Nr. 249. Abonnements- Bedingungen: p Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 art, für das übrige Auslan& Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 24. Oftober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Dieses fieberhafte Suchen hatte vorläufig nur den Erfolg, daß es lichsten zurückschreckten, noch vor den schweren Gefahren der Justiz Zur diplomatischen Lage Deutschlands. bil men Gleichgewichts beitrug. Die fich jetzt vor unfren aus, dann kann fie das fittliche Urteil des Volles für alles Schwere viel Unruhe unter den Großmächten hervorrief und zur Erschütterung Furcht empfanden. Fällt die Entscheidung in diesem zweiten Sinne des europäischen Augen vollziehende Neugruppierung der Mächte zeigt einen geradezu entschädigen, das der Spruch der Richter über sie verhängen mochte. antideutschen Charakter. Deutschland fällt in neue Isolation, die nichts weniger als glänzend ist. mb. London, 21. Oktober. Die diplomatischen Bewegungen Westeuropas, auf die wir einige Indes hat auch dieses Vorspiel des großen Wahrheitsdramas mal in diesem Jahre im Vorwärts aufmerksam machten, nehmen seine heitere Scene gehabt. Das war, als der gute Wachtmeister Langfam eine festere Gestalt an. An dem Tage, als der König von Der Dreibund mit England in Reserve hat zwar Deutschland Ka hl mit viel Geschäftigkeit und Diensteifer wiedergab, was er in Italien in Paris von einer Annäherung zwischen Italien und Frank- nicht gestattet, die ersehnte weltpolitische Stellung zu gewinnen, jener kritischen Wählerversammlung aus dem Munde des angeklagten reich sprach, wurde in London ein englisch- französischer Schieds- aber er war für Deutschland eine Sicherheit. Er schüßte es gegen Genoffen gehört haben wollte. Das chinesische Märchen von der gerichts- Vertrag abgeschlossen, der zwar als Erfolg der Friedensidee Frankreich und gegen Rußland. Frankreich mußte nicht nur gegen Insel Kiautschou" und allem, was dann weiter geschah, das ungereimte, an sich weniger als nichts bedeutet, aber als Symptom des Ein- Deutschland, sondern auch gegen Italien und England rüsten, und ungeleimte und ungehobelte Zeug, das der Angeklagte nach diesen eidlich bernehmens zwischen England und Frankreich immerhin von Wichtiges rüstete unter Anspannung aller Kräfte, stillschweigend und ent- erhärteten Angaben den Wählern erzählt haben soll, schloß ein feit ist. Der englisch- französische Schiedsgerichts- Vertrag will zwar schlossen. Rußland hatte nicht nur Deutschland, sondern auch Dest düsteres Bild in den heiteren Rahmen goldenen Humors. mur einen Krieg unmöglich machen, wo es sich um juristisch reich im Auge, selbstverständlich auch England. Jetzt stehen England Denn wäre auch nur ein Wort von allem wahr, was diese beeidete definierbare Schwierigkeiten handelt, jedoch zeigt er, daß zwischen und Italien auf seiten Frankreichs, ebenso Rußland. Bleibt nur Amtsperson dem Abgeordneten Stunert, gewiß im besten Glauben, den beiden westeuropäischen Mächten das gegenseitige Mißtrauen Destreich, auf das man unter den im Donaureiche herrschenden in den Mund legt, dann müssen ihn seine Wähler ungefäumt als mehr und mehr schwindet. Die europäische Politik hat nunmehr mit Wirren kaum rechnen darf. Aber auch das Verhältnis zwischen Bennäler an die Schule zurücksenden, die er vor Zeiten als einem englisch- französischen Einvernehmen zu rechnen. Destreich und Deutschland wird zusehends ein andres. Beim Lehrer verlassen hat. So aber beweisen diese Aussagen nichts Ebenso mit der italienisch- französischen Freundschaft, die der Abschluß des Bundes im Jahre 1879 standen sich Deutsch als die Ungeeignetheit des heutigen Ueberwachungssystems durch zwanzigjährigen Entfremdung zwischen Italien und Frankreich ein land und Destreich als zwei gleichberechtigte Mächte gegen- ungeschulte Polizeileute. Ende macht. Diese Entfremdung datiert bekanntlich seit dem Jahre 1881, über. Jetzt ist das Verhältnis Destreichs zu Deutschland wie das Während der Polizeikommissar Reibert, der Hauptals Frankreich Tunis besetzte. Denn dieses nordafrikanische Gebiet eines Basallen zum Lehnherrn. Destreich ist vor allem Deutschlands belastungszeuge, ursprünglich den beanstandeten Satz aus Kunerts wurde von Italien beansprucht, da es vielfach von Italienern kolonisiert Instrument in Rom, um mit Hilfe der katholischen Kirche den Nede wortwörtlich angegeben haben wollte und dem Angeklagten wird. Die Folge der französischen Occupation von Tunis war der deutschen Imperialismus zu fördern. Dann soll Oestreich in der die Möglichkeit jedes Jrrtums mit der größten Sicherheit bestritt, Anschluß Italiens an Deutschland und Destreich im Jahre 1882 Orientfrage für Deutschland eintreten. Deutschland kann es nicht gab er jetzt ohne weiteres zu, daß die Aeußerung des Angeklagten und der berühmte Dreibund entstand, der Frankreich auf Jahre offen thun, um nicht Rußland zu verletzen. Allein dieses neue Ver- auch so unglaublich thöricht und unverantwortlich gelautet haben hinaus isolierte, bis es sich mit Rußland verband. Seitdem hatten hältnis fann nur festere Gestalt annehmen, wenn das deutsche könnte, wie sein Untergebener im Eifer feines Zeugenamtes bewir einen Drei- und Zweibund, die man als das europäische Gleich Element in Destreich vorherrscht. Und das deutsche Element wird hauptet hatte. Erst auf die Vorhaltungen des Vorsitzenden hin gewicht betrachtete. dort nicht nur nicht vorherrschend, sondern vom slawischen Element entschloß sich der Herr Polizeikommissar, zu seinen ursprünglichen Die diplomatischen Ereignisse der letzten Monate haben diese immer mehr zurückgedrängt. Eine vernünftige Politit Rußlands gegen- Bekundungen zurückzukehren. Lage verschoben und eine Neugruppierung der Mächte veranlaßt, die über Destreich und den öftreichischen Slawen könnte Destreich unter russi- Wenn der weitere Verlauf des Prozesses gleichen Einblick feineswegs zu Gunsten Deutschlands ausfällt. Sich darüber zu be- schen Einfluß bringen und Deutschland vollständig isolieren und mattsetzen. hinter die Coulissen des Militarismus gestattet, wie sein Verlauf flagen, hätte Deutschland kaum einen Grund, denn seine programm- Es sind auch Anzeichen vorhanden, daß der deutsch- russische Kampf um hinter die Coulissen unfres polizeilichen Ueberwachungssystems, dann Lose Politik hat ohne Zweifel zu dieser Erschütterung manches bei- Destreich bereits begonnen hat. Seitdem es in Petersburg Klar wird der Angeklagte mit seinen Erfolgen zufrieden sein können. getragen. wurde, daß die Slawen in Destreich die Oberhand gewinnen, ist die Dann wird es auch aller Welt klar werden, daß wir nicht nur, wie Die Lage ist etwa die: russische Politik gegenüber Destreich freundlicher geworden. Im April der fröhliche Kanzler des Reiches schon mit lächelndem Munde zu1897 machte sie ihm bedeutende Konzessionen auf dem Balkan. Jetzt geftand, an dem einen Sühne prinzen, sondern auch an dem kam der Zar nach Wien, und möglicherweise ist das Aufgeben der einen Chinatrieg für alle Zeiten genug haben! zarischen Romreise zum Teil eine Konzefsion an Destreich, das mit Italien wegen der Rivalität um Albanien in Feindschaft liegt. Stalien kehrt jetzt, nach seiner Aussöhnung mit Frankreich, vielleicht zur anti- östreichischen Politik zurück, die es feit 1882 nur ber tagt hatte. Der Konfliktspunkt zwischen beiden ist, wie früher erwähnt, Albanien; beide Mächte kämpfen um die Vorherrschaft am Adriatischen Meer. Das Ergebnis aller dieser diplomatischen Vorgänge ist die wachsende Isolierung Deutschlands in der äußeren Politik, herborgerufen durch seine famose„ Weltpolitik". Politische Ueberficht. Berlin, den 23. Dttober. Die Wahrheit auf dem Marsche. im burg- Stirum, der konservative Parteiführer. Er sprach gegen Eine Wahlrede zu der Landtagswahl hielt in Breslau Graf den Kanalbau, für Unterbrückung der Bolen und Socialdemokraten und schloß mit einer Verherrlichung des elendesten aller Wahlfyfteme also: Am Dreiklassenwahlsystem soll nicht gerüttelt werden. Bei unfrer Bildung ist die öffentliche Stimmabgabe die richtige. Bei der Wahlfreiseinteilung müsse nicht das Numerische ausschlaggebend sein, sondern die Frage, was die Bevölkerung in den Wahlkreisen leistet, was sie für den Staat treibt. Darum gelte auch im Landtag die Sorge für die leidende landwirtschaftliche Bevölkerung. Wir müssen die Monarchie und die konservative Partei stark und kräftig erhalten." Die Einigung Deutschlands und Italiens im Jahre 1871 und die Autonomie Ungarns im Jahre 1868 bildeten den Abschluß der friegerischen nationalen Periode, die mit 1848 begann und das Wert des Wiener Kongresses vom Jahre 1815 beseitigte. Wie Europa nach 1815 an die dreißig Jahre äußeren Friedens hatte, so hatten wir nach 1871 einige dreißig Jahre äußeren Friedens in Europa. Die Parallele kann noch weiter gezogen werden: wie die dreißig Jahre nach 1815 boll von nationalen Bestrebungen waren, so die dreißig Jahre nach 1871 voll von imperia listischen Bestrebungen. Nur im äußersten Südosten Europas, auf dem Balkan, brachen noch in den fiebziger Jahren die nationalen Flammen aus und führten zum russisch- türkischen Kriege, 1877-78, der auf dem Berliner Kongreffe, 1878, seinen Abschluß fand. Allein die Rolle, die Bismarck auf diesem Kongreffe spielte, mißfiel der russischen Diplomatie, so daß Bismarck es für nötig fand, sich nach einem Bundesgenossen gegen Rußland umzusehen. Der natürliche Verbündete war Destreich, das nach 1866 und 1870 auf den Drient anMan versteht: die preußischen Wähler sind bildungslose Trottels, gewiesen wurde, wo es aber auf die Rivalität Rußlands stieß. So tam am wählen ihrer doch, wenn sie geheim ihre Stimme abgeben, allzuviele 7. Oftober 1879 das deutsch- östreichische Bündnis zu stande, das in Der Prozeß, der von der Straffammer des Landgerichts Halle focialdemokratisch; bei diesem niedrigen Bildungsstand, der freilich erster Linie gegen Rußland gerichtet war. Während dieser Ereignisse gegen den Reichstags- Abgeordneten Genossen Fritz Kunert wegen nötig, die öffentliche, wohl kontrollierte Stimmabgabe eintreten zu anscheinend durch das konservative Schulwesen verursacht ist, ist es entstand eine Rivalität zwischen Frankreich und Italien um Tunis. Beleidigung des ostasiatischen Expeditionscorps geführt wird, ist am lassen, damit die Wähler das richtige treffen. Die europäischen Großmächte, die Frankreich von der europäischen Freitag aufs neue bertagt worden. Dem Antrag An diesem trefflichen System soll nicht gerüttelt werden, sagt Politik ablenten wollten, gestatteten ihm, Tunis zu besetzen. Dies des Angeklagten, die Beweisführung darüber zuzulassen, daß Graf Limburg. Hoffentlich gelingt es der Socialdemokratie, am geschah im Jahre 1881. Das enttäuschte Italien warf sich sodann deutsche Soldaten wirklich, wie er behauptet haben soll, in China 12. November gehörig an den Eisenstäben des Dreitlaffen- WahlDeutschland und Destreich in die Arme, obwohl es mit legterem Berstörungen, Plünderungen und Schändungen begangen haben, systems zu rütteln, hinter denen das konservative Junkerregiment noch stärker verfeindet war als mit Frankreich. Im Jahre 1882, hat das Gericht jetzt im weitesten Umfange stattgegeben. Es sich versteckt. als der Dreibund gegen Rußland und Frankreich entstand, besetzte werden nicht nur zahlreiche Soldaten, die in China gewesen sind, England Aegypten, auf welches Frankreich alte Ansprüche hatte, die über ihre Wahrnehmungen vernommen werden, man wird auch die aber von England nicht anerkannt wurden. Dies führte zwischen den bezüglichen Strafakten des Kriegsministeriums einfordern, deutsche beiden westeuropäischen Mächten zu einer Feindschaft, die in den letzten zwanzig Jahren sich zuweilen bis zur Kriegshize steigerte. Dasselbe gilt von Frankreich und Italien. Die Gruppierung der europäischen Mächte ergab sich sodann von selbst: auf einer Seite Deutschland, Destreich, Italien mit England in Reserve; auf der andern Seite Frankreich und Rußland. Wie man sieht, hatten die diplomatischen Gruppierungen von 1878 bis 1902 vornehmlich imperialistische Motive, die auch während dieser Periode reichlich zum Durchbruch kamen. und ausländische Kriegsberichterstatter vernehmen; auch der Führer des Expeditions corps General v. Lessel und der ehemalige preußische Kriegsminister v. Goßler sollen befragt werden. Früher also, als nach dem bisherigen Verhalten der Gerichtsbehörden hätte angenommen werden dürfen, wird sich in großem, historischem Zusammenhange ein Bild jener Vorgänge entrollen, die zunächst durch die entsetzlichen Bekenntnisse der Hunnen briefe, durch die Nachrichten einzelner Berichterstatter, schließlich durch die Verhandlungen im Reichstage im einzelnen und stückweise Die deutschen Bismard- Verehrer behaupten, diefe Neugruppierung, enthüllt worden sind. Es wird sich zeigen, daß Krieg, Handel und die ohne Zweifel Deutschland günstig war, sei das Werk Bismards Biraterie auch heute noch dreieinig und nicht zu trennen sind, zum gewesen. Dem ist aber keineswegs fo. Die europäischen Diplo- mindesten in jenen menschen und fittenmordenden kolonialen Feldmaten, die ihre Arbeit bis ungefähr 1880 leisteten, hatten feine Ahnung zügen, die Weltmachtsgelüfte und kapitalistische Expansionspolitik von der Bedeutung des Imperialismus. Bismard, Gortschatow, entfesseln. Mecklenburgische Wahlen und mecklenburgische Justiz. Aus Schwerin wird dem Hamb. Echo" berichtet: Ein Nachspiel zur Reichstagswahl bildete eine Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht in Schwerin. Am Tage der Reichstags- Stichwahl wollte in Kleinen der Zeitungsverleger W. Dittrich aus Rostock der Wahlhandlung beiwohnen. Er tam in das Wahllokal und stellte sich einem am Wahlvorstandstisch stehenden Herrn, dem Lehrer Walter vor, zugleich fragte er, ob es die Herren gestatteten, daß er im Wahllokale bliebe, um sich die Wahlhandlung mit anzusehen. Der Lehrer Walter erwiderte, wenn Dittrich sich ausweisen könnte, daß er Reichstagswähler sei, dann würden sie ihm den Aufenthalt im Wahllofale nicht verbieten können. D. legitimierte fich als solcher durch seine Wohnungskarte und durch eine Bescheinigung über die Ander Lehrer, indem er den Schriftführer das Protokoll vermeldung einer Wähler- Versammlung. Die Wahlhandlung eröffnete lesen ließ. Als die Stelle berlesen wurde:„ Die Wahlhandlung wurde 10 Uhr vormittags eröffnet"," fah Dittrich nach seiner Taschenuhr. Nun stand der mit am WahlvorstandsCavour, Andrassy, Salisbury gehören samt und sonders der Es ist sicherlich weder für den Angeklagten noch für seine Ver- tisch sizende Erbpächter Rose auf und sagte:" Was ist das Periode der nationalen Wirren an, ebenso wie die Metternich, teidiger eine sonderliche Wollust gewesen, in allem Blut und unflat für ein fremder Mann? Was will der hier? Will Talleyrand, Nesselrode und Castlereagh noch der merkantilistischen dieses unseligen Rachekrieges zu wühlen. Wer seine Nerven schonen der uns fontrollieren?" Rose ging dabei auf D. zu und Periode angehörten und von der Bedeutung des zu ihrer Zeit auf- will, wird sicherlich gut daran thun, wenn er an dem Schleier der fragte ihn, zu welchem Zweck er nach der Uhr gesehen habe, worauf steigenden nationalen Gedankens, der die europäische Karte um- Medusa nicht zu rühren wagt. Wenn zudem Kunert in jener D. nicht antwortete. Weiter fragte R., ob D. fich legitimieren könne oder sich legitimiert hätte. D. antwortete, daß er solches bereits gestalten sollte, keine Ahnung hatten. Kandidatenrede zu Wörmlig nicht darauf verzichten wollte, auch gethan. Jetzt mahnte der Lehrer, man möge doch erst das Protokoll Bismards äußere Politik war in der That eine kontinental- in diesem Punkte zu sagen, was er für die Wahrheit hielt, so zu Ende verlesen lassen, damit mit der Wahl begonnen werden könne, europäische und von 1871 an eine durch und durch konservative. standen ihm dabei die Vorbilder feiner Kollegen vom„ Borwärts" worauf der Erbpächter Rose nach seinem Platz zurückging, wobei Deshalb war sie England ungefährlich; von einer englisch- deutschen vor Augen. Sie hatten ihren Wahrheitsmut mit harten Gefängnis er unter anderm sagte:„ Na, ben will ich nachher schon' rausRivalität war bis etwa 1885 gar keine Rede. Diese begann erst, strafen büßen müssen, ohne daß es ihnen vergönnt gewesen wäre, als Bismard gegangen war, d. H. feitdem Deutschland in die außer den Beweis der Wahrheit für ihre Behauptungen führen zu dürfen. europäische Politit, in die Weltpolitik eintrat, oder richtiger einzutreten Wenn den Angeklagten von gestern diese warnenden Köpfe nicht bemüht ist. Während der letzten zehn Jahre hat Deutschland aber keinen schreckten, so hat er heute dafür die Genugthuung, demnächst die Diplomaten erzeugt, der ihm die imperialistische Formel, den welt- ganze Welt zum Urteile darüber herausfordern zu dürfen, ob er politischen Leitgedanken hätte geben können. Die letzten dreizehn und seine Vorgänger auf dem gefährlichen Wege wirklich als leicht Jaye der äußeren Politit Deutschlands waren deshalb eine Odyffee, fertige Ehrabschneider gehandelt haben, oder vielmehr als ein lloses Umherfahren. Man versuchte es mit England, Frank Männer, die für Wahrhaftigkeit, Menschlichleit und Humanität Sie müssen' raus!" Dittrich machte den Rose auf das reich. Türkei, Rußland, ohne einen Ruhepunkt gefunden zu haben. stritten, die in diesem ehrenvollen Kampfe weder vor dem pein- Strafbare einer solchen Handlungsweise aufmerksam.„ Ach was, straf3 bringen!" Nachdem die Wahl furze Zeit im Gange war, fragten Erbpächter Nose und der Wahlvorsteher Schulze Hehl in Meinen ihren ungebetenen Gaft nach einem Gesundheitsattest! Dittrich antwortete:„ Nein, ich habe keins; sehe ich denn aus, als wenn ich frant wäre?" Auch fragte er, ob die Antwesenden alle ein Gesundheitsattest mitgebracht hätten. Nach kurzem Wortwechsel ging der Erbpächter Rose auf Dittrich zu und sagte, wobei er ihn anfassen wollte: Sie haben kein Gesundheitsattest, Ausland. Bürgerlicher Preßschwindel über die Kommunalwahlen in Belgien. die seinen Funktionen im allgemeinen den socialdemo fratischen Grundsäßen nachzukommen suchte. Der Bericht förderte namentlich reiches Material stiller Thätigkeit zu Tage, was manchen Genossen entwaffnete. die Frankreich. bar, man" raus", antwortete Rose und brachte Dittrich mit Gewalt| Ernst dieser Versammlung.( Lebhafter Beifall links.)- Die Debatte stimmig( bei einigen Enthaltungen) anerkannt, daß Thiebaud Bel zur Thür hinaus. Nach einiger Zeit kam der Tischler Wilhelm Peters wird fortgesetzt. aus Rostock und wollte in den Vorraum zum Wahllokal hinein, um nachzusehen, ob auf dem in demselben befindlichen Stuhl noch Stimm= zettel, lautend auf den Namen des socialdemokratischen Reichstags= Kandidaten Emil Groth, auslagen. Der Erbpächter Rose versperrte dem Peters jedoch den Eingang zu dem Vorraum mit den Worten: Hier lasse ich niemand hinein, bleiben Sie auf der Die reaktionäre Presse Belgiens und Deutschlands heult vor Ein streiffreundlicher Unternehmer. Straße." Unser Genosse Dittrich hatte nun bei der Staatsanwalt Vergnügen, daß den Socialisten bei den Kommunalwahlen Baris, 21. Oktober.( Eig. Ber.) Ein lehrreiches Licht auf die schaft die Erhebung der öffentlichen Anflage wegen Nötigung hier und da Niederlagen beigebracht wurden. Natürlich scheut man nordische Streitbewegung werfen die Erklärungen eines gegen den Gesetzesverächter Roſe beantragt. Seinem Antrage war sich nicht, wie gewöhnlich, der Wahrheit nach allen Regeln Tertilfabrikanten von Armentières dem Berichterstatter des" Temps" stattgegeben und so stand der Herr Erbpächter Rose nun als AnGewalt anzuthun. So läßt sich gegenüber. Als Inhaber des größten Betriebes am Orte beklagt er geklagter vor den Schranken des Gerichts. Rose gab im großen Pfäffischer Kunst und ganzen den Thatbestand zu, will aber dem Dittrich angesehen biedere" Kreuz- Zeitung" aus Brüssel berichten, eine große Fabrikanten gemachte Schmußkonkurrenz auf dem Wege der Lohnihm und seinen gleichgestellten Kollegen von den kleinen haben, daß derselbe frank sei, weshalb er es für seine Allianz der Liberalen, Radikalen und Ultramontanen habe das drückerei. Er wünscht daher den Erfolg der Streikenden und be= Pflicht angesehen habe, ihn zu entfernen. Der Staatsanwalt hält für Wunderwerk der socialistischen„ Deroute" zu stande gebracht. Dieser dauert das Mißlingen des Generalstreiks, der im ganzen Norden festgestellt, daß der Angeklagte sich eines Vergehens gegen§ 240 des plumpe Schwindel trägt den Stempel der Unrichtigkeit etwas zu die technisch rückständigen Betriebe hätte konkurrenzunfähig machen Str.-G.-B. schuldig gemacht habe, und daß er sich auch der Strafbar- deutlich an der Stirn; denn wie wir bereits bewiesen haben können. teit seiner Handlungsweise bewußt gewesen sei. Der Angeklagte in Wirklichkeit je nach den lokalen Verhältnissen Wahlfartelle aller habe ein recht frivoles Mittel angewandt, um seine Absicht durchzu- Art gegen die Pfaffen gekämpft: Social- Radikale, Social- Liberale, führen, aus Aerger darüber, daß ein Mitglied einer ihm verhaßten Social- Liberal- Radikale Partei ihn bei der Wahlhandlung kontrollieren wollte. Er bewo bleibt da die große antisocialistische antrage deshalb eine Geldstrafe von fünf Mark! Das Gericht ver- Allianz? hängte 15 Mark Geldstrafe. Es hat angenommen, daß der An- Interessant ist übrigens das Geständnis der humanen Kreuzgeflagte sich allerdings der Strafbarkeit seines Thuns bewußt war, Zeitung", daß der Grimm der Socialistenfeinde ganz besonders dadaß aber der Fall für den Angeklagten sehr milde liege, weil er durch erregt wurde, daß die Kinder der Arbeiter in den Gemeindedarüber erregt gewesen sei, daß ihn jemand, der doch wenig an der schulen nicht nur unterrichtet, sondern auch genährt und beherbergt" Wahl interessiert sei, bei der Wahlhandlung kontrollieren wollte. So wurden! Diese bösen belgischen Socis! ist der freche Gewaltakt bei der Wahl nun gefühnt mit 15 M. Geldstrafe! Zu Gewaltsamkeiten geneigte Ordnungsleute werden bei solcher Strafmilde zur Besserung ihrer Sitten nicht gelangen. dem " zu mir J -Wie unverschämt übrigens von den Gegnern gelogen wird, geht unter anderm daraus hervor, daß sie über die Niederlage der beiden socialistischen Abgeordneten Vandervelde und Defnet triumphieren, während in Wirklichkeit keiner von beiden überhaupt als Kandidat aufgestellt war! Hier das Wesentliche der interessanten Erklärungen des einsichtigen Unternehmers: Er werde nach wie vor dem Referendum dem ernenten höflichen, fast achtungsvollen" Vorschlag des Streikkomitees folgen und mit den Streifenden in Unterhandlungen treten im Gegensatz zu zahlreichen seiner Kollegen, die im Ergebnis des Referendums, in der Weigerung, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen, eine Beleidigung erblicken:" Sie( diese Kollegen) haben den Unternehmerstolz, ich bin ein praktischer Mensch... Die Verschiedenheit der Lohntarife ist eine Eiterbeule unsrer Industrie. Indem die Gewerkschaft die Vereinheitlichung der Tarife fordert, Arbeiter und die Arbeiterinnen verdienen wenig, 12 bis 20 Fr. arbeitet sie ebensosehr für uns wie für sich. Desgleichen ist sie be rechtigt, eine Lohnerhöhung zu fordern, denn die ( etwa 10 bis 16 M.) Zahl= Teilen des Landes noch immer so viel Resultate ein, daß es noch In Wirklichkeit laufen wie bei allen großen Wahlen aus allen immer nicht möglich ist, den genauen Stand des Ergebnisses festKlerikale Duldsamkeit. In Eſſen hat ein gewisser W. Kühne, zustellen. Und noch eins: Ganz abgesehen von einer Anzahl Stich- Löhne gezahlt. in der Woche. Und bei mir werden die höchsten Der Tarifkrieg ist ein Unglück. Er hat uns drei nachdem er längere Jahre in den Kruppschen Werken gearbeitet und wahlen und Wahlproteste, deren Ausgang auch noch erst abzuwarten lange Streits gekostet. Der letzte hat zum( allgemeinen) Tarif infolge von Krankheit den Beruf gewechselt hatte, eine Buchhandlung ist, findet ein sehr wichtiges Nachspiel zu den Hauptwahlen von 1889 geführt. Wir haben ihn durchgeführt er bedeutete eröffnet. Ueber seine Erlebnisse als Buchhändler erzählt der Mann erst noch am kommenden Sonntag(!) den 25. Oktober, für uns eine Lohnherabsetzung, aber zahlreiche Industrielle haben in dem Essener Allgemeinen Beobachter": statt. An diesem Tage nämlich werden die Ergänzungswahlen zu ihn verletzt. Gewisse Industrielle haben, um dem Tarif zu entgehen, " Durch die Hilfe von Verwandten und Freunden habe ich in den Gemeindekörperschaften abgehalten, und jeder auch nur einiger- Fabriken in der Umgegend gegründet, in Lille, Gorgue- Estiaires, Gemeinschaft mit meiner Frau eine Buchhandlung eröffnet. Leider maßen mit belgischen Verhältnissen Vertraute weiß, daß erst das Stücklohnpreise von Betrieb zu Betrieb bis 20 Prozent Bailleul, Hazebrouck usw. So erreicht denn der Unterschied der bin ich durch Unkenntnis der Verhältnisse in eine böse schwarze Ecke Resultat dieser Wahlen abgewartet werden muß, ehe man sich ein reiche einsichtslose, technisch rückständige und eigennützige Industriellen geraten. Ich mietete ein Lokal in der Nähe der katholischen Bild von der neuen Gestaltung und Gruppierung zu machen vermag. suchen einzig und allein am Lohne zu sparen. Das Kirche in Essen- West. Schon einige Tage nach Eröffnung des Geschäfts famt mein Hausherr Soviel scheint allerdings festzustehen: Große Fortschritte haben die ist absurd! Sie begreifen nicht, die Unglücklichen, daß ein der Aufforderung, einige Bücher aus dem Schaufenster Socialisten unter dem Plural- Wahlsystem nicht gemacht; aber solches Vorgehen nichts weiter ist als ein grausamer Notzu entfernen, da sich die katholische Geistlichkeit wegen der sie sind auch nicht zurückgedrängt; denn den Niederlagen an behelf, geeignet, eine Industrie zu ruinieren. Die Lohnarbeit Auslegung bei ihm beschwert habe, weil Zola auf den Büchern steht. einigen Stellen stehen erstaunliche Siege an andren gegenüber. ist nicht eine Ware wie die andren. Sie hat ihr PreisminimumAuch sprach der Mann von evangelischen Büchern. Er bot mir eine Daß die Socialisten in Brüssel ihre Position zu behaupten ver herabseßen, denn der Arbeiter ist ein lebendes Wesen, er muß seine das Leben der Arbeiter. Man darf nicht den Lohn ins Endlose Entschädigung an, wenn ich sofort ausziehe, er persönlich mochten, ist geradezu als ein Wunder zu bezeichnen; waren doch Kräfte wieder herstellen, seine Familie ernähren. habe nichts gegen mich einzuwenden, aber ihm und seinem feit den letzten Wahlen ganze Arbeiterviertel niedergerissen und die billige Sehen Sie, i ch Schwiegersohn würde Don den Herren Kaplänen und rückhaltlos das Geset Millerands Vorsitzenden des Windthorst- Bundes der Proletarier so in die Vorstädte gedrängt worden. Daß in diesen Colliard( Zehnstundentag). Wenn ein mensch= art zugefeht, daß er nicht anders könne. Ich that natürlich die socialistischen Stimmen um viele Hunderte zunahmen, I ich es Wesen gewissenhaft 10 Stunden gedem Mann schließlich den Willen und nahm die Zolaschen Romane ist als selbstverständlich zu bezeichnen. arbeitet, so bedarf es, denke ich, der Ruhe. Und aus dem Fenster. Der Mahner kam wieder, die Geistlichen hatten dann... ist es nicht sicher, daß jenes Gesetz die Produktion verweiter Austoß genommen, ich sollte heraus aus dem Haus. Um mindert Ferner verweist er auf die Geringfügigkeit der Frieden zu halten, entschloß ich mich, noch weitere Sachen aus dem eventuellen Verluste infolge der Lohnerhöhung und des ZehnstundenSchaufenster zu nehmen, welche vielleicht vor den Augen meiner Bedes Leins:„ Wenn man bedenkt, daß die verlangte Lohnerhöhung tages im Vergleich mit der großen Verteuerung der Baumwolle und dränger keine Gnade finden dürften. Ich hatte mich berrechnet. Die Lehrer der christlichen Nächstenliebe haben es eine wöchentliche Zulage von 4 bis 5 Fr. pro Arbeiter ausmachen nicht verschmäht, am Mittwochabend von der Kanzel her- Darüber, daß fast die ganze Provinz Flandern den Pfaffen bei würde, so muß man grausam sein, um die Forderung unter gegen mich vorzugehen, ja, die Kirchenbesucher diesen Wahlen die Heeresfolge versagt hat, schweigen sich die abzulehnen. Uebrigens hat die Verteuerung des Rohmaterials waren so gegen mich aufgehetzt, daß ich, als die Kirche Klerikalen Blättchen natürlich aus! Und wie ist es ferner zu erklären, den Verkaufspreis um 20 Prozent erhöht, der Konsument hat jene ausging, schleunigst die Rollladen herablassen mußte, um mich vor daß bereits Meldungen von Maßregelungen von Arbeitern im Zu- bezahlt. Wohlan, wenn es sein muß, wird er auch die 2 Centimes Schaden zu bewahren, denn meine Fensterausstellung wurde von sammenhang mit den Wahlen einlaufen, wenn die Socialdemokratie( Lohnerhöhung pro Meter Gewebe) des Arbeiters bezahlen. einer nach Hunderten zählenden Menge unter lauten Drohungen be- in Belgien wirklich jene von der„ Kreuz- Zeitung" und Geistes- man nicht zu fürchten dank der Schutzölle; hingegen könnte den Die ausländische Konkurrenz, meinte der Fabrikant weiter, brauche lagert. Die Herren werden natürlich Sieger bleiben, denn ich bin verwandten behauptete schwere Niederlage erlitten hätte?! zu schwach, um mich wehren zu können." Auch Industriellen von Armentières in schlechten Geschäftszeiten die KonDas sind dieselben Klerifalen, die gern über den Terrorismus fehlt es nicht an neuen Beweisen von klerikalem Wahlschwindel usw. kurrenz der bei den alten Löhnen arbeitenden Betriebe von Lille der Arbeiter zetern. Sie treiben die schlimmste Bedrückung, natürAuf die Gefahr hin, daß die bürgerliche Presse noch immer nicht und Umgebung zusetzen. Daher bedauern wir am meisten lich stets aus Religiosität und Nächstenliebe. begreift, wie wichtig es ist, bei Plural- Wahlen einen scharfen den Mißerfolg des Generalstreifs. Die Arbeiter Unterschied zu machen zwischen den erzielten Stimmen und den haben einen großen Fehler gemacht, ihre Bewegung ohne vorherige zur Erzielung dieser Stimmen je nachdem erforderlich gewesenen Verständigung untereinander ins Wert gesezt zu haben. Sie sind Wähler zahlen, wollen wir zum Schluß noch ein paar der wich- daran, die Schlechten( Unternehmer) zum Nachteil der Gufen zu tigsten von den neu eingelaufenen Wahlresultaten registrieren: Doch hoffe ich noch, daß die Gewerkschaften im stande sein werden, begünstigen, insofern sie sich nicht wieder eines bessern besinnen Pastor Jakobsen verhaftet. Die beiden früheren Direktoren der Kredit- Ophain: Socialisten absolute Majorität! Incourt: Großer Sieg den Liller Fabrikanten die nötigen Zugeständnisse aufzuzwingen." der liberal socialistischen Liste. bank Scherrebeck, Pastor Jakobsen und Besiger Lassen in Die Socialisten Man sieht, der Kampf der nordfranzösischen Arbeiter um bessere Scherrebeck, sind gestern nachmittag verhaftet und in Unter- haben 500 Stimmen gewonnen. Sivry: Sieg der Klerikalen. Lebensbedingungen ist, wie das übrigens bei den wichtigsten Streifs suchungshaft abgeführt worden. die Regel, zugleich geeignet, die industrielle Entwicklung zu fördern. Die genaue Prüfung Bray: Die Pfaffen haben ihre bisherige Majorität eingebüßt. verschiedener Gründungen der Genannten hat derartige Anderlues: Schwere Niederlage der Katholiken. Dour: Jm gegebenen Falle würde der erfolgreich durchgeführte Streik die Berdachtsmomente zu Tage gefördert, daß zur Ver- 5 Liberale, 2 Socialisten, die beiden ersten Socialisten in nur durch ihre" berbrecherische"( ein Ausdruck des genannten haftung geschritten werden mußte. Dour!! Balatte: Socialistische Mehrheit. Mazy: 4 Liberale. Fabrikanten!) Lohudrückerei konkurrenzfähigen rückständigen MleinPastor Jakobsen, nebenbei eine Hauptstütze des anti- dänischen betriebe beseitigen, die noch ganz besonders durch die SchutzBoignée: 4 Socialisten.- Horion- Hozémont: Selägliche 3ölle herangezüchtet wurden. Halatismus, betrieb eine Zeit lang im großen Maßstabe allerhand Niederlage der Klerikalen. So fommen in Armentières auf Lantremange; 4 Liberale, 3 Klerikale. 10 000 Tertilarbeiter 39 Betriebe, im benachbarten Houplines auf christliche Besserungs- Institute, die vor einiger Zeit wegen finanzieller Schwierigkeiten verkrachten. Auch eine„ Kreditbank" war von ihm Wond: 3 Liberale, 2 Klerikale. Boirs: 2 Liberale, 21 Wahl- 5000 Arbeiter 12 Betriebe. eingerichtet worden. Sollten sich die in der obigen Meldung er- broteste felte Bau- Borſet: Die liberale Liſte ſiegte. wähnten Verdachtsmomente bestätigen, so wäre damit eine Säule Socialisten fehlte eine Stimme, um einen ihrer Kandidaten durch- industriellen insofern erfüllt, als die Liller Gewerkschaften in ihrer des Anti- Dänen- Halatismus und christlicher„ Charitas" schmählich zubringen! In Luxemburg erlag die bisherige klerikale Majorität geborsten. zu Bellefontaine, Etalle, Rulles, Chatillon, Bastogne, Latour, Oberschlesische Wahlnachtlänge. Endlich hat die Beuthener Herbeumont, Buzenol, Autelbas, Nassogne! Staatsanwaltschaft etwas über ihre Thätigkeit in der Sache des Genossen Winter hören lassen, der gegen Wahlvorstand und Wähler in Broslawisz( Kreis Tarnowig) Anzeige erstattet hatte. Die Dem Landtage der Bukowina liegt ein Entwurf des Abgeordneten Anzeige Winters gegen den Wahlvorstand wegen widergeseglicher Dr. Straucher vor, der die Notwendigkeit einer umfassenden Reform Hinausweisung aus dem Wahllokale am 25. Juni ist zurück der Landtagswahl- Ordnung beweist. Es wird das direkte und gewiesen worden, weil sich W. in diesem Wahllokale dadurch geheime Wahlrecht gefordert und ein vorzügliches Zahlenmaterial " ungebührlich" benommen habe, daß er auf die Frage des Wahl- als Grundlage zu der geforderten Aenderung gegeben. So 3. B. vorstehers, des Amtsvorstehers Sobotta, antwortete, er wolle sich 730 000 Menschen mit 2 660 000 Stronen Steuerleistung wählen die Wahlhandlung ansehen. Diese Begründung des Vorwurfes der 19 Abgeordnete, 150 Großgrundbesiger mit 432 000 Stronen SteuerUngebührlichkeit ist selbstverständlich völlig ungenügend und unrichtig. leistung wählen 10 Abgeordnete!! Gegen die Arbeiter Pleschke aus Ptakowiß und den„ Kirchenbater" Machergina ist dagegen wegen Körperverlegung, begangen gegen Winter, die Anklage erhoben worden. Wegen der Abweisung der Anzeige wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt soll Beschwerde bei der vorgesetzten Behörde erhoben werden. Freiherr v. Gemmingen, der Präsident des Reichs- Militärgerichts, ist verstorben. Er bekleidete dies Amt seit Begründung dieses obersten Militär- Gerichtshofes. Während seiner Erkrankung war als Vertreter der General v. Massow berufen. = Gent: Oestreich- Ungarn. Schweiz. Den Inzwischen hat sich die Hoffnung des streiffreundlichen Großgestrigen Versammlung beschlossen haben, die begonnenen Unters nach dem Beispiel der Streitenden von Armentières denselben einhandlungen mit den einzelnen Unternehmern abzubrechen und heitlichen Lohntarif wie diese zu fordern. Ein Vertrauensvotum ist am Donnerstag der Regierung von der neu eröffneten Stammer ausgestellt worden. Nach amtlicher Feststellung der Abstimmungsziffern ist die Tagesordnung, durch welche der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird, mit 329 gegen 227 Stimmen angenommen worden. Für das Kabinett stimmten auch diejenigen Mitglieder der Union démocratique, die sich gelegentlich der Kongregationsdebatte von der Regierungsmehrheit getrennt hatten. Jaurès hielt am Donnerstag in Armentières auf einem öffentlichen Plaße vor mehreren Hundert Ausständigen eine Ansprache, in der er die Arbeiter zum Zusammenschlusse gegenüber den Arbeitgebern ermutigte und ihnen die Unterstützung ihrer Ansprüche durch die socialistischen Deputierten zusicherte. Die Versammlung nahm darauf eine Tagesordnung an, welche besagt, daß der Ausstand bis zum äußersten fortgeführt werden soll, und die gegen die Hierhersendung der Truppen Einspruch erhebt. Spanien. Die Genfer Polizeidiktatur vor dem Großen Nate. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Die Interpellation unfres Genossen Ulmo im Genfer Großen Rat über die elenden In der bayrischen Abgeordnetenkammer wurde am Freitag die Gewaltthaten der Regierung gegen die italienischen Arbeiter während Etatdebatte durch eine Rede des liberalen Abg. Casselmann fort des verflossenen Maurerstreits ist ausgegangen wie das Horngefegt. Der Redner nahm den früheren Ministerpräsidenten berger Schießen, Nach den vorliegenden Berichten hat der Crailsheim gegen die Angriffe des Centrums Schuß. Polizeidiftator Odier über die empörenden, brutalen MassenAls er von den schamlosen Angriffen des Dr. Heim gegen ausweisungen sich einfach ausgeschwiegen und bezüglich der Massen- Gasarbeiterstreik in Barcelona. Das Wolfffche Bureau" Ministerium und Strone sprach, wurde er bom Präst- verhaftungen, die ebenfalls fast ausnahmslos zu Massenausweisungen, meldet: Die Stadt konnte am Donnerstagabend nicht beleuchtet denten Dr. Derterer zur Ordnung gerufen. Dann führte aber nur zu einer Anklage und Verurteilung führten, wälzte er werden, da die Arbeiter der Gasanstalt in den Ausstand getreten der liberale Redner aus: Wie stellen wir uns nun zu dem neuen die Verantwortlichkeit auf die Staatsanwaltschaft, welche sie angeblich find. Der Gouverneur hat einen Verein der Gasarbeiter vor Gericht Ministerium? Wir können nicht abwarten wie das Centrum, das durch Verhaftbefehle veranlaßt hatte. Da ist dann eben der Staats- gestellt. Mehrere Ausständige sind verhaftet worden. Viele eine auffallende Liebe für Bodewils entwickelt. Vor Tiſche las anwalt genau so viel oder so wenig wert, wie der Polizeiminiſter Staufläden, Theater und Werkstätten find ges man's anders. Abg. Schädler rief noch vor kurzer Zeit:„ Wir und beide zusammen die verantwortlichen Diktatoren für den schlossen. Patrouillen durchziehen die Stadt. Militäringenieure brauchen keine Podewils- Gewehre!" Mir kommit diese plötzliche empörenden Mißbrauch der in ihren Händen befindlichen Macht, hatten Gas hergestellt, doch ließen die Ausständigen das Gas enta Centrumsliebe sehr verdächtig vor. Ich erkläre namens meiner mit der sie zu Gunsten des Geldsacks die Arbeiter einschüchtern weichen, indem sie die Hähne der Laternen öffneten. Freunde, daß das, was die Erklärung des Ministers über seine und die Geschäfte des Unternehmertums besorgen. Der Maurers fünftige Politik enthält, uns vollkommen befriedigt. Wir streik, der bekanntlich musterhaft verlaufen, fei nach verlangen nur, daß er sich von der Rechten nicht umgarnen lasse. bem Handlanger des Genfer Großkapitals ein„ revolutionärer ( Bravo links.) Trotzdem beschleicht uns die bange Sorge, ob Sie Vorstoß" gewesen und im übrigen, meinte er in überRom, 20. Oktober. neben dem guten Willen auch die Kraft haben, den Willen in die mütiger Ausmuzung der Situation, möge man die Regierung Am 18. und 19. Oftober tagte in Genua der 13. Kongreß That umzusetzen.( Frhr. v. Podewils sehr laut: Dja! Lautes anklagen, jie sehe einem Richterspruch mit Ruhe entgegen. des italienischen Genossenschafts- Verbandes. Von 780 dem Verbande Bravo links.) Wir freuen uns, daß der Ministerpräsident diese Er- Das glauben wir ohne weiteres.. Die durch ihre auf- angehörigen Genossenschaften waren 310 auf dem Kongreß durch flärung giebt. Wir werden ihn dann gern unterstüßen, wie wir reizenden Klassenurteile berüchtigte Genfer Klassenjustiz würde der ungefähr 500 Delegierte vertreten, unter denen sich auch 5 socialistische Crailsheim unterstützt haben. Bayern wurde erst das, was es Klassenregierung fein Haar krümmen und durch Richterspruch ihre Abgeordnete befanden. heute ist, als es sich der flerifalen Fesseln entschlug, und es traurigen Heldenthaten noa) glänzend rechtfertigen. waren die schlimmsten Tage, als das Wohl und Wehe des Der Jnterpellant erklärte, von dieser abgebrühten Art der Recht Landes einem ultramontanen Ministerium anvertraut fertigung für ein schandmäßiges Willkürregiment nicht befriedigt zu war. Lassen Sie sich, Herr Ministerpräsident, von der Sorge leiten, fein, aber damit war auch die ganze Aktion erledigt. Der Genfer immer dem Ultramontanismus zu widerstehen, dann werden Sie alle Regierung bleibt der traurige Ruhm, zu den schlechtesten Regierungen treu monarchisch Gesinnten hinter sich haben( ironische Zurufe rechts) Europas zu gehören. Italien. Kongreß der italienischen Genossenschaften. Der Verbandssekretär Maffi war in der Lage, in seinem Rechenschaftsbericht einen genauen lleberblick über die italienische Genossenschaftsbewegung zu geben, da der Verband im vergangenen Jahr eine detaillierte Statistit aufgenommen hat. Es bestehen in Italien 2872 Genossenschaften mit einem eingezahlten Kapital von über 74 Millionen, einem Jahresumsatz( 1901) von 566 it Ausnahme jener, deren letzte Ziele jenseits der Berge sind. Die Parteiversammlung der Genfer Genossen hat nach An- Millionen Lire und 567 450 Mitgliedern. Von den 2872 machten Gelächter und höhnische Zurufe rechts.) Ihr( zum Centrum) Be- hörung des Berichtes der Untersuchungskommission in Sachen der 2199 Angaben und zwar 861 Stoufumvereine, 14 Weinlagerungschmen ziemt sich für den Münchener Kindlfeller, aber nicht für den Thätigkeit des Genossen Thiebaud als Staatsrat ein- 1 Genossenschaften, 89 Molkereien, 25 Bäckereien 29 landwirtschaftliche Arbeiter und Produktivgenossenschaften, 153 industrielle Produktiv-| im Kampfe mit den Gegnern. So weit wäre alles gut! Süßfind = Beleidigende Beschwerdeschrift. Vom Schöffengericht wurde genossenschaften, 454 Arbeitsgenossenschaften für Transportwesen wurde als gewählt proklamiert und die Angelegenheit war erledigt. Laudtags Abgeordneter Genosse Schauder in Ohrdruf wegen Be und öffentliche Dienste, 48 Baugenossenschaften, 350 Genossenschafts- Vorige Woche nun tauchte ein Gerücht bestimmt auf, wonach die leidigung des Herrn Dr. Stühler zu einer Geldstrafe von 30 M. banken, 25 Versicherungsgenossenschaften, 138 landwirtschaftliche Gegner furz vor der Wahl ein längere Zeit zurückliegendes geschäft- verurtheilt. Im Herbst 1902 hatte Sch. eine Beschwerdeschrift an Absatz- und Einkaufsgenossenschaften und 13 Unterrichtsgenossen- liches Unglück des Genossen Süßkind übertrieben und zu ihren das herzogl. Staatsministerium gesandt, worin er sich über Herrn schaften. unjauberen Zwecken aufgeputzt gegen ihn auszuschlachten ent- Bürgermeister Röter und Herrn Dr. Stühler beschwerte. In der Aus den Verhandlungen des Kongresses, bei denen die Verbands- schlossen seien. Auf Anraten des Wahlfomitees legte Genosse Süß- Beschwerdeschrift sollte die Beleidigung enthalten sein. angelegenheiten einen breiten Raum einnahmen, heben wir den Be- find seine Kandidatur nieder, um nicht der Anlaß zu einem unnötig Genosse Schauder wird sich in Zukunft seine Beschwerden über schluß über die Beziehung zwischen Genossenschaft und Gewerkschaft erbitterten und erschierten Wahlkampf zu sein. Dieser Rücktritt Beamte für den Landtag aufsparen. hervor. Es wurde mit großer Mehrheit eine Tagesordnung Süßkinds wurde von den Genossen so aufgefaßt, als Beleidigung eines Geistlichen. Gegen die früheren verantwort Murialdi angenommen, die den Grundsak aussprach, Genossen- ob er durch einen unzulässigen Druck erzwungen worden und als ob lichen Redakteure des polnisch socialistischen Blattes„ Gazeta fchafts- und Gewerkschaftsbewegung wären beide Mittel zur Be- Süßkind Unrecht geschehen sei. In ihrem vermeintlich verlegten robotnicza" in Kattowiz. Trabalsti und Wojciechowski, verhandelte freiung der Arbeiterklasse und hätten eine gemeinsame Rechtsgefühl setzten sie die Wiederaufstellung Süßkinds durch und am Mittwoch die Straftammer in Beuthen( Oberschl.) wegen BeWirksamkeit zu entfalten; die Genossenschaften hätten daher den dieser nahm die Wiederwahl an. Das Auffällige dieses Vorganges leidigung des Propstes Gustowski in Opaleniza( Provinz Posen). Arbeitskammern( Gewerkschaftskartellen) beizutreten. Jede der Arbeits- versteht man erst, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Ver- Die Angeklagten erklärten, den Beweis der Wahrheit für die in zwei kammer beitretende Genossenschaft muß ihren Mitgliedern zur Pflicht öffentlichung des Rücktritts im Einverständnis mit dem Genossen Artikeln aufgestellten Behauptungen, die sich auf angeblich unmachen, sich in die Gewerkschaft, die ihrem Beruf entspricht, ein- Süßtind erfolgt war, und daß die gesamte badische bürgerliche Presse erlaubte Verwendung von Kirchengeldern bezogen, nicht führen zutragen; ferner ist die Genossenschaft verpflichtet, als Arbeitgeberin davon Notiz genommen hatte. die Gewerkschaftstarife zu zahlen, keine Ausbeutung eines Arbeiters durch den andern in ihren Betrieben zuzulassen, und einen Teil ihres Reingewinnes zu Gewerkschaftszwecken zu verwenden. Damit dieser Beschluß ausführbar werde, müssen die Arbeitsfammern selbst erst zu der Frage Stellung nehmen. Auf ihrem letzten Kongreß hatten sie beschlossen( wie übrigens die Genossenschaften ihrerseits auch), daß der Eintritt der Genossenschaften in die Arbeitskammern nicht wünschenswert wäre. England. Die Pinkertons Chamberlains. Die Polizei scheint sich ja einer musterhaften Objektivität, befleißigt zu haben, indem sie zwei der handgreiflich insultierten Redner verhaftete und die freiwilligen(?) Zoll- Pinkertons Chamberlains laufen ließ. Oder handelte es sich hier nur um eine Schutzhaft"? Norwegen. Diese schwankende Haltung seines Partners hat nun den Genossen zu können und sprachen ihr Bedauern über die beleidigenden Dreesbach veranlaßt, von seiner Kandidatur zurückzutreten. Ob das Vorwürfe aus. Der Mann Gottes sah sich jedoch nicht veranlaßt, den notwenig war, mag hier unerörtert bleiben. Jedenfalls wählte die Strafantrag zurückzuziehen, und so wurde der bisher unbestrafte Trabalsti zu vier Monaten, der gegenwärtig eine einjährige am Mittwoch abgehaltene Versammlung an Stelle Dreesbachs den Gefängnisstrafe wegen Preßvergehen verbüßende Wojciechowski zu Genossen Lehmann als andren Kandidaten. Dreesbach beharrte weiteren sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Verfasser der ämlich auf seinem Rücktritt und begründete ihn mit der Ueber- Artikel, der Uhrmacher Edmund Kups, war vom Termin ausbürdung, die ihm seine Stellung als Stadtrat und Reichstags geblieben, da er in Krakau erkrankt ist. Es wurde gegen ihn Ver Abgeordneter auferlege. Die Affaire Süßkind sei nur der äußere Anlaß gewesen. Aber es ist klar, daß Dreesbach zum Ausdruck hängung der Untersuchungshaft und gesonderte Verhandlung be schlossen. bringen will, wie wenig er mit Süßfinds Haltung einverstanden ist. So liegen die jetzt erledigten Dinge. Mit Revisionismus und Stadikalismus haben sie absolut nichts zu thun. Gewerkschaftliches. Internationale Streifstatistik. Der Frankfurter Zeitung" wird aus London telegraphiert: Im Kampf für und gegen Chamberlains 3oll- Die Versammlung sprach übrigens dem Genossen Dreesbach in borschläge ist am letzten Mittwoch zum erstenmal Blut ge- einer Resolution ihr uneingeschränktes Vertrauen aus und Dreesbach Nach einem scharfen Aufstieg im August ist, nach der Arbeits flossen. Der socialdemokratische Bund veranstaltete vorgestern richtete zum Schlusse noch eine aufmunternde Ansprache an die Verabend an einer Straßenede eine Versammlung, eine rote Fahne war ſammlung, nunmehr in altgewohnter Einigkeit in die Wahlagitation markt- Korrespondenz", die Streitbewegung im September fast wieder einzutreten. bis auf den Stand vom Juli zurückgegangen. Die Zahl der Streitaufgepflanzt, etiva 300 Personen waren anwesend. Die Menge begann zu lärmen und zu toben, als der Redner meldeten, wird noch geschrieben: In dem Verstorbenen verliert nicht fammengenommen nur wenig geringer, als im Auguſt. Ueber Philipp Haas in Mainz, dessen Tod wir vorgestern fälle war allerdings in Deutschland, Frankreich und England zus Es Chamberlain allzu scharf tritisierte. Man vernur die Mainzer, sondern auch die hessische Socialdemokratie einen im September 101 begannen nämlich Streits gegen 103 fuchte die Plattform zu stürmen und die rote Fahne wegzunehmen. ihre unermüdlichsten und pflichttreuesten Kämpfer. Seit seiner Die Zahl der Beteiligten das Bei dem nun entstehenden Handgemenge wurde einer der ehrzeit gehörte er unsrer Partei an. Haas war ein gelernter im vorhergegangenen Monat. ist in England und Frankreich ganz be= Redner schwer verlegt. Die Polizei schritt ein und ver= Buchdrucker und als solcher ein eifriger Gewerkschafter. Lange Jahre gegen bekleidete er den Posten eines Gauleiters des Deutschen Buch- trächtlich, nämlich von 28 285 im August auf 14 762 im haftete zwei Redner. und wirkte für dessen Interessen. Dabei September zurückgegangen, während die Zahl der Streifenden drucker- Verbandes zeichnete er sich dadurch aus, daß er nie das große im Monat Juli 12 061 betragen hatte. Lebhafter war im politische Ziel der Arbeiterbewegung aus dem Auge verlor. Mit September die Streitbewegung noch in Italien. dem allen Mainzern eignen Frohsinn verband Jn Nizza persönliche Bescheidenheit. Nie drängte er sich irgendwo vor oder der Kohlenarbeiter, in Mailand die Bediensteten der Mailänder er eine große streiften die Hafenarbeiter und Straßenfehrer, in Genua ein Teil suchte er in der Arbeiterbewegung Selbstzwecke. Als die Redaktion der Mainzer Volkszeitung" verwaist war, bedurfte es großer leber- Nordbahngesellschaft. Der legtgenannte Streit, der zur teilweisen Die Finanzverhältnisse des norwegischen Staates Tassen erkennen, redung, um ihn zur Uebernahme des Postens zu bewegen; dasselbe Betriebseinstellung auf den betreffenden Strecken führte, drohte Die Angestellten der daß die wirtschaftliche Krise, die das Land seit mehreren Jahren war mit dem Landtagsmandat der Fall, das er mir unter dem zunächst größere Dimensionen anzunehmen. heimsucht, noch nicht überwunden ist. Im verflessenen Budgettermin Zwang der Verhältnisse übernahm. Er wußte, daß er dabei nicht Adriatischen und der Mittelmeerbahn bekundeten gleichfalls die 1902-1903 beliefen sich die gesamten Staatseinnahmen auf nur persönliche, sondern auch gesundheitliche Opfer bringen mußte. Abficht, in den Ausstand einzutreten. Die Entschlossenheit der 99 916 000 Sr., während die Ausgaben 102 450 000 Str. betrugen, Denn Haas litt seit längerer Zeit schon an der„ Buchdruckerkrankheit", Regierung aber, bei Ausbruch des allgemeinen Streits sofort also eine Unterbilanz von 2 534 000 r. Die Malzsteuer hat und durch die anstrengende redaktionelle und parlamentarische Thätig eine Militarisierung der Angestellten durchzuführen, verhinderte 1059 000 Str. weniger als vorausberechnet ergeben, die feit wurde dieser Zustand nur verschlimmert. In den letzten Monaten Staatsbahnen haben 651 000 kr. weniger, die Zölle 430 000 kr., die wuchs fich sein Leiden so aus, daß er nicht mehr die Redaktions- noch im letzten Augenblicke, daß die Bewegung weitere Kreise zog. Stempelsteuern 271 000 Str. weniger ergeben. Dagegen haben die thätigkeit ausüben konnte. Haas hat nur ein Alter von 49 Jahren Daraufhin gaben auch die noch Streikenden ihren Widerstand auf, nahmen die am ersten Tage des Ausstandes von der NordbahnBranntweinsteuer 227 000 r. mehr als berechnet und die Erb- erreicht. An seiner Bahre trauern eine Witwe mit zwei Kindern. Steuer 108 000 sowie die Gerichtssportelit 199 000 kr. mehr ergeben. Irrfinnig geworden ist der ehemalige Parteigenosse Schender- Gesellschaft angebotenen Verbesserungen an und kehrten zur Arbeit Der Bestand der Staatskasse betrug zu Beginn des Budgettermins lein in Greiz, seiner Zeit Expedient des dortigen Parteiblattes. zurück. In Spanien streiften die Arbeiter mehrerer Braunkohlen23 294 000 Sr., am Schlusse des Termins 20 760 000 Sr. Er wurde dadurch der weiteren Deffentlichkeit bekannt, daß er nach gruben bei Barcelona, in Barcelona felbst die Straßenbahn- Angestellten, Der Budgetvorschlag für 1904-1905 bilanziert in seiner Ausschließung aus der Partei eine Schmähschrift gegen die in Madrid etwa 3000 Eisenbahnarbeiter. Die russische StreikEinnahme und Ausgabe mit 95 200 000 Str. Die Einnahmen aus Partei schrieb, die geschäftigen Schreibern als willkommenes Ent- bewegung hat gegenüber dem August abgenommen. Ver Zöllen find auf 35 000 000 r. veranschlagt. Die Ausgaben für hüllungsmaterial diente und weidlich ausgenugt wurde. Der arme einzelt streiften noch Arbeiter der Eisenbahn- Werkstätten. Von die Armee find auf 12 841 800 kr., die für die Marine auf franke„ Enthüller" wurde in der Irrenanstalt Untergölßsch unter- neuen Streiks ist besonders der der Seger in Moskau bemerkens. 3 945 300 Kr. berechnet. gebracht. wert, die am 22. September die Arbeit niederlegten, um eine Lohn Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Rußland. " " Berlin und Umgegend. Mißstände in einer Papierfabrit hatte der Genosse Eberle erhöhung von 20 Proz. durchzusetzen. Die Ausständigen verlangten Ein eigenartiger Volksreduer. Aus London wird gemeldet: in Elberfeld im dortigen Parteiblatte fritisiert, nachdem ihm der außerdem eine hygienische Verbesserung der Werkstätten, Ein Der Minister des Innern, Herr von Plehwe, hat es, wie Arbeiter Müller das Material dazu geliefert und nach eindring- schränkung der Arbeitszeit und für die Zeitungssetzer Sonntagsruhe. Standard" aus Kiew meldet, für politisch flug gehalten, in der lichem Vorhalt alles als wahr bezeichnet, ihm auch erklärt hatte, Ein großer Streit, der gleichfalls das graphische Gewerbe betrifft, Person des Generals Bogdanowitsch, eines Mitgliedes daß er beim Gewerbe- Inspektor Anzeige gemacht habe, ohne daß begann am 28. September in den Vereinigten Staaten. des Departementsrats im Ministerium des Innern, einen etwas geändert worden wäre. Müller hatte sich selbst öffentlich So ziemlich in allen größeren Städten legten die Schriftgießer die Friedensapostel in die unruhigen Industrie- als den Urheber des Artikels bezeichnet. Auf Antrag des Arbeit nieder. Der Streit wurde um die Anerkennung der bezirke Süd- und Südwestrußlands zu entsenden, um unter den Fabrikanten erhob der Staatsanwalt gegen Eberle und Müller Organisation geführt, nachdem eine Lohnforderung von den Arbeitern gegen die für das nächste Jahr angedrohten großen Beleidigungsklage. Der größte Teil der Behauptungen des Artikels Arbeitgebern bewilligt war. Seit 30 Jahren ist dies wieder der Ausstände und Demonstrationen Stimmung zu machen. wurde durch das Zeugnis des Betriebsingenieurs der Fabrik als General Bogdanowitsch führt unendliche Massen amtlicher richtig erwiesen und es wurde ferner durch die Vernehmung des erste Schriftgießerstreift. Ein überaus umfangreicher Ausstand spielte Litteratur in Gestalt von Flugblättern und Broschüren mit sich, Gewerbe- Inspektors festgestellt, daß auf Grund des Artikels eine sich Ende Auguſt in der Hauptstadt Brasiliens ab. Aus einem alle von besonders dazu ausgesuchten Autoren geschrieben, und soll Revision der Fabrik stattgefunden hat und die Aufstellung eines Textilarbeiterstreit, an dem sich ca. 2000 Arbeiter beteiligten, entdiese Geisteserzeugnisse unter der Arbeiterbevölkerung und gelegent Ventilators veranlaßt worden ist. Das Gericht verurteilte trotzdem wickelte sich in wenigen Tagen ein Generalausstand mit ca. 20 000 lich auch unter den Bauern, vorausgefeßt, daß sie lesen können, Eberle zu 100 M. Geldstrafe und Müller( noch unbestraft) zu drei Steifenden. Als Forderungen wurden der Achtstundentag und eine verteilen. Außerdem wendet sich der General auch persönlich Monaten Gefängnis. Lohnerhöhung von 40 Proz. aufgestellt. Schon nach wenigen Tagen an die Industrie- Arbeiter, an die er int den Mittags- Bemerkenswert an diesem Prozeß ist noch, daß der Staats- stellte sich aber die Erfolglosigkeit der Bewegung heraus. stunden in den Werkstätten und Fabriken und abends in einem anwalt seine Replik auf die Rede des Verteidigers Rechtsanwalt geeigneten großen Versammlungsraum Ansprachen hält. General Landé mit folgenden Worten einleitete: Bogdanowitsch wurde mit dieser neuartigen und etwas ungewöhn- Ich höre den Herrn Verteidiger gerne reden, es ist aber immer lichen Sendung besonders deshalb betraut, weil er ein hervorragender dasselbe, wie im Reichstag und Landtag. Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. Wenn man den Herrn Redner ist. Er bringt auch wirklich in seinen beredten Ermahnungen Verteidiger reden hört, braucht man den Vorwärts" nicht zu lesen. versammlung der Drücker keine wichtigen Veränderungen im Stand Wie zu erwarten war, konnten auch in der gestrigen Streif an seine Zuhörer viel patriotischen Eifer zum Ausdruck, aller Das ist begreiflich, die Landtagswahlen zeigen bereits ihre Spuren." der Bewegung gemeldet werden. Wie unbegründet das Gerede der dings ohne großen Erfolg, denn die Berichte, die von un Eine schwere Strafe wurde über den Genossen Niedlinger Fabrikanten: es sei unmöglich, die Forderungen zu bewilligen, ist, parteiischer und unabhängiger Seite über die Versammlungen vor in Harburg, Redakteur des dortigen Parteiblattes, vom Land- beweist unter andrem die Thatsache, daß der Fabrikant Nieman in liegen, lassen erkennen, daß seine Reden nirgends mit beifälliger gericht Sta de verhängt. In Harburg tobt ein besonders heftiger der Kommandantenstraße, wie gestern in der Versammlung erwähnt Würdigung aufgenommen werden. Man hört ihn mit achtungsvoller Auf- Parteikampf der von den bürgerlichen Gegnern des dortigen Konsum wurde, mit den Arbeitswilligen aus der Provinz, jungen Leuten von merksamkeit an, das ist aber auch alles. Es ist noch der Mitteilung vereins unter der Firma eines Wirtschaftlichen Schußverbandes" 19-21 Jahren, Verträge abgeschlossen hat, wonach sie bei einer wert, daß jeder Leitsaz und jedes Argument, die General Bogdanowitsch verwendet, sofort in den geführt wird. Bei der Reichstagswahl kam der Kampf auf die Höhe, Arbeitszeit von 8-5 1hr 5,50 M. Taglohnerhalten. die wir von unsren Gegnern gewohnt sind. Restripten" behandelt und meistenteils gründlich spielte auch das Unter anderm Wenn aber die eingearbeiteten Berliner Drücker 60 Pf., Gürtler Märchen von der freien Liebe, zerpflückt werden, die von dem Ortsausschuß der„ Realias 55 Pf. Stundenlohn fordern, dann muß die Industrie daran zu volutionären Socialdemokraten" im geheimen herausgegeben und Riedlinger eine Wochenplauderei, worin eine bürgerliche Ehe geschildert sich geweigert, drei Arbeitern, die sich trotz ihrer nicht gerade günstigen Karnickelwirtschaft eine Rolle. In Abwehr dieser Angriffe verfaßte Grunde gehen! Derselbe Fabrikant hat, wie weiter berichtet wurde, verteilt werden. Die„ revolutionären" Socialdemokraten scheinen übrigens durch die Entfendung dieses Vertreters des Herrn v. Plehive war nach Angaben, die Riedlinger gemacht worden waren, für wirtschaftlichen Lage die Einsperrung nicht gefallen ließen, ihre welche er jedoch die Gewährsmänner, um fie nicht zu Legitimationspapiere herauszugeben, und zweien Kollegen, die sie schädigen, nicht nennen durfte. Ein Ehepaar, das zwar nicht mit mit der Abholung der Papiere betraut hatten, die Thür gewiesen. Namen genannt, aber gemeint war, und ein Freund dieses Ehe- Auf dem Polizeibureau, wohin sie sich dann wandten, um polizeipaares stellten Strafantrag gegen Riedlinger und gegen den andren liche Hilfe zur Erlangung ihrer Invalidenkarten zu erbitten, wurde Redakteur des Blattes, Rühle, als angeblichen Verantwortlichen. ihnen gesagt, daß man feine Zeit habe und kein Beamter hierfür Der Staatsanwalt beantragte gegen jeden der beiden Angeklagten da sei. Wenn nun auch die Polizei keine Zeit hatte, die Arbeiter zu 18 Monate Gefängnis. Das Gericht sprach Rühle frei, weil er ihrem bescheidenen Recht zu verhelfen, so daß sich die Bedauernsnicht verantwortlich war für diese Plauderei, verurteilte aber werten genötigt sahen, ohne Invalidenkarte auf die Reise zu gehen Riedlinger zu neun Monaten Gefängnis. und sich dadurch der Gefahr auszusehen, als Landstreicher behandelt -Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen ein zu werden, so hat sie doch reichlich Zeit übrig, um den Unternehmern Strafdelift, dem man uns in den letzten Jahren seltener als früher einen unnötig ausgedehnten Schutz angedeigen zu lassen. Auch in zu unterstellen pflegte ist wieder einmal ein socialdemokratischer Treptow mangelt es der Gendarmerie nicht an Zeit hierzu. Wie Redakteur, Genosse Rauch in Hannover, zu 100 M. Geldstrafe oder berichtet wird, sind dort auch Arbeiterinnen wegen Streit 10 Tagen Haft verurteilt worden. Er hatte in einem Artikel feines postenstehens sistiert worden und es ist ihnen gesagt worden, falls Blattes die preußische Reaktion gekennzeichnet und unter anderm ge- fie sich nochmals in der Elsenstraße blicken ließen, würden fie sagt, die preußischen Gesetze nach der Revolution von 1848 feien 24 Stunden eingesperrt. Der bei der Firma Erich u. Gräß Rache- Akte gewesen, das preußische Parlament habe seine Thätigkeit patrouillierende Gendarm soll den betreffenden Arbeiterinnen jogar verdarin erschöpft, durch Specialgesetze den Liberalismus völlig aus- boten haben, Brot beim Bäder zu kaufen, damit sie nur zurotten, den Junkern Privilegien zu verschaffen und die herrschenden feinen Grund haben, an der Fabrit vorüber zu gehen. Die Elemente zn bereichern. Die Anklage leitete die Absicht, daß mit Arbeiterinnen lassen sich dadurch jedoch ebenso wenig einschüchtern dem Artikel eine preußische Staatseinrichtung, nämlich das wie ihre männlichen Kollegen und werden ebenso wie diese mit Abgeordneten und Herrenhaus, verächtlich gemacht werden sollte, allen gefeßlichen Mitteln ihre Rechte zu wahren suchen und ihrer weiter daraus ab, daß in dem Artikel gesagt ist, Preußen sei ein Pflicht genügen. unheimliches Dedland. Es habe ein vorhistorisches Staatswesen Der Beschluß der Metall- Industriellen, ihren Arbeitsnachweis und das Herrenhaus sei die wildeste Eingebung eines kranken in der Gartenstraße zu schließen, ist ebenfalls nicht geeignet, die Fürstenhirns. Streifenden auch nur im geringsten mutlos zu machen. Jener Nacheher angefeuert als entmutigt zu sein. Landtagswahl. Zur Beachtung für die Kreisvertrauensleute! Wir ersuchen die Kreisvertrauensleute uns an die Adresse von J. Auer, Berlin SW., Kreuzbergstr. 30, bis zum 1. November kurze Mitteilung zu machen, in welchem ungefähren Umfange sie Wahlmanns- Kandidaten aufgestellt haben. Ferner ersuchen wir, uns Namen und Parteirichtung der von den Gegnern bisher aufgestellten Abgeordneten- Kandidaten mitzuteilen; soweit bereits unsrerseits Kandidaten aufgestellt sind, bitten wir auch deren Namen hinzuzufügen. Von Neu- Aufstellungen von Abgeordneten Kandidaten oder Abänderung solcher unsrerseits oder seitens der Gegner nach dem 1. November, ersuchen wir uns gleichfalls sofortige Mitteilung zu machen. Das Central Wahlfomitee. Partei- Nachrichten. Ueber eine Differenz unter den Mannheimer Parteigenossen, die anläßlich der Kandidaten- Aufstellung zur bevorstehenden Landtags- Das Gericht erkannte, daß die in der Ausführung liegende Beweis war ja eigentlich nur ein Kontrollbureau für die„ unbotwahl entstanden ist, wird der„ Frankfurter Volksstimme" geschrieben: hauptung, das Parlament habe seit 1850 nichts gethan, als durch mäßigen" Arbeiter. Die Arbeitsvermittlung ist ja so wie so größtenVon den drei Mannheimer Sitzen stehen zwei( Geis und Gesetze den Liberalismus auszurotten und den Junkern Privilegien teils auf andrem Wege, durch die Zeitung, durch persönliche VerDreesbach) zur Wahl. Da mun Genosse Geis seit diesem Frühjahr zu schaffen, eine Entstellung von Thatsachen sei. Die Behauptung, mittlung usw. zu stande gekomunen. Wer von den Unternehmern nach der bayrischen Pfalz verzogen ist, so mußte für ihn daß Preußen noch immer der Spielball der gesetzgeberischen Gewalt Arbeitskräfte nötig hat, wird nach wie vor auch welche einstellen. Ersatz geschaffen werden. Das Wahlfomitee empfahl einen und die Gefeße Nacheafte der siegreichen Reaktionäre von 1848 seien,- Es wurde in der gestrigen Versammlung noch daran Genossen, der in der Versammlung abgelehnt wurde, weil diese sei mehr als wie eine Kritif des Verfassungszustandes aufzufassen. erinnert, daß, als seiner Zeit, vor etwa 6 Jahren, die Metallpreise den langjährigen Stadtverordneten Genossen Albert Süßfind Der ganze Inhalt des Artikels beweise aber deutlich, daß damit stiegen, die Fabrikanten den Arbeitern erklärten, die Accordpreise als fähiger für den Posten und auch wohl als rücksichtsloser anjah Staatseinrichtungen verächtlich gemacht werden sollten. müßten verringert werden, weil sonst die Industrie nicht konkurrenz fähig bleiben könnte. Die Arbeiter in ihrer angeborenen Bescheiden- Es wird nun Aufgabe der Staffeler Arbeiterschaft sein, ihre! heit waren rücksichtsvoll genug, darauf einzugehen. Die Fabrikanten Organisationen noch mehr als bisher auszubauen, damit sie später aber fündigten gleichzeitig ihren Abnehmern wegen Steigerung der das Unternehmertum zwingen können, das Versprochene auch zu Metallpreise eine Erhöhung ihrer Warenpreise an und dachten halten. offenbar: Verdienen die von der Rohstoff- Fabritation mehr, müssen wir auch mehr verdienen. Als aber nach etwa einem Jahre die Metallpreise wieder gesunken waren, da dachte keiner der Fabrikanten daran, nun die Löhne der Arbeiter wieder zu steigern, und jetzt, wo die Arbeiter nichts andres als eine vernünftige Regelung ihrer Lohnund Arbeitsverhältnisse fordern, schreit man in die Welt hinaus, die Industrie müsse daran zu Grunde gehen. Zum Streit der Adressenschreiber. Verfammlungen. Dem Bericht Für den Sechsuhr- Postschluß haben die Handels- Hilfsarbeiter Nürnbergs eine Bewegung ins Wert gesetzt. Der Umstand, daß die Poftschalter an den Werktagen bis abends 8 Uhr und an den Sonn tagen nachmittags von 5 bis 7 Uhr geöffnet sind, wird von den Unternehmern dazu benüßt, die ohnehin schon schlecht genug gestellten Der Streit der Kartonnagenarbeiter in Hannover ist beendet. Handels- Hilfsarbeiter noch mehr auszubeuten, indem sie alle während Die Schneideraussperrung in Wilhelmshaven dauert un des Tages zur Versendung bestimmten Pakete bis abends liegen verändert fort. An der Prozigkeit der Meister scheitern alle Ver- lassen und dann kurz vor Schalterschluß den Hilfsarbeiter mit einer Neuerdings hat der Vorsitzende des Gewerbegerichts wieder einen ſtundenlang warten muß, bis er abgefertigt wird. Um dies unmöglich suche, den Streit zwischen ihnen und den Gehilfen beizulegen. ganzen Ladung zur Post jagen, wo er infolge des großen Andrangs Versuch gemacht, die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts ein- zu machen und auch die sehr beliebte Sonntagsarbeit einzudämmen, zuleiten. Die Herren Meister haben aber die Teilnahme abgelehnt. beauftragt, bei der Generaldirektion der bayerischen Posten und Telehaben die Handels- Hilfsarbeiter die Vorstandschaft ihrer Organisation Ihre Absicht geht dahin, die Organisation der Gehilfen zu zerstören. graphen vorstellig zu werden, damit sie eine Verfügung erlasse, durch Eine äußerst start besuchte Versammlung der ausständigen Das fann man am besten sehen an dem leider ge= Adressenschreiber, der ein zahlreiches Publikum der verschiedensten lungenen Coup. Zwei Konfektionsfirmen, welche sich bei dem die der Schluß der Schalter für Pakete an Werktagen um 6 Uhr Bevölkerungsklassen beiwohnte, beschäftigte sich am Donnerstagabend Streit neutral hielten, wurden veranlaßt, ihre Gehilfen zu entlassen. Gewährung dieser Bitte liegt auch im Interesse der Postangestellten. in den Arminhallen mit den Maßnahmen des Herrn Teßmer gegen- Die Herren Meister haben sich nicht gescheut, den beiden Konfektions- Bei der Bahn ist der Sechsuhr- Schluß schon längst durchgeführt und über der Kommission der Ausständigen. Lange referierte über die firmen zu drohen, sie würden sie bei den Marinebehörden der gepflogenen Verhandlungen, deren Resultat abgesehen von der Förderung socialdemokratischer Bestrebungen beschuldigen, um ihnen hat sich gut bewährt. schimpflichen Behandlung der Kommission durch Herrn Teßmer die Marinelieferungen zu entziehen. Leider klappten die beiden die glatte Ablehnung der Forderungen war. Einen rücksichtsloseren Firmen vor Angst zusammen, anstatt die Denunzianten, welche Unternehmer wie Teßmer könne es kaum einen zweiten geben. fich der denkbar gröbsten Nötigung, ja Erpressung dadurch ( Stürmische Zustimmung.) Der Verband der Stuffateure( Filiale Berlin) hielt am Montag Einen wahren Sturm der Entrüstung schuldig gemacht haben, bei der Staatsanwaltschaft an bei Franke, Sebastianstraße, eine Generalversammlung ab, in der zunächst entfesselte indes die Berlesung eines Briefes von einem in der zuzeigen. Bon selbst hat die Staatsanwaltschaft noch nicht vom Kassierer die Abrechnung erstattet wurde. Im Anschluß an den Kassen Charité an der Schwindsucht daniederliegenden kranten Adressen- untersucht, ob die Denunziation auch nach dem Gesetz als schreiber. Dieser ärmste durfte auch die Wohlthaten des Herrn Nötigung oder Erpressung angesehen werden kann, dagegen hat die bericht wies der Vorsitzende darauf hin, daß im dritten Quartal dieses wie im dritten Quartal Teßmer genießen, indem er Tag und Nacht frohnden mußte, um Redaktion des„ Nordd. Volfsbl." ein Strafmandat in Höhe von Jahres fast die doppelte Summe einen Wochenverdienst von 8 M. zu erzielen. Der Kranke fordert 60 M. zugefandt bekommen, weil in verschiedenen Nummern des Aehnlich günstig haben sich auch die finanziellen Verhältnisse an vorigen Jahres die Hauptkasse abgeführt werden konnte. zur Einigkeit auf. Durch unzählige Zustimmungen und Briefe, die Norddeutschen Volksblattes" vor Zuzug von Schneidergehilfen ge- der Berliner Filiale, deren Mitgliederzahl auf 911 gestiegen ein Bild des größten menschlichen Jammers und socialen Elends diefer warnt worden ist. Natürlich ist gegen diesen Strafbefehl Berufung ist, gestaltet, ein Beweis, daß innerhalb des letzten Jahres für die Lohnsklaven entrollten, wurde das von Herrn Teßmer unter der eingelegt worden und wird das Gericht mit dem Schneider- Aus- Organisation recht gute Erfolge erzielt worden sind. Maske der Wohlthätigkeit betriebene System enthült. Auf eine stande sich demnächst zu beschäftigen haben. Die Streikenden sind über den Verbandstag in Köln solgte eine längere Diskussion, Mitteilung des Herrn, daß sich die bisherigen Angestellten guten Mutes, obschon der Kampf nun schon 13 Wochen dauert. in der sich die Redner im allgemeinen mit den Beschlüssen des ihre Gage" aus dem Bureau holen möchten, und daß sie sich als entlassen zu betrachten haben, haben die Streifenden Verbandstages einverstanden erklärten und für und gegen die EinHerrn T. mittels Briefes dahin geantwortet, daß er ihnen die ,, Gage" führung der Arbeitslosen- Unterstüßung, über die demnächst eine Urs abstimmung stattfinden soll, aussprachen. per Post zusenden möge. Indessen fast noch skandalöser als bei Teßmer sind die Zustände in der Schustermannschen Schreibstube. Nachdem nach kurzer Beratung beschlossen worden war, die ge Nicht nur, daß alle, die dem Centralverband der Handlungsgehilfen Auch für Arbeitervereine mit einer Stellenvermittelung ist von an den Kursen und den zu hohen Kosten vorläufig nicht eins plante Zeichenstunde wegen verhältnismäßig zu geringer Beteiligung angehören, entlassen werden, sind hier die Löhne noch größter Bedeutung ein Prozeß gegen den Stellenvermittler der zurichten, wurde über die Fensterfrage und Verkürzung elender. Wochenlöhne" von drei bis fünf Mark werden in den Freien Vereinigung Berliner Fleischermeister". der vor dem der Arbeitszeit verhandelt. Nach längerer Diskussion gelangte meisten Fällen verdient. Als Jllustration möge folgendes dienen: preußischen Kammergericht am 22. Oktober zur Entscheidung kam. eine Resolution zur Annahme, nach der so wie im Vorjahre überall Diese Schreibstube bezw. Herr Schustermann erbietet sich für An- Die Freie Vereinigung", eine Konkurrenz- Organisation der die Forderung gestellt werden soll, daß die Bau fertigung folgender Adresse:" Drts- Krankenkasse der Fleischer- Innung, bezweckt die allgemeine Hebung des Fleischer- polizei- Verordnung vom 1. Oktober 1901, den Schuß der Gefellen, Fabrik, Forst- und landwirtschaftlichen Arbeiter für Gadebusch in Medlenburg" das Hundert gewerbes" und hat unter anderm einen Arbeitsnachweis errichtet. baugewerblichen Arbeiter betreffend und wonach mit 25 Pf. zu liefern.( Allgemeines ironisches Gelächter und Pfui- 3um Stellenvermittler wurde ein Herr Sturm ernannt, dem eine vom 1. November bis 1. April die stellen auf den Bauten zugfrei sein sollen rufe). Nachdem seitens der Ausständigen alle Mittel Monatsentschädigung von 100 M. gewährt wurde. Für jede Stellen- und teine Coatsöfen aufgestellt werden dürfen, erschöpft sind, find, die eine Verständigung ermöglicht hätten, vermittelung hatte St. eine Gebühr von 1 M. zu erheben, die er zur Durchführung Heißt es für uns gelangt. weiter ausharren, einig und geschlossen. an die Freie Vereinigung" abzuführen hatte. Diese deckte davon halb Falls dieser Bereits hat die Kommission sich in einem Massenflugblatt die Unkosten der Stellenbermittelung und wollte einen etwaigen dem Borstande hiervon Kenntnis zur Arbeitseinstellung kommen muß, so ist vordem an die Kaufmannschaft gewendet. Aufträge von den Kranken- Ueberschuß zur Erfüllung ihres allgemeinen Zweckes, der Hebung festgesezt, daß die Lichtarbeit unter allen Umständen unterbleiben zu geben. Ferner wurde fassen und Gewerkschaften gehen ein und werden weiter eingeben, des Fleischereigewerbes im allgemeinen, verwenden. und die Arbeitszeit nicht länger als die der Maurer dauern so daß Beschäftigung eintreten wird. Ebenso werden seitens der Gewerkschaftskommission Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. darf. Lebhaft kritisiert wurde hierbei, daß auf dem Bau von Wenn je eine Bewegung berechtigt war, und die Anerkennung der Wertheim beständig Ueberstunden gemacht werden und auch bei gesamten Bevölkerung gefunden hat, dann ist es die der Adressenist, nachdem schon ein Teil der Stuffateure wegen Mangel an Arbeit der Firma Kretschmar im Schauspielhause länger gearbeitet worden schreiber. Man bedenke, es handelt sich um eine Lohnaufbesserung entlassen worden war. von acht auf elf Mark pro Woche. Bescheidener kann man faum sein. Halten Sie einmütig aus, die Gewerkschaften und die Bevölkerung Berlins werden uns unterstützen. Und Herr Teßmer wird einsehen müssen, daß er nicht Sklaven be schäftigt, die ihm unterthan sein müssen, sondern daß er auch in den Adressenschreibern Menschen zu sehen hat, die nicht von ihm" Wohlthaten", sondern für ihre Arbeiten gerechte Bezahlung verlangen.( Minutenlanger Beifall.) In nachfolgender Resolution bekundet die Versammlung ihren Willen: " " nun Die heutige Versammlung hat mit Empörung Kenntnis genommen von der Art und Weise, in der Herr Rob. Teßmer die ausständigen Adressenschreiber behandelt hat. Sie bekundet dem im gerechten Kampfe um bessere Entlohnung stehenden Personal der Firma Rob. Teßmer auch fernerhin ihre wärmste Sympathie und verspricht, die Ausständigen nach jeder Richtung hin materiell und moralisch zu unterstützen, damit der Wunsch des Herrn Teßmer, die Ausständigen durch den Hunger zur Arbeit unter den alten Bedingungen zu zwvingen, nicht in Erfüllung geht." Soeben teilt man uns mit, daß die Polizei den Streifenden verboten habe, in der Charlottenstraße zwischen Koch- und Besselstraße auf und abzugehen. Wie die Beamten erklärten, haben sie den Befehl vom Revier erhalten. Obgleich das Streitpostenſtehen gestattet ist, nimmt sich hier wieder einmal ein Polizei- Organ das Recht, den Ausständigen das Koalitionsrecht illusorisch zu machen. " 21 " " Sociales. Gewerbsmäßige Stellenvermittelung. Sturm erhielt eine Anflage wegen Vergehens gegen die Gewerbe- Ordnung den preußischen Ministerialerlaß vom und Arbeitses 10. August 1901, weil er das Gewerbe des Stellenvermittlers ausgeübt habe, ohne die jetzt dazu erforderliche Genehmigung zu besitzen. Der Angeklagte bestritt die Gewerbsmäßigkeit der Stellenvermittelung der Freien Vereinigung" und hob dann noch Quartals- Generalversammlung ab und berichtete der Vorsitzende, daß Die Dekateure( Filiale III) Berlins hielten am 15. Oftober ihre besonders hervor, daß er selber ja nur der Angestellte der Ber- im vergangenen Quartal drei Vorstandssigungen, zwei Filial einigung sei. versammlungen und zwei kombinierte Vorstandssitzungen stattgefunden haben. Nach dem Bericht des Filialkaffierers hat die Filialfasse einen Bestand von 51,44 m., die der Arbeitslosen- Unterstützungstasie 826,46 M., die der freiwilligen Kranken- Zuschußtasse 1265,18 M. und die des Streiffonds 1000 M. Für den in voriger Versammlung gewählten Delegierten für das Agitationskomitee nahm an dessen Stelle der Kollege Paul 3illmann das Amt an. Das Landgericht Berlin I verurteilte als Berufungsinstanz den Angeklagten zu einer Geldstrafe. Es läge eine gewerbsmäßige Stellenbermittelung vor, da für jede Stelle eine Gebühr von 1 M. erhoben werde. Gleichgültig sei hierbei der Umstand, daß der eventuelle Ueberschuß zur Förderung der allgemeinen Hebung des Fleischereigewerbes dienen sollte. St. habe zur Ausübung des Geschäfts der Stellenvermittelung der Genehmigung der zuständigen Behörde bedurft; er sei strafbar und nicht der Vereinsvorstand. Erklärung. Zu dem Bericht der Schlächterversammlung in Nr. 248 vom heutigen Tage erlauben wir uns folgendes zu erwidern: Nac dem vorliegenden Bericht hat der Schlächter Gluch bes hauptet, daß die Zustände in den Schlächtereien des Rabatt- SparVereins„ Süd- Ost" für die dort beschäftigten Arbeiter elende sind, die Gewährsmänner für seine Behauptungen hat. Zur Aufklärung be= jeder Beschreibung spotten. Soweit uns bekannt, war G. nie in einem dieser Betriebe beschäftigt, und müssen wir daher annehmen, daß er merken wir folgendes: Die Schlaf- und Arbeitsräume sind durchaus gute und bitten wir, uns eine Instanz anzugeben, welche gutachtlich darüber gehört werden kann. billigen Anforderungen entsprachen, find Aenderungen frühzeitig ge= Soweit die Schlafräume nicht den troffen worden, so daß Klagen nicht mehr vorgebracht sind. Ebenso steht es mit der 16-17stündigen Arbeitszeit und der schlechten Behandlung. Was nun den Vorwurf der Maßregelung organisierter Schlächter betrifft, wollen wir folgendes feststellen: In unsrer beschäftigt und wurde Anfang August entlassen. Gründe: Derselbe Schlächterei Manteuffelstr. 55 war ein Mitglied vom Centralvorstand behauptete bei einer Besprechung, daß dieser Betrieb mit einem größeren Manko arbeite. Diese Kenntnis der Sachlage machte uns stußig und stellte sich bald heraus, daß der organisierte Schlächter recht hatte, indem wir beobachteten, daß er den Hausflur mit dem Bökelfeller verwechselt hatte. Statt die Schulterblätter im Keller aufzubewahren, lagerten diefelben hinter der Hausthür, um bei eins tretender Dunkelheit diese verschwinden zu lassen. Wenn die Begriffe hischen Wein und Dein so verwechselt werden, mußte das vorausgefagte Deficit sicher eintreten. So sieht also die Maßregelung" aus. Daß Arbeiter deswegen entlassen worden sind, weil sie der Organisation angehörten, erklären wir für die kompletteste unwahrheit. Die Entlassung ist erfolgt, wenn triftige Gründe dafür vor= lagen. Unter diesen Umständen konnten wir den Geschäftsleitern, welche Kaution gestellt haben und für das event. Manko haften, nicht zumuten, sich bei der Entschließung über Annahme und Entlassung der Arbeiter Fesseln anlegen zu laffen. Ein ganz besonderer Grund, Arbeiter von privaten Vermittlern einzustellen, besteht für den GeDas Kammergericht wies jedoch die Revision St.s zurück und das nötige weibliche Personal zu beschaffen. Der Vermittler erklärte schäftsleiter darin, daß die Organisation es nicht fertig brachte, auch führte durch den Mund des Präsidenten Lindenberg aus: Die vom aber, daß wir die Mamsells auch dort beziehen könnten, wo die Oberstaatsanwalt erwähnten Ausführungen des Regierungs- Gesellen entnommen werden. Das fümmerte aber die Organisation fommissars fönnten nur gelten für Vereinigungen, die nur für ihre nichts, sie beharrt auf ihrem Standpunkt, obgleich uns die Bedienung Immer wieder Streifvergehen! Durch die Worte: Du bist Witglieder und nur unentgeltlich solche Institutionen in Betrieb im Laden fehlte. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß wir die Organis ein Streitbrecher, Du nimmst den andern Arbeitern das Brot hielten. Hier sei aber den Nichtmitgliedern die Arbeit vermittelt ſation aufgefordert haben, uns ihre Wünsche schriftlich zu unterweg", hat sich eines der für den Staat besonders nützlichen Elemente in worden, und man habe von ihnen Gelder in Empfang genommen, breiten, was bisher nicht geschehen ist. Wenn die Organisation sich Breslau an seiner Ehre verletzt gefühlt. Der Staatsanwalt erhob die wieder für den Verein verwendet worden seien. Es sei nicht ieht dabei macht und eine Arbeitsordnung ausarbeitet, so nehmen Anklage aus§ 153 der Gewerbe- Ordnung und der Urheber jener nötig, daß der Arbeitsvermittler außer dem Gehalt etwas davon wir an, daß diese bei allen( auch den Privatbetrieben) eingeführt werden soll, damit nicht die Existenz einzelner gefährdet wird. Worte, der Tischler Kopta aus Garmannsdorf bei Breslau, wurde hätte, sondern es genüge, wenn die Gemeinschaft etwas davon habe. Rabatt- Spar- Verein Süd- Ost", G. m. b. S. vom Schöffengericht zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt! Das sei hier bei der Freien Vereinigung" der Fall. Darin könne Die Aussperrung in Kassel hat der Arbeiterschaft über eine man aber sehr wohl eine Gewerbsmäßigkeit sehen. Sturm hätte Der von St. eingelegten Revision schloß sich der Oberstaatsanwalt am Kammergericht an, weil er der Meinung ist, daß hier eine Gewerbsmäßigkeit nicht vorliege. Das Landgericht deduziere falsch. Oberstaatsanwalts nur dann vor, wenn die Absicht auf eine GewinnEine Gewerbsmäßigkeit liegt nach Meinung des erzielung an sich gerichtet sei. Hier aber habe man beabsichtigt, Stellen zu vermitteln, und zwar solle hier die Stellenvermittelung als ein Mittel zu Errichtung der allgemeinen Hebung des Fleischereis gewerbes dienen. Das sei eine socialpolitische Handlung, die in Interesse der vereinigten Meister und der Gesellen unternommen werde. Zur Lohnbewegung der Rohrer. In der Versammlung am Die Gebühr sei in erster Linie zur Deckung der Kosten Donnerstag teilte der Obmann der Lohnkommission, Wernicke, bestimmt und der eventuelle Ueberschuß solle wieder gemeinnüßigen mit, daß der Stand der Bewegung ein durchaus günstiger ist. Die Zwecken nutzbar gemacht werden. Im Reichstage sei ein Amendejenigen Firmen, die eine Bewilligung der minimalen Tarifforderungen ment beantragt gewesen, die Stellenvermittelungen usw. von social bisher schroff abgelehnt haben, verfügen in ihrer Mehrzahl nur über politischen Gewerkvereinen, wozu der vorliegende und die enteinen Bruchteil der sonst von ihnen beschäftigten Arbeitskräfte. sprechenden Vereine der Arbeiter gehörten, ausdrücklich bei AnSämtliche Arbeiter, die dort die Arbeit niedergelegt haben, sind bei wendung der in Frage kommenden Bestimmungen des§ 34 ff. der denjenigen Firmen eingestellt worden, die sich von vornherein zur Gewerbe- Ordnung auszuschließen. Diesen Antrag habe der ReBewilligung der neuen Forderungen bereit erklärten. Arbeitslos ist gierungskommissar als überflüssig bekämpft, weil die Bestimmungen gegenwärtig nicht ein einziger Rohrer. Wie lange die Ring- Firmen unter diesen Umständen die Fertigstellung ihrer ebenfalls drängenden auf solche Gewerkvereine ohne weiteres keine Anwendung fänden. Arbeiten noch hinausschieben können, bleibt vorläufig abzuwarten. Auch die von Arbeiter- Gewerkvereinen angestellten Arbeiterfeiretäre habe man verschiedentlich zu Gewerbetreibenden zu stempeln Der Maurerstreik in Lübbenau ist nach 14tägiger Dauer mit Davon kann indes keine Rede sein, weil sie angestellte gesucht. cinem vollen Siege der Maurer beendet worden. Am Beamte seien. Aber auch die Frage, ob die Arbeitervereine, die Dienstag ist es zwischen den Arbeitgebern, der Gesellenkommission und dem Gauvorstand des Verbandes zum Abschluß eines Tarif- solche Arbeitersekretäre zu Zwecken der Auskunfterteilung usto. anvertrages mit einer allmählig steigenden Lohnstala gekommen. stellten, die Sekretariate oder ähnliche Institutionen gewerbsmäßig Dieser Sieg ist von größter Bedeutung für die Bauhandwerker- betrieben, sei kaum zu bejahen. Der Minister selber habe gesagt, Bewegung der Lausitz. Gerade die niedrigen Löhne solcher Orte daß sie nicht als auf Erwerb abzielend angesehen werden könnten. wie Lübbenau, Kalau, Luckau und Vetschau, geben fortwährend den Arbeitgebern andrer Orte der Laufis Gelegenheit, ihrerseits die berechtigten Forderungen der Arbeiter mit dem Hinweis auf die Konkurrenzunfähigkeit abzulehnen. Hoffentlich nehmen sich nun die Bauhandwerker der obigen Orte an dem Vorgehen der Lübbenauer ein Beispiel. Deutfches Reich. Viertelmillion, 258 000 Mart, gekostet. Um so erfreulicher ist der Aehnlich liegen die Dinge bei Arbeitsvermittelungen aller socialpolitischen Gewerkvereine, speciell auch im vorliegenden Falle. deshalb ohne Genehmigung nicht die Stellenbermittelung beforgen Der Regierungskommissar, der es für selbstverständlich hielt, daß die Stellenbermittelung der gewerblichen Vereinigungen feiner Genehmigung bedürfen, hat sich also wieder einmal als zu optimistisch erwiesen. Es kommt sehr oft vor, daß die Herren Juristen in der Regierung ihre Kollegen in den Gerichten so ungerecht optimistisch beurteilen und dadurch gesetzliche Vorschriften verhindern, die das optimistische Vertrauen überflüssig machen würden. Sieg über das Unternehmertum. Die Arbeiter haben es verschmäht, dürfen. bedingungslos wieder die Arbeit anzutreten, und so haben die Herren Unternehmer, welche die Arbeiter auf die Straße geworfen hatten, sich bequemen müssen, diesen eine ganze Reihe von Zugeständnissen zu machen, damit sie überhaupt die Arbeit wieder aufnahmen. Die Tischler erhalten für die Zukunft pro Stunde 4 Pf. mehr, sowie 10 Proz. Accordaufschlag, und zwar von jezt ab. Die Maurer vom 1. Juli 1904 ab pro Stunde 50 Pf. Die Bauarbeiter vom 1. Juli 1904 ab pro Stunde 35 Pf. Die Steinträger 40 Pf. Für Accordarbeit 10 Prozent Aufschlag. werden. Man fürchtet dort einen baldigen Sieg der freien GewerkDie Berhältniswahl zum Gewerbegericht soll in Bofen eingeführt schaften. Auf Grund einer Petition der Hirsch- Dunckerschen, die in ihrer Stimmenzahl hinter den freien Gewerkschaften zurücstehen, hat der Magistrat in sehr furzer Zeit einen Entwurf zu einem solchen neuen Gerichtsstatut vorgelegt. " " Letzte Nachrichten und Depeschen. London, 23. Oftober.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Wegen Kriegsbefürchtungen sind die Prämien für Versicherungen von Schiffen, die nach dem fernen Often gehen, von Lloyds seit gestern verdoppelt worden. Rom, 23. Oktober.( W. T. B.) Wie die Blätter melden, betraute der König Giolitti mit der Bildung des Kabinetts. Giolitti habe indessen, obwohl er erklärte, daß er stets sich zur Verfügung des Königs halte, zwei oder drei Tage Bedenkzeit ausgebeten, bevor er endgültig den Auftrag annehme. Shanghai, 28. Oftober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Das diplomatische Corps in Pefing beschloß einstimmig, daß die verhafteten Redakteure des Eingeborenen- Blattes Supao" von einem gemischten Gerichtshofe in Shanghai unverzüglich abgeurteilt werden " Die Zimmerer vom 1. Juli 1904 ab pro Stunde 50 Pf. Die Dachdecker erhalten vom 1. April 1904 ab 3 Bf. pro Stunde mehr und vom 1. April 1905 ab weitere 2 Pf. mehr. Berantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 3 Beilagen. müssen. Nr. 249. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 24. Oktober 1903. Parteigenossen, beteiligt Ench Sonntag früh acht Uhr Mann für Mann an der Flugblatt- Verbreitung zu den Landtagswahlen! Mitteilungen für Wähler und Wahlmänner. Wir veröffentlichten früher schon die für die Landtagswähler und Wahlmänner nötigen Winke und Mitteilungen. Es dürfte aber willkommen sein, das Wichtigste nochmals im Zusammenhange vorzutragen. Was sind Urwahlbezirke? Urwahlbezirke sind die Bezirke, in denen der Urwähler die Wahlmänner wählt. Jeder Wahlkreis zerfällt in eine Anzahl Urwahlbezirke von je 750 bis 1749 Einwohnern nach Maßgabe der letzten Wolfszählung( 1900). Diese Bezirke werden von den Verwaltungsbehörden( Landräten oder Magistraten) abgegrenzt. Die Klasseneinteilung. Jeder Urwahlbezirk wird nach Maßgabe der von seinen Urwählern zu entrichtenden direkten Staats-, Gemeinde-, Bezirks- und Provinzialsteuern in drei Abteilungen gemeinhin Klassen genannt geteilt. Wer nach Eröffnung der Verhandlung kommt, meldet sich abgabe vorschreiben, sind eine sehr große Menge Wähler- ins beim Vorsteher und fann an der noch nicht geschlossenen Wahl teil besondere Arbeiter in abhängiger Stellung namentlich nehmen. Arbeiter in den Staatsbetrieben und Staatswerkstätten aber auch Lehrer, Beamte usw. nicht in der Lage, öffentlich für einen Socialdemokraten stimmen zu können. Diese thin dann am besten, ihr Wahlrecht nicht auszuüben, um nicht den Gegner zu stärken. Um so nötiger ist aber, daß alle diejenigen, die keine Rücksichten zu nehmen haben, ihr wichtigstes Bürgerrecht ausüben. Im Wahllokal dürfen nur die Stimmberechtigten bleiben, indes fann der Wahlvorstand nach seinem Ermessen vorübergehend die Anwesenheit gestatten. Die dritte Abteilung wählt zuerst. Es ist deshalb durchaus erforderlich, auf die Minute pünktlich zu erscheinen. Ist die Wahl der dritten Klasse geschlossen, so haben die Mitglieder derselben das Wahllokal zu verlassen. Es folgt dann die Abstimmung der zweiten Klasse. Vielfach wird es aber nicht möglich sein, selbst in denjenigen Wahlkreisen, in welchen die Partei mit Aussicht auf Erfolg in die Hat sich die absolute Mehrheit auf die zu wählende Anzahl Wahlagitation eingetreten ist, in allen Bezirken die nötigen WahlWahlmänner vereinigt, so find diese gewählt. Ist eine absolute männer zu finden. Denn wie oben ausgeführt wurde, müssen die Mehrheit nicht bei allen Wahlmännern erreicht( ist z. B. bei Wahlmänner in dem Wahlbezirk wohnen, in dem sie gewählt werden einer Wahl von drei Wahlmännern nur auf einen Wahlmann die sollen. Es wäre also thöricht, wollte man in Bezirken, in denen wir Mehrheit gefallen), so kommt in die engere Wahl die doppelte An- teine Wahlmänner vorzuschlagen vermögen, Geld und Zeit für die zahl der noch zu wählenden Wahlmänner( bei unserm Beispiel also Agitation verwenden. vier). Ueber diese vier wird abermals abgestimmt und diese Prozedur so lange fortgefeßt, bis die erforderliche Anzahl Wahlmänner mit absoluter Mehrheit gewählt ist. Erst dann können die zur Wahl erschienenen Urwähler abtreten. Es ist daher erforderlich, daß jeder Urwähler genau weiß, wem er die Stimme zu geben hat, daß ferner der leicht stattfindenden Stichwahlen halber der Urwähler so lange in Lokale bleibt, bis die Stichwahlen erledigt sind. Wahlmänner. Das dürfte ganz besonders häufig in Wahlkreisen mit starker ländlicher Bevölkerung vorkommen. In diesen Wahlkreisen wird es oft Ortschaften geben, in denen wir nicht einen Wahlmann aufstellen tönnen. Hier wie in allen ähnlichen Fällen unterlasse man also die Agitation und wende Zeit und Kraft auf diejenigen Wahlbezirke, in denen die Aufstellung von Wahlmännern möglich geworden ist. Diese Teilung geschieht in folgender Weise: Die Urwähler werden nach Maßgabe der von ihnen zu entDie Aufstellung von Wahlmännern in den einzelnen Wahlrichtenden direkten Staats-, Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Probezirken der Wahlkreise ist aber eine ganz besonders zeitraubende vinzial- Steuern in der Ordnung verzeichnet, daß mit dem Namen Arbeit. Es tann also hier gar nicht früh genug mit des Höchstbesteuerten angefangen wird, dann derjenige folgt, welcher Der Wahlmann muß im Urwahlbezirk wohnen, der Organisation und der Ausfindigmachung von nächst jenem die höchsten Steuern entrichtet, und so fort zu den Urwähler desselben Urwahlbezirtes sein, wie seine Wähler. Er kann 23ahlmanns- kandidaten borgegangen werden. jenigen, welche die geringste Steuer zu zahlen haben. Zuletzt sind aber Wähler einer andren Klasse sein, als von der er gewählt wird. Es ist dieses sogar die erste Thätigkeit des Wahlkomitees, diejenigen Urwähler einzutragen, welche nicht zu direkten Staats- Deshalb ist es dringend erforderlich, daß die weil hiervon in hohem Grade die übrige Agitation in dem steuern veranlagt sind, und für welche an deren Stelle der Betrag Wahlvereine sich zeitig nach geeigneten Wahl- Wahlkreise abhängt. von drei Mark in Ansatz zu bringen ist. Wo direkte Gemeindeſteuern männern umsehen. Nach dem Mainzer Parteitagsa Auch hat das Wahlkomitee dafür Sorge zu tragen, daß es fo= nicht erhoben werden, treten an deren Stelle die vom Staate veranlagten, beschluß dürfen nur socialdemokratische Wahl- fort nach Schluß der Wahl über das Resultat der Wahlmänneraber nicht erhobenen Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern. Das heißt: männer von unsrer Partei aufgestellt werden. wahlen Kenntnis erhält. Das Gesamtresultat eines Wahlkreises ist den Inhabern von größeren Gutsbezirken werden auch diejenigen Diejenigen Wahlmänner- Kandidaten, welche bei den Urwahlen alsdann sofort und zwar nicht bloß in Bezug auf Steuern angerechnet, die sie nicht zahlen! Nachdem die Urwähler gewählt worden sind, müssen, wenn sie im Wahllokal bei Verkündi- die Wahlmänner unsrer Partei, sondern auch für in dieser Ordnung in die Liste eingezeichnet sind, wird die Gesamt- gung ihrer Wahl anwesend find, sofort erklären, ob sie die Wahl die gegnerischen Parteien dem Central- Wahlſumme der von den Wählern des Urwahlbezirks zu entrichtenden annehmen. Sind sie nicht anwesend, so haben sie binnen drei Tagen, omitee( Adresse: J. Auer, Kreuzbergstr. 30, SW. Berlin), Steuern berechnet. Alsdann wird die Grenze der Abteilungen da- nachdem die Wahl ihnen angezeigt ist, die Erklärung abzugeben. durch gefunden, daß man die Steuersumme der einzelnen Urwähler Jede Ablehnung bedingt für die betreffende Abteilung eine neue Hierbei ist genau anzugeben, wie viel Wahlso lange zusammenrechnet, bis das erste und dann das zweite Wahl an Stelle des Ablehnenden. Erfolgt die Ablehnung am Schluß männer in jeder lasse auf die einzelnen in Drittel der Gesamtsumme aller Steuern erreicht ist. Die Urwähler, der Wahlhandlung für die betreffende Abteilung, so ist sofort zur Frage stehenden Parteien fommen. auf welche das erste Drittel fällt, bilden die erste, diejenigen, auf Neuwahl zu schreiten, andernfalls muß der Wahlvorsteher einen Da am 12. November die Wahlmänner- Wahlen stattzufinden welche das zweite Drittel fällt, die zweite, die übrigen die neuen Wahltermin ansetzen und zwar so früh, daß der neu zu haben, so ist keine Zeit mehr zu verlieren. Auf zur Arbeit! dritte Abteilung. Diese Abteilungen nennt man auch Stlassen. wählende Wahlmann noch an der Abgeordnetenwahl teilnehmen In die erste bezw. zweite Abteilung gehört auch derjenige, dessen kann. Steuerbetrag nur teilweise in das erste bezw. zweite Drittel fällt. Nach dem Parteitage. Stichwahlen bei Urwahlen. mitzuteilen. " Ergiebt sich nach vorstehendem, zum Beispiel in einer armen Landgemeinde, daß Urwähler, welche zu einer Staatssteuer nicht Kommt es bei Urwahlen zur Stichwahl, in der nach Ausfall Aus Mehrings Rechtfertigungsschrift geben wir heute die Abveranlagt sind, in die zweite oder erste Abteilung gelangen würden, unsrer Kandidaten liberale Kandidaten solchen andrer Parteien schnitte über die Angelegenheit mit Schoenlank und Mehrings Mitarbeit so find dieselben gleichwohl der dritten Abteilung zuzuteilen und die gegenüberstehen, so wird im allgemeinen für die liberalen Kandidaten an der Zukunft" ohne Kürzungen wieder. Der Erörterung des„ Falles für sie in Ansatz gebrachten Steuerbeträge von der für die erste und zu stimmen sein, wenn diefelben erklären, auch gegebenenfalls einen Schoenlank" geht eine Einleitung voraus, die Mehrings Stellung zu zweite Abteilung berechneten Steuersumme abzuziehen. Diejenigen socialdemokratischen Kandidaten zum Abgeordneten wählen zu können. Harden im Anfang der neunziger Jahre darstellt. Er verweist darin Ürwähler, auf welche die erste Hälfte der übrigbleibenden Summe für ausführlichere Darstellung auf seine Broschüre„ Herrn Hardens zur dritten Abteilung gehörigen Urwähler die zweite Abteilung. Kein ganz oder teilweise entfällt, bilden dann die erſte, die übrigen, nicht Fabeln" aus dem Jahre 1899 und die spätere zweite Auflage der Schrift und fährt dann fort: Wähler kann zwei Abteilungen zugleich angehören. Läßt sich bei gleichen Steuerbeträgen nicht entscheiden, welcher unter mehreren Wählern zu einer bestimmten Abteilung zu rechnen ist, so giebt die alphabetische Ordnung der Familiennamen, bei gleichen Namen das Los, den Ausschlag. Noch zu bemerken ist, daß, falls die Gewerbesteuer von einer Handelsgesellschaft entrichtet wird, diese Steuer behufs Bestimmung, in welche Abteilung die Gesellschafter gehören, zu gleichen Teilen auf dieselben zu verteilen ist. Durch diese Drittelung in den kleinen Urwahlbezirken können die eigentümlichsten Widerfinnigkeiten entstehen. In dem einen Urwahlbezirk in Berlin fonnte z. B. im Jahre 1893 jemand, der Da solche Erklärungen nicht erst während der Wahl selbst gevor der Wahl die geeigneten Vorkehrungen getroffen werden. fordert und gegeben werden können, so ist es erforderlich, daß schon Gs foftet mich auch heute nicht die geringste Ueberwindung, zu Wie wählen die Wahlmänner den Abgeordneten? sagen, daß ich mich damals lebhaft für Harden interessiert habe. Seine Die aus den drei Abteilungen der verschiedenen Urwahlbezirke mahrloft, wie sie heute sind; er besaß einen ästhetischen Geschmack unsprünglich großen, schriftstellerischen Anlagen waren nicht so ver desselben Wahlkreises gewählten Wahlmänner wählen in gemein- und litterarhistorische Kenntnisse, die sehr respektabel waren und famer Wahl den oder die Abgeordneten ihres Wahlkreises. Der mir um so mehr imponierten, als ich damals gerade mit meinem Buch Wahlort ist durch Gesetz festgelegt. Die Wahlmänner erhalten vom über Leffing beschäftigt war; seine ökonomische und politische Bildung Wahlkommissar eine schriftliche Einladung oder sie geschieht sofort war freilich, wie er selbst sagte, minimal", aber er gab sich als Gegeschieht durch öffentliche Stimmabgabe. In 105 der 256 preußischen irre, als ich im Januar 1892 hinter seine Schwärmerei für Bismarc im Urwahltermin mittels ausgefüllter Formulare. Auch diese Wahlfühlsdemokrat und Gefühlsfocialist, und daran wurde ich auch nicht Wahlkreise ist je ein, in 125 sind je zwei und in 26 Wahlkreisen je kam. brei Abgeordnete zu wählen. Er selbst erläuterte sie als ästhetisches Behagen an einer Klaffenwahl, wie in der Urwahlbezirken. Vielmehr ist der Wahlatt " politisch ganz nahe stehe und mit Bergnügen gratis für den Vorwärts" würde. Siehe die Beweise dafür in Hardens Nietzsche mit den Worten ausgesprochen: Neuen Beit", 10. Jahrg., 2. Bd., S. 668, in einem Aufsatze übe Fabeln. Wie ich damals über ihn dachte, habe ich ganz offen in der nur 12 M. Steuern zahlte, in der ersten Klasse wählen, weil seine Die Wahl der Abgeordneten durch die Wahlmänner ist keine mächtigen Menschengestalt, während er zugleich versicherte, daß er mir Mitwähler arm, während der frühere Reichskanzler, Graf v. Caprivi, tros seines Gehalts von 54 000 m., in der dritten Wählerklasse zu folgender: wählen hatte, weil er in der Gegend von Millionären wohnte. Aehnlich lag es 1898: in dem Bezirk Behrenstraße wählten alle, die unter 88 081 M. Jahressteuer zahlten, in der dritten Wählerklasse, in der Köslinerstraße hingegen konnte man bereits bei 24 M., in der Falckensteinstraße bei 25 M. Jahressteuer Wähler erster Klasse sein. Zur Frage der Wahlberechtigung. Da die Wählerlisten abgeschlossen sind, ist es jetzt nicht mehr er forderlich, die Voraussetzungen des Wahlrechts zu wiederholen. Es sei nur ein besonderer Hinweis hier noch vermerkt: Wer in der Wählerliste Aufnahme gefunden hat, obwohl er nicht wahlberechtigt ist, macht sich feiner strafbaren Handlung schuldig, wenn er dennoch wählt. Es fehlen stets in Wählerlisten viele Wahlberechtigte, die versäumt haben, rechtzeitig Einspruch einzulegen, so daß es sich empfiehlt, daß andrerseits alle eingetragenen Wähler wählen. Auch wer Ausländer ist und aus Bersehen in die Wählerliste aufgenommen ist, darf wählen. Die Wahlkomitees wollen sich Unregelmäßigkeiten jeder Art zweds späteren Wahlprotestes notieren. Wählen die Urwähler die Abgeordneten selbst? Nein; das Wahlverfahren ist ganz anders als bei der Reichstags wahl, nämlich so: Die Wähler wählen nicht selbst den Abgeordneten, sondern wählen in Urwahlbezirken Wahlmänner. Die so gewählten Wahlmänner desselben Wahlkreises treten an einem späteren Tage ( im Jahre 1903 am 20. November, während die Urwähler am 12. Nobember zu wählen haben) zusammen und wählen ihrerseits den oder die Abgeordneten. auf Vorschlag des Wahlkommissars von den Wahlmännern gewählt. Zunächst werden ein Protokollführer und drei bis sechs Beisitzer Die Wahlmänner haben keinen Anlaß, ohne weiteres die Vorschläge des Wahlkommissars gutzuheißen. Wenn einzelne der Vorgeschlagenen einem Teil der Wahlmänner ungeeignet erscheinen, so ist gesonderte Abstimmung über die Wahl der einzelnen zu verlangen. Insbesondere aber ist darauf zu sehen, daß alle Wahlmänner wirklich in der Lage sind, an der Wahl teilzunehmen; es ist Sache des Wahlkommissars, das erforderliche Lokal zu diesem Zweck zu beschaffen oder einen sonstigen den gwed erfüllenden Weg auf zufinden. Danach läßt der Wahlkommissar über die Gültigkeit der Wahlmänner abstimmen, deren Wahl er beanstandet. Andre Erörterungen oder Beschlußfassungen sind auch bei der Abgeordnetenwahl unzulässig. Nichtstimmberechtigte dürfen auch bei dieser Wahl nicht anwesend sein. Die Wahl erfolgt, indem der nach der Reihenfolge des Verzeichnisses aufgerufene Wahlmann an den zwischen der Wahlversammlung und dem Wahlkommissar aufgestellten Tisch tritt und den Namen desjenigen nennt, dem hat jeder Wahlmann sogleich anzugeben, wen er an erster, zweiter er feine Stimme giebt. Sind mehrere Abgeordnete zu wählen, so oder dritter Stelle zum Abgeordneten wählt. ad Es ist nicht unzulässig, für jede Stelle denselben Namen zu nennen. Dabei ist streng auf die Reihenfolge zu achten, da bei der Auszählung die au erſter, zweiter oder dritter Stelle genannten Namen gesondert gezählt werden. " Noch nüßlicher ist der Nietzscheanismus für den Socialismus in einer andren Beziehung. Ohne Zweifel sind Nietzsches Schriften verführerisch für die paar jungen Leute von hervorragendem litterarischem Talent, die ettva noch in den bürgerlichen lassen aufwachsen mögen und zunächst in bürgerlichen Klassenvorurteilen befangen find. Für sie ist Nietzsche aber nur ein Durchgangspunkt zum Socialismus. Von ihm zurück auf Eugen Richter und Baul Lindau können sie nicht; dazu ist Nietzsche denn doch ein zu be deutender und zu genialer Mensch. Bei Nietzsche stehen bleiben können sie auf die Tauer aber auch nicht, denn mit einer genügend großen Rente kann man wohl in der Einsamkeit der Hochalpen den„ Uebermenschen" spielen, aber im Drang und Kampf des wirklichen Lebens pauft ihnen die ökonomische Dialektik solche Schrullen gründlich aus. So maufern sie sich allmählich zu Socialisten. In diesem Mauserungsprozeß befindet sich beispiels weise Herr Harden, wenn er noch in den Schlingen platonischer Bewunderung für den Uebermenschen" Bismard hängen bleibt, aber daneben unter ernsthaften Opfern einen mutigen Stampf gegen die kapitalistische Preßforruption führt. In Kurzum, ich sah damals in Harden eine von der kapitalistischen Dekadenz vielfach angefressene, von den Taumeltränken Nietzſches bethörte, aber im Kerne reiche und tüchtige Natur, von der ich hoffte, baß ihr der rettende Sprung aus dem fapitalistischen Sumpf auf die feste Erde des proletarischen Klassenkampfes gelingen werde. Gewählt ist, wer die absolute Stimmenmehrheit( mehr als die dieser Hoffnung habe ich ihn nach bestem Wissen und Gewissen beraten. Wie erfolgt die Wahl der Wahlmänner durch die Urwähler? Hälfte der für das betreffende Abgeordnetenmandat abgegebenen neben unserm persönlichen Verkehr auch Briefe gewechselt, von denen In dem Kampfe, den wir damals gemeinsam führten, haben wir Jede der, wie oben beschrieben, nach der Höhe des Einkommens timmenmehrheit, so findet zwischen denjenigen beiden Kandidaten, Garden nunmehr in seiner Zeitschrift und in einer Zuschrift an den gültigen Stimmen) erhalten hat. Ergiebt sich keine absolute gebildeten lassen wählt für sich Wahlmänner. Für je 250 bis " Vorwärts" andeutet, daß er darin gute Waffen" gegen mich 499 Einwohner des Urwahlbezirks ist ein Wahlmann, für jeden welche die meisten Stimmen erhalten haben, eine engere Wahl statt befize. Ich stelle zunächst fest, daß diefe Briefe geschrieben worden Wahlbezirk also 3 bis 6 Wahlmänner zu wählen. In jeder Klasse bei dieser ist jede Wahlstimme, welche auf einen andren als die in find, wenn 3 oder 6 Wahlmänner zu wählen sind, gleich viel der Wahl gebliebenen Kandidaten fällt, ungültig. Erhalten bei der sind in einem Kampfe, für den mich Harden zu Hilfe gerufen hatte, ( 1 oder 2) Wahlmänner zu wählen. Sind 4 Wahlmänner zu engeren Wahl beide Kandidaten gleichviel Stimmen, so entscheidet um seine Ehre und seine Interessen zu schüßen; ich stelle ferner fest, daß diese Briefe von freundschaftlichem Wohlwollen für Harden wählen, so wählt die zweite Klasse 2, die übrigen je einen Wahl zwischen diesen das Los, welches durch die Hand des Wahlkommissars diftiert worden sind, wofür ich fernerhin noch ein beweiskräftiges mann. Sind 5 zu wählen, so wählt die erfte und dritte je 2, die gezogen wird. Ist zweifelhaft, wer auf die engere Wehl zu bringen Zeugnis beibringen werde. Wenn er mir dennoch mit ihrer Berist, weil bei der ersten Abstimmung auf zwei oder mehr Kandidaten Die Wahl der Wahlmänner wird in folgender Art vor- gleichviel Stimmen gefallen find, so entscheidet zwischen diesen gleich öffentlichung drohen zu können glaubt, so mur deshalb, weil er an= zunehmen scheint, daß Urteile, die ich in diesen ich wiederhole, genommen: Im Wahllokal wird jeder Wähler die der dritten fails das Los. zum Schutze seiner Ehre und seiner Interessen geschriebenen Briefen Selasse zuerst einzeln( nicht durch Stimmzettel) aufgerufen, über dritte Personen gefällt habe, mir unbequem werden könnten, tritt an den Wahltisch und giebt öffentlich seine Stimme für wenn sie heute veröffentlicht würden. Ob seine Annahme zutrifft, fann ich mit absoluter Sicherheit heute weder bejahen noch verzweite einen. 1 -# * Nur feine Kraftverschwendung! so viel Wahlmänner ab, als in der Abteilung zu wählen sind. Mit den vorhandenen Mitteln und Kräften Haus zu halten ist Die Namen der zu wählenden Wahlmänner kann ein Gebot, das der einzelne in allen Lebenslagen bethätigen sollte. neinen; so sicher ich der allgemeinen Tendenz dieser Briefe bin, so der Wähler sich vorher aufschreiben oder auf- Das gilt aber ganz besonders bei politischen Agitationen. Dadurch, wenig fann ich mich nach elf Jahren auf jeden Satz oder gar jedes schreiben lassen und dann ablesen. daß die Wahlen zum preußischen Landtage öffentliche Stimm-| Wort befinnen. Jedoch stehe ich keinen Augenblid an, zu erklären, daß ich den Herrn zur Veröffentlichung meiner, in den Jahren 1891 und 1892 an ihn gerichteten Briefe ermächtige, vorausgesetzt erstens, daß die Briefe in ihrem vollen Wortlaut und in ihrem richtigen Zusammenhange veröffentlicht werden und zweitens, daß er mich ermächtigt, auch seine, in jenen Jahren an mich gerichteten Briefe unter der gleichen Voraussetzung zu veröffentlichen. Sollten dadurch dritte Personen verlegt werden, so werde ich für mein Teil mich mit ihnen abzufinden wissen; daß der Briefwechsel selbst, wenn er vollständig vorliegt, mir nur zur Ehre gereichen wird, weiß ich. Sollte jedoch Harden fortfahren, mit vagen Andeutungen über den Inhalt dieser Briefe mir zu drohen, oder durch einzelne, aus dem Zusammenhange gerissene Bruchstücke mich zu verdächtigen, so will ich von vornherein erklärt haben, daß er das Gewerbe der Revolverpresse treibt, indem er Waffen, mit denen ich ihm einst geholfen habe, heimtückisch vergiftet, um sie in verleumderischer Absicht gegen den einstigen Helfer zu fehren. So viel im allgemeinen! Und nun zu den Waffen dieses Kalibers, die Harden dem gegen mich geschmiedeten und auf dem Dresdener Parteitage explodierten Komplott geliefert hat. Der Fall Schoenlant. Es sind ihrer zwei. Am 15. September erzählte der mehrerwähnte Bernhard dem Parteitage: Mehring ist gar nicht berechtigt, gerade über die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blättern zu schreiben, da er noch im Sommer 1891 an Harden einen Brief schrieb, in dem er ihn bat, Schoenlant Mitarbeit an bürgerlichen Blättern zu verschaffen, weil die socialdemokratische Presse so schlecht bezahle.( Hört! hört!) Gerade Mehring darf meines Erachtens nicht gegen mich schreiben, weil der Charakter dieses Mannes, wie er in allen seinen Artikeln hervortritt, sich stets gleich geblieben ist. Am 11. September 1892 Hat Mehring an Harden eine Starte gerichtet, deren Original ich gefehen habe. Auf dieser Karte heißt es:" Sollten Sie einmal eine besondere Abrechnung mit Schoenlant für angemessen oder notwendig halten, so wenden Sie sich vertrauensvoll nur an mich. Ich weiß diesen Lümmel schon zahm zu machen."( Hört! hört! Lebhafte Bewegung. Zurufe: Wo haben Sie das her?), wo ich das herhabe, fann Ihnen egal sein. über. " " " - und nach meiner Ansicht auch mit Recht zu scheußlich ber rufen, als daß Sie diese bequeme Handhabe des Lindau- Ringes nicht absägen müßten. Sollten Sie einmal eine besondere Abrechnung mit Schlt. für angemessen und notwendig halten, wenden Sie sich nur vertrauensvoll an mich. Ich weiß diesen Lümmel zahm zu machen. Besten Gruß " Mehring.*) " stürmt, bevorzugter Mitarbeiter des Blattes zu fverden: wir seien ja in allem wesentlichen einig, seine künstlerische Bewunderung Bismarcks bilde doch kein Hindernis politischen Zusammenwirkens. Darauf hätte ich gemeint: Bismarck ist kein Künstler, sondern ein Politiker; Sie können nicht seine Person bewundern und seine Politik angreifen; wenn wir an einem Strange ziehen sollen, so studieren Sie einmal erst Mary und Lassalle( von denen Harden außer, Schon der Wortlaut dieser Karte zeigt, daß sie aus dem Kampfe Lassalles Broschüre gegen die liberale Presse nichts kannte), dann gegen den Lindauring heraus geschrieben ist. Sie ist nicht an einen wollen wir uns wieder sprechen; so lange Sie für Bismarck und Parteigegner gerichtet, denn sie berichtet gerade über meinen, auf Nietzsche schwärmen, können wir persönliche Freunde bleiben, aber Hardens Wunsch unternommenen Versuch, Bebel und Liebknecht von nicht politische Zeltgenossen werden. Ich fahre dann fort:„ Von der Unbescholtenheit der Zukunft" zu überzeugen. Ebensowenig diesem Standpunkt persönlicher Freundschaft aus habe ich ihm einige richtet sich die Schlußbemerkung gegen Schoenlant als einen Partei-, geringfügige Gefälligkeiten bei Gründung der Zukunft" erwiesen; sondern vielmehr als einen Bundesgenossen der Lindauclique, den ich die wesentlichste war, daß ich das Blatt taufte; ich sagte im Scherz: damals in ihm sah. Ich sprach zu einem Manne, der in dem Lindau- da Sie bisher bei der Gegenwart gewesen sind, so nennen Sie des kriege treu geblieben war, gegen einen Mann, der uns in diesem Blatt doch Zukunft", und es war auch ein wenig Ernst dabei, wenn Striege verlassen hatte. Dies war die Situation, aus der heraus ich ich hinzufügte: der Titel ist ja auch ganz passend, da Sie doch zur die Karte geschrieben habe. Im übrigen lag ihr Schwergewicht nicht Socialdemokratie kommen werden. Sonst habe ich noch einen oder in der Schlußbemerkung, sondern in dem Saze, den ich durch ge- zwei Briefe nach auswärts geschrieben, um auf das Erscheinen des sperrten Druck hervorgehoben habe, was, wie sich gleich zeigen wird, Blattes aufmerksam zu machen. Meine Mitarbeit habe ich übrigens niemand besser verstanden hat, als Harden selbst. auch nicht in irgend einer katonischen Weise abgelehnt; daß ich kein eifriger Mitarbeiter" geworden wäre, ergab sich schon aus meinem Verhältnis zur Neuen Zeit", die mir in bedrängten Tagen einen mich vollauf befriedigenden Wirkungskreis geöffnet hatte. Jedoch den einen oder den andren Artikel hätte ich wohl geschrieben, um etwa Herrn Harden über die Schwierigkeiten des Anfangs fortzuhelfen, wenn nichts dazwischen gekommen wäre." So meine Dar: stellung in Hardens Fabeln, an der Harden in seiner Replik auch nicht ein Titelchen hat verrücken können. Mit Schoenlant selbst habe ich mich über die Sache auseinandergesetzt, als er sich im Jahre 1895 an mich um meine Mitarbeit an der Leipziger Volkszeitung" wandte. Ich war mit andren Arbeiten überhäuft und schlug ihm eine mündliche Rücksprache vor, die dann auch stattfand, als er zum Reichstage nach Berlin kam. Da haben wir die alten Geschichten durchgesprochen, beide froh, sie hinter uns zu haben, er in dem Wirkungskreise, den ihm die Leipziger Genossen eröffnet hatten, ich in der Arbeit an meiner Parteigeschichte. In der Parteiangelegenheit, die den tiefsten Grund unfres Zerwürfnisses gebildet hatte, gab er mir recht und erklärte sein Verhalten durch feinen frankhaft überreizten Zustand; daß er in seiner Berliner Zeit schwer zu leiden hatte, habe ich schon in dem Nekrolog hervorgehoben, den ich ihm in der Leipziger Volkszeitung" schrieb. Dagegen meinte er, ich hätte unrecht gehabt, ihm in dem Lindautriege eine Ueberläuferei vorzuwerfen; sein Zusammentreffen mit unfren Gegnern sei ganz zufällig geschehen, veranlaßt durch den Besuch eines Studienfreundes; zu sprachlosem Entsetzen" sei gar kein Anlaß gewesen; Harden habe die Sache aufgebauscht, und ich hätte ihn, Schoenlank, gleich so schroff zur Rede gestellt, daß er auch schroff hätte antworten müssen; seine Wike über die Zukunft" seien doch berechtigter gewesen, als mein harmloses Gottvertrauen in die angehende Parteizugehörigkeit Hardens. Alles das gab ich ihm gern zu und verhehlte ihm auch nicht, daß ich mich zu Harden heftig über ihn ausgelassen hätte, wovon er schon anderweit gehört hatte. Ich fragte nur, ob er etwa in diesem Punft ein reines Gewissen hätte, worauf er lachend meinte, wir wollten den alten Quart begraben. " " Schoenlant siedelte im Herbst 1890 von Nürnberg nach Berlin Er war in den letzten Jahren des Socialistengesetzes Mitarbeiter der Berliner Volkszeitung" gewesen, und in der Aussicht, es zu bleiben, neben seiner Thätigkeit für den Vorwärts", hatte er feine Ueberfiedelung bewerkstelligt. Kaum war er einige Wochen in Berlin, als ich von der Volkszeitung" geboykottet wurde, womit auch Schoenlants Mitarbeit zerfiel. Eine erweiterte Thätigkeit am Vorwärts" fonnte ihm nicht gewährt werden; ich habe selbst der Unterredung beigewohnt, in der Liebknecht ihm diesen Wunsch ab= schlug oder abschlagen mußte. So wünschte Schoenlank eine wissenschaftliche Arbeit über Kartelle, die ihm sehr große Mühe gemacht hatte, in irgend einer bürgerlichen Wochenschrift unterzubringen. Harden war ständiger Mitarbeiter an der Nation" und ich fragte bei ihm an, ob er die Aufnahme von Schoenlants Arbeit in die Nation" vermitteln könne. Er that auch irgend welche Schritte in dieser Richtung, kam aber mit der Kunde zurück: Es wird nicht gut gehen; Schoenlank hat in der„ Volkszeitung" einmal Schrader sehr scharf kritisiert. Das ist durch Heinrich Braun herumgeklatscht worden: Sie wissen ja, wie empfindlich diese Leute sind. Daß ich bei diesem Anlaß auch von der schlechten Bezahlung der socialdemofratischen Presse gesprochen oder geschrieben haben soll, ist sehr wohl möglich; auf keinen Fall ist es in dem hämisch entstellenden Sinne geschehen, wie Bernhard die Sache in Dresden vortrug. Es wirft weder auf Schoenlant noch auf mich einen Schatten, wenn er wünschte und ich ihm dabei behilflich war, für eine wochen- oder gar monateTange, aber wenig umfangreiche Arbeit auf etwas höheres Honorar bedacht zu sein, als die socialdemokratische Presse zahlen kann. Ein wissenschaftlicher Aufsatz Schoenlants war von andrem Kaliber als die Artikelchen, die von den Bernhard und Göhre in die Berliner Morgenpost" oder die Zukunft" gestiftet werden. Die Veröffent lichung eines wissenschaftlichen Auffahes über Kartelle in der Nation" wäre übrigens auch nach dem Dresdener Beschluß erlaubt: zur Vorsicht will ich jedoch hinzufügen, daß ich nie, seitdem ich für die Parteipresse thätig bin, für bürgerliche Blätter auch nur eine Zeile ge- ziger Volkszeitung" mit andren Komplimenten erwiderte, durch deren schrieben habe. 11 " " " Dann die Postkarte vom 11. September 1892! Schoenlant hatte den Krieg, den Harden und ich führten, von Anfang an mitgemacht, Feuer und Flamme, wie er bei solchen Sachen zu fein pflegte. Eine Reihe von Auffäßen, die er bis in den Sommer 1891 hinein im Feuilleton des Vorwärts" veröffentlichte, liefert dafür den Beweis. Als Harden im September d. J. mich um meine Hilfe anging, besuchte mich Schoenlant auch zufällig und erklärte sich wiederum zur Unterstützung bereit. Gleich darauf wurde er aber von Heinrich Braun als Mitredakteur des Socialpolitischen Centralblattes" engagiert, wonach eine Erkaltung unsrer Beziehungen eintrat. Dazu trat eine Differenz in Parteiangelegenheiten, über die ich mich nicht verbreiten will, da sie in diesen Zusammenhang eben nur soweit gehört, als sie uns noch weiter auseinander brachte. Dann kam der letzte Stoß dadurch, daß Harden mir im November 1891 schrieb, er habe Schoenlant in einem Restaurant der Leipziger Straße zu feinem sprachlosen Entsetzen" mit unfren intimsten Feinden vom Lindauringe an demselben Kneiptische siten sehen; er, Harden, sei so bestürzt gewesen, daß er sofort das Lokal verlassen habe, aber Schoenlant, der ihn wohl erkannt habe, sei offenbar auch betroffen gewesen. Nun fragte ich bei Schoenlant an, was daran wahr sei, und erhielt die furze Antwort, er verbäte sich jede Kontrolle seines Abendschoppens. Dann habe ich für die Leipziger Volkszeitung" gearbeitet, an fangs sporadisch, später, nach Abschluß meiner Parteigeschichte, ziemlich fleißig.. Als Harden mich in den Prozeß mit Delbrück verstrickte, sprach ich mich sofort zu Schoenlant dahin aus, Harden würde, wenn ich mit ihm zusammenstieße, Schoenlants und meinen alten Streit auftvärmen. Schoenlant glaubte es nicht annehmen zu sollen, doch erwies sich, daß ich meinen Pappenheimer besser kannte. In seiner Replit auf die erste Auflage meiner Fabeln rückte Harden mit einer faustdicken Anspielung auf die oben gedruckte Karte vor; in der zweiten Auflage habe ich ihm darauf offen geantwortet, habe gesagt, daß es sich um eine lange ausgeglichene Differenz zwischen Schoenlant und mir handle, wie Schoenlant das gleiche zu Leipziger Genossen gesagt hat, die ihn darum befragten. Damals schwieg Harden auf meine Abfertigung, obgleich Schoenlank noch lebte und die Sache hätte aufklären können, wenn ich Univahres behauptet hätte. Heute, ivo Schoenlant tot ist, droht Harden mit Briefen Schoenlants, die an ihn gerichtet seien und mich iompromittieren sollen; feine jungen Leute haben schon auf dem Parteitage herumgeklatscht, daß Schoenlant meine Broschüre gegen Harden in einem Briefe an diesen gemißbilligt haben soll. Davon weiß ich nichts, und es geht mich auch nichts an. Mir hat Schoenlank niemals gesagt, daß er mit Harden in brieflichem oder persönlichem Verkehr stände, obgleich ich las, daß Schoenlank die überladenen Komplimente, die ihm Harden soweit ich sie bemerkt habe seit dem Herbst 1898 in der Zukunft" machte, in der„ Leiprückhaltlose Mißbilligung ich Schoenlants Verdruß erweckte, so daß wir uns zwar nicht wieder persönlich verfeindeten, aber doch unsre gemeinsame Arbeit im Jahre 1899 aufgaben. Mir hat Schoenlank geschrieben, als mein Streit mit Harden begann, er werde sich vollkommen neutral verhalten, was ich nach Lage der Dinge für richtig hielt und was Schoenlant in der Leipziger Volkszeitung" auch ausgeführt hat. Seine etwaigen Korrespondenzen mit Harden sind mir unbekannt, und ich muß diesem Herrn überlassen, seine Kriegstänze auf einem Grabe aufzuführen, wenn ihn anders nach den grabschänderischen Lorbeeren des Heinrich Braun gelüftet. Mir genügt es, daß ich bereit war, ihm wegen jener Karte Rede und Antwort zu stehen, als Schoenlank lebte. " Erst nach Schoenlanks Tode, da er selbst nicht mehr zeugen kann und mich die Rücksicht auf einen Toten an einer ganz erschöpfenden Aufklärung hindert, ist die Karte vom 11. September 1892 ausgegraben, aus ihrem Zusammengehange geriffen, bis auf den letzten Sab verstümmelt worden, um aus einem flüchtigen Worte heftigen Unmuts eine berechnete Perfidie zurechtzufälschen. So wie die Sache in den Parteitag geworfen wurde, mußte sie ihn gegen mich einnehmen, aber durch die Form, in der sie ihm vorgeworfen wurde, ist der Parteitag getäuscht worden. " " Meine Mitarbeit an Hardens Zukunft". Nicht minder raffiniert wurde der Parteitag durch andre Bruchstüde aus meinen Briefen an Harden getäuscht. Bernhard erzählte: Mehring stellt es so dar, als habe er Harden von vornherein ,, richtig eingeschäzt" und die Mitarbeit an der Zukunft" abArtikel gelehnt. Schon der von Mehring nicht widerlegte der Zukunft" vom 4. März 1899 ergiebt, daß das falsch ist. Darnach hat zum Beispiel Mehring im September 1892 an Harden geschrieben:„ Das Bedenken, das ich gegen eine Mitarbeit habe, habe ich Ihnen ganz offen angegeben: es war mein böser Ruf in der bürgerlichen Welt, an die sich die Zukunft" doch wendet. Abgesehen von diesem Bedenken war ich bereit, und gern bereit. Sie brachen aber, ebenso wie im Frühjahr, aus mir völlig unbekannten Gründen den persönlichen Verkehr ab."( Hört! hört!) Dann weiter: Was meine Mitarbeit an der Zukunft" betrifft, so war ich mir bisher nicht klar, ob Ihre Aufforderung von persönlicher Freundschaft und Höflichkeit oder von einem redaktionellen Bedürfnis diktiert war. Da Sie wochenlang nicht einmal eine halbe Stunde für mich übrig hatten, um eventuell über Thema, Umfang usw. eines von mir zu liefernden Beitrages zu sprechen, so neigt sich meine Vermutung zu dem ersten Teil jener Alternative, und Ihre freundlichen Zeilen von gestern haben mich darin nur bestärkt. Ich wünsche Ihnen herzlich den besten Erfolg, danke Ihnen für Ihre freundliche Aufforderung und hoffe im übrigen, daß Sie sich endlich einmal von meiner Freundschaft für Sie überzeugen mögen.'( Hört! hört!) Das war denn nun der Krieg, und es wurde hinüber- und herübergeschossen. Namentlich als Hardens Plan, eine neue Zeitschrift herauszugeben, ruchbar zu werden begann, gab feine Bismard schwärmerei zu mehr oder minder boshaften Neckereien auf mein Konto die willkommene Gelegenheit. Nicht am wenigsten flink war dabei Schoenlant, der inzwischen in die Redaktion des Vorwärts" eingetreten ivar. Ich habe damals einen ehrlichen Zorn auf ihn gehabt, und noch viel erboster war Harden. Der gab sich immer noch als angehender Socialdemokrat, ivollte mich erst zum Mitherausgeber, dann zum bevorzugten Mitarbeiter seiner neuen Zeitschrift haben, lag mir stets in den Ohren, ich möchte doch Bebel und Liedknecht, auf deren Mitarbeit er den höchsten Wert legte, über die Reinheit seiner Absichten aufklären. Dazu bot sich mir eine Gelegenheit, als im September 1892 irgend jemand von London mit Grüßen von Engels fam und eine größere Zusammenkunft im Hofbräu in der Leipziger Straße stattfand. Die Cirkulare der Zukunft" waren chen versandt worden, und ich wurde weidlich damit aufgezogen, habe mich aber tapfer für Herrn Hardens Edelmut, namentlich auch gegen Bebel und Liebknecht, die beide anwesend waren, ins Zeug gelegt, während Schoenlauf, der am entgegengesetzten Ende der langen Tafel saß, unerschöpflich in Scherzen über die neue publizistische Gründung Ganz ohne Wirkung waren die kritischen Bemerkungen über Herrn Hardens zwiespältige Natur auch nicht an mir vorübergegangen; aus diesen widerstreitenden Stimmungen heraus schrieb ich dann am übernächsten Tage die Karte an Harden. Sie hat folgenden Wortlaut: Berlin, den 11. Septbr. 92. Lieber Kollege! Mit B. und 2. habe ich vorgestern gesprochen, doch fand ich sie schon durch Schlt. mit dem Gift der Lindauclique inficiert. Unbekannt, woher die Fonds, Bismarckidolatrie usw. Von andrer Seite hörte ich den neuesten Wig" des Herrn Brahm: Die Zukunft" hätte nur drei Mitarbeiter, Sie, mich und Bismarck. Ich ließ Brahm erwidern, die Hiebe für diesen Wiz" würde er zur rechten Zeit am rechten Ort mit derjenigen Regelmäßigkeit erhalten, durch die ich ihm stets meine besondere Verehrung bezeugte. B. und 2. habe ich natürlich aufgeklärt. Ich teile Ihnen dies mit, obwohl ich sehr wohl weiß, daß Sie augenblicklich dergleichen nervöse Anregungen*) Jch drucke diese Karte so ab, wie sie von Bernhard in einem nicht gebrauchen können, doch halte ich es für Inserat der Sächsischen Arbeiterzeitung" veröffentlicht worden ist. notwendig, daß Sie im 1. Heft der 3utunft" Tie Wahrheitsliebe dieses Gentleman tritt glänzend hervor in den sich über das Quis? Quid? Ubi? Quibus Worten, die er dem Abdrucke hinzufügt:" Mehring verdächtigt vor auxiliis? mit möglichster Deutlich feit aus dem Parteigegner Harden nicht nur Schoenlant, sondern auch Bebel lassen. Der Name B.3( Bismards) ist in diefer Beziehung und Liebknecht der Korruption." ivar. " " " 11 Es ist zunächst eine Lüge des Bernhard, daß ich den Artikel der Zukunft" vom 4. März 1899 nicht widerlegt haben soll; diese Widerlegung findet sich in der Nachschrift zur zweiten Auflage der Fabeln, die dem Bernhard bekannt ist, wie er in dem Inserat der Sächsischen Arbeiterzeitung" zugegeben hat. In dieser Schrift lasse ich mich auch über meine Mitarbeit an der Zukunft" aus. Ich sage da, die Vorbereitungen über die Herausgabe dieses Blattes feien in die Zeit gefallen, wo Harden mich versichert habe, er stehe mir politisch ganz nahe und ziehe mit dem Vorwärts" an einem Strange. Harden habe mich unausgesetzt be" " Was nun aber dazwischen kam, das muß ich hier ausführlicher schildern, als in meiner früheren Schrift, um die Lüge zu widerlegen, als hätte ich gelogen, die Mitarbeit an der Zukunft"" bon vornherein" abgelehnt zu haben. Ich werde die Briefe hier abdrucken, die mir zuerst die Augen über Harden geöffnet haben, und zwar werde ich nicht mit Bruchstücken aus diesen Briefen Taschenspielerkunststücke à la Harden machen, sondern die Briefe vollständig mitteilen, mit Auslassung einzig der Worte und Sazbruchstücke, die wegen ihrer rüpelhaften Form schwer druckbar sind. Es ist nämlich eine Eigentümlichkeit desselben Herrn Harden, der mit einzelnen heftigen und schroffen Worten aus meinen Briefen hausiert, sich selbst in seinen vertraulichen Briefen in der zügellofesten Weise gehen zu lassen. So gern ich also bereit bin, unter den von mir schon angegebenen Bedingungen seine an mich gerichteten Briefe auch wörtlich abzudrucken, so will ich die hier wiederzugebenden Briefe vorerst nur mit den formellen, den Sinn nicht berührenden Auslassungen abdrucken, die durch die gute Sitte geboten sind. Auf meine Postkarte vom 11. September 1892 antwortete Harden wie folgt: W. 9. Köthenerstraße 27. 18. September 92. 80 Verehrter und lieber Herr Doktor! Für Ihre freundliche Bemühung und für die gütigen Zeilen sage ich ehrlichen Dank, der durch eine fünftägige Reise verspätet ist. Bebel, Liebknecht, Cronheim, Schoenlant hatte ich zur Mitarbeit aufgefordert, keiner hat geantwortet die Höflichkeit rc= volutionärer Parteibonzen. Wohl aber haben Vollmar und Wille, die ich beide wiederholt angegriffen habe, sofort in liebenswürdigster Weise zugesagt. Sabor: Das läßt tief blicken. ist mir neu, daß man verpflichtet ist, Fremden die Herkunft der Fonds anzugeben, aus denen ein Unternehmen begründet wird; jedenfalls denke ich nicht daran, das zu thun. Sie verehre und liebe ich, und Ihnen sage ich deshalb: meine Brüder Witting, London 49 Canonstreet, geben mir auf LebensversicherungsSicherheit 20 000 Mark. Die erste Rate ist eben eingetroffen, und ich kann Ihnen die Provenienz jeden roten Hellers aftenmäßig mit Postquittung und Brief beweisen. Dadurch bin ich im stande, mit Stilfe Halbpart zu machen. Der Einfall, mich als Reptil zu betrachten, ist doch gar zu läppisch. Ich kann ohne die äußerste Unabhängigkeit überhaupt nicht leben, ich habe für diese Unabhängigkeit gehungert und werde das jederzeit gern wieder thun, wenn es sein muß. Dächte und vermöchte ich anders, dann säße ich heute im warmen Nest bei Mosse oder Lessing, die sich beide dringlichst um mich bewarben. Es giebt auch Soldschreiber des Proletariats; und kommt so ein Schoenlant, und will mich verdächtigen, der ich weiß Gott meine Existenz ganz einsam und ärmlich drangesetzt habe, dann fant mich das nur erheitern. Ich werde auch im nächsten Jahr äußerst eingeschränkt leben müssen, und ich kann sagen, wenn ich Erfolge habe, so danke ich sie nur mir. Bismard als Geldgeber ist entschieden eine neue gloriose Jdee. Aber diese Menschlein fönnen sich nicht vorstellen, daß man uneigennüßig und überzeugt handeln kann. Ich halte Bismarck für einen ganz wundervollen und großartigen sterblichen Menschen, den die Knotigkeit, Erbärmlichkeit und Kellnerhaftigkeit der deutschen Nation vielfach verdorben hat, dem wir aber, und besonders auch das Proletariat, unendlich viel verdanken. Ohne 64, 66, 70 gab es keine Möglichkeit der prole= tarischen Emanzipationsbewegung, der mein Herz gehört, wenn ich auch die Möglichkeit des Maryschen Allheilmittels schmerzlich verneinen muß. Das alles ist nicht auf vier Seiten zu erschöpfen. Aber ich werde fortfahren, gegen die meines Erachtens blizdumme Bismarck- Legende zu kämpfen. Wer die jetzigen Ver= hältnisse erhalten wünscht, konnte nur wie er handeln. Ohne ihn werden wir Krieg und neues Socialistengeset erhalten, ohne ihn ist unsre politische und wirtschaftliche Festigkeit schon jetzt ers schüttert. Daß ich nicht blind für ihn bin, habe ich bewiesen; daß ich nie auch nur einen Schatten von Abhängigkeit ertragen werde, weiß niemand besser als er. Wir sind aber drei Tage lang durch die Wälder von Varzin gestreift und haben uns gründlichst ausgesprochen. Bebel hätte mich nicht eingeladen, nachdem ich so rücksichtslos über ihn geschrieben, wie ich im zweiten Apostata über Bismard. Was ich will und wofür ich kämpfe, namentlich aber wogegen, das wissen Sie. Ich halte den Kampf gegen die Allmächtigen Richter, Rickert, Mosse, Ronacher oder wie sie sonst heißen, heute für wichtiger, als das Gezeter gegen den machtlosen Bismarck. Hoffentlich lerne ich noch recht viel and kann noch manchen Gesinnungswechsel" erleben. Wenn die Herren Socialistenführer, denen zum erstenmal in einem von bürgerlichen Klassen gelesenen Blatte absolute Freiheit geboten wird, darauf nur mit Verdächtigungen antworten: mir ist's recht. Vermutlich halten sie es für billiger, die schon Ueberzeugten täglich vor dieselbe Sterbe zu führen, als publizistisch zu werben und zu gewinnen. Habeant sibi. Daß es aber schändlich ist, mit Bismard jetzt freundschaftlich zu verkehren, sollten wenigstens die Freunde des nicht behaupten. Ich wünschte, ich hätte Sie und Bismard zu Mitarbeitern, dann brauchte ich kaum noch andre, denn drei Weltanschauungen wären durch drei stärkste Persönlichkeiten vertreten. Aber es scheint fast, als müßte ich aufhören, auf Ihre Hilfe zu rechnen; und das wäre mir so ungefähr das Bedauerlichste. Wenn Schoenlant es noch drei Monate so weiter treibt, wird kein Mensch von einigem Geschmack den Vorwärts" mehr anrühren können. Aber die Herren sind blind und taub; ich bin überzeugt, im tiefsten Herzen sind sie auch Ihnen alle neidisch. Liebknecht " " Herzlichen Gruß. Sie werden mich niemals auf moorigem Boden finden, niemals anderswo als bei ehrlicher, wenn auch vielleicht irrender Ueberzeugung. feiner Immer Ihr getreuer Verehrer Harden. Auf diesen Brief Hardens habe ich am 19. September, nach Angabe im„ Vorwärts" vom 6. Oktober 1903, geantwortet: Lieber Kollege! Sie sind wirklich, was Carlyle ein dünnhäutiges Individuun nennt. Ich habe doch wahrhaftig noch nie in meinem Leben den geringsten Zweifel an Ihrer Integrität geäußert und gehabt; ivozu also gegen mich diese empfindlichen Versicherungen? Was meine Mitarbeit an der Zukunft" betrifft, so war ich mir bisher nicht flar, ob Ihre Aufforderung von persönlicher Freundschaft und Höflichkeit oder von einem redaktionellen Bedürfnis diftiert war. Da Sie wochenlang nicht einmal eine arme halbe Das Bedenken, das ich gegen Ihnen ganz offen angegeben Stunde für mich übrig hatten, um eventuell über Thema, Ummeine Mitarbeit habe, habe ich fang usw. eines von mir zu liefernden Beitrags zu sprechen, so Abgesehen von diesem Bedenken neigte mich meine Vermutung zu dem ersten Teil jener Alternative, bin ich bereit und gern bereit". Dieser Mensch macht meine Briefe und Ihre freundlichen Zeilen von gestern haben mich vollends nicht nur sinnlos, indem er ihre einzelnen Säße auseinanderreißt darin bestärkt. Ich wünsche Ihnen herzlich den besten Erfolg, und sie bald hier, bald dorthin zerstreut, sondern zur größeren danke für Ihre freundliche Aufforderung und hoffe im übrigen, Sicherheit seines Lugs und Trugs fälscht er auch noch den Wortdaß Sie endlich einmal sich von meiner Freundschaft für Sie laut dieser Fezen. überzeugen und mir nicht mehr so empfindlich schreiben mögen. Geantwortet aber hat er am 20. September wie folgt: Auf diesen Brief antwortete Harden unter demselben Datum B., 20 September 92. ( im Vorwärts" beliebt es ihm, die Reihe umzudrehen und meinen vorstehenden Brief als Antivort auf seinen nachfolgenden anzugeben): Berlin W. 9, 27 Köthenerstraße, den 19. September 1892. Verehrter und Leber Herr Doktor! Ihr heutiger Brief hat mir so ziemlich die peinlichste Ueberraschung bereitet, die mir in dieser schweren Zeit begegnen konnte. Nicht mit einer Silbe bin ich geger Sie empfindlich geworden; ich habe Ihnen aufrichtig und herzlich gedankt, denn ich fand es sehr freundschaftlich, daß Sie mir. mitteilten. Und das habe ich gethan, obgleich ich ganz genau weiß, daß Sie vom ersten Tage unsrer Bekanntschaft an stets an mir gezweifelt haben; gegen das Zeugnis jedes Elcho mußte ich mich reinigen. Das fann ich verstehen. Wenn aber Bebel und Liebknecht höfliche Zuschriften unbeantwortet lassen, wenn sie von jedem sich vorschivaßen lassen, ich sei ein Bismarck- Reptil, so kann ich bedauern, daß so ehrenwerte Herren dermaßen sind, aber ich lehne es weit und scharf ab, vor dem süßen zu zeigen, ob ich auch reine Wäsche trage. Ihnen, an dem mir liegt, den ich liebe und bewundere, für den ich mit meinen besten Freunden mich auf Tod und Leben gezankt habe, Ihnen breite ich auch willig meine Leibwäsche aus; andren nicht. Ich bedauere cs schmerzlich, daß Sie mir heute bittere und höhnische Worte schrieben. Meine Schuld ist es nicht, denn ich bestreite, daß in meinem letzten Briefe auch nur ein Buchstabe gegen Sie gedeutet werden kann. Ich schreibe nur, was ich denke, und ich habe nur gut an Sie gedacht. Bismarck hat meines Erachtens weder die Großgrundbesißer noch die Großbourgeoisie hinter sich. Hammerstein, Stumm, National- Zeitung", alles hat sich längst von ihm losgesagt. Ich halte ihn auch nicht entfernt für den schlimmsten Förderer der Pregforruption, aber durchaus nicht, trob Offiziöfentum, ohne das nie eine Regierung der heutigen Gesellschaftsform auskommen kann. Ich suche ihn historisch zu begreifen, ich bewundere in ihm eine Kraft und eine Intelligenz, eine nie rastende, eine Arbeits- und Lernfähigkeit und tausend andre Dinge, die mir einfach wundervoll scheinen. Andre denken anders; sie mögen es sagen und mich überzeugen, der Raum steht offen. Durch das blödsinnige Geschimpfe des Vorwärts" wird nichts bewiesen, und wenn wir 93 oder 94 den großen Krieg haben, dann, hoffe ich, werden einige Redakteure gelyncht. Aber Sie finden, ich sei ein dummer, grüner Junge, der von politischen und socialen Fragen keine Ahnung hat. Ich finde dagegen, daß alle socialdemokratischen Schriftsteller keine Ahnung einer histori schen Auffassung haben, daß sie durch konstante, gleichförmige Scheuklappenpolitik uns allmählich zum Ueberdruß werden. Sie sind der einzige; und Sie hassen die andren, deshalb werden Sie vom Vorwärts" gelegentlich auch totgeschwiegen: Sie schrieben neulich, ich müsse in Nr. 1 sagen, quibus auxiliis. Ja, soll ich mich lächerlich machen und sagen: Ich habe nicht etwa, wie Ihr denkt, von Bismarck Geld bekommen? Ueber das Schweigen von Bebel und Liebknecht tröstet mich nicht der Beifall Vollmars und Willes, sondern das gute Gefühl, daß ich den Herren loyal entgegentrat und daß sie eine freundliche Einladung auf Grund dummen Geflätsches gröblich ignorierten. An die Superiorität solcher Leute glaube ich nicht. Und was das jahrzehntelange Hungern betrifft, so kann man auch aus Unfähigkeit hungern. Herr Schoenlant behauptet vielleicht auch, er habe aus Ueberzeugung gehungert. Was Sie über Ihre Mitarbeiterschaft sagen, hat mir doch weh gethan. Sie suchten und suchen noch Ausflüchte, statt offen Nein zu sagen. Nach der Art, wie ich Sie, als den Ersten, förmlich flehend gebeten habe, wie ich Ihre Frau noch zur Hilfe rief, wie ich sagte:„ ar keinem andren liegt mir so viel", können Sie da ernstlich sagen, Sie hätten gemeint, ich wollte Sie nur aus persönlicher Freundschaft und Höflichkeit auffordern? Ich kam nicht, um Ihnen nicht läftig zu fallen, Sie nicht zu bedrängen, und auch, weil es mir doch schmerzlich war, daß gerade Sie es als eine Schande zu betrachten scheinen, mit mir auf den Kampfplatz zu treten. Ich wiederhole: An keinem liegt mir so viel, von keinem hat mir die Ablehnung so weh gethan. Aber ich ehre Ihre Gründe und schweige. Ich werde Sie stets lieben und hochhalten. Meinem Unternehmen aber fönnen Sie nach Ihrer Anschauung ernstlich Erfolg nicht wünschen. Und darum sollten Sie es auch nicht höflichkeitshalber thun. Ein Mensch, der seit 2 Jahren mit politischen und socialen Aufsäßen Lärm verübt und dem noch die socialen und politischen Fragen vollkommen fremd" sind, ein solcher Mensch verdient feinen Erfolg, und Sie sind für konventionelle Lügen au gut und zu stark. In alter Ergebenheit Harden. Für mich ist jede Ueberzeugung respektabel, für Sie doch eigentlich nur die eigne da liegt der Gegensaz; Sie können nur durch meine völlige Unkenntnis meine Bewunderung für B. erklären. Ist auch Carlyle, Jhering, Häckel, Bülow, Schlözer, Heyse und wer weiß ich noch, völlig ungebildet? Hierauf habe ich nach der Angabe Hardens- fiehe„ Vorwärts" bom 6. Oftober folgendes geantwortet: Das Bedenken, das ich gegen meine Mitarbeit habe, habe ich Ihnen ganz offen angegeben: es war mein böser Ruf in der bürgerlichen Welt, an die sich die Zukunft" doch wendet... Abgesehen von diesem Bedenken bin ich bereit und gern bereit ( das Wort„ gern" ist von Mehring unterstrichen). Sie brachen aber, ebenso wie im Frühjahr, aus mir unbekannten Gründen, den persönlichen Verkehr ab. Sie erklärten, wegen der Vorbereitungen zur Zukunft" keine Minute Zeit für mich zu haben. Wenn Sie mich einmal besuchen wollen, so sind Sir mir allemal herzlich willkommen. Ich würde Sie sogar darum bitten, wenn ich nicht allzu trübe Erfahrungen mit solchen Bitten gemacht hätte. Dagegen möchte ich Ihnen, noch mehr mit Rücksicht auf Ihre als meine Zeit vorschlagen, die Korrespondenz über diese Dinge nicht fortzusehen. Brieflich kommen doch immer neue Mißverständnisse vor. Also: wenn Sie mögen, tommen Sie doch einmal heran. Meine Freundschaft für Sie ist unverändert dieselbe. " • " In alter Gefinnung Ihr Mehring. Zu diesem Briefe gehört offenbar, nämlich wie der Inhalt ergiebt, auch ein Bruchstück, das Harden schon am 4. März 1899 in der Zukunft" veröffentlicht hat. Es lautet: Weder an Ihrer Bildung, noch an Ihrem Charakter äußere ich den geringsten Zweifel, wenn ich sage, daß Ihnen politische und sociale Fragen vollkommen fern stehen. Ich stelle Ihre Bismard- Bewunderung auch keine sivegs auf dieselbe Stufe wie die Bismärckerei der Bülow und Genossen Sie sind jung, Ternbegierig, lernfähig und gerade durch die Redaktion der zu kunft" werden Sie vieles lernen. Deshalb darf ich und ich thue es von Herzen Ihnen das fröhlichste Gedeihen Ihres Unternehmens wünschen. Dies Recht giebt mir meine Freundschaft für Sie, aber ebenso freilich auch das Recht des Bedauerns darüber, daß Sie einen Umweg machen wollen, der Sie viel Zeit und Kraft tosten wird.... Meine Freundschaft für Sie ist unverändert dieselbe. In alter Gesinnung Ihr Mehring. Aber auch die ersten Säße des Bruchstücks, das Harden im Vorwärts" am 6. Oktober d. J. veröffentlicht, hat er schon in der Zukunft" vom 4. März 1899 mitgeteilt. Hier lauten sie:" Das Bedenken, das ich gegen meine Mitarbeit hatte, habe ich Ihnen ganz offen angegeben Abgesehen von diesem Bedenken war ich bereit und gern bereit". Im„ Vorwärts" citiert Harden aber: " 1 Somit entsprach es der reinsten Wahrheit, wenn ich gesagt habe, ich hätte von vornherein die Mitarbeit an der Zukunft" abgelehnt, weil ich Harden im Verdacht gehabt hätte, daß er sich an Bismarc verkauft habe oder verkaufen wolle. Um diese Wahrheit in eine Lüge umzulügen, reißt Harden und ihm nach seine Spießgesellen meine höflichen Ausflüchte, die er selbst sofort als solche erkannt hat, aus dem Zusammenhange und schreit sie als meine wirkliche Meinung aus. Es ist mein hartes Schicksal, es diesen wohlwollenden Gönnern niemals recht machen zu können. Wenn ich die Wahrheit sage, so schreien sie, daß ich lüge, und wenn ich einmal dem Verhängnis des Goetheschen Wortes verfalle: Jm Deutschen lügt man, wenn man höflich ist, so schwören sie auf diese Lüge wie aufs Evangelium." Aus dem übrigen Inhalt der Broschüre werden wir morgen das Wesentliche mitteilen. * Lieber Herr Doktor! Weder gegen Sie noch gegen Bebel und Liebknecht habe ich maßlose Vorwürfe geschleudert; Ihnen habe ich fast aufdringliche Liebeserklärungen gemacht und die beiden Herren halte ich für durchaus ehrenwert. Nur imponieren sie mir nicht; ein Parteiführer und radikalster Socialkritiker, der. ist eine bedauerliche Erscheinung in meinen Augen. Ueberhaupt habe ich für L. außer Hochachtung vor seinem Charakter nichts übrig; was In der Leipziger Volkszeitung" wird ein längerer ich von ihm las, cf. seine Emser Depesche, ist einfach. Auszug aus einem Artikel der„ Iskra", dem Organ der russischen Wie ich über Bebel denke, habe ich xmal gedruckt. Also auch socialdemokratischen Arbeiterpartei, gegeben. Dieser, die deutschen diesen Herren habe ich keine maßlosen Vorwürfe gemacht. Parteiverhältnisse vom russischen Standpunkt aus behandelnde ArMeine Achtung vor ihnen kann nicht dadurch erhöht werden, titel wendet sich gegen die„ kameradschaftlichen Formen in der daß sie. Polemik" und hält es für nötig, daß die Orthodoyen( so nennt sich Daß Wille im Fall Lindan gegen Sie war, höre ich zum der revolutionäre Flügel der russischen socialdemokratischen Partei) erstenmal. Ich weiß nur, daß er sich Frl. von Schabelsky gegen die Revisionisten bis aufs Messer bekämpfen müssen, wenn sie nicht über sehr freundlich zeigte und Brahm zum Tempel hinauswarf, ihre eigne Sache verraten wollten. um mich für die Volksbühne zu gewinnen. Soweit meine Wahrnehmungen reichen, hat er Positiveres in den letzten Jahren geleistet, als Liebknecht. Ich kenne ihn nicht, halte Ihre grausame Charakteristik aber für irrtümlich; er soll ein etwas unklarer, sehr wohlmeinender, schwärmender Anarchist sein, ein stiller und sehr angenehmer Mensch. So sagte auch Schönhoff mir stets. llebrigens halte ich es für einen reinen Zufall, daß Liebknecht, aus Freundschaft für Sie, da und dort für mich ein freundliches Wort sagen ließ. Wäre Schoenlant schon in heutiger Verfassung gewesen, dann wäre es nicht geschehen. Und der Vorwärts". den ich mit Schrecken täglich lese, hat ja die ganze Sache gerade so einzig zu Parteizwecken ausgebeutet, wie die Kreuz- Zeitung". die heute die Annahme eines Inserates für die Zukunft" verweigerte. So die Junker gegen das Bismarck- Reptil, und derselbe Hammerstein, dessen Tapferkeit" ich Esel rühmte. Ihre Mitarbeit habe ich, ich wiederhole es, erfleht. Sie verweigerten sie, wie mir schien und scheinen mußte. Daß mich das kränkte, darf Sie nicht wundern; ich hätte es nie für möglich gehalten, daß ich ohne Sie ins Treffen gehen müßte. Aber der Gedanke, etwa gar Bismarck als Kollegen zu haben, schreckte Sie ab. " Eine Vergnügungsreise habe ich nicht gemacht. Ich mußte nach Posen, und ich hielt es für nötig, der Einladung nach Varzin zu folgen, obwohl mir jede Minute kostbar sein mußte. Sie selbst aber hatten mir geschrieben:" Am Tage verliert man zu viel Arbeitszeit" und mir gesagt, ich könnte kaum noch fertig werden. Der sehr richtige und selbstverständliche Gedanke, daß die Meinungsfreiheit in einer Partei als freiwilliger Gemeinschaft Gleichgesinnter nicht zu vergleichen ist mit der Meinungsfreiheit in einem Staatswesen, wird in dem Artikel zu der nur aus Unkenntnis erklärlichen Hyperbel erweitert, daß es für die deutsche socialdemokratische Partei sehr nüglich gewesen wäre, wenn sie Bernstein gleich beim Erscheinen seiner„ Voraussetzungen"„ mit Verachtung aus ihren Reihen hinausgeworfen" hätte. Mit dem Hinauswerfen ist man in der deutschen Socialdemotratie doch nicht ganz so voreilig. " Im Stettiner Volksboten" wird die grundlose BeHauptung aufgestellt, daß in den letzten Tagen Bestrebungen in der Partei aufgetaucht wären, die dahin zielten, die Partei ins anarchistische Fahrwasser zu ziehen. Es sei an verschiedenen Orten die gewerkschaftliche und die genossenschaftliche Bethätigung als verwerflicher Revisionismus bezeichnet worden. Eine Gruppe von Hyperradikalen wolle die Gewerkschaften und Genossenschaften zertreten. Uns ist trotz aufmerksamstem Studium der Parteipresse von solchen Bestrebungen nichts bekannt geworden. Wohl sind im Verlaufe der Diskussion über den Parteitag hie und da auch Urteile über den Wert der Genossenschaftsbewegung ausgesprochen worden, die von einander abweichen, nirgends aber ist unsres Wissens die Absicht hervorgetreten, die Gewerkschaften oder die Genossenschaften zu zertreten, nirgends ist unsres Wissens ausgesprochen worden, daß diese Zweige der Arbeiterbewegung schädlich seien, und daß gar anarchistische Bestrebungen hervorgetreten wären, widerlegt der „ Volksbote" wohl am besten selber dadurch, daß er den HyperNicht die formelle Unhöflichkeit der Herren hat mich ge- radifalen" den Wahn" unterstellt, sie erachteten die„ politische Betränkt; ich habe an L. schon drei Dankbriefe geschrieben, ohne je thätigung in Staat und Gemeinde" für ausreichend. einer Antwort gewürdigt zu werden. Auch das finde ich im In der Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" Grunde tief unanständig, aber-! Jetzt bietet zum erstenmal in hat sich eine Polemik zwischen& Im und der Redaktion angesponnen, Deutschland ein nicht socialdemokratischer Schriftsteller jeder die sich um die Frage der Meinungsfreiheit dreht, ausgehend von Ueberzeugung Unterſtatt, und wie auf Kommando schweigen die den Thatsachen, daß Elm seine Meinung über den Parteitag in den sämtlichen Herren und leihen ihr Ohr albernen Verleumdungen. Monatsheften" sagte, daß dieser Artikel in der„ Schleswig- HolIch muß das Proletariat beklagen, wenn das seine Götter sind: steinischen Volkszeitung" zunächst nicht, dann aber das sind höchstens Bischöfe. Ueber Bismarck giebt es keine noch auf ausdrückliches Verlangen von Parteigenossen ab= Einigung. Ich liebe ihn. Auch Sie haben anständige und kluge gedruckt worden. Dazwischen hinein spielte dann die Frage Menschen mir als einen rücksichtslosen, verschlagenen Erfolgmann des Abdrucks der Hardenschen Artikel in der Schleswig- Holsteinischen geschildert, mit allerlei Scheinbeweisen. Ich wußte und weiß, Volkszeitung", welche Hardens Rechtfertigung gegen Bebel nicht daß es unwahr ist. Ich kenne auch Bismarck, ich habe ihn leben abgedruckt hatte, die Stellungnahme Bebels zu Harden und die Mitgesehen, und ich liebe ihn. Das macht mich gewiß nicht blind arbeit an der Zukunft". In diesem Zusammenhange sagt Elm in gegen seine grausigen Fehler.( Folgt ein längeres Citat aus einer neuren Erklärung: Renan, wonach einen großen Mann nicht nur seine Vorzüge, sondern auch seine Schwächen machen.) " " doch „ Aber weiter, wenn Bebel selbst erklärt, sein Urteil über Harden revidieren zu müssen, ja, wennt er ihn für würdig Daß ich Mary ungenügend kenne, ist leider wahr. Sie hält, vor einem Partei- Schiedsgericht als Zeuge aufzutreten, dürfen glauben, daß es mich schmerzt und daß ich es so bald wie kann dann das Urteil bezüglich der Mitarbeiterschaft ait möglich nachhole. Vom„ Allheilmittel" sprach ich nur in der Gile, der Zukunft" noch in demselben Umfang aufrecht erhalten ohne zu ahnen, daß Bismarck je so etwas gesagt hat.( Geistes- werden? Ist Ha fein Schurke, feiner, dessen Vergangenträge finde ich ihn nicht, er dürfte so etwa der gebildetſte Deutsche Heit gewisser Damen gleicht", ist dann das Urteil über die sein!) Aber ist es wirklich so falsch? Daß Besitz verdirbt und Parteigenossen, die einige Artikel für sein Blatt geschrieben Besikunterschied depraviert und Verbrechen schafft, wußte man haben, aufrecht zu erhalten, waren dann wirklich diese Genossen, von je; daß durch Aufhebung des Besizes und der Besikunter- wie Bebel erklärte, moralisch so tief gesunken", daß ihnen für ein schiede die menschliche Bestie gebessert werden wird, glaube ich solches Vorgehen ein kräftiges Pfui" gebühre? Mich dünkt, die nicht. Das ist eine Religion, wie andre auch. Ich selbst hätte, Darstellungen Hardens in seinem dritten Artikel sind geeignet, unser wenn ich mich in die Nieren prüfte, nie etwas erreicht, wenn Urteil bezüglich der Mitarbeiterschaft an der Zukunft" vollständig ich nicht gezwungen gewesen wäre, für eine Frau Brot zu schaffen. revidieren zu können. Das Urteil, welches ich in meinem Artikel Und Gleichheit! Gleichheit giebt es ja gar nicht, nie, nirgends. in den Socialistischen Monatsheften" über Hardens„ Zukunft" Mit diesen banalen Worten will ich nur andeuten, was ich unter dem Eindruck der Debatten des Dresdener Parteitages abBanales mit dem Allheilmittel meinte. Daß damit die Größe gegeben, ich stehe nicht an zu erklären, ich halte es heute, nachdem von Marr nicht entfernt erschüttert wird, weiß ich genau. Aber Goethe und Shakespeare haben auch gelebt und Faust ist mit Nietzsche und gegen Mary.( Nur der erivirbt sich Freiheit und das Leben, der täglich sie erobern muß.) Sage mir, wer dich am meisten haßt, und ich werde dir sagen, ob ich dich lieben kann. So heißt's bei mir. Einen Mann, der sein Leben lang Richter als erbittertsten Gegner hatte, den alle beschnittenen und unbeschnittenen Juden in den Pfuhl verdammen, den kann ich lieben. Die Socialdemokratie ist eine Macht für sich; sie will und ich habe gewiß nichts dagegen die Grundlagen stürzen; sie muß den Mann hassen bis aufs Messer, der ihrer Kriegführung mit brutaler Faust entgegentrat. Ich bitte Sie, an meiner herzlichen Verehrung für Sie nie zu zweifeln. Daß ich immer mit größter Freude zu Ihnen kam, brauchte ich doch eigentlich nicht zu sagen. Man muß einander ja schließlich doch glauben. Es giebt kaum einen Menschen, den ich lieber höre, von dem ich lieber lerne, als Sie. It's denn ein Verbrechen, wenn ich daneben auch für den... verabschiedeten Bismarck etwas übrig habe? Wäre er in der Macht, das sagte ich am Mittwoch, dann säße ich wahrscheinlich wegen Bismarck= Beleidigung. In herzlicher Treue grüßt Sie und Ihre verehrte Frau Ihr immer dankbarer Harden. todmüde " 31 ich alle von Harden angeführten Thatsachen geprüft habe, für falsch." In der Brandenburger Zeitung" äußert sich die Redaktion ihres Verbreitungsbezirkes gemachten Vorhaltungen. " In eigner Sache" zu den ihr in verschiedenen Versammlungen Sie erklärt, daß sie theoretisch durchaus auf marristischem Boden stehe, wenngleich sie nicht anerkennen könne, daß es unmöglich sei, den Maryismus in einigen Einzelheiten fortzubilden. Auf praktischem Gebiete, dem der Taktik, jei die Redaktion durchaus mit der in Dresden angenommenen Resolution einverstanden. Es heißt da in der Erklärung: „ Nicht deshalb haben wir die Gegenwartsaufgaben betont, weil uns das Endziel nichts und die Bewegung alles ist, sondern weil wir das Endziel und die Bewegung wollen, eine Bewegung, welche die Arbeiterschaft auf allen Gebieten, an denen sie mit ihren Wohl und Wehe beteiligt ist, vorwärts bringt dem Endziel zu, das unverrückbar bestehen bleibt, da wir nicht nur Demokraten, sondern auch Socialisten und Kommunisten sind und bleiben." Aus Induſtrie und Handel. Oberschlesisches Roheisen- Syndikat. Die Verhandlungen betreffs Verlängerung des Ende 1904 ablaufenden oberschlesischen RoheisenSyndikats sind, wie aus Oberschlesien gemeldet wird, bis nach der Entscheidung über die bekanntlich in der Schwebe befindlichen Verhandlungen wegen Bildung des großen deutschen Stahlwerkverbandes vertagt worden. Man hofft, daß diese Entscheidung so getroffent werden wird, daß die betreffs des Roheisen- Syndikats dann weiter zu führenden Verhandlungen Anfang nächsten Jahres wieder werden aufgenommen werden. Auf diesen Brief Hardens habe ich nicht mehr geantwortet, und damit hat unsre Verbindung bis auf einen Zwischenfall, den ich weiterhin erwähnen werde überhaupt aufgehört. Seine elenden Schimpfereien über Bebel und Liebknecht, nur weil sie seine Aufforderung zur Mitarbeit an der Zukunft" nicht beantwortet hatten, enthüllten mir in steigendem Maße seine haltlos- krankhafte Eitelkeit, wie mir seine blöden Bemerkungen über Mary, Goethe, Shakespeare, Nietzsche in steigendem Maß seine bodenlose Unwissenheit auf politischem und socialem Gebiete enthüllten, und der Schwaz über Bis- Stadt Schwerin in Mecklenburg die Ausführung der maschinellen Der Allgemeinen Elektricitätsgesellschaft ist vom Magistrat der marck nunmehr den Verdacht in mir erweckte, daß er sich an Bismard Anlagen eines Elettricitätswertes mit Generator- Gasbetrieb überverkauft habe oder verkaufen wolle. Aber ein Verdacht ist noch lange tragen worden. Die Stabelleitung, Montage usw. ist bei diesem Aufkein Beweis; Harden hatte diese Briefe in Tagen drängendster Arbeit geschrieben; er war mir seit zwei Jahren befreundet und bekundete trage nicht einbegriffen, sondern soll noch einmal öffentlich ausmir in brünstigster Weise seine Liebe und Verehrung. So habe ich geschrieben werden. gethan, was ich unter gleichen Umständen wiederum thun würde. Ich Erhöhung der Lederpreise. Der württembergische Gerberverein habe auf seinen ersten Brief die Mitarbeit an der Zukunft" ab- hat angesichts der andauernden Steigerung der Preise für Rohgelehnt, unter höflichen Ausflüchten, die er, wie seine Antwort zeigt, materialien eine Erhöhung der Lederpreise von 5 bis 10 M. für den als solche erkannte, und ich habe ihm, wie seine übertreibenden Be- Centner beschlossen. merkungen über meine„ bitteren und höhnischen Worte", über den grünen dummen Jungen" befunden, noch einmal den Kopf zurecht- Amerika. Die Acme Harvesting Company, eine der größten ameriZur wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten von zusehen gesucht. Ich habe auf seinen zweiten Brief wieder höfliche kanischen Fabriken landwirtschaftlicher Geräte, hat sich genötigt geAusflüchte gebraucht, um der Mitarbeit an der Zukunft" zu entfehen, ihre Geschäfte in die Hände eines Gläubigerausschusses zu Redaktionsarbeit doch noch auf den richtigen Weg stoßen werde, und legen und um stundung ihrer Verbindlichkeiten nachzusuchen. Die übrigens ihm vorgeschlagen, mit diesem zwecklosen Briefwechsel auf- Aktiven der Gesellschaft werden auf 4 Millionen Dollar gefchäßt. zuhören. Ich habe ihm dann auf seinen dritten Brief schweigend Der englische Eisenmarkt zeigt sich bereits im Gegensatz zum bestätigt, daß er den wirklichen Grund, weshalb ich nicht an der deutschen Inlandsmarkt vielfach von den amerikanischen Verhältnissen Zukunft" mitarbeiten wollte, richtig mit den Worten getroffen hatte: beeinflußt, wenn auch von einer eigentlichen Depression noch kaum der Gedanke, etwa gar Bismarck als Kollegen zu haben, schreckte gesprochen werden darf. Der Frankfurter Zeitung" wird darüber Eie ab. geschrieben: " " Die Berichte aus Amerika lauten, wie gesagt, außerordentlich Geschäftsbericht sowie Kaffenbericht konnten nicht gegeben werden, dorben hat.-F. W., R. Ja.- 8. W. K. C. Die Mutter hat mich deprimierend, Produktionseinschränkungen in großem Maße werden weil der erste Vorsitzende und Geschäftsführer Struve- Hamburg zu zahlen, weil hinlänglich für Alimente gesorgt ist. Der Vormund müßte bereits durchgeführt und dennoch ist zu befürchten, daß infolge des nach- es vorgezogen hatte, nicht zu erscheinen und durch Vorenthaltung fich eventuell an das Vormundschaftsgericht mit dem Antrag wenden, ihm laffenden heimischen Bedarfs die amerikanischen Produzenten wohl oder der Bücher 2c. die Kaffenprüfung noch schwieriger gestaltete. zu gestatten, eine höhere Summe monatlich zu verwenden. Im Interesse des Kindes liegt es aber, daß die Mutter, falls der ihr gebührende Einfluß übel gezwungen sein werden, große Massen ihrer Produkte auf den Welt- An Stelle dessen gab Gerig den Hamburger Situationsbericht, auf die Erziehung ihr eingeräumt wird, mit beitrage und von der Summe, markt zu werfen und dadurch noch weiteren Preisdruck hervorzu- der mit dem Ausschußbericht Meißners zur Diskussion gestellt die für das Kind eingezahlt ist, ihm für spätere Zeit möglichst viel beläßt. bringen. Wie verlautet, werden von den großen Eisenbahnsystemen wurde. Abonnent Ehrenfeld. 1. Ja. 2. Nein. 5. B. F. 31 und bereits früher erteilte Bestellungen annulliert oder in Aussicht In der Debatte, an der alle Delegierten rege teilnahmen, wurde andre. Es ist durchaus unmöglich, Fragen, die sich auf das Vorliegen von genommene Aufträge unterbleiben angesichts der wirtschaftlichen Struve einmütig verurteilt. Auf Anraten des Genossen Robert Erkenntnissen, Verträgen, Abmachungen, Testamenten usw. beziehen, ohne Reaktion, die min nicht mehr zu verkennen ist. Andrerseits werden Schmidt wurde jedoch von einer gerichtlichen Verfolgung seitens des Kenntnis des Wortlauts der in Frage stehenden Schriftstücke zu beantworten. bereits Vorbereitungen getroffen, um sowohl amerikanisches Roheisen Verbandstages Abstand genommen. Charlton. Sie müffen sich Abschrift des Erkenntnisses schleunigst senden als auch andre Fabrikate auf den europäischen Markt zu bringen. Als fünftiger Sitz des Verbandes wurde Berlin bestimmt. Zum Angriffe Sie gegen das Urteil richten, welche Beweismittel( Eid?) Sie anlassen und durch ein Gesuch an das Ober- Landesgericht darlegen, welche Heute wurde beispielsweise gemeldet, daß aus Alabama Eisen als Centralvorfißenden und Geschäftsführer wurde Strunk gewählt. führen wollen, und beantragen, Ihnen auch für das Ober- Landesgericht zwecks Ballast für Baumwollschiffe zu besondren Raten und zu einem Dem Vorsitzenden und Geschäftsführer steht eine ständige Kontroll- Einlegung und Verfolgung der Berufung das Armenrecht zu bewilligen. gegen Middlesborough vorteilhafteren Preis nach Europa verschifft kommission von vier Mitgliedern zur Seite. M. G. 79. Berlin W., Matthäifirchstr. 19: Versicherungsanstalt für werden soll. Der Ausschuß wurde nach Hamburg, das Schiedsgericht nach die Brovinz Brandenburg. J. Sch. 1. Das in der Ehe Erworbene Was den Noheisenverbrauch anlangt, so ist er in Schottland Dresden verlegt. gehört in der Regel dem Ehemann, falls nicht ein Ehevertrag vorliegt oder noch ziemlich stark im örtlichen Verkehr, das Geschäft in Middles- Am ziveiten Verhandlungstage wurden die Statuten einer ein- es sich um Vermögen handelt, das nachweislich von der Frau erworben ist. 2. Ja. 3. Das ist nicht unmöglich. 4. Etwa 100 Mart. borough, welches mehr auf den Export angewiesen ist, kann aber gehenden Beratung und Aenderung unterzogen. D. S. 88. Das faum noch als befriedigend angesehen werden. Noch unerfreulicher ist möglich für die Frage, ob jemand steuerpflichtig ist, ist nicht das Alter Der Beitrag wurde von monatlich 80 Pf. auf 1 M. festgesetzt, oder die Stellung, sondern der Umstand entscheidend, wie viel er verdient ist die Lage für Hämatit- Roheisen, wofür eine bedeutende Pro- 70 Pf. erhält die Centrale, 30 Pf. verbleiben den Filialen. Dem und von welcher Steuerstufe ab die betreffende Gemeinde Steuer erhebt. duktionseinschränkung eingeführt werden mußte; von den 8 Hoch- Geschäftsführer wurden jährlich 500 m. bewilligt. Beschlossen wurde Dr. Otto Zeist, Wien. Beide Parteien, die gewettet haben, haben öfen der Millom u. Askam Co. sind beispielsweise 6 ausgeblafen. Einführung einer Reise- Unterstützungskaffe. Reise- Unterstüßung tritt zu zahlen: in Deutschland wird man nur als Mensch, nicht als Buddhist, Auf dem Markte für fertige Ware find dieselben Erscheinungen mit dem 1. April 1904 in Kraft. Die Regelung der Beihilfe bei Christ oder Jude geboren. Wenn Sie bei ähnlichen Wettanfragen auf zu beobachten wie für Roheisen; die Beschäftigung läßt auf den Sterbefällen wurde eingehend beraten und ein Staffeltarif an- Antwort rechnen wollen, so weisen Sie mit der Anfrage nach, daß die WettWerken zu wünschen übrig und nur in einzelnen Abteilungen kann genommen. Als Siz des nächsten Kongresses wurde Dresden be- eine einheitliche Ihnen günstige Gerichtspraris existiert leider nicht. summe hinterlegt ist. Genosse Felsenfest. Legen Sie Beschwerde ein: bon einem regen Verkehr die Rede sein. Letzteres trifft in Bezug stimmt. 2706 W. Nein. F. L. Der Vater haftet seit dem 1. Januar 1900 auf schwere Schienen zu, die sowohl vom Inlande als auch von für den Schaden, den sein noch nicht 18 Jahre altes Kind durch Einwurf Südafrika und namentlich von Indien verlangt werden. In den von Fensterscheiben angerichtet hat, in vollem Umjange. Er hat also auch leichteren Schienen für Kohlenzechen und Straßenbahnen liegen nur den Wert der Lurusscheibe als Luxusscheibe zu ersetzen. Beuffel 74. unbedeutende Aufträge vor, der Kontinent ist darin ein scharfer 1-3 Mark werden vom Gericht als angemessen erachtet, zahlen Sie also. Konkurrent. G. 50. 1. Nein. 2. Ja: es folgt aber aus der Feststellung der Schuld des Ehemannes seine Alimentationspflicht. E. P. 20. Der Tod entbindet die Witwe nicht vom Wietsvertrag, berechtigt sie aber, falls sie nicht etwa auch als Selbstkontrahentin den Vertrag mit abgeschlossen hat, zum Ablauf des auf den Todestag folgenden Quartals zu fündigen. Ist der Tod z. B. am 10. Oftober eingetreten, so tann die Witwe danach bis am 3. Januar zum 31. März fündigen, auch wenn der Vertrag bis zum 1. Oktober reicht. E. R. 10. Welches die beste deutsche Bezeichnung für Reformkostüm ist? Reformkostüm. So richtig es fein mag, gegen den Gebrauch von Fremdwörtern sich zu wenden, die nicht Bürgerrecht erlangt haben oder die nicht etwas bezeichnen, für das ein genau entsprechender deutscher Ausdruck sich gebildet hat, so kleinlich und irrig ist die Deutschtümelei, die da glaubt, die Sprache lasse sich vom Schreibtisch aus schematisieren, schablonisieren, tommandieren, drangsalieren. Die nationalen Grenzen können weder die Sprache noch die Begriffe vergewaltigen. So wenig Sie für Religion, Natur, Lieutenant, Pflanze, Papier und hundert andre Worte fremdländischen Ursprungs neudeutsche treffende Bezeichnungen finden können, so per Schock 15,00 3,00 überflüssig ist die Spielerei, zu untersuchen, ob für einen bestimmten Begriff Mit begeisterndem Hoch auf die Bewegung wurde der Verbandstag geschlossen. " mittel 15,72 15,68 15,64 15,60 Marktpreise von Berlin am 22. Oftober 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Etc. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter * Roggen, gut + Gerfte, gut Auch die Lage des Schiffbaugewerbes ist keine befriedigende,* Weizen, gut D.- Str. 15,80| 15,76 wenngleich die billigen Eisen- und Stahlpreise trotz der Depression auf dem Frachtenmarkt verhältnismäßig viel zum Neubau von gering Tonnage verleiten, was der Industrie ja förderlich sein mag, der Schiffahrt aber Schaden zufügt; immerhin ist aber auch hier zu beobachten, daß man in letzter Zeit hinsichtlich des Baues neuer Dampfer zurückhaltender geworden ist. Ziemlich lebhaft besetzt sind Brückenbauanstalten in Schottland, während dort die Schmiedeeisenwerke wiederum ihren Preis um 5 Schilling auf 125 Schilling die Tonne herabgesetzt haben. Dem Nachgeben der Schiffs- und Keffelbleche sucht man durch eine Verständigung der Werke ein Ende zu bereiten. Die Nachrichten vom englischen Arbeitsmarkt zeigen, daß die Zahl der Arbeitslosen im Zunehmen begriffen ist. In den 226 Trade Unions, welche Berichte über den Stand der Beschäftigten an das Arbeitsamt einsandten, waren Ende September dieses Jahres von den Gesamtmitgliedern 5,8 Proz. arbeitslos gegen 5,5 Proz. am Ende des August. Im September vorigen Jahres belief sich dagegen die Zahl der Unbeschäftigten nur auf 5 Proz. Zweiter Verbandstag des Centralverbandes des Massage-, Bade- und Krankenpflege- Personals Deutschlands. " 17 " 13,05 13,03 mittel 13,01 12,99 " gering 12,92 12,95 " " 14,50 13,40 mittel 13,30 12,20 19 gering 17 12,10 11,00 15,80 14,80 mittel gering 14,70 13,80 " 13,70 12,80 4,32 3,82 Hechte Barsche tafer, gut Richtstroh Heu Speisebohnen Linsen * ab Bahn. Eier Starpfen Male Zander 7,00 5,00 Schleie " " 40,00 25,00 Bleie " 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 † frei Wagen und ab Bahn. " 17 " " 60 Stüd 1 kg B Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. 6,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 1,80 1,00 2,00 1,20 1,80 1,10 2,60 2,00 5,00 3,00 2,20 1,20 2,60 1,40 3,00 1,20 2,00 1,00 1,80 0,80 3,00 1,40 1,40 0,80 Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende bon 72 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. eine andre Bezeichnung möglich ist. Diese Spielerei finden Sie zu allen Zeiten, vornehmlich bei romantisch, sentimental und rückschrittlich fühlenden Personen, die sich gegen die Anmaßung der Sprache wenden, mit den wirtschaftlichen Verhältnissen mitzuschreiten und ihren eignen Entwicklungsgefeßen zu folgen. H. 22. 1. In der Regel in vier Jahren. 2. Ja. Es kommt bei der Verjährung von Schulden darauf an, worauf die Schulden beruhen( Vertrag, geschäftliche Schulden, Arbeitsvertrag, Darlehn usw.) und ob sie ausgeflagt find oder nicht. 2. y. 3. 1. Leider zu spät. 2. Ja. Witterungsübersicht vom 23. Oktober 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind. richtung Windstärke . 2. 100. Richten Sie einen Antrag auf Bewilligung der VeteranenBeihilfe( monatlich 12 Mart) an das Polizeipräsidium. Unterstützungs( Berlin, den 18. und 19. Oktober im Gewerkschaftshause.) bedürftige Kriegsteilnehmer haben ein Anrecht auf solche Unterſtügung. A. 100. Die Einrichtung können Sie, da sie, wie nach Ihrer Dar- Stationen Erschienen waren zehn Delegierte, und zwar aus Hamburg zei: ftellung anzunehmen ist, Ihnen rechtmäßig verpfändet war, als Unterpfand be Gr. und Gerit; zwei aus Dresden: Uhle und Heint; sechs halten. Indessen empfiehlt es sich, mit der Frau sich zu vergleichen, da doch aus Berlin: Strunt, Leuske, Schmidt II, Vogel, fie an der Verfügung über ihr Eigentum durch ihren Mann unschuldig ist Schicket und Plehn; vom Ausschuß: Meißner; von der und das Gericht auf Herausgabe an sie erkennen würde, wenn es z. B. für Swinemde. 751 Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands: Genosse erwiesen erachtet, daß dem Ehemann ein Verwaltungsrecht nicht zustand Hamburg Robert Schmidt. oder daß Sie wissen mußten, der Ehemann handele in Mißbrauch seines Berlin Nach Begrüßung der auswärtigen Delegierten wurden Uhle- Berwaltungsrechts, oder die zum Pfand übergebenen Sachen gehörten zu Frantj.a.M. 754 S Dresden und Leuske- Berlin zu Vorsitzenden, Vogel und den unpfändbaren und konnten darum nicht rechtsgültig verpfändet München merden. P. B. 1. Der Wirt ist zweifellos im Recht, Wien Schicket zu Schriftführern gewählt. An Stelle uhles trat am nachdem er erklärt hat, daß fortan pünktlich zu zahlen ist. 2. Ja. zweiten Tage wegen dessen bedingter Abreise Kollege Geriz F. B. Sie haben das Recht, den Keller zu öffnen und auf Zahlung Hamburg. von Schadensersatz gegen den Verwalter zu lagen, der das Schloß verDeutscher Metallarbeiter- Verband Socialdemokrat. Wahlverein Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 25. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Lokale von Thöns, Kant- und Goethestraße- Ecke: 748 752 S0 757 SW Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 3 bedeckt 7 Haparanda 754 NW Wetter 2wolfen! 64. Temp. n. C. 4 bedeckt 10 Petersburg 756 SSD 2wolfig 7 Cort 2Regen 9 Aberdeen 8 Paris 1bedeckt-1 755 NNW 6heiter 10 754 SW 3 bedeckt 9 5 4 bedeckt 758 SGD 2Regen Wetter Prognose für Sonnabend, den 24. Oktober 1903. Zunächst meist trübe und regnerisch, später aufklarend bei frischen westlichen Winden und sinkender Temperatur. Allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß unser lieber 26586 für den Bezirk Rummelsburg. Hermann Krause Sonntag, den 25. Oktober, nachmittags 1, Uhr, im Lokal der Witwe Weigel, Türrschmidt- und Goethestraßen- Ecke: Bezirksversammlung General- Versammlung. für Rummelsburg und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Buse. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, den 25. Oftober, vorm. 101 Uhr, im Gewerkschaftshause Engel Ufer 15( großer Saal): Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Fortsehung der Diskussion über die Thätigkeit der SchlichtungsKommission. 2. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Da in der letzten Bersammlung die Debatte über die Thätigkeit der Schlichtungskommission nicht zu Ende geführt werden konnte, Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes sowie der Revisoren. 3. Bericht des Vertrauensinannes und Neuwahl desselben. 4. Wahl der Delegierten zur Streisfonferenz. 5. Vereinsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 8/8 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird um vollzähliges und Der Vorstand. pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht. Verband der Möbelpolierer. Heute abend 8% Uhr in Weissensee, tönig- Chauffee 55: VersammlungTagesordnung: 1. Bericht des Bevollmächtigten und der Kontrollfommiffion. 2. Bericht des Delegierten vom Gewerkschaftskartell. 3. VerbandsAngelegenheit. 4. Verschiedenes. ist es erforderlich, daß alle Kollegen zu dieſer Bersammlung erscheinen, um Montag, den 26. Oktober, abends 81% ur, in Lichtenberg, an dem Bericht Kritik zu üben und der Kommission neues Material zu beschaffen. [ 123/12] Die Ortsverwaltung. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 25. Ofteber, vormittags 10 Uhr, bei Fris Wilte, Brunnenstr. 188( früher Nümann): General- Versammlung für das dritte Quartal 1903. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Staffenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Berichterstattung vom 6. Kongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften". 4. Neuwahlen. 5. Verschiedenes. In Anbetracht der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Verfrauensleute sind angewiesen, den Mitgliedern die Bücher auszuhändigen. 280/12 Mit kollegialem Gruß Die Ortsverwaltung. Friedrich Karlstraße 11: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Stramm:„ Der Revisionismus in der Socialdemokratie". 2. Diskussion. 3. Anträge und Wahl zum Delegiertentag. 4. Berschiedenes. Montag, den 26. Oktober, abends 8% Uhr, in Berlin, Admiralstraße 18c: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Friedeberg: Ueber welche Machtmittel verfügt das Proletariat zur Niederwerfung der KlassenHerrschaft?" 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheit. 4. Verschiedenes. sammlungen aufmerksam zu machen und jede Differenz sofort den BezirksDie Vertrauensmänner werden ersucht, die Kollegen auf obige Berleitern zu melden. Mittwoch, den 28. Oktober, Blumenstr. 38: Vorstandssitung. Die Differenz bei Hahn& Metzkow in Weissensee, König Chaussee 71, ist noch nicht beigelegt. 147/14 Der Vorstand. Nationale Krankenkasse Central- Kranken- u. Sterbekasse d. Tischler der Deutschen Gold- und Silberarbeiter und andrer gewerblicher Arbeiter. ( E. S.-K. Hamburg 3, Filiale A.) Montag, den 26. Oftober, abends 8%, Uhr, bei Wollschläger, Adalbertstraße 21: Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 181/8 und verwandten Berufsgenossen( E. H.) zu Schw.- Gmünd. Montag, den 26. Oktober, abends präcise 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Saal 1, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: am 20. d. M. fanft entschlafen ist. Wir rufen ihm am Grabe noch ein Ruhe fanft" zu. Die Kollegen der Firma J. Aberle& Co. J. A. P. Braun. Todes- Anzeige. Hiermit allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Bruder, der Böttcher Emil Höhlke am 23. Oftober 1903 nach schweren Leiden verstorben ist. 26666 Die Beerdigung findet am 26. Oftober 1903, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofs aus statt. Um stilles Beileid bittet Franz Höhlke, Gastwirt, Dranienstr. 109. Am Mittwoch, den 21. Oktober, verstarb nach längerer Krankheit der Schriftgießer Albert Schütz 42 Jahre alt, an der Nieren- Entzündung. Die Beerdigung sindet statt am Sonntag, den 25. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Jerusa Temer- Kirchhof, Rigdorf, Hermannstraße. 26405 3. A. Fritz Siewert. : Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters sage ich allen Freunden, Bekannten und Kollegen sowie den Mitarbeitern der Allgem. Elektricitäts- Gesellschaft( Abt. Hübner, Ackerstraße) und den Mitgliedern des Wahlvereins meinen herzlichsten Dant. Witwe Meyer nebst Kind, Stettinerstr. 48. 26595 Orts- Krankenkasse der Maler. Donnerstag, 29. Oktober 1903, abends 8 Uhr: Mitglieder Versammlung im Gewerkschaftshause, Engels Ufer Nr. 15. Tagesordnung: Erfazwahl von 45 Delegierten ( Arbeitnehmer). 2617b Der Vorstand. DAMENT die viel Geld sparen wollen, können thre Paletots, Jacketts, Kostüme und Röcke im Engrosgeschäft bon A. Schwarz, Wassmannstr. 1, Ecke Landsbergerstr., 1. Etage, beziehen. 3 lumen- und 19632 Kranzbinderei Richard Engelke, Relehenberger- Strasse 164, Ecke Mariannenstr. Für die große und herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner inniggeliebten Frau Lina Schön- Specialität: Vereinskränze. meinen herzlichsten Dank. berg, geb. Kopp, sage ich hierdurch 2650b Hermann Schönberg, Gipsstr. 9. Dr. Simmel, PrinzenStr. 41, Specialarzt für[ 28/10 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Bereins- Kränze, Balmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Central- Kranken- u. Sterbekasse d. Dachdecker Deutschlands„ Einigkeit"( er) 99 ( Filialey Sonntag, den 25. Oftober 1903, vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstraße 11: Versammlung. Tages Drdnung: D 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1903. 2. Wahl des Ortsvorstandes. 1. Die 10. ordentliche General- Versammlung zu Hanau a. M. und 1. Kassenbericht vom 3. Quartal 1903. 2. Verschiedene Kassen- deren Beschlüsse. 2. Verschiedenes. angelegenheiten. Um recht zahlreiches wie pünktliches Erscheinen wird gebeten. Indem die Kaffe vom 1. Oftober 1903 dem§ 75 des Krankenkassen- Wegen der Wichtigkeit dieser Verhandlungen wird um die weiteste VerGesezes nicht mehr genügt, so ist es Pflicht jedes Mitgliedes, fich einzufinden, breitung dieser Bekanntgebung ersucht. 3. Gedenken wir unsre Stasse in eine Zuschußtasse umzuwandeln oder soll sie damit sich Jrrtümer auftlären lassen. Der Vorstand. 291/11 in der bisherigen Beise bestehen bleiben? 4. Berschiedenes in StaffenDie Ortsverwaltung. J. A.: C. Holtkamp, Vorsitzender, Admiralstr. 18 E. angelegenheiten. [ 54/17] Der Vorstand. Berantwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 249. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Auf zur Flugblatt- Verbreitung! Parteigenossen und Genoffinnen! Die Bedeutung der Landtagswahlen soll der Bevölkerung von neuem in einem Flugblatt veranschaulicht werden, das am Sonntag in der Frühe verbreitet wird. Daß diese Arbeitsleistung im Parteidienst die Anspannung aller Kräfte erfordert, ist bekannt, und wir erwarten daher, daß auch diesmal mit der gewohnten Pünktlichkeit gearbeitet werde und jeder mann zeitig zur Stelle sei. Niemand darf fehlen! In Berlin selbst beginnt die Flugblatt- Verbreitung acht Uhr, während in den Vororten zum Teil ein früherer Termin angesezt ist. Die Flugblatt- Verbreiter finden sich an folgenden Stellen zusammen: Erster Wahlkreis. Hahn, Stralauerstr. 48. Weihnacht, Grünstraße 21. Glaue, Krausenstr. 18. Menzel, Dorotheenstr. 69. Wolff, Mauerstr. 50. Radtte, Flensburgerstr. 24. Zweiter Wahlkreis: D. Kumte, Bülowstr. 59. Böttcher, Steinmegstr. 29. Rickert, Steinmegstr. 35. Marsch, Alvenslebenstr. 15. Hähnelt, Blumenthalftr. 5. W. Bruns, Wilhelmstr. 146. F. Ohne forge, Markgrafenstr. 102. R. Augustin, Lindenstr. 69. F. Lehmann, Friedrichstr. 16. H. Störmer, Zimmerstr. 24. Wieprecht Schützenstr. 18/19. J. Sasse, Hornstraße 2. K. Werner, Hagelsbergerstraße 2. F. Rechtbach, Hagelsbergerstr. 23. F. Preuß Belle Alliancestr. 74a. Borgfeldt, Arndtstr. 35. J. Thomsen, Gneisenaustraße 30. E. Seidel, Mittenwalderstraße 16. Paul Scholz, Boffenerstraße 1, Ede Barutherstraße. Jul. Fischer, Boedhstraße 7.. Ewald, Schönleinstr. 6. Patschte, Gräfestr. 31. E. Lindemann, Moritstr. 9. Schulz, Wasserthorstr. 14. = Dritter Wahlkreis. Schnieber, Admiralstr. 21; Krüger, NaunynStraße 54; Flick, Simeonstr. 23; Zacharowsky, Brandenburgstr. 49; Stramm, Ritterstr. 123; Wendt, Alexandrinenstr. 39; Schneider, Sebastianstr. 7, Keller; Asmuß, Prinzenstr. 59; Lenz, Alte Jakobstraße 69; Achterberg, Adalbertstr. 62. Fünfter Wahlkreis. 1. Abteilung: Rausch, Winsstr. 12; 2. Abteilung: Hahn, Katharinenstraße, Ede Landwehrstraße; 3. Abteilung: Knötsch, Hirtenstr. 10; 4. Abteilung: Batt, Dragonerstr. 15; 5. Abteilung: Wirth, Auguststr. 51; 6. Abteilung: Wittchow, Kleine Hamburgerstr. 27, Ecke Elsasserstraße; 7. Abteilung: Schliz, LuisenStraße 26. Im vierten und sechsten Wahlkreis erhalten die Parteigenoffen das Material in den bekannten Bezirkslokalen. Brit: 7 Uhr bei Weniger, Werderstr. 27. Charlottenburg: 8 Uhr bei Baade, Neringstr. 25. Pasche, Botsdamerstr. 44. Müller, Rosinenſtr. 3. Gimpel, DsnabrüderDörre, Wallstr. 90. straße 4. Batsch, Seesenheimerstr. 11. Fischer, Pestalozzistr. 84. Röttger, Leibnizftr. 3. Stolzenburg, Lutherstr. 43. Friedenau: Treffpunkt 7 Uhr bei Grube, Kaiser- Allee und Stubenrauchstraße. Friedrichsfelde: 8 Uhr bei Loffe, Luisenstr. 20, und Satrowski, Karlshorst, Tresdow- Allee. Grünan: Treffpunkt 8 Uhr an der Grünen Ede. Köpenick: 7 Uhr bei Nochliz und Stippekohl. Nieder- Schöneweide: 72 Uhr bei Franz. Rigdorf: 7 Uhr an den bekannten Stellen. Schöneberg: 7 Uhr bei Ständer, Hohenstaufenstraße 79. Schilling, Kyffhäuserstraße 16. Krüger, Grunewaldstraße 110. Döring, Merseburgerstr. 7. Obst, Meiningerstr. 8. Horlemann, Kaiser Friedrichstr. 8. Reimer, Hohenfriedbergstr. 26. Hoffmann, Cherusterstr. 16. Ruthenberg, Frizz Reuterstr. 3. Moll, SponholzStraße 34. Sonnabend, 24. Oktober 1903. Gefängnis verurteilt worden sind, der im Hauptprozeß angetretene Soldaten, die an dem chinesischen Feldzuge teilgenommen haben. Es Wahrheitsbeweis dadurch unmöglich geworden, daß das Gericht die behaupteten Tatsachen für„ Urteile" erklärte und nur wegen formaler Beleidigung auf Grund des§ 185 des Strafgesetzbuches verurteilte. Um in seinem Falle die Vernehmung wenigstens der wichtigsten vorgeschlagenen Zeugen zu ermöglichen, griff Kunert zu dem in der Strafprozeßordnung vorgesehenen Auskunftsmittel, auf eigne Koften gegen Zahlung der vollen Reise-, Verpflegungs- und Verfäumnis kosten an die Zeugen 11 ehemalige Chinatrieger zu laden, die dann vor Gericht ihre chinesischen Erlebnisse schildern follen. Den Vorsiz in der jezigen Verhandlung führt LandgerichtsRechtsanwalts Dr. Heinemann Berlin und des Justizrats direktor Fromme; die Verteidigung ruht in den Händen des erzfeld Halle. Die Zeugen. = werden ja häufig die allerunwahrscheinlichsten Behauptungen aufgestellt, nur um Stimmung bei einer urteilslosen Zuhörerschaft zu machen. Der Angeflagte hat die Mitglieder der chinesischen Expedition in Grund und Boden verdammen wollen, fie als Menschen darstellen wollen, die nichts begangen hätten als Gesezwidrigkeiten. Da alle Soldaten als betroffen zu betrachten sind, so ist ein Wahrheitsbeweis unerheblich. Es kann höchstens bewiesen werden, daß der oder jener Mann in irgend einem Bataillon, irgend einem Regiment sich irgend ettvas hat zu Schulden kommen lassen, daß aber die unendliche Mehrzahl der Truppen sich brav gehalten hat. Deshalb ist der WahrheitsInteressen) tommt gar nicht in Frage. Bezüglich der Frage, ob der beweis als unerheblich abzulehnen.§193( Wahrung berechtigter Strafantrag des Kriegsministers formell berechtigt ist, führte der Staatsanwalt aus, nicht das Expeditionscorps als solches sei bes geladenen Beugen. Beim Zeugenaufruf erscheinen auch die elf von der Verteidigung leidigt, sondern die einzelnen Mitglieder desselben. Diese aber seien entnommen aus sämtlichen Truppenkontingenten, hauptsächlich aus dem preußischen und den Preußen unterstellten Kontingenten. Für diese Soldaten, die zum großen Teil wieder in die Armee zurückgekehrt feien, sei der Strafantrag des Kriegsministers durchaus rechtsgültig. Angesichts der Vorstrafen des Angeklagten und der Gröblichkeit der Beleidigung beantrage er wieder eine Gefängnisminister. ftrafe von drei Monaten und Publikationsbefugnis für den KriegsVorsitzender: Ich kenne diese Zeugen nicht. Das Gericht hat nur die drei Zeugen Reibert, Kahl( die beiden Polizeibeamten) und Büchöl( der Vorsitzende der Versammlung) geladen. Die andren Beugen existieren für mich vorläufig nicht.( Die Zeugen verlassen wieder den Saal.) und dem Gericht und der Staatsanwaltschaft davon Mitteilung Verteidiger Heinemann: Ich habe diese elf Beugen geladen gemacht. Borsigender: Was soll damit werden? Verteidiger: Jch beantrage Ihre Vernehmung. Borsigender: Verzichtet der Angeklagte auf die Vernehmung der übrigen Zeugen, die er noch namhaft gemacht hat? Kunert: Nein! Beugen jezt vernehmen. Wir haben doch hier Strafprozeß und nicht Vorsitzender: Dann geht das nicht, daß wir diese elf Civilprozeß. Ich habe unterm 16. Oftober verfügt: Der Antrag auf Aufhebung des Termins vom 23. Oftober wird abgelehnt. Die Bernehmung der Beugen bleibt einem späteren Termin vorbehalten. dem Termin erhalten, als die Zeugen längst geladen waren. Verteidiger: Ich habe diese Verfügung ein paar Tage vor vorschreibt. Wenn das Gericht überhaupt den Wahrheitsbeweis für Vorsigender: Ich habe genau so gehandelt, wie das Gesetz notwendig erachtet, so kann auf die Vernehmung der anwesenden andern Beugen verzichtet, denn sonst muß die Sache vertagt werden Zeugen nur dann eingegangen werden, wenn der Angeklagte auf die und die heutige Vernehmung wäre pro nihilo. Damit schließt dies kleine Vorspiel. Die Beleidigung". berübt." " Der Angeklagte erklärt hierauf, wie in der ersten Verhandlung, dem Sinne nach gesagt zu haben: Soldaten der Invasionsarmee, zu der auch unfre Soldaten gehört haben, haben in China Berstörungen, Plünderungen und Schändungen geschlechtlicher Art Vorsigender: Der Zwischensatz, der sich auf die deutschen Soldaten bezieht, sollte wohl nur rein geschichtlich feststellen, daß sie mit zu den Invasionstruppen gehört haben, ohne daß damit behauptet werden sollte, daß sie zu denen gehört haben, die Schändungen und Plünderungen vorgenommen haben? Kunert: Ich habe schon in der vorigen Verhandlung ausdrücklich erklärt, daß ich dabei auch an deutsche Soldaten in bestimmtem Umfang gedacht habe. ge= Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann legt dar, ein rechtsgültiger Strafantrag liege nicht vor. Die Aeußerung vom Verwüsten scheide als Beleidigung überhaupt aus, da der Krieg selbstverständlich Verwüstungen mit sich bringe. Bezüglich der Plünderung und der Schändung von Frauen habe Kunert mit feinem Worte gesagt, daß die Soldaten diese Thaten in Ausübung ihres Stellung des Antrages berechtigt gewesen. Auch falle eine Be Dienstes begangen hätten. Danach sei der Kriegsminister nicht zur leidigung, die sich gegen eine bereits aufgelöste törperschaft richte, nicht mehr unter die Antragsberechtigung des Vorgesetzten. Das Verfahren müsse deshalb eingestellt werden. Ueber den Wortlaut der inkriminierten Aeußerung, fuhr der Verteidiger fort, find sich nicht einmal die beiden überwachenden Polizeides Vorstandes in jener Wahlversammlung darüber zu befragen. beamten einig getvesen. Er beantragt, auch die übrigen Mitglieder Redner lehnt aber jede weitere Interpretation des Sages ab und wie sie die Anklagebehörde als gethan annimmt. erklärt sich bereit, den Wahrheitsbeweis zu führen für die Aeußerung, Die Zengen werden bekunden, daf unfre Soldaten in China ge= schändet, geplündert und geplündert und verwüstet haben. Die Auffaffung des Staatsanwalts, daß man die Wahrheit der Behauptung für Soldaten annimmt und einzelne zu einer Verurteilung kommt, ist rechtlich unmöglich. Die ordnungsdeshalb mäßig geladenen Zeugen müssen unter allen Umständen vernommen werden, mag das Gericht ihre Aussagen für erheblich halten oder nicht. Darüber läßt das Gesetz keine Wahl. Die Zeugen müssen zustellen, eventuell weitere Zeugen über den Wortlaut der gehört werden! Ich beantrage principaliter, das Verfahren einAeußerung des Angeklagten zu vernehmen und endlich, Zeugen zu vernehmen über die Wahrheit der Behauptung selbst. Itur Der Vorsitzende richtet hierauf an Rechtsanwalt Dr. HeineDer Worlige noe richtet hierauf an Rechtsanwalt Dr. Heinemann die Frage, ob die Verteidigung für den Fall, daß die heute bon ihr geladenen Zeugen das Beweisthema bestätigen, auf die Vernehmung der übrigen von ihr namhaft gemachten Zeugen verzichte. Borsigender: Sie haben daran gedacht, daß deutsche Soldaten dabei beteiligt sein könnten, aber Sie haben nicht erklärt, Dr. Heinemann verneint diese Frage, falls nicht das Gericht daß Sie diesen Gedanken in der Versammlung zum Ausdruck zu einer Freisprechung gelange. bracht haben. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld führt aus: Die Aeußerung ist Schmargendorf und Kolonie Grunewald: 72 Uhr im Wirtshaus Die Vernehmung der beiden Polizeibeamten, die nunmehr er: Dafür kommt auch in Betracht, daß er von 50 000 Soldaten ge in der von Kunert selbst behaupteten Form als richtig anzunehmen. Schmargendorf. folgt, ergiebt einen gewissen Widerspruch. Kommiffar Reibert 2. Bezirk: Wolf, Schildhornstraße. 3. Bezirk: Lees, Florastraße. Aeußerung notiert habe:" Unſre Soldaten haben dort das Land Wortlautes wird nicht mehr zu erreichen sein; selbst stenographierte Steglit. 7 Uhr: 1. Bezirk: Schelhase, Ahornstraße 15a. befundet nämlich, daß er sich sofort folgenden Wortlaut der sprochen hat, während das deutsche Expeditionscorps mur aus 20-25 000 Soldaten bestanden hat. Eine genaue Feststellung des 4. Bezirk: Krüger, Heesestraße. 5. Bezirk: Kramer, Markstein- verwüftet, geplündert und die Frauen geschändet." Polizeisergeant Reden müssen später ja häufig noch berichtigt werden. Aus welchen straße. 6. Bezirk: Kratofil, Potsdamerstraße 7. Kahl hat dagegen in folgenden Stichworten, die aus seinem Notiz- Motiven hat der Angeklagte feine Aeußerung gethan? Er ist seiner Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde. 8 Uhr: Tempelhof: buch verlesen werden, die Kunertsche Rede zusammengefaßt: Der politischen Stellung nach ein Gegner des Krieges und des MilitärMartin Müller, Berlinerstr. 41/42. Dreibrodt, Ringbahnstr. 12. Reichstags- Abgeordnete Kunert sprach über den Chinaschen Krieg. Mariendorf: H. Reichardt, Chausseestr. 16. Marienfelde: Diet- Er sagte, die Deutschen haben die Insel Kiautschou( 1) gepachtet und wesens und mochte von denselben Ideen geleitet seien, die auch mann, Großbeerenstraße. Hafenheide: Küßner, Hasenheide 89. wollten nun feine Bacht zahlen. Die Borer wollten die Deutschen Bertha von Suttner in ihrem Buche:„ Die Waffen nieder!" ausWilmersdorf: 7 Uhr: 1. und 2. Bezirk bei Natusch, Uhland- mit Recht herausjagen. Ketteler hat es versehen und infolgedessen ist gesprochen hat. Vielleicht wollte der Angeklagte sagen: Selbst die straße 71. 3., 4., 5. Bezirk bei Witte, Berlinerstr. 40. 6. Bezirk Ketteler ermordet worden.(!) Hierauf seien 50 000 Mann(?) hinüber deutschen Soldaten haben trotz ihrer Tüchtigkeit und Disciplin in bei Rudloff, Bruchsalstr. 18. 7. Bezirk bei Hilpert, Kurfürften- gefickt worden, die haben das Land verwüstet, geplündert und China geraubt, geplündert und geschändet, da seht ihr die verderb Die Frauen geschändet. Dafür sind sie dann von den Kruppschen weiteres straffrei ausgehen müssen. Er hat auch keineswegs fagen lichen Wirkungen des Krieges!" Danach würde der Angeklagte ohne Kanonen getötet worden." wollen, daß jeder einzelne Soldat es gethan habe, sondern:" So etwas Wahrheitsbeweis ebenso wie der Staatsanwalt für absolut fiberist leider Gottes auch bei uns vorgekommen." Ich halte den füffig, denn die Wahrheit dieser Thatsache würde ohne weiteres andaß die 20 000 nach China eingeschifften deutschen Soldaten lauter genommen werden müssen. Es ist von vornherein nicht anzunehmen, Engel gewesen sein sollten, im Striege wird immer wieder Naub und Plünderung vorkommen, dagegen hilft alle Disciplin nichts. Hinzu kommt noch das ansteckende Beispiel, das vielleicht die andern Heere, und thatsächlichen Erwägungen muß man schon heute zur Freizum Beispiel die englischen Soldaten gegeben haben. Aus rechtlichen sprechung des Angeklagten gelangen. damm 126. Treptow- Baumschulenweg: 8 Uhr: Kiefholzstr. 6, Neue KrugAlee Nr. 62 und Baumschulenstr. 84-85. Weißensee: 8 Uhr bei: Scorzewsky, König- Chauffe 19. Gark, König- Chauffee 55. Koburg, Lehderstr. 122. Schubert, Bur Flora", Gustav Adolfstr. 142. Ein Nachspiel zur China- Expedition. Dieser Zeuge bekundet folgenden Wortlaut:„ Unfre Soldaten haben weiter nichts gethan als das Land verwüftet, geplündert und die Frauen geschändet." Während Kommissar Reibert zuerst meint, die Aeußerung könne auch den Wortlaut gehabt haben, den der Zeuge Kahl bekundet, erklärt er schließlich, daß der Satz doch nur so gelautet habe, wie er ihn sofort nachgeschrieben habe, und daß ihm die schärfere von Kahl bekundete Fassung nicht entgangen wäre, wenn fie der Redner gewählt hätte. Beweisanträge. Halle, den 23. Oftober. Vor der Straffammer des hiesigen Landgerichts stand heute der Der Angeklagte bestreitet, so unglaublich sinnloses Zeug geReichstags- Abgeordnete Fritz Kunert unter der Anklage, das deutsche ostasiatische Expeditionscorps öffentlich beleidigt zu haben. fprochen zu haben. In einer am 16. Mai d. J. in Wörmliz bei Halle abgehaltenen Vorsigender: Diese Ausführungen find Sache des Wählerversammlung soll der Angeklagte nach den Bekundungen der Plaidoyers. Der Angeklagte bestreitet, daß er alle deutschen Soldaten beiden überwachenden Polizeibeamten bei der kritischen Betrachtung Während die beiden Polizeibeamten übereinstimmend erklären, habe beleidigen wollen; er habe nur eine unbestimmte Anzahl von des chinesischen Nachezuges u. a. gesagt haben: unsre Soldaten daß Kunert in diesem Zusammenhange nicht von der Invasions- Mitgliedern gemeint. Eine solche Unterstellung wie die des Staatshaben dort( in China) das Land verwüstet, geplündert und armee im allgemeinen, sondern ausdrücklich von den deutschen anwalts, daß alle Soldaten gemeint feien, sei ihm noch nicht vors Frauen geschändet". In In der ersten Verhandlung, die am Truppen gesprochen habe, erklärt der Zeuge Buch öl, der als gekommen. Es sei schlagend erwiesen, daß das Verfahren auf keiner 11. September d. J. in der Angelegenheit stattgefunden hat, hat Leiter der Versammlung unmittelbar neben dem Redner gefeffen gefeglichen Basis beruhe. Kriegsminister von Goßler, der den StrafKunert bestritten, die Aeußerung in dieser Form gethan zu haben; hat, daß dieser von den Invafionstruppen im allgemeinen gesprochen antrag gestellt habe, müsse aus den kriegsgerichtlichen Strafalten er habe vielmehr gesagt:" Soldaten der Invasionsarmee, zu der habe und daß er eine Aeußerung, wie sie die Polizeibeamten be- wissen, daß deutsche Soldaten in China geplündert, verwüstet, zerstört auch unsre Soldaten gehörten, haben in dem verwüsteten Lande ge- funden, nicht gehört habe. Die übrigen Vorstandsmitglieder hätten und chinesische Frauen und Mädchen geschändet haben. Wie kann ein plündert; auch find Frauen geschändet und andre Vergehen und Ver- die gleiche Wahrnehmung wie er gemacht. Antragsteller unter diesen Umständen einen Strafantrag mit dem brechen verübt worden." Ersuchen um Beschleunigung des Verfahrens stellen, wo ihm doch Des weiteren hatte Kunert zunächst geltend gemacht, daß der aus den Aften befannt sein muß, daß ich die Wahrheit gesagt habe? Nach der Vernehmung dieses Zeugen bemerkt der Vorsitzende: am 15. Juni 1903 vom Kriegsminister mit dem Ersuchen um Soweit war das vorige Mal verhandelt worden. Der StaatsVorsitzender: Ich ersuche den Angeklagten, nur über das äußerste Beschleunigung des Verfahrens gestellte Strafantrag nicht anwalt hatte den Strafantrag gestellt. Da erklärte der Un- zu reden, was Gegenstand der Verhandlung und der Beweisaufnahme zu Recht bestehe, da das Expeditionscorps damals bereits aufgeklagte: Wenn das Gericht annehmen sollte, daß ich eine ist. Ich ersuche Sie, zur Sache zu reden! Sie haben Vermutungen gelöst war, mithin auch fein militärischer Vorgesezter das Aeußerung gethan habe, die geeignet ist, deutsche Soldaten zu ausgesprochen, die uns ganz gleichgültig sein können. Ich kann das Recht mehr befize, Strafantrag für eine nicht vorhandene Korporation beleidigen, dann sehe ich mich genötigt, den Beweis der Wahrheit nicht nachprüfen. und für ehemalige Mitglieder derselben zu stellen. Das Gericht anzutreten. Bei diesen Worten wollte mir der Angeklagte ein großes dem Beweisantrag, diese Strafatten einzufordern. Angeklagter: Ich werde auf diesen Bunkt zurückfommen bei war auf eine Prüfung dieses Antrages nicht weiter eingegangen, Attentonvolut überreichen. Ich habe darauf gefagt: Das geht nicht. fondern hatte die Verhandlung nach der materiellen Seite fortgeführt Wenn das Gericht dazu kommen sollte, den§ 186 in Betracht zu anzugeben, sonst bin ich nicht in der Lage, dem nachzugeben. Wenn Vorsitzender: Ich muß bitten, mir specifizierte Aftenstücke durch Vernehmung der beiden Polizeibeamten und des Vorsitzenden ziehen, dann haben Sie den Beweis der Wahrheit selbst zu führen. Sie Aften vorgelegt wissen wollen, so bitte ich, mir die Aften zu der damaligen Wählersammlung. Unter diesen Umständen war Ich gebe Ihnen drei Wochen Frist, Ihre Zeugen zu nennen. Kumert, gegen den der Staatsanwalt drei Monate Gefängnis beantragt Innerhalb diefer drei Wochen hat der Angeklagte 39 Zeugen namhatte, genötigt gewesen, einen umfassenden Wahrheitsbeweis für die haft gemacht, die in aller Welt zerstreut leben und unmöglich alle angeblich von ihm aufgestellte Behauptung aufzustellen. Er beantragte zu laden sind und deren kommissarische Vernehmung sehr weitläufig die Ladung deutscher und ausländischer Kriegsberichterstatter, ist. Bevor aber hierüber die Entscheidung fällt, muß ich durch die Einholung von Gutachten von China- Sachverständigen, Ein einzelne tonkrete Fragen die Persönlichkeit derjenigen Zeugen er forderung der Strafatten des Expeditionscorps, die Vorlegung von mitteln, die der Angeklagte bisher nicht genau bezeichnet hat. Briefen, die von Mitgliedern des ehemaligen oftafiatischen Expeditionscorps herrühren, und die Vorladung der namhaft zu machenden der Angeklagte den Namen des chinesischen Kriegskorrespondenten Diese Feststellung wird vorgenommen. Dabei ergiebt sich, daß Briefschreiber als Zeugen. Diefen Beweisantrag hatte die Ferien- der Frankfurter Zeitung" bisher nicht ermitteln konnte. ftraffammer für wesentlich gehalten und die Sache zur genauen Seitens des Vorsitzenden werden der Verteidigung zur VervollFormulierung der Betveisanträge vertagt. städigung der Zeugenliste, im Falle daß das Gericht den WahrheitsDer weitere Verlauf der Angelegenheit, soweit er der heutigen beweis beschließen sollte, zwei weitere Wochen Frist gegeben. Nach öffentlichen Verhandlung vorausgeht, ist nicht ohne Interesse. träglich wird von der Verteidigung noch als Zeuge benannt Schrift Zunächst ist das Gericht auf den Antrag, die kriegsgerichtlichen steller Frederick Cormid in Pefing, Amerikanische Gesandtschaft. Atten einzufordern, nicht eingegangen; dann wurde auch der Antrag auf Ladung von 39 Zeugen, den Kunert gestellt hatte, mit der Begründung abgelehnt: der Umfang der Beweisaufnahme werde in der mündlichen Berhandlung festgestellt werden. Bekanntlich ist bei en drei China- Prozeffen gegen den Vorwärts", bei denen die Reitteure John, Robert Schmidt und Schröder zu 7, 6 und 4 Monaten " Die Plaidoyers. benennen. die Wahrheit der mir zugeschriebenen Behauptung beweisen. Angeklagter: Das mir vorliegende Material wird sicher babe hier eine größere Anzahl von Briefen, die China- Strieger ge Ich Ausführungen deutscher und ausländischer Schriftsteller, wie der schrieben haben. Ich habe meine Aeußerung gethan, fußend auf laden u. a. die Kriegs- Berichterstatter Dr. Wegener und Zabel, beide Kriegsberichte der" Frankfurter Zeitung", der„ Kölnischen Zeitung", der Kölnischen Bolts- Zeitung" usw. Ich habe als Zeugen gemit genauer Adresse. Vorsigender: Mit Rücksicht auf die Differenz, die zwischen dem Staatsanwalt und dem Angeklagten über den Sinn von unfre Soldaten" besteht, frage ich den Verteidiger, ob er durch die benannten 40 Zengen nachweisen will, daß diese Thaten in einem größeren Umfange stattgehabt haben sollen. Dr. Heinemann: Ja, in einem sehr großen Umfange. Der Staatsanwalt führt aus, nach Ansicht der Anklage- Vorsitzender: Daß unter 20 000 Soldaten einzelne find, behörde habe der Angeklagte den Satz in der Form ausgesprochen: die so gehandelt haben können, würde für den Entlastungsbeweis Unfre Soldaten haben das Land dort berwüstet, geplündert und die nur dann wesentlich sein, wenn man unter„ unsere Soldaten" mur Frauen geschändet." Diese Beleidigung beziehe sich auf alle deutschen„ einzelne Soldaten" versteht. Ver= " Blattes das Kunert: Wir halten den Antrag aufrecht, die Strafatten gegen| entlohnt. Und selbst dieser eine ließ noch die Hand sinken, als| Polizei eine ganze Weile so weiter; ein wunderbar feuriges Not die Soldaten einzufordern. Nach Mitteilungen von Soldaten in die die Auszählung vorgenommen werden sollte, und wurde erst durch leuchtete aus den Spalten jenes Blattes hervor, das den Titel Heimat müssen zahlreiche Bestrafungen in China stattgefunden zurufe unsrer Genossen veranlaßt, sie aufs Neue zu erheben. Berliner Zeitung" führte. Wie kant es, daß Tessendorf und haben. Kapitän Langreuther vom Norddeutschen Lloyd" hat auf Herr Michelet, der Vorsteher Stellvertreter, ist ein sehr seinem Socialistengesetz zum Trotz dies Blatt ungehindert er= seinem eignen Schiff einer kriegsgerichtlichen Sizung beigewohnt, in forretter Herr. Manchmal treibt er seine Sucht, korrekt" zu sein, scheinen durfte? Gemach! Die Reichstagswahl von 1881 der gegen einen Frauenschänder, einen deutschen Soldaten, verhandelt näher und näher, und einige Tage bor dem wurde. Auch die Aeußerung des Kriegsministers Goßler im Reichs- so weit, daß er ins Gegenteil umschlägt und sich blamable In- fam tag vom 19. Februar 1900 deutet auf die Existenz solcher Straf- forrektheiten zu Schulden kommen läßt. Diesmal aber danken wir Wahltermin prangte auf der Titelseite des aften hin, ebenso die Aeußerung des Generals v. Lefsel in einem ihm für seine Genauigkeitssucht. Der Eigensinn, mit dem er das Porträt Eugen Richters, des damaligen Kandidaten für den süddeutschen Prozeß, wonach schwere Prozesse gegen Offiziere und Handaufheben forderte, hat zu einer Festnagelung freisinniger Ar- sechsten Berliner Wahlkreis. Also auch dieser mit gutem Vorbedacht Gemeine geschwebt haben. Wegen Plünderung in China ist ein Kranten- beiterfreundlichkeit" geführtgegen seinen Willen, aber ganz nach feurig rot gefärbte Wahlaufruf" konnte unter dem Socialistengeset träger zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Bäder Vorschrift. unbeanstandet durch die Lande flattern. Aber warum ein so feuriges Alwin Wode erhielt 5 Jahre Gefängnis wegen Plünderung, Rot in einem Fortschrittsblatt? Nun es galt die Erbschaft der„ Berliner ein Soldat des Expeditionscorps Wilhelm Grünberg 12 Jahre 207 Kilometer in der Stunde. Der elektrische Siemens- Wagen Freien Presse" zu ramschen. Wenn der Plan nicht geglückt ist, die 6 Monate Zuchthaus wegen Totschlags und Körperverletzung. Joseph hat am Freitag seine letzte Glanzleistung( 201 Kilometer) noch überSierpinsti wurde wegen Diebstahls in Feindesland mit 2 Jahren troffen: er fuhr stellenweise mit der schier unglaublichen GeBerliner Zeitung" trägt keine Schuld daran! 3 Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des schwindigkeit von 207 kilometer per Stunde! Die Der Magistrat hat sich gestern eingehend mit dem Erlaß eines Soldatenstandes bestraft. Hermann Schierling aus Elbing ist wegen Herren Arnold und Wilhelm v. Siemens, sowie die Geheimräte Ortsstatuts über die Errichtung einer Pflicht- FortbildungsZerstörung es handelt sich hier auch um Tötung eines Chinesen Lachner, Zimmermann und v. Borries, Regierungs- schule für die Stadt Berlin beschäftigt. Stadtschulrat Dr. Gerstenmit 3 Jahren bestraft worden. Die Zeugen, die ich mitgebracht baumeister Benninghoff von der Studien- Gesellschaft u. a. berg hielt einen längeren Vortrag und wurde daran anschließend das habe und die vor der Thür stehen, werden das, was ich machten die Fahrten mit. Der Schnellmotor legte die Strecke bis Für und Wider ausführlich ertvogen und schließlich eine gesagt habe, in Dußenden von Fällen bestätigen können.& von neun Mitgliedern des Kollegiums mit liegt doch nichts im Wege, das kriegsgerichtliche Aftenmaterial offen zweimal zurück, das eine Mal steuerte ihn Oberingenieur Kommission Dr. Reichel, das andre Mal Ingenieur Ehnhardt. Auf der weiteren Vorberatung dieser Angelegenheit, die Magistrat einzufordern, soweit es sich auf Verwüstung, Plünderung und der Station D'a hI wig hatte sich wieder ein zahlreiches Publikum und Stadtverordnete schon mehrfach im Frühjahr beschäftigt Schändung bezieht. In jedem Bataillons- Appell, in jedem Com- eingefunden, darunter auch, unter Führung eines Ingenieurs der hat, betraut. Außerdem beschäftigte sich der Magistrat gestern mit pagnie- Appell wurden den Leuten Bestrafungen, die erfolgt waren, Firma Siemens u. Halste, die beiden belgischen Eisenbahn- dem Verkauf mehrerer städtischer Grundstücke. Zugestimmt wurde als abschreckendes Beispiel mitgeteilt. Es ist von mir bereits techniker, welche im Auftrage ihrer Regierung die elektrische Zug- dem Verkauf einer Baustelle an der Hoffmannstraße in Treptow an genannt worden der Kommandant des Expeditionscorps, Herr förderung in Berlin studieren sollen. Dahlwitz hat zwar kleine Warte- den Professor Dr. Blumenthal, einer Baustelle in der Ottostraße in v. Lessel. Außer diesen beantrage ich auch Kriegsminister v. Goßler zimmer, aber keine Erfrischungsstation; in Erwartung des Schnell- Moabit an den Maurermeister Koch und einer Baustelle an der als Zeugen zu laden. Ueber Zerstörung, Plünderung und Schändung bahnwagens aber hält das Publikum trotzdem stundenlang auf dem Stralauer Allee, Ecke Warschauer Plazz( ehemalige städtische Wassersteht mir ein reiches Material zur Verfügung. Auch ausländische zugigen Bahnsteig aus. Man kann von hier aus nach Zoffen zu werke). Zeugen können erweisen, daß Hunderte und Tausende von Mädchen etwas über zwei Kilometer, nach Berlin zu über 42 Kilometer, zuund Frauen in China geschändet, vergewaltigt worden sind und daß sammen also rund eine Meile der ziemlich geraden Bahnstrecke Ein unerwartetes Jubiläumsgeschenk ist einem Herrn B., dem daran unsre deutschen Soldaten bis zu einer gewissen Grenze übersehen. Diese ganze Strecke legte der Siemens- Wagen in nicht Angestellten einer hiesigen Kirchengemeinde, zu teil geworden, nachdem participieren. ganz 14 Minuten zurück, so daß der Leser sich das Schauspiel er feinen Arbeitgebern ein Vierteljahrhundert hindurch gedient hat. Der Wahrheitsbeweis wird geführt! ungefähr ausmalen kann, das sich hier dem Beobachter bei Vorüber- Es handelt sich um einen der sechs Leichenträger, die die Hierauf zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Nach fahrt des Schnellmotors bietet. Freilich muß man in den 13/4 Mi- Petrikirche auf ihren Begräbnisplähen beschäftigt. Der Mann längerer Zeit verkündet der Vorsitzende folgenden Beschluß: nuten scharf aufpassen. Wenn das Hornsignal des Militärpostens er war im Oftober 1878 als Leichenträger für diese Kirchengemeinde Innerhalb 14 Tagen sind nach den heute beregten Antönt, dauerts nur noch Augenblicke und der Blizmotor ist am Hori- fest angestellt worden und konnte also jetzt sein fünfundzwanzigBeweisanträge gaben die vervollständigen zu bei zont als Pünktchen sichtbar; dann aber nimmt er an Umfang und jähriges Dienstjubiläum begehen. Da er in den 25 Jahren keine Deutlichkeit zusehends" zu: man bemerkt das elektrische Feuerwerk großen Reichtümer hatte zusammentragen können, so richtete er in meidung späterer Nichtberücksichtigung. Weiter foll vom der Oberleitung, man hört ein brausendes Fahrgeräusch und im Nu September an den Gemeinde- Kirchenrat ein Gesuch, in dem er auf Kriegsministerium eine amtliche Auskunft erbeten werden saust er an uns vorüber, wie die Sturmbraut, im Nu ist sein bevorstehendes Jubiläum hinwies und um Gewährung einer darüber, welchen Umfang die Stellung des Kriegsministers er wieder im Verschwinden begriffen. Das leberwältigende für den Gratifitation bat, wie sie anderwärts, 3. B. in der Luisenstadtzum ostasiatischen Corps hatte, namentlich ob sie sich nur bezog auf nahestehenden Beobachter liegt in der wahrhaft unheimlichen Ver- Kirchengemeinde, bei einer solchen Gelegenheit bewilligt worden sei. die preußischen Mitglieder desselben oder auf alle. Auch über die größerung des Kolosses bei dessen Annäherung; der Beschauer wird Als Antwort erhielt B. die Kündigung seiner Stelle zum 1. Januar Größe des Invasionscorps soll das Kriegsministerium um amtliche an die Zeiten erinnert, da er vor dem plößlichen Annähern und 1904. In dem ihm zugegangenen Schreiben wurde die Kündigung Auskunft ersucht werden. Es soll ferner ersucht Wachsen der Zauberbilder" zurückschreckte. Es gehört schon ein begründet mit neuerdings wieder vorgekommenen Unregelmäßigkeiten ersucht werden, alle Akten einzureichen, in denen geübtes Auge dazu, um Personen an den Wagenfenstern sehen zu und Unfolgsamkeit im Dicast". Zugleich wurde dem unfolgsamen" gegen Mitglieder des ost- können an ein Erkennen derselben ist natürlich gar nicht zu Leichenträger nahegelegt, seine Stellung schon jetzt zu verlassen. asiatischen Corps wegen Raub, Plünderung oder Schändung Verfahren denken. Ein unheimliches Gefühl beschleicht den Beobachter im Wenn er dazu bereit sei, so wolle man ihm eine Entschädigung von geschwebt haben. Außerdem sollen die weiteren Vorstandsmitglieder Moment des Vorbeifahrens, eine respektvolle Stille greift Play, alles 100 M.( Durchschnittsverdienst für ein Vierteljahr) zahlen; wenn der betr. Wählerversammlung als Zeugen vernommen und ebenfalls steht wie g gebannt, überwältigt von der unheimlichen Macht der er aber bis zum 1. Januar 1904 im Dienst bleibe, dann habe er zu sämtliche bereits vom Angeklagten benannten Zeugen vor Gericht elektrischen Elemente". Der„ wilden, verwegenen Jagd" wird gewärtigen, daß er bei der geringsten Unregelmäßigkeit sofort entDer jest zweiundsechszigjährige Mann hat in den geladen werden. Die ausländischen Zeugen sollen vor dem neuen nunmehr aber eine längere Ruhepause folgen, welche Ver- lassen werde. Verhandlungstermin kommissarisch vernommen werden. Damit fuchsfahrten zu rein wissenschaftlichen Zweden gewidmet 25 Jahren seine Brotherren, die Kirchengemeinde und ihre Organe, sein soll; denn nur so können die bedeutungsvollen Errungenschaften zur Genüge kennen gelernt. Er wußte, wessen er sich von ihnen zu schließt die Verhandlung. der elektrischen Zugförderungs- Versuche für die Praris verwertet versehen hatte, und zog es daher vor, die 100 M. anzunehmen und werden. die Stellung sofort aufzugeben. Er leugnet nicht, daß er sich in seinem Dienst wiederholt hat Unregelmäßigkeiten" zu schulden kommen Der Berliner Ratskeller ist völlig umgebaut worden und soll lassen. Es handelt sich dabei aber um Versehen, wie sie vielfach mit heute dem öffentlichen Verkehr wieder übergeben werden. Es sah unterlaufen, um. Verspätungen usiv., sowie um Reibereien mit dem in den alten Räumen, wo nach überstandener Sizung auch unsre ersten Leichenträger, der eine Art Aufsichtsrecht über die andren hat. parteigenössischen Stadtverordneten nicht selten zu finden waren, Gewöhnlich wird von solchen Zwischenfällen kein großes Aufheben allerdings ein bißchen verräuchert aus, und so mag mit der Reno- gemacht, auch dann nicht, wenn diese Versehen sich wiederholen. Doch vierung in diesem Falle gewiß dem ortsüblichen„ tiefgefühlten Be- der Vorschrift gemäß reichen solche summierten Kleinigkeiten allerdürfnis" entsprochen worden sein. In seinem neuen Kleide hat sich dings aus, einen Leichenträger aus seiner Stellung zu bringen. Der der Ratskeller sehr zu seinem Vorteil verändert. Der Umbau Gemeinde- Kirchenrat wird sich darauf berufen, daß dem Leichenhat vor allem zwei neue Haupteingänge von der König träger B. nur sein Recht wurde, als man ihn entließ. Und auch das straße geschaffen, welche über Freitreppen hinweg uns durch ge verstieß gegen keine Vorschrift, daß dieser Entschluß just in dem räumige Windfänge in die Restaurationsräume führen. Hierbei sind Augenblick reifte, wo der Mann vor seinem fünfundzwanzigjährigen besondere Vorkehrungen für die Abführung des Tagewassers an den Dienstjubiläum stand und um eine Gratifikation bat. Aber es läßt Freitreppen getroffen worden. Die Trennung der Bierabteilung für sich nicht leugnen, daß das Vorkommnis doch etwas ungewöhnlich ist Die Südseite ist echte und hiesige Biere ist in Fortfall gekommen. nunmehr durchweg dem Bacchus, die Nordseite dem Gambrinus geweiht. und durch die Wahl des Zeitpunktes der Kündigung einiges Aufschen Die Rotunde zwischen beiden Abteilungen kann je nach Bedarf der erregen muß. Haben die Herren Kirchenältesten und Geistlichen der einen wie der andern Restaurationshälfte zugeschlagen werden. Petrigemeinde dafür kein Empfinden gehabt? entsprechend dem Wachsen des Brückenbauten in Berlin. Die städtische Baudeputation II beRestaurationsbetriebes vergrößert worden. Für Ferngespräche ist absichtigt, folgende Berliner Brücken in den nächsten Jahren umzuein eigner Raum installiert worden; ebenso ein solcher für eine bauen: die Grünstraßen- Brücke( Koſten: 380 000 M.), die Inselfleine Auskunftei, in welcher die auswärtigen Gäste des Ratskeller- Brücke( 670000 M.), die Augusta- Brücke( 400 000 M.), die Dranien- Brücke wirtes über Verkehrsverhältnisse, Sehenswürdigkeiten usw. jederzeit( 440 000 M.), wobei die Entschädigungen, die eventuell den Anliegerit informiert werden können. Ebenso hat man auch Gelegenheit zu zahlen sind, nicht mitgerechnet worden sind. Ferner sind folgende genommen, die Bedürfnisanstalten mit angemessenen, gut entlüfteten Neubauten von Brücken geplant: der über die Ringbahn im Zuge Borräumen zu versehen. Der Entwurf für den gesamten Umbau der Thaerstraße führenden sogenannten„ Schwarzen Brücke"( 350 000 rührt vom Stadt- Bauinspektor Dylewski her, dem auch die Mark), einer Brücke über den Spandauer Schiffahrts- Kanal im Zuge der Föhrerstraße( 285 000 M.), Neubau der Gozkowsky- Brüde Zeitung der Ausführung oblag. ( 560 000 M.), einer Brücke über die Spree im Zuge einer Straßenverbindung vom Kupfergraben nach der Oranienburgerstraße Krausnickstraße( 318000 M.), der Manteuffel- Brücke( 880 000 M.), zufammen über 5 Millionen Mark. Mit dem Neubau der Brücke am Kaiser Friedrich- Museum und dem Umbau der Eisernen Brücke. Diese lettere wird etwa 550 000 M. ist schon begonnen worden. Kosten verursachen. Berliner Partei- Angelegenheiten. Köpenick. Das Parteiprotokoll fann für 10 Pf. vom Kassierer Kuhring, Gartenstr. 14, in Empfang genommen werden. Grünau. Der Wahlverein feiert heute abend im Lokale des Herrn Duchauffour sein Stiftungsfest. Nieder- Schöneweide. Der Wahlverein hält heute abend bei " Franz" seine regelmäßige Vereinsversammlung ab. In derselben gelangen die Protokolle des Parteitages zur Ausgabe. Schmargendorf und Grunewald. Am Dienstagabend 8% Uhr, findet im Restaurant" Sanssouci", Ruhlaerstr. 20, eine Boltsversammlung statt mit einem Vortrag des Stadtverordneten Genossen Baate über:" Die Aufgaben der Socialdemokratie im preußischen Landtage". Zahlreicher Besuch, auch der Frauen, wird erwartet. ist Rixdorf. In der Volksversammlung in der„ Neuen Welt" ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden worden. Der Verlierer kann sich dasselbe bei Genossen Böste, Kopfstr. 28, abholen. Lokales. " Auch die Bureauräume sind Trotz der nicht gerade niedrigen Pacht wird der Wirt unter den neuen Verhältnissen wahrscheinlich nicht schlecht fahren, denn der Ratskeller gehört zu den Stätten, die man als Einheimischer und als Fremder, gesehen haben muß". Nach Die Arbeiterfreundlichkeit" des Freifinns hat sich in der letzten Stadtverordneten Sigung wieder einmal in ihrem wahren Lichte gezeigt. Die Beschlußfassung über die Gestellung der Aktenwagen für die städtischen Bureaus ist, wie unsre Leser aus dem Bericht der Freitagnummer ersehen haben, zunächst noch um acht Tage hinausgeschoben Aber nicht immer scheint der Ratskeller auf die Berliner Anworden, aber es ist wirklich nicht das Verdienst des Freisinns, daß ziehungskraft ausgeübt zu haben. Wir wissen nicht, ob zu Beginn diese Vorlage nun noch einmal unter die kritische Lupe genommen des 18. Jahrhunderts das Jdeal der Abstinenz in Berlin zur werden kann. Keiner der Freisinnigen hatte sich daran gestoßen, daß der Wirklichkeit geworden war oder was sonst für Gründe vorgelegen Der königlichen Porzellan- Manufaktur in Berlin ist es gelungen, Unternehmer, der bei der öffentlichen Ausschreibung die haben; genug, als der Magistrat am 3. Januar 1711 eine Bekannt ein neues Verfahren in der Porzellanmalerei herauszubilden, wodurch Windestforderung gestellt hatte und den Zuschlag erhalten sollte, machung behufs weiterer Verpachtung erließ und alle diejenigen eine weit glänzendere Wirkung der Farben erzielt wird, als dies seinen Kutschern nur 18 M. Wochenlohn zahlen will. Man hatte die einlud," so etwas Belieben dazu haben, zu gewarten, wie mit die bisherige Technik ermöglichte. Im Schaufenster des Verkaufsdem Meistbietenden gegen genugsame Sicherheit auf einige lagers, Leipzigerstraße 2, ist gegenwärtig eine Anzahl von SchauAbsicht, unbedenklich den Wunsch des Magistrats zu erfüllen und diesem Jahre geschlossen werde", δα erschien niemand mit etwas stücken ausgestellt, die nach diesem neuen Verfahren hergestellt sind. Unternehmer den Zuschlag zu erteilen. Wieder einmal war es uns Belieben zum Schließen". Auch nicht als der Magistrat vier Ueber die Einzelheiten des Verfahrens erfährt die„ Voffische 8tg." Socialdemokraten vorbehalten geblieben, auf diesen heiflen zehnmal hintereinander die Bekanntmachung erlassen hatte. Erst folgendes: Zur Verwendung gelangt eine eigenartige Porzellanmasse am fünfzehnten Termin, der am 15. März 1711 abgehalten wurde, von besonderer Bartheit und Feinheit der Struktur, deren ZuſammenPunkt hinzuweisen. Auch als die Vertreter des Freisinns auf die geringe Höhe des fand sich ein Pächter. Merkwürdig zahlreich waren die Biersorten, die damals fegung mühevollen Versuchen des verdienten Leiters der Manufaktur, Die aus dieser Masse Kutscherlohnes aufmerksam gemacht worden waren, als unser Redner im Ratskeller ausgeschänkt wurden. Es finden sich Brühan, Geheimrat Dr. Heinede entstammt. Genosse Singer die Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß gefordert hatte, war man noch entschlossen, sie auf der Stelle so burger, Fürstenwalder, Küstriner, Carthäuser und Köpenider Bier, stände werden mit farbloser Glasur überzogen und vollständig wie gefordert hatte, war man noch entschlossen, fie auf der Stelle so Zerbster, Nottbuser, Krossener, Lebuser, Bernauer, Ruppiner, Branden hergestellten, zur malerischen Ausschmückung bestimmten Gegent= anzunehmen, wie sie war. Die Redner der Mehrheitsfraktionen außerdem noch Garley, Russenbier, Weißbier und Gerstenbier. Am teuersten das gewöhnliche Porzellan fertig gebrannt. Auf dieser Glasur hatten rasch erkannt, um was es sich handelte. Die Stadtverwaltung war das Zerbster Bier, das 1 Groschen 8 Pf. das Quart kostete, am schafft der Künstler mit Farben von besonderer Beschaffenheit, sosoll sich einmischen in das Verhältnis der Unternehmer zu ihren billigsten das Weißbier und Gerstenbier mit 5 Pf. für das Quart. genannten Deckfarben, sein Gemälde, das er wiederholt übermalen Arbeitern, soll sich darum kümmern, wieviel Lohn die Arbeiter der- Der Pachtzins war im 18. Jahrhundert um einiges niedriger als fann, bis die von ihm beabsichtigte Wirkung erreicht ist. jenigen Unternehmer erhalten, die mit der Stadtgemeinde Geschäfte heute; der Koch Reibekeil zahlte von 1771 bis 1776 jährlich Vollendung der Malerei wird eine zweite Glasur aufgetragen, machen wollen?! Beileibe nicht!„ Das ginge denn doch zu weit," 112 Rthlr., während der Weinhändler Palmié außerdem noch für worauf das Stück nochmals gebrannt wird; die Malerei befindet den Weinausschant 65 Rthlr. entrichtete. Uebrigens müssen sich somit zwischen zwei Glasuren. Durch den zweiten Brand eiferte Herr Esmann, der bekannte Zimmer- und Maurermeister usw., zu damaliger Zeit die Berliner immerhin ganz Beträcht wird erreicht, daß die Malerei sich mit der Porzellanmaſſe zu das ginge zu weit", bestätigte Herr Dove, der für die größte fiches im Alkoholfonsum geleistet haben, denn obgleich das einem einheitlichen Körper verschmilzt. Im Gegensatz zu den bisher angewandten Unterglasurfarben brennen die neuen Gruppe der Versammlung, die„ Alte Linke", sprach. Die Männer Krossener und Wusterhausener Bier von der Besteuerung gänzlich der Neuen Linken" fagten nicht, was sie dachten. Aber befreit war, sind in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts Farben nicht weg, sie verändern sich gar nicht im Feuer; fie weit leuchtender als die bisher nachher, als über den Antrag auf Ausschußberatung abgestimmt von dem Rendanten der„ Nathäuslichen Getränke- Einlage" durch dagegen erscheinen wurde, schlug der größte Teil dieser stumm gewordenen Arbeiter schnittlich 9784 Rthlr. an Steuer eingenommen worden. Das ist für gebräuchlichen sogenannten Muffelfarben. Die Konturen der Zeich eine Stadt von noch nicht 150 000 Einwohnern unter den damaligen nung treten geradezu plastisch hervor. Die ausgestellte Sammlung umfaßt Teller und Platten mit Landschaften, ausgeführt von deni freunde" sich auf die Seite der Esmann und Konsorten. Malereivorsteher Miethe, welche durch das stimmungsvolle, weiche Als dann Singer dagegen Einspruch erhob, daß auf die erste Be- Geldverhältnissen gar nicht wenig. Verschleierung der Ziele. Wie wir gestern mitteilten, fagt die Kolorit ungemein wohlthuend auf das Auge wirken; ferner sehen ratung sogleich die zweite folge, zeigte sich aufs neue, wie wenig dem Freifinn an einer gründlichen Prüfung der Sache lag. Der Vorsteher- Berliner Zeitung" über den am Sonntag von uns veröffentlichten wir Fruchtstücke, Trauben, Pfirsiche, Kirschen u. a., welche mit wunderStellvertreter ließ hier gegen alle Gewohnheit noch durch Handaufheben Wahlaufruf, daß er, wenn wir noch das Socialistengesez hätten, in- barer Feinheit der Zeichnung und Farbentönung eine so naturfeststellen, ob der Widerspruch auch wirklich von den erforderlichen folge seiner Mäßigung unbeanstandet hätte in die Lande flattern getreue Darstellung verbinden, wie sie mit den bisherigen Mitteln 15 Main unterstützt wurde. Er mochte sich sagen, daß diese Probe tönnen. Dies Urteil, so schreibt uns ein Leser, ruft eine Erinnerung nicht zu erzielen war; der ausführende Künstler ist der Maler Jäckel; auch herrliche Köpfe, gemalt von Preuß, legen Zeugnis da die Sigung neigte sich wach, die wieder aufgefrischt werden möge. Bald nach dem Verbot der von ab, welche Wirkungen mit dem neuen Verfahren erreicht werden bei der schwachen Besetzung des Saales bereits ihrent Ende zu vielleicht nicht ganz unnüz sei. Unfre Berliner Freien Bresse" im Jahre 1878 wurde unter einem beträchtlichen können. Genossen waren noch in der Lage, die 15 Stimmen allein auf- Aufwand von Reklame in den Straßen Berlins eine Zeitung ganz Die Constant- Sala- Stiftung, unter städtischer Verwaltung stehend, zubringen. Und die Freifinnigen? Ein einziger von ihnen umsonst unter die Massen geworfen. Ihr Inhalt überraschte die Anhänger hat den Zwed, bedürftigen und kränklichen, die Gemeindeschulen gesellte sich den Socialdemokraten bei, ein einziger vermochte es der Socialdemokratie sehr, denn man konnte sich kaum enträtseln, wie ein Berlins besuchenden Kindern beiderlei Geschlechts und ohne Unterüber sich, mit dagegen zu protestieren, daß die Vorlage Blatt, das seinen scharfen Artikeln nach in der damaligen Zeit der schied der Konfeffion einen mindestens vierwöchentlichen Aufenthalt unbesehen angenommen und der Zuschlag dem Unternehmer Unterdrückung als socialistisch gelten konnte, vor den Augen der in gesunder, frischer Luft auf dem Lande oder erteilt werde, der seine Kutscher mit wöchentlich 18 Mark Behörde Gnade fand. Das ging trotz der Verfolgungswut der zu gewähren. Zur stiftungsmäßigen Verwendung blieben für " " an der See = oder andren Person immer nur einer gemäß§ 46 und 50 gewählt werden. Von mehreren Vertretungsberechtigten müsse bei der Wahl der, der vertreten solle, genau bezeichnet werden. Das sei hier unterlassen worden und deshalb seien beide Wahlen ungültig. Verfammlungen. Die Mits das Rechnungsjahr 1903 bar 7005,61 Mark verfügbar. Hier- 1gesessenen gleich geachtet zu werden, weil sie als ver| Neigungen zu fröhnen. Er hatte bei seiner Vernehmung selbst zu bon wurden 1600 Mark dem Frauen- Hilfsverein für Kinderheilstätten fassungsmäßige Vertreter der angesessenen Aktiengesell- gegeben, daß er nicht die geringste Unterlage für seine Behauptung an den deutschen Seeküsten zum Besten von 16 Kindern; 4250 M. fchaft gewählt seien. Die Gemeindevertretung erklärte jedoch ihre gehabt habe. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Zusatzstrafe von dem Verein für Ferienkolonien zur Entsendung von 38 Kindern Wahlen für ungültig, weil sie keine Angesessenen seien. Rumschöttel 7 Monaten Gefängnis. nach Seebad Wustrow i. M. und bon 40 Kindern nach und Schreibhart flagten darauf gegen die Gemeindevertretung und Eldenburg; 750 M. zur Unterbringung von 8 kränklichen Mädchen beriefen sich auf die§§ 46 und 50 letzter Satz der östlichen Landzu sechswöchentlichem Kurgebrauche in Bad Salzbrunu überwiesen. gemeinde Ordnung. In letzter Instanz wurden jedoch Ferner wurden 405 M. zur Beschaffung fehlender Kleidungsstücke ihre Wahlen auch vor dem Ober- Verwaltungsgericht für ungültig. und Ausrüstung für arme Kinder behufs Aufnahme in Ferienkolonien erklärt. Begründend wurde ausgeführt: Nach§ 50 letter Saß der unter Vermittelung des genannten Vereins verwendet. Insgesamt Landgemeinde- Ordnung feien auch die Vertreter von StimmNieder- Schöneweide. Am Sonnabend, den 10. Oftober, fand bei sind hiernach 7005 m. verausgabt worden. berechtigten(§ 46) wählbar und zwar auch als Angesessene, wenn Franz die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Nach dem Wozu sind die Streckenarbeiter der Stadt- und Ringbahn da? der vertretene Stimmberechtigte ein Angesessener sei. Das sei ja Bericht des Kassierers Kaiser betrug die Einnahme im letzten Die Fahrgäste der Stadtbahn können regelmäßig bald an dieser, könne von mehreren verfassungsmäßigen Vertretern einer juristischen gabe 57,48 m., bleibt ein Ueberschuß von 108,11 M., welcher nun hier bei der Aktiengesellschaft zweifellos der Fall. Judessen Vierteljahr inklusive 4,50 M. alten Bestandes 165,59 M., die Ausbald an jener Stelle der Strecke Arbeiter in Thätigkeit sehen, die als Vertreter ordnungsmäßig an den Hauptvorstand geschickt wurde. mit Hace und Schaufel emsig am Bahnkörper Hantieren. Die gliederzahl des Vereins beträgt zur Zeit 33. Da die Abrechnung von Arbeiten, welche hier ausgeführt werden, dienen der Erhaltung der Reichstagswahl im vorletzten Quartal nicht gegeben werden konnte, des Bahnkörpers und sind für die Sicherheit des Betriebes dringend notwendig. Bei der bekannten Sparsamkeit, die der da noch einige Listen ausstanden, so wurde dieselbe jetzt gegeben. Die Einnahmen durch Listen und sonstige Zuwendungen betrugen 118,84, preußischen Eisenbahnverwaltung als oberstes Princip gilt, ist wohl Mart, die Ausgaben 43,56 M., mithin verbleibt ein Ueberschuß von anzunehmen, daß, wie in allen Zweigen des Betriebes, so auch für Der Wilmersdorfer Polizei sind dem„ Teltower Kreisblatt" 75,28 M., welcher an den Hauptvorstand abgeliefert wurde. Die die Unterhaltung des Bahnkörpers nur genau so viel Arbeiter an- zufolge in vergangener Nacht zwei Individuen übergeben worden, Lokalkommission konnte berichten, daß ihre Thätigkeit im letzten Es sind die Lokale Drachenfels und erforderlich erscheinen. Es muß deshalb Verwunderung erregen, wenn die Absicht hatten, in der Gegend der Pfalzburgerstraße ihre Thätig- Saffelwerder frei geworden. Im letzteren besitzen wir endlich einen Streckenarbeiter der Stadt- und Ringbahn zu Arbeiten herangezogen teit auszuüben. Abends um 7 Uhr wollte im Hause Pfalzburger- größeren Versammlungsraum. Die Neuwahlen des Vorstandes erwerden, für die sie eigentlich nicht bestimmt sind. In den straße 66 die kleine Tochter des Gastwirts Otto int das gaben im wesentlichen keine Veränderungen. Nur ist anstatt des legten Monaten ist es mehrfach vorgekommen, daß Streckenarbeiter Privatzimmer gehen, um Schularbeiten zu machen. Die Genossen Krone der Genosse Franz als ziveiter Vorsitzender gebei Bauarbeiten an der Eisenbahn, die von Privatunternehmern Thür war jedoch von innen verschlossen. Man fand beim wählt worden. Genosse Franz gab darauf den Bericht von der ausgeführt wurden, Hilfe leisten mußten. Als der Bahnsteig des Eindringen den Schreibtisch erbrochen und durchwühlt vor, während Generalversammlung des Kreises. Unter Verschiedenem wurde über Schlesischen Bahnhofes asphaltiert wurde, mußten Strecken- das Fenster, durch das die Spizbuben entflohen waren, offen stand. die Landtagswahlen gesprochen. Es konnte mitgeteilt werden, daß der arbeiter alte Eisenbahnschwellen heranschaffen und zerkleinern, um In später Stunde betrat dann ein Mann das Ottosche Lokal, der Ort in zwei Urwahlbezirke eingeteilt ist. Der erste Bezirk umfaßt dem Asphalteur das für die Heizung seiner Asphalttessel dem Wirt sofort verdächtig vorkam. Als der Gast verschwand, ging die Berlinerstraße von 1 bis 4f, von 22 bis 40, Wasserstraße und erforderliche Brennholz zu schaffen. Am Bahnhof Zoologischer Otto ihm nach; der„ Mann mit dem Einbrechergesicht" geſellte sich Karlshorsterstraße, der zweite den übrigen Teil des Ortes. Im ersten Garten wurden Straßenpflasterungs- Arbeiten ausgeführt. Die zu einem andern und beide verschwanden in einem nahegelegenen Bezirk sind 4, im zweiten 5 Wahlmänner zu wählen. Es würden hierzu erforderlichen Steine wurden mit der Eisenbahn angefahren, Lokal. Otto lich nach geraumer Zeit den Wirt herausrufen, welcher somit für die dritte Abteilung, die dank der steuerkräftigen Fabrikvon Streckenarbeitern entladen, an die Arbeitsstätte geschafft, und Feierabend gebot. Auf der Straße wurden dann die beiden Indi- und Lokalbefizer für uns nur in Betracht kommen kann, im ersten die nach beendeter Arbeit übrig gebliebenen Steine ebenso zurüd- viduen festgenommen und Schußleuten übergeben. Beide sind mehr- Bezirk einer, im zweiten zwei Wahlmänner zu wählen sein. befördert. Für Maurerarbeiten, die am Bahnhof Jannowißfach vorbestrafte Verbrecher. brüde auszuführen waren, wurden einige Wagenladungen Mauersteine aus Sommerfeld bezogen. Man beförderte diese drei Lowries kratische Anordnung dirigierte die Steine nach dem Bahnhof CharlottenBahnhof nach der Jannowizbrücke, sondern eine merkwürdige bureau drohung des§ 11 des Preßgesezes dementiert. Die Direktion ist und Herren, sehr willkommen. burg, wo sie von Streckenarbeitern umgeladen, auf der Stadtbahn nach der Jannowißbrücke befördert und dort wieder von Streckenarbeitern entIn allen diesen Fällen zeigt sich das bei der Eisenbahn- Verwaltung herrschende Sparsystem, welches namentlich dort in die Erscheinung tritt, wo es gilt, Arbeitskräfte zu erübrigen. Anstatt für außergewöhnliche Arbeiten, wie Heranschaffung von Baumaterial und dergleichen, einige Arbeiter einzustellen, die stets zu haben find, wenn man nicht gar zu sehr mit dem Lohn knausert, werden die Streckenarbeiter ihrer eigentlichen Thätigkeit zeitweise entzogen, was natürlich zur Folge haben muß, daß die Arbeiter bei den Unterhaltungsarbeiten am Bahnkörper, die doch nicht aufgeschoben werden können, mehr als nötig angestrengt und überbürdet verden. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß diese Folgen des Sparsystems von den Eisenbahn- Arbeitern, die darunter zu leiden haben, schwer empfunden werden. Wenn sie auch ihren Vorgesezten gegenüber aus naheliegenden Gründen davon nichts merken lassen, so ist die Unzufriedenheit mit dem herrschenden System doch allgemein berbreitet. laden wurden. Die entführte Marie G., die sich nach ihrem" Jagdabenteuer" der Vermutung nach zu Verwandten nach Stettin begeben hatte, ist jetzt endlich in das Elternhaus nach Berlin zurückgekehrt. wird am Leben bleiben. Cirkus Schumann. Heute Sonnabend findet im Cirkus Albert Schumann das Debut des berühmten Tierbändigers List mit seiner großen Raubtiergruppe statt. " werke hatten vor einigen Tagen unsren Bericht über die Verseuchung Zur Schmargendorfer Wasserfrage. Die Charlottenburger Wasserdes Trinkwassers in der Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 25. Oftober, vorm. 8 Uhr, Freireligiöse Borlesung. in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Um 10%, Uhr vormittags ebendaselbst: Vor " Du ſoliſt nicht töten". Gäste, Damen Vermischtes. Der recht voreilig gewesen, denn das Lehrerkollegium versendet heute eine Erklärung, in welcher es heißt:„ Das Kollegium hat in einer Konferenz beschlossen, die Kinder vor dent Trinken des stark verunreinigten Wassers zu warnen. Klagen über die Beschaffenheit des Wassers Eine Eisenbahnkatastrophe wird aus London gemeldet. feien sehr wohl erfogt. Zum Schlusse heißt es:„ Wir müssen ganz ausdrücklich und bestimmt erklären, daß das Wasser Expreßzug Leeds- Manchester entgleiste in einem Tunnel infolge eines feiner Zeit sehr stark verunreinigt war. Es hatte eine schmutzige, Busamenstoßes mit einem andren Zuge. Die Wagen des Erpreßzuges Der Schnellzug von wechselnde Farbe, war gelb, auch wieder milchig weiß oder rostrot wurden an den Tunnelmauern zertrümmert. mit einer leichten Lokomotive zusammen, die auf die Aufsichtsbehörde sich bereits der Sache angenommen. Es wird brücke, und ließ einen trüben Satz zurück." Wie man uns mitteilt, hat Leeds nach Manchester stieß in der Nacht, nahe bei der Sowerbybesonders zu untersuchen sein, ob aus den Klosetts Spülwasser in dem Geleiſe ſtehen geblieben war. Die Lokomotive wurde die Wasserleitung gelangen kann, was für die Herstellung der viel- vom Geleise heruntergestoßen. Der Zug fuhr dann in den umstrittenen Rohrunterbrecher sprechen würde. Gerichts- Zeitung.briti Tummel hinein, wo ein Teil des linken Schienenstranges über beiden Geleisen lag, und entgleiste an dieser Stelle. In demselben Augena blick fuhr der in entgegengesetzter Richtung tommende Schnellzug, von Manchester nach Leeds, in den festgefahrenen Zug hinein und wurde dabei ebenfalls demoliert. Der ganze Tunnel war mit Trümmern angefüllt. Die Lokomotiven, Wagen und Passagiere lagen Eine Anzahl von Mitgliedern des Donnerstags Klubs" war in furchtbarem Wirrwarr durcheinander. Es wurden sofort mehrere gestern vor die vierte Straffammer des Landgerichts I geladen, um Unterstügungstolonnen und Aerzte herbeigeholt. In späteren Beugnis in einem dort verhandelten Spieler- Prozesse ab- Meldungen wird der Zusammenstoß nicht so schwer dargestellt. Es zulegen. Es schien sich um einen großen Spieler- Pro- find zwar mehrere Personen ernstlich verlegt, aber keine getötet 3 eß zu handeln, es sei aber gleich bemerkt, daß die Anklage in worden. nichts zusammenfiel. Die auf gewerbsmäßiges Glückspiel beziv. Tante " " = einem Zu dem Mordversuch und dem Verschwinden der Frau Martha Duldung desselben lautende Anklage richtete sich gegen zwei Rentiers, Bei einem Brande in Elberfeld sind vier Personen ums Donat wird mitgeteilt, daß nach einem andren Briefe die Frau einen Schlächtermeister und den Dekonomen eines Weinrestaurants gekommen und zwar die 28jährige Frau eines Monteurs, deren sich nicht glücklich in der Ehe fühlte. In dem Briefe heißt es in der Jägerstraße. Die ersten drei Angeklagten, die sich Kind sowie zwei Kinder einer andren Familie. Eine Frau und ein Da ich mit Emil tief unglücklich lebe, habe ich beschlossen, mich in und die Kinder zu töten." Die Frau beklagte sich über die Besucher der hiesigen und auswärtigen Rennpläge, der Rentier bracht werden. Der Brand brach im Erdgeschoß, wo der Fußboden sehr guten Vermögensverhältnissen befinden, sind eifrige Kind erlitten Brandwunden und mußten in ein Krankenhaus geEifersucht ihres Mannes und führte ein Beispiel dafür an. ist sogar Resizer eines kleinen Rennstalls und läßt selbst Pferde geölt war, aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit nach In der vergangenen Woche habe ein fremder Mann auf dem beim Wettrennen laufen. Er und die beiden Mitangeklagten gaben den oberen Räumlichkeiten. Wie aus Lorient gemeldet wird, Hofe des Hauses, in dem die Familie wohnt, dreimal den Namen unumwunden zu, daß sie sich gern an einem Jeu beteiligen, wie es brach auf einem Gehöft in dem Dorfe Kergualet eine Feuersbrunst " Martha" gerufen. Das habe ihr Mann auf ihre Person bezogen häufig im Anschluß an ein Rennen von Besuchern der Renpläge aus, wobei sechs Kinder der im Hause wohnenden Familie Notoyer und ihr zugerufen:„ Schere Dich zu Deinem Kerl runter". Andrer- in Restaurationen oder Hotels arrangiert zu werden pflegt, in den Flammen umtamen. Die Mutter stürzte sich in das brennende feits wird die entflohene Frau von ihrer Schwester als eine äußerst und daß sie dabei mehrfach die Bant gehalten haben. Nun Haus, um die Kinder zu retten, in demfelben Augenblick stürzte das empfindliche Natur bezeichnet. Bisher ist ihr Verbleib nicht fest- ereignete sich im vorigen Jahre in Hamburg ein unangenehmer brennende Dach ein, wobei die Frau so schwere Brandwunden erlitt, gestellt. Nach dem Dafürhalten von Leuten, die mit dem Wesen Vorfall. Im Anschluß an das Jubiläums- Rennen fand daß sie kurz darauf verstarb. Der Vater der Kinder konnte nur der Verschwundenen bekannt waren, ist die Annahme, daß sie die daselbst in Streits Hotel ein That im Wahnsinn verübt habe, nicht zulässig. Das vergiftete Kind mehrerer Renplaybesucher statt und es wurde das schöne Spiel„ Meine zu stürzen. geselliges Beisammenfein gewaltsam davon abgehalten werden, sich gleichfalls in die Flammen Deine Tante" insceniert. Der Angeflagte Rentier K. und In Halberstadt ist, wie uns ein Privat Telegramm der Schlächtermeister B. hielten gemeinsam die Bank und ein Berliner meldet, ein Ober- Gefangenaufseher wegen bedenklicher Vorfälle in Kaufmann M. verlor 960 M. Er glaubte bemerkt zu haben, daß St. der Frauenabteilung des dortigen Gefängnisses verhaftet worden. unfair spielte und beim Abziehen der Taillen betrügerische In der Sittlichkeitsretterei hat die sächsische Justiz sich von Manipulationen machte. Er ging dann einmal mit dem AnEin Portemonnaie enthaltend die Sammelliste Nr. 675 hinaus geflagten S. und machte ihm nenem bemüht. Ein im Jahre 1901 bei Adolf Brand erschienenes Mitteilung von ( darauf gezeichnet 2,70 M.) ist verloren gegangen. Finder wird ge- seinem Verdachte. Die Folge davon wahr, daß S. sofort an- Wert von Elisar v. Kupffer„ Lieblingsminne und Freundesliebe beten, das Portemonnaie an Hans Höhnisch, Stargarderstr. 18, fündigte, daß das Spiel ohne weiteres aufzuhören habe, da in der Weltlitteratur" ist jetzt nach drei Jahren plötzlich in Leipzig abzugeben. der Verdacht der Mogelei laut geworden sei. Der Verdächtigte der Konfiskation verfallen. Der dritte Künstlerabend der Neuen freien Volfsbühne findet am berwahrte sich entschieden gegen den Vorwurf, man hielt es aber Ueber Prügelpädagogik in einem Rettungshause bringt ein in Dienstag, den 27. Oftober, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause für angemessen, Herrn M. sein verlorenes Geld zurückzugeben. Die Posen erscheinendes Blatt folgende Mitteilungen: ( SO., Engel- llfer 15) statt. Gabriele Reuter, Wilhelm Hegeler und Sache kam zur Kenntnis der Polizei und diese glaubte auf Grund Zwei der im hiesigen Rettungshause untergebrachten Waisens Karl Hendell werden eigne Dichtungen lesen. Eintrittskarten für ihrer Ermittelungen annehmen zu sollen, daß die drei ersten An- mädchen hatten beim Schulschluß weniger genügende Cenfuren er Mitglieder a 30 Pf. find in den Zahlstellen und an der Abendkasse, geklagten aus dem Glücksspiel ein Gewerbe machten. Bezüglich halten, was zur Folge hatte, daß die Oberschwester die beiden Gastfarten a 50 Pf. außerdem in Amelangs- Buchhandlung, Potsdamer- des Angeklagten S. wurde festgestellt, daß er auch wieder kleinen, als sie sich zur Ruhe begaben, mit einer Klopfpeitſche straße 126 zu haben. holt mit Mitgliedern des in Donnerstags- Klubs" Berlin züchtigte. Eines der Kinder stellt den Vorfall in einem Briefe an Orgelfonzert. Der Drgelvortrag in der Marienkirche am Montag, gejeut und Sort vielfach die Bank gehalten hatte. Der feine Verwandten so dar:" Es gab am Mittwoch Zeugnisse. Gerden 26. Oktober, abends 714 Uhr, bringt Orgel-, Gesangs- und Donnerstags- Klub" ist eine Vereinigung wohlsituierter Männer trud hatte leider eine IV mit nach Hause gebracht. Dafür verdiente Violin- Kompositionen von Bach, Stradella, Beethoven, Mozart, in angesehener Lebensstellung, die sich in Wein- sie wohl eine Strafe. Aber als die Kinder zu Bett waren, kam Mendelssohn, Ockert, Wrede, Rich. Wagner und Dienet und wird lokal in der Jägerstraße des Donnerstags zum Stat zusammen- Schwester Eugenie herauf in den Schlaffaal, ging erst zu einer ausgeführt von Musikdirektor Otto Dienel, Fräulein Frieda Schramte- finden. Die vernommenen Teilnehmer an diesen Zusammenkünften andern, die noch eine IV hatte, erteilte der 56 Schläge, hernach ging fie Falkner, einigen Kräften aus der Gesangschule von Fräulein Schramte- leugneten nicht, daß hin und wieder an diesen Stat sich ein Glücks- zu Gertrud und hieb ihr mit der Klopfpeitfche 82 Schläge. Falfner, dem Violinisten Herrn Ludwig Wagner, Herrn Paul Schnyder spiel angeschlossen habe, bestätigten aber die Behauptung des au so daß die Blutschwären zu sehen find. Da wollte ich Sie bitten, und Herrn Leopold Behrends. Der Eintritt ist frei. geklagten Dekonomen, daß dieser stets mit einem Verbot ein- daß Sie heute herauskommen und sich das ansehen. Ich schreibe geschritten sei, wenn er wahrnahm, daß es sich um ein Glücksspiel dies unter heißen Thränen. Sie ist vor Schmerz in ein andres Theater. An dem Mar Bruch- Abend, den das Schiller- handelte. Dies hinderte nicht eine Fortsetzung des Spiels, wenn er Bett gesprungen." Leider fand der Vormund des betreffenden Theater als nächsten Tondichter- Abend Sonntag, den 25. Oktober, fich wieder entfernt hatte. Dem ersten Angeklagten wurde das Kindes, als er von dem Vorgang Kenntnis erhielt und sich in das im Bürgersaale des Rathauses veranstaltet, wirken die Damen Zeugnis ausgestellt, daß er durchaus nobel und fair bei diesen Rettungshaus begab, die Angaben des Briefes nur zu sehr bestätigt; Gertrud Fischer und Hedwig Kaufmann, sowie Herr A. N. Harzen- Gelegenheiten sich benommen habe und ebenso wie die beiden andern das Kind war am ganzen Rücken braun und blau geschlagen, Müller( als Gesangstünstler) mit, ferner Herr Dffip Schnirlin Angeklagten absolut nicht gewerbsmäßig spiele. Auch der Vorfall besonders der eine Schulterknochen zeigte die deutlichsten Spuren der ( Violine). Den einleitenden Vortrag hält Dr. Leopold Schmidt. in Hamburg konnte die Angeklagten nicht belasten, denn der Zeuge empfangenen Schläge. Der Vormund verlangte, daß ihm das Kind Bellealliance Theater. In Vertretung", ein Soldaten- M., der seiner Zeit bei der Polizei mit großer Bestimmtheit be- zur ärztlichen Untersuchung mitgegeben werde, erhielt aber hierzu schwank in 3 Akten von Heinz Gordon, gelangt am heutigen Sonn- hauptet hatte, er habe eine betrügerische Manipulation des St. ge- nicht die Erlaubnis. abend zur Aufführung. Im Central Theater ist heute die sehen, schränkte diese Behauptung gestern wesentlich ein 25. Aufführung der Operette„ Bruder Straubinger". Reich 3- und fonnte nur bekunden: er habe" geglaubt", Für frohe Zecher. In Grünberg ist die Weinlese befolche hallen Theater. Das augenblickliche Repertoir der Stettiner Wahrnehmungen zu machen. Als höchster Preis wurden für das Viertel Trauben Irgend eine Begründung endet. Sänger bringt das komische Theaterstüc Tante Kazbach aus Elster- dieses Glaubens vermochte Die( 500 Pfd.) 80 M. erzielt. Für Champagnertrauben wurden stellen werda", die Burleske„ Die Stadtkapelle von Funzelhausen" und die Beweisaufnahme fiel derartig zu Gunsten der Angeklagten aus, daß weise 15 W. mehr gegeben. Das Mostgewicht betrug 76-80 Grad Parodie„ Im musikalischen Luftballon", also ein Programm, welches der Staatsanwalt selbst die Freisprechung derselben beantragte Dechsle, was einem Zuckergehalt von 19-20 Proz. gleichkommt. An an Reichhaltigkeit alles Bisherige in den Schatten stellt! und die Verteidiger Rechtsanwalte Jaroczynsky, Subheim Säure wurden 9-11 Proz. ermittelt. und Justizrat Wronker auf alle Entlastungszeugen verzichteten. Die Cholera in Bethlehem. Aus Jerusalem wird berichtet: Bezüglich des angeklagten Weinwirts beantragte der Staatsanwalt Durch strenge Jfolierung der Cholerakranken in Bethlehem ist die 300 M. Geldstrafe, während Justizrat Dr. Stern nachwies, daß auch Ausbreitung der Krankheit verhindert worden. Die Gesamts Ein das Gemeinde- Wahlrecht der Aktiengesellschaften und ihrer dieſem keinerlei Schuld nachgewiesen sei. Der Gerichtshof war der zahl der Todesfälle beträgt acht. Da der Ort jetzt als seuchenfrei verfassungsmäßigen Vertreter betreffender Rechtsfall ist insbesondere felben Ansicht. Er sprach alle Angeklagten frei, indem betrachtet wird, ist die militärische Bewachung heute zurüdgezogen er hervorhob, daß weder die Behauptung des gewerbsmäßigen worden. deshalb von hervorragendem Interesse, weil jetzt immer mehr Fabriken Glücksspiels, noch weniger aber des betrügerischen Spiels in dem von den Städten aufs Land verlegt werden. Im Gemeindebezirk Soberfehme bei Яönigs- Wusterhausen ist im letzten Hamburger Fall aufrecht erhalten werden könne. Zahrfünft die Fabrittolonie Wildau der Berliner Maschinenbau- Wegen versuchter Expreffung und Beleidigung von Mitgliedern Attiengesellschaft vormals 2. Schwarzkopf entstanden. In der nur des Herrscherhauses wurde gestern vor der siebenten Straffammer neun Köpfe zählenden Gemeindevertretung sigt bereits ein hervor- des Landgerichts I gegen den 16 jährigen Kürschnerlehrling Karl ragendes Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft( Baumeister Wüstheft) Stein verhandelt. Der Angeklagte muß ein verwahrloster Bursche und bei den letzten Gemeindevertreter- Wahlen siegten auch die Direktoren sein; er verbüßt zur Zeit eine Gefängnisstrafe wegen Diebstahls. Rumschöttel und Schreibhart derselben Gesellschaft, welche Die jetzt gegen ihn vorliegende Strafthat konnte nur bei verschlossenen in Berlin wohnen. Beider Mandate müßten auf An Thüren erörtert werden. Wie aus der Urteilsverkündigung hervorgefeifene fallen. Sie beanspruchten nun beide, als Direk ging, hatte der Angeklagte an ein Mitglied des königl. Hauses ein toren der in Niederlehme angesessenen Attiengesellschaft, An- Schreiben gerichtet, worin er dem Adressaten vorwarf, perversen = " Aus den Nachbarorten. nicht er zu geben. Briefkaften der Redaktion. finden Sie sowohl die bürgerliche wie die socialistische Zeitschriften- Litteratur Wolf. In der öffentlichen Bibliothek und Lesehalle, Alexandrinenstr. 26, ziemlich vollständig ausliegen. W. S. Man schreibt nach der neuen Orthographie: Der Tod. A. B. Audorf. G. R. 1, Der Agitations. verein für den Wahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen tagt jeden Sonntag nach dem 1., vormittags 10 Uhr, bei Ramlow, Schönhauser Allee 135 E. H. S. Genosse R. F. ist befriedigt, indem er persönlich von Ihr Erklärung Kenntnis genommen hat, daß Sie ihm Unrecht gethan h Eine Veröffentlichung erübrigt sich dadurch. Inserate Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 24. Oktober. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Im bunten Rock. Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Lucifer. Leffing. Der Sturmgefelle Sotrates. Westen. Undine. Neues. Salome. Kammerfänger. Vorher: Der Residenz. Das große Geheimnis. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller O. Die Ehre. ( Wallner Theater.) Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Stützen der Gesellschaft. Belle- Alliance. In Vertretung. Kleines. Nachtafyl. Luisen. Krieg im Frieden. Carl Weiß. Die Maschinenbauer von Berlin. Trianon. Biscotte. Deutsch: Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. Speciali täten. Winter- Garten. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Paffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. Um 4 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. ( Kleine Preise.) Um 8 Uhr im Hörsaal: Kletternde Gewächse. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Indianer- Riese Mianko Karoo Die zusammengewachsenen Lebend. Schwestern! Lebend. Buren- Riese Andries Venter, ehemal. Leibsoldat des Präsidenten Paul Krüger von Transvaal. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Biscotte. Anfang 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: San Marcos Tochter. Ein romantisches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Arthur Fitger. Sonntagnachmittag 3hr: Der Fleck auf der Ehr'. Sonntagabend 8 Uhr: Die Ehre. Montagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrit Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bibliothekar. Sonntagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Montagabend 8 Uhr: Die Ehre. Cirkus Schumann. Heute, Sonnabend, den 24. Oktober, abends 7½ Uhr: High- life- Soirée. herr List seiner Erstes Debut. Rattippe. Erstes Debüt. Raubtiergruppe. ,, Aylin", irischer Wallach, geritten von Direktor Alb. Schumann. Die elektrischen Spiegel- Terrassen und die 6 ungarischen Jucker des Direttors Alb. Schumann. 25 männliche Abessinier- Löwen des Herrn Seeth. Morgen, Sonntag, nachmittag ein Kind fret, die beliebte Clown: Vorstellung. In beiden Vorstellungen: Herr List, Raubtiergruppe, Lebs Affen, 25 Löwen. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung. Die verzauberte Hirschkuh. Kindermärchen m. Ges. v. Hugo Felix. Abends 8 Uhr: Dir. Carl Weiss als Franz v. Bündler int Amor in Wichs. Sonntagnachmittag 3 Uhr, Parkett Abends 7%, Uhr: Die Maschinen: bauer von Berlin. Casino Tolle Kadetten. Speciali Passage- Theater 60: Die Schule bes ebeng. täten. Palaft. Genießet das Leben. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 4 Uhr: Bon der Zugspitze zum Wazmann. Um 8 Uhr: An den Seen OberItaliens. Um 8 Uhr im Hörsaal: Kletternde Gewächse. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater. Abends 7, Uhr, zum 25. Male: Bruder Straubinger Operette in 3. Aften von Ed. Eysler. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Olga Wohlbrück, Spott- und Geissellieder. Der Todessprung des Hundes. 14 erstklassige Nummern. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Borstellung zum Besten d. Knabenhort. Wenn Franen weinen. Singvögelchen. Solovorträge. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 29. Oktober 1903 Wilhelm Tell. Statisten werden hierzu verlangt. Gonntagnachm. 3 Uhr, baibe Breife: Deutsch- Amerikanisches Theater Fröbels Allerlei-Theater In erster Besehung: Der Bettelstudent. Abends 7, Uhr: Bruder Straubinger. Montag u. folgende Tage: Bruder Straubinger. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Der Kammersänger. Anfang 7, Uhr. 67/68 Köpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anfang 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. Heber'n großen Teich Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. von Adolf Philipp. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der mit so großem Beifall aufgenommenen Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Grosser Ball. Jeden Dienstag und Freitag: Gastspiel Berl. Volks- Theater. Mittwoch: Kleines Theater. Das grosse Geheimnis.dresser Elite- Familienabend Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Lustspiel in 3 Aften v. Pierre Wolff. Deutsch von May Schönau. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lutti. Luisen- Theater. Apollo- Theater. Anfang 8 Uhr. Krieg im Frieden. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu kleinen Breisen: Berlin bei Nacht. Abends: Das Käthchen v. Heilbronn. Montag: Krieg im Frieden. Dienstag: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch: Wohlthätigkeits- Vorft. Bew. kgl. Norddeutsche Sänger u. Ball Entree 30 Pf. Sperrfis 50 Pf. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Apollo- Theater. Nur noch kurze Zeit! Nur noch kurze Zeit! Frühlingsluft. Genießet das Leben. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im Blütenhochzeit. Ballett von Louis Gundlach. Ferner: Das ideale Oktober- Programm. Sonntag, den 25. Oftober 1903, nachmittags präcije 3 Uhr: M. Bem, b. Gen. Junt. b. fat. Schauspiele: Die glänzenden Specialitäten Maria Stuart. Einmaliges Gastspiel von Adalbert Matkowski Sophie Wachner Dr. Max Pohl. ,, Othello", der Mohr von Venedig. Donnerstag: Das Käthchen von Heilbronn. Belle- Alliance- Theater. Zum erstenmal: In Vertretung. Ein Soldatenschwank in 3 aften von Heinz Gordon. Anfang 8 Uhr. Sonntagabend: In Vertretung. Nachmittag 3 Uhr, zu halben Preisen: Die zärtlichen Verwandten. und Messters Biophon. Neue Bilder- Serie. Anfang 8 Uhr. Sonntag, den 25. Oktober, nachmittags 2 Uhr: Matinee der Internat. Artisten- Loge. Loge 1 M., Sperrfit 60 Pf., Parkett 40 Pf., Entree 20 f. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Metropol- Theater. Seine Vorstellung. Der grösste Erfolg dieser Saison! Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Frid Frid. Rosa Marton. Grete Meyer. Casino- Theater. Neuestes! Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 728um 50. Male: 9: Tolle Kadetten. Borher das brill. Oktober- Programm. Sonntagnachm. 4 Uhr: Elternlos. Reichshallen Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Briffon, Steidl, Böhme, Böck mann, Plättner, Schrader u. Eberino.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Müller Lincke. Allerneuestes! Dramatische Revue in 5 Bildern. Glänzende Balletts. 300 Mitwirkende. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Etabl. Buggenhagen Morikplatz. Im Katsersaal: 99 Künstler- Ensemble Nordsterne" unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7, Uhr. Kaffeneröffnung 62 Uhr. Entree 50 Pf. Bons hab. Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. In den unteren Sälen Dienstags und Donnerstags: Przywarski Konzert. Sonnabend u. Sonntag: GörischKonzert. Bons haben Gültigkeit. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf goldenem Boden. Sonntagabend 7 Uhr: Preciosa. Sanssouci. WING BARTEN Saharet australische Tänzerin. The Great Goldin Illusionist. Goldin gab eine Separat- Vorstellung vor Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. Smith u. Doreto Therese Renz Excentrics Schulreiterin Reckturner Die drei Luppus Anne Dancrey Pariser Soubrette. Moskwa Die Agoust's russisches Sextett. Jongleure. Die Expedition. Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Chormeister: Alexander Weinbaum. M. d. A.-S. 130 Sänger. Sonntag, den 25. Oktober, in Louis Kellers Festsälen, Koppenstrasse 29: Konzert. Mitwirkende: Alfred Wittenberg( Violinvirtuos), Vera Goldberg( Sopran), Paula Weinbaum( Alt), Heinrich Grahl( Tenor), Eugen Brieger( Bass). Anfang präcise 62 Uhr.- Eintritt 40 Pf., an der Kasse 50 Pf. Nachdem: Tanz. Herren zahlen 50 Pf. Eintrittskarten sind in der Musikalienhandlung von Richard Kaun, Grüner Weg 17; in der Papierhandlung von B. Wolter, Neue Königstrasse 72; im Ostend- Restaurant, Grosse Frankfurterstrasse 18; im Restaurant Augustin, Druckerei des ,, Vorwärts", Lindenstr. 69; in den Cigarrengeschäften von Paul Ihm, Wrangelstr. 58; Köppe, Tilsiterstr. 45; Horsch, Gewerkschaftshaus; Emil Schulz, Mittenwalderstrasse 2; Gustav Schürer, Lindenstr. 97/98 und Alexandrinenstr. 15 sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen erhältlich. 66/1 IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Sonnabend den 24. Oktober 1903, abends 7 Uhr: Mademoiselle de Holstein. Hr. Burkhardt Foottit, Schulreiter. Big Claire Heliot, Löwenbraut. Paul Mündner: Todessprung. Eine Hirschjagd, geriften mit 20 Boll- und Halbblut- Pferden. Direktor Busch: Neubreffuren: 4 oftpreuß. Rappen; 2 Berser hengste. Erotisches MonstreTableau: 12 Elefanten, 3 Zebras, 50 Pferde; der Elefant als Chauffeur. Der Vorstand. Einladung zur Wahlversammlung der gewählten Vertreter der Arbeitnehmer der Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg. Die Vorstandsmitglieder Jacob, Lehne und Kruszinski haben ihre Aemter als Vorstandsmitglieder niedergelegt. Die Amtsperiode würde mit dem 31. Dezember 1903 enden. Bur Bornahme der Erfahwahlen lade ich die gewählten Vertreter aus dem Stande der Arbeitnehmer zu ciner Wahl- Versammlung Berliner Winterfreuden auf Sonnabend, den 31. Oktober Humorist. Manege- Schaustück. Avis! Sonntag, den 25. Oft. 1903: 2 große Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr und abends 7% 11hr. Nachmittags 4 Uhr: 1 Kind frei, sofern es ein Angehöriges ist. In beiden Borstellungen: Miss Claire Heliot, Löwenbraut. Paul Mündner: Todessprung. AngelineVanloo Sängerin Nathan Wand, 0. K. Sato komischer Jongleur. Miss Emeline Trapezkünstlerin. Die Jahrmarktsprinzess Der Biograph. Ballett. 129 Staligerstr. 129. Die schönsten 26515* Herren- Winter- Paletots und Anzüge in neu, 1903, abends 8 Uhr, im Gasthof zum Schwarzen Adler", hier: felbst, Frankfurter Chauffee 120, im Zimmer rechts vom Haupt cingang, ganz ergebenst ein. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Lichtenberg, den 22. Oktober 1903. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse Lichtenberg. gez. Levyn, Vorsitzender. 277/1 Central- Kranken- u. Sterbekaffe der Tischler usw. Verwaltung Berlin H. 25. Oftober 1908, Königsberger- Monats- Garderobesdorf, Geld -Lotterie. fast neu, für jede Figur passend, find in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Ziehung: Nathan Wand, 11.- 10. November 6241 Geldgewinne baar ohne jeden Abzug zahlbar von Mk. 200000 Hauptgewinne: Mark 50000 20000 10000 etc. etc. eto. Originallose à 3 Mark Für Porto und Liste 30 Pf. extra. Oscar Brauer& Co. Nachf. G. m. b. H. Bank- Geschäft Berlin W. Friedrichstr. 181. Filialen: NW. Wilsnackerstr. 63. 0. Andreasstr. 46a. SO. Oranienstr. 177. Spottbillig! AnzugstoffPaletotstoffDamen- RostümstoffDamen- PaletotstoffReste! Kottbufer Thor- Stat. der Hochbahn. Tuchfabrik- Niederlage Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. 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Oktober 1903, abends 9 Uhr, bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57, Hof part.: Ausserordentliche bel Herrn Raabe, Kolbergerstr. 23. General- Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1903. 2. Wahl eines Kassierers. 3. Staffenangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 183/8 Die Ortsverwaltung. Hâkim= der Arbeitgeber- und ArbeitnehmerVertreter. Tages- Ordnung: die Abänderung des Kassenstatuts auf Beratung und Beschlußfassung über Grund der Novelle zum Krankenbersicherungs- Gesetz vom 25. Mai 1903. Der Vorstand. 277/12 29451 Cigaretten sind nach dem einstimmigen Urteil aller Sachverständigen die feinsten 2 Pf.- Cigaretten! Höchste Leistung! 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So verliert demütiglich in dem Geleise des vorgeschriebenen Glaubens weiter ge- Senardi ſein Tenerstes, doch auch der Stolz und die Hoffnung trottet und soll nun im Lyceum einer italienischen Kleinstadt die Alberinis sinken in Trümmer. Eine Zufallskrankheit streckt jungen Köpfe nach derselben Norm dressieren. Der andre, Professor die junge Frau nach wenigen Monaten der Ehe aufs TotenLucifer". Drama in vier Aften von Alberini, ist den Weg moderner Bildung gegangen. Die Priesterfutte hat bett. Gin Ereignis, wie jeder Tag es bringen kann, nicht merkE. A. Butti. Deutsch von Otto Erich Hartleben und er von sich geworfen und mit den äußeren auch die inneren Fesseln ge- würdiger und nicht entsetzlicher als tausend und abertausend SchickOttomar Pilz.- Wer da geglaubt hatte, die Uebersezerschaft sprengt. Seiner kraftvollen Natur widerstrebt alles Unentschiedene, Halbe. sale, an denen die, die nicht getroffen sind, mit gleichgültigem Hartlebens deute auf eine Wahlverwandtheit des Italieners mit dem Wie er, so lange er glaubte, mit glühendem Fanatismus an der Räsommement vorübergehen. Aber nun der Schlag auf ihn selber Hartleben, der das„ Studententagebuch", die Humoresken, die frivol Kirche hing, so von Grund aus feindlich steht er nun dem Katho- niederzuckt, wanft jede Stüße der Philosophie in des jungen Guido graziöse Sittliche Forderung" und die spottfunkelnde Komödie Die lizismus und jeder Art des Glaubens gegenüber. Die Wissenschaft, Herz. Der Vater mahnt zur Fassung, zur Vernunft, er hört es Grziehung zur Che" geschrieben, wurde gründlich enttäuscht. Nichts, bas ift die Macht, die wachsend und wachsend alle gebensrätsel nicht, da alt Worte vertrauten flingen ihm wie hohle nicht ein einziger flüchtig aufblizender Zug erinnert an den durchleuchten und lösen wird! Es giebt nichts, was sich ihr ent- Schellen. Warum sollte nicht ein Gott sein, ein Gott, der diese Umkreis jener Stimmungen, aus denen Otto Erich, mit ziehen könnte! Mit schweren Kämpfen errungen, ist diese Ueber- Schickung als Strafe verhängt, der also sie auch wenden könnte, ein dem Motto wider die Philister, seine besten Dichtungen geschöpft zeugung ihm ein feſtes Fundament des Lebens geworden. Gott, zu dem man beten darf?! Gebrochen, halb bewußtlos an dem hat. Wenn nicht der Zufall die Wahl geleitet, scheint sie ein An- Er hat Glück und Frieden und neuen Kampfesmut in Arm des Priesters wankt er zu der Leiche. Starr sieht der Prozeichen von inneren Wandlungen. Schwermütig- resignierender Ernst ihr gefunden. Sein Sohn, im gleichen Geiste erzogen, feffor dem Verschwindenden, den er so gut gestählt glaubte für den spricht aus dem Drama Buttis. Es sind bedeutsame Konflikte, an die soll der Fortführer und Vollender seines Werfes sein, zu Höhen Kampf um die Wahrheit, nach, und während draußen die Glocken er rührt; aber er rührt auch eben nur an sie. Von einer fünst flimmen, die er selber nicht erreichen konnte. Der Atheismus Alberinis, des Ostermorgens läuten, drängt sich wie eine von der Flut des lerischen Durchdringung des Problems ist er so weit entfernt, unter andern Umständen etwas so Gewöhnliches, hat in dem Unglücks aus weiter Vergangenheit heraufgespülte Erinnerung, daß die Uebertragung, nach Gesichtspunkten artistischen Interesses fatholischen Städtchen ihn mit geheimnisvollem Nimbus umwoben. ein leises:„ Wer weiß es?" über feine Lippen. Der beurteilt, sich in keiner Weise würde rechtfertigen und verstehen" Lucifer" benamsen ihn dort die naiven Gemüter. Der Schmerz ruft nicht den Glauben, aber das vergessene Gefühl lassen. Hartlebens hochentwickelter und klarer Formensinn fann sich gläubige Jugendfreund besitzt eine Tochter, und des der Schranken, die jedem Wissensstolz gesetzt sind, in ihm wach. dem nicht verschlossen haben. Der Aufbau in den vier Akten, die Professors Sohn verliebt sich also, wie voraus zu sehen, Gine tendenziöse Verherrlichung der Gläubigkeit liegt dem Stücke, fich Sommer, Frühling, Herbst und Winter auf dem Theaterzettel in das Mädchen, leider ohne uns für seine Leidenschaft interessieren liegt auch diesem Schlusse, scheint mir, völlig fern. In der Gegennennen, ist von einer Einfachheit, die die Geduld auf eine wirklich zu können. Mathilde erschricht nicht wenig, als der junge Mann ihr überstellung der streitenden Meinungen hat der Dichter Licht und harte Probe stellt. Wozu ein paar andeutungsreiche Scenen die von väterlicher Seite ererbten Doktrinen auseinandersetzt, aber Schatten gleich verteilt. genügt hätten, das wird in langen redseligen Aufzügen ein Kuß stellt schnell die zärtlichen Gefühle wieder her. Ihr Vater Die Aufführung, mit warmem Beifall aufgenommen, bot pedantisch gründlich auseinandergesetzt. Gut die Hälfte will um seiner und der Tochter Seelenheil die jungen Tüchtiges. Den Professor gab Pitts chau mit Kraft und Würde, des Stückes wäre entbehrlich gewesen. Der Dialog ist so beziehungs- Lente trennen. Er lädt einen Priester, der dem liebenswürdigen und ebenso traf Roland ganz den rechten Ton in der Rolle los und unpersönlich, so ohne alle Hintergründe und in das Duntlere Mädchen die Verworfenheit der Ungläubigen recht lebendig des Gegenpartners, des bescheiden- demütigen und doch festen i des Seelenlebens sich eröffnende Perspektiven, als hätte es niemals ausmalt und seine Warnungen durch Hinweis auf die Höllenstrafen Senardi. Frl. Cerigioli war in Sprache und Haltung eine eine naturalistische Bühnenkunst, einen Ibsen, einen Hauptmann ge- unterstützt. Vergebens, daß der Professor für seinen Sohn beim sympathische Mathilde, und Alexander Wierth, als Liebhaber ein geben. Erst in den Scenen des dritten und vierten Aftes weht Freunde sich verwendet. Der bei aller Bigotterie herzensgute Alte, wenig fade, wirkte durchaus echt in dem Verzweiflungsausbruch des etivas wie ein Hauch von Stimmung. der mit rührender Liebe an seiner Tochter hängt, bittet und beschwört letzten Attes. Zwei Jugendfreunde aus dem Priesterseminar führt nach langen sie, ihm den Schmerz eines solchen Bundes zu ersparen. Mathilde Costümröcke enorm billig prima Verarbeitung, tadelloser Sitz, vorzüglicher Schnitt, in allen Längen und Weiten vorrätig, schwarz und farbig, i. den modernsten glatten u. Fantasiestoffen 3.75,5,7,10, 15 Mk. in Seidendamast . 20 u. 25 Mk. Amerikan. fussfreie Strassenröcke.. jetzt 5.75, 9, 10 Mk. 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