Nr. 126. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertels fährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage Neue belt" 10 Pfa. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Wit., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. der Post- Reitungs- Breisliste für 1892 unter Nr. 6853. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Infetate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Grpedition: abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 lbr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" Mittwoch, den 1. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Ein Rekurs an das Ministerium wurde von den Ein- wäre ihnen gegenüber ebenso unbegründet als er es gegenberufern eingebracht, sein Erfolg konnte aber keinesfalls über den alten erprobten Genossen ist, wo man bisher auch abgewartet werden. Es wurde also ein von einzelnen nicht den leisesten Versuch machen konnte, zu beweisen, Mit dem 1. Juni eröffnen wir ein neues Abonnement Genossen gezeichneter Aufruf zu einem Partei was man mit so viel Lärm behauptet. Von der„ Boltsauf den tongreß erlassen und die Tagesordnung vorläufig mit presse" abgespalten hat sich eine Anzahl von Leuten, welche Rücksicht auf das Verbot so allgemein als möglich gehalten; in Programm und Organisation mit den Berliner Jungen" fie lautet: 1. Programm. 2. Presse. 3. Parteiangelegen sympathisiren, d. h. mit ihnen leugnen, daß Programm und heiten. Der Kongreß wurde auf Pfingsten nach Organisation für eine Partei nothwendige Dinge seien. Wien einberufen. Nun zeigte sich erst das schöne Resultat, Natürlich zeichnen sich dieselben Leute auch noch dadurch welches die Regierung mit dem Verbot des Linzer Partei- aus, daß ihnen die Anderen nie genug Muth haben und tags erzielt hatte. Während vor Ostern es absolut un- sie das Wort„ Revolution" mit drei r schreiben. Wir ge möglich gewesen war, ein Einvernehmen mit der sogenannten stehen aber offen, daß wir von diesem Oppositionspartikel Opposition" zu erzielen, um zum Mindesten Einberufung und man braucht zur Aufzählung seiner Mitgliedschaft Beschickung gemeinsam zu regeln, befindet sich unter den Ein- schwerlich die Finger beider Hände wenigstens die Uebers berufern des Wiener Parteifongresses ein Genosse, der von den zeugung haben, daß sie ehrlich sind. Und das läßt hoffen, Berliner Volksblatt. Der Bezugspreis des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der ,, Nenen Welt" als Gratisbeilage beträgt 1 Mark 10 Pfennige monatlich frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 M. für den Monat Juni entgegen. " Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des Romans Am Webstuhl der Zeit" auf Verlangen gratis nachgeliefert, worauf wir noch besonders aufmerksam machen. Die Redaktion und Expedition des Oppositionellen ausdrücklich defignirt wurde. Während von daß sich auch noch die Einsicht finden wird. jener Seite gegen den Linzer Parteitag protestirt worden Gewiß wird der Kongreß durch Hereinziehung von allerlet war, wird der Kongreß zu Pfingsten von allen Seiten und Details und persönlicher Dinge manchen unerquicklichen massenhaft beschickt. Wir verdanken es also unserer wie Moment bieten. Aber wir haben es nicht zu scheuen, immer väterlichen und wohlweisen Regierung, wenn wir schmutzige Wäsche öffentlich zu waschen; erstens ist es nicht jetzt Aussicht haben, mit den auf die Dauer die Partei- unsere Wäsche und zweitens wird dafür gesorgt werden, thätigkeit schädigenden Zwiftigkeiten endgiltig fertig zu daß sie definitiv sauber wird. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dies bedeutet aber nicht etwa auch nur die leisefte Trübung wurde und das Ministerium das Berbot Aus Oefterreich. werden. Die Beschickung des Kongresses wird eine So viel ist sicher, daß auch an diesem Kongreß weder allgemeine und weit zahlreichere sein, als dies die Regierung noch die bürgerlichen Parteien viele Freude Dftern der Fall wäre. gewesen Ausdrück erleben werden. lich sei bemerkt, daß die czechischen Parteigenossen auf ihren eigenen Wunsch diesmal nicht in Masse, Während wir diesen Brief schließen, erhalten wir die sondern nur durch einzelne Delegirte vertreten sein werden. Nachricht, daß unserem Returse stattgegeben unseres Verhältnisses zu ihnen, sondern geschieht aus rein des Linzer Parteitages aufgehoben hat. praktischen Erwägungen, um, wo es sich um Angelegen- Das ist ein entschiedener Sieg der Sozialdemokratie und heiten interner Natur handelt, die Schwierigkeiten der Biel- eine eklatante Niederlage des Grafen Taaffe, welcher unsprachigkeit zu vermeiden. Dagegen werden die Polen und zweifelhaft in höchst eigener Person hinter der Linzer StattWien, 29. Mai 1892 Italiener, deren Organisation noch jung ist und mit der halterei steckte. Aber der Geivaltstreich ist mißlungen und Wie Ihren Lesern bekannt, wurde der zu Ostern deutschen in engen Beziehungen steht, vertreten sein. So nun muß der Statthalter der Sündenbock sein. Der Wortnach Linz einberufene Parteitag der öster erwarten wir von dem Kongreß, daß er auch dem Fern- laut des Dekretes ist noch nicht in unseren Händen und so reichischen Sozialdemokratie unter den lächer stehenden klar machen wird, daß kleinliche persönliche Zwistig fönnen wir erst nächstens berichten, wie Taaffe den Kopf lichsten Vorwänden von der oberösterreichischen Statt- feiten an der geschlossenen Einigkeit der österreichischen Sozial- aus den selbstgelegten juristischen Schlingen zu ziehen verhalterei verboten. Man wünschte von Seiten der Regierung demokratie Nichts zu ändern vermochten und daß die Versuche sucht hat. die innerhalb der Partei bestehenden Reibungen zu fon- zwischen unsere Reihen einen trennenden Keil zu schieben, ferviren und die Klärung so lange als möglich hinauszu- gänzlich gescheitert sind. Die Hauptarbeit des Kongresses in schieben. Nur benahm man sich zufällig so dumm dabei, positiver Richtung wird der Ausbau unserer Organisation daß just das Gegentheil erreicht wurde. Gerade das Vers sein, was freilich angesichts unseres Vereinsgesetzes und bot, welches vor Allem die Organisation der Partei hindern unserer Geheimbundsparagraphen kein leichtes Stück Arbeit sollte, zeigte auch dem blindesten Genossen, wie entscheidend werden dürfte. wichtig eine feste Gliederung für uns ist und andererseits Ueber die Opposition" oder wie sich nach berühmten widersprach die Maßregel in ihrer Brutalität so sehr der gegen Mustern gerne nennen hören die Unabhängigen" heute am andere Parteien geübten Praxis, daß es weit über die Kreise Vorabend des Kongresses des Weiteren uns auszulassen, dem„ Vorwärts" zu beschäftigen, d. h. mit einem Artikel der Sozialdemokratie hinaus als ein zynischer Aft der Verhalten wir für nicht angezeigt. Doch so viel sei zum Ver- unserer Nummer vom 5. Mai. In besagtem Artikel, der eine gewaltigung der Arbeiterschaft, als roher Rechtsbruch ständniß der Verhandlungen mitgetheilt, daß die ohnehin Kritik der Haltung des Abgeordnetenhauſes in Sachen der BergEine sehr scharfe Interpellation des wenig zahlreiche Gruppe sich bereits mehrfach gespalten hat. gesetz- Novelle enthielt, erblickt der Staatsanwalt eine Beleidi Abg. Bernerstorfer an den Ministerpräsidenten erhielt Die„ Bolts- Presse" mit Hanser und Heiman hat einen Theil gung des Landtages und wünscht die Ermächtigung zur ſtrafdarum 18 Unterschriften, was im österreichischen Froschteich ihrer Gefolgschaft eingebüßt und sie müssen sich jetzt ebenso wie rechtlichen Verfolgung zu haben. Das betreffende Schreiben schon sehr viel sagen will blieb aber freilich bisher un- die Offiziellen den Vorwurf der„ Korruption" gefallen wurde der Geschäftsordnungs- Kommiſſion übergeben. Das Haus lassen; wir würden nur aufrichtig wünschen, der Schimpf erledigte dann rasch die dritte Lesung des Lehrergehalts- und beantwortet. Feuilleton. Nachbruck verboten.) Am Webstuhl der Zeit. [ 126 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Inzwischen erschien das von Frank und Habicht vers faßte fomische Heldengedicht in einer auswärtigen Druckerei gedruckt, im Preise zu zwei Groschen und wurde massenhaft gekauft. Politische Uebersicht. Berlin, den 31. Mai. Das Abgeordnetenhaus hatte sich heute zunächst mit Hierin war er im Rechte, aber er begnügte sich nicht mit Bolf thun, was der beschränkte Verstand einiger Staatsden gesetzlichen Wegen, sondern er ließ in toller Wuth die künstler für recht und gut hält, auch wenn wir's nicht für Genossenschafts- Buchdruckerei schließen, inden er ohne allen recht und gut halten, sonst werden wir in den Käfig geGrund behauptete, die Firma der auswärtigen Druckerei sperrt? Hunde sind wir ja doch einmal, ich stimme für sei gefälscht und das Pamphlet in der Druckerei der Ge- das Ministerium?" Wollen wir Hunde sein und wedeln, nossenschaft gedruckt worden. Umsonst telegraphirte der wenn uns ein paar faule Advokaten prügeln? Ich denke auswärtige Buchdrucker auf telegraphische Aufforderung der aber, das Ministerium ist des Volkes wegen da und nicht Genossen an das Ministerium, daß seine Firma nicht ge- das Volk um jener Minister willen. Und wenn die Minister fälscht worden. Die Schließung wurde aufrecht erhalten, auf gesetzlichem Wege nicht mehr fortzukommen wissen, so und gegen zweihundert Buchdrucker und Seher wurden mit mögen sie gehen, gehen, da das Volk nicht gehen kann. Sie einem Schlage brotlos. mögen fingen wie die Handwerksburschen: " 1 Und wenn es nicht mehr geht, Eo will ich gehn, Auf Nimmerwiedersehn, Schnell ist's geschehn." Barth und Hanke begaben sich alsbald zum Ministerpräsidenten, um persönlich die Sache der Genossenschaft zu vertreten, jie wurden aber gar nicht vorgelassen. Eine energische Eingabe gegen dieses ungesetzliche Verfahren blieb Da man, weil die Druckschrift im Auslande hergestellt gänzlich umbeantwortet, und der Druck des„ Volksblatts" Ich glaube, wir werden keine Thräne vergießen, wenn worden, der Pflicht enthoben war, Exemplare an die Polizei mußte nach einer kleinen Tochterdruckerei der Genoffen, die dieses Ministerium geht." abzugeben und gleich Hunderte von beschäftigungslosen Ar- man in Vorsicht etwaiger außerordentlicher Vorfälle unter Die Polizeier arbeiteten sich unter unsäglichen Mühen beitern mit dem Bertauf betraut hatte, so waren, ehe die der Firma eines stillen Genossen gegründet, übersiedelu. nach der Rednerbühne vor, die dicht gedrängten Reihen der Polizei einschreiten konnte, in der Stadt allein binnen Frant berief nunmehr zur Besprechung dieser An- Arbeiter machten ihnen das Vorgehen außerordentlich be24 Stunden zehntausend Exemplare verkauft, im Lande gelegenheit, wie zur Beschlußfassung über die Abwehr der schwerlich. Wießner, der Schmied, hatte daher noch Zeit, zweimalhunderttausend, und trotz allem Suchen und Ver- Maßregelungen, welche der gesammte Arbeiterstand zu er- aufzutreten und zu sagen: bieten ging der Verkauf unter der Hand weiter. Habicht fahren hatte, eine große Arbeiterversammlung zusammen, Daß wir keine Hunde sind, werden wir Arbeiter beund Frank verdienten als Honorar, obwohl sie den Kolpor- bei der nur ein Drittheil der Zuströmenden Platz finden weisen; entweder der Staat garantirt uns unsere Rechte, teuren die Hälfte des Erlöses ließen, Tausende von Thalern tonute. Raffmaus beorderte seine Beamteten dorthin und und dann werden wir die pflichteifrigen Staatsbürger sein, und das Geschäft ging um so besser und schneller, als die gab ihnen die strengste Anweisung, bei dem geringsten miß- die wir sein sollen; oder man wird uns mit engherzigen Solcher Staatsformen erdrücken wollen, und dann werden wir diese begüterten Konservativen Hunderte von Exemplaren für liebigen Worte die Versammlung aufzulösen. jeden Fall auftauften. Aeußerungen fielen nun freilich in Masse, denn Frank sprach Formen zerbrechen." Weiter konnte der Redner nicht sprechen, denn ein Raffmaus gerieth bei dieser Herausforderung in die unter Anderem: äußerste Wuth, er ließ die mit dem Verkauf beauftragten ,, Sind wir denn die Knechte dieses Ministeriums, daß Polizeibeamter, welcher sich endlich durchgekämpft hatte, er Arbeiter, welche allerdings die beim Kolportiren gesetzlich wir tanzen müssen, wie es pfeift? Sollen wir dahin schien jezt neben ihm und erklärte im Namen der Regierung vorgeschriebene polizeiliche Erlaubniß nicht eingeholt hatten, kommen, daß wir mit jenem preußischen Abgeordneten fagen die Versammlung für aufgelöst. Barth, welcher an diesem zu Dußenden arretiren. können: Hunde sind wir ja doch einmal, wir müssen als Abend als Vorsitzender fungirte, bat die Versammlung hier oes Militäranwärter- Gesetzes, zwar mit ganz unwesent- I auch der bürgerlichen Ranaille" gegenüber entwickelten, wie lichen Menderungen entsprechend den Beschlüssen der der Offiziersstand keiner anderen Armee einen prahzweiten Lesung. Hierauf vertagte sich das Haus bis zum lerischen Uebermuth, der sie nach Fena, führte und zu 13. Juni.dem epidemischen Festungsverrath hinter Jena. Das Herrenhaus berieth in seiner heutigen Sigung ein Stückchen Berggefez- Novelle( im bekannten Herrenhaus der den Untergang ihrer Weltordnung vor Augen Der heutige Militarismus nun ist die letzte Zuflucht Geift) und gestattete fich dann die Herren" haben ja fehenden kapitalistischen Gesellschaft. Und darum wird Beit- den Luxus einer kleinen Debatte über agrarische er und der militärische Geist gehegt und gepflegt, Schmerzen, Bimetallismus und sonstige Krankheiten von wie weiland das Prätorianerthum und der prätorianische Leuten, denen es zu wohl ist. Geift im alten Rom,- und wie damals find Das Molochspiel. Jetzt wird wieder„ kalt" ge- die, welche den Geist heraufbeschworen haben, nicht im blasen: Niemand denkt dran, eine Militärvorlage in der Stande ihn zu bannen, auch wenn sie noch so sehr wollten. nächsten Session vorzulegen!" verkündet die Münchener Was haben die Erlasse gegen die SoldatenmißAllgemeine Zeitung"." Niemand" heißt Jedermann, der handlungen geholfen? Nichts. Und würden ebenso etwas zu sagen hat. Mit dem: Sie kommt, sie kommt scharfe Erlaffe, wie der von 1798, ja würden noch zehnmal nicht, sie kommt foll das Volk irre gemacht und der schärfere gegen die Offiziersexzesse geschleudert- es wäre Militärvorlage der Weg geebnet werden. Der Moloch steht ganz wirkungslos. Denn diese Exzesse, gleich jenen Mißvor der Thür! Auf die Schanzen! Und Taschen zu! handlungen liegen im Wesen des Militarismus und werden erst mit ihm fallen. " " Nene Offiziers Exzesse. In der" Frankfurter Beitung" lesen wir: ewige Umherziehen ist sein bischen Habe zersplittert; gebrochen, an Geist und Körper, zu schwerer, ständiger Arbeit unfähig, sucht er endlich Zuflucht in einem Bauerndorfe, hält jedes Jahr Umzug aus einer Rate in die andere und wenn er schließlich hier heimathsberechtigt geworden ist, und auch die geringste Wohnung nicht bezahlen fann, findet er als Ortsarmer im Dorfhospital Aufnahme. Hat aber der Gutsherr einen äußerst tüchtigen und rüstigen Arbeiter gefunden, so läßt er ihn zwanzig bis dreißig Jahre sich abarbeiten. Dann aber wehe. dem Unglücklichen und doppelt wehe, wenn er da, wo er feinen Schweiß, seine Kraft und seine Gesundheit zurückgelassen hat, auch sein müdes Haupt zu lassen gedenkt! Hilft alles Chifaniren nichts, so giebt es noch andere Mittel, die Galle des Unglücklichen zum Ueberfließen zu bringen. Es sind mir Fälle bekannt, daß bereits verbrauchte Arbeiter Sommer und Winter hindurch fage und schreibe ohne Unterbrechung von 5 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends beschäftigt werden. Ja selbst die Sonn- und Feiertage werden den Armen entzogen. Wollen sie da zur Kirche gehen, so müssen sie jedesmal erst unterthänigst um Erlaubniß bitten. Ohne Genehmigung der Herrschaft dürfen sie den Fuß nicht über die Schwelle setzen. Recht interessant müßte eine statistische Zusammenstellung der Armenpflege zwischen gutsherrlichen und bäuerlichen Gemeinden ausfallen. Die meisten Arbeitsunfähigen und Altersschwachen bilden eine Plage der bäuerlichen Gemeinden." So das Westpreußische Volksblatt". Wir wollen seine Speyer, 30. Mai, 10,50 V. Ein unerhörtes Vorkomm niß erregt auf's Neue die bürgerlichen Kreise. Premier: Schilderung nur durch das Wort eines„ Sachsengängers" Lieutenant Hopfner, der am vorigen Montag die ge- ergänzen, der, nachdem er uns seine patriarchalische" Glückmeldete Eol atenmißhandlung gegen den Landwehr- Unteroffizier seligkeit daheim an der russischen Grenze geschildert hatte, Ingenieur Reiter aus Nürnberg begangen, überfiel in Ge- mit den Worten schloß:" Gut geht mir's auch hier nicht; meinschaft mit Lieutenant Rabung, während Lieutenant Dietl aber dort war ich ein Hund, und hier bin ich ein auf dem Hausflur Wache hielt, am Sonnabend Abend acht Uhr Mensch." den Redakteur Wolf der nationalliberalen Speyerer Zeitung", die Hopfner der Feigheit geziehen, in dessen Privatwohnung. Fort mit der Gesinde- Ordnung! Die Klagen Hopfner gab Wolf hinterrücks einen Schlag mit der Peitsche der Besitzenden gegen die Besiglosen finden bei den Regieuber Kopf und Stirn, darauf entstand ein Handgemenge zwischen rungen bekanntermaßen immer leichter Gehör, als die Beiden, Rabung trat ein, die Offiziere zogen blant, worauf Beschwerden der Befihlosen gegen die Besitzenden. Jetzt Redakteur Wolf feinen geladenen Revolver durch 11 Die Entthronung des Acht- Millimeters. Während die Zeitungen fich mit allen möglichen Kleinigkeiten weitläufig beschäftigen und die gleichgiltigsten Dinge zu großen Haupt- und Staatsaktionen aufbauschen, hat sich in aller Stille ein hochwichtiges, jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in Europa in den wichtigsten Interessen berührendes Ereigniß vollzogen der mächtigste Gebieter Europas, unter den alle Kaiser, Könige und Präsidenten der Republiken fich beugen mußten der mächtigste Gebieter mit der mächtigsten Zivilliste etlichen hundert Millionen Mark - ist über Nacht entthront und ein anderer noch theuerer Gebieter an seine Stelle gesetzt worden. Das Acht- Millimeter- Gewehr hat seinen Rang dem Sechseinhalb- MillimeterGewehr abgetreten. Daffelbe ist eine französische Erfindung; die Patrone wiegt blos 20 Gramm und die Kugel hat eine bei weitem größere Durchschlagskraft als die der bisher eineinen schnellen Sprung erreichte und mit Niederschießen drohte. fursirt wieder eine Nachricht, nach welcher die preußische Die Offiziere ließen jest ab und verließen das Haus. Regierung erwogen haben soll, in wiefern sich eine Vergeführten Gewehre. Die im Lager von Chalons angestellten Wolf hat Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und vorfäßlicher einbarung zwischen den einzelnen Bundesstaaten treffen lasse, Proben haben nach jeder Richtung hin die günstigsten Körperverlegung erstattet. Die Erregung ist ungeheuer, sie um„ kontraftbrüchiges" Gesinde, das im Königreich Sachsen Resultate ergeben. Die Acht- Millimeter- Gewehre- darunter wird genährt durch alle möglichen umlaufenden Gerüchte. ein anderes Dienstverhältniß eingegangen ist, wieder den auch die Ahlwardt'schen Judenflinten" sind nun ins Authentisch ist, daß ein höherer Offizier auf die Kunde von dem früheren Herrschaften" zurückzubringen. Die Nachricht ist gesammt altes Eisen"," die 400-500 Millionen Mark, Borfall die Neußerung gethan, die Offiziere hätten ganz forrekt schon glaublich. Merkwürdig ist daran gar nichts. Die welche sie den Völkern Europa's gekostet, sind zum Fenster gehandelt". Begünstigung der Besitzenden und die schärffte Wahrnehmung hinausgeworfen, und die Völker werden eine neue halbe Es wird nöthig, daß jeder anständige Mensch sich einen der Rechte derselben ist unterm neuen" Rurs eben dieselbe Milliarde zum Fenster hinauswerfen und 6½- Millimeter- Revolver anschafft, um sich vor solchen Menschen schüßen geblieben wie unterm" alten". Könnte man sich zu wirklich Gewehre auschaffen müssen, die ihrerseits altes Eisen sein zu können. Man sagt: Das Militär schüßt uns. Aber sozialer Gerechtigkeit emporschwingen, so müßte das werden, sobald eine bessere Waffe erfunden ist. wer schüßt uns vor dem Militär? ganz und gar unwürdige Gesindeverhältniß überhaupt aufgehoben, das Gesinde rechtlich auf die Stufe der gewerblichen Arbeiter gestellt werden. Dann würden Kontraktbrüche weit weniger vorkommen, denn Knecht und Das patriarchalische Regiment, welches die Magd hätten die Möglichkeit, ein unerträglich gewordenes preußischen Junker in den Ostprovinzen führen, Dienstverhältniß schneller lösen zu können. Bei den langen findet in dem ultramontanen Westpreußischen Volksblatt", Kündigungsfristen der Gesinde- Ordnungen bleibt ihnen jeẞt wenn man von einigen Stellen abfieht, denen man den oft gar nichts anderes übrig, als durch Flucht aus dem Dienst, ultramontanen Pferdefuß anmerkt, eine ganz treffende Be- durch sogen. Kontraktbruch" fich elender Behandlung, Beleuchtung. Das Blatt schreibt: töftigung und Entlohnung zu entziehen. Weil die Herr In jedem Frühjahr erheben die Großgrundbesitzer der schaften" ihre Menschenpflichten gegen das Gesinde" veröstlichen Provinzen ein Jammergefchrei über den Arbeiter nachlässigen, deshalb vor allem läuft das Gesinde davon, mangel. Da sind sie dann auf die Freizügigkeit und den Aus- und dieses soziale Verschulden der Herrschaften" ist der bau der Eisenbahnen und die Billigkeit der Eisenbahn- Fahr Staat der Sozialreform" noch zu fördern bereit dadurch, preise, natürlich nur derjenigen der vierten Klasse, bitterböse Du glaubst doch nicht, wir scherzten, lieber Leser? Der Nun der Militarismus braucht Geld. Wird Militarismus wird Dir bald wieder so fräftig in die Tasche es ihm verweigert, dann wird er schon zahm werden. greifen, daß Dir nicht blos jeder Zweifel, sondern auch Hören und Sehen vergeht. Daß aber die Franzosen uns abermals geschlagen haben, ist für unseren Muster- Militarismus nicht sehr schmeichelhaft. Einst und jetzt oder patriarchalischer Militarismus. Die epidemischen Offiziersexzesse der jüngsten Zeit haben wieder einmal zur Ausgrabung einer alten preußischen Kabinetsordre geführt, die bei derartigen, in einem Militärstaat ja häufig sich darbietenden Anlässen seit den vierziger Jahren von der bürgerlichen Presse regelmäßig ausgegraben zu werden pflegt. Wir meinen die Kabinetsordre Friedrich Wilhelms III. vom Jahre 1798, in welcher es u. A. heißt: Ich habe sehr mißfällig entnehmen müssen, wie besonders junge Offiziere Vorrang vor dem Zivilstand behaupten wollen. Ich werde dem Militär sein Ansehen geltend zu machen wissen, wo es ihm wesentlichen Vortheil bringt, auf dem Schauplage des Krieges, wo sie ihre Mitbürger mit Leib und Leben vertheidigen sollen. Allein im Uebrigen darf sich ein Soldat, weß Standes er auch sei, unterstehen, einen der geringsten meiner Bürger zu brüstiren( roh zu behandeln); denn diese sind es, nicht ich, die die Armee unterhalten, in ihrem Brote steht das Heer der meinem Befehl anvertrauten Truppen, und Arrest, Kassation und Todesstrafe werden die Folgen sein, die jeder Kontravenient von meiner unerbittlichen Strenge zu erwarten hat." Das ist recht schön, will jedoch gar nichts besagen. Diese Kabinetsordie war ein Ausfluß des patriarchalichen Despotismus, der in Worten stets sehr menschenfreundlich war, in seinen Thaten aber barbarisch. Sie blieb, gleich allen solchen Parade- Aeußerungen des väterlichen Regiments ein todter Buchstabe und hinderte nicht, daß die preußischen Offiziere Anfangs dieses Jahrhunderts einen prahlerischen und exzessiven Uebermuth, namentlich auf, in würdiger Haltung und ohne allen Standal nach Hause zu gehen und bewirkte durch seine Ermahnung, daß auch nicht der geringste Erzeß den Frieden des Abends störte. Jn ernsten Gesprächen, aber ohne daß irgend welche Aufregung sich äußerlich kundgegeben hätte, hub sich," wie Frant es in seinem Berichte ausdrückte," Israel zu seinen Hütten". " " zu sprechen. Diese Einrichtungen sollen ja all' das Unglück daß er die zwangsweise Zurückschaffung kontraktbrüchigen herbeiführen. Daß sich aber diese Herren auch an ihre eigene Gefindes in ein deutschnationales System bringt, die zwangs Bruft schlagen und ihr Gewissen zu Rathe ziehen möchten, in weise Burückschaffung fontrattbrüchigen Gesindes wohl noch wie weit sie selbst die Schuld an der Arbeiterwanderung aus dem allgemeinen Säckel bezahlt? Eine schöne Sozialtragen, das fällt ihnen wohl felten oder gar nicht ein. Und reform! doch ist eine der Hauptursachen des Arbeitermangels in den Verhältnissen zwischen dem Arbeiter Eine verschuldete Stadt. Aus Solingen schreibt und dem Arbeitgeber zu suchen. Abgesehen man uns: Die alte Schwertstadt Solingen wird ob ihres von der Lohn- und Wohnungsfrage giebt es hier gar viele Schulden- und Finanzwesens schwerlich beneidet werden. wunde Punkte, die wahrlich nicht danach angethan sind, den Kommen doch auf den Kopf der Bevölkerung nicht weniger Arbeiter feßhaft zu machen. Ich verweise nur auf die als 170 Mart Kommunalschulden, die sich noch Behandlung in religiöser Hinsicht, auf den politischen Zwang und die Beeinflussung und die oft inhumane Behand fortwährend steigern, ohne daß auch nur eine Andeutung Iung der ländlichen Arbeiter. Einer der wundesten Bunite gemacht wird, wie die Stadt aus ihrer Finanzklemme ist das vielfach beliebte Verfahren, wie sich einige Grundherren herauskommen soll. Die Gemeinde Solingen hat etwas ihrer verbrauchten Arbeitskräfte entledigen. Daß ein älterer mehr als 30 000 Einwohner, die an Zinsen für städtische Arbeiter auf einem Gute Anstellung findet, kommt überhaupt Schulden im Rechnungsjahre 1889/90 73 039,19., 1890/91 selten vor. Fast nur junge Kräfte, je jünger, desto besser, 210 340,38., 1891/92 230 068,85 m., und 1892/93 werden gesucht. Hat der Arbeiter sich eingewirthschaftet und ca. 300 000 bis 330 000 m. zu zahlen haben, wonach sich feine beste Kraft verbraucht, dann wird er nicht selten so also die Zinsenlast in 4 Jahren mehr als verviers lange chikanirt, bis er die Geduld verliert und geht. Er findet dann vielleicht noch auf dem zweiten, dritten und facht hat. Dabei läßt die Uebersicht in dem Solinger vierten Gute Anstellung, doch dauert dieselbe nie so lange, Etat sehr viel zu wünschen übrig, so daß die Nichtrentadaß er dort heimathsberechtigt werden könnte. Durch das bilität verschiedener städtischer Anstalten nur auf Um" wurde aber dadurch nur um so fühner, oder, wenn man und inzwischen wird sich Freund Frank schon selbst will: frecher. zu helfen wissen. Er ist der Mann dazu." Wiederum saß Lange im neuen Lokale des Volks- Aber, nicht wahr, Sie sorgen dafür, daß er wieder blatt" und überdachte die gegenwärtige Situation, die er frei kommt?" nichts weniger als erfreulich nennen konnte. Die plötzliche Was von mir aus geschehen kann, wird geschehen, Unterbrechung des Verkehrs mit dem Volke lastete auf seiner darauf können Sie sich verlassen. Zunächst werden wir Seele; bei jedem Artikel fragte er sich, ob er offen der Re- Raution anbieten." gierung den Fehdehandschuh hinwerfen und dadurch die Das wird nicht viel helfen, denn die Leute sind zu unterdrückung der Zeitung herbeiführen, oder aber zu retten böse. Aber frei müssen Sie ihn machen, wenn's nicht anders versuchen sollte, was etwa noch zu retten. Eine letzte We- geht, mit Gewalt. Der arme Frank!" sprechung mit Frank schien ihm hierzu unerläßlich. Aber einstweilen noch bis zur völligen Abwickelung der juristischen Frank blieb über die Gebühr aus, und selbst Habicht, der Geschäfte des Dr. Raffmaus dessen Expedition zu leiten hatte, blieb diesmal aus. Mit der Aufhebung dieser Versammlung begnügte sich indessen Raffmaus nicht, er wollte etwaigen Wiederholungen ein für allemal vorbeugen und erließ deshalb eine Ministerialverordnung, durch welche alle Sicherheitsbehörden des Landes angewiesen wurden, in Ansehung der durch einige Demagogen bewirkten Aufregung im Lande, Volksversammlungen bis auf Weiteres nicht mehr zu. gestatten. Die Konservativen in der Kammer protestirten Und während Lange nun noch in seinen Entschlüssen zwar entschieden gegen diesen verfassungswidrigen zwischen zeitweiligem Abwarten und entschiedenem Wagen Eingriff in das Vereinsrecht, aber die liberale schwankte, tam mit einem Male Fräulein Musselich athemlos Majorität ging über einen über einen darauf bezüglichen An- hereingelaufen und rief: trag mit Majorität zur Tagesordnung über. Bei der betreffenden Abstimmung war übrigens von verschiedenen sind Seiten der auffällige Umstand notirt worden, daß ein kleiner Bruchtheil der konservativen Fraktion sich der Abgabe der Etimme enthalten hatte, und als man einen dieser Herren darüber interpellirte, erklärte derfelbe achselzuckend:" Was wollen Sie, meine Herren, der Dr. Raffmans arbeitet uns vor, wenn er am Ende des jetzt eingeschlagenen Weges an gelangt ist, werden wir als die Liberalen erscheinen." Ach, Herr Doktor, denken Sie sich, das Unglück! wir Alle verloren." Sie würden also selbst der Gewalt das Wort reden?" beiter werden doch meinen Frank nicht im Stiche lassen?" Wenn nichts Anderes helfen sollte, allemal! Die Ar Seien Sie gewiß: wir werden Alles thun, was in unseren Kräften steht." " Ja, thun Sie das; thun Sie noch mehr. Sie waren doch immer sein bester Freund. Nicht wahr, lieber Herr Dottor, Sie lassen ihn nicht in der Tinte fizen?" Wofür halten Sie uns? wenn's halbwegs geht, schreiben wir ihn heraus; wenn das nicht hilft, greifen wir zu stärkeren Mitteln. Wir werden Ihnen, so schnell es geht, Nachricht zukommen lassen." " Ja, lassen Sie mir Nachricht zukommen, denn ich werde feine ruhige Minute haben. Du mein lieber Gott, wer hätte das gedacht. Meinen Sie, daß es etwas helfen könnte, wenn ich selbst zu diesem schrecklichen Raffmaus hinginge?" " Davon muß ich ganz entschieden abrathen. Frank würde ihnen das gewiß sehr verübeln." " Ich glaube gar", erwiderte Lange lächelnd. Denken Sie doch nur, Frank ist verhaftet worden." " Nicht möglich; haben Sie zuverlässige Nachricht?" " Ja, ja, denken Sie, der Unglücksmensch; er wollte mich heute früh zum Markte begleiten und kommt nicht. Ich habe keine Ruhe und gehe von dem Markte nach seiner Wohnung, in die ich das Mädchen schicke. Da hören wir Die Auflösung jener Versammlung war übrigens nur das ganze Unglück. Aus dem Bette heraus ist er arretirt ein Vorläufer der weiteren Maßregeln, welche Raffmans worden. Wie schrecklich!" Nun, dann will ich es beileibe nicht thun. Nein, nunmehr zu ergreifen für nöthig fand. Er erklärte, zur Mein, wer das gedacht hätte! Man kann ihm doch wohl Ueberzeugung gekommen zu sein, daß ein vollständiges Kom-" Ja, das frage ich Sie! Es wundert mich zwar nicht, aber Nichts thun?" plot behufs Umsturz der rechtmäßigen Regierung vorhanden denn er war immer so tollkühn. Aber denken Sie nur:„ Dem Frank? dem können sie höchstens leid thun." und infolge dessen Ausnahmemaßregeln geboten seien. Die aus dem Bette heraus! Das übersteigt doch Alles! Mir Nun gut; da will ich mich einstweilen gedulden. Die geheimen Polizeier nisteten sich in allen öffentlichen Lokalen knicken ordentlich die Kniee zusammen. Ach, Herr Doktor, Mutter wartet auf mich, sie wird in Angst sein, denn sie ein und verhafteten Alle, welche durch energische Kritit ihre können Sie denn da nichts thun?" ist ja jeht ganz verlassen. Ich gehe; aber, Herr Doktor, Mißbilligung über das Ministerium ausdrückten. Augenblicklich ist da weiter nichts zu thun; und so lassen Sie meinen Fraut nicht außer Augen und geben Sie Alsbald bemächtigte sich ein Gefühl der Unsicherheit schlimm müssen Sie sich das nicht ausmalen. Ich werde mir bald gute Nachricht. Ich bin ganz troftlos." selbst der liberalen Kreise; Raffmaus verlor an Boden, anfragen lassen, was der Grund zu dieser Maßregel, Unter Thränen ging das Mädchen fort. Aber warum?" 獎金 Kollegium ein Ende bereitet wird. Gestern Abend hielten 500 Anarchisten eine Versammlung auf. Es ist hoffentlich keine besonders fühne Prophezeiung, wenn ab, in der die Fortsetzung der Dynamitanschläge beschloffen man meint, die gegen das Vorgehen des Polizeikommissars er wurde. Die Versammlung trennte sich mit dem Rufe: Hoch hobene Beschwerde müsse unbedingt Erfolg haben, denn es handelt Ravachol!" Die Polizei ließ die Versammlung sich bei der ganzen Sache allerdings um Sozialdemokraten, aber rubig gewähren. das Sozialistengefeß ist doch sozusagen schon seit 1890 aufgehoben und mit dem Vereinsgesetz deckt sich das Verfahren des Polizeitommissars, soweit uns darüber berichtet wurde, nicht im mindesten. Wie viel der Spaß wohl gekostet hat? wegen ermittelt werden kann. Ein hiesiger Mefferfabrikant und früherer Stadtverordneter hat jezt den Schleier, in den der städtische Etat gehüllt ist, etwas gelüftet, wodurch er sich den Zorn unseres Stadtoberhauptes und unserer freisinnigen und nationalliberalen Stadtväter redlich verdient hat. Die städtischen Arbeiten werden hier meistens nicht einmal öffentlich ausgeschrieben, sondern den- Irrenhaus oder Polizeibureau. In der Londoner jenigen gesinnungstüchtigen Unternehmern übergeben, die Autonomie" heißt es zur Vertheidigung der Ravachol man für würdig genug hält. Es ist Aufgabe der Sozial- Taktik wörtlich:" Wenn von den Revolutionären überall Leipzig. Richard Fischer aus Berlin referirte hier in demokratie, bei den nächsten Wahlen dafür Sorge zu tragen, so vorgegangen wird wie in Paris, d. h. wenn die ganze zwei Bersammlungen. In Voltmarsdorf( Thüringer Hof") daß der bisherigen Gemüthlichkeit im Stadtverordneten obere Gippschaft in die Flucht getrieben würde, dann könnte sprach er über„ Sozialismus und Anarchismus". Nach dem mit das bestehende Ausbeutungssystem ohne viel Blutvergießen großem Beifall aufgenommenen Vortrage nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an: Die heutige Volksversammlung spricht sich mit dem Reder Zeit, wenigstens in Europa: Verschuldung der Staaten, und von deren Palästen, Fabriken, Lager- anarchistische Mache aus; sie brandmarkt in derselben das BeVerschuldung der Gemeinden, Verschuldung der Menschen, streben des Bürgerthums und dessen Werkzeuge, der proletarischen Alles verschuldet, was überhaupt noch in der glücklichen häusern Besiz zu ergreifen. U. f. w." Das erinnert an den tapferen Philister Heinzen, der klassenbewußten Arbeiterbewegung Hindernisse in den Weg zu Lage ist, Schulden machen zu können. Ueber die Gemeinde- 1848 vermittelst fürchterlicher Stinkbomben die Feinde alle werfen. Die Versammlung drückt weiter ihren festen Willen verschuldung in Bayern lesen wir im„ Vaterland": zum Ausreißen bringen wollte, und es entspricht der Logik dahin aus, fich durch keine politischen Schelmenstreiche, von wem jenes weisen Sages:„ Wenn der Himmel einfällt, find alle fultat verfolgten Wege der Agitation und Aufklärung der Massen fie auch ausgehen mögen, von dem bisherigen, mit gutem Re Spatzen gefangen." und wo find die Paläste, Fabriken und abbringen zu lassen und unbekümmert um alle Anfeindungen bas Waarenlager, von welchen die Anarchisten in Paris Wert der Befreiung des Proletariats fortzusetzen." Besit ergriffen" haben? Gemeindeverschuldung. Verschuldung ist die Signatur gestürzt werden; denn, ist das ganze Gesindel ausgeriffen, so haben die Arbeiter nur hinzugehen ferenten gegen die von der Bourgeoisie systematisch großgepäppelte . Die Gemeindeschulden in Bayern. Im Jahre 1836/37 betrugen die Schulden der unmittelbaren Städte: 10 181 004 M., der Landgemeinden 13 778 165 M.; im Ganzen 23 919 169 Im Jahre 1889 dagegen die unmittelbaren Städte: 124 460 839 Mark, die Landgemeinden 47 830 503. 9.; im Ganzen 172 291 337. Schulden. Von 1853 an beginnt jedoch für die Städte eine Periode raschen Wachsthums ihrer Schulden bis auf die Gegenwart, die nur durch zwei Jahre einer kleinen Minderung der Schulden 1861 und 1870 unterbrochen wird. Eine ähnliche Steigerung der Schulden tritt zwar vom Jahre 1861 als definitive auch bei den Landgemeinden ein; allein es bleibt dieselbe sowohl quantitativ al qualitativ beträchtlich hinter der der Städte zurück. Nach Regierungsbezirken ausgeschieden, vertheilt sich der Schuldenstand am Schlusse der Jahre 1888 und 1889 wie folgt: Cube 1889: Oberbayern Niederbayern 0 Pfalz. Oberpfalz. Oberfraufen Mittelfranken Unterfranken. Schwaben. 62 335 366 M. 7 908 936 . Ende 1888: 60 558 166 n. 7 334 752 " 群 11 342 921 12 229 922 " " 8 660 431 10 977 952 " " 11 952 519 13 960 150 " " 23 171 755 24 713 670 " 20 385 678 9 20 680 364 W " " 19 015 324 19 484 977 Auf den Kopf der Bevölkerung trifft für den Beginn des Jahres 1889 ein Antheil von 29 M. 52 Pf. an den Schulden, welcher Antheil sich bis Ende 1889 auf 31 M. 16 Bf. steigerte. Gs trifft am Schlusse der beiden Jahre 1888 und 1889 die größte Belastung mit 58 M. 25 Pf. bezw. 59 M. 33 Pf. auf einen Einwohner in Oberbayern, die geringste mit 10 M. 96 Pf. bezw. mit 11 M. 80 Pf. in Niederbayern; faßt man jedoch die Steigerung der Belastung während des Jahres 1889 ins Auge, ſo iſt dieſe in der Oberpfalz weitaus die bedeutendste mit 4 M. 19 Pf. für den Kopf. Gegen die 170 M. auf den Kopf eines Solingers ist das allerdings noch nicht viel, aber doch viel, ja Alles zu viel. Und wenn es so fortgeht, werden auch die Solinger bald eingeholt sein. In Connewitz( Goldene Krone") besprach Fischer die politische Lage. Als er auf die vielerwähnte Ansprache des Der Durhamer Streik. Die streikenden Bergleute Raisers an die Potsdamer Retruten zu sprechen kam, lernte er haben eine fünfte Urabstimmung vorgenommen über die die sächsische Urgemüthlichkeit" fennen. Der überwachende Frage, ob sie beim Streit verharren oder sich den Be- Beamte entzog ihm das Wort und löste gleich darauf die Verdingungen der Grubenbesißer unterwerfen sollen. Sie haben fammlung auf. Bemerkt sei, daß das Barometer für Polizeis mit einer Mehrheit von Bierfünfteln beschlossen, unter allen maßnahmen, die Leipziger Zeitung", in dem Bericht über die Umständen auszuhalten. No surrender! Rein sich ergeben! Boltmarsdorfer Versammlung bereits" Gewitter" für die Conne wizer Versammlung angezeigt hatte. Der schlecht verhehlte ist die Losung. Merger über die trefflichen Ausführungen Fischer's, der den zwischen ,, Sozialismus" und" Anarchismus" bestehenden Gegensah genau präzisirte, paßten wohl dem Regierungsorgan ganz und gar nicht in den Kram und so schlug auch das durch den Bericht angezeigte Gewitter" ein. Ehre den Tapfern! Nachdem Obiges geschrieben war, erfahren wir, daß der Bischof von Durham, der seine Vermittelung angeboten hat, morgen Mittwoch eine Konferenz mit den Grubenbesitzern haben wird. Wir erhalten ferner folgendes Telegramm aus Köln: Der Kölnischen Volkszeitung" zufolge beschlossen zwar die Durhamer Kohlenarbeiter den Streit fortzusetzen, die Cumberlander dagegen nahmen das proponirte Schiedsgericht an und werden demnächst die Arbeit wieder aufnehmen. Das ist unverständlich, denn die Durhamer haben sich längst für ein Schiedsgericht ausgesprochen, das aber von den Grubenbesitzern verworfen ward. Parteinachrichten. In Radolfszell halten die Parteigenossen aus dem Wahlreise Konstanz- Radolfzell- Ueberlingen am Pfingstmontag eine Stefansplatz 33, zu richten. Konferenz ab. Anmeldungen sind an August Krohn, Konstanz, " Beit. In einer start besuchten Bersammlung des Arbeiter Bildungsvereins sprach am Montag, den 23. Mai, Abends, im Saale der Zentralhalle Herr Ad. Sandheim aus Gera über Populäre Darstellung der philosophischen Jdee in Goethe's Faust". Der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag bewies das Verständniß und rege Interesse, welche die Arbeiterschaft auch solchen Themen entgegenbringt. Polizeiliches, Gerichtliches c. Der Redakteur der Brandenburger Beitung", Ewald, hatte gegen das Urtheil der Straftammer, welche gegen ihn am 12. April wegen Majestätsbeleidigung eine Strafe von 4 Monaten Gefängniß aussprach, bereits am 13. April Revision eingelegt. Die Begründung der Revision muß spätestens innerhalb einer Woche nach Zustellung des Erkenntnisses eingereicht sein; wenn Dies geschehen, kann das Urtheil bis zum Entscheid über die Revision nicht vollstreckt werden. Das Erkenntniß nun wurde dem Bertheidiger Ewald's, Rechtsanwalt Freudenthal, am 4. Mai zugestellt, worauf derselbe am 9. Mai die Begründung der Revision an das Brandenburger Landgericht absandte, welches dieselbe an das Potsdamer Landgericht weitergeben mußte. TroyDer Parteitag der Sozialdemokraten Bayerns wird dem erhielt Ewald am 28. Mai ein Schreiben des Potsdamer Frivole Streiks. Wir sagten neulich und haben am 26. Juni Vormittags 9 Uhr im Schrödel- Saal( früher Heil- Staatsanwalts, worin ihm dieser mittheilte, daß er seine Strafe es schon öfters gesagt, daß die Sozialdemokratie niemals meiersche Brauerei) in Regensburg( Reinhausen) eröffnet. spätestens am 1. Juni in Plögensee anzutreten habe, und das Streits provozirt habe. Hiergegen führt nun die National- Die Tagesordnung lautet: 1. Die Thätigkeit des bayerischen Potsdamer Landgericht benachrichtigte ihn, daß keine Begründung liberale Rorrespondenz" eine Aeußerung Bebel's über Landtages und die Wahlen zu demselben im Jahre 1893( Re- der Revision bei ihm eingegangen wäre. Nachträglich hat sich frivole Streits" ins Feld, die ohne Berücksichtigung der ferenten: G. v. Vollmar- München und G. Löwenstein- Nürnberg); die lettere aber noch in Potsdam vorgefunden. Verhältnisse begonnen worden seien. Aber hat Bebel denn 2. Agitation und Organisation( Neferenten: G. Dertel- Nürnberg gefaat, die Sozialdemokratie habe jene frivolen Streits" provozirt? Beweist nicht gerade diese seine Be merkung, daß er ganz mit uns übereinstimmt? So absolut finnlos polemifiren unsere Gegner, wenn sie anständig" sein wollen! und Ed. Schmid- München). Solidarität. Der Verein Klopfholz" in Leipzig, ein alter Bergnügungsverein der dortigen Buchdrucker, beschloß in seiner Generalversammlung einstimmig, bei Veranstaltung von Vergnügungen fünftig nur solche Lokale zu benußen, in welchen die Arbeiterpartei die gleiche Behandlung erfährt, wie sie anderen Parteien zu Theil wird. In Düsseldorf ist nunmehr auch der Verleger der„ Niederrheinischen Voltstribüne" prozessual ins Verhör genommen worden wegen der wortgetreuen Uebersehung der Marseillaise, welche in der Neuen Welt", die dem genannten Blatte beigelegt wird, enthalten war. W Wegen Aufreizung während des Streits wurden in Bochum die Buchdrucker W. Preuße und J. Schindel. de der aus Gelsenkirchen zu je 3 Tagen Gefängniß und in die Die italienische Krise. Stiefel muß sterben das Rosten verurtheilt. Hinsichtlich des wegen gleicher Ursache ans hat zwar der unglückliche Giolitti begriffen, allein wie soll geflagten Buchdruckers E. Schored aus Essen erfolgte Freis er sterben? Das ist die Frage, die noch schwieriger ist, Ein merkwürdiges Verfahren wendet, wie uns mitgetheilt fprechung. als die Hamlets.*) Eine neue Rammer läßt sich nicht wird, ein vor kurzer Zeit in Sorau( N.-L.) angestellter Polizei--In München Gladbach sollte Reichstags- Abgeord herbeiheren und für die Zeit der Auflösung, Neuwahl kommissar gegenüber Versammlungen an. Derselbe will nicht neter Moltenbuhr im Garten eines Restaurants sprechen, und Konftituirung der neuen Kammer ist Geld nöthig dulden, daß eine Versammlung von Männern und Frauen gleich da ein Saal nicht zu bekommen war. Die Polizeibehörde unter und dieses Geld, oder richtiger den nöthigen Kredit will die zeitig besucht ist. Gehört der Einberufer dem stärkeren" Ge- fagte jedoch die Versammlung wegen zu besorgender" Störung Rammer nicht bewilligen. Und da giebt es denn noch chlecht an, so weist der Kommissar die Angehörigen des schönen" der öffentlichen Ordnung und der Sicherheit des Verkehrs. Geschlechte aus der Versammlung, und ist die Bersammlung von In Augsburg wurde der Redakteur der BoltsKämpfe. So wird dem armen Kabinet Giolitti sogar das einer Dame einberufen, so müssen die Männer fürbaß ziehen. zeitung", Breder, wegen Beleidigung des Bäckermeisters Luh Sterben noch sauer gemacht. Dieselbe Geschichte passirte vorvorigen Sonntag. In einer von Frau zu 15 Tagen Gefängniß verurtheilt und diese Strafe sowie eine Stephan einberufenen Versammlung sollte unser Parteigenoffe früher gegen Breder ausgesprochene dreiwöchige Gefängnißftrafe u. Beyer aus Rottbus über das interessante Thema sprechen: in eine Gesammtstrafe von 1 Monat Gefängniß zusammenDie Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." gezogen. Der Kommissar verlangte die Entfernung der Männer und da Ein Telegramm aus Paris Polizeispäßchen. meldet d. d. 30. Mai: *) Sein oder Nichtsein ist die Frage. Lange ergriff die Feder; seine Gedanken wurden düsterer, seine Worte schärfer. Der Druckerbursche trat herein und überreichte ein Schreiben, welches der Vorstand der Druckerei zur Kenntnißnahme sendete. Das Schreiben kam aus dem Ministerium des Innern und lautete: Sie werden hiermit angewiesen, bei Vermeidung der Versiegelung Ihrer Druckerei, das Boltsblatt" von heute an nicht mehr zu drucken. Das Ministerium des Innern. Dr. Raffma u 3. Müller." In Fulda wurde Genosse S. Sprenger wegen die Vorsitzende sich dessen weigerte, so löste er die Versammlung Majestätsbeleidigung zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. und zwar bei Vermeidung der Entziehung der Konzession und polizeilicher Schließung des Lokals. Die Kgl. Polizeidirektion. Wurm. Grünlich." Fahren Sie bis zur polizeilichen Schließung fort, Ihr Geschäft in gewohnter Weise zu betreiben," mahnte Lange. " Das Uebrige wird sich dann finden." Die Gastwirthe verneigten sich, und Lange schrieb immer schneller an seinem Artifel. Endlich stellte sich auch Herr Mensch ein und legte seinerseits ein Schreiben auf das Pult, welches lautete: An den Direktor der Volksbank! " Ihr bis auf Widerruf genehmigtes Geschäft wird wegen Die letzteren Worte waren noch kaum gesprochen, als ein im Konsumverein beschäftigter junger Mann ins Zimmer stürzte und meldete, daß soeben auch Barth verhaftet worden sei. Ah, das ist zu start," rief Lange aufspringend, das nennt man schon: den Leuten mit der Faust ins Gesicht schlagen. Herr Mensch, ich muß Ihnen sagen, die Situation ist sehr ernst geworden und verlangt entschiedenes Handeln. Wirken Sie vor der Hand nach bester Ueberzeugung, wie wir es auch thun müssen, ohne sich um die Anderen zu fümmern. Wer aber übermorgen, am Sonntag, noch auf freiem Fuße ist, soll nach Bleichungen kommen, um gemeins schaftliche Schritte mit den Gesinnungsgenossen zu berathen. Schnelles Handeln thut noth; ich sehe aus Allem, daß das Ministerium einen entscheidenden Schritt zu thun gedenkt, wir müssen an Abwehr unsererseits denken, bevor man uns offenen Schreiben ein und legte Letzteres ſtillschweigend auf Lution, bemerkte Langenau, Dutchlejung Diefer Schrift. hier Heimathberechtigten hat man an die Zweitaufen fire Dieser Raffmaus treibt uns mit aller Gewalt zur Revo- die Arbeiter aus der Stadt schafft; denn selbst von den nach für " Sie werden doch hoffentlich in der gewohnten Weise fort- auswärtige Arbeiten engagirt, jedenfalls um unsere Wider wir bis zur Revolution kommen werden?" Das versteht sich von selbst. Und glauben Sie, daß Aha!" rief der Philosoph,„ das giebt mir eine Idee. Melden Sie in der Druckerei, daß am Volksblatt" ruhig weiter gesetzt werden soll," erklärte Lange, und fuhr erkannter Gemeinschädlichkeit hiermit verboten. in seiner Arbeit weiter fort. Wenige Minuten später stellte sich Mandel mit einem das Pult des Redakteurs. Lange ergriff es und las: Dem Konsumverein Das Ministerium des Jnnern. Dr. Raffma u 3. Müller." fahren zu arbeiten?" standskraft zu schwächen." wird hiermit eröffnet, daß seine Geschäftslokale vom unter Also: Sonntag Nachmittag in Bleichungen? Auf Wieders zeichneten Ministerium als Zentralplag aller aufreizenden Ganz entschieden; denn diese Maßregeln find so uns sehen!" Unternehmungen in Arbeiterkreisen erachtet worden sind, erhörter Art, daß wir uns bereits in Ausnahmezuständen Die Hiobsposten mehrten sich. weshalb deren vorläufige Schließung im Interesse der befinden. Niemals ist es zu meiner Wahrnehmung bis Selbst die unschuldigen und harmlosen Produktivöffentlichen Ordnung und Sicherheit angeordnet werden jetzt gekommen, daß ein Ministerium solche Maßregeln und Genossenschaften der Schuhmacher, Schneider, Zigarrenmuß. Sie wollen behuss Vermeidung polizeilichen Ein- Mandate an die Betreffenden direkt gerichtet hätte, statt macher, Tischler und Schlosser wurden angewiesen, sofort schreitens hiervon Notiz nehmen. durch die Organe der Ortsbehörden. Wian steht aus Allem, ihre genossenschaftliche Organisationsform aufzugeben und daß das Ministerium große Eile hat; es nimmt sich nicht sich in eine Kommandit- Gesellschaft umzuwandeln, oder sich einmal die Mühe, sich besondere Bollmachten von der will- anfzulösen. Das Ministerium des Innern. Dr. Raffmaus. Müller. Man will uns unterdrücken," bemerkte Mandel. " Führen Sie nur ruhig die Geschäfte fort, bis man Ihnen das Lokal schließt," erklärte Lange und schrieb dann emfig weiter. lautende Schreiben vor: Wenige Minuten später erschienen die Wirthe der beiden Genoſſenſchafts- Gasthöfe und legten folgende gleich" Dem Gastwirth M. M.pl wird hiermit auferlegt, sein Lokal als Bersammlungsort fanatisch aufgeregter Menschen bis auf Weiteres zu schließen, fährigsten Kammer der Welt dekretiren zu lassen. Dieser Erlaß kam nicht einmal aus dem zuständigen Wissen Sie auch schon, daß unser Freund Frank verhaftet Handelsministerium, da Dr. Luz sich dessen geweigert hatte, worden ist?" sondern aus dem Departement des Junern. Nein, und weshalb?" Die Betroffenen protestirten und erklärten, einer Wer kann das wissen. Vielleicht zur Sicherung der Verbüßung von Strafen, die seiner infolge der gegen ihn solchen ungefeßlichen Weifung keine Folge leiſten zu wollen. ange strengten Prozesse warten. Aber das ist ja schon die nackte Gewalt?" Jufolge deffen rückten Polizeimannschaften in die Werks stätten, trieben die Arbeiter gewaltsam aus, schlossen das So ist es; die Sachen kommen genau so, wie sie zu Geschäft und ließen Wachtposten zurück. ( Fortsetzung folgt.) tommen hatten." Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 1. Juni. Opernhaus. Cavallerie rusticana. Schauspielhaus. Wohlthätige Frauen. Berliner Theater. Othello. Deutsches Theater. Nathan der Weise. Leffing- Theater. Grrlichter. Residenz- Theater. Firma Rondinot. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Ulanen. Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Bellealliance- Theater. Der Günst ling. Nordhäuser Getr.- Kümmel Inferm Rachelbruder, Frik Schafer Neue Welt, Hasenhaide Nr. 36-37. Get- Kumm zu seinem 31. Wiegenfeste cin donnerndes Lebehoch. Mir gäben nichts! 360b Danksagung. Hiermit sage ich allen Denjenigen, welche bei der Beerdigung meines lieben, theuren Mannés, unseres guten Vaters, dem 3536 Maurerpolier Gottfried Oertelt die letzte Ehre erwiesen haben, sowie für die reiche Kranzspende von seinen Kollegen und Arbeitern, meinen tiefgefühltesten, innigsten Dank. Die trauernde Wittwe Luise Dertelt geb. Schulz. AF Danksagung. Meinen werthen Sangesbrüdern der „ Kreuzberger Harmonie" für die rege Sonntag, den 5. Juni( 1. Pfingst- Feiertag): Großes Früh- Konzert zum Besten der Arbeiter- Bildungsschule. Anfang 5 Uhr früh. Entree 20 Pfennig. Die Kaffeeküche ist von 5 1hr an geöffnet. Die Billets zum Früh- Konzert sind vorher in den mit rothen Plakaten belegten Handlungen und außerdem in folgenden Geschäften zu haben: Lausißerplaß und Lausigerstraßen- Ecke im Zigarrengeschäft; Kottbuferplatz bei Gottfried Schulz im Zigarrengeschäft; Jahnstraße 8 bei Kerkom im Zigarrengeschäft; Urbanstraße und Herrmannplatz- Ecke, Destillation Bum alten Spreewald." Achtung! 459/18 0 6 Liter 65 Pf 65 Franz Beyer, Chaussee- Str. 103. täglich frisch, Maitrank, Flache 60 Pf. Franz Beyer, Chanffeeftr. 103. Charlottenburg. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich das Weiß- und Bairisch- Bierlokal vom Genossen Voß, Krummestr. 19, in Vertretung neigten Zuspruch. Achtung! übernommen habe und bitte um ge Große Versammlung Theilnahme beim Begräbniß meiner für die aus den Kreisen Wittenberg, Schweinitz, Torgau und Braut den herzlichsten Dank. 361b Im Namen der Hinterbliebenen Mar Hofmann. Kroll's Theater. Der Waffen- Orts- Kranken- und Sterbekasse schmied. Ostend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Fernpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. der Böttcher Berlins. Dienstag, den 14. Juni, Ab. 81/2 Uhr, Liebenwerda in Berlin arbeitenden Genossen am Donnerstag, den 2. Juni ds. Js., Abends 8% Uhr, in den Armin- Hallen", Kommandantenstraße 20( Garten- Lokal). Tagesordnung: 1. Vortrag vom Stadtv. Genossen Otto Klein. 2. Stellungnahme zum Hallenser Parteitag für die Provinz Sachsen. 3. Statutenberathung und Vorstandswahl. 478/7 Gleichzeitig ersuche alle Genossen, die gewillt sind, Pfingsten Schriften in diese Kreise zu vertheilen, in dieser Versammlung zu erscheinen, oder dieWinter- Garten. Spezialitäten- Bor- Große Generalversammlung eben in meiner Wohnung, Solmsstr. 5, abholen zu wollen. ftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung Berl. Sommer- Theater ( Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg). Mittwoch, den 1. Juni: 1. Grosze Specialitäten- Vorstellung Mascini, Jongleur; Minnie Davies, Australian- Ladies, Quarbei Herrn Heise, Lichtenbergerstr. 21. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist höchst nothwendig. 865b Der Vorstand. Amor II. Dienstag, 7. Juni( 3. Pfingstfeiertag), bei Knebel, Badstr. 58: Theater, Konzert und Tanzkränzchen. 355b tett, Curt Ellis, Verwandlungs- Anfang 4 Uhr Nachm.- Beitrag 10 Pf. künstler; Gebr. Schwarz, Grotesk- Komiker; Miss Elvira, Trapezkünstlerin etc. 2. Die Sonntagsjäger, Posse in Sonntag, den 12. Juni: General fitung bei Knebel. Der Vorstand. 1 Akt von Kalisch und Moser. Achtung, Stockarbeiter und verw.Berufsgenossen Berlins. Am 2. Pfingstfeiertag findet eine 3. Zum siebenten Male: Der Kohlenprinz. Original- Possen- Pantomime mit Ballet in 6 Bildern von Rich. Anger. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 72 Uhr. Die Ueberdachung des Theaters bietet bei ungünst. Witterung Schutz für ca. 3000 Personen. Donnerstag: Grosse Vorstellung. Castan's Panoptikum. Grosse Ausstellung. Zahlreiche Novitäten. Partie nach Adlershof statt, wozu alle Kollegen, Genossen und Genoffinnen eingeladen sind. Treff punkt Schlesischer Bahnh. Vorm 91 Uhr. Für Nachzügler bei Wiedemann u. Manowšty. 138/18 Der Vorstand, Stroh- und Filzhut- Fabrik en Dennewitzstr. 1. gros. Ecke Steglikerstr. en detail. Damen- u. Kinderhüte garnirt und ungarnirt. Herren Strohhüte von 0,75 an. 99 Filzhüte von 2,50 an. Ha Erste Bezugsquelle. Der Vertrauensmann: Otto Gresse. Arbeiter- Bildungsschule Montag, den 6. Juni( 2. Pfingst- Feiertag): Gr. Ausflug nach Adlershof ( Restaurant Wiedemann& Manofski). Für Beluftigung aller Art ist gesorgt. Gesang- und Musikvereine, welche das Fest verschönern helfen wollen, sind willkommen. Abfahrt vom Schlesischen und Görliker Bahnhof. Um zahlreiche Theilnahme bittet 459/19 Der Vorstand. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: 18 1 Heft 18 der Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Kolporteure entgegen. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Porträts bewährter sozialistischer Führer( Lasalle, Mare u. a.) in Zigarrenspihen, Pfeifenköpfen, Shlipanadeln, 2501L Hermann Wernicke, Tischler. 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Mit der Berufskrankheit der Steinarbeiter beschäftigte hatte und händigte uns unsere Invalidenkarte aus. Geld aber sich die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Ge- gab's nicht, sondern wir erhielten nur Jeder einen Zettel, au Here Eugen Richter hat in der Person des verantwort- sundheitspflege in ihrer Montagssigung, der letzten vor dem unser verdienter Lohn verzeichnet stand. Damit schickte mar lichen Redakteurs feines Organs eine empfindliche Verurtheilung den Ferien. Den Vortrag hielt Dr. Theodor Sommerfeld, der uns wieder zum Schachtmeister nach Tegel, mit dem Bemerken, durch die VIII. Straffammer des Landgerichts I zu Berlin er als Vertrauensarzt mit dem Gewerbe der Steinmeße und Stein- daß dieser uns auszahlen solle. In Tegel 10 Minuten vor halten. Er selbst, der Ahlwardt der Freisinnigen, der sich von Bildhauer in nähere Berührung kommt. Es ist eine bekannte 12 Uhr angelangt, hörten wir vom Schachtmeister, daß er dem echten Ahlwardt nur dadurch unterscheidet, daß dieser doch Thatsache, daß Steinarbeiter lungenkrank werden. Die in den jetzt fein Geld befäße und wir gegen 6 Uhr Abends den Muth hat, für seine Behauptungen mit seiner Person einzu- Lungen vorgefundene Menge an Kieselstaub betrug bei Steinmeßen wiederkommen sollten. Als wir auch dieser Aufforderung stehen, blieb freilich gedeckt durch die Person des verantwort bis zu 3/2 Gramm. Bei jedem Menschen findet sich bis zu einem nachgefommen wurde uns wieder bedeutet, daß lichen" Redakteurs. Das gegenwärtig gedruckt vor uns liegende Gramm Kieselstaub, das aber wenig schadet. Erst wenn die noch kein Geld da wäre. Wir sollten am Donnerstag Erkenntniß der Straftammer läßt die Verurtheilung Richter's Quantität beträchtlicher wird und eine lange Zeit eingeathmet kommen. Das that ich nun natürlich nicht, sondern ich begab noch viel schärfer erscheinen, als aus dem Berichte über die Ge- wird, kommt es zu einer Erkrankung auf dieser Grundlage. mich am Löhnungstage( Sonnabend, den 2. April) nach der richtsverhandlung ersichtlich. Den gefährlichsten Staub liefert der Mählstein, der einen Arbeitsstätte, wo der Unternehmer Herr Göhrke, wohnhaft Als der Redakteur Paul Mary von der„ Bossischen Zeitung" so feinen, reizenden Staub abgiebt, daß die Arbeiter alle Charlottenburg, Knesebeckstr. 19, selbst auszahlte. Als ich an durch deren Chefredakteur Stephany wegen seines Judenthums der Lungenschwindsucht ausgesetzt sind. 40 pet. der Arbeiter die Reihe fam und das Geld vom Montag und Dienstag erentlassen wurde das Erkenntniß stellt ausdrücklich fest: starben in einer englischen Fabrik an Lungentuberkulose; das halten hatte, aber Entschädigung für die Versäumniß vom Jedenfalls ist der unmittelbare Grund seiner Durchschnittsalter der gestorbenen Arbeiter betrug nur 24 Jahre. Mittwoch für den heutigen Gang forderte, der Unternehmer, Entlassung nicht seine Unfähigkeit, sondern Die Marmorarbeiter sollen nach Sommerfeld's Meinung am flärte ich möchte mich an das sein jüdischer Glaube gewesen, da bezeichnete wenigsten leiden. In Italien, wo nur Marmor verarbeitet Bureau wenden, aber schriftlich und möchte aufsehen, was Herr Eugen Richter in einer Briefkasten- Notiz diese Thatsache wird, giebt es keine Berufskrankheit der Steinmeßen. Hiernach ich für die Versäumniß beanspruche, da würde die Sache dann als eine böswillige Erfindung" und erklärte, daß die Entlassung kommt an Gefährlichkeit der Granit und dann der Sandstein. geregelt werden. Dies that ich am 4. April und schrieb in des Mary wegen Unfähigkeit erfolgt sei. Eine berichtigende Zu- Der Sandstein ist bezüglich der Gefahr verschieden. Die Durch meinem Brief, daß ich die Versäumniß vom Mittwoch gemäß schrift des Herrn Herrn Mary wurde von Herrn Eugen schnittszahl der sächsischen Steinmeßen, die ausschließlich Sand- dem Tagelohn, wie mir dieser ausgezahlt war, mit 2 M. 50 Pf. Richter in der ihm eigenen ballonmüßigen Manier abgefertigt. stein bearbeiten, soll 47 Jahre alt sein. Doch ist das und den Gang am Sonnabend mit 25 Pf., in Summa 2 M. Herr Mary erhob hierauf gegen den verantwortlichen Redakteur sicher zu hoch gegriffen; man kommt bei genauer Rech- 75 Pf., zu berechnen habe. Als ich nun bis zum 8. April ge= auf nur 40 Ser Freifinnigen Zeitung", der die Person des Eugen Richter zu nung bis Wer 42 Jahre. mit dem wartet hatte, schrieb ich abermals. Heute noch warte ich auf decken hat, die Beleidigungsklage, und erzielte ein Urtheil, das er 15. Lebensjahre in die Steinmezenarbeit eintritt, muß sich darauf Antwort. Am 14. April ersuchte ich den Herrn Amtsvorsteher in in doppelter Weise als Erfolg betrachten fann. Es wirft ver- gefaßt machen, nach 20-21 Jahren an Lungenschwindsucht zu Tegel um Rath, wie ich mich in dieser Sache zu verhalten habe. nichtend auf den Verleger und den Chefredakteur der Bossischen sterben, während die Gesammtheit der übrigen Bevölkerung noch Derselbe meinte, er könne nichts dazu thun, da dies ZivilklageBeitung", die Herren Lessing und Stephany und versetzt der Eugen 41 Jahre fich des Lebens erfreut. Von 100 Steinmeßen sterben sache wäre. Ich sollte mich doch mal an den Abtheilungs- BauRichter'schen Taktik die gebührenden Ruthenstreiche. Stachdem das 3-4/ 3 Mal so viel, wie von der gesammten übrigen Bevölkerung. meister Herrn Lehmann in Tegel wenden. Dies that ich noch Erkenntniß im Resumé der Beweisaufnahme gegeben, zieht es 83 pet. erliegen der Lungenschwindsucht; in anderen Fabriken am selbigen Tage, worauf ich den Bescheid erhielt: Wenn sich folgende Schlüsse: find es 917/10 pt.; nach einer Statistit von Riesa starben sogar die Sache so verhält, dann werde ich schon dafür sorgen, daß Welche waren nun wohl die Gründe zu dieser plöß- 100 pCt. an Tuberkulose. Woran und wann erkranken nun die Sie zu Ihrem Gelde kommen. Seßen Sie mir das schriftlich lichen Kündigung? lebenden Steinmetzen gewöhnlich? Dr. Sommerfeld hat die auf und senden mir das ein. Ich setzte den Sachverhalt auf Der Zeuge Stephany behauptet, daß ihn zu der Berliner Steinmeßen daraufhin untersucht und Folgendes und zugleich auch Verfäumniß und Auslage, was sich natürlich nun Ründigung des Privatklägers lediglich dessen Unfähigkeit fonstatirt. Die Lehrlinge, 130 an Bahl, wurden gesondert be- um paar Pfennige vermehrt hatte( von 2,75 Mark Hierauf habe ich am 26. April veranlaßt und die mehrerwähnte Einreichung der Doublette rücksichtigt. Im Sommer pflegen 500, im Winter, wo die Unter- auf 3,20 Mart). unmittelbar seine Entlassung herbeigeführt habe. suchungen angestellt wurden, 340 Steinmetzen zu arbeiten. 240 wurden vom Abtheilungs- Baumeister Herrn Lehmann folgendes Antwort" Der Zeuge Stepany muß sich hier in untersucht. Ihr Durchschnittsalter betrug 29,2 Jahre. Sie standen schreiben erhalten: einem Irrthum befinden. Es wird dem Zeugen meist im Alter von 18-35 Jahren. Ein Theil der Steinmeßen, die Eisenbahn- Direktionsbezirk Berlin. J.-Nr. 672. unbedingt zu glauben sein, daß an den Leistungen des über 35 Jahre alt waren, hatte eine Arbeit, bei der sie den eigentPrivattlägers manches auszusehen war. Db er für die lichen Gefahren weniger ausgesetzt waren; andere hatten zehn Auf das Schreiben vom 15. b. M. theilen wir Ihnen mit, " Bossische Zeitung" ein fähiger oder unfähiger Redakteur war, Jahre lang gefeiert. Eine seltene Widerstandsfähigkeit beweist soll hier nicht untersucht werden. Es mag hier nur noch ein- ein Arbeiter, der 511/2 Jahre alt ist, trotzdem er seit über daß wir den Unternehmer Herrn Göhrke wiederholt aufgefordert mal darauf hingewiesen werden, daß der Privatkläger bei seinen 30 Jahren mit Sandstein, Marmor( 20 Jahre) und Granit be- haben, Ihren Ansprüchen, soweit dieselben berechtigt sind, RechKollegen allgemein als ein fähiger Mann galt und der schäftigt ist. Häufiger noch als die Lunge wird der Kehlkopf von nung zu tragen und müssen Ihnen überlassen, sich dieserhalb Beuge Stephany sich auch wiederholt lobend über ihn der Affektion ergriffen, und zwar in 72 pet.; nur ein Viertel nunmehr mit dem Genannten in Verbindung zu setzen. Lehmann." ausgesprochen hatte. Es wäre nun in der That nicht zu aller Steinmeßen verfügt demnach über einen normalen Kehlkopf. verstehen, wie der Zeuge Stephany dazu kommen sollte, Auch die Stein Bildhauer sind diesen Gefahren aus- Vielleicht wird nun durch Veröffentlichung des Vorstehenden einen solchen Mann, der über drei Jahre in der Re- gesetzt, nur durch die bessere Lebenslage sind sie etwas günstiger erreicht, daß sich der Bau- Unternehmer Herr Göhrke veranlaßt daktion thätig war, den er selbst für fähig gehalten und gestellt. Der traurige Beruf der Stemmegen verdient demnach fühlt, mir zu antworten. dazu ausersehen hatte, ihn zu vertreten, den er sogar fest unsere ganze Theilnahme und fordert dringend zu Maßnahmen Ein entlassener 2 Tage Arbeiter. gehalten hatte, als er seinerseits im November 1891 fün heraus. Personen mit nur schwachem Brustkorbe und die erbdigen wollte, wegen eines so geringfügigen Vergehens lich belasteten, d. h. die von lungenkranken Eltern stammen, Vom Streikkomitee der Rigdorfer Weber wird uns einer Doublette, das nach Aussage der vernommenen sollten sich von jenem Beruse überhaupt fernhalten, und gesunde mitgetheilt: Einige Webermeister, welche sich ein paar in Berlin Zeugen und der Sachverständigen in einer Redaktion nicht Leute dürften sich nicht vor dem 16. Jahre dem Berufe sehr selten vorkommt, plöglich zu entlassen, und es muß widmen. Alle diese Personen sollten erst und hier wäre eine wohnende Streifbrecher angeworben haben, lassen dieselben jeden daher, mögen auch unzureichende Leistungen des Privat gefeßliche Regelung nöthig- vom Arzte untersucht Morgen vom hiesigen Bahnhof mittelst Gendarmen abholen und flägers bei seiner Entlassung mitgesprochen haben, jeden werden, dessen Urtheil für die Berufswahl entscheidend sein desgleichen jeden Abend nach dem Bahnhof wieder zurück falls hauptsächlich noch ein anderer Grund gewesen sein, müßte. Wir stehen der Erledigung dieser Frage insofern näher, transportiren. Einem dieser Meister genügt die Sicherheit der der diefelbe herbeigeführt hat. Darüber geben die Zeugen als dem Bundesrath wegen der Glashutteur Sendarmen nicht, denn er schickt jeden Abend zwei seiner Söhne Dr. Levy und Schlenther Aufklärung. beiter schon eine ähnliche Forderung vorliegt. Das Gleiche im Alter von 15-16 Jahren mit. Diefen beiden Knaben, welche In Uebereinstimmung mit dem erwähnten Prinzip müßte aber auch für die Steinmetzen gelten. 8 Stunden Ardie Streifenden mit allerhand ungebührlichen Redensarten be hat sich Stephany den beiden Zeugen am 22. bezw. am beit, 8 Stunden Muße, 8 Stunden Schlaf fordert lästigen, folgte nun am vorigen Mittwoch ihr Vater mit noch 23. Mai 1891 gegenüber dahin ausgesprochen, daß mit der praktische Amerikaner, und die gleiche Forderung dürfte auch einem seiner Kollegen, sowie zwei Gefellen, welche als Raufbolde Rücksicht auf die Wichtigkeit der inneren Politik er zu der praktische Arzt zu stellen haben. In Wirklichkeit liegt schon von früher bekannt sind. Am Bahnhof rief der Meister sie sollten sich doch einmal seinem Stellvertreter fortan nur Denjenigen nehmen könne, die Sache so, daß die Meisten 10-11 Stunden arbeiten, in den beiden Gesellen zu, von den anwesenden Streifenden vornehmen. Um welcher innerhalb der Redaktion die innere Politik bearbeite, Münch eberg fogar 12 Stunden. Der Alkohol spielt 5-6 gingen Lettere in ein daß daher dieser Posten nur mit einem Christen besetzt gleichfalls eine schädliche Rolle; nur 25 pet. find Nichttrinker; einen Konflikt zu vermeiden, werden könne und folglicher Weise der Privatkläger, da die übrigen genießen Schnaps und Bier. Das Verderblichste ist hinter der Bahn befindliches Lokal; die oben erwähnten beiden er gegenwärtig diesen Posten inne habe, als Jude gehen und bleibt aber der Staub. Das Hauptziel bildet daher, Gesellen, sowie die Webermeister folgten ihnen und belästigten sie müffe. das Eindringen von Staub in die Lungen mit Spigreden. Auf dem Rückivege entspann sich dann eine E3 mag dem Zeugen Stephany geglaubt werden, daß zu vermeiden. Das kann auf verschiedenem Wege Schlägerei, wobei sich die beiden Besellen sofort ihrer Messer wenn der Privattläger fähiger gewesen wäre, er ihn auf geschehen. Bunächst ist das Material regelmäßig zu bedienten; die Webermeister schlugen mit Gummischläuchen drein. einen anderen Posten gesezt hätte. Jedenfalls ist der befeuchten, dann fällt der schwere Staub zu Boden. Ferner Mehrere Streifenden erhielten Wunden, so daß sie bluteten. Sie unmittelbare Grund seiner Entlassung nicht seine Unfähig- tönnte durch Ventilationsvorrichtungen der Staub wurden arretirt; die Messerhelden entließ man am Abend und keit, sondern sein jüdischer Glaube gewesen. Darauf, daß entfernt werden; allerdings ist das nur in luftigen Arbeiterbuden, die Gummifchlauch- Helden konnten in ihrer Bequemlichkeit daheim die Unfähigkeit nicht der richtige Grund der Entlassung nicht in geschlossenen Räumen augängig. Am zweckmäßigsten ist schlafen.gewesen ist, deutet übrigens auch der Umstand hin, daß eine Schuhvorrichtung vor Nase und Mund, um den Wenn man in den Kreisen der Rigdorfer Webermeister schon fich der Zeuge Stephann doch gescheut hat, diesen Grund Staub von den Ginathmungspforten fernzuhalten. Dazu dienen zu Gewaltmitteln greift, dann müssen die Aussichten der bekannt werden zu lassen; denn er hat den Privatkläger die Respiratoren, die von Loeb, Fehrbelliner- Streikenden auf den Sieg die besten sein. Das ist denn auch darum ersucht, er solle doch lieber überall verbreiten, daß straße, hergestellt werden. Diese sind zweckentsprechend, leicht nach den Berichten der Arbeiter der Fall. Schlimm genug ist er feinerseits gekündigt habe. und billig. Sie bestehen aus einem Mund- und Nasentheil und es übrigens, daß die Webermeister, die doch wohl zum Theil " Hiernach ist als erwiesen anzusehen, daß dem Privat einem beweglichen Verbindungsstücke zwischen beiden. Die Luft felber feine reichen Leute sind, keinen andern Ausweg fanden, als die in den Briefkastennotizen enthaltenen Be Zeit schon in Gebrauch, und die Arbeiter sind darüber einig, dann fann er gewiß sein, daß nicht er, sondern sein tapitaltläger nicht wegen Unfähigkeit gekündigt worden ist; wird durch Wattebäusche filtrirt. Der Apparat ist seit einiger es auf einen Streit ankommen zu lassen. Das war so thöricht wie möglich, denn wenn der Kleinmeister solches unternimmt, hauptungen sind also nicht erweislich wahr. daß von den Respiratoren bisher feiner so bequem war wie Der einem Redakteur gemachte Vorwurf, daß ihm dieser. Die Einführung solcher Respiratoren sollte eine obliga- träftigerer Konkurrent den Nutzen davon hat. wegen Unfähigkeit gekündigt sei, enthält in allen torische, vom Staate geforderte werden. Dem Vortrage wurde Fällen, insbesondere aber für einen Mann von dem reicher Beifall von der Gesellschaft zu Theil, die sich an der Bildungsgrade des Privatflägers, eine schwere Ehren- Diskussion lebhaft betheiligte. tränkung, und daß dieser Vorwurf sehr wohl geeignet ist, : Aus der Bahnbeamtenwelt. Endlich, am letzten Sonntage im Mai ist der Güterverkehr für Sonntags eingestellt, es haben die Beamten in den Güterspeichern, überhaupt im Güterden Privatkläger im Kreise seiner Berufsgenossen und in Aus Tegel wird uns von einem beim Bau der neuen verkehr, jetzt ihre wöchentliche 24stündige Ruhepause. Befremdend der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, das tann nicht Bahnstrecke( Schönholz Gremmen) beschäftigt gewesenen Arbeiter jedoch ist, daß die vom Ministerium bewilligte Stellenzulage den zweifelhaft sein, um so weniger, als es auch von einer geschrieben: Bufolge einer Beitungsnotiz, welche wörtlich lautet: betreffenden Beamten der Niederschlesisch- Märkischen Bahn immer niedrigen Gesinnung und Pflichtwidrigkeit des Privat- Neubaustrecke Schönholz- Gremmen. Mit dem Bau der Strecke noch nicht eingehändigt wurde, während den Beamten der DitIlägers zeugen würde, wenn er für einen Posten, zu dessen geht Herr Unternehmer Göhrke energisch vor und werden die Bahn dieselbe schon seit zirka 6 Wochen ausbezahlt worden ist. Bekleidung er unfähig gewesen wäre, über drei Jahre lang Arbeiten in Schönholz ebenfalls bald in Angriff genommen, Sollte wohl der diesbezügliche Beamtenapparat hier nicht richtig Bezahlung angenommen hätte." Arbeiter bekommen also dauernde und lohnende Beschäftigung. funktioniren? Tem Herrn Eugen Richter aber giebt die Erkenntniß eine Leider ist zu beklagen, daß ein großer Theil der hiesigen Arbeiter Bei den Vorwahlen für den studentischen Ausschuß weitere Lehre. Der für Herrn Richter verantwortliche An- nur bis zur Löhnung bei den Arbeiten aushält und alsdann ver- find durch 650 Studenten 18 Stimmführer beglaubigt worden, geklagte hatte den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuch für sich schwindet. Dem Unternehmer ist es keineswegs zu verdenken, die zwei verschiedene Namenliſten für die zu wählenden Aus. Er will in Wahrnehmung berechtigter wenn ständige Arbeiter fich von auswärts kommen in Anspruch genommen. zufolge dieser Notiz habe auch ich am Montag, den nimint nach dem Verlaufe der erstmaligen Vorwahlen an, daß schußmitglieder und Ersatzmänner überreicht haben. Der Rektor Interessen gehandelt haben, indem er die freisinnige Preise vor läßt!" dem Vorwurf antisemitischer Tendenzen schüßte. Dem Herrn 28. März, wo dieſe Strecke nach dem Frost wieder in Angriff der Umfang der Wahlbetheiligung noch nicht als endgültig zu beEugen Richter ist in dem Erkenntniß deutlich genug zu verstehen genommen wurde im vorgenannten Orte wegen Arbeit an- trachten ist, und hat bestimmt, daß bis zum 20. Juni noch weitere Jeiner Bartei over vielmehr seiner persönlichen Geltung durch 28. und Dienstag, ben 20. März gearbeitet. Als ich Mittwoch stehenden) und Ausschuß- Wahllisten angenommen werden sollen. gegeben, daß seine Manier der Wahrnehmung der Interessen gesprochen und solche erhalten, und habe dann am Montag, den Beglaubigungen von Stimmführern( außer den 13 schon festAnwendung der gemeinsten und heimtückischsten Strauchritter- morgens 6 Uhr wie gewöhnlich auf der Arbeitsstätte erschienen mittel feinerlei Berechtigung habe. " war, wurde beim Namenverlesen mir und noch 5 anderen ArDer bekannte Antisemitenführer Vodeck wurde in der Herrn Mary war es eine zu große Genugthuung, den un- beitern mitgetheilt, daß wir aufhören sollten. Als ich nun den am Freitag abgehaltenen Mitgliederversammlung der antinicht Abends vorher gewußt hätte, man als daß er Gelüfte nach einer besonders scharfen Strafe des für das hätte Die Gründe dieser Maßregelung liegen, wie die„ Berl. 3tg." nicht erst hierher fommen brauchen Gagen Richter Berantwortlichen" hätte tragen sollen. Und so dann ( wir hört, auf finanziellem Gebiete. ist denn gegen diesen nur auf eine Geldstrafe erkannt worden und waren 2 von Berlin, 1 von Tegel, 1 von Lübars, 1 von Zengen gesucht! Diejenigen Genossen, welche der Verzwar, wie der Gerichtshof ausdrücklich es ausspricht: mit Reinickendorf, 1 von Dalldorf), und als wir fragten, weshalb Rücksicht darauf, daß der Privattläger ertiärt wir entlassen seien, wurde uns gesagt: Wenn mir der Unter- haftung eines Mannes am Sonntag in Blößensee einer besonderen nehmer Leute hierher sendet, muß ich diese einstellen( es waren gelegentlich der Begleitung des Gen. Peus beigewohnt haben, hat, ihm liege nichts an empfindlichen Bestrafung des Angeklagten trop dies Leute aus Westpreußen). Nun, geht nach dem Bureau in werden dringend gebeten, ihre Adresse au Schuhmacher Reinickendorf, Fischerstr. 24-1/ 2 Stunde von der Arbeitsstätte Miecznikowski, Bergstr. 59a, 4 Tr., gelangen zu lassen. Derder Schwere der Beleidigungen." Die Leser der„ Freisinnigen Zeitung" werden schwerlich von entfernt und holt Euch Euer Geld. Als wir daselbst gegen felbe foll angeblich eine beleidigende Aeußerung ausgestoßen diesem Erkenntniß etwas erfahren, es sei denn, daß es vorher 7 Uhr ankamen, wurde uns gesagt, wir sollten bis 8 Uhr haben. mit der Berleumdungs- und Verdächtigungsjauche Herrn Eugen warten dann komme der Unternehmer und wir könnten unser Wir warteten, warteten bis 1/412 Uhr, Gegen die Unteroffiziere, welche im Afrikanischen KonzertRichter's durchtränkt wäre. Um das Erkenntniß unverfälscht Geld erhalten. Man gab uns nun eine hause den bekannten Egzeß begingen, ist wie wir hören, Unterwiederzugeben, müßte Herr Richter ein ehrlicher Mann sein, aber Herr Göhrke fam nicht. Bescheinigung darüber, daß Jeder so und solange gearbeitet suchung angeordnet. und das wäre zu viel verlangt. " Klamottenburgen. Der Bauschwindel scheint seine schönsten| Aufwärterin gegenüber dem Hause Waterloo- Ufer 17 und ein theidiger mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft etwas ers Blüthen in Neu- Weißenfee zu treiben. Da draußen ist es schon Zimmermann von der Großbeeren- Brücke in den Landwehr- Kanal. zielen würde. Wie derselbe Bertheidiger zu dem Ausspruche vorgekommen, daß ein Neubau kurz vor der Vollendung in sich Beide wurden noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach kommen fonnte, Polfe habe nur den einen Fehler begangen, daß zusammenbricht und nur eine Wolfe von Staub und einen dem Krankenhause am Urban gebracht. Auf dem Güterbahn- er zu ehrlich gewesen, ist mir unbegreiflich, ich überlasse dies dem Haufen Trümmer zurückläßt. Da draußen ist auch das Dorado hose der Nordbahn gerieth eine mit Heu beladene Lowry an- Urtheile eines jeden anständigen Menschen innerhalb und außerjener Baumeister", welche die berüchtigten Klamottenburgen" fcheinend durch Selbstentzündung in Brand. Bei den vor dem halb dieses Saales. Ich halte den Angeklagten nach wie vor bauen. Das Material, welches zum Bau diefer angeblichen Eintreffen der Feuerwehr vorgenommenen Löschversuchen fiel der des Betruges für überführt, denn er hat eine Reihe Täuschungen Häufer benutzt wird, ist ein so jämmerliches, daß es Niemand Rangirmeister Fahle vom Wagen und erlitt außer einer Ver- begangen, um sich Vermögensvortheile zu verschaffen. 28under nehmen fann, wenn ein solches Kartenhaus in sich zu legung am Oberschenkel einen Bruch des Handgelenks, so daß fammenstürzt, noch ehe es richtig unter Dach und Fach gebracht seine Ueberführung nach dem Lazarus- Krankenhause erforderlich worden ist. Diese Baumeister" sind natürlich stets auf wurde. Außerdem fanden im Laufe des Tages sieben fleine der Suche nach einem Käufer für ihre Häuser und um Brände statt. einen solchen zu erwischen, wird das Aeußere des Hauses fo verputzt und so angestrichen, wie es die Frauenzimmer aus dem Prozeß Heinze mit ihrer Gefichts-, Façade" ebenfalls thun. An jenen Häusern ist alles sehr schön gegypst, da giebt's wunderbare Treppenaufgänge für Herrschaften" und noch wunderbarere Balkons mit Aussicht auf die staubigste Landstraße. Wie diese Balkons beschaffen sind, erhellt aus folgender Notiz: " B Man sieht, nicht nur der Magistrat von Posemuckel macht hin und wieder einen Schwupper, auch in der Haupt- und Residenzstadt Berlin pafsiren Dinge à la Mottenburg! Gerichts- Beifung. Die Plaidoyers im Prozek Polke. 35. Verhandlungstag, 30. Mai. ( Schluß.) vortrefflich berathen hat. 群 Rechtsanwalt Dr. Friedmann: Wenn der Herr Staatsanwalt gesagt hat, daß er irgend eine Behauptung, die ich auf gestellt, der gegentheiligen Beurtheilung jedes anständigen Mene schen in und außerhalb dieses Saales überlassen könne, so will ich zu seinen Gunsten annehmen, daß er damit feinen Gegensatz zwischen meiner Person und anständigen Leuten herstellen wollte, denn ich fann versichern, daß ich sonst doch verfuchen müßte, Rechenschaft dafür zu erlangen. Im Uebrigen war die Replit des Staatsanwalts teine Anflage, sondern eine Vertheidigung eine Vertheidigung seines Vorgehens, die Rollen sind also vertauscht worden. Der Rath, den der Angetlagte unzähligen Personen gegeben, war gut und ehrenhaft. Wenn ich sehe, wie der Staatsanwalt trotzdem und alledem unverrückbar an seiner offenbar falschen Ueberzeugung festhält, so würde ich das nicht blos Boreingenommenheit nennen fönnen weil es noch nach alledem liegt, was hier diese Verhandlung an greifbaren Beweisen des Gegentheils erbracht hat. Der Vorsitzende erklärt die letztere Bemerkung entschieden für unzulässig. Am Himmelfahrtstage stürzte der Balkon des Hauses Königs- Chaussee 45a in Neu- Weißensee ein. Kurz vor der Katastrophe haben die Inhaber der Wohnung noch darauf gesessen und vor dem Hause, gerade unter dem Nach dem Rechtsanwalt Dr. Staub nahm der dritte VerBalkon, standen mehrere Miether des Hauses. Allen Per- theidiger, Rechtsanwalt Munckel das Wort. Er führte aus fonen des Hauses gelang es, sich in Sicherheit zu bringen, Der Fülle interessanter Darlegungen werde ich schwerlich viel ehe der Balkon in allen seinen Theilen barst und herunter- hinzufügen können. Was hat denn eigentlich der Angeklagte geftürzte. than, woraus man ihm den Vorwurf des Betruges, der Untreue, Das muß ja ein Brachteɣemplar eines Ballons gewesen sein, des Vergehens gegen das Aktiengesetz machen will? Der Der Angeklagte erhält durch den Vorsitzenden nochmals der dem Hause und seinem Erbauer alle Ehre macht. Wenu in Angeklagte war Banfier und Vorsitzender des Aufsichtsrathes Gelegenheit, sich in längerem Vortrage über die Notizen zu den Naturgeschichten geschildert wird, wie lustig und duftig die einer Gesellschaft, die frank war und die er geheilt hat. Die äußern, in welchem er von dem„ inneren Werthe" gesprochen. Echwalben ihre Nester unter Dachrinnen und Dächern erbringen, Aktionäre, die früher nichts hatten, sind durch ihn zu Mitinhabern Jm Uebrigen verzichtet er aufs Wort. so sollte auch nicht vergessen werden, daß die Baumeister in an einer blühenden Gesellschaft geworden; die Gesellschaft ist in Der Borsigende schließt hierauf die Verhandlungen und Neu- Weißensee es den Schwalben theilweise, aber auch nur theil Flor gekommen und sie ist sogar 1891 in Flor geblieben, trok feht die Urtheils verkündigung auf Freitag weife abgeguckt haben. Sie benutzen zwar das gleiche Material, aller gegentheiligen Bemühungen. Der Angeklagte hat seine Waare 9 Uhr fest. aber nicht mit der Vorsicht der Schwalbe, die auf die Sicherheit gelobt, das ist wahr; sollte er sie etwa tadeln? Nun sagt man, ihres Baues bedacht ist, da sie selbst und ihre Jungen darin eine solche Thätigkeit eines Bankiers ist tadelnswerth und ver Die Genoffin Fräulein Wabuit war zu gestern vor die nisten, während viele Bau- Unternehmer" sich den Teufel um derblich, weil sie die Spiellust des Bublifumns anregt und be- siebente Strafkammer des Landgerichts I geladen, um sich wegen die Sicherheit kümmern, wenn sie ihren Schundbau nur mit fördert, und aus diesem Gedanken ist wohl auch die Vorunter Schmähung der christlichen Religion und wegen MajestätsProfit verkaufen können. juchung und die Anklage hervorgegangen. Es ist dies die beleidigung zu verantworten. Die Strafthaten sollen in öffentalte Geschichte von den schändlichen Bankiers als Ausbeutern lichen Versammlungen begangen sein. Die Angeklagte war nicht Ten Hundebesitzern ist großes Heil widerfahren. Der und den unschuldigen gerupsten Lämmern wie Märk, Müller- erschienen und mußte die Verhandlung deshalb vertagt werden. Magistrat hatte es böse mit ihnen gemeint, aber der Ober: Dany und Genossen. So lange die menschliche Natur existirt, Wenn diefelbe einen triftigen Grund für ihr unentschuldigtes präsident hat das drohende Ungewitter der Steuererhöhung noch wird es das Streben der Menschen immer sein, Werthe billig Ausbleiben nicht anzugeben vermag, so sollen energische Maßbis zum 1. Oktober hinausgeschoben. Der Magistrat läßt durch einzukaufen und theuer zu verfaufen. Das Publikum, welches regeln gegen sie zur Anwendung gebracht werden. feinen Preßoffiziofus verkünden, daß der Einführungstermin für mit den Zinsen der Konsols nicht auszukommen vermag, ist auf das neue Hundesteuer- Regulativ und die Erhöhung des Steuer- andere Papiere angewiesen, und es sucht natürlich lieber nad) Ein kleines Straßenbild aus Berlin bei Nacht" gelangte fatzes für jeden in Berlin gehaltenen Hund auf 20 M. bis folchen mit steigenden, als mit fallenden Kursen. Der Vorwurf, gestern zur Kenntniß der siebenten Strafkammer des Landum 1. Oftober hinausgeschoben werden muß. Die daß die Aufforderung, sich an Industriepapieren zu betheiligen, gerichts I. In der Nacht zum 9. Januar befanden sich zwei neunmal Weisen des Magistrats haben nämlich sehr voreilig ge- einem Fröhnen der Spiellust gleichkommt, ist unberechtigt, junge Kaufleute, die Gebrüder M., auf dem Nachhausewege, als handelt, indem fie Alles in die Wege geleitet hatten, um schon namentlich so lange der Staat noch zur Betheiligung an fie in der Elisabethstraße von einem ihnen entgegen fommenden am 1. April den Hundebesitzern die erhöhte Steuer abzuknöpfen. Botteriepapieren auffordert, deren Kurs zwischen O und Mann angerempelt wurden. Es tam zum Wortwechsel und zu Die Aufsichtsbehörde hat nämlich die in der Kabinets- Ordre von 600 000 schwankt. Was der Angeklagte an Thatsachen über die einer Schlägerei, wobei der Anstifter sich als ein derartiger ge= 1829 für die Einführung der Steuer vorgeschriebene a cht Dividende und den Kurs gesagt hat, ist richtig. Was in aller wandter Schläger erwies, daß er seine beiden Gegner arg zu wöchentliche Ankündigungsfrist auch für die Er Welt ist bei den Briefkasten- Notizen fingirt"? Wünscht der Herr richtete. Die Besiegten riefen nach dem Wächter. Der Nachthöhung des Steuerfages als unbedingt erforderlich erachtet. Staatsanwalt, daß in Zukunft alle Anfragen an die Beitungen wächter Joseph Wegener erschien, auf Verlangen der Gebrüder M. Diese Ankündigung acht Wochen vor dem 1. April hat aber der auch eine Antwort in deren Briefkasten erhalten müssen, so wird erklärte er den britten bei der Schlägerei Betheiligten für fiftirt. Magiftrat nicht erlaffen, er entschuldigt sich damit, daß ihm dies er ein neues Preßgesetz anstreben müssen. Auf dem Wege zur Wache erhielt der Sistirte von hinten nicht möglich gewesen sei, weil das Regulativ erst kurz vor dem Die lange Verhandlung hat zur Evidenz erwiesen, daß der einen Stoß. Der Wächter ersuchte ihn, auf der linken Seite 1. April die Zustimmung aller Instanzen erhalten habe. Haben denn die Juristen des Magistrats von der Rabinets- Angeklagte fein Publikum keineswegs im wüstem Spiel aus zu gehen, er habe dann auf der einen Seite die Häuser und auf ordre von 1829 feine Ahnung gehabt? Es scheint nicht so und gebeutet, sondern daß er es in richtige Bahnen gelenkt und es ber anderen Seite ihn, den Beamten, da sei er weniger leicht den Angriffen aus dem Gefolge, welches schon ansehnlich ange wäre das an sich ja fein großes Verbrechen. Der Magistrat hat Soll ich noch einmal von Hamscher sprechen? Dieser Zeuge schwollen war, ausgesetzt. Die Wache wurde dann auch ohne aber unbedingt voreilig gehandelt als er Alles vorbereitet hatte, verdient flaffisch genannt zu werden als Typus dafür, welche weitere Zwischenfälle erreicht. Dort angekommen, stellte sich der um die Steuererhöhung am 1. April in Kraft treten zu lassen, Eigenschaften ein Zeuge nicht haben soll. Und Müller- Dany! Sistirte in die Thürnische, während der Wächter das Haus offen noch ehe er die Zustimmung der Aufsichtsbehörde erhalten hatte. Von ihm, dessen Zustand Schonung gebietet, was ihm wahr schloß. Zuerst hieß er die Zeugen hineingehen. Dadurch wurde Die neuen Hundemarken, die Quittungen waren schon sig und scheinlich gerade jezt sehr angenehm sein wird, von ihm ist genug der Wächter von seinem Gefangenen für wenige Augenblicke gefertig, ja man hatte schon verschiedenen Hundebefizern den erhöhten gesagt worden. Er verlangt nicht nur, daß die Andern den trennt und diese Gelegenheit wurde von einer Anzahl Freunde Steuerbetrag bezahlen laffen. Der Rathhaus Offiziofus hatte Sostenvorschuß zusammenbringen, nein, er hat auch die großartige des Gefangenen, welche fich unter dem Gefolge befanden, dazu schon fürsorglich ausgerechnet, was der Stadtfäckel durch die Er- Naivität, nachdem er sich verglichen hat, ihnen die Beiträge benutzt, einen Befreiungsversuch zu machen, der auch höhung mehr einheimfen werden, und nun hatte das Alles zurückzuschicken und zu sagen: ich habe das Meinige; die Kosten gelang. Sie stürmten plöglich auf die durch den Thor feinen Zwed! habt Ihr aufgebracht, aber da ich das Meinige habe, will ich weg schreitenden Beugen ein, entstand ein kurzes nicht weiter betheiligt sein! Das ist eine Denfungsart, die an Durcheinander und der Gefangene lief davon. Als der Wächter Gemeinnüßigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Hern Maerz die Nothpfeife zog, ftob Alles auseinander und im nächsten ibu verlast plöblich das Gedächtniß; das nennt er Schicksals Augenblicke befand sich der Wächter mit den beiden Beugen allein vor dem Hause. In dem Verhalten des Wächters erblickt die Von einem Bierwagen überfahren und getödtet wurde tücke. am Montag Mittag die drei Jahre alte Tochter des Kohlen Ich hoffe, daß der Spruch des hohen Gerichtshofes nicht Anklagebehörde ein Bergehen im Amte und hat denselben des händlers Steinborn in Pankow. Das Kind spielte zu obiger Zeit blos barlegt, daß dem Angeklagten nichts bewiesen werden kann, halb zur Verantwortung gezogen. Der Staatsanwalt hielt im auf dem Fahrdamm vor dem elterlichen Hause in der Schulzen- sondern daß auch der schwere Irrthum deutlich gemacht wird, Termine auch die Anklage auf Grund der stattgehabten Beweisftraße, als ein Flaschenbier- Wagen der Schultheiß'schen Brauerei den man von jener Voraussetzung aus in der Boruntersuchung aufnahme aufrecht. Es müsse als ein großes Bersehen angesehen in übermäßig scharfer Gangart herangesauft fam. Der Wagen begangen hat und der den Angeklagten mehr als ein Jahr feines werden, daß der Angeklagte nicht den Siftirten zuerst in das Lebens gekostet hat. Das ist der zweite Segen der mündlichen Haus gehen ließ. Es liege fahrlässiges Entweichenlaffen eines ging über das Mädchen, das nicht schnell genug ausweichen Verhandlung, daß dem Angeklagten auch Gelegenheit gewährt Gefangenen vor, wofür er einen Mouat Gefängniß beantrage konnte, hinweg und die Räder zerschmetterten den Kopf der Der Vertheidiger, Nechtsanwalt Rosenthal, bestritt zunächst, Kleinen, welche auf der Stelle verstarb. Der Kutscher, den die wird, seine Ehre wieder zu erhalten. An der Freisprechung habe ich keinen Zweifel, aber man daß ein Sistirter als ein Gefangener anzusehen sei. Ferner Echuld an dem Vorjall voll und ganz trifft, wurde sofort ver- muß nach einer Aufklärung dieser Vorgänge suchen. Ich hoffe, führte der Vertheidiger aus, daß der Angeklagte keineswegs verhaftet. daß dieser Prozeß auch darüber eine Aufflärung bringen wird. muthen konnte, daß der Sistirte einen Fluchtversuch machen fonnte Durch ein gefährliches Spielzeug hat ein zwölfjähriger Man kann die Aufklärung finden, ohne irgend einer Person zu und daß das Verhalten des Wächters als ein fahrlässiges nicht Knabe das Augenlicht verloren. Der Betreffende, Sohn des in nahe zu treten. Wer konnte dem Hamscher und Konsorten in bezeichnet werden könne. Der Gerichtshof folgte diesen AusFriedrichsberg wohnenden Tischlers On., spielte mit mehreren der Voruntersuchung ansehen, weß Geistes Kinder sie waren. führungen und fällte ein freisprechendes Urtheil. und das hat diese Verhandlung erst zerstreut Kindern zufammen auf dem Fahrdamm der Frankfurter Allee, Dann herrschte wo er ein Stück ungelöschten Stalt fand; die Kinder famen auf ein gewisses Vorurtheil gegen das Börsenspiel; zudem war die unglückliche Idee, den Kalf in eine leere Selterflasche zu der Angeklagte wohlhabend. Das Alles flößt ein Vorurtheil thun, Waffer hineinzugießen und dieselbe dann zu verschließen, gegen ihn ein und dies wuchs in der Voruntersuchung bergehoch. um das Gefäß sodann in dem Erdreich zu verscharren. She die Präsident: Das ist eine Kritik, Herr Rechtsanwalt, die Kinder dieses leyte Vorhaben ausführten fonnten, fing der Kalt das Maß der Berechtigung überschreitet. zu löschen an, die Flasche zersprang und die äßende Flüssigkeit Rechtsanwalt Mundel: Ich glaube doch dazu berechtigt spritzte dem Du. derartig in das Gesicht, daß beide Augen davon zu sein. Wollte ich nur bewirken, daß der Angeklagte frei betroffen wurden. Der Knabe wurde sofort nach dem Kranken- gesprochen wird, so hätte es feines Wortes gebraucht. hause Friedrichshain gebracht, wo festgestellt wurde, daß der Un- Präsident: Jedenfalls ist in allen Stadien dieses Pro- sprach, nachdem er erfahren, daß es sich gegen 1000 Mart von seiner Braut glückliche fast völlig erblindet ist. zeffes nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt worden, und Geld erspart habe. Benz ließ sich nach dem andern geben unter Der Vorwurf, einem Vorurtheil gefolgt zu sein, ist so schwer, daß einen Hundertmarkschein nach der Vorspiegelung, daß er das Geld zur Anschaffung Polizeibericht. Am 30. v. M. Morgens versuchte ein er anders begründet werden müßte. Eines Almosen- Empfänger in seiner Wohnung, in der Schwedterstraße, Rechtsanwalt Mundel: Ueber Vorurtheile ist kein Mensch der gemeinsamen Wohnungs- Einrichtung gebrauche. fich mittelst eines Taschenmessers die Pulsadern an der Hand zu erhaben. Ich würde einen Menschen, der das behauptete, für Tages machte der Angeflagte feiner Braut die freudige öffnen und mußte nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht derartig stolz erachten Mittheilung, daß eine Stellung bei einer hiesigen werden. In der Baumschule des Friedrichshains erschoß sich Präsident: Aber wenn Sie vor einem Richterkollegium Zeitung bekommen könne, wenn er im Stande fei, 400 Mart ein Pantinenmacher mittelst Revolvers. Auf dem Neubau behaupten, daß es Vorurtheile auf sich habe einwirken lassen, das aution zu stellen. Das vertrauensfelige Mädchen gab ihm das Röpnicferstr. 154a fiel Vormittags ein Bimmergefelle beim Auf ist eine Kritik, die ich nicht pafsiren lassen tann. Geld. Der Angeklagte hatte nun insgesammt 1080 M. erhalten, winden von Eisentheilen mittelst Krahns aus dem 8. Stock auf Rechtsanwalt Mundel: Vielleicht ist dann der Ausdruck er wußte, daß seine Braut ihm ihre Ersparnisse bis auf den den Hof hinab und erlitt so schwere Verlegungen, daß seine Neber Boreingenommenheit" gestattet, denn ihn gebraucht das Gesetz. letzten Pfennig geopfert hatte. Er ließ sich nicht wieder sehen, sondern verpraßte das Geld, wie er es auch mit den früheren führung nach dem Krankenhause Bethanien erforderlich wurde. Man hat in der Voruntersuchung geglaubt, der Prozeß werde ondern verpraßte das Geld, wie er es auch mit den früheren Mittags, Turz nach Aufhebung der wegen des Leichenbegänguiffes schwere Schäden aufdecken. Man hat sich nicht getäuscht. Aber Beträgen gemacht hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen angeordneten Absperrung der Brenzlauerstraße, stürzte ein Tischler der schwere Echaden liegt nicht da, wo man ihn fucht, sondern den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von 4 Jahren und fünf die nach einem Geschäftsteller des Hauses Nr. 49 führenden Treppe wo man ihn nicht sucht, nicht in dem, was der Angeklagte ge- Gefängniß und 5 Jahre Ghrverluft. Jahren Ehrverlust. Der Gerichtshof erkannte auf drei Jahre hinab und erlitt außer einer Verlegung der Oberlippe einen Bruch than, sondern was er gelitten hat. Ueber den Spruch des Gedes Nasenbeins, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichs- richts habe ich nicht den leisesten Zweifel, ich hoffe nur, daß es, hain gebracht werden mußte. Im Landwehr- Kanal, nahe der wenn irgend möglich, alle Fälle diesem Spruch unterwirst. Es Rottbuserbrücke, wurde die Leiche des am 27. v. M. ertrunkenen wird für alle Betheiligten das Beste sein. Tischlers Beil angeschwemmt. Staatsanwalt: Die allgemeinen Bemerkungen, beNachmittags ging in der Gitschinerstraße das Pferd eines Bäckerwagens durch und stieß sonders des ersten Herrn Vertheidigers nöthigen mir eine furze vor dem Hause Nr. 21 mit einem Mörtelwagen zusammen. Erwiderung ab. Gegenüber den Angriffen des Vertheidigers Hierbei wurde der Bädermeister von seinem Siz herabgeschleudert bleibe ich dabei, daß die Staatsanwaltschaft nach jeder Richtung und anscheinend innerlich schwer verletzt. In dem Reitinstitut hin ihre Schuldigkeit und ihre Pflicht gethan hat. Bolle war von Göbel, Genthinerstr. 16/17, wurde ein Pferdepfleger beim Ein- dringend verdächtig, eine große Anzahl Betrügereien begangen zu fangen eines Pferdes von diesem überrannt und getreten. Er er- haben, und seine Verhaftung war gerechtfertigt und geboten aus litt hierbei einen Bruch des Unterschenkels und mußte nach dem verschiedenen Gründen. Aus der Notiz, die in dem Buche des Elisabeth- Krankenhause gebracht werden. Bei einem Streit im Direktors Arnold gefunden wurde, mußte die Staatsanwaltschaft Der Streik der Weber und Spulerinnen Rigdorfs Hause Lindowerstr. 21 schlug ein Zimmermann einen Maurer annehmen, daß Polke beabsichtigte, in's Ausland zu gehen. dauert unverändert fort. Einzelne Meister haben sich bei gepolier mit einem Hammer auf den Kopf und verlegte ihn be- Ferner lag aber auch Kollusionsgefahr vor. Wir haben gehört, legentlichem Zusammentreffen mit den Streifenden geäußert, daß deutend. Abends wurde ein achtjähriger Knabe vor dem daß die Freunde des Angeklagten, es fann gleichgiltig sein, ob sie wohl bewilligen möchten, nur will einer den Anfang machen. Hause Görlitzerstraße 41 von einem Arbeitswagen überfahren mit oder ohne Zuthun desselben, mit einigen Beugen in Ver- Die Fabrikanten hatten mit den Meistern am Anfange des und erlitt außer einer Verlegung am Kopf einen Bruch bindung getreten sind, um eine Einigung anzustreben. Die Streits die Vereinbarung getroffen, die Erledigung der Bedes Becken. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien Anklagebehörde mußte annehmen, daß Verdunkelungen des That- stellungen, die hauptsächlich Exportsachen sind, vier Wochen aufgebracht. Ein mit Schloffer gerieth auf bestandes stattfinden würden, und deshalb war die Verhaftung zuschieben. Die Frist ist nun zu Ende, weshalb die Arbeit in Semselben Flur des Hauses Rheinsbergerstr. 64 wohnhaften nothwendig. Die Beschuldigungen, welche der erste Vertheidiger nächster Zeit aufgenommen werden muß und die Meister uns Kellner in Streit und brachte diesem hierbei mittelst Dolchmessers gegen einzelne Zeugen erhob, die er des Meineides, des Betruges unsere Forderungen wohl oder übel bewilligen werden. Den einen Stich in die Brust und den Arm bei. Ter Verlegte wurde und der wissentlich falschen Anschuldigung bezichtigte, muß ich Meistern ist es im Verlaufe der vier Wochen gelungen, aus nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht. Abends sprang eine als unbegründet zurückweisen; ich glaube nicht, daß der Ver- Berlin, Nowawes, Zinna, Strausberg und Bernau 12-15 Streit einem Dak trotz aller Verurtheilungen und deren Bekanntwerden durch die Preffe die Heirathsschwindler gar zu leicht Opfer finden, bewies eine Verhandlung, welche gestern vor der zweiten Straffamuner des Landgerichts I stattfand. Aus der Untersuchungshaft wurde der 27jährige Arbeiter Bernhard Benz vorgeführt. Derfelbe hatte kaum eine erhebliche Strafe wegen Heirathsschwindels verbüßt, als er denselben Betrug wiederholte. Gr lernte ein Mädchen kennen, dem er sofort die Heirath verer Weißenfee wurde am ersten Berhandlungstage gegen 6 Uhr Die Verhandlung gegen den Prediger Harder aus Abends vertagt. Es wurde beschlossen, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Boziale Lteberlicht. brecher anzuwerben. Wir ersuchen die Kollegen und Genossen| Wilh. Grabert, Fulius Birke, Franz Hoffmeister, Ernst Kurzrock,[ voll und ganz die Interessen der Arbeiterschaft vers allerorts, dahin zu wirken, daß der Zuzug nach Rixdorf unter Friedrich Diffelbach, Gustav Bichmann und Gustav Höhne gewählt. treten. Hierauf wurde für die streikenden Weber Rigdorfs eine allen Umständen ferngehalten wird. Ferner bitten wir noch Nachdem Behrendt das rücksichtslose Gebahren der Bourgeoisie Sammlung vorgenommen und der Arbeitsvertrag von Weil und mals, uns nach Kräften mit Geldmitteln zu unterstützen, damit den Arbeitern gegenüber geschildert hatte, wurden für einen franken Mayer einer scharfen Kritit unterzogen. Kollege Dittmar der Sieg, der nur noch eine Frage der Zeit ist, der Kollegen 6 M. gesammelt. Einige Kollegen traten dem Berein forderte die Anwesenden auf, in den Verband einzutreten. Herr unsrige sei. bei. Die Versammlung schloß mit einem dreimaligen donnernden Schie wick erklärte, teiner Organisation mehr anzugehören, nach Hoch auf das Gedeihen der internationalen Arbeiterbewegung. dem er die Erfahrung in Leipzig gemacht hätte, daß einige Die nächste Versammlung findet am 19. Juni statt. Biethenstr. 66. Sendungen find zu richten an G. Kellner, Rixdorf Das Streiffomitee der Rigdorfer Webergesellen. Der Streik der Töpfer Frankfurts a. M. soll nach bürgerlichen Blättern zu Ungunsten der Gehilfen beendet sein. Freie Hilfskaffen. Die Mainzer Metallarbeiter und Tischler und die Tischler Nürnbergs haben beschlossen, daß ibre Delegirten auf den Generalversammlungen der Sentral Krantentassen beider Berufe für Umwandlung dieser Rassen in Buschußkassen eintreten sollen. Die Seifenfieder- Kranken- und Begräbnißkaffe( E. S. Nr. 17) hielt am 22. Mai eine außerordentliche Generalversamm lung ab, welche über die Tagesordnung verhandelte: Wie stellen sich die Mitglieder zur neuen Krankenkassen- Novelle?" Die sehr gut besuchte Versammlung folgte den Ausführungen der Vorstandsmitglieder, welche darauf fußten, das System der freien Hilfs tassen aufrecht zu erhalten, mit gespannter Aufmerksamkeit, und nahm folgende Resolution einstimmig an: Kollegen fich den Kassenbestand angeeignet" hätten. Er wurde darüber belehrt, daß das Geld für Unterstüßung hilfsbedürftiger Mitglieder verausgabt sei, als der Verein polizeilich aufgelöſt wurde. Mehrere Redner sowie der Referent führten ihn derb ab, so daß er es vorzog, schleunigst sich zu entfernen. Die Versammlung schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. fammlung Rosenthalerstraße 88 statt, in welcher Herr Dr. Binn, ,, Arbeiter- Bildungsschule". Am 23. Mai fand eine Vers Lehrer der Schule, den zweiten Zyklusvortrag über die Hauptepochen der Geschichte" hielt. Redner sprach diesmal speziell über die Religionen des Alterthums", und erntete für seine Ausführungen großen Beifall. Im Verein deutscher Schuhmacher hielt Herr Grünbel Wegen Zurückweifung des Fabrikstatuts ist am 28. Mai fämmtlichen Arbeitern der Flink'schen Gießerei in Mannheim mit Ausnahme von 4-5 Mann, gekündigt worden. Es liegen fomit 90 Mann in acht Tagen auf dem Pflaster. Wir bitten den Die Mitglieder der Kasse erklären sich mit den AusZuzug von Formern, Kernmachern, Schreinern, Schloffern, Guß- führungen des Vorstandes voll und ganz einverstanden und puern und Hilfsarbeitern streng fernzuhalten. Im Auftrage: hoffen, daß es dem Vorstande gelingen wird, die Kaffe nach der Adam Ault, Mannheim, Amerikanerstr. 11. neuen Krankenkassen- Novelle so einzurichten, daß sie auch fernerhin als Hilfskaffe unter Zugrundelegung des§ 75 des KrankenkassenGefeßes weiter bestehen kann; sie erflären ferner, alle Kräfte ein- am 23. Mai einen Vortrag über die Nothwendigkeit der Versetzen zu wollen, um die Kaffe lebens- und leistungsfähig zu er- fürzung der Arbeitszeit". Der Vortrag, an den sich eine längere halten." Diskussion schloß, wurde mit Beifall aufgenommen. Im Weiteren Jm weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Borstand wurde aus dem Schuhmacher Fachblatte ein Charlottenburger beauftragt, unverzüglich die Statuten umzuändern und demnächst Bericht verlesen, der sich gegen einen von hier eingeschickten Be eine neue Versammlung einzuberufen. richt wendet. Die meisten Redner waren der Ansicht, daß es sich hierbei nur um eine Machination hiesiger Gegner des Vereins hörten am 22. Mai einen Vortrag des Kollegen e Berau über macher- Bewegung noch wenig bekümmerten, mithin wären sie auch Die Maler, Lackirer und Auftreicher Weißensee's handeln könne, da die dortigen Kollegen sich um die hiesige Schuhdas Thema: Was der Mensch ist und was er sein soll." Der nicht in der Lage, dieselbe zu fennen. Das 2. Stiftungsfest findet Der Redner kam zu dem Schluß, daß der Mensch in der heutigen am 10. Juli in der Rönigsbant", Gr. Frankfurterstr. 117, statt. Gesellschaftsordnung noch nicht die Kulturstufe errungen hat, die Programme dazu find à 30 Pf. bei allen bekannten Stollegen und ihm gebührt. Nachdem sprachen Kollegen Binger über" Ron- an den mit Platat belegten Stellen zu haben. Am zweiten greß und Generalversammlung" und Kollege Hohlwegler Pfingstfeiertage wird ein Ausflug mit Damen nach Ertner unterüber die Wichtigkeit der Organisation". In einer Slefolution nommen, verpflichteten sich die Anwesenden, der Organisation beizutreten und für dieselbe nach Kräften zu agitiren. Ju St. Gallen streifen seit 25. Mai die Schneider um die Forterhaltung des bisherigen Lohnes. Die deutschen Schneider werden dringend ersucht, bis auf Weiteres daselbst nicht in Arbeit zu treten. Das Zentralfomitee des schweizerischen Typographen. bundes empfiehlt, wie die Schwäb. Tagwacht" mittheilt, in seinem soeben erschienenen Jahresbericht den Anschluß an den schweizerischen Gewerkschaftsbund und zwar mit freudigem Willen, nicht der Noth der Zeit gehorchend. " Versammlungen. in " Der Fachverein der Tapezirer lehnte in seiner außerordentlichen Generalversammlung einen von Rollegen Teste au Die Arbeiter der chirurgischen Branche hatten sich am dem seinigen gemachten Antrag 3cielinski ab, wonach wie 22. Mai zu einer gut besuchten Versammlung mit Damen ein- Teste ausführte diejenigen Vorstandsmitglieder, welche in der gefunden, um einen Vortrag des Zahnarztes Herrn R. Wolf letzten Versammlung für die Auflösung des Fachvereins gestimmt über„ Die Frau und ihre Stellung in der Vergangenheit" zu haben, ihr Amt nicht weiter bekleiden sollten. Dann wählte die In einer Versammlung der Glaser sprach am 21. Mai hören. Der Vortragende erntete für seine Ausführungen, nament Versammlung Kollegen Friedmeier zum ersten und Herr J. Türk unter lebhaftem Beifall über Hervorbringung lich seitens der zahlreich anwesenden Damen lebhaften Beifall. Dahlstein zum zweiten Vorsitzenden, ferner zu Bureau und Bertheilung der Güter zum Hauptpunkt der Tagesordnung: Alsdann wurde die Wahl eines Vertrauensmanns angenommen haltern die Kollegen Klement, Krofad und Hartig. Wie verbessern wir unsere Erwerbsverhältnisse?" führte Herr und Kollege P. Gläßer einstimmig als solcher gewählt. An die Kollege Feder verlas sodann eine Annonce aus der Berliner Stampehl aus, es sei die höchste Zeit, daß die Glaser Berlins Versammlung schloß sich ein gemüthliches Beisammensein nebst Tapezirerzeitung", worin der angeblich seit 16 Jahren bestehende an eine Verbefferung ihrer Lage dächten. Die Zustände im Tänzchen, welches die Theilnehmer noch lange beisammen hielt. Arbeitsnachweis in der Seydelstraße empfohlen wird. Kollege Beruf seien so, daß sie taum schlechter werden könnten. Es wären zwei Wege vorhanden, auf denen man eine Befferung Umgegend nahm am 22. Mai in Joel's Saal den Bericht der besige. Kollege Friedmeier forderte die Kollegen zu reger Eine öffentliche Maurerversammlung für Berlin und des Kollegen Schepe sei, und nicht das Vertrauen der Gehilfen Wechsen sprach gegen diesen Arbeitsnachweis, der ein Institut der jammervollen Erwerbsverhältnisse herbeiführen könne; beiden Delegirten von der Brannschweiger Maurerfonferenz ent- Betheiligung an den Sammlungen für die streifenden Weber der, auf eine Stärkung des Generalfonds hinzuarbeiten und in diesem Herbst in eine Lohnbewegung ein- gegen. Herr Blaurod gab ein allgemeines Bild von dem Nixdorfs auf; Rollege Grimpe wünschte, daß in der nächsten zutreten, und der, eine groß angelegte Agitation Stande der Maurerbewegung im Reiche und bemerkte, daß im Bersammlung wieder einmal ein Vortrag gehalten werde, und Szene zu sehen und zu versuchen, die ohne Gehilfen arbeitenden letzten Jahre zwar die Agitation nicht viel gefördert worden ist, Rollege Hartig theilte mit, daß ein hiesiger Meister für Kleinmeister, welche oft ein erbärmlicheres Leben führten, als die allein zu schwach waren, um eine Organisation von einigem Gin- wie der betr. Meister denselben für diesen Preis herstellen könne, aber u. A. doch an einzelnen Orten, wo die Maurer für fich 12,50 m. Bettboden nach Spandau liefern. Es sei unerklärlich, in Arbeit stehenden Gehilfen, mit in die Bewegung zu ziehen. flusse zu bilden, es dahin gebracht worden ist, daß dort Verba der geringste Preis sonst 19-21 m. betrage. In der Diskussion wurde von allen Rednern die Nothwendigkeit einigungen der sämmtlichen Bauhandwerker geschaffen wurden. anerkannt, die Verhältnisse der Glaser zu heben, und dann be- Man habe ferner mehrfach die traurige Beobachtung gemacht, fchloffen, das Thema„ Berbefferung der Lohnverhältnisse der daß Kollegen, die an der politischen Bewegung sich voll be 23. Mai von Herrn Schröder Bericht erstatten über bie Die Kistenmacher ließen sich in einer Versammlung am Glafer", als ersten Punkt der Tagesordnung der nächsten öffent- theiligen, glauben, es nicht mehr nöthig zu haben, an der gewerk- Thätigkeit der Streit- Kontrollkommiffion. An den Bericht schloß lichen Versammlung zu verhandeln, um volle Klarheit zu schaffen. Herr Ezerivonta berichtete hierauf über die Thätigkeit der Streitschaftlichen Bewegung Theil zu nehmen; in Sachsen z. B. und sich eine sehr lebhafte Debatte über die Unterstützung der streifenKontrollfommission, dabei den Streit der Weber und Spulerinnen an anderen Orten habe die politische Bewegung unstreitig einen den Weber Rigdorfs. Alle Redner befürworteten diefelbe. Man Rixdorfs besonders hervorhebend. Denselben bewilligte man die Genossen sich aber nicht einzutreten. Selbstverständlich hätten betrauen, sofort Sammellisten zu besorgen und diese in den erfreulichen Aufschwung genommen, in die Gewerkschaften trauen beschloß, den neu zu wählenden Vertrauensmann damit zu 10 M. aus dem Agitationsfonds. Bekannt gegrben wurde, daß die betr. Genoffen mit ihrem Anschluß an die Partei nicht genug Werkstätten zirkuliren zu lassen. Darauf gab Herr Schröder jezt Sammellisten ausgegeben werden, um den Agitations-( Streit-) Fonds zu stärken, und daß am 18. Juni eine öffentliche Ver- gethan, die Solidarität fordere, daß sie sich mit ihren Berufs- als bisheriger Vertrauensmann den Rechenschaftsbericht für die sammlung mit Damen stattfindet, auf die man vornehmlich die Redner ging des Weiteren auf die Beschlüsse der Konferenz von 20,14 M. tam danach eine Einnahme von 4,50 M. genossen zu einer starten Organisation zusammenschließen. Monate Januar bis März 1892. Zu dem alten Bestand Arbeiterinnen der Glasschleifereien und-Alegereien aufmerksam bie ein, machen müsse. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf die besprach die Beschlüsse bezüglich der Fachpresse und hob im Bestand von 6,19 M. Dem Vertrauensmann wurde Decharge er unfern Lesern bekannt find. Herr Wilte Nach Abzug der 18,95 M. betragenden Ausgaben verbleibt ein moderne Arbeiterbewegung. Weiteren besonders hervor, daß, während die frühere aller theilt und dann Herr Friese als neuer Bertrauensmann, der Eine Branchen- Versammlung der Rohrleger und Ge- dings größere Organisation 5000 Mark persönliche Wer zugleich die Vertretung in der Streit- Kontrollkommission zu überhilfen, einberufen vom Verband aller in der Metallindustrie waltungskosten hatte, bei der Geschäftsleitung für die lokal nehmen hat, gewählt. Zu Revisoren bestimmte man die Herren beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, hörte am 22. Mai organisirten Maurer nur 14 Mart und 39 Pfennige für den Beier, Zorn und Trinks. Im Verschiedenen" regte Herr einen Vortrag des Genossen Jahn über" Gewerbe Drdnung gleichen Zweck erwachsen seien. An der Diskussion, die sich an Czernich die Frage der Zentralisation an, indem er meinte, und Arbeitsordnung" beifällig an und faßte nach längerer diese Berichte schloß, nahmen die Herren Grothmann, Megte und es sei bei der schwachen Organisation der Kistenmacher das Beste, Diskussion, an der sich die Kollegen Borchardt, Karpentiel, Wilte Theil. In seinem Schlußworte nannte Herr Blaurock fie schläffen sich entweder dem Tischlerverband oder bem der Rutschera u. A. mehr betheiligten, einstimmig folgende Resolution: einige Filialen( Klempner in Halle, Maler in Beiß, Maurer an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter an. Die Versammlung betrachtet die von der Innung der Gas-, in Friedenau beziehungsweise Steglitz), die aus den Verbänden, würde das Lettere empfehlen. Ihm schloß sich Herr Stein an, Waffer- und Heizungs- Fachmänner fabrizirte Arbeitsordnung als welchen fie bisher angehört, auszutreten beschloffen hätten. während die Herren Puhlmann und Friese für das Beieine Bevormundung des Arbeiters; fie erklärt, daß dieses fultur Eine vor Beginn der Diskussion eingelaufene Resolution, in behalten der bestehenden Lokalorganisation eintraten. Beschlüsse widrige, widerfinnige Machwerk als Arbeitsordnung zu verwerfen welcher sich die gut besuchte Versammlung mit den Beschlüssen faßte man hierzu nicht. sei und ersucht den Vorstand des Verbandes, demnächst eine Ver- der Braunschweiger Konferenz einverstanden und für Verwirklichung fammlung fämmtlicher Metallarbeiter einzuberufen, um Protest derfelben einzutreten erflärte, wurde einstimmig angenommen. Zum Eine Brauchenversammlung der Feilenhaner des Ber gegen derartige Fabrikordnungen einzulegen." Im weiteren Vers nächsten Punkt„ Klarstellung des in Nr. 17 des" Grundsteins" bandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins lause der Versammlung wurden Kollege Otto Ficino( Mohrleger enthaltenen, mit dem Namen Wilhelm Kerstan," Berlin, ge- und Umgegend nahm am 23. Mai ein Referat des Kollegen gehilfe) als Beisiger in den Vorstand und die Kollegen Schuster deckten Eingesandts", wozu Herr Keritan mittelst eingeschriebenen Wegner über den Niedergang der handwerksmäßigen Betriebe Heizungsrohrleger) und Karl Gutschke( Gas- und Wafferrohr Briejes eingeladen war, um das von ihm Gesagte zu beweisen, mit Beifall entgegen und stimmte dem von der Fachkommission leger) als Bertreter dieser Branchen in die Fachkommission aber schriftlich mitgetheilt hatte, daß er für diesen Tag selbst eine ausgearbeiteten Fragebogen in allen Punkten zu. Zum Beisitzer gewählt. Die nächsten Branchen- Bersammlungen finden in acht Versammlung einberufen habe, wurde eine Resolution angenom des Vorstands wurde Kollege R. Schneider, zum Beisiger der Wochen wieder regelmäßig statt. Pünktliches Erscheinen ist un- men, in welcher Herr Kerstan in scharfen Worten unter Zusiche Fachkommiffion Kollege R. Schäfer gewählt. Es ließen sich bedingt nothwendig. rung voller Redejreiheit aufgefordert wird, in der nächsten Ver- mehrere Kollegen in den Verband aufnehmen. sammlung zu erscheinen. Beim letzten Punkt der Tagesordnung, Die Dachdecker hatten sich am 22. Mai versammelt, um die heutige Lohnbewegung", ging Herr Blaurock auf die schon tung mit Damen am Mittwoch, den 1. Junt, Abends 8% Uhr, in den Armin= den Bericht der Lohnkommission über den Stand der über die vor vier Wochen erwähnten Lohnherabsetzungen ein, wie sie unter Bauen, Kommandantenſtr. 20. Firma Janice verhängten Sperre entgegen zu nehmen. Herr Anderem bei den tgl. Arbeitern am Ostbahnhof stattfinden, und Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: SüdRosenbaum, der denselben gab, konnte nur konstatiren, daß forderte angesichts dessen die Anwesenden auf, dafür zu sorgen, shule, Reichenbergerstr. 183: Unterricht in Deutsch( obere); ft- Schule, nach Verhängung der Sperre von den etwa 50 bei Janice be daß eine große Versammlung sich einmal ausschließlich warfusftr. 81: Unterricht in Deutsch( mittlerer); Nord- Schule, Müllerschäftigten Dachdeckern nur zwei am 16. Mai und einer am mit Lohnangelegenheiten bejasse, damit, wenn unter der gegen- ftraße 179 a: Unterricht in Deutsch( obere); Rechnen. In allen Lehrfächern 17. mai die Arbeit niedergelegt und die 50 Pfennig Stundenlohn wärtigen Konjunktur weiter Nichts zu erreichen sei, wenigstens tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, gefordert hätten, aber nach einigen Tagen für 45 Pfennig die einmal die rücksichtslosesten Unternehmer herausgegriffen und über eintreten. Stunde bei derselben Firma wieder in Arbeit getreten fie die Sperre verhängt werden könne. Herr Scheel schilderte, wie 8% uhr, bet klein, Schönleinstraße 6. feien. Einziger Erfolg der Bewegung wäre, daß Herr viel sich die Maurer, die früher an der Spitze der Arbeiterleben Monats, bends 8% uhr, bet Bechlin, Sornstr. 9. Janice den Stundenlohn von 42 auf 45 Pfennig erhöht habe. bewegung standen, heute gefallen lassen müßten und theilte mit, brunnen, abends 8 Uhr, bei Saferland, Bellermannftr. 87. Die Eache fet in's Waffer gefallen und die Aufhebung des daß ihn der Maurergeselle Fechner aus der Arbeit gebracht hett, Abends 8% br bet Schönemann, Staligerstr. 7. Emansipation, Sperre etwas Selbstverständliches. Nach längerer Debatte wurde habe dadurch, daß dieser dem Unternehmer, bei welchem er, abends 8 Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Serrmannstraßen- de. dementsprechend beschlossen. Zu Revisoren der Lohnkommission Redner, in Moabit beschäftigt war und über dessen Handlungs- leben Mittwoch 8% Uhr, bet Bernb. Raabe, Ruppiner und Schönholzerstraßenwählte man dann die Herren Kaufmann, Sante und weise er in der vorigen Versammlung Mittheilungen gemachte. liche, welche in einer über drei Wochen stattfindenden Wer hatte, diese Aeußerungen am nächsten Tage sofort hinterbrachte! fraße 25. ſammlung über die Revision zu berichten verpflichtet wurden. Herr Garbe wies auf das einmüthige Zusammenstehen der funde Abends subr, Aufnahme von Mitgliedern. Dann verhandelte man darüber, ob ein Generalfonds gegründet| Rigdorfer Weber hin und forderte die Maurer auf, es ebenso zu Blumenstraße 38, bei Sente. Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauserwerden solle, damit im nächsten Jahre die alte Forderung nach machen, dabei bemerkend, daß den Webern von den Maurern Straße 22-28, Bögow's Brauerei. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet 60 Pfennig dem Stundenlohn von Meister Berlins dieser Tage 50 M. überwiesen worden sind. Herr Wilke Pantow, Schulzefir. 27.- Berche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Seit wieder gestellt werden könne. Die Bersammlung erkannte schlug vor, die schlimmsten Ausbeuter in der Presse bekannt zu ein". Gefangverein der Steinmeyen, Johannisstr. 20, bei Müller. durch Beschluß die Nothwendigkeit eines Generalfonds an und geben und so darzuthun, was die Leute eigentlich verstehen. Männer- Gesangverein der Kürschner, D. V. D. Br. Berlin, Neue Friedrichübertrug der jetzt bestehenden Lohnkommission die vorläufige Aus- Herr Jansch gab an, daß der Maurermeister Sobre gemäß Röslinerstr. 17, bet Bendt.- 2yra 1, Raupachfir. 6, bei Stachel.- Euphon ta gabe von Sammelkarten und-Marken, bis in einer demnächstigen einer Berpflichtung, die er dem Fabrikbefizer Riedel, Köpnicker- Annenftr. 16, bet Reßner.- and in Sand 1, wariannenfir. 31-32, bet, Bersammlung eine Agitationskommission gewählt ist, welche bie firaße 50, gegenüber eingegangen ist, die Maurer, die er beschäf Schneeglo dchen 2, Botsdam, Brandenburger kommultation 16, bet Agitation und Geldaufbringung für die nächstjährige Zohn- tigt, dieſem zur Verfügung stellt, wo sie dann von Morgens 6 Glafer. unverbroffen, abends 8% Uhr, bet Sachs, Lindorerstr. 26. bewegung zu übernehmen hat. Befürwortet wurde, die Sammel- bis Abends 8 Uhr( beim Steffeleinmauern) arbeiten müßten und Flöter'scher Gefangverein, Koppenstraße 4sc, bet Lorenz. Rütli, listen der Riydorfer Weber recht fleißig zu berücksichtigen. Dann nicht einmal Frühstücks- und Vesperpause hätten. Hiermit wurde Friedenau im Kurhaus. Vorwärts 5, Friedrichshagen, Rundthet!, bet Lerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierftr. 33, bei Seeverhandelte man noch über einen Unterstützungsfall, der im be- die Diskussion für diesmal geschlossen und nur noch der Antrag felbt. Lorbeertranz, Barnimsir. 16, bet Seindorf. Südost 1, jahenden Sinne erledigt wurde. angenommen, am Sonntag nach Pfingsten eine große Maurer- Röpnickerstr. 191, Restaurant. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich verfammlung abzuhalten, in der hauptsächlich die Frage der startstraße 84, bei Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golastr. 43, Eine Vereinsversammlung der Bau- und gewerb Sperreverhängung erörtert werden soll. lichen Hilfsarbeiter für Schöneberg und Umgegend nahm am 22. Mai die Abrechnung vom letzten Pelz, Müken nud Zurichter- Brauche. In der öffentQuartal 1891 und vom ersten Quartal 1892 entgegen, welche lichen Versammlung am 23. Mai hielt Stadtverordneter Klein einen Bestand von 51,30 M. ergab, und ertheilte hierfür dem einen Vortrag über Gewerbe- Schiedsgerichte, für welchen er lebKassirer Decharge. Dann besprach Kollege Klinge Uebelstände haften Beifall erntete. In der Diskussion sprachen mehrere Reddes Arbeitsverhältnisses und tadelte besonders scharf jene Kollegen, ner im Sinne des Referenten, worauf eine Resolution einwelche den Poliren gegenüber als Schmaroger auftreten und die stimmig angenommen wurde, in welcher die Anwesenden sich mit Arbeitslöhne herunterdrücken, um sich auf Kosten der Andern dem Referenten voll und ganz einverstanden erklärten und sich Vortheil zu verschaffen. Das Stiftungsfest findet am 16. Juli verpflichteten, an den Gewerbewahlen Mann für Mann theilin Ramm's Lotal statt. Als Mitglied des Festkomitees werden zunehmen und an die Landemannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Versamm Schule, Hagelsbergerfir. 43: Unterricht in Geschichte( neu); Süd- Ost= Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Vereinte Kraft, Abends Johann Jacoby, bet Otto Thierbach, Schwebterstr. 44.- Seine, jeden Mittwoch vor dem 1, und 15. Gesund= Gleich Abends 8% Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenstr. 6. Seine, Nixdorf, Nord, Otto Reimer jeden Mittwoch bet A. Brosch, WilhelmshavnerArbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegenb. Mittwody. Uebangsa Wilfe. Liebesfreiheit, Deutsche Giche, Blumenstraße 46, bei Went. Echo1 straße 44, bet Röllig.- Südost 2, Guvryftr. 48, bei Seibler. Steinnette, Doberstein.- Schneeglöckchen 1, Rottbufer Damm 39, bet Jacob. 1 Freiheit, bei Siegeler. Fereiheit 1, Kulstr. 36, bei Raumann. Moabit, Kr onnbrauerei, Alt- Moabit 47-49.- Steinfeger Sänger chor, Kastanien- Allee 28 bei Maiwald. Offenbacher Sängertranz. Drantenstr. 168, bet Göze.- Gesangverein der Kupferschmiede. Wergißmein nicht, Schulstr. 29, im Wedding= Weinstr. 11 bei Feind. Kasino. Brandenburger Männer- Gesangverein in Branden burg, Mengert's Boltsgarten. Mannesmuth, Mauerstraße 3, bet Ramm. Brüderschaft"( Hausbiener) Fischerfir. 41. ,, Concordia". Arbeiter Gesangverein Gitschtnerstraße 92, bei A. Roy. Brig", Bris, Werderstraße bei Schöneberg. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bus " schriften find zu richten an Max Gens, Berlin N, Belforterstr. 26, 1 Er.) Mittwoch: Berein Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 85a. und Vergnügungsverein Vultania, bei Tager, Gartenftr. 87/38. solche Vertreter zu wählen, welchel greusfibel, bet Gumlich, Reichenbergerstr. 149.- Bergnügungsverein Theater Berein 1 jet Nebelin, Langeftr. 108( alle 14 Tage), Theater: und Vergnügungsbei Hoffmann, Triftstraße 1. Mauerstr. 86. Ge Theaterverein Jugendkraft 2 bet Ritter, 1 Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% uhr bet Reed, Lothringerstr. 94.- Theaterverein Vultania Abends 9 Uhr bei Täger, Gartenstr. 13/14. " Literarisches. Nord bei Schuple, Schul- und Reinickendorferstraßen- Gde.- Rauchtlub| befizers Helfer ausgekommen. Frau H. hatte Kaffee gebrannt| gestellt wurde, stürzte das ganze Stuhlgerüft infolge ungenügender Hellblau bet Flick, Simonftr. 23. Geselliger Berein Waldesgrün, und war mit der Trommel hinausgegangen, um den Kaffee zu Stüßung in sich zusammen. Auch diesmal ging indeß der Unfall verein Durch Nacht zum Licht, bei Zubeil, Naunynftr. 86. schütteln. Hierbei scheinen Funken, die jedenfalls an der Trommel ohne weitere Folgen vorüber. Humoristischer Verein Pipifar, bet Möhring, Admiralitraße Nr. 18 c. gesessen haben, in das Stroh des niedrigen Daches geflogen zu Die englische Regierung ließ, wie aus Bremerhafen ges Bergnügungsverein Azalie, Zu den 3 Raben", Michael- Brücke 1. felliger Verein Klimbim, bet Bredlow, Bülowstr. 65. Pollack- Klub sein, das im Nu in hellen Flammen stand. Von hier aus griff meldet wird, dem Kapitän Willigerod vom Lloyddampfer Spree" Lustige Brüder, bet Lucwald, Manteuffelstr. 46. Stattlub Buschel- das Feuer um sich und zerstörte fast das ganze Dorf. Das Elend eine goldene Uhr und Kette, den Offizieren Bolack und Randergrün, Reichenberger und Manteuffelstraßen- Ece. Touristenklub und der Jammer ist grenzenlos. Während des Brandes herrschte mann je ein Nachtfernglas als Ehrengeschenk für ihre Mitwirkung Nachtfalter, bei König, Koppenstr. 67.- Rauchtlub Eiferne Pfeife, ein unglaubliches Durcheinander, Menschenleben sind wahr bei der Rettung von 147 Personen von dem auf See verbrannten scheinlich nicht zu beklagen; um 6 Uhr Nachmittags wurde zwar Dampfer Abyssinia" überreichen. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein noch ein Kind vermißt, doch hoffte man es bei anderen aufzu Knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Große Frankfurter- finden; dagegen steht fest, daß Vieh mit verbrannt ist. In der ftraße 99, 1 Tr.- Männer- Gefangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Nähe von Altenberg befinden sich Arsenikwerke, die mit den Restaurant Kayser, Stalizerstr. 22. Arbeiter- Gesangverein Briz, Abends Rothenzechauern zusammen als Altenberg- Rothenzechauer Grube 9 Uhr, im Restaurant Echöneberg, Chausseestraße. Turnverein offnung, Abends 9 Uhr, im Restaurani Schröder, Man- einem Besitzer gehören und unter Verwaltung stehen. Die Werke Der Sozialdemokrat. Ein Vortrag von Dr. H. Walther. teuffelstr. 9.- Seraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonn- waren nur noch theilweise in Betrieb und der Verdienst der in abend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Zeughofstr. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends unglück sie doppelt schwer trifft. Turnverein Gesund denselben Beschäftigten sehr gering, so daß das große Brand- Berlin. Verlag von Ulrich, Graudenz. Preis 57 Pf. Die sozialen Probleme und das Erbrecht. Eine rechtsin der Turnhalle, Freienwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. schreibt die„ Wurzener geitung“:„ Bon befreundeter Seite wurden Münchener Kunst- und Verlagsanſtalt. Dr. G. Albert u. Ko Kaum glaublich, aber wahr!" Unter diesem Stichwort philosophische Studie von Prof. Dr. Ernst Hallier. Preis 1 M. wir darauf aufmerksam gemacht, daß im hiesigen lag von Cassirer u. Danziger, Berlin W. Geselliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Kasernenhofe scharf geschossen werde und daß in Sommer, Grünstraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener den daneben befindlichen Garten des Herrn Oberlehrer Krumbach Garten, Dresdenerstraße 45.- Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenberger straße 149. Fidele Brüder, bei S. Mrose, Lachmannstr. 5.- Touristen- schon zahlreiche Kugeln geflogen seien. Wir hielten das nicht verein Fret Weg", Abend 9 Uhr bei Neez, Michaelstirchstr. 39. für möglich, find aber durch den Augenschein bekehrt Rauchflub Nooch Toch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. worden. Rauchklub& affalle, Abends, bei Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Es ergab sich folgender Thatbestand: Auf der Rauchflub Rothe Nelte, bet Steuer, Weinstr. 22. Sumoristischer Rauch Nordseite grenzt an die Kaserne ein Garten, der zum tlub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görlitzerstr. 42. Rauchtlub Sans Theil als Baumschule benutzt wird, zum Theil an an( Depeschen des Bureau Herold.) fouci, Boechstraße 51. Rauchflub Borwärts Südost, bet Vogel, dere Leute verpachtet ist. Täglich verfehren dort Menschen. Corauerstraße Nr. 13. Rauchklub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr, bei München, 31. Mai. Jm oberpfälzischen Marktflecken AbSpäth, Weinstr. 28. Rauchklub Grüne Quaste, Abends uhr, bei Nun ist in dem nordöstlichen Theile des Kasernenhofs in aller bach brannten gestern Abend 20 Häuser, darunter auch die PostSchlüter, Kleine Markusstr. 10. 1 Rauchflub Bultan, Abends 9 ühr bei Gemüthlichkeit ein Schießstand errichtet worden, dessen Schuh expedition, ab. Ahmer Gräfestr. 82. Rauchflub Goldene Quaste", Abends 9 Uhr aus einer etwa acht Meter langen und zwei bis drei Meter hohen bei Muß, Josinſtr. 8.- Rauchtlub gutgesinnter Freunde, Abends London, 30. Mai. Die internationale Bergarbeiter- Kon8 Uhr bet Neumann, Höchftestr. 28. Rauchflub& ch mofer werte, mehrzölligen Bretterwand besteht, vor die ein Sandhausen gelagert ferenz tritt am 7. Juni in der Townhall in Westminster zusammen. Waffer- und Inselstraßen- Ede beim Restaurateur Sperling Abends 9 Uhr. ist. Dieser Schutz steht etwa zehn Meter von der den Kasernen: Frankreich, Desterreich, Belgien, Rußland und Großbritannien Rauchtlub Borwärts SD.", jeden Mittwoch Waldemarstr. 74 bei Grupe. hof abschließenden Bretterplante entfernt. Nun besigen aber die werden vertreten sein. Gegenstand der Berathung wird die Etattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringer Rugeln hartnäckig die Bosheit, den Schuh nicht für genügend Gründung einer internationalen Bergarbeiter- Föderation und die start zu halten und sich das Vergnügen zu machen, nicht nur Achtstundenfrage sein. ben fog. Schuh zu durchbohren, sondern noch den kurzen Ausflug nach der Bretterplante zu unternehmen. Und auch deren ca. einzöllige Stärke vermag nicht, den Wandertrieb der Kugeln zu hemmen. Letztere durchbohren vielmehr auch sie und belustigen sich durch eine Wanderung über den Gemüsegarten und auf die angrenzenden Felder. Wir zählten in der durchschossenen Bretterplanke sechs unddreißig Kugelspuren. Vor einigen Tagen hat einer der im Garten Arbeitenden einen Schubkarren an der durchlöcherten Wand vorbeifahren wollen; da ist knapp ein Meter vor ihm eine Kugel durch die Wand gefahren und hat Pfeifend ihre Bahn durch den„ Luftgarten" fortgefeßt, muthmaßlich mit größerer Ruhe, als der Arbeiter seinen Weg." In der That, recht niedliche Zustände!" ftraße 101. 1 Vermischkes. M Giebt es in Wurzen keine Stadtverordneten, die sich um solche Vorkommnisse betümmern? Depeschen. Briefkaffen der Redaktion. Zentralverein der deutschen Former Nr. 8. Das uns gesandte Schriftstück ist so mangelhaft hektographirt, daß es absolut unleserlich ist. " nur auf die Empfehlung des Vegetarismus zur Besserung der K. W. und mehrere Vegetarier. Unsere Notiz bezog sich nur auf die Empfehlung des Vegetarismus zur Besserung der Lage der Arbeiter. Mögen die Gegner sich den Kopf zerbrechen, wie die Arbeiter mit möglichst geringem gohn leben tönnen, wie sie am vortheilhaftesten fochen, ja sogar wie fie ihre Bergnügungen veranstalten sollen. Vor allen Dingen haben die Arbeiter zu tämpfen, daß ihnen der Ertrag der Arbeit möglichst wenig ent zogen wird. Dann werden sie die anderen Fragen, auch für sich und unter sich lösen. Der proletarische Rampf nimmt alle Kräfte der Arbeiter in Anspruch. Im Vorwärts" ist kein Raum für die Kämpfer der Vegetarier" und" Antivegetarier", der Alopathie, der Homöopathie, der Wasserdoktoren und anderer Wunderfest ist. G. Sch. Sie schreiben mir nicht, wann das Stiftungs W. 2. W. M. Daß der Küster beim Leichenbegängniß Sie 11/2 Stunden auf die Leichenträger warten ließ, ist allerdings eine Ungebühr, die Sie aber nicht blos als Arbeiter oder Soziale demokrat trifft. Da haben Sie den gewöhnlichen Beschwerdeweg erst einzuschlagen. Daß wir aber hiervon, weil wir Sozialdemokraten die Kirche und die Pfaffen bekämpfen", so großes Zum Jäger'schen Kassendiebstahl. Der Frankfurter Aufhebens machen sollen, sehen wir nicht ein; denn wir würden „ KI. Presse" zufolge wurden bei der Hanssuchung, die bei der Kirche und Pfaffen auch bekämpfen, wenn die Pfaffen und die Mutter des Verhafteten Gerloff, dem Better Jäger's, vor- Küster auch die gewissenhaftesten und pflichtgetreuesten Menschen genommen wurde, vier bis fünfhunderttausend Mark in Scheinen wären. zerriffen im Kloset vorgefunden. Auch im Keller entdeckte man D. S. 12. Bei der Steuerbehörde brauchen Sie sich beim eine größere Summe in Scheinen. Die Mutter und die Schwester Buzug nach Berlin nicht anzumelden. Gerloff's wurden verhaftet. Daß bei etwas Rücksichtnahme auf die Leistungsfähigkeit der Mannschaft solche Massenerschipfung sich leicht vermeiden ließen, ist bekannt. Aber Moloch Militarismus will eben seine Opfer haben und sie werden ihm gebracht. Polizei und Staatsbürger. Aus Schwelm wird der " Frankfurter Zeitung" unterm 23. Mai geschrieben( Abendblatt Dom 25. Mai, Nr. 146): Zwischen den Organen der Polizei und einem Landmann hat sich vor einigen Tagen in bem nahen Langerfeld ein skandalöser Vorgang abgespielt. Unter den an diesem Tage von der hier vorgenommenen Pferdemusterung hein kehrenden Landleuten befand sich auch der Dekonom J. aus Hottenstein. Als er mit seinen Freunden und Nachbarn noch einmal in Langerfeld eintehrte, hatte er nicht üble Lust, noch vorher einen Ritt durch's Dorf zu machen, unterließ das aber, Opfer militärischer Neberanstrengung. In der in Schwerin als ihm von einem Wachtmeister bedeutet wurde, daß das erscheinenden„ Mecklenburgischen Zeitung" finden wir nachstehende nicht erlaubt sei. Nun stieg der Mann ab, um noch Notiz:" Die beiden Bataillone des hier garnisonirenden eins zu trinken, wie er sagte. Das aber sollte für Grenadierregiments rückten am Sonnabend Morgen um 51/2 Uhr ihn verhängnißvoll werden. der Nähe sprang der von hier zu einer Marschübung aus und kehrten um 122 Uhr Wachtmeister M. auf ihn los, ergriff ihn bei der Kehle und zurück, unterwegs blieben 59 Mann liegen, die von der thäter der Menschheit. forderte ihn auf, sofort nach Hause zu reiten. Trotz der hand- Artillerie auf vier Wagen nach hier zum Lazareth begreiflichen Erinnerung mochte der Landmann die Nothwendigkeit, fördert wurden; es soll einer der Betroffenen, ein so ohne Weiteres dem Wunsche des Polizeibeamten Folge zu Sergeant B. von der 9. Kompagnie, schon am Sonnabend Abend geben, nicht gleich einsehen. Als er sich nicht sofort entfernte, gestorben sein." warf der Beamte seinen Mantel ab, zog blank und schlug mit der Klinge auf den Bauern los. Zum Unglück für den armen Teufel sprang wenige Augenblice später auch der Amtmann v. Grogh, der bereis öfter der Gegenstand öffentlicher Kritit gewesen ist, mit einem dicken Knotenstocke herbei und mit den Worten:" Willst du Schweinehund mit?" fiel auch er mit dem umgekehrten Stocke über den Mann her. Aber noch nicht genug! In der Nähe weilte der Polizeidiener B. Als dieser sah, wie tapfer sein Chef drein schlug, wollte er auch nicht zurückbleiben, 30g ebenfalls blant und schlug auch darauf los. In dem widerwärtigen Drama, das der nach Hunderten zählenden Zu schauermenge die lautesten Aeußerungen des Unwillens entlockte, die Frauen und Kinder aber zum Schreien und Weinen veranlaßte, fehlte auch die komische Episode nicht. Der prügelnde Knäuel fam der Kellerthür zu nahe, stürzte hinunter und ver schwand auf einige Augenblicke in der Tiefe. Dieses Intermezzo Von den großen Mühlenwerken der Aktiengesellschaft mochte auch die eifrigen Polizeibeamten zu etwas fühlerer Ueber- H. Harblay in Corbeil( Städtchen am Einfluß der Essonne legung gebracht haben: Der Unglückliche wurde nunmehr mit in die Seine) sind die Lagerhäuser, in denen 70 000 Zentner Ge Handschellen gefnebelt und ins nahe Arrestlokal abgeführt. Der treide sich befanden, niedergebrannt. In den Aktien der GesellBorfall, der eine Aufregung fondergleichen im ganzen Kreise her schaft ist ein starker Kurssturz eingetreten. Der Brand entstand vorgerufen hat, wird den Richter noch beschäftigen, und mit durch eine Explosion in dem für das Reinigen des Getreides großer Genugthuung wird es in allen Kreisen der Bevölkerung bestimmten Raume. Von dem Gebäude, in dem sich dieser Raum vernommen, daß der Mißhandelte, der auch heute noch das Bett befindet, stürzten zwei Stockwerke ein und das Feuer sprang dann hüten muß, bereits Strafantrag gegen den Amtmann v. Er. und auf die Lagerhäuser über. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. In vier Stunden war das Feuer gelöscht. Bei seine Polizeibeamten gestellt hat. Ju Parkstein( Bayern) brannten 23 Wohn- und Neben dem Brande famen 4 Personen ums Leben, 20 wurden verletzt. fcheidet nur bei der Eintheilung der Wahlklassen. leber eine wackere That, die zwei deutsche Angestellte Wie dem„ Neuter'schen Bureau" aus Alexandria von heute gemeldet wird, ist der flüchtige Kassirer Jäger gestern nach Triest eingeschifft worden. Manteuffelstr. 56. Holen Sie sich mündliche Antwort. Reserve. Das Gesuch ist an die Gemeindebehörde des Drts, an welchen der Gingezogene feinen Wohnsitz hat, zu richten; Berlin also an den Stadtmagiftrat. C. R. Holen Sie sich mündlich Auskunft. in Schantlokalen gleichgestellt. E. W. Die Café's find allen anderen Restaurationen und W. K. Suchen Sie im zweiten Theil des Adreßbuches, in welchem die Einwohnerschaft nach den verschiedenen Gewerbebranchen geordnet ist. 2. R. 102. Der Wirth Tann auf den Kontrakt be stehen. H. W. Posen. Der Verdienst der Ehefrau wird dem Eintommen des Mannes zugerechnet.- Jeder selbständige Mann über 24 Jahre hat auch das Landtags- Wahlrecht; das Einkommen ent$. B. 17. Gin derartiger Vorwurf in beleidigender Ab gebäude nieder. Gleichzeitig wurden in Weitenhill 4, in Withlohe, Ensberg, Unterauerbach, Regensstauf, Nittenau, Muschen des Hamburger Dampfers" Kolonia" im Hafen von Aquadilla ficht ist strafbar, selbst wenn die Thatsachen richtig sind. ried und Dappershofen je 1 Gebäude durch Blitz bei heftigem( Porto Rico) voliführten, wird der Augsburger Abendzeitung" Abonnent Kr. Sie wünschen die Aufnahme einer Notiz, Gewitter eingeäfchert. Ein Defonom in Dappershofen wurde Folgendes mitgetheilt. Ein französischer Kajütenpassagier sprang welche zur Erinittelung des seit dem 17. Mai vermißten Schülers durch Blizz getödtet, ein Händler in Röt schwer ver- plößlich über Bord ins Meer und sank, nachdem er einige Male Frizz R. führen soll. Dann geben Sie doch den vollen Namen an; wundet. Am Freitag ist das ehemalige Bergstädtchen jetzige aufgetaucht war, in die Tiefe. Da stürzte sich der zweite Offizier das würde doch die Ermittlung erleichtern. Dorf Altenberg. bei Seitendorf- Ketschdorf( Schlesien) beinahe des Dampfers, Friz Leybold, aus München, obgleich sich furz Stralan II. Sie erhalten die beste Auskunft in dem vollständig ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer brach, zuvor mehrere Haifische gezeigt hatten, ins Meer, ihm nach der Hebeammeninstitut in der Charitee! wie der Hirschberger Bote" berichtet, Nachmittags 3 1hr aus. Matrose Fangohr, und beiden gelang es, den Mann, der schon Die kleinen mit Stroh oder Echindeln gedeckten Häuser waren tem Tode nahe war, zu fassen und schwimmend and Schiff zu sehr eng aneinander und durcheinander gebaut, das Dorf lag auf bringen. Von ärztlicher Seite wurde konstatirt, daß der Selbst einem Berge, so daß der Wind von allen Seiten herankonnte, mordversuch in einem Moment geistiger Störung ausgeführt außerdem war fein Wasser vorhanden im ganzen Dorse be- wurde. Der Verunglückte erholte sich bald und fuhr bis nach fanden sich zwei Brunnen- so daß das Feuer mit einer solchen Havre mit, wo er ans Land ging. Heftigkeit und Schnelligkeit um sich griff, daß alle Löschversuche Moderne Bankuuft". Der Gutsbesitzer Naunhof in Der benachbarten zahlreich erschienenen Feuerwehren vergeblich Blagwiz bei Büchau hat einen Neubau herstellen lassen, an dem waren. In zwei Stunden waren von 25 Bejigungen 23 ein Raub vor etwa zwei Wochen eine Mauer einstürzte. Als nun kürzlich der Flammen geworden. Das Feuer ist in dem Hause des Stellen- das Richtfest stattfinden sollte und der letzte Stuhlbalken auf " J. H. B. 1. Der Vater tann nicht verantwortlich gemacht werden. 2. Als Grpreffung ist die Ersatzforderung nicht anzusehen. 3. Die Kriminalbestrafung und die Zivilentscheidung schließen sich gegenseitig nicht aus. A. B. Die Entbindungskosten umfassen auch die Kosten der nächsten Wochen nach der Entbindung. Klagen Sie nur und stellen Sie die entsprechenden Anträge. A. M. Sie haben das volle statutenmäßige Krankengeld zu verlangen. Sie können klagen, aber sehen Sie vorher genau die Statuten an. Verlagsbuchandlung des„„ Vorwärts“ Berliner Volfsblatt| J. Semmel, praft. Zahn- Arzt, Berlin SW., Beuthstraße 2. Oranienstr. 55, Moritzplatz. Spr. 9-1, 3-5. In der Poliklinik Wir empfehlen folgende Erscheinungen der sozialistischen Literatur und für Unbemittelte 8-9 m., 1-3, 5--6 Nachm.( tünstl. Zähne 2 Mark) halten dieselben dauernd auf Lager: Das Elend der Philosophie. Antwort auf Proudhon's" Philosophie des Elends" von Karl Marx. Deutsch von E. Bernstein und K. Kautsky. Mit Vorwort und Noten von Friedrich Engels. w3weite Auflage. XXXVI und 188 Seiten. Eleg. brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. ( Verlag von J. H. W. Dieß, Stuttgart.) Die Emler Depelche oder: Wie Kriege gemacht werden. Bon W. Liebknecht. 3weite vermehrte Auflage. 56 Seiten. Eleg. brosch. 0,25 M. ( Berlag von Wörlein& Comp., Nürnberg) Protokoll Deutschlands. der Verhandlungen des ersten Kongresses der Gewerkschaften 00 Gegr. 1876. Hüte mit Kontrollmarken aus der Ge nossenschafts- Hutfbr. zu 3, 3,50, 4, 5, 6. Cylinder eigener Fabrikation zu 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 u. 12 M., empfiehlt OranienPaul Drenske Nachf., r. 172. 0001000000000 000000 Friedrichshagen. ,, Restaurant Gesellschaftshaus", empfiehlt den Besuchern seine schattigen Vor- u. Hintergärten, Saal, 2 Kegelbahnen, Billard 2c., Kaffeeküche à 2tr. 60 Pf. einer frdl. Benußung. P. Jlges. Empfehle meine Strumpf- n. Wollenwaaren mit Kontrollmarke; auch werden Strümpfe angefteicht. Robert Wengels, 41 Koppenr. 41. Kinderwagen 2481L] von F. Koschny 49. OppelnerStrasse 49, am Schlesisch. Thor. Allen Genossen empfehle mein Blumengeschäft und Kranzbinderet. A. Krause, Wienerstraße 11. 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Berantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.