Nr. 240. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslan& Mart pro Monat Ericheint täglich außer Montags. 210 02 ad olid his part out mobel dan min ustigat israel 20. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. 168 15 Die Infertions- Gebühr found mining pa Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Aoreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der boykottierte Zarismus. Die Thatsache, daß der Zar den Besuch in Nom unter dem Eindruck der unwilligen Proteste aus den freiheitlichen Parteien Italiens aufgegeben hat, erregt in der gesamten europäischen Presse Aufsehen. Dabei ist es bezeichnend, daß die liberale Presse vielfach sich auf die Seite des Zaren wirft, dessen Kränkung als ein Vergehen gegen die Gesetze internationaler Höflichkeit angezeigt wird. So sagt die„ National- Zeitung": in Mittwoch, den 14. Oftober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Diese Entrüstungsbewegung war noch nicht erloschen, als der Entscheidung auf die lokalen Organisationen abwälzt. Freilich waren Besuch des Zaren angekündigt wurde und ihr neuen Zündstoff zu die geistigen Verhältnisse der freisinnigen Massen" hier stärker als führte. Es war nicht unangebrachte Demonstrationssucht", wie die der gute Wille und die höhere Einsicht einiger Führer. liberale National- Zeitung" als Schüßerin des absolutistischen Die„ Bossin" wiederholt schließlich noch das Richtersche Gerede, Barismus fagt, durch welche die Haltung der italienischen Socialisten wie die Socialdemokratie richtig verfahren müſſe: bestimmt wurde, sondern das sehr angebrachte, sehr berechtigte Empfinden, daß im westlichen Europa kein Mittel unversucht gelassen werden muß, um den Abscheu aller auch nur im geringsten civilisatorisch fortgeschrittenen Nationen gegen den russischen Absolutismus zum stärksten Ausdruck zu bringen. In Roms offiziellen Kreisen herrscht zunächst große Verwirrung über die Absage des Barenbesuches. Es liegen darüber folgende telegraphische Meldungen vor: " ,, Nicht die Zurückdrängung der Reaktion ist jetzt die Hauptsache, sondern die Erreichung von Mandaten, auf Kosten der Freisinnigen, und die Aufregung der Massen, die Agitation. Wäre es anders, so müßte die Socialdemokratie überall, wo sie nicht gewiß ist, ihre eignen Wahlmänner durchzusetzen, mit voller Kraft für die freisinnigen Kandidaten eintreten. Es durfte ihr nicht gleichgültig sein, ob liberale oder konservative Wahlmänner gewählt werden. Sie mußte Sorge tragen, daß die freisinnigen Wahlmänner die Mehrheit erhalten. Und sie wußte, daß unter dem öffentlichen Stimmrecht, Hunderttausende wohl für freisinnige, nicht aber für socialdemofratische Wahlmänner stimmen können. Wenn die Socialdemotratie selbständig Wahlmänner- Kandidaten aufstellt, so heißt das also, daß sie in einer Menge Bezirke ihre Parteigenossen zwingt, von der Wahl fern zu bleiben, und ihnen, obwohl sie selbst feine Aussicht auf Erfolg hat, verbietet, für die liberalen Kandidaten zu stimmen." Herr Ferri darf triumphieren. Der Feldzug, welchen der Führer der italienischen Socialdemokratie im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch des russischen Kaiserpaares in Rom im Avanti" eröffnete, hat den Extremen einen wohl von ihnen selbst faum erwarteten Erfolg gebracht, einen Erfolg allerdings, der viel Rom, 12. Oktober. Die Nachricht von der Verschiebung der Aehnlichkeit mit einem Pyrrhussieg hat, insofern die Stimme im Reise des russischen Kaisers hierher hat großen Eindruck hervor tommt, wohl vielen ben benet zu denten geben wird, die von dem Lande, wie sie in der Presse und auf der Straße zum Ausdruck gerufen und wird von den Blättern eingehend besprochen. Die Tribuna" führt aus, wenn die russische Polizei gut unterrichtet maßvollen Turati zu dem Hizkopf Ferri übergingen und dadurch sei, dürfe sie nicht behaupten, daß die Würde und die Person des der radikalen Strömung in der italienischen Socialdemokratie die russischen Kaisers in Italien weniger geschützt werden könnten oder Oberhand verschafften. Ferri hatte bekanntlich ganz ernsthaft größere Gefahr laufen würden als anderswo. Das Blatt erinnert vorgeschlagen, das russische Kaiserpaar bei seinem Besuche daran, daß Kaiser Nikolaus bei seiner legten Reise nach Frankreich italienischer Städte auszupfeifen, wobei hinzugefügt wurde, die es nicht für opportun gehalten habe, nach Paris zu gehen, und Die naive Unverschämtheit, daß die stärkste Bartei der fleinsten Besuche des deutschen Kaisers und des Königs von England habe bei seinem jüngsten Aufenthalt in Destreich Wien nicht betreten Partei ohne Gegendienste Wahlhilfe leistet, ist zu lächerlich, als daß man allenfalls gelten laffen können, weil in Deutschland und habe, wo zu der gleichen Zeit zwei socialdemokratische Protest- darüber weiter geredet zu werden brauchte. Daran wird sich die England konstitutionell regiert werde, dem Zaren aber versammlungen stattgefunden hätten. In Italien würde nichts der- Voffische Zeitung" gewöhnen müssen, daß die Socialdemokratie fich zu müsse man zeigen, daß Italien ein freies Land gleichen geschehen sein. Die italienische Regierung hätte die existieren erlaubt. fei. Die Hoffnung, daß schließlich doch der gesunde Menschen- bündigsten Versicherungen über die würdige und achtungsvolle Auf- Die Socialdemokratie wird dem Freifinn auch zeigen, daß verstand auch im Feldlager der Partei Ferris fiegen und nahme geben können, die der Kaiser gefunden haben würde. Wenn selbst unter dem unter dem öffentlichen Wahlrecht sie so viel Wahldie Gastfreundschaft der Italiener über die sehr un man behaupte, daß der Aufschub von einem ganz leinen Bruchteil männer aufzubringen vermag, um das liberale Bürgerangebrachte Demonstrationslust die Oberhand der äußersten Linken verschuldet worden sei, meint die Tribuna", tum bor die Entscheidung stellen zu gewinnen werde, hat sich nicht erfüllt: Ferri hat seinen lege man einer fleinen Anzahl von Leuten, denen an feindseligen parlamentarisch verschwinden oder dem Proletariat sein Recht об fönnen, Feldzug nicht eingestellt; dazu kam, daß der nach Rom Kundgebungen gelegen war, die aber gescheitert wären, zu große parlamentarisch verschwinden oder dem Proletariat sein Recht entsandte Vertreter der russischen Polizei unter den Einfluß von Bedeutung bei. Das Blatt hofft, daß die erschienenen Wolken bald zu teil werden lassen will. Bei den Abgeordneten Elementen geraten ist, welche ihm Gefahren für die Sicherheit wieder verschwinden werden. wahlen hat der Freifinn die Gelegenheit, zu zeigen, ob ihm der Kampf gegen die Reaktion Ernst ist. Er sorge nur rechtzeitig dafür, daß er Wahlmänner aufstellt, die sich entschließen können, auch einen Socialdemokraten zu wählen. Sonst ist es nach den Urwahlen zu spät, das Verhängnis abzuwvehren. Die Bossische Zeitung" freilich hofft noch immer: des Kaiserpaares ausmalten, die natürlich keineswegs bestanden," Giornale d'Italia" macht der Regierung heftige Vorwürfe, da es schließlich wohl nicht einmal zu Kundgebungen gekommen weil sie nicht energisch gegen die Umtriebe der Socialisten vorwäre. Jedenfalls ist nun aber einmal in pessimistischem Sinne gegangen sei, welche die Reise des Kaisers von Rußland verhindert nach Petersburg berichtet worden, und die Folge ist die Ver- hätten. Aus Paris wird dem Blatte gemeldet, daß der Besuch des schiebung des Barenbesuches gewesen, von welcher der Flügel- russischen Kaisers vielleicht später in Racconigi ober einem andren adjutant des Raisers, Fürft Dolgoruch, den König, in San ruhigen Orte stattfinden werde. Roffore in Kenntnis zu setzen hatte. Angeblich soll Fürst Dolgoruch gleichzeitig die Mitteilung überbringen, daß ein späteres Datum für den Besuch bereits festgesezt sei. Wenn das geschehen ist, so hat man die Bewegung der äußersten Linken ganz richtig als eine vorübergehende eingeschäzt; ob man dieser vorübergehenden Strömung aber nicht, wie einzelne italienische Blätter meinen, eine zu große Bedeutung zugestanden hat, indem man sich so weitgehend von ihr beeinflussen ließ?" des Politische Uebersicht. Berlin, den 13. Oktober. Das Ende des Freisinns. der Hauptstadt erscheinen, sondern er wird in irgend ihre Wahlgeschäfte kalkuliert, macht dumm und blind. es Wir glauben einstweilen nicht, daß die Socialdemokratie so thöricht sein wird, bei den Abgeordnetenwahlen, wenn ihre keine Mandate eingeräumt werden, Gewehr bei Fuß zu stehen und durch ihre Stimmenthaltung reaktionären den Sieg der Kandidaten zu entscheiden. Daß fie gegenwärtig solche Drohungen beliebt und mit den Freisinnigen Fraftur redet", ist begreiflich. Erweist sich dieses Verhalten als vergeblich, so wird sie im letzten Augenblick vielleicht einsehen, daß sie mit der Unterstützung der Reaktion am meisten sich selbst schädigt, auch vom Standpunkt des nackten Klasseninteresses." Beschlüssen so handeln würde, wie die„ Boffin" noch immer hofft, Ein socialdemokratischer Wahlmann, der entgegen den bindenden würde keine Minute mehr in unsrer Partei bleiben dürfen. Die freifinnige Presse spielt ein gefährliches Spiel, wenn sie solche Hoffnungen nährt. Die Socialdemokratie hat ihr letztes Wort gesprochen, sie wird unter keinen Umständen es widerrufen. start hoffen wir wenigstens zu sein, daß wir mit der feigen und verräterischen Freisinns- Gesellschaft aufräumen können, die nicht einmal den Mut beweisen würde, der stärksten deutschen Partei, die ein schamloses Wahlsystem in Preußen entrechtet, ein paar Mandate zu sichern. Entweder oder! Unfre Parteigenossen müssen schon aus diesem Grunde alle Energie aufbieten, um bei den Urwahlen so große Erfolge zu erringen, wie sie irgend möglich find. Der Freifinn hat die Gelegenheit zu einem Entscheidungskampf gegen die Reaktion jämmerlich verpaßt. Nun soll er wenigstens vor die Wahl gestellt werden, ob er am Leben bleiben will. Das selbstmörderische Verhalten der Freisinnigen- mit Ausnahme der kleinen Gruppe Barth in dem preußischen Wahlkampf Unrichtig ist, was die National- Beitung" über den Erfolg findet in der Geschichte der Parteien taum seinesgleichen. Mit so des Vorgehens der italienischen Socialisten sagt. Der Bar, verstockter Starrheit und bornierter Bosheit hat sich noch niemals das scheint festzustehen, wird nicht nach Rom kommen. eine Partei in einer entscheidenden Situation ihr eignes Ende beGewiß wird er den Gegenbesuch, den er dem König reitet. Der Klassen kampf ist ein Princip, das stählt, wedt und von Italien schuldet, nicht völlig aufgeben können, aber er wird nicht flärt. Aber der zugleich Kleinbürgerliche und großkapitalistische Landes, nicht als Gast der Klassen haß gegen das Proletariat, in dem die Partei Eugen Richters Nation einem weltfernen Schloß des Königs absteigen und unbeachtet von Zum erstenmal bietet sich in Preußen die Gelegenheit zu einem der Bevölkerung einige Stunden auf italienischem Boden ver- Sturmlauf gegen die Reaktion. Das Proletariat wendet ſeine bringen, um schnell wieder in die Heimatlichen Lande zurück- Kräfte auf, um einen Kampf aufzunehmen, in dem das liberale zueilen. Es wird sich in verschärfter Form das wiederholen, was Bürgertum zusammengebrochen ist. Der Freifinn aber ist zwar schon bei den Zarenreisen nach Frankreich und nach Wien hervortrat. gnädig genug, die Hilfe der Proletarier gratis anzunehmen, Als Zar Nicolaus Frankreich besuchte, vermied er Paris, die Stadt aber er geht lieber zu Grunde, als daß er den Mitkämpfern ihr der Revolution und der Civilisation; auf einem Schlosse in der Recht werden läßt. Provinz begrüßte er die Spigen der Regierung. Als der Diese Tattit ist geradezu idiotisch, aber man wagt sie, weil die Bar jüngst den Kaiser von Destreich besuchte, blieb er, trop freifinnigen Stalfulatoren durch einen bösartigen Rechenfehler berdes Aufgebots der gesamten Garnison, außerhalb der Stadt wirrt find. der Stadt wirrt sind. Richter und seine Leute wähnen tros aller socialund hielt sich nur furze Zeit im Schloß Schönbrunn demokratischen Versicherung, wir müßten ihnen schließlich doch kommen, auf, während in der Hauptstadt selbst die Bevölkerung in focial- wir würden nicht die Verantwortung auf uns laden, gegebenendemokratischen Versammlungen gegen das politische System, das falls den Freifinnigen durchfallen zu lassen, um die Reaktion" die Rebellen. Wir haben schon mitgeteilt, daß der Führer des Inzwischen regen sich auch in der Volkspartei Eugen Nichters Rußland bedrückt, Protest erhob. Hatten bei diesen Besuchen in zu stärken. Diese Spekulation des Freisinns ist aber trügerisch. Königsberger Freisinns seine Aemter niedergelegt hat. Jetzt berFrankreich und Destreich die Reisemarschälle des Zaren selbst die Schon bei den letzten Reichstagswahlen bestand in unfren Reihen öffentlicht Krieger eine Erklärung, in der er sein Verhalten erklärt. nötige Zurückhaltung gewahrt, so hat die Absicht der Romreise dazu eine starke Neigung, ein Erempel zu statuieren. Die Erfahrung Er sagt u. a.: geführt, daß dem Barismus offenkundig bedeutet worden ist, er sei aber, daß der Freifinn in allen Wahlkreisen, wo er den Ausschlag nicht willkommen, er möge fernbleiben. Der Erfolg dieser Zurüd- gab, die Mandate an die Reaktion auslieferte, hat der Socialweisung ist ein vollkommener. " " demokratie für immer die Lust zu solcher Wahlhilfe verleidet. Falsch ist es gleichfalls, wenn die National- Beitung" es Freifinnige, die lieber einen Junker als einen Socialdemokraten so darstellt, als ob das Auspfeifen", das seitens der römischen wählen, find schlimmer als die ärgsten Reaktionäre, und je früher Socialisten geplant wurde, für den Entschluß des Zaren entscheidend diese Gesellen vom politischen Schauplatz verschwinden, um so besser. gewesen ist. Dieser Straßendemonstration- ein Vorschlag, der aus Kein freisinniger Abgeordneter wird mit unsrer Hilfe in den Landtag dem südlichen Temperament zu verstehen ist darf keineswegs so kommen, sofern nicht unsre bescheidenen, allzu bescheidenen Be viel Gewicht beigelegt werden. Vielmehr haben die italienischen dingungen erfüllt werden. Mag denn das Ende des Freifinns Socialisten, durch besondere Vorkommnisse veranlaßt, schon seit kommen! längerem eine ebenso notwendige, wie erfolgreiche Propaganda gegen " " Die gwei fronten Theorie, der die Partei bei den Reichstagswahlen gefolgt ist und die nach meiner Ansicht naturgemäß zu einer Schwächung der Kampfstellung nach rechts führen mußte, ist von mir im Centralausschuß in Berlin bekämpft worden, da ich als den besten Kampf gegen die Socialdemokratie den Kampf nach rechts ansehe. Ich blieb mit dieser Anschauung fast allein in der Minorität. Auch die Wahlparole bezüglich der Stellung der Partei zu den neuen Handelsverträgen habe ich für unrichtig gehalten, weil nach meiner Auffassung für eine Volkspartei Handelsverträge, welche den bisherigen thatsächlich Die Bossische Beitung", die auf Eugen Richter schwört, bestehenden Getreidezoll erhöhen, nicht diskutabel fein sollten. den Zarismus betrieben. Und diese Propaganda in ihrer Gesamt- triumphiert Heute, das phantastische Bündnis zwischen den frei Die Flugblätter der Partei aber erklärten diesen Standheit, die in der Bevölkerung weiten Widerhall fand, ist es, die den finnigen Parteien und der Socialdemokratie gehöre jetzt der Ver- punkt für einen handelsvertragsfeindlichen". Die Stellung, Baren zum Weichen nötigt. gangenheit an. Vornehmlich von Mitgliedern der Freisinnigen Ver- welche hier in Königsberg zwischen Haupt- und Stichs In diesem Frühjahre forderte die russische Regierung die Aus- einigung befürwortet, sei es von ihrem Parteitage preisgegeben wahl gegenüber der konservativen Partei eingenommen wurde, Lieferung des russischen Socialisten Göz, der sich in Neapel befand worden. Das Bündnis werde nicht empfohlen, nicht als einziges zeigte mir dann die grundsätzliche Abweichung meiner politischen und der angeschuldigt wurde, das Attentat auf den Minister Ssipjagin Seil des liberalen Bürgertums gepriesen; nur eine Verständigung Gesamtanschauung von der der Majorität in so hellem Lichte, daß ich mich eines Bertrauensbruches der Partei gegenüber schuldig mit verursacht zu haben. Die russische Regierung gedachte die mit der Socialdemokratie für einzelne Fälle nach Maßgabe der Ergemacht hätte, wenn ich das mir vom Wahlverein anvertraute engeren Beziehungen, die mit der Nation geknüpft werden sollen, sich gebnisse der Wahlmännerwahlen werde anheim gegeben". Amt des zweiten Vorsitzenden weiterhin behalten hätte." durch schmähliche Hilfeleistungen gegen politisch Verdächtige schon im Die„ Vossin" jubelt, daß etwas nicht geschehen sei, von dem Bei dieser Gelegenheit erfährt man noch, daß die Königsberger voraus bezahlen zu lassen. Unter Führung der Socialisten niemals einen Augenblick zweifelhaft war, daß es unmöglich sei. Bu Parteileitung seiner Zeit die Gründe, mit denen Krieger seine erhob sich jedoch in Italien größte Entrüstung gegen einem Bündnis gehören zwei. Und die Socialdemokratie hat niemals Demission rechtfertigte, der Deffentlichkeit unterschlagen hat. Krieger Auslieferungsverlangen und unser Parteigenosse Ferri daran gedacht, mit irgend einer bürgerlichen Partei im Sinne der hat schon am 2. Juli die Schwenkung der Freifinnigen in der Zollerreichte die Ablehnung der Auslieferungsforderung durch Boffischen Zeitung" einen Batt abzuschließen. Wir gehen selbfrage durch ein Schreiben an den Wahlverein gebrandmarkt, das das Gericht in Neapel. Thatsächlich konnte die russische Re- ständig in die Wahlen, wir wollen nichts andres als ein Zu- von diesem verheimlicht worden ist. In diesem Schreiben führte gierung nichts Ernstliches zur Begründung des von ihr behaupteten sammengehen nach Maßgabe der Ergebnisse der Wahlmännerwahlen. Krieger u. a. aus: Verdachtes gegen den Socialisten vorbringen, sie gedachte lediglich Insofern genügt uns der Beschluß der Freifinnigen Vereinigung vollein eifriges Mitglied der für die Befreiung Rußlands arbeitenden ständig. Seine Halbheit besteht lediglich darin, daß der Beschluß Bewegung einzufangen. feine bindende Parteipflicht darstellt, sondern die Berantwortung und das " 1 „ Ich kann nicht die Schwenkung mitmachen, welche die Partei in der Bollfrage vollzogen hat, ich stehe vielmehr auch heute noch auf demselben Standpunkt, den die Partei vor Annahme des Falls Sie mir nicht Glauben schenken wollen, fragen Sie auf| bekänpften das 30. Lebensjahr als Voraussetzung der passiven Wähl meine Kosten telegraphisch bei Herrn K. in M. an. barkeit und verlangten Wahlcouverts und Jolierzellent. Ich bitte Sie recht sehr, anzufragen und dann selbst für mich zu stimmen, sowie Ihre Genossen anzuweisen, für mich zu stimmen. Mit vorzüglichster Hochachtung Ihr Ergebenster Caspar Guttfeld, Rechtsanwalt. Stimmzettel liegen bei. Auslagen werden gern ersetzt. Der Minister des Innern erklärte diese zwei Wünsche für an nehmbar. Im übrigen warnte er vor allzugroßen Abweichungen von dem Entivurf, der für die Regierung das Höchstmaß der Kons zessionen enthalte, die betvilligt werden könnten. Bei der WahlkreisEinteilung habe man sich bemüht, objektiv zu sein, sei aber gerade deswegen sicher, den Beifall keiner Partei zu finden. Der Entwurf wurde einem Ausschuß überwiesen. Tarifs eingenommen, und dem sie in ungezählten Refofuviten allerorts sowohl wie auch hier in Königsberg Ausdruck gegeben hat; in allen diesen Resolutionen aber ist feierlichst verichert worden, daß für die Partei ein höherer Zollsag als 3,50 M. auf Brotgetreide im Interesse der Volksernährung unannehmbar sei. Hierzu kommt, daß der Vorsitzende des Wahlvereins in der Vertrauensmänner- Versammlung in der Bürgerressource am 19. Juni d. J. erklärt hat, daß wir den Konservativen zu größtem Danke verpflichtet seien" dafür, daß sie in der Stichwahl für uns und gegen den Socialdemokraten stimmen wollten. Nach den poliEine fleine Fälschung, die für ihre Mache recht charakteristisch ist, tischen Anschauungen, die ich nunmehr seit länger denn 25 Jahren Es versteht sich ganz von selbst, daß die Königsberger Partei leistet sich die„ Kölnische Volkszeitung". Sie behauptet, daß auch unverändert hege und vertrete, ist es mir ganz unmöglich, leitung niemals eine solche Anweisung gegeben hat. Auch hat auch nur an dem Schein einer Verpflichtung und wäre weder Herr Guttfeld, oder wer sonst, sich mit ihr in Ver- vom Vorwärts" der Intelligenz der Delegierten zum Dresdener es auch nur eine solche konventionellen Dantes einer Partei bindung gesetzt. Das Ganze ist nichts weiter als eine frethe Parteitag ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt würde, und beruft fich zum Beweise dafür auf folgenden Sah in dem gegenüber teilzuhaben, die ich ihrer volksfeindlichen Bestrebungen Fälschung. Besonders niederträchtig ist die Aufforderung, bei K. in Leitartikel wegen stets auf das energischte bekämpfen muß und die mir stets M. anzufragen. Dieser hatte nämlich einen ebensolchen Theorie und Pragis" unsrer Sonnabendnummer: „ Es war beschämend, während der Dresdener Debatte zu als die größte Gegnerin des Boltswohles und der Volksrechte und Brief erhalten und hatte auch dem Schwindel Glauben geschenkt. sehen, wie völlig kritiklos manche eifrigen und feines damit als die ärgste und schlimmste Feindin demokratischer Welt- Es kommt aber noch besser. Ein andrer Genosse hatte folgenden wegs ganzen die Taktik be= anschauung erschienen ist." Brief erhalten: unintelligenten Genossen den betreffenden Verhandlungen gegenüberstanden, wie sie nach dem Geehrter Herr! Hören neuer Reden jedesmal ihre Meinung wechselten und heute Man teilt mir mit und im Vorwärts" habe ich dies bestätigt gefunden, Bebels Ausführungen zustimmten, morgen denen Vollmars." daß die socialdemokratische Thatsächlich ist Stelle nicht von den ſt an der betreffenden St Partei im Wahltreise Ortelsburg- Sensburg schon beim ersten Bartei im Wahlkreiſe Ortelsburg- Sensburg ſchon beim ersten Deleg Wahlgang für meine Kandidatur eintreten will. Ich weiß, welchen Delegierten zum Parteitag die Rede, sondern von der Masse der Barteigenoffen schlechthin das geht schon daraus hervor, daß dort Einfluß gerade Sie unter Ihren Genossen haben. Ich bitte Sie nicht, wie in dem obigen Citat, von einem, ören neuer Reden", recht energisch, namentlich in.( folgen die Namen mehrerer sondern von einem Lesen neuer Reden" gesprochen wird. Aber Ortschaften) wirten zu wollen. Das Wahlbureau in Ortelsburg der Berliner Korrespondent des frommen Blattes weiß sich zu helfen; ist beauftragt, die zur Agitation erforderlichen Vorschüsse, Flugsuchen an Sie zu berabfolgen. blätter und Stimmzettel auf Ihr mündliches und briefliches Er- er nimmt einfach eine kleine Korrektur vor, setzt statt, Lesen" das Wort, Hören" und bezieht dann, entgegen dem klaren Wortlaut, den betreffenden Sag auf die in Dresden anwesenden Delegierten. Die Adresse an das Bureau lautet: Uebrigens sollte sich der Notizschreiber hüten, die Erfahrungen, An Herrn Krzenst die er betreffs der Intelligenz der Teilnehmer auf den KatholikenDrtelsburg, Deutsches Haus. Ich fahre Sonnabend in den Wahlkreis und will auch noch Tagen gesammelt hat, ohne weiteres auf die socialdemokratischen in M. eine Versammlung abhalten; falls diese zu stande fommen Parteitage zu übertragen. follte, bitte ich Sie, dafür zu sorgen, daß diese Versammlung gut besucht wird. Mit vorzüglicher Hochachtung " Herr Eugen Richter thut auch diesen unangenehmen zwischenfall mit einem jener berühmten Auszüge" der Freisinnigen 3tg." ab, gegen die man jüngst einen Schutzverband zu gründen riet. Wenn alle Eugen verlassen, er bleibt unentwegt, so lange er noch seinen Müller- Sagan und seinen Kopsch hat. Die Situation in Ostafien ist unverändert. Einige der sensationellsten Meldungen haben sich nicht bestätigt. Trotzdem bleibt die Lage ernst. Die Möglichkeit, daß Japan es vorzieht, auf diplomatischem Wege Zugeständnisse handelspolitischer Art von Rußland zu erlangen, gewinnt allerdings schon dadurch an Wahrscheinlichkeit, daß die vorgeschrittene Jahreszeit die Kriegsführung in den in Betracht kommenden ostasiatischen Regionen außerordentlich erschwert. cirkulierten. " bid plat " lit " Ergebenst Guttfeld. " Ausland. Destreich- Ungarn. Ein gewerkschaftlicher Mitarbeits"-Fall. " " Die heute eingegangenen Depeschen lauten: London, 13. Oktober.( Bureau Laffan".) In Washington ist, wie der Morning Post" von dort gefabelt wird, aus Yokohama die Meldung eingetroffen, der russische Gesandte in Beling Lessar habe mitgeteilt, die Mandschurei- Konvention sei verfallen. Diese Angaben werden im Staatsdepartement, sowie in der Noch nicht genug des grausamen Spiels? In Wiener politischen japanischen und chinesischen Gesandtschaft nicht bestätigt, aber als zuUnser Königsberger Organ deckte bald nach der Wahl diesen Streifen ist man der Ansicht, daß der Kaiser den Grafen huen treffend betrachtet. In diplomatischen Kreisen hat die Meldung einen Schwindel auf. Es stellte dem Rechtsanwalt Guttfeld seine Spalten Hedervary neuerdings mit der Kabinettsbildung ungünstigen Eindruck hervorgerufen. Die amerikanische Regierung zur Verfügung, damit dieser Herr den Sachverhalt aufklären betrauen werde. Die von Budapest verbreitete Version, daß Betrachtet die Lage als ernst und sieht die Aufhebung der Mandschurei- foll. Es kann ja mit dem Namen Guttfeld jemand den Finanzminister Lukacs mit der Bildung eines Uebergangskabinetts Konvention als einen schamlosen Vertrauensbruch an. Der gröblichsten Mißbrauch getrieben haben. Aber niemand meldete betraut werden wird, gilt hier für nicht wahrscheinlich. amerikanische Gesandte hat häufig Unterredungen mit dem Staats- fich, auch nicht, nachdem Fürsorge getroffen war, daß die betreffenden Frankreich. fekretär des Auswärtigen Hay. Der Korrespondent der Morning Nummern des Königsberger Parteiblattes in die Hände des Herrn Post" versichert ferner, in hohen amtlichen Kreisen sei es bekannt, Guttfeld gelangten. Das ist höchst sonderbar. daß Deutschland und Rußland zu einer vollkommenen Verständigung Unfre Parteigenossen in Ostpreußen haben ein sehr lebhaftes Baris, 11. Oftober.( Eig. Ber.) Ein eigenartiger Zeitungsüber die Mandschureifrage gelangt seien. Interesse an der Aufklärung dieser Angelegenheit. Auch die Frei- mitarbeits- Fall spielt sich seit einiger Zeit in der Bergarbeiter Aus Petersburg berichtet die Frankfurter Zeitung": Eine sinnigen sollten dieses Juteresse haben. Gewerkschaft ab. Deren Landessekretär, Cotte, hatte sich Meldung aus Wladivostok konstatiert einen erneuten Sturmlauf der dem Pariser bürgerlichen Blatt Petit Parifien" als Sorrespondent japanischen Presse gegen Rußland wegen Räumung der angeboten, und zwar speciell für die Berichterstattung über alle Mandschurei. Das Organ des Statthalters bringt eine scharfe 693 Fälle von Soldatenmißhandlungen Vorgänge innerhalb seiner Gewerkschaft. Ju seinem Abwehr, wobei ausgeführt wird, diese Frage geht nur Rußland Dienstangebot"-Briefe an den Direktor des Blattes heißt es:„ Da und China an. Rußland werde jedenfalls die Mandschurei, die wurden am Freitag in einer Verhandlung gegen den Unteroffizier ich besser als irgend jemand in der Lage bin, die täglichen und mit russischem Gut und Blut organisiert worden sei, gegen Hoffmann von der 5. Batterie des Feldartillerie- Regiments Nr. 63 offiziellen Vorgänge innerhalb der Landesföderation der Bergarbeiter japanische Bestrebungen verteidigen. in Mainz vom Kriegsgericht zu Frankfurt a. Mfestgestellt. off zu kennen, wäre es vielleicht für die Zeitung, deren Direktor zu sein mann, ein früherer Fuhrknecht, hatte sich durch seine besondere Sie die Ehre haben, von Interesse,( von mir) sehr rasch die VorEnergie" bei seinen Vorgesetzten beliebt gemacht und wurde deshalb gänge und Handlungen einer so großen Organisation wie die unsre zum Stellvertreter Gottes auf Erden" gemacht. Kaum hatte er die zu erfahren. Ich werde, wenn Sie es wünschen, Ihr Mitarbeiter Tressen, so wurde er mit dem verantwortungsreichen Amt eines für meine Körperschaft sein und verpflichte mich, Ihnen gegen eine Futtermeisters betraut. Der Stall war fortan sein Königreich und zu bestimmende monatliche Bezahlung alle& r st lingsnachrichten hier herrschte er als unumschränkter Gebieter. Wie, davon legten zu liefern. Ich zweifle nicht, daß Sie unsre Föderation hinreichend 23 Kanoniere Zeugnis ab, die am Freitag gegen ihn aufiraten. kennen, um den Wert der Mitteilungen zu schäßen, die ich in ihrem Hoffmann tochte ihnen täglich, ja stündlich Prügelsuppe. Bei dem ge- Namen der Zeitung zukommen lassen werde, mit welcher ich ein Abringsten Versehen sette es teile. Die innige Berührung seiner fommen getroffen habe. Stiefelspitze mit der Sehrseite seiner Böglinge war in der Regel Dieser Brief wurde im Getverkschaftsblatt„ Voir du Peuple" der Abschluß der Auseinandersetzung zwischen dem Vorgesetzten und im Facsimile veröffentlicht, worauf das Gewerkschaftskartell der feinen Untergebenen. Hoffmann sagte heute zur Entschulidung, er Pariser Arbeitsbörse beschloß, jede Beziehungen mit dem im gleichen habe sich im Uebereifer" zu den Mizhandlungen verleiten lassen, gofal amtierenden Cotte abzubrechen. Der Brief war echt und sprach weil die Leute nachlässig und unbeholfen seien. Das ist aber eine deutlich genug. Zu seiner Rechtfertigung suchte Cotte im Gegens faule Ausrede, denn einer der Geschlagenen, der an die 100 Ohrfeigen fatz zum Herausstreichen des Wertes seiner Mitteilungen" im bekommen haben will, ist später zum Gefreiten befördert worden. Briefe diese als harmlos formaler Natur hinzustellen und berief Einmal hatte Hoffmann einen Kanonier mit dem Bügelriemen ge- fieriges Gefretärgehalt. Jezt hat der Bergschlagen, weil er sein Pferd am Sonntag nicht geputzt hatte. Einen arbeiter- Verband des Loire- Beckens beschlossen, bei dem baldigst einandren schlug er mit dem dicken Ende der Fahrpeitsche, weil er sein zuberufenden Landesvorstand der Organisation Cottes Entlassung Bugzeug hatte im Stall stehen lassen. Einen dritten stieß er mit der zu beantragen. Cotte gehört zum rechten beztv. ministeriellen Flügel Faust ins Gesicht, daß die Nase blutete. Ein Kanonier Selein hatte der Drganisation. im Herbst 1901 beim Schiveiftämmen sich ungeschickt angestellt, so daß dem Pferd ziemlich viel Haare ausgingen. Das sah der Hoff- Der Kongreß der radikal- socialistischen Partei in Marseille wurde mann und meinte zu dem Soldaten:" Wart ich will Dir zeigen, wie am Sonntag geschlossen. Am letzten Tage wurde ein Antrag Mit dem Zeugniszwangsverfahren, das von der gesamten Haare aus. Den Kanonier Grebe schlug er mit der Halfterkette über fordert: Satechismus und Gebete sollen aus dem Unterrichte, das thut!", sprachs und fuhr ihm ins Haar und riß ihm fünf Büschel angenommen, der principiell die Weltlichkeit der Schule deutschen Deffentlichkeit verurteilt ist, wird jetzt die gesamte Redaktion den Rücken, weil ihm das Loskoppeln eines Pferdes nicht gleich gelang. Kruzifire und sonstige religiöse Bilder und Abzeichen aus den Klassen= unfres Leipziger Partei- Organs bedroht. In einem Artikel der Die Zahl der von Hoffmann empfangenen Ohrfeigen berechnete Grebe zimmern verbannt werden. „ Leipziger Volkszeitung" war das Vorgehen der Leipziger Justiz- auf 50! Außerdem ließ ihn der Unteroffizier einmal mit zwei BlechBehörde gegen die im Majestätsbeleidigungs- Prozeß verhafteten eimern am ausgestreckten Arm drei Minuten lang in der Kniebeuge Redakteure fritisiert worden. Durch den Inhalt dieses verharren, eine Quälerei, zu der gar keine Veranlassung vorlag, wie Artikels fühlt sich nun der Ober- Amtsrichter Meißner, der Verhandlungsleiter bei der Verkündigung des Urteils betonte. Die Unruhen in Bilbao sind nach weiteren Meldungen zum guten der die Untersuchung in dem Majestätsbeleidigungs- Prozeß ge- angesehen und Hoffmann zu 9 Monaten Gefängnis ver- worden, die sich, wahrhafte Gottesstreiter, mit Revolvern, schweren Von den 693 Mizhandlungsfällen wurden 683 als minderschwere" Teile durch die klerikalen Teilnehmer an einem Pilgerzug provoziert führt hat, beleidigt und hat Strafantrag gestellt. Und zwar urteilt. Von der Aberkennung der Tressen sah jedoch das Kriegs- Stöcken c. ausgiebig versehen hatten und von diesen Waffen auch richtet sich, wie die„ Leipziger Volkszeitung" mitteilt, die Strafgericht ab, denn der Angeklagte habe nach der Beweisaufnahme nur ausgiebigsten Gebrauch machten. Ein späteres Telegramm vom verfolgung nicht nur gegen den verantwortlichen Redakteur der im Uebereifer des Dienstes" gehandelt, sein Beweggrund sei kein Dienstag besagt: Zeitung, Genossen Seger, sondern auch gegen den politischen Re- ehrenrühriger gewesen, und das Gericht wolle ihm die Möglichkeit Die Ordnung ist hier wieder hergestellt. Bei den Unruhen sind, dakteur des Blattes Ja ech, der als Verfasser des Artikels be- besseren Fortkommens nicht abschneiden. Der prügellustige Berehrer wie jetzt festgestellt ist, eine Person getötet, 30 verwundet worden, zeichnet und verfolgt wird. Seger und Jaech sind bereits ver- des heiligen Drillian hat also Aussicht, nach Verbüßung seiner Strafe darunter sechs schwer. 40 Mitglieder des republikanischen Vereins nommen worden. Als fie die Auskunft über die Verfasserschaft Schuhmann oder sonst ein Staatsretter zu werden. sind verhaftet worden. des Artikels ablehnten, Der Ministerrat wird morgen die Angelegenheit prüfen und die wurde ein Zeugniszwangs but also verfahren gegen die ganze Redaktion in Aussicht Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. London, 13. Oktober.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Der japanische Gesandte Hayashi benachrichtigte einen Vertreter der Presse, daß er heute beruhigende Nachrichten aus Japan erhalten habe, aus denen ersichtlich sei, daß kein Grund zu einer Beunruhigung vorliege. Dies sei die erste Mitteilung, die ihm von seinem Auswärtigen Amte in den letzten drei Wochen zugegangen sei; sie sei voraussichtlich nur deshalb gesandt, weil die in Umlauf gesetzten beunruhigenden Gerüchte jetzt auch in Japan Frankfurt a. M., 13. Oftober. Wie der Frankfurter Zeitung" aus Shanghai gemeldet wird, hat sich die Nachricht von der Besegung von Masampho durch die Japaner nicht bestätigt. Die in Tokio stattfindenden Verhandlungen mit Rußland wegen der Räumung der Mandschurei laffen die politische Lage in Japan ruhig London, 13. Oftober. Der Times" wird aus Tokio gemeldet, Baron Kodama set unter Entherung von dem Besten als Miniſter des Innern zum Unterchef des Generalstabes ernannt an Stelle des verstorbenen Generals Tamura. Das Portefeuille des Innern übernehme der Premierminister. Diese Ernennung werde im Hinblic auf die kritische Zeit überall mit Befriedigung aufgenommen. erscheinen. gestellt. * Deutfches Reich, rbon) Vielleicht wird sich die Leipziger Justiz noch überlegen, ob sie ihre Drohung verwirklichen soll. Schon die Verfolgung eines Redakteurs, der preßgesetzlich nicht verantwortlich ist und gegen den höchstens die ganz allgemeine Annahme vorliegt, er könne Thäter sein, weil er eben Redakteur des Blattes ist, schon diese Methode, eine Strafverfolgung eintreten zu lassen, ist höchst bedenklich und verwerflich. Noch verwerflicher ist es, wenn ein Gericht, um einem ganz unzureichenden Verdacht möglicherweise Unterlagen zu suchen, die Zumutung an die Kollegen des Angeschuldigten stellt, diese oder andre etwaige Thäter oder Mitthäter zu verraten, und wenn das Gericht diesen unerhörten Verrat durch Zeugniszwangsmaßnahmen zu erreichen versucht. Der nächste Kongreß findet 1904 in Toulouse statt. Spanien. England. Proteft gegen Chamberlains Zollpolitik. Aus dem 15. sächsischen Reichstags- Wahlkreise wird uns geschrieben: Bei der durch die Mandatsniederlegung notwendig gewordenen Nachwahl scheinen neben den Nationalliberalen auch die Konservativen ihr Glück versuchen zu wollen. Bei der Hauptwahl ist der nationalliberale Kandidat Rüdiger von den Konservativen In Liverpool hielten am Sonntag 3000 Arbeiter eine Bera und dem Bunde der Landwirte unterstüßt worden. Das Bater- sammlung unter freiem Himmel ab, in der sie gegen Chamberland". Organ des konservativen Landesvereins in Sachsen, schreibt Lains Brotwucher Politik protestierten. aber num in seiner letzten Nummer: Ebenso erklärte sich eine Delegierten- Versammlung, die von " „ Nach den neuerlichen Erklärungen und Maßnahmen von 18 Trades- Unions, 11 Frauen- Verbänden und 10 Genossenschaften benationalliberaler Seite werden sich die Konservativen und der schickt war, gegen den Uebergang von der Freihandels- zur ZollBund der Landwirte ernstlich die Frage vorlegen müssen, ob sie schutz- Politik. Bulgarien. bei der bevorstehenden Neuwahl die nationalliberale Kandidatur wieder unterſtüßen sollen.. Wenn die Herren Nationalliberalen Die Arbeiter in Sofia versammelten sich am 11. Oktober. Nachfonsequent sind, dann müssen sie von vornherein auf die Unterstügung verzichten, damit sie ihre Selbständigkeit be- dem ein Referat über" Die letzten Ereignisse in Macedonien und die weisen fönnen. Wir möchten den Entschließungen unsrer Freunde Aufgaben der internationalen Socialdemokratie" entgegengenommen, im Kreise nicht vorgreifen, da wir wohl mit Recht annehmen, daß wurde von der stark besuchten Versammlung folgende Resolution eindie Nationalliberalen darauf verzichten werden, die Unterſtügung stimmig angenommen: der Konservativen und des Bundes der Landwirte in Anspruch zu nehmen. Sollte das aber doch wider Erwarten geschehen, so würden die Dresdener Vorgänge und die Erklärung des national liberalen Generalsekretärs unfres Erachtens nicht ohne bestimmenden Einfluß auf die Entschließungen bleiben fönnen." 1. Im Namen unseres Princips des internationalen Kampfes gegen jede Tyrannei, namens des socialistischen Ideals appellieren die Arbeiter in Sofia an die europäische Socialdemokratie und bitten sie, ihre gewaltige Stimme gegen die türkische Tyrannei zu erheben, die von dem kapitalistischen Europa unterstützt wird. Von einer Wahlfälschung, die seit langem der Aufklärung bedarf, wird uns aus Königsberg berichtet. Im Kreise SensburgDrtelsburg kandidierte für die Freisinnige Volkspartei Herr Rechtsanwalt Guttfeld- Berlin. Im Jahre 1898 ivurden für diese Partei in diesem Kreise nur 37 Stimmen abgegeben, während in diesem Jahre Herr Guttfeld 1158 Stimmen erhielt. Die Stimmen der Socialdemokraten waren aber gegen 1898 zurückgegangen. Nun hat aber irgend ein Lump ganz kurz vor der Wahl in diesem Kreise ein ganz nichtswürdiges Wahlmanöver betrieben. Der Vertrauensmann unsrer Partei erhielt einen Tag vor der Wahl folgenden 3. 3. Fridrichshof, den 15. Juni 03. Hochverehrter Herr! Auf meiner Wahlreise hier in Fridrichsof erfahre ich, daß Sie morgen mit Ihren zahlreichen Genossen für Herrn Bevorstehende Hungersnot in der Kapkolonie? Dem„ Standard* Rechtsanwalt Haase zu Königsberg zu stimmen beabsichtigen. Ich Die bayrische Wahlreform. Eine Borbesprechung der bayrischen unterm 12. Oftober aus Kapstadt zugehende Meldungen schildern glaube nicht, daß dies im Sinne Shrer Partei liegt. Denn fo- Kammer über die Wahlreform der Regierung fand am Dienstag die Zustände in der Kapkolonie als tläglich. Jufolge wohl der Führer der socialdemokratischen Partei in M., der Herr statt. Völlig zufrieden war niemand. Von unsrer Seite kritisierte der Trockenheit kämen Schafe und Ziegen zu Tansenden um, es K., wie Ihre Genossen im Sensburger Kreise, insbesondere Segiz den Entwurf in scharfer Weise. Centrum und National- gäbe feine Ochsen mehr, Milch sei nicht vorhanden und Hammel in Nitolaiten und Sensburg, sind von Königsberg angewiesen, liberale beschäftigten sich namentlich mit der Wahlkreis- Einteilung. fleisch sei thatsächlich ungenießbar. Sollten nicht bald Regenfälle sofort schon morgen im ersten Wahlgang für mich zu stimmen. Sämtliche Redner, so wird dem„ Berliner Tageblatt" telegraphiert, leintreten, so sei eine Hungersnot zu befürchten.Die Nationalliberalen werden, wie verlautet, Herrn Rüdiger 2. Die Versammlung ersucht das Centralfomitee der bulgarischen nicht wieder aufstellen, sondern sie wollen ihr Glüd mit einer Größe socialdemokratischen Partei, einen umfangreichen Rapport über die ihrer Partei versuchen. Es ist Herr Haffe, der in Leipzig durch gegenwärtigen Zustände in Macedonien dem Internationalen sociadurch- listischen Bureau einzureichen, um das letztere in die Lage zu feßen, gefallene alldeutsche Profeffor, genannt worden. Brief: Weder die Konservativen noch die Nationalliberalen können sich allenthalben einen Protest der ganzen europäischen Socialdemokratie bei der Nachwahl Hoffnungen auf den Kreis machen. Unfre Genossen gegen den türkischen Barbarismus vorzubereiten. im 15. Kreise sind so tampfesfreudig, wie es nur gewünscht werden Afrika. fant. Landtagswahl. Die„ Staatsangehörigkeit". ihrem Wunsche, gerade die schärfere Richtung vertreten zu sehen, zu und 8-10 Stunden des Sonntags angestrengt Adressen schreiben, willfahren. Vollrath fährt dann fort: um es nur zu einem Nebenverdienst von 3-5 M. pro Woche " Daß ich über ein Landtagsmandat mit Herrn Löser ver- zu bringen, so daß sich ihr Verdienst in allem auf 11-15 M. handelt haben soll, ist mir neu. Niemals aber habe ich er- beläuft. Die Vorarbeiter werden mit 30 Pf. pro Stunde flärt, daß ein Landtagsmandat in meinen Händen meine Differenzen bezahlt, erhalten also etwa 15 M. pro Woche. Wollen sie mehr mit Richter aus der Welt schaffen würde, weder mündlich, erzielen, so sind sie ebenfalls auf Hausarbeit angewiesen. Genau noch schriftlich. Briefe, in denen ich mich dahin ge- so verhält es sich mit den Autographen. Während der letzten äußert haben könnte, existieren nicht. Niemals ist es zwei Jahre wurden die Angestellten fortwährend mit Abzügen mir auch Itur einen Augenblick in den Sinn gefonien, regaliert, so daß sich deren Verhältnisse einfach bis zur Unerträglichpersönliche Interessen derart mit sachlichen Dingen in Verbindung feit verschlechterten. Es gewinnt fast den Anschein, als habe die zu bringen. Wie wenig ich vor fünf Jahren bereit war, Herrn Firma einen wissenschaftlichen" Versuch machen wollen, was sich Richter um eines Mandates willen auch nur die geringste Kon- ihr Personal in Bezug auf schlechte Entlohnung eigentlich bieten und zession zu machen, geht aus meiner damals in Martens' Salon gefallen lassen werde, andernfalls ist es ganz unbegreiflich, an die Wahlmänner gehaltenen Ansprache hervor, in der ich auf wie eine Firma, die einen in andern kaufmännischen Gemeine abweichende Stellung zur Parteileitung ausdrücklich zu schäften unbekannten hohen Profit erzielt, ihre Angestellten sprechen kam und mit größter Bestimmtheit erklärte, an meiner so unter aller Kanone bezahlt. Nun, der Krug ging so lange zu Stellung würde sich durch meine Wahl nicht das mindeste Wasser, bis er brach. Als alle Vorstellungen nichts nutzten und die ändern." Gewerkschaftliches. Firma jede Lohnaufbesserung schroff ablehnte, da traten von 151 Angestellten 134 in den Streit. So allgemein war die Erbitterung, daß Leute, die schon 5, 8, 10 und 12 Jahre bei der Firma beschäftigt waren, es nicht mehr über sich gewinnen konnten, unter so elenden Bedingungen noch weiter zu arbeiten, sondern einmütig mit ihren jüngeren Kollegen die Arbeit niederlegten. Die Firma ist nicht im stande, den Gang der Geschäfte mit ungeschulten Zu den zahlreichen Chikanen und Hemmnissen, durch die dem einzelnen Staatsbürger in den Einzelstaaten des Deutschen Reiches die Ausübung seiner paar fümmerlichen öffentlichen Rechte in Staat und Gemeinde noch so unendlich erschwert wird, gehört nicht als letztes vie Notwendigkeit der Staatsangehörigkeit in dem Bundesstaate, in dem er gerade wohnt und seine öffentlichen Rechte ausüben möchte und wenn er auch schon und so oft er auch schon die Staatsangehörigkeit in einem andern deutschen Bundesstaate besigen mag. Nach Artikel 3 der Reichsverfassung besteht für ganz Deutschland ein gemeinsames Indigenat mit der Wirkung, daß der Angehörige eines jeden Bundesstaates in jedem andern Bundesstaate als Inländer zu behandeln und demgemäß zum festen Wohnsitz, zum Gewerbebetrieb, zu öffentlichen Aemtern, zur Erwerbung von Grundstücken, zur Erlangung des Staatsbürgerrechts und zum Genuß aller sonstigen bürgerlichen Rechte unter denselben Voraussetzungen wie der Einheimische zugelassen, auch in betreff der Rechtsverfolgung und des Rechtsschutzes demselben gleich zu behandeln ist. Das hört sich nun zunächst ganz leidlich an, aber der Haken liegt für unsre Frage eben darin, daß ein Angehöriger eines Bundesstaates nur zur Erlangung des Staatsbürgerrechtes" in jeden andren Bundesstaat zuzulassen ist, daß er durch In der gestrigen Versammlung der streifenden Gürtler befaßte Kräften aufrecht erhalten zu können, selbst wenn sich ihr Streikfeine Staatszugehörigkeit in einem Bundesstaate nicht ohne sich der Referent Cohen unter andrem mit dem, was über die brecher in größerer Zahl zur Verfügung stellen sollten. Sie ist im weiteres auch Staatsangehöriger jedes andern ist und nicht ohne außerordentliche Generalversammlung der Ver- Gegenteil auf die mit der Geschäftspragis vertrauten Leute angeweiteres den betreffenden Einheimischen an allen öffentlichen Rechten einigung der Metallwaren- Fabrikanten, die am wiesen. Der Stand des Streiks ist demnach durchaus günstig. Den gleich ist. Sonnabend in der Börse tagte, berichtet wird. Ungefähr 200 Per- Streifenden selbst aber ist die volle Sympathie des kaufmännischen sonen sollen dort anwesend gewesen sein, denen der Vorsitzende Personals und der Handelsangestellten bis weit über die Kreise der Fabrikant heegewaldt mitteilte, daß zu den entlassenen 8476 Ar- direft Interessierten hinaus durchaus sicher. Gestern hat die Firma beitern noch 658 hinzugekommen wären, daß außerdem am Montag ihre Filiale in der Lindenstraße schließen müssen, weil die dort bisnoch 200 entlassen würden, so daß es sich dann insgesamt um her noch thätigen Angestellten mit den Streifenden gemeinsame 9337 Entlassene handle. Er verstehe nicht, wie die Zeitungen zu Sache gemacht haben. Am Mittwochabend findet in den Festfälen, fleineren Zahlen kämen. Die Kontrollkommission arbeite in zehn Sebastianstr. 39, eine öffentliche Versammlung statt, in der die Lage Gruppen, hätte 122 Betriebe besucht, nur in 15 Unregelmäßigkeiten der Adressenschreiber und die Ursachen des Streits einer eingehenden festgestellt und hierbei handle es sich um Ausnahmen, denen die Besprechung unterzogen werden. Kommission zugestimmt habe. Er teilte weiter mit, daß der Berband der Berliner Metallindustriellen versprochen habe, ebenfalls geeignete Schritte zu thun. " " P --11 Berlin und Umgegend. Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustric. A fortgesetten Aufschwung. Dieser unleidliche, chikanöse Zustand ist durch das bekannte Reichsgesetz vom 1. Juni 1870 noch so specialisiert worden, daß heutzutage in dem„ geeinten" Deutschen Reiche die Erwerbung der Staatsangehörigkeit in Bundesstaaten aus einem einfachen Rechte beinahe zu einem Rechts streite mit den Behörden wird, und daß fie deshalb gerade den ärmeren Schichten fast verekelt wird. Steuern und alle andren öffentlichen Lasten und Pflichten muß jeder Deutsche in jedem Bundesstaate ohne weiteres tragen, aber um sein öffentliches Recht in Staat und Gemeinde muß er förmlich den Rechtsweg beschreiten. Und so ist es dahin gekommen, daß viele Eine Lohnbewegung der Musikinstrumenten- Arbeiter ist am Montag Deutsche und in erster Linie aber wieder die Arbeiter, die durch durch eine vom Holzarbeiter- Verbande einberufene Versammlung der ihre wirtschaftliche Lage, durch ihren Arbeitsmarkt am meisten durch Der Vorsitzende der Arbeitgeber hat also hier wiederum Zahlen genannten Branche beschlossen worden. Es soll streng darauf gealle deutschen Vaterländchen gejagt werden, in vielen, vielen angeführt, die mit den vom Metallarbeiter- Verbande festgestellten in halten werden, daß die in der Berliner Holzindustrie übliche ArbeitsFällen lieber auf ihre staatsbürgerlichen Rechte in den Einzelstaaten, unlöslichem Widerspruch stehen. Cohen konnte demgegenüber mit zeit von 52 Stunden in der Woche innegehalten wird und demwo sie dazu erst ihre Staatsangehörigkeit erwerben müßten, teilen, daß am Freitag insgesamt an 1924 organisierte und un- gemäß keine leberstunden mehr gemacht werden. Die Haupts verzichten, als die Beschwernisse dieser Erwerbung" durch organisierte Ausgesperrte Unterſtügung gezahlt worden ist. Wo forderung geht auf eine Erhöhung der Löhne, beziehungsweise der zumachen. Den besigenden Klassen paßt dies natürlich durch bleiben da die Zehntausend, von denen jest wieder in einigen Accordpreise. Die Löhne sind jetzt für die verschiedenen Teilarbeiten aus, denn ihre Rechte in Staat und Gemeinde potenzieren sich Beitungen berichtet wird? Zu behaupten, daß tausende Unorganisierte sehr verschiedene. Es soll deshalb eine gewisse Gleichmäßigkeit dadurch, daß biele andre sie nicht ausüben fönnen zu feinfühlig sein sollten, um sich Unterſtüßung vom Metallarbeiter derfelben erzielt werden, dergestalt, daß der Verdienst aller Teilbesonders bei den sächsischen Landtagswahlen hat sich Verbande zu holen, muß jedem mit den Verhältnissen auch nur arbeiter in der Musikinstrumenten- Industrie ein möglichst gleichdieser traurige Zustand der Dinge wieder so eklatant gezeigt, und einigermaßen Vertrauten als Thorheit erscheinen. Da die Zahl der mäßiger und auskömmlicher ist. Es soll deshalb, je nach den bereits bei den preußischen Landtagswahlen werden wir eben- Ausgesperrten weit geringer ist, als man erwartet hatte, so wird gezahlten Preisen, ein Aufschlag von 5 bis 20 Proz. gefordert, und falls start darunter zu leiden haben. Es giebt aber leider noch die Verwaltungssigung, die heute abend stattfindet, über eine diese Forderung in allen Betrieben, wo die Verhältnisse die DurchHunderte und Tausende nicht genügend aufgeklärter und gestählter Erhöhung der Unterstügungsfäße Beschluß fassen. Die- führung ermöglichen, gestellt werden. Der Branchenvertrauens Proletarier, die unserm Rufe: Erwerbt die Staats- jenigen Arbeitgeber, die sich einbilden oder von den Scharfmachern mann Siegfeld begründete diese Forderungen folgendermaßen: angehörigkeit! nicht Folge geben, weil sie die mit der Be- vorreden lassen, der Metallarbeiter- Verband müsse womöglich schon Die Berliner Musikinstrumenten- Industrie befindet sich seit Jahren folgung dieser Parole verbundenen behördlichen Chikanierungen nicht in dieser Woche in Zahlungsschwierigkeiten geraten, werden sich also in einem die Während Auss glauben überwinden zu können. gründlich getäuscht sehen. fuhr an Musikinstrumenten im Jahre 1892 einen Wert bon Mit der Zeit ist es um aber auch dahin gekommen, daß auch In der Generalversammlung der Arbeitgeber wurde des weiteren 18 260 000 m. hatte, wurden im Jahre 1899 für 36 839 000 m. gewisse Schichten der befizenden lassen unter über die im Auftrage des Gewerbegerichts- Direktors v. Schulz Instrumente ausgeführt. Auch in den folgenden Jahren hielt der diesem Zustande der Dinge zu leiden haben, und in den letzten unternommenen Einigungsversuche berichtet, aber in einer Weise be- Aufschwung an, nur das Jahr 1902 zeigt gegen 1901 einen unTagen haben sich sogar die„ Nationalliberale Korrespon- richtet, die den Anschein erwecken sollte, als hätte der Metallarbeiter erheblichen Rückgang, der aber bereits wieder eingeholt ist, denn die denz" und mit ihr die„ Kölnische Zeitung" zu einem Verband das Einigungsamt um Vermittelung ersucht. Thatsächlich erste Hälfte des laufenden Jahres weist bereits eine höhere Mahnruf an die Reichsregierung verstanden, und enthüllt, daß auch verhält es sich so, daß zuerst eine Anfrage des Gewerbe- Ausfuhrziffer auf wie der gleiche Zeitraum des vorigen Jahres ihnen endlich zum Bewußtsein gekommen sei, daß es vielen gerichts an die Metallarbeiter Organisation er- und hat bereits den Stand des Jahres 1901 erreicht. Der Staatsbürgern schlechterdings nicht in den Sinn will, warum ging, ob sie eventuell geneigt wäre zu verhandeln, und, wie die Geschäftsgang fann also für die Fabrikanten als ein durchste als Angehörige des einen oder andern Einzelstaates nicht Arbeiter stets zu friedlichen Vereinbarungen bereit waren, so wurde aus günstiger betrachtet werden. Anders verhält es sich mit auch ohne weiteres die Rechte des Staatsangehörigen auch in diesem Falle eine zustimmende Antwort erteilt. Die Ver- der Lage der Arbeiter. Sie hatten keinen Anteil an dem Aufschwung eines weiteren Einzelstaates gewinnen können, mindestens nachdem trauenskommission der Fabrikanten hat jedoch ablehnend auf die der Industrie ihrer Branche, ihre Verhältnisse sind vielmehr boir fie eine gewiffe Zeitlang darin gewohnt und Steuern bezahlt haben." Anfrage des Gewerbegerichts geantwortet, und mun scheinen die Jahr zu Jahr schlechter geworden. Nach Ausweis der Statiſtit einzubilden, Wir sehen ganz von dem kapitalistischen Vorbehalt ab, der in der Herren fich der Metallarbeiter- Verband Hätte hatten die Musikinstrumenten- Arbeiter im Jahre 1888 ein DurchschnittsYezten Einschränkung noch liegt, und konstatieren nur einfach, wie weit fie um Verhandlung angefleht und fie hätten ihn einkommen von 715 M., im Jahre 1899 729 M., im Jahre 1900 es gekommen sein muß, wenn die genannten Blätter sich über staats- stolz abgewiesen! Die ganze Generalversammlung dauerte war das Durchschnittseinkommen auf 678 M. gesunken und 1901 bürgerliche Rechte aufregen. übrigens nur eine Stunde. Diskussion fand nicht statt, Be- hatte es sich wieder auf 728 W. erhöht. Ein so niedriges Die Reichsregierung scheint sich aber aus ihrer trägen schlüsse wurden auch nicht gefaßt. Man ging diesen Dingen Einkommen fann als ausreichend natürlich nicht angesehen Ruhe auch bei dieser Frage nicht herausbringen lassen zu wollen, offenbar absichtlich aus dem Wege; vielleicht hätte dadurch werden, um so weniger, als die Preise der Lebensmittel too es sich einmal eben nicht um neue Pflichten, sondern die glänzend bewiesene Einigkeit, die unfehlbar gestiegen find. Aus diesen Gründen sind die Forderungen um Erweiterung von Rechten der Reichsangehörigen handeln soll. um Siege führen muß", wie der Referent der Arbeitgeber Ber Arbeiter vollkommen gerechtfertigt, und, da gegen In der letzten Tagung des Reichstages wurde, wie man sich er- sich ausdrückte, Schaden leiden können. Man traute sich auch offenbar wärtig eine günstige Geschäftskonjunktur herrscht, auch durchführbar. innert, vom Bundesratstische erklärt, zur Revision des Ge- nicht einmal, die Generalversammlung zu fragen, ob verhandelt In der Diskussion stimmte man den Ausführungen des Referenten feges über die Staatsangehörigkeit feien Gutachten werden solle. Jedenfalls befürchteten die Scharfmacher mit Recht, im allgemeinen zu. Kleinlein, der als Vertreter des Fachunfrer Konsuln im Auslande eingeholt worden. Das Material sei daß dann die Thatsache zu Tage treten würde, daß ein großer Teil vereins der Musikinstrumenten- Arbeiter sprach, ist gleichfalls für die " so umfassend" gewesen und es feien so gewichtige Einwände" der Fabrikanten recht gern verhandeln möchte. Es kann ja schließlich Lohnbewegung, jedoch gehen ihm die Forderungen nicht weit genug, auch gegen den schon ausgearbeiteten Entwurf gemacht worden, daß eine auch nicht ausbleiben, daß immer mehr die Erkenntnis plaggreift, meint er, der Holzarbeiter- Verband habe mit der Bewegung zu lange „ nicht unerhebliche Umarbeitung notwendig wurde". Wörtlich fuhr der daß der unfehlbare Sieg, wovon geredet wird, wohl ein Sieg gezögert. Jest jei die günstigste Zeit für die Lohnbewegung vielleicht Staatssekretär des Innern fort:" Ich kann aber nicht verschweigen, der großen über die kleinen Fabrikanten sein schon verstrichen. Schließlich wurde eine Resolution, welche sich daß die Auffassungen der beteiligten Ressorts im wird. Von Arbeitgeberseite wird auch die Behauptung in die Welt mit den Ausführungen des Referenten deckt und die vorstehend mit Reich und in Breußen über die Gestaltung des Gefeßentwurfes gefeßt, daß in der vorigen Woche schon 84 streifende Gürtler ab- geteilten Forderungen aufstellt, von der sehr stark besuchten Verzur Zeit noch sehr weit auseinander gehen. Die Hoff- rünnig geworden und wieder in Arbeit getreten seien. Thatsächlich fammlung gegen drei Stimmen angenommen. nung ist aber nicht ausgeschlossen, daß der Gesezentivurf in der handelte es sich, wie Cohen mitteilte, nur um 5 oder 6. Mit AusSammellisten für die ausgesperrten Metallarbeiter werden, wie nächsten Tagung dem hohen Hause vorgelegt werden wird." nahme dieser wenigen, die bei der großen Masse der Beteiligten gar Nun verlautet aber neuerdings offiziös, es sei fraglich, ob diese nicht in Betracht kommen, stehen jetzt nach 4 Wochen die Streifenden noch uns von der Metallarbeiter Gewerkschaft mitgeteilt Hoffnung in Erfüllung gehen werde, und wenn so etwas offiziös fest wie am ersten Streittage und denken gar nicht daran, den Kampf wird, von dieser ausgegeben. Dieselben sind mit laufender Nummer „ berlautet", kann man sicher, soweit die Initiative der Regierung aufzugeben. In der Diskussion, die dem mit starkem Beifall auf- und dem Stempel der Organisation versehen. Diese Listen werden in Frage kommt, alle Hoffnung begraben. genommenen Referat folgte, wurde unter andrem mitgeteilt, daß natürlich durch die neulich veröffentlichte Warnung nicht getroffen. Um so mehr aber wird es Aufgabe und Pflicht der VolksWagen der städtischen Desinfektionsanstalt zum Transport von Deutfches Reich. bertretung sein, dafür zu sorgen, daß die Revision des Gesetzes Arbeitswilligen verwandt werden. Es soll, wie berichtet wurde, für Bei der Gewerbegerichtswahl in Halle wurden, wie nicht anders über die Staatsangehörigkeit zur Thatsache wird, daß mindestens die Beförderung nach einer in der Ritterstraße die höchst einfache und für jeden, der ein wirklich wenigstens belegenen Fabrit 5 Pf. per Tour bezahlt werden. zu erwarten war, nur Arbeitnehmerbeifizer gewählt, die auf dem staatsbürgerrechtlich geeintes" Deutsches Reich will, selbstverständ- Db der Betrieb dieser neuen Streitbrecher- Sechseromnibusse polizei- 3143 Stimmzettel abgegeben worden. Die Liste der socialdemokratiliche Forderung realisiert wird, daß jeder Staatsbürger eines lich tonzeffioniert ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Im Bundesstaates auch ohne weiteres die staatsbürgerlichen Rechte übrigen nimmt sich die Polizei immer noch mit besonderer Fürsorge schen Arbeitgeber vereinigte auf sich 105, die der bürgerlichen Arbeit geber 438 Stimmen. in einem jeden andern deutschen Bundesstaate bekommt! der Arbeitswilligen und der notleidenden Fabrikanten an. In einer Die endliche Lösung ist um so dringender, als heute niemand Wirtschaft brachten es Schuhleute in Gemeinschaft mit dem be- Die Differenzen im Baugewerbe zu Saffet und Solingen sicher ist, ob er denn auch die preußische Staatsangehörigkeit besitzt, treffenden Arbeitgeber fertig, die gerade aus der Provinz ein- dauern unverändert fort. Es sei dies besonders deswegen betont, selbst wenn er etwa in Berlin, sein Vater aber in Dresden geboren getroffenen zwei Arbeitswilligen, die offenbar über die hiesigen weil die dortigen Unternehmer erneut bemüht sind, Arbeitswillige ist. Hat der reichsdeutsche, in Sachsen geborene Vater nicht die Verhältnisse nicht unterrichtet waren, vor der Berührung mit den von auswärts heranzuziehen und das Gerücht zu verbreiten suchen, preußische Staatsangehörigkeit formell erworben, so bleibt auch der Streifenden zu bewahren. Diese fleinen Liebenswürdigkeiten der die Differenzen seien beigelegt. geborene Berliner, ohne daß er's weiß, Sachse. Polizei werden aber wohl ebensowenig im stande sein, die Position Der Arbeitgeber wesentlich zu verbessern, wie die Verdunkelung der Thatsachen in den Cirkularen und Berichten der Kühnemänner. ( Nächste Gürtlerversammlung Donnerstag.) " Eine Empörung des Elends. Es waren städtische Arbeitsnachweis in Kulmbach entpuppt. In HeidingsAls ein Vermittelungsamt für Streitbrecher hat sich auch der feld bei Würzburg, wo sich viele Faßfabriken befinden, ist in einem Betriebe der Streit der Büttner ausgebrochen und der Unternehmer hat sich nun an den Arbeitsnachweis der Bierstadt Kulmbach gewendet mit dem Ersuchen, ihm Büttner, die um Arbeitsvermittelung nachDer Kampf um Ropsch. Herr Kopsch, der verschämte freisinnige Antisemiterich, der mit socialdemokratischer Hilfe in den Reichstag gewählt worden ist, redet jetzt in Berlin umher, um sich bei den Juden wieder beliebt zu machen. Er hat denn in der That in einer Versammlung des Luisenstädtischen Bezirksvereins bei den Juden Triumphe Der Streit bei der Firma Robert Teßmer, über den besuchen, zuzuweisen. Diesem Verlangen des bedrängten Arbeitgebers gefeiert. Ein Berichterstatter meldet finnig über die Ovationen: reits gestern furz berichtet wurde, ist der erste kaufmännische wurde auch pünktlich Folge geleistet. Wahrscheinlich wird das Es dauerte geraume Zeit, bis sich der Saal leerte, ein jeder Streit größeren Umfanges, der bis jetzt in Berlin vom Gleiche auch in andern Städten versucht, weshalb die Büttner wollte noch einmal mit Kopsch einen Händedruck wechseln." Die Centralverbande der Handlungsgehilfen geführt werden konnte. Jedem gewarnt seien. Glücklichen! Außenstehenden wird es von vornherein einleuchten, daß es außergeIn der erwähnten Versammlung trat auch der Bankier Löser wöhnliche Anlässe gewesen sein müssen, die diesen Streit mit elementarer auf, um den Hauptgegner der Richterei, den Redakteur der Volfs- Wucht zum Ausbruch brachten. Das Vorgehen der Angestellten Zeitung", Vollrath, durch eine Enthüllung zu zerschmettern. Er dieser Firma ist denn auch nichts weiter als die direkte Folge der führt aus: In sechzehn unwürdigen Behandlung und miserablen Entlohnung, unter der sie meist überfüllten Parteiversammlungen Bollrath fei zu ihm gekommen, habe aber das Reichstags- in letzter Zeit zu leiden hatten, einer Entlohnung, die auch demonstrierte gestern abend die Arbeiterschaft Berlins gegen die AnMandat für den britten Berliner Reichstags- Wahlfreis mit über nicht im entferntesten mit der verlangten Arbeitsleistung in Einklang fetzung der Zeit für die Urwahl zum Landtag auf 2 Uhr nachhäuften Berufsgeschäften abgelehnt, sich aber bald darauf bereit zu bringen ist. Die Firma Robert Teßmer, die jetzt ein erklärt, ein Landtags- Mandat anzunehmen und seine Differenzen Hauptgeschäft in der Charlottenstr. 84 und eine Filiale in der Linden mittags. Das„ elendeste aller Wahlsysteme", das preußische mit Eugen Richter sofort aus der Welt zu schaffen. Die Briefe straße 69 befigt, hat sicher den bedeutendsten Adressenverlag Berlins. Landtags- Wahlrecht, benachteiligt bekanntlich an sich schon die große Vollraths könnten als Beweis für seine Behauptungen dienen. Aus fleinen Anfängen hervorgegangen, hat sie nach und nach alle Masse des Volkes im schlimmsten Maße, ja macht sie geradezu Den Parteigenossen müssen endlich einmal gründlich die ähnlichen Unternehmen überflügelt und ihr Inhaber ist ein rechtlos. Es liegt dies nicht nur an der. Klasseneinteilung allein, Augen über das Gebahren dieser sich freisinnig nennenden Bresse schwerreicher Mann geworden. So vornehm die Firma sondern vor allen Dingen noch daran, daß nicht einmal jede Klasse geöffnet werden. fain auch nach außenbin thut, fo erbärmlich ist es ihren Abgeordneten wählen darf, sondern daß die Wahl durch die Herr Löser meinte natürlich, daß sich das Verhalten mit daß sich das Verhalten mit der Bezahlung ihres Personals bestellt. Nach einer Bollraths aus den preußischen Diäten erkläre. Vollrath erklärt die vom Handlungsgehilfen- Verbande aufgenommenen Statistit er- fogenannten Wahlmänner aller drei Klassen gemeinsam geschieht, Angaben Lösers für unwahr. Er habe sich 1898 bereit erklärt, zielen die Accord schreiber bei 81stündiger täglicher Arbeits- und so. die dritte Klasse stets von den beiden ersten überstimmt sich als Landtags- Kandidaten aufstellen zu lassen, nachdem Ver- zeit einen Berdienst von 8 bis 10 m. pro Woche. Da mit werden kann. Aber selbst das Recht der Urwähler, einen Wahlmann trauensmänner der Partei aus den Vereinsorganisationen des einem solchen Jammerlohn natürlich kein Mensch zu eriſtieren ver- zu ernennen, ist mit soviel Schranken umgeben, die namentlich für Potsdamer Bezirks ihn wochenlang bestürmt hätten, zu kandidieren. mag, so find die Schreiber noch zur Verrichtung von Hausarbeit den auf seiner Hände Arbeit Angewiesenen oft unüberwindlich sind, Er habe schließlich dem unausgesetzten Drängen nachgegeben, um gezwungen. Sie müssen zu Hause alsdann 3-5 Stunden täglich daß die geringe Beteiligung an den Landtagswahlen sich teilweise Idjott voraus erklärt. Der Arbeiter ist weit weniger als der Besser- sitnierte oder der mit einem festen Einkommen gesegnete Kaufmann oder Beamte in der Lage, seine kostbare Zeit einem Wahlakt zu widmen, an dem er doch nur mit dem Bewußtsein teilnimmt, daß ein Erfolg für seine Sache oder die von ihm bevorzugte Partei wenn nicht ganz ausgeschlossen, so mindestens sehr zweifelhaft ist. Es war ein einfaches Gebot der Gerechtigkeit, daß der liberale Berliner Magistrat, daß die fteifinnige Stadtverordneten- Versamm- lung wenigstens das ihre thaten, der Arbeiterschaft, die nun einmal entschlossen ist, koste es was es wolle, sich diesmal an der Wahl zu beteiligen, die Opfer an Zeit und Geld nach Möglichkeit zu ersparen, welche eine allzu frühe Anberaumung des Wahltermins verursachen mußte. Die große, die übergroße Mehrheit der Wähler gehört dem Arbeiterstande an und schon deswegen mußte bei Ansehung des Wahl- tcrmins auf die Verhältnisse dieser Mehrheit vor allen Dingen Rücksicht genommen werden. Statt dessen hat man die Rücksicht auf die bloße Bequemlichkeit der besitzenden Minderheit über die Mcksicht auf das materielle Interesse der übergroßen Mehrheit gestellt l Und nur das allein? Ach! Manche zottige Demokratenbrust mag sich vor Freude darüber gehoben haben, daß es gelungen sei, durch einen schlauen Schachzug, durch einfache Ansehung eines ungünsttgen Wahltermins, die Ungerechtigkeit des Dreiklassen-Wahl- systems noch zu verschärfen, und manches freisinnige Heldenherz mag höher geschlagen haben im gesättigten Rachegesühl bei dem Gedanken, daß die Arbeiter die Frechheit, sich an der Wahl zu beteiligen, wenigstens mit einer Lohneinbuße bezahlen müssen. Die Entrüstung, die gestern in den Versammlungen dem Ver- halten der freisinnigen Stadtverordneten-Majorität gegenüber sich bemerkbar machte, war eine elementare. Man war sich einig darüber, daß trotz alledem oder gerade deswegen die Teilnahme der Berliner Arbeiter an der Landtagswahl eine demonstrative sein müsse mid daß man die Angelegenheit namentlich für die kommenden Stadtverordnetenwahlen nicht vergessen dürfe.„Hinaus", müsse es heißen,„mit diesem Freisinn aus dem Roten Hause!"— Wir lassen die Einzelberichte folgen: In den I n d u st r i e s ä l e n in der Beuthstraße. wo die Genossen des ersten Wahlkreises versammelt waren, sprach Gen. Ar o n s. Mit sichtbarem Interesse folgte die gut besuchte Versammlung den klaren Ausführungen des Referenten, der unter Darlegung der ein- schlägigen Verhältnisse und an der Hand von Beispielen aus früheren Landtagstvahlen überzeugend nachwies, daß die Gründe, welche Stadtrat Böhm in der Stadtverordneten-Versammlung für die Fest- sctzung der Wahlzeit auf 2 Uhr anführte, ganz unhaltbar seien, und daß der Beginn der Wahl um 5 Uhr unter normalen Verhältnissen der zweckmäßigste Zeitpunkt sei. Mit aller Energie müßten wir gegen die Festsetzung des Magistrats protestieren. Möglich, daß unser Protest noch Erfolg habe. Sollte das aber nicht der Fall sein, dann müßten unsre Genossen mit verdoppelter Energie für die Wahl agitieren und dafür sorgen, daß jeder Wähler der Arbeiterklasse an der Wahl teilnehme. Es würde gewiß eine große Wirkung haben, wenn, damit die Arbeiter um 2 Uhr zur Wahl gehen können, alle Fabriken und Werkstätten zu Mittag geschlossen werden müssen und sich dadurch ein Bild zeige, wie es ein Generalstreik bieten würde. Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrage fand die Resolution einstimmige Annahme. Hierauf sprach Genosse Waldeck Manasse über die Stadt- verordneten-Wahlen, für welche er dann als Kandidat aufgestellt wurde. Im großen Saale der Bockbrauerei referierte Genosse Antrick vor etwa 8