalten, um die arbeitswilligen Elemente mit den Be- haber gehabt und diesem den von ihrem Manne erbetenen Korridor- Urwählerliste für die Landtagswahlen einzusehen. Ferner ist durch stimmungen der Fahrordnung, der Fahrrichtung, dem Schaffner- fchlüffel überlassen hätte. Diesen Liebhaber mag sie für die ver- Neu- Nummerierung der Reuterstraße die Adresse von zibell nicht dienst usw. einigermaßen vertraut zu machen. Jedenfalls ist dies eine zwingende Notwendigkeit gewesen, da auf den meisten Linien hängnisvolle Nacht nicht in ihrer Wohnung vermutet und deshalb mehr Neuterstr. 54 a ſondern Steuterſtr. 60. ein zuweilen unentwirrbarer Kuddelmuddel herrschte. einen andern mitgebracht haben, jenen, dem Fräulein Rödler öffnete Am gestrigen und der dann gleich wieder umkehrte, als sich unerwartet herausMontag konnte die Direktion Schöneberg. Heute, Dienstagabend bei Db st, Meiningerstr. 8: mehr von den Depots abrücken lassen wie in den letzten sich leider noch nicht gemeldet. nun allerdings einige Wagen stellte, daß schon jemand in der Wohnung war. Dieser Mann hat Bersammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: BeTagen voriger Woche. Daß es der Direktion möglich war, Es ist aber doch dringend richterstattung vom Parteitag in Dresden. Referent: Hoffmann auch Frauen noch eine weitere Anzahl Streitbrecher anzuwerben, rührt wohl daher, zu wünschen, daß er seine begreifliche Scham überwindet und mit Nowawes. Gäste haben Zutritt. daß sie diesen Leuten einen Arbeitsverdienst bis zu 4,50 M. pro Tag scheinlich sagen können, ob Grabowski in der Wohnung war oder straße 40, eine außerordentliche Generalversammlung des Wahlfeinen Bekundungen nicht zurückhält. Denn gerade er wird wahr- Wilmersdorf. Mittwochabend 81%, Uhr, wird bei Witte, Berliner zusagt. Es ist dies um so beachtenswerter, als die ein andrer. War es der Ehemann der Ermordeten, so wird ihm vereins abgehalten, in der Genoffe Hoffmann- Nowawes Bericht Wie empfindlich die Gesellschaft durch die Windereinnahme diese wohl erschrocken zugeflüstert haben: Mein Mann ist davom Parteitag erstattet und die Delegierten zur General- Veroder dergleichen, was ihn eben zum Rückzug veranlaßte. Streits geschädigt wird, geht aus authentischen Mitteilungen Nachforschungen der Kriminalpolizei verfolgten natürlich auch nach Protokoll für 10 Pfennig erhalten, wenn sie in der Versammlung sammlung gewählt werden. Die Mitglieder können das Parteitagshervor. So find in einem Depot des Dftens am Freitag schreibung der Belohnung von 1000 Mark besteht nach wie vor zu der Verhaftung Grabowski noch andre Spuren. Auch die Ausihre Bestellung aufgeben. und Sonnabend nur je ca. 300 m. an Fahrgeld vereinnahmt worden, während die Tageseinnahme unter normalen Verhältnissen Recht. 11-1200 m. beträgt. In einem andern Depot brachte die Kasse Grabowski nahmen gestern, Montagnachmittag von 2 Uhr an, Die gerichtsärztliche Deffnung der Leiche der ermordeten Frau nur 5-600 m. gegen 14-1500 M. vor dem Streik. Einzelne Medizinalrat Dr. Mittenzweig und Professor Dr. Straßmann vor.„ Kleinen Journals" durch Herrn Kommerzienrat Leichner wußten Sinnige Vorbereitungen zur Leichner Feier. Den Ankauf des Wagen haben gegenwärtig eine Tagestasse von 5, 8 und 9 M., Der Ehemann Grabowski wurde von zwei Kriminalbeamten in wir vor kurzem zu melden. Die Nachricht wurde als falsch hin wohingegen die Schaffner früher 27, 30 und 40 M. verrechnen konnten. einer Droschte ungefesselt nach dem Schauhaufe gebracht und der gestellt; das bekanntlich sehr angesehene Blatt soll nicht in den Besth In welcher Weise die Direktion die Streifenden einzuschüchtern ver- Leiche gegenübergestellt. Er bekannte, daß es die seiner Frau sei des Schminkefabrikanten übergegangen sein.„ Kleines Journal" und fucht, davon nachstehendes Beispiel. Sie verschickt an einzelne Ausständige eine Starte folgenden Inhalts:„ Da Sie durch Arbeits- und wohnte der Zeichenöffnung bis zum Schlusse bei, um gleich ihr Herr Leichner haben also geschäftlich nichts miteinander zu thun. einstellung kontrattbrüchig geworden sind, fordern wir Sie hierdurch Ergebnis zu erfahren. Unter Thränen versicherte er wiederholt, daß um so sympathischer wird es die Deffentlichkeit berühren, daß diese auf, unsre noch in Ihren Händen befindlichen Garderobestücke un- er nicht der Mörder sei. Die Obduktion, der Gerichtsassessor Beitung für den so arg mitgenommenen Stifter des Wagner verzüglich an das zustehende Depot abzuliefern, widrigenfalls inspektor Braun Staatsanwaltschaft, Kriminal- Denkmals dennoch eine warme Lanze" bricht. Dies geschieht in wir ftrafrechtlich gegen Sie vorgehen würden. Alle andren Rechte inspektor Braun und Kriminalkommissar Flieger beiwohnten, einem langen Leitartikel, aus dem wir folgende Stellen erwähnen: behalten wir uns vor." ergab daß die Frau infolge der beiden Messerschnitte „ Herr 2. Leichner hatte es nicht nötig, aus der beschaulichen Die Versendung dieser Starte an einzelne Leute ist ein sehr gestorben ist; diese waren so tief, daß der Hals nur noch mit der Verborgenheit seiner verdienstvollen industriellen Thätigkeit auf burchsichtiges Manöver. Es wird damit offenbar beabsichtigt, diese Haut am Rumpfe hing. Etwaige Würgemale ließen sich schon wegen den steilen Boden der Deffentlichkeit sich zu wagen. Er lebte still einzelnen sollen den gesamten Ausständigen den Inhalt der Karte dieser Schnitte nicht feststellen. Dagegen zeigten sich Fingereindrücke und harmlos. Sein Geschäft hatte Gott gesegnet, und sein Leben mitteilen, damit der größte Teil der letzteren dann aus Augst vor an Nase, Mund und Kinn, so daß anzunehmen ist, daß der Mörder bot ihm auch sonst manche Freude dar. In der Berliner Gewerbeendgültiger Entlassung wieder zum Dienſt läuft. Doch dürfte sich seinem Opfer mit einer Hand den Mund zuhielt, um es am Schreien Ausstellung sagte die Kaiserin zu ihm:" Ihre Fabrikate, Herr diese Rechnung als verfehlt erweisen. Einer der Streifenden hat zu hindern, während er ihm mit der andren den Hals durchschnitt. Leichner, sind sehr beliebt!" Außer den Schnitt- und Stichwunden und diesen Eindrücken zeigte Einige Jahre vorher, in der nämlich nach Empfang der Karte seine Sachen abgeliefert. Sie die ganze Leiche keine einzige Verletzung. Dies sei festgestellt gegenWiener Musik- und Theater- Ausstellung, hatte ihm bereits wurden ihm auch abgenommen. Doch als er nun seinen rüdständigen über andren Mitteilungen, die von schrecklichen Verstümmelungen Kaiser Franz Joseph persönlich gesagt, er habe nicht Lohn, seine Papiere und seine Kaution forderte, da sagte man ihm am Unterleib zu erzählen wissen. geglaubt, daß Puder und Schminke eine so große Industrie ganz einfach, das würde später geregelt werde. Der Mann mußte Das Herz war ziemlich fei. Was wollte er mehr? Er war auch bereits Sommerzienrat gehen, ohne fein Eigentum erhalten zu haben. Infolgedessen beWenn trotz des großen Blutverlustes großen Blutverlustes nirgends und hatte Orden! Wollte er noch einen Orden haben? Den absichtigen die übrigen Schaffner und Kutscher, jede ähnliche Auf- daß der Mörder den Bluterguß der Ermordeten mit ihrem Blutspritzen gefunden wurden, wurden, so muß angenommen werden, hätte er durch Stiftung einiger Kirchenfenster bequemer und forderung der Direktion bis auf weiteres unbeachtet zu lassen. billiger erlangen können. Herr L. Leichner mag ja an Richard In der Versammlung wurde zum Schluß einstimmig folgende Re- laus, goß das start bluthaltige Wasser in einen Eimer, spülte mit Hemde auffing. Er wusch dann das Hemd in einer Waschschüssel Wagner nicht schön gehandelt haben; aber eine Behandlung, wie solution angenommen: sie ihm in der Deffentlichkeit zu teil wird, hat er nicht verdient. Die heute bei Buggenhagen wieder vollzählig erschienenen frischem Wasser in der Schüffel noch einmal nach und hängte schließMan braucht wegen so fleiner Verfehlungen wider Geschmack und lich das nasse Hemd über die Bettlehne. Spuren einer geschlechtSchaffner, Rutscher und Stallleute erklären, daß sie nach wie vor lichen Vergewaltigung ließen sich nicht nachweisen. Einige LeichenTaft nicht gleich einen ehrlichen Namen durch die Presse schleifen, Mann für Mann in dem ihnen aufgezwungenen Kampfe ausharren teile aber sollen auch daraufhin von einem Chemiker noch genauer und einen schlichten Bürger, der wohlhabend genug ist, auch wollen. Die Versammelten fonstatieren mit Genugthuung, daß die untersucht werden. Das an der Mordstelle gefundene Messer erMäcenas sein zu dürfen, einen Streber zu fchelten. Wollte Gott, Omnibusse von Tag zu Tag von dem verkehrenden Publikum und Klärten die obducierenden Aerzte, denen sich noch der Gerichtsarzt es gäbe noch mehr Streber dieser Art. Für einen kleinen Orden namentlich von der Arbeiterschaft weniger benutzt werden. Die Ver- Dr. Schulz zugesellte, für geeignet, um mit ihm die vorgefundenen ein so großes Dentmal! Den Tausch kann man sich gefallen lassen. sammelten sehen in dieser Thatsache die ihnen am wertvollsten er- Schnitte und Stiche auszuführen. Nach der Leichenöffnung wurde Deshalb treten wir heute für 2. Leichner ein." Scheinende Sympathie und bitten alle in Frage kommenden Arbeiter Grabowski nach dem Polizeipräsidium zurückgebracht, um alsdann und Bürger, ihnen diese Sympathie auch in den nächsten Tagen in der Staatsanwaltschaft vorgeführt zu werden. noch höherem Maße bezeugen zu wollen." Streifenden nur 2,75 bis 3,50 M. fordern. * Verhalten verschuldeten ein Moser, blutleer. Vertreter der Die Lokales. daß das„ Kleine Journal", um den Geschmähten ein wenig für die Das ist brab. Die Deffentlichkeit wird es in Ordnung finden, Wenn nun auch der Ehemann dringend verdächtig erscheint, so der von Herrn Leichner hergestellten Schminken im einzelnen auf erlittene Unbill zu entschädigen, in dem Leitartikel auch die Vorzüge setzt die Kriminalpolizei ihre Nachforschungen auch nach andren Rich- zählt. In weiteren Artikeln dieser Art sollen redaktionell die von Während des täglichen Verkehrs ereignen sich auf und bei den tungen eifrig fort. Die Ausschreibung der Belohnung besteht nach dem Wagner- Enthusiasten fabrizierten Seifen und Parfümwasser Omnibussen eine Reihe von Vorfällen, die an drastisch wirkender wie vor. Der Mann, der die Ermordete nach Hause brachte, hat behandelt werden; überhaupt wird das Blatt hinfort alle politischen Komit nichts zu wünschen übrig lassen. So tam gestern vormittag sich immer noch nicht gemeldet. Es wird uns mitgeteilt, daß ihm und lokalen Ereignisse einzig in ihrem Verhältnis zu den von Herrn ein anscheinend mit den örtlichen Verhältnissen noch nicht sehr ver- die strengste Verschwiegenheit gegenüber der Deffentlichkeit sicher ist, Leichner hergestellten Industrie- Erzeugnissen betrachten. Das ist ein trauter Herr über den Morigplatz, ging nach einem der dort haltenden wenn er sein dringend notwendiges Zeugnis der Kriminalpolizei scharf markierter Standpunkt in der Politit, den auch andre GroßOmnibusse, zog höflich seinen Hut und fragte einen der streit nicht vorenthält. Er braucht sich also nicht zu scheuen. unternehmer nicht außer acht lassen sollten. Er macht die so teuren brechenden Kutscher, ob sein Wagen über den Spittelmarkt; Larsgaben für Kataloge völlig überflüssig. " Das Verhalten der Stadtverordneten- Versammlung Herrn Leichner Durch einen unglücklichen Zufall stürzte eine Baggermaschine um, gefälscht zu haben. Wenn der Minister v. Rheinbaben Bestimmt sage, gegenüber hat auch die Staatsbürger- Zeitung" sehr wobei ein junger polnischer Arbeiter lebensgefährlich verletzt wurde. er habe die Unterschriften nicht geschrieben, so müsse er sich dem fügen empört. Das Antisemitenblatt druckt zustimmend den Bericht einer Der Verunglückte wurde nach dem hiesigen Kreiskrankenhaus gebracht. und zugestehen, daß kein andrer als er in Betracht komme. Dann andern Zeitung über die geheime Sigung ab, in der die Stadt- Schwer verunglückt ist am Sonntagnachmittag eine Kindtaufsgesell- tönne er sich die Sache nur so erklären, daß ihm die Aufträge bezw. verordneten- Versammlung sich gegen die Beteiligung an der Leichner- schaft auf der Fahrt zur Kirche. Der Gärtnereibefizer Wiesang in der Kassenanweisungen in seinem Dämmerzustande vorgeschwebt haben, Feier erklärt. In diesem Bericht befinden sich die Vorgänge der Rudowerstraße wollte Kindtaufe feiern. Er selbst fuhr seine Gäste mit dem daß er sich in die Rolle des Ministers automatisch hineingeträumt und Sigung wie folgt dargestellt: Täufling. Unterwegs scheute jedoch das Pferd und das überladene zu dem Glauben gekommen sein müsse, daß er selbst der Minister sei. " Als sich nur noch etwa 40 Stadtverordnete in derselben be- Fuhrwerk stürzte um. Hierbei wurden verschiedene Insassen schwer Im übrigen aber behaupte er jetzt, daß die Unterschriften des Ministers fanden gegen 100 hatten den Saal bereits verlassen hielt verlegt. Eine Frau erlitt einen doppelten Armbruch, ein Kaufmann echt seien; sämtliche Anweisungen haben den Revisoren der Kaffe Herr Singer( natürlich! Die Red. der Staatsb.- 3tg.") eine Rede, trug einen Schädelbruch und der Täufling selbst einen Beinbruch vorgelegen und kein Mensch habe irgend ein Bedenken gegen die worin er in seiner sattsam bekannten Art gegen die Beteiligung an davon. Diese drei Personen wurden in das Kreiskrankenhaus ge- Unterschrift gehabt. Der Vorsitzende ermahnte den Angeklagten der Feier zu Felde zog und als Grund der Nichtbeteiligung schafft. Die übrigen Wageninsassen kamen mit leichten Verlegungen wiederholt ernstlich zur Wahrheit. Er machte ihn darauf aufmerksam, namentlich geltend machte, daß das Denkmal auf fiskalischem Boden davon. daß das überaus plans und sinngerechte Treiben, welches bei dieser geweiht würde. Daraufhin soll num- obwohl die Versammlung gar gegen das Vorliegen eines nicht beschlußfähig war die Abstimmung im negativen Sinne erfolgt der neunziger Jahre als Socialistentöter um unsre Partei große Dämmerungszustandes spreche, ganz abgesehen davon, daß ein Der Bürgermeister Suchsland in Luckenwalde, der sich zu Anfang Fälschungsaffaire erkennbar sei, sein. Wie die Stadtverordneten- Versammlung ihren Beschluß zurechtfertigen vermag, ist ihre Sache. Jedenfalls hätte sie sich ja nur wenn auch nicht gewollte Verdienste erworben hat, liegt jetzt mit der solcher Dämmerungszustand doch nicht sich über Jahr und Tag selbst geehrt, wenn die offizielle Beteiligung beschlossen worden dortigen Stadtverordneten- Versammlung in Konflift. Am Drte hat berbreite. Ein reumütiges Geständnis würde bei der Frage der Bewilligung mildernder Umstände sehr wesentlich wäre. Jetzt vermehrt sie um ein Beispiel das lange Kapitel von die Neuwahl eines Bürgermeisters zu erfolgen. Nach langen VerBetracht kommen. Der Angeklagte erwiderte: Er habe der traurigen Haltung in öffentlichen Angelegenheiten und bei handlungen hatte der Bezirksausschuß am 2. September cr. feine sich dies alles selbst vorgehalten, aber er könne immer nur sagen, Zustimmung zu dem Stadtverordneten- Beschluß gegeben, die Stelle besonderen Anlässen, die weite Kreiſe und die von ihnen. direkt mit 6500 W. Gehalt und 500 Ml. Dienstaufivands- Geldern, aus- daß er von nichts wisse. Er glaube, daß er mit den Sachen zu bertretene Bevölkerung berühren. Es mag aber noch erwähnt werden, daß Oberbürgermeister Kirschner dem Ehrenkomitee nach zuschreiben. Der Magistrat erließ deshalb ein Inserat in mehreren thun gehabt habe, wisse es aber in der That nicht. Thatsächlich sei wie vor angehört und bei der Denkmalsweihe erscheinen wird. Blättern, auf Grund dessen sich 19 Bewerber meldeten. In der es schon vorgekommen, daß er tagelang Dinge gethan habe, ohne daß Tezten Sigung der Ferner fönnen wir noch mitteilen, daß Prinz Friedrich Heinrich er etwas davon wußte. Er spielte damit auf einen Vorgang an, der Stadtverordneten- Versammlung monierte bon Preußen es übernommen hat, das Kaiserhoch beim Festbankett der Vossischen Zeitung" und fragte zugleich an, wie der Magistrat Ueber den Geisteszustand des Angeklagten ist es, wie schon erwähnt, nun Stadtverordneter Schulze die Kleinheit des Inserats in im Jahre 1898 zu einer Disciplinaruntersuchung gegen ihn geführt hatte. G3 iſt zwar fonft verpönt, aus den geheimen Sigungen Versammlung dem Inserat den Baſſus zuzuseßen: Die Stadt- um die Frage handelte, ob der Angeklagte die sogen. Dämmerzustände dazu käme, willkürlich gegen den Willen der Stadtverorbeten zu lebhaften medizinischen Kontroversen gekommen, bei denen es sich zu nennen, aber der gute Zweck, die Stellung der Stadt- schreibung beschlossen", wodurch erzielt wurde, daß sich mir so wenig Kriminalinspektor Klatt und mehrere Bureau- und Kanzleibeamte berordneten haben mit 17 gegen 13 Stimmen die öffentliche Aus- nicht nur simuliere. In der gestrigen Verhandlung wurden zunächst verordneten Versammlung zur Leichner Feier als Ergebnis Bewerber gemeldet hätten. Bürgermeister Suchsland, welcher sich bei der Erledigung der fraglichen Anweisungen zu beobachten ist, Sergebnis aus dem Ministerium des Innern über den Geschäftsgang, der inzwischen unt die Bürgermeisterſtelle in Hirschberg i. Schl. be scheinlich von einem Stadtverordneten begangene Indiskretion vollaut worben hat, bestritt, daß das Inserat zu flein sei. Was den beztv. über die ersten Geständnisse des Angeklagten vernommen. rechtfertigen. Auch Stadtverordneter Ladewig ärgert sich über den Busaz anbelange, so habe er sich zu demselben berechtigt gehalten, Ministerialdirektor, jegige Präsident des Ober- Verwaltungsgerichts Nachdem Geheimer Ober- Regierungsrat Lindig und der frühere Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung. In einer Zuschrift an um die Situation zu kennzeichnen und den Bewerbern zu zeigen, daß das„ Berliner Tageblatt" redet er ebenfalls von einer Zufalls in Luckenwalde eine Majorität von 17 Stadtverordneten diktatorisch Peters bernommen worden, die mit Bestimmtheit erklären, daß muß den Patrioten erfreuen, wenn schließlich die„ Staatsb.- Zeitung qu. Passus auszuschreiben, wurde abgelehnt, da man vorläufig erst haben, erscheint Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben als auszubringen." D der Stadtverordneten Versammlung die Namen g der Redner gegen das vor wenigen Tagen ja wohl noch nicht leichnerfreundlich redigierte Kleine Journal" den Trumpf ausspielt, daß entgegen der Meldung des letterwähnten Blattes Graf Hochberg doch den Enthüllungs- Festlichkeiten beiwohnen werde, daß der Kaiser„ den Prinzen Eitel Friedrich mit seiner Vertretung bei der Enthüllungsfeier des Wagner- Denkmals am 1. Oftober beauftragt habe und daß Seine Königliche Hoheit das Denkmal aus den Händen des Komitees entgegennehmen werde." Das ist eine glänzende Genugthuung für den von der Stadtverordneten- Versammlung so schnöde behandelteu Stifter des Denfmals. prüfen will, ob unter den 19 Bewerbern eine geeignete Persönlich feit ist. wird verzichtet, da sich der Angeklagte im letzten Augenblick zu einem übrigen Zeugen Vernehmung Geständnis bequemt. Er hält das Märchen vom Dämmerzustande nicht mehr aufrecht, sondern giebt zu, die Anweisungen gefälscht und die Fälschungen begangen zu haben, weil er sich in finanzieller Bedrängnis befand und keinen andern Ausweg gewußt habe. Die medizinischen Sachverständigen können sich bei dieser Sachlage furz fassen. Ihre Gutachten gehen dahin, daß die Gehirnentwicklung des Angeklagten gewisse frankhafte Mängel habe, die seine Widerstandskraft gegenüber Versuchungen vermindere. Er sei nicht unzurechnungsfähig, aber doch geistig minderwertig. Die Potsdamer Straßenbahn soll bekanntlich durch die Stadtgemeinde angekauft und dann in eine elektrische Bahn umgewandelt werden. Am Sonnabend hat dieserhalb eine Generalversammlung der Aktionäre im Hotel„ Stadt Königsberg" zu Potsdam stattgefunden, bei welcher aber nur ein Aktienkapital von 128 000 m. vertreten war, während mindestens die Hälfte des 312 000 M. betragenden Aktienkapitals, also 156 000 m. vertreten sein mußte. Die Versammlung war daher beschlußunfähig und soll deshalb am Der Terrainverkauf der Charlottenburger Fleischerinnung, bei die Höhe des vertretenen Kapitals beschlußfähig sein soll, stattfinden. anwalt Schönian das Schuldig in allen Fällen unter Zubilligung 16. Oktober eine neue Generalversammlung, die ohne Rücksicht auf Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragte Erster Staatsdem drei Jnnungsmeister, die das Land zunächst erworben und dann Die Stadt Potsdam hat inzwischen den Ankaufspreis von mildernder Umstände. Der Angeklagte habe das in ihn geſetzte Vers an die Breslauer Discontobank weiter veräußerten, einen Gewinn 350 000 m. auf 450 000 m. erhöht und will die Bahn am trauen allerdings schnöde gemißbraucht und sein Geständnis fei keines bon 400 000 M. gemacht haben, hat nunmehr, wie die Allgemeine 1. Januar 1904 übernehmen. Fleischer Zeitung" erfährt, die Aufsichtsbehörde eine Untersuchung Generalversammlung angenommen werden. Dies Angebot dürfte von der wegs reuevoll, sondern unter der Wucht des Beweismaterials abgegeben eingeleitet. Die Fleischerinnung selbst wird sich erst Ende Oktober Generalversammlung angenommen werden. worden; auf der andern Seite stehen die Gutachten der Sach verständigen, wonach der Angeklagte ein geistig minderwertiger Mensch Rechtsist, und dies begründe, daß er milder zu beurteilen sei. antvalt Dr. Schwindt machte außer dieser Minderwertigkeit noch eine Reihe andrer mildernder Momente für den Angeklagten = mit der Sache befassen, da einer der drei Meister, die das Terrain getauft haben, verreist und ein andrer krant ist. Zwei Vorstandsmitglieder der Innung, die Meister Brendel und Weber, haben die Niederlegung ihres Amts angemeldet. Mutter Die Königin Augusta- Brücke wird behufs Erneuerung des Oberund Unterbelages vom 28. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Aus den Nachbarorten. Gerichts- Zeitung. Prozeß Meder. Vermischtes. ort enls Gers Die Verhandlung gegen den Geh. expedierenden Sekretär und geltend. Die Geschwornen billigten diesem mildernde Umstände Was im Rathause verschrieben wird, geht aus dem Bericht der Kalkulator im Ministerium des Innern Robert Meder begann zu. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von fünf Deputation zur Beschaffung der Schreibmaterialien hervor. Danach gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I. Der Angeklagte Jahren Gefängnis unter Anrechnung von einem Jahr auf die wurden im schriftlichen Verkehr nicht weniger als 1127 426 Bogen ist der Urkunden fälschung in Thateinheit mit Betrug be- Untersuchungshaft. Rechtsanwalt Dr. Schwindt, der nebenbei erPapier aller Art( darunter allein ca. 669 000 Bogen Conceptpapier), schuldigt und zwar soll er in acht Fällen Anweisungen des Ministers wähnte, daß der gestrige Tag just der Hochzeitstag des Angeklagten war, 2505 Liter Tinte, 3097 Gros Stahlfedern und 718 311 Couverts( mit des Innern, jetzigen Finanzministers v. Rheinbaben, auf den empfahl dem Gerichtshof, auf eine geringere Strafe zu erkennen und dem und ohne Firma) verbraucht! Zu Drucksachen wurden sogar gegen Dispositionsfonds, bezw. Duittungen des Geh. Ober- Regierungsrats Angeklagten ein größeres Quantum der Untersuchungshaft an 1134 Millionen Bogen Papier und über 156 000 Couverts ver- Maubach in der Zeit vom 30. April 1900 bis 14. März 1901 zurechnen. Das Urteil des Gerichts lautete auf vier Jahre wendet! Trotz„ Beobachtung der größtmöglichen Sparsamkeit" haben gefälscht und die darauf erhobenen Gelder im Gesamtbetrage von Gefängnis, unter Anrechnung von zwei Jahren Untersuchungshaft, die Ausgaben für Schreibmaterialien wieder eine Erhöhung er 7870 9. für sich verwandt haben. fahren, was auf die allgemeine Zunahme der Dienstgeschäfte" zurüd- führt Landgerichtsdirektor San 30 w, die Anflage vertritt Erster Den Vorsiz im Gerichtshofe und fünf Jahre Ehrverlust. zuführen ist. Staatsanwalt Schönian, die Verteidigung führt N.-A. Dr. Schwindt. Der Tod der Schülerin Lina Hofmann, welche am 30. Mai d. J. Der Angeklagte sitzt seit 22 Jahren in Untersuchungsals Leiche in der Spree bei Haselhorst aufgefunden wurde, läßt nicht ha ft. Diese lange Dauer ist dadurch hervorgerufen worden, daß Theaterbrand. Ungvar( Romitat Ung.), 27. September. Seufie mehr, wie die jetzt zum Abschluß gelangten Ermittelungen ergeben, im Laufe der Voruntersuchung Zweifel über den geistigen Gesund früh ist das hiesige Sommertheater mit der ganzen Garderobe ur 3a. den Verdacht zu, daß das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer heitszustand des Angeklagten wachgerufen wurden, die eine längere den Utensilien der dort gastierenden Theatergesellschaft und ei md gefallen sei. Verschiedene Umstände sprechen für die Vermutung, daß Beobachtung desselben in Herzberge und Dalldorf zur Folge hatten. danebenliegende Spiritusfabrit mit ihrem Vorrat abgebrannt. alLina Hofmann Selbstmord verübt hat. Zwei Geschwister ihrer Die Sachverständigen waren über die Zurechnungsfähigkeit des AnIn Freyburg a. d. Unstrut ist am Sonntag das von der deutsch$ 936 ein Knabe von 13 und ein Mädchen von 17 Jahren geklagten im Zwiespalt und es wurde nicht nur die Autorität des Turnerschaft gegründete Jahn- Museum eingeweiht worden. haben durch Selbstmord geendet. Eine Schwester der Verstorbenen Medizinalfollegiums, sondern auch der wissenschaftlichen Deputation Die Ermordung der Eugenie Fougère. Aus Paris wird befindet sich wegen geistiger Beschränktheit in einer Anstalt. für das Medizinalwesen angerufen. Diese meldet: Die Affaire der ermordeten Pariser Lebedame Eugen medizinischder Haupt- Fougère wird immer mysteriöser. Die Lyoner Polizei hat in einem Krankheit und die Sorge, ihren Angehörigen zur Last zu fallen, fachverständigen Erörterungen werden auch in berhandlung einen sehr breiten Raum einnehmen. beranlaßten heute morgen die Schneidermeisterfrau Meinert aus der Sachverständige wohnen der Verhandlung bei: Alle dortigen vornehmen Hotel einen Mann verhaftet, der sich unter dem Universitäts- Namen Vincent gemeldet hatte. Bei dem Verhafteten fand man Hohenzollernstraße 16 zu einem Selbstmordversuche. Die Frau hat Professor Dr. B upp e- Königsberg, Medizinalrat Dr. Leppmann, einen Revolver und zahlreiche Schmuckgegenstände. Die Unters ein schmerzhaftes unheilbares Leiden, konnte in der engen Behausung, Geh. Medizinalrat Dr. Sander, Prof. Dr. Straßmann, suchung ergab, daß der Name Vincent falsch ist und daß der Verdie nur aus Stube und Küche besteht, nicht ordentlich verpflegt Dr. Erfurth, Dr. Blenk, Sanitätsrat Dr. Kurtum, Kreis- haftete Graf L. heißt. Seine Visitenkarten sind mit Wappen ge tverden, hatte aber auch nicht die Mittel für die Krankenhauspflege. Heute morgen stand sie heimlich auf, ging nach dem Landwehrkanal arzt Dr. Stüler und praft. Arzt Dr. Cohn. Unter den vor- schmückt und unter dem Namen ist zu lesen:„ Kämmerer Sr. Heilig und stürzte sich von der Herkulesbrüde ins Wasser. Schußmänner geladenen Zeugen befindet sich Minister v. Rheinbaben, die Geb. feit des Papstes Leo XIII." Es ist aber noch nicht gewiß, ob diese und Schiffer retteten sie und brachten sie nach der Charité. Oberregierungsräte Liedig, Hartung und Maubach und der Visitenkarten rechtmäßiges Eigentum des Verhafteten sind. Eine jezige Präsident des Ober- Verwaltungsgerichts Peters, die sich sensationelle Enthüllung, die erst nachträglich bekannt wurde, hat die über die Dienstpragmatik und die einzelnen Anklagefälle äußern Obduktion der beiden unglücklichen Opfer von Air- les- Bains gesollen. Der Angeklagte war seit dem Dezember 1885 im Ministerium bracht. Sowohl Eugenie Fougère als auch ihr Stubenmädchen des Innern angestellt und wurde später Geh. expedierender Sekretär waren nicht an Erstichung infolge der Knebelung, sondern an Verund Kalkulator. Er hatte die Aufgabe, die Eingänge, die an das giftung gestorben. Die Servietten, mit denen die Knebelung vorMinisterium famen, zu behandeln und Verfügungen darüber zu genommen worden war, waren nämlich mit einem starken narkotischen treffen. Er hatte insbesondre die Angelegenheit der Landgendarmerie Gifte getränkt. Schöneberg. Nur noch wenige Wochen trennen uns von den und Distrikt- Kommissariate der Provinz Posen, ferner die Pest und Cholera. In Peitang, 6 englische Meilen nordöstlich In den beiden letzten biesjährigen Stadtverordneten- Wahlen. Es handelt Angelegenheiten des Ministeriums selbst zu bearbeiten von Taku, herrschen Pest und Cholera. und fich darum, unfren bisherigen Besißstand zu vergrößern. Die ge- war im Polizeidecernat beschäftigt. Von diesem Decernat Monaten betrug die Zahl der Todesfälle 2000, auf den Tag plante Verwendung der seinerzeit beschlossenen 28 Millionen- Anleihe aus 15 Tote. Tientsin und Taku sind feuchenfrei. Aus Rio de Janeiro dürfte unsre Barteigenossen über die nächsten Aufgaben der Kommune fonds erteilt. Nach der Behauptung der Anklage soll der wird berichtet: In der Durchschnittszahl der Besterkrankungen hat nicht im Unklaren gelassen haben. Und ist es auch nicht möglich, bei Angeklagte das dabei übliche Verfahren benutzt haben, um sich Geld sich nichts geändert; in der vergangenen Woche sind etwa 10 Personen dem bestehenden voltsfeindlichen Wahlgefeß jemals einen entscheidenden zu erschwindeln. Er soll die Unterschrift des Ministers v. Rhein- an der Best gestorben. Einfluß auf die Verwaltung der Stadt auszuüben, so muß es doch unser baben gefälscht haben und mit den betreffenden Concepten der An Bruder, ein junger Arzt, sind vom Schneeberg abgestürzt. Dr. Bed Absturz. Der Wiener Advokat Dr. Arnold Beck und dessen Bestreben sein, wenigstens das zu gewinnen, was möglich ist. weisungen in die Kanzlei gegangen sein. Dort habe er gesagt, Bruder, ein junger Arzt, sind vom Schneeberg abgestürzt. Dr. Bec Es scheiden am 31. Dezember d. J. in der III. Abteilung unter daß die Sache sehr eilig sei und sich sofort eine Rein- ist tot, sein Bruder schwer verletzt. andern aus die Genossen Tischlermeister Hoffmann im achten schrift anfertigen lassen. Durch die Anweisung wurde jedesmal die Bezirk( fogen. Infelbezirk, Sedanstraße usw.), im vierten Bezirk Bureautasse angewiesen, dem Decernenten der Polizei- Abteilung, Briefkaften der Redaktion. Maurer Panser( Afazien-, Apostel Paulusstraße usw.); in dem Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Maubach oder einem namhaft Oberknacker". Mit langer Rute; der Schwanz wird coupiert. selben Bezirk muß durch die Auslosung Genosse Obst einer Neu- gemachten Beamten zu einem diesem bekannten Zwecke eine be- A. G. 4. Eugen Simanowski, Hochstr. 46. R. K. 1. Vier Monate wahl sich unterziehen. Nicht allein, daß wir uns in diesen drei stimmte Summe zu zahlen und vorläufig vorschußiveise zu buchen; Gefängnis." Berbüßt" in Charlottenburg bom 18. November 1897 bis Bezirken wieder zu behaupten haben, müssen wir auch unser Augen- die Deckung würde später veranlaßt werden. Bei dem letzten der 18. März 1898. 2. Ein Artikel bringt nächstdem volle Aufklärung, der Raum3. Reichseigentum. merk auf die Eroberung des zehnten Bezirks( Friedenauer Ortsteil) zur Anklage stehenden Fälle wurde eine Fälschung entdeckt und der mangels wegen bisher zurückgestellt werden mußte. H. B. In Neijse, Auf Kosten des Reiches. 4. Staatseigentum. Freie Fahrt. richten, wo für den früheren bürgerlichen Vertreter, jezigen Angeklagte hatte ein kleines Renkonter mit einem andern Beamten. Oberschlesien.- Brasilien. Wir kennen die Gesellschaft nicht und erteilen daher Parteigenossen Maurenbrecher eine Nachwahl zit vollziehen Der Angeklagte meldete sich unmittelbar darauf krank. Inzwischen keinen Rat. A. K. 10. Fortbildungsschule oder Besuch einer Handelsschule. ist. Seit der letzten Wahl hat dieser Bezirk um über hatte man zweifellos festgestellt, daß eine Fälschung vorlag und 100 Wahlberechtigte zugenommen. Ebenso steht es im zweiten unberechtigterweise Gelder erhoben worden waren und durch Marktpreise von Berlin am 26. September 1903 Bezirk( Barbarossa, Eisenacherstraße usw.), wo der bürgerliche den Kriminal- Inspektor Klatt und Geheimrat Hartung nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Stadtverordnete Rechnungsrat Waßmannsdorf ausscheidet. Fehlten wurde bei dem Angeklagten Haussuchung abgehalten. Der Weizen, gut D.- Ctr.| 15,60| 15,58| Startoffeln, neue D.- Ctr. uns bei der 1898 er Wahl nur wenige Stimmen zur Mehrheit, so Angeklagte war darüber nicht besonders aufgeregt. In einem dürfte diesmal, natürlich nur bei voller Anteilnahme unsrer Genossen, Pultkasten wurden dann die acht Concepte zu den Zahlungsder Sieg sicher sein. In einer demnächst stattfindenden Versamm- anweisungen aufgefunden. Als man ihm nun die Fälschungen vorTung findet für alle Bezirke die Aufstellung der kan hielt, hat er sie gar nicht bestritten und auf weiteres Befragen, wie didaten statt, auf die wir hiermit aufmerksam machen. er denn die Sachen gemacht habe, angegeben, daß er die Concepte Lichtenberg. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung gar nicht aus der Hand gegeben, sondern sich sofort Reinschriften in der Kanzlei habe anfertigen lassen. Am Abend des 18. März 1901 wurde der Ankauf eines Schulgrundstückes auf dem Terrain der Cementbau- Aktiengesellschaft an der Ostbahn leider vertagt, obwohl hat er vor dem Kriminalinspektor Klatt ein Geständnis abgelegt, Hafer, gut zur Zeit schon 800 Kinder den Weg über die Ostbahn nach der am 20. März hat er dies vor dem Untersuchungsrichter wiederholt, Siegfriedstraße machen müssen. Ebenso fand das Projekt eines vom 21. März an hat er dann seine Schuld bestritten. Er behauptete, Schulbaues in der Pfarrstraße keine Gnade und wurde an die Bau- er wisse von den acht Anklagefällen nichts und müsse, wenn Richtstroh tommission zurückgewiesen. Die Einrichtung besonderer Garderobe- er überhaupt Fälschungen begangen haben sollte, sich dabei in einem Erbsen räume und die Vergrößerung der Klassenräume wurde für bedenklich dieser Behauptung ist er seitdem geblieben. Auch in der Haupt- Linjen epileptisch- nervösen Dämmerungszustande befunden haben. Bei Speisebohnen gehalten und daher die abermalige Verzögerung. Und dabei sind zur Beit 20 fliegende Klaffen am Ort. Natürlich handelt es sich hier und Klarheit des Geistes die in Frage stehenden Thatumstände erberhandlung, in welcher der Angeklagte mit außerordentlicher Schärfe um die Interessen der Minderbemittelten! läutert und sich gegen die von der Anklage geltend gemachten Verdachtsgründe verteidigt, stellt er die Behauptung auf, daß er keine eigne Erinnerung davon habe, Gelder unterschlagen und Quittungen lichen Winden, keine erheblichen Niederschläge. Brit. Beim Bau des Teltowkanals ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall, der wahrscheinlich ein Menschenleben kosten wird. wurden öfter Anweisungen auf den Dispositions" " do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch 4,50 2,60 2,20 1,20 mittel " 15,56 15,54 Rindfleisch, Keule 1 kg " gering " * Roggen, gut 15,52 15,50 12,70 " 7,00| 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " 1,80 1,20 19 mittel gering 12,71 1,80 1,20 " " 1,80 1,20 " " + Gerste, gut Butter 14,50 13,50 2,60 2,00 13 mittel " 13,40 12,40 gering " 12,30 11,30 Eier Karpfen 60 Stüd 1 kg " 16,00 14,90 Aale 2,60 1,40 mittel " 14,80 13,80 Bander 3,00 1,20 " gering 2 13,70 12,70 Hechte 2,20 1,20 " " " 1,80 0,80 " 6,60 4,50 Schleie " 3,20 1,40 H 40,00 25,00 Bleie 1,40 0,80 " 50,00 25,00 Streble per Shod 18,00 3,00 60,00 20,00 " † frei Wagen und ab Bahn. Heu " * ab Bahn. 4,32 3,66 Barsche Wetter: Prognose für Dienstag, den 29. September 1903. Ein wenig wärmer, früh nebelig, sonst ziemlich heiter bei mäßigen süd Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 29. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Der Revisor. Westen. Der Troubadour. Lessing. Auferstehung. Berliner. Kater Lampe. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Deutsches. Kollege Crampton. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Neues. Salome. Schiller O.( Wallner- Theater.) Der Fled auf der Ehr'. Urania. Taubenstrasse 48/49. Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Von der Zugspitze Boltsitud mit Gesang in 3 Aften von Schwank in 4 Akten von G. v. Moser. zum Watzmann. Um 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Castans Panopticum Friedrichstr. 165 Lebend!! Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) die zusammengewachsenen Der Bibliothekar. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Das neue Gebot. Trianon. Die Notbrücke. Carl Weiß. Amor in Wichs. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Die Liebesinsel. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Baffage Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Casino. Tolle Kadetten. täten. Palast. Genießet das Specialitäten. SpecialiLeben. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Bon der Zugspitze zum Wakmann. Abends 8 Uhr: Photographie in natürlichen Farben. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Abends 7, Uhr: Novität! Bruder Straubinger. Operette in 3 Aften v. Edm. Ehsler. Morgen u. folgende Tage: Bruder Straubinger. Sonntagnachmittag: Bettelstudent. Abends: Bruder Straubinger. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Schwestern 20 Jahre alt. Violin Virtuosinnen! COLOCISCHER Z CARTEN Täglich ab 4 Uhr nachmittags: Gr. Militär- Konzert. Entree 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 J. die Hälfte. In der Arena; Raubtier- Spielschule. 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Hyäne, 1 Bär. Vorstellungen: Wochentags 3/2 u. 5 Uhr, Eintritt: Sperrsitz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ludwig Anzengruber. Mittwoch abend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Mittwoch abend 8 Uhr: Was ihr wollt. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Freie Volksbühne. Mittwoch, den 30. September, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 19: General- Versammlung. Zutritt haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Tagesordnung: 1. Vortrag. Dr. Rud. Steiner: Die Ziele Richard Wagners. 2. Geschäftsbericht des Vorstandes. 3. Diskussion, Verschiedenes. Sonntag, den 4. Oktober: 11./12. Abteilung 6./7. Abteilung Metropol Theater: Lessing Theater: Klein Eyolf Nathan der Weise Anfang 2% Uhr. Herbstfest Sonnabend, den 10. Oktober 1903, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. Grosses Künstlerkonzert ausgeführt vom Berliner Tonkünstler- Orchester, Dir.: Franz von Blon, unter Mitwirkung hervorragender Solisten. Festmarken vom 30. September ab in allen Zahlstellen a 50 Pfennig. 229/17 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Metropol- Theater. Stadt- Theater Moabit Deutsch- Amerikanisches Theater Der grösste Erfolg dieser Saison! Emil Thomas a. G. Das neue Gebot. Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Rosa Marton. Mittwoch: Einer von unsere Leut'. Grete Meyer. Donnerstag zum erstenmal: Strieg im Frieden. Freitag: Krieg im Frieden. Sonnabend: Einer von unsere Leut'. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Casino- Theater. Lothringerstraße 37. Anfang 8, Sonntags 7, Uhr. Zum 25. Male: Colle Kadetten. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Unser oldjunge. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Neuestes! Müller Lincke. Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Ballet's. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Vorletzter Tag! LONA abends 10 Uhr in ihrer Scene ,, Im Boudoir". Nachtasyl. Das Moto- Mädchen. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 7, Uhr. Voranzeige: Donnerstag, 1. Okt.: 1. Gastsp. 6lga Wohlbrück ,, Spott- und Geisellieder". Carl Weiss- Theater. Das befte Mittel. Amor in Wichs. Große Frankfurter Straße 132. Schwant in 3 Atten von A. Bisson. Deutsch von B. Jacobsohn. Vorher: Sphing. Morgen und folgende Tage: Diefelbe Borstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Winterschlaf. Trianon- Theater. Gr. Ausstattungs- Operette in 4 Aften ( 7 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Amor in Wichs. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Mag und Morių. Georgenstraße, zwischen Friedrich. Fröbels Allerlei-Theater und Universitätsstraße. Die Notbrücke. Mittwoch: Die Liebesschaukel. fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Sonntag, den 4. Dttober 1903: der beliebten Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 29. September 1903: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Der Millionenbauer. Voltsstück in 4 Aufzügen v. M. Kretzer. Anfang 8 Uhr Donnerstag: Robert und Bertram. Schlafe Jaekel's Reform Bett. 2757L* reform NVERT GAS ( fr. Buntes Theat.), Söpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anf. 8 Uhr. Gastspiel Adolf Philipp. Der Sensations- Erfolg Ueber'n großen Teich Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. Billets 4 Wochen im voraus. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Dienstag, den 29. September, abends 7%, Uhr: ,, Berliner Winterfreuden" Humor. Manege- Schaustück d. Cirkus Busch zu Wasser u. zu Lande Claire Heliots Riesen- Löwengruppe. X Paul Mündners Schleifenfahrt u. dessen Sprung durch den ganzen Cirkus. Dir. Busch mit seinen Meisterschafts- Dressuren( 2 Perserhengste). Plüsch- Portièren, gestickt. alle Farben, à Garnitur, bestehend aus zwei Shawls u. einem W 2ambrequin à 12, 18 u. 25 Velvet- Portièren, geftit, in reicher Auswahl, sehr preiswert. Tuch- Portièren, geftidt, à Garnitur 10, 13 und 15 m. Wollene Portièren, geftit, à Garnitur 8, 10 12.50. Gewebte Portièren à Stüd 11. 1.25, 2, 3, 4 bis 6 m Borjährige Muster und Rest bestände für die Hälfte des Preifes [ 30577 Teppich- Haus B. Hurwitz, Rotes Schloss, vis- à- vis d. Nationaldenkmal. Telephon 1, 8311. Jannaschks Festsäle, Inselstr. 10. Saal 11. Vereinszimmer Feftlichkeiten Versammlungen fa frei. Avis: Bußtag, Sonnabend, den 21. November und Totensonntag frei. Um geneigten Zuspruch bittet G. Jannascht. Gänsefedern 60 Pf. pr. Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, bessere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. befte fchneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ge riffene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima geriffeue it. 3.00, 3.50. Derfand gegen Nachnahme. Berlin S.. Gustav Lustig, prinzenrage 46a. Erste Bettfedernfabrik m. electr. Betriebe. Diele Anerkennungsschreib. Wollen Sie Betten anschaffen? Dann fordern Sie sich gratis und franco Preisliste II über Jaekel's berühmte, unübertroffene Patent- ReformBettstellen nebst kompletten Bettausstattungen. Franco- Versand über ganz Deutschland. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Streichkonzert. Dienstag und Donnerstag: Harburger Sänger. Nach d. Vorst.: Tanzkränzchen. Voranzeige! Vom 1. Oktober ab jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Schauss' Künstler- Ensemble ,, Nordsterne". Nach jed. Vorst.: Tanzkränzchen. WING CORTEN 5 Vorletztes Auftreten von Das Original Motogirl. R.Jaekel's Patent- Möbel- Fabriken Mile. Marguerite, BERLIN, Markgrafenstr. 20, Ecke Kochstrasse. Das grosse Licht! D. R. p. 145181 u. 118322 Hellste und billigste Beleuchtung. ca. 40% billiger als gewöhnliches Gasglühlicht. Schöner als elektrisches Licht! Kann an jeder Krone angebracht werden. Kein Berussen der Kronen. Kein Cylinder. 27/ 3* Gesellschaft für Hängendes Gasglühlicht m. b. B. Berlin W. 57, Potsdamerstrasse 92. Amt VI. 4704. Telegramme: Invertgas. Apollo- Theater. Nordeutschen Sänger. Neues Theater. Cirkus Schumann Zum 146. Male: Die Liebes- Jusel Clermonts Cirkus Barnum u. Nur noch bis 30.September Miss Mildred de Grey Original- Barfuss- Tänzerin. leb. u. sprech. mit dem grandiosen Post- Ballett. Messters Biophon, Photographie. Nach der Vorstellung: um 10 ur Um 10 Uhr: Großer Extra- Ball. Anfang banzes Bunft 10 Uhr. der Vorstellung d. Entree 30 Pf. Diese Vorstellungen und Ball finden jeden Sonntag statt. Montrell. Pöttingers Damen- Quintett. Reichshallen In Vorbereitung: Frühlingsluft. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Zum leztenmal: Der stolze Heinrich. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Auftreten des Dir. Dill. Stettiner Sänger ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Bödmann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Schiffbauerdamm 4a- 5. Zum erstenmal: Salome. Anfang 8 Uhr. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Bomben- Erfolg! 8 Uhr! 8 Uhr! Genießet das Leben. Im Künstler- Teil: Schlager auf Schlager. Morgen und folgende Tage: Dicselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Entree 50 P1. Freitag, den 2. Oftober 1903: Elite- Extra- Vorstellung: Mutterſegen. Schauspiel in 5 Atten mit Gesang. Ehren und Borzugskarten gültig. Heute Dienstag, den 29. September, abends 7, Uhr: Extra- Gala- Vorstellung. Der Serr Julius Seeth mit feiner Löwe des Tages unstreitig besten Löwengruppe in Berlin dressierte 25 männliche Löwen Die Todessprünge Die vier Jahreszeiten der 12 Barfois- Hunde. das entzückendste Pariser Ballettdivertissement der Saison. Der preisgekrönte 6 er- Zug m. den jahrenden Kastaden, non plus ultra der Pferdedress., Driginalidee des Dir. Albert Schumann. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Täglich: Gr. Specialitäten- Vorstellung. Franz Sobanski. Geschw. Alexandrowo usw. Im weißen Röß't. Nach der Vorstellung: Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Sanssouci. Köttbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Dienstag, 29. September: Robert u. Bertram. Posse m. Gesang in 4 Atten von Gustav Räder. Mittwoch, den 30. September 1903: Extra- Vorstellung. Die Lieder des Musikanten. sensationelle Löwen- Nummer. Alexia, Bravour- Tänzerin. Anna Danerey, Soubrette. Pariser Gauklergruppe. Ten Ichi, die kaiserl. japanische Die Papstbilder Biographen des und das diesmonatliche SensationsProgramm. Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstraße 69( Laden). Neu- Erscheinungen! Arbeiter- Notiz- Kalender 1904 in geschmaco. Leinenband 60 Pf. Der Neue Welt- Kalender 1904. 40. 60 M. 4Gruppenbild der social. demokratischen Reichs. tags- Fraktion, nach den neuest. photographisch. Aufnahmen, 57 X 77 cm Der preußische Landtag, Handb. f. socialdemokratische Landtagswähler, in Leinen gebunden Die preußischen Landtagswahlen, herausgegeben im Auftrage, d.Parteivorstandes von Dr. Leo Arons. 20 Pt. Der preuß. Befreiungsfrieg, ein Mahnwort an die Landtagswähler Breußens 20 E. Haeckel, Die Welträtsel, billige Bolksausgabe M. 1, David Friedr. Strauss, Dns Leben Jefu, billige Volksausgabe, 2 Bände David Friedr. Strauss, Der alte u. der neue Glaube, billige Bolksausgabe Mode- Salon für α, 27662* Herren- u. Damen1Garderobe, elegante Ausführu ig, tadellofer Sit, geringe Teilzahlung. J. Kurzberg, Neue Königstr. 47, II 000 direkt am Alleganderpl. 00 2506L* Qortieren Specialität!( ca. 200 Genre) Einzelne Garnituren spottbill. ca. 600 Illustr. Special- Katalog gratis. franco. Specialhaus u. Teppich Emil Lefevre, Oranienstrasse 158 Berlin S. Achtung! 24762* R. Rosien Möbel= Fabrik Berlin, Schwedter- Strasse 26. Teleph. III. 6800. = Ausstellung kompletter Wohnungs- Einrichtungen von 250 m. bis 2000 M. Musterzimmer stets Lieferung durch eigne Gespanne frei ins Haus. Teilzahlung gestattet. Handwerkern, Arbeitern ur nicht. Abonnenten des„ Vorwärts" erhalten bei Vorzeigung der Quittung 5 Proz. Rabatt. empfehle noch zu alten billigen Preisen trotz enormer WollgarnPreissteigerung meine 27092* Kammgarn Sweater Brauerei Karl Gregory Aktien- Gesellschaft Plattiert Kammgarn a 3,25 u. 3,50. Reinwoll. Kammgarn a 4,80 u. 5,30. Doppelstarke do. a 5,80 u. 6,30. Berlin N. empfiehlt ihre vorzüglichen Biere aus bestem Malz und Hopfen hergestellt, als: Theodor Fricke Lager- Bier( goldgelb) 1. Geschäft: Oranienstr. 174. 2. Geschäft: Oranienstr. 198. Auf allerbequemſte Art Teilzahlung ( wöchentlich nur 1 M.). Herren-, Damen- it.. WeckerUhren, RePilsener Bier( Specialität) in Hofbräu( nach Münchener Art) in Gebinden und flafchen. 2514L* Möbel- u. Polsterwaren- Fabrik A. Schulz, Reichenberger Strasse 5 gulateure, Broschen, Ringe, Ketten, empfiehlt Einrichtungen in Nusbaum und Mahagoni von 240 bis 5000 Mark zu äußerst billigen Preisen. Ohrringe, Armbänder etc. Juhre& König, Warschauerstr. 72. Jedes Wort: Pfennig. Streng reelle und gewissenhafte Bedienung. Coulanteste Bedingungen. 23242* 30 Tage Kredit an Jedermann! Die grösste and leistungsfähigste Vereinigung der Welt für Fabrikation von erstklassigen Gold Doppel- Doublé- Anker- Uhren The New Era Watsch Co. in New- York hat mich beauftragt, ihre Fabrikate in Europa einzuführen. Diese Original- amerikanischen 14 karät. Gold- Doppel. Doublé Remontoir Anker- Uhren haben nur allerfeinste Ankerwerke, sind Präzizions- Uhren im wahren Sinne des Wortes und entsprechen allen Anforderungen, die man an eine wirklich gute Uhr • stellt. Das Gehäuse besteht aus 2 echten 14 karät. Nur M.25,-Goldplatten, welche 0 innen durch Kompositions Metall verstärktsind.Das Werk ist separat durch einen Deckel verschlossen, so dass die Uhr 3 Deckel mit Sprungdeckel( Savonette) besitzt. Diese Uhren sind selbst nach 20 Jahren von einer Nur schweren goldeM.25,-kostet, nicht zu nen Uhr, welche 200 bis 300 Mark unterscheiden, weil die äusseren Deckel nicht vergoldet, sondern tatsächlich Gold und nur auf der Innenseite mit Kompositions- Metall verstärkt sind. Jede Uhr wird mit Ursprungszeugnis der Fabrik und mit 3 jähr. Garantieschein für guten Gang und 20 jähr. Garantieschein für Unveränderlichkeit der Goldfarbe und des Goldglanzes geliefert. Um diese Uhren allgemein einzuführen, haben wir den Preis für Herren- und Damen- Uhren auf nur Mk. 25,- festgesetzt. Zu jeder Uhr ein Lederfutteral gratis. Zahlungsbedingung: Anzahlung oder Nachnahme Mk. 15,-, Rest per Mk. 10,- nach 30 Tagen. E Hochelegante, moderne Gold- Doppel- Doublé- Ketten für Herren und Damen( auch Halsketten) à Mk. 5,-, Mk. 8,- und Mk. 12,-. Jede nicht konvenierende Uhr wird anstandslos zurückgenommen, daher kein Risiko! Versand gegen Nachnahme oder vorherige Geldeinsendung. Bestellungen sind zu richten an das General- Depot von M. FEITH, Wien VII, Mariahilferstrasse 38-1. Lieferant des k. k. Staatsbeamten Verbandes. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Specialität: Nordhäuser Kautabak 5 Kleine Anzeigen. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Miete 20136 26/ 17* nur Papageien aller Arten billig, auch Tausch. Vogelwirt- Restaurant, Sommandantenstraße 52. 0 27/ 6* Andre stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 7. 1851. Anzeigen für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen. 20026 Möbliertes, separates Zimmer für 2 Herren ist sofort zu vermieten Rigdorf, Kaiser Friedrichstraße Nr. 12. Näheres im Bäderladen. Zweifenstriges Hinterzimmer sofort zu vermieten. Löwe, Camphausen +111 + 98* ftraße 25, barn IV, Verschiedenes. parterre. Schlafstellen. 2100b Freundliche Schlafstelle vermietet Haim, Stalizerstraße 103, vorn vier +29 1844b* born I. Pfandleihe Fliederstraße 7.[+ 98* Fahrradgesuch, auch defekt, Raz laff. Schönhauser Allee 163a. 93/ 19* +30 2003L* Ein Walzer und eine Belegerin verlangen Biber u. Bermann, Neander ftraße 4. 21065 Tüchtiger Bersilberer und Metallvergolder für Goldleisten nach München gesucht. Offerten befördert die Er bebition diefes Blattes unter B. 8. Tüchtige Arbeiter finden so fort Gute Schlafstelle, Herr oder Dame, separates Zimmer, allein. Herrmann, Reichenbergerstraße 47, Duergebäude 4 Treppen, Eingang rechts. Frau oder Mädchen mit Bett tann einipohnen. Baudach, Usedomstr. 12a. Freundliche Schlafstelle zu berstraße 2. mieten bei Dehlke, Ritterstraße 58. Möblierte Schlafftelle, separater Eingang, 8 Mart, Reichenberger ftrage 84, III links. Möblierte Schlafstelle findet anftändiges Fräulein. Schulz, Kochhannstraße 37, vorn IV. 2090b 20895 20865 Wirtschaft, Nußbaum, noch neu, Steppdecken, Gelegenheit, imitierte Ringschiffchen, Bobbin, Schnell billig, auch einzeln. Auch Teppich, Seide, statt 8 Mart jezt durchweg näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Plüschjoja, Schreibtisch 30,00, Muschel- 3,75 verkauft Julius Neumann, Belle- gebrauchte 12,00. Stopniderſtraße 60/61, spiegel 10,00. Säulentrumeau 35,00, Alliancestraße 105. 18878* Brenzlauerstraße 59/60 und Große Paneelsofa, zwei Bilder, Verschiedenes. + 98* Adlershof. Empfehle den Partei- Frankfurterstraße 43. Restauration, Süd- Westen, VerGartenstraße 85, I links.+ 136* genoffen die überall gut eingeführten Steppdecken, spottbillig, Fabrit eine und Bahlstellen, umständehalber sofort zu verkaufen. Möbelmagazin Meyer, Invaliden- Fabrikate der„ Zabalarbeiter- Genoffen- Weinstraße 20. 3200,00, Staufpreis 6200,00, monatlich straße 38, liefert Möbel, Teppiche, schaft Hamburg". Cigarren in jeder Hochvornehme Herrenanzüge, Vorderzimmer, möbliert, 1 oder 50-60 Salbe Bairisch, 15 Weißbier. Gardinen. Große Auswahl. Billigste Breislage. Bräfentliſten zu billigsten Winterpaletots, feinsten Maßstoffen 2 Herren oder Damen, billig ab- dauernde Beschäftigung beim StraßenKontrakt bis 1909. Beste Ausführung. Teil- Breisen. Cigaretten, Rauch, Kau, herrührend, Bu erfragen Preise. 20-38, Herrenhofen zugeben. Kühne, Rigdorf, Berliner bau. Attiengesellschaft für Asphaltie Klosterstraße 60/61, Wagener. zahlung gestattet. 1837* Schnupftabate in großer Auswahl 8-11 Mart. Deutsches Versandhaus, straße 33. rung und Dachbedeckung vorm us 20946* Braufleuten Pfeifen, Pfeifenteile. Engros- Verkauf Jägerstraße 63, 1 Treppe. Möbelsuchenden, Johannes Jeserich, Rungestraße 1 3a. Parteilokal, große Räumlichkeit, Alleinige zu Fabritpreisen. billige Miete, Bereine. empfehle meine Möbeltischlerei für gemehrere Tüchtige Heizungsmonteure 1, md Brauerei hilft. Helfer sucht Charlottenburger Central Sprechstunde 9-12 diegene Wohnungs- Einrichtungen, Fabrikniederlage für Adlershof nur heizungs- Gesellschaft. bormittags. Fischer, Andreasstr. 61, reelle Arbeit, bekannt billig, weit- Bismardstraße 10, Ernst Toft. 18288* 20 935 born 1 Treppe. +55 gehende Garantie. Harnack, Tischlermeister, Dresdenerstraße 124. 1816* Lehrling gegen monatliche Jer gütung von 1. Jahr a 25 Mart, Schaufgeschäft zu berkaufen Patentanmeldung, Gebrauchs- Treppen. Teppiche mit Farbenjehlern Fabril2. Jahr 30 Mart, 3. Jahr 35 Malt, Weißenburgerstraße 49. + 72* Steppdecken billigst Fabrik Große muster, Warenzeichen fertigt billigst, Schlafftelle zu vermieten Junker tann sogleich eintreten. D. Ecdeftillation( Wedding) ber- niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 37* Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37*( Teilzahlungen)" Ingenieur" Post- straße 7, IV links. 20975 B. Loemenberg, Möbelgeschäft, Leip tauft, berpachtet Stettinerstraße 8, II 20076* 20916 links. Möblierte Schlafstelle, zwei Herren, zigerstraße 114. Möbelverkauf, passendste Ge Malzkraftbier, blutbildend, für amt 42. legenheit für Brautleute. Die Möbel- Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Patentanwalt Dammann, Moritz Schapprit, Swinemünderstraße 4, Laufbursche verlangt Teschner, Gardinenhaus Große Frankfurter fabrit Schüßenstraße 2, Ede Friedrich- Gewichtszunahme, beffere Gesichts- plaz 57. +72 Martgrafenstraße 60. ftraße 9, parterre. + 37* ftraße, liefert tomplette Wohnungs- farbe, überraschend, 14 Flaschen Rechtsbureau Eberthstraße 22.* Möblierte Schlafstelle, ruhige, Tüchtige Erdarbeiter tönnen fich Hochfeine Herrenanzüge und Einrichtungen zu 150, 200, 300, 400 3 Mart, 18 Tonne 3,50 erklusive. Rechtsbureau, Gerichtsflagen, für einen oder zwei Herren vermelden bei den Be- und EntwäffeBaletots aus besten Maßstoffen 25-40 Mart, hochelegante Einrichtungen bis Nicht Flaschenzahl, Qualität ent Frau Tischler, Sorauer rungsarbeiten des Bahnhofs Halensee. Strafsachen, Eingabengesuche, Rat- mietet Mart. Verkauf Sonnabend und zu 10 000 Mart und darüber. Teil- scheidet. Porter Kellerei Ringler, +29 Sonntag. Bersandhaus Germania, zahlung bei geringen Anzahlungen Bernauerstraße 119. 95/ 19* erte ilung. Betsch, Brunnenstraße 97. ftraße 12, born II. Vergolderlehrlinge werden einMöblierte Schlafstelle, separat, gestellt Stopniderstraße 109a. Unter den Linden 21. Kunststopferei von Frau Kotosty, 1842* gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Umzugshalber 3,50 anstatt 8,00 Gehilfinnen an Teppichstühlen, Teppiche!( fehlerhafte) in allen Staunend billig und empfehlenswert für große Wandbilder mit Nußbaum Steinmezstraße 48, Duergebäude hoch Herrn. Przybyl, Waldemarstraße 65a, Quergebäude III. Größen für die Hälfte des Bertes find die kurze Zeit verliehen gewesenen oder schwerem Goldrahmen. +29 auch solche, die lernen wollen, verim Teppichlager Brünn, Hackescher Möbel, zumal dieselben wie neu find, große wertvolle Bilder 50 Prozent Wer Stoff hat, fertige eleganten langen Benjamin u. Co., Melchiors 27/18 Markt 4, Bahnhof Börse. 93/ 2* um damit zn räumen. Kleiderspind unterm sonstigen Preis. Bilderhandlung Anzug und Baletot nach Maß intl. straße 23. Teppiche, Borleger, Diwandecken, Bettstelle mit Matrake 20, Muschel Schönhauser Allee. 24, Kommode 18, Sofa mit Auszug 30, Fortuna", Fransedistraße 1, Ede Buthaten. B. Lewkowitz, Schneider Mamfells auf Sad- Jadetts ver21096 meister, Meganderstraße 14a.( 1848 langt Bollmann, Prinz Eugenstraße 7. Spottbillig Leihhaus, Neanderstraße 6. spinde, Bertikos 36, Salongarnitur, Pfandleihe E. Stron, Stöpnider. Gardinen, Stores, Portieren, Blüschgarnituren 105, MuschelbettSinger- Automaten- Wäsche- KnopfEinsegnungs- Mädchen, 6-8 Mark 20/17 monatlich, verlangt Pietad, Kreuzigerfpottbillig Leibhaus, Neanderstraße 6. ſtellen mit Matratzen 40, geschnitte loch- Maschine verkauft Kunz, Bolliner- straße 55a. +72 +123 Steppdecken, Tischdecken, Wäsche, Büffette, Bücherspinde, Paneelsofas mit ftraße 11, b. IV. Spottbillig Leihhaus, Neanderstraße 6. Satteltaschen 85, Schreibtisch 40, Schankgeschäft, Borgarten, ver Tüchtige Barod- Bergolderinnen und +72 geübte Belegerinnen auf Goldleisten Betten, Wäsche, spottbillig Leih- Chaiselongue, englische Schlafzimmer, täuflich Danzigerstraße 22. Speisezimmer in Eichen, auch Nußhaus, Neanderstraße 6. sucht Bertmeister, Brunnenstraße 194. Betten, prachtvolle, 13,00 Lange Goldsachen, Bruchgold, Silber, baum, Salons, Altmahagoi, auch straße 53, IV. 21106 Platin, Bahngebisse kauft Schneider, Lehrmädchen für Handarbeit und Regulatoren, Remontoiruhren, Jugendstil, sehr billig. Gekaufte Möbel Maschine, Schön, Laufiberstraße 23. Uhrketten, spottbillig Leibhaus, werden 3 Monate tostenfrei aufbe billig Reichenbergerstraße 98a, III. Hübsche Hundchen, Forterrier, Brunnenstraße 137, Eingang Bernauer ftraße, Goldschmelze. 20606* Farbigmacherin verlangt Schneider, Neanderstraße 6. 26/ 17* wahrt, durch eigne Gespanne geliefert, Lumpen sowie sämtliche Schneider Schmidstraße 9. 27/20 Spiegel, Bilder, Möbel, spott- auch nach außerhalb. Musterbuch Milchgeschäft, gangbares, eventuell Adalbert Mamsells, Paletots, 1,50--2,50 billig Leibhaus, Neanderstraße 6. gratis. Bitte genau auf Hausnummer mit Pachtung zu kaufen gesucht durch abfälle kauft Migling, + 28* Zeilzahlungen gestattet. Elendt, 26/ 17* 2 zu achten. Mart, außerm Hause, Büge, Schwedter 1865* A. Fehrbellinerstraße 8, ftraße 78. Hof III. +30 Vereinszimmer. Lier, Alte Jakob ftraße 36. 20586* Möbelverkauf. In meiner Möbel- Metallbetten! Hochelegante, Baar 1755 Fabrit, Gneisenaustraße 15, am tomplett 84,00, 110,00, tappold, Mark- Eriftenzfähiges Materialwaren-, straße 119. Halleschen Thor, stehen viele Woh- grafenstraße 18. 19856 Obst- und Gemüsegeschäft mit Rolle Vereinszimmer Lenz, Alte Jakob nungs- Einrichtungen, verliehen ge1757 an ftrebsame Leute zu verkaufen. straße 69. Milchgeschäfts Einrichtungen, Auskunft U. Elendt, Fehrbellinerwesene und neue Ausstattungen zum Kübel, Stannen, Maße, Milchfiebe, Vereinszimmer, 40 Personen, sehr billigen Berlauf. Teilzahlung bei Wiegeschalen, Buttermaschinen usw. ftraße 8, Hof III. +30 Bianino, zu vergeben Komman ganz geringer Anzahlung gestattet. billigst Jordan, Kleine Markus Betten umständehalber 18,00. dantenstraße 65, Ladewig. 18848* Beamten ohne Anzahlung. Durchstraße 28, I. 20985 1827 Michel, Dresdenerstraße 38. Junger Ein Billard zu kaufen gesucht. große Gelegenheitstäufe zu billigen Fahrräder, Teilzahlungen, 125 Destillation zu verkaufen, be- Schöneberg, Sedanstraße 71 a, Ditt möbliertes Zimmer, Gegend BrunnenPreisen liefere ich gediegene Einrichstraße, Anflamerstraße. Preisofferte fungen für 150, 200, 300, 400 Mart, Mart, Invalidenstraße 148, Staliger stehend aus Laden, Billardzimmer, meher. E. Kobis, Schönleinstraße 25. † 122 1850* Bereinszimmer, drei Stuben und hochelegante von 500 bis 10 000 Mart. Straße 40. Küche, zusammenhängend. Miete Ganz besonders empfehlenswert ist der Nähmaschinen sämtlicher Systeme, 1250 Mart. Auskunft erteilt Fabrgroße Borrat verliehen gewesener und ohne Anzahlung, Boche 1,00, ge- radgeschäft Staligerstraße 102. zurüdgefeßter Möbel, die noch fast neu brauchte 12,00. Frankfurter Allee 10, SO. Wiener und im Preise bedeutend herabgesezt am Ringbahnhof. find. Kleiderspind 24, Kommode 18, straße 6. SW. Bellealliancestraße 78. Sofa mit Auszug 30, Bettstelle mit N. Aderstraße 113. + 123* Matraße 20, Muschelspinde, Bertikos 1000 neue Nähmaschinen gebe auf 36, Salongarnitur, Plüschgarnituren Abzahlung, ohne Anzahlung. Lang105, Muschelbettstellen mit Matraßen schiffchen, hocharmig, tomplett, mit 40, geschnitte Büffetts, Bücherspinde, allen Apparaten. Elegante Aus- fauft Wartenberg, Fürstenbergerstr. 13. Baneclfofas mit Satteltaschen 85, stattung, brei Jahre reelle Garantie. Schreibtisch 40, Chaiselongue, Eng- Für die Güte meiner Nähmaschinen grün. Händler verbeten. Friedrich Paneelfofa 48, Garnitur, rot und Stellenangebote. lische Schlafzimmer, Speiſezimmer, sprechen Taufende meiner Kunden. traße 113, II rechts. 54/18 Salons, auch: gendstil, sehr billig. G. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe Farbigmacher verlangt Stretch A. Sonnenburg, fer 2, Getaufte Möbel werden drei Monate der Landsbergerstraße. Ate Maschinen Kinderwagen, großer, Nickels foftenfrei aufbewahrt, durch eigne nehme in Bahlung. 1727 federn, Wagendede, billig zu ver mann, Rigdorf, Jägerstraße 66.[ 21126 haben sämtliche Bautischler wegen faufen. Gespanne geliefert. Musterbuch gratis. John, Stalizerstraße 30, Tischlerlehrling verlangt Man Gaskocherhaus! Einlochgaskocher 20776 teuffelstraße 59, IV. Lohndifferenzen die Arbeit nieder27/14 Zwei Mart vierteldugend Damen- 1,00, 8weilochgastocher 3,00, Dreiloch- Duergebäude IV. gelegt; desgleichen die Kollegen der Schleifer und Bolierer auf Spazier- Bautischlerei von Hemben, Herrenhemden 3,30, Barchend- gaskocher, Gasbratöfen 7,00, Gas Nähmaschinen. Bahle bis zehn stöde verlangt Thürling, StalizerHemden, Normalwäsche, Ausstattungen bügelapparate, Gasplätteisen, Gas- Mart, wer Teilzahlung Nähmaschine +59 straße 8, Hof II. Moll, 20weftr. 2 und 7. fowie elegantefte Reisemuster spott beleuchtung, spottbillig! Petroleum- fauft oder nachweist, alle Systeme, billig. Wäschefabrik Salomonsty, lampen- Umänderungen. Wohlauer, Woche 1,00. Poftfarte genügt. Borchert, Möbliertes Zimmer an Herren, Malergehilfen verlangt Staliger. Buzug fernhalten. Dirksenstraße 21( Aleranderplan). Wallnertheaterstraße 32. 13066* Borndorferstraße 50. 27/16 54/16 Gartig, Adalbertstraße 10. 27/12 straße 54a. Berantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. N +29 Paneelfofa, Tisch, nußbaum, billig. Breitenbach, Adalbertstraße 93 I. Kleiderspind( mußbaum), wie neu, berlauft Reinidendorferstraße 40, Seitenflügel III links. +81 Blumentische, schmiedeeiserne, ver21025 20245 2088b Möblierte Schlafstelle, Herrn, 2096b Ritterstraße 49, born II. Freundliche Schlafstelle. Bierente, Budowerstraße 7. 27/15 Möblierte Schlafstelle, 2 Herren, Brizerstraße 1, born IV. Schult. Mietsgesuche. Mann sucht eines Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Auskünfte, Eingabengesuche, Kla Simeonstraße 24, III. gen, Interventionen fertigt an Kundt, Rechtsbureau!( Alexanderplak) Kurzestraße achtzehn. Gerichtssachen! Eingabengefuche, Raterteilung. ( Andreasplak), Rechtsbureau! Grünerweg vierundneunzig. Gerichts beistand, Eingabengesuche, Ratertei Volksfänger Gesellschaft Lewan lung. Langjährige Erfolge![ 2105b* dowsky, Beuffelstraße 28. Rechtsbureau! Prozeßbeistand, fachen, Eingabengesuche, Naterteilung. Eheklagesachen, Straffachen, AlimentenFalt, Brunnenstraße vierzig. 21085* Vermietungen. Zimmer. + 91* Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. Tüchtiger Werkmeister oder Vorarbeiter für Hundekuchenfabrikation verlangt. Offerten sub V. B. 3495 an Rudolf Moffe, Königstraße 56. Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Die Pianofabrik von Nieber & Co., Alexanderstr. 22 und Wallner Theaterstr. 26/27, ist wegen Differenzen für sämtliche 142/ 2* Branchen gesperrt. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Holzarbeiter! Im Baugeschäft Holsteiner 87/10 Die Ortsverwaltung.