Mr. 241. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts 36 300 Ising stat 410 Berliner Dolksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füt bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Lehrer und Herren. " Donnerstag, den 15. Oktober 1903. ( zur Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Lettern eingegraben. " Klassensteuer für Schulzwecke) überlastet, Hier hat den Betrag auf 100-250 000.", toie es in den Akten bes aber die Gutsherrschaft einzutreten. Nach meiner Erfahrung aber ist Herrenhauses heißt, erhöhte, ein Vorgehen, das Regierung wie Herrendie königliche Regierung gar nicht in der Lage, zwangsweise haus, wenn auch unter Aechzen und Stöhnen, als billig anerkennen ,, Abel legt Verpflichtungen auf!" So lautet bekanntlich die hoch die Gutsherrschaft zur Zahlung für die Tagelöhner anzuhalten und mußten, deshalb als billig anerkennen mußten, weil auch diese tönende Devise, die das preußische Junkertum von den edelgeborenen so müssen diese schließlich doch den ganzen Zuschlag zahlen. Sehr Summe bei weitem nicht genügte, um allen berechtigten Ansprüchen Blutsaugern des vorrevolutionären Frankreich entlehnt hat. Freilich viele Gutsbesitzer sind nicht der Ansicht, daß die Gutsinsassen durch zu genügen. Wenn man sich aber auch zu dem schweren Schritt interpretiert das Junkertum diese Verpflichtungen" heute nicht mehr einen Klaffenstenerzuschlag von 120 Prozent überlastet seien. Wo entschloß, so unterließ man doch auf der andren Seite nicht, daran mit der Deutlichkeit früherer Zeiten, deren„ Edelmannslehren" u. a. ich dieser Ansicht bin, lasse ich fie ruhig zahlen und erwarte, daß im die Drohung zu knüpfen, daß es nunmehr auf absehbare Zeit mit empfahlen, dem Bauern, wann er nummen Pfenning hat", die Wege der Exekution festgestellt wird, ob sie zahlen können oder allen Bewilligungen zu Ende sei, daß man weitergehende Anträge Gurgel abzureißen und die Kaufleute mit prennen und mit rauben" nicht...." ohne weiteres abweisen würde. Wie ernst es dem Junkertum mit wie die Säute zu besengen". Heute erreicht man unter dem Motto: Den Unzuträglichkeiten und der Not, der die Landlehrer infolge dieser Drohung war, bewies die Behandlung, die im folgenden Jahre " Jedem das Seine" auf gesetzlichem Wege durch Klerikalen Zoll- und meist mehr als färglicher Besoldung sich ausgesetzt sahen, war damit eine Petition im Schulamte ergrauter Veteranen des platten Landes Brotwucher das gleiche und selbst ein höheres Resultat, das die dem obigen Gesetz allerdings in feiner Weise abgeholfen. So sah erfuhr. Diese erbaten eine vom sogen. Mittelgehalt ausgehende Notwehr, wie sie noch der Leibeigne des Mittelalters Plünderungen man sich denn im Jahre 1875 endlich unter dem Druck der öffent- und mit dem Dienstalter steigenbe Gehaltsskala oder, falls dies nicht entgegenzusetzen vermochte, als Verbrechen zu brandmarken versteht. lichen Meinung und der immer zahlreicher werdenden Petitionen angängig, eine Beseitigung des unter ihnen herrschenden Notstandes Wenn aber irgend ein Stand den gedeihlichen Segen der Junkers gemüßigt, im Extra- Ordinarium drei Millionen zur Aufbesserung der durch reichlichere Staatszuschüsse. Der berichterstattende Graf zur fnute am eignen Fleisch zu kosten bekommen hat und noch zu kosten be- Lehrergehälter zu bewilligen. Angesichts dessen konnte es sich die Lippe erkannte den Notstand unumwunden in seiner ganzen Auskommt, fo find es die preußischen Volksschullehrer, zumal soweit sie preußische Regierung nicht versagen, einen Erlaß vom dehnung an, beseitigte jedoch die Petition mit den lakonischen Worten, auf dem platten Lande von den gnädigen Patronen unmittelbar ab- Stapel zu lassen, in dem sich folgende bezeichnende Stelle es tomme namentlich bei den Elementarlehrern auf dem Lande hängen. Nichts wäre wohl selbstverständlicher für ein Gemeintvesen, findet:„ Es muß erwartet werden, daß die Aufbesserung darauf an, zu untersuchen, unter welchen Verhältnissen sie von als diejenigen Männer und Frauen, in deren Hände die Heran- der Elementarlehrer- Gehälter mit Hilfe der jetzt bewilligten Hause aus angestellt seien. Der große Teil von ihnen hat von Bildung und damit zum guten Teile das Schicksal der aufwachsenden Staatszuschüsse zu einem einstweiligen Abschluß gelange. vornherein einem einstweiligen Abschluß gelange. vornherein gewußt, daß sie ein Gehalt beziehen, welches Generationen gelegt ist, der materiellen Not zu entheben, ihnen, Die Hoffnung auf diesen Erfolg ist um so berechtigter, faum berändert, namentlich faum erhöht werden kann." wenn schon kein glänzendes, so doch ein auskömmliches als einerseits die aus den Lehrerkreisen bis in die neueste Beit viel Dieselben Herren, die über eine ihnen entgangene Subvention von Dasein zu gewähren. Nach unsäglichen Mühen ist ja nun fach wiederholten Klagen über fortdauernde Steigerung der Preise etlichen Tausend Mark stundenlang und hißig zu diskutieren für im Jahre 1897 ein Besoldungsgesetz durchgedrückt worden, ihrer Lebensbedürfnisse nicht mehr für zutreffend erachtet werden wert und nötig hielten, beantworteten die Notstandspetition im Amt das wenigstens den dringendsten Bedürfnissen abhalf, wenn es auch kann, andrerseits aber das Vertrauen gehegt werden muß, daß die ergrauter Lehrer, indem sie dieselbe der Regierung debattelos„ zur die Gesamtstellung zumal der Lehrer in den sogen. alten Provinzen Lehrer selber ihre Hoffnungen und Aufprüche richtig begrenzen Erwägung", d. h. dem Papierkorb überwiesen, wobei man nur aus nahezu um nichts gebessert hat. Im übrigen aber gebührt Preußen werden." Wie diese väterliche Mahnung aufgefaßt werden konnte, Opportunitätsgründen einen direkten Antrag auf Uebergang zur der einem modernen Kulturstaate höchst würdige Ruhm, wie manche gab später bei der Beratung eines Antrages über die Tagesordnung fallen ließ. Wie aber Regierung und Junkertum an feiner unteren Beamtenkategorien noch heute, so auch die Bolts- Schulaufsicht von Geistlichen der alte von Kleist tego w der obigen brutalen Drohung in der ganzen Folgezeit auf das schullehrer und ihre Hinterbliebenen dem Hunger preisgegeben zu zum besten. Was nun die Lehrer betrifft," meinte zäheste festgehalten und sich materiellen Aufbesserungen in der Lage haben. Auch dafür bieten die von uns bereits wiederholt an er, fo find die Unterrichtsfächer so gesteigert, daß auf der Volksschullehrer stets auf das nachdrücklichste widersetzt haben, gezogenen Verhandlungen des preußischen Herrenhauses, insbesondere den Seminarien selbst französisch getrieben wird.... Jeder ist in die Erinnerung der lebenden Lehrergeneration mit brennenden die älteren Jahrgänge, den aktenmäßigen Beleg. Mensch, der in einer untergeordneten Stellung ist, sieht empor Ende der sechziger Jahre hatte sich auf dem Gebiete des Hilfs zu ihnen, die über ihm stehen, wie das Kind zu seinem kassenwesens für die Hinterbliebenen von Lehrern namentlich infolge Bater, und ohne daß er es will, richtet sich danach sein Leben und häufiger Insolvenz der Institute eine schwere Kalamität herausgebildet. Wesen... Jezt richtet sich das Leben der Lehrer nicht mehr so wie Hier griff das Gesetz vom 29. Dezember 1869 ein. Dasselbe regelte früher nach dem Leben des Geistlichen, wo sie weltliche Schule die allgemeinen Verhältnisse der Lehrerpensionskassen nach einheit inspettoren haben. Wer schilt die, welche in ein Wirtshaus licheren Gesichtspunkten, schrieb ein Maximum und ein Minimum gehen und Bier trinken oder vielleicht dort tanzen oder gar Karten der außerordentlichen wie der ordentlichen Beiträge der Kaffen spielen? Aber für die Lehrer ist es kein gutes Beispiel; für die ganze mitglieder bor, und stellte, was die Hauptsache war, die Garantie Lebensrichtung der Lehrer, welche ein geistliches Leben führen sollen, pflicht des Staates für diejenigen Kassen fest, welche sich als nicht ist es zum Verderben." Leistungsfähig erweisen würden. Soweit ließe sich gegen das Gesetz Je geringer aber das Interesse war, welches das Junkertum den gewiß nichts einwenden. Aber des Pudels Stern war eben nicht, in persönlichen Verhältnissen seiner Lehrerschaft entgegenbrachte, um so Die Junker find nach wie vor die Todfeinde der Lehrer, weil dem Lehrer- Hilfstassenwesen Ordnung zu schaffen. Die unleidlichen nachdrücklicher und ausgiebiger wußte es vorgeblichen Schädigungen sie den bildenden Einfluß gutbezahlter, unabhängiger Wolfserzieher Verhältnisse, die sich hier im Laufe der Zeit herausgebildet hatten, seiner eignen Interessen entgegenzutreten. Im Jahre 1877 de auf die Landarbeiter fürchten. Geistige Aufklärung bringt auch wurden zum Anlaß und Vorwand genommen, um die Unter- battierte es an der Hand einer schlesischen Petition lang und aus- materielle Begehrlichkeit, Kulturansprüche mit sich. Das will das stützungspflicht für die Lehrerreliften, die bisher vorwiegend führlich über die Art und Weise, wie die Regierung die Schul- Junfertum verhindern. Beklagte doch im Jahre 1899 der damalige auf den selbständigen Guts- und Domanialbezirken geruht hatte, dotationsgelder zur angeblichen Benachteiligung der Hochfeudalen Landwirtschaftsminister v. Hammerstein, daß infolge der überspannten materiell auf die Lehrer selber abzuwälzen. So wurde zwar der Herrschaftsbesitzer zu verteilen pflege. Insbesondere die Begründung Lehrer, biele Kinder den Begriff dafür verlieren, wofür der liebe jährliche Unterstützungssag für die Witwe z. B. auf ein an sich frei Gott sie auf das Land gesetzt hat, daß sie dort ihr Unterkommen lich durchaus ungenügendes Minimum von 50 Thaler erhöht. Dafür finden sollen." Wofür? Hörige zu sein der Großgrundbesitzer, dazu aber konnten die jährlichen Beiträge nach§ 3 des Gesetzes auf hat der liebe Gott im Osten Menschen wachsen lassen. Und weil 5 Thaler gesteigert werden; bei Antritt der Versicherung waren tüchtige, ernsthafte Lehrer ihren Schülern leicht höhere Ansprüche an 8 Thaler, bei jeder Gehaltsaufbefferung die Summe von 25 Proz.„ Es wird angeführt, daß nach einem Reglement von 1801 das Leben beibringen, darum sollen die Landlehrer selbst auf des einmaligen Jahresbetrages derselben zu erlegen. Die Beiträge die Schuldotations- Angelegenheiten bereits im wesentlichen reguliert möglichst niedriger Stufe bleiben. Erst das Proletariat wird im der Gemeinden und der selbständigen Guts- und Domanialbezirke seien, daß aber das Reglement durchaus nicht mehr zeitgemäß stande sein, die Lehrer von dem Joch der brutalsten Klasse, die je dagegen wurden laut§ 4 des Gesetzes für jede Lehrerstelle des und von seiten der Regierung in einer ungerechten Weise fort- gehaust hat, zu befreien. Bezirks auf nur 4 Thaler bemessen. während ausgedehnt und auf höhere Dotationen der Lehrer hingedrängt werde. Es sei die Bedrückung nachgerade unerträglich geworden, namentlich auch bei Verteilung der Staatssubventionen insofern nicht überall gleichmäßig verfahren werde, die Domanialbefizer vielfach hintangesetzt würden und die sogenannten Stellenbefizer also was wir in den übrigen Provinzen Landgemeinden nennen würden dabei bevorzugt worden seien, insofern man die Großgrundbefizer, namentlich Herrschaftsbefizer immer für prästationsfähig gehalten habe. Es sei dies dahin zugespitzt worden in einem Falle, daß die Regierung in Oppeln 60 000 m. der Staatsfubventionsgelder als in ihrem Bezirk nicht verwendbar" zur Staatstasse zurückgesandt habe. Es wird ferner geklagt, daß die Schuldotations- Erhöhungen gelegt werden auf die Großgrundbesizer und die Stellenbefizer, nicht aber auf die übrigen Hausväter der Schulgemeinde, die doch nach der Entwicklung der neueren Lohnverhält nisse heutzutage sehr wohl als prästationsfähig erachtet werden müffen." P der Petition durch den Standesherren v. Knebel Döberitz ist so charakteristisch und bringt die junkerliche Selbstsucht so traß zum Ausdruck, daß sie hier in einigen ihrer markantesten Stellen wieder gegeben sein mag. Er sagte: Noch heute giebt es im Osten zahlreiche provisorisch angestellte Lehrer, die bis zum 26. Jahre ein Gehalt von 660 M. beziehen, 1,80 M. für den Tag. In Ostpreußen erreichten nach einer neueren Statistit von 2758 Landlehrern 2647 nur das gesetzliche Mindestgehalt von 900 M. In Pommern waren mehr als 85 Proz. aller Lehrerstellen mit dem Mindestgehalt dotiert. Preußen ist dank der Junkerherrschaft auch auf diesem Gebiet der rückständigste Staat. In Preußen ist das Durchschnittsgehalt eines Lehrers im breißigsten Dienstjahre 1700 M., in Anhalt dagegen 2430, in Heffen 2900 M., in Sachsen- Gotha 2100 M. Politische Uebersicht. Berlin, den 14. Oftober. Der Hofjude gegen das Reichstags- Wahlrecht. In einer Versammlung, die Reichstags- Abgeordneter v. Gerlach in Hamburg abhielt, erklärte er, daß einer ihm zugegangenen authentischen Mitteilung nach Herr Ballin, der Generaldirektor der Hamburg- Amerika- Linie, sich vor kurzem ernstlich bemüht habe, ein großes Hamburger Blatt zu einer Stellungnahme gegen das beftehende Reichstagswahlrecht zu veranlassen; diese Bemühungen seien jedoch ohne Erfolg geblieben. v. Gerlach betonte, daß er diese Mitteilung abfichtlich veröffentliche, da es bei den Beziehungen Ballins von hohem Interesse sei, zu wissen, ob derselbe wirklich in solcher Weise an der Untergrabung des Wahlrechts arbeite. Wenn Herr Ballin hierauf schweige, so wisse man genug. Junkerlicher Profitgier waren natürlich diese Vorteile noch nicht genügend; sie stieß sich an dem der„ Lastenverteilung" zu Grunde gelegten Princip". So eiferte der hochfeudale Baron b. SenfftPilfach:„ Es handelt sich nicht darum, daß die Schullehrer- Witwen und Waisen ihre Pension nicht bekommen, sondern lediglich darum, nach welchen Principien die Last verteilt werden soll, und da, meine Herren, sollen wir doch keine Gefühlspolitik treiben!... Wir sind doch nicht hier, um Gesetze auf Gefühle zu basieren, sondern auf Recht und Gerechtigkeit...." Worin dieses Recht" und diese .Gerechtigkeit" im Grunde bestanden, ließ in seiner Erwiderung der Berichterstatter b. Brünned deutlich genug merken. Ich würde es," meinte er salbungsvoll, nach meiner Ueberzeugung wenigstens geradezu für eine Härte und Ungerechtigkeit gegen die Bauern und andre Gemeindemitglieder halten, wenn man bei einem Pensionierungsgesetz für Witwen und Waisen von Elementarlehrern die Patrone als Gutsbefizer von jedem Beitrag dazu befreien wollte. Als das Blatt, auf das Herr Ballin zu wirken versucht hat, ist Wie steht denn die Sache heute? Wenn gegenwärtig eine Lehrer- Für die Thatsache also, daß zur Verfügung stehende Staats- der liberale„ Hamburg. Korrespondent" anzusehen, der, im Gegensatz witwe wegen unzureichender Pension der Armen unterstügung gelber nicht in die Hände der kümmerlich besoldeten Lehrer gelangen, zu den scharfmacherischen„ Hamburg. Nachrichten", auf dem Boden anheimfällt, so fällt ihre Unterstützung, wenn nicht allein, so doch hat man kein Wort des Widerspruchs, wohl aber getert man aus bes gegenwärtigen Reichstagswahlrechts steht. bei weitem zum größten Teile dem Gutsbesitzer innerhalb der voller Kehle und so laut als möglich über die dem Junkertum an- Herr Ballin ist bekanntlich ein Bevorzugter des deutschen Gemeinde zur Last. Nach dem vorliegenden Gesetze wird der Guts- geblich entgangene, Subvention". Den Inhalt und die Tendenz der Kaisers. befizer fünftig einen Beitrag von vier Thaler zu zahlen haben ganzen, vom nacktesten und widerwärtigsten Egoismus bittierten und damit jedenfalls viel besser in solchem Falle fortkommen als Debatte faßte denn auch ein Vorfahr unsres bekannten Dreschgrafen Wie Hüffener den Totschlag fühnt. Fähnrich Hüffener verbüßt bisher." Dieses Argument war denn auch zu durchschlagend, als in die unzweideutigen Worte zusammen:„ Ebenso wie ich der An- auf der Festung zu Magdeburg zur Zeit seine Haftstrafe". Man daß die Herrenhausmajorität mit dem ihr angeborenen Instinkte sicht war, daß es dringend notwendig war, die Lehrergehälter fann ihn, so teilt die„ Saale- Beitung" in Halle mit, täglich von nachfür den fetten Spazen gegenüber imaginären Tauben sich ihm hätte zu erhöhen, so muß ich jetzt sagen, es ist genug damit, es ist in mittags 2 Uhr ab in Begleitung eines Offiziers auf verschließen können. manchen Fällen schon zu viel geschehen". dem Breiteweg oder sonst einer der Hauptstraßen promenieren sehen. Hin und wieder bringt er seine freien Stunden auch in einem Restaurant zu. So gab man sich den Anschein, für die Lehrerrelikten Vorsorge zu treffen, während man in Wahrheit die Besitzenden entlastete, um dafür die Armen zu belasten. " " Wie unhaltbar aber die Lage des Lehrerstandes geworden, ergab sich bereits vier Jahre nach Beratung dieser famosen Petition, als die preußische Regierung wiederum unter dem Druck der sich regenden Wir erachten vorläufig diese Mitteilung der„ Saale- Zeitung" Klar und deutlich sprach die ganze Tendenz fener Lasten- öffentlichen Meinung zu einer Aufbesserung" der Lage der Witwen für unglaubwürdig. Denn selbst wenn die Ehrenhaft" auf der abschüttelung einer derer von Bethmann- Hollweg aus, als und Waisen der Lehrer schreiten mußte. Das preußische Mi- Festung derartige Freiheiten zulassen sollte, wie sie die Mitteilung er später sein patriarchalisches Wohlwollen für seine Kossäthen in nisterium hatte die Stirn, dem Notstande mit einer einmaligen meldet, so wird es doch nirgends begriffen werden können, daß folgenden Erguß zusammenfaßte:„ Die Hinterfassen oder Tagelöhner Bewilligung von 58 000 M. und einer dauernden von 19 000 m. ab- dem Fähnrich Hüssener nach der unerhört milden Ahndung seiner der in derselben Schulgemeinde befindlichen Gutsbezirke, sagt helfen zu wollen. Wie unfagbar lächerlich dieser Vorschlag war, Unthat solche Vergünstigungen zu teil werden. Aufklärung seitens die Finanzabteilung, werden durch 120 Prozent Buschlag bewies das Vorgehen des Abgeordnetenhauses, welches ohne weiteres der Behörde ist dringend erforderlich. " " Zur Absage des Zarenbesuches. 0 Bom guten Ton im Centrum. Wohlthätigkeitsgeschäfte in einer Centrumsstadt. Nachdem inner- hüten, daran zu rühren. Sei einmal der Blan zur Annahme gelangt, fo werde man Aus Mannheim schreibt man uns: Vor dem Landgericht halb eines Jahres schon drei Beamte der Stadt München- Gladbach Chamberlains denn das Schuhzolls Offenburg wurde eine Privatbeleidigungsklage in der Berufungs- wegen fortgesetter Betrügereien zu mehrjährigen Gefängnisstrafen nicht mehr davon abgehen können, in manchen instanz verhandelt, die auf das Treiben des Ultramontanismus grelle verurteilt werden mußten ein Zeichen, daß die Kontrolle der vor- system werde Interessen und Trusts schaffen, Schlaglichter wirft. Zwei Centrums- Journalisten, der Redakteur eines gesetzten Behörde dort sehr mangelhaft gewesen ist stand dieser Fällen auch Korruption, und derartige Elemente würden jeden Rück schwarzen Winkelblättchens und ein schriftstellernder Dorfpfarrer, Tage wieder ein Beamter vor der Strafkammer in München- Gladbach. zug verhindern. Man solle ein Heilmittel suchen in wissenschaftwollten die Geldstrafen los sein, zu denen sie vor einigen Der Armenamts- Assistent Wefers, ein sehr frommer Mann, wurde licheren Methoden, in besserem Unterricht und hauptsächlich darin, Wochen bon einem badischen Schöffengericht wegen Be- nach viertägiger Verhandlung, bei der 98 Zeugen vernommen wurden, daß man die Welt sich als Markt für seinen Bedarf an Rohstoffen leidigung des als Kulturkämpfer bekannten Karlsruher Hoch- wegen Untreue im Amte, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu und Lebensmitteln erhalte. Chamberlain habe von einem Ans Wo sei schul Professors Böhtlingt verurteilt worden waren. Das 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Wefers, welcher es durch seine erbieten gesprochen, welches die Kolonien gemacht hätten. Ergebnis der nahezu achtstündigen Verhandlung war jedoch für Scheinheiligkeit verstanden hatte, sich verschiedene Vertrauensstellungen dieses Anerbieten? Ein angemessener und durchführbarer Reichsdas ganze System der ultramontanen Kampfesweise gegen politische zu erwerben, machte hauptsächlich in Wohlthätigkeit", dabei ver- tarif sei eine Unmöglichkeit. Ein System, wie es Chamberlain Gegner ein derart vernichtendes, daß das Gericht nicht nur die ein- stand er es ausgezeichnet, sich die Taschen zu füllen. Im Interesse plane, werde zahllose Streitigkeiten und ziemlich sicher den Zerfall gelegten Berufungen verwarf, sondern auch die Widerklagen der der Wohlthätigkeit" gründete er einen Verein" Modestus", welcher des Reiches herbeiführen. beiden Centrums- Journalisten verivarf und ihnen die gesamten, nicht un- den Zweck haben sollte, Waisenkinder zu unterstützen. Dieser Verein erheblichen Kosten aufbürdete. Der als Vertreter der Verurteilten erhielt sogar große Zuschüsse von der Provinzialverwaltung der RheinBevor noch die Absage des Zarenbesuches in Rom bekannt funktionierende klerikale Land- und Reichstags- Abgeordnete Rechts- provinz; es wurde ihm auch von ihr Waisenkinder überwiesen, welche anwalt Fehrenbach Freiburg holte sich dabei im Nedekampfe der Verein gegen ein geringes Entgelt bei Kleinbauern oder Hand- war, schrieb uns unser dortiger Korrespondent die folgenden Ausmit Professor Böhtlingt eine geradezu schmähliche Niederlage. Es werkern in Pflege gab. Die Menschenfreundlichkeit" der frommen führungen, die auch jetzt noch ihr Interesse nicht verloren haben: Rom, 11. Oktober. Alle Ordnungsblätter vertreten mit großer gelang dem letzteren, an der Hand eines umfassenden Beweis- Gesellschaft gab sich dadurch am besten kund, daß der Vorstand jedem materials in markanten Zügen ein Bild von der persönlich gehäffigen, seiner Mitglieder 1000 M. bewilligte, um sie zu wohlthätigen" Sicherheit die Ansicht, daß jede Demonstration gegen den Baren Seit Jaurès im Interesse der FreundDiese auf den materiellen Ruin des Gegners abzielenden Kampfes- Zwecken 31: verwenden! Wohlthätigkeitsakte" bestanden unterbleiben werde. weise zu entwerfen und die Folgen der fanatisierenden Hezze darin, daß einer der Brüder einige Messen lesen ließ und das andre schaft zwischen Italien und Frankreich die italienischen Genossen bes der Pfafferei gegen ihre Widersacher deutlich aufzuzeigen. Geld für sich zinsbar anlegte, noch ein andrer machte eine Pilger- schworen hat, von einer Demonstration abzustehen, und Pa ola Tag für Tag denunzierte die schwarze Presse während des fahrt nach Rom. Der Armenamts- Assistent Wefers hatte sich nun Valera einen Brief Bebels veröffentlicht hat, in dem dieser Klosterstreites der Regierung den Professor Böhtlingt als" herein- alle Reisen, welche er für die Armenverwaltung gemacht, von der schreibt, die deutschen Socialisten würden bei einem Zarenbesuch in geschneiten Russen, der nur dem Mammon nachjage," bei den Stu- Stadt und von dem genannten Verein bezahlen lassen; machte er Berlin sich in keiner Weise um den Zaren fümmern, gilt es den daß es sich nicht um eine ernst denten keine Autorität besize und deshalb von seinem Lehrstuhl Reisen im Interesse des Vereins, so mußte dieser bezahlen und die meisten für ausgemacht, Massendemonstration Handeln fönne. Da fich in Heruntergeholt werden müsse. Die verhetzten Centrumshelden der Stadt noch einmal. Außerdem hatte er Geld unterschlagen, welches liche Residenz schreckten jedoch auch vor den schmutzigsten und gemeinsten ihm zu Wohlthätigkeitszwecken übergeben worden war, und Sachen, Italien die Reformisten( Revisionisten) energisch gegen eine KundBubenstücken und Drohungen nicht zurück. Man warf dem ver- welche Eigentum seiner Pfleglinge waren, an sich genommen. Weiter gebung erklärt haben und dann auch der Vorschlag von den Bruderparteien keinerlei Ermutigung erfuhr, glaubt man, die Sache würde haßten Profeffor mit großen Steinen die Fenster ein, besudelte ihm hatte er in den Akten, welche ihm von dem Untersuchungsrichter zur bei dem vielen Reden und Schreiben, das man darüber gemacht hat, die Hausthür mit Unrat und sandte ihm fast täglich anonyme Briefe Rechtfertigung übergeben waren, Aenderungen vorgenommen. ihr Bewenden haben. des gemeinsten, schmuzigsten Inhalts, in denen man ihm sogar mit Das Urteil lautete, wie bemerkt, auf 2 Jahre Gefängnis. Totschlagen drohte. Und das ging alles von derselben Partei aus, Interessant war die Aussage des Kriminalkommissars Heinzerdie jetzt nicht genug über den„ rohen Ton" der Socialdemokratie ling. Dieser sagte aus, Wefers have ihm erklärt, er habe Rücksprache und über den„ Terrorismus" schreien kann, dessen sie sich angeblich mit seinem Beichtvater genommen, und habe dieser gesagt, er dürfe im Kampf gegen ihre Gegner bediene! sich die Reisen doppelt bezahlen lassen, weil er im Auftrage der Stadt öferts habe Ausgaben machen müssen, welche er nicht berechnen könne. Eine schöne Moral! Die Kunst, falsch zu citieren, ist das einzige Talent der gegenwärtigen Minister. Eine Probe dieses Talentes hat auch Herr b. Rheinbaben in seiner Bosener Rede abgelegt. Da alle Worte, die nach etwas flingen, naturgemäß von Hohenzollern erfunden sein müssen, so entdeckte er auch einen bisher unbekannten Wahlspruch Friedrichs II.: Wenn wir uns nun überlegen, wie wir diesen Weg gehen follen, darf ich Sie, meine Herren, wohl erinnern an einen weiteren preußischen Wahrspruch, das Wort Friedrichs des Großen: " Ich dien"". Dieses Wort ist von jeher der Stolz der preußischen Monarchen getvesen, die sich stets in den Dienst ihres Volfes gestellt haben. Wenn die Liebe zu unsrem Königshause so tief eingegraben ist in das Herz jedes einzelnen, so ist dies der durch die Jahrhunderte bewährten Hingebung der Hohenzollern für ihr Volk zu danken. Von Friedrich dem Großen bis Kaiser Wilhelm II. hat jeder unsrer Monarchen seinem Volke mit beispielloser Hingabe gedient." Im 15. sächsischen Reichstags- Wahlkreise wollen auch die Antifemiten bei der Nachwahl ihr Glück versuchen. Sie haben bei der Landtagswahl mit tonservativer Hilfe ein Mandat erhalten. Das hat sie übermütig gemacht. Am Sonntag wurde in einer Sigung des Gesamtvorstandes des Landesvereins der deutschsocialen Reformpartei beschlossen, im 15. Wahlkreise die Socialdemokratie mit allem Nachdruck zu bekämpfen und einen eignen antisemitischen Kandidaten aufzustellen. Dann hätten unsre Parteigenossen drei bürgerliche Kandidaturen zu bekämpfen statt einer bei der Wahl am 16. Juni. In einigen bürgerlichen Blättern findet sich diese Notiz: In Mittweida, wo infolge Rücktritts des durch die revisionistischen Zänkereien aus dem Gleichgewicht gebrachten früheren Pfarrers Göhre bekanntlich eine Neuwahl zum Reichstag bevorsteht, sollen die„ Genossen" die abermalige Kandidatur Göhres planen. Demgegenüber verlautet, daß die socialdemokratische Parteileitung die Absicht hat, Antrick oder Dr. Karl Liebknecht fandidieren zu lassen." Wir können mitteilen, daß die im letzten Satz dieser Notiz enthaltene Behauptung vollständig unwahr ist. " Dieser Auffassung gegenüber ist ein im heutigen, Avanti" beröffentlichtes Interview mit Plecha now interessant, das der Genfer Berichterstatter des„ Avanti", Donatini Salvatore, Plechanoff erklärte zunächst, daß er einen im wiedergiebt. September bon der Genossin Paola Lombroso im Secolo" veröffentlichten Artikel gegen die Demonstration, von der die Genossin behauptete, sie schädige die Sache der russischen Revolution Die für ganz und gar unrichtig hielte. russischen Genossen hätten mit großer Begeisterung den Vorschlag aufgenommen als einen Beweis internationaler Solidarität, dessen Folgen gar nicht abzusehen wären. Der Zarismus hätte in der europäischen Diplomatie eine starke Stüge Bewegung mußte auch von europäischen Socialismus eine helfende Hand geboten werden. Würde der Zar in Rom ausgepfiffen, so würde das den allertiefsten Eindruck auf das ganze russische Volk machen, es würde die abergläubische Scheu zerstören, mit der die Massen auf den Zaren sähen. der revolutionären Ferner sagte Plechanoff, die Macht der russischen Bewegung würde im Ausland unterschäzt. Es sei thöricht zu sagen, ein Bolt, das die Zarenherrschaft nicht abschütteln fönne, verdiene fie noch. Er glaube, taum eine Nation Europas würde, wenn man ihr heute das Joch der russischen Despotie auferlegte, soviel revolutionäre Energie Die Hohenzollern haben es nicht notwendig gehabt, ihrem aufbringen, wie die ruffische. Rußland sei heute reifer für eine Wahlspruch zu wider zu handeln; denn das Wort ist ebenso konstitutionelle Regierung als Frankreich 1870 für die Republik, als unecht wie die behauptete Hingabe. Niemals hat Friedrich II. das Stalien bei seiner Einigung für die parlamentarische Verfassung. In " Ich dien'" gesprochen oder geschrieben. Die Worte sind überhaupt Rußland hätten aber die herrschenden Klassen eine stärkere Organisation gar fein alter preußischer Wahlspruch", sondern ein bißchen älter ihrer Macht. Dem Zaren falle ein großer Teil persönlicher Verals Preußen. Ich dien"" war der lleberlieferung nach die HelmAus Baden schreibt man uns: Die Ausweisung einer antwortung zu. Er sei persönlich verhaßt und eine Demonstration schmuck- Devise des in der Schlacht von Crech( 26. August 1346) Arbeiterfamilie aus Pforzheim erregt in den weitesten gegen das Regime müſſe ſich gegen den 3aren wenden. Das gefallenen blinden Königs Johann von Böhmen, besiegt durch den Kreisen die schärfste Verurteilung. Am Montagvormittag wurde die russische Volt würde an seinem Kulturglauben irre, wenn es sähe, jogenannten Schwarzen Prinzen", den infolge seiner Grausam ganze Familie des seit fünf Jahren in der Richterschen Fabrik be- daß andre Völker Europas, die ihm als seine Lehrer und Erzieher teiten berüchtigten Eduard III. Der Prinz von Wales nahm schäftigten Arbeiters J. D. ins Gefängnis eingeliefert. Den Vater gelten, den blutbefleckten Feind der Kultur und Gefittung mit offenen dann die Devise in sein Wappen auf und seitdem führen die holte die Polizei aus der Fabrit, die Mutter und acht Kinder_aus Armen aufnehmen. Prinzen von Wales und der engliche Bath- Orden den Wahl- der Wohnung. In Rom wird alles für den Empfang des Zaren vorbereitet, Dem als Lehrling beschäftigten weiteren Sohn spruch:" Ich dien". Wit Preußen hat er nichts zu thun und wurde nicht gestattet, im Gefängnis von den Angehörigen sich Dekorationen und Polizisten beschafft. Die schwerverschuldete Stadt damit fallen auch ohne weiteres die daraus gezogenen byzantischen zu verabschieden. Dev Arbeiter D. ist Schweizer und macht ungeheure Ausgaben; bis jetzt sind auch 1500 Karabinieri nach Folgerungen in des Ministers Rede. hielt sich als braver Arbeiter schon zehn Jahre in Pforz- der Hauptstadt gefandt worden. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, daß Väterchen" doch schließlich zu Hause bleibt. heim auf; man nimmt an, daß es sich um die Erwägung Antisemitische Mordentschuldigung. Die Tötung eines Juden handelt, ob die Arbeiterfamilie nicht unterſtüßungsbedürftig und durch bestialische Antisemiten in Stegers bei Schlochau, wovon wir deshalb für den öffentlichen Geldsack lästig werden dürfte. Der Das italienische Königspaar in Frankreich. jüngst berichteten, will die„ Staatsbürger- Zeitung" entschuldigen: Leumund der Leute ist tadellos, die rigorose Art des Abschiebens Zum erstenmal seit Jahrzehnten weilt Jtaliens König als Gast Der betreffende Jude Levy aus Warschau, der sich übrigens deshalb um so empörender. Sie wurden am Montag insgesamt in in Frankreich, ein äußerer Beweis, daß das ehedem gespannte Verin der Herberge zu Stegers als Fleischergeselle( nicht als Schrift den Bahnzug transportiert, in Durlach übernachteten sie im Gehältnis zwischen den beiden romanischen Ländern sich in ein freundfeger) ausgegeben hat, hat dort ganz laut erklärt: Wenn Jejus fängnis, dann führte man sie in einer kleinen Zelle des schaftliches verwandelt hat. Dem Königsbesuch sind bereits allerlei Chriſtus auf die Welt kommen würde, würde man ihn heute noch Gefangenenwagens fort bis Leopoldshöhe, von da wieder Freundschaftsdemonstrationen, gegenseitige Flottenbefuche 2c., vorausso steinigen wie damals!" Durch diese rohe Aeußerung seien die hinüber ins Gefängnis Lörrach, wo sie nach einer zweiten gegangen. Der Höflichkeitsaustausch entspricht nur dem gegenübrigen Gäste erbittert worden." Darauf sei man dann über den Juden hergefallen. Die„ Staats- Schmerzensnacht am Mittwoch an die Schweizer Grenze trans- wärtigen Verhältnis der beiden Nationen zu einander. Nachdem portiert wurden. Der Aufenthalt im Gefangenenwagen, wo man sich auch in der Frage der Mittelmeer- Politik, der nordbürger- Zeitung", christlich wie, sie ist, fügt hinzu: Mag es auch mit den armen Leuten sprechen durfte, Dauerte afrikanischen Interessensphäre, geeinigt zu haben scheint, liegt in der fehr bedauerlich sein, daß der Vorfall einem Menschen das Leben von 10 Uhr morgens bis 19 Uhr abends bei großer Qual. Etliche That kein ersichtlicher Grund mehr zu irgend welcher Eifersucht der gefostet hat, die Schuld tragen die Juden". Warum beleidigt und erbittert der Jude die antisemitischen Staats- Pforzheimer Genossen und Arbeitskollegen hatten, als sie von dem rasseverwandten Völker vor. grausamen Aft erfuhren, dem Verstoßenen noch Lebensmittel und Der Besuch des italienischen Königspaares wird denn auch von bürger durch die„ rohe Aeußerung", ihresgleichen würde den Stifter etwas Geld an den Bahnhof gebracht. Dort durfte der zurück- der Presse des" Blocs" durchweg sympathisch begrüßt. des Christentums heute wiederum verfolgen und steinigen? Diese bleibende Sohn auch Abschied von seinen Lieben nehmen. Jaurès schreibt in der Betite Republique":„ Es Roheit" konnte nur gefühnt werden, indem die antisemitisch Ver- nichtet Minister Schenkel die Socialdemokratie. In einer Wahlver- lebe Italien. Mit diesem Schrei wird das Pariser Volk als Dolwilderten sogleich durch die brutalste Unthat bewiesen, wie tief in fammlung in Pforzheim, in welcher am Montagabend die Reichstags- metscher des Franzosenvoltes das italienische Volt, die italienische ihnen der christliche Gedanke wurzelt. Das ist die Moral der Abgeordneten Hildenbrand und Ged sprachen, brachte letzterer Demokratie, begrüßen. Es waren sehr furzsichtige Geiſter, die Staatsbürger"-Schützlinge: Man fälscht eine Wahrheit in eine Be- den Ausweisungsskandal zur Sprache und schuf damit eine feurige für Frankreich Italiens Einheit und Freiheit fürchteten, leidigung und schlägt denjenigen nieder, der die Wahrheit jagte. Stimmung für den Landtags- Wahlkampf. Der Entschuldigungsversuch der Staatsbürger- Zeitung" beweist die abgrundtiefe Vertvahrlosung des Antisemitismus. " Vaters. Husland. Rosebery gegen den Schutzzoll. So ver " Lanterne" ob das Frankreich der der Umwälzung seine dauernde Größe auf der Unterdrückung und Zerstückung der andern Völker gründen könnte." Clemenceau heißt in der, Aurore" den König willkommen und fügt hinzu: Er kommt uns besuchen, und Keine Wahlfälschung. Vor der Erfurter Straffammer hatte sich Loubet, weniger in das Dogma eingefnotet als Franz Josehp, wird am Dienstag der Maurer Eberhardt aus Herbsleben bei Gotha wegen Wahlfälschung zu verantworten. E. hatte am 16. Juni zwei- Lord Rosebery sprach am Dienstag in Sheffield. Die Zuhörer- ihm den Besuch in seiner Hauptstadt, dem befreiten Rom, erwidern. mal gewählt; einmal in dem gothaischen Orte Herbsleben und dann schaft bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Zu Beginn seiner Diese Reise wird keinen Aufschub erleiden, wie die des Zaren. in Erfurt. Der Angeklagte ist in Herbsleben ansässig, arbeitet aber in Nede entwarf Lord Rosebery eine spöttische Schilderung der jüngsten Das französische Volt wird es nicht gestatten." „ Die französischen Klerikalen werden ihren Aerger Erfurt und geht wöchentlich nur an den Sonnabenden zu seiner Vorgänge im Kabinett. Während der Premierminister von der Auf- schreibt: Familie. Vor Gericht gesteht er ein, zweimal gewählt zu haben, will rechterhaltung des bisherigen Stornzolls abgeraten habe, sei ein großer schwer verbergen können. Die beginnenden Fefte betonen ihre endaber darin nichts Strafbares erblickt haben, weil er an beiden Orten Minister nach Birmingham gegangen und habe erklärt, das Reich sei gültige Niederlage, ein Grund mehr für die Republikaner, sich in der Wählerliste gestanden und auch an beiden Orten Steuern zahle. in Gefahr, wenn der Zoll nicht erhöht werde. Er, Redner, bezweifle, herzlich über die Annäherung zwischen beiden Völkern zu freuen, die Auch sei ihm in Erfurt von allen Parteien die Aufforderung zur ob überhaupt seitens des Kabinetts eine Untersuchung über die Frage einen neuen Schritt zum dauernden und organisierten Frieden „ Gaulois" schließt einen Aufsatz: König Wahl zugegangen, der er gefolgt sei. Am Tage der Stichwahl hat der Zollpolitik stattgefunden habe; in jedem Falle aber hätte man doch den Europas bedeutet." E. ebenfalls in Erfurt gewählt. Der Staatsanwalt beantragte Sturm nicht verhindern können, indem man sich auf das Barometer Victor Emanuels bester Bundesgenosse ist die Seftierer- Republik, die einen Monat Gefängnis. Das Gericht kommt zu einer segte. Rosebery bezeichnete sodann Chamberlain als das gegen- ihn mit Geschenken überhäuft. Durch ihre Hilfe hat er seine Freisprechung mit der Begründung, daß der Angeklagte nichts wärtige Haupt der Regierung. Der Schazkanzler Austen Chamberlain, Finanzen geheilt. Diesem großen Dienst hat Delcassé das großunternommen habe, um in beide Wählerlisten zu kommen, mithin fette Rosebery hinzu, besorge die Politik feines schußzöllnerischen mütige Angebinde Tripolis liebenswürdig hinzugefügt, so daß Bizerta auch formell im Rechte sei, wenn er zweimal wählte. Balfour halte seine Stellung lediglich imte, bis der eines Tages von minder harmlosen Soldaten als den türkischen wandernde Glaubensbote mit einem Delzweig im Munde wieder- umstellt sein wird. Italien laviert zwischen DeutschWenn Schuyleute mißverstehen. Das Kapitel Schutz vor Schutz- gekehrt sei. Er, Rosebery, glaube nicht an das System der Ver- land und Frankreich, um zugleich über das gerTeuten erfährt eine neue Bereicherung durch einen Beitrag aus Nürn- geltung. Chamberlains Politit sei ein großes Gewirr schillernder manische Schwert und den gallischen Sparbeutel berg. Im Juli d. J. hatten ein Wirt und ein Briefträger zusammen Seifenblasen, die einem in der Hand zergehen, wenn man danach zu verfügen. Darin sehen unsre Staatsmänner nichts Aufdie Kirchweih in Ziegelstein, einem Orte bei Nürnberg besucht und greift. Für ihn sei keine Verlockung in der von Chamberlain ge- fallendes. Sie find ihm dafür dankbar, daß er ihre Wohlthaten annimmt sich in der Nacht auf den Heimweg gemacht. Im Walde zwischen botenen Aussicht enthalten, daß das Land in einen Kampf mit der und halten sich durch seine Freundlichkeit für reichlich bezahlt. Er Ziegelstein und Nürnberg wurden sie von den Schußleuten Rupp ganzen civilisierten Welt verwickelt sein werde. Bisher sei an gewinnt auf allen Seiten. Es ist ein Vergnügen, den italienischen und Heßler überfallen und schwer mißhandelt. Der Briefträger wurde Chamberlains Politik alles Hypothese und Behauptung: ein großer Rationalismus auf der Freimaurerei unfrer Minister aufzubauen." in einen Graben geworfen und durchgeprügelt, noch schlimmer kam der Handelsstaat wie England aber könne seine Handelspolitik nicht auf Wirt weg. Er wurde von den Hütern der Ordnung derart geschlagen, Hypothese und Behauptung hin umwälzen. Er sei froh, daß der daß er blutüberströmt nach Hause gebracht wurde und sich längere Mann, der fürzlich gesagt habe, er liebe, wenn er geschlagen werde, lauten heute minder aufregend. So wird aus New York gemeldet: Zeit in ärztlicher Behandlung befand. Am andren Tage suchten die wieder zu schlagen, nicht an der Spize des Auswärtigen Amtes In einer, wie das Blatt fagt, authentischen Darlegung der Brügelhelden die Mißhandelten zur Unterlassung der Anzeige zu stehe. Man brauche feine Verwicklungen mit Rußland, Deutsch- Stellung Japans versichert die„ New York Sun", nichts, was andren Ländern hervorzurufen. bewegen, wofür sie ihnen Geld auboten, aber ihre Bemühungen land, Frankreich und Der Rußland in der Mandschurei thun würde, würde von Japan als waren vergeblich. Sie hätten sich aber auch gar nicht zu bemühen brauchen, Freihandel, fuhr Redner fort, habe wachsendes Kriegsfall betrachtet werden. Japan werde in der Mandschurei jedes denn das Gericht sprach sie frei unter der merkwürdigen Begründung, und überreiches Gedeihen erzeugt und Cham- aggressive Vorgehen vermeiden, das Rußland einen Vorivand bieten die Mißhandlungen und der Bestechungsversuch seien zwar erwiesen, berlain den gegenwärtigen großen fönnte, dort zu verbleiben, werde aber jeder Bewegung Rußlands in aber es sei auch dem Vorbringen der Schußleute, es handle sich auswärtigen Handel Englands in Gefahr bringen der Richtung auf Korea bis zum äußersten Widerstand leisten. Innernur um ein Mißverständnis, indem sie die beiden harmlojen um eines fleinen illusorischen Handels mit den halb der letzten Tage ist indes, soweit gut unterrichtete japanische Leute für ein paar Louis gehalten hätten, die ihnen, den Schutz- Kolonien willen. Es gebe keine Spur von Beweis dafür, Kreise wissen, keine Entwicklung eingetreten, die auf eine unmittelbar leuten auflauern wollten, Glauben zu schenken. daß das Mittel Chamberlains nicht schlimmer sei, als die Krankheit, bevorstehende Krisis hindeuten würde. werde Die Nachrichten aus Ostafien Wenn ein gewöhnlicher Civilmensch einen andern ordentlich ver- die er sich vorgenommen habe zu heilen, oder daß durch seinen Plan Auch dem„ Morningleader" wird aus Washington tel haut und sich dann auf ein Mißverständnis hinausreden will, so die Bande zwischen den einzelnen Teilen des Reiches enger geknüpft graphiert: Mehrere hervorragende Diplomaten versicherten auf das wird ihn das wohl nicht vor Strafe schützen. Was würde erst einem würden. Im Gegenteil, derselbe sei geeignet, die Einheit des bestimmteste, daß den Gerüchten über den bevorstehenden Ausbruch Manne mit beschränktem Unterthanenverstande geschehen, der sich Reiches lahmzulegen, ja möglicherweise zu zerstören. England eines ruffisch- japanischen Konflikts nicht der geringste Glauben beiunterfangen wollte,„ aus Versehen" einen Schutzmann zu versei bisher Speditionsfirma und Abrechnungszumessen sei. In Washington sei man überzeugt, daß der prügeln.haus für die Welt gewesen, man möge sich Friede in Ostasien erhalten bleiben werde. 4 " Staatssekretär Sah erklärte am Dienstag in der war eher eine formale Bestätigung und Ausbauung des organiKabinettssigung, die Verhandlungen zwischen Rußland und Japan satorischen Teiles des Vertrages von Jory" als ein eigentlicher Gewerkschaftliches. schienen einer friedlichen Lösung entgegenzugehen. Parteitag. Nach einem weiteren Jahre gemeinsamer Arbeit in enger Eine Aktion gegen die Mißstände im Koft- und Logiswesen geschlossenem Rahmen konnten dann die letzten alten Hüllen der soll jetzt von den in Betracht kommenden Gewerkschaften in die Wege Deftreich- Ungarn. In Reims tagten zuDie Fleischteuerung und Fleischnot macht sich in Destreich der- sammen nicht mehr vertragschließende oder einen Vertrag bestätigende geleitet werden. Am 12. Oktober fand im Berliner Gewerkschaftsmaßen fühlbar, daß z. B. der Vorstand des ersten Wiener Volks- Teile, sondern im Zusammenwachsen begriffene Elemente eines Hause eine Konferenz statt, an der sich Vertreter der Verbandsküchen- Vereins den Beschlußz faßte, Versuche mit gedünstetem oder Parteiganzen. Die innere Verwandtschaft einzelner Elemente ist nicht vorstände der Bäcker, Barbiere, Brauer, Gärtner, Gastwirtsgehilfen, gebackenem Kaninchenfleisch in den Volksküchen des Vereins ihre Uniformität, die Vereinigung verwandter Elemente ergiebt ein Handlungsgehilfen, Konditoren, Krankenpfleger, Müller, Sattler, Handlungsgehilfen, Konditoren, Krankenpfleger, Müller, Sattler, machen zu lassen! Ferner sollen von jetzt an zweimal in der Woche neues Ganzes. Beides hat sich auch in Reims gezeigt. Das ist eine Schlächter, Schmiede und Schuhmacher beteiligten. Ebenso war die Seefische gegeben werden. Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und die erfreuliche Bürgschaft für die Weiterentwicklung der neuen Partei Die Wiener Arbeiterschaft hielt am Dienstagabend in der Volks- nach innen und nach außen. Berliner Gewerkschafts- Kommission vertreten. Zweck der Kons Halle des neuen Rathauses eine Massenversammlung ab, deren Mittel ferenz war, und Wege Unter diesem Gesichtspunkt sind die aufgetauchten einzelnen zu suchen, die unt mit Tagesordnung lautete„ Die Fleisch verteuerung in Wien", Meinungsverschiedenheiten meines Erachtens ebenso zu begrüßen wie der Gewährung von Koſt und Logis im Hause des Meisters und in der die Genossen Jakob Neumann und Dr. Ellenbogen refe- die endgültig vollzogene organisatorische Verschmelzung. verbundenen Uebelstände zu beseitigen und auf Beseitigung des Kostministerialistischen Elemente der jaurèsistischen Partei, die mit dieser und Logiszwanges hinzuarbeiten. Nach eingehender Diskussion wurde innerlich oder auch bereits äußerlich zerfallen find, pflegten bisher folgende Sesolution einstimmig angenommen: gegen die P. S. de F. hauptsächlich zweierlei Einavände zu erheben: sie wäre keine wirklich geeinigte Partei, sondern eine Union von eine unerträgliche Schablone in allem und jedem auf. Reims hat beide Guesdisten und Blanquisten, andrerseits zwänge sie ihren Mitgliedern Einwände niedergeschlagen. Ueber den ersteren ist kein Wort mehr zu verlieren. Was den zweiten betrifft, so spielten sich die Meinungsverschiedenheiten frei ab nicht nur zwischen Delegierten verschiedenen organisatorischen Ursprungs, sondern teilweise auch im Schoße der ehemaligen Sonderorganisationen selbst. rierten. Frankreich. Die antiDie Centralvorstände der beteiligten Berufsorganisationen werden ersucht, bis zum 1. Dezember d. J. zu Händen der General tommission zu erklären, ob sie der Errichtung einer Centralstelle zur Beseitigung der Mißstände des Kost- und Logiswesens zustimmen und bereit sind, die durch die Thätigkeit der Kommission entstehenden Kosten pro rata der Mitgliederzahl zu tragen. Gleichzeitig haben die Vorstände sich über den Siß der betreffenden Centralstelle zu äußern. Die zu errichtende Centralſtelle hat die Aufgabe, alles für die Beseitigung der Schäden des Kost- und Logiswesens in Betracht kommende Material zu sammeln, sowie unter Hinzuziehung geeigneter Personen, als Parlamentarier, Juristen, Gewerbes gerichts- Beisiger, Krankentajien- Vorstände 2c. diejenigen Schritte zu beraten, die zur Erreichung der Aufgabe der Centralstelle nötig sind. Ferner hat die Centralstelle unter Verständigung der bes treffenden Gewerkschaftskartelle örtliche Versammlungen der be teiligten Getvertschaften zu veranstalteit, um einmal die Beseitigung des Kost- und Logiszwanges in den Vordergrund des öffentlichen Interesses zu rücken, das Ziel damit unter den Gewerkschaftsmitgliedern zu propagieren und schließlich gemeinschaftliche Aktionen zu ermöglichen. Berlin und Umgegend. Zur Schulfrage. Paris, 11. Oktober.( Eig. Ber.) Nach amtlichen Angaben über den weltlichen Primarschulbesuch in Paris und im Seine- Departement ist im Beginn des Schuljahres die Schülerzahl wie folgt gestiegen: in Paris um 1900 Knaben und 3200 Mädchen, in der Bannmeile um 1600 Knaben und 3200 Mädchen. Das ist nicht gerade viel. Denn im verflossenen Schuljahre zählte man in den Pariser Primarschulen 72 000 Knaben und 68 000 Mädchen, in der Bannmeile 40 000 Knaben und 34 000 Mädchen. Der nur geringe In der Hauptsache freilich handelte es sich naturgemäß um Zuwachs bezeugt am deutlichsten den Palliativcharakter der bisherigen unterschiede zwischen ehemaligen Guesdisten und Blanquiſten nebst antikongreganistischen Schulpolitik. In der That, von den im Jahre diesen näherstehenden Elementen. Wie aus meinen Kongreßberichten 1903 in Paris und Bannmeile geschlossenen 69 kongreganistischen Schulen( 29 Knaben und 40 Mädchenschulen) sind 38, darunter ersichtlich, liegt den bezüglichen Meinungsdifferenzen zu Grunde eine 15 Knaben- und 23 Mädchenschulen, in denselben Lokalen unter dem mehr oder minder verschiedene Bewertung der demokratischfür den proletarischen Kampf. Aushängeschild privater weltlicher Schulen wiedereröffnet republikanischen Einrichtungen worden. Andrerseits sind in Paris wie in ganz Frankreich die Baillant und seine engeren Gesinnungsgenossen schäßen sie höher ein als die Guesdisten. Daraus ergab sich die Geneigtheit der Schulen der„ Brüder der christlichen Doktrin", d. h. der weitaus wichtigsten Schulfongregation unbehelligt geblieben, für ein staatliches so so daß ersteren unter gewissen Bedingungen diese einfach von der Konkurrenz der kleineren Schulkongregationen Argumenten bekämpft wurde, wie das Budgetvotum, wie das EinUnterrichtsmonopol, das von Guesde unbedingt und mit denselben befreit wurde und so ihre Schülerzahl vergrößern kann. In den antiklerikalen Streifen sieht man übrigens die Unzulänglichkeit der treten für jede Machterweiterung des Klassenstaates überhaupt. bisherigen Aktion immer flarer ein. Daher die erstarkenden Be- Daraus entsprang ferner die gegensätzliche Stellungnahme der einen strebungen zu Gunsten eines staatlichen Unterrichtsmonopols. Ferner und der andern zum Kommissionsantrag, die Abschaffung des liegt bereits ein radikaler Antrag vor auf sofortige Auflösung der Senats und der Präsidentschaft der Republit" ins Minimalprogramm genannten Kongregation der christlichen Schulbrüder, die sonst auf einmal die Verschiedenheit der beiderseitigen Stellung zum Antiaufzunehmen. Auch zeigte sich in der Unterrichtsdebatte wieder Grund einer vorsündflutlichen Genehmigung dem Vereinsgesetz von flerifalismus. Der scharf antiklerikale Gedanke des alten Blanqui 1901 nicht unterliegen kanit. hat sich auf Vaillant und seine engeren Freunde ungeschwächt fortDie Unruhen im Streitgebiet scheinen trotz des Zusammen- geerbt, während den Guesdisten die antiklerikale Gesinnung als solche bruchs der spontanen Streitbewegung noch einmal emporgeflammt eigentlich fremd ist und sie den Klerikalismus ausschließlich zu sein. Wieviel dazu das übereifrige Vorgehen von Gendarmerie als eine übrigens untergeordnete Erscheinungsform der bourgeoisen gestrigen Streitversammlung der Metalldrücker konnte Cohen und Militär beigetragen, wird sich erst später feststellen lassen. Klassenherrschaft bekämpfen. Für heute liegen noch folgende einseitige offizielle Meldungen vor: Die Nacht ist ruhig verlaufen. Militärpatrouillen durchzogen die ganze Nacht hindurch die Straßen und hielten bis heute früh die Ordnung ohne Zwischenfall aufrecht. Vormittags 10 Uhr versammelten sich die Ausständigen im Volkshause. Als die Ausständigen die Versammlung verließen, stieß die bewaffnete Macht auf Schwierigkeiten, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Die Menge begab sich wieder nach der Rue Bayard, wo gestern Ruhestörungen stattgefunden hatten; sie wurde jedoch zerstreut. trat alsdann wieder Nuhe ein. Belgien. Die Soldatenmißhandlungen und das Ausland. Zum Beweise dafür, wie ungeheuren Eindruck die vielen Mitteilungen über schwere Mißhandlungen im deutschen Heere auf das Ausland machen, kann unter anderm die Thatsache dienen, daß ein sonst so ernstes Blatt wie der„ Peuple" sich das Märchen aufschwagen läßt: Aus Furcht vor der schlechten Behandlung seien 10 000 neu aus gehobene Rekruten nicht zu ihren Truppenteilen gestoßen, sondern ins Ausland geflüchtet! Doch handelt es sich bei alledem bloß um Schattierungen, die gerade scharf genug sind, um eine fruchtbare Aufeinanderwirkung zu ermöglichen im Sinne der Ausgleichung der Einseitigkeiten von hüben und drüben, der Vermeidung falscher und eventuell schädlicher Uebertreibungen nach dieser oder jener Seite. zu bleiben. Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. Bekanntlich sind die Fabrikanten, die am eifrigsten die AusVereinigung entweder mißachten oder ungehen. Was in dieser Hinsperrung propagierten, auch diejenigen, die jetzt den Beschluß ihrer ficht seitens des Metallarbeiter- Verbandes von den Firmer Pintsch und Frister u. Heegewaldt angeführt wurde, ist zwar au fangs feitens der Arbeitgeber bestritten worden, mußte jedoch schließlich als durchaus der Wahrheit entsprechend zugegeben werden. In der über einen neuen Fall berichten, wie einer der größten Scharfmacher der Fabrikanten- Vereinigung sich um die volle Ausführung des Aussperrungsbeschlusses herumzudrücken sucht. Von der großen Anzahl Lehrlinge, die der Fabrikant Lehnhof beschäftigt, sollten sechs am 1. Oktober ausgelernt haben. Um nun diese neuen Gehilfen nicht aussperren zu müssen und sich ihre Arbeitskraft zu erhalten, läßt er In der Generalstreit Frage konnte zunächst keine sie 3 Monate nachlernen. Ueber denselben Fabrikanten wurde Ginigung erzielt werden, aber die Debatte hat die beiderseitigen weiter berichtet, daß er einen besonderen Arbeitsraum in der ManteuffelAuffassungen einander nunmehr so nahestehend gezeigt, daß der straße gemietet hat, wo Arbeiterinnen für ihn thätig sind. Diese Art Umnächste Parteitag diese wichtigste Differenz leicht schlichten dürfte. gehungen des Aussperrungsbeschlusses sind ebenso bezeichnend für Die Unruhen dauerten gestern abend bis gegen 9 Uhr. Bei Diese Differenz war bekanntlich so groß, daß sie übrigens in die ganze Haltung der Fabrikanten, wie der Umstand, daß man Ginbruch der Dämmerung errichteten die Meuterer aus Einrichtungs- enger Verbindung mit mit der divergierenden Stellung zu den kurz vor der Aussperrung mit einem großen Teil Arbeiter, die bisstücken, die sie aus den Häusern geraubt hatten, aus Eisendrähten Gewerkschaften überhaupt auf dem Londoner Internationalen her feine Kündigung hatten, eine vierwöchentliche Kündigungsfrist und Pflastersteinen Barrikaden. Ein Fabrikant wurde auf der Kongreß( 1896) Blanquisten und Guesdisten verhindert hat, vereinbarte, so daß sie nach dem Wortlaut jenes Beschlusses nicht ausStraße angefallen und gegen ihn ein Revolverschuß abgefeuert, der in derselben Delegation Der Kongreß mußte zusperren waren. Daß der Kampf, den die Fabrikantenvereinigung jedoch fehl ging. Ein Haus wurde in Brand gesteckt und die Fener- zwei besondere französische Delegationen anerkennen. In der dem Metallarbeiter- Verband aufgezwungen hat, die Kräfte des Verbandes wehr verhindert, den Brand zu löschen, so daß Soldaten die Lösch einen saßen die Guesdisten mit den damals unabhängigen" nicht übersteigt, dafür zeugt die Thatsache, daß die Ortsverwaltung arbeiten übernehmen mußten. Dank dem starken Militäraufgebot Parlamentariern Jaurès, Millerand u. a., in der andren die am Dienstag beschlossen hat, die Unterstützung der Ausgesperrten, Blanquisten mit den Allemanisten und den Gewerkschaftlern. Die die länger als ein Jahr Mitglied sind, um 2 M. zu erhöhen. Später weitere Entwicklung der Generalstreif- Idee in Frankreich und der wird eventuell noch eine weitere Erhöhung eintreten. Uebrigens guesdistisch- blanquistischen Stellung zu derselben zu sfizzieren, wäre wird der Stand des Streifs jezt auch in einigen bürgerlichen hier nicht am Plage. Geng, von 1896 bis 1903 ist man der Ver- Blättern als ein für die Arbeiter sehr günstiger bezeichnet, z. B. in ständigung auch über den Generalstreik nahe gekommen. Die von der Frankfurter Zeitung", die ferner auch der Meinung Ausdruck giebt, Guesde dargelegte Auffassung, wonach der Generalstreit daß die großen Fabrikanten wohl bei dieser Gelegenheit die kleinen an unter selbstverständlicher Ablehnung der damit verknüpften die Wand drücken werden. Von den streikenden Drückern ist bis Illusionen der revolutionären Nurgewerkschaftler und Nur jetzt, also nachdem der Streik 4 Wochen dauert, nicht ein Einziger generalstreifler als eines unter vielen andren Mitteln der zum Streifbrecher geworden. Bei dieser musterhaften Solidarität focialen Revolution zu betrachten wäre, ist mit der Vaillantschen ist es, wie der Referent mit Recht hervorhob, geradezu überflüssig, Auffassung im wesentlichen identisch. Der Widerspruch gegen Guesde die Streitenden zum Ausharren im Kanipfe zu ermahnen. Ihre tam aus dem Kreise seiner eignen engeren Gesinnungsgenossen, die Haltung zeugt dafür, daß ein jeder weiß, daß, wenn er die Früchte zum Teil an der alten unbedingten Verwerfung des Generalstreits des Kampfes ernten will, er nicht wankend werden darf, und daß festgehalten wissen wollten. Nur dadurch allein wurde, da die Zeit der Kampf mit den Kühnemännern fein gar so leichter werden Im ersten Berliner Landtags- Wahlkreise beabsichtigen die drängte, eine Bertagung der Entscheidung bis zum nächsten Parteitag würde, dessen war man sich auch von Anfang an voll bewußt und Konservativen wie bei der Reichstagswahl die Politik in eine notwendig. auch darauf vorbereitet. Ulterei zu verwandeln. In einer Versammlung am Dienstagabend, Besonders hervorzuheben ist noch das tiefe internationale die sich mit den Landtagswahlen beschäftigte, führte der Mann von Fühlen der Partei, wie es in Reims so drastisch zum Ausdruck Der Streit der Angestellten im Adressenverlag Robert Teßmer der anstrengenden jeistigen Arbeet", v. Bottlenberg- Schirp, aus, daß fam. Nicht umsonst nennt sich die P. S. de F. in ihrer Principien- dauert unverändert fort. Es ist der Firma bisher nicht gelungen, nach dem ungünstigen Ergebnis der Reichstagswahlen zunächst keine erklärung von Jory einen Teil des organisierten internationalen die zur Fortführung des Betriebes notwendigen Arbeitskräfte heranStimmung vorhanden gewesen sei, jegt aufs neue in eine energische Proletariats". Sie fühlt sich in der That aufs innigfte mit dem zuziehen. Die Firma Teßmer übersendet imis nun eine Zuschrift, Agitation für die Landtagswahlen einzutreten. Man habe sich ge- revolutionären Socialismus in allen Ländern verwachsen. Dieses die vom 13. Oktober datiert ist, und nach Kenntnis unfrer gestrigen fragt, ob Berlin zur Zeit überhaupt der geeignete Ort fei, wo man Gefühl durchzitterte jede wichtigere Debatte und trat häufig auch Mitteilungen über die Arbeitsverhältnisse in ihrem Betriebe sicherlich von konservativer Seite aus öffentliche Agitation mit Erfolg be- als nachdrückliches und nie seine Wirkung verfehlendes Argument nicht abgesandt worden wäre. Die Zuschrift lautet: treiben könne. Mit Rücksicht auf den Dresdener Parteitag in erster direkt in die Erscheinung. Insbesondere der Dresdener" In der Nr. 239 Ihres geschäßten Blattes vom 13. Oktober cr. Linie habe man jedoch beschlossen, auch bei den Landtagswahlen Parteitag schwebte sozusagen über den Verhandlungen von An- bringen Sie eine meinen Adressenverlag betreffende Notiz und trotz alledem energisch an die Arbeit zu gehen, um den Mitläufern der fang bis zu Ende. Der Sieg des revolutionären Gedankens in berichten insbesondere, daß eine größere Anzahl Schreiber die Arbeiten Socialdemokratie Gelegenheit zu geben, die rote Fahne zu verlassen. Dresden belebte das Ganze, erfüllte alle Teilnehmer mit frischem bei mir niedergelegt haben. Der Centralverband der HandlungsAls Kandidaten wurden aufgestellt die durchfallserprobten Mut. Und der Kongreß gab ohne Debatte und einmütig seine gehilfen 2c. Habe„ vergeblich versucht, durch Verhandlungen den beProfessor v. Wendstern und Ober- Postassistent Stockmann, dazu freudige Zustimmung zum Kommissionsvorschlag, die Dresdener Re- fcheidenen Forderungen der Angestellten Anerkennung zu verschaffen"; Landesrat Meyer. Wir können versichern, daß mindestens die Hälfte solution über die Taktik unverändert, nur durch ein paar den es sei aber jede Aufbesserung des je pt 8 bis 10 m. pro Woche der Socialdemokraten des ersten Berliner Kreises entschlossen ist, Revisionismus" international erweiternde Bezeichnungen vermehrt, betragenden Schreiberlohnes abgelehnt worden. Diese Mitteilung diesen bewährten Volksfreunden die Stimme zu geben. dem Internationalen Kongreß zu Amsterdam als Resolution der entspricht insofern den Thatsachen nichtrecht, als der Centralverband nicht P. S. de F. vorzulegen. bescheidene Forderungen gestellt hat, sondern eine Reihe solcher, welche wohl als unerfüllbar erachtet werden müssen, und trotz Abwesenheit des Herrn Teßmer selbst eine sofortige Entschließung verlangt wurde. Unrichtig ist ferner, daß der Wochenlohn der Schreiber 8 bis 10 m. betrage. In feinem Falle beläuft sich derselbe bei normaler Arbeit auf nur 8., er geht im Maximum vielmehr bis 30 M. pro Woche und stellt sich auf 14,60 M. durchschnittlich pro Woche." Landtagswahl. Breslau. Für die Breslauer Landtagswahl wurde als Kandidat der vereinigten liberalen Parteien neben Professor Doormann( Freifinnige Volkspartei) und Professor Kaufmann( nationalliberal) der bisherige Abgeordnete Bergrat Gothein( Freisinnige Vereinigung) aufgestellt. Der Kongreß von Reims. Es sei hier bemerkt, daß der Dresdener Parteitag in Frankreich überhaupt eine gute und nachhaltige Rückwirkung gezeitigt hat. Er bedeutet eine gewonnene Schlacht für die Sache des proletarischen Socialismus im Lande des verbürgerlichten ministerialistischen Auch Socialismus. Betreffs des Minimalprogramms genüge der Hinweis, daß dessen fommunaler Teil, wie übrigens schon das alte guesdistische Kommunalprogramm, feine Forderungen der Kommunalisierung von Betrieben enthält. Sonst wird dieses Programm an seinem Teil den Vorurteilen entgegenarbeiten, als ob die P. S. de F. nichts von Reformen und Gegenwartsarbeit wissen wollte. Die Paris, 6. Oftober.( Eig. Ber.) Diese Behauptungen unterzeichnet und verbürgt also ein Herr Der zweite Kongreß der Socialistischen Partei Frankreichs ist Becher als Vertreter der Firma Teßmer mit seiner Namensunterfeiner Aufgabe in vollem Maße gerecht geworden. In ernster, schrift. Derselbe Herr Becher hat die Verhandlungen mit den Verfleißiger Arbeit hat er um nur das Wichtigste zu erwähnen tretern des Centralverbandes der Handlungsgehilfen geführt. Er das in Jory und Commentry begonnene organisatorische Einigungs- Reims hat die Partei innerlich gefestigt und so sie zur Er- erklärte von vornherein, nach Anordnung des Herrn Leßmer auf werk endgültig vollendet, ein gemeinsames Minimalprogramm votiert, weiterung ihres Einflusses auf die verwandten proletarisch denkenden te ine Forderung der Angestellten eingehen zu können. der Kammerfraktion in den schwebenden parlamentarischen Fragen Elemente besser als bisher befähigt. Nach Reims ist die äußere Vertreter des Verbandes, deren Besuch brieflich vorher mitgeteilt eine Richtschnur gegeben, die Haltung der Partei auf dem inter- Stärkung ihre allerdringendste Aufgabe. Schon deshalb allein ist war, baten nun, Herrn Teßmer, der angeblich verreist war, von den nationalen socialistischen Kongreß zu Amsterdam in der Frage der Taktik die Schaffung einer Tageszeitung für jie geradezu eine Lebensfrage. Forderungen Nachricht zu geben. Dieses eigentlich selbstverständliche festgelegt und in Bezug auf den Generalstreit tlar vorgezeichnet. Wenn sie nicht im stande war, die nach dem jaurèsistischen Bordeaur- Gesuch lehnte Herr Becher rundweg ab mit der Behauptung, daß Die Bewältigung von so viel Arbeit in der relativ furzen Zeit Kongreß für die Vermehrung ihrer Reihen so günstige Situation ihm der Aufenthalt feines Chefs völlig unbekannt sei. Auf die von drei Tagen und sieben Sizungen darf als mustergültig bezeichnet auszunuzen, so meines Erachtens in erster Linie deshalb, weil es weitere Frage der Kommission, wann Herr Teßmer zurückkehre, werden. Erreicht wurde das in technischer Hinsicht einerseits durch ihr an einer Tageszeitung fehlte. In Reims wurde dieser Mangel erhielt sie die Antwort, daß Teßmer eine, vielleicht auch die gute Vorarbeit der Kommissionen und sodann durch den streng beklagt, aber weiter kam es leider nicht. Wird hierin Wandel ge- zwei Wochen bon Berlin fernbleibe und in dieser Zeit fachlichen Charakter der Verhandlungen. Trotzdem die Debatten mit schaffen, so spricht alles dafür, daß die sich häufenden latenten Sym- unerreichbar sei. Diese Antwort mußten die Angestellten inter ziemlich ausführlich wurden, beschränkten sie sich durchweg, pathien für die P. S. de F. zur lebendigen That werden würden. Die geradezu als Hohn betrachten. Herr Becher weiß also, ohne des äußeren Zwanges der Zeitbeschränkung zu bedürfen, auf abschreckende Wirkung von Bordeaux und die anziehende Wirkung daß feine Behauptungen, der Berband habe unerfüllbare einen knappen, an Kommissionsberatungen gemahnenden Meinungs- von Reims würden mit doppelter Kraft darauf hinarbeiten, alle Forderungen gestellt und trotz der Abwesenheit des Herrn Teßmer austausch. Eigentliche„ Reden" im oratorischen Sinne gab flaffenbewußten Elemente des französischen Proletariats unt die eine sofortige Entschließung verlangt, unwahr sind. Unfre Anes nicht, aber alle wesentlichen Argumente für und wider Fahne der P. S. de F. zu scharen. gaben über die Wochenlöhne der Angestellten im Teßmerschen Bewurden vorgebracht und jeber Delegierte, der etwas zu triebe sind in allen Teilen aufrechtzuerhalten. Nach der fagen hatte, tam zum Wort. Daß aber der Kongreß so Berichtigung. Im Kongreßbericht von Reims sind folgende zwei Enquete des Centralverbandes teilten wir gestern mit, arbeiten konnte, erklärt sich innerlich aus der wesensgleichen Einheit- sinustörende Druckfehler zu berichtigen: 1. Jm Bericht des Setre- daß der Wochenlohn 8-10 M. betrage bei lichkeit der Anschauungen aller seiner Teilnehmer und dem damit tariats( Nr. 229, 2. Beilage, dritte Spalte) foll es heißen: Die täglich 81stündigen Arbeitszeit. Bei 3-5 stündiger täglicher Nach tverknüpften einmütigen Willen zur Einigung. Daher wurde auch in Zahl der Föderationen beträgt 38, 2 mehr als im Vorjahr" arbeit und einer Sonntagsarbeit von 8-10 Stunden den einzelnen Fällen, wo sich wichtigere Meinungsdifferenzen er- statt:„ nur 2 mehr". 2. In der Generaldebatte über das Minimal- werden außerdem wöchentlich 3-5 M. durch Hausarbeit erzielt. Herr gaben, rasch eine Verständigung erzielt, wie in der Organisations- programm( Nr. 231, 2. Beilage, zweite Spalte unten) hat Bracke Becher bestätigt in seiner Berichtigung diese standalöse Ausbeutung und der Unterrichtsfrage, oder aber eine Verständigung vorbereitet, gesagt, daß es sehr wahrscheinlich"( nicht wie gedruckt: menschlicher Arbeitskraft, und beweist, daß er die in dem von ihm wie in der Generalstreitfrage. un wahrscheinlich) sei, daß der gesetzliche Achtstundentag in bertretenen Betriebe aufgedeckten Zustände in der DeffentlichGenau genommen, hielt die geeinigte Partei in Reims ihren gewissen Ländern vor der socialen Revolution nicht zu erlangen feit nicht verteidigen kann. Der Lohn, der bei„ normaler ersten Kongreß ab. Denn die vorjährige Tagung in Commentry sein dürfte". Arbeit“ bis zum Maximum von 30 M. pro Woche geht, " " einer Verfammlungen. Die Reinickendorfer Genossen über den Parteitag. Reinickendorf Dst fand ist in sehr vereinzelten Fällen von einem Vorarbeiter ober I sei, doch sollten sich die Arbeiter verpflichten, während Autographen bei täglich 18-20 stündiger Arbeitszeit errungen ber vierzehn Tage vor den drei großen Festen worden. Dieser Normalzustand charakterisiert die Arbeitsverhältnisse nicht aus der Arbeit zu treten. Selbstverständlich sind des Teßmerschen Betriebes. Herr Teßmer wird sich schon entschließen derartige Abmachungen gesetzlich ungültig, selbst wenn sie von müssen, die Arbeitsverhältnisse zu berichtigen, andre BeIn Donnerstag, den den Arbeitern unterschrieben sind. Es wurden dann noch richtigungen werden auf die Haltung der Streifenden feinen Einfluß 8. Oftober 1903, eine Parteiversammlung statt, die sich mit den Er- mehrere Fälle zur Sprache gebracht, wo sich die Anmehr ausüben. gebnissen des Parteitages beschäftigte. Genosse Welt- Lichtenberg gestellten der Firmen den Werkstattarbeitern wie auch besonders den Mit dem Streik befaßte sich gestern abend in Frankes Fest- berichtete über den Parteitag in ausführlicher Weise. Er führte aus: abliefernden Heimarbeiterinnen gegenüber in einer äußerst ich am fälen eine stark besuchte öffentliche Versammlung. Der Allgemein hatte man erwartet, der Parteitag würde ein Siegesfest losen Weise benommen haben. Eine scharfe Kritik wurde auch an Referent Lange behandelte daselbst ausführlich die Ursachen des sein nach dem unvorhergesehenen glänzenden Ausfall der Reichstags- den Geschäftspraktiken der Maßkonfektions- Geschäfte geübt, weil diese Ausstandes und entrollte alsdann im einzelnen ein Bild geradezu wahl des diesjährigen Sommers. Daß es aber anders gekommen, die Kunden in den Glauben wiegen, fie liefern reelle Maßarbeit, entfeßlichen Elends der Adressenschreiber, das durch die Ausführungen sei den Genossen Bernhard und Bernstein zur Last zu legen. während es fich lediglich nur um eine bessere Konfektionsarbeit mehrerer Diskussionsredner noch ergänzt wurde. Bislang ist es Den scharfen energischen Ton bezüglich der Frage der Mitarbeit der handelt. Bemängelt wurde hierbei auch das Verhalten des„ Vorwärts", der Firma Teßmer nicht gelungen, Ersatzkräfte zu bekommen, socialdemokratischen Schriftsteller an bürgerlichen Blättern hätte der Inserate aufnimmt( u. a. von der Firma Schlesinger, Moabit), obwohl sie solche mittelst Annoncen usw. sucht. Nur 25 arme Teufel Genosse Braun veranlaßt, der das persönliche Moment in die in denen Maßanzüge" mit besten Buthaten für 15 und 20 m, anfind gegenwärtig in ihrem Bureau thätig. Dagegen ist es den Debatte hineingetragen hätte. Es sei gut, daß nunmehr die gepriesen werden, wo es doch feststeht, daß für solchen Preis ein Streifenden gelungen etwa 180 Arbeitssuchende zu bewegen, bei der Meinungen geklärt wären. Bedauerlich wäre ja der Ton in Maßanzug nicht herzustellen ist. Firma teine Arbeitswilligendienste zu verrichten. Folgende Re- den Parteiverhandlungen gewesen, aber man müsse dies zahlreicher Beteiligung an den kommenden Vertreterwahlen zur folution fand einstimmige Annahme! der Erregung zu gute halten, in welche die führenden Genoffen Generalversammlung der Innungs- Krankenkasse auf, da die vorige geraten waren. Sie haben das Beste der Partei gewollt und auch Wahl infolge eines Protestes von der Gewerbedeputation vorauss burchgeführt. fichtlich für ungültig erklärt werden würde. Mit einem kernigen Appell Täterows, für die Stärkung der Organisation zu sorgen, wurde die Versammlung geschlossen. " Die heutige öffentliche Versammlung hat von der tieftraurigen Lage der in Adressenbureaus beschäftigten Angestellten Kenntnis genommen und spricht dem im Kampfe um bessere Entlohnung stehenden Personal der Firma Robert Teßmer ihre wärmste Sympathie aus. Die Bersammelten versprechen, die Ausständigen nach jeder Richtung hin zu unterstützen und erwarten ein Gleiches von der Deffentlichkeit und ben beteiligten Kreisen, damit den bescheidenen Forderungen der Angestellten Gerechtigkeit widerfährt." Deutfches Reich. Ein Flößerstreif. Hierauf wurde eine Resolution verlesen, die sich gegen die Vorgänge auf dem Parteitag wandte. Sodann forderte Ritter noch zu Genosse Stadthagen nahm das Wort, erklärte in längerer Rede, der Ton auf dem Parteitage sei noch nicht scharf genug gestrebungen. Er bat, die verlesene Resolution nicht anzunehmen und Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am Montag im Gewerkschaftswesen und wandte sich nochmals scharf gegen die revisionistischen BeDer Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten empfahl dagegen eine andre, welche die Beschlüsse des Parteitags Hause seine Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht vom dritten gut hieß und dem Genossen Bebel für sein mannhaftes Auftreten Quartal weist einschließlich des alten Bestandes von 7122,65 M. ihren Dank aussprach. eine Einnahme von 15 354,45 M. auf; die Ausgaben beliefen sich Darauf nahm Genosse Schumacher ganz entschieden Stellung auf 8 552,80 m., so daß ein Bestand von 6 801,65 m. verbleibt. Da Am Sonnabend, den 3. Oktober ist auf der Strecke von der gegen die Art und Weise, wie die verschiedenen Mei- in den Ausgaben die Zurückzahlung eines Darlehens von 5000 M. neunten Schleuse bei Nakel bis abwärts Stettin ein Streit der nungen auf dem Parteitage aufeinandergeplakt wären. Er an den Holzarbeiter- Verband einbegriffen ist, so haben sich in diesem Flößer ausgebrochen, der wegen der eigenartigen socialen Ver- verurteilte die persönlichen gehässigen Anfeindungen Anfeindungen der Quartal die finanziellen Verhältnisse des Verbandes thatsächlich sehr hältnisse der beteiligten Bevölkerungsschicht das weitgehendste Inter- führenden Genossen und sagte, daß wenn nun schon ein günstig entwickelt. Die Zahl der Mitglieder ist von 1075 auf 1150 effe verdient; es handelt sich um den Abschluß eines Arbeitsvertrages operativer Eingriff in den Parteiförper erforderlich gewesen wäre, angewachsen.- Dem Kassierer 8impel, der außerdem noch die Abzwischen den Flößern einerseits und der Bromberger Schlepp- es doch nicht auf offenem Markte hätte geschehen dürfen, auch wäre es rechnung vom Sommerfest verlas, wurde einstimmig Decharge erteilt.schiffahrt- Gesellschaft und den Interessenten andrerfeits. Die Arbeiter doch richtig gewesen, zu diefer Operation mindestens reine Operations Als Mitglied der Arbeitsnachweis- Kommission wurde Christoph hatten den für nächstes Jahr abzuschließenden Vertrag in der waffen zu verwenden. Warum hätte man die Genossen in den be- gewählt und Detlof, der vom Vorstand zum Mitglied derselben Form eines Entwurfs Anfang des Sommers der Schleppschiffahrt treffenden Wahlkreisen nicht vorher darauf aufmerksam gemacht, daß Kommission ernannt worden war, bestätigt. Darauf fand eine Aftien- Gesellschaft unterbreitet, um den Arbeitgebern Gelegenheit zu fie solche miserable Sterle wählten, als welche die Genoffen Braun längere Aussprache über die Verhältnisse der Allgemeinen geben, fich rechtzeitig zu den Forderungen zu äußern und eventuell und Göhre nachher auf dem Parteitag vom Genossen Bebel Drts Krantentasse für Berlin und umgegend rechtzeitig die Verhandlungen über den abzuschließenden Vertrag zu hingestellt wurden. Höchst sonderbar sei es, daß man das, was man( früher Meyersche Kasse) statt. Es soll bei dieser Kaffe häufig vorbeginnen. Der Vertrauensmann der Filiale der Bromberger Flößer vorher hätte verhüten können, als groben Fehler brandmarkte. Was kommen, daß Arbeitgeber größere Beitragssummen, bis zu 1000 M., hat sich der Mühe unterzogen und schon im Monat Juni durch wäre Revisionismus und was Radikalismus. Gelegentlich sei der schuldig bleiben, trotzdem sie die Beiträge ihren Arbeitern in der persönliches Borstelligwerden bei der Direktion versucht, Verhand- Radikalismus revisionistischer als die Revisionisten und die Re- vorschriftsmäßigen Weise abgezogen haben. Kürzlich ist ein Arbeits lungen des neuen Tarifes wegen anzubahnen. Der Direktor visionisten wiederum gingen vielfach radikaler vor als der Radikalismus. geber deswegen zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden; er soll, hat sich stets fehr höflich abgefunden und immer versichert, Ferner tadelte er es als nicht sehr taktvoll, daß Genosse Bebel wie behauptet wird, hierbei noch ein Geschäft gemacht haben. daß er alles versuchen würde, um den Abschluß eines weiteren bezüglich seines Rencontres mit dem„ Vorwärts" es in diktatorischer schiedene Redner wiesen Sarauf hin, daß es nunt Vertrages feinen Interessenten zu empfehlen. In der entscheidenden Weise forderte, seinen Weisungen unverzüglich Folge zu leisten, allem darauf ankommt, daß bei den Delegiertenwahlen Verhandlung am 29. September machte der Herr dann plötzlich den während doch jeder andre gbeliebige Genoffe den Instanzenweg ein- zur Kaffe nur solche Kollegen gewählt werden, die auch Vorschlag, den alten Vertrag, welcher seit drei Jahren bestand, auf halten müsse. Er verwarf den Streit um nichts und mahnte zu wirklich das Vertrauen der Gesamtheit besigen und verdienen. noch drei Jahre zu verlängern. Die Unternehmer gingen noch weiter einmütigem Handeln. In der demnächst stattfindenden Versammlung der Werkstatts und erklärten, daß sie von Weißenhöhe abwärts überhaupt Die Genossen Gurfch und Weiland stellten sich auf den belegierten sollen Vorschläge der Kandidaten für die Delegiertenfeinen Vertrag mehr abschließen wollen. Sie wollten die Standpunkt des Genoffen Stadthagen und hoben die Verdienste wahlen der Ortstasse gemacht werden. Sodann wies offLöhne von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften abhängig des Genossen Bebel hervor. mann noch darauf hin, daß es im Interesse einer wirklich zumachen. Das Ergebnis der Unterhandlung wurde am ziveiten Genoffe Oh unterstützte den Genossen Schumacher. Man verläffigen Unfallstatistit der an Holzbearbeitungs- Maschinen thätigen Oktober den Flößern in einer gut besuchten Versammlung fähe Gespenster, die nicht da feien. Genosse Schüler wandte fich Arbeiter notwendig ist, daß jeder Unfall im Betriebe sofort der mitgeteilt, worauf die Versammelten einstimmig den Beschluß faßten, gegen die vom Genossen Stadthagen eingebrachte Resolution Organisation gemeldet wird, da die amtliche Unfallstatistik, die die die Arbeit so lange ruhen zu lassen, bis die Unternehmer zur Auf- und wies darauf hin, daß keine Ursache vorläge, dem Genossen Bebel gange Holzindustrie zusammenfaßt, durchaus keinen zuverlässigen nahme der Verhandlungen und Abschluß des für nächstes Jahr in einen Dant auszusprechen. Wenn Genosse Bebel die Notwendigkeit aufschluß über die große Zahl der in dieser Branche vorkommenden Betracht kommenden Vertrags bereit seien. Infolge dieses Beschlusses erkannt hätte, auf dem Parteitage so aufzutreten, wie er aufgetreten Unfälle giebt.- Auf die Aufnahme einer Lohnstatistik soll in diesem Tegten sämtliche auf der Strecke Nakel bis Stettin beschäftigten wäre, so jei es einfach seine Pflicht gewesen und dafür gebühre ihm Herbst mit Rücksicht auf die vom Statistischen Amt der Stadt Berlin Flößer, etwa 600 Mann, einmütig die Arbeit nieder. Bis heute ein Dant. Es streife dies an Byzantinismus, und einer demo- geplante Statistik verzichtet werden. hat die Bewegung an Umfang zugenommen, so daß der kratischen Partei stehe es nicht an, Personentultus zu treiben. Gr bor Betrieb von Bromberg bis Stettin vollständig eingestellt ist. milberte die erste Resolution und empfahl deren Annahme, weil Der Centralverband der Brauerei Arbeiter( Berlin Sektion II) Ebenfalls find Stockungen in Brahnau und Schultz zu verzeichnen. thatsächlich die Art und Weise der Parteitags- Verhandlungen den hielt am Sonntag in Kellers Saal seine ordentliche GeneralWenn die Unternehmer die dargebotene Hand zur Anbahnung von Genossen im Lande nicht gefallen hätte und die zahllosen Erklärungen versammlung ab. Nach einem beifällig aufgenommenen VorVerhandlungen nicht ergreifen, so wird der Ausstand noch größere in der Parteipresse nach dem Parteitag gezeigt hätten, daß die trage des Genossen Ritter über„ Die Berliner Gewerkschafts" Dimensionen annehmen. Alle Versuche der Direktion, Arbeitswillige Meinungen noch lange nicht geklärt seien. Er forderte ebenfalls bewegung im Jahre 1902" gab Frante den Kassenbericht vom anzuwverben, ebenso die Arbeiter hinter dem Rücken ihrer Organi- einmütiges Busammenwirken aller Faktoren in der Partei, schon im britten Quartal. Für die Centralkasse wurden vereinnahmt fation zum Vertrauensbruch zu bewegen, find trotz Angebot von Hinblick auf die Landtagswahlen, gegen einen einzigen Feind, 4841,80 M., berausgabt 1545,79 m., so daß ein Bestand von Bier und Lohnzulage für dieses Jahr gescheitert. Die Arbeiter die bürgerlichen Klassen. Nach einigen Worten des Genossen 3296,01 m. verbleibt. Aus dem Vorstandsbericht, den Neumann haben alle Angebote mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß, wenn es Stadthagen und dem Schlußwort des Genossen Welt wurde erstattete, ist hervorzuheben, daß die Mitgliederzahl während des den Arbeitgebern mit ihren Versprechungen ernſt ſei, sie nur den die Stadthagensche Resolution mit einer sehr geringen legten Geschäftsjahres von 853 auf 1405 angewachsen ist. AbTarif unterschreiben brauchten. Mit demselben Augenblicke würde Majorität und mit der Abänderung angenommen, nicht dem Genossen gehalten wurden 45 Mitglieder und Wander- Bersammlungen die Arbeit sofort aufgenommen. Bebel, sondern dem Parteivorstand den Dank auszusprechen. jowie 49 Vorstandssigungen. Verhandlungen mit Arbeitgebern fanden 43 ſtatt und war das Resultat der= felben faft durchweg ein befriedigendes. An Krankenzu be= Die Zustände in der Herren- Maßschneiderei Die bürgerliche Presse hat wie bei allen andern Streits auch hier den Dienst für die Unternehmer übernommen. Ste bringt es fertig, die Arbeiter des Kontrattbruchs zichtigen. Ferner weiß fie weiß sie von unverschämtheit der Ar- beschäftigten am Montag eine zahlreich besuchte Schneider- Ver- Unterſtüßung leistete die Sektion für 2212 Tage 1968 M. und an beiter zu reden, bie, nachdem die Forderungen bereits ſammlung. Ritter gab zunächst einen Ueberblick über die Vers Arbeitslosen- Unterstügung für 694 Tage 558 M. Andren Gewerkbewilligt, den Streit noch weiter fortsetzen. Ebenso will die hältnisse dieser Branche im allgemeinen. Er verwies dabei be- fchaften konnte ein Unterstützungsbetrag von rund 600 M. über Bromberger Ostdeutsche Rundschau" darüber unterrichtet sein, daß fonders auf das Erstarken der Arbeitgeber- Organisationen, was sich wiesen werden.- Die alsdann erfolgten Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Borsigender: Neumann; 2. Vorsitzender: bie Flößerei- Arbeiter mit sich nicht verhandeln lassen wollen und den vornehmlich in Süddeutschland bemerkbar mache. Auf der letzten bich; 1. Kassierer: Frante; 2. Raffierer: Cart; 1. SchriftTarif nach Vorschrift des socialdemokratischen Hamburger Hafen- Generalversammlung der Arbeitgebervereine in Frankfurt a. M., der arbeiter- Berbandes abgefchloffen wissen wollen. Diese und ähnliche auch eine Anzahl Vertreter aus Norddeutschland beiwohnten, ist kein führer: Goehlich; 2. Schriftführer: Jurisch; Revisoren: von Unwahrheiten durchzogenen Berichte ziehen sich durch die bürgerliche Zweifel darüber gelassen worden, daß man dem Schneiderverbande, Jürgens, Bielinski und Jordan; ArbeitsnachweisPreffe von Landsberg bis Bromberg und darüber hinaus. Es mag ihnen als der modernen Fachorganisation der Arbeitnehmer, die größtmög Rommission: Jürgens, Jordan, Bredow und TuchtenEine scharfe Mißbilligung erfuhr das Verhalten unangenehm erscheinen, daß die Flößer als Dorfbewohner und Land- lichsten Schwierigkeiten zu bereiten gedenkt. Wohl sei dort auch die hagen.der Brauerei Silsebein( Abteilung I), weil diese Leute ihre Klaffenlage erkannt haben und mit besonderem Nachdruck Frage über die toed mäßigkeit der Tarifverträge für die Durchführung ihrer Forderungen verlangen. Hierdurch erbringt die Gesamtbranche ventiliert worden, doch ist es zu einem mehrfach den ringfreien Arbeitsnachweis umgangen hat, um Arbeitskräfte zu verschaffen. Die Agitationsfich der Beweis, daß auch der Landarbeiter die Berechtigung in fich pofitiven Ergebnis bislang noch nicht nicht gekommen, weil die fich billige Arbeitskräfte zu tommission wurde beauftragt, eine Regelung dieser Anfühlt, seine Lage zu verbessern. Als Flößer im gewerblichen Arbeits- diesbezüglichen Entwürfe mehrere. für die Arbeitnehmer unannehmverhältnis ist ihm die Möglichkeit gegeben und versteht er genau bare Bedingungen enthielten. So haben sich denn die Ab- gelegenheit herbeizuführen und erhielt gleichzeitig Vollmacht, wie jeber Lohnsllave der Stadt, seinem ausbeuterischen Unternehmer schlüsse von Tarifverträgen nur auf einzelne Städte befchränkt. Das nötigenfalls mit äußerster Konsequenz vorzugehen. Neumann ein Halt zuzurufen. neuliche Beispiel von Wilhelmshaven zeige jedoch, daß diese Einzel- bemängelte ferner noch die auffallende Langsamkeit, mit der die Die Haltung der Streikenden ist eine mustergültige zu nennen. verträge nur einen sehr problematischen Wert haben. Sobald es Arbeitgeber die Tarifangelegenheit behandeln. Wenn auch durch den Tod Rösides eine begreifliche Verzögerung in der Erledigung Das Aufgebot von Gendarmen, das nach den Expeditionsstellen den Arbeitgebern gut dünft, suchen sie den Vertrag durch die be- dieser Sache eingetreten sei, so erwecke es doch den Anschein, als beordert ist, hat die Notwendigkeit auch nicht im geringsten fannten Praktiken illuforisch zu machen. Treten dann die Schneider begründet. Die Kontrolleure, die die Streittarten abstempeln, in einen Streit, so ist es den Arbeitgebern vermittelst ihrer weit- wenn der Verein der Brauereien die sachgemäße Regelung der werden ebenfalls auf das sorgsamste überwacht. Der verzweigten Organisation nicht gar zu schwierig, an andren Orten Tariffrage absichtlich in die Länge zieht. Folgende Resolution ge= Distriktskommissar von Bromberg glaubte eine Bescheinigung die Streifarbeit anfertigen zu laffen. So hat sich z. B. in Berlin langte zur Annahme: einer Versammlungsanzeige verweigern zu müffen, weil nach eine Kategorie von Arbeitgebern gebildet, die die Anfertigung von seiner Meinung durch den Ausbruch des Streits die öffentliche Drd Streitarbeit als Specialität betreibt. Umfangreiche Profpefte werden mung gefährdet sei. Erst als ihm flar gemacht wurde, daß er zum von diesen Firmen nach den Streikorten versandt, worin sie sich zur Verbot einer Versammlung kein Recht habe, ließ er sich nach Ein- prompten Uebernahme und Ausführung der von streikenden Schneidern fichtnahme in das Vereinsgesetz herbei, die Bescheinigung ausstellen verlassenen Arbeiten bestens empfehlen. Infolge der noch mangelhaften Organisation der Schneider, des Ueberangebots von Arbeitszu lassen. fräften und des Unwesens der Heimarbeit bleiben diese Firmen denn auch Der Streit und die Aussperrung in Crimmitschan erstrecken ihre vielfach unbehelligt, sehr zum Schaden der anderweitig streikenden Arbeiter. Wirkung auf die Marktlage immer weiter. So meldet das„ Berliner Um diesen Praktiken wirksam entgegentreten zu können, wird der Tageblatt" aus München- Gladbach, daß dort wegen Garn- Hauptvorstand des Verbandes demnächst geeignete Maßnahmen in mangels 300 Webstühle still ständen. Die dortigen Imitat- Garn- Vorschlag bringen. Denn der Verband tonne nicht ruhig zusehen, spinnereien nähmen zivecs Abhilfe des Garnmangels Vergrößerungen wenn in einer Stadt Tausende von Mark für wochenlange Streits vor. Auch in dieser Notiz ist, tie in allen biesbezüglichen Notizen ausgegeben werden, während die Arbeit der Streifenden in andren der bürgerlichen Presse, nur von einem Streit die Rede, während Städten ohne Schwierigkeit hergestellt wird. es sich doch in Wirklichkeit um eine Aussperrung handelt, wie Die Versammlung spricht ihre Verwunderung darüber aus, daß seitens des Vereins der Brauereien Berlins und Umgegend auf den von uns im Mai d. J. eingereichten Tarif ein Bescheid noch nicht erfolgt ist. Seitens des dortigen Vorstandes wurde eine gemeinschaftliche Beratung im Monat August versprochen. Auf eine spätere Anfrage wurde weiter versprochen, daß Ende September eine Plenumsberatung des Vereins mit der Beschlußfaffung stattfinden sollte. Die Versammlung beauftragt den Vors stand, bei der Leitung des Vereins der Brauereien borstellig zu werden, um eine endliche Erledigung der Tariffrage herbeis zuführen, da seit Einreichung des Tarifs bereits fünf Monate verflossen sind. allen falschen Darstellungen der bürgerlichen Breſſe gegenüber immer die organisterten Herren- Maßschneider fast durchweg zu ben von der Letzte Nachrichten und Depefchen. den botter wieder befont werden muß. Die Zahl der Streifenben in Crimmit- Organisation stipulierten Tariffägen. Bu bedenken jei dabei jedoch, schau beträgt nur wenige Hundert, und selbst von bürgerlicher Seite daß diese in der Zahl von etwa 3000 immerhin nur einen geringen Bilbao, 14. Oktober.( W. T. B.) Ein Jesuitenpater ist unter muß zugegeben werden, daß sie für eine gerechte Sache Prozentsaz der in den Herrenmaß- und Maßkonfektions- Geschäften der Beschuldigung berhaftet worden, er habe den Gläubigen im kämpfen; die Zahl der brutal aufs Pflaster geworfenen Aus- thätigen ca. 15 000 Arbeiter bilden. Unter diesen Umständen sei es Beichtstuhle zum Angriff auf die Liberalen geraten. Der Präfeft gesperrten, die durch nichts ihre Aussperrung berschuldet haben, weiter nicht verwunderlich, wenn für das Gros der Berliner Maß hat seinen Abschied genommen. Mehrere Karlisten sind verschwunden. beträgt bagegen viele Taufend. Freilich zeigt sich jetzt, daß die schneider noch allgemein ziemlich wilde" Zustände herrschen, Port Arthur, 13. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Herren Fabrikanten ihre Aussperrung, welche die Kaffen des Textil trotz des vom Obermeister Krause seiner Zeit ausgearbeiteten Der Statthalter Alexejeff hat am Sonntag 76 000 Soldaten befichtigt, arbeiter- Verbandes sprengen und die Organisation vernichten sollte, und von den Arbeitgebern anerkannten Arbeitsvertrages. Natürlich welche an den Manövern der größten russischen Armee teilgenommen in blinder Wut zu einer unrechten Beit unter- sind auch den Berliner Arbeitgebern alle Organisationsbestrebungen haben, die jemals im fernen Osten konzentriert war. Den Fremden nommen haben. Es gilt für die Ausgesperrten, noch wenige der Schneider ein Dorn im Auge. Schon wegen der Teilnahme an wurde jede Gelegenheit gegeben, dem Schauspiele beizuwohnen. Die Wochen stand zu halten, für die Arbeiter Deutschlands, die Aus- Werkstattbesprechungen erfolgen vielfach Maßregelungen und Ent- gesamte russische Streitmacht, die in der Nähe von Port Arthur gesperrten in der gewohnten Weise weiter zu unterstigen, dann wird lassungen. In den Arbeitsvertrag fügen fie selbständig die sonder zur Verfügung steht, soll nach amtlichen Mitteilungen 100 000 Mann es den Tertilarbeitern Crimmitschaus gelingen, aus der Aussperrung barsten Bestimmungen ein. So ließ unter andern die Firma betragen. Wie von Beamten angegeben wird, haben dieſe Manöver als die Sieger hervorzugehen, ihre Organisation zu retten und Agte u. Wendt, Krausenstraße, von ihren Arbeitern den Baffus den Zweck einer Demonstration gegenüber andern Mächten. mit Hilfe derselben auch endlich einmal dem sprüchwörtlich gewordenen unterschreiben, daß diese innerhalb der nächsten vier Zwei Linienschiffe und zwei Kreuzer sind von Rußland unterwegs, vogtländischen Weberelend zu Leibe zu gehen. Die vogtländischen Jahre keine Rohnerhöhung fordern dürften. Die welche bte russische Slotte auf dieser Station verstärken sollen, die Weber haben dabei die Sympathie aller social gerecht denkenden Firma intel, Franzöfifchestraße, that ihren Arbeitern fund und dadurch nach Ansicht russischer Offiziere der Japans überlegen sein Menschen auf ihrer Seite. zu wissen, daß Kündigung beiderseits ausgeschlossen wird. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Barwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 241. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 15. Oktober 1903. schlossen: Jm Wahlverein in Peterswaldau( Schlesien) wurde be- schon jetzt mit Breiserhöhungen vor. Wie die Kölnische Zeitung" Nach dem Parteitage. meldet, versuchen einzelne Gerbervereinigungen schon jetzt die Preise Die heutige Mitgliederversammlung erklärt sich mit den auf zu erhöhen. So hat der Verband der thüringischen und sächsischen Im socialdemokratischen Verein in Ottensen wurde in zwei dem Barteitage gefaßten Beschlüssen einverstanden und begrüßt es Lederfabrikanten beschlossen, zunächst folgende Erhöhungen eintreten Bersammlungen über den Parteitag verhandelt, wobei auch v. Em mit Freuden, daß der Parteitag mit großer Mehrheit die revisio- zu lassen: Sohlleder, Bacheleder und Geschirrleder in Häuten um Andre Genossen traten ihm insofern entgegen, als sie auch gegen Braun, Bernhard, nistischen Bestrebungen abgewiesen und beschlossen hat, an der bis- 5 M., Croupons von Sohl-, Vache- und Riemenleder um 10 M., Göhre und Heine polemisierten. Die Meinung der Versammlung berigen bewährten Taktik festzuhalten; fie bedauert aber die persön- Kipse aller Art, Fehlleder usw. um 10 M. für den Centner. tommt zum Ausdruck in der gegen drei Stimmen angenommenen lichen Auseinandersegungen auf dem Parteitage." Sollten die Rohhäutepreise sich auf dem bisherigen hohen Stande ausführlichen Resolution, welche lautet: Aehnliche Beschlüsse wurden gefaßt in Striegau und in den behaupten, so wird eine weitere Erhöhung im November in Aussicht beiden Dresdener Vororten Striefen und Cotta. gestellt. " genommen: bis 1898 Die heute im„ Ottenser Ballhaus" versammelten Mitglieder des socialdemokratischen Vereins für Ottensen und Umgegend find Im socialdemokratischen Verein in Eglingen wurde nach Ueber die Anbauflächen der hauptsächlichsten Fruchtarten im Juni der Ansicht, daß es an der Zeit war, auf dem Parteitage einmal die einem Vortrage des Delegierten Beer folgende Resolution an- 1903 brachte schon vor etwa einem Monat der„ Reichs- Anzeiger" Frage der Mitarbeiterschaft von Parteigenoffen an gegnerischen Zeits schriften und Blättern zu erörtern. Die heutige Parteiversammlung ist nach Entgegennahme des verschiedene Angaben, denen jetzt in der amtlichen Bearbeitung des Aeußerungen Bebels und andrer Genossen zu billigen sind, so er- Sie verurteilt entschieden die Schreibweise einzelner Partei- Organe, Anbauflächen schon im Juni statt, während Wenn auch nicht sämtliche Berichts vom Parteitage mit den Beschlüssen desselben einverstanden. Regierungsrats Prof. Dr. Mayet eine Veröffentlichung der GesamtErhebungen folgt. Seit 1899 finden diese Ermittelungen der forderte doch die Erfahrung mit einzelnen Genossen eine energische Kundgebung der Gesamtpartei. Die Versammlung ist der Meinung, 3. B. der" Münchner Poſt". des„ Anhalter Volksblattes, des diese Ermittelungen erst in dem auf die Aberntung folgenden Jahre daß es entschieden zu verurteilen ist, daß von Parteigenossen stehenden Meinungsverschiedenheiten durch gehässige, zum Teil unzu- wird dem Handel und der Landwirtschaft ein nicht unwesentlicher " Haller Volksblattes" usw., welche geeignet ist, die vielfach be- bekannt wurden. Durch diese jezige frühere Ermittelung in gegnerischen Blättern an taktischen Maßnahmen und an Im Gegensatz den Grundfäßen der Partei Kritik geübt wird, und hält treffende Behauptungen noch mehr zu verschärfen. zu dem Verhalten genannter Blätter wird von der Versammlung Dienst erwiesen, weil die Ergebnisse der Ermittelungen jekt so früh Jahre eingebrachten oder alsbald zu erwartenden Erntemengen be heit als forreft und musterhaft anerkannt." nutzt werden können. in folchen Fällen den Ausschluß des Betreffenden für unbedingt ge die Schreibweise der„ Schwäbischen Tagwacht" in dieser Angelegen zeitig erscheinen, daß sie bei der Abschätzung der im laufenden Beer referierte, wird in dem Bericht so zusammengefaßt, daß Die Meinung der Parteigenoffen in Cannstatt, wo ebenfalls ( ohne Beschlußfassung) die große Mehrzahl der Anwesenden mit der Haltung Behels durchaus einverstanden ist, während der kleinere Teil im Princip zwar auch einverstanden ist, die Form der Debatten aber als nicht ganz tadellos betrachtet. Der in Biberach gefaßte Beschluß lautet: " $ Der 1903 er Anbau weist mun gegenüber dem von 1902 folgende Abweichungen auf: er nahm ab u. a. bei Wintereigen um 207 783 Hettar oder 11,8 Proz. und stellte sich auf 1557 227 Heftar; bei 23 interroggen um 187 551 Heftar oder 2,3 Proz. und stellte sich auf 5878 684 Hettar; bei lee um 36 906 Heftar oder 1,9 Proz. und stellte sich auf 1 887 684 hektar; bei interraps und Rübsen um 7352 Hektar oder 8,4 Proz. Dagegen nahm der 1903 er Anbau gegen das Vorjahr zu: bei Sommerweizen um 108 120 Hektar oder 73,4 Proz. auf 61 441 eftar oder 3,7 Proz. auf 1705 312 Heftar; bei afer 255 465 Hektar; bei Sommerroggen um 8588 Heftar oder 6,2 Proz. auf 146 394 Hettar; bei Sommergerste um um 144 777 Hektar oder 3,5 Broz. auf 4 301 067 Hettar; bei starAuch im laufenden Jahre haben Auswinterung und Um pflügungen bei den Winterfrüchten und Futterfräutern gegen 1902 eine Abnahme der Anbaufläche um 401 617 Hektar zur Folge gehabt, während bei den Sommerhalmfrüchten und Kartoffeln eine Zunahme von 333 857 Heftar stattgefunden hat. Die hiernach übrig bleibenden 67 760 Hektar werden nach dem amtlichen Bericht wohl, soweit nicht Mangel an Saatgut, Zeit und Arbeitskräften eine Bebauung für diesen Sommer unmöglich machten, größtenteils mit anderweitigen Futterpflanzen, Kartoffeln 2c. bestellt worden sein. boten. Was die fernere Mitarbeit des Genossen Mehring an der Parteipresse anbetrifft, so liegt thatsächlich Grund genug vor, um von dieser abzusehen; doch wollen die Versammelten die angekündigte Verteidigungsschrift Mehrings abwarten, um ein endgültiges Urteil in dieser Frage zu fällen. Jedenfalls aber darf der Partei die journalistische und litterarische Befähigung eines Mannes für dessen parteigenössische Bedeutung nicht unter allen Umständen maßgebend sein. -Bezüglich der Frage der Taktik erklärt die Versammlung, daß bei unsrer Propaganda unser principieller Standpunkt: die Umwandlung der fapitalistischen in die socialistische Gesellschaft, unter allen Umständen Die heutige Mitgliederversammlung erklärt sich mit den auf gewahrt werden muß, daß eine Verschleierung dieses unsres End- dem Parteitag in Dresden gefaßten Beschlüssen einverstanden, verzieles, die Abschwächung des Klaffenkampf- Charakters unsrer Be- wirft mit aller Entschiedenheit die namentlich von den Genossen wegung aus irgend welchen Opportunitätsrüdsichten entschieden zu Braun, Bernhard usw. zu dem Zwecke, ihre eignen Schwächen zu ver Massen in den Glauben zu versetzen, daß die Verwirklichung unsres spricht die Erwartung aus, daß die künftigen Parteitage von solchen berurteilen ist; die Versammlung hält es jedoch für gefährlich, die decken, in Scene gesetzten persönlichen Angriffe gehässigster Art und Endzieles schon in greifbare Nähe gerückt und durch eine gewaltsame Debatten verschont bleiben, daß alle Genossen einmütig zuſammenKatastrophe herbeigeführt werden müßte, da ein solcher Wahn nur arbeiten, um die Socialisierung der Gesellschaft zu beschleunigen." toffeln um 10 931 Hektar oder 0,3 Broz. auf 3 251 507 Heftar. lähmend auf die praktische Thätigkeit der Arbeiter einivirken und sie Zu der Grillenberger betreffenden Polemik zwischen verhindern könnte, in raftloser Arbeit die Vorbedingungen für die Be- Bebel und Vollmar teilt ein Mannheimer Genosse J. H. L., freiung des Proletariats aus den Fesseln des Kapitalismus der mit Grillenberger intim befreundet war, dem Mannheimer schaffen. Als solche betrachtet die Versammlung die Stärkung der Parteiblatt mit, Grillenberger habe sich mehrmals sehr drastisch und politischen und wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiter und in ungehalten darüber geäußert, daß Bebel ihm vorgeworfen habe, das denselben ihre Bildung, Schulung und Disciplinierung zur demo- proletarische Empfinden verloren zu haben. Er habe geäußert, daß fratischen Selbstverwaltung. Die Versammlung bedauert, daß in dem er das Bebel nie verzeihen könne und, fügt der Mannheimer Genosse Must persönlicher Bänkereien auf dem Parteitag die vornehmste Auf hinzu, er hat es ihm nie verziehen". gabe aller Parteitage, nach dieser Richtung zu wirken, in Dresden nicht gebührend berücksichtigt wurde, und ersucht den Parteivorstand, bei Festsetzung der Tagesordnungen fünftiger Parteitage Erörterungen über fachliche Fragen des proletarischen Klassenkampfes an die erste Stelle der Verhandlungen zu rücken." zu Partei- Nachrichten. " Eduard Rocksch Nachfolger in Dresden. Geh. Kommerzienrat Victor Hahn, der gegen Hinterlegung einer Kaution von 100 000 M. aus der Haft entlassen worden ist, beabsichtigt laut Dresdener Beitung", die durch seine Verhaftung abgebrochenen Verhandlungen mit östreichischen und englischen Kapitalisten zweds Umwandlung des Bankhauses Eduard Rocksch Nachfolger in eine Attiengesellschaft wieder aufzunehmen. Hahn ist der Ansicht, daß sich sein Projekt in auf 3 Millionen Mark geschätzt. absehbarer Zeit verwirklichen lassen wird, sein Privatvermögen wird Totenliste der Partei. In Hamburg starb nach längerem Leiden Im Pinneberger Parteiverein sollte eine Resolution gegen burger Echo" schreibt zu seinem Andenken: der Parteigenosse Klaus Moje, ein Hafenarbeiter. Das Hamb. Elm angenommen worden sein. Der Vorstand des Vereins Im zweiten Wahlkreise, dem Moje angehörte, war er eine in giebt jezt im„ Hamburger Echo" eine Erklärung ab, daß diese Mitfeilung auf einem Irrtum des Berichterstatters beruhe. Wegen Ein- engeren Kreiſen ſehr bekannte und seines Eifers und seiner Gewissen tritts der Polizeistunde sei über die Resolution nicht abgestimmt an die Arbeit für seine Klasse war Moje gewissermaßen der Typus haftigkeit wegen hochgeschäßte Persönlichkeit. In selbstloser Hingabe worden. Sie follte übrigens kein Mißtrauen gegen b. Elm aus der Hamburger Arbeiter. Schwer und mühsam hatte er für den sprechen, sondern ihn nur zur Motivierung seiner Abstimmung auf täglichen Lebensbedarf zu arbeiten; aber das hinderte ihn nicht, wenn bem Parteitage veranlassen. Nachdem v. Elms Artikel aus den es notwendig war, die Abende und die Nächte der Partei zu opfern. im letzten Geschäftsjahre nach seinem foeben veröffentlichten Jahres" Socialistischen Monatsheften" durch Nachdruck in den Parteiblättern So lange er sich der Gesundheit erfreute, und auch über diese bericht einen Reingewinn von 2 054 833 M.( im Vorjahre 2 105 132 M.) den Pinneberger Genossen bekannt geworden sei, sei die Resolution Zeit hinaus, war es ihm Ehrensache, bei jeder Aktion mitzuwirken, erzielt. Aus diesem Gewinn wird beabsichtigt, nach Abzug der hinfällig geworden. überhaupt alles zu thun, was er als Parteipflicht erkannte. statutarischen und kontrattlichen Tantiemen, wie im vorigen Jahre Der Bochumer Berein für Bergbau und Gußstahlfabrikation hat Im socialdemokratischen Verein in Harburg referierte der Socialistengesetz und Belagerungszustand schreckten ihn nicht; wie so eine Dividende von 7 Proz. auf das dividendenberechtigte Kapital Delegierte Stühle über den Parteitag. Er stellte sich ganz auf manche andre wadere Genossen„ pfiff" er auf das Gesetz und stand von 25 200 000 r. zu zahlen und den verbleibenden Reſt zu den Standpunkt Bebels und legte schließlich folgende Resolution vor: der Parteileitung immer zur Verfügung, wenn unerschrocene Gratifitationen, Unterstützungen und andern besonderen Ausgaben zu Die am 7. Oktober im Lokale des Herrn Gutwirth tagende Männer gebraucht wurden. Den vielen unscheinbaren, aber so verwenden. Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Vereins für Har- wichtigen Aufgaben der Organisationsarbeit widmete er sich mit Luft Der Gesamtabsatz der Gußstahlfabrik einschließlich des verkauften burg und Umgegend erklärt sich mit den Beschlüssen des Partei- und Liebe und die Agitation von Mund zu Mund, die unsrer Partei Roheisens betrug 204 225 Tonnen( b. J. 173 568 Tonnen) und die tages in Dresden einverstanden. Sie bedauert, daß infolge der einen so tüchtigen Stamm von Mitgliedern geliefert hat, war seine Gesamteinnahme dafür 28 172 655 W.( b. J. 27 772 796 M.). Der lang ausgedehnten litterarischen und theoretischen Debatten der Stärke. Daß Moje auch die gewerkschaftliche Organisation nicht Absatz an Roheisen überſtieg den vorjährigen um rund 17 000 Tonnen. Barteitag teine Beit zu positiver Arbeit gefunden hat, hofft aber, hintansezte und auf diesem Gebiete ebenfalls eifrig thätig war, ist In das mit dem 1. Juli d. I. begonnene neue Rechnungsjahr find daß nach diesen grundsätzlichen Erörterungen für fünftige Bartei- betannt. Sein Scheiden wird von allen, die ihn fannten, tief 83 667 Tonnen( v. J. 76 625 Tonnen) Gesamtaufträge, einschließlich tage die Grundlage zu fruchtbarem Wirken im Interesse des betrauert, und nicht nur dem Klassenkämpfer, auch dem braven des verkauften Roheiſens, übernommen worden. fämpfenden Proletariats gegeben sein wird. Dem Bedenken, daß die Formen, in denen die Auseinandersetzungen in Dresden geführt Menschen wird ein ehrendes Andenken bewahrt werden. worden sind, unsrer Partei nicht zur Ehre und zum Vorteil gereichen möchten, setzt sie die leberzeugung entgegen, daß es sich bei den Streitfragen um Lebensinteressen der Partei handelte, deren Wichtigfeit jede Form der Diskussion rechtfertigt. Die Versammlung wünscht, daß an der bewährten, auf den proletarisch- revolutionären Klaffenkampfstandpunkt gegründeten Taktik der Partei auch in Zukunft festgehalten und jede revisionistische Unterströmung auf das entschiedenste bekämpft werden möge." foll. Hus Induftrie und Handel. Der Absatz der zu dem Verein gehörenden Stahlindustrie- Gesellschaft betrug 61 814 Tonnen( v. J. 57 831 Tonnen), die Einnahme 7 599 004,56 m.( v. J. 7 376 958,67 M.). Die der Bestellungen be= zifferten sich am 1. Juli d. J. auf ca. 14 000 Zommen. " " Morgans Rückzug. Wie dem Berliner Tageblatt" von seinem Das Kohlencomptoir. Raum ist die Erneuerung des Kohlen- New Yorker Korrespondenten telegraphiert wird, läuft an der dortigen syndikats gesichert, so schicht es sich auch schon an, sich des Kohlen- Börse das Gerücht um, der vielgefeierte Pierpont Morgan wolle fich verfrachtungswesens auf dem Rhein zu bemächtigen, um dadurch das vom Geschäft zurückziehen und in Ruhe seine Renten verzehren. Mittel zur späteren Forcierung seiner Ausfuhr nach Holland, Belgien Das Mossesche Blatt bemerkt dazu: und Nord- Frankreich zu gewinnen. Geplant ist die Gründung einer„ Man denke sich, welchen Eindruck es noch vor einem Jahre auf Die Diskussion über den Bericht und die Resolution wurde auf Kohlenhandels- Gesellschaft, eines sogenannten„ Sohlencomptoire", die New Porter Börse, ja in der ganzen Welt ausgeübt hätte! eine spätere Versammlung verschoben. Im socialdemokratischen Verein in Hanau wurde beschlossen: das sämtliche an dem Verkehr über die Rheinhäfen interessierten Morgan zieht sich zurück, das hätte damals so viel geheißen, wie Im socialdemokratischen Verein in Hanau wurde beschlossen: Kohlen- Großhändler sowie die großen Zechen- Reedereien umfassen Atlas ist müde, die Bürde des Weltalls auf seinen Schultern " Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Dresdener Parteitages einverstanden. Sie ist ferner der Meinung, direkt aus den beteiligten Kreisen haben dürfte, sind zwischen hinweg. Nach der„ Kölnischen Zeitung", die ihre Informationen weiter zu tragen. Und heute geht man achfelzuckend über Morgan Welch eine Wandlung der Dinge in so furzer Zeit! daß die Aussprache über die Mitarbeit unsrer Parteiſchriftsteller an dem Kohlensyndikat und den sogenannten Reederzechen mehr- Meteoren gleich sind Schwab und Morgan am Himmel des Weltarbeiterfeindlichen Blättern und über unsre Taktik unvermeidlich ge- fach Verhandlungen gepflogen und die der Vereinigung zu Grunde wirtschaftslebens dahingefahren. Acht Jahre hat Morgan im ganzen worden war und begrüßt unter diesen Umständen das Vorgehen des Die Reorganisation der Northern Genossen Bebel in diesen Fragen als einen wertvollen Dienst, den zu legenden Vertragsbestimmungen festgelegt worden. Während im im Vordergrunde gestanden. war seine erste bedeutendere er unsrer Partei ertiefen hat. Sie erwartet jetzt aber auch, daß der vorigen Jahre die einzelnen Händler für die Sache vorher gewonnen Pacific- Bahn im Jahre 1895 die er weiteren Kreisen in Amerila bes Barteivorstand die Anschuldigungen, welche auf und nach dem waren und das Zustandekommen schließlich an dem Widerstand Leistung, durch wurde. In der Aera der großen Kombinationen, Dresdener Parteitage gegen eine Reihe von Genoffen vorgebracht der sogenannten Zechenreeder scheiterte, ist diesmal der Weg fannt worden, eingeschlagen zunächst die Reederzechen zu ge- die im Jahre 1898 einsetzte, stand worden sind, gründlich prüft und, soweit dazu ein Grund vorliegt, winnen und dann erst die übrigen Händler heranzuziehen. an der Spize. Morgan ebenfalls In rascher Folge schuf er den Stahltrust, die dem§ 2 unfres Organisationsstatuts gemäß vorgeht." Wie bereits bei der jüngsten Berdingung der Badischen Staats- Northern Securities Co. und den Schiffahrtstrust. Kleinere In einer Kreis- Parteiversammlung in Dortmund berichtete bahnen bekannt geworden, ist den in Betracht kommenden Firmen Gründungen, die sich aber auch noch nach vielen Millionen be der Delegierte Konrad Haenisch über den Parteitag. Da fein Standpunkt aus den Artikeln des Dortmunder Parteiblattes bekannt auf deren Anfrage von dem Kohlensyndikat bedeutet worden, daß rechneten, wurden nebenbei vorgenommen. Aber rascher noch, als ist, so erübrigt sich eine Skizzierung seines Verichtes. Außer Linus vorerst Angebote für Lieferung über den März nächsten Jahres Morgans Gestirn aufgegangen war, begann es zu erbleichen. Scheibe stimmten ihm sämtlichen Redner in den Fragen der hinaus nicht abgegeben werden könnten und etwaige Blantoverkäufe Dauernder Bestand scheint Morgans Niesenschöpfungen nicht beBarteitaltik und den Mitarbeit an bürgerlichen Blättern zu. Ein auf Gefahr der Verkäufer gehen würden. Namentlich der letztere ſchieden zu sein. Und wenn er fich wirklich um die Jahreswende Hinweis muß dahin aufgefaßt werden, daß das Syndikat mit Rück- von den Geschäften zurückziehen sollte, so werden auch die Aktien stimmig wurde beschlossen: Die heutige Parteiversammlung des Wahlkreises Dortmund- ficht auf das in Vorbereitung befindliche Kohlencomptoir vorerst seiner großen Gründungen den Recordstand nach unten erreicht haben. Hörde erklärt sich mit den Beschlüssen des Dresdener Parteitages im teine Verpflichtungen für das neue Geschäftsjahr eingehen will. Wir glauben nicht recht an diese Absicht Morgans. Möglich, wesentlichen einverstanden. Der Resolution Bebel Singer Kautsky Seit einiger Zeit Kartellbestrebungen in der Lederindustrie. hätte sie eine präcifere und schärfere Form gewünscht, um den rühren sich auch in der Lederindustrie die Fabrikanten, um ein daß er es unter den heutigen wirtschaftlichen Umständen und den Revisionisten gegenüber Klarheit zu schaffen. Die Versammlung ver- Syndikat zu stande zu bringen. Die hohen Profite, die andre ihn nicht nur als Finanzmann bloßstellenden Enthüllungen der letzten langt, daß der Parteivorstand in Sachen Heine, Braun, Bernhard 2c. Syndikate zu erzielen wissen, lassen sie nicht mehr schlafen, und so Tage vorzieht, einstweilen vom Schauplatz zu verschwinden, aber bezüglich der Enthüllungen Hardens die Untersuchung zu be- wollen auch sie den nicht mehr ungewöhnlichen Weg beschreiten, die wenn wieder die Sonne am wirtschaftlichen Horizont der Union auf schleunigen hat, damit noch vor der Landtagswahl ein Beschluß Preise hinaufzutreiben. Ihren Hauptstützpunkt findet die Bewegung neue Summen zu„ berdienen" weiß, dann wird dieselbe kapitalistische steigt, wird auch er wiederkommen. Und wenn er Glück hat und herbeigeführt wird. Die bisherige Ungewißheit kann der Partei nur in den Industriecentren am Rhein und an der Ruhr, in welchen die neue Summen zu„ berdienen" weiß, dann wird dieselbe kapitaliſtiſche zum Schaden gereichen. Lederfabrikation zu Hauſe, doch sind auch in andren Gegenden die Preſſe, die ihn heute höhnt, ihn in blinder Erfolgsanbeterei wieder als Finanzgenie und als wirtschaftlichen Bahnbrecher feiern, wie ste Dem Delegierten Genossen Haenisch wird bestätigt, daß er im Leberfabrikanten- und Gerbervereine recht sehr geneigt, mitzuthun. jeden feiert, der Millionen zu machen" weiß, mag auch sein Weg Sinne seiner Mandanten sein Mandat ausgeüb. hat." In einer fürzlich abgehaltenen Bersammlung der Lederfabrikanten über Leichen gehen. In der Parteiversammlung des 18. sächsischen Wahl- von Mülheim( Ruhr) und Umgebung erklärten sich nach einem einkreises, die in Werban tagte, berichtete be bürgerlichen bereitung von Leberkartellen sämtliche Anwesenden bereit, sich dem Delegierte gehenden Bericht des Vorsitzenden des Ausschusses für die VorMüller Zwickau. Bezüglich der Mitarbeit Blättern hätte er gewünscht, daß solche vom Parteitag überhaupt Vorgehen des Ausschusses anzuschließen und auf fünf Jahre verboten worden wäre. Redner bezweifelt auch das Vorhandensein die Beiträge für die zu errichtende Geschäftsstelle zu bewilligen. Die Socialpolitik des Nürnberger Rathaus- Freisinns. revisionistischer Bestrebungen; es hätte seiner Meinung nach dieser In Stettin fand eine Besprechung der Lederfabrikanten Bommerns vorige Woche berichteten, ist der Stadtmagistrat Nürnberg von der Debatte auf dem Parteitage nicht bedurft; er halte die stat, in der ebenfalls der Beschluß gefaßt wurde, sich den Be Regierung gezwungen worden, den zuerst abgelehnten Antrag der Genossen im Lande selbst für so weit urteilsfähig, um strebungen zur Errichtung von Lederkartellen anzuschließen. Auch Arbeiter auf Errichtung einer Orts- Krantentasse in Instruktion zu das Abweichen einzelner Führer vom Wege der bisher inne mehrere badische Gerbereien erklärten sich bereit, sich dem Vorgehen ziehen und unter den Beteiligten eine Abstimmung vornehmen zu gehaltenen Tattit erkennen und dieselben entfernen zu können. des Kartellausschusses anzuschließen und Beiträge zu zeichnen. lassen. Das Ausschreiben für diese diese Abstimmung ist jetzt Lorenz und Goldstein sprachen über Revisionismus, dessen Am 20. Oktober hält ferner die Freie Vereinigung von Leder- erlassen so ausgefallen, wie wir befürchtet Man hat Vorhandensein nicht geleugnet werden könne. Wer an ein Zu fabrikanten Mitteldeutschlands in Magdeburg eine Versammlung haben. es die vortrefflich verstanden, Sache sammengehen mit dem Bürgertum, an eine Milderung des Klaffen ab, in der zu den Kartellbestrebungen Stellung genommen so zu deichseln, daß unbedingt eine Ablehnung heraus tommen muß. tampfes glaube, der sei nicht berufen zum Führer in unfren Reihen, werden soll. Die Zahl der Stimmberechtigten wird denn den revolutionären Klassenkampfcharakter aufgeben, bedeute den Doch scheinen die Fabrikanten vielfach das Zustandekommen Magistrat festgestellt, dieselben haben ihre Stimme für oder gegen Ruin der Partei. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. eines Kartells oder Syndikats nicht abwarten zu wollen; sie gehen abzugeben, wenn aber eine Drts- Krankenkasse errichtet werden soll, ant F worden und Sociales. Wie wir bom Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 19. Oktober, abends 81%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Vortrag des Herrn Emanuel Wurm über: tinderKinderschutz". Gäste willkommen. Der Vorstand. arbeit Gerichts- Zeitung. 1 fo müssen sich über 50 Proz. der vom Magistrat festgestellten wurde-, ferner über die Umstände, unter denen Celluloid in Brand Sihung haben Donnerstag: Stimmberechtigten daffir erklären. Für jede Berufsgruppe wird gerät und über die Frage ab, ob ein hineinfallen eines brennenden Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zur unentgeltlichen Be besonders abgestimmt. Es ist klar, daß es nicht gelingen wird, Cigarettenrestes die Celluloid- Abfälle so in Brand setzen könne, daß nuhung für jedermann, Alexandrinenstr. 26, Gartenhaus. Geöffnet werf über die Hälfte der Stimmberechtigten an die Ürne zu bringen, eine helle Flamme plötzlich aufschlägt. Dies wurde von den legt- täglich von 5 bis 10 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen von 9 bis 1 wobei noch erschwerend die weitere Bestimmung wirkt, daß genannten drei Sachverständigen in Uebereinstimmung mit dem An- und 3 bis 6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 430 Zeitungen und Zeit die Arbeiter, die ihre Stimme abgeben wollen, sich von ihrem Arbeit geklagten auf Grund zahlreicher praktischer Versuche entschieden verneint. schriften jeder Art und Richtung. Lese- und Diskutierklubs. Lese- und Diskutierklub„ Nordwest", geber eine Legitimation ausstellen lassen müssen. So wird sich Der Staatsanwalt hielt es für erwiesen, daß das verhängnisvolle Grunwald, Alt- Moabit 46. nur in einzelnen Berufsgruppen, in denen eine gute Organisation Feuer auf die Fahrlässigkeit des Angeklagten zurückzuführen sei und be- Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Erster Bor vorhanden ist, wie in der Metall- und der Schuhindustrie, eine antragte sechs Monate Gefängnis. Rechtsanwalt SIufigender: Julius Meyer, Urbanstr. 131 IV. Erster Staffierer: Seikrit, Fidicinſtr. 16. Mehrheit erzielen lassen. Dieser famose Abstimmungsmodus, der zewski beantragte dagegen die Freisprechung, da dem Angeklagten Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Gustav Schönthal, Männerchor sonst bei keiner Wahl in Gebrauch ist, ist nur von dem Bestreben nach keiner Richtung hin eine Fahrlässigkeit nachgewiesen sei und die Annenſtr. 10. Uebungsstunde abends 9 bis 11 Uhr. Gesangverein Berliner diftiert, das Verlangen der Arbeiter illusorisch zu machen. Hypothese der Anklage von der Entstehungsursache des Brandes" St. Urban", Lindemann, Annenstraße 9. „ Einigkeit I", Groß- Lichter Kürschner", Feind, Weinstraße 11. völlig in der Luft schwebe. Der Gerichtshof hielt die Ursache des felde, Richter, Chauffeestr. 104." Morgenrot IV", Köpenid, Stippekohl, Brandes nicht für aufgeklärt und erkannte deshalb auf FreiSchönerlinderstr. 5." Fröhlich", Rummelsburg, Schröter, Mozartstr. 7. sprechung. " Wach auf II"( Alt- Blessin bei Flemming) übt bei Hilgenfeld, Bergstr. 60.. der Witwe Emilie Günther geb. Sommer wieder einmal vor Soloniestr. 147. Eine gemeingefährliche Schwindlerin stand gestern in der Person" Deutsche Eiche II", Brandenburg a. H., Winkels Salon, Hauptstraße. Freiheit IV", Bernau, Elysium, Hussitenstraße. Loreley", Leonhardt, der zweiten Straffammer des Landgerichts I. Kornblume", Stirnik, Große Frankfurterstr. 133. Sie hat im Jahre Morgengrauen"( Bäder), Hempel, Rosenthalerstr. 11/12( nachmittags 4 bis 1901 eine 1jährige Gefängnisstrafe wegen Schwindeleien, die 6 Uhr). Möbelpolierer", Freischüß, Fruchtstr. 36 a. Oranienburger sämtlich auf demselben Gebiete lagen, abgebüßt und wurde nun Vorstadt", Frizz Liezke, Brunnenstr. 41. Steinnelle", Hucht, Seestr. 68 a. beschuldigt, in den Jahren 1902 und 1903 sich in zwei Fällen des Hoffnung III", Friedrichsberg, Böker, Friedrich Karlstraße 34. „ Berein WilhelmsFreiheit West", Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Diebstahls, in 10 Fällen des Betruges und in einem Falle berg- Hohen- Schönhausen", Hohen- Schönhausen, Krause, Berlinerstr. 12. des versuchten Betruges schuldig gemacht zu haben. Ihre Maurer- Gesangverein", Wilmersdorf, Bitte, Berlinerstr. 70. Männer Specialität besteht darin, daß sie bei Pensionswirtinnen, Chor Süd- Ost I", Stephan, Wienerstr. 31.„ Lyra", Charlottenburg, Aus dem Reichstags- Wahlkampfe rührte eine Beleidigungsflage Bortiersleuten 2c. Unterkunft auf turze Zeit sucht unter Bartsch, Seesenheimerstraße 11. Liederkranz", Brandenburg a. H., her, die gestern vor dem hiesigen Schöffengericht gegen unsren dem Vorgeben, daß sie aus Dresden komme, auf der Durch Mengerts Volksgarten, Bergstraße." Bukunft II" in Belten, Grunow, verantwortlichen Redakteur Carl Leid verhandelt werden sollte. reise begriffen sei und von ihrer starken Ermüdung gern ausruhen Wilhelmstraße 19. Liederzweig", Hermsdorf, Schulze, Berlinerstr. 21. Der Schriftsteller Dr. Wegner, der konservative Kandidat im vierten möchte. Jst ihr dann die Unterkunft gewährt, was zumeist große Frohe Stunde", Kurt, Lausitzerstr. 46." Freie Liedertafel", Königs„ Süd" Alpenrose", Kunze, Forsterstr. 36. Berliner Reichstags- Wahlkreise, fühlte sich wegen einiger im„ Vor- Schwierigkeiten nicht erregt zu haben scheint, so erzählt sie dann jäle, Neue Königstr. 26. wärts" gegen ihn gerichteten Angriffe beleidigt und hatte auch schon ihren Wirtinnen, daß sie ihre Sachen auf dem Bahnhofe habe, sich Fürstenhof. Arion II", Rummelsburg, Rode, Prinz Albertstr.( 6-8 Uhr).Oft II", Link, Wrangelstraße 86.„ Einigkeit III", Wannsee, Krüger, am 16. Juni dem Tage der Wahl durch gelbe Handzettel den aber gern umkleiden möchte, um sich Geld von der Dresdner Bank Bummelsdorf", Luckenwalde, Gerhard Haag.„ Männerchor der Wählern im vierten Wahlkreise verkünden laffen, daß zu holen. Ihr werden dann leihweise" Stiefel, Unterröcke, Blusen, Schneider Berlins", Markgrafenstraße 83. Melodia II", Kranz, er den Vorwärts" verklagen werde. Als gestern in die Taschentücher 2c. anvertraut, auf ihre Rückkehr von der Dresdner Dunderstr. 8. Unverzagt", Bachstein, Salzwedlerstr. 16. Waldkapelle", Verhandlung eingetreten werden sollte, war Dr. Wegner bank warten die vertrauensseligen Leute dann aber stets vergeblich. Ladewig, Kommandantenstr. 65. Maiglöckchen II", Köpenid, Müggel nicht anwesend und da er auch nach einigem Warten nicht erschien, Es lagen mehrere derartige Fälle vor, zu denen sich noch mehrere heimerſtr. 22. Sängerslust", Werder, Schwarzer Adler, Fischerstraße. beschloß der Gerichtshof, das Verfahren einzustellen und Fälle dreisten Betruges gegen Verkäuferinnen hiesiger Geschäfte ge-" Freie Sänger", Trebbin, Bolj, Bahnhofstraße." Baget nicht", Stegliz, die Kosten dem Privattläger zur Last zu legen. Kaum war dieser fellten. Wie der Vorsitzende hervorhob, ist es der Angeklagten jogar ftraße 10. Kramer, Marksteinſtr. 1. Liedesfreiheit II", Straußberg, Schulz, Wriezeners Beschluß verkündet, so traf Dr. Wegner ein, um nun vom Vorsitzenden gelungen, sämtliche Wartefrauen der öffentlichen Bedürfnisanstalten" Sängerschaft Fichte", Wekel, Wrangelstr. 136. Freie Sänger", Rirdorf, Hollbach, Hermannstr. 120. " Froh Hoffnung", zu hören, daß an dem eben gefaßten Beschluß des Gerichtshofes in der Potsdamerstraße anzupumpen. Der Gerichtshof verurteilte Schilling, Kyffhäuserstr. 16." Hand in Hand", Friedrichsberg, Schilling, nichts mehr zu ändern sei. die sehr dreiste und redegewandte Angeklagte zu einem Jahr Mainzerstr. 5." Iris", Balzer, Grünauerstr. 29. Glasarbeiter", Köpenid, Müggelheimerstr. 29." Eintracht", Bankow, Florastraße 84. Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust. „ Rote Waldesrauschen", Karlshorst, Sabrowski, Trescow- Allee 66. Rose", Stenzel, Exerzierftr. 20. Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Putbuserstr. 44, IV. Kamerun", Lange, " Feste Glühlicht I", Neu- Weißensee, Streustr. 3. " Mehr Licht", Weißensee, Sorrer, Straßburgstr. 56. angenbedstr. 4. Brüder", Rirdorf, Ziethenstr. 29. Alter Hussit", Matthea, Bernauerstr. 120. hansstr. 136. " Fidelio", Bartel, Manteuffelstr. 127." Mailuft", Stegemann, Lang,, Colorado", Klinge, Reinickendorferstr. 56.„ Einige feit II", Wähner," Gubenerstr. 57. Ringelwolfe", Bredowstr. 11. Korea", Kellas, Frankfurter Allee 107." Rote Nelfe", Neu- Weißensee, Asmus, Gedanstr. 35 d." Grüne Quaste", Donner, Rigdorf, Jägerstr. 46. " Freundschaft", Gustav Adolfstraße 155. Allter Berliner", Frebe, Dranienstraße 183. Verstoppte Piepe", Kießling, Marienburgerstr. 31. bergerſtr. 10. „ Näjenwärmer", Eyser, Dunderstraße 88. Morgenrot", Ulrich, Lichtens " Zufriedenheit", Rigdorf, Methner, Ziethenstr. 33. Wiedersehen", Neu- Weißensee, Weber, Friedrichstr. 35.„ Wasserturm", Wartenberg, Straßburgerstr. 40. " " " " " ,, Musik- DilettantenStatflub Berliner Ruderverein„ Vorwärts". Sigung 9 Uhr abends im Bootshause, Stralau, Tunnelstr. 17. Arbeiter Bildungsverein„ Eintracht", Zürich, Neumarkt Nr. 5, Vereinssigung alle 14 Tage je Donnerstagabend 8, Uhr. Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität“. Gau 9( Provinz Branden Das furchtbare Brandunglück, welches sich am 3. Februar d. J. nachmittags in dem Hause Michaelfirchstr. 23a ereignete, hatte gestern Justiz in Oldenburg. Aus Oldenburg i. Gr. wird uns befein gerichtliches Nachspiel. Unter der Anklage der fahrlässigen Brand- richtet: Die bekannte Beleidigung gegen den oldenburgischen Justizstiftung hatte sich der Agent Siegfried Schwarz vor der siebenten minister Ruhstrat gelangt am Donnerstag vor der Straffammer des Straftammer des Landgerichts I zu verantworten. In dem Quergebäude des Hauses Michaelkirchstr. 23 befinden sich mehrere Fabrikations- hiesigen Großherzoglichen Landgerichts zur Verhandlung. In dem räume. Im ersten Stockwert hatte der Angeklagte Geschäftsräume Artikel, in dem dem Oldenburgischen Justiz- und Kultusminister hier erscheinenden Residenzboten" erschien vor einiger Zeit ein inne, darunter einen Raum zum Sortieren von Celluloid- Abfällen, Rubstrat vorgeworfen wurde: er habe, als er noch Staatsanwalt war, neben welchem sich ein seinem Vater zur Verfügung stehender Raum sich am Hazardspiel beteiligt. Bei dieser Gelegenheit habe er eine für Wollabfälle befand. Am genannten Tage nachmittags Gefälligkeit des Oberlehrers Frühstück angenommen und dafür letzteren 4 Uhr befand sich der Angeklagte in dem Sortierraum, in welchem bei Besetzung der Direktorstelle am Birkenfelder Gymnasium protegiert. mehrere Burschen mit dem Sortieren der Celluloid- Abfälle beschäftigt Der Minister stellte gegen den Redakteur und Herausgeber des waren und einige zum Versand fertig gemachte Sacke mit Abfällen Residenzboten" Hans Biermann sofort Strafantrag. Bier standen. Plötzlich sah der Angeklagte eine helle Flamme neben sich mann, der sich deshalb vor einiger Zeit vor der Strafkammer wegen emporschlagen, er erkannte sofort die Gefahr und ließ den Ruf: Beleidigung des Justizministers zu verantworten hatte, gab an: er Alle raus!" ertönen. Die Rettung der in dem Raume befindlichen habe diesen Artikel sowohl, als auch eine Anzahl andrer, die sich zum Menschen ging nicht leicht von statten. Die Flammen verbreiteten Teil auch gegen den Großherzog richteten, ven anonymer Seite ein- Gesang, Turn: und gesellige Vereine. Sparverein„ Einigkeit", sich im Nu über den ganzen Raum, dessen Zwischenwände alsbald zu gesandt erhalten, er kenne aber den anonymen Einsender nicht. Bier- Luisen- User 32. Weißenseer Fußballklub, Donnerstag nach dem 1. und 15., wanken begannen, das Feuer schlug durch die großen Fenster mann wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und Barkſtr. 10. Statflub Namenlos", Strad, Adalbertstr. 95. Berliner bis zur Dachhöhe hinauf, es fand in rajender Gile feinen sofort verhaftet. Kurze Zeit vor der Verurteilung des Biermann Dilettanten- Bühne Rheingold II", Aderſtr: 144. Weg durch den Fahrstuhlschacht bis zum obersten Stockwerk und wurden im„ Residenzboten" Geheimakten über den Ministerwechsel Herzblatt", Bassete, Linienſtr. 3a. Berein Berlin- Moabit", Restaurant Sadewater, Arminiusplay. Zitherflub Menzenhauer", Andreasbrachte dort viele Menschenleben in Gefahr. Mehrere Arbeiter im Jahre 1900, der sogleich nach dem Regierungsantritt des Groß- straße 3. Zitherklub Alpengrüße", Bartschis, Ravenéstr. 1. Arbeiters retteten sich, indem sie durch die Bodenluke auf das Dach kletterten herzogs Friedrich August stattfand, veröffentlicht. In den Re Rauchklub Freiheit", Liebigstr. 14. Musikverein Harmonie", Manzey, und sich über die Nachbardächer in Sicherheit brachten, andre daktionsräumen des" Residenzboten" wurde sofort Haussuchung ge- Brizerstr. 19. Stattlub Maiglöckchen, Stenzel, Schwedterstr. 32. mußten durch die Feuerwehr aus den furchtbar verqualmten halten und dabei Schriftproben des anonymen Artikelschreibers ge- Geselliger Klub„ Blau Veilchen 89", Köpnickerstr. 62; Donnerstag nach dem Näumen, in die sie geflüchtet waren, herunter getragen werden. funden. Diese ließ die Staatsanwalt öffentlich aushängen und setzte 1. und 15. Die Feuerwehr hatte bei der enormen Hitze, die sich entfür die Ermittlung des Artikelschreibers eine Belohnung von 400 M. wickelte, und der allenthalben das Vordringen hindernden aus. Biermann versicherte wiederholt, daß er den Artikelschreiber Berqualmung einen überaus schwierigen Stand. Das Haus nicht kenne. Er habe die Artikel teils unter Decknamen, teils unter ist in allen seinen Stockwerken vollständig ausgebrannt. Leider ist Chiffre erhalten. Laut Poststempel seien die Artikel zunächst aus auch ein Menschenleben zu Grunde gegangen. Der in einer andren Jever, später aus dem Rheinland gekommen. Diese Angabe lenkte burg). Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend, find zu Fabrik desselben Gebäudes beschäftigte Arbeitsbursche Ernst Kunze den Verdacht auf den Oberlehrer Dr. Gustav Ries. Dieser ist der richten an den Gau- Vorsitzenden Karl Fischer. Berlin NW., Waldstraße 8. hatte sich bei der Schnelligkeit, mit der sich das Feuer verbreitete, Sohn eines im Februar d. J. aus Gesundheitsrücksichten pensionierten Arbeiter- Radfahrer- Verein„ Berlin", nach dem 1. und 15. Andreasſtr. 26, nicht mehr zu retten vermocht; die Feuerwehr fand seinen ver- Sekretärs bei der inzwischen aufgehobenen Baudirektion. Die Schreib- und Raabe, Stolbergerſtr. 23." Stern II", nach dem 1. und 15. Swinefohlten Leichnam vor. Mehrere Personen find durch das Feuer Sachverständigen begutachteten, daß Dr. Rieß zum mindesten in hohem Akazienſtr. 21. münderstr. 56. Fahr wohl I", Gerichtstr. 22." Frei Weg", Schöneberg, Somet", jeden Donnerstag nach dem 1. und 15. Rigdorf, verletzt worden, darunter auch der Angeklagte selbst, der längere Grade verdächtig sei, die inkriminierten Artikel geschrieben zu haben. Steinmetzstraße 103." Biel", jeden 2. und 4. Donnerstag, Adlershof, Beit an den erlittenen Brandwunden frank gewesen ist. Borwärts", jeden 1. und 3. Donnerstag, Adlershof, Die Schuld an dem fürchterlichen Unglück wurde dem Daraufhin fand eine Haussuchung im elterlichen Hause des Dr. Ries Hadenbergstr. 1. Arbeiter- Radfahrverein", Johannisthal bei Senftleben. Angeklagten aufgebürdet, denn die Anklage behauptete auf Grund statt. Dieser war zur Zeit gerade auf einem Ausfluge begriffen. Oppenstr. 56. Durch Funde von Schriftproben wurde der Verdacht gegen Dr. Ries Borwärts", Rigdorf, Biethenstr. 58. Spurt", Weißensee, Königder Aussage eines Arbeitsburschen, daß er den Sortierraum mit bestätigt. Dr. Ries kehrte bald darauf nach Jever zurück, dort wurde brennender Cigarette betreten und wahrscheinlich durch unArbeiter Skatbund Berlins und Umgegend. Zuſchriften sind zu vorsichtiges Wegwerfen des Cigarettenreftes bezw. glühender Asche er abends in Theater- Restaurant verhaftet. Er foll fogleich zu richten an C. Quentert, Markusstr. 43, III., Glüd auf". Nigdorf, Rogge, gestanden haben, der Verfasser all der inkriminierten Artikel gewesen Lessingstr. 17. den Brand verursacht habe. Der Angeklagte bestritt dies ganz zu sein. Dr. Ries war früher Oberlehrer am Oldenburgischen entschieden. Er gab zu, mehrfach mit einer brennenden Cigarette in den Raum gekommen zu sein, bestritt aber, Gymnasium und soll bei Lehrern und Schülern in hohem Ansehen daß dies auch am Unglückstage der Fall gewesen sei. Er be- gestanden haben. Am 1. August 1902 wurde er wider seinem Willen hauptete auch, daß, selbst wenn ein Cigarettenrest auf die nach Jever versetzt. Es soll dies eine Art von Strafversehung und zwar wegen der agitatorischen Tätigkeit des Dr. Ries für Erhöhung Celluloid Abfälle dies wäre, gefallen Dr. Ries, der über seine der Oberlehrer- Gehälter gewesen sein. plötzlich hell aufleuchtende Flamme hervorgerufen, sondern mindestens Bersetzung eine tiefe Mißstimmung gegen das Ministerium, ins vorher ein längeres Schwälen mit daraus fich entwickelndem besondere gegen den Justiz- und Kultusminister Ruhstrat empfunden penetranten Geruch verursacht haben würde. leber diese Behaben soll, trat sehr bald freiwillig aus dem Oldenburgischen Schul- Swinemde. 757 Hauptungen fand ein umfangreicher Beweis durch Vernehmung zahl dienst und übernahm eine Oberlehrerſtelle in Barmen. Er hat sich Hamburg reicher Zeugen und Sachverständiger statt. Insbesondere gaben nun am Donnerstag, in Gemeinschaft mit dem Redakteur Biermann, Berlin Gerichtschemiker Dr. Jeserich, ferner Professor Bergwegen öffentlicher Beleidigung des Justiz- und Kultusministers Franti.a.M. 763 Direktor des Militär Versuchsamts, mann, Patentanwalt Rubstrat und wegen widerrechtlicher Veröffentlichung von Geheim München Landenberger, ferner der deutschen Vorsitzende der 765 23 atten vor Eingangs bezeichnetem Gerichtshofe zu verantworten. VerCelluloid Industriellen Noa und Fabrikbesizer Taussig teidiger des Dr. Ries ist Rechtsanwalt Greving( Oldenburg), Ver- Wetter Prognose für Donnerstag, den 15. Oftober 1903. eingehende Gutachten über die Möglichkeit einer Selbstentzündung teidiger Biermanns Rechtsanwalt Dr. Cohn( Bremen). Zunächt vielfach heiter, nachts etwas fühler, am Tage ziemlich warm bei Celluloid welche ohne Hinzutritt andrer Momente bestritten bei lebhaften südwestlichen Winden; später neue Trübung mit etwas Regen. = V Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Stollege, der Buchbinder 25/2 Willy Pfeiffer verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr auf dem Luisen- Kirchhof, Brizer Chaussee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse der Sattler und verw. Gewerbe zu Berlin. Montag, den 12. Oktober, verstarb unser Mitglied 277/5 Otto Leibing ( Werkstatt von Ed. Ackermann). Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des GeorgenKirchhofes in Weißensee aus statt. J..: H. Werner. Du Roh- Tabak. Templinerstr. 3 8. Nauen, n.b. Schwedterstraße. P doch nicht Central- Krankeneine 1. Begräbniskasse der Sattler und Berufsgenossen Deutschlands Hoffnung.( E. H. 64.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Montag, den 12. Ottober, 2450b der Schlosser Fritz Möller verstorben ist. Die Beerdigung findet Donners tag, den 15., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Lehrterstr. 38 aus nach dem neuen JohannisKirchhof in Plößensee statt. Die Ortsverwaltung. ! Labenski- Thee! ( kein Geheimmittel) ist außerordentlich geeignet, zur Erhaltung der Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens beizutragen, indem er einen leichten Stuhl bewirkt, die Bildung schädlicher Stoffe im Blute verhindert und somit als bestes Blutreinigungsmittel dient. zu haben in allen Apotheken 24496* a Sarton 1 M. Mehrfach und höchst brämiirt! Deutscher Textilarbeiter- Verband. Berlin III( Dekateure). Heute, Donnerstag, abends S Uhr, Chaussee 55. " Null", Lier, Alte Jakobstr. 119. Witterungsübersicht vom 14. Oktober 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke 756 SW 759 SW Better Tenip. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometerſtand mm Wind Windstärke richtung SW 3 wolfig 3 heiter 1 heiter 8 Cort 3halb bb. 12 Aberdeen 4 wolfig 10 Bris 1 moltig 12 8 Haparanda 765 OND 9 Petersburg 758 M 765 SW Ein guter Rat! Wetter Temp. n. T. 15° C. 4°. 2bedeckt -3 2 bededt-0 751 D 3Regen 12 762 SSW 4 bedeckt 12 im ,, Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15( Saal): wird nach Prof. Schulz- Schulzenstein ein Stadium der Verdauung General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Bericht der Kassierer und der Revisoren. 3. Vereins- Angelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. 197/7 Der Vorstand. Berliner Lotterie d. techn. Commiss. f. Trabrennen. Ziehung schon 21. u. 22. Okt. 0039 Gewinne i. Werthe von Mk 100000 Loose à 1 M.-11 Stück 10 M. ( Porto und Liste 20 Pfg.) Oscar Brauer& Co. Nachf. G. m. b. H. 29900* Bank- Geschäft Berlin W., Friedrichstr. 181. Filialen: NW.: Wilsnackerstr. 63. 0.: Andreasstr. 46. SO.: Oranienstr. 177. Anzüge Man rühmt dem Kaffee allgemein nach, daß er die Verdauung fördere. Wohl beschleunigt der Kaffee den Verdauungsprozeß, aber in einer un natürlichen, dem Organismus nachteiligen Weise. Durch den Kaffee- Genuß förmlich übersprungen, indem der Staffeereiz einen Teil der Speisen unverdaut, also vorzeitig, dem Körper entführt. Dadurch entziehen wir unserem Körper das, was wir ihm an Nährstoffen zuführen wollten, und lassen ihm zur Verarbeitung und Nußnießung der Nahrung nicht Zeit und Ruhe. Deshalb sollten vor allem Magenleidende den Bohnenkaffee meiden und sich dafür ein wirklich gutes und gesundes Ersatzmittel suchen. Ein solches bietet sich ihnen in dem rühmlichst bekannten Kathreiners Malzlaffee. Dieses ausgezeichnete Produkt besitzt in hohem Grade das köstliche Aroma und den eigenartigen Wohlgeschmack des Bohnentaffees, während es von dessen Nachteilen vollständig frei ist. Paletots Männer- Vortrag. Morgen, Freitag, abends 8, Uhr, Kommandantenstr. 20: erklärt vom praktischen für Herren, aus feinsten Mak Männerleben u. Leiden, Naturheilt. Grundmann stoffen herrührend, vornehm an Si, Eleganz. Maßpreis bis an großen neuen Lichtbildern. Eintritt nebst Broschüre 20 Pf. 70 M., jett 20-40 M. Hoch Naturheilverein„ Reform", Kuranstalt Köpnickerstr. 72. elegante Herren Beinkleider. = Makpreis bis 22 Mic Technikum Elektra 29232* 8-12 m. Verkauf täglich, auch Sonntags. Deutsches Versandhaus, Jägerstr. 73, I Treppe. Vereinszimmer von 20 bis 300 Personen, 2 heizbare Kegelbahnen vergiebt Nestaurant 24486 Alte Jakobftr. 83. Neanderstr. 4. Am 19. Oktober beginnen die neuen Abendkurse für Elektrotechnik, Maschinenbau, Zeichnen, Mathematik. Anmeldungen täglich. Prospekte frei. Kopfläuse nebst Brut vertigt fofort Schwapp". Unschädl. Zu haben in Drog. Preis f. Fl. 50 Pf. u. f. Fl. 30 Bf. En gros. R.Sauer, Berlin C.2, Staiser Wilhelmft.47. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 15. Oktober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Feuersnot. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. König Johann. Dentsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Der Sturmgeselle Sokrates. Westen. Der Troubadour. Neues. Eine Frau ohne Bedeutung. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Central. Bruder Straubinger Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 1hr: 3 Schiller O.( Wallner Theater.) San Marcos Tochter. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Stüßen der Gesellschaft. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Berlin bei Nacht. Carl Weiß. Amor in Wichs. Trianon. Biscotte. Deutsch: Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. täten. Speciali Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Paffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Casino. Tolle Stadetten. täten. Specialis Palast. Genießet das Leben. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Von der Zugspige zum Waymann. Abends 8 Uhr: An den Seen Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. IX. Berliner Salson. Urania. Cirkus Busch, Taubenstrasse 48/49. Um 4 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann. ( Kleine Preise.) Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Lebend!! Die zusammengewachsenen Schwestern, 25 Jahre alt, Violinvirtuosinnen Neu!! Der Riese Andries Venter Donnerstag, den 15. Oftober cr., abends 72 Uhr: Berliner Winterfreuden. Humoristisches Manege- Schaustück. Außerdem: Miss Claire Heliot, die Löwenbraut, Paul Mündners Todessprung. Eine Hirschjagd, geritten mit 20 Voll- u. Halbblutpferden. Exotisches Monstre- Tableau: 12 Elefanten, 3 Zebras, 50 Pferde. Der Elefant als Chauffeur. Neapolitano Soja. echt Lippizaner Hengst, geritten von Herrn Burkhardt- Foottit. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 15. Oftober 1903: aus Transvaal, ehemal. LeibGardist d. Präsidenten Krüger. Bernhard Rose Theater- Ensemble. Metropol- Theater Fräulein Doktor. Der grösste Erfolg dieser Saison! Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Grete Meyer. Müller Lincke. Neuestes! Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Neues Theater. Deutsch- Amerikanisches Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Eine Frau ohne Bedeutung Anfang 72 Uhr. Freitag: Salome. Der Kammersänger. Kleines Theater. Unter den Linden 44. ( fr. Theat.), 67/68. Jeden Abend Anf. 8 Uhr. Der Sensations- Erfolg Gastspiel Adolf Philipp. Lustspiel in 4 Aufzügen von Walther und Stein. Anjang 8 Uhr. Sonntag: Kyris- Pyrit. früher Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Böhme, Böckmann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Socialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( SO.). Donnerstag, den 15. Oktober 1903, abends 8%, Uhr, in der Urania, Wrangelstr. 10: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. NB. In dieser Bersammlung gelangen unter Nachzahlung von 10 Pf. die Parteitags- Protokolle zur Ausgabe. Mitgliedsbuch legitimiert. 244/17 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Etabl. Buggenhagen Sechster Wahlkreis. Mortsplan. Im Katersaal: 99 Künstler- Ensemble Nordsterne" Donnerstag, den 15. Oktober 1903, abends 8 Uhr, unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7%, Uhr. Kaffeneröffnung 6, Uhr. Entree 50 Pf. Bons hab. Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. In den unecen Sälen Dienstags und Donnerstags: Brzywarski Konzert. Sonnabend u. Sonntag: GörischKonzert. Bons haben Gültigkeit. im Eiskeller, Chausseestr. 88: Ausserordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Dresdener Parteitag. 2. Berichterstattung der Brandenburger Provinzial- Konferenz und Diskussion. 3. Aufstellung der Stadtverordneten- Kandidaten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 249/12 Der Vorstand. Palast- Theater Feen- Palist Socialdemokrat. Wahlverein der Frauen Burgstr. 22. Sensations- Erfolg! Berlins und Umgegend. Genießet das Leben. Donnerstag, 15. d. M., abends 8 Uhr, im„ Hofjäger- Palaft", Hafenheide 52/53: Das ideale Oktober- Prouramm Freitag, den 16. Oftober 1903: Elite Extra- Vorstellung: Maria Stuart. Ehren- und Vorzugsfarten gültig. Anfang 8 Uhr. Heber'n großen Teid Fröbels Allerlei- Theater Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. von Adolf Philipp. Billetvorverkauf( ohne Gebühr) an der Theaterkaffe, Invalidendant, stunstlerDank und in Wertgeims Warenhäusern. Nachtasyl. Passage- Theater Casino- Theater. tags 5 Uhr. Anfang der AbendAnfang 8 Uhr. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 72. Das vollst.neue Oktober- Programm. Arnolde- Wolpert- Marzelli. Die neue Posse:" Die Diebesfalle". Ulm 9: Tolle Kadetten. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein edles Weib. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochenvorstellung 8 Uhr. fr. Puhimanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Freitag: Gastspiel d. Berl. Volks- Theaters Grosser Erfolg! Der Schlafwagen- Kontrolleur. Schwank in 3 Akten von Bisson. Nach der Vorstellung: Tanz. Anfang 82 Uhr. Sonntag um 5 Uhr: Extra- Vorstellung. Olga Wohlbrück, Norddeutsche Sanger und Tanz. Spott- und Geissellieder. Der Todessprung des Hundes. 14 erstklassige Nummern. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide No. 108/114. Jeden Donnerstag: Berlin bei Flacht. W. Noacks Theater. Bernhard Rose- Theaterin 3 Aften v. D. Freitag: Berlin bei Nacht. Sonnabend: Krieg im Frieden. Sonntagnachm. 3 Uhr: Strieg im Frieden. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Extra- Elite- Vorstellung: Abends 8 Uhr: Berlin bei Nacht. Der Herr Stadtmusikus Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Biscotte. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachm.: Die Notbrücke. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Das befte Mittel. Schwant in 3 Aften von A. Bisson. Deutsch von B. Jacobsohn. Borher: Sphing. Morgen und folgende Tage: Dicselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Sonnabend zum erstenmal: Das grosse Geheimnis. Carl Weiss- Theater. H Große Frankfurter Straße 132. Direktor Carl Weiß als Franz in Alt Heidelberg in Berlin oder: Amor in Wichs. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Robinson Crusoe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Parkett 60 Pf.: Am Altar. und seine Kapelle. Anfang 8 Uhr. Rachher: Ball. Sanssouci. Kottbuser Thor Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Ensemble. Kyritz- Pyritz. Bosse mit Gesang in 3 Aufzügen. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Borzugskarten haben Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Täglich: Franz Sobanski. Norddeutsche Sänger. Außerdem ganz neues Programm. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theater- Abend. den Achtung! Vereine! Saal( ev. Bühne) bis 300 Per fouen ist zum Sonnabend 14., Movember frei geworden. 29162* Neues Club- Haus, Kommandantenstraße 72. Zum Schluß: Die Angströbre. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Land, Woche 2 M. Abzahlung, 840 qm 300 M. Bor9ort. Nur mündlich. Herronimy, Blumenstr. 79. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Ein romantisches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Arthur Fitger. Freitagabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Sonnabendabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Jbsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Freitagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonnabendabend 8 Ubr: Die Stützen der Gesellschaft. Apollo- Theater. Cirkus Schumann. Mit vollständig neuer Ausstattung: Zum 9. Male: Heute, Donnerstag, den 15. Oktober, abends 7 Uhr: Grosse Vorstellung. Um 9 Uhr die Sensations- Dressur bus Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Mag Grunwald über:" Die Frauen und die preußischen Landtagswahlen". 2. Diskussion. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlreichen Erscheinen ersucht Vorwärts- Buchhandlung SW., Lindenstrasse 69( Laden). Soeben ist erschienen: Dresdener Parteitags- Protokoll 448 S. stark Preis 75 Pf., geb. 1 Mk. Die Verhandlungen haben bei unsren Parteigenossen das lebhafteste Interesse erwedt, namentlich sind die Erörterungen über die " Zattit" von weittragender Bedeutung für die Partei. Die stattgefundenen Verhandlungen des Parteitags in Dresden wecken auch das Interesse an die früheren Parteitage. Wir empfehlen daher: Parteitags- Protokolle. Die Protokolle bieten ein reiches Material zur Geschichte der Partei, ihrer Kämpfe, ihrer Grundsäße, ihrer Taktik. Nachstehend heben wir die Hauptpunkte der Verhandlungen aus der jeweiligen Tagesordnung in summarischer Inhaltsangabe hervor. Balle. 1890. Neuorganisation; Programmrede Liebfnechts; Stellung zu Streits und Boykotts; Auseinandersetzung mit den Unab hängigen". Mr.-, 50 1891. Festseßung des Programms; Brogrammentwürfe; Ausschluß der„ Unabhängigen"; Taktik der Partei. Erfurt. Berlin. Cöln. 1892. Staatsfocialismus; Boykott, Kontrollmarke. 1893. Gewerkschaftsbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. Mr.-, 40 Der Vorstand. 765 Saharet 1/8 australische Tänzerin. The Great Goldin Ilusionist. Goldin gab eine Separat- Vorstellung vor Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. Smith u. Doreto Therese Renz Die drei Luppus Excentrics Schulreiterin Reckturner Anne Dancrey Pariser Soubrette. Moskwa Die Agoust's russisches Sextett. Jongleure. AngelineVanloo Sängerin Smaun der kleinste Akrobat. Die Jahrmarktsprinzess Der Biograph. Ballett. 27932 Mt.-, 50 Genossenschaftswesen, Wir.-, 50 Selten günstige einer Kaufgelegenheit! Partie Mr.-25 Frankfurt. 1894. Budgetbewilligungsfrage in den Landtagen; Agrarfrage; Trusts, Ringe und Startelle. Breslau. 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. Wt.-, 30, geb. Mr.-, 50 Gotha. 1896. Frauen- Agitation; Litteratur- Debatte. Mr.-, 30 Damburg. 1897. Preußische Landtagswahlen; Militarismus. Brosch. Mt. 35, geb. Mt.-, 60 Stuttgart. 1898. Koalitionsrecht; Bergarbeiterschutz; BreuBische Landtagswahlen; Zoll- und Handelspolitik. Brosch. Mr. 35, geb. Wit.-, 60 Bernstein- Debatte; Zuchthausvorlage; Militärfrage. Brosch. Mt.-, 50, geb. Mf.-, 75 Weltpolitik; Verkehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. 1899. Hannover. Mainz. 1900. Lübeck. Brosch. Mr.-, 50, geb. Mr.-, 75 1901. 3olltarif und Handelsverträge; Wohnungsfrage; Hamburger Accordmaurer; BernsteinDebatte. Brosch. Mr. 60, geb. Mr.-, 90 München. 1902. Bevorstehende Reichstagswahl; Arbeiterversicherung; Kommunalpolitik; Debatte über Neue Zeit". Brosch. Mr. 60, geb. Mr.-, 90 Protokolle der Internationalen Arbeiter- Kongresse. Paris. Zürich. London. Frühlingsluft. der 25 männl. Abessinier Löwen Paris. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im Blütenhochzeit. 3. Akt: Ballett von Louis Gundlach. Die glänzenden Specialitäten und Messters Biophon. Anfang 8 Uhr. des Herrn Jul. Seeth. Reitkünstler- Kongresse der " Herren: Hr. Duroff, Woodson, " 1889. Mit einem Vorwort von W. Liebknecht. Berichte der Delegierten der einzelnen Länder; Abschaffung der stehenden Heere; Maifeier. Mr.-, 25 1893. Stellung der Partei im Kriegsfalle; Agrarfrage; Generalftreit. Mr.-, 50 1896. Politische Attion; wirtschaftliche Aktion; Erziehung und körperliche Entwicklung. M.-, 20 1900. Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht; die Eroberung der politischen Macht; Kolonialpolitik; der Socialismus in den Gemeinden. Mr.-, 20 Damen: Frl. Esterina, Dr. Schünemann Slezak, Pissiutti u. Gescht. Pissintti, . Lola, Hodgini. Daisy. Zoologisches Potpourri d. Hrn. Leb. Die Horizontalmanege. Die Todessprünge d. Barjois Hunde. D. preisgetr. 6er Zug u. d. fahr. Kaskad. b. Dir. Alb. Schumann. handgeknüpfter Smyrna und echt Perser Teppiche Teppich- Specialhaus Emil Lefèvre Oranienstr. 158, Berlin S. Damen- Jacketts, Capes, Blusen, Röcke billiger als in jeder Fabrik. 15162* Refte zu Kostümen, DamenManteln, zu Mädchenund Knaben- Sachen. OranienOskar Basch, Sirazse 202, pt. Unverfälscht. Deutscher Honig! Bienenhonig, beft. Qualit. bin von Küftriner Platz 4 Dr. Goldmann, Arzt. E. 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Oktober 1903, in Thiels Festfälen, Bergftr. 151/152: Zehntes Stiftungsfest. Auftreten der Berliner Volksfänger- Gesellschaft Lewandowski. bu ani Festrede und diverse Ueberraschungen. 88/13 Billets sind in allen Zahlstellen zu haben. Anfang 8, Uhr. Das Komitee. Bildhauer. Centralverein der Bildhauer Deutschlands, Verwaltung Berlin. Sonnabend, den 17. Oftober, in Kliems sämtlichen Festsälen Hafenheide 14/15: Herbstfest. Grosses Sinfonie- und Solisten- Konzert, ausgeführt vom Berliner Sinfonie- Orchester. Dir.: Maxim. Fischer. Mitwirkende: Frl. Conrad, Berlin( Sopran), Kelly Kemath( Tenor), Hermann Gerlach, Berlin( Geige), Maximilian Fischer( löte). Billets inkl. Tanz 60 Pf. find noch zu haben bei den Kollegen P. Greier, Stöpnickerstr. 1, zweiter Aufg. IV; 0. Misbach, EngelUfer 15, Bimmer 27, und im Restaurant Heinr. Noack, Mustauerund Pücklerstraße- Ede. 21/1 Anfang Punkt 8 Uhr. Gäste willkommen. Jedes Wort: Das Vergnügungs- Komitee. Pfennig. Achtung! edot Louis Kellers Festsäle. Achtung! Koppenstrasse 29. ( Grosser Saal.) Sonntag, den 18. Oftober 1903: Stiftungsfest des Koppenstrasse 29. Socialdemokratischen Wahlvereinsa I Zur Beachtung! Mein seit 16 Jahren in Steglitz bestehendes Uhrengeschäft habe nach Rielerstr. 7 berlegt und bitte das mir bisher geschenkte Bertrauen mir auch fernerhin entgegenbringen zu wollen. A. Knape, Uhrmacher, Kielerstr. 7. Scheruchs des vierten Berl. Reichstags- Wahlkreises( sten) Festsäle bestehend aus Vokal- und Instrumental- Konzert, sowie Auftreten des Berliner Ulf- Trios. Turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Turnvereins„ Fichte". Grosser Ball. Bon 6 Uhr ab: Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Eintritt 25 Pfennig, an der Kasse 30 Pfennig. Programm gratis. Eröffnung 4 Uhr. 244/6 Wedding- Park, Müllerstrasse Nr. 178. Inhaber: Karl Maschke. Sonntag, den 18. Oftober: 2994L Grosser Ball.* Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. 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Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. gen. 1941* [ 1913 Wer Stoff hat? Fertige Herrenanzüge mit Futtersachen 15,00. Wagner, Schneidermeister, Lichtenbergerstraße 9, 19428* ( Landsbergerstraße). Kunststopferei von Frau Kokosty, Steinmezstraße 48, Quergebäude hoch* parterre. 2456b * Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Beschäftigung tagsüber gesucht. Offerten L. Postamt 17. In der Möbeltischlerei von J. Kraus, Weißenfee, Langhansstraße 22, sind Differenzen aus. gebrochen. Zuzug ist streng fernzu halten. 88/11 Gesperrt ist ferner Hahn& Metzkow, Rönig- Chaussee 71. Die Ortsverwaltung. 24466 Achtung! Holzarbeiter! Im Baugeschäft A. Sonnenburg, Holsteiner fer 2, haben fämtliche Bautischler wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt; desgleichen die Kollegen der Bautischlerei von Moll, Löweftr. 2 und 7. sverwalt 87/ 16* Zuzug fernhalten. Die Ortsverwaltung. polne nis Nr. 241. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 15. Oktober 1903. Berliner Partei- Angelegenbeiten. Dritter Wahlkreis. Heute, Donnerstagabend, 3ahlabend bes Wahlvereins in den bekannten Lokalen. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Der focialdemokratische Frauenverein hält heute abend 81%, Uhr im Hofjäger- Balast, Hasenheide 52/53, eine Versammlung ab, in der Genosse Grunwaldt referiert. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. im Ausstande befindliche Arbeiter haben nun, so lange der Greifswalderstraße wohnender Kaufmann hatte gelegentlich des Ausstand dauert, von Rechts wegen feinen Anspruch auf die Ver- Wohnungswechsels eine neue Gaseinrichtung anbringen lassen und abfolgung von Wochenkarten. Sie sind ja gar nicht mehr ge- mit der Durchführung der Arbeiten einen Angestellten der städtischen nötigt, täglich zu ihrer Arbeitsstätte zu fahren. Wenn sie zum Gasanstalt in der Danzigerstraße betraut, der Privatarbeiten Vergnügen oder wegen persönlicher Zwecke nach der Stadt hinein- nebenbei übernahm. Als der Wohnungsinhaber mit feiner Familie fahren wollen, mögen sie den angemessenen Fahrpreis dafür ent- in das neue Logis einzog, fand er es völlig mit Gas gefüllt. Es Für den zu Tempelhof gehörenden Ortsteil Hasenheide( Nr. 61 richten. Es wäre geradezu widerfinnig, wenn die Eisenbahn- stellte sich heraus, daß der Rohrleger alte defekte Leitungen bei der bis 95) findet heute, Donnerstagabend 81%, Uhr, bei Küßner, Hafenverwaltung ihnen durch erhebliche Preisvergünstigung noch die Anlage benutzt hatte. Zum Ueberfluß waren die Leitungen auch heide 89, eine Wahlvereins- Versammlung statt, in der die Aufstellung Möglichkeit erleichtern sollte, als Streitposten aufzuziehen noch an den Verschlußstellen undicht, sodaß das Leuchtgas in großen der Wahlmänner erfolgt. Das Erscheinen der Parteigenossen ist und an eventuellen Ausschreitungen gegen Arbeitswillige Mengen herausströmte. Die Angelegenheit, die unter Umständen dringend notwendig. Parteigenossen von Tempelhof und Hasenheide, teilzunehmen." eine furchtbare Katastrophe hätte nach sich ziehen können, ist zweds bergewissert Euch, zu welcher Wählerklasse Ihr gehört. Die Es fehlt nur noch, daß die" Post" verlangt, es sollen aus weiterer Verfolgung der städtischen Beleuchtungs- Deputation überAbteilungslisten der Bezirke 1-6 liegen heute, morgen und über- ständige und ausgesperrte Arbeiter überhaupt von der Beförderung wiesen. morgen im Gemeindebureau, Dorfstraße, zur Einsicht aus; für den gehörigkeit der von der" Post" im Unternehmer- Intereffe geäußerten auf der Eisenbahn ausgeschlossen werden. Ernsthaft über die UnUnheimlichen Atelierbesuch hatte in der letzten Zeit zweimal die Bezirk Hasenheide liegen diese Listen im Gemeinde- Zweigbureau, Ansicht zu reden, verlohnt sich nicht; aber fennzeichnend ist es immer Malerin Stüler- Walde in der Dorfstr. 80. Als die Künstlerin, die Hasenheide Nr. 93, aus. Folgende Genossen sind bereit, für andre hin, daß nach dem Scharfmacher- Moniteur einem von der Unter- wieder in ihr Atelier kam, sah sie, daß sie unterdessen Besuch gehabt die Listen einzusehen: Martin Müller, Gastwirt, Berlinerstr. 41/42, nehmertvillfür am Arbeiten verhinderten Mann auch das Aufsuchen hatte. Ein Kunstliebhaber war es nicht gewesen. Denn alles, was nach dreitägiger Abwesenheit M. Schmidt, Berlinerstr. 47, J. Flieg, Berlinerstr. 33, Gastwirt neuer Arbeit oder die Uebernahme von Gelegenheitsarbeiten, wie fie bie Stunft betrifft, hatte er unbeachtet gelaffen, dagegen einige Küßner, Hasenheide 89. sich auch ausständigen Arbeitern immerhin in Berlin bietet, von profane Dinge, 50 m. bares Geld, einen filbernen Löffel mit dem amtswegen erschwert werden soll. Man begreift übrigens, daß der" Post" gegen ausgesperrte Beichen M. S. und eine Bluse mitgenommen. Bald darauf kam Arbeiter fein Mittel barbarisch genug erscheint, wenn man sich die der ungebetene Gaft schon wieder. Von der Kleinen Treppe, die in dem Betriebe dieses Blattes herrschenden Praktiken einmal näher ein Fenster übersehen. Als nun die Malerin am Hellen Mittag die vom vierten Stock zum Atelier hinaufführt, kann man dieses durch ansieht. Das folgende uns von einer Arbeiterin zugesandte Schreiben Treppe hinaufstieg, gewahrte sie einen Menschen, der sich entwirft da ein niedliches Bild: in ihren Räumen angelegentlich umsah. Vor einigen Tagen besuchte ich eine franke Kollegin, die in dem früheren Waisenhause Stralauerstr. 58 eine Stube oder richtiger Thür rührte, schwang sich der unheimliche Besuch durch das Fenster auf das Dach hinaus und war verschwunden. Verfolgen konnte ihn eine Remise bewohnt. Meine Freundin ist herz- und lungenleidend. Die Künstlerin schon deshalb nicht, weil er so vorsichtig gewesen war, Als ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß die die Thür von innen zu verriegeln. Die Künstlerin mußte erſt ihr Wohnstätte durchaus nicht einladend war, erzählte mir die Kranke, Atelier durch einen Schlosser öffnen lassen. Inzwischen ging der daß sie früher eine bessere Stube bewohnt habe, doch sei es ihr Flüchtling über alle Dächer und ward nicht mehr gesehen. Der nicht möglich gewesen, noch weiter die Miete zu erschwingen. Spaziergang fiel ihm um so leichter, als die Nachbarhäuser in der Denn sie habe eine schlimme Enttäuschung erlebt. Fünfundzwanzig Großbeerenstraße alle flache Dächer haben. Der Entlommene ist Jahre lang fei fie in der" Post" zur vollen Zufriedenheit wahrscheinlich der Einbrecher, der in verschiedenen Stadtvierteln schon beschäftigt gewesen, wenigstens hätten ihre Arbeitgeber ihr diese Versicherung gegeben, und da sei sie, zwei Monate länger fein Unwesen treibt, indem er durch offene Dachfenster einsteigt vor ihrem Jubiläum, und überall stiehlt, was ihm gerade zur Hand liegt. entlaffen worden. Eine folche Rücksichtslosigkeit habe fie nie für möglich gehalten. Der nene Stadtbahnhof Warschauerstraße ist am heutigen Morgen Freilich habe sie bei der Entlassung eine Prämie von 50 Mark zunächst allerdings nur eingleisig in Betrieb genommen worden. erhalten, aber was wolle das bedeuten? Es wäre doch wahrlich Nachdem in der verflossenen Nacht der Anschluß des alten Bahnangebracht gewesen, wenn man sie in ihrer Stellung belassen förpers an die neue Bahnstrecke bewirkt worden, werden die Züge hätte Einmal, weil sie doch mit ihrer Arbeit vertraut sei, und in der Richtung A( Schlesischer Bahnhof) über diese geleitet. In dann, weil sie mit 58 Jahren troß ihrer Tüchtigkeit im Beruf der Richtung nach Stralau- Rummelsburg wird die Verbindung erst doch so leicht keine Arbeit wieder bekomme. Abermals ein nettes in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hergestellt und am Beispiel wie es mit der Lebensstellung" einer Arbeiterin aus- Sonntag früh die Betriebseröffnung der Station Warschauerstraße fieht. Es wäre gut, wenn die" Post" sich auch einmal um ihre in vollem Umfange stattfinden, An diesem Tage wird dann auch eignen Angelegenheiten bekümmern wollte." der 150 Meter lange Stadtbahn- Tunnel in Betrieb genommen. Weißensee. Heute abend 8% Uhr findet im Vereinshaus, Charlottenburgerstr. 150 eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Arthur Stadthagen spricht über das Thema:" Auf zur Landtagswahl." Diese Versammlung ist die erste, die sich mit der Landtagswahl beschäftigt; es wird erwartet, daß die Parteigenossen durch zah ichen Besuch ein ebenso lebhaftes Interesse für die Landtagswahl bekunden als für die Reichstabswahl. 3offen. Reichstags- Abgeordneter Zubeil referiert Sonntag nachmittag 31 Uhr bei Rüsfer, Barutherstraße über die 2 andtags wahlen. Die Parteigenossen werden ersucht, für zahlreichen Besuch dieser Versammlung zu forgen. Röpenid. Die 14 Abteilungslisten zur Urwahl liegen nur noch heute und morgen im Rathause, Zimmer Nr. 12, in der Zeit von 8 bis 12 und 3 bis 6 Uhr öffentlich aus. Ein jeder überzeuge sich, ob sein Name auch in dieser Liste richtig eingetragen ist. Diejenigen Parteigenossen, welche selbst keine Zeit dazu haben, wollen sich wieder an die bekannten Genossen wenden. Lokales. Behörde und Unternehmer im gemeinsamen Kampfe gegen die Arbeiterschaft" Resertreise wollen wir, um Weißverständnisse zu verhüten, darauf aufZur Dippold- Affaire. Auf verschiedene Anfragen aus unsrem merksam machen, daß der Vater des zu Tode geprügelten Knaben nicht der Reichsbant- Präsident Dr. Koch ist, sondern der Direktor der Deutschen Bank Rudolf Koch. Sobald sie aber an der dies in Deutschland alltägliche Bild wurde auch in einer BerDiese an einer 58 Jahre alten Arbeiterin nach 25 jähriger Aushandlung vorgeführt, die gestern vor der fünften Straffammer am nußung verübte Handlung ist des Scharfmachertums würdig. Aber Das Polizeipräsidium erläßt folgende Bekanntmachung: Eine Landgericht stattfand. Wegen angeblichen Vergehens gegen das sie zeugt von Konsequenz. Wenn man, wie die" Post", seinen zuführen, daß das Stroh, mit welchem die Kellerlichtschächte in oder Wenn man, wie die" Post", seinen große Anzahl von Kellerbränden im letzten Winter war darauf zurückVereinsgesetz waren die Buchbinder Hermann Spießgart und Lebenszweck darin sieht, anständige Arbeiter unausgesezt zu be- zuführen, daß das Stroh, mit welchem die Kellerlichtschächte in oder Robert Gerber angeklagt, vom Schöffengericht aber freigesprochen schimpfen, muß man im eignen Hause ebenfalls brutal und herzlos Anschlüsse gegen Frost verstopft zu werden pflegen, von der Straße vor den Hausdurchfahrten zum Schutze der Gas- und Wasserleitungsworden. Die Photographische Gesellschaft" in Steglig berfahren. stand seit langer Zeit mit ihren Arbeitern im Konflikt. Vor mehr als aus abfichtlich und unabsichtlich durch Hineinwerfen von brennenden zwei Jahren war zwischen der Gesellschaft und ihren Arbeitern abschließenden Gitter in Brand gesetzt wurde. Angesichts der heranStreichhölzern, Cigarren und dergleichen in die die Kellerlichtschächte beziehungsweise dem Buchbinderverbande Deutschlands eine Tarif nahenden kalten Jahreszeit wird deshalb den Hausbefizern dringend gemeinschaft zu stande gekommen, die aber von der Direktion der empfohlen, die Kellerlichtschächte unterhalb der Gitter mit eng Gesellschaft nicht eingehalten wurde. Es wurde daher von seiten des Personals eine Kommiffion gewählt, die bei der Direktion vorstellig maschigen Drahtneßen oder mit Eisenklappen, die werden sollte. Die Kommission wurde nicht vorgelassen, statt dessen das Hindurchfallen brennender Gegenstände verhindern, versehen zu Die elektrischen Schnellfahrten der Studiengesellschaft haben eine laffen, um Kellerbrände zu verhüten. wurden elf Arbeiter entlassen, angeblich wegen Arbeitsmangels, dabei turze Unterbrechung erfahren müssen, weil im Straftwerk zu Oberfuchte die Direktion durch Inserate neue Arbeitskräfte. Am Schöneweide eine Maschine defekt geworden ist, ohne welche der Unglücksfall im Cirkus Busch. Dienstagabend hat sich bei der 16. Februar dieses Jahres wurde nun eine Werkstatt- Ver- hochgespannte Arbeitsstrom auf die weite Entfernung nicht geliefert Borführung der Löwennummer im Cirkus Busch ein Unglück fammlung einberufen, in welcher eine neue Kommission gewählt werden kann. Aus diesem Grunde mußte die letzte Fahrt des ereignet. Ein störrischer Löwe langte mit der Tage nach Miß Heliot wurde, um mit der Direktion der Gesellschaft über die schwebenden Siemens- Wagens unterbleiben, der schon zur Abfahrt bereit stand. aus und riß ihr die Ader am Handgelenk auf. Obgleich die Wunde Differenzen zu unterhandeln. Auch diese Kommiffion wurde ab- Man hoffte bis zur letzten Viertelstunde, den Strom in aus- heftig blutete, wollte die Tierbändigerin doch die Nummer zu Ende gelehnt. Nun beriefen die Arbeiter zum 19. Februar eine Fabrit reichender Stärke zu erhalten, Leider vergeblich: gegen führen; man veranlaßte fie aber, sich aus dem Käfig zu entfernen. bersammlung ein, zu der ein Delegierter des Buchbinder- 1084 Uhr mußte den Stationen das Glockenfignal mit- Infolge des Blutverlustes wurde Miß Heliot bald darauf ohnmächtig; Verbandes geladen wurde. Da es sich um interne Fabrikangelegen geteilt werden, daß die Fahrt unterbleiben müßte. Daß sie tam jedoch, nachdem sie verbunden worden war, binnen kurzem heiten handelte, wurde die Versammlung nicht polizeilich an- dies Schluß Signal", wie es scherzhaft genannt wurde, wieder zu sich und erklärt dann, daß sie ihre Vorstellungen am gemeldet. Die Fabrikleitung hatte aber einen den auf Station Dahlwig versammelten In- und Ausländern, etwa nächsten Tage fortsetzen wolle. An dem Unfall trage sie selbst die Gendarmen benachrichtigt, dieser erschien in der 150 an der Zahl, recht unwillkommen war, versteht sich von selbst. Schuld, da sie nicht genügend aufgepaßt habe. Versammlung, fragte nach der Versammlungsbescheinigung Viele von ihnen fuhren nach Marienfelde und besichtigten dort die und löste- als eine solche Bescheinigung nicht vorgelegt beiden Schnellwagen, von denen der Motor der Allgemeinen werden konnte die Versammlung auf. Von den Angeklagten Glettricitäts- Gesellschaft es inzwischen auch schon auf hatte der eine den Vorsiz geführt, der andre war als Redner auf- 150 Kilometer pro Stunde gebracht hat. Man hatte gehofft, die getreten. Das Schöffengericht hatte beide freigesprochen, weil nur Maschinenreparatur bis heute fertigstellen zu können; diese Erwartung interne Fabrikangelegenheiten- also nicht öffentliche verhandelt hat sich leider nicht erfüllt; wie wir hören, dürfte die nächste Fahrt worden seien. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, die Straf- frühestens erst am Sonnabend stattfinden können. tammer stellte sich aber auf den Standpunkt des ersten Richters. Es feien nur interne Angelegenheiten in geschlossener Gesellschaft ver- Hochbahn beschäftigt noch immer die Aufsichtsbehörden. Wie er Die Dämpfung des Betriebsgeräusches auf der Oststrecke der handelt worden. Dazu bedürfe es keiner polizeilichen Genehmigung. innerlich, wurden im Sommer dieses Jahres auf der Strecke Die Angeklagten wurden nicht allein freigesprochen, auch die Kosten Hallesches Thor- Möckernbrücke hölzerne Langschwellen unter die der Verteidigung wurden auf die Staatstasse übernommen. Man betrachte sich dies wie gesagt alltägliche Bild. Ein arbeiterfeindlicher Unternehmer fühlt sein Brivatinteresse durch eine Besprechung der in seinem Betriebe ausgenugten Arbeiter verlegt. Der Mann ruft die Polizei heran und ein herbeigeeilter Gendarm löst nun auch richtig die Versammlung der Arbeiter Doch auf. Die Kunst für das Volk! Bescheid in Sachen der Ueberlassung der Schulaulen für Kunstabende Der Freien Voltsbühne ist nunmehr der ablehnende zugegangen. Er lautet: Magistrat hiesiger königl. Haupt- und Residenzstadt. Journal- Nr. 3172 Arsch 03. Schienen gelegt, um zu erproben, ob dadurch sich eine Verminderung des rollenden Geräusches werde erzielen lassen. Gestern besichtigten Vertreter der kgl. Eisenbahndirektion und des Polizeipräsidiums die Strecke, um sich wiederholt über die Wirkung dieser Einrichtung zu informieren; zugleich sollte auch festgestellt werden, wie die Langschwellen bezw. Geleise sich im Betriebe verhalten und ob der ganze An Stabilität behalte. Allzuviel schien man sich von der Versuchsstrecke Oberbau troß der nachträglichen Aenderungen die erforderliche nicht zu versprechen, wenn auch mehrfach behauptet wird, daß durch Die Aenderung der Holzschwellen eine merkliche Schalldämpfung erzielt werde. Das Eifersuchtsbrama Berlin C., den 12./X. 03. Ihrem Antrage auf Ueberlassung der Hörsäle des Askanischen, Humboldt, Leibniz- und Luisenstädtischen Gymnasiums zwecks Veranstaltung von Kunstabenden für die Mitglieder der Freien Voltsbühne bedauern wir nicht entsprechen zu können, nachdem fich die Direttoren der genannten Anstalten übereinstimmend gegen Gewährung des Antrags erklärt haben. Kirschner. den Verein Freie Voltsbühne, Geschäftsstelle Rigdorf. Das ist alles. Die Direktoren haben es nicht für notwendig gehalten, auch nur einen Grund für ihre Ablehnung anzugeben. Und der Berliner Magistrat hat sich auch seinerseits um feinen Grund mit diesem den Arbeitern behördlich zugefügten Unrecht ist es noch nicht abgethan. Leiter und Redner der auf gelösten Zusammenkunft werden nunmehr noch von Amts wegen prozeſſiert, weil sie angeblich das Vereinsgesetz übertreten haben sollen. Es braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden, welche Scherereien, Kosten und Sorgen ein Prozeßverfahren gerade einem besiglosen Arbeiter selbst dann bereitet, wenn die Freisprechung selbst- Das Eifersuchtsdrama in der Steinmetzstraße, dem am 25. Mai bemüht. So erleichtert man die Bestrebungen edelster künstlerischer verständlich ist. Diese Freisprechung erfolgt dann auch. Nun meint der Major a. D. August Reisch zum Opfer gefallen ist, wird am Boltsbildung! Offenbar ist man der Meinung, daß die Proletarier der Arbeiter Ruhe zu haben, wenn ihm auch jegliche Genugthuung Freitag das Schwurgericht des Landgerichts I beschäftigen. Vor fein Anrecht auf fünstlerisches Genießen haben. Auch dieses Gebiet gegenüber dem denunzierenden Unternehmer und dem auf dessen diesem hat sich die Wirtschafterin Marie Gleditsch zu ver- der Kultur soll ein Monopol der Befizenden sein. Insbesondere Anruf in der Versammlung erschienenen Gendarmen versagt bleibt. antworten. Sie war bei dem Major längere Zeit Wirtschafterin ges scheint es anstößig, wenn sich die Arbeiter aus eigner Kraft, nach Aber der Arbeiter irrt sich. Dem Staatsanwalt erscheint die Sache wesen, nachdem diefer in Pension gegangen war, und scheint sich eigner Wahl den Weg zur Kunst suchen, anstatt sich von hoch bedeutsam genug, um noch einmal die eben glücklich über mit der Hoffnung getragen zu haben, daß sie einst dessen Ehefrau mögenden Gönnern mit sogenannten populären Darbietungen bestandene Prozedur gegen den Arbeiter einzuleiten. Abermals werden könnte. Sie hat in intimeren Beziehungen zu ihm gestanden vormunden zu lassen. Scherereien, Kosten und Sorgen und abermals endlich die und konnte es nicht verwinden, daß sie, als der Major mit seiner wohl selbstverständliche Freisprechung. Nicht allein die Leute, die Mutter nach Berlin übersiedelte und hier in der Frobenstraße unter diesen Handlungen der Vertreter des Staates persönlich zu Wohnung nahm, für dessen Haushalt überflüssig wurde. Hier in leiden haben, sondern auch die Arbeiter in ihrer großen Masse legen Berlin war der Major fast täglicher Gast bei dem in der Steinmetz sich bei Betrachtung eines solchen alles natürlich manche Fragen straße 40a wohnenden Rentier Pudor, in dessen Haushalt eine bor, unter anderm auch Inzwischen hat, wie bekannt, die Freie Voltsbühne sich die Singakademie für ihre Kunst- Abende gesichert, deren erster mit einem ausgewählten Brogramm bereits am nächsten Sonntag stattfindet. Das Beethoven- Konzert und die Teilnahme Gymnasial- Direktoren geht. sich bei Betrachtung eines solchen Falles in Deutschland wohl Wirtschafterin beschäftigt ist. Auf lettere wurde die Gleditsch mehr der Arbeiterschaft an ihm wird zeigen, daß es auch ohne die jemals schon eine Versammlung, die von Unternehmern in Aus- und mehr eifersüchtig und ließ sich in ihrem Groll schließlich zu der stands- Angelegenheiten unangemeldet abgehalten wurde, mit blutigen That hinreißen, die sie am 25. Mai ausführte. Als an Auflösung und andren Scherereien bedacht wurde. Im jenem Tage der Major, aus der Wohnung des Herrn Pudor Im Untersuchungsgefängnis ist der Tischler Otto Rehbaum ber Staate der Socialreform find sie aber gewohnt, schließlich zu kommend, die Treppe himunterging, wurde er von der Gleditsch unglückt, der sich seit einiger Zeit in Haft befindet. Er wurde beim refignieren. Sie legen's zu dem Uebrigen. Eines reigt sie bei Be- überfallen, die ihm ein großes Meffer in die Brust stieß. Der Plazen eines Rohres der Dampfheizung so schwer verbrüht, daß trachtung der Dinge sogar herzhaft zum Lachen. Nämlich das von Major, der eine große, flaffende Wunde davongetragen hatte, war man ihn in ein Krankenhaus bringen mußte. An dem Aufkommen den Interessenten der heutigen Ordnung oft an fie gerichtete Verlangen, zusammengefunken und in furzer Zeit eine Leiche. Sie hat bisher des Verunglückten wird gezweifelt. daß sie dem Staate, der sie derart behandelt, Bertrauen behauptet, nicht die Absicht gehabt zu haben, den Major zu töten. schenken und die von ihm geschützte Ordnung der Dinge nicht, Sie habe ihm, von Rachsucht getrieben, nur einen gehörigen Dent aus Neu- Weißensee, der am Montag früh, als er mit seinem Freunde Seinen Berlegungen erlegen ist der Schlächtermeister Paul Aust wie sie es gewohnt geworden sind, mit aller Energie bezettel geben wollen. Für die Verhandlung sind zwei Sigungstage und Berufsgenossen Franz Will auf dem Wege nach der Centraltämpfen sollen! angesetzt. Markthalle durch die Prenzlauer Allee ging, an der Ecke der WörtherDie Arbeiterfreundlichkeit der" Post". Unfre Freundin, die ftrege wird jetzt abgebrochen und gleichzeitig die Alte Jakobstraße, drei Messerstiche in den Kopf erhielt. „ Bost". Die alte Küraffier- Kaserne in der Gitschiner- und Alexandrinen- straße von drei Männern und zwei Frauen angerempelt wurde und Bost" tämpft auch heute wader den Kampf für Ordnung, Religion bie an der Neuenburgerstraße durch eine alte Scheme gefchloffen ist, auf die Nase und einem Stich über dem linken Auge davon und Will tam mit einem Schlag und Scharfmacher- Interessen. Diesmal hat die Unziemlichkeit der Schalterdame am Görliger Bahnhof, über die wir vor einigen griffene Reichs- Patentamt erhält Front nach der Alten Jakobstraße. gehen, während Aust nach der Charité gebracht werden mußte. nach der Gitschinerstraße durchgebrochen. Das im Bau be- konnte von der Unfallstation in der Schönhauser Allee nach Hause meintlichen Interesse des Unternehmertums liegt, fällt die" Post" baß in Kürze eine neue Verbindung mit dem Halleschen Thore durch Bruno Hohlfelder aus der Tiedstraße 34 zu vergiften. Hohlfelder Mit dem Abbruch der alten Stallungen ist begonnen worden, so ein bischen aus der Rolle und reist die Billetverkäuferin, die Alte Jakobstraße geschaffen ist. Nach einem Zwist mit seiner Geliebten versuchte sich der Kellner 84 die dem ausständigen Gürtler die Arbeiter- Wochenkarte verweigerte, wohnte mit dem Mädchen seit vier Wochen in einem Pensionat. Die gegen ihren Vorgesezten auf. Die Verkäuferin erhält Durch die Leichtfertigkeit eines Gasanstaltsarbeiters ist eine Nachbarn hörten in dem gemeinsamen Zimmer oft heftigen Zant. das Zeugnis, daß sie durchaus im Recht war, denn ganze Familie in ernste Lebensgefahr gebracht worden. Ein in der So auch in der Nacht zum Mittwoch wieder. Als nun der Haus Wen« hinein ging, fand er hen Mann schwerkrank auf dem Sofa liegen: er hatte, um dem Zwist ein Ende zu machen, Salzsäure ge- trunken. Ein Arzt ließ ihn nach der Unfallstation in der Eichen- dorffstratze und von dort nach einem Krankenhause bringen. Die freie Hochschule läßt auch in diesem Quartal von ihrem Docenten Dr. Magnus Hirschfeld einen Specialkursus über sexuelle Hygiene abhalten, nachdem der im vorigen Quartal zum erstenmal veranstaltete sich äußerst reger Teilnahme zu erfreuen hatte. Der Specialkursus für Damen beginnt am Dienstag, den 2V. Oktober, abends 8 Uhr in der C h a r l o t t e n s ch u l e, der für Herren am Mittwoch, den 21. Oktober, abends 9 Uhr, im Köllnischen Gymnasium. Die Hörgebühr beträgt für den ganzen Cyklus 3 M. Im wisscuschaftlichen Theater der„Urania" wird der neue Vor- trag„An den Seen Ober- Italiens" allabendlich zur Wiederholung gelangen. Am Donnerstag, Freitag und Sonnabend finden die letzten Nachmittags-Vorstellungen des Vortrags„Von der Zugspitze zum Watzmann" statt. Im Hörsaal spricht am Freitag Herr Dr. Naß über die„Elemente des Wassers" und am Sonnabend Herr Professor Müller über„Die Pflanze in Wehr und Waffe". Luisen- Theater. D. Ka lisch's Gesangsposse„Berlin bei Nacht", welche morgen, Donnerstag, im Luisen-Theater erstmalig in Scene geht, ist in den Hauptrollen nnt den Damen Hüftel, Dolski, Winter und den Herren Hüner, Bartels, Majewski und Wald besetzt._. Hus den Nachbarorten. Die socialdemokratische Fraktion der Rixdorfcr Stadtverordneten- Versammlung hatte bekanntlich durch eine Petition augeregt, den Magistrat zu ersuchen, die Zeit für die Wahlmännerwahl zum Land- tage möglichst auf S Uhr nachmittags festzusetzen. Die bürgerliche Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung lehnte jedoch die Petition ab, da man zu dem Magistrat das Vertrauen habe, daß er eine Zeit ansetzen werde, welche für die Rixdorfer Bürgerschaft am geeignetsten sei. Wie berechtigt die Anregung uusrer Genossen war, zeigt sich jetzt. Der Magistrat hat nämlich beschlossen, die Stunde der Wahlmänncrwahl am 12. November d. I. auf vormittags 8 Uhr(!!!) festzusetzen. Vielen Arbeitern ist es dadurch unmöglich gemacht, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Rixdorfer Arbeiter- schaft wird sicher nicht verfehlen, gegen diese Terminfestsetzung ganz energischen Protest zu erheben. Lichtenberg.„Ein betrügerischer Krankenkassenvorsteher", unter dieser Ueberschrift weiß das„Berliner Tageblatt" folgendes zu erzählen:„Die Zustände in der Lichtenberger Orts-Krankenkasse, die in der Presse wiederholt Gegenstand der Erörterung gewesen sind, werden immer verwickelter. Auf Betreiben einiger Vorstands- Mitglieder ist jetzt gegen den Kassenvorsitzenden L e v y n seitens der Königlichen Staatsanwaltschaft II Berlin ein Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden. Levyn wird von den Vorstands- Mitgliedern beschuldigt, sich aus dem Kassenverniögen unberechtigt dadurch Vorteile verschafft zn haben, daß er allmonatlich für ent- gangenen Arbeitsverdienst durch Wahrnehmung der Vorstands- geschäfte größere Beträge liquidierte, trotzdem er gar kejnen Ausfall an seinem Verdienst erlitten hat und in seiner Stellung, die er in einer Berliner Möbelfabrik bekleidet und die ihm die Wahrnehmung der Borstandsgeschäfte ohne Arbeitsnersäumnis gestattet, von seinem Lohn ihm niemals ein Pfennig gekürzt worden ist. Mit Rücksicht aus das gegen Levyn eingeleitete Strafverfahren haben die übrigen Vorstandsmitglieder gleichzeitig bei der Llassenaufsichtsbehörde den Antrag gestellt, in seines Annes als Kassenvorsitzender zu entsetzen." Hierzu wird uns mitgeteilt: Von einem Strafverfahren gegen Levyn, den ersten Vorsitzenden der Lichtenberger Orts-Krankenkasse, ist hier nichts bekannt. Richtig ist nur, daß der erste Vorsitzende sowie der zweite Vorsitzende und der Rendant zu der fraglichen Angelegen- heit polizeilich vernommen worden sind; es handelt sich vorläufig nur um ein Ermittlungsverfahren. Die„Vorteile", die Levyn nach Angabe des„Berl. Tagcbl." sich unberechtigt aus dem 5iassenvermögen verschafft hat, sind Vergütungen, auf die er Anspruch zu haben glaubte. Er hat Auslagen an Fahrgeld, Porto usw. gehabt, die er- hcblich waren und nicht von ihm allein getragen werden konnten. Auch ist es Thatsache, daß ihm Arbeitsverdienst entgangen ist. Levyn steht bei seinem Arbeitgeber in Tagclohn. Er hat zu seiner Tätigkeit für die Krankenkasse einen Teil der für seine Erwerbsarbeit bc- stimmten Zeit verwenden müssen; infolgedessen hat er sich damit ein- verstanden erklären müssen, daß sein Arbeitgeber mit ihm einen ge- ringeren Lohn vereinbarte. Das ist von seinem Arbeitgeber bescheinigt worden. Von einer betrügerischen Handlung kann gar keine Rede sein, und selbst wenn sich herausstellen sollte, daß, wie von andrer Seite angenommen wird, die Vergütung den Bestimmungen des Statuts widersprach, so darf dem beschuldigten Vorsitzenden nicht ohne weiteres der gute Glaube abgesprochen werden. Uebrigens hat er die Zu- stimmung von Vorstandsmitgliedern gehabt. Die ganze Hetze geht von einer Persönlichkeit aus, die bei den Streitigkeiten der Lichten- bcrger Orts-Krankenkasse schon mehrfach ihre Hand im Spiele ge- habt hat. Die Angelegenheit ist am Sonnabend in der Generalversammlung der Krankenkasse durch Levyn selber zur Sprache gebracht worden. L. hat erklärt, er werde sein Amt erst niederlegen, wenn wirklich ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet werden sollte. In der Debatte wurde die Notiz des„Berl. Tagebl." eine Infamie genannt. Von verschiedenen Seiten wurde anerkannt, daß L. nicht in betrügerischer Absicht gehandelt habe. Das neue Ortsstatut für das Rixdorfer Gewcrbcgericht ist soeben vom Bezirksausschuß in Potsdam genehmigt worden. Zum Vor- sitzenden des Gewerbegerichts hat der Magistrat den Stadtrat Hoff- mann, zu Stellvertretern den Stadtrat Justizrat Bürkner und den Stadtverordneten Justizrat Abraham gewählt. Verseuchtes Trinkwasser. Großes Aufsehen hat in Schmargen- dorf und Wilmersdorf ein Erlaß der Schulverwaltung erregt, nach dem, wie in der gestrigen Sitzung des dortigen Bürgervereins mit- geteilt wurde, den Kindern streng verboten worden ist, das Trink- Wasser in der Schule zu genießen. Das Wasser soll seit längerer Zeit vollständig verdorben sein, sehr schlecht riechen und schmutzig aussehen. Der Bürgerverein hat beschlossen, die Gemeindevertreter aufzufordern, in dieser Angelegenheit unverzüglich den Gemeindcvorstand zu interpellieren und die Hinzuziehung von Fachleuten zur sofortigen Abstellung des gefährlichen Uebelstandes zu verlangen. Fast verhungert wurde im Spandauer Stadtwald gestern eine halbnackte ältere Frau angetroffen, die anscheinend aus Berlin ist. Die Aernffte kauerte halb bewußtlos in einer Erdvertiefung und war nicht im stände, sich aus eigner Kraft zu bewegen. Vier Tage vor- her waren bereits, in der Forst zerstreut, Frauenkleidungsstücke ge- funden worden, die ihr gehörten. Die Frau hat etwa eine Woche hilflos im Freien gelegen: sie wurde ins städtische Krankenhaus ge- schafft. Aus den wirren Reden, die sie öfters führt, hört man die Worte„Hermann" und„Berlin" heraus. Ausweispapiere sind bei ihr nicht vorgefunden worden. Steglitz. Die rapide Eirtwicklung unsres Ortes brachte uns im Laufe dieses Jahres die Ueberschreitung des 2S. Tausends der Einwohnerzahl und damit die Möglichkeit einer Diskussion der Frage deS Ausscheidens aus dem Kreise Teltow und der Erwerbung der Stadtrechte. Der Haus- und Grundbesitzervercin be- handelte alsbald die Frage in einer Versammlung, in welcher Herr Stadtverordneten-Vorsteher Müller-Schöneberg einen Vortrag hielt. Der Referent hob die ideellen Vorteile hervor, welche uuscrm Orte bei Stadtwerdung erwachsen würden und rechnete außerdem bc- deutende finanzielle Ersparnisse heraus. Die auch die Ardeiterschaft in hohem Grade interessierende Angelegenheit ist nunmehr so weit gediehen, daß der am kommenden Freitag stattfindenden Gemeinde- vertreter- Sitzung ein Antrag des Gemeindebertrete«» Fischer und des Haus- und Grundbesitzer- Vereins vorliegt. den Gemeindevorstand zu ersuchen, die notwendigen Schritte zur Stadt- werdung nnsres Ortes einzuleiten.— Bei der bekannten Abneigung der maßgebenden Persoven gegen das Ansscheiden von Ortschaften aus dem Kreise dürste die Stadtwerdungs- Sehnsucht leider wohl noch lange Zeit ungestillt bleiben. Marktpreise von Berlin am 13. Oktober 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. "Weizen, gut D.-Ctr. .. mittel„ gering„ "Roggen, gut„ mittel gering„ ffGerste, gut mittel gering •sHaser, gut mittel„ gering Richtstroh Heu Erbsen Speisebohnen Linsen " ab Bahn. 15,80 15,72 15,61 12,30 12,86 12,82 11,50 13,30 12,10 16,00 14,80 13,70 4,00 7,00 40,00 50,00 60,00 15,76 15,68 15,60 12,88 12,84 12,80 13,40 12,20 11,00 14,90 13,80 12,70 3,66 4,80 25,00 25,00 20,00 Kartoffeln, neue D.-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 ig do. Bauch„ Schwemeflcisch„ Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 60 Stück 1 per Schock 6,00 1,80 1,50 1,80 2,00 1,80 2,60 5,00 2,20 2,60 3,00 2,00 1,80 3,20 1,40 18,00 4,00 1,20 1,10 1,10 1,20 1,10 2,00 3,00 1,20 1,40 1,00 1,00 0,80 1,40 0,80 3,00 f frei Wagen und ab Bahn. Barbier- und Friseurgehilfen. Donnerstag, den 15. Oktober, abends 10 Uhr: Oeffentliche Versammlung der Barbier- und Friseurgchilscn Berlins und Umgegend im Englischen Garten, Alcxanderstr. 27 o. Tagesordnung: 1. Wie stellen wir uns zur Abschaffung des Kost- und Logiswesens beim Arbeit- gcber? Referent: Etzkorri- Hamburg. 2. Freie Aussprache und Anträge dazu. 3. Gewerkschaftliches._ Vermischtes. Ucber ein Eisenbahn-Ungliick wird aus Posen vom Mittwoch berichtet: Heute ftüh wurde, wie die„Posener Neuesten Nachrichten" melden, zwischen den Stationen Zlotuik und Wargowo von dxm um 4 Uhr von Posen abgehenden Güterzug 7647 ein Milchwagen� aus Sobota überfahren; der Führer des Wagens wurde auf der Stelle getötet, der Wagen völlig zertrümmert. In Sachen der Eiigelmachcrin Wiese finden, wie man auS Hamburg meldet, täglich Vernehmungen statt. Heute wurde die Wiese mehreren Zeugen gegenübergestellt. Gestern ist ein Krinünal- beamter nach Hannover gereist, um dort die Ermittelungen nach der Mutter des spurlos verschwundenen fünften Kindes anzustellen. In- zwischen ist. noch ein sechster Fall hinzugekommen, und zwar handelt es sich angeblich um ein der Wiese übergebenes Kind, das aus der Umgegend von Hannover stammen soll. Die Verhaftete bleibt trotz aller Beweise und belastenden Aussagen bei ihrem beharrlichen Leugnen. Aus Sonneberg wird gemeldet: Die Spiclwaren-Fabri! von Fleischmann u. Craemer, die größte ihrer Art, ist gestern nacht voll- ständig niedergebrannt. Das Feuer brach im Packraum mis und verbreitete sich so schnell, daß die Feuerwehr machtlos war und sich beschränken mußte, die umliegenden Anwesen zu schützen. Bnefhaften der Redaktion. C. E. in Charlottenburg. Die Berliner städtischen Fort- bildungsschulen sür Jünglinge befinden sich: Wafferthor- straffe 31, Zehdenickerstr. 17/18, Hinter der Garilisonkirchc 2, Heinersdorser. straffe 18, Hagelsbcrgcrstr. 34, Turmstr. 86, Gräsestr. 85/88, Pütbuscrstr. 23, Fmchtstr. 38, Reichcnbcrgcrstr. 44/45, Ravcnestr. 12, Derssiingcrstr. 18a, Prinzenallec 8. Der Unterricht hat am 7. Oktober begonnen.— Franz 100. Gcwerbcsaal 7. Abteilung, Schulhaus, Raocnestr. 4. Anmeldung durch Sie. Näheres abends bei dem Dirigenten.— Schönlankc. P. F. Abonnements- quittung.— R. B. Wiederholen Sie die Auftage.— K. H. 12. 1. F. Kobold, Reichenbergerstr. 72a(Freie Hilsskasse der Tischler). 2. Naturheilvercin Berlin, Scbastianstr. 27. Warenhaus AWertheim Extra■ Preise Leipzigerstv. 132/135(Versand-Abteilung).— Rosenthslerstr. 27/29 u. 54-.— Oranienstr. 52/55 Donnerstag, Freitag, Sonnabend soweit der Vorrat reicht: Gemüse-, Frucht- und Fisch-Konserven Hülsenfrüchte Bratheringe vo» 45 pr. Heringe in Aspic dos. 38 pe Aal in Gelee Dose 80 pe Delikatessheringe vsraucend Dom 78 pe Dose 50 PE. Ölsardinen„La Rose" Dose 32 pe Gänse mS?« Italien. Weintrauben rr�d. 1.20**. Tiroler Äpfel 20 pr. Victoria-Erbsen Enthülste Erbsen Kleine Erbsen Grüne Erbsen Grosse Linsen Mittelgrosse Linsen Grosse Bohnen Runde Bohnen Rangoon-Reis Bassein-Reis Java-Reis II Java-Reis 1 Pfund Pfund Pflind Pfund Pfund Pfund PiUnd Pfund Pfund Pfund Pfund Pfünd 14 pc 17 pc 13 pc 15 pc 16 pc 12 pc 20 pc 13 pc IS pr. 18 pr. 23 pc 28 pe Weizenmehl in Beuteln ä,, 5 u. io Pfd., Pfd. U PC Kaiserauszug-Mehl.. pfd.löpf. Budapester Mehl» pfd.l9pf. Verantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke tn Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.