Nr. 128. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Bern spred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 3. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Wohnungsfrage mürbe, fo fällt für die reiche Induſtrie- Bourgeoisie in Crefeld Gewissen mit Vorträgen und Debatten über die Wohnung3und die Bourgeoisie. Jahre 1879 wurde ben niederrheinischen der„ Bergische Verein für Gemeinwohl" vor einigen Tagen dieser Einwand völlig in sich zusammen. Bereits im verhältnisse der minder bemittelten Volksklassen", wie sich Zegtiltapitalisten von autoritativer Seite in Düsseldorf zu seiner 6. ordentlichenGeneralversammlung einen Mitte vorigen Monats( Mai 1892) trug sich im Mittel- e in Spiegel vorgehalten, in welchem sie solchen halten ließ. Aber sie läßt selbst hierbei den punkt der niederrheinischen Textilindustrie, in Crefeld, eines das Wohnungselend ihrer Arbeiter genau Pferdefuß herausschauen, wenn der Vortragende ausführt, wie ein wichtiges Moment sei vor Allem auch darin zu er jener fürchterlichen Brandunglücke zu, bei denen die Prole so erkennen tonnten und sollten, tarier als Opfer ihrer gesellschaftlichen Lage die Beute für es das neueste Brandunglück wieder auf- blicken, daß in dem kleinen Manne die Lust geweckt die Flammen liefern müssen, und welche die bürgerliche gedeckt hat. In jenem Jahre veröffentlichte wird zu arbeiten, um so bald in den Besitz eines Bresse als nerventigelnde Schauergeschichten neben den Alphons Thun, der Lieblingsschüler preußischer Geheimer eigenen Heims zu gelangen". Und dann kommt auf einmal Mordthaten und Ehebruchsstandalen wollüstig durch ihre räthe und Professoren, sein treffliches Buch" Die Juduſtrie ein Brandunglück, wie das Krefelder, um den ganzen Hohn Spalten schleppt. Das vom Brand betroffene Haus war am Niederrhein", in welchem er rücksichtslos den Schleier dieser Worte erkennen zu lassen und die Ohnmacht der nach diesen Berichten ein altes zweistöckiges Gebäude, und von den grauenhaften Arbeiterzuständen der Textilbezirke kapitalistischen Klasse, an den schauerlichen Zuständen Man möchte irgend etwas Nennenswerthes zu ändern, unbarmherzig zu wurde( wir folgen hierin der unverdächtigen bürgerlichen Aachen, Krefeld, Gladbach und Rheydt zog. Crefelder Zeitung") in seinem oberen Stock von vier glauben, Thun hätte die niedergebrannten Wohnungen be- offenbaren! In diesem Sinne spricht das Drama, von welchem Familien bewohnt, wovon eine, die Familie des Strumpf- fucht, wenn er schreibt( Bd. 1, S. 57): winters Droffert, aus den Eltern und neun zum größten„ In diesen Räumen, welches Elend! Hier eine Frau, wir ausgingen, mit den Feuerzungen des verheerenden Theil noch kleinen Rindern besteht; im ganzen sollen welche sich einfam auf dem Schmerzenslager wälzt, während der Elementes, das eine Proletariermutter und sechs Kinder 28 Kinder in dem Hause gewesen sein. Die Schlafstätten Mann dem Erwerb in der Fabrik nachgehen muß; dort ein dem Tode in ihrer elenden Behausung überlieferte, zu den der Familien lagen zumeist gleich unter dem Dach in 4-5 rheumatischer Greis, von Weib und Kind verlassen; je höher Arbeitern. Die bürgerliche Gesellschaft bedeutet die Er man steigt, desto größer wird das Elend. Endlich auf der haltung des Elendes nicht blos in der Wohnungsfrage, die engen Stuben mit zusammen 7 Strohbetten; den ganzen Dachtammer macht es halt, hier fann es nicht mehr über- enderung kann nur durch uns und aus uns, aus dem Dachsöller durchlief ein Gang; in diesem muß nach Aussage troffen werden: ein enger quadratischer Raum von 5 Schritt der gegenüber wohnenden Nachbarn der Brand kurz vor 11 Uhr Nachts zuerst ausgebrochen sein. Der aufsteigende Qualm muß in ungeheuerer Stärke in die Stuben eingedrungen sein und so wohl bei den meisten, wie sich aus dein Befund der Leichen ergab, den Erstickungstod herbeigeführt haben. Man fand die Leichen theils im Bett, mehrere aber auch unter demselben liegend. Von der Familie Droffert wurden der Vater, sowie ein 16jähriger Sohn Namens Ernst, die sich noch über das Dach retten formten, schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht, dagegen die Mutter, die im Hembe in einer Ede zusammengetauert lag, nebst sechs Kindern, sämmtlich Knaben im Alter von 6 Wochen bis zu 18 Jahren, todt aus den Trümmern hervorgeholt. im Durchmesser, so niedrig, daß der Hut faft die Decke berührt; an Proletariate, kommen. der Wand in einem Baumstumpf ein mehrfach zerbrochenes Glas, welches rücksichtsvoll das blaffe Antlig nicht mehr widerspiegeln will, dann ein hinkender Tisch und ein breites Bett als einziges Ameublement! In diesem leeren Raume ohne Spur irgend welcher Behaglichkeit und eines Schmuckes fist Politische Lebersicht. beim zappelnden Säugling eine abgehärmte Frau und sucht ihn zu stillen. Nachts bevölkert sich der Raum... dann werden die Strohsäcke unter dem Bette hervorgezogen und bald wälzen sich die neun Personen im engen, dumpfen Raume. aus Kein Fenster zum Lüften ist da, nur oben im Dache eine Luke von 1 Fuß Länge und 1/2 Fuß Breite. Auf diese Scheibe praffelt die ganze Nacht der Regen, und durch dieses Guckloch brennt den langen Tag über die Sonne; doch mag sie scheinen Tage lang, Jahre lang, sie bringt sie endlich heraus: all die Noth, die hier verborgen!" Weshalb wir den traurigen Fall so ausführlich wiederCo packend malte ein bürgerlicher Sozialpolitiker bereits geben? Weil sich an ihm die ganze Ohnmacht vor zwölf Jahren all die Noth, all das Elend", das„ desto der bürgerlichen Gesellschaft, an unseren sozialen Miß- größer wird, je höher man steigt", und wenn seine Schilständen, sei es auch nur an der Wohnungsfrage, irgendwie berung 1879 nach einem Aachener Muster entworfen war, Erhebliches zu bessern, mit klassischer Deutlichkeit zeigt. so zeigt uns der neueste Brand in Krefeld, daß die WohnungsDas vom Brandunglück heimgesuchte Gebäude war, wie die misère seit langer, langer Zeit eine allgemeine Erscheinung Schilderung des bürgerlichen Lokalblattes zeigt, ein echtes im niederrheinischen Kapitalistenbezirk ist, da wie dort, in und rechtes Proletarier- Wohnhaus, früher vielleicht für eine jedem der Industriemittelpunkte, die sich stolz Metropolen Die niedereinzige bürgerliche Familie eingerichtet, dann aber zur Er- des deutschen Gewerbfleißes" nennen. zielung möglichst hoher Miethen mit Arbeiterfamilien in rheinische Bourgeoisie ist also gewarnt vier Familien mit über und gemahnt seit langen Jahren ganz ungeeigneten Räumen 20 Kindern in fünf elenden Dachkammern auf fieben Stroh was hat sie zur Hebung des unendlichen Fammers betten vollgepfercht. Solche Gebäude findet man ja gethan? Nichts, gar Nichts! Sie überläßt zu Hunderten in den älteren Theilen größerer Städte. den Proletarier nach wie vor seinem grenzenlosen Elend; Aber wenn andere Städte vielleicht die Entschuldigung ge- fie baut vielleicht da und dort ein paar Arbeiterhäuser" brauchen könnten, sie hätten von solch krassem Elend keine für brave, gutgesinnte Schäflein der großen Heerde, welche Ahnung, obgleich auch dies nach den bekannten Erhebungen die christliche Arbeitsordnung" der frommen Herren im Bezirk Frankfurt a. M. u. s. w. meist nicht zutreffen Brandt und Genossen befolgen. Sie täuscht ihr schlechtes Feuilleton. Macbrud verboten.] Am Webstuhl der Zeit. 128 Zeitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. unter ihnen eintreten könnte?" und Berlin, den 2. Juni. Molochs Thaten. Der Vossischen Zeitung" wird Paris mitgetheilt: In einer Arbeit, die Dr. Lagneau der Akademie der Wissenschaften vorgelegt hat, sucht er nach amtlichen Quellen Frankreichs Verluste an Menschenleben bur ch die Kriege des abgelaufenen Jahrhunderts von 1791 bis 1890 zu berechnen. Die Zahlen, die er findet, find grauenhaft. In Betreff der Verluste von 1791 bis 1799 ist man auf Schäßungen angewiesen. Zu den Fahnen wurden in jenem Beitraume 2 080 000 Franzosen berufen. Von ihnen fielen dem Grafen Garnier zufolge 720 000 Mann, nach anderen Demographen( Schilderern des Volkswesens) aber 1500.000. Bon 1799 bis 1815 dienten 3 153 598 Mann. Vor dem Feinde blieb eine Million, doch kam eine andere Million in den Krankenhäusern und Lagern um. Von 1815 bis 1851 waren die Verluste troß des Feldzuges in Griechenland und Algerien gering. Im Krimkriege starben 95 615 Franzosen; 10 240 auf dem Schlachtfelde, 85 375 in den Krankenhäusern. Der italienische Krieg kostete 12 173 französische Leben. Die Verluste des merikanischen Feldzugs wurden nie bekannt gegeben. Doch läßt sich berechnen, daß alle Abenteuer des Kaiserreichs von 1851 bis 1869 356 000 eben hinrafften. Den Verlust des 1870er Krieges findet Dr. Lagneau mit folgender Methode: 1866 hatte Frankreich) 38 192 064 Einwohner, von denen auf die verlorenen Ge= 1872 wurden 36 102 921 Einbietstheile 1597 238 kamen. wohner gezählt. Vor 1866 vermehrte sich die Bevölkerung jähr lich um 3,6 auf 1000. Die Vermehrung hätte also von 1866 zu befürchten, denn eine Genossenschaft hat keine kostspieligen Ich möchte jetzt gern noch etwas von Ihren AnLeidenschaften und Liebhabereien, wie die Privat- fichten über die Vortheile der genossenschaftlichen Arbeit unternehmer, fie spekulirt auch nicht, kann und darf nicht hören." spekuliren, fie unterliegt keinen zufälligen Auflösungen, feinen" In den Genossenschaften werden Arbeiter herangezogen, Privatereignissen, sie kann nur Mitglieder verlieren, die die unter einander selbst Ordnung und Zucht halten. An sofort durch Neueintretende ersetzt werden, und die Neuen Stelle der abscheulichen Anarchie der Konkurrenz, durch wie die Alten verfolgen dasselbe Geschäftsprinzip." welche jährlich Millionen von erarbeiteten Werthen un " Und fürchten Sie nicht, daß eines Tages Anarchic brauchbar gemacht und ewige Krisen erzeugt werden, tritt ein vernünftiges Verhältniß zwischen dem, was gebrauch und dem, was erzeugt wird, ein; statt gegenseitiger Ueber " Anarchie?! Herr von Hohenhausen, was verstehen vortheilung, Ueberrumpelung, wenn nicht gar Beschwindelung: Die Vermögenden bezahlen doch den größten Theil." Sie unter dem Worte„ Anarchie"?" besonnenes, würdiges Handeln. Sie haben es erfahren, in " Womit? Mit ihren Renten, Zinsen und Geschäfts-" Nun, ich meine einen Zustand, in welchem Niemand welche Lage selbst der Staat geräth, wenn eine Katastrophe gewinnen, die sie aus der Arbeiterklaffe ziehen! Denn sie melr sich einer Ordnung fügen und Jeder thun will, was an ihn herantritt. Das Kapital zieht sich zurück, Arbeitswerden doch gesehen haben und, wenn nicht, dann täglich ihm beliebt." lofigkeit tritt ein, Jeder legt die Hand auf das Kapital, sehen können, daß die Besitzenden bei aller Höhe der Steuern Exzellenz, solch eine Anarchie war nur möglich, wenn welches er unter dem Schutze des Staates erworben, vor nicht ärmer, sondern immer reicher werden. Was die Produktiv- zu Beiten eine tyrannische Regierung sammt den Zuständen, allen Dingen aber auf das Tauschmittel, das baare Geld Assoziationen anbelangt, so betrachten unsere klarer brein- die sie geschaffen, durch ein empörtes Volk und durch eine und flüchtet es wohl gar ins Ausland. Könnte so etwas schauenden Freunde und Genossen dieselben auch nicht als plögliche That über den Haufen geworfen wurden, ohne von Genossenschaften erwartet werden, die sich eins mit dem ein Radikal, sondern nur als ein Linderungsmittel, wären daß sich die Empörten vorher über eine neue beffere Or- Lande fühlen?" Sie haben, Herr Doktor, mir so Vieles zu hören der Zeit der Krisis und als eine Art von Vorschulen für ganisation geeinigt hatten. Im Uebrigen bedeutet das tünftige Genossen, sowie als eine Unterkunft für gemaß- Wort Anarchie nur einen staatlichen Zustand, in welchem gegeben, was der reiflichen Ueberlegung bedarf, daß meine regelte Borkämpfer unserer Ideen." es Niemandem erlaubt ist, die persönliche Freiheit der unfreiwillig erlangte Mußezeit damit vollständig ausgefüllt Stantsbürger weiter einzuschränken, als es das tlar erkenn- wird. Eine andere Zeit wird kommen; andere Berhältnisse bare und nachweisbare Recht anderer Staatsbürger noth- werden Platz greifen, und die liberale Klique, welche mit wendig macht." " Und für solche Experimente und Asyle soll der Staat, d. h. die Gesammtheit, großartige Opfer bringen?" " Und wissen Sie nicht, daß hierüber sehr viele Meinungsdifferenzen entstehen würden? Der Staat follte sie zur Milderung unausbleiblicher Konflikte und zur Vermittelung entgegenstehender Intereffen bringen. Was für Opfer, nebenbei bemerkt, werden übrigens Sie werden entstehen; aber das Heilmittel liegt in verlangt? Ein einjähriges Militärbudget, welches in unseren Augen nuklose, ja sogar schädliche Geldvergendung ist, liefert der direkten Gesetzgebung durch das Volk selbst, und auch die Mittel zu den werthvollsten Versuchen. Und wenn Ihnen diese Gesetzgebung muß Schranken finden an den garandieses Opfer zu groß dünkt, geben Sie vorläufig nur ein tirten Rechten der einzelnen Staatsbürger und deren GeBehntheil oder nur den Kredit dafür. Verluste sind kaum meinden." " ihren rabulistischen Advokaten den Geldsack an Stelle der Monarchie und ihren idealeren Institutionen zu setzen be müht ist, muß in ihr Nichts zurückgeführt werden. Sie können sich versichert halten, daß wir bei Ihrem Kampfe mit jenen Leuten nicht im Wege stehen werden. Se. Majestät glaubte den Frieden des Landes erhalten zu können, indem sie die vermeintlichen Vertrauensmänner des Volkes ins Ministerium berief. Der König muß eines Besseren f>i§ 1872 816 900 betragen müssen, statt dessen zeigte die Zäh- lung eine Abnahme um 491905. Der Verlust von 1308 805 Menschenleben ist auf Rechnung des 1870er Krieges und Kommune-Aufstandes zu setzen. Wie man sieht, hat Frankreich m seinen Kriegen während der letzten hundert Jahre ein wahres MeerseineseigenenBlutes vergossen. In der That„grauenhafte Ziffern"! Und wohlgemerkt, das ist blos ein Land; alle anderen Länder Europa's haben aber in der gleichen Zeit auch Kriege gehabt, durch pte sie zusammen mindestens das Doppelte verloren haben, wie Frankreich, das im letzten Jahrhundert freilich die größten Ader- lasse aufzuweisen hat, weil es fast ein Vierteljahrhundert gegen das ganze übrige Europa zu kämpfen hatte. Die Verluste sind in vorstehender Uebersicht wohl zu niedrig angegeben. Aus den Kriegen zu Ende des vorigen und zu Ansang dieses Jahrhunderts sind wohl die Zahlen der auf den Schlachtfeldern Gefallenen ziemlich genau; aber die der an Krankheiten Gestorbenen sind nach willkürlicher Schätzung gegeben, und, um das Volk nicht zu erschrecken, hat man jedenfalls die furchtbare Wahrheit zu mildern gesucht. Ans dem Krimkrieg— in den fünfziger Jahren dieses Jahr- Hunderts— haben wir die genauen Zahlen sowohl für den Tod auf den Schlachtfeldern, als für den Tod in den Hospitälern; und wie lauten die Ziffern? Auf dem Schlachtfeld 10 240; in den Krankenhäusern 85 375, das heißt mehr als acht Mal so viel als auf dem Schlachtfeld! Freilich, im Krimfeldzug half die Cholera dem Moloch an der Mordarbeit, allein statt der Cholera hatten die früheren Kriege daS Lazarethfieber und den Brand,— zwei Geißeln, welche die moderne Wissenschaft zwar überwunden hat, jedoch nur, um dafür die Mord- waffen desto mörderischer zu machen. Der Moloch begnügt sich aber nicht die Menschen zu morden, er verdirbt auch das lebende Ge- schlecht. Nicht von dem wirthschaftlichen Verderb reden wir, der ja selbstverständlich ist und Jedem bekannt. Nein, wir meinen den physischen, die gewaltsam herbei- «eführte Degeneration— die Entartung der Rasse. Nach der Darwinschen Lehre hat der natürliche Kampf um das Dasein die Wirkung, daß die schwächsten, wenigst lebenskräftigen Individuen zu Grunde gehen und � die kräftigsten übrig bleiben, die dann die Rasse fortpflanzen, so daß einer Degenerirung vor- gebeugt, ja für die Verbesserung der Rasse gesorgt ist. Bei den Kämpfen des Moloch verhält es sich u m g e- kehrt: die besten,_ die kräftigsten Individuen werden ge- opfert und die Schwächlichen und die Krüppel bleiben übrig, um die Rasse fortzupflanzen und zu verderben. Daß in Frankreich verschiedentliche Male das Rekrutenmaaß herab- gesetzt werden mußte, weil infolge der Kriege die Raffe degenerirte, ist in allen Geschichtsbüchern zu lesen. Der tragische Niedergang der von der Natur so bevorzugten sran- zösischen Rasse ist zur einen Hälfte auf wirthschaftlich e Faktoren(die in dem abscheulichen Zweikindcrsystem ihren Ausdruck finden) zurückzuführen, zur anderen und wohl größeren auf die Menschenopfer des Molochs, dem Frankreich innerhalb der letzten hundert Jahre mindestens vier Millionen seiner gesündesten und kräftigsten Söhne zum Opfer gebracht hat— in der That„ein wahres Meer seines eigenen Bluts", und zwar seines besten Bluts. Und die Kriege der Vergangenheit waren Kinderspiel, verglichen mit dem Krieg der Zukunft, der mit zehnfach größeren Massen und mit zehnfach mörderischeren Waffen geführt werden wird, als die blutigsten Kriege vor 1870/71, und mit mindestens fünfmal so großen Massen und mörderischen Waffen als der von 1870/71. Völker, erlöset Euch von dem Moloch! Krieg dem Krieg!— „Politische Sittlichkeit." Ist's möglich? Täuschen unsere Augen uns nicht? Nein, da steht es schivarz auf weiß als Titel des Haupt-Leitartikels eines fortschrittlichen Blattes. Wachen wir oder träumen wir? Ein fortschritt- liches Blatt, das für die„politische Sittlichkeit" eine Lanze bricht, und im Namen der„politischen Sittlichkeit" von heiligem Zorn entflammt fordert, daß ein durch richterliches Urtheil der frivolen Ehrabschneiderei überführtes Individuum aus der Führerschaft einer auf Ehre Anspruch machenden Partei zurücktreten muß, und daß ein ebenfalls durch richter- liches Erkenntniß der frivolen Ehrabschneiderei, der be- schränktesten Intoleranz und des fahrlässigen Meineids überführtes Jndividmun aus der Redaktion eines auf Ehre belehrt werden. Ich erwarte von Ihnen keinerlei Mit- theilunaen über die Schritte, die Sie zu thun gedenken, kann Ihnen aber auch selbstverständlich keine Auskunft über das geben, was später für räthlich und möglich erachtet werden dürfte." Heftiges Klopfen an dem nach dem Hofe hinaussehenden Fenster unterbrach jetzt die Beiden. Lange eilte es zu öffnen und kehrte nach kurzem Geflüster mit dem Draußen- stehenden zu seinem Besucher zurück, dem er die Mittheilung machte: „Meine Kundschafter melden mir, daß eine starke Patrouille in unsere Straße einbiegt." „Haben Sie nur keine Besorgnisse wegen dieser", er- klärte"der ehemalige Ministerpräsident lächelnd;„diese Patrouille kommt nicht unseretwillen, sonst wüßte ich bereits davon." „Wie? Exzellenz, Sie glauben sich versichert halten zu können..?" „Daß wir vollständig ungestört sein werden, so lange ich nicht vom Gegentheile benachrichtigt werde. Meine Polizei ist besser, als die des Dr. Raffmaus, darauf können Sie sich verlassen. Im Uebrigen habe ich Ihnen jetzt nur noch meine Freude darüber auszudrücken, endlich Ihre persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben und Ihnen zu rathen, wenn Sie Ursache haben sollten, die Stadt zu verlassen, dies möglichst noch in dieser Nacht zu thun, da morgen mit dem Frühesten an allen Ausgangs- punkten der Stadt Polizeispione stationirt sein werden, um den Steckbrief, mit dem man Sie beehrt und der bereits unter der Presse befindlich, an Ihrer Person wirksam zu machen." „Wie? steckbriefliche Verfolgung gegen mich?" „Wundern Sie sich darüber?" „Ich wundere mich, ja, weil ich nicht begreifen kann, aus welchem Grunde das Ministerium so mit aller Gewalt zum Kampfe treibt." „Weil dieses Ministerium nicht auS Staatsmännern, sondern aus Leuten besteht, die Alles persönlich nehmen und in einem gewissen geheimen Bewußtsein ihrer Schwäche eine Ahnung vom baldigen Ende haltenden und freisinnigen Blattes ungesäumt zu entfernen ist.-- Noch einmal: ist's möglich? Wir reiben uns die Augen. Die„politische Sittlichkeit" steht da, aber nicht die gekennzeichneten zwei Individuen sind es, gegen welche die fortschrittliche Entrüstung sich richtet, sondern— der katholische Geistliche, der an dem Grabe Forckenbeck's keine Komödie politischer Heuchelei aufführen wollte! O diese Komödianten!— Zur Gehaltsaufbefserungs- Frage, die in allen deutschen(und auch anderen) Vaterländern eine mehr oder weniger brennende ist, schreibt das Bayerische„Vater- land": Die erste ftanzösische Revolution beseitigte die Vorrechte und die Herrschaft des Adels und Klerus,»nd zwar nicht nur in Frankreich, sondern durch ihre Nachwirkungen in fast allen modernen Staaten. An ihre Stelle trat die Bourgeoisie, das „Mastbürgerthuni" der Sozialdemokraten, das Geldprotzenthum und bemächtigte sich mehr und mehr, endlich ausschließlich, der Herrschaft. Darum erleben wir in den heutigen Monarchien und Republiken das seltsame Schauspiel, daß Regierungs- formen, die sich äußerlich so unähnlich sind, als Monarchie und Republik, in ihrem Kern, in ihrem Wesen und in ihrem Walten einander gleichen, wie ein Ei dem andern. Da wie dort Vourgeoisie-Herrschaft. Die Verbrämung ist eine andere, die Sache ist dieselbe. Beide, Monarchie und Republik,.... arbeiten dazu mit, daß die Vermögen der„oberen Zehntausend" riefen- hast anschwellen, während es den unteren Millionen immer schlechter geht. Ganz in derselben Lage befanden sich vor mehr als 100 Jahren die unteren Millionen in Frankreich gegenüber dem Adel und Klerus und gegenüber dem auf Zunftrechte und Privilegien aller Art stolz"pochenden„Mastbürgerthum", und da die Regierung zu schwach war, die schreienden Miß- Verhältnisse zu beseitigen, so kam eben die llievolution. Dieselbe hat nicht erreicht, was sie anstrebte, sie hat vielmehr die ganze Welt der ekligsten Herrschast, der des G e l d s a ck e L, ausgeliefert. Die Geldaristokratie nnt allen ihren krätzigen Auswüchsen ist der xar exoslloaoo privilegirte Stand unseres Jahrhunderts. Könnte man denn aber aus der Vergangenheit nichts lernen? Könnte man nicht zur Einsicht kommen, daß die Herrschaft der neuen Privilegirten, der„Mastbürger" mit der- selben logischen Nolhwendigkeit hinweggefegt werden wird, mit der vor 100 Jahren die Herrschast der damaligen privilegirten Stände beseitigt wurde?— Eine Regierung, die Dauer haben will, fei sie nun monarchisch oder republikanisch, muß ihre Stütze bei den unteren Millionen, nicht bei den„oberen Zehntausenden" suchen, sie muß in vorwiegender Weise ihre Vorsorge den Kleinen, den Darbenden, den Subalternen zu- wenden. In einem Zeitalter, in welchem aus den großen Massen aller Länder nicht mehr der matte Ruf, sondern der mark- erschütternde Schrei ertönt:„Hilfe den Kleinen, Hilfe den Ausgebeuteten, Hilfe den Subalternen und Nnpragmatischen (d. h. den nicht fest angestellten Beamten, de» Diätare»)" gehen die monarchischen und republikanischen Regierungen und ihre gesetzgebenden Körperschaften her und b e s s e r n a u f— die Großen, die Hohen, diejenigen. die s a t t haben und noch niemals erfahren mußten, wie wehe H u n g er und Mangel thun! Wird dieses Verfahren in einer späteren Zeit nicht wie ein seltsamer Anachronismus, ja wie eine selbst- mörderische Maßregel beurtheilt werden? Wird es nicht schon von den jetzt lebenden unteren Millionen mit Unwillen ver» urtheilt? Täusche man sich doch nicht! Die Bourgeoisie-Herrschaft, diese krätzigste aller Herrschaften, nähert sich ihrer letzten Stunde. Man wird ihr bald das„Zügenglöcklein" läuten. Ja, man kann der jetzigen privilegirten Kaste das Wort zu- rufen:„Die Füße Derer, die deine Vorgänger hinausgetragen haben, sind vor der Thüre, um auch dich hinauszutragen." Und da gehen Regierungen und Volksvertretungen her und haben Aufbesserungen vorzugsweise für die Bourgeoisie, die unrettbar dem Untergange verfallen ist?!! Unter diesem Gesichtspunkte ist auch die bayerische Ge- Haltsaufbesserung des denkwürdigen Jahres 1892 zu bcurtheilen. Eine viel genannte Partei hatte da noch einmal, die letzte, Gelegenheil, ihr Schicksal zum Bessern zu wenden. Stach allen ihren Mißerfolgen lächelte ihr nochmals das Glück. Sie hätte wieder wahrhaft populär werden und siel) Popularität für die Zukunft sichern können, wenn sie unbeugsam darauf bestanden hätte, daß alle disponiblen Mittel zur Aufbesserung der Snb- alternen, der Unpragmatischen und der gering Besoldeten auf- gewendet würden unter gänzlichem Hinwegsehen von einer Aufbesserung Derjenigen, die bereits in Bezug eines ausreichenden Gehaltes waren. Die Partei hat einen anderen Weg vorgezogen. ihrer Herrschaft empfinden, welche Ahnung sie mit allen Mitteln beschwichtigen möchten. Jedenfalls aber wollen sie sich auch vorher an Denjenigen rächen, welche sie gekränkt haben. Wenn Dr. Raffmaus sich rächen kann, dann ist er schon glücklich, denn seine persönliche Genugthunng steht ihm höher als das Interesse des Staats. Was ist so ein Bourgeois überhaupt, wenn er nicht Egoist ist? Ein Unding, etwas Undenkbares." „Exzellenz haben ein merkwürdig scharfes Urtheil über diese Leute." „Weil ich sie kenne, nachdem ich dreißig Jahre mit ihnen gekämpft habe." „Zeit genug, allerdings, um Jemanden kennen zu lernen." „Ich denke auch, und um so mehr darf ich erwarten, daß Sie auf meinen Rath betreffs Ihrer persönlichen Sicherheit Bedacht nehmen. Auf Wiedersehen in einer besseren Zeit." „Ich werde, wenn es mir gestattet ist, Ew. Exzellenz zu begleiten, diesen Räumen auf unbestimmte Zeit Valet sagen, da mir, um Ihren freundlichen Rath benutzen zu können, nicht viel Zeit übrig bleiben dürfte." Als die Beiden an der Straßenecke angelangt waren, rief plötzlich eine Stimme: „Nehmen Sie mich gefälligst mit!" Eine Gestalt zwängte sich durch das Gebüsch der Promenade, und der Schriftsteller erkannte in dem so Plötz- lich Auftauchenden seinen Kampfgefährten Frank. „Wie, Herr Frank?" rief er erstaunt.„Was in aller Welt hat es möglich gemacht, daß ich Sie zu dieser nächt- lichen Stunde hier und auf freiem Fuße finde?" „Die Sache ist äußerst einfach zugegangen. Heute Nacht konnte ich nicht schlafen und setzte mich deshalb in meinem Bette— wenn Mau die Lagerstätte der Frohnveste mit diesem Namen belegen kann— aufrecht, um mir das Einzige anzusehen, was bei der schlechten Beleuchtung noch anzu- sehen war, nämlich den Mondenscheiu. Aber wie eS nach der Behauptung unseres Freundes Mensch im Leben nur selten einen reinen und ungestörten Genuß giebt, so war's auch hier: denn mit einem Male schiebt sich zwischen „Ich seh' dich an. und Wehmuth „Schleicht mir in's Herz hinein." Zum Verständniß des vorstehenden Artikels, der unter dem 25. Mai im radikal-ultramontanen„Bayerischen Vater- land" stand, diene Folgendes: Die bayerische Staatskasse weist, im Gegensatz zur preußischen, einen Ueberschuß von einigen 30 Millionen auf. So etivas wäre in Rußland nicht mög- lich, dafür würden die Beamten Sorge tragen, bei uns in Bayern ist das anders, man ist minutiös ehrlich und so hat sich auf Kosten der vielen Kleinen die Staatskrippe bis zum Ueberlaufen angefüllt. Was geschieht nun? Alan vertheilt einen großen Theil des Ueberschusses nicht an die Kleinen, sondern an die ungefähr 10 000 Mann betragenden höchsten Beamten, und je höher Einer steht, eine desto größere Gehalts- zulage bekommt er.— Die Kommission des Herrenhauses für das Gesetz, betr. die Aufhebung der Steuerfreiheit gegen Entschädigung hat beschlossen, die Vorlage in der Fassung des Abgeordnetenhauses anzunehmen.— Zum Lachen. Die Bockbeinigkeit, welche die Herreu- Häusler gestern bewiesen, wird von einigen Blättern ernst- Haft genommen. Nun— die junkerlichen Bockbeine werden mit Pudclgefügigkeit über den Stock springen, wenn es bc- fohlen wird. Die Regierung braucht nur zu blasen, und die Konservativen sind nicht mehr. Das wissen sie und—. sie wissen blos nicht, ob die Regierung blasen wird, das ist Alles. Sobald sie es wissen, sind sie zu Allem zu haben. Mit denl Adelsstolz vor Königsthronen ist's heut zu Tage nicht besser bestellt als mit dem B ü r g e r st o l z vor Königsthronen.— Die Lorbeeren des sächsischen Landtags haben die braunschweigische Landesversammlung— so heißt der Land- i tag— nicht schlafen lassen. Sie hat, wie gestern bereits j mitgetheilt, die strafrechtliche Verfolgung des„Braun-- schweizer Volksfreunds" beschloffen, und zwar um einer Lappalie willen. Die nationalliberale/„Magdeburger Zeitung" schreibt darüber: Braunschweig, 31. Mai. Die braunschweigische Landes- Versammlung hat heute nach mehrfachen vertraulichen Be- rathungen auf Ansuchen der hiesigen Staatsanwaltschaft der letzteren die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung des sozialistischen Organs„Br. Volksfreund" wegen mehrfacher Beleidigung der Landesversammlung ertheilt, ferner ihren Ausschuß ermächtigt, falls die beleidigenden Angrisse des Blattes sich wiederholen sollten, auch für derartige zu- künstige Fälle Strafanträae zu stellen. Gegen die Ver- folgung sprach nur ein Redner, der es für seine Person lieber gesehen hätte, wenn nach der Gepflogenheil in anderen Parlamenten eine Verfolgung nicht eingetreten wäre. Trotz- dem wurde diese nahezu mit Einstimmigkeit ertheilt. Veranlassung zu den beleidigenden Angriffen gegen die Landes- Versammlung glaubte der„Volkssreund" in der Behandlung einer Petition finden zu müssen, die sich gegen fortwährende Uebertretung der Straßenpolizei-Ordnung vor dem Hause der Oberhosmeisterin v. Rheinbaben(durch Befahren des Fuß- weges mit Hofwagen) richtete, welcher Mißstand durch Erklärungen vom Ministertische auch zu-■ gestanden worden war. Unkenntniß der Geschäfts- ordnung des Landtages, wonach über die Petition in der Sitzung der Berichterstattung noch nicht berathen werden durfte— letzteres geschah später in angemessener Weise—, soll den„Volksfreund" zu den Zlngriffen und Beleidigungen verleitet haben. Also strafrechtliche Verfolgung, weil unser Partei-Organ e i n g e st a n d e n c r ni a ß e n in der Sache Recht gehabt hat!— Ein Muster- Steuersystem besteht in Braun« schweig. Die Personalsteuer— eine andere direkte Steuer giebt es dort nicht— kann nur in der Höhe von 120 M. das Jahr erhoben werden. Der Millionär und zehn- und mehr- fache Millionär braucht nur so viel zu bezahlen, wie der Mann mit mittlerem Einkommen. Jetzt soll eine progressive Ein- i komnieusteuer eingeführt werden. Warten wir ab!— Ein volksparteilicher Klngmeier. Der schwäbische Volksparteiler Haußmanu, den seine an Staatsniännern so: beneid enswerth reiche„Partei", neben Payer als staats- männisches Paradepserd vorzuführen liebt, ist einmal außer> Lands gegangen, wo man an seine Weisheit gewöhnt ist, und hat in Bayern allerlei seltsame Dinge gesagt, für die ihm die„Fränkische Tagespost" gebührendermaßen auf die Finger klopft. Sie schreibt: mich und den holden Mondenscheiu eine Gestalt, deren Erscheinung nur deshalb weniger Schreckbares für mich hatte, weil sie nicht innerhalb, sondern außer- halb des Fenstergitters erschien. Zu dieser Wahrnehmung gesellte sich bald auch der beruhigende Gedanke, daß schwer- ij lich ein Räuber oder Dieb sich die Mühe nehmen würde, I irgend einer zu machenden Beute wegen gerade durch die I starken Eisengitter einer Gefängnißzelle zu brechen; und so ah ich denn in der größten Seelenruhe zu, wie der. moderne Zyklop mit den schwarzen Armen eine Eiseustange i nach der anderen zurückbog. Als aber aus diese Weise eine Oeffnung bcivirkt worden war, weit genug, um einein ordentlich ausgewachsenen Manne das Durchgehen zu er- möglichen, glaubte ich diesem so entgegenkommenden Be- sncher auch eine Gefälligkeit schuldig zu sein, und öffnete das Fenster.„Guten Abend, Herr Frank," lagt unser Genosse Wicßner, sobald er meiner gewahr wird,„haben Sie Lust, spazieren zu gehen?"—„Ist das Wetter schön?" frug ich dagegen.—„Wunderschön", sagt er, und nun säume ich nicht, sondern klettere auf das tenstersims, von wo aus ich mittelst� der Leiter ohne weitere eschwerlichkeit auf das Straßenpflaster gelange. Das ist die ganze Geschichte. Ich wollte, nun eigentlich zu Ihnen, weil ich dort eine so bequeme Entschlüpfungsgelegeuheit !enne, aber es bewegen sich heute Nacht auf Ihrer Straße allerlei verdächtige Gestalten, welche mich abhielten, weiter vorzudringen." „Es waren unsere Leute, die über meine Sicherheit wachten", erklärte der Schriftsteller. „Tie haben mich auch nicht abgeschreckt," ent- gegucte Frank,„aber ich bemerkte außerdem noch andere Gesichter, die gar nicht wie unsere Leute aussahen; wahre Galgeuphysiognomien." „Das waren meine Leute," bemerkte der ehemalige Ministerpräsident lächelnd,„man beHilst sich, wie man kann." „Ich habe nicht die Ehre," meinte Frank, den Begleiter Lange's mit mißtrauischen Blicken ansehend. „Exzellenz v. Hohenhausen," stellte Lange vor:„Herr Frank." (Fortsetzung folgt.) „yti sclmchm uTell am Eonnabend der zweite„große Sl�atsmann« der schwäbischen„Volkspartei". Advokat Hauß- inann, eine Rede über„Neuen und richtigen Kurs". Von unserm Parteigenossen Urban wegen der schwächlichen Haltung der volksparteilichen Abgeordneten in Bezug auf die Militär- forderungen der Regierung interpellirt, glaubte Herr Haußmann, welcher— nebenbei bemerkt—«in glühender Verehrer und Liachtreter Eugen Richter's ist, einen kolossalen Trumpf damit auszuspielen, daß er sagte, die Sozialdemokraten hätten gar keine Ursache, dm Volksparteilern in diesem Punkte Vorwürfe zu machen, denn sie selbst hätten im Reichstag Mann für Mann für die zweijährige Dienstzeit gestimmt. Das soll so viel heißen— und die volksparteilichen und nationalliberalen Blätter suchm es auch in ihren Berichten so auszubeuten—, als hätten die Sozialdemokraten ihre oppositionelle Stellung gegen den Militarismus aufgegeben, und die„demokratischen" Besucher der Münchener Versammlung scheinen bomirt genug gewesen zu sein, auf den ebenso faulen wie perfidm Advokaten- kniff hineinzufallen. Gewiß haben die Sozialdemokraten im Reichstag für die zweijährige Dienstzeit gestimmt, nachdem ihr eigener Antrag auf ein Jahr niedergestimmt war. Die Sozialdemokraten haben stets die Taktik verfolgt und werden sie immer verfolgm, für das dem Volke zunächst Nützlichste zu stimmen, den Etat aber in seiner Gesammtheit abzulehnen, wahrend„Freisinnige" und„Demokraten" durch ihre Zu- stimmung zum ganzen Reichshaushalts-Etat auch den fämmt- Iichen Militärausgaben zustimmen. Mit demselben„Rechte", wie Herr Haußmann gethan, könnte man den sozialdemokra- tischen Abgeordneten einen Vorwurf daraus machen, daß sie für die Handelsverträge gestimmt haben, obwohl durch dieselben die Lebensmittelzölle nur reduzirt, nicht gänzlich abgeschafft worden sind. Bei Eventualabstimmungen wird jede Partei, die es ehrlich mit dem Volke meint, immer für das relativ Günstigste ihre Stimme abgeben. Hütten die Sozialdemokraten gegen die zweijährige Dienstzeit, weil nicht weitgehend genug, oder gegen die Handelsverträge gestimmt, so würde derselbe Herr Haußmann jedenfalls mit demselben„Humor", von dem die„Franksurterin" betreffs seiner Münchener Leistung spricht, d. h. mit derselben Perfid«, behauptet haben, die Sozialdemo- kraten seien mit der Reaktion Hand in Hand gegangen. Solche seichte Klopfsechterkunststückchen sollten die, an der württem- bergischen Königstafel mitschmausenden Herren Hosdemokraten doch endlich unterlassen. Sie blamiren sich bei denkenden Po- ltiikern blos damit."— ® ernte. Die Anklage wegen Urkundenfälschung und Betruges ist gegen Baare und die Ingenieure Daring und Gramme wirklich erhoben worden und die Hauptverhandlung auf den 12. Juli anberaumt. DaS hat lange gedauert, und wir werden wohl noch nicht so bald das Nähere über die Kämpfe erfahren, die hinter den Kouliffen stattgefunden haben. Baare war der Vertrauensmann des Fürsten Bismarck, ein klassischer Ver- treter des alten Kurses Bismarck'scher Observanz, und der Schlag, der den König der Schienenflicker trifft, wird in Friedrichsruhe gefühlt werden.— Und soll's vielleicht auch. Als charakteristisches Kuriosum sei hier erwähnt, daß die Hauptkloake(oWea rnaxirna) vom Rhein, die„Kölnische Zeitung", gestern, d. h. gerade am Tag, wo der Anklage- beschluß gegen Baare bekannt wurde, über die Verleumdung dieses Biedermannes, welche„eine Vergiftung des deutschen Volksbewußtseins" sein soll, einen larmoyanten Leitartikel vom Stapel ließ. D i e zwei sind einander werth.— Der rührselige Alte— das ist die neueste Rolle, in welcher der würde- und ruhelose Radaumacher des Sachsenwalds sich jetzt dem deutschen Publikum zu prüfen- tiren beschlossen hat. Er benutzt den Tod Forckenbeck's, um der Welt zu erzählen, wie sehr er ihn geschätzt, wie er ihn und dem guten, guten Kaiser Friedrich(bei der Erinnerung laufen ihm die Thränen herunter) zu Lieb weiland Mittel und Wege gefunden, dem von ihm so hoch geschätzten Fortschrittler einen Orden ins Knopfloch zu schaffen. Die Wahrheit ist: er hat Forckenbeck und andere Fortschrittler mit dem kleinlichsten Haß verfolgt, und was seine Zärtlichkeit für Kaiser Friedrich betrifft, nun, so hat sie sich zur Genüge in der unsagbar rohen und bos- haften„Reichsanzeiger"-Notiz offenbart, welche seinerzeit die Krankheit des Kronprinzen amtlich' als Krebs bezeichnete. Diese Notiz, deren aus den Händen liegender Zweck es war, die Thronbesteigung des Kronprinzen Friedrich zu ver- hindern, ging von demselben Mann aus, der jetzt von Liebe für den Kaiser Friedrich zu reden die Stirn hat. Pfui!— Der Saatenstand in Rnstland. Das russische Ackerbau- Departement, also ein Regierungsamt, erklart in seinem neuesten Bericht den Saatenstand im allgemeinen für „befriedigend". Im April habe es schlimm ausgesehen, der Mai aber habe Alles wieder gebessert. Der Bericht trägt die allen russischen Staats- Aktenstücken eigene Verlogenheit faustdick an der Stirn. Es ist durch frühere authentische, jedoch natürlich nicht von der Staatsregierung ausgehende Berichte aus den Nothstands-Distritten festgestellt, daß dort der Boden zum Theil gar nicht besät werden konnte, weil es an Saatkorn fehlte, und daß außerdem— was die natür- liche Folge jeder Mißernte— der Viehstand furchtbar gelichtet worden ist, so daß unter den günstigsten Verhältnissen Jahre vergehen müssen, ehe der alte Stand wieder erreicht ist. Andere, unabhängige Berichte aus neuester Zeit schildern auch die russischen Ernte- Aussichten für dieses Jahr als trostlos.— Der Papst und die Republik. Die Liebesbezeugungen, mit denen die französische Republik seit einiger Zeit vom Papst überhäuft wird, haben in deutsch- patriotischen Gemüthern den schwarzen Argwohn erweckt, der Vatikan rechne aus die Dienste Frankreichs zur Wieder- Herstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes. Wenn der Papst solche Hoffnungen hegte, dann würde er sich allerdings e»ner mehr als kindlichen Raivetät erfreuen. Das Räthsel löst sich aber sehr einfach: der Papst macht gute Miene zum bösen Spiel; er will seine Anhänger in Frank- reich daran hindern, die demokratischen und sozialdemo- kratischen Elemente zu reizen, die vielleicht sehr bald in der Lage sein könnten, einen vernichtenden Schlag gegen die katholische Kirche als Staatssache in Frankreich zu führen.— Wahlschwindel. Von allen politischen Wettersahnen ist G l a d st o n e wohl eine der bestgeschmierten und be- wegtesten. Wenn wir sagen: bestgeschmierten, so denken wir dabei blos an seine ölige, salbungsvolle Beredtsamkeit, die halb aus pfäffischer Kasuistik, halb aus advokatischer Rabulistik besteht— denn Korruption im gemeinen Sinne des Worts hat dem alten Gladstone noch Niemand vor- geworfen. Aber er hat nur ein Ziel: seinen Ehrgeiz zu erfüllen; und er steht so vollständig unter dem Zauber- feiner eigenen Beredsamkeit, daß er Alles glaubt, was er zur Befriedigung seines Ehrgeizes sagt, und wenn es dem, was er eine Stunde vorher gesagt, klatschend ins Gesicht schlägt. Er glaubt seine eigenen— Lügen wären zu un- höflich und auch unrichtig, denn eine Lüge setzt das Be- wußtsein der Unwahrheit voraus, und Herr Gladstone hat stets das Bewußtsein, die Wahrheit zu sagen. Nur, daß die Wahrheit für ihn jede Stunde eine andere ist. So ist er im Laufe der Zeit vom Stock- Tory und Stock-Schutzzöllner zum„Pecliten"") und Frei- Händler, und schließlich zum Liberalen und Radikalen ge- worden, der aber gelegentlich heftige Rückfälle in die Vergangenheit hat, und stets in allen Farben des Regen- bogens schillert. Jetzt, an der Schwelle deS Wahlkampfs, zeigt Gladstone diese seine Fähigkeiten wieder in überraschendem Glanz. S i e sind mit den Jahren nicht schwach geworden, wie alles Andere an ihm. Vor wenigen Tagen noch war er so erbost aus den Achtstundentag, daß er die ihn befürwortende Deputation der Trades-Unionisten nicht empfangen wollte, und gestern sprach er sich in einer Wahlrede für den Acht- stundentag aus. Freilich mit allerhand Wenn und Aber, die in einer Gladstone'schen Rede nie fehlen. Nun— wir sind begierig, wie viel Arbeiterstimmen der unsichere Kantonist fangen wird.— Ende der Durhamer Arbeitseinstellung. Wie ein, nach Schluß der Redaktion gestern Abend eingelaufenes Telegramm meldete, hat die Konferenz, welche der Bischof von Durham für gestern Nachmittag veranlaßt hatte, zu einer Einigung geführt. Die Grubenbesitzer haben das An- gebot der Arbeiter, in eine Lohnreduktion von 10 pCt. zu willigen, angenommen. Hätten sie dies vor 8 Tagen gethan, so hätte man noch einen Akt ehrenhafter Nach- giebigkeit darin erblicken können, denn vor 8 Tagen er- klärten die Arbeiter, angesichts der Geschäftslage, sich zu dieser Konzession bereit. Damals aber antworteten die Herren Grubenbesitzer, das genüge nicht, und nimmermehr würden sie weniger als 13 pCt. statt der ursprünglich ge- forderten 13Va Prozent annehmen— eine nicht große Differenz, in der aber ein ganzes Prinzip stak: Will- kürherrschaft der Grubenbesitzer, Unterwerfung der Ar- beiter auf Gnade und Ungnade. Die Arveiter nahmen diesen frechen Bescheid so auf, wie er es verdiente, sie schleuderten die Schuld des verlängerten Kampfes auf das Protzenthum, und die öffentliche Meinung trat auf ihre Seite. Und so haben denn schließlich die Herren Gruben- besitzer sich gefügt. Die Arbeit wird heute wieder aufgenommen. Für die Arbeiter aber bedeutet dieses Ende der llwöchent- liehen Arbeitseinstellung, wenn auch keinen Sieg, doch einen großen Triumph, denn die Macht ihrer Organisation hat sich gezeigt, und mit ungelockerter Disziplin kann diese be- währte Kerntruppe jeden Augenblick in einen neuen Kampf eintreten.— Die Arbeiter sind zu fleißig, lesen wir in der „New-Iorker Volks-Zeitung", und darum haben sie nicht die Mittel, auskömmlich zu leben. Die Vereinigung der Gerbereibesitzer von New- England hat die Produktion in ihrer Branche verringert, weil zu viel Leder aus dem Markte ist. Der Kohlentrust hat die Kohlenproduktion ein- geschränkt, weil zu viel Kohle vorhanden. Der Trust der Eisenindustriellen und beinahe jede Vereinigung industrieller Unternehmer singt dasselbe Lied. Der Präsident, meint hierzu der„New Jork Herald", sollte einen Büß- und Bettag einsetzen, an dem man zu Gott fleht, mit seinem Segen einige Zeit einzuhalten. Weiß denn das kapitalistische Blatt auch, welches Ver- dammungsurtheil es damit über die von ihm vertretene heutige Gesellschaft fällt!? Während die Kapitalisten zu ihrem Gott flehen, mit seinem Segen inne zu halten, wäre der weitaus größte Theil des Volkes froh, wenn er sich nur ein geringes von jenem„Segen", jenem Ueberfluß an Waaren verschaffen könnte, unter dem die kapitalistische Welt seufzt. Und während das Unternehmerthum seine Produktion selbst verringert, wehrt es sich mit Hand und Fuß gegen das Be- streben der Arbeiter, ihre lange Arbeitszeil auf acht Stunden herabzusetzen. Diese bürgerliche Gesellschaft ist ein Muster von„Ord- nung". So das amerikanische Partei- Organ. Man sieht, in der neuen Welt ist es genau wie in der alten.— VsrketttKistrtihke»». Zu den häßlichen Szenen, die sich beim Strafantritt unseres Genoffen Pens abgespielt haben, bemerkt die Magdeburger „Volksstimme":„Selbst wenn die Parteigenossen wirklich im ge- schloffenen Zuge marschirt sind, so würde darin doch nur nach dem Begriffe des deutschen Polizeistaates eine Störung der öffent- Ilchen Ordnung vorliegen.— Wenn die Polizei für Stunden die belebtesten Straße» und Plätze absperrt, die doch sozusagen für das Publikum da sind, weil irgend ein russischer Großsürst oder der Kaiser aller Reußen durch diese Straßen zu fahren beliebt,— wenn in schier endlosen Zügen Militär durch die Straßen marschirt, Artillerie und Trainabtheilungen durch die Straßen fährt und da- durch Stauungen im Wagen- und Pferdebahnverkehr hervorgebracht � rütf?'!DCI,ri eiligePaffanten, diezwischen zweiKompagnien hindurch- zuschlupfcn versuchen, von übereifrigen Sergeanten oder Unter- °lstö«ren bei Seite gestoßen werden, weil ja die Straßen zuerst dem Militär, in zweiter Linie aber erst dem Publikum gehören so ist das keine Störung deS Verkehrs, der öffentlichen Ordnung. Wenn aber ein paar hundert Arbeiter einem Genoffen im Zuge das Geleit geben und gewißlich weder einen Wagen noch eine Pferdebahn aufgehalten, noch irgend einen Passanten gestoßen haben werden, so muß sofort die Polizei mit blanker Waffe einschreiten, das gehört nun so einmal in den Polizeistaat Ylnem. •• 3ni badische» Landtage trat der sozialdemokratische Ab- geordnete Dr. R ü d t für den Zentrumsantrag betreffs Wieder- m ng, der religiösen Orden mit der Begründung ein, seinem Geschmacke entspreche die Klosterfrage nicht; habe er aber das Recht, den Atheismus zu predigen, so müffe es den kirchlichen Geineinen freistehen, für sich Propaganda zu machen. Die Sozialdemokratie verwerfe alle Ausnahmegesetze, also auch das gegen die katholischen Orden. *« In Mannheim wurde in' einer von etwa 400 Frauen be- suchten Versammlung, in welcher Frau Ihrer sprach, ein Verein für die Interessen der Arbeiterinnen gegründet, dem sofort 200 Damen als Mitglieder beitraten. Offenbach. Wie das„O f'f e n b a ch e r Abendblatt" mit- theilt, ist Herr Max I a h ii aus der Druckerei desselben aus- getreten. Alle Geldsendungen und Zuschriften geschäftlichen Charakters sind für die Folge an K. Ulrich u. Ko. zu richten. #) Die mit Sir Robert Peel zum Freihandel bekehrten Tones. Im Landkreise Hannover siegten bei der Wahl der Arbeiter« beisitzer zum Gewerbegericht in fünf Bezirken die sozial- demokratischen Kandidaten. Nur in einem Bezirk(Kirchrode, Behmerode, Wülferode, Wassel, Müllingen, Rethen und Grasdorf) ist der Kandidat der vereinigten Gegner gewählt worden. *• „Geistiger" Kampf der Ültramontanen. Der klerikale Reichstags-Abgeordnete Superior G u e r b e r-Gebweiler hat bei der Fahnenweihe eines katholischen Vereins in Neudorf bei Straßburg eine Rede gehalten, in welcher er die blödsinnige Be- hauptung aufstellte: Würden die sozialistischen Weltverbesserer eine Fahne haben, so hieße die Inschrift: Fluche und gehe spazieren... Eine Delegirtenversammlnng der Sozialdemokratie des 7. württembergischen Wahlkreises findet am 26. Juni, Nachmittags in Calw, Gasthof zur alten Post, statt. Dieselbe wird sich mit Fragen der Organisation und Agitation befassen. Anträge:c. sind an Ludw. M a ch o l d, Calw, Lederstenstr. 92, zu richten. *» Polizeiliches, Gerichtliches. — Der gegen den Redakteur der„Elsaß-Loth- ringtfchen V o lk s- Zeitun g" wegen Abdrucks eines Artikels der„Franks. Zeitung" eingeleitet gewesene Majestäts- beleidigungs-Prozeß ist eingestellt und die Beschlagnahme der betreffenden Nummer(Nr. 28) aufgehoben wurden. — In Dessau wurde der frühere Redakteur des dortigen „Volksblatts", Edgar Steiger, von der Anklage der Religionsschmähung freigesprochen. Die Anklageschrift behauptete, Steiger habe am IS. Februar d. I. in einem öffentlichen Vor- trage„Der Egoismus in der Geschichte", den er im„C>rf6 Helgo- land" in Dessau gehalten, die Bibel als„altes Judenbuch" be- zeichnet und durch diese herabwürdigende Aeußerung die christ- liche» Kirchen und die jüdische Religionsgesellschaft beschimpft. Der Angeklagte bestritt, den Ausdruck„Juden b u ch" gebraucht zu haben, und versicherte, er habe an der inkriminirten Stelle lediglich vom„alten Juden t h u m" gesprochen, was sich aus dem ganzen Zusammenhange des Vortrags sehr leicht nachweisen laffe. Der Belastungszeuge, Polizeikommiffar Schräder, sagte unter Eid aus, daß der Auedruck„altes Juvenbuch" gefallen fei. Steiger gegenüber gestellt, mußte er indeß zugeben, daß er weder steno- fraphirt, noch in der Versammlung selbst Notizen gemacht, andern seinen Bericht erst am nächsten Morgen aus dem Gedächtniß niedergeschrieben habe. Von dem Staatsanwalt befragt, ob denn der Vortrag im Allgemeinen eine beschimpfende Tendenz gehabt habe, antwortete der Zeuge mit Nein, meinte aber, man wisse ja, wie die Sozialdemokratie überhaupt über Religion und Moral denke. Die Entlastungszeugen, die Steiger geladen hatte, bezeugten einstimmig, daß sie den Ausdruck „Judenbuch" nicht gehört hätten. Im Plaidoyer erklärte der Staatsanwalt, daß er zwar die beeidigte Aussage des Kommissars keineswegs bezweifle, daß ihm aber nach dem Gehörten selbst der Ausdruck„alles Judenbuch" in ganz anderem Licht erscheine; derselbe enthalte, innerhalb eines kulturhistorischen Vortrags ge- braucht, keine Beschimpfung, weshalb er die Freisprechung des Angeklagten beantrage. — Aus dem„gemüthlichen" Sachse» hat man den seit v Jahren daselbst aufhältlich gewesenen, aus Oesterreich gebürtigen Malergehilsen Adolf Schäfer ausgewiesen, weil derselbe„durch Entfaltung agitatorischer Thätigkeit Unfrieden unter der Bevölke- rung" gestiftet haben soll und als Reichsausländer ein Recht zum Aufenthalt in sächsischen„Landen"„überhaupt nicht habe". Schäfer's ganzes„Vergehen" bestand nach der„Sächs. Arb.-Ztg." darin, daß er die in Laubegast auskeimende Arbeiterbewegung durch Agitation bezw. Austragen von Flugblättern für die Gemeinderaths-Wahl förderte. Sozierl« Uebevstphl. De« Berliner Getverkschaften zur Nachricht! Laut Be- schluß der Versammlung der Berliner Streik-Kontrollkommisston vom 31. Mai hat in Sachen der Brauerei Moabit nnd Vereins- Brauerei Rixdorf der Ausschuß Vermittlungsversuche gemacht, welche bei der Brauerei Moabit von bestem Erfolge waren. Der Direktor derselben erklärte, daß der entlassene Arbeiter sogleich wieder eingestellt werden könne, und versicherte außerdem, daß mit seinem Wissen und Willen kein Arbeiter der Brauerei seiner politischen oder gewerkschaftlichen Thätigkeit wegen entlassen wir- den würde. Diese Angelegenheit ist also zur beiderseitigen Zu- sriedenheit geregelt. Die Sache mit der Vereinsbrauerei Rixdorf befindet sich noch in der Schwebe, da der Braumeister derselben erklärte, der betreffende Arbeiter sei nicht wegen seiner gewerk- schaftlichen Thätigkeit entlassen. Der Ausschuß wird in dieser Sache noch einmal in Gegen- wart des entlassenen Arbeiters mit der Brauereidirektion ver- handeln. I. A. de? gefchäftSführenden Ausschusses Hermann Faber, N.. Antonstr. 34. Sämmtliche Arbeiter der städtische» Brauerei zu Hannover, ca. 120 Personen, haben nach einer Mittheilung des dortigen„Volkswillens" die Arbeit niedergelegt. Die Arbeltseinstellung ist durch die Arbeitsordnung hervorgerufen worden. Dieselbe soll mit dem Ausschuß der Arbeiter„ver- einbart" sein, thatsächlich aber sind die Wünsche der Arbeiter mit einer einzigen Ausnahme nicht berücksichtigt worden. Die Auflösung des UnterstützungSvereins deutscher Bildhauer, eine Folge behördlicher Äedrängungen, ist von den Mitgliedern dieser Organisation mit 2379 gegen 70 Stimmen beschlossen worden. Zur Auflösung ist statutarisch«/<- Majorität erforderlich, was bei der seinerzeit vorhanden gewesenen Mit- gliederzahl 2203 ausmachte. Die»/«-Majorität ist also bedeutend überschritten worden. Die in Mainz stattsindende General- Versammlung hat nun die letzten laufenden Geschäfte zu erledigen und dann tritt die von den Gauvereinen Berlin, Breslau. Dresden, Hamburg und Stuttgart zu wählende fünfgliedrige Liquidationskommission zusammen. Der Verein hört mit Ende des 2. Quartals dieses Jahres zu ex i stiren auf. An seine Stelle tritt eine andere Organisation, worüber in Mainz noch Beschluß gefaßt wird. Der Unterstützungsverein deutscher Bildhauer hatte am Schluß des 1. Quartals 2943 Mitglieder, wovon sich I0K auf der Reise befanden. Seine Organisation ähnelte der der Buch- drucker. Die Abstimmung, welche der Verein über die Einführung einer Unterstützung bei Arbeitsunfähigkeit und Zahlung eines Beitrages von öv Pf. vorgenommen hat, ergab 1270 Stimmen' für und 362 gegen das Projekt. Die Maler, Lackirer und Anstreicher im Köniqreich Sachsen halten am 3. Juli in Dresden einen Provinzialtag ab. Bericht über den Stand der Organisation und Regelung der Agitation im Königreich Sachsen sind die Hauptpunkte der Tagesordnung. Briefe und Anfragen bezüglich dieser Zusammen- kuuft sind an W. Pohle, Dresden, Schuhmachergasse 1(Stadt Aussig) zu richten. Mttflertage finden zu Pfingsten statt: Für S ü d d e u t s ch. land am S. und 6. Juni im Gasthaus zum Weißen Roß in p e r; sur Sachsen am v. Juni im Restaurant Mulden- terraffe m Döbeln. Die Angestellten der Nrn-England-Granittverke haben nach New-Zorker Nachrichten die Arbeit niedergelegt weil die Werlbesitzer die mit den Angestellten abgeschlossenen Kontraktenichtvordem 1. Januar erneuern wollten. Für den Juhalt der Inferate über Berliner Bock- Brauerei" timmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 3. Juni. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Das Nachtlager in Granada. Schauspielhaus. Imogen. Berliner Theater. Nora. Deutsches Theater. Don Carlos. Leffing- Theater. Irrlichter. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Ulanen. Bellealliance- Theater. Der Günftling. Kroll's Theater. Lorle. J ( Tempelhofer Berg). Am Montag, den 6. Juni( 2. Pfingst- Feiertag): Vokal- und InstrumentalFrüh- Konzert, arrangirt vom Gesangverein Berliner Typographia" " ( Dirigent W. Bölke). Achtung! 6. Berliner Neichstags- Wahlkreis. Große Am Freitag, den 3. Juni, Abends 8%, Uhr, öffentliche Volfsversammlung im Lokale des Herrn Hensel, Invalidenstr. 1. Tagesordnung: 1. Bericht der Fünfer- Kommission in Angelegenheit der Firma Baer Sohn. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Musik wird von Mitgliedern der Freien Ver- 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. einigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt, unter 475/3 Leitung des Herrn G. Schonert. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Vf. Der Reinertrag ist zu wohlthätigen Zwecken bestimmt. Im großen Saale Tanz. Herren, welche daran Theil nehmen, zahlen 50 Pf. extra. Die Kaffeeküche ist von 5 Uhr an geöffnet. Billets find in allen mit Plakaten belegten Handlungen, fowie Morgens an der Kaffe zu haben. 391b Oßtend- Theater. Die Kelnerinnen Nagel's Sommer- Theater( früher Lehmann), von Berlin. Feenpalast. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Berl. Sommer- Theater SOO ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Freitag, den 3. Juni: Schwedterstrasse 23/24. Vollständig neu renovirtes Lokal und Garten. Montag, den 6. Juni( 2. Pfingst- Feiertag): 164/18 Großes Früh- Konzert mit Theater- Vorstellung, arrangirt vom Gesangverein ,, Nord"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Entree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. Billets sind zu haben im Vereinslokal bei Gnadt, Brunnenstr. 38 a. ..Moabiter Gesellschaftshaus" 1. Theil: Specialitäten- Vorstellung. 2. Theil: Zwölf Mädchen in Uniform, Vaudeville- Burleske in J 1 Akt von L. Angely. 3. Theil: Specialitäten Vorstellung. Zum Schluss: Grosses BalletDivertissement( Najaden- Ballet) ausgeführt von 20 Damen. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 71/2 Uhr. Alt- Moabit 80-81. De Am zweiten Pfingst- Feiertag: 387b Gr. Früh- Konzert und Theater- Vorstellung, Bei ungünstiger Witterung bieten unter Mitwirkung der Gesangvereine Freiheit- Moabit, Nordsterndie gedeckten Hallen Schutz für Wedding, und dem Sängerdhjor der chirurgischen Branche( Mitglieder ca. 3000 Personen. des Arbeiter- Sängerbundes), Chormeister Herr Suchsdorf. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfennig. Billets find in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Sonnabend: Grosse Vorstellung. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Knebel's Garten- Lokal, Badstraße 58. Sonntag, den 5. Juni 1892( 1. Pfingstfeiertag): Grosses Früh- Konzert vom Männer- Gesangverein ,, Steinnelke"( Mitglied des Der Einberufer. Deffentliche Versammlung Der Töpfer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 9. Juni 1892, Abends 6 Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Große Frankfurterstraße Nr. 117. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Rongreß. 2. Wahl von Vertrauensmännern. 3. Stellungnahme zum Beschluß der Gewerkschaftsversammlung im Feen- Palast. Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß vom Sonnabend, den 4. Juni ab die Ausgabe der neuen Karten, sowie Quittungsmarken zur freiwilligen Sammlung zu unserem Generalfonds Gipsstraße 3 verausgabt werden. Die Kollegen werden hierauf ganz besonders aufmerksam gemacht, weil die Ausgabe der Karten u. f. m. nur dort erfolgt. Säulenanschlag findet nicht statt. E 411/13 Carl Thieme, Ruppinerftr. 4. Achtung! Rummelsburg. Sonnabend, den 4. Juni, Abends 81/2 Uhr: Achtung! Gr. öff. Volksversammlung für Rummelsburg- Borhagen- Stralau im Lokale des Herrn Bordhmann, Hauptstraße 11. Tagesordnung: 1. Was ist zu thun, um die Lokalinhaber in Rummelsburg- Stralau zu veranlassen, ihren Bedarf an Kellnern von dem unentgeltlichen Arbeitnachweis der Gastwirthsgehilfen Berlins zu unternehmen. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Distussion. 3. Abrechnung des sozialdemo fratischen Wahlkomitees für die Gemeindevertreterwahl in Rummelsburg. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. Um recht zahlreichen Besuch bittet Achtung! Buchbinder, Lederarbeiter! Montag, den 6. Juni( 2. Pfingst- Feiertag): 372b Großer Ausflug mit Damen nach Friedrichshagen ( Schulze's Seeschlösschen). Für Beluftigungen aller Art ist gesorgt, unter anderen auch Preiskegeln für Damen, Preiswettlaufen für Herren, Tang 2c. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof 9,04 Uhr. Friedrichshagen ist mit jedem fahrplanmäßigen Zuge vom Schlesischen Bahnhof für 20 Pf. zu erreichen. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand des Fachvereins der Buchbinder etc. Restaurant 440/7 Treptow. ,, Park- Schloss" 10 Kegelbahnen. Tanz. Volksarrangingerb.) unter Leitung ſeines Dirigenten Herrn A. Miesch, fowie unter Grösster Garten. blutigungen aller Art. Jeden Sonntag: Urb.- Sängerb.) Mitwirkung des Kraft- und Artistenvereins, Humbold" und des Charaktertomiters Herrn H. Lewandowsky mit seinen neuesten Original- Nummern. Konzert. NB. Der neuerbaute Saal, 1000 Personen faffend, ist zu Fest Anfang früh 5 Uhr. Programm 30 Pf. lichkeiten 2c. von Mitte Juni ab an Vereine und Gesellschaften zu vergeben. Das Komites. PassagePanopticum. 384b Reinickendorf. Täglich Müller's Schützenhaus, Residenzstraße 63. TheaterVorstellungen. Auch im Sommer. Wallner- Theater. Sonnabend, 4. Juni und folgende Tage: Des orientalischen Magiers Ben- Ali Bey indische und egyptische Zauber und Wunder. Neue Vorführungen. Sommerpreise. S Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Vereinstimmer mit sep. Eingang ( bis 40 Personen), auch als Zahlstelle zu vergeben, R. Jakob, Boechstr. 5. Nordhäuser Getr.- Kümmel • Liter 65 Pf. 65 Franz Beyer, Chaussee- Str. 103. Maitrank, täglich friſch, 8 Flasche 60 Pf. Franz Beyer, Chauffeeftr. 103. 1. Pfingstfeiertag: Große humoristische Soiree 380b ausgeführt von dem beliebten Theater- Solo- Quartett, unter Mitwirkung des Bassisten und Humoristen Herrn Lachmann, sowie des Tenoristen Herrn Geisl und des Konzertmeisters Herrn Gürtler. Achtung! Reinickendorf, Seeschlößchen, Markstr. 1-2. Am Montag, den 6. Juni( 2. Pfingst- Feiertag): Großes Früh- Konzert, Friedrigshagen: Gasthof„ Zur goldenen Krone", Friedrichstr. 134, Ecke der Seestraße. Inhaber: C. Conrad. Großer Garten, Tanzsaal, E Regelbahnen, Kaffeeküche, Weißbier. Ausspannung für 50 Pferde. 191b Hüte mit Arbeiter- Kontrollmarken aus der Genossenschafts- Hutfabrik Cravatten Kragen u. Manchetten Handschuhe 2461L empfiehlt in Strohhüte Sonnen- und Regenschirme, Spazierſtöde reicher Auswahl veranstaltet vom Arbeiter- Bildungsverein, sowie vom Gesangverein G. Gottmann, Große Frankfurterstr. 130 am Oftend Weiße Rose. Jm Saale: Tanz. Anfang 5 Uhr. Billet mit Programm à 20 Pf. Pferdebahnverbindung von der weidendammer Brüde- Webbing bis vor das Lokal. ( Das Komitee. Achtung! Tapezirer. Montag, den 6. Juni( 2. Pfingstfeiertag): Landpartie mit Familie 113/5 nach Zehlendorf, Kl. Machnow, Wannsee, Schlachtensee arrangirt vom Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgegend. Treffpuntt: Morgens 9 Uhr präz. Potsdamer Bahnhof( Wannsee Bahn). Für Nachzügler von 3 bis 4 Uhr in Wannsee am Bahnhof. Bahreiche Bertheiligung erwünscht Der Vorstand. Reinickendorf. 384/6 Freunde und Sangesbrüder nebst Familie sind hiermit vom Gesangverein Weissse Rose( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) zum 1. Pfingstfeiertag, Nachmittags 4 Uhr, Allen Freunden und Bekannten bei dem Genossen Emil Kirsch, Residenzstraße 20, 390b empfehle mein Weiß und Bayrischbier Lokal. W. Haugk, Boedhstraße 45. Vereinszimmer mit Pianino 25 Entree fret. freundlichst eingeladen. Die Raffeeküche ist geöffnet. Auch erfolgt die Ausgießung einer ganz vorzüglichen 00 Weißen. und 50 Berf. Fürstenau, Man- Kranken- u. Begräbnißkasse der Bau- u. Fabritarbeiter Berlins. teuffelftr. 53, Ecke Reichenbergerstraße. ( Eing. Hilfskaffe 13.) Vereinszimmer zu vergeben Grüner Sonntag, 12. Juni, Vormittags 11 Uhr, im Lotal Säger, Grüner Weg 29: Weg 27, part. General- Versammlung. 381b des königlichen AmtsTagesordnung: Rechtsbureau richters a. D., Alte 1. Abänderung des Statuts(§ 10-16). 2. Jnnere Rassenangelegen 383b Hüte Gegr. 1876. Theater. in großer Auswahl für Damen, Herren und Kinder garnirt und ungarnirt, au anerkannt billigen Preisen empfiehlt W. A. 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Veteranenstrasse 14. Verkaufe meine Sonnen- u. Regenschirme 1 Mark billiger wie im Laden. 3786 J. Riel, Waldemarstr. 52, parterre. Schneidermeister, 127Staligerstraße127 Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Wer borgt einem Genossen 60 Mart gegen Zinsen und gute Sicherheit. Offerten u. O. G. an d. Exped. des Jakobstr. 180. Gewissenhafter Rath heiten. 3. Verschiedenes. in allen Angelegenheiten. Unbemittelten Der Kaffentag fällt Sonntag, den 5. Juni aus. Jedes Mitglied ist Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, unentgeltlich. Auch Sonntag.[ 2225L verpflichtet, zu erscheinen. Der Vorstand. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. ,, Vorwärts". Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. 392 Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorlviirts" Berliner Bolksblatt. Nr. 138. Freitag, den 3. Juni 1893. 9. Jahrg. KoyKott-Liste für die Herliner Fokale. von l; 21. ser Allee. Folgende Lokale sind nicht zu haben: I. Wahlkreis. Kroll's Etablissement, Sommerstraße. Zelt No. 1. D r ä f e l, Neue Friedrichstr. 3S. Brandenburger Haus, Mohrenstr. 47. ©uftav Richter, Burgstraße 12.(Hotel König Portugal.) ©esellschaftshaus, Niederwallstr. 20. Altstädter Hof, Kaiser Wilhelmstr., Ecke Neuer Markt. Konzert-Haus, Leipzigerstr. 4ö. H. Wahlkreis. Friedrichstädtis ches Casino, Martens, Friedrichstr. 236. Seinrich's FestsSle. Blücherstr. 61. ch r ö d er, Steglitzerstr. 18. Anh altische Ressource. W. Süßer, Möckern- straße 114. Rothacker, Bellealliancestr. 5. Philharmonie, Bernburgerstr. Restaurant„Zur Lehmkute", am Kreuzberg(ver- längerte Katzbachstraße). ■II. Wahlkreis. Keller, Köpnickerstr. 66/97. Buggenhagen, am Moritzplatz. IV. Wahlkreis. Heiße, Skalitzerstr. S4. Fi ebig, Gr. Frankfurterstr. 27/28. Steffen, Landsberger Allee ISO. Wenzel, Gr. Frankfurterstr. 99(früher Krüger) Alhambra, Wallner-Theaterstr. IS. Zech's Säle, Alexanderstr. 27C. K ö n i g st a d t- K a s i n o, Holzmarktstr. 72. fi ö n i g st ä l) t i f ch e§ Kasino, Gr. Frankfurterstr. 76. Martini, Gr. Frankfurterstr. 47. Oftend-Theater-Garten, Gr. Frankfurterstr. 130. V. Wahlkreis. Schweizergarten. Brühning, Grand-Hotel Alexanderplatz. S i e m u n d, Linienstr. 9. N e u m a n n, Linienstr. 19. A h r e n s, Weinmeisterstr. 9. Lindner, Rosenthalerstr. 12. Heinrich, Ballsalon, Joachimstr Tonhalle, Friedrichstr. 112. F i e b i g, Kleine Auguslstr. 14. D i e s e n e r, Landsbergerstr. 40. VI. Wahlkreis. luhlmann, Schönhauser Allee. ! a l b o, Berliner Prater, Schönho_________ Porstädtisches Kasino, Ackerstr. 144. Artushof, Perlebergerstr. 23. Schwartz, Hohenzollern-Saal, Bandelstr. 3S Schulz, Stettinerstr. 57. Ww. Schirm, Badstr. 19. Gottschalk. Badstr. 23. Germania-Festsäle(Inhaber Stein), Chauffeestraße. Marienbad, Gesundbrunnen. Moabiter Kasino. Wilsnackerstr. 63. C o t h m a n n. Brunnenstr. 34. Biktoria-Ballsalon, Brunnenstr. 145. Frölich, Schönhauser Allee 161. Gens, Elsasserstr. 9. Elsasser Ballsalon. Elsasserstr. 15. W ein, ann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Fe ldschlößchen, Müllerstr. 142. W e b« k i n d, Thurmstr. 25/26. Schloß Schönholz. N vi d deutsche Brauerei, Chausseestraße. a"l9CMtten Lokale wurden zur Maifeier der sozialdemokratischen Partei verweigert; der Boykott wird deshalb für diese Lokale resp. Brauerei dies ganze Jahr aufrecht erhalten. Ganz besonders»st von unseren Genossen darauf zu achten, daß nirgends Bier der Norddeutschen Brauerei ae- t r u n k e n w i r d. Der Wirth vom Kolberger Salon. Schweiz. müller, Kolbergerstraße, hat jetzt das Zirkular der Lokalkommission unterschrieben, sowie Ernst Herzog, Stromstr. 23. Sollten, trotzdem diese Lokale gesperrt resp. zu Versammlungen nicht zu haben stnd, dennoch einzelne Vereine in solchen Lokalen Vergnügungen veranstalten, so ersuchen wir, deren Billets ent- schieden zurückzuweisen. Event. Streitigkeiten mit Wirthen sind den Mitgliedern der Lokalkommission mitzutheilen, alle anderen Veröffentlichungen er- suchen wir unbedingt zu unterlassen, da die Kommisston erst alle Streitfragen prüfen muß, um die Verantwortung übernehmen zu können. Die Lokalkommission. I. A.: Julius Wernau, Rosenstr. 30. Lokalliste für die!lmgegeud Berlins. Parteigenossen! Die am 15. d. M. in den Armin- hallen, Kommandantenstraße 20, tagende Konferenz der sozial- demokratischen Partei der Provinz Brandenburg uberwies der hiesigen Lokalkommission folgende Resolution: In Anbetracht, daß die Agitation aus dem Lande mit der Lokalsrage in Verbindung steht, fordert der Parteitag der Provinz Brandenburg besonders die Berliner Partei- genossen auf, bei ihren Ausflügen nach außerhalb streng darauf zu achten, nur solche Lokale zu berücksichtigen, die in der Lokalliste empfohlen werden.. w Wir veröffentlichen deshalb unten nochmals d,e Adressen der Lokal-Kommissionsmitglieder der Umgegend von Berlin, damit diejenigen, welche Partien:c. zu arrangiren haben, sich zuvor an die Genossen wenden können, um sich über die zu solchen Zwecken geeigneten Lokalitäten verständigen zu können. . Häufige Zuschriften der Genossen von Potsdam, Zehlendorf, Köpenick, Pankow, Schöneberg und anderen mehr, lassen erkennen, daß in dieser Beziehung zu vt-l gefehlt wird. � Kreis Teltow-BeeSkotv-Charlottenburg. Adlershof: Wiedemann und M a n o f s k y. Alb recht. Keller. Zu empfehlen: Miscrra(Restaurant). Kuhle (Restaurant). m Britz: Rudolf(früher Müller), Chausseestraße. Walter, Rosen-Seeterrasse. Schöneberg, Werderstraße. C h y m e r s, Chausseestraße. G ü l t n e r, Rudowerstraße. A dam(Buschkrug).—„Vorwärts" und„Volksblatt" liegen aus bei Wutzler, Gültner. Adam(Buschkrug). Bolte. Wilhelmstraße, �chöneberg. Werderstraße. Walter, Chausseestraßc, Lammertz, Witte, Labinsky, Schramart, Linke Winter st ein, Walter, Bnrgerstraße, Born, Müller, Merderstraße. Charlottenburg: Bismarckhöhe, Wilmersdorferstraße, Ecke Bismarckstraße. Gambrinus-Brauerei, Wallstraße. Bären-Brauerci, Spreestr. 3. Brauerei Spandauer Berg. Rothe, Kantstr. 114. Friedenau: Spremberg(Kurhaus). Grünau:„Rathshalle"(G. Hecker), Friedrichstr. 1. Grünau-Schmöckwitz: Paul Rehfeld. Nieder-Schönweide: Borussia-Brauerei. Zu empfehlen: Siebenbaum, Restaurant; Thiele, Restaurant; S t r e ck e r Restaurant; Hinz, Restaurant; H o f f m a n n, Restaurant, Sedanstraße. Johannisthal: A. S e n f t l e b e n(ohne Garten). Nudow: Kein Lokal. Köpenick: Kein Saal. Parteiblätter liegen aus: Gabriel, Grünauerstr. 6. Schmidt,„Zu den drei Linden". Babel, Grünauerstr. 25. L e b e r e ch l, Glienickerstr. 22. Schulz, Schönerlinderstr. 3a. O e r t e l, Bahnhofstraße. Stutz, Schloß- straße. Marian, Purmann, Grünstraße. Britz, Alten- Markt. Troppens, Rosenstraße. L i n s e n e r, Kietz. Schulz, Kietzerstraße-Ecke. Held, Tauchert, Müggel- Heimerstraße. Engers, Waldhaus. Tabbert, Restaurant. Hirschgarten. Friedrichshagener Chaussee.— Zigarren- geschäfte, welche unsere Parteiblätter auslegen, sind: Hertel, Grunauerstraße, H o f f m a n n, Grünstr. 34 und Weber, Müggelheimerstr. 1. Mariendorf: Zu enipfehlen: Hilgert, Rockel, Stolzenburg, Schramm, Graf. Grost-Lichterfelde: Kein Saal. Zu empfehlen: A. H a m m, Restaurant; A.Abraham, Restaurant; Otto Zöllner, Zigarrengeschäft, Lankwitzerstraße. Nowawes: Gärtner, Wallstraße. Rixdorf: Bergschloß- Brauerei, Hasenhaide. Vereins- brauerei, Jägerstraße. M a u e' s Variete- Theater, Hermann- straße 18. Kummer's Salon, Berlinerstr. 136. Hoff- m a n n' s Festsäle, Bergstr. 133. N i e s e g k' s Salon, Berg- straße 129. B a r t a, Deutsches Wirthshaus, Bergstraße 120. Stolzenburg's Kaiser Wilhelmsbad, Canner Chaussee. W i e r s i n g' s Salon, Knesebeckstr. 77. Ww. Apolt, Knesebeck- straße 15. Schmöckwitz: Restaurant„Scglerschlößchen". Restaurant „Zur Palme"(K u r r a s). Schmargendorf: Wirthshaus Schmargendorf, Paul K ü b l e r, Warnemünderstr. 6. Steglitz: Kein Lokal. Schöneberg: Schloßbrauerei(Saal und Garten), Haupt- straße 64—65. W. Ramm(früher Heckendorf). Jakob, Grüne- waldstraße 110. Tempelhof: Der„Vorwärts" liegt aus bei Hcilmann, Wesenherg, Dube, Erhart, Weidler, Wiegand. Treptow: Z o r n o w' s Restaurant. B e n de r' s Nestau- rant. I a c o b' s Restaurant. N i t s ch' s Restaurant. H e n z e, Restaurant zum Karpfenteich. Bade's Volksgarten. H. Kumpel, Alter Treptower Weg. Bischof, Restaurant zur Baumschule. Appelt, Restaurant zum Feldschlößchen. Waunsee: Wirthshaus Wannsee(Beelitzhof), Schröder Wilmersdorf: M ö l t e r' s Volksgarlen, Berlinerstr. 40. .S ch u l z e' s Restaurant, Berliner» und Augustastraßen- Ecke. Viktoria-Garten, Wilhelmsaue. Restaurateur G r ä tz, Brandenburgischestr. 106.„Vorwärts" und„Volksblatt" liegen bei genannten Wirthen aus. Zehleudorf: Kein Saal vorhanden. Zu empfehlen: W a r n i k e. Teltowerstraße 23. Haupt, Potsdamerstraße. „Vorwärts" liegt nur aus bei Fahrenholz, Hauptstraße. Zeuthen» Hanckels Ablage: M. S ch r o b a ch. Kreis Nieder-Barnim. Bernau: Schützenhaus, Elysium, Versammlungslokale. Zu empfehlen: G a r tz, Wallstr. 2. Hering, Mühlenstr. 4. Kluge, Kronenstrahe 4. T o m, Berlinerstraße. H e r m k o r, Tuchmacherstraße. B e e g e r, Königstraße, am Markt. R ü ck e r t, Weinbergstraße. Bohre, Kaiserstraße. Friedrichsberg: S p i tz i g' s Ballsalon, Franks. Allee 193. M ü l l e r' s Kronprinzen- Garten, Chaussee Nr. 3. W e st- p h a h l' s Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee. S u s o l t' s Salon, Franks. Allee 176. Friedrichsfelde: Kein Saal. Zu empfehlen: M o m b e r, Wilhelmstraße. Kamerun, Frankfurter- Chaussee. Müller, Berlinerstraße, Ecke Schloßstraße. Lichtenberg: Schwarz' Konzert-Garten. K i r ch b a ch, Prinzen-Allee 9. R. V e l t e n. Frankfurter Chaussee. Sämmt- liche Arbeiterblätter liegen aus. Schölzel's Seeschlößchen, früher„Hungriger Wolf", an der Landsberger Chaussee. Neu- p e r t, Landsberger Chaussee. ���Lhagen: P. Zibolskq. Müggelschlößchen. E. Schmidt. Waldhaus. W. Schmidt. Kaiserhof. F. Kautzs ch Waldkater. F. III ges, Gesellschaftshaus. Bött cher, Friedrichs aarlen. A. Blanke. Restaurant. R.Richter. Eiskeller. Lerche, Restaurant am Rundtheil. C. P e tz n i ck, Deutsches �""rad, Restaurant. L. Wandrey, Reichs garten. P. Kemper! in g, Fischerhütte. Th. Wolf. Brauerei- Ausschank. E. Wulfs. Bad Bellevue. Schönkn echt und Z un m e r m a n n. WUbelmsbad. E. Schulze. Seeschlößchen. Ferner zu empfehlen: G. Wöhlert. W. Berenstecher C.Magdeburg. W. Kurfis. C.Zachow. P. Zade- «» A a ck o w. W. Bändel oio, ©- Röstel. B. Schulze. F. Damis. I. Jones. Navenstem. SchöncbeckSchöneiche. Kein Lokal. Licbenthal: Gastwirlh Thiele. Hohen- Schönhauseu: Weber. Jaenicke, Kuß, Steuer, Groß mann, Lichtenberg(an der Lands- berger Chaussee). Wilhelmsberg. Scholz, Trinkhaus. Wolf. ' Neuendorf(an der Nordbahn) Jw ert's (früher Schmohl). Stolpe. M. I s s i n g. Restaurant zum Fichtenhain. Malchow:Llndecke. - Nieder-Schönhausen: Zu empfehlen: H e m p e l. Nestau- f � Grosjean's Nachfolger Schulz e, Waldschlößchen. Settekorn. Thiele. Oranienburg:_ Restaurant„Waldhaus". Süske's Restaurant, Kanalstraße. m: Zu empfehlen: In der Kaiser Friedrichstraße v CJ! Ü Klemer, in der Mühlenstraße Blauer mel und S t orr, in der Wollankstraße Wittwe Schröder und Richter, in der Schönholzerstraße Schümann, in der Kreuzstraße Prö brock, und in der Schulzestraße(an der Nord- bahn) Wilhelm B o r ch a r d t. In der Kolonie Schöuholz(nahe bei Schloß Schönholz) sind zu empfehlen die Lokale von B a g a n d t und I a ck i s ch. Stralau. Zu Versammlungen sind folgende Lokale zu haben: Gräfl. Reischach'sche Brauerei. W l l h. G a st e r j u n., Restaurant. Alte Taverne. Restaurant Ferdinand Krause. Nummclsburg: B o r ch m a» n, Hauptstraße. W e i g e 1's Ballsalon, Türrschmidstrahe. Walter, Hauptstr. 15. Müller, Neue Prinz Albertstraße. Rummel,(Weg nach der Köpnickcr Haide). Rüdersdorf(Kalkberge): Gasthos„Zur Berghalle.", Schul- straße. Koppen's Restaurant„Glückauf", Dampferstation, Seestraße. D u h s e, Zigarrenfabrikant, Redenstraße. Tasdorf. Gasthof zum Deutschen Hause(Saal). Hermsdorf. Hermsdorfer Seebad, Inhaber Adolph Engelberg. Gastwirth Schulz, Berlinerstraße. Tegeler Chaussee. Restaurateur L o h m a n n vom Brocken. WaidmauuSlust. Gastwirth Zerb e, vis-k-vis der Lampenfabrik. Reinickendorf(östlich): Böttch er's Seeschlößchen, Mark- straße 1/2. Lüdicke, Amendestr. �.Neubauer, Hausotterstr. 81. Fr. Budewitz, Residenzstr. 41. H. B u d e w i tz, Hausotter- straße 4. B e n k e' s„Storchnest", Nordbahnstr 1. G e b e l e r, Provinzstr. 45. M a u r e r, Hoppestr. 25. Ferner sind den Ge- nossen folgende Lokale zu empfehlen: Hartmann. Gesell- schaftsstr. 12. K a r u s, Residenzstr. 101 a. Kirsch, Residenz- straße 20. Reinickendorf(westlich): Czarnowski, Eichborn» straße 69, kl. Saal. Zu empfehlen sind: L o h m a n n(Brocken), Scharnweberstraße. P. Kohlschmidt, Scharnweberstr. 17. Wagner, Berlinerstr. 52. Tegel: Schultz's Restaurant(früher Lindenberg), Schloß- straße 7—3. Weiflensee: Weichert, Gustav- Adolfstr. 142. Ca sä Rettig, Berlinerstr.il, Jnh. Otto Heinrich. ErHardt, Langhansstr. 27. Dusedann, Charlottenburgerstraße 150. C l e b s, Charlottenburger- u. Rölkestraßen-Ecke. S e n g b e i 1, Königs-Chaussee 49. Dewein's Gescllschaftshaus, Königs- Chaussee. Sternecker's Brauerei. K o t h e, See-Terrasse, Ber- linerstr. 144. Zu empfehlen: Zum Pfeifen-Müller, Königs- Chaussee 33. H ö h l i n g, Langhansstr. 106. Kotz, Lothringer- straße 12. 2llt>Landsberg: Neubauer. Kreis Ober-Barnim. Biesenthal: Restaurant Wernigk. Eberswalde: Restaurant„Zur Mühle". Gastwirth Freier- Jüdenstraße. Schulz, Konditorei- und Cafö, Bismarck- und Schweitzerstraßen-Ecke. Freienwalde: Gasthof„Zum goldenen Anker". Strausberg: Restaurant Fr. Krüger, Writzenerstr. 9. Bern hart Röhring, Großestr. 66. Buckow bei Müncheberg. Karl Klotz, Gasthof zur Märkischen Schweiz. Kreis Potsdam-Osthavelland. Potsdam: Brandenburger Kommunikation 16. Velten: W. G r u n o w, Wilhelmstr. 19. C. S ch r ö d e r, Breitestr. 7. Ferner liegt der„Vorwärts" und das„Volksblatt" aus bei Beyer, H. Z e m l i e n, I. Müller, H. Kettner, L. Schulz, L. Arendt, C. Wendland. R. Stümer, W. K ersten. Wambke. Marwitz bei Velten: W. N o e l t e(Saalinhaber.) Spandau: Spandauer Bock. Der Vorwärts liegt aus bei Hoppe, Schönwalderstr. 48, R a d k e, Neumeisterstr. 5. Nauen: Der„Vorwärts" liegt aus bei E r n st D e m u t h. Pichelsberge. Albert Weger, ReichSgarten. PichelSwerder. Adolf Winkel, Restaurant Wilhelms- höhe._ Die Adressen der LokalkommissionS-Mitglieder der Umgegend von Berlin stnd folgende: Friedrichshagen: Carl Maiwald, Zigarrenfabrikant, Scharnweberstr. 22. Rummrlsburg: A. Thilicke, Türrschmidtstr. 23, II. Stralau: Carl S e i tz. Dorfstr. 6a, III. Schmargendorf: Paul Werner, Ringstr. 11. Reinickendorf: A. Hammer, Berlin N, Postamt Tegeler Landstraße, Scharnweberstr. 40, I. Reinickendorf: R. Duchateau, Amendestr. 1. Weißensee: H. G a m p e, Sedanstr. 5. Deutsch-Wilmersdorf: Gustav Reuter. Schönebera: G. Däumig, Bahnstr. 9. Köpenick: F. Richter, Müggelsheimerstr. 3. Tempelhof: A. Birk, Kaiserin Augustastr. 41. Johannisthal: Gustav Elze, Dorfstraße. Lichtenberg und Friedrichsfelde: W. Schleininger, Rixdorf: B. Schenk, Knesebeckstr. 10. Velten:J. M. AugustParis, Friedrichstr. 32. Marvitz b. Velten: A. Lehmann, Töpfer. NowaweS: N e u m a n n, Kreutzstr. 4. Mariendorf: W. Otto, Steinmetz, Bergstr. 30. Zehlendorf: Otto Bielke, Machnowerftr. 30. Potsdam: A.Krause, Brandenburger Kommunikation 16. Spandau: G. Franz, Mittelstr. da. Tegel: H. Heinrich, Schloß str. 81. Grünau: H. Schneider, Köpenickerstr. 103. Oranienburg: Th. M o h a u p t, Mühlenstr. 3. HermSdorf: H. Schmidt. Tegelerstr. 2. Freienwalde a. O.: W. Merker, Fifcherstr. 3. Bernau: G. Schröder, Mühlenstr. 4. Borgsdorf b. Birkeuwerder: C. Mertens, Töpfer. Königs-Wusterhause»: Markgraf, Kottbuserstr. 2. Mals b. Oranienburg: Zander. Schuhmacher. Stranßberg: Schwabe. Adleröhof: Grünberg, Bismarckstr. 50. Steglitz: H. Mohr, Dintherstr. 10. Gr. Lichtcrfelde: R. P o h l m e ye r, Berlinerstr. 63. Langwitz: W. Zander, Prinz-Wilhelmstr. 1. Rüdersdorf(Kalkberge): M a t t h e s. Buckov bei Müncheberg: Fritz Siemon, Schneider- meister. Freienlvalde a. O.: Franz Kirchert, Bahnhofstr. 16. Nauen: Heinß, Chausscestr. 1. Britz: I. B ö v e n, Jahnstr. 6. Pankow: E. Kotz, Wollankstraße. Die LokalkommissionS-Mitglieder der Umgegend von Berlin werden ersucht, Beschiverden über Berliner Ausflugler, welche sich nicht nach der Lokalliste richten, nur den Unterzeichneten mit- zutheilen. Zuschriften an den„Vorwärts" in dieser Frage ersuchen wir zu unterlassen. Es wird Sorge getragen werden. daß solche Vereine:c.. welche sich nicht nach der Lokalliste richte», gebührend in der Oeffentlichkeit gekennzeichnet werden. I. A.: D i e L o k a l k o m m i s s i o n. I. Wernau, Rosenstr. 30; W. Lock. Friedrichsbergerstr. 11; O.Zabel. Frankfurter Allee 90. MommunAlvs. Stadtverordnete»- Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, den 2. Juni- N a ch m i t t a g s 5 U h r. Vorsteher Dr. Stryck eröffnet die Sitzung mit einem Nack- Ä. �Fo7ckenb'ck. � verstorbenen Sie Versammlung hört die Ansprache stehend an. Die Vorlage des Magistrats, wonach aus städtischen Mitteln zum Bau einer dritten Kirche im Gebiete der Markus- krrche ein Kostenbeitrag von öOfXKZ M. gewährt werden soll. hat der zur Vorberathung niedergesetzte Ausschuß mit 7 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Bekanntlich hat das Kammergericht in einem in den letzten Wochen ergangenen Erkenntniß die p o- l i t i s ch e Gemeinde Ser-fin nach der VisitationZ- und Konsistorial- Ordnung von 157% als subsidiär zur Leistung von Beiträgen zu den Kirchenbau-Kosten verpflichtet erklärt. Der Magistrat hat gegen das Erkenntniß an das Reichsgericht appellirt; im Ausschüsse wurde denigemäß beantragt, die Beschlußfassung über die Vorlage bis nach der Entscheidung des Reichsgerichts in dem Prozesse der Sladtgemeinde gegen die Johannes- Evangelisd Kirche:, jjeineinde zu vertagen. Auch dieser Antrag ist indeß, und zwar mit Stimmengleichheit, abgelehnt worden. Stadtschulrath Fürstenau bittet dringend um Gewährung dieser als freiwillige erbetene» Spende von 50 000 M. und warnt vor der Zuspitzung des Streitpunktes; der Ausgang könne für die Stadtgeineinde nicht günstig sein. Mit der Konsistorial- prdnung von 1573 habe die Gewährung dieses Beitrags zu einer Kirche städtischen Patronats gar nichts zu schaffen. Der Magistrat sei damit einverstanden, daß die neue Gemeinde patronatsfrei werden soll. Stadtsyndikus Weise sucht aus juristischen Gründen die Verpflichtung der Stadt aus dem Patronatsverhällniß zur an« theiligen Uevernahme der Baukosten darzuthun. Ein Abwarten bis zur Entscheidung des Reichsgerichts habe in diesem Falle gar keinen Sinn. Stadtv. S a l g e hält es nach diesen Ausführungen für aussichtslos, bei dem Widerspruche zu beharren.(Widerspruch.) Bürgermeister Zelle: Die Versammlung hat doch bisher, wo sie konnte, die Patronatslast abzuwälzen gesucht. Was das Gesetz von 1573 anbetrifft, so muß, wenn uns das Reichsgericht nicht Recht giebt, von uns mit allen Kräften die Abänderung dieses Gesetzes betrieben werden.(Beifall.) Stadtv. Spinola bittet, das Verlangte aus reinen Billigkeitsgründen als Gnadengeschenk zu gewähren. Das reiche Berlin gebe ja jährlich so viel Geld für Bildungszwecke aus (Widerspruch bei den Sozialdemokralen), warum solle es nicht einmal einer armen Kirchengemeinde(lebhafter Widerspruch) etwas zukammen lassen? Rücksichten kirchen- oder gar Partei« politischer Natur hätten in diesem Falle keinen Anspruch aus Be- rechtigung. Im Schlußwort bemerkt der Referent Stadtv. D i n s e noch, daß es sich hier gar nicht um ein Geschenk handeln könne, denn die Verpflichtung der politischen Gemeinde werde mit dem Ver- zicht auf das Patronat keineswegs ohne Weiteres beseitigt. Der Syndikus habe den Standpunkt der Gegenpartei einseitig kritisirt. Syndikus Weise protestirt gegen diese Unterstellung; einen Syndikus, dem der Vorwurf der Parteilichkeit gemacht werde, könne die Stadt nicht brauchen. Er nehme als Syndikus eine durchaus objektive Stellung zu den Magistratsvorlagen ein. Der Ausschußantrag wird abgelehnt, die Bewilligung der 50 000 M. beschlossen. Bezüglich der Vorlage wegen Errichtung eines D i e n st- gebäudes für das Märkische Provinzial- m u s e u m und für städtische Bibliotheken empffehlt der nieder- gesetzte Ausschuß der Versammlung, ihr Einverständniß mit der Errichtung einer solchen zu erklären, in welchem das Museum, die Göritz-Lübeck-Stistung und event.-einige andere Theile städtischer Büchersammlungen Aufnahme zu finden hätten. Das Gebäude soll indeß im Köllnischen Park nicht mit der Front nach der Wallstraße, wie der Magistrat vorschlägt, sondern an der Stelle, wo die Wallstraße mit der Userstraße und der neu an- gelegten Verbindungsstraße zusammentrifft, irrichtet werden. Zu 3 Preisen für die infolge öffentlichen Ausschreibens eingehenden 3 besten Bauskizzen sollen im Ganzen 8000(4000, 2500 und 1300) Marl bewilligt werden, während die Vorlage nur 5000 in Vorschlag gebracht hatte. Die Theilnahme an dem Wettbewerb soll jedem deutschen Architekten gestattet sein. Tie Ernennung des Preisrichter-Kollegiums bleibt dem Magistrat vorbehalten. Stadtv. Meyer II bringt Klagen über die unbefriedigenden Zustände des städtischen Bibliothelwesens vor. Das Bibliothek- zuumer des Rathhauses gehöre mit zu den Festräumen des Hauses und ein Arbeiten in demselben sei fast unmöglich. Bei Festlichkeiten kämen die Bibliotheksbeamten mit ihrem losen Material, das sie wegräumen müßte», infolge der Mangelhaftig- keit und Enge der verschließbaren Räume sehr ins Gedränge. Der Saal sei überhaupt längst zu klein; kostoare Bücherschätze hätten in Bodenräumen magazinirl werden müssen. Sowohl für die Magistralsbibliolhek. wie für die Göritz-Lübeck-Bibliothek, ferner für das Archiv seien neue Räume resp. ein neues Gebäude nöthig. Auch die Räume für die Bibliothek des Schulmuseums seien unzureichend.(Zustimmung.) Bürgermeister Zelle: Der Magistrat hat für das Archiv bereits die Räume der Feuersozietät bestimmt; in den opulenten lltäumen des projektirten neuen Museumsgebäudes werden für unsere Bibliotheken genügend Säle vorhanden sein. Stadtbaurath Blankenstein tritt für die Wahl des vom Magistrat vorgeschlagenen Platzes ein, während Stadtv. L ö w e l für den Ausschußvorschlag plädirt. Stadtv. Bailleu bestätigt, daß die Rothstände im städti» scheu Bibliothek- und Archivwesen unbestreitbar sind, und ver- langt die Errichtung einer würdigen Stadtbibliothek. Die Ausschußanträae werden genehmigt. Die Magistratsvorlage, durch welche die Entbindung der Aktiengesellschast Berliner Elektrizitätswerke von der Verpflichtung zur Legung von Kabelleitungen in einer Anzahl von verkehrslosen Nebenstraßen des vertragsmäßig bestimmten Stadt- gebiets nachgesucht wird, war infolge des Eingangs verschiedener Eingaben von Interessenten und Abnehmern elektrischen Stromes wiederholt von der Tagesordnung abgesetzt und dem Ausschuß zurückgegeben worden. Wir haben in dem Bericht über die Sitzung vom 10. Mai über den Inhalt der Vorlage und der Ausschuß- berathungen ausführlichere Mittheilung gemacht. Die Eingabe von Schwartzkopff und Genossen bittet, in eine Aenderung der Bestimmungen des Vertrages nur dann zu willigen, wenn die Gesellschast sich verpflichtet, elektrischen Strom auch zu solchen Anlagen zu liefern, bei welchen nicht von ihr oder auf ihre Empfehlung bezogene Glüh- und Bogenlampen, Elektromotoren. Akkumulatoren und Porzellanflcherungen Anwendung finden. Die Petenten ersuchen ferner um Aufhebung des von der Gesellschaft beanspruchten Prüfungsrechts elektrischer Anlagen und um Einsetzung einer städtischen Behörde als Prüfungskommission, endlich um Prüfung der gegen die Gesellschaft wegen Ueberschreitung ihrer Befugnisse erhobenen Beschwerden. Eine von einer Versammlung von Abnehmern der Gesellschaft am 14. Mai beschlossene Resolution verlangt, daß die Herstellung der elektrischen Hausanlagen von den Hauplblei- sicherungen des Hauses ab, ebenso die Lieferung der Lampen, Akkumulatoren u. s. w. dem freien Wettbewerb überlassen und eine städtische Prüfungsbehörde eingesetzt werden soll. Räch den Erklärungen der Magistratsvertreter im Ausschuß sind die sämmtlichen Beschwerden unbegründet und beruhen ledig- lich auf Unk-nntniß oder mißverständlicher Auffassung der Ver- tragsbestimmungen. Um für alle Fälle ein Mittel der Ein- Wirkung auf die Gesellschaft in der Hand zu behalten, soll die Versammlung nach dem Vorschlage des Ausschusses nur eine Verlängerung der Frist für die Herstellung der qu. Leitungen bis zum 1. Oktober 1804 gestatten. Gleichzeitig beantragt der Aus- jchuß, den Magistrat zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß ein Elektrotechnik« als Fachmann für die städtische Verwal- tung gewonnen wird. Referent Direktor Schwalbe weist in feinem Bericht daraus hin. daß die Gesellschast ganz unabhängig von dies« Be- wegung der Frage einer erheblichen Ermäßigung ihrer Tarife be- reits näher getreten sei. Ueber die Explosion an der Roßstraßen- brücke sei eine Vorlage des Magistrats nach dem inzwischen er- folgten Abschluß der Ermittelungen in Aussicht gestellt. Stadtv. Stadthagen: Die Gesellschast verlangt hier die Entbindung von einer Verpflichtung ohne Kompensation. Ich komme zu demselben Ergebniß wie der Ausschuß, aber aus anderen Gründen. Aus der Unzahl von Petitionen können Sie leicht ersehen, wie wenig angebracht es war, sich einer Privat gesellschast gegenüber die Hände zu binden. Mehr und mehr muß sich der Gedanke ausdrängen, noch nachträglich zu erwägen, ob es nicht zweckmäßiger wäre, die baldige Auflösung des Vertrages ins Auge zu fassen. Zu allen bisherigen Beschwerden ist noch das srappirenbe Moment getreten, daß die Stadt unterminirt ist nicht scherzhaft läßt sich mehr davon sprechen, sondern die Unter minirung ist derart, daß es jeden Augenblick passtren kann, daß größere Theile der Stadtoberflüche als die Roßstraßenbrücke und der Spittelmarkt emporgeriffen werden und die Paffanten in®e. fahr für Leib und Leben gerathen. Bei solcher äußerst betrüben den Sachlage muß man doch sagen: Gott sei Dank, wenn die Gesellschaft irgendwo nicht bauen will, wir wollen es den Straßen gönnen, daß es verhindert wird, daß auch sie durch die schlechte Art des Baues der Leitungen in die Gefahr kommen, empor- gerissen zu werden. Den Ausschußantrag wegen Anstellung eines Technikers empfehle ich ganz besonders. Seiner Zeit hat der Magistrat erklärt, er habe zwar die Aufsicht über diese Anlagen, technische Fachleute habe er aber dafür in seiner Mitte nicht. Kurz daraus hat derselbe Magistrat in einer mit einem außerordentlich fachmännischen Gutachten aus- gestatteten Eingabe an den Reichstag sich für die Möglichkeit des Selbstschutzes anläßlich der Berathung des Telegraphengesetzes ausgesprochen! Mit berechtigtem Spott durste man damals an- gesichts der erwähnten Explosion aus diese Eingabe hinweisen. Es geht nicht, daß ein vielbeschäftigter Beamter im Nebenamt diese außerordentlich wichtige Ausgabe der Ueberwachung erfüllt. Ich empfehle aber auch den übrigen Theil der Ausschußanträge, weil es wünschenswerth ist, von der Gesellschaft möglichst loszukommen oder doch soweit auf dieselbe zu drücken, daß sie die Elektrizität ein klein wenig weniger theuer abgiebt. Die Versammlung stimmt den Ausschuhanirägen zu. Dem Verein für die Geschichte Berlins soll nach einem An- trage des Magistrats die bisherige Subvention von 500 M. entzogen werden. Die Versammlung beschließt die Fortbewilligung. Für die internationale Kunstausstellung von 1801 war dem erein Berliner Künstler eine städtische Beihilfe von 100 000 M. gewährt worden; die Rückzahlung derselben sollte erfolgen, soweit die Erträge der Ausstellung die Mittel bieten würden. Der Verein ist in der Lage, die Summe zurückzustellen, bittet jedoch, sie ihm in geeigneter Form als Zuschuß zu den Kosten eines hier zu erbauenden Kün st ler Hauses resp. permanenten Kunstausstellungs-Gebäudes zu bewilligen. Der Magistrat ist der Meinung, daß städtischerseits zur Förderung der Kunstinteressen bisher im Vergleich zu Düffeldorf, Kassel. Dresden, München, Wien nur wenig geschehen ist, glaubt. daß ein Eintreten für diese Interessen seitens der Kommune einen materiellen wie moralischen Impuls zur Hebung der bildenden Künste in Aussicht stellt, und beantragt, die 100 000 M. dem Verein als zinsfreies hypothekarisches Darlehn zur ersten Stelle zu übergeben, wenn derselbe unter Vorlage eines Projekts und Kostenanschlags für den Neubau eines Künstlerhauses nach gewiesen hat, daß ihm das Grundstück und die erforderlichen Mittel zum Bau zur Verfügung stehen. Zu dem Gegenstand werden vier Anträge eingebracht, die alle die Bewilligung befürworten, aber die Uebergabe der Summe an weniger erschwerende Formalitäten zu binden streben. Tie Form der Hypothek erklärt Stadtv. Wohlgemuth für die ungeeignetste, besser sei unzweifelhaft die Eintragung einer Beschränkung, wonach die Summe rückzahlbar wird, wenn das Grundstück seinem Kunstzwecke nicht mehr dient, auf der zweiten Seite des Grundbuchblattes. Stadtv. H o r w i tz beantragt, einen Ausschuß für die Vor- läge niederzusetzen. Stadtv. L an g erh ans ist erfreut, daß die Stadt endlich Gelegenheit habe, ihren Sinn für Kunst in hervorragender Weise zu bethätigen, und versteht nicht recht, warum noch nach beson- deren Kautelen gesucht wird. Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Das neue Regulativ für die Erhebung d« Hundesteuer, wonach vom 1. April d. I. ab die erhöhte Steuer mit 10 M. pro Halbjahr zur Hebung gelangen sollte, ist vom Oberpräsidenten und Minister beanstandet worden, weil die achtwöchentliche An kündigungsfrist für die Einführung der Erhöhung nicht inne- gehalten worden ist. Der Magistrat ersucht nunmehr um Aenderung des lliegulativS dahin, daß der Steuersatz von 20 M. jährlich erst am 1. Oktober in Kraft tritt. Der Magistrat lehnt jede Verantwortung für die eingetretene Verzögerung ab. Ohne Debatte wird der Magistratsantrag genehmigt. Nach Erledigung einiger kleineren Vorlagen schließt Sitzung um Ve0 Uhr. die Uoltsles. Die katholische Kirche hat einen tödtlichen Schlag erfahre». Der Stadlverordneten-Vorstehcr Dr. Stryck hat. wie die „Freisinnige Zeitung" schreibt, infolge des Verhaltens der katholischen Kirche bei der Beerdigung Forckenbeck's seinen Aus- tritt aus der katholischen Kirche erklärt. Ob Herr Dr. Stryck so ganz ohne Kirche auskommen wird? Schade, daß Bismarck mit seiner Kirchenstistung solches Fiasko erlebte. Es war eine so hübsche, respektadle Kirche, die„altkatholische", die sich von allen anderen Kirchen so vorlheilhast unterschied. Das waren andere Männer, als die armseligen Leute, welche die Apostel Jesu bildeten. Lauter behäbige, gebildete Existenzen. Geheimräthe. Staats- anwalte, Polizeiräthe, Professoren und vor Allem Hoflieferanten bil- deten den Kern dieser Kirche; reiche Staatssubvention floß ihnen zu, und selbst ein besondrer Bischof erhielt ein beinahe sürstliches Staatsgehalt. Noch keine Kirche ist unter so glänzenden Auspizien gegründet worden. Und heute? Ob ein Staatsanwalt oder Geheimrath ihr treu geblieben ist? Eine besondere Kirche für Herrn Stryck und den'Fortschrittsring zu gründen, geht nicht gut an; der Staatssegen würde ihr fehlen, und ohne ihn wäre sie durchaus nicht sashionable. Im Schatten einer fashionablen Kirche muß aber der neueste„Freisinn" leben; ohne Wadel- strumpfe thut es nicht einmal Herr Eugen Richter, geschweige denn Herr Stryck. Tie Neneinstellnng einer größeren Anzahl von Schutzleuten soll, wie wir erfahren, am I. April 1803 vorgenommen werden und zwar handelt es sich dabei nicht nur um eine Ergänzung des etatmäßigen Bestandes der Schutzmannschaft, sondern um eine Vergrößerung der Zahl dieser Polizeibeamten. Seitens der Behörde ist auch der Plan ernstlich ventilirt worden, die Ver- vollständigung der Schutzmannschaft aus den Reihen der Nacht- wachtbeamten vorzunehmen und werden gegenwärtig Erhebungen über die Qualifikation dieser Letzteren angestellt. Wie verlautet, beziehen sich diese Maßnahmen auf die von der Regierung vorgelegten Entwürfe bezüglich der Reorganisation der Polizei, nach welcher ja der Nachtwächt«dienst gänzlich aufgehoben werden soll. Falls der dem Abgeordnetenhaus vorgelegte Entwurf an- genommen werden sollte, soll das Korps der hiesigen Nachtwächter, so weit es thunlich, in die Reihen der Schutzleute übergehen. Die Heilsarmee als Heirathsvureau. Die Heilsarmee hielt in diesen Tagen in Berlin große Revue.„General" Booth und„Oberst" Nicot waren persönlich erschienen. Ein neues Propagandamittel hat sie durch Bildung eines Heirathsvermitt- lungs-Bureau gefunden. Das Londoner„Generalkommando" hat einen„Armeebefehl" erlassen, der die neue Gründung zur all- gemeinen Kenntniß bringt und mit folgenden Worten schließt: „Was wir also wollen? Einfach, daß Sie, falls Sie noch unver- heirathet sind und nicht wissen, wo einen Lebensgefährten oder -Gefährtin wählen, sich an Oberst Baker's Heirathsbureau wenden, welcher Ihnen aller Wahrscheinlichkeil nach gerade das liefern wird, was Sie begehren, ein liebenswürdiges und t'.T� liches Gemahl." DaS Gewitter, welches am Mittwoch Berlin nur schwach gestreist, hat in der Umgebung der Stadt desto ärger gewüihet und in einzelnen Ortschaften ganz erheblichen Schaden angerichtet. Der dem Gewitter vorhergehende Sturm hat namentlich im Grüne- wald und in den Potsdamer Forsten ganz unheimlich gehaust und viele stämmige alte Bäume entwurzelt. Auf der Spree und Havel mußten die Schiffer ihre Fahrt während des Gewitters unterbrechen— die Wellen gingen nämlich infolge des Orkans mehrere Fuß hoch— und die Kähne mit zwei Ankern festlegen. Hinter Schildhorn wurde ein leerer Arbcitskahn mit solcher Heftigkeit gegen einen festgelegten Steinkahn geschleudert, daß der Vordersteven des ersteren zertrümmerte.— Sehr erheblich haben auch die Obstbäume gelitten, die jungen Früchte sind zum großen Theil von dem Sturm Herabgeriffen worden. Blitzschäden scheinen in der Umgebung Berlins beim Gewitter nicht vorgekommen zu sein, wenigstens sind uns derartige elementare Unfälle bis jetzt noch nicht gemeldet worden.— Der Telephonverkehr in Berlin war den ganzen Mittwoch Nachmittag hindurch gestört; von 3—7 Uhr war eine telephonische Verständigung unmöglich. Studentische RowdyS. Ein jung« Arbeiter ging Dienstag Nachmittags um 6 Uhr mit einem Freunde auf der Reitbahn zwischen Friedrich Wilhelms-Allee und Rouffeau-Jnsel spazieren. Aus einer vorübergehenden Gesellschaft pflückten mehr«e Personen Flieder, worauf, als die Gesellschaft bereits vorübergegangen, der jnnge Arbeiter E. zu seinem Freunde bemerkte: Es ist doch eine Gemeinheit, den Flieder so abzureißen. Bald daraus kamen zwei Studenten des Weges, von denen der Eine auf den lungen Mann mit den Worten zutrat: Was reden Sie hier von Fliedermopsen. Lausejunge u. s. w.(es folgten noch mehrere Schimpfwörter)? Und als er die Antwort erhielt:„Ich meinte ja Sie nicht damit", erfaßte er den Arbeit« am Halse und wollte ihn hinwerfen. Hierauf folgte ein gegenseitiges Herum- balgen, bis der Student abließ und sich entfernte und sich zu seinem Kollegen begab, der ihm zurief: Das läßt Du Dir ge- fallen! Der so an seiner„Ehre" Gefaßte kehrte darauf um und versetzte dem E. hinterrücks mit einem Olivenstock einen Hieb üb« den Kops. Der Getroffene taumelte und«hielt dann noch einen Hieb über die Hände. Bewußtlos blieb E. eine Viertel- stunde am Boden liegen. Sein Freund hatte mittl«weile den anderen Studenten, der auch auf den E. dringen wollte, zurück- gehalten. Der brave Kumpan des heimtückischen Strolches trug ein gelb-roth-blaues Band. Er gab den Namen und die Woh- nung des Strolches an, aber— falschen Namen und falsche Wohnung. Brutalität und Feigheit, dieses Gemisch faßt man heute unter dem Begriff d«„Schneidigkeit" zusammen. Zum Gemeindevorsteher von Schöneberg ist am Mon- tag auf Grund der Landgemeinde-Ordnung vom 3. Juli 1851 der jetzt daselbst amtirende Gemeindevorsteher Schmock auf 12 Jahre gewählt worden. Das Gehalt beträgt 7000 M., von 3 zu 3 Jahren um je 400 M. bis 9000 M. steigend und Dienstwohnung. Wenn eine Gemeinde will, daß kein Nothstand in ihr herrscht, o muß sie vor Allem ihren Vorsteher, Bürgermeister oder Ober- Äürgermeist« so stellen, daß er keinen Nochstand zu sehen braucht. Ein achtjähriger Knabe alS Lebensretter. Durch die muthige Thal eines achtjährigen Knaben ist am Dienstag Nach- mittag ein junges Menschenleben von dem Tode des Ertrinkens gerettet worden. Man berichtet uns darüber: Gegen 4 Uhr pielten an der Wafferseite des Elisabeth-llfers in der Nähe der llebergangsbrücke eine größere Anzahl Kinder; hierbei wurde der dreijährige Sohn der Wasserthorstr. 76 wohnenden Hübnerffchen Eheleute, als sich der Kleine gerade über das Geländ« des Kanals beugte, durch einen Svielkameraden, der in blinder Eile vorüber rannte, gestoßen, das Kind v«lor das Gleichgewicht und kürzte in's Wasser. Das Geschrei des mit den Fluthen kämpfen- zen Knaben lockte zwar alsbald Hunderte von Personen herbei, die kopslos, gleichfalls schreiend und rufend, dabei standen, aber nicht im Stande waren, der achtjährige Sohn des_______„.... menge und sprang in's Wasser; der muthige kleine Bursche muß ein guter Schwimmer gewesen sein, denn es gelang ihm, sich dem � zu nähern und das Kind vor sich herstoßend zur nächst- gelegenen Landungstteppe zu schaffen, wo Beide von Hilfsbereiten an's Land gebracht wurden. Der v«unglückte Knabe wurde zu einen Eltern geschafft, der kleine Lebensretter aber spielte eine Stunde später wieder lustig mit seinen Kameraden. Eine Giftmischeriu au» Bösheit ist die unverehelicht« Emma Beer, welche in der Hasenhaid« bei dem Kaufmann B. diente und sich darüber gekränr reisen wollte, ohne ihr das".._.,. Beer nahm sich daher vor, die Abreise der und goß zu diesem Zwecke aus einer Flasche Kokain,' welches sie auf dem Toilettentisch ihrer Herrin gefunden hatte, einen Theil in die Milchflasche des Kindes. Dieses sollte daran erkranken. Das Kind genoß aber nur sehr wenig von der vergifteten Milch. Frau V., welche Verdacht ge« chöpst hatte, veranlaßte die Untersuchung der Milch, wobei sich die Mischung mit Kokaln herausstellte. Das Kind ist zwar nicht erkrankt, aber es liegt ein Verbrechen gegen tz 220 des Straf- gesetzbuches(vorsätzliche Beibringung von Gist) vor, und das Dienstmädchen ist deswegen verhaftet worden. Beim Kalmus-Sammeln verunglückte Mittwoch Nachmittag bei Johannisthal der 16jährige Arbeilsbursche Gottlieb Randtke, Schwedterstraße in Schlafstelle wohnhaft, der schon seit einiger Zeit beschäftigungslos sich zu Pfingsten etwas Geld durch Sammeln von Kalmus zu verdienen suchte. Der junge Mensch war dabei Mittwoch gegen 4 Uhr in einen mit der Spree zwischen Johannisthal und Treptow in Verbindung stehenden schils- bewachsenen Sumpf gerathen und in der Mitte desselben bis zur Brust im Morast untergesunken. Bei jeder Bewegung, die R. machte, gerieth« noch tiefer in den Schlamm und schon ging ihm derselbe bis an den Mund, so daß es ihm unmöglich war, auch nur noch«ine Bewegung zu machen. So stand der Be- dauernswerthe volle zwei Stunden hindurch in der entsetzlichen Lage, die sich noch dadurch verschlimmerte, daß das Gewitter, welches g«ade zu dieser Zeit herrschte, aus ihn herniedertobte. Räch 6 Uhr Abends endlich passirte ein Kremser mit Ausflüglern die etwa 100 Meter davon entfernte Chaussee. Als mehrere Personen schwache Hilferufe hörten und dem Stöhnen nachgingen. and man den fast bewußtlosen, total«schöpften Verunglückte» in kaum zu beschreibendem Zustand. Mittelst einer über den Kopf des R. geworfenen Strickschlinge gelang es, den Aermsten ans Land zu ziehen. wo derselbe ohnmächtig zusammenbrach. R. wurde dann in ein Berliner Krankenhaus geschafft, wo de* Unglückliche schwer erkrankt darniederliegt. Arbeiter- Bildungsschule. Noch fortwährend gelangen christliche Zusendungen, die Arbeiter-Bildungsschule betreffend, irrthümlich an den bisherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Stadtverordneten E. Vogtherr. Um alle Verzögerungen zu venneiden wird gebeten, alle an den jetzigen 1. Borsitzenden 124, H. I.,— Geldsendungen an den Kassirer H. Gninvel.'NO., Barnimstr. 42,»u richten. Hilf« zu leiste». Plötzlich drängte sich l Tapezirers Klitzke durch die Menschen- zurückzulassen. Die Bee Eheleute zu verhindern, ränkt fühlte, daß ihre Herrschaft ver- fünfviertel Jahre alte Kind zur Pflege «-»u» nwt-vtiguyciuiiycu Briefe und Zusendungen a H. Mattutat, SO., Wraugelstr. Friedrichsberg. Den Mitgliedern des Arbeiter- Bildungs- Versicherung nach sehr kirchlich gesinnt, und der Lärm| aufnahme, in welcher festgestellt wurde, daß die Dauer des vereins zu Friedrichsberg zur Nachricht, daß am 1. Pfingstfeiertag gerade in der Fastenzeit forderte seine ganze Ent- Tanzes überhaupt nur auf die Stunden von 8-10 Uhr Abends die beschlossene Agitationspartie stattfindet. Dieselbe geht von rüstung heraus. Die Zänzer ahnten nicht die Trüb- beschränkt sein sollte, sah der Gerichtshof den Hausfriedensbruch hier über Marzahn, Eiche, Hönow 2c. nach Neuenhagen. Sammel- fal, die sie verursachten, waren höchst erstaunt, für erwiesen an und verurtheilte den Angeklagten au 100 m. punft im Restaurant Honnwald, Frankfurter Allee 180, Morgens als während der Quadrille sehr energisch an die Thür geklopft Geldbuße. 7 Uhr. Gäste willkommen. wurde und beim Deffnen der entrüstete Hauswirth sich zeigte. Dies hatte ungefähr die Wirkung, wie das Erscheinen des Umfangreiche Diebstähle, welche fortgefeßt im Deutschen Polizeibericht. Am 1. d. M. Nachmittags wurde eine steinernen Gastes bei Don Juan. Der für den Abend engagirte Offizier Verein begangen wurden, unterlagen gestern der geistesschwache Almosenempfängerin in ihrer Wohnung, Huffiten- Klavierspieler versiummte, die Paare waren wie eine erstaunte Prüfung der vierten Straffammer des Landgerichts I. In dem straße 9, mit schweren Brandwunden am ganzen Körper auf- Gruppe im Panoptikum postirt und die Hausherrin versuchte Haufe des genannten Vereins in der Dorotheenstraße befinden sich gefunden und nach der Charitee gebracht. Die Verlegte hatte den Eindringling hinaus zu komplimentiren. Bergeblich. Herr außer den Komtoirräumen eine Reihe großer Zimmer, in denen mittelst Stroh aus ihrem Bett in dem neben demselben stehenden Dr. Qu. erklärte energisch, daß er das weitere Zanzen verbiete alle möglichen Waaren lagern, welche für die Mitglieder beOfen Feuer angezündet und dabei das Bett und ihre Kleider in und schließlich machte sich ein Lieutenant K. auf den Weg, stimmt sind. Im vorigen Herbst wurden fortgesezt bedeutende Brand gesezt. An der Ecke der Königin- Augufta- und Pots- um bei der Polizei über die Rechte des Hauswirths Er Fehlbeträge an diesen Waarenvorräthen festgestellt, ohne daß es damerstraße fand ein Zusammenstoß zwischen einem Pferbebahn- fundigungen einzuziehen. Inzwischen verweilte Herr Dr. Du. gelingen wollte, die Thäter zu ermitteln. Endlich lenkte sich der wagen und einem Handwagen statt, wobei der diesen ziehende unbeirrt in der Wohnung der Frau Dr. Stubenrauch und erst Verdacht auf den Sekretär Otto Nehring und den Schreiber Arbeiter zur Erde geworfen wurde und anscheinend einen als der Lieutenant vom Polizeibureau zurückkehrte, ließ er sich Wilhelm Untermann. Es wurde bei denselben HausRippenbruch erlitt. Er wurde nach der Charitee gebracht. zum Verlassen der Wohnung bewegen. Die Folge dieses Intersuchung gehalten, die ein überraschendes Ergebniß hatte. Man Abends stürzte ein Arbeiter, als er die Kaiserstraße entlang ritt, mezzo's war die Anklage wegen Hausfriedensbruches fand ein ganzes Waarenlager, das einen Werth von gegen vor dem Hause Nr. 2 mit dem Pferde und erlitt einen Schädel gegen Dr. Qu. Derselbe bestritt im gestrigen Termin vor dem 1000 Mart hatte. In der Nehring'schen Wohnung wurden bruch, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause am Schöffengericht, der Aufforderung zum Gehen nicht sofort Folge beispielsweise 123 Taschentücher und eine große Menge Friedrichshain erforderlich wurde. Im Laufe des Tages und geleistet zu haben, berief sich auf seinen Miethsvertrag und seine Wäsche gefunden, außerdem Gegenstände der verschiedensten am darauffolgenden Morgen fanden vier kleine Brände statt. Durch Erfolg gekrönte Ermissionstlage. Durch die Beweiss Art. Nehring und Untermann legten im Termine ein offenes Gerichts- Beifung. Der Kaufmann Bruno v. G. war 7 Jahre mit einem Mädchen gegangen", und aus jener siebenjährigen Bekanntschaft entsproß schließlich nur ein Uebermaß von Haß und Groll und eine Anklage wegen Bedrohung mit einem Verbrechen. Dieselbe wurde gestern vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Der Angeklagte ist offenbar ein nervös sehr erregter Mensch, welcher dem Gerichtshofe mit meinerlicher Stimme vortrug, was er um dieses Mädchen gelitten habe. Thretwegen habe er sich mit seiner Familie überworfen, ihretwegen sei er zum Betrüger geworden und nun lohne sie ihm feine Aufopferung mit Undant. Herr v. G. wird von einer grenzenlosen Eifersucht heimgesucht und hat von dem Augenblick an, als das Mädchen nicht mehr mit ihm„ ging", dasselbe in der fürchterlichsten Weise drangsalirt. Die Briefe, welche er ihr zustellte, zeugen von einer überreizten Phantasie: " Ich verfolge Dich, wohin Du auch gehst, denn ich bin nahe daran, wahnsinnig und verrückt zu werden. Du entgehst meinen Augen nicht und wenn Du Dich noch so unkenntlich machen solltest. Einem anderen angehören lasse ich Dich nicht. Jeden falls warst Du wohl bei einer Kartenlegerin, die Dir schöne Dinge vorgegaufelt hat. Aber Du sollst teine ruhige Stunde haben! Laß Dich nicht gelüften, Dich jemals mit einem anderen Manne von mir attrapiren zu lassen. Was ich dann thue, bringt mich in's Zuchthaus, das weiß ich, aber ich fenne feine Furcht und werde es thun!" So lautete der angenehme Inhalt mehrerer Briefe, welche v. G. vom Stapel ließ. Das Mädchen wurde dadurch natürlich eingeschüchtert und als ihr der Angeklagte am 19. März gar einen Revolver vorhielt und Drohungen gegen sie ausstieß, war Der Spaß für sie zu Ende, und sie denunzirte ihren ehemaligen Freund wegen Bedrohung. Der Angeklagte, welcher in seiner Aufregung nur durch die wiederholten Strafandrohungen des Borsitzenden besänftigt werden konnte, versicherte, gar keinen Revolver zu besitzen. Das Mädchen beschwor aber, daß es sich um feine Bigarrenspiße und feinen Stiefelfnecht, sondern um einen wirklichen Revolver gehandelt habe. Der Gerichtshof schenkte auch dieser Aussage Glauben und verurtheilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängniß. Wegen unbefugter Ausübung eines öffentlichen Amtes und versuchter Erpressung stand gestern der Schlosser August Wermter vor der achten Strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagte traf eines Tages einen zwölfjährigen Knaben mit einem Handwagen auf der Jannowißbrücke. Es war der Sohn der Handelsfrau Neumann, welche sich die Treppe zum Spreeufer hinab begeben hatte, um von einem bort liegenden Obstkahn Aepfel einzukaufen. Der Angeklagte nahm den Jungen in barscher Weise am Kragen und hielt ihm vor, daß er sich durch das Halten mit dem Wagen einer Verkehrsstörung schuldig ge= macht habe. Die Mutter des Knaben eilte herbei, worauf der Angetlagte ihr bedeutete, daß er Kriminalbeamter sei und sie wegen Der Berkehrsstörung zur Anzeige bringen müffe. Sie würde dann mindestens 20 Mark Strafe zu zahlen haben. Die eingeschüchterte Frau legte sich aufs Bitten, worauf der angebliche Beamte erklärte, daß er von der Erstattung einer Anzeige Ab stand nehmen wolle, wenn er sofort 6 Mart erhalte, andernfalls müffe er aber zu ihrer Verhaftung schreiten. Dies Benehmen erregte den Verdacht der Frau Neumann. Sie unterhandelte mit dem Angeklagten bis ein Schuhmann in die Nähe kam, den sie zu ihrer Hilfe herbeirief. Der Gerichtshof hielt das Verfahren des Angeklagten für so verwerflich und die öffentliche Sicherheit gefährdend, daß auf eine Gefängnißstrafe von fünf Monaten erkannt wurde. Wegen Vergehens gegen das Prekgesek standen gestern der Buchhändler Gustav Adolf Dewald und dessen Gehilfe Bürtner vor der II. Straffammer des hiesigen Landgerichts I. Die Angeklagten wurden beschuldigt, eine mit Beschlag belegte Druckschrift während der Dauer der Beschlagnahme verbreitet zu haben. Die 5. Auflage der AhIwardt'schen Broschüre„ Der Berzweiflungskampf der arischen Völker mit dem Judenthum" war durch amtsgerichtlichen Beschluß vom 13. Januar ds. Js. mit Beschlag belegt worden. Die Beamten der Kriminalpolizei hatten 48 Exemplare der Broschüre beschlagnahmt. Am 21. Januar wurde in dem Laden des Angeklagten Dewald abermals eine Haussuchung abgehalten und bei dieser fanden die Polizisten auf einem Regal noch 5 Exemplare der Druckschrift in einer Lage vor, welche darauf schließen ließ, daß noch immer davon verkauft wurde. Dewald hatte auch anfänglich zugegeben, daß durch ein Bergehen des Bürfner der Vertrieb fortgesetzt worden sei. Gestern bestritten dies beide Angeflagte und behaupteten, daß es fich nur um fogen. Rezensionsexemplare handele, welche zurückgekommen feien. Der Staatsanwalt stüßte sich auf die Aussagen der Polizeibeamten und auf das Verkaufsbuch des Angeklagten und beantragte gegen Dewald 100 M., gegen Bürkner 50 M. Geldbuße. Der Gerichtshof erfannte auf 30 bezw. 15 M. Geldbuße. Der Musik und Tanzteufel, welcher in so manchen Berliner Wohnungen sich eingenistet hat, hat dem Rechtsanwalt a. D. Dr. Quenstedt einen bösen Streich gespielt. Herr Dr. Quenstedt ist Eigenthümer des Hauses Frobenstr. 14; er ist infolge förperlicher Leiden auf Ruhe besonders angewiesen und nimmt in fein Haus grundsätzlich nur stille" Miether. So will er auch einer Frau Dr. Stubenrauch, bevor dieselbe in bas Haus zog, mündlich und vertragsmäßig die Verpflichtung auferlegt haben, jebe Störung der häuslichen Ruhe durch übermäßiges Klavierspielen 2c. zu vermeiden. In der Behausung der Frau Dr. Stubenrauch ging es nun aber feines wegs griesgrämlich zu, vielmehr führte die Fidelitas daselbst das Regiment und der Hauswirth nahm mit Entfeßen wahr, daß viele lebensfrohe Leute, Offiziere in Uniform, alte und junge Damen aus guten Familien sich zu gesellschaftlichem Verkehr da selbst zusammenfanden und seine Ruhe im eigenen Hause gefähr deten. Am 16. März in der achten Abendstunde war wieder große Réunion bei Frau Dr. St. Hell flangen die Töne der schönen blauen Donau" zu den Ohren des Dr. Qu. und der Frohsinn lebenslustiger Leute schlug immer höhere Wellen. Das war dem Hauswirthe zu viel. Er und seine Familie ist seiner 15. Ziehung der 4. Klasse 186. Königl. Preuß. Lotterie. Bichung vom 2. Juni 1892, Bormittags. Nur bie Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthefe beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 47 62 150 65 561 685 801 59 939 94 1110 53 245 304[ 500] 2014 28 49 144 98 281 98 356 59 404 637 88 766 877 79[ 15001 97 966 97 3139 251 72 808 49 59 92 648 759[ 500] 84 946 4133 250 486 546 680 763 814 80 5263 328 678 961 6122 55[ 5001 292 348 737 42 863 7147 247 96 603[ 30001 8097 669 75[ 3000] 804 97[ 500] 9031 95[ 300] 239 490 531 640 51 69 711 803 41 997 10088( 500] 172 241 94 328[ 1500] 416 622 817 954 11112 216 22 31 52 322 81[ 500] 631 39 829[ 3000] 913 58 12000 9 42 117 42 396 508 64 643 729 31 863 86 88 901 12 16 49 13022 109 28 98 208 41 378 80[ 3000] 534 602 32( 3000) 734 980 14012 70 141 222 499 524 60 76 771[ 3000] 76 961 15013 24 35 78 191[ 1500] 301[ 3000] 33 91 542 [ 500] 51 621 871 923 25 84 16001 170 88 312 557 689 739 864 901 29 ( 5 70 17073 185[ 500] 323 406[ 500] 503 708 14 812 916 26 18026 100 22 64[ 1500] 215 377 569 812 62 82 942 19134 69 275 477 762 95 832 76 20051 202 18 27[ 1500] 79 334 62[ 1500] 610 98 782 950[ 300] 63 64 76 21018 171 99 243 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Biehung der 4. Klasse 186. Königl. Preuß. Lotterie. 98173 86[ 5001 262 74 98 329 461 95 596 649[ 30001 781 51 91 910 11 Biebung vom 2. Juni 1892, Nachmittags. Nur ble Gewinne über 210 Mart find ben betreffenden Nummer: in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 69 75 117 54 242 55 447 48 55 91 97 587 613 76 80 750 962 1069 326 402 19 568 634 86 750 815 2010 60 362 620 29[ 1500] 843[ 600] 944 3066 86 121 65 92 99 238 567 78 699 700[ 1500] 29 81 826 92 918 40[ 300] 55 4015 69 328 589 826 64 87 5004 54 110 350 75 433 90 91 528 68 604 33 812 14 6004 176 270 345 470 86 763 844 917 77 7162 253[ 1500] 531 612 67 710 70 836 8099 114 216 30 68 474 597 627 9042 250 485 590 765 861 910 59 71 51 75 94002 63 450 848 949 05286 95 97[ 10000) 380 452 93 800 49 84 96084 140 48 303 89 595 648 51 864 74 951 97004 10 289 310 66 407 53 654 867 978[ 1500] 08010 20 91[ 500] 100 306 779 899 926 99013 27 34 116 235 62 338 678 782 860 900 48 551 100: 30[ 1500] 73 75 418 45 91 564 611 31 71 749 101105 26 46 218 373 90 406 533 86 698 965 102418 37 838 92 941 108180 288 86 433 41 635 732[ 3000] 803 911 104103 7 202 91 303 45 423 27 30 556 59 915 50 67 105046 79 98 291 93 450 602 23 42 95 1500) 731 [ 5000] 895 106018 20 59 163 66 82 219 310 39 41 76 86 620 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302 94 406 522 601 33 702 13 906 36 86 31018[ 300] 170 345 91 616 779 [ 300] 208 389[ 500] 407 521 42[ 3000] 47 628 69 819 32327 46 613 717 130006 20 84 106 67[ 1500] 274 357 471[ 500] 79 781 73 181022 132016 60 180 236 709 82 841 77 32 806 97 935 33303 45 401 13 63 76 651[ 300] 739 55 835 66 934 122 28 115001 43 92 506 625 951 84058 74 178 98 225 45 572 93 852 90 901 85011( 500) 55 56 252 76 932 15001 67 93 133038 167 270 85 380 612 72 748 838 958 184195 452 500 90 617 868 74 36117( 3000) 66 253 480 547 604 913 84 95 212 24 91 420 44 635 67 855 185119 239 486 130001 95 661 716 78 [ 1500] 37267 311 20 489 611 35 895 925 38004 6[ 3000] 141 87 255 860 136035 135 84 212 30 371 523 65 739 41 54 824 80 137030 58 330 576 642 48 747 80002 239 97 343 60 530 729 37 816 64 940 133 36 200 2 311 83 97 427 656 92[ 500] 947 138195 201 383 436[ 500] 516 663 840 44 59 139060 81 101 80 83 253 339 648 819 72 990 140071 100 24 49 50 86 293 368 432 68 860 944 141033 83 117 348 82 403 61 512 617 959 67 89 142007 88[ 3000] 189 469 668 722 94 807 148060 203 66 381 404 511 83 614 66 96 737 70 73 944 144046 76 131 78 280 350 410 25 518 34 47 88 686 837 84 146000 39 45 70 126 274 320 499 [ 3000] 525 61 750 79 840 94 911 40003 146 289 701 25 833 46 929 41032 57 703 33 76 42095 125 86 352 99 505 695 973 43052 99 133 83 217[ 300] 39 430 515 709 873 44225 447 638 753 840 45218 395 526 874 90 46135 265 307 99 421 65 559 95[ 300] 709 27 834 96 47242 301 16 88 90 36 485 587 89 ( 300) 93 660 771 83 95 810 33 38 97 48074 113[ 3000] 93 263 500 85 680 700 85 49002 118 433 547[ 1500] 956 145319 49 56 504 600 41 776 79 851 89 147205-9 19 434 92 576 605 728 35 148147 50015 52 145 74[ 1500] 250 99 381 549 671 895 937 51036 49 128 292 519 35 92 97 676 87 701 15 24 826 948 149029 211[ 3000] 394 66 378 115001 470 90 752[ 3000] 817 23 32 936 83 52077 114 61 233( 500) 504 56 626 39 471 508( 1500) 81 727 46 873 975 94 53076 156 84 390 415 93 511 150034 61 106 213 305 735 803 74 79 151019 108 269 613 86 750 946 81 13001 89 54084 192 311 98 429 32 666 715 871 77 908 55056 371 525( 1500] 88 611 42 45 67 1300] 743 878 988 56343 543 48[ 500] 672 795 835 72 57027 243 75 304 42 69 83[ 300] 487 785 58048 92 257 93 348 74 448 540 92 676 891 59025 51 76 271 300 [ 300] 65 69 76 405 17 26 580 715 807 60152 393 529 723 817 24 30 61024 194 208 59 333 580 809 60 82 940 98 62123 315 74 78 419 534 73 631 63058 207 75 550 73 873 [ 300] 82[ 1500] 64044 115 40 536 647[ 500] 913[ 1500] 41 65006 35 68 166 627 706 812 903 50 63 66050 111 33 96 215 81 511 27 818 31 ( 300) 41 79 966( 500) 67137 88 287 305 487 94 511 631( 3000) 729 [ 1500] 78 98[ 300] 816 17 939 68027 173 294 361 423 49 66 605 90 897 915 69097 169 78[ 1500] 90 259 85 306 11500] 13 481 676 734 41 80 837 967 86 70186 304 13 622 849 71545 58 782 813 65 90 954 62 73 72034 68 233 393 444 71 540 608 16 719 923 73051 181 393 425 741 824 904 58 74277 310( 10 000] 43 60 412 78 79 89 506 650[ 300] 714 30 57 74 92 860 62 75100 319 47 66 435 532 44 611 814 937 76052 [ 1500] 79 126 28 422 602 740 816 17 902 68 77014[ 1500] 73 358 484 502 36 649 765 939 78070 94 216 42 409 96 546 48 629( 1500] 909 [ 500] 79050 96 223 29[ 300] 428 534 725 59 80092 214 75 95 370 89 411 21 550 73 610 25 30 72 764 80 917 $ 1074 174 88 230 75 97 410 558 91 604 844 97 82004 138 94 226 583 720 33 858 78 966 S8195 250 485 627[ 3000] 753 829 66 85 985 84000 36[ 300] 39 121 312 66[ 3001 437 90 505 608 27[ 3000] 913 44 97 85101 251 515 614 26 705 17 44 53[ 300] 806 80 86067 165 280( 3001 366 67 429 613 14 45 813 83 987 87012 16 183 217[ 1500] 31 366 465 15001 69 817 922 95 88187 231 91 384 432 523 53 6341 38( 300) 51 61 937 [ 3000] 53 63[ 300] 67 99[ 500] 89077[ 1500] 84 243 303[ 500] 42 444 701 903 15 90198 470 536 614 801 91049 192 362 81 406 67 648 788 91 993 02018 63 70[ 300] 80[ 500] 155 72 220 506 40 653 91 726 932 63 85 637 74 807[ 3000] 24 975 152003( 1500) 66 159 99 251 1500] 424[ 500] 507 618 56 891 997 153023 195 246 314 409 644 728 57 803[ 500) 46 154015 88 207 14 342 87 589 710 898 909 155077 162 584 644 156161 5 300 524 40 629 927[ 500] 87 157007 87 120 72 15001 269 421 688 736 827[ 30001 81 2 158015 66 181 223 40 428 675 94 761 65 880 947 159059 77 150 258 335 553 614 762 976 160085 222 88 347[ 1500] 70 510 78 611 822 57 161025 50[ 500] 149( 500) 310 65 614 77 882[ 1500] 913 98 162001 107 16 258 471 163101 243 311 24 85 584 ( 1500) 74 522 5001 45 84 618 819 60 992 614 47 792 832 59 164115 223[ 500] 63 94 98 300 598 613 58 60 926 45 165096 222 42 395 15001 595 613 731 50 835 50 906 166011 101 240 41 66 310 64 78 501 684 762 68 868[ 3001 81 167169 467 573 648 70 93 923 45 168194 246( 500) 365 531 95 714 50 1500) 77 805 985 169057 210 37 64 370 490 522 616 35 770 94 907 30 74[ 3000] 170076 247 68 424 743 910 171129 310 81 417 851 53 82 973 172073 152[ 300] 208 512 783 833 932 173022 33 61 81 105 20 233 71 671 714 42 97 872 174187 289 338 430 44 59 540 79 806 905 17 175029 36 134 212 33 44 71 372[ 1500] 494 525[ 1500] 702 882[ 1500] 905 76 176139[ 3000] 284[ 3000] 358 522 32 35 98 618 746 805 11 18 58( 300] 74( 500]-7 939 70 95 177035( 15 000] 106 69[ 3000] 216 18 53 54 90 340 463 504 766 801 74 92 917 21 80 178097 184 418 44 552 691 768 77 862[ 3000] 926 179179 404 12 58 546 81 622 748 839 94[ 1500] 985 180018 171 243 84 324 523 44 627 15001 740 97 906 60 181146 67 641[ 300] 771 812 65 906 27 63 182030( 500] 211 23 28 470 819 183343 82 612 816 54 912 68 181213 60 61 76 485 555 678 768 828 51 150001 95 185007 51[ 300] 217 39 83 477 89[ 10000] 526 942 59 78 188125 307 36 462 515 701[ 1500] 25 68 871[ 500] 95 187019 192 353 429 77 93 548 52 791 903 47 98 188030 152 211 347 423[ 300] 39 609 24 780 846 947 189043 50 64 239 366 550 790 826 38 923 eine Feuersbrunst 102 Häuser in Asche gelegt und zwei In Ulanow find, wie aus Lemberg berichtet wird, durch Menschen dabei ums Leben gekommen. Geständniß ab. Der Erftere bezog ein Gehalt von 170 m., der Freitag: Grüne tanne bet Tekner, Martustraße 8. Tambour- der Nothverband angelegt und die Wunden vernäht. Die Ers Lettere von 100 M. monatlich. Sie sind Beide früher Unter Berein Boruffia bei Feldhahn, Weidenweg 12( Uebungsfiunde).-Tambour regung der hiesigen Bürgerschaft über diesen empörenden Vorfall offiziere gewefen. Die Diebstähle sind in folgender Weise aus- ir bel bet Mühle, Gartenftr. 52( Uebungsstunde). Berein Ruf bet Sperling, Inselstr. 1( Uebungsstunde). Zambourverein ift ungeheuer. geführt: Neben dem Zimmer, in welchem die Angeklagten ar- Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesang- Solange die Bürgerschaft" Deutschlands noch Anhänger des beiteten, befand sich das Telephonzimmer und an dieses stieß der verein union, Abends» Uhr, Berliner Bockbraueret. Quartettverein Militarismus in die Parlamente entsendet, wird sie noch oft über Lagerraum. Ueber die Thür, welche die beiden letzten Räume Baldesrauschen, Abend 9 Uhr, bet Weigt, Martgrafenſtr. 87. Wedding, Abends 8 Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35. Männerchor Privat gleichartige Vorkommnisse sich ungeheuer erregen" müssen. Wie miteinander verband, war ein halbrundes Fenster angebracht, heaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Buttbuferstr. 35. man sich bettet, so schläft man. welches mit einem Gitter versehen war, das aber nach oben zu ftraße 108.- Bugbinber- Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Musikveretu Zusch, Freitag Abend 9 Uhr, Restaurant Nebelin, Langeeine Lücke freiließ, welche einem schmächtigen und im Turnen Richter, Alte Jakobstr. 68. gewandten Mann das Durchschlüpfen gestattete. Während der Berliner Turngen offenschaft. Die erfte Männerabtheilung Nachmittagsstunden arbeiteten die beiden Angeklagten allein im turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Aus Prag berichtet der Telegraph: Privatmeldungen aus Leffing- Gymnasiums Pantstr. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Komtoir. Diese Zeit wurde zu den Diebstählen benutzt. Die An- die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turn- Birkenberg zufolge befinden sich in dem durch Feuer verwüsteten geklagten stellten im Telephonzimmer einen Tisch vor die zum balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Mariaschachte des Silberbergwerts noch über 200 Leichen. DieLagerraum führende Thür und von hier aus schwang sich der Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, felben tönnen nicht zu Zage gefördert werden, weil die Angeklagte Untermann durch die halbvergitterte Oeffnung. Er Oranienſtr. 188 p.- Gefelliger Arbeiterverein Graphia, abends 8 Uhr, Bergungsarbeiten mit zu großer Lebensgefahr verbunden sein Vergnügungsverein Beilchen, Abend 9% Uhr, bei Brauns, 8% warf dann die Packete durch das Fenster seinem Komplizen zu. bet Ritter, Mauerstr. 86. Unterhaltungsflub Schiller, jeden Freitag würden. Der Vorsitzende hielt den Angeklagten vor, wie schändlich der Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreiseftr. 3. von ihnen begangene Vertrauensbruch sei, zumal der Angeklagte Nehring eine Stellung gehabt habe, um die ihn mancher verdiente abgegangene Offizier beneiden würde. Der Staatsanwalt be= antragte gegen die Angeklagten je zwei Jahre Gefängniß und dreijährigen Ehrverlust. Das Urtheil lautete gegen Nehring auf ein Jahr sech 3 Monate, gegen Untermann auf ein Jahr drei Monate Gefängniß. Versammlungen. be im Restaurant. Literarisches. Auch eine Folge der Dynamitfurcht. In dem Kohlenbergwert Hornu et Wasmes in Belgien entzündete ein Steiger eine Anzahl von Dynamitpatronen, um sich derselben zu entledigen, da der Gebrauch von Dynamit bei den Grubenarbeitern von heute an verboten ist. Durch die Explosion wurden sechs Seinrich Braun, Verlag von J. Guttentag in Berlin). aug wurde Dienstag Abend beim Bahnhofe von Nowsta von Sozialpolitisches Centralblatt( herausgegeben von Dr. Arbeiter verwundet. Bahnunglück. Ein von Agram nach Brood fahrender PostDie foeben erschienene Nummer 22 enthält u. A.: der Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Die Novelle zum preußischen Berggefeße. Von Dr. Leo einem zyklonartigen Orkan erfaßt. 3wei Waggons erster und Verkauf. Einkommenverhältnisse im Königreich Sachsen.aweiter Klaffe wurden in die Luft gehoben und in den Graben Die Errichtung von Rentengütern in Ost-, Westpreußen und geschleudert, andere total zertrümmert. 22 Reisende wurden ver Bofen. Verbot der Sweating- Arbeit bei Staatsaufträgen in wundet, darunter mehrere lebensgefährlich. Die Drahtleitungen England. Hngienische Verhältnisse in den Leipziger Buch- find zerstört. In einer öffentlichen Versammlung selbständiger Bar. druckereien und Schriftgießereien. Weibliche Bahnwärter. Ein schweizerisches Arbeiter- Programm. biere, Friseure und Berrückenmacher Berlins und Ümgegend deutschen Buchdruckergewerbe. Rechnungsabschluß der Hirsch Tariftommission im hielt am 23. Mai Genosse V3 Itel einen Vortrag über Dunder'schen Verbandskassen. Zum Ausstand " Innungen und das Kleingewerbe" und forderte zum Schluß Kohlenarbeiter in Durham. Schweizerisches Gewerbedeffelben die Anwesenden auf, die Versammlungen fleißig zu Geſetz. suchen, um zu lernen und mitzufämpfen für die Allgemeinheit. ruhe im Handelsgewerbe. Bon J. Silbermann. Ein interArbeiterschutz Gesetzgebung: Die Sonntags- Bleckhausen, 2. Juni. Hier tödtete der Blizz vierzig Schafe. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Helbig, Freier, nationaler Kongreß für Sonntagsfeier. Bonn, 2. Juni. Der Deutschen Reichs- Zeitung" zufolge Schmidt, Kühne, Burofsky, Gründel, Wegner, Sonnebrodt, preußischen Staatsbahnarbeiter. Gewerbe- Inspektion: Unfall wegen unberechtigten Abdrucktes des Berichts über die TeufelSonntagsruhe der will Pater Aurelian gegen die Röln. 3tg." Strafantrag ftellen Hennig meist im Sinne des Vortrages, worauf eine Resolution verhütung und Gewerbe- Inspektion in Ungarn. Von Dr. Adolf austreibung. zur Annahme gelangte, in welcher die Bersammlung die Unhalt Braun.- Armenwesen: Das Armenwesen der Stadt Berlin im barkeit der heutigen Verhältnisse anerkennt und sich zum Anschluß Etatsjahr 1890/91.( Abdrud sämmtlicher Artikel ist Zeitungen Barcelona haben die Arbeit niedergelegt. Paris, 2. Juni. Die Arbeiter an der Nordbahn bei an die gewerkschaftliche und politische Bewegung der Arbeiter und Zeitschriften gestattet, jedoch nur mit Angabe der Quelle.) verpflichtet. Als Arbeiter wie die Anderen wolle man theilnehmen an der Erkämpfung einer menschenwürdigen Existenz für Alles, was Menschenantlig trägt. Es wurde noch die Sonntagsruhe einer Debatte unterzogen, und dann forderte der Vorsitzende die Kollegen auf, fich der bereits bestehenden Freien Vereinigung anauschließen. treten. aufgefunden. Vermischtes. Briefkaffen der Redaktion. Dr. E. Braun. Wenden Sie sich an die Redaktion der Beitung deutscher Bergleute", Gelsenkirchen. Betreffs des Berichtigung. Im Bericht über die Versammlung der Die Frau des Defraudanten Jäger in Frankfurt ist Uebrigen werden Sie durch einen Aufruf im„ Vorwärts" das Berliner Streit- Kontrollkommission vom 2. Juni wird die Brauerei gleichfalls verhaftet worden. Ferner wurden die Eltern der Gewünschte jedenfalls am nächsten erhalten. Böhow mit angeführt. Das ist ein Frrthum, gemeint war die Frau, die Eheleute Clemens, gefänglich eingezogen. Andere Ver-... 44. Rein Pseudonym. Der Verfasser lebt in Norddeutsche Brauerei, über welche jedoch nicht verhandelt haftungen stehen bevor. Bei Frau Jäger hat man eine Raffette Chemnitz und ist seit langen Jahren in Arbeiterfreifen wohlwurde, da der 6. Berliner Reichstags Wahlkreis diese An mit Banknoten, sowie ein Geheimbuch über Jäger's Geldgeschäfte bekannt. Wenn Sie für Ihre Mittheilung nicht persönlich eingelegenheit erledigen wird. H. Faber. stehen wollen, kann davon kein Gebrauch gemacht werden. Sind Abermals eine Säbelaffäre! Dem Berliner Tageblatt" Sie dazu bereit, so bitten wir um Ihren Besuch. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% Uhr: Süd wird aus Erfurt von einer solchen, die sich in der Nacht zum B. R. Beim Magistrat ist die Unterstützung der Familien Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Gi O tichú le, Reichenbergersir. 133: Unterricht in Deutsch( unterer);-1. Juni abspielte, gemeldet:" Drei Artillerie- Offiziere, deren der eingezogenen Reservisten nachzusuchen. Schule, Martusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nord- amen noch nicht festgestellt sind, befanden sich im Hotel zum F. K. 8. Die Kinder sind verpflichtet, ihre nothleidenden Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie." Rheinischen Hof", das sie ungefähr um 1/22 Uhr verließen. Vor Eltern zu erhalten. Sind sie dazu nicht im Stande, so wird die In allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, fönnen Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, ein- dem Hause geriethen die Offiziere mit einem Zivilisten in Streit, den Eltern von der Gemeinde gewährte Armenunterstützung als in deffen Verlaufe die Lieutenants( vom Feld- Artillerie- Regiment eine auch den Kindern gewährte Armenunterstüßung mit den Lese- and Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8% Uhr, Nummer 19) blank zogen und auf ihren Gegner einhieben. gefeßlichen Folgen angesehen. bet Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bei F. Kizing, Bülowstr. 62. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Freitag. Uebungs- Möglicher Weise sind dieselben von dem bisher noch nicht Lokal- Kommission, Groß- Lichterfelde. Wir haben erst ftunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Raiser'fcher vernehmungsfähigen Manne gereizt worden aber was fürzlich aufgefordert, alle derartigen Einsendungen an das hiesige. Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey. Nord, Brunnen- darauf folgte, spottet jeder Beschreibung. Ein zweiter Lokal- Komitee zu richten. Die direkte Einsendung an uns ver Buch- Bivilist, welcher an die wüthenden Offiziere herantrat und sie zögert nur die Berücksichtigung. Wir haben Ihr Schreiben dem binder Männerchor Berlins, Alte Jakobftraße 68, bei A. Richter. aufforderte, von ihrem am Boden liegenden Opfer abzulaffen, hiesigen Lokal- Komitee zugesandt. Maiglödchen, Hochftr. 32a, bei Wilte. Gemüthithteit wurde von der mittlerweile von einem der Offiziere herbei- H., Landsberger Allee. Sie fordern dafür, daß Sie eine ( Puger), Seydelstr. 30. ris, Röpnicerfir. 127a, bet küfter. Collegia, Beughofftraße 8 bet Stoch. Jobanni, Rüdersdorferstraße 45, Gefen gerufenen Militärpatrouille gepackt und mit Kolbenstößen weiter- Nähmaschine 13 Zage in Ihrer Wohnung stehen ließen, 6,50 m. fchaftshaus Oftend.- Palme, in Belten, bei Schröder.- Blaue Schleife, getrieben. Als der Bürger die Flucht ergriff, und fragen, ob das eine zu hohe Forderung sei? Haben Sie selbst Vorwärts6,( Gem. Chor), Niederfchrie einer der Offiziere der Patrouille au: schon einmal solche Preise gezahlt, wenn Sie ein auch noch um Schönweide, bei Giebenbaum. Sänger Fretheit, Maunynstr. 43," Schießen! schießen!" Die Soldaten fonnten der Auffangreicheres Möbelstück irgendwo zur Aufbewahrung zurückbei Fröhlich. Morgenroth 4, Stopnic bet Wiedemann in Adlershof. Wahrheit, An der Zwölf- Apofteltirche 7b, bei Framte. Karthausforderung nicht folgen, weil sie teine scharfen Patronen mit sich| ließen? Würden Sie solche Forderung, wenn man sie an Sie fcher Gefangverein, Lichtenbergerstr. 21, bei Hetse." Moabit", führten; fie begnügten sich mit einer furzen ergebnißlosen Ver- stellte, für angemessen halten? Sie können fich also felbft fagen, Wilhelmshavenerstr. 23, bet Brosch. Dem anderen, von den Offizieren ob jene Forderung zu hoch ist, und ob die Zurückhaltung der Alle Zuſchriften sind zu senden an Mar Geng, Berlin, Belforterstraße 26, 1. schwer verwundeten Zivilisten wurde von einem Arzte, Dr. Kellner, Nähmaschine als Erpressung anzusehen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. folgung des Flüchtigen. firaße 88, bei Gnadt. Borwärts 1, G.D. Adalbertstraße 21, bei Roll. Rummer's cher Gesangverein, bet Zempel, Langestraße 65. in Bantow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr. KEF Sonnabend, den 4. Juni cr., Abends I Eröffnung des vollkommen renovirten Ausschank- und Gartenlokals der Schultheiß' Braneret Actien- Gesellschaft Zum Schultheiss" 2517L] 99 9 Nr. 88, Chauffeeffraße Nr. 88( früher Eiskeller). Schultheiss' Versand- und Märzen- Bier. Reichhaltige Speisenkarte.- Kleine Preise. An den drei Pfingst- Feiertagen von 42 Uhr Nachmittags ab: Grosses Konzert im Konzert im Garten( Bel schlechter Witterung Todes- Anzeige. Zentral- Kranken- u.Sterbekasse Am 1. Juni verstarb nach schwerem Der Zimmerer ( Freie Hilfskaffe Nr. 2. Hamburg.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied, der Zimmerer Krantenlager mein lieber Mann, Sohn, Bruder, Onkel, der Metalldreher Herrmann Scherwih. Die Beerdigung findet am 5. Juni, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichen Herrmann Gaedike balle des Jacobi- Kirchhofes( Brit) aus am 30. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Juni, Nachmittags 6 Uhr, vom Trauerhause Stromstraße 31, nach Plößensee statt. 385b Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Brotverkauf der Genossenschafts. bäckerei, Martthalle Moabit, Stand 247. 389b B. Linneken. statt. Dies zeigen statt jeder besonderen Meldung au. 386b 2. Scherwih nebst Frau u. Kindern. Wittwe Scherwit geb. Scheel. Köhler, Masseur bei der Orts Krankenkasse der Maschinenbauer wohut seit 1. Juni Müllerstr. 4, am Wedding. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabritation, 25 Zigarren 1 Mart. 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