Nr. 247. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,80 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z tart, für das übrige Auslan 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate füt die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Preußische Justiz. daß Prozesse nur insoweit besprochen werden können, " Donnerstag, den 22. Oktober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. oder ihr Schädigung zufügt. Aufsehenerregende und Unglaub-| Familie Sicherheit beherrscht, daß Socialistengeseze rufen. Das zwölfjährige Bestehen liche dieser angeblichen Enthüllung er im Begriffe stehe, in Ver des Socialistengefeßes hat der Socialdemokratie feinen wirklichen nicht darin, daß der Kaiser sich fennung der wirklichen Verhältnisse Gelingt es, Socialdemokraten in den preußischen Landtag zu auf dieser landschaftlich recht zu seinem und seiner Familie und nachhaltigen Schaden zugefügt, im Gegenteil: Man wird Singer recht geben müssen, wenn er in dem Artikel bringen, so wäre damit endlich auch für Preußen die Berufung in hübsch gelegenen Insel ein Schloß Schutz höchst sonderbare Pläne fagt, das Socialistengesetz habe der Socialdemokratie neben Strassachen insofern eingeführt, als im Abgeordnetenhause die be- bauen wollte, sondern in dem nötigenfalls unter Mißachtung der dem Anwachsen der Stimmen eine gute„ Schulung“ rufenen Vertreter des Volkes am Recht der demokratischen Vernunft Beiwert, daß es ein festes Schloß Geseze zu verwirklichen. Er wolle gebracht. Diese Schulung ist als unwillkommene, aber dauernde die Fehlsprüche der herrschenden Justiz zu richten vermöchten. Bis- fein folle, von der Außenwelt ab fich nämlich, da er sich durch außer Folge des Socialistengesezes geblieben, besonders in der Drganilang ist nur der Reichstag ein solches Obertribunal. Aber dort gesperrt, leicht vom Gardecorps gewöhnliche Sicherungsmaßregeln sation der„ Kleinarbeit" und der Agitation von Mund zu Mund cerniert werden könne und daß es schüßen zu müssen glaube, mit ist die Kontrolle der Richterpragis dadurch beschränkt, sogar das war das allertollste seiner Familie auf die zu einer und von Hand zu Hand in der Werkstatt, auf Bausen usw. Und nun nach diesen fünfundzwanzig Jahren der Dresdener als mit seiner Umgebung einen Beste verwandelte Havelinsel Parteitag! Kein Socialistengesez könnte der Socialdemo fie mit einer Aenderung der Gesetzgebung in Zusammenhang besonderen Reichstags- Wahlkreis Pichelswerder zurückziehen und fratie einen solchen Schaden zufügen, wie ihn die streitzu bringen sind. Jm preußischen Abgeordnetenhause dagegen ist es bilden solle. Die Tendenz dieser streng von der Außenwelt ab- baren„ Obergenossen" selbst im erbitterten und gehässigen möglich, das ganze weite und traurige Gebiet der Rechtsausübung Schilderung war unzweifelhaft, den sperren, um beim Ausbruch einer Bruderstreit dem Ansehen der Socialdemokratie auch in den eignen kritisch zu pflügen und die verfassungsmäßige Rechtsgleichheit immer Glauben zu erwecken, daß der Revolution mit Hilfe der Döberitzer Reihen zugefügt haben. Und die Genossen, welche vor 25 Jahren wieder zu fordern. Im Abgeordnetenhaus muß insbesondere Kaiser sich in Berlin nicht sicher Heerstraße in fürzester Zeit Truppen das„ Reichsgesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der der preußische Justizminister Rede stehen über die Maßnahmen, die fühle und sich für alle Fälle eine um die Insel konzentrieren zu Socialdemokratie" gegen sich gerichtet sahen, möchten jetzt am innerhalb seines Verwaltungskreises getroffen werden, und die nicht derselbe Kaiser, der, nebenbei be- truppen habe er kein Vertrauen geschützte Zuflucht sichern wolle, tönnen. Und selbst zu den Garde- liebsten ein Parteigesez gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen des Revisionismus in der socialdemokratischen Partei erlassen!" felten als schädigend für die Nechtsprechung aufgefaßt werden merkt, jeden Tag, den er in Berlin mehr, sondern halte es zu seiner Die„ Germania" erkennt die Lehren des Socialistengesetzes an, mußten. ist, ausreitet, im offenen Wagen größeren Sicherheit für erforder- um sich desto gründlicher über die gegenwärtige Socialdemokratie zu Im Abgeordnetenhause wird dann auch die eigentümliche fährt und den man in den frühen lich, daß besondere Elitemann- irren. Methode der Einleitung und Ausführung von Majestäts- Morgenstunden fast täglich zu schaften ausgehoben würden. Wenn die Anhänger des Centrums fich zu ihren Generalprozessen rückhaltslos besprochen werden, die gerade im letzten und so nahe wie man nur irgend solche Anschauungen und Stim- bersammlungen vereinigen, dann wird nach außen der Ausdruck Fuß spazieren gehen sehen kann Wenn dem Kaiser und König „ Vorwärts"-Verfahren wieder bedeutsam hervortrat. Kaiserbeleidigungs- Prozesse gegen die Presse werden in Preußen will wie jeden andren Spazier- mungen angedichtet werden, die in festfreudigen Parteiſtolzes zur Schau getragen, aber im Innern der gänger begrüßen kann. niemals mehr ohne Verständigung mit den höchsten Instanzen vollem Gegensatz zu der bisherigen Partei rumort es genug, und die Partei ist froh, wenn sie aus Es ist begreiflich, daß jetzt in Lebensführung des Kaisers stehen, Wahlen einigermaßen heil herausgelangt. Die Socialdemokratie eingeleitet. Der Justizminister selbst führt der Staatsanwaltschaft den meisten Blättern Sohn und der gewohnt ist, sich überall frei ist im Innern kraftvoll und gesichert, daß kein Streit unter die Hand. Ehe man beginnt, wird der mögliche Ausgang sorgfältig Spott auf die Enthüllung des und unbesorgt unter seinem Bolte einzelnen, mag er auch laut und hißig erschallen, ihr Wesen berührt bedacht. Mißerfolge, d. h. Freisprechungen der Angeklagten, sollen Vorwärts" regnet. Es hieße diese zu bewegen, wenn ihm solche in auf diese Weise unter allen Umständen vermieden werden. Hinter Hundstagsgeschichte berkennen, der angegebenen Weise motivierte jedem Kaiserbeleidigungs- Prozeß steht die Autorität der höchsten wenn man nicht den durchaus Pläne angesonnen werden, so liegt Rechtsinstanz, und so liegt es nahe, daß auch das erkennende Gericht nicht zu unterschäßenden politischen Klar die Absicht zu tage, hierdurch Rechtsinstanz, und so liegt es nahe, daß auch das erkennende Gericht Stern herausfühlte. Es werden da Seine Majestät in der Empfindung sich den juristischen Anschauungen jener Stelle nicht zu verschließen ver- bem Kaiser Anschauungen und des deutschen Volkes herabzusetzen. mag. In der That ist auch der Begriff der Beleidigung im allgemeinen Stimmungen zugeschrieben, für und der der Majestätsverletzungen im besonderen so vag und so welche sein bisheriges Berhalten, weich zu fneten, daß alle Wege nach Rom, d. h. zur Verurteilung sein Auftreten und seine Lebensführen. Wird einmal der Dolus der Majestätsbeleidigung voraus- gewohnheiten durchaus keinen Angefeßt und Socialdemokraten sind mit solchem Dolus nach staats- halt bieten." anwaltlicher Auffassung erbsündlich belastet, so läßt sich aus der Herr Jfenbiel hat alfo, wie man sieht, fast wörtlich sich der Voraussetzung des bösen Willen das ganze Gespinnst des demokratischen Logit des Berliner Vertrauensmannes der„ Frankfurter dazu gehörigen objektiven Thatbestandes ziehen wie die Fäden aus Beitung" angeschlossen. Die schmutzige Niedertracht der demokratischen der Seidenraupe. Die Fruchtbarkeit des angenommenen Dolus Denunziation, die man mit dreifter Stirn abzuleugnen sucht, Aus Wien wird uns vom 20. Oktober geschrieben: In der für die Konstruierung einer Majestätsbeleidigung ist völlig unbegrenzt. wird dadurch nicht weniger gemein, daß man annimmt, in der unermeßlichen ungarischen Krise scheint sich nun endlich eine Es ist geradezu unmöglich, unter solcher Annahme irgend etwas Frankfurter Zeitung" sei lediglich die Meinung der offiziösen Lösung vorzubereiten. Scheint denn so lange die neuen Minister nicht Strafbares zu schreiben. Glaubt man an den Dolus, so ver- Breßküche zum Ausdruck gekommen. Wir hatten durch Ladung des nicht ernannt sind, ist es auch möglich, daß die vielen Absagen und wandelt sich jeder Satz in ein crimen laesae majestatio, wie das Chefs des Preßbureaus den Versuch gemacht, die Quelle dieser Ablehnungen um eine neue vermehrt werden. Der Retter soll Herr römische Recht die Gäsarenbeleidigung nannte. Der Richter wird Preßmache zu erhellen. Leider konnte zufällig Herr Hammann Ladislaus v. Lukacs sein- derselbe, der schon im vorigen in jedem derartigen Prozesse zum Gesetzgeber, der beschließt, daß persönlich für die Konzeptionszeit der Frankfurter Denunziation Monate mit der Kabinettsbildung betraut werden sollte, damals aber ein triminell unbestimmter Thatbestand als Gesetzesverletzung zu sein Alibi angeben, was nichts gegen den offiziösen Unfug beweist, wegen Aussichtslosigkeit einer Regierung, der er Namen und Inhalt gelten habe. Wo das Suchen objektiver Merkmale Schwierigkeiten da die Zeitungsdemokratie sich auch von untergeordneten Offiziösen giebt, abgelehnt hatte. Herr v. Lukacs ist in dem ungarischen bereitet, werden natürlich die allgemeinen Anschauungen der Richter erleuchten läßt. Ministerbureau ein altes Möbel er ist der ständige Finanzvon Welt und Dingen von entscheidendem Einfluß auf die Er- Der Fall der Frankfurter Zeitung" ist deshalb nicht un- minister, der schon ein halbes Dutzend Regierungen mitgemacht tenntnis und Feststellung des Frevels sein. bedeutsam, weil er in den Betrieb der bürgerlichen öffentlichen haben wird, und dem jeder Chef recht war, der ihn übernahm und Gleichgültig, wie man sich zu der Wahrheit des Kaiserinfel- Meinung hineinleuchtet. Fast die ganze bürgerliche Presse ist offiziös im Amte behielt. Projeltes stellen möge, worin besteht die Majestätsbeleidigung? beeinflußt und abhängig und das erklärt hinlänglich, warum bei getreten und ob er sich der stürmischen Bewegung im Reichsrate gePolitisch ist er eigentlich niemals herbor Der„ Vorwärts" hatte von dem Projekt einer Camarilla ge- allen der Regierung unangenehmen Affairen die gesamte bürgerliche wachsen zeigen wird, muß abgewartet werden. sprochen, die für ihre scharfmacherischen, politischen Zwecke dem Zeitungsfippe von der Demokratie bis zur Ritualmordgläubigen gähigkeit fehlt es ihm sicher nicht das hat er insbesondere in An schlauer Kaiser Gefahren vorspiegele, die nicht vorhanden sind. Das einmütig gegen die socialdemokratische Presse hetzt, und die Blätter den Ausgleichsverhandlungen zwischen 1896 und 1900 bewiesen, wo war der Wortlaut und der Sinn unsres Artikels, und darin find die verächtlichsten, die ihr unsauberes Handwerk unter der Firma er als Bevollmächtigter des Kabinetts Banffy die Destreicher so steďte, um mit dem Grafen Hülsen- Häfeler zu sprechen, kein wohlmeinender und überlegener Raterteilung treiben. gründlich gerupft hat. Er soll der Erfinder jener Jschler Klaufel " " zwischen Socialistengesetz und dem„ Parteigesetz gegen die gemeinVon ergötzlicher Thorheit ist der Vergleich der„ Germania" zwischen Socialistengesez und dem„ Parteigesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen des Revisionismus". Der unglücklich ver fuchte Spott soll das Centrum darob trösten, daß unsre Partei sich in schärfster Form wiederum zu ihren alten Grundsäßen und ihrer alten Taktik bekannt hat, die dem Centrum so oft unangenehm geworden sind. Die Socialdemokratie wird dem Centrum bald genug beweisen, daß seine neuen Hoffnungen ebenso aussichtslos find, wie die Hoffnungen derer, die einst das Socialistengesetz schufen. Die Lösung am Wege. Ton, kein Atom einer Majestätsbeleidigung. Doch was nicht ist, Die Entdeckung der verschleierten Majestätsbeleidigung sein, durch welche das Zoll- und Handelsbündnis zwischen Destreich kann unter dem befruchtenden Scharfsinn preußischer Justiz werden. ist also demokratischen Ursprungs. Niemand aber wird ohne Gründe und Ungarn verfestigt werden sollte so: daß es, das jetzt auf Der„ Vorwärts" ist für alle Zeiten des bösen Willens verdächtig, ver stedt angreifen, wenn er ohne jede Gefahr direkt fagen hört, wenn es nicht erneuert wird, weiter dauern sollte, so lange es und wo solch ein böser Wille ist, ist auch ein Weg für Staatsanwalt tann, was er will. Wir werden zu zeigen haben, daß für uns nicht nicht aufgelöst werde; ein Plan, der Ungarn der Hälfte der Selbstund Richter. Es wurde einfach behauptet, wir hätten die wahre der mindeste Anlaß bestand, die Tendenz unfres Artikels zu verständigkeit beraubt hätte, die es jetzt besitzt. Er hat nicht zum Tendenz des Artikels verschleiert, wir hätten von Hoftreisen schleiern. Vielmehr hätten wir ohne jede Bedenken wenigsten zum Sturze Banffys beigetragen und derjenige, der ihn geredet, meinten aber den staiser. Diese Deduktion hat die auch den Plan des Inselschlosses dem Kaiser zuzunichte gemacht hatte, war Herr b. SzellStaatsanwaltschaft einem demokratischen Blatte direkt ent- fchreiben können, wenn wir irgend welchen Anlaß zu dieser v. Lukacs, den Strebsamen und Anpassungsfähigen, nicht abhielt, was Herrn nommen. Die Frankfurter Zeitung" darf mit Stolz be- Behauptung gehabt hätten. Auf die Hofkreise führte unser Herrn Szell so treu zu dienen wie dessen Vorgänger. Moralisch anspruchen, den Gedankengang des Herrn Jsenbiel fast bis zur Kopie Dokument, von den Absichten des Kaisers wußten wir gar nichts. rangiert Herr v. Lukacs noch unter das Mittelmaß, das bei beeinflußt zu haben. Das Frankfurter Blatt hat zwar geleugnet. Es Lediglich deshalb sprachen wir von Hoffreifen, nicht vom Kaiser. den ungarischen Beutemachern üblich ist. Jns Abgeordnetenhaus schrieb im Abendblatt vom 17. Oftober:„ Es ist zwar in der Verhandlung An sich hätten wir auch den Kaiser in die Betrachtung ziehen können. ist er einmal auf Grund einer der schmutzigsten Wahlen gekommen, von den Verteidigern erwähnt worden, die Frankfurter Zeitung" Denn es tann niemals eine Majestätsbeleidigung die das an Korruption doch gewöhnte ungarische politische Leben habe gesagt, der Artikel des„ Vorwärts" enthalte die gröbste sein, einem Monarchen Sicherheitsmaßregeln jemals erlebt hat, und seine Ministerschaft ist voll der schäbigsten Majestätsbeleidigung. Das ist aber gänzlich unwahr. Wir haben für seine Person zuzuschreiben. Man kann ihn Praktiken, unter denen das erst letthin aufgedeckte Salzpanama vielmehr kurz nach der Veröffentlichung des Vorwärts"-Artikels darauf aufmerksam machen, daß keine zureichende Ursache die Vergebung der Lieferungen des Salzmonopols unter höchst verausdrücklich betont, daß unsrer Ansicht nach von einer Majestäts- zu solchen Maßnahmen besteht. Glaubt aber der Monarch, dächtigen Bedingungen noch verhältnismäßig die geringfügigste beleidigung gar keine Rede sein könne. Wir weisen daher diese Un- daß er Gefahren ausgesetzt ist, so hat er, vom Standpunkt ist. Aber man war in dieser Hinsicht nie spröde in Ungarn, und wahrheit zurück und nicht minder die niedrige Verdächtigung der des Monarchismus aus, nicht nur das Recht, sondern auch die sich jetzt, wo man Rekruten braucht, mit moralischen Erwägungen zu Verteidiger, daß wir uns offiziös beeinflussen lassen." Die Frank Pflicht, die geeigneten Vorkehrungen zu treffen. Wenn in Berlin der plagen, fällt niemand ein. furter Beitung" stellt wirklich ohne Not ihr Licht unter den Scheffel. Bar zwischen Mauern von Soldaten und Schußleuten empfangen Herr v. Lukacs dürfte, wenn nicht alle Anzeichen trügen, überWie schon in der Krupp- Affaire, über die man übrigens in dem wird, ist diese Sorge für die Sicherheit des Gastes eine Be- morgen mit der Kabinettsbildung betraut werden und es ist nicht jüngst erschienenen, von dem wissenschaftlichen Specialisten auf dem Ieidigung des Baren? Gebiet des§ 175 Dr. M. Hirschfeld herausgegebenen Jahrbuch" recht interessante Bemerkungen lesen fann, so hat sie auch diesmal den Denunzianten gespielt. Ihr Berliner Korrespondent ist so sehr der Inspirator der Anklagebegründung, daß Herr Jsenbiel nichts Besseres zu thun vermochte, als den Berliner Artikel der " Frankfurter Zeitung" zum Teil wörtlich in seine Anklageschrift zu übernehmen. Man vergleiche: " ( Ein Schlußartikel folgt.) Politische Uebersicht. unwahrscheinlich, daß ihm die Aufgabe glücken wird. Nämlich die, ein neues Ministerium zusammen zu bekommen und die Dinge im Reichsrate halbwegs ins Geleise zu bringen. Denn die Krise hat ihre heroischen Momente überschritten und wird heute von jedermann, auch von der Oppofition, als lästiger Standal empfunden, dem ein Ende zu machen unter entsprechenden Bedingungen alle bereit sein werden. Schließlich war der eigentliche Zweck des ungarischen Aufstandes nicht die Erreichung positiver Vorteile, sondern die Demütigung der Krone- und dieses ist mehr als ausreichend erzielt worden. Man muß nur ins Auge fassen, mit welchen Wünschen die Hofburg ausgezogen war und mit welch' magerem Trost sie still in den Hafen treibt. Erst wollte man sich Legzteres ist eine Thatsache, die sich nicht leugnen läßt, die Erfagreservisten zu regulärem Dienste holen die Vorlage und diese Thatsache sollte allen„ Scharfmachern" zur mußte zurückgezogen werden. Dann wollte man um feinen Preis Warnung dienen, die heute nach einem neuen auf die Erhöhung des Rekrutenkontingents verzichten und zahlte Socialistengeset Berlin, den 21. Oktober. Dresdener Parteitag- Centrum. " Frankfurter Zeitung" vom Aus der Jfenbielschen AnklageDie„ Germania" bespricht die gestrige Socialistengesez- Nummer 23. August. schrift: „ Als der„ Vorwärts" von dem Denn in demselben( in dem des Vorwärts", fie citiert insbesondere die Aeußerungen Singers phantastischen Plane eines festen Artikel) wird dem Kaiser und König vom Triumph über die Bestrebungen, die Socialdemokratie durch Kaiserschlosses auf der Insel angedichtet, er sei von wahnhafter Polizei und Justiz zu ersticken; dazu schreibt das Centrumsblatt: Bichelswerder in der Havel an Angst vor Aufruhr und jeder thatder neuen Heerstraße Berlin- fächlichen Begründung entbehrenDöberit erzählte, da bestand das den Sorge um seine und seiner für Militärangelegenheiten. Daraus geht hervor, daß alles, was zu| meiner Kenntnis fommt, geheim ist, und daß ich nicht in der Lage bin, auf irgend welche Anfragen oder Anzapfungen etwas zu bemerken. Rechtsanwalt Liebknecht: Was der Verteidiger an Sie richtet, Zenge: Das möchte ich bezweifeln. Rechtsanwalt Liebknecht: Das ist gefehlich festgelegt. Zeuge: Nein, das kann ich mir nicht denken. Ich kann doch nicht über alles mögliche hier gefragt werden. doch den höchsten Preis vergeblich. Das Land wurde in die Wirren des budgetlofen Zustandes gestürzt, das populäre und brauchbare Ministerium Szell wurde verabschiedet wobei der Kaiser auch um feinen eigentlichsten Vertrauensmann, den Honvedminiſter Fegervary, find keine Anzapfungen, sondern Anfragen. Im übrigen sind Sie nach fam mit der Politik der" starken Hand" des Grafen Tisza den Gesezen nur berechtigt, die Antwort auf solche Fragen zu verholte man sich die empfindlichste Lektion, und der Schluß war., daß Herr Khuen die Erhöhung erst recht opfern weigern, die geeignet sind, die Sicherheit des Staates zu gefährden. mußte. Aber dann nüßte auch der Bittgang zu Kossuth nichts; nun war auch das normale Kontingent, sonst in einem Sigungstage bewilligt, nicht mehr umsonst zu haben. Je heroischer die Pose war, desto peinlicher der darauf folgende Abfall. Auf das pathetische Befehlsschreiben aus Chlopy mit seinem schmetternden„ Niemals" folgte das Handschreiben an Khuen, das in eine demütige Bitte um Entschuldigung ausklang. Und einen Monat, nachdem erklärt wurde, daß in die Majestätsrechte niemand dreinzureden habe und daß von den Rechten und Befugnissen des obersten Kriegsherrn nichts geopfert werden wird, wird über das Militärprogramm der Regierungspartei verhandelt, dessen bloßes Dasein schon eine Verneinung dieser Reservatrechte des militärischen Absolutismus ist! Was die Ungarn an positiven Errungenschaften heimbringen werden, steht noch dahin, aber daß es ihnen gelungen ist, die Macht der Krone ganz gewaltig zu mindern, das steht schon jetzt fest. Die Rekruten sind der Hofburg Diesmal teuer zu stehen gekommen! Was das erwähnte Militärprogramm betrifft natürlich kein Programm über den Militarismus etwa, sondern einfach das Verzeichnis der nationalen Forderungen, die die Ungarn in Bezug auf die gemeinsame Armee erheben- so soll es heute endgültig abgeschlossen worden sein. Die liberale Regierungspartei hatte dazu ein neungliedriges Komitee eingesetzt, das nach langen Verhandlungen eine gemeinsame Plattform geschaffen hat, auf welcher sich alle Schattierungen und Gruppen der Partei zusammenfinden. Programm wird veröffentlicht werden, nachdem die Bildung der neuen Regierung vollzogen sein wird. Es ist das Programm der Regierungspartei, das die Krone anerkannt hat oder, wenn man will, dem sie sich unterworfen hat. Deutfches Reich. Das Ueber die handelspolitischen Fragen der nächsten Zeit hat der Handelsminister Möller jüngst in Münster geredet. Bei der Einweihung des neuen Handelskammer- Gebäudes daselbst machte Her Miniſter Ausführungen über die industrielle Entwicklung der Neuzeit und die jeßige Lage der Industrie, dann fuhr er, nach dem " Westfälischen Mercur", fort: Vorsitzender: Es handelt sich nur um die Frage, ob Etv. Excellenz, ganz abgesehen von amtlichen Beziehungen, etwas davon bekannt ist, daß die Gardetruppen mal anders ausgehoben werden sollen. Zeuge: Ich sehe nicht ein, warum ich das beantworten soll. Oberstaatsanwalt: Das sehe ich auch nicht ein. Projekt in Verbindung steht. Augemein aber gehört die Frag: nicht Vorsitzender: Das gehört zur Verhandlung, so mcit es mit dem hierher. Oberstaatsanwalt: Der Zeuge hat verneint, daß ihm von dem Projekt eines Kaiserschlosses etwas befannt sei. Die Aushebung der Gardetruppen bezieht sich auf die Bewachung des festen Schlosses. eines Schlosses, so fann ihm folglich auch nichts bekannt sein daven, Wenn Sr. Ercellenz nicht das mindeste bekannt ist von der Errichtung daß eine besondere Art der Aushebung von Truppen zur Bewachung dieses nicht geplanten Schlosses beabsichtigt ist. Rechtsanwalt Liebknecht: Es sind verschiedene Maßnahmen, die angeblich getroffen sind zur Sicherung der kaiserlichen Familie, neben einander aufgezählt. Die eine ist die Errichtung des Schlosses, die andre die Bildung eines besonderen Reichstags- Wahlkreises, eine dritte die neue Art der Aushebung der Gardetruppen. Das Projekt serfällt also in verschiedene Punkte. Im übrigen ist die Frage bei der leien Verhandlung zugelassen worden gegenüber allen Zeugen, heute aber entstehen plößlich Schwierigkeiten. Zeuge: Als Chef des Militärkabinetts bin ich nicht in der Lage, irgend welche Fragen zu beantworten, die mir nicht schriftlich vorgelegt werden. Dann könnte ich ja nach allem gefragt werden. Mir ist überhaupt von der ganzen Geschichte nichts bekannt. Vorsitzender: Damit ist die Sache doch erledigt. " Rechtsanwalt Liebknecht: Ich höre immer nur von dem Schloß. Zenge: Ich habe die Vorwärts"-Artikel nicht gelesen, ich pflege dies Organ überhaupt nicht zu lesen. Ich weiß überhaupt von einer derartigen Absicht, daß Se. Majestät sich solche Geschichten bauen oder verteidigen läßt oder daß er Verstärkungen wünscht, feinen Ton. Ich habe darüber noch nie ein Atom erfahren. Ich kann doch nicht gefragt werden nach allem möglichen, was es auf der Welt giebt. Rechtsanwalt Liebknecht: Ich mache darauf aufmerksam, daß in dem Artikel die Rede davon ist, diese Sicherheitsmaßregeln gipfeln in der Reform einer Aushebung der Gardetruppen. Daraus geht hervor, daß es sich nicht um die Sicherung des Schlosses handelt, denn die ganze Garde kann doch nicht um das Schloß lagern. Vorsitzender: Die Frage ist doch erledigt. Der Zeuge hat geantwortet, daß ihm absolut nichts bekannt sei von dem Projekt in feiner Gesamtheit. " Ich glaube mit Freuden konstatieren zu können, daß nach dem gewichenen Mut von 1900 und 1901 fich heute die Anfänge eines neuen Mutes zeigen, der das nachholen wird, was damals jäh abgebrochen werden mußte, weil zu viel des Guten auf einmal gethan werden sollte. Wenn ich daher mit einer gewissen Hoff nungsfreudigkeit in die nächste Zukunft sehe, so möchte ich diese doch nicht zu groß werden lassen; wir stehen vor großen Kämpfen in handelspolitischer Beziehung; im eignen Lande sind wir wieder recht gesund(??), aber davon find wir nicht allein abhängig, wir können die Ausfuhr ins Ausland nicht entbehren. Darum muß die Ausdehnung der Ausfuhr gefördert werden.... Nur im Zusammen stehen aller Stände ist das weitere Gedeihen unsres schönen Vaterlandes möglich. Ich habe die Hoffnung, daß aller Widerstand fallen wird vor der bitteren Notwendigkeit, daß wir die zahlreichen Menschenkinder, die wir jedes Jahr an Zuhörig zurüdgewiesen. Sie haben die Frage gestellt, ob wachs erhalten, beschäftigen müssen. dem Zeugen unabhängig von dem Projekt der Kaiserinsel etwas bekannt ist von einer geplanten Reform der Aushebung der Gardetruppen. Rechtsanwalt Liebknecht: Ich beantrage ausdrücklich und bitte hierüber einen Gerichtsbeschluß herbeizuführen, daß der Zeuge gefragt wird, ob ihm Einzelheiten des Projektes an sich bekannt sind, abgesehen davon, daß ihm das ganze Projekt nicht bekannt ist. Es kann doch ein teilweiser Wahrheitsbeweis angetreten werden. Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurüd. Vorsitzender: Die Frage wird als nicht zur Sache " erwählte Vertreter Berlins wird von Schelmenrichtern verurteilt, ein Johann Jacoby wird zum Kerker verdammt. Hätte Berlin Mut, es müßte ihn jezt in demselben Augenblick zum Ehrenbürger machen. Aber es regt sich nichts, es bleibt alles gemütlich stille. Diesem Volke fehlt der Sinn für die„ Demonstration", wie ihn die Italiener und selbst die Franzosen noch haben. Unfre Regierung unternimmt einen Kabinettskrieg zu dem Zwecke: die Erhebung des deutschen Geistes niederzuhalten, sie unternimmt ihn in dem Augenblicke, wo sie die Verfassung tödlich verletzt, den Vertretern des Volkes das Hauptrecht des Volkes, die Budgetbewilligung und die Teilnahme an der Gesetzgebung( in der Heeresorganisationsfrage) zerrissen vor die Füße geworfen hat, und die Fortschrittler und ihre Weiber sammeln Geld, Wäsche, Kleidung und Charpie für diesen Krieg, und die Theater und Reiterbuden geben gefüllte Vorstellungen, um den Kriegern Wilhelms Strümpfe und Unterhosen zu schaffen. die Maler und Bildhauer Berlins geben Bilder zur Berlosung, zur Unterstützung der Verwundeten. " Der vorstehend mitgeteilte Brief, der sich stellenweise liest, als rührte er aus unsren Tagen her, bildet einen interessanten Beitrag zur Charakterisierung jener Glanzzeit des Liberalismus", auf die unsre heutigen Fortschrittler mit so großem Stolze hinzuweisen bes aktion bestand damals schon fast genau in demselben Maße wie heute. lieben. Die jämmerliche Schwäche des Freisinns gegenüber der Res Und das, obgleich die Fortschrittspartei auf dem Gipfel ihrer Macht thronte und von der socialdemokratischen Bewegung, die ja nach der Behauptung Eugen Richters den Sieg der Reaktion verschuldet hat, kaum überhaupt die Rede war! Als Das Reichsgericht erhält einen neuen Präsidenten. Nachfolger v. Dehlschlägers, der seit 1891 das Amt verwaltete, ist feitens des Bundesrates der bisherige Direktor im Reichs- Juſtizamt Geh. Rat Gutbrod vorgeschlagen worden. Gutbrod ist Württem berger von Geburt und hat sich hauptsächlich auf civilistischem Gebiet bethätigt. Er gehört seit fast 25 Jahren dem Reichs- Justizamt an. An die bisherige Stelle Gutbrods tritt der vortragende Nat im Reichs- Justizamt Dr. Hoffmann. Die Ersatswahl im 15. sächsischen Wahlkreise foll nach Zeitungsmeldungen auf den 17. November angesezt worden sein. Amtlich ist der Termin bisher noch nicht gemeldet. ,, Noch ist Polen nicht verloren." Das Lied„ Noch ist Polen nicht verloren" war in einem populären polnischen Buche„ Die Erzählungen des Großvaters" wiedergegeben. Die Graudenzer Staatss anwaltschaft erblickte in dem Buch und speciell in dem Lied eine Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten und strengte gegen den Abgeordneten Kulersti soll sich als Verleger der Rulerski die Klage an. „ Gazeta Grudziadska" noch des Lotteriebergehens schuldig gemacht haben, weil das Buch als Rätselprämie vergeben wurde. in der Verhandlung vor der Strafkammer beantragte der Staatsanwalt gegen Kulersti vier Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Der Verteidiger erinnert daran, daß das gefährliche Lied„ Noch ist Polen nicht verloren" auf den Schlachtfeldern des Krieges von 1870 von föniglich preußischen Militärkapellen gespielt worden sei, als es darauf ankam, die im deutschen Heere stehenden Polen zum Kampfe anzufeuern. Das Gericht verurteilte Kulerski zu 400 M., den Re dakteur Piechowski zu 50 M. Geldstrafe. Wegen Majestätsbeleidigung angeklagt stand am Montag eine Arbeiterin Pauline Kaiser aus Woischwitz in Schlesien vor der Breslauer Straffammer. In den Tagen, da die serbischen geOffiziersmörder ihre blutige Revolution verübten, soll die Angeklagte bei der Feldarbeit zu ihren Mitarbeiterinnen eine ordnungswidrige" Bemerkung gemacht haben, die auch im ZusammenGott verhüte, daß die Zeiten wiederkommen, wo auch aus diesen hang stand mit dem Attentatsversuch der Frrsinnigen Schnapka in Landesteilen 8ehntausende in die Fremde auswandern Breslau auf Wilhelm II. Die unter Ausschluß der Deffentlichkeit mußten, um ihr Brot zu suchen. Möge es uns befchieden sein, geführte Verhandlung endete mit Freisprechung. Die Angeklagte ist dem Zuwachs Brot im eignen Lande zu bieten; das ist nur möglich führt aus, daß in der Regierung keine Neigung zu herrschen scheine, ge toefen, entschied verständigerweise das Gericht. Mysteriöse Andeutungen. Die liberale„ Saalezeitung" in Halle fich des beleidigenden Charakters ihrer Aeußerung nicht bewußt wenn wir das Ausland zum Teil dafür bezahlen laffen, wie es jetzt geschieht. Die Zahlen unsrer Ausfuhr den Scharfmacherwünschen zu folgen; man gedente in andrer Weife sind und das ist unser Glück München, 21. Oktober. In der gestrigen Situng des die Gesundung der modernen Arbeiterbewegung" in den letzten drei Jahren fortwährend rapide gestiegen; im vorigen Jahre hat sie nahezu fünf herbeizuführen. Im Zusammenhang mit diesen Vermutungen er- Finanzansschusses wurde bei der Beratung des MilitärEtats fonstatiert, daß die Soldatenmißhandlungen in der bayrischen Milliarden erreicht, ein Ziel, das vor zehn Jahren noch unmöglich zählt das Blatt: Der Kriegsminister bes erschien. In diesem Betrage sind reichlich drei Milliarden Löhne Vielleicht hängen damit jene geheimen Konferenzen zusammen, Armee wesentlich zurückgegangen seien. und Gehälter enthalten. Der indirekte Nugen ist noch viel größer. die seit einiger Zeit hier und da abgehalten werden und den merkte, daß der Etat für 1904 voraussichtlich keine besondere Vers Das Geld, was die Arbeiter und Beamten einnehmen, wird ausgesprochenen 8wed verfolgen, Mittel und Wege stärkung der Armee bringen werde. Bezüglich der angeregten beam nächsten Tage wieder ausgegeben; und es fließt so zurück zur Einleitung dieses Gefundungsprozesses ausfindig dingten Verurteilung wird von Regierungsseite mitgeteilt, daß diese in andre Kanäle, zum Teil in die Taschen der Herren Landzu machen. Hier in Halle haben sie begonnen und in Frage mur im Einvernehmen mit den andren Bundesstaaten gelöst wirte, und trägt so wesentlich dazu bei, diesen den schweren Berlin sollen sie demnächst, wie wir in Erfahrung ge- werden könne. Ob diese Maßnahme sich aber für militärische VerKampf zu erleichtern, den sie gegenwärtig zweifellos auszufechten bracht haben, fortgesetzt werden. Männer aus allen Kreisen sind hältnisse eignet, erscheint dem Kriegsminister zweifelhaft. es, die an ihnen teilnehmen, Männer vom Hofe und von der haben. Regierung, von der Hochfinanz und von der Großindustrie, aus Handel und Gewerbe und aus dem Beamtentum, Männer auch, die inmitten der nationalen Arbeiterbewegung stehen. Adel und Bürgertum find gleichmäßig in diesen Konferenzen vertreten, und wenn die Ergebnisse ihrer bisherigen Beratungen auch noch streng geheim ge- Ein gestern aus dem Distrikt Grootfontein in Windhoek eins halten werden, so fehlt es doch nicht an Anhaltspunkten dafür, daß die getroffener Bater der katholischen Mission hat die bestimmt lautende wenigen Stimmen, die auf den ebenso ausgetretenen wie Nachricht von der Ermordung einer deutschen Familie, gefährlichen Wegen der Ausnahme Gefeßgebung be- Paasch, sowie zweier ferneren Weißen durch Obambos mits harrten und in ihrer Verfolgung die einzige Möglichkeit sahen, etwas gebracht. Sollte sich dies bewahrheiten, so würde ein Eingreifen zu erreichen, so gut wie völlig beiseite geschoben der Truppe nicht zu umgehen sein. Allem Anschein nach hängt dies worden sind. Ob und inwieweit die leitenden Kreise zu jenen feindliche Vorgehen der Ovambos mit der seiner Zeit gemeldeten Konferenzen in Beziehungen stehen, entzieht sich zunächst noch beabsichtigten Gründung einer Missionsniederlassung am unfrer Kenntnis; ihre Zusammensetzung aber läßt der Vermutung Okavango, der sich die Eingeborenen widersetzten, zus Raum, daß es der Regierung nicht unerwünscht fein wird, aus den sammen. Verhandlungen Anregungen für ihre fernere Stellungnahme der Ein Krieg mit den ziemlich gut und start be Socialdemokratie gegenüber zu gewinnen." Wir wollen hoffen, daß die gegenwärtige Beriode, die ihren Abschluß finden muß in der Erneuerung der Handelsverträge, ein neues Lustrum von 10-12 Jahren oder noch länger bringt, in welchem wir unter gesicherten Verhältnissen weiter produzieren fönnen.... Möge es uns beschieden sein, nicht nur die Kämpfe im Innern zu bestehen, sondern auch vor allem die Gegensäge im internationalen Handel in derselben friedlichen Weise auszufechten, wie es in der großen politischen Welt in den letzten Jahrzehnten möglich gewesen ist. Behalten wir den Frieden nach innen, den Frieden nach außen auf handelspolitischem Gebiete, so ist der Schaffenstraft des deutschen Volkes ein großes Feld beschieden. Ich will von Herzen hoffen, daß das der Fall sein möge." Positives hat der Minister nicht verlauten lassen. Immerhin zeigen seine Ausführungen nicht, daß die Regierung sich wohl fühlt bei der Aufgabe, mit dem agrarischen Zolltarif, den sie sich bereitet, Handelsverträge abschließen zu sollen. Der Minister betont die Notwendigkeit der Erhaltung und Förderung der industriellen Ausfuhr für die deutsche Industrie und ihre Arbeiterschaft, aber er ist Mitschuldiger des unsinnigen Zolltarifs, dem es zu verdanken ist, daß die Handelspolitik Deutschlands nicht längst geregelt ist. Graf Hülsen- Häfeler als Zenge. = Selbst die bürgerliche Presse widmet dem Verhalten der feudalen Zeugen im Kaiserinsel Prozeß einige sanfte mißbilligende Betrachtungen. Namentlich der Chef des Geheimen Militärkabinetts, Graf Hülsen Häseler, und der Hofmarschall der Kaiserin, v. Mirbach, trugen ihre persönliche Rangwürde vor dem Gericht zur Schau, wie es wohl noch niemals bei Zeugen in preußischen Gerichtsstuben erlebt worden ist. Sie fühlten sich geradezu als Vorgesetzte des Staatsanwalts und der Richter, von ihrer Stellung zu den Anwalten und den Angeklagten ganz zu schweigen. Unter diesen Umständen dürfte es angemessen sein, insbesondere den Anfang der Vernehmung des Grafen Hülsen- Häfeler na ch dem Stenogramm iviederzugeben. Nachdem Herr v. HülsenHäseler die Frage nach seinem Namen unbeantwortet gelassen hatte, weil er seine acht Vornamen nicht auswendig wisse er holte sich dann aus der Tasche einen Zettel, auf dem er seine Namen notiert hatte gestaltete sich die Unterhaltung wie folgt: Borsitzender: Ist Ihnen ettvas bekannt von einem Projekt in Hofkreisen, dahin gehend, für den Kaiser in Pichelswerder ein Schloß gu errichten mit besonderen Sicherheitsmaßregeln? Zeuge: Nicht das geringste. Vorsitzender: Auch nicht, daß etivas ähnliches aus dem Hofmarschallamt des Kronprinzen hinausgegangen ist? Zenge: Nein. Rechtsanwalt Liebknecht: Ist Ihnen etivas davon bekannt, daß es geplant war, die Aushebungsart für die Gardetruppen zu ändern? Zenge: Auf solche Fragen verweigere ich die Aussage. Rechtsanwalt Liebknecht: Es handelt sich nicht darum, daß Ihnen ctivas derartiges amtlich bekannt ist, sondern außeramtlich. und in Bezug darauf dürfen Sie Ihr Zeugnis nicht verweigern. Zenge: Außeramtlich ist mir nichts bekannt. Rechtsanwalt Liebknecht: Ich meine, ob außeramtlich, in Hoffreifen, darüber gesprochen ist. Zeuge: Ich habe überhaupt nur amtliche Sachen im Auftrage Sr. Majestät zu bearbeiten. Mein Kabinett heißt Geheimes Kabinett| Das sind dunkle Andeutungen ohne Wert. Sollte aber an der artigen Konferenzen etwas Wahres sein, so haben wir unser herzliches Wohlgefallen an den Bemühungen um die„ Gefundung der modernen Arbeiterbewegung". Es ist reizvoll, wenn die Blinden und Lahmen zusammenkommen, um die Gesunden zu turieren. 97 Aus der Blütezeit des Liberalismus. In dem soeben von Ludwig Geiger herausgegebenen Werke Aus Adolf Stahre Nachlaß" findet sich unter anderm ein vom 7. Juli 1864 datierter Brief Stahrs, in welchem dieser bekannte Litterarhistoriker seinem Unmute über die damaligen politischen Zustände Preußens in heftigen Worten Ausbruck giebt. Wir heben daraus die folgenden Stellen hervor: Die Fortsetzung der Etatsdebatte in der Abgeordneten lammer am Mittwoch brachte Reden des konservativen Abgeordneten Bech, des Dr. Pichler( C.) und des Abg. Adolf Müller( Soc.). Krieg in Deutsch- Südwestafrika in Sicht. Aus Windhoek wird vom 17. September der National- Zeitung" berichtet: " waffneten Ovambos, die ihre Waffen und Munition durch portugiesische Händler ungehindert seit Jahr und Tag beziehen, kann sich recht schwierig gestalten. Glücklicherweise ist die Regierung im Befiz eines sicheren Startenmaterials und sonstiger, das feindliche Gebiet des Häuptlings Himarura betreffenden Nach richten, die von Offizieren und Beamten an Ort und Stelle aufgenommen worden sind. Es fragt sich nur, ob die vor handenen Truppen zu einer aussichtsvollen & rpedition ausreichen würden und ob das Zusammengehen der über das ganze Schutzgebiet zerstreuten Besagungen nicht auf politische Schwierigkeiten stoßen wird. Dieser neue Kriegszug wäre also wieder einmal die Folge aufdringlicher Belehrungswut! Ausland. Die belgischen Gemeindewahlen. Es giebt keine unparteiische Gerechtigkeitspflege mehr in diesem Preußen, keine allgemein gültige Norm für das, was strafbar ist und nicht. Die hiesige Zeitung Reform" bringt einen Artikel, der das Adeln bürgerlicher Offiziere für Tapferkeit an- Noch immer ist es unmöglich, ein ganz genaues Bild von greift und bleibt unverklagt. Dr. Minden in Königsberg brudt dem Endresultate der belgischen Kommunal. in seinem Blatte Telegraph" diesen selben Artifel a b, und wahlen zu geben, da gegen 200 Orte mit vielen Hunderten von wird angeklagt und zum Kerker verurteilt!! Der Stadtgerichtsrat Bureaus in Betracht kommen, in denen die Wahlen stattfanden. Twesten in Berlin und der Kreisrichter Forstmann( beide Mit- Soviel aber steht bereits fest: die Socialisten haben sich heldenglieder des Abgeordnetenhauses) thun ein und dasselbe Ding, fie mütig geschlagen, fie find wenn auch nicht erheblich vorwärts unterzeichnen einen und denselben Wahlaufruf. Sie werden an- doch sicher nicht zurückgegangen, und Blätter wie die geflagt, westen wird mit einem„ Verweise" bestraft, Forstmann Kölnische Zeitung" und andre haben im Grunde genommen feine mit Strafverfeßung" und 50 Thaler Geldstrafe! Also: was Veranlassung, so voreilig von großen Siegen der Liberalen( resp. in Berlin frei ausgeht, wird in Königsberg bestraft, was A. und B. der Klerikalen) zu berichten. Die Dinge liegen in Wirklichkeit Gleiches thun, wird mit den allerungleichsten Strafen belegt. Und so, daß je nach den lokalen Verhältnissen der einzelnen Orte warum nicht? Wir leben in einem absolut geseblosen Zustande. die Socialisten sich gezwungen sahen, fich der verschiedenen Die Verfassung ist faktisch von Bismarck vernichtet, und Er Taktik zu bedienen: hier auf die eigne Kraft vertrauend, hat die Gewalt und ihre Uebermacht. Jezt zeigt sich, was ich den Kampf gegen die Meritalen und Liberalen aufzunehmen, dort vor Jahren vorausgesagt: wie schwer sich die Kammer von 1858 bis 61, die Vinkesche Kammer der Gothaer und das erste Ministerium der neuen Aera( Schwerin usw.) am Lande verfündigt, und ebenso welch ein Fehler es war, daß die Fortschrittsfammer nicht im Jahre 1863 schon dem Minister Bismarck ihr Mandat vor die Füße warf. wieder vereint mit den Liberalen gegen die Kirchlichen vorzugehen! Demgemäß haben sich denn auch im einzelnen alle nur erdenklichen Sombinationen von Siegen bezi. Niederlagen ergeben: Hier siegte die ganze Liste der Socialisten, dort erlagen die Klerikalen den vers einigten Liberalen und Socialisten, an einem dritten Orte siegten nur Liberale, an einem vierten nur Klerikale, an einem fünften Diese Fortschrittler haben kein Pathos, keine Leiden- Klerikale und Liberale gegen Socialisten usw. usw. schaft edlen Hasses und gründlichen Zorns gegen Unrecht und ihre Vor allen Dingen aber ist noch zweierlei zu berücksichtigen: Tyrannen. Da liegt's Ohne diese Leidenschaft kfein Erfolg, Ganz abgesehen von einer ganzen Anzahl noch fehlender Resultate ohne Funken feine Flamme, der Feuerstrahl der Thrannei schlägt bleibt auch noch der Ausfall einer Reihe von Stichwahlen abzuauf Holz bei ihnen, nicht auf den funkensprühenden Stein. Der warten! Und dann: Unter was für einem System finden denn Sie Belgischen Kommunalwahlen statt? Unter dem Pluralsystem!| Die Eintrittsgelder in Glasgow brachten, nach Abzug aller Kosten, Das heißt unter einem System, das den Armen im günstigsten Fall einen Ertrag von 1200 Mart, die der socialistischen Agitation zu eine Stimme, den Wohlhabenden bis zu vier Stimmen einräumt. gewendet werden sollen. Trotz des großen Erfolges seiner Reden Ein Zahlen Beispiel möge die Schönheit“ und„ Gerechtigkeit" bringt die bürgerliche Presse tein Wort von der dieses Systems veranschaulichen und beweisen, daß die Socialisten zollpolitischen Agitation Hyndmans. diesmal noch unter ungünstigeren Bedingungen fämpfen mußten, als bei der vorigen Wahl im Jahre 1899. " In Saint- Gilles gab es 1899: 6258 Wähler, die über 11 581 Stimmen verfügten. Diese Stimmen verteilten sich folgendermaßen: 3704 Wähler hatten 1 Stimme= 3704 Stimmen, 990 359 1205 2 Stimmen . " " 3 4 " 1980 1077 = 4820 " " " " In diesem Jahre nun war das Verhältnis folgendes: Die 11 581 verfügbaren Stimmen des Jahres 1899 waren auf 13 079 angewachsen und verteilten sich so: 3863 Wähler hatten i Stimme 3863 Stimmen, 1120 436 1417 2 Stimmen 2240 " " " 3 4 " 1308 5668 " " " " " Trotzdem gewannen die Socialisten 450 Stimmen und brachten wie 1899 vier Kandidaten durch! Dieses Beispiel ließe sich burch hundert ähnliche noch deutlicher illustrieren. Norwegen. den liberalen Parteien zugefallen. Nach der veröffentlichten Wahlbezirks einteilung wird aber das Resultat wahrscheinlich ein andres sein. Die Siegendörfer werden nämlich, wollen sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, einen mehr als einstündigen Spaziergang nach Panthenau unter nehmen müssen, das zwar nur 237 Seelen enthält, aber doch zum Wahlort bestimmt worden ist. In Banthenau residiert Graf Rothfirch- Trach, der auch als Wahlvorsteher fungieren wird. Der Bezirk Die Eröffnung des Storthings fand am Montagnachmittag statt, hat sechs Wahlmänner zu wählen, die dank der Wahlbezirkseinteilung nachdem in voriger Woche bereits in einigen Sigungen die nötigen aller Wahrscheinlichkeit nach der konservativen Partei zufallen werden. Vorarbeiten erledigt worden waren. In der Thronrede wird erwähnt, Die großen Gemeinden Woitsdorf, Brockendorf und Modelsdorf daß mit einzelnen Mächten Verhandlungen über Abschließung von besigen inkl. Gutsbezirke 1580 Seelen. Mit einigen Anhängseln Schiedsgerichtsverträgen eingeleitet worden sind. Aehnliche Verhand- hätten aus diesen aus diesen Orten sehr gut zwei Wahlbezirke gelungen sollen später mit andren Mächten eingeleitet werden. Ferner bildet werden können mit je drei Wahlmännern. Das ist nicht ges wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die Verhandlungen über die schehen, die genannten Gemeinden bilden einen Wahlbezirk mit sechs Trennung des Konsulatswesens zu einem für beide Reiche befriedigendem Wahlmännern. Die Wähler von Brockendorf werden nun einen Resultat führen mögen. weiten Weg zu machen haben, wollen fie vom Wahlrecht Gebrauch Die Konstituierung des Storthings hat bereits am machen, ebenso wie die Wähler des dicht bei Brockendorf gelegenen Sonnabend stattgefunden. Zum Präsidenten des Storthings wurde Dorfes Schellendorf, das dem Bezirk Pohlsdorf zugeteilt worden der konservative Professor Hagerup gewählt. Die Socialisten ist. Wären Brockendorf und Schellendorf zu einem Wahlbezirk vers stimmten für Jörgen Berge. Der frühere Präsident Berner einigt worden, dann hätten die Liberalen wahrscheinlich alle drei wurde zum Vicepräsidenten gewählt. Zu Mitgliedern des Lagthings Wahlmänner bekommen. In Brockendorf wohnt ein freisinniger wurden vierzehn Konservative, zwölf Liberale, zwei Moderate und Rittergutsbesitzer, der selbst schon Abgeordneter gewesen ist. So wie ein Socialist: Lind Johansen gewählt. Im Odelsthing wurde es jetzt liegt, werden aber die Bauern den weiten Weg scheuen und am Chr. Michelsen zum Präsidenten gewählt. Die Socialisten Wahltage zu Hause bleiben. Die konservativen Gutsbesitzer jedoch stimmten für Dr. Eriksent. Das Lagthing wählte Thorne zu werden mit ihren Leuten" antreten und die paar wirklich erschienenen feinem Präsidenten. Andersdenkenden überstimmen." Amerika. die Man vergleiche mit dem rücksichtslosen landrätlichen Vorgehen die pomadige Art, mit der die Berliner Behörde das Umlegen bon Häusern aus einem Urwahlbezirk in den andern ablehnt, das doch meiden und dadurch den Beginn der Wahlhandlung um 5 Uhr nur erfolgen soll, um ausnahmsweise große Wählerzahlen zu ver nachmittags zu ermöglichen, wie es das Interesse der großen Mehrheit erfordert. Ein Siegesfest der Socialdemokratie Bom Textilarbeiterstreit in Nordfrankreich. Paris, 20. Oktober.( Eig. Ber.) ( Eig. Ber.) Das Ergebnis des Referendums in Armentières und Umgebung, das Votum für Der kanadische Trades Unions- Kongreß gegen Chamberlain. die Fortsetzung des Streits mit 7226 gegen bloß 1289 Stimmen, Der Jahreskongreß der kanadischen Gewerkschaften fand Ende hat den Unternehmern und ihrer Presse jede Möglichkeit genommen, September in Brockville, Ontario, statt. 100 Delegierte nahmen daran noch weiterhin von terrorisierten" Arbeitern zu fabeln, die nicht teil. Die Verhandlungen waren im allgemeinen nur von lokalem im Streit, sondern im Zustand der erzwungenen Arbeitslosigkeit" Intereffe, mit Ausnahme der Resolution gegen die Zollvereinspläne sich befänden. Wohlgemerkt, die Abstimmung, war geheim und Chamberlains, die folgenden Wortlaut hat: In Erwägung, daß dem bollzog sich unter denselben sicheren und unparteiischen Kontrollbedingungen, wie jede gefeßlich geregelte Wahlabstimmung. Die englischen Volk durch die englische Presse aus Kanada berichtet wurde, Unternehmerpresse greift mun zu einer andren ebenso faulen Stanada sei für die Zollpolitik Chamberlains, die den Freihandel Ausrede. Die Arbeiter, so heißt es jest, seien von„ revolutionärem Grundlage der britischen Wirtschaft beseitigen will; in Ere Wahnsinn" ergriffen, es handle fich nicht um einen Streit, sondern wägung, daß eine derartige Aenderung den Interessen der englischen gebung Berlins in 17 start besuchten Versammlungen feierte. Wer war es, das gestern die Berliner Arbeiterschaft und die der Ume um einen Revolutionsversuch! So zu lesen im bitterernsten Arbeiterklasse schädlich sei, so erklärt der Kongreß, daß die kanadischen " Temps", der hin und wieder gern Arbeiterfreundlichkeit heuchelt. Gewerkschaften die Haltung der englischen Gewerkschaften, wie sie von denen, die vor 25 Jahren dem schmachvoll verscharrten SchandEin Revolutionsversuch der Stampf verelendeter Weber und Spinner auf ihrem jüngsten Kongresse in Leicester in einer Reſolution fest- gefeß zustimmten, hätte es sich wohl träumen lassen, daß nach einem die Weigerung der jahrelang von den Unternehmern selbst um den aus, die zwar den Kolonien zum Nutzen, aber dem englischen Ein Revolutionsversuch gestellt wurde, billigen, und sprechen sich gegen jede imperiale Politit Vierteljahrhundert nicht die Socialdemokratie, wohl aber das gegen alten Tarif von 1889 geprellten Arbeiter, die Arbeit sofort Proletariat zum Nachteil gereichen könnte." wieder aufzunehmen, ehe noch die UnterhandIungen begonnen haben! Denn eben darum drehte sich ja das Referendum. Die Streifenden wollten einfach nicht, auf die Versprechungen der harten Ausbeuter hin, ihre eignen Reihen auflösen und so das einzige Druckmittel im Laufe der Unterhandlungen brangeben. um Erhöhung ihrer Hungerlöhne! In Dünkirchen hat der Streit der Kohlenverlader bisher sich auf bie übrigen Hafenarbeiter nicht ausgedehnt. Landtagswahl. Der Richtersche Freifinn richtet sich eifrig zu Grunde. Die Freiwürde. Und doch ist das heute der Fall! Es ist in dem Maße der sie gerichtete Gesetz zu den Dingen der Vergangenheit gehören Fall, daß unsre jüngeren Genossen die Mitkämpfer aus jener Zeit bereits als historische Persönlichkeiten zu betrachten pflegen, als Veteranen im Kampfe für die Arbeiterbewegung. Wo am gestrigen Abende einer von diesen Veteranen zu der Kopf an Kopf gedrängten Masse sprach, herrschte eine besonders Der Stand des Streits. Der Ausfall des Referendums der„ dreisten unwahrheit", weil er in einer Versammlung geäußert weihevolle Andacht. Denn in einem unterschied sich diese Jubelscheint teine erneute Verallgemeinerung der Bewegung bewirken zu haben soll, die freifinnigen Wahlmänner würden sich„ nach dem befannten feier von dem Siegesrausch, der nach der letzten Reichsfollen. Bisher bleibt sie nach wie vor auf Armentières und die Abkommen verpflichten, unter Umständen für einen Socialdemokraten tagswahl das Proletariat erfüllte, daß die Begeisterung umliegenden Orte sowie auf einige Betriebe in Lille und Roubaix zu stimmen". Dazu sagt das Richtersche Blatt:„ Das genannte Ab- nicht in so lauter, rückhaltloser Weise wie damals fich geltend beschränkt. In letzterer Stadt geht sie fortgesezt zurück. Die Gesamt- fommen beruht lediglich in der Phantasie des Herrn Stockmann. machte; so groß wie der Sieg des Proletariats über das Socialistens zahl der Streifenden wird auf etwa 25 000 geschäßt. Die Regierung Den freisinnigen Wahlmannskandidaten in Berlin wird keinerlei der gefeß auch ist, der Kampf war doch mit zu großen Opfern verknüpft, aber hat nach dem Streitgebiet 21 000 Soldaten, Infanterie und artige Verpflichtung auferlegt". Kavallerie, zusammengezogen. Ma cht ungefähr einen Sol- demokratische Wahlmänner auch nicht für freisinnige Kandidaten als daß der Gedanke daran nicht die Freude an dem Siege zurückDie Folge wird sein, daß social- die Wunden, welche der Feind den Kämpfern schlug, waren zu schwere, baten gegen einen Streifenden! stimmen werden, wenn diese sich in Stichwahlnöten befinden werden! drängen mußte in ruhigere Bahnen. Eine andre Haltung als die offizielle Freisinnsleitung nimmt Berliner Zeitung" ein. Sie schreibt in einem Artikel über den socialdemokratischen Wahlaufruf: Der Wahlaufruf der socialdemokratischen Partei für die preußischen Landtagswahlen würde, hätten wir noch das 1878er Socialistengeses, unbeanstandet in die Lande flattern können. Da ist nichts von socialdemokratischen, socialistischen, auf die Untergrabung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen zu merten. Herr v. Vollmar sieht seine revisionistische Taftik wieder einmal zu hohen Ehren gebracht. Das socialistische Zukunftsprogramm ist fäuberlich im Silberspind Die Versammlung des ersten Wahlkreises tagte in Wendts verschlossen; die socialdemokratische Partei marschiert unter dem Banner und in der Gewandung der entschiedenen bürgerlichen Demokratie, der nur da und dort etliche Tressen aufgesetzt sind, die socialistische Strebeziele markieren. Die nachträglichen Meldungen selbst der bürgerlichen Preise über die Die letzten Krawalle in Armentières zeigen, daß die Streifenden den vorgekommenen Plünderungen von Privatwohnungen, Fabriken und Banten gut wie ferngeblieben find. Unter den verhafteter: Plünderern befanden sich nur ein paar Weber, der Neſt find Tagelöhner, Lumpensammler und hauptsächlich berbreche rische Vagabunden des Grenzgebietes. Was die sonstigen zum Ausbruch gekommenen gewaltthätigen Auftritte betrifft, so kann gewiß nur die satte Bourgeoismoral über die buchstäblich verhungerten Opfer der Ausbeutung herfallen, die in einer Stunde gerechten Zornes die Selbstbeherrschung verloren haben. Etwas andres aber ist es, diese zweckwidrigen Ausbrüche einer schlecht organisierten, höchst mangelhaft unterstützten und daher verzweiflungsvoll ungeduldigen Masse zu einer mustergebenden planmäßigen Taktik zu erheben!... Letzteres thut das Organ der generalstreiflerischen„ Konföderation der Arbeit". In der legten Nummer der„ Voir du Peuple" werden die Krawalle nebst den Plünderungen als eine neue Streiftaktit" verherrlicht, bie in einer nahen Zukunft den Tag unsrer vollständigen Befreiung" herbeizuführen geeignet sei. Diese angeblich neue Streittaftit iſt ein Rückfall in die urwüchsige Hilflosigkeit der Anfänge der Arbeiterbewegung." Frankreich. Jaurès und der italienische Königsbesuch. " Der Aufruf der Socialdemokraten zu den Landtagswahlen, ihr Programm für Preußen bedeutet für uns in der Hauptsache eine Belebung und Stärkung der Bestrebungen des alten entschiedenen Liberalismus, die sich auf die Durchführung der Verfassung in wesentlichen Beziehungen richten und auf die Schaffung freierer, gerechterer Zustände im preußischen Staate. nicht teilt. Die aber da mit Begeisterung den Schilderungen der Parteiveteranen lauschten, mit welch' tückischer Niedertracht damals der Feind den Kampf gegen das Proletariat geführt hat und mit welchem Opfermut unsre Genossen sich ihm entgegenstellten, sie verließen nicht die Versammlung, ohne innerlich den Schwur geleistet zu haben, in künftigen Fällen sich der alten Vorkämpfer der Partei würdig zu erweisen. einen glänzenden Verlauf. Die Versammlungen waren fast durchtveg überfüllt und nahmen Industrie Sälen. Anwesend waren etwa 400 Personen, welche dem Referate des Genossen Dr. 3 a det mit lebhaftem Interesse folgten. Die Erwähnung der Gerichtsurteile, welche nach dem Hödels schen Attentat fielen, wurde mit Entrüstung aufgenomunen. Redner verlas die Treitschkesche Aeußerung, erörterte dann das Vorgehen der Behörden, die ruchlose Lockspitelei zur Zeit des Ausnahmegesetzes und meinte: Gewöhnlich hatte die Polizei nicht uns, sondern wir die Polizei."( Stürmische Heiterfeit.) Schließlich drückte der Referent aus, die Socialdemokratie werde vorwärts gehen mit oder ohne Socialistengesetz! " In der Versammlung des dritten Wahlkreises referierte Genosse Tubauer bei Buggenhagen vor etwa 800 Personen, welche dichtgedrängt den weiten Saal füllten. Die Anwesenden hin und wieder wurden die Worte des Redners durch Zwischenrufe folgten mit sichtlichem Interesse den Ausführungen des Referenten. alter Genossen noch ergänzt. Der Referent erörterte die Verfolgungen, denen die socialdemokratische Bewegung schon in ihren Anfängen aus geſetzt war und ging damit zum Socialistengesetz über. Die ErSödelschen Mordrevolvers erregte lebhafte Heiterkeit. In treffenden flärungen des Redners über die wunderbare Beschaffenheit des Worten erörterte der Redner die Zeit des Ausnahmegesetzes und fand " Der Wahlaufruf ist nichts weiter als ein Reformprogramm für den königlich preußischen Gegenwartsstaat. Man kann es dahingestellt sein laffen, ob alles, was da gefordert wird, just so zu fordern ist; man kann der Meinung sein, daß in der einen und der andren Frage eine andre Regelung fich besser empfehlen würde; allein man wird nicht gut bestreiten können, daß diese Forde Das Juterföderale Komitee der P. S. F.( Jaurèsisten) hatte im rungen allesamt auf dem Boden einer faßbaren und durchführbaren boraus, am Vorabend der Ankunft des italienischen Königs, in einer Staatspolitik sich bewegen, und daß man gegebenenfalls scharfen Resolution mit 12 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung für einen Mann, der diese Forderungen erhebt, stimmen kann, auch wenn man nach mancher Richtung gegen sie Bedenken hat, gegen jede socialistische Beteiligung am Königs= sie in ihrer Ganzheit, Entschiedenheit und ihren äußersten Zielen empfang protestiert. Diese Resolution erinnert an die Arbeitermezeleien, welche ,, den Beginn der Regierung des jungen Dem Wahlaufruf der socialdemokratischen Partei kann nicht bei der Versammlung lebhaften Anklang. Monarchen mit Blut bedeckt haben"; fonstatiert ferner,„ daß abgesprochen werden, daß er vorragend, aufstachelnd, stärkend Jm Konzerthaus Sanssouci war der Saal schon lange im kapitalistischen Regime alle Regierungen einander gleichen, die Oppositionsstimmung und Oppositionsstellung des vor Beginn der Versammlung gefüllt. Nachdem ein Arbeiterwelches auch ihre Prätensionen sein mögen, und in der Ausübung entschieden liberalen Bürgertums wirken fann. Er ist zugleich Gesangverein das Freiheitslied Empor zum Licht" stimmungsvoll der Macht die Verteidiger der Interessen der von ihnen vertretenen in seinem Maßhalten geeignet, das Umsturzgeschrei zur Ruhe zu zum Vortrag gebracht hatte, nahm Genosse Singer, der bei Klasse bleiben, und„ ladet die Erwählten und die Mitglieder der bringen und denen den Wind aus den Segeln zu nehmen, seinem Erscheinen mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde, das Wort. die mit kleinen Socialistengesegen und ähnlichen scharfmacherischen Wenn ich Partei ein, allen erniedrigenden Rundgebungen ge= so begann er als einer der Alten, die die legentlich Leistungen gern bei der Hand sein möchten. Der Wahlaufruf der schwere Zeit unter dem Socialistengeset miterlebt haben, heute in des Königsbesuches fernzubleiben Socialdemokratie ist geeignet, den Liberalen Wahlbündnisse mit diesem Wahlkreise rede, der zu denen gehört, welche durch unermüdunter Strafe der Entwürdigung( sous peine der Socialdemokratie zu erleichtern; es ist zu wünschen, daß er lichen und erfolgreichen Kampf zur Ueberwindung des Schandgesetzes de déchoir) in ben Augen des revolutionären Prole- insoweit im Gesamtinteresse des Landes Nuzen stiften möchte." beigetragen haben, so gedenke ich mit dem Gefühl tiefen Dantes der tariats". Das sind genau dieselben Ausdrücke, die in der Was die„ Berliner Zeitung" sich sonst in dem Artikel leistet über jenigen Genossen, die unter der Herrschaft des Socialistengefeßes für auf den Minister Miller and gemünzten Resolution desselben Zukunftsstaat, vernunftswidrige und menschenunmögliche allgemeine ihre Gesinnung gelitten und gestritten haben, ich gedente der tausende Komitees gebraucht wurden anläßlich des Barenbesuchs von 1901. Gleichheit" und ähnliches, so mag diese liberale Verständnislosigkeit unbekannter und ungenannter Parteigenossen, die unter den schwersten Jaurès hat heute eine ausführliche Kritik des Komitee- in dem Augenblick des Wahlkampfes gegen die Reaktion nicht weiter Opfern und den größten Gefahren in schwerer Zeit für die Partei beschlusses begonnen. Neben seinem bekannten europäisch- diplomatischen bürgerlichen Freisinns einigermaßen an liberalen Grundforderungen einiger Genoffen zu gedenken, die während der Zeit des Schandgesetzes beachtet werden. Erheblich ist nur, daß ein kleiner Teil des gefämpft haben. Wir in Berlin haben mit besonderem Dank Friedensstandpunkt macht er darin geltend die Machtüberschreitung festhält und deshalb auch nicht mit Herrn Eugen Richter lieber drei ihr Leben im Dienste der Partei opferten. Es sind die Genoffen Heinze, feitens des Komitees, das statutenmäßig fein Recht auf die Leitung Konservative als einen Socialdemokraten in das Abgeordnetenhaus Naumann und Lachmann, die in kalter Winternacht, verfolgt von und die Kontrolle der allgemeinen Politik der Partei habe.... bringen will. Allerdings dieser fleine Teil des bürgerlichen Frei- Polizeibeamten, um die Parteischriften, die sie bei sich führten, nicht Letzteres stimmt. Und es ist nur zu verwundern, daß die anti- finns ist sehr klein. Herr Richter hat die Führung nach in die Hände der Verfolger fallen zu lassen, über das Eis des Schiff ministerialistischen Elemente der P. S. F. so lange am Spiel mit rechts! fahrtskanals flüchteten und in der falten Flut den Tod fanden.- Der platonischen Protesten Gefallen finden können. Redner schilderte die Situation vor dem Socialistengesetz und während Ferner wird der Bossischen Zeitung" telegraphisch gemeldet: desselben. Mit rücksichtsloser Gewalt ging die Polizei gegen die Die socialistische Landesorganisation entsandte ihren Haynau liegt das Dorf Bielau, welches seiner länglichen Ausdehnung Das Wort Tessendorfs: Zerstören wir die focialdemokratische Der Freifinnigen Zeitung" wird berichtet: Jm Kreise Goldberg Drganisationen der Arbeiter, politische und gewerkschaftliche, vor. Schriftführer Ort zu Jaurès, um ihm ihre Mißbilligung wegen in Ober-, Mittel- und Niederbielau eingeteilt ist, aber doch Organisation, und es wird keine socialdemokratische Partei mehr seiner Anwesenheit beim Prunimahl zu Ehren des eine politische Gemeinde bildet, welche 938 Seelen enthält. Bielau geben" sollte wahr gemacht werden. Aber das gelang natürlich nicht, italienischen Königspaares im Elisee auszudrücken. tönnte mit seiner Seelenzahl sehr gut einen eignen Wahlbezirk denn die socialdemokratische Bewegung tvar stärfer, als Jaurès erklärte, er habe sich zu dieser Höflichkeit als zweiter bilden, im Goldberger Landratsamt hat man es jedoch anders ge- ihre Verfolger. Die schneidigste Waffe, welche das Ausnahmes Kammerbovsigender verpflichtet gefühlt. wollt. Ober- und Mittelbielau ist dem Dorfe Petersdorf zugeteilt gesetz der Polizei in die Hand drückte: die Ausweisungsbefugnis, worden, das, den Gutsbezirk mitgezählt, 270 Seelen zählt. Peters- wurde aus einem Mittel zur Unterdrückung ein Mittel zur weiteren dorf liegt aber nicht etwa in nächster Nähe Bielaus; um den Wahl- Ausbreitung der Partei, denn die Ausgewiesenen wurden an ihren neuen ort zu erreichen, müssen die Wähler Bielaus einen 11½ftündigen Weg Wohnorten zu begeisterten Aposteln für unsre Idee. Das wurde treffend Ver- machen und hierbei die Stadt Haynau paffieren. Niederbielau wählt gekennzeichnet durch ein Wort Windthorst's, der einmal, als die Vers in Vorhaus, zu welchem Ort eine Stunde Wegs ist. Dicht bei dem längerung des Socialistengesetzes im Reichstage zur Beratung stand, mit borerwähnten Petersdorf liegt Konradsdorf mit 500 Seelen. Es bildet Bezug auf den Ausweisungsparagraphen sagte: Herr Singer in einen eignen Wahlbezirk, dem zugeteilt worden sind die Hahnauer Berlin, das mag angehen, da können Sie ihn behalten, aber Die Boykottierung des Genossen Hyndman durch die bürgerliche Preffe. Vorwerke. Die hier wohnenden Wähler müssen gleichfalls die Stadt in Hannover möchte ich ihn nicht haben. In feinen weiteren London, 19. Oftober. Auf Einladung der schottischen Socia- Haynau durchqueren, ehe sie zum Wahllokal kommen. Sehr auf- Ausführungen zeigte Genosse Singer, daß weder polizeiliche listen und Arbeiter unternahm Genosse Hyndman eine Agitationstour merksam ist man im Goldberger Landratsamt auch gewesen dem Gewalt, noch Lockungen falscher Arbeiterfreunde bermocht in Schottland und Nord- England, um die zollpolitische Frage vom Drte Siegendorf gegenüber. Dieses Dorf zählt mit dem Gutsbezirk haben, unsre Partei abzubringen von dem Wege zu ihrem hohen socialistischen Standpunkte zu behandeln. Er sprach bereits in 940 Seelen, ist also für einen Wahlbezirk mit drei Wahlmänner mehr Ziel. Trotz des Socialistengesetzes, ja vielleicht wegen desselben Manchester und Glasgow. Die Versammlungen waren stark besucht. als ausreichend groß genug. Zwei dieser Wahlmänner wären sicher ist unsre Partei groß und start geworden. Wir dürfen uns der Spanien. Die Zahl der Ausständigen in Bilbao hat sich vermehrt und beträgt jetzt 19 000. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Stärkungen von Gendarmerie treffen ein. England. Bezirks- Verkoppelungen. " ZocMiflwgefetzlichen Ze!t freuen, weil die Partei dieses Gesetz Wer- Hmuden hat, weil sie Siegerin über ihre Verfolger geblieben ist. Trotz aller Hindernisse, welche ihr auch heute noch entgegengesetzt werden, schreitet die Socialdemokratie unaufhaltsam vorwärts. Das einzige, was ihr schaden könnte, wäre, wenn sie den Boden des revolutionären Socialismus verließe. Daß das nicht geschehen wird, hat der Dresdener Parteitag bewiesen. Ilnsre Partei wird ihrem bisherigen Prinzip treu bleiben, und dahin wirken, daß die Arbeiter bald aus dem Doppeljoch politischer und wirtschaftlicher Knechtschaft befreit werden. So werden wir am besten den Dank abtragen an die Kämpfer, die in schwerer Zeit für uns gelitten haben.— Der mit stür- miichem Beifall aufgenommene Vortrag klang aus in ein Hoch auf die Socialdemokratie.— Durch den Vortrag eines von den Sängern zu schluß®C�rac�cn S"eier einen stimmungsvollen Ab- Z weiter Wahlkreis. Die zahlreich besuchte Versammlung in der Vockbrauerei wurde eingeleitet durch den Festgesang von Uth- mann, der von der„Kreuzberger Harmonie" stimmungsvoll vorgetragen wurde. Sodann nahm Genosse Richard Fischer das Wort zu seinem fesselnden Vortrage. Ausführlich ging der Redner auf die Ge- schichte der beiden Attentate ein, die dem Macher des Soeialisteugesetzes fo sehr gelegen kamen und in schamloser Weise ausgenutzt wurde. -t er Redner schilderte den Eindruck, den er empfangen, als er spät abends, aus Schmöckwitz nach Berlin zurückkehrend, das Extrablatt vom Nobiliug'scheu Attentat auf den Straßen ausrufen hörte, als das Wolfffche Depeschenbureau die amtlich erlogenen Depeschen von soeialistischen Gesiimungsäußerungen des Attentäters verbreitete, der Attentäter, der nach ärztlichem Zeugnis so schwere Verletzungen am Schädel davongetragen hatte, daß er gar nicht vernehmungS- fähig war. Nach diesen Attentaten trat, wie Redner weiter darlegte, eine Hetze gegen die Socialdemokratie ein, die bisher unerhört ge- blieben ist. Nicht eigentlich die Polizei, sondern gerade das Bürger- tum war es, das aufs schamloseste die öffentliche Meinung fälschte, be- sonders die bürgerliche liberale Presse, so daß es thatsächlich gelang. bis weil hinein ins Volk eine Stimmung zu erzeugen, als ob wirklich die Socialdemokratie den Königsmord in ihrem Programm hätte. � Dann kam die Sucht der Majestätsbeleidigungs-Prozesse mit ihren furchtbaren Verurteilungen wegen der harmlosesten Aeußerungen, die Flut der Denunziationen, durch die sich das deutsche Bürgertum schändete und die Aechtung der Arbeiterklasse, als seitens der Regierung die Arbeitgeber aufgefordert wurden, alle soeialistisch gesinnten Arbeiter zu entlassen. Die erste Wirkung des Soeialisteugesetzes, führte der Redner weiter aus, sei eine furchtbar niederdrückende gewesen, wie wenn ein Hagelschauer über die Felder streift und alles daniederschlägt. Aber die Ratlosig- keit und Entmutigung war bald iiberlvunden und die Partei wurde geradezu stark durch die Verfolgungen. Die Ausgewiesenen von Berlin und den andren Städten des Belagerungszustandes wurden zu Sendboten, zu Agitatoren und Organiiatoren und verbreiteten die Lehren der Partei überall, wohin sie kamen. Zum Schluß wies der Redner darauf hin, daß man nicht wissen kann. Ivelche Mittel die Gegner in der Zukunft gegen unsre Partei anwenden würden. Wenn auch ein Gesetz wie jenes unmöglich er- scheine, müsse man doch auf neue Verfolgungen gefaßt sein. Aus den Kämpfen der Vergangenheit könne man lernen, wessen man sich von den Gegnern zu versehen habe. Für die Socialdemokratie aber gäbe es kein Verzicht auf ihre Ideale. Möge die Zukunft bringen, was sie will, unser wird der Sieg trotz alledem sein. Nach Schluß des Vortrages, der stiinnischen Beifall fand, trugen die Sänger das Lied„Empor zum Licht" vor. Die ganze Versamm- lung verlief in gehobener Stimmung. In der starkbesuchten N r a n i a entrollte Genossin Ihrer mit fesselnden Worten ein lebendiges Bild jener überaus bewegten, für die Partei zwar traurigen aber doch auch ehrenvollen Zeit. Unter der gespannten Aufmerksamkeit der Versammlung schilderte sie die gefahrvolle Verbreitting des„Socialdemokrat", das gemeingefährliche Treiben derLockspitzelei und all die niederträchttgen Unterdrückungen und Verfolgungen. In ihrem weiteren Vortrage forderte sie auf zu frischem, unerschrockenem Weiterkämpfen, wobei sie sich vor allem an die zahlreich anwesenden Frauen wandte. Die Versammelten erklärten:„Den tapferen Genossen, die um der Ueberzeugung willen Kerker, Verbannun duldet, den Männern, die im Kampf für Proletariats ihr Leben lassen mußten, ihrer gedenken wir tn dieser Stunde mit dankbarer Wehmut. Ihr Beispiel soll uns vor- anleuchten auf der Bahn des Kampfes und alle Socialdemokraten anspornen, jederzeit mit derselben opferfreudigen Begeisterung zu kämpfen, bis der Sieg errungen." Nach den Schlußworten der Vortragenden klang von der Galerie, von einem Gesangverein vorgettagen, das Lied:„Auf Freunde, laßt das Lied erklingen, das Siegeslied der neuen Zeit" in den Saal hinein. Der große Saal des Gewerkschaftshauses war gut besucht. Die Versammlung wurde eingeleitet durch den Vortrag des Liedes„Erwache Volk!" Tann sprach Genosse W u r m über die sturmbewegte Zeit des Socialisiengesetzes. Die innerpolitischen und wirtschaftlichen Zustände schildernd, kritisierte er die überaus schmäh- uche Haltung der bürgerlichen Parteien der bismärckischen Politik gegenüber. Scharf hob er besonders das Treiben der Berliner poli- tischen Polizei hervor, die doch trotz all der unsauberen Mittel am Ende Fiasko machte. Eine Volksbewegung, die durch die Wirtschaft- liche Entwicklung hervorgerufen ist, kann nicht durch polizeiliche Macht- mittel niedergehalten iverdeii. Die Socialdemokratie schreitet neuen Kämpfen entgegen. Wir können ihnen ruhig entgegen gehen, wenn wir das Wort beherzigen: Bereit sein, das ist alles. Wir sind bereit, wenn wir die altbewährten Bahnen weiter schreiten. Lebhafter Bei- fall lohnte den Redner. Die Versammelten ehrten die Opfer des Socialisiengesetzes durch Erheben von den Plätzen. Nach dem Vortrag eines Liedes wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Social- demokratie geschlossen. JmBöhmischenBrauhauswar der große Saal über- füllt. Genosse Stadtverordneter Heimann gab in seinem vor- tresflichen Vortrage ein Stück socialistischer Geschichte unter dem Beifall der Anwesenden, endlich betonend, daß die Socialdemokratie Wohl bekämpft, aber nicht besiegt werden könne. Kellers großer Festsaal war bis auf den letzten Platz gefällt. Die Galerie hatte man abgesperrt und einige hundert Genossen mußten die Ausführungen des Stadtv. Genossen H o f f m a n n stehend anhören, der in vortrefflicher Weise die Kämpfe des Prole- tariats der soeialdeinokratischen Partei als eine allen Stürmen und Anfechtungen gewachsene bezeichnete. Trotz unerhörtester Gerichts- Urteile, Verfügungen, Verbote usw. ist die Partei gewachsen, wie die letzte Wahl bewiesen hat. Es sei dies ein Zeichen, daß die Partei als solche fester denn je zusammensteht trotz aller reaktionärer Machinationen. Die Versammlung schloß niit einem Hoch auf die internationale Socialdemokratie. Im alten S ch ü tz e n h a u s(Linienstraße) waren die Partei- genossen des f ii n f t e n Wahlkreises in starker Zahl versammelt. Das Referat hatte hier die Genossin Frau Dr. Luxemburg über- nommen. Eine feierliche Stille herrschte im Saale und mit großer Auf- merksamkeit folgten die Anwesenden— unter denen sich viele Frauen befanden— den schwungvollen Worten der Genossin Luxemburg. In markiger Weise übte die Rednerin.Kritik an dem Schmachgesetz. Trotz- dem die erdenklichsten Drangsalierungen mi den Vorkämpfern der Partei verübt wurden, konnte es den Siegeslauf des Proletariats .nicht hemmen. Niedergerungen haben wir unsre Feinde und wir »werden weiter ringen zind neue Siege erstreiten. Brausender Beifall durchhallte minutenlang den Saal, als die Vortragende geendet hatte. Im Lokale von G o l l u b e hatten sich die Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt sehr zahlreich, etwa 600 Personen.— darunter viele Frauen— eingefunden, um die Gedächtnisweihe des schwach- vollsten aller Gesetze, welches jemals über ein Kulturvolk erlassen war, Hunger, Elend er die Emanzipation des sehnlichen Polizeitruppe zu Fuß waren die Mannschaften wieder zu begehen. Die Feier wurde durch den Gescrng zweier Freiheitslieder nicht vermocht, die tapferen Genossen von ihrer lleberzenguug ab eingeleitet. Genosse WaldeckM anasse hielt hier die Jubiläums- rede. In markigen Worten geißelte der Redner die Mahnahmen, die die herrschenden Gewalten gegen die Kulturbewegung des Proletariats erlassen. Indes an dem Mute und der Opferfreudigkeit des ar bettenden Volkes mußten alle Reattionsgelüste zerschellen. Die Unter drücker der Kulturbewegung, sie stehen heute als Besiegte, das Prole tariat dagegen als Sieger da. Der stürmische Beifall bekundete, daß die Anwesenden dem Vortrage mit regstem Interesse gefolgt waren. In tiefem Ernst, hier und da noch kleine Gruppen bildend, und einiges Selbsterlebtes von den älteren Genossen erzählend, trennte man sich. Der Eindruck des Gehörten war sichtlich wahrzunehmen. Im Swine münder G e s e l l s ch a f t s h a u s referierte Reichstags-Abgeordueter Ledebour. Bei seiner Schilderung über die Zustände vor und während der Zeit des Schandgesetzes und dessen Veranlassung, gedachte er in warmen Worten der tapferen Genossen, die in so aufopfernder Weise wäh- rend dieser schweren Zeit für die Socialdemokratie thätig waren. Dem Vortrage, in dem Genosse Ledebour die wichtigsten politischen Ereignisse der 25 Jahre skizzierte, folgte die stark besuchte Ver- sammlung mit großem Interesse, und mehrmals gab sie ihr Ein- Verständnis mit dem Referenten durch lebhafte Beifallskundgebungen zu erkennen. Bei Wilke, Vrunnenstraße, sprach an Stelle des Genossen Aögustin, der verhindert war, der Genosse Leid. Er verwies darauf, daß schon bor dem Soeialistengesetz die Regierung alles versuchte, uni die„gemeingefährlichen Bestrebungen" der Socialdemokratie einzn- dämmen. So tvar es der Staatsanwalt Teisendorf, der die Organi- sationen der Eisenacher und Lussall"~ner auflöste, um die Socialdemo kratie zu vernichten. Bekanntlich wurde aber auch hier das Gegenteil erreicht tz die Partei, die bisher in zwei Richtungen gespalten war, einigte sich und die Reichstagswahlen 1878 brachten ihr große Erfolge. Man versuchte dann den§ 130 des Strafgesetzbuches zu verschärfen, womit man auch nur die Socialdemokratie treffen wollte. Der Redner bespricht sodann die Zeit des Socialistengesetzes, seine schlimmen Folgen und die Erfolge, die doch dieses Schandgesetz der Partei gebracht hat. Wenn auch die Opfer ungeheuer waren, so ist die Partei doch Sieger geblieben und glorreich aus diesem Kampfe hervorgegangen. Jetzt steht die Partei stark und kampfbereit da, allen zum Trotz, um der heutigen Gesellschaftsordnung ein Ende zu bereiten. Die Aus- führungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der hierauf folgenden Diskussion schilderten die Genossen Wilke und B e h r e n d ihre recht interessanten Erlebnisse während des Soeialisteugesetzes. In den Germania-Sälen staute sich eine tausend- köpfige Masse von Parteigenossen und Genossinnen. Hatte es sich doch bald herumgesprochen. daß der Genosse M o t t e l e r, der rote P o st m e i st e r" referieren werde. Auch die Polizeibehörde mochte wohl so etwas erfahren haben, denn sie hatte wieder un- gewöhnliche„Sicherheitsmaßregeln" durch das Aufgebot einer an- und zu Pferde getroffen. Natürlich umsonst„mobil" geniacht worden, auch diesmal wurde die Revolution nicht proklamiert. Lautlose Stille herrschte in dem großen Saal als die ehrwürdige Greisengestalt des Genossen M o t t e l e r das Podium bestieg. Jeder fühlte es: in dem Mann verkörpert sich ein Stück Partei- geschichte. In sichtlich bewegten Worten erinnerte Redner an die Bedeutung des heutigen Tages. Seit reichlich Lö Jahren ei es ihm heute wieder zum erstenmal vergönnt, in Berlin in einer öffentlichen Parteiversammlung sprechen zu können; er hoffe, es sei noch nicht das letzte Mal. Er entrollte nun ein großzügiges Bild von der Attentatshetze des Jahres 1878, deren Folge das Bismärckische Schandgesetz war. Noch ehe das Soeialisten- gesetz beschlossen wurde, waren sich die leitenden Genossen in der Partei vollkommen darüber klar, was kommen werde; dazu kannten äe Bismarck und seine Meute zu genau. Jedoch allen Er- örternngen, ob man der zu erwartenden Entfaltung der brutalen Gewalt in passivem Widerstande trotzen solle oder nicht, machte die rauhe Wirklichkeit bald ein Ende/ Nach erfolgter Auflösung der Partei und der Gewerkschaften, nach der Unterdrückung der Presse und der rücksichtslosen Ausweisung Hunderter von Parteigenossen, war es eine zwingende Notwendigkeit, die Gastfreundschaft des Auslandes in Anspruch zu nehmen, von dort ans zu versuchen, die schweren Wunden, die den Verfolgten und Gehetzten durch die Geweltpolitik geschlagen tvaren, nach Kräften zu heilen und gleichzeittg mit Umsicht und Energie den idealen Gedanken des Solialismus zu pstegen und weiter zu propagieren. Not machte er- inderisch. Bald entfalteten die Genossen eine Thatkraft, die sie rtiher selbst kaum für möglich gehalten hatten. Alle Schliche und Kniffe Puttkamerscher Polizeiliinste waren ihnen im Handumdrehen geläufig. Gerade die stcteGefahr stählte dieKraft und erhöhte den Opfer- nmt. Wie staunte man in Deutschland, als die ersten Nummern deS„Social- demokrat" von Zürich aus in Tausenden von Exemplaren verbreitet wurden. Damals lautete der polizeitechnische Ausdruck allgemein, die Soeialisten hätten die erforderlichen Geldmittel von reichsfeind- lichen Millionären erhalten. Nichts sei absurder wie das; lediglich der Opfermut der Genossen ermöglichte die Herausgabe des Organs und dessen prompter— Verbreitung in Deutschland. Redner machte hier- auf detaillierte, von köstlichem Humor durchwürzte Angaben über die Einrichtung der„roten Feldpost", an der er persönlich als„roter Postmeister" in so hervorragendem Maße beteiligt war.(Notabene habe er diesen Titel von einem Polizeimenschen erhalten, der sich nach berühmten Mustern ein wenig bei ihm einschmeicheln wollte.) Vom„General-Postamt" in Zürich wurden in Deutschland vier „Hauptämter" mit verbotener Litteratur versorgt, deren jedes wieder verschiedene„Nebenämter" hatte. Sogar ein eignes Bureau für die Behörden war eingerichtet worden, und gerade dieses funttionierte besonders gut. Die Herren Madai, Wohlgemut und andre Puttkamerschcn Polizeigeister konnten ein Lied davon singen, wie sie und ihre Organe von den„roten Briefträgern" und„Postsekretären" an der Nase herumgeführt wurden. Freilich war dies auch vielfach mit allerhand Schwierig- leiten verknüpft und manche der Genossen riskierten mehr wie ein- mal längere Gefängnisstrafen. Trotz alledem thaten die„Relais- Posten", die an der deutsch-schweizerischen Grenze aufgestellt tvaren, ihre volle Schuldigkeit im Jntereffe der guten Sache, und noch heute gebühre ihnen allen der Dank der Partei. Piele der damaligen Mitkämpfer decke leider schon der kühle Rasen: ihnen sei es nicht mehr vergönnt gewesen, die Aufhebung des Socialistengesetzes zu erleben. Er selbst aber wolle es gern gesteheu: Hätte ihm etwa im Anfang der siebziger Jahre jemand gesagt, daß die junge Socialdemokratie dereinst so wesentlich zur Versenkung Bismarcks mit beitragen würde, er hätte ungläubig den Kopf geschüttelt. Doch das Soeialistengesetz fiel, und mit ihm sein brutaler Urheber. Mächtig ist die Partei erstarkt, kein Schandgesetz ähnlicher Art kann ie jemals erschüttern. Sollte sich aber deuuoch eine blindwütige Reaktton unterfangen, die Dreimillionen-Partei durch ein neues Ausnahmegesetz in Fesseln schlagen zu wollen, so werde es sich auch in Zukunft i, daß die jetzige Generation der Arbeiterniasse ihrer alten Vorkämpfer würdig sei.(Stürmischer Beifall.) Nach einem kernigen Schlußwort des Vorsitzenden Eugen Ernst wurde die Ver- sammlung mit brausenden Hochrufen auf die Socialdemokratie ge- schlössen. In der K r o n e n b r a u e r e i war der große Saal und die Galerie bis auf den letzten Platz besetzt. Das Referat hatte hier der Stadtverordnete Genosse Ewald übernommen. In eingehender Weise schilderte der Redner die politischen Zustände vor 25 Jahren unter der Aera des Blut- und Eisenmenschen Bismarck und die darauf- folgenden schweren Leiden und Kämpfe, welche unsre Parteigenossen unter dem schmachvollen Ausnahmegesetz durchzumachen hatten. Er erinnerte daran, daß Tausende von Familien von Gesetzes wegen zu Grunde gerichtet, daß tauseude brave, ehrliche Männer ihrer Gesinnung wegen jahrelang in die Gefängnisse gesteckt und ausgewiesen wurden. Aber alle, auch die brutalsten Gelvaltmaßregelu, haben zubringen, sie haben trotz aller Verfolgungen fiir die Ziele de« Socialismus gekämpft und ihre ganze Kraft für die Partei eingesetzt. Die Ausführungen des Referenten, der sodann die weitere Ent- Wicklung der Socialdemokratie und das Gebühren ihrer Gegner be» leuchtete, wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Im Obstschen Saale in Schöneberg war schon lange vor Beginn der Versammlung Saal, Nebenräume und Treppen überfüllt. In drangvoller Enge lauschten die Massen den Ausführungen unsre« Genossen Bebel, der in großen Zügen ein Bild der Arbeiter- beweguua von ihren Anfängen an gab, und die Stellungnahme der bürgerlichen Gesellschaft und des Klassenstaates gegenüber der jungen idealen Bewegung in den verschiedenen Perioden ihrer Entwicklung eingehend schilderte. Während das Bürgertum anfing, seine demo- kratische Vergangenheit zu verleugnen, machte die Arbeiterbewegung die alten demokratischen Forderungen zu den ihrigen. Die sächsischen Behörden eröffneten den Reigen der polittschen Prozesse gegen die Socialdemokratie, und der Leipziger Hochverrats» Prozeß war der erste größere Streich, der gegen die Partei geführt wurde. Im Jahre 1873 versuchte man in Preußen durch Auflösung des Deutschen Arbeitervereins die socialistische Bewegung lahm zu legen. Als 1374 die noch getrennt marschierenden Eisenacher und Lasialleaner größere Erfolge bei den Reichstagswahlen erzielten und bald darauf in Gotha die Vereinigung erfolgte, wurde durch Bis- marck versucht, durch Verschärfung der einschlägigen Paragraphen des Strafgesetzbuches den idealen Bestrebungen der Partei zu Leibe zu gehen. Seine entsprechenden Vorlagen an den Reichstag in den Jahren 1875/76 hatten aber nicht den gewünschten Erfolg. Die famose Redigierung des§ 130 lehnte der damalige Reichstag einmütig ab. Daraus versuchte er es im Jahre 1876 für Preußen mit der Auflösung der nun geeinigten soeialistischen Arbeiterpartei, Trotzdem stieg unsre Stimmenzahl 1877 auf circa eine halbe Million und wir schickten'neun Abgeordnete in das deutsche Parlament. Bismarck hatte hier schon den Plan gefaßt, lange vor dem Hödel-Attentat der Partei durch ein Ausnahmegesetz den Garaus zu machen. Nim hatte der Sck'uß Hödels, noch ehe über Hödels Person und seine Mottve näheres festgestellt war, Bismarck die Gelegenheit gegeben, nunmehr die Einbringung der Vorlage anzuordnen. Als der Reichstag am 23. Mai das erste Soeialistengesetz ab» gelehnt hatte, erfolgte wenige Tage nachher das Unglück des Atten» iatS des Dr. Nobiling. Wie es Bismarck verstand, die gesamte deutsche bürgerliche Presse gegen uns aufzuhetzen und uns den bürger- lichen Dr. Nobiling an die Rockschöße zu hängen, schilderte Redner in recht anschaulicher Art. In dieser Zeit der künstlichen Er- regung gab es Majestätsbeleidigungs-Prozesse ohne Zahl, eine DeuunziattonSwut ohne gleichen griff um sich, und der Boden für ein neues Ausnahmegesetz war geebnet. Unter diesen Stimmungen wurde am 11. Juni der Reichstag aufgelöst. Wenn wir auch ncM neun Mann hoch in den neuen Reichstag einzogen und den Vertretern der Gewaltpolitik tüchtig einheizten, 'o kamen alle die schändlichen Verbote und Strafbestimmungen zur gesetzlichen Geltung, die alle Agitation, einschließlich der Ver- teilimg der Sttmmzettel zu den öffentlichen Wahlen verfehmte. Der kleine Belagerungszustand that ein klebriges, indem er hunderte nnsrer besten Genossen, darunter die meisten verheiratet, in die Verbannung, und vielfach in das Elend und den Wirt- 'chastlichen Ruin ttieb. Wie die Ausgewiesenen im Lande herum« gehetzt wurden, wie sie durch die Behörden ans Arbeit und neuem Domizil getrieben wurden, ist eines der dunkelsten und ergreifendsten Kapitel der Geschichte dieses Schandgesetzes. Nim brauchte man für die wiederholten Verlängerungsgesuche des Gesetzes Material und so wurden Verbrechen und Attentate von den pitzeln erdichtet und auch eingeleitet, ivie das Niederwald-Denkmals» Attentat zeigt, um die ReichStagsmehrheit immer mehr gefügig zu machen. Im Jahre 1883 kam Bismarck mit einer Verschärfung des Gesetzes, den sogenannten Erpatriierungsbestimmiingen, welche der Behörde das Recht geben sollten, die von dem Ausnahmegesetz be« trofsenen Genossen ganz aus dem Reichsgebiete ausweisen zu können. Durch unsre Enthüllungen über die Thättgkeit der preußischen Polizei� agenten in der Schweiz, deren Richttgkeit uns durch den Polizei- hauptt.tann Fischer in Zürich bescheinigt wurde, gelang es uns, diesen neuen Schlag zu parieren, und diese Vorlage kam zu Fall. Am 30. September 1388 auch das ganze Soeialistengesetz, nachdem der kleine Belagerungszustand schon vorher beseitigt worden war. Mit großer Genugthuiing blicken wir auf diese 25 Jahre zurück, die Partei ist trotz aller" Verfolgungen und Gewaltstreiche seitens unsrer Feinde von Sieg zu Sieg geschritten, und wer angesichts unsrer drei Millionen Stimmen noch heute glaubt, mit derartigen Gesetzen etwas gegen uns auszurichten, den bedauern wir um seinen Verstand. Mit Wehmut aber erinnern wir uns der Genossen, die als Opfer dieses Schand- gesctzes Gesundheit, Leben und Existenz verloren haben. In der Tiskussion gab Genosse Klein Selbsterlebtes als Ausgewiesener zum Besten. Nach kurzen Bemerkungen des Genossen H o f f m a n n schloß O b st die imposante Versammlung mit begeisterten Hochrufen auf die Partei und den Genossen Bebel. Im Charlottenburger„VolkShause" sprach der Abgeordnete deS Kreises, Genosse Zubeil. Er gab eine Uebersicht über die Ge- chichte deS Gesetzes und schilderte dann im einzelnen die Kämpfe der Partei, dabei zahlreiche Episoden ans dem reichen Schatze seiner eignen Erfahrung znin besten gebend. Reicher Beifall lohnte den Redner. Ja, Niesensaal der„Neuen Welt" in der Hasenheide, wo die Rixdorfer Genossen und Geiufffinitcn ihre Versammlung hatten, 'pcnch vor etwa 3000 Personen Genosse Eduard B e r n st e i n. Die Vedeutimg des Tages kennzeichnete er einleitend dahin, daß man einen Sieg feiere der Freiheit des Wortes gegen polittsche Knebelung, einen Sieg der Armen und Unterdrückten gegen die Macht der Geivalthaber lind Reichen, einen Sieg einer ausstrebelide» Klasse gegen die Unvernunft der herrschenden, aber zur Abwirtschaftung heranreifenden Klasse. kurz einen Sieg deS soeialen Fortschritts gegen soeialen Stillstand und 'oeialen Rückschritt, In lebendigster Darstellung gab dann Redner ein an interessanten Einzelheiten reiches Bild von der Entstehung, der brutalen Anwendung und der jeder vernilnftigen Betrachtung hohnsprechenden Auslegung des schänd- lichen Soeialisteugesetzes. sowie von dem heldenmütigen Kampfe unter derHerrfchaft des Gesetzes, von dein dabei zu Tage gettetenen Heroisinus, Als Bernstein von der wüsten Hätz gegen die der soeialistischen Gesinnung verdächtigen, von den rohen Gewaltthaten der Polizei erzählte, ertönte» wiederholt lebhaste Rufe der Entrüstung. Redner trat der Ailffassling entgegen, daß nach dem Erlaß des Soeidlisten- qesetzes von den gebildeten Partei-Angehörigen die meisten Oer Partei den Rücken gekehrt hätten. Das stimme nicht. So mancher Akademiker habe in der schlimmsten Zeit treu zur Partei gehalten und in ihr mitgewirkt. Zum Schluß legte Redner dar, daß man heute noch mit viel größerem Recht, als nach dem Fall des Schandgesetzes sagen könne, die Arbeiterbewegung sei unüberwindlich. Eine glänzende Position sei erreicht, der Kampf aber noch nicht zu Ende. Die Gegner hätten noch eine große Macht, manche Anschläge seien noch zu gewärtigen. Aber es gehe vorwärts und aufwärts. Das Gestrüpp und die Felsblöcke auf dem Wege würden beseitigt werden durch unsre Begeisteruiig, unfern Eifer, unsre Geschlossenheit. Vorwärts nitd anstvärtsl(Stürmischer Beifall.) Indem er den Wunsche Ausdruck gab, die Jungen möchten den Alten nacheifern, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Soeialdemokratte. in das die Tausende be- geistert einstimmten.__ Letzte j�acbricbten und Dcpclcbcn. Prscn, 21. Oktober.(W. T. B.) Der Rendant der städtischen Gas- und Wasserwerke. Oskar Hennig. der nach Unterschlagimg von 15 000 M. flüchtig wurde, ist in einer Ortschaft bei Posen verhaftet worden. Verantwortl.Redaklem: JuliuS Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich-«H.Block« in Berlin. Druck u. Verlag- Vorwärts Bachdruckerei u. Berlagsanstalt Panl Singer& So.. Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhalt« ugS' ort 20. h¥m. i Ktilllge des FllWillts" Kttlintt NslksblM. Parteigenossen, beteiligt Euch Sonntag Mann für Mann an der Flugblatt-Berbreitnng zn den Landtagswahlen! Das Tempo des proletarischen Befreiungskampfes. Soll die Dresdener Debatte über die Taktik der Partei nicht„für die Katz"' gewesen sein, soll eine gründliche Klärung nnd Aerständi- guilg über die Taktik erzielt und verhütet werden, daß auch auf künftigen Parteitagen trotz aller Schelte auf die streitwütigen Akademiker nnd aller Verwarnungen durch Versammlnngs-Resolutionen der alte, persönlich sich zuspitzende Hader über taktische Fragen mit nn- verminderter, vielleicht sogar noch gesteigerter Heftigkeit wieder hervorbricht, so ist es eine unausweichliche Notwendigkeit, sich über die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten gründlich und mit aller Deutlichkeit auszusprechen. Oder sollte es wirklich noch Optimisten geben, die glaubten, durch die Annahn, e der Dresdener Resolution wäre nicht nur die Taktik der Partei festgelegt, sondern auch die zersetzende und hemmende Thätigkeit des Revisionismus ausgeschaltet? Die schriftlich und mündlich gepflogene Diskussion über den Dresdener Parteitag, beweist, daß die revisionistischen Anschauungen zuneigenden Genossen gar nicht daran denken, mit ihren Ansichten künftig hinterm Berg zu halten oder ihre Parteithätigkeit irgendwie zu modifizieren. Es giebt also nur zweierlei: entweder bekehrt man sich zu der Ans- fassung, der Revisionismus sei nur eine Hallucination und die Partei theoretisch und taktisch nie einiger gewesen, als vor und nach Dresden, oder man bemüht sich, der antirevisionistischen Anschauungsweise, der man in der Dresdener Resolution den möglichst unzweideutigen Ausdruck zu geben versucht, inner- halb des Parteilebens die erforderliche Geltung zu verschaffen. Um aber gleich den bekannten liebenswürdigen Interpretationen vorzubeugen und den Vorwurf der Unduldsamkeit und Ketzerverbrennerei auszuschließen, möchten wir hier sofort er- klären, auf welche Weise wir der Resolution Geltung verschafft zu sehen wünschen. Nicht dadurch, daß wir Andersdenkenden einen Maulkorb anlegen oder sie gar zwingen wollen, entgegen ihrer Ueberzeugung zu reden und zu handeln, sondern dadurch, daß wir sie und die Masse der Parteigenossen von der Richtigkeit unsrer gegenteiligen Auffassnng zu überzeugen suchen. Gelingt es trotz alles Bemühens nicht, die Häupter des Revisionismus von der Irrigkeit ihrer Ansichten zu überzeugen, so ist es um so notwendiger, die Parteigenossen durch intensive theoretische Schulung gegen alle revisionistischen Einflüsse zu immunisieren. So lange der Revisionismus als Tendenz und Stimmung austritt, denkt selbstverständlich kein„Radikaler" daran, einem Revisionisten den Stuhl vor die Thür zu setzen; erst wenn der Revisionisnuis in Gc- stalt konkreter Ver st öße gegen unser Programm in das Stadium der Fleischwerdung eintreten würde, könnte— und müßte dann freilich auch— der Ausschluß aus der Partei in Frage kommen. Nun hat man erklärt, daß man mit der Bekämpfung des Revisionismus überhaupt erst so lange warten müsse, bis dieser, Fleisch geworden, greifbare Form angenommen habe. Dann wäre es freilich ein bißchen zu spät. Beim Revisionismus, überhaupt bei derartigen politischen Strömungen, gilt eben nicht das Wort: Im Anfang war die That. Den Anfang bildet vielmehr der zunächst sich mir vorsichtig hervorwagende Zweifel, die langsame Unter- minierung und Erschütterung der vorhandenen Grundsätze, kurz die Stimmungsmache für die neue Taktik und Theorie. Erst tvenn die Oeffentlichkest hinlänglich präpariert ist, wagt man die praktischen Konsequenzen aus den längst propagierten neuen Grundsätzen zu ziehen. Sich also einstweilen aufs Abwarten verlegen, hieße nur dem Revisionismus direkt in die Hände arbeiten. Der Revisionismus, der ja überhaupt kein Freund irgend welcher Systeme ist, stellt kein geschlossenes System dar, vielmehr einen ziemlich wirren Symptomenkomplex. Bei der Aufdeckung und Be- tämpfung des Revisionismus muß man sich deshalb an diese einzelnen Symptome halten. Mit einem der wichtigsten Symptome möchten wir uns heute ein wenig näher beschäftigen: Mit der eigenartigen Auf- fassung von dem Tempo deS proletarischen Klassenkampfes. Mit jener Auffassung, die Bebel in seiner gegen den Genossen v. Elm gerichteten Erklärung im„Hamburger Echo" mit Recht als ein Hauptmerkmal des Revisionismus bezeichnet hat. Auch vor dem Austauchen des Revisionismus gab eS in der Partei verschiedenerlei Temperamente, gab es Optimisten und Pessimisten in der Beurteilung der Länge der Wegstrecke, die uns noch von unsenn Endziel trennt. Während einzelne Optimisten den Beginn der proletarischen Herrschaft noch im vorigen Jahrhundert zu erleben hofften, gaben andre der Herrschastsdaucr der kapita- listischen Gesellschaft etliche Jahrzehnte mehr. Aber in nebelgraue Fernen verlegte man den Anbruch der. Diktatur des Proletariats"— um den jetzt selbst einzelnen Parteigenossen so fürchterlich klingenden Terminus zu gebrauchen— denn doch nicht. Vor allen Dingen hegte man nicht einmal im Traume die Besorgnis, daß das Proletariat zu früh zur politischen Macht gelangen und vor eine allzu große historische Verantwortlichkeit gestellt werden könnte. Im Gegenreil, man hätte seine agitatorische Kraft verzehnfachen mögen, um mög- lichst rasch vorwärts zu kommen. Seit Bernstein in seinen„Voraussetzungen" seine und seiner Geistesverwandten Zweifel öffentlich bekannt, ist das wesentlich ander? geworden. Der frische, fröhliche Kampfesmut. die trotzige Siegeszuversicht ist bei den Revisionisten dahin, an ihre Stelle ist der lähmende Zweifel getreten. Das Bernsteinsche Bedenken: „Haben wir die zur Abschaffung der Klaffen erforderliche Höhe der Entwicklung schon erreicht?" und„Ist die Arbeiterklasse in intellck- tueller, polittscher und gewerblicher Hinsicht schon entwickelt genug, die politische Herrschaft zu übernehmen?" sind wie ein Reis auf die Lenzsaat der proletarischen Hoffnungen gefallen. Man kalkulierte: Und wenn wir noch so viele Stiimnen bekommen, wenn wir auch die Majorität der Wähler hinter unS haben, was nützt uns das? Wir sind dann doch ohnmächtig, weil den Massen die intellektuelle und politische Reife und vor allen Dingen auch die ökonomische Macht fehlt. Die ökonomische Macht wurde dann allmählich zur Hauptsache. Man machte sich eine ganze«Aus- Höhlungstheorie" zurecht. Auf politischem Wege, durch bloße Gc- wimmng der Hirne und Gemüter, war nichts zu erreichen, da- Proletariat mußte erst ökonomisch die Macht an sich reißen, und zwar durch die Gewerkschaften und G e n o s s e n s ch a f t e ir. Und dieweilcn die„Aushöhlung" des Kapitalismus durch diese Orgainsationen natürlich eine überaus langwierige sein mußte, mußte man auch seine Hoffnungen auf die Eroberung der politischen Macht und die socialistische Umgestaltung der Gesellschaft ent- sprechend temperieren. Nun dürfte es kaum einen Radikalen gebe», der nicht auch die außerordentliche Bedeutung der Gewcrkschafts- bewegung durchaus anerkennt, und nicht lvenige, die auch die wichtige Rolle der Genossenschaften vollauf würdigen— der Verfasser beispielsweise hat schon vor einem Jahr- zehnt zu den Neunundzwanzig gehört, die in Köln siir die gewerkschaftsfreundliche Resolution Arous stimmten, und bereits vor einem Jahrfünft schriftlich und mündlich der Genossen- schaftS- Bewegung seine Reverenz erwiesen wohl aber ist ans der andern Seite eine bedauerliche Unterschätzung der politischen Be- wegung und der Partei eingerissen. Es gehörte in jenen Kreisen eine Zeitlang nahezu zum guten Ton, über das„Endziel" und die- jenigen zu spotten, die in der steten nachdrücklichen Betonung gerade des socialistischen Elements des Klassenkampfes allerdings daS Wesentlichste und Unentbehrlichste unsrer Agitation erblickten. Es erscheint uns demgegenüber endlich einmal an der Zeit, mit dieser geradezu verhängnisvollen Auffassung und Taktik aufzuräumen. Genosse v. Elm vertritt aber nicht nur Bebel gegenüber diese Aus- fassung, er bestreitet nicht nur, daß es sich um eine neue revisionistische Taktik dabei handelt, sondern er setzt auch mit aller Gemütsruhe auseinander, daß Bebel und seine Gesinnungsgenossen wohl nichts andres übrig bleiben werde, als diese„Revisionisten" gewähren zu lassen. Gemach: Setzen auch wir den Genoffen unsre Auffassung auseinander, sie werden sich dann ja darüber ent- scheiden, ob sie an der alten socialdcmokratischen Auffassung, die auch Bebel vertritt, festhalten, den Socialismus rüstig erkämpfen, oder ob sie ihre Hoffnungen dem lecken Schifflein der Aushöhlung»- theorie anvertrauen und bis ins Unabsehbare vertagen wollen. Der alte Standpunkt der Partei ist der, daß auf dem Wege der politisch-propagandistischen Gewinnung der Massen— deren Möglichkeit sich auf die ökonomische Klassenscheidung stützt— die Arbeiterklasse die polittsche Herrschaft an sich zu reißen habe, um sie zur socialen Umgestaltung der Verhältnisse, zur allmählichen Durchführung des SocialisnmS zu benutzen. Und dieser Standpunkt erscheint uns ganz und gar nicht antiquiert. Wenn wir voraussetzen, daß die socialdemokrattsche Stimmen- zahl sich in dem bisherigen Tempo vermehrt, so wird in zwei bis drei Jahrzehnten der Zeitpunkt eintreten, wo die starke Majorität des Volkes socialistisch geworden ist. Unsre Presse, unsre Organi- sationen— auch die gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisattonen— werden dann eine ganz andre Macht repräsentieren, als heute. Dagegen wird die Macht der herrschenden Klassen um so geringer geworden sein. Auch auf das stehende Heer wird dann kein Verlaß mehr sein, besteht es doch zur Mehrzahl aus Angehörigen des socialistischen Volkes. Die herrschenden Klassen werden dann also nicht daran denken können, dem Volke Rechte zu eskamotteren, sie werden im Gegenteil Zugeständnisse machen müssen, und ob sie noch so sehr davon überzeugt sind, sich selbst damit den Ast abzusägen, auf dein sie sitzen. Versuchten sie's dennoch mit einem Gewaltstreich, so wäre das nur ein rascheres Mittel, die„Diktatur des Proletariats" herbeizuführen, die im andern Falle langsam und natürlich, ans ganz legalem Wege, der socialistischen Arbeiterklasse zufallen müßte. Indes wäre es auch möglich, daß die besitzende Klasse es schon mit Gewaltmitteln versuchte, bevor die Socialdemokratie die Volks- Mehrheit erlangt hätte. Wir bekämen es dann also mit Wahl- entrechtung, Ausnahmegesetzen:c. zu thun. Um den propagandistischen Erfolg dieser Mittel für uns brauchten»., wir nicht besorgt zu sein. Die Zahl unsrer Anhänger toiirde wachsen— auch Census- und Dreiklaffen-Wahlen wurden noch einen Maßstab dieses Wachstums bilden— und schließlich würde doch wieder die Zwangsjacke oer Knebelgesetzgebung zersprengt werden. Der Politik der Peitsche würde dann wieder die deS Zuckerbrotes folgen. Mit dem schließ- lichen Erfolg wie oben. Und nun kommt der Revisionismus und deduziert uns, daß auch in 2t>, 30 Jahren daS Proletariat noch nicht iittellekttiell und ökono- misch reif sein werde,„den socialistischen Staat aufzurichten". Ei, für eine ganze Reihe wichtigster polittscher und socialer Reformen wäre es allerdings reif l So für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für alle gesetzgebenden Körperschaften, für eine Demokrattsierung der ganzen Staatsverlvaltung, für absolute Ver- eins-, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit, für Trennung von Staat und Kirche, durchgreifendste Reformen des Justizlvesens, der Schule usw., für Beschaffung wirklicher staatlicher Muster- betriebe usw. usw. Damit wäre zivar„mir" die Grund- läge einer ruhigen, stufenweisen Weiterentwicklung zum SocialismuS gegeben, aber— zum Kuckuck I— wer hat denn schon jemals gefordert, daß der„Zukunftsstaat" über Nacht fix und fertig gezimmert werden sollte? I Hat das vielleicht der„marxistische Großinquisitor" Kautsky in seinen lange vor Bernsteins„Voraus- setzungen" erschienenen„Erläuterungen zum Erfurter Programm" gefordert? Ganz im Gegenteil: Kautsky handelte da des Langen und Breiten von allen möglichen llebergungsstadienl Wozu also das ganze sinnlose Gerede von einer proletarischen Unreife? Wozu diese ganz unmotivierte Flaumach erei? Wozu das ständige Betonen des langsamen TempoS? Der Widerstand der Gegner hält uns doch wahrhaftig lange genug auf, sollen wir gar noch freiwillig den Marschschritt verlangsamen?! Nun erwidert v. Elm ungefähr: Es röcht sich später nur um so schlverer. wenn man dem Proletariat allerlei unerfüllbare Illusionen in den Kopf setzt, statt ihm reinen Wein einzuschänken, und es mit der Notwendigkeit harter, langwieriger Organisattonsarbeit vertraut zu machen. Die Notwendigkeit strenger Organisattonsarbeit auf allen Gebieten leugnen gerade wir zu allerletzt. Aber über das Wesen der politischen Illusion werden wir uns schwer- l i ch einigen, wenn z. B. Genosse v. Elm die Möglichkeit der Eroberung der politischen Macht auf dem oben skizzierten Wege leugnen und dafür behaupten sollte, daß die Gewerkschaften und Genossenschaften ein geeigneteres Mittel zu der zwar langsameren, aber zuverlässigeren Erringung der polittschen Macht der Arbeiterklasse darstellten I Bestreitet aber der Revisionismus die Möglichkeit unsres Weges nicht, so möge er künftig auch eine Taktik einstellen, die die social- demokratischen Massen nur verwirren und ihren Vormarsch nur ver- zögern kann. Dann möge er an seinem Teile, statt über die „Principienwüchter" des„Endziels" und des„marxistischen Dogmas" zu spotten und Aushöhlungstheorien zu entwickeln, mithelfen, die proletarischen Massen mit proletarischem Klassenbewußtsein und kampfesmutiger Siegeszuversicht zu erfüllen. Denn dieser Eigen- schaften wird das Proletariat allerdings bedürfen, wenn eS den Kampf uin die Eroberung der politischen Macht mit Aussicht auf Erfolg führen soll. Nur geistig geschulte und kampfgestählte Streiter werden gegebenenfalls auch allen Drangsalen und Verfolgungen trotzen, allen Verlockungen und Berückungen zu widerstehen der- mögen. Man hat ja gelegentlich den Spieß umzukehren versucht und von unftuchtbarem„Phraseuradikalismus" und„Nichtsalspolitikern" zu reden gewagt. Wir wiederholen darum: kein Mensch bestreitet die Nottvendigkeit der tvirtschastlichen Organisattonen des Proletariats. Jeder einsichtige Socialdcmokrat wird in erster Linie die gelverkschaft« lichen Organisattonen nach Kräften zu fördern suchen. Und der Revisionist soll uns gezeigt werden, der eifrigere parlamentarische Arbeit geleistet hat, als die„Radikalen" Bebel, Singer, Wurm, Molkenbuhr, Stadthagen usw. Der„unfruchtbare Phrasenradikalisnms" existiert also nicht. Wohl aber besteht eine Unterschötzung der politischen Seite des proletarischen Klassenkampfes, der polittschen Aktionsfähigkeit des Proletariats und der specifisch socialistischen Propaganda. Sollte man das bestreiten— wir werden uns gern eines Besseren belehren lassen. Freilich nur durch die That! Durch die Belehrung, Anfeuerung und Begeisterung der Massen, durch die nachdrücklichste Propaganda für die politische Organisatton, durch die politische und socialistische Aufklärung der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter auf der einen und durch das Einstellen aller Flaumacherei auf der andern Seite! Kann eine Einigung über diese wahrhaftig wichttge Seite unsrer Taktik nicht erzielt werden, hält man sich für verpflichtet, die bis- berige Haltung fortzusetzen, so bekenne man wenigstens offen Farbe und verzichte darauf, die revisionistische Tattik für die alte, hergebrachte nnd seit je tolerierte auszugeben. Dann rege man sich wenigstens nicht über diejenigen Genossen ans, die an der alten Taktik festhalten und eine Parteipflicht darin sehen, jene revisionisttsche Takttk, d i e die ganzen Erfolge des bisherigen proletarischen Befreiungskampfes in Frage zu st eilen droht, mit aller Energie zu bekämpfen. Dann bequeme man sich dazu, den Kampf um alte oder neue Taktik in aller Ruhe zivar, aber auch mit aller Entschiedenheit zum Austrag zu bringen. Dergleichen sachliche Diskussionen schädigen die Partei ganz und gar nicht. Im Gegenteil, sie sind notwendig zur theoretischen Schulung der Massen. Ganz abgesehen davon, daß es sich hier that- sächlich um Sein oder Nichtsein dessen handelt, was bisher die über- große Mehrheit der Genossen unter der deutschen Socialdemokratie zu verstehen gewohnt war!_ H, S. Treueid und Bürgerpflicht. Erörterungen über den serbischen Königsmord und den Treueid der Offiziere bildeten den Ausgangs- Punkt einer Privatklage des Oberst a. D. G ä d k e wider den Chef- redaktenr der„Kreuz-Zeitung", Professor Dr. K r o p a t s ch e ck, die Mittwoch die 148. Abteilung deS Schöffengerichts unter Vorsitz des Amtsrichters v. N e g e l e i n beschäfttgte. Der Privatkläger wurde vom Justizrat Kleinholz, der Prwatbeklagte vom Rechtsanwalt R ä tz e l l vertreten. Inkriminiert waren zwei Artikel in Nr. 290 und 290 der„Kreuz- Zeitung vom 24. und 27. Juni, die in Erwiderung auf zwei von Oberst G ä d k e verfaßte Artikel in Nr. 313 und 319 des„Berliner Tageblattes" vom 23. bezw. 2v. Juni veröffentlicht worden waren. Durch diese Artikel fühlt sich Oberst a. D. Gädke schwer beleidigt. Das Schöffengericht hatte seiner Zeit die Beleidigungsklage ab- gewiesen, da nach leiner Meinung jemand, der öffentlich in Zeitungs- artikeln eine Meinung ausspricht, sich gefallen lassen müsse, daß ein Zeitungsorgan entgegengesetzter Richtung Kritik daran übe. Auf erhobene Beschwerde hatte die Strafkammer die Eröffnung des Ver« fahrens angeordnet. Es handelte sich um folgendes: In Nr. 313 des„Berliner Tageblatt" behandelte der Privatkläger in längeren Ausführungen den„serbischen K ö n i g s m o r d und d i c A r m e e". Es wurde darin ausgeführt, daß der ganze Vorgang lebhaften Widerwillen erregen müsse, daß aber gewisse mildernde Umstände den Offizieren der serbischen Armee zur Seite ständen. Der Gedanke des Liberalismus beruhe auf der Hoheit des Gesetzes und der Herrschaft der Mehrheit, wie sie in ihrem verfassungsmäßigen Organen zum Ausdruck gelange. Nach der bei uns herrschenden Auffassung sei das Verhältnis persönlicher Treue des Heeres zu seinem Kriegsherrn ein besoirders heiliges; es bilde für das Osfiziercorps einen Teil seiner Berufsehre. Gegen diese Pflicht der periönlichen Treue habe zweifellos das serbische Heer schwer gefehlt. Dann fährt der Arttkel- schreiber wörtlich fort: „Doch giebt es eine andre, ebenso heilige und erhabene Pflicht, wie die persönliche Treue gegen den Kriegsherrn, eine noch ältere Pflicht sogar; denn sie ist uns bereits mit unsrer Geburt geworden. Das ist die Burgerpflicht gegen unser» Staat, gegen das Vaterland, von der der Treueid gegen den Monarchen uns niemals entbinden kann. Und im gewöhnlichen Lauf der Dinge fallen beide Pflichten glücklicherweise zusammen. Wie aber, Ivenn das nicht mehr so ist, wenn sie vielmehr in schärfstem Gegensatz aufeinander stoßen, wenn das heilige Gesetz der salus publica, sich mit dem Treueid gegen den Kriegsherrn nimmermehr deckt? Das ist sicher der härteste Konflikt der Pflichten, vor den ein Ehrenmaim gestellt werden kann." Darauf antwortete die„K r e u z-Z e i t u u g" am 24. Juni u.«.: „Eine„Herrschast" der Mehrheit giebts Gott sei Dank bei uns über- hanpt nicht und der Liberalismus, zu dem sich der Herr Oberst im Anschluß an das„Berliner Tageblatt" doch wohl bekennt, hat ja erst im letzten Winter bewiesen, daß ftir ihn eine ihm unbequeme parlamentarische Mehrheit gar kein Gegenstand der Achtung ist." Dann heißt es weiter: „Ein ehemaliger höherer deutscher Offizier behauptet, daß die„Bürgerpflicht gegen den Staat" für den Offizier eine „ältere Pflicht" sei als die„persönliche Treue gegen den Kriegsherrn". Ein trauriger Beweis, zu Ivclcher Begriffs» Verwirrung der Subjektivismus unsrer Zeit ftihrt. Wenn also mit der subjektiven Ueberzeugung eines Offiziers, die vielleicht sich stutzt auf die Autorität bürgerlicher Parteien, die R e g i e r n n g seines Kriegsherrn nicht übcrcinstimint, dann ttitt die ältere ebenso heilige und erhabene Pflicht wie die persönliche Treue gegen den Kriegsherrn, die Bürgerpflicht entscheidend in Kraft I Eine Konsequenz wird hoffentlich jeder Offizier, der etioa — wir glauben es nicht— diese Ansicht des Herrn Oberst a. D. Gädke teilt, als ehrlicher Mensch ziehen: s ch l e u n i g st seinen Abschied aus einem Corps zu nehmen, in das er innerlich n i ch t m e h r h i n e i n g e h ö r t." " Hierauf antwortete Oberst a. D. Gädke in Nr. 319 des Berliner| lassen. Die inkriminierten Artikel der„ Kreuz- Zeitung" lassen nun unter Hinweis auf den Treneid betont worden, bak Tageblatt" in einem Artikel zur Abwehr. Er führte darin aus, daß deutlich die Tendenz erkennen, den Privatkläger als einen unehrlichen der Soldat unter Umständen sogar auf seine Angehörigen schießen die Kreuz- Zeitung" in denunziatorischer Weise den Inhalt seines Mann hinzustellen. Die beleidigenden Bemerkungen sind direkt müsse. Wenn einmal ein focialdemokratischer Unteroffizier oder GeArtikels in tendenziöser und unzutreffender Weise festzunageln ver- gegen ihn und seine Ehre gerichtet gewesen und zielten vielleicht noch meiner einem solchen Befehle nicht Folge leisten würde, so würde sucht habe. Er habe zur Milderung der Anschauungen über die nach einer andren Stelle. Der zweite Artikel sei ebenso beleidigend er vor ein Kriegsgericht kommen und da könnte dann sein Verserbische Armee lediglich ausgeführt, daß unter Umständen ein wie der erste, denn er stelle die Ansichten, die der Privatkläger über teidiger bequem darauf hinweisen, daß selbst ein höherer Offizier schiverer Konflikt der Pflichten eintreten könne, in welchem Bürger- den Treueid habe, als verachtungswert hin. unter Umständen anerkannt habe, daß der Treneid hinter der Bürgerpflicht und Treueid in scharfem Gegensatze zu einander stehen. Rechtsanwalt Rätell: Wenn der Oberst a. D. Gädke einen pflicht zurückstehe. Er habe den Oberst a. D. Gädke nicht beleidigen Gott sei Dank gebe es in Deutschland über diese Dinge ent- folchen Artikel veröffentliche, dann könnte er sich nicht wundern, wenn wollen, nehme aber von dem Sazze, daß jemand, der sich zu jener scheidendere Stellen als die„ Kreuz- Zeitung", die der Partei- von andrer Seite, namentlich von der Kreuz- Zeitung", die in Ansicht bekenne, nicht in die Armee gehöre, kein Wort zurück. fanatismus völlig blind mache. Er befinde sich mit seiner Ansicht militärischer Beziehung andrer Ansicht sei als der Privatkläger, Ent- Oberst a. D. Gädke: Es könne nicht der mindeste Zweifel in guter Gesellschaft, in besserer als die Kreuz- Zeitung" sei ust. gegnungen darauf erfolgen. Der Privatfläger habe sich nicht bloß darüber bestehen, daß es zwei Pflichten giebt. Die Inschrift auf Hierauf erwiderte die Kreuz- Zeitung": Der Oberst a. D. Gädke bei der serbischen Armee aufgehalten, sondern an den Vorgang ganz seinem Helm laute deshalb auch:" Mit Gott für König und Vatersuche sich hinsichtlich seiner sonderbaren Auslassungen über das Ver- allgemeine Betrachtungen geknüpft und seine Ausführungen über land!" Wenn er von der Bürgerpflicht spreche, so spreche er von hältnis von militärischem Treueid zur Bürgerpflicht recht ungeschickt Bürgerpflicht und Treueid auch auf unsre deutschen Verhältnisse der Pflicht gegen das Vaterland. Es sei ihm nicht eingefallen, herauszureden. angewandt. Nach dem, was er gesagt, müsse der Soldat, wegen dieser seiner Ansichten den Abschied zu nehmen, denn sie „ Der Herr Oberst a. D. tröstet sich, daß es in Deutschland wenn ein Konflift der Pflichten cintritt und es hart würden ihn nie gehindert haben, unbedingt das zu thun, was entscheidendere Stellen gebe, als die Kreuz- Zeitung". Das meinen auf hart geht, die Bürgerpflicht gegen den Staat der sein König und Herr ihm befehle. In Deutschland fallen ja beide wir auch, und denen überlassen wir gern das Urteil über die An- Trenpflicht gegen den Monarchen boranstellen. Ein un Pflichten für den Offizier immer zusammen, denn in Deutschland seien schauungen, die der Oberst a. D. Gädke vom Treueid hat." befangener Leser müsse zu solchem Schluß kommen. Die„ Kreuz- Dinge, wie sie in Serbien vorgekommen, absolut unmöglich. Das könne Dies der Thatbestand. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob es Zeitung" vertrete nun bekanntlich die Interessen der konservativen ihn aber nicht abhalten, fremde Verhältnisse und. fremde Monarchen nicht besser sei, den Streit im Wege der Güte aus der Welt zu schaffen, Partei und der Armee und ein Redakteur der„ Kreuz- Zeitung" fönne nach den sittlichen Qualitäten, die ihnen innewohnen, zu beurteilen, erklärte der Privatkläger, daß er sich dazu nicht verstehen könne. solche Ansichten eines ehemaligen höheren Offiziers nicht ohne Wider- und da es sich in Serbien um minderwertige Subjekte handelt, auch Die Absicht der Beleidigung ergebe sich schon aus der Form. Jeder spruch hingehen lassen. Der Rat zum Ausscheiden aus dem Offizier auszusprechen, daß dort die Offiziere in einen Stonflikt mit ihrem Mensch, der auch nur eine Ahnung von militärischen Dingen habe, corps sei lediglich ein Mahnruf an Offiziere, die so denken, wie der Eid geraten konnten. Für jeden Eid und jede sittliche Pflicht gebe müsse wissen, daß jeder Offizier, der sich nichts Ehrenrühriges habe Privatfläger, gewesen, aber zielte gar nicht auf legteren selbst, es eine sittliche Vorbedingung: daß der, dem der Eid gezu Schulden kommen lassen, ganz allgemein mit dem Recht zur denn letzterer hatte ja schon seinen Abschied genommen. Die Person leistet werde, auch die erforderlichen sittlichen Qualitäten bes Tragung der Uniform entlassen werde. Außerdem habe er die des Privatklägers habe dem Angeklagten ganz fern gelegen, size, denn sonst komme es zum Konflikt, aus dem nieleberzeugung, daß der Artikel der„ Kreuz- Zeitung" nach seinem er habe ihm auch keineswegs den Vorwurf der Unehrlichkeit machen mand ohne Schaden hervorgehe. ohne Schaden hervorgehe. Für Deutschland sei ein ganzen Tenor von einem Offizier herrühre. Deshalb glaube er nicht, wollen, sondern habe geglaubt, daß er gerade so ehrlich gewesen sei, solcher Konflikt ganz ausgeschlossen, er würde es für die schwerste daß seine Berechtigung zum Tragen der Uniform dem Verfasser wegen seiner abweichenden Ansichten den Abschied zu nehmen. Es Majestätsbeleidigung halten, wollte jemand annehmen, daß bei uns unbekannt gewesen sei. liege weder objektiv noch subjektiv eine Beleidigung vor, eventuell so etwas möglich wäre wie in Serbien. Angell. Prof. Kropatscheck: Er bekenne sich hiermit selbst als stehe dem Angeklagten auch der Schutz des§ 193 zur Seite. Professor Kropatscheck: Er bestreite, daß der betreffende Saß sich Verfasser. Wenn er dies bisher nicht gethan, so habe dies seinen Justizrat Kleinholz: Der Privatkläger sei ganz damit ein- nur auf Serbien bezogen habe und bestreite ferner, daß es möglich besonderen Grund. Er habe die beiden Artikel Zug um Zug als verstanden, wenn seine Ansicht bekämpft, nicht aber, wenn seine Ehre sei, eine Theorie aufzustellen, wonach man vom Treueid entbunden Antwort auf die Artikel des Privatklägers veröffentlicht. Zepterer angegriffen werde. Er bestreite, daß der Angeklagte die Interessen der werden könnte, weil der Betreffende keine sittliche Persönlichkeit ist. habe dann fünf Tage später erst einen Brief an ihn gerichtet und Armee vertrete, diese Interessen werden von allen Parteien ver- Er behaupte: man könne von solchem Treueid nur entbunden ihn aufgefordert, den Verfasser zu nennen resp. zu befragen, ob er treten und die konservative Partei könne sich nicht das Recht werden, nicht aber sich selbst entbinden. bereit sei, ihm( dem Privatkläger) gegenüber die per vindicieren, daß sie dies allein thue. Die Kreuz- Beitung" vertrete sönliche Vertretung zu Nach kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende das Urteil übernehmen. Dieser Passus tasse zudem nur einen Grad der konservativen Partei, nämlich die dahin: doch mur eine Auslegung zu." Er selbst sei mun Haupt- äußerste rechte Seite.§193 finde deshalb keine Anwendung. Der Angeklagte sei freigesprochen und die Kosten mann der Landwehr und habe auch das Recht zur Tragung der Rechtsanwalt Nägelt: Entgegen der Ansicht des Privatflägers Gericht sei davon ausgegangen, daß der fragliche Satz in des Verfahrens seien dem Privatkläger zur Laft gelegt. Das Uniform. Er wisse, daß, wenn jemand so vorgehen wolle, wie der fei es für die„ Kreuz- Zeitung" nicht zweifelhaft, daß der Treucid der dem Artikel des Privatklägers fich nicht allein auf Serbien qu. Passus des Briefes andeute, dies unverzüglich zu geschehen habe. sogenannten Bürgerpflicht unbedingt voranstehen müsse. Die KreuzWenn der Oberst Gädte einen andren Weg vorzog, zunächst einen Beitung" vertrete den Geist des preußischen und deutschen Offizier- beziehen solle, sondern ganz allgemein gehalten sei sehr scharfen Antwortsartikel veröffentlichte und dann nach fünf corps ganz besonders und deshalb liegen persönliche Beziehungen und der Leser ihn auch auf deutsche Verhältnisse an Tagen den Verfasser erfahren wollte, so habe er feine Pflicht gefühlt, vor, die die Anwendung des§ 193 rechtfertigen. wenden müsse. Wenn man von einem Offizier fage: der dies Verlangen zu erfüllen, denn er habe annehmen müssen, daß Der Angeklagte bemerkte: Wenn er den ersten Artikel des Treneid könne ihn nicht von der allgemeinen Bürgerpflicht entbinden, der Privatkläger den Streit auf publicistischem Boden ausfechten Privatklägers lefe, so könne er als Redakteur der Kreuz- Zeitung" so müsse man dieses Recht auch jedem Unteroffizier und gemeinen und ehemaliger Offizier nicht anders, als lauten Protest dagegen zu Soldaten zusprechen. Wenn sich solche Ansicht weiter verbreitete, so Oberst a. D. Gädke: Er sei damals frisch in die Redaktion des erheben. Der Privatfläger sei nicht bei serbischen Verhält Berliner Tageblatt" eingetreten gewesen und habe nicht immer sofort niffen stehen geblieben, sondern habe ganz allgemeine Be- würde das zu ſehr bösen Konsequenzen führen, namentlich in der heutigen die Zeitungen zur Verfügung gehabt. Daraus ergebe sich die gerigte trachtungen über Bürgerpflicht und Treneid angestellt, die Zeit. Der Verteidiger habe nicht recht, wenn er behaupte, wir Verzögerung. Außerdem: wenn jemand die Uniform zu tragen be- also auch auf deutsche Verhältnisse ihre Nuzanwendung haben nur Parteien, welche für die Armee und den Monarchen einrechtigt ist und dem Ehrengericht der Offiziere noch untersteht, so sei finden sollen. Die angeborene Bürgerpflicht sei nichts, denn treten; eine sehr große Partei thue dies doch gewiß nicht. Wenn es natürlich, daß er zu unternehmende Schritte als ruhiger und jeder Auswanderer entledige sich ihrer ohne weiteres, ohne damit man im Offiziercorps jemand hätte, der seine Leute im Sinne verständiger Mensch erst überlegt. So etwas mache man nicht aus eine Schuld auf sich zu laden. Ganz anders sei doch der Treueid jenes Sages instruierte, so sei kein Zweifel, daß ein solcher sofort dem Handgelenk. gegen den Monarchen, den man als erwachsener Mensch leiste. Der aus dem Offiziercorps entfernt werden würde. Der Angeklagte Professor Kropatscheck: Ein ruhiger und verständiger Mensch in dem Artikel des Privattlägers ausgesprochene Satz sei bon fo habe als Redakteur und Offizier das Recht gehabt, dagegen aufantworte nicht erst in der Zeitung in solcher Tonart und komme dann allgemeiner und gefährlicher Bedeutung, daß er unmöglich darauf nach fünf Tagen mit solchem brieflichen Verlangen. habe schweigen können. Er habe von der Person des Privatzutreten. Nach Verlesung der Artikel beantragte Justizrat Kleinholz die klägers nichts gewußt, sondern zuerst angenommen, daß Verurteilung des Angeklagten. Der Privatkläger sei schwer beleidigt. es ein serbischer Offizier fei. Er behaupte: Kein deutscher Er habe ohne weiteres anerkannt, daß das serbische Heer gegen die Offizier könne die Ansicht des Oberst a. D. Gädke teilen! Gedichte von Johannes Wedde. Eine Auswahl aus den geerste Pflicht, die Treupflicht, verstoßen habe, und nur für eine mildere Er habe geglaubt, letterer sei ein fo ehrlicher, vornehm sammelten Werken. Mit einer Einleitung von Walter Hübbe. Hamburg 1903. Beurteilung plädiert, da die serbischen Offiziere vor den härtesten denkender demokratischer Mann, daß er seiner Gesinnung wegen den Alfred Janssen. Preis brosch. 50 Pf. Konflikt gestellt worden seien. Ein Trottel habe sich auf dem Abschied genommen habe, nicht aber habe er ihn als unehrlich hinserbischen Thron befunden und eine allgemein verachtete Frau. Der stellen wollen. Wenn es sich um den Treneid handle, könne die König fei damit umgegangen, sein Heer zu forrumpieren, das Heer Bürgerpflicht gar nicht in Frage kommen. sollte zu einer elenden Maschine für einen elenden König herab- Privatkläger selbst jetzt schon bedauere, diesen Sag geschrieben zu Er glaube, daß auch der gedrückt werden und da haben sich die Offiziere aus Liebe zu haben; ein Offizier, der sich dazu bekennen würde, würde nicht in ihrem Vaterlande zu jenem zu mißbilligenden Schritt hinreißen die Armee hinein gehören. Von allerhöchster Stelle sei einmal wollte. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 22. Ottober. Anjang 7, Uhr: Opernhaus. Die weiße Dame. Schauspielhaus. 1812. Deutiches. Nova. Berliner. Lucifer. Leffing. Der Sturmgeselle Sokrates. 2Vesten. Der Zigeunerbaron. Neues. Salome. Vorher: Der Kammerfänger. Residenz. Das große Geheimnis. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anjang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) San Marcos Tochter. 47 Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Stüßen der Gesellschaft. Belle- Alliance. Der Mennonit. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Die Jüdin von Toledo. Carl Weiß. Die Maschinenbauer von Berlin. Trianon. Biscotte. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. Specialis täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Baffage- Theater. Specialitäten. Seichshallen. Stettiner Sänger. Cafino. Tolle Kadetten. täten. Speciali Balast. Genießet das Leben. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. An den Seen Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 USt. Luisen- Theater. Zum erstenmal: Eingegangene Druckfchriften. Gasch, N. Wie verschafft man sich gesundes Blut? Ein praktischer Ratgeber. Preis 1,50 M. Verlag Hugo Schildberger, Berlin NW 23, Flens Nr. 5. Ueber die Ursachen und über die Mittel zur Bekämpfung der häufig burgerstraße. Sumann, Ingenieur. Sammlung von Schriften zur Kanalvorlage, wiederkehrenden unzeitigen Ueberschwemmungen. 42 Seiten. Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke, Hannover 1903. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Ein romantisches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Arthur Fitger. Freitagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonnabendabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Jbsen. Deutsch von Wilhelm Lange, Freitagabend 8 Uhr: Was ihr wollt. Sonnabendabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. CIRKUS SCHUMANN. Heute, Donnerstag, den 22. Dftober, abends 7%, Uhr: Grosse Vorstellung. Spanische Schule, geritten von der jugendlichen Dora Schumann. Lebs Wunderassen. Schulreiterin Fräulein Der preisgekrönte 6er 3ng. Die elektrischen Riesenterrassen. 25 männl. Abessinier Löwen des Herrn Jul. Seeth. Die Universal- Clowns Adolf und Coco. Urania. Central- Theater. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Indianer- Riese Mianko Karoo Die zusammengewachsenen Täglich 7, he: IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Donnerstag, den 22. Oftober cr., abends 7, Uhr: Mademoiselle de Holstein. ,, Neapolitano Soja", echt Lippizaner Hengst, geritten von Herrn Burkhardt- Foottit. Bus Die Neudressuren des Direktors Busch: 4 ostpreuß. Rappen; 2 Perserhengste. Erotisches MonstreTableau: 12 Elefanten, 3 Zebras, 50 Pferde; der Elefant als Chauffeur. Miss Claire Heliot, Löwenbraut. Paul Mündners Schleifenfahrt und Todessprung. Berliner Winterfrenden. 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Ball Entree 30 Bf. Sperrsit 50 ẞf. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 22. Oftober 1903: Bernhard Rose Theater- Ensemble. Die beiden Harfenmädchen oder: Der Fluch des alten Geigers. Driginal- Charaktergemälde m. Gesang in 4 Atten von E. Gallert. Anfang 8 Uhr. WINTER CARTEN 765 Saharet australische Tänzerin. The Great Goldin Musionist. Goldin gab eine Separat- Vorstellung vor Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. Smith u. Doreto Therese Renz Die drei Luppus Excentrics. Schulreiterin Reckturner Anne Dancrey Pariser Soubrette. Moskwa Die Agoust's Neue Welt Centralverband der Maurer Maurer Deutschlands. Arnold Scholz Masenheide No. 108/114. Donnerstag, den 22. Oktober cr.: Bernh. Rose- Theater- Ensemble Auf goldenem Boden. Bolfsstück mit Gesang in 5 Bildern. Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Tanz frei. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Borzugskarten haben Gültigkeit. Zweigverein Berlin. Freitag, den 23. Oftober 1903, abends 8½ Uhr: General- Versammlung der Zahlstellen Berlins und der Umgegend, sowie der Buzer, Rabigpuker, Spanner und Cementierer Berlins 144/15 und der Vororte im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 3. Verschiedenes. 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Vortrag und Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert- ohne dasselbe kein Zutritt. Guten Besuch erwartet Freie Volksbühne. Sonntag. 25. Oktober: 1./2. Abteil. im Metropol- Theater: Der Widerspenstigen Zähmung. 12./13. Abteil. im Lessing- Theater: ,, Nathan der Weise". Sonntag, den 25. Oktober cr.: 2. Kunstabend. Wegen nachträglicher Verweigerung der Singakademie findet der 2. Kunstabend( Dehmel) im grossen Saale des Gewerkschaftshauses( Engel- Ufer 15) 2% Uhr statt. 3. Kunstabend: ,, Klinger" Konzert Vortrag Lichtbilder voraussichtlich im grossen Saale des Gewerkschaftshauses. Winterfest Sonnabend, den 14. 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Oftober, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung fämtlicher Rohrer Berlins und Umgegend Todes- Anzeige. Freunden und Bekannten die ergebene Anzeige, daß am Dienstag, den 20. Oktober, unsre gute Mutter und Schwiegermutter Clara König geb. Strauchmann im 77. Lebensjahre plöglich am Herzschlag verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Carl König und Frau Anna geb. Markwart, S. 42, Gitschinerstraße 53. NB. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23., nachmittags 4 1hr, von der Halle des Neuen Michael- Friedhofs in Mariendorf aus statt. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Be weise herzlicher Teilnahme sowie für die vielen und reichen Stranzspenden im Englischen Garten, Alexanderstrasse 27c. bei der Beerdigung meines lieben, Tages- Ordnung: Berichterstattung der Lohnkommission. 257/19 NB. Die Bau- Arbeiter aller Berufe werden ersucht, auf dieses Inserat die Rohrer aufmerksam zu machen. Achtung! Die Lohnkommiffion. Achtung! Arbeiter- Baugenossenschaft„ Paradies" zu Berlin. ( Eingetragene Genossenschaft m. b. Haftpflicht.) Sonntag, den 25. Oftober 1903, vormittags 9½ Uhr, bei alad Buggenhagen am Moritzplatz: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Anträge des Vorstandes betreffend: a) Ankauf des Grundstücks bei Bohnsdorf, b) Häuserbau, c) Wohnungen, d) Darlehensaufnahme. 2. Verwaltungs- Angelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, die gezeichneten Beiträge spätestens bis zum 31. Oktober entweder beim Vorsitzenden oder dem Kaffierer P. Stempel, Manteuffelstr. 109, Quergeb. 3 Treppen einzuzahlen. Ferner ersuchen wir mit Hinweis auf§ 8 Abs. b des Statuts die jenigen Mitglieder, welche sich mit ihren Zahlungen im Rückstande befinden, ihren Verpflichtungen baldmöglichst nachzukommen. Diejenigen Mitglieder, welche willens und in der Lage sind, die der Denkschrift beigelegten Better auszufüllen, werden ersucht, dieselben nunmehr umgehend einzusenden. Genossen! Die Wichtigkeit der Anträge des Borstandes, über welche die General- Versammlung beschließen soll, gebietet jedem von uns, pünktlich zu erscheinen. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt! Der Vorstand. 132/14 3. A.: G. Kosska, 1. Borsigender, Wienerstr. 29. Männer- Vortrag Moabit, Kasino, Wilsnackerstr. 63( großer Saal), Grundmann. unvergeßlichen Mannes, unsres guten Baters sagen wir allen Freunden und Bekannten sowie allen Vereinen unsern aufrichtigsten Dank. Witwe Emma Bremer nebst Kindern. Danksagung. 2625b Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unsres guten Baters sagen wir allen Teilnehmern, besonders den Herren Chefs der Firma S. Hahn und deren Personal sowie allen Verbandskollegen nebst Gesangberein unsern tiefgefühlten Dank. 30812 Die trauernde Witwe Anna Opitz nebst Kindern. Freie Scholle Sonnabend, den 24. d. M., 8 Uhr abds., im Gewerkschaftshause, Saal 7: Ausserordentl. Generalversammlung. 1. Ergänzungswahlen zum Auffichtsrat. 2. Berschiedenes. Der Vorstand. Die Geschäftsstelle( jest eign. Bureau) Chauffeestr. 7, I, ift täglich 5-6 und Freitags 5-9 Uhr geöffnet.[ 132/15 Orts- Krankenkasse der Steindrucker u. Lithographen. Am Donnerstag, den 29. Ot tober cr., abends 82 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, 26206 die zweite ordentliche pro 1903 statt. Die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kaffenmitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. morgen, Freitagabend, 8½ Uhr. Eintritt nebft Broschüre 20 Pr. General- Versammlung Männerleben und Leiden vom praft. Naturheilkundigen Die Lichtbilder lassen die Krankheitsformen speciell die Syphilis, Gonorrhoe, seruelle Neurasthenie in einer Schärfe und Plastik erscheinen, so daß sich jeder aufflären und eine vorzügliche Heilmethode tennen lernen kann. Naturheilverein Reform", Kuranstalt Köpnickerstr. 72. Wollen Sie Betten anschaffen? 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 22. Oktober 1903. Nach dem Parteitage. unterhaupt. Er will mir noch durch Konzessionen uns den Frieden habe dort die gemeinsame Absicht, der Grubenverwaltung ihre erkaufen. Er giebt die Schlacht verloren, noch bevor sie geschlagen Wünsche in einer hier festzustellenden Form zu wurde. Und die erste Konzession, die er macht betrifft schon die breiten, zusammengeführt. Die Zusammenkunft sei als VerBald nach dem Parteitage veröffentlichte Parvus einen Artikel, Gristenzgrundlage unsrer Partei. Er verzichtet auf die Eroberung fammlung und Dr. Winter als Veranstalter, Leiter und worin er die Frage des politischen Massenstreits oder Generalstreits der politischen Macht durch das Proletariat, er till nur einen be- Redner dieser Versammlung anzusehen. Auch fei die Anerörterte unter dem Gesichtspunkt, daß wir für den Fall, daß mit scheidenen Anteil der Macht an der Seite der bürgerlichen Parteien. nahme der Erörterung öffentlicher Angelegenheiten ges dem Wahlrecht nicht mehr weiterzukommen sei oder dieses in Gefahr und um feinen guten Willen zu beweisen, geht er sogar so weit, rechtfertigt. Die Lohnfrage der Arbeiter der Florentiner Grube sei schwebe, noch auf Mittel sinnen müssen, auch den offenen Konflikt felbst eine Aenderung des Wahlrechts vorzuschlagen. Das nicht bloß deren private Angelegenheit, sondern es werde durch ihr zwischen Volk und Regierung möglichst noch in gesetzlichen Formen Proportionalsystem soll eingeführt werden. Das Proportionalsystem Aufwerfen auf die Verhältnisse der Arbeiter andrer Gruben im Falle auszufämpfen. Er hielt dabei den Gegnern des Generalstreiks steht ja auf unsrem Programm, aber unser Gesichtspunkt dabei war der Bewilligung eingewirkt. Auch deren Löhne würden dann steigen oder vielmehr den Gegnern der Erörterung dieses Kampf- ganz anders als jener, dem jezt Genosse A. E. folgt. Wir forderten und schließlich komme vielleicht eine Verteuerung der Kohlenpreise mittels, soweit sie im übrigen radikal sind, vor, daß sie das Proportionalsystem, um unsre Vertretung zu stärken er ficht heraus, eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten sei gemit der Ablehnung dieser Erörterung eine Infonsequenz begingen. darin ein Mittel, die bürgerlichen Parteien zu versöhnen. Seine geben. Wenn mun der Angeklagte mit der Deputation die geeignete Erst forderten sie die rücksichtsloseste unversöhnlichste Opposition und Kallulation geht wohl dahin: die bürgerlichen Parteien fürchten, affung des Schriftfages besprach und den andren, wenigstens einem wenn man frage, was werden solle, wenn die Regierung den Kon- von uns majorisiert zu werden, aber das Proportionalsystem sichert Teil derselben, das Schriftstück vorgelesen worden sei, so habe man flift herbeiführe, dann wisse man keine Antwort. Dies sei ein ihnen die Majorität, so lange die Arbeiter nicht die absolute Mehr- öffentliche Angelegenheiten erörtert. Die Erörterung könne auch Radikalismus, der vor sich selbst Angst habe. e. heit der Nation bilden, und damit hat es noch gute Zeit. eine einseitige sein. Es genügte, wenn Winter die Angelegenheit An diese Auslaffungen fnüpfte ein A. E. gezeichneter Artikel der Genoffe A. E. will also das Proportionalsystem nicht, um ihrem Grund und Wesen nach auseinanderseßte. Das Verlesen des Chemnizer Volksstimme" vor einigen Tagen an, der in uns möglichst schnell aus der Minorität herauszubringen, sondern Schriftstücks sei auch schon eine Erörterung seines Invalts. einigen Parteiblättern heftig angegriffen wird. Die Diskussion spinnt um den bürgerlichen Parteien möglichst lange die Majorität zu Für den Angeklagten legte Rechtsanwalt Wolfgang Heine sich noch weiter, auch Parvus antwortet wieder darauf, und das ver- fichern. Sonst bätte es teinen Zweck, das Proportionalsystem als Revision ein, indem er in längeren, scharf pointierten Rechtsanlaßt uns, diese Auseinandersetzung zu erwähnen. Der Artikel, den Lockmittel für die bürgerlichen Parteien zu gebrauchen. Aber wenn darlegungen die Deduktionen des Gerichts als völlig unwir zwar für sehr weichlich und sehr falsch, aber wenig bedeutsam ein Socialdemokrat selbst nach Weitteln sucht, uns von der Eroberung haltbar angriff. Das Kammergericht selbst habe in dem hielten, wurde als ein„ Credo des Revisionismus“ bezeichnet. Es der politischen Macht zurückzuhalten, so ist den Majoritätsparteien Falle Urban( evangelischer Settenprediger) ausgesprochen, daß eine wurde aus ihm besonders diese Stelle herausgegriffen: verzeihlich, daß fie nach mehr probaten Mitteln zu diesem Zweck Bersammlung eine Zusammenkunft sei, welche ihrer Natur und ihrem sinnen, als dem Proportionalsystem, das unire Vertretung mit einem Umfange nach eines Vorstehers oder Leiters bedürfe, oder wobei ein Schlage von 80 auf 130 Mann anschwellen ließe. folcher doch gebräuchlich sei. Davon sei hier gar nicht die Rede, und Genosse A. E. behauptet, wir hätten eine neue Klaffenherrschaft", ebensowenig fönne es sein von einer, Erörterung" öffent die proletarische, erstrebt. Das hat er aus der reaktionären Bresse, lich er" Angelegenheiten. Die Leute hätten doch lediglich nicht aus der socialistischen Litteratur, die vielmehr befagt, daß wir ihre Wünsche formulieren lassen und seien dabei lediglich von privaten die Aufhebung jeder Klaffenherrschaft" erstreben. Gerade deshalb Gesichtspuntien ausgegangen. Wenn das Landgericht recht hätte, können wir nicht die Herrschaft mit der ausbeutenden Klaffe teilen. Dann bekenne er ganz offen, daß fast täglich in diesem Sinne in Das Proletariat kann sich nicht mit der Kapitalistentlasse in die feiner Kanzlei Bersammlungen zieds Erörterung öffentlicher AnAusbeutung des Proletariats teilen, sondern es muß sich in den gelegenheiten" stattfinden. Besitz der Staatsmaschinerie sehen, um die Ausbeutung unmöglich Das Kammergericht gab der Revision statt, hob die Vorzu machen. Der Verzicht auf die Eroberung der politischen Macht entscheidung auf und sprach den Angeklagten frei: Die Anbedeutet den Verzicht auf die Selbständigkeit der Partei." nahme, daß hier öffentliche Angelegenheiten erörtert feien, Zum Schluß wird dargelegt, daß übrigens auch folche Sahmheit wäre rechtlich unhaltbar. Wenn die Arbeiter einer beuns jetzt nichts mehr mußen würde; die ganze bisherige Geschichte stimmten Grube, eines bestimmten Betriebes höheren der Socialdemokratie spräche dann gegen uns und man würde uns Lohn haben wollten, dann sei das keine öffentliche Angelegenheit. doch nicht glauben. Hiernach komme es auf die andren Fragen nicht mehr an; es spreche indes viel dafür, daß auch der Begriff der Versammlung" ber tannt worden sei. halten. Man muß sich politisch auf den Boden der Thatsachen stellen, wie man sich wirtschaftlich längst auf den Boden der Thatsachen gestellt hat. Die Thatsache ist, daß wir nicht gegen den Willen der bürgerlichen Gesellschaft, sondern nur mit ihrer Zustimmung das durchsetzen können, was wir im Interesse der Arbeiter für notwendig Dazu bedarf es weder des Abfalles von unsern alten Zielen noch der Vertuschung dessen, was wir wollen. Daß wir Republikaner und Kommunisten sind, das wissen unsre Gegner; diese unsre Grundfäße sind aber nicht der Grund für sie, weshalb sie uns fürchten. Sie glauben ja selber noch an die Beständigkeit der Monarchie und der bürgerlichen Wirtschaftsordnung, halten jene beiden socialistischen Grundsäge für Utopien. Der Grund, weshalb sie über die Aufhebung des gleichen Wahlrechts brüten, ist die Furcht vor der Diktatur des Proletariats. " " " Es schmeichelt ja jedem Arbeiter, wenn ihm gesagt wird: die Diftatur des Proletariats müsse errichtet werden, dann müsse das A. E. erklärt dazu, indem er sich weitere Ausführungen vorgoldene Zeitalter erblühen, aber vorläufig merkt er von diesem behält: Glück nichts weiter, als daß das gleiche Wahlrecht auf dem Spiele „ Genosse Parvus ist im Irrtum, wenn er meint, ich wollte den steht, eben deswegen, weil die bürgerliche Gesellschaft wirklich glaubt, gegnerischen Parteien Konzeffionen gemacht haben, die dem Wegen Beleidigung mehrerer Zeitungs- Herausgeber war der es könne unter dem gleichen Wahlrecht eine Diktatur des Proletariats Socialismus zuwiderliefen. Was ich will, ist lediglich, das deutsche verantwortliche Redakteur der Arbeiterstimme" in Solingen, es tönne unter dem gleichen Wahlrecht eine Diktatur des Proletariats Bolt für das auf der Grundlage der allgemeinen, gleichen, direkten Genoffe Dittmann, zu 12 Wochen und 4 Tagen Gefängnis fowie zu Volk Da darf doch wohl einmal gefragt werden: Fällt es denn den und geheimen Wahl beruhende Proportional- Wahlsystem zu ge-. 350 M. Geldstrafe verurteilt worden. In der Berufsverhandlung Gewerkschaften ein, heute den Unternehmern zu sagen: Wir wollen winnen, in welchem Wahlsystem ich den Weg erblicke, auf dem man wurde das Urteil abgeändert in 3 Wochen Gefängnis und 600 we die Diktatur des Proletariats über Eure Geschäfte? Im Gegenteil, ohne Bürgerkrieg aus der alten in die neue Zeit, die wir wünschen, Geldstrafe. wenn dieser Vorwurf erhoben wird, weisen ihn die Gewerkschaften hinübergelangen fann." eifrig zurück und betonen, daß man nur ein Vertragsverhältnis wünsche, bei dem jeder Teil zu seinem gleichen Rechte komme. eintreten. Warum übt man eine ähnlich vernünftige Brattik gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft nicht in der Politik? Ist die Scharfmacherei von unten, wie sie von einigen betrieben wird, für eine Klasse, die noch nicht einmal in sich selbst einig ist, nicht sehr thöricht? Partei- Nachrichten. Hus Induftrie und Handel. Syndikatspolitik. Um die kleineren und mittleren Zechen vom Ein Partei- Schiedsgericht hatte in Mitthausen i. E. über zuschreden, hat sich bekanntlich die Syndikatsleitung zur Festsetzung Beitritt zum Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikat nicht abdortige Streitigkeiten zu verhandeln. Den Vorsitz führte Genosse Dreesbach, als Vertreter der Kontrollkommission nahm Genosse eines vom früheren wesentlich abweichenden Beteiligungsmodus verAd. Ged an der Verhandlung teil. Das Schiedsgericht fällte stehen müssen. Die Beteiligungsziffer wird nicht mehr jährlich nach folgenden Spruch: Das Schiedsgericht fällte der sich verändernden Leistungsfähigkeit der Zechen, sondern für die Bierzig Jahre besteht die Socialdemokratie und 34 Jahre das gleiche Wahlrecht, beide länger als ein Menschenalter. Mit ein paar Laufend Stimmen fing unsre Partei an, heute hat sie über drei Weßbecher und Nußbaumer wurden mit 4 gegen 8 Stimmen ganze Zeitdauer des Syndikatsvertrages festgesetzt, und eine ErMillionen. Anstatt daß dadurch das gleiche Wahlrecht um so sicherer auf Grund des§ 2 des Organisationsstatuts aus der focialdemo- höhung dieser Ziffer erfolgt nur insoweit, als der Gesamtabsatz des wäre, ist es nicht einmal unter dem Socialistengesetz so gefährdet fratischen Partei ausgeschlossen. Der Ausschluß des Genossen Haug Gesellschaften in ihren Ausdehnungsbestrebungen gehindert, benn bisher Syndikats sich hebt. Dadurch werden die großen Kohlenbergiverksgewesen als heute. Woran liegt das? wurde mit 4 gegen 3 Stimmen und der Ausschluß Lichtenauer und mußte, wenn sie neue Schächte anlegten, diesen Gesellschaften Weil unsre Partei nichts Ausreichendes thut, um die Besorgnis Wianni mit allen Stimmen abgelehnt. Dagegen wurde dem der bürgerlichen Geſellſchaft zu zerstreuen, daß unsre Bestrebungen Genossen Haug mit allen und den Genossen Lichtenauer und ihre Beteiligungsziffer erhöht werden. Troßdem stimmten sie dem in letzter Linie darauf hinausliefen, an Stelle der jetzigen eine neue Wianni mit 4 gegen 3 Stimmen wegen ihres, das Interesse der Vertrage zu, da ohne soches Zugeständnis auf eine Erneuerung des Klaffenherrschaft, die des Proletariats zu errichten. Daher kommt Bartei schädigenden Verhaltens eine ernste Rüge erteilt und zugleich kommen ist, fucht man nun auf einem andren Wege doch eine weitere Syndikats nicht zu rechnen war. Nachdem diese aber zu stande gees, daß mit dem Anwachsen unsrer Fraktion im Reichstage die die Erwartung ausgesprochen, daß die betreffenden Genossen von bürgerlichen Parteien eine nach der andern das Interesse an dem nun an sich aller Gehässigkeiten gegen einzelne Personen zu ent- schnelle Ausdehnung der großen Zechen zu ermöglichen, nämlich durch gleichen Wahlrecht verlieren, denn sie alle sehen die Zeit vor Augen, halten und sich den Beschlüssen der Organisation zu unterwerfen eine Erhöhung der Entschädigungen für die Stillſetzung der weniger wo fie aus dem Reichstage ganz verdrängt sein werden, wenn das haben. Leistungsfähigen, fleineren Betriebe. Wie die Kölnische Boltsjezige Wahlrecht weiter besteht. Daher sinnen sie auf die Abschaffung Des weiteren beschloß das Schiedsgericht mit allen gegen eine zeitung" erfährt, foll in der nächsten, am 24. d. M. stattfindenden des gleichen Wahlrechts." Stimme: Der Genosse Emmel ist verpflichtet, im Interesse der Versammlung der Bechenbeißer der Vorstand des Kohlensyndikats Diesen Ausführungen wurde nicht ganz mit Unrecht nachgesagt, Partei gegen Weßbecher und die Redaktion der„ Landeszeitung" ermächtigt werden, mit Mitgliedern des Syndikats wegen freiwilliger daß fie die Politit als eine Art gewerkschaftlichen Tarifvertrag auf- Beleidigungsklage zu erheben. Verringerung der Beteiligungsanteile Abmachungen zu treffen. faffen. Es handelt sich um politische Duertreibereien bei der Reichstags- Diese Abmachungen bestanden bisher darin, daß diejenigen Vorausgegangen war den citierten Sägen eine Darlegung über wahl. die Unmöglichkeit des Generalstreiks, wenigstens für die Gegenwart, organisation eine Wahlparole ausgegeben, daß es jedem überlassen erhielten. Von diesem freiwilligen Verzicht machten freilich bisher Die Genannten hatten neben der bestehenden Orts- Bechen, welche ihren Anteil an der Förderung freiwillig herabsetzten, für jede Tonne der Verringerung eine bare Entschädigung von 1 M. und den Schluß bildeten Ausführungen, daß wir, um den Gegnern sein solle, ob er für unsren Kandidaten Emmel stimmeit wolle oder erhielten. Von diesem freiwilligen Verzicht machten freilich bisher die Furcht vor der socialdemokratischen Herrschaft zu nehmen nicht. Erst bei der Stichwahl hatten sie zur Wahl Emmels auf die Selbstkosten die Einnahme aus dem Kohlenverkauf erheblich übermur wenige und ausschließlich solche Zechen Gebrauch, bei welchen und das gleiche Wahlrecht zu sichern, eine Agitation für das gefordert in Anbetracht der gemeinen Kampfes fliegen, wo also mit Verlust, bezw. Zubuße gearbeitet wurde. Wie Proportional- Wahlrecht unternehmen sollten. weise der gegnerischen bürgerlichee Parteien." Weßbecher hatte außerdem den Kandidaten Emmel in der klerikalen nunmehr in Zechenkreisen verlautet, liegt es in der Absicht des VorLandeszeitung" angegriffen. standes des Kohlensyndikates, den freiwillig einschränkenden Zechen im nächsten Jahre eine etwas höhere Entschädigung zu zahlen und dadurch eine größere Anzahl von Zechen zur freiwilligen Einschränkung der Förderung zu veranlassen. Jetzt schreibt nun Parvus unter dem Titel:" Um die Existenz der Partei" einen größeren Artikel dagegen, den er ganz treffend so einleitet: " " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Einer der eigenartigsten Versammlungs- Prozesse Berlin- Anhalter Maschinenfabrit. Wie wir kürzlich berichteten, soll die Berlin- Anhalter Maschinenfabrik mit der Benrather Maschinenfabrik vereinigt werden. Ueber die hierfür vorgeschlagenen Bebingungen erfährt das„ Berliner Tageblatt": Die Aktionäre der Benrather Maschinenfabrik erhalten fitr je zwei ihrer Aftien eine Aftie der Berlin- Anhalter Gesellschaft und außerdem 20 Proz. in bar. Die Berlin- Anhalter Gesellschaft erhöht dividendenberechtigt vom nächsten Jahre ab. Davon werden 21 Millionen Mark verwendet, um 4% Millionen Mark Benrather Aftien einzutauschen. Der Erlös aus der weiteren 14 Million Mark Berlin- Anhalter Aktien soll mit zur Auszahlung barer Entschädigung an die Benrather Aktionäre verwendet werden. Die entscheidende Aufsichtsratsfizung der Berlin- Anhalter Maschinenfabrik Es ist ein andres, eine politische Revolution mit Gewalt herbeiTotenliste der Partei. In Mainz starb am Mittwoch der führen zu wollen, und ein andres, die geschichtliche Möglichkeit und Landtags- Abgeordnete Philipp Ha a 3, der dem Landtage als Verbie politischen Botenzen der Revolution in Erwägung zu ziehen. treter unsrer Partei für Mainz angehörte. Er erlag der Tuberkulose. Die Regierung will sicher keine Revolution, um so mehr aber mit ihm verliert die Partei in Hessen einen tapferen Stämpfer, rechnet sie mit ihrer Möglichkeit. Die ganze Geschichte der deutschen der der Sache des Proletariats bis in den Tod getreu war. Socialdemokratie ist Zurückveisung der Nevolutionsmacherei. Das Einer der älteren Münchener Parteigenoffen, Fr. Nauert, gründet viel tiefer, als in der Furcht vor den Bajonetten. ist dort gestorben. Im Anfang der siebziger Jahre war Nauert herUnfre geschichtlichen Aufgaben gehen viel zu weit, um durch einen vorragend in Leipzig thätig und hat mehrfach für den Reichstag Gewaltstreich durchgeführt werden zu können. Die serbischen Re- kandidiert. In München hat er sich dann nach Aufhebung des volutionäre" haben einen König um einen Kopf fürzer gemacht und Socialistengesetzes von der Agitationsarbeit zurückgezogen, ist aber zu diesem Zwecke ihr Aktienkapital um 2½ Millionen Mari, in die Blutlache auf dem Throne einen andren König hineingesezt trotzdem der Partei treu geblieben. damit war ihre geschichtliche Miffion" erledigt, so sehr, daß felbst gefalbte Fürsten in der neuen Dynastie ein neues Gottesgnadentum erblickten und dazu ihren Segen gaben. Hier standen Ziel und Mittel im Einklang. Unfren Zielen genügt aber ein ist jetzt vom preußischen Kammergericht erledigt worden. Die Wechsel in der Person des Regenten oder selbst ein Wechsel des wundervolle Blüte juristischer Auslegungskunst, um die es sich handelt, Regierungssystems nicht. Wir wollen die gesamte politische Or- ist diesmal auf Schlesiens Boden aufgegangen. Die Bergarbeiter soll in der nächsten Zeit stattfinden. ganisation des Landes und die ökonomischen Grundlagen feiner der Florentiner Grube waren in einen Streit getreten und era Zuckerproduktion der europäischen Länder in 1903/04. Nachdem Existenz anders gestalten. Das können wir nicht durch einen nächt- warteten, daß der Arbeiterfekretär Winter, unser bekannter kürzlich schon das„ Centralblatt für die Zuckerindustrie" in Magdelichen Ueberfall im Sofpalast und auch nicht durch einen Volts- Parteigenosse, sich ihrer annehmen und für fie mit dem burg mit einer Abschäzung der Rübenzucker- Erzeugung für die auflauf erreichen, fondern nur durch Organisation des Proletariats. Grubendirektorium verhandeln werde. Sie fammelten fich an laufende Kampagne hervorgetreten ist, haben nun auch das bekannte Wir haben damit noch reichlich genug zu thun. So lange in Deutsch mehreren Tagen zu Hunderten vor dem Arbeiterfekretariat an und F. D. Lichtsche statistische Bureau in Magdeburg und der belgische land die Möglichkeit der Drganisation der Arbeiterklasse und ihrer schickten, nachdem Winter fich durch einen Mittelsmann, Genoffen Statistiler Giefeder ihre Schäßungen veröffentlicht. Die höchste politischen Bethätigung, wenigftens wie bis jetzt, fortbesteht, wird Scholtysset, mit ihnen dahin verständigt hatte, eine fünfgliedrige De- Schätzung ist die des„ Centralblatts", das die Gesamterzeugung die deutsche Socialdemokratie jeder politischen Provokation aus dem putation in sein Bureau. Unter Hilfe Scholtysieks nahm dann Europas an Rohzucker auf 6,38 Millionen Tonnen berechnet, dann Wege zu gehen wissen. Aber das ist eben das Ungewisse, ob es so Winter die Wünsche der Arbeiter, die die Deputierten vortrugen, folgt die Lichtsche Angabe mit 5,85 und darauf die Gieseckersche mit weiter gehen wird. Vielmehr bringt jeder Tag neue Gewißheiten, zu Brotokoll. Nachdem die Deputierten unterschrieben hatten, 5,70 Millionen Tonnen. In den Großhandelskreisen gilt meist die daß es nicht mehr in der alten Art weiter gehen wird." betraten die draußen harrenden Hunderte bon Arbeitern Abschätzung des„ Centralblatts" für zu hoch und hält man die andren Er erörtert dann weiter die in den herrschenden Kreifen be- na ch und nach δας. höchstens 80 bis 40 Personen beiden Abschäßungen für zutreffender. ftehenden Konfliktsgelüfte, verteidigt im Anschluß daran den Ge- fassende Bureau, um es ebenso alsbald, nach Leistung der banken des politischen Massenstreifs und fährt fort: Die drei Schäßungen, denen wir zum Vergleich die ProduktionsUnterschrift, wieder zu verlaffen. Dem ersten wurde das zahlen für das letzte Jahr hinzufügen, stellen sich folgendermaßen: „ Die politische Geschichte des Proletariats ist voll von Nieder- Schriftstück vorgelesen, die späteren verzichteten auf das Vorlesen Centralbl. Lagen. Das fann gar nicht anders sein, da das Proletariat die ge- und setzten einfach ihren Namen darunter. Licht Polizei und StaatsGiesecker Produktion samte herrschende Welt gegen sich hat. Es sammelt erst seine Straft, anwaltschaft tamen auf den grandiosen Einfall, daß sich jener Vor1903/04 in 1902/03 bis es den Sieg davonträgt. Aber wenn wir uns jegt das Wahl gang zur Konstituierung einer Bersammlung berwerten ließe, recht widerstandslos nehmen laffen sollten, so würde es die schlimmste und zwar einer Versammlung, in der öffentliche Angelegen Niederlage fein, die das Proletariat jemals erlitten hat und die ge- heiten erörtert werden sollten und erörtert werden famte glorreiche parlamentarische Geschichte der deutschen Social- jeien. Und das Schönste ist, daß ihnen die Gerichte der ersten bemofratie auf Scheinerfolge zurückführen. Was nügen uns alle beiden Instanzen folgten. Sowohl das Schöffengericht als auch das unsre Wahlsiege, wenn mit einem Federstrich uns das alles genom- Landgericht in Beuthen D.-S. verurteilten den Genossen Dr. men werden fann?! Der politische Massenstreit hat seine Gefahren Winter zu 40 Mark Geldstrafe wegen Abhaltung einer derartigen und Schwierigkeiten, aber außerdem bleibt in solchem Falle nur noch Versammlung ohne die polizeiliche Anmeldung, die§ 1 des Vereinsdie Vernichtung der Partei. gefezes dafür vorschreibt. " Deutschland... 2 000 000 Desterr.- Ungarn. 1 275 000 Frankreich Rußland Belgien. Holland Verschiedene 925 000 1 300 000 275 000 125 000 1 830 000 ( Tonnen) 1830 000 1 200 000 810 000 1 250 000 1 120 000 860 000 1 150 000 225 000 1748 556 1 057 692 888 210 1 215 000 240 000 215 000 185 000 135 000 102 411 425.000 385 000 380 000 350 000 6 325 000 5 850 000 5 700 000 5 521 869 Europa.. In allen wichtigeren Zuckerproduktionsländern hat demnach die Erzeugung sich weiter ausgedehnt, besonders auch in Deutschland, das selbst nach den niedrigsten Schäzungen noch immer 82000 Tonnen Das ist auch die unerbittliche Konsequenz der Ausführungen Das Landgericht führte aus: Hunderte von Arbeitern seien in des Genossen A. E. in der Volksstimme". Nachdem A. E. den den Räumen Winters mit seiner Zustimmung erschienen; wenn fie politischen Massenstreit verworfen hat, verzichtet er konfequenter- auch nicht alle zugleich darin verteilt hätten, so hätten sich doch weise auf die Verteidigung des allgemeinen gleichen Wahlrechts über- 130 bis 40 bei dem Durchmarsch darin aufgehalten. Und die Leute mehr gewinnen dürfte als im vorigen Jahre. Neuseeländische Socialpolitik. Roheisenerzeugung Deutschlands. Nach den Ermittelungen des Schwarz in der Linienstraße einem Streifenden ein Salzsäure- Attentat Natürlich gilt das Gesagie nur für städtische Verhältnisse, auf Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roh- zur Last gelegt, und er er deshalb des Landfriedensbruchs angeklagt dem Lande liegen die Dinge anders und zwar auf allen Gebieten eifenproduktion des deutschen Reiches( einschließlich Luxemburg) im wurde, und wie sich dann später herausstellte, daß der Macher des anders. So wenig man die städtischen Mieten oder Löhne usw. September 1903 auf 327 298 Tonnen und zivar auf 37 799 Tonnen Attentats ein Streitbrecher, einer der lieben Schüßlinge der Polizei mit den ländlichen vergleichen kann, ebensowenig die Lage der Aerzte." Gießereiroheisen, 271 445 Tonnen Thomasroheisen und 18 054 und des Unternehmertums tvar, ein Streitbrecher, der in Ein internationaler Kongres zur Bekämpfung der Malaria soll im Tonnen Buddelroheisen. Die Erzeugung ist um 4,18 Proz. geringer einem Bankgeschäft der Friedrichstraße einen Frühjahr 1904 in Rom abgehalten werden. als diejenige des August, die 341 583 Tonnen betrug. Raubmord begangen hat. Das, sollte man meinen, hätte Die Gesamt- Erzeugung in den Monaten Januar/ September wohl der Polizei zur Mahnung dienen können, ihre die öffentliche beträgt 2924 293 Tonnen gegen 2 465 185 Tonnen in den ersten Ruhe, Ordnung und Sicherheit schützende Thätigkeit fünftig nach neun Monaten des Vorjahres; sie ist demnach in den drei ersten einer andern Seite hin geltend zu machen.- Jm Verlauf der Wie aus Wellington berichtet wird, lehnte das neuseeländische Vierteljahren 1903 um 459 208 Tonnen= 18,63 Proz. größer als gestrigen Versammlung wurde wiederum über sonderbare Maß- Parlament den Antrag auf Einführung der preference clause ab. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. nahmen der Polizeiorgane berichtet. Am Elisabeth- Ufer, beim Es handelte sich um die sogenannte Vorzugsklausel( preference Nachträgliches zum rumänischen Rentenschwindel. Bukarest," Elisabethhof", wo die Schauermär von dem geplanten Oleum- clause), wonach die gewerblichen Versöhnungs- und Schiedsrichter als das Recht haben sollen, den von ihnen in gewerblichen Streitigkeiten 18. Oftober.( Eig. Ber.) Der Prozeß wegen der falschen Renten attentat aufgekommen ist, soll es zeitweise aussehen, wäre das Gebäude polizeilich belagert. auslosungen hat nunmehr auch den Appellhof beschäftigt. Das Urteil, Mit der bekannten gefällten Entscheiden die Klausel hinzuzufügen, daß die Unternehmer das dieser ergehen ließ, deckt sich im großen und ganzen mit dem des Geschicklichkeit werden die Streitposten ergriffen; zwei-, dreimal bei Anstellung von Arbeitern die Gewerkschaftler den NichtgewerkTribunals und die Dumitrescu, Albahary, Behar und Genossen werden dieselben Leute sistiert, selbstverständlich, sobald sie schaflern vorzuziehen haben. Diese Klausel ist in Neuseeland nichts nunmehr ihre mehrjährigen Gefängnisstrafen, zu denen sie verurteilt freigelassen, als wackere und unerschrockene Streiter auf den Neues. Sie bestand längere Zeit, bis sie im vorigen Jahre beseitigt alten Posten zurückkehren. Man sollte meinen, wurden, absizen müssen, wenn der von ihnen beim Kaſſationshof ein- beamten mit ihren militärischen Ehrbegriffen müßten selbst mit Hoch- gehende Antrag wurde aber am 15. d. M. mit 43 gegen 19 Stimmen die Polizei wurde. Jetzt wollten die Arbeiter fie gesetzlich festlegen. Der dahingelegte Rekurs feinen Erfolg haben sollte. Die wesentlichste vom achtung auf die Streifenden blicken, die, allen Gefahren troßend, abgelehnt. Appellhof verfügte Abänderung des erstinstanzlichen Urteils geht wie pflichttreue Soldaten auf ihrem Posten aushalten, mag's kommen dahin, daß die dem Staate wegen ihm zugefügter moralischer wie's will. Vom Elisabeth- Ufer werden die Sistierten den langen Schädigung zugesprochene Buße von 500 000 Fr. in Wegfall ge- Weg nach der Kottbuserstraße transportiert. Es schert sie nicht, von kommen ist, dagegen die Angeflagten eine solidarisch aufzubringende unwissenden Passanten für festgenommene Verbrecher gehalten zu Entschädigung von 900 000 Fr. dem Staate wegen des materiellen werden. Aber es ist schon vorgekommen, namentlich abends, daß werden Aus der Frauenbewegung. Ober- Schöneweide. Mütter, Frauen und Mädchen! Beteiligt Viele tief in das wirtschaftliche Leben der Arbeiterinnen einSchadens, den dieser erlitten, zu zahlen haben. Dieser materielle vor übergehende Arbeiter sie für Streitbrecher Euch an der Agitation zu den Landtagswahlen! Schaden wurde seitens der Civilvertreter des Staates darin erblickt, angesehen haben, die mit polizeilicher Sicherheitswache nach daß die konvertierung der 175 Millionen- An- Cause begleitet wurden. Deshalb wünschen fie, daß darauf auf greifende Fragen finden im Landtage ihre Erledigung; Beſtimmungen Leihe infolge des Bekanntwerdens der bei den merkiam gemacht wird: es handelt sich um Arbeiter, die im über Steuern, Schulen, Polizei und Gewerbe- Inspektion werden dort Rentenauslofungen stattgehabten Schwinde- Kampfe für ihr Recht und für die Arbeitersache den getroffen. Kommt alle, Ihr Frauen und Mädchen, Mütter und Teien um 2 bis 3 Prozent feuerer zu stehen ge- unangenehmen Weg in unangenehmer Begleitung ohne irgend ein Arbeiterinnen in die Donnerstag, den 22. Oktober, abends 8½ Uhr, gehen müssen. Auf der Polizeiwache in der bei Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18, stattfindende öffentliche Ver sammlung, in der Genossin Ihrer sprechen wird über das Thema: " Was haben die Frauen vom preußischen Landtage zu verlangen?" Tretet dem socialdemokratischen Frauen- Wahlverein bei. Anmel dungen nimmt entgegen die Vertrauensperson Frau Minna Jung, Frischenstr. 10, Hof 2 Tr. ein sistierter Streifposten bon dem Der tommer ist. Ob dies wirklich der Fall war es giebt kundige Verschulden Thebaner. die dies bestreiten mag dahingestellt bleiben. Interessant wurde Kottbuserstraße ist nur, daß die Regierung mit einer solchen Angabe vor die Oeffentlich- Polizeilieutenant mit beschimpfenden Worten begrüßt! feit getreten ist. Denn bisher war man der Meinung, daß gerade Beleidigte wird nun jedenfalls dafür sorgen, den Herrn auf Die Leiter der gegenwärtigen Regierung mit der Bantgruppe( Berliner gerichtlichem Wege darüber aufzuklären, daß fireikende Arbeiter keine Diskontogesellschaft, Bleichröder usw.), welche wie die früheren Anleihen so auch diese Konvertierung vermittelte, auf einem besonders Salunken sondern ehrliche Menschen sind, die man nicht ungestraft freundschaftlichen Fuße ständen und daß sie der Banfgruppe, die ihnen beschimpfen darf, selbst wenn man Polizeibeamter ist. wiederholt ihr Wohlwollen bewiesen hat, zu Dank verpflichtet seien. bei der Firma Bintsch sei erledigt. Von irgend einer Seite wurde das Gerücht verbreitet, der Streit Schmeichelhaft für diese Bankgruppe ist jedenfalls die Beschuldigung Lohnfommission, daß das durchaus nicht der Fall ist. Die acht Demgegenüber erklärt die nicht, daß sie das Vorkommnis bei den Rentenauslosungen benutzt habe, um bei der Konvertierung einen höheren Profit herauszuschlagen. heute noch im Streit und denten nicht daran, wieder in zehn Drücker der Firma Pintich befinden sich Die Entschädigung von 900 000. foll nun dazu dienen, den In Arbeit zu treten, bevor die Forderungen bewilligt sind. Auch hat habern der 5000 Fr.- Renten bei der nächsten Couponauszahlung eine die Firma keinerlei Ersatz für die Streifenden gefunden. Gratifikation dafür zu gewähren, daß bei den betrügerischen Ziehungen der Verurteilten zum großen Teil die vorher präparierten Nummern der letzteren gezogen wurden, also die Auslosungschancen der andren Inhaber vermindert waren. Die Berliner Metallindustriellen suchen auswärts Streifbrecher! Der Fabrikant Niemann aus der Kommandantenstraße hat Wie steht es aber mit der Entschädigung an die Renteninhaber sich auf die Reise begeben und sucht zur Zeit in 3terlohn, im für die patriotischen" Fälschungen Pictorians? Dieser Herr hat Hotel Sander, Arbeitswillige für Berlin. Da dies auch noch an ., im Interesse des Staates" 1901 Fälschungen en gros betrieben. andren Orten geschehen dürfte, so ersuchen wir alle Arbeiter Wenn die Regierung die Verpflichtung anerkennt, die Renteninhaber blätter, energifcher als bisher noch darauf hinfür die Fälschungen der Dumitrescu und Konforten zu entschädigen Also, Metallarbeiter Deutschlands, meidet Berlin! Zur Lohnbewegung der Adressenschreiber. Köpenick. Am 15. Oktober fand hier eine öffentliche FrauenVersammlung statt, die dem Zwecke der Gründung eines Bildungss mann sprach über den Wert solcher Vereine. Nach dem mit großem vereins für Frauen und Mädchen gewidmet war. Frau Dr. Hoffhafte Diskussion. Sämtliche Versammlungsbesucher waren mit der Beifall aufgenommenen Vortrage entspann sich eine kurze, aber leb Gründung eines Frauen Bildungsvereins einverstanden. Hierauf wurde ein provisorischer Vorstand gewählt, welcher mit der Ausarbeitung des Statuts betraut wurde. In den neugegründeten Verein ließen sich sofort 50 Mitglieder aufnehmen. Nachdem die Vorsitzende die anwesenden Frauen aufgefordert hatte, recht rege für den Verein zu agitieren, schloß sie die Verfammlung mit einem Hoch auf die Frauenbewegung. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Vertrauensleute. Der Wahlverein Adlershor hält heute abend 81 Uhr bei Fechner, Oppenstr. 56, seine Generalversammlung ab, in der Berichte und Vorstandswahlen, sowie die Landtagswahl auf der Tagesordnung stehen. Die Parteitagsprotokolle und Broschüren werden in der Versammlung ausgegeben. zuweisen, baß Berlin für alle Metallarbeiter fo tann fie die gleiche Verpflichtung gegenüber den Fälschungen gesperrt ist. Aus Jferlohn hat Herr Niemann gestern drei Bictorians nicht ablehnen. Wird sie dies thun? Vermutlich, denn Dritter Wahlkreis. Zu der am Sonntag früh 8 11hr stattdie sonst so beredten Offiziösen der Regierung schweigen sich darüber Arbeitswillige erhalten. Diese, junge Leute, wurden in der Werkstatt findenden Flugblatt- Verbreitung werden die Genossen ersucht, sich aus. Man müßte dann nämlich noch eine weitere Konsequenz ziehen, eingeschlossen, damit sie nicht davonlaufen. Als nun die Leute zahlreich und pünktlich in nachstehenden Lokalen einzufinden: nämlich die, daß der Staat die Renteninhaber auch für die im heftig an die Thür klopften, kam zwar der Meister, aber erst nach Schnieber, Admiralstr. 21; Krüger, Naunynstr. 54; Flick, Simeon Jahre 1887 von dem jebigen Ministerpräsidenten Temeter Sturdza ganz energischem Auftreten erhielten sie die Erlaubnis, an ihre ftraße 23; Zacharowsky, Brandenburgstr. 49; Stramin, Ritters angeordnete falsche Rentenziehung zu Gunsten der Nifonstiftung ent- Eltern eine Karte zu schreiben. Diese Gelegenheit benutzten die straße 123; Wendt, Alexandrinenstr. 39; Schneider, Sebastianstr. 7, schädigen müsse. Freigelassenen, um nach dem Gewertschaftshause zu kommen. Die Steller; Asmuß, Prinzenstr. 59; Lenz, Alte Jakobstr. 69; Achterberg, Was Bictorian betrifft, der vom Untersuchungsrichter außer zwei aus Mainz und drei aus Iserlohn geholten Arbeitswilligen Adalbertstr. 62. Verfolgung gesetzt wurde, weil er die Schwindeleien nicht zu seinem arbeiten und schlafen hinter Schloß und Niegel. Vorteil, sondern in dem des Staates ins Werk sette, weshalb die Moment des Betruges nicht gegeben seien, so hat das gegen diese Entscheidung angerufene Richterfollegium eine gleiche Verfügung ge troffen, allerdings nicht einstimmig, denn der Vorsißende gab ein Separatbotum ab und verlangte die Verweisung Pictorians vor die Ein recht eigenartiges Verhalten beliebt Herr Robert Straffammer. Die beiden übrigen Richter, welche sich der Ent- Teßmer den Ausständigen gegenüber an den Tag zu legen. Auf scheidung des Untersuchungsrichters anschlossen, bersalzten die Freude die auch von uns mitgeteilte Anfrage des GewerbegerichtsBictorians darüber jedoch durch die Begründung ihres Urteilsspruches, Direktors v. Schulz erklärte fich Temer zu Verhandlungen indem sie sagten, daß Pictorian durch seine Fälschungen eine so grobe bereit. Am folgenden Tage lehnte Herr Teßmer es Inkorrektheit an den Tag gelegt habe, daß er unfähig erscheine, ferner ab, in Anwesenheit der Vertreter des Central Ver ein Staatsamt zu befleiden. Damit ist Pictorian die Rückkehr zu bandes Handlungsgehilfen Verhandlungen zu feinem Posten als Direktor der staatlichen Depositenkasse abgeschnitten, pflegen. Um etwaigen zur Einigung führenden Verhandlungen nicht indessen nur vor der Hand, und seine Freunde, die ihm bisher so hilf Hindernisse zu bereiten, traten die Vertreter der Organisation aus reich zur Seite ftanden und auf deren Dankbarkeit zu rechnen er auch der Verhandlungskommission aus. Wieder wurde Herrn guten Grund hat, werden schon dafür sorgen, daß der Brave nicht zu Te Bmer von der nun seinem Wunsche entsprechenden Zutura tommt. sammensetzung der Kommission, die nur aus ausständigen Angestellten des Teßmerschen Betriebes bestand, Mitteilung gemacht. Nach verschiedenen Anfragen gab Herr Teßmer seine erzwungene Entschließung fund, auch mit einer Kommission von Angestellten nicht zu berhandeln, und erbot sich, mit einem in der Streits bewegung nicht besonders hervorgetretenen Angestellten in schriftliche Verbindung zu treten. Am heutigen Abend findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. der Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. In dem gestrigen Bericht über die Gürtler- Bersammlung hat Bersammlung statt, die sich mit der Lage der Adressenschreiber fich leider ein Fehler eingeschlichen. Es sollte heißen: Die Forderung bon 60 Pf. Stundenlohn wurde nur für 650 Drücker; für und dem Gebahren des Herrn Teßmer beschäftigen wird. 2200 Gürtler( nicht 1200) aber die von 50 Pf. Stundenlohn aufgestellt. Dadurch erscheint die unwahrheit der Behauptung der Achtung, Leistenvergolder! In der Goldleisten- Fabrik von Richard Kühnemänner, alle Streifenden verlangten 60 Pf., um so viel frasser. Mehring, Berlin SO.. Manteuffelstr. 13, find Lohndifferenzen ausDer Vorstand. In der gestrigen Streitversammlung der Drücker konnten wesent- gebrochen. Zuzug ist darum fernzuhalten. liche Veränderungen im Stand der Bewegung nicht gemeldet werden. Deutfches Reich. Sociales. Lokales. Der Magistrat und die Urwahlbezirke. Die magistratsoffiziöse Korrespondenz fucht in längeren Ausführungen zu beweisen, daß unser Vorwurf betreffend die Urwahlbezirke mit mehr als 1000 Ur wählern ungerecht sei. " Dies ist zum Teil auf die fluktuierende Bevölkerung, auf die zunehmende Bebauung einzelner Bezirke und dann auch darauf zurückzuführen, daß einzelne Bezirke nicht verkleinert und andre nicht vergrößert werden können, ohne daß man Häuser trennt, das heißt große Grundstücke aufteilt, Eckhäuser aus den Bezirken herausnimmt und entfernt liegenden Bezirken zuweist 2c. So hatte zum Beispiel der 702. Urwahlbezirk 951 Seelen und nun 1118 Urwähler und der 648. Bezirk 807 Seelen und jeẞt jogar 1201 Urwähler. Es sind dies zwei räumlich nur sehr kleine Bezirke am Centralviehhof und am Friedrichshain. Der Neubau von zwei größeren Wietskajernen kann von Quartal zu Quartal eine große Verschiebung verursachen; dies wird am schlagendsten dadurch illustriert, daß am 1. Oftober d. J. in Berlin nicht weniger als 260 000 Personen umgezogen sind, das heißt also über eine Viertelmillion Menschen, und täglich eine große Zahl von Personen ab und zuziehen, sterben und geboren werden, wodurch eine ununterbrochene Bewegung entsteht. Wie groß diese Verschiebungen sind, geht aus der einen Thats fache hervor, daß im 5. Gemeindewahlbezirk 97 Prozent Wähler der 3. Abteilung in den letzten fünf Jahren verzogen sind. In jedem Falle erfordert eine allen Wünschen gerecht werdende Einteilung bei einer Bevölkerung von zwei Millionen, die alle Jahre zweimal umzieht, nicht nur gutgeschulte Kräfte, sondern auch sehr viel Zeit und Geld. Von heute auf morgen kann das nicht gemacht werden, auch vom Vorwärts" nicht, der sich dazu erboten hat." " Auch die Drücker denten nicht im mindesten daran, ihre Haltung zu Der Klempnerausstand in Magdeburg dauert fort. Die Verändern und verharren im Stampfe mit derselben rühmenswerten mittelungsversuche des Herrn Stadtrat Kaiser haben sich zerAusdauer und Entschlossenheit wie die Gürtler. Es ist aber gar nicht daran zu zweifeln, daß die Fabrikanten bezüglich ihrer Ausschlagen, weil die Arbeitgeber zur Verhandlung nicht erschienen. Sperrung solche Ausdauer und Einigkeit nicht beweisen. Es ist eine feststehende Thatsache, daß verschiedene Firmen, und zwar solche, die der Fabrikanten Vereinigung angehören, einen Teil ihrer Ausgesperrten wieder eingestellt haben, und daß der Metallarbeiter- Verband, diejenigen einberechnet, leber die gegenwärtigen Aerzteftreits schreibt die„ SocialWir halten unser Anerbieten aufrecht. Das ganze Gerede von die anderweitig Arbeit angenommen haben, un politische Rundschau": den vielen Umzügen der Bevölkerung, von den Geburten usw. hat gefähr 150-200 Ausgesperrte weniger zu unterstützen hat. An" Nach den letzten Bekanntmachungen des wirtschaftlichen Verdie Behauptung: es sei unmöglich, einen Tarifvertrag für die in bandes der Aerzte ist die Zahl der Orte, in denen Differenzen mit der Frage gar nichts zu thun. Es handelt sich einfach um Betracht kommenden Branchen abzuschließen, glauben offenbar die zwischen Krankenfaffen und Aerzten bestehen, auf 23 gestiegen. Die folgendes: Nachdem die Urwählerlisten vorlagen, zeigte es fich, Einsichtigen unter den Fabrikanten selbst nicht. Es ist allerdings Aerzte fahren also mit ihrer Forderung der Honoraraufbefferung daß die stärksten zehn Urwahlbezirke Wählerzahlen zwischen 800 unmöglich, so lange der Kühnemänner- Verband die Mehrzahl der fort. Wir haben bereits nachgewiesen, daß der Direktor der inneren und 1267 Wähler zählten. Auf Grund der nunmehr ja hausweise Fabrikanten zwingt und zu zwingen vermag, diesen vernünftigen und Abteilung des Krankenhaufes Friedrichshain in Berlin dasselbe festgestellten Zahlen und der ebenso feststehenden Ziffern der Volkseinzig möglichen Weg, Frieden und geregelte Verhältnisse für die Honorar pro Visite im Krankenhause erhält, wie der Kassenarzt pro zählung vom 2. Dezember 1900 mußte hier eine Neueinteilung stattIndustrie zu schaffen, nicht einzuschlagen. Dieser Tage hat ein der Konsultation, wohlgemerkt pro Konsultation, denn die Visite im finden. Der einfachste Weg, statt Bezirke mit mehr Wahlmännern Bereinigung angehörender Fabrikant einem Vertreter der Metall- Krankenhause kann nicht mit der privatärztlichen Visite verglichen solche mit drei Wahlmännern einzurichten, ist freilich für mindestens arbeiter gegenüber erklärt: Tarifverträge sollten wohl werden, sondern mit der Konsultation, d. h. mit der Behandlung, abgeschlossen werden, aber erst dann, wenn der die der Arzt in seiner Wohnung dem Patienten angedeihen läßt. zwei der Bezirke, deren Verhältnisse erst jest dargelegt sind, nicht Kampf beendet sei. Man will also jedenfalls erst den Metall- Für die Visiten zahlen die Staffen ja auch nicht 0,35 W., sondern das gangbar, da sie nur je drei Wahlmänner zu wählen haben. Wir arbeiter- Verband knebeln, den Arbeitern das Recht nehmen, sich zu Doppelte 0,70 M. Gefeßt, die sinnlose Ueberfüllung des Aerztes wollen annehmen, dieser ungünstigste Fall träfe auf alle 10 Bezirke zu; organisieren und als Organisation zu handeln, dann denken standes existierte nicht, so fönnte der Arzt in seinen beiden denn bleibt nur das Mittel der Wahlkreis- Geometrie", die hier die Herren daran, das als unmöglich Erklärte möglich zu machen. Sprechstunden recht gut zwanzig tonfultationen abhalten, also ein vollkommen berechtigt ist. Mit welch unerhörter Rücksichtslosigkeit Dafür aber: mit gebundenen Händen einen Vertrag, der doch nur Honorar von 7 M. erhalten; weiter könnte er zehn Visiten a 70 Pf. Wahlkreis- Geometrie" in ländlichen Bezirken aus parteipolitischen ein Scheinvertrag wäre, zu schließen, dafür bedanken sich die machen, also wieder 7 M., Summa 14 M. pro Tag, oder rund Gründen auf dem flachen Lande geübt wird, lehrt das Beispiel aus Streifenden. Sie wollen ihre Organisation als gleichberechtigten 5000 M. pro Jahr durch Kaffenpraris verdienen. Berechnen wir die Liegniz- Haynau, das wir an andrer Stelle des Blattes bringen. Faktor anerkannt wissen, wie sie bereit sind, die Organisation der Dauer jeder Visite inkl. Weg. recht hoch, mit 20 Minuten, so nimmt Liegnig- Hahnau, das wir an andrer Stelle des Blattes bringen. Unternehmer anzuerkennen und einen ehrlichen Frieden mit ihr zu die Vifitenpraris rund 31 Stunden und die gesamte Tagespraris Nehmen wir an, daß für jeden der 10 Urwahlbezirke drei andre schließen, aber keinen Sklavenkontrakt. Daß sie für dieses Ziel mit für die Klassen, hoch gegriffen, 6 Stunden ein. Die übrige Zeit in Mitleidenschaft gezogen werden mußten, so würde es sich um so musterhafter Ausdauer und Einmütigkeit, mit solch hohem fitt- steht dem Arzt für seine Privatpraris zur Verfügung. In dieser hat Neueinteilung von 40 Urwahlbezirken handeln. Wir glauben, daß fichen Ernst und Unerschrockenheit, allen Verfolgungen und Drohungen er vor den Direktoren der städtischen Strankenhäuser den Vorzug, die überwiegende Mehrzahl der Berliner Wähler mit der Arbeitgeber und der Polizei Trotz bietend, kämpfen, das muß daß er wirkliche Privatpraris treiben kann, der Direktor aber nur Son uns ber Meinung ist, daß diese Arbeit geleistet werden jeden wirklichen Freund menschlichen Kulturfortschritte mit hoher Be- fultationen erteilen darf. Wenn das Publikum für die letzteren exorbitante fann was geleistet werden muß, wenn dadurch die Möglichkeit friedigung und Sympathie erfüllen. Honorare zahlt, fo liegt der Grund hierfür in der Ueberschätzung gegeben ist, für sämtliche Wähler die Wahlstunde auf 5 Uhr Der Referent Pa to lowitsch kritisierte sharf die Maßnahmen der Autorität. Es bleibt also dabei: der Grund für den wirtschaft- hinauszuschieben. Wenn man dabei„ Eckhäuser aus den Bezirken der Polizei, die, statt nach den vielen unentde ten Mördern, die doch lichen Ruin der Aerzte liegt in der Ueberfüllung des Standes und thatsächlich eine Gefahr für die menschliche Gesellschaft bilden, zu daher muß es der Selbsterhaltungstrieb ihnen gebieten, dieser herausnimmt und entfernt liegenden Bezirken zuweist", so werden suchen, fich der allerdings viel leichteren Aufgabe widmet, Streit weiteren Ueberfüllung vorzubeugen. Einigen sich die Aerzte des auch die Wähler, welche in solchen Häusern wohnen, im Interesse poften festzunehmen unter dem nichtigen Vorwand, sie störten weiteren zur Einführung der freien Arztwahl, so wird mit Sicher der Allgemeinheit gern die fleine Unbequemlichkeit in Kauf nehmen, oder gefährdeten die öffentliche Ruhe und Ordnung. Der Redner heit die Gesundung des heute schwer leidenden Standes herbeigeführt zumal die Dauer des Weges, wenn sie nicht nach Stunden mißt, erinnert daran, wie feiner Zeit anläßlich des Streits bei der Firma| werden. wie in Liegniz Haynau und andern ländlichen Bezirken, gegenüber 1 " Ma der Dauer der Wahlhandlung, wie sie Herr Bohm selbst bei fleinen 1- Wahl je eines Mitgliedes in das Kuratorium des Ritolaus- 1 gefagt wurde, befindet sich in großer Not. Die beginnende falte Bezirken berechnet, faum ins Gewicht fällt. Bir bleiben bei unser Bürger- Hospitals, in die Steuerdeputation und in die Direktion der Witterung erschwert der Hochbetagten Wandermusikantin ihren Urteil, daß es sich hier um eine unentschuldbare Nachlässigkeit der v. Stotiwitschen Anstalt. Vorlagen betreffend die Reglements Griverb, zumal ihre allezeit treue Gefährtin, ihre Harfe, schon recht | Behörde handelt, unter der nicht zehntausende Wähler leiden dürfen. 9. 23 für 1903( Filialhospital für Männer auf dem gemieteten Mittel beschafft werden, um Fräulein Normann, Stulmstraße 14, wie Behörde handelt, unter der nicht zehntausende Wähler leiden dürfen. für die Fürsorge- Erziehung und den Nachtrag zum Special- Etat apvrig geworden ist. Durch den Aufruf sollen zunächst die Tierschutz und Menschenschuss im Eisenbahnbetriebe. In einer Grundstücke zu Reinickendorf. Berliner ftr. 128). Berichterstattung die Harfen- Zule mit ihrem bürgerlichen Namen heißt, eine neue Eingabe an den Verkehrsminister ist die Behauptung aufgestellt über die Vorladen, betreffend die selbständigere Stellung der Ober- Harfe zu kaufen. Traurig genug, daß für unglückliche Geschöpfe, worden, daß bei Erdarbeiten zu Staatsbauten die Unternehmer ärzte an den chirurgischen Abteilungen der städtischen Kranten wie die Harfen- Jule, sich nicht irgend eine milde Stifting aufthut. häufig zu schwache Gespanne verwenden, die durch unaufhörliche häuser, Peitschenhiebe übermäßig angetrieben würden. In einem Erlaß des die umgeänderten Borentwürfe zu den vier Pavillons für Infektions- izitaff. Er hatte die Bekanntschaft des Rennstallbesizers Simon das Badehaus nebst medito- mechanischem Institut, Wegen Falschspielens verhaftet wurde der berüchtigte Spieler Verkehrsministers an die kgl. Eisenbahndirektionen heißt es nach der krankheiten und dem Diphtheriepavillon, sowie die Vorentwürfe für und des Schlächtermeisters Karteff gemacht und war mit ihnen nach Neuen politischen Korrespondenz" wie folgt: den Quarantänepavillon und zwei Operationshäuser beim Rudolf Hamburg gefahren. N. zog die Karten, S. und K. waren die Die Baubeamten wollen ihr Augenmerk darauf richten, daß Virchow- Krankenhause. Borlagen betreffend die Teilung der Be- Hamburg gefahren. Tierquälereien dieser Art unterbleiben, und daß die girfe 37., 162f, 167 a. und 168 a. Armenkommission, Gespannführer nicht aus Unverstand oder Bequemlichkeit die kleinen einer Zuwendung zwecks Errichtung und dauernder Unterhaltung viele Berliner Sportleute begeben, darunter auch Biehkommissionäre, die Annahme teilten später den Gewinn. Nach Hamburg hatten sich zum Rennen „ Heizer", d. H. sie reizten durch Wetten zu höheren Einsätzen, und Hilfen, wie Legen von Bohlen, Forträumen von Schuttmassen einer Benefiziatenstelle in der Reuter- Stiftung, oder Steinen vor den Rädern u. dergl. unterlassen, durch die den einer legtwilligen Zuwendung der verstorbenen königl. Weißzeug ein Spieler bemerkte, daß N. die Karten fächerartig aufeinanderdie Annahme die in einem Hotel Wohnung nahmen. Es wurde hoch gespielt, als Tieren ohne nennenswerten Arbeitsaufwand zum Vorteil des Aufseherin Marie Klara Steller zur Unterstützung hilfsbedürftiger legte and nun nach Wunsch ziehen konnte, da er die Karten kannte. Geschirrbesizers große Erleichterungen geschaffen werden können." Näherinnen, Vor einiger Zeit ist den Eisenbahnbeamten am Haupt- Bebauungsplanes, zu der Jagowstraße und dem Hansa- Ufer Da die Spieler in Berlin ansässig sind, so fanden hier die Verden Erwerb des zur Straße 30, Abteilung VII des Der Spieler fuhr auf, störte das Spiel und machte später Anzeige. bahnhof Magdeburg folgender Erlaß zur Kenntnis gegeben worden: zwischen Levegowstraße und Tile Wardenbergstraße erforderlichen nehmungen statt. Die Strafsache führt die Bezeichnung gegen Nach den gesetzlichen Bestimmungen kann die höchste zu Straßenlandes, lässige Dienstzeit bis auf sechzehn Stunden ausgedehnt der Behmstraße, von Badstraße bis Straße 9 liegenden Weges, den Erwerb des eisenbahnfiskalischen, im Zuge Simon und Genossen". Simon ist in der Rennwelt unter dem werden. Danach ist zum Beispiel die um 6 Uhr abends antretende neuen Verkaufsständen in der Markthalle VIII, die Abgrenzung des Stadtbezirts 198b, die Herstellung von zwei Ramen„ Saufewind" bekannt. Nachtreserve verpflichtet, unter Umständen bis 10 Uhr vormittags einer Etatsüberschreitung bei dem Specialetat 30 für 1903, die Genehmigung Nach Unterschlagungen flüchtig ist der 44 Jahre alte Sekretär des andern Tags Dienst zu verrichten. Trotzdem ist es nun in anderweite Vergebung der Gestellung der Aftenwagen, die und Defonom des Renn klubs„ Hoppegarten" Paul Blaschke, Tezter Zeit zweimal vorgekommen, daß sich einzelne Hilfsbremser werbung des Grundstücks Rüdersdorferstraße 70 Brombergerstraße 14 Reisender war, gehörte dem Klub seit seiner vor einem halben Jahr die Erdem auch die Verwaltung der Kasse oblag. Blaschke, der früher geweigert haben, so lange fahren zu wollen. zu Straßenlandzwecken Bankower Gebiet gelegenen Grundstüids mit Wasser ans den sollte er abrechnen und hat sich dieser für ihn unangenehmen Arbeit die Versorgung eines auf erfolgten Gründung an. Jetzt nach der Beendigung der Rennen Berliner städtischen Wassertverken. die Vorlage Berichterstattung über entzogen. Vor kurzem ging er eines Sonntags morgens um 8 Uhr betreffend die Gewährung bon aus der Rabeschen Erbschaft sowie über eine Petition betreffend kehrte nach 5 Minuten mit den Worten: ich habe wichtige Papiere Abfindungen aus seiner Wohnung Kantstr. 147 zu Charlottenburg hastig fort, den Bollerschen Nachlaß, die Neuwahl der bürgerlichen Wit vergessen" zurück und entfernte sich wiederum. Am Nachmittag soll und die Neuwahl eines Bürgerdeputierten für die Schuldeputation, glieder und Stellvertreter der Ersagkommissionen 1, 2, 4 und 5 er in Abwesenheit seiner Angehörigen nochmals die Wohnung be Berichterstattung betr. die Entlassung eines Abschätzungsverordneten und einen neunjährigen Sohn hat er ohne Mittel zurückgelassen. treten haben. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Seine Ehefrau aus dem Amte vor Ablauf seiner Wahlzeit und die Neuwahl eines Man glaubt, daß Blaschke, der oft sehr spät nach Hause kam, viel Bürgerdeputierten für die Schuldeputation. Geld vertrunken habe und nicht mehr im Besize größerer Summen jei. Die veriuntreuten Gelder sollen sich auf etwa 6000 Mark be und Juwiefern die Betreffenden glauben, daß dies ihrer dienstlichen Laufbahn zuträglich ist, mag ihrem Ermessen überlassen bleiben. Es soll aber hiermit auf den§ 188 der allgemeinen Bestimmungen für sämtliche Arbeiter, welcher auch für die Hilfsbremser gilt, hingewiesen werden, wonach bei Dienst verweigerungen sofortige Entlassung eintreten kann. Ausreden, wie etwa nicht mit genügenden Eßmitteln 2c. bersehen, werden nicht als stichhaltig betrachtet. Ein jeder weiß, wie lange er gegebenenfalls fahren muß und kann sich danach borher einrichten. Bei etatsmäßig angestellten Bremsern tritt im Fall der Dienstverweigerung das Disciplinarverfahren ein. Die Herren Zugführer wollen die ihnen unterstellten Fahrbediensteten Abenddienst im Gewerbegericht. Zur Bequemlichkeit des Publientsprechend belehren und sie vor übereilten, unbedachten Hand- tums hat das Berliner Gewerbegericht einen sogenannten„ Abend= Lungen warnen. Sollten sich trotzdem widerwillige dienst" eingerichtet. Während dieses Abenddienstes werden von den Beamten Anträge und Klagen kostenlos entgegengenommen. Es iſt, wenn wir nicht irren, drei Jahre her, daß dieser Erlaß Der Abenddienst findet allerdings nur Montags von 6 bis den Eisenbahn- Angestellten bekannt gegeben wurde. Vielleicht er- 7 Uhr in der Zimmerstr. 90/91, II statt. fahren wir gelegentlich, daß man sich im Reiche des patriotischen Herrn Budde den eignen Arbeitern und Beamten gegenüber annähernd zu der Humanität bekehrt hat, die an fremden Tieren zu üben den Beamten jetzt zur Pflicht gemacht ist. Elemente vorfinden, sind sie sofort nach hier zu melden. . Gelingt es, gezogen ist, vermögen Worte nicht zu schildern. die Jungen auf lange Zeit hinaus ganz Ihrem Einfluß zu über noch ein brauchbarer Mensch wird, weil Dr. Vogt auch jeßt der Jungen ganze Zukunft von Ihrem ungestörten Erziehungswert abhängig hält. Am 9. Februar schreibt sie wieder an Dippold: Mit jeder Fajer klammere ich mich an die Hoffnung, daß Heinz selbst wieder den Weg zu meinem Herzen findet. Ich kann nichts thun als harren, hoffen und beten, daß mir Gott die Jungen noch einmal wiederschenkt. laufen. Im Bräutigamsanzug erschossen hat sich am Freitagmittag der 38 Jahre alte Storbmachermeister und Hausverwalter Herman Stiewitt. Er hatte im Keller des Hauses Pallisadenstraße 23 eint gutgehendes Geschäft und wohnte im ersten Stock. Seit einundvon 228 Millionen ist nach dem Antrage des Diagistrats mit wenigen Witte und ein Dienstmädchen. Von diesen war er der ersteren am Die Aufnahme einer neuen Anleihe der Stadt Berlin in Höhe hatte zu gleicher Zeit drei„ Brauten", eine Korbmacher- Tochter, eine einviertel Jahren Witwer, dachte er an eine Wiederverheiraiung und unerheblichen Modifikationen vom königlichen Staatsministerium ge- meisten zugethan, erhielt aber einen Absagebrief, weil sie die übrigen nehmigt worden. Die Genehmigung ist heute im Rathause ein Verhältnisse entdeckt hatte. Obgleich das Mädchen durchaus richtig Das fromme Mütterlein. Bayrische Blätter veröffentlichen gegangen. Die Anleihe soll für folgende Zwecke verwandt werden: handelte, konnte S. sich über den Verlauf der Liebschaft nicht trösten. Briefe, die von Frau Kommerzienrat& och an den Mörder ihres für Neu- und Erweiterungsbauten der städtischen Gaswerke rund um 10 Uhr begab er sich niedergeschlagen aus dem Geschäft in die Knaben, den Hauslehrer Dippold geschrieben sind. In einem Briefe 52 Millionen Mark, für die Fortjeßung der Erweiterungsbauten der Wohnung und um Mittag wurde er von seiner Schwester, die ihn vom 3. Februar d. J. heißt es: städtischen Wasserwerke rund 121, Millionen Mark, für die Fortführung Welch heiße Dankbarkeit gestern abend beim Anhören des der Stanalisation rund 30 Millionen Mart, für die Erweiterung des besuchen wollte und die Wohnung aufbrechen ließ, auf dem FußBerichtes des Dr. Vogt gegen Gott und Sie durch mein Herz für die Fortschung des Baues von Markthallen rund 15 Millionen gefunden. Vor der That hatte er einen schwarzen Bräutigamsanzug boden liegend mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe aufCentralviehmarktes und des Schlachthofes rund 4 Millionen Mark, des von der jetzigen städtischen Sparkasse hergegebenen Darlehns Nach einem Streit erhängt hat sich der 34 jährige Arbeiter Mark, für den Ürbanbafen 800 000 Mart, für die Rückzahlung angelegt. Er hinterläßt eine elfjährige Tochter. zum Ankauf von 583 400 m.( Nominalwert) Aktien der Aktien August Hauffe aus der Oranienstr. 19. Infolge eines ärztlichen Ein93 Millionen Mark, zur Erhöhung des Betriebsfonds für die Haupt- feits sehr empfindlich, andrerseits nur bedingt arbeitsfähig geworden. gesellschaft Berliner elektrische Straßenbahnen"( S. u. H.) rund griffes war er seit vier Jahren etwas schwerhörig und dadurch einerkaffe der städtischen Werke 5 Millionen Mart, für die Erbauung von Zulegt hatte er bei einem Klempnermeister Stellung gefunden, sich Brücken 6 Millionen Mark, für Straßenregulierungen infølge der dort aber am Dienstagmittag mit einem Gesellen gezankt. Er Stadtbahnanlage 800 000 M., für Straßendurchlegungen und Ber- glaubte im Recht zu sein und verließ die Arbeitsstelle. Als seine breiterungen rund 36 Millionen Mark und für den Bau einer vierten Mutter ihm seine allzu große Empfindlichkeit vorhielt und auf seine Jrrenanstalt in Buch rund 11 Millionen Mart, für den Bau einer förperliche Mindripertigkeit hinwies, benuzte er ihre Abwesenheit, Am 19. Februar schrieb Frau Stoch an ihren Sohn Heinz: Zdiotenanstalt rund 6 Millionen Mark, für den Bau einer um sich alsbald an einem Kleiderschrank zu erhängen. Die 58jährige Wie ich über die Erfahrungen der letzten Monate zusammen- neuen Siechenanstalt rund 6 Millionen Mark, für den Bau Frau fand ihn als Leiche auf. gebrochen bin, kann ich gar nicht sagen. Der Kummer über Deine eines neuen Krankenhauses( Rudolf Virchow) rund 8 Millionen Sünden, die große Angst, ob Du wirklich umkehren wirst, und Mart, für die Verlegung der höheren Lehranstalten( Friedrich- Unaufgeklärter Tod eines Schulfnaben. Jn Charlottenburg ist, dazu noch die Schande vor Gott und der Welt drängt Werdersches Gymnasium, Friedrichs- und Andreas- Real- Gym- der" Berliner Zeitung" zufolge, die Leiche eines Schulknaben, der mich Tag und Nacht und vergällt mir jede Freude und nafium), Neubau einer Technischen Wittelschule rund 4 Millionen nach mehrtägigem Strantenlager verstorben ist, ohne daß die Aerzte raubt mir den Schlaf. Wie viele Stunden size ich nachts Bau eines neuen strankenhauses 10 Millionen Mark, für den Neubau der anwaltschaft beschlagnahmt und die Obduktion angeordnet worden. Mark, Herstellung eines Nordparts 2 Millionen Mark, für den genau die Todesursache hätten feststellen können, von der Staatsim Bett, bete für meine Jungen und leſe in meiner Herzensangst dritten Irrenanstalt in Buch 7 Millionen Mark, für den Neubau des Es handelt sich um den 11% Jahre alten Sohn Hermann des in der Bibel, um Trost und Beruhigung zu finden. Glaub' mir nur, mein lieber Junge, wenn Du auch eine harte Leidenszeit Märkischen Provinzial- Museums rund 57 000 Mart, für der. Neubau Dachdeckermeisters Schulz aus dem Hause Wallstr. 37 in Charlotten durchmachst, die meine ist nicht milder, und in Deiner Hand liegt des Verwaltungsgebäudes in der Jüdenstraße 6 Millionen Mark, burg. Der Junge, der sehr kräftig entwickelt war, tam am vorigen aus der Schule nach Hause, es, sie zu ändern. Gehe also mit frischem Wute ans Werk! Lag für den Bau von zwei höheren Mädchenschulen im Norden und Süd- Donnerstag flagte, daß er fühle und die neue Heimat so viel gute Thaten von Dir sehen, wie Du die westen der Stadt rund 2 Millionen Marf, für den Bau eines neuen sich unwohl mußte ins Bett gebracht werden. Er habe fich in alte mit schlechten beschmugt hast. Ergreif' fest Dippolds Kinder- Krankenhauses in Treptow oder in der Nähe des Plänterder Schule erbrochen, Freundeshand, nur er hat Nachsicht und Liebe genug, Dich waldes auf städtischem Terrain rund 1 Millionen Mark usw. Die nachdem er vorher vom Lehrer L., weil er( Schulz) die Hefte nicht aus Deinem Sumpf zu retten und Dir ein glücklicheres Leben als neue Anleihe soll in zwei Serien zerlegt und nach Bedarf aus- in Ordnung hatte, zwei Stochiebe bekommen. Er habe sich, als er bisher zu bereiten. Und wie glücklich wollen wir sein, mein ge- gegeben werden. Die erste Serie soll in Höhe von 128 Millionen die Züchtigung bekommen sollte, nicht tief genug gebückt, und da liebter Heinz, wenn wir uns wiedersehen dürfen. Mark ausgegeben und vom 1. April 1908 amortifiert werden. Der habe ihn der Lehrer am Rücken angefaßt und niedergedrückt. Gleich Binsfuß ist auf 3% Proz. festgestellt. darauf sei ihm übel geworden und er habe sich erbrechen müssen. Das Turnen habe er am selben Vormittag nicht mehr mitmachen fönnen und sei nach Hause geschickt worden. Der Knabe ist während feines Krantenlagers von Dr. Hirschfeld und Professor Gräwiß bes Handelt worden. Bauchfellentzündung oder innere Zerreißung angegeben. Als Todesursache ist auf dem Totenschein starte Ob der Vorfall in der Schule mit dem Tode des Knaben in Diese Briefe bewogen, wie wir in der Täglichen Rundschau" Lesen, die citierten Blätter zu folgendem Urteil über die Frau Bankdirektor:„ Nichts ist bisher in der Presse zu Tage gefördert worden, was den Eindruck ändern könnte, den die Frau bei ihrer Vernehmung in einer Stadt mit rein bürgerlichen Verhältnissen hervorgerufen hat, den einer liebenden und treubesorgten Mutter". 0 Bom Kampf für den Achtuhrschluß. Gegen den Achtuhr- Ladenschluß hat sich die Berliner Hutmacher- Jumung in ihrer legten Quartalsversammlung ausgesprochen, doch fehlte es selbst in den Kreisen der Innungsmitglieder nicht an Befürwortern eines früheren Geschäftsschlusses. Herr Hermann Sudermann setzt im„ Tag" feine Abrechnung mit dem Freisinn fort. Er greift es auf, daß die Bossische der vergangenen Saison in Berlin und feiner Umgebung gefordert Ungewöhnlich groß ist die Zahl der Opfer, die der Wassersport in Beitung" ihn an feine eigne Vergangenheit als freifinniger Zeitungs- hat. Nicht weniger als 32 Todesfälle find zu verzeichnen gewesen. schreiber erinnert hat und äußert sich darüber: Fünf Personen ertranken beim Baden, während 27 Personen beim „ Ich habe keinen Grund, auf diese Episode meines Lebens stolz Ruder- und Segelsport ihren Tod in den Wellen fanden. zu sein, aber auch keinen mich ihrer zu schämen. Ich habe schlecht Einzel- Unfällen ertranten gleichzeitig je vier, drei reip. zwei Berfonen. Bei drei und recht im Wochenlohn gearbeitet, habe die atlantische Tragkraft linter den beim Baden Ertrunkenen befanden sich drei Schüler, die Eugen Richters, die messerscharfe Ironie Bambergers, und vor übrigen Opfer des Wassersports bestanden zumeist aus jungen Leuten allem den aufopfernden, nie ermüdenden Eifer meines hoch im Alter von 16 bis 30 Jahren. Die Zahl der Leichtsinnigen, welche verehrten Lehrers Rickert kennen und beneiden gelernt und mit ihren Fahrzeugen fenterten, jedoch gerettet wurden, konnte natür bin schließlich nach ein paar Jahren wieder meiner Wege lich nicht genau ermittelt werden, da wohl kaum zwei Drittel aller gegangen, weil ich das nötige Quantum monarchischen Ge- Fälle behördlich bekannt geworden sind. Festgestellt wurden über fühls, das ein freifinniger Publizist, insbesondere an 300 Personen, die dem Wellentode entrissen wurden. Die Mehrzahl patriotischen Festtagen, nun einmal zu entwidein hat, beim besten aller Unglücksfälle ereignete sich auf der Oberspree, der Dahme und Willen nicht aufbringen fonnte. Ich habe im Dienste der Partei den anschließenden Seen. gegen das Tabaksmonopol, gegen die Zwangsinnungen, gegen die Zölle auf notwendige Lebensmittel, gegen den Reptilienfonds und gegen mancherlei andres Artikel geschrieben, was zum großen Teil gewiß höchst löblich war, aber ich bin während der ganzen Zeit das drückende Gefühl nicht los geworden: Was hilft das alles? Es steht Höheres auf dem Spiel!" " Aus einer andren Stelle des Artikels leuchtet deutlich die HilfLofigkeit des Bürgertums und anscheinend auch die Hilflosigkeit des Herrn Sudermann selbst hervor: engeren Ein kranker Mann. Es wird bestätigt, daß Prinz Prosper von renberg am 13. d. M. auf Grund einer militärgerichtlichen Verfügung aus dem Strafgefängnis Tegel in die Abteilung für Nervenfrankheiten bei der Strafanstalt Moabit übergeführt worden ist. Die Auflösung des Presse- Klubs. er erzählte, ergeben. irgend einem Zusammenhange steht, wird die weitere Untersuchung Poliklinik. Dr. G. Lennhoff hat im Hause Ziegelstr. 26 eine Poliklinik für Hals-, Nasen- und Dhrenleiden eröffnet, in welcher 7-8 Uhr, unbemittelten Personen Rat und Behandlung unentgeltlich nachmittags 2-3 Uhr, Dienstags und Freitags auch abends gegeben wird. Theater. Im Schiller Theater befinden sich gegenwärtig das dreiaktige Schauspiel Liebelei" und das einaftige Lustspiel Litteratur" von Arthur Schnitzler in Vorbereitung und werden in nächster Woche in Scene gehen. legten 24 Stunden zu beseitigen. Gegen Mitternacht wurde sie nach Feuerbericht. Ueber ein Dutzend Brände hatte die Wehr in den den Görlizer Bahnhof gerufen, weil hier Bretter und Kohlen in Brand geraten waren. Kleidungsstücke und Möbel gingen vorher in der Waldemarstr. 76 in einer Wohnung in Flammen auf, während in der Rüdersdorferstr. 8 im linken Seitenflügel Wäscheſtücke Feuer gefangen hatten. In der Lindenstr. 2 war abends 7 Uhr im vierten Stod in einem Badezimmer Feuer ausgekommen, das Lumpen und den Fußboden beschädigte. Vor dem Hause Königstr. 32 war gleich zeitig eine Motordroschke in Brand geraten. Die herbeigerufene In der gestrigen Generalversammlung des Berliner Presse- Slubs Wehr beseitigte das Verkehrshindernis sehr schnell. Nach dem " Während man auch auf freifinniger Seite begann, die Zeichen ist dessen Auflösung beschlossen worden. Als Liquidationstommiffion Kotibuser Damm 79 wurde die Wehr gerufen, um hier ein Pferd der Zeit zu verstehen und wie z. B. durch den Mund des wurden die Mitglieder des bisherigen Vorstandes Chefredakteur wieder auf die Veine zu bringen. Abends 11 Uhr war durch SelbstFührers der Freifinnigen Vereinigung Dr. Barth einem Bachmann und Justizrat M. Kempner mit dem Recht der Kooptation entzündung von Kohlen in der Dranienstr. 110/111 in einem Anschluß an die Socialdemokratie das Wort redete, schien diese bestellt und beauftragt, das Vermögen des Klubs zu liquidieren Bäckereikeller ein Brand entstanden, dessen Ablöschung in kurzer Zeit ihrerseits zu einem Teile wenigstens nicht ab und insbesondere die Mittel zur Tilgung des bekannten bei erfolgen konnte. geneigt, die willkürlich gezogenen Schranken eines proles Gründung des Klubs gewährten Darlehns von 24 325 M. flüssig zu Wehr nach der Höchſteſtr. 17, Belle- Allianceplaz und noch nach tarischen Klassenbewußtseins zu brechen und das politisch heimat- machen. verschiedenen andren Orten führten, waren auf Brände zurüc Los gewordene fleine Bürgertum mitsamt den von staatlichen zuführen, die bei Ankunft der Wehr von den Hausbewohnern bereits Machteinflüssen unabhängigen Geistesarbeitern sich anzugliedern. Der erste Erbbanvertrag des preußischen Fiskus auf Grund des abgelöscht waren. Seit aber in den verhängnisbollen Dresdener Tagen die Bürgerlichen Gesetzbuchs ist zwischen diesem und dem Beamten ausgestreckten Hände der neuen Freunde zu Gunsten eben jenes wohnungsverein zu Berlin nach langen Verhandlungen zu Klassenbewußtseins mit Geringfchäßung zurüdgewiesen stande gekommen. Es sind zunächst 50 Morgen des Gebietes von wurden, steht das fleine und mittlere Bürgertum wieder politisch Dahlem für Erbbauhäuser des Beamtenwohnungsvereins in Aussicht haltlos, wirtschaftlich in die Ecke gedrängt, mundtot gemacht, ohne genoinmen. Der Aufsichtsrat des Vereins hat in seiner Gesamtheit Selbstbewußtsein, ohne Hoffnung, ohne Zukunft da." Sem Vertrage schon zugestimmt. Die Bahn ist nun frei, weitere Sollte, was der Fall zu sein scheint, auch Herr Sudermann Verträge auf Grund des bekannten§ 1012 des Bürgerlichen Gesetz durch das Dresdener Verhängnis" aus der Fassung gebracht sein, buchs werden bald folgen. An den Beratungen bei Abschluß des so stände er, der Satiriker der Sturmgefellen, ebenso hilflos da wie Vertrages, der völlig neu ist, haben Vertreter aller preußischen die von ihm mit Recht gescholtenen Freisinns- Petrefakten. Ministerien teilgenommen. Hus den Nachbarorten. Aus Schöneberg schreibt man uns: Gewaltige Anstrengungen machen die Bürgerlichen aller Schattierungen gelegentlich der diesährigen Stadtverordneten Wahlen, um den Socialdemo war noch die sogenannte Mieterpartei in einzelnen Bezirken selbständig fraten ein weiteres Vordringen zu vereiteln. Bei früheren Wahlen borgegangen. Jetzt scheint der Haus- und Grundbesizerverein den Radikalismus der Mieterpartei an die Kette gelegt zu haben, wie denn ja auch schon damals bald nach seinem Auftreten der MieterDie Stadtverordneten- Versammlung hat sich in ihrer heutigen Ein Aufruf für die Harfen- Jule wird in der Gegend des verein mit den Hausbefizern Arm in Arm gegen die Sigung u. a. mit folgender Tagesordnung zu befassen: Vorschläge Halleschen Thores verbreitet. Die Harfen- Jule, das letzte weibliche Socialdemokratie zu Felde zog, Und das des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten Original Berlins, die bekanntlich vor einigen Monaten fälschlich tot- immer alles trotz der betonten Gegensäglichkeit zwischen Hausbesizer und " die auf Gerichts- Zeitung. Mieter. Dieses Jahr nun ist von dem legteren überhaupt zugestimmt, für diesen Platz einen auf der Dresdener Städtenichts zu merken, in ihrer Stellungnahme gegen die Socialdemokratie Ausstellung ausgestellt gewesenen Brunnen aus Granit für den find sie gleich von vornherein einig geworden. Uebernimmt doch Preis von 1500 M. zu erwerben. Dieser Beschluß ist jedenfalls mit der Haus- und Grundbefizer- Verein auch da, wo er nicht grund- Frenden zu begrüßen, da an fünstlerischem Schmuck unser Unter einem schweren Verdachte stand gestern der Schneider fäglich engagiert ist, einen Teil der entstehenden Agitationskosten, Ort bisher noch nichts aufzuweisen hat. Bei dieser Ge meister Karl Felske vor der ersten Straffammer des Landwie z. B. für den 7. und 8. Bezirk, wo bereits die Mandate unter legenheit müssen wir im öffentlichen Interesse auf gerichts I. Am 23. August d. J. bemerkte der Schneidermeister den Bürgerlichen verteilt sind. Im ersteren, wo Genosse Woller- mangelhafte Sonstruktion der Bedürfnis- Anstalt Schröter, daß ihm während der Nacht aus seiner Konfettionswerkstatt, mann kandidiert, haben die Bürgerlichen wieder den Tischlermeister dem erwähnten Blaze aufmerksam machen. die sich im Fabrikgebäude Grünauerstr. 21, 2 Treppen hoch, befindet, Infolge der um Knorr in Aussicht genommen, der 1898 als Hausbesizer gewählt ca. 1-1,50 Meter zu schmalen Schuhwand ist nicht mur von sechs Ballen Stoffe gestohlen worden waren. Er gelangte zu der war; der Bezirk wird jedoch diesmal, da in ihm bereits ein Haus- beiden Seiten der Schildhornstraße, sondern sogar von der Schloß- Ueberzeugung, daß schon in den Nächten vorher Diebe ihm Besuche befizer fungiert, durch einen Mieter ergänzt. Im 8. Bezirk soll straße und damit auch von den Wagen der dieselbe durchfahrenden 4500 M. abgestattet hatten. Den ihm zugefügten Schaden schäßte er auf unfrem bisherigen Vertreter, dem Genoffen Hoffmann, ein Elektrischen aus ein beträchtlicher Teil des Innern der Anstalt zu gefunden, es mußten also Dietriche angewendet worden sein. Die Thüren wurden ordnungsmäßig verschlossen vorKanzleisekretär namens Lachmann gegenübergestellt werden. Beiden übersehen. Hoffentlich wird von zuständiger Stelle dem Bauunter- während der Nacht gegen 3 Uhr hatten mehrere im Hauſe wohnende Herren werden unsre Parteigenossen hoffentlich einen unangenehmen nehmer klar gemacht, wie eine solche Anstalt beschaffen sein muß. Durchfall bereiten. Unsre Parteigenossen haben alle Ursache, gegenüber den koalierten bürgerlichen Parteien mit aller Kraft für unsre Kandidaten einzutreten. eue Ein Kampf um eine Leiche 3 Vermischtes. Personen, darunter auch der Pförtner, eine Thür flappen gehört, diesem Umstande aber kein Gewicht beigelegt. Anzeichen dafür, daß die Thäter in das Haus hineingelangt seien und es mit einer 6 bis 7 Centner schweren Last wieder verlassen hätten, waren Der Parzellierung der Schönholzer Heide haben 3. ist drei Wochen hindurch von einer Frau geführt worden, deren Mann nicht vorhanden. Dies hätte auch vom Pförtner gehört werden Schwierigkeiten in den Weg gestellt, welche die Abholzung unter sich in der Grünauer Forst erhängt hatte, in Grünau als müffen. Auch den Weg über den zweiten Hof hätten die Diebe nicht Umständen noch längere Zeit hinausschieben können. Bei der Fest- unbekannt beerdigt worden war und dann zur nachträglichen mit ihrer Beute nehmen tönnen, denn auf diesem Grundstücke wurden stellung der Grenze zwischen Nieder- Schönhausen und Rosenthal, Feststellung seiner Persönlichkeit wieder ausgegraben werden mußte. zwei wachsame Hunde gehalten. Der Dieb wie die Stoffe mußten welche vor einigen Wochen vorgenommen wurde, stellte sich bereits Der frühere Bäckermeister Gähler, in Berlin wohnhaft, fich denmach im Hause befinden. In demselben Hause, zwei Stock heraus, daß in Wirklichkeit durchaus nicht die Firma Borch u. Co. der seit Jahren geistestrant war, hatte sich am 12. September aus über Schröter, wohnte der Angeklagte Felske. Der Verdacht der Eigentümerin des Waldgeländes geworden ist, sondern, wie es aus seiner Wohnung entfernt und war nicht wiedergekommen. Seine Thaterschaft lenkte fich auf ihn. In seiner Werkstatt wurden Stoffe den an die einzelnen Adjazenten versandten Einladungen zu ersehen Frau hatte nach einigem Warten und vergeblichem Suchen ihn am gefunden, die genau mit den gestohlenen übereinstimmten. war, nach wie vor dem Forstfistus der Wald gehört. Worch u. Co. 14. der Polizei als vermißt gemeldet. Acht Tage vergingen zunächst, uch eine Menge fertiger Waren wurden sollen, wie uns versichert wird, das Geschäft nur für den Fistus gegen ohne daß die Polizei etwas von sich hören ließ. Die Beamten, die die dem Anscheine nach aus gefunden, den bei Schröter gestohlenen Schlußschein ausführen. Jetzt hat sich nun der eigenartige Fall nach G. forschten, waren nicht lässig beispielsweise soll einer von Stoffen hergestellt waren. Felste machte über den Erwerb die widerHerausgestellt, daß mit dem Fistus als Spetulanten eine Vororts- ihnen, der sich allerdings mehr durch Eifer als durch sprechendsten Angaben. Er bestritt auch im gestrigen Termin seine gemeinde nicht zufrieden ist, sondern ihm Schwierigkeiten macht. Es Erkenntnis des Zweckmäßigen auszuzeichnen scheint, zwei Schuld und ließ durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. ist bei der Parzellierung der Heide die Anlage von zwei nicht be- Tage lang umbergelaufen sein, um eine heute trächtlich großen Plägen vorgesehen. nicht Werthauer, eine Anzahl Beweisanträge stellen, die aber sämtlich vom Die Gemeindever- mehr egiſtierende Firma ausfindig zu machen, bei der Gerichtshofe als unerheblich abgelehnt wurden, da außerdem die tretung zu Nieder- Schönhausen genehmigte jedoch in Gähler seinen Hut gekauft hatte aber keinem gelang es, den Schuld des Angeklagten durch die Beweisaufnahme klar zu Tage geder gestrigen Sitzung den Plan der Regierung nicht, sondern be- Verschwundenen zu ermitteln. Diesmal wird indes niemand der treten sei. schloß, an den Fistus beträchtlich höhere Anforderungen zu stellen. Berliner Polizei einen Vorwurf daraus machen dürfen; denn G. Umstände und verurteilte ihn zu anderthalb Jahren ZuchtDer Gerichtshof versagte dem Angeklagten mildernde Vor allem soll ein wirklich großer Platz hergestellt und die Straßen hatte sich nach der Gegend von Grünau gewandt. Hier wurde er haus, fünfjährigem Ehrverlust und Stellung unter Polizeiteilweise breiter angelegt werden. Sodann werden aber auch aus- am 20. September im Walde tot an einem Baume hängend auf Aufsicht. gedehnte Geländestreifen zum Bau von Schulhäusern und einer gefunden. Ausweispapiere usw. waren nicht vorhanden; welche Kirche 2c. unentgeltlich für die Gemeinde verlangt. Schritte sonst zur Ermittelung der Persönlichkeit des Erhängten Sportkavaliere. Ein fenfationeller Spielerprozeß wird am Die Fahrversuche auf der Militärbahnstrecke Marienfelde- Boffen betaunter behandelt. Nach Bornahme der gerichtlichen Leichenschau dem Rubrum Simon und Genossen geführt worden. Die Anklage gethan wurden, wissen wir nicht. Schließlich wurde G. als In- 23. d. M. das Landgericht I beschäftigen. Die Untersuchung ist unter wurden am gestrigen Mittwoch von der Studien- Gesellschaft für durch das Amtsgericht Köpenick wurde die Leiche am 22. freigegeben richtet sich gegen drei sowohl in der Sportwelt als in der Welt der elektrische Schnellbahnen wieder aufgenommen. Ober- Ingenieur und am 23. früh in Grünau beerdigt. Spieler sehr bekannte Beriönlichkeiten. Der Vorfall, auf Grund dessen Dr. Reichel führte den Siemens- Wagen mehrmals über die Strecke. Am 24. September, abends um 127, erschien in Berlin bei Frau die gerichtliche Untersuchung eingeleitet und die Anklage erhoben Es galt, die bereits früher gewonnenen Resultate der Gähler ein Schuhmann und übergab ihr einen mit Bleistift ge- wurde, hat sich gelegentlich des letzten Hamburger Derbys abgespielt. Anfahr- und Bremsversuche für höhere Geschwindigkeitsstufen zu schriebenen Zettel: In Oberförsterei Grünau erhängt aufgefunden In einem bekannten Hotel am Jungfernstieg in Hamburg fand sich vervollständigen. Von hohem Interesse waren namentlich die eine männliche Leiche, scheint Bäckermeister Gähler zu sein." Wodurch nach dem Rennen eine aus Sportsmännern bestehende Gesellschaft Auslaufsversuche, welche zur Ermittelung des sogenannten diese Vermutung entstanden war, wann sie in Grünau bezw. in zusammen, um sich von den Aufregungen des Tages bei dem anBahnwiderstandes" dienen. Es geschieht dies in der Weise, Köpenick zuerst aufgetaucht und wann sie der Berliner Polizei mitgeteilt mutigen Spiel" Meine Tante, deine Tante" zu erholen. Unter daß der Wagen auf eine bestimmte Fahrgeschwindigkeit gebracht, worden war, entzieht sich unsrer Kenntnis. Frau G. nahm an, die 100 Mark zu pointieren, wäre als ein Verstoß gegen die guten dann der Strom ausgeschaltet und man die Länge der Strecke durch Leiche solle erst refognosciert werden. die Registrier- Apparate festgestellt wird, welche der Wagen mit seiner von Zweifel gequält, am 25. hinaus und fand Sie fuhr, von Sorge und Sitten angesehen worden, und so kam es, daß am Spieltische ganz lebendigen Kraft noch zurückzulegen vermag( Auslaufslänge). Diese Grab. ein geschlossenes bedeutende Summen umgesetzt wurden. Die Bank hatte ein fabelBeigen fonnte man ihr nur noch korridorschlüssel, Uhr und haftes Glück. Als aber einer der Pointeure, der aus dem WncherStrecke wird um so länger werden, je höher die Fahrgeschwindigkeit das mit ca. 13 M. gefüllte Portemonnaie des Toten. Schlüffel und prozeß Pariser bekannte Geldagent M., bemerkt haben wollte, war, bei welcher der Strom ausgeschaltet wurde. Den Bahnwiderstand, Portemonnaie wurden von ihr als Eigentum ihres Mannes erkannt, daß dieses Glück in dem falschen Abziehen des Bankhalters be der sich zusammensetzt aus der Reibung zwischen Rädern und aber nicht die Uhr. G. hatte eine neue Remontoiruhr( filberne gründet sei, nahm er( M.) einfach das auf dem Tische des Bankiers Schienen, dem Widerstand der Luft usw. muß man kennen, wenn Stapfel mit Goldrand) nebst ette gehabt; was man jetzt vorwies, liegende Geld an sich. Ein andrer Pointeur, der Millionär und man die Kraft berechnen will, welche die Motoren zu leisten haben; war eine alte unansehnliche Cylinderuhr ohne die Kette. Weitere Grundbesizer ist, forderte auch sein Geld zurück. Es kam zu einem er wurde gestern festgestellt für Geschwindigkeiten von 170, 180 Erkennungsmittel waren nicht da. Auch Kleidungsstücke konnte man argen Standal, der, nachdem die Hauptbeteiligten wieder in Berlin und 190 Kilometer pro Stunde; weiter kam man nicht, nicht vorlegen; sie seien mit in den Sarg gegeben worden, wie es eingetroffen waren, zur Erstattung einer Strafanzeige führte. Die weil inzwischen die für die Verfuchsfahrten freigegebene Zeit ver- bei unbekannten Zeichen üblich sei. strichen war. Heute wird wieder der neue Schnellmotor der Bäckermeister Gähler? War nun der Beerdigte der Turfwelt dürfte bei der am Freitag stattfindenden auf 9 Uhr Allgemeinen Elettricitäts- Gesellschaft in Funktion dafür! Aber die Uhr?! Portemonnaie und Schlüssel sprachen morgens anberaumten Verhandlung stark vertreten sein. treten, welcher, wie gemeldet, schon einige Fahrten mit 150 Stilometer stand hier der Argwohn, die Leiche sei beraubt worden. Frau Anscheinend ganz unvermittelt entGeschwindigkeit zurückgelegt hat. Dem Vernehmen nach werden der G. fagt, der Oberförster von Grünau habe ihn zuerst ausgesprochen, Präsident der tgl. Eisenbahndirektion Berlin, Wirfl. Geh.Ober- Reg.- aber das mag ein Irrtum sein. Sie selber hielt den auftauchenden Rat Kranolb und der Geh. Reg.- und Baurat Falt den heutigen Verdacht sofort feft. Sie beantragte die Ausgrabung der Leiche und Verfuchsfahrten beiwohnen. Morgen, Freitag, läuft voraussichtlich zugleich die Ausstellung einer Todesurkunde. Das wurde am 25. wieder der Siemens- Wagen. vom Oberförster als dem Amtsvorstand zu Brotokoll genommen. Grubenunglück. In der Grube Victoria bei Senftenberg stürzte Nowawes. Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer lebten wortete das„ Amt Grünau- Dahmer Forst":" Ihren hier zu Protokoll Rachmittag waren die Aufräumungsarbeiten noch nicht so weit vorEs begann jetzt ein langwieriges Hin und Her. Am 29. ant- em Stollen ein; drei Bergleute wurden verschüttet. Bis zum Sigung mit der Regelung des Submissionswesens zu be" Amf faffen. Unfre Genossen hatten seiner Zeit beantragt, bestimmte gegebenen Antrag, die Leiche des hier unbekannt aufgefundenen geschritten, daß man zu den Verschütteten gelangen konnte. Bedingungen hierfür feftaufeßen und auch einen Entwurf eingereicht. Mannes, welcher nach Ihrer Vermutung Ihr Mann fein soll, aus. Der Kaffenrendant der städtischen Gasanstalt zu Posen, Darin waren die bekannten socialdemokratischen Forderungen, welche augraben, lehnt der Herr Erste Staatsanwalt ab, weil die Beweise Hennig ist nach Unterschlagung von 15 000 m. flichtig ge= fich auf das Submissionswesen beziehen, niedergelegt. Diefer Ent- für die vermutete Beraubung der Leiche nicht erbracht worden sind. worden. turf wurde abgelehnt und eine Kommission gewählt, welche neue bekannten Mann lauten, wenn Sie nicht bestimmte Beweise erbringen, Die von Ihnen beantragte Todesurkunde kann nur auf einen unDrei Kinder verunglückt. In Neunkirchen, Bezirk Münster, Bedingungen aufstellen sollte. Diese letzteren wurden nun der letzten Sizung zur Beschlußfassung vorgelegt. Der Antsvorsteher erklärte, daß der Verstorbene Ihr Ehemann war." Frau G. vermochte nicht spielten unter Aufsicht eines 20 jährigen Mädchens drei Kinder. daß der vorliegende Entwurf von der Kommission, mit Ausnahme des einzusehen, wie man ihr die Todesurkunde verweigern fonnte, wenn Eines zog an einer nicht auf dem Boden befestigten Stüße eines Genossen Hoffmann, einstimmig angenommen sei, und auch er halte Schlüssel und Portemonnaie als Eigentum ihres Mannes erkannt worden brennenden Dfens, wodurch dieser nebst draufstehender Kanne mit ihn für geeignet, die Mängel, welche sich bei den bisherigen Sub- waren, und wie sie„ bestimmte Beweise", daß der Tote ihr Mann war, heißem Wasser umfiel und die Kinder unter sich begrub. Zwei sind missionen herausgestellt haben, zu beseitigen. Der§ 5 des Entwurfs der Antrag auf Ausgrabung nur mit Verdacht der Beraubung be- man am Leben zu erhalten. Auch das zu Hilfe eilende Mädchen hat bringen sollte, wenn man die Ausgrabung ablehnte. Vermutlich war bereits an den erlittenen Brandwunden gestorben, das dritte hofft besagte, daß bei beschränkter Submission die betreffende Kommission gründet worden, und die Frau übersah wohl, daß der Staatsanwalt schwere Brandwunden erlitten. mindestens sechs Unternehmer auffordern muß; es soll dann der Mindestfordernde den Zuschlag erhalten. Hierzu beantragte Genoffe ich lediglich an die Form gehalten hatte. In einer Bärenfalle gefangen. In eine sehr unangenehme Lage Gruhl, daß nicht die Kommission die Arbeiten vergeben soll, sondern zweites Mal, daß man die Leiche ausgrabe, worauf unterm 2. Oftober tam, wie aus Lipto- Szent- Miklos gemeldet wird, der slowenische die Gemeindevertretung. Dieser Antrag wurde angenommen. Der das Amt Grünau- Dahme'r Forst" antwortete, Grünaus Friedhof Schriftsteller Havlas, der ein eifriger Bergsteiger ist, bei der Bes § 9 des Entwurfs lautete: Bei Streits oder Aussperrungen ent- gehöre nach Adlershof, der Antrag sei dem dortigen Amtsvorsteher steigung des Krivan. Als er durch den Wald ging, geriet er in scheidet ein Schiedsgericht, bestehend aus fünf Mitgliedern der Ge- Frau G. am 3. Oktober gleich nach Köpenick und gab auf dem losmachen konnte. In diefer Lage blieb er vierundzwanzig Stunden, übergeben worden. Um die Sache zu beschleunigen, wandte sich eine Bärenfalle, die ihn so fest hielt, daß er sich auf teine Weise meindevertretung, und zwar dem Gemeindevorsteher als Vorsitzenden, Amtsgericht ihren Antrag erneut zu Protokoll. einem Schöffen und je einem Vertreter der drei Abteilungen, ob dem am 9. der Erste Staatsanwalt am Landgericht Berlin II, er lehne daherkant, hielt ihn für einen Wilddieb und wollte auf ihn schießen. Hierauf antwortete ohne daß ein Retter nahte. Ein Förster, der schließlich des Weges. Unternehmer eine Nachlieferungsfrist zu gewähren oder ob er von die Erhumierung ab„ mangels jeden Auhalts dafür, daß der Tod des Savlas hatte jedoch noch soviel Kraft, ihn anzurufen und aufder Konventionalstrafe zu entbinden ist. Ueber diesen Punkt entspann Verstorbenen auf eine Strafthat zurückzuführen ist, bezw. daß eine zuklären, worauf dieser ihn befreite. sich eine längere Debatte. Der Vorschlag wurde vom Genossen Gruhl Beraubung stattgefunden hat"; weitere Ausgrabungsanträge feien an die Verlegungen durch das Zuklappen der Falle, daß ihm der eine Fuß Er erlitt jedoch so schwere aufs entschiedenste bekämpft; er erflärte, daß bei einem derartig aus zuständige Kirchenbehörde zu richten. Noch am 9. schrieb Frau G. an den abgenommen werden muß. fammengefeßten Schiedsgericht die Arbeiter von vornherein im Nach farrer von Grünau. Unterm 10. antwortete das Pfarramt Bohnsdorfteil seien, da sie nur einen Schiedsrichter stellten, während auf die Grünau", der Friedhof gehöre nicht der Kirche, sondern der politischen Unternehmer drei entfallen; wolle man ein Schiedsgericht über die Gemeinde Grimau; zu entscheiden habe der Amtsvorstand in AdlersBerechtigung eines Streifs entscheiden lassen, jo müßten Arbeiter hof. Am 12. ging die umhergehegte Frau nach Adlershof. Sie bat und Unternehmer gleichmäßig darin vertreten sein. Herr Nathan und flehte, in die Ausgrabung zu willigen, aber noch immer wurden gab als Vater diefes Antrages seiner Verwunderung darüber Aus Schwierigkeiten gemacht. Als man sie fragte:„ Ist denn das so unbruck, daß die Arbeiter ein derartiges Entgegenkommen" nicht mit Freuden annähmen, da man in andren Gemeinden in dieser Be- bedingt nötig?" rief fie verzweifelt:„ Wenn denn niemand da ist, der über den Friedhof bestimmen will, so darf mich auch niemand ziehung viel schärfer gegen die Arbeiter vorgehe. Auch er erkenne an, bon ihm fortweisen. Morgen früh um 8 tönnen Sie mich mit Weizen, gut D.- Ctr. 15,80 15,78 daß es berechtigte Streits gebe; da müsse von Fall zu Fall entschieden meinem Enkelkind auf dem Friedhof finden. Wir werden uns jeder werden. Nach längerer Diskussion wurde der§ 9 mit 11 gegen einen Spaten mitbringen und die Leiche selber ausgraben." Da be-* Roggen, gut 4 Stimmen angenommen. Nachdem man die übrigen Paragraphen, scheinigte ihr der Amtsvorsteher, daß gegen die Erhumierung wurf mit 10 gegen 5 Stimmen angenommen. Das mit dem polizeilicherseits nichts einzuwenden" sei. Am 13. wurde dann das Grab geöffnet. Frau G. berührte es † Berfte, gut 1. Oktober freigewordene und der Gemeinde zur Benutzung über schmerzlich, als sie fah, daß der Tote, der ihr Mann sein sollte, in laffene We beschulgebäude wird zur Unterbringung von zwei fliegenden Schulklassen verwendet. Des ferneren soll ein Gaal für einem roh zusammgezimmerten Raften beerdigt worden war. Ein thäfer, gut die in Aussicht genommene Volksbibliothet eingerichtet Köpenicker" Zillenschlächter" hatte das Ding gebaut. Die Leiche war werden; ein andrer Saal soll als Turnhalle dienen; in einem Raum zusammengedrückt worden, damit fie in den Kasten hineinpaßte. sollen die Feuerwehrutensilien untergebracht werden; die Wohnung über war das überhaupt Gähler? Das Gesicht des Toten war Richtstroh bereits unkenntlich, und bekleidet war er nur mit Hose, Hemd Heu des früheren Direktors der Webeschule soll an ein Mitglied der Feuer und Strümpfen: Wo waren Rock, Weste, Stiefel und Hut? Hatte Erbsen wehr vermietet, die übrigen Räume sollen zu Gefängniszellen Speisebohnen verwendet werden. Dadurch werden die Zellen im Armenhause über- man nicht gesagt, die Kleidung könne nicht zur Rekognoscierung Zinsen dienen, weil sie mit in den Sarg gegeben sei?! Hatte nicht Frau flüssig und es sollen diese zu Wohnräumen ausgebaut werden, um G., weil angeblich fämtliche Kleider mit hineingegeben waren, auf * ab Bahn. dadurch dem Bedürfnis einer Vergrößerung des Armenhauses zu Ausgrabung bestehen und drei Wochen lang darum betteln müssen?! genügen. Wo waren die übrigen Kleider geblieben? " die nur Allgemeines enthielten, durchberaten hatte, wurde der Ent" Sie bat schriftlich ein hinterläßt ein Vermögen von 25 Millionen Dollars, welches er der Der bekannte New Yorker Millionär Mackay ist gestorben. Er hinterläßt ein Vermögen von 25 Millionen Dollars, welches er der Sarward- Universität vermacht hat. " " " Marktpreise von Berlin am 20. Oftober 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg mittel gering Schweinefleisch Stalbfleisch Sammelfleisch Butter Eter Starpfen 6,00 4,00 1,80 1,20 15,64 15,60 do. Bauch 1,50 1,10 " mittel " gering " n mittel 13,05 13,03 13,01 12,99 12,97 12,95 14,50 13,40 13,30 12,20 1,80 1,00 " " 2,00 1,20 " 1,80 1,10 2,60 2,00 60 Stud 5,00 3,00 " gering " 12,10 11,00 1 kg 2,20 1,20 15,80 14,80 37 mittel " 14,70 13,80 Male Bander 2,60 1,40 " 3,00 1,00 " gering " 13,70 12,80 Hechte 2,00 1,00 " " 4,10 3,82 Barsche 1,80 0,80 7,20 n 4,80 Schleie 3,00 1,40 40,00 25,00 Bicie " 1,40 0,80 n 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 per Schod 15,00 3,00 † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 21. Oktober 1903, morgens 8 Uhr. Barometer Wetter Stationen Wetter Steglit. Die letzte Gemeindevertreter Sigung Darüber mußte ja wohl derjenige Auskunft geben können, der nahm einstimmig den Antrag des Gemeindevertreters Fischer und die Leiche eingefargt hatte. Also ging's hin zum Köpenicker 2e ich endes Haus- und Grundbefizer- Vereins an, wonach die notwendigen die ner. Hier erfuhr Frau G. zu ihrer grenzenlosen Ueberraschung, Schritte einzuleiten sind zivecs Ausscheidens unsrer Gemeinde aus daß die Kleidung auf dem Boden liege. Des Leichendieners Frau Stationen dem Kreise Teltow und Erwerbung der Stadtrechte. Zur fagte, fie behalte öfters Kleidungsstücke unbekannter Verstorbener energischen Betreibung dieser Angelegenheit wurde eine Kom- zurück und verwahre sie auf dem Boden. Auf Berlangen holte sie mission von fünf Herren gewählt, welcher das Recht der Jackett und Weste und hinterher noch den Hut herunter. Es war Rooptation aus Bürgerkreisen zuerkannt wurde.- Der An- Gählers Hut, und auch Jackett und Weste wurden als ihm gehörig Swinembe. 765 trag auf Bewilligung von 4800 Mark Gehalt und 1200 Mark erkannt. Die Stiefel konnte die Frau nicht finden; sie versprach, sie Hamburg 761 DSD 3woltig 2 Petersburg 768 Wohnungsgeld- Zuschuß für einen Leiter der am 1. April 1904 neu der Frau G. nach Berlin nachzusenden. zu errichtenden höheren Mädchenschule, welche vorläufig Frau G. hat inzwischen diesen merkwürdigen Ausgang der München 764 S mit zwei Elementar- und einer fremdsprachlichen Stlaffe eröffnet Sache auf dem Amtsgericht Köpenick gemeldet. War denn in Köpenick Bien 768 NN werden soll, wurde der Etatskommission überwiesen. Zur Aus niemand bekannt, daß der Leichendiener oder seine Frau Kleidungs- Wetter: Prognose für Donnerstag, den 22. Oftober 1903. schmückung des Plages an der Schildhornstraße wurden ftüde Gählers zurückbehalten und, wie die Frau versichert, das bei Wärmer bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden und langsam zute außer den schon früher bereit geftellten 2500 Mark weitere unbekannten Toten schon öfters gethan hatte? Die ganze Annehmender Bewölkung; nachher etwas Regen. 2000 Mart bewilligt und dem Vorschlage des Gemeindevorstandes gelegenheit bedarf in der That durchaus der Aufklärung. Berlin 765 SD Frankf.a.M. 763D 1 wolfen! 1 Haparanda 758 S 6 Schnee 0 -6 9 2 wolfen!-0 Cort 3bebedt 2 Aberdeen 2wolfeni- 1 Paris 2Dunst-0 1 Dunst 753 3 3 heiter 759 SSW 2bebedt 10 Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druk und Berlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.