Nr. 233. od 8 cibing tipis di due grid astme de m Abonnements- Bedingungen: di B Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Pofte Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Breisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. pod drugima od mod20. Jahrg. si oldud noftroly and timing 190) G double din unde Die Infertions- Gebühr Vorwärts Berliner Volksblatt. beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate süt die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. tato Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Dienstag, den 6. Oktober 1903. Ritter des Rechts und der Freiheit. christlichen Civilisation nie solche Gefahr gedroht, als zu zu erachten. 17 " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 5. Ottober. Der Wahlaufruf der Scharfmacher. Hunnen im Dsten einfielen, hat der europäischen, hat der Beirrung des politischen Bewußtseins im Volt" als vorliegend dieser Zeit, da die Macht der Demokratie entfesselt ist; und Nicht minder interessant ist die Art und Weise, wie man Die furchtbaren Gerichtsurteile der letzten Tage lassen die Gefahr ist um so größer, als der Feind nicht wie damals die sonst perhorreszierten Eingriffe in das Privateigentum, erneut erkennen, wessen das arbeitende Volt sich von der ein äußerer ist, sondern in unsren Eingeweiden wohnt und die bei Konzessionsentziehungen Tagesblättern gegenüber unheutigen Klaffenjustiz zu versehen hat. Die gesamte Ordnungs- wühlt." Das beweglichste Slagelied aber stimmite der streitig vorlagen, zu rechtfertigen versucht. Zunächst stellte presse, die konservativen Organe an der Spize, wiffen natür- alte Kleist- Rezzow an:" Die gegenwärtige Zeit erinnert man die famose Behauptung auf, eine solche Konzeffionslich das Angemessene der unerhörten Strafmaße in das ge- mehrfach an das Jahr 1848. Ich will hier nur eine Aehnlich entziehung sei gar keine Strafe, weil sie keinen Teil des Strafbührende Licht zu sehen. Wie gewöhnlich wollen sie in der feit hervorheben. Der Mann, der gegen den Schluß des Jahres rechts bilde; ferner komme einer königlichen Verordnung ohne bekannten Unparteilichkeit des preußischen Richterstandes die 1848 und in den darauf folgenden im ganzen Lande mit weiteres Gefeßeskraft zu, und da es Gegenstand der Gesetzgebung sei, Gewähr und Bürgschaft dafür erblicken, daß in Preußen trog Entrüstung genannt wurde, weil er die des Königs Majestät zu bestimmen, was zur Kognition der Gerichte und der Verjenes Ministerwortes: wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht schuldige Ehrfurcht verlegt hatte, der Dr. Jacoby, wird gegen- waltungsbehörden gehört", so habe die Preßordonnanz nur dasselbe", das Recht mit gleichem Maße verzapft wird. Demi- wärtig wieder im Lande gefeiert, ihm wird mehrfach an eine anderweitige gesetzliche Bestimmung über die Kompetenz gegenüber mag daran erinnert sein, daß unsre Junker nicht immer geboten, ihn in das Abgeordnetenhaus zu wählen... Der der bisherigen ordentlichen Richter getroffen". Die vom tonfolch' wohlwollende Ansichten über den preußischen Richterstand tiefgehende Gegensatz zwischen Strone und Abgeordnetenhaus fervativen und christlichen Standpunkte aus tollste Eigentumszum besten gegeben haben. Aus den Tagen des Verfassungs- blieb auch auf gewisse ,, liberale" Richtungen der theorie stellte aber bei einer zweiten Beratung über die Preßfonflikts z. B., als eine größere Anzahl von Richtern der damaligen Beamtenschaft nicht ohne Einfluß, und hier ordonnanz im Januar 1864 der Berichterstatter Dr. Daniels Fortschrittspartei angehörte, ließen sich eine Reihe von Aeuße- war es der bereits erwähnte Graf Krassow, der auf, wenn er fagte:„ Es ist ein bekannter Rechtsgrundsatz, rungen tonservativer Führer citieren, die mit der Kritik, wie die von den Stonservativen geschaffene und bis 1858 geradezu daß man wohlerworbene oder allgemeine Rechte auch verwirken sie heute die Socialdemokratie an der Justiz übt, dem Wesen ausschließlich beherrschte preußische Bureaukratie angesichts tann wegen begangenen Mißbrauchs. Es existiert kein nach eine verzweifelte Aehnlichkeit besigen. Sagte doch, um einzelner Selbständigkeitsregungen in einer Weise zu charakteri- Eigentum zu rechtswidrigen Zwecken, sondern es soll es bei einem einzigen Beispiel bewenden zu lassen, damals fieren unternahm, die auf die Gegenwart angewandt, die eben nur die Mittel zu erlaubten Zwecken geben". Das Graf Krassow im preußischen Herrenhause: Es Macht des Junkertums trefflich illustrieren würde." Ich Proletariat hat allen Grund, sich diese Auslegung des Eigengiebt Grenzen der Unparteilichkeit! Niemand kann allen Ver- glaube," so meinte er, man hätte den Gegensatz auch so fassen tums zu merken. Wenn ungebührliche und menschenfuchungen widerstehen; absolut unparteiisch ist kein Mensch; können: ob tönigliches, ob bureaukratisches Regiment... unwürdige Ausbeutung unter die rechtswidrigen Zwecke" wider Wissen und Willen ist jeder parteiisch bis zu einem ge- Schon längst, meine Herren, vor dem Jahre 1858 hat der zählt und Konfistationen rechtfertigt, dürfte von konservativem wissen Grade." Liegt die Zeit des Verfassungskonflikts auch preußische Beamtenstand die oberste Macht der Krone Grundeigentum und sonstigem Kapitaleigentum in Preußen nicht um ein Menschenalter zurück, so bietet sie bei näherem Zu- in einem solchen Grade aufgefogen, daß der Wille des viel mehr übrig bleiben. schen doch den Beweis, wie die tonservativen Söhne von heute Stönigs bisheran machtlos abgeprallt ist an seiner Beamten- Wie der Augenschein lehrt, bewegt sich das Junkertum ihren tonservativen Vätern lediglich das System abgeguckt, wie schaft." Wohin die Konservativen damals steuerten, gab Graf von heute durchaus auf der Kulturhöhe seiner Väter. man gegenwärtig die Socialdemokratie auf Grund derselben Arnim von Boyzenburg bei der Budgetdebatte 1863 deutlich Sein christlicher Citatenschap, sein volksfreundlicher Rechtsnadten Interessenpolitit mit denselben Phrasen abzuthun zu verstehen. Ich halte nämlich", sagte unter anderm der ge- finn, die staatserhaltende Brutalität seiner Interessen fucht, mit denen zumal das damalige Herrenhaus die Demo- nannte Graf, jede Verwerfung des Budgets für einen sind die gleichen geblieben. Die Väter geruhten bereits, tratie" zu bekämpfen sich bemüht hat. revolutionären Att... Ich frage, wie soll es werden,... mit dem einst verfehmten Kronenraub und NationalitätenUnter Friedrich Wilhelm IV., in dem das fleritale wenn das irre geleitete Land nicht patriotischere, sondern die- schwindel" den deutschen Patriotismus in bekömmliche ErbJunkertum noch heute das Muster eines genialen Stirchen- felben Abgeordneten schickt, und wenn die Verweigerung jener pacht zu nehmen. Die erlauchten Sprossen übertreffen sie durch politikers erblickt, war die Kreuz- Zeitungs"-Partei obenauf. Mittel und in diesem Fall die Verweigerung jedes möglichen ihre verdienstvolle Anpassungsfähigkeit an eine AllerweltsDie Hoffamarilla hatte die innere Politit völlig beschlag- Budgets sich stets wiederholt seitens der Abgeordneten? Was abenteuer- Politik, die sie den inneren Feind in Frieden nahmt und beutete sie auf das schamloseste in ihrem Interesse dann? Meine Herren, dann liegt ein Mißbrauch des Budget- plündern und brandschaßen läßt. War es doch zu jeder Zeit, aus, während sie den König unbefümmert um Olmük und rechts vor und wie steht dazu die Machtfrage? Die königliche um mit den Herren der Konfliktsära zu reden, ein wesentetwaige weitere Folgen in der auswärtigen Politik nach Be- Macht soll dem guten Recht zur Seite stehen und eine königliche liches Kennzeichen des Junkertums, einzutreten für Recht und lieben schalten und walten ließ. Dabei wußte sie seit langem, Macht und Regierung, die diesen Grundsatz underrückt fest- Freiheit". daß sie es mit einem Geistesgestörten zu thun hatte. Loyal wie hält, wird schließlich auch die Zustimmung und die Billigung sie war, suchte sie dann die Regentschaft Wilhelms I., von der sie aller Klassen erhalten... Aber, meine Herren, dem Mißbrauch eine Schädigung ihrer heiligen Ausbeuterinteressen befürchtete, des Rechts tritt die Macht gegenüber." Derselbe Redner verstieg sich zu hintertreiben, und besaß sogar die natürlich königstreue zwei Jahre später zu der charakteristischen Auslassung:" Ich Unverfrorenheit, ihm anläßlich seiner späteren Thronbesteigung frage Sie, ob die Minister regieren können, wenn die Landesin einer Herrenhaus- Adresse den geistesgestörten Bruder als vertretung der Regierung die Abgaben jedes Jahr aufs neue Vorbild und Muster hinzustellen. Die Differenzen zwischen zu gewähren hätte?" Die verfassungsmäßige Ausübung des Regierung und Abgeordnetenhaus in der Frage der Heeres- Budgetrechts erschien den damaligen Herrenhäuslern ,, um mit reorganisation konnten daher dieser Partei nur höchst gelegen dem Baron Senfft- Pilfach zu sprechen, als„ ein dämonischer tommen. Nahm das Abgeordnetenhaus die Vorlage an, so Eroberungsfanatismus", dem mit Nachdruck entgegengetreten war es gut, denn die neuen Offiziersstellen fielen den Junkern werden müsse, wolle man nicht die Erfahrung Frankreichs der Mehrheit nach zu; lehnte es sie ab, so war es besser, denn das mit Revolution, Republik und Säbelregiment" machen. Königtum wurde damit auf die konservative Hilfe und ein konserva- Den Höhepunkt der öffentlichen Aufregung bezeichnete tives Ministerien zurückverwiesen. Die Aufgabe, diesen nackten damals die Breßordonnanz vom 1. Juli1863, die die verfassungsInteressenstandpunkt mit den nötigen staatserhaltenden mäßige Preßfreiheit willkürlich suspendierte und das Erscheinen Redensarten zu verhüllen, fiel neben der Kreuz- Zeitung" in der Zeitungen in das Ermessen der Verwaltungsbehörden erster Linie dem damaligen Herrenhause zu, das dieſem ſtellte. Indem sie gleichzeitig bestimmte, daß diejenige Bedürfnis denn auch mit einer bunten Musterkarte christlich. Behörde, in deren Verwaltungsbereich die die Zeitung erboltsfreundlicher Staatsweisheit gerecht zu werden gesucht hat. schien, über das Forterscheinen eines Blattes zu beSchon in dem Zwischenministerium von der Heydt hatte stimmen habe, ward einem weiteren Verfassungs- Parader Minister des Innern v. Jagow durch einen Erlaß die graphen ins Gesicht geschlagen, wonach niemand feinem feinem Verständigen mehr geleugnet. Die Regierung dürfte fich Der völlige Zusammenbruch der Oftmarten- Politik wird von Streitfrage als generellen Gegensatz von föniglichem ordentlichen Richter entzogen werden durfte. Die diesbezüg- also besimten, eine neue verstärkte Auflage dieser Bankrottpolitit zu Regiment und parlamentarischer Regierung präcisiert. An- lichen Verhandlungen des Herrenhauses sind um so charakte- beginnen. In welcher Weise aber soll die Socialdemokratie nach gesichts der Unfähigkeit der Fortschrittspartei, die Situation ristischer, als sie sich mit den scharfmacherischen Hezereien kon- hatatistischen Rezepten zu Grunde gefördert werden. Das Polentum zu Gunsten einer freiheitlicheren Regierungsform nach- servativer Blätter von heutzutage ebenso decken, wie sie einem versuchte man durch die halbe Germanisierungsmilliarde auszurotten. drücklich auszumuten, haben die Renegaten dieser jesuitischen Lehrbuch über die bürgerliche Freiheit entnommen Mit der Socialdemokratie wird man nicht eher fertig, als bis man Partei die Richtigkeit jener Auffaffung nachmals bestritten. fein könnten. Schon die Auslaffungen des Berichterstatters ein paar Milliarden bewilligen, damit das Proletariat in Preußen das Proletariat beseitigt. Wollen die Freifonservativen mun etiva Gewiß ist, daß sie bei den Ultrakonservativen lebhaften Anklang Dr. Daniels find ein flagranter Beweis, wie tonfer wenn nicht entproletarisiert, so doch wenigstens wirtschaftlich fand und im Herrenhause bald zu dem unvermeidlichen Gegen- vative Ehrenhaftigkeit die Freiheit mit mit der Freiheit" gehoben werden kann? Wir würden uns gegen eine solche Besatz von Christ und Antichrist, dem konservativ flerifalen totzuschlagen gesonnen fann die Breßlämpfung der Socialdemokratie sicher nicht wenden. Stabinettstid erweitert ward. Die Gegenstände des Konflifts, freiheit", so fagte er, in einem andren Sinne als dahin Des weiteren erklärt sich der Aufruf gegen ein„ chriftliches" hauptsächlich die Militärreorganisation, treten zurück", fagte dort verstanden werden, daß jeder schreiben dürfe, was ihm in den Volksschulgesetz- darin unterscheiden sich die Konservativen von den unter anderm ein würdiger Vorfahr des bekannten" Post"- Sinn kommt, möge es verlegend sein oder nicht. Die Sicherung Freitonfervativen und natürlich auch gegen die Kanalvorlage und Artiflers, Graf Zedliz- Neukirch, bei der Beratung einer Adresse der persönlichen Freiheit fordert Breßfreiheit auch als Freiheit fede Aenderung des Wahlrechts: an den König im Februar 1863, wenn wir erwägen, uns von Zudringlichkeiten der Preffe, als Schutz gegen den Druck, auf einen höheren Standpunkt stellend, daß es einen den fie auf eine leichtgläubige Menge ausüben kann, als weit größeren Kampf gilt, einen Stampf, der nicht Schranke gegen Verdächtigung, durch welche die achtbarsten allein in Preußen, sondern in ganz Europa entbrannt Persönlichkeiten an ihrer Ehre geschädigt werden können." ist, der Kampf gegen alle göttliche und weltliche Die öffentliche Sicherheit fordere nicht nur die Unterdrückung Autorität, der Kampf des Antiarists gegen das Christentum." von Aufständen, sondern auch die Erhaltung der Behörden Bei einer andern Gelegenheit wiederum ging man mit einem in dem ihnen gebührenden Ansehen und Recht, die„ ZurückCitat des Gründers der konservativen Weltanschauung" dämmung von Entstellungen, die Unzufriedenheit erregen Stahl, dem, nebenbei bemerkt, der„ oppofitionelle" Windthorst tönnten, wie endlich nicht durch tägliche Aufregung in der nachmals eine besondere Verehrung angedeihen ließ, hausieren: Presse Anlaß zu Haß zwischen den Staatsangehörigen gegeben Die Demokratie„ vernichtet von Grund aus das Königtum, und dadurch der öffentliche Friede in Gefahr gesetzt werden" alle gegebene Obrigkeit, alle geschichtlich überkommene dürfe. Die Preßordonnanz sei eine Notwendigkeit, da es sonst Ordnung und Berechtigung, vernichtet alle naturgemäße Un zur Erledigung der zahllosen Prozesse nicht bloß in Bezug gleichheit und Ergänzung bis zur vollständigen Nivellierung der auf das Heer, sondern auch auf den Richterstand einer ReGesellschaft, vernichtet den christlichen Kultus, um die Offen- organisation bedürfe; es würde gegen die Presse eine eigene barungsleugung und die Staatsreligion aufzurichten, vernichtet Richterfompagnie formiert werden müssen". Auf die Aeußeselbst Recht und Freiheit des Menschen, unterwirft Leben und Eigen- rung des Altliberalen und nachmaligen Finanzministers Camptum, ja jogar Gewissen und Dentart grundsäglich der anarchischen hausen, es könne doch höchstens von einem„ Notstande des Die Wendung gegen rückschrittliche" Tendenzen ist ein blutiger Gewalt der Massen, der Voltsentwicklung, der öffentlichen Ministeriums" die Rede sein, verstieg der damalige Minister wig. Und die Stellung des Gemeinwohls über die Sonderinteressen Leidenschaft, dem Bahn des Tages... Seitdem die arabischen v. Eulenburg sich sogar dazu, cinen öffentlichen Notstand ist so zu verstehen, daß das Gemeinwohl nach freikonservativer AufHorden den Westen Europas überfluteten und seitdem die bereits bei einer Beunruhigung der Gewissen" und einer fassung das Sonderinteresse einiger induftriefendaler Majoratsherren " 0 war. E3 Am Sonntag veröffentlicht die" Post" den preußischen Wahlaufruf der freifonservativen Partei, der so ziemlich identisch ist mit der Scharfmacherllique, welche die" Post" finanziell aushält. Der Aufruf empfiehlt die Politik der Kaninchenjagd gegen die Socialdemokratie: " Die Kraft und Entschlossenheit, mit welcher die Staatsregierung zum Schuße des Deutschtums in den Ostmarken gegen das vordringende Polentum vorgeht, findet unsre volle Anerkennung und Billigung. Wir fordern aber von der Regierung dieselbe Kraft und Energie in der Bekämpfung der Socialdemokratie, welche offen die Beseitigung der Monarchie und unfrer gesamten staatlichen Ordnung als ihr Ziel bezeichnet. Diese Partei ist der geschworene Feind aller fest zum Königshaus der Hohenzollern und unfrer Staatsverfaffung stehenden bürgerlichen Richtungen, ihre ent schlossene Bekämpfung die unabweisbare Pflicht jedes tönigstreuen Mannes und guten Preußen." Die Einführung des geheimen und gleichen Wahlrechts in Staat und Gemeinden lehnen wir ebenso entschieden ab wie eine Verminderung der Vertretung der weniger bevölkerten Landesteile im Landtage. Nicht auf Kosten dieser Vertretung, sondern durch mäßige Bermehrung der Gesamtzahl der Abgeordneten ist die Teilung übermäßig voltsreicher Wahlkreise zu ermöglichen. Fester Zusammenschluß aller staatserhaltenden Elemente auf dem Boden starter monarchischer Institutionen, Sammlung der patriotischen Männer von rechts und links, welche das Vaterland über die Partei stellen, zur Abwehr gegen socialistische, radikale und rückschrittliche Bestrebungen fräftiges Eintreten für die Be feitigung wirklicher Mißstände stetige und gedeihliche Fortentwicklung unsres Staatslebens in den guten Traditionen bürgerlicher Freiheit und fefter staatlicher Ordnung Förderung jedes Kulturfortschrittes gleichmäßige Pflege aller Zweige des heimischen Erwerbslebens- find stets die leitenden Gesichtspunkte der freikonservativen Partei gewefen. Sie werden auch ihr Leits stern für die Zukunft sein. Unfre Parole bleibt:„ Das Vaterland über die Partei, das Gemeinwohl über die Sonderintereffen." " 1 barstellt, und die zu bekämpfenden Sonderintereffen das Gemeinwohl der breiten Volksmassen bedeuten. Die Parole der Scharfmajer bleibt: Jedem( der regierenden Familien) das Deine! Ueber Soldatenmißhandlungen und Beschwerberecht macht der als Kenner unsrer militärischen Verhältnisse zweifellos einwandsfreie Oberst a. D. Gädte im Berl. Tagebl." folgende höchst interessante Ausführungen: 11 eignis. und verlangte Unterstellung des Heeres unter Bürgerliches Recht und und ihr eignes Interesse. Die Lage werde verschlechtert durch die Gerichtsbarkeit, Sicherung des Beschwerderechts und Anerkennung bulgarischen Rüstungen und Vorbereitungen, die Einberufung neuer der Notwehr gegen Mißhandlungen durch Vorgesegte. Gegen diese Divisionen, Bestellung von Waffen und militärischen AusResolution stimmten nur drei bis vier Nationalsociale! In rüstungsgegenständen, weiter durch militärische Requisitionen, der Musenstadt am Neckar bildet diese Demonstration ein Er- strategische Brückenbauten und andre Maßregeln, welche die Unruheftifter ermutigten und die Pforte zu Gegenmaßregeln zwängen. Die friedlichen Absichten der Pforte seien zu bekannt, um angezweifelt zu werden; aber obgleich in Sofia feste Versprechungen gemacht worden seien, feze die bulgarische Regierung die Rüstungen fort. Deshalb müßten die Mächte, welche dieselbe Friedensliebe bekunden, darauf dringen, daß Bulgarien seinen Pflichten gegen den Souzerän, welcher Bulgarien wohlwollend behandele, nachkomme, die Bildung von Banden und deren Uebertritt verhindere, die seine Haltung die Durchführung des beschlossenen Programms nicht hindere. werden könnte. Zur bayrischen Wahlrechts- Reform wird uns aus München ge schrieben: Es ist die Neigung, die im Heere herrscht, die Fehler des Der heitelste Punkt der ganzen Wahlgefez- Reform ist die Wahl Vorgesetzten gegen den Untergebenen mit milderen Augen anzusehen kreis- Geometrie. Die Einteilung der Wahlkreise wurde bisher als die des letzteren gegen den ersteren um der Disciplin auf administrativem Wege geregelt. Der Gefeßentwurf will die willen. Man glaube nicht, daß darunter nur der gemeine Mann Wahlkreis- Einteilung gesetzlich festlegen. Auf Grund der Ergebnisie zu leiden habe; es betrifft den Unteroffizier und der Offizier in ihrer der Volkszählung vom Jahre 1900 sollen Wahlkreise mit durch militärischen Vorbereitungen einstelle und durch Rolle als Untergebene ganz ebenso, mit der gleichen Wucht, der gleichen schnittlich 38 000 Einwohnern( bisher 31 500) auf einen Abgeordneten Unerbittlichkeit, der gleichen Einseitigkeit. Es ist der Geist, der sogar gebildet werden und zwar sind 103 einmännige und 30 zweibei offenbaren Uebergriffen des Vorgesetzten, bei flaren Verlegungen männige Wahlkreise vorgeschlagen, so daß sich die Zahl der Ahfelbft allerhöchster Bestimmungen über den Wirkungskreis der Unter- geordneten von 159 auf 163 vermehren würde. Auf diese Weise Der Frankfurter Zeitung" wird aus Konstantinopel gemeldet: gebenen, den ersteren gegenüber dem Beschwerdeführer möglichst bekäme z. B. München 12( bisher 5) Abgeordnete, Nürnberg 6( ezt 4) 3ahlreiche bulgarische Banden unter Befehl bulgarischer Offiziere schonen läßt; die Anschauung, daß alle solche Vorschriften nicht sowohl und die Stadt Ludwigshafen, die bisher zum Wahlkreise Speyer überschritten die Grenze und drangen in das Gebiet von Razlog dem Untergebenen ein flagbares Recht geben als vielmehr nur eine gehörte, 2 Abgeordnete. Es wird sich nun darum handeln, ob die ein. Sie erschienen in den Städten Petritsch, Melnik, Drama, Verantwortlichkeit des Vorgesetzten gegenüber seinen von der Regierung vorgeschlagene Wahlkreis- Einteilung so beschaffen Nebrekop und Dschumabala und proklamierten den allgemeinen AufOberen begründen. So betrachtet man benn den Vor- ist, daß ihr sowohl das Centrum als auch die Liberalen zustimmen. stand. Die legten hier eingetroffenen Nachrichten lauten alarmierend. gefesten, der die Schranken seiner Befehlsgewalt eigenmächtig er- Die bisherige Einteilung fam, namentlich in der Pfalz den weiterte, in weit geringerem Maße wie einen Uebertreter, der das Liberalen zu gute, die sich natürlich heftig gegen jede Menderung In hiesigen amtlichen Streisen herrscht große Unruhe. böse Beispiel des Ungehorsams gab und dadurch seinerseits die sträuben, Wianneszucht schädigte, als man geneigt ist, in dem Beschwerdeführer, Bringen sie aber deswegen die Wahlrechts- Reform zu Wien, 5. Oktober. Die Blätter besprechen die identischen Noten ben, die ihrem Beſigſtande gefährlich zu Fall, so der Regierungen Destreich- Ungarns und Rußlands an ihre Botschafter der auf sein Recht pocht, einen schwierigen, empfindlichen Unter- würde ihnen damit auch noch nicht viel geholfen sein. Denn die in Konstantinopel und heben die entschiedene Erklärung hervor, die gebenen zu sehen. Man liebt die Beschwerde im Heere nicht, das ist Regierung hat es dann immer noch in der Hand, auf administrativem macedonische Frage in friedlicher Weise lösen zu wollen, was burch man die Berjon bes Beimwerdeführers mit der chriftlichen Nächsten beschwerden des Centrums beseitigt, während das Volk wieder ein- tirsprünglichen Reformprogramunes geschehen solle. Hierin unterauch nicht behaupten, daß Wege die Wahlkreiſe neu einzuteilen und damit sind dann die Haupt- wirksamere Kontrolle und Ueberwachung der Ausführung des Liebe umfinge, die das vornehmste Gebot unsrer Religion ist. mal um das direkte Wahlrecht betrogen wäre. Die ſocial ſcheide fich die gegenwärtige Note wesentlich von der Februar- Note. Aber auch hier neigt man, und im Heere wohl noch mehr als auch demokratische Partei aber wird jedenfalls sich veranlaßt sehen, durch Das„ Fremdenblatt" schreibt: Dieser feste Wille bilde zugleich ſonſt im Leben, dazu, den Träger der Sache mit der Sache eine umfassende Agitation die Wählermaſſen mobil zu machen, dat die Bürgschaft für den Erfolg. Man dürfe voraussehen, daß der selbst gleichzufeben. So entwickelt sich denn von oben nach mit die bürgerlichen Parteien und die Regierung daran erinnert Sultan im eigensten Interesse nicht das legte Mittel zurückweisen anten ein in viele Grade abgestufter persönlicher Despotismus, der werden, daß bei einer Wahlrechts- Reform auch auf die Wünsche des werde, was sich ihm zur Wiederherstellung der Ruhe biete. immer in Gefahr stehen wird, schließlich in blinde Unterwürfigkeit Volkes Rücksicht zu nehmen ist. nach oben und Willkür nach unten auszuarten. Dieser Despotismus wird um so härtere körperliche Formen annehmen, von je weniger gebildeten Händen er ausgeübt wird. Hier liegt eine Auffassung der Manneszucht vor, die ihren schroffsten Ausdruck in der Forderung Friedrichs des Großen findet, daß der Mann seinen Vorgesetzten mehr fürchten müsse als den Feind. Das ist nicht mehr, fann nicht sein die Auffassung unsrer Zeit, denn nicht mehr die Hefe des Volkes, sondern seine auserlesene Blüte füllt die Reihen des Heeres. Die Manneszucht unsrer Tage kann sich nicht auf Furcht, sondern nur auf Vertrauen gründen." " natürlich. Aber ich " Die ganze Rückständigkeit Preußens erkennt man aus Betrachtungen des konservativen Reichsboten". Obwohl der bayrische Entwurf neben sehr bedeutenden Verbesserungen auch bedauerliche Verschlechterungen( Herauffezung des Wahlalters usw.) enthält, sieht der„ Reichsbote" doch bereits in der Reform den Anfang der roten Republik; er schreibt: Also: Blinde Unterwürfigkeit nach oben und Willfür nach unten, Nichtanerkennung des Be schwerde rechtswird so etwas hat ja selbst die Socialdemokratie noch nicht zu behaupten gewagt. Und hier sagt's ein Oberst a. D.! Die Manöverausschreitungen " " " Das Neue Wiener Tagblatt" will wissen, daß die identischen Telegramme in offizieller Form auch den Kabinetten in London, Paris, Berlin und Rom mitgeteilt wurden, und daß die Kabinette sämtlicher Großmächte die borher an sie gerichtete Frage, ob sie bezüglich der pazifikatorischen Thätigkeit der Entente- Mächte auf dem Baltan noch auf dem gleichen Standpunkt ständen wie um die Jahreswende, mit entschiedenem" Ja" beantwortet hätten.-lane Holland. Booddour( bio] d Das Venezuela- Schiedsgericht. In andren Kleinstaaten, wie Baden, Sachsen u. a., will man ebenfalls das Landtags- Wahlgesetz nach dem Reichstags- Wahlgefes abändern. Daraus ergiebt sich, daß für die Socialdemokratie Haag, 5. Oktober. Bei der fortgesetzten Beratung der Venezuelagute Zeiten kommen, und wenn auch Preußen dem Druck unter Angelegenheit führte McVeigh in der Fortsetzung seines am Sonns liegt und sein Wahlgeset in dieser Weise ändert, dann abend begonnenen Plaidoyers aus, die dem Gerichtshofe unters ja bald die Zeit des Zukunftsstaates anbrechen. Wenn die Regierungen den Socialdemokraten selbst die Wege breitete Frage sei eine Frage ethischer Natur, nämlich ob der Krieg in dieser Weise bahnen, so muß es ihnen ja gelingen, wenn sie gegen Venezuela gerecht und notwendig war oder nicht. Die mit ihrer Agitations- Organisation auf den ihnen überall präpa- Beschwerden Englands hätten nur den Vorwand für den rierten Boden treten. Manche gute Patrioten schlugen uns neulich Krieg gebildet; Venezuela habe sich mit viel mehr Grund vor, man solle die Landtage aus ihrer Mitte die Reichstags- Ab- über die Abfahrt eines englischen Kriegsschiffes von London faraibischen Meere bellagt, da dasselbe dem geordneten wählen lassen und meinten, dadurch einen besseren nach dem Reichstag zu bekommen. Wenn aber schon der Landtag auf roter Führer der Aufständischen Matos dienen sollte, sowie über die Basis erwachsen ist, dann wird der Reichstag aus den Rötejten Lieferung von Waffen an die Aufständischen durch die Einwohner der Roten zusammengesetzt werden. Wenn sich die Regierungen von Trinidad, aber England habe es stolz abgelehnt, die Beschwerden in Erwägung zu ziehen. Zu dem Zweck, die Interessen der Eisenvor dem demokratischen Zug der Zeit beugen wer soll denn da noch feststehen! Aber sie werden dann auch die Folgen tragen bahngesellschaften von Venezuela und der Inhaber von Bonds zu müssen; die Konsequenz des demokratischen Princips ist die schüßen, die sich über die Wertverringerung der venezolanischen Wert Republik; darüber darf man sich nicht täuschen." papiere beklagten, und angesichts der Beschwerden der Diskontos " Die im 110. Regiment, die zu dem außerordentlich harten Heidelberger Urteil führten, werden, so schreibt man uns, in militärischen Kreisen lebhaft erörtert. Der Vorwärts" brachte schon in seiner Sonntagsnummer eine Auslassung des Generals z. D. v. Boguslawski, der diese Ausschreitungen als Früchte der socialdemokratischen Aufhegung" ansieht. Die Herren greifen mit der ihnen eignen Un fähigkeit, die Vorgänge innerhalb der Armee objektiv zu betrachten, zu allerhand unsinnigen Ausreden, um die Deffentlichkeit über die wahren Ursachen zu täuschen. An dieser Stelle soll einmal kurz auf die Quelle dieser Ausschreitungen und zugleich auf eine Art von Mißhandlungen hingewiesen werden, die weder bestraft noch als Der Reichsbote" erweist der Monarchie keinen guten Dienst, gesellschaft in Berlin sei eine gemeinsame Aktion Englands und DeutschMißhandlungen angesehen werden, die aber manchem jungen Manne wenn er ihre Existenz von der Beibehaltung des clendesten aller lands unternommen worden. In der Weltgeschichte finde fich kein die Militärjahre zur Qual machen. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn Wahlsysteme abhängig macht. Die Wahlreformen in den Einzel- Präzedenzfall für einen gleichen Krieg, der ein rein finanzieller man sagt, daß mancher aus unbekannten Gründen" erfolgte staaten, so ungenügend sie auch sein mögen, müssen für Preußen gewesen sei. Italien. Selbstmord darauf zurückzuführen ist. Es sind dies die ungerechten, dennoch ein Ansporn sein, um unsrerseits in eine Wahlrechts- Agitation die Grenzen der Loyalität start überschreitenden Behandlungen, die einzutreten. Das Manifest zum Zarenempfang hat die Zustimmung der Mehrman ganz gut mit dem Namen„ moralische Mißhandlungen" belegen München, 5. Oftober. Kammer der Abgeordneten. Zur Ver- heit der Deputierten der äußersten Linten erhalten. Nur Turati kann, zu deren Verfolgung das Militär- Strafgesetzbuch aber keine handlung standen heute zwei Interpellationen über die Verstaatlichung macht seine Unterschrift von folgenden Abänderungen abhängig. Gr Handhabe bietet. Hierbei kommt vor allen Dingen der innere der Pfälzischen Eisenbahnen. will den Sazz:„ Die Geseze der Gastfreundschaft sind Der Ministerpräsident Freiherr Dienst", also der Dienst im Kasernement in Betracht. v. Pode wils hob in Beantwortung der Interpellationen hervor, nur so lange heilig, als man sie anrufen tann, sympathische Eindruck des Mannes, der ganz individuell ist. Zu weil genaue Berechnungen ergeben hätten, daß die sofortige UeberBei Bestrafungen entscheidet oft der sympathische oder un- daß die Regierung die Verstaatlichung vorläufig hinausgeschoben habe, ohne die noch heiligeren Geseze der Menschlichkeit vergessen", gestrichen sehen und ausdrücklich die einer genaueren Kenntnis und Beurteilung des Mannes fehlen den nahme der Bahnen für den Staat kein gutes Geschäft wäre. Der Möglichkeit einer Protestdemonstration ausschließen durch EinBorgesetzten, und zumeist den jüngeren, die Erfahrung, die Menschen- Kaufpreis sei 245,5 Millionen Mark, der Reingewinn habe im schaltung der Worte und Beleidigungen" in dem Saze:" Unser Kenntnis. Oft müssen auch die Leute unter Strebertum oder nervöser Jahre 1902 im ganzen 11 Millionen und nach Abzug der Amorti- Protest soll nicht in Gewaltakten zum Ausdruck kommen. Gereiztheit leiden. sationssumme nur 9 Millionen Mark betragen. Dieses Bild verDie gewünschte Stellungnahme des Parteivorstandes in der Vorgesetzten mißliebigen Charakterseite vergiebt man die kleinen Un- Pensionen, Bahnhofsbauten und andres viel mehr anwenden müſſe Ginberufung für überflüssig und Turati Einem Mann mit unsympathischem Aeußeren oder einer dem ändere sich jedoch zu Ungunsten des Staates, da dieser für Personal, Frage scheint auszubleiben. Der Sekretär Barezzani hielt eine und Turati tritt im Mailänder regelmäßigkeiten, welche der Dienst mit sich bringt, beim Appell 2c., als die Privatbahngesellschaften. Die Ausgaben würden somit viel Tempo" dieser Auffassung bei. Demonstrationen der Genossen nicht so leicht wie den übrigen Leuten. Es sei nur an die Durch größer werden, Dabei sei es zweifelhaft, ob die Einnahmen auf der scheinen jetzt als Privatsache zu gelten. ficht der Montierungsstüde erinnert. Dieselben befinden sich oft in bisherigen Höhe bleiben würden. Hierbei kämen in Betracht neute Rußland. einer solchen Verfassung, daß es trot angestrengter Ausnüßung der Hafenanlagen bei Straßburg und Kehl und nicht zu vermeidende Bichwes Eisenbahnzug entgleift. Das offizielle russische Telefreien Zeit nicht möglich ist, sie in verlangtem Zustande vorzuzeigen. Tarifmaßnahmen. Unter einem Hinausschieben der Verstaatlichung graphen- Bureau meldet: Meist bekommen ja inißliebige Leute auch die abgetragensten Stücke. würde die Pfalz nicht leiden, denn die Verwaltung der Pfälzischen Bei den Durchsichten findet man also immer etwas", wenn man Bahnen werde allen Anforderungen des Verkehrs gerecht und für den eingegangenen Meldung ist der Zug, in welchem der Minister des Petersburg, 4. Oktober. Nach einer heute aus Ufa hier etivas" braucht. Nun wird der Mann zur Meldung gebracht, zum Bau neuer Linien in der Pfalz werde die Staatsregierung Sorge Innern Blehwe reiste, am 30. September bei Smolino ents Rapport bestellt oder was es sonst noch für Nadelstiche in dieser tragen. Der gangbarste Weg dafür wären vorläufig wohl besondere gleist. Der Unfall entstand dadurch, daß die Lokomotive Dchsen, Beziehung giebt. Man zieht ihn bei Beschäftigungen während der Berträge mit den Pfälzischen Bahnen über den Bau und Betrieb welche von Baschtiren über das Geleise nach Tscheljabinsk getrieben dienstfreien Zeit vor, läßt ihn häufiger auf Wache ziehen und setzt folcher Linien, eventuell direkter Bau durch den Staat. In dem neuen ihn allmählich bei sämtlichen Vorgesetzten in Mißtredit. Durch solche Lokalbahn- Gesetzentwurf werde die Pfalz bedacht sein. Hinsichtlich Lokomotive und die drei ersten Wagen des Zuges erlitten unwurden, überfuhr. Menschen sind nicht verunglückt. Behandlung wird der Mann selbstverständlich erbittert. Bricht nun der politischen Bedeutung der Verstaatlichungsfrage wies Freiherr bedeutende Beschädigungen, der Wagen des Ministers blieb unversehrt. bei ihm der Trotz durch, so kann man sicher darauf rechnen, daß der v. Podewils auf die früheren Ausführungen des Grafen Crailsheim an der Unfallstelle traf alsbald ein Hilfszug mit dem Gouverneur Mann ein sogenanntes schlechtes" Element" wird. Die Wege hin, daß von einem Anschluß der Pfälzischen Bahnen an die preußisch von Ufa ein. alle zu bezeichnen, welche zu diesem Resultate führen, würde zu viel hessische oder Reichs- Eisenbahngemeinschaft nicht die Rede sein könne. Ticheljabinst ein neuer Zug gebildet war, setzte der Minister am Nachdem das Geleife wieder hergestellt und in Raum in Anspruch nehmen. Nichts wirkt demoralisierender als un- In der dann folgenden Besprechung der Interpellationen traten selben Tage in feinem Wagen die Reise fort. gerechte Behandlung und selbst die kleinste, noch dazu wenn man sie Redner der Centrumspartei und der liberalen Vereinigung für die Für die von bürgerlichen Blättern geäußerte Vermutung, daß täglich erleidet. Ohne Murren müssen die Mannschaften alles über Verstaatlichung der Bahnen ein. Die Besprechung wird morgen fort es sich um einen Attentats versuch gehandelt habe, liegen bis sich ergehen lassen. Das erfordert die Subordination. Der kleinste, gesetzt werden. auch nur durch die Gefichtsmuskeln ausgedrüdte Proteſt fanno of draprasthiest Anhaltspunkte nicht vor. als Insubordination bestraft werden. In den Herzen der Leute sammelt sich im Laufe des Jahres eine Summe von Grol! und Erbitterung, die nach Bethätigung verlangt. Dazu ist die Manöverzeit wie gefchaffen. Die Leute liegen zerJu Mohilew, der Hauptstadt des gleichnamigen Gouverne Die bürgerlichen Zeitungen verharren mit wahrhaft be streut in einzelnen Gehöften, fönnen nicht so überwacht werden, und die Dunkelheit in den Dörfern begünstigt die verschiedenen Prügeleien. ments, haben, wie der Telegraph bereits gemeldet, Judenmezeleien wunderungswürdiger Unentwegtheit in ihrer Rolle, die Vorgänge in Dann hält mancher Soldat den Augenblid für günstig, um Nache stattgefunden, die nicht weniger furchtbar gewesen sind, als die von der Socialdemokratie unfinnig zu beurteilen. des Dresdener Parteitages hindern die Forts an dem verhaßten Beiniger zu nehmen. Er denkt selten daran, daß Kischinew. Das„ Czernowizer Tageblatt", das seiner Zeit die ersten Nachstellungen er sich für sein Leben unglücklich machen kann. Doch der richten von den Blutthaten in Sischinew brachte, veröffentlicht eine segung dieses thörichten Geredes Dabei keineswegs. Fall einer Prügelei ist immerhin noch der seltenere. Häufig Meldung, wonach es am 30. September, dem Vorabend des Ver- schieht selbst einander nahe stehenden bürgerlichen Blättern das rächt man sich durch Wegnahme bon Montierungsstücken söhnungs- Festes, in Mohilet am Dnjepr zu einem blutigen Unglück, dieselben Erscheinungen vollständig gegensäglich an den Unteroffizieren. Schreiber dieser Zeilen hat Fälle erlebt, wo Straßenkampf zwischen der jüdischen Bevölkerung und den Bauern aufzufassen, wodurch diese Auslassungen sich selbst gegenseitig man ganze Pferdezäumungen entivendet hatte. Wohl beschuldigte aus der Umgebung Mohilews fam, wobei etwa 300 Juden und 100 aufheben. Ohne daß es erforderlich ist, diese aussichtslosen Berman ben mutmaßlichen Täter, aber die Beweise fehlten. In vier Bauern getötet wurden. Die Hälfte der 50 000 Einwohner zählenden wirrungsversuche der bürgerlichen Presse besonderer Erörterung zu von zehn Fällen gelingen solche Unternehmungen. Vielfach aber erwischt man die Verbrecher und mancher bis dahin unbescholtene Stadt sind Juden. Wie das genannte Blatt ferner mitteilt, ist unter würdigen, sei immerhin zur Kenntnisnahme unsrer Parteigenossen Mann verbüßte noch eine mehrmonatige Gefängnisstrafe, während den bukowinaischen Bauern schon seit langem eine Agitation gegen noch einiges daraus citiert: Die Bossische Zeitung" redet von„ Selbstzersetzung der fich feine Kameraden schon der goldenen Freiheit erfreuten. Zu die Juden betrieben worden. entschuldigen sind derartige Nachealte nicht, aber sie sind die Socialdemokratie", sie weiß es troß der entgegengesetzten Feststellung Produkte der militärischen Behandlung. Die Balfanwirren. in Dresden, daß, ein ansehnlicher Teil der socialdemokratischen Partei Militarismus macht den Mann zum Sklaven, und Sklaven sind feige. Die Antwort der Pforte auf die Mitteilung der Entente Mächte revisionistisch gesinnt ist: Es ist notwendig, diese Dinge einmal fritisch zu beleuchten, um den bestätigt den Empfang der Erklärung und sagt, daß dieselbe als Aber in einem Punkt ist Herr Bebel seinen Gegnern Herren Militärs den Boden zu entziehen für ihre läppischen Be- Beweis der wohlwollenden Absichten der Mächte die Pforte befriedigt. unter den Genoffen" zweifelsohne auch in der Erkenntnis voraus, hauptungen von der socialdemokratischen Aufheßung". Die Pforte spricht den festen Willen aus, Ruhe und Ordnung zum und das ist die Stärke seiner Stelling. Er fühlt nicht nur, Wohle der Unterthanen ohne Unterschied der Religion und des sondern er weiß und gesteht, daß der Socialdemokratie die Die Antwort auf das Heidelberger Militärgerichts- Urteil, das Stammes zu gewährleisten. Die Pforte hebt jedoch noch einmal Einheitlichkeit der Grundanschauung verloren gegangen ist wegen einer in der Manöverstimmung begangenen Unbedachtsamkeit hervor, daß, tenn das beschlossene Programm bisher nicht oder, wenn jezt nicht Auskehr gehalten wird, verloren gehen bier Soldaten auf 26 Jahre in das Gefängnis schickt, wurde am Sonn- vollständig ausgeführt werden konnte, daran einzig die muß. Es ist eine flägliche Schwäche der Revisionisten", abendabend erteilt. In der Turnhalle zu Heidelberg waren 1500 Per- bulgarischen Agitatoren schuld feien, welche alles versuchten, daß fie die Gegenfäßlichkeit ihrer Auffassungen zu denen der„ Revofonen, darunter viele aus dem Bürgerstande, versammelt, die durch ein- um durch die ärgsten Missethaten die Thätigkeit der Behörden zu er- lutionäre" nicht zugeben wollen, daß sie noch immer thun, als mütige Zustimmung zu der vernichtenden Anklage, die Genosse Abg. schweren und zu nichte zu machen. Die Unterdrückung der Bewegung, für feien sie in allen wesentlichen Fragen mit Bebel und Kautsty Eichhorn gegen den heutigen Militarismus erhob, eine recht fühlbare welche die Pforte die Truppen verstärken mußte, würde leicht ge eigentlich einer Meinung, als beruhten die gegenwärtigen Feinds Antwort auf jenes fürchterliche Urteil gaben. Es wurde eine lingen, wenn in Bulgarien die Bildung von Banden und deren feligkeiten nur auf persönlicher Gehäffigkeit, nicht auf fachResolution gefaßt nach welcher die Versammlung gegen ein System Grenzübertritt nicht geduldet würde. Die Banden, licher Meinungsverschiedenheit. Nein, die fachliche Meinungsprotestiert, das Urteile wie das Heidelberger möglich macht. Sie die auf der einen Seite zerstreut würden, drängen auf der andren verschiedenheit hat nur zu der persönlichen Gehässigkeit sprach sich ferner gegen das stehende Heer und für Voltswehr aus Seite wieder ein und verleiteten die Einwohner gegen ihren Willen geführt. Nahezu alle Revisionisten" haben haben in Dresden " Der. Husland. of it sin Neue Judenmeheleien in Rußland. rod din and all sú el bijop Aus der bürgerlichen Preffe. " " rodod Auch die Fest " ge= den Rebisionismus" verleugnet. Sie haben für die Resolution Zur Landtagswahl in Ostpreußen. Am Freitag fand in Königs- störer an, stellte die Thatsachen auf den Kopf und bezeichnete unfre Bebel- Kautsky gestimmt, nachdem sie ein Säbchen hineingebracht berg eine Generalversammlung der Freisinnigen Volkspartei statt. Genossen als die Angreifer und die staatstreuen Raufbolde als die hatten, mit dem sie ihr Gewissen beschwichtigen fönnen. Was ist Unser Wahlkomitee hatte an den Vorsitzenden des Vereins folgendes Mißhandelten. Die Aufforderung an die Staatsanwaltschaft in unserm damit gewonnen? Haben sie damit die Einigkeit in der Partei Schreiben gerichtet mit der Bitte, es dieser Generalversammlung vor- Dortmunder Parteiblatt, gegen die Ordnungshelden einzuschreiten, wieder hergestellt, den Sieg ihrer Gegner verhindert oder selber zulegen: blieb unbeachtet. Dagegen geschah das Unerhörte, daß gegen dreizehn gefiegt? Vertuscht haben sie den Gegensatz, und auch das nicht einmal notdürftig; sie haben nur den Schauplatz für die Auseinanderfegung gewechselt und vorläufig die brüchige Gemeinschaft erhalten, weil sie nicht die Kraft und Entschlossenheit fanden, ein unhaltbares Berhältnis aufzugeben. Es ist nicht wahr, daß die Partei einig ist; es ist nicht wahr, daß die Bebel, Kautsky, Singer, Stadthagen auf der einen, die Vollmar, Heine, Braun, David auf der andern Seite in Theorie oder Praris derselben Meinung sind. Die beiden Gruppen stehen sich fachlich weit schroffer gegenüber als beispielsweise die beiden freisinnigen Fraktionen. Wir schlagen die erste beste Nummer der " Socialistischen Monatshefte" auf. Und die Männer, die an diesem Blatte mitarbeiten, bilden sich ein, auf die Dauer mit den„ Revolutionären" auf derselben Bank zu ſizen? Dann täuschen sie sich selbst oder andre. Was Herr v. Elm in der neuesten Nummer über die Taktik sagt, ist das strikte Gegenteil dessen, was Kautsky gesagt und der Parteitag beschlossen hat. Bebel hat von seinem Standpunkt ganz recht,„ es brennt lichterloh", nicht über die„ elende Vicepräsidenten- Frage", sondern über die wichtigsten Grundlehren der Partei, über den Klassenkampf, über die Verschärfung der Gegensätze, über den Zusammenbruch, über das„ Entgegenkommen an die bestehende Ordnung der Dinge", über die Annäherung an die bürgerlichen Parteien. Wenn die Revisionisten" das nicht Wort haben wollen, so leiden sie an bedauerlicher Unklarheit oder Willensschwäche. Herr Bebel übersieht die Lage richtiger, und er handelt auch folgerichtiger. Entweder die Revisionisten" stellen sich wieder auf den alten Boden der Partei, was ihnen freilich nach ihrer Ueberzeugung unthunlich erscheinen müßte, oder sie scheiden aus und bilden eine neue Fraktion, was ebenso notwendig wie nüglich erscheinen sollte." Hus Induftrie und Handel. Das unterzeichnete Wahlfomitee erlaubt sich im Auftrage der unsrer Genossen ein Strafverfahren wegen Zusammenrottung und socialdemokratischen Partei Ostpreußens Sie zu ersuchen, der Landfriedensbruchs eingeleitet wurde. Und nun ist der Beschluß er Generalversammlung des Wahlvereins der Freisinnigen Volks- gangen, daß das Verfahren gegen sämtliche Genossen partei am Freitag, den 2. d. M., die Frage zu unterbreiten, ob einzustellen sei, da sie sich nichts Strafbares haben zu fie damit einverstanden ist, daß bei der Landtagswahl im Wahl- Schulden kommen lassen. Das mag für unsre Genossen immerhin bezirk Königsberg- Fischhausen den freisinnigen Wahlmanns- Kan- eine gewisse Genugthuung sein, aber damit darf es nicht sein Bes didaten die Verpflichtung auferlegt werde, im Fall ihrer Wahl wenden haben, es muß jegt gegen die Schuldigen eingeschritten neben zwei liberalen einem von der socialdemokratischen Partei werden. aufzustellenden Kandidaten ihre Stimme zu geben. Im Fall zustimmender Beantwortung macht sich die socialdemokratische Partei verbindlich, den socialdemokratischen Wahlmanns- Kandidaten dieselbe Verpflichtung aufzuerlegen und ferner in den WahlZum Kursrückgang der englischen Konsols wird uns aus London freisen der Provinz, insbesondere in Memel- Heydekrug und geschrieben: Von der innerpolitischen Vorgängen der letzten Tage Tilsit- Niederung bei den engeren Wahlen sowohl der Urwahl wie ist besonders der Kursrückgang der Konsols auf etwa 88 zu nennen, der Abgeordnetenwahl nach Ausfall der socialdemokratischen der nur in den Jahren 1866 und 1867 eine Parallele findet. Im Kandidaten die liberalen gegen die konservativen zu unterstüßen. Jahre 1896 standen die Konsols auf 114, in den folgenden zwei Sollte sich die Generalversammlung diesem durch die politische Jahren schwankten sie um diesen Kurs, seitdem ginger sie abwärts. Billigkeit gebotenen Vorschlage gegenüber ablehnend verhalten, so Nach Abschluß des südafrikanischen Krieges standen sie auf 98, heute würde die socialdemokratische Partei unter keinen Umständen bei stehen sie auf 88. Die oppositionelle Presse nutzt selbstredend dieses den Stichwahlen der Urwahl im Wahlbezirk Königsberg- Fisch- Sinken des englischen Kredits gegen die Regierung aus, während hausen die liberalen Wahlmanns- Kandidaten unterstüßen. Sollte die Regierungspresse über diese ganze Angelegenheit ruhig hinwegs die freisinnige Partei auch nach den Urwahlen auf dem ab- geht. Unfres Grachtens ist die Haltung beider nicht ganz gerechts Tehnenden Standpunkt verharren, so würde die socialdemokratische fertigt. Die oppositionelle Presse übertreibt die Lage, die RePartei auch bei der Abgeordnetenwahl in unfrem Wahlkreise wie gierungspresse unterschätzt sie. Das Sinten der Konsols ist zum in den andren oftpreußischen Wahlfreisen in gleicher Weise ver- Teil dem Umstande zuzuschreiben, daß der Zinsfuß in diesem Jahre fahren. Wir ersuchen, dieses Schreiben der Generalversammlung von 2,75 auf 2,25 herabgesetzt wurde. Diese Herabsetzung konnte zur Kenntnis bringen zu wollen." selbstredend nicht verfehlen, drückend auf den Kurs zu wirken. Jedoch ist dieser Umstand nicht genügend, den Kurssturz der Konsols zu erklären. Es wirken da noch andre Ursachen mit. England fühlt noch die Folgen des südafrikanischen Krieges. Die Kosten waren enorm: etwa 230 Millionen Pfund Sterling. Dann steckt England gegenwärtig in einer wirtschaftlichen Strife; eine ganze Reihe engli scher Industrien ist ungenügend beschäftigt, wie sich dies in der offiziell festgestellten Zunahme der Arbeitslosigkeit zeigt. Ebenso fcheint die Stapitaltraft Englands abzunehmen; die Ersparnisse werden geringer und deshalb auch die Anlagen in Börsenpapieren. Schließ lich ist das Sinken der Konsols eine Art Streit der Kapitalisten gegen die Schutzzollpläne der Regierung. Die Großfinanz will den Freihandel aufrecht erhalten. Sie fümmert sich weniger um die Heimische Produktion als um den Waren- und Geldverkehr. Sie will also der Regierung klar machen, daß sie nicht wider den finanziellen Stachel lecken darf. Dieser Vorschlag wurde ohne Diskussion einstimmig ab gelehnt. Es wurde beschlossen, mit den Nationalliberalen und Der Freifinnigen Vereinigung zusammenzugehen. Als Kandidaten wurden Den günstigsten Zeitpunkt zu diesem Schritt haben sie verpaßt. aufgestellt: Justizrat Dr. Krause( natt.), Kaufmann Posseldt Wenn sie in Dresden mannhaft und einig die logische Konsequenz( Freij. Vg.) und Rechtsanwalt& y Bling( Freis. Vp.). Dr. Krüger, aus den unleugbaren Thatsachen gezogen hätten, wäre ihnen ein der bisherige Vertreter der Freisinnigen Volkspartei im Landtage, großer Teil ihrer Wählerschaft gefolgt. Die Geschlossenheit ihres wurde deshalb nicht wieder aufgestellt, weil er aus dem WahlAuftretens hätte Anziehungskraft ausgeübt. Es wäre zu einer verein ausgetreten ist. Der Freifinnigen Volkspartei in Ostreinlichen Scheidung gekommen, während sie jetzt nicht lange preußen liegt also nichts an der Bekämpfung der Reaktion. Die auszubleiben, aber vielfach recht unreinlich zu werden verspricht. Socialdemokratie aber wird den Kampf trotzdem so zu führen wissen, Die widerwärtigen Schimpfereien, die Chrabschneidereien und Un- daß er ihr auch Erfolge bringt. Wenn die Liberalen in Königs flätigkeiten fallen jetzt auf die Gesamtheit zuriid. Weshalb wollen berg bei der Abgeordnetenwahl durchfallen, dann haben sie sich das die Revisionisten" durchaus mit Leuten in demselben Verbande selbst zuzuschreiben. bleiben, die von ihnen offenbar nichts wissen wollen? Weshalb soll Partei- Nachrichten. es nicht zwei verschiedene Fraktionen der Socialdemokratie geben dürfen? Es wird sie in einiger Zeit sicher geben, ob die Revisionisten" heute wollen oder nicht. Nur werden sie, da Der amerikanische Eisenmarkt flaut innermehr ab, wenn auch sie mit Herrn Bebel zusammenblieben, in Zufimft weit Der preußische Befreiungskrieg. Unter diesem Titel ist im in den Berichten der amerikanischen kapitalistischen Presse noch immer schwächer sein, als sie sein könnten, wenn sie es sofort zum Verlage der Buchhandlung Vorwärts eine für die Maſſenagitation versucht wird, die Lage zu verschleiern. Trotz der ErzeugungsBruche trieben. Jetzt werden sie hochnotpeinlich gerichtet. Herr bestimmte Broschüre erschienen. Ihr Verfasser entwickelt darin die Göhre hat sein Mandat schon niedergelegt. Herr Hildebrand in wichtigsten Gesichtspunkte, die für die preußischei. Landtagswahlen einschränkungen bleibt die Nachfrage nach Roheisen weit hinter dem Stuttgart hat es seinen Wählern zur Verfügung gestellt; für Herrn in Betracht kommen. Er legt an die gegenwärtigen Verhältnisse in Angebot zurück und stehen weitere Preisfälle bevor. Dazu kommt, Heine werden schon die Scherben gesammelt; Herrn Braun wird die Preußen nicht nur den Maßstab socialdemokratischer Serttit an, daß im Gegensatz zu eisernen Baumaterialien, die noch immer Ausschließung offen angekündigt. Und dann folgen die andern sondern er beweist auch, wie einschneidend die nächsten Forderungen guten Absatz finden, auch der Begehr nach Stahlschienen beträchtlich Ketzer und Sünder secundum ordinem( nach der Reihe). Herr sind, welche die Socialdemokratie an den preußischen Staat zu stellen nachläßt: ein Beweis, daß die großen Eisenbahngesellschaften ihre Bebel wird nicht ruhen, ehe er sie alle auf die Knie niederzwingt wolle nur zerstören, zeigt der Verfasser, daß nur die herrschenden haben. Auf dem enormen Eisenbahnbau der letzten Jahre in den hat. Entgegen der Behauptung unsrer Gegner: die Socialdemokratie Erweiterungspläne aufgegeben oder ihren Bedarf vorläufig gedeckt und seine Myrmidonen ihm willenlos folgen. Aber die Einigkeit Klassen das Proletariat hindern, in seinem Interesse und zum Wohle wird die Partei bamit nicht wiedergewinnen. Die Gelder Geſamtheit praktiſche Politik zu treiben. Die Socialdemokratie, Vereinigten Staaten von Amerika berühte aber in erster Reihe der der Socialdemokratie hat begonnen und sie wird unaufhaltsam ihren sagt der Verfasser, ist die Partei des Fortschrittes, der Kultur, der dortige Aufschwung der Eiſeninduſtrie. Läßt in diesem Punkte die Fortgang nehmen." Troy hundertfältiger Enttäuschungen hofft die„ Voss. Zeitung" positiven Arbeit; die preußische Reaktion dagegen verhindert jeden Nachfrage nach, so gerät dadurch ein großer Teil der Stahlwerke in wiederum eifrig auf die Selbstzersetzung der Socialdemokratie. Da Fortschritt. Mit allem Nachdruck wird darauf hingewiesen, daß im eine verzweifelte Lage. Vordergrunde unsres Wahlkampfes der Kampf für das allgemeine, Charakteristisch für die jeßige Situation auf dem amerikanischen man es aufgeben muß, die Socialdemokratie zu hemmen, so hofft gleiche, geheime und direkte Wahlrecht sein muß. Die Schrift zerfällt Eisen- und Stahlmarkt ist, daß der amerikanische Stahl. man, sie werde selbst durch innere Zersetzung sich schwächen und be- in folgende Abschnitte: Warum haben wir uns an den preußischen trust durch seine Hamburger Vertretung, die Firma Franz fiegen. Doch hätte gerade der Dresdener Kongreß die Liberalen Landtagswahlen bisher nicht beteiligt? Warum beteiligen wir uns S. Steffens u. Co., in der„ Neuen Hamburger Börsenhalle" Wellüberzeugen fönnen, daß die gesamte Masse der Arbeiterklasse, sobald an den preußischen Landtagswahlen? Wahlkampf- Wahlrechtsirgend welche Parteimitglieder eine Neigung zur Abschwächung unsrer famps! Wahlkampf- Klaffenkampf! Was will die Socialdemo- bleche, Schwarzbleche und Feinbleche für den Erport und für das Staats- Inland offeriert. Wie das genannte Blatt hört, ist diese Offerte die tratie im preußischen Landtage? Die Verwaltung. Principien und unsrer Kampfesstellung verraten sollten, schnell und tratie im preußischen Landtage? träftig diese Abwendigen abzuschütteln bereit wäre. kapitalismus oder Staatssocialismus? Volksbildung oder Unter- Ausführung eines schon seit dem vorigen Jahre vorbereiteten Planes. thanenzucht. Der Einzelpreis ist 20 Pf. An Wahlkomitees werden Der Trust wird, so heißt es, seine Ausfuhrthätigkeit zunächst auf die 135 M.; 5000 Eremplare für 200 M. Bestellungen sind zu richten geliefert: 1000 Ercemplare für 50 m.; 3000 Ercemplare für genannten Artikel beschränken. an die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Der Provinzial- Parteitag für Westpreußen findet am 11. Oftober In der Nation" schreibt Dr. Barth, nachdem er von neuem ein Zusammengehen der Liberalen mit der Socialdemokratie bei den Landtagswahlen befürwortet hat: Sechzig Jahre alt wurde am Sonnabend Genosse Diez in Stuttgart, wozu ihm das Stuttgarter Parteiblatt einen freundlichen Artikel mit den herzlichsten Glückwünschen widmet. Wir schließen uns diesen Glückwünschen an. ,, Kein Politiker, der seine fünf Sinne beieinander hat, kann heute noch daran denken, mit Ausnahmegesetzen und Polizeimitteln in Graudenz statt. Neben andern Gegenständen steht auch die eine so mächtige Partei niederhalten zu wollen. Die Möglichkeit, Landtagswahl auf der Tagesordnung. daß sie wieder zerfällt, ist ja nicht ausgeschlossen; cber bisher ist der Zerfall noch nicht erkennbar. Die Social demokratie hat die Rüpelscenen des Dresdener Parteitages überstanden, und es scheint, als ob die Partei auch diese politisch ästhetische Belastungsprobe ohne Minderung ihres Einflusses auf die arbeitenden Klassen aushalten wird. Die Besonnenheit oder der Revisionismus ist aus dem Dresdener Parteitage durchaus nicht geschwächt hervorgegangen. Ernsthafte Symptome einer Spaltung der Partei sind aber nirgends zu entdecken. Nebenbei bemerkt, halte ich das für ein Glück; nichts wäre bedenklicher, als wenn der Teil, der gemäßigtere Anschauungen vertritt, sich von der socialdemokratischen Partei ablöste. Das würde die Zurückbleibenden nur radikaler und die Ausgeschiedenen einflußlos machen. Landtagswahl. Die Leitung des oberschlesischen Arbeitersekretariats ist jetzt in die Hände des Genossen Julius Bruhns, bisher Redakteur am Breslauer Parteiblatte, übergegangen. in Um Auskunft wendet sich das„ Hamburger Echo" an die Presse folgender Sache: zu nennen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine verunglückte Staatsaktion. Syndikatsbestrebungen in der englischen Eisenindustrie. Seit infolge der Verschlechterung der amerikanischen Marktlage die Ausfuhr von englischem Eisen und Stahl nach der nordamerikanischen Union sich in stetem Rückgange befindet und die Preise auf dem englischen Markte sinken, tritt vielfach in der englischen Metallindustrie die Neigung zur Bildung von Syndikaten hervor, als deren Zweck die" Stabilisierung der Preise" genannt wird. Schon vor kurzem wurde von derartigen Bestrebungen in der engli schen Röhrenindustrie berichtet, und jetzt meldet der Ironmonger", daß auch in der Lancashirer Fertigeisen- Industrie Bestrebungen im Gange sind, die auf den Zusammenschluß der Werke zu einem Ver= faufssyndikat hinauslaufen. Der Fronmonger" hält das Zustandekommen des Verbandes für nicht unwahrscheinlich, obwohl einige große Häuser bisher nicht daran teilnehmen wollen. der Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Metallarbeiter- Bewegung. Die Ein bedeutungsvolles Erkenntnis fällte das Landgericht in Hagen, indem es einen Maurermeister verurteilte, einem bei ihm beschäftigt gewesenen Lehrling eine jährliche Rente von 125 M. zu zahlen, weil Unfre Hoffnungen inüpfen deshalb an eine Entwicklung an, die er für die Beschäftigungszeit 58 Beitragsmarken zu wenig in die man als Mauserung der socialdemokratischen Partei zu bezeichnen Quittungskarte des Lehrlings eingeklebt hatte. Wegen Verjährung pflegt. Diese fortgefeßte Mauferung hat keine andre politische Partei fonnten diefe Beiträge auch nicht mehr nachgebracht werden. Ein Ueber die Aussperrung der Metallarbeiter sind in die Provinzso sehr zu wünschen wie die liberale. Denn ohne daß ein politischer modus Rentenanspruch des Lehrlings gegen die Landes- Versicherungs- presse wahre Schauermärchen lanziert worden. Schon che die Ausvivendi( Verkehrsmöglichkeit) zwischen ihr und der Socialdemokratie her- anstalt wurde deshalb wegen nicht erfüllter Wartezeit rechtsgültig sperrung perfekt wurde, konnten die auswärtigen Blätter nicht genug gestellt wird, bleibt der Liberalismus gegenüber den reaktionären Kräften abgelehnt und der Meister zur Zahlung der Rente verurteilt. Das von dem„ Terrorismus“ und der Anmaßzung des Metallarbeiterohnmächtig. Liberale Politik ist in Deutschland wie schließlich in Landgericht erkannte in dem Verhalten des Meisters ein civil- Verbandes gegenüber den armen Kühnemännern berichten. gern mit ſtart entwidelter, Jnouſtrie mir noch zu machen rechtlich zu vertretendes Verschulden, weshalb er zum Schadensersatz Thatsachen wurden einfach auf den Kopf gestellt. Nicht die Kühnes mit Hilfe der Klasse der Lohnarbeiter. Das ist das A und O jeder verpflichtet sei. politischen Erkenntnis; teine Parteiphrase kann diese harte Wahrheit Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist vom Landgerichte Hagen ein männer waren die brutalen Unterdrücker der Metallarbeiter, sondern erschüttern. Ein Liberalismus, dem es ernsthaft um eine Zurück- folches Erkenntnis nicht ausgegangen. Aus bestimunten Gründen ist umgefehrt. Die Arbeiter wurden bereits als„ Herren im Hause gewinnung politischer Macht zu thun ist, darf sich dieser Erkenntnis es aber wichtig, zu ermitteln, welches Gericht dieses Urteil fällte. Fabrikanten" bezeichnet; ihre Begehrlichkeit in Bezug nicht verschließen und muß daraus auch für sein praktisch- politisches Das„ Echo" ersucht also dringend die Kollegen von der Presse, auf die Höhe der Löhne und Festsetzung der sonstigen Verhalten die nötigen Folgerungen ziehen." wenn es ihnen möglich ist, ihm Ort und Datum des Erkenntnisses Arbeitsbedingungen kenne keine Grenzen mehr. Wenn das so weiter gehe, müßten die Fabrikanten ihre Werke einfach schließen oder nach dem Auslande verlegen, womit dann die ganze Metallindustrie in Berlin oder gar in ganz Deutschland vernichtet werde. Wie aber Am 7. Juni d. J. wurden in Breiten bei Methler in der standen die Dinge in Wirklichkeit beim Ausbruch des Drücker- und Die Wahlstunde. In einer ganzen Reihe von Gemeinden haben Gegend von Kamen in Westfalen eine Anzahl socialdemokratischer Gürtlerstreiks? Diese Arbeiter wollten nichts weiter als die verunsre Parteigenossen die Behörden ersucht, die Stunde der Urwahl Flugblattverteiler von einer reichstreuen Schüßengesellschaft über- tragliche Festlegung eines Mindestlohnes, der schon längst an Zweiauf den späten Nachmittag zu verlegen, weil nur so der Vorschrift fallen und in der allerschwersten Weise mißhandelt. Bon drittel ihrer gesamten Kollegen gezahlt wurde. Das noch fehlende genügt werden könne, wonach die Stunde eine für die Wahl Ramen aus gingen in früher Morgenstunde 42 Parteigenossen Drittel der Arbeiter sollte ebenfalls diesen Mindestlohn erhalten, beteiligung günstige sein soll. Die Anregungen sind teils auf die Agitation. Sie teilten sich in zwei Kolonnen, 17 Mann unbeachtet geblieben, teils direkt zurückgewiesen worden. Das darf unsre gingen nach Ober- und Niederraden, der Rest, 25 Mann, begab sich weil die Leute genau so tüchtige Arbeiter sind wie ihre Parteigenossen nicht abhalten, ihre Forderung immer von neuem liber Afferde und Kaiserau nach Breiten. Hier übte auf einer an der übrigen Kollegen. Die den Fabrikanten aus der Bewilli= bei den betreffenden Behörden in Gemeinden, die einen Urwahl Chauffee gelegenen Wiese die dritte Compagnie des Schützenvereins gung jener Forderung erwachsenden Mehrausgaben hätten in bezirk für sich bilden oder in solche geteilt sind, die Gemeinde- von Methler- Breiten. Unfre Genossen, die auch nicht im entferntesten gar keinem Verhältnis gestanden zu den Kosten und Verlusten, die behörden, in solchen, die mit andren zusammengelegt werden, der daran dachten, an die" patriotischen" Herren ihre kostbaren Flug ihnen durch die jetzige Aussperrung erwuchsen. Doch sie wollten Landrat vorzubringen, möglichst unter Hinweis auf Beschlüsse blätter zu verschwenden, gingen nichts ahnend ihres Weges, als zeigen, daß sie Herren im Hause" seien. Sie lehnten die Forgrößerer Wählerversammlungen. Kommt die Behörde dem Wunsche plötzlich einer der Ober- Schüßen, Namens Karl Leibe, hoch zu Roß weiter Wählerkreise trotzdem nicht nach, so tann das unter Um auf sie zusprengte und mitten in sie hineinritt. Einer unsrer derungen der Arbeiter schroff ab, nicht etwa, weil sie nicht bewilligen ständen zur ungültigkeitserklärung der betreffenden Wahl führen. Genoffen wurde von dem Pferde zu Boden geworfen und stürzte onnten, sondern weil sie nicht bewilligen wollten. Ihr So entschied die Wahlprüfungskommission in der letzten Legislatur in den Chauffeegraben. Die That des Ordnungshelden war für Scharfmacherdünkel ließ es nicht zu, mit den Arbeitern ein periode bezüglich der Beschwerde, daß der Magistrat von Charlotten- seine Spießgesellen das Signal zu einem allgemeinen Angriff auf Vertragsverhältnis einzugehen, weil sie dem echt Kühnemannschen burg dort die Wahlstunde auf 10 Uhr vormittags angesezt hatte: unsre Genossen. Mit dem Schlachtgeschrei:„ Auf die Social- Grundsatz huldigen: der Arbeiter hat lediglich für den Lohn zu arEs ist nicht anzunehmen, daß derselbe( Magistrat von Char- demokraten!" stürzte sich die ganze fanatische Rotte wohl weit beiten, den der Fabrikant für ihn. festsetzt. Mindestlohn: ein fürchter= lottenburg) bewußt oder unbewußt eine ungünstige Stunde gewählt über 100 Mann auf unsre 24 friedlichen Flugblattverbreiter, und liches Wort für die Kühnemänner. Heißt es doch in einem Artikel haben wird. Eventuell wird der Wählerschaft pro futuro( in Zukunft) schlug mit Säbeln, Schüßenbüchsen 2c. auf sie los. Unfre Genossen der„ Rhein.- Westf. 3tg.":" Mit Recht müßten sich die Fabrikanten sagen, zu überlassen sein, wenn ihr die Stunde ungeeignet erscheint, ihre fuchten möglichst schnell aus dem Bereiche der" patriotischen" daß die Festseßung eines Minimallohns ziemlich gleichbedeutend mit anderweitigen Wünsche bei der Behörde zum Ausdruck zu bringen." Säbel und Büchsen herauszukommen. Wem das aber nicht der Anerkennung des Rechts auf Fautheit sei; in Daraus ist zu schließen, daß die Mitglieder dieser Mandats- gelang, und das waren die meisten, dem erging es prüfungs- Kommission der Meinung waren, es sei erst, wenn die schlecht. Eine große Zahl unsrer Genossen trug mehr oder größeren Betrieben fönnen ja vielleicht mehrere faule Gefellen durchWählerschaft rechtzeitig an die Behörde herangetreten, von dieser minder schwere Wunden davon. Besonders übel wurde Genosse geschleppt werden, aber in kleinen ist dies ganz unmöglich; und die aber abgewiesen worden, auf Grund eines Protestes zu untersuchen, Dohms, der Führer unsrer Kamener Genossen, zugerichtet. Die ge- fleineren Betriebe waren es auch, welche jetzt energisch auf Schließung ob die Wahlstunde der Vorschrift entsprochen habe. samte bürgerliche Presse nahm sich damals der brutalen Friedens- drängten.. " 1 Jedes Wort eine unwahrheit. Selbst der faulste Arbeiter muß 1 fchon eine genügende Arbeitsleistung aufweisen, wenn er nicht auf die Straße fliegen und am Hungertuch nagen will. Aber ganz abgesehen davon, sorgen auch schon die„ fleißigen" Arbeiter dafür, daß es wirklich faule unter ihnen gar nicht giebt. Schon ihr bloßes Beispiel wirkt auf einen minder fleißigen Kollegen derart erziehend, daß er sich bald schämt, als Drüdeberger angesehen zu werden, was natürlich nicht ausschließt, daß minder befähigte Arbeiter es den intelligenteren nicht allemal in vollem Umfange gleichthun fönnen. " Gerichts- Zeitung. 4. Betreffs des Arbeitsnachweises wird folgender Vorschlag angenommen. Bei den nächsten Wahlen sollen die Gesellen dafür Sorge tragen, daß ihnen genehme Personen in den Gesellenausschuß gewählt werden. Die Wahltermine sollen möglichst früh gericht des Landgerichts II beschäftigte, lag wiederum eine jener Der Auflage wegen versuchten Mordes, die gestern das Schwurzeitig bekannt gegeben werden. 5. Bei Streitigkeiten zwischen Meistern und Gesellen soll das Liebestragödien zu Grunde, wie sie seit Jahren an der Tagesin Bildung begriffene Einigungsamt des Innungs- Ausschusses ordnung sind. Der Angeklagte, Schuhmachergeselle Gustav Lasche, Innungs- Ausschusses hat sich bis jetzt als ein wenig nüßliches Glied der menschlichen amtieren, zu welchem jedoch die Genehmigung der Regierung noch Gesellschaft gezeigt. Er ist jetzt 21 Jahre alt, befand sich früher in aussteht. Bis Eintritt derselben soll das Schiedsgericht der Zwangserziehung in der Anstalt am Urban und scheint ein Freund Schlosserinnung die endgültige Entscheidung treffen. 6. Der Vertrag tritt mit dem 1. Januar 1904 in Kraft und vom Müßiggang und lockerem Leben zu sein, denn es wird behat bis 31. Dezember 1905 Gültigkeit. Wird vorstehender Vertrag hauptet, daß er nur selten arbeitete und seinen Arbeitsverdienst nicht spätestens 12 Wochen vor Ablauf der Vertragszeit gekündigt, der Schloßstraße 113 bei Verwandten und dort hat er stets so schnell wie möglich verpraßte. Er wohnte in Steglitz in so gilt derselbe als auf ein weiteres Jahr verlängert. 7. Dieses Abkommen soll in jedem Betriebe und im Arbeitsnachweis angeschlagen werden. Natürlich fand das der = am waren Was nun die fleineren Betriebe anbelangt, die angeblich sehr energisch auf Schließung drängten, so können wir dem rheinischwestfälischen Scharfmacherorgan verraten, daß es auch hier vollkommen falsch unterrichtet ist. Arbeiterin Marie Fluhr ausgeübt. Das 17jährige Mädchen war 30. April morgens einen Revolveranschlag auf seine Geliebte, die Gerade die kleineren Fabrikanten bedauern lebhaft den den Aus= In der lebhaften Debatte wurde dieser Entwurf, weil zu wenig früher im Gesindedienst, gab diesen aber auf und fand in der sperrungsbeschluß, weil sie am meisten darunter bietend, von verschiedenen Rednern scharf kritisiert und dessen Ab- Goerzschen optischen Anstalt in Friedenau Beschäftigung als Arbeiterin. leiden müssen. Nicht gering ist die Zahl derjenigen unter ihnen, lehnung empfohlen. Der Lohnkommission wurden dabei teils sehr ihr aber dessen Lebenswandel nicht behagte, hatte sie ihm Ende Sie hatte mit dem Angeklagten ein Liebesverhältnis unterhalten; da die erklärten, sie würden gerne bewilligen, doch aus Furcht vor der heftige Vorwürfe gemacht, weil sie sich zu nachgiebig gegen die Januar den Laufpaß gegeben und war in seiner Abweisung standhaft ihr aber dessen Lebenswandel nicht behagte, hatte sie ihm Ende Konventionalstrafe könnten sie es nicht. Den großen Fabrikanten Meister benommen und die früher stipulierten Forderungen nicht geblieben, obgleich er wiederholt Annäherungsversuche und bei passender Januar den Laufpaß gegeben und war in seiner Abweisung standhaft fann ja nichts angenehmer sein, als daß die mit genügendem Nachdruck vertreten habe. Demgegenüber fleineren durch die Aussperrung völlig ruiniert wieſen u. a. Lubatsch, Wuschick und Wiesenthal nach, daß bei den Gelegenheit auch Eifersuchtsscenen machte. Als er sah, daß alle seine Bemühungen erfolglos waren, faßte er den Plan, erst das Mädchen werden, dann sind sie deren konkurrenz los und zerfahreren Verhältnissen im Schlosserberufe der vorliegende Entwurf Bemühungen erfolglos waren, faßte er den Plan, erst das Mädchen immerhin als ein erster Schritt zu einer einheitlichen Regelung der und dann sich selbst zu erschießen. Schon um die Osterzeit hatte er tönnen deren Aufträge ein heimfen. Wie käme es sonst, Lohn- Arbeitsbedingungen betrachtet werden lönne, wenn er den fich einen Revolver gekauft, er gab den Plan damals aber wieder daß der größte Teil der bedeutenden Firmen, darunter in erster berechtigten Wünschen der Gesellen auch noch bei weitem nicht ent- auf und vergrub die Schußwaffe auf dem Görzschen Grundstück. Linie die Firma Bintsch, nicht ausgesperrt haben?! Wie aus sprechen möge. Wenigstens sei hier den Schäden des Kolonnen- eine Anzahl scharfer Patronen und schritt am 30. April zur Bald darauf faufte er sich aber einen neuen Revolver und der Fabrikantenversammlung vom Sonnabend berichtet wird, merken systems in etwas zu Leibe gegangen worden und auch betreffs des That. die kleineren Firmen denn auch bereits, wie sie von den großen Mindestlohnes der Grund gelegt, auf dem die Gesellen jetzt weiter Er holte das Mädchen abends aus der Fabrik ab, gründlich über den Löffel barbiert werden, daher auch die erregten bauen müßten. machte mit ihr einen Spaziergang durch die Felder und Auseinandersetzungen daselbst. Nach längerer Aussprache wurde alsdann folgende Resolution ging dann mit ihr in seine Wohnung. Als sie am nächsten Morgen Merkwürdig aber auch, daß die Unternehmerblätter es so dar- angenommen: Die Versammlung erklärt sich mit den Vereinbarungen, ergriff der Angeklagte den Revolver und gab zwei Schüsse auf sie aufgestanden waren und das Mädchen erst halb angekleidet war, stellen, als sei die weitaus größte Zahl der ganzen Berliner Metall- joweit die Punkte 1, 2, 3 und 7 in Betracht kommen, einverstanden; ab. Der eine Schuß drang in die Stirn, der andre streifte den arbeiter bereits ausgesperrt, und frohlockend verkünden sie, die, wenigen" und präcifere Fassung gefunden werden möge. Die Kommission wird der über die That entsetzten Schwägerin des Angeklagten einschloß. fie erwartet jedoch, daß für die Punkte 4, 5 und 6 noch eine flarere Schulterknochen. Die Verletzte floh in die Küche, wo sie sich mit noch arbeitenden Metallarbeiter würden nicht in der Lage sein, ihre beauftragt, dieserhalb mit den Meistern noch einmal in Verbindung unmittelbar darauf fielen noch zwei Schüsse: Lasche hatte die streikenden und ausgesperrten Kollegen, durchzuschleppen", auch wenn sie zu treten und in einer späteren Versammlung darüber Bericht zu Mordwaffe gegen sich selbst gerichtet und sich eine stark blutende 5 Proz. ihres Arbeitsverdienstes an die Streitkasse abführten. Die Herren erstatten. Als die bon dem Vorfall Scharfmacher täuschen sich selbst oder wollen ihre vorsichtigeren Kol- Allgemein auffällig waren bei dieser Versammlung die enormen Wunde am Halse beigebracht. benachrichtigte Polizei in der Wohnung erschien, Tag Tegen täuschen. In Berlin sind im ganzen ca. 80 000 Metallarbeiter Borsichtsmaßregeln" der Polizei. Im Hofe des Palast- Theaters war eine fliegende Wache berittener Schuhleute stationiert und in Revolver in der Hand und stellte sich so an, als ob er den Tod erAngeklagte starr auf dem Bett, er hielt den beschäftigt, wovon fast 40 000 dem Metallarbeiter- Verbande an- der dem Etablissement gegenüberliegenden Börse wimmelte es von gehören. Die Aussperrung zwingt die noch nicht organisierten in Massen„ Geheimen“ und Schußleuten zu Fuß, die unter dem Kommando wartete. Er hat nach seiner Festnahme durch den Polizeikommissar in den Verband, um sich eine Unterstützung zu sichern. An dem Streit eines Hauptmanns und dreier Lieutenants standen. Hoffmann das Geständnis abgelegt, daß er das Mädchen aus EiferSogar der oder der Aussperrung sind bis jetzt nur etwa 5000 beteiligt. Danach Polizeioberst Krause war erschienen, um sich in höchsteigner Person von sucht erschießen wollte. Der Fluhr wurde an Ort und Stelle ein rechne man sich aus, wie„ gering" die Zahl der wenigen noch der Zweckmäßigkeit der getroffenen Maßnahmen gegen die etwa Notverband angelegt und sie wurde dann in das Kreis- Krankenhaus arbeitenden Metallarbeiter" ist. Möglich, daß sich die Zahl der 1000 versammelten Schloffer zu überzeugen. in Groß- Lichterfelde übergeführt. Die Schwurgerichtsverhandlung Ausgesperrten bald noch bedeutend verringert, denn schon gestern folossale Polizeiaufgebot für irgendwelche Thaten auch nicht die geringste Assessor Katz vertrat die Anklage, die Verteidigung führte wurde vom Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Hoffheinz geleitet. haben mehrere Firmen ihre Arbeiter zur sofortigen Wiederaufnahme Arbeit. Die armen Schuhleute waren umsonst um ihre Sonntags- Rechtsanwalt Friedländer. Als Sachverständige der Arbeit aufgefordert und ihre Betriebe bereits wieder eröffnet. Sie sahen, wie die Schlosser nach Schluß der Versammlung gelassen Aus der Beweisaufnahme, die ergab, daß der Angeklagte ein sehr ruhe gebracht worden; truppweise zogen sie wieder von dannen, als zwei Aerzte und der Hof- Büchsenmacher Barella zur Stelle. Es melden sich von Tag zu Tag mehr Firmen, die die Forderungen ihrer Wege gingen. Fragt man sich aber nach der Ursache dieser lockerer Bogel gewesen, ist noch mitzuteilen, daß die Wunden, die der streikenden Drüder und Gürtler bewilligen. außerordentlichen Polizeimaßregel, so giebt es nur eine Antwort: Die Polizei war jedenfalls der Meinung, in dem großen Saal des der Angeklagte bei der Schießerei davongetragen, nur eine ganz In der gestrigen Versammlung der streifenden Drücker gab Balast- Theaters und möglicherweise in den anliegenden Straßen oberflächliche gewesen ist, und das Mädchen schon nach einem Monat Cohen einen allgemeinen Bericht über den Stand der Bewegung. würden sich am Sonntag sämtliche streikenden und ausgesperrten dort die Kugel aus ihrer Stirn entfernt worden war. als geheilt aus dem Krankenhause entlassen werden konnte, nachdem Er ties unter anderm auf die falschen Berichte hin, die imuner Metallarbeiter zu einer riesigen Demonstration zusammenscharen. Die Ges wieder von der von den Arbeitgebern bedienten Presie in die Welt wird doch in der Provinzpresse sogar das Märchen verbreitet, es sei chworenen gaben ihren Wahrspruch auf Schuldig des gesetzt werden. In der Provinzpresse werden die Vorgänge so auf in Berlin infolge der Aussperrung schon zu einer förmlichen Revolution einem noch andren Mädchen, dem er 70 M. abgeschwindelt hatte, ab, suchten Mordes und vollendeten Betruges gegenüber gebauscht, als hätten die Metallarbeiter in Berlin eine gewaltige gekommen. Revolution angezettelt. Die Arbeitgeber Beitung" giebt jezt Die Tarifdifferenzen im Glasergewerbe. In der zahlreich be- bersagten dem Angeklagten auch mildernde Umstände. Nach dem Anübrigens zu, daß Julius Pintsch nicht ausgesperrt hat, obgleich fie suchten öffentlichen Glaserversammlung, die am Sonntagnachmittag tage des Staatsanwalts lautete das Urteil auf ſechs Jahre die Behauptung, daß diese große Firma nicht aussperren würde, im Gewerkschaftshause tagte, verlas Fauerbach die Antwort der Buchthaus und zehnjährigen Ehrverlust. bisher als Verleumdung bezeichnet hatte. Die Herren bom Immung auf das nach dem Beschluß der vorigen Versammlung an Aeußerst schwere Fälle von Nardentötterei" führten den HeilFabrikantenverband wagen es übrigens nicht, bon dem fie gerichtete Schreiben.„ Die Schlichtungskommission der Arbeit- fundigen Brachhausen unter der Anklage fortgesetter Verbrechen Kommerzienrat Pintsch die Konventionalstrafe einzufordern, geber", heißt es in dem vom Obermeister unterzeichneten Antwort- und Bergehen gegen feimendes Leben vor die zweite Straffammer während der Generalsekretär Nasse einen fleinen Meister, der schreiben, steht auf demselben Standpunkt wie der Vorstand der des Landgerichts I. Der Angeklagte stand, wie die unter Ausschluß. nur 15 Mann beschäftigt und um Dispens nachgesucht hatte, mit Glaserinnung, daß die Gesellenschaft nicht berechtigt ist, der Deffentlichkeit geführte Verhandlung ergab, in lebhafter Koraller Entschiedenheit unter Hinweis auf die Konventionalstrafe zur Sperren zu verhängen, resp. einseitig vorzugehen und Maß- respondenz mit zahlreichen auswärts wohnenden verheirateten und strikten Durchführung der Aussperrung aufforderte. Der Redner regelungen vorzunehmen. Ich verweise Sie auf Punkt 8 der am unverheirateten weiblichen Personen, sowie mit Eheleuten, denen er machte noch mehrere Mitteilungen aus der Fabrikanten- Bersammlung, 17./10. 02 getroffenen Vereinbarungen: gegen Entgelt Mittel gegen ihnen drohenden Familienzuwachs an die am Sonnabend in der Börse" stattgefunden hat, wo viele der Zur Durchführung und Ueberwachung der vorstehend fest- gab. Nicht weniger als dreißig Fälle dieser Art standen größten und mittleren Firmen sich entschieden für Anrufung des gelegten Punkte wird eine Kommission von zehn Personen, fünf zur Anklage. Sie figurierten als Beihilfe zum Versuch des Einigungsamtes ausgesprochen haben. Von Scharfmacherseite soll Arbeitgebern und fünf Arbeitnehmern, gebildet. Vergehens gegen§ 218, in zwei Fällen, in denen die Ehepaare nach dort übrigens auch die Aeußerung gefallen sein, daß auch die AbIch ersuche Sie, die Sperren umgehend aufzuheben und mich Berlin gekommen waren und die persönliche Hilfe des Angeklagten teilung I. des Arbeitgeber- Verbandes, das heißt die Großeisen- von dem Geschehenen zu benachrichtigen." In dem Schreiben wird des in Anspruch genommen hatten, kam der schwerere§ 219 in AnIndustrie, die im Norden Berlins ihren Siz hat, zur Aussperrung weiteren ausgeführt, daß die Arbeitgeber die Schlichtungs- wendung. Nach dem Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Stör mer übergehen müßte. Die Herren, so führte der Redner hierzu aus, fommission noch als bestehend anerkennen; die Gesellen aber waren die vom Angeklagten angewandten Mittel sehr wohl geeignet, sollten sich doch nicht einbilden, daß die Arbeiter infolge faßten die Schlichtungskommission als eine einseitige auf, den beabsichtigten Zwed zu erreichen. Der Gerichtshof verurteilte einer solchen Maßregel irgendwie anders handeln würden als was gegen die Abmachungen verstoße. Wie aus dem B. zu 5 Jahren Zuchthaus, 6 Jahren Ehrverluft und Zubisher. Es steht fest, daß die Arbeiter der Großeisen- Industrie die Obigen hervorgeht, ist es im Tarifvertrag den Gehilfen lässigkeit von Polizeiaufsicht. Die mitangeklagten Ehepaare wurden Gewaltspolitik der der Kühnemänner ebenso scharf verurteilen nicht direkt verboten, Werkstuben zu sperren. Nach den Aus- zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. wie die übrigen Metallarbeiter und die Streifenden mit derselben führungen, die in der Versammlung gemacht wurden, hat die Mißglüdter Polizeikampf gegen die Streifpoften. Wie leicht Entschlossenheit wie die jetzt Ausgesperrten unterstüßen werden. Von Schlichtungskommission bisher nichts gethan, um die nicht tarif- Streitposten sistiert und an der Erfüllung ihrer Obliegenheit gehindert den streikenden Gürtlern und Drüdern ist nicht ein einziger ab- treuen Firmen zur Erfüllung ihrer vertragsmäßigen Pflichten zu werden, bewies eine Verhandlung vor dem Schöffengericht hier am gefallen. Der Versuch der Arbeitgeber, auswärts Streitarbeit an- zwingen, und da dieser Kommission ein unparteiischer Vor- 3. d. M. Der Arbeiter Bohl wurde am 27. Juni sistiert, weil er fertigen zu lassen, bleibt fast ganz erfolglos. Aus allen Gegenden fizender fehlt, den Vorsiz führt ein Arbeitgeber, als Vice- aus Anlaß des in der Mehlichschen Fabrit ausgebrochenen Streits des Reiches drücken die organisierten Metallarbeiter den Berlinern vorsigender fungiert ein Arbeitnehmer ist es leicht begreiflich, auf dem Bürgersteig gestanden und der an ihn ergangenen Aufs ihre Sympathie aus und erklären, daß alles aufgeboten wird, um daß durch Einmütigkeit der Arbeitgeber jede durchgreifende forderung des Polizeilieutenants, sich zu entfernen, nicht unbedingt Streitarbeit zu verhindern. Die Bahl der Firmen, die den Tarif- Thätigkeit der Kommission gehemmt werden kann. Tarifdurch Folge geleistet haben soll. Bohl erhielt einen Strafbefehl, gegen den vertrag unterschreiben, ist beständig im Wachsen begriffen. Alles brechungen sind, wie von verschiedenen Seiten mitgeteilt wurde, fast er durch seinen Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann spricht dafür, daß der Stand der Bewegung für die Arbeiter sehr in jeder Werkstätte in größerem oder geringerem Maße vorgekommen. gerichtliche Entscheidung beantragte. In der Verhandlung vermochte günstig ist. Die nächste Streifversammlung der Metalldrücker Niemand in der Versammlung sprach sich für sofortige Aufhebung der vernommene Polizeilieutenant über den konkreten Fall gar nichts findet am Mittwoch statt. der Sperren aus, alle waren der Meinung, daß nur durch ein ganz auszusagen, weder daß Bohl die Ruhe, Sicherheit und Ordnung gestört entschiedenes Vorgehen Abhilfe geschaffen werden kann. Da es oder auch nur gefährdet habe, noch daß er gerade Bohl zum Forigehen Bereits seit mehreren Monaten find die Schloffer bemüht ge- jedoch nicht Sache einer öffentlichen Versammlung sein kann, folgen aufgefordert und dieser Ungehorsam geleistet habe. Aus diesem wesen, mit ihren Arbeitgebern einen Tarifvertrag abzuschließen, schwere Beschlüsse für die Organisation zu fassen, wurde beschlossen, Grunde wurde Bohl freigesprochen. um endlich einmal einheitliche Verhältnisse in diesem Berufe herbei- dies einer Mitgliederversammlung zu überlassen, die am zuführen. Wie verschieden die Lohn- und Arbeitsbedingungen bisher Mittwoch abend 8 Uhr im Gewerkschaftshause tagen waren, bas lehrt folgende vom Metallarbeiter- Verbande aufge- soll und wo mur Kollegen, die ihr Mitgliedsbuch vorzeigen, Butritt Landtagswahl in Sachsen- Meiningen. nommene Statistik. Danach sind in 1080 Berliner Schlossereibetrieben haben. 8951 Gesellen beschäftigt. Von diesen haben 5040 einen Tages- Achtung, Kürschner! Wegen Werkstatt- Differenzen ist der Zuzug berdienst von 3,50 M. und darüber; 3163 einen solchen von 2,70 bis nach Marseille, besonders nach dem Hause D. Blanc, streng zu 3,40 m. und 758 erzielen nur 2,20 bis 2,68 M. pro Tag. In 400 Betrieben herrscht noch die 10stündigeArbeitszeit. Von den gesamten Betrieben Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. beschäftigen 380 teine Lehrlinge; in den übrigen 700 Betrieben zählte man dagegen nicht weniger wie 3253 Lehrlinge. In einzelnen Schlossereien ist das Mißverhältnis zwischen Gesellen und Lehrlingen ein geradezu ungesundes. Es giebt Betriebe, to nur 2-3 Gesellen In einer Nachtversammlung im Buggenhagenschen Saale erund 15-18 Lehrlinge beschäftigt werden, in andren wurden 15 Ge- flärten die ausständigen Schaffner, Kutscher und Stallleute der vers sellen und 40 Lehrlinge gezählt. Eine solche Lehrlingszüchterei zeitigt nicht nur die unangenehmsten Folgen für die Ausbildung und einigten Omnibus- Gesellschaften den Streit für beendet, weil eine spätere Entlohnung der jungen Leute, sondern begünstigt auch Weiterführung als aussichtslos erschien. meiden. Der Streit der Omnibusangestellten beendet! Deutfches Reich. in hervorragendem Maße die Schmutzkonkurrenz unter den Meistern selbst. Letzterem Umstande ist es denn auch wohl am meisten Die Kohlenarbeiter in Hamburg haben beschlossen, auf allen zuzuschreiben, daß die Inmung den Anregungen der Gesellen auf Schaffung eines Tarifvertrages ein gewisses Entgegenkommen Kohlenplägen, wo nicht bei zehnstündiger Arbeitszeit ein Arbeitslohn bewies. Nach mehrfachen Verhandlungen der beiderseitigen Kom- bon 4,50 M. pro Tag gezahlt wird, die Arbeit einzustellen. missionen ist nun in voriger Woche ein Tarifvertrags- Entwurf zu stande gekommen, der am Sonntag der Begutachtung einer im Balast- Theater abgehaltenen allgemeinen Schlosserbersammlung unterlag. Der Entwurf lautet: Zwischen der Meisterkommission der Berliner Schlosserinnung sowie der Vereinigung Berliner Schlossereibetriebe einerseits und der Gesellenkommission der Berliner Schlossergesellen andrerseits sind folgende Vereinbarungen getroffen: 1. Die Arbeitszeit beträgt in allen den obengenannten Betrieben neun Stunden pro Tag. Ausland. Ein Weberausstand ist in Armentières( Nord- Frankreich) auss gebrochen. Die Ausständigen durchziehen die Straßen und ver anlassen auch die noch Arbeitenden, sich dem Ausstand anzuschließen. sind Die Zinkhütten- Arbeiter der Compagnie Afturielle in Auby ausständig geworden, da ihre Arbeitszeit geändert worden ist indi Aus der Frauenbewegung. 2. Der Mindestlohn für ausgelernte Schloffer beträgt im ersten Jahre 35 Pf. pro Stunde, eventuell nach Leistung mehr; Der Frauenverein von Schöneberg und Umgegend hält am Mittim zweiten Jahre 40 Pf., und ebenfalls je nach Leistung mehr. woch, den 7. Oktober, abends 81%, Uhr, im Saale des Herrn Obst, Die übrigen Gesellen werden je nach Vereinbarung entlohnt. Meiningerstr. 8, feine regelmäßige Monatsversammlung ab. 1. Bor3. Die Betriebsinhaber werden dafür Sorge tragen, daß der trag des Herrn Dr. Röder über:" Frauenkrankheiten und ihre VerAffordüberschuß unter die Helfer seitens der Solonnenführer im hütung", 2. Teil. Da der Vortrag ein sehr wichtiger im öffent Verhältnis ihrer Lohnfäße und Leistungen verteilt wird und wird lichen Leben ist, wird ein reger Besuch erwartet. Damen haben als derselbe vom Betriebsinhaber an jeden einzelnen ausgezahlt. Gäste Zutritt. Am gestrigen Tage fanden in Sachsen- Meiningen die Wahlen zum Landtage statt. Von den 24 Mitgliedern des Landtages gehen 16 aus allgemeinen Wahlen hervor, und zwar auf Grund eines Wahlrechts, das dem zum deutschen Reichstage gleicht. Bisher hatte die Socialdemokratie fieben Mandate inne. Nach den bisher vorliegenden Resultaten siegte die Social Im Kreise Pößned Abg. Paul Seige. demokratie: Saalfeld Steinach " " " " " Hüttensteinach " " " " Sonneberg Salzungen " " 9 Arthur Hoffmann. Karl Weigelt. Rudolf Wächter. Eduard Wehder. Friz Edardt. Neu gewonnen ist bis jetzt Pößned. Der Sieg in den Kreisen: Schaltan, Eisfeld, Lehesten und Wasungen ist wahrscheinlich. Letzte Nachrichten und Depeschen. Leipzig, 5. Oktober.( B. H.) Die Revision Terlinden gegen Reichsgericht verworfen. das Urteil des Duisburger Schwurgerichts vom 9. Juli wurde vom Bearbeiter überfahren. Zwei find tot, der dritte ist schwer Frankfurt a. M., 5. Dtober.( 2. T. B.) Wie die Frankfurter Zeitung" aus Düsseldorf meldet, hat ein D- Bug bei Duisburg drei verlegt. London, 5. Dktober.( W. T. B.) Die Neubildung des Kabinetts ist heute erfolgt: Austen Chamberlain ist zum Schatzkanzler ers namt worden, Alfred Lyttleton zum Kolonialsekretär, Arnold Forster zum Kriegssekretär, Brodid zum Sekretär für Indien, Graham Murray zum Sekretär für Schottland und Lord Stanley zum Posts minifter. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 233. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 6. Oktober 1905. Der Kongreß von Reims. Reims, 29. September.( Eig. Ber.) Dritter Verhandlungstag. Nachmittagssigung 21/2 Uhr. Vorsitz: Dela porte. Alterspensionen. Jean Martin hält den Unterschied zwischen Guesdes Auffassung des Generalstreits und der in der Pariser Arbeitsbörse geltenden für unwesentlich. Mit Dubreuilh erkennt er die Gefahr der Nurgewerkschaftlerei an. Man könne sie wirksam bekämpfen durch das Eindringen in die Arbeitsbörse, wo bereits der Partei nahestehende Elemente zu finden seien. Rousselle wendet sich scharf gegen den Generalstreik: Es Wir rufen Euch zu: Bravo! und Dank! und rechnen auf Euch, ist nur ein Wort, darauf berechnet, unsre politische Aktion zu um auf dem Amsterdamer Kongreß das notwendige Werk, das so Hemmen. Die Generalstreifler haben damit begonnen, selbst die gut im Deutschland Karl Marr' und im Frankreich Blanquis partiellen Streits zu vernachlässigen. begonnen wurde, international zu vollenden. Hoch die deutsche Socialdemokratie! Hoch der internationale revolutionäre Socialismus! Gez. Jules Guesde, Vaillant, Brade." Brace, Referent, begründet furz eine von ihm zu diesem Bunft ausgearbeitete Resolution. Die Frage ist für uns nicht neu. Die Sympathie- Adresse an die beiden russischen Es handelt sich bloß darum, die von uns allen bereits anerkannten Parteien lautet: Leitfäge zu formulieren, die für unsre Deputierten als Richtschmur Bracke wendet sich gegen die Auffassung der Generalstreifler, ,, Der zweite Kongreß der P. S. de F. entbietet den Ausdruc zu dienen haben bei der bevorstehenden Kammerberatung, der die darauf hinauskomme, den politischen Kampf auf ökonomischem seiner brüderlichen Sympathien an die beiden russischen socialistischen in antragten Resolution sind nun diejenigen Hauptpunkte präcifiert lismus, der umgekehrt den ökonomischen Konflikt auf politischem lutionäre Socialdemokratie, und giebt ihnen die Versicherung, daß worden, die den Unterschied zwischen Alterspensionen im Interesse Boden ausfechte. Ferner hält Redner für unthunlich, schon jetzt sie in ihrem heldenhaften Kampf gegen den verbrecherischen der Bourgeoisie, wie sie in Millerands Entwurf vorgesehen sind, und eine Resolution über den Generalstreit zu votieren; trop der sach- Barismus und den ausbeuterischen Kapitalismus stets auf die Alterspensionen im Interesse des Proletariats genau feststellen. Die lichen Uebereinstimmung wäre es schwierig, sich über den Wortlaut Solidarität des in einer Klassenpartei organisierten französischen Umfrage bei den Gewerkschaften und den Unternehmer- Organisationen der Resolution zu verständigen. Er beantragt, mit der Ausarbeitung Proletariats rechnen können, das verstehen wird, die Manöver der über Millerands Entwurf hat übrigens bereits jenen Unterschied der Resolution den Centralrat zu betrauen unter Hinweis auf die Freunde und der offenen oder verkappten Mitschuldigen des SelbstEinstimmigkeit der geäußerten Ansichten", die Resolution wäre auf Herrschers aller Reußen zu vereiteln." dem nächsten Parteitag zu votieren. markiert. Sie lautet: Die Resolution Bracke wird ohne Debatte einstimmig votiert. " Judem das Proletariat von der kapitalistischen Bourgeoisie ein Gesetz fordert, welches den Arbeitern und Angestellten, die ihr Leben in der Erzeugung von Profit für die Bourgeoisie abgenutzt haben, die Unterhaltsmittel fichern soll, wenn das Alter sie außer stande gesetzt hat, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, hat es zu verlangen; „ daß die Alterspension hoch genug sei, um den alten Arbeitern und Angestellten ein menschenwürdiges Eristenzminimum zu sichern; ,, daß die Pensionsberechtigung nicht an eine Altersstufe geknüpft sei, die von der ungeheueren Mehrheit nicht erreicht wird; „ daß die Pensionskasse nicht durch Beiträge der Arbeiter gespeist werde, die schon ohnehin unzureichende Löhne haben. " In Erwägung, daß diese Bedingungen erfüllt sind in dem vom Genossen Ed. Vaillant namens der revolutionär- socialistischen Fraktion eingebrachten Gesezentwurf, fordert der zweite Landeskongreß der P. S. de F. alle Parteimitglieder auf, im Lande die nötige Agitation zu entfalten, um unter dem proletarischen Druck die herrschende Klasse zu zwingen, der produzierenden Klasse jene minimale Garantie gegen eine schrankenlose Ausbeutung zu gewähren!" Laudier erinnert an die Resolution des Commentry- Kongresses Der Central- Wahlverein für Teltow- Beeskow- StorkowCharlottenburg bask über den Generalstreit, die aber zweideutig formuliert sein; eine flare Entscheidung ist notwendig. In der Provinz sind die Gewerkschaften für die Partei eine Quelle der Kraft, und man begreift dort hielt am Sonntag im Thielschen Saale in Rigdorf eine außer nicht, daß es Socialisten geben könne, die den Generalstreit nicht zu ordentliche Generalversammlung ab. Sie war durch den revolutionären Mitteln rechnen. Er stellt folgenden Antrag: Der Kongreß erklärt, den Generalstreit unter den revolutionären 65 Delegierte aus 27 Orten des Kreises beschickt. Außerdem waren anwesend der Vorstand, die Vertreter der verschiedenen Kommissionen, Mitteln mit zu rechnen." sowie der Abgeordnete des Kreises, Genosse Zubeil. " Lafargue hält eine Resolution für nötig, aber sie müsse eine ausführlichere Begründung enthalten und auch auf die dereits sehr alte Geschichte des Generalstreits eingehen. Schon im Mittelalter erklärten die Handwerker den Generalstreit einer ganzen Stadt. Weiter erinnert Redner an die Generalstreifpläne der Chartisten, an die Generalstreifler der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in den Bereinigten Staaten( Chikago), an den Vorschlag Foulds, des fünftigen Ministers des zweiten Kaiserreichs, im Jahre 1848, alle Werkstätten in Paris zu schließen, um die Arbeiter auf die Straße und in die Revolution zu treiben. Die Resolution müsse also gründlich durchdacht werden. Ein Antrag Fabérots, der die Föderationen verpflichten Bailleul- Roubaig wendet sich in heftiger Form gegen jedes will, ihre Konferenzen mindestens 6 Wochen vor dem Parteitag Zugeständnis an die Generalstreik- Idee; speciell für den abzuhalten, damit sie dessen Tagesordnung gründlich vorberaten Norden wäre das verhängnisvoll. Wir haben dort gegen tönnten, wird den Föderationen zur Prüfung überwiesen. Anarchisten zu fämpfen, welche die Arbeiter mit dem schreiben des Kongresses an die deutsche Socialdemokratie. Deffen schaften eindringen, um gegen die politische Aktion zu predigen. Die Brade verliest unter lebhaftem Beifall das Begrüßungs- Wort Generalstreit" einzufangen suchen und überall in die Gewert ( weiter unten mitgeteilter) Wortlaut wird per Acclamation votiert. Anarchisten nußen nun gerade die Differenzen über diese Mistr a I- Grenoble widerlegt unter dem Beifall des Kongresses Frage zwischen uns( Guesdisten) und den Blanquisten aus. Eine die laut gewordenen Verdächtigungen gegen die Isère- Föderation, tesolution muß schon heute votiert werden, und zwar gegen den als ob sie reaktionäre Hilfe empfänge, und bittet um energische Generalstreit, unbekümmert darum, ob wir die andersdenkenden Unterstützung seiner Föderation in ihrem schweren Kampfe gegen den Kameraden dadurch verlegen. Für die einen und die andren ist es von der Partei abgefallenen ehemaligen Abgeordneten Bévaès, gleich wichtig und nützlich, gegen den Generalstreit flar und deutlich namentlich im Hinblick auf die bevorstehende Kammer- Nachwahl. Stellung zu nehmen, da er ein Zerstörungswert für unsre gemeinsame Hierauf votiert der Kongreß auf Dubrenilhes Antrag ein- politische Aktion ist. Wir sind alle nunmehr eine einzige Partei, stimmig eine Aufforderung an alle Genossen, ihre Solidarität mit da ist es stets Regel, daß die Minorität sich der Majorität zu unterder Isère- Föderation im bevorstehenden Wahlkampf thatkräftig zu werfen hat. Internationaler Kongres zu Amsterdam. " Vor dem Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende Hirsch dem Andenken des verstorbenen Genossen Meiling ehrende Worte, welche die Delegierten stehend anhörten. darunter die, daß der Vorstand die Angelegenheit des Genoffen Hierauf machte der Vorsitzende einige geschäftliche Mitteilungen, Dr. Borchardt betreffend sein Verhältnis zu dem die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern betreffenden Parteitagsbeschluß durch die Erklärung Borchardts, welche in der letzten Generalversammlung des Charlottenburger Wahlvereins abgegeben wurde, als erledigt ansehe. Die Generalversammlung trat der Ansicht des Vorstandes bei. Landtagswahlen, referierte Hirsch. Er sagte, er wolle nicht auf Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung: Die preußischen die Landtagswahlen im allgemeinen, sondern auf die besonderen Verhältnisse des Kreises eingehen. Von einem Verdrängen der FreiSocialdemokraten nicht an den Wahlen beteiligten, standen auf der finnigen tönne in diesem Wahltreise keine Rede sein, da ja der Streis im Landtage konservativ vertreten ist. Im Jahre 1898, wo sich die einen Seite die Konservativen, auf der andren die verbündeten Freifinnigen und Nationalliberalen. Damals hatte der Kreis 1913 Freifsinnigen und Nationalliberalen. Damals hatte der Kreis 1913 von diesen 1909 Wahlmännern stimmten 1855, davon 1049 fonjer28ahlmänner zu wählen. 1909 gültige Wahlen wurden vollzogen, vativ und 795 nationalliberal. Die Konservativen hatten also die überwiegende Mehrheit. Bei der diesjährigen Wahl wird das Berhältnis ein wesentlich andres werden. Wir werden in manchen Bezirken die freisinnigen, beziehungsweise nationalliberalen, in andren die konfer vativen Wahlmänner verdrängen. Die Wählerzahl des Kreises hat Vaillant: Eine Resolution im Sinne der Darlegungen fich feit 1898 bedeutend vermehrt. Es find jezt 2633 Wahlmänner Guesdes wäre eine vorzügliche Lösung. Handelt es sich aber darum, Wahlaussichten? Die Konservativen hoffen, trop unfrer Beteiligung zu wählen, also 720 mehr wie vor fünf Jahren. Wie sind nun die eine Scheidung der Geister zu bewirken, ein Majoritätsspiel zu be- ahlaussichten? Die Konservativen hoffen, trot unfrer Beteiligung auch diesmal die Mehrheit der Wahlmänner zu bekommen und sich ginnen, den Generalstreit zu verurteilen oder unbedingt zu ver- den Kreis zu erhalten. Wir werden alles, was in unsern Kräften herrlichen, so wäre das gefährlich für die Partei. Es sind da manche steht, thun, um diese Hoffnung zu Schanden zu machen. Ob die unter uns, die bei der Schaffung der„ Konföderation der Arbeit Freifinnigen auch diesmal wieder mit den Nationalliberalen zu ( der gewerkschaftlichen Landesorganisation) mitgewirkt haben. Gine jammengehen werden, ist noch nicht bestimmt. Die freifinnige VoltsVerurteilung des Generalstreits würde gerade den Anarchisten in die partei hat bekanntlich beschlossen, für sich in den Wahlkampf zu Vaillant: Das Internationale Socialistische Bureau hat be- Hände arbeiten. Ich bitte Sie, davon Abstand zu nehmen im gehen und auch zwei Kandidaten aufgestellt. Ueber die schlossen, von den Antragstellern zur Amsterdamer Tagesordnung Interesse der Dauerhaftigkeit der Partei.( Beifall.) Köpfe der Wähler hinweg haben Verhandlungen der Bericht und Resolutionsentwurf über den betreffenden Punkt zu ver Groussier spricht für die Ueberweisung der Frage an den langen, damit deffen Inhalt dem Amsterdamer Kongres flar fei. Centralrat, gemäß dem Antrag Brade, aber ohne den Hinweis dieses freisinnigen und nationalliberalen Parteileitungen stattgefunden im Sinne der Beibehaltung des Bündnisse. Eine AnAuf der letzten Konferenz des Bureaus in Brüssel habe ich bereits Antrages auf die„ Einmütigkeit der Ansichten", da man nicht einzahl freisinniger Vereine hat jedoch beschlossen, an ihrem unfren Antrag dahin präcistert, daß er die Entscheidung mütig sei. Kandidaten festzuhalten und nicht für die Nationalliberalen einGuesde schlägt eine entsprechende Abänderung des Antrages zutreten. Nach den neuesten Zeitungsnachrichten sollen die beiderdie alte revolutionäre und die neue opportunistische Methode bezwecke. Jetzt füige ich hinzu: So sehr die internationale Bracke vor. Der abgeänderte Antrag wird nun votiert. Er lautet: feitigen Vorstände jedoch das Bündnis von 1898 erneuert haben. Lage des Socialismus früher bedenklich und ungewiß war, jo tragt der Kongreß den Centralrat, eine Resolution zu formulieren, oder ob Freifinnige und Nationalliberale fich bekämpfen werden. " Nach einem Meinungsaustausch über den Generalstreik beauf uns fann es gleichgültig sein, ob das Bündnis zu stande kommt, günstig ist sie heute, besonders seit dem Dresdener Parteitage. bie dem nächsten Parteitag und sodann dem Internationalen Kongreß wir haben selbstverständlich den Beschluß des Mainzer Parteitages Baillant beantragt nun, die Dresdener Resolution über die Taktik zum Resolutionsentwurf der P. S. de F. zu Amsterdam vorzulegen ist." für den Amsterdamer Kongreß zum machen: Sie könne Abg. Bouveri, ehemaliger Bergarbeiter in Montceau- les- und der Preußenkonferenz zu befolgen und mit eignen Wahlmännern in den Kampf zu treten. Welche Taktik wir dann in der dabei ganz unverändert bleiben, es wäre nur dort, wo sie den Mines, macht noch eine kurze Erklärung gegen den Generalstreit auf Hauptwahl befolgen, das hängt von dem Ausfall der Urwahlen ab. Revisionismus verurteilt, hinzuzufügen:„ die neue Methode, der Grund seiner Erfahrungen im Bergarbeiter- Generalstreik: Bei der Der Redner empfahl eine Resolution, welche näheres über die Opportunismus“.( Beifall und zustimmender Beschluß des Kongresses.) heutigen Lage der gewerkschaftlichen Organisation wäre der General- Urwahlen bestimunt, und sagte bann betreffs unsrer Wahlaussichten: Guesde referiert über den Generalstreit: Die streit selbst für die Bergarbeiter allein unmöglich. Damit ist der Bunft erledigt. bekunden. Auf Gues des Antrag war in einer früheren Sigung beschlossen worden, die zwei folgenden Punkte der Tagesordnung des Amsterdamer Kongresses schon in Reims zu beraten: 1. Die Regeln der internationalen focialistischen Politit( bean tragt von der P. S. de F.), 2. Der Generalstreit. Bum Buntt 1 ergreift das Wort über so Meinungsverschiedenheiten über den Generalstreit, die ims ( Guesdisten und Blanquisten) in der Vergangenheit trennten, find, glaube ich, nur Verschiedenheiten formaler Art. Sprechen Stimmzettel) Dubreuilh berkündet das Ergebnis der inzwischen( durch wir uns hier aus, um zu sehen, ob wir nicht zu einem vorgenommenen Neuwahl der 15 gliedrigen einstimmigen Beschluß kommen könnten, um so dem Amster- gekutivkommission: sämtliche bisherigen Mitglieder sind damer Kongreß eine einzige uns gemeinsame Resolution vor wiedergewählt. Es find: Brade, Chauvin, Cherechewsky. Dubreuilh, legen zu können. Mit Lafargue halte ich den Begriff des General Grouffier, Guesde, Lafargue, Landrin, J. Martin, Léon Martin, streits für unklar. Er hat im Laufe der Zeit vielfach gewechselt. Marchand, Prévost, Roland, Toussaint und Baillant. Einige Beispiele: Roland teilt mit, daß die vom Kongres beschlossene Geldfammlung unter den Delegierten für das Centralorgan„ Socialiste" 350 Fr. ergeben habe. In den Proletarierbierteln, namentlich in Rigdorf werden wir nicht nur in der dritten und zweiten, sondern vielleicht auch in der ersten Abteilung Wahlmänner durchbringen, dagegen gebe es andre, borzugsweise von Wohlhabenden bewohnte Bezirke, wo uns wahrs Auf dem scheinlich selbst die dritte Abteilung verschlossen bleibt. Lande find die Verhältnisse nicht so ungünstig, wie man allgemein glaubt. Die ländlichen Bezirke des Kreises gehören nicht alle zum festen Besitzstand der Konservativen. Während man beispielsweise in Rudom mit einem Steuersatz von 118 M. und in Schönow mit 236 M. noch in der dritten Abteilung wähle, gehöre man in Großbeeren mit 16,25 M., in Machnow mit 28 9. und in Schöneiche mit wir selbst auf dem Lande Erfolge haben werden. In der Haupt31 M. schon der zweiten Abteilung an. Es scheint also möglich, daß fache sind wir natürlich auf die größeren Städte des Kreises als die Hälfte aller Wahlmänner, entfallen allein auf diese vier Briz 31 Wahlmänner zu wählen. Also 1400-1500, das find mehr Orte. Aus Wilmersdorf, Treptow, Nowawes, Köpenick und andren Orten, die ebenfalls gute Aussichten für uns bieten, ist die Bezirks einteilung noch nicht bekannt. Auf dem Gewerkschaftstongreß von Tours( 1895) hat Fernand Bellantier für den Generalstreit so argumentiert: Gine BarrikadenRevolution sei infolge des modernen Militarismus unmöglich, das Der Kongreß votiert per Afflamation seinen Dank an den allgemeine Wahlrecht würde, wenn überhaupt als Mittel der Revo- unermüdlichen und hingehenden Parteisekretär fürs Innere, Dubreuilh. lution betrachtet, Jahrhunderte erfordern, um zum socialrevolutionären Grodos beantragt, anläßlich der vollzogenen endgültigen Einig angewiesen. Charlottenburg hat 731, Schöneberg 346, Rirdorf 361, Sieg zu gelangen. Bleibe nur der Generalftreit, der zudem den feit überall Parteifeſtlichteiten zu veranstalten.( Bustimmung.) Der Drt des nächsten Kongresses wird vom Centralrat bestimmt Vorzug habe, ein legales Mittel zu sein. So Bellantier. werden. Sie sehen, bei ihm ist der Generalstreit ein gesetzliches Mittel der Revolution. Später wurde dagegen diese erste Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten hält der gefeßliche Form des Generalstreits abgestreift, an ihre Stelle trat die Borsigende eine längere Schlußrede, worin er die glückliche VerAnsicht, daß der Generalstreit das beste Mittel sei, das Militär wirklichung der vollen Einigkeit auf dauernder Basis und das Votum durch dessen Verstreuung über das ganze generalstreifende Land zu des Programms begrüßt. lähmen. Weiter wurde der Generalstreit auf einen solchen der Ghesquière singt das revolutionäre Lied:" Crosse en l'air" Bergarbeiter und der Eisenbahner reduziert. Diese dritte Form des( Rolben hoch!) unter der gehobenen Stimmung der Delegierten. Generalstreiks haben wir niemals bekämpft. Aber das wäre ein Den Beschluß macht die im Chor mitgefungene Internationale". Berufsstreit, nichts weiter. Die Nevolution bedarf zu ihrer DurchSchluß 5 Uhr. führung dieses Berufsstreiks nicht. Viertens ist es eine geläufige Wendung geworden, selbst die allgemeine Arbeitseinstellung in einer einzelnen Fabrik als Generalstreit zu bezeichnen. Diese Art General- die streit hat von jeher existiert. Das Begrüßungsschreiben des Kongresses an deutsche Socialdemokratie lautet! An den Parteivorstand der deutschen Socialdemokratie. Schon die Zahl der zu wählenden Wahlmänner zeigt uns, daß unfre Arbeit auf dem platten Lande weniger in Frage kommt. Zwar werden wir auch dort agitieren, aber wir werden nicht, wie bei der Reichstagswahl, dem Wahlatt selbst durch Vertrauensmänner beiwohnen. Unfre Hauptkraft muß in den Städten und denjenigen Landgemeinden, wo wir gute Organisationen haben und bei der Reichstagswahl nennenswerte Erfolge hatten, geltend gemacht werden. Die Freisinnigen fönnen, wie bemerkt, nicht sagen, daß wir fie aus dem Kreise verdrängen, wohl aber ist es ihnen möglich, die Reaktion zu verdrängen, wenn sie mit uns gegen dieselbe stimmen. Wir willens sind, mit uns gegen die Steaktion zu stimmen. Wollen sie unfre Bedingungen nicht annehmen, dann mögen sie sehen, ob sie aus eigner Kraft die Konservativen verdrängen können. Unfre Ansicht ist nun die: Ist der Generalstreit eine der Formen Werte Genossen! In Beantwortung Eurer Sympathie und wollen den Freisinnigen durch Annahme der Resolution zeigen, daß der socialen Revolution, so erkennen wir ihn an; wir verwerfen ihn Solidaritätsadresse freuen wir uns, Euch vor allem melden zu wir fest entschlossen sind, sie durchfallen zu lassen, wenn sie nicht aber, wenn man ihn zur einzigen und ausschließlichen fönnen, daß der Parteitag von Reims soeben die Einigkeit aller Form der socialen Revolution erhebt. Im Grunde ist jede socialistischen Organisationen Frankreichs vollständig und endgültig Revolution ein Generalstreit, da ja die Straßenkämpfer die Werk verwirklicht hat, die, wie Ihr es foeben auf dem Dresdener Parteitag stätten verlassen müssen. Es genügt also zu erklären, daß wieder einmal preklamiert habt, nicht zugeben, daß der Klassenkampf mit das Proletariat, ebenso wie seiner Beit die Bourgeoisie, alle der Zusammenwirkung der Klassen sich vereinbaren lasse. nötigen revolutionären Mittel anzuwenden habe. Gerade in Der deutschen Socialdemokratie, der einzigen Vertreterin aller Frankreich versteht sich das von selbst. Die französische Bourgeoisie lebendigen Kräfte des organisierten Proletariats, steht diesseits der war die revolutionärfte von allen, ja vielleicht die einzige revolutionäre Bourgeoisie. Daher ist auch das französische Proletariat tros alledem besonders revolutionär gesinnt. Vogesen zur Seite gleichfalls eine einzige Partei, die den ganzen sielbewußten Teil unsres Proletariats umfaßt die Socialistische Bartei Frankreichs, dll Unfre Presse hat bis jetzt leider wenig für den Landtags- Wahltampf gethan. Die Parteipresse, auch der Vorwärts", füllte in letzter Zeit ihre Spalten mit langen Erklärungen persönlicher Art. Gs sieht fast so aus, als hätten wir nicht mehr den Kampf gegen unfre Gegner zu führen, sondern hauptsächlich persönliche Angelegenheiten zu erörtern, die für die Partei höchst gleichgültig sind. Es ist dringend zu wünschen, daß die Genossen, welche den Raum unsrer Presse mit Zum Schluß sagt Guesde: Ich glaube, wir könnten uns über Diese Partei ist es, die darauf hält, durch unsre Vermittlung Erklärungen füllen, zur Einsicht kommen und dies endlich lassen. die Frage verständigen und dem Amsterdamer Kongreffe eine einzige die große Freude auszusprechen, die Ihr derselben im Laufe dieses Die thätigen Genossen empfinden Widerwillen gegen diese persön Resolution vorlegen.( Lebhafter Beifall.) Jahres zweimal verschafft habt: im Juni, als Ihr gegen die deutsche lichen Preßfehden, sie sagen mit Recht, das muß aufhören, denn es Dubreuilh glaubt mit Guesde an die Möglichkeit einer ein- Peichsgewalt und den deutschen Kapitalismus mehr als drei Millionen für dient nicht der Agitation, es dient nicht den Interessen der Partei. stimmigen Lösung. Uns trennt nur ein Mißverständnis. Eine eine die internationale sociale Revolution gewonnene Arbeiter aufgerichtet Diese persönlichen Erörterungen haben der Wahlbewegung schon jetzt stimmige Lösung ist auch nötig, um geschlossen die schädlichen habt, und dann vor wenigen Tagen, als Ihr durch Euren Scharf geschadet.( Sehr richtig!) So mancher hat sich sicher schon deshalb Tendenzen der revolutionären Nurgewerkschaftler bekämpfen zu blick und Eure Energie diese ungeheure Kraft auf dem Boden des von uns abgewandt. Es gilt jezt, alles Kleinliche und Persönliche fönnen. Die murgewerkschaftliche Gefahr wird morgen eben so ernst Stlassenkampfes zusammengehalten habt; auf dem allein sie ihre zu vergessen und einzutreten in die Agitation für das allgemeine, werden, wie heute der Ministerialismus. Redner beantragt, der historische Mission der Befreiung der Arbeit und der Menschheit gleiche Wahlrecht zum Landtage. Der Hauptvert ist zu legen auf Kongreß möge eine Resolution votieren. erfüllen kann. bie agitatorische Seite. Wir werden wohl einige, sicher aber nicht und wilebis 34 199 trotz aller| Kommission zur Prüfung 1 Agitationsarbeit gar lein Mandat erhalten, jollten, jo haben wärtige og her erfama ber Angelegenheit eingefelt. Die gegen haftigkeit, bem( Genoffen gegenüber. Dem Reinse gegenüber but " Stimmen über den Parteitag. Jm soeben ausgegebenen Heft 1 des 22. Jahrgangs der eu en 3eit" schreibt Kautsky unter dem Titel„ Nachklänge zum Parteitage": " bisher tur mit einigen solcher Elemente bis in mire Reihen eingedrungen. Aber die Socialdemokratie bleibt auf dem Boden der. proletarischen Moral, welche die Moral aller aufstrebenden, nach Selbständigkeit ringenden Klassen ist: Sie weist jeden Versuch von sich, die Partei zu belügen und verachtet die Ligner." wir doch den Massen durch die That gezeigt, daß mission: Die Generalversammlung fann den Ausschluß des dauerndes Zusammenwirken gleichgestellter Genossent. Sie gilt für sie in Preußen rechtlos sind. Also ans Werk. Arbeiten wir. Alles Genossen Meier aus dem Wilmersdorfer Wahlverein als jede Gesellschaft ohne Klassengegenfäße, gilt innerhalb einer Kleinliche schwinde. Unfren Feind, die bürgerliche Gesellschaft, gerechtfertigt nicht anerkennen, sie empfiehlt dem Genossen von Klassengegensägen erfüllten Gesellschaft für jede bekönnen wir nur dann mit Erfolg bekämpfen, wenn wir selbst einig Meier jedoch, auf die Uebernahme bon Barteiämtern sondere Partei von Klassengenossen. Den Barteigenossen und geschlossen sind. vorläufig zu verzichten." Meier erklärte hierauf, er werde aus zu belügen, galt in solchen Parteien für Baate, als erster Redner in der Diskussion, stimmte dem dem Wilmersdorfer Wahlverein austreten und sich der Organisation erlaubt, in der zwei Klassen zusammenwirkten, von denen die Referenten darin bei, daß die persönlichen Erörterungen in der Preffe eines andren Ortes anschließen, um auch ferner in der Partei mit- eine sich dazu mit der andren zusammenthat, um deren Kraft für unsrer Partei schaden, er wünscht, daß die Generalversammlung arbeiten zu können. fich auszunuzen. daraus die Nutzanwendung ziehe und aus den Debatten alles Perfön- Damit war die Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende Hirsch Es war die Parteimoral des Jesuitismus, des Pfaffentums liche fernhalte. gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Parteigenossen, unbekümmert überhaupt. Das moderne Litteratentum hat sie sich vielfach zu eigen Grunwald meinte, daß die Erklärungen allerdings nicht um alle Zwijtigkeiten, in die Agitation für die Landtags- und die gemacht, soweit es sich als eine„ Herrenklasse" über das Proletariat agitatorisch wirken, aber tüchtige Genossen würden sich dadurch nicht Stadtverordnetenwahlen eintreten werden, und schloß die General- erhaben dünkt und dieses bloß als Wertzeng betrachtet, und sie ist abschrecken lassen. Um die, welche wegen solcher Quengeleien der versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie. Partei den Rücken kehren, sei es nicht schade. Diese Angelegenheit habe mit dem vorliegenden Punkte der Tagesordnung nichts zu thun, Hirsch hätte sie deshalb jest nicht vorbringen sollen. Die Erflärungen feien nicht verschuldet durch die, welche sie abgaben, sondern durch die, welche zu den Erklärungen provozierten. Wenn Eiterbeulen, wie sie sich jetzt am Parteikörper gezeigt haben, entfernt werden, dann könne die Partei besser fämpfen wie vordem. Im Lauf der Diskussion fam Ba a te nochmals auf diese Angelegenheit zurück und sagte, tein Arzt werde Giterbeulen öffentlich ausschneiden. Auch der Staat lasse ja die Hinrichtungen unter Ansschluß der Deffentlichkeit vollziehen. Wenn unsre Partei diesem Der Parteivorstand müßte einen größeren Einfluß auf die Beispiel folge, dann werde das Parteileben an Gemütlichkeit ge= Wir dürfen nie vergessen, daß wir in erster Linie noch eine Kontrolle aller Kandidaturen haben. Fürchtet man dadurch das Fit winnen. Als Grunwald später noch auf diese Aeußerung propagandistische Partei sind. Unfre wichtigste praktische Frage ist stehen einer Vorstands- Diktatur, so möge man jene Befugniße den Baakes erwidern wollte und mit den Worten begann: Noch ein Wort derzeit noch weit weniger die der Eroberung der Macht, als die Kontrolleuren mit übertragen und die Landesparteitage wie den zu den Eiterbeulen machte sich allgemeiner Unwille bemerkbar. der Groaerung der Volksmassen. Erst wenn wir diese Art der Er- Parteitag der Gesamipartei als Berufungsinstanz einfcbent. Man rief dem Redner zu: Ihr sist ja zusammen, macht doch die oberung vollzogen haben, tritt jene in den Vordergrund. Was wir Nötig macht sich aber eine Aenderung; das haben die widerlichen Angelegenheit unter einander ab, aber verschont uns damit. in Reformen heute durchseßen konnten und können, ist minim im Vorkommnisse bewiesen. Denn die in langer Parteithätigkoit ge= Grunwald brach dann diese Angelegenheit ab mit der Be- Vergleich zu den Erfolgen, die wir in der Agitation unter den reiften Mitglieder des Vorstandes wie die Kontrolleure werben merkung: Na, denn mag Baake in dieser Angelegenheit das letzte Massen erzielt haben und noch weiter erzielen können. Bei jeder sicherlich nicht für richtig halten, daß jeder erste beste sich plötzlich Wort haben, aber das ist eine eigenartige Meinungsfreiheit. praktischen, etwa parlamentarischen dder kommunalen Aktion müssen als unser Parteigenosse aufspielende Abtrünnling einer andren Bartci Ein andrer Diskussionsredner, Bröke, meinte, der Vorwärts" wir uns daher nicht bloß fragen, welche greifbaren Ergebnisse wir ein Mandat erhält, ehe er noch durch Thaten, durch langjährige habe bis jetzt wenig für die Landtagswahlen gethan, aufklärende dabei herausschlagen, sondern auch, und vor allem, wie sie auf die treue Mitarbeit bewiesen hat, daß er wirklich einer der unsren ist Artikel über die Aufgaben des Landtages seien noch nicht Massen wirken wird." und gewillt, in Reih und Glied mit uns zu stehen. erschienen. Es sei notwendig, daß das jetzt nachgeholt Kautsky setzt dann auseinander, daß in den letzten Jahren Hier ist seitens der Genossen zu untersuchen, wie weit und in Hierzu bemerkte Hirsch, die Arbeiter seien weithin der Glaube verbreitet gewesen sei, die Socialdemokratie sei welchem Maße eine straffere Centralisation der Partei durchführbar ebenfalls der Meinung, daß, so lange die Erklärungen noch fort im Begriff, ihre Grundsätze und ihre Taktik zu revidieren und habe und nüzlich ist. Wer zur Klärung dieser wichtigen Frage beiträgt, gesetzt werden, die agitatorische Arbeit vergeblich sei, und sie be- ihr revolutionäres Programm längst ad acta gelegt. Deshalb fei erweist sich als ein nüßlicher, treuer Freund. danken sich deshalb einstweilen für derartige Arbeiten, die durch die es notwendig gewesen, nach außen und nach innen Klarheit zu Die Voltsstimme" in Magdeburg mahnt angesichts der Erklärungen ja doch vernichtet würden.( Sehr richtig!) schaffen und die sei geschaffen worden, von einigen verschwindenden fortgeseßten persönlichen Streitigkeiten dazu, endlich die Waffen Mehrfache Erörterungen verschiedener Riedner drehten sich um Ausnahmen abgesehen. Er verweist hinsichtlich dieser Ausnahmen niederzulegen. einen Absatz der vom Referenten empfohlenen Resolution, worin auf Bernsteins und Elms Artikel in den" Soc. Monatsheften"„ Die Proletarier wünschen nicht Erklärungen, noch GegenDirektiven für das Verhalten unsrer Urwähler bei Wahlmanns- und auf die Münchener, die sich in ihrer Beurteilung des Wertes der erklärungen zu lesen; selbst der Kampf gegen die„ Revisionisten", Stichwahlen gegeben werden. Es handelte sich um eine Meinungs- Resolution 130 widersprächen. Gegenüber der Elmschen Bemerkung in den auch wir mit sachlicher Diskussion einzugreifen für unfre verschiedenheit darüber, ob der betreffende Passus formell dem Be- von der Verbitterungs- und Konfliktspolitit" Kautskys führt er aus, Pflicht hielten, erscheint ihnen nicht annähernd so wichtig, wie die schluß des Mainzer Parteitages gerecht werde oder nicht. Diese daß es sich nicht darum handle, Konflikte und Verbitterung zu raftlose Arbeit gegen die Volksfeinde, wie das praktische Wirken Angelegenheit wurde dadurch erledigt, daß der Referent eine kleine tollen, sondern daß eine Politik rücksichtslosen Vorwärtsdringens zu Gunsten des Proletariats und die Aufrüttelung der uns noch ferns redaktionelle Aenderung an dem Absatz 4 seiner Resolution vornahm, dieses Resultat habe, und dann fährt er fort: stehenden Arbeiterschichten zum Zwecke der Umwälzung der um Zivede die dann angenommen wurde. Sie lautet: tapitalistischen lassengesellschaft." In einem Berliner Briefe des„ Hannoverschen Volkswillen" zieht W. aus den Dresdener Vorkommnissen den Schluß: Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, um zu vers Die Wirkungen der Dresdener Verhandlungen und Beschlüsse hindern, daß solche Differenzen sich wiederholen. Und dazu giebt es beginnen allmählich zu Tage zu treten. Und nach der fachlichen Seite nur ein Mittel: Straffere Organisation, namentlich bezüglich ver sind sie durchweg erfreuliche. Sie haben entschiedene Klärung ge- Verteilung von Vertrauensämtern. bracht, vor allem nach außen. werde. Entsprechend den Beschlüssen der Gesamtpartei beteiligt sich die Socialdemokratie des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storfow- CharTottenburg durch Aufstellung eigner Wahlmänner an den diesjährigen Landtagswahlen. Wahlmänner sind, wenn möglich, in allen Urwahlbezirken und allen Wahlabteilungen aufzustellen. Die Wahlmänner müssen organisierte Parteigenossen sein. Ausnahmen sind nur unter Zustimmung der örtlichen Wahlvereinsborstände zulässig. Kommt es bei den Urwahlen zur Stichwahl zwischen konservativen und liberalen Wahlmännern, so müssen die Parteigenossen für den Liberalen dann stimmen, wenn dieser erklärt, bei der Abgeordnetenwahl eventuell einen socialdemokratischen Kandidaten neben dem Liberalen zu wählen. Wird eine solche Erklärung nicht abgegeben, so ist Stimmenthaltung zu üben, Nach der Urwahl hat das Central- Wahlkomitee eine Versammlung der socialdemokratischen Wahlmänner und der Vertrauenspersonen des Kreises einzuberufen, um über die weitere Tattit zu beraten." Ein Antrag des Delegierten aus Groß- Besten, die Verteilung der agitatorischen Arbeit in seinem Bezirk anderweitig zu regeln, wurde dahin erledigt, daß den Genossen in Groß- Besten eine Verständigung mit ihrem Vorort empfohlen wurde. " " Auf die notwendigen Konsequenzen, nicht auf die guten Absichten bei unsrem Thun kommt es aber in der Politik an. In demfelben Artikel meinte Elm und dasselbe sagt die Münchener Bost", z zu dem in der Resolution gezeichneten Revisionismus würde sich niemand in der Partei bekennen, weil er damit aufhören würde, Socialdemokrat zu sein. Das ist eine etwas unvorsichtige Aeußerung. Die, Wiener Arbeiterzeitung" nimmt nochmals das Wort zuni Parteitage aus Anlaß der Auseinandersetzungen, die sich weiter daran knüpften. Sie bedauert die peinlichen Formen, in denen sich diese Auseinandersetzungen jetzt vollziehen und schreibt dann: Sie So befriedigend dieses politische Resultat des Parteitages iſt, so sehr geht es für den Augenblick völlig unter in einer unerhörten Zu derselben Zeit, wie der Dresdener Parteitag, trat in Rom Flut von persönlichen Streitigkeiten, die an eine Frage ziemlich der neugeschaffene Arbeitsrat zusammen( consiglio di lavoro), dem untergeordneter Natur anknüpfen, die freilich dem Parteitag Vertreter der Regierung, der beiden Kammern, der Unternehmer mehr als billig Zeitverlust und Spektakel brachte: die und der Arbeiter angehören. In der Eröffnungsfizung nahm unter Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern. Ursprünglich andren Turati das Wort und erklärte, die Arbeiter und Socialisten, war es eine eine sehr einfache Sache und der Parteivorstand die dem Arbeitsrat angehörten, hätten die Idee aufgegeben, daß hatte sie durch eine Resolution entschieden, deren einziger der Staat eine ihnen feindliche Macht darstelle. Er pries die Fehler ihre platte Selbstverständlichkeit war und die auch Interessengemeinschaft der Klassen und erklärte sich davon überzeugt, vom Parteitag mit ungeheurer Wajorität als richtig anerkannt daß die Vertreter der Unternehmerinteressen es für vergeblich und wurde. Daß eine Sache des natürlichen Taktes, des Empfindens verderblich anfähen, das Aufsteigen der Arbeiterklasse hindern zu für das, was dem Socialdemokraten ziemt, nicht in starre Parawollen. Sie forderten nur, daß es allmählich, mit möglichst großer graphen einwandfrei gegossen werden kann, versteht sich von selbst. Schonung bestehender Interessen und des Reichtums geschehe. Und Aber wenn das Unfagbare gesagt werden muß, so sind an der jah eine Zeit voraus, wo die Hauptleute der Industrie an Stelle Unzulänglichkeit des Spruches nicht die schuld, die ihn nun einmal des Kampfes von Klasse gegen Klaffe den Kampf aller Klassen gegen fällen müssen, sondern die, die nicht nur das Aergernis gegeben, die Natur sehen würden. sondern auch den Spruch selbst ausdrücklich provoziert haben. Das Auf diese Nede, die schließlich mit dem Klassenkampf auch das haben nun Bernhard, Braun, Göhre, Heine allerdings gethan. Endziel, die Aufhebung der Klassen, preisgab, antwortete Luzzatti, haben sich ganz besonders dadurch verlegt gefühlt, daß die weit Hierauf folgte die Berichterstattung vom Parteitag. der Präsident des Rates, der 1898 Minister gewesen war, zu der schärfer als notwendig ausgefallene Kritik ihres Verhaltens gerade Der Borsigende Hirsch teilte mit, der Vorstand empfehle der Zeit, als die Regierung Turati zu vierzehn Jahren Zuchthaus ver- von einem Manne mit der komplizierten Vergangenheit Generalversammlung, die mit den Verhandlungen des Parteitages urteilen ließ. Luzzatti hat seitdem nichts revidiert, und doch konnte Mehrings geübt wurde. Statt nun offen zu bekennen, sie zusammenhängenden persönlichen Angelegenheiten hier nicht zu er er in seiner Erwiderung mit Befriedigung konstatieren, es gebe sehen nunmehr ein, daß ihre Mitarbeit an Herrn Hardens Blatt örtern, da der Parteivorstand die Erledigung derselben in die Hand vieles, was er mit Turati gemein habe, nur weniges, was ihn von eine Taktlosigkeit war oder, wenn diese Einsicht noch nicht vors genommen hat. diesem tremne. Die Unmöglichkeit, sich zu verständigen, liege nur handen war, wenigstens zu erklären, daß sie sich dem Barteibeschluß Hoffmann- Nowawes, der erste Berichterstatter, berbreitete gegenüber den Anhängern der alten Katastrophentheorie vor, nicht fügen wollen, statt vielleicht sich auch noch dagegen zu verwahren, sich über den Geschäftsbericht des Parteivorstandes und die gegenüber Anhängern des Socialismus wie die anwesenden, die an daß gerade Mehring das Sittenrichteramt in der Partei ausübe, Litteraten- Debatte. Er ist im Gegensatz zur Parteipresse der den ehrlichen Willen der Organe des heutigen Staates glaubten, die haben sie Fehler auf Fehler gehäuft. Der Angriff Brauns und Meinung, day die bei dem letzteren Bunft gepflogenen Probleme der Arbeit zu lösen. Bernhards auf Mehring war der schwerste dieser Fehler. War wirkVerhandlungen des Parteitages notwendig waren und daß Diese Verhandlungen waren ein eigenartiges Gegenstück zu lich an Mehrings Vergangenheit noch etwas zu enthüllen, dann fie auch der Partei genugt haben. Der Redner redenen unsres Parteitages. Sie vollzogen sich in den höflichsten mußte es geschehen, ohne daß diese Enthüllung als fümierte sich dahin: Es habe sich nicht nicht nur um ein Formen. Kein Mißton wurde laut. Die Verehrer des guten Tones Aft der persönlichen Verteidigung und der persönlichen Litteratengezänt gehandelt. Vieles sei dabei an den Tag gekommen. müssen ihre Freude daran gehabt haben. Trogdem wird es wenige Rache erschien. Nun aber gewann eine Frage des focialWenn wir auch nicht alles glauben, was Harden in der Zukunft" Parteigenossen in Deutschland geben, die sie erhebend finden. Mit demokratischen Anstandes den Charakter des erbitterten Kampfes um von einzelnen Barteigenossen behauptet, so genüge doch das, was dem Maßstab Elms und der Münchener Post" gemessen, ist Turati Ehre und Leben in der Partei. Dazu kam noch, daß der einzige dokumentarisch festgestellt sei, um uns zu zeigen, daß unter den An- kein Socialdemokrat mehr. Mann auf dem Parteitag, dessen Ansehen und Gewalt über die geschuldigten eine große Korruption herrsche. Besonders scharf verurteilte der Redner das Verhalten Heinrich Brauns. P Pielete, der zweite Berichterstatter, sprach über die Taktik debatte und die andren Punkte der Tagesordnung des Parteitags und bemerkte zu der Angelegenheit Richard Fischer, dieser habe die Berliner Delegierten zu Unrecht beschuldigt, gegen Auer konspiriert zu haben. " " Wir wollen aber nicht erst warten, bis wir völlig entwickelte Menschen im stande gewesen wären, den lodernden Brand zu beTuratis in Deutschland haben: fäme es einmal soweit, dann wäre grenzen, daß Bebel selbst sich von seiner Leidenschaft weit über die auch die Spaltung da. Dem aber soll unsre Resolution vorbeugen." Grenzen des der Partei Nüglichen hinreißen ließ, daß er die Schuld Hinsichtlich der persönlichen Seite der Auseinandersetzungen sagt der Schuldigen bis zu Anklagen übertrieb, die ihrer Ehre Kautsky: nahe traten." Die einen begrüßen diese Enthüllungen als ein reinigendes Nachdem dann auf die Vorgänge in den Berliner ParteiGewitter, die andren beklagen fie als eine reißende Flut, die unsre versammlung hingewiesen worden ist und auf die Fortsetzung, die In der Diskussion wurde über den Parteitag und dessen Ver- fruchtbarsten Aecker verwüstet. Weder für die eine noch für die im zweiten Kreise bevorsteht, in der Bebel zuerst das Wort ergreifen handlungen selbst fast nichts gesagt. Mehrere Resolutionen gingen andre Anschauung kann man sich heute entscheiden. Ob diese Vor- wird, heißt es: ein, die schließlich nach verschiedenen Teilabstimmungen zu einer kommnisse zum Rußen oder zum Schaden unsrer Partei ausgehen, das Man möchte wünschen, daß der Mann, der so oft das Höchste Resolution vereinigt wurden; die Resolution fand Annahme, darunter hängt von ihr selbst ab. Hat sie die Kraft, alle Glemente, deren Unsauber geleistet durch hingebende Leidenschaft, nunmehr der Partei durch der zweite Absatz derselben mit 33 gegen 29 Stimmen. Sie lautet: feit erwiesen ist, ohne jede Rücksicht auf ihre Stellung in der Partei Ruhe und Kaltblütigkeit den Dienst erwiese, der ihr jetzt am Die Generalversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des auszufcheiden, dann schlagen alle die peinlichen Vorkommnisse der legten meisten not thut. Es wäre dazu ein hoher Grad von Selbsts Parteitags einverstanden, ist aber mit der Form der Verhandlungen Wochen zu ihrem Vorteil aus. Hätte sie dagegen diese Kraft nicht, dann verleugnung nötig, aber die hat gerade Bebel nie gemangelt." nicht zufrieden. Besonders ist zu bedauern, daß die persönlichen allerdings müßten die Dresdener Verhandlungen und ihre Nachspiele Zu den Ausführungen der Münchener Post", daß auf Gehässigkeiten einen Raum eingenommen haben, wie man von ge- unsre Partei aufs tiefste kompromittieren und das Vertrauen der dem Parteitage die Absicht bestanden habe, einzelne Genossen ausbildeten Genossen nicht erwartet. Die Zeit hätte mit wichtigeren, Maffen in sie aufs ärgste erschüttern. zuschließen, hat auch Adolf Braun in der Fränkischen Tagesdie Arbeiterschaft berührenden Fragen ausgefüllt werden können. Ein unparteiliches Gericht, das mur nach Thatsachen urteilt, post" die Erklärung abgegeben, die wir anfänglich übersehen haiten Ferner ist zu bedauern, daß über eine so selbstverständliche Erklärung, durch Klatsch sich nicht beeinflussen läßt, das aber streng und un- und daher jetzt nach der Schwäbischen Tagwacht" nachwie sie der Parteivorstand in Sachen der Mitarbeit an bürgerlichen erbittlich waltet, ist unumgänglich notwendig geworden. Die An- holen. Braun erklärt: Preßorganen erlassen hatte, eine so ausgedehnte Debatte stattfinden geklagten müssen entweder gerechtfertigt oder aus unsrer Mitte aus-„ Alle Genossen, welche die Resolution Adolf Braun und bie mußte. Sie erwartet, daß die an diese Debatte sich später an- geschieden, bei geringeren Vergehen ihrer Vertrauensstellen entkleidet Resolution Wurm abfaßten, verfolgten keinen andern Zweck als schließenden Enthüllungen und Erklärungen vom Parteivorstand, wie werden. Die Richter sind nicht zu beneiden, die sich dieser Aufgabe 1. volle Klarheit über die Taktik der Gesamtpartei zu schaffen, er schon angekündigt hat, untersucht werden und zwar bald zu unterziehen haben; sie ist ebenso schwierig, wie peinlich; aber sie 2. die Stärke der Revisionisten aller Richtungen festzustellen. möglichst, und daß ohne jede Rücksicht Klarheit geschaffen und ist unerläßlich, soll nicht der Schmuß, der in den letzten Tagen auf- Allen Verfassern und Befürwortern beider Anträge lag der Gein der Partei reiner Tisch gemacht wird, damit der Kampf gegen gewühlt worden, an der Partei selbst hängen bleiben. Mehr als je danke fern, irgend einen Genossen aus der Partei hinauszudrängen. die bürgerliche Gesellschaft einmütig und geschloffen geführt gilt heute die Parole: Kein Vertuschen, tein Komödienspielen. Wer die Geschichte unsrer Parteitage fennt, weiß, daß vielfach Gelingt es, die persönliche Verantwortung für die aufgedeckten entscheidende Resolutionen nicht einstimmig beschlossen wurden, Die Generalversammlung verurteilt entschieden den persönlichen Unsauberkeiten festzustellen und die unfauberen Elemente selbst zu ohne daß jemals der Minderheit zugemutet worden wäre, aus Streit, welcher nach dem Parteitage in der Parteipresse durch Ver- entfernen, dann wird auch nach der persönlichen Seite hin niemand unsern Reihen zu scheiden. In einer demokratischen Partei be= öffentlichung von Erklärungen entstanden ist. Sie protestiert gegen mehr Ursache haben, die Dresdener Tage für verloren anzusehen. deutet die Annahme eines Beschlusses seine Geltung für die gegen die Tattit, persönliche Angelegenheiten der Genossen in der Partei- Man darf wohl bedauern, daß sie notwendig geworden waren, man ihn Stimmenden nicht die Aufforderung, unsre Reihen zu verpresse zum Austrag zu bringen. hat aber kein Recht, zu wünschen, daß die wirklich vorhandene KorDie Versammelten sind der Meinung, daß es jetzt endlich an ruption nicht aufgedeckt worden wäre. Und mancher, der noch in der Zeit ist, den Streit andren Instanzen der Partei zu überweisen, Dresden sich über Bebels„ Maßlosigkeit" entrüstete, wird ihm seitdem um nun energisch für die bevorstehenden Landtagswahlen Propaganda recht gegeben haben.... machen zu können. werden kann. = Des weiteren sind die Versammelten der Ansicht, daß der jezige Streit nicht im Bartei- Interesse liegt, sondern schädigend auf die Gesamtheit der Partei wirft." Heute, wo die bürgerliche Klassenmoral in voller Auflösung ist, werfen viele der bürgerlichen Elemente, die es nicht vermögen, sich zu proletarischem Empfinden und proletarischer Klassenmoral durch zuringen, mit der bürgerlichen jede Moral von sich, im Proletariat Unter„ Verschiedenes" behandelte die Generalversammlung die barf aber diese Art der Ueberwindung der bürgerlichen Moral nicht Beschwerde des Genossen Meier in Wilmersdorf. Dieser ist aus plazgreifen. dem Wilmersdorfer Wahlverein ausgeschlossen, der Centralvorstand Und wie es öfonomische Geseze giebt, die für jede Gesellschaftshat den Ausschluß für begründet erklärt, dann hat die vorige form gelten, fo giebt es auch fittliche Grundfäße, deren keiner entGeneralversammlung infolge einer Beschwerde Meiers eine raten kann. Einer der wichtigsten darunter ist die Pflicht der Wahrlaffen." Auch Konrad Hänisch giebt im Dortmunder Parteiblatte eine Erklärung ab, daß er es war, der zwar nach der Rede Vollmars zum Zwecke der Zählung der Revisionisten Namen in die Resolution hineinbringen wollte, daß er aber dafür bei den meisten Mitausarbeitern des Amendements Wurm teine Zustimmung gefunden habe. An die direkte oder indirekte Herbeiführung von Ausschlüssen habe er dabei jedoch so wenig gedacht, wie seines Wissens sonst jemand. Die Parteigenossen in Lübeď nahmen folgende Resolution an: Die am 2. Dttober 1903 im Vereinshaus" tagende öffentliche Parteiversammlung erklärt sich mit der Thätigkeit der Delegierten einverstanden. Sie bedauert, daß solche Erörterungen, wie bie über die Mitarbeit von Parteimitgliedern an der bürgerlichen Presse und die Taktik fich vernotwendigten, erkennt jedoch an, daß unter den seinem Gedächtnis schlecht bedient. Der Brief vom 18. September gegebenen Verhältnissen diese Erörterungen nicht zu umgehen waren. 1892 beweist nur, daß ich Herrn Mehring misverstanden Sie werden hoffentlich dazu beigetragen haben, daß in der Partei undirrtümlich geglaubt hatte, er habe die Mit in Zukunft sich weniger persönliche Differenzen geltend machen und arbeit abgelehnt. Denn auf den Brief, den er anführt, die Partei sich ihrer Aufgabe, der Revolutionierung der Köpfe zur hat er am 19. September 1892 geantwortet: Erkennung des hohen Ziels des Socialismus und der Verteidigung der bisherigen und der Erringung neuer Rechte des Volkes energischer widmen kann. Die Versammlung erwartet, daß dort, too es erforderlich ist, die Genossen sich nicht nicht aus irgend welchen Rücksichten abhalten lassen, die Konsequenzen aus dem in letzter Zeit bekannt gewordenen Verhalten einzelner in berantwortlicher Stellung befindlicher Parteimitglieder zu ziehen." G In Elmshorn referierte der Delegierte Mannheimer. Er sprach sich sehr abfällig über die Verhandlungen des Parteitages aus und ist auch mit den Beschlüssen nicht einverstanden. Mehrere Redner traten ihm entgegen, während einer ihm zustimmte. In Spremberg wurde nach einem Referat Antricks, dem mehrere Redner beipflichteten, beschlossen: die „ Die heute in Spremberg tagende Parteiversammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Genossen Antrick einverstanden. Die Versammlung spricht ihren Widerwillen über das Betragen ind die Handlungsweise eines eines Braun, Bernhard und Genossen aus. Die Versammlung ist dem Genossen Bebel dankbar, daß er den Finger in eine Wunde gelegt habe, in späterer Zeit unsrer Partei schwere Schäden gebracht hätte. Die Versammlung erwartet vom Parteivorstand, daß er dafür sorge, fir die folgende Zeit allen Umtrieben eines Braun, Bernhard und andrer das Handwerk zu legen. Die Versammlung hofft, daß der betvährte Charakter des Klassenkampfes der Partei auch für alle Zutunft hochgehalten wird." Erklärungen. Grunewald, 5. Oftober 1903. An die Redaktion des Vorwärts", Berlin SW., 979 " Lindenstraße 69. Sehr geehrter Herr Rebalteur! 299, 231, 232 Vier Erklärungen", die in den Nummern 229, 231, 232 des In Vorwärts" gegen mich gerichtet worden sind, zwingen mich, noch einmal den Raum Ihres Blattes in Anspruch zu nehmen. Auch diesmal wird es gewiß nicht der Berufung auf das Preßgefeh bedürfen, um Sie zur Veröffentlichung meiner Antwort zu bestimmen. 1. Herr Bernhard glaubt, daß eine durch seinen Wunsch herbeigeführte Unterredung, deren wesentlichen Inhalt ich, wie er bestätigt, richtig wiedergegeben habe, nicht ztvei, sondern vier Wochen vor dem Parteitag stattgefunden habe. Ohne nähere Prüfung seiner Angabe will ich ihm gern einräumen, daß er recht hat. Ich habe ihm also vier Wochen vor dem Parteitag, um ihm die Gründung eines eignen Blattes zu ermöglichen, das Lokal und den gesamten Apparat meines Verlages unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ob das Urteil über sein Berhalten durch diese völlig belanglose Datumsverschiebung geändert werden kann, haben Unbeteiligte zu entscheiden. Herr Bernhard behauptet ferner, ich hätte die Veröffentlichung von Privatbriefen mit dem Hinweis darauf gerechtfertigt, daß sie nicht die Aufschrift Vertraulich" trugen". Die Behauptung ist unwahr. Der meine Notwehrmittel rechtfertigende Paffus ist am 29. September 1903 im Vorwärts" abgedruckt worden; der Hauptsah lautete:" Die Kon benienz schützt den Privatbrief, auch den nicht ausdrücklich als sekret " " Bont der ,, Gleichheit", Beltschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dieg' Verlag), ist uns soeben die Nr. 21 des 13. Jahrganges Der Parteitag zu Dresden.- Die Erhebungen über die Arbeitszeit er. zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: wachsener Fabritarbeiterinnen in Breußen im Jahre 1902. II. Bon M. Gr. Frauenarbeit im Gartenbau. Bon F. Reitt. Uus der Bewegung. Lieber Kollege! Feuilleton: Mumu, das Hündchen des Taubstummen. Erzählung von Sie sind wirklich, was Carlyle ein dünnhäutiges Individuum 3. S. Turgenjew. Aus dem Russischen übersekt von 2. A. Hauff.( Fortnennt. Ich habe doch wahrhaftig in meinem Leben noch nie den fegung.) Notizenteil: Der Zehnstundenkampf der Textilarbeiter in FrauenGewerkschaftliche Arbeiterinnenorganisation. geringsten Zweifel an Ihrer Integrität geäußerst oder gehabt; Crimmitschau. stimmrechf. Frauenbewegung. tvozu also gegen mich diese empfindlichen Versicherungen? Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Was meine Mitarbeiterschaft an der Zukunft" anbetrifft, fo 10 Bi., durch die Bost bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste war ich mir bisher nicht flar, ob Ihre Aufforderung von persön Nr. 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne licher Freundschaft und Höflichkeit oder von einem redaktionellen Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pl. Da Sie wochenlang nicht arme halbe Stunde für mich übrig hatten, um eventuell über Der„ Wahre Jacob" hat socben dic 21. Nummer feines 20. JahrThema, Umfang ufiv. eines von mir zu liefernden Beitrags zu gangs erscheinen lassen. Wir erwähnen aus derselben die farbigen Bilder Das gefährdete Wahlrecht" und" Falsch spekuliert", serner die Illustrationen sprechen, so neigte sich meine Vermutung zu dem ersten Teil jener Vom englischen Derby"," Feudale Anschauung"," Das Ständchen"," m Alternative und Ihre freundlichen Zeilen von gestern haben mich einberg"," Aus der Giesebrechtschen Gartüche" und" Prinzenspielzeug". vollends darin bestärkt. Ich wünsche Ihnen herzlich den besten Der textliche Teil der Nummer enthält die Gedichte Laurahütte", Erfolg, danke für Ihre freundliche Aufforderung und und Sombart, Schmoller u. Co."," Ein Patriot"," Herbstsonntag" von Dito hoffe im übrigen, daß Sie endlich einmal sich von meiner Freund- Strille,„ Der alte Redakteur an seinen Sohn"," Die neue Heyls- Armee", schaft für Sie überzeugen und mir nicht mehr so empfindlich Des Deutschen Lebenslauf"( illustriert)," Wie lange noch?"," Land Ohne fürst", sowie außer zahlreichen fleineren Beiträgen die größeren Feuilletons schreiben mögen." Dieser Brief wurde durch einen vom 20. September 1892 er- err Metgermeister a. D. Wurstler über den Parteitag"," Pez und seine Freunde", Hoher Besuch"," Findigkeit" und" Beim Prinzen Arenberg". gänzt, aus dem ich hier die folgenden Sätze anführe: Der Preis der zwölf Seiten starken Nummer ist 10 Pfennig. Das Bedenken, das ich gegen meine Mitarbeiterschaft habe, habe ich Ihnen ganz offen angegeben: es war mein böser Ruf in der bürgerlichen Welt, an die sich die Zukunft" doch wendet... Abgesehen von diesem Bedenken bin ich bereit, und gern bereit.( Das Wort„ gern" ist von Mehring unterstrichen.) Sie brachen aber, ebenso wie im Frühjahr, aus mir völlig unbekannten Gründen den persönlichen Verkehr ab. Sie erklärten, wegen der Vorbereitungen zur Zukunft" feine Minute Zeit für mich zu haben... Wenn Sie mich einmal besuchen wollen, so sind Sie mir allemal herzlich willkommen. Ich würde Sie sogar darum bitten, wenn ich nicht allzu trübe Erfahrungen mit solchen Bitten gemacht hätte. Dagegen möchte ich Ihnen noch mehr mit Rücksicht auf Ihre als meine Zeit vorschlagen, die Korrespondenz über diese Dinge nicht fortzusetzen. Brieflich kommen doch immer neue Mißverständnisse vor. Also: wenn Sie mögen, kommen Sie doch einmal heran. Meine Freundschaft für Sie ist unverändert dieselbe. In alter Gesinnung Ihr Mehring. 14. " " Berliner Berkehrs- Lexikon. Preis 30 Pf., Verlag May Schildberger, Schillstr. 3. Dritter Jahresbericht des Arbeitersekretariats Altona- Ottensen nebst Jahresbericht des Gewerkschafts- Startells Altona- Ottensen für das GeschäftsSelbstverlag des Arbeitersekretariats Altonajahr 1902. 40 Seiten. Oftensen. 1903. Dr. Alfred Noffig. Die Bilanz des Zionismus. Kritik und Reform. 45 Seiten. Basel 1903. B. Wepf u. Co.( vorm. Louis Jenke). Aufgaben des liberalen Bürgertums auf Grund der Ergebnisse der Reichstagswahlen. Preis 30 Bf. Görlig 1903. Berlag R. Dülfer. Neben der Abgeordneten Bebel and v. Vollmar auf dem Parteitage zu Dresden. Preis 20 Pf. München 1903. G. Birk u. Co. $. Otto. Ein andres besseres Wahlrecht. 10 Seiten. Drud von Arnold u. Co., Dresden- Blasewiz. W. Bottermund. Das hysterische Weib. Preis 75 Pf. Dresden 1903. E. Piersons Verlag. Otto Spielberg. Der rechte Weg ins Leben oder die neue Ethik. Breis 3 M. E. Piersons Verlag, Dresden. A. Boctins. Die unbegrenzten Möglichkeiten organisierter Voliswirlschaft. 93 Seiten. Dresden 1903. E. Piersons Berlag. Grust Hennes. Was bedeutet der Begetarismus und wie läßt sich derselbe einführen? Preis 25 Pf. Dresden 1904. E. Piersons Verlag. Civilisation und Weltfriede. Von Anthropos. Preis 4 M. Dresden 1903. G. Bierjons Verlag. Als hier wichtig citiere ich nur noch den Anfang einer am Oftober 1892 geschriebenen und abgestempelten Postkarte: Darf ich Ihnen für die nächste Runumer der Zufunft" einen Artikel über die„ Krisis" in der Freien Voltsbühne schreiben? Damit ist wohl ausreichend erwiesen, daß Herr Michring die Mitarbeit an der Zukunft" nicht abgelehnt hat. Die Originalbriefe stehen der Redaktion zur Verfügung. Herr Mehring behauptet ferner, ich hätte gegen ihn mit dem Abgeordneten Heine komplottiert und einen Ueberfall geplant. Durch Heines und meine eignen Erflärungen ist festgestellt, daß ich ein Vorgehen gegen Mehring niemals billigt habe wie er selbst. Schließlich nennt er mich einen Verfür den 6. Berliner Reichstagsleumder" seiner Partei. Darüber tröstet mich die Thatsache hinweg, daß von den Socialdemokraten, die mich kennen und darunter waren und find die Abgeordneten Grillenberger, Schoenlant, v. Vollmar, Blos, Heine Südekum, Braun fein einziger mich so beurteilt hat; auch Herr Dr. Mehring nicht, bis zu dem Tage, wo, gewünscht und den„ lleberfall" ebensowenig vorausgesehen und ge- Socialdemokratischer Wahlverein Gardinen- Reste " Wahlkreis. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unfre Genossen von dem plötzlichen Tode unfres Genossen Ausverkauf 27631* 500 bis 1000 Reste spottbillig sum zu räumen. erklärten; der Menſch aber, der burch Handeln oder Unterlaſſen ſeinen wie wohl oft in ſeinem Leben, ein persönliches Berwürfnis fein fach- August Grieshammer Grüner Weg 80, parterre liches Urteil zu trüben begann. " oder behauptet. In borzüglicher Hochachtung Harden, der Herausgeber der Zukunft". Nächsten wider besseres Wissen um den ehrlichen Namen zu bringen sucht, scheidet sich selbst aus dem Geltungsbereich aller Konvenienz." Das gilt, nach meiner Ueberzeugung, für Mitteilungen jeder Art, mündliche und schriftliche. Der Vertrauensbruch des einen entbindet den andren von der Pflicht zur Diskretion; muß ihn davon entbinden, weil er sonst gegen den Vertrauensbrecher wehrlos wäre. Erst heute kommt mir, da ich mich auf einer Agitationstour im 2. Diese Bemerkungen sind zugleich eine Erwiderung auf einen Teil des vom Abgeordneten Dr. Braun Gesagten. Auf meinen Vor- fächsischen Vogtland befinde, die Erklärung des Genossen Auer in der Nummer 230 des Vorwärts" zu Gesicht. Ich habe darauf schlag, sämtliche von ihm und seiner Frau an mich gerichteten Briefe vernichten und starten in feiner Zeitschrift zu veröffentlichen-- damit jeder folgendes zu erwidern: Ich habe weder Auer prüfen könne, ob ich den Sinn seiner Worte auch nur um eine Nuance noch Beber schüßen" wollen, und nirgends Derartiges gefagt in ihm ungünstiger Weise entstellt habe, geht er leider nicht ein; Bebel selbst schüßen kann, wie es seine Widersacher zu ihrem Nachteil Uebrigens weiß ein jeder, daß sich der Genosse vielleicht, weil der Abdruck ein ganzes Heft füllen würde. Er ver weist mich an die Organisation seines Wahlkreises. Zu einer Dela- nachdrücklichst empfunden haben. Ich habe in Dresden eine zweite torenrolle habe ich aber weder Neigung noch Beruf. Ich maße mir Auflage Lübeck verhindern wollen, und wer in Lübeck den Jubel der nicht das Recht und die Aufgabe an, direkt auf die Folgen einzuwirken, bürgerlichen Preßmeute bei der Rede Auers kontra Bebel beobachtet die meine Abwehr für die Stellung des Herrn Braun innerhalb seiner Partei etwa haben könnte. Mir genügt vollkommen die Thatsache, daß er keine einzige meiner Angaben zu widerlegen vermocht hat. Er verwahrt sich jetzt noch dagegen, daß ich eine von ihm herbeigeführte Busammenkunft einen Kriegsrat" genannt habe. Bei dieser Zufammenkunft, die stundenlang währte, hat er mir fein gesamtes Material" gegen Herrn Dr. Mehring vorgelegt und mir die seitdem berühmt gewordene Soupergeschichte erzählt; stundenlang wurde ausschließlich die Frage erörtert, wie man am wirksamsten gegen Herrn Wehring vorgehen könne: vor, auf oder nach dem Parteitag, durch Privatflage, Rede oder Broschüre; nur zu dem Zweck, dieser Frage gemeinsam mit ihnen die Antwort zu suchen, war ich von Herrn und Frau Braun in ihre Wohnung gebeten worden. Und für eine Zusammenkunft, deren einziger Zweck ist, die gegen einen Feind zu wählende strategische Taktik zu erörtern, weiß ich feine passendere Bezeichnung als: Striegsrat". Modelltischler in Stenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet morgen, Mittwochnachmittag 3 Uhr, bon der Charité aus statt. Eingang Bruno Güther. v. Flur. Achtung! 24762* Um zahlreiche Beteiligung ersucht Handwerkern, Arbeitern Der Vorstand. Gesangverein ,, Steinnelke". ( M. d. A.-S.-B.) Am Sonnabend verstarb plötzlich im 52. Lebensjahre unfer Genoffe empfehle noch zu alten billigen Preisen trotz enormer WollgarnPreissteigerung meine Kammgarn- Sweater Plattiert Kammgarn a 3,25 u. 3,50. Reinwoll. Kammgarn a 4,80 u. 5,30. a 5,80 u. 6,30. hat, wird sich darüber, daß uns Aehnliches in Dresden erspart blieb, August Grieshammer Doppelstarke do. ebenso freuen wie mein 3 wischenträger" und ich. " Adolph Hoffmann. In der Nr. 228 der Leipziger Vokszeitung" findet sich folgende Mitteilung: ( es) wird uns mitgeteilt, daß Dr. Heinrich Braun es getvagt hat, sich wiederholt an Angestellte des Vorwärts" zu wenden, um von diesen die Adressen der gesamten Vertrauensleute Deutschlands zu erhalten. Natürlich hat sich kein Genosse zu diesem gemeinen Vertrauensbruch hergegeben." Diese Mitteilung ist in jedem Wort unwahr. Der völlig entstellte Sachverhalt ist der, daß ich, wie schon vor zehn Jahren einem ähnlichen Falle, in der Expedition refp. der Buchhandlung des " Vorwärts" diesmal die Genossen Mary und Bägel um die Mitteilung der Kreuzband- Abonnenten des Vorwärts" beziehungsweise um die Namen der Parteicolporteure gebeten habe. Die Genannten haben dem Genossen Richard Fischer das bestätigt und dieser autorisiert mich, es mitzuteilen. Heinrich Braun. " An die Redaktion des Vorwärts". In den letzten Nummern Jhres Blattes bin ich von verschiedenen Seiten angegriffen worden. Ich will auch jetzt keinen Raum für eine noch so kurze Verteidigung beanspruchen, sondern nur, um jedem Mißverständnis vorzubeugen, einfach feststellen, daß aufgeschoben nicht aufgehoben ist. Binnen weniger Wochen wird das Spiel, das in Dresden mit der Ehre und Würde der Partei gespielt worden ist, flar vor den Augen jedes Parteigenossen liegen, und dann wird auch jeder von denen, die sich in den letzten Wochen mit mir zu unterhalten getvünscht haben, die geziemende Antwort erhalten. Stegliz- Berlin, 4. Oktober 1903. Franz Mehring. Kaufmännische Kranken- und Sterbefaffe von 1885( E.. 71) SO. 16, Neanderstr. 4. Dienstag, den 6. Oktober cr., abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jakobstr. 89: Sigung. Modelltischler. Die Beerdigung findet Mittwoch, 7. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Charité aus statt. Theodor Fricke 1. Geschäft: Oranienstr. 174. 2. Geschäft: Oranienstr. 198. Unverfälscht. Deutscher Bahlreiche Beteiligung erwartet Honig! Bienenhonig, best. Qualit. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Robert Sievert gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 122/14 Die Ortsverwaltung. Achtung! Vereine! Saal( ev. Bühne) bis 300 Berfouen ist zum Sonnabend den 14. November frei geworden. 29162* Neues Club- Haus, Kommandantenstraße 72. Charlottenburg. F. Kunstmann Wallstr. 1. Uhrmacher und Goldarbeiter. * 3. Der Abgeordnete Heine bestätigt, daß ich ihm niemals im geringsten den Wunsch zu erkennen gegeben habe, geger Mehring vorzugehen"; und daß ich ihm nicht erlaubt habe, die Briefe, die er erbeten hatte, Herrn Bernhard zu geben. Er sagt nur, ich hätte es ihm nicht ausdrücklich verboten. Das ist richtig. Ich hätte ihm, wenn er sich, um etwas zu notieren, meine Brieftasche ausgebeten hätte, auch nicht ausdrücklich verboten, Geld herauszunehmen. Wohl aber habe ich ihn schriftlich ersucht, mir die Briefe, sobald er sie nicht mehr brauche, zurückzusenden. Das hat er nicht gethan. Er hat sie überhaupt nicht benutzt, sondern sie ohne Autorisation einem andren übergeben und veranlaßt oder geduldet, daß sie zu einem von mir nicht gewünschten Zweck benutzt wurden. Er muß mir gestatten, dieses Berhalten als gröblichen Vertrauensmißbraud; zu bezeichnen. Durch Vorspiegelung falscher und Unterdrückung wahrer Absicht hat er mich verleitet, ihm die Briefe zu überlassen, und damit die Kriterien arg= listiger Täuschung erfüllt. Er will gehört" haben, die auf Schoenlank bezügliche Karte sei schon vor Jahren abgedruckt worden". Er hat Unwahres gehört. Herr Heine will, wie früher seinen Briefen, jetzt unfren Gesprächen den Charakter der Intimität nehmen. Das hatte ich, troz allen bisher gemachten Erfahrungen, nicht erwartet. Ob diese Intimität nicht schon aus dem veröffentlichten Teil der Briefe Heines hervorgeht. mögen andre beurteilen; ebenso, ob anzunehmen ist, daß zwei ungemein beschäftigte Männer weite Wege machen und stundenlang, einmal bis lange nach Mitternacht, im Kaffeehaus fizen, um über Dinge zu sprechen, die in allen Zeitungen stehen". Das einfachste Mittel zur Ueberführung des Lengners wäre: die Ver Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dieg' Berlag) ist soeben das empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, öffentlichung des mir von ihm Erzählten. Dieses Mittel möchte ich 1. Heft des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Im Rate Suspensors, fowie sämtliche Artikel nicht wählen. Ich habe es aber auch satt, mir jede nicht durch schrift wir hervor: Nachtlänge zum Barteitage. Von Karl Kautsky. der Gelehrten. Von Rosa Luxemburg. zur Krankenpflege. liches Zeugnis belegte Angabe abstreiten zu lassen. Deshalb muß ich der Liberalismus. Von M. Beer. Der Trades- Unionskongreß und Bur Lehrlingsfrage. Bon Gustav Eigne Werkstatt. den Abgeordneten Heine nun öffentlich auffordern: entweder zuzu- Hoch( Hanau). Der Indigo. Ein Beitrag zum Stampfe zwischen Industrie- Lieferant f. Orts- u.Hilfs- Krankenkassen. geben, daß unser Verkehr, so lang oder kurz er war, den Charakter der und Agrarproduktion. Bon 2. D. Berlin C., Unfre politische Organisation. Von Intimität hatte, oder mich zu verklagen und sich unter seinem Eide H. Pfeiffer. Litterarische Rundschau: Ilse Frapan- Akunian, Arbeit. Bon 30. Linien- Straße 30. als Zeugen vernehmen zu lassen. Ich werde die Vernehmung zweier Hugo Heller. F. Käming, Die Uniform- Maß- und Lieferungs- Schneiderei. NB. Alle Bruchbänder mit elastioder dreier andren Zeugen beantragen und verzichte hiermit, um Bon ad. br. Dr. med. Hanauer, Die Bekämpfung der feruellen InjektionsHerrn Heine den Weg bequemer zu machen, auf das Rechtsmittel der frankheiten als Boltsseuche im Deutschen Reiche wirjam zu bekämpfen? am Körper. frankheiten. Dr. Mar Silber, Womit sind die anstedenden Geschlechts- fchen Pelotten, angenehm und weich Widerklage. Das Verfahren wird dann ergeben, ob die Mitteilungen, Breisschrift. Dr. M. v. Nießen, Womit sind die ansteckenden Geschlechts. die wir ausgetauscht haben, als intim zu bezeichnen sind. Auf denselber Rechtsweg verweise ich, in Paranthese, endlich nun auch die Herren Bernhard, Braun, Göhre. Was ich über sie gesagt habe, ist erweislich wahr. Es als unwahr zu erweisen, ist nachgerade nur noch durch ein Gerichtsverfahren möglich, das die Zungen löst und durch die Eidespflicht das Gewissen schärft. Der Worte sind genug gewechselt, scheint mir. 4. Herr Dr. Mehring führt eine Stelle aus einem am 18. September 1892 von mir an ihn geschriebenen Brief an, die beweisen soll, daß er die Mitarbeit an der Zukunft" abgelehnt habe. Er wird von den 7. Ottober, abends 84, Uhr, im Englischen Hof", Neue Roßstr. 3: Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, Bersammlung. 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Baul Richter über: Die Geschlechtskrankheiten und ihre Bedeutung". 2. Diskussion. 3. GruppenAngelegenheiten. Eingegangene Druckfchriften. " " frankheiten als Boltsfeuche im Deutschen Reiche wirksam zu bekämpfen? Dr. G. Bepler, Ueber die Notwendigkeit einer Krantenunterstüßung für Prostituierte und einige andre Maßnahmen zur Bekämpfung der Geschlechtsfur.nkheiten. Von Dr. 2. Teleky. Notizen: Eine hygienische Verbesserung der Nähmaschine. Von P. M. Grempe. 1 handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchQuartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Bostanstalten ist die Neue Beit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pi. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Grosses Lager, billige Preise.-Reparaturen schnell, billigst. Bruch- Pollmann 28342* Teilzahlung Auf aller bequemste Weise ( wöchentlich nur 1 M.) alle Arten vers. die 10 Pfunddofe zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. fratico. Garant. Rücknahme. E. Reil, Nordloh, Bahnhof Augustsehn, Oldenbg. Damen- Jacketts, Capes, Blusen, Röcke billiger als in jeder Fabrik. Refte 15162* 3u Kostümen, DamenManteln, zu Mädchenund Knaben- Sachen. OranienOskar Basch, strazse 202, pt. Besondere Gelegenheit. Einige Musterstücke von Wand: uhren, Freischwinger, Regulatore, die in der Fabrik nicht mehr weiter angefertigt werden, bedeutend unter 26/19 Fabrikpreis. Fabriklager Friedrichstr. 195, 1. Höheres Technisches Institut Berlin NW. G, Marienstr. 24. 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Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Verwaltung Berlin. - aus * Herbst- Fest& Sonnabend, den 17. Oktober er., in Kliems sämtlichen Testsälen, Hasenheide Nr. 14/15. B mi Grofses Sinfonie- und Soliften- Konzert, Mittwoch, den 7. Oktober 1903, abends 8% Uhr: ausgeführt vom Berliner Sinfonie- Orchefter. Dirigent: Max Fischer. Vertrauensmänner- Versammlungen. Moabit bei Jocksch, Turmstr. 84. Tagesordnung: Bericht der Kommission. Verbands- und WerkstattAngelegenheiten. Verschiedenes. Wedding und Gesundbrunnen: bei Serrn Raabe, Kolbergerstraße 23. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und der Vertrauensmänner. 2. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Billets a 60 Bf. incl. Tanz find zu haben bei den Kollegen P. Greier, Stöpnickerstr. 1, II. Aufg. 4 Treppen; 0. Misbach, im Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 27; und im Restaurant Heinr. Noack, Büdler-, Ede Mustauerstraße. Anfang Punkt 8 Uhr. hildes ladet freundlichst ein Gäste willkommen. Das Vergnügungs- Komitee. adn Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer 010 Hlaing sid Berlins und Umgegend. and dodg Die Wohnung des Obmannes Albert Manste ist Neue Soch. Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8 Uhr, bei Hoffmann, Alexanderstr. 27c: ftraße 35. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Zahlstelle 14 von der Ackerstraße nach der Schulfte. 114 bei R. Heising verlegt ist und werden daselbst jeden Sonnabend die Beiträge entgegengenommen. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Ber bands- Angelegenheiten. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Osten u. Nordosten: bei Mann, Strausbergerstr. 3. Mitglieder- Versammlung. 131/5 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse über: Wie die Menschen ihre Götter schufen. 2. Diskussion. 3. Wahl der Geschäftskommission. 4. Vereinsangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. asd els Selten günstige 2024L* Kaufgelegenheit! 3 Serien Stickerei Portieren Die komplette Dekoration ( 2 Shawls, 1 Lambrequin) in M. in Plüsch.11 Prima Plüsch Victoria Tuch schwer. Wollserge 825 in Special- Haus • 12ºº M. Emil Lefèvre Centralverband der Zimmerer Oranienstr. 158 Berlin Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 32. fernfprecher: Hmt VII, 789." Tagesordnung: 1. Bericht der Stontrollkommission. 2. Werkstatt- Angelegen- Donnerstag, den 9. Oktober 1903, abends 8½ Uhr: heiten. 3. Berbands- Angelegenheiten. 4. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch nebst Karte tein. Eintritt. Südosten: bei C. Behrend, Manteuffelstr. 95. Tagesordnung: Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission, Werkstatt- und Verbands- Angelegenheiten. Verschiedenes. Süden: bet Doberstein, Wafferthorftr. 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission, 2. Verschiedenes. Die Kollegen der Werkstätten: Becker, Wasserthorstraße 63; Appel, Wasserthorstr. 65; Schreiber, Wasserthorstr. 19; Hecht, Wasserthorstr. 27; Lubrich. Stallschreiberstr. 13; Bur u. Co., Köpniderstraße 55; Quehl, Dresdenerstr. 97; v. Bargen, Adalbertstr. 26; Schöning, Adalbertſtr. 30, find zu dieser Bersammlung eingeladen. Süd- Westen und Westen: in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. e au en Pflicht einer je den Werkstatt ist es, Vertrauensleute zu entsenden. Bezirk Friedrichsberg und Friedrichsfelde: im Lokale des Herrn Lutterbüse, Friedrich Karlstraße Nr. 11. 1. Bericht des Obmannes. 2. Verbands- Angelegenheiten. 3. WerkstattAngelegenheiten und Verschiedenes. Modell- und Fabrik- Cifchler bei Dieke, Ackerstraße 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauens männer. 3. Berschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Drechsler. Osten: bei Matthes, Roppenstraße 41. Norden: bei Lietzke, Brunnenstraße 41. Jeup Südosten und Westen: bei Stramm, Ritterstraße 123. Tagesordnung: 1 Bericht der Kommission. 2. Werkstatt Differenzen. 8. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein; auch die in Tischlereien beschäftigten Drechsler haben einen Delegierten zu entsenden. Stock- und Gelluloid- Arbeiter. bei Barein, Brückenstraße 7. Musikinstrumenten- Arbeiter im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15( Saal V). In dieser Versammlung kommen die Handzettel zu der am 12. Oftober stattfindenden öffentlichen Bersammlung zur Verteilung. Wegen der auch sonst wichtigen Tagesordnung ist es notwendig, daß jede Berkstatt vertreten ist. 88/4 Die Kommission. Arbeitervertreter- Verein. Zwei grosse Verfammlungen aller Bezirkszahlstellen Berlins und der Vororte S. Kranz- und Blumenbinderei bon H. Rodewald, Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, Arrangements zu Festlichkeiten, Bou quets, Topfgewächse jeder Art 2c. preiswert. 17986* im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer Nr. 15 und in den Erfner- Baustellen Harmonie Festsälen, Invalidenstr. 1a, Erke Brunnenstraße. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Referenten: Dr. Rudolf Steiner, Hermann Silberschmidt. Es ist Ehrenpflicht jedes einzelnen dafür zu agitieren, daß alle Verbandsmitglieder diese Bersammlungen [ 251/13] besuchen. Der Vorstand. J. A.: W. Witt. Central- Verband der Glaser. E Zahlstelle Berlin. Achtung! 350 Glaser! Achtung! Mitglieder! Mittwoch, 7. 8. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Endgültige Beschlußfassung unsrer Drganisation zu dem Antwort schreiben der Unternehmer. Kollegen! Bei der folgenschweren Entscheidung, vor welcher wir stehen, ist es unbedingt Pflicht jedes organisierten Stollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Wir ersuchen, das Verbandsbuch mitzubringen, da mur Organisierte Zutritt haben. 73/16 " gmith Die Ortsverwaltung. J. A.: Jahn. Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderstraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, of rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, Gr. ntfurterstr. 183, of part. SO.: Paul Böhm, Lausikerplas 14/15 Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Rarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosens thaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschie, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Schönhauser Vorstadt: Rari Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: W. Pries, Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Deutsch- Wilmersdorf: 8. Nickel, Uhlandstr. 108, part. FriedrichsbergFriedrichsfelde Wilhelmsberg- Hohenschönhausen Otto Seitel, O. 112, Stronprinzenstraße 50, I. Grünau: Hermann Steinid, Jägerstr. 16.- Rixdorf: M. Heinrich, Brinz Handjergstraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm 100 Donnerstag, den 8. Oktober, abends 8%, Uhr, im Gewerkschafts: Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laben.- Ober- Schöneweide: hause, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tages- Ordnung: usitolo 1. Bericht aus den amtlichen Nachrichten( Rekurs- und Revisions- Ents scheidungen). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste villkommen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Richard FürI, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. NiederSchöneweide: Bonafomsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismarcftr. 7. Adlershof: Gustav ie, Hadenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Grünste. 29. Friedenau- Steglitz: H. Bernsee, Schloßstr. 115, Gartenhaus I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Boigt, Elsenstr. 37, born IIII.- Neu- Weissensee: W. Reste, König- Chaussee 33a, I. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Paul Stienast, Borsigwalde, Schubartstr. 43, Pankow: St. Summert, Florastr. 43. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen 53/11 weg: Stod, Genſtſtr. 2, II.- Treptowa. BaumschulenDer Vorstand. J. A.: F. Pieschel, Borsigender, Gartenstr. 51. NB. Die Mitglieder werden dringend ersucht, ihre etwaige Wohnungsberänderung dem Staffierer A. Stumpe, Schwedterstraße 51, anzuzeigen. Deutscher Metallarbeiter Verband.„ Borwitto" entgegengenommen. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Bimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 358. Mittwoch, den 7. Oktober 1903, abends 8, hr, bei Kienitz, Große Frankfurterstr. 133: 122/15 Konferenz der Vertrauensleute des Ostens. Mittwoch, den 7. Oktober 1903, abends 8%, 1hr, bei Zumke, Bülowstr. 59: Konferenz der Vertrauensleute des Westens. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Bibliother wieder eröffnet ist. Auch die neuen Kataloge gelangen zur Ausgabe. Preis pro Stück 10 Pf. Die Ortsverwaltung. Werke zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" 504 ausschneiden. Achtung! Achtung! arhill Scheruchs Festsäle Rüdersdorferstraße 45.29172 Verband der Möbelpolierer. Die Sperre ist aufgehoben. Morgen, Mittwochabend, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: 7 Uhr: Vorstandssitzung.n 8 Uhr: Sitzung der Vertrauensmänner. 147/11 Sonnabende und Sonntage noch frei. Die Differenz bei der Firma Hahn& Metzkow in Weißenfee, Mönig- Säle und Vereinszimmer von 20 bis 2000 Personen. Der Vorstand. billig, günst. Bahlung, nur b. Bauer Catholy, Buchhorsterstraße, 5 Min. ab Schule. 52 Std. bis jetzt verk. Näh. Schulz, Rigdorf, Renauftr. 12/13 rstes Specialgeschäft für Stoffreste Berthold Schreiber, Berlin NO., Neue Königstr. 35, empfiehlt Herrenstoffe und Damenmäntelstoffe als: Eskimo, Capesstoffe, Futterstoffe to. 110 in grösster Auswahl zu billigsten Preisen. Engelhardt's Caramel- Malz- Bier gesetzlich geschützt No. 34 934 ist doch das Beste! Caramel- Malz- Bier ist pasteurisiert, keimfrei und seit vielen Jahren wegen seines ganz geringen Alkoholgehalts ein bewärthes Stärkungsmittel für Nervöse, Bleichsüchtige, Mütter u Rekonvalescenten. Auch als Tafelgetränk wird es sehr bevorzugt. Preis pro Flasche 10 Pfennig. In allen Kolonialwaren- und Delikatess- Geschäften käuflich. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Berlin N., Chausseestrasse 33. Telephon Amt III. 8825 Nächste Ziehungen Berliner Lose a 1 Mk. 1110 Mk. Königsberger Geld- Lose a 3 Mk. 5001 28512* J. Rosenberg, Kommandantenstrasse 51. Arbeiter- MotizKalender 1904 Geb. 60 Bfg., Porto 10 Pfg. Aus dem reichhaltigen Inhalt heben wir herbor: Das Kinderfchutzgefetz. Die Reichstagswahl von 1903 mit bergleichenden Zahlen der für die Sozialdemokratie im Jahre 1898 abgegebenen Stimmen. Porträts und Biographien der sozialdemokratilchen Reichstags- Abgeordneten. Sitzungssaal des Reichstags( Illustrat.) Die Sozialdemokratie in den einzelnen Staaten. Wahlbeteiligung u. Stimmen zahl der Parteien. Beteiligung der Parteien an Haupt- und Stichwahlen.Die Volksschulen in Deutichland. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Einnahme- und Ausgabetabellen. ПotizKalender. Die Mitglieder der freien Gewerkichaften.- Weibliche Mitglieder in den Gewerkschaften. Finanzielle Leiftungen der Gewerkschaften. Adrelien der deutichen Gewerbeinipektoren, der Zentralverbände, Arbeiterfekretariate. Zur Beachtung für Reviloren. Der Kalender ist ein unentbehrliches Nachfchlagebuch für Gewerkschaften und Partei Zu beziehen durch jede Buchhandlung. 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J.Kurzberg, Neue Königstr.47, II 6000 direkt am Alexanderpl. e Chauffee 71, ist noch nicht geregelt. Berantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilh Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Beringsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " Nr. 233. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Auslegung der Urwählerlisten für die Wahlen zum Abgeordnetenhause erfolgt in Berlin drei Tage lang und zwar: am Sonntag, den 11. Oftober, von mittags 12 bis nachmittags 5 Uhr, am Montag, den 12. Oktober, und am Dienstag, den 13. Oktober, von mittags 12 bis abends 8 1hr, an folgenden 60 Stellen: Lfd. Nr. Stadtbez. 1 1-18 21./24. Gem. Sch. Hinter der für die Urwahl= bezirke in der Turnhalle der. Straße Nr. 1-28 214 24 29-52 51./130. 8 25 32 53- 75 27./44. 4 33 41 76-102 107. 5 42 47b 103-126 99. 6 48a- 53 7 54 59 8 60 9 65 10 70. 11 12 78a[[]] 111 " Garnisonkirche 2 Niederwall 6/7 Wilhelm- 117 Genthiner 4 Steinmetz 79 127-151 3. Realschule Stegliger- 3a 152-172 131./169. Gem.- Sch. Tempelhofer Ufer 2 64b 173-194 6. Realschule Bellealliance- 80 195-215 40./101. Gem. Sch. Gneisenau- 7 69 75b 216-240 28./217. 76a- 77 241-258 83./93. 81 259- 278 176. 89 279-303 42. 97 304-324 50./68. 13 82 14 90 15 98-104 16 105-107b 17 108a- 110 18111-113b 19 114-120 20 121-129 21 130 22 137-144 -136 " 115. " 325-344 193./195. 345- 367 114./122. 368-384 385-403 100./102. 404-424 112./129. 425-446 447-465 Victoriaschule n " 47. " Wilms 10 Dieffenbach 60/61 Gräfe- 85/88 Naunyn 63 Reichen bergers 44/45 Manteuffel- 7 Köpenicker 2 Stalizer 55/56 Eingang Forster 15 Wasserthor- 31 Stallschreiber 54 Prinzen 51 466-487 62. Gem.- Sch. Schmid- 38 und 180d u.642-644 30 180a- 180c 630-641 und 11.645-655 Blumen 63 a Straußberger 9 Gr. Frankfurter 23 Mühlen 50 Koppen- 84 Memeler 24/25 23 145-150 488-510 49. " 24 151-156 511-531 23. " 25 157-163 26 164 27 168-174 532- 555 201. " -167b 556- 574 138./158. 575-596 18./125. 28 175a- 177 29 178-179c 597-614 87./98. 615-629 81./109. " Tilfiter 4/5 " 3./203. 181a- 181d 81 182-188 656-680 33./66. " 32 189a- 189c 681-694 218. " 33 190a- 191 34 192-194 35 195-201 36 202-210 37 211-217 38 218-224 39 225-231 40 232 -236 41 237-242a 42 242b- 248 43 244 – 246c| und 248 44 247a- 247c und 249-250 45 251-253 84. 695-708 104./159. 709-724 204./213. 725-744 745-772 773-797 798-819 820-840 " " städt. Turnhalle Petersburger 4 Eingang Höchste 36/37 Petersburger Platz 3 Olivaer 19 Christburger 18 Keibel- 32 Gormann 4 45. Gem.- Sch. August- 67/68 2. Realschule Weißenburger- 4a 55. Gem.- Sch. Choriner- 74 Prenzlauer 841-859 25. Ruppiner 48 # 860-880 105./121. Allee 227/228 881-897 162./197. 898– 915 117. 178. 916-933 " " 74./79. 934-944 190./198. und 254e u.964-969 46 254a- 254d 945-963 132./142. 47 255 261a 970-994 48 261b- 266 995-1015 49 267-272 1016-1036 Danziger 23 Eberswalder 10 Bappel- Allee 30/31 Graun 11 Demminer 27 .8. Realschule Rheinsberger- 4/5 17. Gem.- Sch. Acker- 67 36. " " Garten- 107 Pflug 12 Albrecht 20 50 273-278 1037-1068 111./186. 51 279-285 1064-1092 26./179. 52 286-290b 1093-1115 13. Realschule Schleswiger Ufer 9 53 291a- 292c 1116-1135 216./222. Gem.- Sch. Rostocker 32/34 54 293a- 295 1136-1151 172./185. Bremer 13/17 55 296-300 1152-1172 168./182. Quizowa 115 56301 304 1173-1196 160./188. 57 305-308b 1197-1217 70./202. 58 309-315 1218-1240 183./196. 59 316-320a 1241-1262 118./127. 60 320b- 326b 1263-1291 140./192. " " 1 Stephan 3 Ravené 12 Müller- 158 Bank- 8 Prinzen- Allee 8 Innerhalb der genannten drei Tage Dienstag, 6. Oktober 1903. Plakate bezeichneten Stellen. Donnerstag, den 8. Oftober: den folgenden Angaben beurteilen. Von Ende 1901 bis Ende 1902 Parteiversammlung im Lokale von Abraham, Schönholz. Tages- vermehrten sich die männlichen Mitglieder von 8540 auf 9234, die ordnung: Berichterstattung vom Parteitage. Der Diskutierabend am weiblichen von 1957 auf 2037. Von 1901 bis 1902 stieg die Zahl selben Tage fällt aus. der mit Erwerbsunfähigkeit verbundenen Erkrankungen bei den Rummelsburg- Boxhagen. Die Wählerlisten zur Landtagswahl Männern von 3658 auf 4234( pro 100 Männer: von 44 auf 46), liegen heute und morgen im Amtsbureau von morgens 8 Uhr bis bei den Frauen von 805 auf 860( pro 100 Frauen: von 39 auf 42), nachmittags 3 Uhr aus. die Unterstützungsdauer( Krankengeldzahlung oder Krankenhauspflege) Dalldorf. Borsigwalde. Die Urwählerlisten zur Landtags- bei den Männern von 84 586 Tagen auf 95 223( pro 100 Männer: wahl liegen noch am 6. und 7. d. M. im Gemeindebureau zu Dall- von 1028 auf 1031), bei den Frauen von 19 692 auf 22 943( pro dorf aus; überzeuge sich jeder, ob er eingetragen ist. Wer ver- 100 Frauen: von 950 auf 1126). Diese Zahlen bedeuten eine hindert ist, selbst nachzusehen, melde sich in Dalldorf bei B. Claujus Steigerung der Inanspruchnahme, aber keine so große, daß der und in Borsigwalde bei H. Kriekel. Kassenvorstand Grund hätte, sich in allerlei auf den Verdacht der Simulation hindeutenden Anspielungen zu ergehen. Köpenick. Die Urwählerlisten liegen noch heute und morgen im Rathaus, Zimmer 12, in der Zeit von 8-12 und 3-6 Uhr öffentlich zur Einsichtnahme aus. Wer keine Zeit hat, die Listen einzusehen, wende fich an die bekannten Parteigenossen. et Weißensee. Dienstagabend, 81, Uhr findet im Saal von Tscheutschler, Langhansstr. 106, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Da die Tagesordnung wichtig ist und zahlreiche Neuwahlen vorgenommen werden, ersuchen wir die Genossen, zahlreich Der Vorstand. zu erscheinen. Borsigwalde. Unfre Diskutierabende finden von jetzt an jeden Dienstagabend 9 Uhr im Lokale des Herrn Waage, Ernst- und Schubartstraßen- Ecke statt. Neue Mitglieder für den Wahlverein werden dort aufgenommen. Steglitz. Die Versammlung des Wahlvereins findet Mittwoch abend 8 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15a statt. Vortrag des Genossen Grunwald über:„ Die Landtagswahlen." Die Sigung wird pünktlich eröffnet. Gäste haben Zutritt. Nowawes. Der Wahlverein hält seine nächste Versammlung am Mittwoch, den 7. Oktober, abends 129 Uhr, bei Hiemfe, Wallstraße ab. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom Sommer fest und vom III. Quartal. 3. Wahl von zwei Bezirksführern. 4. Aufstellung von Wahlmännern zur Landtagswahl. 5. Bericht erstattung vom Barteitag. 6. Berichterstattung von der Generalversammlung des Central- Wahlvereins. 7. Verschiedenes. In dieser Versammlung werden die Aronsschen Broschüren zur Landtagswahl verteilt. Wegen der reichhaltigen Tagesordnung erwartet pünktlichen und zahlreichen Besuch. Der Vorstand. wird. Lokales. Simulanten bei der städtischen Betriebs- Krankenkasse? Eine auffallende Erscheinung" wird in dem neuesten Geschäftsbericht der„ Betriebs- Krankenkaffe der Stadtgemeinde Berlin" be sprochen, der die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1902 behandelt, aber erst jetzt durch das„ Gemeindeblatt" veröffentlicht Im Jahre 1902 wurde der Beitrag von 3 Proz. des durch schnittlichen Tagelohns auf 3% Proz. erhöht, aber trotzdem war das Jahr für die Entwicklung der Stasse recht wenig günstig". Die Zahl der Mitglieder wächst stetig, und dennoch nimmt die Leistungsfähigkeit der Kasse ab". Der Kassenvorstand glaubt diese Ver minderung der Leistungsfähigkeit hauptsächlich mit einer Maßregel in Verbindung bringen zu sollen, die die Gemeindeverwaltung im Interesse ihrer Arbeiter getroffen hat. Mehr Religion den Zöglingen der Fürsorge- Erziehung! Als im Winter zu 1902 die Berliner Stadtverordneten- Versammlung ein Reglement über die Ausführung der Fürsorge- Erziehung zu be schließen hatte, wurde von der socialdemokratischen Fraktion der Versuch gemacht, die Lücken und Mängel das vom Magistrat vorgelegten und von einem Stadtverordneten- Ausschuß fast unverändert angenommenen Reglemententwurfes durch Zusatz- und Abänderungsanträge zu beseitigen. Doch die freisinnige Mehrheit der Versammlung lehnte sämtliche Anträge unsrer Genossen ab und genehmigte das Reglement nach den Vorschlägen des Ausschusses. Der damals gefaßte Beschluß hat nicht die Genehmigung der Regierung erhalten unter anderm deshalb nicht, weil das beschloffene Reglement nicht so weit auf die religiöse Erziehung der Fürsorge- Zöglinge Rücksicht nimmt, wie es die Regierung wünscht. Die Freisinnigen des Berliner roten Hauses wird das nicht wenig überraschen. Sie hatten sich doch alle erdenkliche Mühe gegeben, neben andren Vorschlägen der socialdemokratischen Fraktion auch die auf Sicherung der Gewissensfreiheit abzielenden Forderungen von dem Reglement auszuschließen, und nun hat die geleistete Arbeit dennoch nicht den gnädigen Beifall der Herren Minister gefunden. Der Magistrat hat jetzt ein neues Reglement ausgearbeitet, das er der Versammlung zur Beschlußfassung vorlegt. Die Wünsche der Aufsichtsbehörde sind darin berücksichtigt worden; namentlich wird jetzt an zahlreichen Stellen des Reglements flar zum Ausdruck gebracht, daß den Zöglingen der Fürsorge- Erziehung die Religion er halten bleiben soll. Was wird nun der Berliner Freifinn thun? Wird er dieses im Sinne der Verfrommungsbestrebungen geänderte Reglement in stiller Ergebung annehmen? Die Anlage des Nordparks, der, wie gemeldet, für die Bes sichtigung der Mitglieder des Stadtverordneten- Ausschusses neulich abgesteckt worden war, ist vom Ausschusse von der Genehmigung der neuen 228 Millionen- Anleihe der Stadt Berlin abhängig gemacht worden. Darin sind die Kosten der Anlage des Nordparts mit 21 Millionen Mart eingestellt worden. Ein Ausschußmitglied hatte sogar den Antrag gestellt, die Borlage bis zur Genehmigung der Anleihe zu vertagen und den Magistrat gleichzeitig um eine Erklärung darüber zu ersuchen, aus welchen Mitteln er die Kosten zu bestreiten gedenke, falls die Anleihe nicht genehmigt werde". Daß eine Ablehnung der Anleihe nicht zu befürchten steht, steht wohl fest; die von der Regierung erhobenen Beanstandungen erstrecken sich nur auf einen verhältnismäßig geringen Teilbetrag der Anleihe- etwa zehn Millionen Mark, welcher nach Ansicht der Aufsichtsbehörde für( laufende") Ausgaben bestimmt ist, die nicht aus Anleihemitteln gedeckt werden dürfen. Ueber die Anleihe Auf Grund von Gemeindebeschlüssen sind sämtliche Verwaltungs- felbst wird also demnächst zweifellos eine Verständigung herbeiabteilungen des Magistrats berechtigt, den krank und erwerbsunfähig geführt werden. Uebereinstimmung schien im Ausschusse jedenfalls werdenden Gemeinde- Arbeitern die Differenz zwischen ihrem Lohn Darüber zu herrschen, daß der Nordpark endlich hergestellt werden und dem Krankengelde zu erstatten vier Wochen hindurch bei Arbeitern, die innerhalb des ersten Jahres ihrer Beschäftigung im müsse, im Notfalle aus laufenden Mitteln, denn er sei hygienisch städtischen Dienst frank werden, und sechs Wochen hindurch bei notwendig, nicht allein für die Einwohner diefer fabrikreichsten Arbeitern, die schon länger als ein Jahr bei der Stadt beschäftigt Gegend, sondern auch für die Patienten der umliegenden Krankenhäuser find. Es scheint," so wird hierüber in dem Bericht ausgeführt, und der Kirchhof in der Gerichtsstraße reichten bei weitem nicht und Hospitäler. Der Humboldthain, die benachbarten Schmudpläge „ daß die einzelne Person infolgedessen veranlaßt wird, sich leichter aus. Endlich sei zu berücksichtigen, daß durch den Nordpark die frank und arbeitsunfähig zu melden, als dies früher der Fall war." Diese Ansicht des Vorstandes werde als richtig bestätigt durch die ganze Umgegend der Bebauung erschlossen, Handel, Wandel und Steuerkraft gehoben werde. Thatsache, daß die Zahl der Erkrankungsfälle von der siebenten Woche an„ auffallend" abnehme. Der Jahresabschluß der Haupt- Stiftungskasse der Stadt Berlin Es wird dazu auf eine dem Bericht beigegebene Tabelle ver- enthält die Schlußsummen von 89 Einzelabschlüssen der Kasse über die verschiedenen Verwaltungen und Stiftungen. Die Schmidt, wiesen, aber wir müssen sagen, daß die darin aufgeführten Zahlen Eduard Gallisch- und Alexander Großmann- Stiftung sind bereinigt eigentlich nicht sehr überzeugend auf uns gewirkt haben. Die und als„ Stinderafyl" verzeichnet. Im vorigen Jahre hinzugekommen Unterstützung dauerte: bei 1091, 1014, 682, 391, 227, 165, 112 er find: Die Martin Kirschner- Stiftung und die Julius Müller- Stiftung frankten Männern eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Wochen, zur Gründung eines Findelhauses. Der vorliegende Jahresabschluß ferner bei 318, 154, 80 Männern 8-13, 14-26, 27-39 Wochen; enthält das Gesamtergebnis des Betriebes der Haupt- Stiftungskasse, bei 222, 180, 112, 121, 43, 24, 22 erkrankten Frauen eine, zwei usw. deren in beweglichen Anlagewerten vorhandenes Kapital sich von bis sieben Wochen, bei 85, 36, 15 Frauen 8-13, 14-26, 27 bis 40 981 881 M. im Jahre 1901 auf 41 796 522 M. im vorigen Jahre, 39 Wochen. Eine sonderlich starke Abnahme von der 7. Woche an" mithin um 814 641 m. vermehrt hat. Die den Stiftungen ge vermögen wir hier nicht zu entdecken. Aber selbst, wenn eine solche 95 805 M. gestiegen ist. Diese Vermehrung ist durch die Erwerbung hörenden Grundstücke haben einen Wert von 7 618 715 M., ber um aus der Tabelle ersichtlich wäre, so wüßten wir nicht, was daran des Grundstückes in Weißensee für die Zwecke des zu errichtenden „ auffallend" sein sollte. Es ist doch durchaus begreiflich, daß ein Blindenasyls entstanden." steht es jedem frei, sowohl gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit Arbeiter sich die Zeit nimmt, frank zu sein, wenn er sieht, daß er der Listen, als auch gegen die Richtigkeit der darin aufgeführten keine Verminderung seines Einkommens dadurch erleidet. Und es kleinen Teil sichtbar sein wird. Die partielle Finsternis beginnt um Heute ist eine Mondfinsternis, die allerdings bei uns nur zum Steuerbeträge-§§ 3 und 4 des Reglements- seine Einwendungen ist auf der andren Seite leider ebenso begreiflich, daß er seine 2 Uhr 40 Minuten( mitteleuropäische Zeit) und endet um 5.54 nach schriftlich bei dem Magistrat oder zu Protokoll in den oben be- Krankheit möglichst abzukürzen sucht, sobald fie anfängt, mittags. Da der Mond am 6. Oftober erst um 5.36 nachmittags zeichneten Auslegestellen bei den dort anwesenden Beamten an ihm die gefürchtete Einkommensverminderung zu bringen. aufgeht( die Sonne geht zwei Minuten früher unter), so beträgt die zubringen. Einsprüche, welche vor Beginn oder nach Schluß der Auslegung sich in dem einen Falle zum frant sein Zeit nimmt und wird nur einige Grade nach Norden hin vom Ostpunkte aufgehen Daraus folgt noch lange nicht, daß mun gleich jeder, der Dauer der möglichen Beobachtung nur 18 Minuten. Der Mond der Urwählerlisten eingegangen sind oder eingehen werden, finden in dem andern Falle sich gefund meldet, als Simulant zu betrachten und bei Beendigung der Finsternis gerade über dem Ostpunkt stehen; keine Berücksichtigung. Die Legitimation fann durch Vorlegung der Steuerquittung für ist. Auch bei der Betriebs- Strankenkasse der Stadtgemeinde Berlin man wähle daher den Beobachtungsposten so, daß der Ostpunkt des das Vierteljahr Juli/ September 1908, der polizeilich bescheinigten tönnte man nachgerade wissen, daß so mancher trante Arbeiter, weil Horizontes möglichst unverdeckt ist. Glücklicher find unfre Landsleute Anmeldung für die Wohnung, unter welcher die Eintragung erfolgen sein schmaler Geldbeutel den Ausfall des Verdienstes nicht lange auf dem Bismarc- Archipel, woselbst die Mondfinsternis fast im Zenith zu beobachten sein wird. soll, oder auf sonst glaubwürdige Weise geführt werden. verträgt, noch vor völliger Genesung die Arbeit wieder aufnimmt Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Uebersicht der für die und dabei eine dauernde Schädigung seiner Gesundheit riskiert. Das Befinden des Stadtverordneten- Vorstehers Dr. Langerhans hiesigen vier Wahlbezirke gebildeten Urwahlbezirke nach ihrer räumlichen Abgrenzung und mit Angabe der zu wählenden Anzahl der Wahlsprochene Erscheinung, die er so„ auffallend" findet, doch nicht ganz Dem Vorstand der Kasse scheint allerdings die von ihm be- eine baldige Genesung erwarten. ist den Umständen angemessen andauernd zufriedenstellend und läßt männer vom Magistrat aufgestellt ist und gleichzeitig mit Auf dem Bau verunglückt ist am Sonnabend der 35 Jahre alte den Urwählerlisten in den genannten Auslegestellen eingesehen zweifelsohne zu sein. Er weist in seinem Bericht darauf hin, daß gimmermann Wilhelm Burke aus der Wollinerstr. 8. die Zahlung der Differenz zwischen Krankengeld und Lohn im beim Balkenlegen auf dem Neubau Trifftstr. 24 auf den Hof hinab, Er stürzte Jahre 1901 noch nicht in allen Verwaltungen eingeführt war, 30g sich schwere Stückenverlegungen und Beinbrüche zu und wurde und daß infolgedessen die Zahl der Krankheitsfälle von von der Unfallstation in der Lindowerstraße mit einem Roppschen ein bis sechswöchiger Dauer damals noch bedeutend ge- Rettungswagen nach dem Moabiter Krankenhause gebracht. ringer als im Jahre 1902 gewesen sei. Im Jahre 1901 und 1902 Verunglückte ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Barteigenoffen, versäumt nicht, die Listen an diesen Tagen nach feien vorgekommen: 960 und 1194 Fälle von zwei Wochen, 612 und In der Kindesunterschiebungs- Affaire Kwilecka werden Graf 794 von drei Wochen, 430 und 512 von vier, 231 und 270 von fünf, 3bigniew und Gräfin Isabella v. Wenfierska- wilecka am 26. Oftober 186 und 189 von sechs Wochen.( Das Geschlecht ist in dieser Auf- vor dem Schwurgericht sich zu verantworten haben. Mitangeklagt stellung nicht unterschieden.) Auf die Fälle von mur einer Woche ist sind die Dienstfrau Knosta, ihre Tochter Frau Chwialkowska und die Vergleichung nicht ausgedehnt worden, und es ist leider auch die Hebamme Disowska wegen Beihilfe. Die Verhandlungen werden Zweiter Wahlkreis. Die Fortsetzung der Parteiversammlung des nicht möglich, sie aus dem Bericht von 1901 zu ergänzen, da dieser infolge des umfangreichen Zeugenapparats, der nahe an 200 Personen zweiten Kreises findet am Dienstagabend 8 Uhr im großen Saate weniger ausführlich ist. Der Bericht von 1902 begründet die Un- umfaßt, mehrere Wochen dauern. der Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, statt. Die Partei- vollständigkeit dieser Gegenüberstellung also:„ Erfahrungsgemäß des Stenerhauses auf der Chaussee, die von dem Hauptwege zwischen Ein Ueberfall auf eine ältere Dame ereignete sich in der Nähe genossen und Genossinnen des Kreises haben die Pflicht, zahlreich zu kommen eine große Anzahl wirklicher Krankheitsfälle vor, welche sich Nieder- Schöneweide und Johannisthal nach Baumschulenweg und erscheinen. Die Vertrauensleute. mur auf eine Woche erstrecken, so daß die erste Woche unfrer Tabelle Nixdorf abzweigt. Ein junger Mensch packte die Dame in dem nicht in Betracht gezogen werden kann." Was das heißen soll, ist dichten Gebüsch auf der Waldseite, rechts von Johannisthal aus, nicht recht klar. Meint der Kaffenvorstand, daß die Krankheitsfälle mußte fie aber bald wieder freigeben, da auf ihre Hilferufe andre von nur einer Woche deshalb außer Betracht bleiben können, weil Passanten gleich herbeigeeilt kamen. Der Unhold entlief in das nur fie zweifelsohne seien? Sollen die länger dauernden Fälle Gebüsch und entschwand seinen Verfolgern. Die Ueberfallene blutete etwa nicht als wirkliche" Krankheit gelten? stark, da er ihr beide Mundwinkel aufgerissen hatte. werden kann. Die Urwähler haben in denjenigen Bezirken zu wählen, in welchen sie zur Zeit der Aufstellung der Urlisten, d. i. Anfang September d. Js. gewohnt haben. zusehen! Berliner Partei- Angelegenheiten. Steglitz. Die Wählerliften zu den Urwahlen liegen heute und morgen von 9-12 und von 5-7 Uhr im Rathause, Zimmer 15, zur Einsichtnahme aus. Die Wählerlisten zur Landtagswahl liegen am 5., 6. und 7. Oftober im hiesigen Gemeindebureau von 9 Uhr vor mittags bis 3 Uhr nachmittags zur Einsicht aus. Wähler, welche verhindert sind, die Listen selbst einzusehen, wenden sich an die durch Reinickendorf. Db die städtische Betriebs- Krankenkasse im Jahre 1902 thatsächlich so sehr viel mehr hat leisten müssen, das möge man nach Der ,, Manicure." Die Ehefrau Mri, eine schon erheblich bestrafte Dame, betrieb in dem Hause Mauerstr. 89 auf den Namen ihres Betagten Mannes ein seltsames Pensionat. Ihre Räume zerfielen in zwei Teile mit durchaus verschiedenem Charakter. Aus der einen Seite befand sich in der That ein anständiges Pensionat, während auf der andren unter dem Vorwande der„Manicure" die bedenklichsten Dinge getrieben wurden. Kam ein Herr, um ein Zimmer zu mieten, so wurde er auf der anständigen Seite empfangen und behalten, wenn es ihn: mit dem Zimmer Ernst war. Merkte man aber, daß er andre Absichten hatte, so wurde er durch eine sehr zweckmässig angelegte Tapetenthür auf die einfachste Weise nach der andren Seite befördert. Ein Druck auf einen Knopf, der die Thür öffnete, diente zugleich dazu, die jungen Mädchen auf die Ankunft_ eines neuen Gastes durch ein elektrisches Läute- werk aufmerksam zu machen. Kam der Dame des Hauses jemand verdächtig vor, so hatte sie auch für diesen Fall ihre Vorkehrungen. Die jungen Mädchen/ die die„Manicure" betrieben, wurden auf das schamloseste ausgebeutet. Die eine Hälfte ihrer Einnahmen mußten sie Frau Mritz überlassen und für die andre kaufte ihnen diese die Kleidung, unnötige und natürlich unechte Schmucksachen usw. Es ist nachgewiesen, daß ein Mädchen in einem Monat 2000 Mark einnahm und für sich doch keinen Pfennig bar bekam. Im Hanse erregte das Treiben schon längere Zeit Aerger. Ein Bewohner, der die Dinge beim rechten Rainen nannte, wurde von Frau M. wegen Beleidigung angezeigt. Die Dame versuchte sogar eine öffentliche Anklage durch- zusetzen, wurde aber auf den Weg der Privatklage verwiesen. Bevor jedoch diese zum Austrag kommen konnte, nahm der Staatsanwalt Frau M. selbst beim Wickel. Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelang es nämlich der Kriminalpolizei, die Gesellschaft zu über- rumpeln und das Nest auszuheben. Seitdem ist Frau M. nach Bromberg verreist, wie es im Hause heißt, in Wirklichkeit sitzt sie in Moabit. Ein Mordversuch gegen Polizisten, das ist das neueste, was jetzt die Blätter vom Omnibusstreik zu melden wissen. Ein Bericht- crstatter, der seine Auskünfte von der Polizei zu beziehen pflegt, verbreitet darüber eine sensationelle Schilderung, deren thatsüchlicher Inhalt sich darauf beschränkt, daß am Sonnabend ein Geschäfts- diener Ernst Brabandt vor dem Omnibusdcpot in der Usedom- siraße in Gegenwart von Schutzleuten ein paarmal mit einem Revolver in die Luft geschossen hat. Nach der Darstellung des erwähnten Berichterstatters muß der junge Mensch. der erst im neunzehnten Lebensjahre steht, als ein Rowdy schlimmster Sorte erscheinen. Er sei schon an den Tagen vorher bei den durch den Omnibusstreik hervorgerufenen Krawallen wiederholt als Rädelsführer gesehen worden, sei am Sonnabend vom Nettclbeck-Platz aus mit einer Rotte junger Burschen nach der Usedomstraße gegangen und habe hier auf die vor dem Depot Wache stehenden Schutzleute geschossen. Nach seiner Verhaftung habe er erklärt, er habe nur Ulk machen wollen� den Revolver habe er sich zugelegt, weil er sich verfolgt glaubte— aber, so fügt der Berichterstatter hinzu, daß sei purer Schwindel. Nach den von uns angestellten Ermittelungen hat der Vorfall mit dein OmnibnSstreik und den Krawallen nichts zu thun, und eS handelt sich auch nicht um einen„Mordversuch". Um den Omnibus- streik soll sich Brabandt überhaupt nicht gekümmert haben. Es sei, so wird versichert, durch Zeugen nachzuweisen, daß er, den man zu einem„Rädelsführer" der Krawalle vom Nettelbeck-Platz stempeln will, sich seit mindestens acht Tagen Abend für Abend in der Barnim- straße aufgehalten hat. Nur am Sonnabend ist er mit einigen jungen Leuten nach dem Wedding gegangen, um dort eine Besorgung zu erledigen. Den Revolver hat er nachweislich seit Wochen, schon lange vor dem Omnibusstreik, jeden Abend bei sich getragen. Er glaubte sich in der That bedroht. Im August war er bei Nieder-Schöneweide auf einer Bootfahrt, an der außer ihm noch ein Mann und zwei Mädchen teilnahmen, verunglückt. Nur er wurde dabei gerettet, die andren drei ertranken. Nicht lange nachher wurde er durch Bewohner des Hauses Kaiserstr. 34, in dem er bei seiner Mutter wohnt, darauf aufmerksam gemacht, daß ein paar Männer im Hause nach ihm gesucht und unter Hinweis auf jenen Unglücksfall ihm Todschlag angedroht hätten. Er vermutete in diesen Männern Verwandte oder Bekannte der er- trunkenen Personen und war seitdem so eingeschüchtert, daß er sich nicht mir einen Revolver verschaffte, sondern sich auch wiederholt nach 40 Uhr abends durch Bekannte, durch den Portier, durch den Nacht- Wächter in das Haus hineingeleiten ließ. Von seiner Furcht vor Tod- schlag ist damals auch einem Wachtmeister seines Polizeireviers Mit- teilung gemacht worden. Wie er am Sonnabend dazu gekommen ist, auf seinem Gange durch die Usedomstraße den Revolver abzufeuern, ist noch nicht auf- geklärt. Seine Versicherung, er habe nur Ulk machen wollen, er- scheint durchaus glaubhaft und würde auch kaum von irgend jemand angezweifelt werden, wenn die Polizei nicht durch die Krawalle nervös geworden wäre. Der junge Mensch wird als arbeitsam und ruhig geschildert, und er soll„viel zu feige" sein, um ohne Not zu schießen, am allerwenigsten auf Schutzleute. Seiner Mutter, die seit fünf Jahren zum zweitenmal verwitwet ist, war er eine tüchtige Stütze. Die„ D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" hat den traurigen Mut, ihn ohne weiteres als einen„Strolch aus den Pvbelexeessen auf dem Nettelbcck-Platz" zu brandmarken. Mit dem Abbruch der alten Kürassierkaserne sowie der Reit- bahn und der Stallgebäude in der Gitschiner- und Alexandrinen- straße wird am Donnerstag begonnen werden. Morgen früh verläßt das Füsilier-Bataillon des Alexander-Regiments die Kaserne, um in sein neues Heim in der Alexanderstraße überzusiedeln. Selbstmordversuch. Am Luisen-Denkmal im Tiergarten hat sich gestern nachmittag 4 Uhr ein unbekannter Mann zu löten versucht. Er setzte sich auf eine Bank nieder, zog einen Revolver aus der Tasche, und schoß sich vor die Stirn. Als dann Leute zusammen- strömten, raffte er seine Kräfte zusammen, um abermals das Ge- schoß auf sich abzudrücken; doch versagte dieses jetzt. Der an- scheinend etwa 30 Jahre alte Mann, der gut gekleidet ging, wurde von einem Schutzmann einem Krankenhause zugeführt. Die Gasexplosion in der Lindenstr. 44 hat leider ein Opfer ge- fordert. Frau Kaufmann Welsch ist in der Nacht zum Sonntag von ihren schrecklichen Schmerzen im Krankenhause am Urban erlöst worden. Eiil Straßenraub in der Kurfürstenstraße. In einem der vor- neh nisten Stadtteile Berlins wurde in den ersten Abendstunden des Sonntags ein äußerst verwegener Straßenraub verübt. Die in der Kaiser Friedrichstraße in Charlottenbnrg wohnhafte verwitwete Rentiere Frau L. befand sich mit ihrer zwölfjährigen Tochter auf dem Heimwege von einem Familienbesuch. Es regnete in Strömen, als sie gegen 3 Uhr abends in der Kurftirsteilstraße bis in die Nähe der Maaßenstraße gelangt waren. Die Straße schien völlig menschenleer. Frau. L. trug den aufgespaimten Regen- schirm in der rechten Hand, von ihrem Handgelenk hing an einer Stahlkette.ein Täschchen nieder, in dem sich ihre Wohnungs- schlüssel und ein Portemonnaie mit etwa 20 Mark Inhalt befanden. Plötzlich fühlte Frau L. an ihrem rechten Arme einen heftigen Ruck, gleichzeitig hörte sie das Geräusch davoneilender Schritte und nahm zu ihrem Schrecken wahr, daß ihr Hängetäschchen verschwrmden sei. Sie sah, daß eine Männergestalt im Laufschritte in der Richtung der Maaßenstraße davoneilte, und in der Annahme, daß dies der Räuber sei, machten sie und ihr Töchterchen sich an seine Verfolgung. Erst am Lützowplatz stießen sie auf einzelne Passanten, deren Hilfe sie erbitten könnten. Der Verfolgte war aber mittlerweile im Dunkel verschwunden. Frau L. begab sich noch am selben Abend auf das Polizeirevier, um Anzeige von dem Vorfall zu erstatten. Ohne Schlüssel konnte sie sich nicht in ihre Wohnung begeben und mutzte die Nacht mit ihrem Töchterchen bei Verwandten verbringen. Nach der Schilderung des Kindes der Frau L. war der Straßen- räuber von großer, schlanker Figur. Er habe Augengläser getragen und einen steifen, dunklen Hut auf dem Kopfe gehabt. Im Wintergarten tritt zur Zeit ein Mann auf, der für unsre politischen Verhältnisse unbezahlbar wäre. Es ist der Zauberkünstler G o l d i n, ein Mann, unter dessen Hand die realsten Persönlich- leiten verschwinden und der anscheinend auch die Kunst versteht, Häckerling in Gold zu verwandeln. Er führt aus seinem Gebiete wahrhaft verblüffende Kunststücke auf und läßt mitten auf der Bühne vor den Augen des Publikums Personen verschwinden, als ob es Seifenblasen waren. Was würde, wie gesagt, ein solcher Mann in der Politik wert sein, wenn er sich darauf verlegen wollte, alle Thorheiten und fatalen Ereignisse der letzten Zeit ungeschehen zu machen! Neben diesem Künstler interessiert eine Dame vom andern Ende der Welt, die in ihrer tollen Beweglichkeit immer noch kindlich-naive Tänzerin S a h a r e t. Wie vor Jahren, so ist die Australierin auch heute noch einzig in ihrer Art und jeder Versuch raffinierter Konkurrentinnen, es ihr gleichznthun, bleibt Stümpcrwerk. Ein Ballet:„Die Jahr markts-Prinzessin" führt uns die Tanzkunst alten Schlages vor Augen i auf dem Gebiete ernsten Gesanges aber kann sich die Koloratursängerin Angelica Vanloo hören lassen. Auch das russische Männersextett Moskwa zeichnet sich durch tempcrament- volle Fertigkeit aus. Es führte zu weit, wollten wir sonst noch alles aufzählen, lvas das Wintergarten-Programm dieses Monats an vor- trefflichen Speeialitäten birgt! erwähnt sei nur noch die Reitkünstlerin Therese Renz, die Jongleur-Familie Agoust und der kleinste Akrobat der Welt, Herr Smann, ein farbiger Dreikäsehoch mit einem aller liebst verschmitzten Gesicht._ Hub den Nacbbafortcn. In Schöneberg ist der Termin zu den Stadtverordneten-Wahlcn fiir die 3. Abteilung auf Freitag, 6. November, vormittags von 11 Uhr bis abends 7 Uhr anberaumt worden. Zu einer Verlängerung auf 8 Uhr haben sich die städtischen Körperschaften bedauerlicherweise nicht verstehen können. Hatte doch seiner Zeit bei Beratung des soeialdemokratischen. Antrages der Stadtverordneten- Vorsteher Müller der Vermutung Ausdruck gegeben, daß es ihm scheine, als ob die Arbeiter gerade in der letzten Stunde durch ihren Andrang den andersgesinnten Wählern durch planmäßige Bc- setzung des Wahllokals die Ausübung des Wahlrechts vereiteln wollten. Und morivierte doch ein andrer freisinniger Vertreter seinen ablehnenden Standpunkt damit, daß der W a h l v o r st a n d möglicher- weise eine Stunde länger mit der Feststellung des Resultats zu thun haben könnte, also eine Stunde seiner Nächtruhe opfern müßte. Jedenfalls werden uns diese faulen Ausreden(denn in Berlin wird doch auch bis 3 Uhr gewählt) nicht abhalten, unsrer Pflicht auch unter erschwerenden Umständen zu genügen, damit nicht nur unser früherer Besitzstand erhalten bleibt, sondern noch einige Mandate hinzukommen. Pankow. Neulich berichteten wir von der Angelegenheit der 1ö 500 M., welche die Gemeinde zu viel an Kreissteuern gezahlt hat und von dem mit einem Zeugniszwang verbundenen Ennittelungs- Verfahren, das sich an die Ausplauderung dieses Falles knüpfte. Die Veröffentlichung muß bei unfern Amtsbehörden stark verschnupft haben, denn der Amtsvorsteher hält täglich mit dem Verleger der „Pankower Zeitung" Verhöre ab, um von ihm den Namen der Be- amten zu erfahren, der die Geschichte bekannt gegeben haben soll. Es ist verwunderlich, daß Herr Salis, so heißt der Verleger des attackierten Blattes, zu derartigen Unterhaltungen erscheint. Auch ein Teil der bürgerlichen Gemeindevertrcter ist über die Wer- öffentlichung des Geheimnisses von Pankow empört? die Herren fürchten für den guten Ruf der Gemeinde. Unsre Parteigenossen wollen den Fall in der Gemeindevertretung zur Erörterung bringen und das ist für den Ort entschieden das beste. Man hofft, daß der Landrat der in Betracht kommenden Sitzung beiwohnen wird. Lichtenberg. Die Gemeindevertretung hat das Projekt eines Schulhaus-Baues in der Pfarrslraße bekanntlich an die Bau- kommission zurückverwiesen, da ihr der Voranschlag von 420 000 M. zu hoch erschien. Die Kommission hat nun thatsächlich 30 000 M. zu sparen beschlossen, und zwar auf Kosten der K l a s s e n g r ö ß e und der G a r d e r o b e n r ä u m e. Unsre Parteigenossen wandten sich energisch gegen die Verschlechterung des Projektes. Wie man in bürgerlichen Kreisen darüber denkt, möge fölgender Bericht des Ortsblattes über eine Sitzung des Bürgervereins lehren, in der die Schulangelegenheit zur Sprache kam. Es heißt darin:„Man könne alle zwei Jahre bei der Zunahme unsrer Bevölkerung auf einen neuen Schulbau rechnen, und wenn diese Bauten in so luxuriöser Weise hergestellt werden sollen, müsse das notwendig auf die Finanzlage des Ortes in ungünstiger Weise ein- wirken. Der Steuerznschlag dürfe auf keinen Fall weiter steigen. wolle man nicht die wirtschaftliche Lage des Ortes in schlverster Weise schädigen. Zu größerer Sparsamkeit in den Gemeinde- Ausgaben mahnt auch H. Stiller, der die Frage aufwirft, ob solch ein luxuriöser S ch u l b a u, von dem die Berliner Zeitungen schon schreiben, daß er mit seinen Einrichtungen die reichshaupt- städtischen Bauten sogar übertrifft, für einen Ort wie den unsrigen vorgeschrieben wird." So nimmt sich die Schulfürsorge des honetten Bürgertums aus, wenn es sich um die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung handelt!_ Gerichts-Zeitung. Fast an Raubmord grenzte das Verbrechen, welches gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I zur Erörterung gelangte. Ans der Untersuchungshaft wurden der Schlosser Richard Jahrow und der Kutscher Eriist Krieg vorgeführt, zwei gefährliche Menschen, welche in Gemeinschaft mit einem noch gefährlicheren, dem Arbeiter Robert Eckert, ein Verbrecher schwerster Art begangen haben. Eckert, der in seinen Bekanntenkreisen den Spitznamen„Athleten- Robert" führt, hat nicht zur Verantwortung gezogen werden können, da er sich im Jrrenhause befindet. Jahrow und Krieg stammen beide aus anständigen Familien, der erstere ist ein Beamten-, der zweite ein Gastwirtssohn. Jahrow ist durch die Wanderschaft auf Abwege geraten und, lvie seine Vorstrafen be- weisen, völlig heruntergekommen, Krieg hat nach seiner Entlassung von den Garde-Kürassieren keine Stellung finden können, sich in den Herbergen herumgetrieben und ist dort in schlechte Hände ge- raten. Es wird ihnen Raub unter den denkbar erschwerendsten Umständen zur Last gelegt. In der Herberge zur Heimat in der Auguststraße wurde der Plan ausgeheckt, der in der Nacht zürn 3, April zur Ausführung gelangte. Die An- geklagten wußten, daß der unverheiratete Geschäftsführer Thiel, welcher die Schankwirtschaft im Hause Linien- und Hamburgerstraße- Ecke verwaltete, während der Nacht allein in den Räumen anwesend war und in einem nach dem Hofe zu gelegenen Zimmer schlief. Gegen ihn richtete sich das Verbrechen. In der genannten Nacht begaben sich die drei Angeklagten nach dem Hofe des Grundstücks, Eckert war auf eine nicht ermittelte Weise in den Besitz des Haus- schlüssels gelangt. Mit Gewandtheit und fast geräuschlos wurde eine Scheibe des Fensters des Thielschen Schlafzimmers eingedrückt, mit der Hand durch dieOeffnung gefaßt und der Fensterriegel zurückgedreht. Nun stieg zuerst Eckert durch das Fenster, von seinen beiden Complicen ans dem Fuße gefolgt. Jetzt erst erwachte der Insasse, der um Hilfe schrie. Aber im nächsten Augenblick wurde er von Eckert am Halse gepackt und gewürgt. Krieg packte ihn an beiden Handgelenken und Jahrow warf sich mit seinem Körper über beide Beine des im Bette Liegenden, der nunmehr völlig wehrlos war. Aber nicht genug damit. Eckert nahm ein neben ihm liegendes Handtuch und schlang es um den Hals des Ueberfallenen. Krieg zerriß ein Hemd, drehte daraus einen Strick und fesselte damit beide Hände Thiels. Nun wurde dieser gefragt, wo er sein Geld habe. Thiel erwiderte:„Ich habe nichts!" Eckert schnürte ihm mit dem Handtuch den Hals derart zusammen, daß ihm die Augen aus den Höhlen traten und ihm Blut aus Mund, Nase und Ohren lief. Als er immer noch nicht angab, wo er sein Geld aufbewahrte, sagte Eckert: Warte Du A.. ich werde Dich schon dazu bringen! Und er nahm ein Tischmesser und strich damit an dem Halse seines Opfers hin und her. Er mutz aber wohl anstatt der scharfen Seite des Messers dessen Rücken benutzt haben, denn Thiel erlitt nur einige Hautabschürfungen. Während dieser Prozedur durchsuchten Jahrow und Krieg das Zimmer nach Geld. Als sie keinS fanden, hoben sie den Körper des im Bette Liegenden in die Höhe und durchsuchten das Lager, aber auch ohne Erfolg. Der Gemarterte hatte sich in seiner Todesangst verunreinigt. Jetzt hielten eS die Räuber für augezeigt, sich aus dem Staube zu machen. Sie nahmen noch einige Kisten Cigarren und verschiedene Kleidungsstücke des Thiel mit und entfernten sich auf demselben Wege, wie sie ge« kommen. Thiel wurde am folgenden Morgen in einem be- jammernswerten Zustande gefunden. Noch nach mehreren Wochen hatte er blutunterlaufene Augen. Da der Beraubte die Thäter nicht erkannt hatte, so dauerte es mehrere Wochen, bis sie ermittelt und zur Hast gebracht waren. Inzwischen hatten Eckert, Jahrow und noch ein Dritter, der Arbeiter Alex Thomas, der sich gestern auch auf der Anklagebank befand, eine zweite Sttaf- that begangen. Sie hatten in der Herberge zur Heimat einem armen Handwerksvurschen dessen ganze Habseligkeiten, einen Koffer mit Inhalt, gestohlen. Auch dieser That waren die betreffenden Angeklagten geständig. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragen unter Versagung von mildernden Umständen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Jahrow eine Zucht- haus strafe von 12 Jahren, gegen Krieg eine solche von 10 Jahren, gegen Thomas f Ü nf M o n a t e Gefängnis. Das Erkenntnis gegen Jahrow ging noch mber den Anttag des Staatsanwalts hinaus. Er wurde zu 14 Jahren Zuchthaus, zehnjährigem Ehrverlust und Polizei-Aufficht verurteilt? Krieg traf eine Zuchthaus strafe von zehn Jahren, zehnjährigen Ehr- Verlust und Polizei-Aufficht. Thomas erhielt sechs Wochen Ge- fängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Vermischtes. Die erste städtische Trinker-Heilanstalt des Kontinents ist am 1. d. M. von der Stadt Dresden in Klingenberg nur fiir männliche. in Dresden unterstützungswohnsitzberechtigte Trunksüchtige, die sich freiwillig melden, eröffnet worden. Die täglichen Pflegekosten be- tragen 1,30 M. Ungeeignete und unheilbare Trunksüchtige werden nicht aufgenommen. Schisfsnngliick. Aalesund, 5. Oktober. Der norwegische Dampfer „Terjevigen" ist vorgestern während eines Sturmes unweit von hier gesunken. Die ganze ans 12 Mann bestehende Besatzung ist ertrunken. In München wuroe Sonntag der Präsident der Akademie der Wissenschaften Geheimrat v. Z i t i e l von einem Radfahrer umgestoßen und dadurch ziemlich erheblich verletzt. Aus München wird über den Bahnunfall bei Schöngeising amt- lich gemeldet: In der Station Schöngeising entgleisten gestern abend gegen 68/4 Uhr fünf Wagen des von Lindau kommenden Schnell- zuges. Sechs Personen wurden leicht verletzt. Der Verkehr wurde durch Umparkierung aufrecht erhalten. Die Entgleisung wurde an- scheinend durch vorzeitige Weichenstellung verursacht. Die Unter- suchung ist eingeleitet. Grubenunglück. In Sollstädt bei Bleicherode sind infolge eines zu spät losgegangenen Schusses im Schacht enn Sonnabend 13 Bergleute verunglückt, darunter einer schwer. Marktpreise von Berlin nach Ermittelungen des ♦Weizen, gut D.-Ctr. mittel gering„ ♦Roggen, gut „ mittel gering. -fGerste, gut „ mittel gering jHafer, gut mittel gering Richtstroh Heu Erbsen Speisebohnen Linsen„ ♦ ab Bahn. am 3. Oktober 1903 kgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch, Schweinefleisch Kalbfleisch„ tammelsleisch utter Eier 60 Stück Karpsen 1 kg Aale Zander Mochte Barsche. «chleie„ Bleie Krebse per Schock 6,00 1,80 1,50 1,80 1,80 1,80 2,60 5,00 2,20 2,60 3,00 2,20 1,80 3,20 1,40 18,00 4,00 1,20 1,10 1,20 1,20 1,10 2,00 2,80 1,20 1,40 1,20 1,00 0,80 1,40 0,80 3,00 t srei Wagen und ab Bahn. «. S7. ßrkf haften der Redahdon. Findet Erledigung. Brief an Pretzkommission erhalten. 'Juristischer Zeil. Tie juristische Tprechstnude findet täglich mit Ausnahme dt? Tonnabenbs vo» 7'k bw»'/2 Ufte abends statt. Geöfsnet- 7 Nftr. A. N., Gmünd. Beide Anfragen sind zu bejahen.— Landsberger Allee 125. Es ist eine Mitteilung des Besitzers der Häuser CotheniuS- straffe 6 und 7 ohne Anftage und Mitteilung des Ramend des Fragestellers eingelaufen. Fragesteller wolle die Mitteilung seines Namens und der beabsichtigten Ausräge nachholen.— A. B. 4. Ohne Einsicht in den Mieis- vertrag ist Ihre Frage nicht zu beantworten.— Höhr. Die Zustellung ist ordnungsmäffig ersolgt. Sie müßten sich Prozeffvollniacht erteilen lassen und auf Ihr Zeugnis Bezug nehmen.— C. G. K. Will man aus der Landes-- kirchc ausscheiden, so teilt man diese Absicht dem Gericht mit und begiebt sich in der Frist von 4—6 Wochen nach Eingang dieser Mitteilung(ohne Vorladung) auf das Gericht und erklärt dort feinen Austritt zu Protokoll. Ist letzteres versäumt, so muff die Prozedur von neuem begonnen werden. Konrad Triefe», l. Die bedauernswerte Frau kann mit Aussicht auf Erfolg gegen den Miffhandlcr klagen? sie soll es aber nicht ohne Armenrecht thun. 2. Lassen Sic sich Abschrist des Urteils geben. Ohne Einficht in dieses läßt sich nicht sagen, ob eine Berusung Aussicht auf Erfolg hat.— H. H. Ein solches Borgehen gilt als unanständig, ist aber nicht gefetzwidrig, falls nicht etwa die Üldrcsscu auf unlauterem Wege beschafft sind.— 010. Nein.— 1830. Ehebruch ist nur dann(mit GesängniS bis zu icchs Monaten) strafbar, wenn die Ehe wegen des Ehebruchs geschieden und Sttasanttag gestellt ist. Nur in besonders gearteten Fällen wird die Art des Verkehrs als Beleidigung des schuldlosen Ehegatten erachtet und aus Strase wegen Beleidigung erkannt.— W. F. Heiraten>sie Ihre Braut und anerkennen Sie bei der Heirat Ihre Vaterschaft. Vor der Heirat kann Ihr Sohn Ihren Namen durch Adoption erhalten.— F. D.. Britz. Nein. — Tz. 70. Sowohl der Kläger wie der.Beklagte können auch in Ge- werbegerichtssachcn gegen ein Versäumnisurteil Widerspruch erheben, dann geht der Prozeß weiter. Beantragen Sie vollstreckbare Ausfertigung des Urteils und lassen Sie vollstrecken. Die Vollstteckungslosten erhält Be- klagter, wenn er etwa Einspruch einlegt und dann gewinnt, nicht ersetzt. Aus der GerichtSschreibcrei erfahren Äie. ob Einspruch eingelegt ist.— H. St. Nein. Sie sind Preuße und Hamburger.— Zwaugsvollsirerkung» Lautet der Vergleich so wie Sie angeben— ohne Vorbehalt—, so können Sie mit Ülussicht aus Ersolg auf Aushebung der Zwangsvollstreckung klagen. Ob der Vergleich so lautet, muff das Protokoll ausweisen, das Sie aus der Gerichtsschreiberei einsehen und von dem Sie sich Abschrist erteilen lassen können.— U. F. Nein.— N. A. Ja. — P. St., Velbert. Die Frage ist, wie wiederholt dargelegt, strittig. Die unsres Erachtens irrige Ansichl des Obcr-VermaltungsgerichtS über Selbst» ständiglcit im Sinne der Städtcordnung wird mit Unrecht von einigen Behörden auch aus die Landtagswahl-Berechtigung übertragen. Verfolgen Sie die Angelegenheit bis zur ministeriellen lebten AussichtSinstanz und setzen uns von dem Bescheid in Kenntnis.— G. Dt. 4g. 1. Nein. 2. Wenn nicht das Gegenteil vereinbart ist: nein.— Triberg. t. Nein, falls nicht die Bestellung oder die Offerte einen ähnlichen Ausdruck enthält. Jedoch schwankt die Praxis. 2. Wird im Eivilprozeff auf einen späteren Termin vertagt, so bedarf es keiner neuen Ladung. 3. Der Aussteller. 4. Eine ~vist ist nicht vorgeschrieben.—(f. T. 10. 1. Der Antrag ist an das wlizeipräsidmm zu richten. Kostenpunkt 3 Mark. 2.' Ja. 3. Die Eingabe ist an die Post- oder die Eiscnbahn-Direktion zu richten? daß dem Anttag stattgegeben wird, ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. — O. O., Bödickerftr. 35. 1. Ja, aber nur den Pflichtteil. Bei kindcr- loser Ehe sind die Eltern des Verstorbenen pflichttcilbercchtigl. Es erhält ohne Testament der Witwer die Hälfte des Nachlasses, aber im Voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben, und die Hochzeits- geschenke. Der Pflichtteil bettägt die Hälfte der gesetzlichen Portion. ES würden also die übergangenen Eltern zusammen die Hälfte der Hälfte(ein Vierteil) des nach Abzug dcS voraus bleibenden Nachlasses erbalten, in Ihrem Falle also etwa 1250 M. Nurder Nachlaß der Verflorbenen, nicht daS eigne Vermögen des Witwers kommt zur Anrechnung. 2. Darüber besteht keine Vorschrift. 3. Nein. 4. Tie Form ist gültig, praktischer wäre in Ihrem Fall Nr. 50 gewesen. Die Nachlaßleilung geht so vor sich, als ob in der Art der Nr. 56 tcsiamentiert wäre. Die Eltern können Zuziehung bei Ausnahme des Nachlasses verlangen.— A. B. Ja.— W. Z. Leider nicht. Wetter- Prognose fiir Dienstag, de» 0. Oktober 1903. Zunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit Rcgensällen und ziemlich starken»estlichen Winden; später zeitweise aufklarend, etwas kühler. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 6. Oktober. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Egmont. Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Kater Lampe. Westen. Zar und Zimmermann. Leffing. Der Sturmgeselle Sokrates. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Carl Weiß. Amor in Wichs. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. ( Wallner Theater.) Der Fleck auf der Ehr'. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Stüßen der Gesellschaft. Neues. Der Kammerfänger. Salome. Kleines. Nachtashl. Luifen. Das Käthchen von Heilbronn. Trianon. Die Liebesschaufel. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Die Liebesinsel. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Bajjage- Theater. Specialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Casino. Tolle Kadetten. Specialitäten. Palast. Genießet das Leben. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Lon der Zugspitze zum Wahmann. Abends 8 Uhr: An den Seen Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uh. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 71/2 für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Schiller- Theater N. Die Expedition. Volkshaus- Verein Charlottenburg. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). II. Dienstagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. 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