Nr. 237. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,80 r., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslan 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. 751946 th 20. Jahrg po mislim Die Infertions- Gebühr Vorwärts tadi Berliner Volksblatt. beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Theorie und Praxis. Ein Nachwort zum Dresdener Parteitage. II. Die socialistische Theoretik hat demnach höchst wichtige Aufgaben zu erfüllen; und gerade der Arbeiter, der will, daß im Kampfe die großen socialistischen Gesichtspunkte nicht unter den auftauchenden wechselnden Tagesfragen verloren gehen, daß das Ziel, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, bei der Thätig keit der Partei auf legislativem Gebiet fest im Auge behalten wird, hat am allerwenigsten Veranlassung, über die graue" Theorie zu spötteln, selbst wenn es ihm unmöglich sein sollte, manchen der theoretischen Auseinandersetzungen kritisch zu folgen. " Aber", hört man einwenden, seit fünf, sechs Jahren dauert nun schon der theoretische Zwist in der Partei, und doch hat in dieſen Jahren die Socialdemokratie mächtige praktische Erfolge er rungen. Ergiebt sich nicht daraus, daß die Theorie nur geringen Einfluß auf die Praris und die Fortschritte der Partei hat?" Sonnabend, den 10. Oktober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. aber nicht auf großen, fachlichen Differenzen, dann könnte er nur nicht jeder Einfall und jedes halbe Bedenken, das jemandem beim daraus entspringen, daß diejenigen Personen, die ihn konstatieren Studium aufstößt, sofort zu einem Revisions- Artikel benutzt wird, und auszukämpfen fuchen, intellektuell oder moralisch minderwertig damit es nur ja nicht der Mitwelt verloren geht. Die socialistische wären. So läuft in der jetzigen Situation jeder Versuch, den Gegen- Theorie ist kein Feld für Originalitätshascherei; sie fordert faz zu leugnen und unsre volle Einigkeit festzustellen, auf die Herab- Selbstkritik und ein starkes Verantwortlichkeitsgefühl gegenfegung eines großen Teils, ja der Mehrheit der Parteigenossen fiber der Partei. Wem Bedenken aufsteigen, der mag hinaus. Der Streit wird dadurch nicht erstickt, sondern vergiftet." zunächst mit sich zu Nate gehen, mag ztvei, dreimal prüfen, Die Mahnung war gut gemeint; sie wurde aber nicht be- und wenn sich dann seine Zweifel bestätigen, mag er herauszufinden folgt vielleicht weil mancher sich scheute, offen seinen Gedanken- suchen, wo der Fehler steckt, wo das frühere Unterlagsmaterial durch gang flarzulegen, zumeist aber, weil thatsächlich die Mittel neu bekannt gewordene Thatsachen ergänzt oder in seinem Werte zur Durchführung eines derartigen Kampfes auf theoretischem Gebiet verändert wird, wo in der Deduktion irrige Folgerungen unterfehlten, da im sogenannten Revisionismus noch alles durch- und in- laufen sind uſtv. Und wenn er dann die Fehler entdeckt hat, mag einander fließt; er sich bei den meisten seiner Anhänger noch als ein er in systematischer Beweisführung den alten seine neuen Schlüsse Songlomerat bon politischen Einzelbetrachtungen und Stimmungen gegenüberstellen. Das bloße Anzweifeln ist zwecklos; Wert hat die darstellt, dem eine feste, in sich geschlossene theoretische Basis fehlt. Kritik nur dann, falls sie neben dem Negativen auch ein Positives Vergebens versuchte denn auch Bebel, besonders aber Kautsky, Stolb bietet, und wenn sie, wenn auch keine völlig fertige Theorie, so doch und Bernstein letzterer allerdings mit recht unzureichenden die konstituiven Elemente zu einer solchen entwickelt; denn eine falsche die Debatte über die Taktik auf ein gewisses theoretisches Theorie kann immer nur von einer andren überlegenen überwunden Niveau zu heben; immer wieder sank sie zu einem Streit um ein werden. bloßes Meinen herab. Und statt theoretischer Argumente wurde angeführt, daß auch früher schon Meinungsverschiedenheiten bestanden, die Ansichten gewechselt hätten usw. Mitteln Das ist eine völlig unrichtige Folgerung. Kurze Perioden theoretischer Unklarheit lähmen allerdings noch nicht die Partei, Eine theoretische Klärung in unsrer Partei läßt sich zwar nicht wenn die sonstigen äußeren Umstände für ihre politische Bethätigung von heute auf morgen herbeiführen, muß aber mit allen Mitteln die gleich günstigen bleiben oder fich vielleicht gar noch günstiger angestrebt werden, sollen nicht immer neue unflare Unterströmungen gestalten. Das zeigt die Zeit zwischen dem Gothaer Einigungs- Dadurch wurden die persönlichen Momente beherrschend in den auftauchen. Parteitags- Resolutionen vermögen diese nur zeitweilig kongreß und dem Erlaß des Socialistengesetes, ebenso wie das Vordergrund gedrängt. Es soll feineswegs behauptet werden, daß zurückzudrängen und für die nächsten politischen Aufgaben eine gewisse Jahrfünft seit 1898. Es geht in dieser Beziehung mit dem Partei nur die theoretische Unklarheit den persönlichen Streit ver- Nichtschmuir zu liefern; fie treffen jedoch nicht das eigentliche Lebensgetriebe, wie mit einem industriellen Betriebe, der gut eingearbeitet anlaßt hat; dem widerspricht schon allein der wohlerwogene element dieser Strömungen. Manches zur Wiedererweckung des ist. Reißt dort Unsicherheit über die Principien ein, nach welchen Ausfall gegen Mehring; nichtsdestoweniger bleibt richtig, daß theoretischen Sinnes vermöchte unsre Presse zu thun, wenn sie über er zu leiten ist, so geht doch zunächst das Getriebe munter im alten je weniger die verschiedenen theoretischen Ausgangspunkte eines die Aufgaben des Tageskampfes, die allerdings leider die Kräfte Geleise fort, vornehmlich, wenn die Markt- und Absatzverhältnisse derartigen Streites flar erkannt werden, desto mehr die Ansicht des schon meist über Gebühr in Anspruch nehmen, nicht ganz die die alten günstigen bleiben und vielleicht gar äußere Umstände andren als eine fachlich grundlose, subjektive Willensäußerung er- theoretische Diskussion vergessen wollte. direkt zur Einhaltung der alten Betriebsweise zwingen. Nach und scheint, die persönlichen Motiven entspringt. Man braucht sich nur nach zeigt sich allerdings hier und dort eine gewisse Berfahrenheit, die Geschichte der Religionsstreitigkeiten und der Parteifämpfe während die aber erst dann zu einem Verhängnis für den Betrieb wird, der großen französischen Revolution anzusehen, um dafür die Bewenn er sich einer neuen, veränderten Marktlage gegenübergestellt stätigung zu finden. sicht, wenn neue Produktionsmethoden aufkommen usiv. ld En " Politische Uebersicht. H. C. Berlin, den 9. Oktober. Jetzt wird wieder von einem Teil der Parteipresse die BehaupAgrarische Kultur. Genau so steht es auch mit dem socialistischen Parteigetriebe, tung aufgestellt, daß die ganze Partei einig sei: eine Behauptung, Die Deutsche Tageszeitung" stellt die Frage: Warum find das in den erwähnten Zeiten theoretischer Unklarheit nicht nur gute die allerdings dann vielfach hinterher wieder dadurch selbst dementiert unsre Gefängnisse so stark besest? und läßt sie beäußere Entfaltungsbedingungen vorfand, sondern auch durch be- wird, daß man verlangt, es sollten Maßnahmen ergriffen werden, antworten durch eine Geschichte, die ein agrarischer Herr Sendkestimmte Regierungsmaßnahmen und wirtschaftliche Ereignisse sich die einen erneuten Ausbruch der in der Partei fortiuchernden Ver- Bagemühl in der„ Prenzlauer Zeitung" veröffentlicht. eines Teiles der Meinungsdifferenzen entledigt und zur Ein- dächtigungen und gegenseitigen Anfeindungen auf dem nächsten Geschichte, die das allzu humane Gefängniswesen kennzeichnen nahme bestimmter taktischer Abwehrstellungen gezwungen fah. In Parteitage verhindern. Eine Einigkeit mit gegenseitigen An- soll, aber in Wahrheit ein furchtbares Bild agrarischer Unden siebziger Jahren wirkten in dieser Richtung die Nachwirkungen feindungen, die gewaltsam niedergehalten werden müssen, ist jeden- tultur darstellt, lautet wortgetreu: des Gründerkrachs und der Erlaß des Socialistengesetzes, in den falls eine Einigkeit seltsamſter Art! Unser Gewährsmann ist eine von jenen Egistenzen, die Tezten Jahren die Krise und der Kampf gegen den Zolltarif. Trop Daß solche gewaltsame Zurüddrängung der Differenzen das die Landstraße und das Gefängnis als ihre eigentliche dieser die Partei in bestimmte Stellungen hineindrängenden allerungeeignetste Mittel ist, Einigkeit zu schaffen, braucht nicht erst Heimat, die Arbeit aber als ein vielleicht manchmal notwendiges politischen Umstände sind wir jedoch seit dem Stuttgarter Parteitag bewiesen zu werden. Die Gegensätze verschwinden doch dadurch lebel betrachten. Er hatte sich während der vergangenen Woche in 1898 nicht mehr aus dem Streit über die Taktik heraus nicht; sie werden nur ins Innere der Partei zurückgetrieben und etwas an der Arbeit des Kartoffelaushebens beteiligt, und bei dieser gekommen. Nach Hannover, wo im ganzen noch ziemlich fachlich brechen bei nächster Gelegenheit dann um so explosiver hervor. Gelegenheit entspann sich zwischen ihm und feinem und principiell debattiert wurde, folgte der schärfere Zusammenprall Rein, die Gegenfäge müffen ausgefochten werden. Was aber ge- herr): Nun sagen Sie einmal, altes Haus, warum verbringen Arbeitgeber folgendes Zwiegespräch: A.( Der Grundin Lübed, darauf in München und nun in Dresden. Jedesmal schehen kann, das ist ihre Austämpfung auf theoretischem refp. Sie denn eigentlich die meiste Zeit Ihres Lebens im Gefängnis? mit dem Erfolg, daß es nach dem Schluß des Parteitages hieß. principiellem Gebiet, wozu allerdings zunächst erforderlich wäre, wäre es nicht besser, wenn Sie als ordentlicher Mensch in Freiheit jetzt wäre endlich eine gründliche Aussprache erfolgt und die Einig- daß der frühere theoretische Sinn in unsrer lebten? B.( Der Landstreicher): Herr A., wenn Sie teit wiederhergestellt doch alsbald tauchten neue Differenzpunkte Partei wieder gewedt würde und die Gering unfre Verhältnisse näher durchschauen, so tönnten Sie so nicht auf, und auf dem nächsten Parteitage fand dann die auf dem häßung der der Theorie aufhört, die in einem fragen. Wo fann mait es denn besser haben borigen abgebrochene Debatte in verschärfter Tonart ihre Fort- großen Teil unsrer Preffe fast zum guten Zon gehört und als als im Gefängnis? Sehen Sie, wenn man auf der Landsegung. Das ist erklärlich, fast kann man fagen natürlich. Die Ver- fröhliche Disputierlust des Jugendalters unsrer Partei, jene Fensterscheiben ein, damit man sich im Gefängnis wieder als Mensch bester Beweis praktischer Befähigung gilt. Mag auch jene alte straße abgerissen ist, vielleicht auch bissige Gesellschaft auf dem Körper merft, so stiehlt man ein bißchen oder schlägt irgendwo die nachlässigung der Theorie, die in unsrer Partei eingerissen ist, rächt begeisterungsfrische Freude, die sich selbstbewußt an die Erörterung fühlt. sich. Die taftischen Meinungverschiedenheiten sind durchweg nur eine der schwierigsten socialen Probleme heranwagte, taum mehr wieber- erren und schnauzen felten einen an. Man wird gewaschen, ge Die Amtsrichter sind meistens wohlwollende Folge der theoretischen Unsicherheit und Berfahrenheit, die, wenn kehren, da die heutige politische Situation und die jetzige Größe der badet, gekleidet, erhält eine leidliche Roft und geht spazieren. Die fie in gleichem Maße, wie in den letzten Jahren, fortschreitet, die Partei viele Aufgaben stellen, an denen man damals achtlos vorbei- Arbeit ist Spielerei. An guter Gesellschaft fehlt es felten, Partei mit nicht allzu ferner theoretischer Bersumpfung bedroht. gehen konnte, so muß doch die seit Jahren eingeriffene Vernach- und wenn der Wärter von nobler Gesinnung ist, so drückt er auch In Hannover war noch eine frische theoretische Debatte möglich, lässigung der Theorie energisch bekämpft werden, soll sie sich nicht ein Auge zu, wenn man einmal eine Flasche Bindfaden( Schnaps) oder in Dresden kamen die meisten Redner bereits über ein vages noch weit schärfer rächen, als bei den jetzigen Parteistreitigkeiten. Es war ein Spiel Karten hineinschmuggelt, um sich ein Vergnügen zu Meinen und Glauben nicht mehr hinaus. Nicht klar in ihren beschämend, während der Dresdener Debatte zu sehen, wie völlig kritiklos machen. Kurz, es lebt fich gut bort. Das saß z. B. fürzlich ein Konsequenzen erkannte, von einander abweichende Auffassungen manche eifrigen und keineswegs unintelligenten Genossen den Bauern den Schäferhund totgeschlagen und war bei seiner Ankunft junger Mensch aus G..... mit mir zusammen, der hatte einem rangen miteinander, sondern vielfach nur ein subjektives Meinen ganzen die Tattit betreffenden Verhandlungen gegenüberstanden, wie ziemlich ängstlich. Als er entlassen wurde, hatten sich feine und Annehmen, Stimmungen und Verstimmungen. sie nach dem Lesen neuer Reden jedesmal ihre Meinung wechselten Ansichten geflärt, und ich bin überzeugt, daß er in Damit soll nicht gesagt sein, daß es sich bei den Debatten nur und heute Bebels Ausführungen zustimmten, morgen denen Vollmars. nächster Zeit einen zweiten Hund totschlägt, damit er wieder fiken um persönliche Verstimmungen, nicht um wirkliche taktische und im Eine derartige allen rhetorischen Einflüssen widerstandslos preis- kann. Ja, wenn uns beim zu und Abgange je 25 mus ber weiteren Verfolg um theoretische Differenzen handelte; aber daß gegebene Hilflosigkeit vermag natürlich nicht nur niemals einen Armtasse" aufgezählt würden, so wäre die Sache mißlicher, diese theoretischen Differenzen nicht als solche präcifiert und zum eignen festen Standpunkt zu finden, sondern versagt einem einiger- und man würde sich in acht nehmen; aber so wie die VerAustrag gebracht wurden, das giebt dem Dresdener Parteitage maßen gewandten Gegner gegenüber auch vollständig in der Agitation. Der fich für feinen Lebensunterhalt abarbeitet.- A.: So, aber wie seinen unerfreulichen Charakter; denn Meinungsverschiedenheiten Selbstverständlich vermöchte auch eine größere theoretische Klar ist's denn mit dem Nachtlager? Pritschen und Dielen sind doch verfl... können nur dadurch überwunden oder ausgeglichen werden, daß heit, wenn sie vorhanden wäre, nicht dem Auftauchen von allerlei hart.- B.: Einbildung! Gin gut Gewissen ist ein sanftes Nuhetiffen. sie in ihren Ausgangspunkten flar erkannt und in ihren Kon- theoretischen Meinungsverschiedenheiten vorzubeugen und soll es auch Außerdem kommt hier die Gewohnheit in Betracht. Wir ruhen uns sequenzen für die politische Haltung der Partei einander gegenüber nicht, denn nicht minder schlimm als theoretische Verflachung wäre auf der Pritsche besser aus, als Sie in Ihren Federbergen.- A.: Aber gestellt werden. Solange diese Meinungsverschiedenheiten nur in für unsre Partei eine dogmatische Erstarrung. Wohl aber würden bedenken Sie doch, wie viel besser es wäre, wenn Sie fich ordentlich der Form von Stimmungen und einem in sich selbst unklaren dann die Theoretisierungsversuche, die über ein bloßes Anzweifeln hielten und etwas verdienten, damit Sie fich gelegentlich auch einen Meinen auftreten, können sie wohl durch allerlei Maßnahmen der in der Partei geltenden Anschauungen, über allerlei einer und höheren Genuß verschaffen könnten! B.: Wenn Sie meinen, die zurückgedrängt und gezwungen werden, sich nicht so offen an der andrerseits nicht hinauskommen, auf ganz andre Widerstände stoßen, höheren Genüsse seien uns nicht zugänglich, so find Sie sehr im Cberfläche zu zeigen; aber da ihre Wurzeln, d. h. ihre verschiedenen als sie die vor fünf, sechs Jahren auftretenden neuen theoretischen Irrtum. Wer Verlangen nach ihnen hat, der macht's wie ich im theoretischen Ausgangspunkte, unberührt bleiben, wachsen sie, selbst Revisionsbestrebungen gefunden haben. Man würde dann einfach vorigen Jahre und geht zur Ernte nach Holstein. In Neumünster wenn sie oben gewaltsam gestutzt werden, unten immer wieder nach über jene Gintagstheoretit hinweggegangen sein, die überall Probleme und Izehoe sind Arbeitsmärkte, da kommt der Bauer und sagt: und setzen neue Schößlinge an. aufwarf, ohne auch nur ein einziges zu lösen, ja die so wenig Ein- terl, tomm mit, ich gebe für' n Tag' n Taler." Da geht man mit Budem ist es aber ganz selbstverständlich, daß je weniger blid in die Eigenart dieser Probleme bekundete, baß sie die sich und arbeitet, bis man seine 80 bis 90 m. in der Tasche hat, dann geht's nach der ersten Großstadt, die höhere Genüsse" der Kampf auf theoretischem Gebiet geführt wird, ergebenden Fragen meist gar nicht fah, oder ste verkehrt stellte. bietet. Ist das Geld verwichst, so hat man gewöhnlich persönlichen Loch Es soll niemand in seinen Untersuchungen ein im Bein oder im Kopf, oder mart desto schärfer die sogenannten Teidet von Gelenkrheumatismus und läßt sich Momente in den Vordergrund treten. Noch zuletzt und theoretischen Arbeiten beschränkt werden. an einem Anfall Da wird man wieder ges vor dem Parteitag mahnte Genosse Kautsky in einem Artikel der Mit der gesellschaftlichen Entwicklung muß auch die socialistische ins Krankenhaus aufnehmen. " Neuen Zeit"( Nr. 50), die Differenzen principiell auszutragen und Theorie, foll fie ihren Aufgaben genügen, fortschreiten, und wenn waschen, gebadet und verpflegt, und die barmherzigen Schwestern das Gerede von der angeblich vorhandenen vollen Einigkeit auf einerseits die Theorie der Praxis die Direktive zu liefern hat, so find so freundliche, gute Wesen, daß man es geraume Zeit dort aushält. Bei der Entlassung bekommt man gewöhnlich noch neue zugeben.„ Durch diese Versicherung," schrieb er, wird nicht andrerseits die Praxis der Theorie das Korrektiv. Ich scheue mich Sohlen unter die Stiefeln, damit man auf der Chaussee wieder die wirkliche Einigkeit hergestellt, sondern nur der wirk- auch keineswegs offen auszusprechen, daß manche Theorien unsrer dreift zutreten kann. Ist das nicht schön?- A.: Ja, aber wie liche Gegensatz degradiert, aus einem großen, sachlichen zu großen Altmeister meines Erachtens nach verschiedenen Seiten hin stehts mit der Ehre?-B.: Ehre? Was ist das? Das Ding Kleinlichen, persönlichen einem leinlichen, herabgedrückt. Der Gegen- der Weiterentwicklung und specielleren Begründung bedürfen. Was fenne ich nicht. Nach dieser Eröffnung trat A. den Rückzug an. satz ist ja da, auf Schritt und Tritt stoßen wir auf ihn; beruhte er aber die Partei mit Recht verlangen darf und muß, das ist, daß Ich schließe diese Darstellung, die keine Flause ist, sondern " r bie nadte Thatsache berichtet, mit der Frage: Wann werden unfre Gesetzgeber einsehen, was dieser Stro Ich einsieht: daß der Besuch der Gefängnisse sich miß licher" für das arbeitsscheue Gesindel gestalten würde, wenn jedem beim zu- und Abgange 25 aus der Armkaffe aufgezählt würden?( Und nicht allein dem arbeitsscheuen Gesindel, sondern der preußische Freifinn ihm folgen. auch dem gemeinen Betrügerr. Wenn der fürzlich aus Prenzlau ausgefniffene Großkaufmann gewußt hätte, daß er im Gefängnis, Worten: " material. A = Das ist die letzte Arbeitszeitberkürzungs Etappe jenes Gefeßes, verschlungen hat. Indem der preußische Freifinn, um die Social- 1 demokratie ihres Rechtes zu berauben, die Wahlkreise an die Reaktion nachdem am 1. April 1902 der Arbeitstag von 11 auf 10%, Stunden ausliefert, macht er sich vor den Wählern immer mehr unmöglich. verkürzt worden war. Bei den zwei früheren Etappen hatten Aus Furcht und Haß vor der Socialdemokratie ging der sächsische die Arbeiter bereits gegen Lohnverkürzungen zu kämpfen geFreisinn zu Grunde. Unter Eugen Richters genialer Führung wird habt mit verschiedenem Erfolg. Jetzt wollen sie nun die gemachten Erfahrungen ausnuten, um im boraus eine Lohnherabsetzung bei der Einführung des Zehnstundentages ab Die Kanonen- Juternationale. Aus Essen wird gemeldet: zuivenden, da die überraschten Unternehmer feine Warenlager aufwohin er doch früher oder später kommt, als Extraration 25 aus Besichtigung des Kruppschen Werkes in Essen anwesend. Sein Besuch aus dem Ausbruch des Streiks in Armentières und Umgebung, d. i. Der chinesische Gesandte in Berlin war heute zur gespeichert haben. Andrerseits erklärt sich das frühzeitige Vorgehen der„ Armtasse" aufgezählt erhielte, er würde diese gemeinen Bedarf damit in Verbindung gebracht werden, daß von dem chinesischen gerade in einer Gegend, wo die niedrigsten Löhne gezahlt werden. trügereien nicht begangen haben.) und wann wird man, frage ich Neiche wieder Bestellungen auf Kriegsmaterial bei der Firma Krupp Die nordischen Unternehmer hatten stets die Forderungen der Lohnweiter, erkennen lernen, daß es eine Milde gegen das Verbrechertum in Aussicht stehen. Bekanntlich ist das durch die Mächte gestellte erhöhung mit dem Hinweis auf die Konkurrenz der billiger argiebt, die zur Geißel für das Menschentum wird? Und wann Waffeneinfuhrverbot für China abgelaufen. China war vor den beitenden Betriebe von Armentières abzuschlagen gesucht. Jezt kann endlich wird man sich zu der Erkenntnis hindurchringen, daß man wirren zeitweise bedeutender Abnehmer der Firma Krupp in Kriegs- ihnen dieser Vorwand genommen werden, falls durch den Generaldem feine Ehre" totschlagen kann, der keine hat?" Und die Deutsche Tageszeitung" des Herrn Dertel geleitet, wie fich versteht, die Prügelforderung des Herrn Sendke mit empfehlenden Waffen liefernt. So begreiflich es ist, daß China sich besser be Jegt wird die Firma Krupp sicherlich wieder emfig an China streit Armentières in den gemeinsamen, einheitlichen Tarif einbezogen wird. Unnüz zu sagen, daß der Massenstreit die üblichen miliwaffnen will gegen die fremden Eindringlinge, so kennzeichnend ist tärischen Belagerungszustands- Maßnahmen her Wir gehen nicht so weit in unsren Forderungen. Wir ver- es für die Widernatur der gesamten heutigen Militärrüstungs- vorgerufen hat. Die Regierung hat die Präfekten ermächtigt, Tangen nur für Roheitsverbrechen die Einführung der Prügelstrafe. Zustände, daß deutsche Arbeiter Mordwaffen fabrizieren müssen, mit bas fonit nur für einen Bergarbeiter Streit vorgesehene Aber darin stimmen wir mit Herrn Sendte vollkommen überein, denen sie oder ihre Brüder und Söhne vielleicht bald einmal nieder- militärische Aufgebot zu entfalten. Ein ganzes Armee daß die lächerliche Humanitätsduselei, welche den Strolchen aller geschossen werden sollen! Art das Gefängnis zu einem Eldorado macht und diese dadurch Die Ausweisung der Kunst. Der Kunstmaler und Direktor des unterwegs befindliche Truppen eingetroffen sind. Genosse Delory, corps wird das Streifgebiet besetzen, wenn sämtliche teils noch wie mit einem Zauberstabe ins Ungemessene vermehrt, eine unentschuldbare Thorheit des Staates ist. Daß unsre Regierung fich polnischen Kunstvereins in Posen Kasimir Krzyzanowsti Bürgermeister von Lille, hat das kommunale Schloß Rameau für entschuldbare Thorheit des Staates ist. Daß unsre Regierung fich ist aus Preußen ausgewiesen worden. Der„ Boss. 3tg." wird zu die Unterbringung der Truppen verweigert. Sonst aber mußte er, zu einer radikalen Aenderung des Gefängniswesens entschließen wird, daran glauben wir leider nicht. Dies wird nur dann ge- dieser Angelegenheit geschrieben: Direktor Krzyzanowski, ein öft- um die Militärbehörden nicht willkürlich Hausen zu lassen, ihrer schehen, wenn das Bolt energisch eine solche radikale Aenderung reichischer Staatsangehöriger, lebte seit April vorigen Jahres als Requisition nachkommen und von sich aus für die Unterbringung fordert. Daß diese Forderung von immer weiteren Kreisen er tunstmaler ständig in Posen. Vor einigen Monaten bildete sich der Truppen forgen. In seiner bezüglichen Antwort an die Militärhoben wird, dafür treten wir nach wie vor mit aller Kraft ein." hier ein Verein der Freunde der schönen Künste, dem unter behörde protestiert er gegen das militärische Aufgebot, das mit Herr Sendle versichert auffällig, seine Geschichte sei„ keine andren zahlreiche Mitglieder des polnischen Hoch- nichten durch die Haltung der Arbeiterbevölkerung von Lille gerechtadels, die Grafen Mielzynski, Botulici usw., beitraten. fertigt werde. Flause". Er empfindet selbst, daß sie unglaubwürdig ist, und Dieser Verein eröffnete ant Königsplatz eine ständige Ueber den Stand der Streitbewegung liegen folgende Drahtjeder, der sich nicht aus Neigung zur Prügelstrafe täuschen lassen Gemälde Ausstellung, welche Direktor Krzyzanowski leitete. meldungen vor: will, erkennt sofort, daß Herr Sendke sich hat gründlich hineinlegen Zur regelmäßigen Beschickung dieser Kunstausstellung lud der Lille, 9. Oktober. Der socialistische Abgeordnete Taffen. Weder die Sprechweise des angeblichen Landstreichers noch genannte Verein in einem besonderen Aufrufe auch die deutschen und Bürgermeister Detory ist gestern mit einer Abordnung die Auffassungen, die er fundgiebt, noch die Thatsachen, Maler und Bildhauer ein. Die Behörden fahen aber, wie dem von Arbeitern vom Präfekten empfangen worden, wobei er im die über Gefängnis- und Krankenhauszustände geäußert werden, Direktor Krzyzanowski eröffnet wurde, in diesem Vereine einen Namen der Ausständigen versprach, für Aufrechterhaltung der Ruhe tragen den Charakter der Wahrheit. So spricht kein Landstreicher politischen Verein und wiesen deshalb Krzyzanowski als Ausländer zu sorgen. von wohlwollenden Amtsrichtern", von Landstreichern, die ihre befehls an die Spigen der betreffenden Behörden, aber ohne Erfolg, die Forderungen der Streitenden bewilligt haben. aus. Krzyzanowski wandte sich um Zurücknahme des Ausweisungs- Der Bäckerstreit in La Rochelle ist beendet, da die Meister Ansichten flären", von den Genüssen bald im Gefängnis bald in der man bewilligte nur eine Aufenthaltsfrist von 24 Stunden. In den andren Streitgebieten ist die Situation überaus gefahrGroßstadt, von der Ehre, die er nicht kenne u. f. f. Ebenso trägt Preußen ist gleich begabt, die Polen zu gewinnen wie die Kunst voll, da Tausende von Soldaten, Gendarmen, Polizisten, zur das Geschwätz vom Schnapstrinken und Kartenspiel im Gefängnis zu ehren. Bewachung der Fabriken" zusammengezogen sind. den Stempel der Unwahrheit. Die ganze Geschichte ist zweifelsTourcoing, 9. Oktober. Die Streitbewegung scheint nunmehr ,, Wider die Feldhaubike" schreibt Major a. D. Gädke im„ Berl. ohne ein Phantasieſtück, dem höchstens vielleicht einzelne entfernt Tageblatt":" Unter dieser Spigmarke veröffentlicht der General- in ruhigere Bahnen einzulenken; die Mehrzahl der Arbeiter weigerte an solche Aeußerungen anklingende wirkliche Redensarten eines lieutenant 3. D. v. Alten einen im Tone sehr maßvollen, der Sache sich, die Arbeit einzustellen. In Halouin ist die Lage unverändert. armseligen Menschen zu Grunde liegen, ein Phantasiestück erfunden nach ungemein scharfen Angriff gegen die im Jahre 1898 vor- Courtrai( Belgien), 9. Oktober. Gestern überschritten 1600 fran Es beginnt bereits an Lebensmitteln zu mangeln. zur höheren Ehre des Prügelfultus. genommene Einführung dieser zweiten Geschütgattung in die deutsche Wäre aber die tolle Flause keine Flause, wie der Herr Sendte Feldartillerie. Unnötige Vervielfältigung des Materials und des zösische Streikende die belgische Grenze und versuchten, die Arbeiten glaubt und glauben machen will, so würde der Vorgang das Schießbedarfs, Wirkungslosigkeit des Geschützes gegenüber den ihm bei einem auf belgischer Seite im Bau befindlichen Kloster aufzuhalten. Die herbeigeeilte Gendarmerie wurde von den Gegenteil deffen erweisen, was agrarische Verrohung gestellten taktischen Aufgaben, erschreckende Belastung der Marschkolonnen Ausständigen mit Steinwürfen empfangen. Hierauf ging mit Troß, ungemeine Erschwerung des Munitionsersatzes, das find ertveisen will. Wenn es Menschen giebt, die wirklich nicht wissen, die wesentlichen Vorwürfe, die der hervorragende General in über die Gendarmerie mit gezogener Waffe vor, wobei mehrere was Ehre ist und denen daher durch Prügelstrafe das Chrgefühl zeugender, lichtvoller, schön geschriebener Darstellung gegen diese Personen verwundet wurden. Die Streifenden versuchten ihre Vernicht verletzt werden kann, so sind das denn doch glücklicherweise Geschützgattung erhebt. Ihre Einführung beruhte auf einer großen wundeten über die französische Grenze zu bringen, wurden jedoch nur seltene Ausnahmemenschen, die so tief gefallen sind. Die un- Jülufion, der Techniker hat den Tattiker nicht genügend zu Rate hieran von den Gendarmen verhindert. Da die Streifenden großen geheure Mehrzahl derer, die durch Not und Elend in das Gefängnis gezogen. Meinerseits habe ich den Bau der leichten Feldhaubige Widerstand entgegensetzten, wurden zahlreiche Verhaftungen vorgetrieben werden, haben ihre Ehre und knirschen gegen das furchtbare stets für einen Mißgriff unsrer Seeresverwaltung ge Dünkirchen, 9. Oftober. Die Hafenarbeiter, speciell die KohlenSchicksal, das sie trotz unsäglichen Widerstrebens auf den Weg der halten, deren Fehler ja schon seit Jahren nicht die Unthätigkeit, Tader, haben neue Forderungen aufgestellt, ohne deren Bewilligung Gesetzwidrigkeit trieb. sondern die Vielgeschäftigkeit, das nicht genügende Durchdenken der organisatorischen, technischen und taktischen Probleme, die eber- sie mit Streik drohen. stürzung, die Nachgiebigkeit gegenüber augenblicklichen Impulsen ist, die sich zunächst in unnötigen Geldausgaben, dann aber auch in einer Störung der ruhigen und zeitgemäßen Weiterentwicklung des Heereswesens geltend machen." " Für diese weit überwiegende Mehrzahl aller Gefängnisinsaisen fft das Gefängnis furchtbare Pein und wir wünschten den agrarischen Herrschaften, deren Zollwucherer- Moral weit tiefer steht als die Moral vieler Gefängnisinfassen, dies Eldorado, das sie verherrlichen, aus eigner Erfahrung kennen zu lernen. " " = genommen. um Schweiz. da stia aid Eine gerichtliche Berurteilung des Zeugniszwanges der Presse. Zürich, 7. Oftober.( Eig. Ber.) Einen ebenso interessanten wie Mgande beachtenswerten Entscheid in Sachen des Zeugnisses der Presse hat Sächsische Socialpolitiker. Vor der Städte- Ausstellung hielt es das Büricher Obergericht gefällt. In der Züricher Post" hat im Wenn es aber Individuen giebt, die wirklich das Gefängnis der der Dresdener Stadtrat für angebracht, noch schnell einige Laufe des Jahres ein Anonymus unter den Titeln Mizwirtschaft" Arbeit vorziehen und jedes Gefühl für Menschenwürde verloren seiner Blößen zu verdecken und wollte flugs eine von und Sydra" eine Reihe von Artikeln veröffentlicht und darin die haben, wie die Deutsche Tageszeitung" behauptet, so liegt in der modernstem socialpolitischen Geiste erfüllte Arbeiterordnung er- verdienstvolle Aufgabe der Enthüllung der Korruption in der eidEristenz solcher Menschen in erster Linie eine vernichtende Anklage lassen, damit er sich vor seinen Gästen sehen und bewundern genössischen Militärverwaltung erfüllt. Unter den damit in Zugegen die heutige Ordnung der menschlichen Gesellschaft, deren lassen könnte. Wie das aber nun einmal so in Sachsen ist, fammenhang gebrachten Personen wurde auch Oberst Kepplin in Bern, eifrige Hüterin die Deutsche Tageszeitung" ist. Nicht durch der Entwurf wurde aus einer arbeiter freundlichen Ver- Beamter des Militärdepartements, genannt, worauf dieser das Blatt er die verklagte. Von der Redaktion der" Züricher Post" übernahm eigne Schuld sinkt der Mensch so tief, wie die Landstreicher ordnung eine arbeiter feindliche, namentlich weil städtischen Arbeiter des Rechtes, sich an Genossenschaften zu be- Dr. Wettstein die Verantwortung. Der Kläger wollte aber den des Herrn Sendle; zerrüttetes Elternhaus, verwahrlofte teiligen, beraubte. Die Stadtverordneten stimmten dieser Entrechtung Verfasser haben, und da sein Verdacht auf den Oberst Affolter, ProJugendjahre, jämmerliche Schulbildung und furchtbare sociale freudig zu. Inzwischen wurde dem Dresdener Rat durch die in feffor der Kriegswissenschaften am eidgenössischen Polytechnikum, der Not das sind die Voraussetzungen solcher Erniedrigung des ganz Deutschland entstehende Entrüstung klar, daß er sich durch das militärwissenschaftlicher Mitarbeiter der Züricher Bost" ist, fiel, so Menschen, von dem die Frommen der Deutschen Tageszeitung" Konsumvereins- Verbot in fein günstiges Licht gesezt hatte. Er ließ er ihn als Zeugen vorladen. Aber Oberst Affolter, der nebenbei fagen, Gott habe ihn nach seinem Bilde geschaffen. Wie entsetzlich strich, deshalb das Verbot. Hätten die Stadtverordneten gleich bemerkt, so viel man in vertrauten Kreisen erfahren kann, der Vermüssen die Lebensverhältnisse der Landarbeiter sein, daß die die Vorlage in dieser Fassung angenommen, so wäre die Arbeiterfasser der eingeklagten Artikel thatsächlich nicht ist, weigerte fich, Zeugnis Gefängniskost und die Einsperrung in enger, licht- und luftloser Zelle ordnung zur Städte- Ausstellung fertig geworden. Aber die Stadt- abzulegen, da er Mitglied des Verwaltungsrates der Genossenschaft Sie verschleppten die Sache der„ Züricher Post", der Verwaltungsrat aber mitverantwortlich und Tockend erscheinen! Wie heillos müssen die Schul- und Erziehungs- verordneten dachten nicht daran. underst zustände in den agrarischen Gefilden sein, daß Menschen jedes Ehr- Verabschiedung der Vorlage, nachdem am letzten Donnerstag bequemten sie sich zur die Berantwortlichkeit durch den angeklagten Redakteur gedeckt der nationalliberale sei. Der Untersuchungsrichter und nach ihm das Obergericht, an das gefühl verlieren können, wie der Grundherr des Herrn Sendke Stadtrat Heinze öffentlich in einem Dresdener Blatt der Kläger refurriert hatte, acceptierten zum Teil den Standpunkt behauptet! auf die Machinationen der antisemitischen Stadtverordneten auf- des Oberst Affolter und es ist nun von Interesse, die Begründung merksam gemacht hatte. Die Stadtverordneten beschlossen, wie schon von richterlicher Seite kennen zu lernen. Der Untersuchungsrichter telegraphisch gemeldet wurde, abermals das Konsumvereins- Verbot hatte feine Weigerung, Herrn Affolter einzuvernehmen, mit dent für die städtischen Arbeiter. Wenn der Rat zustimmt, gedenken die$ 862 des zürcherischen Rechtspflege- Gesezes begründet, wonach städtischen Arbeiter ant das Dber Verwaltungsgericht und zu Geistliche, Aerzte Anwälte als Zeugen gehen. Die Dresdener Stadtverordneten erklärten, sie wollten nicht über Geheimnisse Zeugnis abzulegen Freisinnige Selbstblendung. Die Freisinnigen brennen sich selbst durch das Konsumvereins- Verbot auf die andren deutschen brauchen, die ihnen in ihrer amtlichen oder die Augen aus, um das Verderben nicht zu sehen, in das sie Gemeinden, den Staat und das Reich„ vorbildlich wirken". beruflichen Stellung anvertraut sind. Allein stürzen, und die Freifinnige Zeitung" und die Vossische Zeitung" G3 müsse nun endlich eine neue Acra der Handwerker- das Obergericht hat in längerer Begründung ausgeführt, beweisen nur die Freisinnserblindung, indem sie den Ausfall der politit" anbrechen. Das Konsumvereins- Verbot sei der erste diese Bestimmung komme hier nicht in Frage. Vielsächsischen Landtagswahlen zur Rechtfertigung der Haltung ihrer Schritt hierzu. Fürder müsse der Begriff der Socialpolitik dahin mehr beruhen die bei Preßbergehen aufgestellten besonderen Partei bei den preußischen Wahlen heranziehen. In der Freifinnigen erweitert werden, daß er namentlich die Fürsorge für den Hand- Ausnahmebestimmungen über die Verantwortlichkeit auf der Annahme Beitung" wird gesagt: werkerstand bedeute. eines besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Und bei solchen Roheitsausbrüchen der Deutschen Tageszeitung" wundert sich der Dr. Dertel noch, daß selbst die Kinder in seinem früheren Wahlkreise ihm nachriefen: Knuten Dertel? " " " = " Die Socialdemokratie hat unter dem Dreiklassen- Wahlrecht Wahlvergehen. Aus Königsberg wird geschrieben: Der den dort genannten Personen und dem Verfasser, in Sachsen eine vollkommene Niederlage erlitten. Höchstens hofft Arbeiter Michael Rohn hatte im Auftrage seines abwesenden Infolge ihrer Stellung als Herausgeber, Berleger oder Drucker erſie in einem Wahlkreiſe( Zwickau- Land) eine knappe Mehrheit zu Schwiegersohnes, des Zimmermanns Albert Linkewiß, für diesen am fahren sie den Namen desselben. An diesem Grundſay ändert der Ums gewinnen. Was hätte nun die freiſinnige Partei, so schreibt die Lage der legten Reichstags- Stichwahl gewählt. Die Straffammer stand nichts, daß sie im besonderen Falle den Namen des Verfaſſer3 Voſſ. Ztg.", von dem Bündnis mit der Socialdemokratie an Vor- sprach jedoch Rohn von der Anklage des Wahlvergehens und Linkewig nicht notwendig erfahren haben müssen. Da nun der 3wed teilen zu erhoffen? Die Wahlen in Sachsen sind eine Probe auf von der Anklage der Verleitung zu diesem Vergehen frei, da den An- des Gejeges die Möglichkeit der Wahrung der Anodas Erempel insofern, als auch in Sachsen das Dreiklassen- gaben der beiden Beschuldigten, sie wären das Opfer einer falschen Wahlrecht herrscht, das nur in einigen untergeordneten Puntten Belehrung durch einen unbekannten Herrn geworden, Glauben gevon dem preußischen abweicht. Sachsen ist das„ rote Königreich" Hier hat die Socialdemokratie bei den Reichstagswahlen unerhörte schenkt wurde. Der Staatsanwalt hatte je sechs Monate Gefängnis Triumphe gefeiert und vielfach gewaltige erdrückende Mehrheiten und ein Jahr Ehrverlust beantragt.aufgebracht. Sie hat sich jezt allgemein an der Landtagswahl beteiligt. Dabei kommt in Betracht, daß in Sachsen die A6stimmung geheim ist durch Stimmzettel, die uneröffnet in die Urne gelegt werden." Ausland. Der Textilstreit im Norden Frankreichs. nymität ist, so würde es den Intentionen des Gesezgebers widersprechen, wenn bei der Nachforschung nach dem Verfasser lediglich der Herausgeber das Zeugnis verweigern, die übrigen subsidiär ber antwortlichen Personen zur Zeugnisablegung gezwungen werden könnten. Dadurch würde die Durchführung des Schutzes der Anonymität unmöglich gemacht. Wie der Returskläger Keppler ausführt, find Zeugnisverweigerung Zunächst hat die Socialdemokratie nicht, wie die Freisinnige Paris, 8. Oktober.( Eig. Ber.) Der Weber- und Spinnerstreit und lebernahme der Verantwortlichkeit Korrelate. Sobald die Zeitung" jubelnd verkündet,„ eine vollkommene Niederlage" erlitten. von Armentières und Umgegend hat sich binnen wenigen Tagen auf Möglichkeit der Verantwortlichkeits- Erklärung vorliegt, ist die BeVon einer„ Niederlage" ist nicht zu reden, wenn in vielen Wahl die wichtigsten Mittelpunkte der Textilindustrie im Norddepartement dingung für die Zeugnisverweigerung gegeben. Auch der Wortlaut Treisen die weitaus größte Mehrheit der Wähler socialdemokratisch ausgedehnt. Die Bewegung trägt bisher einen urwüchsigen Charakter. des Gesezes spricht für diese Anschauung, indem jeder der zur stimmt, wenn die dritte Wählerklasse fast ausschließlich socialdemo- Das Beichen zum Kampf lam aus der Masse, nicht aus der Organi- Verantwortung kommenden Personen das Recht eingeräumt ist ,,,, das kratische Wahlmäuner wählt. Wollen aber die freisinnigen Blätter sation. Gruppen von Streikenden, die mitunter massenhaft an- Beugnis betreffend die vorgehend Verantwortlichen" zu verweigern. nur davon reden, daß die Socialdemokratie Mandate gar nicht oder schwollen, gingen von Ort zu Ort und erzwangen die Arbeitsein- Es ist daher als Meinung des Gesetzes der Satz aufzustellen, daß nur in einem Wahltreise gewinnen wird, so ist das nicht Schuld der stellung beziv. die Schließung der Fabriken. Hier und da soll es die Uebernahme der Verantwortlichkeit durch den Herausgeber auch Socialdemokratie, sondern des Bürgertums und des Liberalismus nach bürgerlichen Meldungen zu verschiedenen Aus- die nach ihm eventuell verantwortlichen Personen von der Zeugnis in Sachsen, der seit langem jo jämmerlich zusammengebrochen ist, schreitungen gekommen sein. Doch ist zu bedenken, daß das Streik- pflicht über den Namen des Verfassers befreit. Die Frage nun, ob daß er selbst unter den jezigen für ihn günstigsten Verhältnissen gebiet in der Nähe der belgischen Grenze eine Menge dunkler Oberst Affolter dieser Personenkategorie angehöre, müsse bejaht nicht genug Lebenskraft fand, um, was möglich gewesen wäre, die Eristenzen aufweist, Schmuggler und rüdfällige Verbrecher, die mit werden. Tonservative Reaktion zu stürzen. der belgischen und französischen Kriminalpolizei auf gespanntem Fuße Gegen den Entscheid des Obergerichts hat Oberst Keppler durch Gerade weil in Sachsen das Wahlrecht etwas besser ist als in stehen. Diese Elemente werden sich gelegentlich der undisciplinierten seinen Anwalt Kassationsbeschwerde erhoben; es ist aber Preußen, so hätte ein gemeinsames Vorgehen der Liberalen mit Bewegung ans Tageslicht gewagt haben. faum zu erivarten, daß das Stassationsgericht anders entscheiden der Socialdemokratie, wie unsre Partei für Preußen in Vorschlag Erst am 7. Oktober trat ein Streiffomitee in Thätigkeit und wird, als das Obergericht. Bleibt es bei dessen Entscheid, so ist bringt, einen großen Sieg beider Parteien herbeiführen müssen, wenn zwar mit einem Aufruf zum Generalstreik der nordischen wenigstens im Kanton Zürich der unmoralische Zeugniszwang für eben in Sachsen ein Liberalismus überhaupt eristierte. Tertilarbeiter. Diesem Aufruf ist folgendes zu entnehmen: Der die Presse aus der Welt geschafft und damit der Anfang zum Ende Es ist daher die unfäglichste Selbstverblendung, sich auf Sachsen Generalstreit soll eine einheitliche Lohntarif- Basis für jede einzelne eines groben Unfugs im allgemeinen gemacht. zu berufen, um die Socialdemokratie in Preußen als aussichtslos Spinnerkategorie und einen Mustertarif für die Webereien erlangen. Diese Taktik der Frei- Als Grundlage der neuen Tarife aber soll der am 1. April 1904 bei den Landtagswahlen herabzusetzen. finnigen kann nur zu dem Erfolge führen, daß der preußische Frei fraft des Gesetzes Millerand Colliard einzuführende Zehnstundentag finn in den Abgrund gerät, der den fächsischen Liberalismus längst| dienen. J Frankreich. Auf dem Kongreß der Radikalen in Marseille ging es äußerst stürmisch zu. Ueber die vom Vorstand eingebrachte Tagesordnung, worin der ein| deren Herausgeber in engster Verbindung, fuchten ihn zu einem Ministerpräsident Combes und der Marineminister Belletan beglück- minister Seddon deutete noch an, die Regierung beabsichtige, svünscht werden sollten, fonnte eine Einigung nicht erzielt werden. Gesez vorzuschlagen, welches die britische Tiefladelinie für aus- Prozeß gegen den Parteigenossen Mehring anzureizen, ließen sich Schließlich wurden drei Tagesordnungen angenommen. In der ländische Fahrzeuge für obligatorisch erklärt. ersten derselben drückt der Kongreß dem Kabinett das Vertrauen aus und beglückwünscht es zu seiner Politik; die zweite drückt ihm lediglich das Vertrauen aus, während die dritte vom Kabinettschef Vorbereitungen verlangt zur Trennung von Kirche und Staat, sowie zur Abschaffung des Fallourschen Unterrichtsgefeges. Belgien. Der Petit Bleu" behauptet, die Versöhnung und Wiedervereinigung der sächsischen Kronprinzessin Luise mit ihrem Manne stehe in naher Aussicht. Dieselbe wäre schon lange vor sich gegangen, wenn nicht der König von Sachsen bisher stets Widerstand geleistet hätte. Dänemark. Landtagswahl. die Waffen von ihm liefern zu einer persönlichen Hezze, intriguierten bei dem gehässigen politischen Gegner gegen eine Reihe von Parteimitgliedern und vertrauten ihm Dinge an, über die ein gewissenHafter Parteigenosse mit einem Außenstehenden nicht spricht. Es ist Im Wahlkreise Teltow- Beeskow ist in einer Vertrauensmänner- daher selbstverständlich, daß Hardens Enthüllungen, wie die„ Wiener Sigung der Freifinnigen Volkspartei die Kandidatenfrage endgültig Arbeiterzeitung" richtig sagt, die Empfindungen aller Parteigenossen geregelt worden. Gemäß dem Kompromiß mit den Nationalliberalen aufs tiefste verlegen und die Stimmung sehr zu Ungunsten der stein infolge der Zwistigkeiten mit der Parteileitung entschieden abwird nur ein freisinniger Kandidat aufgestellt. Nachdem Dr. A. Bern- eifrigen Korrespondenten Hardens einnehmen müssen." gelehnt hatte, wurde Justizrat Reinbacher aufgestellt. Vertrauensmänner, die unbedingt die Kandidatur Bernstein vertraten, erklärten nunmehr verdrossen, keinen Finger für die Landtagswahlen mehr rühren zu wollen. Ein Teil der Aus dem Harburger Parteiblatte citieren wir nach andren: „ Der Kelch der Hardenschen Enthüllungen ist noch nicht erschöpft, obwohl es gerade genügt, was er bisher über die ihm nahestehenden Bannerträger des Revisionismus ausgegossen hat. Für die Partei entsteht nunmehr die Aufgabe, reinen Tisch zu machen. Mit dem Die„ Bossische Zeitung" schreibt zu unsrer Notiz über die Partei noch rechtzeitig genug geplagt ist, ehe sie weiteres Unheil herGefühl der Genugthuung, daß die ekelhafte Eiterbeule am Körper der Der Militarismus. Bei den großen Manövern, die dieser Tage Stellungnahme der ostpreußischen Genossen:„ Er( der Vorwärts") beiführte, paart sich das in jedem ehrlichen Parteigenossen auftauchende auf Seeland stattgefunden haben, sind die Soldaten Anstrengungen ist recht bescheiden geworden für seine Verhältnisse". Mit Verlaub, Gefühl des Widerwillens, weiterhin mit Genossen dieser Art Hand und Strapazen ausgesetzt worden, die alles übertreffen, was man wir haben unsre Stellung um keines Haares Breite geändert. Am in Hand gehen oder sich gar von ihnen führen" lassen zu müssen. bisher in Dänemark gewohnt war. Was konservative Minister je- 1. September z. B. schrieben wir, ebenfalls zur Information der Das Partei- Schiedsgericht wird zu sprechen haben; möge es keine mals den Soldaten zu bieten wagten, wird als Spielerei im Ver- Voss. 3tg.", die etwas begriffsstugig zu sein scheint: Wir wieder- Milde walten lassen." gleich mit dem bezeichnet, was jest der liberale Kriegsminister holen stets und stets, was schon in der Berliner Der Redakteur der, Mainzer Volkszeitung", E. Mendel, Madsen ihnen zumutete. Viele Soldaten blieben auf den Märschen Resolution bom 27. April ausgesprochen ist, fügt der Erklärung Stadthagens einige Bemerkungen an, aus denen liegen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Das daß Abmachungen über das Verhalten das Verhalten unsrer Wahlmänner hervorzuheben ist die Bestätigung, daß David nichts mit den beanstandeten Garnison- Krankenhaus zu Nästved war an vielen Tagen überfüllt bei der Abgeordnetenwahl erst nach dem Bekanntwerden des Urwahl- Notizen des Blattes zu thun hat. Mendel bedauert die scharfe Form von kranken Soldaten. Tagtäglich wurden Kranke nach Kopenhagen ergebnisses stattfinden sollen. Das Einzige, was wir den Parteien, feiner Notiz gegen Stadthagen 2c. Zum Schluß schreibt er: geschickt, an einem Tage sogar über 200. Troß der unmenschlichen die auf unsre eventuelle Unterstützung in Wahlkreisen mit mehr Anstrengungen auf Märschen und Uebungen in aufgeweichtem Terrain als einem Abgeordnetenmandat rechnen, immer wieder und zwar heit der Zolltarif- Kommissionsberichte anlangt, so kann ich hier erWas die in der Erwiderung Stadthagens erwähnte Angelegenwar nicht einmal für gute Verpflegung der Truppen gesorgt. In notwendigerweise schon jetzt zurufen, ist, daß sie bei Aufstellung ihrer flären, daß mich absolut kein Vorwurf treffen kann, da ich nichts mehreren Fällen mußte die Mannschaft stundenlang Hunger leiden, Wahlmannstandidaten darauf achten, daß diese unabhängig genug Unehrenhaftes gethan habe. Ich bin gern bereit, an zuständiger in einem Falle sogar anderthalb Tage. Zudem hat der Kriegsminister sind, um gegebenenfalls auch für einen Socialdemokraten Stelle hierüber Rede und Antwort zu stehen." ein neues System der Einquartierung ausprobiert, das sich offenbar recht wenig bewährt hat. Auf Order des Ministers wurde den Bewohnern erst im legten Augenblick mitgeteilt, daß sie Einquartierung erhielten, und dabei wurde so unverständig vorgegangen, daß einzelne Bauernhöfe ganz verschont blieben, während man kleinen Leuten und Handwertern einen Haufen von Soldaten auf den Hals schickte, die sie mit bestem Willen nicht unterbringen konnten. Die Bevölkerung ist entrüftet über diese Vorgänge. Wie ermattet und erschöpft die Truppen sind, geht daraus hervor, daß die große Königsrevue, die am Mittwoch bei Ringsted stattfinden sollte, abgesagt worden ist. Allerdings meldete Rigaus Bureau, der aufgeweichte Zustand der Wiesen" wäre der Grund dieser auffallenden Maßnahme. Im Regierungsorgan Dannebrog" wird jedoch mitgeteilt, daß der König selbst die Absagung der Revue gewünscht habe, nachdem er erfahren hätte, welche Strapazen die Soldaten in den letzten Tagen bei dem falten, feuchten Wetter durchmachen mußten. Danach muß man annehmen, daß der übereifrige Kriegsminister die Truppen in einen solchen Zustand gebracht hat, daß sie nicht mehr im stande sind, eine Parade mitzumachen.England. Das neue Kabinett und der Schutzzoll. In einer Rede, welche Handelsminister Gerald Balfour in Leeds hielt, führte er aus, die ber stolonien stimmen zu können. Solche liberalen Wahlmannskandidaten werden auch von unsrer Seite bei Stichwahlen in der Urwahl unterstützt werden, wenn der socialdemokratische Kandidat ausgefallen ist." Wir freuen uns, daß die„ Vossische Zeitung" jetzt zur Erkenntnis gekommen ist, daß unsre Forderung bescheiden und unschwer zu erfüllen ist. Hoffentlich werden ihre Parteifreunde entsprechend dieser Erkenntnis Handeln. Achtung Parteigenoffen! Am Dienstag, den 13. Oktober, finden in Berlin 16 Protest- Versammlungen gegen die Ansetzung der Wahlzeit zum preußischen Landtag auf 2 Uhr nachmittags statt. Nach dem Parteitage. " Beweggründe seiner Mandatsniederlegung auseinander. Er sagt, In der Chemnizer Voltsstimme" setzt Göhre die legt dar, wie schon bald nach seiner Proklamierung als Kandidat daß fühle Erwägung ihn zu diesem Schritte veranlaßt habe. Gr vor drei Jahren die Angriffe auf ihn begonnen hätten, die zunächst auf der fächsischen Landesversammlung 1901 zu schweren Vorwürfen geführt hätten. Er habe sich damals im Verein mit dem Vertreter des Kreises, Semmler, energisch gewehrt und nachgewiesen, daß die Angriffe gegen ihn grundlos feien. Die Vorwürfe gingen aber ruhig weiter und erhoben sich bei jeder Gelegenheit, sobald er etwas Selbständiges that oder schrieb. Nach dem siegreichen Wahlfeldzuge glaubte er, das Mißtrauen beseitigt zu haben. Dann die Angriffe Bebels auf dem Parteitage und daran anknüpfend von allen Seiten Angriffe. Seine Verteidigung dann gegen Harden set erfolglos gewesen, niemand habe danach eine Verteidigung seiner Person unternommen mit Ausnahme der„ Chemnitzer Volksstimme". Göhre wendet sich dann zu dem gegen seinen Schritt gemachten Einivande, daß er seinen Wahlkreis hätte befragen müssen, und vers Es wird ersucht, bei Ansehung von Versammlungen ignoriere aber das Vertrauensvotum des Kreises. So wäre es ihm weist demgegenüber darauf, daß Heine das ja gethan habe, man darauf Rücksicht zu nehmen. und dem 15. sächsischen Wahlkreise wahrscheinlich auch ergangen. Als letzten Grund, den er als durchschlagend bezeichnet, führt er aus: Das Wohl und die Zukunft des Wahlkreises selbst verlangten, ebenso wie die Rücksicht auf mich und die Gesamtpartei, die Aussei aus dem offiziellen Programm fortgelassen führung meines Schrittes. Man erinnere sich doch, wie unsicher und worden, weil sie die Besteuerung von Rohmaterialien und heißumstritten gerade unser Wahlkreis feit jeher ist, und wie strupelLebensmitteln mit sich bringen würde, die das Land los unsre Gegner( siehe Mittweidaer Tageblatt"!) zu kämpfen nicht dulden würde. Die Erwähnung des Rohmaterials in dieser Die Breslauer Berfammlung verlief fehr ruhig, obwohl an pflegen wie ich jetzt Abgeordneter, holte ich mir aus dem Kreiſe Beziehung ist bezeichnend im Hinblick auf die Ansicht Chamber- der Haltung des Parteiblattes und der Abstimmung der Delegierten ein Vertrauensvotum und ließ im übrigen den Sturm sich austoben, lains, daß es möglich sei, den Kolonien annehmbare Vorteile auf dem Parteitage Kritik geübt wurde. So behauptete 3 immer, so war der Wahlkreis beim nächsten Wahlkampf entweder von vornzu gewähren, ohne das Rohmaterial zu besteuern. Gerald Balfour die„ Volkswacht" werde einsettig redigiert, während Fischer, herein wieder verloren oder doch aufs ärgste gefährdet. Denn die erklärte in seiner Rede ferner, obgleich der Schutz obwohl er im allgemeinen mit den Leitartikeln einverstanden Gegner brauchten ja nur die Reden Bebels gegen mich aus dem zoll keinen Teil des Regierungs- Programmes ist, in einzelnen Notizen eine Verlegung des Partei Dresdener Parteitagsprotokoll sowie Auszüge aus den Versammlungsbilde, würde sich die Lage möglicherweise ändern, standpunktes gefunden hat. So sei z. B. geschrieben berichten und Beschlüssen der letzten Wochen abzudrucken( z. B. wenn Chamberlain seine missionarischen Bestrebungen, die er so worden, es sei zu hoffen, daß v. Gerlach noch einmal den Weg zur Pankow, wo beschlossen wurde, mein Verhalten fei eines Parteiglänzend begonnen habe, vollendet habe, die Regierung sei aber Socialdemokratie finde. Schlegel wandte sich gegen verschiedene genossen unwürdig!) und ich war das nächste Mal als Kandidat berpflichtet, teine finanzielle Reform einzuführen, bevor sie sich Artikel des Blattes zu den schwebenden Parteifragen und fagte, es fo gut wie geliefert. Alles Protestieren, aller Hinweis auf das an das Land gewandt habe. seien den Gegnern damit Waffen geliefert worden. Auch bei den Vertrauensvotum hätte dann nichts oder so gut wie nichts Genossen in der Provinz Schlesien habe Entrüstung über die genügt; man hätte nur höhnisch daraus gefolgert, daß dann eben Artikel geherrscht. Im übrigen drehte sich die Diskussion um die auch die Genossen des Kreises dieselbe Charakteristik wie Frage, ob der Klassenkampf mildere oder schärfere Formen an- ich, ihr Kandidat, verdienten. Ich war mit einem Wort für das genommen habe. Alle Redner sprachen den Wunsch aus, daß der nächste Mal geächtet und unmöglich, der Wahlkreis selbst aber inStreit jetzt beendet werden solle. Schließlich wurden vier Resolutionen folgedessen aufs äußerste gefährdet. Dem ist mit meinem jetzigen angenommen folgenden Inhalts: Schritte die Spize abgebrochen. Gewiß, ich bin getroffen. Aber der Wahlkreis steht num unantastbar und unangreifbar da. Und erst recht, weil ich ihn vorher nicht durch ein Wort von meinem Beschlußz unterrichtet habe. Hätte ich's gethan und dann erst den unerschütterlich feststehenden Beschluß ausgeführt, so hätten die Gegner mit dem Scheine des Rechts von abgekarteter Sache und von Komödiespick ein Wort, das ja ohnehin jezt parteifähig geworden ist im 3. Die heutige Versammlung des socialdemokratischen Vereins Wahlkreise reden können. Auch das ist jetzt unmöglich. Und auch für Breslau und Ümgegend erklärt sich mit den auf dem Dresdener mir selbst gegenüber hat der Kreis jetzt viel freiere Hand als sonst. Parteitage gefaßten Beschlüssen, besonders mit der Resolution Bebel, Er kann sich mit Recht als von mir überrascht, vor den Kopf geSinger, Kautsky in allen Punkten einverstanden, bedauert jedoch die stoßen erklären; er hat durch diese von mir geschaffene vollendete heftigen persönlichen Debatten. Die Versammlung verurteilt die Thatsache nicht die geringste Verpflichtung mehr gegen mich, und Ansichten der sogenannten Revisionisten als den Interessen der social- fann nunmehr einem Würdigeren, Verdienteren und Aelteren aus demokratischen Wählerschaft zuwiderlaufend. der Partei die Kandidatur antragen. Die Bahn ist für den gegen Die Vereinigung der Bergarbeiter von Großbritannien nahm in einer zu Glasgow abgehaltenen Versammlung mit 89 5 Stimmen einen Beschlußantrag an, der sich gegen die von Chamberlain vertretene Politik richtet. Die Delegierten vertraten 347 000 Bergarbeiter. Arbeiterkandidaten. Unter starter Beteiligung von Delegierten der Arbeiter Mittel- Englands fand am 3. Oktober in Birmingham ein Kongres statt, auf dem die beste Agitationsmethode besprochen wurde, Arbeiterkandidaten ins Parlament und in die Gemeindevertretung zu bringen. Rußland. Die Gerichtsverhandlungen in der Kischinew- Angelegenheit werden nach einer" Standard"-Meldung aus Odessa Mitte November in Tiraspol beginnen. Die Anklageschrift füllt 400 enggeschriebene Foliofeiten. Die Angeklagten sind auf Grund der Feststellungen der Untersuchungsrichter in 22 Gruppen je nach der Schwere ihrer Vergehen eingeteilt. Von den 350 Angeschuldigten fißen nur 70 im Gefängnis, die andern sind gegen Bürgschaft freigelassen worden. Die Verhandlung dürfte 12 bis 15 Tage dauern. Bodwoloczysta, 9. Oktober. Eine mit dem Eilzug hier eingetroffene junge Dame wurde von russischen Gendarmen berhaftet, weil in ihrem Besize zahlreiche socialistische Flugschriften und Broschüren gefunden wurden. Sie wurde nach Petersburg gebracht. Eine erfundene Attentatsmeldung. Nach einem bürgerlichen Blatt hatten wir gestern die Nachricht gebracht, daß die" Jskra" den Eisenbahnunfall des Ministers Pleh we als versuchtes Attentat dargestellt habe. Demgegenüber sei sestgestellt, daß die Jakra" bis jetzt noch fein einziges Wort über den Eisenbahnunfall Blehwes gebracht, geschweige denn denselben als Attentatsversuch charakterisiert hat. Es handelt sich also wahrscheinlich um eine dreiste Erfindung irgend eines Scharfmachers, deren Opfer neben dem Vorwärts" auch linksstehende bürgerliche Blätter geworden sind. Afien. " 1. Die heutige Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Vereins mißbilligt die Art der Mandatsbeschaffung für den Genossen Bernhard zum Parteitage auf das entschiedenste. 2. Die heutige Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Vereins erklärt sich im Gegensatz zu ihren Delegierten mit der auf dem Parteitage gefaßten Resolution einverstanden. 4. Die Breslauer Genossen teilen nicht in allen taktischen Wahlkreis frei und rein und eben geblieben, und niemandem, Fragen die Ansicht ihres Abgeordneten Bernstein, haben aber nach wer es auch sei, wird es jetzt mehr gelingen, ihn der Partei wieder feinem Artikel in der" Volkswacht", in dem er die Parteibeschlüsse berlustig gehen zu machen." als Gesetz anerkennt, keine Ursache, ihm das Vertrauen zu entziehen. " In der„ Zukunft" wird ein Brief veröffentlicht, den Rechtsanwalt Im socialdemokratischen Verein in Karlsruhe wurde das Victor Fränkt an den Herausgeber dieser Zeitschrift, Herrn Verhalten des Delegierten Kolb auf dem Parteitage und seine Harden, gerichtet hat. Der Briefverfasser schreibt, er erachte es als Berichterstattung über den Parteitag von verschiedenen Rednern feine Pflicht, zu erklären, daß die Entschließung des Parteitages getadelt. Eine Resolution, die diesen Tadel zum Ausdruck brachte, in Bezug auf die Mitarbeiterschaft an bürgerlichen Zeitschriften, wurde abgelehnt, angenommen wurde gegen 15 Stimmen folgende insbesondere der Zukunft", als eine im höchsten Maße verfehlte Resolution: und darum bedauerliche bezeichnet werden muß". Victor Fränki Die Karlsruher Parteigenossen erklären sich mit der Thätigkeit unternimmt weiter eine Begründung seiner Ansicht. ihres Delegierten auf dem Parteitage einverstanden, nachdem derselbe erklärt hat, daß er nur deshalb gegen die Resolution betreffend die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern gestimmt habe, weil dieselbe zu dehnbar sei. " " 黃 * bor Partei- Nachrichten. Wir werden vom Genossen Heinrich Braun um folgende Mitteilung ersucht: Die Neue Gesellschaft". Socialdemokratische Wochens Im weiteren protestieren die Parteigenossen dagegen, daß man die Zeit des Parteitages so unnüz verschwendete. Der Partei- fchrift, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun, stellt vorläufig ein. Sie ivollte vorstand hätte die strittigen Fragen vorher besser regeln sollen. Die ihr Erscheinen dazu mitwirken, daß die praktischen Aufgaben, denen Karlsruher Parteigenossen sind der Meinung, daß das Vertrauen, die Partei Die Nichträumung der Mandschurei. Am 8. Oktober sollte nach welches die socialdemokratischen Wähler am 16. Juni der Partei steht, mit gesteigerter Energie in Angriff genommen werden. ben Versprechungen Rußlands die Räumung der Mandschurei erSeit Dresden aber hat sich innerhalb der entgegengebracht haben, von den Führern besser ausgenugt hätte Partei eine folgen. Wie es seine Zusage einlöst, beweist folgender Bericht des werden sollen, indem man mehr die Arbeiterfragen diskutierte. solche Summe von Mißtrauen, Mißverständnissen, gehässigen VerReuterschen Bureaus" aus Tientsin von gestern: Die Russen haben Die Karlsruher Parteigenossen hoffen, daß der Streit unter den folgungen angesammelt und insbesondere auch gegen die„ Neue bis jetzt keine Schritte gethan, die Verwaltung von Genossen nun bald ein Ende nimmt, und sehen nur im Klassenkampf Gesellschaft" und ihren Herausgeber gekehrt, daß unter diesen UmNiutschwang China wieder zu überlassen, sie errichten dort das vorwärtstreibende Mittel, um ihre Ziele zu verwirklichen." ständen die Arbeit der Wochenschrift unfruchtbar bleiben muß. Sie vielmehr mit großem Eifer umfangreiche Re= Der, Volkswille" in Hannover schreibt: vertagt deshalb ihr weiteres Erscheinen bis zu dem Zeitpunkt, in dem gierungsgebäude. Die Beamten sprechen davon, daß diejenigen Punkte in der nördlichen Mandschurei, von denen bereits beschuldigten Genoffen den Stab zu brechen. Uebereilt wäre es, schon heute über die von Harden so schwer wieder normale Verhältnisse herrschen werden und sie auf eine unSteht doch Be- befangene Beurteilung rechnen darf. Besiz ergriffen ist, dauernd besezt gehalten werden hauptung gegen Behauptung, und wir haben keine Veranlassung, follen. Der als Vicefönig fungierende Statthalter Admiral den Angaben Hardens, der in unerhörter Weise auch den Alexejew leitet die gemeinsamen Manöver des Heeres und der Genossen Bebel beschimpfte, mehr Glauben entgegen zu bringen Marine, die in großem Stile in der Nähe von Port Arthur abgeals den eignen Genossen. Allerdings, das halten werden und an denen in der letzten Woche 90 Schiffe teil- fest zu stehen: die von Harden der Unwahrheit bezichteten Genossen haben in einer Weise mit ihm verkehrt, für welche uns das VerAustralien. ständnis abgeht, und welche wir für unmöglich gehalten. Dieser Das Repräsentantenhaus von Neu- Seeland nahm, wie den Teil des Streites macht die Einsegung eines Schiedsgerichts not" Times" aus Wellington gemeldet wird, mit 41 gegen 23 Stimmen wendig, das nur auf Grund von Thatsachen seinen Spruch fällt." ein Gesetz über den Küstenhandel an. Dasselbe bezweckt, die Schiffe Im übrigen mahnt das Blatt zur Einstellung des Streites. der fremden Länder, welche der englischen Schiffahrt eine unter Die Schwäbische Tagwacht" tritt in einem Artikel den scheidende Behandlung zu teil werden lassen, bon der Be Wünschen entgegen, die zur Umkehr in dem Streite mahnen, der sich förderung von Frachten und Passagieren zwischen den neu- an die Angelegenheit mit der Zukunft" anknüpft. Der gegenwärtige feeländischen Häfen auszuschließen. Das Gesetz soll auch Anwendung Kampf fei ein Kampf um die Reinlichkeit der Partei und könne ihr auf den Handel zwischen Neuseeland und Australien oder andren feinen Schaden bringen. Vorher sagt sie: britischen Besitzungen finden, vorausgesetzt, daß diese ein ähnliches„ Die Männer, die in Dresden mit sittlichem Pathos Mehring Gesetz einführen. Der Führer der Opposition sprach sich sehr ent- anklagten, Herrn Harden Material zu einer Polemik gegen Ober- Verwaltungsgericht. Aus der Zeit der der frühen Polizeistunde schieden gegen die Bestimmung aus, wonach fremde Schiffe, die Schoenlant angeboten zu haben, sie waren sich selbst schlimmerer stammten nun verschiedene Strafverfahren gegen Frau Berger gegen das Gesetz verstoßen, beschlagnahmt und verkauft werden sollen. Handlungen bewußt: fie standen zur Zeit, als in der Partei iv egen lebertretung der Polizeistunde. Um dem Das Gesetz bedarf noch der königlichen Genehmigung. Der Premier- der heftigste Kampf um die Mitarbeit an der Zukunft" tobte, mit Polizeischlage zu begegnen, wurde das Lokal für verschiedene Abende nahmen. " eine scheint Barteipresse. Die Brandenburger Zeitung" hat so erfreuliche Fortschritte gemacht, daß sie jest täglich mindestens 6 Seiten start erscheinen wird. In der Druckerei des Blattes ist eine Linotype aufgestellt worden. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Vom Danziger Polizei- Kriegsschauplatz. Unter dieser Spitmarke berichteten wir über den fehlgeschlagenen Kampf gegen die Frau Juliana Berger als der Besizerin des einzigen Lokals, welches der klassenbewußten Arbeiterschaft Danzigs zur Vera fügung steht. Das letzte, was wir dazu mitteilen konnten, war die Aufhebung der Herabseßung der Polizeistunde auf 8 Uhr durch das " " an die einzelnen Gewerkschaften und den socialdemokratischen Verein zu Versammlungen und Bahlabenden" bermietet. Nachdem das Schöffengericht Frau Berger zu 240 Mark verurteilt hatte, änderte das Landgericht dies Urteil ab und verurteilte Frau Berger nur zu 40 Mark wegen Uebertretung der Polizeistunde in vier Fällen, und zwar wegen der Zahlabende". Diese wurden als öffentliche Busammenfünfte angesehen, weil sie in dem Raume von mehreren Gewerkschaften zugleich abgehalten wurden, wenn auch von jeder an einem besonderen Tische. Für diese Zusammenfünfte sei die Polizeistunde maßgebend, denn die Versammelten in ihrer Gesamtheit habe ein einiges Band nicht umschlungen. Hinsichtlich der Versamm Iungen des Wahlvereins und verschiedener Gewerkschaften, von denen jede an einem andren Tage stattfand und nur für Mitglieder, abgesehen von einzelnen Gästen, bestimmt war, erfolgte Freisprechung. Hier habe, meinte das Landgericht, in jedem einzelnen Falle eine geschlossene Gesellschaft Busammenkunft gehabt, wofür die Polizeistunde nicht maßgebend sei. Das Kammergericht als Revisionsinstanz bestätigte das Urteil des Landgerichts. gezahlt werden. Soweit gut und schön. Erfahrungen eigner Art das jährliche Deficit dieser Kaffe, das man fortgefest sind aber in der Stockfabrikation, soweit für diese Industrie in der durch Verschlechterung der Leistungen ant die Versicherten Anstalt gearbeitet wird, gemacht worden. Bisher wurden dort nur herabzumindern suchte. Die Bezüge der Aerzte wurden ebenfalls bis Unterstöcke, sogenannte Schüsse, angefertigt. Für diesen Artikel auf ein Minimum beschnitten, worunter natürlich auch wieder die Verwurden in der Anstalt 1,50 M. Arbeitslohn gezahlt. Ein Unter- sicherten zu leiden haben. Als das alles nichts half, verfiel man nehmer, der denselben Artikel von freien Arbeitern anfertigen ließ, darauf, alle Unternehmer mit einer größeren Arbeiterzahl bezahlte dafür 2,30 M., und trotzdem konnte nur ein Wochenverdienst zur Gründung von Betriebskrankenkassen anzuhalten oder sie zu ver von 14-18 M. erzielt werden. Nachdem der bisherige Unternehmer pflichten, den Teil des Deficits, der von ihren Arbeitern der Gedie Fabrikation aufgegeben, hat jetzt die Firma Schmeling u. meindekrankenkasse verursacht wird, zu tragen. Ein Teil der Unternehmer Barta, Rirdorf, Thüringerstr. 18, nach eigner Aussage der ging auf die erstere Forderung ein, so daß es jetzt in Nürnberg Firmeninhaber, dort eine Anzahl Arbeiter gekauft". In welcher eine Menge von Krankenkassen giebt, von denen jede einen Weise die unglücklichen Anstaltsinfaffen ausgebeutet werden sollen, besonderen Verwaltungsapparat erfordert; der andre Teil der dafür folgendes Beispiel: Am Montag dieser Woche wurde für diese Fabrikanten zog es vor, an dem Deficit zu participieren, Firma begonnen zu arbeiten. Sie entlohnt eine Arbeit in ihrem aber selbstverständlich wird der auf sie entfallende Betrag Betriebe mit 1,50 M., in der Anstalt mit 0,60 M. Wenn derartige auf die Arbeiter abgeladen. Vor wenigen Monaten nun Abzüge gemacht werden, stellt sich der Artikel 50-75 Pf. im Arbeits- wurde von den Arbeitern wiederum der Antrag auf Erlohn billiger, wie der der Konkurrenz. Tadurch wird eine bisher richtung einer allgemeinen Orts Krankenkasse geftelt, bom beispiellose Schmutz- und Schleuderkonkurrenz großgezogen. Eine Magistrat aber unter den fadenscheinigsten Gründen aberIndustrie, in der 500-600 Arbeiter allein in Berlin beschäftigt male abgelehnt. Auf die dagegen erhobene Beschwerde hin hat Wegen Ungehorsam gegen die Anordnungen eines Gendarmen werden, wird durch eine derartige Fabrikationsweise an den Rand jetzt die mittelfränkische Regierung angeordnet, daß der Magistrat hatten sich im Tilsiter Streife 37 Genossen vor dem Amtsgericht des Abgrundes gebracht. eine Abstimmung unter den Beteiligten zu veranstalten habe, ob in Heinrichswalde am 1. Oktober zu verantworten. Diese Genossen So sieht man, wie ein an sich humanes Unternehmen in der sie eine Orts- Krankenkasse wollen. Das freisinnige Stadtbätersollen am 15. Februar dieses Jahres in Neukirch eine„ Versammlung" bürgerlich- tapitalistischen Gesellschaft zum Schaden der Arbeiter aus- Kollegium wird nun die Sache wieder ungeheuer schlaut arrangieren, abgehalten haben, die sie nicht bei der Polizei angemeldet hatten. schlagen kann. Selbstverständlich werden die im Holzarbeiter- um die Arbeiter trotzdem um ihre Orts- Krankenkasse zu bringen. Ein Gendarm, der zufällig hinzukam, versuchte die Versammlung Verbande organisierten Stockarbeiter den Kampf gegen die Firma Das wurde schon vor zehn Jahren einmal gemacht. Man berechnete aufzulösen, und hierbei sollen die Genossen un gehorsam Schmeling u. Barta in voller Schärfe aufnehmen, um diese Rücksichts- nämlich auf Grund der Mitgliederlisten der Gemeindekrankenkasse die gewesen sein. Sie sollen die Befehle des Gendarmen nicht aus- lofigkeit der Unternehmer zurückzuweisen. Zahl der in den Betrieben Nürnbergs beschäftigten Arbeiter einschließlich geführt haben. Die 37 Genossen hatten deshalb Strafmandate in der Arbeiterinnen und Lehrlinge und ordnete an, daß jeder, Höhe von 15 bis 50 M. erhalten, gegen die sie natürlich Berufung an einem be= einlegten. Vom Heinrichswalder Amtsgericht wurden 34 Ge- Mittwoch- Versammlung beschlossen, die Sperre über die nicht tarif dort sein" Ja" abzugeben habe. Diejenigen, die nicht abstimmten, Achtung, Glaser! Die organisierten Glaser haben in der der für die Orts- Krantentasse fei, fich stimmten Tage in eines der Wahllokale zu verfügen und nosien freigesprochen, und die Genoffen Mertinstreuen Firmen aufzuheben, gleichzeitig aber der Schlichtungs- Som- wurden einfach als Gegner dieser Versicherungsform gezählt, und Tilfit, Gesebus Neufirch und Hofer Groß- Steisgirren wurden mission aufgegeben, mit den Stommiffionsmitgliedern der Unternehmer jo brachte man natürlich eine glänzende Ablehnung" zu stande. zu je 50 M. Geldstrafe verurteilt. Gegen das Urteil ist natürlich von neuem zu verhandeln. Die Herren haben es aber vorgezogen, So wird Berufung eingelegt worden. man es wahrscheinlich auch jetzt wieder machen, mit Abwesenheit zu glänzen. Es ist nun Pflicht jedes Glasers, in der damit man den Arbeitern teine Rechte einräumen muß, was einem Versammlung, welche am Sonnabend in den Induſtriesälen statt richtigen Freifinnigen ein Grenel iſt. findet, zu erscheinen. In dieser Versammlung wird über neue Maßnahmen seitens der Gehilfenschaft beraten. Sollte es zum Streit tommen, so seien die Bauhandwerker auf die Annonce am Dienstag aufmerksam gemacht. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " 1 " Deutfches Reich. Sönnte man übrigens dieses wunderbare Abstimmungsverfahren nicht auch sonst bei Wahlen der Sache der heiligen Ordnung dienstbar machen? Das wäre doch mal ein fruchtbarer Gedanke! " 25 Jahre Todesursachen- Statistit. In dem soeben erschienenen dritten Vierteljahrsheft zur Statistik darunter Unterleibstyphus, gastrischem u. NervenHeber " Flecktyphus Im Jahrfünft Im ersteren Jahrfünft 1877/81 1897/1901 also mal so viel Ein socialdemokratischer Bauernschinder." Unter dieser anmutigen Spizmarte erschien während der letzten Reichstags- Wahlbetwegung in dem antisemitischen„ D. Volksbl." in München ein Artikel, in dem fürchterliche Räubergeschichten von unserm Genoffen, dem bayrischen Landtags- Abgeordneten Dr. v. Haller, erzählt wurden. Dieser spiele sich in seiner am Ammersee gelegenen Befizung als den feudalen Herrn auf, der den hartköpfigen Bauern Borzellanarbeiter, Achtung! Wieder stehen die organisierten flar machen werde, welcher Unterschied zwischen ihm, dem hoch- Porzellanarbeiter einem recht schneidigen Vernichter ihres Verbandes mögenden Herrn, und den einfachen Landlenten bestehe. Haller gegenüber und der Kampf, der sich infolge dessen bereits entſponnen des Deutschen Reichs, 1903, befindet sich ein von vier Tafeln mit chikaniere die Bauern, verbiete ihnen die Benutzung eines hat, droht ein überaus heftiger und hartnäckiger zu werden. fiber seine Grundstücke führenden Weges usw. Genosse aller Schlierbach, einem kleineren hessischen Orte bei Wächters- bearbeitet auf Grund der Veröffentlichungen des kaiserlichen Gestrengte gegen den Herausgeber des„ D. Voltsblattes", den ba ch, befindet sich die Steingutfabrik des Fürsten von Nienburg- sundheitsamts und des kaiserlichen statistischen Amts. Er behandelt Redakteur Wenng, Beleidigungsklage an, die am Donnerstag vor Büdingen, deren leitender Direktor ein Dr. Ehrlich, früher an der die Sterblichkeit in den deutschen Orten mit mehr als 15 000 Gindem Schöffengericht in München verhandelt wurde und deren Aus- Union" in Berlin bedienstet, ist. Während in den früheren Jahren wohnern in dem Zeitraum 1877 bis 1901. Diese Städte hatten gang wir schon gestern kurz meldeten. Wenng versuchte den Wahr- die Arbeitsverhältnisse in der genannten Fabrik nur gute zu nennen 1877 7,3 Millionen, 1901 aber 17,5 Millionen Einwohner. heitsbeweis anzutreten, der ihm indessen geradezu kläglich mißlang. waren, änderte sich das für die Arbeiter sofort, als vor etwas mehr In den deutschen Orten mit 15 000 und mehr Einwohnern Er wurde wegen zweier Vergehen der Beleidigung zu 80 M. Geld- wie einem Jahre Dr. Ehrlich den Direktorposten bortselbst über- starben danach auf 100 000 Einwohner jährlich: strafe verurteilt. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt, nahm. Besonders der Umstand, daß die meisten Schlierbacher Porder Kläger habe sich völlig forrett und einwandfrei benommen, zellanarbeiter dem Berliner Porzellanarbeiter- Verband- im Gegenweshalb die gegen ihn erhobenen Vorwürfe unberechtigt seien. Für satz zum Magdeburger Dreher- Verband( Hirsch- Dunckerscher RichWenng fiel ftrafmildernd ins Gewicht, daß er falsche Informationen tung) angehörten, veranlaßte den neuen Direktor zum Vorgehen überhaupt erhalten hatte. gegen die organisierten Arbeiter. Mit Versprechungen und Drohungen wollte man die Arbeiter zur Preisgabe ihres Verbandes überreden. an Bocken Schon in der Wahlbewegung zur Reichstagswahl that Dr. Ehrlich sein möglichstes, um mit der politischen zugleich auch der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung Abbruch zu thun. Es gelang jedoch nicht. Die Zahlstelle in Schlierbach blieb nach wie vor eine der stärksten im Streif und Aussperrung der Metallarbeiter. Verbande, ja sie wuchs noch zusehends." Während dessen gingen die Nachdem gestern die erste Unterstützung an die Ausgesperrten Angriffe Dr. Ehrlichs auf den Verband weiter und als vor kurzem ausgezahlt worden ist, hat sich nunmehr auch die genaue Zahl der einige wegen Umbaues in der Fabrik gekündigt gewesenen Arbeiter selben feststellen lassen. Ausgesperrt sind demnach ins wieder eingestellt werden sollten, schloß der Direktor einen Arbeiter, gesamt, einschließlich der unorganisierten, 2483 Ar- den er der„ Heßerei" im Verbandsinteresse beschuldigte, von der beiter und Arbeiterinnen. Nicht mit eingerechnet sind in diese Wiedereinstellung aus, d. h. der Direktor machte dieselbe von dem Austritt des Betreffenden aus dem Verbande abhängig. Das schlug Bahl natürlich die Streitenden sowie die ca. 500 Arbeiter, die im dem Faß den Boden aus. Der größte Teil der Arbeiter erklärte sich Laufe dieser Woche bereits wieder angefangen haben, weil deren niit dem Ausgeschloffenen solidarisch und da troh vielfacher BeArbeitgeber sich nicht weiter an der Aussperrung beteiligen wollten. Dies mühungen der Arbeiter der Direktor Ehrlich und der derzeitige sei festgestellt gegenüber den univahren Angaben gewisser Scharf- Fürst Friedrich Wilhelm eine gütliche Einigung nicht zu stande kommen macherblätter, die augenscheinlich ein Interesse daran haben, ließen, legten 305 Arbeiter, barunter 31 weibliche, die Arbeit nieder. die Aussperung umfangreicher erscheinen zu Iaffen, als Es verließen die Arbeit, auf Grund des Paragraphen 124 Ziffer 4 fie es in Wirklichkeit ist. Wurde doch von jener Seite der Gewerbe- Ordnung, sofort 72 Arbeiter, die übrigen hören am die Zahl der Ausgesperrten auf 9000 bis 10 000 angegeben. 10. Oftober auf. Der Kampf wird vom Direktor Ehrlich zu einer Da auch der Metallarbeiter- Verband anfangs einen erheblich größeren Machtfrage gestempelt; denn in einer drei Seiten umfassenden Erflärung" in dem Unternehmerorgan Sprechfaal" zeigte der GeUmfang der Aussperrung erwartet hatte, so war seinerseits von vorn- nannte, daß es ihm vor allen Dingen darum zu thun ist, die feigent Junge benutzte die Gelegenheit und schwänzte mehrmals die Schule. herein die auszuzahlende wöchentliche Unterstützungsfumme auf socialdemokratischen Heber" nieder zu zwingen und die alte in der ea. 80 000 Mark veranschlagt worden. Dieser Betrag wird jetzt Fabrit seit langem beliebten Schlamperei" durch neuen Blutzufluß, aber bei weitem nicht erreicht, wodurch der Verband in die Lage den der Herr Doktor aus den Reihen der Unorganisierten und Hirsch versetzt ist, die Aussperrung ohne Schwierigkeit noch eine Anzahl Dunderianer ziehen will, zu ersehen. Von seiten des Verbandes Wochen länger auszuhalten, als es auf Grund der ersten Abschätzungen 305 Arbeiter( weiter arbeiten 96, darunter 48 Lehrlinge) find ist der Stampf frohen Mutes aufgenommen worden. Sämtliche zu erwarten stand. In der gestrigen Streifversammlung der Metallbrüder organisiert. Möge jeder Porzellanarbeiter den 3u wurde folgender Antrag der Lohnkommission einstimmig angenommen: 3 ug nach Schlierbach vermeiden! für Husland. " " Bersonen 26,78 20,46 1,3 mal 1,5 0,04 87,5 43,6 10,4 4,2 " 2,6 0,08 43,3 " " Kindbettfieber 14,4 5,1 2,8 " " Masern und Röteln 27,6 21,8 1,3 " " Diphtherie und Bräune 99,8 31,1 3,2 " akut. Erkrankungen der Atmungsorgane ein schließlich Kenchhusten 308,6 258,5 1,2 " " Lungenschwindsucht . 357,7 218,7 1,6 in d. Gesamtheit der in " dieser Statistit nicht namentlich aufgeführten Krankheiten.... 1426,7 1129,8 23832 1,3 als in dem letzten Jahrfünft 1897/1901. Wegen unentschuldigter Schulverfäumnis ihres Sohnes war die Arbeiterin Th. angeklagt worden. Ihr Mann ist im Zuchthaus und fie mußte, um sich und ihr sind fümmerlich durchzubringen, schon vor dem Beginn der Schulstunden die Wohnung verlassen. Der Frau Th. wurde in zweiter Instanz vom Landgericht Halberstadt zu einer Geldstrafe von einer Mark verurteilt, indem das Landgericht 1 M. für die geringste zulässige Strafe erachtete, obwohl die in Betracht kommende Regierungs- Polizeiverordnung 50 Pf. als all liege an sich hier recht milde. Eine Freisprechung könne aber niedrigste Strafe festsetzt. Begründend wurde noch ausgeführt: Der nicht erfolgen; wenn Frau Th. so früh weg mußte, dann hätte sie eben dafür sorgen müssen, daß sich irgend jemand darum bekümmerte, daß der Junge zur Schule ging. Das Kammergericht als Revisionsinstanz hob die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Es sei ein Irrtum des Landgerichts, daß 1. die zulässig geringste Strafe fei. Wenn die Regierungs- Verordnung Die streifenden Berliner Drücker verpflichten sich, so lange der Streit dauert, Berlin nicht zu verlassen und in der Proving Das Ende des Genfer Maurerstreits. Wie aus Genf gemeldet feine Arbeit anzunehmen." wird, ist der Maurerstreit nach fast vierteljähriger Dauer und nach Dieser Beschluß wurde deswegen gefaßt, weil von verschiedenen dem er so gut wie versumpft schien, nun doch noch mit einem Erfolg Seiten versucht wird, außerhalb Berlins Streitarbeit an abgeschlossen worden. Die Unternehmerorganisation hat folgenden fertigen zu lassen, und da man dort keine geeigneten Arbeitskräfte Minimaltarif einstimmig angenommen: 54 Cts.( Forderung als Mindeststrafe 50 Bf. festsetze, dann sei das nicht ungesetzlich. Im hat, folche aus den Reihen der Streifenden zu beziehen. der Maurer 55 Cts.) pro Stunde für die Maurer, 42 Cte. übrigen sei die Annahme des Landgerichts bedenklich, daß es fich Diese Versuche sind bis jetzt erfolglos geblieben und die Streifenden( 42 Gts.) 40 die Erdarbeiter, Cts.( 40 Cts.) für nur um ein fortgesetztes Delikt handele. haben selbstverständlich auch gar keine Lust, dabei mitzutvirken, daß die die Handlanger und 30 Cts.( 30 Cts.) für Mörtelträger. Letreffenden Zweige der Metallindustrie aus Berlin verdrängt werden. Ferner wurde beschlossen, daß Bauunternehmer und Maurer- Die Bekämpfung der Wurmkrankheit wird einen Punkt des ProUebrigens wird von den Kollegen in der Proving felbft streng darauf poliere teine Arbeiterpensionen mehr halten dürfen, die Lohnzahlung gramms der Verhandlungen des britischen Bergarbeiterbundes bilden, geachtet, daß keinerlei Streifarbeit gemacht wird. Im Stand der alle 14 Tage und zwar am Freitag zu erfolgen hat. Wären diese der gegenwärtig in Glasgow tagt. Die Krankheit, die bekanntlich Bewegung ist auch jetzt noch keine wesentliche Veränderung eingetreten. Konzeffionen am 20. Juli gemacht worden, so hätte es den viertel- unter den deutschen Bergleuten, namentlich in Westfalen, sehr ver Mehrere Arbeitgeber haben in letzter Zeit an einzelne ihrer Aus- jährigen Streit nicht gegeben, der gewiß alle Beteiligten schwer breitet ist, hat auch in den englischen Bergwerken in der legten Zeit gesperrten geschrieben, fie möchten wieder zur Arbeit kommen. Es geschädigt hat. Bemerkenswert ist noch, daß zum erstenmal in besorgniserregender Weise um sich gegriffen, besonders in den liegt für die betreffenden Arbeiter kein Grund vor, dieser Aufforderung seit Jahren dieser Streit ohne Militäraufgebot verlief, Minen von Dalcoath und Camborne( Cornwall). Die Krankheit nicht Folge zu leisten. Nur die Streitenden gehen unter feinen Unt- aweifellos eine Folge der beim Generalstreik vom Oktober trat in Cornwall zum erstenmal vor sechs Monaten auf. ständen wieder in den Betrieb, bevor nicht der Tarifvertrag unter- 1902 erlebten massenhaften Dienstverweigerung der proleschriftlich anerkannt ist. Es zeigte sich im Verlauf der Versamm tarischen Wehrmänner. Dagegen konnte sich die Genfer Regierung, fung, baß bie streitenden Drüder in feiner Weise durch die Dauer bie zu den schlechteſten Regierungen in ganz elveilingen von Letzte Nachrichten und Depeschen. bes Streits wankelmütig geworden sind, sondern in dem Bewußtsein, bersagen, wiederum in frivolster Weise Massenausweisungen daß so wichtige und gründliche Forderungen wohl mit Notwendigkeit streifenden Italienern vorzunehmen, trotzdem die Streifenden gute einen langen Stampf hervorrufen mußten, ebenso wie die Gürtler Disciplin und Ordnung bewahrt hatten. Erfreulich ist, daß die darauf vorbereitet sind, noch wochenlang im Kampfe auszuharren, raffinierte Gaunerei mit den Normallöhnen" nun doch erfolglos zumal da die Kühnemänner alles aufbieten, um die Organisation der geblieben und die Bewegung gegen das raffinierte kapitalistische Arbeiter zu vernichten. Antistreifgeset neuerdings in Fluß gekommen ist und wahrscheinlich einen erfolgreichen Verlauf nehmen wird. Nächste Drückerversammlung am Montag. Sociales. London, 9. Oktober.( W. T. B.) Der Neffe und Erbe des Herzogs von Devonshire, Victor Cavendish, ist zum Finanzfekretär des Schazamts, der Earl of Percy zum Unterstaatssekretär des Auswärtigen ernannt worden. Melbourne, 9. Ditober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die Politiker aller Schattierungen in Australien zollen Chamberlains meisterhafter Behandlung der handelspolitischen Frage Anerkennung. Schmerzhafte Wohlthätigkeit oder Nehmen ist feliger als Geben! Sie wünschen alle, die Bande mit dem Mutterlande zu befestigen Die Differenzen in der Stockfabrik von Schmeling u. und die Wechselbeziehungen im ganzen Reiche zu begünstigen. Barta, über welche unfre Leser bereits durch eine VeröffentTiefgehende Unterschiede jedoch bestehen rücksichtlich der Mittel lichung der zuständigen Branchenkommission des HolzarbeiterEine Korrektur freisinniger Socialpolitik. zur Verwirklichung des Planes. Aeußerungen von leitenden Verbandes in der gestrigen Nummer unterrichtet sind, hat eine eigen- Schon wiederholt haben wir Beispiele von der Hartnädigkeit an- Schutzöllnern weisen darauf hin, daß sie nicht zu matetümliche Vorgeschichte. In Weißensee ist entweder im Anschluß an geführt, mit der der aus freifinnigen Größen bestehende Stadt- riellen Opfern bereit find. Es wird besonders hervor die jüdische Gemeinde oder als selbständiges Unternehmen eine An- magistrat Nürnberg in socialpolitischen Dingen den Unter gehoben, da, wo die Ausdehnung der Manufakturen und das Aufstalt errichtet worden zu dem Zived, arbeits- und eristenzlosen nehmerstandpunkt auf Stoften ber in Nürnberg so zahlreich leben neuer Industrien gefährdet sei, verbiete der Selbstschutz eine Glaubensgenossen eine Unterkunft und Nahrung zu bieten. Soweit vertretenen Arbeiterschaft wahrt. Seit einem vollen Jahrzehnt Herabsetzung der bestehenden Zölle, wenn diese auch für fremdArbeit seitens der Kolonie beschafft werden kann, sind die Insassen sind die Arbeiter bestrebt, eine bessere Strankenversicherungs- Form zu ländische Produkte erhöht werden könnten. Dieses Gefühl wird noch zur Arbeit verpflichtet. Nach dem Statut muß jeder Eintretende erlangen und die Errichtung einer allgemeinen Orts- Krankenkasse dadurch erhöht, daß die australischen Staaten in der Hauptsache von fich für mindestens 13 Wochen verpflichten, aber niemand darf durchzusetzen, aber der Magistrat hält krampfhaft an dem reaktio- den Einnahmen aus den Böllen abhängig seien. länger als 1 Jahr der Anstalt angehören. Die Arbeitszeit ist eine nären Gemeindeversicherungs- System fest, weil er die Unternehmer Shangai, 9. Oktober.( W. T. B.) Der amerikanisch- chinesische 11% stündige mit 2 Stunden Paufen. Die Woche wird 5 Tage ge- fchonen und, was der Hauptgrund für seine Halsstarrigkeit ist, den Handelsvertrag ist gestern mittag, der japanisch- chinesische heute morgen arbeitet, der Sonnabend ist Ruhetag. Der Verein oder die dort Arbeitern das Recht nicht zugestehen will, in ihren Versicherungs- hier unterzeichnet worden. In dem ersteren ist die Deffnung von Arbeit ausführenden Firmen zahlen pro Jufasse 70 Pf. für Soft Angelegenheiten selbst ein Wort mitzureden, twie es bei einer Drts- Mukden und Antung für fremden Handel, sowie die Einund Logis an die Anstalt. Es wird ein Arbeitspensum festgesetzt, Krankenkasse der Fall wäre. Wiederholte Gesuche dieser Art wurden ab- räumung von internationalen Niederlassungen zugestanden. Der und soll der Betrag der Arbeit, welcher mehr geleistet wird, den gelehnt, obwohl die Gemeinde- Krankenkasse dem Stadtfäckel jährlich Umfang der Niederlassungen wird durch besondere Vereinbarungen Arbeitern gespart und beim Austritt aus der Anstalt ihnen aus eine Ausgabe von über 100 000 m. verursacht. Soviel beträgt zwischen Amerika und China festgesetzt werden. Bantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 3 Beilagen. 150 il hudega is of Br. 237. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 10. Oktober 1903. Die„ Zukunft" " " " austauschten, mit Fug als intim zu bezeichnen sind. Dieselbe Auf- er für Bismarck schwärme, dem er sich dann schlankiveg verkauft" forderung richtete ich an die Herren Bernhard, Braun, Göhre. Wenn hat. Weil Mehring diese Thatsache erfuhr, hat er die Aufforderung, ich in der Notwehr Briefstellen veröffentliche, heißt es in dem Lager, für die Zukunft" zu schreiben,„ von vornherein abgelehnt" und bald beendigt in ihrer lesten Nummer die Auseinandersehungen Hardens wo die politische Verwertung eines von Miquel als Student an Mary danach auf jeden persönlichen Verkehr mit Herrn Harden verzichtet". über den Dresdener Parteitag. Wir drucken auch diesen Artikel geschriebenen Briefes wie eine Heldenleistung gefeiert wurde: Das( An diese unsauberen Lügen sind hier schon am 4. März 1899 sine unter Streichung einiger Wiederholungen zur Information nach thut fein Sittsamer. Wenn ich gesprochene Worte anführe, werden sie ab- ira( in aller Ruhe) mit Mehrings eignen Worten, widerlegt worden; stehend ab: geleugnet. Dieses Gebahren ekelt mich nachgerade an. Jedes hier über thut nichts: nach vier Jahren, meint er, sind sie wieder so gut wie Bevor ich zum Genossen Bebel zurückkehre, muß ich über die die vier Genossen gesagte Wort ist wahr; und ich könnte, wäre ich neu.) Die Zukunft" ist ein„ Klatschblatt", dessen Hauptaufgabe in Rechtfertigungsversuche der vier öffentlich von mir der Unwahr- grausam und rachsüchtig, noch mehr über einzelne von ihnen sagen. Der Verleumdung der Socialdemokratie besteht, und„ Ehren- Harden, haftigkeit angeklagten Genossen ein paar Worte sagen. Genosse Wollen sie die Wahrheit meiner Darstellung bestreiten, dann sollen der auch nicht über die einfachste politische Frage das einfachste Bernhard bestritt keinen irgendwie wesentlichen Punkt der Anklage fie den Ort aufsuchen, wo der Eid das Gedächtnis schärft und die fachliche Wort zu sagen weiß"( dessen recht jugendliche Apostataund führte als mildernden Umstand mur an, er sei in Dresden Zeugnispflicht feige Zungen zum Reden zwingt. Thun sie es nicht: Bücher von Ehren- Mehring aber 1892 als glänzende litterarische " bestürzt" gewesen und habe nicht die Möglichkeit gefunden, auszu- zur Entschleierung kollusorischer Versuche fehlt mir nun endlich der Produktionen, als die Erzeugnisse eines tiefen und tapferen socialen sprechen, was er über mich und meine Wochenschrift auf dem Herzen Raum und die Zeit. Instinktes außerordentlich hoch geschäßt" wurden), ist sogar von der hatte. Das Bewußtsein solcher Verschuldung- die gerade er eignem Der Abgeordnete Heine hat im Vorwärts" erzählt, er habe von Hyperkonservativen Kreuz- Beitung", der er sich„ anbiedern" wollte, Wollen, nicht den Umständen zuzuschreiben hatte hielt ihn aber einem Brief, den er mir am 11. September 1903 aus Tegernsee hinausgeworfen worden.( Natürlich habe ich zur Kreuz- Beitung" nicht von dem unanständigen Versuch ab, mich in Nebenpunkten der schrieb( und den er, mit Weglaffung aller Intimität verratenden nie auch nur die losesten Beziehungen gehabt oder gesucht.) Und Citate aus meinen Artikeln, wie der gewissenloseste wurde, daß mein Entschluß ihn, wider seinen Wunsch, veranlaßt Er hat politisch und persönlich wichtigere Briefe nicht kopiert, tros- spanische Prokurator sie nicht gegen einen Dynamitanarchisten dem hatte, in der Parteitagswoche hier keinen Artikel zu veröffentlichen; dem ers in Berlin, neben seinem Anwaltsbureau, bequemer gehabt Gerichtshofe vorlegen würde. Dann der Notschrei:„ Es ist mir unund ferner, daß ich ihm schon im August geraten hatte, die Mit- hätte. Und jetzt, im Gebirge, in der Hochstimmung eines von möglich, den schmußigen Blödsinn noch weiter abzuschreiben." Der arbeit an der" Zukunft", um in der Partei Ruhe zu haben, so Sonnenglanz und Mondschein Beglückten, plagt er sich mit Ab- Artikel, der in diesem wackeren Socialdemokraten so starke Unluftschnell wie möglich aufzugeben und sich eine eigne Finanz- Wochenschreiberei? Mir war diese Mitteilung ungemein wertvoll, weil sie gefühle wedte, verteidigte die Socialdemokratie gegen die Breslauer fchrift zu gründen, für deren erste und schwerste Lebenszeit ich ihm das letzte Rätsel dieser politischen Tragikomödie lösen half. Der Nede des Kaisers und enthielt, neben andren, die jeden Genossen die Geschäftsräume und den gesamten Apparat meines Verlages Tegernseer Brief hatte im Meritorischen( wie die östreichische freuen mußten, die Säße:„ Die Socialdemokratie gehört zu unentgeltlich zur Verfügung stellte. Dieses Unerbieten beglückte ihn Amtssprache fagt) einen gegen den früherer Briefe völlig ver- den Dingen, die man erfinden müßte, wenn sie nicht schon damals." Dann kann ich's machen," rief er, der vorher über Mangel änderten Ton; als ich ihn gelesen hatte, sagte ich zu einem bestünden. Ihrer fleinen, unsichtbaren Drillarbeit, die den an Kapital gestöhnt hatte, und bat seine Gattin ins Zimmer, um Freund:" Heine wird in Dresden nicht für mich sprechen". Ende Ehrgeiz spornt und dem Leben der Aermsten selbst, der ins ihr Hardens fabelhafte Liebenswürdigkeit" mitzuteilen. Was August hatte er mir geschrieben, er werde in die Debatte über die Joch geistlos monotoner Arbeit Gespannten einen Inhalt giebt, ist er vier Wochen danach in Dresden that und unterließ," Zukunft" eingreifen. Ein paar Tage danach hatte er seinem Genossen zum großen Teil der angestaunte Fortschritt der deutschen habe ich vor vierzehn Tagen erzählt. Genosse Braun, der, nebst und Klienten Bernhard ein Plaidoyer für die Zukunft" vorgetragen, Industrie zu danken; und der besonderen Art ihrer Agitation die seiner Frau, in materiellen und litterarischen Fährnissen eines wirt von dem dieser Genosse mir sagte: Wenn Heine die Rede in Ruhe, die seit einem Halbjahrhundert in Deutschland herrscht. schaftlich nicht nur der Philistermoral widersprechenden Lebens jahre- Dresden wirklich hält, werden Sie sich sehr über ihn freuen". Jezt Der wütendste Bourgeois müßte zugeben, daß keine uns bekannte lang von mir Hilfe erbeten und erhalten hatte, fand es jetzt unter schrieb er plötzlich:" Ich habe den Wunsch, möglichst wenig in die politische Organisation je einer Klaffe so schnell und so wesentlich seiner Würde", auf meine Anflage präcis zu erwidern, und glaubte, Debatte einzugreifen." Dazu allerlei bisher nie auch nur angedeutete genügt hat wie den deutschen Arbeitern die Socialdemokratie." Nach durch groben und gröbsten Schimpf seine Sache bessern zu können. Vorbehalte. Natürlich traue er mir nicht„ ehrenrührige Beweggründe" folchen Proben wird der Leser begreifen, warum der Fall Mehring Keine Silbe des in den beiden letzten Heften über ihn Gesagten ist ent- zu; natürlich müsse der Wahrheit gemäß hervorgehoben werden, mir in den Berufskreis des Psychiaters zu gehören scheint; nur ein kräftet worden, konnte entkräftet werden. Doch er stand auf verlorenem daß Sie sich über die Bedeutung der Socialdemokratie für die Mensch, dessen Geistesthätigkeit frankhaft gestört ist, kann so tindische Posten, wurde von den eignen Parteigenossen mit Ausdrücken tiefster Ber- Arbeiter auch anerkennend ausgesprochen haben."( Natürlich wurde in Fälschung wagen. Einerlei. In Dresden, dachte ich, wird man achtung überschüttet: und so mag man ihm die traurige Taktik verzeihen. Dresden weder das eine noch das andre hervorgehoben.) Aber was über den Armen auslachen. Da sißen auch außer den Bernhard, Braun, Unverzeihlich aber war und ist das Verhalten des Genossen Göhre. Rußland und über die Socialdemokratie in der Zukunft" gestanden Göhre, Heine ja noch Leute, die seit Jahren die Zukunft" Er, der vor ein paar Jahren noch das Evangelium von der Kanzel habe, sei nicht zu rechtfertigen; auch habe er schon im Winter einmal fennen, und andre, die eigne wehe Erfahrung gelehrt hat, daß man herab verkündet hatte, griff nun nach den schäbigsten Mitteln die Absicht gehabt, sich mit mir über die Form meiner Polemit aus- solcher Citatensammlung, die den Köller weit überföllert, nicht journalistischer Troßknechte. Silbenstecherei und Schimpfwörter sollten zusprechen, und hoffe, dazu noch Gelegenheit zu finden. Diesen Satz trauen dürfe. Da wird man die Sache einfach komisch finden. den Thatbestand verdunkeln: daß Genosse Göhre Stimmung und läßt er, ohne eine Lücke im Brief anzudeuten, beim Abdruck fort. Komisch, daß die Liebe zu Bismarck wie die ärgste Todsünde von Beschluß seines Parteivorstandes tannte, als er seinen Artikel in Warum? Weil dieser Saz an einem Bunft die Unwahrhaftigkeit seiner einem Mehring verdammt wird, der als sechsunddreißigjähriger Mann, der" Zukunft" veröffentlichte, und daß er in seiner Erklärung vom Dresdener Rede bewiesen hätte, in der es hieß:" Ich habe Harden aus- nachdem er schon einmal Socialdemokrat gewesen war, schwärmend 20. April 1903 wissentlich unwahres behauptet, in seiner Dresdener gesprochen, daß ich seinen persönlich- gehässigen Ton auf das schärfste den genialen Staatsmann Bismard" gerühmt hat. Daß Liebknecht Rede wissentlich wahres verschwiegen hat. Auch andre Lüge wurde mißbillige." Aus dem Tegernseer Brief, der eintraf, als die von Heine und Bebel gegen satirische Kritik von einem Manne verteidigt werden ihm nachgewiesen. Das hinderte ihn, als er sich zum Verzicht telegraphisch erbetenen Briefe schon nach Dresden abgeschickt sein sollten, der Bebels Bauernkriegsgeschichte eben so albern wie anmaßauf sein Reichstags- Mandat gezwungen fah, nicht, wider besseres mußten, wußte ich also, daß der Rechtsanwalt sich jedenfalls nicht lich" genannt und von Liebknecht gefagt hat, er fei geiftig entartet", Wiffen die Behauptung aufzustellen, er habe meine Verdächti- in die Schußlinie stellen werde. Die Gründe solcher Zurückhaltung schütze die infamste Korruption", habe die Massen entsittlicht gungen als Fälschungen entlarvt". Nicht Berdächtigungen, sondern fonnte ich nur ahnen. Jetzt tenne ich sie. In oder bei Tegernsee und greife im Kampf nach den gemeinsten Verleumdungen". Daß erweislich wahre Thatsachen hatte ich gegen ihn vorgebracht; und ist Genoffe Heine, vielleicht nicht ohne fremde Nachhilfe, zu der Ein- jedes Spottwort über die längst zur Großmacht erwachsene Partei trotz vielfachen Bemühungen ist es ihm nicht gelungen, eine meiner ficht gelangt, daß die Vernichtung Mehrings viel wichtiger fei als als fluchwürdiges Verbrechen von einem Manne denunziert wird, der Angaben in ihrer Beweiskraft zu erschüttern. Schade, daß der Mann, die Verteidigung Hardens und daß, wer Mehring an den Leib wolle, in der Zeit higigster Socialistenverfolgung schreiben und drucken den einst so frohe Hoffnung empfing, dem Kampf um politische Macht sich vor dem Verdacht schützen müsse, mit Harden intim zu sein. In laffen konnte:" Unter den unermeßlich reichen Gaben, mit welchen nicht fern blieb der sittliche Wille war in ihm schwächer als der oder bei Tegernsee hat ein fühler Schlaufopf ungefähr so gesprochen: das unvergleichliche Jahr 1870 unser Vaterland begnadete, war Ehrgeiz, der starte Versucher. Slüger als die Drei handelte Bebel tobt gegen uns, hat die unbarmherzigste Abrechnung in Aus- nicht die geringste die gänzliche Berschmetterung der deutschen Genosse Heine. Ehe noch die Anklage gegen ihn erschienen sicht gestellt und möchte uns am liebsten aus dem Parteiverbande Socialdemokratie". Und: Und: Die Fabritinspektoren schildern überwar, veröffentlichte er im Vorwärts" eine lange Schutz- drängen. Das ist, bei der durch Bernsteins Präsidialthorheit be- einstimmend die Arbeiter in allen Gegenden, die ergiebige Werbepläße der schrift. Zweck: die Wirkung zu mindern, die in feiner wirkten Erregung, nicht ungefährlich. Unsren August kennen wir ja Socialdemokratie waren, als ein dumpfes, träges, jeder thatkräftigen Partei die Enthüllung der Thatsache haben mußte, daß er den geld- aber nicht seit gestern: wenn er sich einmal nach Herzensluft aus- Selbsthilfe unfähiges Geschlecht". Und endlich:" Die socialdemo zug gegen den Genossen Mehring als Stratege geleitet hatte. Jeder getobt hat, wird er ruhig und läßt mit sich reden. Wir sind ge- fratifche Agitation war ein fühl berechneter Versuch schlauer Dema halbwegs erfahrene Verteidiger rät dem Angeklagten, belastende borgen, wenn er den heißesten Born gegen die" Butunft" aus- gogen, die bestehende Ordnung der Dinge gewaltsam umzustürzen. Momente, die in der nächsten Stunde der Betveisaufnahme ans Licht wettert. Wahrscheinlich tritt er dann furioso für Mehring Sich hiergegen zur Wehr zu sehen, die Waffe zu zerbrechen, fommen müssen, lieber selbst, als handle sich's um erhebliche Dinge, ein, den er gern als Vertrauensmann im Vorwärts" die nach seinem Herzen gezückt wurde, war nicht nur ein Recht, vorzubringen. Doch die Schutzschrift trug auch das Merkmal hätte"), und ist ein bißchen blamiert, wenn wir Mehrings sondern eine Pflicht des Staates." Wer so nicht als Jüngling, schlechterer Advokatenpragis; sie war nicht von dem Streben nach Briefe auftauchen lassen. Zwei Fliegen würden so mit sondern als ein Mann, der sich früher selbst zur SocialWahrhaftigkeit diftiert, sondern von dem Bemühen, durch große einer Klappe geschlagen: den Mehring wären wir los und demokratie gerechnet, in ihrem Namen fünf Jahre vorher und fleine Entstellungen des Thatbestandes den Gegner ins Unrecht Bebel verlöre an Prestige und müßte sich in der Hauptdebatte gegen Treitschte öffentlich das Mort geführt hatte- wer so über zu fezen. Ich müßte ganze Seiten füllen, wenn ich alle ungenauig- zähmen. Dem Harden aber schreibt man einen diplomatischen Brief, die vom Socialistengeses getnebelte Partei und deren Führer keiten des heinischen Schriftfazes nachweisen wollte. Das ist einst der im schlimmsten Fall später als Rechtfertigung zu benutzen ist. urteilen konnte, hat das Recht verwirkt, selbst dem schlimmsten weilen nicht nötig. Zwei Proben werden genügen. Er sagt( Vor- Auch ist er ein netter Sterl, wirds, wenn ihm alles erklärt ist, nicht Scharfmacher" heute das Schaffot zu errichten. Das, dachte ich, tvärts" Nr. 228):„ Ich schickte die Briefe( Mehrings) mit Dant zurück übelnehmen, wieder gern mit uns zusammenfißen und und unsre würde man auch in Dresden fagen; und das läppische Flugblatt zu In derselben Zeit schrieb ich Herrn Harden einige Zeilen über Strategie lachend loben." So ward es gemacht und ein Ziel wirklich dem Uebrigen legen: zu den Akten der Krankengeschichte Mehrings. eine Theateraufführung und erhielt bald darauf von ihm seine erreicht: Bebels Rede gegen die„ Revisionisten" war, nach den vorauf- Es kam anders. Der berebteste und angesehenfte Führer der SocialBroschüre„ Kampfgenosse Sudermann" mit einer Dedikation". Der gegangenen Wutgewittern, eher zahm als wild und dem Komödien- demokratie sprach, ohne auch nur ein Stündchen an die kritische Brief, den er meint, enthielt erstens die Bitte, ihm Gelegenheit zu spiel" wurde nicht, wie er verheißen hatte, ein Ende mit Schrecken bereitet. Sichtung des Materials zu wenden, alles nach, was der als zuver geben, die so angenehme und anregende Plauderei( mit mir) fort- Die Rechnung hatte aber ein Loch. Die Zukunft" und ihr Heraus- lässig bewährte Genosse Mehring ihm vorgefagt hatte. Sprach? zuspinnen"; zweitens Nachrichten und Grüße von Herrn und Frau geber wurden in Dresden so über alles Erwarten schmählich ver- Brülte, heulte, schrie. Und von den 836 Delegierten fand feiner v. Vollmar; drittens die Aufforderung, über den Geisteszustand eines leumbet und die Genossen Bernhard, Braun, Göhre, Heine zeigten eine Silbe für mich. Ein Gast sogar, der östreichische Genosse seiner Klienten ein litterarisches Gutachten abzugeben; viertens eine sich in ihrer Untreue und unwahrhaftigkeit auch noch so unklug, daß Dr. Adler, der doch triftigen Grund gehabt hätte, zu schweigen, trug spöttische Erwähnung des Herrn Sudermann, die mir den Anlaß ich, wenn ich mir Selbstachtung bewahren wollte, nicht schweigen zu dem Scheiterhaufen schnell noch ein Spähnlein herbei. bot, dem Spötter meine Broschüre zu schicken. Das nennt Heine durfte. Und das Schlußbild war: Bebel triumphans. So gehts in Der Abgeordnete Bebel hält es offenbar für höchst originell, in „ einige Zeilen über eine Theateraufführung." Der Brief ist vom der Politik jedem, der, wider Lamartines Warnung, droht, ohne zu feinen Reden, die ich jetzt betrachten muß, mich stets Herrn Wit6. Februar 1903 datiert; und erst zwei Monate später schickte er schlagen zu können. Mit solchen Mittelchen werden die Vollmarischen towski- Harden" zu nennen. Er wußte nicht, daß ich seit dreizehn endlich die von mir entliehenen Briefe Mehrings zurüd.( Der die nicht viel wirken; sie sollten sich an das Schicksal der Girondisten Jahren den Zeitungslesern tausendmal unter diesem Doppelverspätete Rücksendung entschuldigende Brief, aus dem im vorigen erinnern und fragen, ob Thiers nicht recht hatte, als er schrieb: Tout namen vorgeführt worden bin, in hundert Zeitungen, von der Heft ein Stück abgedruckt wurde, ist nicht, wie dort irrtümlich parti modéré qui veut arrêter un parti violent est dans Staatsbürgerin" bis zum Kleinen Journal". Solche Bezeich stand, am fünfzehnten, sonden am fünften April 1903 ge- un cercle vicieus dont il ne peut jamais sortir( Jebe gemäßigte nung sollte ein bages Mißtrauen gegen mich wecken. Konnte es schrieben). Zweite Probe. Herr Rechtsanwalt Heine citiert Bartei, die eine radikale Partet aufhalten will, dreht sich in einem auch. Wer seinen Namen wechselt, ist, zumal wenn er Wirkung aus dem Gedächtnis, er habe mir( nach der neulich erwähnten Streise, aus dem es kein Entrinnen giebt). Jits aber nicht auf öffentliche Angelegenheiten erstrebt, mit Recht verdächtig; mit Debitation") geschrieben:" Die politische Wahrhaftigkeit zeigt allerliebst, an solchem Zufallsbeispiel zu erkennen, wie Barteitrisen um so größerem Recht, wenn der neue Name deutsch flingt, sich darin, daß man den Mut hat, nicht mehr zu glauben, entstehen, Parteigeschichte gemacht wird? Genosse Mehring fühlt der abgelegte femitischen Beiklang hatte. Gewiß, denkt was man nicht mehr glauben kann, und nicht zu sagen, was das Bedürfnis, mich wieder einmal zu verrufen, und suggerirt seine dann der Leser, hat dieser Streber den Namen gewechselt, um die man nicht mehr sagen kann. Diesen Mut haben Sie bewiesen." Das aberwißige Weisheit dem Genoffen Bebel, der in mir zugleich die Spur jüdischen Ursprungs zu verwischen und sich nicht in die Karriere habe sich, fügt er hinzu, auf meine Haltung in einer sechzehn Jahre foiensassischer Keßerei verdächtigen Genossen Braun und Göhre treffen zu verderben. Das Vorurteil ist begreiflich. Ich habe darunter gezurückliegenden Beit bezogen. Daß ich vor sechzehn Jahren an will. Die sputen sich, jede nähere Beziehung zu Zeitschrift und litten und mußte, so leicht mir eine Widerlegung gewesen wäre, litterarische Thätigkeit noch nicht dachte und meine ersten Apostata- Herausgeber strupellos abzuleugnen, und ihre Hintermänner reiben schweigen, weil eine öffentliche Erörterung dieser Dinge meiner alten Artikel im Sommer 1890 erschienen, mag hingehen, beleuchtet aber die Hände, da Auguft der Schreckliche sich an mir ausrast. Von Mutter argen Schmerz bereitet hätte. Im Frühling habe ich sie verloren; die Genauigkeit heinischer Darstellung. Doch was hat er mir in beiden Seiten wird des Schlechten aber allzu viel gethan und das und darf nun reden. Herr Bebel erzählt, er habe meinen Vater ges Wirklichkeit geschrieben? Das Wesen der politischen Wahrhaftigkeit Endergebnis ist: offener Schimpffrieg aller gegen Alle in der Partei, kannt, einen guten Demokraten, mit dem zu verkehren ihm eine Ehre steckt tiefer, in dem Mut, Notwendiges zu erkennen und zu vertreten, schlimme Schwächung des norddeutschen Fähnleins der nicht gewesen sei; mit dem Sohn zu verkehren, würde er nicht für auch wenn es einem zuwider ist. Es ist wohl nicht nötig, zu sagen, mehr blind an Mary Glaubenden, von denen drei Offiziere schlapp eine Ehre halten. Vielleicht, weil er ihn eben nicht kennt; doch: daß Sie sich diesen Ruhm vindizieren können; vielleicht aber geworden sind, und die Enthüllung eines Mangels an Kohäfion, wie wie es Euch gefällt. Dieselbe Geschichte von Vater und Sohn hat hören Sie es gern auch von jemand, der in sehr wesentlichen er sonst nur an luftförmigen Körpern beobachtet wird, deren Raum- übrigens Knecht Mehring schon mehr als einmal erzählt; auch er Bunkten, vielleicht den wichtigsten der heutigen Tagespolitik, andrer grenzen die Wucht äußeren Druckes bestimmt. Das fonnte fein der will mit meinem Bater intim verkehrt haben. Als Politiker muß ich Meinung als Sie über das Notwendige ist." Genosse Heine hat Bartei fern Lebender wirken. Das hat mit seinem Flugblatt Genoffe fragen, was mit dieser Gegenüberstellung denn eigentlich bezweckt ali falsch citiert und den Sinn seines langen Briefes( vom zehnten Mehring, mit feiner Tegernseer Tattit Genosse Heine vollbracht. werden soll. Einen faßbaren Sinn könnte sie doch nur haben, wenn Februar 1908) bis zur Unkenntlichkeit entstellt; denn dieser Brief Der Inhalt des Flugblattes wurde zuerst in der vom Genossen der Vater ein Märtyrer seiner Ueberzeugung, der Sohn ein Streber lobte nicht meine in ferner Vergangenheit, sondern meine in Mehring redigierten Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht; am wäre, der um jeglichen Preis in die Somme zu kommen sucht. Hier heutiger Tagespolitik" bewiesene Wahrhaftigkeit. Und daß der neunten September 1903. Wenn ich die Absicht gehabt hätte, das liegt die Sache anders. Mein Vater war Kaufmann und hatte nies Bertreter des dritten Reichstags- Wahlkreises mir solches Lob ge- Lügentnäuel sofort zu entwirren, sofort zu entwirren, wäre meine Antwort im mals Gelegenheit, feinem politischen Glauben irgend ein Opfer zu spendet habe, sollte den Parteigenossen verschwiegen werden. Die Heft vom neunzehnten September erschienen, also nach Schluß der bringen. Und mir, dem viermal wegen politischer Vergehen Ve beiden Proben genügen zunächst wohl; ich könnte ihnen manche Barteitags- Debatte über die Zukunft". Das hatte der Pfeudologe straften, über zwölf Monate Eingesperrten, von allen herrschenden andre gesellen, will hier aber heute nur wiederholen, was ich im richtig berechnet. Auch lagen die zur Abwehr der lustigsten Lügen Gewalten Boykottierten, sollte selbst Bebel nicht nachsagen, daß ich " Vorwärts" auf Heines Schriftsat geantwortet habe.( Folgt die im nötigen Briefe, auf Wunsch des Genossen Heine, vom 11. bis zum in die Sonne will und ein der Ueberzeugung zu bringendes Opfer Vorwärts" schon veröffentlichte Zuschrift Hardens.) 20. September in Dresden. Doch ich wollte damals nicht ant- scheue. Ich könnte ihm beweisen, daß ich Versuchungen widerstanden Diefer Replit folgte eine Duplit des angeklagten Rechtsanwalts, worten. Erstens, weil der Verfasser Mehring hieß; zweitens, weil habe, die den Ehrgeiz, die Eitelfeit, die Gewinnsucht locken und die einigermaßen zerknirscht klang, doch an vielen Stellen wieder der ich, seit im Februar die Frage der Mitarbeit an der Zukunft" er- einem Kränkelnden die Gefangenschaft sparen konnten; und bilde Wahrheit ausbog. Das wichtigste Zugeständnis:„ Herr Harden hat örtert wurde, mir vorgenommen hatte, jeden Versuch einer Einwirkung mir nicht ein, auf solche Widerstandskraft stolz sein zu mir in der That niemals den Wunsch zu erkennen gegeben, gegen auf den Beschluß der Partei- Instanzen zu meiden. Ich schwieg also dürfen. Als Sohn muß ich mich freuen, daß mein Vater Mehring vorzugehen; weder hat er mich noch habe ich ihn für irgend auch jetzt; und das Flugblatt wurde in vierhundert Exemplaren im gelobt wird, mags immerhin auf meine Kosten geschehen. welche Intrigue benußen wollen." Die wichtigste Ableugnung: unsre Trianonsaal verteilt. Da lasen die Genossen wundervolle Ich habe ihn nicht gekannt; nicht in gesunden Tagen. Als ich erGespräche seien nicht intim gewesen. Ich fonnte mich mit dem Räubergeschichten. Harden ist Mehring nachgelaufen", hat wuchs, hatte eine schwere Psychose ihn heimgesucht und in meinem Hinweis auf die Thatsache begnügen, daß Heine vorher auch seinen sich für einen Socialdemokraten ausgegeben und verschwiegen, daß Gedächtnis lebt der Unglückliche nur als ein verstörter Geist, der Tag Briefen den Charakter der Intimität abzustreiten versucht hatte, habe und Nacht mit sich selbst laute Zwiegespräche hielt und die Seinen ihn aber öffentlich aufgefordert, mich zu verklagen und sich als beeideten*) Die Andeutung, die hier Harden dem„ Schlaufopf" in den mit graufigen Wahnvorstellungen quälte. Genug... Der leichtfertige Zeugen vernehmen zu lassen; ich wolle auf das Rechtsmittel der Mund legt, daß Bebel beabsichtigt hätte, Mehring als seinen Ver- Verleumder, der mich zwingt, hier meine Scham zu entblößen, kann Widerklage verzichten und noch zwei oder drei andre Zeugen vor- trauensmann in den Vorwärts" zu bringen, bezeichnet uns Bebel mich nicht zwingen, diese unjäglich traurigen Zustände bis ins einzelne raden: Bann werde festzustellen sein, ob die Mitteilungen, die wir selbst als kompletten Blödsinn". Red. des„ Vorwärts". zu schildern. Wer sie ahnen will, lese, was Hebbel am 18. September " " " " " 17 " " -1888 in fein Tagebuch schrieb. Meine arme Mutter fah sich durch die Verehrer weniger schweigsam wären; brauchte an den Bebelquark| gekommen sei, erhielt ich in einem sehr höflichen Brief die Antwort: Gründe, die auch das Gesetz als zur Lösung des Ehebindes aus höchstens zehn Zeilen zu wenden, wenn im Trianonsaal ein einziger es fei nicht zu vermeiden, daß bei vorkommenden Meinungs reichend erkannte, genötigt, das Haus zu verlassen, in dem sie 30 Jahre Tapferer gefagt hätte, was Pflicht ihm zu sagen gebot. Das geschah nicht. verschiedenheiten beide Herren sich auch öffentlich divergierend aus lang nur ihrem Mann und den Kindern gelebt hatte. Ich blieb, ein Das geschieht mir nie. Und so ist's nach Jahren schuftiger, faum fprechen"; und der frühere Kanzler könne den Verdacht nicht zu Knabe, der keine Kindheit, keinen Strahl alltäglicher Kinderfroheit durch ein vernehmbares Bufallswörtchen farger Anerkennung unter- laffen, daß er die Aufreizung der Befizloſen gegen die Be gekannt hatte, beim Vater, mußte mindestens bis zur Ehescheidung brochener Heze dahin gekommen, daß Herr Bebel vor Millionen fitzenden, der Arbeiter gegen die Unternehmer billige" bei ihm bleiben, in dem und für den feine Stimme gemeinsamen sprechen durfte:„ Herr Harden hat die Vergangenheit gewisser einzelnen meiner Artikel zu Tage getreten sei". Stiefels Fühlens sprach. Eine entsetzliche Zeit, der ich entlief: zur Mutter. Mädchen." Ich weiß nicht, was er damit meinen kann, meinen lecker, nicht war? Am 16. März 1895 besprach ich hier das Inter Wurde zurückgeholt und, trotz den Bitten des Gymnasialdirektors, tönnte. Ich bringe heute nicht einmal mehr Born gegen den eis mezzo und sagte:„ Ich werde der Thatsache, daß ich in socialdemo der den blutjungen Primus der Sekunda bis zum Beginn der grauen Tribunen auf, den dieses Wort mehr schändet als mich. Doch fratischen Blättern ein Stipendiat der Schönhauſener Stiftung und Studentenjahre fortbilden wollte, in ein Kaufmannsgeschäft gesteckt. ähnliches hat er ja immer gelesen. In den größten, schnusigsten, ein Bravo von Friedrichsruh genannt und in einem bismärckischen Das war das Letzte. Ich lief davon. Mit zwei, drei Thalern in also vornehmsten Zeitungen. Und niemand hat widersprochen. Und Blatt als Socialdemokrat denunziert werde, die tröstende Gewißheit der Tasche, ohne warmen Rod, omnia mea mecum portans die heldenhaften Genossen haben den Verkehr mit mir, den sie Jahre entnehmen, daß mein Bemühen, zugleich der großen Persönlichkeit ( meine ganze Habe mit mir tragend). Acht Tage, acht Nächte lang suchten, ja wirklich wie den Umgang mit gewissen Mädchen Bismarcks und dem lebenskräftigen Kern der socialen Reformgedanken obdachlos int Berlin. Vier, fünf Stunden bei einer verhehlt. gerecht zu werden, nicht ganz erfolglos geblieben ist." Ein Jahr Tasse Kaffee im heißen Raum. Dann schickte ein Wintelagent den Ich vermute, daß Sankt Augustinus mit seinem Schimpf sagen lang und länger stockte aller Verkehr. Die Umsturzvorlage war ge noch nicht vierzehnjährigen Knaben zu einer jämmerlichen Schauspiel- wollte, ich hätte Bismarck als ein Prostituierter gedient. Denn Bismarck, kommen. Herr von Stumm schrieb mir, Herr von Köller ließ mir gesellschaft. Theater: Das bedeutete mir Freiheit, des Freisten sogar, sprach er, habe mich eingefangen, weil ich witterte, daß Hunderttausende durch seinen Adjutanten sagen, sie wüßten genau, daß Bismarck und obendrein Kunst. Den Knabenwahn, der mich in Planwagen an ihm zu verdienen seien. Bismard hat mir„ Artikel diftiert";" und meine socialpolitische Haltung im höchsten Grade mißbillige. Das und als Passagier vierter Klasse ein Jahr lang durch allerlei Land- wenn er nicht gestorben wäre, schriebe er heute noch für die Zukunft". wußte ich auch; und konnte es leider nicht ändern. Gut, sprach städtchen trieb, habe ich mit meiner Gesundheit tener bezahlt. War Merkwürdig. Anno 1890 gab's in Deutschland doch viele Zeit der Adjutant: dann wird der Fürst sich öffentlich schroff von aber felig. Da der Vater mich durch die Polizei suchen ließ, hatte schriften und Zeitungen, gab's, auch wohl nach Bebels Ansicht, doch Ihnen lossagen. Das würde mir weh thun; meine politischen ich, der lieber untergehen als heimgeschleppt werden wollte, den manchen vorurteillosen Verlagsgeschäftsmann: fein einziger aber kam Artikel aber sollten nie mehr sein als der Ausdruck persön Namen angenommen, den ich seitdem trage; für eine Weile war ich auf den Gedanken, an dem gestürzten Kanzler sei ein großes Stück lichen Wollens; und lossagen kann man sich nur von einem so geborgen, denn mit wandernden Komödianten nimmt's die Melde- Geld zu verdienen. Vielleicht glaubten sie, was täglich in social- zur Gefolgschaft Verpflichteten. So weit tam's nicht. Und als ich behörde nicht allzu genau. Aus dieser Zeit schon kann ich Herrn demokratischen Blättern stand: der Säfularmensch", der bornierte später, wiederholter Anregung folgend, nach Friedrichsruh gereist war, Bebel Theaterzettel vorlegen, auf denen Herr Marimilian Junker, der Depeschenfälscher habe so gründlich abgewirtschaftet, daß hörte ich beschämt das milde Wort:" Trozz Ihrem avancierten Harden, der dumme Junge, als Darsteller des Mufifus Miller fein Hund mehr ein Stück Brot von ihm nehme. Vielleicht sagten Socialismus, den ich, in meinen Jahren und bei meiner Verund ähnlicher Rollen verzeichnet ist. Dem Schreckensjahr folgte ein die Mosse, unstein, Lessing u. Co. auch zu ihren Leuten:„ An Bismard gangenheit, nicht mitmachen kann, möchte ich Sie unter meinen stilleres. Der Vater, dessen Lebenslicht im Erlöschen war, hatte das wäre zwar ein Mordskapital zu verdienen; da ich, Sie wissens längst, Freunden nicht missen." Das alte Verhältnis war wieder herSuchen aufgegeben; der auch körperlich noch unentwickelte Sohn aber stets nur reinster Ueberzeugung folge, wollen wir auch ferner- gestellt. Den angenehmen Verkehr mit dem zweiten Fürsten Bismard, spielte in einem Hause, wo in den Bausen Akrobaten und Gynmastiker hin für den alten Kanzler die Schmähung, für den jungen Kaiser den einem der liebenswürdigsten und auf dem Gebiet internationaler auftraten, nahe bei Berlin den Marquis Poja und Mortimer. Meint Weihrauch reservieren." Möglich. War's aber so, dann weiß ich nicht, Politik gebildetsten Männer, die ich je kennen gelernt habe, hat August Bebel nicht, der Drang nach Freiheit müsse recht start in warum die Genossen die„ bürgerliche" Presse schelten; dann ist sie, ein meine angebliche ,, Vertretung socialdemokratischer Tendenzen" einem Senaben gewesen sein, der täglich ins Nest zurückkriechen konnte Produkt selbstloser Ueberzeugungstreue, höchsten Ruhmes würdig. mich aber gekostet. Und die echten Bismärcker haben mir nie und im Elend blieb, um sich nicht brechen zu lassen? Glaubt er, Doch wir wollen ernsthaft reden. Als ich für Bismarck zu sprechen verziehen, daß ich gegen jedes Ausnahmegesetz war und den Heros daß proletarisches Empfinden mir nach solchem Erleben fremder als begann, war an ihm nichts zu verdienen. Alles neigte der neuen da nicht vergötterte, wo er in seinen alten Tagen mir sterblich ihm sei?. Nach dem Tode des Vaters begann ein neuer Sonne zu. Und ich glaube, so ist's geblieben. Vielleicht hat der schien. Gegen Köller und Stumm, für Otto Bismarck, das märkische Lebensabschnitt. Der Kranke hatte sein Vermögen verloren, Besitzer der Hamburger Nachrichten" an Bismarck Geld verdient. Wunder, und gegen den Mann, der die Seinen nach einem aber die Güte eines älteren Bruders ermöglichte mir, das Sicher ist's nicht; und dieses Blatt war von 1890 bis 1898 wirklich Socialistengesez rufen ließ, für Getreidezölle und dennoch für eine Allernötigste nachzulernen. In dem kleinen Kreise, der den la feuille de M. de Bismarck( das Blatt des Herrn v. Bismarck). Kultur, die zwischen Lehre und Leben endlich die feste Brücke schlägt, Bürger die Welt dünkt, hatte die Familiengeschichte Lärm gemacht; Erweislich und längst erwiesen ist aber, daß die Blätter, die für Kanitz und Jbsen: solche Politit mag inkonsequent sein, bliz geräuschvolle Hauskonflikte, Scheidung nach dreißigjähriger Ehe, sonstwo auf Tod und Leben die Bismarckische Politik vertraten, die dumm, trotzdem sie im modernsten Lande von den modernsten - ein Profits Flucht und Abenteurerleben eines Sohnes: fama crescit eundo Westdeutsche Allgemeine", eine Weile die Münchener Allgemeine Staatsmännern so ungefähr heute vertreten wird, ( das Gerücht wächst im Wandern). Mutter und Kinder erbaten und Beitung", die Berliner Neueste Nachrichten" und andre, aus der gieriger, Genosse Bebel, hätte dieses Wagestück nicht unternommen. erhielten von der Behörde die Erlaubnis zum Namenswechsel; nicht, Deficitwirtschaft nie heraustamen; und sie wurden von geschickten, Der hätte sich vom Ballast eigner Ueberzeugung früh befreit und weil eins von ihnen sich etwas vorzuwerfen, eine schlechte That zu tüchtigen Journalisten bedient und kämpften für eine der reichen sich als Wortführer der reichsten Klassen etabliert, der Klassen, denen berbergen hatte, sondern, weil sie sich von einer finsteren Vergangen- Bourgeoisie wohlgefällige Klassenpolitit. Wenn, zum Beispiel, die ich die bitterste Wahrheit nicht erspart habe, wenn sie mich Wahr heit lösen wollten, die lästiger Standalsucht Anlaß zum Zuscheln Leipziger Neuesten Nachrichten" bessere Geschäftsresultate erzielten, heit dünkte. bot. Seitdem ist ein Vierteljahrhundert verstrichen. Ich blieb bei so lag's nicht an Bismarck, sondern an der von richtigem Instinkt Was mir notwendige Wahrheit schien, habe ich auch über die dem einmal erwählten Namen. Denn mochte ich nun zum Schau- geschaffenen Organisation und dem frischen, forschen, niemals lang- Socialdemokratie gesagt. Richtiges oder Falsches, mit Fug spielerberuf zurückkehren oder ein andres Ziel zu erreichen suchen: weilenden Stil des Leitartikelschreibers Dr. Liman. Ich hätte be- oder Unfug: eine Partei, die den Anspruch erhebt, den Höchsten das für die kleine Welt des Nachbarklatsches sollte meine Familie nicht haglicher gelebt und gewiß auch mehr Geld verdient, wenn ich den Herbste zu sagen, müßte sich schämen, wenn sie solche Kritik nicht ges mit meinen Schicksalen berkettet sein. Che ich eine Zeile für die Ruhm der herrschenden, nicht der entthronten Macht gesungen hätte. statten wollte. Ich weiß schon: der Ton, der berüchtigte persönliche Deffentlichkeit schrieb, ehe ich auch nur an litterarische Thätigkeit Das mag Herr Bebel glauben oder nicht glauben; er mag auch be- gehässige Ton"; will aber die Gracchen, die über den Aufstand noch gar an den Schriftstellerberuf dachte zu den ersten Versuchen zweifeln, daß fünf politische Strafprozesse einen zu den ersten Versuchen zweifeln, daß fünf politische Strafprozesse einen nicht von flagen, heute nicht allzu ernst nehmen und hoffen, daß Herr Bebel trieb mich, offen gestanden, später die bitterste Not, hatte ich das Parteianwalten Verteidigten ein hübsches Stück Geld fosten, nicht mehr für sich heischt, als ein Reichstanzler verlangen fann und, gesetzliche Recht erworben, den Namen zu führen, den ich seit den daß der Zukunft" durch das Bahnhofsverbot, das ein wenn er nicht ganz unklug ist, wirklich nur verlangt. Und es ist Senabenjahren als Bühnenpseudonym trug; nur diesen Namen: der schlauer Geschäftsmann durch Wohlverhalten leicht beseitigen einfach nicht wahr, was verbreitet wird: daß die Socialdemokratie meines Vaters gebührt mir nicht. Und als sechzehnjähriger Knabe tonnte, die Jahreseinnahme um zwölf bis fünfzehntausend Mark hier beständig gemein beschimpft worden ist"; von mir nicht ein war ich, der nie innere oder äußere Beziehungen zum Glauben geschmälert worden ist und daß eine Zeitschrift vor der Gefahr einziges Mal. Nicht wahr, daß ich je geschrieben habe, Bebel Israels gehabt hatte und während der Schulzeit schon nur in den völligen Ruins steht, menn ihr Herausgeber und Haupt- fei zum Kinderspott geworden; nur: er sei recht gealtert. Ist das Lehren neutestamentlicher Religion unterwiesen worden war, zum mitarbeiter, wie mir geschah, als Kaiserbeleidiger im Laufe von schon Verbrechen, da man ungestraft doch ein Jahrzehnt lang dem Christentum übergetreten, das dem jungen Sinn die höherer zwei Jahren fast 13 Monate lang hinter Schloß und Riegel sigt. Monarchen sagen durfte, er sei noch recht jugendlich?... Was also Kultur entsprechende Glaubensform schien. Das alles ist traurig, Wie's dem Verehrten beliebt. Nun aber ist seit Bismards Tod ein bleibt? Nach dem Primadonnenartikel habe ich Bebel aufgefordert, trauriger noch als es hier flingt, aber nicht schimpflich. Oder will Lustrum vergangen. Ein Blatt, das von ihm lebte, müßte bald hier, vor dem selben Publikum, zu dem ich spreche, über seine Partei jemand behaupten, der Knirps, der Mime werden wollte, habe nach ihm gestorben sein. Und wenn Herr Bebel einen Vertrauens- und deren Ziel zu sagen, was ihm beliebe. Er antwortete grob, ich Namen und Glauben geändert, um Karriere zu machen? Behaupten, mann in die Friedrichstraße schicken will, wird ihm aus den Büchern duplizierte noch gröber. Er schickte mir meinen, ich ihm seinen Brief ich wäre heute nicht derselbe, der ich bin, mit allem, was ich er- bewiesen werden, daß die Zukunft" noch nie so reichen Ertrag ge- ohne Begleitwort zuritd. Damit war die Sache erledigt; und als reicht und nicht erreicht habe, wenn ich noch den Namen meines Vaters bracht hat wie, trop fortwährender Bahnhofssperre, in ihrem elften er zum erstenmal wieder von mir erwähnt wurde, rühmte ich seine trüge? Tausendfache Verdächtigung wäre mir erspart geblieben; Lebensjahre. Womit zugleich dann bewiesen wäre, daß ich mein ausgezeichnete und darum umbeachtete Rede" zum Kasernierungsund hätte ich zu ahnen vermocht, wohin mein Lebensweg führen Geld dieses viel beschwaßte Geld, von dem ich verdammt wenig gesetz. In allen seitdem erschienenen Heften wird er kein ihm zus Kein einziges, bis zum würde: nie hätte ich mir auch noch diese Last aufgebürdet. Denn Genuß habe, das die meisten Zeitungsschreiber mir aber nicht ver- geschleudertes Schimpfwort finden. für die Feinde eines politischen Schriftstellers ifts gar zu bequem zeihen können nicht bismärckischer Gunst verdanke. Am Ende Dresdener Parteitag. wenn sie dem Gehaßten nachwispern tönnen: Der Kerl hieß früher bequemt er sich, den Boten zu senden, wenn ich ihm vorher verrate, Ich komme ohne Peroration zum Schluß. Fanatikerwut anders, muß also ficher ein fauler Kunde sein. Daß von Molière was für ihn, wohl so ziemlich für ihn allein, noch immer Geheimnis möchte jetzt die vier ungetreuen Genossen am liebsten verbrennen. und Voltaire bis zu Novalis und Lagarde, bis in unsre Tage hinein ist: daß ich nie die bismärdische Klassenpolitik vertreten habe, Das wäre nicht gerecht. Denn der Hauptschuldige heißt noch immer: mancher Schriftsteller, um sich und sein Geschick von der socialen niemals, und daß in meiner besonderen Lage das Bekenntnis zur August Bebel. Der hat Aengstliche eingeschüchtert und gegen einen, Schicht, in die er geboren war, deutlich zu scheiden, seinen Namen Persönlichkeit Bismarcks geschäftlichen Schaden eher als Nuzen dessen Wesen und Wirken er nur aus grundfalscher Darstellung kannte, geändert hat, wird nicht beachtet. Und daß Lassalle, dessen Vater, brachte. die Masse entflammt, bis sie bereit war, jeden Andersdenkenden ipie meiner, ein jüdischer Seidenhändler war, seinen Geburtnamen Nach einem Erleben, von dem ich einen Teil hier heute ent- niederzubrüllen. Die vier Genossen waren teine Helden und haben durch Anhängung eines e französiert hat, ist Herrn Bebel offenbar schleiern mußte, nach inapp zweijährigem litterarischen Bemühen gegen mich unverzeihlich gefehlt. Die Partei aber sollte sie pardons fein Aergernis. Das ist seine Sache. Ich habe nicht als strebsamer wurde ich von Bismarck eingeladen, ihn zu besuchen. Der zweiten nieren. Sie werden die Lehre so leicht nicht vergessen. Und dann Litterat, sondern als Kind meinen Namen gewechselt; nicht, um Starriere Einladung folgte ich. An die Gründung der Zukunft" war noch braucht Herr Bebel mur noch dafür zu sorgen, daß in seiner Partei, zu machen, sondern, um mich unerträglichem Druck zu entziehen, der nicht zu denken, wurde noch nicht gedacht. Der Mann, der selbst wie am Hof und im Rat guter Könige, auch wider den Wunsch und mich in einem Kaufmannsladen verkümmern Lassen, zur dem Wunsch, der Sehnsucht unerreichbar schien, ging und fuhr stunden- die Laune des höchsten Gebieters jeder ungefährdet und frei seine Feindschaft gegen die beste Mutter erziehen wollte. Das ist er- lang mit mir durch seine Wälder, hielt mich tagelang unter seinem Meinung aussprechen darf. weislich wahr, kann, wann und wo es notwendig wird, bewiesen Dach zurück und sagte dem kaum einem fleinen Kreis bekannten werden. Bevor sich noch der leiseste litterarische oder gar politische Anfänger, er werde, als ein Freund des Hauses, stets willkommen Trieb in mir regte, stand mir nach Gesetz und Kirchenbuch kein sein. Oft war ich dort; und schied nie, ohne von dem Gütigsten andrer Name zu als: Marimilian Felix Ernst Harden. Machts Bebel zu hören, er bedauere, daß ich abreisen müsse. Wenn ich den Riesen Vergnügen, mich anders zu nennen: meinetwegen... Da ich keinen blind vergöttert, mit Haut und Haar mich ihm verschrieben hätte, Schmutzfleck zu verbergen habe, kann ich ertragen, daß mir die letzte dürfte kein Gerechter mich schelten; denn es ist kein AlltagsHülle vom Leibe gerissen wird. erlebnis, nach verwüsteter Kindheit als knapp Dreißigjähriger in die Nichts ist, nichts war je zu verbergen; und ich darf am Ende Intimität sehr viel intimere, sehr viel länger dauernde, als mich verlangen, nicht nach härterem Recht gerichtet zu werden als andre dem Genossen Heine verband aufgenommen zu werden, auf Bei der Reise unterstützung wird beschlossen, daß künftig Menschen, die auf gebahnten Normalwegen an die Quellen der Bildung Spaziergängen und Fahrten sein einziger Begleiter zu fein, auf ausgeführt worden sind. Wer als Kind nicht sorgenlos fröhlich war, wird es drücklichen Wunsch den Steinberger Kabinettswein des Kaisers mit dieselbe nur von einer Filiale zur andren gezahlt wird, damit nur das nie mehr. Wer als Knabe gehungert, gefroren, und seelisch und geistig ge- ihm zu trinken, sich von ihm Freund nennen zu hören. Es war das Mitglied unterstützt wird, das wirklich zur Aufsuchung von Arbeit reist. Es wird ferner beschlossen, den Beitrag, der jetzt für die darbt hat, behält den bitteren Nachgeschmack auch in hellerer Zeit große Glück eines armen Lebens; ein Glück, das viel und vieles Und wenn ich, Herr Bebel, auf etwas stolz Monate Dezember, Januar und Februar 30 PBf. beträgt, auf 50 Pf. auf der Zunge. Ererbte psychische Belastung, deren Gefahren durch aufwiegt. daß ganz abnorm verfrühte Selbständigkeit in dem unreinen Milieu sein darf, so darauf, ich selbst gefundenen Glauben( wie in den übrigen Monaten) zu erhöhen. Die Erhöhung soll schon fleinsten Komödiantenlebens, dann durch überhaftetes Lernen ge- nie dem großen Manne geopfert habe; nicht eine Sekunde am 1. Dezember dieses Jahres stattfinden. den In dem Artikel, ersten ich nach meinem steigert werden, im Elternhaus täglichen Hader, draußen Verführung lang. Es wird weiter beschlossen, daß von den Beiträgen, statt bisher der efelsten Art: Das ist wahrlich kein heiteres Los. Da es doch Besuche Friedrichsruh schrieb, ist gesagt, gesagt, ich wolle 50 Prozent, vom 1. Januar an 65 Prozent an die Hauptkasse einmal fein muß, spreche ich hier, als hätte ich das abgeschlossene nicht, tönne nicht Bismärder sans phrase fein; ist gesagt, Bismard abgeführt werden müſſen. Die Anträge: den Sitz des Hauptvorstandes von Leben eines Fremden vor mir. Und sage, ruhig und aufrichtig: sei durch diplomatische Aufgaben hypnotifiert" gewesen und habe Er hat sichs, unter den schwersten Verhältnissen, selbst gezimmert, das moderne Ideal des Socialismus verkannt, aber man solle ihm Hamburg nach Berlin( Antrag Berlin) bezw. nach Frankfurt a. M. Stid vor Stück; hat keinen je so gequäli tie sich selbst, feines gnädig verzeihen, daß er 1815 in einem märkischen Junkerhause ge-( Antrag Frankfurt) zu verlegen, finden feine Gegenliebe. Die Bes Fehler flarer als die eignen erkannt; auch die Riefenliden in seinem boren ward." Und so ist's geblieben; zu Dußenden könnte ich Bei- gründung für die Verlegung haben die betreffenden Delegierten schon Wissen; aber er hat, so gut ers nach der Verspätung, mit wunden spiele dafür anführen, daß ich Bismards Socialistenpolitik stets be- bei der Diskussion über den Bericht des Hauptvorstandes angeführt. Leicht wurde mir's nicht, denn es war fein Es wird beschlossen, den Siz des Vorstandes wieder nach Hamburg Nerven, noch fonnte, zu lernen im Urteil gerechter zu werden versucht; fämpft habe. auch wer ihn nicht ausstehen kann und seine Schreiberei unleidlich findet, empfindlichster Puntt; aber ich könnte nicht weiter atmen, wenn ich und den Sitz des Ausschusses wieder nach Leipzig zu legen. sollte ihm zubilligen, daß er seinen Willen nie feig beugen ließ, nie fich ins je anders geschrieben hätte, als ich in der Stunde des Schreibens Gehalt des Hauptvorsitzenden wird von jährlich 2000 m. auf 2100 M. Fronjoch duckte und daß er in Fährnissen der verschiedensten Formen fühlte und dachte. Das erste Heft der Zukunft" brachte die Wieder- erhöht. Der bisherige Hauptvorsitzende Odenthal wird nahezu ein anständiger Kerl geblieben ist. Deshalb wars eigentlich nicht gabe eines Gespräches mit dem Erzbischof von Stablewski, der die einstimmig wiedergewählt. Beim leßten Punkte der Tagesordnung: Verschiedenes" nötig, gerade ihn totzuheben... Doch wir sind ja noch nicht beim Bolen verteidigte, einen socialpolitischen Aufsatz vom Prof. Brentano, Nefrolog. Das ist wahrscheinlich nur Schweningers Verdienst oder einen wilden Artikel gegen die bourgeoise Presse: lauter Dinge, die wird folgender Antrag der Filiale Plauen angenommen:„ Wird Schuld. Ein Stärkerer wäre zusammengebrochen. Jeder Lump, vor der Fürst höchst ungern sehen mußte und sah. Als ich dann wieder von einer auswärtigen Firma ein Zweiggeschäft in einer andren Stadt „ polnische errichtet, so haben die organisierten Kollegen, die nach dem betreffenden einem Jahre mußte ich's dem täppischen Falschmünzer Sudermann in feinem Simmer faß, fagte er, namentlich der zurufen, wischt sich an meinem Kleide die schmutzigen Stiefel ab. Artikel" sei ihm nicht unbedenklich erschienen; aber er maße sich Orte geschickt werden, sich der dort bestehenden Filiale anzuschließen Die Freunde ein paar der berühmtesten Namen Europas sind nicht an, gescheiten Freunden die Wahl ihres Weges vorzu- und mindestens die Löhne zu verlangen, die am Ort des Zweiggeschäfts darunter schweigen. Der bestochene Schreiber, der Spion findet schreiben". Er hat's nie gethan, hat mir nie mit einer Silbe an- von der Organisation festgelegt sind, sobald diese mehr betragen als irgendwo in der Presse einen Verteidiger von Ruf; ich nicht. Die gedeutet, was er geschrieben, was nicht geschrieben wünsche. Auch am Stammorte des Geschäftes." Ein andrer Beschluß geht dahin, daß die Summe, die der ElberTemperamente sind eben verschieden. Ich habe nie thatlos zu- die berühmten Informationen" waren in Friedrichsruh nicht gefehen, wenn neben mir ein Mensch überfallen wurde; zumal einmal für Reporter zu holen; der Besucher, der freilich un- feld- Barmer Streit tostet, auf die einzelnen Filialen prozentual zu einer, der mich halbwegs wertvoll dünkte. Andre begnügen sich in schäzbaren Historienstoff heimtrug, hatte aus der Berliner Tages- verteilen ist. solchen Fällen, dem Opfer der Strolchthat brieflich ihre Hoch- politik mehr zu erzählen als zu erfahren. Noch heute wissen nur schäßung, Bewunderung, Berehrung zu beteuern. Und stehen. manch- Wenige, wie abgesperrt, wie vereinsamt und gemieden der Mann im mal nach einer Weile, um ein fetteres Günstchen zu födern, selbst Sachsenwalde lebte, ohne oft auch nur ein Echo der Maschine zu hören, wider mich auf. Wenn ich, im unbestrittenen Rechte der Notwehr, die seine Hand in Gang gebracht hatte. Als die Zukunft" drei Jahre bedann in meinen mit Hochschäzung, Bewunderung, Verehrung bis stand, fam's zum unvermeidlichen Konflikt. Der Fürst, der für Eingegangene Druckschriften. oben vollgestopften Briefschrank greife und die Lügner an den jedes von mir geschriebene Wort von der Presse und von der Wolff, Rote Byzantiner. Preis 50 Pf. Friedrich Luckhardt, VerlagsBranger stelle, an den sie gehören, tlingts, ganz wie von der Lippe Regierung verantwortlich gemacht wurde, ließ, als ich Stumm der von Ibsens Schöpferodem belebten Heuchlerfippe: So was thut angegriffen hatte, in den Hamburger Nachrichten" verkünden, meine Buchhandlung. Berlin und Leipzig. Lorenz Pieper. Lage der Bergarbeiter im Ruhrrevier. 266 Seiten, man nicht! Privatbriefe sind heilig! Gaunermoral, die ohne das Wochenschrift sei in die socialdemokratische Richtung hineingeglitten". Stuttgart und Berlin 1903. J. G. Cottasche Buchhandlung. P. Johs. Müller. Das Schulzimmer. 75 Seiten. Heilige Recht auf Lug und Trug nicht austommen fann. Ich brauchte Das offiziöse Telegraphenbureau trug die Botschaft in alle Winde. Berlin 1908. Zein konvenienzwidriges Wehrmittel zu wählen, wenn die Bewunderer, Und als ich in Friedrichsruh anfragte, ob die Bannbulle von dort p. Johs. Müller u. Co., Hedemannstr. 15. in " Vierter Verbandstag des Centralverbandes der Stukkateure usw. Köln, 8. Oftober.( Eig. Ber.) Der Verbandstag befaßte sich heute mit Statutens beratungen. Es wird beschlossen, künftig auch bei dem Tode der Ehefrau Sterbegeld zu zahlen. Das Endlich wird beschlossen, von dem Protokoll des Verbandstages 5000 Stück drucken zu lassen und den Filialen zum Selbstkosten= preise zur Verfügung zu stellen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 10. Oktober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Schauspielhaus. Wie die Alten sungen. Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Die Jungfrau Orleans. Westen. Der Freischüz. bon Leffing. Der Sturmgeselle Sokrates. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Central. Bruder Straubinger Thalia. Der Hochtourist. Carl Weik. Amor in Wichs. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner- Theater.) Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Der Fleck auf der Ehr'. Volksstück mit Gesang in 3 Aften von Ludwig Anzengruber. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Renaissance. Sonntagabend 8 Uhr: Die Ehre. Montagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schwank in 4 Aften von G. v. Moser. Sonntagna mittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Sonntagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Montagabend 8 Uhr: Im weissen Rössl. Cirkus Schumann. Hüte 2844L* Capeau claque • von 7,50. . . Cylinderhüte von 4,00. Socialdemokratischer Wahlverein von 1,50. für den 6. Berliner ReichstagsFilzhüte. • Pelz- Waren nur eignes Fabrikat. Schirme grösstes Lager. Otto Gerholdt, Dresdener- Strasse 2 Ecke Skalitzer- Str. Restaurant ,, Wilhelmshof" 2 Minuten vom Bahnhof Hirschgarten Inhaber: Wilhelm Nadischat. Empfehle mein Lokal mit großem Garten und Saal, ca. 2000 Personen Heute, Sonnabend, den 10. Oktober, abends 7%, Uhr: faffend, verdeckte Kegelbahnen, Staffeeküche usw., den Vereinen und Gewerkschaften zur gefälligen Benugung. = High- life- Soiree. Der König der Wüstenkönige, Herr Jul. Seeth mit seiner einzig dastehenden 25 männlichen dressierten Löwen. Gruppe von Spanische Schule, geritten von dem Frl. Dora Schumann. weiblichen Toreador Mons. Pissintti, Frl. Slezack, ausgez. Jockeyreiter. Reitkünstlerin. Blitzreiter. russischs. Duroff, Der preisgekrönte 6er Zug u. die fahrenden Cascaden, non plus ultra Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) der Pferdedressur von Dir. Alb. Schumann. Morgen nachmittag: Der Fleck auf der Ehr. Der Bibliothekar. In W. Noacks Theater. Brunnenstrasse 16. Die Geier- Wally. Direktion: Robert Dill. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Neues. Der Kammerſänger. Salome. 1 Kind frei; stellungen: 25 Löwen. Die Wunderaffen. Alle Clowns. Nach der Borſtellung: Kleines. Nachtasyl. Luisen. Mönch und Soldat. Trianon. Die Liebesschaukel. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. täten. Speciali Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Passage Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Cafino. Tolle Kadetten. täten. SpecialiPalaft. Genießet das Leben. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Bon der Zugspige zum Wahmann. Abends 8 Uhr: An den Seen Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borber: Der Kammersänger. Anfang 7%, Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Luisen- Theater. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. 20 Mönch und Soldat. Sonntagnachm. 3 Uhr, zu fleinen Preisen: Die Jungfrau von Orleans. Abends: Einer von unsere Leut Montag: Krieg im Frieden. Dienstag: Krieg im Frieden. Mittwoch: Einer von unsere Leut'. Donnerstag: Zum erstenmal: Berlin bei Nacht. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 7, Uhr. Das beste Mittel. Schwank in 3 Atten von A. Bisson. Deutsch von B. Jacobsohn. Borher: Sphing. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lutti. IX. Berliner Saison. Urania. Cirkus Busch. Taubenstrasse 48/49. Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen: Sonnabend, 10., abends 71, Uhr: Gala- Abend. Von der Zugspitze engit, ger, bon Hrn. Burkhardtzum Watzmann. Um 8 Uhr: An den Seen Ober- Italiens. Um 8 Uhr im Hörsaal: Verbreitungsmittel der Pflanzen: Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Direktor Busch: 2 Perserhengste. ,, Neapolitano Soja", echt Lippizaner Foottit. Eine Hirschjagd, ger. mit 20 Voll- u. Halbblutpferden. Die beiden Sensationen Berlins: Miss Claire Heliot, Paul Mündner. Zum Schluß: Berliner Winterfreuden. Humoristisches Manege- Schaustüď. Sonntag, den 11. Oftober: Zwei große Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr und abends 72 Uhr. In beiden Vorstellungen: Miss Claire Heliot, Paul Mündner. PANOPTICUM Fröbels Allerlei-Theater Friedrichstr. 165. Lebend!! Die zusammengewachsenen Schwestern, 25 Jahre alt, Violinvirtuosinnen Nen!! Der Riese Andries Venter aus Transvaal, ehemal. LeibGardist d. Präsidenten Krüger. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 Das vollst. neue Oktober- Programm. Arnolbe- Wolpert- Marzelli. Die neue Poffe:„ Die Diebesfalle". Um Tolle Kadetten. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Unser Goldjunge. fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der mit großem Beifall aufgenommenen Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Grosser Ball. Jeden Dienstag und Freitag: Gastspiel Berl. Volks- Theater. Jeden Mittwoch: Grosser Elite- Familienabend, Norddeutsche Sänger u. Ball Entree 30 Pf. Sperrfitz 50 Pf Sanssouci. Dentsch- Amerikanisches Theater Stottbulet Thor- Stat. der Sochbahn. ( fr. Buntes Theat.), Köpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anf. 8 Uhr. Der Sensations- Erfolg Gastspiel Adolf Philipp.. Ueber'n großen Teich Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. von Adolf Philipp. Billetvorverkauf( ohne Gebühr) an der Theaterkasse, Invalidendant, Künstlerdant und in Wertheims Warenhäusern. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Gewöhnliche Preise! Olga Metropol- Theater. Wohlbrück, Der grösste Erfolg dieser Saison! Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Rosa Marton. Grete Meyer. Müller Lincke. Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Trianon- Theater. Spott- und Geissellieder. Das Moto- Mädchen, Mensch oder Maschine. Das neue Rätsel für Berlin! Prolongiert. 14 neue erstkl. Nummern. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Familien- Ball. Sonntag: Die Geier- Wally. Damen- Kostümund Paletotstoffe Reste Reste Reste 2955L* und Paletotstoffe Herren- AnzugReste Tuchfabrik- Niederlage Berlin C., Rossstr. 2. Koch& Seeland. Bernhard Rose- Theater 97, Gelegenheitskäufe, 97, Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag: Kyritz- Pyrik. Poffe mit Gesang in drei Aufzügen von Willen und Justinus. Anfang 5. Uhr. Montag: Preciosa. Etabl. Buggenhagen Morizplak. Künstler- Ensemble Nordsterne" unter Leitung d. Herrn 99 Rudolf Schauss. Anf. 7 Uhr. Kaffeneröffnung 6, Uhr. Entree50Pf. Borbert.40 Bons hab. Gültigkeit. in Winterpaletots, Winterjoppen, elegante Anzüge für jedes Alter, bestangefertigte Ware, keine Fabrik: arbeit, zu bedeutend herabgesetzten Breisen. Große Auswahl in MonatsGarderobe, wenig getragen.[ 23286* H. Moldauer, Prinzenstraße 97, an der Wasserthorstr. Da ich keine Filialen unterhalte, bin ich im stande, billiger zu verkaufen, als meine Konkurrenz. Wahlkreis. Todes Anzeige. Am 7. Oktober verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Adolf Hanschbach Bergftr. 74. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Freireligiösen Friedhofes, Pappel- Allee, aus statt. 249/9 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Gestern abend 11 Uhr verschied sanft nach langen, schweren Leiden unser geliebter Bruder, Schwager, Freund, der Redakteur Richard Levy im 31. Lebensjahre. Berlin, Leiden, Gr.- Lichterfelde, den 8. Oktober 1903. Die trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Levy. Dr. Anton Levy. Franziska de Graaff. Eugenie Levy. Willem de Graaff. Familie Adam. 30/5 Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. 6. M., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des jüdischen Friedhofes zu Weißensee aus statt. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Genossen die traurige Nachdaß Nathan Wand, right, bas mein lieber Mann und 2185b* 129 Stalikerstr. 129. Die schönsten Herren- Winter- Paletots und Anzüge folie speciell in neu, Monats- Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Nach der Borstellung: Nathan Wand, Tanzkränzchen. Untere Sale: Przywarski Konzert. Reichshallen Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Böckmann, Plättner, Schrader Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. u. Eberino.) Norddeutsche Sänger. BLUTARMEN..KRANKEN Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Täglich: 490 FEURIG SÜSSER KRAFT- ROTHWEIN 19 ärztlich 129 Staligerstr. 129. Hochbahnstation Kottbuserthor. Bitte auf Hausnummer zu achten. guter Vater, der Tischler 23426 August Wichmann nach langem schweren Leiden im 44. Lebensjahre am 7. d. M. ver schieden ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. Oftober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Friedensgemeinde, NiederSchönhausen, aus statt. Die trauernde Witwe J. Wichmann nebst Kindern. Achtung! Zimmerer. Die Zahlstelle Moabit, Bezirk 4, der Central- Kranken- und Sterbelasse der Zimmerer befindet sich jetzt Birkenstr. 29 a. 2330b Der Vorstand: C. Guttheil. Reste Orts- Krankenkaſſe DAMENMANTEL C.PELZ KOSTUM STOFFE PLUSCHE SEIDEN STOFFE BESATZ ARTIKEL STRACHAN 4.KottbuserStrasse 4 empfohlen Josef Fischer Flasche 1.50 und 2 Mark. Franz Sobanski. Santa lucia Außerdem ganz neues Programm. Zum Schluß: Die Angströbre. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. WINTER BARTEN Neues Programm: Saharet australische Tänzerin. Carl Weiss- Theater. The Great Goldin musionist, steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff. Anfertigung feiner Herren- und Damen- Garderobe, hessere Damenjacketts auf Lager. Eleg. Ausführung, gering. Teilzahlg. J. Kurzberg, Neue Königstr. 47, II, direkt am Alexanderplatz. Oftbahnhof, Brombergerstr. 19/21 verkauft die Kohlen am billigften ab feinem Lagerplaz. Von 10 Ctr. an 1 Ctr. Hansa Halbsteine nur 65 Pfg. 1 Ctr. Senftenberger Briketts 6+ 7 Boll mur 70 Big. 1 Ctr. echt Senftenberger, Henfels Werte, 7 Zoll, nur 80 fg. Bessere Kohlen als lettere giebt es nicht, mag der Name der Briketts sein, wie er will. Unter 10 Ctr. pro Ctr. 5 Pf. frei Haus, in den Keller 10 Pfg. der Gentner mehr. 50 Handwagen verleihe zur Kohle a 10 Pfg. 28282* für Gewerbe der Verfertigung von _ Musikinstrumenten. Sonntag, den 18. Oftober 1903, im Restaurant Schulz, Belforterstr. 15 ( früher Grenadierstr. 33): 277/3 Versammlung der Arbeitgeber u. grofjährigen Kaffenmitglieder. Tages- Ordnung: Vormittags 92 Uhr: Ergänzungswahl von einem Arbeitgeber- Bertrefer. Bormittags 10 Uhr: Ergänzungswahl von 7 Arbeitnehmer- Bertretern, 49( 7. Abänderung) des Statuts. Quittungsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Ere scheinen ersucht Der Vorstand. Land, Woche 2 M. Abzahlung, 840 qni 300 9. Vorort. Nur mündlich. Herronimy, Blumenstr. 79. * Gardinen- Reste Ausverkauf 2763L* Erkner- Baustellen 500 bis 1000 Reste spottbillig binig, günit. Bablung, nur b. Bauer Catholy, Buchhorsterstraße, 5 Min. ab Schule. 52 Std. bis jetzt verk. Näh. Schulz, Rigdorf, Lenaustr. 12/13. Achtung! Vereine! * um zu räumen. Grüner Weg 80, parterre Saal( ev. Bühne) bis 300 Per Flur. Bruno Güther. Eingang v. den fonen ist zum Sonnabend 14. November frei geworden. 29162* Neues Club- Haus, Kommandantenstraße 72. Anzüge W Paletots Hüte 18 Große Frankfurter Straße 132. Heute nachm. 4 Uhr: 10, 25, 40 Pf.: Die fieben Raben. Abends 8 Uhr: Nur noch kurze Zeit: Amor in Wichs. Kaiser Wilhelm II. und Sr. Ma- ftoffen herrührend, vornehm an assistiert v. Miss Jeane Franciola. Goldin gab am 12. November 1902 vorstellung in Sundringham eine Separatvor Sr. Majestät für Herren, aus feinsten MaßMorgen nachmittag 3 Uhr: Barkett 60 Pf.: Die Schule des Lebens. Georgenstraße, amnischen Friedrich- Palast- Theater Feen- Palast. und Universitätsstraße. Die Liebesschaukel In Vorbereitung:" Biscotte". Burgstr. 22. Riesen- Erfolg. 8 Uhr: Genießet das Leben. Das Apollo- Theater, grandiofe Zum 4. Male: Mit vollständig neuer Ausstattung: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im Blütenhochzeit. 3. Akt: Ballett von Louis Gundlach. Ferner: Die neuen Specialitäten und Messters Biophon. Sis, Eleganz. Maßpreis bis Excentrics. 70 M., jett 20-40 m. Hochs jestät König Eduard VII. Smith u. Doreto Therese Renz Die drei Luppus in allen Preislagen. R. Weidner, sutmacher, Dresdenerstr. 100, an der Prinzenstrasse. 2704L* Schulreiterin. elegante Herren Beinkleider.002 Reckturner. Makpreis bis 22 m., jest 8-12 M. 29232* Anne Dancrey Pariser Soubrette. Berkauf täglich, auch Sonntags. Moskwa Die Agoust's Sonntags. russisches Sextett. Deutsches Versandhaus, Jongleure. Jägerstr. 73, I Treppe. AngelineVanloo Sängerin Luisenstädt. Klubhaus, Dieser steife, schwarze Hut mitzutter, Smaun der kleinste Akrobat. Die Jahrmarktsprinzess Ballett. Der Biograph PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Annenfir. 16. 3ng. H. Grupe. Saal für Vereine. Specialarzt für( 28/10 3 Bereinszimmer. Fernpr. 7a, 7301. 10-2,5-7. Sonntags 10-12 2-4. Honig! Bienenhonig, best. Dualit. ** Programm. 3h wohne jest Pankow, Flora verf. die 10 Pfunddoje zu 7,00 M., 5 Pfd. ** * Oktober-* Anfang 8 Uhr. Haut- und Harnleiden. ftraße 51, I. Unverfälscht. Deutscher Künstl. Zähne, tadellose Ausführung von 3 M. an, Plomben von 2 M. an Max Guckel, Lausitzer Platz 2. Vorzeiger dieses erhält: 4 M. Gr. mäßigung bei Auftrag von 20,00 M., unter 20 M. 2 M. 20512* Nur Teilzahlung gestattet. neueste Moden. in großer Auswahl. moderne Form, koftet 1,90 M. Cylinderhlite und Chapeau claques Special- Hut- Engroslager nur neueste Moden. Einzelverkauf zu Fabrikpreisen im Comptoir Neue Königstr. 48, 1 Treppe, drittes Haus vom Alexander Platz. D 22586% 4,30 M. franco. Garant. Rüdnahme. Filzhüte für Herren, mit Atlasfutter M. 2, hochfeine Größte Auswahl, außergewöhnlich billige Preise. mit mit Gutter M. 1,50, E. Reil, Auguftfehn, Dldenbg. Qualität M. 2.50, extra feine M. 3 ,, beite Qualität m. 1,50. Nordloh, Bahnhof Sonntag 7 Uhr. B. Strelewicz. E. Reil, Auguftfen, Dibenbg. Entree 50 Pf. 5 Billards Neu Neu 1. Etage. eröffnet. eröffnet. Neuhusen- Billards mit Kerkau- Bande Café Schurig a Stunde 40 und 60 Pf. orantenstr. 144, am Morisplay. Neu Neu 1. Etage. eröffnet. eröffnet. Grosse Auswahl von Zeitungen, modernen Wigblättern und Journalen. Kaffee 10 und 15 Pf., Bier 10 Pf. 5 Billards Centralverband der Glaser Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Achtung! 903, abends Glaser! Wollen Sie vorteilh. kaufen? So kaufen Sie nach Gewicht Seidene Ich führe nur erstklassige Marken und notiere bis auf weiteres ab m. Lagerplatz Berlin O., Brombergerstr. 15/16 ( königl. Ostbahnhof) Ia Senftbrgr. Marienglück, 7", p. Ctr. ( 110-120 Stück) 75 Pf. Sonnabend, den 10. Oktober 1903, abends 7 Uhr, in den Industrie- Festfälen, la Jise u. Diamant, Halbsteine sowie Beuth- Straße Nr. 20: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Ia Diamant, 7", ges. gesch. Qual., unerreicht, p.Ctr.( 110-120St.) 80Pf. I. Jise- Briketts, 7", bei 50 Ctr. p. Ctr.( 110-120 Stück) 85 Pf. Wurf- Briketts, IaQual., p.Ctr.65Pf. frei Keller pro Centner 10 Pf. mehr. Salon- Briketts bei 100 Ctr. 5 Pf. billiger. Ia doppelt gesiebten Anthracit Cade p. Ctr. M. 1,90, Buchen-, Birken-, Kiefern- Kloben I. Klasse, zerkl. auf eig. Maschinen, Schnitt 50 Pf. mehr. Ia Oberschl. Steinkohlen u. andre billigere Marken in Briketts II. Qualität, sowie Coaks, grob u. zerkleinert, liefere laut Preisliste. Tagesordnung: 1. Bericht der Schlichtungs- Kommission. 2. Vortrag des Verbandsvorsitzenden Kollegen 2-3 Schnitt, p. Mtr. M. 11,-, 4-6 Eichhorn aus Karlsruhe. Nur Organisierte haben Zutritt. Das Verbandsbuch ist mitzubringen. Die Unternehmer find nicht in der Schlichtungs- Kommission erschienen! Besucht Mann für Mann die Bersammlung. Die Ortsverwaltung. J. A.: Jahn. 76/16 Arbeiter- Пotiz2655L* Bei Original- Waggons u. gröss. meine Special- Offerte. Steppdecken alle Farben, Grösse 150/200 em 10, 12, 15 bis 20 Mk. Daunen- Decken 18 Mk., 25 Mk., 30 bis 40 Mk. Wollatlas à 4, 5, 6, 10 Mk. 8 bis Excelsior- Cloth à 4.75, 6.50 bis 8 Mk., 9 Mk. doppelseitig Seidenart. Lasting à 7.50, 14 Mk. 9 Mk. u. 12 Mk. bis Satin, gemustert, à 4.50, 750 6 Mk. bis 3.25 bis Purpur, echt rot, à 2.50, 5 Mk. Türkisch- Cretonne 2.25, 450 Mk. 3 Mk. bis Vorjährige Muster fast für die Hälfte des Preises. Abschlüssen, direkt von d. Gruben Steppdeckenfabrik B. Hurwitz, Centralverband d. Handels-, Transport- u.Verkehrsarbeiter A. B. Koch, Berlin O., Rotes Schloss, vis- à- vis dem National- Denkmal. Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Kohlen- Grosshändler. Gewerbegericht zu Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, 11 J.-Nr. 500 Gew.- Ger. 03. Zimmer 16. Telephon: Amt Vil, Nr. 3348. Achtung! Kutscher aller Branchen! Achtung! Sonntag, den 11. Oktober, nachmittags 22 Uhr: Grosse Protest Versammlung in den Industrie- Sälen, Beuthstraße 19. Tages Ordnung: Kalender 1904 teferent: A. Werner. 2. Diskussion und Beschlußfaffung. Geb. 60 Pfg., Porto 10 Pfs. Aus dem reichhaltigen Inhalt heben wir herbor: Das Kinderfchutzgesetz. Die Reichstagswahl von 1903 mit bergleichenden Zahlen der für die Sozialdemokratie im Jahre 1898 ab. gegebenen Stimmen. Porträts und Biographien der sozialdemokratischen Reihstags- Abgeordneten. Sitzungs saal des Reichstags( Illustrat.) Die Sozialdemokratie den einzelnen Staaten.-- Wahlbeteiligung u. Stimmenzahl der Parteien. Beteiligung der Parteien an Haupt- und Stichwablen.Die Volksschulen in Deutſchland. Vom Schlachtfeld der Arbeit. nahme- und Ausgabetabellen.- ПotizKalender. Die Mitglieder der freien Gewerkichaften.- Weibliche Mitglieder in den Gewerkschaften. Finanzielle Leiftungen der Gewerkschaften. Adreffen der deutichen Gewerbeinfpektoren, der Zentralverbände, ArbeiterTekretariate. Zur Beachtung für Reviloren. EinDer Kalender ist ein unentbehrliches Nachfchlagebuch für Gewerkschaften und Partei Bu beziehen durch jede Buchhandlung. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenftr. 69. Ziehung 21. und 22. Oktober zu Berlin im Kaiserhof. Berliner Lose à 1 M. der techn. Kommission f. Trab1. Die hohen Polizeiftrafen und unfre Stellungnahme hierzu. 68/18 Bei der wichtigen, und für einen jeden Kutscher hoch interessanten Tagesordnung, ist es Pflicht eines jeden einzelnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Es gilt gemeinsam unsre Stimme zu erheben. Vereinzelt sind wir nichts, geschlossen bilden wir eine Macht. Die Ortsverwaltung Berlin I. NB. Neue Mitglieder werden in der Bersammlung aufgenommen. Verband der Möbelpolierer. Heute abend werden in sämtlichen Zahlstellen Beiträge entgegengenommen. Montag, den 12. Oktober, abends 8, Uhr, Huffitenstr. 40: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Karl Stripp über: Die Landstreicher". 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 147/12 Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, Koppenstr. 29: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes, der Bezirksleiter und vom Arbeitsnachweis. 2. Bekanntmachung der Kollegen, welche sich zur Aufnahme gemeldet haben. 3. Anträge: a) Jeden Sonnabend Beiträge in den Zahlstellen anzunehmen. b) Aenderung der Arbeitslosen- Unterstützung. c) Anträge zum Delegiertentag. 4. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in obiger Versammlung zu erscheinen und das Mitgliedsbuch an der Kontrolle vorzuzeigen. Die Differenz bei Hahn& Metzkow in Weissensee, tönigChaussee 71, ist noch nicht beigelegt. Grosses Der Vorstand. Garten-& tablissement Bekanntmachung. In der Streifache der bei den Firmen Schmalisch u. Below und Adolph Pieck beschäftigten Fliesenleger ist auf Grund der Vorschläge in der Sigung ung bom 20. Auguſt 1903, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter von Schulz Borsigender, 2. Spediteur Licht, 3. Hutmachermeister Lucht, als Vertrauensmänner Arbeitgeber, 4. Maurer Megke, 5. Zimmerer Hinrichsen, als Vertrauensmänner Arbeitnehmer, als Telephon I. 8311. 6. Juni heit zum Abschluß eines Tarif1902 hiermit öffentlich bekannt vertrages mit den beiden genannten 25. Juli gemacht wird: Arbeiter- Organisationen den heute so pf. bet neunſtündiger Arbeitszeit. gegenüber geäußert haben, zur Ber § 1. Der Stundenlohn beträgt anwesenden Arbeitgeber- Bertretern §2. Die Arbeitszeit beginnt um handlung nicht erschienen sind, auch 7 Uhr morgens und endet um 6 Uhr Bevollmächtigte nicht geschickt haben. nachmittags. Bausen find: a) von 84, Uhr bis 9 Uhr vormittags, b) von 12 Uhr bis 1 Uhr mittags, c) von 4 Uhr bis 4 Uhr nachmittags. § 3. An den Sonnabenden wird der eine Stunde früher wie gewöhnlich, jedoch, falls der Lohn im Comptoir ausgezahlt wird, so zeitig, daß der Lohn um 5 Uhr in Händen des Arbeitnehmers ist, an dem Tage vor den hohen Festtagen( Weihnachten, Ostern wie unter 2 festgesetzt ist, Feierabend und Pfingsten) drei Stunden früher gemacht, jedoch ohne Lohnabzug. der vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile ein Bergleich nachstehenden Inhalts zwischen den Parteien geschlossen worden, welcher gemäß§ 76 des Drtsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird: I. Die Bertreter der beiden Firmen Schmalisch u. Beloto und Adolph Pied zahlen 80 Bf. Stundenlohn; dagegen heben mit dem heutigen Tage fomohl der Verein der Mosait Fliesenleger Berlins und Umgegend als auch der Centralverband der Maurer, letzterer für die ihm angehörigen Fliesenleger, Die Sperre gegen die beiden geder legteren werden Fliesenleger, nannten Firmen auf. Die Vertreter Bläge frei find resp. fret werden, zur welche sich zur Arbeit melden, soweit Arbeit annehmen. Die Arbeiter- Vertreter sowohl wie die Arbeitgeber- Bertreter werden persönlich auf dem Gewerbegericht ers scheinen, die Arbeitgeber- Bertreter eventuell auch mit Bollmacht der heute nicht erschienenen Arbeitgeber, eine definitive Zustimmungsum erklärung fämtlicher Beteiligten zu Protokoll zu geben. b. it. g. gez. von Schulz. Paul Lucht. Ostar Licht. Jonny Hinrichsen. Adolph Pied- Raphaëli. Fromm u. Heinrich Mette. Schmalisch u. Below. Hanns. Perino u. Co. Rüdiger. Keller u. Körner. Otto Ramin. Wilhelm Böhl. Paul Winzler. Franz Wegner. Wilh. Schulz. Berhandelt § 4. Für Arbeiten innerhalb des Kreises, welcher den Radius Spittelmarkt als Mittelpunkt bis Potsdamer- Karl Panser. Johann Jaensch. Straße, Ede Lüßowstraße hat, werden Fahrgelder nicht vergütet. Außerhalb dieſes Streises wird Fahrgeld gewährt und zwar: Innerhalb der Ringbahn von dem der Baustelle und der Wohnung des Arbeitnehmers nächsten gelegenen Punkte gerechnet, der Ringbahn liegenden Baustelle aus bei Arbeiten, die auf einer außerhalb geführt werden, auch neben den zu gewährenden Fahrgeldern die mehr erforderliche Zeit. am Berlin, den 28. August 1903. Anwesend: A. Als Vorsitzender: Gewerberichter von Schulz. vertreten durch Schmalisch. Adolph B. Arbeitgeber: Schmalisch u. Below, bertreten durch Fräulein Bied, Raphaëli. Richard Schäffer, vertreten halb des Borort- Berkehrs auszuführen Lehmann. Fromm u. Hanns. Keller durch Prekonitsch. Berino u. Co., ver § 5. Bet Arbeiten, welche außer treten durch Rüdiger. Bernhard find, wird außer den Entschädigungen u. Störner, vertreten durch Keller. pro Tag gezahlt; falls Soft und Logis bold u. Naffe, vertreten durch Preunter§ 4 ein Betrag von 2,50 M. Otto Ramin. H. Karsch. Warne Schlag von 2,50 M. pro Tag auf gewährt wird, verringert sich der Bus fonitsch. 75 Pf. C. Arbeitnehmer: Schulz, Wegner, Jaensch, Vertreter des Verbandes der Mosailleger; Panser, Vertreter des Verbandes der Maurer. In Sachen mit großen Sälen( der größte in der Um- die heutigen Barteien als auch die besbers Schnur, Schwammelehe vom im Protokoll bereits angegebenen II. Die heutigen Parteien verabreden, daß über einen einheitlichen § 6. Ueberstunden-, Nacht- und Tarif nicht bloß mit den anwesenden Sonntagsarbeit sind nach Möglichkeit Wenn Ueberstunden Firmen, sondern auch mit denjenigen zu vermeiden. Firmen, welche ebenfalls den Stunden- gemacht werden müssen, so ist für John von 80 Pf anerkannt haben, in dieselben von 6 bis 9 Uhr abends ein der Lohnbewegung des Verbandes türzester Zeit vor dem Einigungsamt uttag ben 25 Broz. zu zahlen. ber Moſailleger Berlins und UmUhr abends bis gegend und des Centralverbandes in derselben Besetzung verhandelt werden soll. Sie beantragen, bei arbeiten sind mit 100 Broz. Zuschlag bezeichneten Vertreter der Firmen 7 ihr morgens sowie Sonntags: der Maurer erscheinen die obendem Gewerbegericht einen Termin und der Drganisationen, um bezüg anzuberaumen, zu welchem sowohl zu bezahlen. Arbeit werden von Seite § 7. Zur Arbeit werden von Seiten lich des in der Sigung des Eini24. Auguſt d. J. gebung), 18 eingerichteten Fremdenzimmern, 13 Firmen zur Verhandlung und und Pinsel geliefert. Das Tragen festgesetzten Tarifvertrages die Bes des Handwerkszeuges von einer Bau- schlüsse der Arbeitgeber- und ArbeitGlaspavillon, Kaffeeküche, Kegelbahnen, Dampfer- laden ung eines Zarifvertrages zu ſtelle zur andern gehört zur Arbeits- nehmer- Bersammlungen mitzuteilen. Anlegestelle der Berliner Dampfer, im Vorort ben 24. August, bormittags 10 Uhr aus, biefes auf der Arbeitsstelle vor nannten Entwurfes folgender Inhalt Der Termin hierzu ist auf Montag, zeit. Ferner ist jedem Fliesenleger, Sie einigen fich zunächst dahin, daß iftags falls er entlassen wird oder aussehen an Stelle des§ 4 des joeben gevon Berlin, ist an solventen tüchtigen Wirt unter bestimmt und es werden sowohl die muß, dieses auf der Arbeitsstelle vor nannten Entwurfes folgender Inhalt Vertrauensmänner als auch die Ver- Schluß der Arbeitszeit mitzuteilen. 6039 Gewinner günstigen Bedingungen sofort oder per 1. April treter der Parteien zu demſelben ohne§8. Accord wird nicht gearbeitet für Arbeiten innerhalb des Streises, sofort oder per 1. April treter der Parteien zu demfelben ohne und darf im Falle der Verweigerung welcher den Radius vom Spittelmarkt Vorladung erscheinen. 100000 au verlaufen. rennen. 11 Lose 10 M., Porto Pferde- Gew. m. 70% d. angegeb. Wertes sofort verkäuflich gegen Bar Geld. und Liste 20 Pf. 1: 10000 1.6000 1 x 5000 à M. 14000 = 2 à 3000= 6000 5& 2000-10000 6& 1500 9000 2& 1000 2000 6000 à 15 10 44 000 20 Fahrräder 4000 u. 5 M. = : Lose versendet d. General- Debit: Lud. Müller& Co. Telegr.- Adr.: zu Schlofsbrauerei 29622* sind. Königs- Wusterhausen leger. v. Schulz. Paul Lucht. D. iſt. Fehlt Ihnen etwas ? für die neue Wohnung, so gehen Sie rechtzeitig in unser Special- Haus. Dortselbst finden Sie eine überraschend grosse Auswahl von Neuheiten in Teppichen, Portieren, Gardinen, Diwan-, Tisch- u. Steppdecken, Möbel- u. Läuferstoffen etc. Da wir riesige Waren- Posten gegen Cassa- Zahlung ungemein günstig erworben haben, verkaufen wir obige Artikel zu wirklich spottbilligen Preisen. Teppichhaus B. Adler& Co., Königstrasse 20-21, an der Jüdenstrasse. Jede Uhr óóóó zu reparieren und reinigen tostet bei mir unter Garantie des Gutgehens treten soll: werden der Arbeitnehmer nicht entlaffen als Mittelpunkt bis zur Potsdamerb. g. tt. werden. Ferner haben die Arbeit straße, Ede der Lükowstraße, hat, gez. Schmalisch u. Below. Adolph Pied: Raphaeli. W. Schulz, Fliesen- geber Sorge zu tragen, daß auf werden Fahrgelder nicht vergütet. leger. jeder Baustelle ein verschließbarer Außerhalb dieses Kreises Franz Wegner, Fliesenteger. Karl Panser für den Verband Raum zur Unterbringung der Kleidung solche gewährt, und zwar innerhalb der Maurer. Paul Winzler, Fliesenund des Handwertszeuges herzustellen der Ringbahn von dem der Baustelle am nächsten gelegenen Punkte geLicht. Jonny Hinrichsen. Heinrich dem Arbeitsverhältnis etwa entstehen§ 9. Für die Schlichtung der aus rechnet. lichtung Bei Arbeiten, die auf einer außer Mette. Getperbegericht zu Berlin den Streitigkeiten zur Vermeidung halb der Ningbahn liegenden BauJ.-Nr. 507 Gew.- Ger. 03. von Streiks und Aussperrungen soll stelle ausgeführt werden, ist neben bon Fall zu Fall eine paritätische ben zu gewährenden Fahrgeldern In Sachen Kommiffion gebildet werden. Gegen auch die mehr erforderliche Zeit zu die Entscheidung dieser Kommission bezahlen. steht der unterliegenden Partei die Ferner find die Parteien auf AnBerufung an das Einigungsamt des trag des Herrn Panser damit einGewerbegerichts zu. Diese Berufung verstanden, daß im§ 8 die Worte: ist innerhalb acht Tagen nach Ver- und darf im Falle der Verweigerung öffentlichung der Entscheidung an der Arbeitnehmer nicht entlassen zubringen. werden" gelöscht werden. der Lohnbewegung im Fliesenleger Gewerbe ist in der Sigung des Einigungsamtes des Gewerbegerichts vom 24. August 1903, an welcher unter dem Borfiße des Gewerbe gerichts- Borjizenden v. Schulz teilgenommen haben: als Vertrauensmänner der Arbeits geber: Kaufmann Licht und Hutmachermeister Lucht; als Bertrauensmänner der Arbeitnehmer: Maurer Mette und Zimmerer Hinrichsen; nach erfolgter Anrufung des Gerichts durch beide Teile, zwischen den Partelen, und zwar: 03 Eine Kommission soll auch gebildet werden, um vor Ablauf der Dauer dieses Vergleiches über die neuen Arbeitsvertrags- Bedingungen zu be raten und zu beschließen. Auch gegen den Beschluß über den neuen Arbeitsvertrag steht den Parteien die Be rufung an das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu. § 10. Arbeitsordnungen dürfen Bes ſtimmungen, welche diesem Vergleiche entgegenstehen, nicht enthalten. Alsdann soll der lette Saz des§ 8 folgendermaßen beginnen:„ Die Arbeitgeber haben Sorge zu tragen", so daß die ursprünglichen Anfangsworte des Sakes:" Ferner haben" wegfallen. Endlich werden sich die Parteien dahin einig, daß der ganze§ 11 aus dem Tarifvertrage zu beseitigen ist. auf Seiten der Arbeitgeber: den Mit diesen heute beschlossenen Abdie ParteiFirmen: Schmalisch u. Below, hier, änderungen erklären Kochstr. 67, Adolf Pied, hier, Linden vertreter hiermit ausdrücklich den in ftraße 16/17, Fromm u. Hanns, der Sigung des Einigungsamtes hier, Mühlenstr. 13, Keller u. Körner, verpflichten sich, ihre Mitglieder zu vom 24. August festgesezten Tarifhier, Rüdersdorferstraße 49, Otto veranlassen, nur bei Arbeitgebern in vertrag namens ihrer Auftraggeber Ramin, Schöneberg, Grunewald- Arbeit zu treten, welche diejen Tarif zu genehmigen. straße 16, Berins u. Co., hier, anerkannt haben. Wilhelmstr. 6; § 11. Die Arbeiterorganisationen b. g. it. Berlin, Breitestr.5. Glucksmüller. Die Arbeitgeber verpflichten sich, in gez. Schmalisch u. Below. Ad. Pleď: auf Seiten der Arbeitnehmer: erster Linie Mitglieder der beiden Raphaëli. ppa. Richard Schäffer: Töpfer. n. Ofensetzerei, dem Lokalverbande der Mosait- tontrahierenden Drganisationen zu be- Prekonitsch, auch in Vertretung der passende Wohnung, 2 Stuben, Küche Fliesenleger Berlins und Umgegend schäftigen. Firma Barnebold u. Nasse. und 4 Fenster Lagerraum, Garten, in und den dem Centralverband der aufstrebendem Zeile Wilmersdorfs, § 12. Der vorstehende Vergleich Berino u. Co.: Rüdiger. B. Lehmann. Maurer Berlins und Umgegend ist gültig vom 1. September 1903 bis Fromm u. Hanns. Keller u. Störner. fonkurrenzlos, 500 M., per sofort zu angehörigen Fliesenlegern, zum 1. Februar 1905 und läuft still- Otto Ramin. H. Karsch. W. Schulz, berm. Bogel, Friedenau, Kirchstr. 20. nachstehender schweigend ein Jahr weiter, wenn Fliesenleger. Franz Wegner, Fliesennicht acht Wochen vor Beendigung leger. Hermann Jaensch, Fliesenleger. Für Maurer. 1 Mt. 50 Pf., außer Bruch, eine Reparaturen billiger. desselben eine Kündigung erfolgt. Für den Centralverband der Maurer: Karl Panser. Allabendlich findet Unterricht im Großes Lager in Uhren, Goldwaren, Ketten zu erstaunlich billigen Preisen. gefchloffen worden, welcher in GemäßDie Vertreter der Parteien schließen bautechnischen Zeichnen, Beranschlagen, Dutaten- Trauring, 900 geft., 1%, Dukaten 15,50, 2 Dulaten 20,50. heit des§ 70 des Gewerbegerichts- diesen Vergleich unter Vorbehalt der Stoftenberechnen2c. statt. Ausbildung Für sämtliche Waren schriftliche Garantie. Echt Rathenower Brillen, Gefeßes( Fassung der Bekanntmachung Genehmigung der von ihnen ein Nachträglich: Mit vorstehenden zum Polier. Meldungen nimmt ent- Bincenez, Operngläser. 28272 vom 29. September 1901) und des zuberufenden Versammlungen. Abänderungen des Tarifvertrags eine Maurermeister Karras, § 76 des Drtsstatuts für das Ge- Es wird hierzu bemerkt, daß verstanden: NW., Beusselstr. 71, II. T. STOLZ, Chausseestr. 78, P. Stolz, Badstr. 57. terbericht der Stadt Berlin vom mehrere Firmen, welche ihre Geneigt Verantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drut und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. gegen 23186 nur Bergleich gez. A. Selchot. gez. M. Zander. Nr. M. 20. Jahrgang. 2. KeilM des AmW" Knlim WsM Sounabend, 10. Oklsber IM. Ein Kleeblatt. »Münchner Post'..Petite Rspublique�. „Berliner Tageblatt'. Das„Berliner Tageblatt' hat eine neue Entdeckung gemacht. Mein letzter Artikel in oer„Neuen Zeit", worin ich im Interesse der sittlichen Reinheit ein strenges Gericht über alle unsauberen Elemente fordere, ist ihm ein deutlicher Beweis dafür geworden, daß ich die Bernhardsche Parteimoral mit doppeltem Böden zu der meinen gemacht habe. Die Redaktion des.Vorwärts' ersucht mich, das richtig zu stellen, was ich natürlich mit Vergnügen thue. Aber ich benutze die Gelegenheit, um noch einiges andre richtig oder klar zu stellen, was mit dieser Affaire mehr oder weniger in Zusammenhang steht. In demselben Artikel, in dem das„Berliner Tageblatt" meine sittliche Verworfenheit enthüllt, findet sich folgender Pafius: „Just in derselben Zeit, als Kautsky, der Principienwächter des Marxismus, auf dem Dresdener Parteitage den Bannstrahl gegen die Revisionisten schleuderte, ereignete sich in Frankreich etwas Merkwürdiges. Nach der„Petite Rspublique" hat der Municipalrat von Montlu�on sim hochindustriellen Departement Allier) eine Million Frank für den Bau einer Jnfanterie-Kaserne bewilligt. Dieser Municipalrat aber besteht aus unentwegten Guesdisten und Blanquisten, und Maire von Montlu?on ist der„revolutionäre' Abgeordnete Constans. Die„Münchner Post' des Herrn v. Wollmar übernimmt diese Nachricht, wie man sich denken kann, mit ganz besonderem Behagen. Die Geschichte ist für Herrn KautSky noch um so blamabler, als er selbst eben erst anläßlich des Kon- grefses von Reims im Auftrage des deutschen Parteivorständes den ftanzösischen radikalen Genossen„die unerbittliche Opposition gegen die bestehende Bourgeoisordnung' recht dringlich ans Herz gelegt hat." Sicher ist diese Affaire höchst blamabel, aber für ganz andre Leute als die französischen Genossen des oppositionellen Socia- lismus oder meine Wenigkeit. Die„Münchner Post" hat sich bereits gezwungen gesehen, in ihrer Nummer vom 7. Oktober zu erklären, daß die von ihr der Petite Rspublique' entnommene„Nachricht nicht richtig" sei. Da sie aber inzwischen„mit ganz besonderem Behagen" von der bürgerlichen Presse übernommen worden ist, die kaum die nachträgliche Berichtigung mitteilen wird, muß ich an dieser Stelle darlegen, woruni es sich handelt. Der socialistisch-revolutionäre Municipalrat von Montlu?on hat keinen Sou für den Bau einer Kaserne bewilligt, geschweige 1 Million Frank. Aber er hat allerdings eine Million für eine Kaserne ausgegeben, nämlich für den Ankauf einer alten, leerstehenden Kaserne, um sie für Gemeindezwecke zu verwenden. Diesen Thatbestaud hat dann das Organ des Abgeordneten Jaurss zu der angegebenen Meldung verdreht, um die antiministeriellen Socialisten zu dis- kreditieren, und mein Begrüßungsschreiben diente der„Münchner Post" als Handhabe, dazu noch meinen Namen in die anscheinend so blamable Affaire hineinzuziehen. Schon auf dem Kongreß zu Reims hatte der Abgeordnete Constans in einer Rede die Sache richtig gestellt und die Methode der Berichterstattung der„Petite Rspublique" gebrandmarkt. Partei- genossen, die sich dafür interessieren, verweise ich auf den Bericht des Genossen Kriffchewsky in der„Leipziger Volkszeitung", Nr. 225, 2. Beilage. Im„Vorwärts", dem der gleiche Bencht zuging, wurde die betreffende Stelle nicht veröffentlicht.') Als Beispiel fiir die Glaubwürdigkeit der Mtteilungen der „Petite Rspublique" aus dem Parteileben diene folgendes, fiir uns Deutsche besonders amüsante Stückchen. Um seinen Lesern den Dresdener Parteitag als einen Sieg des Revisionismus erscheinen zu lassen, berichtet der Abgeordnete Rouanet in der Nummer vom 2. Oktober, die Resolufion über die Taktik habe nichts zu bedeuten, sei eine reine Formalität. Entscheidend zeige sich die Stimmung der Partei in der Wahl zum Parteivorstand, und die habe ergeben, daß neben Auer Volkmar mit an Einstimmigkeit grenzender Mehrheit zum Parteisekretär gewählt worden f e i. Wollmar habe in Dresden also nahezu die ganze Partei hinter sich gehabt I Und nun zum dritten Blättchen des Kleeblatts, dem„Berliner Tageblatt". In einem Artikel„Nachklänge zum Parteitage" hatte ich Angesichts der Anklagen Hardens, die,' wenn sie berechttgt find, ehrlose Handlungen eimger Parteigenossen darthun, ein u n- parteiisches Gericht gefordert, das nur nach Thatsachen urteilt, sich durch Klatsch nicht beeinflussen läßt, das aber streng und unerbittlich waltet I Darüber ist das Mosseblatt sehr entrüstet und es sieht darin das Streben des„Torquemada der Partei" einige„Ketzer" zu„rösten". Die„Meinungsfteiheit" erstreckt sich also in der Redattion des„Berliner Tageblatt" auch auf ehrlose Handlungen. Nun, sie muß es am besten wissen. Aber im nächsten Satz wird sie selber ethisch und erklärt: „Dieser rückständigen Tendenz(nämlich dem Streben, unsaubere Elemente auszuicheiden! K.) entspricht es auch, daß Kautsky in einer Weise über die Pflicht der Wahrhaftigkeit schreibt, die jedem Jesuiten Ehre machen würde. Er meint nämlich. daß man dem Genossen gegenüber wahrhaft sein müsse, und fährt dann wörtlich fort:„Dem Feinde gegenüber hat man diese Pflicht nie anerkannt." Ein Socialdemokrat darf_ also nach Kautsky den Feind, das ist die bürgerliche Gesellschaft, belügen, daß sich die Balken biegen— ein Beitrag zur socialdemo- Iratischen Moral, der unsres Erachtens die Dreimillionen- Partei noch mehr diskredittert als alle gegenseittgen Schimpfereien zusammengenommen." Welch feine Wendung durch Levhsohns Fügung! Weil ich die UnWahrhaftigkeit unter den Genossen verpöne, bin ich ein Torque- mada, und weil ich die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit dem Feinde gegenüber weniger streng auffasse, bm ich ein Jesuit. Gleichzeitig ein Fanattker der Wahrhaftigkeit und der Unwahrhaftigkeit. Oder meint das„Tageblatt" vielleicht, ein Socialdemokrat dürfe wohl G e n o s s e n. belügen, nie aber Feinde der Partei? Will aber nun das„B. T." jeden Menschen, der seinen Feind belügt, zu einem Verworfenen oder Jesuiten stenipeln, der durch die Enthüllung seiner Moral aufs schlimmste diskredittert wird? Dann wird es gar manchen seiner Helden aufgeben müssen. Der Grundsatz, den ich da ausgesprochen habe, daß man die Pflicht der unbedingten Wahrhaftigkeit dem Feinde gegenüber nie anerkannt habe, ist rncht etwa eine Forderung, die ich erhebe, sondern eine historische Thatsache, die so alt ist wie das Menschengeschlecht oder doch die Sprache, und die ich in meinem Artikel als solche konstatiere, ohne mich weite r darüber zu äußern. Als ich diesen Satz niederschrieb, hatte ich Fälle im Auge wie den Hennanns, des Eheruskers. Als die Römer„frech geworden" und in Germanien eingedrungen waren, da heuchelte bekanntlich Hermann, der„edle Recke", Ergebenheit und Unterwürfigkeit gegenüber dem römischen Kommandanten Varus, wodurch es ihm gelang, diesen in einen Hinterhalt zu locken, in dem die römische Kriegsmacht vernichtet wurde. Das geschah fteilich vor ISIX) Jahren, aber bis heute, ja man kann sagen, seit einem Jahr- hundert mehr denn je, wird die That Hermanns als eine herrliche gepriesen und unsrer Schuljugend im hellsten Lichte dargestellt. Wird dadurch nicht nur die Partei der drei Millionen Wähler, sondern gleich die gesamte deutsche Nation aufs schlimmste dis- kreditiert? •) Die betreffende Stelle ist im„Vorwärts" nicht veröffentlicht worden, weil auch die unrichtige Darstellung der„Petite Rspublique" von uns nicht übernommen war und weil einige Streichungen un- wesentttch erscheinender Stellen des Kongreßberichis bei dem Umfange desselben und bei dem Raummangel unsres Blattes in dieser Aera der Erklärungen notwendig waren. Die Redattion. Aber mit diesem Hinweis will ich mich nicht um die Aufgabe herumdrücken, die Frage zu beantworten, wie weit die Parteigenossen zur Wahrhaftigkeit gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft ver- pflichtet sind. Ich bin der Anschaunng— und alle Parteigenossen, die il kenne, vertteten den gleichen Standpunkt, und einen andern habe ü in der Parter noch nicht kennen gelernt, fo daß ich glaube, hier nicht bloß eine belanglose Privatmeinung, sondern die Meinung der Partei wiederzugeben: Ehrlichkeitist auch dem Feinde gegen- über für einen Socialdemokraten in der Regel die beste Politik. Einmal deswegen, weil unsre wichttgste historische Aufgabe die Aufklärung der Massen ist. Wir wollen die gesamte Masse ge- Winnen. Wer heute unser Feind ist, soll morgen unser Freund sein. Und wir können Freunde und Feinde in der Masse nicht trennen, können die Feinde nicht täuschen, ohne die Freunde zu täuschen. Keine Partei kann und darf daher so wenig mit der Verschleierung ihrer wirklichen Absichten operieren wie die unsre. Gegen das Belügen der Feinde spricht jedoch auch der Umstand, daß wir eine Partei mit weitabliegenden Zielen sind, die sich an Augenblickserfolgen nicht genügen läßt. Die Polittk der Lüge ist aber stets kurzlebig. Lügen haben kurze Beine und Lügner verfangen sich ftüher oder später in ihren eignen Schlingen. Je weniger wir „Realpolittker" sind, das heißt, je weiter wir über unsre Nase hinwegsehen, je weniger wir uns auf das Streben nach einzelnen Augenblickserfolgen beschränken, umsoweniger unterliegen wir der Versuchung, solche Erfolge durch die Täuschung von Gegner» ,u er- ringen.« Endlich aber ist Ehrlichkeit auch dem Gegner gegenüber schon deshalb in der Regel unsre beste Polittk, weil wir eme Partei sind, für welche die Thaffachen sprechen, die daher am stärksten dann ist, wenn sie ausspricht, was ist. Die Lüge ist das Kampfmittel des Schwachen gegenüber dem Starken. Wer seiner Sache sicher ist, wer sich selbst stark fühlt, lügt nicht. Immerhin giebt es auch für einen Socialdemokraten Fälle, wo er nicht umhin kann, den Feind zu belügen. Es sind Notfälle, und es handelt sich dann um besonders unterschiedene Feinde, die von vornherein dazu da sind, uns zu bekämpfen, und die nie unsre Freunde werden können, es handelt sich dabei in erster Linie um die politische Polizei. Etwa politische Flüchtlinge vor ihr verbergen und ihre Verfolger auf eine falsche Spur lenken, ver botene Schriften unter falschen Angaben einschmuggeln, Lockspitzel belügen und ihnen Fallen stellen, das sind Ueberttetungen des Gebots der Wahrhaftigkeit, die vielleicht selbst das„Berliner Tage- blatt" nicht als allzu jesuittsch oder distteditterend bettachten wird, wenn es auch keineswegs der Auffassung der Parteigenossen bei- treten dürfte, daß dergleichen zu thun eine sittliche Pflicht sei. In seinen letzten Jahren hat freilich auch der Liberalismus diese Pflicht zur Täuschung des Feindes anerkannt und geübt. Seitdem hat sich sein ethisches Empfinden sehr verfeinert. In der Theorie verttitt er jetzt die Pflicht unbedingter Wahrhaftigkeit, auch dem Feinde gegenüber. Und in der Praxis belügt er, das heißt der größte Teil seiner Bertteter in Presse" und Parlamenten, nicht seine Feinde, sondern das deutsche Volk,„daß sich die Balken biegen"— sobald es gilt, die Socialdemokratte zu diskreditieren. Aber seine Praxis der Lügen vor dem Volke beirrt uns ebenso- wenig wie seine Theorie der unbedingten Wahrhaftigkeit auch dem Feinde gegenüber. _ K. Kautsky. berliner partei-Hn�elegenbeitcn. Parteigenossen! Seht die Wählerlisten zu den Landtagswahlen nach! An den am 6. Ottober im„Vorwärts" bekannt gegebenen 60 amtlichen Auslagestellen sind die Listen am Sonntag, den 11. Ok- tober, von mittags 12 bis nachmittags 5 Uhr, am Montag, den 12. Ottober, und am Dienstag, den 13. Oktober, von mittags 12 bis abends 8 Uhr, einzusehen. Außerdem liegen die Listen im Bereich des zweiten Reichstags-Wahlkreises an den genannten drei Tagen den ganzen Tag über in folgenden Lokalen aus: O. Kumke, Bülowstr. 59; Richter, Kulmstr. 36; Böttcher, Steinmetzstr. 29; Rickert, Steinmetz- straße 60; Marsch, Alvenslebenstr. 16; Hähnelt. Blumenthalstr. 6; Weist, Bülowstr. 67; W. Bruns, WUHelmstt. 146; F. Ohnesorge, Markgrafenstr. 102; R. Augustin, Lindenstr. 69; F. Lehmann, Friedrichstt. 16; H. Störmer, Zimmerstt. 24; Wieprecht, Schützen- straße 18/19; I. Sasse, Hornstt. 2; K. Werner, Hagelsbergerstt. 2; F. Rechtbach, Hagelsbergerstt. 23; F. Preuß, Belle-Alliancestt. 74a.; Borgfeldt, Arndtstt, 35; I. Thomsen, Gneisenaustt. 30; E. Seidel, Mittenwalderstt. 16; Paul Scholz, Zosseuerstr. 1, Ecke Barutherstraße; Jul. Fischer, Boeckhstr. 7; F. Ewald, Schönleinstr. 6; Patschke, Gräfestr. 31; E. Lindemann, Moritzstr. 9; Schulz, Wasserthorstr. 14. Zweiter Wahlkreis. Die Mitglieder des Wahlvereins können, nachdem ihnen der Vereinsbeitrag für Monat Oktober abgestempelt worden ist, von heute ab das Protokoll des Dresdener Parteitages gegen Zahlung von 10 Pf. in Empfang nehmen. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Sonntag, den 11. d. M., nachmittag? 4 Uhr. findet die regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Lokale von Saß statt. Tagesordnung: Vorttag des Reichstags-Abgeordneten F. Z u b e i l über:„Die Landtagswahl". Kassenbericht. Bericht von der Generalversammlung. Aufftellung der Wahlmänner zur Landtags- wähl. Verschiedenes. Nieder-Schöneweide. Sonnabendabend 8'/, Uhr findet bei Franz die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tages- ordnung steht: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl desselben. 3. Bericht von der Generalversammlung des Kreises. 4. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. Steglitz. Montagabend 8 Uhr findet bei Schellhase, Ahorn« sttaße 15», eine öffentliche Wählerversammlung statt. Referent Genosse Fritz Zubeil.— Sonntagvormittag 8 Uhr findet eine Flugblattverbreitung statt. Wir ersuchen die Genossen, sich in ihren Bezirkslokalen pünttlich einzufinden. Schöneberg. Zur bevorstehenden Stadtverordneten-Wahl findet am Sonntag, 11. Oktober, früh 7>/z Uhr, eine Flugblatt-Berteilung statt und zwar für den 2., 4., 7., 8. und 10. Bezirk. Treffpunkt bei: Schilling, Kyffhäuserstr. 16; Döring, Merseburgerstt. 7; Reimer, Hohenftiedbergstr. 26; Hoffmann, Cheruskerstr. 16, und Moll. Sponholzstr. 34. Die Parteigenossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. lokales. Heute Sonnabend findet bei Bethge, hier, Chaussee- straße 39, das S t i f t u n g s f e st des hiesigen Wahlvereins statt. Komische Vorttäge und turnerische Aufführungen werden mit Gesangseinlagen des Arbeiter-Gesangvereins Britz abwechseln. Die Festrede hält Genosse Fritz Z u b e i L Enttee 20 Pf. Adlershof. Sonntagnachmittag 3 Uhr findet eine Volksversamm- lung für Männer und Frauen im Lokale deS Herrn Meißner. Bismarckstraße 60 statt. Tagesordnung: Borttag des Genossen Stadtverordneten Ewald:„Warum beteiligen wir uns an der Landtaaswahl?" Die„heilige" Familie. Spaltenlange Berichte bringen alle Blätter über den Prozrst Dippold, der gestern sein Ende erreicht hat. Zu acht Jahren Zucht- Haus hat das Schwurgericht in Bayreuth jenen Unmenschen ver- urteilt, der ein junges, ihm zur Bildung anvertrautes Menschenkind in barbarischer Weise zu Tode gemartert hat. Auch wenn das Drama einen andren Ausgang gehabt hätte, wenn der perverse Hauslehrer statt ins Zuchthaus ins Irrenhaus gesteckt worden wäre» so hätte sich doch nichts an der Thatsache geändert, daß dieser Prozeß ein furchtbares Dokument für die Zersetzung der Familie im Zeit« alter des Kapitalismus bleibt. Die Eltern der unglücklichen Kinder, die der wollüstigen Grausamkeit eines Entarteten zum Opfer fielen, gehören der sogenannten Creme der Berliner„Gesellschaft", den oberen zehn Dutzenden an. Mit irdischen Gütern überreichlich gesegnet, konnte der Bankdirektor Koch seiner Familie alles Gute gewähren, konnte seinen Kindern die beste Erziehung und sorgsamste Pflege angedeihen laffen. Wenn er jetzt mit seiner Frau zusammen an dem Grabe des Kindes trauern muß, so kann ihnen auch der mit- leidigste Mensch die Verantwortung für da» schwere Unglück nicht von den Schultern nehmen. Denn es ist in der That«nverantwort- lich, wie diese Leute an ihren Kindern gehandelt haben. Unverantwortlich, aber nicht ungewöhnlich. Wir haben es ja vor noch gar nicht langer Zeit, bei der Katastrophe in dem Hause des sächsischen Kronprinzen, die auch von einem Hauslehrer heraufbeschworen wurde, erlebt, mit welcher Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit die reichen Familien bei der Auswahl der Kindererzieher verfahren. Auf irgend ein beliebiges Zeugnis, auf eine oberflächliche Empfehlung hin, wird so ein Präceptor engagiert, höchstens daß er sich einmal mit Gehrock und Chlinder der gnädigen Frau vorstellen mutzte. Ob er ein braver Kerl ist, ob er mit Lust und Liebe und dem nötigen pädagogi- schen Talent und Wissen an seine Aufgabe herangeht— pah, das find Nebensächlichkeiten. Das Engagement des Kutschers ist eine wichtigere Angelegenheit, als die Bestallung des Hauslehrers, weil der Kutscher mit„repräsentieren" muh, während der Hauslehrer in den Hinterzimmern der Wohnung versteckt wird, wenn„Gesell- schaft" kommt. Und dort kann er treiben, was er will. In der Wohnung ebensowenig eine Kontrolle, wie auf dem Lande draußen» wo der Präceptor die Kinder monatelang fern von den Eltern unter seiner alleinigen Aufficht hat. Das Kostgeld geht regelmäßig ein—• � im übrigen aber, bekümmert sich nicht Vater, nicht Mutter um das Wohlergehen der Sprößlinge. Woher sollen sie auch die Zeit dazu nehmen! Geschäft und Gesellschaft nehmen ja die Kräfte von Mann und Frau bis auf den letzten Rest in Anspruch. Wenn die Damen der großen Welt ihre Kinder in die Welt gesetzt haben— eine lästige Angelegenheit, die sich nun einmal nicht auf andre überttagen läßt— dann haben sie auch so ziemlich alles gethan, was man billig von ihnen verlangen kann. Dann gehören sie wieder der„Gesellschaft", dann haben sie, wichtigere Pflichten zu erfüllen, als an der Erziehung ihrer Kinder, mitzuarbeiten,! Und der Mann: wenn er seine Geschäfte betreibt,. Reichtümer auf Reichtümer häuft, einen Orden und Titel nach dem andren einheimst— ja, was soll er denn sonst noch thun? Giebt er dadurch seinen Kindern nicht bessere Waffen mit für den Kampf ums Dasein, als Tüchttgkeit des Charakters und Gediegenheit des Wissens sind? Soll er seine gequälten und abgeschundenen Nerven auch noch durch Kindergequarre und Sorgen um die Exercitien seiner Jungen strapazieren? Wir schildern keine Ausnahmen, sondern die Regel, wenn wir das Familienleben der Großkapitalisten so charakterisieren. Der Kapitalismus hat es in Grund und Boden z e r st ö r t, zersetzt, der- selbe Kapitalismus, zu besten Schutz dieselben Leute die Mär er- fonnen haben und in Welt hinausposaunen, die Socialdemokratie wolle die Familie zerstören. Ihr Widerspiel finden die grauenvollen Zustände, die auf de«. „Höhen der Menschheit" herrschen, drunten in der dunklen Tiefe de? ärmsten Schichten des Proletariats. Nur, daß dort nicht der lieber- fluß, sondern die furchtbarste Not zerstörend wirkt. Daß ein ge- wissenloser Hauslehrer, der ohne jede Kontrolle blieb, einen Bank- direttorssohn totprügelte, das regt eine ganze Welt auf: wenn da? Kind der geplagten Proletarierftau ohne Aufficht zu Hause bleiben mutz und zu Tode kommt, dann hat man kaum noch ein Wort arm« seligen Mitleids, wohl gar noch einen harten Tadel, dafür übrig, „Mein Gott, das kommt ja so oft vor! Man weiß ja, daß diese Sorte ihre Kinder vernachlässigt!"— Hier wie dort aber sind es in Wirklichkeit die entsetzlichen Zustände, die die Menschen fchuldig werden lassen: unten nur Lasttiere, oben nur Mammonsdiener— wo aber ist der Mensch? Wahrer Menschlichkeit wieder eine Stätte zu bereiten, das ist unser großes Ziel und alles setzen wir daran, es zu erreichen._ Die Beerdigung unsres Parttigenossen Richard Levy, besten Tod wir gestern meldeten, erfolgt am Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes in Weißensee aus. Die Partei- genossen werden ersucht, sich zahlreich an der Bestattungsfeier zu be- teiligen. Die Kontrolle des Schulbesuches, die die Schulkommissionen über die schulpflichtigen Kinder auszuüben haben, wird noch immer dadurch erschwert, daß diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht einer Gemeinde- schule, sondern andren Schulen, einer Vorschule, einer Privatschule, den unteren Klassen einer höheren Mädchenschule, zuführen, vielfach die für solche Fälle gettoffenen Bestimmungen unbeachtet lasten. Der Schulbefuch dieser Kinder untersteht zwar nicht der Kontrolle der Schulkommissionen, aber mindestens muß den zuständigen Kom- mifsionen mitgeteilt und durch amtliche Schriftstücke nachgewiesen werden, daß die Kinder beim Eintritt in das schulpflichtige Alter über- Haupt einer Schule zugeführt werden, soweit sie nicht im Hause unter- richtet werden sollen oder auf ärztliche Anordnung von der Unterrichts- Pflicht noch befreit bleiben. Auch wenn ein Kind, das bereits längere Zeit die Schule besucht, von einer Gemeindeschule auf eine Lehranstalt andrer Art(Gymnasium usw.) übergeht, muß der zuständigen Schul- kommission hiervon Mitteilung gemacht werden, damit sie weiß, wo das Lfind geblieben ist. Die Nichtbefolgung dieser Bestimmungen ver- ursacht den Schulkommissionen zu Beginn jedes Halbjahres unnötige Arbeit. Stadtverordneten-Borstcher Dr. LangerhanS erschien heute früh zum erstenmal nach überstandener Krankheit wieder im Rathause. Von allen Seiten auf das herzlichste begrüßt, begab er sich in sein Bureau, um einige Sachen zu erledigen. Morgen wird LangerhanS dem Ausschuß zur Vorberatung der Vorlage über die selbständigere Stellung der Oberärzte an den chirurgischen Abteilungen der städtischen Krankenanstalten präsidieren und am 1. November dieses Jahres gedenkt der Vorsteher dann die Amtsgeschäste der Stadt- verordneten-Bersammlung wieder in altgewohnter Weise zu über- nehmen. Die Socinlpolitik deS Polizeipräsidiums. Die„Vost. Ztg." meldet:„Der Verein selbständiger Geschäftsinhaber zur Abwehr des Achwhr-Ladenschlusses(Geschäftsstelle Münzstt. 9) enffandte gestern eine Abordnung, bestehend aus den Herren: erster Vorsitzender Kauf- mann Pollnow, Blumenhändler Tille, Konfitürenhändler Riedel Klempnermeister Auschewski, Uhrmacher Brauser, Cigarrenhändler, die Balkenlage usw. standen in Flammen. Der Brand konnte bald mit Inapper Mehrheit angenonunen. Die Ausführungen des frei Klose, zum Polizeipräsidenten v. Borries. Nach längerem gelöscht werden. Brandinspektor Reinhardt benachrichtigte die Polizei, sinnigen Herrn Plonz, daß den Lurusbauten und der Befriedigung Vortrag durch den ersten Vorsitzenden über den Stand der die Ermittelungen anstellte. Allem Anschein nach ist der Einbruch der Arbeiterwünsche Einhalt gethan werden müsse, offenbarten aberBewegung der Geschäftsinhaber, die Gegner des Achtuhr- Laden- erst in früher Morgenstunde von Neulingen verübt worden, die Aus- mals die Rückständigkeit und Arbeiterfeindlichkeit des Freisinns. schlusses find, erklärte der Polizeipräsident in entgegenkommendster führung läßt diesen Schluß zu. Nachdem die Verbrecher das Papier Der Gemeindevorsteher machte noch die Mitteilung, daß die Weise die Zuſammenſegung der einzelnen Geschäftszweige u. a. angezündet hatten, haben sie das Postamt unbemerkt durch die Stadtwerdungswünsche den höheren Justanzen unterbreitet seien, einer fachgemäßen Prüfung vor der amtlichen Entscheidung Thür nach dem Hausflur, die sie eingeklinkt hatten, verlassen. Briefe nachdem Berlin von der Eingemeindung nichts wissen wolle und unterziehen zu wollen, und bewilligte zur Herbeiführung der noch und Wertsachen sind den Einbrechern nicht in die Hände gefallen. auch der Plan der Zusammenlegung von Lichtenberg, Friedrichsfelde anzufertigenden Listen von Gegnern des Achtuhr- Ladenschlusses eine A13 Leiche wiedergefunden wurde der 8 Jahre alte Sohn Leopold ber Ringbahn belegene Teil auszuscheiden sei, als gescheitert bebreimonatliche Frist, bis zu welcher die Anträge der Anhänger des Kellners Hörnid aus der Aderstr. 171, der feit acht Tagen ver- trachtet werden müsse. Eine spätere Sigung wird sich mit der Frage Als und Rummelsburg zu einer Stadtgemeinde, aus der der innerhalb des Achtuhr- Ladenschlusses ruhen sollten. Es liegt jetzt in der Hand der Geschäftsinhaber, durch Niederlegung ihrer Unterschrift bei eine Weile auf der Straße spazieren, ließ ihn dann allein vor der eingehend befaffen. schwunden war. Frau Hörnid ging am 2. d. M. mit dem Knaben foldspn milust genanntem Verein zur schleunigen Beschaffung des vom Polizei- Thür und ging in ihre Wohnung hinauf, um ihre jüngeren Kinder, präsidenten gewünschten Materials das Ihrige beizutragen." Sein Kind verhungern lassen hat in Brandenburg a. H. der So wird also die Erledigung einer Maßnahme, deren Not- einen Knaben und ein Mädchen von 5 und 3 Jahren, zu beaufsichtigen. Militärinvalide Ostar Giserbeck, ein dem Trunke ergebener Mensch, wendigkeit jedem einleuchten sollte, der für die drängenden social. Seit jener Zeit war der Kleine verschwunden, bis man ihn gestern der sich, als seine Frau verreist war, aus der Wohnung entfernte einem Monat und zwei politischen Fragen einiges Verständnis hat, einem beschränkten Klein- morgen vor dem Hause Schiffbauerdamm Nr. 15 als Leiche aus der und darin feine beiden Kinder im Alter främergeist zu liebe auf Monate hinausgeschoben. Spree landete. Der Junge lief gerne zum Spielen umher. Seine Jahren einschloß. Durch solche Eiserbeck fehrte nicht in die Wohnung zurück, Verzögerung fann dem„ Mittelstande" ebenso wenig geholfen werden Eltern hatten ihn schon ein paarmal stundenlang suchen müssen. sondern trieb sich tagsüber in Gasthäusern umher, bis man ihn wie durch Beibehaltung des Neunihrschlusses; es werden dadurch Brüde gegangen und dort unbemerkt beim Spielen ins Wasser ge- Wohnung Eiferbecks eilte, fand er dort das jüngste Stind an EntSie glauben daher, daß er vor acht Tagen nach der Weidendammer abends, fchiver betrunken, arretierte. Als ein Polizeibeamter in die nur die berechtigten Interessen der Angestellten schwer verletzt. fallen und ertrunten sei. Spuren eines Verbrechens wurden an der träffung gestorben, während das zweijährige erschöpft nach dem Leiche nicht gefunden. Der Umstand, daß von der Kleidung die Krankenhause gebracht wurde. blaue Jacke fehlt, läßt sich auch ohne die Annahme eines Verbrechens erklären. Volkskunst und Magistrat. Berichterstatter zu melden: Die Freie Volfsbühne" hat die Absicht, im Laufe dieses Winters Kunstabende für ihre Mitglieder zu veranstalten.& a soll der Versuch gemacht werden, auf allen Gebieten der Kunst den Arbeitern das beste und vornehmste zu bieten. Um den Veranstaltungen einen möglichst intimen Charakter zu sichern, beschloß die Leitung der Freien Volksbühne" bei der Stadt die Ueberlaffung von Schulsälen zu beantragen. Auf den vor mehreren Wochen gestellten Antrag ist bisher noch kein Bescheid ergangen, obwohl die Zeit drängt. Dafür weiß heute ein Magistrats Die Direktoren der Anstalten hätten sich gegen diese Weberlassung ausgesprochen. Der Magistrat habe sich dieser Ablehnung angeschlossen. Welche Gründe diesem unerklärlichen Verhalten zu Grunde liegen mögen, ist uns nicht bekannt. Wir halten deshalb mit einer Kritik der Ablehnung vorläufig zurück. In Aussicht genommen waren zunächst u. a. ein Beethoven- Konzert und ein Klinger- Abend. Was veranlaßt die Direktoren und den Berliner Magistrat, den im höchsten Sinne volksbildenden Bestrebungen des Vereins Schwierig teiten zu bereiten? Will man nicht, daß das Proletariat zu fünftlerischer Begehrlichkeit und Genußfähigkeit erstarke? Aus Induftrie und Handel. Der Coatsmarkt hat auch im September, wie die soeben vers öffentlichten statistischen Nachweise zeigen, sich recht gut gehalten. von den rheinisch- westfälischen Werken wurden nämlich im September 730 550 Tonnen gegen 722 117 Tonnen im Monat August und 610 724 Tonnen im September vorigen Jahres abgesetzt. Demnach hat der Versand gegen den Vormonat, anstatt einen Rüdhatte das Coatssyndikat für den September eine Einschränkung von gang zu erleiden, noch um 8500 Tonnen zugenommen. Bekanntlich 15 Proz. angesetzt, da es eine beträchtliche Abnahme des Abjakes annehmen zu dürfen glaubte. Die wirkliche Einschränkung beträgt nach obigen Ziffern nur ungefähr 4 Proz.: ein Beweis, daß vorfäufig noch die Eisenindustrie, und zwar hauptsächlich die Hochofenwerke, recht gut beschäftigt sind. Durch Versagen einer Bremse stießen in der Schönhauser Allee zwei Straßenbahnwagen zusammen, wobei der Fahrer Gustav Akebein am Kopfe erheblich verletzt wurde und zwei Fahrgäste erhebliche Verlegungen davontrugen. Die Wagen wurden stark beschädigt und mußten außer Betrieb gesetzt werden. Auf den vor mehreren Durch einen Sturz aus dem Fenster hat sich in der vergangenen Nacht die 30 Jahre alte Kaufmannsfrau Elise Heinrichs aus der einem Jahre an der Lunge und hatte gestern einen Anfall, der sie Schwedterstraße Nr. 225 das Leben genommen. Die Frau litt seit wohl glauben machte, daß es für sie keine Rettung mehr gebe. In der bergangenen Nacht stand sie, während ihr Mann und ein dreijähriges Töchterchen schliefen, heimlich auf und stürzte sich aus dem Küchenfenster ihrer im zweiten Stod gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Ein Gastwirt aus dem Hause und seine Gäste fanden fie dort mit zerschmetterten Gliedmaßen liegen und holten die Polizei und einen Arzt. Dieser konnte. nur noch den Tod feststellen. Erst zur Lage des deutschen Arbeitsmarktes. Eine ganz überdurch den Reviervorstand, der ihn weckte, erfuhr der Ehemann den raschend günstige Wendung hat, wie die Arbeitsmarkt- Korrespondenz" schrecklichen Unfall. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem meldet, die Lage des Arbeitsmarktes im Monat September erfahren. Schauhause gebracht. Nach der Statistik der öffentlichen Arbeitsnachweise tamen auf je 100 offene Stellen nur 111,7 Arbeitsuchende gegen 136,7 im SepOrgelfonzert. Dtto Dienel giebt Montag, den 12. Oftober, tember 1902. Sehr viel zu der überaus günstigen Gestaltung des abends 7 Uhr, in der Marienkirche ein Bach- Konzert bei Arbeitsmarktes hat die Herbstkonjunktur im Baugewerbe beigetragen, freiem Eintritt unter Mitwirkung von Frl. Eva Pilchowska, Frl. die zum Teil so lebhaft war, daß die Nachfrage nach Arbeitskräften Leopold Behrends. Olga la Barre, Herrn Karl Raché, Herrn Otto Tormin und Herrn in einzelnen Orten, wie z. B. in Berlin, Magdeburg, Altona, Hungrigen dein Brot",„ Es ist das Heil uns kommen her",„ Ach Bergbau nahm eine große Zahl neuer Arbeitskräfte auf. Im Es werden Teile der Cantaten„ Brich dem Sclingen vorübergehend stärker war, als das Angebot. Auch der wie nichtig"," Jesu der du meine Seele" u. a. aufgeführt. Braunkohlen- Bergbau insbesondere wurde die Förderung so lebhaft, daß Ueberstunden und Sonntagsschichten zu Hilfe genommen werden mußten. Im Eisengeiverbe und in der Maschinenindustrie kann zwar der Beschäftigungsgrad noch immer nicht als befriedigend bezeichnet werden, aber gegenüber dem August trat cher eine kleine Belebung, als eine Verschlechterung ein. Der Auftragsbestand der rheinischwestfälischen Hochofenwerke reicht noch bis in das nächste Jahr hinein. Die Befürchtungen wegen einer Verschlechterung des Beschäftigungsgrades im Tertilgewerbe, die man während der letzten beiden Monate hegen mußte, haben sich bis Ende September nicht verwirklicht. Die Uebergangszeit von einer Saison zur andren hat zwar die regelmäßige Maitigkeit gebracht, aber gegenüber der ungünstigen Lage des Tertilgewerbes im Auslande blieb der Arbeitsmarkt im deutschen Tertilgewerbe immerhin in leidlicher Verfassung. Mit dem Neubau der Königlichen Bibliothek auf dem Terrain des Akademiegebäudes soll in kommenden Frühjahr begonnen werden. Der größere Teil der Baulichkeiten an der Dorotheenstraße, ehemalige Wagenschuppen und Stallungen, wie auch das alte Dienerhaus, sind bereits abgetragen, und ein Teil der Fundamente dürfte noch in diesem Herbst beseitigt werden. Die bisher noch stehengebliebenen Gebäude, die zum Teil noch bewohnt sind, werden im April fünftigen Jahres niedergelegt. Unabhängig hiervon wird jedoch schon im März auf dem übrigen Bauterrain mit der Fundamentierung des Neubaues begonnen werden. Im Berliner Stadt- c. und Vorort- Verkehr herrschen seit der Neuregelung der Zugformation Charlottenburg- Kaulsdorf noch immer Zweifel darüber, ob auf der Strecke Stralau- Rummelsburg- Raulsdorf der Stadtbahn oder der Vorort- Tarif plaggegriffen hat oder nicht. Die Staatsbahn- Verwaltung hat sich daher zur Herausgabe eines Deckblattes" zum Aushangs- Fahrplan der Berliner Stadtund Ringbahn veranlaßt gesehen, auf welchem besonders darauf hingewiesen wird, daß die Stationen Rummelsburg- Ost, LichtenbergFriedrichsfelde, Friedrichsfelde- Dst, Biesdorf und Kaulsdorf, ebenso wie die Stationen Eichkamp und Grunewald nicht Stadt- und Ringbahn-, sondern Vorort- Stationen sind. Hus den Nachbarorten. Ungültige Gemeindeverordneten- Wahl in Groß- Lichterfelde. Jm März 1902 waren von der dritten Wählerklasse eines Wahlbezirks von Groß- Lichterfelde zwei Gemeindeverordnete zu wählen. Es kam zur Stichwahl, bei welcher Kaufmann K. Schulze und Rechnungsrat Gebauer die meisten Stimmen erhielten und für ge wählt erklärt wurden. Unser Parteigenosse Sturt Eisner focht die Wahlen nach vergeblichem Einspruch durch Klage im Verwaltungsstreit- Verfahren an, indem er bemängelte, daß bei der Hauptwahl sieben eingeschriebene Stimmberechtigte zur Stimmabgabe nicht zugelassen worden seien. Die Zulassung war den Leuten verweigert Das Ergebnis der letzten australischen Weizenernte stellt sich worden, weil sie bis zum Wahltage ihre Gemeinde- Abgaben troß nach den jetzt eingegangenen näheren Angaben als noch weit trauriger Mahnung noch nicht bezahlt hatten. Eisner machte nun geltend, heraus, wie nach den früheren unvollständigen Berichten vermutet daß es hierauf gar nicht ankommen könne; entscheidend für das wurde. Besonders haben Queensland und Neu- Südwales unter der Stimmrecht sei die Eintragung in die Wählerliste. Der Kreis- anhaltenden Dürre gelitten. Der Weizenertrag belief sich für Neuausschuß wies die Klage ab, während der Bezirksausschuß als Be- Südwales auf 1561 205 Bushel, Victoria 2 386 219 Bushel, Südrufungsinstanz dem Kläger zustimmte und die Wahl der Herren Australien 6354 912 Bushel, West- Australien 881708 Bushel, Schulze und Gebauer für ungültig erklärte, da ein andres Resultat Queensland fast nichts und Tasmanien rund 900 000 Bushel oder der Stichwahl möglich gewesen wäre, wenn bei der Hauptwahl jene auf insgesamt 12 084 044 Bushel. Demgegenüber stellte sich in sieben Wähler, wie ihnen zukam, hätten mitstimmen dürfen. Die den Vorjahren die australische Weizenproduktion: 1899/1900 auf Gemeindevertretung, vertreten durch den Gemeindevorsteher, legte rund 40 000 000 Bushel, 1900/1901 auf rund 49 000 000 Bushel, Revision ein. Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte jedoch Die diesjährige Ernte ist also nicht einmal ein Drittel so groß gestern das Urteil des Bezirksausschusses, ohne Gründe zu ver- wie die der früheren Jahre. Der Bedarf Australiens an Weizen für das Jahr 1903 wird auf insgesamt 22 750 000 Bushel be= 1901/1902 auf rund 38 500 000 Bushel. Aus der gestrigen Magistratssitzung. Wie schon kürzlich mits geteilt, waren vom Magistrat die Wahlbezirke 4, 9, 10, 11, 15 und 16 ausgelost worden, in denen Hausbefizer von der II. Abteilung gewählt werden mußten. Nachträglich sind nun zwei Stadt verordnete Hausbefizer geworden. Dadurch war die Möglichkeit gegeben, zwei Bezirke von dieser Verpflichtung zu befreien. Der Magistrat hat wieder das Los entscheiden lassen. Die Bezirke 9 und 10 sind aus der Urne hervorgegangen, die von der Wahl eines Haus besizers befreit sind. Im 9. Bezirk ſteht der Stadtv. Jden und im 10. der Stadtv. Klaar, beides Hausbesizer, zur Wiederwahl. Ein fünden. hiesiger Unternehmer hat sich an das Polizeipräsidium gewandt wegen der Erlaubnis, an den Häusern der Straßenecken Tafeln an- Groß- Lichterfelde. Infolge des Fleischbeschau- Gesetzes ist die rechnet. Demnach würde sich die fehlende Menge auf rund bringen zu dürfen, auf denen die zu vermietenden Räume verzeichnet hiesige Gemeinde zur Errichtung einer sogenannten Freibant, auf 10 750 000 Bushel oder nahezu 300 000 Tonnen stellen. Selbst find. Der Magistrat ist um eine Aeußerung ersucht worden, und welcher das minderwertige, aber zum Genuß noch taugliche wenn man die alten vorhandenen Bestände an Weizen in Abzug hat beschlossen, sich gegen diese Neuerung auszusprechen. Fleisch zum Verkauf kommen solle, aufgefordert aufgefordert worden. bringt, so bleiben, um den Ausfall der letzten Weizenernte zu deden, Gin Bau- Unfall, bei welchem drei Personen schwere Verlegungen Nach der vom Gemeindevorstand in der jüngsten Gemeinde- immerhin noch über 9 000 000 Bushel Weizen einzuführen. vertreter- Sigung verlesenen Statistik wurden in der Zeit Ueber die Aktiengesellschaften in der Schweiz hat das eiderlitten haben, ereignete sich am Donnerstagnachmittag auf dem von vom 1. April 1902 bis 31. März in den hiesigen privaten genössische statistische Amt Erhebungen veranstaltet, nachdem sie jahredem Maurermeister K. Lehmann ausgeführten Neubau Kurfürsten- Schlächtereien 163 Kühe, 603 Kälber, 762 Schafe und 2404 Schweine lang in der Presse und in der Bundesversammlung vergeblich gea damm 68. Auf dem bis zur dritten Etage hochgeführten Bau waren geschlachtet. Im engsten Zusammenhange mit der Errichtung einer fordert worden waren. Es giebt Leute in der Schweiz, die vor der die Maurer mit der Aufmauerung eines Lichtschachtes beschäftigt. Freibant steht die Erbauung eines eignen Gemeinde- Schlachthauses, wirtschaftlichen und socialen Statistik die gleiche Angst haben, wic Ihnen wurden die Materialien durch einen Fahrstuhl in die Höhe das für eine Gemeinde von solcher Größe wie Lichterfelde der hochselige Herr v. Stumm. Nach den veröffentlichten vorund dann mittelst Lowries zugeführt. Als nun der 18 Jahre alte ein unabweisbares Bedürfnis iſt. Arbeiter Wilhelm Ulbrich eben eine solche Lowry mit Kalt Gemeinde an die Durchführung kultureller Aufgaben ohne einen ge- mit einem Aktienkapital von 1881 Millionen Frank. Freilich ist in unsrer läufigen Angaben giebt es in der Schweiz 2056 Aftiengesellschaften zufuhr, brach plötzlich das Gerüst aus einer bisher nicht ermittelten Ursache zusammen wissen Druck von außen nicht zu denken, obwohl wie es schien, der sellschaften mit 840 Millionen Frank beschäftigten sich mit dem und die Lowry stürzte hinab. Gemeindevorstand der Einrichtung eines Gemeinde- Schlachthauses Handel, 213 mit 482 Millionen Frank mit dem Verkehr, 746 mit Ulbrich blieb an den Schienen hängen, so daß ihn die auf durchaus sympathisch gegenübersteht. Aber unsre Gemeindevertreter, 462Millionen Frank mit der Industrie und 142 mit 78 Millionen der andern Seite beschäftigten Maurer noch im letzten Augenblick die die Nüglichkeit einer Einrichtung in erster Linie danach be- Frank mit der Urproduktion. Die Angaben scheinen unvollständig festhalten konnten. Der Unglückliche hatte sich jedoch, da die Lowry urteilen, welch finanzielle Vorteile dabei für das Grundbefizertum auf ihn gefallen war, den linken Unterschenkel gebrochen. Die beiden herausspringen, find so rasch nicht dafür zu haben. Da auf den zu sein. am Lichtschacht beschäftigten Maurer stürzten mit in die Tiefe. Der 22 Jahre alte Maurer Emil Lücke, wohnhaft Charlottenburg, Wilmers- Tag doch bloß' ne halbe Kuh komme, brauche die Angelegenheit auch nicht über's Knie gebrochen zu werden. Sie wurde von monger" in seiner Wochenübersicht über die dortige Marktlage zu dorferstraße 156, fiel bis in die erste Etage hinab, wo er quer über einen der Tagesordnung abgesetzt und in die Kommission verwiesen. melden, daß, wenn nicht weitere Einschränkungen der Produktion Nezriegel liegen blieb, dort fielen ihm mehrere Bretter auf den Leib. Die früheren Beschlüsse der Gemeindevertretung bezüglich des perfekt werden, mit Bestimmtheit neue Preisrückgänge zu erwarten Er erlitt schwere Verlegungen am Kopf, an beiden Unterschenkeln Neubaues der Turnhalle und der Aula des Gymnasiums mußten sind, da die Nachfrage immer mehr abflaut. Es sollen Verhandlungen und an den Händen, die linke Hand war gebrochen. Der 25 Jahre aufgehoben werden, nachdem die Erwerbung des Nachbargrundstücks über die Verschiffung von Roheisen nach Süd- Europa und Hamalte Maurer Sommer, Berlin, Bergstraße 72 wohnhaft, stürzte bis sich nicht realisieren ließ. Die Neubauten müssen im Rahmen des burg(?) schweben. Vom amerikanischen Eisenmarkt weiß der Londoner 776 GeJrons in den Keller hinab und blieb mit schweren Verlegungen und ge vorhandenen Grundstücks aufgeführt werden und fosten ca. 43 000 m. brochenen Beinen liegen. Alle Verletzten wurden in Droschken sofort Das Gymnasium, ein Flickwert, wie es der Gemeindevorsteher selbst Großbritannien und die Baumwollfrise. In welchem Maße nach der Rettungswache gebracht und Sommer dann nach dem nannte, fostet alsdann der Gemeinde im ganzen die horrende Summe der amerikanische Baumwoll- Corner auf die englische BaumwollKrankenhause, die beiden anderen nach ihren Wohnungen ge von 600 000 M. In diesem wie in vielen andren Fällen trägt die Juduſtrie eingewirkt hat, zeigt eine von der„ London Gazette" vers fahren. Wie das Unglück geschehen ist, konnte, wie schon erwähnt, Schuld die Kurzsichtigkeit der Gemeindevertretung. Es giebt öffentlichte Statistit. Danach wurden in der Zeit vom 1. Januar nicht ermittelt werden. Möglich ist jedoch, daß durch die beim sicherlich wenig große Gemeinden, denen die Erwerbung von bis zum 31. August d. J. insgesamt 2 099 316 Ballen Baumwolle Fahren mit den Lowries hervorgerufene Erschütterung schließlich Grundbesis, einer eminent wichtigen Angelegenheit für alle nach Großbritannien eingeführt gegen 2 154 562 und 1988 917 eine Steife, die unter der zur Auflage der Nezriegel dienenden Stange Kommunen, so verhältnismäßig leicht gemacht war und jetzt noch ist Ballen im entsprechenden Zeitraum 1902 und 1901. Die Baumwollgestellt war, umfiel, die Stange unter der großen Last brach und als Groß- Lichterfelde. Statt dessen werden das legte Gütchen Ausfuhr Großbritanniens belief sich in den ersten acht Monaten das ganze Gerüst dann in die Tiefe stürzte. verklopft und später die nötig werdenden Grundstücke den Boden- 1903 auf 359 221 Ballen, während sich dieselbe in dem gleichen ded Die letzten Bauunfälle ereigneten sich meist sämtlich auf Bauten spekulanten zu exorbitant hohen Preisen wieder abgekauft. Diese Beitraum 1902 und 1901 auf 320 082 und 215 530 Ballen stellte. mit Fahrstuhl- Beförderung. Hier ist die Arbeit doppelt gefährlich, durchaus verkehrte, kurzsichtige, nicht über Rasenlänge hinaus reichende Es hat demnach in den ersten acht Monaten des vorigen Jahres da auch die Gerüste bedeutend sicherer hergestellt werden müssen. Politik der bürgerlichen Gemeindevertreter ist der Gemeinde schon Großbritannien 1834 480 Ballen in diesem Jahre nur 1730 095 Die beim Fahrstuhl beschäftigten Leute fahren auch in den meisten teuer zu stehen gefommen. Fällen mit den schweren Lowries unsinnig umher. Ihre Ausrede ist, Erpropriationsrecht ist ein Hemmschuh für die Entwicklung besonders Auch das gänzlich unzureichende Ballen zur Deckung seines Bedarfs zurückbehalten daß sie bei den niedrigen Accordpreisen ja sonst nur wenig ver- rasch wachsender Gemeinden. Die Zahl der Gemeindevertreter wird vom 1. April 1904 ab von 18 auf 24 erhöht. dienen können. Gerichts- Zeitung. Vorsäglich in Brand gesteckt ist gestern früh von Einbrechern das Postamt 85 in der Oranienstraße 72, gegenüber der Jakobi- Kirche. Lichtenberg. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Abermals ist von bürgerlichen Richtern in einer Streiffache ein Sturz vor 6 Uhr wurde von Straßenpassanten bemerit, daß aus dem Sigung beschlossen, ein östlich der Ostbahnbrücke belegenes Terrain Hartes Urteil gesprochen worden. Die Anklage wegen versuchter noch geschlossenen Poftamt Rauch hervordrang. Man alarmierte von 2 Morgen für Schulzwecke zum Preise von 250 Mark für die Nötigung, Beleidigung usw., die gegen den Schuhmachergesellen Karl fofort die Feuerwehr, die feststellte, daß in das Postamt eingebrochen Rute zu kaufen. Der Schulneubau in der Pfarrstraße gab Lisenski vor der dritten Straffammer des Landgerichts I ver und das Feuer zweifellos vorfäßlich angelegt worden war. Die mit wieder zu scharfen Auseinandersetzungen Gelegenheit. Unfre Partei- handelt wurde, bezog sich wieder auf eine Streit- Episode. Es war zur einem fogenannten Sicherheitsschubschloß verschlossene Thür zum genossen beantragten die Annahme des Projefts in ursprünglicher Beit des Schuhmacherstreifs. Der Schuhmachermeister Siegel hatte Postamt war vom Treppenflur aus anscheinend mit einem Brecheisen Fassung, worin größere Klassenräume, fowie auch besondere Garderoben- aus Gefälligkeit für einen von dem Ausstande betroffenen Kollegen gewaltsam erbrochen, auch die drei Schreibtische des Schalterraumes räume vorgesehen sind. Die Bürgerlichen begeisterten fich für das es übernommen, einige Paar Stiefel für diesen fertig zu stellen. In waren erbrochen. Die Spitzbuben haben das Bostamt es ist ein abgeänderte Projekt, weil nach diesem 30 000 Mart gespart der Siegelschen Werkstatt wurde aber gemerkt, daß es sich dabei um Nebenamt, das nachts geschlossen wird nach Beute durchsucht. Da werden. Der Turnhallen- Neubau wurde mit der klassischen Streitarbeit handelte und die Gesellen legten infolge dessen die Arbeit diese ihren Erwartungen nicht entsprochen haben dürfte, denn die Redensart bekämpft, daß man früher auch keine Turnhallen nieder. Der Angeklagte befand sich Tags darauf auf Streifposten, als Stasse war leer, haben sie jedenfalls aus Aerger eine mit Papier ge- gehabt habe. Nachdem die Vertretung das ursprüngliche Projekt der Zuschneider Müller, der sich dem Ausstande nicht angeschlossen, auf füllte Stiste vor dem Schalter angezündet. Diese Kiste, der Fußboden, gegen 10 Stimmen abgelehnt hatte, wurde das verschlechterte Projekt der Bildfläche erschien und mit einem Paket unter dem Arme zur --comeditsi to grounds on and Arbeitsstätte gehen wollte. Er wurde daraufhin vom Angeklagten| legen, ersucht der Centralverband der Handlungsgehilfen und Ge-[ eine solche Ausdehnung angenommen, daß der Verkehr auf dem gestellt, der erforschen wollte, ob in dem Paket etwa wieder Streik hilfinnen die Berliner Arbeiterschaft, nach 8 Uhr feine Gin Flusse eingestellt werden mußte. Der Bahndamm am Tyne- Dock arbeit sich befände. Er soll dabei in beleidigender Weise ihm über sein täufe mehr zu machen. Der Redner legte eine Resolution steht unter Wasser; die Züge von Newcastle fahren nicht mehr. Hunderte Verhalten Vorwürfe gemacht und eindringlichst vorgehalten haben, daß vor, die debattelos angenommen wurde. Sie lautet: von Morgen nordöstlich von Yorkshire sind überflutet, ebenso die niedrig es feine Pflicht wäre, seine Kollegen zu unterstützen. Der Angeklagte„ Die Delegierten der Gewerkschafts- Kommission berpflichten sich, gelegenen Gegenden um Middlesborough. In New York bestritt entschieden, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben, während in ihren Gewerkschaften darauf hinzuwirken, daß die Mitglieder der- herrschten in den letzten 24 Stunden starte Regenfälle. Der Eisender Belastungszeuge dabei blieb, daß der Angeklagte beleidigende Aus- selben, resp. deren Familienangehörige ihre Einkäufe in den Geschäften bahnverkehr von New York ist vielfach unterbrochen. Die New York drücke gebraucht und nach seinem Gefühl die Absicht gehabt habe, ihn bis 8 Uhr abends besorgen. Die Handel angestellten stehen in einem Central- Linie steht in ihrer ganzen Ausdehnung 12 Fuß unter Wasser. zur Teilnahme am Streit zu nötigen. Rechtsanwalt Starl Liebfchweren Kampf um die Herbeiführung des AchtuLadenschlusses, Die Keller und Abzugstanäle sind überschwemmt. Von der virginischen tnecht führte aus, daß die Anwendung des§ 158 der Gewerbe- dessen Durchführung die einzige Möglichkeit einer Verkürzung der Küste werden heftige Stürme gemeldet. Ordnung hier ganz ausgeschlossen sei, da der Ausstand nicht zum täglichen Arbeitszeit bedeutet. maber Ausitand nicht Das Unternehmertum entfaltet eine Zweck der Erlangung günstigerer Lohnbedingungen, sondern wegen der rege Gegenagitation und stüßt sich hibei auf die Thatsache, daß es Amerikanisches. Das Bureau Laffan meldet aus New York: Anfertigung von Streitarbeit ausgebrochen sei. Sollte der Angeklagte die Arbeiter als die Hauptkonsumenten sind, deren Angehörige die Zur Verfolgung der Dynamitarden, die gestern bei Helena( Staat bei seiner Unterredung mit dem Zeugen im Eifer etwas zu weit ge- Verkaufsläden in später Abendzeit aufzusuchen pflegen. Bei der Montana) die Brücke der Northern Pacificbahn in die Luft gangen sein, so würde eine ganz geringe Strafe am Plaze sein. Der organisierten Arbeiterschaft, die immer in energischer Weise die Be- sprengten, ist in einem Sonderzug eine Abteilung Bewaffneter Bei der bie Bride in Gerichtshof hielt versuchte Nötigung und Beleidigung für vorliegend strebungen der Handelsangestellten unterstützt hat, wird es nur dieser mit einer Meute und verurteilte den Angeklagten zu 1 Monat Gefängnis. Bluthunde entsandt worden. Der ganze Aufforderung bedürfen, um uns auch hierin moralisch durch die That Staat Montana Die Straffammer in Kleve verurteilte den Hilfsweichensteller zu unterstützen. Zugleich wird dann dem Unternehmertum der Vor- Staat Montana wird planmäßig abgestreift, um die Ver Martin Kehrings, der in der Nacht vom 21. zum 22. September d. J. wand für seine socialpolitisch feindselige Stellung genommen." brecher aufzuspüren. Durch die Explosion wurde ein Gitterdas Eisenbahnunglüd verschuldete, bei welchem der Weinhändler beantragte nachstehende Resolution: 3eiste, der Vertreter des Verbandes der Gastwirtsgehilfen, zug zerstört, die Geleisbettung aufgerissen und der Verkehr Obhaus, seine Frau und beiden Töchter ums Leben tamen, wegen fünf Stunden lang unmöglich gemacht. Ein weiteres Uttentat geger " In Erwägung, daß es den Gastwirtsgehilfen bei der in ihrem einen andren Zug wurde an einer andren Stelle berübt, jedoch war fahrlässiger Tötung von vier Menschen in idealer Konkurrenz mit Gewerbe Herrschenden Arbeitsmethode, welche sich wesentlich von der in diesem Falle der Schaden nicht so groß. Die Dynamitarden Gefährdung eines Eisenbahntransports zu einem Jahr Gefängnis. in allen andren Gewerben üblichen unterscheidet, nicht möglich ist, tonnten an beiden Stellen die Sprengstoffe wirksamer legen, obgleich geflagte war geständig, die Schranken nicht geschlossen zu haben. ohne die Hilfe aller organisierten Arbeiter erfolgreich Agitation zu die ganze Linie seit den häufigen Anschlägen, die in den letzten betreiben; in Erwägung, daß im Gastwirtsgewerbe Stellenschacher Wochen gegen die Züge versucht wurden, sorgfältig bewacht wird. und Kommissionär- Unwesen in einer Weise ausgebreitet sind wie in Die Verbrecher wollen, wie bereits gemeldet, durch die Attentate keinem andren Berufe, ersuchen die Gastwirtsgehilfen die Delegierten der Gewerkschafts- Kommission, sie in ihrer schweren Thätigkeit da- von der Bahngesellschaft 100 000 Dollars erpressen. Sie hatten vordurch zu unterstützen, daß sie in ihren Gewerkschaften dahin wirken, her angekündigt, die Brücke würde in die Luft gesprengt werden, daß die Vergnügungs- Komitees, sowie die Vorstände der Organi- falls sie das Geld nicht erhielten. fationen und die Vertrauenspersonen bei Abmachung von Vergnügungen und Versammlungen die Gastwirte veranlassen, organi fierte Gastwirtsgehilfen zu beschäftigen, die dem Verband deutscher Gastwirtsgehilfen"( Ortsverwaltung Berlin), Amt 3, 1813, Dirksen- ent straße 39 I, zu entnehmen sind. Weil er das Schulhaus in Brand gesekt hatte, verurteilte das Schwurgericht in Stendal nach zweitägiger Verhandlung gestern Abend den Lehrer Errleben zum zweitenmal wegen vorfäßlicher Brandstiftung, begangen an seinem Schulhause in Klein- Engersen( Streis Gardelegen) zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Ein Monat wurde durch die erlittene Haft für verbüßt erachtet. Das erfte am 30. Juli gefällte Urteil in gleicher Höhe tvar vom Reichsgericht wegen eines prozessualen Formfehlers aufgehoben worden. Bom Schwurgericht zu Kottbus ist gestern der Bauer Jäkel zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er furz vor Pfingsten Schwellen auf das Eisenbahngeleise gelegt und so den Zug auf der Strede Halle- Kottbus zum Entgleisen gebracht hat. Bei dem Unglück find find zwei Eisenbahnbeamte getötet und mehrere Personen verlegt worden. 831.02910 Verfammlungen. Berliner Gewerkschafts- Kommission. Am Donnerstag fand eine Delegierten- Versammlung statt, in der Cohen über den Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie berichtete. Der Redner schilderte die Ursachen und den bisherigen VerTauf der Bewegung. Er betonte, daß die in den Krisenjahren start zurückgegangenen Löhne der Gürtler und Drüder einer Aufbefferung dringend bedurften, daß jezt der günstigste Zeitpunkt zur Stellung der Forderungen gekommen sei, die Forderungen selbst aber so befcheiden gehalten wären, daß sie ohne Nachteil für die Industrie von den Unternehmern bewilligt werden fönnen, und thatsächlich von einer nicht unbedeutenden Anzahl von Firmen schon bewilligt sind. Der Sühnemannsche Verband der Metallindustriellen aber, der an dem Grundsak festhält, daß der Unternehmer die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu bestimmen und die Arbeiter sich dem zu fügen hätten, habe nun die Aussperrung beschlossen, um auch bei dieser Gelegenheit wieder zu zeigen, daß er keine Forderungen der Arbeiter und feine Organisation derselben anerkennt. Wenn auch die Aussperrung bei weitem nicht den Umfang angenommen habe, den sie nach dem Beschluß der Unternehmer haben sollte, und wenn auch nicht zu erwarten sei, daß die Aussperung einen größeren Umfang als sie jetzt hat, annehmen werde, so müsse man doch mit einer gewissen Harmädigkeit eines Teils der Unternehmer rechnen. Daß der Metallarbeiter- Verband diesen Kampf, der ausgefochten werden müsse, in jeder Hinsicht bestehen könne, sei gar nicht zu bezweifeln. An ein Zurückgehen sei in dieser Situation nicht zu denken. Es handle sich nur darum, daß die Getvertschafts- Kommission durch einen Beschluß zeige, die gesamte Berliner Arbeiterschaft billige den Kampf, den die Metallarbeiter gegenwärtig mit den Kühnemännern ausfechten. Zu dieser Angelegenheit wurde ohne Debatte die nachstehende Resolution angenommen: " Die Versammlung nimmt Kenntnis vom Stand des Streits der Gürtler und Drücker, sowie von der Aussperrung der Berliner Metallarbeiter. Die Versammelten sprechen den durch die Vereinigung der Berliner Metallwarenfabrikanten Ausgesperrten ihre bolle Sympathie aus. In dieser Aussperrung erblickt die VersammTung die Absicht der Vereinigung der Berliner Metallivarenfabrikanten, den Metallarbeiter- Verband zu vernichten. Deshalb versprechen die Delegierten, überall mit ganzer Kraft die Metallarbeiter bei Durch führung des Kampfes zu unterſtüßen." frem einen cus basata Briefkaften der Redaktion. O. D. Redaktion Berlin W., Mauerstr. 49, II. Drud von Preuß, Berlin SW., Kommandantenstr. 14. Auti. Stimmt, der Lorenz ist einer der erstklassigen Edlen der Nation. Päan. Lob- Siegeslied. Juriftifcher Teil. 5. Zur Begründung der Resolution führte Zeiske aus: Es handle sich um eine alte, den Arbeitern bekannte Forderung der organisierten Gastwirtsgehilfen, die wieder in Erinnerung gebracht werden solle. Die Vertreter von Arbeiterorganisationen, welche Lokale zu Vergnügungen fuchen, glauben oft, daß in den Lokalen, die in der LokalDie juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends liste stehen, alle Forderungen der Gastwirtsgehilfen erfüllt würden. bon 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet:? Ihr. Dem sei jedoch nicht so. Die Lokalliste gebe nur dafür eine Gewähr. lich auf Zahlung klagen. F. K. Jit feine Abrede( z. B. Verfall) getroffen, so können Sie ledig daß die in ihr verzeichneten Lokale zu Arbeiterversammlungen zu Amtsgericht lagen( Anmeldestube Grunerstraße). F. J. Sie müßten auf Herausgabe beim P. 2. Das Lands haben sind. Thatsächlich ständen auch Lokale auf der Liste, wo nicht gericht und ein dort zugelassener Anwalt ist zuständig. Die Frau soll beim organisierte Gastwirtsgehilfen arbeiten. Das müßten die Arbeiter Landgericht Armenrechts- Bewilligung beantragen; Klägerin hat außer dem beachten und deshalb jedesmal beim Abschluß von Vergnügungen Verschulden des Beklagten ihre Invalidität zu erweiſen.- A. B. 99. darauf bestehen, daß die Aushilfskräfte, die der Wirt neben seinen 1. Ja. 2. Deutsch und französisch. festangestellten Kellnern bei dem betreffenden Vergnügen braucht, nur 1. Eigentum des Geschäfts und das des Inventars können verschiedenen vom Arbeitscheibe des Verbandes der Gastwirtsgehilfen ent- Bersonen gehören. 2. Wenn im Mietsvertrage der Wahrheit zuwider gesagt nommen werden. Der Beschäftigung der fest angestellten, das Inventar gehöre dem Mieter, so kann Anklage wegen Betruges erfolgen. 3. Ein zu Nahrungsmitteln auf 14 Tage erforderlicher Sellner steht wie Redner auf die Anfrage eines Diskussionsredners Geldbetrag wird dem Schuldner belassen. N. A. Ja. nichts entgegen, auch wenn es sich um Nichtorganisierte R. S. 31. Sie brauchen keine Beisitzer mitzubringen. Diese siken im handelt. Der Verband wird aber die in der Lokalliste verzeichneten nächsten Termin, weil eine Einigung nicht erfolgt ist, von Amitswegen. größeren Geschäfte, welche die Forderungen der organisierten Gast: G. S. 76. Die Klage hätte leider keine Aussicht auf Erfolg. M. K. 03. wirtsgehilfen nicht erfüllen, obwohl sie hauptsächlich von Arbeiter- 1. Rein. 2. Ja. 3. Mit Sicherheit nicht. A. 2. Wenden Sie sich an fundschaft leben, von Zeit zu Zeit durch Inserate im Vorwärts" als lassungsschein nicht erteilt ist, muß Ihr Sohn die Schule besuchen. 3. Ja. das Bureau Breitestr. 24 a. B. 5. 12. 1. Nein. 2. So lange Entfür die Gastwirtsgehilfen gesperrt bekannt geben. Ein Diskussions: Wenn lediglich der Religion halber die Entlassung verweigert werden sollte, redner sprach den Wunsch aus, der Verband der Gastwirtsgehilfen so mag Ihr Sohn eine andre Religion wählen oder aus der Kirche ausmöge dafür sorgen, daß seine Mitglieder die Arbeiter, welche von freten, dann hört der Gewissenszwang auf. R. H. Der Snabe müßte ihnen bedient werden, auch höflich behandeln. Das sei nämlich nicht eine besondere Prüfung, die sich auf weit mehr Fächer erstreckt, das soimmer der Fall. Dem Redner wurde erwidert, was er moniere, sei genannte Einjährigen- Examen, bestehen. F. Riemer. 1. Liegt monat nicht Schuld des Verbandes, er möge sich in solchen Fällen mit einer liche Mietszahlung vor, so haben Sie bis am 15. zum Erſten zu kündigen. Beschwerde an den Vorstand wenden. 2. Der Vertrag kann ohne Weiterungen beiderseitig aufgehoben werden sagte " Die Resolution der Gastwirtsgehilfen wurde angenommen. Der Vertreter der Glaser beantragte die Besprechung der in Aussicht stehenden Tarifbewegung seines Berufes. Die Angelegenheit wurde dem Ausschuß überwiesen. In der Versammlung fehlten die Vertreter der Bauarbeiter, Konditoren, Fabrik- und Hilfsarbeiter, Graveure, Hafenarbeiter, Kürschner, Schlächter, städtischen Arbeiter, Stuffateure. Marktpreise von Berlin am 8. Oftober 1903 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,60 15,58 Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg " " * Roggen, gut mittel gering 15,56 15,54 15,52 15,50 77 " 12,70 mittel " gering M Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 11. Oftober, vorm. 83%, Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. Um 10 Uhr vormittags ebendaselbst: Bor- Gerste, gut Freireligiöse Vorlesung. frag des Herrn Dr. Bruno Wille:" Die Geheimnisse des Urchristentums." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 12. Oktober, abends Bunkt 8½ Uhr, im großen Saale des Central- Klubhauses, Am Safer, gut Weiße Quittung legitimiert. Königsgraben 14a: Beschließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. mittel " gering " mittel gering " Verband deutscher Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin. Sonntag, Richtstroh den 11. Oktober, nachmittags 3 Uhr, große Versammlung im Gewerkschafts- en hause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Vortrag des Kollegen H. Kappler- Altenburg Erbsen über die hemmenden und treibenden Faktoren in der Mühlenarbeiter- Speisebohnen Bewegung. * ab Bahn. Aus der Frauenbewegung. Linsen do. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 14,50 13,40 13,30 12,20 Eier 12,10 11,10 Karpfen 16,00 14,90 Male 14,80 13,80 Bander 13,70 12,70 Hechte 4,24 3,82 Barsche 7,20 5,00 Schleie 40,00 25,00 Bleie 50,00 25,00 Strebse 60,00 20,00 † frei Wagen und ab Bahn. O. Mein. 6,00 4,00 1,80 1,20 Bauch 1,50 1,10 " 1,80 1,10 " 1,80 1,20 " " 1,80 1,10 2,60 2,00 60 Stüd 5,00 3,00 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,40 " 3,00 1,00 2,00 1,00 1,80 0,80 3,20 1,40 1,40 0,80 per Schock 18,00 3,00 Witterungsübersicht vom 9. Oktober 1903, morgens 8 Uhr. Der Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Stellt einen Antrag, den A chkuhr Ladensch I u B betreffend. Der Vertreter des Verbandes, Penn, führte dazu aus: Seit Jahren fämpfe seine Organisation für bessere Verhältnisse der im Handelsgewerbe Angestellten. Namentlich sei eine entsprechende Berkürzung der unmenschlich langen Arbeitszeit durchaus notwendig. Wenn auch der Neunuhr- Ladenschluß jezt gesetzlich allerdings mit vielen Ausnahmebestimmungen eingeführt sei, so könne diese Festsetzung den Handelsangestellten noch nicht genügen, da ihre Ruhezeit viel zu kurz bemessen sei. Der Achtuhr- Ladenschluß sei das Ziel, welches die Handelsangestellten erstreben, und zwar müsse derselbe durch Reichsgefeß eingeführt werden. Obwohl einige größere Geschäfte, sowie die Konsumvereine bereits um 8 1hr schließen, sei die Mehrzahl der Gewerbetreibenden gegen den Achtuhr- Ladenschluß. Sie behaupten, gerade im Interesse der Arbeiter könnten die Läden nicht vor 9 Uhr geschlossen werden, denn die Arbeiterbevölkerung nehme die Geschäfte Heftige Stürme und Regengüsse richteten in dem nördlichen gerade zwischen 8 und 9 Uhr stark in Anspruch. Um diesen Einwand, England großen Schaden an, namentlich in den Pflanzungen. der seitens der Gewerbetreibenden gegen die gefehliche Einführung Ganze Strecken Landes sind überschwemmt, die Eisenbahn Verbindes Achtuhr- Ladenschlusses erhoben wird, durch die That zu wider- dungen sind nach vielen Richtungen unterbrochen. Der Tyne hat Weißensee. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterflaffe hielt am 8. Oftober eine öffentliche Versammlung ab. In der=" selben sprach Frau Dr. Wally Zepler über:" Der Realismus in der modernen Dichtung". In eingehender fesselnder Weise schilderte die Stationen Vortragende die Ursachen, die zum Realismus in der Kunst und Dichtung geführt. Als Beweis dafür erklärte Rednerin die Dichtungen eines Lessing, Hauptmann, Halbe und besonders Zola. Namens der Versammlung dankte die Vorsitzende der Frau Dr. Zepler für den interessanten Vortrag. Erprobt! .aensboino Vermischtes. Ersatz für Mass 4 Wetter Swinemde. 752 SSD 4Regen 10 748 S Hamburg 3 Regen 15 Berlin 751 GGD 2 wolfen! 12 Frankf.a.M. 754 SW München 759 23 Wien 5 bedeckt 17 Stationen Barometers stand mm Wind richtung aparanda 758 Still Petersburg 760 N Cort Aberdeen Windstärke Wetter Temp. n. 6. wolfen!-7 160909 1wolfig-2 756 NNAS 3 heiter 757 WSW 3wolfig 13 6 woltig 15 Paris. 756 S 1 wolfig 12 Wetter: Prognoie für Sonnabend, den 10. Oftober 1903. Etwas fühler, zunächst meist trübe mit Regenfällen und ziemlich starken westlichen Winden; später Abnahme der Winde und Wolfen. Berliner Wetterbureau ist meine Selbstkonfektion! Streng feste Preise! nagmums V Grösstes p nollotataldo Spezial- Geschäft im Westen für moderne Herrenkleidung. ( Orig.- Ins., Nachdr. verb.) Hauptstr. 151 alonsognaliste позов 36, 27, 14. 25, 20 Neueste Schnitte und Muster Herren- Anzüge Gehrock- Anzüge Eleg. Façons, gute Stoff 29 36, 30 50, 45, Ganz neue Schnittformen und Winterpaletots Dessins.. Joppen Beinkleider Feste Stoffe mit wollenem Futter M. 13M. 33, 20 cartelule stress dis Streng Bewährt! feste Preise! Neu aufgenommen: Knaben- Anzüge 49, 40, 18, 12, 5, 10, 7 20 aus Sammet 3,40 M. 租 3 Elegante Dessins. Beste Stoffe 11, 8, M. 6, 4 20 aus Cheviot 1, 30 Knaben- Paletots 3,3 M. Gottlieb Weiss Schöneberg Jeder Käufer verlange Rothenbergs 5% Sparbücher. Waren- Haus P. Rothenberg Moabit, Turmstrasse 31, Ecke Wilhelmshavenerstrasse, dung Rote Ecke am Kleinen Tiergarten. penis p 15 0 0 billigen Preisen. Ein Posten ca. 1000 Stück Kinder- Kleidchen in allen Grössen zu fabelhaft Ein Posten circa 500 Stück Kinder- Jacken von und Mäntel 1,50 bis 6,00, sonstiger Wert das Doppelte. locat Ein Posten Damen- Jacketts, schwarz und farbig, gute Qualität, 3,00, 5,00, 7,50 Mk., sonstiger Wert bis 16 Mk. sid and in 1976 blo 2.000 Riesenposten in Emaille, Porzellan, Dausbaltungs- Artikel zu staunend billigen Preisen. Von 3 Mark an freier Versand ins Haus. T Frankfurter Hütte GRÖSSTE HEIZKRAFT Henckels Werke Senftenberg Grosse Frankfurterstrasse 101 und Krautstrasse 1 Abteilung 3: Schwemme. 4/10 Liter im Glas 10 Pfg. 1/2 Liter im Krug 12 Pfg. 1 Liter im Krug 23 Pfg. Warme Küche, Portion 30, 40 und 50 Pfg. Partisani 29461* Abteilung 1: Konzertsäle. in Uniform. Eintritt frei! Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große FrankfurterStraße 9, parterre. + 37* Hochfeine Herrenanzüge und Baletots aus besten Maßstoffen 25-40 Mart. Berkauf Sonnabend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 1842* Hochfeine vorjährige Anzüge und Baletots aus feinsten Maßstoffen von 20-40 Mart verkauft B. Lewkowik, Schneidermeister, Alexanderstraße 14a, an Blumenstraße. 2952L d Jeder Käufer verlange Rothenbergs 5% Sparbücher. GERINGSTER ASCHENGEHALT Kein SCHLACKEN RÜCKSTAND! Generalvertreter: C. F. Heinz, NW. 21, Dreysestrasse 9. Nächste Ziehungen Berliner Lose a Königsberger Geld- Lose a 28512* 1 Mk. 1110 Mk. 3 Mk. 3. Rosenberg, Kommandantenstrasse 51. But Jundad 29141* do toilinm 908 Gelegenheits- Partie Events 9 ml ardinen abgepasste Fenster, weiss und crême Shawllänge pro M. 250 Shawllänge pro M. 335 3,20 Mtr. Fstr. 3 Mtr. Fstr. Shawllänge pro M. 485 3,65 Mtr. Fstr. Eleg. Secess.Tüll- Stores Gestickte echte. M. 200 Spachtel- Store M. 600 Goldfarb. echte Band- Stores M. 650 Gardinen- Special- Haus Emil Lefevre Oranienstr. 158, Bertin S. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starte Ware in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stud gearbeitet. Sehr feste Sapp nähte.paltbarste Pilot Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 0 DIS 6 Ghid 26 m. 4 Mt. 50 Echtblaues Monteur Jackett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose 1 M. 50 Echtblaues Monteur- Jadett D Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,75,5,50,4,50, 3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jackett 14,50 8,75 Weiße Friseur- Jacketts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jacken, 2reihig... 4. 50 Maler- Kittel 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2 M. 90 Zwirnhosen, fest u. schön, 3,-, 1 M. 75 Die Preise gelten für normale Größen Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 22. Preisliste 1903/4 wird kosten los und portofrei zugesandt. Gardinen- Katalog mit ca. Bei Beſtellung von Hoſen ist die 450 Abbildungen gratis und franco. Dr. Schünemann Specialarzt für Haut, Harns und Frauenleiden, Seydelstr. 9. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11. bewährteste Nahrung für Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Mänteln die Brustweite anzugeben. 28282* Versand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! Kufeke Kinder mehl gesundeu. magendarmkranke Kinder. Rosenthaler ,, Vereinshaus". Inhaber: Paul Pfeffer, früher Schiller. Rosenthalerstraße 57 und Gormannstraße 28. Empfehle meine neu renovierten Säle und Vereinszimmer mit Pianinos den geehrten Vereinen zc. zur gefl. Benutzung. Kleine Anzeigen. Steppdecken billigst Fabrik Große Singermaschine, tadellos gut Ringschiffchen, Bobbin, Schnell Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* nähend, 14,00, Ringschiffchen 25,00. näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Fahrräder, Teilzahlungen, 125 Göke, Grüner Weg 48 IV. 2280b gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, Mart, Invalidenstraße 148, Stalizer- Herrenanzüge, Herrenpaletots, Prenzlauerstraße 59/60 und Große ftraße 40. 1850 wenig getragene Monatsgarderobe, Frankfurterstraße 43. + 98* große Auswahl, auch neue zurückgesezte Spottbillig vier Zimmer Möbel fauft man am billigsten direkt nur sofort verkäuflich. Kücheneinrichtung, beim Schneidermeister Fürstenzelt. Baneelgarnitur, Säulentrumeau auch Ber Stoff hat, fertige Anzüge sehr einzeln. Brautleuten passend, Linienbillig nach Maß an. Rosenthaler Straße 107/108, I lints. 30/9 98/ 3* straße 15, III. Strickmaschinen, auch Teilzahlungen. Bredered, Engel- Ufer 20. Nähmaschinen, gebrauchte, Wheeler- Wilson von 8 Mart an und Langschiffchen bon 10 Mark an. Bellmann, Gollnowstraße 26 nahe der Landsbergerstraße. 18978* Möbelverkauf, passendste Ge legenheit für Braufleute. Die Möbel1910 fabrit Schüßenstraße 2, Ede Friedrichstraße, liefert komplette WohnungsAnzugreste 8,00, Hosenreste 3,00. Resterhandlung Lichtenbergerstraße 9. Winterpaletots spottbillig 2017 haus, Neanderstraße 6. Teppiche, Gardinen, Portieren spottbillig Leihhaus, Neanderstraße 6. Betten, Steppdecken, Regulatoren, billig Leihhaus, Neanderstraße 6. 56/4 Verschiedenes. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen. 26662* Gropius 22105* Stellenangebote. Fahrradgesuch, auch defekt, Rag Komiker Elsholz, laff, Schönhauser Allee 163a. 93/ 19* ftraße 7. Vereinszimmer, nach Wunsch dekoriert, auch als Zahlstelle oder an Krankenkaffen zu vergeben. Hugo 23115* Wehr, Wasserthorstraße 5. Vereinszimmer mit Pianino. Meßners Restaurant, Inhaber Morik Mir, Stalizerstraße 59. + 24* Die Kameraden des Zimmermanns Baul Kamann werden dringend geſtelle Engel- llfer 15, Zimmer 32, zu beten, seinen Aufenthalt oder Arbeitsmelden. auf Barod verlangt E. Joers, Slas Vergolder und Vergolderinnen ligerstraße 28. +31 Stickerinnen bei hohem Verdienst sucht Ritter, Elsasserstraße 11. 22926* Weftennäherin verlangt Wiesen22516* Nebenverdienst für jedermann. Prospekt gratis. Hermann Wolf, Zwickau, Reichsstraße 44. 21706 Schildermaler und Lehrling ber Langen Krause& Fechner, Prinzen Oftbahnvorort Fredersdorf, Ko vollständig mit Kiefern bewachſen, lonte Baufelde, Quadratrute 12 Mart, straße 84. + 59* Färber, Wäscher gesucht. Gebr. fleine Anzahlung, verkauft HausverAltenbergs Färberei, Neu- Weißensee, Langhansstraße 4. + 118* waltung Brunnenstraße 151. 23455* Platina, Gold, Silber, Gebisse, Iltis und Albinofrettchen, selten alte Uhren, Blattgold, Kehrgold fauft Anmacher für Glasbuchstuben und 28/11 Firmenschilder, nüchtern und zuver Schellen, Neze billig Weidenweg 71. Einrichtungen zu 150, 200, 300, 400 emontoiruhren, Uhrtetten, spott- on, großes Lager Maulförbchen, Broh, Wrangelſtraße 4. lässig, findet dauernde Beschäftigung. Mart, hochelegante Einrichtungen bis Bereinszimmer, 15 bis 50 Ber- Otto Rüterbusch, Krausenstraße 74. Frettchen und Fanggeräte sehr sonen, bergiebt Kernchen, WallSteppdecken, Gelegenheitslauf, zu 10 000 Mart und darüber. Teil- Spiegel, Bilder, Möbel, spott Franke, traße 57. 23265 Kiftenarbeiter, Handbetrieb, dau Seidentloth, statt 8 Mart durchweg zahlung bei geringen Anzahlungen billig Leihhaus, Neanderstraße 6. Teil- billig, große Auswahl. 30/ 7* Frettchen Handlung, Petersburgerernd verlangt Bach, Brandenburg3,75, berfauft Julius Neumann, Belle- gestattet. Beamten ohne Anzahlung. zahlungen gestattet. + 56* Jungen Wolfsspiz verschenkt Laut, ftraße 33. 23346 Alliancestraße 105. 1915* Staunend billig und empfehlenswert Stieglite, Beifige, Hänflinge, straße 1. Graudenzerstraßge 14. +56 Steppdecken spottbillig. Fabrik sind die kurze Zeit verliehen gewesenen Buchfinken, Vogelbauer, Frettchen, Vereinszimmer mit Pianino zu Grünerweg 5. 21656 Möbel, zumal dieselben wie neu find, große Auswahl, billig. Schnelle, bergeben. Auch eignet sich dasselbe Steppdecken, spottbillig, Fabrik um damit zn räumen. Kleiderspind Große Frankfurterstraße 18. 1918K sehr gut als Zahlstelle. With. Werth, Weinstraße 20. + 98* 24, Stommode 18, Sofa mit Auszug 30, Cigarrengeschäft. Näheres ObstSchwedenstraße 13. +143 Bettstelle mit Matraße 20, Muschel23276 Teppiche!( fehlerhafte) in allen spinde, Vertikos 36, Salongarnitur, geschäft Büschingstraße 16. Achtung! Meinen werten Freun Patentanwalt Dammann, Morig- den und Bekannten zur gefälligen Größen für die Hälfte des Wertes Plüschgarnituren 105, Muschelbett- Wirtschaft verkauft sofort junger im Teppichlager Brünn, Hadescher stellen mit Matratzen 40, geschnitte Mann, wie neu: Plüschgarnitur, auch play 57, Rat in Patentsachen, Sprech- Nachricht, daß ich am Sonnabend, straße 29a. 21955* ben 10. Oktober, in der Pfuelstraße 2 Markt 4, Bahnhof Börse. 93/2 Büffette, Bücherspinde, Paneelsofas mit einzeln, Brautleuten passend, Brenz- itunden bis abends neun. Kleiderschrank, Vertiko, Spiegel, Satteltaschen 85 Schreibtisch 40, lauerstraße 5 II. Rechtsbureau!( Alexanderplat) ein Restaurant eröffne. Um freundIm Arbeitsmarkt durch Spiegelspind, Säulentrumeau, Plüsch- Chaiselongue, englische Schlafzimmer, Wenn Sie einen Jungen im Alter Kurzestraße achtzehn. Gerichtssachen! lichen Besuch bittend, zeichne hoch* achtungsvoll Elisabeth Lewandowska. befonderen Druck hervorgehobene sofa, 2 Bettstellen, Sofatisch, Auszieh- Speisezimmer in Eichen, auch Nuß von 3 bis 9 Jahren haben, so sehen Eingabengefuche, Naterteilung. tisch, Stühle, Waschtoilette, Paneelsofa, baum, Salons, Altmahagot, auch Sie sich mal die Anzüge bei Schlesinger, Rechtsbureau!( Andreasplak), Mojem Przyjacelom i Znajo- nzeigen koften 40 Pf. pro Zeile. Teppich, Bilder, Schreibtisch, Küchen- Jugendstil, sehr billig. Gekaufte Möbel Turmstraße 85, an. Prachtvolle Neu- Grünerweg vierundneunzig. Gerichts- mem owiersenje ze ja 10. Wsobote einrichtung, elegant, spottbillig, Garten- werden 3 Monate toftenfrei aufbe- beiten, gute Stoffe, elegante Aus- beistand, Eingabengesuche, Ratertei- w, Uliey Phuel No. 2, Restau- Nach dem Auslande wird ein unverheirateter Mann gesucht, welcher straße 85, I lints. + 124* wahrt, durch eigne Gespanne geliefert, führung. Gegenwärtig ist auch ein lung. Langjährige Erfolge![ 22655* racium ortworze. Przyjacelskim Nähmaschinen sämtlicher Systeme, auch nach außerhalb. Musterbuch Gelegenheitskauf da, ertra preiswert. Rechtsbureau Fall, Brunnen- uproseniem zaprasam o, lieny felbständig chemisch reinigen und Gosey. Przyjacelskim maschen kann. Nur wirklich tüchtige ohne Anzahlung, Woche 1,00, ge- gratis. Bitte genau auf Hausnummer Warten Sie nicht zu lange, sonst find straße vierzig. Prozeßbeistand, Straf- lizby 1865* fie weg. brauchte 12,00. Frankfurter Allee 10, 2 zu achten. Umjazz: 200 Stück die sachen, Alimentenfachen, Ehescheidungs- posanowsnim podpisnje su Els- Sträfte wollen fich melden. Offerten Woche. 1921K* +31 unter" Tüchtig" an Rudolf Mosse, SO. WienerRingbahnhof. fachen, Gingabengefuche, Naterteilung. Möbelverkauf. In meiner MöbelHamburg. 30/4 ftraße 6. SW. Bellealliancestraße 78. Bett, prachtvolles, 18,00. Michel, Fabrit, Gneisenaustraße 15, am Rechtsbureau, Gerichtssekretär, N. Aderstraße 113. + 123* 23325 früherer, Andreasstraße 38. Halleschen Thor, stehen viele Woh- Dresdenerstraße 38. Billig. Gaskocherhaus! Einlochgaskocher mungs- Einrichtungen, verliehen ge- Seidenstoffe, Reste jeder Größe Sonntagsdienst. + 56* 1,00, Zweilochgastocher 3,00, Dreiloch- wesene und neue Ausstattungen zum sind wieder vorhanden Charlottengastocher, Gasbratöfen 7,00, Gas- sehr billigen Verkauf. Teilzahlung bei burg, Goethestraße 76. Kein Laden, bügelapparate, Gasplätteisen, Gasganz geringer Anzahlung gestattet. Komplettes Fuhrwert zu verbeleuchtung, spottbillig! Petroleum- Beamten ohne Anzahlung. Durch taufen, auch einzeln. Bergstraße 2, lampen- Umänderungen. Wohlauer, große Gelegenheitstäufe zu billigen Restaurant. Wallnertheaterstraße 32. 22666* Preisen liefere ich gediegene Einrich Malzkraftbier, blutbildend, für tungen für 150, 200, 300, 400 Mart, Garnitur, Trumeau, Spiegelspind parterre. Blutarme, Brustkrante, Schwächliche, hochelegante von 500 bis 10000 Mart. und Bettstellen sofort billig zu verAufpolsterung. Sofas, Matrazen Gewichtszunahme, beffere Gesichts- Ganz besonders empfehlenswert ist der kaufen Bergstraße 2, Restaurant. farbe, überraschend, 14 Flaschen große Borrat verliehen gewesener und 4,00. Scheidt, Petersburgerstraße 18. Taeker wohnt jezt Brunnenstraße 3 Mart, Tonne 3,50 exklusive. zurückgesetzter Möbel, die noch fast neu achtzig. Das Fahrradlager ist ver- Nähmaschinenreparaturen werNicht Flaschenzahl, Qualität und im Preise bedeutend herabgesetzt größert. Die Sache macht sich. Jeder den schnell und billig unter Garantie scheidet. Borter Kellerei Ringler, find. Kleiderspind 24, Kommode 18, Radfahrer wird unbefriedigt mein in meiner eignen Werkstatt ausgeführt. Bernauerstraße 119. 97/ 14* Sofa mit Auszug 30, Bettstelle mit Geschäftslokal nicht verlassen. Es ist E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe Matraße 20, Muschelspinde, Bertitos 1890st Bilder- Ausverkauf. Halbe Preise 36, Salongarnitur, Plüschgarnituren alte 15,00, Schläuche 2,50, 3,40, LaufNeue Fabräder 65,00, der Landsbergerſtraße. 1890 Pfandleihe Fliederstraße 7.+ 98* fo lange der Vorrat reicht. Bilder 105, Muschelbettstellen mit Matragen beden 3,50, Acetylenlampen 0,50 ufw. Meinen werten Kunden im handlung Fortuna", Fransedistraße 1, 40, geschnitte Büffetts, Bücherspinde, Fahrradbau Reparaturwerkstatt. Ede Schönhauser Allee. 23295 Paneelfofas mit Satteltaschen 85, Gewerkschaftshause mache ich hiermit Schreibtisch 40 ,. Chaiselongue, Engam ent Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. alles da. 2337b Wer Stoff hat? Fertige Herrenanzüge mit Futtersachen 15,00. Bagner, Schneidermeister, Lichtenbergerſtraße, Landsbergerstraße. 22645 bietta Lewandowska. Vermietungen. Schlafstellen. Goldschnittmacher. Ein tüchtiger Goldschnittmacher wird für dauernde Stellung zu sofortigem Antritt gesucht; ein solcher, der auch in Preßbergoldung erfahren ist, be. vorzugt. 29502 L. Levison jun., Fabrit. Kopenhagen. Kunststopferei von Frau Kokosky, Möblierte Schlafstelle, Herrn, soSteinmetzstraße 48, Duergebäude hoch gleich Mulachstraße 11, Hof 4 Treppen, 2918Stobmagergade 50 * Witwe Hülfert. 2333b Möblierte Schlafstelle zu vermieten Köpniderstraße 22, Köhler. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Achtung! Holzarbeiter! Im Baugeschäft Holsteiner A. Sonnenburg, ffer 2, haben sämtliche Bautischler wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder gelegt; desgleichen die Kollegen der Bautischlerei von Moll, 20weftr. 2 und 7. Gänse, frisch geschlachtet, verkaufe bekannt, daß ich nur organisierte Ge- aus einer Provinzstadt, fucht ber Junger Kaufmann, Parteigenoffe lische Schlafzimmer, Speiſezimmer, jest nicht mehr Central- Viehhof, son- hilfen beschäftige.. Rausch, Friseur, bald oder später in Berlin Beschäfti + 143* Salons, auch: gendstil, sehr billig. bern gegenüber Eldenaerstraße 14, Bethanien- Ufer 10. gung, um sich hier in Bolkswirte + 37* Gekaufte Möbel werden drei Monate Laden, Haltestelle der Straßenbahn 66, Brautpaare! Hochzeitsfäle fchafts- und andren Wissenschaften Kanarienroller, Vorschläger, billig tostenfrei aufbewahrt, durch eigne von 2,50 Mart an. Bettfedern. Baul Schwedterstraße 23. Reichhaltige fortzubilden. Freundliche Angebote Simeonftraße 5, Rulide. 17736 Gespanne geliefert. Musterbuch gratis.' Hoft. 30/10 Speiselifte, billigste Menu- Berechnung. unter H. 8 an die Expedition. 23246 Berantwortlicher Redactear: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buhdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 87/ 16* Buzug fernhalten. Die Ortsverwaltung. alpin moded 2 Nr. 237. 20. Jahrgang. 17 Houtdobion13 1913) 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Prozeß gegen den Hauslehrer Dippold. Das Schwurgericht hat gestern mittag den Hauslehrer Dippold wegen Mißhandlung mit tödlichem Ausgange gemäß dem Autrage des Staatsanwalts zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. hielt ich es nicht mehr aus, gangen 2c. Sonnabend, 10. Oktober 1903. and not Vors Sünden. Der älteste leide an einer unheilbaren Geschlechtskrankheit, daher nicht widersprechen. Nach kurzer Beratung beschließt habe sich in Berlin mehrfach mit Prostituierten umhergetrieben, der Gerichtshof, dem Antrage des Ersten Staatsanwalts stattdem Vater mehrfach die Kasse erbrochen, viele Ladendiebstähle be- zugeben. Der Angeklagte wird unter halblauten Verwünschungen Nachdem Dippold mir etwa zwei Stunden lang des Publikums aus dem Saale geführt. Der Vorsitzende läßt alserzählt hatte, sagte ich: Nun möchte ich doch endlich einmal den dann den kleinen Joachim dicht vor den Richtertisch treten und erKranken sehen. mahnt denselben eindringlich, die volle Wahrheit zu sagen. Der Der ist bereits tot, Zeuge bekundet alsdann auf Befragen des Vorsitzenden: Ich heiße versetzte Dippold. Das hätten Sie mir doch früher sagen sollen, Sie Joachim Koch. Ich bin am 17. Februar 1891 geboren. Mein Vater brauchten mich doch alsdann nicht rufen zu lassen, versetzte ich. Ich ist Direktor der Deutschen Bank in Berlin. Als Dippold für uns Vom dritten Verhandlungstage wird uns aus Bayreuth be- wollte einen Totenschein haben, damit die Beerdigung vorgenommen als Hauslehrer engagiert wurde, war ich nicht zu Hause. Dippold richtet: Das Interesse des hiesigen Publikums an diesem sensationellen werden kann, erwiderte Dippold. Die Beerdigung wird in Brunn war von Anfang an bei uns sehr streng. Aber erst im Oktober Prozeß wird immer größer. Die Wut des Publikums gegen den stattfinden müssen, da der Knabe protestantisch war. Haben Sie vorigen Jahres, nachdem Mama nach Ziegenberg abgereist war, beAngeklagten ist so furchtbar, daß des Abends nach beendeter Sigung denn schon den Eltern telegraphiert? Nein, das habe ich noch nicht gann Dippold mit seinen Züchtigungen. stets eine tausendköpfige Menschenmenge vor dem Gerichtsgebände steht, gethan, erwiderte Dippold. Das ist auch kaum nötig, die Eltern Vorsitzender: In welcher Weise züchtigte er Euch?- Zeuge: um die Abführung des Angeklagten beobachten zu können. Das fümmern sich wenig um die Kinder. Sie sind jetzt überhaupt in Er verseßte uns heftige Ohrfeigen. Zumeist schlug er uns aber Publikum ergeht sich dabei in argen Verwünschungen gegen den An- Nizza oder einem andren Orte des Südens. Dann haben mit einem dicken Stock. Zumeist schlug er uns in der Nacht, nachVors. In welcher geklagten. Um Ausschreitungen zu vermeiden, wartete man mit der die Knaben zweifellos Verwandte, die doch gewiß sofort bestimmen dem er uns aus dem Schlaf geweckt hatte. Abführung des Angeklagten gestern bis gegen 11 Uhr abends und werden, wo die Leiche beerdigt werden soll, ich vermute, die Weise schlug er? Beuge: Er schlug mit einem dicken Stock schon in früher Morgenstunde erfolgte die leberführung des Ange- Eltern werden die Leiche nach Berlin überführen lassen. auf die Kniee, die Schenkel, die Brust, den Kopf, kurz, wo er gerade Ich forderte mun den Angeklagten auf, mir die Leiche zu hintraf. Vorsitzender: Weshalb that er das? flagten in den Gerichtssaal. Während der Mittagspause wird der zeigen. Diese war am ganzen Körper mit dicken blutunterlaufenen Er beschuldigte uns, daß wir eine Verfehlung begangen haben. Zeuge( zögernd): Angeklagte in eine Zelle des Gerichtsgebäudes gesperrt. Erwähnenswert sind zunächst die Aussagen der als Zeuge ver- Striemen bedeckt. Arme, Füße, Schenkel, das Gesicht, der Kopf, Vorsitzender: Hattet Ihr denn die Verfehlung begangen? Zeuge: Vorsitzender: Habt Ihr das nicht dem Dippold nommenen Haushälterin Guchial: Ich trat am 4. Januar d. J. auf der Rücken, kurzum der ganze Körper war zerschlagen. Ich sagte Nein, niemals. dem Gute Ziegenberg bei Herrn Kommerzienrat Koch meine Stellung dem Angeklagten, der Knabe ist weder an Syphilis, noch an seinen gesagt? Benge: Gewiß, aber wenn wir sagten, wir haben an. Ich gewann gleich von vornherein einen sehr unangenehmen angeblichen geheimen Ausschweifungen, noch an Diphtherie gestorben. nichts gethan, dann schlug Dippold uns um so heftiger. Eindruck, denn ich hörte Tag und Nacht die Kochschen Knaben schreien Derartige Ursachen, die Sie vermuten, haben nicht einen solch plötz- Vorsitzender: Hat Euch Dippold auch im Bett angebunden? und jammern, und heftige Schläge. Vorsitzender: Waren denn lichen Tod zur Folge. Vielleicht war es ein Schlaganfall, fagte der Beuge: Das geschah sehr oft. Vorsitzender: Wie band er Euch die Knaben ungezogen? Zeugin: Die Knaben waren ein bißchen Angeffagte. Davon ist keine Spur vorhanden, erwiderte ich, einen denn an? Zeuge: Er band uns an Händen und Füßen an die wild, im übrigen aber herzensgute freundliche Jungens. Die Totenschein kann ich nicht ausstellen, die Leiche wird zweifellos von Bettpfosten fest, so daß wir uns nicht rühren konnten. Knaben wurden bisweilen so entsetzlich geschlagen, daß ich nicht der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt werden. Vors. Haben sie sitzender: Konntet Ihr denn dabei schlafen? Zeuge: Wir schliefen schlafen konnte. Sie schrien und jammerten und flehten um Gnade, gefunden, daß der Knabe an Syphilis gelitten, oder geheime Sünden trotzdem, weil wir müde waren. Wenn wir aber gerade fest schliefen, es nügte aber nichts. Dippold schlug immer weiter. Vorsitzender: begangen hat! Zeuge: Nicht eine Spur, davon habe ich nichts weckte uns Dippold auf und schlug uns mit einem Stock so furchtbar, Sie haben früher gesagt: Die Knaben mußten laut die Schläge gefunden. Ich habe lediglich an den Genitalien einen tiefen Eindruck daß wir es gar nicht aushielten. Oftmals hat er uns über einen zählen? Erster Tisch gelegt, an Händen und Füßen gefesselt und alsdann so lange Zeugin: Jawohl, ich hörte einmal, wie Heinz Koch entdeckt, der von einem Bindfaden herkommen kann. zwanzig Hiebe zählte. Vorfizender: Haben Sie auch die Schläge Staatsanwalt: Sie sagten früher, Sie gewannen sofort die Ueber geschlagen bis der dicke Stock zerbrochen war.- Vorsitzender: Habt gehört? Zeugin: Jawohl, sogar ganz deutlich. Vorsitzender: zeugung, daß der Knabe totgeprügelt war. Zeuge: Jawohl, diese Ihr nicht um Gnade gefleht und gerufen: Herr Dippold, Herr Mit was mag Dippold geschlagen haben? Zeugin: Mit einem Ueberzeugung gewann ich. Dippold, schlagen Sie uns doch nicht so sehr?- Zeuge: Gewiß, dicken Haselnußstock. Borsigender: Wie viel Hiebe mag Dippold Darauf wird Lieutenant Koch vom reitenden Jägerdetachement wir haben furchtbar gebeten, aber Dippold schlug ruhig weiter. dem Heinz versetzt haben? Zeugin: Das weiß ich nicht. Als ich zu Langensalza, kommandiert zur Lehrschmiede in Berlin, als Zeuge Vorsitzender: Es soll auch vorgekommen sein, daß Ihr die Hiebe die Zahl zwanzig hörte, aufgerufen. Dieser erzählt, daß sein Schwager, nachdem dieser das laut habt zählen müssen? Zeuge Gewiß, das kam oft vor. Telegramm von dem Ableben seines Bruders Heinz erhalten, ihn Vorsißender: Wie viel habt Ihr gezählt? Zeuge: Ganz genau veranlaßt habe, sofort an den Angeklagten zu telegraphieren und famt ich das nicht sagen. Vorsitzender: Waren es 20? Beuge: ich konnte es nicht mehr mit anhören, ich hörte nur immer noch ihn nach Bamberg zu beſtellen. Der Angeklagte habe ihm gejagt: D, viel mehr, es waren oft 40 bis 50.( Große Bewegung im Zuschreien und jammern. Vorsitzender: Haben Sie auch Blutspriger Er sei der Ansicht, der Knabe sei am Herzschlag gestorben, er sei in hörerraum.) Vorsitzender: Seid Ihr dabei nicht ohnmächtig ge= wahrgenommen? Zeugin: Das ganze Bett, die Kopffissen, Laten, der letzten Zeit etwas angestrengt gewesen. Der Angeklagte er worden? Zeuge: Jawohl, wenn wir in Ohnmacht fielen, dann Bettdecke waren mit Blut besudelt. Vorsitzender: Waren auch zählte mir alsdann: Mein Bruder habe geheime Jugendsünden bekamen wir von Dippold Fußtritte. auf dem Fußboden Blutflecken?- Beugin: Jawohl.- Borsigender: getrieben und leide an Syphilis. Es lag mir das Selbstbekenntnis( Große Bewegung im Zuhörerraum.)- Vorsitzender: Hat er auch Haben Sie auch Knebel im Bett gefunden? 3eugin: Ja wohl, vor, ich war einfach fassungslos. Dippold sagte: Heinz hätte am Tage geschlagen? Beuge: Auch, aber zumeist in der Nacht. ich habe auch Stricke an den Bettpfosten befestigt gesehen. Ich fagte ihm mitgeteilt, er könne sogar das am Kurfürstendamm in Berlin einmal zu den Knaben: Weshalb laßt Ihr Euch denn so furchtbar gelegene Haus bezeichnen, in dem er mit der Kellnerin verkehrt habe. fehlungen begangen habt? Vorsitzender: Und immer, weil er der Ansicht war, daß Ihr Verschlagen, das muß doch furchtbar schmerzen? Zeuge: Jaivohl. Vorsitzender: Und Da antworteten die Ein Judenbengel habe ihn dort hineingeführt. Ich versezte: Dann Ihr habt wirklich nichts gethan? Knaben: Das verstehen Sie nicht, Elisabeth, wir müssen Prügel wäre es Ihre Pflicht gewesen, sich das Haus zeigen zu lassen, damit Zeuge: Nein, niemals. bekommen, wir haben sie verdient. Vors. Haben Sie Ihre eine solche Hölle aufgehoben werden kann. Ich fragte den An- versetzte? Vorsitzender: Wie machte er es denn, wenn er Euch Fußtritte Wahrnehmungen einmal der Frau Kommerzienrat mitgeteilt? Zeuge: Er stieß uns mit seinem Stiefelabsag beiseite geflagten weiter, wie mein Bruder dazu kam, das Selbstbekenntnis und trat uns auf den Kopf, die Brust, die Beine, wo er gerade Zeugin: Nein, das habe ich nicht gethan, da Frau Kommerzienrat zu schreiben, ob er das wirklich aus eignem Antriebe oder infolge hintraf.( Bewegung im Zuhörerraum.) mir ausdrücklich gesagt hatte ich folle mich bloß um meine Birt 3wang geschrieben habe. Da sagte der Angeklagte: Heinz habe ihn immer über den Tisch gelegt? Beuge: Bisweilen mußten wir Vors.: Hat er Euch nachts schaft bekümmern. Am 17. Februar sind wir nach Drosendorf ge- eines Tages fußfällig gebeten, das Selbstbekenntnis schreiben zu uns, mit dem bloßen Hemd bekleidet, mit dem Oberkörper über fahren. Dort sette Dippold seine Mißhandlungen fort. Am 8. und dürfen und es an Mama zu schicken, damit er endlich vor seinem einen Stuhl legen und alsdann schlug Dippold so lange, bis alle 9. März wurde Heinz ganz furchtbar geschlagen, so daß er ein stark Gewissen Ruhe finde. Ich bat Dippold, das Selbstbekenntnis nicht Stöcke zerbrochen waren. In einer Nacht hat er 6-7 Stöde geschwollenes Geficht hatte, dasselbe war schwarz- unterlaufen. noch meinen Eltern zu zeigen. Die würden sich dadurch nur noch zerbrochen. Auch Joachim wurde heftig geschlagen, so daß er ein did an- mehr aufregen, und jetzt, nachdem Heinz tot ist, hat es ja doch keinen halblaute Verwünschungen, und Ausrufe: Das kann man ja gar ( Große Bewegung im Zuhörerraum. Man vernimmt geschwollenes Gesicht hatte. Ob Heinz auch am 10. März Prügel 3wed mehr.- Vorsitzender: Sagte nicht auch Dippold: Heinz nicht mehr mit anhören.) Vorsigender: Weshalb habt Ihr denn bekommen hat, weiß ich nicht. Gegen Mittag fam Dippold zu mir war ein fehr aufgeregt in die Küche und sagte, Heinz fühle sich frank, ich das nicht Eurer Mama gesagt, die ist doch einige Male bei Euch geborener Berbrecher? habe ihn zu Bett gebracht, er kann aber nicht schlafent; ich werde gewesen? Wenn Mama da war, dann schlug er uns nicht. Wir ihm ein Schlafpulver geben. Wenn es nicht besser wird, dann Zenge: Jawohl, ich antwortete: Wenn Sie dieser Meinung fagten deshalb nichts, weil wir fürchteten, wir bekämen alsdann müssen Sie einen Arzt Holen. Kurze Zeit darauf kam Dippold zu waren, dann wundere ich mich, daß Sie die Erziehung meines noch mehr Prügel. Er sagte uns, unsre Eltern wünschen, daß wir Vorsitzender: Habt Ihr Dippold versetzte: Ich glaubte noch bedeutend mehr Prügel bekommen. mir in die Küche und sagte: Heinz ist tot. Ich war darüber so Bruders übernommen haben. sehr erschrocken, daß ich vollständig die Fassung verlor. Ich konnte immer, es werde doch noch möglich sein, einen ordentlichen Menschen denn das geglaubt? Zeuge: Wir mußten es ja schließlich es nicht glauben, daß Heinz nicht mehr unter den Lebenden sei. aus Heinz zu machen. Dippold erzählte mir auch: Heinz habe mit glauben. Verteidiger: Habt Ihr denn Verfehlungen beVorsitzender: Ließ Dippold die Leiche im Bett liegen? Vorliebe Detektivromane gelesen. Ich sagte dem Dippold: Ich habe gangen? Zeuge: Nein. Vorsitzender: Wirklich nicht? Beuge: Zeugin: Der Zeuge erklärt im weiteren auf Befragen: Nein, als ich ins Nebenzimmer kam, da stand Joachim am Bett die Ueberzeugung, Sie haben dem Heinz mit dem Stock in der Hand Gewiß nicht. feines toten Bruders, weinte heftig und füßte ihn. Dippold befahl das Selbstbekenntnis diftiert, denn in demselben sind Wendungen In Drosendorf hat das Bett des Dippold, ebenso wie in Ziegendem kleinen Joachim und mir, die Leiche aus dem Bett zu heben enthalten, die ein solch junger Knabe gar nicht kennt. Dippold gab berg, in der Mitte der unsern Betten gestanden. In Drosendorf und in ein andres Zimmer zu tragen, um sie auf eine Matraße zu mir aber die Versicherung, daß Heinz das Selbstbekenntnis aus hat Dippold noch viel heftigere Züchtigungen vorgenommen als in Yegen. eignem Antriebe geschrieben habe, er sei ein sehr schlauer Junge Biegenberg. Am 8. März bekamen wir wiederum sehr heftige StockVorsitzender: Wann ließ Dippold den Arzt holen? Zeugin: gewesen, deffen Verstand weit über seine Jahre hinaus ging. Ich schläge. Am folgenden Tage wiederum. Am 10. März wurde Heinz Eine Viertelstunde nach dem Tode. Vors. Haben die Knaben begab mich alsdann mit dem Angeklagten nach Drosendorf, um mir von Dippold des Morgens geweckt. Heinz bat flehentlich, ihn doch kräftig zu essen bekommen? wenig, zumeist Gemüse und Beugin: Fleisch bekamen sie sehr die Leiche meines Bruders anzusehen. Der Zeuge kann vor Er- noch schlafen zu lassen, er fühle sich so furchtbar schwach. Dippold sogenannte falsche Suppen. Vors.: regung nicht weiter sprechen. Er schluchzte heftig. Es dauerte lange, 3wang aber meinen Bruder, aufzustehen. Er führte ihn in den BadeMußten die Knaben nicht auch oftmals beim Essen stehen? ehe der Zeuge fortfahren kann mitzuteilen, daß der Körper feines raum und goß soviel faltes Wasser auf ihn, wie er zur Verfügung Eine hatte. Mein Bruder wurde darauf ohnmächtig. Dippold versetzte ihm einen Zeugin: Jawohl.- Sachverst. Medizinalrat Dr. Kraußhold: War Bruders vollständig mit blutenden Wunden bedeckt war. Dippold, wenn er eine Büchtigung vorgenommen hatte, innerlich weitere Zeugin ist Frau Rittmeister Bugge, die Stiefschwester des Fußtritt. Alsdann ließ uns Dippold Turnübungen machen. Heinz war erregt, wie etwa ein Lehrer über die Unfolgsamkeit eines Schülers verstorbenen Heinz. Diese schildert den Eindruck, den die Person aber so schwach, daß er die lebungen nicht ordentlich machen konnte. erregt ist? Zeugin: Das kann ich nicht beurteilen. Die Zeugin des Angeklagten auf sie und ihren Mann gemacht habe, der durchaus Daraufhin mußte ich auf Befehl Dippolds Heinz mit einem Stock befundet noch Sie sei einigemal unverhofft ins Studierzimmer günstig gewesen sei, aber auch den Eindruck, den die schreckliche auf die Hände schlagen. Sehr bald darauf fiel mein Bruder wieder in Ohnmacht. Num brachte ihn Dippold zu Bett und ging in den gekommen, da haben die Kinder mit heruntergezogenen Hosen neben Nachricht vom Tode des Heinz auf die Familie machte. Dippold gesessen.( Bewegung im Zuhörerraum.) Ein weiterer Zeuge ist Lieutenant Kurt v. Hartrott vom fiebenten Bart. Ich befand mich mit meinem Bruder allein im Zimmer. Darauf wird Kürassier- Regiment in Halberstadt. der Direktor des neurobiologischen Instituts Das Vorsitzender: Sie sollen ein- Sehr bald vernahm ich, wie mein Bruder laut atmete. mal zu den Kochschen Kindern gesagt haben: Wenn Euch Euer Atmen kam mir so komisch vor. Ich trat ans Bett und sagte: Hauslehrer wieder einmal schlägt, so reißt aus und kommt zu mir Heinz, was ist Dir? Mein Bruder antwortete aber nicht. Das als Beuge aufgerufen. Dieser befundet: Ueber mein Ver- nach Halberstadt? Beuge: Das ist vollständig unwahr. Vor- Atmen wurde immer leiser. Ich bekam Angst und holte Dippold. halten ist in der Breffe e eine ganz falsche Schilderung er fizender: Ist darauf etwas zu ertvähnen? Diefer sagte: Der verstellt sich nur. Als wir in das Zimmer Verteidiger: Nein. schienen. Ich wurde von der Familie Koch ersucht, in Gemein Vorsitzender: Angeklagter, auf Ihre Veranlassung ist der Zeuge ge- famen, atmete Heinz nicht mehr, ich sagte zu Dippold: Heinz schaft mit Herrn Rittmeister Bugge nach Ziegenberg zu fahren, laden worden. Angeklagter: Ich habe nichts zu bemerken. Vor- ist tot. Dippold fagte: Er lebt. Er suchte dem Heinz Wasser einum eine Untersuchung der Knaben vorzunehmen. Ich bemerke aus- fizzender: Auf die vorherigen Zeugenaussagen auch nicht? An- zuflößen, drücklich, daß von Mißhandlungen keinerlei Rede war und daß ich geklagter: Gegen Eide läßt sich nichts machen.( Große Bewegung Heinz rührte sich aber nicht mehr. keineswegs den Auftrag hatte, die Stnaben törperlich zu untersuchen, im Zuhörerraum.) Vorsigender: Angeklagter! Jah verweise Ihnen( Große, anhaltende Bewegung im Zuhörerraum). ob sie mißhandelt werden. Dippold wußte uns seine Erziehungs- ein solch unpassendes Benchmen, Sie haben kein Recht, die Zeugen Borsitzender: Hat nicht Dippold auch Deinem Bruder einen methode in einer Weise vorzutragen, daß Rittmeister Bugge fagte: zu beleidigen. Danach tritt die Mittagspause ein. Knebel in den Mund gesteckt, als er laut zu atmen begann? Entweder ist dieser Mann ein sehr idealer Mensch oder ein Bei Wiedereröffnung der Verhandlung ist der Zuhörerraum Beuge: Ja, als Heinz zu atmen begann, nahm Dippold ein TaschenSchurke. Der Angeklagte teilte mir mit, daß die Knaben geheime wiederum Kopf an Kopf von einem sehr gewählten Damen- und tuch und hielt damit Heinz Mund und Nase zu. Vorsitzender: Jugendfünden begehen. Er habe ihnen diese schon zum Teil ab- Herren- Bublikum gefüllt. Auch eine große Anzahl Offiziere bemerkt Nahm er alsdann das Taschentuch wieder weg? Beuge: gebracht und sie auch deshalb einige Male gezüchtigt. Ich fragte, man. Der erste Zeuge ist Gendarmerie- Stationstommandant Jawohl, als er in den Park gehen wollte.- Vorsitzender: Als Heinz womit er die Züchtigungen vornehme. Dippold antwortete: Ich Löhlein: Er habe die Leiche besichtigt. Dieselbe war vollständig zum letztenmal in Ohnmacht fiel, in welche Lage kam er da? schlage nur mit einer ganz dünnen Gerte auf das Gefäß. Von angezogen. Das Gesicht der Leiche, insbesondere die Augen, waren Beuge: Er fiel auf den Hinterkopf. Vorsitzender: Blutete der Hintereiner Untersuchung sollte ich Abstand nehmen, da eine solche Kon- vollständig angeschwollen. Auf seine Frage, wer die Leiche angezogen fopf? Zenge: Nein. Vorsitzender: Dippold soll Dich einige Male trolle seine Autorität erschüttern könnte. Ich hatte den Auftrag, mich habe die Leiche hatte Stehkragen, Manschetten usw.- antwortete am Halse gewürgt haben?- Beuge: Jawohl. Vorsitzender: Wie als Studiengenosse einzuführen. Ich jagte ihm: Körperliche Dippold: Ich habe die Leiche allein ohne jede fremde Mithilfe an- machte er das?- Zeuge: Er griff mich mit seinen Händen am Züchtigungen sind vollständig ungeeignete Mittel, um folch' junge gezogen. Auf meine Frage, wodurch der Knabe so sehr verlegt sei, Halse und drückte mir denselben zu, daß ich zu erstiden glaubte. Kinder von der Betreibung geheimer Sünden abzubringen. Man fagte Dippold: Er hat sich gestoßen. Aber die Backen, der Rücken, Vorsitzender: Weshalb geschah das? Zeuge Weil ich Vermuß den Mut der Knaben stählen und ihnen sagen, daß sie bei die Beine, die Hände, der ganze Störper ist ja angeschwollen, verfehlungen begangen haben sollte. Vorsitzender: Dippold soll Dich einigem guten Willen wohl in der Lage seien, davon abzulassen. fezte ich, ist das auch durch Stoßen gekommen? Joachim, den ich auch einmal mit einer Eisenstange geschlagen haben? Benge: Ja Dienstmagd Agnes Bollbaner: Als sie hörte, daß Heinz krank zunächst fragte, antwortete nicht. Dippold gab schließlich zu, daß er wohl, mehrere Male.- Vorsitzender: Habt Ihr ordentlich zu fei, habe sie zu Dippold gesagt, er folle doch einen Arzt holen lassen. den Knaben geschlagen habe, weil er gestohlen habe. Dieser habe geantwortet: Das sei nicht nötig, er werde schon das macht danach über die verschiedenen Stöcke Mitteilung, die er bei hungern. Der Zeuge essen bekommen. Zeuge: Nein, wir mußten oftmals furchtbar Der Zeuge erzählt alsdann noch: Nachdem Heinz tot Grforderliche anordnen, er habe selbst ein Jahr Medizin studiert. dem Angeklagten gefunden habe.- Der Vorsitzende läßt danach den war, habe er eine Depesche von seinem Schwager Bugge erhalten, Als Heinz gestorben war, sei wohl Dippold mehreremal aufgeregt in die Küche gekommen, er habe aber nicht gesagt, daß Heinz tot fleinen Joachim als Zeugen er solle nach Bamberg kommen. Von Bamberg sei er mit seinem Schwager nach Frankfurt a. M. gefahren, wo ihn seine Eltern Angeklagter: Ich bemerke darauf: Ich habe die erforder- aufrufen. Eine große Bewegung geht durch das Publikum. Als empfingen. Eine große Betwegung geht durch das Publikum. Als empfingen. Auf Antrag des Ersten Staatsanwalts beschließt lichen Maßnahmen getroffen, ich habe doch aber nicht nötig, dem der Zeuge, ein allerliebster, hellblonder, frisch aussehender Knabe, mit danach der Gerichtshof, die Deffentlichkeit auszuschließen, da durch Hauspersonal alles mitzuteilen. Vorsitzender: Wenn im Hause großen blauen Augen den Saal betritt, schluchzt Stommerzienrat Koch die öffentliche Verhandlung der öffentlichen Sittlichkeit Gefahr jemand gestorben ist, dann pflegt man es doch wohl mitzuteilen.uneufhörlich. Auch Frau Kommerzieurat Koch birgt ihr Gesicht drohe. Den Angehörigen der Familie Koch, den Polizeibeamten Darauf erscheint als Zeuge und Sachverständiger Bezirksarzt in ihre Hände und weint bitterlich. Der Angeklagte zudt zu und den Vertretern der Presse sei gestattet, im Saale zu bleiben. Dr. Severin- Hollfeld. Am 10. März dieses Jahres wurde sammen und schlägt die Augen zur Erde. Erster Staatsanwalt: Auf Befragen des Vorsitzenden befundet der Zeuge noch: ich nach Drosendorf angeblich zu einem schwerkranken Knaben Ich habe vor Vernehmung dieses Zengen einen Antrag zu stellen. Dippold habe mehrfach des Nachts ihn und feinen Bruder unzüchtig gerufen. Dippold empfing mich, nötigte mich ins obere Zimmer und Nach dem Gange der Verhandlung ist zu befürchten, daß der Zeuge berührt. Sie seien dadurch gewöhnlich aufgewacht, alsdann beteilte mir mit: Der Krante sei ein Sohn des Bankdirektors in Anwesenheit des Angeklagten mit der Wahrheit zurückhalten tamen sie von Dippold heftige Schläge, wegen der angeblichen Kommerzienrats Koch aus Berlin. Dippold setzte nun die ganze wird. Auf Grund des§ 246 der Strafprozeß- Ordnung stelle ich verfehlung. Auch bei Tag habe Dippold fie bisweilen unzüchtig Familie Koch in der schmählichsten Weise herab. Die älteren Söhne den Antrag, den Angeklagten während der Vernehmung des Zeugen berührt und zwar einmal in einer Weise, daß Beiden die feien Offiziere, hätten aber nichts gelernt. Er sei seit einigen aus dem Saale zu entfernen. Vorsitzender: Herr Verteidiger, Genitialien bluteten. Dippold habe ihnen Dinge über die Entstehung Monaten Hauslehrer der beiden jüngsten Kinder. Diese feien aber ist gegen diesen Antrag etwas einzuwenden? Verteidiger: Der der Kinder usiv. erzählt, von denen sie bis dahin niemals etwas moralisch vollständig verdorben. Sie trieben beide geheime Antrag ist nach§ 246 der Strafprozeß- Ordnung zulässig, ich will gehört hatten. Es sei richtig, daß Dippold sie bisweilen umfaßt fet. Professor Dr. Bogt- Berlin smb gefüßt habe.- Erster Staatsanwalt: Dippold foll einmal| Gesicht und die Augen waren stark angeschwollen und mit schwarzem| fleinen Joachim sind wahr. Die Knaben haben niemals fittliche auf dem Sofa gelegen haben, da sollst Du ans Sofa herangetreten Blut unterlaufen. Die Frostbeulen sind höchst wahrscheinlich Verfehlungen begangen. Diese hat ihnen der Angeklagte angedichtet, fein und Dippold geküßt haben? Das ist richtig. durch die von dem Angeklagten angewandte Kneippsche Kur um Grund zu seinen Grausamkeiten und damit zur Befriedigung Erſter Staatsanwalt. Qeshalb thatſt Du has? Benge: Um hervorgerufen worden. Ich wiederhole, ich bin, als ich den seiner Wollust zn haben. Hat somit der Angeklagte einen moralischen Dippold zu beschwichtigen, ich befürchtete, er werde uns von neuem furchtbar zerschlagenen Körper sah, aufs höchste erschrocken, habe die Defett, so ist seine freie Willensbestimmung im Sinne des§ 51 des schlagen. Auf weiteres Befragen bekundet der Zeuge noch: Ueberzeugung gewonnen: Durch die furchtbaren Wunden hat der Strafgesetzbuches doch nicht ausgeschlossen gewesen. Dippold hatte einmal mit seinem Bruder im Park eine Unterredung. Getötete einen heftigen Blutverlust erlitten. Dieser, die ungenügende Prof. Dr. Vogt- Berlin, der den kleinen Joachim untersucht hat, Alsdann trat er zu mir ins Zimmer, sah mich scharf an und sagte: Ernährungsweise, der geringe Schlaf und die ihm unaufhörlich zu- schließt sich dem Gutachten des Oberstabsarztes Dr. Preuße an und Heinz hat bereits gestanden, nun gestehe auch, daß Du Verfehlungen gefügten Schmerzen haben schließlich einen solchen Schwächezustand bemerkt: Einen dauernden Schaden hat Joachim nicht davon gebegehst. Ich habe darauf auch gestanden. Vorsitzender: Hattest herbeigeführt, der den Tod des Knaben zur Folge haben mußte. tragen. Wären aber die Mißhandlungen nicht unterbrochen worden, Du denn Verfehlungen begangen? Zeuge: Nein. Vorsitzender: Von einer Geschlechtskrankheit oder einer sonstigen sittlichen dann hätte den Joachim zweifellos dasselbe Schicksal getroffen, wie Weshalb gabst Du es denn zu? Zeuge: Ich weiß selbst nicht. Verfehlung, wie vom Angeklagten behauptet wird, war bei seinen Bruder Heinz. Ich muß bekennen: Mir ist ein so gefühlsVorsißender: Dein Bruder Heinz hat ein Selbstbekenntnis ge- dem getöteten Knaben keine Spur zu entdecken. Es ist ein roher Mensch wie der Angeklagte noch niemals vorgekommen. Der schrieben, kennst Du das? Zeuge: Jawohl, aber ich kann mir fach eine Thorheit, daß die Knaben 30-40 mal an einem Tage den Angeklagte ist schlimmer wie ein Lustmörder, letzterer mordet sein Opfer nicht denken, daß mein Bruder das Selbstbekenntnis geschrieben hat. Versuch zur sittlichen Verfehlung gemacht haben sollen. Der ge- fofort, der Angeklagte hat aber die armen Jungen monatelang gepeinigt. Einmal kann mein Bruder das, was er darin geschrieben, gar nicht tötete Knabe hat, ehe der Angeklagte seine Hauslehrerstelle bei der Ich stimme Herrn Medizinalrat. Kraußold betreffs des Sadismus bei. gemacht haben, und andrerseits kannte mein Bruder gar nicht solche Familic Koch antrat, 130 Pfund, und als er starb 102 Pfund ge- Trogdem bin ich der Meinung, der Angeklagte wußte, daß er, als Ausdrücke, wie sie in dem Selbstbekenntnis enthalten sind. Vor- wogen. Den Angeklagten halte ich für vollkommen geistig zu er die Knaben züchtigte, etwas Strafbares beging. Ich halte den fißender: Beim Baden soll Dippold stets ganz entblößt gewesen rechnungsfähig. Dr. med. Franz Weiß- Bayreuth, der bei der Angeklagten für vollkommen geistig zurechnungsfähig. Direktor fein? Zeuge: Jawohl. Vorsitzender: War es denn finster, Sektion des Heinz Koch assistiert hat, schließt sich den Ausführungen der Kreis- Frrenanstalt Dr. Kaufmann- Wenert bei Schweinfurt wenn Ihr baden gingt? Beuge: Nein.- Vorsitzender: Ihr des Landgerichtsarztes vollkommen an. Er jei der Ueberzeugung: schließt sich im wesentlichen den bisherigen Gutachten an. Medizinalbrauchtet also keine Laterne? Zeuge: Nein. Vorsitzender: Ihr Der Knabe sei direkt rat Kraußold bemerkt noch: Der Hochmut des Angeklagten geht standet auch beim Ballspiel vollständig entblößt? Zeuge: Jawohl. während der erhaltenen Schläge gestorben. schon aus dem Umstande hervor, daß er, wie er noch auf dem Vorsitzender: Wer veranlaßte das?- Zeuge: Dippold. Gymnasium war, eine Schrift über Zwangserziehung schreiben wollte. Vorsitzender: Dippold soll einmal auf Heinz mit einem Messer Der Angeklagte versichert, daß er am 8. März den Heinz zum letzten Dieses System wollte er offenbar an den armen Jungen erproben. mal geschlagen habe. Losgegangen sein? Der Beuge bejaht die Frage. Direktor der Kreis- Jrrenanstalt, Medizinalrat Dr. Kraußold- idealen Schurken. Auch er sei der Meinung, daß der Angeklagte Dr. med. Landgraf- Bayreuth: Er halte den Angeklagten für einen Danach werden die Bayreuth: Von streng medizinisch- wissenschaftlichem Standpunkt ist medizinischen Sachverständigen der Angeklagte geistig minderwertig, vom farensischen Standpunkt aus an einem moralischen Defekt leide, er sei aber vollkommen zu= bernommen. Landgerichtsarzt Dr. Weiß- Bayreuth: Als ich am ist der Angeklagte als vollkommen geistig zurechnungsfähig zu erklären. geklagte deshalb sittliche Verfehlungen erfunden hat, um zu zeigen, rechnungsfähig. Borsitzender: Ist es nicht möglich, daß der An13. März d. J. nach dem weltentlegenen Drosendorf tam, um den Jemand, der sich vier Stunden lang in so logischer Weise verteidigen baß er im stande sei, die Knaben auf den richtigen Weg zu bringen Leichnam des Heinz Koch zu untersuchen, da stand Dippold in fann, ist vollkonimen zurechnungsfähig. Der Angeklagte besitzt einen und sein pädagogisches Talent zu bezeigen? und sein pädagogisches Talent zu bezeigen? Sachverständiger: schwarzer Kleidung und einen Flor um den Arm da. Der getötete furchtbaren Hochmutsdünkel und hat eine arge Gefühlsroheit an den Das ist möglich.- Dr. med. Holzinger: Ob der Angeklagte ein Knabe war 14 Jahre alt, 156 Centimeter groß und außerdem Tag gelegt. Nach alledem, was ich hier gehört habe, halte ich den Sadist sei, sei nicht direkt bewiesen. Jedenfalls halte er den Anförperlich sehr kräftig entwickelt. Der Körper des Leichnams machte Angeklagten für einen Sadisten. Der Sabismus äußert sich in der geradezu einen erschreckenden Eindruck. Der ganze Rücken, die Brust, Wollust und Grausamkeit. Die unaufhörlichen Mißhandlungen sind geklagten ebenfalls für geistig zurechnungsfähig. Die Verhandlung wird danach gegen 8 Uhr abends auf Freitagvormittag 9 Uhr die Hände, die Arme, die Beine, die Schenkel usw. waren über und nicht anders zu erklären, als daß der Angeklagte durch Ausübung vertagt. über mit Blut unterlaufenen großen eitrigen Wunden bedeckt. Das seiner Grausamkeit seine Wollust befriedigt hat. Die Aussagen des -S. Joseph Berlin- Schöneberg, Hauptstrasse 1. ( Ecke Grunewaldstrasse.) Grösstes Specialgeschäft des Westens. Abteilung für fertige Herren- Konfektion. Hochfeiner Sitz! Erstklassige Verarbeitung mit weitgehendster Garantie. Meine Selbstkonfektion ist direkter Ersatz für feine Mass- Anfertigung. Geschäfts- Princip: Grosser schneller Umsatz bei verschwindend kleinem Nutzen. Hâkim2945L Cigaretten sind nach dem einstimmigen Urteil aller Sachverständigen die feinsten 2 Pf.- Cigaretten! Höchste Leistung! ORIGINAL Singer Nähmaschinen. SINGER NAHMASCHIN Einfache Handhabung! Hitung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix höchster Preis Paris 1900: der Ausstellung. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. 28262* Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstrasse 92. Jackett- Anzüge, 1- u. 2reihig, aus guten haltbaren Stoffen mit graden oder schrägen Taschen von Rock- und Gehrock- Anzüge in bester Ausführung • . 18 M. an. . • 9 von 24 M. an. Ausführung 9 : t von 18 M. an. Haus- und Jagdjoppen in allen Ausführungen 6 M. an. von Herbst- und Winter- Paletots in modernster Dieser schwarze steife Hut mit Futter kostet 2 Mark. Dieser weiche Herrenhut kostet mit Satinfutter 1,75 Mark. mit Atlasfatter 2, kleinere Form 1,50 99 99 Special- Haus Eleganter Herren- und Knaben- Garderoben fertig und nach Mass. Herbst- und Winter- Paletots gestreifte Dessins mit Havelocks- Regen- Mäntel Raglan- Taschen 30, 27, 24, 19,50, 16 Mk. 27, 23, 20, 16, 12 Loden- Joppen Pelz- Imitation warm gefüttert und 18, 15, 12, 9,50, 7,50, 6,50 Cheviotgewebe Jackett- Anzugabe 30, 27, 24, 19,50, 14 Rock- und Gehrock- Anzüge 36, 30, 24, 22 Beinkleider modernste 12, 9, 7,50, 5,50, 4,50, 3,50, Westen aus modernsten Fantasie- Stoffen beste Stoffe 2,25 " 6, 5, 3,50, 2,25 Jünglings- Anzüge und moderne façons 16,50, 15, 11,50, 8 8. Knaben- Anzüge neueste Formen 9, 7,50, 5,50, 3,50, 2,75 Colliers von den billigsten bis zu den feinsten Pelzarten Neuheit: Die modernen Beulenhüte führe zu m. 2,- bis 5,50 Grösste Auswahl in Herren-, Knaben- und Mädchen- Mützen Oscar Arnold Grösstes Special- Geschäft Engros für Hüte, Mützen und Pelzwaaren Export nur Dresdenerstr. 116 Kein Laden) Einzelverkauf zu erstaunend billigen Preisen und aussergewöhnlich reichhaltige Auswahl in allen Preislagen. Gegründet 1878. Specialität der Firma: Paletot nach Mass von 30 M. an. Anzug nach Mass von 33 M. an. 000 Streng feste Preise. 000 Zwecks bedeutender Erweiterung verlege mein Geschäft nach Hauptstrasse 139 und ermäßige bis dahin sämtliche Herren- u. Knaben- Garderoben ca. 20 Proz. im Preis. Auch für Maasbestellungen findet diese Preisherabsetzung Anwendung. 27732 M. Schulmeister, Schneidermeister, Schöneberg, Hauptstr. 143. M. Schulmeister, Schneidermeister, BERLIN 90., Dresdener Strasse 4, Hochbahnstation Kottbuser Thor. 2864L* Special- Haus für Herren- und Knaben- Konfektion. In der jetzigen Jahreszeit " ist eine gute Bouillon stets eine willkommene Labung und den erschlaffend wirkenden alkoholischen Getränken weit vorzuziehen. Am einfachsten, schnellsten und billigsten bereitet man sich eine vorzügliche Bouillon aus Maggi's BouillonKapseln zu 16 und 12 Pfg. für je zwei Portionen. Sie sind mit allerbestem Fleischertraft hergestellt und geben so fort nur durch einfaches lebergießen mit kochendem Wasser eine vollkommen trintfertige Bouillon. Eine Taffe extra starter Straftbrühe kommt nur auf 8 Pfg., eine Tasse Fleischbrühe nur auf 6 Pfg. zu stehen. Man verlange ausdrücklich MAGGI's Bouillon Kapseln und weise andre Marken zurück. Verantwortlicher Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 29642