Nr. 244. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Bellage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das abrige Auslant& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. asije i 20. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Sonntag, den 18. Oftober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. An die Wähler zum preussischen Landtag! Wähler! Die Landtagswahlen nahen heran. Am 12. November finden die Urwahlen statt, in welchen die Wahlmänner zu wählen sind, am 20. November finden alsdann bie Abgeordnetenwahlen statt, deren Wahl die am 12. November gewählten Wahlmänner vorzunehmen haben. Die Urwähler wählen obendrein in drei Klassen, abgeteilt nach der Steuerleistung ihre Wahlmänner und ist bei diesen, wie nachher bei den Wahlen der Abgeordneten die öffentliche Stimmenabgabe Vorschrift. Dieses sind mit wenigen Worten gekennzeichnet die Grundlagen des Landtagswahlrechts, das nach dem Urteil des Fürsten Bismarck im konstituierenden Norddeutschen Reichstag im Jahre 1867 das elendste und erbärmlichste aller bestehenden Wahlgeseze ist. Die tapitalistische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat den plutokratischen Charakter dieses elendsten und erbärmlichsten aller Wahlgesetze noch verschärft. Mehr als je zuvor ist es der durch die erste und zweite Wählerklasse repräsentierte Besitz, der die Macht in den Händen hat und über den Ausgang der Wahlen entscheidet, wohingegen die große Masse der in der dritten Wählerklasse vereinigten Wähler nur dann ausschlaggebend wirken kann, wenn sie in den Parteiungen der ersten und zweiten Wählerklasse das Zünglein an der Wage bildet. Gestützt auf diese Möglichkeit hat die Socialdemokratie den Beschluß gefaßt, sich an den bevorstehenden Wahlen versuchsweise zu beteiligen, um festzustellen, wie weit das arbeitende Volt bei einem solchen, Recht und Gerechtigkeit verhöhnenden Wahlsystem einen Erfolg zu erringen vermag. Wähler! Wir wissen, daß unter der Herrschaft dieses Dreiklassenwahlsystems und besonders auch wegen der damit verbundenen öffentlichen Stimmenabgabe große Hindernisse borhanden sind, um die Stimmen des arbeitenden Volkes zur Geltung zu bringen. Hunderttausende, die bei den Reichstagswahlen zu uns halten und unsern Kandidaten ihre Stimmen geben, sind bei der öffentlichen Stimmenabgabe bei den Landtagswahlen gezwungen, entweder der Wahlurne fern zu bleiben und so auf die Ausübung ihres wichtigsten Staatsbürgerrechts zu verzichten oder sogar gegen ihre Ueberzeugung, einem Drucke von oben folgend, Kandidaten zu wählen, die sie als ihre Todfeinde ansehen. So kommt zu der Rechtlosigkeit noch die politische Heuchelei, zu welcher Staatsgewalt und herrschende Klassen ungezählte Wähler zwingen. Das hindert aber nicht, daß diese Gewalten sich als Hüter und Wahrer der öffentlichen Moral und Sittlichkeit aufwerfen. Um so notwendiger ist, daß diejenigen Wähler, die Rücksichten nicht zu nehmen haben, Mann für Mann am 12. November an die Wahlurne treten und den socialdemokratischen Wahlmännern ihre Stimme geben, welche unsere Partei in allen den Wahlbezirken der Wahlkreise aufstellen wird, in welchen sie sich Erfolg verspricht. Wähler! Das bisher gültige Wahlsystem verhinderte, daß der preußische Landtag als eine Volksvertretung angesehen werden konnte. Er war bisher eine ausschließliche Vertretung der befizenden Klassen und konnte nichts anderes sein, und dementsprechend sind auch die Gesetze, die diese Volksvertretung" beschlossen und die Maßnahmen, denen sie ihre Zustimmung gegeben hat, ausgefallen. Die weitaus stärkste Partei in Preußen, die Socialdemokratie, ist bisher im Landtag auch nicht durch einen Abgeordneten vertreten gewesen. So ist es gekommen, daß unter der Herrschaft dieser privilegierten Klassenvertretung sich vielfach Zustände herausgebildet haben, die eines Kulturstaates unwürdig sind. Neben der zweiten Kammer des Landtags, dem Abgeordnetenhause, besteht aber auch noch die erste Kammer, das sogenannte Herrenhaus, in dem die Privilegiertesten unter den Privilegierten vertreten sind, die es als ihre vornehmste Aufgabe ansehen, jedem wirklichen Fortschritt ein Hindernis zu bereiten und die staatliche Entwicklung in den Daumschrauben eines mittelalterlichen feudalen Absolutismus zu zerquetschen. Ist schon das Abgeordnetenhaus eine Versammlung Gewählter, die jedem Begriff einer Volksvertretung Hohn spricht, in dem Herrenhaus begegnen wir einer Versammlung Ernannter, deren Hauptverdienst um Staat und Gesellschaft für die große Mehrzahl unter ihnen darin besteht, daß sie sich die Mühe nahmen geboren zu werden und zu verzehren, was sie nicht erworben haben. Gegen diese entwürdigenden Zustände muß bei den bevorstehenden Wahlen zum Landtag durch eine möglichst große Zahl socialdemokratischer Stimmen energisch Protest erhoben und der Versuch gemacht werden, durch Wahl von socialdemokratischen Vertretern den Interessen der bisher unvertreten gebliebenen arbeitenden Voltsmehrheit einigermaßen gerecht zu werden, um Zustände zu bekämpfen, die eine Schmach für unser Zeitalter und eine Schande für den Staat sind. Wähler! Darum auf zur Wahl am 12. November! Die Kandidaten der Socialdemokratie werden im Falle ihrer Wahl einzutreten haben: Für das allgemeine, gleiche direkte und geheime Wahlrecht für alle Vertretungskörper( Staat, Gemeinden 2c.) an alle für mündig erklärten Staatsangehörigen. Gefeßliche Einteilung gleicher Landtagswahlkreise. Proportionalwahl( Verhältniswahlsystem). Beseitigung des Herrenhauses. Freiestes Vereins-, Versammlungs- und Koalitionsrecht für alle Staatsangehörigen, insbesondere auch für die Arbeiter in den Staatsbetrieben und die ländlichen Arbeiter; Aufhebung des Gesetzes über die kriminelle Bestrafung des Kontraktbruchs der ländlichen Arbeiter; Beseitigung der Dienstbotenordnungen. Einführung des 8 stündigen Normalarbeitstages in den Staatsbetrieben und Staatswerkstätten; auskömmliche Löhne nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse; Verallgemeinerung der Gewerbe- Aufsicht und Wahl von Vertretern der Arbeiter und Arbeiterinnen als Hilfspersonen für die Gewerbe- Aufsicht; auskömmlicher Arbeiterschutz. Volle Gleichberechtigung der im preußischen Staate lebenden Nationalitäten, insbesondere in Bezug auf den Gebrauch ihrer Muttersprache. Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche. Volle Freiheit der Religionsübung und volle Selbstverwaltung der religiösen Gemeinschaften. Verbot öffentliche Mittel für irgend welche religiösen Zwecke zu verwenden. Hebung des Volksschulwesens durch möglichste Erhöhung der Leistungen für die körperliche und geistige Ausbildung; Vermehrung und materielle Besserstellung der Lehrer; Einheitsschule für alle schulpflichtigen Kinder; Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel und Vereinheitlichung der Lehrmittel; Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts für Stadt und Land; Uebernahme der Kosten für die Volksbildung durch den Staat. Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege nach den Anforderungen der Hygiene; Bau von Hospitälern, Heil- und Rekonvalescentenanstalten durch den Staat; Verstaatlichung oder Kommunalisierung der Apotheken. Beseitigung des Wohnungselends und der Wohnungsnot durch staatliche Maßnahmen; Wohnungsgesetzgebung; Bau von Wohnungen in staatlicher Regie; Vermehrung des staatlichen Eigentums an Grund und Boden. Förderung von Kunst und Wissenschaft und Zugängigmachung ihrer Erzeugnisse und Ergebnisse für die Gesamtheit; Errichtung von Museen und wissenschaftlichen Sammlungen; öffentliche Bibliotheken 2c. Förderung von Industrie und Landwirtschaft durch Errichtung höherer Fach- Lehranstalten, Lehrwerkstätten, Musterwirtschaften, Musterbetriebe; Unterstützung des Genossenschaftswesens; Kanal-, Eisenbahn- und Straßenbau durch den Staat; Regulierung der Wasserstraßen und Schaffung von Schußeinrichtungen gegen Ueberschwemmungsgefahren; Entschädigungspflicht des Staats, soweit durch sein Verschulden dem einzelnen Schaden zugefügt wird. Verstaatlichung der Gruben und Bergwerke. Ermäßigung und Vereinfachung der Personen- und Frachttarife; Einführung der Reichsverwaltung für das gesamte Eisenbahnwesen. Verbesserung der Rechtspflege durch erhebliche Vermehrung der Richterstellen; Verbilligung und Vereinfachung der Rechtspflege. Bekämpfung aller Vorrechte, die einzelnen Ständen oder Klassen auf Kosten der Gesamtheit eingeräumt wurden. Beseitigung der eximierten Gutsbezirke. Keine Liebesgabenpolitik. Volle Gleichberechtigung bei der Besetzung öffentlicher Aemter und Stellen; Schutz der Beamten gegen Uebergriffe von oben und finanzielle Besserstellung der niederen Beamtentlassen. Schutz des Publikums gegen Uebergriffe der Beamten, volle Verantwortlichkeit und Entschädigungspflicht des Staats für die Uebergriffe seiner Beamten. Reform der Armen- und Waisenpflege im Sinne größtmöglichster Humanität. Reform der Steuergesetzgebung: Erhöhung der Progression für die Einkommen über 6000 Mark; Einführung der Progression für die Vermögens- und Erbschaftssteuer. Bolle Selbstverwaltung der Gemeinden; Beseitigung des Bestätigungsrechts für gewählte Gemeindebeamte. Wähler! Das sind die Mindestforderungen, die wir zu stellen haben und welche der Staat erfüllen muß, will er dem idealen Zweck, dem zu dienen er vorgiebt, Schutzanstalt für die Armen, Schwachen, Unterdrückten und Ausgebeuteten, ein Schirmer des Rechts und ein Bestrafer des Unrechts zu sein, auch nur einigermaßen gerecht werden. Ist dieses Ziel, das wir dem Staate zuschreiben, auch das Eure, so unterstützt unsere Kandidaten durch Eure Stimmen bei den Wahlen! An unsere Parteigenossen aber richten wir die Aufforderung, so weit es noch nicht geschehen ist, unverzüglich in die Wahlagitation einzutreten und alles aufzubieten, was in ihren Kräften steht, um den Ausfall der Wahlen am 12. und 20. November zu einem für die Partei möglichst günstigen zu gestalten. Hoch die Socialdemokratie! Das Central- Wahlkomitee für die preußischen Landtagswahlen: Auer, Bebel, Eberhardt, Gerisch, Pfannkuch, Singer, Wengels Die Lage in Ostasien. mb. London, 15. Oftober. Die ostasiatische Verwicklung besteht aus zwei Schwierigkeiten: erstens in der am 8. Oktober zu Tage getretenen Weigerung Ruß lands, die Mandschurei zu räumen; zweitens in der Rivalität zwischen Rußland und Japan in Korea. In dem Auseinander halten dieser beiden Punkte liegt der Schlüssel zum Verständnis der gegenwärtigen ostasiatischen Frage. An dem ersteren Punkte sind alle Handelsmächte beteiligt. Diese betrachten China noch immer als ein ganzes Reich und verTangen in der Mandschurei dieselbe zollpolitische Behandlung, wie fie auf Grund der verschiedenen Handelsverträge für die übrigen chinesischen Provinzen gilt. Diese Zollpolitik ist für die kapitalistischen Länder günstig, da die chinesische wie auch die türkische Zollpolitik unter der Herrschaft des europäischen und amerikanischen Jmperialismus steht. Diese Mächte hätten im Grunde genommen nichts gegen die russische Occupation der Mandschurei einzuwenden, wenn nur Rußland seine Wirtschaftspolitik nicht auf die Mandschurei ausdehnte. Dagegen wollen die russischen Industriellen den mandschurischen Markt ausschließlich für sich behalten, denn sie wissen, daß die russische Industrie nicht im stande ist, auf Grund der allgemeinen chinesischen Zollpolitik mit den westlichen Handelsmächten zu konkurrieren. Die zarische Regierung befindet sich so zwischen dem Druck der heimischen Industriellen und der westlichen Handelsmächte. Die Nichträumung der Mandschurei bedeutet noch feineswegs eine direkte Bedrohung der Interessen der Handelsmächte; sie ist vielmehr nur ein Symptom, daß Rußland später den mandschurischen Markt verschließen wird. Was das Verhältnis zu Korea betrifft, so ist in den letzten p Tagen von seiten Rußlands nichts geschehen, was Japan als eine Kriegsursache betrachten könnte; wenigstens wurde nichts darüber Storea unternimmt, wird Japan höchst wahrscheinlich mit dem Ultiberichtet. Und so lange Rußland keinen entscheidenden Schritt in matum zurückhalten. Denn der friedliche Zustand ist für Japans Pläne günstiger als für die Rußlands. Japans fultureller Einfluß ist unter der mongolischen Rasse in stetem Wachsen begriffen. Die toreanische Armee ist japanisiert; die chinesische Armee gelangt mehr in Nordchina. Der friedliche Zustand fördert also die japanische und mehr unter japanischen Einfluß, ebenso die studierende Jugend Politik und sie hätte keine Ursache, den früher oder später faſt unvermeidlichen Zusammenstoß mit Rußland zu beschleunigen. Moment nicht wahrscheinlich. Ein russisch- japanischer Krieg ist demnach im gegenwärtigen andauernd gefahrdrohend darzustellen. Die wesentlichsten NachEinstweilen fährt die englische Presse fort, die Situation als richten lauten: " Tschifu, 16. Oktober.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Bezüglich der Stärke der am bergangenen Sonntag bon General Alexejew in Port Arthur besichtigten russischen Streitkräfte, die russischerseits auf 76 000 Wenn alle zur Parade erschienenen Bataillone ihre volle Stärke geMann angegeben wurden, erheben sich bemerkenswerte Zweifel. habt hätten, so würde der angegebene Bestand wahrscheinlich richtig sein. Es stellt sich jedoch jetzt heraus, daß die meisten Truppenteile nur ungefähr zwei Drittel ihrer nominellen Mannschaftszahl hatten. Nach sorgfältigen Vergleichen fachmännischer Schäßungen glaubt man, daß nicht mehr als 45 000 Mann gegenwärtig waren, obschon es zweifellos richtig ist, daß die Gesamtzahl der in und um Port Japan hat selbstredend auch Handelsinteressen in der Arthur versammelten Truppen nicht weniger als 75 000 Mann beMandschurei zu verteidigen, aber sein Konflikt mit Rußland liegt, Bildung eines Gemeinderats vor, dem zwei Engländer und ein trägt. Der russische Gouverneur von Niutschwang schlägt die wie wir noch am 10. Juni im„ Vorwärts" ausführten, in Korea. Amerikaner angehören sollen. Alle Entscheidungen dieser KörperDie koreanische Halbinsel ist das Kolonisationsgebiet Japans. Schon schaft sollen der Genehmigung des Gouverneurs unterworfen sein. jetzt sind einige Millionen Japaner von koreanischen Handels- London, 17. Oktober. Dem Standard" wird aus Tientsin unternehmungen abhängig. Seit dem Jahre 1876, d. h. seit der telegraphiert: Wie ein Besucher von Jongampho meldet, ist Loslösung Koreas von der chinesischen Oberhoheit, war Japan be- dort ein russisches Fort errichtet und ein andres im Bau. müht, Korca als seine Einflußsphäre zu betrachten. Japanische Die Russen dehnen die Grenze des gepachteten Gebiets füdlich vom Staatsmänner haben es Rußland nie verheimlicht, daß ihre Re- werden eifrig weiter betrieben; es treffen dort große Viehtransporte Taisan aus. Die militärischen Vorkehrungen in Port Arthur gierung entschlossen sei, Korea gegen fremde Angriffe zu schützen. Zwischen Rußland und Japan wurden in den letzten sieben Jahren Wei- hai- wei in einem Telegramm von gestern mitteilt, erhielt der= Wie ein Korrespondent der Morning Post" aus drei Abmachungen getroffen, in denen die militärische und kom- selbe bei seiner Ankunft von Tschifu in Wei- hai- wei von zuverlässiger merzielle Vorherrschaft Japans in Korea anerkannt wurde. Die Seite die Mitteilung, daß Japan an der Pingjang= erste Abmachung vom 14. Mai 1896 gab den Japanern das Recht, Mündung Truppen gelandet habe. Man erzähle allMilitärposten aufzustellen entlang der Telegraphenlinie von Soul gemein, daß die Konferenz zwischen den russischen und japanischen bis Fusan, ebenso in drei koreanischen Städten. Die zweite Ab- Beamten keinen Erfolg gehabt habe. machung wurde am 9. Juni 1896 zwischen Marquis Yamagata und Fürst Lobanoff in Moskau abgeschlossen; die dritte am 25. April 1898 zwischen Baron Nissi und Baron Rosen( jezigen russischen Gesandten in Japan), in der Rußland verspricht, sich nicht in die kommerziellen und industriellen Beziehungen zwischen Japan und Korea einzumischen. Alle diese Bemühungen und diplomatischen Instrumente zeigen, daß Japan auf Korea Anspruch macht und daß cs in den Strieg gehen würde, sollte Rußland die Unabhängigkeit Koreas bedrohen. ein. Politische Uebersicht. Berlin, den 17. Oftober. Zum Majestätsbeleidigungs- Prozeß. ganzen Hofgesindes ein kräftiges Wort zu sagen, ohne daß es auf den Träger der Krone gedeutet würde. In Byzanz mochte die unfelige Lex Quisquis davon ausgehen, daß, wer Geheimräte oder Hofmarschälle beleidigt, den Kaiser beleidigt. Hier zu Lande ist diese Auffassung nicht Gesetz, und sie wird hoffenlich auch niemals Rechtens werden. von Es kommt nur zu oft vor, daß der öffentliche Unwille, der sich gegen den Beleidiger wendet, gegen die Behörden umschlägt, wenn er eine Strafe erhält, die dem Volke zu hart erscheint. Auch im Falle des Vorwärts" giebt es heute nicht wenige, die das Schloßmärchen vergessen und über die neun Monate Gefängnis den Kopf schütteln. Das ganze Kapitel von den Majestätsprozessen ist so peinlich, ist neuerdings auch Männern unzweifelhaft monarchischer Gesinnung so oft erörtert worden, eine Aenderung des herrschenden Rechts wird so allgemein als dringendes Bedürfnis empfunden, daß es hinreicht, nur noch auf die politischen Wirkungen dieser Prozesse hinzuweisen. Sie schmälern regelmäßig den Eindruck, den die Feststellung von Ausschreitungen, Geschmadlosigkeiten und Unwahrheiten allenthalben zu Ungunsten der Thäter machen müßte. Und sie wirken daher zum Besten der Partei, gegen die sie gerichtet werden." Die Berliner„ Bolts- Zeitung" schreibt: Ueberdies war die Form der Mitteilungen derart, daß die Möglichkeit einer Bezugnahme auf die Person des Kaisers, als trüge sich dieser mit Plänen der geschilderten Art, für völlig auss geschlossen gelten mußte. Nicht gegen die Person des Kaisers, sondern gegen diejenigen Personen aus seiner näheren oder ferneren Umgebung, die den Monarchen für ihre ( vermeintlichen) Pläne gewinnen zu können vermeinten, richteten fich die inkriminierten Artikel so durfte der Vorwärts" die Sache auffassen, so durfte der Angeklagte Leid, so durfte die Verteidigung glaubwürdig versichern. Anscheinend hatte sich auch das Kammergericht diese Auffassung zu eigen gemacht, als es das Vorhandensein eines dringenden Verdachts der Majestätsbeleidigung nicht zuzugeben vermochte. In demselben Sinne haben die Preßstimmen deduziert, die eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung in dem Artikel in feiner Weise begründet fanden, wie selbst die gut monarchische, konservative„ Tägliche Rundschau". Der öffentliche Ankläger ist mit seiner entgegengesetzten Auffassung bei dem Gericht durchgedrungen. Mit dieser Thatsache hat sich der Verurteilte bis auf weiteres abzufinden. Die weitesten Schichten des Volkes aber werden der staatsanwaltlichen und richterlichen Deduktion die Heeresfolge versagen, und damit ist die Zahl der Majestätsbeleidigungs- Prozesse um einen Fall bereichert worden, der weit zurückbleibt hinter der Wirkung, die sich der Gesetzgeber bei Schaffung des Majestätss beleidigungs- Paragraphen versprochen hat. Im Gegenteil wird auch dieser Prozeß nur wieder den Erfolg haben, daß immer dringender die Neuordnung der Frage der Verfolgung und Bestrafung von Majestätsbeleidigungen ernstlich in die Hand ges nommen wird. Selbst der öffentliche Ankläger hat sich als Gegner des§ 95 in seiner gegenwärtigen Fassung erklärt. Dieser feiner Gegnerschaft hätte er einen gewichtigen Nachdruck dadurch zu verleihen vermocht, daß er etwa das Minimals maß von zwei Monaten Festungshaft beantragt hätte. Die Strafe von neun Monaten Gefängnis trifft den Verurteilten Es versteht sich, daß die dem Oberstaatsanwalt Jfenbiel ge- außerordentlich schwer. Die drei Millionen Socialdemokraten finnungsverwandten Zeitungen den Ausgang der gestrigen Prozeßwerden ihn als einen neuen Märtyrer in ihren Reihen betrachten." verhandlungen gegen unsre Redaktionskollegen mit Jubelgeheul be= Der Gerichtshof hat Sorge getragen, daß die Ansicht der grüßen. Es ist den„ Berliner Neuesten Nachrichten", der„ Kreuz- Berliner Arbeiterschaft über das Urteil eingeholt wird. Nun ist folgendes zu beachten: Rußland ging nach dem fernen Zeitung", der" Post" wahrhaft zu gönnen, daß der„ Vorwärts" Das Gericht hat sich nicht genügen lassen, unsern Kollegen Leid zu Often, um eisfreie Häfen zu erhalten. Das Programm Peters des einmal nicht in der Lage war, öffentliche Uebelstände, von denen ihm neun Monaten Gefängnis zu verurteilen, es hat die Aberkennung der Großen: Wasser brauchen wir!" beherrscht seit zwei Jahrhunderten Kunde wurde, vor Gericht zu erweisen, haben doch alle jene Blätter aus öffentlichen Wahlen hervorgehenden Ehrenrechte ausgesprochen. die russische Politik. Rußland setzte sich also im fernen Often und die hinter ihnen stehenden politischen Mächte nur allzuoft und Diese Aberkennung pflegt nur in ganz außergewöhnlichen fest, um freien Zugang zur Welt zu haben. Es nahm die zwei allzusehr darunter leiden müssen, daß der„ Vorwärts" mit der Auf- Fällen bom Gerichte ausgesprochen zu werden; im Häfen Wladiwostok und Port Arthur, die es unter allen Umständen deckung ihrer Verschwörungspläne ins Schwarze traf. Wenn wir Fall unfres Kollegen Leid ist sie um so erstaunlicher, als verteidigen wird. Aber zwischen Wladiwostok und Port Arthur gestern nicht die Beweise erbringen konnten, die erbringen die Berliner Strafkammer selbst die Meinung hegte, daß schiebt sich wie ein Keil die koreanische Halbinsel ein, in der Japan zu fönnen wir selbst ertvartet hatten, fo fann fein seine angebliche Majestätsbeleidigung durch eine Frreführung verandie Vorherrschaft hat. Eine den Russen feindselige Macht, die Korea Objektiver vergessen, in wie zahllosen Fällen unsre Ver- laßt worden sei. Leid ist Vertreter des 32. Kommunalbeherrscht, ist stets im stande, die russische Verbindung zwischen öffentlichungen schwere Gefahren abgewendet haben. Diejenigen, Wahlbezirks von Berlin und er wird sein Mandat verlieren, Wladiwostok und Port Arthur zu bedrohen. Noch mehr: der ganze die jetzt höhnen, wir seien leichtsinnig einem boshaften Intriganten falls das Reichsgericht das Berliner Urteil bestätigt. Wir können Wert Port Arthurs wird illusorisch in dem Maße, als Korea, die ins Garn gegangen, sollten sich erinnern, daß der„ Vorwärts", um schon heut erklären, daß unsre Partei sicherlich gerade diesen VerFlanke der Mandschurei, in die Hände einer russenfeindlichen und nur einiges zu nennen, durch die Veröffentlichung des Streiferlasses urteilten und seines Ehrenrechtes Beraubten von neuem als Kandimit England verbündeten Macht gelangt. Und Japan ist den Russen des Grafen v. Posadowsky Deutschland vor dem Zuchthaus- daten aufstellen wird. Die Wählerschaft des 32. Bezirks wird dem feindselig und schloß am 30. Januar 1902 eine Alliance mit Eng- Gesetz bewahrt hat, daß der„ Vorwärts" durch Veröffentlichung Gerichtshof beweisen, daß sie über Ehrenfragen und Majestätsland ab. Seit dieser Alliance wurde Korea zum Konfliktspunkte des Tirpiz- Erlasses im vorigen Jahre die drohenden Marine- beleidigungs- Prozesse anders denkt als er! zwischen Rußland und Japan. In den letzten Monaten hat sich der pläne aufgedeckt hat, daß der Vorwärts" noch jüngst die ganze Konflikt verschärft. Zuerst kam die Nachricht aus Petersburg, daß Giesebrechterei, die verborgen schleichende Agitation gegen die russische Regierung eine Zweigbahn von der Mukden- Port Arthur- das Reichstags- Wahlrecht enthüllt hat. Linie nach Antung, an der koreanischen Grenze( unweit der Mündung Wenn die Berliner Volts- Zeitung" meint, es sei wahrschein des Valuflusses. der Yalu ist die Grenze zwischen der Mandschurei lich, daß der Einsender des geheimnisvollen Quartbogens den Plan und Korea), bauen will. Dann stellte sie eine telegraphische Ver- verfolgte, den Vorwärts" hineinzulegen, um ihm für die Zukunft bindung mit Widschu, auf der koreanischen Seite der Yalumündung, die Veröffentlichung der geheimen Aftenstücke zu verleiden", so darf her. Schließlich besetzten die Russen den koreanischen Walddistrikt weder solcher Scherz ernst widerlegt werden, noch bedarf es ausYongampho, wo sie eine Holzkonzession von der koreanischen Re- führlicher Versicherung, daß jemand, der solche Zwecke bei uns gierung erhalten hatten. Die Holzkonzession ist zwar an sich eine wirklich erreichen wollte, damit niemals Erfolg haben würde. Wir unbedeutende Affaire, aber sie giebt Rußland die Möglichkeit, sich können im Einzelfalle irren, aber wir werden, selbst auf die Gefahr in die koreanische Politik zu mischen. Sollten z. B. einige von russischen Lockspikeln aufgehezten Koreaner die Holzkonzession über fallen und irgend einen Schaden anrichten, so hätte Rußland nach den Regeln der imperialistischen Politik das Recht, ein Stück koreanischen Gebietes zu besetzen. Wie man sieht, hat Rußland in Korea bereits Fuß gefaßt. " Diese Ereignisse, die sich in den letzten Monaten abspielten, er geugten in Japan viel Aufregung. Die japanische Regierung trifft Gegenmaßregeln und bereitet sich auf einen Krieg vor. Sie erwarb fürzlich eine strategisch wichtige Insel von Korea, macht ihre Flotte fertig, bringt ihrer Armee die taktischen Lehren bei, die die Engländer im Boerenkriege gelernt haben oder hätten lernen sollen und verstärkt ihre militärischen Posten, zu denen sie auf Grund der russisch- japanischen Abmachung vom Mai 1896 ein Recht hat. " " " " hin, einmal getäuscht zu werden und dafür hart leiden zu müssen, nimmermehr die große Pflicht versäumen, Mitteilungen, die uns zugehen, der Deffentlichkeit zu unterbreiten, wenn diese Mitteilungen geeignet sind, im Dunkeln sich vorbereitende Gefahren von unsrem Bolke fern zu halten. * Deutfches Reich. Neues Wahlunrecht in Sachsen. Aus Dresden wird telegraphisch gemeldet: V Nach dem Entwurf der sächsischen Regierung für das neue sächsische Wahlrecht soll die Zweite Kammer aus 96 Abgeordneten bestehen; davon werden 48 nach einem dem Leipziger Stadtverordneten Wahlrecht nachgebildeten Dreiklassen- Wahlsystem gewählt werden. Es werden 16 Wahlkreise gebildet. In diesen soll jede Klasse in direkter und geheimer Wahl ihre Abgeordneten wählen. Die übrigen Abgeordneten sollen nach den Berufsklassen gewählt werden und zwar 12 von den Gewerbe- und 12 von den Handelskammern. Die übrigen 24 Mandate sollen der Landwirtschaft reserviert werden. Die erste Kammer bleibt von dieser Reform völlig unberührt. " Die„ Post" allerdings ruft in grotest- sittlichem Pathos:" In der anständigen Presse ist es nicht üblich, von anonymen EinAn eine Kritik des Entwurfs kann erst herangetreten werden, sendungen nicht einmal solchen ganz harmlosen Inhalts- Ge- wenn die Richtigkeit der Meldung bestätigt ist. Wohl hat es den brauch zu machen." Die„ anständige Presse"! Von Einsendungen Anschein, als ob der Plan der Regierung in dem obigen kurz harmlosen Inhalts" hat natürlich niemand Anlaß, Kenntnis zu fizzierten Entwurf richtig wiedergegeben ist, denn er entspricht der geben. Unfre Veröffentlichungen trafen aber allemal nicht harmlose Absicht, eine„ Reform“ zu bewirken, die das alte Unrecht nur fortoder private Angelegenheiten, sondern Bestrebungen von größter fetzt. politischer Bedeutsamkeit. Wir wären begierig, ob die" Post", wenn Dertels Erziehungserfolge. ihr Nachrichten zufämen über geheime Absichten der Socialdemokratie, Aber auch Rußland ist nicht unthätig: es etablierte unlängst die geeignet wären, die konservative Partei zu erschüttern und zu zeitung" des durchgefallenen früheren Reichstags- Abgeordneten Dr. Die Dippoldsche Snutenerziehung, die in der Deutschen Tagess ein besonderes Vicekönigtum im Amurgebiet; Port Arthur, Daleh beseitigen, ob sie dann anständig" keinen Gebrauch machen würde. Dertel vertreten wird, wird auch in seinem einstigen Wahlkreis von ( das frühere Talienwan), Mukden usw. sind voll von russischen Die" Post" und ihresgleichen kommen nicht in die Lage, anonyme feinen Anhängern weiter vertreten. Das Freiberger Gericht hatte Soldaten; die russische Flotte wird im Meerbusen von Petschili kon- Zuschriften, die geheime Umsturzpläne ihrer Gegner verraten, sich Freitag mit solchem Fall Dertelscher Prügelpädagogik zu bes zentriert; dann versucht Rußland die japanische Regierung durch empfangen zu können, während die Hintermänner der" Post" in der fassen. Höflichkeiten und Schmeicheleien zu besänftigen. So ist der russische That die Pläne zum Umsturz der Volksrechte betreiben, zu deren Am Sonntag, den 28. Juni, ging der Buchhalter Seipt aus Resident Baron Rosen zum Gesandten erhoben worden. Alle Bekanntgabe jeder Freund des Vaterlandes sich verpflichtet fühlt. übrigen Mächte sind in Tokio nur durch Residenten vertreten. Gegen Nebenbei: daß die" Post" gegen unsre Veröffentlichungen besonders wärtig sind zwischen den beiden Mächten Unterhandlungen im Gange, um ein Stompromiß herzustellen. wild sich entrüstet, erklärt sich schon daraus, daß wir seiner Zeit ihren geheimen Chef als den hinterhältigen Verschlepper des gerade vom preußischen König gewünschten Kanalbaus entlarvten und aus seiner Stellung als Präsident der Seehandlung jagten. * Wahl des Herrn Dr. Kunze während der Wahlbewegung gearbeitet Freiberg, der als nationalliberaler Parteimann für die und auch kurz vor dem Stichwahltage noch ein Flugblatt als Verleger gezeichnet hat, in dem Oertel als das größere lebel bezeichnet war, nach dem circa zwei Stunden von Freiberg entfernten BauernWie heute berichtet wird, will Rußland der japanischen Redorfe Niederschöna zum Konzert. Unten in der Gaststube, wohin gferung bedeutende Zugeständnisse in Korea machen, wenn sie sich Seipt sich nach Beendigung des Konzerts begeben, wurde er schon von den westlichen Handelsmächten trennen wollte. Das heißt: mit den gröbsten Schimpfworten regaliert, so daß er es vorzog, Rußland will, daß sich Japan den Protesten der Handelsmächte Ein erheblicher Teil der bürgerlichen Blätter kann nicht umhin, wieder auf den Saal zu gehen. Er berbarg sich auf Anraten eines gegen die Nichträumung der Mandschurei nicht anschließt. Die Er- die Verurteilung wegen Majestätsbeleidigung als irrig und die Militärmusikers in dem neben dem Musikpodium befindlichen Aneignisse vom 8. Oktober sollen Japan nicht angehen. Diese Zu Strafe, die der Gerichtshof aussprach, als alles Maß überschreitend gingen. An die Thür, hinter der sich Seipt befand, hatte auf fleidezimmer, um dort zu warten, bis die Musiker mit ihm fort= mutung wurde vorläufig von Japan abgelehnt. zu kennzeichnen. wessen Geheiß, wurde nicht festgestellt ein Junge ein Plakat ge= So führt die Bossische Zeitung" aus: flebt, auf dem stand: Hier ist das kleinere Uebel!" Es dauerte Am wenigsten wird man der Ausführung des Staatsanwalts| nicht lange, dann stürmte eine Rotte Menschen in die Stube. Seipt Beipflichten können, daß unter Hoffreisen, Hofleuten, Hof auch der versuchte, sich auf das Musikpodium zu retten, wurde aber an den Kaiser als das Haupt des Hofes verstanden werden müsse. Unmög- Beinen es ging einige Stufen hoch heruntergezerrt und durch lich könne, so versicherte der öffentliche Ankläger, der Kaiser als den Saal geschuppt und gestoßen, wobei er mehrere Male hinfiel. ausgeschlossen gelten. Diese Auffassung widerspricht aller Erfahrung unten auf der Straße wurde er sofort wieder von einer großen und der Natur der Sache. Ein andres ist ein Herrscher, ein Schar umringt und bedrängt. Er will dort geschlagen und mit andres seine Umgebung. Wie man gegen die verantwortlichen Füßen getreten sein. Auf Zureden der Frauen ließ man endlich Minister zu Felde ziehen kann, ohne den Monarchen zu treffen von dem Gemißhandelten ab und gab ihm 5 Minuten Zeit, seine oder zu meinen, so muß es gestattet sein, gegen die oft ver- Sachen herauszuholen. Er hat sich dann noch eine ganze Zeit derbliche Thätigkeit von Hofleuten, auch des hinter einem an der Landstraße stehenden Strauchwerk verborgen, Die Frage, ob die ostasiatische Verivicklung zu einem Kriege führen werde, läßt sich nicht positiv beantworten. Sicher ist nur, daß Japan wegen der Nichträumung der Mandschurei nicht in einen Krieg gegen Rußland gehen wird. In dieser Frage, sind doch vor allem die westlichen Handelsmächte interessiert. Wenn diese nichts dagegen unternehmen, warum soll Japan seine Existenz aufs Spiel setzen? In diesem Punkte könnten nur die Vereinigten Staaten, England usiv. die führende Rolle übernehmen. Washington und London verhalten sich aber ziemlich passiv, so daß der 8. Oktober teine kriegerischen Folgen nach sich zu ziehen scheint. " 〃 weil er merkte, daß ein Trupp von Leuten, darunter ein Mann| zuschrecken oder durch Lächerlichmachung zu vernichten. Insofern Tag| ,, der Gedanke der Freiheit und Civilisation eine Stätte hat". Es mit einer Laterne, nach ihm suchte. So der Hergang der Sache. also kein Grund vor, den schriftstellernden Offizier zu verhaften. mag ja richtig sein, daß die„ Times" bei einem Besuch des Zaren Seipt hatte unter den vielen Angreifern zwei derselben bestimmt aber auch das Verwerten porträtähnlicher Züge ist in England eine andre Sprache führen würden, aber romanische erkannt, den Bäckermeister Grübler und den Gutsbesitzer Maul, das gute Recht des Dichters! beide aus Niederschöna, und sie zur Anzeige gebracht. Es sind circa Satiriker als Offizier nicht dulden will – gut, mag sie ihn ent- Diplomatic nicht. Heuchelei ist nicht eine ihrer Tugenden. Wenn die Armeeverwaltung einen Völker und Socialdemokraten im allgemeinen verstehen derartige 10 Zeugen geladen. Die Anklage lautet auf gemeinschaftliche ge= fährliche Körperverlegung in bewußtem und gewolltem Zusammen- lassen. Den Mann aber gleich zu verhaften, verrät eine fonderbare Nervosität. wirken. Die beiden Angeklagten leugneten den Thatbestand. Der Buchhalter Seipt dagegen befundet: Man habe ihm schon nach dem Konzert in der Gaststube zugerufen:„ Du bist der Schweinehund! Laß Dich nicht erwischen!" Maul habe ihn an den Beinen vom Podium heruntergezerrt und wiederholt mit der Faust in den Rücken gestoßen, daß er verschiedene Male hingestürzt sei. Er habe den Pfarrer Schoppe, zu dessen Füßen er vor der Saalthür hingestürzt sei, vergeblich gebeten, ihn in Schutz zu nehmen. Er sei dann die Treppe hinuntergestoßen worden. Auf der Straße habe man ihn umringt, gestoßen und geschlagen und ihm zugerufen, er solle gestehen, wer das Flugblatt verfaßt habe. Erst auf das Bitten der Frauen, die die Männer beschworen, doch von ihm abzulassen, man schlage ihn noch tot! habe man ihm erlaubt, seine Sachen zu holen. Er habe eine ganze Reihe von Verlegungen an Armen und Beinen erlitten und habe zwölf Tage nicht seiner Beschäftigung nach gehen können, leide auch seit jenem Vorfall an hochgradiger Nervosität und Schlaflosigkeit. Reihe Hautabschürfungen und blutunterlaufene Stellen am ganzen Ein ärztliches Zeugnis von Dr. Hester konstatiert eine ganze Von den Zeugen bestätigt der Pfarrer Schoppe, daß sich der Gemißhandelte an ihn hilfesuchend gewandt habe. Der Mann Gottes erklärte aber, er habe keine Veranlassung als Geistlicher des Ortes gehabt, sich in die entstandenen Händel einzumischen. Körper. Cigarrenhändler Heyne Freiberg ist einige Tage nach dem Vorfall in Niederschöna beim Angeklagten Maul gewesen. Als er in die Stube eingetreten, habe ihm Maul zugerufen:" Die Freiberger kriegen doch alle Haue!" Auf seine Frage, wer denn Prügel bekommen hätte, erhielt er von Maul zur Antwort:„ Wir haben den Freiberger tüchtig durchgewichst, den schönen Seipt. Das ist der gottverdammte Hund gewesen, der das Flugblatt geschrieben hat. Ich hab'n schönen Denkzettel angesetzt, da kann er zufrieden sein! Meine Fauft wird der noch lange fühlen, der Monsieur!" Und der ebenfalls anwesende Bäckermeister Grübler habe gesagt:" An mich mag er ooch gedenken, wenn er wieder nach Schöna kommt!" Die Frau des Gemißhandelten sagt aus, daß Seipt starke Schmerzen gehabt habe und noch heute über das eine Knie klage. Auch sei er ſeit jener Zeit außerordentlich nervös und furchtbar aufgeregt über alles. Nachts stehe er oft auf und sie müsse ihn zur Ruhe bringen. -Der Staatsanwalt befand sich in äußerst milder Stimmung, und das Gericht verurteilte wegen des gemeinsamen, organisierten Massenüberfalls auf einen einzelnen schwächlichen Menschen zu Strafen von- 40 und 20 Mark. In dieser Zeit furchtbarer Urteile wirkt diese Richtermilde wie ein freundliches Idyll. Nichts von sittlicher Entrüstung über die Feigheit des Angriffs, nichts von brutalem Terrorismus, der die Folge wüster Verhebung sei- es bleibt eine gelinde Rauferei, wie sie alle Tage vorkommt. In einer Stunde Bahnfahrt aber erreicht man jenes Löbtau, in dem fächsische Richter mehr als ein halbes Jahrhundert Zuchthaus und Gefängnis über unglückliche Arbeiter verhängten, die in begreiflicher Aufwallung einen verhaßten Bauunternehmer sicher nicht schlimmer verletzten, als Dr. Dertels prügelfrohe Anhänger einen politischen Gegner. Und furze Zeit ist erst verflossen, seitdem in Oberschlesien fast unschädliche Wahlausschreitungen provozierter Massen mit entsetzlichsten Strafen geahndet wurden. Weiterhin aber zeigt der Fall, wo die Partei- Verrohung zu finden ist, natürlich im Lager der Elemente, die alle Kultur hassen und hemmen. Berhaftung von Russen. In der„ Vossischen Zeitung" lesen wir: Am letzten Mittwoch wurden in Charlottenburg, wie man uns mitteilt, zwei Russen verhaftet. Der eine heißt Popoff; er hält sich in Berlin bereits seit einem Jahre auf. Der Name des andren, der in der Wohnung des Popoff ebenfalls verhaftet wurde, ist vorläufig unbekannt. Der Verhaftung ging eine Haussuchung voraus, die von zwei Kriminalbeamten und einem russisch sprechenden Dolmetsch vorgenommen wurde. Auf die Anfragen der Freunde der Verhafteten im Polizeipräsidium wurde erklärt, daß die beiden verhafteten Russen des Anarchismus verdächtig seien. Sie feien photographiert worden, um festzustellen, ob sie sich nicht in Rußland irgend welcher anarchistischen Umtriebe schuldig gemacht haben. Falls dieser Verdacht sich bestätigen sollte, würden beide Verhaftete nach Rußland ausgewiesen werden. Gescheiter wäre es auf alle Fälle gewesen, die öffentliche Aufmerksamkeit nicht auf das militärische Zeitbild" zu lenken " Ein Stenerkongreß sämtlicher deutscher Finanzminister findet in diesen Tagen zu Berlin statt. Man berät über die" Reichsfinanzreform", worunter die Herren freilich lediglich neue indirekte Steuern für das Reich und die finanzielle Loslösung der Einzelstaaten von der Verantwortung für ihre Beschlüsse im Bundesrat verstehen. Es giebt nur eine annehmbare Reichsfinanzreform: direkte Reichssteuern! feine 7. November 1902 Ausland. Zum französisch- englischen Schiedsgerichts- Vertrag. Paris, 16. Oktober.( Eig. Ber.) Ob es absichtlich geschah oder nicht, jedenfalls hat die Veröffentlichung des französisch- englischen Schiedsgerichts- Vertrages just am Tage der Ankunft des italienischen Königspaares in Paris den Urhebern desselben einen guten Dienſt geleistet. In diesen geräuschvollen und enthuſiaſtiſchen Feſttagen fehlt es im allgemeinen an Aufmerksamkeit und an der nötigen Stimmung, um den Vertrag nach seinem wahren, höchst bescheidenen Werte zu beurteilen. Das obligate rosafarbene Vergrößerungsglas gebenden" französischen Zeitungen auch aus der Mücke jenes Verder franko- italienischen Verbrüderungsfeier macht in manchen„ maßtrages einen Elefanten. 16. Oftober berichtet: Der Redakteur des„ Volksblattes" Genosse Zur Verjährung in Pressachen. Aus Halle wird uns vom Ernst Däumig war heute vor der Strafkammer wegen Beleidider Richter des Kriegsgerichts in Zabern angeklagt. gung des bekannten Rittmeisters Stietencron und Beleidigung Am merkwürdigsten ist das Verhalten der spezifischen Friedensapostel 11. August 1901 unter der Spigmarke:" Der Mörder Stietencron die beiden Regierungen zu dem hochbedeutsamen Ereignis, anstatt sich Er hatte am diesseits und jenseits des Kanals. Sie beglückwünschen einander und freigesprochen" eine Notiz veröffentlicht und darin u. a. gesagt, daß gerichts von neuem in einem eigentümlichen Lichte erscheine. zu wischen. die Freisprechung Aussehen errege und die Thätigkeit des Kriegs- und der Deffentlichkeit den diplomatischen Sand aus den Augen Abgeordneter D'Estournelles de Constant, zunächst Der Verteidiger Däumigs, Rechtsanwalt Herzfeld, machte Vorsitzender der französischen parlamentarischen Gruppe für interden Einwand 3. Mai 1902 bis zum der Verjährung geltend, da vom nationale Schiedsgerichte, schreibt in seinem Gratulationsbriefe an in der Sache Delcassé, den Minister des Auswärtigen, der franko- englische richterliche Handlung unternommen worden Vertrag sichere die Zutunft des Haager permanenten Schiedsgerichts waren, liege eine Frist von über 6 Monaten und sei die Sache nach des Friedens". Und die gleiche Begeisterungsfähigkeit zeigt die sei. Zwischen diesen beiden Tagen, an denen Termine angesetzt und bedeute eine neue Etappe zum hohen Ziel der„ Organisation § 22 des Preßgesetzes verjährt. Aushändigung der Beiakten durch die Staatsanwaltschaft im Civilprozeß Stietencron, An- ministeriell- socialistische Petite République", die in einem Artikel gerichts aus Zabern könnten schreiben an das Reichsgericht und Mitteilungen des Civil Gérault- Richards den Vertrag feiert als den Ausgangspunkt von Gnaden des„ demokratischen Geistes" richterliche einer zu stande Handlungen gelten. Die Verjährung sei damit nicht kommenden Föderation der Völker des gesamten alten Europa, unterbrochen. Der Staatsanwalt widersprach dieser Ansicht. um für immer das internationale Friedensreich zu begründen". Das Gericht erkannte auf Einstellung des fahrens und legte der Staatskasse die sämtlichen mit einigem Stolz" für die Socialisten aller Länder die„ Ehre", an Ber Ein weiterer Artikel derselben Zeitung( von Turot) reklamiert noch kosten zur Last. In der Begründung hieß es, das Reichsgericht den Lorbeeren D'Estournelles de Constants teilnehmen zu dürfen.... habe wiederholt anerkannt, daß Auskünfte auf Ersuch en des Staatsanwalts, wie im vorliegenden Falle, nicht als eine Hier wie dort die gleiche selbstzufriedene Genügsamkeit, die dem Unterbrechung der Verjährung gelten könnten. Jene Auskünfte und" realpolitischen" Geist der bürgerlichen Dekadenz eigen iſt. Handlungen wären nicht im Auftrage der richterlichen Behörde er= folgt; die Staatsanwaltschaft sei kein Organ des Richters und handelt als eine eigenmächtige selbständige Behörde. nicht als = " In Wirklichkeit ist der gefeierte Vertrag ein Messer ohne Heft und Klinge. Er ändert an dem bisherigen Zustande gar nichts. Schließt er doch aus dem Bereich des Schiedsgerichts gerade dies Effen a. d. R., 17. Oktober. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat jenigen Konflikte aus, die die Lebensinteressen, die Unabhängigkeit gegen die Direktoren der Gelsenkirchener Wasser- oder die Ehre der vertragsschließenden Staaten" und ferner„ die werke Hegeler und Findel sowie gegen den Ingenieur Schmidt Interessen dritter Mächte" berühren, mit einem Wort, all die und den Maschinenmeister Kiesendahl Anklage erhoben. Die beiden Konflikte, die irgendwie eine Kriegsgefahr bergen. Ja, selbst die Direktoren werden beschuldigt, direkt oder indirekt die Gelsenkirchener alten noch schwebenden französisch- englischen Streitigkeiten sind sämtTiphusepidemie im Jahre 1901 durch Herstellung und lich sorgfältig außerhalb des Vertrages gestellt worden. Damit Lieferung von Wasser verschuldet zu haben, das geeignet nicht genug, ist das eventuell wegen irgend einer Kleinigkeit anzuwar, die Gesundheit des menschlichen Körpers zu rufende Schiedsgericht von vorherigen rigorosen Abmachungen gefährden sowie durch dieselbe Handlung schwere Körperverlegung und den Tod von Menschen verursacht zu haben. Die beiden anderen der Kontrahenten abhängig gemacht worden, so daß jeder Angeklagten werden der Beihilfe bezichtigt. derselben es ſtets in seiner Hand hat, das Zustande vorgezogen hat, das Schiedsgericht von vornherein abzulehnen unter kommen des Schiedsgerichts zu vereiteln, falls nämlich er es nicht dem kautschukartigen Vorwand eines Lebensinteresses" oder der noch bequemeren nationalen„ Ehre". Der 15. sächsische Wahlkreis. Die„ Hilfe" bringt folgende abenteuerliche Notiz: es oder nicht." Blödsinn" zu bezeichnen. " Göhre sieht die Niederlegung des Mandates nicht als das Ende seiner politischen Laufbahn an, sondern will nur seinen Wahlkreis in der denkbar schärfsten Form vor die Frage stellen, Clemenceau, der einsame Hüter der altdemokratischen ob er mit ihm geht oder nicht. Wenn es ihm gelingt, dann hat Ideologie, hat sich nicht täuschen lassen. Er übergießt das von den er allerdings eine Stellung, die auch durch ein Parteigericht nicht bürgerlichen und ministeriell socialistischen Friedensaposteln bemehr zu erschüttern ist, denn eine Neuwahl unter jeßiger weihräucherte Werk mit der äzenden Lauge seines Spottes:... Und Sachlage würde bedeuten, daß der Wahlkreis ihm selbst die Geltungsdauer dieses Nichts haben sie mit unendlich im Fall der der Parteiverurteilung Treue halten will. ДБ komischem Ernst schriftlich auf fünf Jahre festgesetzt. Fünf ihm gelingt, muß abgewartet werden. Man wird von beiden Seiten scharf arbeiten und es ist an sich nicht Jahre lang soll alles beim alten bleiben. Dies ist ihr großartiger ausgeschlossen, daß Socialdemokrat gegen Social- Einfall. Vielleicht wollen sie damit sagen, daß es endlich gestattet demokrat kandidiert. Daß Göhre sich dieser Möglichkeit aus- sein wird, einen ernstlichen Schiedsgerichtsversuch zu machen vom setzen will, haben wir nicht angenommen, als wir in letter sechsten Jahre ab. Insofern hätte selbst diese Narrenposse einen Nummer über ihn schrieben, und müssen darum unser dort aus Wert. Allein es giebt noch etwas viel Schlimmeres als die Ohngesprochenes Urteil so lange zurücknehmen, bis der weitere macht das ist die Tartüfferie der Aktion( die heuchlerische ScheinVerlauf der Dinge zeigt, ob Göhre richtig gerechnet hat aftion), die für einen Tag den kleinen Menschen dienlich sein mag, Genosse Göhre ermächtigt uns, das Ganze als„ horrendesten die aber eine Zeitlang die großen Ideen herabwürdigt." Unter diesem Gesichtspunkte, angesichts des der Diplomatie gelungenen Blendwerks, erscheint selbst der symptomatische Wert des Vertrages um den Preis seiner inhaltlichen Nichtigkeit zu teuer erkauft. Mag er auch für die Intimität des anglo- französischen herzlichen Uebereinkommens" ein neues Zeugnis ablegen, der Idee der der Idee der internationalen Schiedsgerichte hat er einen schlechten Dienst geleistet. Man braucht aber freilich deshalb nicht dem Clemenceauschen Pessimismus zu verfallen, der ja nur im Rahmen des bürgerlichen Gesichtskreises berechtigt ist. Der proletarische Socialismus hat nie von der Diplomatie der kapitalistischmilitaristischen Staaten den Anbruch eines internationalen Friedenss wurde dieser Tage der Lieutenant Bilse vom Trainbataillon Ein neues Majestätsverbrechen. Beschlagnahmt wurde gestern reiches" erwartet. Das Schaugericht des französisch englischen Nr. 16 in Forbach. Bilse hatte unter dem Pseudonym„ Frizz von früh die Nr. 42 der anarchistischen Wochenschrift„ Neues Leben“. In- Vertrages ist ihm lediglich ein weiterer Beweis für die erfriminiert ist der Artikel Der Kaiser von Sahara", in welchem eine mutigende Wahrheit, daß der siegreiche Socialismus allein die Roman der Kyrburg" einen veröffentlicht, den er ein Majestätsbeleidigung enthalten sein soll. Es wurde in der Expedition Föderation der Völker und den wahren, den unbewaffneten VölkerMilitärisches Leitbild aus einer fleinen und der Druckerei des Blattes gehaussucht. Vier Exemplare der Garnison" betitelt hatte. Der Roman, der inzwiſchen kon- Nummer wurden beschlagnahmt. Das Manuskript des Artikels, auf frieden bringen kann und wird. fisziert ist, soll zwar das Offizierstreiben in ganz moralistischer welches hauptsächlich gefahndet wurde, wurde nicht gefunden. Der Schwarzmalerei geschildert, gleichwohl aber einzelne porträtartige verantwortliche Redakteur Karl Knobel wurde Frankreich. Züge und allerhand Indiskretionen aus der eignen Garnison des verhaftet. Verfassers enthalten haben, weshalb man diesen, sobald man seine Autorschaft entdeckte, schleunigst„ beurlaubte" und in Haft nahm. Dieser Mitteilung gegenüber können wir auf Grund behördlicher Angaben feststellen, daß die beiden Russen verhaftet worden sind, weil sie sich nicht genügend legitimieren konnten und im Verdacht des Schriftenschmuggels stehen. Von dem Verdacht anarchistischer Umtriebe ist gar keine Rede. Es ist ferner amtlich versichert worden, daß die Berliner Polizei nicht den empörenden, eines Kulturstaates unwürdigen Fall Kalajew wiederholen wird, der in der„ Voss. Zeitung" bereits am Schluß an gedeutet wird, daß sie nach Rußland" ausgewiesen werden. Wegen eines Romans verhaftet " Grober Unfug. In einer polnischen Wählerversammlung fiel, als von Bismarck geredet wurde, der Ruf:" Der ist schon krepiert". Als Thäter wurde ein Maurer festgestellt und vom Schöffengericht Schroda wegen groben Unfugs zu 15 M. Geldstrafe verurteilt. In der Begründung hieß es, die deutschgesinnten Streise fühlten sich durch derartige Aeuße rungen in hohem Grade verletzt und beunruhigt. Durch die Kaninchenäußerung des Grafen Büloto haben sich die polnisch gesinnten und übrigens auch alle nicht bülowistisch befangenen Streise auch in hohen Grade verlegt gefühlt. Man hat den Kanzler aber nicht wegen groben Unfugs prozessiert. " 1 " Vorwärts" und" Times". 4 Zum Streik in Nordfrankreich. In Armentières sind gestern abend neue Gendarmerieverstärkungen eingetroffen. Das Streiftomitee ersucht, nach einer„ Herold"- Meldung, die Ausständigen, bei dem morgen stattfindenden Referendum mit Rein" zu stimmen. Gestern wurden 42 neue Verhaftungen vorgenommen. sind gestern in den Ausstand getreten und begaben sich gruppenweise Die weiblichen Angestellten der Spinnereien in Dünkirchen vor die übrigen Fabriken und forderten die Arbeiter zur Niederlegung der Arbeit auf. Kavallerie schritt mehrfach ein, um die Demonstranten zu zerstreuen, mehrere Personen wurden verletzt. Das Wolffsche Depeschenbureau berichtet: London, 15. Oktober. Aus Anlaß der vertagten Romreise des Der Roman soll ein künstlerisch wertloses, mit groben Uebertretungen arbeitendes Tendenzwerk, eine wüste Karrikatur sein. Die Baren schrieb der Vorwärts in seiner Nummer vom 13. d. Mts.: Die italienische Socialdemokratie hat durch die Abweisung des Offiziere sollen als brutale Trunkenbolde, ihre Damen als äußerst Baren von der Schwelle ihres Landes den Gefühlen Ausdruck gefrei von Sitten geschildert sein. Während das Buch von Litteraten geben, welche in allen Ländern Westeuropas die Volksschichten und als plumpes, hämisches Machwerk bezeichnet wird, hat ein Kenner Parteien erfüllen, bei denen der Gedanke der Freiheit und Civilisation militärischen Lebens, wie der bekannte Oberst Gädtke, darüber eine Stätte hat." geurteilt: Zu dieser Bemerkung machte der Berliner Korrespondent der Das Buch giebt sich offen als Tendenzdichtung, die in erster Linie" Times" folgenden Kommentar: Wenn das socialistische Dünkirchen, 17. Oftober. Gestern nachmittag wurden berittene die kleinen Grenzgarnisonen mit ihren un leugbar vorhan- Organ diefelben Gefühle den Völkern Englands und Frankreichs zu- Jäger, welche die von den Ausständigen in Port St. Louis erdenen Uebelständen treffen will; aber der Verfasser überschreibt, so behauptet es etwas, was jeder weiß, daß es un richtete Barrikade zerstörten, von den Ruhestörern mit Ziegelsteinen treibt, indem er tausend Einzelzüge, die er hier und wahr ist...." beworfen. Ein Lieutenant, ein Unteroffizier und zwei Soldaten da zusammengelesen haben mag, zu einem Gesamtgemälde Daß der Berliner Times"-Korrespondent auch für Frankreich wurden verwundet. von erschreckender Wirkung vereinigt. Und so entspricht, wundert uns nicht, denn einige Times"-Korrespondenten Armentières, 17. Oftober. Wegen Teilnahme an den neulich steht ein Stimmungsbild grau in grau, ein trüber Novembertag sind gewöhnt, mit britischer Weitherzigkeit die Welt zu umfassen. verübten Brandstiftungen und Plünderungen sind weitere 41 Ausmit leise rieſelndem Regen, fallenden Blättern und dichtem grauen heute einige Ansichten über den Zarismus und Westeuropa, die mit worden. Das Ausstandskomitee fordert die Arbeiter auf, die BeAber die" Times" selbst sind heute andrer Meinung. Sie äußern ständige durch ein ziemlich starkes Truppenaufgebot festgenommen Nebel ohne ein die Luft reinigendes Gewitter. Und doch ist das Buch nicht ohne ernsten Hinter- denen des„ Vorwärts" übereinstimmen. Bei der Besprechung des dingungen der Fabrikanten abzulehnen. grund und ohne innere Wahrheit; es berührt Besuches des italienischen Königs in Paris sagen die" Times" in nicht gerade mit schonender Hand- Schäden, die thatsäch ihrem ersten Leitartikel: lich das Leben des Heeres und insbesondere die Gesundheit des Offizier corps zu bedrohen anfangen, es enthüllt aber auch Stimmungen, die nicht weniger gefährlich sind und sich keineswegs mehr auf die Kreise der„ verbitterten" Abgegangenen beschränken. In diesem Sinne ist es thatsächlich ein Zeitbild, das ich unsren Regierenden zu ernster Beachtung empfehlen möchte; es steht nicht ganz vereinzelt da und könnte wohl Veranlassung geben, die Höhe unsrer Vortrefflichkeit einmal mit unbefangenem Blicke nachzuprüfen.". = Gädtke ist also nicht der Ansicht, daß der Verfasser unter dem Deckmantel eines Romans bloß ein boshaftes Pasquill habe an den Mann bringen wollen. Er gesteht vielmehr dem Verfasser die ernste ehrliche Absicht des Satirikers zu, der Zeitübel bekämpfen will. Das Wesen der Satire besteht aber in der Uebertreibung, um ab" Spanien. Die Ideale, die die Völker Frankreichs und Italiens in Ueber die Straßenkämpfe in Bilbao ihrem öffentlichen Leben zu verwirklichen suchen, sind wesentlich wird der Voss. 3tg." aus Madrid gemeldet: Die Einzelheiten, die modern und progressiv; sie sind ebensoweit entfernt von den man jetzt über die jüngsten Ereignisse von Bilbao erfährt, sind recht feudalen Ueberresten, die noch in Mitteleuropa zu finden sind, wie erbaulich. Der Jesuitenpater Ortiz wird beschuldigt, den Anstoß zu von der dichten Finsternis und der byzantinischen Unterwerfung den blutigen Tumulten gegeben zu haben. Dieser Geistliche bestieg der halbasiatischen Monarchie Osteuropas. Ihre Einrichtungen nämlich, als die Wallfahrtsprozession vor der Muttergotteskapelle in des ganzen öffentlichen Lebens jener beiden Staaten( Frank- Begona hielt, eine unter freiem Himmel errichtete Rednerbühne und reichs und Italiens) sind auf den gleichen breiten Grund- heizte in einer flammenden Ansprache die Gläubigen gegen das lagen gebaut, auf welchen unsre eignen gebaut sind. Ver- liberale Gesindel" auf. Diese Rede schloß mit folgenden Fragen: trauen zum Volfe, Regierung durch und mit Hilfe des Schwört Ihr, die Jungfrau von Begona bis zum letzten BlutsVolkes sind, trotz aller Verschiedenheiten in Form und Grad, ihnen tropfen zu verteidigen? Seid Ihr bereit, der liberalen Kanaille und uns eigen, im Gegensatz zu allen andern Mächten der alten gehörig heimzuleuchten?" Diese Fragen wurden von der Menge mit einem kräftigen Ja beantwortet. Hierauf zog der Jesuitenpater aus der Tasche seiner Soutane einen geladenen Revolver hervor, mit dem er in der Luft herumfuchtelte, indem er rief:„ Es lebe die Jungfrau Welt." Dies ist ganz die politische Ansicht des" Vorwärts" über Rußland mit seiner halbasiatischen Finsternis und über West- Europa, wo " " " bon Begona! Es lebe die Religion! Es lebe das unabhängige jene Zeit des Socialistengesetzes gewidmet, unter dem Titel 25 Jahre| 4778,48 W., so daß ein Bestand von Biskaha! Nieder mit allem, was liberal heißt!" Die Menge schickte Kampf und Sieg soeben vom Verlage der Buchhandlung Vorwärts zu von 881,92 m. verblieb. Agitationszwecken wurden 3469,09 sich an, in diese Rufe einzustimmen, als sich in unmittelbarer Nähe ein herausgegeben worden ist. Eingeleitet mit einem Gedicht von Als einen fühlbaren Uebelstand bezeichnete es Ulm, daß auch Mark verausgabt. Mann erhob und mit der ganzen Kraft seiner Lungen schrie:" Es Clara Müller, giebt es in mehreren Artikeln von Bebel, Bern- in diesem Halbjahr wieder eine erhebliche Zahl von Mitgliedern lebe Spanien! Es lebe die Republik!" Einen Augenblick blieb alles stein, Motteler, Singer und Auer Erinnerungen aus den wegen restierender Beiträge gestrichen werden mußte. Auf Anstarr vor Erstaunen, bald aber gewann die Wut die Oberhand, als Beiten des schwersten Kampfes. Bernsteins Artikel ist der Geschichte des trag der Revisoren wurde dem Kassierer einstimmig Decharge er der Geistliche brüllte:„ Schlagt ihn tot, den republikani Züricher Socialdemokrat" gewidmiet, der, 1879 gegründet, vom teilt. schen Hund!" Die fanatische Menge, mit Stöcken, Revolvern und Wydener Kongreß 1881 an bis zum Oftober 1886 offizielles Organ folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Hoffmann, 2. Vorsitzender Die sodann vorgenommenen Vorstandswahlen hatten Totschlägern bewaffnet, fiel über den Unglücklichen her der deutschen Socialdemokratie war, aber auch danach noch bis zu Menzel, 1. Schriftführer Prothmann, 2. Schriftführer und machte ihn im Nu nieder. Man hielt ihn für tot und seinem Eingehen 1890 dasjenige Blatt blieb, in welchem die In- Künstler, 1. Kassirer Im, 2. Kassierer Fraczyk; Beisiger: Tieß ihn liegen, er starb aber erst einige Stunden später. In Begona teressen der Partei am rücksichtslosesten vertreten werden konnten. Lemm, Klamm, Wicht, Laafer, Bids und Dolata; wurde zu derselben Zeit eine Arbeiterversammlung ab- Der Artikel trägt an der Spizze eine verkleinerte Nachbildung des Revisoren: Be chert, Gutsche und Michaelis. gehalten. als die Arbeiter, zumeist Socialisten und Republikaner, Kopfes des Socialdemokrat". Als ein Dokument aus jener Zeit ist Hierauf hielt Genosse Dittmar einen beifällig aufgenommenen erfuhren, daß einer der ihrigen totgeschlagen auch der Rote Teufel" zu bezeichnen, der die preußisch- deutschen Vortrag über die Aufgaben von Staat und Kommune". In der worden war, griffen sie die aus etwa 15 000 Personen Gewalthaber jener Zeit nicht wenig geärgert hat, von den heutigen nachfolgenden Aussprache wies u. a. Genosse Thä der auf den hohen bestehende Prozession von allen Seiten an. Der Parteigenossen aber nur wenigen bekannt sein dürfte. Eine ver- Wert der Arbeiter Bildungsschule hin und ermahnte die Kampf pflanzte sich auf der ganzen Strecke zwischen Begona und kleinerte Abbildung seines Kopfes wird gleichfalls gegeben. Neben Anwesenden, jeder sein Teil zur Hebung der allgemeinen Volks Bilbao fort. Die Klerifalen waren auf den Angriff vorbereitet, andren Abbildungen bringt die Festschrift drei hübsche Bildchen als bildung durch Unterstützung dieses Inftitues mit beizutragen. Mit denn sie zogen sofort Schußwaffen hervor und Proben des Humors, der die Genossen auch unter dem Socialisten- einem warmen Appell an die Genossen, bei den bevorstehenden machten davon Gebrauch. Man sah viele Geistgesetz nicht verlassen hat. Es ist nicht mehr und nicht weniger wie Landtagswahlen ihre Schuldigkeit zu thun, schloß der Vorsitzende die liche mit dem Revolver in der Hand. Der katholische der Vorläufer der Parteitags- Ultzeitungen, geschaffen auf dem gut besuchte Versammlung. Abgeordnete Urquijo teilte Deg en stöde unter die Gläubigen aus. Wydener Kongreß, bisher aber nur den Beteiligten bekannt gewesen. Es ist amtlich festgestellt worden, daß vom Glodenturm einer Darin wird unter anderm Kautsky als Nach Berufen geordnet sehen sich die Mitglieder des Wahlvereins Reformdudler ver- wie folgt zusammen: Albumarbeiter 2, Arbeiter 545, Agent 1, AnKirche und vom katholischen Klublokale in Bilbao spottet und was das hübscheste ist: Kautsky selber ist der Zeichner. schläger 2, Bäcker 5, Barbiere und Friseure 39, Bauarbeiter 16, Biersowie vom Garten des Jesuitentlosters in Deusto Möge das Erinnerungsblatt den Jüngeren, die jene Zeiten noch abzieher 2, Bierfahrer 2, Bierverleger 4, Bildhauer 38, Böttcher 7, auf die Arbeiter geschossen worden ist. Der Gärtner nicht als Parteigenossen mit durchlebten, ein Ansporn sein, denen Bretterträger 2, Brunnenbauer 1, Buchbinder 54, Buchdrucker 31, der Jesuiten von Deusto wurde von einem liberalen Manifestanten nachzueifern, die Gut und Blut für ihr Jdeal einsetzten; den Aelteren Buchhalter 2, Bügler 2, Bürstenmacher 4, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter getötet, nachdem er verschiedene Arbeiter durch Messerstiche schtver ist es eine stolze Genugthuung, zu sehen, daß nicht umsonst gefämpft 3, Brauereibefizer 1, Bureauvorsteher 1, Bademeister 1, Cigarren verwundet hatte. Der Abgeordnete Urquijo wurde unter Anklage wurde. arbeiter 30, Ciseleure 5, Chemigraphen 1, Konditoren 1, Dachdecker gestellt, nicht nur während seines Verhaltens während der Prozession, Polizeiliches, Gerichtliches ufw. sondern auch wegen einiger beleidigenden Telegramme an die 16, Drahtiveber 1, Drechsler 51, Dreher 60, Drücker 23, Expedienten Abgelehnter Majestätsbeleidigungsprozeß. Regierung. In Bilbao wurden drei Geistliche Die Mecklen 3, Filzschuh- Arbeiter 1, Former 48, Fabrikaufseher 1, Fenstertoegen burgische Volkszeitung" hatte gelegentlich eines Artikels über den pußer 1, Färber 1, Fabrikanten 1, Feilenhauer 1, Galvaniseure 5, Gebrauchs von Feuerwaffen während der Pro- Wismarer Vertrag von einem redelustigen mecklenburgischen Herzog Gärtner 6, Gast- und Schankwirte 211, Gerber 7, Gießer 14, Glafer 5, zession verhaftet. Die Zahl derjenigen, die bei den Tumulten erzählt, der vor 200 Jahren gestorben ist. Darin sah die Rostocker Goldarbeiter 2, Graveure 9, Gürtler 93, Gesanglehrer 1, Glas das Leben eingebüßt haben, beläuft sich, soweit bis jetzt bekannt, Staatsanwaltschaft eine Beleidigung des in dem Artikel gleichfalls schleifer 11, Händler 65, Handlungsgehilfen 2, Hausdiener 42, auf 6, die der Verwundeten auf 60. An 80 Personen wurden erwähnten regierenden Großherzogs von Mecklenburg und beantragte verhaftet. die Verfolgung des Blattes. Die Strafkammer in Rostock hat am Verfahrens abgelehnt. Sonnabend, wie uns telephonisch gemeldet wird, die Eröffnung des Amerika. Heilgehilfen 3, Heizer 5, Holzarbeiter 8, Hutmacher 2, Inspektoren 1, Ingenieure 1, Kartonarbeiter 4, Kaufleute 14, Kellner 15, Kistens Prosperität und Lage der Arbeiter. Der Bundes- Arbeitsmacher 7, Klavierarbeiter 19, Klempner 79, Korbmacher 8, Kupfer schmiede 10, Kürschner 5, Kutscher 24, Krankenwärter 1, Kassierer 1, statistiker Wright hat, so wird uns aus New York geschrieben, Lackierer 14, Lageristen 2, Lederarbeiter 39, Lithographen 3, Maler vor seinem Rücktritt von dem Posten noch eine seiner bekannten Arbeiten im Interesse des großkapitalistischen Ausbeutertums geleistet, und Anstreicher 43, Maschinenarbeiter 31, Maschinisten 4, Maurer 300, Aus Induftrie und Handel. Mechaniker 20, Metallarbeiter 74, Monteure 13, Müller 1, Musiker 8, nämlich ein an der der Hand authentischer Zahlen" verfaßtes Bulletin über die Erhöhung von Lebensmittelpreisen und Löhnen in wird aus Essen berichtet:„ Wie ich von unterrichteter Seite höre, mutterarbeiter 3, Polierer 11, Porzellanmaler 7, Posamentiere 7, Rheinisch- Westfälisches Kohlensyndikat. Der„ Franks. Zeitung" Marmorschleifer 1, Möbelpolierer 70; Dekonomen 1, Pader 9, Perlden Jahren der„ Prosperität". Dabei ist ihm aber ein Lapsus sind die Verhandlungen wegen Einbezuges der Zechen des Aachener Präger und Presser 7, Privatiers 1, Buzzer 4, Reiſende 2, Rohrleger passiert. Wright war ivie das ja nicht anders sein konnte einer Reviers in das Kohlensyndidat flott im Gange und nehmen einen und Helfer 17, Rammer 1, Rahmenmacher 2, Sattler 44, Schlächter 6, derjenigen, welche den Mund nicht voll genug nehmen konnten über günstigen Verlauf. Ebenso befinden sich, wie im Zusammenhange Schleifer 52, Schlosser 190, Schmiede 25, Schneider 46, Schriftgießer 10, die glänzende Lage, in welche die Arbeiter durch jene damit in eingeweihten Kreisen erzählt wird, die Verhandlungen mit der Schriftfezer 43, Schriftsteller 1, Schreiber 4, Schuhmacher 59, Schaffner 2, Profperität gebracht worden seien. Und nun kommt er bei seinen Firma Haniel wegen Rheinpreußen in einem günstigen Stadium. Silberarbeiter 8, Spediteure 2, Steinarbeiter 2, Steindrucker 11, neuen Untersuchungen zu dem Resultat, daß, entgegen den Dar- Die in Berliner Blättern enthaltene Angabe von einem Entgegen- Steinſezer 5, Stellmacher 17, Stepper 2, Stereotypeure 1, Stodstellungen in den betreffenden Fachblättern( Dunn's und Brad arbeiten der Firma Thyssen u. Co. als Besizerin der Gewerkschaft arbeiter 2, Stuffateure 12, Stuhlflechter 1, Tapeziere 23, Tischler 611, street's), wonach die Preise der Lebensmittel in den letzten Jahren um" Deutscher Kaiser" gegen das Kohlensyndikat dürfte kaum zutreffend Töpfer 72, Tuchmacher 2, Täschner 8, Tanzlehrer 1, Uhrmacher 7, 25 bis 30 Prozent gestiegen seien während die Lohnerhöhungen in fein; wenigstens kann ich mitteilen, daß die genannte Gewerkschaft Vergolder 32, Versicherungsbeamte 2, Weber 18, Wertführer 1, den günstigsten Fällen 15 bis 20 Prozent betrugen in der bei der jüngsten Ausschreibung der badischen Eisenbahn- Direktion Werkzeugmacher 1, Zimmerer 84, Zuschneider 2, Zeichner 2; ohne Prosperitäts- Periode Lebensmittelpreise und Löhne im gleichen feine Offerte abgegeben, sondern die Anfrage dem Syndikat zur Er- Berufsangabe 25; insgesamt 3898. Verhältnis gestiegen seien. Damit giebt er also ledigung überwiesen hat." selbst zu, daß sich die Arbeiter während dieser Periode relativ nicht besser gestanden haben, wie vor derselben! Das Einzige, was die Arbeiterklasse von derselben hatte, wird bei derartigen statistischen Arbeiten" kapitalistischer Soldschreiber nicht oder nur nebensächlich behandelt: daß einesteils ein größerer Teil derselben Verwendung in der Produktion fand, also eine Verminderung der„ Reservearmee Arbeitsloser" vor sich ging, andernteils die Beschäftigung, d. i. die Ausnutzung der Arbeitskraft der Arbeiter, eine stabilere war. " Landtagswahl. . mit einem Bankow. Am 13. Oktober cr. tagte bei Roczycki die Generalversammlung des Wahlvereins, die außerordentlich gut besucht war. Die Zahl der Mitglieder ist im letzten Jahre von 340 auf 520 einschließlich derjenigen in Nieder- Schönhausen, Französisch- Buchholz, Mühlenbeck, Schönwalde und Groß- Schönebeck gestiegen. Der Kassens bestand beträgt 653,73 M.( 1902: 452,70 m.), bei einer Einnahme bon 1091,14 M. und Ausgabe von 427,41 M. Das Programm für die Vereinsthätigkeit war durch die Zollvorlage und die Reichstagswahl gegeben, und es sind vorwiegend Vorträge über politische Themata gehalten worden. Die Filialen des Vereins in den eingangs erwähnten Orten haben bei der Wahlagitation den Stammverein recht wirksam entlastet. Die Generalversammlung erteilte dem Vorstand nach kurzer Debatte einstimmig Decharge. Der Vertrauensmann, Genosse de ubig, berichtete, daß der Bezirk im verflossenen Jahre über 1400 M. aufgebracht habe, daß in Pankow und Nieder- SchönHausen 10 öffentliche Versammlungen stattgefunden haben und Preiserhöhung für Ruhrkohlen. Kaum ist die Erneuerung des Kohlensyndikats gesichert, so greift dieses auch schon zu einer Preiserhöhung. wie die„ Kölnische Zeitung" meldet, ist das Syndikat bereits dazu übergegangen, in einzelnen besonders begehrten Sorten für Bezüge nach dem 1. Oktober 5. J. um eine Mark pro Tonne höhere Preise zu fordern. Industriekfohlen bleiben bisher von dieser Maßnahme ausgenommen. Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebietes im Jahre 1902. Das Kaiserliche Statistische Amt hat nunmehr mit dem soeben veröffentlichten Heft XXIV des Bandes 152 der Statistik des Deutschen Kontrollversammlungen an Wahltagen sind auch Reiches die Darstellung des auswärtigen Handels des deutschen ZollWahltagen sind auch bei den preußischen Landtagswahlen angesetzt worden, so im Bezirk Spandau. gebietes mit den einzelnen Ländern im Jahre 1902 zum Abschluß preußischen Landtagswahlen angesetzt worden, so im Bezirk Spandau. gebracht. Das Heft giebt ein Verzeichnis der einzelnen HerkunftsHat der Militarismus wirklich das Recht, die Staatsbürger ihrer und Bestimmungsländer, faßt alsdann in den Hauptergebnissen die politischen Rechte zu berauben? Man sollte die Frage reichsgefeßlich Einzelergebnisse des in den vorangegangenen 23 Heften dargestellten 6 Agitationstouren unternommen worden sind. Die Erfolge zeigten regeln. Handels vom Jahre 1902 zusammen und vergleicht die Gesamt- sich bei der Reichstagswahl, bei der sich die Stimmenzahl im Bezirk Eine Lehre für den preußischen Freifinn nennt das„ Offenbacher summen mit den Hauptergebnissen seit 1897 nach Einfuhr und Aus- fast verdoppelt habe. In der Diskussion wird auch die LandtagsAbendblatt" die Landtags- Ersatzwahl für den Stadtkreis Darmstadt. fuhr des Special- und des Gesamteigenhandels. Im Specialhandel wahl erörtert, nachdem der Vertrauensmann einen Ueberblick über Dort wurden, so schreibt unser Parteiblatt, auf die Wahlmänner- des deutschen Zollgebietes mit den einzelnen Erdteilen betrug hier- die Agitation für dieselbe und die einzuschlagende Taktik gegeben lifte der nationalliberalen Kandidaten Landgerichtsrat Buff nach im Jahre 1902 die Einfuhr aus hatte, bei deren Durchführung es in Pankow leicht sein würde, die und Architekt Müller 2170, auf die der freisinnigen Kandidaten Dem Vertrauenss Unzulänglichkeit des Wahlsystems zu beweisen. .. 361 147 101 dz Gesamtwert( in 1000 M.) von 3 617 703 mann wurde einstimmig Decharge erteilt. Gewählt wurden: 1. Vors Fabrikant Langenbach und Buchhändler Säng 780 und auf die der 164 161 sigender: Genosse Dr. Laufenberg( Genosse Hilse ist verzogen), socialdemokratischen Kandidaten Arbeitersekretär Sparr und Kassen- Asien 417 962 2. Vorsitzender: Genosse Pezold, Kassierer: Genosse Summert, einnehmer Friedrich 1365 Stimmen abgegeben. Landgerichtsrat Amerika 1 477 590 1. Schriftführer: Genosse Sonntag, 2. Schriftführer: Genosse Buff und Architekt Müller können demnach als gewählt angesehen Australien und Völker, Beisiter: Genossen Eichler, Fengler, Riebke; Lokalkommission: Genossen Schön und Schaum. Beschlossen wurde sodann nach lebhafter Debatte, die noch bestehenden Zahlstellen aufzuheben und das Einziehen der Beiträge ausschließlich durch die Bezirkskassierer bewirken zu lassen. Einem Vorschlag des Genossen Hoffmann, in den einzelnen Bezirken besondere Zusammenfünfte unter Leitung der Bezirkskassierer zu veranstalten, wurde nicht zugestimmt. Die Beschwerde eines Mitgliedes über den Pankower Schuldiener Jese rich erledigte sich durch die Beantwortung des Gemeindevertreters Genossen Eichler. Ein Antrag der Töpfer, begründet vom Genossen Kronfeld, einen lokalorganisierten Töpfer, den Genossen Bröbrod auszuschließen, wurde nach langer Debatte und heftiger Geschäftsordnungsdebatte gegen eine sehr starke Minderheit dem Vorstand zur Beschlußfassung überwiesen. Protokoll vom Parteitag wird den Mitgliedern, die dasselbe bei den Bezirkskassierern bestellen, zum Selbstkostenpreise abgegeben. Zur Kreiskonferenz am 29. Oktober cr. werden die Genossen Jügler, Zum aufenberg, Sonntag, oinke delegiert. Schluß machte der Vorsitzende bekannt, daß das Stiftungsfest am 14. November cr. bei Ebersbach in Pankow gefeiert würde. werden. Im Herbst vorigen Jahres siegten mit ganz wenigen Stimmen Mehrheit die freisinnigen Kandidaten mit Hilfe der Socialdemokratie. Die Wahl wurde mit Erfolg angefochten. Afrika • 4 676 080 10 365 993 " " " " • " " " " 55 181 545 " " " " 1720 753 " Polynesien. Nicht ermittelt ( feewärts) 265 047 Zusammen. 433 356 519 die Ausfuhr nach Unfre Genossen verlangten nunmehr von den Freisinnigen, daß ihnen ein Mandat überlassen werde. Das lehnten Europa. die Freisinnigen ab, fie gaben der Ueberzeugung Ausdruck, Afrika daß unsre Genossen doch für die freisinnigen Kandidaten stimmen Asien würden. Natürlich hatten unsre Genossen nicht die geringste Neigung, wieder für diese Partei ins Zeug zu gehen. Es wurden zwei socialdemokratische Kandidaten aufgestellt. Die Freifinnigen brachten ganze 780 Stimmen auf, unfre Genossen dagegen, die für nichts Wahlhilfe leisten sollten, musterten 1365 Wähler. Mit 25 Stimmen Mehrheit haben die Wahlmänner der Partei Drehscheibe" gesiegt". Bei verständigen Verhalten der Freifinnigen wären die Nationalliberalen mit der zehnfachen Mehrheit geschlagen worden. Ob nicht wenigstens hier und da preußische Freifinnige aus dieser Generalprobe für die Richtersche Selbstmord- Tragikomödie etwas lernen werden? Partei- Nachrichten. 1878-1903. • • " " " " " " " " " 322 155 795 " " " 2 240 031 " " " " 4 764 245 " " " " 20 056 269 W " " " 1 060 124 " " " " 19 132 " " Amerika Australien und Polynesien. Nicht ermittelt ( seewärts) Busammen.. 350 295 596 . " " " " 122 661 5 699 5 805 776 3 766 657 91 808 202 899 703 509 47 214 746 4812 888 Für die Benutzung und die richtige Beurteilung der Angaben in den Tabellen des Bandes 152 find furze Erläuterungen gegeben, in welchen das Wesentliche über die Grundlagen der Statistit des auswärtigen Handels, die Ermittelung der Einheitswerte und die Einrichtung selbst niedergelegt ist. Verfammlungen. Das Lichtenberg. Eine gut besuchte Volksversammlung, zu der auch die Gegner besonders eingeladen waren, hörte einen Vortrag des Genossen Arthur Stadthagen über das Thema:" Auf zur Landtagswahl!" und bezeugte durch großen Beifall ihr Einverständnis mit den Ausführungen des Redners. Genosse Stadthagen beBierter Wahlkreis( Süd- Ost). Der socialdemokratische leuchtete die Parteien im Junterparlament, insbesondere die Wahlverein hielt am Donnerstag in der„ Urania" seine ordent- Heuchelei der Konservativen, speciell ihre angebliche Königstreue, die liche Generalversammlung ab. In dem Vorstands doch nur gipfelt in dem Saze: Der König absolut, wenn er unfern bericht teilte Hoffmann u. a. mit, daß im verflossenen Halb- Willen thut. Beispiele aus der Zeit von 48/49 und die Bespizgelung jahr drei Mitgliederversammlungen abgehalten wurden und zwei des Königshauses in den 50er Jahren illustrierten diesen Saz. Die In wenigen Tagen ist das Vierteljahrhundert verflossen, an Versammlungen, die zur Information der Mitglieder über liberalen Parteien und deren Thun und Lassen kritisierend, kommt dessen Beginn das schändliche Gesetz erlassen wurde zur Vernichtung die Technik der Landtagswahlen dienten. Dem Verein Redner zum Schluß: Soll dem reaktionären Gebaren des preußigegenwärtig 3898 Mitglieder der größten Kulturbewegung unsrer Zeit, der socialdemokratischen hören an gegen 2250 im schen Klaffenparlaments Einhalt gethan werden, dann muß die An den liberalen Arbeiterbewegung. Es vernichtete mit brutaler Faust Tausende von Oftober vorigen Jahres; das bedeutet einen Zuwachs von Socialdemokratie in den Landtag einziehen. Existenzen, es schlug Wunden, die dem Ueberlebenden heute noch 914 Mitgliedern, wovon 785 auf das letzte Halbjahr kommen. Parteien wird es liegen, ob der Junkerübermut gebrochen werden brennen, aber es ging zu Grunde an seiner eignen Unmöglichkeit; Trop dieser erfreulichen Zunahme tonstatierte der Vor- wird. Die Versammlung wählte dann einstimmig ein aus 7 Parteis und wenn es noch härter grausamer gewütet hätte, sigende jedoch, daß die Zahl der gewerkschaftlich genossen bestehendes Wahlfomitee und wurde Genosse Seitel, noch zehnfach viel Elend über die Kämpfer des organisierten Arbeiter zu den politisch organi Stronprinzenstr. 50, als derjenige bezeichnet, an den alle Anfragen Proletariates gebracht hätte: sein politischer Erfolg wäre sierten nach wie bor in einem argen Miß- in Sachen der Landtagswahl, soweit der Bezirk Lichtenberg in Frage fein andrer gewesen. Eine Kulturbewegung, die von der geschicht verhältnis steht. Besonders seien es die größeren Getvert- tommt, zu richten sind. lichen Notwendigkeit getragen wird, kann durch keine Gewaltmittel schaften, die anscheinend nicht genügend Wert darauf legen, daß ihre Mitso ge= verhindert werden; fie trägt ihre Aufhebung einzig in ſich ſelber. glieder auch gleichzeitig der politischen Organiſation angehören. Letzte Nachrichten und Depeschen. Frankfurt a. M., 17. Oktober.( W. T. B.) Wie die Frankfurter Ihre Erfüllung ist ihre Aufhebung. Und so sieht die Socialdemo- wohnen z. B. etwa 2000 Holzarbeiter und 800 Maurer in dem Kreise; fratie als Trägerin dieser Bewegung heute mit stolzer Verachtung von diesen sind aber 611 resp. 300 im Wahlverein. Gegenüber dem auf das längst gefallene Gewaltgesetz als ein Dotument der Un- Vorjahre ist dies allerdings ein kleiner Fortschritt, denn Zeitung" aus Saloniki meldet, wurde in der vergangenen Nacht die kultur. Des vergangenen Zeitraums von 25 Jahren aber können wir damals betrug die Zahl der politisch organisierten Holz- einem nach Kilindir gehenden Militärzuge vorauffahrende Maschine uns trop aller Erbitterung, die bei dem Gedanken an die Opfer des arbeiter 506 und der Maurer 208. Immerhin müsse aber von Bulgaren in die Luft gesprengt; der Maschinenführer wurde Socialistengeseßes uns erfüllt, mit Stolz erinnern als einer ausdrücklich betont werden, daß eine energischere Agitation in den schwer verwundet, der nachfolgende Zug blieb unversehrt. Zeit, die uns trop der harten Unterdrückungen ein Gewerkschaften zu Gunsten des Wahlvereins eine zwingende Belgrad, 17. Oktober.( W. T. B.) Sechs am Nischer Komplott gewaltiges Stück Weges dem Ziele näher gebracht hat. Das Ver- Notwendigkeit ist. Die bloße Abgabe eines socialdemokratischen beteiligt gewefene Offiziere, die zu einer ein Jahr übersteigenden gangene erfüllt uns zugleich mit der festen Zuversicht, daß keine Stimmzettels genüge nicht, hier sei eine thatkräftige persönliche Mit Freiheitsstrafe verurteilt worden sind und dadurch ihren Offiziersäußere Macht uns hindern kann an der Erreichung des gesteckten arbeit jedes dentfähigen Arbeiters in der Organisation erforderlich. rang verlieren, sind aus der Armee ausgestoßen und heute der Zieles, das arbeitende Voll aus der Kapitalsknechtschaft zu befreien. Den Kassenbericht gab Im. An Einnahmen inkl. Bestand Polizeidirektion ausgeliefert worden, um nach der Strafanstalt in Diese Gedanken weckt das Festblatt, das, der Erinnerung an erzielte der Verein 5110,40 M.; die Ausgabe dagegen betrug Bozarcovac überführt zu werden. Berantwortl.Nedakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 244. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 18. Oktober 1903. Auf die Schanzen zur Gegenwehr! Kollegen und Kolleginnen! Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands! Acht volle Wochen währt der Kampf der ausgesperrten 8000 Kollegen und Kolleginnen Crimmitschaus und noch immer ist ein Ende nicht abzusehen! Das vereinigte Unternehmertum rechnet mit Bestimmtheit darauf, daß der Albezwinger Hunger unsre Kämpfer für den Zehnstundentag, unsre Kämpfer für menschenwürdige Eristenz mürbe machen werde, so daß sie bedingungslos zu Kreuze friechen müßten. Und dann wehe, dreimal wehe den Besiegten! Nicht das Crimmitschauer Unternehmertum allein steht uns in diesem Kampfe gegenüber, sondern das Unternehmertum ganz Deutschlands hat sich unverhohlen gegen jede Bestrebung nach Verfürzung der Arbeitszeit ausgesprochen. Der energischte Widerstand soll den Wünschen der Arbeiter entgegengesetzt werden. Vom deutschen Textilunternehmertum ist das nicht anders zu erwarten! In diesem Kampfe sind uns von seiten der deutschen Arbeiter sowie von bürgerlicher Seite so viele Beweise der Anteilnahme zu teil geworden, daß wir nicht glauben können, daß eine solche Bewegung, welche sich so weitgehender Sympathie erfreut, zu ungunsten wegung, welche sich so weitgehender Sympathie erfreut, zu Ungunsten der Kämpfenden verlaufen kann und wird. Die Arbeiterschaft Deutschlands hat in großartigem Maße Sympathie geübt durch finanzielle Unterstützung. Finanzielle Unterstügung ging auch von bürgerlicher Seite ein. Die nationalsocialen Vereine zu Dresden und Leipzig sandten solche. Im Begleitschreiben des ersteren ist die Rede davon, daß in diesem Kampfe das nationale Interesse mit besonderer Deutlichkeit auf seiten der Arbeiter ift". Das Begleitschreiben des letzteren Vereins sagt, daß man Anerkennung haben müsse für die Arbeiter, die für so hohe ideale Forderungen ihre Existenz, ihr alles aufs Spiel setzen". Die Ueberzeugung, daß dieser Zeitpunkt aller wissenschaftlichen Erfahrung nach kommen wird, zur Erlösung der gesamten Menschheit aus den kapitalistischen Banden, kommen muß, das ist das gemeinsame Band, welches die socialdemokratische Partei umschließt, ist die unwiderstehliche Straft unsres Endzielgedankens. Organisationsarbeit zu erreichen sei. Der Echluß seiner Erklärung Bezüglich des Streits in Velten wurde mitgeteilt, daß ein lautet: erneuter Versuch, mit den Unternehmern zu verhandeln, von diesen " Ich bestreite mit aller Entschiedenheit, daß das eine neue abgelehnt worden ist. Der Kampf scheint ein hartnäckiger zu werden, revisionistische Taktik ist, wenn wir es für nötig halten, den Massen da die Veltener Ofenfabrikanten von den Berliner Unternehmern zu sagen, so schnell sind wir nicht im stande, mit dem heutigen scharf gemacht werden. Allem Anschein nach ist der Vorrat von ihn im internationalen Getriebe zu halten und zu leiten. Wo hat tanten auf ihrem Standpunkte beharren, sich mit den Arbeitern nicht Menschenmaterial den socialistischen Staat aufzurichten, geschweige Material in Velten nur noch gering, und wenn die Veltener FabriStart Mary in seinem Kapital" den Zeitpunkt festgesetzt, an dem die verständigen und so die Produktion auf längere Zeit unterbinden, dürfte Expropriation der Expropriateure erfolgen wird? ihnen ein großer Teil des Berliner Marktes, ihres hauptsächlichsten Absatzgebietes, für immer verschlossen werden, denn bereits hat auf den Berliner Bauten Material aus andren Städten der Ofenfabrikation, besonders aus Meißen, Eingang gefunden. Wie weit das bis jetzt der Fall ist, soll durch Erhebungen festgestellt werden. Zu diesem Zweck ersucht die Berliner Ortsverwaltung des Töpferverbandes ihre die Länge der Wegstrecke, die noch vor uns liegt, über die beschleunigst mitteilen, wo und in welchem Umfange Material berNicht über das Ziel- ja nicht einmal über den Weg, nur über Vertrauensmänner, daß sie dem Bureau: Neue Friedrichstr. 20 wegenden Kräfte und die Beschaffung der Machtmittel sind sich arbeitet wird, welches nicht aus Velten stammt. Radikale und„ Revisionisten" heute so uneinig, wie vor dem Dresdener Parteitag. Ich möchte aber auch den Wundermann sehen, der sich vermessen wollte, über diese Probleme drei Millionen Köpfe auf eine Lösung zu vereinigen, und es wird schließlich dem Genossen fällte am Freitag die Strafkammer in Breslau über einen Maurer, Bebel wohl nichts übrig bleiben, so wie er nach seiner Ueberzeugung der zwei Kollegen zum Eintritt in den Verband zu veranlassen suchte. seinen Weg zum Wohle der Partei wandelt, mit etwas größerer Auf einem Bau wollten am 18. Auguſt die Gebrüder Kühn, die in Ruhe auch die ehrlichen„ Revisionisten" trotz einiger abweichender den Kreisen der Verbändler als unorganisierte Arbeiter bekannt Anschauungen ihre Kraft in den Dienst der Sache stellen zu lassen." Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Ein furchtbares Urteil waren, als Maurer zu arbeiten anfangen. An sie trat früh beim Auskleiden der Maurer Josef Machate heran und forderte fie auf, dem Verbande beizutreten oder die Arbeit nicht erst aufzunehmen, denn die älteren Kollegen dächten nicht daran, mit Unorganisierten zusammenzuarbeiten, das führe nur zu Zwietracht und Zank. Lieber Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. würden alle andren Maurer die Arbeit niederlegen. Diese und Ausgesperrten statt, die hinsichtlich der allgemeinen Stimmung erst einzustellen, da er die eingerichteten Leute nicht verlieren wollte. Gestern fand eine Vertrauensmänner- Konferenz der Streikenden Absicht veranlaßte den Polier des Baues, die neuen Maurer nicht dasselbe Bild zeigte wie die Streifversammlungen. Die Arbeiter Die Entlassenen gingen zur Polizei und stellten Strafantrag gegen halten fest zusammen und denten nicht daran, den Kampf auf- Die Entlassenen gingen zur Polizei und stellten Strafantrag gegen Progenhaft bis zum Erzeß verhält sich das Unternehmertum zugeben, der, davon sind sie fest überzeugt, über kurz oder lang zu Machate wegen Nötigung, Beleidigung und Körper. Crimmitschaus den Arbeitern gegenüber. Statt irgend welchen Ent- einem vollen Erfolg führen muß. Nicht ein einziger der vollzählig verlegung. Die oben erwähnte Unterredung hatte bei Angegenkommens vage Drohungen, falls die Ausgesperrten nicht be- erschienenen Vertrauensmänner fonnte berichten, daß die Kollegen wesenheit von etwa 15 Maurern in der acht Quadratmeter großen bingungslos zu Kreuze friechen, auf Monate hinaus die Betriebe ſeiner Werkstatt irgendwie wankelmütig geworden wären. Alle sind Baubude stattgefunden und die Anklage wirft dem Machate vor, geschlossen halten zu wollen. Der Bestand eines ganzen Gemeinde- sich voll bewußt, daß das Ziel der Bewegung: geregelte Lohn- und Arbeits- daß er die Gebrüder Kühn beschimpft und auf die Zehen wesens wird von dem sehr patriotisch und national gesinnten Beute- Stampf ihnen auferlegt. Seitens der Leitung wurde erklärt, daß es absichtlich gethan habe und von den Beschimpfungen haben die als Beute- verhältnisse im Beruf zu schaffen, der großen Opfer wert ist, die der getreten habe. Der Angeklagte bestreitet, daß er das letztere machertum freventlich aufs Spiel gesetzt. Wie zum Hohn und Spott bot man den Ausgesperrten eine fortzusehen, ungeachtet der Unterstützungsmittel, die von andrer Seite Beugen vernommenen sechs Maurer nichts gehört. Der Staatsdurchaus nicht an Mitteln fehlt, um den Kampf noch auf lange Zeit Verkürzung der Arbeitszeit von fünf Minuten bei der Einigungs- dem Metallarbeiter- Verbande angeboten werden. Die Arbeiterschaft anwalt beantragte, diefelben wegen Verdachts der Beihilfe und weil berhandlung an. ganz Deutschlands und des Auslandes folgt mit größtem Interesse sie der Wahrheit offenbar ins Gesicht schlügen, nicht zu ver den Vorgängen in der Berliner Metallindustrie und ist selbst eidigen. Verteidiger und Angeklagte führten aus, daß der Versuch, verständlich jeder Zeit bereit, ihrer starken Sympathie für die die Unorganisierten zum Beitritt zum Maurerverband zu überreden, Streifenden thatkräftigen Ausdruck zu verleihen, sobald es notwendig nicht strafbar sei. Beim Zusammenarbeiten mit Richtorganisierten sei die Gefahr stetiger Reibungen vorhanden. Durch völlige Einig Zum Streit der Adressenschreiber. Der Stand des Streits ist feit der Arbeiter würden Streits nicht hervorgerufen, sondern vermieden. bisher noch unverändert. Die Stimmung unter den Ausständigen ist Das Gericht erkannte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf nach wie vor zuversichtlich, ihre Haltung ruhig und fest. Trotz aller 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. Begründet wurde der Spruch Bemühungen der Firma Temer, neue Arbeitswillige heran- wie folgt: Der ungeheuerliche Terrorismus der Arzuziehen, ist ihr dies doch völlig mißlungen. Im Gegenteil, von beiter, der jede Freiheit vernichtet, muß mit den ben 34 Schreibern, die ihr bis jetzt noch zur Verfügung standen, schärfsten Mitteln bekämpft werden. Es sei wegen Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blind- Streitenden angeschlossen. Unter diesen Umständen kann die Firma Füße und Stoßen vor die Brust) die Verurteilung erfolgt. Durch haben gestern 9 Mann die Arbeit verlassen und sich den Rötigung, Beleidigung und Körperverlegung( das Treten auf die heit! Das trifft auch auf die Crimmitschauer Unternehmer zu. auch nicht im entferntesten darauf rechnen, ihren Betrieb auch nur Wenn diese nicht eine weitere Saison für sich verloren gehen in beschränktem Maße aufrecht zu erhalten, umsoweniger, als sie das Verhalten der Zeugen, die nichts gesehen und nichts gehört Lassen wollen was wohl gleichbedeutend wäre mit dem völligen ca. 180 Adressenschreiber gebrauchen muß, wenn sämtliche Geschäfte haben wollen, sei die Rechtssicherheit auf das Ruin der Crimmitschauer Industrie, so müssen sie ihren prozen bei ihr glatt erledigt werden sollen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, schlimmste gefährdet. haften Standpunkt bald ändern und mit ihren Arbeitern als gleich Direktor des Gewerbegerichts, Herr v. Schulz, hat an den Central- Ordnung bereits zweimal vorbestraft, das zweitemal mit 6 Monaten daß es schon in den nächsten Tagen zu einer Einigung kommt. Der Machate war wegen Vergehen gegen den§ 153 der Gewerbeberechtigtem Faktor verhandeln. Kollegen und Kolleginnen! Arbeiter Deutschlands! Mit unberrichtet, ob er zu Einigungsverhandlungen bereit wäre. Der Verband Verband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen die Anfrage ge- Gefängnis. hohlener Freude rechnet die Unternehmerpresse aus, daß der Kampf hat erklärt, daß er nach Lage der Sache zwar keine besondere Verdie Kasse des Verbandes bald leer machen werde und daß dann den anlassung zu Verhandlungen hätte, im Intereſſe eines Friedens dazu Unternehmern ein mächtiger Bundesgenosse im Hunger erstehen aber erbötig sei. werde! Arbeiter, die keinerlei Forderung an ihren Unternehmer gestellt hatten, wären mit auf die Straße geflogen, wenn nicht ihr Unternehmer diesem für ihn so ruinösen Gebaren der Unternehmerfippe die Spitze geboten hätte. Das am Kampfe nicht beteiligte Unternehmertum spielt billig den Scharfmacher mit geringen Ausnahmen-, weil ihm die Aufträge, welche in Crimmitschau unerledigt bleiben, zufließen und es sich daher die Situation wohl gefallen lassen kann. Außerdem liegt's ja im Interesse der unbeteiligten Scharfmacher, wenn die Konkurrenz fich umbringt und die Arbeiter niederknüppelt! Es ist wohl nicht nötig, hinzuweisen auf die Proben unvergleich licher Solidarität, welche die deutsche Arbeiterschaft bereits oft und gern gab. Ein gleiches ist auch im gegenwärtigen Kampfe zu er warten. Allein die Thatsache, daß die am elendesten gestellten aller Arbeiter mit den progigsten aller Unternehmer tämpfen für die Berkürzung der Arbeitszeit, diese Thatsache allein wird in jeder Proletarier brust den heißen Wunsch wecken: Diesen Kämpfern für den Zehn stundentag muß der Sieg werden! Das wird aber nur möglich sein, wenn die Arbeiterschaft Deutschlands der Organisation der Textilarbeiter hilfreich zur Seite steht. Deshalb appellieren wir nochmals um sofortige weitgehende Hilfe an die Kollegen und Arbeiter Deutschlands. Hoch der Zehnstundentag! Nach dem Parteitage. werden sollte. in Er wurde sofort verhaftet und ins Gefängnis abgeführt. eingezogen ist und sich an dem„ Terrorismus“ beteiligt haben soll, Gegen einen zweiten Angeklagten, der inzwischen zum Militär wird später verhandelt. " Die Töpfer( Ofenseter) Berlins fämpfen seit einer Reihe von Jahren für eine Forderung, die sie im Interesse des Schußes ihrer Gesundheit stellen. Die Töpfer verlangen nichts weiter, als daß Firma in Heinichen war zugemutet worden, daß sie eine außerhalb Die höhere Ehre der Nichtorganisierten. Den Webern einer beim Beginn der kalten Jahreszeit die Räume, in denen sie auf den ihrer Obliegenheit liegende Arbeit ohne Entschädigung verrichten Bauten arbeiten müssen, durch verglaste Fenster vor Zugluft geschützt sollten. Das brachte die Leute so auf, daß sie bisher außerhalb werden. Gewiß eine Forderung, deren Erfüllung so selbstverständlich der Organisation stehend sich dem Tertilarbeiter- Verband zum erscheint, daß man sich wundern muß, wenn die Arbeiter größten Teile anschlossen. Nur der Weber Höppner erklärte sich heftige Kämpfe Herbst gezwungen find, mehr oder minder nicht bestimmt und ihm soll nun der Weber 3s chunke gesagt führen, weil eine Anzahl der in haben:„ Wenn Du nicht unter den Verband gehst, so ehren wir Frage kommenden Unternehmer rücksichtslos genug sind, diese bes Dich nicht mehr!" Er selbst gab zu, gesagt zu haben:„ Wenn scheidene Forderung unbeachtet zu lassen. Es wird hier nicht einmal Sie nicht unter den Verband gehen, helf' ich Ihnen nicht von den Unternehmern verlangt, daß sie sich im Interesse des mehr!" Das Gericht nahm auf die Aussage des angeblich beArbeiterschutzes in Kosten stürzen sollen. Die Fenster eines jeden leidigten und eines noch nicht 16 Jahre alten Dienstmädchens Baues müssen ja so wie fo berglast werden, und hin an, daß die erste Lesart die richtige sei und vers der Preis der Glaferarbeit bleibt derselbe, ob sie nun urteilte 3. zu vierzehn Tagen Gefängnis. Begründend einige Wochen früher oder später ausgeführt wird. Es muß wurde unter anderm gesagt: Der Thatbestand der Bedrohung liege anerkannt werden, daß jeder anständige Bauunternehmer es vor. Der Arbeiter habe oft nichts weiter als für selbstverständlich hält, die Räume, in denen gearbeitet werden seine Ehre, werde ihm diese von seinem Arbeits soll, gegen Zugluft abzuschließen. Aber es giebt andrerseits eine tollegen genommen, so werde ihm die ArbeitsAlle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Reihe von Unternehmern, die sich von Rücksichten auf die Arbeiter stätte zur Hölle. Aufrufs gebeten! nicht bestimmen lassen und die den Arbeitern zumuten, ihre Ge- Dieses Urteil unterscheidet sich recht angenehm von denen fundheit aufs Spiel zu sehen, weil der Unternehmer aus Bequem andrer Gerichtshöfe, welche bei Beleidigung von Arbeitern lichkeit oder Nachlässigkeit nicht rechtzeitig für Verglasung der Fenster seitens von Fabrikanten oder Werfführern annahmen, das man Ars gesorgt hat. Nachdem die Töpfer seit Jahren dafür eingetreten sind, beitern gegenüber die Worte nicht so auf die Wagschale zu legen daß ihnen von Mitte Oktober an zugfreie Arbeitsräume zur Ver- brauche, weil das Ehrgefühl derselben nicht so eutwickelt sei, wie das Eine Parteibersammlung in Straßburg i. E., in der der fügung gestellt werden, ist endlich am 1. Oftober 1901 eine Polizei- der besseren" Stände. Schade, daß der Arbeiter, dem der Chef Delegierte Beirotes über den Parteitag berichtete, nahm diese Re- verordnung in Kraft getreten, welche die Erfüllung dieser Forderung der Firma gelegentlich des Konflitts, aus welchem die Klage hervor solution an: für die Zeit vom 1. November an den Unternehmern zur Pflicht ging, zurief: hr müßt froh sein, wenn Ihr Euer Brot verdient!" " Die Parteigenossen des achten elfäffifchen Wahlkreises( Straß- macht. Die Töpfer dagegen halten an der Forderung fest, daß vom diesen nicht auch vor den um die Arbeiterehre so besorgten burg- Stadt) find mit dem Dresdener Parteitage nicht zufrieden. Vor 15. Oftober an die Fenster verglast sein müssen. Diese Forderung Gerichtshof lud. allem bedauern sie die Form, in der die Debatten auf dem Bartei- hat neuerdings auch die Berliner Töpfer- Innung in dem mit den In dem Maurerstreit zu Dessau ist eine bedeutsame Wendung tage geführt wurden. Mit dem Beschluß des Parteitages in der Arbeitern abgeschlossenen Tarif anerkannt, aber trotzdem hapert es eingetreten. Die Arbeitgeber haben beim Vorsitzenden des GewerbeMitarbeiterfrage an bürgerlichen Blättern sind sie in der Sache immer noch mit der Durchführung dieser Bestimmung; sie muß gerichts die Bedingungen niedergelegt, unter denen sie weiterarbeiten einverstanden; fie erwarten, daß die einzelnen Organisationen alljährlich in vielen Fällen erst durch Arbeitsniederlegung erzivungen lassen wollen. dem Beschluß Diese Bedingungen erfüllen so ziemlich alle die Rechnung tragen werden. Bezüglich der werden. Forderungen durch die Enthüllungen auf dem Parteitage und die nachinsbesondere die bezüglich des Minimal= In einer Vertrauensmänner- Sigung der Töpfer, die am Freitag Lohne s die die Arbeiter gestellt haben. Nur von der gegengefolgten Enthüllungen Hardens kompromittierten Genossen erhoffen stattfand, wurde festgestellt, daß unter 70 Bauten, auf denen seitigen kontraktlichen Verpflichtung wollen die Arbeitgeber nichts die Straßburger Genossen eine strenge, aber gerechte Entscheidung 697 Töpfer arbeiten, nur 39 Bauten mit 405 Töpfern verglaste Fenster wissen. Eine Versammlung der Maurer hat nun zu dieser Frage ohne Ansehen der in Frage kommenden Personen. Das Ergebnis haben. In 17 Bauten mit 162 Töpfern ist die Forderung teil- Stellung genommen und ihre Meinung in folgender Resolution der Debatte über die Taktik der Partei begrüßt die Versammlung weise erfüllt, während 65 Töpfer auf 9 Bauten völlig niedergelegt: auf das lebhafteste. Fest und unverrüdbar auf dem Boden des ungeschüßt den Einflüssen der Witterung preisgegeben sind. Diese Klassenkampfes stehend, erhoffen die Straßburger Genossen die Ver- Feststellungen ergeben bei weitem kein vollständiges Bild von dem Streits den Arbeitnehmern sowohl wie den Arbeitgebern weitere Ausgehend von dem Gesichtspunkte, daß die Weiterführung des wirklichung der letzten Ziele der Socialdemokratie nur durch Bei- Stande der„ Fensterfrage", da von ungefähr der Hälfte aller in Opfer auferlegen wird, beschließt die Versammlung: Da die Zubehaltung unsrer bisherigen sieggekrönten Taktik. Die Versammlung Betracht kommenden Bauten keine Angaben vorliegen, und wohl geständnisse der Arbeitgeber beim hiesigen Oberbürgermeister erwartet aber auch eine baldige und definitive Beilegung der persön anzunehmen ist, daß auf den fehlenden Bauten die Forderung der schriftlich niedergelegt sind und trotzdem der Arbeitgeberverband der lichen Streitigkeiten, damit die Partei ihrer eigentlichen Aufgabe, der Töpfer nicht erfüllt ist. Es wurde bemerkt, daß die Töpfer in dem Abschließung eines forporativen Arbeitsvertrages nach wie vor feindBefreiung der Arbeiterklasse aus wirtschaftlicher und politischer Unter- Kampfe um die Fensterfrage immer noch allein stehen, da ihnen die felig gegenübersteht und somit eine dauernde Garantie für die Aufdrückung, sich mit aller Energie wieder zuzuwenden vermag." Unterstützung der übrigen Bauberufe, die gleichfalls In der Versammlung der Parteigenoffen von Köln- Land, Durchführung der Forderung intereffiert sind, nicht zu teil wird. rechterhaltung friedlicher Verhältnisse im Maurergewerbe im vollen Maße nicht gewährt ist, ist seitens der die am Sonntag in Salt stattfand, spielte die Haltung der Rhei Beschlossen wurde, nach der Resolution zu handeln, welche im vorigen die Hand zum Frieden zu bieten. Der Leitung der Kollegen wird Gesellen nischen Zeitung" in den Parteifragen eine Hauptrolle in der Dis- Jahre hinsichtlich der Fensterfrage angenommen ist. Die Resolution demgemäß die Ermächtigung erteilt, sofort eine Versammlung einfuffion. Außer einem wandten sich sämtliche Redner gegen das bejagt, daß jeder Töpfer verpflichtet ist, zur Zeit nur auf solchen zuberufen, in welcher der Streit für beendet zu erklären ist, Parteiblatt und billigten die Verhandlungen und Beschlüsse des Bauten zu arbeiten, wo alle dort beschäftigten Kollegen durch ge- sobald seitens des Herrn Oberbürgermeisters die Mitteilung erfolgt, Parteitages; eine dementsprechende kurze Resolution wurde an- nügend verglaste Fenster vor Zugluft bei der Arbeit geschützt find. daß auch die Arbeitgeber dem Friedensschluß auf diesem Wege zuProvisorische Verglasung der Fenster und Verschalung der Balkon- stimmen." thüren wird als genügend angesehen, wenn die übliche Arbeitszeit bei genügendem Licht innegehalten werden kann. In der nächsten Bersammlung soll die Unterstützung für diejenigen, welche wegen der Fensterfrage die Arbeit einstellen müssen, geregelt werden. Jm Hamburger Echo" antwortet v. Elm auf Bebels Ueber den Stand der Tarifbewegung fonnte nichts Wesentgegen ihn gerichtete Erklärung. Seine Ausführungen sind darauf liches mitgeteilt werden, weil die Verhandlungen mit der Innung gerichtet, daß der Sieg des Socialismus nur in langsamer, zäher Inoch im Gange find. genommen. Resolutionen, die sich mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden erklären, wurden noch angenommen, in den Versammlungen in Eilenburg, Waldenburg, Landsberg a. W. und Neustadt D.-S. " Husland. doch Gestern morgen ist die Mannschaft mit Ausnahme der auswärtigen Der Ausstand der Grubenarbeiter in Trifail ist beendet. Arbeiter eingefahren. 300 Hafenarbeiter find gestern in Dünkirchen in den Ausstand getreten. Die Wäschezuschneider in Warschau sind in eine Lohnbewegung des Nachtragsstatuts Anwendung, sofern diese für den Unterstützungseingetreten. Sie fordern Verringerung der Arbeitszeit( bis jest pro berechtigten günstiger find. Tag 12-16 Stunden Arbeitszeit) sowie einen angemessenen Lohn. Da alle dort eristierenden Wäsche- Zuschneider organisiert sind, so ist der Sieg wohl sicher. Zuzug nach dorthin ist fernzuhalten. Sociales. Aenderung der Krankenkassen- Statuten. I. Notwendige Aenderungen für Orts-, Betriebs-( Fabrik-), Bau- und Jnnungs- Krankenkassen. 11. Das Nachtragsstatut tritt mit dem 1. Januar 1904 in Straft. II. Notwendige Aenderungen für freie Hilfskaffen. Die zu 2, 4, 5, 10 und 12 unter I angeführten. III. Durch die Versicherungsnovelle ermöglichte, aber nicht notwendige Statuten- Aenderungen für alle Kaffenarten: werden. IV. Finanzielle Wirkungen. Die Beiträge, die den Kassenmitgliedern zur Last fallen, durften bislang 2-3 Proz. betragen; sie können fortan auf 3-4 Proz. festgesetzt werden(§ 31 des Gesetzes). Streit einer Schulgemeinde. des Regierungspräsidenten sei objektiv gültig gewesen. Objektiv hätten die Angeklagten keinen Grund gehabt, ihre Kinder der schul mäßigen Erziehung zu entziehen, da die Möglichkeit dazu im Nachbarort gegeben war. Und wenn sie die Kinder dahin nicht schicken wollten, dann hätten sie anderweitig für einen gleichwertigen Unterricht sorgen müssen, etwa durch Anstellung eines Privatlehrers. Hier frage es sich aber, ob die Angeklagten nicht geschützt würden durch§ 59 St.-G.-B., wo es heißt:„ Wenn jemand bei Begehung einer strafbaren 1. Neben freier Kur und Verpflegung in einem Krankenhause Handlung das Vorhandensein von Thatumständen nicht fannte, fann, falls der Untergebrachte Angehörige hat, deren Unterhalt bisher welche zum gesetzlichen Thatbestande gehören, so sind ihm diese Umaus seinem Arbeitsverdienste bestritten wurde, ein Krankengeld bis stände nicht zuzurechnen." Wenn hier die Angeklagten aus staatsrechtlichen Gründen der Meinung gewesen seien, die Regierung müsse Mit dem 1. Januar 1904 tritt die Krankenversicherungs- Novelle zur Hälfte des durchschnittlichen Tagelohns bewilligt werden. 2. Andren Versicherungspflichtigen kann neben freier Kur und ihnen einen neuen Lehrer stellen und die Aushilfe in der Dewizer in Straft. Die Statuten der Orts, Betriebs-, Fabrik-, Innungs- Verpflegung Krankengeld bis zu einem Viertel des durchschnittlichen Schule bis dahin gestatten, dann wäre das ein Irrtum im Sinne kassen und der freien Hilfskaffen müssen bis zu diesem Zeit- Tagelohns bewilligt werden. des§ 59, der sie schützen würde. Das müsse das Landgericht nach punkt in Ginklang mit dem Gesez gebracht werden. Der preußische 4. Schwangeren, welche mindestens sechs Monate der Kasse an- prüfen. Handelsminister hat in seiner Ausführungsanweisung vom 30. Mai 1903 hervorgehoben, daß auf eine rechtzeitige Erteilung der Be- gehören, kann eine der Wöchnerinnen- Unterſtüßung gleiche UnterOrganisierter Widerstand gegen die Arbeiterschutz- Gesetze. stüßung wegen der durch die Schwangerschaft verursachten Erwerbsscheinigung gemäß§ 75a des Krankenversicherungs- Gesetzes für freie unfähigkeit bis zur Gesamtdauer von sechs Wochen gewährt werden. In Sachen des Schutzes der Steinarbeiter hat die Straffamnet Hilfstaſſen nicht zu rechnen ist, wenn nicht ein einwandsfreier Nach- Auch kann freie Gewährung der erforderlichen Hebammendienste und am Landgericht Nürnberg ein principiell wichtiges Urteil gefällt, trag spätestens bis zum 1. Dezember in zwei Ausfertigungen oder freie ärztliche Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden beschlossen Eine auf Grund der Gewerbe- Ordnung erlassene Verordnung des beglaubigten Eremplaren vorgelegt sind. Es sind daher die Bundesrats hat bekanntlich bestimmt, daß die Arbeitszeit in den durch die Generalversammlungen zu beschließenden Aenderungen 5. Das Sterbegeld kann auf einen Mindestsatz von 50 M. fest- Steinhauereien neun Stunden täglich nicht überschreiten darf und schleunigst herbeizuführen. Um mehrfachen Anfragen darüber begegnen, was solcher Nachtrag zu enthalten hat, stellen wir nachgesetzt werden, wenn der 20 fache Betrag des durchschnittlichen Tage- daß zum Schuße der Arbeiter gegen die Unbilden der Witterung Schutzdächer angebracht werden müssen. Die Bauunternehmer Nürn stehend die Aenderungen zusammen, die ein Statuten- Nachtrag enthalten lohns geringer ist. bergs glaubten sich durch diese Verordnung in ihrer Ausbeutungsmuß, um mit dem Gesetz in Einklang zu stehen und was das freiheit zu sehr benachteiligt und organisierten den Widerstand gegen die Durchführung derselben. Die Bauarbeiterschutz- Kommission hin Statut im Gegensatz zum jetzt gültigen Gesez enthalten kann und weisen endlich auf die Aenderungen, die möglicherweise aus gegen sette eine sorgfältige Ueberwachung der Betriebe ins Werk finanziellen Rücksichten mit den zuerst gedachten Nachträgen zu verund brachte sämtliche Unternehmer zur Anzeige, die die Verbinden sind. ordnung nicht einhielten. Die Unternehmer ließen es darauf ankommen und machten es in ihrer Innung jedem Mitgliede zur Pflicht, Ein preußisches Kulturbild. nicht nachzugeben, sondern es auf die principielle Entscheidung an1. In den Kreis der versicherungspflichtigen Personen sind die Die Volfsschule in Dewi( Regierungsbezirk Magdeburg) war fommen zu lassen. Als einer der ersten Gesetzesverächter wurde Handlungsgehilfen und Lehrlinge aufzuehmen, deren infolge des Wegzugs des bisherigen Lehrers Anfang dieses Jahres der Baumeister Bieber zur Anzeige gebracht, und er erhielt zwei Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 62/3 M. für den Arbeitstag lehrerlos. Zunächst erteilten die Lehrer von Nachbargemeinden aus- Strafmandate auf je 3 M. Geldstrafe. Die Berufung zum Schöffenoder, sofern Lohn oder Gehalt nach größeren Lohnabschnitten be- hilfsweise den Unterricht und zwar 18 Stunden in der Woche und nicht, gericht hatte keinen Erfolg. Auch das Landgericht wies jetzt den messen ist, 2000 m. für das Jahr gerechnet, übersteigt. Diese wie planmäßig gewesen wäre, 32 Stunden. Die Schulabteilung der Einspruch ab. Der Unternehmer machte geltend, die VerAenderung geschieht in den meisten Statuten durch Zufügung der Regierung zu Magdeburg ordnete deshalb am 15. Januar an, daß ordnung beziehe sich gar nicht auf die Nürnberger Betriebe, feine reinen Steinhauerbetriebe seien, seien, sondern Worte Handlungsgehilfen und Lehrlinge" nach Betriebsbeamte, die Schulkinder von Dewitz für die Dauer der Vakanz( bis zur Wieder da diese Betriebe; es sei nicht angängig, den Steins Werkmeister und Techniker" und durch Streichung des jetzt auf besetzung der Lehrerstelle mit einer geeigneten Kraft) die Schule gemischte Handlungsgehilfen und Lehrlinge bezüglichen Bassus. Der bisher der etwa 2 Kilometer entfernten Gemeinde Bretsch besuchen Hauern eine neunstindige Arbeitszeit zu gewähren, während die zulässige Hinweis auf Artikel 60 oder 63 des Handelsgesetzbuches ist sollten. Die beiden Schulvorstände traten in Unterhandlung Maurer zehn Stunden arbeiten müssen. Zwei Helfer erstanden den nicht mehr gestattet. wegen der Kosten. Die Forderung der Schulgemeinde Bretsch Feinden des Steinarbeiter- Schutzes in den gemeindlichen Sachvers 2. Statuten, die weniger als 26 Wochen Kranken- erschien der Schulgemeinde Dewitz nicht angemessen; der Schul- ständigen Oberbaurat Weber und Gemeindebevollmächtigten Architekt unterstügung obligatorisch gewähren, müssen eine dahingehende vorstand von Dewit lehnte es ab, die Dewizer Kinder gast- Hecht, die beide erklärten, die Verordnung fönne auf die„ ge= Das Vorschrift treffen: weise in die Bretscher Schule zu schicken. Die Regierung zu Magde- mischten" Nürnberger Betriebe nicht angewendet werden. sich jedoch auf den Standpunkt, daß Die Krantenunterstützung endet spätestens mit dem Ablaufe der burg blieb aber bei ihrer Anordnung und drohte für den Fall der Gericht stellte vollkommen gleichgültig sei, ob die Ausführung der sechsundzwanzigsten Woche nach Beginn der Krankheit, im Falle der Zuwiderhandlung mit Strafen. Die Schulgemeinde Dewizz be- es Erwerbsunfähigkeit spätestens mit dem Ablaufe der sechsundzwanzigsten schloß, die Kinder dennoch nicht nach Bretsch zu schicken und Verordnung Schwierigkeiten oder Ungleichheiten hervorrufe oder Woche nach Beginn des Krankengeldbezuges. Endet der Bezug des sie bis zur Anstellung eines Lehrers für die eigne Schule nicht. Die Rechtsvorschriften hätten sich nicht nach den Betrieben zu Es sei Krankengeldes erst nach Ablauf der sechsundzwanzigsten Woche nach ohne Schulbesuch zu lassen. Der Beschluß wurde auch von richten, sondern diese hätten die Vorschriften zu beachten. dem Beginne der Krankheit, so endet mit dem Bezuge des Kranken- elf Dewißer Hausvätern und März Februar durch nicht ersichtlich, warum der Schutz, der den in reinen Steinhauereien bis geldes zugleich auch der Anspruch auf freie ärztliche Behandlung, geführt, der Kultusminister auf eine Beschwerde beschäftigten Arbeitern zu teil werde, nicht auch den in gemischten Arznei, sowie Brillen, Bruchbänder und ähnliche Heilmittel." telegraphisch veranlaßt hatte, daß Dewiß eine eigne Lehrkraft wieder Betrieben thätigen Steinhauern zu gute kommen solle. 3. Statuten, die weniger als mindestens sechs Wochen erhielt. Die streikenden elf Hausväter( Hildebrandt u. Gen.) Wöchnerinnen- Unterstützung darbieten, müssen die Leistung wurden wegen nicht genügend entschuldigter Schulversäumnisse ihrer Arbeitslohn und Kapitalgewinn. Die„ A. K." gieb teine Verals Mindestdauer sechs Wochen nach der Niederkunft" festseßen. Kinder beztv. Mündel angeklagt auf Grund der Regierungsverordnung gleichung der Lohnfumme, Dividendensumme und der Abschreibungen 4. Beschränkungen in der Gewährung von Krankengeld bei vom 1. Mai 1897. bei der Vereinigten Königs- und Laurahütte in den letzten drei Krankheiten, die durch geschlechtliche Aus= Das Landgericht zu Stendal verurteilte die Angeklagten zu Geschäftsjahren. Wir entnehmen ihren Zahlen, daß im vorletzten schweifungen hervorgerufen sind, sind zu streichen. Geldstrafen. Es ging davon aus, daß die Regierung allerdings das Geschäftsjahre, 1901/1902, diese drei Posten zusammen 22 702 731 5. Eine Beschränkung der Unterstützungsdauer für Mitglieder, Recht gehabt habe, für die Dauer der Lehrervakanz in Dewit an- Mark betrugen, im letzten Geschäftsjahre aber, 1902/1903, 23 044 178 welche von der Krankenkasse eine Krankenunterstützung ununter zuordnen, daß die Dewißer Kinder die Schule der Nachbargemeinde Mark. Diese Gesamtsumme ist also in lezten Geschäftsjahre um brochen oder im Laufe eines Zeitraums von zwölf Monaten erhalten zu besuchen hätten. Als Schulaufsichts- Behörde sei die Regierung 341 447 Mt. größer, wie im Jahre zuvor. Dagegen betrug die Lohnhaben und einen neuen Unterstützungsfall im Laufe der nächsten zwölf dazu berechtigt gewesen. Und die Angeklagten hätten die Pflicht ge- summe im ersten Jahre 17 002 416 Mt., im letzten Jahre nur Monate aufweisen, der durch die gleiche nicht gehobene Krankheits- habt, die Kinder gastweise in die Bretscher Schule zu schicken. Hier 16 573 462 M., ist also um 428 954 Mt. niedriger wie im ersten ursache veranlaßt ist, darf nur ausgesprochen werden, wenn die für hätten sie aber die Kinder dem angeordneten und damit jedem Schul- Jahre. Bei erhöhtem Gesamtergebnis also erhebliche Lohn kürzung einen Zeitraum von 12 Monaten gewährte Unterstützung 26( bis- besuch entzogen und sich strafbar gemacht. und erhebliche Steigerung des Kapital gewinnes. An diesem her 13) Wochen betrug. Ertraprofit ist die Summe der Abschreibungen beteiligt mit rund 500 000 Mt. und die Dividendensumme mit rund 270 000 Mt. Das ist kapitalistische Teilerei. " 6. Die Höchstgrenze der Ordnungsstrafen darf nicht mehr 20 M. betragen, sondern höchstens den dreifachen Betrag des täglichen Krankengeldes für jeden einzelnen Uebertretungsfall". im Die Angeklagten legten Revision ein. Ihr Anwalt hob u. a. folgendes hervor: Die Angeklagten hätten nur gethan, was sie für ihr gutes Recht hielten. Ihr Handeln sei die Folge eines eigenartigen Vorgehens der Regierung zu Magdeburg. Die Regierung habe in Die erste städtische Apotheke ist am 15. d. M. in Offenbac 7. Bei Bemessung des Krankengeldes ist der durchschnittliche der Gegend die Praxis eingeführt, Vakanzen von Lehrerstellen nicht Tagelohn nicht nur bis 3, sondern bis 4 Mart in Betracht zu ziehen. zu befeßen und die Gemeinden an die Vakanz zu gewöhnen, daran eröffnet worden. Sie wird von einem staatlich geprüften Pharmaceuten 8. Die Kassen, bei denen der wirkliche Arbeitsverdienst an Bei- zu gewöhnen, selber keine Schule zu haben und zwar zu verwaltet, der öffentlich zur Besichtigung der Musteroffizin aufs der Re- fordert. trägen und Unterstützungen zu Grunde gelegt ist, haben Lohnsätze Gunsten gewisser Schulcentralisations- Bestrebungen gierung felber. Auch bis 5( bislang nur bis 4) Mark zu berücksichtigen. hier habe die Regierung ficher 9. Die Gewährung einer Wöchnerinnen Ünterstützung an nicht beabsichtigt, die Bretscher Schule zu vergrößern und die Schule der Versicherung unterliegende Ehefrauen der Kassenmitglieder ist in Dewitz auszuschalten. Den Angeklagten sei die Verfügung der nicht mehr gestattet, wohl aber freie ärztliche Behandlung der Regierung als willkürlich erschienen. Sie seien der Ansicht, daß es Frauen. Schwangerschaftsbeschwerden, freie Gewährung der erforderlichen sich um den Versuch handelte, ihnen die Schule ganz zu nehmen. Ein II. Gesundheitsgefährliche Industrien. Hebammendienste und eine Schwangeren- Unterstützung bis zur Dauer Dolus oder Fahrlässigkeit falle ihnen nicht zur Last. Im übrigen von sechs Wochen. habe die Regierung fein Recht gehabt zu ihrem Vorgehen. 0 10. In Unterstützungsfällen, bei welchen am 1. Januar 1904 die Dauer der Unterstützung nach den bisher geltenden Vorschriften noch nicht beendet ist, finden vom 1. Januar 1904 ab die Bestimmungen Socialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 15. Oktober verstarb unser Mitglied, der Zimmerer 236/13 Carl Bremer. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Moabit( Birkenstraße) aus nach dem Dorotheenstädtischen Stirchhof Scharnweberstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Beerdigungs- Verein Berliner Zimmerlente. Am 15. Oftober starb nach vierwöchentlichem schweren Krankenlager im Alter von 52 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer Herr Carl Bremer. Als Mitbegründer unsres Vereins war der Verstorbene cin eifriger Förderer desselben. Wir berlieren in ihm einen pflichttreuen, zielbewußten Kameraden und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 34 Uhr von der Leichenhalle des Städt. Krankenhauses Moabit( Birkenstraße) aus statt. 2544b Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Specialarzt für[ 28/ 10% Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Roh- Tabak. Templinerstr. 3 Central- Verband d. Bimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. Am 15. d. Mts. starb nach vierwöchentlicher schwerer Krankheit unser langjähriges treues Mitglied Karl Bremer. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Krantenhauses Moabit aus nach dem Dorotheenstädtischen Kirchhof, Scharrnweberstr. 1-2( Reinidendorf) statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/14 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerpolier Karl Bremer verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. d. M., nachm. 4 Uhr, vom städtischen Krankenhause Moabit aus nach dem Dorotheenstädtischen Kirchhof in Reinickendorf, Scharrnweberstraße Nr. 1/2, statt. 259/7 Um recht rege Beteiligung bittet Der Vorstand Bezirk IV. Dr. Schünemann Das Kammergericht hob die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Die Anordnung Verband der Porzellanarbeiter. Berlin II. Am 15. Oktober starb plötzlich an Herzschlag der Porzellanmaler 25076 Gustav Opitz 42 Jahre alt. Die Beerdigung findet Sonntag, 18. Oftober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des fatholischen Kirchhofes St. Michael in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verwaltung. Achtung! Vereine! Saal( ev. Bühne) bis 300 Per sonen ist zum Sonnabend den 14. November frei geworden. Neues Club- Haus, Kommandantenstraße 72. 29162 Deutscher Hof Luckauerstr. 15. Am Moritzplatz. Heute sowie jeden Sonntag Unterhaltungs- Konzert des 30142* Berliner Tonkünstler- Orchesters Dirigent: Franz v. Blon. Anfang 72 Uhr. Kaffenöffn. 6, Uhr. Einlaß 75 Pf. 29 Von 36 Gardinenhaus Bernhard Schwarz Wallstr. 29 Flur- Eing. k. an Kronleuchter- Fabrik Anzug nach Maß; neueſte rein. Stoffe, ſeinſt. Zuth., 2 Anpr. Für tadellofen i Gas, Petro- belam goldene Medaille. Ludwig leum u. elektrisch Engel, Prenzlauerſtr. 23. Alexanderpl. Gegr. 1892. für Gas, Licht 28/ 18* Siegel& Co., Berlin, Prinzenstr. 33. Grösste Auswahl. Verkauf z. Fabrikpreis. an Private. Musterbuch franko. 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Montag: Alt- Heidelberg. Lessing. Der Sturmgeselle Sofrates. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Freischütz. Abends: Der Trompeter Säffingen. Montag: Der Troubadour. Neues. Salome. Kammerjänger. von Vorher: Der Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Nachmittags 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Abends: Das große Geheimnis. Montag: Dieselbe Borstellung. Central. Bruder Straubinger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Nachmittags 3 Uhr. Bei halben Preisen: Er und seine Schwester. Abends: Der Hochtourist. Montag: Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: 0 Schiller 0.( Wallner Theater.) Nachm. 3 Uhr: Der Talisman. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. Montag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Um 6 Uhr im Hörsaal: Ueber Accumulatoren.( I. Teil.) 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Größere Die Expedition. Cirkus Busch. Schweizer- Garten. Sonntag, den 18. Oftober 1903: 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr und abends 7½ Uhr. In beiden Borstellungen: Miss Claire Heliot, Löwenbraut. Paul Mündner: Schleifen: fahrt u. Todessprung. Elefant und Pferd Erotisches MonstreTableau; der Elefant als Chauffeur. Abends Uhr: Cirkus Schumann. Berliner Winterfreuden Heute, Sonntag, 18. Okt., nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr: 2 Grosse Vorstellungen 2 Nachmittags 4 Uhr hat jeder Erwachsene ein Kind frei, weitere Kinder unter 10 Jahren zahlen halbe Preise. K Nachmittags die beliebte für die Jugend gewählte In beiden Clown- Vorstellung. mit Vorstellungen: Herr Jul. Seeth in 25 männl. Abessinier Löwen. seinen Lebs Wunder- Affen und das glänzende Programm. Abends: Der II. Teil des phänomenalen Dressur- Aktes des Direktors Alb. Schumann: Humorist. Manege- Schaustück. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr. Täglich: Franz Sobanski. Ganz neues Programm. Zum Schluß die Gesangs- Posse ä g'teiltes Los. Nach der Vorstellung: Eingang Schadow- Strasse No. 14. Die elektrischen Riesenterrassen mitt., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pfg. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 25/10 Neues Theater. Fröbels Allerlei- Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Casino- Theater. Salome. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 Borher: Der Kammersänger. Nur noch kurze Zeit! Anfang 72 Uhr. fr. Puhlmanns Vaudeville-Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der mit so großem Beifall aufgenommenen 9%: Tolle Kadetten. Kleines Theater. Norddeutschen Sänger. 91 Uhr: Borher:„ Diebesfalle" 2c. Sonntagnachmittag 4 Uhr:„ Ein edles Weib." Unter den Linden 44. Rachmittags 3 Uhr, zu bedeutend ermäßigten Preisen: Trianon- Theater. Liebesträume. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Abends: Die Stüßen der Geſel Biscotte. schaft. 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Die Schuldfragen lauten auf Mord, oder auf vorsätzliche Körperberletzung mit tödlichem Ausgange, außerdem auf Körperverlegung mittels einer Waffe. Auf Antrag des Verteidigers wurden noch mehrere Unterfragen gestellt. Die Neuwahlen wurden auf den 18., 19. und 20. Oktober 1883 Am Mittwoch, den 21. Oftober, find es 25 Jahre, daß das feinen Geschmack, sondern erlangte die Zustimmung des Staats „ Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Social- ministeriums zu einem an den König zu richtenden Antrag auf demokratie" in Kraft trat. Jenes Schandgesetz, bestimmt, die auf Auflösung der Stadtverordneten- Versammlung. Der Plan Buttkamers Gegenteil von dem bewirkt, was es bewirken sollte. Die Socialstrebende proletarische Bewegung zu erdrosseln, hat allerdings das glückte, und so wurde denn zum 1. Januar 1884 die Auflösung der Stadtverordneten- Versammlung vollzogen. demokratie hat seine Urheber überdauert und steht heute trotz allen festgesetzt. Um die 126 Stadtverordneten- Mandate, von denen 42 Verfolgungen stärker denn je auf dem Plan. Diesem Tage sind auf jede der drei Wählerabteilungen fielen, entbrannte ein lebhafter am Mittwoch 14 Volksversammlungen gewidmet, in denen die Er- Wahlkampf, so hizig wurde gekämpft, wie nie zuvor bei einer innerungen an die socialistengesetzliche Zeit aufgefrischt werden Berliner Kommunalwahl. Hie Liberale! Hie Bürgerpartei! so Erster Staatsanwalt Dr. Cretschmar nahm dann das Wort. sollen. Es wird gebeten für zahlreichen Besuch Sorge zu tragen. lautete der Schlachtruf in dem Kampfe, der zwischen dem liberalen Er wies darauf hin, daß es ein erschütterndes Drama aus dem Leben sei, welches die Grundlage der Verhandlung geboten habe. Es Stadtbezirke 1 bis 5 bei Dräsel, Neue Friedrichstraße 35. Genosse auf dem Kampfplaze. Die klassenbewußte Arbeiterschaft Berlins, Erster Wahlkreis. Montagabend 8% Uhr Versammlung für die Bürgertum und seinen konservativ- antisemitischen Gegnern geführt wurde. Plötzlich und unerwartet erschien jedoch ein dritter Kämpfer sei wohl anzunehmen, daß der verstorbene Major Reisch der An- Seiler spricht über die Bedeutung des Wahlvereins und die bevor- die, von einigen schüchternen Versuchen zu Ende der siebziger Jahre geklagten die Ehe versprochen habe, dagegen halte er es für unwahr, ſtehenden Wahlen. NB. Das Protokoll gelangt am Montag in fämt vor Erlaß des Socialistengefeges abgesehen, sich nie selbständig an daß der Major ihr im Falle der Trennung eine Abfindungssumme lichen Zahlabenden gegen Zahlung von 10 Pf. an die Mitglieder den Stadtverordneten- Wahlen beteiligt hatte, stellte in 24 von den bon 6000 Mt. versprochen habe. Er werde ihr nur versprochen haben, Der Vorstand. ihrer in seinem Testamente zu gedenken. Die Angeklagte sei eine zur Ausgabe. 42 Wahlbezirken der III. Abteilung ihre Kandidaten auf und, Wunder jähzornige, unverträgliche Natur und das sei in erster Linie der Grund Die Maßnahmen, die der Magiftrat von Rigdorf in der An- über Wunder, weder verbot die heilige Hermandad die von dem gewesen, daß der Major von einer Heirat mit ihr Abstand nahm. gelegenheit der Landtagswahlen gegen die dortige Arbeiterschaft ge- Arbeiter- Wahlkomitee einberufenen Wählerversammlungen, noch löste Nach der Trennung und nach der Rückkehr der Angeklagten nach Berlin troffen hat, werden selbstverständlich am Drte eifrig besprochen und sie diese auf. Kräftig traten die Arbeiterkandidaten in den Wahlsei diese von einem glühenden Haß gegen ihren früheren Liebhaber haben unsre Parteigenossen zu einer energischen Protestbewegung fampf ein; zahlreich besucht wurden die Versammlungen, in denen beseelt gewesen und dieser Gesinnung habe sie anderen Personen veranlaßt. Es versteht sich, daß der Schlag, den der Magistrat der sie ihr kommunales Wahlprogramm entwickelten und manchen Strauß gegenüber Ausdruck gegeben, wo sich Gelegenheit dazu fand. Dann Arbeiterschaft versetzt hat, nicht ohne Entgegnung bleibt, und so sind mit den Gegnern aus beiden feindlichen Lagern ausfochten. sei die Bekanntschaft des Majors mit dem Fräulein Herhuth dazu- denn zu Montagabend 8%, Uhr drei Voltsversammlungen anberaumt Der Erfolg war für die Socialdemokratie übers gekommen, wodurch die Eifersucht der Angeklagten, allerdings un- worden. Die Tagesordnung dieser Versammlungen lautet: 1. Die raschend. Singer erhielt im 12. Wahlbezirk 822, der Liberale berechtigter Weise, erregt wurde. Eifersucht und Rachsucht seien die Landtagswahl und der Rigdorfer Magistrat. 2. Protest gegen die 398 und der konservativ- antisemitische Kandidat 345 Stimmen, er Triebfedern zu der grausen That gewesen, die sie begangen. Keiner Festlegung der Wahlzeit auf 9 Uhr vormittags. 3. Freie Distusfion. hatte also mit 39 Stimmen über die absolute Mehrheit gesiegt. Auf der Geschworenen würde wohl daran zweifeln, daß der Revolver Die Versammlungen werden in folgenden Lokalen abgehalten: Tu Bauer fielen im 13. Wahlbezirk 792, auf den Liberalen, der von der Angeklagten gerauft wurde, um gegen den Major Verwendung 1. Heitaus, Rarlsgartenstraße 6-10. den Bezirk vorher vertreten hatte, 406 und auf den konservativzu finden. Verschiedene thätliche Angriffe gegen den Major, dessen 2. Münzer, Knesebeckstraße 113. antisemitischen Kandidaten 279 Stimmen. Auch Tubauer hatte somit Mutter und Frl. Herhuth zeigten zur Genüge, was von der An3. Thiel, Bergstraße 151-152. im ersten Wahlgange mit einer absoluten Mehrheit von 53 Stimmen geklagten zu erwarten war. Der eine dieser Angriffe, wobei die An- Die Parteigenossen werden für zahlreichen Besuch dieser Ver- die Gegner aus dem Felde geschlagen. Zwei socialdemokratische Stadt getlagte dem Major eine Verwundung mittels einer Schere am Hand- sammlungen agitieren, damit die Antwort auf die Verkümmerung verordnete waren also am 18. Oktober definitiv gewählt, der Wahlgelent beigebracht habe, sei in der Frage, ob die Angeklagte der des so schon auf das schlimmste beschnittenen Wahlrechts so deutlich kampf war für unsre Genossen nicht ergebnislos gewefen. Aber noch schweren Körperverlegung mittels einer Waffe schuldig sei, zum Aus- wie möglich ausfalle. weitere Siege standen in Aussicht. Tuzauer tam noch im 14. Wahlbezirk druck gekommen. Sodann zur Beurteilung des Hauptverbrechens übergehend, sucht der Erste Staatsanwalt nachzuweisen, daß die An- 5 Uhr in Kähnes Lotal eine öffentliche Versammlung statt, in der 254 für den konservativen Kandidaten abgegebene Stimmen in Stich mit 672 gegen 565 liberale und 341 konservative Stimmen, außer Französisch- Buchholz. Am heutigen Sonntag findet nachmittags bem im 15. Wahlbezirke mit 542 gegen 538 für den liberalen und geklagte die That mit Ueberlegung begangen habe, mithin ein Mord Herr Max Kiesel- Berlin einen Vortrag über die preußischen wahl. In beiden Stichwahlen siegte Tugauer am 11. November 1883, borliege. Er habe mancher Verhandlung wegen Mordes beigewohnt, Landtagswahlen halten wird. Außerdem sollen die Wahlmänner- so daß er nun in drei Wahlbezirken zum Stadtverordneten gewählt aber nie sei ihm ein Fall vorgekommen, in welchem ein Mord mit kandidaten aufgestellt werden. folcher Kaltblütigkeit begangen wurde, wie im vorliegenden. Als die beiden gegen ihn gerichteten Schüsse versagten, habe der Major zweifellos geglaubt, daß es mit dem verunglückten Attentat sein Ende haben würde, er dachte nicht daran, daß die Angeklagte ihm im nächsten Augenblick das Messer in den Leib jagen würde. Unwahr sei die Behauptung der Angeklagten, daß der Major den Stock zum Schlagen gegen sie erhoben habe, denn die Zeugin Herhuth, welche socialdemokratischen Wahlvereins zur Kenntnis, daß am Dienstag, für Ewald 322, für den Liberalen 288 und für den Konser Friedrichsfelde, Karlshorst, Mahlsdorf. Den Mitgliedern des den Vorfall von oben herab beobachtet habe, habe bekundet, daß der den 20. Oktober, abends 81%, Uhr, im Lokale von Haberland, Wilhelm- vativen 308 Stimmen abgegeben wurden. Der Magistrat erklärte Major nur wie zur Abwehr beide Hände vor sich ausstreckte, als er straße 38, eine Vereinsversammlung stattfindet. Tagesordnung: die in diesen beiden Bezirken für den tödlichen Stich erhielt. Es sei selbstverständlich, daß jeder, der 1. Vortrag über das verflossene Socialistengeset. Referent: Franz Kandidaten abgegebenen Stimmen, weil sie keine Hausbesizer die socialdemokratischen eine solche That begehe, sich im Augenblick der Ausführung in einer Rozte. 2. Diskussion. 3. Wahl von Delegierten zur Kreiskonferenz. waren, jedoch einfach für ungültig und proklamierte als gewählt großen Erregung befinde, dies schließe aber die vorhergegangene 4. Berschiedenes. Gäste, auch Frauen, find herzlich willkommen. Ueberlegung nicht aus. Das ganze Verhalten der Angeklagten auch im 16. Bezirk den liberalen und im 37. Bezirk den konservativen Der Vorstand. nach der That spreche allzu deutlich dafür, daß sie das Geschehene Kandidaten. borausgesehen und sorgfältig geplant habe. Wohl selten habe man Köpenick. Mittwochabend 8 Uhr findet in Seidels Gesellschaftsdie Ueberlegung mit solcher Wahrheit vor sich gesehen, wie hier. Der Haus eine Voltsversammlung für Frauen und Männer statt, Erste Staatsanwalt schließt seine Ausführungen mit dem Antrage in welcher Genosse Augustin- Berlin einen Vortrag über das an die Geschworenen, die Schuldfrage wegen Mordes sowie wegen Attentatsjahr und das Socialistengesetz halten wird. Körperverletzung mittels einer Waffe zu bejahen. Ober- Schöneweide. Die Parteigenossen wollen sich pünktlich 28 Uhr abends am Montag, den 19. ds., zur Handzettel verbreitung bei Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, einfinden. Der Vertrauensmann. " worden war. In zwei andren Wahlbezirken, dem 16. und dem 37., in denen Hausbefizer gewählt werden mußten, hatten die Arbeiterkandidaten ebenfalls soviel Stimmen auf sich vereinigt, daß sie in die Stich wahl hätten kommen müssen, wenn sie am Wahltage Hausbesizer 566 und der Konservative 194 Stimmen, während im 37. Bezirk gewesen wären. Jm 16. Bezirk erhielt er eutz 480, der Liberale Tuzauer, der dreimal gewählt worden war, nahm die Wahl für den 15. Wahlbezirk an. Es mußten darauf im 13. und 14. Bezirk Nachwahlen vorgenommen werden, und zwar am 11. Dezember 1883. In beiden Bezirken wurden die Arbeiterkandidaten Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Ehrenfried, suchte an Rosininenstr. 3, eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse Sieg nicht voll errungen. Im 24. Wahlbezirk hatte, ebenfalls am Charlottenburg. Mittwochabend 81 Uhr findet im Volkshause, im ersten Wahlgange gewählt, im 13. Bezirk Goerdi mit 773, im 14. Bezirk Ewald mit 721 Stimmen. Noch aber war der ber Hand der Beweisaufnahme den Nachweis zu erbringen, daß die Frizz Zubeil über das Thema:„ Vor 25 Jahren“( 21. Oftober 1878 11. Dezember, eine Nachwahl vollzogen werden müssen, weil der That der Angeklagten von einem milderen Gesichtspunkte aus Erlaß des Socialistengefeßes) referieren wird. Nach dem Referat in diesem Bezirk am 18. Oktober gewählte konservative Stadtbetrachtet werden müsse. Er handle fich um einen krankhaften Aus- erfolgt freie Aussprache. Bei der interessanten Tagesordnung wird verordnete auch im 11. Bezirk, also doppelt gewählt worden war. bruch eines schwer getränkten Rechtsgefühls. Es seien bei dem Vor- zahlreiches Erscheinen der Genossen und Genoffinnen erwünscht. gange auf der Treppe zwei verschiedene, zeitlich getrennte Abschnitte Singer hatte es im 24. Bezirk am 18. Oktober nur auf 311 Stimmen zu beobachten. Der Verteidiger führt aus, daß nach den mißlungenen Schöneberg. Mittwoch, den 21. 58. Mts., findet bei Obst, gebracht. Am 11. Dezember aber wurden für unsren Kandidaten Schießversuchen der erste Abschnitt beendet war. Die Angeklagte Meiningerstr. 8, eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: Herold 510, für den Liberalen 110 und für den Konservativen hatte damit nur einen Mordversuch, keinen Mord begangen. Sie habe Nach 25 Jahren." Referent: August Bebel. 541 Stimmen abgegeben, so daß Herold in Stichwahl kam, in der sich zum Gehen gewandt, als sie auf einen Zuruf von oben sich veranlaßt fand, sich wieder umzuwenden. Da habe sie den Major in Wittes Voltsgarten eine Versammlung des socialdemokratischen erfolgreiche Wahlagitation, die unsre Genossen in der ReichsWilmersdorf, Mittwoch, den 21. d. Mts., abends 81%, Uhr, findet er am 29. Dezember 1883 einen glänzenden Sieg über seinen tonservativen Gegner errang. Mit diesem Siege schloß die erste mit erhobenem Stocke vor sich stehen sehen. Sie sei ihm zuvor Wahlvereins statt, in welcher die Wahlmänner für sämtliche Bezirke Hauptstadt gekommen. Das sei keine Tötung mit Ueberlegung. Die Angeklagte zur Landtagswahl aufgestellt werden. Ehrenpflicht der Wahlmänner Stadtverordnete konnten am 6. Januar 1884 ihren Einzug unternommen. Fünf socialdemokratische habe überhaupt nicht die Absicht gehabt, den Major zu töten, sie wollte sowie sämtlicher Mitglieder ist es, zu dieser Versammlung zahlreich in das Berliner Rathaus halten, genau soviel wie nötig waren, um nur eine Abfindungssumme haben und die konnte nur ein Lebender zu erscheinen. Außerdem finden andre wichtige Vereinsangelegen nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung der Berliner Stadts zahlen, ein Toter nicht. Er meine, daß das ganze Verhalten der heiten ihre Erledigung. Angeklagten gerade für diese Ansicht spreche. Die drohenden verordneten- Versammlung selbständige Anträge stellen zu können. Aeußerungen der Angeklagten dürfe man nicht auf die Goldwage Lichtenberg. Der socialdemokratische Wahlverein hält am Das war ein Erfolg, der die kühnsten Erwartungen übertraf, die Legen, sondern man müsse berücksichtigen, daß sie von einer Person Dienstag, den 20. Oktober, in Höflichs Schwarzen Adler", Franks man damals in unfren Reihen hegen konnte. kommen, deren Seelenleben zerrüttet war. Im weiteren Verlauf furter Chauffee 120, seine Generalversammlung ab. Außer den seiner Ausführungen weist der Verteidiger auf die schweren Berichten der verschiedenen Kommissionen und Neuwahl derselben Stränkungen hin, welche die Angeklagte erlitten und die wohl im stande steht ein Referat:" Vor 25 Jahren" auf der Tagesordnung. Es ist waren, das Gleichgewicht in ihr zu stören. Der Verteidiger kommt daher Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Der Vorstand. zu dem Schlusse, daß die Angeklagte bei dem Vorfalle auf der Treppe sich im Zustande der Notwehr befunden habe und wenn sie dabei die Teltowerstr. 23: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Zehlendorf. Am Dienstag, 20. Oktober, abends 8 Uhr, bei Giese, Grenzen überschritten habe, so sei dies aus Furcht, Schreck oder Fortsetzung der Diskussion über den Parteitag. Lokalfrage. Bestürzung geschehen. Mit besonderer Wärme trat der Verteidiger Der Vorstand. für die Zubilligung von mildernden Umständen ein. Die Geschworenen sprachen die Angeklagte nichtschuldig bes Mordes, dagegen schuldig des Totschlags und der Körperverlegung mittels einer Waffe. Mildernde Umstände wurden ihr zugebilligt. Der Staatsantvalt beantragte eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Der Gerichtshof erkannte dem Antrage gemäß auf 5 Jahre 6 Monate Gefängnis. Lokales. Der Der entschiedene" Freifinn in der Stadtverordneten- Versammlung. Für die Urwahlen zum Landtag hat in Berlin, wie berichtet, nicht nur der Magistrat, sondern auch eine aus Freisinnigen aller Bersammlung es als ratsam erachtet, daß der Beginn der Wahlen Schattierungen zusammengesetzte Mehrheit der Stadtverordnetender dritten Klasse auf 2 1hr mittags festgesetzt werde. Antrag der socialdemokratischen Stadtverordneten, der den Beginn auf 5 Uhr nachmittags zu berlegen empfahl, damit möglichst viele Wähler der dritten Klasse an der Wahl teilnehmen könnten, ohne in ihrer Berufsarbeit erheblich behindert zu werden und einen beträchtlichen Lohnausfall zu erleiden, ist in hat Berlin das Schauspiel einer Wahlbewegung ganz besondrer Art der Stadtverordneten- Sigung vom 8. Oktober mit 66 Stimmen erlebt. Am 13. April 1883 war die Stadtverordneten- Versammlung gegen 29 abgelehnt worden. auf Antrag des Staatsministeriums vom König aufgelöst worden, Die Abstimmungsliste wird jetzt mit dem stenographischen Beum, wie es in dem Erlaß hieß, die Festsetzung neuer zweck- richt der betreffenden Sigung veröffentlicht. Nach Ausweis dieser entsprechender Stommunal- Wahlbezirke für die Haupt- und Residenz Liste kamen die 66 Stimmen für den 2 Uhr- Beginn aus der„ Fraktion stadt Berlin zu ermöglichen. Dieser Gerechtigkeitsfinn muß höchste Mommsen", der Alten Linken" und der Neuen Linken", die in der Einteilung der Reichstags- und Landtags- Wahlkreise noch Vor zwanzig Jahren n Berliner Partei- Angelegenheiten. Bewunderung erregen, wenn man bedenkt, daß die kraſſen Weißstände 29 Stimmen für den 5 Uhr- Beginn aus der„ Neuen Linten" und Die Lokallifte für Berlin und Umgegend heute fortbestehen. In Wahrheit galt es, dem Bismard und der socialdemokratischen Fraktion. Die Neue Linke" war also die ist neu herausgegeben und der heutigen Nummer unfres Blattes in Butttamer unbequemen Freisinnsring eins zu bersetzen und einzige Fraktion, die hier geteilt stimmte. Ganze 6 Mann aus größerem Format beigefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage die Gelegenheit schien günstig, da Stöcker und seine Antisemiten dieser Gruppe gewannen es über sich, dem Antrage unfrer Parteigrößerem Format beigefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage hete damals in der Berliner Bürgerschaft obenauf waren. Allerdings genossen beizutreten; 10 andere stimmiten stramm mit Caſſel, Kämpf erwächst den Parteigenossen die dringende Pflicht, die Lokalliste streng war die Neueinteilung der Berliner Kommunal- Wahlbezirke eine und Konforten, mit jenen Männern, die es ganz in der Ordnung zu beachten. Den Saalabtreibereien und Verweigerungen gegenüber. bringende Notwendigkeit, vor allem in der III. Wählerabteilung, in finden, daß der Magistrat über den Zeitpunkt des Beginnes der die in Berlin teilweise noch versteckt, in den Vororten dagegen offen der das Kleinbürgertum, die unteren Beamten und ein Teil der Wahlen eine Festsetzung getroffen hat, durch die den Landtagswählern betrieben werden, bleibt uns kein andres Mittel übrig als die Arbeiter die Wahlen zur Stadtverordneten- Versammlung zu voll- der dritten Klasse ihr ohnehin sehr dürftiges Wahlrecht thatsächlich Lokalsperre; und diese dort, wo nötig, durchzuführen, muß das ziehen hatten. Ueber die damaligen Zustände schreibt Genosse Bestreben aller Parteigenossen sein. Arbeiter, Partei- Tugauer in der lesenswerten„ Kommunalen Praris": Schon bei noch mehr verkümmert wird. Unter diesen 10 Wahlrechtsverkümmerungs- Freunden der„ Neuen genossen, Gewerkschaften, Gesangvereine 2c., besucht der Wahl im Jahre 1878 hatte sich das krasse Mißverhältnis der daher bei Ausflügen, Vergnügungen 2c. nur solche Lokalitäten, fleinste Wahlbezirk der III. Abteilung nur 413 Wähler, während der Kommunalwählern der dritten Abteilung erhalten haben: Die Herren Verschiedenartigkeit der Wahlbezirke herausgestellt: hatte doch der Linken" befinden sich 3 Stadtverordnete, die ihr Mandat von welche auf der Liste verzeichnet stehen. Vor allen Dingen erwächst 23. Bezirk( Quisenstadt) 14 720, eine ganze Reihe andrer, in den Drenske( 8. Bezirk), Frid( 18. Bezirk), omann( 28. Bezirk). aber den Vorständen von Arbeitervereinen die Pflicht, beim Ab- Arbeitervierteln belegener Bezirke weit über 10 000 Wähler auf Für alle drei läuft das Mandat in diesem Jahre ab. Die Herrent schluß von Festlichkeiten und Bartien auf das strengste die neue gewiesen. Diese Mißstände mußten allerdings beseitigt werden, das werden also in den nächsten Wochen, sofern sie sich erneut um ihr Lokalliste zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen auch erkannte auch der Magistrat an; er hatte schon 1880 eine Ver darauf sehen, daß in den Verträgen mit dem Wirt eine Klausel mehrung der Stadtverordneten um 18 durchgesetzt, die auf die start Mandat bewerben wollen, Gelegenheit haben, sich vor den Kommunalwählern der dritten Abteilung über ihre Mitwirkung an dieser VerPlaz findet, wonach für den Fall, daß das Lokal für Arbeiter bevölkerten Wahlbezirke verteilt wurden. bersammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Im Jahre 1881 hatte dann das konservative Wahlfomitee eine fümmerung des Landtags- Wahlrechtes zu äußern. Die Antwort Gültigkeit verliert. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit Petition an das Staatsministerium gerichtet mit dem Antrage, auf werden ihnen die Wähler der dritten Abteilung hoffentlich nicht Laffen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. Grund des§ 79 der Städte- Ordnung die Stadtverordneten- Ver- schuldig bleiben. Ebenso ist es Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür nach Mög- Neueinteilung der Wahlbezirke zu ermöglichen. Diesem Antrage ziehen, sich in die zweite oder die erste Abteilung hineinzuretten, wie sammlung durch königliche Verordnung aufzulösen und dadurch eine Doch der eine und der andre dieser drei wird es vielleicht vorlichkeit zu sorgen, daß bei Mehrbedarf an Bedienungspersonal der widersprachen der Magistrat und die Stadtverordneten- Versammlung. es vor zwei Jahren die wackeren Herren Perls und Goldschmidt Stellennachweis des Verbandes deutscher Gastwirts- Unter dem 5. April 1882 ersuchte der Magiftrat den Oberpräsidenten, gehilfen"( Ortsverwaltung Berlin), Dirksenstr. 39 I, Telephon bei dem Minister des Innern die Vorlage eines Gefeßentwurfs gethan haben, als- o glücklicher Zufall! das Los bestimmte, Amt 3 1813, Berücksichtigung findet. Thut ein jeder seine Pflicht, an den Landtag über die Neueinteilung der Stadtverordneten- daß ihre für sie unhaltbar gewordenen Bezirke einen Hausbesitzer so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Lokale, die keine Säle Wahlbezirke Berlins zu befürworten. Herr von Putttamer, au wählen hatten. Herr Peris übrigens, der seitdem einen Bezirk haben, sind frei. Die Lokalkommission. der damalige Minister des Innern, fand jedoch an einer der zweiten Abteilung vertritt, stimmte jetzt bei dem Landtagswahl= Regelung der Angelegenheit durch gesetzliche Bestimmungen Antrag mit eiserner Stirn gegen 5 Uhr. Herr Goldschmidt, " ber sein Verbleiben in der Stadtverordneten- Versammlung gleichfalls beamte den Hundefang auszuüben haben. Die betreffenden Fänger| Lenau Abend( Siehe Inserat). Nur erste Kräfte sind zu diesem | der zweiten Abteilung dankt, war bei der Abstimmung über diesen sollen sich der Kontrolle halber auf den Wachen derjenigen Polizei- Abend zur Mitwirkung herangezogen worden. Man versehe sich Antrag nicht mehr da. rebiere, in deren Bezirke sie den Fang ausüben, melden. Auch zeitig mit Billets, da nur eine bestimmte Anzahl verausgabt wird. So sehen die entschieden" Freisinnigen, die„ Volksmänner" seitens der Vorortbehörden wird teilweise eine Verschärfung des ber„ Neuen Linken" aus, wenn sie in der Stadtverordeten- Ver- wird eine Vermehrung in der Zahl der Fangbeamten notwendig, Hundefanges gefordert. Durch die für Berlin einzuführende Aenderung fammlung volksfreundliche Grundfäße bethätigen sollen. Hinaus da sämtliche Stadtteile täglich von den Hundefängern begangen mit solchen Elementen aus der dritten Abteilung, in der für sie werden müssen. Auch wird die Einstellung einer größeren Zahl von ebensowenig Platz sein darf wie für die engeren Freunde der Cassel, Hunde- Transportwagen notwendig, da die Polizeibehörde die EinKämpf und Konsorten! führung eines solchen für jeden Fangbezirk wünscht. Das freifinnige Wahlkomitee im dritten Berliner LandtagsWahlkreise richtet an die Arbeitgeber des Wahlkreises die Bitte, ihren Angestellten und Arbeitnehmern die zur Ausübung ihres Wahlrechts notwendige Zeit ohne Benachteiligung oder Lohnkürzung freizugeben. Wir wollen hoffen, daß diesem Appell möglichst viele Arbeitgeber nachkommen. Es ist dies um so erwünschter, als gerade auf Betreiben von freisinniger Seite der Beginn der Wahl auf 2 Uhr festgesetzt worden ist, während früher 5 Uhr der Anfangstermin war. Freie Volksbühne, Berlin. Wegen nachträglicher Verweigerung der Konzerträume der Singakademie durch den Vorstand der Singakademie muß das BeethovenStonzert im großen Saale des Gewerkschaftshauses am heutigen Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags 21 Uhr, abgehalten werden. zu erhalten. " * Hus den Nachbarorten. der Die Direktion der Charlottenburger Wasserwerke schickt uns folgende Zuſchrift: Auf Grund des§ 11 des Gesetzes über die Presse ersuchen wir ergebenst um Aufnahme nachstehender Berichtigung der Mitteilung in Nr. 241 Ihres Blattes betreffend verseuchtes Trinkwasser in einer Schule zu Schmargendorf: 1. Eine Verfügung der Schulverwaltung, welche den Kindern den Genuß des Trinkwassers verbietet, ist nicht erlassen. Aus Anlaß der polizeilichen Absperrungen gelegentlich der heutigen Denkmals- Enthüllungen am Brandenburger Thor muß von 11 Uhr vormittags ab bis zum Schluß der Sperrungen der Straßenbahn- Betrieb im Sperrungsbezirke teilweise unterbrochen, teilweise abgeleitet werden. Die Linien 1( Stadtring), 7 und 15( Moabit2. Eine Klage über Beschaffenheit des Wassers ist nicht erfolgt. Rirdorf), 14( Moabit- Marheinekeplay) fahren einerseits nur bis zur 3. Das Wasser ist vollständig klar und entspricht allen AnKöniggrätzer-, Ecke Köthenerstraße, andrerseits nur bis zur Dorotheen- forderungen, welche an ein gutes Trinkwasser zu stellen sind. straße. Die Wagen, die zwischen Moabit und Dorotheenstraße ver- 4. Der Rektor der Gemeindeschule in der Friedrichshallerstraße fehren, durchfahren in der Richtung nach Moabit die Dorotheen, in Schmargendorf hat im Interesse der Schuldisciplin eine Verfügung Luisenstraße, Karlsplay, Karlsstraße und Friedrich Karl- Ufer. Die dahin erlassen, daß die Kinder während der Schulpausen die WasserLinien 23( Gesundbrunnen- Potsdamerstraße, Ecke Großgörschen- zapfstellen nicht umlagern sollen, sondern von den Lehrern ordnungsstraße), 24( Weddingplay- Potsdamer-- Großgörschenstraßen- Ecke) mäßig zum Trinken geführt werden. fahren, in beiden Richtungen durch die Dorotheenstraße, Charlottenburg. Heute findet im kleinen Saale des Volkshauses, Kastanienwäldchen, Opernplay, Französischestraße, Kanonier Charlottenburg, Rosinenstr. 3, der erste kleine Kunstabend statt. straße, Mauerstraße, Leipzigerstraße, Potsdamer Platz; die Dr. Alberth spricht über Friedrich Schiller. Daran schließen Die ausgegebenen Billets sind gültig. Soweit Raum vorhanden, über Kronprinzenbrücke, Königsplay, Reichstagsplay, Dorotheenstraße ich künstlerische Vorträge( Soli für Cello, Gesang und Recitation), haben die Mitglieder noch am Saaleingang Gelegenheit, Einlaßkarten und von hier aus weiter wie die vorgenannten Linien; die Linie 9 bildet Tanz. Eintrittspreis einschl. Programm 30 Pf. Anfang unter Mitwirkung fünstlerischer Kräfte. Den Schluß des Abends ( Moabit- Schlesischer Bahnhof) durch die Dorotheenstraße, KastanienDie Mitglieder werden ersucht, den Teilnehmern an dem Konzert wäldchen, Opernplay, Oberwallstraße, Hausvogteiplay, Jerufalemer6 Uhr. dabon Kenntnis zu geben. straße nach der Leipzigerstraße. Die Linien N und O der Charlotten- Ober- Schöneweide. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. burger Straßenbahngesellschaft( Charlottenburg- Kupfergraben und letzten Sigung die Anstellung einer zweifen Gemeinde. Wilmersdorf- Kupfergraben) verkehren nur zwischen Charlottenburg rankenschwester. Für den Bau der dritten Gemeindes Allee und Stupfergraben bleibt für die Dauer der Sperrung gänzlich Preise von 235 M. für die Quadratrute genehmigt. Auf Antrag respektive Wilmersdorf- Sieges- Allee. Der Betrieb zwischen Sieges- schule im Ortsteil Ostend wurde der Ankauf eines Grundstücks zum des Genossen Grunow wurde beschlossen, bei dem Fiskus zu be eingestellt. antragen, daß er in dem neu eingemeindeten Ortsteil der Gemeinde Schwer verletzt wurde der Feuerwehrmann Hude vom den Bauplatz für die vierte Gemeindeschule kostenlos überlasse. 8. Zuge der Feuerwehr. Ihm wurde ein Schienbein und ein WadenDie Gesuche der evangelischen und katholischen Kirchenbein gebrochen. Von den bei dem Brande in der Lübbenerstraße gemeinden, zum Bau von den so sehr notwendigen Kirchen Zus verlegten Feuermännern sind zwei wieder hergestellt, ein dritter, der schüsse leisten zu wollen, gaben Anlaß zu einer interessanten DisFeuermann Klanicke, der schon bei verschiedenen Bränden Verlegungen fussion. Unfre Vertreter Lange und Gruno iv beantragten erlitten hat, mußte wegen Geisteskrankheit nach der Charité gebracht lebergang zur Tagesordnung, nachdem einige der Herren ihrer werden. Ein vierter, der Feuermann Luß, der in Plögensee verlegt Meinung dahin Ausdruck gegeben hatten, daß die Gemeinde nicht wurde, muß pensioniert werden. umhin könne, das Verlangen der Stirchengemeinden zu bewilligen. Zum Grabowskischen Morde wurde gestern in der Linienstraße Genosse Grunow hielt dem entgegen, daß eine Verpflichtung in keiner das Gerücht verbreitet, daß die Wirtin der G.'schen Eheleute, die weiſe beſtehe. Es sei schon eigentümlich, daß im Bebauungsplan unverehelichte Rödler, als verdächtig in der letzten Nacht aus dem des neuen Ortsteils zwei große Pläße für Kirchen, aber nicht ein Café Linienſtr. 222 heraus verhaftet wurde. Die Festnahme bestätigt von 80- bis 100 000 m. thäten der Gemeinde gerade selbst noch not. einziger für eine Schule vorgesehen sei. Die geforderten Summen sich allerdings. Die Rödler, die in der Zeit des Mordes einen Eine Kommission, der auch der Genosse Lange angehört, soll über geregelten Lebenswandel führte, hatte in der Mordfache eine gewisse die Angelegenheit beraten. Ueber die zunehmende Ausdehnung des Billethandels an den Rolle gespielt und den Ehemann belastet. Sie hat sich in der jüngsten den Beginn der Landtagswahl auf nachmittags 5 Uhr Ein Antrag des Genossen Grunow, Theatern wird in letzter Zeit viel geklagt und besonders sind es die Zeit wieder dem früheren, nicht einwandfreien Lebenswandel hin- festzusetzen, wurde vom Vorsteher dahin beantwortet, daß die Besucher der königlichen Theater und der Cirkusse, die häufig ge- gegeben, verkehrt in dem genannten Café und hat bei Gesprächen nötigt sind, Billets bis zu doppelten Kassenpreisen von den Händlern über die Mordthat oft Schilderungen gegeben, die mit der Wirklich- Wahlhandlung um 4 Uhr beginnen solle. Mitgeteilt wurde noch, zu entnehmen. Obwohl bei der Billet- Abgabe an den Kaffen eine feit nicht in Einklang zu bringen sind. Die Polizei hatte sich des- daß die Nachbargemeinde Nieder- Schöne weide ihren Einziemlich strenge Kontrolle ausgeübt wird, gelingt es den Händlern wegen schon mit ihr abgefunden, so daß ihre Festnahme mit der spruch betreffs der neuen Brücken- Zuführungsstraße zurückgezogen hat. doch, sich in den Besiz einer großen Menge Eintrittskarten zu setzen. Blutthat nicht in Verbindung steht. Sie wurde vielmehr von einem Friedenau. Die letzte Gemeinderatssigung beschäftigte An den königlichen Theatern kaufen beauftragte Dienstleute, be- Schutzmann der Sittenpolizei mitgenommen, weil sie sich ihm gegen sich u. a. mit zwei Fragen, die auch für die Arbeiterbevölkerung von schäftigungslose Arbeiter, die Billets an den Vormittagsfassen, außer über einen falschen Namen beigelegt hatte. besonderem Interesse sind. Dahin gehört zunächst die Genehmigung dem wird aber eine große Zahl von Eintrittskarten durch herreines Drtsstatuts betreffend die Erhöhung der Zahl schaftliche Diener verhökert. Leute, die die in ihrem Die seltsame Entführungsgeschichte, die sich zwischen der sechzehn der Schöffen und Gemeindeverordneten. Die Besize befindlichen Billets aus irgend welchen Gründen nicht benußen jährigen Marie G. und mehreren Herren einer Jagdgesellschaft ab- Bergrößerung Friedenaus und sein Bevölkerungszuwachs und wollen, beauftragen angeblich die Dienerschaft, die Karten an die spielte, hat insofern eine Aufklärung erfahren, als die beteiligten die dadurch erhöhten kommunalen Aufgaben verlangten diese Händler zu verkaufen, welche gern 1 bis 2 M. Aufgeld an die Diener Jäger alsbald bekannt geworden sind. Die Sache, die einem hiesigen Erhöhung schon seit langem gebieterisch; in der vorigen zahlen. Leichter wird es den Händlern, fich an den Cirkuskassen Blatt wie Jägerlatein vorfam, ist nach ihrer liebersetzung in gutes Gemeinderatsjizung wurde dann die erste positive Anregung gegeben Billets zu verschaffen, wo öfter 10 bis 15 Stück von einzelnen Per- Deutsch ziemlich ernster Natur. Das der Schule kaum entwachſene und nunmehr beschlossen, die Zahl der Schöffen von vier auf fünf jonen, Fabrikangestellten zc. geholt werden. Obwohl für solche Fälle Kind wurde von einem feinen Herrn nach Berlin von dem Jagd- und die Zahl der Gemeindeverordneten von 15 auf 18 zu erhöhen; jezt Bescheinigungen gefordert werden, gelingt es den Händlern ausflug mit zurück genommen. Dann erbot sich der Herr, das als Zeitpunkt hierfür wurde der 1. April 1904 festgesetzt. Die Ge doch, auf diesem Wege eine ziemlich bedeutende Zahl von Eintritts- Mädchen solange unterzubringen, bis es eine Stellung genehmigung dieses Beschlusses durch den Landrat wird als sicher farten zu erlangen. Außerdem sind es auch beauftragte Arbeits- funden haben würde. Als der Herr später in die Wohnung angenommen. Bei der Wahl dieser neuen Gemeindeverordneten burschen usw., die fich täglich vor den Cirkuskassen einfinden und zurückkehrte, war das Kind nicht mehr dort. Bei den Eltern ist werden dann auch unsre Parteigenossen gebührend auf dem Plaze gegen anständiges Trinkgeld Billets besorgen. Marie G. bisher nicht wieder aufgetaucht, dagegen hat die Mutter sein. Das Berliner Tageblatt" schreibt im Feuilleton zu der Angelegenheit: Ein förmlicher Boykott der Freien Volksbühne ist jetzt bedauerlicherweise zur Thatsache geworden. Wir berichteten vor kurzem, daß der Magistrat in Uebereinstimmung mit einigen Schuldirektoren das Gesuch des Vereins Freie Voltsbühne", ihm mehrere Schulaulen für Vorträge zur Verfügung zu stellen, abgelehnt habe. Jetzt hat nun das Verhalten der städtischen Behörden auch die Direktion der Singakademie veranlaßt, die bereits der Freien Volksbühne erteilte Erlaubnis zur Veranstaltung von Konzerten in der Singakademie zurückzuziehen. Wir haben schon neulich gesagt, daß wir es für eine unnötige und auch unkluge Härte halten, dem Verein Freie Voltsbühne" eine Unterstüßung bei der Verfolgung seiner auf Voltsbildung gerichteten Ziele zu versagen und können es darum nur im höchsten Grade bedauern, daß das böse Beispiel des Magistrats und der Schuldirektoren jetzt auch die guten Sitten der Leitung der Singakademie verdorben hat. daß 1. Oftober Bei dem Berkauf der Karten entwickeln die Händler in Rücksicht von ihr mehrere Briefe erhalten, die die Unterschrift Deine un- Die zweite, weitere Kreise interessierende Angelegenheit betrat auf die verschärfte polizeiliche Kontrolle eine ganz besondere Vorsicht geratene Tochter" tragen und die Annahme rechtfertigen, daß sich die Friedenauer Wohnungsverhältnisse. Nach einer Anund unterhalten vielfach Gehilfen, welche den Händler darauf auf- Marie G. von Berlin nach Stettin begeben hat. Von dort zog die fangs dieses Monats aufgenommenen behördlichen Statistik standen merksam machen, ob der von der Kasse Zurückkehrende dort Billets Familie G. die aus den Eltern und drei Kindern besteht am von den 3689 vorhandenen Wohnungen 135 leer, ein nicht besonders kaufen wollte oder nicht. Der Verkauf erfolgt auch nicht unmittelbar 10. September d. J. in Berlin zu und nahm in einem Gartenhause hoher Prozentjag; zum Vergleich wurde ausgeführt, vor den Theater- Eingängen, sondern die an der Kaffe Abgewiesenen in Alt- Moabit eine Mittelwohnung. Marie ist das älteste der Kinder von den am 1. April dieses Jahres vorhandenen 3635 werden 50 bis 100 Meter weit von den Händlern verfolgt, ehe man und kann in Stettin bei Verwandten Zuflucht gesucht haben. Ob sie Wohnungen 189 leer standen und von den am ihnen Billets anbietet. Der Nutzen, den die Billethändler an guten aus eigenem Antrieb oder infolge irgend eines Einstusses Berlin 1902 vorhandenen 3509 Wohnungen 125. Der größte Teil Sonntagen haben, soll 3-400 m. betragen, dem allerdings besonders verlassen hat, ist nicht bekannt. der jetzt leerstehenden Wohnungen kommt auf Neubauten, die an den ersten Wochentagen und Freitags Verluste gegenüberstehen. Der Komiker Otto Reutter", Deutschlands eigenartigster Chanson- eine verhältnismäßig starte Zunahme aufweisen. In der Zeit vom Sie verkaufen manchmal die Karten zur Hälfte der Kassenpreise, um dichter und-Sänger, sollte die dreimal geheiligte Ordnung verlegt Oktober 1902 bis zum Oktober 1903 sind nämlich 23 Wohnhäuser nicht das ganze Geld verlieren zu müssen. Wird ein Billethändler haben durch selbstverfaßte Couplets. Er war für die Monate fertig geworden, und bis zum Juli kommenden Jahres ist eine von der Kriminalpolizei gefaßt, so erleidet er außer der zu cr- Januar und Februar von der Direktion des Etablissements ,, Winter- weitere Vermehrung um 25 Wohnhäuser zu erwarten. Der wartenden Strafe auch dadurch einen bedeutenden Verlust, daß er garten" in Berlin engagiert worden und wollte hier eine Anzahl umfang der Wohnungen in den Neubauten zeigt deutan dem betreffenden Abend nicht mehr in die Lage kommt, die in seiner, auch das öffentliche Leben berührenden Couplets vortragen. lich, daß die Hauswirte nur auf recht begüterte Mieter feinem Besize befindlichen Billets loszuschlagen, da die Formalitäten Der Herr Polizeipräsident verbot ihm jedoch den Vortrag ver- spekulieren, eine Tendenz, in der fie übrigens von auf der Polizeiwache stets längere Zeit in Anspruch nehmen. schiedener seiner Lieder aus„ ordnungspolizeilichen" Gründen. Herr den Ortsbehörden und der Ortspresse thatkräftigst unterDer verräterische Kaffiber. Vor einigen Monaten wurden verReutter vermochte aber nicht einzusehen, wieso seine Kunst die„ Ord- fügt werden. Man will aber keine kleinen Leute, sondern man will so ein zweites Charlottenburg und Wilmersdorf mit nur steuerschiedene große Fleischdiebstähle im Osten der Stadt verübt. Nament- ung gefährden solle, er beschwerte sich deshalb beim Oberpräsidenten, träftigster Bevölkerung schaffen. Das ist hier das große Sehnen, lich wurden davon die Schlächtermeister Flister in der Thaerstraße, indessen ohne Erfolg. Nunmehr ließ er durch seinen Rechtsbeistand, Hauschild in der Tilsiterstraße und Nelke in der Hübenerstraße Justizrat Michaelis, Klage erheben. Infolge eines Versehens in und daher fällt es denn eben auch nicht auf, daß z. B. in den 23 Bureau des Anwalts ging aber die Klageschrift statt an das Ober- Wohnungen mit 1 Zimmer und 83 mit 2 Zimmern sind, aber 150 bis Oktober fertig gewordenen Neubauten nur 10( zehn 1) betroffen. Die Diebe erbeuteten größere Mengen Fleisch, die sie auf Verwaltungsgericht, an den Oberpräsidenten, und als dieser sie an mit 3-4 Zimmern und 71 mit 5-7 und in den 25 bis ebenfalls gestohlenen Handwagen fortschafften. Diese wurden dann die Frist in Moabit herrenlos aufgefunden. Den Bemühungen der Kriminal- das Ober- Berwaltungsgericht weiter gegeben hatte, war polizei gelang es endlich, als Thäter den Kutscher Karl Schulz und den verstrichen. Das Ober- Verwaltungsgericht mußte deshalb die Klage, Juli 1904 zu erwartenden neuen 25 Wohnhäusern sind gleichfalls nut 29 Wohnungen mit 1 Zimmer, aber 155 mit Klempner Gustav Keßner zu ermitteln und festzunehmen. Ebenso wurde die sicher zu interessanten Verhandlungen geführt hätte, schon aus Von den jetzt vorhandenen festgestellt, daß das gestohlene Fleisch in dem Schlächter Karl Müller in jenem formellen Grunde abwetsen, ohne auf das Materielle ein- 3 bis 4, 75 mit 5 bis 7 Bimmern. Wohnungen waren einzinumerig 419, davon zur Zeit leer: nur 5; der Huttenstraße einen bereitwilligen Abnehmer gefunden habe. Gegen zugehen. zveizimmerig 1107, leer: mur 28; dreizimmerig 865, leer: 33; Schulz und Keßner wurde nun das Verfahren wegen schweren Straßensperrung. Die Sophienstraße an der Einmündung in vierzimmerig 660, leer: 39; fünfzimmerig 386, leer: 22; fechsDiebstahls und gegen Müller wegen Hehlerei eingeleitet. Der Ehe- die Rosenthalerstraße wird behufs Asphaltierung vom 19. d. Mts.zimmerig 145, leer: 7; siebenzimmerig 67, leer: 1; achtzimmerig 40, frau Schulz wurde Begünstigung der strafbaren Handlung zur Last ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. leer: teine. Daraus geht also flar hervor, daß ein augenfälliges Bedürfnis zur Zeit nur nach ganz kleinen und ganz großen Wohnungen herrscht und daß, von den ganz großen Wohnungen abgesehen, die Prozentzahl der leerstehenden Wohnungen mit der Größe der Wohnungen zunimmt. . gelegt. Sämtliche beschuldigte Personen leugneten nicht nur Volkslieder- Konzert vor Schulkindern. Der Berliner Lehrerwährend der Voruntersuchung hartnäckig, sondern blieben dabei auch während der Gerichtsverhandlung. Die gestern vor Gesangverein veranstaltet am Sonntag, 25. d. M., mittags 12 Uhr der Straftammer I in Sachen contra Schulz und Genossen statt- im Cirkus Busch ein Konzert, in dem vorzugsweise Volkslieder, die fand. Alle Bemühungen des Gerichtsvorsitzenden, die Angeklagten den Schülern bekannt sind, zum Vortrag kommen. Die Hälfte der Ein neues Opfer der Gesinnungsriccherei in den Spandauer zu einem Geständnis zu bewegen, scheiterten, und schon glaubten die Pläge( der Cirkus weist 4674 Bläge auf) wird den Schülern aus Beschuldigten ihr Spiel gewonnen zu haben, als Kriminal- den ersten Klaſſen der Gemeindeschulen und solcher Schulen der Musterwerkstätten". Es wird uns geschrieben: 11 Vor einigen Wochen berichteten wir von einer polizeilichen StaatsWachtmeister Seinemeyer auf der Bildfläche erschien und Vororte, an denen Mitglieder des Berliner Lehrer- Gesangvereins dem Gerichtspräsidenten einen zerknitterten Zettel mit der thätig sind, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die übrigen Bläge aktion, welcher der Gewehrarbeiter Schönfeld schließlich zum Opfer Meldung überreichte, daß es ein von dem Hauptangeklagten her- sollen zur Deckung der Unkosten an Eltern oder Angehörige der gefallen ist und die den Zweck hatte, den Sch. als Socialdemokrat rührender Kasfiber sei, der ihm vor Schüler zu folgenden Preisen abgegeben werden: Loge und Manege zu entlarben. einer Stunde von Jetzt wird ein neuer Fall bekannt, der sich der Spandauer Pulverfabrik cinem entlassenen Strafgefangenen auf dem Polizeipräsidium 1 M., Parkett 0,75 M., Ballon 0,50 M., 1. Platz 0,40 M., 2. Plaz in ereignet hat und der verdient, ebenso festgenagelt zu werden. In der Pulverfabrik übergeben worden sei. Der Ueberbringer habe erklärt, daß er 0,30 M. und Galerie 0,20 Mr. längere Zeit mit Schulz und Keßner in einer Zelle inhaftiert gewesen Im Zoologischen Garten beträgt der Eintrittspreis heute 50 Pf., im am 15. Juli d. J. ein Arbeiter Friede, ein 48 Jahre alter sei. Als er gestern seine Freilassung erhalten habe, fei er von den Kinder unter zehn Jahren zahlen die Hälfte. Von nachmittag 4 Uhr Mann, nach 18jähriger Beschäftigung in Staatsbetrieben ganz plötzlich Sauptangeklagten gebeten worden, den Kaffiber an Frau Schulz ab- ab findet großes Militärkonzert statt. Die Vorführungen in der sie erdenklichsten Anstrengungen, um zu erfahren, welchem Umstande 4 gefündigt und auch am 31. Juli entlassen worden. Auch er machte zuliefern, damit die Zeugen im Termin übereinstimmend aussagten. Raubtier Spielschule" sind auf 12 Uhr mittags und 4 Uhr Wirklich enthielt auch der Kaffiber genaue Anweisung für die Aus- nachmittags festgesetzt. Es werden in derselben zusammen 11 Raub- er seine Entlassung zu verdanken hat, vergebens, überall begegnete er fagen der Entlastungszeugen. Gegenüber diesem Schuldbeweise tiere zeigen, wie viel sie von der menschlichen Erziehungsmethode tauben Ohren. Schließlich wandte sich der Mann mit einer längeren gaben denn auch die Angeklagten das Leugnen auf. Schulz fuchte profitiert haben, und zwar 6 Löwen, 1 Leopard, 1 Bär, 1 Hyäne Eingabe an den Kriegsminister v. Einem; diese Eingabe, von welcher num die Mitangeklagten vollständig zu entlasten, indem er alle und 2 äußerst seltene Schneeleoparden aus dem Tibet, zwei Raub- wir hier eine Stelle nachdrucken, wirkt gleich einer vernichtenden AnSchuld auf sich nahm. Er wurde denn auch mit vier Jahren tiere, die in Berlin lebend noch niemals gesehen worden sind; troß- unterdrückung jedes freien Wortes, und sie rückt das Gebahren der flage gegen das in den Staatsbetrieben herrschende System der Zuchthaus bestraft, während das Verfahren gegen Keßner einst- dem der Garten nur kurze Zeit im Besiz dieser schönen Tiere iſt, weilen eingestellt wurde. Müller erhielt wegen Hehlerei einen zeigen diefelben doch bereits eine auffallende Zahmheit und Ge- Musterwerkstätten" in das rechte Licht. Monat Gefängnis und Frau Schulz tam mit einer eintägigen lehrigkeit. Haftstrafe davon, weil sie erwiesenermaßen unter dem Eindruck der Not gehandelt hatte. Arbeiter- Bildungsschule Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links 2 Treppen. In vergangener Woche haben die Winterkurse Eine weitere Verschärfung im Hundefang wird der deutsche Tierschutz- ihren Anfang genommen. In dieser Woche werden ebenfalls noch verein, einer schon früher erlassenen Verfügung des Polizeipräsidiums Teilnehmer aufgenommen. Der Unterricht in Rede- lebung entsprechend, demnächst eintreten lassen. Hiernach wird Berlin auch findet in dieser Woche am Donnerstag, den 22. d. M., und für den Hundefang in Bezirke eingeteilt werden, in der Weise, daß nicht am Freitag statt. Sonntag, den 1. November, im großen für das Revier jeder Polizei- Hauptmannschaft täglich zwei Fang. Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Hamerling- und Es heißt in dem betreffenden Gesuch: " Nun stehe ich da, alt und verbraucht, zu keinen körperlich anstrengenden Arbeiten mehr fähig, denn meine Kräfte sind dahin, mein Körper durch die jahrelange Säure- Arbeit ausgemergelt; wer von den Privatunternehmern nimmt denn noch so ein altes Wrack in Beschäftigung? Ich habe jetzt das Los vor Augen, entweder Arbeit um jeden Preis, etwa für ein Stück trocken Brot anzunehmen, oder der Armenbehörde zur Laft zu fallen! Ist das eine Gerechtigkeit? Kann man das die sociale Für forge" des Staates für die in seinem Dienste alt und invalide gewordenen Arbeiter nennen? " Sollte ich dies, nach einem Leben schwerer und gering bezahlter mittelt und gleichfalls verhaftet; einer seiner Spießgesellen wird noch Gesangs und gesellige Vereine. Sonntag: Bergnügungsriub Arbeit, die fein„ Sparen" zuließ, verdient haben? gesucht. Ferner ist ein Brief der Frau Giriat beschlagnahmt worden, Arion", abends 6 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Geselliger Excellenz! in dem diese einer Freundin das Verbrechen in seinen Einzelheiten Stlub Neptun", abends 6 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr. 20. haarklein schildert. Montag: Verein der Sängerloge", Große Frankfurterstr. 146. Die Verhaftung der Giriat erfolgte auf die Anzeige einer Frauensperson hin, die wegen ihres schlechten Lebens- ges. Verein zur Unterhaltung und Belehrung„ Empor", ½ 10 Uhr, Büdler Aquarienfreunde", Pückler- und Muskauerstraßen- Ecke. Gesang- und wandels festgenommen worden war und sich erboten hatte, die straße 43. Theater- und Vergnügungs- Verein Schiller", Paul Lerche, Namen der an der Ermordung der Fougère beteiligten Personen Gleimste 63. Statklub der„ Elenden", Wernau, Schwedterstr. 23/24. bekanntzugeben. Verein für Gesundheitspflege des Volkes, Moabit. Jeden zweiten Montag bei Karl Fischer, Waldstr. 8. Konsumgenossenschaften Berlins und der Umgegend. Konsum Nein, gewiß nicht, und ich kann gar nicht glauben, daß Etv. Ercellenz ein solches Verfahren gutheißen werden, wie es die königl. Direktion der Pulverfabrik beliebt, nämlich ihre alten Arbeiter rücksichtslos auf die Straße zu setzen, sie der Not und dem Elend preiszugeben, ohne auch nur den Versuch zu machen, diese zum mindesten doch ungewöhnliche Maßnahme zu begründen. schon aus Gründen der Loyalität und der einfachsten Gerechtigkeit Das mindeſte, was man verlangen könnte, wäre doch, daß man in solchem Falle dem Arbeiter sagt, was man ihm zum Vorwurf macht, um ihm Gelegenheit zu geben, sich zu verteidigen oder die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen aufzuklären. Ich weiß mich frei von Vergehungen, deren ich mich etwa zu schämen hätte, und so können doch auch die Entlassungsgründe nicht derartige sein, daß die Direktion begründeten Anstand zu nehmen berechtigt wäre, dieselben frei heraus, d. h. unverholen zu bekennen. Am Ende ist der Arbeiter, zumal wenn er ca. 18 Jahre lang gut genug dazu war, dem Staat zu dienen, nicht mit einem Arbeitspferd zu vergleichen, das man einfach ausrangiert, wenn es zu verbraucht geworden ist, um noch etwas zu leisten." Die Antwort, welche der Herr Kriegsminister hierauf zu erteilen geruhte, war ebenso klassisch" wie seine Citate, die wir von ihm zu hören gewohnt sind. Unfrantiert ging dem nun auf die Straße gesetzten Arbeiter, der fo naib war zu glauben, daß es in Preußen- Deutschland so eine Art " Recht" auf Arbeit giebt, folgender Ufas zu: " Auf das Gesuch vom 29. August 1903 wird Ihnen erwidert, daß bei Ihrer Entlassung nach dem Arbeitsvertrage verfahren ist und daß Ihnen nach den Bestimmungen über Verwendung und Verwaltung des Arbeiter Unterstüßungsfonds ein Anspruch auf laufende Unterstützung nicht zusteht. Ihrem Gesuch kann daher nicht entsprochen werden." V Der Mann ist von seinem Köhlerglauben kuriert, und mit ihm wird so manchem andren Staatsarbeiter ein Licht aufgegangen sein; der Socialdemokratic leistet eine solche willkürliche Behandlung von Arbeitern regelmäßig ungeahnte Dienste. Darum: es leben unsre Freunde- die Feinde! Gerichts- Zeitung. Räuber überfallen einen Personenzug. In der letzten Nacht wurde zwischen Dünaburg und Pleskau der Personenzug Wirballen Petersburg von Räubern überfallen. Zehn Räuber sprangen während der Fahrt auf den Gepäckwagen, fesselten und verwundeten die beiden flüchteten sodann in den Wald. Schaffner, plünderten das Gepäck und beraubten die Kaffe. Sie Die Cholera. In Bethlehem sind Krankheitsfälle von choleraartigem Charakter vorgekommen. Von acht Fällen seit dem 13. 5. Mts. haben fünf einen tödlichen Ausgang genommen. Die Stadt wurde mit einem militärischen Kordon umgeben. Budapest, 17. Oktober. Auf der Lokalbahn der Siebenbürger zwei leere Waggons. Als sie mit diesen einen steilen Abhang hinHolzindustrie- Gesellschaft bestiegen zwölf Arbeiter bei Kezdi- Polyan unterfuhren, sprangen die Wagen aus dem Geleise und wurden an einem Felsen zertrümmert, wobei ein Arbeiter getötet wurde, sowie 7 Arbeiter schwer und 4 leicht verletzt wurden. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg. Montag: Carmen. Dienstag: Das Mädchen von Navarra. Die Berlobung bei der Laterne. Phantasien im Bremer Ratskeller. Meistersinger von Nürnberg. Donnerstag: Die weiße Dame. Freitag: Mittwoch: Die Till Eulenspiegel. Sonnabend: Lohengrin. Sonntag: Undine. Montag: Tristan und Folde. Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Prinz Friedrich von Hom burg. Montag: Judith. Dienstag: Don Carlos. Mittwoch: Agnes Bernauer. Donnerstag: 1812. Freitag: Die Räuber. Sonnabend: Im bunten Rod. Sonntag: Viel Lärm um Nichts. Montag: Doktor Klaus. von Messina. Montag: Cyrano de Bergerac. Neues fgl. Opern- Theater. Sonntag, den 25. Oktober: Die Braut Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Der Talismann. Sonntagabend: Die Stüßen der Gesellschaft. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft. Dienstag: Die Stüßen der Gesellschaft. Mittwoch: San Marcos Tochter. Donnerstag: San Marcos Tochter. Freitag: Die Stüßen der Gesellschaft. Sonnabend: San Marcos Tochter. Sonntag nachmittag: Der Fleck auf der Ehr. Sonntagabend: Die Ehre. Montag: Liebelei. Litteratur. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag: Im weißen Röhl. Sonntagabend: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Die Ehre. Dienstag: Die Ehre. Mittwoch: Die Stüßen der Gesellschaft. Donnerstag: Die Stüßen der Gesellschaft. Freitag: Was ihr mout. Sonnabend: Die Stüßen der Gesellschaft. Sonntagnachmittag: Der Bibliothekar. Sonntagabend: Die Stützen der Gesellschaft. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft. verein Berlin- Rirdorf( E. G. m. b. H.). Verkaufsstellen: 1. Rigdorf, Biethenstr. 31; 2. Büferitr. 38; 3. Faldenſteinſtr. 6; 4. Rirdorf, Hobrecht Straße 82; 5. Brig, Berderstr. 33; 6. Ober- Schöueweide, Edisonstr. 4; 7. Rirdorf, Rosenstr. 4; 8. Berlin, Siralauer Allee 20a; 9. Steglit, Schloßstraße 87a; 10. Johannisthal bei Senftleben; 11. Treptow, Baumschulenweg 36. 12. Groß- Lichterfelde, Dürerstr. 37; 13. Münchebergerstr. 32. Konsum genossenschaft Berlin und Umgegend.( E. G. m. b. H.): 1. Swinemünderstr. 44; 2. Chorinerstr. 46; 3. Buttmannstr. 19; 4. Willdenow straße 30; 5. Gartenstr. 3; 6. Moabit, Wiclefſtr. 31; 7. Ebelingſtr. 14; 8. Arndta straße 5; 9. Gräfestr. 40; 10. Hagelsbergerstr. 20; 11. Tempelhof: Berliner straße 76; 12. Schöneberg: Apostel Paulusstr. 27; 13. Gothenstr. 1; 14. Weißensee: Friedrichstr. 12; 15. Langhansstr. 60; 16. Winsstr. 64. straße 15. on sum verein Charlottenburg( E. G. m. b. H.): 1. Wilmers dorferstraße 27; 2. Tauroggenerstraße 10; 3. Garde du Corps und Umgegend( E. 6. m. b. H.): 1. Friedrichstr. 98.- Konsum Konsumgenossenschaft von Friedrichshagen Genossenschaft Adlershof( E. G. m. b. H.): 1. Hackenbergstr. 29. Berliner Konsumberein. Berkaufsstellen: 1. Michaelkirchplay 4; 2. Krautstr. 7; 3. Zorndorferstr. 62; 4. Liebigstr. 7; 5. Rostockera straße 20; 6. Havelbergerstr. 6; 7. Emdenerstr. 45; Rummelsburg: 8. Türr schmidtstr. 6; Lichtenberg- Friedrichsberg: 9. Frankfurter Chaussee 48/49; 10. Mainzerstr. 4; 11. Wilhelmstr. 9; Stralau: 12. Stralauer Allee 20a. Auf nahmen werden in oben genannten Berkaufsstellen jederzeit vollzogen außer Sonntags. Auskunft in Genossenschafts- Angelegenheiten erteilen die Vorstände der betreffenden Vereine. Arbeiter- Skatbund Berlins und Umgegend. Zuschriften sind zu richten an E. Duenkert, Marfiliusstr. 15 II. Sch passe", Vogel, Wrangelstr. 78. Briefkaften der Redaktion. Albert St., Linienstraße. Wegen Wp. C. fragen Sie selber am bet Dr. J. Helphant, München, Ungererstr. 28. Juristischer Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends bou 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 1hr. 23. E. 11. Der von Ihnen vorgetragene Mißstand stellt keinen Grund zur vorzeitigen Aufhebung des Mietsvertrages dar. Kündigen Sie zu der nächsten Zeit, zu der es Ihr Vertrag zuläßt, und suchen Sie mit Ihrem Flur nachbarn eine gütliche Vereinbarung herzustellen. 5. S. 71. Eine ausgeklagte Forderung verfährt erst in 30 Jahren. Die Frist rechnet von Rechtskraft des Urteils und läuft von jeder Pfändung ab von neuem. wwwww 9. Ja. Wegen öffentlicher Beleidigung in zwei Fällen hatte sich gestern Genosse Friz Zubeil vor der dritten Straffammer am LandG. M. 12. Klage wäre aussichtslos. Niederneuensee. Die Sachen gericht II zu verantworten. Am 20. April sprach der Angeklagte in der Ehefrau sind für die Schulden des Mannes nicht pfändbar. Erfolgt feiner Eigenschaft als Vertreter des Teltower Kreises in einer öffentdennoch Pfändung, so muß die Ehefrau Widerspruchsflage anstellen und lichen Versammlung zu Müggelheim über das preußische VereinsEinstellungsantrag stellen. Die Ehefrau hat ihr Eigentumsrecht zu beund Versammlungsrecht. Im Laufe seiner Ausführungen fam er auf Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die Weber. Sonntag weisen. Zweckdienlich ist ein vor der Che notariell oder gerichtlich abbie polizeiliche Ueberwachung zu sprechen und erwähnte, daß die ton- abend: Geschäft ist Geschäft. Montag: Monna Vanna. Dienstag: Geschäft geschlossener Anerkennungsvertrag mit dem Ehemann. Der Vertrag fann nach ist Geschäft. Mittwoch: Rosenmontag. Donnerstag: Nora. Freitag: Monna auch servativen Versammlungen häufig gar nicht überwacht würden, dagegen Banna. Sonnabend: Geschäft ist Geschäft. Sonntagnachmittag: Die ver- nennung von Zeugen ratsam. werden. der Ehe geschlossen Außerdem ist die BeA. 2. 42. Nein. P. Ja. Lämen in die socialdemokratischen Versammlungen immer zwei Bewaff junkene Glode. Sonntagabend: Monna Banna. Montag: Faust. C. E. K. Bis zum 31. Dezember 1904 haben Sie noch die persönlichen nete, obwohl die Gendarmen die überflüssigsten Menschen von der Welt Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Ueber unsre Kraft II. Teil. Kirchenlasten zu tragen. Vormund. 1. Der Vormund hat das Recht feien. Diesen Wortlaut haben die Gendarmen in ihren Berichten Sonntagabend: Kater Lampe. Montag: Alt- Heidelberg. Dienstag: Kater und die Pflicht, für die Person und das Vermögen des Mündels zu sorgen, angegeben. In der Diskussion ist dann ein Anwesender aufgetreten Lampe. Mittwoch: Das Käthchen von Heilbronn. Donnerstag: Qucifer. insbesondere das Mündel zu vertreten. 2. Ein Ehemann kann dem von und hat darauf hingewiesen, daß der Amtsvorsteher v. d. Decken Freitag: Alt- Heidelberg. Sonnabend: Lucifer. Sonntagabend: Lucifer. seiner Frau vor seiner Ehe außerehelich geborenen, nicht von ihm erzeugten ( Erkner) dem Gastwirt Brir die verlängerte Polizeistunde genommen Montag: Unbestimmt. Kinde mit Einwilligung seiner Frau und des Vormundes seinen Namen habe, weil derfelbe sein Lokal den Socialdemokraten freigegeben habe. Neues Theater. Allabendlich: Salome und Der Kammersänger. beilegen. Das zu thun liegt im Interesse des Kindes. Um diese Namens Leffing Theater. Allabendlich: Der Sturmgeselle Sokrates. beilegung zu erreichen, schreibt der Ehemann etwa:" Meine Frau hat vor Zubeil hat darauf erwidert, das wäre ein grober Mißbrauch der Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Der Freischüß. Sonntag der Ehe ein nicht von mir erzeugtes Kind( Namen) geboren. Ich erteile Amtsgewalt!" Wegen dieser beiden Aeußerungen wurde Anklage er abend: Der Trompeter von Säckingen. Montag: Der Troubadour. Hierdurch dem Kind meiner Ehefrau meinen Namen, so daß es fortan. hoben. Das Schöffengericht in Köpenick sprach den Angeklagten be- Dienstag: Der Trompeter von Säckingen. Mittwoch: Die Fledermaus. heißen soll." Hierunter setzt der Ehemann seinen Ort, Datum und Namen züglich der Beleidigung des Amtsvorstehers von der Decken frei, Donnerstag: Der Zigeunerbaron. Freitag: Der Trompeter von Säckingen. und läßt den Namen von einem Notar oder von einem Amtsgericht bes weil er in diesem Falle als Vertreter des Kreises in Wahrnehmung Sonnabend: Undine. Sonntagnachmittag: 3ar und Simmermann. glaubigen. Unter diese Urkunde läßt er seine Frau und den Vormund des an mein Kind berechtigter Interessen gehandelt habe. Bezüglich der Beleidigung Sonntagabend: Der Trompeter von Säckingen. Montag: Der Trompeter Kindes schreiben:„ Mit der Erteilung des Namens Der beiden Gendarmen wurde beziehentlich mein Mündel bin ich einverstanden." Hierunter seßen die Frau von Sädingen. der Angeklagte zu 50 M. Geldstrafe und zur Publikation des Urteils verurteilt. Luisen Theater. Sonntagnachmittag: Krieg im Frieden. Sonntag und der Vormund ihre Namen, lassen auch diese Unterschriften notariell Der An= abend: Berlin bei Nacht. Montag: Strieg im Frieden. Dienstag: Mönch oder gerichtlich beglaubigen. Alsdann beantragt der Ehemann unter Ueber geklagte sowohl wie die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. und Soldat. Mittwoch: Das Käthchen von Heilbronn. Donnerstag: Die reichung dieser Urkunde bei dem Standesbeamten, in dessen Register die Vor der Straffammer bestritt der Angeklagte, daß die auf die Jüdin von Toledo. Freitag: Die Jüdin von Toledo. Sonnabend: Krieg Geburt des Kindes eingetragen ist, auf Grund dieser Urkunde den Namen Gendarmen bezügliche Aeußerung so gelautet hätte, als wie diese im Frieden. Sonntagnachmittag: Berlin bei Nacht. Sonntagabend: Das des Kindes.... in. umzuschreiben". Ob die Ehefrau eheliche Kinder notiert haben. Sie müßten sich geirrt haben. Er habe geäußert, Stäthchen von Heilbronn. Montag: Krieg im Frieden. hat oder nicht, ist für die Beilegung des Namens in dieser Art unerheblich. so wenig wie die konservativen Versammlungen überwacht würden, Residenz- Theater. Sonntagnachmittag: Seine Kammerzofe. Die Erklärungen können auch, statt notariell oder gerichtlich beglaubigt zut werden, zu Protokoll des Standesbeamten abgegeben werden, in dessen zu werden, denn hier feien Dieſelben gänzlich fiberflüffig, Kleines Theater. C matter, mentas Die harten. brauchten auch die socialdemokratischen Versammlungen überwacht abendlich: Das große Geheimnis. Sonntag, 18. Oftober, nachmittags: Register die des An da in diesen Versammlungen nichts Rechtswidriges vorkomme. Mittwoch und Donnerstag: Nachtaspl. Freitag: Die Raben. Sonnabend Was den Amtsvorsteher anlange, so habe er nur seine Pflicht Nachtasyl. Sonntagnachmittag: Einakter. Sonntagabend: Nachtasyl. erfüllt, die ihm gebiete, die Interessen seiner Wähler zu vertreten. Montag: Die Raben. v. d. Decken war als Zeuge geladen und erklärte auf Befragen, dem Gastwirt Brix sei die Polizeistunde gekürzt worden, weil dieser vorHer die Polizeistunde überschritten habe. Allerdings habe dabei mitgewirkt, daß er sein Lokal den Socialdemokraten geöffnet habe. Auf die weitere Frage des Angeklagten, ob er auch andern Wirten die Polizeistunde kürze, bei denen Socialdemokraten verkehren, erwiderte der Amtsvorsteher, er beurteile die Sache stets von Fall zu Fall. Ausschlaggebend seien allerdings llebertretungen, doch halte er sich auch für berechtigt, seine Maßregeln zu treffen, wo er befürchten müsse, daß die Art der Gäste, die in einem Lokale verkehren, Ausschreitungen erwarten lasse. Der Gerichtshof gelangte zur Verwerfung beider Berufungen. In dem Falle von der Decken stehe dem Angeklagten der Schutz des§ 193 zur Seite, wodurch die Freisprechung begründet werde. Groben Unfug sollte Genosse Carl Mars verübt haben dadurch, daß er am Schluß einer am 26. Mai in Fröbels Allerlei- Theater stattgefundenen Boltsversammlung ein Hoch auf die revolutio= näre Socialdemokratie ausgebracht habe. In der Verhandlung, die am 16. Oktober vor dem hiesigen Schöffengericht stattfand, bestritt der Angeklagte, den Ausdruck gebraucht zu haben, er habe die bölterbefreiende Socialdemokratie hochleben lassen. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten frei mit der Begründung, daß, wenn er auch den inkriminierten Ausdruck gebraucht hätte, ein grober Unfug nicht zu erkennen sei. AllTrianon Theater. Sonntagnachmittag: Die Notbrücke. Sonst allabendlich: Biscotte. Sonntag, 25. Oktober, nachmittags: Die Notbrüde. Thalia Theater. Sonntagnachmittag: Gr und seine Schwester. Charleys Tante. Sonst allabendlich: Der Hochtourist. Sonntag, 25. Oktober, nachmittags: Central Theater. Sonntagnachmittag: Die Fledermaus. Freitag: Boccaccio. Sonst allabendlich: Bruder Straubinger. Sonntag, 25. Oftober, nachmittags: Der Bettelstudent. Carl Weiß- Theater. Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags: Am Ab Dienstag: Die Altar. Sonntag und Montag: Amor in Wichs. Maschinenbauer von Berlin. Sonntag, den 25. Oktober, nachmittags: Die Schule des Lebens. Deutsch- amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n großen Teich. Apollo Theater. Allabendlich: Die Liebesinsel. Metropol Theater. Allabendlich: Neuestes! Allerneuestes! Urania Theater. Taubenstr. 48/49. Alabendlich: An den Seen Oberitaliens. Mittwoch und Sonnabend, nachmittags: Von der Zugspige zum Wahmann. dem Ersten. ehelichen Erzeugers zur Alimentenzahlung wird durch die stamensbeilegung nichts geändert. 3. Eine Sammlung, in der die beiden Gedichte erschienen sind, oder der Name des Verfassers ist uns nicht in Erinnerung. M. K. Ist der Mangel der Waren von Ihnen rechtzeitig gerügt, so sind Sie berechtigt, vollen Schadensersaz zu verlangen. Die einschlägige Bestimmung ist die des§ 377 des Handelsgesetzbuchs. War die rechtzeitige Rüge unterlaffen oder liegt der von Ihnen behauptete Mangel nicht vor, so hat der Verkäufer das Recht auf Erfüllung des Vertrages zu bestehen. R. 27. Eine Zusammenstellung der statutarischen Vorschriften, die nach der Strantenversicherungs- Novelle geändert werden müssen usw., wird in den nächsten Tagen, sobald es der Raum zuläßt, im Vorwärts" veröffentlicht werden. Der Inhalt der Novelle ist bereits im Mai und Juni ausführlich dargelegt. Buchbinder. Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarter Lohn ist zu zahlen. Sie sprechen von einer Vergnügungskommission, die einem Buchbinder wegen schlechten Wetters vier Fünftel seines Lohnes. streichen will das ist ohne eingehende Darlegung unverständlich. Friedrichstr. 24. Sie sind im Recht. Spremberg 52., K. A. Nein. P. R. 1-4. Der Strajantrag ist zweckmäßig innerhalb drei Monaten an die Staatsanwaltschaft zu richten. 5. Seine. Rossow. Ja. K. B., Rummelsburg 40. Wenn innerhalb eines Jahres nach der Heirat der Rückerstattungsantrag gestellt wird und vor der Heirat mindestens 200 Marfen geklebt find, so wird die Hälfte des Klebemarken- Betrages der jungen Frau zurückgezahlt. Arbeitet sie weiter oder kann sie alljährlich mindestens 20 Marken selbst Kleben, so ist zur Stellung eines solchen An trages in der Regel nicht zu raten. Denn durch Rückerstattung der Beiträge geht die Antwartschaft auf Invaliden- oder Altersrente, vor allem die Möglichkeit dergleichen verloren. ciner Aufnahme in eine Rekonvalescenten oder Lungenheilanstalt und Marktpreise von Berlin am 16. Oktober 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Beizen, gut D.- Ctr. 15,85 15,81 Kartoffeln, neue D.- Chr. 15,77 15,73 Rindfleisch, Keule 1 kg 15,69 15,65 do. Bauch 13,05 13,03 13,01 12,99 " mittel gering " Sitzung haben Montag: Lese- und Diskutierklub ,, Moabit",( Außer an der Zahlabenden des Wahlvereins), Bachstein, Salzwedelerstr. 16. Sizung jeden Montag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tabert, Leopold Jacoby", Markusstr. 14.„ Lese- und Diskutierverein Charlottenburg", von 8 Uhr ab Voltshaus, Rosinenstraße. Agitationsverein Stralsund- Franzburg- Nügen, Sonntag nach Arbeiter: Sängerbund Berlins und der Umgegend. Erster VorMißglückter Polizeikampf gegen Flugblattverbreitung. Unser sigender: Julius Meier, Urbanstr. 131 IV. Erster Staffierer: Scitrit, Fidicin Genosse Friz Hoppe aus Rirdorf hatte am Sonntag, den 26. April, straße 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten an zu Neubrück Flugblätter zur Reichstagswahl verteilt, und dadurch, Gustav Schönthal, Annenstr. 10. Abends 9-11 Uhr Uebungsstunde und* Roggen, gut " Tonblüte", Hentschel, Lübbenerstr. 18. wie die Anklage behauptet, öffentliche bemerkbare Arbeit verrichtet, Aufnahme neuer Mitglieder. " Freya I" die geeignet wäre, die äußere Heilighaltung des Sonntags zu beein- Berliner Damenchor Harmonie", Rosin, Schönholzerstr. 11. Frisch auf I", 3Zimmermann,+ Gerste, gut ( gemischter Chor), Rosenthalerstraße 57. trächtigen. Vom Schöffengericht zu Beeskow wurde Hoppe zu 20 Mr. Rummelsburgerstr. 48. Solidarität", Augustin, Lindenstr. 69.-„ Einig Geldstrafe verurteilt, doch legte der Verurteilte hiergegen Berufung feit III", Rummelsburg, Valentin, Neue Prinz Albertstr. 44. Zimmerer", ein. Gestern stand vor dem Amtsgericht in Frankfurt a. D. Friedrichsberg, Zipter, Frankfurter Allee 181. Maibund", Dalldorf, Koll, Hafer, gut Zermin, M. Opppe führte in ſeiner Berteidigung aus, daß er nur einidendoleritage.„ Gängerſchaft sichte", Müller, Straußbergerſtr. 6. Arbeiter- Naucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen in den Häusern Flugblätter verteilt, auf der Straße jedoch verdeckt getragen habe. Somit könne von einer öffentlich bemerkbaren Arbeit im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Richtstroh Abends von 9-11 Uhr: Klub Abend und Heu feine Rede sein. Er beantrage, ihn freizusprechen und die Kosten der Putbuserstr. 44, 4 Treppen. Aufnahme neuer Mitglieder:" Blaue Schleife", Bannier, Faldensteinstr. 7. Grbsen Staatskaffe aufzuerlegen, sowie gleichfalls ihm seine persönlichen AusGemütlichkeit IV", Frankfurter Allee 198. Merikaner". Müller, Speisebohnen Tagen zu ersetzen. Der Staatsanwalt führte aus, da nicht nach Landsberger Allee 36.„ Eintracht", Ebelingstr. 4. Abguß". Höchste- Linsen gewiesen sei, daß der Angeklagte auf der Straße Flugblätter verteilt straße 30. 1902", Neu Weißensee, Sedanstraße 35.„ Neues Leben",* ab Bahn. oder sichtbar getragen habe, so schließe er sich dem Antrag des An- Hauser, Schöneberg, Hauptstr. 97. Aroma", Reimann, Drontheimergeklagten an. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung straße 5b.„ Lebensblüte", Nieft, Koppenstr. 17." Frohes Leben", Laue, Bismardstr. 10. und beschloß, die Kosten der Staatskasse aufzuerlegen. Alter Stamm", Quäschning, Kottbuser Damm 18/19. Kolumbus", Conrad, Urbanstr. 29. Blaue Wolfe II". Böhm, Zorndorferstr. 9. Transvaal", Steinert, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße 14. Brasil", Krebs", Boechstr. 21. Lustige Rehberger", Barfowsth, Henningsdorferstr. 24. Arbeiter Schwimmerbund. Buschriften find zu richten wolfs- Badeanstalt an der Schillingsbrücke. Menschel, Neu- Weißensee, Langhansstr. 113. Vorwärts", abends 8 1hr, led cus Vermischtes. malls to " Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier 02260 Karpfen 6,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " 1,80 1,10 2,00 1,20 " 1,80 1,10 2,60 2,00 5,00 3,00 n mittel " gering " 12,97 12,95 14,50 13,40 " mittel 13,30 12,20 60 Stück " gering 12,10 11,00 1 kg 2,20 1,20 11 15,80 14,80 Aale " 2,60 1,20 " mittel " 14,70 13,80 Bander 3,00 1,00 gering 13,70 12,80 Hechte 2,00 1,00 " " 4,00 3,74 Barsche " 1,80 0,80 " 7,30 5,00 Schleie " 3,20 1,40 " 40,00 25,00 Bleic 1,40 0,80 " 50,00 25,00 Strebse per Schock 18,00 3,00 " 60,00 20,00 und ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 17. Oftober 1903, morgens 8 Uhr. Stationen an Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better 2 heiter 2wollig 2halb bd. 6 bedeckt 6 heiter Temp. 1. C. Hot Dog Stationen Baronieter richtung Wind 766 NW 6 Haparanda 756 ND 7 Petersburg 749 DND 5 Cort 9 Aberdeen 7 Baris Windstärke Better Temp. n. C. bo= 39 196 2 bedeckt 2 2Schnee 2wolfig Der Mörder von Aix- les- Bains verhaftet. Gestern endlich ist es der Pariser Kriminalpolizei geglückt, die Ermordung der HalbweltArbeiter Radfahrerbund" Solidarität“. Gau 9( Prov. Brandendame Fougère in Air- les- Bains aufzuklären und zwei der Schuldigen, burg). Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu richter: Swinemde. 733 23 darunter den Thäter selbst, zu verhaften. Die Anstifterin zu der an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Sonntag: Hamburg 751 SS Berlin 754 W Blutthat war die Wirtschafterin der Fougère, Giriat, die seiner Zeit Vorwärts" in Eberswalde jeden ersten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, in Air- les- Bains in der ausgeraubten Villa ihrer Herrin ge- Restaurant Zur Kornblume". Blitz" in Zehdenid jeden ersten Sonn- Franti.a.M. 756 23 765 NW 3 bedeckt 16 Inebelt aufgefunden wurde. Die Giriat gestand, ihren Ge- tag, vormittags 9 Uht bei Schlegel." Frisch auf" in Groß- Besten jeden München 760 23 758 28 Montag: Radfahrer: Bien liebten, einen im Mont- Martre- Viertel als Messerhelden be- Sonntag vor dem 1. bei Witwe Rodominsti. Abteilung der Berliner Einkaufs- Genossenschaft jeden Montag nach dem 15. Wetter: Prognose für Sonntag, den 18. Oktober 1903. rüchtigten Menschen, zu dem Raubmord in Aix- les- Bains Berlin, Alexanderstr. 27. Frisch auf" in Spandau, jeden Montag nach dem Ziemlich fühl, vorherrschend wolkig mit leichten Regenjällen und mäßigen verleitet zu haben; er sei es auch gewesen, der sie nach Ausführung 15. Frobenstr. 12.„ Nette" in Tegel jeden ersten und dritten Montag bei westlichen Binden. der That in Aix- les- Bains gefesselt habe. Der Mörder wurde er- 1 B. Strause. 3bedeckt 10 Berliner Betterbureau. Die beispiellose Bevorzugung unserer Fabrikate seitens des kaufenden Publikums liegt in der ausserordentlichen Volkstümlichkeit unserer Preislagen. Die ungemein solide Verarbeitung nur besten Materials lässt unsere Erzeugnisse konkurrenzlos dastehen und beide Momente haben zum Ziele geführt, dass unsere BURGER- SCHUHWAREN eine mit allen Vorzügen ausgestattete, bequeme Fussbekleidung bilden. 72 eigene Geschäfte. 1500 Arbeiter und Beamte. Preisgekrönt mit der goldenen Medaille. Wöchentliche Fertigstellung 22000 Paar. Eigene Niederlagen in Berlin und Umgegend: C. Rosenthaler Strasse 14 C. 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Auf dem Gebiete der Geschichtswissenschaft, deren Professorale Erzeugnisse sonst nicht eben kurzweilig zu lesen sind, ist neuerdings der Jenaer Geschichts- lehrer Ott okar Lorenz mit Erfolg dabei, durch Clownspäße von unübertrefflicher Komik zur allgemeinen Erheiterung beizu- tragen. Schon sein vor Jahresfrist an dieser Stelle besprochenes Werk .Kaiser Wilhelm und die Begründung des Reiches" leistete Erkleck-- liches in haarsträubenden Purzelbäumen und berechtigte daher seinen Verfasser zu einem bedeutenden Heiterkcitserfolg. Jetzt aber schlägt Herr Lorenz seinen vorjährigen Rekord durch eine kleine Schrift,") worin er für die ihm damals in Gestalt eurer Flirt von Besprechungen gewordene Aufmerksamkeit quittiert. Diesmal enthält schon der Titel einen famosen Witz: die Verkleinerer Bis- marcks, gegen die er die Spitze des Büchleins kehrt, sind nämlich nicht etwa rote oder andersfarbige Gegner des Blut- und EisemnanneS. fondern dessen wärmste Bewunderer, die über das Lorenzsche Werk in Zorn geraten waren, weil es den Versuch unternahm, die gcschicht- lichen Thatsachcn der Rcichsgriindungszeit nach jenem Maßstabe zu- zuschneiden, dem Bismarck nicht der Hausmcier, sondern der Hand- langer ist. Damit nicht einverstanden sein, das nennt Lorenz Bismarck verkleinern, weil die Gegner der gedachten Auffassung ihrem Heros„Stellungen und Willensentscheidungen inr weltgeschicht- lichen Lauf der Begebenheiten zuschreiben, die nur aus der Initiative des Souveräns hervorgehen können", während Bismarck selber nach feiner selbstverfaßten Grabinschrift nichts als„Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I." habe sein wollen. Mit diesem loyalen Purzelbarrm stürzt Herr Lorenz sich in seine polemische Aufgabe hinein. Sie besteht natürlich darin, gegenüber allen Anfechtungen seine Handlangertheorie als die einzig richtige zu behaupten. Weit gefehlt I wenigstens wenn man den Blick auf Seite 79 ff. der neuen Schrift hasten läßt. Da gerät Herr Lorenz in gewaltigen Zorn darüber, daß man sein Werk in Beziehungen zu der Handlangertheorie gebracht, ja, als Kommentar dazu bezeichnet habe. Der alte Herr muß bei andren Leuten ein ebenso geschwächtes Gedächtnis voraussetzen, wie er offenbar selber eins hat. Es soll ihm gar nicht zugemutet werden, sich daran zu erinnern, daß er im Vorwort seiner Schrift den Bismarckschen„Diener" ernst genommen und sich zu eigen gemacht hat; aber wenn einer auf Seite 79 von der Handlangerei nichts wissen will, so könnte ihm doch wohl noch vor Augen stehen, daß er nicht ganz eine Seite vorher<73 unten) das direkte Gegeirteil geschrieben hat, indem folgende Sätze aus dem vorjährigen Wälzer herüber- genommen werden:„Es kann ja rmr erfreulich fein, daß den großen Gehilfen des Königs in militärischer und politischer Beziehung die denkbar größte Anerkennung der Nation zu teil wird. Man soll aber nicht sagen und geschichtlich lehren, daß irgend jemand anders, und wäre es auch der größte und genialste Mann des deutschen Volkes, für den„Begründer des Reiches" anzusehen sei, als König Wilhelm." Ob man mm mit der offiziellen Lesart der Kaiserrede vom 27. Februar 1897 von„Werkzeugen" oder mit der niemals dementierten Version der„Berliner Zeitung" von„Handlangern", ob mit Bismarck von„Dienern" oder mit Lorenz von„Gehilfen" spricht— in der Sache kommt das alles auf ein und die- selbe Auffassung heraus, wonach Wilhelm I. ein gott- begnadeter Herrscher war, der aus eigner wohlüberlegter Initiative das Reich gegründet hat: ein Genius erster Ordnung, neben dessen überragender Größe die sogenannten„Paladine", Bismarck voran, als bloße Ausführer königlicher Ideen mit dem bescheidenen Rang von dekorativen Nebenfiguren vorlieb nehmen müssen. Daß Herr Lorenz die Reichsgründungszeit in diesem Lichte ge- sehen hat und andre sehen lassen will, kann er nicht leugnen. Dagegen bestreitet er nicht nur, daß er sein Buch„zu Danke gewisser gegen die welthistorische Bedeutung Bismarcks gerichteter halb oder ganz offizieller Anschauungen veröffentlicht" habe, sondern er leugnet sogar jede Bekanntschast mit solchen Anschauungen feierlichst ab: „Mir fehlt jede Kenntnis und jegliche Beobachtung dessen, was man sich in irgendwelchen hohen oder amtlichen Kreisen über Reich und Rcichsbegründnng denkt." So versichert Herr Lorenz auf Seite 34; auf Seite 74 ff. hat er dies offenbar bereits wieder vergessen. Kein Wunder: wenn man schon nach vierzig Zeilen das genaue Gegenteil des früher Gesagten behauptet, so ist vernünftigerweise nicht zu ver- langen, daß das Erinnerungsvermögen vierzig Seiten umspannen soll. Jedenfalls, was Herr Lorenz an der späteren Stelle zum besten giebt, macht seine Unabhängigkeitserklärung höchst verdächtig, weil es die Jgnoranzerklärung Lügen straft. Er verbreitet sich da in höchst amüsanter Weise über die Frage, ob Wilhelm I. der Beinamen„der Große" von Rechtswegen zukomme. Natürlich ist er dieser Meinung, sintemal nach seiner Meinung der alte Kaiser unbedingt der größte Mann der ganzen Weltgeschichte ist. Hier nur eine Blüte aus seinem Strauß von unüberbietbaren Byzan- tinismen; er vergleicht Wilhelm I. mit Alexander, Cäsar, Friedrich IL, Napoleon I. und kommt zu dem erhebenden Ergebnis:„Allen diesen Größen des Orients und Occidents zeigt sich Kaiser Wilhelm über- legen." Woher kommt es imn, daß die öffentliche Meinung trotz- dem dem Hohenzollern das ftagliche Epitheton vorenthält? Nach Ottokar Lorenz von jener fatalen Eigentümlichkeit des beschränkten Unterthanenverstandes, an allem hemm zu nörgeln, was von oben kommt.«Seine Majestät Kaisee Wilhelm II. hat in dem un- günstigsten Augenblicke der ausgekommenen Meinungsstreitigkeiten über die Verdienste des sFürsten Bismarck um die Entstehung des Deutschen Reichs und Kaisertums sich zu einer Er- klärung bestimmt gestmden. nach welcher der Titel Kaiser „Wilhelm der Große" gleichsam zu einem offiziellen gemacht werden sollte. Indem Seine Majestät nur solchen Denkmälern die höchste Aufmerksamkeit zuzuwenden gewillt war. die den Beinamen Wilhelm der Große inschriftlich verewigen, schien eine Gewissensbevormundung eingetreten zu sein..." Das schien natürlich bloß für den beschränkten Unterthanenverstand so: denn selbstverständlich ist Herr Lorenz nicht geneigt, gegen kaiserliche Meinungen zu opponieren. Im Gegenteil dient ihm das gedachte Nörglertum bloß als Folie, von der sich seine unwandelbare Uebercinstimmung mit allerhöchsten Anschauungen um so leuchtender abhebt. Er geht also schleunigst daran, zum Ausdruck zu bringen, daß er nicht allein der Geschichtsschreiber der Handlangertheorie ist, sondern sich auch die neuere Offenbamngslehre voll und ganz zu eigen Semacht hat. Im weiteren Verlauf der Erörterung über die Beinamcn- •age schreibt Herr Lorenz:„Indessen liegen die begründetsten An- zeichen vor, daß Kaiser Wilhelm II. bei der Aufftellung seiner selbst- verständlich wohlüberdachten These eine ungewöhnliche Kenntnis gerade der daS Problem erörternden Schriften besaß, die, wie der Aufsatz von Gervinus oder das herrliche Buch von Thomas Carlyle den schließlichen einstigen Sieg seiner Ueberzeugung im höchsten Grade wahrscheinlich machen. So�hat noch jüngst der geistvolle Monarch bei Erörterung der Fragen über den Offenbarungsbegriff deutlich erkennen lassen, daß ihm die von Carlyle ftir das Heldenmütige geforderte Gott- #) Gegen Bismarcks Verkleinerer. Nachträge zu„Kaiser Wilhelm und die Begründung des Reiches". Von Ottokar Lorenz. Jena. Verlag von Gustav Fischer. 1903. begnadigung ganz geläufig sei, und da war es wieder bezeichnend, daß er den als Helden einstimmig und überall verehrten historischen Größen auch den Kaiser Wilhelm hinzufügte." So der nämliche Spaßmacher, der vorher hat glaubhaft machen wollen, er wisse nicht, woher der Wind blase. Dieser gedächtnisschwache Alte kann füglich nicht anders als in der Rolle einer komischen Person gewürdigt werden. Das darf aber nicht über die ernste Seite der Sache hinwegtäuschen. Die Byzantiner sind zahl- und einflußreich, sie sind unentwegt dabei, den Volks- körpcr mit der byzantinischen Krankheit zu durchseuchcn, und ein Hauprmittel dazu ist der hartnäckig betriebene Versuch, durch Wort und Schrift, durch Kathedervorträge und Geschichtsbücher, durch den Schulunterricht und eine servile Presse historischen Legenden beim Volke Glauben zu verschaffen. Das Bestreben der Lorenz e tutti quanti, Wilhelm I. mit aller Gewalt zum großen Mann herauszu- staffieren, ist nur das neueste Kapitel der Hohenzollernlegende, die wieder aus einem wahren Rattenkönig von Legenden zusammen- gesetzt ist. Dies neueste Kapitel hat deshalb besonders lauten und allgemeinen Widerspruch gefunden, weil es auch den Unwillen der Bismarckvcrehrer erregte. Auf deren Zeugnis ist nun nicht eben viel Gewicht zu legen, weil sie selber in systematischer Mythen- bildung machen: die Bismarck- Legende ist das würdige Gegen- stück zur Hohenzollern-Legende. Geschichtsschreiber aber, die beiden Spielarten der Geschichtsfälschung unabhängig und kritischen Auges gegenüberstehen, kann man schier mit der Laterne suchen; dem deutschen Bürgertum und seinen litterarischen Wortsührcrn ist eben das Rückgrat gründlich gebrochen worden. Um so wärmer verdient es anerkannt zu werden, wenn sich doch einmal ein Schriftsteller findet, der, obwohl dem Bürgertum angehörend und bürgerlichen Anschauungen huldigend, ge- nügend Freimut und Wahrheitsliebe besitzt, um die Thatsachcn unbefangen — ohne Gehässigkeit, aber auch ohne Liebedienerei— ins Auge zu fassen. In diesem Sinne ist bereits ftüher an dieser Stelle der erste Band der Bismarck-Biographie von Oskar Klein lobend erwähnt worden. Das Urteil, das damals gefällt wurde, gilt auch für den kürzlich erschienenen ersten Teil des zweiten Bandes*), der die Er- Zählung von 1371—1888 weiterführt. Der Tod Wilhelms I. bildet den Schluß des vorliegenden Halb- bandes: da ist also der von selbst gegebene Platz, um an der Hand eines gedrängten Rückblicks auf die Ereignisse der Jahre 1362— 1888 die historische Bedeutung Wilhelms I. und sein Verhältnis zu Bis- marck zusammenfassend zu würdigen. Klein hat sich dieser Aufgabe unterzogen mit dem klaren Bewußtsein, daß seine Lösung in Byzanz beträchtlichen Ingrimm erregen werde:„Bei einer be- trächtlrchen Minderheit der Zeitgenossen des Königs und Kaisers wird diese Charakteristik und Wertung freilich keinen Anklang finden." Desto verdienstlicher erscheint dies ungeschmeichelte Kaiserporträt, das andrerseits vor dem Verdacht systematischen Uebelwollens schon dadurch behütet wird, daß Klein den verstorbenen Monarchen rein menschlich, seinen Gemütseigenschaften nach, recht hochschätzt. Um so tiefer stellt er ihn als prrblio olraraotsr, als geschichtliche Persönlichkeit. Neben seinem geisweichen Bruder„steht Wilhelm da als ein Mann von schlichtem Verstand, von untiefer Empfänglichkeit, geringen Kenntnissen, ohne erhebliche Allgemeinbildung, als ein einseitig Ge- bildeter. Er kann keinen Anspruch auf geistige Bedeutung erheben; er ist ein Alltagsmensch..." Nachdem dann Wilhelm als ein im Grunde seines Wesens„beschränkter Mensch" mit„handfestem Köhlerglauben" charakterisiert worden ist, der aber doch nicht eben leicht zu beherrschen war, weil er wotz seiner Beschränktheit und trotz eines ausgesprochenen Mangels an Thatkraft doch nicht ohne eigenwilliges Selbstbewußtsein war, erhebt sich die Frage:„Was bedeutet Wilhelm in seinem Beruf als Herrscher? Daß er— auf die äußere Politik zu sehen — kein Diplomat ist, liegt zu Tage. Nicht, daß er bei diplomatischen Unterhandlungen eine Null wäre, aber zur Erledigung diplomatischer Geschäfte fehlen ihm alle Eigenschaften, hinreichende Sachkenntnis, Gewandtheit, Klugheit, von andrem nicht zu sprechen." Dies wird nun durch Hinweise auf den geschichtlichen Verlauf belegt, von denen hier bloß einer herausgehoben werden soll, weil dabei allgemein eine etloas genauere Bekanntschaft mit den Thatsachen vorausgesetzt werden kann. Es ist die Vorgeschichte des siebziger Krieges:„Auch da ist von Wilhelm kein Rühmens zu machen. Bei der Bis- marckischen Diplomatie in der spanischen Sache war der König imwesentlichen ahnungsloser Figurant. So wenig wie er Oestreich hatte herausfordern und demütigen wollen, so Ivenig dachte er an eine Herausforderung und Demütigung des Preußcir ständig drangsalierenden Frankreichs. Was er in Ems mit Benedetti trieb, war alles andre, nur keine Diplomatte." Dieser Hinlveis bedarf keiner zusätzlichen Bemerkung und ist schlagend. Wer Augen hat zu sehen, wird dem Bismarck-Biographcn zugeben, daß über Wilhelm„die Wahrheit ist: Er hat an der Diplomatie, die für Preußen und Deutschland die großen Erfolge brachte, nicht nur keinen wesentlichen Anteil gehabt, sondern er stand ihr derart entgegen, daß fort und fort bei den entscheidenden Wendungen der allerschärffte Druck auf ihn ausgeübt werden mußte, damit nicht die bewundernngswürdigste diplomattsche Kunst zu schänden wurde." So wenig wie em genialer Diplomat, so wenig war Wilhelm I. ein großer Stratege:„Zum Feldherrn", sagt Klein,„hatte er so wenig das Zeug wie zu einer hervorragenden Leistung überhaupt". In der inneren Politik„läuft Wilhelms Regierungsantritt auf drei Artikel hinaus: Thron und Altar oder das Gottesgnadentum, Soldaten und Polizei. Unter der Regie Bismarcks verkörpert dieser edle, aber beschränkte Monarch die gottesgnadentümliche Korporal- und Polizeiwirtschaft eines Vierteljahrhunderts im Dasein Preußens und eines halben Menschenalters im Dasein des neuen Reichs. Wilhelms geistige Armut war die Voraus- setzung für da? BiSmarcksche System von 1862— 88, vom Ansang der Konfliktszeit bis in die letzten Jahre des Socialisten- gesetzeS." Er hat in dieser Zeit oftmals Bismarck opponiert— aus Gesichtspunkten, die in seinem eignen eng begrenzten Horizont lagen, oder aus Einflüsteningen dritter, z. B. semer Gemahlin, die Bismarck bekanntlich viel zu schaffen gemacht hat; durchweg aber und bei allen Entscheidungen tanzte er schließlich doch nach Bismarcks Pfeife oder, mit Klein zu reden:„Wenn Wilhelm in seinem ftommen Sinn wähnte, er sei„ein Jnsttument in des Herrn Hand", so war auf dem Boden der Thatsachen zweifellos: Er war im großen und ganzen ein Werkzeug in der Hand des Herrn v. Bismarck." Die BiSmarcksche Hausnreierei wird im vorliegenden Bande, wie es seine Begrenzung innerhalb der siebenzehn Jahre vom Frankfurter Frieden bis zum Tode Wilhelm I. von selbst mit sich bringt, vor- nchmlich unter dem Gesichtspunkte der inneren Politik betrachtet. Das Facit, zu dem der Biograph am Schluß seiner sechsundeinhalb- hundert Seiten starken Behandlung dieser Dinge gelangt, stellt eine unbedingte und unbarmherzige, aber wohlbegründete und gerechte Verurteilung der Reichslenkung Bismarcks dar.„Sieht man auf seine Behandlung der großen innerpolitischen Probleme, so bleibt kein Zweifel: Die Erzählung vom Staatsmann Bismarck ist ein Märchen." Er ist nichts als ein„polittscher Gewaltmensch", ein .naiver Wüterich", dessen„brutales, gemeinschädliches Regiment" sm letzten Grunde nichts andern als seiner grenzenlosen Herrsch- uicht diente und mit einem totalen Fiasko schloß. Um vom Allgemeinen zum Besonderen überzugehen, so sei hier #) Bismarck und seine Welt. Grundlegung einer psychologischen Biographie von Oskar Klein-Hattiirgen. Zweiter Band: Von 1871 bis 1898. Erster Teil: Von 1871—1888. Berlin 1903. Ferd. DümmlerS Verlags-Buchhandlung. Preis geheftet 3 M., in Leinen gebunden 9 Mark. nur mit ein paar Worten auf die Behandlung hingewiesen, die das Kleinsche Werk dem Kampfe Bismarcks mit der Social- demokratie angedeihen läßt. Nicht, Iveil Klein hierüber ganz Neues brächte, sondern Iveil es erfreulich ist, einmal einem bürgerlichen Historiker zu begegnen, der trotz grundsätzlicher Gegnerschaft dem kämpfenden Proletariat Gerechtigkeit widerfahren läßt. Ein Geschichts- schreiber, der die Attentate von 1878 nicht der Socialdemokratie in die Schuhe schiebt, ist in solchem Maße ein weißer Nabe, daß wohl- gesinnte Leser ihn ohne weiteres für einen verkappten Umstürzler aus- geben werden. Aber er ist nichts weniger als das. Dem Socialismus steht er durchaus kritisch gegenüber und zwar mit einer sehr naiven Kritik, wenn er z. B. vom„Zukunstsstaat" als einer „mechanischen Konstruktton", als dem„Gebilde einer spekulativen Humanität", als einem„Erzeugnis sociologischer Metaphysik" spricht, wenn er die Statistik als„die furchtbarste Feindin der Social- denrokratie" in Anspruch nimmt, und was dergleichen Gemeinplätze des vulgären Liberalismus mehr sind. Aber Herr Klein hat doch vor den landläufigen Wortführern des Liberalismus, wie das Verständnis für dessen politischen Sünden, so auch die Einsicht voraus, daß der Emancipationskampf des Proletariats mit einigen Oberflächlichkeiten abzuthuu ist. Allein schon die Charakteristiken, die er von Lassalle, Liebknecht, Bebel giebt, lassen das ehrliche Bemühen erkennen, irr das Verständnis der focialisttschen Bewegung einzudringen, und haben in der ein- schlägigen Litterntur bürgerlicher Herkunft nicht ihres Gleichen. Damit soll nicht gesagt sein, daß diese Porträts nicht erheblich verzeichnet seien. Aber man darf ihm ruhig zu- erkennen, daß die Summe seiner Wertung Lassalles den großen Begründer der socialdemokratischen Agitation in Deutschland nicht mit der kleinlichen Gehässigkeit beurteilt, die wir gewohnt sind: „Sein Ziel, das Elend der Massen zu beseitigen, ist so sittlich, wie ein Ziel nur sein kann. Ist er auf einem Irrweg, wer will ihm einen Makel anheften? Nach seinem Ziel ist das letzte Urteil über ihn zu fällen. Seine historische Stellung schließlich— die Emancipation des vierten Standes, ist ein historischer Prozeß. Hehrer Beruf, in ihm Führer zu sein, in Millionen oas sociale und polittsche Selbstgefühl auszulösen I That. so heilig wie notwendig, den proletarischen Stachel zu stoßen in das blühende Fleisch der Bourgeoisie! Lassalle hat diese That vollbracht: das ist seine historische Bedeutung, seine Größe, die alle seine Schwächen und Fehler deckt, ihn der moralischen Wertung entrückt und zu den Führern in dem gewaltigen Entwicklungskamps der Menschheit stellt." Wer sich so weit zum Verständnis der geschichtlichen Notwendig- leiten herausgearbeitet hat, der kann natürlich für die Methoden der staatsrettenden Gcwaltpolitiker oder— um noch einen excenttischen Witz von Ottokar Lorenz zum besten zu geben— für die„päda- gogischen Einwirkungen", alias Socialistengesetze, nichts übrig haben. Es wäre den herrschenden Klassen in ihrem eignen Interesse zu wünschen, daß sie die wahrheitsgetreue Schilderung, die Klein von den Zeiten des Ausnahmegesetzes, von den Ergebnissen der Unter- drückungspolitik giebt, lesen und daraus lernen möchten. Das heißt aber wohl zu viel verlangen. Die Geschichte lehrt ja nach Hegel nur, daß sie die Menschen noch nie etwas gelehrt hat: und wenn man anstatt Menschen herrschende Klaffen setzt, so ist nicht viel dagegen einzuwenden. So werden Bildung und Besitz vermutlich unentwegt dem Vorbild ihres Heros Bismarck folgen, der ja auch bis ans Ende seines politischen Lebens nichts gelernt und nichts vergessen hat. Wie sehr dies von Bismarck gilt, zeigt wieder einmal ein Buch, das einen angelsächsischen Freund und Ver- ehrer des gestürzten Hausmeiers zum Verfasser hat: Sidney Whit- mern's„Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck".*) Auch die wüttgstcn Bismarckomaunen müssen Whitmans Zeugnis für unverdächtig gelten lassen; denn er ist erstens, wie schon sein früheres Buch„Imperial German�"<„Das kaiserliche Deutschland") bewiesen hat, ein genauer Kenner der deutschen Verhälttrisse und der deutschen Sprache und weiter ein so unbedingter Bewunderer Bismarcks, daß ihm nichts uninteressant erscheint, was von solchen Lippen gekommen ist. Interessant ist nun in der That ein großer Teil dessen, was Whitman über seine Ge- spräche mit Bismarck berichtet; aber die Wirkung auf den Leser ist doch wohl eine andre, als Herr Whitman sie gewünscht haben wird. Man kann in dieser Beziehung Wort für Wort unterschreiben, was Poultney Bigelow in einer Besprechung des Whitmanschen Buchs in der amerikanischen„Historischen Zeitschrift"**) u. a. sagt:„Das Buch ist ein wichtiger geschichtlicher Beitrag. Es offenbart uns den wahren Bismarck; es erklärt einigermaßen, warum fast alle mit seinem Namen verknüpften Maßnahmen der inneren und äußeren Polittk nach dem Augenblicke der Reichsbegründung Fehlschläge gewesen sind. Die Wahrheit wird hier nahegelegt, wenn nicht offen dargethan, daß Bismarck kein großer Charakter war..." Whitmans Buch bringt übrigens auch in andrer Richtung viel Interessantes. Wenigstens eine Probe sei hier gegeben, die Bismarck nicht direkt betrifft, dafür aber einen momentan viel genannten Potentaten des Hexenkessels auf dem Balkan, den bulgarischen Nasen- könig Ferdinand. Bismarck erzählt davon, daß ihm bei Gelegenheit der Wienfahrt von 1392 der Koburger nach München nachgereist kam, um sich ein Orakel zu holen, wie er sich behaupten könne. Bismarck riet ihm, sich tot zu stellen und alles zu vermeiden, was seine Feinde reizen könnte. Die Fürstin Bismarck wohnt dem Gespräch bei, und um sich bei ihr dafür zu entschuldigen, daß er die Zeit ihres Gatten mit seinen Angelegenheiten so lange in Anspruch nehme, wendet sich Ferdinand an sie und sagt in kläglichem Tone: „Durchlaucht, ich regiere so gerne." Es kommt aber noch besser; nach dem Interview äußerte sich der bulgarische Gernegroß u. a.: „Ganz gewiß, es giebt heutzutage keine wirklichen Monarchen mehr. So wie sie sind, sind es Männer ohne Initiative, ohne Hilfsmittel oder ohne Rückgrat. Ich bin einer der wenigen, die noch übrig sind vom wahren Typus des Herrschers; denn ich bin in der That ein geborener Schauspieler." Demgemäß teilt uns Whitman mit. daß Ferdinand, wenn er jemandem Audienz gegeben hat, nachher zu sagen pflegt:„Encoro un quo j'ai roule''(„Wieder einer, den ich geleimt habe"). Er kann heute wohl von Glück sagen, wenn er nicht selber geleimt wird und sein Komödiespielen keinen ttagischen Ausgang nimmt; den Rat Bismarcks hat er offenbar nicht befolgt. Manche Ratschläge Bismarcks wären freilich sehr gefährlich zu befolgen: vor allem was seine Socialistentöterei angeht. Er hat in dieser Richtung Whitman gegenüber ganz hirnverbrannte Anschauungen ausgepackt. Daß er nach wie vor der Meinung war, daß sein Socialistengesetz das einzig Richtige war und mit doppeltem Nach- druck wieder aufgenommen werden sollte, kann nicht überraschen. Wundern kann man sich auch nicht, daß er sich für Abschaffung des allgemeinen Wahlrechts aussprach. Aber eins übersteigt doch alles. was man für möglich halten sollte. Er hat sich Whitman gegenüber ganz kaltblüttg für eine Applizierung des Standrechts auf bestimmte„Umstürzler" erklärt, und zwar bei Leibe nicht unter Annahme einer revolutionären Situatton.„So war Herr von Bollmar, der bayrische Socialist, in Bismarcks *) Sidney Whitman, Personal Eerniniscencets o! Prinoo Bismarck. New York, D. Appleton and Co. 1903. X. 346. **) American Historical Eeyiew, vol. VIII. New York 1903. Pg. 789 ff. Augen nichts als ein fahnenflüchtiger Menegat, zeugnis des deutschen Industrialismus sei, und für Deutschland eine der Unverstand der herrschenden Klasse bringen möge, wir getrösten ein meineidiger Schurke, der seinen Offiziers- Umwälzung von„ noch weiterreichenden Folgen, als die der Revolution uns mit Goethe: treueid auf den König von Bayern gebrochen von 1789" ahnt, die für die Geschichte der Civilisation den Anbruch habe und aus Gründen sowohl der Politik als einer neuen Aera bedeuten würde." Er hält es für wahrscheinlich, des Gefühls erschossen werden sollte." Die Gerechtig- daß dabei Ströme deutschen Blutes fließen würden. Die letztere feit gebietet hinzuzufügen, daß Herr Whitman in puncto Socialisten- Prophezeiung Whitmans ist aber wohl auf den Einfluß der bluttöterei denn doch nicht mit seinem Helden einer Meinung ist. Er rünstigen Phantasien seines Freundes Bismard zurückzuführen. Und hat sogar recht vernünftige Ansichten darüber, wenn er die leber- der ist unter dem Socialismus gestürzt, ohne daß sich sein Herzenszeugung ausspricht, daß der Socialismus das unvermeidliche Er- wunsch, Arbeiterblut fließen zu sehen, erfüllt hätte. Was aber auch Es wird gebeten, das Inserat auszuschneiden und in Bekanntenkreisen zu verbreiten. Die Firma Carl Mampe, Berlin, Veteranenstraße 24, veranstaltet einen Wettbewerb für Amateurphotographen, Achtung! Koppenstrasse 29. Louis Kellers Festsäle. ( Grosser Saal.) Sonntag, den 18. Oktober 1903: Stiftungsfest Stiftungsfest des Die Zukunft decket Schmerzen und Glück. Schrittweis' dem Blicke, Doch ungeschrecket Dringen wir vorwärts." Achtung! Koppenstrasse 29. Socialdemokratischen Wahlvereins des vierten Berl. Reichstags- Wahlkreises( 6sten) Orts- Krankenkasse der Dachdecker Berlins. Am 20. Oktober 1903, im Saale des Herrn Feind, Weinstr. 11: Ordentliche General- Versammlung. = Tages Ordnung: 1. Wahl eines Vorstandsmitgliedes für Arbeitgeber. 2. Wahl von drei Vorstandsmitgliedern für Arbeitnehmer. 3. Wahl des Rechnungs- Prüfungs- Ausschusses für indem sie für die besten und originellsten Amateurphotographien 100 Preise im Werte von über 1000 Mark festsett und zwar erster Preis 300 Mark, zweiter Preis 200 Mart, dritter Breis 100 Mark usw. Die an dem Wettbewerb teilnehmenden photographischen Aufnahmen sollen Scenen aus dem Leben darstellen. Erwünscht sind besonders Humoristikas, Kneipscenen, Kremserfahrten, Segelpartien, Jagdbilder, Strassenscenen. Bedingung ist, daß eine Originalflasche der Likörspezialität Halb und Halb, Mampe mit bestehend aus Vokal- und Instrumental- Konzert, sowie Auftreten des Berliner Ulf- Trios. Turnerische Beschlußfassung über die Abänderung Pomeranzen( Marke Schimmel- Gespann) in irgend einer Aufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Turnvereins„ Fichte". Darstellung auf dem Bilde vorkommt. Schlußtermin 10. Dezember 1903. Einsendungen müssen an die Firma Carl Mampe, Grosser Ball. Berlin N., Veteranenstraße 24, adressiert sein und die Aufschrift„ Betrifft Preisausschreiben" tragen. Das Preisrichteramt wird von siebenn auf dem Gebiete der Amateurphotographie bestens bekannten Herren ausgeübt. Das Eröffnung 4 Uhr. ausführliche Preisausschreiben wird auf Wunsch franco zugesandt. 244/6 Es wird gebeten, das Inserat auszuschneiden und in Bekanntenkreisen zu verbreiten. Centralverband d. Handels-, Transport- u.Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Sonnabend, den 24. Oftober 1903: 7. Stiftungs- Fest in der ,, Neuen Welt"( großer Saal), Hasenheide 108-114. Grofses Konzert, Ball, Gefangsund bumoristische Vorträge. Turnerische Aufführungen. Festrede, gehalten vom Reichstags- Wolfg. Heine. Abgeordneten Die Die Konzert sowie Ballmusik wird ausgeführt von dem..Neuen Berliner Konzert- Orchester"( Mitglied des Central- Verbandes der Civil- Berufsmusiker) unter Leitung des Herrn Rud. Tietz. Gesangs Aufführungen werden vom Gesangverein„ Süd- West( Mitglied des A.-S.-B.), die turnerischen Aufführungen von Mitgliedern des Turnvereins Fichte" ausgeführt. Auftreten des beliebten Berliner alk- Trío. Anfang des Konzerts 8%, 1hr. I Billets: Herren 50, Damen 30 Bf. infl. Tanz find zu haben im Bureau, in den Zahlstellen, bei den Bezirksführern und bei jämtlichen Betriebs- Vertrauensleuten. In Anbetracht dessen, daß wir teine Unkosten gescheut haben, um den Mitgliedern mit ihren Familien, Freunden und Bekannten ein wirklich genußreiches Fest zu bieten, erwarten wir einen recht zahlreichen Besuch. 68/19 Die Ortsverwaltung. Obst's Festsäle, Schöneberg Meiningerstrasse 8. Martin Lutherstrasse 51. Sonntag, den 18. Oktober 1903: Gr. Herbstvergnügen veranstaltet von der Radfahrer- Agitationstruppe des Kreises Arnswalde- Friedeberg. Aufführung von lebenden Bildern: 12 Jahre in der Verbannung". Reigenfahren vom Arbeiter- Radfahrer- Verein ,, Voran I", Berlin. Vor und nach den Aufführungen Anfang 4 Uhr nachmittags. Alle Freunde und Gönner ladet hierzu ein Das Komitee. 13/18 Streng reell! Tanz. Bon 6 Uhr ab: Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eintritt 25 Pfennig, an der Kaffe 30 Pfennig. Programm gratis. Anfang 5 Uhr. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 1. November 1903, im grossen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer No. 15: Damerling- und Lenau- Abend. Kammermusik. Gesang. Recitationen. festrede. Mitwirkende: Alexander Altmann( Violine), Adolf Hänsgen( Klavier), Paul Neumann( Cello), Frl. Martha Schley( Gesang), Frl. Marie Holgers( Recitation), Dr. Rudolf Steiner( Festrede). Nachher: Canz. Billet 50 Pf. inkl. Garderobe. Eröffnung 6 Uhr Beginn 7 Uhr. Rauchen nicht gestattet. Frühzeitiges Erscheinen geboten. Während der Vorträge bleiben die Saalthüren geschlossen. Jede Störung muss vermieden werden. Billets sind zu haben an den Schulabenden in der Schule, bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfried Schulz, am Kottbuser Platz; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Demminerstr. 32; Krause, Müllerstr. 7a, sowie an der Kasse. Freie Volksbühne. Sonntag, den 18. Oktober: 15./16. Abteilung im Metropol- Theater: ,, Klein- Eyolf". 10./11. Abteil. im Lessing- Theater: ,, Nathan der Weise". Kunstabende: Sonntag, den 18. Oktober cr.: 1. Kunstabend. Wegen nachträglicher Verweigerung der Singakademie findet das Beethoven- Konzert im grossen Saale des Gewerkschaftshauses( Engel- Ufer 15) von 22 Uhr ab statt. Sonntag, den 25. Oktober, 2 Uhr, im Gewerkschaftshause: 2. Kunstabend: Richard Dehmel. Winterfest Sonnabend, den 14. November cr. Brauerei Friedrichshain: Offenbach- Abend Liederspiele, Operetten, Couplets. Festmarken a 50 Pfennig in allen Zahlstellen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Bernhard Keilich Goldblondchen Goldblondchen Grosse Hamburgerstr. 22-23, Geke Oranienburgerstr. Sicht am Monbijouplab, Hackescher Markt, Bahnh. Börse. Grösstes Spielwarengeschäft d. Welt. 19 Schaufenster!- Nur Spielwaren! bietet thatsächlich eine Auswahl von Spielwaren, wie sie größer in der ganzen Welt nicht anzutreffen ist. jed. Alter v. 10 Pf. bis Gesellschafts- u. Beschäftigungsspiele. 5. feinsten Ausführung. Vereins- Cotillon- Scherz- Artikel. 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Neue Teilnehmer können noch eintreten. Gäste willkommen. Voranzeige. Am Sonntag, den 8. November, mittags 12 Uhr, im Palast- Theater, Burgstr. 21, eine Matinee zum Besten der Arbeiter- Samariter- Kolonne statt. Auftreten des gesamten Künstlerpersonals. Billets a 25 Pf. sind bei den Mitgliedern zu haben. E. Stein, Vorsitzender. Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 40. 261/11 G. Hellmuth, Kassierer, O., Langestr. 22. Centralverband der Maurer Zahlstelle Friedrichsberg. Mittwoch, 21. Oktober, abends 8%, Uhr. im Lokal von Höflich, Frankfurter Chaussee 120: 33 werden mir die heftgearbeitelſten Spielwaren geführt und Getränk befunden worden. Frei bon jeglichen chemiſchen Beimischungen. Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. zu denkbar billigsten Preisen verkauft. 30332* Erhältlich in Gastwirtschaften und mit Plakaten belegten Geschäften. 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Max Richter, Berlin SO. 36. Soeben erschien: Preis Mark ( auch d. alle Buchhandlg. erhältlich). Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom 3. Duartal 1903. 3. Verschiedenes. 144/14 NB. Berte Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen Ehrenpflicht. Mit kollegialem Gruß Es erwartet deshalb recht regen Besuch Die örtliche Verwaltung. Achtung! Achtung! Die Harnleiden, Aufwärterinnen, Wafd- u. Reinemachefrauen, Kochfrauen ihre Verhütung, Behandlung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, Berlin, Königgrätzerstr. 27. Homöop. Arst, spec. für Haut. w. Harnleiden, Frauenkrankheiten. und Aushilfspersonen, Ausbefferinnen und Pflegefrauen. in Montag, den 19. d. M., abends 8%, Uhr, " Franke's Festsälen", Sebastianstraße Nr. 39: Allgemeine Verfammlung Ich bin von Kustriner Plan 4 des Gewerkschaftlichen Frauenvereins Berlins und Umg. Moden. Berufskleidung. nach Frankfurter Allee 87, gegenElegante 28192* über der Königsbergerstraße, verzogen. Joppen. 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Jonentz, Bärwaldstr. 65. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Bedeutung der gewerkschaftlichen Vereinigung für die Arbeiterinnen". Referent in Frau Dr. Lily Braun. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1903 und Revisionsbericht. 3. Thätigkeitsbericht bom Arbeitsnachweis des Vereins, sowie dessen, Aufgaben und Ziele. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Vereinsangelegenheiten. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. Verband der Schneider u. Schneiderinnen Filiale Berlin. Montag, den 19. Oktober 1903, abends 8½, 1hr: 163/12 Bezirks- Verfammlung f. d. Osten für Arbeiter aus dem Titel VII der Gewerbe- Ordnung. 2. Aussprache über im„ Andreasgarten"( Inh. Merkowski), Andreasstr. 26. Tages Ordnung: 1. Vortrag über einige wichtige Bestimmungen Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Osten Berlins. 3. Mitteilungen. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zu dieser Versammlung haben auch Frauen und Männer der Mitglieder sowie Gäste Zutritt. Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8 Uhr, finden zur Erinnerung H an das vor 25 Jahren in Kraft getretene Socialistengesetz 14 Volks- Versammlungen statt. 2119 nepolod Tages- Ordnung: Nach 25 Jahren. 1. Wahlfreis: Wendts Industrie- Festsäle, Beuthstr. 20/21. 2. Wahlkreis: Berliner Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. 3. Wahlkreis: Buggenhagen, am Moritzplatz. 4. Wahlkreis( Südost): Sanssouci, Rottbuserstr. 4a. Urania, Wrangelstr. 11. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. i dot nib 4. Wahlkreis( Oft): Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11. Keller, Roppenſtr. 29. 5. Wahlkreis: Schützenhaus, Linienſtr. 5. HA Голабчи 6. Wahlkreis: Gollubes Volksgarten, Schönhauser Allee 101 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Fritz Wilke, Brunnenstr. 188. 22.87 00.39 128 19 Germania- Säle, Chausseestr. 103. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Referenten: Genossen Ewald, Heymann, .2003 209/10 R. Luxemburg, Manasse, Moffeler, Singer, Wartoffmann, Frau Ihrer, Ledebour, Frau eine so Charlottenburg. Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8, Uhr, im Voltshanie. Rosinenstraße 3: Volks- Versammlung. 1. Vor 25 Jahren( 21. Dtober 1878: Erlaß des Socialisten gesetes). Referent: Genosse Reichstags. Abgeordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. Der Einberufer. 204/3 Achtung! Pukerträger Berlins und Umg. Achtung! Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal von Jannaschk, Inselstraße 10 II: T Gruppenversammlung der Pukerträger. Tagesordnung: 1. Inwieweit ist unsre Forderung durchgeführt und was ist zu thun, dieselbe hochzuhalten?( Ergebnis der Baukontrolle.) 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 40/14 Sämtliche Puberträger sind hierzu eingeladen. gullald Die Ortsverwaltung. 3. A. K. Heidemann. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Montag, den 19. Oktober, abends 8%, 1hr, im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstr. 3: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Verbandsvorsitzenden, Kollegen August Brey- Hannover, über: Zwed und Ziele unsrer Organisation". 2. Diskussion. Die gesamten Fabrilarbeiter und Arbeiterinnen Charlottenburgs find hierzu dringend eingeladen, denn es gilt, ihre Lage zu verbessern; ganz 64/14 Helmholz- und Franklinstraße, hierzu eingeladen. Die Ortsverwaltung. SJ. A.: A. Pohl. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, recht zahlreich zu erscheinen, um würdige Demonstration für den siegreichen Gedanken des Socialismus zu besonders werden noch die Arbeiterinnen von der Firma Siemens u. Haiste, dokumentieren. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bürstenmacher! Dienstag, den 20. d. M., abends 8, Uhr, bei Pfeffer, Die Berliner Vertrauensleute. Rixdorf. Montag, den 19. Oktober, abends 8% Uhr: Brauchen- Versammlung. Drei Volksversammlungen Um bestimmtes Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. Die Zahlstelle 40 ist von Cotheniusstr. 3 nach Elbingerstr. 9, Ede Cotheniusstraße, bei Beyersdorf verlegt. Die Ortsverwaltung. Tagesordnung: Orts- Krankenkasse für das Gewerbe 1. Die Landtagswahl und der Rixdorfer Magistrat. Protest gegen die Festder Tischler und Pianoforte- Arbeiter zu Berlin.gung der Wahlzeit auf 9 Uhr vormittags. 2. Diskussion. Sonntag, den 1. November, vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlungen. Tages- Ordnung: Wahl der Vertreter zu den Generalversammlungen. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt:. 1. Heickaus, Karlsgartenstraße 6-10. 2. Münzer, Knesebeckstraße 113. Diejenigen Mitglieder, welche im Bezirk des Staffierers Boſt beſchäftigts 3. Thiel, Bergstraße 151-52. find, wählen im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, 84 Delegierte. Diejenigen Mitglieder, welche im Bezirk des Kassierers Schulze beschäftigt find, wählen bei Brochnow, Weberstr. 17, 50 Delegierte. Freiwillige Mitglieder, welche ihre Beiträge auf der Kasse bezahlen, wählen in dem Bezirt, in welchem sie wohnen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Mitglieder verden darauf aufmerksam gemacht, daß der Wahlakt um 112 Uhr geschlossen wird. Montag, 26. Oktober, abends 8 Uhr, in den Mariannen- Festfälen, Mariannen Ufer Nr. 2: = Arbeitgeber- Versammlung. 25196 Tages- Ordnung: Wahl von 57 Vertretern zu den Generalversammlungen. 09 Der Vorstand. duda? Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Allgemeine Orts- Krankenkasse für die vereinigten Gewerbebetriebe Charlottenburgs. In Gemäßheit des§ 48 des KaffenStatuts hat für die Wahlperiode vom 1. Januar 1904 bis 31. Dezember 1905 die Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung zu erfolgen. Es sind zu wählen: 1. Durch die Kassenmitglieder 235 Delegierte, 2. durch die bei der Kasse zuständigen Arbeitgeber 115 Delegierte. Die Delegierten der Stassenmitglieder müssen Staffenmitglieder, diejenigen der Arbeitgeber bei der Kasse zu204/4 ständige Arbeitgeber oder Geschäfts. führer bezw. Betriebsleiter bei solchen fein. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Bahlberechtigt und wählbar find nur solche Bersonen, welche großjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Die Arbeitgeber können sich bei der bevorstehenden Wahlhandlung auch durch ihren Geschäftsführer bezip. Betriebsleiter vertreten lassen; in diesem Falle muß die Bevollmächtigung vor der Wahl im Kassenlokal schriftlich angezeigt werden. Die Wahl ist geheim und geschieht in einem Wahlgange durch Stimme Sonntag, 25. Oktober, vorm. 11 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: zettel, welche soviel Ramen enthalten, Uebungs- Stunde. Lieder: Götterdämmerung" ,,, Frieden" und ,, Gelübde". Bundeskarte legitimiert. stand. Pünktlich erscheinen. Stukkateure! Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr pünktlich: h Im Nebensaale präcise 10 Uhr: Ausschuss= Sitzung. Tages- Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. 16/17 NB. Bereine, die sich an der Auslosung beteiligen wollen, melden sich in der Ausschußsizung, desgl. diejenigen Der Vorstand. General- Versammlung der Filiale Berlin ere, welche„ Götterdämmerung" fingen. bei Franke, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Bericht und Diskussion vom Ver bandstag in Köln. 3. Die Fensterfrage und Arbeitszeitverkürzung. 4. Unjere Zeichenstunde. 5. Verschiedenes. Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Anfang pünktlich 8 1hr. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Die OrtsverwaltungRixdorf. 174/6 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Dienstag, den 20. Oftober, abends 8%, Uhr: Musikinstrumentenarbeiter- Fachverein. Montag, den 19. Oktober, abends präcise 8%, Uhr, bei Graumann, Naunynftr. 27: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Stiftungsfest und vom III. Quartal. 1. Bericht vom VI. Rongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften". JII 3/192 3. Wie verhalten wir uns zu der vom Verbande beschlossenen Lohnbewegung"? 4. Vereinsangelegenheiten. als Delegierte von der betreffenden Wählerklasse zu wählen sind; eine Diskussion über die Aufstellung der Standidaten findet im Wahllokal nicht statt. Wir berufen deshalb zur Vornahme der Wahlen: 1. die Kassenmitglieder für Sonne tag, den 1. November 1903, bor mittags 10 Uhr, nach dem oberen Saale des Boltshauses" in Char lottenburg, Rosinenstr. 3; 2. die Arbeitgeber für Donnerstag, den 5. November 1903, abends 8 Uhr, nach dem unteren Saale des„ Volkshauses" in Charlottenburg, Rosinenstr. 3, mit dem Bemerken ein, daß die Wahlhandlung ad 1 um 12 Uhr, vormittags, diejenige ad 2 um 10 Uhr abends geschlossen wird. Zur Wahl werden nur die. jenigen Personen zugelassen, welche sich im Besize ciner Igitimationstarte über über ihre Wahlberechtigung befinden. Die Legitimationstarten werden auf Antrag im Kaffenlokal während entgeltlich verabfolgt. Charlottenburg, 17. Ottober 1903. Wir erwarten, daß die Kollegen in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung vollzählig er der üblichen Bureaustunden uns General- Versammlung scheinen. Die Delegierten haben ſpeciell darauf hinzuweiſen. im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 151-152. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Vortrag. 142/13 8. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. Bahlreichem Besuch sieht entgegen 88/15 Die Ortsverwaltung. Centralverband der Steinarbeiter Deutschlands. Marmorarbeiter! Dienstag, den 20. Oktober, abends 8 1hr: 179/12 Außerordentl. Mitgliederversammlung im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c. Tages- Ordnung: 1. Maßregelung. 2. Wahl eines Kollegen zur Gauleitung. 3. Viertelfahrsbericht. 4. Bericht des Statistikers. 5. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Um pünktlichen Besuch bittet Der Vorstand. + Frauen- Vortrag+ morgen, Montag, abends 8 Uhr, Kommandantenstraße Nr. 20. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Der Kaffen- Vorstand. H. Scheel, Borfigender. 277/6 Verein deutscher Schuhmacher. Oeffentliche Metallarbeiter- Versammlung Montag, den 19. Oktober, abends 8, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 12: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 170/13 1. Kassenbericht. 2. Geschäftsbericht. 3. Die obligatorische Einführung des Lokalfonds. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. für Reinickendorf und Umgegend Dienstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokale von Muster, Reinickendorf, Berlinerstr. 29/30. Tages Drdnung: 1. Die Aussperrung der Berliner Metallarbeiter". Referent: Kollege Brachwih. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Verein für frauen u. Mädchen Berliner Ressource der Arbeiterklasse. Montag, den 19. Ottober, abends 8. 55/15 Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Emanuel Wurm über:„ Kinderarbeit Gäste willkommen. Der Vorstand. Frauenleiden, Cutitehung, Verhütung, Heilung werden an großen Kinderschutz. Lichtbildern v. bekannten Vortragenden Grundmann, praft. Naturheilkund., erklärt. Eintritt nebst Broschüre 20 Pf. Naturheilverein" Reform", Kuranstalt Köpnickerstr. 72. Kommandantenstr. 57. 123/6 Hochelegante Festfäle für 500 bis 1000 Personen, empfiehlt zu coulanten Bedingungen 25192* Adolf Stein. Sonnabende und Sonntage noch frei. Frankfurter Hütte Grosse Frankfurterstrasse 101 und Krautstrasse 1 Abteilung 3: Schwemme. 4/10 Liter im Glas 10 Pfg. 1/2 Liter im Krug 12 Pfg. 1 Liter im Krug 23 Pfg.de Warme Küche, Portion 30, 40 und 50 Pfg. Abteilung 1: Konzertsäle. Partisani 2946L* in Uniform. Eintritt frei! Raucher Maas- Tabak Specialität: Anerkannt beste Qualitäten in 10,20 u.30 Pfg- Packeten für kurze und lange Pfeifen zu haben in den( igarren- Specialgeschäften. 8, 10, 15-60 M. 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Ungeachtet der weichenden Tendenz der Eisen- und Stahlpreise in jüngster Zeit treffen die Eisen- und Stahlproduzenten in allen Teilen des Landes Vorbereitungen für wesentliche Vermehrung ihrer Leistungsfähigkeit, und nach den vorliegenden Meldungen zu urteilen, wird die Eisen- und Stahlgewinnung der Vereinigten Staaten im laufenden Jahre die des Vorjahres noch ansehnlich übertreffen. " Diese umfassenden Vorbereitungen zur Vermehrung der Produktion lassen keine Besorgnis ersehen, daß der Konfum des Landes etwas nachlassen werde. Und daß der Verbrau andauernd das Angebot übersteigt, zeigt die Thatsache, daß auch im legten Monat die Roheisenbestände der Hochöfen eine Abnahme und Zufuhr. Die Eisenbahnen vermögen den Anforderungen Und noch Mitte Juni dieses Jahres schrieb die„ New Yorker bald nicht mehr zu genügen; aus den Kohlenrevieren erschalen| Handelszeitung": Klagen über Wagenmangel, die Einnahmen der großen Bahnen schnellen empor. Und nun folgt eine Forciernng des Eisenbahnbaues, Die Krise der amerikanischen Eisenindustrie. wie die Union ihn noch nicht gesehen hat; überall werden die BetriebsAbschwächung des Marktes für Eisenbahn- Baumaterialien. Charakter der anlagen der Bahnen erweitert, neue Linien gebaut, der Wagenpark amerikanischen Eisenkrise. Entwicklung des wirtschaftlichen Aufschwunges enorm vergrößert. in den Vereinigten Staaten von Amerika während der Jahre 1897-1902. der einen Industrie die andre, und diese wieder die erstere zur Dabei treibt ein Keil den andern, drängt die Vergrößerung Kreislauf der Produktionssteigerung. Roheisen und Stahlerzeugung. Produktionserweiterung: ein Cirkel, in welchem thatsächlich die erste Der amerikanische Eisenbahnbau. Krisen- Duvertüre. Kapitalistische Betriebsausdehnung einer Industrie diese auf dem Umwege über eine Reihe andrer Industrien schließlich immer wieder zu neuen AusDie Krise des amerikanischen Eisenmarktes nimmt ihren Lauf. dehnungen treibt. Der erwähnte Ausbau der Eisenbahnen führt Die Nachrichten, die von drüben herüberdringen, beweisen immer 3. B. wieder der Stahlindustrie Aufträge auf Schienen und auf deutlicher, daß auch im Lande der" unbegrenzten" Möglichkeiten die Konstruktionseisen für Bahnhofshallen und Brückenbauten, ferner auf wirtschaftliche Expansion vorläufig an der Grenze der Möglichkeit an- Stahlplatten, Achsen und Räder für neue Eisenbahnwaggons zu usw. gelangt ist. Es giebt für die in den letzten Jahren mächtig empor- Die Ausführung dieser Lieferungen aber erfordert eine verstärkte Es ist die völlige Verkennung der Thatsache, daß mit der zu geschossene amerikanische Eisen- und Stahlindustrie zunächst kein Thätigkeit der Hochöfen, größere Erz-, Kohlen- und Coats- nehmenden Bedeutung der Produktionsmittel- Erzeugung gegenüber Vorwärts mehr, sondern nur noch eine Rückwärtskonzentration. Die zufuhren, d. H. vermehrte Ansprüche an die Eisenbahnen, der Genußmittel- Erzeugung in der modernen Wirtschaftsweise auch Abflauung des Marktes, die zuerst nur die feineren Stahlprodukte Steigerung ihrer Rentabilität, und diese verlockt naturgemäß der Bedarf immer mehr zu einer unsicheren, unfaßbaren Größe gebetraf und dann auf den Roheisenmarkt übergriff, tritt wieder zu weiterem Ausbau der Eisenbahnlinien, Anlegung worden ist, die sich in diesen Säßen ausspricht. Daß die jeweilig jezt auch auf dem Markt für Konstruktionseisen und für Eisenbahn von neuen Nebengeleisen, Schuppen usw.; ein Kreislauf, in dem auf dem Markt hervortretende Nachfrage feineswegs dem wirklichen, Baumaterialien auf. Wie widersprechend die Meldungen aus den der Bedarf künstlich immer höher getrieben wird und schließlich sondern einem durch den heutigen Produktionskreislauf und der Haupt- Industrierevieren der nordamerikanischen Union im einzelnen jegliche feste Grundlage verliert. Und dieses Verlorengehen der Spekulation künstlich überhizten Bedarf entspricht, wird völlig überauch lauten, so zeigen sie doch, daß die Eisenbahn- Bauthätigkeit Fühlung zwischen Produktion und Bedarf wird noch gesteigert durch sehen und deshalb naiv aus der über das Angebot hinausgehenden schnell abnimmt und die Eisenbahngesellschaften sich meist darauf die finanzielle Vertettung der Trusts miteinander, indem an die Nachfrage geschlossen, daß gar kein Grund zu irgend welchen Krisenbeschränken, die angefangenen wichtigeren Arbeiten fertigzustellen, Stelle der durch den thatsächlichen Bedarf bestimmten Nachfrage befürchtungen vorhanden sei. neue Arbeiten aber nicht in Angriff zu nehmen. mehr oder weniger eine durch das Absatz- und Beschäftigungserfahren haben." Tat. Die Folge ist, daß, wenn auch manche Werke zur Zeit noch intereffe der großen Trusts diftierte künstliche Nachfrage tritt. frühere Aufträge auf Stahlschienen, Eisenbahntpagen, Lokomotiven Sind beispielsweise die finanziellen Leiter einer Eisenbahn- Aus der Frauenbewegung. und Konstruktionseifen für Bahnhofsgebäude, Brückenbauten 2c. aus- compagnie zugleich Leiter von Stahlfabrikations- und Kohlenbauzuführen haben, also zunächst noch einigermaßen beschäftigt sind, Gesellschaften, so werden sie stets ihre Aufgabe darin sehen, zur doch der Einlauf neuer Aufträge recht spärlich geworden ist. Ver- Förderung des Absages ihrer Kohlengruben die Produktion ihrer Arbeiterinnen Berlins, wahret Eure Rechte! fchiedene größere speciell für den Bedarf der Eisenbahngesellschaften Stahlfabrikations- Betriebe zu erhöhen und, um diesem wieder den arbeitende Werke haben sich denn auch bereits zu Produktions- nötigen Absatz zu sichern, Neubauten bei ihren Eisenbahnen vor- Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielDie Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schutze der einschränkungen und Arbeiterentlassungen gezwungen ge- nehmen zu lassen. sehen. Und weitere Betriebseinstellungen stehen in sicherer Aus- An der Entwicklung der Produktionsthätigkeit, sowie der Einfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der ficht. Für die Annahme aber, daß es sich bei dieser Ver- und Ausfuhr der Vereinigten Staaten läßt sich der oben kurz Arbeiterinnen werden oft gekürzt. ringerung der Eisenbahn- Bauthätigkeit um eine schnell vorübergehende charakterisierte Prosperitätsverlauf trefflich verfolgen. Im Jahre 1897 Das Gesetz bestimmt: Erscheinung handelt, fehlen stichhaltige Gründe, denn nicht mir find betrug die Roheisenproduktion in den Bereinigten Staaten Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden die wichtigsten in den vergangenen Jahren unternommenen Aus- erst 9,25 Millionen Tonnen( Großtonnen a 1016 Kilogramm), 1899 täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonndehnungen des Eisenbahnnetzes inzwischen fertig geworden oder gehen hatte sie schon 13 789 242 Tonnen erreicht, im nächsten Jahre steigt und Festtagen mur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an ihrer Beendigung entgegen, sondern es fehlt auch den Eisenbahnen sie auf 15 878 354 und in 1902 auf 17 821 307 Tonnen, pro diesen Tagen bis spätestens 5 Uhr verlassen sein. unter den heutigen Verhältnissen des amerikanischen Geldmarktes für Jahr eine Zunahme von über zwei Millionen Tonnen. Seitdem Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur größere Erweiterungsbauten an dem nötigen Kredit- schon die sind eine Reihe weiterer Hochöfen in Betrieb genommen worden, 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger letzten Eisenbahnanleihen waren nur gegen außergewöhnlich und andre find im Bau. Obgleich bereits im Auguft eine ganze Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. harte Bedingungen und hohe Zinsen( teilweise sechs und Reihe Hochöfen ausgeblasen oder gedämpft worden sind, waren doch Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges Versieben Prozent) unterzubringen allem aber macht am 1. September noch 305 Hochöfen mit einer normalen Leistungs- lassen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Unternehmer fich im Gegensatz zum ersten Quartal dieses Jahres, in welchem fähigkeit von 370 830 Tonnen pro Woche, also über 19 Millionen oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, undie Eisenbahnen die andrängenden Frachtmassen kaum bewältigen Tonnen pro Jahr, in Thätigkeit. regelmäßige 2ohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Befonnten, eine zunehmende Frachtabnahme bemerkbar. Wie der Noch stärker hat die Stahlproduktion zugenommen. In 1896 schäftigung usw. ,, Vorwärts" schon vor einigen Tagen( Nr. 242) unter Industrie betrug die Gesamterzeugung an Bessemer- und Flammherdstahl( die Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; fie kann durch gegen und Handel" meldete, entlassen die Vanderbiltschen Bahnen vor- geringe Menge Tiegelstahl kommt nicht in Betracht) 5 218 606 Tonnen, feitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen läufig ungefähr 2500 Arbeiter; doch stehen nach Angabe eines der 1898 8 839 299, 1900= 10 082 905, 1902 14 994 200 Tonnen, bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Vorsitzenden der New York Centralbahn bei den verschiedenen Bahn- sie hat sich also in dem furzen Zeitraum von 1896/1902 fast vergesellschaften weitere Entlassungen bevor, von denen nach seiner dreifacht. Trotz dieser Produktionssteigerung genügte die Erzeugung Schätzung im ganzen vielleicht 100 000 Arbeiter betroffen werden den Anforderungen nicht, denn es wurden außerdem eingeführt: fönnen. Setem tönne. bor " = 1 1901 Dollar 1 792 014 an Roheisen Stahl( in Ingots, Stäben 2c.) 1340 112 Schienen Stabeisen 67 052 1 093 736 1902 Dollar 10 935 831 7 838 309 1 576 679 1 286 238 Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Beugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungeseßlich und zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. werden. Mit diesem Rückgang des Eisenbahnbaues aber entwickelt die bisherige Abflauung des amerikanischen Eisenmarktes sich zur Krise, denn so sicher es ist, daß der riesige Eisenbahnbau der letzten Jahre bedeutend zur Hochkonjunktur in den Vereinigten Staaten beigetragen hat und daß die relativ gute Nachfrage nach Eisenbahnmaterialien Hygienische und Schutzmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebsin den letzten Monaten dem flauen amerikanischen Eisenmarkt zeit- Die genauen Ziffern über die Verlängerung des Schienennetzes zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und weise immer wieder eine gewisse Festigkeit verlieh, so sicher ist es sind mir im Augenblick nicht zur Hand, doch sind von 1900/1902 und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute andrerseits, daß mit dem Fall dieser wichtigsten bisherigen Konjunktur- ungefähr 3000 deutsche Meilen neuer Eisenbahnlinien gebaut worden Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso sind ſtütze der weitere Abrutsch auf der schiefen Ebene unvermeidlich wird( ohne zweite Geleiſe, Nebengeleise und ohne die Straßenbahnlinien). Schußvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren zwar nicht ein plößlicher Absturz, wohl aber ein immer tieferes In 1902, dem Jahre des eifrigsten Ausbaues, wurden 6026 englische Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und Herabfinten der Marktlage. Meilen( über 1200 deutsche Meilen) fertiggestellt. Ferner wurden, welche Rolle im amerikanischen Wirtschaftsleben der Eisenbahnbau stätten hergestellten Eisenbahnwagen, 1900: 124 106, 1901: 139005 anstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet Verschiedentlich ist an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, ohne die von den Eisenbahn- Gesellschaften in ihren eignen Werk nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnisund die Bauthätigkeit in den großen Städten der Union während und 1902: 164 547 Eisenbahnwagen gebaut, meist Frachtwagen der Jahre 1898/1902 gespielt hat und daß, so lange diefe beiden Personenwagen wurden im letzten Jahre zum Beispiel nur 1948 sein, daß Sitte und Anstand nicht verletzt werden. Stützen des Eisenmarktes stand hielten, wohl eine Abflauung, fertiggestellt. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schuße ernicht aber eine eigentliche Eisentrise den amerikanischen Markt. treffen Schon im Juli und August vorigen Jahres trat auf dem lassenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten Die Ursachen und Bedingungen der letzten Prosperitäts- amerikanischen Eisenmarkt ein gewisses Nachlassen der Nachfrage perioden in Deutschland und in den Vereinigten Staaten sind hervor, das sich aber auf feinere Stahlwaren( Messerwaren, bessere Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende was vielfach übersehen wird nur zum Teil die gleichen; ein Werkzeuge 2c.) beschränkte. Dann folgte im September auch eine Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in den andrer Teil zeigt ganz verschiedenen Charakter, und demnach ist gewisse Abschwächung des Marktes für Roheisen und Stahl, die, Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegenNachteile für ihre Eriſtenz auf Beseitigung der Mißstände in den zweifellos, daß auch die Krisen in beiden Ländern manche verschie- soweit sich beurteilen läßt, einerseits ihren Grund in der Be- zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. benen Züge aufweisen werden. Die Krise, unter der wir in Deutsch- unruhigung des Marktes durch den Kohlengräberstreit, andererseits land seit 1900 leiden, ist vor allem eine Produktionsmittel- Krise, der in der Zurückhaltung der Händler infolge der Besorgnis erregenden halten! Rückschlag gegen eine Prosperitätsperiode, deren Hauptagens in einer Geldmarktsverhältnisse fand. Als dann mit Beginn dieses starken Ausweitung der technischen Produktionsmittel, und zwar unter Jahres die Aussichten für die Bauthätigkeit sich wieder gleichzeitigem Vordringen der Elektricität in neue Produktionsgebiete, günstiger gestalteten und nach der Beendigung des Grubenarbeiter besteht. Die charakteristische Eigenheit dieser Krise ist nicht, wie bei den streits die Bahnen die Kohlensendungen kaum zu bewältigen verfrüheren englischen Baumwollkrisen, die Ueberlastung des Marktes mochten, hob sich auch die Lage des Eisenmarktes wieder. Die Werke mit Erzeugnissen für den individuellen Stonfum, mit sogenannten arbeiteten mit voller Kraft und außerdem wurden im ersten Quartal Genußmitteln, sondern das Vorhandensein von mehr Produktions- dieses Jahres insgesamt für 12 393 810 Dollar fremde Eisen- und mitteln, als bei der Erzeugung des gegebenen Bedarfs von Genuß- Stahlerzeugnisse eingeführt, für 6501 722 Dollar mehr als im ersten mitteln nugbringend Anwendung finden können. straße 130. Vierteljahr 1902. Doch im Mai begann der Eisenmarkt sich recht Nun ist zwar auch die jetzt in Amerika hereinbrechende Krise in empfindlich gegen die fremde Zufuhr zu zeigen. Die amerikanischen gewissem Sinne eine Produktionsmittel- rise, nämlich insofern, als Eisenproduzenten gingen mit ihren Preisen herab. Die Einfuhr sant die Anzahl der Hochöfen, Stahl- und Walzwerke 2c. in den letzten mehr und mehr, und im Juli dieses Jahres wurden nur noch Die Gewerbe- Inspektions- Assistentinnen Frl. Reichert, EngelJahren dermaßen zugenommen hat, daß ihre Produktions- 90 171 Tonnen Eisen- und Stahlprodukte im Werte bon traft den Bedarf übersteigt. Aber diese Ueberproduktion an 3,53 Millionen Dollar importiert gegen 129 719 Tonnen Produktionsmitteln der Eisen- und Stahlindustrie beruht keineswegs im Werte von 4,16 Tonnen im Juli des vorigen Jahres. Dennoch auf einer Ueberfättigung der andern großen Industrien mit fand zunächst der Markt in der Nachfrage nach Eisenbahn- BauProduktionsmitteln( mit Maschinerien, Fabrikanlagen usw.), sondern materialen eine Stüße; jest ist es auch damit vorbei. in erster Linie auf dem Rückgang des Eisenbahnbaues und der Bau- Die amerikanische kapitalistische Presse will den Abrutsch allerthätigkeit in den großen Städten des Dstens der Union. Aus dings immer noch nicht zugestehen; sie spricht von einer bald vorüberdieser Verschiedenheit ergeben fich notwendig auch verschiedene gehenden Stockung, die durch eine Produktionseinschränkung sich leicht Krisenerscheinungen. So hat z. B. in Deutschland während der beseitigen ließe. Zur Kennzeichnung des Wertes dieser Behauptungen letzten Jahre die Maschinenindustrie weit schwerer gelitten, als die genügt es, daß selbst die amerikanische Fachzeitschrift, Iron Age" sogenannte Schwereifenfabrikation; das wird in Amerika nicht noch im Januar in einem Ausblick auf das beginnende der Fall sein. Auch dort kann natürlich die Maschinenindustrie nicht Jahr 1903 schrieb: unberührt bleiben von dem wirtschaftlichen Drud; aber nicht sie,„ Die Aussichten für das Jahr 1903 werden im Eisengewerbe sondern die Stahl- und Walzwerte und des weiteren die Hochöfen, der Vereinigten Staaten größtenteils für sehr günstig angesehen. die ja in Amerika meist mit den Stahl- und Walzwerken zu großen zumal von den Produzenten, welche Aufträge zu Buche stehen haben, Trustbetrieben verbunden sind, werden den Hauptstoß auszuhalten die ihre Produktionskraft nicht nur für die erste, sondern auch für haben. die zweite Hälfte des Jahres und vielleicht noch darüber hinaus in Anspruch nehmen. Wie Deutschland in den Jahren 1892/94, so standen auch in den Jahren 1893/94 die Vereinigten Staaten unter einer starten wirtschaftlichen Depression, die mit dem Jahre 1895 einer langsamen Befferung wich. Neue industrielle Anlagen wurden im Süden wie im Norden vorgenommen, die der Eisen- und Stahlindustrie zahlreiche Aufträge zuführten. Hinzu gesellte sich eine rege Bauthätigkeit und rapide zunehmende Verwendung eiserner Baumaterialen zum Fabrikund Hausbau. Die sich bessernde Marktkonjunktur regte die Finanzwelt zur Vereinigung der bestehenden Unternehmungen, zu sogenannten Combines" an. Besonders von 1897 an zeigte sich ein hißiges Trustgründungsfieber, das sich auf die verschiedensten Industriegruppen erstreckte, speciell aber in der Stahlindustrie zur Busamenkoppelung großer Riesenbetriebe miteinander führte. durchweg begnügten diefe Trusts sich nicht mit der Fortführung der Produktion im alten Geleise; fast überall fand eine Produktionsausweitung, eine Vergrößerung alter oder eine Anlage neuer Betriebe statt. Und Diese zunehmende industrielle Thätigkeit verstärkt aber wiederum nicht nur den Güter- Frachtverkehr, sondern bedingt auch einen größeren Kohlen- und Coatsverbrauch, eine steigende Nachfrage nach Biesen Materialien und des weiteren eine verstärkte Kohlenproduktion ... Im allgemeinen ist das Gefühl auf dem Eisenmarkt vorherrschend, daß der Höhepunkt der Preise und vielleicht auch des Geschäftsumfanges überschritten ist, daß eine Herabsetzung der Preise in den Branchen bald eintreten muß, in denen sie nicht bereits erfolgt ist; doch herrscht nirgends die Befürchtung eines Zusammenbruchs, sondern man ist überzeugt, daß die Rückkehr zu normalen Verhältnissen sich schrittweise und ohne Störungen der gesunden Lage vollziehen wird. Daß die Bedürfnisse der Bahnen außerordentlich groß bleiben werden, steht fast völlig außer Frage. Sie haben ganz bedeutende Aufträge für Lokomotiven, Waggons, Schienen und Brückenmaterial vergeben, die nur im Falle einer unerwarteten Umwälzung der Finanzlage nicht zur Ausführung fonimen würden Neubauten und Vergrößerungsbauten von Fabrikanlagen aller Art sind noch in großer Zahl in der Ausführung begriffen und in kaum kleinerer zu erwarten; besonders in der elektrotechnischen Industrie kann man mit einer weiteren erheblichen Zunahme der Unternehmungen und damit des Verbrauchs von Eisen und Stahl in den verschiedensten Farmen rechnen." Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim geBeschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, BlücherFrau Dr. Weyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Lutz, Waterloo- Ufer 9, straße 49, Hof II. Frau Bauschke, Rostockerstr. 43, Quergeb. I. im Laden. Frau Mesch, Lychenerstr. 3, linfer Aufg. IV. Frau Ties, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heidemann, Alte Jakobstr. 108, IV. Srl. Grünberg, Köpnickerstr. 8b, IV. Frau Jeete, Nigdorf, Steinmetztraße 120, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg, WilmersdorferFr. Grünberg, Köpnickerstr. 8b, IV. Frau Jeeze, Nirdorf, SteinmezSprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. im Laden. Vorm. 9-1 und nachm. 6-8 Uhr. Gewerkschafts- Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Ufer 4, Frl. Kummert, Georgenkirchplatz 21, Frl. v. Bennigsen- Förder, von 7-8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von Prinzen- Allee 88, sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag 9-10 Uhr vormittags zu sprechen. Die Beschwerdekommiffion der Arbeiterinnen Berlins. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein von Schöneweide hält diesmal Dienstag, den 20. Oftober, seine Versammlung ab im Wilhelminenhof- Casino, Wilhelminenhofstr. 43. Da die Tagesordnung wichtig ist, so werden die Mitglieder ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Ober- Schöneweide. Parteigenossinnen, Mitglieder des socialdemokratischen Wahlvereins der Frauen und Mädchen Berlins und Umgegend! Agitiert rege für den Besuch der am Donnerstag, den 22. ds., abends 8 Uhr, bei Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, stattfindenden öffentlichen Versammlung, in der Genoffin Emma Ihrer über: Was haben die Frauen bom preußischen Landtag zu verlangen? sprechen wird. Frauen Ober- Schöneweides! Beweist, daß Ihr Interesse daran habt, daß in Zukunft nicht Junker, Adel und Großindustrielle die Macht haben, alle Bestrebungen der Arbeiter nach einem menschenwürdigen Dasein zu unterdrücken. Lernt das Unrecht erkennen, das man Euch anthut! Besucht alle diese Versammlung. Keine darf fehlen! Tretet dem socialdemokratischen Frauenwahlverein beil Aufnahmen vermittelt die Vertrauensperson Frau Minna Jung, Frischenstr. 10. Der dem Gewerkschaftskartell angeschlossene gewerkschaftliche Frauenverein Berlins und Umgegend, hält Montag, den 19. d. Mts., abends 9 Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39, seine Vereinsversammlung ab. 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Gerth, Blücherstr. 66. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gramkan, Stegligerstr. 18. Gründer, Schwerinstr. 13. Habels Brauerei- Ausschant, Bergmannsir.5/ 7. Heinrichs Festsäle, Blücherstr. 61. Hofjäger- Palast, Hasenhaide 52/53. Miems Festsäle, Hasenhaide 13/15. Königshof, Bülowstr. 37/40. R. Krüger, Hafenhaide 12. Lehmann, Friedrichstr. 16( Handelsstätte Belle- Alliance). Linden- Kasino, Lindenstr. 106. Markgrafen- Kasino, Markgrafenſtr. 83. Mürichs Festsäle, Stegligerstr. 35. Raabes Festsäle, Fichtestr. 29. Reinhardts Neues Ges.- Haus, Hasenhaide 57. Schnegelbergs Festfäle, Inhaber Wilhelm Noad, Hafenhaide 21, Jahnstr. 8. Unions- Brauerei, Hasenhaide 22/31. Vittoria- Brauerei, Züßowstr. 111/112. Viktoria- Park, Gneisenaustr. 67. E. Zühlke, Dennewigstr. 13. Lokal- Kommissions- Mitglied: Wilhelm Mews, Gräfestr. 6, Hof IV. 3. Wahlkreis. Alcazar- Theater, Dresdenerstr. 52/53. Alexandrinen Festsäle( früher Mespalast), Alexandrinenstr. 110. Apollo- Saal, Sebastianstr. 39. Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Beckers Festsäle, Kommandantenstr. 62. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2. Berliner Ressource, Sommandantenstr. 57. Buggenhagen- Etablissement, Moritzplatz. Central- Festfäle, Alte Jakobstr. 32. Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. Dietrichs Festsäle, Alexandrinenſtr. 32. Dietrichs Festfäle, Dresdenerstr. 116. Dorf- Krug, Alte Jakobstr. 83. Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Feuersteins Festfäle, Alte Jakobstr. 75. Fürstenhof, Stöpenickerstr. 137/138. Gesellschaftshaus, Prinzenstr. 94. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Gratweils Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79. E. Gründer, Köpenickerstr. 100. Grupes Festfäle, Annenstr. 16. Hintsches Festfäle, Köpenickerstr. 62. Insel- Festsäle, Inselstr. 10. Berlin. Industrie- Festsäle, Beuthstr. 20/21. Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobsir. 37. Luisenhof, Bukowerstr. 9. Lippke, Melchiorstr. 15. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Neues Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Schultheiß- Ausschant, Neue Jakobstr. 24/25. Vier Generationen, Dranienstr. 69. Vogts Ritter- Säle, Ritterstr. 71/75. " Zum Alexandriner", Alexandrinenstr. 37a. Lokal- Kommissions- Mitglied: Wilhelm Hinz, Prinzenſtr. 66, IV. 4. Wahlkreis( Süd- Ost). Behrends Festsäle, Manteuffelstr. 95. Borchardt, Köpenickerstr. 158. Central- Festsäle, Oranienstr. 180. Doberstein, Mariannenstr. 31. Gansewig, Reichenbergerstr. 147. Glebe,„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Graumann, Naunynstr. 27. Hoffmann, Zeughofstr. 8. Jüngers Variété, Manteuffelstr. 47. W. Krüger, Naunynstr. G. Mariannen- Festsäle, Mariannen- Ufer 2. May Nowack, Manteuffelstr. 9. Otto( Drachenburg), Vor dem Schlesischen Tor. Oranien- Salon( A. Lott). Dranienstr. 170. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Schuhmacher, Stalizerstr. 126. Walter( Urania), Wrangelstr. 9/10. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Lokal Kommissions- Mitglied: Wilhelm Sedler, Lausigerstr. 14, III. 4. Wahlkreis( Ost). Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftshaus, Langestr. 108. Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Landsb. Allee 156. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11. Brochnow, Weberstr. 17. A. Diez, Landsberger Allee 76/77. Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Aleganderstr. 27c. Feindt, Weinstr. 11. Fiebig, Große Frankfurterstr. 28. Flechs Festfäle, Fruchtstr. 36 a. A. Förster, Große Frankfurterstr. 41/42. Fortuna- Säle, Strausbergerstr. 3. Friedrichshof, Werneuchenerstr. 6. Germania- Brauerei, Inhaber Müller, Frank furter Allee 53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 16. Habrecht, Große Frankfurterstr. 30. Herzog, Memelerstr. 67. Horstmann, Frankfurter Allee 127. Keller, Koppenstr. 29. Kern, N., Große Frankfurterstr. 18. Kollwigs Festsäle, Große Frankfurterstr. 99. Fr. Kienitz, Große Frankfurterstr. 133. E. Kienast, Warschauerstr. 26. C. Koczorowski, Schillingstr. 36. Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Königstädt. Kasino, Gr. Frankfurterstr. 76. Langhans, Lichtenbergerstr. 21. Lips, Am Friedrichshain 22/29. Ost- Kasino, Frankfurter Allee 106. Ostbahnpark, Rüdersdorferstr. 71. Residenz Festfäle, Landsbergerstr. 31. Scheruchs Festfäle, Rüdersdorferstr. 45. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. B. Schumski, Langestr. 65. Theel, Große Frankfurterstr. 85. Fr. Walter, Große Frankfurterstr. 117. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lokal Kommissions- Mitglied: Oskar Blume, Stralauer Allee 31b. 5. Wahlkreis. Apitsch, Nosenthalerstr. 39. Diesener, Landsbergerstr. 37. Franz Garske, Prenzlauerstr. 41. Gesellschaftshaus Berliner Musifer, Kaiser Bilhelmstr. 18a. Hamburger Haus, Linienstr. 96. Johannissäle, Johannisstr. 20. Kochs Klubhaus, Landsbergerstr. 39. Königssäle, Neue Königstr. 26. Kuhus Festsäle, Linienſtr. 8. Leydeckers Salon, Sophienstr. 34. Luna- Säle, Neue Königstr. 7. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienſtr. 19. Neues Konzerthaus, Alexander- Play.. Cacl Batt, Dragonerstr. 15. Baul Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Philadelphia, Greifswalderfir. 138/189. Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, Am Stönigstor. Wendts Klubhaus, Königsgraben 14a. Lokal- Kommissions- Mitglied: Karl Klein, Georgenkirchstr. 12. 6. Wahlkreis. Moabit. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Carl Fischer, Waldstr. 8. Rud. Gohlke, Beusselstr. 22. Etablissement Hermannshof, Veusselstr. 9. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Moabiter- Kasino, Wilsnackerstr. GS. Schößler, Stromstr. 28. Schüler( Brauerei Moabit), Turmsir. 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Viktoria- Salon, Perlebergerstr. 14. Wilhelmshof, Alt- Moabit 104/105. Lokal- Kommissions- Mitglied: Otto Fischer, Beusselstr. 66. Wedding und Oranienburger Vorstadt. Berliner Bock- Brauerei, Abt. II, vormals Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Berliner Nordpark, Müllerstr. 148. Gebr. Cranz Festsäle, Köslinerstr. 8. Dieckes Vereinshaus, Ackerstr. 123. Eisfeller, Chauffeestr. 88. P. Fortanier, Tegelerstr. 56. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. Germania- Säle, Chausseestr. 103. Hoffmann, Pasewalferstr. 3. Humboldt Säle, Hussitenstr. 40. Köhler( Gebauers Salon), Tieckstr. 24. Meyers Gesellschaftshaus, Boyenstr. 12. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Miethes Festsäle, Invalidenſtr. 84/85. Münchs Gesellschaftsfäle, Triftstr. 41. Nordische Hallen, Gerichtstr. 1. Raabes Festsäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Sport- Halle Norden, Köslinerstr. 17. Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13. Wedding- Kasino, Schulstr. 29. Wedding- Park( Jnh.C.Maschke), Müllerstr.178. Bum Storchnest, Müllerstr. 161. Lokal- Kommissions- Mitglied: Richard Thiel, Chausseestr. 68/60 L Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Brunnen- Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunnenstr. 34. Feh, Brunnenstr. 184. R. Fiebigs Festsäle, Ackerstr. 6/7, Gramotte, D., Bergstr. 12. Hensel, Invalidenstr. 1a. Hirte, Elisabethkirchstr. 14. Hübner, Swinemünderstr. 42. Liepkes Vereinshaus, Brunnenstr. 41. Melchert, Bergstr. 68. Roads Festsäle, Brunnenstr. 16. Dlböter, Usedomstr. 83. F. Schuster, Aderstr. 144. Weiß, Invalidenstr. 146. Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Cranz Vittoriagarten", Badstr. 12. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70, Gregory- Brauerei, Badstr. 67. Leonhardt, Koloniestr. 147. Micksch, Koloniestr. 124. Marienbad, Badstr. 36. Ruthenberg, Schulstr. 66. H. Seidel, Badstr. 60. Ww. Schirm, Badstr. 19. Schmidt, Herm., Prinzen- Allee 33. Schulz, Stettinerstr. 57. Weimanns Volfsgarten, Jnh. Silberstein. Kleiner Saal: W. Brinkmann. F. Wilkes Festsäle, Brunnenstr. 188. " Bum alten Dessauer", Veteranenstr. 18. Lokal- Kommissions- Mitglied: Gustav Bizel, Brunnenstr. 164. Schönhauser Vorstadt. Adamis Festsäle, Schönhauser Allee 161. Berliner Prater, Kastanien- Allee 7. Berolina- Festsäle, Schönhauser Allee 28. Kreis Nieder- Barnim. Brauerei Bößzow, Prenzlauer Allee. Brauerei Gabrielu. Jäger, Defonom G. Kloß, Zehdenickerstr. 10. Brauerei Königstadt, Defonom Rob. Liebing, Schönhauser Allee. W. Böthführ, Kastanien- Allee 23. Forper, Prenzl. Allee 165( Ringbahn- Station). Fröbels Allerlei Theater, Schönhauser Allee 148. Genossenschafts- Wirtshaus, Stargarderstr. 3. Gollubes Volksgarten, Schönhauser Allee 101. Jägerhaus, Schönhauser Allee 103. Kopenhagener Klubhaus, A. Wendt, Kopens hagenerstr. 74. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. E. Schulz Festsäle, Belforterstr. 15. Wirtshaus Zum Strauß", Bappel- Allee 25. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23/24. Lotal- Kommissions- Mitglied: RudolfWenzel, Schliemannstr. 43, vorn, IV. Anfragen find zu richten an Otto Riebe, Friedrichsfelde, Bezirk Bernau. Bernau. Großmann, Schüßenhaus, Mühlentor. Lah, Elysium, Königstor. August Mai, Kaiser- und Chausseestr.- Ecke. Rückert, Gasthof" Zum Goldenen Hirsch". Lanke. Stockmann, Restaurant„ Waldschloß". Kein Lokal frei. Ladeburg. Preuden. Nur Engelhardt frei. Zepernick an der Stettiner Bahn. " Zum Bank- Schlößchen", Jnh. Volkmar. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: Wilhelm Mohrin, Bernau, Neustädterstraße bei Husche. Oranienburg- Sandhausen. Dietrich, Mühlenstr. 15, Verkehrslokal. Sanssouci( Jnh. H. Biermann). Anfragen sind zu richten an: W. Haase, Oranienburg, Havelstr. 9. Bezirk Erkner. Alt- Buchhorst. Alle Lokale gesperrt. Erkner. Brodts Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 75. W. Truts, Friedrichstraße 21. Warthenberg, Restaurant Kurhaus, Friedrichstraße 47. D. Mathes, Hotel Wilhelmsgarten, Friedrichstraße 72. Seffar, Restaurant, Königstr. 57. Alle anderen Lokale gesperrt. Fangschleuse. Frd. Schulze, Hotel Zum Dampfschiff." Alle anderen Lokale gesperrt. Grünhaide. Alle Lokale gesperrt. Hessenwinkel. D. Rapmund, Gesellschaftshaus. F. Schreyer, Kaiserzelt. Alle anderen Lokale gesperrt. Rüdersdorf( Dorf). Robert Zademack, Schützenhaus. Alle anderen Lokale gesperrt. Rüdersdort( Ralfberge). Grewe, Gasthaus zur Linde, Heinigerstr. 49. H. Müller, am Kalfsee, Karlstr. 8. Alle anderen Lokale gesperrt. Stolpbrück. Wilhelm Lehmann frei. Woltersdorf( Dorf). Blankenfeld, Wilhelmshöhe, Bahnhofstr. 17. Ferdinand Saewert, Schloß Woltersdorf", Bahnhofstr. 18/19. Alle anderen Lokale gesperrt. Woltersdorf Schlense und Kietz. Albrecht, früher Holldorf, Palm, Café Nuhwald, Nieck auf Rieckwerder. Alle anderen Lokale gesperrt. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Drte: R. Saegert, Erkner, Wilhelmstr. 46. Bezirk Friedrichsfelde. Biesdorf. Hirche und Schirhorn gesperrt. Dahlwitz. " Deutsches Haus" gesperrt. Friedrichsfelde. Bubes Festsäle, Prinzen- Allee 30, F. Haberlandt, Wilhelmstr. 38. G. Schulze, Lindenpart", Wilhelmstr. 11. Alle anderen Lokale gesperrt. Karlshorst. Fürstenhaus und Gastwirtschaft, Zur Rennbahn" frei. Alle anderen Lokale gesperrt. Kaulsdorf. Hamann und Göße gesperrt. Mahlsdorf. Schulze gesperrt. Lotal- Kommissions- Mitglied für obige Drte: D. Riebe, Friedrichsfelde, Viktoriastr. 4. Bezirk Friedrichshagen. Friedrichshagen. Sämtliche Lokale frei, außer„ Kaiserhof" ( Kraaz), Friedrichstr. 71 und Franz Lerche, Friedrichstr. 81. 11 Teufelssee, Müggelschloß, Rübezahl, Strand Restaurant, Marienluft bei Friedrichshagen frei. Fichtenau. Braubachs Gesellschaftshaus und KurparkRestaurant von D. Burkhardt, Mittelstraße 26, frei. Hirschgarten. Alle Lokale frei. Kiekemahl. Alle Lokale gesperrt. Rahnsdorf. August Witte gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Rahnsdorfer Mühle. Alle Lokale frei. Schöneiche- Schönebeck. Restaurant Roland. Carl Clasen, Restaurant Waldschloß. Alle anderen Lokale gesperrt. Wilhelmshagen. Domning, Neuer Krug, Wilhelmsgarten und Hesse frei. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Drte: C. Leischner, Friedrichshagen, Kirchstr. 25 bei Seifert." Bezirk Lichtenberg. Friedrichsberg- Lichtenberg. Paul Schwarz, Konzertgarten, Dorfstraße gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Wilhelmsberg, Neu- HohenSchönhausen, Dorf HohenSchönhausen. Alle Lokale frei, außer Robert Schulze, Berlinerstr. 8 in Hohen- Schönhausen. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: 2. Degenhardt, Lichtenberg, Hohenschönhauserstr. 18 II. Viktoriaftr. 4. Bezirk Pankow. Französisch- Buchholz. Klimas Restaur.„ Zum Storch", Hauptstraße. K. Kähnes Festsäle, Berlinerstr. 39. Alle anderen Lokale gesperrt. Mühlenbeck- Buchhorst. Gerlach, Gasthof Zur Sonne". Meyer in Buchhorst frei. Pankow. Gesperrt sind: A. Ringel, Breitestr. 21 a. R. Linder, Breitestr. 33. E. Krause, Wollankstr. 1. Nieder- Schönhausen. Settekorns Waldschlößchen, Lindenstr. 1. Thieles Gesellschaftshaus, Bismarckstraße. Grabows Lindengarten, Lindenstr. 43. Ulig, Schwarzer Adler, Blankenburgerstr. 3. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: Albert Schön, Pankow, Berlinerstr. 47. Schönwalde i. d. Mark. H. Schulz, L. Liebenhagen, frei. Lot.- K.- M.: Werner, Hehnstr. 6. Reinickendorf u. Umgegend. Reinickendorf. Osten. E. Kirsch, Seepark", Markstr. 2/3. " B. Lüde, Kastanienwäldchen", Residenz straße 109. F. Sadau, Residenzstr. 124. A. Schorsch,„ Zur Wartburg", Kopenhagenerstraße 71. F. Meinhard, Hauptstr. 51. " Rudolf, Borussia- Park", Provinzstr. 68/69. Schiller, Zum Storchnest", Provinzstr. 79. G. Gerbsch, Restaurant Zur Eisenbahn", Haltestelle Schönholz. D. Wissel, Hausotterstr. 55. Neubauer, Hausotterstraße. Westen, Tegeler Chaussee. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. A Ww. Tomas, Eichbornstr.- Ecke, Augusta Viktoria- Allee. Ww. Otto, Berlinerstr. 113-114. Rosenthal. Dittmann gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Verkehrslokal: Kabeliz. Schönholz. Alle Lokale frei außer Schloß Schönholz". Verkehrslokal: Abraham, Kastanienwäldchen. Liebenwalde. Gottschald, Zehdenickerstraße, gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Nordend. R. Schwarz, Restaurant„ Nordend", Blanken feldestraße. Verkehrslokal: Krieg. Wilhelmsruh. Haltestelle Reinickendorf. Alle Lokale frei. Lotal- Kommissions- Mitglied f. obige Drte: R. Lorenz, Reinickendorf- Oft, Provinzstr. 129 II. Bezirk Stralau. Hennickendorf. Alle Lokale gesperrt. Herzfelde. Henze, Hauptstr. 57. Alle anderen Lokale gesperrt. Alle Lokale frei. Stralan. Lokal- Kommissions- Mitglied: Aschendorf, Alt- Stralau 56. Bezirk Rummelsburg. Alt- Landsberg. Lindenberg gesperrt. Bruchmühle bei Mt- Landsberg. Alle Lokale frei. Verkehrslokal: Nagel. Radebrück bei Alt- Landsberg. Rose gesperrt, alle anderen Lokale frei. Neuenhagen a. d. Ostbahn. Ww. Wolter und Drend, am Bahnhof, gesperrt. Bollersdorf bei Neuenhagen. D. Engelfrei. Fredersdorf a. d. Ostbahn. Meier gesperrt. Petershagen bei Fredersdorf. Bräsicke frei. Eggersdorf bei Strausberg. Tübbicke frei. Kietz- Rummelsburg. Alle Lokale frei. Rummelsburg. Alle Lokale frei. Lokal- Kommissions- Mitglied f. obige Drte: Robert Ried, Rummelsburg, Kantstr. 22, vorn pt. Ober- Schöneweide. Gesperrt sind: Mörners„ Blumengarten", Dettmanns Krug zum grünen Kranze" und Otto Kühn, Siemensstr. 1. Alle anderen Lokale frei. Verkehrslokal: Ernst Kaufholt, Wilhelminen hofstr. 18. Lotal- Kommissions- Mitglied: Peter Meinholz, Wilhelminenhofstr. 34. Bezirk Waidmannslust. Borsigwalde. Körner gesperrt. Alle anderen Lokale fret. Dalldorf a. d. Nordbahn. Hermann Koll, Restaurant zur Mühle, Verkehrslokal. Hermsdorf. Verkehrslokal: Schulz, Berlinerstr. 21. F. Wostrach, Restaurant zur Mühle. Th. Leffler, Restaurant zum Waldschlößchen. Alle anderen Lokale gesperrt. Hohen- Neuendorf an der NordKein Lokal frei. bahn. Stolpe an der Nordbahn. Bergemann, im Dorf. Schulzendorf. Restaurant Fleißmann. Neye, Restaurant Sommerlust. Heiligensee. Restaurant Schröder frei. Alle anderen Lokale gesperrt. Tegelort. 2. Kielezki, Restaurant Zum Schwan". H. Weinsbach, Restaurant Bellevue" frei. Alle anderen Lokale gesperrt. " 1 Jörsfelde. Restaurant Döring. G. Kuhn, Havelschloß. Fr. Gumlich, Nurgarten. Alle anderen Lokale gesperrt. Kreis Teltow- Beeskow. Tegel. Kittles Restaurant, Berlinerfir. 15, P. Krause, Berlinerstr. 92. R. Mermann, Schlieperstr. 63. Trapps Festfäle. Klippenstein, Tegeler Seeschlößchen. Waidmannslust. A. Kuhn, Schweizerhäuschen. Schmidt, Restaurant an der Chaussee. Mülle, Bergschloß- Restaurant. Restaurant Böhl, Waidmannstr. 1. Lotal- Kommiffions- Mitglied für obige Drte: P. Kienast, Borsigwalde, Schubartstr. 43, II. Bezirk Weissensee. Birkenwerder. M. Wegner, Waldkater. Gädicke, Paradiesgarten. Kein Lokal frei. Borgsdorf. Alle Lokale frei. Buch. Kolonie Buch. Kaiser Friedrich- Garten frei. Blankenburg. Wirtshaus an der Banke frei. Heinersdorf. Suckrot, Zum deutschen Kaiser". Karow. Bollers Restaurant. Malchow bei Weissensee. ,, Kaffee Tieg" frei. Weissensee. Alle Lokale frei. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: G. Breitkreuz, Neu- Weißensee, Heinersdorferweg 46, born III. Gross- Schönebeck. W. Jung, Gasthof z. deutschen Kaiser", fret. " Anfragen find zu richten an Hermann Schliebig, Brih, Jahnstr. 2. Adlershof. Wöllsteins Lustgarten, Bismardstr. 24. Lanes Gesellschaftshaus, Bismardstr. 10. H. Fechner, Oppenstr. 56. Meißner, am Bahnhof, Bismarcftr. 60. Gesperrt: Paul Schmauser, Bismarc straße 16. Eichwalde. May Wendt, Zum Waldschlößchen. Hankels- Ablage. W. Heinrich, Seglerschloß( früher Käppel). Hoherlehme. Heiser, Gasthaus zur Dahme. Königs- Wusterhausen. Verkehrslokale: Lange, Berlinerstr. 31. Große, Potsdamerstr. 6. Wedhorn, Altes Schüßenhaus. Gustav Lange," Zum Siegeskranz". August Sindermann, Lucentvalderstr. 4. Niederlehme und Neumühle. R. Riedel, Zur Neuen Mühle". C. Leiste, Waldschlößchen". H. Müller, Dampferstation. Herrmann, Restaurant Bellevue. Ranchfangwerder. Lokal Rutkowski ist gesperrt. Schmöckwitz. " Peter, Zur Palme. Noack, Restaurant zum Seddinsee. Alle anderen Lokale gesperrt. Wildau. Nelle, Wirtshaus zum Wildauer Hof, frei. Ziegenhals Kolonie Niederlehme. Zum Sporthaus, i. V.: M. Mörschel. Gust. Heiß, Restaurant Ziegenhals. Zwiebusch. Gärtner, Berliner Schweiz, am Seddin- See. Zernsdorf. 11 Emil Schulz, Zur Eiche", fret. Julius Knorr, am Wasser, gesperrt. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: Richard Druck, Adlershof, Hackenbergstr. 30. Zeuthen. Ww. Barnack, Restaurant„ Zur Dorf- Aue", gesperrt. Lotal- Kommiffions- Mitglied: G. Thyme, Eichwalde, Am Graben 6. Baumschulenweg. Alle Lokale frei. Lotal- Kommiffions- Mitglied: Franz Schieffe, Baumschulenstr. 75. Alt- Glienicke. Verkehrslokale: Wirtshaus„ Zum goldnen Stern", H. Saß, Grünauerstr. 29. Restaurant zum" Faltenberg", H. Meier in Falkenberg. Gesperrt: Karl Schmidt, Saalbesitzer, Rudowerstraße. 2.- K.- Mitgl.: Adolf Rhein, Rudowerstr. 60. Britz. Sämtliche Säle frei. Arbeiter Verkehrslokal: Friedrich Weniger, Werderstr. 27. Lokal- Kommiffions- Mitglied: Friedrich Jänchen, Bürgerstr. 12. Gr.- Besten a. d. Görlitzer Bahn. Ww. Rodominski frei. Stöpper, am Bahnhof, gesperrt. Korbiskrug b. Gr. Besten. Gasthof Ww. Peter Kaczmarek. 2.- K.- Mitgl.: H. Stabrow in Groß- Besten. Grünau. Arbeiter- Verkehrslokale:" Bur grünen Ecke", Köpenickerstr. 88, Jnh. Stabbert. J. Duchauffour, Köpenickerstr. 79. Wendenschloß, Inh. F. Dietrich. Gesperrt G. Lindenhain, Friedrichstr. 2. Karolinenhof. Mandts Wirtshaus. Lindow. Gasthaus Ww. Engelhardt frei. Lokal- Kommissions- Mitglied: Hermann Steinick, Grünau, Jägerstr. 18. Johannisthal. Senftleben, Fried.- und Köpenickerstr.- Ede. Hermann Mertins, Roonstr. 2. Ww. Raus Part- Restaurant, Parkstraße. Wille, Zum Lindenhof", Friedrichstr. 61. Fährent, Friedrichstr. 10. Rudow bei Johannisthal. Verkehrslokal: Aug. Palm, Köpenickerstraße. Franz Reime, Bendastraße. Lokal- Kommissions- Mitglied: Paul Mann, Johannisthat, Friedrichstr. 39. Nieder- Schöneweide. Verkehrslokal: J. Franz, Grünauerstr. 5. " Waldhaus", Berlinerstr. 10a. " Poseidon", a. d. Fußgängerbrücke( neben " Hasselwerder"). " Drachenfels", zwischen Loreley u. Kyffhäuser. " Hasselwerder". Alle anderen Lokale gesperrt. 2.- K.- M.: R. Mohrmann, Berlinerstr. 24. Köpenick. Außer Wiv. Schulz, Müggelheimer- und Marienstr.- Ecke, alle Lokale frei. Gosen. Alle Lokale gesperrt. Neu- Zittan. Restaurant Kurzhals, Gosenerstraße. Wernsdorf. Wilhelm Erkner( Neuer Dder- Spree- Kanal). Müggelheim. Alle Lokale frei. Bahnhof Sadowa. ,, Waldschänke" und Pferdebucht frei. Lokal- Kommissions- Mitglied für obige Orte: Wilh. Kegel, Köpenid, Rudowerstr. 3. Markgrafpieske bei Fürstenwalde. Wilh. Graßnick Langendammerstraße. 2.- K.- Mitgl.: D. Schröder, Langestr. 9. Rixdorf. Vereinshaus am Richard- Platz und Götze, Richard- Platz 15 sind gesperrt. Alle anderen Lokale frei. 2.- K.- M.: A. Reischoc, Hohenzollern- Pl. 21. Treptow. Inkl. den beiden Eierhäuschen alle Lokale frei außer Buchholz' Paradiesgarten und Café u. Restaurant Strandschlößchen ( E. Rudolf). Lotal- Kommissions- Mitglied: Gust. Beer, Berlin, Skaligerstr. 65, v. IV. Charlottenburg. " Volkshaus" Jnh. Schüße, Rosinenstr. 3, Restaurant Zur Roß- Trappe", Westend, Inh. Klamunte, 17 Lange, Wadlater", Tegeler Weg 40, Lorenz, Waldhaus", Tegeler Weg 38/39, sowie sämtliche Lokale am Spandauer Schiffahrtskanal sind frei. Alle anderen Lokale gesperrt. 2.- K.- M.: Robert Gericke, Kantstr. 106. II.