Nr. 242. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 art, für das übrige Auslans 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. all going Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Noreffe: ..Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Moderne Zünfte. Freitag, den 16. Oftober 1903. mite Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. fuchen, in wie weit die Schilderung übertreibt. Aber selbst wenn Vielmehr interessiert hier nur das Eingreifen des Königs sich manches von dem, was sie übrigens mit Nennung der Namen, in den Gang der Gesetzgebung. Vorführung von Schriftstücken und ziffernmäßigen Angaben Aus den Berichten der Presse geht hervor, daß eine ganze Reihe teilt, als übertrieben herausstellen sollte, so läßt sich aus und die beiden Stammern des Landtages gemeinschaftlich ausgeübt. In Preußen wird die gesetzgebende Gewalt durch den König bon Kartellen und Syndikaten, deren Termine abgelaufen waren, dem ganzen Schriftstück doch so viel erkennen, daß in diesen Die Rechte des Königs sind also in Preußen weit größer als nach mehr oder weniger langen Verhandlungen erneuert worden sind. Bündnissen wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit Zuletzt ist noch die Erneuerung des Rheinisch- Westfälischen Roheisen- steckt. Da erfahren wir, wie die mit den Kohlen- die des Kaisers in der Gesetzgebung des Deutschen Reiches. Ohne Synditats auf weitere drei Jahre zu stande gekommen, nachdem das fuhrherren verbündeten Kohlenfuhrleute dem Publikum den Gebrauch den König kann kein preußisches Gesetz in Wirksamkeit gelangen. Siegerländer Roheisen- Syndikat und das Lothringisch- Luxemburgische von billigen, auf dem Leitungswege nach Chicago gebrachten Natur- Der König ist nicht nur allein im Befiz der vollziehenden Gewalt, Roheisen- Syndikat schon vorher ihre Verlängerung besiegelt hatten. gas so lange bei Strafe des Boykotts verbieten, bis auch der letzte er hat den gleichberechtigten Anteil mit jedem der beiden Häuser des Deutschlands Roheisen- Produktion, die Grundlage der verschiedensten, Konsument den Kampf aufgeben muß. Die verbündeten Milchhändler Landtages auch in der gefeßgebenden Gewalt. viele Hunderttausende von Arbeitern beschäftigenden Produktions- und Milchfuhrleute, die die ganze Milchversorgung von Chicago zweige, ist auf Jahre hinaus wieder glücklich dem ungefesselten kontrollieren, einigen sich, daß nur noch einmal im Tag Milch aus zu geringen Einflusses auf die Gesetzgebung in Preußen, so find Wenn das preußische Königtum also nicht Klage führen kann ob Konkurrenzkampf entzogen. gefahren werden soll. Ein dringender Brief des GesundheitsDer socialistische Boltswirt kann die Verlängerung dieses und kommissars, Dr. Reynolds, an die Organisationen, wenigstens feitens der Minister des Königs um so peinlicher die Grenzen dieses andrer Syndikate nur mit sehr gemischten Empfindungen begrüßen. in den dort so heißen Sommermonaten eine Ausnahme königlichen Einflusses gegenüber den andren Faktoren der GesetzSchon daß sie unter dem Deckmantel der Schutzöllnerei operieren, au machen, in den ärmeren Stadtvierteln werde sonst gebung zu wahren. Der Erlaß aber, für den der Kultusminister mindert den Nutzen, den solche Verbindungen haben können, und bei nur einmaliger Milchlieferung erhöhte Kindersterblichkeit die Verantwortung übernommen hat, setzt sich über diese erhöht ihre Gefahr für die allgemeine Volkswirtschaft. Es muß als die Folge sein, hat keinen Erfolg und, in der ersten Juliwoche Grenzen hinweg. unbestritten anerkannt werden, daß die Syndikate ein Mittel sind, schwillt die Zahl der an„ Krämpfen" und Unterleibserkrankungen die Produktionsschwankungen zu mäßigen allerdings, was dabei verstorbenen Kinder um 90 Proz., die allgemeine Kindersterblichkeit den Etat Summen für bestimmte Zwecke einzusetzen. Die HerausDer König hat das Recht, bei seinen Ministern anzuordnen, in nicht vergessen werden darf, unter dem Gesichtspunkt kapitalistischer um 40 Broz. Ein Unternehmer im Blech- und Plattenlegung gabe eines Erlasses aber, in dem eine solche Anordnung vorInteressen. Nimmt schon dieser Umstand der von den heutigen Gewerbe wagt es, wider den Ring seiner Kollegen ausSyndikaten ausgeübten Produktionsregulierung bedeutend von ihrem zuschlagen, die alle ausgeschriebenen Arbeiten planmäßig zeitig der Deffentlichkeit übermittelt wird, be Wert, so kommt noch hinzu, daß, da bei weitem noch nicht alle In unter sich austeilen, wobei, wie er ein deutet eine Beeinflussung der Gesetzgebung, die dem Geiste der ausgefunden, dustrien syndiziert sind, noch unter heutigen Verhältnissen syndiziert innerer Sting von Hauptmatadoren die fettesten Bissen Verfassung nicht entspricht. werden können, Produktionsregulierungen bei den Kartellindustrien vorwegnimmt und das Publikum zahlen muß, was der Ning ver fehr wohl vereinbar sind mit Fortdauer und selbst Steigerung der langt. Sofort wird die Organisation der Arbeiter gegen ihn mobil Produktionsschwankungen bei den andern Industrien. Letzteres gemacht, und er muß zu Kreuze kriechen. Neben den Kriegskosten namentlich dann, wenn Schutzzölle sie in den Stand setzen, ihren des über ihn verhängten Boykotts hat er 2500 Dollar an den heimischen Abnehmern Preise zu diktieren, die den Weltmarktpreis Unternehmerbund und 500 Dollar an die Gewerkschaft zu zahlen erheblich überschreiten. Wir haben das in Deutschland in der hinter wahrscheinlich für Kränkung der Gefühle" heißt es im Artifel. Gine uns liegenden Epoche gründlich beobachten können, und nirgends Großbäderei wird mit Hilfe der Arbeiterorganisation gezwungen, besser, als in den Eisen- und Eisen verarbeitenden Industrien. Durch den Brotpreis zu erhöhen, u. a. mehr. die das Material verteuernde Politik der EisenverfertigungsSyndikate find die Eiſen verarbeitenden Gewerbe wiederholt in Absatz schwierigkeiten gebracht worden, was Produktionsstockungen und Arbeitslosigkeit zur Folge hatte, die sich schließlich zu wahren Notständen auswuchsen und, wäre nicht Amerifa ein milliger Abnehmer für Roheisen und Halbfabrikate der Eiſenindustrie gewesen, auch rüdwirtend zu intensiver Stockung in der heimischen Eisenfabrikation geführt hätten. " " " Gewiß haben die Kammern des Landtages die Möglichkeit, nach ihrem Ermessen Stellung zu Summen zu nehmen, die der König in in den Etat einzusetzen anordnet. Zweifellos aber ist ihre Entscheidung eine weniger freie, wenn vor dem ganzen Lande bekannt gegeben worden ist, daß eine bestimmte Summe auf ausdie etwaige Ablehnung alsdann nicht die Regierung, sondern drücklichen Wunsch des Königs selbst gefordert wird. Da den König unmittelbar treffen müßte, so wird der monarchische Sinn der Herrenhäusler und der Mitglieder des Dreiklassenwahlhauses dazu neigen, Summen zu bewilligen, die man bei völlig unbeeinflußter Entscheidung verweigern würde. Es wäre interessant, ja, es ist zur Bildung eines endgültigen Urteils über die Vorkommnisse unerläßlich, nun auch die Stimme der betreffenden Arbeiterorganisationen zu hören. Nur so viel läßt sich vorwegnehmend sagen, daß jede Berbindung von Arbeiterorganifationen mit Unternehmerverbänden, die über die Maßnahmen zur Durchführung und Aufrechterhaltung einheitlicher Lohn, Arbeitszeit rechtem Verfahren aus dem Steuersädel die Summen bewilligt Zwar ist anzunehmen, daß die beiden Kammern auch bei regelufiv. Bedingungen hinaus sich für Breistoalitionen, Ringe uſtv. der baben würden, durch die der König seiner Kirchenfürsorge Ausdruck usw. rechtem Verfahren aus dem Steuersäckel die Summen bewilligt Unternehmer ins Beug legt, ungefund ist und eine große Gefahr in Die Schutzöllnerei hebt das Bißchen Vorteil wieder auf, das die fich birgt. Der alte Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit, das, geben will, aber es würde dem Geist der Verfassung entsprochen Unternehmerkartelle unter heutigen Verhältnissen der Volkswirtschaft was die horizontale Scheidung der Gesellschaft genannt werden kann". haben, wenn der Kultusminister den Erlaß nicht unterzeichnet, bringen können. Unter ihrer Wirkung ist es möglich, daß sich diese heißt es in dem citierten Artikel, scheint einer ganz andren, einer sondern den König aufmerksam gemacht hätte, daß es einen bedenkKartelle und Syndikate zu wahren Bünften im schlechten Sinne dieses bertikalen Scheidung unsres gewerblichen Lebens Blaz zu machen, lichen Eingriff in die freie Entscheidung des Landtags bedeutet. Wortes auswachsen. Wir begegnen bei ihnen in Schutzzollländern bei der jedes Gewerbe in enger Verknüpfung, Unternehmer und einem Terrorismus gegenüber ihren Abnehmern, einer Aus- Arbeiter umfassend, der übrigen Welt fest gegenübersteht". Das ist Monarchie oder der parlamentarische Absolutismus des Junkertums Ist es auch nicht allzu wesentlich, ob der Absolutismus der schließungspolitik gegenüber ihren Konkurrenten, die an die übertrieben, bis dahin wird es nicht kommen. Aber es genügen schon schlimmsten Tage der Zunstwirtschaft erinnern. Wir brauchen hier eine Anzahl solcher Verbindungen, große Massen des Bublikums, in Preußen vorwiegt, so fordert doch der gesetzliche Sinn des nur an die berüchtigten Lieferungsbedingungen des Drahtstiftverbandes darunter die Mehrheit der arbeitenden Klasse selbst, schwer zu preußischen Volkes, daß selbst vorsündflutliche Verfassungen, so zu erinnern. Berfolgt man die neue Geschäftsgebahrung beispiels- schädigen. lange sie bestehen, vor Beeinträchtigungen bewahrt werden. weise der großen Syndikate in der Schwer- Industrie", schreibt der Bei uns ist zum Glück bisher davon nichts zu verspüren, und bei ben Kartellen durchaus nicht ungünstig gesinnte. C. Huber, so dem Geist, der unfre Arbeiterklaffe durchweht, ist auch schwerlich zu findet man, wie sie ihre Macht rücksichtslos gebrauchen, um die gewärtigen, daß sich ihre Organisationen zu solcher Manipulation Das gefährdete Ministerium Zanardellt. Kundschaft und außenstehenden Konkurrenten in ihren Bannkreis herbeilassen. Die socialistische Erziehung der Arbeiter, ihr EinAus Rom wird uns geschrieben: hineinzuzwängen, und um Preiserhöhungen aufrecht zu erhalten, die bringen in die öffentlichen Körperschaften, in die Leitung von Staat, Kammer der Gedante des Barenbesuchs in Rom fallen gelaffen Wenn nach den Erklärungen Morgaris in der italienischen fich weder durch höhere Betriebskosten noch durch die Martilage Gemeinde usw. sind Bürgschaften gegen das Ueberwuchern von Kammer der Gedanke des Barenbesuchs in Rom fallen gelassen rechtfertigen lassen."( Vgl. Huber,„ Die Startelle" S. 36.) Gruppenintereffen gegen das Gesamtinteresse. Sturzsichtige Be- worden wäre, so wäre das die denkbar natürlichste Beilegung der In Deutschland richten die Unternehmer- Kartelle ihre Spize in urteiler der Gewerkschaftsbewegung haben diese als moderne ganzen Sache gewesen, der man ja anstandshalber irgend ein der Regel nach zwei Seiten: wider ihre Abnehmer, d. h. in weiterer günfte bezeichnet. Wirkung, das Publikum im allgemeinen und wider ihre Arbeiter. anders zu suchen: bei den Unternehmer- Syndikaten. Thatsächlich sind die modernen Zünfte to diplomatisches Mäntelchen umhängen konnte. Daß hinter Morgari Wenn noch andre Leute standen, konnte die Regierung aus der Bewegung So gehören die Arbeiter der syndizierten Eisenhütten fast durch ihnen nicht scharf auf die Finger gesehen wird, wenn nicht gegen die Auslieferung des Göz schließen, die offen den Charakter gängig zu den denkbar gedrücktesten Elementen der deutschen Vorkehrungen getroffen werden, die es ihnen unmöglich machen, sich einer Protestkundgebung gegen den Barismus trug. Arbeiterschaft. Die Niederhaltung der Arbeiterorganisationen zu Ringen auszuwachsen, dann haben wir gerade von ihnen die Statt damals irgend eine Lösung herbeizuführen, hat das ist aber aus politischen und andern Gründen vielfach nicht aufrecht- häßlichen, das Gemeinwohl schädigenden Erscheinungen zu ge- Stabinett thatenlos abgewartet, ohne etwas andres zu thun, als nach zuerhalten, und wo sie die Arbeiterverbindungen nicht hintertreiben wärtigen, welche die Geschichte von den alten Zünften berichtet. Petersburg zu verfichern, der Bar werde würdig empfangen werden. oder sonst unwirksam machen können, da sehen wir die Unternehmer- Nur wo ihr Geist das öffentliche Leben verpestet, mögen auch wenn das Ministerium dachte, dieſen Empfang einer starken Volksverbindungen sich einer andern Politik zuwenden: fie schließen einen Arbeiterorganisationen von ihm erfaßt werden. Daß es bei uns strömung zum Troge durchzusetzen, so hätte es nach alter GepflogenBatt mit den organisierten Arbeitern ihres Produktionszweiges, um nicht geschieht, dafür bürgt der wachsende Einfluß der Socialdemo- heit den" starken Mann" spielen müſſen und die Demonstrationen mit ihnen gemeinsam den Markt monopolistisch auszubeuten. gegen den Baren in Presse und Versammlungen unterdrücken. Dbwohl der Erfolg sehr zweifelhaft war, hätte es sich damit vor den reaktionären Elementen der Kammer gerechtfertigt. tratie. Politifche Uebersicht. Berlin, den 15. Dttober. Ein Erlaß des Königs. Das hat das Ministerium nicht gethan, und hat es so mit den Reaktionären verdorben. In gleicher Weise hat es aber den fortschrittlichen Elementen der Kammer zu Undant gehandelt, denn was es als vorbeugende Maßregel unterließ, hat es der Demonstration gegenüber geplant: die brutalste Niederwerfung, Orgien der Polizeiwirtschaft, eine Unterdrüdung nach russischem Muster. Und wenn es diesen Blan nicht ausführen fonnte, so ist das dem Zaren, nicht der italienischen Regierung zu danken. Es ist selbstverständlich, daß nicht jeder gewerbliche Vertrag zwischen organisierten Unternehmern und organisierten Arbeitern so zu beurteilen ist. So urteilen, hieße über alle gemeinsamen Lohnverträge, Tarifgemeinschaften usw. den Stab brechen. Weit entfernt aber, volkswirtschaftlich berwerflich zu zu sein, sind diese Verträge vielmehr durchaus erstrebenswert, und dies um so mehr, je mehr die Zahl der Arbeiter im Verhältnis zu der der Unternehmungen wächst. Sie sind eine unerläßliche Schußwehr gegen Der Kaiser und König von Preußen, der häufig mit plöglichen die lohndrückenden und schweißtreibenden Tendenzen des modernen Wirtschaftssystems, eine Vorstufe zu höheren, mehr socialistischen und ungewöhnlichen Kundgebungen in die Deffentlichkeit trat, fügt Formen der Bestimmung des Arbeitseinkommens. Es kann fein früheren Handlungen diefer Art eine neue von nicht geringer BeStecht des Publikums auf Waren anerkannt werden, die unter deutung hinzu. Im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses war Arbeitsbedingungen angefertigt wurden, welche den Mindestansprüchen Donnerstag die Generalsynode der evangelischen Landeskirche verunfrer modernen Kultur ins Gesicht schlagen. Die Billigkeit, sammelt, und in seiner einleitenden Ansprache machte der königliche Erleichterung; aber es folgt eine Reihe nachträglicher, abgeleiteter die durch die Schmuskonkurrenz, Hungerlöhne der Schwizarbeit erzielt Kommissar der Synobe, Vicepräsident des evangelischen Oberkirchenrats, wird, ist Naub an der Arbeiterklasse, ihre Beseitigung Abschaffung Freiherr v. d. Golz, diese Mitteilung: eines Raubzustandes. Aber wie die befte Sache mißbraucht werden kann, so auch die Lohnoder Tarifgemeinschaft. Begrüßenswert, ja unentbehrlich, wo die Unternehmer durch die Marktverhältnisse verhindert sind, Monopoldruck auszuüben, kann sie zum Werkzeug wirklicher Brandschatzung des Bublikums werden, wenn sich die Unternehmer durch das Mittel eines Syndikats oder sonstige Verhältnisse in der Lage befinden, als Monopolisten zu handeln, und auch gewillt sind, diese Position gründlich auszubeuten, Daß dies insbesondere da zu gewärtigen ist, wo die Unternehmer über Riefentapitale verfügen und die Schutzöllnerei den Sinn für das Brandschazen entwickelt und fördert, liegt auf der Hand. Und so sind es denn die Vereinigten Staaten, dieses Musterland des modernsten Kapitalismus, von wo neuerdings lebhafte Klagen über solches Brandschatzen zu uns dringen. " Bu besonderer Freude gereicht es mir, der Generalsynode zum Schluß noch Mitteilung machen zu können von einem Allerhöchsten Erlaß Sr. Majestät, welcher soeben durch den Kultus minister übermittelt worden ist. Durch diesen Erlaß bekundet Se. Majestät aufs neue seine Fürsorge für unsre Landeskirche und weist die Regierung an, zur Befriedigung einiger dringender Bedürfnisse staatliche Mittel fluffig zu machen. Der aus Hubertusstod gegebene Erlaß, welcher vom 12. Oftober datiert ist, hat folgenden Wortlaut: Jezt, wo offiziell bekannt gemacht wurde, daß der gar nicht kommt und zwar, wie jeder weiß, aus Besorgnis vor den angekündigten Demostrationen, ist das erste und natürlichste Gefühl das der Gefühle, die die heutigen Blätter wiederspiegeln und aus denen sich für das Ministerium 3anardelli nicht gerade eine günstige Prognose ergiebt. " " Die ministerielle Bresse, Tribuna" Stampa", Patria", umgeht die Frage, glaubt an eine Verschiebung des Besuches, versichert Rußland ihrer wärmsten Sympathie und schwört hoch und heilig, daß alles für einen feierlichen Empfang vorbereitet gewesen wäre. Die radikalen Blätter und der socialistischreformistische Tempo" finden sich noch nicht zurecht und können natürlich die Früchte der Demonstrationsdrohungen nicht loben, nachdem sie die Drohungen selbst so energisch getadelt hatten. Sie Um der evangelischen Landeskirche Meiner Monarchie einen befürchten einen Fall des Ministeriums und Orientierung nach rechts. Wer sich aber vor Freude nicht auskennt, sind die Sonninianer, neuen Betveis Meiner Fürsorge zu geben, bestimme Ich hier die reaktionäre Opposition, die das Ereignis zu einer Haupt- und durch, daß in den Entwurf des nächstjährigen Staatshaushalts Staatsaltion aufblasen. Ihre beiden Hauptblätter, das römische Etats behufs Aufhebung der gesetzlichen Pfarrbeiträge an den Giornale d'Italia" und der Mailänder, Corriere della Pfarr- Witwen- und Waisenfonds eine an diesen zu zahlende Sera" erklären die jetzige Regierung jeder Autorität bar, unfähig Staatsrente von jährlich 850 000 Mart, fowie ferner die die Interessen des Landes zu hüten, zu schwach, eine Handvoll erforderlichen Mittel zur Erhöhung der Dienstaufwand- Ent- Störenfriede im Baume zu halten. Italien steht für sie schamrot schädigung der Generalfuperintendenten auf den durchschnitt- vor den Kulturvöltern, entwürdigt, mißachtet uſto., und die lange lichen Jahresbetrag von 2000 Mark eingestellt werden. Zanardelli. Ein amerikanisches Journal, Me Clure's Magazine", bringt in feiner September- Nummer einen Artikel, der ein wahres Schauergemälde von den Zuständen entwirft, wie sie sich in Chicago unter Sem Zusammenwirten von fapitalistischen Monopolverbänden und Arbeiterorganisationen entwickelt haben sollen. Es ist betitelt: Es ist nicht erforderlich, bei diesem Anlaß die Frage zu be- Jeremiade Klingt darin aus: Fort mit dem Minifterium, fort mit Kapital und Arbeit jagen vereint. Chizago ist das Opfer der neuen handeln, wie unangemessen es ist, daß der Staat aus dem all- Unleugbar hat das Ministerium schwere Mißgriffe gethan. Für gewerblichen Verschwörung." Es läßt sich aus der Ferne nicht unter- gemeinen Steuersäckel Aufwendungen für kirchliche Zwecke macht. I die große Mehrheit der Abgeordneten ist der Mißerfolg an sich schon genug, um zu verurteilen, und daß es ein Mißerfolg war, nachdem demselben Augenblid zog Unteroffizier Wegener; Leute noch gequält. Das Gericht verurteilte den Feldwebel zu acht man monatelang versprochen hatte, den Zaren würdig zu empfangen, den Säbel und schlug damit 3. über den Kopf. Der Ge- Tagen gelinden Arrest, den Unteroffizier zu drei Monaten und einer feiner Polizei diese Ueberzeugung schließlich nicht verleihen zu können, troffene stürzte start blutend bewußtlos zu Boden Woche Gefängnis. liegt auf der Hand. Vom Standpunkt der Sonninianer und sogar und seitens der Civilisten fielen nicht besonders angenehm klingende wieder einmal mit allen verdorben. " 1 vieler Ministeriellen war es falsch, auf die Interpellation Morgari Aeußerungen gegen den Hauptmann und seine Begleiter. Das Aus dem 15. sächsischen Reichstags- Wahlkreise. Die Chemnizer überhaupt zu antworten der Minister konnte die Antwort ab- Publikum begleitete den Verwundeten nach dem Arzt Boltsstimme", unser Partei- Organ im 15. Tehnen falsch, der ganzen zarenfeindlichen Bewegung so freie Dr. Weber, und als Zinfe nach dem Bahnhof gebracht schreibt über die dortige Kandidatenfrage: fächſiſchen Wahlkreiſe, Bahn zu lassen. Vom Standpunkt der Socialisten und der Mehrheit wurde, nach Altenburg das Garnisoniazarett„ Der Legendenbildung befleißigen sich Amtsblätter und andre der äußersten Linken mußte das Kabinett der Boltsbewegung soweit geschafft zu werden, kam ein mit voller Straft geworfener Ziegelstein Beitungen. Es ist ihnen aufgebunden worden, im SocialdemokratiRechnung tragen, daß es an zuständigen Stellen den Besuch vom Publikum her nach der Richtung hin, wo die Militärpersonen schen Verein zu Mittweida seien in der Hauptsache die Meinungen als unangebracht hinstellte, da es nicht daran denken konnte, gingen, geflogen. Das Publikum wurde schließlich mit den dahin gegangen, Göhre abermals als Kandidat aufgestellt zu sehen. ohne Gewaltthaten den verhaßten Gast dem Lande aufaffen zurückgewiesen. Von einer Wiederaufstellung Göhres ist keine Rede. zudringen. Nicht zum einen und andern entschlossen, hat es ganardelli Harmlofe, mit den Intentionen des Militärwesens nicht vertraute Wir lassen nochmals die Resolution folgen, die in Mittweida anPersonen glaubten nun damals, es werde ein Verfahren genommen worden ist. Es dürfte sein letzter Mißgriff sein. Daß andre in seiner Lage gegen Hauptmann v. Griesheim kommen. Allerdings Die am 10. Oftober 1903 tagende Mitgliederversammlung des es nicht besser, sondern vielleicht schlimmer gemacht hätten, ist kein fam ein Verfahren, aber nicht gegen den Hauptmann, sondern gegen niederlegung des Genossen Göhre, da Göhre trotz der jüngsten VorSocialdemokratischen Vereins zu Mittweida verurteilt die MandatsMilderungsgrund. Im Gegenteil. Man liebt die Gelegenheiten, den Kanonier Zinke, der nun wegen thätlichen Angriffs gegen den ein Ministerium abzuthun, gerade wo es sich nicht um eine Wahl Hauptmann, Widersetzung und andrer Insubordinations- Ver- kommnisse in der Partei immer noch das vollste Zutrauen der Gezwischen zwei Wegen handelt. Jeder besinnt sich, in einer über gehen vor dem hiesigen Kriegsgericht der 8. Division angeklagt war. nossen hat. Die Versammlung spricht ihr lebhaftes Bedauern aus große Fragen entscheidenden Abstimmung ein Ministerium tot zu Der Angeklagte gab zu, über Zapfenstreich ausgeblieben zu sein, über das Verhalten einer großen Anzahl Genossen in den Ende ftimmen, denn er weiß, daß diese Abstimmungen festlegen und ver- bestritt aber mit aller Entschiedenheit, irgend einen Angriff gegen September in Berlin abgehaltenen Parteiversammlungen und erbinden. Neber die Barensache wird man mit Wonne gegen Zanardelli Sent Hauptmann unternommen zu haben. Der Hauptmann und wartet vom Parteivorstand, daß er nach Möglichkeit dazu beiträgt, stimmen, um so mehr, als die große Unklarheit der Situation viele Unteroffizier Wegener befundeten aber das Gegenteil. Die Worte: daß die gegenwärtigen Debatten, die das Parteileben vergiften, in Hoffnungen über die Nachfolge aufkommen läßt, die bei einer flaren Nieder mit Dir Hund", oder„ schlagt ihn nieder", wären von dem fachliche Bahnen zurückgeleitet werden." Sachlage unmöglich wären. Hauptmann erst gefallen, als Zinke bereits am Boden gelegen. Die Ein andres Blatt will gehört haben, daß die socialdemokratische In der Partei werden ja die Diskussionen jetzt nicht ausbleiben, geladenen Civilpersonen hatten jedoch andre Wahrnehmungen ge- Parteileitung die Absicht habe, Antrick oder Dr. Karl Lieb ob es zweckmäßig war, die Zarendemonstration zu planen, an der macht. So befchwor u. a. die Zeugin Martha Rauch, daß sie erst necht kandidieren zu lassen". Die Parteileitung kann, das nun Banardelli sich den Hals bricht, um vielleicht einem Schlimmeren die Worte des Hauptmanns schlagt ihn nieder", dann das Zichen follte man doch in den bürgerlichen Blättern nachgerade wissen, den Platz zu räumen. Schon die heutigen Andeutungen der Presse des Sävels und dann den Schlag gehört habe. Der Anilage- nicht bestimmen, wer kandidieren soll, sondern die Entscheidung liegt Tassen eine solche Diskussion voraussehen. Da die Partei aber nicht vertreter nahm einen minder schweren Fall" als ganz allein bei der Parteiversammlung, die Sonntag über acht Tage die Verpflichtung fühlen kann, die Vorsehung für die ganze innere vorliegend an und beantragte gegen Sen Angeklagten stattfindet. Thatsächlich ist die Kandidatenfrage zur Zeit noch ganz Politik des Landes zu spielen, wird ihr das Bewußtsein, aus eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren zwei Wochen offen." Solidarität mit den russischen Genossen und im Einklang mit dem Gefängnis und Bersetzung in die zweite Klasse des Soldaten- Aus Sachsen- Weimar.( Eig. Ver.) Die Urwahlen zum LandBollsempfinden gehandelt zu haben, Rechtfertigung genug sein, es standes. Das Gericht sprach Zinke von der Antlage des tage in 23 Streifen sind die Wahlmänner zu wählen finden komme mun ein Ministerium Sacchi oder Sonnino. thätlichen Angriffs frei, verurteilte ihn aber aber wegen voraussichtlich am 18. November statt. Die Wahlbewegung ist eine widersetzung und Ungehorsams zu 1 Jahr 6 Monaten Ge- viel regere wie in den früheren Jahren. Unfre Parteigenossen sind sdfängnis. In der Urteilsbegründung hieß es u. a.: Subjektiv in 14 Kreisen in voller Thätigkeit. Trotzdem der Freisinn in ein könnten die beiden Zeugen, der Hauptmann und der Unteroffizier, paar Kreisen um die socialdemokratischen Stimmen wirbt, haben sich wohl geglaubt haben, es erfolge ein thätlicher Angriff; objektiv in Apolda und Ilmenau die Freisinnigen mit dem übrigen Mischsei aber davon nichts erwiesen. Der Herr Hauptmann masch vereinigt, um uns diese Kreise, welche bisher durch die fei erregt getveien und habe sich insofern jedenfalls in einem Genossen Baudert und Neid in Landtage vertreten waren, wieder rrtum befunden. zu entreißen. Aus Dankbarkeit dafür, daß bei der Reichstagswahl der Freisinn in Weimar die andren rechtsstehenden Parteien so schön unterstützt hat, erhält nun bei der Landtagswahl daselbst der Freisinn Die gesamte reaktionäre Unterstützung. In Jena dagegen haben die Freisinnigen beschlossen, trotzdem dieselben bisher mit socialdemo fratischer Hilfe den Kandidaten stellten, auf einen Standidaten zu verzichten und die socialdemokratische Kandidatur zu unterstützen. Deutfches Reich. Wie man in den Ostmarken, germanisiert". Aus Samter meldet eine Korrespondenz: Der Bauunternehmer M. Richter in Grünberg bei Oberjigto im Kreise Samter erbaute vor einigen Jahren auf Anregung aus der Bürgerschaft auf seinem an der Chaussee Oberfihto- Osterawa cicra zwei Kilometer von Obersizko entfernten Grundstück ein Restaurant mit Gartenanlagen, Ställen ust. Es war als Ausflugsort für die Bewohner von Obersizko und Umgegend gedacht und erforderte einen ziemlichen Stoftenaufwand. Das Konzessionsgesuch wurde unterschriftlich durch die ersten Bürger von Obersizko unterstügt. Aber sowohl der Kreisund auch Umtsausschuß verweigerte die Konzessionserteilung. die Gebäude- Anlage nicht ganz leer und zinslos das stehen zu lassen, verpachtete Herr Nichter den Saal an den Verband der Maurer und Zimmerleute von Grünberg und Umgegend. Dieser Verband steht im Geruch" socialdemokratischer Gesinnung. Herr Richter selbst hat die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht, ist 18 Jahre Gemeindevorsteher, 6 Jahre Kreisdeputierter gewesen und wurde jegt wieder zum Gemeindevorsteher gewählt und bestätigt. Nun aber begann der erste Aft des Dramas. Herr Richter erHielt folgendes Schreiben: " Der königliche Landrat des Kreises Samter. pin is Tgb.- Biff. usw. si TND Api Gamter, 18. September 1903. Nachdem die Bestätigung Ihrer Wahl zum Gemeindevorsteher der dortigen Landgemeinde in Nr. 30 des„ Kreisblattes" von mir bekannt gemacht worden war, ist mir von verschiedenen Seiten mitgeteilt worden, daß Sie die socialdemokratischen Bestrebungen fördern. Ich beabsichtige deshalb behufs Einleitung des Verfahrens auf Ihre Entfernung aus dem Amte als Gemeindevorsteher eine Stellungnahme des Kreisausschusses in der am nächsten Mittwoch, den 23. d.., stattfindenden Sigung herbeizuführen und ersuche Sie, mir vor Mittwoch Ihre Aeußerung zugehen zu laffen. Neuner. ( Unterschrift unleserlich.) iddl An den Bauunternehmer Herrn August Nichter in Grünberg. " Wer die verschiedenen Seiten" sind, die die Denunziation eingereicht haben, mag dahingestellt bleiben. Aber ihr ist Folge gegeben worden, wie aus folgendem weiteren Schreiben hervorgeht: Infred Samter, 2. Oftober 1903. lolarsonell stue Der Landrat. J. B.: Janowski, Kreissekretär. aid 9000 sid sid Neue Kanonen und Gewehre tündigt auch der Oberst a. D. Gaedtke im„ Berliner Tageblatt" an. Von der neuen Artillerievorlage meint er: Husland. Der russisch- japanische Konflikt " Durch die Blätter ging die Nachricht, daß im nächsten Frühjahr dem Reichstage eine Forderung von 15 bis 20 Millionen Mark zur Umänderung der vorhandenen Feldgeschütze in Rohrrücklaufgeschütze unterbreitet werden solle. Wenn auch diese Meldung aus dem Striegsministerium heraus alsbald für unzutreffend erklärt wurde, so kommt dem Widerruf zweifelsohne teine mehr als rein formelle Bedeutung zu. Die Höhe der notivendigen Geldsumme wird wohl sehr viel größer sein und der scheint vorläufig auf diplomatischem Wege geschlichtet werden zu Zeitpunkt, zu dem die Vorlage eingebracht werden soll, mag sich sollen. Aus Tokio meldet das Reutersche Bureau: etwas verschieben. Die Regierung wird jedenfalls Wert darauf Die im Umlauf befindlichen beunruhigenden Meldungen sind legen, zunächst die neue Hecresvorlage bewilligt zu sehen, und wird übertrieben. Die letzten hier befannt gewordenen Thatsachen sind dann erst mit der voraussichtlich sehr beträchtlichen Forderung für folgende: Baron v. Rosen und der Minister des Aeußern Komura die Geschüzumänderung hervortreten. Sommen wird diese Vor- hatten gestern eine Besprechung. Die japanische Presse lage jedenfalls im Laufe des nächsten Jahres, beobachtet auf Ansuchen des Auswärtigen Amtes über denn sie ist notwendig. Deutschland ist durch andre Staaten die Lage Stillschweigen. Daily Mail" berichtet aus Kobe, daß dort am 13. d. M. in seinem Geschützsystem erheblich überflügelt worden." " Gädtle dürfte die Absichten der Regierung richtigbeurteilt haben. eine Konferenz alterfahrener Staatsmänner stattErſt die Heeresvermehrung und dann die Kanonen. Käme man gefunden habe, an der auch in erster Linie erprobte Staatsmänner gleich mit der Artillerievorlage, so würde selbst der Rechten die Be- teilgenommen hätten, die dem Kabinett nicht angehört hätten. Auch willigungsfreudigkeit bei der Heeresvermehrung erschwert werden. Der neue Bicepräsident des Generalstabes Kodama sei zugegen Die Zurückhaltung der Regierung erleichtert ihr Gewissen. Beweist gewesen. Es sei eine Resolution zur Annahme gelangt, daß Japan man ihr später die Notwendigkeit" der Artillerievorlage, so ist sie feinerlei Bewegung Rußlands zulassen tönne, welche die Unabhängig für jede Forderung zu haben. feit Koreas gefährde. Morning Post" erfährt aus Washington, leber die 1898er Artillerievorlage fällt Gädtle folgendes Urteil: das Kriegsministerium habe zwei zur Zeit in Shanghai liegende Als wir unsre gegenwärtigen Geschüße im Jahre 1896 Kanonenboote angewiesen, nach Formosa zu fahren und dort weitere beziehungsweise 1898 einführten, waren dafür wohl mehr Instruktionen abzuwarten. politische als technische Erwägungen maßgebend. Die Russische Telegraphen- Agentur" berichtet: Aus Port Arthur Allein vom Standpunkte der Technik aus betrachtet war liegt eine Reihe von Meldungen vor, welche die ruhigere Stimmung das neue Geschütz eine übereilte Konstruktion, da man bei ihm in Japan erkennen lassen. Aus Tokio wurde nach Port Arthur genicht alle diejenigen Verbesserungen anbrachte, drahtet, die Gerüchte über ausgedehnte Vorbereitungen zum Kriege deren Durchführbarkeit schon damals übersehen werden konnte. feien unbegründet und die Meldungen über erregte Stimmung auf Natürlich hätte die Erledigung der sich hieran knüpfenden Fragen gebauscht. Dem Manifest der Progressisten messe man in Japan und Versuche noch einige Jahre in Anspruch ge- geringe Bedeutung bei.no nommen, was angesichts der damaligen Bewaffnung bei den übrigen Mächten kein Nachteil gewesen wäre." i Nowy Kraj" zufolge Ind das japanische Kriegsministerium 28 Redakteure ein, flärte sie über die Lage auf und empfahl ihnen, ,, Gegen den Gemeindevorsteher und Steuererheber August Das heißt mit andren Worten: Trotzdem damals bei dem bei ihren Auslassungen möglichste Vorsicht zu beobachten. Wie das Richter zu Grünberg, Kreis Samter, welcher nach Borermitte- Stande der Artillerie der Nachbarmächte für eine neue Artillerie- genannte Organ des Statthalters, so weist auch die„ Priamurskija lungen hinlänglich belastet erscheint, als Beamter die Pflichten, die Ausrüstung bei uns nicht die geringste Ursache vorlag, und trotzdem Wedomosti" die Unmöglichkeit der Räumung der Mandschurei nach, ihm sein Amt auferlegt, verlegt und sich durch sein Verhalten der vom Standpunkte der Technik aus die Neubewaffnung als solange der Aufstand in China fortdauere. Das Blatt betont, der Achtung, des Ansehens und des Vertrauens, die sein Beruf er verfehlte Uebercilung angesehen werden mußte, wurden für Mikado und Marquis Ito ſeien entschieden gegen einen Krieg. fordert, unwürdig gezeigt zu haben, indem er die social- 150 Millionen neue Geschütze angefertigt! Gädtke meint aus Japan werde daher schwerlich seine Besonnenheit verlieren.„ Nowy demokratischen Bestrebungen fördert, wird hiermit politischen" Gründen, trotzdem er ja gerade das Vorliegen Straj" tritt für die Errichtung von Handelsschulen und Seemanndas Disciplinarberfahren mit dem Zwecke auf Ent- politischer Gründe, die nur in der drohenden Ueberlegenheit flaffen in Ostajien ein. Die eigne Berufsausbildung werde Rußland fernung aus dem Amte eingeleitet. Zum Untersuchungs- andrer Mächte erblidt werden könnten, bestreitet. Die im fernen Osten von der Abhängigkeit von den Ausländern befreien. kommissar wird Herr Distriktskommissar M int. „ politischen" Gründe dürften in letter Instanz in dem Beschäftigungs- Die Times" melden aus Tokio vom Mittwoch: Die Verernannt. sides( bom bedürfnis der Firma Krupp bestanden haben. handlungen zwischen Rußland und Japan nehmen in Tolio ihren Erwähnt sei noch, daß Gädtle auch die Neubewaffnung Fortgang. Es besteht gegenwärtig fein Grund, an einem friedlichen unsrer Infanterie und Kavallerie in nicht zu ferne Ausgange derselben zu zweifeln. Es wird jezt erklärt, daß das ans Beschluß- Nr. 6130/03. Aussicht stellt! d gebliche russische Fort in Yongampho nur eine Signalstation zur Vernn Ein offenbar brav gesinnter Bauunternehmer, der seinen Saal mittehung der Verbindung mit Antung ist. einer Arbeitervereinigung zur Verfügung stellt, wird also wegen Das laute Geschrei über Wahlfälschungen, das die Reaktion baldai Einige Laffan- Meldungen fahren dagegen fort, Gerüchte über Förderung socialdemokratischer Bestrebungen gemaßregelt. Der Fall nach der Wahl am 16. Juni erhob, stellt sich immer mehr als völlig ruffische Hüftungen und japanische Striegsvorbereitungen zu verbreiten. erinnert an das Disciplinarverfahren gegen jenen mittelbaren umbegründet heraus. Hier und da sind Irrtümer vorgekommen, aber In Tschifu glaube man an den Sieg der japanischen Flotte, falls Beamten, der in seinem Hause einer Socialdemokratin eine Woh weiter nichts. An die früheren Mitteilungen dieser Art reiht sich es zum Kriege kommen sollte. Man meint, die neu ausgerüsteten nung bermietet hatte. Der Fall wird sicher sehr zur Hebung die heutige aus Königsberg: Die Straftammer verhandelte chinesischen Truppen würden Japan in jedem Kriege in der des Ansehens germanischer Stultur in den Ostmarken beitragen! heute gegen zwei hiesige Einwohner wegen Wahlbergehens. Mandschurei gegen Rußland unterstützen. Während der letzten Diese hatten bei der letzten Reichstags- Stichwahl auf Grund je neun Monate wurden große Waffenvorräte nach China eingeführt. zweier für verschiedene Wahlbezirke geltender Einladungen zur Wahl, Die Einfuhr von Munition dauert fort. Ein kleiner mit Dynamit Ein fleiner Fall Hüffener. die ihnen irrtümlich zugesandt worden waren, ihre Stimmen auch und Munition beladener Dampfer liegt vor Tschifu. Er darf Halle, 14. Oftober.( Eig. Ber.) Die russische Torpedoflottille ist Am Abend des 24. August rief das Vorgehen des Hauptmanns an zwei Stellen abgegeben. Die Straffammer sprach beide An- seine Ladung nicht löschen. b. Griesheim von der 1. Batterie des Artillerie- Regiments Nr. 75 gefragte mit der Begründung frei, daß die Angeklagten infolge numerisch stärker als amtlich angegeben wird. Viele Torpedofahrzeuge wurden in Port Arthur ausgerüstet. in dem Städtchen Gößnis bei Altenburg große Aufregung und straflosen Rechtsirrtums die That begangen hätten. Ferner würden zwei russische Armeecorps in einer Gesamtstärke Verbitterung unter der dortigen Bevölkerung hervor. Jenes Hallesche Regiment war dort gelegentlich des Manövers einquartiert, und der Ueber Hüffener wird uns in Ergänzung unsrer gestrigen Meldung von 100 000 Mann gegenwärtig mobil gemacht und durch Sibirien noch aus Magdeburg mitgeteilt, daß die„ Saale- Beitung" nicht befördert. Hauptmann, der in Begleitung des Mittmeisters der Reserve Schubert von einem Konzert kam, verfiel abends gegen 1/12 Uhr richtig orientiert war, daß vielmehr Hüssener nur in der Haupt- Allee der Citadelle täglich beim Spazierengehen zu beobachten ist. Ein Friedenstoast. auf den genialen Gedanken, einmal felbft die Lokale zu kontrollieren Er trägt seine Uniform, jedoch nicht den Dolch. Aus folgendem und zu sehen, ob Mannschaften seiner Batterie über Zapfenstreich Grunde darf er einstweiten" nicht in die Stadt gehen: Auf der italienischen Königspaares veranstaltet wurde, brachte Loubet Bei dent Diner im Elysee, das am Mittwoch zu Ehren des ausgeblieben wären. Im Saale zum Deutschen Haus, wo Tanz- Citadelle verbüßt noch ein andrer Marinemann eine längere Strafe. einen Trinkspruch auf den König von Italien aus, in dem er den musif war, traf der Hauptmann auch einige Kanoniere an, denen er als diesen das vorbeigehende Publikum sah, glaubte es, den Essener Besuch als eine glänzende Kundgebung des engen Ginvernehmens" beden Befehl erteilte, sich sofort in ihre Quartiere zu scheren". Die Helden vor sich zu haben und pflanzte sich vor dem Eingang zur zeichnete, das zwischen den Regierungen Italiens und Frankreichs Leute gingen und der pflichteifrige Hauptmann fühlte das Bedürfnis, noch Citadelle demonstrativ auf. Im Augenblick hatte sich eine große hergestellt ist und das in gleicher Weise den Gefühlen und Interessen weitere Lokale zu revidieren. Sein Begleiter, Rittmeister Schubert, Menschenmenge dort angesammelt, die lebhafte Ausdrücke des Bornes des italienischen wie des französischen Volkes entspricht". ein dortiger Fabrikdirektor, der wahrgenommen hatte, daß sich, wie Victor Emanuel beantwortete den Toast mit einer Aner sich in der Striegsgerichts- Verhandlung auszudrüden beliebte, fo gegen Hüffener laut werden ließ. Durch diese Demonstration ist die des italienischen wie des französischen Voltes entspricht". biel erls vom Civil" um den Hauptmann versammelt Festungsverwaltung über die Stimmung der Bevölkerung hinreichend sprache, aus der folgende Stelle sich über den üblichen Höflichkeits nd tim of 8 tod c) and godo " in hatten, erteilte dem Hauptmann den Rat, in Berücksichtigung wurde Dann einen 20 austausch erhob: anis Howie Sie, Herr Präsident, sehe ich in einem solchen Empfange etwas mehr als eine einfache Kundgebung jener ausgesuchten Höflichkeit, die eine der traditionellen Eigenschaften der edlen französischen Nation ist. Mit Recht sieht Frankreich meine Gegenwart in Paris als ein natürliches Ergebnis des des zwischen unfren beiden Ländern glücklich vollendetent a nt. einen ertes der Annäherung, Die Interessen der dortigen Bevölkerung die Kontrolle nicht Soldatenmißhandlungen. Vor dem Kriegsgericht in Trier unbewaffnet vorzunehmen und seinen Säbel um= tamen am Dienstag folgende Soldatenmißhandlungen zur Abzuschnallen. Herr v. Griesheim ſuchte sich nun in einem Lokal urteilung: Ein Gefreiter vom 29. Infanterie- Regiment hatte al den Unteroffizier Wegener auf, um mit diesem von seinem Quartier Stubenältester einen Musketier unter das Kinn und gegen den Säbel zu holen. Auf dem Wege dorthin traf er dann in der die Brust gesto Bent. Er erhielt 14 Tage Mittelarrest. Sturzestraße den 22jährigen Kanonier Emil Zinke, der in Begleitung verhandelt gegen Feldwebel einiger Civilisten in sein Quartier gehen wollte. Erwähnt fei, und einen Unteroffizier von der vierten Compagnie daß zur Zeit, als die Sache durch die Presse ging, selbst des 69. Infanterie- Regiments. Der Feldwebel hat einen tonservative Blätter anerkannten, daß die Soldaten in dem roten Soldaten zweimal ins Gesicht geschlagen. Der Unteroffizier Sachfenlande von der dortigen Bevölkerung freundlichst aufgenommen hatte mehrere Soldaten mißhandelt. Einen hat er gegen die waren. Dem Zinke war vou einem ihn begleitenden Schuhmacher Brust gestoßen, daß er gegen ein Bett fiel und blutete. Einen der Nat erteilt worden, sich vor dem Hauptmann zu verstecken. Der Soldaten hat der Unteroffizier nach dem Dienst gezwungen, einen Hauptmann ging aber mit dem Rufe:" Da ist ja wieder einer" Ofen zu putzen, wodurch der Mann erst um 5 Uhr nachmittags sein auf 3. zu und packte ihn am Arme. Als 3. sich aber los zu machen Essen bekam. Einen anderen schlug er derart mit einer Pfeife auf fuchte, rief der Hauptmann: Nieder mit Dir Hund und in den Kopf, daß diese entzwvei ging. Auch in andrer Weise hat er die Italiens gehen dahin, daß es mit allen feinen Kräften die Erhaltung des Friedens wünscht, und seine Stellung in Europa segt es in die Lage, durch seine haltung zur Verwirklichung dieses im hohen Grade ber Civilisation dienenden Ergebnisses beizutragen. Nach diesem Ziel richten sich meine heißesten Bestrebungen ebenso wie die beständigen Bemühungen meiner Regierung." Bictor Emanuels Friedensbestrebungen dürfen schon deshalb als aufrichtiger angesehen werden als die des Verbreiters des Hus Induftrie und Dandel. Friedensmanifestes, weil Italien aus europäischen Kriegswirren Der Einfluß der Crimmitschauer Aussperrung auf die Textilindustrie hausse in New Orleans und New York seufzt und sich zu umfangs leinerlei Vorteil ziehen könnte. Tesen werden muß Oestreich- Ungarn. England. D in München- Gladbach. " nicht gerade schier getroffen, so um so mehr die Baumwollindustrie Lancashires, die noch heute unter den Folgen der künstlichen Preisreichen Produktionseinschränkungen und Arbeiterentlassungen genötigt gesehen hat. Könnte dieses Monopol Amerikas und damit der Der böhmische Landtag ist wieder einmal vollkommen ob Grimmitschauer Spinnereien, durch die 150 000 Spindeln zum Still- gesamte Baumwollindustrie ein großer Vorteil sein. Die jetzt schon an acht Wochen dauernde Aussperrung der dortigen Baumivollkönige durchbrochen werden, würde das für die struiert und arbeitsunfähig. Es liegen ganze Haufen von Inter- stand gebracht worden sind, hat in der Weberei München- Gladbachs, pellationen vor, darunter eine der deutschen Gruppe über das Verbot Zur wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten von der Aufführung von Paul Heyfes„ Maria von Magdala". Die vielfach Crimmitschauer Imitat- und Fancy- Garn verarbeitet, Amerika. Nach einer Meldung des„ Daily Telegraph" erklärte der In die Interpellation die nach der Geschäftsordnung ganz ver- zur Außerbetriebsetzung zahlreicher Webstühle geführt. Bereits vor dritte stellvertretende Vorsitzende der New York Centralbahn, daß ist das ganze Drama aufgenommen, und nach drei, vier Wochen machte sich in der Gladbacher Fancy-, Decken- und die Vanderbiltschen Bahnen etwa 2500 Leute sofort entlassen werden. jeder Scene wird gefragt, ob sie das Verbot der Aufführung ver- Hosenzeug- Weberei ein Mangel an den hierfür erforderlichen Garnen Der Verkehr," sagte er, hat seit einiger Zeit nachgelassen, da bulaßt habe! bemerkbar, der seitdem mehr und mehr zugenommen hat. Wie die Fabriken schließen und es keine Waren für die Bahnen zu befördern des Streits stillstehenden Webstühle des München- Gladbacher Bezirks Der Personenverkehr hat nicht in dem Maße wie im vorigen Herbste „ Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, wird die Zahl der infolge giebt. Im Frachtverkehr wird der Rückgang der Geschäfte zuerst verspürt. Mit Abnahme der Frachten vermindern wir die Züge. auf etwa 300 geschägt; eine jüngst in der„ Kölnischen Volks- abgenommen. Wir werden die Arbeiter in den Loko zeitung" veröffentliche Angabe, die von 1000 feiernden Stühlen motiv- und Wagenschuppen entlassen, sobald die sprach, ist übertrieben. Eine Anzahl der in Betracht kommenden in der Ausführung begriffenen Arbeiten bollWebereien sucht sich nämlich mit Mulegarn aus den hiesigen Spinne- end et sind. Die Lokomotiven sind in guter Verfaſſung für den reien durchzuhelfen, so daß die Kalamität doch nicht so erheblich ge- Winter und wir haben keine Verwendung für die Leute. Diese worden ist, wie man zuerst befürchtete. Auch von Arbeiterentlassungen beiden Zweige sind die einzigen, die einstweilen berikhrt sind. Die hört man bis jetzt nichts. Die betreffenden Webereien suchen zu- Maßregel wurde getroffen, nachdem ich mich mit den Beamten der meist diese Maßnahme zu umgehen, indem sie die Weber, die bis- Wie er hinzufügte, werden demnächst auch eine Reihe andrer in Betracht kommenden Bahnen beraten hatte." her zwei Stühle bedienten, mit einem Webstuhl beschäftigten; da Eisenbahn- Compagnien zu Arbeiterentlassungen greifen. durch wird das Verdienst der in Frage kommenden Arbeiter zwar etwas geringer, die Leute kommen aber doch nicht ganz aus ihrem Lohn. Lord Rosebery hielt, wie schon gemeldet, vergangenen Dienstag in Sheffield eine große Rede gegen Chamberlains 3011 pläne. Folgende Resolution wurde angenommen: Die Verfammlung erflärt mit aller Entschiedenheit, daß die gegenwärtige Regierung nicht mehr das Vertrauen des Landes befizzt, da sie ohne Rücksicht auf das Volkswohl die Steuern in bedrohlicher Weise erhöht, ein„ Unterrichts- Gesetz" angenommen hat, das mit den religiösen und lieberalen Anschauungen in Widerspruch steht, da fie endlich geradezu leichtfertig Aenderungen in unsrer Finanzpolitik angedroht hat, die den Preis der Nahrungsmittel erhöhen würden, und so den Handel und die Staatseinfünfte bereits aufs schwerste gefährdet hat. -Henry Demorest Lloyd. Landtagswahl. spinnereien. Der Feinblech- Berband eröffnet gegen die außenstehenden Werke, seiner Preispolitik sehr im Wege stehen, einen energischen Stampf. die mit ihrer Broduktion von ungefähr 40 000 Tonnen ihm bei Auf Beschluß der letzten Generalversammlung hat er, wie die Rhein- Westf. 3tg." berichtet, zunächst seinen Preis von 137,50 m. auf 123 M. ermäßigt, wird aber, wenn damit der Zweck nicht erreicht wird, eine weitere Preisermäßigung eintreten lassen.( In dem Preise von 120 M. sind bereits die üblichen Rabatte mit einbegriffent, in demjenigen von 137,50 M. dagegen nicht.) er= 9 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. des es London, 13. Oftober.( Eig. Ver.) Anfang dieses Monats starb in Chicago der amerikanische Socialreformer und glänzende 3m Gegensatz zur Weberei zieht die Gladbacher Spinnerei aus Schriftsteller Henry D. Lloyd. Er war einer der bekanntesten Typen der Crimmitschauer Aussperrung einen entschiedenen Nußen. Zu der angelsächsischen Reformer in den letzten fünfzehn Jahren. Reich, nächst hat sich der Verbrauch von Mulegarnen erhöht, dann sind die gebildet und mit einem stark ausgeprägten Sinn für sociale Ge- wenigen Spinnereien des Bezirks es sind fünf bis sechs-, die Die Bossische Zeitung" und die Staatsbürger- Zeitung" haben rechtigkeit zog er sich in den achtziger Jahren von der Journalistik selbst Imitatgarne zum Verkauf herstellen, natürlich außerordentlich sich beide, die eine am Dienstag, die andre am Sonntag in ihrem zurück, um als unabhängiger Schriftsteller die Trusts erforschen zu flott und bei steigenden Preisen beschäftigt. Wie bedeutend die Ein- Leitartikel mit der Bewegung in der Metallindustrie befaßt. Beide können. Die Frucht dieser Arbeit war sein Buch" Wealth against fuhr sächsischer Imitat- und Fancy- Garne nach dem M.- Gladbacher Artikel enthalten ungefähr dasselbe, teils mit denselben Worten ausCommonwealth"( Eigeninteresse gegen Gemeininteresse), das den Ursprung und die Entfaltung des Rockefellerschen Petroleum- Bezirk war, geht aus der neuesten Statistik der dortigen Handels- gedrückt. Sie stammen offenbar aus einer Quelle, die den Kühnetrusts in Carlylescher Sprache schildert. männern sehr nahe steht, und beweisen im übrigen wieder Das Buch wird kammer hervor. Danach sind aus Werdau und Crimmitschau 1899 einmal, die Bertreter daß sich ein historisches Dokument von großem Werte bleiben. jüdischen Geldsacks Jn über 6 000 000 Stilogramm folcher Garne, 1900 5 086 202 Silo- und des antisemitischen vollkommen einig find, tvenn den Vereinigten Staaten wurde es totgeschwiegen, trotzdem gramm, 1901 3664 900 Kilogramm und 1902 4435 090 Kilo- gilt, die Arbeiter zu unterdrücken, die Sache der Arbeiter sich Verfasser und Verleger alle Mühe gaben, die Kritik der Presse herauszufordern. Lloyd hat indes nicht gehalten, was gramm von Webereien des M.- Gladbacher Bezirks bezogen worden. durch Verdrehungen, Verleumdungen und Lügen zu schädigen. Auch Wenn man nun den Versand aus Werdau auf etwa die in der gestrigen Versammlung der streifenden Gürtler befaßte mant sein erstes Buch versprochen hatte. Er hat sich nicht zum Social- Hälfte berechnet, so bleibt für Crimmitschau immer noch ein wöchent- fich mit diesen Artikeln und Cohen nahm Veranlassung, sie gedemokraten entwickelt, sondern blieb in Reformerei stecken, wozu auch die eigenartige, verweichlichende licher Versand von 45 000 bis 50 000 Kilogramm übrig, der jetzt bührend zu kennzeichnen. Atmosphäre der neunziger Jahre viel beigetragen haben mag. Er natürlich ganz fortfällt. Schon früher ist mehrfach darauf hin- socialpolitisch gesinnten" Arbeitgeber, der außer Die Vossische" hat, wie sie erzählt, einen, weitherzigen, wandte sich dem Studium der Genossenschaften zu und beschrieb das gewiesen worden, daß die betreffenden Garne ebenso gut in Gladbach halb des Kampfes steht, um seine Meinung befragt, und dieser hat englische Genossenschaftswesen in seinem Buche Labour Co- felbst hergestellt werden könnten. Allmählich sind dann dort auch dann eine Auskunft gegeben, die ganz im Geiste der Kühnemänner partnership in England". Von England wandte er sich folge- einige Imitatgarnspinnereien entstanden. Durch den Crimmitschauer gehalten ist und lediglich auf Irreführung und Täuschung der richtig den englischen Kolonien zu und ging nach Australien Streit ist diese Tendenz zweifellos erheblich verstärkt worden. Man öffentlichen Meinung berechnet zu sein scheint. Dieser socialpolitische und nach nach Neuseeland Neuseeland, wo er an dem dortigen Social- hört allgemein von Vergrößerung der Gladbacher Imitatgarn- Unternehmer nennt die Forderungen der Arbeiter ungeheuerlich und liberalismus fein Ideal fand. Die Ergebnisse dieser Forschungen legte er nieder in seinen Schriften ,, Newest England" meint, daß es einen Kampf auf Leben und Tod kosten würde, sie ( Neuestes oder Verjüngtes England) und„ A Country without Die Crimmitschauer Aussperrung zieht auf diese Weise im durchzuführen. Die Verkürzung der Arbeitszeit von 10 auf Strikes"( Ein Land ohne Streits). Letztere Schrift ist vollständig München- Gladbacher Revier eine Konkurrenz groß, die sich den Stunden würde nicht allein eine Verteuerung der Arbeit um den Versöhnungs- und Ausgleichsämtern in Neuseeland gewidmet. Crimmitschauer Spinnereibesigern später noch recht fühlbar machen 10 Proz. erforderlich machen, und wenn nun wirklich die neunstündige 10 Broz., sondern auch eine Erweiterung der Betriebsanlagen um Aber auch politisch ist sein Entwicklungsgang lehrreich. Anfangs ein wird. reiner Yankee, wurde er, gleich vielen seiner Landsleute, in den Arbeitszeit zugestanden würde, dann würde es nur ganz kurze Zeit dauern und man verlangte den Achtstundentag,- eine Redensart, mit der sich ja Teizten Jahren angelsächsisch gesinnt und fühlte sich von der alten Männer, die das angelsächsische, socialimperialistische Bürgertum in die Arbeitsleistung des Arbeiters wächst, so daß er in neun Stunden englischen Heimat angezogen. Immerhin war er einer der tüchtigsten jede Mehrforderung ablehnen läßt. Was von Socialpolitikern schon oftmals nachgewiesen wurde, daß mit der Verkürzung der Arbeitszeit den letzten Jahren hervorgebracht hat. ebenso viel leistet, wie früher in zehn, scheint dem Herrn vollständig unbekannt zu sein. Uebrigens besteht schon in vielen Betrieben der Neunstundentag. Ferner wird in dem Artikel behauptet, die Arbeiter verlangten die Accordarbeit abgeschafft und unter allen Umständen Der Erfurter Magistrat scheint dem Beispiele andrer gefolgt zu ganz ohne Rücksicht auf die Arbeitsleistung einen fein, denn er erließ die Bekanntmachung der Auslegung der Wählerlisten am erst 12. 5. Mts. mittags, trotzdem die Listen bereits werden, sich zum Anschluß an denselben zu entschließen, bleibt zu haben, ist jedem klar, der nur einigermaßen mit den Dingen verOb die Outsiders durch das Vorgehen des Verbandes veranlaßt Windestlohn von 60 Pf., was geradezu eine Prämie auf die Faulheit wäre. Daß die Arbeiter nicht solch thörichte Forderungen gestellt feit 9. Uhr vormittags auslagen. Die Nummer des amtlichen nächst eine offene Frage, da bedeutende und leistungsfähige Werke Organs erscheint mittags zwischen 1 und 2 Uhr und somit konnten zu den außenstehenden zählen, die den Kampf aufnehmen können. traut ist. Uebrigens wird der 60 Pf- Lohn mur für die Drücker verdie Arbeiter, die pünktlich ihrem Berufe nachgehen müssen, erst Unterstützung findet in diesem Kampf der Feinblech- Verband beim langt, für die Gürtler aber, das ist die große Mehrzahl abends von der Bekanntgabe Kenntnis nehmen. Da die Listen aber albzeug- Verband. Der Fachzeitung Industrie" wird der Streikenden, der Mindestlohn von 50 Pf. Selbstnur vom 12. bis 14. Ottober während der Dienststunden nämlich aus Siegen gemeldet: Der Halbzeug- Berband sendet den verständlich wird auch den Arbeitgebern in keiner Weise das Recht ausliegen, so lann in Wirklichkeit nur von zwei Tagen, von der Be- Feinblech- Verbandsmitgliedern ein Rundschreiben, womit er diesen beschränkt, einen Arbeiter, der diesen Lohn nicht verdienen kann, zu entlassen. Die Vossische Zeitung" aber hält ihre Leser für fanntgabe ab, gesprochen werden. Unfre Genossen werden diese die Ausfuhrvergütung von 10 M. auf 15 M. erhöht. Die nicht verspätete Bekanntgabe der Auslegung der Wählerlisten zu einem im Feinblech- Verband befindlichen Werke so unwissend, daßsie ihnen allen Ernstes das Märchen Wahlprotest benutzen. halten diese Vergünstigung nicht. aufbindet, die Arbeiter verlangten, daß Entlassungen nur nach Verständigung mit der GewerkschaftsZur Landtags- Wahlbewegung in Nassau schreibt man ums: Von Wiederausgabe von Thalern. Infolge fortdauernder Klagen aus tommission(!) stattfinden sollten. Die Behauptung einer rechten Wahlbewegung ist noch sehr wenig zu spüren. Am gewerblichen Kreisen über einen empfindlichen Mangel an Silber ist so blödsinnig, daß sie keiner Widerlegung bedarf. Die Forderung, trägsten ist der Freisimm, der noch keine einzige größere Wahl- geld hat sich die Reichsbank, wie die„ Kölnische Zeitung" meldet, daß die Lohnauszahlung gleich nach Beendigung der Arbeitszeit beversammlung abgehalten hat. In einer vertraulichen Besprechung, veranlaßt gesehen, eingezogene Thalerstücke wieder auszugeben. Die ginnen soll, wird von dem socialpolitischen Gewährsmann der die kürzlich der Landesausschuß der Freifinnigen Partei für Nassan bisherige Einziehung der Thaler war veranlaßt durch das Gesetz Bossischen" dahin erweitert und verdreht: die Lohnzahlung solle in Wiesbaden hatte, wurde zwar die Notwendigkeit einer stärkeren betreffend Aenderungen im Münzwesen vom 1. Juni 1900, durch Sonnabend um 5 Uhr beginnen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Agitation unter Hinweis auf die Nührigkeit der Nationalliberalen das der Artikel 4 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 folgende beendet sein, wo das nicht der Fall sei, müsse für die übrige Warteund Socialdemokraten gefordert, aber gethan ist bis jetzt nichts Fajjung erhielt:" Der Gesamtbetrag der Reichs- Silbermünzen sollzeit Zohn bezahlt werden. worden. Die freisinnigen Herrschaften beklagten es, daß die bis auf weiteres 15 M. für den Kopf der Bevölkerung des Reiches naisauischen Nationalliberalen sich so gar nicht auf ihren Libe- nicht übersteigen. Zur Reuprägung dieser Münzen sind Landes- Silber ralismus" besännen und mit den Freisimmigen zusammengingen. münzen insoweit einzuziehen, als solche für die Neuprägungen und Das foll heißen, daß sie die Freifinnigen nicht wählen helfen. deren Kosten erforderlich sind." Da von Links auf keine Wahlhilfe zu hoffen ist, soll der Auf Grund dieses Artikels 4, der den Höchstbetrag der auf den Nationalliberalismus diesmal gut genug sein, das freifinnige Kopf entfallenden Reichs- Silbermünzen von den früher festgesetzten Schifflein in den Hafen zu bringen. Und weil der National 10 M. auf 15 M. erhöhte, war die Reichsbant dazu übergegangen, liberalismus das nicht thut, sondern mit den Konservativen und die Landes- Silbermünzen, d. h. die Thaler, zum Zwecke der Umdem Centrum liebäugelt, wird er von der freisinndemokratischen prägung in Reichs- Silbermünzen einzuziehen. Wenn sie sich jetzt Preffe des Undanks geziehen. So jammerte man in der vertraulichen genötigt sieht, die eingezogenen Thaler wenigstens teilweise wieder Besprechung in Wiesbaden darüber, daß nationalliberale Landtags herauszugeben, so folgt daraus, daß mit der Einziehung zu rasch Abgeordnete wie Wolff- Biebrich und Lotichius- St.- Goarshausen, die vorgegangen worden ist. Die Staatsbürger- Beitung" bringt in ihrem Bo bleibt seit Jahren nur dant nationalliberaler Hilfe gewählt worden seien, Die Wiederausgabe erfolgt nur, um dem augenblicklichen Mangel die Regierung" überschriebenen Artikel noch die sensationelle fich nicht gescheut hätten, die Freisimmigen zu bekämpfen. Das Gejammer an filbernen Scheidemünzen abzuhelfen; an dem Vorhaben, die Mitteilung, daß die Fabrikanten die Absicht haben, 33 Proz. der erklärt sich daraus, daß die Wiesbadener Nationalliberalen beschlossen Thaler endgültig zu beseitigen und die reine Goldwährung durchzu- Centralheizungsarbeiter und der Kupferschmiede auszusperren. Was haben, im Falle einer Stichwahl nicht den bisherigen freisinnigen führen, wird dadurch nichts geändert. das helfen soll, wenn die wenigen Arbeiter, die dabei in Betracht Vertreter Müller- Sagan zu unterstügen, sondern den kon- Versorgung der deutschen Textilindustrie mit Baumwolle. Die kommen würden, entlassen werden, was namentlich die Kupferschmiede, servativen Zunftmeister und Vorsitzenden der Wiesbadener Handwerks Vereinigung Sächsischer Baumwoll- und Vigogne die doch ihren eignen Verband haben- nur acht oder neun ge fammer Schneider. Das bedeutet für die Freisimmigen den voraus- Spinnereibesiger hielt am 14. Oftober zu Chemnitz eine hören dem Metallarbeiter- Verband an damit zu thun haben sichtlichen Verlust des Wiesbadener Sizes. Aus Aerger darüber Beratung ab über Maßnahmen zur Einführung und Ausbreitung sollen, ist unerklärlich. Der Artikel des Antisemitenblattes wollen sich diesmal auch die Freisinnigen nicht zu Hilfsdiensten für der Baumwollkultur in den deutschen Kolonien. Die Versammlung schließt mit einer dringenden Mahnung ant die Regierung die Nationalliberalen hergeben, sondern möglichst in allen Kreisen war sehr zahlreich besucht, auch von Vertretern der garnverbrauchenden und den Reichskanzler, gegen den Terrorismus“ der Streitenden eigne Standidaten aufstellen. Natürlich wissen sie ganz genau, daß Industrie. Der Sekretär des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees, vorzugehen. Wenn die Regierung noch weiter ruhig zusehe, dann das nur Durchfallskandidaten sind; und da man mit der Social- Berlin, Herr Wildens, berichtete ausführlich über die Bestrebungen werde die Industrie zusammenbrechen! demokratie um feinen Preis zusammengehen will, liebäugelt des Komitees zur Einführung und Ausbreitung einer rationellen Mit Recht bemerkte der Referent hierzu, daß die Staatsbürgerman mit dem Liberalismus und dem Centrum. Baumwollkultur in den deutschen Kolonien. Aus den kürzlich ein Beitung" mit diesem Artikel erfolgreich unter den jüdischen GeldDieses will aber auch nichts bon den Freifinusmannen getroffenen etwa 10 000 Kilo Baumwolle aus West- und Ostafrika gebern der Metallindustrie Abonnenten sammeln könnte. Im übrigen wissen. In einer fürzlich in Limburg stattgehabten Besprechung der erregte besonderes Intereffe eine neue einheimische Spielart aus dem aber wird er dazu dienen, unter den Arbeitern immer mehr die AufCentrumspartei hat diese beschlossen, überall, wo es angängig ist, Voltagebiet bei pandu. Die Sachverständigen bewerten diese Sorte flärung zu verbreiten, daß die Kapitalisten ohne Unterschied des eigne Wahlmänner aufzustellen und für deren Durchbringung eifrig gleich good middling" bis" fully good middling" amerikanisch. Glaubens und der Gesinnung in gleich niederträchtiger Weise gegen zu arbeiten. Diese Wahlmänner werden dann an den Meistbietenden Interessant ist, daß auch englische Kaufleute aus der englischen die Arbeiter vorgehen, wenn diese eine Einschränkung der Auss verschachert. Wie das geschieht, hat dieser Tage die Frankfurter Goldküstenkolonie fich bemühen, diese Baumwolle aufzukaufen. beutungsfreiheit durchzuführen suchen. Daß die Arbeiter bereit sind, Volksstimme" durch Veröffentlichung eines vertraulichen Briefes Der Vortragende schloß sein Referat mit der Zusicherung, daß zu verhandeln und auf Grund der Verhandlungen Frieden mit den des Centrumsführers Dr. Helfrich in Frankfurt a. M. an es dem Kolonial- Wirtschaftlichen Komitee eine große Genugthuung Fabrikanten zu schließen, ist von Anfang an betont worden. So den dortigen nationalliberalen Landtagskandidaten Martell enthüllt. bereiten würde, wenn die ungeteilte Anerkennung, die den Arbeiten lange die Fabrikanten diesen Frieden nicht wollen, werden die Darin erklärt sich das Centrum bereit, den Nationalliberalen bei des Komitees feitens der kolonialen Kreise gezollt wird, auch seitens Streifenden unter allen Umständen in ihrem Kampf ausharren, und der Landtagswahl Wahlhilfe zu leisten, wenn diese sich verpflichten, der industriellen Kreise nicht versagt bliebe. Diefer Aufforderung, die Lügen und Verdrehungen der„ Voffin" und Staatsbürgerin" den Schwarzen bei den nächstjährigen Frankfurter Stadtverordneten- das nationale und volkswirtschaftlich wichtige Unternehmen der Ein- vermögen fie ebensowenig wankend zu machen wie die Drohungen wahlen drei Mandate zu verschachern. Durch die indiskrete Ver- führung einer geregelten Baumwollkultur in deutschen Kolonien durch der Unternehmer. öffentlichung der„ Voltsstimme" dürfte freilich der schöne Kuhhandel finanzielle Unterstüßung zu fördern, wurde durch Zeichnung erheblicher Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden mehrere zu Wasser werden. Die Blamierten sind natürlich die National- Beiträge seitens einer Anzahl Interessenten entsprochen. Drohbriefe verlesen, die Fabrikanten an Streifende geschickt liberalen, während die Freifinndemokraten sich jetzt über Wir sind durchaus Gegner der Kolonialpolitik, stehen aber den haben. Teils drohen sie mit einer Anklage wegen Belästigung von den enthüllten Kuhhandel freuen, um so mehr freuen, in Afrika betriebenen Versuchen, dort die Baumwollfultur einzu- Streitbrechern, teils suchen sie den Streifenden klar zu machen, daß als auch sie eine heimliche Liebe für die Schwarzen führen und auszudehnen, sympathisch gegenüber. Das Baumwoll sie nie und nimmer wieder eingestellt werden. Ferner wurde bes befundet, aber einen Korb erhalten hatten. Im allgemeinen zeigt monopol, das die Vereinigten Staaten von Amerika immer noch besitzen, richtet, daß wiederum mehrere Streifposten sistiert worden sind, ob= die Wahl ein Bild größter Zerfahrenheit. Die bei der Reichstags- führt dort in jedem Jahr zur Bildung von Spekulationsringen und gleich sie nicht das geringste begangen hatten, was gegen die Geseze Wahlbewegung beobachtete Einigkeit der„ Ordnungsparteien", als es schamlosen Preistreibereien, welche fast regelmäßig anhaltende verstößt. Die Begründungen in den Strafmandaten, die einigen galt, gegen die Socialdemokratie zu Felde zu ziehen, ist beim Teufel, Störungen in der englischen, deutschen und französischen Baumwoll Streifenden infolge Streifpoftenstehens zugesandt wurden, sind teilveil jetzt jede der bürgerlichen Parteien an die preußische Landtags- industrie nach sich ziehen. Hat der im August beendete Brownsche weise recht sonderbar. So heißt es in einem dieser polizeilichen trippe möchte. Baumwollcorner in diesem Jahre auch die deutsche Baumwollindustrie Strafbefehle: Der Betreffende habe sich ge= " " Wer sich selbst überzeugen will, in welch' unerhörter Weise hier in verschiedenen Punkten die Forderungen der Arbeiter verdreht und entstellt werden, braucht nur den am 28. September vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts vereinbarten Tarif( abgedruckt in Nr. 227 des Vorwärts") mit dem Artikel der„ Boffischen“ und der„ Staatsbürger- Zeitung" zu vergleichen. Die Bossische" giebt den Streifenden schließlich den Rat, ihre unhaltbaren" Forderungen aufzugeben, dann würden sie sicherlich Entgegenkommen bei den Fabrikanten finden können. Selbstver ständlich denken die Streifenden nicht daran, den Kühnemännern diesen Gefallen zu thun. " be= weigert, ber Aufforderung des Schumannes, I gehend besprochen. Nach den Ausführungen des Referenten so seien ihre Verhältnisse doch immer noch verbesserungsbedürftig, die Ritter, Brandenburg- und Oranienstraße M. Riesel find die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der und um diese Verbesserungen zu erlangen, sei eine starke Organi zu berlassen, nachzukommen. ist erstaunlich, Tabakindustrie im allgemeinen überaus ungünstige und fation notwendig. Nach dem Referenten nahm der Sektionsleiter welche Machtbefugnis dieser Schußmann fich anmaßte. Ebenso kaum besser als die der schlesischen Weber. Der Ver- Neumann das Wort, um die Mißstände zu besprechen, die gegenfonderbar aber ist es, daß die höheren Polizeibehörden sich durch dienst ist nicht ausreichend, um auch nur die notwendigsten wärtig im Puzerberuf herrschen. Die Accordpreise seien herab die freisprechenden Urteile, wie sie namentlich in lezter Zeit gefällt Bedürfnisse befriedigen zu können. Nach der Statistik beträgt der gedrückt worden, so daß mit äußerster Anstrengung gearbeitet und wurden, nicht belehren lassen, daß sie kein Recht haben, einen Durchschnittsverdienst für die ganze Provinz Brandenburg 10 m. bie Pausen verkürzt werden, um nur den üblichen Lohn zu verdienen. Menschen, der sich nicht gegen die Gesetze vergeht, das Stehen oder pro Woche. In der Hausindustrie, die bei der Tabatfabrikation sehr mit den Baubuden sehe es bei den Buzern sehr traurig aus. Die Kollegen Gehen in irgend einem Teile der Straße zu verbieten, und dadurch ausgebreitet ist, wird, wenn Mann und Frau thätig sind, ein müßten darauf halten, daß ihnen ausreichende Buden, die vom 15. d. M. der Staatskasse unnötig Kosten verursachen. Es zeigt sich ja doch Gesamtverdienst von etwa 25 M. pro Woche erzielt. Da für beide an heizbar sein müssen, zur Verfügung stehen. In der Diskussion immer wieder, daß alle diese Mittel, womit man versucht, die Ar- zusammen eine tägliche Arbeitszeit von über 20 bis 24 Stunden ge- sprach unter andren 2illicke vom Unterstügungsverein. Er sagte, beiter bange zu machen, doch nichts nüßen und die Arbeiter doch rechnet werden muß, so kommt ein Lohn von kaum 20 Pf. für die dieser Verein habe mur 120 zahlende Mitglieder. Ferner befürwortete nicht auf die Ausnutzung ihrer gesetzlichen Rechte verzichten. Stunde heraus. der Redner Einigkeit mit dem Verbande, worauf ihm erwidert Außerordentlich stark entwickelt hat sich in den letzten Jahren wurde, dann solle er nur mit seinen Mitgliedern zum Verbande Zur Lohnbewegung der Adressenschreiber. Der Stand des Streits die Cigarettenfabrikation in Berlin. Die großen Firmen, die heute übertreten und den Verein auflösen. Die übrigen Diskussionsredner bei der Firma Robert Teßmer ist unverändert. Im Laufe des Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen beschäftigen, haben vor stimmten im allgemeinen mit dem Referenten überein. Besonders gestrigen Tages sind wiederum eine erhebliche Zahl von neu- öffnet und ihre Produkte nur in fleinen Mengen abgefegt. Die Arbeitszeit der Maurer in keinem Falle überschreiten sollen. einigen Jahren ihren Betrieb mit einigen wenigen Arbeitern er- wurde noch betont, daß die Buyer auch im Winter die tarifmäßige engagierten Arbeitswilligen bewogen worden, die ihnen von der Cigarettenfabrikation hat sich als sehr rentabel erwiesen, die Centralverband der Bau-, Erd- und Hilfsarbeiter. Die Zahlstelle Firma angebotene Arbeit gar nicht erst anzufangen. Trotz ihrer ge- Fabrikanten find reich geworden, allerdings nicht zum mindesten Berlin und Umgegend hielt am Sonntag eine Generalversammlung drückten Lage besitzen diese Leute noch Solidaritätsgefühl genug, den auf Kosten der Arbeiter, die zum großen Teil vom Auslande heran- ab. Der Kassierer Böttcher erstattete den Kassenbericht für das Streifenden nicht in den Rücken zu fallen, sobald ihnen die Ursachen gezogen und, weil meist unorganisiert, in der schlimmsten Weise dritte Quartal. Einschließlich des vom zweiten Quartal übernommenen des Ausstandes flargemacht sind. Gestern ist eine Kommission ausgebeutet wurden. Bestandes von 56 979,40 m. betrugen die Einnahmen 84 075,85 M. des Handlungsgehilfen- Verbandes nunmehr auch bei der Firma Als eine von den Firmen, wo die Verhältnisse besonders un- Ausgegeben wurden 23 238,75 W., es bleibt ein Bestand von John, Lützowsir. 6, Nellame- Institut und Adressenverlag, wegen zeichnet, die eine sehr umfangreiche Reklame für ihre Produkte macht Hierauf sprach der Vorsitzende günstige waren oder noch sind, wurde die Firma„ Garbaty" be- 60 837,10 m. Der Kassierer wurde einstimmig entlastet. über Karl Heidemann Bewilligung einer allgemeinen ohnerhöhung vorstellig ge- und auch einen folossalen Abjaz in Berlin zu verzeichnen hat. Nach den Verfuch der Unternehmer, die Rechtsstellung der Kolonnenworden. Nach längeren Verhandlungen bewies sich der Inhaber der den Ausführungen des Referenten und der verschiedenen Diskussionsführer zu beeinträchtigen. Es handelt sich um den Firma ungleich entgegenkommender wie die Firma Teßmer. Es rebner hatten die Arbeiter und Arbeiterinnen namentlich fannten, jetzt wieder im„ Centralblatt für das deutsche Bauwurde sämtlichen Adressenschreibern daselbst über die Art der Behandlung, die sanitären Zustände und gewerbe" vertretenen Standpunkt der Unternehmer, größere Accordeine Lohnzulage von 20-30 Proz. bewilligt und verschiedene Gepflogenheiten bei dieser Firma zu lagen. Unter arbeiten mit einem Kolonnenführer abzuschließen und dem Accordgleichzeitig eine bessere Regelung der allgemeinen Arbeitsbedingungen anderm sollte ein Teil der Arbeiter für das Reinigen der Arbeitstische, bertrage eine solche Form zu geben, daß der Kolonnenführer als zugestanden. wie es durch die Bundesrats- Verordnung vorgeschrieben ist, 10 Pf. felbständiger Gewerbetreibender, seine Mitarbeiter aber als von Die Tarifdifferenzen im Glasergewerbe gehen einer friedlichen sondert und mußten dieselben sowohl von den männlichen als auch Bauausführenden Unternehmer haben. Ein solches Vertragsverhältnis pro Mann bezahlen. Die Klosetts sind nicht ausreichend, nicht ge- ihm beschäftigte Arbeiter erscheinen, die keinerlei Ansprüche an den Lösung entgegen. Wie am Mittwoch in der Mitgliederversammlung von den weiblichen Personen benutzt werden. Zur Aufbewahrung ist für die am Accord beteiligten Arbeiter sehr nachteilig, denn wenn der Glaser berichtet wurde, haben sich die Vertreter der Arbeitgeber der Garderobe waren für ca. 100 Personen nur 12 Kleiderhaken der Kolonnenführer seine Mitarbeiter übervorteilt, so können in der Schlichtungskommission damit einverstanden erklärt, daß die vorhanden usw. Um von der Firma die Beseitigung der verschieden diese in den meisten Fällen selbst durch eine Klage tarifvertragbrüchigen Firmen, soweit sie der Innung oder der Ver- artigen Mißstände zu erzielen, hatten sämtliche Arbeiter und Ar- nicht zu ihrem Recht kommen, da von dem Kolonnenführer nichts zu einigung der Glasereien angehören, zu einer Sigung der beiterinen, die sich im Laufe der Zeit zum großen Teil dem Tabat- holen ist. Die Arbeiter wollen deshalb solche Vertragsverhältnisse, Schlichtungskommission, die am Donnerstag stattfinden sollte, ge- arbeiter- Verband angeschlossen hatten, die Arbeit eingestellt. Durch bei denen alle Mitarbeiter am Accord als bei dem Bauunternehmer Yaden werden, um sie zur Innehaltung des Tarifs zu veranlassen. Verhandlungen mit der Verbandsleitung ist der Streit beigelegt in Arbeit stehend gelten. In der Versammlung wurde noch bes Fügen sie sich nicht, so haben die Arbeitgeber nichts dagegen ein- worden, nachdem die Beseitigung der gerügten Mißstände versprochen fonders hervorgehoben, daß die Kammer III des Berliner Gewerbezuwenden, wenn diese Firmen gesperrt werden. Auch sollen ihnen dann und die Vereinbarung getroffen worden ist, daß eine ständige gerichts neuerdings ein Urteil gefällt habe, wo die durch den feine Arbeitskräfte durch den Arbeitsnachweis vermittelt werden. Wer Kommission gewählt werden soll, Beschwerden der Arbeiter und Kolonnenführer benachteiligten Accordarbeiter mit ihren Anvon den geladenen Firmen nicht erscheint, von dem wird an Arbeiterinnen den Fabrikanten, um Abhilfe zu schaffen, zu unter- sprüchen an das Baugeschäft abgewiesen worden, wodurch genommen, daß er sich des Tarifbruchs schuldig macht, und danach breiten. Die Fabrikanten sprachen sogar ihre Befriedigung darüber sie um einen erheblichen Teil des verdienten Lohnes gekommen sind. verfahren. Die Vertreter der Gehilfen gaben in der Sigung der aus, daß durch die Vermittelung der Verbandsleitung so bald eine Bur weiteren Besprechung dieser Angelegenheit soll eine besondere Schlichtungskommission zu, daß sie wohl seiner Zeit mit der ein- Einigung zu stande tam und erklärten, daß eine Maßregelung der Versammlung der Accordarbeiter, die hauptsächlich dabei interessiert feitigen Verhängung der Sperren ohne vorherige Anrufung der Kommissionsmitglieder oder der sonst am Streif Beteiligten in feiner find, einberufen werden. Ein Antrag auf Erhöhung der Gehälter Schlichtungskommission einen Fehler begangen hätten. In der Weise stattfinden wird und daß auch der Organisation teinerlei der ständigen Filialbeamten wurde dadurch erledigt, daß eine Gehaltsfurzen Diskussion, die diesem Bericht folgte, erklärte man sich im Schwierigkeiten bereitet werden würden. erhöhung von 36 auf 39 M. wöchentlich beschlossen wurde. Hierauf allgemeinen mit dieser Lösung des Konflikts einverstanden. Die Versprechungen sollen, wie behauptet wird, seitens der nahm die Versammlung folgende Ergänzungswahlen vor: Sodann nahm der Verbandsvorsitzende Eichhorn aus Karls- Firma gar nicht eingehalten worden sein. Die Mißstände sollen Schlichtungskommission: Wende. Gauleitung: Ernst Heideruhe das Wort, der, da er zufällig in Berlin anwesend war, an der nach wie vor weiter bestehen und die Kommissionsmitglieder, sowie mann. Ausschuß: Guskas ch. Ohne Debatte wurde beschlossen, Sigung der Schlichtungskommission als Gast teilgenommen hat. Er auch diejenigen, von denen man wußte, daß sie der Organisation an- daß die Filialbeamten gehalten sind, sich der Unterstützungs- Versprach sich zu der Angelegenheit dahingehend aus, daß, da eine ge- gehören oder gar für dieselbe thätig sind, wurden zivar nicht direkt einigung der in der modernen Arbeiterbewegung Angestellten anmeinsame Schlichtungskommission besteht, es auch Pflicht der Gehilfen gemaßregelt, aber in den verschiedensten Formen so drangsaliert, zuschließen und daß die Filiale die Hälfte der Beiträge zahlt. ist, dieser Kommission von allen Tarifdifferenzen Mitteilung zu bis sie schließlich selbst das Arbeitsverhältnis lösten. Die Arbeit In einer öffentlichen Schuhmacher- Bersammlung, die am 12. Oftober machen, ehe zu andern Maßnahmen gegriffen wird. Da Klünder derer, die sich unliebsam gemacht hatten, wurde getadelt, Abzüge in den Andreas- Festfälen tagte, erörterte Simon- Nürnberg die als Mitglied der Schlichtungskommission sein Amt niederlegte, wurde vom Verdienst gemacht und auch sonst wurde die Behandlung immer Frage der Einführung der obligatorischen Arbeitslosen- und Krankenan seiner Stelle Altendorf gewählt. schlechter, wodurch erzielt wurde, daß von den seiner Zeit an der Unterstügung im Verein deutscher Schuhmacher, über welche dem Als Nachspiel zum Streit bei Mehlich kann man den Be- Arbeitseinstellung beteiligten Arbeitern und Arbeiterinnen nur nächst eine Urabstimmung entscheiden soll. Nach einer Besprechung leidigungsprozeß bezeichnen, der gestern vor dem Schöffengericht ver- noch wenige in der Fabrik thätig sind. Nach den von ver- der wirtschaftlichen Krisen und ihrer Folgeerscheinungen kam Redner handelt wurde. Der Sekretär des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins ſchiedenen Rednern aufgestellten Behauptungen sollen fogar aus zu dem Schluß, daß die so notwendige Besserung der Lohn- und der Metallarbeiter und Maschinenbauer, Wilhelm Gleich auf, ländische Arbeiter, wovon einer sechs Jahre lang in der Fabrik Arbeitsbedingungen dann am besten erkämpft werden könne, wenn hatte gegen den Eisendreher Paul Pawlowitsch Klage wegen thätig war, auf Veranlassung der Firmeninhaber, die selbst größere Massen der Kollegen der Organisation nicht nur gewonnen, Beleidigung erhoben. Der Angeklagte hatte bei einer Werkstatt- Ausländer find, von der Behörde aus Deutschland ausgewiesen sondern auch an fie gekettet würden. Das Mittel dazu fei versammlung der Arbeiter der Niles- Werke in Ober- Schöneweide worden sein. Diese Arbeiter, die sich nichts zu schulden fommen die jetzt vom Centralvorstand wieder vorgeschlagene obligaeine Redewendung gebraucht, welche bon anwesenden Mit- ließen, als daß sie mit ihren übrigen Arbeitsgenoffen folidarisch torische Einführung der Arbeitslosen- und Kranten- Unterstügung. gliedern des Hirsch- Dunckerschen Getverkvereins schleunigst den handelten, sollen ausgewiesen worden sein lediglich, um, wie Herr Redner begründet dies näher und legt dar, daß natürlich eine Erangeblich beleidigten Personen übermittelt wurde. Durch diese Rosenthal, Garbath" gesagt haben soll: ein Erempel zu statuieren". höhung der Beiträge erfolgen müffe, damit die Hauptaufgabe, die Redewendung fühlten sich die Herren Gleichauf und Klavon beleidigt In einem andern Fall wurden auf Veranlassung eines Fabrikanten Erkämpfung günstiger Arbeitsbedingungen, nicht leide. Der Kampfund erhoben Anklage. Einen Vergleich, nach welchem der Herr bier Arbeiter, darunter Kommissionsmitglieder, die man des Dieb- charakter der Organisation müsse durchaus erhalten bleiben. Die Gleichauf eine Ehrenerklärung beanspruchte, wies der Angeklagte stahls bezichtigt hatte, plötzlich aus der Fabrik heraus verhaftet, Kranten- Unterstützung werde als Ergänzung der Arbeitslosen- Unterwiederholt zurüd. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Herren den ganzen Tag über in Gewahrsam gehalten, während in ihren stützung vorgeschlagen, um auch den Heimarbeitern etwas zu bieten, vom Gewerkverein von ihren Mitgliedern mit falschen oder Wohnungen Haussuchung vorgenommen wurde. Die vier Arbeiter die angeblich an der Arbeitslosen- Unterstügung weniger intereffiert entstellten Nachrichten bedient worden sind. Trotzdem be- wurden schließlich als unschuldig kostenlos freigesprochen, aber die seien. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Ilrich antragte der Anwalt des Klägers, gegen Pawlowitsch gegen Pawlowitsch nicht wiedereinstellung in das frühere Arbeitsverhältnis und die Ver- bekämpfte die Vorschläge des Centralvorstandes. Ein Vergleich Geldstrafe, fondern auf Gefängnisstrafe zu Gewerkschaften, die die Gefängnisstrafe zu erkennen. öffentlichung einer Ehrenerklärung, wie es den beschuldigten Arbeitern mit obligatorische ArbeitsDer Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, bon den Fabrikanten versprochen worden sein sollte, wurde lofen Unterstügung hätten, sei tegen der zahlreichen Hauswies nach, daß der Angeklagte wohl berechtigt war, derartige Rede trotz der erwiesenen Schuldlosigkeit von der Firma abgelehnt. Für gewerbetreibenden der Schuhindustrie nicht statthaft. Es würden wendungen zu gebrauchen, denn die Thätigkeit des Gleichauf beim die auf diese Weise gemaßregelten Arbeiter ist die Lage um so nicht Mitglieder herangezogen, sondern noch welche abgestoßen werden. Streik sei derart gewesen, wie sie in den Gewerkschaften nie geübt schlimmer, als die Fabrikanten einen Ring geschlossen haben und Müller, Herrmann, Grunau u. a. traten für die Auswürde. Es könne gar keine Rede davon sein, daß B. mit Ge- die Gemaßregelten auch in den andern größeren Fabriken nicht ein- geftaltung des Unterſtüßungswesens in der vorgeschlagenen Nichtung fängnis zu bestrafen sei. Auch die bon dem Kläger ge= gestellt werden. Sie sind im Gegensatz zu Ullrich der Ueberzeugung, daß bei ladenen Beugen mußten zugeben, daß die Redewendung Von allen Rednern wurde das Vorgehen der Firma„ Garbath", Einführung der Unterstützung die Organisation eine Stärkung ergelautet habe, wie der Angeklagte, Da es die, wie mitgeteilt wurde, immer noch Arbeiter aus dem Auslande fahren werde zu Gunsten einer größeren Kampffähigkeit. Der Kläger angegeben hatte. Der Angeklagte Bawlowitsch fagte, heranzieht, obwohl hier Arbeitskräfte im Ueberfluß vorhanden sind, mittlerweile sehr spät geworden war, wurde die Vertagung der daß, wenn Gleichauf hätte flagen wollen, er Ursache gehabt hätte, einer heftigen Stritit unterzogen und aufgefordert, unbekümmert weiteren Diskussion mit der Maßgabe beschlossen, daß die noch ber dies nach der Ritdorfer Gewerkvereins- Versammlung zu thun, dort um alle Anfeindungen fest zur Organisation zu halten und zeichneten Redner zuerst zu Worte kommen. hätte er ihm noch viel derber die Wahrheit gesagt. Der gegnerische für die Stärkung derselben zu sorgen, um nachdrücklichst eine Besserung es sich in seinem Schlußwort zur Aufgabe, die Bedenken Ullrichs zu Anwalt sei übel beraten, wenn er in seinem Schriftfah sage, Gleichauf weiteren Beschlußfassung wurde vorläufig Abstand genommen. der traurigen Verhältnisse herbeiführen zu können. Von einer zerstreuen. fei ein in feinen Kreisen hochgeachteter Man. Ein Blatt der Luckenwalde. Am Mittwoch, den 7. Oftober, hielt der focialGewerkvereine schreibe über schreibe über ihn ganz anders und halte Nachdem Börner und Butry Bericht erstattet hatten, wurden demokratische Wahlverein für Luckenwalde seine Monatsversammlung es für äußerst bedenklich, wenn ein Arbeiterführer feine diefelben als Vertrauensmänner und als Delegierte zur Berliner ab. Genosse Dr. Rohte erstattete den Bericht über den Dresdener angeblich ramponierte Ehre gerichtlich reparieren ließe. Auch Gewerkschaftskommission einstimmig wiedergewählt. Parteitag. An diesen Bericht schloß sich eine rege Diskussion. Die würde der Angeklagte nicht jemand beleidigen, der in der Ver Stimmung der Versammelten gab sich durch einstimmige Annahme sammlung nicht anwesend sei, sich also nicht verteidigen könne. folgender Resolution tund:" Die heutige Wahlvereins- Versammlung Seine Meinung über die Handlung des Klägers sei heute noch die erklärt sich mit der Stellung ihres Delegierten Genossen Dr. Rohte einverstanden. Die Versammlung verwirft auf das entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen einzelner Genossen und stellt sich auch fernerhin auf den Boden des Klassenkampfes. Die Versammlung spricht ihre volle Sympathie dem Genoffen August Be bel für lung spricht ihre volle Sympathie dem Genoffen August Be bel für fein Auftreten auf dem Dresdener Parteitage aus. Die Versamm sein Auftreten auf dem Dresdener Parteitage aus. Die VersammNeben lung protestiert auf das entschiedenste gegen den Artikel des Genossen Beus in der„ Brandenburger Zeitung", überschrieben:„ Nach Dresden". auf fo gleiche wie früher. und nicht, wie Eine öffentliche Puterversammlung, einberufen von der Leitung der Putzersektion des Maurerverbandes, tagte am Mittwoch im Kellerschen Saal. As Referent war der Verbandsvorsitzende Bömelburg erschienen, der unter anderm ausführte: Seit längerer Zeit habe in Berlin keine öffentliche Buzzerversammlung stattgefunden, weil die Buger ihre Angelegenheiten in der Organisation regelten. Jetzt stehe es aber mit der Organisation Da dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte, daß er die Herren Gleichauf und Klavon persönlich hatte treffen wollen, so erkannte das Gericht auf Freisprechung. Es bleibe den Mitgliedern des G.-B. unbenommen, wenn sie sich beleidigt fühlten, gegen Pawlowitsch zu flagen. Am 29. Oktober wird in derselben Sache die Klage Klavon wider der Sektion des Maurerverbandes bestehe die unternehmerPawlowitsch verhandelt. freundliche Freie Vereinigung der Buzzer mit etwa 100, ein Unterstüßungsverein mit etwa 400 Mitgliedern, außerdem gebe es noch hat bom... bis gemäß entlassen. Deutfches Reich. aus bei mir gearbeitet, hat die Arbeit wegen Klempnermeister. der Buzzer nicht mehr so gut wie bordem. ein. andren Der Referent machte Ausständigen hatten sich bereit erklärt, zwecks Beilegung des Konflikts Buzern zu rechnen habe, die dem Verband fernstehen. Gewiß Das Urteil im Leipziger Majestätsbeleidigungs- Prozek. Der Streit der Klempner in Magdeburg dauert fort. Die einige hundert unorganisierte Buzer, ſo daß man mit etwa 700 Letzte Nachrichten und Depefchen. vor dem Einigungsamt zu erscheinen, die Meister haben dies jedoch mögen manche von diesen ein gewisses Intereffe für die Arbeiter Das Urteil im Leipziger Majestätsbeleidigungs- Prozek. in der Innungsversammlung stritte abgelehnt. Die Meister fuchen bewegung haben, aber das eigentliche Wesen derselben haben Leipzig, 15. Oktober.( W. T. B.) Die dritte Strafkammer verihre Leute dadurch zu schädigen, daß sie ihnen Entlassungsscheine sie nicht begriffen, denn sonst wären die Zustände, welche urteilte wegen Majestätsbeleidigung nach mehrstündiger nichtöffentnach folgendem Muster ausstellten: gegenwärtig bei den Puzern bestehen, nicht möglich. Nur aus der licher Berhandlung den Redakteur der, Leipziger Volkszeitung" Lüttich Inhaber dieses, der Klempnergeselle Üntenntnis des eigentlichen Wesens der Arbeiterbewegung er zu sechs, den Redakteur der Altenburger Boltszeitung" Hellmann es fläre sich, daß mancher, tvenn ihm irgend etwas zu drei und den Redakteur der„ Bolkszeitung für das Muldenthal" Beteiligung am Streit eingestellt und ist deshalb ordnungs- in seiner Organisation nicht gefalle, derselben den Rücken kehre. Reichstags- Abgeordneten Schöpflin zu vier Monaten Gefängnis. Der Redner legte eingehend den Zweck und die Aufgaben der Magdeburg, d. politischen wie der gewerkschaftlichen Organisation dar und zeigte, Der mitangeklagte Metteur Schmidt wurde freigesprochen. Natürlich lagen die so Gekennzeichneten auf Schadenersatz. daß es dem Maurerberbande gelungen ist, überall, wo er über starte Das neue Wahlunrecht in Sachsen. Auch mehrere unter Vorspiegelung falscher Thatsachen nach Magde- Mitgliedschaften verfügt, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ver- Leipzig, 15. Oktober.( B. H.) Die„ Leipz. Neuest. Nachr." berichten burg gelockte Klempner verlangen Schadenersatz. Die Streifenden bessern. So seien die Durchschnittslöhne von 28 Pf. im Jahre 1885 find bisher sämtlich zur Kontrolle erschienen und da auch von auf 41 Pf. im Jahre 1900 gestiegen. Wo aber die Organisation aus Dresden, daß das neue Landtags- Wahlgesetz, dessen Entwurf den auswärts zuzug entweder gar nicht zu verzeichnen ist oder die noch keinen Boden gewonnen habe, wie in Oberschlesien, da Mitgliedern der vorbereitenden Kommission bereits zugegangen ist, Unter den im wesentlichen eine neue Einteilung der Wahlkreise und zwar eine Herbeigelodten fofort umkehren, steht die Sache für die Klempner ständen die Löhne weit unter dem Durchschnitt. nach wie vor günstig. Buzern werde hier und da die Meinung laut, daß sie vom Verbande Verminderung derselben bringen, während die Zahl der Abgeordneten feinen Vorteil hätten, gestreift hätten sie in legter Beit nicht, und mindestens die gleiche wie bisher bleiben wird. In der Zweiten wenn es geschehe, dann wäre die Hilfe des Verbandes dabei nicht Kammer werden wahrscheinlich einzelne Körperschaften und Berufss erforderlich. Dies fei zwar richtig, aber wenn die Lohn- und Arbeits- Klassen, vor allem die Handelskammern, besondere von einer allgemeinen verhältnisse bei den Puzern günstiger liegen wie bei den Maurern, so erkläre sich das nicht aus der Thatkraft der Berufsgruppe, sondern Wahl unabhängige Vertreter erhalten. mit besonderer Berücksichtigung der letzten Vorkommnisse in der aus der Eigenart des Specialberufs und auch dadurch, daß Darmstadt, 15. Dktober.( B. S.) Bei der heutigen 2and. Cigarettenfabrik ,, Garbaty", wurden in einer start besuchten Ver- die Maurer gut organisiert sind und aus ihren Reihen tags- Ersatzwahl siegten die beiden bisherigen Kandidaten sammlung der Tabatarbeiter und Arbeiterinnen den Buzern feine Lohnbrücker erwachsen. Wenn auch die Landgerichtsrat Buff und Architekt H. Miller, mit 2100 Stimmen. Berlins, die am Mittwoch bei Wilke, Brunnenstraße, tagte, ein- Buzer günstiger gestellt seien wie manche andre Arbeitergruppe, Die Freifinnigen erhielten 780, die Socialdemokraten 1364 Stimmen. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Verfammlungen. Die Zustände in der Berliner Cigaretten- Fabrikation, Ilt. 242. Z«. Zchgmg. 1, MM Das Elend der Adressenschreiber. Der Streik bei der Firma Teßmer lenkt gegenwärtig die allgemeine öffentliche Aufmerksamkeit auf eine verhältnismäßig neue Erwerbsbranche: die Adressenbureaus und deren Angestellte, die A d r e s s e n s ch r e i b e r. Erst im Lauf der letzten Jahrzehnte hat sich diese Species neuzeitlicher Erwerbsgruppen entwickelt als eine Folge des kapitalistischen Neklamcwesens. Kein Fabrikant, kein Großhändler kann die Erzeugnisse der modernen Industrie in genügenden Mengen an den Mann bringen ohne Reklame. Um nun die Reklame so wirksam wie möglich zu gestalten, verfiel man darauf, die Warenanpreisung nicht nur in allgemeiner Form indirekt durch die Zeitungsannoncen usw. zu besorgen, sondern sich direkt an die einzelnen bereits bekannten, vornehmlich aber an die Masse der noch zu gewinnenden Kunden und Abnehmer zu wenden. Dazu bedurfte man notwendigerweise der Adressen der letzteren. Wenn nun auch die Adreßbücher der größeren Städte und die Einwohnerlisten der kleineren ländlichen Ortschaften den Fabrikanten und Geschäftsleuten zur Handhabung dieser direkten Reklame sehr zu statten kamen, so Ivar die Besorgung zweckentsprechender Auszüge aus den Adretz- büchern und das Zusammenstellen geeigneter Adressen immerhin eine zeitraubende und kostspielige Arbeit. Was Wunder, daß sich unter solchen Umständen bald spekulative Leute fanden, die dem üblichen „tiefgefühlten Bedürfnis" nach Adressen abhalfen. Sie gründeten Adressenbureaus, verschafften sich Adreßbücher und Einwohnerlisten so viel sie deren nur habhaft werden konnten, machten fach- gemäße Auszüge aus denselben, klassifizierten das Publikum selbständig in taufende von Abnehmergruppen und waren bald in der Lage, den Fabrikanten und Handelshäusern eine Unmasse von Adressen zu offerieren, so wie diese sie zur Empfehlung und Anpreisung ihrer Waren paßrecht gebrauchen konnten. So entwickelten sich nach und nach die Adressenbureaus zu einem wichtigen Faktor in den, heutigen Reklanrewesen. Erhält heut- zutage ein Arbeiter, Handwerker oder Landmann öfters von weiß Gott woher Briefe, in denen ihm Lotterielose, Kleidnngsstoffe, Handwcrkszeuge und unzählige andre Dinge in umfangreichen Prospetten und Katalogen angepriesen werden, so ftagt er sich häufig verwundert:„Woher wissen denn bloß jene Leute, wo ich wohne?" Des Rätsels Lösung ist nicht schwer; millionenfach lagern die Adressen der Einwohner des In- und Auslandes in den Adressenbureaus und können mit direkter und indirekter Hilfe des behördlichen Melde- Wesens stets erneuert und ergänzt werden. Wie nun überall im geschäftlichen Leben, so machte sich auch bald unter den Inhabern der verschiedenen Adressenbureaus eine wütende Konkurrenz bemerkbar. Einer wollte in der zweckmäßigen Zusanimenstellung der Adressen immer noch mehr leisten wie der andre und einer dieselben immer noch billiger liefern wie der andre, um sich den Fabrikanten und Geschäftsleuten unentbehrlich zu machen! so suchte einer dem andern die Auftraggeber nach allen Regeln rouftnierter und rafinierter 5ionkrirrenzprax,s abzujagen. Dies war jenen nur möglich, durch das kolossale Ueberangebot von billigen Arbeitskräften, den Adressenschreibern. Die weitaus größte Mehrzahl dieser Schreiber setzt sich aus stellenlosen Kauflcuten und Handlungsgehilfen zusammen. Es ist ja förmlich zu einer Manie geworden, daß dünkelhafte, unbemittelte Eltern ihre Kinder, sobald diese über eine leidlich gute Handschrift und halbwegs brauchbare Schulzeugnisse verfügen, in die Kaufmannslehrc schicken. Sie hoffen natürlich, ihren Kindern damit zu einer besseren Existenz und angesehenerer gesell- schaftlicher Stellung zu verhelfen, wie sie einem einfachen Arbeiter gewöhnlich nicht beschieden ist. Eine natürliche Folge davon ist der ? permanente Ueberfluß an Handlungsgehilfen. Buchhaltern und onstigem kaufinännischen Personal, da nur wenige das Glück haben, sich eine dauernd gute Stellung zu erringen oder mit Erfolg selbständig zu machen. Die große Mehrheit bringt es wegen Mangels an genügenden Mitteln nicht zu einer gesicherten Position, wird vielmehr unter schlechter Behandlung und noch schlechterer Bezahlung von einer Stellung aus der andern geworfen und bildet dann das Heer des kaufmännischen Proletariats, wie es sich besonders in den Großstädten anhäuft. Bei längerer Stellenlosigkeit verlieren jedoch selbst die besten Zeugnisse und Referenzen an Wert; eine Abweisung folgt der andern. Die Barmittel schmelzen zusammen, die Kleidung wird defekt, und trotz aller Mühe, wenigstens noch eine äußere fadenscheinige Eleganz zur Schau zu tragen, geht eS mit dem stellenlosen KommiS usw. imnier mehr bergab. Immer wieder versucht er, ein Unterkommen in seinem Beruf zu finden— vergeblich, der Hunger wühlt in seinen Ein- geweiden, und schon ivinkt ihm drohend das Gespenst der Obdach- losigkeit. Doch er will nicht versumpfen; sein Ehrgefühl als ge- bildeter Mensch bäumt sich dagegen auf, als ein Verkommener be- trachtet zu werden. Skur Arbeit, nur Beschäfftgung, ganz gleich welcher Art, ganz gleich, wie sie bezahlt wird, wenn's nur zur Be- streitung der allernotwendigsten Bedürfnisse reicht. So wendet er sich dann an ein Adressenbureau und bietet sich als Schreiber an. Hunderte vor ihm haben es gethan, Hunderte lverden es nach ihm thun. Wohl traut er seinen Ohren kaum, als ihm der Bureauvorfieher für das Schreiben von 100V Adressen 2 M.. 2,20 M. und je nach deren Länge oder Sorgfalt, mit der sie geschrieben werden sollen. auch 4 ja sogar 5 M. bietet. Was wird er dabei verdienen können I Immerhin, nur angefangen, die andren existieren ja auch dabei. Und so schreibt er denn drauf los. Wie lange das dauert, ehe ein Hundert fertig ist l Er schielt nach seinen Kollegen, doch die sehen kaum von der Arbeit auf. Mit fabelhafter Schnelligkeit gleiten die Federn über die Couverts. Es ist Mittag; andre Arbeiter gehen zu Tisch. Für die Adressenschreiber aber giebt es vielfach gar keine Mittagspause; höchstens ist ihnen eine halbe Stunde gewährt, während welcher sie verschäint an ihrer mitgebrachten, ach, so frag- würdigen Stulle herumkauen. Nach 8>/z oder 9 stündiger Arbeitszeit im Bureau heißt es: Feierabend. Zaghaft_ überschaut der Schreiber seine Tagesleistung, er hat vielleicht 1 M. bis I.SO M. verdient. Noch kann er sich glücklich schätzen. denn andre Kollegen neben ihm. die mit dem Heraus- suchen und Anzeichnen geeigneter Adressen aus dem Adreß- buch beschäftigt lvaren, haben es nur auf einen Tagesverdienst von 40 bis 50 Pf. bringen können. Was anfangen damit? Der Bureau- Vorsteher weiß Rat, er hat„Hausarbeit" zu vergeben. So packt denn jeder Schreiber ein Quantum Couverts ein und schreibt zu Hause; schreibt bis 2 Uhr nachts, schreibt des Morgens von 5 Uhr bis zur Bureauzeit, schreibt Tag und Nacht, Werktags und Sonn- tags, nur die allernotwendigsten Ruhepausen machend und hat dann die ganze Woche über— 11 bis 15 M. verdient. Sogar die „Aristokraten" unter den Adressenschreibern, die mit 25 oder 30 Pfennigen pro Stunde„fest" honorierten Vorarbeiter bringen es trotz intensivster Hausarbeit nur selten über 20 M. Wochenverdienst. Bei einer so über alle Maßen jämmerliche» Entlohnung kann natllr- lich niemand menschenwürdig existieren. Dazu koinmt dann noch die grundschlechte Behandlung. Die Bureau-Jnhaber und deren Geschäftsführer wissen eben nur zu gut, was sie den armen Teufeln von Adressenschreibem_ in dieser Hinsicht alles bieten können. Sie haben ja reiche Auswahl an beschäftigungslosen. schreibgewandten Leuten, und herzlos nutzen sie deren Notlage im eignen Jntcreffe bis zum äußersten auS. Sagte doch kürzlich solch' ein Ausbeuter zu einem Schreiber, der um Lohnerhöhung vorstellig wurde und dabei bemerkte, daß mancher der mit ihm thätigen Kollegen nicht wisse, loch er des Nachts schlafen solle, mit gelassener Kälte:„DaS geht mich doch nichts an." Viele der Adrcssenschreiber betrachten ihre Thätigkeit allerdings .nur als einen momentanen Notbehelf, sie hoffen ja immer noch, später wieder eine Berufsstellung zu bekommen. Eine ganz erheb- Ks Jouirts" liche Zahl jedoch findet eine solche Stellung nicht wieder und ist nun dauernd auf das Adressenschreiben angewiesen. So ist denn nach und nach diese neue Arbeiterkategorie entstanden und fristet das denkbar kümmerlichste Dasein. Der Stteik von ca. 130 Schreibern des Tetzmerschen Adressenverlagcs hat die bis dahin nur wenig beachtete Lebenslage dieser Arbeiter mit einem Male aus das grellste beleuchtet. Unanfechtbar ist das in dieser Beziehung vom Centraiverband der Handlungsgehilsen zusammengetragene statisttsche Material; es bietet ein Bild entsetzlichen Elends. Dem- gegenüber läßt sich aus den Preiscourants der Adressenbureaus mit Leichtigkeit feslstellen, daß deren Inhaber sich von ihren Kunden und Auftraggebern das Fünf-, Zehn- und Zwölffache dessen für die Arbeiten zahlen lassen, als was sie den armen Adressen- schreibern dafür geben. Trotzdem haben sie sich den geringsten Lohnforderungen gegenüber schroff ablehnend verhalten. Auch hier wird es erst der Organisation der Arbeiter gelingen, Abhilfe zu schaffen. Der Kampf hat begonnen; der Erfolg wird bei der von Ernst und Begeisterung getragenen Bewegung nicht ausbleiben. Nach dem Parteitage. In der Nr. 2 der„Neuen Zeit" veröffentlicht Rosa Luxemburg unter der Ueberschrift„Geknickte Hoffnungen" einen Artikel, der sich mit der Stellungnahme der bürgerlichen Presse zum Parteitage beschäftigt. Der Arttkel beginnt: „Das Verhalten der gesamten bürgerlichen Presse gegenüber den Vorgängen in unsrer Partei beweist wieder einmal, wie un- trüglich der Klasseninstinkt über alle äußeren Differenzen der bürger- lichen Parteien triumphiert. Sie sind wieder einmal einig, die National- liberalen und das Centrum, der Knuten- Oertel und die Vossischen Erben, einig in der larmoyanten Freude und dem Triumphgeschrei über die Jämmerlichkeit der Socialdemokratie. Die einen sreuen sich über die„gegenseitige Abthuerei", die endlich begonnen habe und die schöne Hoffnung in Ersüllung zu bringen anfange, die Social- dcmokratie, gegen die kein Kraut auf bürgerlicher Wiese gewachsen, würde sich einmal selbst„zerfleischen". Die andren triumphieren über das Mißgeschick einiger Akademiker in der Socialdemokratte als über den Beweis, daß zwischen dem„gebildeten Manne" und der „blinden Masse" eine unüberbrückbare Kluft gähne, bei deren lieber- springen„man sich den Hals breche". Die dritten jubeln, daß nun- mehr die Socialdemokratie nicht mehr erhobenen Hauptes wird auf die bürgerliche Welt herabblicken dürfen, denn auch sie habe das Gerippe der Korruption im eignen Hause— tout cornme chez nous. Und alle stimmen sie unisono das Lied an: das Ansehen, die fascinierende Gewalt der Socialdemokratte sei vernichtet I Für immerdar! Die Freude ist gut geheuchelt. So gut, daß ein Parteiblatt sie sogar allen Ernstes als aufrichiiges„Frohlocken" aufgefaßt hat, das es mit pathetischem Seufzer der Partei zur Warnung und Ernüchte- rung vor die Augen halten zu müssen glaubte. Und doch gehört nur ein wenig geschärftes Gehör dazu, um aus diesem schrillen Konzert der Freude und des Triumphes die zähne- knirschende Enttäuschung, die verhaltene Wut herauszuhören. Gerade das allgemeine Mitgefühl und die Sympathie der bürgerlichen Presse für die angeblich von der heulenden Barbarenhorde mißhandelten paar„gebildeten Männer", die Schmähungen über die„blinde Masse" und ihre„Auflehnung gegen die Akademiker", zeigen deutlich, wo die Wunde liegt, in die jetzt von der Partei rücksichtslos die Finger gelegt werden. Lächerlich und barbarisch kann im heuttgen bürgerlichen Milieu allerdings bis zu einem gewissen Grade der große Lärm erscheinen, der in der Socialdemokratie um„Bagatellen" geschlagen wird, die in jeder bürgerlichen Partei mit sttllschweigendem Achselzucken des innigen Verständnisses aufgenommen worden wären. Grotesk das Bild einer Dreimillionenpartei reifer Männer, die sich so ereifert und eine Haupt- und Staatsaktion aus ein paar„Unaufrichttgkeiten" macht, welche neben der Summe von Lügen, die einer der Helden der Zollmajorität in einer einzigen Reichstags-Sitzung oder ein Konservativer in einer einzigen Wahlrede leistet, wie ein armseliges Talglicht im blendenden Lichte der Mittagssonne verschwinden. Rein persönlich, beschämend„persönlich" ist freilich auch die AuS- einandersctzung mit dem Revisionismus jetzt geworden, auch das muß von uns mit zerknirschtem Sinne zugegeben werden. Wir sind eben nicht in der bequemen Lage der Nationalliberalen oder des Centrums, des Junkertums oder des Freisinns, die politische Korruptton und den Betrug der Massen zur Grundlage der Partei- Existenz selbst gemacht zu haben, in der jeder einzelne unwürdige Stteich, wie ein Tropfen Wasser im gleichartigen Element des Meeres, spurlos aufgeht. Wenn übrigens die Auflehnung der proletarischen Masse in unsrer Partei gegen die vereinzelten Erscheinungen der Korruptton unter den„Akademikern" die Bourgeoisie so in Harnisch bringt, so muß man ihr zugeben, daß sie mit sicherem Instinkt in den jetzigen Vorgängen bei uns gerade diejenige Seite der modernen Arbeiter- beivcgunq herausgefühlt hat, die für sie in dem letzten halben Jahr- hundert so verhängnisvoll geworden ist,— den von der Social- demokratie herbeigeführten radikalen Umschwung in dem Verhältnis zwischen„Masse" und„Führer"." Es folgt eine Auseinandersetzung darüber, wie und in welcher Richttmg sich dieser Umschwung vollzogen habe nämlich in der Richtung, daß die Masse zur Führerin und die Führer zu Ans- führern des Willens der Masse geworden und dann heißt es weiter: „Nachdem die Bourgeoisie ihre eigne Anhängerschaft in den breiten Volksschichten mit jedem Tage mehr an die Social- demokratte verlor, blieb ihr die einzige Hoffnung, die social- demokrattsche Arbeiterschaft wenigstens durch das Medium des Revisionismus in die Bahnen der bürgerlichen Politik zu drängen, dem proletarischen Klassenkampf das Rückgrat zu brechen und so fiir die Verluste im historischen Spiele aus Umwegen eine schwache Revanche zu nehmen. Solange diese Hoffnung währte, schien die socialdemokrattsche Masse großen Sinn für„Kulttcr" und„Bildung" zu verraten, und versprach allmählich eine„civilisierte" Macht zu werden. Jetzt, nach- dem sie so roh und kulturfeindlich war, alle Kuckuckseier, die ihr von der Bourgeoisie behutsam ins Nest gelegt worden waren, in Dresden mit grobem proletarischem Stiefel zu zertreten, kann es selbstverständlich keinem Zweifel unterliegen, daß es nur eine blinde Herde ist, die sich von ihren Führern und Diktatoren zu einer so uncivilisierten Handlung aufhetzen lassen konnte. Das Bild entbehrt nicht einer gewissen Komik, allein es kann zugegeben werden, daß der Schmerz der bettogenen Bettüger dies- mal besonders ernste Gründe hat. Haben die früheren Parteitage die einzelnen Aeußerungen der Praxis und die Theorie des Revisionismus verurteilt, so hat die Partei zu Dresden und nach Dresden nicht nur in verstärttem Maße jenes Urteil wiederholt, sondern sie ist zugleich auch über eine andre Seite des Revisionis- mus zu Gericht gesessen— über seine politische Ethik und die damit verknüpfte persönliche Liaison mit der Bourgeoisie. Für jedermann, der sich über die Vorgänge der letzten Tage in ihrem inneren Zusammenhang Rechenschaft ablegt, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der vielbesprochene Arttkel über die„Partei- moral", so zufällig auch seine Entstehung sein mag und so wenig er die wirkliche Handlungsweise aller revifionistischen Genossen charakterisiert, doch als adäquater Ausdruck der Ethik des RevisiouiSmus be- trachtet werden kann, wie sie seinen Gedankengängen mit zwingender Logik entspricht. Die Masse, die wie ein Kind erzogen werden muß, der man nicht alles sagen, die man sogar zu ihrem Besten belügen und betrügen darf, und die„Führer", die als tiefblickende Staats- männer aus diesem weichen Ton den Tempel der Zukunft nach eignen großen Fläncn formen, das ist die politische Ethik sowohl der bürgerlichen Parteien wie des revisionisttschen SocialiSmus, Freitag, 16. Oktober 1903. wenn auch die dabei verfolgten Absichten hier und dort noch so der- verschiedene sein mögen. Dieses Verhältnis der Masse und der Führer in ihrer praktischen Anwendung sehen wir im Jaurssisrnus in Frankreich und in den An- läufen der Richtung Turatis in Italien sich Bahn brechen. Die„auto- nomen" zusammenhanglosen heterogenen„Föderationen" der jaurösisti- scheu Partei, der Antrag Turatis in Jmola auf Abschaffung des Central- komitees der Partei, das ist nichts andres als die Auflösung der strammorganisierten Parteimasse, damit sie sich aus der selbständigen Führerin in ein ohnmächtiges Werkzeug ihrer Parlamentarier ver- wandelt, in jene„blinde Masse", die„nachttollcn" muß, weil sie „nicht im mindesten weiß, was sie will", oder wenn sie es weiß, wie auf dem Kongreß in Bordeaux, nicht die Kraft hat, ihrem Willen Gehorsam zii verschaffen. Dieses sowohl wie das Bestreben der jaurssistischen Abgeordneten, sich sogar von dem Einfluß und der Kontrolle der Partei- Organisationen frei zu machen, die sie ins Parlament geschickt haben, und über deren Kopf hinweg direkt an die unorganisierte, amorphe Wählermasse zu appellieren, das sind die organisatorischen Vorbedingungen des gegenseitigen Verhältnisses von Führer und Masse, wie es in dem „Zukunft"-Arttkel als psychologische Notwendigkeit und als Norm jeder Masseiibeloegmig dargelegt worden ist. Dieser Verwischung der Grenzen zwischen der zielbewußten proletarischen Kerntruppe und der unorganisierten Volksmasse unten entspricht harmonisch die Verwischung der Grenzen zwischen der „Führerschaft" der Partei und dein bürgerlichen Milieu oben— die Annäherung des socialistischen Parlamentariers an den bürgerlichen Litteraten auf dem Boden der„allgemein menschlichen Bildung". Im„Hamburger Echo" veröffentlicht Bebel eine Entgegnung gegen Elms Arttkel in den„Socialistischen Monatsheften". Bebel sagt, der Artikel enthalte eine solche Fülle schiefer Urteile und gebe ein so falsches Bild seiner Rede in Dresden, daß er einen dreifach so langen Artikel dagegen schreiben müßte, um alles richtig zu stellen. Bebel spricht den Wunsch aus, die Genossen, die Elms Artikel ge- lesen, möchten nun auch seine Ausführungen in Dresden im Protokoll nochmals nachlesen, um sich ein Urteil über die beider- seitigen Ausführungen zu bilden. Einige dieser Differenzen legt Bebel dann dar und schließt mit der Bemerkung, es sei die revisionistische Taktik, die Elm verteidige, damit sei alles gesagt. In Kehl wurde am Sonntag eine Konferenz des 7. badischen Reichstags-Wahlkreises abgehalten, die sich mit dem Parteitage be« schäfttgte. Der Redaktton des Karlsruher„Volksfteund" wurde vor- geworfen, daß sie einseitig die revisionisttsche Richtung begünstige. Mit der bisherigen Redakttonsführung könne es so nicht weitergehen, man müsse sich an den Landesvorstand wenden, daß er Remedur schaffe. Kolb verteidigte sich damit, daß er gegenüber einzelnen Einwendungen gegen die Redakttonsführung wohl zugeben könne, Fehler gemacht zu haben, seinen revisionifttschen Standpunkt, der nur der bisherigen Takttk der Partei entspreche, könne er aber nicht aufgeben. Es wurde beschlossen: 1. „Die heutige Parteikonferenz beantragt beim Landesvorstand, er möge eine Verständigung mit der Redaktton des„Volksfreund" herbeiführen, damit die letztere gemäß den Beschlüssen des Dresdener und der früheren Parteitage geführt wird." 2. „Die socialdemokrattsche Wahlkreiskonferenz des 7. badischen Reichstags-Wahlkreises ist mit den Beschlüssen des Dresdener Parteitages einverstanden und billigt die Haltung des Delegierten. Sie erblickt in der Verurteilung der revisionistischen Sonder- bündelei die nnzweideuttge Willenskundgebung der deutschen social- demokratischen Arbeiterschaft, sich nicht von der Bahn einer er- probten Taktik des proletarischen Klassenkampfes verdrängen zu lassen. Den erregten persönlichen Streit bedauert die Konferenz, ver- mag ihn aber zu erklären in Anbetracht der nachttäglichen Ent- hüllungen, die das Nachspiel zum Parteitag ans Licht brachte und die es notwendig inachen, die Partei vor mnerer Versumpfung zu bewahren." Der socialdemokrattsche Verein Ludwigshafen führte am Montag die Verhandlungen über den Parteitag zu Ende. Alle Redner waren, wie berichtet wird, darin einig, daß der Verlauf dieses Parteitages, besonders die persönlich gehässige Kampfesweise unsrer Führer keineswegs dazu beitrug, das Ansehen der Partei zu kräftigen; insbesondere die unselige Schriststeller-Debatte, die Braun, Bernhard und Heine in Scene setzten, uni gegen Mehring als An- kläger aufzutreten, wurde allgemein verurteilt und dabei betont, daß es für die Folge Sache unsrer Parteileitung sein müsse, solche die Partei schädigende Austritte zu verhindern. Die Versammlung einigte sich schließlich zu folgender Resolution: „Die heute im Gartensaale des Gcscllschaftshauses tagende Ver- sammlung des socialdemokratischen Vereins Ludwigshafen erklärt sich mit den Beschlüssen des Dresdener Parteitages einverstanden und begrüßt das Festhalten an unsrer alten, uns von Sieg zu Sieg führenden Taktik. Wenn auch die Art der Verhandlungen nicht ganz die Zustimmung der Versammlung findet, so muß' doch das Verhalten Bebels in seinem Referat als zweckentsprechend und der Arbeitersache dienlich anerkannt lverden. Die Versammlung erwartet im weiteren nach den vielfach heftigen Auseinandersetzungen, daß es der Parteileitung gelingen möge, nach allen Seiten volle Klarheit zu schaffe»; denn nur dadurch wird ein Boden geschaffen, auf dem für die Interessen des Proletariats Ersprießliches geleistet werden kann." Die Parteigenossen in Nauen(Brandenburg) protestterten durch Beschluß gegen die Schreibweise der„Brandenburger Zeitung" und gegen den Arttkel von Pens in dem Blatte über den Parteitag. In einer starkbcsuchten Versammlung des socialdemottattschen Volksvereins nahmen die Krefeld er Parteigenossen Stellung zu den Verhandlungen des Dresdener Parteitages. Der Delegierte E i tz e r o d t erstattete den Bericht. Der Referent ist mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden, er begrüßt besonders die An- nähme der Resolution 130, doch ist er der Meinung, daß die Person« lichen Streitigkeiten einen zu breiten Raum eingenommen haben. In der Diskussion erklärten sich sämtliche Redner mit dem Ver- lauf des Parteitages zufrieden, derselbe habe wie ein reinigendes Gewitter gewirkt; es sei dringend an der Zeit gewesen, einem Teil der Theorettker einmal klar zu machen, daß die Partei keine neuen Wege einschlagen wolle. Der Vorsitzende Horster bedauert, daßlBebel nicht vor den Reichstagswahlen gesprochen habe, die Eiterbeule am Partcikörper wäre dann eher zum Platzen gekommen und die Genossen einer An- zahl Wahltteise hätten sich dann ihre Reichstagskandidaten etwas näher angesehen. Zum Schluß bezeichnet es Horster als eine Feigheit der Revisionisten, daß sie, um ihre Schwäche zu verbergen, für die Resolution Bebel-Singer-Kautsky stimmten. Am Schluß der Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung des socialdemokratischen Volksvereins erklärt sich mit der Thätiakeit und den Beschlüssen des Parteitages einverstanden. Ganz besonders erkennt sie die scharfen Zurückweisungen der revisionistischen Bestrebungen als im Partei-Interesse liegend für notwendig an."_ partd-]Vacbncbten. AuS dem Parteiburca» wird uns geschrieben: Wegen Erledigung dringender Parteigeschäfte konnte derjPartei» vorstand die von ihm beabsichtigte Revision und Reorganisation der Partei-Einrichtungen in Posen anschließend an die vollzogenen Rcichstagswahlcn nicht vornehmen. Die Posener Genossen hatten den Wunsch, daß die Revision bereits am 15. August borgenommen werden sollte. Die bei dieser Gelegenheit vorgenommene Prüfung der Bücher der„ Gazeta Ludova“ ergab folgendes Resultat: In dem Halbjahre Juli- Dezember 1902 betrug die Zahl der zahlenden Abonnenten im Durchschnitt rund 150, in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres im Durchschnitt rund 200. Demzufolge hat die Wahlbewegung nicht, wie behauptet wurde, einen Rückgang, sondern eine erfreuliche Steigerung des Abonnentenstandes gebracht. Außer den festen Abonnements kommt jede Nummer in weiteren 400 Exemplaren zur Verbreitung. SHOP 4 Die Revision und anderweite Organisation hat nunmehr statt-| farten) verkauft werden dürften. Die Zuwiderhandlung wurde mit blüten", Herzog, Marfiliusstraße 8. Gesangvereint der Buker, gefunden. Der Vorstand hat die begründete Hoffnung, daß die einer Erekutivstrafe von 100 m. bedroht. Grosser, Dirksenstr. 39. Sänger " Rojalia", Blaen, Königsbergerstr. 34. Genosse Berger flagte im Verwaltungsstreit- Verfahren und griff Männerchor Nordwest", Better, Bredowitr. 11. " Borar", Strüger, Naunynstr. 6, hort", Stralauer Allee 17. getroffenen Einrichtungen sich bewähren und der Entwicklung der Freier " Freiheit Moabit", Fischer, Partei in der Provinz Posen zum Vorteil gereichen werden. Die den Bescheid des Polizeipräsidenten so weit an, als der Verkauf von Waldstr. 8." Liebesfreundschaft", Baumschulenweg, Wenzel, Köpnider Hoffnung ist um deswillen eine begründete, weil die getroffenen Ansichtskarten untersagt wurde. Es handele sich um Preßerzeugnisse, Zandstraße." Freiheit Nord", Wils, Schulstr. 76.„ Sangeslust III", weshalb die Beschränkung unzulässig sei. Der Polizeipräsident Tempelhof, Lehmann, Berlinerstr. 70. Einigkeit II", Reinickendorf( West), Einrichtungen im einmütigen Einverständnis aller berechtigten Teil- meinte in seiner Erwiderung weisheitsvoll: Die Eintrittsgelder Bethivell, Wittestr. 22.-" Solidarität II", Botsdam, Ww. Glaser, Kaiser nehmer an den Beratungen vollzogen worden sind. würden Parteizwecken nugbar gemacht, und der Verkauf der Ansichts- Wilhelmstr. 38." Lorbeerkranz", Spät, Weinstr. 28. Rirdorfer MännerNeben dem planmäßigen Ausbau der Organisation und der Erinnerungskarten habe erfolgen sollen, um das schon in früheren chor I", Rirdorf, Klemte, Bergstr. 137( Deutsches Wirtshaus). Morgen durch dieselbe zu betreibenden unausgesetzten Agitation wurde der Jahren ausgesprochene Verbot der Erhebung von Eintrittsgeld zu um-" Freiheit III", Neu- Weißensee, Stegemann, Langhansitr. 136. rot I", Rummelsburg, Müller, Türschmidt- und Mozartstraßen- Ede. Plan festgestellt, nach dem die systematische Verbreitung der Presse gehen. Diese Förderung der Umsturzbestrebungen der Socialdemokratie Perché Sang", Gleimſtr. 63." Flöterscher Gesangverein", 3orndorfer und damit die Hebung des Abonnements derselben betrieben habe er aus ordnungspolizeilichen Gründen verhindern können. straße 9. Esmeralda", Kersten, Elbingerstr. 15.„ Typographia", werden soll. Der Bezirksausschuß entschied indessen zu Gunsten Arminhallen, Kommandantenstr. 20.-, Sangesbrüder der Glaser", Stramm, Verkauf von Ansichtskarten als auch die Erhebung von Eintrittsgeld straße 21. des Klägers Genossen Berger und führte aus, sowohl der Ritterstr. 123. Gesangverein der Porzellanarbeiter", Wollschläger, AdalbertMaientraum", Schüße, Reichenbergerstr. 96 a.„ Liedeslust II", hätten nicht verboten werden können, denn es handle fich Potsdam, Wenkel, Heinrichstr. 29.„ Erſter Mai", Jungmann, Danzigerstr. 24. dabei nicht um strafbare Handlungen. Die eventuelle Verwendung" Bruderbund", Friedrichsberg, Prizel, Kronprinzenſtr. 48/49." Sorgenfrei", des Geldes zu Parteizwecken sei demgegenüber gleichgültig. Schulz, Admiralstr. 18 c. Alpenröslein", Hilgenfeld, Bergstr. 62. Bukunft III", Nieder- Schönhausen, Settekorn, Lindenstr. 1.„ Hoffnung I", Der Polizeipräsident legte beim Ober- Verwaltungsgericht Be- Brandenburg, Bettermann, Wilhelmsdorferstraße." Süd- West", Flick, rufung ein und führte aus: Die Bestrebungen der socialdemokrati-| Simeonstr. 23." Sängerhort", Bober, Prenzlauerstr. 29. Wach schen Partei feien staatsfeindlich. Zur Durchführung dieser staats- auf II", Frz.- Buchholz, Stähne, Berlinerstr. 39. Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen feindlichen Bestrebungen brauche die Partei Geld, und ein Teil davon habe hier durch Erhebung von Eintrittsgeld und Verkauf von im Vereinskalender sind zu richten an Alfred Liebetrau, Berlin, Putbuser" Frohe den socialistischen Irrlehren entgegenwicken. Ansichtspostkarten aufgebracht werden sollen. Der Staat müsse aber straße 44, IV. Germania", Schmiedchen, Willibald- Allexisstr. 21. ,, Rote Rose", Lutatis, Reichen Stunde", Schmidt, Alexandrinenstr. 122. Im Interesse der bergerstr. 133. Du ahnit es nicht", Grün, Zorndorferstr. 47. Aufrechterhaltung der Ordnung sei daher die Erhebung von Eintritts-„ Alpenrose", Reinickendorf, Paul, Justusstr. 55." Hand in Hand", geld und der Verkauf von Ansichtspostkarten auf dem Frankfurter Wienerstr. 41.„ Apfelblüte", Kakuschke, Wiesenstr. 29a.„ Grüne Waldfest der Socialdemokraten zu verbieten gewesen, da ja Eiche II", Lange, Rirdorf, Glasowstr. 33.„ Bruderherz", Andrekke, Biesendurch den Verkauf der Karten ein Fonds für die Partei, thalerstr. 4. Freiheit I", Heckert, Reinickendorferstraße, Ede Dudenarderstraße. Graue Asche", Ambos, Posenerstr. 17. die den Staat untergraben wolle, hätte geschaffen werden sollen. Arbeiter Turnerbund. einem zuguterlegt noch beim Ober- Verwaltungsgericht 8-10 Uhr: Turn- Damen- Abteilung, Wöllsteins Lustgarten. Adlershof, Arbeiterverein„ Vorwärts", ein realeres Gebiet. Er berief sich jetzt auf die Gewerbe- Ordnung Frohsinns Heimat", Quitowstr. 131. eingegangenen Schriftsaz begab sich der Herr Polizeipräsident auf Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Vergnügungs- Verein und meinte, es hätte sich bei dem beabsichtigten Postkartenverkauf Danzigerstr. 17. darum gehandelt, einen am Sonntag unstatthaften Warenhandel zu betreiben. Der Kläger blieb dabei, daß kein gesetzlicher Grund Die Polizei das Verfahren des Polizeipräsidenten rechtfertige. dürfe die Aufbringung von Geldern nicht verhindern. Es wäre unerheblich, ob sie Parteizwecken dienen sollten oder nicht. Der erste Senat des Ober- Verivaltungsgerichts bestätigte das Urteil des Bezirksausschusses unter Verwerfung der Berufung des Polizeipräsidenten, welchem auch die Kosten auferlegt wurden. Gründe wurden nicht publiziert. Zieht man die Erfahrungen in Betracht, die in den vorauf gegangenen Jahren damit gemacht worden sind, durch ein polnisches Partei- Organ den socialdemokratischen Ideen unter der polnischen Arbeiterbevölkerung Posens Eingang zu verschaffen, so ist das mit der„ Gazeta Ludova" erzielte Resultat ein ermutigendes. Erfüllt die zur Hebung des Abonnentenstandes vorbereitete planmäßige Agitation die gehegten Erwartungen, dann besteht die Absicht, die„ Gazeta Ludova" in veränderter Form wöchentlich zweimal erscheinen zu lassen und der Sonntagsausgabe eine Unterhaltungsbeilage beizugeben. Der bekundete feste Wille aller bei den Verhandlungen Beteiligten, die getroffenen Vereinbarungen mit Energie durchzuführen, ist Bürgschaft dafür, daß eine gedeihliche Entwickelung des Parteilebens in der Stadt und Provinz Posen zu erwarten ist. Partei- Organisation. Die Parteigenossen in Beelitz find im Begriff, einen Wahlverein zu gründen und sie werden sich daher nun auch an der Landtagswahl beteiligen können, was bisher infolge des mangelnden Zusammenhalts zweifelhaft war. n Aus der Frauenbewegung. Die socialdemokratische Partei in Genf hat im Hinblick auf die bevorstehenden Neuwahlen der 7 Regierungsräte beschlossen, mit den bürgerlichen Parteien nur noch solche Vereinbarungen zu treffen, Die Zulassung der Frauen zur Advokatur hat der Große Rat welche die Verwirklichung bestimmter Programmpunkte zum Ziele des Kantons Genf einstimmig beschlossen. Für die völlige Freigabe haben und als solche wurden nun aufgestellt: 1. Altersversicherung, der Advokatur stimmten nur die Socialdemokraten. 2. Mobiliar- und Gebäudeversicherung, 3. Gemeindeproporz, 4. ErTeichterung der Formalitäten zum Aufenthalt und Nieder- Das tirchliche Stimmrecht der Frauen soll in der reformierten Tajfung( es Handelt sich Int Abschaffung der Tare), Landeskirche des Kantons Waadt eingeführt werden. Von 139 Kirchen5. Reorganisation des Ausweisungs- Verfahrens im Sinne gemeinden haben sich 74 für, 65 gegen dasselbe ausgesprochen; die eines größeren Schutzes der Betroffenen. Ob eine Kirchenſynode erklärte sich dafür mit 39 gegen 15 Stimmen. Die der bürgerlichen Parteien sich verpflichtet, dieses Programm in den Frauen selbst verlangten für sich das Stimmrecht in einer mit 3853 nächsten drei Jahren mit durchführen zu helfen, ist eine andre Frage. weiblichen Unterschriften bedeckten Petition. Interessanterweise erDas socialdemokratische Mitglied der Regierung, Thiebaud, das vor klärte sich die Synode mit 25 gegen 10 Stimmen auch für das Jahresfrist wegen seiner schlechten Haltung im Generalstreit sehr Stimmrecht der Ausländer. Bei alledem handelt es sich aber erst start angefochten war, wird neuerdings wieder als Kandidat auf- um einen Gefeßentwurf, der noch den Kantonsrat und wahrscheinlich gestellt werden. auch die Volksabstimmung zu passieren hat. Im Großen Rat( Landtag) des Kantons Genf hat Genosse Ulmo die Regierung über ihre empörenden Verhaftungen und Ausweisungen von italienischen Maurern während des verflossenen Maurerstreits interpelliert. Die Interpellation ist noch nicht beantwortet. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Förderung des Umsturzes der kapitalistischen Welt durch AnsichtsPostkarten- Verkauf auf einem Arbeiterfest. Sigung haben Freitag: Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be: nukung für jedermann, Alexandrinenstr. 26. Gartenhaus. Geöffnet weritäglich von 5%, bis 10 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen von 9 bis 1 und 3 bis 6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 430 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung. Theaterverein" Goethe II", Musikverein„ Norden", Mothes, Hussitenstr. 40. „ Elodea", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde. Jeden Freitag nach dem 1. und 15. des Monats im Restaurant Karl Fischer, Waldstr. 8. Statklub Treff", Glauc, Krausenstr. 18. Tambourverein Wanderlust", Zitherverein Myrthe", Schmidt, Swinemünder Hoth, Mainzerstr. 21. straße 65. Musik- Dilettantenverein„ Berlin- Moabit", Bremerstr. 73/74. Arbeiter- Ruderverein Freiheit", Felsenterrasse, Engel- Ufer 1. Theaterverein" Liebesglück", Michalzky, Möglinerstr. 1. Edelweiß", Schönhauser Allee 4. Privat Zither- Klub Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an F. Menschel, Neu- Weißensee, Langhansstr. 113, II. Abends 7, Uhr:" Neptun", Boltsbadeanstalt, Turmstraße 85a.„ Gut Naß", Voltsbadeanstalt, Oderbergerstraße. Schwimm flub„ Vorwärts", Volksbadcanstalt, Schillingsbrücke." Hellas", Volls badeanstalt, Schillingsbrücke.-" Freiheit", Volksbadeanstalt, Bärwaldstraße. " 1 Verein socialdemokr. Gastwirte. Vorsitzender: Ewald, Schönlein. ſtraße 6. Sigungen jeden Freitag nach dem 15. des Monats. Arbeiter: Radfahrerbund" Solidarität". Gau 9( Prov. Branden burg.) Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, find zu richten an den Gau- Vorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Fahr wohl II", jeden Freitag nach dem 1. u. 15. Blig", Streliẞerstr. 10. Brunnenstr. 188. Arbeiter- Radfahrer- Berein Charlottenburg", jeden ,, Concordia", jeden Freitag Freitag nach dem 1. und 15. Bismardstr. 23. nach dem 1. und 15., Lichterfelde, Chausseestr. 104. Arbeiter- RadfahrerVerein", jeden Freitag vor dem 1. und 15., Steglit, Schildhornstr. 98. " Frisch auf", Kottbus, Dresdenerstr. 19. " Gloria", Schwedterstr. 226 b. Arbeiter- Radfahrverein", Teltow, Frisch auf", Rathenow, Turnplak 2. Beling, Seehof. Tanzlehrerverein Solidarität", gegr. 1892, tagt jeden FreitagLese- und Diskutier- Klub Johann Jacoby", Bugge, Kastanien. Allee 96. Jeden Freitag nach dem 1. und 15. jeden Monats, abends 812 Uhr. abens 9 lhr in Geverfjaſtshause, Engel- Uſer 15. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg). Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den 17. Oftober, abends 8 Uhr, bei Gust. Tempel, Borhagen, Ede der Bahnhofstraße: Mitgliederversammlung. Berliner Tanzlehrer Verein F. V. Sizung Freitag. Uebungsstunden von 9-11 Uhr abends im Englischen Hause, Neue Roßstraße 3. Tanzlehrer als Gäste willkommen. Arbeiter- Samariterkolonne. Der erste populäre Sonntags- Vortrag sindet am Sonntag, den 18. d. M., abends 52 Uhr, im Vereinslokal, Dresdenerstr. 45, statt. Es spricht Herr Dr. Röder über:" Die Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit". Außerdem machen wir auf unsre beiden Sturje, welche socben begannen, aufmerksam, neue Teilnehmer können doch dazu beitreten. Auskunft erteilt der Vorsitzende E. Stein, Charlottenburg, Staiser Friedrichstr. 40. Alles Weitere fiehe Sonntags- Inserat. Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Erster Borfigender: Julius Meyer, Urbanstr. 131 IV.- Erster Kassierer: Seifrit, Fidicinstraße 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten Diese neueste aller Polizei- Entdeckungen hatte der Polizei- an Gustav Schönthal, Annenstr. 10. Uebungsstunde abends 9-11 Uhr. präsident von Frankfurt a. M. gemacht und polizeitechnisch zu ver-„ Kaiserscher Männerchor", Wernau, Schwedterstr. 23/24.„ Nord", Altiverten gesucht. Nur versucht! Denn es mißlang ihm kläglich. mann, Invalidenstr. 146." Buchbinder Männerchor", Fürstenhof, Söpnicker Breußens Verwaltungsgerichte ließen ihn im Stich. Es war zur straße 137/38. Vereinte Sangesbrüder Moabits", Bjarr, Butligstr. 10. „ Gemütlichkeit", Stube, Alte schönen Maienzeit, da wollte die Frankfurter Arbeiterschaft ein großes Maiglöddhen I", Sachse, Lindowerstr. 26. Waldfest feiern, eine Vorfeier des Völkerfrühlings begehen. Sonntag, verein", Brandenburg a.., Mengert, Bergstr. 6. Jakobstr. 38. Rheingold", Feuersenger, Höchstestr. 4. Männer- Gesang- Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Sängerfreis", Weißensee, Deutschlands, Bezirk Berlin Südwesten. Freitagabend 9 Uhr: der 4. Mai war dazu ausersehen. Der Genosse Maler Berger erhielt Wassermann, Stönig- Chauffee 55.-" Eintracht II", Eberswalde, Restaurant„ Zur Sigung im Belle- Alliance- Kajino, Belle- Alliancestr. 87. Gäste willkommen. auf sein Genehmigungsgesuch vom Polizeipräsidenten den Bescheid, Mühle". Neue Zeit", Schmik, Brunnenstr. 150. Freie Sänger Bezirk Norden. Im Lokale von Paul Pfeffer, Rosenthalerstr. 57: die Erlaubnis werde unter der Bedingung erteilt, daß weder ein Weißensee", Weißensee, Bum Brälaten, Lehderstraße 122. Karthaus- Sizung. Vortrag des Kollegen S. Hoppe über: Gloffen zum Standes. Eintrittsgeld erhoben, noch Ansichtskarten( sogenannte Erinnerungs- Summerscher Männerchor", Schulz, Blumenstraße 38." Sanges- bewußtsein der Handlungsgehilfen." Es wird um zahlreichen Besuch ersucht. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 16. Oktober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Viel Lärm um nichts. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Kater Lampe. Leffing. Der Sturmgeselle Sokrates. Westen. Die Fledermaus. Neues. Salome. Vorher: Der Kammersänger. Residenz. Sphing. Das beste Mittel. Central. Der Bettelstudent. Thalia. Der Hochtourist. Palast. Maria Stuart. Anfang 8 Uhr: 3 Schiller O.( Wallner Theater.) San Marcos Tochter. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Stüßen der Gesellschaft. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Berlin bei Nacht. Carl Weik. Amor in Wichs. Trianon. Biscotte. Deutsch: Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. täten. Speciali Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Paffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Casino. Tollé Kadetten. Specialitäten. 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Gewerkschaftsbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. Mr.-40 frankfurt. 1894. Budgetbewilligungsfrage in den Landtagen; Agrarfrage; Trusts, Ringe und Kartelle. Mr.-, 25 Breslau. 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. Mt. 30, geb. Mr.-, 50 Gotha. 1896. Frauen- Agitation; Litteratur- Debatte. Mr.-, 30 Hamburg. 1897. Preußische Landtagswahlen; Militarismus. Brosch. Mr.-, 35, geb. Mr.-, 60 Stuttgart. 1898. Stoalitionsrecht; Bergarbeiterschuk; PreuBische Landtagswahlen; Zoll- und Handelspolitik. Brosch. Wf. 35, geb. Mr.-, 60 Bernstein- Debatte; Zuchthausvorlage; Militärfrage. Brosch. Mt.-, 50, geb. Mt.-, 75 Weltpolitik; Verkehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. Dannover. 1899. 1900. Mainz. Lübeck. München. Brosch. Mt.-, 50, geb. M.-, 75 1901. Bolltarif und Handelsverträge; Wohnungsfrage; Hamburger Accordmaurer; BernsteinDebatte. Brosch. M.-, 60, geb. Mr.-, 90 1902. Bevorstehende Reichstagswahl; Arbeiterversicherung; Kommunalpolitik; Debatte über Neue Zeit": Brosch. Mt.-, 60, geb. Mr.-, 90 Protokolle der Socialdemokrat. Wahlverein für Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Maurer August Grüneberg nach langen schweren Leiden am Dienstag früh an der ProletarierKrankheit verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 15/18 Der Vorstand. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 13. Dttober verstorbenen Notenstechers Paul Paris findet statt am Freitag, den 16. DItober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des GethsemaneKirchhofes in Nieder- Schönhausen. 2476b Das Komitee. Textilarbeiter- Verband Filiale II ( Posamentiere). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Max König verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 197/8 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 8. Oktober verstarb nach langen, schweren Leiden unser im borigen Jahre verunglückter lieber Sohn und Bruder Alex Böhm Schleiferlehrling im Krankenhause am Urban. Die Beerdigung findet Sonnabend, 17. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Kranken- Unterstützungs- und BeInternationalen Arbeiter- Kongresse. gräbnisverein der Bau- u. gewerbParis. Zürich. London. Paris. 1889. Mit einem Vorwort von W. Liebknecht. Berichte der Delegierten der einzelnen Länder; Abschaffung der stehenden Heere; Maifeier. Mr.-, 25 1893. Stellung der Partei im Kriegsfalle; Agrarfrage; Generalstreit. .-, 50 1896. Politische Aktion; wirtschaftliche Aktion; Erziehung und körperliche Entwicklung. M., 20 1900. Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht; die Eroberung der politischen Macht; Solonialpolitik; der Socialismus in den Gemeinden. Mt.-, 20 Zur Beachtung! Mein seit 16 Jahren in Steglitz bestehendes Uhrengeschäft habe nach Kielerstr. 7 verlegt und bitte das mir bisher geschenkte Vertrauen mir auch fernerhin entgegenbringen zu wollen. lichen Hilfsarbeiter Berlins u. Umg. Sonntag, den 18. Oftober 1903, bor mittags 10 Uhr, Langestr. 65: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1903. 2. Wahl eines zweiten Schrift führers. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Sonnabend, den 17. Oktober, fällt der Zahlabend bei Blume aus. Um zahlreiches Erscheinen der Mit glieder ersucht 37/6 Der Vorstand. Centralverband der Dachdecker. ( Filiale Berlin.) Sonntag, 18. Oktober, vormittags A. 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Stellungnahme zum Verbandstag und Aufstellung von Delegierten. 54/16 Die Ortsverwaltung. J. A.: H. Höppner. Arbeiter- Radfahrerverein ,, Berlin". Sonntag früh 7½ Uhr Start Prenzlauer Thor nach Zehdenick ( 60 Stilometer). Mittags 1/2 Uhr Brandenburger Thor: Streifzüge durch den Grunewald. Abends: Zusammens fein bei Obst, Schöneberg, Meiningerstrasse 8. Dienstag, 20. Oktober: Bersammlung im Böhmischen Brau haus, Landsberger Allee 11-13. Hirschfleisch fb. 25,30,40 Blatt 50. Rehkeulen und Blätter. Geip. Hasen, gr. Kaninchen Topf. Oderbr. Gänse 55 t. 60. 9 ort. Nur mündlich Einzelverkauf zu Fabrikpreisen Hühner, Enten, Tanben. im Comptoir Neue Königstr. 48, 1 Treppe, A. Ritschl, Dresdener. SOFFO drittes Haus vom Alexander Platz. Größte Auswahl, außergewöhnlich billige Preise. neueste form, Gutter M. 1,50, Charlottenburg, Rosinenstr. 3, Filzhüte für Herren, tier- Bedicine jeden Montagabend 8%, Uhr: Turnabend der freien Turnerschaft. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 21916* u. 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Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. 199/12 Achtung! Gefchirr- Branche. Achtung! Arbeiter- Bau- Genossenschaft„ Paradies“ zu Berlin. Montag, den 19. Oktober cr., abends 8, Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstraße 3. Tagesordnung: Unfre Lohnbewegung." Referent: Kollege Fritz Müntner. Es ist einfach Ehrenpflicht eines jeden Geschirr Sattlers, in dieser Versammlung anwesend zu sein. Engl. Garten, Alexanderstr. 27 c. Treibriemen- Branche: Dienstag, den 20. Okt., abends 8, Uhr, Taschen- u. Kofferbranche: Mittwoch, 20. Okt., abends 8%, Uhr, Militär- Branche: onnabend, den 17. Okt., abends 8%, Uhr, Linoleumleger u. Teppichnäher: Montag, 19. Okt., abends 8%, Uhr, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. bei Ladewig, Kommandantenstr. 65. Wagen- Branche: tum, bet, Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8% Uhr, bei Augustin, Lindenstr. 69. Mittwoch, den 28. Oft., abends 82 Uhr, Eisenmöbel- Branche: bei Ladewig, Kommandantenstr. 65. Sektion Charlottenburg: Bei E. Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Dienstag, 20. Wir richten an die Kollegen und Kolleginnen das dringende Ersuchen, diese Branchen- Versammlungen zu besuchen. 158/4 Die Ortsverwaltung. ( Eingetragene Genossenschaft m. b. Haftpflicht.) Sonntag, den 25. Oktober 1903, vormittags 9% Uhr, bei Buggenhagen am Moritzplatz: Centralverband der Glaser und verwandter Berufsgenossen Deutschlands ( Zahlstelle Berlin). Sonnabend, den 17. Oktober 1903, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal I): Gr. Herbstvergnügen bestehend in grossem Ball, Gesangsaufführungen des Gesangvereins der Glaser, Verlosung von Kunstgegenständen, Festrede des Genoffen Hoffmann. Um 12 Uhr Kaffeepause. Anfang 82 Uhr abends. Ende, wenn alles zu Hause ist. Herren- Billets 50 Pfennig. Damen- Billets 30 Pfennig. 73/19 Außerordentliche General- Versammlung. Verband des technischen Bühnenpersonals. Tages- Ordnung: 1. Anträge des Vorstandes betreffend: hause, Engel- Ufer Nr. 15: a) Ankauf des Grundstücks bei Bohnsdorf, b) Häuserbau, c) Woh- Sonnabend, den 17. Oktober, abends 11 Uhr, im Gewerkschafts: mungen, d) Darlehensaufnahme. 2. Verwaltungs- Angelegenheiten. Etwaige Anträge von Mitgliedern, welche zur Beschlußfassung gelangen Borsitzenden, Genossen G. Stoßka, Wienerftr. 29 part., fein. sollen, müssen spätestens bis Dienstag, den 20. d. M., in den Händen des Die Mitglieder werden ersucht, die gezeichneten Beiträge spätestens bis zum 31. Oftober entweder beim Vorsitzenden oder dem Kassierer P. Stempel, Manteuffelstr. 109, Quergeb. III, resp. in den Zahlstellen einzuzahlen. b jenigen Witglieder, welche fich mit ihren zahlungen in Rüditande befindet, ihren Verpflichtungen baldmöglichst nachzukommen. Diejenigen Mitglieder, welche willens und in der Lage sind, die der Denkschrift beigelegten Bettel auszufüllen, werden ersucht, dieselben nunmehr umgehend einzusenden. Genossen! Die Wichtigkeit der Anträge des Vorstandes, über welche die General- Versammlung beschließen soll, gebietet jedem von uns, pünktlich 132/13 Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt! Sonnabend, den 24. Oktober, im Gewerkschaftshaufe, Engel- Ufer 15: zu erscheinen. Feier des 15. Stiftungs- Festes. Konzert: Berliner Tonkünstler- Orchester. Recitation: Anna Hedeler. Feftrede des Reichstags: Abgeordneten Ignaz Auer. Reigen Fahren: Radfahrer- Verein ,, Berlin". Canz. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 8 Uhr. Anfang 82 Uhr. Entree 30 Pf. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Vergnügungs- Komitee. J. A.: W. Tuschke, Michaelfirchstraße 28. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitagabend 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr: Der Vorstand. J. A.: G. Kosska, 1. Borsigender, Wienerstr. 29. Achtung! findet noch eine Besichtigung des Grundſtüdes bei BohnsAuf Wunsch aller Teilnehmer der Bezirks- Versammlungen dorf am Sonntag, den 18. d. M., statt. Sammelpunkt am Bahnhof in Grünau, nachmittags 22-3 Uhr. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C., Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III, Nr. 5028. Sonntag, 18. Oktober, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend in den Industrie- Festsälen( früher Cohn), Benthstr. 19/20. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal. 2. Vortrag des Genossen Dr. Wollheim:" Die Arbeiter und die Landtagswahlen". 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 257/18 Der Vorstand. Zwei Mitglieder-Verfammlungen. Fachverein d. Bretterträger sowie Brettschneider Berlins 1. Jm Märkischen Hof, Admiralstraße 18c für die Mitglieder, die im Bezirk des Kassierers Post beschäftigt sind. 2. Bei Brochnow, Weberstraße 17 für die Mitglieder, die im Bezirk des Kassierers Schulz beschäftigt find. 88/14 Tages- Ordnung: Aufstellung von Delegierten zur Generalversammlung der Orts: Krankenkasse der Tischler und Pianoforte- Arbeiter. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. * und Umgegend. Sonntag, den 18. Oftober 1903, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72( vormittags 10%, Uhr): Mitglieder- Versammlung General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Stassenbericht. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Regen Besuch erwartet 190/9 Der Vorstand. NB. Das vierte Stiftungsfest findet am 17. November in den Räumen sammlung zu haben. der „ Alhambra“, Ballnertheaterstr. 15, statt. Billets hierzu find in der BerAntialkohol Unsre alkoholfreien Fabrikate: 1. Hopfen- Malz- Getränk, Ersatz für Bler, 2. 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Zur Begründung wurde ausgeführt, daß die Amtsgerichte mit Arbeiten überlastet sind und bei den Gewerbegerichten die Klagesachen schneller erledigt würden. Errichtung von Arbeitsnachweis Bureaus beztvedt ein Gesetz= entwurf, der auf der Tagesordnung des galizischen Parteitags steht. Berliner Partei- Angelegenheiten. wird erwartet. Freitag, 16. Oktober 1903. stimmte Regel bestanden hat, daß die Magistratsverfügung, die diese war und beantragte, ihm zu seinem ihm widerrechtlich vorenthaltenen Frage allgemein regelt, erst vom 17. September 1902 datiert, daß Wahlrecht zu verhelfen. Man sandte den Beschwerdeführer von man also nach den Zahlen von 1902 noch gar nicht urteilen kann. einem Amtszimmer ins andre; überall erhielt er aber den Bescheid, Na also!" bemerkte hierzu respektvoll- leise ein Delegierter. daß ein Frrtum vorliegen müsse, in der Sache selbst aber nichts zu machen sei. Ein nettes Beispiel vom Wirken der liberalen Berliner Gemeindeverwaltung! Den Schluß machte der Beisiger Schabel, der den Standpunkt der Arbeitnehmer- Vertreter darlegte. Herr Schabel empfahl, die Ursachen der ungünstigen Lage der Kasse doch einmal in einer andern Richtung zu suchen. Er wies darauf hin, daß die Kasse alte, kranke, völlig arbeitsunfähige Personen erst noch 39 Wochen unterstützen muß, ehe sie in den verdienten Ruhestand versetzt werden. Ja, der Magistrat versteht sich aufs Sparen! Was wird nun mit dem auf so sonderbare Art zu stande getommenen, falschen Berichte geschehen? Wird er für ungültig erklärt und durch einen andern ersetzt werden? dem " " den Jahren 1845-46 erbaut und am 1. Januar 1847 in Betrieb Bon den ältesten Gasanstalten der Stadtgemeinde Berlin, die in gesetzt wurden, war diejenige am Koppenplatz im Jahre 1899 ge schlossen worden. Sie ŵvar feine Gaserzeugungs-, sondern nur eine Gasbehälter- Anstalt gewesen. Die Gasbehälter usw. wurden dann abgebrochen und nur das aus späterer Zeit stammende Verwaltungsgebäude blieb noch erhalten. Nachher wurden Räume des Vers waltungsgebäudes noch von der 4. Revier Inspektion benutzt, während der freigewordene Teil der Grundstücke vorläufig als LagerDie Angelegenheit Koch- Dippold bildet noch immer das Tages- play und im Winter auch als Eisbahn vermietet wurde. Nunmehr gespräch und täglich gehen uns aus dem Publikum darüber zu wird auch der letzte Rest der ehemaligen Gasanstalt verschwinden. Friedrichshagen. Sonnabendabend 8 Uhr findet im Vereins- schriften zu. Unter diesen Umständen ist es wohl angebracht, die Die Revier Inspektion ist verlegt worden und das VerwaltungsTotal von Kasulte, Friedrichstr. 61, die Versammlung des Deffentlichkeit reden zu lassen, und wir glauben, daß die Stimmung gebäude soll noch im Herbst beseitigt werden. Die Anstalt am Arbeiter- Bildungsvereins mit wichtiger Tagesordnung statt. in Frauenfreisen wohl am deutlichsten in folgendem„ offenen Brief" Koppenplatz hatte in früheren Jahren insofern eine Sonderstellung Zehlendorf. Am Sonntagnachmittag 31 Uhr findet bei Bellrich, an die Frau Bankdirektor zum Ausdruck kommt. Unfre Leserin eingenommen, als sie einen ihrer beiden Gasbehälter ausschließlich Alsenstr. 86, eine öffentliche Volksversammlung statt. schreibt: Tagesfür die königlichen Theater bereitzuhalten hatte, denen das Gas mit ordnung: Die bevorstehende Landtagswahl. Zahlreiches Erscheinen erhielt feinen Lohn. Aber die Gemüter der ganzen, mehr oder Theater die elektrische Beleuchtung eingeführt hatten, wurde 1890 Das Urteil im„ Prozeß Dippold" ist gesprochen. Der Schuldige höherem Druck geliefert werden mußte. Erst nachdem die königlichen minder civilisierten Menschheit haben sich noch nicht beruhigt. Eine der vorbehaltene Gasbehälter samt dem bisher nur für diese Theater Wilmersdorf. Die Abteilungslisten für die Urwahlen zum Land- moralisch Mitschuldige ging ungestraft aus dem standalösen Prozeß benutzten Hauptrohr an das allgemeine Rohrnez angeschlossen. Das tage liegen heute und morgen vormittags von 9-1 Uhr und nach- hervor: die Mutter. Die Mutter, verehrte Frau Koch, die Grundstück am Koppenplatz war ein Teil des ehemaligen Koppeschen mittags von 4-7 Uhr im Rathause, Zimmer 25, zur Einsichtnahme fromme Worte stammelnd im Trauerkleid auf der Beugenbank er- Armenfriedhofs, der im Jahre 1705 eröffnet und 1840 geschlossen aus. Die Parteigenossen thun gut, auch diese Listen nachzusehen. schien und sich mit einem armseligen Gott hat's gewollt!" zu trösten worden war. Es wird jetzt verwendet zur Errichtung eines neuen Grunewald. Sämtliche in der Kolonie Grunewald wohnenden bermochte. Die Mutter, der es genügte, bezahlte Hände für Gemeindeschulhauses, das als Ersatz für das im Jahre 1833 gebaute, politisch organisierten Parteigenossen werden ersucht, ihre Adressen ihre Kinder forgen zu lassen! Die Mutter, die ungerührt unzulänglich gewordene Schulhaus der benachbarten Linienstraße an das Mitglied des Landtags- Wahlkomitees für Schmargendorf und Kinder" gegenüber keine andre Herzensregung empfand, als: einfach verzweifelten Hilferufe ihrer ,, über alles geliebten dienen soll. Grunewald Genossen A. Pudlitz, Schmargendorf, Breitestr. 21, um- ins Bortemonnaie zu greifen und gehend einzusenden. dem Peiniger umgehend 500 M. zu schicken! Damit war die Sache erledigt. Ich möchte Ihnen, werte Frau Koch, gern ein kleines Beispiel geben, was" Mutterliebe" betrifft: Ein armes Weib, das für seine Kinder arbeitete und darbte, sagte:„ Lieber sterben, als eins der Kinder verlieren. Die Aermiste weinte sich fast die Augen blind, als Bu dem neuesten, das Jahr 1902 behandelnden Geschäfts- ihre sämtlichen Kinder im Sommer zur Erholung mit in die Ferienbericht der städtischen Betriebs- Krankenkasse folonie gingen. Eine trostlose Ewigkeit dünkten dem armen Weibe hat jetzt der Kaffenvorstand eine offizielle Erklärung abgegeben, wie die wenigen Wochen, die es von den Kindern getrennt zubringen wir sie in unsrer Besprechung dieses sonderbaren Berichtes( vergl. mußte. Nr. 233 vom 6. Oktober und Nr. 239 vom 13. Oktober) als erforder= Ja, freilich! Was versteht so ein ungebildetes Weib von nasiums realisiert werden, man lich bezeichnet hatten. Am Mittwoch hat in der General Ber- Mutterpflicht? In seiner armseligen Sentimentalität geht es gern Erlös in der Provinz einen großen und gefunden Stiftungsbau sammlung der Krankenkasse der Vorsitzende, Gewerberichter über diese Pflicht hinaus. Schließlich hat so ein darbendes Weib herstellen könnte. Zunächst hat die Stadt Joachimsthal sich bemüht, v. Schulz, vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort genommen, ja auch weiter nichts als seine ungezogenen, schmutzigen Jöhren. Das früher zu ihr gehörige Gymnasium wieder zu erhalten. Die um auf unsre Angriffe" zu ertvidern. Was für eine unbedeutende Meinung hat es von den herrlichen Italien- unternommenen Schritte scheinen jedoch zu einem Erfolge bis jetzt Bur Information der Delegierten trug Herr v. Schulz einen Reisen, Gesellschaften und andern Vergnüglichkeiten, bei welchen einem nicht geführt zu haben, denn es ist inzwischen ein vollständig neues Teil derjenigen Ausführungen des Berichtes vor, die wir gerügt Kinder bekanntlich ja mur im Wege sind! Verlegungsprojekt aufgetaucht, das Kloster Chorin als diejenige Stätte haben. Er verlas die Einleitung, die es als Ansicht des Vorstandes" Mutterpflicht?! Die Pflicht einer Mutter ist zum größten ins Auge gefaßt hat, wohin die Verlegung geschehen soll. Im höheren Hinstellt, daß die seit einiger Zeit eingeführte Erstattung der Teil damit erledigt, dem Kinde das Leben gegeben zu haben. Für Auftrage weilten vor etwa 14 Tagen einige Regierungsbeamte an Differenz zwischen Strankengeld und Lohn die wirtschaftliche Lage Pflege und weiteres Fortkommen zahlt man eben standesgemäß. Ort und Stelle, um Terrainstudien zu machen. der Kasse ungünstig beeinflusse, weil sie die Kassenmitglieder Gottlob, man kann sich's ja leisten! Seine unbegrenzte Das Joachimsthalsche Gymnasium an der Kaiser- Allee zu veranlasse, leichter sich frank und arbeitsunfähig zu melden. Der Mutterliebe offenbart man, indem man von Zeit zu Zeit von Wilmersdorf ist bekanntlich mit einem Alumnat verbunden, und um Vorwärts" habe bemängelt, daß das als Ansicht des Kassen- irgend einem schönen Punkte der Welt aus 1000 Grüße und Küsse" die Verlegung beider Institute handelt es sich. Außerdem wird die borstandes gelten solle, und habe im Anschluß daran behauptet, mit dem obligaten Deine Dich innigftliebende Mutter" 2c. fendet; Regierung wahrscheinlich in der Nähe des jezigen Gymnasiums ein in den Ausführungen des Geschäftsberichtes liege die Behauptung", sich auch in dringendem Falle eine Depesche spendiert! So genügt neues errichten, so daß eine Lücke auch hier nicht entstehen wird. daß alle diese leichter sich krant meldenden Mitglieder Simulanten man seiner Pflicht vollkommen und hat weiter keine Unbequemseien. Später sei dann im Vorwärts" die Zuschrift eines zum Vorstand gehörenden Arbeitnehmer- Vertreters veröffentlicht worden, der dagegen Einspruch erhebe, daß der Geschäftsbericht, dessen Fassung den einzelnen Vorstandsmitgliedern nicht einmal vorher mitgeteilt worden sei, eine von einem einzigen Arbeitgeber- Bertreter vorgetragene Meinungsäußerung als Ansicht des Vorstandes wieder gegeben habe. Lokales. Es war nicht so gemeint." " Hierzu bemerkte Herr v. Schulz, der Bericht sei diesmal that fächlich, wie angegeben, den einzelnen Vorstandsmitgliedern gar nicht vorgelegt worden. Es handle sich dabei um ein Versehen, das nicht wieder vorkommen werde. Die Beschuldigung des Vorwärts", der Borstand wolle die Kassenmitglieder der Simulation verdächtigen, fei zurückzuweisen; er selber, der Vorsitzende, hätte einen solchen Bericht nie unterschrieben, wenn er gefunden hätte, daß diese Verdächtigung herausgelesen werden könne. " " lichkeiten. Was die Leute reden: Die Pflicht einer Mutter sei es vor allen Dingen, den Werdegang, die Entwicklung ihrer Kinder zu beobachten, gute Einflüsse geltend zu machen und soweit dies der Mutterliebe möglich ist das Kind vor allem Bösen zu bewahren, Leib und Seele zu hüten vor jeglicher Gefahr! Lächerlich! Dazu hat manja seine Leute!! Weiter sagt man: Die Pflicht einer Mutter sei es, nicht. um Vergnügungssucht und Reiselust dem späteren Menschen das beste nicht zu rauben, was ihm selbst die schönsten Stunden des Lebens nachher zu ersetzen vermögen: Die Erinnerung an eine glückliche, ungetrübte Kindheit, durch die, gleich einem guten Engel, verklärt, die Gestalt der Mutter schwebt! Lächerlich! Bankdirektors- Söhne haben später etwas andres zu thun, als in Sentimentalität zu schwelgen! Verlegung des Joachimsthalschen Gymnasiums? Der Eberswalder Zeitung" wird geschrieben, daß bei Gelegenheit des Aufenthaltes des Kaisers in Hubertusstock die seit längerer Zeit in der Schwebe befindliche Frage der Verlegung des Joachimsthalschen Gymnasiums zur Sprache kommen sollte. Bereits im Jahre 1855 war man nahe daran, das Gymnasium bezw. die Alumnatstiftung wieder nach ihrem Ausgangsort zurück zu verlegen, man tam aber wieder von dem Plane ab. Der Grund und Boden in der Reichshauptstadt ist inzwischen noch mehr im Preise gestiegen, so daß, wenn die Berliner Liegenschaften des Joachimsthalschen Gymmit dem dafür erhaltenen Geschäfte mit Efeln. Die Civilkammer des Landgerichts II hatte sich gestern mit der Esel- Ausstellung zu beschäftigen, welche der Deutsche Tierschutz- Verein im vergangenen Jahre im Luisenhof veranstaltet hatte. Der Maler Hofmann aus Breslau, der das Monopol erworben hatte, allein im Ausstellungsraum Schilder malen zu dürfen, behauptet, daß die Vertrags- Bestimmung nicht innegehalten worden sei und flagte auf entgangenen Gewinn. Der Vorstand des Deutschen Tierschutz- Vereins lehnte die Verantwortung ab und stellte die Bes hauptung auf, daß der damalige Vorsteher des Tier- Depots, Oberlehrer Neunzig, die Ausstellung veranstaltet hätte. Der Verklagte, vertreten durch das Vorstandsmitglied, Rechtsanwalt Dr. Jacobson, beantragte, im Falle einer Verurteilung den Oberlehrer N. als alleinigen und privaten Veranstalter der Ausstellung haftbar zu machen. In der gestrigen Verhandlung wies Herr N. nach, daß eine im Namen des Vorstandes erlassene Bekanntmachung über die Esel Ausstellung ein Vierteljahr lang in der Vereins- Zeitschrift veröffentlicht worden, Herrn v. Schulz ist bei seiner Antwort auf unsre Angriffe" und daß ferner in dem Katalog der Verein als Veranstalter bezeichnet Beschuldigungen" ein Jrrtum passiert, den wir ihm berichtigen wollen. und daß die von dem Verein ausgestellten Ehrendiplome von dem Wir haben nicht behauptet", in den Ausführungen des Geschäfts- verbleibe Vereinsvorsitzenden, Generalmajor z. D. Köring, eigenhändig berichtes liege die Behauptung", daß usw. Wir haben unterschrieben Ferner war auch im Protokoll der Lediglich den Eindruck, den wir beim Lesen des Berichtes empfangen Vorstandssigung, Neunzig als bevollmächtigter Ausstellungshaben, wiedergegeben den Eindruck, daß der Kassenvorstand, Es sind gewiß harte Worte, die hier der Mutter des zu Tode leiter benannt. Herr Generalmajor z. D. Köring erklärte als Zeuge, dessen Unterschrift der Bericht trug, sich in allerlei auf den Verdacht gemarterten Kindes gesagt werden, und man mag der Strafpredigt er entfinne sich nicht mehr, daß die Bekanntmachung im„ Jbis" ge der Simulation hindeutenden Anspielungen ergeht". Nicht den " Vorwärts" sollte Herr v. Schulz anklagen, sondern den Beamten, gegenüber gelten lassen, daß der durch diesen Tod gewiß schwer ge- standen, er vermag sich auch nicht mehr zu erinnern, daß er die prüften Dame am Ende Entschuldigungsgründe zur Seite stehen, Ehrendiplome unterzeichnet habe. Die Frage des Richters, ob der der den Bericht verfaßt hat, und sich selber, der ihn unterschrieben bie der Deffentlichkeit unbekannt sind. Aber wir fassen diese, vor Beuge noch wisse, daß die Ausstellung stattgefunden und ob er fie und zur Veröffentlichung zugelassen hat. Ob man den obigen Ein- allem der Frauenwelt von Herzen kommenden Worte so auf, daß sie besucht habe, bejahte dieser Herr. Rechtsanwalt Dr. Jacobson nahm druck empfangen konnte, bas mögen unsre Leser nach den wört sich nicht allein an die Frau des Bankdirektors, sondern allgemein auf Grund des Ergebnisses der Vernehmungen den Antrag auf lichen Citaten beurteilen, die wir in Nr. 233 und 239 aus dem Bericht mitgeteilt haben. Herr v. Schulz hat den Delegierten, die ebenso wie an jene Mütter richten, die in grenzenloser Oberflächlichkeit ihre vor- Streitverkündung unter persönlicher Uebernahme der Kosten zurüd. nehmste Pflicht außer acht lassen. Bezüglich der Hauptflage wurde ein neuer Termin angesetzt. die im Vorstand sizenden Arbeitnehmer- Vertreter von den Ausführungen " " " " " Herr v. Sch. hat in dem Eifer seines Entlastungsversuches noch eine andre Kleinigkeit vergessen. Er hat unterlassen, den mert würdigen Umstand zu erwähnen, daß der gedruckte Bericht nur die Unterschrift„ Der Vorstand" trägt, ohne den Namen„ b. Schulz", der sich in den Berichten der Vorjahre findet. Wir argwöhnten, daß am Ende auch Herr v. Sch. den Bericht gar nicht gesehen habe, aber nach der jetzt von ihm abgegebenen Erklärung, daß er einen solchen Bericht nie unterschrieben hätte, wenn er usw.", müssen wir diesen, übrigens unausgesprochenen Verdacht fallen lassen. Herr v. Sch. hat den Bericht gesehen und durch Unterschrift gebilligt. Er hat die Verantwortung übernommen für die Stilübung eines als Kassenrendant fungierenden Magistratssekretärs, der dem Vorstande eine Ansicht" nachsagt, die von dessen Mehrheit nicht geteilt wird, und der die Richtigkeit" dieser Ansicht für bestätigt" hält durch eine statistische Tabelle, aus der ihre Unrichtigkeit hervorgeht! Und damit das Maß der Wunderlichkeiten dieses Berichtes voll werde, ist schließlich bei der Veröffentlichung die Unterschrift v. Schulz" doch noch weggeblieben. Man sieht, wie ein amtlicher Bericht abgefaßt, wie er gelesen und unterschrieben, wie er veröffentlicht wird. Wir hoffen, daß auch das nicht wieder Ich bin höflich genug, Ihnen vollkommen beizustimmen. Indem ich Ihnen aber doch von Herzen Ruhe für Ihre Seele wünsche, Hochachtungsvollst G. M." waren. Deutsche Gastfreundschaft. Der Minister des Innern hat eine Eingabe der Berliner Konfektionsfirmen um Zurücknahme der Ausweisung holländischer Einkäufer aus Preußen abschlägig beschieden. Eine nähere Begründung ist nicht angegeben. des Berichtes erst durch den Vorwärts" Kenntnis erhalten haben, die Wie man um fein Gemeinde- Wahlrecht kommt. Der Kaufmann Zum Rektor der Berliner Universttät ist an Stelle des Geh. bon uns citierten Säge noch einmal vorgelesen. Weggelassen hat. hatte sein schwer erkranktes Kind im Krankenhause am Friedrichs- Justizrats Gierke der Geheimrat Prof. Dr. v. Richthofen ge= er nur den einen Saß, in dem gesprochen wird von„ wirklichen hain unterbringen müssen. Bei der Aufnahme gab der Vater die wählt worden. Krankheitsfällen, welche sich nur auf eine Woche erstrecken". Man Erklärung ab, daß er die Kosten für die Behandlung zahlen wolle Ein neues Specialitäten- Theater am Bellealliance- Platz. Dem erfuhr daher nicht, welche Ansicht des Vorstandes" sich hinter dem und hierzu auch in der Lage sei. Zwölf Tage nach der Einlieferung, Vernehmen nach will Baumeister Ziegra, der Besitzer des ApolloWort wirklich" verbirgt. am 26. Juni d. J., Holte H. sein Kind wieder und erklärte sich bereit, die Pflegekosten sofort zu zahlen. Ihm wurde das Geld Theaters, in nächster Nähe des Bellealliance Plages ein neues jedoch nicht abgenommen; man sagte ihm vielmehr, daß er die Specialitäten- Theater bauen. Als Baugrund kommt der HäuserRechnung zugestellt erhalte. Bevor dies geschah, erschien ein Ab- ompler Bellealliancestraße- Ecke Teltowerstraße in Frage, und zwar gesandter der Armenkommission in der Wohnung des Kaufmanns handelt es sich um die Häufer 3-5 Bellealliancestraße und um die und legte der Frau die Frage vor, wie sie es mit der Zahlung der Front in der Teltowerstraße, die jetzt durch das Pfeiffersche Lokal Krankenhauskosten halten wolle. Die Frau erklärte, daß ihr Mann gebildet wird. die Zahlung wohl in zwei Raten leisten werde. Als Frau H. ihren Mann von dem Besuch unterrichtet hatte, erklärte er, daß er mit der Armenverwaltung nichts zu thun haben wolle und daher das Geld nach Einlaufen der Rechnung auf einmal zahlen werde. Dies geschah denn auch, nachdem Herr H. vom Central- Bureau das folgende Bom Ende des Industriegebäudes. Das alte Café Royal an der vom 21. Juli datierte Schreiben zugestellt erhalten hatte: Ecke der Beuth- und Kommandantenstraße, der Treffpunkt der Wir fordern Sie auf, den erwähnten Betrag von 24 M. binnen Schachfreunde Berlins, wird jezt abgerissen, um einem monumentalen vier Wochen nach Empfang dieser Zahlungsaufforderung an die Neubau im modernen Berliner Geschäftshausstil Plaz zu machen. Stadt- Hauptkasse, Einziehungs- Abteilung, im Rathause Zimmer Das Café soll dann an derselben Stelle wieder eröffnet werden. Nr. 13, zu erstatten. Geht innerhalb dieser Frist nicht Zahlung Bemerkenswert ist, daß das Industriegebäude, in dessen Erdgeschoß der vollen Kosten ein, so segen Sie sich der Gefahr aus, Ihres das Café sich befindet und das jetzt verschwindet, Anfang der Wahlrechts verlustig zu gehen. Die Rechnung wurde am 31. Juli bezahlt. Ms Herr H. die Geber, der Erbauer des Centralhotels, war der Gründer. Er hatte die 70er Jahre zu den hervorragendsten Gebäuden von Berlin zählte. wählerliste zu den Stadtverordnetenwahlen nachfah, war er alte Kaserne des Kaiser Franz- Garde- Grenadier- Regiments erworben, erstaunt, seinen Namen nicht darin zu finden. Auf seine Rekla- abbrechen lassen und dann das Industriegebäude, einen zu damaliger Zeit Auf Herrn v. Sch. folgte Herr Baumeister Eisner, erster mation wurde ihm geantwortet, daß er Armen unterstübung riesigen Palast erbaut. In dem Gebäude befinden sich außer dem Stellvertreter des Vorsitzenden. Herr E. stellte sich als den er erhalten habe. Diese Behauptung wies H. als unwahr zurück und wähnten Arbeitgebervertreter vor; er habe aber nie gesagt, das beantragte seine Eintragung in die Liste. Dies Verlangen wurde Café die Gratweilschen Bierhallen, ein Bostamt erster Klasse, Dutzende von großen Betrieben, Geschäftslokale, Läden, Cohns Festsäle, die feien alles Simulanten". Den Bericht habe auch er nicht vor der ihm in folgendem vom 6. Oktober datierten Schreiben des Magistrats Vereinsräume und Klublokale verschiedener großer Vereine und GeVeröffentlichung gesehen. So hat er wenigstens nichts vor den versagt: Arbeitnehmer- Vertretern vorausgehabt. Der Vorwärts" hat nach Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß die Stadt- sellschaften, sowie Wohnungen. Herrn E. darin recht, daß durch die statistische Tabelle gar nichts berordneten- Versammlung Ihre Einwendung gegen die Richtigkeit Was ein gesuchter Rechtsanwalt verdient. Die Verteidigung des bestätigt" wird. E. fügte aber hinzu, die durch den Bericht ver- der Gemeindewählerliste durch Beschluß vom 24. September d. J. früheren Direktors der Dortmunder Handelsbank, Bankiers Wulff, öffentlichten Zahlen feien nicht richtig, und teilte, 1901 und 1902 als unbegründet zurückgewiesen hat, da Sie in der Zeit vom Juli war einem bekannten Berliner Anwalt übertragen worden. Bei der mit einander vergleichend, die berichtigten Zahlen mit. Da- 1902 bis dahin 1903( durch Krankenhauspflege) Unterstüßung ausartigen Sensationsprozessen pflegen sich die Parteien über die nach zeigen die Erkrankungen von zwei, drei, vier, fünf, fechs öffentlichen Mitteln empfangen haben, mithin die Bedingungen Gebührenordnung für Rechtsanwälte" hinwegzusetzen, indem sie aus Wochen Dauer eine Zunahme um rund 25, 31, 23, 20, des§ 5 Nr. 2 der Städte- Ordnung vom 30. Mai 1853 nicht er- freier Hand das Honorar für die Verteidigung vereinbaren. In 15 Prozent, die von einer und von sieben Wochen Dauer eine füllt sind. dem vorliegenden Falle sollte für die ersten drei Verhandlungstage Abnahme um 4 und um 20 Prozent. Herr E. Hob diese Zahlen Der Kaufmann ging jest mit der quittierten Krankenhaus ein Honorar von 5000 m. gezahlt werden; für jeden weiteren Ber hervor, gab aber selber zu, daß über die Zahlung der Lohndifferenz Rechnung nach dem Rathause, bewies dort, daß er sie fünf Tage handlungstag wurde dagegen ein Honorar von je 1000 m. ausim Jahre 1902 für die verschiedenen Verwaltungen noch keine be- I nach Empfang bezahlt hatte, obgleich ihm vier Wochen Zeit gegeben bedungen. Dieser Prozeß ist nun erst am zwölften Verhandlungsvorkommen wird". " い tage beendet worden, mithin konnte der Verteidiger über ein Gesamt- gelegenheiten der Gemeindeschule entgegen der Ministerial-| zum Beweise seines Alibis am 16. Juni fich auf einwandsfrele Honorar von 14 000 M. dantend quittieren. Daß der Angeklagte Instruktion bom 26. Juni 1811 in wesentlichen Punkten Zeugen berufen hatte, denen gegenüber die Bezichtigung des Mädchens schließlich zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilt wurde, hat auf der Einwirkung durch die hierzu eingesetzte Schuldeputation nicht ausreichend erschien. Auf erhobene Beschwerde ordnete die Honorarabrechnung feinen rückwirkenden Einfluß. entzogen und dem fgl. Kreis- Schulinspektor unterstellt. Mit alsdann der Ober- Staatsanwalt die Erhebung der Angedenkt der Magistrat diesem schiver- flage ant. Der Anprall eines Radfahrers gegen einen Straßenbahnwagen welchen Maßnahmen Im gestrigen Termin verblieb der Angeklagte Der 16. Juni sei führte am Donnerstagmittag gegen 1 hr in der Schlesischen Straße wiegenden Eingriff in eines der bedeutsamsten Rechte der Selbst- dabei, daß er nicht der Thäter sei. der Wahltag gewesen und er sei an jenem Tage in einem an der Ecke des Görlizer Ufers zu einem schweren Unglücksfall. verwaltung zu begegnen?" Der fünfzehnjährige Arbeitsbursche Frizz Meißner, der in FriedrichsDie socialdemokratische Fraktion hat nachstehende Wahlbureau in der Schützenstraße bis 14 Uhr mittags als Hilfsberg im Hause Kreuzigerstr. 3 wohnt und in der Goldleistenfabrik Interpellation eingebracht:„ Am 11. Februar d. J. hat die Stadt- arbeiter emsig beschäftigt gewesen, sei dann von seinem von ihm von Mar Leonhard, Schlesischestr. 31, beschäftigt ist, vergnügte sich diesjährigen Urwahlen für das Abgeordnetenhaus in die späten Mittagbrot direkt nach seiner Wohnung in der Yorkstraße begeben verordneten Versammlung den Magistrat ersucht, den Beginn der telephonisch herbeicitierten Vater abgelöst worden, habe sich zum in der Mittagspause auf der Straße mit Radfahrübungen. Dabei fuhr er infolge eigner Unvorsichtigkeit gegen einen in voller Fahrt Nachmittagsstunden zu verlegen. Ist es wahr, daß der Magistrat und dann seiner Wahlpflicht genügt und es sei daher unmöglich, herankommenden Straßenbahnwagen, wurde mit seinem Rade zurück- entgegen diesem Beschluch den Beginn der Urwahlen für die dritte daß er zu der fraglichen Zeit das Mädchen in dem Hause Neugeschleudert und fiel so unglücklich auf das Straßenpflaster, daß er Ferner steht auf der Tagesordnung ein Antrag Vogel( Soc.) und Wahlbureaus, sowie der Vater, der Bruder und die WirtWählerabteilung auf 2 Uhr nachmittags anzuberaumen beabsichtigt?" städtische Kirchstr. 3 bedroht haben könne. Der Vorsteher des betr. besinnungslos liegen blieb. bestätigten dessen Dr. Ledermann ordnete nach vorläufiger Untersuchung des ver- Genossen betr. die Errichtung eines städtischen Leihhauses im An- schafterin des Angeklagten Zeitangaben. Auf der andren Seite verblieb das Mädchen trotz aller unglückten Jungen die Ueberführung nach einem Krankenhause an. schluß an die städtische Sparkasse. Ein aus der benachbarten Haase- Brauerei herbeigeholter Wagen Lichtenberg. Zu den Zuständen in der Lichtenberger Orts- Borhaltungen bei ihrer entschiedenen Behauptung, daß der Anbrachte den noch immer Besinnungslosen, der innere Verletzungen Krankenkasse bringt das dortige Ortsblatt eine weitere Illustration. geklagte der Thäter sei und auch ihr Vater erklärte jeden Irrtum erlitten hat, nach dem Krankenhause am Urban. Der Maurermeister Liesegang und der Großdestillateur Gensler Behauptung aufrecht, daß der Angeklagte mit dem Manne identisch feinerseits für ausgeschlossen und hielt unter allen Umständen die Im Gesellschaftsanzug erschossen hat sich ein junger Mann, der waren seiner Zeit angeklagt, den früheren Rendanten Kauffmann sei, den er vor der Schule geſehen. Erster Staatsanwalt Be Iz im Anfang der zwanziger Jahre steht und den begüterten Kreisen beleidigt zu haben. Liesegang brachte in einer Generalversammlung hielt die Thäterschaft des Angeklagten für nachgewiesen und bes angehört zu haben scheint. Nachdem er wahrscheinlich einer Fest- mit Bier, Schaps und Cigarren auf Kosten des Herrn Kauffmann 2a de wig gab zu, daß gegen den Angeklagten gewisse Verdachtszur Sprache, daß die Vorstandsmitglieder in der Vorstandssigung antragte eine Woche Gefängnis. Rechtsanwalt Rich. lichkeit beigewohnt hatte, kehrte er zu später Stunde am Mittwoch bewirtet wurden und folgerte daraus, daß die Vorstandsmitglieder momente sprächen, bestritt jedoch, daß diese irgendwie ausreichen und abend in einem Hotel der unteren Friedrichstadt ein und bezog sofort wohl nicht unbeeinflußt bei ihren Beschlüssen seien. Gensler warf ein Zimmer. Dort wurde er heute morgen mit einer Schußwunde hierauf die Frage auf: Wie nennt man das Verhalten eines Beamten? beantragte Freisprechung, da ein unbescholtener Mann auf die Bezichtigung im Stopf tot aufgefunden. Ueber seine Persönlichkeit ist nur bekannt, Als Antwort fiel aus der Versammlung das Wort: Bestechung! Liese- Der Gerichtshof, unter Vorsiz des Landgerichts- Direktors Kanzo w, eines so jungen Mädchens hin unmöglich verurteilt werden könne. daß er eine Visitenkarte mit dem Namen„ Fritz Naschte" bei sich trug. Sein Anzug bestand in einem schwarzen Smooking, Schnür- gang wurde freigesprochen, Gensler jedoch verurteilt, weil die beiden hielt bei der eigentümlichen Sachlage noch eine weitere BeweisVorstandsmitglieder Laue und Kruszinski, die zu den Getreuen des schuhen und lila Strümpfen. Der junge Mann, deſſen Leiche nach Herrn Kauffmann zählten und noch zählen, beschworen, Gensler habe aufnahme für notwendig. Vor allen Dingen soll die Schulfreundin dem Schauhause gebracht wurde, iſt bartlos und 1,70 Meter groß. das Wort„ Bestechung" gerufen. In zweiter Instanz wurde Gensler Edithas geladen werden, die an den vorhergehenden Tagen den beDrei Fahrraddiebe konnten gestern von der Polizei festgenommen indes freigesprochen. Das Gericht führte aus: Wenn selbst erwiesen schußmann, die Personen, an die sich das Mädchen in ihrer ersten treffenden Mann gleichfalls gesehen haben soll; ferner der Kriminalund vorläufig unschädlich gemacht werden. Einem Geschäftsmann sein sollte, daß Gensler der Rufer sei, so stehe ihm der 8 193 des Angst hilfesuchend gewandt hatte und endlich soll der Vater durch aus der Wallstr. 10 wurde das Rad, das sein Hausdiener auf dem Strafgesetzbuches zur Seite. Die Berufung des Staatsanwalts, der Nachfrage bei dem Schulvorstand festzustellen suchen, ob etwa noch Hausflur aufgestellt hatte, von einem fremden Manne entwendet. sich auch Kauffmann als Nebenkläger anschloß, um aber für seine andre Mädchen den verdächtigen Mann gesehen haben. Der Diebstahl wurde bemerkt, und der Hausdiener sezte dem Diebe Person die Berufung vor dem Termin zurückzuziehen, ivar nach, der auf der Maschine nach der Neuen Roßstraße hin zu ent- erfolglos. Nun sollte der Tischler Fr. Nichter die beiden Oldenburg, 15. Oktober. Heute begann unter starkem Andrang tommen suchte. Der Dieb, der augenscheinlich noch keine Welt- Schwurzeugen beleidigt haben. Richter soll im Gespräch mit des Publikums die Verhandlung in dem Prozeß gegen den Obermeisterschaft auf dem Rad errungen hatte, kam an der Ecke der andern Delegierten geäußert haben, Gensler hätte überhaupt nicht lehrer Dr. Nies und den Redakteur Biermann wegen Beleidigung Neuen Roßstraße zu Fall und wurde eingeholt. Seine Behauptung, verurteilt werden können, wenn die Zeugen Laue und Kruszinski des Justizministers Rubstrat und des Landrichters Haake. Die Ver daß er sich sein eigenes, ihm gestohlenes Rad wiedergeholt habe, nicht etwas unwahres beschworen hätten. Auch Richter wurde frei- teidiger erklärten, daß sie den Gerichtshof wegen Besorgnis der Bekonnte er vor der Polizei nicht aufrecht erhalten. In ihm wurde gesprochen. Ihm stände der§ 193 ebenfalls zur Seite; auch er habe fangenheit ablehnten. Nach längerer Erörterung wurde dem Einwand Der Schustergeselle Felix Saturna festgestellt, der in Untersuchungs- hier eine Absicht, zu beleidigen, nicht zu erkennen gegeben, auch eine der Verteidiger nur bezüglich eines Richters stattgegeben und dann haft abgeführt wurde, da ihm mutmaßlich andre ähnliche Straf- andre Ausdrucksweise habe er nicht wählen können. in die Verhandlung eingetreten. Unter den Zeugen befindet sich der thaten zur Last fallen. Die beiden andren Diebe, der 21 Jahre alte Schlossergeselle Otto Zarge und der Musiker Albert Tage, Justizminister Ruhstrat, der sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hat. wurden aus einer Privatkaschemme herausgeholt. Ein gefährlicher Zuhälter wurde gestern morgen gegen 3 Uhr in der Rosenthalerstraße festgenommen. Der Bursche, ein ehemaliger Handlungsgehilfe B., ist einer jener Unholde, die einen verhängnisvollen Einfluß auf Straßenmädchen ausüben und solche, wenn sie nicht genug Geld geben, mißhandeln. Auch in der verflossenen Nacht schlug B. in unbarmherziger Weise auf die von ihm gehaltene Stlavin ein. Auf das Jammergeschrei der Mißhandelten kam eine Schußmannepatrouille herbei, bei deren Annäherung der Thäter die Flucht ergriff. Einer der Beamten gab nunmehr das Notsignal und o gelang es, B. in der Rosenthalerstraße zu stellen und festzunehmen. Er wurde nach der Wache des 13. Polizeireviers gebracht. Rindvich richtete dieser Tage in dem havelländischen Dorfe Stöllen Dämon Alkohol. Die„ Potsd. Korr." berichtet: Betrunkenca allerlei Unheil an. Auf der dortigen Gutsbrennerei war aus Bersehen Spiritus in die für das Vieh bestimmte Schlempe geraten, wodurch sich dieses einen Mordsrausch antrank. Die Kühe wirtschafteten darauf wie toll in dem Stalle herum und konnten nicht gemelft werden. Noch ärger betrugen sich die vor dem Pfluge gespannten Ochsen, welche wild mit denselben losstürmten und die Sinechte mitschleiften, wodurch einige Verlegungen erlitten. Ant nächsten Tage litt das gesamte Rindvich sichtlich an einem großen Kazenjammer. Gerichts- Zeitung. bestimmte Zeit vertagt, da zwei Zeugen, auf die die VerteidiNach Bernehmung der Angeklagten wurde der Prozeß auf un gung nicht verzichtet, nicht erschienen sind. Vermischtes. Die Hinrichtung des Matrosen Kohler, der den Unteroffizier Biederizky an Bord des Stationsschiffes„ Loreley" im vorigen Jahre ermordete, wird in der letzten Woche dieses Monats auf dem Hofe des Gerichtsgefängnisses in Aurich stattfinden. Briefkaften der Redaktion. B. B. 29. 1. Es ist bis am 3. des Duartals zum dortigen Grundbesitzer neue Erfolge errungen. Ober- BerwaltungsIm Sturm auf die Lichtenberger Gemeindekasse haben die gericht und Kammergericht haben bekanntlich entschieden, daß in leber ein folgenschweres Brandunglück wird aus Budapest Lichtenberg keine Observanz besteht, wonach die Grundeigentümer depeschiert: In einer Kunstblumen- Fabrik am Josephsring brach heute Gewissenlose Burschen. Eine standalöse Entführungsgeschichte verpflichtet wären, die Bürgersteige zu unterhalten und zu reinigen. infolge einer Gasexplosion Feuer aus, das sich sehr schnell ver hat ein gewisses Aufsehen verursacht. Das kaum 16 Jahre alte Jetzt hat nun der Fleischermeister Hauschild Hegreßansprüche an breitete und das ganze Gebäude vernichtete. Eine Arbeiterin ist Mädchen Marie G., das einer guten Familie entstammt ist, wurde die Gemeinde Lichtenberg erhoben, indem er sich auf iene Ent- verbrannt, fünf andre wurden verwundet, unter ihnen zwei tödlich. von einem Gutsbesitzer v. S. zur Beaufsichtigung der Kinder an- scheidungen berief und betonte, daß er danach seiner Zeit zu geworben und sollte am 9. d. Mts. die Stellung auf dem Gut an- Unrecht mit 500 M. zur Unterhaltung des Bürgersteigs belastet treten. Das ansehnliche junge Fräulein wurde von der Mutter nach worden sei. Die Gemeinde lehnte die Erstattung der 500 M. ab dem Stettiner Bahnhof an den Eisenbahnzug gebracht und und machte, wie schon früher, das Vorliegen einer Observanz zu Un 5. G. Die Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft befindet sich Köpniderunter Ermahnungen und Segenswünschen entlassen. Am gunsten der Grundbesizer geltend. Der Bezirksausschusstraße 54. Endpunkt der Fahrt, einer Haltestelle ant der Nordbahn in Potsdam beschäftigte sich lezzthin mit der Angelegenheit. Es Juristischer Ceil. sollte es von dem Herrn v. S. in Empfang genommen und auf das wurden wieder 50 Zeugen vernommen. Auf Grund ihrer Aussagen Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Gut weiterbefördert werden. Der Gutsbesizer hatte sich nach Ver- kam der Bezirksausschuß aufs neue zu der Ueberzeugung, daß jene von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. abredung eingefunden, war aber sehr enttäuscht, als das junge behauptete Observanz Lichtenberg nicht bestehe und D. J. K. 20. Jft feine Mietsdauer vereinbart, wird aber viertel Mädchen nicht anlangte. In der Erwartung, daß das Kinderfräulein verurteilte die Gemeinde Lichtenberg, dem Kläger die von ihm jährlich Miete gezahlt, so ist bis am 3. des Quartals zum Duartalsabschluß das Ziel verfehlt haben könnte, zog er nähere Erkundigungen ein für Zwecke der Erhaltung des Bürgersteigs seiner Zeit ausgegebenen Quartalsschluß zu fündigen, also erst bis am 3. Januar zum 1. April. zu fündigen. und kam zu einem überraschenden Ergebnis. Marie G. war in dem 500 M. zu erstatten. Die andren interessierten Besiger in Lichten- 2. Der Mieter, nicht seine Frau, haftet für die Miete; es ist nur möglich, Zuge mit Berliner Jägern zusammengetroffen. Die lustigen Waidmänner, berg haben nur auf dies Urteil gewartet, um jetzt ebenfalls gegen den Wieter zu verklagen, falls die Sachen seiner Frau oder andren gehören. zu denen Beamte außer Dienst und ein Gastwirt aus dem Berliner die Gemeinde mit Regreßansprüchen vorzugehen. Einer von ihnen Ein Zurüdbehaltungsrecht steht nur am Eigentum des Mieters dem VerWesten gehören sollen, hatten das junge Mädchen in ein Gespräch will allein 12 000 m. verlangen. mieler zu. 3. Das Recht, einen andren Mieter zu stellen, steht dem Mieter verwickelt und schließlich bestimmt, das eigentliche Reiseziel aufzunicht zu. E. W. 22. Ihre lezte Karte ist verfallen, weil Sie nicht geben und ihnen in das Jagdgelände zu folgen. Seitdem ist Marie innerhalb zwei Jahren erneuert ist. Trotzdem können Sie den Antrag auf 6. nicht wieder zum Vorschein gekommen. Der besorgten Mutter Rüderstattung einreichen, da Sie ohne diese Starte über 200 Marken ge hat sie inzwischen brieflich mitgeteilt, daß sie zu ihr nicht wieder flebt haben. 2. T. 23. 45. 1. und 2. Ja. E. 2. 3051. Rein. H. B., Wilmersdorf. 1. Verzicht ein Invaliden- Rentenempfänger, zurückkehren würde und sich etwaige mütterliche Nachrichten postlagernd erbeten. Danach erscheint die Annahme zulässig, daß das Die Reichstagswahl, der Revolverheld und Editha Cohn. Die so braucht er nur an den Vorstand der Versicherungsanstalt den unerfahrene Kind von einem Mitglied der Jagdgesellschaft auf Ab- lehte Reichstagswahl diente gestern einem Angeklagten zur Führung Antrag zu richten, die Rente nach seinem neuen Wohnort überweisen zu lassen. Dann wird ihm die Rente durch die Bostanstalt seines neuen wege gebracht wurde und hier in Berlin verborgen gehalten wird. eines Alibibeweises in einer Anklagesache, die von einem myſtiſchen Wohnorts ausgezahlt. 2. Die Rente kann nicht erhöht werden. Die Mutter hat jezt die Hilfe der Polizei angerufen und das Jagd- Dunkel umgeben ist. Der Kaufmann Arthur Noffke hatte sich vor B. 5. 45. Da muß schleunigst eingegriffen werden. Aus Ihrer Anfrage abenteuer fann für die Beteiligten böse Folgen nach sich ziehen. der 9. Strafkammer des Landgerichts I auf die Anklage der Begeht aber nicht hervor, wie eigentlich die Rechtslage liegt, insbesondere ob drohung zu verantworten. Die erst zwölfjährige aber schon recht wirklich ein Vormund eingesezt ist, ob dieser die Kinder ausmust, ob die Folgenden Krankenkassen in Berlin ist vom Minister für Handel stattliche Editha Cohn, welche in der Neustädtischen Kirchstraße Mutter und Kinder durch Vertrag gebunden sind. Suchen Sie diese Umstände und Gewerbe neuerdings die Bescheinigung erteilt worden, daß sie bei ihren Eltern wohnt, besucht die höhere Töchterschule in schnellstens zu erkunden und sprechen dann mal mit dem Brief vor. den Anforderungen des§ 75 des Krankenversicherungs- Gesetzes der Schumannstraße. F. B. Leider ist der schlechte Geschäftsgang kein Grund zur Auflösung Sie hatte schon öfter bemerkt, daß, genügen: Krankenkasse der Hutmachergesellen( E. H.), Kranken- und wenn sie mit einer Freundin des Mittags nach Schluß der eines Mietsvertrages. Gehen Sie auf den Vergleichsvorschlag des Birtes Sterbekasse Berliner Bierfahrer und Berufsgenossen( G. H.) und Schule sich auf den Heimweg begab, an einer Anschlagsäule in der mit dem 1. Januar 1904 in Straft. Bis dahin find die Statuten zu ändern. S. 93. Die Vorschriften der Strantenversicherungs- Novelle treten Kranken- und Sterbekasse der Berliner Engros- Schlächtergesellen und Nähe der Schule ein Mann mit blondem Schnurrbart und etwas St. 100. 1. Wenn ein gültiger Vertrag vorliegt: ja. 2. Nein. Berufsgenossen. schleppendem Gang auftauchte, der ihr mehr wie fragend ins Gesicht Karl 100. 1. Der zuletzt von Ihnen angegebene Grund kann vom Die Leitung der Poliklinik für unbemittelte Magen und fah, mehrmals an ihr vorbeiging, ohne etwas zu sagen und sie bis Gericht als ein wichtiger Grund" erachtet werden, der zur sofortigen EntDarmkranke, Karlstr. 20a,( 10-11 Uhr) hat Dr. Cohnheim in die Nähe der elterlichen Wohnung verfolgte. So war es ins- lassung berechtigt. Der Ausgang des Prozesses ist daher zweifelhaft. wieder persönlich übernommen. besondere am 14., 15. und 16. Juni. Am letteren Tage war, wie Ohne Ihr Verlangen, daß das Zeugnis fich auch auf Leistung und das Mädchen behauptet, der fremde Mann ihr schließlich voraus- Führung auslasse, wäre das unzulässig.§ 630 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Theater. Adolf von Sonnenthal hat mit Direktor Lautenburg einen Vertrag abgeschlossen, wonach er im April 1904 gegangen und ihrem Gesichtskreis entschwunden. Als sie das elterliche Haus in der Neustädtischen Kirchstraße betreten und eben im Marktpreise von Berlin am 14. Oktober 1903 auf der Bühne des Residenz- Theaters ein Abschieds- Gast- Begriff gewesen, an einer etwas dunklen Stelle vorbei zur Treppe nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. spiel in seinen bedeutendsten Rollen, u. a. als Nathan, Risler, Kartoffeln, neue D.- Ctr. Fabricius, Mortimer( in„ Die alten Junggesellen") absolviert. Es zu gelangen, sei ihr dort plöglich derfelbe Mann entgegen-* Weizen, gut D.- Ctr. 15,85| 15,81 getreten, habe ihr einen Revolver unter die Nase gehalten Rindfleisch, Keule 1 kg soll dies, wie der Meister selbst an seinen alten Freund Lautenburg" und ihr zugerufen:„ Wenn Du nicht zu mir kommst, schieße ich Dich do. Bauch schreibt, nicht nur den Abschied vom Berliner Publikum, sondern nieder!" Das Mädchen floh entsegt auf die Straße und erbat sich von seinen Gastspielen überhaupt" darstellen. Abwarten! aus dem nächsten Laden Hilfe, die ihr auch gewährt wurde, aber zu Feuerbericht. Ueber ein Dutzend Brände hatte die Wehr in den spät kam; denn, als man wieder in das Haus trat, zeigte es sich, letzten 24 Stunden zu beseitigen. Gestern abend kurz nach 10 Uhr daß der Unhold inzwischen schon das Weite gesucht hatte. wurde sie nach der Köpenickerstr. 43 gerufen, weil hier Kleidungs- Mädchen erzählte ihr böses Abenteuer dem Vater und dieser schmiedete stücke und Gardinen Feuer gefangen hatten. Auch in der Körner- mun einen Feldzugsplan. Am nächsten Tage, dem 17. Juni, straße 18, Andreasstr. 66 und in der Königstr. 59 mußten Wohnungs- begab er sich furz vor Schulschluß, gegen 1 Uhr, in Bebrände abgelöscht werden. In allen Fällen wurden Möbel und gleitung eines Kriminalbeamten in die Nähe der Schule. Decken beschädigt. In der Blumenstr. 70 war vorher in einem bemerkte dort einen jungen Mann, auf den die Beschreibung der Heu Keller allerlei Gerümpel und Verpackungsmaterial in Brand geraten, Tochter paßte, welcher in den Schulhof hinein sah und als er wahr- Erbsen dessen Ablöschung längere Zeit in Anspruch nahm. Aus einem ähnlichen nahm, daß die Mädchen schon im Begriff waren, das Schulgebäude Speisebohnen Anlaß wurde die Wehr etwas später nach dem Engelufer 9 gerufen. zu verlassen, sich eiligst durch die Albrecht nach der Marienstraße zu Linjen Kisten und Pappen wurden in der Großen Frankfurterstr. 51 und entfernte. Als Editha Cohn auf dem Heimwege an der MarienFässer und Säcke in der Caprivistr. 9 durch Feuer zerstört. Durchstraße vorbeikam, gab sie verabredetermaßen ihrem Vater plötzlich Ünvorsichtigkeit war nachts in der Mathäilirchstr. 13 ein Brand aus einen Wink und zeigte ihm dadurch an, daß der dort sich aufgekommen, während in der Krausenstr. 71 Wäschestücke ein Raub der haltende Angeklagte der gesuchte Mann sein. Herr Cohn Flammen wurden. Die übrigen Alarmierungen, die die Wehr im glaubte in ihm sofort den Mann wieder zu erkennen, Laufe des Mittwochs noch nach der Urbanstr. 64, Friedrichstr. 189, Fidicinftr. 16 und noch nach verschiedenen andren Orten führten, betrafen Brände, die bereits vor Eintreffen der Wehr von Hausbewohnern abgelöscht waren. mittel " 15,77 15,73 " gering 15,69 15,65 " * Roggen, gut 12,95 12,94 " mittel 12,93 12,92 " " Gerste, gut gering " 12,91 12,90 " 14,50 13,40 Das mittel " " 13,30 12,20 gering EP 12,10 11,00 Hafer, gut 16,00 14,90 13 mittel 14,80 13,80 " gering 13,70 12,70 " Er Richtstroh * ab Bahn. " Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Starpfen Aale Zander Hechte 4,32 3,66 Barsche 7,30 5,00 Schleie 40,00 25,00 Bleie 50,00 25,00 Strebse 60,00 20,00 † frei Wagen und ab Bahn. 6,00 4,00 1,80 1,20 " 1,50 1,10 " 1,80 1,10 " 2,00 1,20 1,80 1,10 2,60 2,00 60 Stüd 5,00 3,00 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,40 " 3,00 1,00 " A 2,00 1,00 1,80 0,80 " 3,20 1,40 1,40 0,80 per Sjod 18,00 3,00 Witterungsübersicht vom 15. Oftober 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind756 GO 761 GO richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 8 Haparanda 765 N Wetter 2 heiter Temp. n. 6. 5º E. 4° S. 2 Schnee 3 heiter 2 bedeckt 12 der ihm kurz vorher an der Schule aufgefallen war, er gab seiner väterlichen Empörung dem Angeklagten gegenüber einen fehr fühlbaren Ausdruck und übergab ihn dem Kriminalschußmann. Noffte, ein völlig unbescholtener Mann, bestritt entschieden, mit dem Mädchen irgend etwas zu thun gehabt zu haben und stellte sich als das Opfer einer Personenverwechselung hin. Merkwürdigerweise Swinemde. 760 SSD 2wollig Hus den Nachbarorten. 4 bedeckt stimmte aber die von dem Mädchen gegebene Personalbeschreibung Hamburg 10 Petersburg 757 93 Berlin 2 wolfig 9 Cort 750 23 Die Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung hielt am einschließlich des etwas schleppenden Ganges und es stellte sich auch 2 bedeckt 10 Aberdeen Mittwoch nur eine kurze Sigung ab, in der allgemein interessierende heraus, daß der Angeklagte einen Revolver bei sich franja.M. 759 SD 3 wollig 7 Paris 756 S Vorlagen nicht zur Beratung standen. Dagegen bietet die nächste trug. Trotzdem leugnete er entschieden jede Schuld, be- Wien 765 NW 1 Nebel 9 Sigung Gelegenheit zu ausgiebigen und wichtigen Debatten. Unter hauptete, daß er noch nie in der Schumannstraße gewesen Wetter Prognose für Freitag, den 16. Oftober 1903. anderm wird folgende Interpellation Buka und Genossen zur Be- und feinenfalls mit dem Manne identisch sei, den Herr Ziemlich warm, vorwiegend trübe mit Regenfällen und lebhaften we sprechung kommen:" Durch die von der tgl. Regierung in Potsdam Cohn vor der Schule gesehen haben wolle. Der Staats- lichen Winden; später aufflarend. erlassene Dienstanweisung für die Rektoren sind die inneren An- anwalt sah von der Erhebung der Anklage ab, da der Angeklagte Berliner Wetterbureau. Verantwortl. Redakteur: Julius Kalisti in Perlin. Inferatentejl verantwortlich: Th. Gleste in Berlin. Druk u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. München 763 D