Nr. 229. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzeine Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das übrige Auslant& Mark pro Monat. Cricheint täglich außer Montags. 164 20. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr d beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für glen politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Zelegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wer trägt den Zoll? Es wird uns geschrieben: Einfuhrzölle stellen eine Abgabe an die Staatskasse dar, mit deren Entrichtung sich der ausländische Importeur das Recht der Wareneinfuhr erkaufen muß. Welche Bedeutung diese Abgaben in der Gegenwart gewonnen haben, ist bekannt; Deutschland erhebt jährlich gegen 500 Millionen Mark an Zöllen; der deutsche Reichstag hat im Anschluß an die Regierungsborlage, doch ohne damit den Ansprüchen der reinen Agrarier Genüge zu thun, eine Verdoppelung dieser Abgaben beschlossen, und die Regierung scheint gegenwärtig bemüht, diesen Beschluß möglichst in Wirklichkeit umzusehen. Mit andern Worten: in der Handelspolitik stehen Entscheidungen von weittragendster Bedeutung bevor, die das wirtschaftliche und politische Verhältnis der Völker zu einander durchgreifend zu verändern geeignet sind. Bedenkt man, daß die Grundlagen der Zollpolitik noch heiß umstritten sind, daß die entgegengesetzten Meinungen über die Wirkungen der Zölle sich noch in boller Schroffheit gegenüberstehen, dann muß die energische Benutzung dieses Instruments als unbegreiflich da scheinen, die Vernunft doch gebietet, daß sich über die Tragweite bevorstehender Entschließungen einigermaßen im Klaren sein muß. erman Donnerstag, den 1. Oktober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. groß ist, daß A nach wie vor nur 150 zu bewilligen braucht, zu und beschlossen im übrigen gemäß dem Antrag der AnklageB aber trotzdem an A verkaufen muß. Dann kann der behörde. importierende Kaufmann, da er selbst in A nur 150 erhält, dem Der Staatsanwalt beantragt daraufhin gegen Gojnh Produzenten in B nach Abzug des Zolles nur noch höchstens 150 50 100 zahlen, und der Marktpreis in B wird sechs Jahre Zuchthaus, gegen Grajczarek, Mrozek, Burczyk, Kott, demnach auf 100 finten müssen. Eine dritte Möglichkeit: das Kauf- Karnuß die höchstzulässige Strafe von fünf Jahren Gefängnis, bedürfnis in A und das Verkaufsbedürfnis in B halten einander gegen Weiß 3 Jahre, Fabian, da geständig, 4 Jahre Gefängnis; etwa die Wage. A ist geneigt, 25 mehr als bisher zu bewilligen, außerdem für alle Angeklagten, außer Weiß, die gleiche Anzahl Jahre und B läßt sich 25 von dem bisherigen Preise abziehen. Dann Ehrberluft und bei Gojny Zulässigkeit der Polizei- Aufsicht. Rechtstragen beide Teile den Zoll bis zur Hälfte, der Preis wird sich anwalt Dr. Seyda erklärt, ich stehe nicht an, zu erklären, daß mich in A auf 150+ 25 175, in B auf 150- 25= 125 stellen. der Antrag des Staatsantvalts empört hat. Nachdem die GeNatürlich sind auch noch zahlreiche Uebergänge möglich. Halten schwornen den Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt haben, wir uns aber an diese drei Fälle allein, so ist der Preis habe ich den Eindruck, daß durch die Anträge des Staatsanwalts im Inlande im Auslande eine Korrektur des Spruchs der Geschwornen vorgenommen werden soll. Ich habe zu dem Gerichtshofe das felsenfeste 150 50 200 Vertrauen, daß er sich zu der Korrektur des Spruchs der Geschwornen nicht hergeben wird. Das kurz darauf verkündete Urteil lautet: Gojny 6 Jahre Zuchthans, Grajczarek 5 Jahre Gefängnis, Mrozek 3½ Jahre Gefängnis, Weiß 2 Jahre 3 Monate Gefängnis, Burczyk 31%, Jahre Gefängnis, Kott, Karnuß je 4 Jahre Gefängnis, Fabian 3 Jahre Gefängnis. Außerdem bei Gojny Bulässigkeit der Polizeiaufsicht, bei sämtlichen Angeklagten, außer Weiß. Aberkennung der Ehrenrechte auf entsprechende Zeit. im Falle 1 bei reiner Inlandsbelastung im Falle 2 bei reiner Auslandsbelastung 150 " 150 150 50 100 im Falle 3 bei Verteilung des Bolls auf beide Teile. 150+ 25 175 150-25-125 Aber in allen drei Fällen kommt der Boll boll zum Ausdruck", ist der Inlandspreis um den Zollbetrag teurer als der Auslandspreis. Besteht aber die Preisdifferenz um den Zollbetrag in allen drei Fällen, so ist es offenbar ein schwerer logischer Irrtum, aus ihrem Vorhandensein ohne weiteres zu schließen, es Das Urteil ist, wie im ersten Prozeß, furchtbar schwer aus liege Fall 1 vor. Das gerade soll erst bewiesen werden.... gefallen. Leute von geringem Bildungsgrad, die zum Teil zufällig Indessen die obigen Fälle sind nur Möglichkeiten. Die Frage in eine aufgeregte Menge hineingerieten und sich dort zu allerhand bleibt: wen belastet denn nun in Wirklichkeit der Zoll, wenn thörichten Eycessen fortreißen ließen, für die das ungeschickte seine Wirkung sich nicht einfach aus dem Verhältnis der Vorgehen der behördlichen Organe ein vollgerüttelt Maß der Schuld Inlandspreise zu den Auslandspreisen ablesen läßt? Diese trägt, werden wegen Landfriedensbruchs zn langjährigen ZuchthausFrage ist sehr schwer zu beantworten. Die Feststellung der ZollWie anders wurden demgegenüber ganz ähnliche Erceffe ultramontaner Excedenten kürzlich in Friedberg in Hessen behandelt. Eine Schar fanatischer Bauern hatte dort alle möglichen wüsten Wahlausschreitungen begangen, Fenster zertrümmert ,, Steine ins Wirtszimmer geschleudert, Wehrlose, darunter Frauen, verprügelt, furz hunnenmäßig gehauft. Die blutrünstig geschlagenen Opfer dieses organisierten Erceffes gehörten der Socialdemokratie att. Der öffentliche Ankläger beantragte Freiheitsstrafen gegen die Rädelsführer. Das Schöffengericht dagegen verurteilte die Ercedenten nur zu Geldstrafen in Höhe von 30-230 M.! Ein andrer Fall. Im vorigen Jahre verübten Bourgeoisföhnchen, Studierende in Marburg, wüste Massenausschreitungen gegen die Polizei. Sie drangen in das im Parterregeschoß des Rathauses belegene Polizei- Wachtlokal ein, beschimpften die Beamten, Der Friedenszar" in Wien. Bar Nicolai ist heute morgen in Wien eingetroffen. Der Die Frage, die unser Thema in ein kurzes Schlagwort zufammenfaßt sie ist eine der am leidenschaftlichsten umftrittenen, weil folgenschwersten der Zolltheorie läßt sich in folgende Doppelfrage zerlegen: Ist der ausländische Importeur, der die Zollbeträge an der Grenze unmittelbar in die Staats- wirtungen auf deduktivem Wege ist unmöglich, und die induttive, und Gefängnisstrafen verurteilt! statistische Methode versagt ebenfalls. Wir fürchten deshalb, daß tasse einzahlt, im stande, sich dieselben beim Verkauf man sich in der Hauptsache immer mit den allgemeinen Gesichtsder Ware durch Preiserhöhung vom deutschen Konsumenten punkten wird begnügen müssen, wonach die Verteilung der Bollwieder herauszahlen zu lassen, so daß dann die Zölle vom last wesentlich von der Dringlichkeit des Angebots und der Nachdeutschen Volke bezahlt würden und die Bedeutung einer ver- frage abhängen und jene daher bald überwiegend das Ausland, schleierten Steuer befäßen, oder muß der Importeur bezw. bald das Inland treffen wird, ohne daß eine zahlenmäßige Beder ausländische Produzent den Zollbetrag unter Verminderung rechnung der beiderseitigen Anteile möglich wäre." feines Reingewinnes endgültig aus der eignen Tasche Obwohl die Zolllitteratur bis zur Unübersichtlichkeit anbezahlen, so daß dann die Zölle wirklich einen Tribut geschwollen ist, ist dieser Versuch des Herrn Evert bisher nicht des Auslandes darstellten? Diese Frage ist von ent- widerlegt, ja von freihändlerischer Seite wohl kaum berührt scheidender Bedeutung für die Beurteilung des Zoll- worden. Gleichwohl ist es nicht schwer, eine Widerlegung problems. Stellen die Zölle eine Belastung der deutschen ihrer theoretischen Grundlage zu geben. Volkswirtschaft dar, so werden bedeutsame andre Gründe Wir gehen auf Herrn Everts Normalschema zurück, das nötig sein, ehe Bollmaßnahmen in größerem Umfange be- die drei möglichen Hauptfälle der Preisgestaltung infolge Einschlossen werden dürfen, im andren Falle wird es ein rein führung eines Bolles umfaßt. politisches Machtproblem sein, ob es gelingt, einem andren Wenn sich nach Lage der Sache mit unbedingter Gewiß- berwüsteten und besudelten das Wachtlokal, furzum, benahmen sich Staate einen derartigen Tribut aufzuerlegen. heit annehmen läßt, daß der inländische Konsument auch nach schlimmer als die Excedenten in Laurahütte. Auch diese hoffnungsDie statistischen Erhebungen des Deutschen Reiches haben Einführung des Eingangszolls die Importwaren nicht ent- vollen Staatsstüßen tamen mit lächerlichen Geldstrafen davon. Die Proletarier in Laurahütte fühlen die ganze Wucht der zur unumstößlichen Gewißheit gemacht, daß für Getreide zwischen behren kann, dann tritt der Evertsche Fall 1 ein, wonach der Weltmarktpreis und deutschem Inlandpreis eine Differenz besteht, Weltmarktpreis überhaupt keine Veränderung erfährt, und Strafgesetz- Paragraphen. die dem von Deutschland erhobenen Einfuhrzoll ungefähr gleich ist, jene Preisdifferenz allein durch die Preiserhöhung auf dem und zwar ist der Weltmarktpreis um diesen Betrag niedriger. Markte des zollerhebenden Inlands entsteht. Die Betrachtung Dieselbe Erkenntnis gewinnen wir durch Betrachtung der des Falles 2:„ reine Auslandsbelastung" begann folgender- östreichische Kaiser empfing ihn am Bahnhof.„ Beide Monarchen", Getreidepreise in andren Ländern. Das heißt also: eine maßen:„ Ebenso sagt man, das Ausland B trägt den Zoll", wenn... Getreidemenge, die auf dem Weltmarkt 100 M. fostet und bei A nach wie vor nur 150 zu bewilligen braucht, B aber trotz- berichtet das Wolfffche Bureau, schüttelten einander die Hände und deren Einfuhr Deutschland einen Zoll von 50 M. erhebt, dem an A verkaufen muß. Dann kann der importierende füßten sich zweimal". Des weiteren berichtet das Depeschenbureau toftet in Deutschland 150 M. Als diese statistische Thatsache Kaufmann, da er selbst in A nur 150 erhält, dem Pro- über„ stürmische Ovationen der zahlreichen Menge". Daß die bekannt wurde, glaubten die Freunde des Freihandels und duzenten in B nach Abzug des Zolles nur noch höchstens östreichische offiziöse Presse in überschwenglichem Tone den„ hohen der Handelsverträge, es sei damit ihre stets gehegte Ansicht 150-50-100 zahlen..." Bis hierhin sind die Be- Gast" als getreuen Verbündeten und aufrichtigen Friedensfreund bewiesen, daß der Zoll den Inlandpreis in vollem Umfange trachtungen forreft, soweit es ein Schema nur sein kann. Die feiert, versteht sich von selbst. Namentlich das Zusammengehen Rußverteuere. Ihr instinktiv sicheres Verständnis der Markt Schlußkette geht aber weiter und hierauf stellt sich erst das lands mit Destreich in den Balkanwirren wird enthusiastisch betont. borgänge ließ fie die logische Mangelhaftigkeit des Schlusses erwünschte Ergebnis ein:„ und der Marktpreis in B wird demnach So schreibt das Fremdenblatt": übersehen, daß die Preisbewegung des Inlandmarktes jene auf 100 sinten müssen"! Diese Verkuppelung der beiden letzten Differenz hervorgerufen haben müsse. Die Verteidiger der Gedanken ist ein grober Frrtum: der nach A importierende Zölle hatten leichtes Spiel, zu zeigen, daß eine Preis- Händler kann dem Produzenten in B nur noch 100 zahlen" differenz zwischen zwei Orten nicht nur dadurch ent- und der Marktpreis in B muß auf 100 sinken" sind keine stehen könne, daß der Preis an dem einen Orte in Identität; die Existenz des einen schließt nicht die des andern die Höhe gehe, sondern ebenso gut auch dadurch, daß er am in sich, sondern die Vorgänge sind vollkommen unabhängig andern sinke, endlich durch irgend eine Kombination von einander, können sogar im entgegengesetzten Sinn beiden der Die Betrach unsrer Bewegungen. Manche verlaufen. entgegengesezten Voraussetzung bei Bollfreunde kehrten nun den Spieß um und behaupteten, daß tung ist einzig, daß der Importeur bei dem Verkauf Weshalb Rußland und Destreich sich nicht in die Balkandas Ausland für gewöhnlich den Zoll selbst bezahlen müsse, nur noch 150 erhält und daher beim Einkauf nur 100 giebt, d. h. daß der Weltmarktpreis sinte und dadurch die Preis- d. h. also, daß sein persönlicher Einkaufspreis auf 100 fintt. händel einmischen, sondern die Rolle selbstloser Friedensengel zu differenz entstehe. Vorsichtigere vertraten den Standpunkt, Der Weltmarktpreis aber ist der Durchschnitt der Preise bei spielen suchen, wird natürlich nicht dargelegt. Die nichts weniger daß die Preisdifferenz auf diesem Wege wenigstens ebenso allen Verkäufen, die überhaupt auf dem Weltmarkt stattfinden, als ethischen Motive für die ungewohnte Rolle des ehrlichen Maklers" gut erklärt werden könne, und da aus den Zahlen der Statistik und von diesen umfassen die Verkäufe zum Zweck des liegen freilich zu klar zu Tage, als daß sie nicht auch ein Blinder mit nur die bloße Thatsache der Preisdifferenz, nichts aber über Exports nach dem einen Zoll erhebenden Lande nur einen dem Krückstock fühlen sollte. Destreich ist zu sehr vom NationalitätenHerr Evert übersieht, daß ihre Ursachen zn entnehmen sei, stehe man eben vor einem Bruchteil. nach unsrer hader innerlich zerrissen und politisch gelähmt, als daß es sich den gefährlichen Lurus irgend welcher Aktionspolitik nach außen dieser Bruchteil aller Verkäufe zu unaufgeklärten Problem, das weder für, noch wider die Voraussetzung nur Zölle beweiskräftig sei. Auf diesem Standpunkt stand offen- niedrigerem Preise als vor Erhebung des Zolls stattfindet, gestatten könnte. Froh, wenn es nur selbst in Nuhe ge sich mit der Politik harmloser bar auch die deutsche Reichsregierung in ihrer Begründung des während die übrigen Verkäufe zum alten Preise erfolgen. Der laffen wird, begnügt es diplomatischer Deklarationen. Nicht viel anders steht es mit Zolltarif- Gesetzes, wenn sie sich auf die Feststellung der That Durchschnitt aller Preise, der Weltmarktpreis, wird also, wenn Rußland. Seine aggressive, mit dem Feuer spielende Ostsache beschränkt, daß die Inlandpreise annähernd um den Be- der ganze Zoll vom Importeur bezahlt wird, freilich sinken, trag des Eingangszolls höher find als die Weltmarktpreise. aber niemals um den vollen Zollbetrag, sondern nur um asien- politik gestattet ihm nicht, augenblicklich bei osteuropäischen Selbst der Bund der Landwirte hat zu unsrem Problem diese einen Bruchteil desselben, dessen Größe davon abhängt, der Kriegswirren im Trüben zu fischen. Hinzu kommt noch die Gärung Stellung des non liquet( es ist nicht erwiesen) eingenommen, wievielte Teil aller Verkäufe Waren betrifft, die nach dem im Innern, die eine brutale Knuten- und Lockspielwirtschaft zur Siedehige gesteigert hat. Den beiden„ befreundeten" Staaten fält die ja den Schein unparteiischer Objektivität für sich hat. zollerhebenden Ausland gehen sollen. es unter solchen Umständen nicht schwer, sich mit der Friedenstoga Dieser Standpunkt der Zollfreunde wurde in der Litteratur zu drapieren, die namentlich den Zaren, den Verfasser des Friedensdurch den Ober- Regierungsrat Evert begründet, der diese manifests, den Schürer des französischen Militarismus und den Streitfragen noch in jüngster Zeit mehrfach in populärer vertragsbrüchigen Eroberer in Ostasien so wunderbar kleidet! Form behandelt hat. Seine Beweisführung verläuft etwa Was die stürmischen Dvationen" anlangt, so beschränken fie fich folgendermaßen: selbstverständlich auf die bourgeoisen Pflasterlungerer. Das arbeitende Bolt Wiens hatte dem Friedenszaren einen andren Empfang zugedacht, bei dem es freilich nicht mit dem östreichischen Polizeiregiment gerechnet hatte. Ein Wiener Telegramm meldet nämlich: 11 ( Schluß folgt.) Politifche Ueberficht. Berlin, den 30. September. Jm Laurahütter Prozeß Eine Ware foste bei freiem Handel in zwei Ländern A und B 150 M. Nun führt A einen Zoll von 50 W. ein. A trägt dann beantragte der Staatsanwalt die Bejahung der Schuldfrage den Zoll", wenn es die bisher aus B eingeführte Ware um 50 teurer als bisher, also mit 200 bezahlen muß, weil B sich nicht veranlaßt sieht, auf schweren Landfriedensbruch bei sieben Angeklagten, auf einfachen an dem bisherigen Preise von 150 etwas abzulassen. Ebenso sagt Landfriedensbruch bei Weiß; Verneinung der mildernden Umstände Die Geschwornen billigten dagegen man ,,, das Ausland B trägt den Zoll", wenn das Kaufbedürfnis bei allen Angeklagten. des Inlandes A so gering und das Verkaufsbedürfnis in B so sämtlichen Angeklagten außer Gojny und Weiß mildernde Umstände " " Die Freundschaft zwischen beiden Reichen ermöglicht ein fräftiges Einwirken zu Gunsten der Erhaltung des Friedens zwischen den Balkanstaaten, die sonst auf ihre Rivalität rechneten, und ein fräftiges Einwirken auf die Türkei. Wenn auch die macedonischen Komitees ihre Thätigkeit mit gesteigertem Terrorismus fortsetzten, so ist durch das energische Auftreten der beiden Kaiserreiche er reicht worden, daß Bulgarien den Frieden bewahrte. Die Ans wesenheit Kaiser Nikolaus' und des Ministers des Aeußern Grafen Lamsdorff wird Gelegenheit bieten, die Situation im Orient neuerdings gründlich zu erörtern." " Eine von der Parteileitung der östreichischen Socialdemokraten abends abgehaltene Protestversammlung der eine Frau Wiener Arbeiterschaft gegen den 3arenbesuch fonnte In der Kaiserinsel- Angelegenheit ist ein neuer Termin zur| sonders zum Abgeordneten geeignet empfahl, weil er die von Dr. Ellenbogen eingebrachte Resolution nicht an- Hauptverhandlung gegen unsre Redakteure Genossen Leid und aus Edenkoben hat. Edenkoben ist neben Deidesheim der Sitz der nehmen, da die Versammlung durch den anwesenden Regierungs- Kaliski auf den 16. Oktober anberaumt worden. einflußreichsten liberalen" Familien, die über die Mandate verfügen vertreter aufgehoben wir wurde. ganz nach eignen Gutdünken. Und deshalb ist es für einen Kandidaten eine ganz besondere Empfehlung,„ eine Frau aus Edenkoben" zu haben. Nun, unser Wiener Bruderorgan hatte vorsichtsalber als Ausdruck der Empfindungen der Wiener Arbeiterschaft dem Zaren schon folgenden Willkommensgruß gespendet: " land!" baš Graf Khuens Rücktritt. Eine Kinderei als Kapitalverbrechen behandelt. " Zu der unter obenstehendem Titel in dem Hauptblatt der Sonntagsnummer veröffentlichten Notiz schreibt man uns aus akade- Sein verdientes Schicksal ereilte einen Kolonialpascha in DeutschDer bleiche Mann aber, den sie als Friedenszaren grüßen, mischen Kreisen: Ostafrika. Wir lesen darüber in der„ Deutsch- ostafrit. 3tg." vom die Völker der Welt kennen ihn als den Würge- Zaren, den Auf den deutschen Universitäten ist seit Alters her die fari 5. September:„ Ein schreckliches Unglück(!) hat sich in der vorigen blutigen Henker der Nationen, den Repräsentierende Verspottung zivar nicht des Abendmahls, aber einer Woche auf der Kokosplantage der Deutsch- ostafrikanischen Geselltanten aller wahnwißigen Despotie, aller andren heiligen Ceremonie, der christlichen Taufe, gang und schaft Moa( nördlich Tanga) zugetragen. Herr Meyer, der mur grausamen, völkerverderbenden List und Bruta gäbe und wird von Corps, Burschenschaften, farbentragenden und noch im Besize eines Armes war, fuhr leidenschaftlich gern Rad lität. Das Volt, das verdammt ist, sein Joch zu tragen, windet vielfach auch nicht- farbentragenden Verbindungen und Vereinen und zwar wegen des fehlenden Armes Tandem( Zweisis), auf sich in Qualen, um es zu erleichtern. Alles was denkt, was gut, gleichermaßen, tenn auch nicht immer in derselben Form, dem sein Boy, ein sonst zuverlässiger und tüchtiger tapfer und gesund ist im russischen Volke, haßt das Barentum als Semester für Semester ausgeübt. ist das die so- Manjema, den vorderen Plazz einnahm und stets das Gefährt den Mörder seines Lebens. Von Tolstoj, dem großen, guten genannte Fuchstaufe" oder" Biertaufe", bei der die neuen zu lenken hatte. Bei einem Ausflug in voriger Woche nun Greise, bis herab zur armen Arbeiterin, die in ihrer Fabrit ein- Mitglieder, die Füchse", von dem„ Fuchsmajor" mit einem fuhr das Tandem infolge der Ungeschicklichkeit oder Unachtsamkeit(!) gepfercht ist, alle kennen nur ein Jdeal, ein Sehnen, ein Ziel, demultigen Namen, dem sogenannten„ Biernamen"" getauft" werden. des Boys gegen einen Baum an, Herr und Diener stürzten ihr Leben gehört: Empörung gegen diesen 3aren! Schreiber dieser Zeilen erinnert sich noch sehr genau der Procedur, herunter und das vordere Rad wurde bei der Gelegenheit ganz krumm " Der Zar kommt nach Wien. Das arbeitende Wien begrüßt wie sie zu seiner Zeit in einem großen Berliner studentischen Verein gebogen, so daß an ein Weiterfahren nicht zu denken war. In Yanbit bem Rufe: Es lebe bas revolutionäre darstellen sollte, hielt mit salbungsvollen Worten und faritiert- Hause ab befand und nun den ganzen langen Weg zu Fuß zurückpastorlichem Tone eine„ Taufrede", nachdem zur Einleitung ein zulegen gezwungen war, strafte Herr Meyer feinen Boy fromm- frivoles Lied von der Versammlung gesungen worden, aus wegen dessen Unachtsamkeit mit Schlägen und soll auch nicht abGraf Khuen hat in der heutigen Sigung des ungarischen Ab- welchem dem Schreiber noch die Strophen in der Erinnerung ge- gelassen haben, während des Rückweges denselben zu schlagen. Außer over t Ja dem drohte er dem Boy, ihn zu Hause verhaften und an die Kette geordnetenhauses seinen Rücktritt erklärt. Er führte aus, daß er blieben:" Wir wollen ein Klösterlein bauen, ora pro nobis." infolge der gestrigen Abstimmung sein Entlassungsgesuch eingereicht die Nachahmung ging so weit, daß die„ Biertäuflinge" zwar nicht bringen zu lassen. Ob sich nun der Boy seinem Herrn gegenüber und den Kaiser gebeten habe, dieses anzunehmen. Er bitte, das mit Wasser, aber mit Bier begossen wurden( man vergleiche übrigens noch auf dem Rückwege gar thätlich widersetzt hat, ist nicht beauch die Schiffs, taufen" mit Champagner!). on A dod fannt geworden, aber wahrscheinlich.(!) Jedenfalls schickte Haus, bis zur Erneuerung der Regierung die Sigungen zu Selbstverständlich hat wohl kaum je einer der Mitwirkenden die Herr Meyer, als er und ließ die Ausgänge der präsident und verläßt mit sämtlichen Ministern den Sizungs- christlichen Taufe vorzunehmen. Es war eben ein von Alters Plantage von diesen sperren. Der Boy hatte sich untersaal. Präsident Graf Apponyi erklärt, daß der Rücktritt her gewohnter und ohne viel Nachdenken von studentischer Generation dessen mit dem ihm gut bekannten Schrotgewehr, welches ihm häufig des Ministeriums kein Grund sei, die Sigung auf zu Generation übernommener studentischer Aft, in der üblichen zum Vogelschießen überlassen worden war, versehen und wollte sich zuheben; die Beratung sollte fortgesetzt werden. Franz studentischen Weise vollzogen, bei der unter Mitwirkung des Alkohols damit auf und davon machen, fand aber die Ausgänge der Plantage Kossuth drückt sein Befremden darüber aus, daß das Ministerium wenig Wit und ein gewisses Quantum Bestialität sich zu einem bereits von Askaris gesperrt und eilte deshalb wieder ins Herrenstreike", er dankt der Majorität für ihre gestrige Haltung und drückt nicht gerade sehr erfreulichen, aber immerhin harmlosen Gemisch haus zurück, wo er sich mit dem Schrotgewehr bewaffnet unter der den Wunsch aus, daß ein Ministerpräsident ernannt 13 Dorfbewohnern gewesen vereinigen. Nicht viel anders ist es aber auch sicher bei jenen Treppe aufstellte. Herr Meyer ging nun mit einigen Askaris selbst von denen noch dazu zum mindesten in das Haus und hatte denselben gerade zugerufen„ kamata" werde, der die Uebergriffe des östreichischen zwei unterhalb des Alters von Studenten waren die der( ergreift ihn!), als ein Schuß fiel, der Herrn Meyer Ministerpräsidenten von Koerber entschieden drakonischen Strenge des Gesetzes verfallen sind, weil sie in Alkohol- sofort zu Boden streckte. Im Sterben rief er nochmals zurückweise. Es wäre, fährt Kossuth fort, wünschenswert ge- Laune die Abendmahlsceremonie farifierend verspotteten, während den Askaris zu„ kamata, er hat mich erschossen". Als die Askaris wesen, daß die Stellungnahme gegen die Einmischung Stoerbers in um die studentische Karikatur der Taufe sich selbstverständlich weder dann gegen den Mörder eindrangen, fiel der zweite Schuß, den der Boy, das Gewehr mit der Mündung unter sein Kinn haltend, auf ungarische Angelegenheiten einhellig geschehen wäre. Abg. Rakovsky Polizei noch Gerichte kümmern. erklärt, die Regierung habe kein Recht, sich von der Beratung Es kann wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Mit- sich selbst abfeuerte. Auch hier that das Schrot ſeine Wirkung, mit fern zu halten, da die Demission des Ministerpräsidenten glieder der Halberstädter Strafkammer, also Juristen und frühere halb abgerissenem Kopfe stürzte auch der Boy zu Boden und war Studenten, jene studentische Ceremonie fannten; es ist selbst nicht sofort tot." noch nicht angenommen fei. Er erklärt namens der Volkspartei, unwahrscheinlich, daß sie oder wenigstens der eine oder andre von Daß dem jähzornigen Herrn Meyer nur sein verdientes daß er die Aeußerungen des östreichischen Ministerpräsidenten ihnen als Studenten in aller Harmlosigkeit daran teil genommen. Schicksal geworden, braucht nicht weiter bewiesen zu werden. Die b. Koerber entschieden zurückweise und sie als eine Verlegung Daß sie trotz der vorliegenden Analogie von der man glauben Brutalitäten des Erschossenen werfen jedoch ein charakteristisches Licht der verfassungsmäßigen Rechte Ungarns bezeichnen fönnte, daß sie sich ihnen sofort aufdrängen mußte, die ihnen that- auf unsre koloniale Paschawirtschaft. bertagen. Bei diesen Worten erhebt sich der Minister ganz klare Absicht gehabt, eine farifierende Verspottung der den nahen Grenzas Pause angekommen war, sofort git v. = 1 390 müsse. Redner kritisiert des weiteren die Ausführungen Koerbers, sächlich, aber wahrscheinlich überhaupt nicht eingefallen ist so agodmur alD Ausland. 19 味 daß er seinen gesetzlichen Einfluß auf alle die Armee betreffenden drakonisch verurteilen konnten, ist ein neuer Beweis dafür, einerseits Angelegenheiten auszuüben entschlossen sei, und bezeichnet dieselben wie sehr sich die Rechtsprechung von dem allgemeinen Empfinden als einen Verstoß gegen das ungarische Gesez, da betreffs gewisser des Volkes entfernt hat, andrerseits wie sehr der Grundjag:„ Duo England und die Balkanwirren.sid si faciunt idem, non est idem"( Wenn zwei dasselbe thun, ist es London, 26. September.( Eig. Ber.) Mit Ausnahme FrankAngelegenheiten des Heeres das Verfügungsrecht des ungarischen nicht dasselbe) sich unter der fortschreitenden Klassenscheidung, den reichs offenbart tein Land so viel Sympathie mit den unterdrückten Reichstags uneingeschränkt bestehe. Richtern selbst unbewußt, immer mehr Geltung verschafft hat.- Balkanslaven wie England. Wir stehen hier allem Anschein nach Nachdem sämtliche Parteiführer ihre Stellungnahme gegen die am Vorabend einer umfassenden Agitation zu Gunsten der AutoAeußerungen Koerbers über die Armeefrage dargelegt haben, führt Kriegervereinshelden. Vor der Strafkammer in Sonders- nomie Macedoniens. Die herzbrechenden Nachrichten aus den aufGeza Kubinyi( Regierungspartei) aus, daß er, ohne einen Auftrag hausen wurde ein Ueberfall durch patriotische Kriegervereinler ständischen Wilajets werden in England viel gelesen und besprochen. feitens der liberalen Partei erhalten zu haben, erklären müsse, daß verhandelt. Der Landwirt Bracke, der Arbeiter Göhring, der Dienst- Eine britische Regierung, die den Wut hätte, die Flotte nach den die liberale Partei kein Kabinett unterstügen werde, das nicht er- knecht Hirschfeld und der Arbeiter Koch, sämtlich in Trebra, hatten Dardanellen zu schicken, um die macedonischen Christen zu befreien, bezw. mächtigt sein werde, die die Rechte Ungarns verlegenden Aeußerungen sich wegen gefährlicher Körperverlegung v. Stoerbers auf das entsprechende Maß zu reduzieren. Die Kossuth- Am Sonntag, den 14. Juni d. J., ging der Landwirt Karl Tetten- find in dieser Agitation nicht vorhanden. Es iſt vielmehr das wegen öffentlicher Beleidigung zu verantworten. wäre ungemein populär. Irgend welche politische Hintergedanken Partei beglückwünscht den Redner zu seinen Ausführungen. Nach born mit der ledigen Anna Reinhardt aus Trebra abends gegen Gefühl der Verantwortlichkeit für die überaus traurigen Zustände, längerer Debatte vertagte sich das Haus bis zur Neubildung des 11 Uhr vom Bezirks- Kriegerfest in Hagelbich weg nach Trebra zu. die zum größten Teile der verbrecherischen Nachlässigkeit der Kabinetts. 16 Auf dem Wege holte sie der Trebrarer Kriegerverein ein, europäischen Diplomatie geschuldet sind. Das britische Kabinett sidie Angeklagten stellten sich um die beiden herum und stießen wird von der Nation förmlich gedrängt, aus seiner Passivität Tettenborn. Als dieser sich das verbat, stieß der Angeklagte Koch hervorzutreten und Maßregeln gegen die Türkei zu ergreifen. Leider tody, sid beleidigende Aeußerungen gegen ihn aus. In diesem Augenblick trat wird aus dieser ganzen Agitation nichts Ersprießliches herausBracke hinzu, zog, ohne ein Wort zu sagen, seinen Säbel, den er als 1.5 deg oo Deutsches Reich. Tettenborn mit Schmählichen Frevel an Gesundheit und Leben der Ar- Kriegervereins- Vorstand umgelegt hatte, und schlug den fommen. Die britische Regierung wird nur in Uebereinstimmung beiterinnen betreibt das Ausbeutertum des Gentralverbandes Tettenborn auf die rechte Gesichtsseite, so daß eine 12 Centimeter mit Destreich und Rußland handeln. Um die öffentliche Meinung Engdeutscher Industrieller. Der Centralverband deutscher Industrieller lange blutende Wunde entstand. Nunmehr nahm Göhring das lands zu beruhigen, schrieb der Premierminister Mr. A. J. Balfour hatte zum Donnerstag fast alle größeren Interessenten- Vereinigungen Gewehr, das er bei sich hatte, und stieß damit den Tettenborn einen Brief an den Erzbischof von Canterbury. Der Brief der Baumwoll- Industrie zu einer Sizung eingeladen. Nach gegen die Brust. Darauf gingen alle bis auf Hirschfeld fort. wurde vorgestern veröffentlicht. Seine Bedeutung liegt nur in der Person auf ging Erledigung andrer wirtschaftlicher Fragen schloß diese Sizung, wie Hirschfeld erhobenen Fäusten des Schreibers, denn Neues enthält der Brief nicht. Balfour sagt: die„ B. P. N." mitteilen, mit einer Aussprache über die gesetzliche zu, Tettenborn ſetzte sich zur Wehr und beide fielen schließ-„ Weder Rußland, noch Destreich oder die Türkei kann einer NeuEinführung der zehnstündigen Arbeitszeit der Arbeiterinnen in den lich in den Chauſſeegraben. Hirschfeld zog nun sein Wieſfer gliederung der Balkanländer gleichgültig zusehen. Ebenso find Fabriken, wobei allgemein die Auffassung vertreten wurde, den in Schulter, Kopf und beide Hände bei. Auf das Hilfegeſchrei der Bulgarien, Griechenland, Serbien und Rumänien tief an dem weiteren Versuchen auf Verkürzung der Arbeitszeit energisch entgegen Schicksal Macedoniens interessiert, dessen christliche Bevölkerung sich zutreten".aus Bruchstücken jener vier Länder zusammensetzt. Ich sehe keinen andren Ausweg, als es Destreich und Rußland zu überlassen, in Macedonien Ordnung zu schaffen. Das Eingreifen einer dritten Macht würde die Lage nicht verbessern." " und brachte dem Tettenborn vier ziemlich tiefe Stiche Reinhardt kamen vier andre Burschen herbei, worauf Hirschfeld weglief. Tettenborn ist ärztlich behandelt worden und acht Tage lang Ueber die Einberufung des Reichstages und seine erste Thätigkeit arbeitsunfähig gewesen. Hirschfeld ist wegen Körperverlegung bereits berichtet eine parlamentarische Korrespondenz folgendes: Die Ein- 3eimal vorbestraft. Das Urteil lautete wegen vorsätzlicher Körperberufung des Reichstages dürfte, wie man uns an maßgebender verlegung mittels gefährlichen Werkzeuges auf 6 Monate Gefängnis Stelle mitteilt, diesmal höchstwahrscheinlich erst am Dienstag, den für Brace, auf 1 Jahr Gefängnis für Hirschfeld und auf 2 Wochen 1. Dezember, erfolgen. Ein bestimmter Entschluß steht freilich noch 10 M. für Koch. Das Gericht verurteilte ferner die Angeklagten in St. James Hall mit der macedonischen Frage beschäftigt und Gefängnis für Göhring, sowie wegen öffentlicher Beleidigung auf Inzwischen hat sich am 29. September eine große Versammlung nicht fest, doch erscheint die Einberufung zum 24. November als Bracke und Hirschfeld zur Zahlung einer Geldbuße von 150 M. an 10. nicht wahrscheinlich, da die Abgeordnetenwahlen zum preußifolgende Resolution angenommen: schen Landtage erst am 20. November d. I. stattfinden. den Nebenkläger Tettenborn. 1. Die Mißregierung in Macedonien und das Mißlingen aller Außerdem spricht noch als zweiter Grund die Thatsache mit, München, 29. September.( Eig. Ber.) In Ergänzung der tele- Versuche zur Einführung von Reformen unter türkischer Kontrolle daß man gewillt ist, den Neichstag vor Weihnachten nicht viel mehr graphischen Mitteilungen über die Budgetrede des Finanzministers mache es notwendig, daß die direkte Herrschaft als die erste Etatslesung absolvieren zu lassen, nur einige kleinere v. Riedel ist noch einiges mitzuteilen. Eine schwere Enttäuschung des Sultans in den macedonischen Provinzen Sachen wenig bedeutender Natur sollen außerdem noch vor Weih- bringt das Budget für die Staatsbeamten und Bediensteten, die aufhöre; 2. die von England in dem Berliner Vertrag nachten erledigt werden. Später als am 1. Dezember will man den immer noch im Stillen gehofft hatten, daß ihnen doch endlich die übernommenen Verpflichtungen erfordern es, daß England Reichstag nicht einberufen, da man den alten Brauch, Zusammen- seit Jahren in Aussicht gestellten Gehaltsaufbesserungen zu teil werden Schritte thue, um der Niedermezelung von Nichtkämpfenden tritt an einem Dienstage beibehalten will und der nächstfolgende würden. Das Budget enthält aber auch diesmal wieder keine Forderung und der gegenwärtig verübten Plünderung Einhalt zu gebieten Dienstag( 8. Dezember) katholischer Feiertag ist. Man ist der für diesen Zweck, weil man eine Erhöhung der direkten Steuern und auf die andren Vertragsmächte zu gunsten der obenbezeichneten Meinung, daß die Zeit vom 1. bis 18. Dezember mit 15 Sigungs- vermeiden will, gegen die sich das Centrum in der letzten Session Politik einwirke. Ferner wurde Hilfeleistung zur Abwendung von tagen, wovon zwei für die beiden ersten geschäftlichen Sizungen( Kon- ausgesprochen hat. Gleichwohl sprach der Minister die Hoffnung Hungersnot für dringend notwendig erklärt und die Einsetzung eines stituierung, Präsidentenwahl) abgehen, für die geplanten Arbeiten vor aus, für die Aufbesserung in dieser Session doch noch etwas thun Baltankomitees verlangt, um Notständen vorzubeugen. Unter den Weihnachten genügen wird. Nach Neujahr harren der Arbeiten auch nicht zu können, wenn die im Anzuge befindliche Besserung der Eisenbahn- Rednern und den Teilnehmern an der Versammlung waren alle allzubiel: Die Hauptsache bleibt die Erledigung des Etats und der Erträgnisse und der Verkehrsverhältnisse überhaupt anhalte. politischen Parteien und alle religiösen Bekenntnisse bers nach Neujahr einzubringenden Militärvorlage bis Ende März. An Ein neuer, von der Regierung vorgelegter bemerkenswerter treten. In der Versammlung tit St. James Hall ges fleineren Vorlagen dürften erscheinen eine Novelle zur Seemanns- Gefeßentwurf betrifft die Einführung der Grundwert langte ein Brief des Erzbischofs von Canterbury Drdnung( Krankenversicherung der Seeleute), eine Novelle zur Gewerbe- Abgabe, die unabhängig und neben der Grundsteuer erhoben zur Verlesung, in welchem dieser erklärte, die Versammlung Ordnung betreffend Aenderungen im Gastwirtsgewerbe und die werden soll. Durch diese Steuer sollen unbebaute Spekulations- habe den Willen des gesamten Voltes hinter sich, Vorlage der kaufmännischen Schiedsgerichte. Schließlich kommen Grundstücke, aber auch sonstige Grundflächen mit außergewöhnlichem bas entschlossen sei, den ganzen mächtigen Einfluß Englands auss nach Ostern noch die Handelsverträge, falls die Vertragsverhandlungen Wertzuwachse getroffen werden. Die Grundwert- Abgabe beträgt zuüben zu dem Ziele der Unterdrückung der Tyrannei, der Raubgier bis Dstern beendet sind." 1 M. vom Tausend des im Wege der Schäzung ermittelten Ber- und Mißwirtschaft. Ferner waren Briefe von Bischöfen tehrswertes. Die Hälfte des Reinerträgnisses der Steuer fällt den und von 39 Parlamentsmitgliedern eingelaufen, Gemeinden zu. darunter solche von Campbell Bannerman und Sir Ferner ist mitzuteilen, daß die Regierung den Entwurf eines Edward Grey. neuen Landtags- Wahlgesetzes bei der Kammer in Vorlage gebracht hat. 31 " Marokko und die europäische Lage. Theodor Mommsen, der greise Historiker, bricht in einem Artikel der The independent Review" für eine anglo- deutsche Aussöhnung und Waffengemeinschaft eine gut gemeinte Lanze. Er verurteilt die Englandheze unsrer Alldeutschen, veriveist auf die Sprach- und Rassengemeinschaft der Engländer und Deutschen, beschwört Shakespeare als geistigen Vermittler, und meint schließlich, der Wenn man Abgeordneter werden will. Der banernbündlerische London, 28. September.( Eig. Ber.) Es ist wohl kein englische Imperialismus brauche ebenso wenig ein Hindernis Pfälzische Kurier" erzählte dieser Tage ein nettes politisches Zweifel mehr, daß Frankreich die Zustimmung Englands, Spaniens inniger nationaler Verbindung zu sein, wie Deutschlands geeinter Histörchen von einem vielgenannten nationalliberalen Ab- und Italiens erhalten hat, das Protektorat über Marokko zu erKaiserstaat. geordneten aus der Pfalz, dem Professor Hammerschmidt. flären. Die Nachrichten über dieses Ereignis gestatten einen Einblick Mommsens Artikel ist zweifellos gut gemeint, aber, wie Dieser Herr, dessen langjähriges Streben nach einem Mandat zum in die diplomatische Lage Europas. Wir sehen England wieder an frithere aktuelle politische Exkursionen des verdienstvollen Historikers, bayrischen Landtag im Jahre 1899 gestillt wurde, mußte sich im der Seite Frankreichs, was schon seit 1882 nicht passierte. Die sehr naiv. Die Aldeutschen wären schließlich die letzten, die uns der Jahre 1901 infolge seiner Beförderung vom Gymnasiallehrer zum zwanzigjährige Entfremdung zwischen den beiden westeuropäischen Sympathien Englands berauben könnten. Aber die Beschwörung Professor einer Neuwahl unterziehen. Seine Wiederwahl stand sehr Mächten war der deutschen Diplomatie günstig und wurde Shakespeares, der übrigens in Deutschland tiefer gewürdigt sein soll, in Frage und in seiner Herzensangst um seinen Zehnmartfessel schrieb auch von ihr gefördert, wenn auch nicht geschaffen. Frankreich als jenseits des Kanals, nüßt so lange nichts, als Deutschlands durch der brave Professor an seine Gegner Briefe des Jnhaltes, sie konnte nicht alle Sträfte auf seine östliche Grenze konzentrieren, große Programmreden angekündigte Weltpolitit ihre Spize offensichtlich möchten doch nichts wider seine Kandidatur unter- sondern mußte auch gegen den Westen rüsten. Ebenso wurde Enggegen England richtet, als Deutschlands Zollpolitik Englands Export nehmen. Der Pfälzische Kurier" hat sich erboten, Herrn Hammer- land gezwungen, sich an den Dreibund zu lehnen, der zum Teil Wunden schlägt. England wird sich schwerlich überzeugen lassen, daß schmidt das Original eines solchen Briefes vorzulegen, falls fein gegen Frankreich gerichtet war. Jezt hat sich die Lage bewird vont Frankreich der geändert. es in Deutschland seinen besten Freund zu sehen hat, so lange es Leiborgan, die„ Speierer Zeitung", die Eristenz der Briefe ableugnen frächtlich westlichen Dann Gefahr befreit. söhnt es sich mit Italien aus, feine vitalsten Interessen durch den Blutsverwandten bedroht fühlt. würde. Bisher ist das aber nicht geschehen. Und dieser Hader wird am letzten Ende nicht eher geschlichtet sein, Der Dreibund wird demnach, Professor Hammerschmidt den seine Verehrer auch die Perle dem es zu Tripolis verhilft. bis der Socialismus auch den nationalen Kampf ums Dasein auf des Landtags nennen machte übrigens schon bei seiner ersten Wahl soweit er gegen Frankreich gerichtet war, ganz wertlos. Bleibt gehoben hat. dadurch von sich reden, daß man ihn seinen Wählern als ganz be- Inur Spanien, wohin Prinz Heinrich vor einigen Monaten eilte, um die deutsche Politik zu fördern und die Kreise der französischen Der Stimmenzuwachs der socialdemokratischen Partei betrug| regel gestimmt, daß der Metallarbeiter- Verband in Angst vor der Mittelmeerpolitik zu stören. Aber auch dies mißlang. Spanien ist in den 20 Wahlkreisen zusammen 28 302. Davon kommen auf die Drohung den Kampf aufgeben würde. Durch den Abschluß des mit der französischen Mittelmeerpolitik einverstanden. Allerdings hat Oberpfalz 2177, auf Oberfranken 11 733, auf Mittelfranken 11 567, Tarifvertrages vor dem Gewerbegericht ist die Verwirrung unter Mr. Delcassé, der französische Minister des Aeußern, die auf Unterfranken 2825 Stimmen. den Arbeitgebern jedenfalls noch größer geworden. Durch diesen spanische Einwilligung zum Teil durch einen Verrat an Wenn auch in Bezug auf Erringung von Mandaten kein günstiges Vertrag ist zugleich auch der Beweis erbracht, daß die Konkurrenz den republikanischen Grundsäßen erkauft. Man dürfte sich Resultat zu verzeichnen ist, so können wir doch mit den erzielten fähigkeit der Branche durch die Forderungen der Arbeiter nicht ges noch erinnern, daß die französische Regierung die spanischen Erfolgen zufrieden sein, da die Organisation wesentlich gestärkt und fährdet wird. Es ist jetzt der Zeitpunkt nahe, wo eine Stockung Republikaner in Paris verfolgen ließ. Dies war eine Abschlags- das Netz von Vertrauenspersonen bedeutend erweitert wurde. Geht des Arbeitsprozesses in denjenigen Betrieben eintreten muß, die nicht zahlung an die spanische Monarchie für ihre Zustimmung zur fran- es auch mit der Ausbreitung der Organisation nur schrittweise vor- bewilligt haben und den bösen Ratschlägen aus der Dresdenerstraße zösischen Mittelmeer- Politik. Jedoch kann dies nicht der einzige Preis wärts, ist auch erst seit dem vergangenen Jahre ein rascherer Auf- Folge leisten. Sie werden schweren Schaden dadurch leiden, während sein, den Frankreich an Spanien zahlte. Denn wenn überhaupt schwung zu verzeichnen, und sind da und dort noch Mängel vorhanden, die Firmen, die den Tarif anerkannt haben, den Vorteil haben. europäische Mächte irgend welche Rechte auf asiatische oder so berechtigt doch das allmähliche Anwachsen zu den schönsten Hoff- Der Kühnemänner- Verband wird sich immer mehr als eine Schädis afrikanische Länder haben, so hatte Spanien ein Recht auf nungen, sodaß auch das nördliche Bayern in abschbarer Zeit dazu gung für die ganze Metallindustrie erweisen. Die Firmen, die den Marokko. Spanien hat dort schon längst Fuß gefaßt. Es kommt, die zum Kampfe nötigen Geldmittel selbst aufzubringen und Tarifvertrag geschlossen haben, beschäftigen zusammen ca. 5000 bis besitzt Ceuta und einige andre Gebiete, die ihm das Vorrecht die Parteikasse reichlicher als es bisher möglich war, zu unterstüßen. 6000 Arbeiter. Es sind seitdem noch mehrere hinzugekommen und auf das mauritanische Reich geben. In der spanischen Diplomatie Zur Zeit zählen zum Gauverband 90 socialdemokratische die Zahl der Firmen, die sich dem Vertrag anschließen, wird immer herrschte seit langem die Formel, daß Spanien am Atlas endige. Vereine, die teilweise während der Wahlzeit einen ansehnlichen Zus größer. In der Versammlung wurde ferner erwähnt, daß der Wenn Spanien dennoch zu Gunsten Frankreichs auf Marokko ver- wachs zu verzeichnen hatten. In Nürnberg ist die Zahl der Mitglieder Obermeister der Gürtlerinnung gezwungen worden ist, sein Amt zichtete, so darf man annehmen, daß in den letzten Monaten eine von rund 5000 auf 6534 gestiegen. Auch die Presse hat erfreuliche niederzulegen, weil er die Forderungen bewilligt hat, ein Zeichen spanisch französische Allianz abgeschlossen wurde. Uebrigens liegen Fortschritte zu verzeichnen. Die Fränkische Volkstribüne" hat eine für die Rigorosität, mit der die Scharfmacher noch immer thätig über diesen Punkt noch anderweitige Beweise vor. Auflage von über 3500 Exemplaren erreicht und wirft schon jetzt einen sind. Ferner wurde berichtet, daß die Polizei in Treptow für einen kleinen Ueberschuß ab. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf Gastwirt, bei dem einige Streifende verkehren, die Polizeistunde 4 oberfränkische und 3 unterfränkische Kreise. Die Fürther Bürger- von 1 Uhr auf 10 1hr herabgesezt hat. Die nächste Streifzeitung" hat ihren Abonnentenstand um 2000 erhöht. verfanimlung der Drücker wird am Freitag stattfinden. V Man sieht, wie weitsichtig und umfassend die äußere Politik ist, die eine bürgerliche Republik führen kann. Sie hat in den legten zwanzig Jahren ein enormes Kolonialreich gegründet. Sie hat den lateinischen Bund zur Thatsache gemacht und die Vorherrschaft im westlichen Teile des Mittelmeeres erlangt. Sie hat England und Im Agitationsbezirk östliches Westfalen und lippische FürstenItalien vom Dreibunde losgelöst. Sie hat der deutschen Diplomatie tümer betrugen, wie aus dem Bericht des Agitationskomitees an den Bezirks- Parteitag hervorgeht, die Wahlunkosten 17 659 M., wofür Schach geboten. Vor zwanzig Jahren war die deutsche Diplomatie 12 Wahlkreise in Betracht kommen. Es wurden insgesamt 452 000 Diplomatie isoliert und muß die nordafrikanischen Vorgänge still- tieg in diesen Streisen von 18 948 im Jahre 1898 auf 32 496 im damit beschäftigt, Frankreich zu isolieren. Jetzt ist die deutsche Flugblätter verteilt. Die Zahl der socialdemokratischen Stimmen schweigend acceptieren. Jahre 1903; fie betrugen von der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 10,2 Proz. im Jahre 1898 und 14,2 Proz. im Jahre 1903. 5500 M. vom Parteivorstande. Das Agitationskomitee hatte 7798 M. Einnahme, worunter England. Rückgang des Municipalsocialismus. London, 27. September: ( Eig. Ber.) Nach dem Siege der bürgerlichen Mehrheit in West Ham wurde der Achtstundentag abgeschafft und die Arbeitszeit auf zehn Stunden festgesetzt. Dies bedeutet die Entlassung einer Anzahl von Arbeitern, die die jetzt ohnehin starfe Reserve- Armee von Arbeitslosen noch verstärken werden. Denn wie wir neulich nach der amtlichen„ Labour Gazette" vom 15. September mitteilten, zeigt der englische Arbeitsmarkt einen Geschäftsniedergang. Türkei. Aus den Beschlüssen des Parteitages ist nur zu erwähnen die Aufforderung an die Arbeiterorganisationen des Bezirks, die„ Neue Zeit" zu abonnieren. Organisatorisches. Die Kreiskonferenz für den Wahlkreis Bochum beschloß, in Zukunft die Delegation zur Kreiskonferenz nach dem Verhältnis der zahlenden Parteimitglieder zu regeln. Für Einführung der Urabstimmung in Partei- Angelegenlängeren Artikel ein. heiten tritt ein Mitarbeiter der„ Leipziger Volkszeitung" in einem Der am 1. Januar 1902 mit 190 Mitgliedern gegründete Kreisverein für den Wahlkreis Merseburg zählte nach dem jetzt veröffentlichten Bericht am 30. Juni d. J. 627 Mitglieder. Socialistenmißhandlung. Aus Anlaß der Vorfälle mit dem Prinzen Arenberg im Gefängnis zu Hannover, die einem Aufseher jetzt 30 M. Geldstrafe und zweien einen Verweis eintrugen, erinnert unser Magdeburger Partei blatt an die furchtbaren Mißhandlungen, denen im dortigen Untersuchungsgefängnis in den neunziger Jahren ein Socialdemokrat wegen einiger kleiner Durchstechereien ausgesetzt war. Die Erinnerung ist sehr zeitgemäß. Solche Vorkommnisse dürfen nicht aus dem Gedächtnis verschwinden. Das Blatt schreibt: Zum Streit der Omnibus- Angestellten. Gestern hatten sich die Streikenden in derselben Stärke wie bisher im Buggenhagenſchen Saal eingefunden, woselbst ihnen die An dem Stand des Streifs hat sich heute noch nichts geändert. erſte Streikunterſtüßung ausgezahlt wurde. Der Gesellschaft ist es nach wie vor unmöglich, die Wagen der Außenlinien des Abends verkehren zu lassen. Nur in der Friedrichstraße wurde der Verkehr aufrecht erhalten. Mit Anerkennung nahmen die Ausständigen die Mitteilung ihrer Deputation entgegen, daß sich Oberbürgermeister Kirschner zur Vermittelung bei der Direktion bereit erklärte. Eine Anzahl Kutscher und Schaffner hatten sich gestern nach den Depots begeben, um der Aufforderung der Direktion entsprechend, ihre Garderobestücke abzuliefern. Ihnen wurde dort jedoch gesagt, sie möchten damit noch bis auf weiteres warten. Hiernach zu urteilen, scheint eine gegenseitige Verständigung beider Parteien noch nicht völlig ausgeschlossen zu sein. Lebhafter Beifall durchbrauste die Vers sammlung, als ihr die Lohnkommission die Mitteilung machte, daß am Dienstagabend die Parteigenossen in den sechs großen Parteiversammlungen den Streikenden volle Sympathie bekundet hatten. Das heißt mit andren Worten: Von der politisch organisierten Arbeiterschaft werden die Wagen der Omnibus- Gesellschaft solange nicht benutt, bis der Streik für beendet erklärt worden ist. Im Vertrauen auf diese moralische Unterstützung beschlossen die Anwesenden, unbeirrt weiter im Streit zu verharren. An das Publikum ist gestern aufs neue ein Massenflugblatt verteilt worden. * = 300 000 Mann türkischer Truppen, so Türkische Rüstungen. telegraphiert der Daily Mail"-Sonderkorrespondent in Monastir, werden allmählich mit einer bewundernswert unauffälligen Strategie gegen Bulgarien vorgeschoben, längs dessen Grenze sie bald eine lückenlose eiserne Mauer bilden werden. Diese riesigen Truppenmassen, die sicher nicht allein zur Bekämpfung der Auf- Ein Partei- Schiedsgericht soll auch in Sachen Heinrich Braun ständischen aufgeboten wurden, verteilen sich folgendermaßen: entscheiden. Er hat, wie die„ Märkische Volksstimme" berichtet, die Im Wilajet Kossovo 10 000 Mann, Adrianopel 70 000 Mann Organisation des Wahlkreises Frankfurt- Lebus ersucht, die Einsetzung mit 300 Geschützen, Monastir 50 000 Mann, Saloniti 170 000 Mann. eines solchen Schiedsgerichts herbeizuführen. Die Armee von Kossovo, die allerdings nicht sehr stark ist, steht nur An den Anschlagsäulen im Norden Berlins war gestern nachvier Stunden von der serbischen Grenze, und ist immerhin stark stehendes Plakat zu lesen: Allgemeine Berl. Omnibus Att. Gesellschaft. genug, um jeden ersten Angriff zurückweisen zu können, bis VerVeranlaßt durch vielfache uns schriftlich und persönlich vorges Stärkungen eintreffen. Von Kossovo aus würden die türkischen tragenen Bitten ausständiger Schaffner, Kutscher und Stallleute Truppen in einem zweitägigen Marsch über das Gebirge ein Terrain um Wiedereinstellung, find wir bereit, denselben entgegen zu kommen, erreichen, von wo sie gleichzeitig gegen Bulgarien und Serbien vorindem wir die Schaffner, Kutscher und Stallleute, welche über gehen können. Der linke Flügel der türkischen Macht ist 10 Jahre in unfren Diensten standen, sofort, und welche über 5 Jahre weiter durch albanesische Regimenter verstärkt worden, die von in unsren Diensten waren, nach Bedarf wieder einstellen zu wollen. Adrianopel wegen dort verübter Ausschreitungen abberufen wurden. Die betreffenden Arbeitsuchenden haben sich auf ihren früheren Depots Den rechten Flügel, offenbar die Angriffsarmee, bilden die in zu melden. Das augenblicklich im Dienst befindliche Personal wird Adrianopel zusammengezogenen Armeecorps mit ihrer riesigen„ Es ipar zur Zeit, als der Staatsanwalt Maizier in Die Direktion. beibehalten. Artillerie, während die 170 000 Mann in Saloniki in Reserve stehen Magdeburg sein unheimliches Regiment ausübte. Unser Genosse Der Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsund überall hin vorgeschoben werden können. Dieser ganze strate: Königstedt, damals Expedient der Volksstimme", saß in Unter- arbeiter teilt uns mit, daß er dies Plakat für eine Mache halte, durch gische Plan ist sicher von einem europäischen Militär entworfen fuchungshaft, weil er beschuldigt wurde, dem Kolporteur Willborn die der Unwille des Publikums gegen die Omnibusgesellschaft beworden. Die Türkei hat jezt alle verfügbaren Leute unter der und dem Kolporteur Keil verbotene Schriften ausgehändigt zu schwichtigt werden solle. Die Verbandsleitung ersucht die Streifenden, Fahne, selbst die dritte Klasse. Mit jedem Zug treffen neue Ver- haben, die von diesen vertrieben wurden. Alle befanden sich in die heute bei Buggenhagen stattfindende Versammlung abzuwarten. stärkungen ein, die unmöglich zur Verwendung gegen die Auf- Untersuchungshaft. Beim Spaziergang im Gefängnis wurde nun ständischen bestimmt sein können. Königstedt ein fleines Stück Wurst durch einen Wachtposten zugesteckt, außerdem sollte er einen Kassiber verschoben haben. Die Wurst wurde auf der Zelle Königstedts gefunden, er weigerte sich anzugeben, von went er sie bekommen habe, und darauf verfügte der Erste StaatsRecht des Untersuchungsrichters bedeutete: anwalt Maizier, obgleich diese Verfügung einen Eingriff in das Landtagswahl. Im Freifinn des dritten Berliner Landtags- Wahlkreises herrscht Zwist über die Kandidatenfrage. Der Bezirksverein der Rosenthaler Worstadt hatte beschlossen, dem Wahlkomitee die Herren Rosenow und Zwvid in Vorschlag zu bringen. Der Vorstand des Vereins aber crklärte den Beschluß für ungültig, weil er durch bestellte Arbeit tünstlich herbeigeführt worden sei". Aehnliche Reibungen bestehen im Bezirksverein Vinetaplay. Ein Teil der Freisinnigen will ſtatt der Kandidatur Zwick eine Kandidatur Schöler. Gegen Dr. Barths Stellungnahme im Landtagswahlkampfe wendet sich die Weser- Zeitung", die der Partei Dr. Barths angehört. Sie will nichts von gemeinsamer Aktion mit der Socialdemokratie wissen: " " Die Kutscher in Velten befinden sich seit Donnerstag( heute)]; im Ausstand. Wir ersuchen die Kollegen Berlins und Umgegend, sich nicht als Streifbrecher herzugeben und dafür zu sorgen, daß jeder. Zuzug ferngehalten wird. Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands( Ortsverwaltung Velten). Verband der Fabrik, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Die Veltener Ofenfabrikanten haben den Arbeitern gegenüber kein Entgegenkommen gezeigt und somit haben denn am Dienstag die Arbeiter beschlossen, die Arbeit am 1. Oktober nicht mehr aufzunehmen. Die Forderung der Hilfsarbeiter war eine Ers höhung des Stundenlohnes um 5 Pf.( derselbe beträgt jest 27%, Bf.). Troßdem die Arbeiter ein weiteres Entgegenkommen zeigten und der Landrat sich alle Mühe gegeben hat, beharrten die Fabrikanten auf ihrem Standpunkt und lehnten alles ab. Auf friedlichem Wege war somit nichts zu erzielen, sie wollten den Kampf. Deshalb Kollegen, haltet den Zuzug von Fabrik- und Hilfsarbeitern nach Velten fern. Der Gauvorstand. Deutfches Reich. Weil Königstedt Durchstechereien mit einem Posten vorgenommen hatte und sich bei seiner Vernehmung renitent gezeigt hat, indem er die Aussage verweigerte, weil er Verbindung mit Leuten außerhalb des Gefängnisses angeknüpft hat, und es dem gemäß nicht ausgeschlossen erscheint, daß er sich eventuell seiner Strafe durch die Flucht entziehen würde, wird Königstedt gefesselt. Die Fesselung geschah nun in humaner" Weise dadurch, daß Königstedt mit einer schweren Kette an den Fußboden geschlossen wurde, während eine gleiche Kette seine linke Hand mit den beiden Füßen verband. Die Ketten waren wesentlich schwerer, als die des Raubmörders Erbe, eines scheußlichen Mädchenmörders, der damals " In der weit kleineren Freifinnigen Vereinigung ist zwar hier ebenfalls in Untersuchung saß und bald darauf zum Tode verurteilt wurde. Während außerdem bei dem Raubmörder Handschellen und und da Beifall für die Bundesgenossenschaft mit den Socialdemo- Fußringe mit Leder ausgekleidet waren, mußte sich Königstedt die fraten laut geworden, daneben aber auch kräftiger Widerstand. Haut durch das blanke Eisen durchscheuern lassen. Wie in einem Wir erfahren aus verschiedenen Wahlkreisen, daß die dortigen Prozesse festgestellt wurde, geschah dieses aus„ technischen Gründen", Die städtischen Arbeiter Leipzigs haben beschlossen, den Rat der Parteifreunde eine ebenso unbeugsame Abneigung gegen den weil der Raubmörder dünnere Hand- und Beingelente hatte, als Stadt um baldige Einführung der Alters- und Gedanken haben wie die bremischen, welch letztere zwar an der Königstedt. Zwanzig Tage, vom 10. bis 28. April 1892, trug Königstedt interbliebenen Versorgung für städtische Ar= botene Zurückhaltung beachten, sich jedoch nicht nehmen lassen, die verhaltens" wieder davon befreit. Schließlich wurde Königstedt zu Wunsche Rechnung zu tragen. Man hat ſelbſt ſeit Jahren schon im Schritte der mit ihnen in Reichstags- Angelegenheiten eng ver- 2 Monaten Gefängnis verurteilt und 1 Monat als verbüßt erachtet. Schoße der Kommiſſionen über die Durchführbarkeit dieſer Angelegen bundenen Partei zu beurteilen. Wir haben Grund, die Weigerung Später brachte ihm die„ Bestechung" des Wachtpostens noch 1 Monat heit beraten, nachdem Ende der 90er Jahre eine hierauf bezügliche einer Anzahl von Parteigenossenschaften für unabänderlich zu halten. Gefängnis ein, während der Posten 9 Monate Festung erhielt. Anregung von den socialdemokratischen Vertretern im Stadtverord Auf wie viele Wahlkreise dies zutrifft, wissen wir nicht und weiß Die Fesselung Königstedts wurde viel besprochen. Der Minister neten- Stollegium gemacht wurde; etivas Greifbares ist jedoch bis jetzt niemand; ebenso ist es unbekannt, wie viele entgegengesetzter Ansicht sind. forderte Maizier auf, sich dienstlich darüber zu äußern, fand aber keine noch nicht zu ſtande gekommen. Seitens des Rates begnügt man fich Gewiß ist aber eins: Durchführbar ist der Gedanke Veranlassung, gegen den schneidigen, Socialisten bekämpfendenOrdnungs- vielmehr damit, dergleichen Arbeiterfürsorge nur in Ausnahmefällen des Wahlbündnisses mit der Socialdemokratie hüter einzuschreiten, dagegen wurden Dr. Luy, dem einige Irrtümer zu üben. Troßdem sollen hierfür in den letzten Jahren durchschnittlich nur unter Spaltung der kleinen Partei der Frei- unterlaufen waren bei der Besprechung des Falles, zu 1 Monat 25 000 M. ausgegeben worden sein. Nach eventuell stattgehabter sinnigen Vereinigung. Das sollten selbst diejenigen be- Gefängnis und der damalige verantwortliche Redakteur der„ Volks- Einführung von beſtimmten Normen für die Alters- und Hinters denken, die ihn für richtig halten. Sie wollen das liberale stimme", Genosse Martini, zu 200 M. Geldstrafe verurteilt" wegen bliebenen- Bersorgung, wie solche in Berlin bestehen, sollen dann Bürgertum einigen und beginnen damit, indem sie eine neue Beleidigung des Staatsanwalts Maizier. Spaltung hervorrufen. Das Gros des liberalen Bürgertums Dort 30 M. Geldstrafe bei einem Prinzenaufseher. Hier, wo sammelt sich soeben zu einem gemeinsamen Wahlkampfe der Untersuchungsgefangene, der ja ebenso gut hätte freigesprochen der Nationalliberalen mit der Freifinnigen Volkspartei werden können, nur ein Stückchen Wurst annahm, wird er in Ketten und einem Teile der Freisinnigen Vereinigung; wer fich gelegt wie ein gemeiner Verbrecher! Wer ist es also, der zum Haß gegen die bestehenden Zustände als Sonderbündler abseits hält und mit den Socialdemokraten geht, berursacht eine neue Spaltung. Das muß, wir wieder- reizt?" holen es, selbst derjenige anerkennen, der den Gedanken für richtig hält." Die Auslassung der Weser- Zeitung" bestätigt, daß die Freifinnigen aller Farbe lieber nach rechts, nach der Seite der Reaktion, Anschluß suchen und lieber diese Reaktion fördern, als in nur loser Berührung mit der Socialdemokratie für die liberalen Ideen in Preußen zu kämpfen. Wir haben gegen diese selbstmörderische Halung des Liberalismus nichts einzuwenden. Partei- Nachrichten. Der Gauvorstand der socialdemokratischen Partei in Nordbayern erstattet den Bericht über die Reichstagswahlen. Der Gauverband erstreckt sich über 20 Wahlkreise in den Regierungsbezirken Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Die Wahl= fosten für diese 20 Wahlkreise beliefen sich auf insgesamt 33 118,87 Mart. Davon steuerten bei: der Parteivorstand 13 000 M., die Gaa fasse 1965,55 M., an freiwilligen Beiträgen gingen aus dem Gau ein 141,40 M., 15 293,40 m. wurden von den Vereinen in 16 Wahlfreisen aufgebracht, zu decken bleibt noch ein Defizit von 2718,52 W. Die Kosten für die einzelnen Streise stellen sich wie folgt: Oberpfalz ( 5 Wahlkreise) 1906,13 M., Oberfranken( 5 Wahlkreise) 12 453,36 Mark, Mittelfranken( 6 Streise) 12 557,84 M., Unterfranken ( 4 Kreise) 5732,55 M. Der Rest entfällt auf allgemeine Ausgaben. Jm Wahlkreise Nürnberg kostete die Wah! 3483,11 m. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Majestätsbeleidigung soll unser Kasseler Parteiblatt begangen haben durch einen Artikel„ Giftpilze". Die Nr. 223 des Blattes ist deshalb auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und die Beschlagnahme durch Beschluß des Amtsgerichts bestätigt worden. Der Artikel war einer Kritik der sogen. imparteiischen Presse gewidmet und ist durch viele Blätter gegangen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Steit in der Metallindustrie. Wer erwartet hatte, gestern vormittag im Gewerkschaftshause einige Tausende ausgesperrte Metallarbeiter zu sehen, sah sich getäuscht. Nichts deutete darauf hin, daß die Unternehmer ihren Plan in nennenswertem Umfange durchgeführt hatten. Die Versammlung der streikenden Metalldrücker war wie gewöhnlich von der Dieser kleinen Branche entsprechenden Zahl von Arbeitern besucht. Der Referent Cohen äußerte sich dahingehend, daß die Unternehmer ihren Aussperungsbeschluß offenbar stark modifiziert hätten. Eine Reihe Firmen würde wohl überhaupt nicht aussperren, andre nur einen Teil ihrer Arbeiter. Jedenfalls hätten auch die Scharf macher unter den Fabrikanten nur in der Erivartung für jene Maß etwa 100 000 m. in Voranschlag kommen. Von der Stadtgemeinde Leipzig werden ungefähr 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen be= schäftigt. Für einen Teil der Betriebe fehlen da sogar noch die so notwendigen Arbeiterausschüsse. Dort, wo solche bestehen, ist aber die Wahlfähigkeit an 3jährige und die Wählbarkeit an 6jährige Dienstzeit gebunden. Die Arbeiter haben sich daher in einer am 26. Septeber d. J. abgehaltenen recht gut befuchten Versammlung auch hiergegen gewandt und den Beschluß gefaßt, eine auf Abstellung dieser Dinge hinzielende Eingabe an den Rat zu machen. Als Streifbrecherbureau bezeichnen die Arbeiter Nürnbergs den dortigen städtischen Arbeitsnachweis, und zwar mit vollem Rechte, denn dieſes Institut macht sich bei Lohnkämpfen eine besondere Ehre daraus, die bedrängten Unternehmer reichlich mit schon vor Jahren bemüht, den Magistrat zu bewegen, daß in das Arbeitswilligen zu versorgen. Die organisierten Arbeiter haben sich Statut des Arbeitsnachweises der sogenannte Streitparagraph aufs genommen werde, aber diese Bitte wurde unter der Begründung abs gelehnt, daß sich der Arbeitsnachweis bei Ausständen vollständig uns parteiisch zu verhalten habe. Die Vermittlung von Streifbrechern scheint man sonach als keine gegen die Arbeiter gerichtete Parteinahme zu betrachten. Gegenwärtig ist in der Palmschen Gießerei in Nürn berg ein Streit der Former ausgebrochen, und als der Unternehmer den Arbeitsnachweis um Hilfe in seiner Bedrängnis anflehte, trat dieser sofort alsbald wieder als Streifbrecheramt in Funktion. Deshalb richtete der Bevollmächtigte der Allgemeinen Zahlstelle des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes an den Magistrat eine Eingabe des Inhalts, es möge der Geschäftsführer des Arbeitsnachweises angewiesen werden, während der Dauer des Streiks der Firma Palm keine Arbeiter auszuweisen oder wenigstens die Arbeiter, die Balm zugewiesen werden, darauf aufmerksam zu machen, daß dort ein Streit ausgebrochen ist. Dieses Gesuch wurde wiederum ab= gewiesen mit dem Hinweise auf die berühmte Unparteilichkeit und mit der Bemerkung, daß durch die Agitation der Arbeiter und ihrer " Münchner Post" damit wenigstens diesen Genossen die Geschichte der Resolution über verantwortlich| Gegenteil der wirklichen Vorkommnisse von Dresden zu erzählen, die Taktik als ein Sieg Vollmars erscheint. Bresse schon genügend für Bekanntgabe der Streits gethan twerde. Jäußeren Verlauf des Parteitages Der wirkliche Grund der Ablehnung ist jedoch in dem Haß der frei- ist, werden nicht Lust haben, die Behauptung der - auch moralisch Finnigen Unternehmer, aus denen die Stadtverwaltung Nürnbergs gegen sich und den Parteitag ausspielen zu lassen. besteht, zu suchen. Es ist daher dringend zu wünschen, daß unser Münchener Und dabei rühmt sich die Münchner Post" in ihrer Berichtigung Parteiorgan seine Behauptung näher definiert und mit Beweisen gegen uns, daß sie die rüdsichtslose Wahrheit zu sagen belegt, oder sie zurücknimmt." fich getraut." Stimmen über den Parteitag. Von Beschlüssen und Verhandlungen der ParteiberfammIungen ist zu berichten: Die Parteigenossen in Breslau verhandelten am Montag über den Parteitag. Die Versammlung wurde jedoch vertagt und so sei aus den Verhandlungen zunächst nur erwähnt, daß allgemein die Art des Zustandekommens des Bernhardschen Mandats im Landfreise verurteilt wurde. Auch gegen die Haltung des dortigen Parteiblatts in Parteifragen wurde mehrfach Widerspruch laut. In einer Parteiversammlung in Hannover, die noch nicht zu Ende geführt wurde, sagte Meister unter großem Beifall, er sei mit den Verhandlungen des Parteitages zufrieden, nicht aber mit dem Resultat. Man hätte einigen Herren kategorisch sagen sollen, daß sie die Thüre zur Partei von draußen zuzumachen hätten. Eine Parteiversammlung in Cöthen, in der Albrecht referierte, Beschloß: " Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Genossen Bebel auf dem Parteitage, den Revisionismus und die Vicepräsidentrage betreffend, vollkommen einverstanden. Sie verwirft auf das entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen in der Partei. Sie erklärt sich mit den Ausführungen des Genossen Albrecht einverstanden und hofft, daß die Partei nicht von ihrer alten bewährten Tattik abweichen werde." Aus der Parteipreffe fei noch erwähnt ein G. 2. gezeichneter Artikel der Breslauer Volkswa ch t", der Mehring gegen die Vermutung in Schuß nimmt, daß er aus Unehrlichkeit oder schnöder Gewinnsucht gehandelt haben könne. An der Resolution 130 hat er auszusehen, daß sie in der Bejahung schwach ist; das beste an ihr sei die Ablehnung des Zuhofegehens. " Die Freie Presse" für Elsaß- Lothringen ist mit der Art der Verhandlungen über die Mitarbeiterfrage nicht einverstanden, wohl aber mit dem Beschlusse dazu. Weiter schreibt sie: ,, Sind wir nun mit der ersten Hälfte des Parteitages absolut nicht zufrieden, so sind wir es doch mit der zweiten. Ist auch da manches vorgekommen, das besser unterblieben wäre, so stand der Parteitag doch bei Beratung der Frage der Tattit auf der Höhe seiner Aufgabe. Unzweifelhaft hat die Debatte, unztveifelhaft hat die Abstimmung ergeben, daß die Partei einig ist, einiger als je, und daß Bebel, der das Gegenteil behauptete, nicht recht hat. Wir stehen alle, ohne Ausnahme, auf dem Boden des Klassenkampfes, wir wissen alle, daß wir von der bürgerlichen Gesellschaft nichts zu erwarten haben, wir wollen alle unfre alte fieggewohnte Taktik beibehalten, das hat der Parteitag scharf und unumivunden zum Ausdruck gebracht." " Ein L.- Mitarbeiter des Blattes bezeichnet als das Erfreulichste am Barteitage dessen radikale Stimmung. Das„ Boltsblatt für Hessen"( Rassel) ist mit den gefaßten Beschlüssen im wesentlichen" einverstanden, mißbilligt aber die Formen der Verhandlungen. Die Mitteldeutsche Sonntagszeitung" sagt: „ Ganz falsch wäre es natürlich, wenn man die beiden Hauptdebatten, die über die Mitarbeit von Parteigenoffen an bürgerlichen Blättern und die Tattit- Debatte, als unnütz und bloßes persönliches Gezänke bezeichnen wollte. In der letteren handelte es sich um die Grundlage, um die Grundsäße unsrer Partei, darum, ob wir unsern Kampf als die Partei der arbeitenden Klasse wie bisher weiter führen oder eine gewisse Aussöhnung mit der bürgerlichen Gesellschaft, eine Ueberbrückung der doch nun einmal vorhandenen Klassen Gegensäge betreiben sollen. Bestrebungen im letzteren Sinne wurden einer Reihe in führender Stellung befindlichen Genossen, den sogenannten„ Revisionisten" vorgeworfen. Sie haben es bestritten; Auer erklärte solche Vorwürfe als elende Verleumdung. Mit erdrückender Mehrheit ist die Resolution angenommen worden, in der ausgesprochen wird, daß an der bisherigen Taktik nichts geändert werden soll, daß wir bleiben, was wir waren!" Und über die Mitarbeiterfrage: " Parteigenössische Schriftsteller sollten es schon ganz von selbst unterlassen, an Blättern mitzuarbeiten, welche die Socialdemokratie auf das niederträchtigste beschimpfen. Was hier von Parteiwegen verlangt wurde, war berechtigt und eigentlich selbstverständlich." Die, Laterne"( Spandau) schreibt nach einer Verurteilung der Form der Verhandlungen: " Jm Voltsblatt" für Bochum erklärt Hué auf Wunsch von Freunden, daß er deswegen gegen die Resolution 130 gestimmt habe, weil er sie für überflüssig gehalten habe, da niemand nach gewiesen werden konnte, er stände nicht auf dem Boden des Parteiprogramms. Bei der Einzelabstimmung habe er aber für den ersten Absatz, betreffend die Bicepräsidenten- Frage gestimmt. " 1 Ihre Rücksichtslosigkeit stimmt. Ihre Wahrheit haben wir eben fennen gelernt. Friedenau, 30. September. R. Rautsty Ich schließe mich der vorstehenden Erklärung an. A. Bebel. Judem ich mich ebenfalls der obigen Erklärung anschließe, bin ich noch zu folgender Bemerkung veranlaßt. Die Münchner Post" schreibt in dem von Kautsky gekenn zeichneten Artikel über meine Geschäftsführung: Gencsse Bebel übergab dem Protokoll für den Dresdener Parteitag folgende Erklärung, die er uns bittet auch im Vorwärts" zu veröffentlichen, mit der weiteren Bitte, daß auch die Parteipreffe Wort der Zurückweisung für die Bebelschen Beleidigungen der sie veröffentlicht: Eine Aufklärung. Der Genosse v. Vollmar hat in seiner Nede über die Taktit Seite 334 dieses Protokolls eine Bemerkung gemacht, die mich zu einer Richtigstellung bezw. Erläuterung nötigt. Vollmar sagte mit Bezug auf meine Ausführungen unter anderm: Die gehobene Lebenslage gewisser Arbeiter hat sie verdorben! Auch das ist ein Argument, das schon früher aufgetaucht ist und das sehr wesentlich zur Verschärfung der Gegenfäße in unsren Reihen beigetragen hat. Ich erinnere daran, daß Bebel ganz dasselbe Grillenberger vorwarf; ich weiß, daß Grillenberger deswegen unversöhnt mit Bebel aus dem Leben geschieden ist, weil er das nicht hat verwinden können." eine wesentlich andre. Was Vollmar hier ausführt, ist eine Mär. Die Sachlage ist Im Jahre 1894 fand im Oktober der Parteitag zu Frank furt a. M. statt, auf welchem unter anderm die Zustimmung der Genossen im bayrischen Landtage zum bayrischen Landesbudget einer lebhaften Erörterung unterzogen wurde. Diese Verhandlung wie noch einige andre Vorkommnisse auf dem Frankfurter Parteitage veranlaßten mich einige Zeit nachher in einer Berliner Parteiversammlung, scharfe Kritik an den Verhandlungen des Parteitages zu üben. Was die Geschäftsführung Singers anbetrifft, so hatte er kein Münchener und der süddeutschen Genossen; Bebel erhielt eine völlige Ausnahmestellung eingeräumt, er konnte z. B. persönliche Be merkungen" stundenlang vortragen, während Singer andren gegen leugnen. über keineswegs so entgegenkommend war. Auch das läßt sich nicht Hierauf erwidere ich: deutschen Genossen trugen nicht den Charakter einer parlamentarisch 1. Die Ausführungen Bebels über die Münchener und die fildunzulässigen Ausführung. daß die Grenze einer persönlichen Bemerkung nicht durch deren 2. Die Redaktion der Münchener Post" weiß augenscheinlich nicht, Länge, sondern nur durch deren Inhalt gezogen wird. Letzterer aber bot bei den persönlichen Bemerkungen Bebels ich Bebel„ eine völlige Ausnahmestellung eingeräumt habe", weise feinen Anlaß zu geschäftsordnungsmäßigem Eingreifen. Daß wird nicht im stande sein, einen thatsächlichen Beweis für diese An ich auf das entschiedenste zurück. Die Redaktion der Münch. Post" schuldigung zu erbringen. Paul Singer. * * An die Redaktion des Vorwärts". " In Ihrer gestrigen Nummer veröffentlichen Sie eine Erklärung will Ihren Raum nicht übermäßig beanspruchen und begnüge mich des W. Heine, worin er sich auch mit meiner Person beschäftigt. Ich mit der Feststellung, daß der ganze Klatsch, den er über mich vorbringt, längst klar gestellt worden ist in meiner Broschüre:" Herrn Hardens Fabeln", die 1899 bei Hermann Walter in Berlin erschienen Speciell ist hier auch( Seite 63) der Brief abgedruckt, worin Harden und in ihren beiden Auflagen vom„ Vorwärts" besprochen worden ist. Speciell ist hier auch( Seite 63) der Brief abgedruckt, worin Harden Zukunft" mit den Worten attestiert: An einem liegt mir so viel, am 18. September 1892 meine Ablehnung der Mitarbeit an der von einem hat mir die Ablehnung so weh gethan. Aber ich ehre Ihre Gründe und schweige". 2. Heine fest, vor dem Dresdener Parteitag und noch während des Im übrigen stelle ich das nunmehrige Eingeständnis des ich von diesem Parteiverleumder heimlich ausliefern ließ, ohne jede Dresdener Parteitags mit dem Parteiverleumder Harden komplottiert zu haben, um mich in Dresden zu überfallen, mit Waffen, die er Rücksicht auf die Darstellung, die ich schon vor mehr als vier Jahren über meine früheren Beziehungen zu Harden veröffentlicht habe. " " 1 Darauf antwortete mir Grillenberger in einem Artikel in der Fränkischen Tagespost", in dem er unter anderm die Anklage er hob:„ Bayern sei von der Parteileitung finanziell zurückgesetzt worden, es herrsche bei ihr gegen Bayern eine starke Animosität." Ich erwiderte im diese Auffassung sei falsch, führte zum Beweis hierfür eine Reihe „ Vorwärts" vom 20. November 1894, von Thatsachen und Zahlen an und schloß meine Ausführungen mit den Worten: daß die Partei seiner Zeit auch für das Nürnberger Geschäft mit ganzer Kraft eintrat daß sie in jenen Jahren vor 1894 auch für das Münchener Unternehmen eingetreten war, hatte ich ebenfalls angegeben als dasselbe( unter dem Socialistengesetz) schwere Zeiten zu überwinden hatte, weiß Grillenberger ganz genau. hauptete, der Vortwurf, daß Grillenberger infolge seiner gehobenen Diese Bemerkungen und nicht, wie Vollmar in seiner Rede beLebensstellung seine Anschauungen geändert habe, waren es, die Grillenberger gegen mich einnahmen. Hinzu kam, daß, wie ich viel 25. November 1894, den die Redaktion mit der Einleitung abdruckte: Urteil über diese Affaire zu suspendieren, bis ich mich verteidigt später erfuhr, Grillenberger einen Artikel im„ Vorwärts" vom Ich darf deshalb von jedem ehrlichen Manne beanspruchen, sein Aus dem Kreise der Berliner Parteigenoffen geht uns die folgende habe, was bei der Kompliziertheit des gegen mich geschmiedeten Buschrift zu" und unterzeichnet:„ Ein Berliner Parteigenoffe", in dem Komplotts eben nur in einer ausführlichen Darstellung möglich ist, in durchaus sachlicher Weise zahlenmäßig die Hilfe aufgeführt deren Fertigstellung ich nach Möglichkeit becile. wird, die Bayern in einer Reihe von Jahren aus der Parteitasse erhielt, von Grillenberger mir zugeschrieben Steglitz- Berlin, 30. September 1903. wurde, obgleich ich der Verfasserschaft desselben fern stand, ein Glaube, der Grillenbergers Voreingenommenheit gegen mich noch steigerte. " F. Mehring. Ich habe aber auch zu konstatieren, daß sowohl Frau Grillenberger Eine Riefenaussperrung in der Berliner Metallindustrie. wie Freunde von Grillenberger und mir sich alle Mühe gaben, eine Verständigung zwischen uns herbeizuführen, die aber an Grillenbergers Hartnäckigkeit, die von gewisser Seite ge- Der Berliner Metallindustriellen- Verband, berüchtigt unter dem flissentlich genährt wurde, scheiterten. Nach meiner leber- Namen Kühnemänner Berband", hatte bekanntlich gedroht, am zeugung litt Grillenberger schon damals an den ersten Symptomen 30. September sämtliche in den Fabriken seiner Mitglieder beder Erkrankung, die leider im Herbst 1898 die plötzliche Katastrophe schäftigten Arbeiter auszusperren, falls die streikenden Gürtler und über ihn herbeiführte, der er binnen wenig Stunden zum Opfer fiel. Anders wäre sein Verhalten gegen mich unerklärlich gewesen. Schöneberg- Berlin, den 30. September 1903. " Erklärung. A. Bebel. Drücker bis zum 28. September die Arbeit nicht bedingungslos wieder Drücker bis zum 28. September die Arbeit nicht bedingungslos wieder anfnehmen würden. Diese Drohung haben die betreffenden Fabrikanten gestern teilweise wahr gemacht. Die Zahl der Ausgesperrten founte zwar bislang noch nicht genau festgestellt werden, doch kommen bereits mehrere Tausend in Frage. Wahrscheinlich wird sich die Zahl der ,, Von diesem Häßlichen Beiwert aber abgesehen, hat der Dresdener Parteitag vollauf die Erwartungen gerechtfertigt, welche Ausgesperrten im Laufe des heutigen Tages beträchtlich erhöhen. Bedie große Masse unsrer Parteigenossen in ihn gesetzt haben, denn er Im Verein mit Bebel und Singer wendete ich mich in der schäftigt find bei diesen Fabrikanten ca. 14 000 Metallarbeiter. hat mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit zu erkennen gegeben, Nr. 226 des Vorwärts" gegen eine Mitteilung der Münchner In zwölf überfüllten Versammlungen nahmen die Berliner Metalldaß für die deutsche Socialdemokratie nicht die mindeste Ursache be- Post" über den Dresdener Parteitag, die wir als" völlig grundlosen arbeiter gestern abend Stellung zu der Aussperrung. Es wurde steht, ihren Klaffenkampfcharakter aufzugeben und die bisherige, alt- Selatsch" bezeichneten. Nach den Darlegungen, die daraufhin die daselbst übereinstimmend folgende Resolution angenommen: bewährte Taktik, die uns von Erfolg zu Erfolg geführt hat, zu ver- Redaktion der Münchner Post" giebt, nehme ich keinen Anstand, Die Versammelten erklären das Vorgehen der ausständigen ändern und daß für die verwässernden, abbröckelnden Ideen der zu erklären, daß ich die Behauptung, es handle sich in Drücker und Gürtler für gerechtfertigt und drücken ihnen ihre vollste Revisionisten" fein Nährboden innerhalb der Socialdemokratie vor der betreffenden Mitteilung um grundlosen Klatsch, nicht mehr auf- Sympathie aus. handen ist." recht halten kann. Denn es handelt sich dabei in Wirklichkeit um Den durch die Aussperrung aufgezwungenen Kampf nehmen die Gegenüber der Behauptung der Münchner Post", daß etwas andres, weit Schlimmeres. Berliner Metallarbeiter auf und verpflichten sich, die Streifenden die Absicht bestanden habe, die Revisionisten aus der Partei hinaus und Ausgesperrten moralisch und materiell zu unterstützen. zu befördern, giebt Victor Adler in diesem Blatte eine Erklärung Die Versammelten verpflichten sich, alles daran zu setzen, um ab. Adler bekennt sich als den Verfasser des Berichts in der Wiener diesen Kampf erfolgreich zu beenden. Arbeiterzeitung", auf den sich die Münchner Post" berufen hatte und sagt, daß die Behauptungen der Münchner Post" in jedem Punkte den Thatsachen widersprechen. Er citiert dann aus seinem Bericht dies: 11 Der Verfasser der Artikelserie über den Parteitag in der Münchner Post" wollte darthun, daß wir den Parteitag" dem löblichen Zweck" dienstbar zu machen suchten, alle Revisionisten aus der Partei hinaus zu befördern". Und als Betveis dafür gab er an, die aus der Umgebung Bebels sehr gut unterrichtete Wiener Arbeiterzeitung" meldete vom Parteitag, eine gewisse Resolution, die so gefaßt gewesen sei, daß sie für die Revisionisten unannehmbar " Man hört, daß die Revisionisten für die Resolution Bebels fein mußte, fei aurid gezogen worden. Wobei zu bemerken ist, stimmen, aber einen Zusatz einbringen wollen, der gewisse parlamen- daß die Zurückziehung erst erfolgte, nachdem durch die Rede Vollmars " Außerdem wurde beschlossen, daß jeder arbeitende Kollege zur Unterstüßung der Streifenden und Ausgesperrten fünf Prozent seines wöchentlichen Arbeitsverdienstes abzugeben hat. tarische Initiativanträge vorschlägt. Die Bemühungen, ein Schibbo- und die Nachwirkung der Mehring- Affaire die Stimmung vollständig Letzte Nachrichten und Depeschen. Was stand aber in der Wiener Arbeiterzeitung" zu lesen? leth für den Revisionismus zu finden, wären dann freilich vergebens umgeschlagen war! getwefen. Das ist mun Veranlassung für einige, insbesondere Nürnberger Delegierte, einen Antrag vorzubereiten, der sich so scharf gegen die Revisionisten wendet, daß diese nicht dafür stimmen können. Ob es aber dazu kommt, ist noch ungewiß. Wahrscheinlich wird sich die große Majorität des Parteitages damit begnügen, zu zeigen, daß die Partei mit einer an Einmütigkeit grenzenden Mehrheit gewillt ist, bei der alten Taktik zu bleiben." Weiter unten in demselben Berichte: " " " Budapest, 30. September.( W. T. B.) Der Ausstand der Seutscher von Lastfuhrwerken nimmt an Ausdehnung zu. Zwischen den Ausständigen und der Polizei kam es heute zu einem blutigen Zusammenstoß, wobei lettere von der Waffe Gebrauch machte und mehrere Arbeiter verletzte. Auch mehrere Polizisten trugen Berlegungen davon. Erstens, die Resolution, die die Münchner Bost" meinte, Frankfurt a. M., 30. September.( B. H.) Wie der" Franks. 3tg." stammte nicht aus der Umgebung Bebels", wie fie infinuierte, aus Budapest berichtet wird, sind im dortigen Armenhause aus bissondern von den Genossen Adolf Braun, Keil, Haller. her noch nicht aufgeklärter Ursache nach dem Mittagessen 150 Personen Zweitens, berichtete die Wiener Arbeiterzeitung" nicht, die schwer erkrankt, wovon eine bereits gestorben ist. Resolution Braun und Genossen fei einfach fallen gelassen worden, wie die Münchner Post" angab, sondern sie sei durch einen Antrag Wurm erfest, der ebenfalls versucht, eine Formel Dresden, 18. September.( Privat.) Der Antrag gegen die zu finden, für die die Revisionisten nicht stimmen können." Revisionisten ist bereits eingebracht worden. Er ist von den Also das Märchen von dem durch die Vollmarsche Rede erGenossen Adolf Braun, Keil und Haller gestellt und von vielen süd- zwungenen Rückzug ist in der Redaktion der Münchner Post" frei deutschen Delegierten unterzeichnet und lautet:" Der Parteitag ver- erfunden worden. In der„ Arbeiterzeitung", auf die sie sich wirft den Revisionismus, weil er erstens die Verschärfung der beruft, steht nichts davon. Klassengegensäge leugnet, und zweitens, weil er bereit ist, die Verantwortlichkeit für die heute herrschende Ordnung zu übernehmen, indem er von der bürgerlichen Gesellschaft einen Anteil an der Regierungsgewalt erstrebt, was ein organisches Zusammenwirken mit den bürgerlichen Parteien voraussetzt." " Im Laufe des heutigen Tages wurden 87 von den ausständigen Kutschern, welche die Polizei angriffen, verhaftet. Ein weiteres Telegramm meldet: der Last fuhrwerts- Kutscher wurde heute abend durch Budapest, 30. September.( W. T. B.) Der Aus stand Einigung mit den Arbeitgebern beendet. Poppenhausen( Rhön), 30. September.( W. T. B.) Hier sind heute Allerdings hatte die Vollmarsche Rede einen Einfluß auf die Ersetzung der Braunschen Resolution durch die Wurmsche. Diese Nede ließ erwarten, die Neigung der Revisionisten, für alles zu stimmen, was ihnen vorgelegt werde, sei noch stärker, als man von vorn herein angenommen hatte. Daher wurde die von Braun vorVon der Veröffentlichung seiner Erklärung hofft er, daß sie dazu geschlagene Fassung der Resolution von ihren Unterzeichnern nach beitragen werde, festzustellen, daß ein Unterschied besteht zwischen Bollmars Rede nicht mehr als genügend scharf befunden, um die 30 Gebäude abgebrannt. der von mir von vornherein als utopisch erkannten Absicht, eine gewünschte Zählung der Vertreter des Revisionismus vorzunehmen, Resolution zu ersinnen, für welche die Revisionisten nicht stimmen und man sette an ihre Stelle die weit schärfere Fassung länder Nordbahn beschloß heute in einer Versammlung, die am Mailand, 30. September.( W. T. B.) Das Personal der Maikönnen", und der Absicht ,,, alle Revisionisten aus der Partei hinaus- Wurm. zubefördern", die meines Wissens nie und nirgends bestanden hat." Alles das diente aber nicht dem Zwecke, die Revisionisten aus ersten Tage des Ausstandes von der Gesellschaft angebotenen VerIn der Münchner Bost" war auch gesagt worden, daß in der Partei hinauszuschieben, wie die M. B." behauptet, sondern, besserungen anzunehmen und mit der Arbeit sofort unverzüglich Dresden eine Claque Beifall geklascht hätte. Die Sächsische wie schon erwähnt, dem, sie zu zählen, der Welt zu demonstrieren, wieder zu beginnen, der reguläre Dienst wird Sonnabend wieder Arbeiterzeitung" sagt in Zurückweisung dieser Behauptung: daß der Revisionismus in der deutschen Socialdemokratie feinen aufgenommen werden. Da die Gesellschaft inzwischen neues Personal Die Behauptung der„ Münchner Post" ist der schwerste Vor- Boden habe. Dieser Zweck wurde auch erreicht, trotzdem oder eingestellt hat, so werden etwa hundert von den früheren Arbeitern wurf, der gegen den Barteitag erhoben worden ist, und es ist traurig, vielleicht gerade deswegen, weil die Mehrheit der Revisionisten für ihre Stellung einbüßen. sagen zu müssen, daß ein Parteiblatt auf diesen absurden Gedanken eine Resolution stimmte, die alle Welt, und mit Recht, als eine Ab- Konstantinopel, 29. September.( Meldung des Wiener 2 L tommen fonnte. sage an den Revisionismus betrachtet. Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Die Pforte wird in den Orten, wo Die Dresdener Genoffen, deren Lokalkomitee in hingebendster Daher der Zorn der Münchner Post" über den Dresdener Truppen und Baschibozuls Ausschreitungen begangen haben sollen, Weise gearbeitet hat und bis zu einem gewissen Grade für den Parteitag und daher ihr Streben, deu Münchener Genossen das Kriegsgerichte zur Untersuchung und Bestrafung einrichten. Berantwortl.Nedakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt " Br. 229. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 1. Oktober 1903. Die Berliner Parteigenossen und der besonders im ersten Streise wäre das zu empfehlen. Wenn sie da ständiger Gast war. Auf den Fall Braun wolle er nicht " Parteitag. " so gut " man müsse Grunde. " " fönnten ebenso gut wie andre Genossen Kleinarbeit verrichten; gegen Mehring sei Bernhard von Harden geliefert, bei dem er ein das Elend sehen, das so nahe dem Reichtum wohnt, dann würden näher eingehen. Die arbeitenden Genossen in ihrer Gesamtheit erihnen die revisionistischen Gedanken wohl vergehen. Sodann ver- warten, daß man den Augiasstall ausfegt ohne Rücksicht auf die Die Versammlungen, die am Dienstag abgehalten wurden, breitete sich der Redner über die Frage, wie dem" Vorwärts" eine Personen und auf den Gestank.( Beifall.) Wenn nur ein Teil von nahmen, bevor sie in die eigentliche Tagesordnung eintraten, eine der socialdemokratischen Stimmenzahl entsprechende Verbreitung dem wahr sei, was Harden gesagt habe, so könne man von einem Sympathie- Erklärung zu Gunsten des Streits der Omnibus- gewonnen werden könnte. Preßpanama sprechen, von einer Korruption, wie sie größer nicht geAngestellten an, nachdem Vertreter des Verbandes der Handels-, Manasse führte aus, daß die scharfen Worte, die auf dem dacht werden könne.( Sehr richtig!) Im Streitfall Bebel- ,, Vorwärts" Transport- und Verkehrsarbeiter dahingehende Anträge gestellt Parteitag gefallen feien, vergessen würden. Troß allem, was vor- habe die Preßkommission den einzig richtigen Standpunkt einhatten.- Außerdem wurde in allen Versammlungen folgende gefallen, liege den ganzen Diskussionen die leidenschaftliche Liebe, genommen; es sei ja bereits eine Verständigung erzielt. Ueber die Resolution angenommen: Sem Proletariat zu helfen, zu Ueber Bernhard Stevisionsdebatte nur einige Worte. Auer habe in Dresden von Die Arbeiter Berlins protestieren aufs entschiedenste gegen die und seine Parteimoral zu urteilen, solle man dem zweiten Kreise dem Absprechen des Klassenbewußtseins geredet. So, wie Auer es Bestrebungen, den Termin für die diesjährigen Urwahlen zum überlassen, wo jener Genosse anwesend sei. Was die Abneigung gethan, dürfe man die Frage nicht stellen. Allerdings gebe es Preußischen Landtage auf nachmittags 2 Uhr anzuberaumen. Sie gegen die Akademiker anbelange, so müsse man bedenken, daß in Leute, die überhaupt kein Selassenbewußtsein verlieren können, erblicken hierin einmal einen Verstoß gegen das Reglement vom jenen Kreisen zum Teil ein noch schlimmeres Proletariat als unter weil sie nie welches besessen haben.( Heiterfeit.) Kautsky habe ganz 14. März d. J., wonach die Urwähler zu einer für die Wahl- den Arbeitern vorhanden sei. Würden aber die Akademiker, wie Recht: Der Revisionismus tritt nicht auf als eine bestimmte Richtung, beteiligung möglichst günstigen Stunde des Tages zusammen- andre Genossen, mit Flugblättern treppauf und treppab gehen, so sondern als eine ununterbrochene Kette von Entgleisungen. In der zurufen sind, und zweitens einen Versuch, die ohnehin würden wohl auch solche Ueberhebungen, wie sie zu Tage träten, legten Versammlung habe Auer gesagt, die Berliner hätten ja selbst infolge des Dreiklassen- Wahlsystems wie rechtlos nicht stattfinden. Die Akademiker könnten ja auch Stellungen bei der drei Revisionisten in den Reichstag entsandt. Nun, der zweite Streis gemachte Arbeiterklasse völlig zu entrechten. Die Versammelten Provinzpresse annehmen und Pionierdienste verrichten. Ueber habe Fischer nicht als Revisionisten gewählt, sondern zur Vertretung erivarten, daß die Gemeindebehörden so viel Gerechtigkeitsfinn be- Mehring abzuurteilen, sei nicht Sache einer Volksversammlung, ber Interessen der Arbeiterklasse, und sollte er einmal einen andren thätigen, um den auf eine weitere Schmälerung des Wahlrechts der das dem zunächst Barteivorstand überlassen. Weg einschlagen, so würden seine Wähler ihn sich vornehmen und sehen, Arbeiter gerichteten Bestrebungen keinen Vorschub zu leisten, sondern Bebel habe sich, so sehr er uns aus dem Herzen gesprochen, doch ob er noch der Alte ist.( Lebhafte Zustimmung.) Die. Dresdener hinreißen lassen, in den persönlichen Ton mit einzustimmen, was Resolution sei so gefaßt, der den Termin frühestens auf 5 Uhr nachmittags festzusetzen." daß niemand, es ehrlich Hierauf trat man in die Diskussion über die Verhandlungen des Redner im Interesse der öffentlichen Wirksamkeit der Partei bedauert. meine, geztvungen sei, deshalb die Partei zu verlassen. Nun Barteitages ein, worüber uns die nachstehenden Berichte zugingen. Im übrigen äußert der Redner, daß die Debatte wie ein reinigendes zu dem Zwischenfall betreffend die Wiederwahl Auers: Bei der ZuGewitter gewirkt habe. Es sei übrigens ein Zeichen für die Stärke sammenkunft der Berliner Delegierten sei von keiner Seite eine andre Erster Wahlkreis. der Partei, daß sie sich es ohne Schaden leisten könne, fünf Tage Zusammensetzung des Parteivorstandes gewünscht worden, und dies Der Bericht über die Brandenburger Konferenz, der schmutzige Wäsche zu waschen vor aller Deffentlichkeit. Hinsichtlich sei auch dem Parteivorstand mitgeteilt. In Wirklichkeit verhält sich als erster Punkt der Tagesordnung behandelt wurde, hatte keinerlei der Polenfrage erklärte der Redner es für selbstverständlich, daß die Sache folgendermaßen: Hoffmann habe ihm, dem Redner, perDiskussion zur Folge. man in der Agitation zu den Polen polnisch sprechen müsse, sönlich gegenüber die Ansicht vertreten, Auer könnte vielleicht ähnlich Zum Parteitag sprach zunächst Genosse Oppe I. Er be- sprach sich aber gegen die großpolnischen Bestrebungen und für den wie in Hannover gegen Bebel vorgehen. Redner habe darauf ganz handelte den Geschäftsbericht des Parteivorstandes sowie den Bericht Parteitagsbeschluß aus. beiläufig geantwortet: Dann wird Auer vielleicht wieder 50 bis der Kontrolleure und ging dann zu dem Punkt Mitarbeiterschaft Sodann wurde von den Genossen Stegemann und Ege 60 Stimmen weniger bekommen, aber gewählt wird er doch, und er von Parteigenossen an der bürgerlichen Presse" über. Der Redner eine Resolution eingebracht und von Ege kurz begründet, in der der muß gewählt werden, weil er unerseßlich ist. Adolf Hoffmann habe mißbilligte den Artikel Bernhards über Parteimoral" und erklärte Ernst der Erklärung Bernhards, künftighin nicht mehr für die" Bu erwidert: Ich bin andrer Meinung; spizen sich die Dinge immer derartige Anschauungen für Jesuitenmoral. Auf ihn persönlich funft" zu schreiben, angezweifelt wurde, und die ferner verlangt, daß weiter zu, so muß mant mal Ernst machen. Das Gehätte jene Debatte auf dem Parteitag einen mehr als eigentümlichen solchen Parteigenossen, die hauptsächlich für bürgerliche Zeitungen spräch habe unter vier Augen stattgefunden. fei ชน Eindruck gemacht. Nachdem der Referent Pfannkuch in ruhiger, arbeiten, teine Vertrauensämter übertragen werden. tadeln, daß Richard Fischer in Dresden in dem denkbar unfachlicher Weise zu dem Thema gesprochen hatte, hätte der erste Sodann sprach Dr. Broh. Die Debatte auf dem Parteitag günstigsten Moment in geschäftsordnungswidriger Weise vorgesprungen Diskussionsredner zunächst scharfe, doch sachliche Angriffe gegen den hätte einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. Welche Arbeiter sei und eine Aufregung hervorgerufen habe, die einzig dastehe. Fischer Parteivorstand gerichtet, sei dann aber zu persönlichen Angriffen interessieren sich eigentlich im Grunde genommen dafür? Die habe die Berliner vor dem Parteitage denunziert, diskreditiert und gegen Mehring übergegangen. Nach Redners Meinung hätte diese Akademiterfrage sei doch wirklich nicht so brennend. Die Angriffe, blamiert.( Sehr richtig!) Erklärt Fischer, daß er in gutem Glauben persönliche Bekämpfung unterbleiben können; sie sei provoziert wenn sie im allgemeinen gegen die Akademiker gerichtet würden, gehandelt hat und bittet er um Entschuldigung, dann sei die Sache worden durch das schlechte Gewissen derjenigen, die sich durch die seien nicht gerechtfertigt, es müßten denn doch bestimmte Namen ge- abgethan. Andernfalls bleibe nichts übrig, als ihm einen Tadel Resolution des Parteivorstandes getroffen fühlten. Kurz erwähnte nannt werden. Von jedem Genossen verlangen, er solle die gleichen auszusprechen.( Zustimmung.) Am Schluß seines mit lebhaftem der Redner dann die Polenfrage und erklärte sich mit dem hierzu Arbeiten, wie Flugblattverbreiten usw. verrichten, sei unangebracht. Beifall aufgenommenen Referats weist Redner mit aller Schärfe die gefaßten Beschluß einverstanden. Für den internationalen Kongreß Selbst im Gefängnis würden die Insassen gewissermaßen nach bekannten Ausführungen der Münchener Post" über den Parteitag sei besonders der Punkt„ Arbeiterversicherung" von großer Wichtigkeit. ihren Fähigkeiten beschäftigt. Einzelne Genossen könnten sich vielleicht zurück. Ein Eingehen auf die Differenzen zwischen Bebel und dem Vor- nützlicher machen, wenn fte Statt der Flugblattverbreitens Nicolai: Besonders stolz können wir auf den Parteitag wärts" erübrige sich, da die Angelegenheit durch persönliche Aus- Artikel schreiben würden. Hinsichtlich des persönlichen Debatten nicht sein. Bernhard und Braun gehörten besser überhaupt nicht zur sprache befriedigend geregelt sei. meinte der Redner, die Sache sei es gar nicht wert gewesen, soviel Partei.( Sehr richtig!) Die Haltung von Bernhard und die noch Als zweiter Referent sprach 2ucht, der zunächst auf die ver- Streit darüber zu entfachen, was schon der Umstand beweise, daß schärfer zu verurteilende von Braun ist unter aller Kanone. schiedenen Ansichten über die Gestaltung der Maifeier hinwies, sich selbst die Revisionisten für die Resolution gestimmt hätten. Im all( Sehr wahr!) Wenn irgend jemand Ursache gehabt hat, über die ferner sehr absprechend über die persönlichen Streitigkeiten auf dem gemeinen aber würde zu wenig selbständig gedacht von den einzelnen Bergangenheit von Mehring zu schweigen, so war es Braun. Anstatt Barteitag äußerte und schließlich auf die Ergebnisse der preußischen Parteigenossen. Bei höchster Anerkennung für die Verdienste Bebels auf dem Parteitage über den weiteren Ausbau der Organisation zu Konferenz einging. Wenn die Regierung geglaubt habe, durch Ab- müsse Redner doch darauf hinweisen, daß sich ein gewisses persön- beraten, hat man den Genossen durch solche Debatten geradezu die änderung des Reglements zu den Landtagswahlen die Position liches Regiment in der Partei entwickelt habe. Es sei zu Beit gestohlen. In Dresden hat Bernhard klipp und klar erklärt, unfrer Partei wesentlich zu verschlechtern, würde sie sich wohl geirrt empfehlen, daß, entsprechend den Gebräuchen in wirklich er wolle nicht mehr für die Zukunft" arbeiten, und trotzdem hat er haben. Wir würden schon Mittel und Wege dagegen finden. Es demokratischen Staatswesen, nicht immer wieder die sich nachher an Harden gewandt. So etwas begreifen die, die zum täme nun darauf an, daß die Beschlüsse der Konferenz auch streng ſelben Personen in den Parteivorstand gewählt würden. Stimmvieh" gehören, nicht.( Heiterkeit.) Das Nein des Arbeiters durchgeführt würden. Die Art, wie Bebel mit den Leuten, die den Vorwärts" gilt als Nein. Wenn man Harden, Braun und Bernhard Täterow, der als dritter Referent das Wort nahm, führte redigieren, umspringe, fie behandle, als wenn sie dumme Jungen gegenüberstellt, so fällt einem unwillkürlich das Heinesche Wort aus, daß die Debatte über die Mitarbeiterschaft an bürgerlichen wären, sei zu verurteilen. Es sei nicht so, daß die Debatten wie ein: Wer da recht hat, weiß ich nicht, doch es will Blättern, so unerquicklich sie auch erscheinen möge, doch unbedingt ein reinigendes Gewitter gewirkt hätten, die Spannung sei viel mich schier bedünken, daß der Bernhard und der notwendig war und wohl auch schließlich fördernd wirken würde. größer als zuvor. Die Vertreter beider Richtungen hätten Wunden Braun mitsamt dem Harden...( Große Heiterfeit. Ruf: Stinten 1) Sie habe gezeigt, daß an einzelnen Stellen eine gewisse Korruption erlitten, die ihnen im Kampfe für die Partei schaden würden. Es wird gesagt, Bebel sei diktatorisch aufgetreten. Das ist nicht der vorhanden sei, und wie von den Gegnern die Richtung großgezogen Hierauf wurde die Redezeit auf zehn Minuten beschränkt und, Fall, Bebel ist das Sprachrohr der Masse gewesen.( Lebhafte Bu werde, die wir als Revisionismus bezeichneten. Zum Buntt Parla- nachdem Oppel und Täterom nochmals ihre Stellung zu den verstimmung.) Gewiß, in mancher Beziehung taugt auch Bebel nichts, mentarische Thätigkeit" ging der Redner auf den vom ersten Kreis schiedenen Fragen largelegt und sich furz gegen die Auffassung 3. B. als Prophet( Große Heiterkeit), aber er weiß doch stets, was gestellten Antrag Kazenstein bezüglich Einführung der einjährigen Dr. Brohs hinsichtlich der Kleinarbeit für die Partei gewandt dem Volte not thut. Von einer Uneinigkeit in der Partei ist keine Dienstzeit usw. ein und erklärte, daß die Parteigenossen des ersten hatten, ein Antrag auf Debatteschluß angenommen. Zur Rede, die Partei ist einig, aber die Offiziere, der kleine Generalstab, Streises dem Antrag wohl keine Thräne nachweinen würden. Er oben mitgeteilten Resolution Guttmann beantragte Cohn die diese Herren liegen sich in den Haaren.( Sehr wahr!) Die Arbeiter sei seinerzeit in der Versammlung etwas übereilt gefaßt Worte speciell von revisionistischer Seite" zu streichen. Dieser An- wissen, daß sie zusammenhalten müssen, nur die Akademiker wissen worden. Besonders eingehend sprach der Redner über den Punkt trag wurde gegen wenige Stimmen abgelehnt. Die Resolution es nicht. Die sagen sich: Ach was, der Bebel, der schläft ja.( Heiter " Tattit der Partei" und wandte sich ganz entschieden gegen die Auf- wurde gegen wenige Stimmen angenommen. Die Resolution feit.) Auch Liebknecht hat man oft als alten, findischen fassung, daß so etwas wie Revisionismus und Revisionisten über- Stegemann und Ege wurde in ihrem ersten Teil abgelehnt; Mann hingestellt, der nicht weiß, was er spricht. Diejenigen, haupt nicht existiere. Das Wort Heines von„ Kanonen gegen Volts- der zweite Teil der Resolution war zurückgezogen worden, weil man die das thun, fönnen bon diesen Alten noch biel rechte eintauschen", Bernsteins Auffassung über Kolonialpolitit, diese Frage als durch den Parteitag erledigt ansah. Die Resolution lernen.( Lebhafte Bustimmung.) Das Verhalten der„ Offiziere" hat Bernhards Parteimoral, sowie die Ansicht, als sei unser Ziel Glaß zur Bolenfrage wurde ebenfalls abgelehnt. Seiler hatte eine ungemein tiefe Erbitterung in den Reihen der Arbeiter hervors erst am Ende einer wer weiß wie langen Entwickelungs- noch folgende Resolution eingebracht, die von der Versammlung an- gerufen, es ist höchste Zeit, daß die Herren zur Einsicht gelangen. periode zu erreichen, in allen diesen und ähnlichen An- genommen wurde: Bebel wäre vielleicht noch schärfer aufgetreten, wenn er nicht ein sichten träte der Begriff, den wir als Revisionismus be- Die Parteigenossen des ersten Berliner Kreises verurteilen aufs menschliches Rühren verspürt hätte.( Lebhafter Beifall.) zeichnen, deutlich zu Tage. Er, Redner, glaube, daß unser Ziel gar schärfste, daß Reichstags- Abgeordneter Dr. Heinrich Braun seine Jezirowski bedauert die 21/ tägige Akademikerdebatte, die nicht in so weiter Ferne sei. Wie auf technischem Gebiet Beitschrift, für die in häßlichster, anreißermäßigster Weise Reklame völlig überflüssig war, und tadelt es, daß der Parteivorstand der so tönne auch auf socialem und politischem Gebiete die Entwicklung gemacht wird, eine socialdemokratische Wochenschrift nennt. Da Gazeta Ludowa" einen Zuschuß von 2600 m. gewährt hat. sehr schnell vorwärtsschreiten. Es fomme darauf an, ob durch die diese Zeitschrift nicht der Kontrolle der Partei untersteht, lehnen Augustin: Die thätigen Genossen können mit dem Ergebnis gekennzeichneten Anschauungen der Klassencharakter der Partei nicht die Parteigenossen aufs entschiedenste jede Gemeinschaft mit diesem des Parteitages nicht zufrieden sein. Die Arbeiter haben durchaus verwischt werde. Unfre Taktik dürfe nicht an Schärfe nachlassen, der Blatt ab." tein Interesse an den auf jedem Parteitag sich wiederholenden revolutionäre Gedanke nicht zurückgedrängt werden. Es müsse nun Zum Schluß der Versammlung gab Oppel noch bekannt, daß Auseinanderseßungen zwischen Kautsky und Bernstein.( Sehr richtig!) Es streng darauf gehalten werden, daß die Resolution voll zur Geltung die Neuwahl der Funktionäre des Wahlkreises bis nach Erledigung herrscht eine tiefe Erbitterung unter den Arbeitern, und man fönnte gebracht wird, und Sache der Parteigenossen sei es, darauf zu der bevorstehenden Wahlen verschoben werden solle, wogegen aus vielleicht den Herren Theoretikern einmal den Rat geben, während achten, besonders auch bei Aufstellen von Kandidaturen. der Versammlung keinerlei Einwendung gemacht wurde. ihrer Sommerferien für sich einen besonderen Parteitag abzuhalten. Bebel aber sei es als ein großes Verdienst anzurechnen, ( Sehr gut!) An den großen theoretischen Debatten haben die daß er der Kaze die Schelle umgehängt habe. Zum Schluß Arbeiter tein Interesse, bei allem Respekt vor den Theoretikern. wies der Redner darauf hin, daß unter der Masse der Partei- Im zweiten Wahlkreis hatten sich die Genossen Werner und Bernstein hat den Berlinern vorgeworfen, daß sie mit Bezug auf genossen und somit in der Partei Einheitlichkeit vorhanden ist, und ülle in die Berichterstattung vom Parteitag geteilt. Werner die Theorie konservativ sind. Gewiß, von der Bernsteinschen Theorie erklärte sich in dieser Hinsicht mit den Schlußworten Singers ein- führte aus, daß er im Gegensatz zu andren die Debatten in Dresden des ewigen Herumstänkerns wollen die Berliner nichts wissen( Sehr verstanden. nicht für überflüssig halte, er sei vielmehr mit dem Resultat des wahr!). Die Arbeiter haben wichtigere Organisationsfragen zu er In der Diskussion sprach Glaß zur Polenfrage. Er mißbilligte Parteitags zufrieden. Man habe es Bebel übel genommen, daß er ledigen. Wie man von einer Dittatur Bebels sprechen kann, verstehe die vom Parteitag angenommene Resolution Luxemburg und brachte so scharfe Stritik geübt habe, aber dieser Vorwurf sei unberechtigt. ich nicht. Richtig ist es, daß Bebel oftmals zuhaut und eine dementsprechende Resolution ein, wonach sich die Versammelten Es gebe in der Partei eine gewisse Strömung, die die Organisation daß er manchmal auch daneben haut, aber ein Genoffe, der es ehrlich dem Protest der deutschen Posener Genossen anschließen sollten. Er und Agitation stören und hemmen könne, und wenn Bebel gegen mit der Partei meint, kann auch mal daneben hauen. Bebel hat sprach ferner den Wunsch aus, daß die Genossin Luxemburg doch hier diese Strömung auftrat, so sei das nur zu erklärlich.( Sehr richtig!) das Richtige getroffen, er hat den Brüdern, die Unfrieden fäen in Berlin unter den Polen agitatorisch thätig sein und auch im Redner ging sodann zur eigentlichen Berichterstattung über und tadelte wollen, den Weg gewiesen. An uns ist es nun, ein wachsames Auge ersten Wahlkreis einmal über die polnische Bewegung sprechen am Schluß seiner Ausführungen die ungehörige Art und Weise, in auf die zu haben, die wir als unsre Vertreter irgendwohin schicken möchte. der Bernhard, nachdem sein Wahlkreis es abgelehnt hatte,( Sehr wahr!), unsre Vertreter müssen mehr Fühlung mit den Sodann nahm F. Guttmann das Wort und äußerte sich ihn nach Dresden zu schicken, sich ein Mandat zu verschaffen gesucht wählern nehmen. Noch ein Wort über die Affaire Fischer! Wo scharf über die Streitigkeiten auf dem Parteitag. Die ersten Tage hat. Derjenige, der Bernhard in der letzten Parteiversammlung vorhaben denn die Berliner die unerhörten Vorwürfe verdient? feien geradezu eine Schande für die deutsche Socialdemokratie ge- geschlagen habe, sei im Kreise gänzlich unbekannt, und anscheinend haben die Berliner nicht stets ihre Pflicht gethan? Aber wesen. Es sei nicht notwendig gewesen, diese Geschwüre öffentlich feien auch in der Versammlung eine große Anzahl Unorganisierter sowie das Wort Berliner ertönt, dann schreien auf dem auszudrücken. Daß man sich mit persönlichen Streitereien befasse, anwesend gewesen, denn sonst hätte Bernhard nicht eine so starke Barteitag alle los, als wären sie von der Natter ge dazu sei das Geld der Parteigenossen zu schade. Die wichtigen Fragen Minderheit auf sich vereinigen fönnen.( Buftimmung.) stochen. Die Genossen außerhalb sollen uns erst das nachfeien in den letzten Tagen wenig zweckentsprechend behandelt und durchge- Fülle führte etwa folgendes aus: Daß Parteigenossen in machen, was wir für die Partei thun. Die Berliner müssen peitscht worden. Man könne da wohl zu der Ansicht kommen, es müsse ein gegnerischen Blättern ihre Geistesprodukte ablagern, sei fchon seit entschiedenen Protest dagegen erheben, daß man dem Parteitag ein Parteitag für die Litteraten und ein andrer fürs Volt abgehalten langem unangenehm empfunden worden, der Fall Bernhard habe solches Schauspiel bietet, noch dazu, wenn es sich um einen Ges werden. Der Redner wandte sich ferner besonders gegen diejenigen, nur den Stein ins Rollen gebracht. Hätte der„ Borwärts", wie es seine noffen handelt, der von Berlin in den Reichstag gewählt ist.( Sehr die immter zu vermitteln suchten und die Gegensätze, die thatsächlich Pflicht gewesen, den Artikel„ Parteimoral") feiner Zeit vollinhaltlich richtig!) Ich weiß, Fischer hat einen harten Schädel, er wird das vorhanden seien, übertünchen wollten. Er wies ferner auf verschie abgedruckt, so wäre die Entrüstung unter den Genossen in heftigen Wort nicht zurücknehmen, aber wir verlangen auch keine Abbitte von dene Thatsachen hin, die die Anschauung der Revisionisten tenn- Flammen ausgebrochen, und die Debatte in Dresden wäre zum Teil ihm, er soll nur eingestehen, daß er sich geirrt hat. Trotz aller zeichnen, und brachte schließlich folgende Resolution ein: unnötig gewesen.( Sehr richtig!) Gewiß sei der Beschluß des Vorwürfe werden die Berliner noch träftiger als bisher für die " Die Parteigenossen des ersten Kreises drücken ihre Entrüstung Vorstandes in der Frage der Mitarbeiterschaft ein Kautschufparagraph. Partei arbeiten.( Lebhafter Beifall.) aus über die Taktlosigkeit gegenüber dem Partei- Interesse, mit der aber das müsse er sein, denn solche Dinge lassen sich nicht in Formeln Grohmann wünscht, daß in Zukunft solche Debatten wie in einzelne Delegierte, speciell von der revisionistischen Seite, die fassen, hier müßte das Gefühl jedes einzelnen mitsprechen. In Dresden vermieden werden mögen. Debatten auf dem Parteitag auf das persönliche Gebiet zerrten And Dresden sei der Beschluß des Parteivorstandes beinahe einstimmig Richard Fischer: Fülle hat mir den Kotau sehr leicht geso eine fachliche Debatte verhinderten, resp. unmöglich machten. Die als Richtschmur anerkannt worden, und man hätte es nicht nötig macht. Ich soll erklären, daß ich die Berliner nicht habe diskredi Versammelten sprechen den Wunsch aus, daß auf fünftigen Partei- gehabt, fich tagelang herum zu streiten, wenn es nicht einigen tieren, denunzieren und blamieren wollen. Ja, wenn ich das thäte, tagen persönliche Streitigkeiten keinen derartigen Raum in der Debatte Herren eingefallen tväre, weil ihre fachliche Position zu wackelig so wäre doch die Voraussetzung, daß meine Absicht auf dem Parteitag einnehmen." schien, ein persönliches Moment in die Debatte zu ziehen.( Sehr gewesen sei, die Berliner zu denunzieren, zu diskreditieren und zu wahr!) Die Pistole habe allerdings den, auf den sie gerichtet war, blamieren.( Widerspruch.) Oder es hätte dies doch wenigstens die getroffen, aber am schwersten habe sie den unglücklichen Schüßen logische Wirkung meiner Rede sein müssen. Da ich das aber begetroffen.( Sehr richtig!) Das Material zu seinen Angriffen streite, kann ich dem Verlangen von Fülle nicht entsprechen. Redner Darauf sprach Genth, der den persönlichen Bank aufs schärfste berurteilte. Die Aversion gegen die Akademiker müsse durch der artige Debatten immer mehr um sich greifen. Die Akademiker Zweiter Wahlkreis. " Nachdem noch Stadthagen darauf hingewiesen hatte, daß die Berliner Delegierten bereits auf dem Parteitag gegen Fischers Auffassung Protest erhoben haben, wurde die Versammlung geschlossen. In der nächsten Versammlung, in der die allgemeine Debatte fortgesetzt werden soll, wird als erster Redner Bebel das Wort erDritter Wahlkreis. Die Berichterstattung über die Provinzial- Konferenz wird zurückgestellt und von einer Berichterstattung der Delegierten mit Rücksicht auf den ausführlichen„ Vorwärts"-Bericht Abstand genommen. er schildert sodann den Bekannten Zwischenfall an der Hand Fischer wendet sich gegen Stadthagen, an dessen Ausführungen| Bebels darin gefunden. Wahrlich, es sei nicht schön, daß man in diesem der Berichte des„ Vorwärts". Vergegenwärtigen Sie sich die Situation! ja immer etwas Wahres sei( Heiterkeit), dessen Behauptungen aber Wahlkreise über eine solche Lumperei sprechen müſſe. Redner weist Timm bringt das vor, was durchaus den Thatsachen entspricht. im übrigen unzutreffend seien und der ihn als Lügner Hinstellen dann den Vorwurf zurück, der ihm in der bekannten Marburger Da erschallt der Ruf: Lüge! Lüge! Ist es da nicht Pflicht wolle. Redner verliest nochmals die betreffenden Stellen aus dem Angelegenheit gemacht worden ist, und hebt dabei hervor, daß Bebel eines jeden, der gewußt hat, daß das, was Timm behauptete, der Protokoll und weist nach, daß weder Timm noch er den Namen Antrick selber für den Erlaß eines Manifestes gewesen sei, daß man überall Wahrheit entspricht, dies vor dem Parteitag zu konstatieren?( Sehr genannt haben. Stadthagen hat gefälscht, als er erklärte, ich hätte in der Stichwahl für den Freisinnigen stimmen sollte. Das sei abrichtig!) Das habe ich gethan. Man kann über die Sache denken, auf dem Parteitage gesagt, Antrick solle Auers Nachfolger gelehnt worden. Statt dessen habe man den diplomatischen Weg der wie man will, aber man darf mir keinen Vorwurf daraus machen, werden; er hat die unwahrheit gesprochen, als er mir den offiziösen Zeitungsnotiz gewählt. Auch darin läge ja ein Gegenſaz daß ich für die Wahrheit eingetreten bin. Das würde ich in einem Vorwurf der Unverschämtheit machte. Für jedes Wort, das ich zum Parteitagsbeschluß. Und was sei in Marburg für ein Unglück ähnlichen Fall wieder thun, und ich würde mich schämen, wenn ich's gesagt habe, kann ich Zeugen nennen. Es ist einfach eine Unter- geschehen? Der erzreaktionäre Herr v. Pappenheim sei nicht gewählt nicht thäte.( Bravo!) In seiner persönlichen Bemerkung hat Adolf stellung, zu sagen, ich hätte die Berliner beschuldigt. Nicht ein Wort worden, sondern in Gerlach ein Mann, der sich für die ver Hoffmann die Sache verschoben und erklärt, erst die Bemerkung Aners von dem kann ich widerrufen, was ich gesagt habe, aber von dem, schiedensten freiheitlichen Forderungen und gegen den Brotwucher bezüglich der Briefe von Bebel habe ihn veranlaßt, zur Frage der was Stadthagen gesagt hat, kann ich durch Zeugen das Gegenteil erklärt habe. Wiederwahl Auers Stellung zu nehmen. Das war eine beweisen. Dann die Mitarbeiterfrage. Man unterschiebe ihm, er hätte Berne Unwahrheit. Die zweite unwahrheit Hoffmanns war, daß er Fülle ist der Meinung, daß Fischer sich geirrt, und daß er hards Artikel über Parteimoral gebilligt. Thatsächlich habe er von Ans behauptete, ich hätte von den Berlinern gesprochen. In Wirklich- thatsächlich den Eindruck erweckt hat, als seien die Berliner diejenigen, die fang an denselben auf das schärfste mißbilligt und das auch Bernhard keit war es so: Verschiedene Delegierten sagten mir: Höre mal, gegen Auer intriguieren. Wenn Fischer die verlangte Er- gesagt. Die Beschwerde Göhres, Lily Brauns 2c. habe er lediglich es wird da gegen Auer intriguiert, er soll durch Antrick ersetzt flärung, daß er nicht den Eindruck habe ertvecken im Interesse der Wahrheit unterschrieben, weil er in Kautskys Artikel werden. Am Abend sagte ich im Scherze zu Antrick, den ich in einem wollen, daß die Berliner Delegierten kompromittiert werden sollen, in der„ Neuen Zeit" gleich Göhre und Lily Braun den Vorwurf geLokal traf: Ihnen kann man wohl gratulieren? Er sagte: Wozu? nicht abgiebt, so bitte er um Annahme folgenden Antrags:" Die funden zu haben glaubte, diese beiden hätten sich quasi mit den Run, sagte ich, Sie sollten doch Auers Nachfolger werden! Davon ist an Parteiversammlung mißbilligt das Auftreten Fischers auf dem Beleidigungen Hardens gegen die Partei identifiziert. Thatsächlich dem Abend gesprochen worden, wo Ihr in Berlin zusammen waret. Parteitag in Sachen der Wiederwahl Auers und stimmt den seien in den Artikeln Lily Brauns und Göhres so unzweifelhaft Werner bestritt das sofort. Ich erwiderte ihm: Du kannst doch Delegierten von Berlin II zu, daß für Fischer keine Veranlassung socialdemokratische Anschauungen vertreten worden, daß höchstens sagen, daß Du nicht dabei warst. Ich habe das Gespräch vorlag, in solcher Weise bewußt oder unbewußt die Berliner Dele- man nicht sagen könne, sie hätten Hardens Politik unterstützt. Als übrigens nicht von Fülle erfahren, sondern von andrer Seite. Unter gation vor dem Parteitag zu kompromittieren." der Parteivorstand Kautskys Ausführungen anders auslegte, habe Verlesung der betreffenden Stellen aus dem Protokoll weist Redner Antrick schildert das Gespräch, das er in Dresden mit Fischer er der Sache kein Interesse mehr zugewandt. Bezüglich Hardens nach, daß er niemals von den Berliner Delegierten gesprochen gehabt hat. Fischer habe ihm allen Ernstes gesagt, daß die Berliner Artikel verweist Redner auf seine Erklärung im Vorwärts" und hat. Er habe alles gethan, was man loyalerweise thun beschlossen hätten, Auer zu beseitigen.( Fischer: Ist nicht wahr!) wendet sich dann zur Frage der Taktik. Er habe auch für die fonnte. Selbstverständlich sei es das Recht jedes einzelnen Delegierten, Er, Redner, habe, als das Gerücht, daß er an Stelle von Auer Resolution 130 gestimmt. Nun müsse er sich einmal gegen die mit andern über die Zusammensetzung des Vorstandes zu sprechen. treten solle, einen größeren Umfang annahm, die Berliner zu einer bürgerlichen Blätter wenden, die behaupteten, durch die Annahme Wenn aber andre in dem falschen Glauben versetzt werden, Genossen Besprechung eingeladen. Es sei festgestellt, daß das Gerücht unwahr der Resolution habe die Partei ihre bisherige politische wie Singer und Bebel seien mit einer Beseitigung von Auer unter sei, und dies sei Fischer mitgeteilt worden. Die Dinge liegen nicht Praris einer gesetzlichen Propaganda und Reformthätigkeit solchen Umständen einverstanden, so sei es Pflicht, derartigen Ge- so, wie Fischer sie vorgetragen hat.( Sehr richtig!) aufgegeben, um sich der Taktik der gewaltsamen Revolution zuzus rüchten entgegenzutreten. Wer gegen einen Genossen unter dem Fischer: Jch soll eine Erklärung abgeben. Wenn es sich um wenden. Das seien Phantasien von Angstmeiern oder Scharfmachern. Stigma des in Dresden in die Debatte gezogenen Revisionismus nichts weiter handelt als zu erklären, daß ich den Eindruck nicht habe Hätte die Resolution dies bedeutet, so hätte er dagegen gestimmt; agitiere, der müsse auch den Mut haben, offen seine Gründe anzu erwecken wollen, als ob die Berliner Delegation etwas damit zu thun denn jetzt die Revolution zu predigen, würde ein Verbrechen an der geben. Aber hinter dem Rücken eines Genossen unkontrollier- hat, so weiß ich nicht, warum ich diese Erklärung nicht abgeben soll, Arbeiterbewegung sein. Aber niemand verbinde mit der Bare Gerüchte auszustreuen, das passe sich nicht. Er habe nachdem ich schon wiederholt erklärt habe, ich wollte die Berliner Resolution solche Absichten. Ferner aber müsse gewissen die Berliner nicht anschwärzen wollen, sondern im Gegen Delegation nur in Schuß nehmen. Daß die Berliner Delegation Parteigenossen entgegentreten, die sagten, daß die, welche teil die Gelegenheit ergriffen, das über die Berliner auf nichts damit zu thun hat, das ist selbstverständlich. Ich habe die durch die Resolution hätten getroffen werden sollen, sich feige unter tauchende Gerücht zu dementieren. Die Mißstimmung gegen die Berliner Delegation nicht beschuldigen wollen. Ist ein Miß- der Masse der Parteigenossen vertrochen hätten. Er habe in WirkBerliner fei nicht so groß, wie Augustin es darstellt, die Genossen verständnis vorhanden, so bin ich nicht daran Schuld. Meine lichkeit dafür gestimmt, um die Deutung abzuschneiden, als ob er Deutschlands wissen, welche Opfer die Berliner für die Partei bringen, Absicht war es nicht. wirklich im Gegensatz zu der von der Gesamtpartei getriebenen und sie erkennen das an. Er persönlich schmälere die Verdienste der Politik stände, um öffentlich zu befunden, daß praktische Bes Berliner gewiß nicht, aber man könne doch nicht verlangen, daß strebungen derart, wie sie von der Resolution verurteilt man für alles eintritt, was ein Freund thut. Er könne nichts zurückwerden, gar nicht vorhanden seien. Kautsky sage, Heine nehmen, denn er habe die Berliner nicht denunziert, diskreditiert hätte in Dresden den theoretischen Revisionismus aboder blamiert. Er glaube, recht gehandelt und nur das Wohl der geschüttelt, um den praktischen noch mehr zu vertreten. Kautsky Berliner wahrgenommen zu haben.( Zustimmung und Widerspruch.) verschweige aber, daß Redner in Dreden lediglich Citate aus einer Reimann: Die Aussprache in Dresden war absolut not greifen. von ihm vor vier Jahren herausgegebenen Schrift verlesen wendig. Bebeis Rede wirkte wie ein reinigendes Gewitter. Ich habe. Seine Gegner seien um seine Publitation herumgegangen, verstehe unter einem Revisionisten denjenigen, der die bürgerliche wie die Katze um den heißen Brei geht, weil sie sich sonst ihr Maul Gesellschaft nicht mehr als Todfeind betrachtet, sondern mit ihr in verbrannt hätte. Er sei der Meinung, daß die Taktik der Partei principieller Hinsicht paktieren will. Ist es möglich, daß es in einer gegen die bürgerliche Gesellschaft nicht die Frucht willkürlicher kämpfenden Partei Führer giebt, die mit den erbittersten Gegnern Rombinationen und theoretischer Spekulationen sei, sondern vom in freundschaftlichem Verkehr stehen? Noch mehr Korruption als Zwange der Verhältnisse geschaffen werde. Die Socialdemokratie auf dem Parteitag ist später durch die verschiedenen Ver- Es liegen bereits eine Anzahl Resolutionen vor. Zwei, von habe die Masse aufzuklären und zu organisieren und praktische Gegenwarts öffentlichungen aufgedeckt. Man möchte Harden fast dankbar dafür Gottfried Schulz gestellt, wenden sich mit direkter Mißbilligung gegen forderungen zu betreiben, aber so, daß sie das Endziel der socialiſtiſchen sein. Wenn die Genossen sich von den Vorwürfen Hardens nicht W. Heine. Die eine verlangt. Heine solle sein Mandat niederlegen, Gesellschaft stets im Auge behalte. Vor denen, die ihn kennten, habe reinigen, dann sind es keine Genossen mehr.( Sehr wahr!) weil er das Vertrauen seiner Wähler nicht mehr genieße. Es wird er oft genug diese Grundsätze ausgesprochen. Und zu Grunde liege Schubert: Mit Rücksicht darauf, daß sich noch Bebel und gerügt, daß er( in der bekannten Marburger Sache) u. a. eine Miß allen der Gedankenbau von Karl Mary. Es werde wohl niemand, Stadthagen zum Wort gemeldet haben, verzichte ich auf weitere Aus- achtung von Parteitags- Beschlüssen zu erkennen gegeben und sich mit auch den Radikalen nicht, einfallen, die Resolution 130 so auss führungen und betone nur, daß wir nach wie vor auf dem Stand- Feinden der Socialdemokratie in Verbindung gesezt habe. Seine zulegen, daß man in der bürgerlichen Gesellschaft nichts erlangen punkt Bebels stehen und den Klassencharakter hochzuhalten haben. Neden und Handlungen wichen fortdauernd von einander ab und könnte, denn dann müßte man ja auf den ganzen politischen Kampf ( Lebhafte Zustimmung.) sein Verhalten verstoße gegen die Grundsätze von Wahrheit, Recht verzichten. Im dritten Absatz verlange die Resolution eine mög Knüpfer: Verschiedene Besucher des Parteitags haben mir und Sitte. Die andre Resolution wirft Heine u. a. vor, er habe ich st rasche Umwandlung, und Bebel sage in der„ Neuen Zeit": gefagt, es sei geradezu eine Wohlthat für die Berliner gewesen, daß durch Unterzeichnung der Beschwerde bon Braun, Göhre, Opportunisten sind wir alle, keiner will mit dem Kopf durch die Fischer vorgesprungen ist und Timm zugerufen hat: Halten Sie Berthold freie Gasse für Heuchelei innerhalb der Partei Wand", und Bebel habe auch erklärt, auch unter der jetzigen GeIhre Worte aufrecht! Fischer hat nach den mir gewordenen Mit- gefordertec. Eine dritte Resolution will das Verhalten der sellschaft wollten wir alles mögliche erstreben. Ganz Redners Ansicht teilungen nur die Absicht gehabt, die Mißstimmung gegen die Berliner Delegierten billigen und wendet sich gegen Schimpfereien in der und die der sogenannten Revisionisten. Allerdings werde es über zu zerstreuen, denn es hatte den Anschein, als betreibe die ganze Partei. Eine vierte Resolution( Fröhlich) bezweckt, Bebel für sein den besten und nächsten Weg immer Meinungsverschiedens Berliner Delegation die Beseitigung Auers.( Widerspruch.) energisches Auftreten auf dem Parteitage Dant, Vertrauen und An- heiten geben. Das Princip, daß man alles, was geschieht, thut, um Das ist mir von den verschiedensten Seiten gesagt. Bebel erkennung auszusprechen. Er sei kein Diktator, sondern der allzeit das Ziel zu erreichen, habe seines Erachtens keiner geopfert, Redner hat in seiner langen Rede auch Ausführungen gemacht, die zu getreue Hüter der socialdemokratischen Principien. Eine fünfte jedenfalls nicht. Was die Resolution 130 hier wolle, wolle auch er. unfrem Schaden von den Gegnern gedeutet werden. Man Resolution, unterzeichnet:„ Friz, Jonas, Hirschfeld und 80 Genossen Dann wende sich die Resolution 130 gegen die Vertuschung der spreche doch nicht immer allgemein von Revisionisten, sondern des dritten Wahlkreises"," verlangt ein Vertrauensvotum für Klaſſengegensätze, die erfolge, um eine Anlehnung an die bürger nenne bestimmte Personen. Braun ist jetzt Abgeordneter. W. Heine. lichen Parteien zu ermöglichen. Bernstein habe nun ja allerdings Warum aber hat man es erst so weit kommen lassen?( Sehr Wolfgang Heine erhält als erster Redner das Wort: Er gesagt, der Klassenkampf mildere sich. Redner habe dazu Stellung richtig!) Braun dürfte uns nur noch das Mandat hinwerfen.( Rufe: wende sich an die Parteigenossen des dritten Wahlkreises ihnen genommen und gesagt, daß sich die Annahme nicht rechtfertigen Das wäre ein Glück! Ein wahrer Segen! Das soll er nur thun!) allein sei er Rechenschaft schuldig und er wende sich nicht an lasse, sondern eher eine innere Verschärfung anzunehmen Aber dann würden wir bei der Nachwahl unterliegen.( Widerspruch.) die reichlich hergeströmten Gäste aus andren Wahlkreisen, fei, und er habe auch sonst manches gegen Bernsteins Auffassung Man muß sich schämen, daß solche Leute in der Partei sind.( Beifall.) erlauchte Führer und Führerinnen seiner Gegnerschaft, die da gesagt. Vor vier Jahren habe er das alles geschrieben Stadthagen: Wäre das wahr, was Fischer sagt, so hätten seien, das Schauspiel einer rituellen Schächtung anzusehen. Bereits und jetzt komme Kautsky und sage, jetzt habe er Bernstein abwir uns nicht entrüstet, sondern wir hätten ihn einfach ausgelacht. am letzten Dienstag habe er näheren Freunden mitgeteilt, daß er die geschüttelt. Das sei unerhört. Wolle man jemand einen hochnotMan mußte nach seiner Aeußerung annehmen, daß er die Berliner Absicht habe, sein Mandat niederzulegen, nicht weil er sich im peinlichen Prozeß machen, dann müsse man lesen, müsse man sich um Delegierten meinte; er muß das, was er gesagt hat, zurück- Gegensatz zur Partei, nicht weil er sich im Gegensatz zu seinen das Material bekümmern, oder man habe den Mund zu halten. nehmen. Redner verliest die Fischersche Rede in Dresden. Als er Wählern fühle, sondern weil er auf dem Parteitage in Dresden( Ruf: Sehr richtig.) Redner habe auch gesagt, er glaube nicht an dabei den Namen„ Antrick" mit verliest, ruft ihm Fischer zu: Ge- in unwürdigster Weise beschimpft und verleumdet worden sei, ohne den Traum Barths von der Regeneration der Freisinnigen Partei; fälscht! Ich habe den Namen Antrick gar nicht genannt! Stadt- daß er Gelegenheit erhalten habe, sich gegen unwahre und un- dies Experiment würde an der politischen Schwäche der bürgerlichen hagen fährt fort: Regen Sie sich nicht auf! Ich habe bei den berechtigte Borwürfe zu verteidigen, und weil es geschehen sei Schichten scheitern. Und da solle er eine Anbahnung unsrer Politik verschiedenen Univahrheiten, die Sie gesagt haben, auch geschwiegen. von Führern der Partei. Seine Entscheidung über die Nieder- an die zu Grunde gegangene Freisinnige erstreben. Nein, auf uns Sie haben gesagt, irgendwelche Berliner Genossen hätten erklärt, legung habe er auf Wünsche und Bitten von Genossen des gehe die Pflicht über, u. a. auch die bürgerliche Freiheit zu wahren und zu Bebel und Singer seien einverstanden.( Fischer ruft: Ist ja Kreises aufgeschoben. Die ihn fannten, hätten in überwiegender mehren. Unter dem, was Bebel auf dem Parteitag ausgeführt, wieder nicht wahr! Lesen Sie doch!) Sie sprechen von„ man", Mehrzahl seiner Absicht der Niederlegung widerraten. Selbst habe sich über keine einzelne Person Positives befunden. Allein eraber darunter können doch nur Täterow und Hoffmann verstanden verständlich müsse er vor diese Versammlung hintreten und hören, heblich wäre, wenn es stimmte, die Behauptung, daß sich die revisiosein, die Sie vorher angerempelt haben. Aus dem Zusammenhang wie seine Wähler und Mitarbeiter im dritten Wahlkreise über ihn nistischen Bestrebungen in der Fraktion breit machten in dem Bes geht hervor, daß der Eindruck erweckt werden sollte, als ob die Berliner dächten. Redner wendet sich dann den eingegangenen Resolutionen streben, auch die geringste Konzession sozusagen mit Kußhand an gemeint sind. Das ist etwas, was nur derjenige thun konnte, der zu, soweit sie sich gegen ihn wenden. Er legt dar, daß er sich zunehmen, die von der Regierung oder von bürgerlichen Parteien auf seiten derer stand, die die vollkommen unberechtigte dem öffentlichen Leben der Partei nicht aufgedrängt habe. Jahr geboten werde. Wenn eine solche Tendenz existierte und System Stimmung gegen die Berliner ausnutzen wollte. Es ist um Jahr habe er es abgelehnt, ein Mandat zu übernehmen. darin läge, dann wäre das allerdings sehr bedenklich, und das Urteil ein Märchen, daß die Berliner auf dem Parteitag nicht angesehen Die da meinen, er habe sich als Unbekannter eingedrängt, die sprächen Bebels träfe dann zu. Aber das sei der gar nicht find. Es sind einige Revisionisten, die das sagen. Das beschämendste die Unwahrheit in einer Sache, die sie besser wissen könnten. Er Fall, wie schon Auer, Bebel, Molkenbuhr nachgewiesen hätten. auf dem Parteitag waren die persönlichen Angriffe in den ersten habe Anspruch darauf, daß man nicht Phantasien über ihn für That- Redner führt eine Reihe Beispiele aus der Fraktion an, um Tagen.( Sehr richtig!) Die Kampfesweise der Gegner Mehrings fachen nehme. Denselben Anspruch hätte er erhoben, wenn man ihm darzuthun, daß bei Abstimmungen in der Fraktion die eigenartigsten war nicht die eines ehrlichen Mannes. Und daß Fischer dann noch in Dresden zu Worte gelassen hätte. Das sei aber das schlimme, Mischungen zu stande gekommen seien und Vorschläge von sogenannten in die Revisionistendebatte Persönliches hineinzog, das mag wohl daß man nicht den Angeklagten zu Worte berstattet habe. Radikalen als zu opportunistisch von der entgegengesezten Seite bes aus seiner Erregung darüber zu erklären sein, daß er sachlich vieles( Bewegung und vereinzeltes Lachen.) Er habe Singer gesagt, er fämpft worden seien. Gerade auch er, Redner, schätze die Errungennicht für richtig hält. Aus dem Parteitag muß man die Lehre ziehen, erwarte, daß man ihm das Wort geben werde, nachdem er schaften unsrer Socialpolitik viel geringer als viele von denen, die daß nie wieder unbeschränkte Redezeit beschlossen werden darf. Im heftig angegriffen worden sei. Singer habe die Achseln gezuckt und sich radikal nennen. Er habe sich bereits dahin ausgesprochen, ob übrigen aber ist es geradezu erhebend, daß eine Partei nach gesagt:" Sagen Sie mir, wie ich es machen soll." Ach, ein Wort nicht manches zu teuer erkauft sei wegen der Stärkung der Macht einem so großen Siege die innere Kraft findet, sich zu sagen: von Singer an die Versammelten hätte genügt; von einzelnen ab- des Bundesrats und der Polizei. Es sei eine positive Unwahrheit, daß Ich habe nicht nach außen zu scheinen, als ob ich mich gesehen, hätte sich niemand dagegen gewandt. So müsse er nun er mit der kleinsten Gabe zufrieden sei. Daß es gar keine Unterfreue, meine Arbeit ist und bleibt der Kampf, und da hier sagen, was er in Dresden nicht habe fagen können. Redner schiede gebe, wolle er natürlich nicht behaupten. Es gebe einen kommt es darauf an, zu untersuchen, ob die Führer auch hieb- und bestreitet entschieden die Richtigkeit des in der Resolution Schulz theoretischen Revisionismus, der an manchen Lehren stichfest sind.( Sehr wahr!). Das, was auf dem Parteitag ge- ihm gemachten Vorwurfs, habe auf dem Parteitage unsrer Wissenschaft Kritik übe. Solche Kritik müsse aber geduldet sprochen ist, würde allerdings leeres Gerede sein, wenn nicht die die Vorgänge aus der Versammlung vom 25. August falsch werden, man könne sie nicht untersagen. Er selber habe sich an Folgen daraus gezogen würden. Knüpfer sagt: Wenn nun Braun dargestellt, soweit es sich um feine Aeußerungen über solchen rein theoretischen Diskussionen im allgemeinen nicht bes das Mandat, hinwirft, was dann? Ach, wenn er es nicht thäte, Bebel und das Verhalten der Versammlung dazu handelte.( teiligt. Dann gebe es andre Unterschiede. Der eine sei immer würde es ihm abgenommen werden!( Zustimmung.) Glauben Sie Es sei weit gekommen in der Partei, daß, selbst wenn was er voller Hoffnungen, der andre sehr skeptisch; einer schweife gern in denn, daß es einen socialdemokratischen Abgeordneten giebt, der mit bestreite er sich wirklich einer unschicklichen Aeußerung schuldig ge- die Zukunft, ein andrer blicke auf die Gegenwart. Es gebe Schrifts Braun in derselben Fraktion sizen will? Wenn wir erst dahin kommen, macht hätte, dann solche Majestätsbeleidigungen gegen Se. Majestät steller, die sich gern in den üblichen hergebrachten Ausdrucksweisen daß wir Mandatsjäger sind, dann Pfui Teufel!( Sehr richtig!). Wir August Bebel denunziert und breitgetreten würden.( Große Unruhe. bewegten; andre, die, ohne jede Absicht, für dieselbe alte Sache mal find eine Kampfpartei, die nicht auf dem Parlamentarismus allein ihre Zuruf: Sie können sich nicht messen mit Bebel! Heftige Protestrufe einen andren Ausdruck gebrauchten. In letzterem Umstande hätten Hoffnungen fest, sondern auf die Ueberzeugung und die Ehrlichkeit ähnlicher Art, die ebenso heftigen Widerspruch beim andren Teil der wohl viele der Zänkereien gegen ihn zum Teil ihre Ursache. Es gebe ihrer Anhänger.( Sehr wahr 1) Lieber ein ehrlicher, frecher, un- Versammelten erfahren.) Noch einmal, wie weit müsse auch Unterschiede des Temperaments. Der eine wäge fühl ab, der andre verschämter Reaktionär, als an meiner Seite einen Menschen, dem es gekommen sein, wenn eine mißverständliche Aeuße- lasse sich leicht fortreißen. Mit Molkenbuhr, dem Radikalen, sei Redner man nicht glauben kann.( Lebhafter Beifall.) Außerdem aber unter- rung mal vorausgesezt sich im Wahltreise sofort ein deshalb fast stets einer Meinung, mit Bernstein weit seltener. Bebel schätzt man den Siegesgedanken unsrer Partei, wenn man glaubt, schuftiger Denunziant finde, nachdem feitens des sage, Bernstein sei von den sogenannten Revisionisten als ihr Messias daß der Kreis Frankfurt nur durch Braun zu erobern war. Ein andrer Redners alles zur Klärung des Mißverständnisses geschehen sei, begrüßt worden. Bebel weiß aber, oder müßte es doch wenigstens wäre vielleicht schon in der Hauptwahl durchgekommen. Wir können in und er selbst in der Versammlung erklärt habe, er habe Bebel nicht wissen, daß er, Heine, den Bebel auch zu den Revisionisten rechne, unsrer Partei nur erprobte Genossen gebrauchen, zu denen man Zutrauen beleidigen wollen: wenn dann ein solcher Denunziant an Bebel schon 1899 scharf die Scheidelinie zwischen sich und Bernstein gehaben kann, weil man Zutrauen zu ihrer Ehrlichkeit hat.( Lebh. Beifall.) schreibe und zwar nur einige aus dem Zusammenhang heraus- zogen habe, wenn er ihn andrerseits doch für einen tüchtigen, gelehrten Um 12 Uhr wird auf Antrag Bebel beschlossen, heute nur noch gerissene Worte. Aus Bebels eignem Munde wisse er, daß man und redlichen Mann halte. Nun, diese Unterschiede müßten schließlich die Affaire Fischer zu erledigen, die weitere Debatte dagegen auf die Bebel nichts über die Aufklärung berichtet habe. Ich verachte den bestehen. Beständen sie nicht, dann würde die Menschheit ein ödes, nächste Versammlung zu vertagen. Denunzianten und Ihr, Freunde, verachtet ihn mit mir.( Stürmischer, trostloses Bild bieten, und so wäre es auch in der Partei. Aber Wolderski: Timm hat mir erklärt, daß er das, was er auf anhaltender Beifall.) Und wenn Redner nun hier dies Subjekt einen Revisionismus der Art, wie er in der Resolution 130 ab dem Parteitage gesagt hat, von Täterow erfahren hatte. Das deckt vergleichen wollte mit einem Majestätsbeleidigungs- Denunzianten, so malt sei, gebe es nicht; er sei ein Phantom. Beweis: daß fast alle tsich also mit der Behauptung von Fischer. werde, wie die Zwischenrufe bewiesen, gleich wieder eine Beleidigung dafür stimmen konnten.- Aber gerade dies Fehlen eigentlicher der, - -fachlicher Streitpunkte beweise, daß persönliche Gehässigkeiten und| angegriffen sei( Stürmische Dho!-Rufe, Lärm), einzuladen. Friz1Zwischenrufen, über das parlamentarisch Bulässige nicht hinaus Werleumdungen tief eingefressen haben müßten in die Partei, sonst spricht gegen den Antrag. Bebel sei der Angreifer gewesen, Heine gegangen. Ueber Mehring seien alle alten Geschichten ausgeframt wären so heftige Streitigkeiten unmöglich. Bebel, Kausky, Singer nicht zu Worte gekommen und manche Proletarier auch nicht worden; verstimmend habe die Karte über Schoenlank gewirkt, die fagten, sie hätten nicht die Absicht gehabt, jemand aus der Partei Stillschweigen seien sie unter den Tisch gefallen. Der Antrag man anständig nicht nennen könne. Durch die Annahme des Vorauszuschließen. Er zweifle daran nicht. Aber woher kommt wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Ebenso wird ein Antrag standsbeschlusses sei der Antrag des vierten Wahlkreises, der ja Aehnes denn, daß andre Redner und Parteiblätter eine reinliche Kräter auf einfache Bertagung abgelehnt.- Heine wünscht die liches aussprach, hinfällig geworden. Scheidung verlangt hätten? Er sei fest überzeugt, daß die Absicht bestand, Sache endlich erledigt. Eine Verlängerung der Qual möge er nicht. Vogel berichtete über die Taktikdebatte. Die Rede Bebels sei die Resolution so zu fassen, daß sie es manchen Genossen unmöglich machen Er will Entscheidung. Während dieser ganzen Debatten herrscht sehr wirkungsvoll gewesen und sehr beifällig aufgenommen worden, sollte, in der Partei zu bleiben. Er erinnere an das, was Parvus schon vielfach große Unruhe. Es giebt viele Unterbrechungen. Heine ruft wenn er auch zugeben wolle, daß das Persönliche in Bebels Rede vor Lübeck in dieser Richtung gesagt habe. Und ein Parteitags- der Genoffin Luremburg zu: Stören Sie mich nicht, Sie gehören auch etwas mehr hätte eingeschränkt werden können. Die Stimmung redner habe gesagt, die Resolution von Lübeck müsse verschärft gar nicht in den dritten Wahlkreis.( Stürmische Zustimmung.) sei eine andre geworden, nachdem Vollmar in seiner Rede klipp und werden. Daß dies mißlungen, darüber sei jetzt die Wut. Desto Zur Diskussion erhält A116 old das Wort. Er empfiehlt pure flar erklärt habe, er sei zwar für die Besetzung des Vicepräsidenten reichlicher habe man gearbeitet mit persönlichen Verdächtigungen und Ablehnung der Resolution Gottfried Schulz. Daß Heine so oft postens eingetreten, habe aber die Sache sofort für erledigt gehalten, allgemeinen Beschuldigungen gegen alle die, die, wie Bebel fagte: angegriffen werde, komme daher, weil er seine Nase in Dinge steckte, als er gesehen habe, daß die Mehrheit nichts davon wissen wolle. „ wir uns gewöhnt haben, Revisionisten zu nennen". Damit in die er sich nicht zu mischen habe. Redner beklagt dann, daß Redner erwähnt den Zwischenfall Fischer, der mit seiner Behauptung, plaudere Bebel ruhig aus, daß es eigentlich keinen Revisionismus Richard Fischer und Stadthagen, doch Ober- Genossen, sich einander die Berliner wollten Auer absägen, eine turbulente Scene auf dem gebe, daß es nur ein Wort sei. Und welche seien als Verleumder bezeichnet und angegriffen hätten, wie es Arbeiter Parteitag herbeigeführt habe. Fischer sei schon am Tage mit dieser das? Alle die, die Bebel nicht beipflichten. Es werde nicht thun würden. Fischers Angriffe seien nicht am Blaze gewesen. Behauptung in den Kneipen hausieren gegangen und er hat den gesagt: Die Akademiker. Mit manchen Akademikern hätten Auer sei alt und schwach. Redner unterschreibe die Erklärungen Zwischenruf gethan, obwohl ihm im Auftrage der Berliner Delegierten wir allerdings schon schlechte Erfahrungen gemacht. Da feien Adolf Hoffmanns und Täterows. mitgeteilt worden war, daß an der Sache nichts Wahres sei. Bernstein Parvus, Luxemburg und Herr Haller, die aus andren Ländern her= Benno Maas: Wenn Bebel auch etwas temperamentvoll habe ihn mit seiner Rede auf dem Parteitag sehr enttäuscht, aber tämen und hier sofort die Stüßen des Radikalismus abgäben. Daß sei, so habe doch ausgesprochen werden müssen, was gesagt sei. nicht bloß ihn, sondern auch viele Gewerkschaftsführer. die Hezze gegen die vermeintlichen Revisionisten solche Formen an- Heine habe hier in der Versammlung gleich anfangs mit Be- Laser tommt auf das Auftreten Fischers zurück, der sich nicht genommen habe, das sei zum Teil Schuld dieser und andrer großen leidigungen um sich geworfen. Heine verkenne, daß wir nicht eine so benommen habe, wie es einem hervorragenden Parteigenossen zuRadikalinkis. Das Geschrei gegen die Akademiker, die sofort ein socialdemokratische Partei des dritten Berliner Wahlkreises tomme. Auers Zwischenruf gegen Bebel, daß er seine Briefe nicht Mandat haben wollten! Nun, gegen Göhre, der ein Stück politischen seien. Redner geht dann auf die Beschwerdesache Göhre, lese, habe die Berliner Delegierten sehr verstimmt. Das ist der Lebens hinter sich hatte, habe man Lärm geschlagen. Als aber der Braun utfw. ein und auf die Frage der Mitarbeit Fuchs, der nicht aus dem Loche herausivill. Er könne sich zwischen Student Grunwald die Partei beglückte, da erhielt er Hals an bürgerlichen Blättern, sich gegen diese wendend. Die Auer und Bebel kein rechtes Zusammenarbeiten im Vorstande denken. über Kopf die Redaktion des Blattes in Erfurt und auch betroffenen Herrschaften legten nicht die Moral der Arbeiterpartei Bebels Briefe aus Kitßnacht liest er nicht, aber seine alten Briefe bald eine Reichstags- Kandidatur. Und dann nenne Bebel neben den als Maßstab an, sondern die versumpfte bürgerliche Moral. Be- von der Festung kennt er ganz genau und hat er alle bei der Hand. Akademikern die Proletarier in gehobener Lebensstellung, und allen sonders scharf läßt sich Redner über Heinrich Braun aus und be- Er sei überzeugt, daß die Berliner Delegierten kein Vorwurf aus den denen werfe er vor( auf dem Parteitage, im Bericht des" Vorwärts" merkt über den Ton der Debatten auf dem Parteitage, daß dieser Reihen der Berliner Genossen getroffen hätte, wenn sie alle gegen fehle es), sie hätten das proletarische Bewußtsein verloren. Bebel einer großen mächtigen Arbeiterpartei nicht schade. An der die Wiederwahl Auers gestimmt hätten. Der Gesanumteindruck des sage von ihnen, man brauche nur die materialistische Geschichts- Stänkerei und Zänkerei auf dem Parteitag sei im wesentlichen Parteitages sei kein guter gewesen, man könne sagen: es war schon auffassung anwenden und habe die Lösung.( Genosse Fröhlich: der Mangel an Taft und Ehrgefühl bei Braun und Genossen nicht mehr schön. Sehr richtig!) Redner wisse nicht, inwieweit Fröhlich eine pro- schuld. Daß in der Taktik- Debatte nur gegen Personen gekämpft Peter ist der Ansicht, daß ein so schwacher Parteitag, wie der Letarische Existenz führe.( Fröhlich! Mehr wie Sie! Lärm.) werde, sei ein starker Aberglaube. Redner kritisiert Heines Aus- legte, noch nicht dagewesen sei, er sei kein Arbeiterparlament, sondern Redner fei nie so geschmacklos gewesen, von sich zu sagen: führungen über Haller, Frau Luxemburg und Parvus und meint, die ein Journalistenparlament gewesen. Ueber die Journalisten gebe es wir Proletarier. Fr wisse, daß er feiner fci. Er Streitpunkte seien durch die vielen Akademiker auf seiten der aber ein altes gutes Wort, das da heißt: Alte verkrachte Bettelmüsse immer lächeln, wenn in der„ Gleichheit" stehe: Revisionisten hervorgerufen. Der Parteitag habe innere Fragen der mönche, feiste Diakonissinnen, Lumpen und Journalisten, das paart Partei der Lösung und Klärung näher gebracht und sei deshalb zu sich zusammen.( Große Heiterkeit.) Er sei überzeugt, daß die begrüßen.( Beifall und Zischen.) Mitarbeit von Genossen an bürgerlichen Blättern unter dem Schuße des Redaktionsgeheimnisses ruhig weiter gehen werde. Bebel habe mit seiner Aeußerung, daß die Partei nie so uneinig gewesen sei, aber zu schwarz gesehen. Daß Bebel einen Mehring herauszureißen versucht habe, könne er nicht verstehen. Vorsitzender Hoch betont, es habe zwar jeder zu der Versammlung Zutritt, es sei aber selbstverständlich, daß man bei Gelegenheiten wie die heutige in die Parteiversammlung des Wahlfreises gehe, wo man wohne oder organisiert sei. ein Vorteil daraus entstände. Erst jetzt, als die Anregung von oben herab kam, sei der Entrüstungssturm losgebrochen. Brückner: Kein Parteitag habe so viel schmutzige Wäsche ge waschen wie der Dresdener. Die Debatten seien zu lang gewesen, aber er gebe zu, daß die Aussprache notwendig war. Ich war im Zweifel, ob man den Mitarbeitern an bürgerlichen Blättern nicht unrecht gethan habe, was uns aber nachträglich beschert ist, zeigt, wie notwendig die Auseinandersetzung war. Wenn von einem Harden behauptet werden kann, daß sich Barteigenossen an ihn herangedrängt haben( Sehr richtig!), so ist das skandalös. Bebels Aeußerung über die Uneinigkeit in der Partei ist falsch. Einig sind wir in der Erreichung des Endziels, in der Beseitigung der heutigen Gesellschaft, nur über die Mittel und Wege giebt es verschiedene Ansichten, des halb soll man aber nicht gleich erklären: ihr seid verflucht, weil ihr einen anderen Weg für den richtigen haltet. Die Debatte wegen der Mitarbeit an den bürgerlichen Blättern habe viel Gutes gezeitigt, wenn es auch bedauerlich sei, daß durch sie den bürgerlichen Gegnern manche Waffe geliefert worden sei. : wir Proletarierinnen, und doch wisse, wer es geschrieben, habe.( Vom Tische, wo Rosa Luxemburg, Klara Zetkin u. a. sizen, erschallen lebhafte Protestrufe. Genossin Zetkin ruft: Sie sei Proletarierin. Es entsteht allgemeine Unruhe. Dem Vorfizenden Genossen Hoch wird zugerufen, er solle Heine rügen. Er findet jedoch eine Beleidigung nicht für vorliegend.) Redner geht dann auf die Bolemit Bebels ein, die sich ganz besonders auf dem Parteitage Miller stellt sich als gewöhnlicher Arbeiter ohne gehobene gegen ihn gewandt habe, wo Bebel sich dort im Ramsch auf seinen Lebensstellung vor. Was Heine gegen Bebel sagt, wäre noch zu Artikel„ Ein Nachtwort zur Vicepräsidenten- Frage" bezogen. Er pro- wenig. Er sei als Süddeutscher radikal gewesen, habe aber in Berlin testiere gegen die Unterschiebung Bebels, daß er mit seinen feiner gelernt, Leuten wie Heine gerecht zu werden und in ihnen nicht mehr zeitigen Auslaffungen über die in der Personenfrage liegenden Schwierig den schwarzen Mann der„ Neuen Zeit" zu sehen. Der verflossene Parteiteiten den Antisemiten und der Centrumspartei habe entgegen kommen tag sei der unerhörteste gewesen. Der Vicepräsidentenrummel sei eine wollen, die Singer nicht haben wollten. Wäre das Redners Absicht gewesen, gemachte Sache. Vor drei Jahren hätten auch die radikalsten Gedann wäre er ein gemeiner Schuft. Wie komme Bebel dazu, ihm nossen nichts gesagt, als Peus in Berlin in einem Vortrage die dasolche Infamie unterzuschieben? Wenn Bebel durch Heines Be- mals in der Fraktion behandelte Frage berührte und dabei sagte, er mertungen stußig geworden wäre, hätte er ihm schreiben können und würde sich nicht daran stoßen, zum Kaiser zu gehen, wenn der Partei die Antwort erhalten, daß Heine einen bezüglichen Artikel des von Bebel angezogenen Blattes nicht gekannt habe. Statt zu fragen, sich zu informieren, habe aber Bebel wie ein Wilder den Dred einer Es kommt wieder zu Geschäftsordnungs- Debatten, wobei außer folchen Unterstellung auf ihn geschleudert. Olle Kamellen, auch die ordentlich große Unruhe entsteht. Die Vertagung, Schluß der DisKanonenrede" seien wieder ausgegraben worden, von der Bebel fussion werden abgelehnt. Heine bestand wieder auf Entscheidung. selber früher einmal( Hannover) gesagt habe, es wäre im Fröhlich: Seine Resolution bezwecke keine Spitze gegen Heine, höchsten Grade illoyal, wollte man auch nur ein Wort noch sie wolle nur Bebel die Dankbarkeit ausdrücken. Redner wendet Der Vorsitzende teilt mit, daß die folgende Resolution davon fagen. Damals, als er die Rede gehalten, habe sich scharf gegen die Ausdrücke Heines Bebel gegenüber, so gegen eingegangen ist: eine Aussprache mit ihm darüber in der Fraktion stattgefunden und den vom Dreckbewerfen.( Stürmische Unterbrechung. Sehr richtig!) Die heutige Parteiversammlung des vierten Berliner Reichstagsdurch eine vom Genossen Bebel verfaßte Resolution habe die Fraktion Heine habe auch seinen guten Ton durch eine malitiöse, wegwerfende Wahlkreises erklärt sich mit den Beschlüssen des Dresdener die Angelegenheit für erledigt erklärt. Damals habe man es in der Handbewegung gegenüber der Frau Luxemburg bewiesen. Wenn Parteitages voll und ganz einverstanden, aber sie bedauert die Hand gehabt, seine Kandidatur zu verhindern. Was Bebel seiner der Schlachtruf ergehe: Hier Bebel hier Heine! und man sich Zeit, welche notwendig war, um gewissen Strömungen unter den Zeit für illoyal erklärte, sei ihm jest nicht zu schlecht gewesen, gegen entscheide gegen Bebel, dann werde der Tag kommen, wo man dies sogenannten Führern der Partei klar zu machen, daß die SocialRedner zu verüben. Noch tindischer sei die Attacke mit dem Gelobt bedauern werde.( Beifall und stürmischer Widerspruch.) demokratie die alten erprobten Bahnen nicht verläßt. Die Ver werden durch Gerlach. Er habe es längst Gerlach untersagt. Was Harndt rügt, daß Heine einen so verächtlichen Ton ange- sammlung ist der Meinung, daß die Affaire Mehring nur auskönne er dafür, wenn es doch geschah. Er erfahre es in den schlagen habe. Was den derben Ton auf dem Parteitag angehe, so gegraben wurde, um sich selbst zu decken und die Delegierten von meisten Fällen nicht, was über ihn gesagt werde. Bebel wisse seien wir doch keine alten hysterischen Weiber. Die weiteren dem Treiben der sogenannten Revisionisten abzulenken, da andren doch, daß man uns auseinanderloben wolle, und gehe Ausführungen des Redners werden häufig unterbrochen. Er falls das Material längst den betreffenden Organisationen hätte den Gegnern auf den Leim. Müsse man sich nicht schämen, meint, bedauernswert sei, daß die Revisionisten auf dem Parteitage vorgelegt werden müssen. Die Versammlung erwartet, daß nach gegenüber den Gegnern, daß statt mit wichtigen Dingen, nicht Farbe bekannt hätten bei der Abstimmung der Resolution. dem letzten Artikel der Zukunft" die Partei Organisationen, der Parteitag fich mit der Frage beschäftige: Wer hat wen gelobt?( Heine: Da hört Jhr's, ich bin der Feigling!) Redner wünscht, daß welchen die in Frage kommenden Personen angehören, dazu ( Vielfaches: Sehr richtig!) Loyalerweise hätte Bebel die Sache, die bei den Parteivorstands- Wahlen nicht immer die Alten wiedergewählt entschieden Stellung nehmen, um voll und ganz Klarheit für schon Lübeck beschäftigte, nicht wieder aufwärmen dürfen. Das würden. Adolf Hoffmann habe nur seine Pflicht gethan, wenn er die Partei zu schaffen. Die. Versammlung ist jerner der Meinung, ärgste sei aber, wie Bebel mit dem Artikel der„ Monatshefte":" Der gegen Auer stimmen wollte für den Fall, daß dessen Anschauungen daß es eines Parteivorstands- Mitgliedes nicht würdig ist, ostentativ 16. Juni" umgesprungen sei.- Redner hat den Artikel gedruckt nicht mehr mit den unsren übereinstimmen. Richard Fischer wirft statt an dem offiziellen Partei- Organ, der„ Neuen Zeit", an den berteilen lassen. Er wirft dem Genossen Bebel unvollständiges er vor, daß dieser zum Huldigungsfest des Papstes auf der Socialistischen Monatsheften" mitzuarbeiten und so ein schlechtes Citieren vor und daß Bebel erst durch Zurufe zu Vervollständigung Bockbrauerei seine Kinder geschickt und sie dort habe Lieder singen Beispiel zu geben und den Revisionisten das Rückgrat zu steifen. der Citate veranlaßt wurde. Redner geht einzelne Punkte des lassen. Außerdem sieht die Parteiversammlung in der von Heinrich Braun Artikels durch, um nachzuweisen, daß darin keine larmoyante Die Versammlung wird immer aufgeregter. Es wird ein Antrag gegründeten Neuen Gesellschaft" ein privates, auf den persönlichen Betrachtung über den Zusammenbruch des Liberalismus angenommen auf Schluß der Diskussion, worauf persönliche Er- Gewinn gerichtetes Unternehmen, mittels welchem abermals der enthalten sei und daß der Artikel in den Punkten, die klärungen von Genoffin 3etkin, Gottfried Schulz, Zubeil Versuch gemacht werden soll, die bewährte Taktik der Partei auf abBebels Kritik herausforderten, absolut nichts Neues sage. Er und eine folgen. Genossin 3 etkin betont vor allem, daß sie schüssige Bahnen zu lenken. Sie hält es deshalb für die Pflicht besage darin nur, was alle socialdemokratischen Voraussagen vom Proletarierin der Kopfarbeit sei. 3ubeil erklärt sich für den eines jeden Genossen, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen " Kommunistischen Manifest" an enthielten und hundertmal gesagt Schuft und Denunzianten Heines.( Stürmische Pfuirufe, die von derartige Gründungen Front zu machen." worden sei, nämlich: daß das Proletariat das der matten Hand des neuem anheben, wenn Zubeil weiterreden will. Die Versammlung Bethge: Der Parteitag hat zu wenig Positives geleistet; Bürgertums entfuntene Schwert zu erheben und zu erfüllen habe, gleicht einem wogenden Meer.) Endlich dringt Zubeil durch, um zu beffer wäre es gewesen, die Frage des Achtſtundentages und der was das abdankende Bürgertum nicht erfüllen konnte, die Ideen der erklären, daß er in einem Briefe an Bebel, der ein Antwortschreiben Sicherung des Koalitionsrechtes in den Vordergrund zu stellen. Der staatsbürgerlichen und geistigen Freiheit, und daß die social- war, nur nebenbei die Frage aufgeworfen habe, ob Bebel in Erfolg, den die Mitarbeiterdebatte gezeitigt habe, sei zum guten demokratische Bartei sich die ihr zugefallene Führung im Küßnacht schlafe, Heine habe das gesagt. Danach könne man be- Teil vernichtet worden durch die Abfägung des Genossen Mehring. öffentlichen Leben erhalten müsse. Bebel habe in der urteilen, ob er wirklich solch Schuft sei, wie Heine meine. Durch den nachträglichen Artikel Hardens haben die Argumente ganzen Stellungnahme zu diesem Artikel bewiesen ein Maß von Heine erklärt u. a.: Nur das Votum der im dritten Wahlkreise Bebels über die Persönlichkeiten der Mitarbeiter an der Zukunft" blinder Wut und Haß, das nicht überboten werden könne. Und er wohnenden oder thätigen Parteigenossen könne in der Frage der erheblich an Bedeutung gewonnen. Die Leute, die aus bürger habe auch den Redner in einer an den Haaren herbeigezogenen Weise eventuellen Mandatsniederlegung entscheidend sein. Zubeil gegen- lichen Reihen kommen, müssen wir uns doppelt ansehen. Wer solche vor dem Parteitage öffentlich beleidigt. Redner habe Bebel in über: Die Form der Denunziation mache nichts aus, wenn es der Beziehungen mit den bürgerlichen Parteien hat, daß er einen bürger ehrlicher Ueberzeugung durch ein: Sehr richtig! zugestimmt, als Sache nach eine sei. Unter fortdauernder Unruhe und Einsprüchen lichen Schriftsteller um 500 M. angehen kann, für den ist Bebel sagte, der Parteitag könnte eine gewisse Richtschnur geben für entscheidet sich auf einen Antrag die Versammlung dafür, daß über es nicht möglich, den Kampf mit derselben bürgerlichen Gesellschaft die Fraktionsthätigkeit. Hierüber sei Bebel in Wut geraten, sei über die Resolution Frizz, Jonas und Genossen zuerst abgestimmt werde. so zu führen, daß wir zu ihm Vertrauen haben können.( Sehr Heine wie ein Wilder hergefahren und habe ihn angebrüllt: Es wäre Die Resolution wird mit gewaltiger Mehrheit angenommen. Sie richtig!) Die Debatte über die Tattit habe ja viel fachliche Momente auch noch schöner, wenn Sie nicht zustimmen wollten, dann flögen Sie hat folgenden Wortlaut: gehabt, aber leider auch viel persönliche, und Bebel trage daran hinaus.( Pfui- Rufe.) Das sei der Dank dafür, daß er ehrlich Bebel" Die Parteigenossen des dritten Berliner Reichstags- Wahlkreises auch viel Schuld. Auer, gegen den sich die Resolution richte, habe zugestimmt habe. Es beweise, daß es Bebel nicht zu thun gewesen wissen aus 51, jährigem Zusammenarbeiten mit dem Genossen Heine, doch viel dazu beigetragen, die Wellen zu glätten. Wenn Rautsin fei um eine sachliche Ueberwindung eines sachlichen Standpunktes, daß derselbe auf dem Boden der von der Gesamtpartei betriebenen und Molkenbuhr nicht gewesen wären, hätte das persönliche Gezänt sondern darum, persönlicher Feindschaft, persönlicher Gehässigkeit praktischen Politik steht. Sie mißbilligen daher die fortwährenden überwuchert. Ausdruck zu geben. Das sei die größte Beschimpfung, die man Angriffe, die gegen die taktische Haltung des Genossen Heine selbst einem Reichstags- Abgeordneten zurufen tönne. Ohne Sinn, ohne auf dem Parteitage hervorgetreten sind, weisen diese Angriffe als Grund, nur in blinder Wut. unbegründet zurück und sprechen dem Genossen Heine ihr volles Vertrauen aus. Friz, Jonas, Hirschfeld und 80 Genossen des dritten Kreises." er Vierter Wahlkreis. " Singer: Jch will mich in Ihr Urteil über den Parteitag nicht einmischen, sondern nur der pessimistischen Stimmung entgegen treten, die bedauerlicherweise in einem großen Teil der Parteipresse und leider auch hier zum Ausdruck gekommen ist. Troß mancher Unannehmlichkeiten hat die Partei keine Ursache, den Dresdener Parteitag zu beklagen, im Gegenteil, sie hat alle Ursache, mit ihm zufrieden zu sein. Bebels Ausdruck: wir waren nie so uneinig, ist in dem Sinne, wie er in der Parteipresse und auch hier citiert worden ist, nicht gefallen. Bebel hat die Worte geſagt, aber nur gegenüber den Revisionisten. Er meinte, nach Hannover und Lübeck und den dort gepflogenen Auseinandersetzungen mit den Revisionisten habe es geheißen, nun würden solche Diskussionen nicht mehr nots wendig sein, aber wir seien in dieser speciellen Frage noch ebenso uneinig, ja noch uneiniger wie früher. Wir müssen uns Die AufRedner wisse nicht, ob die, die ihn gewählt, sich nicht auch dadurch getroffen fühlen sollten, daß über ihre Köpfe hinweg von Hinausfliegen ihres Abgeordneten gesprochen werde.( Mehrfache Zurufe: Sehr richtig! Skandal ist das!) Worauf Redner Wert Die Annahme ruft stürmischen, langanhaltenden Beifall hervor, lege, seien aber nicht die formellen Beleidigungen, sondern daß in den sich Hochrufe auf Heine mischen. Der Vorsitzende erklärt alle öffentlich gebrandmarkt ſei als einer, der beabsichtigte, andren Resolutionen für erledigt und schließt die Versammlung die Partei von der erprobten Braris hinterrüds abzu 2 Uhr nachts mit einem Hoch auf die Socialdemokratie. treiben, als einer, der die Partei verraten wolle an die Beim Entfernen der Versammelten kommt es noch zu sehr erbürgerliche Gesellschaft, an die bürgerlichen Parteien. Das alles regten Auftritten zwischen einer Anzahl Genossen. ohne ein Wort des Beweises, im offenen Widerspruch zu dem, was Redner dugendmale gesprochen und was er geschrieben habe, im Widerspruch zu den wirklich einmütigen Arbeiten, die sie zusammen Franke berichtete über den Parteitag. Man habe befürchtet, überhaupt abgewöhnen, so sentimental im Reichstage geleistet hätten, Bebel und er. Für einen Mann, der der Parteitag werde Schwierigkeiten wegen des sächsischen Vereins- fassung, der Parteitag sei eine Blamage und gereiche uns feine Aufgabe ernst auffasse, sei es eine unmögliche Lage, wenn er gesetzes haben, die sächsische Polizei habe sich aber loyaler gehalten zum Schaden, entsteht aus dem Gefühl heraus, daß ein als Verräter beschimpft worden sei und nicht mal die Möglichkeit als die preußische bei der Brandenburgischen Provinzialfonferenz. In großer Teil unsrer Genossen sich immer fragt, ob wir auch vor dem hatte, sich zu verteidigen. der Kampf werde Es kommt aber nur fort Dresden hätten die Frauen teilnehmen können, während sie in Urteil der bürgerlichen Welt bestehen können. gesponnen: Beweis: die hier vorliegende Resolution und Berlin in das Segment verwiesen worden seien. Nach darauf an, daß wir unser Interesse wahren; was die bürgerliche die Artikel in den sich radikal geberdenden Blättern. Es kurzen Hinweisen auf den Vorstandsbericht besprach Redner Welt über uns sagt, ob sie uns lobt oder tadelt, das muß uns hätte nicht der eingebrachten Resolutionen bedurft für ihn, die Debatte wegen der Mitarbeit von Genossen an bürger- gleichgültig sein. So wenig man jedes Wort, das in Dresden zu erklären, daß er vor die Genossen des dritten Wahlkreises trete lichen Blättern. Die unbeschränkte Redezeit habe die Dis- gefallen ist, zu unterschreiben braucht, so sehr man manches bedauern Die Ausund sie fragen müsse, ob sie hinsichtlich dieser Bezweiflung seiner tussion sehr in die Länge gezogen. Braun, der wohl die Kläg- kann, so liegt doch kein Anlaß zur Unzufriedenheit vor. politischen Ehrlichkeit, seiner Zuverlässigkeit, seiner parteigenössischen lichste Rolle von allen gespielt habe, habe das habe das Gefechts- einandersetzungen waren notwendig aus dem inneren Gegensatz Ueberzeugung auf seiner Seite ständen oder nicht, und daraus die feld verschoben und den Streit über die Person Mehrings entfacht; zu den revisionistischen Bestrebungen. Es war ein nicht ganz Konsequenzen zu ziehen.( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) dadurch sei die Debatte überhaupt zu einer persönlichen ausgeartet. ungeschicktes, aber durchaus nicht loyales Fechterkunststückchen, Statt ihre Es ist inzwischen 12 Uhr geworden. Harndt beantragt, die Aber wenn die Debatte auch vielfach Persönliches zu Tage gefördert das die Mitarbeiter der Zukunft" vollführt haben. Debatte zu vertagen und zu der nächsten Versammlung Bebel, der maßlos habe, so sei sie doch im großen und ganzen, abgesehen von einigen Mitarbeit zu rechtfertigen, haben sie das Gefechtsfeld verschoben und 154 Und Singer erklärt in einer persönlichen Bemerkung, daß er nicht um Zurückziehung des letzten gegen die Braunsche Zeitschrift gerichteten Bassus der Resolution ersucht habe. Die Abstimmung über die Resolution erfolgt absatzweise. Der erste Absaß wird einstimmig, der Absatz gegen Auer gegen eine starke Minorität, der Absatz gegen Braun gegen wenige Stimmen angenommen, danach auch die Nesolution im ganzen. find gegen Mehring borgegangen, von dem sie behauptet haben, daß Warnungstafel für bürgerliche Elemente errichtet, das ist der Erfolg| kannte Mönch und Rabbiner in Seines berühmtem Gedicht. Denn gerade er ihnen nicht Moral predigen dürfe. Wir alle wissen, was des Parteitages.( Sehr richtig!) Wenn von den in der Partei darüber könne es gar keinen Zweifel geben: Mehring sei um nichts Mehring gefündigt hat, aber er weiß es auch( Sehr richtig!), und befindlichen Revisionisten welche gehen wollen, mögen sie möglichst besser wie jene, auf seinen alten Posten dürfe er unter keinen Ums wenn wir Genossen Bernhard verzeihen, warum sollen wir dann bald gehen, sie werden nicht so viel Gefolgschaft haben wie auf dem ständen wieder zurückkehren, überhaupt sei es sehr zu bedauern, daß nicht auch Mehring verzeihen, der das eine vor Bernhard voraus Erfurter Kongreß die Unabhängigen, denn bei denen waren doch man einem solchen Manne die Bearbeitung der Parteigeschichte wie hat, daß er der Partei in den letzten Jahren ganz erhebliche Dienste noch Jdeale vorhanden, bei unfren heutigen Revisionisten ist aber auch der Nachlässe von Marg und Engels übertragen habe; dazu geleistet hat.( Sehr richtig!) Durch die Annahme des Vorstands- nur persönlicher Ehrgeiz die Triebfeder. Mögen sie gehen, hätte es auch noch andre talentierte, aber auch moralisch besser beschlusses ist ja die Mitarbeiterfrage an der Zukunft" entschieden, ich sehe keinen Schaden. Auch wenn der Vicekönig von qualifizierte Leute in der Partei gegeben. Kurz und gut, der Parteis es ist aber auch weiter entschieden, daß keiner in Versammlungen als Bayern von seinen Bergen herabsteigt, wird er sehen, daß die vorstand habe auf diesem Gebiete versagt. Der größte Teil des Redner für die Partei und im Namen der Partei auftreten tann, Masse nicht mitgeht.( Heiterkeit.) Falsch aber ist es, daß durch die Dresdener Gezänts hätte längst vorher an andrer Stelle erledigt der Angestellter an einem bürgerlichen Blatte ist. Daß wir Genossen Resolution einzelne hinausgedrängt werden sollten. Hier ist wohl der werden können. Die bald erzielte Einigkeit in der Vice in den Redaktionen von bürgerlichen Blättern haben, hat ja seine Wunsch der Vater des Gedankens. Nichts wäre verkehrter gewesen, präsidenten- Frage streifend, kritisierte Redner dann in scharfen natürliche Ursache. Wir können allen diesen Intellektuellen in als Märtyrer zu schaffen. Jetzt sind die Herren an den Pfahl ge- Worten das Benehmen von Täterow und Hoffmann gegen Auer; unfrer Parteipreffe keine Brotstelle geben. Diese Leute müssen sich nagelt, das hat Herr Harden besorgt. Der„ Borwärts" hat in mißbilligt aber auch das Verhalten Rich. Fischers, der nur die schon an mun genügen lassen, wie viele Beamte und Kaufleute, daß sie die dankenswerter Weise nachgeholt, was er versäumt hatte, und den und für sich so wenig beliebten Berliner noch mehr blank gestellt Bartei materiell unterstützen und ihre Gesinnung durch die Be- Zukunfts"-Artikel in extenso mitgeteilt. Left ihn nur genau, Partei- habe. Zur Frage der Taktik übergehend erklärt Redner sein volles teiligung an den Wahlen bethätigen. Vielfach ist der Fehler be- genossen, Ihr braucht nicht alles zu glauben, wenn Ihr den zehnten Teil Einverständnis mit Resolution 130 und bezeichnet es als ein Kunstgangen worden, solche Intellektuellen sofort beim Eintritt in die glaubt, genügt es.( Große Heiterkeit.) Die Person Bernsteins auf dem stück, wie Singer das durch eine Anzahl Amendements vervollständigte Partei mit führenden Stellen zu betrauen.( Sehr richtig 1) Daran Parteitag war so gut wie ausgeschaltet, da ihn alle seine guten Freunde Ding, welches bis jetzt noch nicht einmal im Vorwärts" richtig haben aber die Genossen ebensoviel Schuld wie diese Intellektuellen schmählich im Stich gelassen hatten. Wir hielten es deshalb nicht mehr zusammengestellt sei, zur Abstimmung brachte. Nach der Abstimmung und ich möchte hier bemerken, mit diesem Zustand muß gebrochen für am Blaze, gegen Bernstein ein Tadelsvotum auszusprechen. aber habe er sich doch gefragt: War es wirklich nötig, diese Summe werden.( Sehr richtig!) Ich bin gewiß stets für möglichste Bermehrung Redner geht dann auf die Affaire Fischer- Auer ein. Die Behauptung von Energie und Kosten für ein derartiges Resultat aufzuwenden? der Mandate im Parlament eingetreten, um solchen Preis aber möchte ich Fischers, er habe schon in der Versammlung der Delegierten in Da antworte er im Gegensatz zu Bebel: Nein. Dieses Resultat kein Mandat mehr erkaufen.( Lebhafter Beifall.) Die Resolution Berlin sich gegen die Wiederwahl Auers ausgesprochen, ist unwahr. fonnte auch ohne jene beschämend schroffen Auseinandersetzungen über die Taktik ist mit sehr großer Majorität gut geheißen worden. Ich habe mich auch in Dresden nicht auf Bebel und Singer berufen. erreicht werden. Es wäre dann auch möglich gewesen, die übrigen Es ist ja Geschmackssache, für eine Resolution zu stimmen, von der Zu Bebel habe ich gesagt: Wenn Auer Sie hier wie in Lübeck Anträge sachgemäß zu behandeln und sie nicht wie beim man ganz genau weiß, daß sie sich gegen einen selbst richtet. Be- lächerlich zu machen suchen sollte, dann geben wir ihm einen ge- Bethlehemitischen Kindermord duzendweise abzuwürgen. Den absichtigt war mit der Resolution, dem Gerede der bürgerlichen Presse, hörigen Denkzettel. Ich weiß, Auer hatte die Taschen voll Material, Antrag des fünften Streises, den nächsten Parteitag in Berlin als machten die Revisionisten nur einen irgend wie nennenswerten wie er es nur zu benuzen versteht, und ich bin überzeugt, meine abzuhalten, hätte er am liebsten zurückgezogen, es sei denn auch kein Teil in der Partei aus, ein für alle mal ein Ende zu machen. Dieser Aeußerung, die ihm rechtzeitig zugetragen wurde, ist eine Warnung Wunder gewesen, daß der Antrag nur acht Stimmen erhalten habe. Zweck ist erreicht worden, trotzdem die Revistonisten dafür gestimmt für ihn gewesen und er hat sich deshalb in den Grenzen bewegt, die Bur Preußenkonferenz bemerkt Redner: Hätten wir die hier haben( Sehr richtig!), und es kann keine Rede davon sein, daß die er thatsächlich dann eingenommen hat. Ich meine auch, wir hatten alle festgelegte Taktik auch schon bei den Reichstagswahlen befolgt, dann Taktik- Debatte wie das Hornberger Schießen ausgegangen sei. Auch Ursache, daß uns das Schauspiel zweier sich fränkender Vorstands- wären die Freisinnigen heute nicht so großmäulig. Er resumierte die Mehrheit der Parteigenossen in den von sogenannten Re- mitglieder erspart blieb. Zwischen Bebel und Auer kann meiner sich dann dahin: wenn der Parteitag auch ein höchst unerfreuliches bisionisten vertretenen Wahlkreisen will von der revisionistischen Meinung nach nicht in der Weise gearbeitet werden, die im Partei- Bild biete, so habe und werde sich doch jeder Genosse mit Einschluß Taktik nichts wissen und steht auf dem Boden der Resolution. Die Interesse notwendig ist. Auer hatte die Absicht, Bebel zu verletzen. der Revisionisten der vorgezeichneten Marschroute fügen; trotz aller Vicepräsidentenfrage war für mich nur ein Symptom des Revi- Die bürgerliche Presse sagt: Seht, selbst der Vorstandskollege Auer momentanen Mißstimmung bestehe kein Grund, an der weiteren Ausfionismus, ob bewußt oder unbewußt der erste greifbare Vorstoß des giebt auf Bebels Schreibereien nichts. Das ist aber doch ein un- breitung der Partei und an der Thatkraft ihrer Führer zu zweifeln. Revisionismus.( Sehr richtig!) Unfre Taktit, die uns zu Feinden der haltbarer Zustand. Ich habe nichts persönlich gegen Auer, er mag( Lebhafter Beifall.) bürgerlichen Gesellschaft macht, darf nicht geändert werden, das End- sein Bestes gethan haben, aber ein Zusammenarbeiten mit Bebel In der Diskussion verbreitete sich Biniszkiewicz des ziel darf nicht als Reliquie in den Silberschrank gestellt und nur alle halte ich für unmöglich. Da steht mir die Partei höher als die längeren über die polnischen Partei- Angelegenheiten und bedauert, fünf Jahre dem erstaunten Volte wie bei einer katholischen Prozession Berson. Im Gegensatz zu Singer bitte ich Sie, auch den Auer be- daß die deutschen Genossen nur sehr mangelhaft darüber unterrichtet gezeigt werden. Daß wir gesetzgeberische Verbesserungen für die treffenden Paffus anzunehmen. Singer hat auch um die Zurückziehung sind. Den Bericht Gerischs auf dem Parteitage bezeichnete er in Arbeiterklasse mitnehmen, darüber sind wir alle einig, wir wären des letzten Passus gegen Braun gebeten, weil der Vorstandsbeschluß wesentlichen Punkten als falsch. nicht wert, im Reichstag zu sizen, wenn wir das nicht thäten. Das schon vorliege. Es ist aber notwendig, daß sich die Masse hinter Wels widerspricht dem Vorredner mit dem Hintveis darauf, unterscheidet uns aber von den Revisionisten, daß wir diese Ver- den Vorstandsbeschluß stellt. Die Braunsche Zeitschrift ist übrigens daß wenn es auf jedem Parteitage eine Polendebatte giebt, dann besserungen nur als Abschlagszahlungen hinnehmen, uns dadurch nur möglich geworden durch die Wahl Brauns in den Reichstag. naturgemäß das allgemeine Interesse dafür erheblich zusammens nicht für befriedigt erklären und unser Endziel immer und immer Ohne den Titel Reichstags- Abgeordneter hätte er das Unternehmen schrumpfen müsse. Im Gegensatz zu Liepmann sieht er in den wieder propagieren. Nur für das Endziel ist auch die Masse bereit, nicht wagen können.( Sehr richtig!) Die Zeitschrift wird allgemein Auseinandersetzungen in Dresden nicht ein Litteratengezänt, sondern die kolossalen Opfer zu bringen, die sie bringt, Reformen und Re- verurteilt, sogar vom Correspondent" der Buchdrucker.( Heiterkeit.) den Ausdruck des Volkswillens, der dort mit elementarer Gewalt förmchen können sie dazu nicht veranlassen. Wenn die Revisionisten Die erste Nummer ist erschienen, sie hat ein sehr merkwürdiges zum Ausdruck kam. Bebel möge sich wohl im Ausdruck vergriffen fagen, auch fie toollen die bürgerliche Gesellschaft beseitigen, so Gesicht, nämlich das der„ Monatshefte", wenigstens ein paar Finger haben, doch in der Sache selbst habe er unzweifelhaft recht gehabt. glaube ich ihnen das aufs Wort. Aber man muß diese Beseitigung breit oben auf dem Umschlag.( beiterkeit.) Gegen ein derartiges Redner unterzieht hierauf die Mitarbeit von Partei- Angehörigen an der bürgerlichen Gesellschaft auch fortgesetzt propagieren und stets fapitalistisches Unternehmen ist Front zu machen.( Beifall.) Redner bürgerlichen Blättern im allgemeinen und das Verhältnis von diesen legten großen Kampf vorzubereiten suchen. Unser Verhalten schließt unter lebhaftem Beifall mit der Verlesung eines Urteil über Bernhard, Göhre, Braun und Heine zu der Hardenschen Zukunft" im im Parlament muß stets von den grundsätzlichen Auffassungen unfres den Parteitag aus dem„ Leipziger Tageblatt", das die bürgerlichen besonderen einer schonungslosen Kritik. Er will zwar auch hoffen, daß Parteiprogramms diftiert sein. Deshalb war die Debatte in Dresden Parteien ermahnt, sich an der Socialdemokratie ein Beispiel zu die Mehrheit der Revisionisten, getreu ihrer eignen Abstimmung, sich notwendig und wir brauchen uns kein Taschentuch vor die Augen zu nehmen. der alten Partei- Anschauung wieder unterwerfen werden, jedoch findet nehmen und uns ihrer zu schämen. Wer in Dresden war, hat ge Nach kurzen Bemerkungen Flatos, in denen dieser sich gegen er die fortgesetzte Haltung einiger Führer derfelben, wie sie sich gegenfühlt, daß es ein historischer Moment für die Partei war, daß es die ganze Resolution ausspricht, wird die Debatte durch einen Schluß- wärtig wieder in der Münchener Post" offenbaren, wenig vertrauenfich um Sein oder Nichtsein der Partei gehandelt hat.( Beifall.) antrag geschlossen. erweckend. Der Parteitag habe immerhin das Gute gehabt, den Was die Resolution anlangt, so will ich mich in ihre einzelnen Fragen Massen die Augen zu öffnen. Es flaffe thatsächlich ein tiefer Riß in nicht einmischen. Der letzte Absatz über die Braunsche Zeitung ist den Anschauungen der leitenden Genossen und Kautsky habe recht, eigentlich überflüssig, da der Vorstand ja bereits durch seine Erwenn er von betwußten und unbewußten Revisionisten spreche. flärung im Vorwärts" dazu Stellung genommen hat. In der Leztere fäßen hauptsächlich in den Gewerkschaften. Er sei zwar auch bürgerlichen Bresse wird diese Erklärung ja schon wieder als ein AnGewerkschaftler, doch niemals würde er das Programm verleugnen. griff auf die Meinungsfreiheit in der Partei hingestellt, davon kann ( Erregte Zwischenrufe: Wer will denn das? Robert Schmidt aber gar keine Rede sein. Die Braunsche Zeitschrift ist ein reines ruft: Demagogie! Ein andrer Genosse: Unbewußte Demagogie!) Privatunternehmen, und es ist selbstverständlich, daß die ParteiWels entgegnet auf die Zwischenrufe und schließt seine Ausführungen, Institute und-Drgane diesem Privatunternehmen nicht zur Verindem er das alte Geleise der Tattit als das beste bezeichnet. fügung stehen. Db es notwendig war, die Resolution auf die Frage Fränkel wundert sich, daß Liepmann Vollmars Rede nicht der Mitarbeiterschaft Auers an den Socialistischen Monatsheften" erwähnt habe, denn seiner Meinung nach sei Bebel von Vollmar auszudehnen, will ich Ihrem Urteil überlassen. Sachlich stimme ich Die Generalversammlung des socialdemokratischen Vereins gab glänzend widerlegt worden.( Zwischenrufe: Oho!) Was die dem Gedanken ja bei, ich möchte Sie aber doch bitten, diesen Bassus zunächst ihre Zustimmung zur Aufnahme von 27 neuen Mitgliedern. Differenz Bebels mit dem„ Borwärts" anbelange, so vermöge er aus der Resolution herauszulassen, damit nicht noch ein neues Eine Resolution Fränkel, die eine bessere Versammlungs- Bericht nicht einzusehen, weshalb Bebel mehr Rechte eingeräumt werden persönliches Moment, das übrigens mit der ganzen hier in Rede erstattung des Vorwärts" wünscht, wurde der Preßkommission zur sollen, als dieser selbst andren einräume. Bei einem Artikel, den stehenden Frage nicht zusammenhängt, in die Debatte getragen Erwägung überwiesen. die Redaktion früher dem Redner abgelehnt habe, sei es gerade wird. Unter lebhaftem Beifall schließt Redner mit dem Appell an Liepmann gab den Bericht vom Parteitag. Mit Bebel gewesen, der in der Preßkommission den Entscheid der die Versammlung, sich durch Ueberschäßung von Aeußerlichkeiten die Rücksicht auf die ausführlichen Vorwärts"-Berichte erklärte Redner, Redaktion gut geheißen habe. In der Frage der Taktik halte er es Siegesstimmung, in der sich die Partei mit Recht befinde, nicht ver- fich mehr auf ein Stimmungsbild von der Dresdener Woche be- mit Vollmar und Auer, die im Gegensatz zu Bebel sagten: Wir bittern zu lassen. Unfre Taktit, die das Socialistengeset herauf schränken zu wollen. Mit Stolz wolle er vorher aber fonstatieren, waren niemals einiger wie jest. Wenn trotzdem von„ Vertuschen" beschworen, die es aber auch zertrümmert hat, muß die alte daß die in Deutschland so gut gehaßten Berliner direkt oder indirekt und„ Komödienspiel gesprochen sei, so fallen diese Worte auf ihre bleiben.( Beifall.) über 4 Million Mark, also etwa ein Drittel der diesjährigen Urheber zurück, denn die seien mitschuldig an den Zuständen, über Schulzti: Wir haben dem Parteitag mit einem Hochgefühl Gesamtparteigelder an den Parteivorstand abgeführt hätten; ein die sie jezt so radikal schimpften. Die Resolution 130 werde an entgegengesehen, aber beim Lesen der Berichte ist uns sozusagen Verhältnis, mit dem sich auch nicht ein einziger der andren Partei- dem Gang der Dinge in der Partei absolut nichts ändern. der Appetit vergangen. Er war geeignet, unser Siegesgefühl etwas Drte auch nur annähernd messen könne. Diese Thatsache scheinen Friedländer heißt in Ergänzung des Liepmannschen Berichts zu dämpfen. In Dresden ist eine Definition des Begriffes Revisio- die Genossen im Reiche aber kaum genügend zu würdigen, sonst den Beschluß über die Maifeier gut. So sei jezt denjenigen Gewerk nismus nicht gegeben, und ich möchte meinen, daß die Erscheinung wäre es unverständlich, wie sie ihre Animosität gegen Berlin soweit schaften, die wegen der Unkosten für Ausgesperrte auf eine Abschaffung des Revisionismus ursächlich mit der schnellen Beförderung von treiben konnten, nur einen einzigen Berliner, den Genossen der Arbeitsruhe am 1. Mai hinstreben, Gelegenheit gegeben, auf dem bürgerlichen Elementen in erste Parteistellungen zusammenhängt. Pfarr, mit Ach und Kontrollkommission nächsten Internationalen Kongreß ihren diesbezüglichen Wünschen ( Sehr richtig!) Was Bebel in Dresden gesagt hat, hätte er, wenn hineinzuwählen. Bedauerlich sei es auch, daß die Kon- entsprechend zu wirken. Den Antrag Friedeberg, betreffend eine es auch, auch manche Entgleisung darin enthalten war, schon früher fagen trolleure dem Genossen Berthold, der die Hardensche Zukunft" Erörterung des Generalstreifs, habe er unterstützt, um die Masse mit sollen. Ich meine, wenn Göhre, Bernhard und Braun gewußt verantwortlich gezeichnet habe, nicht die Parteizugehörigkeit ab- der Möglichkeit eines solchen als Abwehrmittel gegen die llebergriffe hätten, wie fich Harden ihnen gegenüber verhalten würde, gesprochen hätten. Redner bemängelte alsdann die Art der Wort- der herrschenden Klassen vertraut zu machen. Im übrigen glaubt er sie hätten den Verhandlungen in Dresden ein andres Ge- meldung auf dem Parteitag, wodurch es auch ihm unmöglich ge- auch, daß die Revisionisten außer Braun usw. ehrlich eingeschwenkt präge gegeben. Was Harden über seine früheren Mitarbeiter worden sei, sich an der Debatte zu beteiligen. Was die Berhand sind. Das hindere ihn jedoch nicht zu erklären, daß die Litteratensagt, wird, glaube ich, der Beweiskraft nicht entbehren. Das Wort lungen über die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern anbelangt, so Debatte auf dem denkbar niedrigsten Niveau gestanden Bebels von den Proletariern in gehobener Lebensstellung ist sei dieselbe wirklich zu einem häßlichen Litteratengezänt ausgeartet. habe. Dafür sei die große Schlacht am 16. und 25. Juni bielfach angegriffen worden. Es ist aber wahr und hat einen realen Wohl sei es notwendig, verflachenden Tendenzen in der Partei nicht geschlagen worden. Wenn immer gesagt werde, ders Hintergrund, nur brauchen sich nicht diejenigen getroffen zu fühlen, entgegenzutreten, doch die Art wie das in Dresden geschehen sei. artige Debatten schaden uns nichts, so frage es sich doch die durch das Proletariat felbft in bessere Stellungen aufgerückt wirte abstoßend. Immerhin habe es sich hier gezeigt, wohin es sehr, ob sich die Partei eine derartige schmutzige Wäsche noch ein sind. Wenn es sich die aber, auf die es gemünzt war, hinter die führe, wenn durch die Schuld der Arbeiter selbst akademische Streber, zweites oder drittes Mal werde leisten können. Seiner Ansicht nach Ohren schreiben, dann wird es gut sein. Mandatsschiebereien a la ohne daß ste sich in der Partei erst die Sporen verdienen, in müsse eine gründliche Reinigung in den einzelnen Wahlkreisen, nicht Bernhard müssen fünftig unmöglich gemacht werden, ich glaube nur, Führerstellungen hineingehoben würden. Glücklicherweise sei dies aber vor den Augen der ganzen Welt vorgenommen werden. Nedner daß Bernhard nicht der einzige war, der durch solche Schiebungen im fünften Kreise noch nicht vorgekommen. Hier müsse nach alter bittet, ihm dem Genossen Bernhard gegenüber einen kleinen ein Mandat erhalten hat.( Sehr richtig!) Was die Affaire Fischer Gepflogenheit erst jeder etwas für die Partei geleistet haben, Freundschaftsdienst zu gestatten. Wenn Bernhard auch mit dem anlange, so müsse er jedem Delegierten das Recht zugestehen, ehe er mit einer Führerrolle betraut wird, deshalb habe der fünfte Artikel Barteimoral", der in Form und Inhalt zu mißbilligen sei, auszusprechen, wen er als Vorstand wählen wolle. Bon der Kreis auch noch keine trüben Erfahrungen mit seinen Akademikern unüberlegt gehandelt habe, so möge man über ihn doch nicht so Resolution bitte er, die Säße über Auer und Braun abzulehnen. Man gemacht. Er sage: So wie jeder Mann die Frau hat, die er ver- schroff urteilen, denn er meine es trotzdem ehrlich mit der Partei. fönne es genug sein lassen des grausamen Spiels und brauche zu dient, so habe auch jeder Kreis die Akademiker, die er verdient. An Er, Redner, wisse aus bester Quelle, daß Harden gelogen habe, den vielen Tritten nicht noch einen Tritt hinzuzufügen. sich sei die Litteratendebatte geradezu unschön gewefen. Bebels als er schrieb, Bernhard werde nunmehr sein Pseudonym ändern. Adolf Hoffmann: Ich bin im großen und ganzen mit 31stündige Rede habe auf die Delegierten solche Wirkung ausgeübt, Liepmann geht in seinem Schlußwort auf die verschiedenen Singer einverstanden. Die Parteitage sind doch nicht bloß dazu da, daß, wenn er den Ausschluß sämtlicher Revisionisten aus der Partei Einwürfe der einzelnen Redner ein. Es erscheint ihm auch daß wir den Gegnern unfre Muskeln zeigen, sondern wir müssen uns beantragt hätte, dieser wohl sofort erfolgt wäre. Doch als man erst wünschenswert, daß die Genossen später etwas eingehender über auch gegenseitig mal am Stopfe nehmen.( Heiterkeit.) Singer hat recht, eine Nacht geschlafen habe, da sei auch die nüchterne Ueberlegung die Polenfrage informiert werden. Mit Wels stimme er in der daß von den Mitarbeitern an der Zukunft" das Gefechtsfeld verschoben allgemein wiedergekehrt, und man habe sich gesagt: Nein, so geht Hauptsache sachlich überein, nur gebe er seiner Meinung nicht in so ist. Ihr Coup war lange vorbereitet.( Ruf: Bei Harden!) Das wird das denn doch nicht. Bebel habe, das müsse trotz aller Ehrerbietung, schroffer Weise Ausdruck wie dieser. Darüber könne fein Zweifel uns Harden wohl noch selber erzählen, denn auf dem Barteitag cirkulierte die ihm jeder bezeige, gesagt werden, in der Form seiner Angriffe bestehen: mit Leuten wie Braun, Göhre ze. dürfe die Partei nichts schon ein von Bernhard gezeichnetes Flugblatt, überschrieben: Franz weit über das Ziel hinausgeschossen. Die ganze Litteratendebatte mehr zu thun haben; auch Bernhard sei nicht weiß zu waschen. Mehring der Citierfünstler. Weil man diese Leute an den Ohren hätte gespart werden können, wenn der Parteivorstand der ihm auch in Mehring aber eigne sich unter feinen Umständen mehr für seinen nehmen wollte, haben sie sich hinter Mehring verkrochen und gesagt: dieser Hinsicht obliegenden Pflichten sich gewachsen gezeigt hätte. Dies sei bisherigen Posten, auch dann nicht, wenn zehn Bebels das Gegenteil der ist noch viel schlechter als ivir.( Große Heiterkeit.) Ich bin der jedoch leider nicht der Fall gewesen. Wußte der Parteivorstand, behaupten sollten. Nach und nach werde nach dem Dresdener Krach letzte, der Mehring verteidigen will, das kann er selber thun; aber was die Bernhard, Göhre, Braun usw. für Leute waren, dann hätte ja wieder Ruhe eintreten, deshalb bitte er die Genossen, sich troz wenn diese Leute Mehring für so schlecht halten, dann hätten sie er rechtzeitig vor ihnen warnen müssen. Leider müsse aber konstatiert aller dieser Unannehmlichkeiten die Freude an fernerer Parteiarbeit längst zu seiner Organisation gehen müssen. Göhre hat in Dresden werden, daß im Parteivorstand nicht die erforderliche Einigkeit nicht verekeln zu lassen.( Beifall.) gesagt, er habe die Zukunft" nicht genau gekannt; jetzt erfahren herrscht. Die dortigen Genossen verkehren nicht mit einander wie Nach Schluß der Debatte erhielt noch der Abgeordnete des wir, was Wahrheit ist, und ich fürchte, wir erfahren noch viel mehr. Leute, die die Partei groß gemacht und gemeinsam vieles für fie Streises, to b. Schmidt, das Wort zu einer Erklärung, in der ( Sehr richtig!) Ohne die Dresdener Debatten würden diese Leute geduldet und erlitten haben, sondern wie Angestellte eines großen er entschieden die Verleumdungen zurückweist, die Wels gegen eine gewiß weiter geschrieben haben in der Zukunft", bloß unter einem Betriebes, die wohl gemeinsam mit einander arbeiten müssen, sich Reihe ehrenwerter Leute ausgesprochen hat, mit denen er( Schmidt) andren Pseudonym.( Nuf: Bernhard!) Ich meine nur, Bernhard persönlich aber ziemlich fühl gegenüberstehen. So könne das auf viele Jahre Schulter an Schulter in freundschaftlicher Weise im wäre nicht der einzige. Den Begriff Revisionismus einheitlich zu die Dauer nicht weitergehen. Wenn der Parteivorstand zu flein fei Interesse der Arbeiterschaft gewirkt und gekämpft habe.( Allgemeine definieren, ist sehr schwer. Der eine schwärmt für Kanonen, der andre und zuviel Arbeit habe, dann müßten eben Sekretäre angestellt Rufe: Was für Leute? Namen nennen!) für Stolonien, ein dritter für Religion( Heiterkeit.), ein vierter für werden. Unbedingt müßten die Mitglieder des Parteivorstandes ge- Nach Annahme der bereits mitgeteilten Resolution machte der halbe Programmforderungen, ein fünfter für Jesuitenmoral und jetzt nügend Zeit haben, sich auch um die einzelnen Wahlkreise fümmern Vorfißende Leo 3ucht u. a. noch den Vorschlag, die Parteitagsfommt vielleicht noch eine neue Spielart hinzu, die für Patriotismus. zu können, sonst verlieren sie die Fühlung mit der Partei. Und dann Protokolle an Wahlvereins- Mitglieder zum Vorzugspreise von 10 f. ( Ruf: Maurenbrecher! Große Heiterkeit.) Der Revisionismus ist aber fomme es auch naturgemäß zu so unerquicklichen Auseinandersetzungen pro Stück abzugeben. Die Versammlung erklärte sich damit eins in der Partei start überschätzt worden. Das ist durch den Ausgang über solche tatilinarischen Existenzen", zu denen ich auch Mehring verstanden. Die Berichterstattung über die Provinzialfonferenz der Taktikdebatte festgestellt. Wir haben durch die Resolution eine rechne, diese ständen in einem Verhältnis zu einander wie der be- wurde vertagt. ( Schlnß in der 2. Beilage.) " Der zweite Punkt der Tagesordnung, die Berichterstattung über die Brandenburger Konferenz, wird der späten Stunde wegen abgesetzt. Fünfter Wahlkreis. " in " Berantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 229. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 1. Oktober 1903. Die Berliner Parteigenossen und der zur Partei übertretenden akademikern entgegengebracht werde, grenze versöhnlichen Opposition gegen den Bourgeoisstaat kein Socialismus Inmin bttin Parteitag. ( Schluß aus der 1. Beilage.)] Sechster Wahlkreis. stehenden Das könne man zumessen. " " Vertrauensstellungen gelangen. Die Verehrung, die vielen soeben zeigte, daß außerhalb des Bodens des Klassenkampfes und der uns mitunter an Verhimmelung. Es bestehe eine förmliche krankhafte möglich ist". Die Agitation durch Redner wurde vom Centralmattones Sucht, Akademiker mit Ehrenämtern zu überschütten. Wenn sich rat nach Maßgabe seiner Kräfte und Mittel betrieben. Zu be= hierin die Parteigenoffen etwas Reserve auferlegen, wird es rücksichtigen ist dabei die leider, geringe Zahl der Abgeordneten( 12), besser werden. Dann wird auch der Zulauf von der bürgerlichen die außerdem durch die parlamentarische Arbeit stark in Anspruch Den Bericht vom Parteitag gab Frey thaler. Es sei dies- Seite aufhören. Die Verhandlungen über die Taktik haben ihn in genommen werden. Ein fernerer Mißstand ist die unüberwindliche mal feine angenehme Aufgabe für die Delegierten, den Bericht über keiner Weise befriedigt. Man ist da teilweise gegen etwas los- Tendenz der Gruppen, meistens Abgeordnete als Redner zu fordern, die Thätigkeit des Parteitages zu geben, weil die beiden haupt- gerannt, was gar nicht existiert. Es sei nicht gesagt worden, was was übrigens sich daraus erklärt, daß die Agitatoren, die nicht Abs fächlich erörterten Fragen einen weit größeren Raum in Anspruch denn eigentlich„ Revisionismus“ ist. Es giebt unter den Revisionisten geordnete sind, weniger Zuhörer anziehen und mehr Kosten vergenommen haben, als ihnen zufäme. Am allerunangenehmsten sei auch nicht einen, der etwa heute noch auf Bernsteins Voraus- ursachen, da sie keine freien Eisenbahnkarten haben. Immerhin hat die Debatte über die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern feßungen" schwört. Der ganze Unterschied bestehe in der Auffassung sich der Centralrat durch eigne Delegierte vertreten lassen auf 28 gewesen. Es sei überhaupt bedauerlich, daß sich der Parteitag mit über die positive oder praktische Mitarbeit und die Art ihrer Be- von den im Geschäftsjahre abgehaltenen 37 Kongressen der einzelnen Dieser Frage beschäftigen mußte, da man von Genossen, die berufen thätigung, wie das in dem Antrage Timm ausgedrückt sei. Ins- Föderationen. Außerdem beteiligte er sich an 115 Voltsversamm feien, werbend und aufklärend im Volke zu wirken, wohl die Ausarbeitung von Gesezentwürfen Sache der Geheimräte sei. Folgt eine Aufzählung der einzelnen Städte und der vom Centralrat besondere wendet sich der Redner die Ansicht Bebels, wonach lungen mit 36 Rednern in 40 Departements und 82 Städten. Hätte erwarten können, daß fich dieselben über die Unzulässigkeit der Mitarbeit an den in Rede geradezu als ein geistiges Armutszeugnis entsandten Redner: Guesde sprach in 26, Abg. Constans in 18, bürgerlichen Blättern flar seien. Redner schildert sodann die für die focialdemokratische Reichstagsfraktion auffaffen. Wenn bei- Abg. Thibrier in 12, Dubreuilh in 11, Abg. Dejeante in 10, Abg. Entstehung der Mitarbeiterfrage. Wenn sich die betreffenden Ge- spielsweise die Heimarbeiter warten sollen, bis ihnen der preußische Delory, Pedron, Roland, Roldes in je 9, Abg. Vaillant in 7, Brade nossen vor dem Parteitage bemüht hätten, die Stimmung der großen Geheimrat ein Schutzgesetz ausarbeitet, können sie warten bis zum in 6, Lafargue und Roussel in je 5, Paul- Louis und Abg. Sembat Masse der Parteigenossen hierüber kennen zu lernen, dann hätten St. Nimmerleinstage. Aehnlich liegt es beim Bergarbeiter und in je 4 Versammlungen u. f. f. In dieser Aufzählung sind die sie sich ihre Ausführungen auf dem Parteitage erspart. Wenigstens als auf der andern Seite eine Anzahl undulofamer Genossen, an nicht einbegriffen. Eine besondere Erwähnung verdient die KundSeemannsschutz. Es giebt weniger eine revisionistische Strömung, Wahlversammlungen und ferner drei große Meetings in Paris aber könne man mit dem Beschluß, den die Litteratendebatte ge- deren Spizze Bebel steht. Man solle mehr Toleranz gelten laffen. gebung in Fourmies unter Beteiligung von 10 000 Personen. In zeitigt habe, zufrieden sein. Hervorzuheben sei aber doch, daß sich unter den Gegnern dieses Beschlusses sogar 11 Abgeordnete be- Für das Vorgehen Stadthagens in Sachen Bebel- Vorwärts" fehle ihm Bezug auf die Wahlaktion, sagt der Bericht, hat der Centralrat funden haben, die also thatsächlich jede Fühlung mit den An- jede parlamentarische Bezeichnung. Wenn mehr Toleranz herrschte, dann feine Aufgabe feineswegs gebührend erfüllt. Entgegen den gefaßten schauungen ihrer Wähler verloren zu haben scheinen. Daß die Debatte würde es auf den Parteitagen nicht zu derartigen Debatten tommen. Beschlüssen hat man sich nicht an allen Kammer- Nachwahlen bes einen so breiten Raum eingenommen und eine so unerquickliche ge( Teilweiser Widerspruch.) Wenn alle, die im Wahlkampfe Schulter teiligt, sondern nur an der Hälfte derselben. Dabei hat die Partei worden sei, ſei hauptsächlich auf das Conto des Dr. Braun zu sehen, weil an Schulter gekämpft habent, auf dem Parteitag erklären konnten, eine wirksame Campagne nur in fünf bis sechs Fällen geführt. dieser als erster Redner die Debatte sofort auf persönliches Gebiet sie stehen auf dem Boden des Klaffenkampfes, des focialdemo- In den Senatswahlen( Januar 1903) haben die Parteikandidaten insgesamt 331 Stimmen erhalten. Ferner verzeichnet hinübergeleitet habe. Wenn nun aber auch allem Anschein nach für kratischen Programms, so haben wir ihnen das zu glauben. Stoch schließt sich den Ausführungen der ersten beiden Redner der Bericht mehrere Erfolge in den ergänzenden Bezirksrats- und viele Delegierte die Ausführungen über Mehring etwas Neues ge- an. Meier geht auf die Schriftsteller- Debatte ein und empfiehlt, den Gemeinderatswahlen. Zum Centralorgan, dem wöchent wesen seien, so stehe es doch fest, daß man denselben nicht folche man solle nicht päpstlicher sein als der Papst und nicht härter ver- lichen„ Socialiste", übergehend, bespricht der Bericht die verschieden Bedeutung beigelegt und die Debatte sicher wesentlich abgekürzt urteilen wollen, als es der Parteitag gethan hat. Wenn Harden artigen Kritiken gegen den Inhalt des Blattes, die aber alle darauf hätte, wenn die jetzt erfolgten Veröffentlichungen Hardens schon damals für seine weiteren Behauptungen teine documentarischen Beweise bei- zurückzuführen sind, daß der Umfang des Socialiste" zu klein ist. bekannt gewesen wären. Wenn Bebel vorgeworfen werde, daß auch bringen könne, so sei denselben nicht so erheblicher Wert bei- Dieser Mißstand ist aber nicht zu beheben, solange die Abonnentens er zu weit gegangen, so könne man dem in manchen Einzelheiten bei- Dieser wohl zustimmen, aber es feien hier auch scharfe Worte am zahl nicht groß genug wird. Doch ist im letzten Jahre der Inhalt Ledebour schließt sich letzterer Ansicht an. Es sei auch zu des Blattes merklich besser ausgestaltet worden, trotzdem die Blaze gewesen. Und gerade die jetzt veröffentlichten Ausführungen wünschen, daß die Beschuldigten selber die Einsetzung eines Schieds- Abonnentenzahl kaum hinreicht, um dessen Eristenz zu sichern. Weiter Hardens über Bebel zeigen doch klar genug, ives Geistes Kind der erstere ist. Diese Anwürfe treffen die ganze Partei und für gerichts beantragen. Allerdings handele es sich nicht allein um die mahnt der Bericht zu einer fleißigeren Abnahme der Broschüren des " Zukunft", sondern auch um die Mitarbeit an andren Blättern, wie Parteiverlags. So aber war die Partei außer Stande, im abs solchen Mann haben die betreffenden Genossen als Mitarbeiter ge-" Morgenpost" und dergl. Die fachliche Erörterung dieser Frage auf gelaufenen Jahre mehr als zwei neue Broschüren herauszugeben, schrieben. Mit dem Verlauf der Debatte über die Taktik erklärt sich dem Parteitage hätte in zehn Minuten erledigt sein können, wenn eben und verschiedene Arbeiten der Genossen Guesde, Lafargue u. a. Redner vollauf befriedigt. Dieselbe habe alle Prophezeiungen über Spaltung und dergleichen wieder einmal glänzend ad absurdum nicht, um die Sache zu verschleiern, die Debatte auf persönliches Gebiet mußten einem Privatverleger zur Veröffentlichung übergeben geführt. Auch hier könne man den Ausführungen Bebels in der getragen worden wäre. Gegenüber Käming führt Ledebour aus, daß werden. Sache vollſtändig zustimmen an den man sich auf dem Parteitage wohl über die revisionistische Richtung Sache vollständig zustimmen. Nur einem Wunsche möchte er, Redner, flar gewefen fei. Kautsky habe dieselbe flar und deutlich dargestellt. als im Vorjahr. Sämtliche Föderationen mit Ausnahme derjenigen Die Zahl der Föderationen beträgt 38, nur 2 mehr hier Ausdruck geben, nämlich daß, wenn der Genosse Bebel sagt, daß Ein charakteristisches Beispiel für das Vorhandensein des Revisionismus von Lozère, find in boller Thätigkeit. Berfallen ist die Föderation er im engsten Zusammenhang mit dem Fühlen und Denken der sei doch die Thatsache, daß es gerade Revisionisten seien, welche an von Seine- Inférieure, dagegen find neu beigetreten die Föderationen Partei stehe, er das in Zukunft noch viel mehr bon der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern nichts Bedenkliches finden, von Loiret, von Lorraine, Lot- et- Goronne und Vaucluse. Folgen allen Bartei- Inftitutionen mit vollem Recht möge sagen fönnen. Die Stellungnahme Bebels gegen die Berliner Preß- sondern diefelbe sogar für notwendig halten. Die geforderte detaillierte Angaben über die Stärke und den Zustand der einzelnen Die Stellungnahme Bebels gegen die Berliner Breßtommission beweist, daß das in allen Bartei- Angelegenheiten bisher Toleranz fäme auf die Beiseiteschiebung der Antirevisionisten hinaus. Föderationen. Am stärksten sind die von Nord, Seine, Aube und kommission beweist, daß das in allen Partei- Angelegenheiten bisher Die scharfe Sprache Bebels sei jedenfalls auf den Verdruß desselben Allier, die unabhängig vom Centralrat eine äußerst energische nicht vollauf zutraf.( Bustimmung.) In Klarster Weise habe Kautsky die Taktik gewiesen, und die Revisionisten sind, außer Bernstein, auf zurückzuführen, daß er selber sich einige Male in der Fraktion Agitation entfalten. Weiter moniert der Bericht die lässige Zahlung diese Ausführungen nicht eingegangen. Auch hier müsse wieder hat verleiten lassen, sich auf die Seite der Revisionisten zu stellen, der Parteibeiträge durch eine erhebliche Anzahl Föderationen. Sonst hervorgehoben werden, daß mehrere Abgeordnete gegen die Resolution o ihm dann die gegenteilige Meinung eben so scharf gesagt worden haben sämtliche Föderationen eine rege Agitation betrieben. Auch hervorgehoben werden, daß mehrere Abgeordnete gegen die Resolution sei, wie den andren. Praktische Arbeit sei aber z. B. gerade in der sind die Beziehungen zwischen ihnen und dem Bureau des Central rates betreffs der Taftit gestimmt haben. Ueber die sonstigen Verhandlungsgegenstände berichtet Redner in gedrängter Kürze. In der bekannten Bolltarif- Debatte von dem radikaleren Flügel geleistet worden. immer enger geworden. Mit einem Wort, die föderale Organisationsform hat sich bes Episode, die fich bei der Wahl des Parteivorstandes zugetragen, sei die Redner geht dann auf die Gründe ein, die gegen die Ausarbeitung Berliner Delegation unverschuldeterweise in eine peinliche Situation ganzer Gefeßentwürfe sprechen. Allerdings sei Bebels Ausspruch währt. Wir können unsre Föderationen mit dem Gefühl der lebergebracht worden. Es wäre richtiger, wenn man Bedenten gegen Kenntnis Mißdeutungen ausgesetzt, aber derselbe resultiere nur aus der legenheit den ähnlich genannten Gruppen gegenüberstellen, die sich der praktischen Verhältnisse. die Wahl dieses oder jenes Genossen habe, das offen heraus zu sagen. demokratie eine Minoritätspartei ist, sei die Ausführung des find reell, aktiv, ihrer Mission sich bewußt. Sie handeln in ihrem Solange die Social- im Gefolge irreleitender Elemente befinden. Alle unsre Föderationen Das Gesamtergebnis der Parteitagsverhandlungen faßt Redner dahin Gedankens zivedlos. zusammen, doch trotz alledem Klarheit darüber geschaffen sei, daß es praktischem Revisionismus an, die besonders von dem Abgeordneten viele lebendige Einheiten und fräftige Anziehungspunkte. Dabei Redner führt dann mehrere Beispiele von Wirkungsfreis vollständig frei und unabhängig, sie bilden ebensoein Baftieren mit der bürgerlichen Gesellschaft nicht geben könne, ein Baltieren mit der bürgerlichen Gesellschaft nicht geben könne, Beus ausgehen. Leider würde derartiges in der Parteipreffe viel aber bilden sie ein zusammenhängendes Parteiganzes- im Gegensatz daß die Partei auch weiterhin den Klaffenkampf mit aller Schärfe zu zu sehr vertuscht. Und vom„ Vorwärts" würden folche Bertuschungs- zu den ministerialistischen Föderationen, von denen nur 5 bis 6 wirkführen gewillt sei. In der Diskussion wendet sich Kiesel unter lebhafter Bu- versuche noch unterstützt, wie sich in dem Fall E. Fischers, des Re- lich lebensfähig sind und die durch nichts weiter lose zusammenstimmung der Versammlung gegen die revisionistischen Bestrebungen dakteurs des„ Armen Teufel", gezeigt habe. Aus der bürgerlichen gehalten werden, als durch die Vorurteile gegen die revolutionärs im allgemeinen und die an bürgerlichen Blättern thätigen partei- Presse sei ihm nur ein einziger ähnlicher Fall von Vertuschung be- socialistischen Organisationen, die sich in den P. S. de F. vereinigt genössischen Schriftsteller im besonderen. Es sei notwendig, daß kannt, nämlich die Art des Dr. Dertel. Leider habe derselbe in haben. Sie Genossen des sechsten Streises sich mit diesen Leuten einmal visionismus abgethan sei, giebt sich Redner nicht hin. Aber die sich bereits ein Schwanken in den Reihen der autonomen Föde Fischer eine Nachahmung gefunden. Der Hoffnung, daß der Re- Doch sind diese Vorurteile auf die Dauer unhaltbar. Es zeigt energisch auseinandersetzen. Harden könne man gewissermaßen dankbar sein, daß er einer Anzahl Leute die Maske vom Gesicht geriffen späteren Auseinandersetzungen seien durch den Beschluß des Parteitages rationen. Der Bordeaux- Kongreß hat den Blindesten die Augen habe, die sich als Parteigenossen gerieren. Mehring habe bisher den Täterow nur von ihren Rechten Gebrauch gemacht. Wenn diese heran, bis zum nächsten Jahre wird er seine hauptsächlichsten erleichtert. In Sachen der Vorstandswahl haben Hoffmann und geöffnet.„ Der endliche Berfall( der jaurèsistischen Partei) rückt Standpunkt des llaffenbewußten Proletariats in flarer und scharfer einen Tadel verdienen, dann verdient Fischer einen solchen erst recht. Wirkungen zeigen." Weise vertreten, und gerade das scheint in den Augen der Sein Urteil über den Parteitag faßt Redner dahin zusammen, daß eine Anzahl bedeutsamer Symptome, die den beginnenden Einfluß Der Bericht verweist in dieser Beziehung auf revisionistischen Schriftsteller sein größter Fehler gewesen zu sein, derselbe zwar viel unangenehmes persönliches Gezänt gezeitigt, das der P. S. de F. innerhalb der jaurèsistischen Föderationen befunden. weshalb man ihn aus der Partei hinausdrängen wolle. Es sei ein sei aber nur die Folge des Auftretens der Revisionisten gewesen; Unding, daß diese Leute, die der bürgerlichen Presse, an der sie mit im übrigen aber hat der Parteitag Klarheit gebracht und ist dafür eignen Reihen die vollständige Einheit zu verwirklichen. Zum Schluß betont der Bericht die Notwendigkeit, in den arbeiten, erst ein Relief geben, im Reichstage gegen die bürgerliche gesorgt, daß die Partei nicht durch eine verderbliche Unterströmung müssen nämlich erstens die letzten Reste der alten Sonderorganis Gesellschaft auftreten. Braun namentlich habe den Parteitag, in falsche Bahnen gedrängt wird. die höchste Partei- Instanz, direkt angelogen. Wenn ein simpler sationen beseitigt werden, d. i. die Verteilung der Mitgliedstarten Arbeiter es wagen wollte, als Parteigenosse in einem liberalen durch Vermittlung jener Organisationen. Fortan sollte der Centralrat allein damit betraut werden. Andrerseits gilt es, sich immer Verein Kritik am Parteitag zu üben, er würde ohne Federlesen aus gründlicher über die etwa noch fortbestehenden theoretischen und der Partei hinausgewiesen. Es scheine aber, als glauben eine ganze Anzahl sich in führender Stellung befindlicher Parteigenossen, an tattischen Meinungsverschiedenheiten auszusprechen, um zu einer einirgend welche Pflichten in Bezug auf Organisation, Disciplin und heitlichen Auffassung über alle wesentlichen Punkte zu gelangen. Nachmittags- Sibung. 2 Uhr. Unterordnung nicht gebunden zu sein. Redner empfiehlt, den audrin. Beisiter: Greffier, Myrens, Richard, Ist das geschehen, so werden alle Schwankenden in uns eine vollArtikel Hardens in den Zahlabenden zu diskutieren und Thibrier. ständig geeinigte Partei erblicken und werden wir einen Anziehungssich ein Urteil zu bilden über die in Frage kommenden Die Mandatsprüfungs Kommission erstattet Mittelpunkt bilden für alle mehr oder minder Verirrten, die im Wenn wir Genossen. Es entstehe die Frage, ob solche Leute von der einen provisorischen Bericht. Es sind vertreten 39 Föderationen mit Nebel des Mischmasch- Socialismus herumtappen. Arbeiterklasse noch ernst genommen werden können. Es ist 141 Mandaten und 9 nichtföderierte Departements mit 22 Mandaten. wollen, so können wir in kurzer Zeit alle wahrhaft socialistischen denselben allem Anschein nach nur darum zu thun, in hervorragende Elemente in unsrer Partei vereinigen, um sodann die Klassenpartei Stellungen zu gelangen. Es könne auch nicht das Recht der einzelnen des Proletariats zum Krieg zu waffnen gegen sämtliche Fraktionen Parteigenoffen fein, nach Belieben Blätter zu gründen, weil dadurch der Bourgeoisie und ihre Mitschuldigen, die Ueberläufer des. die Partei- Drgane geschädigt werden, was gleichbedeutend mit einer Socialismus...( Lebhafter Beifall.) Schädigung der Partei sei. In der Sache habe Bebel in allem recht gehabt, was er gesagt habe. Nebner kommt auf einen früheren Artikel Peus' zu sprechen; es sei eine ganz besondere Art von Socialismus, den dieser Genosse schon seit längerem verzapfe. Geradezu verwerflich sei es aber, daß selbst Genossen, die selber aus der Masse hervorgegangen, heute schon von den niedrigen Instinkten" der Maffe zu reden wagen. Die Frage der Taktik sei von Kautsky in geradezu meisterhafter Weise flar gelegt worden. Der Parteitag habe trotz allem gute Arbeit geleistet. " Um 12 Uhr nachts wird die weitere Beratung vertagt. Vorsitz: Der Kongreß von Reims. = Bericht des Sekretariats. 53 Der Kongreß beschließt, den Bericht zu drucken und zu veröffentlichen und genehmigt ihn einstimmig nach einigen kurzen DetailBemerkungen der Delegierten. Der Kassenbericht zeigt wenig Erfreuliches. Das Ge schäftsjahr schloß mit einem Passivbetrag von 5920 Frant, darunter ein rückständiger Beitrag an das Internationale Socialistische Bureau in der Höhe von 1100 Frant. Ebenso ist der Stand des Wochenblattes Socialiste" sehr bedenklich. Auch der Absatz des Parteiverlages ist zurückgegangen. Dubreuilh verliest diesen Bericht. Der Centralrat hat diesmal vollständige Informationen zu erlangen gesucht, um eine möglichst genaue Uebersicht zu geben über die Zahl der Parteimitglieder und ihre geographische Verteilung und so die Anstrengung jeder einzelnen Föderation zu bemessen. Das entworfene Bild ist nicht geschmeichelt. Es wäre unwürdig und ungeschickt, uns selbst über die Dinge, wie sie sind, zu täuschen. Immerhin bietet die derzeitige Lage die besten Hoffnungen. Die Partei umfaßt bereits drei Viertel der Socialisten Frankreichs, die auf politischem Boden organisiert sind; in zahlreichen Gegenden bethätigt sie eine planmäßige Aftion. Nirgends ist die Partei im Rüdgang, in den meisten Departements ist sie vielmehr im Wachstum begriffen, so daß sie Krohn: Heute ist der Tag, an dem auch die Parteiſchäfchen" baldigst sämtliche zielbewußten Anhänger des revolutionären So- Es entspinnt sich hierüber eine längere Debatte, in deren Verihre Meinung aussprechen, die wir, die Masse, nach Ansicht mancher cialismus umfassen dürfte. Der Centralrat( er seht sich zu lauf verschiedene Vorschläge zur Besserung der Finanzverhältnisse ge= Revisionisten nun doch einmal find. In seinen weiteren Aus- sammen aus den Delegierten der Föderationen) hat im abgelaufenen macht werden. Diese Vorschläge werden schließlich an die Organiführungen schließt sich der Redner den Ausführungen Kiefels an. Jahre statutenmäßig vier Plenarversammlungen abgehalten. Leider fationskommission des Kongresses zur Vorberatung verwiesen. Weiter wirft derselbe die Frage auf, ob es nicht doch angebracht sei, war nur die erste, im Anschluß an den Commentry- Kongreß in Mont- Ferner wird auf Delory3 Antrag beschlossen, fünftig eine daß sich die Berliner Genoffen ein eignes Organ schaffen, welches Luçon abgehaltenen Versammlung von einer ansehnlichen Delegierten- Kontrollkommission für die Finanzangelegenheiten zu ernennen, um den revisionistischen Strönnungen mehr, als es der Vorwärts" zahl besucht. Zu den drei übrigen Versammlungen, in Paris ab- den Kongreß von den bezinajen Details zu entlasten. Die Kommisals Centralorgan thun tönne, polemisch entgegen zu treten gehalten, haben höchstens etwa 10 Föderationen eigne direkte Version ist vom Centralrat aus der Mitte der Seine- Föderation zu hätte. Wer der socialdemokratischen Partei die Anlehnung treter entsandt. Die hauptsächlichen Ursachen davon sind die Ent- ernennen. ein Verräter an bürgerliche Parteien empfiehlt, ist und fernung von der Hauptstadt und die bescheidenen Mittel der Lafargue beantragt, die jüngst in der Revue Humanité es müsse Klarheit darüber geschaffen werden, ob wir solche Elemente Föderationen. Die Erekutivtommission( 15 Mitglieder, Nouvelle" erschienenen lehrreichen Artikel des Genossen Vérécque in unfren Reihen haben. Bedauerlich sei es, daß der Antrag des auf dem Parteitag gewählt) hat hingegen stets eifrig ihre Aufgabe über Millerands Ministerleistungen als Agitationsbroschüre heraussechsten Kreises betreffs der Maifeier abgelehnt worden sei. Es müsse erfüllt. Sie hielt alle zwei Wochen Versammlungen ab unter einer zugeben. Der Antrag wird an den Centralrat verwiesen. in dieser Frage Einheitlichkeit und Klarheit geschaffen werden. durchschnittlichen Beteiligung von 9 Mitgliedern. Die Erekutiv- Bracke verliest den Bericht über die inter Redner wendet sich weiter gegen den Partikularismus, welcher von kommission und der Centralrat haben eine Anzahl Aufrufe ver- nationale Attion. Nach einem Hinweis auf die Beschlüsse den süddeutschen Parteigenossen in fast alle allgemeinen Parteifragen öffentlicht bei allen Gelegenheiten, die passend schienen zur Aufklärung des Internationalen Socialistischen Bureaus und die Beteiligung der hineingetragen werde. der von einer lügnerischen und feilen Bresse getäuschten Arbeiter Partei an denselben, betont der Bericht den günstigen MeinungsWurzel fordert, daß mit den Revisionisten tabula rasa ge- flasse über den Standpunkt des revolutionären Socialismus. Die umschwung der Internationale in Bezug auf die Tattit der macht werde, selbst auf die Gefahr hin, daß uns einige Wahlkreise, Aufrufe besprachen: Den Generalstreit der Bergarbeiter, Oktober P. S. de F., nachdem im Laufe der Ereignisse die Krise, die in in denen dieselben gewählt find, nachträglich verloren gehen. Wenn 1902; die Senatswahlen vom Januar 1903; die Maifeier und Frankreich praktisch eingetreten, sich mehr oder minder theoretisch in die notwendige„ Reinigung" auch in den Reihen der Führer vor- insbesondere das Andenken der Opfer der Fourmies- Metzelei von allen andren Ländern offenbart hatte. Die Genossen haben überall genommen wird, als eine Folge der Parteitags- Debatten, dann sei 1891; endlich den„ pseudosocialistischen" Bordeaur- Kongreß. Der die Notwendigkeit eingesehen, der neuen Methode" den Weg zu diefer Parteitag der beste gewesen. lektere Aufruf kennzeichnete den frechen Triumph der neuen versperren. Ein weiterer Beweis dafür ist der Dresdener Parteitag. Räming führt aus, daß die Parteigenossen zum großen Teil opportunistisch- streberischen Methoden und lenkte die Aufmerksamkeit Jm einzelnen zählt ferner der Bericht auf folgende internationale selber Schuld haben, wenn hier und da unzuverlässige Elemente in des Proletariats auf die Prellerei der Mitarbeit der Klassen und Solidaritäts- Kundgebungen der Partei: Die Beglückwünschung der " " " kuischen©odalbemoJraHe zu ihrem Wahlsieg, eine Sympathie- Udreise au die spanische Arbeiterpartei am Vorabend der Kortes- Wahlen, Protest gegen die Verhaftung von Götz, die Herausgabe der Marnummer des„Socialisie" unter Mitwirkung der hervorragen- den Vertreter der Internationale, die Fourmies-Änndgebung unter Beterligung der Vertreter der belgischen und russischen Socialisten nebst zahlreichen Adressen der sozialistischen Parteien, endlich das Protestmeeting gegen den Zarismus gelegentlich der Metzeleien in Slaroust und Kichineff unter Beteiligung des belgischen Partei- sekretärs und der Vertreter aller russischen und polnischen socmlistischen Organisationen sowie des„Allgemeinen Bundes der ludstchen Arbeiter". Zum Schluß hebt der Bericht hervor, daß die Entwicklung der >ueuen Methode" in Frankreich eine nützliche Lehre für alle sociallst, scheu Parteien des Auslandes gebildet habe:„Der Dres- dener Parteitag liefert einen eklatanten Beweis dafür, daß das socialistische Frankreich in diesem wie früher in andren Fällen das Privilegium gehabt, gleichsam als Versuchsfeld zu dienen und, gewiß ohne es zu wollen, das internationale Proletariat über die folgen aufzuklären, die jede Abweichung vom direkten und unver- sohnlichen Klassenkampf nach sich zieht."(Lebhafter Beifall.) Der Bericht wird ohne Debatte einstimmig genehmigt. D e I o r y macht den Vorschlag, daß jede Nationalität auf dem Amsterdamer Kongreß mit einer eignen Musikkapelle erscheine. Die Nordföderation verfüge über eine solche. Varl laut verweist auf die praktischen Schwierigkeiten dieses Vorschlages für manche Nationaliät. Die Nordföderation möge sich lieber für sich mit dem Internationalen Socialistischen Bureau ver- ständigen, um ihre Musikkapelle den Amsterdamer Genossen zur Ver- fügung zu stellen.(Zustimmung.) Schluß 6 Uhr. Der Laurahütter Wahlkrawall vor dem Schwurgericht. B e u t h e n O.-Schl., 2S. September 1903. Zweiter Verhandlungstag. Um 9V4 Uhr wird die Sitzung eröffnet. An der Verteidigung beteiligt sich heute auch Jusiizrat Pohl aus Gleiwitz. Zeuge ist der Pächter des Hüttengasthauses S e k a tz e k: Im Hüttengasthans sind etwa 60 Scheiben eingeschlagen worden. Die ersten Steine flogen gegen die Fenster der für„bessere Leute" reser- vierten Zimmer. Zeuge Lagerhalter K 0 n t n y berichtet über den im Konsum- verein der Hütte entstandenen Schaden, der sich auf etwa 68 M. beläuft. Zeuge Kantinenlvirt B r a t k a bekundet nichts Wesentliches. Zeuge Sattlergehilfe Vi a y, ein Feuerwehrmann, hat Gojny in der Menge gesehen. Ein Mann in der Militärmiitze hat dabei Steine auf die Beamten und die Wehrleute geworfen.— Vors.: Sie nehmen an, daß es Gojny war?— May: Ich weiß nicht genau. — Vors.: Das ist aber doch äußerst wahrscheinlich, da nur Gojny dort allein eine Miliiärmütze hatte?— May: Ja. Gojny betont wieder, daß mehrere Personen die Militärmützc aufhatten. Zeuge Wegemeister G r ü tz: Ich ging etwa um 10 Uhr die Bohmstraße entlang. Ich war bald von der Menge umgeben. Gojny hat mir zugerufen:„Warum wirfft Du Donnerwetter nicht auch auf Scheiben I" Gojny zerstörte die Laterne und rief:„Nun los nach der Pfarrei!" Zeuge Schlosserlehrling Paul W i e c z 0 r e k: Ich habe gehört, wie Gojny die Menge aufforderte, die Räder anzufassen und die Spritze in den Hüttenteich zu werfen. Zeuge Kanzlist Paul Schneider belastet gleichfalls Gojny. Zeuge Schulknabe Joseph Gallus: Ich habe Gojny auf der Spritze fahren sehen. Ich habe etwa fünf Steine auf das Hütten- gasthaus geworfen, weil ich Angst hatte, von der Menge geschlagen zu werden, wenn ich mich nicht beteilige. Zeuge zwölfjähriger Schulknabe Joseph Kubik: Ich habe, ge- sehen, wie Gojny den Drahtzann abgerissen hat. Der Angeklagte Mrozek hat mit Steinen auf die Beamten geworfen. Zeuge ist der fünfzehnjährige W 0 z n i tz a, der im Strafkammer- Prozeß zu neun Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Er wird aus dem Gefängnis vorgeführt. Er belastet den Mann„mit der roten Mütze". Gojny muß wieder, wie fast bei jeder Zeugenvernehmung, seine Militärmütze auffetzen.— Vors.: Hast Du den alten Korfanty nicht rufen hören:„Polen laßt Euch nicht"?— W 0 z n i tzw: Nein. Der alte Korfanty ist bereits vor der Strafkammer zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Zeugin Marie I a n 0 s ch k a belastet den Mann„mit der roten Mütze", er habe ihr zugerufen:„Donnerwctter, habt Ihr keine Steine?" Vors.: Gojny, setzen Sie die Mütze auf!(Zur Zeugin:) Und wenn Ihnen gesagt wird, daß dieser Mann mit der Mütze, der auf dem Mauervorsprung stand, Gojny war, dann werden Sie wissen, daß es Gojnh war, der zu Ihnen sprach?— Zeugin: Ich weiß nicht. Zeugin D r 0 b i g, Frau_bc§ Brandmeisters: Der Mann mit der Militärmiitze zog an der Spitze des Trupps zur Pfarrei. Da sagte mein Mann, das wäre der größte Radaumacher. Zeuge Buchdruckerei- Besitzer Hoff mann: Auf der Straße stand nahe vom AmtSvorstehcr ein Mann mit der Soldatenmütze in drohender Haltung. Nachher hat derselbe Mann den Polizeibeamten Bounzol geschlagen.— Vors.: Gojny, setzen Sie die Mütze auf. Der Zeuge glaubt, daß er der„Mann mit der Soldatenmütze" war. Zeuge Klempnergeselle Strzelczyk wird hereingerufen. Der Staatsanwalt beantragt, den Angeklagten Grajczarek während der Vernehmung des Zeugen hinauszuführen. Das Gericht beschließt demnach. Der Staatsanwalt: Ich habe einen Brief des An- geklagten Grajczarek in Händen, der an den Zeugen geschrieben ist und nach meiner Ansicht eine Verleitung zum Meineid enthält. Ich überreiche den Brief dem Gerichtshof, bitte ihn aber vor der Ver- nehmung des Zeugen nicht vorzulesen. Der Vorsitzende übergiebt den Brief den Verteidigern. Der Zeuge wird unter Aussetzung der Beeidigung vernommen und sagt aus: Ich war an dem Abend mit G r a j c zar e k, Wende und Tauchert zu- fammen. Grajczarek borgte dem Zeugen den Hut und ging dann ohne Hut. Grajczarek verlor sich bei der Pfarrei. Ich ging mit Wende und Tauchert. Als wir zurückgingen, da sahen wir den Grajczarek in der Menge, die von der Pfarrei zurückkam. Da sagte Wende:„Siehst Du, der geht auch mit der Bande!" Grajczarek hat mir zugegeben, daß er am Hüttenamt war und sich neben Trafalczyk hingelegt hat, um bei den Beamten den Anschein zu erwecken, er sei auch getroffen. Der Staatsanwalt beantragt die Verlesung des fraglichen Briefes:„Der Brief enthält mehr, er besagt, der Zeuge wisse sonst nichts und habe nichts mehr gesehen." Vorsitzender: Nein, den Brief wollen wir nicht verlesen. Der Vorsitzende liest leise, laut nur die Stellen„sonst weißt Du nichts, und hast auch nichts mehr ge- sehe n". Ob hier eine Verleitung zum Meineid vorliegt— ist Sache eines späteren Verfahrens. Grajczarek wird wieder hereingeführt. Der Vorsitzende teilt ihm die Aussage des Zeugen mit. Grajczarek sagt: Ich war nicht bei dem Hüttenamt. ich habe es zu Strzelczyk aus Spatz gesagt. Da habe ich ihm einen Brief... Vorsitzender: Wie ist denn überhaupt der Brief in die Hände der Staatsanloaltschaft gekommen. War der Brief durch die Hände des Untersuchungsrichters gegangen? Staatsanwalt: Rein, der Brief war durchgesteckt. Vorsitzender: Wie haben Sie den Brief aus dem Ge- iängnis geschickt?— Grajczarek: Durch einen andren Ge- fangenen. Die Beamten werden sämtlich befragt, ob sie bei der Leiche von Trafalczyk einen andren Mann haben liegen sehen. Sämtliche Beamte verneinen die Frage, sie erklären, sie hätten es sehen müssen, wenn es der Fall wäre.— Rechtsanwalt Schmidt: Es wurde in diesen Tagen so viel renommiert, daß man auf die Prahlerei Grajczarek» gegenüber den Zeugen nichts geben kann. Zeuge Grubcnkontrolleur Pospiech: Ich habe Grajczarek in einer Menge von 20 Mann in der Richtung nach der Polizei gehen sehen. Grajczarek rief:„Jetzt geht's auf die Polizei". Der Zeuge wird nach event. Vorstrafen gefragt und giebt zögernd zu, daß er als früherer Polizist wegen Amtsvergehens vorbestraft ist. Grajczarek bestreitet und erklärt, Pospiech wäre ihm feindlich gesinnt. Der Amtssergeant Richter tritt vor und sagt, er erkenne den Angeklagten, der in der Richterstraße stand, sich aber nicht her- vorragend beteiligt habe. Zeuge Oberhäuer Wilhem W 0 l n y hat auch einen Maim gesehen, der mit erhobenen Händen und dem Rufe:„Nun auf die Polizei!" in eine Menschenmenge zog. Er kann nicht genau sagen, ob es Grajczarek war. Zeuge Vekturant Emaimel Dreja glaubt auch, daß der erwähnte Mann Grajczarek lvar— kann es aber nicht genau sagen. Der Mann hat einen Stein in der Tasche gehabt. Zeuge P e t r i ä s, Bureaugehilfe des Amtsvorstandes in Laura- Hütte, belastet Gojnh. Zeuge Kutscher L e s z c z 0 r z: Mrozek habe ich abends in meinem Möbelwagen gefunden.— Vorsitzender: Mrozek, wo wohnen Sie?— Mrozek: Ich habe keine Wohnung, ich bin bei den Pferden, die ich zu beaufsichtigen habe. Leszczorz: Mrozek hat mir erzählt, daß er in den Teich gelvorfen worden sei und dabei lvar, als Steine gelvorfen wurden. Zeuge S z e r s i n s k i. ein 17 jähriger Füller, der von der Straf- kammer in derselben Sache zu 9 Monaten verurteilt worden ist, wird aus der Hast vorgeführt. Er sagt aus: Die Leute liefen zur Hugo-Kolonie, als aus Feuer geblasen wurde und riefen:„ES brennt". An dem Hüttengasthans stand M r 0 z c k mit einem Stein in der Hand und rief:„Haut doch die verfluchten Hunde". Er hat das Hllttengasthaus bombardiert. Rechtsanwalt Rein hold macht auf Widersprüche zwischen der jetzigen und der früheren Aussage der Zeugen aufmerksam. Zeuge Rangierer W e n d l 0 ch a: Im Saale riefen die Leute zimi Pfarrer:„Raus! In der Kirche predigen! Nicht hier I" Weiß rief das. Dann habe ich gesehen, wie K ö t t ans der Menge heraus mit einem Stein den Gendarmen Beckert traf. Zeuge Arbeiter S o llik weiß nichts Wesentliches. Zeuge Bruno Knbetzki wird auS dem Gefängnis vorgeführt. Er ist rechts- kräftig in derselben Sache zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Weiß habe ich gesehen, wie er mit einem Schirm auf die Gendarmen wies und dabei geschrien hat. � Zeuge Monteur T a s ch k a und einige weitere Zeugen, von denen ein Teil zu den Verurteilten des Prozesses vor der Strafkammer gehört, soll cntlastend bekunden, daß der Angeklagte Weiß sich an der Gefangenenbesteiung nicht bciteiligt hat. Die Zeugen sagen nichts Wesentliches au». Von den nächsten Aussagen ist die Bekundung des Feuerwehr- manns H a j d a bemerkenswert. Er erzählt von der Auflösung der Versammlung: Wir standen an der Thüre. Wie die Leute von außen wieder in den Saal hineindrängten, da wurde alarmiert.(Danach scheint auch dieser Feuerwehrmann der Ansicht zu sein, daß das Drängen der Leute in den Saal nach der Auflösung der Versammlung die Ursache zum unglückseligen Feuerlärm gewesen war. Die Ansicht ist sehr bemerkenswert.) Der Angeklagte Karnus hat mich mit einem Stein oder mit einer Fackel geworfen. Der Zeuge Häuer P a w I i ck war mit dem Angeklagten.Karnus und behauptet im Gegensatz zu dem vorigen Zeugen, daß Burczyk keinen Wurf gethan hat. Der Zeuge behauptet, daß ein andrer Mann dabei stand, der vielleicht den Wurf gethan hat. Nach einer erregten Gegenüberstellung der beiden Zeugen sagt Hajda:„Die Frau des Angeklagten Karnus war zweimal bei mir. Das erste Nial bat sie mich, ihren Mann nicht anzuzeigen, das zweite Mal sagte sie, ihr Mann sei verhaftet worden, ich möchte auf ihn nicht„drücken".— Vors.: Pawlik! Nehmen Sie sich in acht l Sind Sie der Mann, der da geworfen hat'k Wenn Sie uns etwas Unwahres ausgesagt haben, dann„packen wir Sie". Der Zeuge Pawlik wird nicht vereidigt. Nach weiteren Zeugenvernehmungen erklärt der Vorsitzende, daß die Zeugen nunmehr sämtlich vernommen seien. Daraufhin stellen einige Angeklagten noch mehrere Beweisanträge, welche morgen früh erledigt werden. Dann sollen die Plaidoycr» gehalten werden. )Zus Industrie und Kandel. Kohlenverkauss-Eomptoir. Die Schröpfung der kleinen und kleineren Kohlenkonsumenten durch die Kohlenmagnaten greift jetzt von den Besitzern der Zechen auch auf die Ä 0 h l e n- G r 0 ß- ch ä n d I c r über! Es wird nämlich im Anschluß an die Erneuerung des Kohlensyndikats die Errichtung eines Kohlen Verkaufs- Comptoirs geplant, das sämtliche am Kohlenhandel beteiligte Groß-Kohle n Handlungen und Reedereien um- fassen soll. Tie gleichen Bestrebungen machten sich bereits in den Monaten Dezember und Januar 1901/02 geltend. In letzter Stunde scheiterte jedoch der Plan damals an dem Widerstände einiger der größten Firmen. Das damals geplante Kohlencomptoir sollte ge- gründet werden unter der Firma Rheinische Kohlcn-Handels- gesellschaft m. b. H. mit dem Sitze an einem der Ruhrhäfen und mit Zweigniederlassungen in Strasburg, Mannheim und Frankfurt am Main. Es sollte bezwecken, sämtliche an dem Rheinversand, ins- besondere nach Süddeutfchlaiid. dem Mittelrhein und den Nieder- landen beteiligte Kohlen-Großhandlungcn in sich auf zunehmen, den Gesamtbcdarf an Steinkohlen und Coaks bei den Syndikaten zu decken und sämtliche Verkäufe zu thätigen, während den einzelnen Firmen thunlichst in dem bisherigen Rahmen die Verfrachtung der Kohlen- und Coaksmengen verbleiben sollte. Die Kohlen-Grotz- Händler sollten ihre Selbständigkeit aufgeben und nur noch als Spediteure der Kohlen-Handelsgesellschafi thätig sein, wobei darauf Bedacht genommen werden sollte, daß jeder Kohlenverbrauchcr thun- lichst von seinem bisherigen Lieferanten bedient lverde. Im großen und ganzen wird die jetzt geplante Vereinigung der Kohlen-Großhändler dieselben Zwecke verfolgen. Bis heule haben Verhandlungen in dieser Angelegenheit nur zwischen den so- genannten Reederzechen und der Syndikatsleitung statt- gefunden, und es verlautet, daß sich das Kohlensyndikat an dem Unternehmen direkt beteiligen wird. Am 1. Oktober soll im Anschluß an die der Syndikats-Erneuerung dienenden Sitzungen eine nochmalige Beratung in dieser Sache zwischen den Rcederzcchen und dem Aufsichtsrat des Kohlensyndikats in Essen stattfinden und darauf den beteiligten Firmen ein Vertragsentwurf unterbreitet werden. Kommt dieses Kartell der Großhändler und Reedereien in Verbindung mit dem Rheinifch-Westfälifchen Kohlen- fyndikat jetzt zu stände, so find die kleinen und kleineren Kohlen- konsumdnten einfach gänzlich den privatkapitalistischen Aus- beutergelüsten einer Handvoll Großkapitalistcn auf Tod und Leb«,ii ausgeliefert. Wie die Dinge liegen, ist leider alle Aussicht vor- handcn, daß es dahin kommt. Andrerseits aber haben bisher auch schon Abmachungen der großen Kohlenhändler über Absatzgebiet und dergleichen bestanden, tcillveise auch schon in Kombination mit Ab- machungen des Kohlensyndikats. Fusionsbestrebnngcn im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier. Die guten Aussichten für die Erneuerung des Rheinifch-Westfälifchen Kohlensyndikat» haben, wie hier schon öfters erwähnt wurde, den Blick der großen Kohlenzechen auf die kleineren Bergwerksbetriebe gelenkt, um sich durch deren Angliederung die Möglichkeit einer Er- höhung ihrer Beteiligungsziffer zu eröfstien. Mit solchen Be- strcbungen hängt cs zusmnmen. daß die Kuxe einer Anzahl von kleinen Zechen in der letzten Zeit eine wesentliche Preisbefferung er« fahren haben. Unter andren sini�„Allendorf Tiefbau" und„Alte Haase" wesentlich gesteigert worden. Im Vordergrund der Beachtung stehen aber die Kuxen der Zeche„Bickeseld Tiefbau", die in einem Zeitraum von noch nicht zwei Wochen von 1000 M. auf 1450 M. anziehen konnten, nachdem sie s. Z. mit 600 M. ihren Tiefstand erreicht hatten. Tie Gründung eines Cementiyndikates wird schon wieder einmal geplant. Zu diesem Zweck ist eine Versammlung der süd-, mittel- sowie der nordwestdeutschen Cementwerke einberufen worden. Ausgegangen ist die Einladung zu der Zusammenkunft vom Aufsichtsrate der Aktien-Gesellschaft Nordwest-Mitteldeutsches Porilandcement- fyndikat, des gescheiterten früheren Cementkartells. Den Vcrhand- lungen soll ein Vertragsentwurf zu Grunde gelegt werden, der von A. ten Hompel-Recklinghausen, ausgearbeitet lourde. Dieser Ent- Wurf basiert auf dem Grundsatze, für die Festlegung der Kon- tingcntierungsziffer nicht allein die Produktionsfähigkeit und den thatsächlichen Absatz der einzelnen Werke, sondern auch den von ihnen für ihren Absatz erzielten Preis in Betracht zu ziehen. Versuch, ein Cementsyndikat zu stände zu bringen, sind schon so oft gemacht worden und so oft gescheitert, daß man hoffen darf, sie werden auch diesmal schitern. Die japanisch-russischen Handelsbeziehungen. In welchem Um- fange der Handel zwischen Japan und Rußland in neuerer Zeit zugenommen hat, geht daraus hervor, daß die Zahl der die japanischen Häfen anlaufenden russischen Dampfer in den letzten 12 Jahren von 36 auf 316 gestiegen ist und daß die Tonnenzahl nahezu auf das Zwölfsache, nämlich auf 466 000 Tonnen im Jahr angewachsen ist. Rußland steht demnach heute nächst Großbritannien mit 1618 und Deutschland mit 362 Schiffen an dritter Stelle unter den Nationen. deren Schiffe japanische Häfen besuchen. Ebenso hat der japanische Schiffsverkehr in russischen Häfen bedeutend zugenommen. Je zwei Dampfschiffahrts-Unleriiehmungen unterhalten regelmäßigen Verkehr mit Wladiwostock. Port Arthur und Dalny. und zahlreiche japanische Fischerbote verkehren im Ochoiskischcn Meer, wenngleich die russische Schiffahrt in Japan viel weniger Beschränkungen unterworfen ist. als die javanische in russischen Gewässern. Der Wert des Handelsumsatzes zwischen Rußland und Japan ist in den letzten 10 Jahren von 1,2 Millionen auf 9,1 Millionen «Jen gestiegen, wovon sechs Siebentel auf den Hmidcl mit Sibirien entfallen. Der Handelsumsatz zwischen Rußland und Japan erreicht damit etwa die Hälfte des Wertes desjenigen zwischen Japan und Korea. Neuerdings ist die Ausfuhr der Hauptstapelartikel Japans nach Rußland, wie Reis, Salz, Gemüse, Früchte usw.— mit Ausnahme von Kohlen und Zicgelthec— allerdings zurückgegangen. In. der russischen Ausfuhr nach Japan bilden außer Petroleum (2,8 Millionen Aen) besonders gesalzene Fische und Fischguano(je 1,4 Millionen Uen) die Hauptexportartikel. ßerlüier partei-Hn�clegcnbcitcn. Parteigenossen von Berlin. Teltow-BeeSkow, Nicdcr-Barnim und Potsdam-Osthavelland. Am Sonntag, den 18. Oktober 1903, erscheint die nächste Lokal- Liste. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommisfion von obigen Kreisen, die Neu-Aufnahmen und die genauen Aendernngen bis spätestens Freitag, den 9. Oktober 1903, einsenden zu wollen und zwar sür: Teltow-Beeskow an den Genossen Hermann Schliebitz in Britz, Jahnstraße 2: Nieder-Barnim an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfelde, Victoriastraße 4; Potsdam-Osthavelland an den Genossen Albert Reue in Spandau, Jagowstratze 9; Diverse Orte an den Genossen Gustav Fellwock in Eberswalde, Eisenbahnstraße 67; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, 8. 14, Prinzenstraße 66. Die Lokalkommissions-Mitglieder wollen die Aendernngen und Neu-Aufnahmen für obige Liste umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen keine Berücksichtigung mehr finden können. Vielfach kommt es vor, daß Zuschriften in„Lokalangelegcnheftcn" an die Redaktion oder Erpedition des„Vorwärts" gesandt werden: zur schnellen Erledigung derselben ersuche» wir die Genossen, alle Anftagen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz» Berlin 8. 14. Prinzenstr. 66, zu richten und nicht an den „V 0 r w ä r t s". Die Parteiblätter der oben genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Die Lokalkommission. Die Parteigenossen von Zossen und der Umgegend werden darauf hingewiesen, daß die UrWählerlisten vom ö. bis 7. Ottober öffentlich ausliegen. Jeder Wähler hat sich zu vergewissern, daß er in die Liste eingetragen ist: wer keine Zeit hat, wende sich an die Unter- zeichneten. Namentlich werden die Parteigenossen, welche in der D. B. K. beschäftigt sind, gebeten, alle ihnen bekannten Arbeiter auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen oder deren Namen und Wohnung den Unterzeichneten mitzuteilen, damit diese die Listen nachsehen. Kotte, Kietzstr. 10; Schwitzky, Ehausseestr. 38. Friedrichshagen. Arbeiter, Parteigenossen! Die Landtag?« Urwählerlisten liegen vom l.— 3. Ottober auf dem Rathause, Friedrichstr. 87, Zimmer 13, von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nach- mittags zur Einsichtnahme aus. Für diejenigen, die verhindert sind, selbst Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen, sind folgende Genossen bereit, dies zu thun: Bellmann, Friedrichstr. 98; Schocke, Rahnsdorferstr. 11, und Radue, Scharnweberstr. 62. lokales. Das neue Heim. Auf der Wanderung befinden sich in diesen Tagen wieder hunderttausend Berliner, auf dem Umzug aus ihrem alten Heim in ein neues. Das sind ein paar sehr unangenehme, häßliche Tage, reich an Mühe und harter Arbeit, reich auch an Aerger und schwerem Verdruß. „Wenn man nicht müßte," seufzt da mancher,„man zöge wirklich nicht um." Nur der Gedanke, daß man mit der zu be- ziehenden Wohnung besser als mit der verlassenen daran sein wird, bietet einigen Trost. Nur die Hoffnung, mit dem neuen Heim zu- friedener sein zu können als mit dem alten, hilft über das Ungemach dieser Umzugszeit hinweg. „Wenn man nicht müßte!" Es wird dem Berliner nachgesagt, er sei wenig seßhaft und ziehe öfter um. als er nöttg habe.„Wer zwingt Euch denn", so wird geftagt,„alle Jahre, ja alle halbe Jahre die Wohnung zu wechseln?" Und zur Erklärung dieses unaufhör- lichen Wanderns, das an die Lebensweise eines NomadenvolkeS erinnert, wird auf die Unbeständigkeit und Beränderungssucht hin- gewiesen, an der der Großstädter kranke. Wer die Lage der unbemittelten Bevölkcrungsschichten der Groß- stadt kennt, der weiß, daß bei dem Wechsel der Wohnung gewichttgere Umstände den Ausschlag geben als persönliche Wünsche und Launen. Fragt das Unternehmertum— es könnte Euch sagen, wie der Ar« beiter hin und her geworfen wird, wie er ruhelos mit seiner Familie aus einem Stadtteil in den andren getrieben wird, weil seine Arbeitsgelegenheit wechselt. Fragt die Hausbesitzer— sie tönnten Euch erzählen, wie der Unbemittelte seine bisherige| zur Ordnung zu rufen, und nach deren Ansicht die Macht, von der der Wohnung aufzugeben genötigt wird, weil er infolge von Richter in dem erwähnten Fall redete, also gar nicht einmal zu Lohnberkürzungen und oft auch wegen langdauernder Arbeitslosigkeit Recht besteht. Berlin u. a. nach den Fenstern des Hauses hinaufgesehen und sind dann wieder in die Thürnische zurüdgetreten. Im Interesse der Untersuchung wäre dringend erwünscht, daß die hier erwähnten Personen sich bei der Kriminalpolizei meldeten. nach einer noch billigeren Wohnung suchen muß, oder auch, weil er Die Jury der Londoner Feuerschutz- Ausstellung versendet jetzt die den höheren Preis, den der steigernde Wirt von ihm fordert, selbst Liste der Prämiierten, unter denen die„ Berlin Royal Police Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am Sonntag bei gleich bleibendem Lohneinkommen nicht zu erschwingen vermag. Fire Brigade"( Berliner Feuerwehr) eine hervorragende Rolle spielt. der neue Vortrag" An den Seen Oberitaliens" von Herrn Franz Die Fälle, in denen bloße Veränderungsluft einen Mieter zur Sie erhielt in den verschiedenen Gruppen nicht weniger als drei Goerke zum erstenmal gehalten werden. Der Vortrag bringt außer Suche nach einem neuen Heim verleitet, sind ganz gewiß viel goldene und eine silberne Medaille, ihrem„ Chief Officer", Brand- einer Reihe farbiger Lichtbilder eine Anzahl Panoramen vom GardaSirektor Giersberg, wurden zwei goldene, eine silberne und ein weniger zahlreich, als meiſt angenommen wird. Und ſelbſt dieſer Ehrendiplom zuerkannt. Zwei goldene Medaillen erhielt auch unser fee, bom Luganerjee, vom Lago Maggiore und vom Lago di Como. Umzugsgrund, den die Herren Hauswirte nicht zu den berechtigten Stadtbaurat( City Architect of Berlin"), Herr Ludwig off- 5. Oftober, und zwar: Wissenschaft und Praris der Fernschreiber Gründen zählen wollen, hat ja doch oft eine sehr reale Unterlage. mann und ebenfalls für künstlerische Leistungen die silberne und Fernsprecher, fünf Erperimentalvorträge von Dr. Donath, Eine gute Wohnung giebt niemand ohne weiteres auf. Es find Medaille der Bildhauer D. Riesch, welcher, wie erinnerlich, einen Dienstag, abends 8 Uhr. Ausgewählte Kapitel der Elektrotechnik, immer nur die schlechten Wohnungen, die so oft ihre Mieter wechseln. Berliner Feuerwehrmann als„ Retter in der Not" ausgestellt hatte. 10 Experimentalvorträge von Dr. Donath, nachmittags 6 Uhr. Auch hierüber könnten uns die Hausagrarier manches erzählen, wenn Goldene Medaillen erhielten ferner die Firma Siemens u. Anorganische Erperimentalchemie, 10 Experimentalvorträge von sie ihre Geschäftsgeheimnisse ausplaudern wollten. Wenn eine solche Halske, die Berliner Sauerstoff- Fabrik 2c., bronzene die Ber- Dr. Naß, Freitags, abends 8 Uhr. Die Pflanze im Kampf ums Wohnung gekündigt ist und nun die Wohnungsucher kommen und liner Schornsteinfeger- Innung, der Geh. Oberbaurat Eggert Dasein, sechs Bildervorträge von Prof. Dr. Müller, Sonnabends, einer nach dem andren vor diesem Loch" entsetzt zurückweicht, dann abends 8 Uhr. Im Hörsaal der Urania, Invalidenstraße, hält verspricht der Herr Wirt das Blaue vom Himmel herunter, um Die Monatsrevision der Stadt- Hauptkasse, welche gestern im Dr. Ristenpart zwei Kurse über Astronomie: Das Sonnensystem", seine„ Prachträume" nicht auf dem Halse zu behalten." Ich Beisein des Kämmerers Ma aß und des Stadtrats Friedel im Beginn 6. Oktober, und" Die Firsternwelt", Beginn 3. November. lasse Ihnen alles machen, die Wände, die Fußböden und Rathause stattfand, ergab das Vorhandensein eines Kassenbestandes Prospekte sind durch die Urania kostenlos zu beziehen. von elf Millionen und ca. 600.000 Mart, teils in bar, Sie sollen sehen, wie schön die Wohnung teils in Effekten. Von dem Barbestand geht am heutigen Quartalswird." Wehe aber dem Leichtgläubigen, der darauf hineinfällt und Ersten schon wieder das Sümmchen von rund 6400000 Mark die„ Prachträume" mietet. Ist er erst eingezogen, so erinnert sich ab, welches die Stadtgemeinde an Gehältern für ihre Beamten, Ander Herr Wirt an nichts mehr und gemacht wird gar nichts. Da gestellten und Arbeiter zu zahlen hat. Es stimmte wieder alles auf hilft dann dem Inhaber des„ neuen Heims" kein Bitten und kein Heller und Pfennig, so daß die Revisoren nichts zu erinnern fanden. In Bernau wollen sich die Arbeiter in diesem Jahre an den Mahnen, kein Schelten und kein Drohen und meist auch keine geDie Zahl der im Monat September im Straßenverkehr Berlins Stadtverordnetenwahlen beteiligen. Im Lokale von Rückert fand eine richtliche Klage. Es bleibt gewöhnlich nur übrig, das„ Loch" mög- schwerverunglückten Personen ist gegen den Vormonat wieder er- Kommunalwähler- Versammlung statt, in der unser Parteigenosse lichst rasch wieder zu kündigen„ aus Veränderungsluft", schimpft heblich gestiegen und zwar von 55 auf 62, die Zahl der tödlich Ver- Helbig über die Frage, ob die Arbeiter am Drte ihre eignen Verder Herr Wirt und sich wiederum auf die Wohnungsuche zu be- lebten ist von 9 auf 15 gestiegen. Die weitaus größte Bahl von treter in das Stadtparlament zu wählen haben, einen Vortrag hielt. geben. Unfällen wurde durch Lastfuhrwerke verursacht, nämlich 22, bei denen Der Redner beleuchtete die kommunalen Mißstände und tadelte beWie vielen von den hunderttausend Berlinern, die sich in diesen 10 tödlich verliefen. Im Straßenbahnverkehr verunglückten 15 Per- sonders, daß die Stadtverwaltung sich der industriellen Entwicklung Tagen auf der Wanderung aus ihrem alten Heim in ein neues sonen, auf der Stadtbahn, durch Geschäftsfuhrwerke und Fahrräder des Ortes hemmend entgegenstellt, so daß Hunderte von Drtsbefinden, mag eine ähnliche Enttäuschung beschieden sein! Wie famen 8 Personen zu Schaden. Die Mehrzahl der im Straßenbahn- angehörigen gezwungen sind, sich in Berlin ihr Brot zu suchen. betrieb verunglückten Personen sind beim Auf- resp. Abspringen Ferner rügte er, daß bei 160 Lehrlingen am Orte keine Fortbildungsbiele mögen, wenn sie die Mühe und Arbeit und allen Aerger zu Schaden gekommen. Von den Verunglückten waren 39 Männer, schule besteht, ebenso kritisierte er die Wohnungszustände und die der Umzugszeit hinter sich haben, nur zu bald zu der Erkenntnis von denen 8 den Tod fanden, 12 Frauen, von denen 1 starb, und Mißstände im Krankenhause. Die Versammlung beschloß, die Parteikommen, daß sie wieder einmal mit der neubezogenen Wohnung 11 Kinder, von denen 6 ihr Leben einbüßten. genossen Karl Helbig, Hermann Schibolski und Otto nicht besser, sondern noch schlimmer daran sind als mit der alten, die fie aufatmend verlassen haben! auch die Decken -O Bum Achtuhr- Ladenschluß. Der Bund der Handel- und Gewerbetreibenden( Borsigender Kommerzienrat Lissauer) hielt in Frankes Festfälen eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in der über die Frage des Achtuhr- Ladenschlusses verhandelt wurde. Der Vorfizende teilte mit, daß die vom Bund der Handel- und Gewerbetreibenden bei seinen Mitgliedern veranstaltete Um das Resultat eines Drittels für und zwei Drittel yen den AchtuhrAus den Nachbarorten. worden. Дб Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller bittet uns mit- obamerzti als Kandidaten für die Stadtverordnetenwahlen zuteilen, daß er am 1. Oktober seine neuen im Hause der königl. aufzustellen. Hoffentlich gelingt es den Parteigenossen in Bernau, Seehandlungs- Societät( Jägerstr. 22, parterre, an der Markgrafen- durch eine fleißige Agitation Erfolge zu erzielen. straße) gemieteten Diensträume beziehen wird. Zu diesen gehören Johannisthal. Der Einspruch der Gemeindevertretung gegen außer den Bureauräumen noch größere Sizungssäle, in welchen in die Aufhebung des Bahnüberganges über die Görlizer Bahn bei Zukunft auch der„ Centralausschuß hiesiger kaufmännischer, gewerb- Bude 5 ist als aussichtslos zu betrachten. Der Eisenbahnfiskus licher und industrieller Vereine", dessen Geschäftsleitung dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller obliegt, sowie die ihm an- stützt sich darauf, daß im Jahre 1898 innerhalb der Einspruchsfrist von der damaligen Vertretung kein rechtsgültiger Einspruch erhoben geschlossenen Fachverbände ihre Sizungen abhalten werden. worden und der Einspruch des damaligen Amtsvorstehers Einbrecher haben die Kaiser Friedrich- Gedächtniskirche im Tier- b. Oppen ebenfalls als nicht rechtsverbindlich zu betrachten ist. Ladenschluß ergeben habe. Allerdings sei hierbei zu berücksichtigen, garten heimgesucht. Als der Kirchendiener Köpte vorgestern, Dienstag- Die Aufschüttungsarbeiten für den an der fraglichen Stelle geplanten daß 75 Proz. der Gegner des Achtuhr- Ladenschlusses der Nahrungsund Genußmittelbranche angehören, deren Stellungnahme zur Laden- morgen, um 9 Uhr nach der Sakristei tam, sah er, daß in einem Rangier- und Güterbahnhof sind denn auch ohne Unterbrechung fortdie geplante Entschädigungsklage der neben dieser gelegenen Zimmer ein Schrank aufstand. Aus diesem geführt schlußfrage an und für sich weniger geteilt sei, als die der Mode- waren eine goldene Schale, ein goldner Löffel und mehrere Silber- Johannisthaler Interessenten Erfolg haben wird, ist nach Lage der und Luruswaren. Von den angeschlossenen Vereinen hätten sich der geräte gestohlen worden: zwei Kelche, eine Weihekanne, eine Hostien- Sache zweifelhaft. Verein Berliner Eisenwarenhändler, der Verein Berliner büchse, zwei Teller und eine Taufkanne, alles Geschenke von verBosamentierwarenhändler, Verein Berliner Seifenhändler, Verein schiedenen Privatpersonen, nicht von der königlichen Familie. Aus Berliner Möbelhändler, die Gold- und Silberschmiede- Innung für der Sakristei hatten die Diebe auch noch einen Frack des Küsters der Verein der Berliner Musikalienhändler, Verein selbständiger mitgenommen, dagegen hatten sie zwei Talare von Geistlichen und Korbmacher, Verein der Glas- und Porzellanhändler, Verein der ein Taufbecken verschmäht, ebenso zwei silberne Altarleuchter, die Der Feldzug gegen das Präservesalz wird jezt auch auf das Handschuhfabrikanten, Verein Berliner Konfitürenhändler gegen ihnen zum Wegschaffen zu groß und nicht handlich genug gewefen Gebiet der Roßschlächter ei übertragen. Gestern hatten sich den Achtuhr- Ladenschluß ausgesprochen. Nach der sehr erregten sein mögen. Die Einbrecher scheinen in der Kirche gut Bescheid der bekannte Roßschlächter Julius Krautz und dessen Geſelle Guſtav Debatte stellte der Vorsitzende durch Abstimmung fest, daß auch der gewußt zu haben. Sie sind wahrscheinlich vom nördlichen Thore mit größte Teil der Freunde des Achtuhr- Ladenſchluſſes der Beibehaltung einem Nachschlüssel eingedrungen und haben auch die andern Thüren des Neunuhr- Ladenschlusses in den Nahrungs- und Genußmittel- und den Schrank mit Nachschlüsseln geöffnet. Seit Sonntagabend branchen günstig gestimmt ist, während die Frage innerhalb der meisten andren Branchen noch nicht genügend geklärt scheine und um 8 Uhr war von der Kirchenverwaltung niemand mehr in dem Gotteshause gewesen. daher weitere umfangreiche Umfragen innerhalb derselben erforder= lich seien. Der Vorstand wurde beauftragt, die erforderlichen Schritte zu thun. = Gerichts- Zeitung. Heller wegen vorsätzlicher Nahrungsmitel- Verfälschung, welche die menschliche Gesundheit zu schädigen geeignet war, vor der achten Straffammer zu verantworten. Am 27. Januar cr. wurde von einem Polizeiwachtmeister in dem Kraußschen Geschäftslokale eine Probe gehacktes Pferdefleisch entnommen, welches durch seine Röte auffiel. Die Untersuchung ergab, daß das Fleisch eine auffallend Ein nettes Pärchen. Im äußersten Osten der Stadt, in der große Menge Präservesalz enthielt. Der Geselle hatte das Salz Mühlenstraße und deren Umgebung, stießen in der legten Zeit an auf Anordnung des Meisters hinzugethan. Mit Rücksicht auf die getrunkene ältere Männer, die spät abends nach Hause gingen, öfter Thatsache, daß bekanntlich der Zusatz von Präservesalz jezt gesetzlich Der Stadtverordneten Ausschuß zur Vorberatung der auf ein Mädchen, das sich Liebkosungen nicht nur gefallen ließ, verboten ist, hier eine ungewöhnlich große Menge verwendet worden Magistratsvorlage über die Errichtung eines Nordparts" auf sondern auch sehr stürmisch erwiderte. Am andern Morgen aber, ist und nach dem Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Störmer ein so zuden Rehbergen" von Berlin, angrenzend an Reinickendorf und den wenn sie ihren Rausch ausgeschlafen hatten, entdeckten sie mit bereitetes Fleisch als gesundheitsschädlich zu erachten ist, beantragte der dortigen Schäfersee, hat gestern unter dem Vorsiz des Stadt- Schrecken, daß ihnen die Uhr, das Portemonnaie oder sonst eine Staatsanwalt gegen die Angeklagten je 1 o che Gefängnis.verordneten Nelfe nach einer Besichtigung des Geländes und der Wertsache fehlte. Die Kriminalpolizei, der sie ihr Leid klagten, er- Rechtsanwalt Dr. Schwindt betonte dagegen, daß die Angeklagten anzukaufenden Ländereien beschlosser die Vorlage der Stadtgriff nach längeren Beobachtungen das liebevolle Mädchen und machte die objektiv unbestreitbare Gesundheitsschädlichkeit des Präservesalzes verordneten- Versammlung zur unveränderten Annahme zu empfehlen. es unschädlich; mit ihm auch einen jungen Mann, der sich stets in nicht gekannt haben. In der Roßschlächterei sei die Verwendung An der Annahme der Vorlage durch die Stadtverordneten- Versamm- seiner Nähe herumgedrückt hatte. Die Verhafteten sind eine von Präservesalz nicht nur wie sonst zur Herbeiführung eines Lung ist nicht mehr zu zweifeln. Mit der Anlage des Parkes soll unzweideutige Auguste Schmidt und deren Zuhälter, ein früherer schöneren Aussehens des Fleisches gebräuchlich, sondern wegen des dann im nächsten Jahre begonnen werden. Bäcker, Neinhold Flchmann. Dieser nahm alles, was die Schmidt Umstandes, daß gehacktes Pferdefleisch schon nach etwa einer Stunde den Betrunkenen bei den Liebkosungen stahl, hinter ihrem Rücken bei mäßig hoher Temperatur sauer wird, fast geboten. Polizeiliche Das neue Märkische Museum geht seiner Vollendung entgegen, rasch in Empfang und verschwand damit. Das Pärchen gab an, Revisionen wegen Präservefleisch hätten bei Roßschlächtereien bis so daß man nunmehr schon an seine innere Einrichtung daß es keine Wohnung habe, aus einem Pfandschein aber erfah dahin noch niemals stattgefunden, die vorliegende sei die erste dieser herantritt. Gestern hielt die Direktion eine Sigung ab, in welcher man, daß es in Lichtenberg sich aufhalten müsse. Dort haufte es Art gewesen. Jedenfalls liege gar kein Grund vor, die Angeklagten über diese wichtige Frage Beratung gepflogen ward. Es wurde denn auch, war aber bei der Polizei nicht angemeldet. Unvermutet ins Gefängnis zu schicken. Der Gerichtshof verurteilte Krauz fchließlich eine Subkommission, bestehend aus dem Vorsitzenden der kam die Kriminalpolizei den übrigen Insassen der Wohnung über zu 50 m., Heller zu 30 M. Geldstrafe. Direktion Geh. Reg.- Rat Friedel sowie den Mitgliedern Stadtv. den Hals, so daß sie nichts mehr beiseite schaffen konnten, und fand Klaar und Reimann, eingefeßt, welche in engster Fühlung so noch zwei Portemonnaies und sechs Uhren mit Kette. Die Ver- Vier Schuhleute waren zur Ueberwachung eines Angeklagten mit dem Erbauer des neuen Museums am Värkischen Plazz Stadtbaurat Ludwig Hoffmann ein Programm für die innere Ein- hafteten wollen natürlich nicht wissen, wie diese Dinge dorthin ge- beordert, gegen den gestern vor der ersten Straffammer des Landtommen sind. gerichts I verhandelt wurde. Es betraf den Handelsmann May richtung und die Aufstellung der einzelnen Sammlungen entwerfen Fahlbusch, ein Mann, der herkulische Körperkräfte besitzen fol foll. Dasselbe wird auch die großen Hauptstüde der Sammlungen Unfall oder Doppelfelbstmord? Jm dritten Stock des Hauses ( Steinplatten, Fahnen, Möbel 2c.) umfassen, welche an den Wänden Hagelsbergerstr. 39 wohnte seit dem 1. Oktober 1898 der 47 Jahre und in dem Rufe steht, einer der gewaltthätigsten Menschen Berlins zu sein. Seine vielen Vorstrafen sprechen dafür. Im Februar oder Decken der Museumssäle, Korridore 2c. aufgestellt beziv. befestigt alte Buchhalter Emil Mieraß mit seiner Frau Eva. Sie hatten werden sollen. Im Anschluß an diese Beratung wurde auch der zwei Zimmer, von denen das eine als Schlafzimmer und Küche dieses Jahres wurde Fahlbusch wegen einer groben Ausschreitung zur Haft gebracht. Er spielte mit solchem Geschick den nächstjährige Etat des Märkischen Museums festgestellt; derselbe diente. Am 1. Oktober wollten sie nach der Belle- Alliancestraße ,, wilden Mann", daß er zur Beobachtung seines Geistesschließt mit Rücksicht darauf, daß die Erwerbungen für das vorläufig ziehen, nachdem sie selbst gekündigt hatten, ohne einen Grund an= zustandes der Charité überwiesen werden mußte. Kurze Zeit noch in den beschränkten Räumen des Markthallengebäudes ver- zugeben. Gestern morgen um 6 Uhr 30 Min. wurde Frau Mieraß barauf brach er aus und erst im Mai gelang es, seiner wieder hab bleibende Museum auf das Notwendigste eingeschränkt werden mußte, zum letztenmal gesehen, als sie dem Bäckerjungen das Frühstück abhaft zu werden. Er ist keineswegs geistig gestört. Im gestrigen mit einer Ausgabe von nur 13 600 M. nahm, ihr Mann, der seit mehreren Tagen nicht ins Geschäft ge- Termine mußten zwei Schußleute zur Rechten und zur Linken von Zur Naturgeschichte der deutschen Justiz. Im Anschluß an Be- kommen war, vorgestern abend. Im Laufe des gestrigen Tages tam ihm im Anklageraum Playz nehmen. Fahlbusch war der Kuppelei mehrmals die Reinemachefrau, ging aber immer wieder weg, da trachtungen über die verschiedene Behandlung des Ange- fie auf ihr Anklopfen keine Antwort erhielt. Als heute morgen die und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt beschuldigt, die VerIlagten in Frankreich und bei uns teilt Justizrat Dr. Staub in Ziehleute mit dem Möbelwagen kamen und auch keinen Einlaß er- handlung fand bei verschlossenen Thüren statt und endete mit der der Deutschen Juristen- Zeitung" folgenden charakteristischen Fall hielten, holte der Hausverwalter die Polizei, die die Wohnung von Verurteilung des Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. Er benahm aus der Praris mit: Ein in angesehener Stellung befindlicher, bisher einem Schloffer öffnen ließ. Man fand die Insassen tot in ihrem sich während der ganzen Sizung so, daß ein Einschreiten seitens der unbescholtener Angeklagter, dem der Staatsanwalt in seinem Schluß- Bette liegen. Der Schlauch eines Gastochers, der auf der Maschine Beamten nicht nötig war. worte das Zeugnis ausstellte, daß er bisher einen tadellosen Ruf stand, war heruntergefallen oder genommen, im Zimmer roch es genoß, war der versuchten Erpressung angeklagt. Dabei kam zur starf nach Gas. Die Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht, Sprache, ob er selbst an dem erstrebten Gewinn participieren sollte. nachdem ein Arzt den Tod durch Gasvergiftung festgestellt hatte. Dies bestritt der Angeklagte auf das entschiedenste mit dem Hinweis Db die Leute freiwillig in den Tod gegangen oder verunglückt sind, darauf, daß er ja sonst auch seinen Socius Mitteilung gemacht haben ließ sich noch nicht feststellen. würde, da er ja das Honorar mit diesem hätte teilen müssen. Bei Aus Bozen wird gemeldet: Der Professor Mogellino aus Baecano dieser Gelegenheit warf der Staatsanwalt dei Bemerkung dazwischen: Eine Kupplerin. Vor etwa vier Wochen ging dem deutschen ist in dem Sugaer Gebirge abgestürzt und blieb tot. Das Schweigen gegenüber dem Socius beweise nichts, dann hätte Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels aus London der Angeklagte eben den Socius vermutlich um seinen Gewinnanteil die Mitteilung zu, daß sich dort eine Frauensperson aufhalte, welche Sittlichkeitsrettung in Sachsen. Am 5. Oktober wird vor der bringen wollen. Der Angeklagte wehrt sich erregt gegen diese Be- sich Meiners und Helene Schmitt nennt und verdächtig ist. Mädchen Strafkammer in Leipzig ein Prozeß wegen Verbreitung unzüchtiger merkung und erklärte, daß es doch zu weit gehe, wenn der Herr handel zu betreiben. Sie sei jetzt wahrscheinlich nach Deutschland Schriften gegen den Schriftsteller Adolf Brand in CharStaatsanwalt, ohne irgend einen thatfächlichen Anhaltspunkt zu gereist, um hier" Ware" zu suchen. Das Nationalkomitee machte lottenburg, den Herausgeber der Kunstzeitschrift„ Der Eigene", haben, eine so schwerwiegende Berdächtigung gegen ihn ausspreche". von dem Schreiben der hiesigen Kriminalpolizei Mitteilung. Es verhandelt werden. Brand ist beschuldigt, in mehreren Heften der Der Vorsitzende aber unterbrach ihn mit den Worten, daß er, der stellte sich heraus, daß die Meiners eine wegen Kuppelei steckbrieflich Zeitschrift die homosexuelle Neigung zwischen Personen männlichen Vorsitzende, darüber zu bestimmen habe, ob eine Aeußerung des verfolgte Person sei. Die aus dem Rheinland Stammende scheint Geschlechts verherrlicht zu haben. Inkriminiert sind Erzählungen, Staatsanwalts zu weit gehe. In der Deutschen Juristen- Zeitung" verdächtig, Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren verschleppt zu Artikel und Gedichte, darunter„ Die Freundschaft" von Schiller und wird hierzu bemerkt, daß es sich um einen sachlich und objektiv haben. Die Ueberwachung der holländischen Grenze hatte den Erfolg, Beichnungen von Fidus. Brand wird vom Rechtsanwalt Victor denkenden Vorsitzenden handelte. Der findet es also nicht zu weit- daß die Meiners beim Betreten deutschen Gebietes verhaftet werden Fränkl verteidigt. gehend, wenn der Staatsanwalt gegen einen bisher unbescholtenen konnte. Sie wurde in das Moabiter Untersuchungsgefängnis einAngeklagten einen solchen Verdacht ohne jeden thatsächlichen Anhalt geliefert. Daß das Handwerk troß aller Bedrängnis immer noch feine ausspricht; dagegen findet er es für zu weit gehend, wenn der Anschöne Freuden hat, lehrt der folgende liebliche Fall. Der mittlere getlagte sich dagegen in der denkbar mildesten Form wehrt. Sollte In der Grabowskischen Mordsache ist ermittelt worden, daß in Gauverband des Handwerkskammer- Bezirks hielt vor einigen Tagen das nicht zu weit gehen? fragt Justizrat Dr. Staub. der Nacht zum Freitag, also vom 24. zum 25., ungefähr in der eine Versammlung ab, in welcher bei einem Referat über die AufAuch aus politischen Prozessen, in denen es sich also um Ange- Beit gegen 12 beztv. 1 Uhr, ein Herr und eine Dame, welche beide gaben der Beauftragten der Handwerkskammern unter großer HeiterNagte handelte, die es an Respektabilität immerhin mit den Leuten schwarz gekleidet waren, in der Thürnische des Hauses Rücker- feit der Anwesenden konstatiert wurde, daß fürzlich dem Beauftragten aufnehmen konnten, die über sie zu Gericht saßen, sind bekanntlich straße 6c, in welchem der Mord begangen wurde, gestanden haben. des Oberamts Ehingen bei der Revision eines Gewerbebetriebes, als Fälle bedenklicher Art zu verzeichnen. Das drollige an der vom Während dieser Zeit wurde von einem Zeugen ein Schrei gehört, er nach der Schlafstelle des 16jährigen Lehrlings fragte, mitgeteilt Justizrat Dr. Staub mitgeteilten Affaire ist übrigens, daß gerade welcher anscheinend aus dem Mordhause herrührte. Jener Herr wurde, er habe mit der Meisterin, einer 33 Jahren alten Witwe, die Staatsanwälte dem Nichter das Recht abstreiten, sie irgendwie und die Dame sind aus der Thürnische herausgetreten und haben das Bett zu teilen!" " Vermischtes. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Amor in Wichs. Gr. Ausstattungs- Operette in 4 Aften ( 7 Bildern) von Ernst Nitterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Amor in Wichs. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Kinderborstellung: May und Morik. Neue Welt. Arnold Scholz Hasenheide No. 108/114. Donnerstag, 1. Oftober 1903: Bernhard Rose- Theater Ensemble. Die Löwenbraut. Schwank in 3 Akten. Nach der Vorstellung: Grosser Familien- Ball Anfang& Uhr. Entree 30 Pf. Borzugstarten haben Gültigkeit. 765 Heute geschlossen Bus Anlass des Banketts für die Wagnerfeier. Morgen: Premiere des sensationellen Oktoberprogr. Erstes Auftreten der 3 Freie Volksbühne. Sonntag, den 4. Oktober: 11./12. Abteilung Metropol Theater: 6./7. Abteilung Lessing Theater: Klein Eyolf Nathan der Weise Anfang 2 Uhr. Herbstfest Sonnabend, den 10. Oktober 1903, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. Mitwirkende: Berliner Conkünftler- Orchefter, Dir.: Franz von Blon. Gesang: Dr. Robert F. Mannreich. Am Flügel: Frau Frieda Strunz und Herr Kapell- 00 meister Fritz Otto. Zum Vortrag kommen u. a.: 0000018 d Josef Haydn: Sinfonie No. 11 aus:„ Die Schöpfung". ,, Die vier Jahreszeiten". Richard Wagner:" Meistersinger". Edward Grieg: Peer Gynt. Franz Liszt: Ungarische Fantasie. Richard Strauss: Don Juan( nach Lenau). Peter Tschaikowsky: Ouverture 1812. Festmarken in allen Zahlstellen a 50 Pfennig. 229/18 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, 3. Oktober, abends 8 Uhr, in ,, Sanssouci", Kottbuser Strasse Nr. 4a: 32. Stiftungsfest Saharet. Soiree der Norddeutschen Sänger Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Böd mann, Blättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr, und Ball. Billets a 30 Pf. find bei allen Vorstandsmitgliedern zu haben. Programm am Eingang gratis. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. DA 199/11 Spree- Havel- Dampfschiffahrts- Gesellschaft„ Stern". Auf vielseitigen Wunsch heute Donnerstag und Sonntag: Billige Dampfer- Sonderfahrten nach der Berliner Schweiz, Zwiebusch, Gosener Berge. Heute Donnerstag: Abfahrt 2 Uhr nachmittags, Jannowizbrücke ( Belvedere). 244 Schlesisches Tho Hochbahn). Fahrpreis hin und zurüd 50 Bf., Kinder die Hälfte. Nächsten Sonntag: Abfahrt 10 Uhr Jannowißbrüde( Belvedere). 10% Schlesisches Thor( Hochbahn). Fahrpreis hin und zurück 75 Pf., Kinder 40 Bi, einfache Fahrt 50 Pf. Bei eintretender Dunkelheit: Höhenfeuer und Alpenglühen. Rüdfahrt 17 Uhr. Es ladet ergebenst ein Hermann Gärtner. " Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Mittwoch. den 7. Oktober 1903, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal VIII: General- Versammlung. 019 Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Wahl zweier Revisoren. 3. Anträge. 4. Schulangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Partei- Speditionen: Gr. Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderstraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, SO.: Paul Böhm, Laufizerplatz 14/15 Frankfurterstr. 133, Hof part. ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschke, Rügenerstr. 24, vorn part. links.- Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien Allee 95/96. Alt Glienicke: W. Rudowerstr. 68. 0 Seſenheimerſt. i, de Charlottenburg: Sustav Scharnbees, Deutsch- WilmersFriedrichsbergNiederTodes- Anzeige. Am 28. d. M. verstarb nach langem Krantenlager unser treues Mitglied, der Tischler 21556 August Hempel im Alter von 45 Jahren. am Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet 2. Oktober, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs, Pappel- Allee, aus statt. Möbelfabrik Hoffnung" ( E. G. m. b. H.), Berlin O., Strautstraße 52. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Onkel und Schwager, der Tischler August Böttcher im 29. Lebensjahre am 28. September verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Oktober, nachmittag 5 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- Kirchhofs in Mariendorf 21536 aus statt. Karl Böttcher nebst Familie. 21526 Goethestraße, vorn I dorf: W. Nidel, Uhlandstr. 108, part. Friedrichsfelde- Wilhelmsberg- Hohenschönhausen: Dito Seifel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I.- Grünau: Hermann Steinid, Jägerstr. 16. Rixdorf: M. Heinrich, Die Beerdigung des Kollegen Brinz Handjerystraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Grapp findet nicht heute 4 Uhr, Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Ober- Schöneweide: fondern 3 Uhr statt. Richard Fürt, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. Danksagung. Schönewelde: Sonakowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Gustav Für die vielen Beweise herzlicher Size, Hackenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Teilnahme bei der Beerdigung meines Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: 5. Bernsee, Kirchstr. 15 lieben Mannes sage ich allen Verin Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, wandten, Freunden und Bekannten, Dippelstr. 8, und Fr. Schellhase, hornstr. 15 a.- Baumschulen besonders dem Wahlverein Rirdorf, weg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, dem Holzarbeiter- Verband sowie den vorn III I. Neu- Weissensee: 23. Reste, König- Chaussee 33 a, I. Stollegen meines Mannes meinen herzlichsten Dant. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Paul Kienast, Ww. B. Bernard geb. Hoffmann. 43. Pankow: 43. Außerdem iſt jämtliche Bartelitteratur sowie alle wiffenſchaftlichen Werte bort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. PP Bitte ausschneiden. sid usdnd badni 27592* In voriger Tacht hat man 11940 die Preise nochmals herabgesetzt, wir verkaufen: Stadt- Theater Moabit Der Lübecker sociald. Verein Getragene Herren- Hosen zu 1,50 bis 8,50 Mk. Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 1. Ottober 1903: beabsichtigt, im kommenden Winter eine Reihe Bernhard Rose Theater- Ensemble. 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Statuten Menderung. 2. Ber schiedenes. 3. Wahl eines Arbeitnehmer- Vorstandsmitgliedes. 290/16 Um pünktliches und bestimmtes Gr scheinen wird höflichst gebeten. Der Vorstand. J. A.: H. Caspar, Vorsitzender, Wilsnackerstr. 43. Bekanntmachung. Am 1. Oktober d. J. tritt das Drts. statut der Stadt Berlin betreffend die Krankenversicherung der Handlungsgehilfen und Lehrlinge in straft. Bir machen die Herren Arbeitgeber sämtlicher Betriebe, für welche unsre Kasse zuständig ist, darauf mit dem Hinweis aufmerksam, daß ihnen die Pflicht obliegt, diejenigen männlichen und weiblichen Handlungsgehilfen und Lehrlinge, welche nicht schon bisher der Versicherungspflicht unterlagen, bei uns innerhalb drei Tagen schriftlich anzumelden, sofern deren Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt sechszweidrittel Mart für den Arbeitstag bezw. zweitausend Mart für das Jahr nicht übersteigt und die bes treffenden Angestellten nicht nachweisen können, daß sie bereits vor bem 1. Oktober d. 3. die Mitgliedschaft bei einer eingetragenen Hilfs. taffe erworben haben. Die Anmeldung muß enthalten: den Vor- und Zunamen, Geburts. datum und Geburtsort, sowie die Bes fchäftigung des Angeldenben; den täglichen, wöchentlichen oder welchen derselbe zunächst beziehen 290/17 Dem geehrten Publikum teile mit, daß ich Anfang Oktober im Hause monatlichen Gesamt- Arbeitsverdienst, Berlinerstr. 23 ein Putz- und Modegeschäft eröffne wirb; Abend 26342* Hochachtungsvoll Frieda Christoph. National- Streifzüge durch die Entwicklung der Weltwirtschaft. Schriftst. Max Grunwald Montag Geschichte Geschichte der menschlichen Gedanken über die Natur. Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner SchriftRedeUebung Uebungen in mündlicher Rede und schriftlichem Aufsatz. RedeUebung Uebungen im Vortrag für Fortgeschrittene. steller Dr. Rudolf Steiner SchriftDienstag Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Bf. und 1 M. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 30, 60 Pf. u. 1 M. Zahlreiche Anerkennungen. 27862* 1000 Mark Belohnung Freitag zahle demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. Nur allein echt bei Hugo Barth, Droguerie, jest Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. steller Sonntag Dr.Rudolf Steiner Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie Montag, den 12. Oktober; Geschichte Dienstag, den 13. Oktober; RedeHöheres Technisches Institutebung Freitag, den 16. Oktober; Rede- Uebung für FortBerlin NW. 6, Marienstr. 24. Ausbildung von Ingenieuren, Technikern u. Werkmeistern. Tages- u. Abendkurse. Semesteranfang: 14. Oktober. Kopfläuse nebft Bruf geschrittene Sonntag, den 6. Dezember. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Kursus am Sonntag beginnt um 10 Uhr vormittags und endet um 12 Uhr mittags. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der Sonntagskursus für Fortgeschrittene vertigt fofort ,, Schwapp" in Rede- Uebung kostet 2 M.( ca. 20 Tage). Unschädl. Zu haben in Drog. Preis f. 2, 1. 50 B1. u. f. 1, Fl. 30 Pf. En gros. R.Sauer, Berlin C.2, Staiser Wilhelmift.47. Saal mit Bühne für Sonnabende im November, Dezember, Januar, Februar und März, sowie Bußtag und Toten: fonntag noch frei. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei." Damen- Jacketts, Capes, Blusen, Röcke billiger als in jeder Fabrit. Refte 15162* zu Kostümen, DamenManteln, zu Mädchenund Knaben- Sachen. OranienOskar Basch, strazse 202, pt. Kohlen Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hoi links 2 Tr., und in nachstehenden Breßfohlen, anerkannt beste Marken, Zahlstellen: Gottfr. 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Oftober 1903. Orts- Krankenkaffe für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. R. Nürnberg, H. Philipsohn, Vorsitzender. Schriftführer. Sprungfeder- Matratzen gesetzlich geschützt Matraße, untere Ansicht, besser wie Stahldrahtmatratzen: 27,00. 3weiggefchäft: Nowawes, Priesterftr. 2. staubfrei; nicht.theurer.. als mir Gurte. Polsterwaaren ohny PAUL MULLER Jing Loboge Unübertroffen in Reinlichkeit und Haltbarkeit 10 Jahre Garantie Polsterwaren- Fabrik a 50, 35 u. 20 Pf. Paul Müller, BERLIN O., und gute, schmadhafte weiße Bare, 6 Stück 10 Pr., empfehle ich Lebuserstr.15. Von der Reise zurüd ben werten Genoffen u. Ben- Affe 24. Dr. Kurt Freudenberg, Ernst Pfeiffer, Pete 24, Bäckerei. S., Oranienftr. 68, II. Berantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 229. 20. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. erstag, 1. Oktober 1903. Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 5. Oftober, abends 81%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandanten straße 20: Vortrag des Herrn Fr. Käming über die Notwendigkeit des gesetzlichen Heimarbeiter- Schutzes. Unfre Urania- Borstellung findet am 1. November statt und sind Billets zu derselben in folgenden Zahlstellen zu haben: Fr. Seeger, Kolbergerstr. 26; Fr. Bauschke, Rostockerstr. 43; Fr. Steinkopf, Schwedterstr. 35; Fr. Klotsch, Koppenſtr. 81. Der Vorstand. A. Bringmann. Praktische Winke für die deutsche Zimmererbewegung. 188 Seiten. Hamburg 1903. Expedition des Zimmerer", Feßlerstr. 28. Geschäftsbericht des Konsumvereins Leipzig- Plagwig und Umgegend über das neunzehnte Geschäftsjahr 1902/03. 24 Seiten. Fritz vom Berg. Gewinnbeteiligung und Miteigentum der Arbeiter, Arbeiterausschuß und Arbeitsamt. 77 Seiten. Straßburg i. E. Verlag C. A. Vomhoff. starte Organisation imftande ist, für bessere Zustände zu sorgen und den Bäckergesellen ein besseres und schöneres Leben möglich zu machen. Wiederholter Beifall während der Rede zeugte dafür, daß der Redner die Zustände schilderte, wie sie thatsächlich sind. Die Versammlung faßte ferner den Beschluß, daß der im Jahre 1900 gesammelte Streiffond, der, wie Hetzschold berichtete, 3164 M. beträgt, dem örtlichen Streitfond der Mitgliedschaft Berlin des Bäckerverbandes überwiesen wird. Mitgeteilt wurde noch, daß der FachBriefkaften der Redaktion. verein der Bäckergesellen Berlins sich aufgelöst hat und die Mitglieder dem Verband beigetreten sind. Tangermann. 1., 2., 4. Nein. 3. 800 M.-J. P., Templinerstraße. Die Strafe muß Ihre Frau zahlen, sonst fritt Haft an deren Stelle. Sind Centralverband der Maurer. In Nr. 227 des Vorwärts" die Gerichtskosten nicht beitreibbar, so wird an Stelle der Kosten keineswegs Steglit. In einer am Montagabend nach dem„ Gambrinus" heißt es in dem Bericht über unsre Versammlung vom 25." September: Freiheitsstrafe geſetzt. Berläuft die Eretution fruchtios, so fann Leiftung bes Offenbarungseides verlangt werden. Jedwede Manipulation, die bezweckt, " Sodann teilte Panser mit, daß er sich aus Gesundheitsrücksichten Eigentum Ihrer Frau auf Sie zu übertragen, damit die Eretution fruchtlos einberufenen öffentlichen Versammlung für Frauen und Mädchen sprach Genosse Bartels Berlin über„ Heinrich Heine und seine beranlaßt sehe, seinen Posten als Vorsitzender des Zweigvereins ausfalle, ist rechtsungültig und kann eine strafbare Handlung darstellen. niederzulegen. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß der H. W. Der Chefcheidungsflage muß ein Sühnetermin beim Amtsgericht Werke". Durch Recitation einiger Gedichte suchte der Vortragende bisherige Schriftführer Lemm die Geschäfte des Vorsitzenden bis auf vorangehen. Soweit aus Ihren Darlegungen ersichtlich, liegt fein Grund seine Zuhörer für den größten Lyriker Deutschlands zu interessieren, weiteres übernimmt."- Richtig ist, daß Panser seinen Posten nieder zur Ehescheidung vor, sondern nur ein Grund, die Wiederherstellung des was ihm auch sicher gelungen sein dürfte. Anschließend an den P. F. 1. Das Amtsgericht( GrunerVortrag wurde angeregt und beschlossen, einen Bildungsbandsleitung unter Hinzuziehung des Kollegen Lemm weitergeführt. 2. In 2 Jahren nach Ausstellung der Karte. 3. Den Antrag tönnen Sie legte. Die Geschäfte werden von den übrigen 3 Kollegen der Ver- ehelichen Lebens zu verlangen. straße und Jüdenstraße) ist zuständig. A. B. 69. 1. Leider nein. berein für Frauen und Mädchen zu gründen. Ein Aus- Die Geschäfte des 1. Vorsitzenden werden von dem bisherigen 2. Vor- ohne Beihilfe stellen. Ein Beispiel finden Sie in dem in den öffentlichen schuß von zehn Personen wurde mit Ausarbeitung der Statuten 2c. fizenden W. Fritsch bis zur Neuwahl im nächsten Frühjahr geführt. Lesehallen ausliegenden Arbeiterrecht". M. S. Soll erledigt werden. beauftragt. Eine ansehnliche Zahl von Frauen und Mädchen erF. Th. Formulare betreffend den Austritt aus der Landeskirche er tlärten bereits durch Namensunterschrift dem neuen Verein, dem wir Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer hielt ant halten Sie bei Hoffmann, Blumenstr. 14. 9. 27.§ 26a des Kranken den besten Erfolg wünschen, beizutreten. 23. September eine Versammlung ab. Herforth gab den Bericht versicherungs- Gesezes schreibt vor, daß Kassenmitgliedern, welche gleichzeitig vom 6. Kongreß der Freien Vereingung deutscher Gewerkschaften. anderweitig gegen Krankheit versichert sind, das Krankengeld soweit zu In der sich daran anschließenden Diskussion wurde von Mehke und fürzen ist, als dasselbe zusammen mit dem aus anderweiter Versicherung Kaufmann die Aeußerung Herforths in der Einigungsfrage als nicht bezogenen Krankengelde den vollen Betrag Ihres durchschnittlichen Lage ch die Meinung der Kollegen vertretend bezeichnet. Ein Antrag, worin lohnes fiberſteigen würde, daß jedo durg Kassenstatut die sich die Versammlung mit den Beschlüssen des Kongresses einver- ürzung beseitigt werden kann. Es kommt also darauf an, standen erklärte, wurde angenommen. Hierauf erstattete Heller den anderweit versichert ist oder einer Kaffe angehört, die fein Recht auf Ver ob Ihr Statut solche Ausnahmen enthält und der Erkrankte thatsächlich Bericht von der 13. Konferenz. Ein Antrag, dem gewerkschaftlichen ficherung giebt. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Kasse, z. B. die meisten Frauen- Verein 100 M. zu überweisen, wurde gut geheißen. Den Buschußkaffen gehören dahin, ist nicht als Versicherung zu betrachten. inhaftierten Oderberger Genossen wurden 200. überwiesen. Verfammlungen. " mittel gering Mühlenbeck. In der öffentlichen Versammlung am 27. September cr. nahmen die Parteigenossen Stellung zu den Landtagstahlen. Kiesel- Berlin hielt den einleitenden Vortrag unter leb-* Weizen, gut D.- Ctr.| 15,70| 15,68 haftem Beifall der Versammlung. Sonntag- Pankow ging alsdann auf die besonderen örtlichen Verhältnisse ein und informierte die Genossen über die taktischen Fragen. Als Wahlmänner- Kandidaten* Roggen, gut für die 3. Klasse wurden Gildemeister und Neumann, für die 2. Klasse Bruchmann und Schubert gewählt. Nachdem der Vorsitzende Gilde= meister die Anwesenden zu reger Agitation aufgefordert hatte, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie geschlossen. aturalne o Eingegangene Druckschriften. Marktpreise von Berlin am 29. September 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Bander Hechte mittel gering 17 " + Werfte, gut mittel gering mittel gering thafer, gut Richtstroh Heu " 15,66 15,64 15,62 15,60 12,85 12,83 12,81 12,79 12,77 12,75 14,50 13,50 13,40 12,40 12,30 11,30 16,00 14,90 14,80 13,80 13,70 12,70 4,32 3,66 7,00 4,80 40,00 25,00 50,00 25,00 Strebse 60,00 20,00 Barsche Schleie Bleie Die gefehliche Beseitigung des Koft- und Logiswesens in den Bäckereien. Mit dieser Forderung beschäftigte sich eine öffentliche Bäderversammlung, die am Dienstagnachmittag in Kellers Festsälen tagte. Das Kost- und Logiswesen, so führte der Referent Hebschold aus, birgt einen direkten Betrug um einen Teil des Arbeitslohns in sich, denn die Meister rechnen die meistens ganz er bärmliche Kost und das elende Logis so hoch an, daß der Geselle sich, wenn er darüber nachdenkt, immer als der Betrogene fühlen muß. Hat doch f. 3. selbst ein Vorstandsmitglied der„ Germania"-Innung erklärt, er habe als Geselle in den meisten Werkstätter in Berlin Schweinefutter erhalten. Das Essen der Volksküchen ist bei weitem besser als das, was die Bäckermeister den Gesellen bieter( Starter Beifall.) Die Lehrlinge aber werden noch elender beköstigt und dabei trotz Bundesratsverordnung und trotz des bekanntlich so machsamen Auges der Polizei noch 15-16 Stunden täglich oder nächtlich ausgebeutet. Fast noch verderblicher als das erbärmliche Essen wirken die miserablen Schlafstellen, meist lichtlose, zugige oder feuchte Löcher, tiels im tiefen Steller, teils oben unterm Dach mit Betten, die nicht einmal frisch überzogen werden, wenn ein neuer Gefelle anfängt. Oft muß sich der Geselle in ein Bett legen, das Die Socialistischen Mouatshefte"( Administration: Berlin SW. 19 Erbsen furz zuvor ein mit ansteckender Krankheit Behafteter verlassen hat, Beuthstr. 2) haben soeben das Dktober Heft ihres 9. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Adolf dieselbe schmutzige Bettwäsche benutzen. Kein Wunder, daß unter von Elm: Der Parteitag des Sieges. Adolf Müller: Die Resolution 130. Speisebohnen diesen Umständen Krankheit und Siechtum, Lungenschwindsucht und Eduard Bernstein: 1878 und 1903. Dr. Eduard David: Bur Kautsky- Linsen Magenkrankheiten unter den Bäckergesellen grassieren, daß nur ganz Stritit meines Agrarwerks. Dr. Conrad Schmidt: Buderproduktion und wenige von ihnen noch zum Militärdienst tauglich befunden werden. Buckerprämien. Dr. August Erdmann: Die Grundlagen der CentrumsEin weiterer Uebelstand ist die Bevormundung. der die Bäcker- politit. Robert Schmidt: Ueber genossenschaftliche Brotproduktion. Politik von Richard Calwer. gesellen ausgesetzt sind seitens des Meisters, der darauf achtet, wenn Wirtschaft von Mar Schippel. fie ausgehen, was sie in ihrer so knapp bemessenen freien Beit treiben, politit von Baul Stampjimeher.- Sociale Kommunalpolitik von Dr. Hugo Lindemann. Socialistische Bewegung von Dr. Ladislaus Gumplowicz. was sie lesen, und sie so in jeder Beziehung zu unselbständigen, Gewerkschaftsbewegung von Baul ümbreit. Frauenbewegung von abhängigen Wesen herabdrückt, auf die das in Süddeutschland noch Henriette Fürth. Buchbesprechungen von Paul Kampffmeyer, vielfach gebräuchliche Wort„ Bäckerknecht" besser passen würde als Dda Dlberg, Dr. Adler, Dr. Gumplowicz Der Preis des der Name eines freien Arbeiters. Um allen diefen schändlichen Seftes beträgt 50 Bf.; vierteljährlich 1,50 M. Bu beziehen durch alle BuchUebelständen abzuhelfen, ist es notwendig, daß der erste Absatz handlungen, Kolporteure und durch jede Bostanstalt( Post- Beitungskatalog Swinembe. 765 DGD 2Nebel des§ 115 der Gewerbeordnung, der davon handelt, daß dem Arbeiter Nr. 7425), ferner direkt durch den Verlag der Socialistischen Monatshefte", Hamburg 764 DGD 2Mebel 765 SS 1 heiter der Lohn in Reichswährung und bar auszuzahlen ist, voll zur Geltung Beuthstr. 2, Berlin SW. 19( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Berlin 2 moltig 16 Aberdeen gebracht werde. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Organi- Couvert). Probehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Ver- Frantf.a. M. 765 München 768 GD 2wolten! 10 Baris fügung. Wien fation der Bäder mit den andren Gewerkschaften, deren Mitglieder 12 767 Still Nebel Nichard Ilge. Zur Wahlrechtsbewegung in Sachsen. Preis 20 Pf. unter denselben Uebeln zu leiden haben, zusammengethan zu ges Berlag der Leipziger Buchdruckerei A.G.1 meinsamer Beratung der Maßnahmen, die hierzu nötig sind. Zu Der socialdemokratische Landtagswähler als Urwähler und Wahldiesem Zweck wird bereits im Oktober eine Konferenz abgehalten mann. Praktische Binke für die preußische Landtagswahl. 63 Seiten. werden. Der Referent wies zum Schluß darauf hin, daß nur eine Riel 1903. Chr. Haase u. Co.( Schleswig- Holsteinische Volks- 8tg."). Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. In Theater. Donnerstag, den 1. Oftober. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Fidelio. Zu Beginn: Duvertüre Leonore( Nr. 3)". Schauspielhaus. Jm bunten Rod. Deutsches. Rosenmontag. Berliner. Das Käthchen von Heilbronn. Weften. Zar und Zimmermann. Leffing. Auferstehung. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Der Fled auf der Ehr Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Bibliothekar. Neues. Eine Frau ohne Bedeutung. Kleines. Nachtashl. Luisen. Krieg im Frieden. Trianon. Die Notbrüde. Carl Weik. Amor in Wichs. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Passage Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Casino. u. a. Social * ab Bahn. + frei Wagen und ab Bahn. 7,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " 1,80 1,20 #t 1,80 1,20 " 1,80 1,20 2,60 2,00 60 Stüc 4,50 2,60 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,40 " 3,00 1,20 " 2,20 1,20 1,80 0,80 " 3,20 1,40 " 1,40 0,80 per Schod 18,00 3,00 Witterungsübersicht vom 30. September 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. 12 Haparanda 765 M 12 Petersburg 759 N 12 Cort 753 S richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. = 2bedeat 1 Regen 10 1 5 heiter 14 763 SS 2bedeckt 17 Wetter Prognose für Donnerstag, den 1. Oktober 1903. Bielfach nebelig, sonst ziemlich heiter und sehr mild bei schwachen füdwestlichen Binden; keine wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabenb 8 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Boltsstück mit Gesang in 3 Aften von Ludwig Anzengruber. Freitagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Sonnabendabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Urania. 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