Nr. 253. god Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs Breisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 art, für das # übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 20. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramum Aoresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der Socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 29. Oktober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV, Nr. 1984. Der erste deutsche Arbeiterkongreß". denen, welche die socialdemokratische Arbeiterschaft auf diesem Gebiet Trachenberg, Dels- Wartenberg, Brieg- Namslau und Ohlau- Strehlen, * Auch das Schöffengericht in Militsch hatte sich etwa ein dugendmal mit solchen Anklagen gegen socialdemokratische Flugblattverbreiter beschäftigt und war in allen Fällen zur Freisprechung der betreffenden Genossen gelangt. Am 17. September standen wieder mehrere Genossen vor dem dortigen Schöffengericht; ihre angeblich verbotene Thätigkeit bezeugte der ebenfalls vor die Schranken des Gerichts geladene Gendarm Paul. Dabei spielte sich folgende Scene ab: fprechen, abgesehen von den einleitenden Begründungen, nahezu blatt aus den Kreisen Breslau- Land, Guhrau- Steinau, Militschstellt und durch ihre Abgeordneten im Reichstage vertreten findet. und noch ist des Segens kein Ende. Von den 170 angeklagten GeAuch die Blüten der Giftpflanzen haben Honig, aus dem die Dieses Ergebnis des Kongresses sah auch das Unternehmertum noffen sind 144 in erster oder zweiter Instanz freigesprochen worden. fleißige Immenfchar Nahrung zieht. Das könnte man angesichts der voraus. Die Arbeitgeber- Zeitung" schrieb in einem Artikel über Nur die Straffammern in Dels und Brieg sind in etwa 20 Fällen Veranstaltung in Frankfurt a. M. sagen, die stolz erster deutscher den Kongreß, daß die Unternehmer die national gesinnten Arbeiter zu Verurteilungen gelangt, die beim Kammergericht angefochten sind. Arbeiterkongreß" genannt wurde. Es war weder ein erster Arbeiter mit Freuden begrüßen als Bundesgenossen im Kampf gegen die fongreß noch ein erster von nichtsocialdemokratischen Arbeitern be- Socialdemokratie", der Frankfurter Tagung aber doch mit gemischten suchter Kongreß. Der erste Arbeiterkongreß wurde bereits im Jahre Gefühlen gegenüber stehen, weil die Bestrebungen, insbesondere das 1848 in Berlin abgehalten, so daß die Herren, welche den Frankfurter freie Koalitionsrecht, in viel geringerem Grade ihnen selbst, als Kongreß berufen haben, mit ihrem ersten" Arbeiterkongreß etwas ihren socialdemokratischen Gegnern zum Vorteil gereichen würde." reichlich spät kommen. Auch die Bezeichnung Arbeiterkongreẞ" Das ist das unausbleibliche Ergebnis aller Veranstaltungen, dürfte nicht ganz zutreffend sein, wenn auch in der Einladung zum welche sich gegen die moderne Arbeiterbewegung richten und gleich Kongreß gesagt war, daß nur Arbeiter oder Angestellte von zeitig die Interessen der Arbeiterschaft fördern sollen. Arbeiterorganisationen zum Kongreß als Delegierte Zutritt haben Eine Giftpflanze sollte der Kongreß werden, geeignet, die Dem vorsitzenden Richter, Herrn Assessor Simon, ber sollten. Die Organisationen, welche die Vertreter entsandt hatten, moderne Arbeiterbewegung auszurotten, oder doch wenigstens die seit dem 1. Juli eine befoldete Richterstelle innehatte, scheint die können nicht als Arbeiterorganisationen gelten. Die evangelischen Arbeiterschaft noch mehr zu spalten und auseinander zu treiben als Bahl der gegen die Socialdemokratie angestrengten Prozesse auf,, Arbeitervereine", die 90 000, sowie die verschiedenen katholischen sie es schon ist. Das Gegenteil wird eintreten, gleichviel welchen gefallen zu sein, umſomehr, als ihm zu Ohren gekommen war, daß „ Arbeitervereine", die 250 000 Mitglieder auf dem Kongreß vertreten Erfolg der Kongreß haben wird. Eine Deputation ist vom Kongreß an den betreffenden Sonntagen auch freifinnige und konservative ließen, haben notorisch eine große Zahl Mitglieder, die Beamte und ernannt, welche die gefaßten Beschlüsse dem Reichskanzler persönlich Flugblätter zur Verteilung gelangt waren. Kleinhandwerker find. Diese gehörten den Vereinen sicher nicht an, unterbreiten soll. Ein Komitee ist eingesetzt, um diesen Beschlüssen Sigung, wieso es tomme, daß er immer nur focialdemokratische Der Richter fragte also den Gendarmen in der genannten in welchen statt der Pflege firchlicher Interessen Arbeiterinteressen Geltung zu verschaffen. Man wird also auf die Regierung und Flugblattverbreiter angehalten und aufgeschrieben habe, während alle gefördert würden. Ebenso werden die Pfarrer und Kapläne, welche gleichzeitig auf die Volksvertretung einzuwirken, die Forderungen Parteien Propagandablätter verteilten. die katholischen Gesellenvereine als Präsides leiten, wohl nicht als des Kongresses zur Durchführung zu bringen suchen. Dabei wird Arbeiter bezeichnet werden können und auch nicht bezeichnet werden besonders das Centrum in eine fatale Lage kommen. Bei den Wahlen zu den Arbeiterkammern sollen auch die Arbeiterinnen, nach Hierauf erklärt der Vorsitzende: Neber die Zulässigkeit Wie viel industrielle Arbeiter von den 198 Delegierten, die nach der Erklärung des Kongresses, stimmberechtigt sein. Dem Centrum aber ist das Gesek und die Gerichte. Eine Ausnahme für die Socialdemsdieser Handlungen entscheiden nicht die Verwaltungsbehörden, sondern den Angaben der Kongreßleitung 622 200 Mitglieder hinter sich es zu danken, daß die Arbeiterinnen bei den Wahlen zu den Ge- fratie gebe es dabei nicht, denn diese sei eine gleichberechtigte politische haben sollten, thatsächlich vertreten worden sind, wird sich unter werbegerichten ausgeschlossen sind, wo viel unmittelbarer ihre Inter- Partei wie Freifinnige und Konservative. diesen Umständen schwer feststellen lassen. Aber auch die angegebene essen in Frage kommen. Bei Vertretung dieser Forderung werden Die Verhandlung endete, wie die früheren, mit der Freis Mitgliederzahl wird noch wesentlich zu reduzieren sein, weil ohne die christlichen Arbeiter die erste Abweisung bei der Fraktion finden, spre chung der angeklagten Genossen. Ueber das hier mitgeteilte Zweifel umfangreiche Doppelzählungen vorliegen. Die evangelischen die ihnen am nächsten steht. Aber auch alle die anderen Kongreß- Vorkommnis, das sich in öffentlicher Verhandlung abspielte, faßte und katholischen Vereinigungen stellen sicher das größte Kontingent forderungen, sie wären längst durchgeführt, wenn das Centrum es der Gendarm Paul einen Bericht ab und sandte diefen an den Landfür die christlichen Gewerkschaften und find infolgedessen die Anrat von Stosch, der seinerseits für die Weitergabe des Berichts an gehörigen in großer Zahl in beiden Organisationen als Mitglieder die höheren Instanzen Sorge trug. gezählt. Es wäre dasselbe, als wenn die socialdemokratischen Vereine und die Gewerkschaften einen gemeinsamen Kongreß abhalten wollten und die vertretene Mitgliederzahl nach dem Bestande der einzelnen Drganisationen angeben würden, ohne zu erwähnen, daß Hundert tausende gleichzeitig in beiden Organisationen Mitglieder sind. wollen. Es ist deshalb sehr deplaciert, wenn auf dem Kongreß behauptet wurde, daß die hinter dem Kongreß stehende Heerschar unter Zurechnung der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine den Gewerkschaften an Stärke gleichläme. Jedoch dieses nachzuprüfen erübrigt sich, wenn zu beurteilen ist, welche Wirkung dieser Kongreß für die moderne Arbeiterbewegung haben kann. Sein Zwed war offenkundig und zum Ueberfluß hat ihn auch Herr Mumm im„ Evangelischen Arbeiterboten" Klar gestellt: Die tönigstreue Arbeiterschaft ermannt sich; es beginnt der Entscheidungskampf zwischen ihr und den antimonarchischen " Arbeiterscharen." gewollt hätte. Der Gendarm erwiderte hierauf kurz und deutlich, das sei auf Anordnung des Landrats geschehen. führung der ministeriellen Anordnung das Breslauer Oberlandes Am 13. Oktober verfügte das Justizministerium, am 14. in Ausgericht die Enthebung des Herrn Assessors Simon von der befoldeten Richterstelle in Militsch! Dhne jede Begründung wird dem Richter mitgeteilt: Der Landgerichts- Präsident. Nach einer Verfügung des Herrn Justizministers vom 13. b. M. und der Verfügung des Oberlandesgerichts- Präsidenten bom 14. Oktober werden Sie, Herr Gerichtsassessor, von der Verwaltung der bei dem Amtsgericht in Militsch erledigten Richters stelle entbunden. J. V.: Ackermann. blatt erfährt, daß Herr Simon niemals wieder eine besoldete RichterZugleich verfügte der Justizminister, wie unser Breslauer Parteiftelle erhalten dürfe. Drei Möglichkeiten ergeben sich, wenn das Kongreßkomitee ernstlich daran geht, die Wünsche des Kongresses auszuführen. Den Versuch muß das Komitee schon machen, denn ein weiterer Kongreß soll stattfinden und wir werden rechtzeitig daran erinnern, damit man sich um die Einberufung nicht herumdrückt. Es ist möglich, Regierung und Parlament erfüllen die Forderungen des Kongresses, dann wird ein Teil der Wünsche der klassenbewußten Arbeiter erfüllt, was deren Organisationen selbstverständlich nicht zum Schaden gereichen wird. Dder, die Forderungen werden zum Teil erfüllt, d. h. entsprechende Geseze werden erlassen, die aber ein wenig mehr Freiheit und gleichzeitig Beschränkungen nach den Wünschen der Scharfmacher bringen. Dann erkennen, die Arbeiter, die volle Erfüllung ihrer Forderungen als ihr gutes Recht ansehen, daß sie von den bürgerlichen Parteien übers Ohr gehauen werden und daß sie nur bei der Socialdemokratie ernstliche Förderung ihrer freiheitlichen Be- Dermaßen hat der Bericht eines preußischen Gendarmen dazu strebungen finden. Die Konsequenzen ergeben sich von selbst. Den geführt, daß der Richterstand vermutlich von einem unwürdigen Mits Drahtziehern, die eine königstreue Arbeiterbewegung gerne haben glied befreit werden wird, das die Frechheit hatte, in öffentlicher Leute wie dieser Herr haben eben nicht die jesuitische Schule möchten, werden sie sicher nicht gefallen. Oder, und das ist das wahr Gerichtssigung in vaterlandsloser Erinnerung an die preußische durchgemacht, welche die Vertreter des katholischen Christentums be- scheinlichste, es bleibt alles beim alten, d. h. nicht die bürgerlichen Verfassung vor den Augen eines sittlich empörten Gendarmen zu fähigt hat, schöne Worte zu machen, um die wahren Absichten zu Parteien, sondern die Socialdemokratie sorgt für die Schaffung behaupten, daß in Preußen alle Staatsbürger vor dem Gesetz verbergen. Die hervorragendsten Vertreter der christlichen Gewert- der Gesetze, welche der Kongreß forderte, und dann gleich sind, obwohl doch der preußische Justizminister schaften, die gleichzeitig den katholischen Vereinigungen Weft- fällt ohne weiteres die Frucht der Frankfurter Arbeit der Social- längst als revidierten Rechtsgrundsatz verkündet hat, daß es deutschlands vorstehen, waren es denn auch, die versuchten, das demokratie in den Schoß. nicht dasselbe sei, wenn zwei dasselbe thun. Wegen dieser offene Bekenntnis des Herrn Mumm auf dem Kongreß ab- Die Freude, welche sich in bürgerlichen Kreisen über den Kongreß Auflehnung gegen den obersten Chef der Justizverwaltung Herrn zuschwächen. und die Masse der nationalen, königstreuen,„ besseren" Arbeiter Schönstedt und seine Rechtsgrundsäße wird dem unglücklichen Assessor Nicht als Sturmbock gegen die Socialdemokratie" wollten sich fundgiebt, wird ebenso von kurzer Dauer sein, wie in vielen andern so lange der Brotkorb hoch gehängt, bis er es vorzieht, lieber freidie Kongreßteilnehmer brauchen lassen, sagte der Vorsitzende des Ver- ähnlichen Fällen. Die klassenbewußte Arbeiterschaft kann der willig dem preußischen Richterstande den Rücken zu kehren als zu bandes der christlichen Gewerkschaften bei Eröffnung des Kongresses. weiteren Entwicklung der Sache mit Ruhe und Zuversicht entgegen verhungern. Wer wundert sich da noch, daß es in Preußen keine Wir wollen auch keineswegs unsre Aufgabe im Kampf gegen die sehen. Sie wird ihren Arbeitsgenossen, welche heute noch den Richter mehr giebt, die sich entschließen, die Rechtsgleichheit der Socialdemokratie bis aufs Messer erblicken. Mit der Socialdemo- Lockungen ihrer grimmigsten Feinde folgen, unter erfreulicher Mit- focialdemokratischen Notte anzuerkennen und sie selbst sogar einem kratie mögen sich die Leutchen herumschlagen, die sie geschaffen haben. hilfe unsrer Gegner, die bei der Stellungnahme zu den Kongreß- Gendarmen gegenüber zu behaupten, der doch naturgemäß tiefer Wir sind doch in erster Reihe Arbeiter und empfinden als Klaffen- forderungen schön zur Geltung kommen wird, zeigen, daß wir zwar in die Intentionen des Ministers einzubringen vermag als so ein genossen und wollen als solche in erster Reihe, daß der sociale nicht bessere" Arbeiter sein, wohl aber für die Arbeiterschaft das hergelaufener Assessor, dessen Namen überdies verdächtig orientalisch Starren weiter geschoben wird", erklärte am Schluß des Kongresses Bessere erstreben wollen. flingt. der Redakteur des Organs der katholischen Arbeitervereine, der ,, Westdeutschen Arbeiterzeitung". Wären die Worte zu nehmen, wie sie gesprochen sind, dann wäre die Berufung eines Arbeiterkongresses unter Ausschluß der socialdemokratischen Arbeiter wenig am Plage. Aber die Worte werden zur Wahrheit werden, sehr gegen den Willen der Drahtzieher, die hinter den Coulissen ihren Einfluß auf Der Gendarm, der civile Stellvertreter Gottes auf preußischer den Kongreß ausübten. So wenig wie die Gründung der christ- Erde, entscheidet über alle Angelegenheiten des allgemein menschlichen Gewerkschaften der modernen Arbeiterbewegung Abbruch zu lichen und des besonderen politischen Lebens. Der Schußmann Zeit gegen Bezahlung ein richterliches Amt übernehmen. Diese thun vermag, so wenig wird der Kongreß geeignet sein, die Arbeiter- reguliert das Versammlungswesen, er bestimmt die Bedingungen, Kommissorien werden für eine genau befristete Zeit übers bewegung, die auf ihm ihre Vertretung fand, zu stärken. Die unter denen die Ausübung des Streifrechtes zulässig sind, er schätzt tragen, nach deren Ablauf der Assessor wieder zu seiner alten Stelle christlichen Gewerkschaften tragen den Organisationsgedanken in die den Kunstwert von Bildern ein. Seine neueſte Leistung besteht zurückkehrt. Politische Uebersicht. Berlin, den 28. Dftober. Justizreinigung durch Gendarmen. In rechtlicher Hinsicht ist die Darstellung unsres Breslauer Partei- Organs nicht völlig flar. Auch Gerichtsassessoren können, wie die Richter, ohne ihre Einwilligung oder ohne ordentliches Disciplinars verfahren nicht versetzt oder von ihrem Amte suspendiert werden. Herr Assessor Simon versah in Militsch ein sogenanntes richterliches Kommissorium. Gerichtsassessoren, die sonst unbefoldet bei Gerichten und Staatsanwaltschaften thätig sind, können auch für eine bestimmte indifferenten Massen, die infolge des klerikalen Einfluffes für die darin, daß er berufen ist, den preußischen Richter- Vor Beendigung des Kommissoriums fann er ohne seine modernen Arbeiterorganisationen noch nicht zu gewinnen sind, aber stand zu säubern und und durch die Verwaltungspragis Einwilligung oder ohne Disciplinarverfahren nicht von seinem Posten für sie gewonnen werden, sobald sie beginnen, die Drganisation, zu den seiner Zeit im preußischen Abgeordnetenhause abgelehnten entfernt werden. Ist nun Herr Simon etwa vor der Zeit von der man sie rief, ernst zu nehmen. Nicht wenig entsegt werden die Affefforen- Paragraphen wirksam zu machen. Wenn jeder seinem Amte entbunden worden? Das wäre unzulässig. AndernVäter der christlichen Gewerkschaften sein, wenn sie sehen, daß diese Tag die Kluft zwischen der preußischen Justiz und dem falls ist eine Entbindung überhaupt nicht notwendig, da der Auftrag ernstlich den Kampf mit dem Unternehmertum aufnehmen und allein Rechtsempfinden des Volkes entfremdet, wenn die Urteile immer nach dem Ablauf der Frist ohne weiteres erlischt. für die Aussperrung in Iserlohn 35 702 M. aufgebracht haben. Die unbegreiflicher werden, so liegt das in erster Linie daran, daß das Wichtiger jedoch als die Frage der formellen Berechtigung des Geister, die man rief, lassen sich nicht mehr bannen. Richterpersonal sich ausschließlich aus den herrschenden Klassen, ja justizministeriellen Vorgehens ist der Vorgang an sich, der zeigt, Ebenso wird es denen ergehen, welche glaubten, durch den Kon- man tann sagen, aus einer bestimmten Kaste rekrutiert. wie auch ohne Assessorenparagraphen alles erreicht werden kann, was greß die Arbeiter zum Kampf gegen die Socialdemokratie mobil machen Ein Fall, der mehr als eine allgemeine Betrachtung geeignet ist, mit jenem Gesetz bezweckt werden sollte. zu können. Zwar versuchten verschiedene Delegierte, die den Hinter- das psychologische Rätsel der neu- preußischen Justiz zu lösen, wird Im Jahre 1896 wurde im preußischen Landtag jener Assessorenmännern als Sprachrohr dienten, diesen Kampf auf dem Kongreß zu bor. der Breslauer Bolts wacht" soeben zur Kenntnis paragraph erörtert, der bestimmt: Volkswacht"„ Die Ernennung der Gerichtspredigen, aber sie tanden wenig Anklang. Ihre Versuche, die Re- gebracht. assessoren erfolgt nach Maßgabe des für den höheren Justizdienst folutionen, die in Bezug auf das Koalitionsrecht, die Vereinsgesetz- Die Parteigenossen in den ländlichen Kreisen Mittelschlesiens bestehenden Bedarfs. Die Referendare, welche die große Staatsgebung, die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und die Arbeiter- werden auf das äußerste durch zahllose Prozesse belästigt, in denen prüfung bestanden haben, aber nicht zu Gerichtsassessoren ernannt fammern angenommen wurden, so zu gestalten, daß die geforderten Flugblattverteiler bei den letzten Reichstagswahlen wegen Störung werden, erhalten ein Zeugnis über das Bestehen der Prüfung und Gesetze den königstreuen Arbeiterorganisationen eher schaden als der Sonntagsruhe durch öffentlich bemerkbare Arbeit unter Auflage scheiden mit der Zustellung dieses Zeugnisses aus dem Justizdienste nügen würden, hatten keinen Erfolg. Die gestellten Forderungen ent- gestellt werden. 170 solcher Anklagen bereits zählt unser Partei- aus; sie sind befugt, die Bezeichnung als Assessor zu führen." " " Der Zweck des Paragraphen war, den Richterdienst den wie wird, durch die Feststellung der Wahrheit für alle Zukunft der wahre Grund sei der, daß Deutschland ausgezeichnete Dampferlinien der Kammergerichts- Präsident Drenckmann sagte Söhnen aus Wiederholung an Schändlichkeiten, welche die deutsche Kultur ent- mit hohen Subventionen unterhalte, während England nur eine guter Familie" zu reservieren. Die Liberalen schlugen Lärm, weil sie würdigen, vorzubeugen. Kunert hat deshalb den Wunsch, daß man ungenügende Linie mit einer jämmerlichen Subvention habe; die für die Karriere ihrer Söhne und die Konkurrenz der Söhne aus den ihm in der Sammlung des weiteren Beweismaterials nach Möglich- deutschen Dampfer brächten deutsche Ware, der Handel folge der Flagge.edelsten Familien fürchteten. Das Gesetz scheiterte, weil auch das keit behilflich sein möge. In Betracht kämen: Spanien. Centrum argwöhnisch war. 1. Eidliche Zeugenaussagen von ehemaligen Mitgliedern des oftasiatischen Expeditionscorps über Zerstörungen, Plünde= Der Ausstand in Bilbao nimmt einen immer größeren Umfang rungen oder Schändungen durch deutsche Soldaten. an. da sich die übrigen Fachvereine der Arbeiter, empört über die Die Zeugen müssen eigne Wahrnehmungen zu bekunden vermögen brutale Haltung der Bergiverksbefizer, den Streifenden anschließen. und militärisch unabhängig sein. Genaue Adressen solcher Zeugen Nach den neuesten telegraphischen Meldungen beträgt die Zahl der sind deshalb wichtig. Ausständigen nunmehr 40 000. Der Eisenbahn- sowie der Straßen2. Briefe von Chinakriegern, welche Angaben über die an- bahndienst sind unterbrochen. Die Ausständigen versuchten vorgestern, gedeuteten Borkommnisse enthalten. Es können jedoch solche Briefe wie Wolffs Bureau meldet, die Arbeit in der Gasanstalt, die von beigefügt werden kann. Der Name tann genannt werden, wenn er Stellen bewarfen die Ausständigen die Wagen, welche noch vernur gebraucht werden, wenn Name und jetzige Adresse des Schreibers Kavallerie- Abteilungen geschützt wird, zu verhindern; an andren bei Veröffentlichung des Briefes bereits mit veröffentlicht wurde, fehrten, mit Steinen unter Rufen:" Tod dem Bürgeroder wenn der Briefschreiber mit der Nennung seines Namens vor it ande, nieder mit den Tyrannen!" Die Polizei ging Gericht einverstanden ist. Indeſſen der Aſſeſſorenparagraph wollte nur legitimieren, was in der Praxis seit jeher möglich war. Niemand hat ein Recht darauf. zum Referendar, Assessor und Nichter ernannt zu werden. Und so hat der Justizminister auch ohne Assessorenparagraph es in der Hand, unbequeme Elemente aus dem Justizdienste hinauszuekeln. Der Fall Simon ist ein klassischer Beweis für die Inkraftsetzung des abgelehnten Assessorenparagraphen auf dem Verwaltungswege. Herr Simon hat sich des Verbrechens schuldig gemacht, sich in Einklang mit der Verfassung und in Widerspruch mit dem miniſteriell befruchteten Rechtsempfinden eines Gendarmen zu setzen. Das genügte, um den Frevler durch administrative Maßregelung und Aushungerung aus der Richterfarriere zu drängen. Offenbar so meinten der Gendarm, der Minister und der Oberlandesgerichts- Präsident- kann nur ein Socialdemokrat den revolutionären Grundsatz der Rechtsgleichheit, wie er in der preußischen Verfassung einbalsamiert ist, anerkennen. Der Kerl muß raus! Herr Simon hat sich wenigstens erst auf dem Wege vom Assessor zum Richter das Genick gebrochen und kann deshalb Rechtsanwalt werden. Hätte das Mißgeschick ihn vor dem Assessor getroffen, so wäre seine juristische Laufbahn ganz und gar zu Ende gewesen. 3. Korrespondenz der Kriegsberichterstatter bor; es wurden Schüsse gewechselt und sechs Personen verwundet. Im Laufe des Tages wurde auf den Klub der Minenbefizer des In- und Auslandes über die Chinacampagne von 1900/1901. ein Ansturm gemacht. Fabriken, die Ausländern gehören, zogen ihre Präcise Angaben hierzu und ausreichende Adressen sind sehr wichtig. Nationalfahnen auf. Die Ausständigen verhindern auch das Laden Kunert wird außerdem Gutachten von China Sach der Schiffe; die Geschäfte an der Börse sind eingestellt; die Zeitungen berständigen über den Feldzug vorlegen. Auch hier wäre ihm erscheinen nicht, die Läden sind geschlossen, die Straßen angefüllt zur Vervollständigung seines Materials die Angabe genauer Adressen von Arbeitern. Infolge des Belagerungszustandes sind zwei Regimenter Infanterie und Verstärkungen d der Gendarmerie ein Schließlich wird die Herbeiziehung der Strafatten des getroffen. ehemaligen ostasiatischen Erpeditionscorps beantragt werden. Auch hier wären von großem Werte Mitteilungen darüber, daß und gegen welche Personen( genaue jetzige Adresse) Urteile in der angedeuteten Richtung gefällt wurden. von China- Kennern erwünscht. 3weddienliche, aber nur ganz präcise Mitteilungen dieser Art erbittet sich Kunert imter seiner persönlichen Adresse nach Berlin, Bilbao, 28. Oktober. Bei den gestrigen Unruhen wurden eine Frau getötet und 15 Personen verletzt, darunter 6 schwer. Die Bahl der abgegebenen Schüsse beläuft sich auf etwa 300.azonodustisy Rußland. Ein Ueberfall auf den Generalgouverneur des Kaukasus, Fürst Es ist wahrlich gefahrlos, dem preußischen Richter die gesetzlich mun einmal garantierte„ Unabhängigkeit" zu belassen. Es ist ja dafür gesorgt, daß niemand Richter wird, dessen Unabhängigkeit den Lindenstraße 69. Größte Beschleunigung ist erforderlich. Die Presse Golizhn, wird aus Tiflis berichtet. Als der Fürst mit seiner Ges herrschenden Gewalten verdrießlich werden könnte. Die Juſtizleute wird um Abdruck ersucht, und zwar nicht nur die deutsche, werden rechtzeitig gezähmt und gefiebt. sondern auch die Auslandspresse, insbesondere die französische englische, amerikanische, italienische und öst= reichische. 营 Deutsches Reich. Die Deffentlichkeit hat ein erhebliches Interesse an der Aufzu den Reichs- Stenerfragen. Aus München wird uns geschrieben: flärung über die Vorgänge in China und deshalb darf auch die Mitwirkung der Deffentlichkeit erwartet werden. Ausland. Ministerpräsident Tisza. mahlin heute nachmittag 4 Uhr von einer Spazierfahrt nach der Eingeborenen überfallen. Einer der Verbrecher brachte dem Fürsten Umgebung zur Stadt zurückkehrte, wurde die Equipage von drei mehrere Dolchstiche in den Kopf bei. Wie sich herausstellt, wurde der Fürst durch zwei durch die Müze gedrungene Dolchstiche am Kopf und ferner an der linken Hand verlegt. Die Schädelknochen blieben, Als die Verbrecher unverletzt; die Wunden sind nicht gefährlich. den Fürsten aus dem Wagen zu ziehen versuchten, warf sich der den Fürsten begleitende Kosat den Angreifern entgegen. Während Die Verbrecher des Handgemenges fuhr die Equipage davon. flüchteten in eine tiefe Schlucht, wohin sie von einem Schuhmann und Privatpersonen verfolgt wurden. Aus der Stadt eilte alsbald eine berittene Kosakenwache herbei. Die Verbrecher flüchteten von einem Gebüsch zum andren. Durch die Schüsse der Verfolger wurde einer der Verbrecher getötet, der zweite tödlich verletzt und der dritte schier verwundet. Die beiden letzteren erlagen später ihren Verwundungen. Motive zu Grunde liegen oder er von Räubern ausgeführt wurde, Dies der Inhalt der Drahtmeldung. Ob dem Anschlage politische die in jener Gegend keineswegs felten sind, wird nicht gemeldet. Türkei. 000 Aus der Etatdebatte in der bayrischen Kammer ist ein von der Presse sonst übersehenes Moment festzuhalten. Unser Parteigenosse Segi hatte u. a. ausgeführt: Der Finanzminister v. Ni edel habe an den Ministerpräsidenten nach dessen Mitteilungen einen brieflichen Bericht über die Berliner Konferenz der Finanzminister Aus Wien wird uns vom 27. Oktober geschrieben: Nachdem es erstattet. Redner habe diesen Brief zwar nicht gelesen, er könne mit dem neuen„ Programm", auf das sich Krone und Regierungsaber trotzdem einiges daraus mitteilen. In Berlin habe man sich partei hätten einigen sollen, nicht gegangen ist, wird die„ Entwirrung“ mit dem Plan befaßt, neben der Biersteuer noch die Tabak- auf andre Weise versucht: durch die Designierung zu einer Erstener ganz bedeutend zu erhöhen, um so den Uebergang zum nennung hat man sich nicht vorgewagt eines Ministerpräsidenten, Tabakmonopol vorzubereiten. Auf diese Herausforderung gab Herr welcher der Regierungspartei das Programm der Krone mundgerecht v. Riedel eine ungemein charakteristische Antwort. Er meinte lachend, Segitz habe seinen Brief sicherlich nicht gelesen. Es handele fich Mann, und das reicht beinahe aus, um über die Chancen des Vermachen soll. Das Programm kennt man noch nicht, wohl aber den aber um eine sehr ernste Sache und da bitte er doch, nicht suches zu urteilen. Der Mann ist Graf Stefan Tisza, der Sohn vorher Stimmung zu machen, ehe etwas Positives des„ längsten" Ministerpräsidenten, der in Ungarn jemals regiert hat, abend auf der nach Saloniti führenden Eisenbahnlinie zwischen den Dynamitanschlag auf die Orientbahn. Wegen eines vorgestern vorliege. Im übrigen könne er über die Reichs- Finanzreform Koloman v. Tiszas, der von 1875 bis 1890 die Zügel der Ne- Stationen Gjevgeli und Mirovca verübten Dynamitanschlages, sich nicht äußern, doch werde man sich nicht mehr lange zu ge- gierung führte. Graf Tisza den Grafentitel hat er von welcher nur geringen Schaden verursacht hatte, erhob die Direktion dulden haben; auch über die Handelsverträge fönne er feine Mit- seinem Onkel, der das teilungen machen. Diese Auslassungen des Ministers beweisen, daß störte Szegedin aufbaute von den Fluten der Theiß zer der Orientbahnen Vorstellungen beim Bauten- Ministerium dahiniſt schon lange der Mann gehend, die Bewachung der Bahnlinien zu verstärken, weil sonst der Genoffe Segi gut unterrichtet ist. Nach bestimmten Informationen der Hofburg; wveil der Kaiser hoffte, der hochmütige, Nachtverkehr eingestellt werden müßte. Der Minister versprach Verfoll in der That der Plan bestehen, die Tabaksteuer allmählich so zu den„ starten Mann" mimende Tisza werde die Obstruktion zu Paaren stärkung der Bewachung. erhöhen, daß Konsumenten und Produzenten das Tabakmonopol treiben, ließ er den Szell fallen, dessen Ministerschaft zweifellos Asien. als eine Art Erlösung betrachten würden. Zur Festsetzung der Ruffen in der Mandschurei. Aus Petersburg ebenso ein Vorteil für das Land wie für die Krone war. Das wird gemeldet, daß der in Port Arthur erscheinende Nowy Kraj" Herr Budde als Denunziantenzüchter. Der preußische Eisenbahn- das die Gewalt nicht ausschloß, waren nicht einmal Minister zu der erste Mal ist bekanntlich Graf Tisza abgeblikt; für ein Programm, schreibt: Die russischen Truppen verbleiben in Minister weilte jüngst in Danzig und ließ sich dort auch eine Depu haben. Wenn mun Tisza jezt die Mission übernommen hat, so be des Mandschurei, bis Angelegenheiten fernen tation der Eisenbahnarbeiter vorführen. Ostens der gemäß Anschauung Nach BlätterGerade jetzt ist für meldungen soll er sich nicht nur sehr wohlwollend" gegenüber der deutet das nichts andres, als daß die Aufgabe niemand, wenigstens tu lands entschieden sind. Arbeiterschaft der Eisenbahn geäußert haben, denn dieses Wohlwollen nicht unter diesen Bedingungen, übernehmen wollte. Denn jeder Rußland der Moment angebrochen, das politische Gleichgewicht Die Bestrebung der Japaner, ist üblich und bedeutet wenig, sondern er soll auch gesagt haben, er andre böte mehr Charakter als der hochnasige Tisza- Sprosse, dessen im Osten herzustellen.. werde einer Aufbesserung der Löhne nähertreten; diese persönliche Gefolgschaft kaum zwei Dutzend Mann zählt und dessen Ansiedlungen in Korea mit eigner Jurisdiktion zu erlangen, würde Zusage werden sich die Eisenbahnarbeiter merken und es fragt Autorität viel zu gering ist, als daß er hoffen könnte, die ver- zur Unterjochung der Koreaner führen und die Souveränetät Koreas sich nur für sie, wie lange es dauern wird, bis Herr Budde näher- schiedenen Strömungen innerhalb der Regierungspartei zu überwinden. von Landeigentümern gewährt, hat noch nicht die Stufe eines verlegen. Japan, welches bei sich den Ausländern nicht die Rechte tritt und die Zusage erfüllt. Beachtenswert aber ist, was der Minister Graf Tisza ist ein kommuner Nichts als- Politiker einer von der europäischen Staates erreicht. dann noch hinzufügte; es heißt in den Meldungen: Die Japaner, welche angebliche Dann warnte der Minister dringend vor der Socialdemokratie Qualität, wie sie eine Politik der Cliquen und engen Cirkel natur- Schuldner auf russischem Gebiete zu mißhandeln wagen, können nicht und bezeichnete es als Pflicht jedes Eisenbahners, seinen Bor- gemäß erzeugt. Von den vielgestaltigen Aufgaben, die der moderne mit den Rechten europäischer Kulturträger auf dem Festlande zus gesetzten von jeder socialistischen Agitation sofort Anzeige zu Staat hervorbringt, hat dieser in der dumpfen Beschränktheit des gelassen werden; zulässig ist bloß eine unter Stontrolle stehende Einmachen." Wahlprivilegs auferwachsene Mensch keine Ahnung. Uebrigens ist wanderung der Japaner in Korea. Schon diese Art der Warnung vor der Socialdemokratie ist Herr Tisza weniger Politiker als Industrieritter, er hat einmal eigenartig, wenn man sich erinnert, daß Herr Budde im Reichstage etwa 25 Verwaltungsrats- Stellen in seiner geldmacherischen Hand erklärt hat, ihm sei es gleichgültig, wen die Eisenbahner wählen". vereinigt. Mit diesen Eigenschaften erwirbt man kein Vertrauen Anscheinend bedauert Herr Budde längst, daß ihm dieses unvorsichtige und überwindet nicht eine Krise, die an die Grundlagen des Staates Wort über den Zaun der Zähne schlüpfte. Ungeheuerlich aber ist = die Landtagswahl. Scherze des Dreitlassen- Wahlsystems. Das preußische Dreiklassen- Wahlsystem, das die Volksmasse brutal vergewaltigt, zeigt im blutigen Grimm auch einige Züge schallhafter Spaßmacherei.nl dia did fot die Zumutung, die der Minister an die Eisenbahnangestellten richtet, greift. daß sie zu Denunzianten ihrer Kameraden werden sollen. Formell mag es Graf Tisza zuwege bringen, ein Ministerium Der Herr Miniſter ahnt offenbar nicht, welche Erbitterung in den zu bilden und die Mehrheit der Partei – von der ganzen ist keine Jm 41. Berliner Wahlbezirk, welcher u. a. Teile der WilhelmEisenbahnarbeiterfreisen dieses Wort zu entfachen geeignet ist. Er weiß Rede zu dem„ Programm" zu befehren, das ihm die Krone mitwohl nicht, daß unter den Eisenbahnern eine derartige Denunziation, gegeben hat, aber ob es dazu kommen wird, daß der Reichstag straße und des Wilhelms- Plages umfaßt, gehören nach einer Zu wie er sie sofern die Blättermeldung zutrifft sammenstellung der Freisinnigen Zeitung" zu den Urwählern dritter fordert, als ein wieder funktioniert, das ist noch sehr fraglich. Die Differenz Klaffe, weil sie weniger als 12 393 Mart Steuern jährlich bezahlen, Schurkenstreich empfunden wird. Auch die Eisenbahner kennen das zwischen dem Militärprogramin, das der von der Regierungspartei der Herr Reichskanzler Graf Bülow und die Staatssekretäre Graf Wort„ bom größten Lumpen im ganzen Land". Herr Budde irrt von Richthofen, ferner aus dem gewaltig, wenn er glaubt, auf diefe Art den freiheitlichen Sinn eingesetzte Ausschuß ausgearbeitet hat, und der Auffassung der Pojadowsky und Krone eine Differenz, die die Kombination Lukacs unmöglich ge- preußischen Staatsministerium der Justizminister und der unter den Eisenbahnern fesseln zu können, er bewirkt so nur das Gegenteil dessen, was er wünscht. macht liegt darin, daß jenes Programm die sogenannten Eisenbahnminister. Auch der inzwischen verzogene Schazsekretär Bon einer größeren Militärvorlage soll nach einer Meldung der Krone, in den inneren Angelegenheiten der Armee selbständig zu Abteilung, ebenso der Hausminister v. Wedel, der ObergewandBon einer größeren Militärvorlage soll nach einer Meldung der Majestätsrechte, die in der Verfassung ausgesprochene Befugnis der Frhr. v. Thielmann fungiert noch in dieser Wählerlister der dritten Berliner Neueste Nachrichten" für die nächste Reichstagssession keine Rede sein. Zwar halte man die Vermehrung der Kavallerie entscheiden, leugnet oder richtiger, daß er diese Rechte, den Alle diese Herren wählen zusammen mit 294 Urwählern dritter tämmerer Graf Perponcher und der Kabinettsrat b. Lucanus. und die Vervollständigung der Infanterie- Regimenter von zwei militärischen Absolutismus, abschaffen will. Vorläufig blieb, trob klasse, darunter die Portiers und Diener der Bataillonen auf drei Bataillone für nötig, diese Forderungen würden der Botschaft, die Tisza mitbrachte, der Ausschuß bei seiner Ansicht; minister hotels. Die zweite Abteilung in diesem interaber aus parlamentarischen und finanziellen Gründen zurückgestellt die endgültige Stellung der Partei wird erst in einer Partei- effanten Bezirk zählt nur acht wähler, die erste Abteilung werden und sollen erst in der folgenden Reichstagssession vorgelegt konferenz festgelegt werden. Fällt sie gegen die Auffassung der nur drei. Die erste Abteilung schließt hier mit einem Steuerbetrag werden. Dagegen soll schon in der nächsten Session das neue Strone, so ist der Tiszaschen Regierung vorweg die Grundlage von 62 180 M. ab. Fürst Radziwill ist seit 1898 aus der dritten in Pensionsgesetz und die Einstellung von fehlenden Oberstlieutenants entzogen. Aber auch im Falle Tisza die Partei für die Auf- die zweite Wählerklasse avanciert. bei den sogenannten Kleinen Infanterie- Regimentern vom Reichstage fassung der Krone gewinnen wird, bleiben seine Aussichten sehr gefordert werden. Die China- Wahrheit. gering. England. Leipziger Plak umfaßt, zählt die erste Abteilung nur zwei Wähler, In der Nachbarschaft, im 40. Urwahlbezirk, welcher u. a. den die Herren Rudolf Mosse und James v. Bleichröder, die zweite Abteilung sechs Wähler, die dritte 231. Jm 34. Urwahlbezirk schließt die erste Abteilung mit einer Steuersumme von 39 173 M. ab. Einziger Wähler dieser Abteilung ist der Hofschlächtermeister Hefter. Im eigentlichen Bankierviertel, Behrenstraße, Französischestraße, Charlottenstraße usw., dem 32. Urwahlbezirt, muß man 150 278 m. Steuern bezahlen, um zur ersten Abteilung zu zählen. Demgemäß wird hier die erste Abteilung gebildet von den Herren Ernst und Robert von Mendelssohn- Bartholdy. Unter den 7 Urwählern der zweiten Abteilung befindet sich dann noch Herr hältnis verschoben, als 1898 der Seniorchef der Familie MendelssohnBartholdy für sich allein die erste Abteilung bildete, während die zweite Abteilung von zwei jüngeren Geschäftsinhabern aus derfelben Familie gebildet wurde. Wegen angeblicher Wahlfälschung stand der Schneider Schilling vor der Straffammer in Königsberg. Er ist Socialdemokrat und soll bei der letzten Reichstags- Stichwahl auch für den im KrankenJoe Chamberlain hielt in Liverpool am Dienstagabend vor hause befindlichen Schlosser Breyer gewählt haben. Thatsächlich ist einer von etwa 5000 Personen besuchten Versammlung wieder mal nach dem Protokoll des betreffenden Wahlbezirks für Breyer gesetz- eine Rede, in welcher er von der Einigung auf dem Gebiete des widrig gewählt worden. Es ergaben sich jedoch keine Beweise Handels als der notwendigen Vorbedingung für die Reichseinheit für die Schuld des Angeklagten, den die Staatsanwaltschaft aus fprach. Chamberlain appellierte namentlich an die arbeitenden einigen scheinbar belastenden Gründen für den Thäter hielt, und lassen, indem er sein Wert darauf gab, daß sich durch seine Vordas Gericht gelangte zur Freisprechung. schläge, welche auch der Schiffahrt- Industrie zu gute kommen würden, die Lebensmittelpreise nicht erhöhen würden. Auf das Ausland übergehend, meinte Chamberlain, man müsse irgend einen Weg finden, sich mit diesen Ausländern zu einigen, um ihre Beschränkungen Franz Mendelssohn- Bartholdy. Insofern hat sich hier das BerUnser Barteigenosse unert steht unter der Anklage, die Teil- des Handels loszuwerden. Balfours Ziel und das seine sei, sich nehmer des im Jahre 1900/1901 nach China entsandten Expeditions- die Bollmacht zu solchen Einigungsverhandlungen und selbst zur corps beleidigt zu haben. Während in früheren Prozessen ähnlicher Einführung vergeltender Maßnahmen zu sichern. Bleibe England Art durch die Gerichte verhindert wurde, die Vorkommnisse aber bei seinem jezigen System und überlasse es seinen Kolonien, während des chinesischen Feldzuges wirklich aufzuklären, giebt anderswo Entgegenkommen zu suchen, dann sage er vorher, daß der Prozeß gegen Kunert hierzu die erwünschte Gelegen dieses große Reich früher oder später dahinschwinden werde. heit. Unser Genosse Kunert war bereits in dem Gerichts- Ferner wies Chamberlain darauf hin, daß der Londoner termin am 23. d. M. in Halle in der Lage, eine größere Grafschaftsrat für 41 000 Pfund Straßenbahn- Material in Deutsch Zahl von Zeugen und Zeugnissen vorzuführen, durch welche er den land angekauft habe; der Lohn für die Herstellung dieses Materials So erfährt man denn aus den Wundern des preußischen WahlWahrheitsbeweis für seine Behauptungen erbringen kann, der Termin sei also ins Ausland gegangen, während er hätte im Lande bleiben systems, daß Reichskanzler, Staatssekretäre und Minister zusammenwurde jedoch vertagt, um dem Angeschuldigten die Möglichkeit zu können. Er habe vor einiger Zeit eine Reise nach Sansibar gemacht genommen nicht auf dem 50ten Teil des politischen Rechtes und Eingeben, seinen Zeugenbeweis zu erweitern und zu vervollkommen. und da sei ihm an der Ostküste von Afrika erzählt worden, daß der flusses Anspruch haben als der ruhmreiche Hof- Wurstfabrikant Da mithin das Gericht anscheinend, ebenso wie Kunert und unfre deutsche Handel dort große Fortschritte mache. Er habe zu den Bartei, eine sehr weitgehende Aufklärung über die chinesischen Vor- Staufleuten, die er gesehen und die meist Engländer gewesen, gefagt, efter. Das beweist, daß zum Wurstmachen 50 mal mehr politische Tommnisse ivünscht, so ist es dringend so ist es dringend nötig, daß jeder, ob England denn so weit hinter den Deutschen zurück sei, daß sie Weisheit nötig ist als zum Regieren des Staates und Reiches. der im stande ist, an dieser Aufgabe mitzuwirken, sich zur teine englischen Waren mehr kaufen könnten. Darauf sei ihm er- Vielleicht fündet das Dreiflassen- Wahlsystem die Wahrheit über das Verfügung stellt. Es gilt, die volle Wahrheit festzustellen und, so widert worden, das sei nicht der Fall, die englischen Fabriten hätten politische Weisheitsmaß der Staatsmänner, die dieses System befern die Kriegsführung in China als eine kulturwidrige erwiesen vielleicht sogar in einigen Beziehungen Fortschritte gemacht. Der fürworten und erhalten. Jm 30. Urwahlbezirk Unter den Linden, Pariser Plazz, bildet Kommerzienrat Friedländer für sich allein mit einem Steuerbetrage von 216 274 Mt. Die erste Abteilung, während die zweite Abteilung mit 18 624 Mt. abschließt und 6 Wähler zählt. " Partei- Nachrichten. " Die ,, nationalen Parteien" im dritten Berliner Landtags- Wahl- 1 Bur Steueranrechnung. Es ist die Frage aufgetaucht, ob auch| Ordinungsmann eine Rolle spielte und den er für den Urheber ber Preise hatten zu Dienstagabend nach den Germania- Sälen in der der Gewerbesteuer- Anteil, der auf den Genossenschafter einer schiedener mit K. gezeichneter Artikel im Amtsblatte hielt, die für Chausseestraße eine Wählerversammlung einberufen, in welcher die Gesellschaft mit beschränkter Haftung u. dergl. entfällt, bei der Drittelung Schöpflin schtver beleidigend waren. Koch fühlte sich beleidigt; er Kandidaten derselben, Dr. Dietrich und Wendland ihr Pro- der Wählerklassen angerechnet werden muß. Die Frage ist zu verbestritt die Urheberschaft der fraglichen Artikel und sie konnte ihm gramm" entwickelten. Aus der mit nationalen Phrasen gespickten neinen, da Steuerleistungen nicht physischer Personen nicht an- auch nicht nachgewiesen werden. Ansprache des Vorsitzenden der Versammlung, eines Dr. Seliger, ist gerechnet werden. -Wegen Beleidigung von 125 Textilfabrikanten wurde Genoffe erwähnenswert, daß die konservative Partei ein kraft- und Jäckel als verantwortlicher Redakteur des Zwickauer Volksblattes" machtvolles Vorgehen der Regierung gegen die Krankheitserreger im Innern, auch nötigenfalls mit dem Schwerte, kräftigst fördern werde. zu 200 M. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung gegen Genossen Goldstein sowie den Geschäftsführer Der Herr Regierungsrat a. D. Dietrich stellte sich vor als einen eifrigen Förderer der Fürsorge des Mittelstandes. Nur die konser- in der Buchhandlung Vorwärts erschienen als Ergänzung der vor Hecht- Crimmitschau wurde vertagt. Die Volksschule wie sie sein soll. Von Otto Rühle- ist soeben des Zwickauer Boltsblattes", Genossen Irmscher, und gegen Genossen vative Partei trete für wirksame gesetzgeberische Maßnahmen einigen Monaten erschienenen Broschüre„ Die Volksschule wie zu Gunsten des Mittelstandes ein. Verdiene auch Eugen sie ist". Der Verfasser ist ein früherer Lehrer und hat die Mängel wurde vom dortigen Schöffengericht der Genosse Grothe ReichsWegen Beleidigung des Bergrats Schrader in Eisleben Richters mannhaftes Auftreten gegen die Obstruktion im unfres Schulwesens aus eigner Erfahrung kennen gelernt. Reichstage während des Zollkampfes den Dank der nationalen ersten Broschüre schildert er in lebhafter Darstellung die Unzuläng- verurteilt. In der tagskandidat dieses Kreises, am Mittwoch zu einem Monat Gefängnis Parteien, so müsse doch der Mittelstandspolitik der Freisinnigen Volkspartei entgegengetreten werden. Die Warenhaus- Steuerlichkeit der Schule und die Bildungsfeindlichkeit der diese Volksschule beherrschenden Gewalten. habe bisher zwar nicht ihren Zweck erfüllt, da dieselbe von den InHabern der Warenhäuser hauptsächlich auf die Lieferanten abgewälzt werde. Daß letzteres nicht geschehen könne, müsse durch gesetzgeberische Maßregeln erreicht werden. Die sociale Fürsorge liege ihm sehr am Herzen, während die freisinnige Partei dieselbe bekämpfe unter dem Gesichtspunkt, daß der Staat in das wirtschaftliche Getriebe nicht eingreifen dürfe. Redner verteidigte noch kurz das Verhalten der Konservativen den wasserwirtschaftlichen Vorlagen gegenüber und überließ dem zweiten Kandidaten Wendland forderungen, die unsre Partei auf dem Gebiete der Schule erhebt. Die zweite Broschüre ist eine Erläuterung unsrer Programm Der Verfasser hat seine Broschüren geschrieben in dem Bemühen, dem arbeitenden Wolfe zu zeigen, wie es im Klassenstaat um sein Recht auf Bildung betrogen wird, und er zeigt, wie das Schulwesen beschaffen sein müßte, wenn jeder, der Menschenantlig trägt, zum Menschen erzogen werden sollte. stügen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. zum 1. November werden die Streifenden mutlos werden, der vorHätten diejenigen Fabrikanten, die sich der Hoffnung hingaben, gestrigen Gürtlerversammlung und der gestrigen Drückerversammlung Die Broschüre kommt noch gerade zur rechten Zeit, um die beigewohnt, sie hätten ohne Zweifel erkennen müssen, wie sehr sie die Darlegung Agitation zu den Landtagswahlen in wirksamer Weise zu unter- sich täuschen, wie eitel ihre Hoffnung ist. Beide Streitversammlungen der Stellung der nationalen Parteien" zu dem zu erwartenden Gesetz betreffend die Regelung der Volksschulunterhaltungspflicht. gaben lebendiges Zeugnis dafür, daß die Streikenden den Gedanken Dieser Herr redete der Auslieferung der Schule an die Kirche das sind zu richten an die Buchhandlung Vorwärts, und daß auch der 1. November nichts daran zu ändern vermag. Der Preis ist für jede Broschüre 30 Pf. Bestellungen an eine bedingungslose Rückkehr in die Betriebe weit von sich weisen Wort. Wir brauchen eine konfessionelle Volksschule. Jedes Kind Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. muß von der Mutterbrust an" in seiner Religion erzogen werden. Er Wie von verschiedenen Seiten mitgeteilt worden ist, haben die bedauere die Stellung Berliner Lehrer, die der Ansicht huldigen, daß die Die Zahl der organisierten Parteigenossen im Herzogtum Anhalt die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, überhaupt nicht wieder Fabrikanten beschlossen, diejenigen Streikenden, die am 2. November Religion aus dem Lehrstoff der Schule entfernt werden müsse. Im weiteren beträgt zur Zeit nach den auf der Landeskonferenz gegebenen Mit zu beschäftigen. Die Mitteilung dieses Beschlusses rief in der betonte er, daß die Grundbefizer zu Unrecht belastet seien. So wolle er, der teilungen 2410. Davon kommen auf den ersten Wahlkreis 1753, gestrigen Drückerversammlung allgemeine Heiterkeit hervor, ein selber Grundbefizer sei und deshalb die Schmerzen diefer Armen kenne, während er im Jahre 1901 nur 435 zählte. Die beiden im Herzog- Beweis dafür, daß der Referent Cohen vollkommen recht hatte dafür wirken, daß die Ausführungsbestimmungen zum Kommunal- tum bestehenden Streisorganisationen hatten in den letzten 54 Jahren mit der Bemerkung, daß die Fabrikanten mit dergleichen Drohungen abgaben- Gesetz einer Aenderung unterzogen würden. Die Grund- 11 807 m. und 11 248 M. Ausgabe. Ob und wieviel Zuschüsse nur das Gegenteil von dem erreichen, was sie beabsichtigen, und und Gebäudesteuer von 61/2 Prozent müsse von dem steuer- aus der Hauptkasse in den Einnahmen sind, ist nicht angegeben. pflichtigen Einkommen daß sich die Streifenden in keiner Weise bange machen lassen. abzugsfähig sein. Die Höhe der Socialdemokratische Gemeinderatsvertreter zählt Anhalt zur Kosten für Es wurde gestern darauf aufmerffam gemacht, daß sich jetzt Entwässerung, Kanalisation und Beleuchtung Beit 40 gegen 12 im Jahre 1901( Dessau 5, Bernburg 5, Roßlau 4, häufig vor dem Gewerkschaftshause und andren dürfe die Selbstkosten der Gemeinde nicht übersteigen. Coswig 3, Nienburg 2, Sandersleben 2, Harzgerode 2, Hohm 2, Ortes verdächtige Gestalten unter die StreitenGanz besonders sei er auch Anhänger der Regierung in der Polen Törten 3, Joniz 2, Altenburg 8, Hecklingen 1, Mosigkau 2, Neunden zu mischen suchen, seriminalbeamte, die herumfrage. Die Polen seien unter Umständen gefährlicher als die Social- dorf 1, Kl.- Kühnau 2, Frose 1). Demokraten. Die Anwesenden fordere er auf, zur Unterstützung der horchen, ob sie nicht ein Wort auffangen können, woraus dem einen Bolenbekämpfung Mitglieder des Ostmarken- Vereins zu werden. versammlungen suchen sich diese Personen einzuschleichen, so daß oder andren ein Strick gedreht werden könnte. Auch in die StreitNach kurzer Diskussion fand die von etwa 120 Personen besuchte überall größte Vorsicht am Plaze ist. Versammlung ihr Ende. " Dieser Tage in Hamburg gestorben ist. Von den Anfängen unsrer Ein Musterwirt war der Parteigenosse August Klages, der Partei an gehörte er, wie das„ Hamburger Echo" schreibt, dieser an, trat aber fast gar nicht an die Deffentlichkeit. Desto wertvoller waren Wie wohl begründet es ist, wenn die Lohnkommission bei Tarifs Der Freifinn in Schleswig- Holstein.( Eig. Ber.) die Dienste, die er uns unter dem Belagerungszustand leistete. Sein bewilligungen nicht mit dem Ehrenwort der Fabrikanten zufrieden ( Eig. Ber.) Mit einem Lokal am Alsterthor wurde viel zu Sizungen der Vertrauensleute ist, sondern unbedingt die Unterschrift verlangt, das ist durch frühere Aufruf des provinzialen Central- Wahlfomitees ist die Social- benutzt, und mancher wichtige Plan ist dort im verschwiegenen Keller- Erfahrungen hinreichend bewiesen. Bei der Firma Stabernad demokratie dieser Provinz vor drei Wochen in den Wahlkampf ein- raum erörtert und zur Durchführung vorbereitet worden. Fiel einmal u. Co. in Tempelhof genügte aber auch die Unterschrift nicht, getreten. Gleichzeitig hat das Komitee ein Handbüchlein, verfaßt einem feiner gewöhnlichen Gäste das Auftauchen fremder Gesichter auf um den Bertragsbruch zu verhüten. Zur Rechtfertigung" des vom Redakteur der Schleswig- Holsteinschen Volkszeitung", oder bemerkte jemand, daß hinter dem Wirtschaftslokal irgend etwas Vertragsbruchs führte der Fabrikant Stabernack an: er hätte den E. Adler in Kiel, herausgegeben, das in populärer stellung Wahlgesetz und Wahltechnik behandelt und bestimmte schleppender Weise und im langstieligsten Platt vorgetragene Er- gelte nicht für die Firma. Dar vorging, so wußte Klages die Neugierigen durch eine in möglichst Tarif nur persönlich mit seinem Namen unterschrieben, das Mit dieser Ausrede hat aber Vorkehrungen zur Durchführung unfrer Wahltaktik bor- flärung so zu befriedigen, daß sie zum zweitenmal gewiß nicht mehr der Fabrikant kein Glück gehabt. Jetzt haben nicht allein auch die schlägt. Ein einheitliches Flugblatt ist in der ganzen Provinz fragten. Man fühlte sich bei Klages vollkommen sicher; auf ihn übrigen Metallarbeiter, sondern auch die Solzarbeiter den verbreitet worden und in vielen Orten haben die Parteigenossen fonnte man unter allen Umständen zählen, und was er zu verwahren Betrieb verlassen. Die Fabrik ist von beiden Organi bereits mit der Abhaltung von Wahlversammlungen begonnen. hatte, das verwahrte er auch. Zudem zeichnete ihn eine bemerkens- fationen gesperrt worden. Als Kandidaten für die Abgeordnetenwahl find für Elmshorn Ge- werte Eigenschaft aus: Nie suchte er zu erfahren, welche Körpernosse v. Elm, für Stormarn Genosse v. Rosbizli nominiert. Für fchaften, welche Personen verhandelten und was sie berieten; ihm sämtliche übrigen Kreise ist vom Central- Wahlkomitee als Kandidat genügte es vollkommen, wenn er wußte, man verlange sein Lokal Genosse Molkenbuhr vorgeschlagen. Soweit es sich bis jetzt zu Parteizwecken. Dem alten, zuverlässigen Genossen ist ein ehrendes übersehen läßt, ist bloß in drei von den 19 Landtags Wahltreisen Andenken sicher! der Provinz eine Beteiligung im Sinne der Berliner Resolution nicht möglich. stellt " Welche Unkosten einzelne Fabrikanten aufwenden, um Arbeitswillige heranzuholen und festzuhalten, zeigt unter anderm der Umstand, daß der Fabrikant Niemann aus der Kommandantenstraße sich tagelang in Iserlohn aufgehalten hat, eine Belohnung von 1 M. pro Arbeitswilliger aussetzte und den drei Edlen, die er dann glücklich nach Berlin brachte, einen Raum zum Schlafen anties, der jedenfalls Zu den Düsseldorfer Streitigkeiten werden wir um Aufnahme eine hohe Miete fostet, sie bewirtet und sogar Landpartien mit ihnen dieser Berichtigung ersucht: eine hohe ariete toilette b übrigens jeho pleber quite en forben Der Freisinn, dem unsre Agitation das Rückgrat zu steifen hat, Ju Nr. 248 des Vorwärts" veröffentlichte der Genosse A. Gerisch sein. Wenn eine Firma alle diese Unkosten tragen kann, so ist das ist in Schleswig- Holstein besonders moluskenhaft. Er zerfällt hier zu eine Erklärung, in der er über die Verhandlungen des von ihm in wohl Beweis genug dafür, daß die bescheidene Lohnregelung, die die Lande sogar in drei Spielarten. Neben oder vielmehr über Boltspartei Düsseldorf geschloffenen Partei- Schiedsgerichts zur Beilegung der Streifenden fordern, nicht unerfüllbar ist. Troß aller Ableuguungen und Vereinigung eristiert hier ein sogen. schleswig- Holsteinischer Freifinn, Düsseldorfer Streitigkeiten behauptet, daß es ihm zur Gewißheit der Kühnemänner ist es unzweifelhaft, daß ein sehr großer Teil der ein nebelhaftes Gebilde, hinter das sich nach Bedarf Volkspartei wie geworden sei, daß, nachdem Windhoff bereits dazu übergegangen, Fabrikanten gerne einen vernünftigen Frieden mit den Arbeitern Vereinigung zurückziehen, wenn es gilt, irgendwie freisinnige Farbe zu einen Genossen wegen Meineids der Behörde zu denunzieren, auch schließen würde. bekennen. Während so die volksparteiliche Richtung bereits jedes Wasser systematisch darauf hinarbeitete, durch die schiedsgerichtlichen Fabrifantenvereinigung ist es aber sehr schwer gemacht, daß ein Bei dem eigentümlichen Abstimmungsmodus der Zusammengehen mit der Socialdemokratie brüst zurückgewiesen Verhandlungen Material zu Prozessen zu erlangen. hat, Hierzu haben solcher Beschluß, wie überhaupt ein Beschluß, der dem Willen der die Vereinigung ihre definitive Stellungnahme wir folgendes zu bemerken: zu dem Beschluß ihres Berliner Parteitages einer demnächst Mehrheit der Mitglieder entspricht, zu stande kommt. In den ersten 1. Genosse C. Windhoff hat in der Notwehr gehandelt, als er Wochen des Streits faßten die Fabrikanten ihre Beschlüsse in der in Neumünster stattfindenden Provinzialtagung eben dieses schleswig- dazu überging und die Zeugenaussage eines Genossen B.( im Be- Weise, daß der Vorsitzende die Anwesenden fragte, wo er dageger Holsteinischen Freisinns" anheim. In Kiel hat die Vereinigung be- leidigungsprozeß Windhoff gegen Schmidt und umgekehrt) als seiner st i m men wolle, was sich natürlich keiner von den Kleinen, reits vor geraumer Zeit den beredtesten Wortführer eines Zusammen- Information nach für falsch erklärte und, um nicht unschuldig ver- die teils in Bezug auf ihre Arbeit, teils in Bezug auf Material gehens mit der Socialdemokratie, den Kieler Abgeordneten Dr. Barth, urteilt zu werden, die Anzeige erstattet hat. abgesägt. Da dieser Vorgang seiner Zeit in der Bresse vollständig oder Kredit von den Großen abhängig sind, zu thun getraute. Nun 2. Die Beschuldigungen des Genossen Gerisch gegen Genossen ist man zu dem statutenmäßigen Abstimmungsmodus über= unrichtig dargestellt worden ist, sei hier kurz darauf zurückgegriffen, Wasser haben absolut teinen Untergrund. denn er ist charakteristisch für den schleswig- Holsteinischen Freifinn. gegangen, der aber um nichts besser ist. Danach hat jeder Nach Anerkennung des Schiedsgerichts unsrerseits war es selbst abritant, der bis zu 15 Arbeitern beschäftigt. Abg. Dr. Barth hat nämlich mit nichten seinen Kieler Partei- verständlich, daß von dem Augenblick an, wo das Schiedsgericht die nur eine Stimme, die größeren aber bis zu sechs freunden sein Mandat wieder zur Verfügung gestellt, als er, wie es Streitfragen untersuchte und ein Urteil fällte, das Material, Stimmen. von freisinniger Seite dargestellt wurde, erfuhr, daß eine starke Minorität welches die Verhandlungen uns lieferten, den bürgerlichen Gerichten stimmig". Man kann sich denken, welche Gewalt die großen Schon mit 300 Arbeitern wird ein Mitglied sechsseiner Wähler gegen seine Taktit sei. Herr Dr. Barth hat vielmehr nicht zugänglich gemacht worden wäre und durfte. Wenn Genosse Fabrikanten in der Vereinigung auszuüben vermögen, erstens auf auf jener am 12. September abgehaltenen freisinigen Vertrauens- Gerisch behauptet, daß es dem Genossen Wasser möglich gewesen Grund ihres Pluralstimmrechts und dann noch wegen der wirtschaftmänner- Konferenz für den Kieler Kreis, auf der er sein start an- sei, Material zu dem Prozesse zu erlangen, so ist das nicht lichen Abhängigkeit der Kleinen. gefochtenes Vertrauensvotum erhielt, mur erklärt, er behalte sich die unsre Schuld. Wenn irgendivo im wirtschaftEntscheidung darüber vor, ob er in Kiel wieder kandidieren werde. lichen Leben das Wort„ Terrorismus" angebracht ist, so ist es jeden Für jeden objektiv Denkenden geht übrigens aus der Erklärung falls in Bezug auf die Organisation der Kühnemänner angebracht, Das Centrum des Widerstandes gegen Dr. Barth war besonders der des Genossen Gerisch hervor, daß das Schiedsgericht, wenn es bis und diese Leute hätten am allerwenigsten Ursache, den auf GleichVorstand des Liberalen Vereins in Kiel, in dem wieder der zu Ende getagt hätte, schwerwiegendes Material gegen die Schmidt berechtigung der Mitglieder gegründeten Arbeiter- Organisationen Chefredakteur der Kieler Zeitung", Herr Niepa, die erste Geige und Genossen zu Tage gefördert hätte. Das Material, welches die Terrorismus vorzuwerfen und nach Polizei und Regierung zu spielt. Herr Niepa kündigte mun bereits in derselben Nummer Verhandlungen uns bis jetzt geliefert haben, werden wir der Behörde schreien. Die kleinen Arbeitgeber werden sich die Gewaltherrschaft feines Organs, in der der offizielle Bericht von jener Konferenz nicht zugänglich machen. erichien, an, der großen schwerlich lange gefallen lassen, ein Rückschlag ist hier er und seine Freunde würden sich an den Düsseldorf, den 25. Oftober 1903. C. Windhoff. B. Wasser. Majoritätsbeschluß des Kreises nicht kehren und es eventuell auf unausbleiblich. Die Streifenden lassen sich aber weder durch die eine Spaltung ankommen lassen. Die Niepa- Clique brachte es auch auf solch ungerechter Grundlage beruhende Macht des KühnemännerVerbandes, noch auf andre Weise wankelmütig machen. Als in durch emsige Coulissenarbeit zuwege, daß in einem Konventikel ihrer Richtung die bedingte Absage des Dr. Barth, ehe von diesem der gestrigen Streitversammlung der Vorsitzende unvermittelt die Der verantwortliche Redakteur der Breslauer Volkswacht", Frage an die Anwesenden stellte: Wollen wir jetzt den Kampf aufüberhaupt eine andre Erklärung als die angeführte ein Genosse Mehrlein, wurde am Montag vom Untersuchungsrichter geben?" gab man allgemein ganz unzveideutig der Ueberzeugung gegangen war, zu einem Verzicht Barths auf das Kieler Mandat des dortigen Landgerichts über die Anklage vernommen, die Regierung Ausdruck, daß daran nicht gedacht wird, daß keiner Lust dazu verumgestempelt und über den Beschluß des Kreises hinweg Dr. Barth in Liegniß und den Turmwächter in Goldberg beleidigt zu haben. spürt, und ebenso erklärte dann der Vorsißende, daß auch in der das Mandat aberkannt und einem andern, weit mehr rechts Dabei hat sich zwischen ihm und dem Untersuchungsrichter eine Wohnkommission nicht eine einzige Stimme für ein Aufgeben des stehenden Kandidaten zugesprochen wurde. Herr Niepa hat denn Unterhaltung abgespielt, die das Breslauer Parteiblatt dem Sinne Kampfes laut geworden ist. auch von Anfang an in feiner Zeitung die Idee des Zusammengehens nach wie folgt wiedergiebt: mit der Socialdemokratie aufs heftigste bekämpft, und es besteht, wie wir aus sicherster Quelle wissen, bereits in den Kreisen seiner eignen Parteigenossen der Verdacht, daß er die„ Kieler Zeitung" und feine Anhänger auch offiziell ins nationalliberale Lager überzuführen beabsichtige. In mehreren Kreisen der Provinz ist übrigens das Kompromiß zwischen Freifinn und Nationalliberalen für die Landtagswahl perfekt geworden. Fest steht aber, daß, wenn der Gesamt Freifinn in Schleswig- Holstein die Niepasche Taktik befolgt, die diesjährige Landtagswahl auch hier sich für ihn zu einer weiteren Etappe seines Niederganges entwickeln wird. Hat doch dieser Tage ein freisinniges Provinzblatt es Herrn Niepa vorgerechnet, daß ein Zusammengehen mit der Socialdemokratie dem Freifinn in Schleswig- Holstein 6-7 Mandate verschaffen könnte. In fünf Kreisen hat die Socialdemokratie jedenfalls die Entscheidung ficher in der Hand. Es sind dies: Altona, wo unsre Parteigenossen sich zum zweitenmal an der Wahl beteiligen, nachdem sie das vorige Mal, obwohl damals die Wahlbeteiligung lediglich als Experiment betrachtet worden war, ca. 150 Wahlmännerstimmen erzielt hatten; ferner Norder Dithmarschen und Lauenburg, bei der letzten Wahl der Freifinn nur um je eine Stimme hinter seinem Gegner zurückblieb; sodann Kiel, wo Dr. Barth 10 Stimmen über die absolute Majorität erhalten hatte, schließlich Flensburg, ivo die nationalliberal- freisinnige Stadt dem bündlerisch- antisemitischen Landgebiet die Wage hält und unsre Partei die Entscheidung bringen wird. M wo Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein Berhör. Richter: In dem Schlußpassus des inkriminierten Artikels heißt es: Und von Freisinnigen kann man allerdings Fürsorge in irgend welchen socialen Einrichtungen nicht erwarten", das ist doch geradezu unerhört. Glauben Sie denn, daß alle socialen Einrichtungen nur von Ihrer Partei geschaffen sind? Das ist doch eine Entstellung der Thatsachen, die ihresgleichen sucht. Man sollte doch viel schärfer gegen derartige Heßereien vorgehen. Selbst den Freisinnigen, mit denen Sie doch häufig zusammengehen(??), treten Sie in derartiger Form entgegen. Mehrlein: Wir berichten nur die Wahrheit und treiben teine Heßereien. Für alles von uns Behauptete treten wir auch ein und tragen alle daraus entstehenden Folgen. Richter: Das glauben Sie doch selber nicht! So etwas ist fein Eintreten für die Wahrheit, sondern Hezzerei! Mehrlein: Ich muß mich ganz entschieden dagegen verwahren, hier in einer derartigen Weise behandelt zu werden. Ich bin hierher gekommen, um über von mir angeblich begangene Breßdelikte bernommen zu werden, nicht aber, um mich in politische Streitereien einzulassen. Das weise ich entschieden zurück. Richter: Meine Aeußerungen waren nur privatim und beis läufig gemacht und kommen auch nicht ins Protokoll. Mehrlein: Das glaube ich auch. Die Breslauer Genossen werden sich den Herrn Untersuchungsrichter merken müssen für die Fälle, wo er einmal als entscheidender Richter gegen sie mitzuwirken hat. Außerdem wird unsre Partei das eine stark bedrohte dänische Mandat Apenrade Sonderburg voraussichtlich heraus- 3u 300 M. Geldstrafe oder zwei Monaten Gefängnis wurde zubauen im stande sein. Man sieht, die politische Situation ist in Genosse Schöpflin als Redakteur der Volkszeitung für das Schleswig- Holstein ganz danach angethan, die Parteigenossen für die Muldenthal" verurteilt. Er hatte im Wahlkampfe eine BrieffaftenLandtagswahl zu interessieren. notiz gegen den Fabrikbesizer Koch in Laufigk veröffentlicht, der als " 11 Tarifbewegung der Berliner Konditoren. Wie erwartet, haben die Arbeitgeberorganisationen nunmehr ebenfalls abgelehnt, vor dem Einigungsamt mit der Lohnkommission verhandeln und damit bewiesen, daß sie auch zu den geringsten Zugeständnissen nicht bereit find. Sie leugnen, wie gewöhnlich, daß ihre" Leute Grund zur lage hätten, oder sie behaupten, daß die geforderten Minimallöhne von 15 und 12 M. für die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen so lächerlich hohe wären, daß darüber nicht verhandelt werden könnte. Nebenher fuchen sie Schuß und Hilfe bei einer Species Gehilfen, welche der Arbeiterorganisation erklärten, ein Lohntarif sei für uns Unsinn, und welche nunmehr sich bereit erklären, einen Mindestlohn von 36 M. pro Monat bei unbeschränkter Arbeitszeit anzuerkennen! Die Herren glauben alle, daß die Zeit, wo eine zielbewußte Organifation ihre Forderungen erkämpfen könne, noch in weiter Ferne liege und pfeifen jest auf gegenseitige Vereinbarungen, obgleich auch der sonst gern geduldete Gewerkverein( H.-D.) fich den Forderungen angeschlossen hatte und in der Lohnkommission vertreten war. Einige Firmen waren allerdings flug genug, schnell die untersten Löhne ein wenig aufzubeffern, aber mit den Arbeitervertretern zu verhandeln, gestattete ihnen ihre Selbstherrlichkeit natürlich nicht. Doch der Verband macht schnelle Fortschritte und die Konditoren dürften schneller, als die Arbeitgeber denken, in der Lage sein, ihren Forderungen Geltung zu verschaffen. In der am Montag, den 2. November, abends 9 1hr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57, stattfindenden Versammlung werden die Antworten der Arbeitgeber bekannt gegeben und die Meinungen der Arbeitnehmer zum Ausdruck kommen, sowie weitere Beschlüsse ge= faßi werden. Zum Generalstreit in den Beltener Ofenfabriken ist folgendes zu melden: Eine der Wahrheit geradezu ins Gesicht schlagende„ Er " " " flärung" veröffentlichen die Weltener Ofenfabrikanten in einer 1 meine ich, daß selbst bei nur 240 Raffenärzten in Berlin Leben in dieses vorfündflutliche Junkerparlament hineinkomme. Was Berliner Correspondenz" und im Nauener Kreisblatt". Diese die Bezirke so groß würden, daß die Arbeitszeit von acht nun speciell die Genossen des 3. Berliner Landtags- Wahlkreises anErklärung enthält direkte unwahrheiten und vergißt vieles mitzu Stunden nicht mehr zu einem Jahresverdienst von 5000 Mart belange, so hege er die Zuversicht, daß diese mit altgewohnter teilen, damit die Unternehmer zu ihrem Rechte tommen möchten. ausreichen würde. zu berücksichtigen ist, daß die Arbeit ja nicht Energie die erforderlichen Wahlarbeiten verrichten werden, denn So sagt die Erklärung": Jm vorigen Jahre seien 6-15 Prozent fyftematisch disponiert werden kann, sondern sich auf die 24 Tages- wenn je in einem Kreise, so seien hier die Möglichkeiten gegeben, Bulage bewilligt worden, daß aber in den 90er Jahren 20-40 Broz. stunden ganz wechselvoll unregelmäßig verteilt. Das System Land- vielleicht aus eigner Kraft ein Mandat zu erobern. Deshalb müsse abgezogen wurden, das verschweigt die Erklärung. Dann mann", welchem Sie zuzuneigen scheinen, würde ein Rückschritt zu hier der Wahlkampf geführt werden, als gelte es in diesem Kreise sollen am 1. Juli d. J. die Arbeiter eine Lohnerhöhung von 6-10 Verhältnissen sein, deren Ueberwindung wohl jeder Arbeiter, der für den Sieg für ganz Preußen zu erringen. Der jegige Anfang biete die Prozent erhalten haben. Eine direkte unwahrheit. seine Kassenangelegenheiten ein offenes Ange hat, mit Freuden be- Gewähr, daß unsre Genossen in Preußen nicht ruhen noch rasten Wenn am 1. Juli d. J., also an dem Tage, an welchem der Tarif grüßen wird. Leider hat sie sich bisher erst teilweise vollzogen. gekündigt wurde, die Arbeiterschaft 6-10 Proz. Lohnerhöhung er werden, bis sie in nicht allzu ferner Zeit auch in diesem schwärzesten Von den nach Ihrer Ansicht so achtbaren" 5000 M. gehen circa Staate Deutschlands die politische Macht errungen haben, die nothalten hätte, dann wäre ja der jetzige Kampf nicht. Weiter sagt die 1500 m. für notwendige ständige Unterhaltungskosten ab. Der Arzt wendig sei, um die Beseitigung der heutigen Gesellschaftsordnung Erklärung, Velten bezahlt die höchsten Löhne in der Branche. Daß fann nicht im Hinterhanse im vierten Stod wohnen. Er braucht herbeizuführen.( Lebhafter Beifall.) Neuenhagen und Angerburg in Ostpreußen, wohlverstanden in Ost mehrere gesonderte Räume zur Ausübung seiner Praris. Diese preußen, das ist nicht in der Nähe Berlins, bedeutend höhere Räume können aus Gesundheitsrücksichten zum Wohnen nicht ver- Eugen Richters in seiner Freis. 3tg." über unsren Wahlaufruf ein. In der Diskussion ging Meyer auf die hämischen Bemerkungen Löhne zahlen, das geniert die Unternehmer nicht, derartige Be- wendet werden. Fahrgelder wären um so größer, je größer der Er verwies auf den Fall Frmer in Anhalt, woraus doch zur hauptungen aufzustellen. Ganz abgesehen davon, daß auch viele Pragisbezirk wäre. Der Haushalt ist teurer als sonst, da, wenn es Genüge hervorgehe, daß gerade die Freisinnigen am allerwenigsten Orte den Veltener Tarif bezahlen, was die Weltener Unternehmer für" Doktors" ist, die Schlächter und Höker eine besondere indirekte berufen seien, uns irgendwie Verschleierung vorzuwerfen, denn bie aber ebenfalls nicht zu wissen scheinen. Dann redet die Erklärung Steuer auf jedes Pfund Fleisch oder Obst in Gestalt von 5-10 Pf. nirgends stehe Theorie und Praxis in so klaffendem Widerspruch davon, daß der Veltener Streit eine wirtschaftlich, politische Macht zu legen pflegen. Instrumente, Journale, Zeitungen, Bücher hat als bei den Freifinnigen. Immerhin hätte Redner wohl gewünscht, daß frage ſei. Gerade die Unternehmer sind diejenigen, welche der Arzt als geistiger Arbeiter in großer Menge nötig. So bleibt unsre Endziele auch in diesem Wahlaufruf klar und präcise betont die Machtfrage aufrollen. Die Arbeiterschaft wollte den Frieden; denn wenigstens für den verheirateten Arzt von den 5000 M. worden seien. Was mun unser Verhalten den Freisinnigen gegenüber das beweist die Thatsache, daß sie ihre Forderungen von 15 Broz. faum mehr übrig, als etwa der Rendant der Kaffe an betrifft, so ergebe sich seiner Auffassung nach folgendes Bild: Eugen auf 5 Proz. ermäßigte, nur um des Friedens willen. Sollten die Honorar bezieht. Dieser hat jedoch die größere Annehmlich Richter will uns fein Entgegenkommen beweisen und Dr. Barth Unternehmer das bestreiten wollen, so werden wir einen, auch für feit einer festbegrenzten Bureauthätigkeit, ist außerhalb der tann es nicht, weil seine undisciplinierten Anhänger ihm in den die Unternehmer gewiß einwandfreier Zeugen nennen, den 2 and selben frei, braucht nicht Trepp' auf Trepp' ab in die dumpfigen entscheidenden Momenten aus Vorurteil oder Feigheit größtenteils rat Herrn v. Wilms, welcher sich zweimal vergeblich Mühe Strankenstuben, hat ein ruhiges Heim( während es beim beschäftigten die Heeresfolge verweigern. Daher werden wir den Kampf auch gab, die Unternehmer von ihrem nichts bewilligenden Standpunkte Arzt Tag und Nacht hundertmal flingelt, um Aufregungen und diesmal aus eigner Straft führen müssen. In ähnlichem Sinne abzubringen. Aus der„ Erklärung" sieht man, daß den Unter- Lappalien in bunter Folge in die Erscheinung treten zu lassen), hat äußerte fich Bartels. Nachdem Eugen Ernst den Anwesenden nehmern eben nichts zu schlecht ist, um die Arbeiter in Mißkredit zu seine bezahlten Ferientage, feinen fast freien Sonntag, keine Ver- noch einmal den Beschluß der Breußenkonferenz, der unser Verhalten feben. pflichtungen aus einer Studienzeit, voraussichtlich sogar bald zu den Gegnern bei Stichwahlen festlegt, definiert hatte, wurde die Pensionsberechtigung. Versammlung mit einem Hoch auf die Partei geschlossen. Bemerkt sei noch, daß die Polizei den Saal wegen vermeintlicher Ueberfüllung eine Zeitlang abgesperrt hatte, nach Intervention einiger Genossen den Zutritt jedoch wieder freigab. " Deutfches Reich. = Wie Anklagen gegen Streifende zu Stande kommen. Das Und nun nicht 240, fondern 2000 Aerzte in Berlin! An den Muster eines Arbeitswilligen" ist der Maurer Deuchert in Fingern lassen sich die abzählen, welche das Ideal" von 5000 M. Essen. Auf Veranlassung eines Kriminalschutzmanns hielt durch Kassenpraris wirklich erreicht haben. Zu beneiden sind sie fich dieser den Essener Maurern bekannte Ehrenmann, trotzdem nicht, und wenn sie nicht durch übermäßige Arbeit noch aus während des letzten Maurerstreifs ostentativ in der Nähe des Streif- der Privatpraxis etwas hinzu verdienen, würde ein Tausch mit dem bureaus auf. Der Maurer Schäfer fiel auf die Provokation hinein Kaffenrendanten nicht unvorteilhaft sein. Die übrigen aber, soweit und fragte den Deuchert, wie er sich in der Folge zum Streit ver- sie nicht ein Aequivalent durch Privatpragis haben diese Folgerung halten wolle? Die Antwort lautete: Lump! Auf diese Beschimpfung fann jeder selbst ziehen. reagierte Schäfer mit der Bezeichnung: Drecksack! In diesem Geht aus dieser furzen Schilderung noch immer nicht hervor, Moment erschien der Schuhmann, den man bisher nicht gesehen, auf daß die Aufwendungen der Kassen für ärztliche Hilfeleistungen zu der Bildfläche, notierte die Personalien des Schäfer und die An- gering find gegenüber den geforderten Leistungen", so bin ich bereit, flage war fertig! Obwohl ein Zeuge eidlich befundete, der Ange- diesen Nachweis noch bündiger zu führen, vorausgesetzt, daß Sie flagte fei von Deuchert zuerst durch die Titulation„ Lump" beleidigt mir den nötigen Raum zur Verfügung stellen. worden, beantragte der Amtsanwalt doch 14 Tage Gefängnis megen Geschlossene Musterkaffe. Die Allgemeine Magdeburger KrankenStreifbrecherbeleidigung. Das Gericht erkannte auf Frei- und Begräbnistasse für ganz Deutschland, E. H.-K. Nr. 90, ist durch sprechung, weil sich die gegenseitigen Beleidigungen kompen- Anordnung des Bezirksausschusses Magdeburg vorläufig geschlossen fieren. Mehr Glück hatte Deuchert bei einem zweiten von ihm worden. Die Mitglieder bleiben noch für diejenigen Zahlungen Beklagten. Dieser bestritt die ihm vindizierte Aeußerung; da der haftbar, zu welchen sie nach dem Kassenstatut für den Fall ihres Kläger mehr Glauben fand, hatte er das Vergnügen, den Beklagten Austritts verpflichtet sind. zu 15 M. Geldstrafe verurteilt zu sehen. Der Amtsanwalt hatte auch in diesem Falle 14 Tage Gefängnis beantragt.- Am Der alte Der Fachverein der Kistenmacher hielt am 26. Oktober in den Andreas- Festsälen seine Generalversammlung ab. Der Kaffierer Hauke gab die Abrechnung vom 3. Quartal. Eingenommen wurden 810,70 m., ausgegeben 383,45 M., so daß 427,25 m. verblieben. Bestand betrug 1109,28 M., der Generalbestand umfaßt also 1536,53 M. Schluß der Abrechnung 23. Oftober 1903. Dem Kassierer wurde einstimmig Decharge erteilt. Die Neuwahlen für die ausgeloften Vorstandsmitglieder hatten folgendes Resultat: Hunger, 2. Vorsitzender; haute, 1. Kassierer; Gramsch, 2. Schriftführer; Mussial und Dufte, Revisoren. Die Kistenmacher und Kreis sägenschneider der Firma Stolz in der Lindenstraße, worunter sich eine Anzahl Streifbrecher vom legten Streit befinden, haben die Aufnahme in den Verein beantragt. Der Vereinsvorstand unterbreitet die Angelegenheit der Generalversammlung zur freien Beurteilung. Nach längerer Debatte entschied sich die Versammlung auf einen Antrag aus ihrer Mitte dahin, daß die Aufnahme derjenigen, die sich gegen die Solidarität vergangen haben, mit der Maßgabe abzulehnen sei, daß es ihnen freistehen solle, nach geraumer Zeit Aufnahme zu beantragen. Augenblicklich neuem 22. Oftober hatte sich wieder ein von Deuchert vor den Staði ge- Berliner Partei- Angelegenheiten. erſchien es der Bersammlung noch erheblich verfrüht, ihnen Aeußerungen mehr den Aussagen der Belastungs- als Entlastungszeugen. Das Urteil lautete auf eine Woche Gefängnis. Demnächst muß noch ein Maurer vegen Beleidigung des Deuchert vor dem Kadi erscheinen. Solche Konkurrenz halten bald selbst die Majestätsbeleidigungsprozesse nicht aus. Ein Maurerstreik ist, wie uns telegraphisch gemeldet wird, in Em den ausgebrochen. Es wird gebeten, den Zuzug von Maurern nach dort fernzuhalten. Charlottenburg. Heute, Donnerstagabend 81%, Uhr, findet im Voltshause, Rofinenstr. 3, eine Generalversammlung statt mit der Tagesordnung: Berichterstattung über die bisherige Thätigkeit unsrer Vertreter im Stadtparlament. Berichterstatter: Stadtverordneter Basche. Ferner erfolgt die Aufstellung der Kandidaten zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl. Fünfter Wahlkreis. Die Generalversammlung des Wahlvereins Die Deffnung der Fabriken in Crimmitschan hat die Herren statt. Wichtige Mitteilungen bezüglich der Agitation für die Land findet heute Donnerstagabend 81 Uhr bei Leydecker, Sophienstr. 34, Textilbarone dortfelbst ebenso wenig zum Ziele geführt wie feiner tagswahlen machen es notwendig, daß jedes Mitglied des Wahlvereins Zeit die Aussperrung ihrer Arbeiter. Nach unserm Zwickauer Partei- pünktlich zur Stelle ist. Partei- agswahlen blatt haben sich nicht mehr als 30-40 Arbeitswillige gefunden, die schleppter Maurer wegen Beleidigung der Staatsstüße zu verantworten. Erwiesen wurde, daß der Beklagte den Kläger Streitbrecher" genannt hatte, andre Aeußerungen wurden bestritten, von 81%, Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11/13, eine verzeihen. Der socialdemokratische Frauen- Wahlverein hält am Freitagabend durch die Aufnahme in den Verein ihr unsolidarisches Verhalten zu Den andern Kollegen derselben Firma soll dagegen andrer Seite als erfolgt bekundet. Vorab erkannte das Gericht die versammlung ab, in der Frau Bettin spricht. Männer und jederzeit der Beitritt freistehen. Die Versammlung ging die Liste Bezeichnung Streifbrecher als beleidigend, glaubte auch wegen andrer der Antragsteller durch und stellte durch Beschlußfassung über Frauen haben als Gäste Zutritt. jeden einzelnen fest, ob er der alsbaldigen Aufnahme würdig sei. Auf diese Weise wurde festgestellt, daß fünf von den etwa zwölf Antragstellern die Aufnahme in den Verein zur Zeit verweigert werden solle. Der Vorstand wurde beauftragt, dem Kollegen, der mit ihm wegen der Angelegenheit schriftlich verkehrt hat, die entsprechenden Mitteilungen zu machen.- Den Crimmitschauer Webern wurden 50 M. bewilligt. Nachdem der Vorsitzende zu regster Teilnahme an den Landtagswahlen aufgefordert hatte, schloß die Versammlung. Verband der Dachdecker. In der Versammlung bei Feind, Weinstraße 11, präcifierte zum ersten Punkt der Tagesordnung Görnit feine Stellung zum Verbandstag. Nach diesen Ausführungen erstattete Schlewing Bericht von der Gaukonferenz. Die DisDie Versammlung war im allfuffion bar eine sehr lebhafte. gemeinen von der Notwendigkeit der Beitragserhöhung überzeugt, über die Durchführbarkeit der Arbeitslosen- Unterstützung jedoch ge= teilter Meinung. Ein Antrag, wonach sich die Versammlung mit der Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung einverstanden erklärt, wurde abgelehnt. Beschlossen wurde: Die Beiträge werden entsprechend dem am Orte gezahlten Stundenlohn festgesetzt; die Unterftübung bei Streits und Aussperrungen richtet sich entsprechend den gezahlten Beiträgen; die nähere Regelung und zahlenmäßige Festbehalten. Als Kandidaten zum Verbandstage wurden vorgesehen: sehung der Beiträge und Unterstübungen ist dem Verbandstage vor= Höppner, Schlewing, Rosenbaum, Görniz, Fuchs, Arndt und Janell. Der Vorstand. Gisteller, Friedrichstr. 97, eine Voltsversammlung statt. Friedrichshagen. Freitag, den 30. Oktober, findet im Restaurant Genosse Stadthagen referiert über das Thema:" Auf zur Landtagswahl!" Die Parteigenossen werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. Rigdorf. In der am 21. Oftober in der„ Neuen Welt" abgehaltenen Volksversammlung ist ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden worden, das bei Boeste, Kopfstr. 28, abgeholt werden kann. bei der Zahl von 80-90 Fabriken gar nicht in Betracht kommen. Schöneberg. Heute, Donnerstagabend, findet bei Obst, Uebrigens kommt für die Aufnahme der Arbeit nicht nur die Zahl Meiningerstr. 8, eine Voltsversammlung statt. Genosse Dr. Leo Arons der Arbeitswilligen in Frage, sondern auch die Thätigkeit, welche fie fpricht über:" Die preußischen Landtagswahlen". Die Parteigenossen im Betriebe ausüben. Nicht bloß die Weber und die Spinner, werden ersucht, für einen zahlreichen Besuch zu agitieren. sondern auch die Vorarbeiter und Vorarbeiterinnen muß man dazu haben und auch nicht bloß einige der letteren, sondern viele, sonst muß man mangels der Vorarbeiten die Fabriken nach ca. 8 Tagen abermals schließen. Die Andreher, Droffierer u. a. find einfach zur allgemeinen Aufnahme der Produktion un entbehrlich. Hieraus wird es auch erklärlich, weshalb es für manchen, der vielleicht gerne den Arbeitswilligen abgeben möchte, zwecklos wäre, fich zum Arbeitsantritt zu melden. Der eingearbeitete Arbeiterstamm ist nicht zu entbehren und so muß es heißen: entweder alle oder niemand; die einzelnen nüßen den Fabrikanten nichts. Man merkt sie vor und wartet auf die andern. Augenblicklich fucht man Arbeitskräfte in Böhmen! Auch diese werden den Herren Unternehmern nichts nüßen, wenn die Mehrheit der von ihnen Ausgesperrten nicht zurückkehrt. Da diese entschlossen sind, es nicht zu thun, ist die Angelegenheit jezt lediglich eine Unterstübungsfrage. Hält die Arbeiterschaft Deutschlands die Crimmitschauer Kämpfer nur noch kurze Zeit über Wasser, dann wird der Sieg in Crimmitschau bald dem in Kassel folgen. 1 Sociales. In Ober- Schöneweide liegen die Abteilungslisten zur Landtagswahl heute und morgen im Amts- Bureau, Zimmer 12, bon morgens 8 bis nachmittags 3 Uhr öffentlich aus. Die Parteigenossen thun gut, die Listen einzusehen. Verfammlungen. Der Wahlverein für den dritten Kreis hielt am Dienstag in Vogts Festsälen in der Ritterstraße seine Generalversammlung für das dritte Quartal ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte man das Andenken des kürzlich verstorbenen Mitgliedes Brand in der üblichen Weise. Dann gab der Borsigende Frig einen furzen Ueberblick über die Vereinsthätigkeit im abgelaufenen Quartal, " Letzte Nachrichten und Depefchen. Einen herben Berluft haben die Parteigenossen in der Pfalz erlitten. Wie uns ein Privat Telegramm aus Ludwigshafen mitteilt, ist gestern abend der Gauvorsteher Genoffe Wenzel, der Verleger der Pfälzischen Post", im Alter von 47 Jahren gestorben. " Der Junkerkanal in der Regierung. München, 28. Dftober. Zu der Angelegenheit des Kanal Die zweite Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels tagt worauf der Staffierer Harndt den Kaffenbericht für denselben Zeit- kompromisses meldet die Allgemeine Beitung" offiziös: Daß die gegenwärtig unter Teilnahme der Vertreter vieler Behörden in raum erstattete. Zu verzeichnen ist eine Einnahme von 2329,85 M., Regierung mit der Mehrheit des Abgeordnetenhauses über die BeBerlin. Ueber den Stand der Frage betreffend die Bekämpfung des eine Ausgabe bon 1409,85 M., wonach ein Bestand von dingungen der Zustimmung zur Kanalvorlage unterhandelte etwa in Mädchenhandels berichtete Major a. D. Wagener. Er stellte mit 919,50 M. bleibt. Hiervon wurden auf Antrag des Re- dem Sinne, daß die Hochwasserschutz- Borlage der Preis für die Genugthuung fest, daß es den Bemühungen des Komitees gelungen visors Kräcker dem Vorstand 500 M. zur Agitation überwiesen. Zustimmung wäre, entspricht schwerlich den Thatsachen. Richtig ist sei, die herrschenden Vorurteile zu überwinden. Der größte Teil Der Kaffierer wurde entlastet. Hierauf hielt Genoffe Saffenbach dagegen, daß die Regierung zu der in manchen Buntten veränderten der gebildeten Menschen glaube heute an den Mädchenhandel und einen mit Intereffe und Beifall aufgenommenen Vortrag über Lage Stellung und auch schon einen bestimmten Attionsplan in Ausdie Behörden haben den Kampf gegen denselben aufgenommen. Demokratie und Monarchie", worin er die Entstehung und das ficht genommen hat.( Die„ Altion" der Regierung ist offenbar Die ganze Bewegung sei von England ausgegangen und es Wesen der monarchischen Staatsform darlegte und ausführte, daß ind!) habe sich feststellen lassen, daß der Mädchenhandel schlimmer sei die Interessen des Volkes nicht unter dieser, sondern nur unter einer als der römische Sklavenhandel oder der Handel mit Negersflaven. demokratischen Staatsform angemessen vertreten werden können, Wie raffiniert die Händler seien und wie schwer es fei, ihnen zu weshalb es im gegenwärtigen Zeitalter des Byzantinismus, der die Leibe zu rüden, zeige z. B. der Fall, daß eine Händlerin in monarchische Staatsform als etwas Unantastbares hinstellt, betont Destreich Mitglied aller fittlichen und religiösen werden müsse, daß jeder Staatsbürger das Recht hat, über Vereine wurde, eine andre in der Schweiz in den christlichen Aenderungen der bestehenden Staatsform nachzudenken und daß die Hospizen wohnte. Die Frage durch Bekämpfung der Prostitution zu Socialdemokratie nach ihrem Brogramm eine republikanische Partei Lösen, scheine aussichtslos, vielmehr spike fich der ganze Kampf auf ist. Zum Schluß gab der Vorsitzende Friz bekannt, daß von jetzt einen solchen gegen die Händler zu. Es gelang dem Komitee bis- an täglich in den verschiedenen Bezirken des Wahlkreises Verfammher, 42 Händler festzustellen und 56 Mädchen zu retten. lungen abgehalten werden, die sich mit der Aufstellung von WahlDer Kampf gegen die Mädchenhändler hat unsre ganze Sympathie, männern für die bevorstehenden Landtagswahlen beschäftigen. Die aber daß er den Handel wird ausrotten tönnen, halten wir für ganz Wähler werden durch Karten zu diesen Versammlungen eingeladen. aussichtslos. Ganze 56 Mädchen sind bisher gerettet worden. Was Der Vorstand ersucht die Parteigenossen, besonders die Mitglieder bedeutet das gegen die Taufende, die alljährlich durch jämmerliche des Vereins, daß sie in ihren Bezirken beim Austragen dieser wirtschaftliche Verhältnisse gezwungen werden, fich der Prostitution Karten behilflich seien. zu ergeben. Auch der Kampf gegen die Mädchenhändler ist nur ein armseliges Stückwerk zur Bekämpfung von Erscheinungen, die in socialen Zuständen ihre Ursache haben. Zum Grubenarbeiter- Ausstand in Bilbao. Bilbao, 28. November.( W. T. B.) Die Konsuln der Mächte ersuchten den Militärgouverneur, für die Sicherheit der im Hafen liegenden ausländischen Schiffe Sorge zu tragen. Der Generalverband der Grubenarbeiter hat Fortsetzung des allgemeinen Ausstandes beschlossen. Zwischen Arbeitern und dem Militär kam es heute zu heftigen Zuſammenstößen, bei denen zahlreiche Personen Verlegungen erhielten and fünf Arbeiter getötet wurden. Truppen bewachen die Banken und öffentliche Gebäude und halten strategische Punkte in der Umgebung der Stadt besetzt, um die ausständigen Grubenarbeiter am Betreten der Stadt zu verhindern, Hochwasser in England. Die London, 28. Oftober.( W. T. B.) In vielen Gegenden besuchten Volksversammlung sprach am Dienstagabend Reichstags- Hunderte von Quadratmeilen unter Wasser gefeßt. Maffen von Sechster Wahlkreis. In einer im Eisfeller" abgehaltenen start Englands sind durch in den letzten Tagen niedergegangene außer gewöhnlich heftige Regenfälle, die erst heute morgen aufhörten, Abgeordneter Ledebour über die Aufgaben des preußischen LandAerzte und Krankenkassen. Mit dem Ersuchen um Abdruck geht tags. Einleitend charakterisierte der Redner in humorvoller Weise Getreide liegen auf den Feldern. Die Landwirte sind schwer geuns zu der Notiz in Nr. 251 noch folgende Buschrift des Dr. med. bas herrenhaus und deffen hineingeborene, hineingewählte und schädigt. Die Hauptflüsse traten über ihre Ufer und verursachten Albert Fleck zu: hineinernannte Insassen. Alsdann würdigte er in einem fritischen gewaltigen Schaden. Die mittleren und nördlichen Grafschaften Ich glaube dargethan zu haben, daß das von den Ueberblick die erzreaktionäre, durch und durch volksfeindliche Thätig- haben ganz besonderen Schaden gelitten. Krantentassen Berlins zur Zeit gezahlte Honorar feit der preußischen Landratskammer. Im Anschluß hieran besprach bon 1200000 Mart jährlich nur ausreicht, um er dann im einzelnen die aus unsren Programmforderungen 240 Aerzten bei achtstündiger Arbeitszeit das resultierenden Aufgaben, die zu vertreten den etwa gewählten social- New York, 28. Oftober. Die Philadelphia and Reading- Bahn Honorar von 5000 Mart zu sichern. Daß dieses Honorar demokratischen Abgeordneten zufallen werde. Die Hauptaufgabe hat von heute ab auf 43 Gruben eine Einschränkung der Förde als Durchschnittssag, wie Sie es meinen, heut erzielbar sei, für die Partei aber sei, die Beseitigung des elenden Landtags- Wahl- rung angeordnet. Hierdurch werden 30000 Arbeiter eine habe ich nicht erwähnt, viel weniger bewiesen. Im Gegenteil rechts herbeizuführen, damit endlich einmal frisches Blut und frisches Woche lang arbeitslos. 30 000 Arbeiter arbeitslos. Verantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 253. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 29. Oktober 1903. Nach dem Parteitage. fie Diesem M bewegung, im besondren der Gewerkschaftsbewegung zu verdanken. tendenziös ins Werk gefekten Spekulationsmanövern die Marktlage Wir haben früher Gewerkschaften gegründet als Mittel zum Zweck, auf ihre wahre Gestalt zurückgeführt werden." sie sollten eine Vorschule für die Partei sein. Heute ist das anders Wir sind diesmal ausnahmsweise mit dem Zechenblatt einverDer belgische Genosse Vandervelde hat der Frankfurter geworden. Der Kampf derselben bezweckt eine beständige Hebung der standen; nur kannte man diese Lage auch schon vor einigen Wochen Beitung" folgende Erklärung überlassen: Lebenshaltung der Arbeiterklasse. " Ich begreife vollkommen, daß Socialisten für kein Blatt arbeiten Während der siebziger und anfangs der achtziger Jahre, als oder mußte fie, falls man nur wollte, erkennen; aber damals wurde sollen, welches ihrer Partei offenkundig feindlich gesinnt ist. Dies ist unser Bebel noch mit seinem Horngrifftaften Deutschland bereifte, frisch darauf los geflunkert und aus ganz nebensächlichen Anzeichen eine Frage des Tatts und der Umstände. Aber so gern ich es möchte, erwarteten wir ihn stets sehnsuchtsvollst, er prophezeite uns, wann der Beginn einer neuen Aufschwungsära prognostiziert. Ein Teil es gelingt mir nicht, zu begreifen, wie meine deutschen Genossen mir die heutige Gesellschaft zu Ende sei und jene Gesellschaft, die wir der kapitalistischen Presse hält ja auch heute noch an diesem Treiben einen Vorwurf daraus machen konnten, daß ich in der Franks. 8tg." erstreben, neu aufgebaut werde. erstreben, neu aufgebaut werde. Das ging bis Ende der achtziger fest bis ihre Hintermänner ihren Zweck erfüllt ſehen; dann eine rein objektive Erzählung der Aprilereignisse von 1902 veröffent- Jahre. Auf dem Hallenser Parteitag 1890 führte Genosse Liebknecht kommt plöglich auch für diesen Teil die Erleuchtung. licht habe. Wenn es sich noch einmal darum handeln würde, ich unter anderm aus: thäte es wieder. In der That, ich meine, daß der Socialismus„ Wer kann den heutigen Staat von dem fünftigen Staat Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik, Düsseldorf. Bes dabei nicht verlieren, sondern nur gewinnen kann, wenn ein scharf abgrenzen? Der heutige Staat wächst in den Zukunftsstaat fanntlich schwebt zwischen dieser Firma und der Aktiengesellschaft Publikum, welches unfre Zeitungen nicht liest, genaue Kunde erhält hinein, gerade wie der Zukunftsstaat schon in dem heutigen Staat Friedrich Krupp ein Prozeß wegen des Reichspatents 95 336( Rohrvon dem, was wir thun und denken. Die Wahrheit zu sagen, ist drinsteckt. Es geht nicht, wie beim Fall des Socialistengesetzes: rücklauf Geschütz), deffen Berechtigung von der Firma Krupp an proper eine gute Sache nicht dadurch, daß wir das Feld unfrer nachts 12 hr hört der alte Staat auf und der neue fängt Sache ein Teil- Urteil einer, Depesche aus Effen ist heute in diefer Propaganda einschränken, sondern nur indem wir es erweitern, Dieser tindischen Auffassung, der unsre Gegner huldigen. Metallwarenfabrik günstige Urteil des Reichs- Patentamtes insoweit gefällt, durch welches das frühere der Rheinischen können wir unsren Einfluß auf die öffentliche Meinung verſtärken indem fürchten, wir wollten tabula rasa machen, und vergrößern. Was den Dresdener Parteitag betrifft, so laffe ich als ob das möglich wäre! dürfen wir uns nicht schuldig trag der Klägerin den Gegenstand des Anspruchs 1 für nicht neu teilweise vernichtet wird, als es in Uebereinstimmung mit dem Annatürlich alle persönlichen Fragen beiseite. Ich glaube keineswegs machen; und wir thäten es, wenn wir eine bestimmte Grenze zwischen erklärt und nur in Verbindung mit dem Anspruch 2 unter Patent= an eine bevorstehende Spaltung der Partei, auf die man in ge- dem heutigen und dem Zukunftsstaat ziehen wollten." wissen Kreisen hofft. Die beiden Tendenzen, die sich in Dresden Wir wachsen also in den Zukunftsstaat hinein! schutz gestellt hat. Die Kosten werden gegeneiander aufgehoben. gezeigt haben, find in allen Ländern vorhanden. Wie könnte es" Hineinwachsen" hat sich auch unsre praktische Tattit accommodiert Auswanderung über Hamburg. Vom Beginn dieses Jahres bis auch anders sein? Es wird stets und überall Intransigente und nennen wir es, wie wir das wollen. Wir predigen stets und täglich Ende September find 116 191 Personen von Hamburg zu Schiff nach Opportunisten geben. Aber eine Verschiedenheit der Temperamente physische und geistige Hebung der Massen, da dies die Vorausseßung überseeischen Ländern gegangen, 18 950 Personen mehr als in der verhindert in keiner Weise Gemeinsamkeit in den Grundsäßen, und ist, fie für unser Ideal reif zu machen. Wir haben gerade bei der gleichen Zeit des Jahres 1902 und mehr als in jedem der zehn eine Gefahr entsteht daraus nur, wenn die Einmütigkeit in der Anteilnahme am Barlamentarismus unsre Tattit einer Revision vorhergehenden Jahre. Deutsche waren davon jedoch nur 15 788 BerBekämpfung der Feinde des Proletariats ins Wanken kommt. Daß unterzogen und wir werden das auch weiter thun, dafür sorgen schon fonen, d. h. 13% Broz. aller Reisenden. Allerdings dürften kaum alle dies in Deutschland nicht der Fall ist, hat der Triumph der die drei Millionen Wähler hinter uns, die können wir doch nicht ganz dieser Personen zu den Auswanderern zu rechnen sein. Genau die Zahl der Socialdemokratie bei den Reichstagswahlen bewiesen. Ich für außer Betracht lassen, sie wollen praktische Thaten sehen." letzteren anzugeben, ist nicht möglich, da die Statiftit eine größere meinen Teil glaube, daß die auf dem Dresdener Kongreß fast Aus den Meinungsäußerungen über Mehrings Anzahl Neisender, die zu berufsmäßiger Ausbildung oder zur Auseinstimmig angenommene Resolution in den nicht deutschen Ländern Broschüre erwähnen wir noch R. P. in der„ Märkischen Volks- übung eines Gewerbes vorübergehend, wenn auch auf längere Zeit von heilsamem Einfluß sein wird. Sie ist im richtigen Moment stimme", der nach Wiedergabe der Auslaffungen Mehrings über seine nach dem Auslande gehen, oder die sich aus andren Gründen nicht gefaßt worden, denn sie stellt das notwendige Gegengewicht Parteithätigkeit schreibt; ganz zuverlässig als Reisende, deren Rückkehr nach kürzerer Zeit er dar gegenüber den sogenannten Reformtendenzen, die sich besonders„ Wer sich so rühmen darf, muß große Talente besigen und ein wartet werden kann, ausweisen, zu den Auswanderern schlagen muß. in Frankreich bemerkbar machen und dort die Gefahr zeitigen, daß edler Charakter sein. Wir wollen und können Franz Mehring nach Ziele des Passagierverkehrs waren namentlich die Vereinigten an die Stelle einer socialistischen Politik des Proletariats eine anti- feiner Rechtfertigung diese Anerkennung nicht versagen, wenn er auch Staaten, Britisch- Nordamerika, England, Afrika, Brasilien und flerifale tritt, die teinen wesentlichen Unterschied mehr aufweist von im einzelnen noch manchen Zweifel ungelöst gelassen hat. So Argentinien. Nach den Vereinigten Staaten gingen 92 133 Personen der der fortgeschrittenen Liberalen. Es ist außerordentlich wahr- namentlich über die Entstehung der eigentümlichen Parallelstellen in und nach Britisch- Nordamerika 10 902; fehr start war dieser Verkehr scheinlich, daß dieselben Gegenfäße, die in Dresden hervorgetreten seinem Werke gegen und in dem für die Socialdemokratie. Wir besonders in den Monaten März, April und Mai, nach Kanada auch sind, auch auf dem internationalen Socialistentongreß in Amsterdam stimmen mit ihm überein in dem Wunsche, daß die Arbeiterklasse noch im Juni. Der Verkehr nach England ist, da die Witterung sich kundthun werden, und daß man dort Resolutionen annehmen über dem Trubel der praktischen Kleinarbeit nicht die Pflege der auf die Wahl des Neisedatums weniger Einfluß ausübt, für die wird, welche die llebereinstimmung der ungeheuren Mehrheit der socialistischen Theorien vernachlässige, daß der revolutionäre Geist einzelnen Monate gleichmäßiger; im ganzen gingen 7484 Personen europäischen Socialdemokratie mit den in Dresden gefaßten Be- dem kämpfenden Proletariat allezeit erhalten bleibe und daß von Hamburg nach England. Afrika- Auswanderer wurden 2171 geschlüssen beweisen werden." tünftigen Parteitagen die Schmach hinterlistiger Ueberfälle zählt. Nach Brasilien und Argentinien gingen 1559 und 1199 PerDie Frankfurter Bottsstimme" druckt diese Erklärung erspart bleiben möge. Es ist aber gerade Mehring der sonen; die monatliche Wanderung schwankt zwischen 100 und 300 ab und bemerkt dazu in der Hauptsache mit Recht: berechtigte Vorwurf machen, daß er es tvar, der Personen. " zu " Genosse Bandervelde scheint sich nicht recht in die deutschen Ver- wochenlang vor dem Parteitag einen Federkrieg entfachte, der Roheisenproduktion der Welt. Nach einer Zusammenstellung der hältnisse hineindenken zu können. Wir hielten den Tadel, den Ge- naturnotwendig zu den Dresdener Debatten führen mußte Firma James Watson u. Co. in Glasgow betrug im vergangenen nosse Quard in Dresden dem Genossen 2. gegenüber aussprach, weil und der sich doch nur um Dinge drehte, die erst durch maß- Jahre die gesamte Roheisenerzeugung der Welt 43 472 102 Tonnen. er seine Schilderung in der Frankfurter Beitung" veröffentlichte, für lose Aufbauschung jene ungeheure Bedeutung dewinnen konnten, die hiervon entfielen auf die Vereinigten Staaten 17 821 307 Tonnen, vollkommen berechtigt. Jedenfalls war es gerade bei den April- ihnen dort beigemessen wurde. Die Hize des Kampfes entschuldigt auf Großbritannien 8517 693 Tonnen, auf Deutschland 8402 660 ereignissen von der allergrößten Wichtigkeit, daß die deutschen manches, man möge daher auch den persönlichen Gegnern Mehrings Tonnen, auf Rußland 2520 904 Tonnen, auf Frankreich 2 427 427 Barteigenossen genau informiert wurden. Wie die Leser der„ Frantf. das nicht nachtragen, was sie vielleicht heute schon bereuen. Das Tonnen, auf Destreich- Ungarn 1430 509 Tonnen, auf Belgien Beitung" unterrichtet werden, das brauchte uns wirklich kein Kopf- Partei- Schiedsgericht dürfte nun mit der Schrift Mehrings fein 1102 019 Tonnen, auf Schweden 524 000 Tonnen. zerbrechen zu machen. Das könnte vielleicht bei erster Gelegenheit Material vollständig beisammen haben. Hoffen wir, daß der Schiedsin aller Gemütsruhe dem Genossen Vandervelde einmal auseinander- fpruch zum Besten der Partei ausfällt. gesezt werden. Aber da wir gerade bei dieser Frage sind, so möchten H. B. in der Sächsischen Arbeiterzeitung" schließt Sur wirtschaftlichen Lage im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. wir an einen wirklich groben Unfug erinnern. Wir haben schon eine im ganzen günstige Besprechung der Broschüre so: Die Unsicherheit, welche das amerikanische Wirtschaftsleben er einmal im Offenbacher Abendblatt" festgestellt, daß über die Mit der Kennzeichnung des Vorgehens Brauns, Bernhards griffen hat, äußerte sich in den letzten Tagen wiederholt darin, daß Sigungen resp. die Beschlüsse internationaler Konferenzen, die in und Heines hat Mehring so ziemlich recht, für wie wenig glücklich die Geldeinleger großer Finanzinstitute, durch beunruhigende Gerüchte den Niederlanden stattfanden, die„ Frankfurter Zeitung" schon vor und berechtigt man einzelne Kapitel und Ausführungen der Recht- erschreckt, auf die Kassen dieser Institute einen Ansturm zur Zurückdem„ Borwärts" berichten konnte. Hier müßte doch wohl ein Riegel fertigungsschrift auch halten mag. Vor allem ist zu bemerken, daß erlangung ihrer Einlagen unternahmen. So fand beispielsweise vorgeschoben werden können." feine Rechtfertigung in Sachen Schoenlant teine vollkommene vorgestern in St. Louis ein Run auf die Kaffen der Auf der Konferenz des ersten pfälzischen Wahlkreises, ist. Allerdings unter Berücksichtigung aller Umstände ist diese Mississippi Valley Trust Company, eines der be deren Beschluß wir schon mitgeteilt haben, hielt Franz Ehrhart Verfehlung nicht so groß, daß deswegen Mehring von weiterer deutendsten derartigen Institute der Vereinigten Staaten, statt. einen Vortrag, der uns erst jetzt durch den Bericht der Münchner publizistischer Arbeit für die Partei ferngehalten werden müßte. Die Verbindlichkeiten der Mississippi Valley Trust Company betrugen Bost" bekannt wird. Wir halten es zur Information der Leser für Um so mehr, als diesem Fehler glänzende Thaten für die Partei mit Einschluß der Einlagen, des Kapitals, des Ueberschusses und der notwendig, aus Ehrharts Ausführungen einiges mitzuteilen. Er sprach gegenüberstehen." noch nicht verteilten Dividenden 25 500 000 Dollar. Die Einleger fich zunächst dahin aus, daß die Verhandlungen des Parteitages sehr Das Straßburger Parteiblatt bemerkt, daß Mehring erhielten ihr Geld ausbezahlt. Der zweite Vicepräsident erklärte, unerfreulich waren und daß dieser die wichtigsten Aufgaben unerledigt es ausgezeichnet verstanden, seine Verteidigung zu führen und daß er fürchte den Ansturm nicht, da die Bank auf vollkommen gesunder Der frühere Gouverneur von Louisiana und gelafien haben. Dann zu den Einzelheiten übergehend vertrat er er in Bezug auf die Schoenfant Karte eine Darstellung giebt, die Grundlage stehe. den Standpunkt, daß Braun, Bernhard, Göhre und Heine sich nur geeignet fein dürfte, viele feiner Gegner zu entwaffnen." Präsident der Louisiana Kaufausstellung Francis, welcher Direktor gegen Mehring ihrer Haut gewehrt hätten und sagte dann nach dem der Trust Company ist, hielt eine Ansprache an die Menge und vorliegenden Bericht weiter: sagte, er hoffe, daß man nichts thun werde, was eine Diskreditierung der Stadt oder ihrer Einrichtungen veranlassen könnte. Die Augen der Welt ruhten zur Zeit auf St. Louis. " " Aus Induftrie und Dandel. gezogen. " Später fand ein Ansturm auf die Kaffen der Mercantile Trust Company statt, deren Verbindlichkeiten an Einlagen, Beamten der Gesellschaft bemühten sich, die Menge mit der VerKapital und Ueberschuß etwa 10 Millionen Dollar betrugen. Die sicherung zu beruhigen, daß jedermann seine Einlagen sofort zurückgezahlt erhalten solle. Dann wurde auch auf die Kaffen der Lincoln Trust Company, deren Verbindlichkeiten rund sechs Millionen Dollar betrugen, ein Ansturm gemacht. Die gewünschten Gelder wurden " Bedenklicher noch als diese Erscheinungen der Neaktion gegen Die Art des Eingriffs von Bebel in dieser Frage ist im höchsten Maße bedauerlich. Gerade er, den wir alle so sehr schäzen, hätte statt hegen das Gegenteil thun müssen. Es ist geradezu jämmerlich, daß Der Eisenmarkt und die Hausse in Eisenaktien. Im letzten die stolze Millionenpartei auf ihrem erwartungsvollen Parteitag nichts Wirtschaftlichen Wochenbericht"( Nr. 250 des„ Vorwärts") haben andres zu thun hatte, als einen bürgerlichen Journalisten an den Haaren wir darauf hingewiesen, daß die Hausse in Bergwerks- und Hüttenauf die Armfünderbank zu zerren, als wäre dieser unser größter Feind. aktien, welche sich in den letzten Wochen an der Börse abspielte, vor Ein Lump, ein Geldmacher, ein Charakter, der mit einer Prostituierten nehmlich auf einer recht geschickt inscenierten Stimmungsmache bezu vergleichen sei, wurde er genannt. Die Genoffen, die in seinem ruht, zu der verschiedene kapitalistische Blätter durch ihre gefärbten Blatte einige Artikel, die teils in unsrer Presse beifällig abgedruckt wurden, geschrieben hatten, hat man als Marodeure bezeichnet, die Berichte über die Lage des Eisengeschäfts wesentlich beigetragen für Judaslohn arbeiten, sich verkaufen, und ein kräftiges Pfui!" haben. Besonders wurde darauf hingewiesen, daß die Anhäufung über sie gerufen. Mehring dagegen war unserm Bebel nur ein von Bestellungen im Oktober- November eine regelmäßige Erscheinung überall sofort ausgezahlt. psychologisches Rätsel lleber eine folche Art der Stellungnahme ist, da nachdem das Sommer- und Herbstgeschäft beendet ist und die den früheren sorglofen Optimismus sind die Abnahme des Eisenbahnfehlt mir jedes Verständnis, ich kann es nur als eine grobe Ent- Großhändler sich über ihren Lagerbestand und ihren wahrscheinlichen Frachtsverkehrs und die Arbeiterentlaffungen der großen Eisenbahns gleisung bezeichnen. Bebel will jetzt, nachdem der„ Lump" Harden Bedarf für das kommende Frühjahr unterrichtet haben, sie alljährlich gesellschaften. Nach einer schon gestern unter„ Letzte Nachrichten" feine Artikel veröffentlicht, in Bezug auf ihn fich rettifizieren, ja er um diese Zeit zur Bestellung für die erste Hälfte des nächsten Jahres veröffentlichten telegraphischen Meldung aus New York hat jest auch will ihn jogar als seinen Stronzeugen anrufen. Mit einer solchen schreiten. Art des Kampfes fann ich mich nicht befreunden. die Philadelphia and Reading Bahn die Schließung Jetzt kommt auch Der Parteivorstand soll nun die vier Uebelthäter verurteilen. allerdings reichlich spät die Rheinisch- von elf Kohlengruben bei Shamokin vom 4. NoNebenbei bemerkt, hat er hierzu nach unsrer Organisation gar keine Bestfälische Zeitung" und führt die Hausse auf Stimmungsmache bem ber ab angeordnet. 7000 Arbeiter werden da Legitimation. Es sind jetzt Wochen seit Dresden vergangen, die und eine Ueberschätzung der sogenannten Geschäftsbelebung zurüd. durch arbeitslos. Genossen sollten sich doch auf unser Gesetz besinnen. Ich reiche Sie schreibt: heute noch den vier Angeklagten, von denen mir keiner ans Herz Das Marktbild zeigt einige Veränderung seit unserm legten gewachsen, brüderlich die Hand; ich halte mich dazu um so mehr ver- Situationsbericht. Der Stabeifenmarkt hat durch das Eingreifen pflichtet, als ich empfinde, ihnen ist Unrecht geschehen. Ich habe der Händler, die ihre Winterabschlüsse gemacht haben, eine nicht heute noch gegen den vielgeschmähten Göhre dieselbe Hochachtung unerhebliche Belebung erfahren und die etwas nachgelassenen Preise wie zuvor und würde aufs tiefste bedauern, wenn er aus haben sich wieder befestigt, vielleicht auch hier und da etwas an-* Noggen, gut diesen Vorgängen Konsequenzen ziehen würde, die uns seine MitDie auch vorher in Stabeisen schon gut beschäftigten arbeit vermissen ließen. Dasselbe gilt von den übrigen. Sie alle Werte haben also einen weiteren Zuwachs an Buchabschlüssen + Gerste, gut haben gerade bei der letzten Wahl, als im ganzen Lande nach erfahren und find zum Teil für erstes Quartal nächsten Rednern, nach großen Rednern geschrien wurde, ihren Mann gestellt. Jahres mit Arbeit versorgt. Die Bewegung ist aber teine einheitEinen Fehler haben sie ja gemacht: fie ließen sich durch Bebels liche und hat auf die übrigen Fabrikate leider nicht übergegriffen, thafer, gut Vortrag hypnotifieren, sie hätten mochte da kommen, was immer wie man gehofft. Sie ist dank der Stimmungsmache, die gering anders sich verteidigen sollen, sie konnten es sicherlich. Es in gewissen Blättern auftaucht, von der Börse wesentlich ist jetzt durch die Resolution geholfen, ich habe auch dafür gestimmt, überschätzt worden und der Kursstand verschiedener Nichtstroh um Del auf die brandende See zu gießen. Hätte ein ruhig, objektiv Eisenattien entspricht wohl der plaggegriffenen berhandelnder Parteitag über die Frage entschieden, dann wäre eine H.urrastimmung, aber nicht den thatsächlichen Speisebohnen folche Resolution nicht eingebracht und nicht angenommen worden. Verhältnissen und dem inneren Werte der Linsen. Zur Frage der Tattit sagte er unter andrem: Papiere. Die Vorgänge beim Feinblechverband haben auf dem " Wir haben uns, feit wir socialistisch denken, darauf etwas ein- fchon gedrückten Blechmarkt einen weiteren Rückgang hervorgerufen gebildet, daß wir feine Bibel und teine Päpste haben, daß wir und die leẞthin wieder weniger zubersichtlichen Nachrichten über feine Sette irgend einer Lehre, sondern eine Partei sind, die ihr das Zustandekommen des Stahlsyndikats Tassen vorerst eine Programm stets mit der Wissenschaft in Einklang zu erhalten hat. durchgreifende zuversichtliche Stimmung am Markt noch nicht Wer die Partei- Entwicklung verfolgt, muß anerkennen, daß, so aufkommen. Man ist zufrieden, wenn der gute Beschäftigungsgrad, Stationen lange die Bewegung besteht, wir auch Meinungsdifferenzen haben, wie er in der Hauptsache seit einigen Monaten schon besteht, den fie haben müssen. Den alten Lassalleanern war es sicherlich recht Winter über anhält und die Preise sich weiter behaupten. Von einer empfindlich, daß zwei Grundpfeiler der Forderungen, die der große Erhöhung ist wenigstens im rheinisch- westfälischen Industriebezirk Meister Lassalle aufstellte, eingerissen wurden; aber es mußte ge-( arsgenommen vielleicht Stabeisen) noch wenig zu verspüren und Sminembe. 757 SD schehen, die Partei hat keinen Schaden erlitten. die diesbezüglichen Nachrichten sind, wenn sie nicht tendenziöser Art Hamburg 754 OGD Berlin Wir stehen heute nicht mehr auf dem Standpunkt, daß alle sind, unrichtig und nicht zutreffend. 756 GD 7 Cort politischen und wirtschaftlichen Kämpfe nur unsre Machtlosigkeit er7 Aberdeen Schließlich kann nicht unerwähnt bleiben, daß die Ausfuhr Frantf.a.m. 753 tennen lassen. München 754 SD 8 Baris 745 S 4wolfig Vor 35 Jahren hatte ich eine Arbeitszeit von wesentlich nachgelassen hat und die Nachrichten über den Wien 761 SSD 2Mebel 16 Stunden; man vergleiche damit, wie die Dinge heute liegen. Es amerikanischen Markt immer ungünstiger lauten. Der Jmport von ist ein Fortschritt vorhanden, warum sollen wir ihn ableugnen? amerikanischem Roheisen scheint zur Thatsache zu werden. Wetter Prognose für Sonnerstag, den 29. Oktober 1903. Keines- Mild, bei schwachen südlichen Winden und langsam zunehmender Wir haben ihn nicht dem guten Willen des Unternehmertums, auch falls liegt schon ein Grund zu Befürchtungen vor, aber auf der Bewölkung; teine erheblichen Niederschläge. nicht der väterlichen Fürsorge des Staates, sondern der Arbeiter- andren Seite muß gegenüber überspannten Erwartungen Berliner Betterbureau. wvolle Hammelfleisch Butter Eier Karpfen mittel gering 15,77 15,73 " 15,69 15,65 " 13,00 12,98 " mittel 12,96 12,94 Marktpreise von Berlin am 27. Oftober 1903 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,85 15,81 Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch 6,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " 1,80 1,10 " 2,00 1,20 " " gering " 12,92 12,90 " 1,80 1,10 14,50 13,40 2,60 2,00 mittel 13,30 12,20 60 Stüd 5,00 3,00 " gering " " mittel " 12,10 11,00 15,80 14,80 14,70 13,80 13,70 12,80 4,00 3,82 7,00 4,70 Schleie 40,00 25,00 Bleie 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 1 kg Nale 2,60 1,40 Bander Hechte 3,00 1,20 " " 2,00 1,00 Barsche " 1,80 0,80 " 3,00 1,40 1,40 0,80 per Schod 15,00 3,00 Heu Erbsen * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. 2,20 1,20 Witterungsübersicht vom 28. Oktober 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind richting Windstärke Better Temp. n. C. Got Do Stationen BarometerWindWindstärke richtung Wetter 2wolfen! 7 Haparanda 757 N 2wollig 3halb bd. 7 Petersburg 763 1 mollig 4 heiter 2 heiter Temp. n. T. Bob= Dog 739 S 2 bedeckt 4bedeckt 13 Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 29. Oktober. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Metropol- Theater.better, Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theater: die in Berlegenheit kommt, was sie ihren Kindern kochen foll, mag fich mit Heute Donnerstag, 29., u. Freitag großen Buchstaben: Kathreiners Malztaffee über den Herd den 30. Oktober: Geschlossen. schreiben. Das ist in jedem Falle das gesündeste, unschädlichst e Besonders und angenehmffe Getränk für die kleinen! Milch oft bald widersteht und in vielen Fällen überhaupt nicht gut vertragen wird. An den Seen Ober- Italiens. Sonnabend, den 31. Oktober: iilch gekocht nehmen es die Kinder dauernd gern, während reine Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Um 8 Uhr: Zum erstenmal: Durchlaucht Radieschen! Berliner Ressource Burleske Ausstattungsposse mit Schauspielhaus. Im stillen Gäßchen. Dr. F. Ristenpart: Die Kometen Gesang und Tanz in 4 Bildern ( Quality- Street). Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Lucifer. Leffing. Zapfenstreich. Westen. Die Fledermaus. Neues. Salome. Kammerfänger. Vorher: Der Residenz. Das große Geheimnis. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: N Schiller O.( Wallner Theater.) Die Stüßen der Gesellschaft. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Liebelei. Litteratur. Belle- Alliance. In Vertretung. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Das Käthchen von Heilbronn. Carl Weiß. Amor in Wichs. Trianon. Biscotte. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. und Meteore. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Indianer- Riese Mianko Karoo Die zusammengewachsenen Lebend. Schwestern! Lebend. Buren- Riese Andries Venter, ehemal. Leibsoldat des Präsidenten Paul Krüger von · Transvaal. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Apollo. Frühlingsluft. Special Das grosse täten. Metropol. Geschlo6en. Casino. Tolle Kadetten. Specialitäten. Balaft. Genießet das Leben. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten. Paffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: An den Seen OberItaliens. Juvalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Um 8 Uhr: Dr. F. Ristenpart: Die Kometen und Meteore. Central- Theater. Täglich 72 Uhr: Bruder Straubinger Operette in 3 Aften von Edm. Eysler. Freitag: 30. Freitag- Abonnements- Borstellung: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten v. Joh. Strauß. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Der Kammersänger. Anfang 7, Uhr. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 Nur noch bis Freitag inkl.: 9%: Tolle Kadetten. Sonnabend, 31. Dtt., zum erstenmal: Berliner Nachtasy!. Hotel Klingebusch. Sonntagnachm. 4 Uhr: Elternlos. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Olga Wohlbrück, Spott- und Geissellieder. Der Todessprung des Hundes. 14 erstklassige Nummern. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. Kommandantenstr. 57. In Scene gesetzt vom Direktor Hochelegante Festfäle für 500 bis 1000 Personen, empfiehlt zu coulanten Bedingungen 25192* Richard Schulz. 1. Bild: Mit dem Orient Express. Das Radieschen. 2. " 3. Im Moulin rouge. " 4. " Das Fest in der Botschaft. Anfang 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Zum 24. Male: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im 3. Akt: Blütenhochzeit. Ballett von Louis Gundlach. Adolf Stein. Sonnabende und Sonntage noch frei. Männer- Vortrag + morgen, Freitagabend, 8%, Uhr, in Moabit, Wilsnackerstr. 63: Frauenleben und Leiden vom prakt. Naturheilkundigen Grundmann. Bau und sexuelles Leben, Körperschönheiten, moralische Leiden, Verstellung und Heuchelei, erklärt an gr. Lichtbildern.- Eintritt 20 Pf. nebst Broschüre. Naturheilverein„ Reform", Kuranstalt Köpnickerstr. 72. Luisen- Theater. Anfang 8 Uhr. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Donnerstag, 29. cr., abds. 72 Uhr: Die Expedition. Socialdemokrat. Wahlverein f. 4.Berl. Reichstagswahlkreis. ( Südost.)[ 244/10 Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Franz Wischnewsky Cubryftr. 25, Stadtbezirk 107a, am 27. Oftober verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag um Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofes, Friedrichsfelde, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Am Sonntag, den 25., verschied plößlich und unerwartet unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Vergolder Paul Gericke 28426 im Alter von 32 Jahren. Dieses zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofs der Freireligiösen Gemeinde( PappelAllee) aus statt. Geheimnis. Die glanzenden Specialitaten. Das Käthehen von Heilbronn Paul Mündner: Socialdemokratischer Wahlverein Lustspiel in 3 Akten v. Pierre Wolff. Deutsch von May Schönau. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lutti. Deutsch- Amerikanisches Theater 67/68 Köpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anfang 8 uhr: Gastspiel Adolf Philipp. Nur bis 1. November: Messters Biophon. Anfang 72 Uhr. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Bernhard Rose Theater- Ensemble. Donnerstag, den 29. Oktober 1903: Ueber'n großen Teich Das Mädel ohne Geld. Heitere Bilder mit Gesang aus dem Posse mit Gesang in 5 Aften von Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. D. F. Berg und E. Jacobsohn. von Adolf Philipp. Anfang 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrit Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Freitagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Liebelei. Schauspiel in 3 Aften von Arthur Schnißler. Hierauf: Litteratur. Freitag zum erstenmal: Der Aktienbudiker. Sonnabend: Einer von unsere Leut'. Sonntagnachmittag: Die Jüdin von Toledo. Abends: Der Aktienbudiker. Montag: Das Käthchen von Heilbronn. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Grosse Extra- Elite- Vorstellung. Zum erstenmal: Mit verstärktem Personal: Wilhelm Tell. Anfang 8 Uhr. Nachher: Ball. Luftspiel in 1 Att v. Arthur Schnibler. Fröbels Allerlei-Theater Freitagabend 8 Uhr: Liebelei. Hierauf: Litteratur. Sonnabendabend 8 11 br: Liebelei. Hierauf: Litteratur. Cirkus Schumann. Heute, Donnerstag, den 29. Oktober, abends 7½ Uhr: Berliner Wappentiere, vorgeführt von Herrn List. Die leuchtenden Spiegelterraffen. Herr Jul. Seth mit seinen 14 Hundert Wüstenkönigen. Die vier Jahreszeiten, Pariser Ballettdivertissement. Freie Volksbühne. Sonntag, den 1. November, 23 Uhr: Metropol- Theater. 3./4. Abteilung. Lessing- Theater. 14./15. Abteilung. Der Widerspenstigen Zähmung. Nathan der Weise. 3. Kunstabend: Klinger", abends 7 Uhr, im Künstlerhaus, Bellevuestrasse. Einlasskarten a 25 Pf. in den acht Zahlstellen: N.: Beyer. NW.: Pfarr. W.: Kumke. SW.: Böttger. S.: Horsch. SO.: Gottfr. Schulz. O.: Vogel. C.: Löwenberg. Biscotte. Winterfest: Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Freitag zum erstenmal: Elektra. Belle- Alliance- Theater. Abends 8 Uhr: In Vertretung. Ein Soldatenschwank in 3 Aften von Heinz Gordon. Morgen und folgende Tage: In Vertretung. Sonntagnachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die zärtlichen Verwandten. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Die Maschinenbauer von Berlin. Bosse mit Gesang in 7 Bildern von A. Weirauch. Anfang 8 Uhr. Morgen: Der Trompeter von Säffingen. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Die 7 Raben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Offenbach- Abend: Sonnabend, den 14. Nov., 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. U. a. Die Verlobung unter der Laterne. Hansi weint und Hansi lacht. Der Zaubergeiger. Konzert etc. Couplets Festmarken a 50 Pf. in allen Zahlstellen. Liederspiele 230/7 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. fr. Puhlmanns Vaudeville-Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der mit so großem Beifall aufgenommenen Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Grosser Ball. Jeden Mittwoch 8 Uhr: Grosser Elite- Familienabend. Norddeutsche Sänger u. Ball. Entree 30 Pf. Sperrfit 50 Pf. Jeden Freitag: Gastspiel Berl. Volks- Theater. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Nur noch einige Tage: Genießet das Leben. Freitag, den 30. Oktober: Maria Stuart. Sonnabend, den 31. Oktober: Premieren- Abend. Schleifenfahrt u. Todessprung. Claire Heliot, Löwenbraut. Exotisches Monstre- Tableau: 12Elefanten, 3 Zebras, 50Pferde. Berliner Winterfreuden humorist. Manege- Schaustück. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter. Mademoiselle de Holstein, Schulreiterin. Etabl. Buggenhagen Morinplak. Im Kaisersaal: Künstler- Ensemble 99 Nordsterne 66 unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7, Uhr. Kasseneröffnung 62 Uhr. Entree 50 Bf. Bons hab. Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Frei- Tanz. In den unteren Sälen Dienstags: Przywarski- Konzert. Donnerstags: Görisch- Konzert. Bons haben Gültigkeit. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Alleganderftr. Täglich: Franz Sobanski. Ganz neues Programm. Zum Schluß die Gesangs- Bosse Hugust auf Urlaub. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. WING BARTEN 8 Die letzten Tage des Oktober- Programms. Saharet australische Tänzerin Das Liebesparadies. The Great Goldin musionist. Wilhelm II. Goldin gab eine Separat- VorDrig.- Burleske mit Gesang in 3 Aften. stellung vor Sr. Majestät Kaiser Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Reichshallen Stettiner Anfang: Sänger. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 1. November 1903, im grossen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer No. 15: Damerling- und Lenau- Abend. Kammermufik. Gefang. Recitationen. feftrede. & Mitwirkende: Alexander Altmann( Violine), Adolf Hänsgen( Klavier), Paul Neumann( Cello), Frl. Martha Schley( Gesang), Frl. Marie Holgers( Recitation), Dr. Rudolf Steiner( Festrede). Nachher: Canz. Billet 50 Pf. inkl. Garderobe. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Rauchen nicht gestattet. Frühzeitiges Erscheinen geboten. Während der Vorträge bleiben die Saalthüren geschlossen. Jede Störung muss vermieden werden. Billets sind zu haben an den Schulabenden in der Schule, bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfried Schulz, am Kottbuser Platz; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Demminerstr. 32; Krause, Müllerstr. 7a, sowie an der Kasse. 5/5 Smith u. Doreto Therese Renz Die drei Luppus Excentrics Schulreiterin Reckturner Anne Dancrey Pariser Soubrette. Moskwa Die Agoust's russisches Sextett. Jongleure. AngelineVanloo Sängerin 0. K. Sato komischer Jongleur. Miss Emeline Trapezkünstlerin. Die Jahrmarktsprinzess Der Biograph. Ballett. Sanssouci. Kottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Anfertigung feiner Herren Damen U. Garderobe, bessere DamenJacketts auf Lager, elegante Ausführung, geringe Teilzahl. J.Kurzberg, NeueKönigstr.47, direkt am Alexanderplatz. des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 26. Oktober schied freiwillig aus dem Leben unser langjähriges Mitglied, der Vergolder Paul Gericke, Brunnenstraße 11. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 29. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Freireligiösen Gemeinde, 249/15 Pappel- Allee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin 1. Den Verbandskollegen diene zur Nachricht, daß unser Mitglied Oskar Kehrt verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstagnachmittag 4 Uhr, von der Leichenhalle des Bions- Kirchhofs, Nieder- Schönhausen, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am 26. Oktober unser Mitglied Karl Grätz verstorben ist. 134/11 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 4 Uhr bon der Leichenhalle des neuen Matthäi Kirchhofes, Tempelhofer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Hiermit zeige ich tiefbetrübt an, daß meine liebe Frau am Luise Nugk geb. Sommer 25. Oftober cr. fanft ent Schlafen ist. 2837b Die Beerdigung findet am 29. Ottober vom Trauerhause, Rigdorf, Hermannstraße 120, aus statt. Paul Nugk. lumen- und 1963 Kranzbinderei Richard Engelke, Reichenberger- Strasse 164, Ecke Mariannenstr. Specialität: Vereinskränze. Kranz- und Blumenbinderei H. Rodewald, bon H Alexandrinenstrasse 1a. Kränze mit Widmungsschleifen, Arrangements zu Festlichkeiten, Bouquets, Topfgewächse jeder Art 2c. preiswert. 24105* Franz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur * Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert. Buchen- u. 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Bortrag des Genossen Bartels über:" Die Aufgaben des preußischen Landtages". 2. Diskussion. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Socialdemokrat. Wahlverein der Frauen heb diewoe Berlins und Umgegend. Donnerstag, 29. Oktober, abends 8 Uhr, bei Mierke, Berliner- u. Mühlenftr.- Ecke: TF Versammlung in Pankow. Vortrag der Genojjin Ida Altmann über: Was fordern die Frauen vom preußischen Landtag?" 2. Diskussion. 1/12 Freitag, den 30. Oktober 1903, abends 8½ Uhr, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13: Versammlung. 1. Vortrag der Genoffin Klara Zetkin( Stuttgart) über:„ Die Kulturaufgaben im preußischen Landtag und die Frauen". 2. Diskussion. In beiden Versammlungen werden Mitglieder aufgenommen. Gäste, Männer und Frauen, haben Zutritt. Mit 15% Rabatt! Selten günstige 0 3055L* Kaufgelegenheit! 10 Giner Partie Partie handgeknüpfter Smyrna und echt Perser Teppiche Teppich- Specialhaus Emil Lefèvre Oranienstr. 158, Berlin S. 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Zur heutigen Sigung, die der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Leuschner um 92 Uhr eröffnet, ist der größte Teil der Zeugen zur Stelle, unter ihnen auch der kleine Graf". Die meisten werden für heute wieder entlassen, doch giebt ihnen der Vorsitzende den dringenden Rat mit auf den Weg, zu der ihnen angegebenen Beit wieder zur Stelle zu sein und in der Zwischenzeit nicht etwa jich über den Prozeß und das, was der Einzelne aussagen werde, zu unterhalten oder zu bereden, damit sie ganz unbeeinflußt ihr Zeugnis ablegen können. Der Dolmetsch Regierungsrat Brandt überträgt diesen Rat und diese Warnung ins Polnische. Der erste heute vernommene Zeuge ist Graf Hector Kwilecki- Kwiltsch, angestellt und bin in Begleitung eines Freundes, der der französischen Kittel, im Kleidchen 2c. abgebildet ist. Die Zeugin sieht die Bilder Sprache mächtig ist, dorthin gefahren. Die Gräfin war nämlich zu lange an und sagt dann lächelnd: Ja, in den schwarzen Augen einer bestimmten Zeit plöglich verschwunden gewesen und die liegt etwas Aehnlichkeit. Aber Präs.: Na, in Posen giebt es Spuren leiteten nach Paris hin. Durch die Andeutungen der doch wohl mehr schwarze Augen.( Heiterkeit.) Zeugin: Hedwig wurde der Verdacht erregt, daß die Frau Gräfin auch dort Ja, gewiß! Nächster Zeuge, Apotheker Stryczinskischon versucht hatte, einen neugeborenen Knaben sich zu verschaffen Wronke giebt Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse und es lag weiter der Verdacht vor, daß die Gräfin auch kurz vor auf Wroblewo. Troz mehrfacher Mahnungen hat er von dem ihrer Entbindung noch einmal in Paris gewesen ist. Es ist dann eine Grafen für seine Lieferungen tein Geld erhalten können. Baumeister Hebamme ermittelt worden, die gesagt hatte, daß einmal eine Wilzewski- Wronke befundet nichts Wesentliches. Er hat mehrfach bei polnische oder russische Gräfin, deren Gestalt dem photographischen dem Grafenpaar gespeist, es tam ihm aber nicht seltsam vor, daß Bilde der angeklagten Frau Gräfin überaus ähnlich sehe, bei ihr ge- die Andruszewska an den Mahlzeiten teilnahm. wesen und eine Frage an sie gerichtet habe, ob sie einen neugeborenen Fräulein Falkowska- Friedenau war früher in Stellung auf Knaben erhalten könne. Dann ist auch in der Rue vieille du Wroblewo, zuletzt im vergangenen Jahre. Die Zeugin soll über die Temple 125 ein Bandagist ermittelt worden, bei dem eine etwas Angeklagte Chwiatkowska aussagen. Sie hält die Angeklagte nicht forpulente Dame, die französisch mit deutschem Accent gesprochen für verrückt, sondern für überspannt und verschlagen. Eine erheb habe, im Jahre 1896 einen Gummileib bestellt habe. liche Gedächtnisschwäche will sie damals an ihr nicht bemerkt haben. Präs.: Welches persönliche oder Gräfin Miecislaw wile da erweckt Heiterkeit durch ihre Erklärung, daß fie ursprünglich in dem Wahne gewesen sei, der fleine Knabe sei ein Kind ihres eignen Sohnes, weil zwischen beiden große Aehnlichkeit bestanden habe. Als sie jedoch später das Kind wieder erblickt habe, sei sie von ihrem Argwohn geheilt worden, da die Aehnlichkeit nicht mehr vorhanden gewesen sei. petuniäre Interesse auf den das Majorat übergehen würde, falls der angeklagte Graf ohne männliche Erben sterben würde. Er sagt im allgemeinen folgendes aus: Die Verhältnisse anf Wroblewo find haben Sie selbst an dem Ausgang des Prozesses? 8euge meiner Kenntnis nach sehr berangiert gewesen, die Ich habe vor allen Dingen das Interesse, daß die Wahrheit Waldung foll über den Etat abgeholzt worden, die an den Tag komme. Ich betrachtete es gewissermaßen als meine Schonung aber in guter Ordnung sein. Die Agnaten haben sich, Pflicht, dahin zu wirken, daß mein Vater von dem Vorwurf befreit Distriktskommissar Leitloff- Wronte, der nächste Zeuge, spricht um sich nicht mit der gräflichen Familie zu überwerfen, dieser im würde, daß sein bezüglich des Knaben erhobener Verdacht ungroßen und ganzen freie hand gelassen. Die Agnaten haben die berechtigt gewesen sei. Ale Familienmitglied habe ich schließlich auf die scheinbar die Verteidigung Wert legt, in sehr ungünstigem sich über zwei Agenten, die dem Grafen häufig Geld liehen und Geschichte von der Geburt a priori nicht recht geglaubt aus den doch auch ein Interesse daran, daß die Familie rein bleibt und nicht Sinne aus. Er hält sie des Meineids wohl für fähig. Als letzte verschiedensten Gründen, aber wir wollten kein Aufsehen erregen. eine Person in die Familie kommt, der der uneheliche Sohn einer Beugin wird eine Frau aus Krakau, arboriak, vernommen. Unser Verdacht wurde verstärkt, als die Nachricht verbreitet wurde, sonst vielleicht ganz braven Person ist und den man dann als seinen Sie spricht polnisch. Die Zeugin hat die Krakauer Hebamme gedaß die Gräfin zur Entbindung nach Italien gehen wolle. Diefer Better und später vielleicht als Haupt der Familie anerkennen muß. Umstand veranlaßte meinen Vater, als den ältesten Agnaten, einen keineswegs leitet mich Habsucht. Ich habe genug und brauche nicht kannt, die bei der angeblichen Berliner Entbindung der Gräfin zu Brief an den Grafen zu schreiben des Inhalts, daß die Agnaten die nach der Uebernahme des verlotterten Majorats zu streben, das gegen war, und erzählt, daß kurz nach der Rückkehr der Hebamme Pflicht hätten, für die Ehre und Unbescholtenheit der Familie Sorge mindestens für eine Generation gar kein Geschäft ist. Ich halte aus Berlin diese ihr erzählt habe, die Entbindung habe wirklich zu tragen, und eine Entbindung im Auslande nur die Folge haben es für die Pflicht eines jeden, der einmal in das Majorat ein- stattgefunden und sie sei zugegen gewesen. Die Hebamme ist vor werden würde. Dieser Brief wurde uns sehr übel genommen, aus dem Majorat heraus mußten, Sorge zu tragen. Ich Da war er b Lokales. Polnische Wirtschaft. im Saale würde, daß das Kind von der Welt nicht als rechtmäßiges anerkannt treten würde, für diejenigen, die, schuldig oder unschuldig, fünf Jahren gestorben. Hierauf tritt um 3 Uhr Schluß der Verhandlung und Vertagung aber es wurde doch erreicht, daß die Entbindung in Berlin vors halte es für meine Pflicht, die Lebensversicherungs- Police auf Donnerstagvormittag 912 Uhr ein. Als das Kind genommen wurde. geboren wurde, wollte des Herrn Grafen weiter zu zahlen, für die armen Komtessen, die niemand an die Geschichte glauben, weil verschiedene auf- für die ganze Geschichte doch nichts fönnen, zu sorgen, aber auch für fallende Umstände, Umstände, namentlich namentlich die Schnelligkeit der Ent- den Jungen zu sorgen, der unglücklich ist, weil er aus seinen Verbindung, die Thatsache, daß Dr. Rosinski bei dem ganzen hältnissen herausgerissen und verzogen worden ist. Ich würde ihn Aft nicht hinzugezogen worden war usw. dabei mitspielten. Mein nicht, wie hier angedeutet worden ist, zu irgend einem Schuster oder Vater hat, als die Gerüchte über die Geburt nicht aufhörten, einmal Schneider, sondern ganz wo anders hinbringen, um dafür zu sorgen, Der Kampf um das Majorat, der vor den Schranken des Schwuran den Grafen geschrieben, er hat aber keine Antwort darauf er- daß er nicht fünftig zu einem Verbrecher würde. Von einem Plus gerichts in Moabit jetzt tobt und voraussichtlich noch tagelang toben wird, halten. Der Vater hat dann den Grafen um eine Unterredung unter aus der Bewirtschaftung des Majorats wird auf Jahre hinaus nicht hat nicht nur die bekannten„ Kriminalstudenten", sondern auch das vier Augen ersucht, diese wurde durch die Gräfin aber nicht gestattet. die Rede sein können. Ich kenne keine Familie in ganz Europa, die bessere( gekleidete) Publikum in Scharen angezogen. Der GerichtsDann kam die Klage des Grafen gegen meinen Vater auf An- es sich gefallen lassen würde, daß ein hergelaufenes uneheliches Kind diener und die beiden Schutzleute, die vor dem Eingang zum Schwurerkennung des Kindes, bei welcher mein Vater ein Versäumnisurteil plöglich der Befizer eines Majorats werde. Ich bin an die ganze gerichtssaale postiert sind, haben des Morgens alle Hände voll zu hat ergehen lassen. Warum, weiß ich nicht, da haben die Rechts- Geschichte nur höchst ungern herangetreten, mir liegt an der thun, um die drängende Masse der Einlaßheischenden abzuweisen; anwalte zu beigetragen. Trotz der Verurteilung meines Vaters Verurteilung nichts, denn es ist nicht angenehm, Anim Civilprozeß wollten die Gerüchte über die Geburt des Knaben gehörige feines feiner Familie hinter Schloß ſtolzerhobenen Hauptes und von neidischen Blicken verfolgt, bahnen nicht aufhören. In Posen gab es sehr wenig Leute, die an die und Riegel zu wissen. Dieses Strafverfahren ist ja nur das sich die Besitzer der Zutrittskarten ihren Weg, im Bewußtsein, einem Richtigkeit der Geburt glaubten. Da fand plöglich ein Umschwung Vorspiel, das Nachspiel wird in Bosen kommen, denn nach Schluß absonderlichen Schauspiele beiwohnen zu dürfen. Draußen aber, statt, als die jetzt Angeklagten in Untersuchungshaft genommen wurden. dieses Prozesses werde ich den Civilprozeß in Posen aufnehmen. auf dem Korridore, unterhalten sich, während Richtig ist, daß einmal der Gräfin der Gedanke nahe gelegt worden der Vorsitzende die Verhandlung weiter führt, besonders die öffentliche Meinung ist, zur Vermeidung des Ellats doch ins Ausland zu gehen. Es thut eifrig die weiblichen Neugierigen über diese Dragi- Komödie": mit einemmal gegen uns Agnaten eingenommen und machte sich mit mir ja leid, daß es so weit gekommen ist, aber vor allen Dingen Denn kein Name wird im Zusammenhange mit dem der großem Eifer gegen uns geltend. Da erhielt ich eines Tages den muß doch die Wahrheit an den Tag kommen. Präs.: Sie, Herr Gräfin Kewilecka häufiger genannt, wie der Dragas von Serbien. Brief eines Mannes aus Russisch- Polen, worin er mir mitteilte, daß Beuge, befinden sich in glänzender Vermögenslage? Sie sind zu wie Draga, die zur Unfruchtbarkeit Verdammte, einst das Serbener mir wichtige Dinge mitzuteilen hätte. Ich legte erst gar kein einem Einkommen von 150 000 m. veranlagt, Ihr Vater hat ein Gewicht darauf, als aber nochmals ein Brief des Mannes tam, trug Vermögen von 1 300 000 m., fein Befiz beträgt 30 000 Morgen? volt durch einen Wechselbalg glücklich zu machen gedachte, so hat ja ich kein Bedenken, ihn zu empfangen. Er fragte mich, ob es wahr 8euge: Ja wohl. Präs.: Wie groß ist Ihre eigne Familie? Gräfin Kwilecka, wenn man der Anklage trauen darf, das Majorat fei, daß die Dffowsta in Posen beschworen habe, daß die Gräfin 8euge: Ich habe einen Sohn und drei Töchter. Ich würde durch Kindesunterschiebung den rechtmäßigen Erben zu entziehen thatsächlich in andern Umständen gewesen sei. Als ich dies bejahte, natürlich stets dafür sorgen, daß die Gräfin, wenn sie aus der gesucht. An ihrer Schuld zweifeln die allerwenigsten der Neuerklärte er: dies sei nicht wahr, denn die Ossowska habe selbst die Herrschaft hinaus müßte, nicht auf die Straße gefeßt gierigen; aber es fehlt ihr doch auch nicht an ritterlichen Ver Unwahrheit eingestanden. Später schrieb mir ein Kaufmann würde, aber die Frau Gräfin geht wohl aus Hochmut oder weil teidigerinnen. Da werden allerhand" Fälle" ausgeframt, zum NachIch sie nicht auf die Gnade von Verwandten angewieſen ſein will, ihre weis, daß auch fünfzigjährige Frauen, wie einst Abrahams Weib, Hechelski, daß er wisse, woher der Knabe stamme. und eignen Wege. Auf weiteres Befragen erklärt der Beuge: Die depeschierte ihm, daß ich ihn empfangen wolle, erschien eines Tages in Kwiltsch. Ich ließ mir die Sache Frau Gräfin hat einmal die Aeußerung gethan:„ Wenn ich den des unverhofften Glückes teilhaftig geworden sind, ihrem Schoß bortragen, wollte mich aber darauf nicht einlassen, fagte Brozeß verliere, so schieße ich den Jungen und mich tot." So junges Leben entsprießen zu sehen. Eine würdige Matrone stellt sich aber, daß, falls er die Sache selbst in die Hand nehmen spricht doch keine Frau, die die wirkliche Mutter eines Kindes ist. selbst als solchen Fall" vor und erzählt der aufhorchenden Umwolle, ich dabei gern behilflich sein wolle, um die Wahrheit zu er- Ebenso hat der Vater einmal geäußert:„ Er sei der letzte Majorats- gebung, daß sie noch im Alter von 52 Jahren am selben Tage mit mitteln und auch für die Kosten aufkommen wolle. Selbst die Sache herr aus seiner Familie" und als man ihn auf seinen Knaben hin- einem Nesthäkchen niedergekommen sei, indem ihre bis dahin jüngste in die Hand zu nehmen falle mir nicht ein, denn ich hätte schon wies, hat er gesagt:" Ach, ich wäre froh, wenn der Sohn nicht da Tochter ihrem Erstlinge das Leben gab. Es sei ihr damals sehr Das ist doch auch bezeichnend genug. gemuig Aerger davon gehabt, die ganze Provinz sei schon gegen uns wäre oder nicht lebte. Der Zeuge läßt sich dann auf Befragen des Vorfügenden noch Gräfin ihre schwere Stunde fern von dem Hause habe erleben " genierlich" gewesen, und sie begreife deshalb sehr wohl, daß die eingenommen. Hechelsti ist dann nach Krakau gegangen, dort ging er in die Johannisstraße, erkundigte sich nach den dort wohnenden über die Fideikommißverhältnisse von Wroblewo aus. Hebammen und kam in ein Haus, wo zwei Hebammen wohnten. Die Der eine Verteidiger richtet an den Zeugen die Frage, ob es wollen, in dem erwachsene Töchter weilten. Die merkwürdigen Um die landfremde Hebamme die verdächtigen TeleHedwig Andruszewska hatte dem Hechelski, der von ihrem schrift- ihm bekannt sei, daß das Gut jetzt verpachtet sei und einen Rein- stände freilich ,, Garnicht verdächtig", mischt sich ein Mann mit östlichem lichen Bekenntnis Einsicht genommen hatte, mitgeteilt, daß die in Ueberschuß von 70 000 m. bringe?-3euge: Ja, aber der Ueber- gramme. wenn Sie die Frage tommende Hebamme einen dem Trunke ergebenen Bruder nehmer des Majorats hat nicht nur eine große Menge Zinsen, Dialekt ins Gespräch, gar nicht verdächtig, habe. Er erfuhr dann, daß sowohl die Hebamme Graszynska als fondern auch alle rückständigen und laufenden Schulden zu bezahlen. polnische Wirtschaft tennen würden. Was richtige polnische Auf weiteres Befragen seitens der Verteidiger erklärt der Zeuge, Aristokraten sind, die lieben eben die Absonderlichkeiten. Warum soll auch deren Sohn verstorben sei, daß sie aber noch einen Sohn hätte, Ein solcher wurde daß er die Hilfe des Detektivinstituts Caspari Roth Roffi die hochgeborene Frau Gräfin sich das nicht so einrichten, wie sie der Magistratsbeamter in Aratau wäre. aber nicht aufgefunden, dagegen wurde die Auskunft erteilt, in Anspruch genommen habe, als der Civilprozeß gegen seinen Water will? Und dann die andren Atwilectis, die Ankläger! Na, ich Rechtsanwalt Chodzißner: Haben daß ein Beamter Namens Gracza ein Sohn der Hebamme Graszynska angestrengt worden war. Doch auch dem Grafen sei. Dies war auch richtig. Hechelsti erhielt von diesem eine Sie die Gräfin während der Zeit ihrer Entbindung beobachten will nichts gesagt haben, aber Zeuge verneint dies und wiederholt, daß er es so viel Hektor Kvilecki ersteht ein Gönner, der sofort bereit ist, für bestätigende Antwort und that nun so, als ob er von einer im lassen? ihn die Hand in ein eigens dazu mitgebrachtes Feuer zu legen; das Sterben liegenden Frau beauftragt sei, alle bei der Beschaffung des wie möglich vermieden habe, mit den Zeugen zu sprechen. Kindes beteiligt gewesenen Personen zu ermitteln. Durch eine Reihe Der Verteidiger der Angeklagten se nosta stellt wiederum den sei ein wahrer Edelmann, ein Aristokrat vom Scheitel bis zur Zehe; von Kombinationen ist es dann gelungen, alle Thatsachen festzustellen, Antrag, die alte Frau aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Auf bei dem gehe es anders her, wie auf der elenden Klitsche der Andie mit den Angaben der Hedwig Andruszewska völlig überein- die Frage des Dolmetschers, ob sie sich diesem Antrage anschließe, geklagten; er habe überhaupt nicht geklagt, um das Majorat zu stimmten. Er ermittelte namentlich, daß der Knabe das uneheliche erklärt die Angeklagte, daß sie haben, sondern bloß, um das edle Kwilecki- Blut, das ruhmrreiche, Kind der ebenso gern im Gefängnis bliebe, blaue, nicht durch einen Wechselbalg verfälschen zu lassen! Weichenstellerin Cäcilie Meyer fie brauche dann nicht jeden Tag den Weg nach dem GerichtsHin und her wogt der Kampf der Meinungen, während eine war. Nachdem Hechelsti dieses Material zusammengebracht hatte, gebäude zu machen. Der Gerichtsarzt Dr. Stormer erklärt, daß der Zeugin nach der andern vor die Schranken des Gerichts geführt wird teilte er es mir mit, und ich fragte mich nun: Was weiter betagten Frau der Aufenthalt im Untersuchungsgefängnis nichts oder den Saal wieder verläßt.„ Wie steht's?" so fragen Neuthun? Ich fuhr nach Krakau und ließ mir über das Ge- schade, zumal ihr alle zulässigen Erleichterungen gewährt würden. schehene genau Bericht erstatten. Mit Anwalten einzulassen, Der Verteidiger zieht darauf seinen Antrag zurück. Einer der Ge- angekommene eilfertig den Gerichtsdiener, der mit einem gleichhatte ich aus verschiedenen Gründen feine Lust; ich schworenen richtet an den Angeklagten Grafen Kwiledi die Frage, gültigen Achselzucken seine Meinung verbirgt. Ihm ist dieser Prozeß ging zur Polizei und machte dem Bolizeichef Mitteilung von der seit wann er zu der Ueberzeugung gelangt sei, daß seine Ehefrau einer unter vielen. Wie oft macht er seine Handreichungen bei stattgehabten Stindesunterschiebung, ohne zu sagen, daß meine eigne fich in andren Umständen befand. Der Angeflagte giebt den Zeit- Fällen, wo es sich um den Kopf eines Menschen handelt; hier aber Familie dabei interessiert sei. Der Polizeipräsident sah mich an mit puntt an sowie die Gründe, die ihm diese Ueberzeugung ver- stehen doch höchstens ein paar Jahre Zuchthaus auf dem Spiele. einem Blick, als wollte er sagen: Was erzählt mir der Junge hier? schafft haben. Wozu also die Aufregung? Weil's eine Gräfin ist, deren Geschick Der Polizeipräsident hat aber doch die ganze Sache energisch in die Damit ist die Vernehmung des Zeugen Grafen Hector Kwilecki sich dort entscheidet? Bah! Wat ick mir dafor koofe!" Hand genommen und alle Frauen, die in der Sache eine Rolle beendet und es tritt eine furze Mittagspause ein. Nur eine der beteiligten Personen erfreut sich allgemeiner spielen, vernommen. Charakteristisch war folgendes: Der Cäcilie Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird der Vater des Meyer wurden sechs bis acht Photographien von Kindern vorgelegt vorigen Beugen, Graf Miecislaw wile di vernommen, der im Sympathie: der kleine bildhübsche und blizsauber gekleidete Junge, und ihr gesagt:" Darunter befindet sich Ihr Sohn, suchen Sie allgemeinen dasselbe aussagt wie sein Sohn. Er habe von Anfang der heute noch Graf Kwiledi ist, voraussichtlicher Erbe des Majorats, diesen doch einmal heraus!" Sie hat auf die Photographie des an- an nicht an die Entbindungsgeschichte geglaubt. Auch an diesen morgen aber vielleicht schon hinabgeschleudert wird in die Tiefen geblichen fleinen Grafen" gedeutet und gesagt:„ Das ist er! Das Beugen richten die Verteidiger mehrere Fragen, die auf seine Er der Gesellschaft, zu den andren halbgezeichneten„ Unehelichen", aus ist mein Sohn, darauf will ich schwören!" Nach fieben Jahren mittelungs- Bemühungen und sein etwaiges Intereffe zur Sache deren Reihen ihn das Verbrechen seiner Pseudo- Mutter herauffonnte sie ihn natürlich nicht ohne weiteres erkennen, fie Bezug haben. Der Zeuge erklärt, daß er wohlhabend sei und kein gehoben haben soll. Wenn er der Sohn des alten Lebegreises ist, erkannte ihn aber älteren petuniäres Intereffe habe, sondern nur die Pflicht fühle, als Haupt der dort vor den Schranken steht, dann hat der Mann recht, stolz auf an der Aehnlichkeit mit seinem Bruder, der der von demselben Vater stammt. Einige Zeit der Familie der Sache auf den Grund zu gehen. barauf meldete sich bei mir die Hedwig Andruszewska Hierauf wird die Gattin des Grafen Miecisław Kwieledi- ihn zu sein! Geſetzt den Fall, die Schuld der Gräfin würde erwiesen, und teilte mir alles auf die Kindesunterschiebung Bezügliche mit. Opporoto vernommen. Die alte Dame ist schwerhörig und bedient wird sich dann dieses junge Menschenleben doch behaupten Ich dachte mir, daß ja schließlich alles Quatsch sei, was so unter sich eines eleganten mit schwarzer Spize befesten Hörrohrs. Da sie und durchsetzen können in der polnischen Wirtschaft? Das ist eine bier Augen gesagt werde, ich habe deshalb einen Fragebogen mit der deutschen Sprache nicht mächtig ist, spricht fie polnisch unter Frage, die ernsten Beobachtern wohl aufsteigt; aber die Zuhörer in 25 Fragen aufgestellt, bin damit zum Distriktskommissar gegangen Assistenz des Dolmetschers. Sie leistet auch auf polnisch den Eid. Moabit beschäftigen sich jetzt mehr mit Physiognomik und suchen die und habe dort die Antworten der Andruszewski von dieser unter- Die Beugin foll einmal behauptet haben, die angeklagte Gräfin Aehnlichkeit zwischen dem alten Kwilecki, der Gräfin und diesem schreiben lassen, wobei der Ortsgeistliche als Dolmetsch fungierte. Swaleda sei in Paris gewesen, kann diese Behauptung aber nicht Stinde zu ergründen. Die Meinungen gehen weit auseinander, wie Da die Leute bei uns den größten Respekt vor dem Distrikts- aufrecht erhalten. Breiteren Raum nimmt eine andre Aeußerung immer, wenn über Schönheit oder Aehnlichkeit von Kindern gestritten kommissar und dem Ortsgeistlichen haben, ist bei dieser Gelegenheit der Zeugin ein. Sie soll einmal, als der angebliche Kleine Graf wird. Aber so ficher, wie die meisten 3eugen aussagen, eralles durchaus ordnungsmäßig zugegangen. Für die Reise habe ich anderthalb Jahre alt war, den Knaben auf Wroblewo gesehen und, scheinen diese Urteile auch noch! der Hedwig 20 m. gegeben. Natürlich habe ich auch gesagt, ihm ins Gesicht schauend, damals gefagt haben: die Familienähnlichkeit daß ich mich eventuell erkenntlich zeigen würde, falls durch die gerichtliche Untersuchung die Kindesunter- ist doch unverkennbar. Das muß doch ein echter Kwiledi fein! Die fchiebungs- Geschichte als wahr erweisen würde. Der Graf fommt Beugin erinnert sich der Aeußerung dunkel, legt ihr aber kein Ge| dann auf eine dazwischen geworfene Frage auch auf die Anschuldigung wicht bei, da der kleine Graf damals so jung war. Die Verteidigung ' bon der Bestechung zu sprechen: Zu dem Thema„ Bestechung" ist regt an, den fleinen Stanislaus der Beugin gegenüberzustellen. Der so viel gelogen worden, daß es um aus der Haut zu fahren ist. Gerichtshof begnügt sich aber, der Gräfin Miecislaw vier PhotoIch habe dann, so fährt der Graf fort, auch in Paris Ermittlungen graphien vorzulegen, auf denen der junge Stanislaus im polnischen 2. Mose 21, v. 28. Die Duellfrage spielte in der gestrigen Sitzung der Generalsynode eine ergögliche Rolle. Es war von einer Kommission folgende Resolution beantragt worden: " Unter Bezugnahme auf die Verhandlungen der vierten ordent lichen Generalsynode und unter Anerkennung der Bestrebungen für wie vor unsrer Kirche heilige Pflicht." = Saar aus der Ruppinerstraße 37 auf dem Neubau Cannerstraße 21 Einen schweren Unfall erlitt der 54 Jahre alte Maurer August in Rigdorf. Durch das Rutschen einer Bohle stürzte S. zwei Stod werke hinab und zog sich dabei schwere Verlegungen des Rückgrats zu, welche seinen Transport nach dem Krankenhause am Urban erforderlich machten. Die Stadtverordneten- Versammlung hat in ihrer heute nachmittag 5 Uhr stattfindenden Sizung unter anderm folgendes zu erledigen: Antrag von Mitgliedern der Versammlung betreffend die Bildung einer gemischten Deputation behufs Beratung über eine Reorganisation der Gewerbesteuer. Zwei Anträge von Mitgliedern der Versammlung betreffend die Erweiterung des Kaiser und die Errichtung einer Station für Geschlechtskranke in dem KrankenKaiserin Friedrich Kinder- Krankenhauses und hause Moabit. waltung der städtischen Wasserwerke für das Etatsjahr 1902, Vorlagen betreffend: den Jahresabschluß der Verden Etat für die Verwaltung der städtischen Feuersocietät für 1. Oftober 1903/1904, die Entschädigung des Eigentümers Dr. Edmund Falt für sein Grundstück Siegmundshof 15 aus Anlaß der Anrampung der Achenbachbrücke, den Verkauf eines Grund der Finanzen zu der von den Gemeindebehörden beschlossenc:: und stücks bei Westend, die von den Herren Ministern des Innern und beantragten Aufnahme einer Anleihe von 228 Millionen Mark a geforderten Ergänzungen bezw. Abänderungen. einen vermehrten Schuß der persönlichen Ehre, legt die fünfte vorlegen nnd ihnen empfehlen, sich ihrer Pflichten gegen ihre christ- Treppe heruntereilte. Mit einem Messer griff er den Wirt an, der ordentliche Generalsynode von neuem Zeugnis dafür ab, daß lichen Brüder zu erinnern. Mag Herr Meier sich um die Lieferung ihn festhalten wollte, und stach ihn in den rechten Oberarm und in das Duell Sünde ist. Seine gänzliche Beseitigung, auf dem bei jüdischen Synagogen bemühen, aber nicht um die bei Kirchen- die rechte Wade. Mit Hilfe von andern Personen wurde der Mann Wege der Verbreitung und Vertiefung christlicher Erkenntnis und gemeinden." überwältigt und zwei Schußmännern ausgeliefert. Auf dem Wege Es ist ja nun nicht einzusehen, warum Juden nur Kirchenfenster zur Wache äußerte er:" Hätte ich doch jemand totgestochen!" In der Schärfung des christlichen Gewissens zu erstreben, bleibt nach stiften und nicht auch solche fabrizieren sollen. Aber man kann ja ihm wurde der bestrafte und gesuchte 29 Jahre alte Arbeiter Albert immerhin auf dem Standpunkte stehen, daß jüdische Kirchenfenster Teichow erkannt. Nun geschah es, daß das Referat in dieser Frage dem edlen den Blick gen Himmel mehr trüben als chriftliche. In diesem Falle Grafen Stofch- Garten übertragen worden war, der einerseits zwar bewahrt ein gnädiges Geschick das Fabrikat des Herrn Meier hoffentein frommer Christ und Synodale ist, andrerseits aber es mit dem lich vor einer antisemitischen Attacke nach Pücklerschem Rezept. " feste um sich hauen" hält. Ihm sei seine Berufsehre( als Graf oder als Synodale?) so viel wert wie sein Leben und so sei er für das Duell; wer das Duell für verwerflich halte, müsse auch die Notwehr für verwerflich halten. Auch der Landrat a. D. v. Gerlach wollte in seinem Christentum den Passus, der das Duell für Sünde erflärt, gestrichen haben. Auch er stellt das Duell der Notwehr gleich. Ein Krieg fei auch ein 3 weikampf zwischen zwei Kaisern oder Königen.( Wäre er das nur! D. R.) Der Landrat erörterte dann die Frage, ob der Mensch zum Töten berufen ist oder nicht und beruft sich auf Kapitel 20 und 21 des 2. Buches Mose. Das 20. Kapitel des Buches Mose verbietet zwar das Töten; im nächsten Kapitel aber werden schon die Fälle aufgeführt, wo das Töten erlaubt ist. Der Landrat sagte zum Schluß, daß das Duell eine juristische und nicht eine theologische Frage ſei; er könne sich nicht entschließen, das Duell für eine specifische Sünde zu Gegen diese beiden Herren wandten sich Prof. Dr. Kahl- Berlin und Hofprediger a. D. Stöcker. Dieser meinte, daß die Edelsten und Besten so lange mit zerbrochenem Schwerte gegen die Umsturzpartei kämpfen werden, als sie das Duell mit dem Christentum vereinbar erklären. Nachdem dann noch der Regierungspräsident v. Jagow- Marienwerder, der auch für die Gesetzesverletzung durch das Duell ist, sehr tapfer gesagt hatte, daß man lieber schweigend gegen die pastorale Duellfeindschaft hätte protestieren sollen, wurde die Resolution, die das Duell als Sünde proklamiert, mit großer Mehrheit angenommen. erklären! Was sollen nun die edlen Herren thun, die auf der Generalsynode im Kampfe für das„ christliche" Recht auf Duellmord unterlegen sind? Die Synode hat das Duell nicht als christlich, sondern als sündhaft bezeichnet. Die Edlen beharren aber auf ihrem Standpunkt: Das Duell über alles! Der Lehre, die befiehlt, die rechte Backe hinzuhalten, wenn man auf der Linken einen Streich empfangen, können sie unmöglich anhängen. Wohl aber ist der alte Jehovah, bei dem es Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt, und der selbst einen menschenmordenden Ochsen umgebracht haben will, ein Mann nach ihrem Schlage. Wer so im alten Testament beschlagen ist, wie der Landrat a. D. v. Gerlach, kann unter den vorliegenden Umständen gar nichts Besseres thun, als vom Christentum zum Judentum überzutreten. Dann hat er eine Religion, vor der sein dem Vergeltungs- und Duellkultus zugeneigtes Gewissen vollkommen salviert ist. Die Auslegung der Abteilungslisten. Der Magistrat erläßt folgende Bekanntmachung betreffend Auslegung der Abteilungslisten für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten: Nachdem die Urwählerlisten zu den auf Donnerstag, den 12. November d. J., an beraumten Wahlen der Wahlmänner für die Wahl zum Hause der Abgeordneten vorschriftsmäßig ausgelegen haben und die dagegen erhobenen Einwendungen erledigt worden sind, haben wir nach den Bestimmungen der§§ 5 bis 8 des Wahlreglements vom 14. März 1903 die Abteilungslisten aufgestellt und werden dieselben gemäß§ 9 a. a. D. drei Tage lang, und zwar am Donnerstag, den 29. Oktober d. J., " " Freitag, Sonnabend, " 30. 31. " " " " " von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr in unsrem Wahlbureau, Poststraße 16, 2 Treppen, zur Einsicht öffentlich ausliegen. Etwaige Einwendungen gegen die Richtigkeit der Abteilungslisten sind innerhalb der vorbezeichneten drei Tage im Wahlbureau schriftlich anzubringen oder zu Protokoll zu geben. Im Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern beginnt am Freitag, den 30. d. M., abends 81%, Uhr, Herr Professor allgemeine physische Anthropologie" im Hörsaal des Muſeums für Dr. v. Luschan seinen Vortragskursus über die„ Einführung in die Völkerkunde, SW., Königgrägerstr. 120. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für den sechs Abende von anderthalb Stunden umfassenden Kursus sind zu haben bei Georg Belling, Leipzigerstr. 136; A. Schüß, Holzmarktstr. 60; Chr. Tischendörfer, Sophienstr. 20; F. E. Lederer, Kurfürstenstr. 70; Bernhard Staar, Friedrichstr. 250; Centralſtelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen, Dessauerstr. 14. im Künstlerhause, Bellevuestraße, stattfindenden dritten KunstFreie Boltsbühne. Bei dem am nächsten Sonntag, abends 7 Uhr, bend, in dessen Mittelpunkt Mar Klinger steht, wirken mit: Frizz Stahl, der den Vortrag( mit Projektionsbildern) über Klinger Außer Anwendung für die Spielwarenhändler setzt das Polizei- hält, Gertrud Steiner( Geige) und Richard Kursch( Klavier), welche präsidium die bestehenden Bestimmungen über die Mindeſtruhezeit zu Beginn und Schluß des Abends Kompositionen von Johannes und Mittagspause der Angestellten für den 28. November und den Brahms, die Sonate a- dur und den zweiten und dritten Sah aus Eintrittskarten sind wie bei 1. bis einschließlich 5. Dezember fest. dem Violinkonzert vortragen werden. den ersten Abenden nur in den acht bekannten Zahlstellen zum Preise von 25 Pf. erhältlich. fizung vom 14. d. M. beschlossen, die Geschäftszeit für die allgemeine Der Centralverein für Arbeitsnachweis hat in seiner VorstandsAbteilung vom 1. November d. J. ab auf die Zeit von 8-4 Uhr im Winter, von 7-4 Uhr im Sommer zu verlegen. Die Reform der Großen Berliner Kunstausstellung stand gestern auf der Tagesordnung einer außerordentlichen Versammlung des Vereins Berliner Künstler. Anlaß dazu bot eine von 44 Künstlern unter Führung des Malers Holzbecher eingeleitete Umfrage, welche die Umgestaltung der Großen Ausstellung zum Gegenstand hat. In dem lebhaften Meinungsaustausch wurde unter anderm betont, daß in den Kreisen der Regierung einer von verhältnismäßig wenigen Künstlern geforderten Satzungsänderung nicht ensprochen werden könne, daß die Sache aber eine ganz andre Gestalt gewinnen würde, wenn die Mehrheit der Künstlerschaft entschieden eine Reform der Ausstellung befürwortete. Es soll nun eine Stommiſſion gewählt werden, welche diesbezügliche Vorschläge, zunächst im Rahmen der bestehenden Satzungen, ausarbeiten soll. Das Ergebnis der Großen Berliner Kunstausstellung 1903 ist, wie wir schon im allgemeinen mitteilen konnten, ein äußerst günstiges. Sowohl die Eintrittsgelder, wie die Verkäufe weisen eine erfreuliche Zunahme auf. Die Summe der Verkäufe beziffert sich auf 318 423 M., das find 74 657 M. mehr als im Vorjahre. Die Schuldeputation hat gestern unter dem Vorsiz des Stadtditus Dr. Hirsekorn beschlossen, die ärztliche Aufsicht bei der städtischen Taubstummenschule einzuführen. öffentlicht folgende Warnung: Ein gewiffer H. Langla sucht GewerbeAusstellungsschwindel. Das Polizei- Amt in Altona vertreibende zu veranlassen, eine Ausstellung zu beschiden, die er als Allgemeine permanente Ausstellung für Patent, industrielle und gewerbliche Neuheiten und Erfindungen in Hamburg- Altona, Flott beder- Chauffee 136, bezeichnet. Zur Warnung für das Publikum wird hierdurch öffentlich bekannt gemacht, daß es sich in diesem Falle um ein bedeutungsloses Privatunternehmen des Langla handelt. schüler am 28. Oktober waren so zahlreich, daß die musikfreudigen Die Vorbestellungen zum 17. Jugend- Konzert für Gemeinde Kinder die Philharmonie zweimal füllen. Deshalb haben die mitwirkenden Künstler freundlichst eine Wiederholung des Programms für Sonnabend, den 31. Oktober, nachmittags 4 Uhr, in der Philharmonie zugesagt. = findet nächsten Sonnabend Theater. Im Schiller Theater O.( Wallner- Theater) eine Nachmittags Vors itellung( zu den üblichen Nachmittagspreisen) statt. Zur Aufführung gelangt neu einstudiert" phigenie auf Tauris".In Fortsetzung des Kalisch- Cyklus bringt das Luisen- Theater am Freitag die Gesangsposie„ Der Aktienbudiker" mit den Damen Küster, Narowska, Winter, Sylva und den Herren Hüner, Ruff, Wald und Majewski in den Hauptrollen. Aus den Nachbarorten. vertretung zu Pankow ihre vorläufige Erledigung gefunden. Der Die Kreissteuer- Angelegenheit hat vorgestern in der Gemeindes Berichterstatter Meinide fagte, daß es hinfort nicht mehr möglich fei, 15 000 Mark zuviel an Kreissteuern zu zahlen, da der Landtag zweifellos ein Gesez annehmen werde, welches die volle Besteuerung der Forensen auch dann vorsehe, wenn sie nur wenige Monate and Orte ihren Wohnsitz haben. Der Forensal- Censite wäre in der Liste mit seinem ganzen Steuerfaz aufgeführt gewesen, während er Beamten, der das Versehen begangen hat, in Schutz und sprach nur mit einen Drittel angeführt sein darf. Der Redner nahm den von tendenziösen Aufbauschungen, deren sich die Beitung" schuldig gemacht haben soll. Hoffentlich werde der Beamte, der den„ Verrat" begangen habe, ermittelt und dann strenge bestraft werden. " " Pankower Unfre Parteigenossen Eichler und Freiwald bemängelten vor allem, daß derartige Arbeiten von einem Beamten ohne Gegen Der Bureauvorsteher Hermann Uzig, der sich seit mehreren kontrolle ausgeführt werden, ebenso scheine es auf dem Landrats Monaten in Haft befand, hat im Untersuchungsgefängnis Selbstmord amt, wo doch die Prüfung zu erfolgen habe, zu hapern. Nur begangen. Er war bei einem Justizrat angestellt und hatte aus der Aerger über die Veröffentlichung habe wohl das Zeugnis. Nachlaßsachen Stücke entfernt, bevor der Anwalt sie in die Hände zwangs- Verfahren gegen die Bankower Zeitung" verursacht. bekam. Dadurch wurden die Erben geschädigt. Außerdem hatte er Unter der Unruhe der Versammlung sagte Freiwaldt, daß man sofich falsche Buchungen und mancherlei Betrügereien zu Schulden wohl dem Beamten, der das Versehen aufdeďte, wie auch dem fommen lassen. In der Untersuchungshaft fand er Gelegenheit, sich ebatteur der Zeitung den Dank der Bürgerschaft aussprechen durch Einatmen von Leuchtgas zu vergiften. fönne. Da die bürgerlichen Vertreter schwiegen, hatte die Debatte bald ein Ende. Hervorzuheben ist noch, daß der Kreis die zu viel erhaltenen Steuern zurück gezahlt hat und der an dem Versehen schuldige Beamte erklärt hat, seine Stellung in der Gemeinde aufgeben zu wollen, Ein schwerer Unglücksfall, bei welchem drei Personen zu Schaden Zur Fortführung der Hochbahn vom Potsdamer nach dem kamen, hat sich gestern abend um 17 Uhr am Dranienburger Thor Alexanderplatz wird im Anschlusse an die gestrige Meldung hiesiger ereignet. An der Ecke der Oranienburger- und Friedrichstraße hielt Blätter mitgeteilt, daß die Verhandlungen zwischen der Hochbahn- ein aus Motor- und Anhängewagen bestehender Straßenbahnzug Gesellschaft und dem Berliner Magistrat teineswegs eine der Linie 28( Tegeler Chaussee Brizz). Zu dieser Zeit fuhr ein mit Wie wenig in der Umgegend von Berlin auf die Bedürfnisse der plötzliche Unterbrechung" erfahren haben, vielmehr soweit gediehen Möbeln beladener Speditionswagen der Firma Sch., Krausenstraße, Bevölkerung Rücksicht genommen wird, zeigt das Vorgehen des find, daß in allernächster Zeit eine Verständigung zwischen den von der Chauffeestraße tommend, in die Oranienburgerstraße hinein. Landrats von Nieder- Barnim in der Angelegenheit der LandtagsBeteiligten zu erwarten steht. Auf Grund der bisher gepflogenen Der schwere Kasten des Gefährts schlug dabei mit solcher Gewalt wahlen. In Gemeinschaft mit den Gemeindevorstehern hat er beVerhandlungen wird gegenwärtig sogar schon der bezügliche Ver- gegen den Anhängewagen des Straßenbahnzuges, daß die Hinter- schlossen, daß die Urwahlen zum Abgeordnetenhause am 12. November, trag zwischen Stadtgemeinde und Hochbahn- Gesellschaft formuliert, plattform abgerissen wurde. Die darauf stehenden Fahrgäste wurden mittags zwölf Uhr ihren Anfang nehmen sollen; somit müssen die über dessen endgültige Fassung voraussichtlich schon Anfang No- zu Boden geschleudert. Hierbei erlitt der bekannte Groß- Destillateur mittags zwölf Uhr ihren Anfang nehmen sollen; somit müssen die vember d. J. wird beraten werden können. Louis Meyer Verlegungen am Knie und Ellenbogen, ein Frl. Dröge, Arbeiter, die diesmal ihr Wahlrecht ausüben wollen, unter Umständen Es handelte sich in der Zeitungsmeldung um eine Erörterung Blumenstraße 70 wohnhaft, eine Wunde am rechten Knie und der einen ganzen Tagesverdienst opfern. Bis abends acht Uhr will der der Frage, ob nicht die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft den Straßenbahnschaffner Schunk eine Verstauchung des Kreuzes. Der Landrat die Wahlresultate in Händen haben. Bau der sie am Ende schädigenden Bahnstrecke durch ihren Einspruch beschädigte Straßenbahnwagen mußte aus dem Betrieb gezogen Dem Rigdorfer Magistrat ist bekanntlich die neunte Morgenunmöglich machen könne. werden. stunde als diejenige erschienen, die der Bevölkerung für die VorVon den Schnellfahrten. Der Schnellmotor der Allgemeinen Ein internationaler Abenteurer, der ehemalige Mühlenbauer Elektricitäts- Gesellschaft hat das gesteckte Ziel, welches, wie an- Heinrich Albert Günsch, 25. Juli 1862 zu Altenhausen geboren, einnahme der Wahlmännerwahlen am 12. November am günstigsten gekündigt, gestern erreicht werden sollte, nämlich eine Fahrgeschwindig- wegen Betrnges, Diebstahl und Landstreichens vielfach vorbestrafter liegt. Dieser Schlag gegen die Interessen der Bevölkerung war feit von 200 Kilometer pro Stunde, nicht nur erreicht, sondern, wie Mensch, ist nach Verübung unzähliger Betrügereien in Bern fest- denn doch zu arg und so haben denn drei von socialdemokratischer der Siemens- Wagen auf seiner Fahrt vom 23. d. Mts., sogar genommen worden, nachdem es ihm gelungen war, seit mehreren Seite einberufene Volksversammlungen energischen Protest gegen das übertroffen. Während aber dieser, wohl wegen der ungünstigen Jahren Deutschland, Holland, Frankreich, Serbien, Bulgarien und Vorgehen des Magistrats eingelegt. Wenn die in diesen Versamm Windverhältnisse, es nur auf 207 kilometer brachte, hat der Rußland ungehindert mit seinen Betrügereien heimzusuchen. Bald lungen aufgestellten Forderungen auch nicht entfernt zur Genüge erfüllt Allgemeine Elettricitäts- Gesellschaft- Wagen gestern die Strecke zwischen in phantastischem Aufzuge eines angeblichen Boerenoffiziers- grüne find, so hat doch der Magistrat eingesehen, daß er mit der Festsetzung des Dahlwig und Rangsdorf mit einer Geschwindigkeit von 210 kilo- Jagdjoppe mit Patronengürtel über der Brust, Boerenhut und die Beginns der Wahlhandlung auf 9 Uhr früh eine gar zuunverantwortliche feit von 210 Stilometer lief der Wagen nach übereinstimmender Be- auftretend verstand Günsch es, fich in bessere Streise einzudrängen Bersammlungsresolution jetzt erklärt, daß der Beginn der Wahlmeter pro Stunde durchfahren. Trotz der enormen Geschwindig nie fehlende Büchse über der Schulter, bald im Gesellschaftsanzuge Handlung begehe. In einer Zuſchrift hat er den Absendern der fundung der Teilnehmer wieder sehr ruhig, auch zeigten sich an ihm und durch Vorträge über die heldenmütigen Kämpfe des Boeren- Versammlungsresolution jetzt erklärt, daß der Beginn der Wahlkeinerlei durch die hohe Beanspruchung der Motoren, Achsen usw. volkes das Mitleid seiner Zuhörer für die Notlage der Besiegten zu handlung von ihm endgültig auf ein Uhr nachmittags angesetzt sei. hervorgerufene Schäden. Nur an der Stromzuleitung wurde nach erregen. Die ihm zur Weitergabe an das zur Unterstützung Hoffentlich ist es der Arbeiterschaft in Rigdorf unter diesen feinesder letzten Fahrt ein kleiner Fehler entdeckt: einer der drei Drähte der notleidenden Boeren ins Leben gerufene Komitee reichlich wegs günstigen Umständen möglich, ihr Wahlrecht auszuüben. Unfre war gerissen, ein Schaden, der im Laufe des Nachmittags wieder zufließenden Beiträge fanden in ihm einen stets willigen Abnehmer Parteigenossen werden es gewiß nicht an der nötigen Agitation repariert wurde. und stets schied Günsche von seinem Wirkungsfelde mit dem Bewußt fehlen lassen; liegen doch gerade in Rirdorf die Verhältnisse derDie städtische Tiefbau- Deputation beschäftigte sich in ihrer sein, seine Schuldigkeit gethan zu haben, und ließ auch seine be- artig, daß auch in der zweiten Abteilung socialdemokratische Wahlgestrigen Gizung mit verschiedenen der geplanten Brückenbauten. geisterten Zuhörer mit dem gleichen Bewußtsein zurüc. Berlin männer in vielleicht gar nicht einmal geringer Anzahl durchDie Projekte zu dem Neubau der Oranien- und der Insel scheint ihm für seine Thätigkeit nicht ungefährlich genug gewesen zu brücke wurden genehmigt, ebenso die Anlage einer Fußgängerbrücke sein, denn anscheinend hat er es höchstens bei der Durchreise be- zubringen sind. wenden lassen. Soweit hier bekannt, ist er im östlichen Dentschland In Neu- Weißensee ist am Montagabend gegen 6 Uhr im Hause im Zuge der Flensburgerstraße, welche den Verkehr auf auch in Bromberg und Königsberg aufgetreten. Mitteilungen über Straßburgstraße 9, wo eine Gemeindeschule untergebracht ist, Feuer dem von der Baugesellschaft Bellevue erworbenen Terrain( ehemalige sein Auftreten werden auf sämtlichen Bolizeirebieren, sowie auch ausgebrochen, das den Dachstuhl völlig zerstörte. Unermeßlich hätte Borsigsche Eisenwerke 2c.), welches der Bebauung erschlossen wird, erleichtern soll. Das Projekt betreffend den Bau der Manteuffel auf dem Polizeipräsidium, wo auch eine Photographie einzusehen ist, das Unglückt werden können, wenn der Brand während der Schulstunden entstanden wäre. brücke wurde vorläufig noch zurückgestellt. Neue Bedürfnis- schriftlich und mündlich entgegengenommen. anstalten sollen nach dem Beschlusse der Deputation auf den InselSpandau. Die Ersatzwahl von vier Stadtverordneten der dritten In der Verkleidung von Telephonarbeitern haben am Dienstag perrons in der Rosenthaler, Steinstraße und( für beide Geschlechter) Bodendiebe dem sogenannten Friedländerpalast am Leipziger Plaz 5a Abteilung findet bereits am Dienstag, den 3. November, statt. Unfre am Schlesischen Thor errichtet werden. Endlich stand noch ein An- einen lohnenden Besuch abgestattet. Mit ihrer Postmüze fanden sie Gegner, und zwar Konservative, Liberale, Katholiken sowie der evangelische Arbeiterverein, haben sich bereits vor Wochen wieder zu trag der Großen Berliner Straßenbahn zur Beratung, welche am bereitwilligst Einlaß in das verſchloſſene Haus, um angeblich auf einem Startell zusammengethan und ihre Kandidaten nominiert. Sie Treffpunkt der Gitschiner- und Brandenburgstraße eine dem Dach einen Schaden auszubessern. Von da aus erreichten sie sind auch bereits sehr rührig, um uns den Sieg streitig zu fleine wärter bude errichten lassen möchte. Der Mangel an einer durch Bodenfenster bequem die Dienerwohnungen und machten eine solchen hat sich bei dem Fahrpersonal schon lange recht fühlbar ge- ansehnliche Beute. Dazu gehören die Oberschlesische Coatsobligation machen. Um dieses zu verhüten, ist es natürlich äußerst nötig, daß macht, das kleine Häuschen läßt sich auch bequem an der Promenade 5796 über 1000 m. und die 3½ prozentige preußische Staatsanleihe unsre Parteigenossen auf dem Posten sind, und ihre Schuldigkeit in errichten. Bevor die Genehmigung erteilt wird, sollen aber noch 206 175 über 500 m. mit Talon und Coupons. Vor dem Ankauf der Agitation für die Arbeiterkandidaten mehr denn je zuvor thun. Da diesmal bier Hausbesitzer zu wählen sind, einige Erhebungen gemacht werden. der Papiere wird gewarnt. Die beiden Einbrecher haben bei dem so gestaltet fich für unfre Partei die Partei die Nominierung der Jüdische Kirchenfenster. Die„ Staatsbürger Zeitung" jammert: ficheren Auftreten in der Maske bei dem Pförtner auch nicht den Kandidaten naturgemäß sehr schwierig, va es da an geeigneten Personen mangelt, welche den ant Wie uns von befreundeter Seite mitgeteilt wird, läßt die katholische leisesten Zweifel erweckt. Kirchengemeinde in Rirdorf die Glaferarbeiten an ihrem Gottes- Von einem Verbrecher verlegt wurde in der Nacht zum Mittwoch forderungen nach jeder Richtung hin entsprechen. Aus diesem Grunde hause durch einen Herrn Meier, wohnhaft Bergstraße in Rigdorf, der 34 Jahre alte Gastwirt Adolf Langner aus der Zimmerſtr. 9. erfolgt auch die Aufstellung unsrer Kandidaten erst in der Verausführen; Meier ist Jude. Mit Recht wirft der geschäzte Einsender Seit einigen Tagen deuteten Spuren an, daß ein Mann auf dem sammlung am Freitag. Diese unvermeidliche Verzögerung muß dieser Mitteilung die Frage auf: Giebt es denn wirklich keine Boden genächtigt hatte. Zwei Hausbewohner fanden auch in der darum unsre Parteigenossen umsomehr zur eifrigen Werbethätigkeit christlichen Handwerker mehr? Auch wir möchten den leitenden Nacht den Gast, bei dessen Entfernung Lärm entstand. Der Wirt anspornen, damit die Erfolge des 3. November um nichts hinter Herren der katholischen Kirchengemeinde in Rigdorf diese Frage hörte dies in seinem Lokal und kam hinzu, als der Fremde die denjenigen vom 25. Juni zurückſtehen. sie zu stellenden AnVerantwortlicher Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.