Nr. 235. ibido Tonodaj med en fish! thin line and it during 296 diffimmalspingido and ndoned si prida Abonnements- Bedingungen: nami min sid alipia tomatischeri si s 20. Jahrg. Vorwärts bonnements Preis pränumerando: 6 TAS Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Bellage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 art, für das in übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Cricheint täglich außer Montags. su odors to objad( buf 130 Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. tibni od ju Donnerstag, den 8. Oktober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. aus die hinter uns liegende Wegftrede, die Urteile, die im Lauf dieser Epoche den Stempel ihrer focialen Grundauffaffung aufzudrücken los Theorie und Praxis. 25 Jahre über so manche politischen Vorgänge inner- und außerhalb vermochten. Auch der Socialismus wird, politiſch zur Herrschaft der socialistischen Parteibewegung gefällt worden sind, dann drängt sich gelangt, sich nur dann behaupten können, wenn er zugleich das neben stolzen Erinnerungen an miterlebte alte Kämpfe oft die Frage geistige Leben revolutioniert und auf dem Gebiet der socialen auf, wie fonnte man mur damals diese oder jene Position, dieses Wissenschaften sich zur Geltung bringt. Ein Anfang ist dazu schon oder jenes Ereignis in seiner Bedeutung für den Befreiungskampf gemacht, wenn auch das meiste noch zu thun bleibt. In die der Arbeiterklasse so sehr über- oder auch unterschäßen. Und immer Nationalökonomie, Sociologie, Hiſtorit, überall sehen wir die ergiebt sich als Antwort, daß damals die betreffenden Vorgänge socialistische Auffaffung vorbringen, begleitet von dem Gezeter der allzu einseitig aus der Augenblics- Situation heraus beurteilt bürgerlichen Preise, die voll Ingrimm über die Umwertung worden sind. der alten liberalen Werte flagt. Aergerlich sieht sie, Politische Ueberficht. nt and Ein Nachwort zum Dresdener Parteitage. Wenngleich seit dem Schluß der Dresdener Tagung über vierzehn Tage vergangen sind und in den meisten Wahlkreisen die Bericht erstattung über die Dresdener Vorgänge bereits erledigt ist, steht doch das gesamte Parteileben noch immer ausschließlich unter dem Eindruck der Dresdener Debatten; in der Parteipresse wie in den Parteiversammlungen treten alle andern politischen Fragen völlig Für solche Abschätzungen liefert die Theorie mit ihrem Hinweis wie die Nationalökonomie unter ben Einfluß Margscher zurück hinter der leidenschaftlichen Diskussion über Ursache, Zwed, auf das Ziel und die schweren Bedingungen des Vorwärtsgelangens Lehren gerät, wie von den Universitäts- Lehrstühlen herab der Bedeutung der Streitigkeiten auf dem diesjährigen Parteitage. zum Ziel ein wertvolles Korrektiv, das, wenn es auch Ueber- akademischen Jugend das socialistische Gift" eingeträufelt wird, In diesen Erörterungen der letzten Tage ist auch wieder mehr schätzungen der Tagestamps- Erfolge nicht vorbeugt, ba gerade in wenn auch meist in kathebersocialistischer verdünnter Lösung, wie fach, wie schon früher, die auf gänzlicher Verkennung der treibenden Beiten frohen Sieges das Gemüt am stärksten beim Urteilen in die Geschichtswissenschaft die ökonomische Kaufalbetrachtung ihren Kräfte des heutigen Parteizwistes beruhende Behauptung aus- mitspricht, doch zu Einzug hält. gesprochen worden: alles Unheil fäme nur von dem Bank der nüchterner Betrachtung im einzelnen, nicht des großen Gesamtzu nüchternem Abwägen anhält In unfren eignen Reihen mißt man leider dieser Revolutio Theoretiker und würde alsbald verschwinden, wenn diese schweigen tampfes der Arbeiterklasse, denn gerade dadurch, daß die Theorie nierung der Wissenschaften vielfach nur geringe Bedeutung bei. wollten. Besonders aus den Kreisen jener Arbeiter, die körperlich immer wieder auf unser hohes Biel hinweist, entfacht sie den Allzu praktisch geworden, überschätzt man die tägliche agitatorische schwer um ihre Existenz zu ringen haben, ist in den letzten Tagen Enthusiasmus, erzeugt sie jene Hingebung, die bisher so viel ge- Kleinarbeit, während die Eroberungen der socialistischen Auffassung manch verstimmendes Wort über die theoretischen Haarspaltereien" leistet hat. Nur große Ziele können begeistern, nicht der tägliche auf wissenschaftlichem Gebiet kaum beachtet werden. Zweifellos gefallen und dem müßigen Theoretisieren als etwas viel Wichtigeres gleichförmige Kampf mit seinen unvermeidlichen Widerwärtigkeiten. wird auch in diesem Punkt eine spätere Zeit ganz andre Maßstäbe die praktische Kleinarbeit im Dienste der Partei gegenübergestellt Gewöhnlich wird mit dem Angriff auf das„ unnüße Theoreti- anlegen. Bürgerliche Intelligenzen haben schon heute für die Gefahr, worden. Begreiflich sind derartige Ansichten. Unbekannt mit den fieren" eine Lobeshymne auf die praktische Arbeit des Agitierens die der heutigen Gesellschaft durch dieses Vordringen droht, durchgeistigen Lebensbedingungen der socialistischen Bewegung, sehen verbunden. Ja läßt sich denn eine flare, großzügige Agitation, weg ein viel feineres Verständnis. die in dieser Weise Sprechenden, wie die theoretischen Streitigkeiten die nicht bloß zu einer bestimmten politischen Handlung, z. B. zur Uneinigkeit in die kämpfenden Reihen tragen, und da sie weder sich in Stimmenabgabe, fortreißen, sondern in die socialistische Gedankenden verschiedenen Theorien zurecht zu finden vermögen, noch die welt einführen will, ohne eine mit der socialen Entwicklung fortVerschiebungen des politischen und wirtschaftlichen Status erkennen, die schreitende Theorie betreiben? In einzelnen Fällen mag ja der Hin Berlin, den 7. Oftober. in der Verschiedenheit dieser Theorien zum Ausdrud kommen, so liegt weis auf vorhandene Mißstände und die elende Lage der unteren Chamberlains Programm. ihnen die Folgerung durchaus nahe, daß an dem ganzen theoretischen Volksschichten oder die Appellation an das Gefühl genügen; wie Streit, der sich seit Jahren in der Partei fortspinnt, nur die persönliche aber, wenn der Gegner fein Verhalten durch allerlei der liberalen sammlung eine neue Programmrede. Chamberlain hielt am Dienstag in Glasgow in einer Ver Mit stürmischem Jubel Haderlust der Theoretiker schuld ist und dann, wenn diese sich gegen Rüstkammer entlehnte politische und wirtschaftliche Theorien, durch begrüßt, führte er aus, obwohl Glasgow die Geburtsstätte des feitig aufgefreffen" haben, wieder harmonische Eintracht herrschen Bezugnahme auf angebliche Naturgeseze usw. zu begründen sucht? Dann Freihandels sei, habe er sich nicht gefürchtet, hierher zu kommen, würde. Es ist dieselbe Art der Schlußfolgerung, die zu Anfang der hilft doch nichts andres, als diesen die socialistischen Theorien gegenüber um die zollfreie Einfuhr zu befämpfen, und er fürchte maschinellen Großproduktion manche Arbeiter, die sich durch das zustellen und zu begründen. Besonders aber weisen gerade die legten sich noch weniger davor, die Borzugsbehandlung der Eindringen der Maschine in ihr Gewerbe geschädigt fühlten und Wahlen der Theorie ein weites Agitationsfeld zu. Die socialdemokratische Worte wärmster Anerkennung und erklärte, nichts sei geschehen, was Kolonien zu predigen. Chamberlain widmete sodann Balfour nicht die Bedeutung der neuen Produktionsform für die Konstituierung Partei ist infolge der Schwäche des deutschen Liberalismus mehr irgendwie die Freundschaft und das Vertrauen zwischen ihm und der Arbeiterklasse als politischen Machtfaktor erkannten, zur Zer- und mehr zur alleinigen energischen Vertreterin der modernen dem Bremierminister beeinflussen könnte. störung der Maschinen trieb in der naiven Annahme, daß, wenn Kulturforderungen, zur Verfechterin der demokratischen Grundsätze Im weiteren Verlaufe seiner Rede führte Chamberlain aus, diese zertrümmert seien, das alte Arbeitsverhältnis wieder her- gegenüber der feudal- militaristischen Herrschaft geworden: eine Auf das Land wünsche für die 80IIfrage herangestellt würde. Und zu dieser völligen Verkennung der Aufgaben gabe, die in andren Kulturländern von radikal- liberalen Parteien gebildet zu werden, und er sei der Pionier dafür. der socialistischen Theoretik im politischen Kampf gefellt sich ein übernommen ist. Diese Stellung der socialdemokratischen Partei Er sei Optimist und wäre wohl geneigt, weiter zu gehen legter Rest jener innerhalb der intelligenteren Arbeiterfreise mehr im politischen Leben der Gegenwart hat ihr bei den letzten Wahlen als das offizielle Programm, aber sei denn das Land ebenso und mehr aussterbenden Auffassung, daß nur die körperliche Arbeit eine Menge Wähler und Mitläufer zugeführt, die in England, geneigt, weiter zu gehen?( Rufe: ja, wenige Gegenrufe: nein.) eine eigentliche Anstrengung erfordert und deshalb z. B. auch Frankreich oder der Schweiz sich größtenteils als Liberal- Radikale, derart, daß, wenn es unterliegen sollte, es schließlich seine Stellung Der Stampf, auf den er das Land gerüstet zu sehen wünsche, sei das Flugblattaustragen etwas viel Verdienstvolleres sei als das socialistische Radikale oder Demokraten fühlen würden, die unter den Nationen verlieren würde. Der Handel Englands Flugblattschreiben. aber in Deutschland, obgleich sie die eigentlichen focia it a gniere feit 30 Jahren. Die Ausfuhr habe in dieser Thatsächlich ergiebt sich aus den Dresdener Debatten und listischen Forderungen ablehnen, doch socialdemokratisch stimmen Beit um 20 Millionen Pfund Sterling zugenommen, wogegen die den sich an sie anschließenden Erörterungen in den Partei- und teilweise auch in ihren Kreisen für unsre Kandidaten Ausfuhr der Vereinigten Staaten um 110 Millionen, die Deutschbersammlungen nicht die Unnötigkeit der Theorie, sondern umgekehrt agitieren, weil sie allein von diesen eine entschiedene Vertretung lands um 56 Millionen Pfund Sterling gestiegen sei. In den letzten die Forderung einer größeren theoretischen Vertiefung. Was soll es demokratischer Principien, eine rücksichtslose Opposition gegen die 30 Jahren hätte der Export Englands nach den fremden zum Beispiel heißen, wenn von sogenannten Praktikern erklärt wird: junkerlich feudalen Gewalten in unsrem Staatsleben erhoffen. Und Zändern um 46 Millionen jährlich abgenommen und der Was kümmert uns der ganze theoretische Haber, neben diesen oppositionellen Elementen führt uns, seit die Partei Export nach den Kolonien um 40 Millionen jährlich zu wenn nur die Tattit feststeht." Stann denn eine Tattit sich immermehr in die Breite dehnt, auch die rein mechanische Kraft er schäzbarste genommen; der Handel nach den Kolonien sei feststehen, die nicht auf einer bestimmten theoretischen Grundlage der Anziehung des großen politischen Körpers manche Zuziehenden In derselben Zeit sei der Import aus fremden Ländern von 63 auf Teil des englischen Handels. fußt? Taktik ist die Art und Weise unsres politischen Handelns, die aus bürgerlichen Streifen zu, die uns früher, als das Bekenntnis 149 Millionen gestiegen. Wenn der koloniale Handel nicht Methode unfrer politischen Kampfführung; diese Methode führt aber zum Socialismus noch eine Verfemung in der sogenannten guten zunimmt im Verhältnis zu unsrer Bevölkerung doch nicht abseits von aller Theorie ihr besonderes eignes Leben. Gesellschaft zur Folge hatte, wohlbedächtig fernblieben. Diese Masse und mit der Abnahme unsres auswärtigen Handels, so müssen Sie ist, wenn auch die jeweiligen politischen politischen Neben- in die socialistische Weltanschauung einzuführen, sie zu disciplinieren wir zu einer Nation fünften Ranges herabfinten; umstände fie naturgemäß beeinflussen, doch in ihrem und dem Körper der Socialdemokratie zu affimilieren, daß sie unser Geschick muß das der vergangenen Reiche sein. Auch unser Hauptzug bestimmt durch durch das Ziel des Kampfes Handel im Reiche würde zurückgehen, wenn wir nicht Schritte thun, Kampfes und deffen Funktionen nicht stören, das ist eine der wichtigsten Aufgaben dies zu verhindern, so lange es noch Zeit ist. Die Kolonien die der socialen Entwicklungsrichtung sich ergebenden der nächsten Zeit eine weit wichtigere als die Erringung einiger wären bereit, uns mit einer mäßigen Bevorzugung Bedingungen für das Ans- Ziel- Gelangen. Die Erkenntnis des Ents neuer Wahlsiege; denn so erwünscht uns auch dieser Zuzug als Ver- entgegen zu tommen, und nach meiner Berechnung wicklungszieles wie die Markierung des zu ihm führenden Weges stärkung unsrer Macht sein mag, so wird doch das Zahlenverhältnis würden wir 26 Millionen Pfund von dem fremden Handel ist aber nur durch die theoretische Untersuchung möglich. der alten socialistisch fühlenden und denkenden Genossen zu diesen mit unsren Kolonien an uns reißen, und so 750 000 Menschen As ist allerdings auch gesagt worden, das Ziel sei nichts, die neuen Elementen mehr und mehr ein derartiges, daß dadurch dem beschäftigen und fast vier Millionen Menschen unsrer Bevölkerung Bewegung alles. Der Ausspruch zeugt aber nur von einer gleichen proletarischen Charakter der socialistischen Bewegung Abbruch unterhalten können." Chamberlain wies sodann mit Nachdruc Begriffsverwirrung wie der obige. Im Gegenteil, die bloße Be- geschieht. Und diese Einführung in die socialistische Ideenwelt kann darauf hin, daß er feinen Boll auf Rohmaterial tvegung an und für sich ist nichts; sie ist nur insoweit etwas, als nur die Theorie leisten, mur fie allein! vorschlage; wenn England aber wünsche, den Kolonialhandel zu sie Bewegung zu einem bestimmten Ziel ist. erobern und eine Trennung zu verhindern, so müsse man die Es fommt Der Arbeiter, der sich unsrer Partei anschließt, kommt unter 2ebensmittel besteuern. Trotzdem würden durch keinen nicht darauf an, daß überhaupt marschiert wird, planlos ganz andern Umständen zu uns, als jener bürgerliche Zuzug. Der feiner Vorschläge aber die Unterhaltungstoften einer Familie des und richtungslos, bald dahin, bald dorthin, tvo Augen- junge Arbeiter, der sich uns anschließt, ist vielleicht noch in naiv- Landes auch nur um einen Farthing erhöht werden. Sein vorläufiger blids- Vorteile loden, sondern daß in der Richtung auf ein religiösen Anschauungen befangen und bringt noch allerlei seltsame Blan gehe dahin, einen Boll von zwei Shilling auf festes Ziel marschiert wird und zwar, und zwar, soweit Terrain und Begriffe über die Faktoren des gesellschaftlichen Lebens mit; aber fremdes Getreide und einen entsprechenden Widerstände es gestatten, in gerader Richtung. Der Theorie fällt in politischer Hinsicht ist er meist noch unberührt. Sein Gemüt ist, Boll auf Mehl, auf das Getreide aus den britischen dabei die Aufgabe zu, das Biel zu zeigen und zugleich in den un wenn man so fagen darf, noch unbearbeiteter jungfräulicher Boden, vor, einen Zoll von 5 Proz. auf fremde Fleisch- und MolkereiBesizungen aber feinen 3oll zu legen. Er schlage ferner bekannten Gründen, durch die der Marsch führt, nach bestem Können der sich infolge eines fast immer vorhandenen natürlichen Klassen- produkte, mit Ausnahme von Speck zu legen und den Kolonien eine Wegweiser aufzustellen. gefühls als vortrefflich empfänglich für die socialistische Ge- wesentliche Bevorzugung ihrer Weine und Früchte zu gewähren. Er Daraus ergiebt sich zugleich, daß mir die Theorie einigermaßen dankenfaat erweist. Das ist bei den meisten Anfömmlingen mache andrerseits den Vorschlag, nur Dreiviertel des Bolles auf richtige Kriterien für die Abschätzung der im politischen Kampfe er aus bürgerlichen Kreisen anders, und zwar in desto stärkerem Thee und mur bie Hälfte des Buderzolles rungenen Erfolge und Stellungen liefert. Inmitten des täglichen Grade, je intelligenter und charakterfester sie sind. Schule, heben und eine entsprechende Herabsetzung des Bolles auf Kampfgewirrs besteht immer die Gefahr einer Ueber- oder Unter- Familie, gesellschaftlicher Verkehr und Berufsthätigkeit haben Staffee und Kakao eintreten zu lassen. Die neuen Zölle schätzung der jeweiligen Vor- oder Nachteile, denn es ist nur allzu hier durchweg schon einen bestimmten, mit der socialistischen Ge- würden die Ausgaben des ländlichen Arbeiters um 16% Farthing natürlich, daß im Kampfgetriebe das Erreichte nach den An- dankenwelt kontrastierenden Anschauungskomplex geprägt; mancher aber der Betrag, welcher sich aus der Aufhebung der Zölle ergebe, wöchentlich und die des Handwerkers um 19% Forthing erhöhen; strengungen, die es geloftet, oder nach dem Eindruck, den war vielleicht auch liberaler Parteigänger und hat liberale Theorien würde sich für den ländlichen Arbeiter auf 17 und für den Handder Verlust in den feindlichen Reihen hervorruft, beurteilt wird. in sich aufgenommen. Der Appell an das Klaffengefühl bersagt hier werter auf 191, Farthing stellen. Nach feiner Schäßung würden Aber solche Augenblidskriterien führen fast stets zu einer völlig; der neue Mitläufer kann nur dadurch zu einem bewußten die Mindereinnahmen des Schazamtes 2 800 000 fund Sterling falschen Wertschätzung. Ein annähernd richtiges Werturteil erhalten Socialdemokraten werden, daß die socialistischen Theorien in ihm jährlich betragen; aber er fchlage bor, bas wieder ein wir immer nur dann, wenn wir die errungenen Erfolge daraufhin die liberalen niederringen. zubringen durch eine Maßregel, die manchmal Vergeltung, prüfen, wie weit sie uns dem Endziel, der Vergesellschaftung Und noch in andrer Hinsicht hat die socialistische Theoretik eine manchmal Reciprocität genannt werde, nämlich burch der Produktionsmittel und Abschaffung des jezigen Lohnsystems, gewaltige Aufgabe zu lösen: nämlich in den focialen einen Boll von zehn Prozent auf fremde Manu. näher bringen.tr Wissenschaften die focialistische Auffassung zur fatturwaren. Dieser Zoll würde neun Millionen ergeben, die Es sind demnächst 25 Jahre seit dem Erlaß des Socialisten Geltung zu bringen. Die Entwicklungsgeschichte der Mensch von 2 800 000 fund zu decken und eine weitere Ermäßigung der er, wenn er Schazkanzler wäre, dazu verwenden würde, den Ausfall gesetzes vergangen: ein Vierteljahrhundert harten Kampfes und heit hat manche mächtige Voltsbewegung gesehen, aber nur jene Nahrungsmittelzölle und der übrigen Zölle, die das Land belasten, glänzender Erfolge, aber auch manches Meinungsstreites im Innern haben sich längere Zeit behauptet und in der Geschichte ihre eintreten zu lassen. Zum Schluß seiner Rede erklärte Chamberlain, unsrer Partei. Prüft man von der heute erlangten Etapvenstation unvertischbaren Spuren hinterlassen, die dem geistigen Leben ihrerler tämpfe für das Reich und bitte das Land, nichts zu " 谁, 我 aus mir зи er= " beiden andern Klassen. hun, was auf einen 8erfall des Reiches hinarbeiten| Barteien. In einigen ländlichen Wahlkreisen sind Wahlmänner der| Bezügliche Anfragen jedesmal ausbrüdlich erklärten, daß fie einen Lönnte. Reaktion gewählt worden. Ausschließungsgrund für das Wahlrecht nicht darstellten. Man In Besprechung der Rede Chamberlains findet Standard", daß seine Gründe schwankend und viele seiner Voraussetzungen stattfanden, drangen bei ganz geringen Stimmenzahlen Bei den Wahlen der zweiten Wählerklasse, die am Dienstag lehnte sich dabei an die Praris der Wahlprüfungskommission des mit ganz Reichstages sowie an die Uebung im benachbarten Bayern und hypothetisch und unbewiesen seien." Daily Mail" meint, der Württemberg an, die eine solche Stigorosität auss Irrtum in Chamberlains Plane sei sein Vorschlag, beide Teile seines bereinzelten Ausnahmen zu Gunsten der Socialdemokratie die drücklich ausschließen. Wäre das nicht der Fall gewesen, so Brogramms zugleich anzuwenden. Das Blatt glaubt, daß die Steuer Wahlmänner der Gegner durch. Die Wahlen in der ersten Wähler- hätten sicherlich neun Zehntel der jetzt in dieser Weise unterauf fremde Manufakturwaren der Steuer auf Nahrungsmittel vorauf klasse werden das Werk der schmachvollsten Ungerechtigkeit bollenden. stützten Familienväter die Inanspruchnahme der zweifelhaften gehen müsse. Morning Post" hält den Plan für billig, einfach Es werden wie bei den bisherigen Wahlen unter dem Geldjacks Wohlthat" abgelehnt. Jezt, wenige Wochen vor der Wahl, und ausführbar und glaubt, Chamberlain sei es bestimmt, die An Wahlsystem nur Vertreter des Besizes in den Landtag nachdem man die Leute bezüglich ihres Wahlrechtes überall in nahme seiner Politik viel früher zu sehen, als das Volk und einziehen, da die socialdemokratischen Wahlmänner der dritten Klasse Sicherheit gewiegt, kommt der Herr Minister und beraubt das Reich annehmen. Daily Chronicle" führt aus, für jedes Pfund, welches in den Staatsschaz nach dem Plane Chamberlains überſtimmt werden von der doppelten Zahl der Wahlmänner in den Tausende von Arbeitern ihres wichtigsten Rechtes. Dieses hinterhältige Vorgehen, das den Verdacht erwecken muß, als fließe, würden zwei Pfund aus den Taschen der Bürger genommen. habe man die Leute absichtlich in eine Falle loden Was die Wiedervergeltung betreffe, so zeige die Rede eine große AbDiese Erfolglosigkeit an Mandaten hat unsre Partei in wollen, erregt begreiflicherweise allenthalben Entrüstung. Der weichung von der Nede Balfours in Sheffield; denn Balfour fage, Sachsen unzweifelhaft vorausgesehen. Sie ist in die Wahl Stadtrat von Mannheim hat bereits die Erklärung abgegeben, er wünsche nur ermächtigt zu werden, von Zeit zu Zeit Vergeltung eingetreten als in eine Protest wahl. Und der Erfolg, der daß er nach Lage der Sache außer stande sei, der ministeriellen Anzu üben, während Chamberlain auf einen Generaltar if hierbei möglich ist, ist erreicht. ordnung Folge zu leisten. Ihm werden sich voraussichtlich andre bestehe, welcher für seinen Plan wesentlich sei; es hieße die Kolonien Es ist erreicht, daß sich die in den Landtag einziehenden Ab- anschließen. Auf alle Fälle aber wird unsrerseits gegen den Entarg schmähen, wenn man sage, daß sie sich vom Mutterlande geordneten nicht als Vertreter des sächsischen Volkes bezeichnen rechtungsversuch der schärfste Protest erhoben werden. trennen, wenn der englische Arbeiter Einwendungen dagegen erhebt, tönnen. Sie sind als Vertreter einer winzigen Minderheit von vorndaß ſeine Nahrungsmittel zu deren Gunſten beſteuert feien.- herein gebrandmartt vor aller Welt, während die großse it Mehrheit Daily News" führen aus, es sei unmöglich zu sagen, wie Chamberlain fich die Idee in den Kopf gesetzt habe, daß die Kolonien der Wähler ihnen ausdrücklich ihr Vertrauen verweigert hat. von dem Mutterlande jich trennen, wenn man nicht die Nahrungs- Und daß diese Erfolglosigkeit des Willens der großen Mehrheit mittel besteuere. Niemals hätten die Kolonien derartiges geäußert. neu festgestellt wurde, das ist der weitere Erfolg der Wahl. So in der Nacht zum Mittwoch Unruhen stattgefunden, bei denen es zu Unruhen in Szegedin. In Szegedin haben am Dienstag und Beide Blätter, Daily Chronicle" und" Daily News", stets von neuem fühlt das Volk drastisch das ungeheuere Zusammenstößen zwischen dem Volk und dem Militär kam. Die meinen, Chamberlains Aussprüche in dieser Beziehung seien die Unrecht, dem es unterworfen. Die Erbitterung, die hierdurch Borgänge werden folgendermaßen geschildert: schärfste Verurteilung seiner Kolonialverwaltung. im Volfe schon bei den früheren Wahlen erregt wurde, hat zum In Szegedin wurde am Dienstag früh am Kossuth- Denkmal ein Welche Aussichten Chamberlains Schutzzoll- Imperialismus hat, furchtbaren Volksgericht des 16. Juni in Sachsen mächtig beigetragen. Kranz gefunden mit der Aufschrift: 3urüdbehaltene Sol. läßt sich einstweilen noch nicht völlig übersehen. Die englische Der 16. Juni hat die Reaktion gezwungen, an eine Aenderung des daten Deinem heiligen Andenken." Das Plaz Arbeiterschaft, die Gewerkschaftswelt insbesondere, dürfte sich kaum Landtags- Wahlrechtes zu gehen. Die jetzigen Wahlen beweisen kommando ließ den Kranz fortnehmen und auf das Stadtfür Chamberlains Pläne gewinnen lassen. Das Arbeitgebertum wiederum und vermehren zugleich den Groll der sächsischen Beist gespalten. Während zum Beispiel die Eisenindustriellen in völkerung gegen die Schmach der Klassenwahlen. Sheffield und Birmingham, die durch Deutschlands und Ameritas Konkurrenz getroffen werden, während auch Teile des Handwerks, durch das verhaßte„ made in Germany" berärgert, für den Schutzzoll zu haben sind, ist die große, wichtige Baumwollindustrie gegen Göhre's Mandatsniederlegung nötig gewordene Neuwahl. In einem gegen protestierte und mit Steinen auf die Soldaten, die Kaserne denselben. Ebenso die die " protestierten nicht weniger als 176 Handelskammern aus allen Teilen des Reiches gegen die Chamberlainschen Projekte. Zudem ist anzunehmen, daß bei dem von Chamberlain empfohlenen System wohl die Kolonien, nicht aber das Mutterland günstig abschneiden würden. Die Kolonien würden natürlich nichts dagegen haben, nach wie vor ihre Lebensmittel zollfrei nach England einführen zu können, ob sie aber England so große Zollbegünstigungen für seine Industrie- Erzeugnisse gewähren würden, ist sehr die Frage.. Kanadas Verhalten, das England Zollbegünstigungen dergestalt gewährte, daß es England lediglich von einer vorgenommenen Zollerhöhung ausnahm, beweist, daß die Kolonien ihre Beziehungen zum Mutterlande sehr rechnerisch fühl auffassen. Zu einem geschlossenen imperialistischen System gehörte auch das zollpolitische Entgegenkommen zwischen den einzelnen Kolonien, das sich bei der bestehenden Rivalität sehr schwierig ermöglichen lassen würde. Chamberlains imperialistisches Ideal ist also durchaus nicht allzuleicht realisierbar. Es wird aller Voraussicht nach heftigen Widerstand zu überwinden haben. Nicht zuletzt, wie schon bemerkt, bei den Arbeitern, die unter den Lebensmittelzöllen, die, um wirklich wirksam sein, ja erhöht werden müßten, am schwersten zu leiden haben würden. 軟 Deutsches Reich. Ministerreden gegen den Umsturz werden jetzt Mode. Dem Badischen Beispiel folgt jetzt der durch seine Segment- Intelligenz berühmte preußische Polizeiminister v. Hammerstein. Der Minister streifte in einer Erfurter Ansprache, wie der dortige Allgemeine Anzeiger" berichtet: t Zur Neuwahl im 15. fächsischen Wahlkreise. Die Chemnizer Volksstimme", die unser Parteiorgan auch für den 15. sächsischen Aufruf„ Auf die Schanzen" sagt die Volksstimme": " stop = Ausland. Oestreich- Ungarn. haus tragen, wo der Vice- Stadthauptmann den Kranz einer großen Boltsmenge, welche die Herausgabe desselben forderte, zurüdgab. Leptere legte den Kranz unter Absingung des Kossuth Liedes wieder am Denkmal nieder. Nachmittags marschierten 3 toei Compagnien Infanterie zum Denkmal und nahmen den Kranz fort. Als die Menge hierund Fenster von Offizierswohnungen warf, ging das Militär mehrere Male mit dem Bajonett gegen dieselbe vor. Von der Kaserne Aus der Mandatsniederlegung Göhres schöpfen die Gegner wurden nochmals zwei Compagnien abgeschickt, welche mit Silfe natürlicherweise Hoffnung, uns den 15. sächsischen Reichstagswahl der Polizei die Menge, die eine drohende Haltung annahm, freis entreißen zu können. So bedauerlich die Vorkommnisse mit dem Bajonett auseinandertrieb. Abends nach sind, die zur Mandatsniederlegung geführt haben und so bedauer: 6 Uhr erneuerten sich die Kundgebungen vor der Kaserne. Eine nach lich der übereilte Verzicht Göhres ist, die Schlagfertigkeit Tausenden zählende Menschenmenge warf die Fenster ein unfrer Partei fann weder durch das eine noch durch das andre und forderte den Kranz, den das Militär vom Kossutherschüttert werden. Denn über den Differenzen und über den Denkmal genommen hatte, zurit cf. Ein Bataillon Infanterie Personen steht das gewaltige Interesse des arbeitenden Volkes, im und eine Eskadron Husaren rückten aus, säuberten die Umgebung Neichstage nur durch eine Partei vertreten zu sein, auf die es sich der Kaserne und sperrten sie ab, gaben auch eine Salve in allen Stücken fest verlassen fann." auf die Menge ab, wodurch fünf Personen verwundet wurden. Die Kundgebungen dauerten in den Abendstunden noch fort. Die„ Volksstimme" schildert weiter die von der Reaktion drohenden Gefahren und ruft die Arbeiter des Wahlkreises auf zu neuem tapferen Kampfe: Budapest, 7. Oktober.( B. H.) Die Demonstrationen in Szegedin haben die ganze Nacht angedauert. Das Militär fah sich wiederholt „ Bei Nachwahlen ist die Wahlbeteiligung in der Regel genötigt, von der Feuerwaffe Gebrauch zu machen. In hiesigen schwächer als bei den ordentlichen Wahlen. Die Gegner werden Regierungstreisen rufen die Nachrichten aus Szegedin große Ver Himmel und Hölle in Bewegung jeben und von ihren Gesinnungsstimmung hervor; man befürchtet, daß dadurch die Situation fich genossen in Sachsen und im Reiche in jeder erdenklichen Weise wesentlich verschlechtern wird. Das Honvedminifterium hat eine sehr unterstützt werden, um uns den Kreis zu entreißen. Ein Wahl strenge Untersuchung eingeleitet. tampf mit Mitteln, wie sie noch nicht dagewesen sind, steht uns bevor. Alles zu dem Zweck, damit in der Gestalt des 15. Kreises die Socialdemokratie ganz Deutschlands getroffen werde. Unfre Parteigenoffen im 15. Streise haben die Aufgabe, mit ihrem Mandat zugleich das Anjehen der ganzen Partei zu ver teidigen. In den nächsten Wochen wird die ganze politische Welt mit Spannung auf diesen Kreis blicken. Unfre Parteigenossen werden zeigen, daß sie von der Wichtigkeit ihrer Aufgabe völlig durchdrungen sind. Ihre Aufgabe ist schwerer, als sie den Parteigenossen irgend eines andren Kreises beschieden war. Aber der fühne Mut, die leberzeugungstreue, der politische Scharfblick der organisierten Arbeiter, sie reichen aus, um den Gegnern das Spiel zu vereiteln, wenn der feste Wille hinzukommt, bei der Nachwahl mit demselben Fleiße, derselben Zähigkeit, derselben Unermüdlich keit für die Partei zu arbeiten, wie es vor dem 16. Juni geschehen ist. Eine spätere Meldung sucht offenbar die Vorgänge abzuschwächen. Sie lautet: Szegedin, 7. Oktober.( Meldung des Ungar. Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Heute herrscht hier Ruhe. Die Militärbehörde stellt fest, daß das Militär gestern nicht geschossen hat; wurf getroffen, im Schmerze fie abfeuerte; ferner wird angezweifelt, vei Schüsse stammen von einem Soldaten, der, von einem Steindaß der Kranz von Soldaten niedergelegt wurde, vielmehr scheint es, daß derselbe von Bürgern niedergelegt ist, um hierdurch Unruhen hervorzurufen. Der offiziöse Bester Lloyd" hält es für nötig, mit größter Ente schiedenheit das Gerücht zu dementieren, Prinz Eitel Friedrich von Preußen fei zum König von Ungarn ausersehen und studiere bereits mit großem Eifer die ungarische Sprache. Fortdauer der ungarischen Kabinettskrise. Der Neuen Freien Presse" zufolge hat v. Szell die Bildung des Kabinetts nicht Hinweg mit dem Kleinmut, wo er sich zeigen sollte! Einbernommen; für Donnerstag ist die Berufung einer andren höheres, als alles andre, gilt es zu bethätigen: die politische Persönlichkeit zum Kaiser zu gewärtigen. Ehre des 15. Kreises. Eine Hochburg der Freiheit, des Fortschritts soll er bleiben, nicht wieder ein Schlupfwinkel der Reaktion werden!" ode Schweiz.dudem m Die Delegierten- Versammlung des Grütlivereins beschloß, die Buchhandlung des Vereins in eine Genossenschaft umzus Frankreich. die Verhandlungen des socialdemokratischen Parteitages in Dresden und erwähnte, daß die Presse der Regierung Vorwürfe mache, weil sie angesichts der den revolutionären Charakter der Partei Ilar zum Ausdruck bringenden Beschlüsse nicht sofort mit bestimmten Gegenmaßnahmen geantwortet hätte. Die Regierung habe die leberzeugung, daß durch diese Verhandlungen jedem patriotisch denkenden Deutschen die Augen geöffnet sein müßten, und hoffe bestimmt, daß es der deutschen Bürgerschaft gelingen werde, eine Gesellschaft, deren Endbestrebungen so unverhüllt auf den Umfturz der bestehenden Staatseinrichtungen, ja fogar auf Beseitigung der Religion gerichtet seien, aus eigner Kraft von sich abzuschütteln, und man die geeigneten Mittel und Wege dazu In der Deutschen Volkspartei wird der Versuch eines engeren finden werde. Es werde vielfach die Befürchtung laut, daß eine Busammenschlusses der bürgerlichen Linken- Parteien erörtert. Folge des socialdemokratischen Anwachsens entweder die Der Ausschuß der Deutschen Volkspartei hat eine aus Baden, Revolution oder die Reaktion sein könnte. Sollten wirklich Bayern, Preußen und Württemberg besuchte Sigung abgehalten, in revolutionäre Bestrebungen zum Ausbruch kommen, so habe die der beschlossen wurde, dem am 14. November in Heilbronn zu Staatsregierung genügende Wachtmittel in den Händen, um sofort sammentretenden Parteitag folgenden Antrag zu unterbreiten: dergleichen zu unterdrücken. Andrerseits würden derartige Be Der Parteitag erklärt es angesichts der immer mächtiger anstrebungen feinesfalls auf die Staatsregierung die Wirkung üben, wachsenden Realtion für eine zwingende Notwendigkeit, daß die daß sie sich beirren ließe, auf dem Wege, den sie mit der social- Gruppen der bürgerlichen Zinken zur energischen Bekämpfung der politischen Gesetzgebung auf Grund der Botschaft unsres großen rüdschrittlichen Bewegung einen engeren Zusammenschluß suchen. Kaisers Wilhelm eingeschlagen habe, fortzuschreiten und an dem Er erklärt sich namens der Deutschen Volkspartei bereit, zu einem Ausbau der Gesetzgebung zum Wohle der folchen Versuch nach Kräften mitzuwirken." arbeitenden Klassen fortzuarbeiten. Auch wir sind sicher, daß die treffliche Parteigenossenschaft des 15. fächsischen Wahlkreises alles aufbieten wird, um dieses gute wandeln. Stück des roten Sachsen" unsrer Partei zu erhalten. Die legte Ankündigung ist sehr erfreulich, wir fürchten aber, daß selbst wenn die Regierung eine etwas gründlichere Social reform wagen würde, die Bueckschen Centralverbändler sofort rebellisch werden würden. Für die Tagesordnung des Parteitages sind außerdem Kanalund Verkehrsfragen, die demokratischen Aufgaben der Gegenwart, die Mittelstands- und Handwerkerfrage, die Militärgerichtsbarkeit in Aussicht genommen. Der Weberstreit in Nordfrankreich dauert fort. In den Mits teilungen, welche die offiziösen Nachrichtenbureaus verbreiten, werden die Ausständigen beschuldigt, sich bei ihren Demonstrationsumzügen der schlimmsten Ausschreitungen schuldig gemacht zu haben. Sie sollen Häuser demoliert und Barritaden aufgeführt, in Bäcker- und Fleischerläden, Wirtschaften und andern Geschäften die Herausgabe von Lebensmitteln erzwungen, ja eine Kapelle geplündert und Telegraphenlinien zerstört haben. in th In Lille schlossen am Dienstag infolge der Haltung der Ausständigen fünf Webereien und eine Spinnerei mit 2900 Arbeitern den Betrieb, eröffneten ihn jedoch gestern wieder unter dem Schuze eines Militäraufgebots. Nach allen Teilen des Ausstandsgebietes wurden starke Truppen. abteilungen geschickt. Von Paris find sechs Militärzüge mit In fanterie nach Roubaix und Tourcoing abgegangen, da man befürchtet, daß auch dort die Streifenden den Stillstand der Fabriken erzwingen werden. Auch die Zollposten an der belgischen Grenze wurden verstärkt. Regierungsforgen. Nach Berichten in glaubwürdigen Sport Die Dresdener Verhandlungen sind aber offenbar dem Ver- blättern stehen Reformen im deutschen Zucht und Der socialistische Bürgermeister von Lille, Deputierter Delory, ständnis des Herrn von Hammerstein nicht zugänglich ge- Rennbetrieb bevor. Es verlautet darüber, daß eine weigerte sich, die Truppen in den Häusern der Gemeinde unterwefen. Er sieht, wie ein nervöser Polizeimann, schaudernd Kommission von Sachverständigen zusammenberufen werden soll, die zubringen. Der Kriegsminister ersuchte den Präfekten des Departeden Umsturz aller Dinge und sogar die Ausrottung der über geeignete Maßnahmen zur Hebung der in ihren Grundfesten ments du Nord, alle militärischen Maßnahmen zu treffen, die seiner Religion. In Dresden hat man nichts weiter gethan, als den schwer erschütterten Vollblut bezi. Landespferdezucht zu beraten Zeit anläßlich des Bergarbeiter- Ausstandes getroffen waren. Das fachlich revolutionären Charakter der Socialdemokratie aufs neue hat. Vorläufig heißt es, daß in dem preußischen Etat für 1904 ganze erfte Armeecorps wird in Bereitschaft gehalten. unztveideutig festgestellt, der darin besteht, daß sie erst mit der Be- eine bedeutende Erhöhung der Staatspreise vorgesehen werden Italien. seitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft ihr Ziel als erreicht folf. Außerdem soll dem Reichstage ein Gesetz vorgelegt Die Erhebungskommission über die Marineverwaltung ist endlich. betrachtet. Von Straßentämpfen träumt nur die Polizei und die werden, demzufolge Wetten nur noch am Totalisator ab= Polizeimenschen, aber nicht die Socialdemokratie. Was aber gar geschlossen, aber nicht mehr so hoch wie bisher besteuert werden dürfen. wie uns aus Ro'm, 3. Ditober, geschrieben wird, durch Dekret vom die Beseitigung der Religion betrifft, so hat unfres Wissens weder Diese beabsichtigten Neuerungen verfolgen wie alle Regierungs- 2. Oftober ernannt worden. Sie ſetzt sich zuſammen aus der Dresdener Parteitag, noch irgend ein andrer Parteitag solchen maßregeln wenigstens nebenbei noch den Zweck, das Wohl der wirt 17 Personen unter dem Vorsitz des Vicepräsidenten der italienischen Beschluß gefaßt; die Polizei- Aften, aus denen Herr v. Hammerstein schaftlich schwächeren Kreise zu fördern, insofern für diese nämlich Stammer. Unter den Mitgliedern befinden sich 4 Senatoren, seine Weisheit schöpft, müssen also recht unzuverlässig sein. dadurch das Wetten in den Wettbureaus und an sonstigen gesetzlich 7 Deputierte und 5 Beamte des Staffationshofes und des Rechnungsnicht privilegierten Orten verringert oder unmöglich gemacht werden rates. Die ministerielle Presse rühmt, daß alle Kommijjare der soll. Gleichzeitig hofft man aber auch die Einnahmen aus der Marineverwaltung fernstehen. Das mag eine gute Sache sein, aber Totalisatorsteuer zu vergrößern. sie hat eine Kehrseite: Die Herren sind fast alle technisch ganz infompetent. Der einzig Fachkundige soll ein höherer Verwaltungsbeamter der Marine sein, der als Sekretär der Kommission bei gegeben werden soll. Ob das gerade einer gründlichen Erhebung über bie Marineberwaltung, die ja doch die Angeklagte ist, vorteilhaft jein kann, bleibe dahingestellt. Die fächsischen Landtagswahlen. Die Wahlen in einem Dritteil der Landtags- Wahlkreise Sachsens haben für die Socialdemokratie zu dem Erfolge geführt, zu dem sie nur führen konnten und der nur erwartet werden durfte. Da von der konservativen Partei über den Mangel eines geeigneten Regierungsprogramms für die Wahlen gellagt wird, so möchten wir ihr empfehlen, unter dem Zeichen:" Nieder mit der Totalisatorsteuer, hoch der deutsche Rennsport!" in den bevorstehenden Landtagswahlkampf zu ziehen. Wahlentrechtung in Baden. In allen denjenigen Wahlkreisen, in denen die industrielle Arbeiter bevölkerung stark vertreten ist, gewann unfre Partei sämtliche oder faft sämtliche Wahlmänner der britten Wählerklasse. So wurden in den zwei städtischen und drei ländlichen Wahlkreisen in und bei Dresden bis auf ganz geringe Ausnahmen nur socialAus Mannheim schreibt man uns vom 6. Oftober: Einen demokratische Wahlmänner gewählt. hinterlistigen Anschlag auf das Wahlrecht der unbemittelten Ebenso wählte im ersten Leipziger Landtags- Wahlkreise, im ersten Boltsschichten hat Herr Minister Schenkel unternommen, Chemnizer, im zwölften städtischen Wahlkreise( Borna Begau), im der eben noch in seiner Durlacher Scharfmacherrede feiner Regierung fünfzehnten( Glauchau) die dritte Wählerklasse durchweg ſocialdemo- das Prädikat der fortschreitenden Freiheitlichkeit vindiziert hatte. fratisch. Und zwar allenthalben mit überwältigenden Majoritäten Er verfügte durch generellen Erlaß an die Bezirksämter, daß gegenüber den gegnerischen Parteien, den Konservativen und unter die im§ 35 unsrer Wahlordnung aufgeführten Armen unterstützungen aus öffentlichen Mitteln, die das WahlNationalliberalen. V " Zanardelli hat mit großer Mühe die Kommission gebildet. Sie war jeder Autorität entfleidet, schon ehe fie fertig war. Den schweren Anklagen gegenüber war die Einsehung einer vom Parlament gewählten Kommission geboten, die mit allen Vollmachten auss gestattet. war, nicht die eines Bopanzes mit nur administrativen hat Kompetenzen. Unter den Abgeordneten der äußersten Linten hat mur Riccardo Luzzatto eingewilligt, bei der Erhebung mitzuwirken; er hat wohl durch diese Einwilligung seine definitive Scheidung von den Radikalen vollzogen. Die übrigen Abgeordneten sind: de Martino, Manna, Allerdings war die Wahlbeteiligung im recht des Empfängers ausschließen, auch die unentgelt- Mariotti, Rava, Stelluti- Scala und der frühere Finanzallgemeinen geringer als bor sechs Jahren, wo dieselben liche Lieferung von Lehrmitteln zu rechnen minister Wollenborg. Streise zum P Dreiklassenwahl Gefeß sei. Num ist diese aber im Laufe der letzten Jahre in den größeren dem erstenmale unter Die Censur geht weiter mit ungewöhnlicher Schärfe gegen die zur Wahl standen. Die Wahlbeteiligung war geringer auf focial- und mittleren Städten des Landes in ziemlichem Umfange in An- Bresse vor. So wurde das Organ der Textilarbeiter konfisziert demokratischer Seite, aber noch viel mehr auf Seite der reaktionären spruch genommen worden, weil die städtischen Behörden auf dies- wegen eines Artikels„ Das Blut des Proletariats". Türkei. Der Kongreß zu Forli ist von 186 Seftionen mit 257 Delegierten| Sprache zu bringen, bin ich nicht gewesen. Meine Darstellung ist| gewinne besonders dadurch Einfluß, daß gewisse Elemente der Partet, Befchickt; auch die Frauen haben eine Vertretung entfandt. Am somit als richtig bestätigt, damit war es also nichts. Um nun den unsre Vertrauensleute und Agitatoren, zur Selbständigmachung in Montag( 5. Oktober) wurde mit großer Majorität der Antrag Klatsch zu rechtfertigen, muß eine ebenso haltlose Variante herhalten, fleinbürgerlichen Stellungen gezwungen seien. Eine solche sociale Ghisleri angenommen: Die politisch Organisierten die ich nun auch noch kurz zerzausen muß. sind verpflichtet, sich gewerkschaftlich zu organis Position wirke leicht zurück auf eine Verwischung der rein prole= Als mir Timm erklärte, bei seinen Anzapfungen feineswegs an tarischen Anschauungen.( Vorwärts" 16. 11. 94.) fieren! mich gedacht zu haben und auch irgend eine Aeußerung ihm gegen- Jener Rede folgten Auseinandersetzungen in der Presse wie in über bestritt, machte ich den Einwand, ob nicht doch die Möglichkeit Versammlungen, in denen Bebel u. a. auch besonders mit GrillenVon den macedonischen Wirren. Nach Angaben der Pforte ist bestehe, daß eine meiner Aeußerungen solche Deutung zulasse. Diese berger aneinander geriet. Beide griffen sich aufs heftigste an, wobei die neuausgebrochene Bandenbewegung im nördlichen Teile des Frage habe ich gestellt, um volle Klarheit darüber nach jeder Richtung von seiten Bebels namentlich auch der Vorwurf des Partikularismus Sandschaks Seres zum größten Teile niedergeworfen. Mehr zu erlangen. eine Rolle spielte. Während Bebels erste Aeußerung über die Arbeiter als 1000 der geschlagenen Komitatschis haben sich nach dem( bulTimm bestritt auch dies, worauf ich dann einwarf, durch Göhres in gehobener Lebenslage ganz allgemein gehalten war, gab er ihr nun garischen Kloster Rilo geflüchtet. Eine Mitteilung der Pforte an die Dazwischentreten seien ja die Gedanken überhaupt nicht zu Ende ge- in einer Artifelreihe, welche sich ausschließlich gegen bayerische Parteiostreichisch- ungarische und die ruffische Botschaft besagt, daß nach Nachtragen. Daraus zu schlußfolgern, ich wollte die Angelegenheit genossen kehrte, eine besondere Zuspizung. Er wies sie auf„ den richten, die dem dritten Corpskommando in Saloniti zugegangen find, Auer anschneiden, ist keiner, am allerwenigsten war T. dazu be- Partitularismus, die Kleinbürgerei und Spießbürgerei, die auch schon den neuen im bulgarischen Grenzgebiet versammelten Komiteebanden sich rechtigt zumal feststeht, daß ich mit ihm überhaupt nicht darüber ge- Genossen ergriffen hat, die auf ihre frühere Thätigkeit hin in andie jüngst einberufenen bulgarischen Reservisten anschließen sollen, sprochen habe. Mir war ja Timms Stellung zum Revisionismus gesehene Vertrauensstellungen gelangten, infolge ihrer kleinbürgerdaß die Banden sich anschicken, die Grenze zu überschreiten, und bereits durch die Presse bekannt. Lediglich aus seinem Munde Auf- lichen Existenzweise aber allmählich das proletarische Klassenbewußt= ferner, daß den in Bulgarien weilenden türkischen Unterthanen die flärung darüber zu erlangen war die Veranlassung unsrer Aus- fein verloren, ihre geistige Ausbildung und Weiterbildung an den Heimkehr und die Verabfolgung von Bässen verweigert wird. Weiter sprache. Im übrigen ist mir T.3 Anschauung über Parteitaktit, Per- Nagel hingen und nur noch von den Brocken überwundenen Wissens heißt es, daß die Komitees von Varna und Burgas in Grabovo sonen usw. von jeher gleichgültig gewesen und habe und werde ich leben und damit die Genossen und Nichtgenossen füttern. Wer glaubt, und Elena Munition anfertigen lassen. mich dadurch keineswegs abhalten lassen, dasjenige zu sagen, was von mir gemeint zu sein, mag sich strenge prüfen und entweder andre hin, ich im Partei- Interesse für geboten erachte, selbst auf die Gefahr Wege einschlagen oder einem jüngeren, strebsameren Genossen seinen ist bei dieser Auseinandersetzung nebensächlich. Meine Auffassung, verbalhornisiert zu werden. Für was ich Auer halte, Plazz räumen."( ,, Vorwärts" 1. 12. 94.) erst seine Rede resp. Stellungnahme zum Revisionismus und der gleichen abzuwarten, bevor über seine eventuelle Wiederwahl zu sprechen sei, ist bei vernünftigen Leuten so einwandsfrei, daß weitere Worte überflüssig sind. Sofia, 7. Oktober. Die Leiter der macedonischen Bewegung bezeichnen die neueste Aftion Oestreich- Ungarns und Rußlands als gänzlich verfehlt. Die Türkei sei ganz un fähig, Reformen einzuführen, der Aufſtand werde erst dann auf hören, wenn Macedonien unter einen christlichen Gouverneur unter europäischer Kontrolle gestellt werde. Asien. Russische Uebergriffe melden die„ Times" aus Tokio: Glaubwürdigen Berichten zufolge sind die Russen mit dem Bau von Festungswerken und Aufstellung von Batterien bei Yonzumpho befchäftigt, obgleich die koreanische Regierung sich energisch weigert, einen Pachtvertrag mit Rußland abzuschließen. Mir tommt es lediglich darauf an, die Darstellung in der 2. Kreis- Versammlung als unrichtig zu kennzeichnen und zu zeigen, auf welchem Boden solcher Klatsch gedeiht; und dabei bleibt es. bei seiner Umgebung besprochen wurde, die ganze Debatte laufe Wenn schließlich Timm noch Wert darauf legt, zu erklären, daß darauf hinaus, einzelne Personen, darunter auch Auer, aus der Partei hinauszubugsieren", so berechtigt mich der Zusammenhang Ein deutscher Kolonial- Freibeuter? Das Laffan- Bureau meldet dieser Eröffnung, festzustellen, daß in meiner Umgebung das Gegenaus Peting: teil der Fall war. Ich und auch meine Umgebung waren fest entDer deutsche Gesandte Freiherr Mumm von Schwarzenstein hat schlossen, einer Reſolution zur Annahme zu verhelfen, welche klipp das chinesische Auswärtige Amt veranlaßt, Ermittelungen über einen und klar die Stellung der Partei zu den strittigen Fragen darthut, angeblichen ehemaligen Kapitän der deutschen Marine namens Rudolf um an der Hand derselben den fraglichen Genossen Zeit zu lassen, Bode anzustellen, der im Auguft aus Turkestan in Sianfu eintraf sich danach zu revidieren. und sich rühmte, China zu durchreisen, ohne irgendwo etwas Diese Hoffnung gebe ich angesichts der Wandlungsfähigkeit und bezahlen zu brauchen. Er hat, wie berichtet wird, bei den Anpassungsvermögen der meisten Revisionisten noch nicht auf. Provinzialregierungen Gelder erhoben und die Bestrafung von Beamten erzwungen, welche die Bewilligung seiner Forderung ablehnten, indem er den Provinzial- Die Erklärung des Herrn Maximilian Harden im„ Vorwärts" Gouverneur und andre Beamte drohte, sich bei dem Gesandten vom 6. Oktober giebt mir keine Veranlassung zu langen ErMumm zu beschweren. Die Missionare beklagen sich darüber, daß widerungen. Ich konstatiere, daß Herr Harden seine erste Behauptung solche Leute eingelassen werden, da die Missionare die Folgen davon hinsichtlich der Zahl unsrer Zusammenfünfte nicht aufrecht zu er zu tragen hätten. halten scheint. Dagegen bleibt er dabei, die beiden Kaffeehaus Zusammenkünfte, die ich von Mitte Februar bis Ende August mit ihm gehabt habe, einen, intimen Berkehr" nennen zu wollen. Ich verstehe unter Intimitäten etwas andres. Behauptungen aufrechterhalte. Ich habe also nichts weiter zu erklären, als daß ich meine Afrika. Tanger, 7. Oftober. Ein Trupp bewaffneter Räuber und Soldaten griff 30 Kilometer von der Stadt entfernt eine Karawane an und plünderte dieselbe. Die geraubten Güter gehören größtenteils europäischen Firmen. V Landtagswahl. A. Tätero to. Ich kann beanspruchen, daß meine Angaben bei den Genossen mehr Glauben finden, als die des Herrn Harden. Mit Parteigenoffen und Blättern, die gestern Harden als größten Lumpen und Lügner beschimpft haben, um heute, sobald er mich verunglimpft, jedes seiner Worte als Enthüllung" und als lautere Thatsache zu behandeln, habe ich nicht zu rechten. ihn gerichtet angesehen und nie verwunden hat. Und ich weiß weiter, Ich weiß bestimmt, daß Grillenberger diese Auslassung als gegen daß diese Meinung zu jener Zeit in den Kreisen der bayerischen Genossen vielfach geteilt wurde. Was Bebel damals noch über die aus der Berliner Parteikasse nach Bayern geflossenen Gelder sowie über die besonders dem Nürnberger Geschäft gewordene Unterstützung gesagt hatte, hat gewiß erheblich mit dazu beigetragen, Grillenberger zu verbittern. Aber daraus allein läßt sich unmöglich erklären, wenn 1894, davon gesprochen wird: daß Grillenberger von 3. B., wie in der Nürnberger Protestversammlung vom 2. Dezember schlimmer als der verächtlichste Gegner angegriffen" worden sei, und wenn in der angenommenen Resolution davon die Rede ist: daß Bebel Grillenberger in beleidigender, sein Ansehen schwer alterierenden Weise behandelt" habe. bekannt. Bebel eine Verständigung herbeizuführen, kann ich nur bestätigen. Ich habe Daß sich Freunde von Grillenberger und Bebel alle Mühe gaben, selbst zu ihnen gehört, und Grillenberger hat mir das lange nachgetragen, so tief empfand er die ihm widerfahrene Verlegung. Bebel spricht davon, daß Grillenbergers Hartnäckigfeit von gewisser Seite gefliffentlich genährt" worden sei. Mir wie den sämtlichen Landtagskollegen Grillenbergers, welche mit ihm monatelang Tag für Tag aufs vertrauteste verkehrt haben, ist von dergleichen nichts Bebel meint schließlich, Grillenbergers Unversöhnlichkeit gegen ihn daraus erklären zu können, daß dieser bereits an den ersten Symptomen der Krankheit gelitten habe, welcher er später zum Opfer fiel. Dem gegenüber sei einfach darauf hingewiesen, daß Grillenberger nach jenem Konflikt mit Bebel noch volle drei Jahre lang schlagende Beweise der ungebrochensten geistigen Kraft gegeben hat und schließlich nicht infolge irgend eines Siechtums gestorben, sondern fast unmittelbar nach einer im Landtag gehaltenen Rede von einem Gehirnschlag niedergestreckt worden ist. Da Bebels Ausführungen nicht nur durch die Parteipresse ge= gangen, sondern auch im Protokoll des Parteitages zum Abdruck gelangt sind. einer gleichberechtigten Antwort völlig abgeschnitten wird, so darf ein ganz neues Verfahren, durch welches die Möglichkeit ich wohl gleichfalls die Parteiorgane um Nachdruck bitten. Vollmar. Aus Induftrie und Handel. Der Feinblech- Verband geht seiner Auflösung entgegen. Die am Die Auslegung der Urwählerlisten und deren Bekanntmachung geschehen vielfach mit einer, gelinde gesagt, Nachlässigkeit, die das bißchen Ordnung, das man mit Müh' und Not allenfalls aus dem Wirrwarr der Bestimmungen und Verordnungen des Dreiflassen- Am liebsten spräche ich auch nicht von denen, die nicht zufrieden Wahlrechtes schließlich herausdestillieren kann, noch vollens über den mit Hardens Beschuldigungen, frischweg noch was dazu erfinden. Haufen wirft. Beestow Storfow zum Beispiel, wo die Auslegung der Versammlung(„ Vorwärts" Nr. 232) in Verbindung mit ihrem 3. d. M. in Köln stattgehabte Versammlung des Feinblech- Verbandes In denjenigen Orten des Kreises Teltow Erst der Bericht über die Rede der Frau Bettin in der Stuttgarter Wählerlisten dem Landrat untersteht, ist vielfach der Fall Artikel in Nr. 21 der„ Gleichheit“ zeigt mir, daß es möglich ge hat, wie die„ K. V. 3." hört, dem vorliegenden Antrage eines Mitzu verzeichnen, daß die Bekanntmachung über die wesen ist, aus einem geschraubt arroganten Saze Hardens Auslegung vom 2. Oktober datiert ist, die Auslegung die Verdächtigung Verdächtigung herauszulesen, als ob die Teilnehmer gliedes, den Verband wegen des zu stark gewordenen Wettbewerbes selbst für den 5. bis 7. Oktober angesezt ist und der Einspruch, des gesellig litterarischen Birkels, zir dem unter anderen der außerhalb desselben stehenden Werke aufzulösen, seine Zudem Gesetze entsprechend, auf drei Tage nach dieser Bekannt auch Harden gehörte, und dem ich einigemal beigewohnt ſtimmung zwar nicht erteilt, der von der Versammlung gefaßte Bemachung", also für die Tage des 3., 4. und 5. Oftober, während die habe, sich dabei von Herrn Harden mit Wein und Speisen hätten schluß zeigt indes, daß man diesen Wettbewerb auf die Dauer nicht Listen überhaupt erst vom 5. ab zur Einsicht ausliegen! Würden bewirten lassen. Um jeder Legendenbildung entgegenzutreten, erkläre mehr für erträglich hält. Bevor man zum äußersten greift, will man die Behörden sich also nach dieser weisen Publikation richten, so ich, was für vernünftige Menschen eigentlich selbstverständlich sein jedoch die außerhalb des Verbandes stehenden Werke in aller Form hätten die Urwähler gerade einen einzigen Tag für ihr Ein- follte: Bei diesen Zusammenkünften, die in Restaurationen statt- zum Beitritt in den Verband auffordern. Wenn dies nicht zum Ziele spruchsrecht. Man darf gespannt sein, wie die Praxis mit dieser fanden, hat jeder nach Belieben seine eigne Beche gemacht und be- führt, so soll einer einzuberufenden Versammlung anheimgegeben Bekanntmachung umgeht; hält sie sich an deren und des Gesetzes zahlt. Nie habe ich auch sonst Herrn Hardens Gastfreundschaft ge- werden, betreffs der Auflösung des Verbandes endgültigen Beschluß Wortlaut, so werden berechtigte Wahlproteste in Hülle und nossen oder er meine; nie hat einer von uns des andern Haus be- zu fassen. Fülle auftauchen müssen. treten. V Auf die übrigen Anzapfungen, z. B. von Frau Luxemburg, Grunwald usw., zu antworten, erscheint mir nicht notwendig; ihre Verdrehungen richten sich selbst. Berlin, 7. Oktober 1903. " Wolfgang Heine. Auf dem Petrofenmmarkt zeigt sich in lezter Zeit ein andauerndes Steigen der Petroleumpreise. Die Preise für ameris fanisches Petroleum stehen zur Zeit in Hamburg um 75 Pf. pro Centner höher als zu Anfang des Jahres, und ähnliche Preissteigerungen werden aus andren Hauptniederlagsplätzen des deutschen Petroleumhandels berichtet, z. B. aus Mannheim. Die Bewegung geht vom amerikanischen Petroleummarkt aus, doch folgten bisher die Preise für russisches und östreichisches Petroleum den amerikanischen alsbald nach. Aus eben diesen Orten wie auch aus andern wird ferner die späte Bekanntmachung der Lage, an denen die Wählerlisten ausliegen, mit Recht lebhaft gerügt. Vielfach ist die Bekanntmachung erst am Abend des ersten Tages der Auslegung in den Ortszeitungen publiziert worden, so daß für die Masse der Urwähler der erste Tag völlig verloren gegangen ist; was das bei den drei zu gewährenden Auslegungstagen heißt, ist klar, und es iſt In dem heutigen Vorwärts" wird unter Stimmen zum bringend zu wünschen, daß überall, wo solche unerhörte Parteitag" eine Notiz der„ Mainzer Volksztg." citiert, die Genossen behördliche Nachlässigkeit, um wieder fein schärferes Wort zu ge- Zubeil und mich mit Liebenswürdigkeiten behandelt. Die Notiz des brauchen, zu konftatieren ist, sofort zunächst an die vorgesetzte Be- Mainzer Blattes bildet die Fortsetzung ähnlicher Anrempelungen, Die amerikanischen Blechofferten in der„ Neuen Hamburger hörde Beschwerde und später an den Landtag ein damit be- deren erste auch in hiesige bürgerliche Beitungen übergegangen ist. Börsenhalle", von welchen wir füirzlich berichteten, werden in hiesigen gründeter Wahl protest eingereicht wird. Wir haben geradezu In dieser Notiz wurde den Berlinern der gute Rat gegeben, tra- Fachkreisen, als nicht für den deutschen Markt bestimmt, bezeichnet. bie Verpflichtung, wenn irgendwo so bei diesem Wahlsystem jebe fehler wie Zubeil, Stadthagen usw. sich vom Halfe zu schaffen. Für den Import wäre erstens der jebige Inlandspreis zu niedrig, Extraverwirrung dreifach anzustreichen. es sei feine besondere Ehre, mit Stadthagen in einer Fraktion zu zweitens der Roll( 3-5 M. pro 100 Kilogramm) und der Frachtsat Wahlabmachungen. Von der liberalen Presse wird das Ver- unter ihrer Würde." Darauf habe ich an die ,, Mainzer Boltszeitung" figen. auf Zubeil zu antworten, halte die ,, Mainzer Volkszeitung für den Transport nach Hamburg zu hoch. In den Jahren 1898/99 halten unsrer ostpreußischen Parteigenossen eine unerhörte Förderung gestern folgende Erwiderung gesendet: In der Mainzer Bolts- hat allerdings die nordamerikanische Union Feinbleche nach Deutschder Reaktion genannt, weil sie an die freifinnige Parteileitung zeitung" find wie ich erst aus hiesigen bürgerlichen Blättern und land geliefert, aber damals stand der deutsche Marktpreis um 50 bis herantraten und eines der drei Königsberger Mandate in Anspruch aus der„ Leipziger Volkszeitung" erſche gegen Genossen Zubeil 70 Proz. höher als jetzt. Es wird vielmehr in den hiesigen Fachkreisen nahmen( bisher war je ein Mandat im Besitz der Freisinnigen Volts- und mich allgemeine, und deshalb unfaßbare, Berdächtigungen aus- angenommen, daß der amerikanische Stahltrust mit seinem Angebot partei, Freisinnigen Vereinigung und Nationalliberalen), wofür sie gestreut, welche den Anschein erwecken sollen, als ob gegen unsre Ehren nur den Zweck verfolgt, mit den Hamburger Exporteuren, die nach dann ohne weiteres die Unterstüßung der liberalen Kandidaten in haftigkeit irgend etwas vorliege. Ich fordere hiermit den Verfasser des Südamerika Eisenwaren ausführen, ins Geschäft zu kommen und sie Memel Heydetrug und Tilsit Riederung zusagten. In Memel Bubenstücks auf, Farbe zu bekennen und die Thatsachen, aus denen zu veranlassen, statt der englischen Bleche dorthin amerikanische zu Heydekrug und Tilsit- Niederung sind 1898 je zwei Stonservative er seine Verdächtigungen herleiten zu dürfen glaubt, zu veröffent- liefern. Da die deutsche Feinblechindustrie vorwiegend ihren Markt gewählt worden, in beiden Kreiſen ſtanden den Gewählten lichen oder dem Parteivorstand mitzuteilen. Als Verfasser ist in im Inlande hat und nur in relativ geringem Maße ausführt, so nicht unerhebliche Minoritäten gegenüber, fo daß eine hiesiger bürgerlicher Presse Genosse David angedeutet. Es bedarf " Verdrängung der Konservativen nicht unmöglich ist. Unfre für die Mainzer Genossen feiner Hervorhebung, daß weder Genosse richtet sich der amerikanische Export überhaupt weit mehr gegen Parteigenossen in Ostpreußen haben sich bei ihrem Vorgehen Zubeil noch ich den Genossen David für solcher Gemeinheit fähig England bezw. gegen das englische Ausfuhrgeschäft als gegen das nicht genau an die Berliner Resolution gehalten, indem sie bereits halten. Hierzu steht Genosse David zu hoch. Ist der Verfasser, wie deutsche. verbenie fich bei it. mox Time 4 Arthur Stadthagen. " vor den Urwahlen Abmachungen mit bürgerlichen Parteien treffen ich aus einer Notiz der 2. V." entnehmen zu müssen glaube, ein Interessant ist, daß neuerdings wieder aus den Vereinigten wollten, die nach Nr. 4 der Resolution erst nach Feststellung des gewisser Mendel, so genüge zur Kennzeichnung dieses Genossen, daß Staaten gemeldet wird, der Stahltrust beabsichtige, seine enge Vers Ergebnisses der Urwahlen durch das Central- Wahlfomitee im Ein- dies der Mann ist, dem der freifinnige Abgeordnete Müller Sagan bindung mit dem Schiffahrtstruft zu Gunsten der Stahlausfuhr ausbernehmen mit den in Frage kommenden Wahlkreis- Komitees zu die der Wahrheit widersprechenden Berichte über die Zollkommissionstreffen" find; für die Liberalen aber liegt gar fein Grund vor, Verhandlungen in die Finger dittiert hat. Diese Berichte sind G. 54 zunuzen. Als der Morgansche Dampfertrust gegründet wurde, behierin eine verbohrte, der Reaktion förderliche Tattit zu sehen. bezt. S. 10 des parlamentarischen Berichts näher gekennzeichnet und zeichnete man schon als eines seiner wichtigsten Ziele die Erleichterung Wir haben stets betont, daß es ein gutes Recht der Liberalen unter der Firma mg. socialdemokratischen Blättern zugesendet." der Ausfuhr der Vereinigten Staaten, wobei man besonders Eisen ist, zunächst abzuwarten, ob die Socialdemokraten wirklich aus- Dieser Erwiderung füge ich nur noch hinzu, daß der betreffende und Stahl im Auge hatte. Nun befindet sich freilich der fchlaggebend werden, als auch stets berlangt und das thun wir Herr Mendel etwa halb so viel Lebensjahre hinter sich hat, als Schiffahrts Ring" gegenwärtig feineswegs in rosiger Lage; auch hier daß fie fich bei Auswahl ihrer Wahlmänner darauf Genosse Zubeil für die Partei thätig ist. aber gerade darum wären ihm jest gewaltige, zur Verfrachtung einrichten, für den Fall, daß die Socialdemokratie ausschlaggebend tommende Mengen von Eisen und Stahl, wenn auch zu billigen wird, einen Socialdemokraten neben, ihren Kandidaten wählen zu müssen. Daran ändert sich gar nichts, wenn wie in Königsberg drei zur Richtigstellung. Frachten, sehr willkommen. to st liberale Gruppen sich vorher in die Mandate teilten. In der„ Cleveland Iron Trade Review" war denn auch kürzlich Wir möchten bei dieser Gelegenheit noch einmal betonen, daß überschriebene Veröffentlichung Bebels, welche sich nachträglich noch lichkeit der Ausfuhr amerikanischen Roheisens auf Grund der heutigen Von einer Reise zurückgekehrt, finde ich die„ Eine Erklärung" schon, wie die„ Köln. Volkszeitung" meldet, zu lesen, daß die Mögwir bei Stichwahlen gelegentlich der Urwahlen nach Ausfall der einmal mit meiner Dresdener Rede beschäftigt. socialdemokratischen Wahlmänner solche Liberale zu unterstützen Preise nur eine Frage der Seefrachten sei; auf Grundlage billiger Seefrachten sei das Erscheinen südlichen( Alabama-) Roheisens in England und wohl auch auf dem europäischen Festland wahrscheinlich. Im New York, Commercial" behauptet ein Beamter des Stahltrusts, dieser könne im Bunde mit dem befreundeten Schiffahrts- Ring, ungeachtet der viel höheren amerikanischen Arbeitslöhne, jedes euroBebel glaubt mun, diese Anführung als eine Mär" bezeichnen päische Werk unterbieten, und ein Beamter des Draht- Rings verzu können. Er nötigt mich dadurch, sehr wider meinen Willen, auch sichert derselben Quelle, daß er„ auf Grund der amerikanischen Arbeit meinerseits noch einmal auf die Sache zurückzukommen. In der bekannten Rede, welche Bebel unmittelbar nach dem und Maschinen den deutschen Markt erringen und Stahl viel billiger Frankfurter Parteitag am 14. November 1894 in Berlin hielt, fuchte erzeugen könne, als die Deutschen selbst." Das gleiche seit mit er den Grund für die damals seiner Meinung nach der Partei dem südamerikanischen Geschäft und mit dem nach dem Osten der Fall. drohenden Gefahr hauptsächlich in dem immer stärkeren Eindringen Diese Behauptung des Angestellten des Drahttrusts zählt allerdings des Kleinbürgertums in die Partei. Der kleinbürgerliche Geist zu den amerikanischen Aufschneidereien, wie sie in den letzten Jahren haben, die erklärten, unabhängig genug zu sein, eventuell für einen socialdemokratischen Abgeordneten stimmen zu fönnen die Verpflichtung, für einen folchen zu stimmen, sollten wir vor der Urwahl nicht verlangen. Erklärungen. 750 Die Redaktion des Vorwärts" und die Parteigenossen bitte ich um Entschuldigung, wenn ich nochmals, hoffentlich zur letzten Berichtigung komme. Genosse Timm hat es fertig gebracht, die Chronik um eine Komit zu bereichern. Man höre: Veranlassung, die Sache Auer zur Ich hatte mich dort gegen die Behauptung gewandt, daß„ die gehobene Lebenslage gewisser Arbeiter" deren proletarische Anschauungen verderbe, und hinzugefügt, daß dieses Argument schon früher zur Verschärfung der Gegenfäße in unfren Reihen beigetragen habe, und daß Grillenberger deshalb unversöhnt mit Bebel aus dem Leben geschieden sei. Wlich geworden sind. Der deutsche Inlandsmarkt hat von der amerika- mschen Konkurrenz— abgesehen von bestimmten feineren Stahlartikeln und Maschinen— wenig zu befürchte», umsoinehr aber das deutsche Eisen« und Stahlexport-Geschäft, und da die deutsche Eisenindustrie auf dieses Geschäft durchaus angewiesen ist, stehen ihr schwere Zeiten bevor, mag es auch heute um ihren Export noch einiger- maßen günstig bestellt sein. Rußlands diesjährige Getreide-Ernte erweist sich als eine recht mangelhafte. Die Berichte, die kürzlich von einem Teil der russischen Presie veröffentlicht wurden, lvaren gefärbt. Nach einem auf amt- lichen Nachrichten beruhenden Bericht des deutschen Konsulats in Moskau stellt sich der Schätzungsertrag im Vergleich zur vorjährigen Ernte sowie zum Durchschnittsertrag der Jahre 1837—1901: 130» 1302 1897/1301 in Millionen Pud(I Pud 16,38 Kilogramm.) Weizen..... 780 1 009,1 699,3 Roggen..... 1250 1 403,4 1 209,6 Hafer...... 6d0 824,7 677,8 Gerste..... 375 449,6 821,1 Der Ertrag ist also ein weit geringerer als im borigen Jahre, obgleich in diesem Jahre bei sämtlichen Getreide-Arten die Anbau- fläche um ca. 4—6 Proz. größer war. Und nicht allein in der Quantität ist die diesjährige Ernte hinter der vorjährigen zurück- geblieben. Die Körnerentwicklung ist im Ost-, im Central- und im Slldgebiet infolge der großen Trockenheit, im Wcstgebiet infolge der allzuhäufigen Nrederschläge ungenügend gewesen. Für den russischen Bauern bedeutet dieser Ernte-Ausfall ein neues, noch traurigeres Hungerjahr. Amerikanischer Stahltrust. Der soeben von der Verwaltung des Stahltrusts veröffentlichte Geschäftsbericht für das letzte Vierteljahr zeigt, daß die Abflauung des amerikanischen Eisenmarkts bereits die Geschäftslage des Trusts in starkem ZWaße während der letzten Monate beeinflußt hat. Die Ouartalsdividende für die Stammaktien, die bisher 1 Prozent betrug, ist auf V, Prozent herabgesetzt worden, und selbst diese Dividende ist nur mit Ach und Krach herausgeschlagen worden. Der Telegraph berichtet darüber: »Das für die common shares festgesetzte V« Prozent betrachtet man in hiesigen Kreisen als ein Kompromiß der Parteien, deren eine der Meinung war, daß man von einer Dividendenvertcilung ganz Ab st and nehmen solle, während die andre 1 Prozent— wie bisher— wünschte. Vor Veröffentlichung der Erklärung ging man einige Wetten von 2 zu 1 ein. daß die bisherige Dividende wieder gezahlt werden würde, obgleich im Straßenverkehr dieselbe zu V, Proz. verkauft wurde. Späterhin erklärte ein Mitglied des Aufsichtsrats. daß man einmütig für die Herabsetzung der Dividende gestimmt habe. die auf ein Nachlassen der Geschäfte zurückzu- führen sei." "Was es mit diesem»Nachlassen der Geschäfte" auf sich hat. zeigt die eigne Mitteilung des Trusts, daß die nicht erledigten Aufträge am 1. Oktober d. I. nur 3 728 742 Tonnen betrugen, das bedeutet eine Abnahme von 1114 253 Tonnen gegen den 1. Oktober 1902 und eine solche von 937 336 Tonnen gegen Ende Juni 1903. partei-JVacbricbten. polCzetliches, OcrlchtUchce tiCtv. — Marburg, 6. Oktober. Wegen Verbreitung socialdemo- kratischer Flugblätter an einem Sonntag während des Gottes- dienstes hatten sich vor heutiger Straflammer die Arbeiter Gundlach und Rudolfs auS.Kassel zu verantworten. Sie hatten am Sonntag, den 7. Juni, also während der Wahlzeit, in Friedendorf die Flugblätter von Haus zu HauS getragen, während es im benachbarten Spießkappel zur Kirche läutete und die Leute zum Gottesdienst wollten. Das Schöffengericht in Homberg hatte jeden deshalb zu 6 M. Geldstrafe verurteilt, weil nach dem Gesetz ein Austragen von Sachen, gleichviel welcher Art. an Sonn- und Feiertagen während des Gottesdienstes auf öffentlicher Straße verboten sei. Die Angeklagten hätten aber die öffentliche Dorf- stratze benutzt, die Flugblätter in die Häuser zu bringen. Die An- geklagten hatten hiergegen Berufung eingelegt und geltend gemacht, daß die Polizeivcrordnung nur das Austragen von Flugblättern auf öffentlichen Straßen verbiete, nicht aber das Verteilen in den Häusern. Es handle sich aber hier auch nicht um eine bezahlte Arbeit, weil sie das Verteilen unentgeltlich bewirkt hätten. Das Gericht sprach die Angeklagten frei, weil es niemand etwas angehe, tvcnn jemand ein Pakt über die Stratze trage, noch dazu vor dem Gottesdienst. Wenn die Polizeiverordnung das verbiete, so be- stehe sie zu Unrecht, denn in dieser Handlung sei keine Störung des Gottesdienstes zu erblicken. Bewiesen sei aber, daß die An- geklagten die Flugblätter in die Häuser gebracht hätten. GcwerkfchaftUcbcs. Ist die Arbeitslosen-Versicherung eines Gewerkschaftsvertandes eine öffentliche Angelegenheit? Mitglieder des Deutschen Bergarbeiter-Verbandes hatten sich in Stiepel ohne polizeiliche Anmeldung versammelt, um einen Vortrag des Vorsitzenden Sachse über die Einführung der Arbeitslosen-Ver- sicherung für die Mitglieder des Verbandes zu hören. Der Ein- berufer B e n t e und der Redner Sachse erhielten Anklagen wegen Vergehens gegen das preußische Vereinsgcsctz, weil die Versammlung der Erörterung öffentlicher Angelegenheiten gedient habe und somit der Polizei hätte angemeldet werden müssen. Das Landgericht als Berusungsinstanz sprach jedoch die Angeklagten frei und führte aus, wenn die Frage der Arbeitslosen-Versicherung nur vor einer abgeschlossenen Gruppe und nur für diese erörtert werde, so wie hier vor Mitgliedern des Bergarbeiter-Verbandes für die Mtglieder dieses Verbandes, dann handele es sich nicht um eine öffentliche Angelegenheit. Die Staats- anwaltschaft legte Revision ein imd machte geltend, die Arbeitslosen- Versicherung der Mitglieder des Verbandes berühre auch die Interessen aller übrigen Bergarbeiter, die jederzeit dem Verbände beitreten könnten. R.-A. Wolfgang Heine machte demgegenüber u. a. geltend, baß die Arbeitslosen-Versicherung derMitglieder eines Verbandes durch- aus ein privates Unternehmen derselben sei, wie es z. B. die Privat- angelegenheit der Mitglieder einer Berstcherungsgesellschaft sei, wenn diese über die Erhöhung der Prämien verhandeln. Etwas andres wäre es nach der Judikatur der Gerichte, wenn etwa mit erörtert würde, ob und welchen Einfluß solche Arbeitslosen-Versicherung auf die Lage der Nichwerbandsmitglieder habe. Darüber sei hier aber nicht gesprochen worden und habe nicht gesprochen werden sollen. Nur Hinsichtlich der Mtglieder sei die Angelegenheit erörtert worden. Das Kammergericht verwarf die Revision der Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: ES sei denkbar, daß die Erörterung von privaten Interessen in eine Erörterung von öffentlichen Angelegen- heften übergehen könne, wenn der Kreis, worauf sie sich beziehe, ein so großer sei, daß seine Interessen die öffentlichen Interessen be- rühren müssen. Wenn der Oberstaatsanwalt eine große Verbreitung des Bergarbeiter-Verbandes behauptete, so könne das auf das Urteil des Kammergerichts nicht von Einfluß sein, weil es sich um eine Angabe rem thatsächlicher Natur handele. Im übrigen habe sich das Kammergericht den Ausführungen des Verteidigers anzuschließen vermocht._ Berlin und vlmgegend. Der Streik und die Aussperrung in der Metallindustrie. In der gestrigen Strcikvcrsammlnng der M e t a l l d r ü ck e r erklärte der Referent Cohen, daß die Arbeitgeber in ihren Versammlungen recht oft von einzelnen ihrer Kollegen hinterS Licht geführt werden. So hat z. B. Herr Hegewald aus Ober- Schöneweide in der Börsenversammlung am Sonnabend behauptet, in seinem Betriebe arbeiteten nur noch vier Mann, die andren hätte er alle ausgesperrt. Es ist nun eine Thatsache, daß nicht vier, sondern 54 Mann und acht Arbeiterinnen dort noch ständig be- schäftigt sind.— was die Kontrollkommission der Fabrikanten auch wissen müßte, wenn sie es wissen wollte— so daß die not- wendigsten Arbeiten fortlaufend erledigt werden können. Noch immer wird von feiten der Arbeitgeber die Behauptung aufrecht erhalten. es seien rund 3000 Mann ausgesperrt. Dem Streikkomitee will eS aber beim besten Willen nicht gelingen, mehr als 3000 heraus- zuzählen, und es ist unerklärlich, wo die übrigen 6000 stecken mögen. Nach vorläufiger Zählung der Ausgesperrten fehlen noch etwa 110 an der Zahl 3000; eine genaue Zählung wird am Freitag, wo die Ausgesperrten die erste Unterstützung erhalten, vorgenommen. Mit derselben Hartnäckigkeit suchen die Kübnemänner die Meinung aufrecht zu erhalten, es hatten nur 34 kleine unbedeutende Firmen mit 300 Arbeitern bewilligt. Sie möchten selbstverständlich gern die Ziamen der Arbeitgeber, die beivilligt haben, wissen, um diesen Schwierigkeiten zu bereiten. Ans keinen Fall wird ihnen die Streik- leitnng diesen Gefallen thun. Die Mitteilungen, die von dieser Seite über die Bewilligungen gemacht sind,'sind in keiner Weise übertrieben. Tagtäglich mehrt sich die Zahl der Unterschriften. Eine genaue Zählung der Bewilligungen, die beim Gewerbegericht und bei der Streilleitung eingelaufen sind, wird noch im Laufe dieses TageS erfolgen. Ein Teil der Fabrikanten rechnet noch immer damit, dem Metallarbeiter-Verband würden tvohl schon in dieser Woche die Mittel zur Fortführung des Streiks ausgehen. Man meint, es seien wöchentlich 100 000 M, erforderlich für Ünterstützung. So hoch, er- klärt Redner, sei die Summe fteilich nicht, aber die nahezu 80 000 M., die seiner Berechnung nach draufgingen, könne der Verband auf lange Zeit hinaus auszahlen. Die 5 Proz., die die arbeitenden Mitglieder gern und pünktUch zahlten, seien eine unerschöpfliche Quelle. Borläufig könne man auf alle andren Hilfsmittel, die zur Verfügung ständen, sowie auf die von der Gewerkschastskommission und von andern Seiten in Aussicht gestellte Beihilfe verzichten. Die Fabrikanten könnten lange warten, wenn sie die Erschöpfung der Geldmittel des Verbandes abwarten wollten. Der Metallarbeiter- Verband hätte bisher noch jeden Kampf ans eignen Mitteln geführt, und so werde es wohl auch mit diesem Kampfe gehen. Von Tag zu Tag werde der Stand der Bewegung fiir die Arbeiter günstiger, so daß man annehmen könne, daß die endgültige Entscheidung nahe bevorstehe.— Starker Beifall, der dem Redner zu teil wurde, zeugte dafür, daß die Streikenden ebenso wenig wie die Streik- leitnng daran denken, den so günstig verlaufenden Kampf aufzugeben._ Die Lohnverhältnisse der Schraubendreher wurden am Dienstag in einer gut besuchten Versammlung dieser Branche einer eingehenden Erörterung unterzogen. Wiesenthal ging in seinem Referate auf die Abmachungen ein, die zwischen den Schraubendrehern und ihren Arbeitgebern im Jahre 1896 getroffen wurden. Damals sei schon ein M i n d e st l o h n von 45 Pf. pro Stunde sowie die neun- stündige Arbeitszett vereinbart worden. Letztere ist nun zwar gc- blieben, doch der Lohn ist permanent gesunken. Abzüge auf Abzüge sind erfolgt, besonders in der Zeit der schlechten Konjunktur, an Auf« bcsierungen haben die Unternehmer indesjen nicht wieder gedacht. An diesem Verhalten der Unternehmer sei zu ermessen, wie wenig Wert ihren ehrenwörtlichen Versicherungen den Arbeitern gegenüber bei- zulegen ist. Deshalb seien sich die gesamten Metallarbeiter jetzt auch darüber schlüssig, daß Vereinbarungen und Verträge mit Arbeitgebern nur den gewollten Zwecken entsprechen, wenn sie von letzteren unter schriftlich anerkannt tverden. Um nun ein möglichst klares Bild über die gegenwärtig in der Schraubenbranche gezahlten Löhne zu gewinnen, ist von den Vertrauensleuten der einzelnen Be- triebe eine Statistik aufgenommen worden. Danach sind die Arbeits- Verdienste äußerst schwankend. Abgesehen von einigen wenigen Be- trieben mit stabilen Verhältnissen variieren die Stundenlöhne zwffchen 58 und 32 Pf. Hilfsarbeiter verdienen 25 bis 30 Pf.; in besonders günstigen Fällen 35 Pf. Dreherinnen werden mit Löhnen bis herunter zu 18 und 13 Pf. abgespeist. In Perioden, wo verkürzte Arbeitszeit eingeführt wurde, oder die Arbeiter zeitweise aussetzen müssen, konnten nur Wochenverdienste von 18, 16 und 12 Mark er- zielt werden; mehrfach muhten Arbeiter und Arbeiterinnen sogar mit 9 und 6 Mark und darunter nach Hanse gehen. Auch bei guter Konjunktur sind Wochenverdienste von über 30 Mark immer nur eine Seltenheit. Hier in diesen Wirrnissen baldmöglichst eine stabile Ein- heitlichkeit durch Abschluß eines Tarifvertrags herbeizuführen, sei nunmehr das nächstliegende Ziel der Schraubendreher. Freilich dürfe dabei im Hinblick auf die gegenwärtige große Bewegung der Drücker und Gürtler nichts überstürzt werden. Doch bei besonnener, plan- mäßig betriebener Borarbeit und energischer Agitation werde eS dem- nächst auch gelingen, für die ca. 2000 Schraubendreher Berlins bessere Lohnverhälwisse zu erzielen.— In der Diskussion pflichteten sämtliche Redner dem Referenten �ei; auch drückte die Vcrsannnlung den Streikenden und Ausgesperrten ihre vollste Sympathie aus. Zur einstimmigen Annahme gelangte alsdann folgende Resolution: Die heutige Versammlung beauftragt die Agitationskommission, eine energische Agitation zu Gunsten einer Lohn- b e w c g u n g der in der Schraubenfabrikation beschäftigten Kollegen und Kolleginnen zu entfalten. Das Resultat derselben ist einer Ver- trauensmänne rsitzung mitzuteilen, welche dann mit weiteren Bor- schlagen an eine spätere Versammlung kommen soll. Achtung! Prcsscr und Prcßvergeldcr. Wegen L o h n d i f f e- r e n z e n befinden sich die Kollegen der Luxuspapierfabrik von Schwerdtfeger u. Co., Reinickendorsersir. 56, im Ausstand. Wir ersuchen, diese Wcrkstube zu meiden. Ortsverwaltnng Berlin deS Deutschen Buchbinder-Verbandes. Oeutldie» Reld,. Sine für Gcwerkschaftskartclle wichtige Entscheidung fällte die Strafkammer in Halle auf die Direktive des Kammergerichts. Seit Jahr und Tag macht die dortige Polizeiverwaltung den Teilnehmern des Gcwerkschastskartells das Leben schwer. Permanent wurden die Sitzungen auf Grund des§ 6 des Vereins- gesetzes vom 11. März 1850 überwacht und wenn sie der Polizei nicht gefielen, aufgelöst. Auch am 30. Oktober v. I. war eine solche Sitzung, an der etwa 5V Delegierte teilnahmen, der Auflösung verfallen. Der überwachende Beamte hatte die Teilnehmer bei Eintritt der Polizei- stunde aufgefordert»sofort" den Saal zu verlassen; die Gewcrkschafts- Mtglieder waren aber nicht gegangen, da sie doch wenigstens erst ihre Zeche bezahlen wollten. Es wurden dann zehn Genossen nottert und schließlich erst vom Schöffengericht und dann vom Landgericht zu je 15 M. Geldstrafe event. drei Tagen Haft verurteilt. Nach eingelegter Revision erkannte aber die Strafkammer nun endlich an, daß die Angeklagten, obwohl sie den Willen gehabt haben, das Lokal nicht zu verlassen, sich trotzdem nicht strafbar gemacht haben, denn jene Zusammenkunst sei keine Versammlung im Sinne des§ 6 des Vereinsgesetzes, sondern nur eine Sitzung gewesen. Es erfolgte die Freisprechung sämt- licher Angeklagten und die nicht unerheblichen Kosten wurden der Staatskasse auferlegt._ 400 Maurer und Bauarbeiter ausgesperrt. In Wilhelmshaven sind aus einer ganz geringen Ursache 400 Maurer und Bauarbeiter ausgesperrt worden. Auf einem Bau stellten die Arbeiter das Ver- langen, daß ein ihnen mißliebiger.Kollege", mit dem sie wegen seiner Vergangenheit nicht zusammen arbeiten wollten, nicht ent- lassen, wohl aber auf einen andren Bau desselben Unternehmers ge- schickt werde, auf welchem dieser seine unorganisierten Leute be« schäftigte. Der Unternehmer ließ jedoch lieber die 31 organisierte» Arbeiter aufhören, als daß er diesem Wunsche willfahrte, und nun sperrten sie den Bau. Nunmehr machten die Unternehmer die Angelegenheit ihreS Kollege» zu der ihrigen. Sie verlangten, die Bau- sperre solle aufgehoben werden, nach Aufhebung der Sperre würden sie zwecks Beilegung der Differenzen mit dem Vorstand der Organi- sation in Verbindung treten, im andern Fall aber würden sie Gegen- maßregeln ergreifen. Als die Arbeiter sich weigerten, vor Eintritt in die Verhandlungen die Sperre aufzuheben, schritten die Unter- nehmcr zur AnSspemina.— Gegenwärtig schweben Unterhandlungen zur Beilegung des Konflikts. Buslund. Die Streikbewegung in Frankreich macht weitere Fortschritte. Zu den Textilarbeitern, Bäckern, Schmieden usw. sind jetzt in Marseille die Streichholzarbeiterinnen hinzugekommen— 400 Frauen und Mädchen, die energisch besseres ArvcitSinatcrial verlangen und bereits eine Unterredung mit dem Vicepräfekten hatten.— Nach La Rochelle, wo die Bäcker streiken, wurden 27 Militärbäcker entsandt, die den Bäckermeistern der Stadt als Streikbrecher dienen müssen. Sociales. Eine ungültige GewcrbcgerlchtSwahl. Bei den GewerbegerichtS» wählen in Essen siegten am 27. März die freien Gewcrkichaftcn. Auf den Protest der christlichen Gewerkschaften hat der Bezirks- ausschntz die Wahlen für ungültig erklärt, weil die Wahlbezirke zu groß waren und infolge des großen Andranges viele Wähler ihr Wahlrecht nicht ausüben konnten. Die ungeeignete Bezirkseinteilung ist natürlich von dem Magistrat der Kruppstadt lediglich im Interesse der freien Gewerkschaften gemacht worden und daher ist eS kein Wunder, daß er vom Bezirksausschuß jetzt berichtigt wird. Wir hoffen aber trotzdem, daß solche Gründe auch einmal dort zur Ans- Hebung der Wahl führen werden, wo— was auch vorkommen soll — die christlichen Arbeiter und sonstige Gutgesinnte den Borteil davon haben._ Der Segen der Socialgesctzgcbung. Von einem Schriftstück, das die berühmte deutsche Socialreform im hellsten Lichte erstrahlen läßt, hat daS»Bahnsche Vaterland" kürzlich Rotiz genommen: Das betreffende Schriftstück ist ausgestellt von der land- und forstwirtschaftlichen Bcrufsgcnossenschaft für den Regierungsbezirk Riederbayern und betrifft den Unfall des Bauers Peter Steger in Hitzenberg. Auf Grund gepflogener Erhebungen wurde festgestellt: 1. Peter Steger ist zu— 25 Proz. erwerbsunfähig. 2. Peter Steger war bereits vor dem Unfall infolge der Strapazen des Feld- zuges 1870/71 zu 40 Proz. erwerbsunfähig. Die Rentenbercchnung stellt sich demnach wie folgt: Jahresverdienst für die männlichen land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter....... 840 M.— Pf. Abzug der 40prozentigen Erwerbsbeschränkung infolge der Kriegsstrapazen vor dem Unfall, bleiben 60 Proz............ 240»—» Die Rente berechnet mit 66�/zProz. ergiebt jährlich 136»—» Demnach macht die 25prozenttge Arbeitsminderung durch den Unfall jährlich........ 34»—» vierteljährlich 8„ 50» Es ist zu bemerken, daß der Mann, der weder Pension noch sonst eine ReichSbeihilfe bekommt, die Beiträge zur Unfallversicherung voll bezahlen mußte. Die Geschichte kann auch in dem Kapitel vom Bauernschutz eine hervorragende Stelle einnehmen. Au« Hessen wird uns geschrieben: Im Alter von 64 Jahren ist in Darmswdt der Gewerberat M o e s e r gestorben. Moeser war der erste Beamte der hessischen Gewerbe-Jnspektion. Seine Berufung erfolgte im Jahre 1883. Viele Jahre hindurch hat er die Inspektion im ganzen Großherzogtum allein ausgeübt. Seine Berichte er- leichterten es unseren Genossen im Landtage sehr, auf den Ausbau der Gewerbe-Jnspektion zu dringen. Ihr Verlangen war bekanntlich von Erfolg gekrönt, und schließlich war Hessen sogar der erste Bundesstaat, der weibliche Assistenten in Dienst stellte. Serickts-Leitung. Unter der Anklage der Freiheitsberaubung und der Beleidigung stand gestern der Straßenbahnschafsner Julius Zier dt vor der achten Strafkammer des Landgerichts l. An einem Junimorgen bestieg der Kaufmann Zimmermann den vom Angeklagten bedienten Wagen. Er setzte sich und vertiefte sich sofort in seine Zeitung. Nach einiger Zeit trat der Schaffner mit der üblichen Frage: »Wie wett. mein Herr?" an ihn heran. Der Fahrgast griff ohne aufzusehen in seine Tasche, zog eine Abonnementskarte hervor und reichte sie dem Schaffner hin. Dieser erwiderte:»Sie müssen mir die Karte auseinanderklappcn, damit ich die in der Innenseite befindliche Photographie und Nummer sehen kann." Der Fahrgast erwiderte:»Ich habe keine Zeit, ich muß lesen." Durch diese Antwort erregt werdend, bestand der Schaffner darauf, daß man ihm die Karte geöffnet entgegenzuhalten habe. Herr Zimmermann vertrat den Standpunkt, daß er dies nicht nötig habe. Die Frage wurde auch von den übrigen Insassen lebhaft erörtert. Zimmermann äußerte bei der Auseinandersetzung mit dem Schaffner:»Voa einem Angestellten der Straßenbahn sollte man etwas mehr Ent» gegenkommen erwarten." Die Auseinandersetzung zog sich bis zur Haltestelle hin. Hier sah der Schaffner einen Schutzmann stehen. Er rief ihn heran und auf Zimmermann zeigend, sagte er zu ihm: »Ich bitte, daß Sie den Herrn feststellen, er hat mich beleidigt." Als der Schutzmann den Herrn Zimmermann darauf aufmerksam machte, daß die Wache gerade gegenüber liege, folgte der letztere ihm willig dorthin. Er wurde nach Vorzeigung seiner Ausweis- papiere sofort wieder entlassen. Er erstattete gegen den Schaffner obige Anzeige. Bor Gericht wies der Angeschuldigt« aus seiner Instruktion nach, daß er berechtigt sei. zu verlangen, daß die Fahr- gaste ihm ihre Abonnementskarten offen vorzeigte». Der Staats- anwalt erkannte dieS an, bemerkte aber, daß es im vorliegenden Fall nicht nötig gewesen fei, so hartnäckig auf diesem Recht zu be- harren. Auch sei es nicht korrekt gewesen, die Feststellung des ? rügen durch den Schutzmann bewirken zu lassen, der Angeklagte äite darauf bestehen können, daß der Zeuge ihm seine Karte zeigte, und daraus hätte er alles entnehmen können. In dieser unnötigen Sistierung sei zwar nicht eine Freiheitsberaubung, wohl aber eine Beleidigung zu erblicken. Er beantragte hierfür gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 20 M. Der Gerichtshof konnte in dem Verhalten des Angeklagten auch keine Beleidigung erblicken und kam deshalb zu einem freisprechenden Erkenntnis. Letzte I�achricbten und Oepefcben* Wien, 7. Oktober.(W. T. B.) Die»Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel: Oestreich und Rußland protestierten gegen die Einsetzung des macedonischen Komitees unter Hilmi Paicha und sprachen sich gegen«ine Aenderung des von ihnen vorgelegten Reform- Programms aus. Kristiania, 7. Oktober.(W. T. B.)»RorSk Telegrmn-Bureau" erfährt, daß das Ministerium Blehr an einem der ersten Tage nach Zusammentritt deS Storthing zurückzutreten gedenkt. Paris, 7. Ottober. Wie die»Agence Havas" meldet, wird auf eine von Italien an die Mächte gerichtete Einladung in Paris eine internationale Konferenz zusammentreten, um die Vorschriften zur Verhütung der Ausbreitung der Pest und der Cholera in Europa und im Orient zu ergänzen. Tourcoing, 7. Ottober. sW. T. B.) Heute sind größere Gruppen von Ausständigen aus Halluin und Mening hier eingetroffen; sie drangen in mehrere der hiesigen Webereien ein. schlugen vier Fensterscheiben ein und zwangen die Arbeiter zur Einstellung ihrer Thätigkeit._ Verantwortl-Redakteur: Juli»» KaliSti in Berlin. Jnjeratenteil verantwortlich: DH.Glocke in Berlin. Druck n. Verlag: Vorwärts Buchdrucker« u. VerlagSaustalt Paul Singer St Co., BerlinSW. Hierin 8 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 235. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 8. Oktober 1903. Nach dem Parteitage. Aus einem sehr langen Artikel der Wp. Korrespondenz", der in einigen Parteiblättern abgedruckt wird, geben wir in folgendem einen Auszug: Mit Feuer und Eisen! Daß Bebel nicht in das gesunde Fleisch der Partei, sondern in eine Eiterbeule geschnitten hat, davon wird sich jetzt, nach den Enthüllungen des Herrn M. Harden, wohl auch der Sanftmütigste unter uns überzeugt haben. Das stinkt ja wie die Best. Daß die Fäulnis soweit vorgeschritten ist, davon hat von uns allen, die außerhalb des Berliner Litteraten- und Parlamentarierverkehrs stehen, niemand eine Ahnung gehabt. Da genügt es nicht, vor Ekel die Nase zu rümpfen Born muß einen erfassen, heiliger Zorn um der Sache willen, für die wir unser bestes einsetzen und die diese Herren zum Spielball ihres Ehrgeizes und ihres politischen und sonstigen Teufel weiß, welchen noch Strebertums gemacht haben. • der lichen Klatsch hinzu und braucht sich um das weitere Wir erklären auf das nachdrücklichste, daß die Parteigenossen im nicht mehr zu kümmern. Eine ganz harmlose Beschäftigung! Harden ganzen ersten Kreise mit den Anschauungen Fischers nicht einist ein angenehmer Gesellschafter, weshalb soll man mit ihm nicht verstanden sind, daß wir vielmehr nach wie vor auf dem Standparlamentarischen Staatsleistungen ein Plauderſtündchen abhalten. noch vor der Wahl flargelegt, hätte er uns dazumal mit nach den Strapazen des Tages, nach den vielen juristischen und punkte wie Bebel stehen. Hätte Genosse Fischer seinen Standpunkt und ist es nötig, so leugnet man es ab. Man habe sich von Harden seinen innersten Herzenswünschen vertraut gemacht, wer weiß, bloß Litteraturstunden geben lassen, man habe mit ihm vom Wetter ob die Genossen mit demselben Feuer, mit derselben Lust gesprochen und den neuesten Damenmoden. Harden ist ein ver- und Liebe an die Arbeit gegangen wären, wie sie es gethan haben, ständiger Mensch und würde es begreiflich finden, wenn man von wer weiß, ob wir nicht den Verlust des ersten Kreises zu beklagen ihm öffentlich abrückt. Die leidige Partei! Die Leute sind dumm- hätten; denn für eine Sache, zu der man kein Vertrauen hat, mit. ehrlich, wissen nichts von der Kunst der höheren Politik, die mit den Eifer vorzugehen, wird niemand verlangen können. Die Grundsäzen Fangball spielt, sie sind mißtrauisch man muß ihnen Massen werden ihren Führern klar machen, daß sie nicht mit den etwas vorgaufeln. Es giebt auch eine gewisse Genugthuung, den Führern, sondern daß die Führer mit den Massen zu gehen haben, Massen zu imponieren. und wenn diese Bestrebungen, wie sie sich gegenwärtig bemerkbar Allen diesen Verhältnissen, sowohl jener, die von Harden persön- machen, nicht dem Willen der Massen weichen, dann in den Drkus lich abhängig waren, wie jener, die aus schlauer Berechnung sich mit damit. Harden verbanden, ist das gemeinsam, daß sie in und außerhalb der Zu Göhres Mandatsniederlegung veröffentlicht Partei waren, daß Parteigenossen sich innerhalb der Partei be- Schöpflin in der Volkszeitung für das Muldenthal" einen wegten, die sich mit geheimen politischen Plänen und Beziehungen Artikel, mit dem er die Absicht verfolgt, auf Grund persönlicher In Dresden wird gegen Franz Mehring ein förmliches Kessel- herumtrugen, die über die Grenzen der Partei hinausführten. Nun Wissenschaft nachzuweisen, daß das Mißtrauen gegen Göhre untreiben insceniert. Der Haupttrumpf, der gegen ihn ausgespielt fommt der Unterschied: die einen wollten zween Herren dienen berechtigt sei. Er sagt, daß er es war, der Göhre, als dieser zum wird und der auch seine Wirkung nicht verfehlt hat, ist, daß er der Partei und dem politischen Abenteurer Harden, die andern Eintritt in die Partei entschlossen war, aufgefordert habe, in Harden Material zu einer Polemik gegen Bruno Schoenlant anbot. wollten sich beider für ihre persönlichen Zwecke bedienen. In beiden Chemnitz seine erste Rede als Parteigenosse zu halten. Er habe Aber die mit sittlichem Pathos ob dieser Verlegung der partei Fällen wird eine politische Zersetzung erzeugt, die zur schlimmsten ihm auch das Thema vorgeschlagen und diese Rede sei dann genössischen Solidarität sich an die Brust schlugen, sie haben Harden Korruption führen muß." ohne Göhres Veranlassung als Broschüre- die bekannte Broschüre„ Wie nicht etwa bloß polemisches Material angeboten, sie haben ihn an- Ju der Parteiversammlung in Würzburg entwickelte sich ein Pfarrer Socialdemokrat wurde" verbreitet worden. Göhre er geftachelt zu einem Prozeß gegen ihren Parteigenossen Mehring. nach einem Referat von Franz Schmitt- München ein lebhaftes hielt darauf verschiedene Angebote, zum Reichstage zu kandidieren. Darüber fann es keine zweierlei Meinung geben: Glaubten sie, Für und Wider. Schließlich wurde mit der knappen Mehrheit von Schöpflin, an den sich Göhre um Rat gewandt hatte, war es auch, im Partei- Interesse gegen Mehring vorgehen zu müssen, so fieben Stimmen folgende, vom Berichterstatter beantragte Resolution der ihn dann für die Kandidatur im 15. sächsischen Kreise in Vors mußten fie sich an die Partei- Instanzen wenden, schließlich angenommen: schlag brachte und die Bedenken, die namentlich der Kreisvertrauenss ant die Partei- Deffentlichkeit, indem sie sich bemühten, einen Die Versammlung ist von dem Ergebnis des Dresdener mann Landgraf wegen der jungen Parteigenossenschaft Göhres Prozeß 811 stande zu bringen, der sich unbedingt zu Parteitages nicht befriedigt. Sie hat, nach dem glänzenden Ausfall geltend machte, zu zerstreuen wußte. Schöpflin fährt dann fort: einem Parteistandal auswachsen müßte, übten fie Verrat nicht der Reichstagswahlen, von dem heurigen Parteitage mehr und" Göhre hat, als er noch Pfarrer in Frankfurt a. D. war, ge nur an ihrem Parteigenossen Mehring, sondern an der Partei. besseres erwartet, als die unfruchtbare, von persönlicher Leiden- zeigt, daß er den Mut befigt, seine Ueberzeugung zu vertreten. Heine wartete nicht erst, bis ihm Harden Material gegen schaftlichkeit getragene Litteratendebatte. Sie ist der Meinung, Ich habe dort manchen Strauß mit ihm ausgefochten, aber seine Mehring anbot. Er verlangte aus eigner Initiative von ihm dieses daß die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern mit weniger ehrliche und mutige Kampfesweise schäßen gelernt. Ich weiß, welche Material, besprach mit ihm die Intrigue gegen Mehring, versah Lärm und mehr Erfolg hätte erledigt werden können. Ebenso miß- großen Schwierigkeiten ihm damals bereitet worden sind, wie man sich vor dem Parteitag nochmals mit den Hardenschen Dokumenten billigt sie auch auf das entschiedenste die Art und Weise, mit der ihn gesellschaftlich geächtet hat, weil er den Mut besaß, als Pfarrer und schickte ihm noch vom Parteitag einen Rapport über den Verlauf einzelne Genossen sich das Recht anmaßten, über ganze Partei- offen zu bekennen, daß die Socialdemokratie eine mächtige Kultur der Bataille. genossenschaften sich als Richter aufzuspielen und sie grundloserweise betwegung ist. Beim Hamburger Hafenarbeiter Streit und auch bei Diese Leute thaten also viel schlimmeres, als Mehring. Wie zu beschimpfen. Sie sieht in dem Bestreben der hervorragendsten andern Gelegenheiten stellte er sich offen auf die Seite der Arbeiter, fonnten sie sich über Mehring entrüften? Das war Heuchelei. Führer, sich gegenseitig herunterzureißen, eine schwere Ge- was ihm„ oben" aufs allerübelste vermerkt wurde. Bei der Mais Geschah das aus persönlichem Haß gegen Mehring? Das mag fahr für die Entwicklung und den inneren Frieden der Partei feier 1896 tam er trotz seines Pfarramtes mit seiner Frau in unfre gelten von wem sonst, nur gilt es von W. Heine nicht, dem fühl und bedauert aufs tiefste, daß diese persönliche Polemit gegenwärtig Mitte, weil ihn die Idee der Maifeier als eine hohe und sittliche berechnenden diplomatischen Kopf, der von sich selbst sagt- in in der Parteipreffe noch weiter fortgesetzt wird. Sie fordert begeistere". Gewiß, das alles mögen in den Augen vieler Genossen seinem Brief an Harden vom 8. April d. J.: Ich halte die betreffenden Parteigenossen auf, nachdem nun durch Annahme unbedeutende Nebensächlichkeiten sein, aber mir sind sie wichtig genug, Empfindlichkeit in der Politik für eine der größten Schwächen." der Resolution 130 die sachlichen Differenzen erledigt sind, ihren um an der politischen Ehrlichkeit des Mannes feinen Zweifel zu Spielten auch persönliche Motive mit, der Grund war politisch: Streit einzustellen, wie vorher mit Ruhe und Besonnenheit weiter hegen, ganz abgesehen davon, daß Göhre bei seinem Uebertritt weder Mehring sollte vernichtet werden, weil er die radikale Richtung in an der Emancipation der Arbeiterklasse zu arbeiten und solche persönlich noch seiner Klassenlage nach die geringste Ursache hatte, der Partei vertritt. Mehring sollte zum Schweigen gebracht werden. Debatten wie die verflossenen in Zukunft zu vermeiden. Die Ver- zu uns zu kommen und all die Scherereien, Blackereien und AnDas Wissen, der Scharfsinn, die Logit dieses Mannes waren diesen sammelten verpflichten sich, trotz allen Stürmen, welche die Partei griffe über sich ergehen zu lassen, die das Los derjenigen politischen Gernegroßen unbequem, und da sie noch über keine Ge- von außen oder von innen umbrausen, getreu den Grundanschauungen sind, die in unsrer Partei sich thätig beweisen. Wenn Göhre fängnisse und keine Guillotine verfügen, so sollte er auf dem Wege derselben nach wie vor energisch für die Befreiung des Proletariats auf seinen Vorteil bedacht gewesen wäre, bei seiner politischen der Parteifeme stranguliert werden. Die Richtung sollte getroffen aus politischer und ökonomischer Knechtschaft zu kämpfen." Bethätigung, dann mußte er Pfarrer bleiben. Das wäre für ihn werden durch die Beseitigung des Mannes, der sie vertrat. Das ist Eine andre Resolution, die sich mit der Thätigkeit des Partei- materiell und gesellschaftlich vorteilhaft gewesen, und einen politischen aber nur das legte Glied einer Taktik, die von jener Seite durch tages einverstanden erklärt, war damit erledigt. Namen hatte er schon, den zu erhöhen auch dort ihm sehr gut Jahre hindurch fonsequent verfolgt wird.... möglich gewesen wäre." In Dresden die Heze gegen Mehring, in München die Hetze gegen Kautsky, in Lübeck, vor Lübeck und nach Lübeck, bis auf den heutigen Tag, die persönliche Hezze gegen mich und Genoffin Luxemburg. 4 Zum Schluß sept Schöpflin noch auseinander, daß er der Kritik über manche der schriftlichen Aeußerungen Göhres vollständig zu gestimmt habe und daß er die Mandatsniederlegung mißbillige. Göhre hätte die Genossen des 15. sächsischen Wahlkreises befragen müssen. Die Generalversammlung des Socialdemokratischen Vereins im 22. sächsischen Reichstags- Wahltreise beschloß: Die heutige Generalversammlung des Socialdemokratischen Vereins für den 22. Reichstags- Wahlkreis erklärt sich mit der Thätig feit ihres Delegierten zum Parteitag sowie den Beschlüssen des Parteitages einverstanden, nur bedauert sie, daß ein großer Teil der kostbaren Zeit häßlichem Parteigezänt geopfert werden mußte. Ferner nimmt sie mit tiefster Entrüstung von der nach dem Parteitag sich fortseßenden häßlichen Zeitungspolemit und Enthüllungen Die Diskussion über den Parteitag über einzelne hervorragende Führer in der Partei Kenntnis, infolge wurde am Dienstag in einer Versammlung des zweiten Wahl. deren bisher sogar ein Abgeordneter sein Reichstags- Mandat glaubte kreises, über die wir gestern schon kurz berichteten, fortgesetzt. freiwillig niederlegen zu sollen. Der Vorsitzende Scholz verlas mehrere Resolutionen. Eine derselben, die schon in der vorigen Versammlung von Fülle beantragt ist, sagt unter anderm, daß dem Genossen Bebel Dank und Anerkennung befundet werde für sein Auftreten in der Mitarbeiter Debatte, sowie dafür, daß er im Einverständnis mit der Mehrheit der Genossen die revisionistischen Bestrebungen zurückwies. Eine andre, in der gegenwärtigen Versammlung von Wurm eingebrachte Resolution ersucht den Parteivorstand, unverzüglich und noch vor den preußischen Landtagswahlen die Entscheidung die Anschuldigungen, welche Harden gegen einzelne Parteigenossen borgebracht hat, herbeizuführen. " Vor Eintritt in die Debatte erklärte Werner, er habe in der borigen Versammlung gesagt, in der Versammlung vor dem Parteis tage habe jemand, der gar nicht Parteigenosse sei, Bernhard als Delegierten vorgeschlagen. Das sei ein Frrtum, den Redner hierdurch richtig stelle. " uns reinen Dann aber sollte vor allem unser Ton" dazu herhalten, uns auf die Brostriptionsliste zu setzen. Mir erschienen erst diese Klagen über den schlechten Ton recht wunderlich; ich konnte nicht begreifen, wie man so empfindlich sein kann, sich wegen Aeußerlichkeiten über den sachlichen Streit, der stets die vitalsten Interessen der Partei betraf, hinwegzusetzen. Nach und nach ging mir ein Licht auf: die Schimpfereien über den Ton sollten gerade dazu herhalten, die Aufmerksamkeit von den sachlichen Momenten abzulenken. Ich warnte die Die Generalversammlung erklärt sich davon befriedigt, daß der Partei: Gebt Acht! nicht der persönlichen Polemit, sondern der Parteivorstand einmütig beschlossen hat, das das Ansehen der socialgrundsäßlichen Kritik gilt der Kampf! Auf dem Münchener Parteitage demokratischen Partei im höchsten Grade schädigende Gebahren eintrat das auch bereits offen zu Tage: hier wollte man Kautsky eine zelner Genossen in Hinsicht der Mitarbeit an gegnerischen Zeitungen Redaktionsführung aufnötigen, die den geistigen Zusammenhang bis zum Ende zu verfolgen und das Resultat dann den Parteis unfrer Bewegung und folglich alle Bande der Partei auflösen müßte. genossen im Reiche zur Prüfung und Abgabe des Urteils zu unterIn einem neuen Glanze erscheint aber diese Hyperempfindlichkeit bei breiten. Parteipolemiken angesichts der berbrieften Aeußerung von W. Heine: Die Reinhaltung des Parteischildes hält die Generalversamm " Ich halte Empfindlichkeit in der Politik für eine der größten lung des 22. Reichstags- Wahltreises für eine Ehrenpflicht jedes Schwächen." Der Neuen Zeit", der wissenschaftlichen Revue der Parteigenossen. Die bisherige alte Taltit, die auf dem Klassen Partei, gegenüber hieß es, ihr schlechter Ton, ihre Bolemiten ver- fampf aufgebaut ist, soll auch ferner in der Partei Geltung beefeln die Mitarbeiterschaft an ihr; in Lübeck hielt uns W. Heine eine halten." Vorlesung über den guten Ton, und als es sich um seine Gegen die von Heinrich Braun- Berlin herausgegebene WochenMitarbeiterschaft bei dem parteigegnerischen Sensationsblatt schrift Die Neue Gesellschaft" wurde folgende Resolution anHardens handelte, schrieb er:„ Angriffe auf meine Partei, auch wo genommen: ich sie für persönlich ungerecht halte, würden mich nicht abschrecken. Die heutige Versammlung verwtrft die fortwährenden Neu- Bebel erhielt nun als erster in der aus der vorigen VerIch halte Empfindlichkeit in der Politik für eine der größten gründungen von wissenschaftlichen Zeitungen innerhalb der socia- fammlung übernommenen Rednerliste das Wort. Er ersuchte zunächst Schwächen." Das schrieb er im April dieses Jahres, als Harden listischen Partei, wie jetzt wieder eine solche von seiten des Genossen den Genossen Wurm, seine Resolution zurückzuziehen. Der Parteiselbst ihm zu bedenken gab, ob denn seine Mitarbeiterschaft an der Dr. Heinrich Braun ins Leben gerufen worden ist, und glaubt viel vorstand habe ja schon angekündigt, daß er sobald als möglich " Bufunft" mit seiner Parteistellung vereinbar sei, und im September mehr, daß die Parteigenossen in der Parteirevue Die Neue Beit" Gericht über die Angeschuldigten halten werde. Es liege aber noch auf dem Parteitag erklärte er, die Angriffe Hardens auf unsre Partei genügend Lektüre finden, sich wissenschaftlich bilden zu können." nicht das gesamte Material in der Angelegenheit vor, die Dinge beranlaßten ihn, an der Zukunft" nicht mitzuarbeiten! Also glaubte Im 19. sächsischen Wahlkreise entstanden bei der seien noch im Fluß. er selbst nicht daran, was er sagte, also spielte er auf unfren Berichterstattung über den Parteitag in der Generalversammlung des seiner Zukunft" einen neuen Artikel in dieser Sache angekündigt, Harden habe ja für die nächste Nummer Parteitagen Komödie, also war das Doppelzüngigkeit, Heuchelei, Kreisvereins einige Differenzen wegen der Haltung der„ Chemnitzer auch sei zu wünschen, daß man erst die Mehringsche Broschüre Demagogie. Boltsstimme" zum Parteitage, die das Parteiblatt für diesen abwarte, damit nicht nur der Parteivorstand, sondern auch die Man spielte die Harmlosen und unschuldig Getränkten, man Kreis ist. Genossen sich über das, was Mehring zu seiner Verteidigung spekulierte auf das Mitleidsgefühl der Massen, und that das, was Mehrere Redner griffen das Blatt an und bezeichneten es als zu sagen habe, informieren können. So sehr auch zu wünschen Heine anbetrifft, in voller Berechnung, nach dem Rezept, das zu revisionistisch". Der Redakteur Enders vertrat die Haltung sei, daß wir W. Heine seinem Freunde Harden mitteilt:„ Die Rechnung auf der Redaktion und wies den Vorwurf zurück, daß das Blatt machen, müßten wir in dieser Angelegenheit bald Tisch Sentimentalitäten ist selten verfehlt." angesichts der Landtagswahlen den Revisionisten Vorschub leiste. Die Kritiker des Blattes doch eine gewisse Reserve auferlegen. Aus diesen Gründen könne Man betrachtet jeden, der an die revolutionären Grundsäße der gaben sich damit damit zufrieden. Mit den Beschlüssen des man das Urteil wohl noch hinausschieben, um so mehr, als es nicht Partei erinnert, der Lärm schlägt gegen alle Verwässerungs- und Parteitages gab sich allgemein Einverständnis kund. Beschlüsse auf Stimmungen antomme, sondern auf Thatsachen, die nach Bertuschungsbestrebungen, als Störenfried und überhäuft ihn mit wurden nicht gefaßt. Monaten noch denselben Wert haben wie heute. persönlichen Invektiven. Zur Resolution Und zeugen die Vorwürfe der persönDie Parteiversammlung in Wiesbaden beschloß: Fülle sagte der Redner, er möchte seinen Namen nicht so in den lichen Diftatur, die man jetzt gegen Bebel erhebt, nicht„ Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Partei- Bordergrund geschoben sehen, wie es diese Resolution thut, damit bont der gleichen Methode? Wenn Bebel im Unrecht ist, tages einverstanden, und begrüßt die Feststellung, daß die Partei ge- nicht dem blödsinnigen Geschwätz, er sei ein Diktator und habe hat auch er die Partei gegen fich. Das sah man schlossen auf dem Boden des Klassenkampfes steht und das Endziel, einen unberechtigten Einfluß in der Partei, Vorschub geleistet werde. auf dem Parteitag in Breslau, wo Bebel bei all' seiner die vollständige Ablösung der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise Zur Sache selbst führte der Redner unter anderm aus: Der forensischen Beredsamkeit dreiviertel des Parteitages gegen sich mit allen ihren schreienden Ungerechtigkeiten durch die socialistische Parteitag hat in der Beurteilung durch unsre Presse ein Bild gebekam. Aber es gilt, dem Ansehen Bebels irgendwie Abbruch zu Gesellschaft nicht verrücken zu lassen gewillt ist. Die Versammlung boten, wie es noch nicht da war. Wenn man die Urteile in der thun, und deshalb: Diktator! Wie niedrig muß man aber den bedauert, daß die Verhandlungen des Parteitags zu viel Zeit für Bresse, besonders auch in unsrem Centralorgan, dem„ Vorwärts", Parteitag und die Partei einschätzen, um glaubhaft zu machen, daß unliebsame persönliche Erörterungen zwischen einzelnen Parteigenossen liest, dann ist man überrascht, und man möchte fich fragen: sie sich von Bebel leithammeln lassen! weggenommen haben. Sie hält aber die offene Aussprache von Stehen denn an hervorragenden Stellen in unsrer Partei Wir haben jetzt die Fäden der Intrigue vor uns. Sie geht Differenzpunkten für besser, als eine Verschleierung, um reine Bahn presse Leute, die so neurasthenisch sind, daß sie es nicht zwei Wege innerhalb der Partei und außerhalb der Partei. für gemeinsame praktische Arbeit zu schaffen." vertragen können, wenn an sich notwendige Erörterungen Junerhalb der Partei möglichste Beschwichtigung, der fachlichen Dis- In Pinneberg erklärte der Berichterstatter Jakobsen den in lebhaftem Tone stattfinden? Es ist gesagt worden, tuffion wird ausgewichen, unauffällig in der Praxis", also in der Parteitag für sehr wertvoll und verurteilte die Mitarbeiter der dieser Parteitag sei das Geld nicht wert, es feien verlorene Tage, parlamentarischen Thätigkeit versucht man die neue Methode der Zukunft". Gegen Mehring vorzugehen, habe kein Grund vorgelegen. etwas Niederdrückenderes und Beschämenderes sei noch nicht da positiven Mitarbeit anzuwenden, wenn nötig, wird sie verleugnet, Man beschäftigte sich dann mit dem Verhalten des Abgeordneten des gewesen. Gewiß ist Niederdrückendes und Beschämendes erörtert abgeschworen, allen Refolutionen wird zugestimmt, indessen Streises, v. Elm, auf dem Parteitage. Es wurde nachstehende worden, aber das ist das Erhebende, daß der Parteitag all das wird gegen unbequeme Kritiker mit persönlichen Verdächtigungen Resolution beantragt: Niederdrückende und Beschämende zurückgewiefen hat, und daß er und Verunglimpfungen gearbeitet, die„ Drthodogie" muß erst in Verruf Die von den Parteigenoffen Binnebergs und Umgegend am gezeigt hat, es muß mit allem, was der Partei nicht geziemt, reiner gebracht werden, und sind erst ihre Vertreter unschädlich gemacht worden 2. Oktober abgehaltene Versammlung protestiert gegen das taktische Tisch gemacht werden.( Sehr richtig!) Wäre Liebknecht noch man zählt die Jahre der Lebenden dann würde man Berhalten des Reichstags- Abgeordneten A. b. Elm in der am Leben, ich bin überzeugt, unser Centralorgan hätte in der Bedie Macht über die Partei ergreifen können. Außerhalb der Partei- Partei, im besonderen in Bezug auf seine Abstimmung über die urteilung des Parteitages eine andre Haltung eingenommen. möglichst gute Beziehungen zu der bürgerlichen Presse. Denn man Resolution 130 auf dem Parteitage. Die Versammlung ersucht den Liebknecht wäre durch die Verhandlungen nicht deprimiert legt Wert auf die Deffentlichkeit. Die Namen sollen populär werden. Genossen v. Elm im Interesse seiner Wähler, öffentlich zu erklären, worden. Wir haben uns die unangenehmsten Dinge vor der ganzen Auch ist die bürgerliche Presse noch in andrer Beziehung wertvoll welche Gründe ihn zu seinem Verhalten der Resolution 130 gegent Welt gesagt. Das dürfen unsre Gegner nicht wagen. Sie dürfen man fann fie gegen die unbequeme Richtung in der eignen Partei über bewogen haben; ferner im Interesse seiner Wähler flipp und ihre schwarze Wäsche am Tage nicht zeigen, geschweige ausnügen, selbst oder durch andre. Das kann sehr bequem flar zu erklären, ob er sich zur Parteirichtung Bernsteins oder Bebel- denn waschen.( Beifall). Keine einzige Partei hat solche geschehen, ohne Spuren zu hinterlassen. Man kommt mit Kautskys bekennt." Barteitage aufzutveisen wie wir. Unfre Gegner verhandeln hinter verschlossenen Thüren. Die Socialdemokratie kann man fich aber gar nicht anders denken als im vollsten Lichte der Deffentlichteit, auch wenn sie einmal schmußige Wäsche zu waschen hat. Die ausländische Parteipresse beurteilt den Parteitag viel objektiver oder tot " # einem Harden unter vier Augen zusammen, man unterhält Ueber das Schicksal der Resolution wird nichts gemeldet. fich mit ihm kordial über die Partei, über die eignen großen Der Dresdener Volksfreund" veröffentlicht eine Erklärung von Absichten, über die Schwierigkeiten, denen man da seitens Bittauer Genossen, in der gegen Edmund Fischer Stellung genommen der bornierten Principienreiter begegnet, man fügt einigen persön- wird: und zutreffender wie die �deutsche. Die Franzosen gelten als Leute, die t)ou_ der deutschen Socialdcmokratie wenig verstehen, aber ich habe gesehen, daß die französischen Parteiblätter den Dresdener Parteitag viel unbefangener beurteilen wie ein großer Teil unsrer deutschen Blätter. Auch der„Peuple", das Organ unsrer belgischen Genossen, schreibt: Wir begreifen nicht die Aufregung, die sich eines großen Teiles der Parteiprcsse bemächtigt hat. Wir können diese Urteile nicht billigen. Abgesehen von dem Persönlichen waren es große Verhandlungen, die der deutschen Partei durchaus würdig sind. Es wird so viel von dem persönlichen Gezänk geredet, daß es scheint, als habe der Parteitag weiter nichts geleistet. Gewiß haben persönliche Angelegenheiten eine Rolle gespielt. Das ist aber natürlich, denn die Partei besteht doch aus Personen, und diese sind, je nach ihrer Stellung in der Partei, mehr oder minder prononciert hervorgetreten. Es ist aber unwahr, wenn man meint, es habe sich nur um Gckeif und Gezänr gehandelt.— Während die Parteipresse und die Versammlungen zum Teil so absprechend urteilen, finden sich in der bürgerlichen Presse ganz andre Urteile. Redner citiert die von ihm in Nr. 236 des„Vorwärts" bekannt gegebenen Urteile des„Kölnischen Stadtanzeiger" und der„Mühlhcimer Zeitung". Die absprechenden Urteile in unsrer Partcipresse sind nur so zu erklären, daß ein großer Teil dieser Presse wie im Dunkeln dem Dresdener Parteitage entgegengegangen ist. Man hat in den Redaktionen nicht verstanden, um was es sich handelte. Das liegt einesteils daran, daß sich unsre Partei mehr in die Breite wie in die Tiefe ausgedehnt hat, daß unsre Presse, deren Redakteure ja meistens mit Arbeiten sehr überlastet sind, die principielle Aufklärung unsrer Genossen nicht in genügender Weise vorbereitet hat. Andrerseits aber hat man sich auch nach Kräften bemüht, die Gegensätze, die in der Partei vorhanden sind, zu vertuschen, und zu thun, als ob sie nicht da wären. Als dann in Dresden die Gegensätze aufeinandcrplatzten, wußten sich die Herren Redakteure die wahre Ursache davon nicht zu erklären. Ich habe es ausgesprochen und wiederhole es: Sind denn die Männer, die eine neue Welt aufbauen wollen, so zusannnengeknickt, daß sie, wenn Erörterungen gepflogen werden ivie in Dresden, nicht wissen, was sie der Partei schuldig sind? Da waren wir vor drei Jahr- .zehnten doch andre Kerle.(Beifall.> Wie hat»inn uns damals mißhandM. Nicht einen Augenblick haben wir unsre Kampfesfreude verloren. ES sind ja in Dresden Dinge vorgekommen, die man nicht voraussehen konnte. Auch ich, der ich doch manches von der Partei weiß, bin überrascht worden. Als wir in Dresden zusammenkamen, glaubte ich, die Debatte über die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern würde höchstens eine Sitzung in Anspruch nehmen, und ich selber würde nur 15 Minuten dazu sprechen brauchen. Da auf einmal brachte eine gewisse Richtung ein Moment in die Debatte, das nichts mit derselben zu thun hatte. Braun griff, um, wie er glaubte, seiner Richtung zu dienen, einen Genossen in unerhörter Weise an. (Pfui!) Auf die persönlichen. igelcgenheiten will ich nicht eingehen, aber das mutz ich sagen: Die Angeklagten haben sich selbst an- geklagt in einer Weise, wie ich es nicht geglaubt hätte. Es sind jetzt durch die Veröffentlichungen Dinge an den Tag gekommen, daß ich sage, wenn es sich so verhält, wie angegeben wird, dann bleibt nichts übrig, als diese unangenehmen Sachen mit Feuer auszubrennen. Auch Bernhard griff mit persönlichen Dingen in die Debatte ein, die jedem, der länger in der Partei ist, bekannt waren.(Zuruf: Schoenlank l) Gewiß, über diese Karte war ich zuerst überrascht. Jetzt, wo ich darüber nachgedacht habe, muß ich sagen, diese An- Gelegenheit ist ja auch längst hekannt, es ist auch darüber schon früher geschrieben worden. Schoenlank hat die betreffende Karte gekannt, er hat sich mit Mehring darüber ausgesprochen und beide sind nachher wieder gute Freunde gewesen. Wenn zwei Freunde eine solche Sache miteinander ausmachen, was geht das Dritte an. Ich sage aber: auch das Mehring betreffende Material muß heraus, auch über ihn muß geurteilt werden.(Sehr richtig!) Wenn das also in solcher Weise in Dresden losging, und wenn man, wie ich, so vieles weiß, was man noch nicht sagen darf, dann ist es begreiflich, wenn inan mit der Keule rechts und links drein- schlägt.(Beifall.) Es ist gesagt worden, ich sei aufgehetzt worden. Ich sage, ich würde mich vor mir selbst schämen, wenii ich mich aufhetzen ließe. Nein, wenn von einer Hetze die Rede sein kein, dann bin ich es der hetzt, und der dafür sorgen wird, daß solchen Dingen, die der Partei schaden, ein Ende gemacht wird. In den Veröffentlichungen H a r d e n s ist manches zu Tage ge- fördert worden, wovon sich unsre Schulweisheit nichts träumen ließ. Auch mir war nicht alles bekannt, Ivas da veröffentlicht ist, und ich muß sagen, gegen vieles was H a r d e n veröffentlichte, habe ich keine Verteidigung der Angegriffenen und keine Gegengründe kennen gelernt.— Unser Ccntralorgan sagte, ich sei in dieser Sache in Dresden mit Leidenschaft vorgegangen. Horden hat sich auch dafür gerächt, sie haben es ja gelesen. Jetzt, nachdem ich das Für und Wider genau studiert habe, werde ich in die Lage kommen, mein Urteil, das ich in Dresden über Horden aussprach, revidieren zu müssen. Mein Urteil über die eignen Parteigenossen kann ich leider, leider nicht revidieren. H a r d e n durste allerdings, nachdem er angegriffen war, erwarten, daß die Männer, zu denen er Beziehungen hatte, anders gehandelt hätten, als sie gehandelt haben. Er durfte erwarten, daß ihn die nicht besudelten, mit denen er in intimen Beziehungen stand.(Sehr richtig!) Meine Haltung in Dresden ist durch den Gang der Dinge glänzend bestätigt worden. Wenn ich heute zu reden hätte, würde mein Urteil viel vernichtender ausfallen wie in Dresden.(Beifall.) Es ist eine unangenehme Situation, loenn man sagen muß: Hier hat der Gegner anständiger gehandelt wie die Genossen.— Man sagt, die Resolution zur Mitarbeiterfrage sei nichtssagend und deshalb verfehlt. Warten wir es ab. Wer Partei- genössisches Gefühl hat, weiß genau, wie er sich in dieser Hinsicht zir verhalten hat. Gegen die Mitarbeit von Genossen an wissen- schastlichen Revuen, in denen Vertreter aller Parteien zum Wort kommen, ist nichts einzuwenden. Voraussetzung dabei ist aber, daß in solcher Zeitschrift nicht die Partei beschimpft wird, deren Mit- gliedcr an dem betreffenden Organ mitarbeiten. Hätte H a r d e n diesen Grundsatz befolgt, dann würde seine„Zukunft" nicht von dem durch die Resolution ausgesprochenen Verbot betroffen. Wenn Genossen noch für diese Zeitschrift arbeiten konnten, nachdem Ha r den uns so beschimpfte, wie er es anläßlich der Zolltarif- Debatten that, so kann ich das mit meinen Reinlichkeitsbegriffen nicht vereinbaren.(Beifall.) Der Redner ging nun auf die Debatte über den Revisionismus ein. Seine Ausführungen zu derselben deckten sich im wesent- lichen mit dem, was er auf dem Parteitag zu diesem Punkt sagte. Wenn man bestreite, daß es eine revisionistische Richtung giebt, so lasse sich das Gegenteil aus der Parteigeschichte der letzten sechs Jahre, so wie aus Arttkeln von Bernstein, David, Göhre und andren in den„Social. Monatsh." nach- weisen. Er nehme es den Genossen nicht übel, wenn sie ihre An- sichten vertreten, aber es sei empörend, wenn man jetzt auf jener Seite sage, es gebe keinen Revisionismus. Es sei ja natürlich, wenn es Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei gebe. Das erkläre sich aus den Uniständen und oem Milieu einzelner Partei- genossen. Es sei eine historische Thatsache, daß die ersten Anfänge einer Volksbewegung fast immer von Leuten ausgehen, die nicht zu derjenigen Klasse gehören, in deren Interesse d,e Bewegung statt- fand. Aber die Tattik solcher Leute, die nicht voll aus dein Klassen- standpunkt der Partei stehen, für die sie eintreten, dürfe nicht zur Taktik der Partei gemacht werden. Als Wollmar 1891 auf gewisse nächstliegende Forderungen das Hauptgewicht gelegt wissen wollte, da haben wir ihn zurück- gewiesen, denn wir sagten, damit geht unsre principielle Stellung in die Brüche. Das ist ja der Vorzug der deutschen Socialdemokratie, daß bei ihr Theorie und Praxis in Einklang stehen. Wenn man die Theorie bei Seite setzt und nur die Praxis gelten läßt, so bedeutet das, daß wir die englische Gewerkschaftspotttik einführen, daß wir eine Resormpartei Iverdcn, die nur die nächsten Ziele im Auge hat und darüber den principiellen Boden verläßt. Die Theorie darf nicht in den Hintergrund gedrängt>md durch den Gesichtspunkt kleinlicher Tagesinteressen ersetzt werden. Ans diesem Grunde haben wir das Betonen der bloßen Praxis bekämpft. Bor drei, vier Jahren hatten wir eine Reihe von Leuten, die sich Bernsteinianer nannten. Heute wollen sie von ihn, nichts mehr wissen. Vielleicht haben sie ihn sich anders vorgestellt. Aber was B e r n st e i n gedacht, das haben diese Leute in ein System gebracht und das ist der Revisionismus. Natürlich stimmen die Betreffenden nicht völlig überein, und deshalb wird geleugnet, daß es einen Revisionismus giebt. Mich kann man mit solchen Reden nicht täuschen, denn ich weiß zu viel, um getäuscht werden zu können. Wenn ich einmal reden will, dann kommt viel zu Tage. Mein Schweigen bedeutet kein Vertuschen. Es ist im Partei-Jnteresse notwendig. Wenn aber die Stunde kommt, dann werde ich reden. — H a r d e n hat ja seit Jahren eine Tafelrunde von Parteigenossen um sich gehabt. Da sind intime Partei-Angelcgenheiten besprochen worden. Diese Behauptung ist nicht widerlegt. Wir werden auch H a r d e n vor unser Gericht bitten und hoffentlich erfahren, was alles in seinem Kreise von Partei- Angelegenheiten erörtert worden ist. Seit einer Reihe von Jahren sind Fragen, die ein Ausfluß des Revisionismus sind, auf den Parteitagen erörtert worden. Jetzt die Vicepräsidenten-Frage, die Volkmar zu einer Hauptaktion gemacht hat. Macht erlangen in der heutigen Gesellschaft, das ist das Streben des Revisionismus. Wollmar hat in seiner Münchener Rede, die er drucken ließ, der Frage ein großes Gewicht beigelegt. Er sagte, wenn diese Frage auch jetzt negattv entschieden wird, so kommt sie wieder. Nun ist sie durch den Parteitag negativ entschieden und Volkmar hat gegen den entscheidenden Satz der Resolutton, bei der Gcsamtabstininrnng aber fiir dieselbe gestimmt. Das ist stark. Wenn wir uns in die Richtung begeben, die von den Anhängern der Vicepräsidenten-Frage in Verbindung mit dem Hofgange und allem, was daran hängt, gewünscht wird, dann— so führt der Redner weiter aus— erfordert ein Schritt den andern. Auch die Neigung, für das Budget zu stimmen, die in Bayern hervortrat, in Baden sogar befolgt wurde, sei ein Zeichen des Re- visionismus. Redner erinnert daran, daß auch in der Reichstags- Fraktion die Frage der Budgetbewilligung aufgetaucht sei. Das seien ungeheuerliche Dinge, die früher nicht möglich waren. Das alles beweise, daß der Revisionismus Hände und Füße und auch einen Kopf habe. Die Revisionisten wissen, was sie wollen. Des- halb sei die Resolutton notwendig, welche die Tattik der Partei und der Fraktion in allen wesentlichen Punkten festlegt. Man habe in der Fraktion die Frage ausgeworfen, ob wir die Kolonialpolitik nicht unterstützen sollen, ob wir an unsrer Negation gegenüber der Flotten- Politik festhalten sollen. Solchen Erörterungen sei durch die Resolution ein Riegel vorgeschoben. Das sei das Große und Ent- scheidende an diesem Parteitagsbeschlnß.— Nach all diesen Rich- tun gen habe man das Verhalten des Parteitags in ein falsches Licht gestellt. Wir brauchen die Akadeniikcr. Wenn aber Leute aus Proletarier- kreisen, die studiert haben, sich dein Liberalismus in die Arme werfen, Marx für überwunden erklären und dann in Partei- redaktionen kommen, so richten sie natürlich Unheil an.— Ich soll mit den Leuten in gehobener Lebensstellung alle Gewerkschaftsführer gemeint haben. Das ist eine Entstellung. Ich weiß, daß es viele Arbeiter in gehobener Lebensstellung giebt, die nicht Revisionisten sind, sondern zu den Besten in unsrer Partei gehören. Es ist gesprochen worden von der Wirkung der Parteitags- Verhandlungen auf die Gegner. Wenn wir auf die Gegner Rücksicht nehmen sollten, dann dürften wir überhaupt nicht mehr sprechen, wie es uns ums Herz ist. Man niöge nur dafür sorgen, daß den Ein- wänden der Gegner entgegengetreten werden kann. Nicht Aeuße- rungen von mir sind uns iin Wahlkampf entgegengehalten worden, wohl aber hat man gegen uns ausgenutzt, was Bernstein, David, Volkmar, Calwer, Schippe! usw. geschrieben haben. Ich hoffe, auch über die jetzigen Erörterungen wird man sich in der Partei allmählich beruhigen. Unser Weg ist uns vorgezeichnet. Zunächst gilt es, die Ordnung in dei, eignen Reihen herzustellen. Das wird geschehen. Dann sind wir geschlossen wie je zuvor und gehen gegen den genreinsamen Feind, zunächst in Preußen bei der Landtagswahl. Da müssen wir alles thun, um den Wahlkampf in unserm Interesse durchzufechten. Wir werden unfern Gegnern zeigen, daß wir noch immer die alten Socialdemottaten sind. In diesem Sinne zu handeln ist unsre nächste Aufgabe.(Lebhafter Beifall.) Bernhard: Ich muß aus das Persönliche zurückkommen. Da der Parteivorstand die Angelegenheit untersuchen will, brauche ich mich hier nicht zu rechtserttgen. Aber ich habe das Bedürfnis, zu fragen: Was ist gegen mich vorgebracht, das, wenn es wahr wäre, mich unwürdig erscheinen ließe, Parteigenosse zu sein? Harden sagt, ich hätte den Parteitag belogen. Das ist nicht wahr. Auf die Einzelheiten will ich nicht eingehen, um der Untersuchung nicht vor- zugreifen. Man hat jedes Wort, was Harden sagte, als richtig angenommen. Seine Erklärungen im„Vorwärts" wurden in voller Länge von der Parteipresje abgedruckt, von unfern Gegen- erklarungen aber wurden nur wenige Zeilen gebracht und diese mit bissigen Glossen versehen. Harden hat die Absicht, die bürgerliche Existenz der von ihm Angegriffenen zu ver- nichten und sie aus der Partei zu drängen. Singer sagte im vierten Wahlkreise: Wenn wir Bernhard verziehen haben, können wir auch Mehring verzeihen. Verziehen kann mir doch nicht werden, was erst untersucht werden soll, sondern nur, was ich gethan habe. Der Artikel in der„Zukunft", das war meine Sünde. Was Mehring gethan hat, war doch eine sehr viel schwerere und größere Sünde.(Beifall und Zischen.) Es handelt sich bei Mehring nicht nur um„olle Kamellen". Mehring hat auch in seinen neuesten Erklärungen wieder die Unwahrheit gesagt.— Ich habe Mehring nicht deshalb angegriffen, weil er mir polittsch un- bequem ist, sondern weil er meinen Arttkel nicht nur scharf krittsiert, sondern mir auch die niedrigsten Motive untergeschoben hat. Dazu aber— sagte ich mir— rst Mehring am wenigsten ge- eignet.(Oho I Oho I) Ich mutzte mich gegen die fortgesetzten An- griffe wehren, und hielt mich berechttgt, in dieser Situatton die Mittel anzuwenden, die ich angewandt habe. Silberschmidt: Mit den Beschlüssen deS Parteitages über die Taktik und die Mitarbeiterfrage bin ich einverstanden, nicht aber mit denr Persönlichen in den Debatten. Doch darauf kommt es weniger an, sondern vielmehr daraus, ob das Vorgehen einzelner Genossen gerechtfertigt ist. Nach dem, was jetzt alles bekannt ge- worden ist, überkommt doch unsre Genosien ein Unbehagen. Es drängt ich die Frage auf, ob nicht die Kritiker durch ihr Schweigen gesündigt haben und ob es nicht ihre Pflicht gewesen wäre, früher in das Wespennest zu greifen. Ich habe das Gefühl, daß die gebildeten Genossen zum Teil recht taktlos vorgegangen sind. Ich hätte einen ächlicheren Ton auf dem Parteitage gewünscht. Die an dm Parteitag zeknüpften Erwartungen sind nicht erfüllt worden.— Wenn solche Zustände, Ivie wir sie jetzt sehen, seit Jahren obwalten konnten, so liegt wohl die Schuld an Mängeln in unsrer Partei-Organisatton. Heute handeln die Genossen eines jeden Wahlkreises nach eignem Ermessen. Wer aus der Reihe tanzen will, hat unter solchen Um- tänden die beste Gelegenheit dazu. Eine Reformierung der Partei- Organisation an Haupt und Gliedern muß der Zeit und dem Zweck entsprechend durchgeführt werden. Die Arbeiterschaft muß zur strengen Disciplin erzogen werden. Unsre Organisation bietet zwar nicht zu wenig in der Menge, es fehlt aber die Planmäßigkeit und Einheitlichkeit' derselben in allen Landesteilen. Die Partei muß auf dem Grunde einer festen Organisatton aufgebaut werden. Ein solcher Aufbau, der besser ist wie der jetzige lose Zusammenhang ist sehr wohl möglich.(Lebhafte Unruhe. Rufe: Bericht vom Parteitag.) Redner fährt fort, seine Ansichten in demselben Sinne vorzutragen und empsiehlt zum Schluß unter lebhaftem Beifall die Schaffung einer festen einheitlichen Organisation im Interesse des weiteren Gedeihens der Partei. Richard Fischer: Auch ich hätte den Parteitag in anderm Lichte sehen mögen, als er sich uns gezeigt hat. Nach dem Siege vom 16. Juni hätte er ein andres Bild bieten müssen. Nicht ein Katholikentag, nicht eine Parade soll der Parteitag sein... (Ruf: Huldigungsfeier!) Ach, wenn Sie so naiv sind, meine Er- klärung im„Vorwärts" nicht zu verstehen, dann lohnt es sich aucki nicht, darüber zu sprechen.(Beifall.) Man hätte wirklich ein andres Bild von, Parteitage erwarten können, namentlich, da sich seit dem Schluß des Reichstages nichts ereignet hat, was dieses Vorgehen in Dresden rechtfertigen könnte. Bebel erklärte in Dresden, wir seien niemals uneiniger gewesen. Singer dagegen ließ die Behaupttmg dieser Partci-Uneinigkeit öffentlich als eine Legende bezeichnen. Ob der „Vorwärts" in der Beurteilung des Parteitages ein andres Bild gezeigt hätte, wenn Liebknecht noch an, Leben wäre, ist eine Frage. Das aber ist gewiß: In Dresden hat uns unser alter Liebknecht sehr gefehlt. Ich meine, wem, wir ihn in in Dresden noch mtter uns gehabt hätten, so hätte sein Einfluß es vermocht, daß manches böse Wort nicht gefallen wäre. Ob es nöttg lvar, in dem Tone der Erbitterung zu reden, darüber bin ich auch andrer Meinung wie Bebel. Freilich. wem, die Dinge so wären, Ivie Bebel sie sieht, wenn die Partei direkt vor dem Verrat, vor dem Aufgeben ihrer Grundsätze stände. dann hätte er recht und ich würde jede seiner Schlußfolgerungen unterschreiben. Ich teile aber in diesem Punkt nicht die Auffassung Bebels. Ich bin derselben Meinung, die L i e p», a n n im fünften Wahlkreise aussprach. Wenn Bebel in Dresden nach seiner Rede den Ausschluß einer Reihe von Genossen verlangt hätte, er wäre beschlossen worden. Das beweist doch, daß es nicht sachliche Momente waren, sondern daß das von Bebels Rede ausgehende Fluidun, seine fanatisierende Wirkung auf die Zuhörer übte. Nachdem er eine Nacht geschlafen hatte, sagt Liepmann weiter, habe er ruhiger iiher Bebels Rede geurteilt. Das war eben eine„Rede gegen die Verdächtigen", wie sie seiner Zeil im französischen Konvent gehalten wurden, auf die keine Gegenrede, fondern nur noch eine Verurteilung folgte.(Zwischenruf.) Ja, wenn Sie bloß verurteilen wollen, dann gut, dann kann man auch nicht von Rechtsspruch reden. Die zwei Strömungen in der Partei hat Bebel uns schon öfter gekennzeichnet. Aber ich kann seiner Ansicht nicht beistimmen.(Ruf: Auer.) Wenn Sie nicht beweisen können, daß Auer etwas gesagt oder gethan hat, was ihn zu einen, Revisionisten, der uns ins bürgerliche Lager hinüberführen, uns vom Klassenkampf abbringen will, kennzeichnet, dam, sollten Sie solche Bemerkungen unterlassen.(Zuruf: Revisionist Fischer.) Wenn Sie von mir glauben, ich fei Revisionist, dann stellen Sie sich selber ja das größte Armutszeugnis aus, denn Sie haben mich doch am 16. Juni in den Reichstag gewählt als einen Vertreter der Klassenforderungen des Proletariats. So lange die Partei besteht, ist revidiert worden, aber den Revisionis- nms, den Bebel sieht, den sehe ich nicht. Es ist niemand unter uns, der die Partei ins bürgerliche Lager führen will. Sollen denn Auer, Volkmar und andre, die man als Revisionisten bezeichnet, die aber für die Resolution gestimmt haben. elende Heuchler sein?— Peinlich hat mich die heuttge Aeußerung Bebels berührt, daß wenn er sein Urteil in Dresden revidieren müßte, er dies höchstens in Bezug auf Harden, nicht aber bezüglich der von ihm angegriffenen Genoffen thun könnte. Ich unterschreibe nicht jedes Wort, was Bebel in Dresden über Harden sagte, der uns dort als absolut unglaubwürdig, als ein politisch Prostituierter hingestellt wurde. Und jetzt soll plötzlich dem Manne geglaubt werden. weil er gegen Parteigenossen schreibt. Solange Harden nur Stellen aus Briefen veröffentlicht und die Angeschuldigten seine Behauptungen bestteiten, solange habe ich zu den angeschuldigten Genossen mehr Vertrauen und schenke ihnen mehr Glauben wie Harden.(Beifall.) Alle diese Hardenschen Anschuldigungen beweisen doch nur, daß er die Parteigenosfen verhetzen, die Angegriffenen bei den Genossen diskreditteren will. Der soll nicht gewußt haben, welchen Zwecken die Briefe, die er hergab, dienen sollen? Diese seine Spekulatton auf die Dummheit der Parteigenossen möchte ich zurückweisen. Bebel hat weiter gemeint, man sollte doch nicht gleich„zusammen- knicken" wegen der Dresdener Vorgänge.„Zusammengeknickt" ist wohl niemand, vor allem nicht im Kampfe gegen die Gegner. Aber Freude braucht man an diesen Borgängen auch nicht zu haben. Und wenn Bebel aus die Urteile der Gegner hinweist, so pflegt er sonst zu sagen, das Lob der Gegner müsse uns nachdenklich machen. Wenn der Parteitag und der Geist feiner Verhandlungen abfällig kritisiert wird, so thun wir nur, was Bebel uns 1894 nach denr Frankfurter Parteitag hier so sehr angeraten hat. Er erinnere Bebel auch an das Urteil, das sein Freund Adler in der Wiener „Arbeiterzeitung" über seine Leidenschaft und Uebertteibung der An- klagen in Dresden gefällt habe, dessen Appell an seine Selbst- Verleugnung habe er heute bereits beherzigt. Wenn er in Dresden so ruhig geredet hätte wie heute, dann wäre vieles heute fo Unliebsame nicht vorgekommen. Und die Behauptung, daß diese trüben Scenen unsre Stärke seien, werde erschüttert durch das Urteil von so und soviel Versammlungen, von so und soviel Preßstimmcn. Da müssen wir uns doch ftagen. ob wir nicht in Zukunft solche Dinge, wie sie in Dresden erörtert wurden, anders behandeln sollen. Dazu braucht es kein Vertuschen, sondern nur die Rücksicht, die wir den Genossen schuldig sind, die vielleicht bloß aus Irrtum gefehlt haben, und schuldig sind unfrer Partei, die den Kamps mit den Gegnern in der alten Weise führt.(Beifall.) Fülle teilt mit, er habe seine Refolution dem Wunsch« Bebels gemäß geändert. Dann kritisiert der Redner den Genossen Bernhard, weil dieser seinem in der vorigen Versammlung ge- gebenen Versprechen zuwider seine persönlichen Angelegenheiten, ehe das Schiedsgericht sich damit befaßt, hier wieder berührt habe.— Wir glauben Harden nicht alles, sondern nur das, was er dokumentarisch belegt hat, und es scheint, daß das noch nicht alles ist, und daß wir, wenn die Sache weiter geht, noch manche nn» angenehmen Dinge zu hören bekommen. Noch ein Wort über Fischer. Wenn er sagt, es giebt keine Revisionisten, das sei alles dummeS Gerede, so sage ich, das dumme Gerede kommt von andrer Seite.— Woher kommt es denn, daß Parteiblätter Meinungen vertreten, von denen die Genossen nichts wissen wollen. So findet der„Vorwärts" in der Art, wie er fast alle parteitaktischen Fragen behandelt, nicht den Beifall der Berliner Genossen. Ebenso ist es in Breslau, Karlsruhe und andren Orten. Woher kommt das? Wenn eine Redakteurstelle frei wird, werden in der Regel solche Genosien berücksichtigt, die, weil sie ge- wandt sind und mit radikalen Phrasen um sich werfen, das Ver- trauen der Genosse» erlangen. Sitzen sie erst in der Redaktion, dann werden sie bald andrer Meinung. Die Worte Bebels: Seht Euch jeden, der zu Euch kommt, genau an, wenn es aber ein Akadeniikcr ist, dann seht ihn Euch zweimal an— sollten in jedem Sitzungszimmer, wo über Parteistcllungen entschieden wird, mit großen Buchstaben angeschrieben werden.— Die Schuld an den unliebsamen Debatten in Dresden trägt Braun. Nachdem dieser angefangen hatte, mußte Bebel antworten wie er es gethan. Der jetzige Skandal wird ja seine Erledigung finden, seine Folgen werden überwunden werden und die Partei wird ungeschwächt den Kampf gegen die Gegner führen.(Lebhafter Beifall.) Wurm ersucht um Annahme seiner Resolutton. ES sei Zeit, daß der Sache möglichst bald ein Ende gemacht wird. Was Harden veröffentlichte, genüge, um ein Urteil zu fällen. Es sei zu wünschen, daß das noch vor den Wahlen geschehe, denn gerade der Wahlkampf erfordere, daß unser Schild rein und fleckenlos sei. (Beifall.) Es folgte die Abstimmung. Die Resolution Fülle wurde gegen ungefähr 6 Stimmen angenommen. Sie lautet: Die Versammlung spricht ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, daß die kostbare Zeit des Parteitages durch Debatten persön- licher Natur über Gebühr in Anspruch genommen wurde. Auf der andern Seite ist sie der Ueberzeugung, daß der Parteitag eine Pflicht, die ihm die Partei-Ehre auferlegte, in energischer Weise zu erfüllen hatte. Die Thatsache, daß eine nicht unbedeutende Zahl von Parteigenossen dem Herausgeber einer socialistenfeind- lichen Zeitschrist litterarische Handlangerdienste leisteten, mußte den Parteitag zum flammenden Protest herausfordern. Ferner spricht die Versammlung ihre Gcnugthuung darüber aus, daß der Dresdener Parteitag die revisionistischen Bestrebungen als dem Parteigefft, den Parteitraditioncn und der Parteidiscivlin zuwiderlaufend, energisch zurückgewiesen hat. Die Versammlung ist der Anschauung, daß die Politik des Entgegenkommens gegenüber den Parteien bürgerlicher Richtung ein für allemal gerichtet ist. Die Parteigenoffen hoffen, daß die Partei nunmehr mit voller Kraft den Kampf gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung weiter führen wird. Eine zweite Resolution, die ebenfalls angenommen wurde, deckt fich zum Teil mit der vorigen und erklärt außerdem, daß die Verfammlung mit der Haltung der Delegierten des zweiten Kreises einverstanden ist und besonders anerkennt, daß sich die Delegierten nicht auf die Seite der revisionistischen Richtung stellten. Die Resolution Wurm wurde gegen eine starke Minderheit angenommen. Sie lautet: Die heute in der Bockbrauerei versammelten Genossen des zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreises ersuchen den Parteivorstand, unverzüglich und noch vor den preußischen Landtagswahlen zu entscheiden, ob die gegen Bernhard, Dr. Braun, Göhre und Heine erhobenen Beschuldigungen berechtigt find und jene Genossen noch weiter Parteimitglieder bleiben dürfen. Die Berichterstattung über die Parteikonferenz für die Provinz Brandenburg wurde wegen der vorgerüdten Zeit vertagt. Marktpreise von Berlin am 6. Oftober 1903 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,60| 15,58 * Roggen, gut " + Gerfte, gut " do. Bauch Kalbfleisch Hammelfleisch Startoffeln, neue D.- Ctr. mittel gering " 15,56 15,54 Rindfleisch, Keule 1 kg 6,00 4,00 1,80 1,20 15,52 15,50 " " 1,50 1,10 12,70 " Schweinefleisch " mittel " gering " " 14,50 13,40 Butter " mittel 13,30 12,20 Eier 60 Stüd " gering " 12,10 11,10 Karpfen 1 kg 16,00 14,90 Aale " " mittel " " 14,80 13,80 Bander " 1,80 1,10 1,80 1,20 1,80 1,10 2,60 2,00 5,00 3,00 2,20 1,20 2,60 1,40 3,00 1,00 " gering 13,70 12,70 Hechte " 2,00 1,00 Nichtstroh " 4,32 3,82 Barsche " 1,80 0,80 Heu " 7,10 4,40 Schleie " Erbsen 40,00 25,00 Bleie " 3,20 1,40 1,40 0,80 " Linsen 50,00 25,00 Strebse 60,00 20,00 thafer, gut Speisebohnen * ab Bahn. + frei Wagen und ab Bahn. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 8. Oktober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Biel Lärm um nichts. Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Kater Lampe. Westen. Der Freischüß. Leffing. Der Sturmgeselle Sofrates. Briefkaften der Redaktion. wirtschaft. G. F. 1686. 1. und 2. Ja.- V. B. 3949. Nein. 5. G. 17. Ein durchgreifendes Mittel giebt es nicht. Sie können sich J. G. Fragen Sie an bei Eugen Simanowski, Hochstraße 46. an das Vormundschaftsgericht wenden. Für die ohne Ihre Genehmigung Papa. 1. Nein. 2. Nein. O. R. 97. Da müssen Sie sich an Fach- gemachten Schulden Ihres Sohnes haben Sie nicht aufzukommen, werden. Lesen Sie die betreffenden Artikel in einer Bibliothek in einigen Schluß des Pachtjahres muß eingehalten werden. Wann das Ende einfritt, fenner halten. 1000 2. Kann Raummangels wegen nicht beantwortet Grünthaler 16, Eine mindestens sechsmonatliche Kündigungsfrist zum Konversations- Wörterbüchern nach. Ende Dezember 1894. G. A. 001. Anfang Juni 1894, ist aus Ihrer Schilderung nicht zu entnehmen. G. G. 10. Sie find Paris. De. M. 50 Mill., D. R. 60 Mill. N. 38. Erste Wahl, vorher nicht; zugehörig seit 1900. im Recht und kraft Gesetzes Mitglied der Kasse. Machen Sie Ihren ArbeitJ. W. Nein! geber darauf aufmerksam, daß das Unterlassen der Anmeldung ihn der Kasse W. St. 68. 1. Uns nicht bekannt. 2. Ist Besitzer eines zum größten gegenüber regreßpflichtig macht. Arbeiter sind ohne Rücksicht auf die Höhe Teil vermieteten Hauses am Züricher See. E. A. Ursache kennen wir des Lohnes frankenversicherungspflichtig; die Ausnahme bezieht sich lediglich nicht. Beschwerde bei dem Vorsteher, wenn wichtig genug. Schule 5. auf Werkmeister, Betriebsbeamte usw., diese sind bei einem 2000 Mart überWenden Sie sich an den Rektor, und wenn das erfolglos, nochmals an die steigenden Lohn nicht versicherungspflichtig. Läufer 10. 1. Ja. 2. Wenden Deputation. M. S. 90. Anfang der neunziger Jahre. F. F. 22. Sie sich an das Gerichtsvollzieher Amt.. 2. 39. 1. Ihrem Vater Berliner Hausmädchenschule, Wilhelmstr. 10; Leiterin Frau E. Grauenhorst. steht leider ein Regreßrecht nicht zu, falls er unbedingte Bürg B. 2. 65. Um als Hebamme zugelassen zu werden, beantragen Sie schaft schriftlich übernommen hat. 2. Derartige Vorschriften giebt es nicht. zunächst beim Polizeipräsidium Zulassung zum nächsten Hebammen- Kursus. K. D., Genoffe 100, F. W. 154. Ja. A. B. N. 2. Einspruch Von dort erhalten Sie Nachricht, mit welchen Papieren und wann Sie sich hat Aussicht auf Erfolg, weil Berjährung vorliegt. O. J. Sorgenlos. zur Vorprüfung zu melden haben. Nach bestandener Vorprüfung be- Mein. K. W. 99. 1. Wenn Sie nicht Ehebruch nachweisen können, er antragen Sie unter Uebersendung des Zeugnisses hierüber und der andren scheint Ihre Klage aussichtslos. 2. Für Ihr Kind müssen Sie den Unterhalt Papiere beim Polizeipräsidium Zulassung zur Ausbildung als Hebamme. schaffen. Wenn Sie die Aufnahme Ihrer Frau ablehnen, müssen Sie den werden im ersteren Falle zu dem Kursus einberufen, der jährlich vom Sachlage fämen Sie leider mit einer Anzeige gegen den Anstifter nicht Sodann erhalten Sie Bescheid, ob Sie angenommen sind oder nicht, und Unterhalt für sie bezahlen. O. M., Schönhauser Vorstadt. Bei der 16. Oktober bis 31. März in der Charité abgehalten wird. Die Kosten für durch. D. 66, Lietmannstr. Klagen Sie bei der Gewerbedeputation Ausbildung, Wohnung, Verpflegung und Instrumente stellen sich auf etwa( Stralauerstraße 3) gegen die Staffe auf Leistung der statutenmäßigen Ber300 Mart. Frauen im Alter von über 30 Jahren werden in der Regel zur pflichtungen. M. G. 26. 1. Ja. 2. Die Gewerbedeputation, Ausbildung nicht zugelassen. Da der Andrang außerordentlich start ist, ist Stralauerstraße 3, ist als erste Instanz zuständig. 2. M. 15. Db eine Meldung etwa 5 Jahre vor der Zulassung, also spätestens im fünf- Sie auch dem neuen Wirt gegenüber als Verwalter Ansprüche haben, läßt undzwanzigsten Lebensjahre ratsam. 4 Jahre liegen fast stets sich ohne Einsicht in den Vertrag nicht sagen. Für Ihre Ansprüche zwischen der Vorprüfung und der Zulassung zur Ausbildung. gegen den früheren und den jezigen Eigentümer ist das Amtsgericht zuständig. 2. 9. 3. 1. Nein. 2. Leider zu spät. Juriftifcher Teil. Witterungsübersicht vom 7. Oftober 1903, morgens 8 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Stationen Barometer ftand mm Wind. richtung Windstärke Arbeiterin 35. 1. Jhr Mann hat kein Recht, das Grundstück von Ihnen zu verlangen. 2. Sterben Sie vor Ihrem Manne, so erben Ihre Kinder 34, Ihr Mann 14 Ihres Nachlasses, zu dem auch das Grundstück gehört. Wollen Sie Ihren Mann auf das Pflichtteil( das ist die Hälfte dessen, was er ohne Testament erhalten würde) sezen, so müssen Sie ein Testament errichten. 3. Berläßt Ihr Mann Sie, so hat er Sie dennoch zu unter- Swinemde. 746 2 halten. B. R. 17. 18. Die Austunft fann lediglich wiederholt werden. Hamburg 747 23 Wenden Sie sich beschwerdeführend mit dem Antrage an das Amtsgericht, Berlin 750 W den Standesbeamten anzuweisen, das Aufgebot anzunehmen. Schwarz- Frankf.a.M. 760 S wald. 1. Der Kleinhandel mit Flaschenbier ist nicht tonzeffionspflichtig. Er fann aber untersagt werden, wenn der Händler wiederholt wegen unper Schock 18,00 3,00 erlaubten Schankwirtschaftsbetriebes bestraft ist. 2. Lassen Sie das Bier im Laden trinken, so liegt hierin nach Ansicht der obersten gerichtlichen und Verwaltungsgerichte ein unerlaubter, strafbarer Betrieb einer SchantUrania. Taubenstrasse 48/49. Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen: Von der Zugspitze zum Watzmann. Um 8 Uhr: An den Seen Ober- Italiens. 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Sonnabend: Mönch und Soldat. Sonntagnachm.: Die Jungfrau von Drleans. Abends: Einer von unsere Leut'. Montag: Krieg im Frieden. Deutsch von B. Jacobsohn. Vorher: Sphing. Morgen und folgende Tage: Die felbe Borstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Lutti. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Gewöhnliche Preise! Olga Wohlbrück. Spott- und Geissellieder. Das Moto- Mädchen. Mensch oder Maschine. Das neue Rätsel für Berlin! Prolongiert. 14 neue erstkl. Nummern. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwifchen Friedrich Apollo- Theater. Die Liebesschaukel Zum zweitenmal: Mit vollständig neuer Ausstattung: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im Blütenhochzeit. 3. Akt: Ballett von Louis Gundlach. Ferner: Die neuen Specialitäten und Messters Biophon. In Vorbereitung:" Biscotte". Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Abends 7, Uhr: Amor in Wichs. Morgen: Amor in Wichs. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Der Bibliothekar. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Was ihr wollt. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Schwant in 4 Atten von G. v. Moser. Lustspiel in 5 Atten v. W. Shakespeare. Freitagabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Freitagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Freie Volksbühne. Herbstfest Sonnabend, 10. Oktober, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. Mitwirkende: Berliner Tonkünftler- Orchefter, Dir.: Franz von Blon. Gesang: Dr. Robert F. Mannreich. Am Flügel: Frau Frieda Strunz und Herr Kapellmeister Fritz Otto. Zum Vortrag kommen u. a.: Josef Haydn: Sinfonie No. 11 aus: ,, Die Schöpfung". ,, Die vier Jahreszeiten". Richard Wagner: ,, Meistersinger". Edward Grieg: Peer Gynt. Franz Liszt: Ungarische Fantasie. Richard Strauss: Don Juan( nach Lenau). Peter Tschaikowsky: Ouverture 1812. Festmarken in allen Zahlstellen a 50 Pfennig. Sonntag, den 11. Oktober: 13./14. Abteilung Metropol Theater: 8./9. Abteilung Lessing Theater: Klein Eyolf Nathan der Weise 229/19 Anfang 2 Uhr. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. CIRKUS SCHUMANN. Heute, Donnerstag, den 8. Oktober, abends 7, Uhr: Sports- Abend. Das Tagesgespräch von Berlin bleibt Herr Julius Seeth mit seiner einzig dastehenden Gruppe von 25 männl. dressierten Löwen. 2 Gladiatoren auf einem Pferd von Geschwister Pissiutti. Der preisgekrönte Sechser- Zug mit den fahrenden Kaskaden, Non plus ultra der Pferdedressur, vorgef. v. Dir. Alb. Schumann. Mr. Woodson, Die Horizontal- Manege. phänomenaler Reiter. früher Kleines Theater. Palast- Theater Feen- Palast Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Burgstr. 22. 82 Uhr: Riesen- Erfolg. Genießet das Leben. Stadt- Theater Moabit Das grandiose Oktober- Programm. Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 8. Otober 1903: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Gretchens Polterabend. = Original Schwant in 5 Aften von Rud. Kneisel. Anfang 8 Uhr Sonntag: Gretchens Polterabend. Empfehle allen Freunden u. Bekannten mein Weiss, Bayrischbier und gr. Speisegeschäft. ReichBier 50 Pf. sowie Abendtisch à la Freitag, den 9. Oktober 1903: Elite- Extravorstellung. Schauſp. in 5 Att. v. 66. Birch- feiffer Der Goldbaner. Ch. Ehren- und Vorzugskarten gültig. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. gegen Better 7 bedeckt 9bedeckt 7 wolfig Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen 14 Haparanda Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. o Do 1 Schnee 1 München Bien 5 wollig 17 Aberdeen 6 wolkig 16 Paris 41volfen! 19 13 Petersburg 750 DND 16 Cort 757 WSW 1wolkig 763 S 2bedeckt 15 12 764 S2 760 S Wetter: Prognose für Donnerstag, den 8. Ottober 1903. Kühler, vielfach heiter, jedoch unbeständig mit einzelnen Regenschauern und starken, später abnehmenden nordwestlichen Winden. Metropol- Theater. Reichs hallen Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Der grösste Erfolg dieser Saison! Frid Frid. Rosa Marton. Grete Meyer. Neuestes! Müller Lincke. Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmanns Vaudeville-Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der mit großem Beifall aufgenommenen Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Grosser Ball. Jeden Dienstag und Freitag: Gastspiel Berl. Volks- Theater, Jeden Mittwoch: Grosser Elite- Familienabend. Norddeutsche Sänger u. Ball. Entree 30 Pf. Sperrfit 50 Pf Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Briffon, Steidl, Böhme, Böck mann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sanssouci. Kottbuser Thor Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alexanderstr. Täglich: Franz Sobanski. Außerdem ganz neues Programm. Zum Schluß: Die Angströbre. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Neue Welt Elabl. Buggenhagen Arnold Scholz Hasenheide No. 108/114. Donnerstag, 8. Oftober 1903: Bernhard Rose- TheaterEnsemble. Zum erstenmal: Preciosa. Schauspiel in 4 Aufzügen von B. A. Wolff. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Borzugskarten haben Gültigkeit. WINTER CARTEN 99 Künstler- Ensemble , Nordsterne" unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7% Uhr. Staffeneröffnung 6, Uhr. Entree50Pf. Borverf.40 Bons hab. Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Untere ute: Przywarski- Konzert. Unverfälscht. Deutscher Hanig! Bienenhonig, best. Qualit. verf. die 10 Pfunddose zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. franco. Garant. Rücknahme. E. Reil, Nordloh, Bahnhof Auguftfehn, Oldenbg. 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Oktober, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle der Bions- Gemeinde( Nieder- Schönhausen) aus statt. Todes- Anzeige. 22936 Am 6. d. Mts. verstarb nach schweren Leiden meine innigftgeliebte Frau, unsre Schwester und Schwägerin 22865 Martha Röpke geb. Gläser. am Dieses zeigt an der tiefgebeugte Gatte Albert Röpke. Die Beerdigung findet Freitag, 9., um 3 Uhr nachmittags Dom Trauerhause aus nach dem Elisabeth- Kirchhof statt. Arbeiter- ПotizKalender 1904 Geb. 60 Pfg., Porto 10 Pfg. Aus dem reichhaltigen Inhalt heben toir herbor: Das Kinderíchutzgeletz. Die Reichstagswahl von 1903 mit vergleichenden Zahlen der für die Sozialdemokratie im Jahre 1898 ab. gegebenen Stimmen. Porträts und Blographien der sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten. Sitzungssaal des Reichstags( Illustrat.) Die Sozialdemokratie in den einzelnen Staaten.- Wahlbeteiligung u. Stimmenzahl der Parteien. Beteiligung der Parteien an Haupt- und Stichwablen.Die Volksschulen in Deutſchland. Vom Schlachtfeld der Arbeit. nahme- und Ausgabetabellen.- ПotizKalender. Die Mitglieder der freien Gewerkichaften.- Weibliche Mitglieder in den Gewerkschaften. Finanzielle Leiftungen der Gewerkschaften. Adreffen der deutichen Gewerbeinipektoren, der Zentralverbände, Arbeiterfekretariate. Zur Beachtung für Reviloren. EinDer Kalender ist ein unentbehrliches Nachfchlagebuch für Gewerkschaften und Partei zu beziehen durch jede Buchhandlung. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenftr. 69. Anfertigung feiner Herren- und Damen- Garderobe. bessere Damenjacketts auf Lager. Eleg. Ausführung, gering.Teilzahlg. J. Kurzberg, Neue Königstr. 47, II, direkt am Alexanderplatz. Land, Woche 2 M. Abzahlung, 840 qm 300 9. Vor9ort. Nur mündlich. Herronimy, Blumenstr. 79. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Redakteur gesucht. Montag, den 12. Oktober, abends 8½ Uhr: Große öffentliche Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: Wie erhöhen wir unsren Anteil an den Erträgniffen unsres Gewerbes? Da diese Frage für jeden Kollegen, ohne Unterschied der Organisationszugehörigkeit, von großer Wichtigkeit ist, so laden wir alle organisierten und nicht organisierten Kollegen zu dieser Versammlung ergebenst ein. Die Branchen- Kommission des Deutschen Holzarbeiter Verbandes. 88/15 Bekanntmachung. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Ausserordentliche General- Versammlung der Mitglieder der Nebenfchen Kranken- und Sterbekasse Nr. 5 am Donnerstag, den 15. Oktober cr., abends 8 Uhr, Sonntag, den 11. Oktober 1903, abends 7 Uhr, in den Industrie- Sälen, Beuthstr. 19: Vortrag des Genossen Katzenstein über: ,, Bildungsarbeit." Nach dem Vortrage: 5/4 im Kaffenlokal Elisabethkirchstr. 14. Gemütliches Beisammensein und Tanz. Tages- Ordnung: Beschlußfassung über die von der Aufsichtsbehörde angeordnete Menderung der Statuten, den festgesetzten Beiträgen und Kaffenleistungen. Das Duittungsbuch legitimiert. 22776 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Eintritt 20 Pf. inkl. Tanz. Centralverband der Töpfer Filiale Berlin. Freitag, den 9. Oktober, abends 6 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelallfer 15: Sterbekaffe d. Maler Mitglieder- Versammlung. u. verw. Berufsg. Deutscht. Eingeschr. Hilfstasse 71. Fil. Berlin I. N. Mitglieder Versammlung 0 am Freitag, den 9. Oktober cr., abends 9 Uhr, im Kaffenlokal Ruppinerstraße 42. Tages Drdnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Die gegenwärtige Situation in unserm Beruf. 4. Abrechnung vom Sommervergnügen. 5. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ersucht Der Vorstand. 196/15 Männer- Vortrag 2. Bericht der Delegierten von der Moabiter Kasino, Wilsnacker- Strasse 63, Generalversammlung. 3. Sassenangelegenheiten. 22765 Die örtliche Verwaltung. Hiermit nehme ich die Erklärung meiner Frau, den streifenden Metall arbeitern fein Bier zu verkaufen, zurück. Es konnte das nur in meiner Ab122/19 wesenheit passieren. Vincenz Müller, Langeftr. 84. Mit der obigen Erflärung ist die Sache erledigt und können unsre Kollegen nach wie vor bei Herrn Müller verkehren. Adolf Cohen. Reste Reste Reste Reste Eintritt nebst Broschüre 20 Pf. morgen, Freitag, den 8. Oktober, abends 8% Uhr, Männerleben und Leiden. Die Lichtbilder lassen die Krankheitsformen, Naturaufnahmen, speciell die Entstehung der Syphilis, Gonorrhoe, sexuelle Neurasthenie in einer Schärfe erscheinen, so daß sich jeder aufklären kann. Bekannter Vortragender: Grundmann, prakt. Naturheilkundiger. Naturheilv. Reform". Kurlanstalt: Köpnickerstraße 72. Nächste Ziehungen 28512* Berliner Lose a 1 Mk. 11= 10 Mk. Königsberger Geld- Lose a 3 mk. 3. Rosenberg, Kommandantenstrasse 51. Berliner Ressource Kommandantenstr. 57. Hochelegante Festfäle für 500 bis 1000 Personen, Adolf Stein. 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Für den Inseratenteil verantwortilch Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdru ferei und Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 235. 20. Jahrgang. 3 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 8. Oktober 1903. Vierter Verbandstag Die Beratung wird fortgesetzt. Den Bericht des Hauptvorstandes, der sich über die werden." Zeit vom 1. Januar 1901 bis 30. Juni 1903, also über zweieinhalb Jahre erstreckt, erstattete der Verbandsvorsitzende Odenthal. Dem Bericht ist au entnehmen: Troß des wirtschaftlichen Niedergangs und trotz des von 20 Bf.( 10 Bf. für die Wintermonate) auf 50 Pf.( 30 Bf. für die drei Wintermonate) pro Woche erhöhten Beitrages hat sich die Mitgliederzahl in der Berichtszeit verdoppelt, Im ersten Viertel 1901 betrug sie Der Prozeß gegen den Hanslehrer Dippold # = zu buchen, sondern durch Annahme der Hauptabrechnung als brauchbar sei. Er wolle denselben von der Universität wegbringen. erloschen zu betrachten. Nach einer lebhaften Debatte für und wider Er( Beuge) hatte die Auffassung, Dippold schlage seinen Bruder, wird der Antrag mit 14 Stimmen angenommen. Ferner wird eine damit er von der Universität gehe und er allein das Geld von seinem des Centralverbandes der Stukkateure usw. zwischen dem Hauptvorstand und der Düsseldorfer Filiale streitige Bater erhalte und außerdem, damit er von seinem Bruder nicht kons Summe von 393,44 M. als Streitunterstützung erklärt und als er trolliert werde. Dippold fagte einmal: Mein Bruder teilt alles, was Köln, 5 Dftober.( Eig. Ber.) ledigt angesehen. Dem Vorstand wird einstimmig Entlastung erteilt. ich thue, meinem Vater mit. Rechtspraktikant Michael Wolff= Nachdem am Tage vorher eine Vorbesprechung stattgefunden Es folgt die Beratung des Tagesordnungs- Gegenstandes: Würzburg: Der Angeklagte habe an hatte, begannen am Montag im Gewerkschaftshause in Köln Lohnbewegung und Streiks. Der Verbandstag befaßt sich bie Verhandlungen des Verbandstages des Centralverbandes zunächst mit dem gegenwärtig in Elberfeld- Barmen bestehenden gelitten. Ganz besonders, wenn er Alkohol getrunken hatte, sei er in Größenwahn ber Stuffateure, Gipser, Bliesterer und verwandten Berufs- Streit. Der Ausstand hat selten günstige Aussichten. Die dortigen gelitten. Ganz besonders, wenn er Alkohol getrunken hatte, sei er in genoffen. Es find 25 Delegierte erschienen, und zivar Kollegen sind aber bei der Lohnbewegung nicht ſtatutgemäß ber- Dippold der freien Liebe gehuldigt; wenigstens habe er sich dahin große Erregung geraten. Bezüglich des Geschlechtslebens habe aus Berlin( 3), Breslau Dresden, Leipzig, Plauen, fahren. Der Hauptvorstand wünscht, daß die Verbandsversammlung geäußert. Angeflagter: Ich bemerke, daß ich in Berlin meine Nürnberg, München, Stuttgart, Freiburg i. Br., Darmstadt, Frank- über die Gewährung der Unterstützung aus der Hauptkasse Anschauung vollständig geändert hatte. Cand. jur. Feldbaum furt a. M., Köln( 2), Düsseldorf( 2), Elberfeld, Dortmund, Duisburg, beschließt. Bei diesem Gegenstand nimmt der als Gast Hannover, Hamburg( 2), Kiel, Münster. Als Vertreter des Haupt- den Verhandlungen beiwohnende Hauptvorsitzende des Maurer- Würzburg: Er hate auch die Auffassung gewonnen, daß Dippold an vorstandes find Odenthal und Edler, des Ausschusses Schäfer- verbandes Bömelburg das Wort und befürwortet unter Hinweis bundes geworden und habe vielfach auf die besitzenden Klassen ge= Größenwahn gelitten habe. Der Angeklagte sei Mitglied des BauernLeipzig, der Generalfommission der deutschen Gewerkschaften Sassen- auf die Verhältnisse in Rheinland Westfalen die Unterstützung. bach- Berlin, des Verbandes der Maurer Reichstags- Abg. Bömel- Dähne- Düsseldorf bezeichnet ebenfalls den Elberfelder Streit als Stud. jur. Töpfer Koburg: Er sei mit dem Angeklagten in Berlin schimpft. Auch ungemein jähzornig sei der Angeklagte gewesen. burg erschienen. Als Bertreter ausländischer Organisationen sind durchaus berechtigt. Das Hauptagitationsfeld des Verbandes liege befreundet gewesen. Der Angeklagte habe wohl mit Damen verkehrt, erschienen Lang Wien, Bauer- Budapest und Christensen- jekt in Rheinland und Westfalen. Kopenhagen. Die holländischen Kollegen haben ein Begrüßungs- Der Verbandstag beschließt einstimmig:„ die Elberfeld- Barmer er habe aber ein vollkommen fittenreines Leben geführt und sogar schreiben gesandt, worin sie die Vorteile einer regen Korrespondenz Kollegen weiter aus der Hauptkasse zu unterſtügen; doch verpflichten ihn( den jüngeren Kommilitonen) vor Ausschweifungen gewarnt. Er mit der deutschen Organisation betonen. Weiter haben die organi- fich die Kollegen, dafür einzutreten, daß diese Gelder von jämt habe einmal den Heinz gesehen, der ganz gerötete Augen hatte. Auf fierten Kollegen in Bukarest ein Begrüßungsschreiben gesandt. lichen Filialen Deutschlands aus ihren lokalen Mitteln aufgebracht fein Befragen habe ihm der Angeklagte gesagt: Der Knabe betreibe " geheime Sünden", deshalb habe er den Knaben heftig geprügelt. Dippold zeigte ihm einen dicken Spazierstock mit silberner Strücke und erzählte: Er habe beide Jungen schon mehrfach bis zur Bewußt Tofigkeit geschlagen, so daß der Stock zerbrochen sei. Er habe darauf dem Angeklagten Vorstellungen gemacht. Es wird hierauf ein Brief verlesen, den der Zeuge dem Angeklagten ins Gefängnis geschrieben hat. In diesem teilt der Zeuge dem Angeklagten mit: er fei nur pathologisch zu beurteilen. Auf Befragen des Ersten Staatsantvalts 2031, im zweiten Viertel 1903: 4350 Witglieder. Am 1. April 1901 hat vorgestern in Bayreuth begonnen. Der Angeklagte, der, bemerkt der Zeuge, daß er den Angeklagten für vollständig normal halte. Der folgende Zeuge stud. jur. Penser Berlin: Er sei der hat der Verband den Verbandsvorsitzenden als besoldeten Beamten wie wir gestern berichtet haben, unter der Anschuldigung steht, Borgänger des Angeklagten bei dem Kommerzienrat Koch geweſen. angestellt. Der Grundstein", der damals gemeinsames Verbands- daß er den 14 Jahre alten Sohn des Berliner Bankdirektors Er habe in der Hauptsache Joachim, zum Teil auch Heinz unterrichtet. organ war, wurde damals von dem Maurerverband gekündigt, weil Stoch zu Tode geprügelt hat, verteidigte sich mit vieler Weit: Er hatte viel über die Unaufmerksamkeit, Faulheit und Widerspenstig der Naum von diesem selbst benötigt wurde. Jezt wird schweifigkeit, und machte zu seiner Rechtfertigung namentlich der Satz des" Grundstein" zur Herstellung des Stuffateur" geltend, daß er durch seine Prügelmethode die ihm überantworteten feit der Knaben zu klagen, er sei auch genötigt gewesen, die Knaben mit verwendet. Mit der Anstellung des Vorfizenden als befoldeten beiden Knaben von geheimen Lastern habe kurieren wollen. Ueber oftmals zu züchtigen, besonders ungeberdig seien aber beide Knaben Beamten erfolgte die Verlegung des Verbandssizes von Köln nach die Todesursache führte der Angeklagte folgendes an: nicht gewefen. Heinz war weichlicher und weniger widerstandsfähig Hamburg. Die Unterstützungseinrichtungen erfuhren eine Erweiterung Heinz Koch hat schon im Januar mehrfach Ohnmachten als Joachim. Die Knaben haben sich wohl bisweilen gegenseitig mit durch die Einführung der Sterbe- Unterstützung. So war ein Boden fimuliert. Am 8. März fiel Heinz wieder einmal in Ohnmacht, für eine gedeihliche Weiterentwicklung des Verbandes geschaffen. Die diese hielt ich ebenfalls für eine Simulation. Am folgenden Tage, Zahl der Mitglieder schwankte in den letzten zwei Jahren den 9. März, erzählte mir Joachim: Heinz sei wieder einmal in bon Bierteljahr zu Vierteljahr in folgender Weise: 1949, 1865, Ohnmacht gefallen. Ich versetzte, wenn es ihm Vergnügen macht, 1922, 2598, 3011, 2679, 3310, 4350. In Berlin und dann habe ich nichts dagegen. in Leipzig wurden von den Unternehmern begünstigte Gegen wieder munter. Ich fragte ihn, ob er irgendwelchen Schaden ge Als ich hinauf tam, war Heinz Drganisationen gegründet, die zunächst den dortigen Mitglieder nommen habe. Heinz verneinte dies. Nachmittags unternahm ich bestand schädigten. In Leipzig konnte die Auch- Organisation sich mit den Knaben törperliche Uebungen. Heinz machte diese derartig nicht lange über Waffer halten. In Berlin ist sie nach ihrer schweren schlecht, daß ich ihm sagte, Du läßt Dich von Deinem jüngeren Niederlage bei der letzten Lohnbewegung, wenn auch noch nicht ver- Bruder beschämen. Heinz sagte mir: er fühle sich zu schwach. schwunden, so doch völlig bedeutungslos geworden. Aufgabe der Da ich die Schwäche auf geheime Sünden" zurückführte, so ließ Berliner Kollegen wird es sein, dies Monstrum in der Arbeiterbewegung ich am Abend die Matraße hinaufbringen. Am folgenden Morgen, nie mehr hochkommen zu lassen. Gegenüber dem Begehren der Mit den 10. März, flagte Heinz über Schläfrigkeit und bat, ihn doch spricht Genosse Litfin heute abend 8 Uhr im Lotal Südost, Ueber die Aufgabe eines Abgeordneten im preußischen Landtag glieder nach auswärtigen Referenten verwies der Hauptvorstand viel schlafen zu lassen. Ich sagte dem Heinz: Steh nur auf, wenn Waldemarstr. 75, ebenso hält über dasselbe Thema Genosse Hermann fach auf die Selbsthilfe und auf die Notwendigkeit, daß die Drts- Du talt gebadet haben wirst, wird sich die Schläfrigkeit schon geben. Sünzl in der Urania, Wrangelstr. 10/11, heute abend 8 Uhr verwaltungen die örtliche Agitation selbst leisten. Als eines der besten Beim Baden fiel Heinz in Ohnmacht; er erholte sich aber bald. einen Vortrag. In beiden Versammlungen, zu denen auch unfre Mittel zur Gewinnung der Säumigen wurde die Hausagitation Ich glaubte, es werde besser werden, wenn wir einen fleinen Gegner eingeladen sind, werden die socialdemokratischen Wahlmänner empfohlen. Vor zwei Jahren wurde an die Gewerkschaftskartelle Spaziergang unternähmen. Heinz flagte jedoch weiter über bekannt gegeben. aller Orte mit mehr als 20 000 Einwohnern geschrieben, aber ohne Schwäche, und als wir nach Hause gekommen waren, fiel er Erfolg; meist wurde nicht mal Antwort gegeben. Es ist sehr zu wiederum in Ohnmacht. Ich ließ nun die Matraße herunterholen bedauern, daß die reisenden Kollegen so wenig für den Verband und brachte den Knaben zu Bett. Da er flagte, daß er trotz seiner mit Tanzkränzchen ab. wirken und statt Bahlstellen ins Leben zu rufen, meist nicht mal ihre Schwäche nicht schlafen könne, so gab ich ihm ein Schlafpulver. Mitgliedschaft dort aufrecht erhalten, wo feine Filiale besteht. Die Heinz schlief ein. Inzwischen nahm ich mit Joachim das MittagErfahrung hat gelehrt, daß gerade die reisenden Kollegen brot ein. Ich wollte nach beendeter Mahlzeit den Heinz wecken, viel für den Verband thun können. Das Wachstum des Verbandes um ihm Milch zu geben. Joachim weďte ihn, tam aber sehr bald ist nicht auf die Zunahme der Filialen, sondern auf das innere mit der Nachricht zu mir, Heinz sei nicht zu erwecken, er glaube, er Wachstum der bestehenden zurückzuführen. Troß der fast gleichen sei tot. Ich eilte ans Bett, horchte am Herzen, und nahm wahr, daß Bahl der Filialen hat sich die Mitgliederzahlt verdoppelt. Es gelang das Herz nicht mehr schlug. Ich machte alle möglichen Versuche, der Organisation nicht nur alle Angriffe der Unternehmer in den um die Herzthätigkeit wieder in Bewegung zu bringen. Da dies verschiedenen Orten abzuschlagen, sondern noch bedeutende Vorteile aber erfolglos war, so schickte ich ein Fuhrwert meines Vaters zu erringen. Der Bericht geht auf die einzelnen Lohnkämpfe näher nach einem Arzt. ein und zieht die Lehren aus den Erfahrungen. Die Als Herr Dr. Severin kam, bestätigte dieser, daß Heinz tot Lohnbewegungen zeigen, daß dort, wo starke Organisationen sei. Ich bat den Arzt, eine Sektion der Leiche vorzunehmen, um bestehen, die Streits vermieden werden. Der Bericht warnt davor, die Todesursache festzustellen, damit ich vor den Eltern gerechtbei der geringsten Veranlassung schon den Ruf:" Buzug fernhalten!" fertigt sei. Dr. Severin bemerkte, er nehme Settionen nicht vor, auszustoßen. Das fördere die Gefahr, daß dieses wirksame Kampf- dies werde der Landgerichtsarzt in Bayreuth machen. Vormittel schließlich die Wirkung versagt. figender: Sie foller aber auch die Knaben, wenn sie schon fest schliefen, geschlagen und aus dem Bett gerissen haben. Angetlagter: Das geschah, weil die Knaben auch im Schlaf geheime Sünden" trieben. Vorsitzender: Das sieht so aus, als hätten Sie den Knaben die Betreibung der Der Bericht läßt sich über die im Verband bestehende Reise- Unterſtützung, Sterbe- Unterstützung und den Rechtsschutz aus. Die Auf lage des Fachorgans" Der Stuffateur" beläuft sich jetzt auf 5400. Der Vorsitzende schließt seinen Bericht mit dem Ausdruck der Ueberzeugung, daß der Vorstand zur Zufriedenheit der Mitglieder gearbeitet habe. Den Kassenbericht erstattet der Raffierer Edler- Hamburg. Die Gesamteinnahme in der 21/ 2jährigen Berichtszeit beträgt 95 139,83 M., die Ausgabe 85 573,27 M., das Gesamtvermögen 9566,56 M. Den Bericht des Ausschusses erstattet Schäfer Leipzig. Es folgte dann eine ausgiebige Diskussion über die Berichte. Köln, 6. Oftober. V Wasser besprit, haben Estimos geſpielt, im übrigen sei es ihm ein Bergnügen gewesen, mit den senaben Ausflüge zu machen. herrschte dabei ein so angenehmer, fröhlicher Ton, daß er seine volle Freude daran hatte. Borsitzender: Haben Sie einmal wahrauch wenn sie zu Bett lagen, in diefer Beziehung kontrolliert? genommen, daß sich die Knaben serueller Ausschweifungen hingegeben haben? Zeuge: Nein. Vorsitzender: Haben Sie die Knaben, Benge: Gewiß, oftmals, ich habe aber niemals eine Spur entdeckt. Berliner Partei- Angelegenheiten. Hermsdorf. Sonntag hält der hiesige Wahlverein eine Festlichkeit versammlung im Lokal des Herrn Abraham, Schönholz 14. TagesReinickendorf. Heute, Donnerstag, abends 81 Uhr, Parteiordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitage. 2. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch, auch der Frauen, ist erwünscht. Friedrichshagen. Das Herbstfest des Arbeiter- Bildungsvereins findet Sonnabend im Eisteller( Büttner) statt. Das Pros gramm besteht aus Konzert, Vorträgen und Tanz, Eintritt 25 Pf., Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Einlaßfarten sind im Vereinslokal von Kasulte und bei den bekannten Ge nossen zu haben. Lokales. Die Hehapostel an der Arbeit. Mit dem Uebermut der Scharfmacher ist es wahrlich weit gekommen. Daß fie einen Röfice brandmarkten, weil er die ihm unterstellten Arbeiter anständig behandelt und auch für die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation einiges Verständnis ,, geheimen Sünden" suggeriert? gezeigt hat, mag man von ihrem Standpunkt aus verstehen. Auch Angeklagter( heftig): Eine solche Beschuldigung höre ich zum der Zorn darüber, daß Herr v. Posadowsky eines Tages im Reichserstenmal von dem Herrn Vorsitzenden. Ich habe niemals so etwas tage den Thatsachen Recht gab und die Socialdemokratie als die Versuggeriert. Vorsitzender: Man muß aber unwillkürlich auf tretung der Arbeiterschaft anerkannte, ist begreiflich. Daß alle Erdiesen Gedanken kommen, denn das ist nicht glaublich, daß die scheinungen, die auf Erzielung eines friedlichen Verhältnisses zwischen Jungen noch, wenn sie schliefen, geheime Sünden" betrieben? Unternehmern und Arbeitern oder wenigstens auf eine Linderung Angeklagter: Die Jungen schliefen selten vor Mitternacht ein, fie der Gegensätze hindeuten, wie paritätische Arbeitsnachweise, Anerkennung unterhielten sich sogar bisweilen bis 4 oder 5 Uhr morgens. der Gewerkschaftsorganisation 2c., ebenfalls von den Vertretern In der Diskussion über den Vorstandsbericht werden sind gewöhnlich, furz nachdem sie sich zu Bett gelegt hatten, ein- einer trassen Unternehmerbrutalität ingrimmig angegriffen werden, Borsigender: Frau Kommerzienrat Koch hat bekundet: Die Jungen von den Delegierten die verschiedensten Wünsche vorgebracht. Die geschlafen. Es ist doch kaum anzunehmen, daß solch junge Kinder ist allenfalls auch verständlich bei Leuten, die den Arbeiter nicht als Berliner Delegierten fordern die Verlegung des Verbandssizes von derartig an Schlaflosigkeit leiden. Sie sollen die Jungen auch oft- Menschen, sondern als Tier behandelt wissen wollen, das man bei Hamburg nach Berlin. Dähne Düsseldorf kennzeichnet die QuerHamburg nach Berlin, Dähne Düsseldorf kennzeichnet die Duermals am Halse gewürgt haben. Angeklagter: Das geschah nur, artigem Verhalten sanft, bei Widerborstigkeit dagegen mit der Beitsche treibereien der christlichen Gewerkschaftler im Rheinland. Wo von um die Jungen zu beruhigen. feiten der freien Gewerkschaften Versammlungen einberufen werden, Borsigende ermahnt das Publikum zur Ruhe. um die Jungen zu beruhigen.( Gelächter im Zuhörerraum.) Der trattiert. kommen die„ Christlichen", nicht um die Organisation zu fördern Aus den Zengen- Aussagen führen wir folgendes an: Der erste und der Arbeitersache zu nügen, sondern um die freie Gewerkschaft Beuge ist Lehrer Borndran( Mittelstreu): Als Dippold in Würzburg zu bekämpfen. Der Redner schlägt vor, Rheinland und Westfalen studierte, habe dieser in seiner Familie verkehrt. Er habe seinem in drei Agitationsgebiete einzuteilen, deren Siz in Dortmund, Sohn von Dippold Nachhilfe- Unterricht in der Mathematik geben Düsseldorf und Köln sein solle. Stier- Darmstadt und Westerlassen. Er hatte keine Ahnung, daß Dippold mit seiner Tochter ein berger München befürworten die Einteilung Süddeutschlands in Agitatiousbezirke. Better Frankfurt verlangt die Verlegung des Liebesverhältnis hatte. Bunächst habe er einen großen Strach geBetter Frankfurt verlangt die Verlegung des macht, schließlich aber in die Verlobung des Dippold mit seiner Tochter Borstandssizes nach Frankfurt. Edler Hamburg und Dden= thal wenden sich gegen das System der Agitationsbezirke, das Nach einiger Zeit sei Dippold nach Berlin gegangen und habe ihm eingewilligt. Er habe dem Dippold mehrere Male Geld geliehen. sie als veraltet bezeichnen. Diese Bezirks- und Gau- Einteilungen von dort aus mehrere Briefe geschrieben. feien unzweckmäßig, wenn ihnen nicht besoldete Agitationsleiter vor- Staatsanwalts gelangen die Briefe zur Verlesung. In einem Briefe Auf Antrag des Ersten ständen. Alle Anträge bezüglich der Agitationsbezirk- Einteilung schreibt Dippold: Es ist ungeheuerlich, wie viel Juden es auf der werden abgelehnt. Ein Antrag Dresden, der von Bud begründet wird, lautet: Berliner Universität giebt. Es ist nur ein Trost, daß in unmittelbarer Der Verbandstag wolle beschließen über Mittel und Wege, um die Nähe der Universität und des königlichen Schlosses die katholische östreichischen Kollegen zu organisieren, um damit eine Hedwigskirche steht. Weitere Briefe enthalten Versicherungen, daß internationale Organisation herzustellen. Dieser Antrag wird er, Dippold, in Berlin ein durch eine Erklärung des Vorstandes erledigt, wonach mit den östreichischen Kollegen noch weitere Vereinbarungen, auch bezüglich der Reise- Unterstützung und der Vereinfachung des Uebertritts, getroffen werden. V Es liegen zwei Anträge der Filialen München und Frank furt a. M. vor, wonach im Fachorgan die Befassung mit Politik und religiösen Dingen unterbleiben soll. Der Münchener Delegierte führt die zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten erschienenen Leitartikel zur Begründung des Antrages an. Die Artite feien der Agitation hinderlich. Eine Anzahl Redner bezeichnet die Anträge als unbegründet. In den Artikeln sei nichts enthalten, was in religiöser Beziehung Anstoß erregen oder verletzen könne. Die Befürworter der Anträge bringen feine Belege für ihre Angaben bei. Die Anträge werden abgelehnt. sehr religiöses Leben führe. Schließlich hatte er( Beuge) von einem Geistlichen in Würzburg erfahren, daß Dippold sich in Würzburg einem lüderlichen Lebenswandel hingegeben, mit lüderlichen Dirnen verkehrt und das ihm geliehene Geld verpraßt hatte; darauf habe er dem Angeklagten geschrieben, daß er die Verlobung mit feiner Tochter aufhebe. Vorsitzender: Es war dem Angeklagten bekannt, daß Ihre Frau sehr religiös war; deshalb schrieb er wohl Briefe bigotten Inhalts. Beuge: Das ist möglich. Frau Vorndran schließt sich den Aussagen ihres Gatten an und teilt noch mit: Dippold habe einmal ohne jede Ursache ihren zehnjährigen Sohn heftig geschlagen. Rechtskandidat Heppt- Würzburg, der danach als Zeuge erscheint, befundet: Der Angeklagte habe ganz eigentümliche Ansichten gehabt. Er sagte: Nur die robuste Bei der Diskussion über den Kassenbericht wird unter Straft müsse entscheiden, die Schwächlinge müßien von der Welt veranderm der Antrag gestellt, eine zweite Nate von 5000 M., die den schwinden. Der Angeklagte sei sehr jähzornigen Charakters gewesen. Berliner Kollegen gelegentlich ihres Ausstandes unter Vorbehalt der Er habe seine jüngeren Brüder oftmals heftig geschlagen und geRückzahlung gegeben worden sind, nicht mehr als als Schuld äußert: Er schlage den Bruder, weil dieser für das Studium unDas schier Unmögliche ist aber jetzt eingetreten: Die Polizei wird des Verrats am Scharfmachertum geziehen! Die" Post" vom heutigen Tage läßt gegen die eifrigste Stüße des Unternehmertums folgende Abrüffelung vom Stapel: Die gegenwärtige völlige Schuglosigkeit der Arbeitswilligen ist wohl faum jemals so grell in die Erscheinung getreten, wie fürzlich im Verlaufe der Ausstandsbewegung der Berliner Dmnibustutscher. Die Verfügung des Berliner Polizeipräsidiums, daß vorläufig nach 6 Uhr abends kein Omnibusverkehr mehr stattfinden könne, weil befürchtet werden müsse, daß die aus den Fabriken heimkehrenden Arbeitermassen sich gegen die Arbeitswilligen wenden würden, mußte auf alle ordnungsliebenden Staatsbürger geradezu verblüffend wirken. Wenn man das liest, mnß man sich erst vergewissern, ob man wirklich wach ist, oder ob man durch ein Traumbild genarrt wird, man muß fich befinnen, ob man wirklich im Deutschen Neiche, im Staate der Disciplin und der gesetzlichen Ordnung, in Preußen, oder in der Negerrepublik haiti fich befindet. Der preußische Wahlspruch: Jedem das Seine! fann nicht schärfer verleugnet werden, als es durch diese polizeiliche Verfügung geschehen ist. Dieselbe hat nicht nur der Omnibus Gesellschaft und den arbeitswilligen Kutschern den polizeilichen Schuh bersagt, sondern auch dem Publikum in den verkehrsreichsten Abendstunden eine viel begehrte und benutte Verkehrsgelegenheit entzogen. Und warum? Weil die Socialdemokrate alle Arbeitswilligen berbehmt, fie gleichsam außer Gesetz und Recht gestellt hat, und man fürchtet, die zahlreichen aus den Fabriken kommenden Arbeiter möchten dem Willen der Socialdemokratie Geltung verschaffen. Kann man sich noch wundern, wenn Arbeitgeber aus Schwäche den Forderungen ihrer socialdemokratischen Arbeiterschaft auf Entlassung nicht organisierter Arbeiter nachgeben, nachdem ihnen von der Polizei ein so wenig erhebendes Vorbild in der Unterordnung unter den socialdemokratischen Willen gegeben ist? Wenn jetzt der Ueberm der„ Genossen" noch gewaltiger wächst und die Angst gewisser, in Konzeffionen gegen den Umsturz immer weiter gehender Krei noch mehr zunimmt, so tann man darüber nicht staunen. Wenn der Steuerverwaltung die nun einmal bestehenden Vorschriften über] nun die Krönung des mächtigen Gerüstbaues in Gefahr. Sie fün die Hüterin der öffentlichen Ordnung dem Rechte gegenüber den die Veranlagung nicht beachtet haben, soll der Steuerzahler büßen! digte sich den Bau- Arbeitern durch den Absturz einer Anzahl Bretter Umstürzlern nicht mehr zur Geltung zu verhelfen wagt, wo soll Ist das recht und billig? vom Gerüstende an. Infolge dessen mußte sofort der Verkehr auf man da noch einen Damm gegen das immer herausfordernder dem Bürgersteige den Rathausbau entlang gesperrt werden. Hoch auftretende Demagogentum suchen? Man hätte es verstehen Der außerordentliche Geschwindigkeits- Rekord, welchen die Studien- oben hatten sich einige Gerüstbalfen gelockert, da der Wind die Ankerkönnen, wenn die Verkehrseinschränkung für den ersten Tag gesellschaft mit ihrem Siemens- Wagen erzielt hat, veranlaßte gestern brähte gelockert halte, die sich um die einzelnen Gerüstteile spannen. angeordnet wäre, um der Möglichkeit von Ausschreitungen wieder eine ganze Schar von Fachleuten in Civil und Uniform mit Die Gefahr des drohenden Umsturzes des Gerüstendes wurde zum vorzubeugen, so lange nicht umfassende Maßnahmen ge- den Frühzügen nach einer Station der Boffener Vorortstrecke zu Glück rechtzeitig abgewendet, indem die Verbindungsdrähte neu betroffen waren, Gesetzwidrigkeiten zu hindern. Aber daß fahren, um von dert aus die Versuchsfahrten zu beobachten. Diese festigt wurden. " ohne weiteres die Verfügung fortbesteht, das bedeutet machte leider der orfanartige Windsturm unmöglich;. Oberingenieur Aus allen Teilen der Stadt liegen uns Berichte über einnichts andres als das Eingeständnis der Polizei, daß sie sich Reichel wollte sich zwar durch das„ bißchen Wind" nicht abgeschlagene Fensterscheiben vor. So wurden in der Oranienstraße nicht zutraut, den verhetzten Massen gegenüber Gefeßlichkeit schrecken lassen, die Leitung war unter Spannung( 14.000 Volt), die im Geschäftslokal der Disconto- Gesellschaft drei große Fensterscheiben und Ordnung zu schützen. Somit stellt sich diese Verfügung un- mitfahrenden Herren hatten schon im Schnellwagen Plaz genommen durch den Sturm eingeworfen; ebenso wurden in der Schlesischen geschminkt als eine Rapitulation der Polizeigewalt der und der Blizzug" wurde den Vorausstationen signalisiert. Der Straße drei große Schaufenster zertrümmert. Im Zelt Nr. 4 hat Reichshauptstadt vor dem Willen der Socialdemokratie Sturm aber wurde immer ärger, die Arbeitsleitungen pendelten hin der Sturm einen Aft abgerissen, der beim Niederstürzen einige Glasdar, und die letztere kann sich rühmen, wieder einmal gezeigt zu und her und es war daher eine fortgesetzte Entgleisung der Strom- scheiben der Veranda einschlug und nach Beschädigung einer Anzahl haben, daß der anmaßende Vers:„ Alle Näder stehen still, wenn abnehmer zu befürchten. So nahm man denn schließlich von der Fahrt Laternen schließlich den über dem Garteneingang befindlichen Beleuch Dein starker Arm es will" doch nicht nur eine leere Renommiſterei Abstand, die an das gestrige Resultat doch nicht hätte heranreichen können, tungsbogen vollständig zertrümmerte. Nebenbei knickte er noch einen ift. Wir haben es wahrlich herrlich weit gebracht in dem macht wenn den Motoren die nötige Energie nicht ununterbrochen zugeführt Laternenpfahl um. Auch in der Eichendorffstraße wurden zwei große bollen Staatswesen, über dessen Wohl noch vor anderthalb Jahr- werden konnte. Das Abfahrtssignal wurde widerrufen und gegen Schaufensterscheiben zertrümmert. Im Botanischen Garten wurde zehnten das Auge des Eisernen Kanzlers wachte! 9 Uhr wußte man es auf allen Unterwegsstationen, daß der das Glasdach des Treibhauses zerschlagen. Auch in der Chaussee Das wird derselben Polizei gesagt, die im Kampf gegen aus- Siemens- Wagen, nach dem so viele Augen ausgeschaut, nicht kommen straße ist mannigfacher Schaden angerichtet worden. Besonders ständige Arbeiter eine ihrer vornehmsten Aufgaben sieht und deren werde. In den Bahnhofswirtschaften wie in den überfüllten Vorort- nachhaltig scheint sich die Wirkung des Orkans in Nixdorf bemerkbar zügen unterhielt man sich von nichts anderm als den Schnellfahrten gemacht zu haben, wo in der Hermann-, Emser- und Siegfriedstraße Eifer gegen die Streifposten so weit geht, daß beinahe kein Tag der Studiengesellschaft. Hier debattierte man über die mögliche Neubauten abgedeckt wurden. verstreicht, wo nicht die Gerichte, die doch wahrlich der Arbeiter- Berbesserung der Arbeitsleitung und der Stromabnehmer, dort über Aus zahlreichen Orten des westlichen und nördlichen Deutschschaft nicht grün sind, einen zu Unrecht angeschuldigten Arbeiter von den gewaltigen Winddruck, der die Räder seitlich an die Schienen land wie Dresden, Frankfurt a. M., Bremen, Kiel, Emden usw. Strafe und Kosten freisprechen müssen. Ja, was soll denn die presse und eine unangenehme Bremswirkung ausübe, und dort treffen Meldungen ein, daß dort seit Dienstag starke Stürme Polizei noch mehr im Interesse des Unternehmertums ant= wieder über die armen Vögel, welche dem dahinsausenden Siemens- herrschen, die vielfachen Schaden angerichtet haben. Auch der stellen? Sie hat während des Streits der Omnibus- Angestellten Wagen zum Opfer fielen. Ueberall aber, in Fach- wie in Laien telegraphische und telephonische Verkehr dieser Orte erlitt vielfache nicht allein die wirklichen Radaubrüder, sondern auch anständige kreisen, gab sich ein außergewöhnlich lebhaftes Interesse tund für den Störung. Aus Dresden schreibt man uns: Auf dem Elbberg stürzte Leute, die unversehens ins Gewühl tamen, mit dem Säbel neuesten Rekord der deutschen Industrie. trattiert, sie ist im Streifbrecherschutz vom Morgen bis zum Abend Die Freie Vereinigung der Fleischermeister zu Berlin ist seit gestern vormittag 1/10 Uhr das Gerüst des Neubaues des städtischen auf den Beinen gewesen! Sie, die sonst oft bis zum Uebermaß Jahren bestrebt, eine zweite Fleischerinnung in Berlin zu Boltsbades zusammen. Tausende von Menschen umstehen die Unfallvorsichtig ist in der Erteilung von Fahrscheinen, hat den zusammen- gründen. Der Polizeipräsident, dem sie den Entwurf eines Statuts stelle, auf der die Feuerwehr fieberhaft arbeitet. Bis jetzt wurden einreichte, lehnte ihren Antrag und die Genehmigung des Statuts 3 Tote und 6 Verwundete aufgefunden. Die Ursache gelaufenen Arbeitswilligen der Omnibus- Gesellschaft mit freigebiger ab. Dann kam die Angelegenheit vor den Bezirksausschuß, der die des Unglücks ist der Sturm und zu schwache Balken. Auch standen Hand die Fahrerlaubnis bewilligt und ließ in dieser Unterſtüßung Klage des Vorstandes der genannten Vereinigung mit der Begrün- die Gerüstbalfen glatt auf den Steinen, statt daß man sie eindes Unternehmertums auch nicht nach, als die vielen Unglüdsfälle dung abwies, daß der Verwaltungsrichter im vorliegenden Falle gegraben hätte. Vor einem Jahre verunglückten aus dem gleichen im Omnibusverkehr sie von der Gefährlichkeit namentlich dieses überhaupt nur die Entscheidung des Polizeipräsidenten abändern Grunde zwei Arbeiter beim Neubau der städtischen Schule auf dem Wirkens gegen die armen Ausständigen überzeugen mußte. Das könnte, wenn sich fich der Polizeipräsident bei Ablehnung des Freiberger Plage. Das sei aber Aus London wird gemeldet: In ganz England wüteten Verbrechen der Polizei in den Augen des Scharfmachertums ist nun, Antrages von Willfür hätte leiten lassen. daß sie in der Fülle ihrer Unternehmerfreundlichkeit das Bublifum nicht hier nicht nachweisbar.- Das Ober- Verwaltungsgericht gestern heftige Stürme, die bedeutenden Schaden verursachten. Die. find größtenteils zerstört. Der ganz und gar der Ungelentigkeit der Streifbrecher preisgab. Es hätte als Revisionsinstanz hob aber dies Urteil auf und verwies die Sache telegraphischen Verbindungen find an den Bezirksausschuß zurück. Begründend wurde ausgeführt, der Dampferverkehr zwischen Frankreich und England kann wegen des Dußende von Menschenleben Menschenleben kosten können, wenn sie der Unternehmerschaft zuliebe den im Fuhrwesen unkundigen Streit- Bezirksausschuß habe seine Stellung gegenüber dem Antrage der hohen Seeganges nur mit größter Mühe aufrecht erhalten werden. brechern gestattet hätte, auch im Gewühl der Abendstunden blind- Freien Vereinigung auf mündliche Verhandlung über den ab- aus vielen Orten werden Ueberschwemmungen gemeldet. Auch an lehnenden Bescheid des Polizeipräsidenten verkannt. Der Ver- der Nordküste von Wales herrscht ein orfanartiger Sturm. lings darauf loszufahren, und dies kleine Zugeständnis, das wohl waltungsrichter habe hier in derselben Weise alles Für und Wider Die„ Brandtsche Millionenerbschaft" beschäftigte dieser Tage noch oder übel beileibe nicht den Ausständigen, sondern der öffentlichen so zu prüfen, wie der Polizeipräsident. Der Bezirksausschuß folgte einmal die Deffentlichkeit, nachdem man lange nichts mehr von ihr Sicherheit gemacht werden mußte, hat das Scharfmacherblatt zur jedoch dieser Weisung nicht, sondern erklärte den Antrag der Freien Ver- gehört hatte, allerdings nicht die Erbschaft selbst, sondern ein Raferei getrieben. Es ist ein Dogma der kapitalistischen Ordnung, einigung für gegenstandslos, weil er aus einer Aeußerung glaubte entwischenfall in dieser Angelegenheit. Der Maurermeister Friedrich daß die Arbeiter für die Sünden des Unternehmertums büßen nehmen zu können, daß der Antrag auf mündliche Verhandlung zurück- Brandt und der Kaufmann Wilhelm Bethke wurden bekanntlich am müssen. Doch diese Opfer genügen nicht. Zur höheren Ehre des genommen sei. Der Vorstand bestritt dies und ging abermals an 19. Dezember v. J. vom Landgericht I wegen Beleidigung des Kapitalismus sollen wahllos aus den Reihen des Publikums das Ober- Verwaltungsgericht. Der dritte Senat des Gerichts hat Grafen Douglas zu 2 und 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Gie nun jezt abermals die Sache an den Bezirksausschuß zurück- wären wohl nach dem Urteilsspruch sofort verhaftet worden, wenn sie Menschenleben zerstört werden. Das ist ein Verlangen, das selbst verwiesen, indem er davon ausging, daß die Klage nicht zurück- es nicht vorgezogen hätten, eine eintägige Pause in der Verhandlung die Verteidiger der" Drdnung" wahnsinnig nennen müssen. genommen sei. Der Bezirksausschuß müsse jest materiell entscheiden zur Flucht zu benutzen. Gegen Brandt und Bethke ist das Urteil und dabei u. a. berücksichtigen, ob Bedenken gegen die Existenz einer nun auch rechtskräftig geworden, da das Reichsgericht ihre Revision Zur Landtagswahl. Um Arbeitsruhe am Tage der Urwahlen zweiten Fleischerinnung in Berlin vorlägen. Nun wird ja wohl verworfen hat. Man fönnte es also jest vollstreden, wenn man die von 12 Uhr mittags an haben die Berliner städtischen Arbeiter den die Sache, die schon so lange die Gemüter der Fleischermeister be- beiden erst hätte. Einstweilen aber sucht man sie noch, und zwar mit wenig Glück. Während nämlich von Bethke nichts mehr vers Magistrat in folgendem Schreiben ersucht:" In Rücksicht der wichtig wegt, endlich erledigt werden. teit der preußischen Landtagswahlen halten es die in den städtischen Eine„ Nebenschule" für Schwachbefähigte. Eine Gemeindeschule, lautet, wird jetzt bekannt, daß Brandt noch vor nicht langer Zeit Betrieben beschäftigten Arbeiter für ihre Pflicht, sich als Urwähler die nur aus Nebenklassen für Schwachbefähigte besteht, ist am am Size des Reichsgerichts, das jezt seine Revision verwarf, unange an diesen Wahlen zu beteiligen, um ihren staatsbürgerlichen Rechten Dienstag in der Gegend des Rosenthaler Thores eröffnet worden. fochten verweilte. Ein Bekannter begegnete ihm dort, unterhielt sich und Pflichten zu genügen. Da der Beginn des Termins zu den In dem Hause Brunnenstr. 186 hat die Schuldeputation die früher auch noch mit ihm. Aber nicht bloß in Leipzig war Brandt, sondern Wahlen bereits auf 2 Uhr nachmittags festgesetzt ist, bitten wir höf- von einer privaten Mädchenschule benutzten Räume gemietet und es auch in Aschersleben, dem Centrum seiner Thätigkeit in der Millionen. find darin die sieben Nebenklassen untergebracht worden, die bisher erbschaft, und nicht bloß einen Augenblick hielt er sich hier auf. lichst darum, daß den Arbeitern die Möglichkeit gegeben wird, von an der 223. Gemeindeschule in der Rheinsbergerstraße bestanden. sondern lange genug, um von neuem in der Millionenerbschaft zu 12 Uhr ab die Arbeit ruhen zu lassen, damit dieselben im stande Die gemieteten Unterrichtsräume, im ganzen acht dreifenstrige arbeiten, wie es heißt, nicht ganz ohne Erfolg für seine Tasche. sind, sich zu Hause zu reinigen und rechtzeitig, an dem Wahlakt Klassenzimmer, die sich auf vier Stodwerte eines Hintergebäudes Brandt hatte seinen äußeren Menschen erheblich verändert, wurde teilnehmen zu können. Wir hegen die feste Zuversicht, daß es nur vertei sind vollständig erneuert worden. Schon in der Rheins- aber trotzdem hier und da erkannt. Nach dem, was er in Aschers. dieses bescheidenen Wunsches bedarf, um den Herrn Oberbürgermeister bergerstraße waren von diesen sieben Nebenklassen sechs in auf- leben von seinen Schicksalen zu erzählen für gut fand, hat der ver zu veranlassen ähnlich wie bei den Reichstagswahlen ent- steigenden Stufen zu einem besonderen, in sich geschlossenen Schul- folgte Millionenerbe seinen Wohnsiz in Paris. system zusammengefaßt, während die siebente als Hilfsklasse für Ein zwölf Jahre währendes Konkursverfahren ist jetzt endlich vom sprechende Anweisungen ergehen zu lassen." stotternde Kinder eingerichtet war. Durch die Verlegung in ein Berliner Amtsgericht I zum Abschluß gebracht worden. Der Konkurs Auch wir hoffen, daß der Magistrat dem Gesuch der städtischen eignes Gebäude kommt jetzt noch deutlicher zum Ausbrud, daß diese betrifft die ehemalige Handelsgesellschaft Berliner Wechselbank Hers Arbeiter möglichst bald Erfüllung zusagt und so den Privatunter- leine, von wenig über 100 Kindern besuchte„ Nebenschule" ein selb- mann Friedländer u. Sommerfeld, deren Inhaber bekanntlich im nehmern ein gutes Beispiel giebt. ständiger Schulorganismus ist. In der Brunnenstraße gilt die Jahre 1891 durch Selbstmord endeten. Gestern wurde der Schluß" Nebenschule" zwar noch als Filiale der 223. Gemeindeschule, aber termin abgehalten; der Grund dafür, daß ein so langer Zeitraum fie ist hier unter einen besonderen Leiter gestellt. zwischen der Eröffnung und dem Abschluß des Kontursverfahrens Die Stadtverordneten Versammlung wird sich in einer ihrer In der städtischen höheren Webeschule ist ein neuer Lehr- liegt, ist darin zu finden, daß die Realisation der Masse eine außer nächsten Sizungen mit der Petition eines Mannes zu beschäftigen plan eingeführt, wobei auf die in Berlin blühende Konfettion ordentlich schwierige war. Auf 2521 360 M. nicht bevorrechtigte haben, dem bei seiner Veranlagung zur Gemeinde- Einkommensteuer Rücksicht genommen worden ist. Die neuen Konfettionsturse um- Forderungen wurde eine Dividende von 42%, Proz. zur Verteilung Unrecht geschehen ist. Daß ein Steuerzahler Grund hat, mit der fassen nicht nur Zuschneiden, sondern auch Musterzeichen, Färberei gebracht. ihm widerfahrenen Veranlagung unzufrieden zu sein, weil man sein Unterricht ust. Der Minister Möller hat zu diesem Zwede Einkommen zu hoch angenommen und infolgedessen ihm einen zu 10 000 m. unter der Bedingung bereit gestellt, daß die Stadt hohen Steuersatz zudiftiert hat, das ist ja nichts Ungewöhnliches und gemeinde die übrigen Kosten übernimmt. Hierzu ist der Magistrat tommt bekanntlich in jedem Steuerjahr vieltausendmal vor. Der vorliegende Fall jedoch ist dadurch interessant, daß hier zwar das Einkommen des Steuerpflichtigen richtig angenommen, aber feine Veranlagung zur Gemeinde- Einkommensteuer nicht den bestehenden Vorschriften gemäß ausgeführt worden ist. Was einem Steuerzahler passieren kann. im 0 = nur als Eine Beamter Absturz. Auf dem Neubau des Hauses Uhlandstr. 123 ist gestern der Steinträger Theodor Red aus Schmargendorf dadurch abgestürzt, daß von der ersten Etage ein Brett, worauf der Arbeiter bereit. Der für den Färberei- Unterricht zu beschaffende Projektions- trat, sich löste. Red erlitt bedenkliche Verlegungen am Kopf und apparat kostet 10 000 M., die Kosten für die Beschaffung des übrigen an der Schulter. Nachdem man ihm auf dem Bau den ersten NotInventars betragen rund 25 000 m. verband angelegt hatte, wurde er nach der Unfallstation am Die erste Serie der vom Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern veranstalteten Vortragskurse findet im Oftober bis Dezember statt und umfaßt 11 Kurse von je 6 Vorträgen( außer Rurfus 2 Harnad, der nur 4 Vorträge umfaßt), die alle um 8, Uhr abends beginnen. Das Programm lautet: " D " 5. Mittwochs: Geheimer ReDie Berliner Tischlerschule hat in der Straßmannstr. 6( städtische Zoologischen Garten und von dort nach dem Elisabeth- Krankenhause Der Petent ist ein Eisenbahnbeamter mit einem Ein- Schule) eine Ausstellung von Schülerarbeiten( Zeichnungen. Tischler-, gebracht. Leider fand der Verunglückte dort keine Aufnahme, so daß fommen zwischen 1350 und 1500 Mart. Als Staatsbeamter hätte Bildhauer, Drechslerarbeiten usw.) eröffnet. Die Ausstellung ist er auf weitem Wege nach dem Kreis- Krankenhaus in Lichterfelde er hiervon nur die Hälfte, also ein Einkommen zwischen 660 und bis zum 11. d. M. geöffnet und zwar von 10-2 Uhr und von gebracht werden mußte. 900 Mark zu versteuern, aber infolge eines Versehens, das den 7-9 Uhr abends. An den letzten drei Wochentagen sind sämtliche ist er für Werkstätten in Betrieb. Organen der Steuerverwaltung zur Last fällt, ist dem bollen irrtümlich mit das Steuerjahr 1903/4 Der Herkules- Brunnen auf dem Lützowplay wird am nächsten tommen zur Gemeinde Einkommensteuer herangezogen worden, Sonntagvormittag 11 Uhr der Deffentlichkeit übergeben werden. obwohl er Jahre 1902/3 schon ,, Alt- Heidelberg" ist der Mittelpunkt einer ganzen Reihe ftraf- 1. Montags: Geheimer Medicinalrat Profeffor Dr. Waldeher: besteuert worden war. Er hat gegen die Veranlagung für 1903/04, weil sie zu hoch sei, Einspruch erhoben, ist aber zurückgewiesen worden, rechtlicher Verfahren wegen Vergehens gegen das Urheberrecht ge- Die Absonderungsorgane des Menschen und ihre Verrichtungen" und zwar lediglich aus dem formalen Grunde, weil die Einspruchs- worden. Das Stück macht jetzt die Runde durch alle möglichen im Hörsaal der Anatomie, NW. Philippstr. 12; Anfang: 9. Novbr. frist bereits abgelaufen war. Daß die Veranlagung nach einem Theater- und sonstigen Vereine, die es gegen billiges Eintrittsgeld 2. Montags: Professor D. Dr. Harnad: Geschichte der Entfalschen Verfahren ausgeführt worden war, wurde zugegeben, und aufführen lassen, ohne von dem allein berechtigten Verleger Entsch stehung und Entwicklung des Papsttums bis zur Gegenwart" in der es wurde dem Reklamanten auch in Aussicht gestellt, daß man die Befugnis dazu erhalten zu haben. Diese Art der Aufführung Aula des Französischen Gymnasiums, NW. Reichstags- Ulfer 6; fir 1904/05 bei der Veranlagung wieder seine Beamten wird ganz systematisch betrieben: ein Unternehmer hat einen Profpeft Anfang: 2. November. 3. Dienstags: Dr. Theodor S. Flatau: Der Mann hat sich hierbei mit der bekannten Heidelberger Schloßruine und die sonst dazu ge-„ Stimm- und Sprachkrankheiten und deren Verhütung" im Hörsaal eigenschaft berücksichtigen werde. Er hat mehrere Gesuche um Erlaß der Steuer hörigen Dekorationsftüde malen lassen, diese werden gegen billiges ber landwirtschaftlichen Hochschule, N. Invalidenstr. 42; Anfang: nicht beruhigt. an den Bezirksausschuß usw. gerichtet, ist von hier an die Stadt Geld verborgt und machen die Runde durch die Vereine, einige 27. Oftober. 4. Dienstags: Lic. Dr. Schubring:„ Albrecht Dürer" verordneten- Bersammlung verwiesen worden und bittet engagementsloje Schauspieler sind immer bei der Hand und so macht in der Aula des Real Gymnasiums in Rirdorf," Kaiser Friedrichnun diefe, ihm dazu zu verhelfen, daß ihm die Steuer erlassen und eine solche Vereinsvorstellung nicht große Schwierigkeiten. Da straße 210; Anfang: 27. Oftober. Der neuerdings diese Methode einen großen Umfang angenommen hat, gierungsrat Profeffor Dr. jur. Stephan:„ Handels- und Verkehrsdie schon bezahlten Beträge ihm zurüderstattet werden. Betitionsausschus der Stadtverordneten- Versammlung, dem fo wird jetzt in jedem Einzelfall Strafanzeige wegen unbefugter Auf- recht" in der Aula des Französischen Gymnasiums, NW. Reichstags= 6. Mittwochs: Privatdocent die Eingabe vorgelegt wurde, hat zu erwägen gehabt, ob auch in führung eines Theaterſtüdes erstattet. Es sollen bereits etwa zwanzig Ufer 6; Anfang: 28. Ditober. Dr. Menzer:" Die pessimistische Weltanschauung mit besonderer diefem besondren Fall an dem Grundfaz festgehalten werden dürfe, solcher Anklagen schweben. Der heftige Sturm hat am gestrigen Tage vielen Schaden an- Berücksichtigung Schopenhauers" im Baraden Auditorium der Unidaß durch Versäumnis der Einspruchsfrist die Sache zu Ungunsten des Reflamanten entschieden und erledigt. ist, oder ob man nicht be- gerichtet. Im Tiergarten sind zahlreiche Bäume entwurzelt worden. versität im Kastanienwäldchen hinter der Universität; Anfang: rücksichtigen müsse, daß es sich hier doch um einen Fehler der Auch die Charlottenburger Chaussee entlang erblickte man zu beiden 28. Oftober. 7. Donnerstags: Professor Dr. L. Plate:„ Wie Verwaltung handle, den diese wieder gut zu machen habe. Auf den Seiten entwurzelte und abgebrochene Bäume. An der Bellevue- Allee unterscheiden sich Tiere und Pflanzen? Eine Einführung in die letzteren Standpunkt stellten sich namentlich die socialdemo- und der Charlottenburger Chaussee find vier Akazien abgebrochen Grundbegriffe der Lebenstunde" im Hörsaal des Zoologischen Der Vertreter des worden. Sie fielen im Lauf des Vormittags, während die Wege Instituts, N. Invalidenstr. 43; Anfang: 5. November. 8. Donnersfratischen Mitglieder des Ausschusses. Magistrats machte geltend, daß Unterschiede nicht zugelassen werden ziemlich belebt waren. Von den Zweigen des einen Baums wurde tags: Professor Dr. Grawit: Gesundheitspflege im täglichen könnten, weil das eine Menge andrer Streitfälle nach sich ziehen und ein Knabe, der trop der Warnung der Arbeiter vorwärts lief, erfaßt Leben" in der Aula des Französischen Gymnasiums, NW. Reichstags9. Donerstags: Privatdocent der Stadt große Berluste bereiten würde. Die Mehrheit des Aus- und quer über die Allee geschleudert, glücklicherweise ohne Schaden Ufer 6; Anfang: 29. Oftober. Dr. Gottschalt:„ Die Hygiene der Frau" in der Aula des schusses hat sich schließlich dahin ausgesprochen, daß die Petition dem zu nehmen. Andreas- Realgymnasiums, O. Langestr. 31; Anfang: 5. November. Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen sei ein Vorschlag, ( NB. nur für Frauen). 10. Freitags: Professor Dr. b. Luschan: dem die Versammlung hoffentlich beitreten wird. Einführung in die allgemeine physische Anthropologie" im Hörsaal des Museums für Völkerfunde, SW. Königgrägerstr. 120; Anfang: 30. Dftober. 11. Sonnabends: Professor Dr. Neesen:„ Messung, Erzeugung und Verwendung der Wärme". Physikalische Vorträge mit Experimenten im Theatersaal der alten Urania, N. Invalidenstraße 57/62. Ausführliche Programme sowie Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für jeden Kursus sind zu haben bei: Georg Belling, " Auf dem Tempelhofer Felde wurden mehrere mit Stroh beladene Wagen, darunter ein Wagen der Garde- Küraffiere, der vom Tempel Die Erklärung des Magistratsvertreters, daß bei Durchbrechung hofer Proviantdepot tam, umgeworfen. Der Sturm trieb die Strohdes Fristbersäummis- Princips die Stadt große Verluste haben werde, bunde über die Geleise der Straßenbahn und zerstreute sie über läßt vermuten, daß selbst solche den Vorschriften widersprechenden das Feld. In Charlottenburg hätte der Sturm bald eine Katastrophe beim Veranlagungen wohl nicht so felten sind, wie man annehmen möchte. Dem Rechtsbewußtsein eines Menschen, der nicht in Paragraphen zu Rathaus- Neubau herbeigeführt. Dieser ist jetzt bis zur Errichtung denken gelernt hat, wird es unfaßbar erscheinen, daß die Stadt fich des Turmes gediehen, der 80 Meter hoch werden soll. Für den die Fristversäumnis auch dann zu Nuke machen will, wenn ein offen- Turm hat man an der Berlinerstraße ein entsprechend hohes Gerüst bares Verschulden der Steuerverwaltung vorliegt. Weil die Drgane hergestellt. Die ungeheure Gewalt des Sturmes brachte am Morgen Cigarrenhandlung, W. Leipzigerstr. 136; Rendant A. Schüz, O. Solamarktstr. 60; Chr. Tischendörfer, C. Sophienstr. 20; F. E. Lederer, Rigdorf. Eine empfindliche Strafe verhängte das hiesige Schöffen-| das Verhältnis des Wirtes zum Besizer fei ein andres geworden. Buchhandlung, W. Kurfürstenstr. 70; Bernhard Staar, Buchhandlung, gericht gegen zwei Damen der Halbwelt, die verehelichte Anna Im Juni sei der alte Wirtschaftsvertrag abgelaufen, Scheruch zahle SW. Friedrichstr. 250; Centralstelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrich Schirrmann und die unverehelichte Agnes Bauermeister. Beide nun 5000 Mart Pacht mehr im Jahre und könne dafür seinen Saal tungen, SW. Dessauerstr. 14( 8 bis 3 Uhr). Eintrittskarten zum Dämchen hatten sich wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu ungehindert den Socialdemokraten hergeben. Aber niemand bürge Kurjus 1( Waldeher) sind noch in beschränkter Zahl zu haben. verantworten. Die Sch. wurde zu 9 Monaten, die B. zu einem dafür, daß, wenn wieder einmal ein den Centrumsleuten heifel er" 1 Die deutsche Gesellschaft für volkstümliche Naturkunde nimmt am Jahr Gefängnis verurteilt. Ein außerordentlich hartes Urteil scheinendes Thema verhandelt werde, nicht wiederum die Radaubrüder Freitag, den 9. Oktober, ihre gewohnte Thätigkeit wieder auf. Herr fällte das Schöffengericht gegen mehrere durchaus anständige und zur Sprengung der Versammlung kommandiert würden. Die Ge= Professor Gustav Amberg wird an diesem Tage, abends 8 Uhr, in unbescholtene Arbeiter, welche sich in der Erregung einer unbe-| nossen vom vierten Kreis müßten protestieren gegen jenen Beschlußz dem Hörsaale der alten„ Urania", Invalidenstraße 57-62, einen sonnenen Handlung schuldig gemacht hatten. Auf einem Neubau der Lokalkommission. Es wären Säle genug frei, so daß man jenes Experimentalvortrag halten über Licht und Farbe". Am darauf wurde eines Sonnabends den Arbeitern mitgeteilt, daß der Lokal ganz gut entbehren könne. Genosse Paul Schneider führte folgenden Sonntag findet unter Leitung des Herrn Prof. Hennings Bauherr kein Geld zum Bezahlen der Löhne auftreiben aus, daß er die Entrüstung der Genossen über die Vorkommnisse bei vom fgl. botanischen Museum eine Erfursion nach Finkenkrug statt fönne, was natürlich die Bauarbeiter in große Aufregung Scheruch vollkommen teile und mitfühle. Nachdem aber die Lokalzum Studium der heimischen Pilzflora. versetzte. Als schließlich der Maurerpolier mit einer Summe Geldes kommission und die Vertrauensleute auf Grund der Anerkennung der Theater. Die Premiere des Dramas San Marcos fam, verabredeten sich einige Maurer, sich ihres Lohnes gewaltsam Bedingungen die Aufhebung der Sperre beschlossen haben, sei es Tochter", von A. Fitger, das die Direktion des Schiller- auch, sich einen Hundertmarkschein wegzunehmen, welchen er dem darauf hin, daß die Vertrauenspersonen im vierten Kreis( Osten) bemächtigen zu wollen. Dem Maurer Wilhelm Prehm gelang es demokratische Pflicht, sich dem zu fügen. Genosse Litfin wies Theaters zur Erstaufführung in Berlin erworben hat, findet Mittwoch, Kolonnenführer Hermann Bachler übergab, damit derselbe das Geld seiner Zeit einstimig beschlossen haben, Herrn Scheruch wissen zu den 14. 5. M., im Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) unter die Mitarbeiter verteile. Dies geschah auch. Die Folge war, lassen, daß, wenn er wolle, daß die Sperre aufgehoben werde, er nach statt. Eintrittskarten für diese Vorstellung sind von heute an an daß Prehm wegen Diebstahls, Bachler und zwei andre Maurer einem Jahr wieder vorfragen könne. Dieses Jahr sei erſt im Auguſt der Kasse beider Schiller Theater zu haben. Central Theater. Freitag, den 9. Oktober, gelangt als 4. Abonnements„ daß derartige Ausschreitungen leicht zu Mord und Totschlag führen sei es, daß die Lokalkommission diesen Beschluß mißachtete. Dieser wegen Beihilfe zur Anklage gebracht wurden. Unter der Motivierung, nächsten Jahres abgelaufen. Eine Verletzung demokratischen Brauchs Vorstellung Der Kellermeister", Operette in drei Atten könnten", wurden Bachler und Brehm zu je einem Monat Gefängnis, die Beschluß bestehe noch. Der Redner beantragte demgemäß, daß die von Karl Zeller, welche im vergangenen Sommer im Neuen fönig übrigen beiden Angeklagten zu 1 bezw. 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Sperre über Scheruchs Festsäle für die Genossen lichen Operntheater mit großem Erfolge gegeben wurde, zur Aufführung. In Prenzlau ist der Getreidehändler M. Heft flüchtig geworden. des vierten Kreises( Often) aufrechterhalten Ein Straßenbrand verursachte Mittwochnachmittag eine Er wird von der Staatsanwaltschaft wegen Betruges und betrüge- bleiben soll. Nachdem sich noch mehrere Redner im selben Alarmierung der Feuerwehr nach der Lindenstraße. Vor dem Hause rischen Bankrotts verfolgt. Das Konkursverfahren gegen die Firma Sinne geäußert hatten, wurde der Antrag Litfins einstimmig angeNr. 105 war man damit beschäftigt, Spiritusfässer von einem Wagen ist bereits eröffnet. Schwer betroffen ist eine große Zahl von Guts nommen. zu laden. Hierbei war nun der Boden eines Fasses heraus befizern und Landwirten, einzelne sind vollständig ruiniert; auch Ufer 15, of lints 2 St. Beute abend 8, Uhr: General Ber Arbeiter Bildungsschule Berlin. Gewerkschaftshaus, Engelgesprungen, so daß sich der Spiritus auf den Fahrdamm ergoß. Ein mehrere Bankfirmen sind in Mitleidenschaft gezogen. sammlung im Saale VIII. 3ahlreiches Erscheinen der Mitglieder erborübergehender Mann warf achtlos ein noch glimmendes Streichwünscht. holz, mit dem er sich eine Cigarre angesteckt hatte, in die gefährliche Flüssigkeit, die dadurch sofort in Flammen aufging. Diese konnten Eingegangene Druckschriften. von der Wehr durch Aufwerfen von nassem Sand zwar in wenigen Minuten erstickt werden, doch hatte dieses Schauspiel eine große Menschenansammlung zur Folge. 11 Hus den Nachbarorten. Verfammlungen. D " Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher GeVierter Wahlkreis( Often). In der Wahlvereinsversammlung, werbegerichte. Herausgeber: Dr. Jastrow( Privatdocent, Stadtrat), die am Dienstag in der Frankfurterstraße 117 stattfand, teilte der Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch( Stadtrat), Frankfurt a. M.( Berlag von Vorsitzende Bader zunächst mit, daß seit der vorigen Versammlung Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift enthält in Nr. 1 des 9. Jahr 82 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen worden sind. So gangs außer der Rechtsprechung in deutschen Gewerbe- und Berufungsdann gab Genosse Bader den Bericht von der Parteiton andern deutschen Gerichten( Amtsgericht Mühldorf i. Bayern) u. a.: Der gerichten( Mannheim, Solingen, Konstanz, Stettin, Breslau, Duisburg), Zwei aufsehenerregende Raubanfälle, von denen der eine über- fachlich gehaltenen Ausführungen, die vom Genossen Döhring in ferenz für die Provinz Brandenburg. Die rein Verbandstag. Von Stadtrat Dr. K. Flesch und Privatdocent Dr. J. Jastrow. aus traurige Folgen hatte, sind gestern in Spandau ausgeführt einzelnen Punkten ergänzt wurden, hatten keine Diskussion zur Folge. gerichts- Verfahren. Verfassung und Verfahren: Bestellung eines Pflegers im GewerbeRecht des Arbeitsvertrags: Rechtsgültigkeit der Verworden. Der Schmiedelehrling Rotle wurde nach Eintritt der Der Vorsitzende machte sodann auf die am Sonntag, Montag und pflichtung zum Austritt aus der Gewerkschaft. Von Dr. B. Hilje. LehrDunkelheit auf offener Straße von drei Männern, die aus einem Dienstag ausliegenden Urwählerlisten zur Landtagswahl aufmerksam vertrag zwischen Vater und Sohn. Allgemeines: Berein der Gewerbe. Neubau auf ihn stürzten, zu Boden geschlagen und seiner Barschaft und wies darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, die Listen, die Amend. Beilage: Bersammlungsbericht über den Verbandstag. richter Destreichs. Verbandsangelegenheiten: Nachlaß des Finanzrats im Betrage von 8 M. beraubt. Die Thäter entkamen. Als Rotle vielleicht mehr Mängel aufweisen werden als die zur Reichstagswahl, den Vorfall seinen Eltern mitteilte, wurde seine Mutter vom Herz genau zu prüfen. Von den Genossen Schneider und Rott der am 11. und 12. September in Dresden stattfand, ist in der ArchivDer Bericht über den Verbandstag deutscher Gewerbegerichte, schlag getroffen und starb auf der Stelle. Fast zur ſelben Zeit wurde hierzu ausgeführt, daß selbstverständlich diejenigen, die bereits verwaltung des Verbandes fertiggestellt und durch den Drud veröffentlicht wurde die Arbeiterfrau Schmidt, die von einem Ausgang heim- den Protestzettel gegen das etwaige Fehlen ihres Namens ausgefüllt worden. Er wird der Nr. 1 des neuen Jahrgangs des„ Gewerbegericht" kehrte, von drei Männern im Hausflur überfallen und ihrer Hand- haben, nicht selbst die Listen einsehen sollen, da das für sie der Bezirks- beigelegt und außerdem in Sonderabdrücken in den Buchhandel gegeben ( Berlin, Verlag von Georg Reimer). Die Verhandlungen betreffen: die es ist ein mehrfach vorbestrafter Gärtner leiter oder Vertrauensmann besorgt und eine doppelte Einsichtnahme Berhältniswahl in der Praris, den Gesezentwurf betreffend KaufmannsBettel nicht ausgefüllt hat, muß nun auf jeden Fall selbst für die praktische Erfahrungen über den Eühneversuch im Gewerbegerichts- Verja nur den Beamten unnötige Arbeit machen würde. Wer jenen gerichte, die Fortschritte der Gesezgebung über den Arbeitsvertrag, Einsichtnahme sorgen. Infolge einer Anfrage des Genossen Döhring fahren u. a. m. entspann sich sodann eine längere Debatte über die von der Lokal-" Der jugendliche Arbeiter"( Redaktion: Wien, XIII., 3öchbauerfommission verfügte Aufhebung der Sperre von Scheruchs Fest itraße 2). Von dieser Zeitschrift der arbeitenden Jugend Destreichs ist soeben sälen, früher Leo- Hospiz. Genosse 3 immermann führte die Oktober- Nummer, 12 Seiten start, erschienen. Aus dem Inhalt heben hierzu aus, daß Herr Scheruch den vorschriftsmäßigen Instanzenweg Brief zum Geburtstage. Die Lehrlingsorganisation. wir hervor: Reitartikel: Zum Geburtstage. Lehrlingsbewegung: Ein eingeschlagen habe, um seine Säle frei zu machen, die Bedingungen meinem Leben. Von Emil Polte. Feuilleton: Aus anerkannt habe, die die Lokalkommission zu stellen pflegt, und daß Jugendlichen und das Lehrlingswesen in Breußen. Lehrlingsschutz: Die Beschäftigung der somit der Beschluß der Lokalkommission, den auch die Vertrauens große deutsche Bauernfrieg. Von Lehrer L. Höfer. Weltgeschichte: Der Die Gewerbeschul männerförperschaft gutgeheißen hat, zu Recht erfolgt ist, trop des Reform. Der Gefeßentwurf im Landtage. Biographien: Ferdinand Protestes des vierten Streises. Genosse Büchner erklärte, daß der Lassalle.( Porträt.) Bon Leopold Binarsky. Gedichte: Was uns auch Von Joseph Schiller. Der Fabriksjunge. Von A. Hill. vierte Wahlkreis sich in keiner Weise mit der Aufhebung der Sperre droht Einer der Attentäter wurde verhaftet; Waldemar Altman aus Berlin; seine Komplizen sind noch unbekannt. Die Gemeinde Reinickendorf hat mit Erfolg gegen die Stadt Berlin Klage geführt. Berlin versorgt Reinickendorfs Straßenbeleuchtung. Nach dem seiner Zeit vereinbarten Vertrage war es zweifelhaft ob Berlin, sofern es den Gaspreis für Beleuchtungszwede ermäßigt, was durch die Schaffung des Einheitspreises vor längerer Zeit bekanntlich geschah, auch an Reinickendorf das Gas für den Der Magistrat verneinte eine entbilligeren Preis abgeben muß. sprechende Anfrage und Reinickendorf erhob gegen Berlin Klage. Gestern ist nun dem Reinickendorfer Gemeindevorstand ein obfiegendes Urteil zugestellt worden, nach welchem Berlin verurteilt ist, an Reinickendorf 1 Pf. billiger als bisher Gas zu liefern. Der Pantower Gemeindevorstand hat sich nun dieses Er- zufrieden geben könne. Die Sprengung der Zollwucherprotest- Stenographie. Bon 2. A. Groß. Allerlei Hoch die Solidarität! Ein Rückblick über die Geschichte der fenntnis erbeten, um ebenfalls gegen Berlin vorzugehen. Auch die Versammlung, wo Genosse Adolph Hoffmann sprechen sollte, hätte der Gewerbeschul- Stommission in Wien. Aus Zeitungen und Büchern. Bericht Bankower Straßenbeleuchtung wird von Berlin besorgt und zwar eine gewaltige Entrüstung im Kreise hervorgerufen und seitdem sei Gedanken eines Jugendlichen" 2c. 2c. zu dem alten seiner Zeit auch in Berlin bestandenem Gaspreise. ein Matel auf dem Wirt haften geblieben. Nun werde freilich gesagt, I abonnement 1,20 Str.( Auch in Briefmarken.) Probe Exemplare gratis! Ernstes und Heiteres: Boshafte Aus den Vereinen 2c. Jahres Warenhaus A.Wertheim Extra- Preise Porzellan Teller weiss 10, tief 15 u. 18 Pr. flach Dessertteller weiss 8 Pf. Kompottteller weiss 5 Pf. Terrinen weiss 1.15 Mk. Salatièren weiss 12, 28, 38 Pr. Saucièren weiss 40 Pt. Bratenschüsseln oval 15 bis 45, rund 35 Pf. Tassen weiss 10, dünn, Porzellan, 25 u. 30 Pf. fein dekoriert Kaffeeservice 2 1.25, 2.40, Pers. für 62.20 Kabarets bunt 90 Pf., 1.35, 1.80 MK. Pers. Kartoffelschüsseln weiss 65 Pf. Satztöpfe 6 Stück 1.15 u. 1.80, 4 Stck. 48 Pf. Tafelservices fein. französ. Fabrikat 82.50 78 Teile für 12 Person. Meissener Porzellan blau Zwiebelmuster Speiseteller flach 48, tief 53 Pf. Kompottteller 30 Pf. Terrinen 5.35, 6.35, 7.50 Mk. Kartoffelschüsseln 1.35 bis 3.45 Mk. Saucièren 1.50 bis 2 Mk. Kaffeekannen Zuckerdosen 1.05 bis 2.40 Mk Teekannen 1 Mk. bis 1.65 Mk. 53 bis 1.15 Mk. 40 bis 1.25 Mk. 55 bis 90 Pf. Fruchtschalen Milchtöpfe Tassen Bratenschüsseln 72 Pf. bis 4.90 Mk. Tafelaufsätze Emaille- Geschirre Wassereimerem grau 28 hell1.90 bis 6.30 MK. 6.50 bis 10.25 Mk. cm grau 70, blau 80, mar- 85 Pr.| Teekannen 8. Grössen 60 Pf. b. 1 Mk. Wannen oval 6 Grössen 1.10 bis 2.80 Teekannen dekoriert 8 Grössen 1Mk. bis 1.40 Kasserollen ohne Ring 6 Gröss. 22 bis 55 Pf. Kaffeebretter 4 Grössen 40 bis 70 Pf. Kasserollen mit Ring 3 Gröss, 50 bis 65 Pt. Tassen m.Vntertasse 2 Grössen 25 u. 30 Pf. Fleischtöpfe 5 Grössen 32 bis 60 Pf. Tassen m.Untertasse dekoriert 55 Pf. Gaskochertöpfe 6 Grössen 50 Pf. b.1.40 6 Grössen 50 Pf. b.1.40 Teller weiss Wasserkessel für Gas 3 Grössen 80 Pf. b.1.50 Teller dekoriert Maschinentöpfe 13 Grössen 13 bis 60 Pf. Essnäpfe weiss Kaffeekannen 5 Grössen 35 bis 90 Pf. Leuchter 3 Grössen 16 bis 20 Pr. 2 Grössen 25 u. 30 Pf. Grössen 15 bis 55 Pf. 15 Pt. Leipzigerstr. 132/135( Versand- Abteilung). Rosenthalerstr. 27/29 u. 54.- Oranienstr. 52/55 Donnerstag, Freitag, Sonnabend soweit der Vorrat reicht: Wirtschafts- Artikel Graue Haarbesen 3 Gr. 80 bis 1.25 Graue Handfeger 8 Gr. 38 bis 55 Pf. Schrubber 8 Sort, 20 bis 30 Pf. Teppichbesen 2 Sort. 1.05 und 1.25 Teppichhandfeger 6 Sort. 35 bis 85 Pf. 6 Sort. 35 bis 85 Pf. Teppichkehrmaschinen 6.75 bis 12.50 Möbelbürsten 2 Sort, 45 und 60 Pf. Handwaschbürsten 5 und 8 Pf. Stahlspähne Bohnerwachs Ascheimer Ascheimer stark 2 Stück Gasplätten mit Erhitzer 6 MK. Fleischmühlen 2 Gr. 3.25 und 5 Mk. Reibemaschinen 1.10 Mk. Asbestkochplatten 13 Pt. Küchenbeile Leuchter lackiert 65 PT. 40 u. 50 PL Plättbretter bezogen 2.25 und 3.40 45 b. 60 PL. 10 u. 18 PL. Gemüsetonnen- Etagere 2.50 à Pack 17 Pf. Waschbretter Klammern à Büchse 50 Pf. 4 Grössen 40 bis 90 Pt. Putzschränke Fussbänke 3 Gr. 1.10 bis 1.40 Kohlenkasten 3 Gr. 1.20 bis 1.60 fein Kohlenkasten lackiert 2.50 und 3.25 Ofenschirme fein lackiert 4.25 und 6.50 Schirmständer 3 Preislag. 2 Mk. bis 4.25 Gaskocher 2 Brenner 6.75 bis 10.50 2.60 MK. 85 Pf. 12 u. 25 Pl. Vorratsdosen Frühstücksdosen 15 Pf. Kaffeebretter 4 Grössen 1.20 bis 2 Mk. Kaffeebretter mit Steinguteinlage 2.60 Mk. Servierbretter 2 bis 3 Mk. Küchenschüsseln tief, 10 Gr. 32 Pf. b. 1 Mk.| Schaumlöffel Küchenschüsseln flach, 14 Gr.18 bis 1.20 Schöpflöffel Teigschüsselnm Griffen, 3 Gr.1.10 bis 1.35 Konsole mit Mass Schüsseln dekoriert 2 Grössen 75 u. 85 Pf. Topfsiebe Schüsseln mit Napf 2 Grössen 35 u. 40 Pf. Trinkbecher Schüsseln zur Waschgarnitur 1.50 Mk. Brotkörbe Krüge 1.50 Mk. Kaffeetrichter Eimer dekoriert, mit Deckel 2 Mk. u. 2.25 Mk. Tassensiebe Eimer ohne Fuss 2 Grössen 80 Pf. u. 1 Mk. Brotdosen lackiert u. zur Waschgarnitur 12 Pf. 15 Pf. 2 Grössen 40 75 PT. u. 8 Grössen 45 u. 60 PT. 15 Pt. 2 Grössen 35 u. 40 Pf. 2 Grössen 28 u. 30 Pf. 16 PL. emailliert 1.80, 2.20 ganz emailliert Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. 2.3iehung 4. Klaffe 209. Kgl. Preuß. Lotterie.|[ 5001 888 91 114087 683 763 115136 214 317 623 Biehung vom 7. Oftober 1903, vormittags. Nur die Gewinne über 192 Mt. jind den betreffenden Rummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewahr.) Rachbruc verboten. 110 556 893 961 1073 355 74 730 61 801 2145 224 396 423 758 14001 85 14001 825 88 954 65 85 3136 276 342 481 510 74 746 57 60 73 962 4123 29 237 792 854 5120 355 570 815 97 992 6053 14001 284 336 407 897 7086 91 227 88 94 377 508 659 743 961 8023 166 306 22 560 621 28 66 92 738 852 83 928 9056 211 85 911 1500] 79 58 10147 362[ 400] 428 49 60 1400] 79 537 14001 654 11217 36 44 82 368 82 490 645 746 12099 206 85 332 407 52 58 603 896 902 13011 263 692 818 52 14046 567 646 71 82 720 1400 36 66 15036 197 301 584 631 748 64 875 16020 74 217 364 422 17075 14001 148 276 496 540 52 600 785 933 18161 276 15001 305 78 695 714 19032 144 566 709 853 1400] 980 20057 499 1500] 678 724 807 949 21214 455 721 926 57 22079 132 232 397 415 870 23093 135 256 338 80 623 811 24 24001 515 691 873 933 25037 419 1500] 820 26027 49 53 147 335 54 729 93 951 27362 633 81 934 28153 95 380 416 90 502 640 29158 291 906 64 30028 53 5001 250 468 14001 503 71 695 874 922 31430 88[ 400] 625 33 42[ 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134075( 4001 224 353 405 648 715 60 913 135029 39 96 123 14001 85 22 35 383 947 136099 394 488 672 75 811[ 400] 137070 90 384 501 819 930 54 138083 105 28 394 777 1390: 1 153 94 17 581 732 812 17 140249 368 400 58 74 92 771 882 93[ 400] 916 [ 1000 52 141215 80 422 37 400] 621 25 814 942 142039 105 221 403 725 874 143179 279 80 564 948 144252 512 854 93 911 145197 247 479 717 49 78 146143[ 30001 75 216 24 722 76 806 969[ 400] 147133 219 308 463 550 720 877 574 148055 189 333 47 60 61 577[ 3000] 943 149505 30 71 604 62 1400] 93 795[ 5001 830 983 151311[ 400] 406 56 153019 333 426 44 150124 14001 553 889 958 152152 201 61 319 710 802 21 60 684 898 913 154085 228 74 94 555 735 864 989 155052 270 473 543 738 89 870 92 928[ 400] 156404 74 907 71 157210 422 48 82 893 934 15001 158516 694 897 980: 4001 159062 149 338 498 618 892 160006 8 200 360 477 679 759 161079 1400) 724 61 898 162017 284 326 34 90 472 77 661 888 919 63 163261 337 60 674 75 702 72 868 86 920 164047 141 270 486 561 724 78 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54 449 579 858 198008 104 229 87 492 649 904 71 240 519 41 989 199040 201040 203064 200055 327 474 81 89 776 830 958 98 48 265 377 756 893 202286 301 22 432 695 357 427 758 91 907 58 204000 317 437 56 529 663 205190 207 735 48 62 95[ 400] 206117[ 3000] 333 61 65 464 734 876 207009 70 273 463 50 000] 615 713 14001 91 825 208046 124 290 415 80 906 209270 422 655 875 210195 205 60 539[ 1000: 83 T3000] 84 642 86 704 95 820 213403 566 689 212158 424 65 829 32 948 213273 308 37 668 99 722 80 840 87 965 214267 325 462 644 769 14001 872 74 91 215105 60[ 400] 37 4001 82 565 26 75 784 216000 458 520 90 318 43.86[ 5001 217319 84 558 97 669 75 802 81 218683 774 90 954 219048 187( 400 213 37 572 792 841 47 220101 395 418 46 659 783 221022 284 399 [ 400] 550 422349 764 814 223058 814 67 913 37 Am Seminaren serblieben 1 Sewinn su 100000, 1 at 75 000 2 2 zu 10 000 ML., 2 au 5000 321 3 a 3000 20, 61000 02 24 50 921, 64 Ar 400 Wt. 2. Ziehung 4. Klaffe 209. Kgl. Preuß. Lotterie.|[ 400] 526 632[ 50001 931 112035 174 353 474 523 Ziehung vom 7. Oftober 1903, nachmittags. Nur die Gewinne über 192 Mt. find den betreffenden Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 104[ 400] 237 305 555 779 1011 43 63 179[ 400] 381 472 573 878 2002 86 94 106 481 547 993 3308 59 495 842 47 60 4043 97 158 407 616 814 928 5046 [ 500] 213 348 626 35 3 821 968 74 6188 235 40 41 403 515 603 718 78 989 7041 229 421 687 711 63[ 400] 918 70 8021 33 112 41 46 595 791 957 9252 316 428 504 19 754 62 10028 113 68 356 642 89 753 812 900 7 48 68 11153 429 574 639 899 957 12038 148 202 5 81 365 400 78 700 864 940 13234 445 519 74 905 18 14200 472 544 734 40 50 871 975 15041 398 506 895 16113 253 1500 597 756 882 17043 136 260 595 18025 53 206 91 517 662 759 948 67 19169 257 380 815 995 20011 52 285 385 663 1500] 863 70 21086 194 364 445 643 80 917 22033 162 209 47 524 601 59 703 93 980 14001 23193 257 410[ 3000] 40 762 24223 27 99 462 86 598 600 25044 256 88 485 93 566 860 26023 229 77 446 544 694 715 92 886 27428 674 859 94 995 28103[ 400] 18 53 331 811 82 29261 489 529 69 754 988 30104 7 294 309 65 31020[ 500] 80 150 261 591 811 32308 26 14001 403 554 76 984 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103013 53 134 282 418 817 34 104248 14001 53 577 634 839 960 105051 88 530 627 858 928 106148 54 222 34 410 72 598 770 967 107048 62 93 119 373 99 410 517 630 64 932 108074 75 243 541 750 875 109024 236 311 75 435 74 81 785 857 110309 404 502 639[ 5007 111034 347( 10001 497 782 941 113234 378 641 966 114122 285 886 480 600 61 821 115138 325 604 116065 260 79 509 777 816 117006( 5001 23 93 191 304 6 79 652 776 816 988 118004 17 155 314 488 603 14001 6 719 875 119144 207 614 63 796 813 120260 583 603 13 852 70 924 121023 166 [ 10 0001 217 521 29 122017 83 292 332 14001 59 474 674 834 123084 225 43 364 519 604 31 44 807 124070 111 23 94 323 42 14001 481 83 614 913 125033 687 126262 426 566 690 712 127034 15001 55 118 33 410 707 10 845 48 988 128311 528[ 400] 702 6 88 861 990 129080 196 621 175 0001 96 130071 206 479 545 97 617 860 981 131077 355 66 778( 400, 80 132132 316 449 698 704 37 69 888 133168 99 293 372 83 459 602 852 84 134566 721 820 42 135315 577 614 754 976 136219 53 86 458 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