Nr. 129. Erscheint täglich außer Montag Prets pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret n's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern( pred- Anschluk: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Rothschild's Millionen- Jäger. Sonnabend, den 4. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. seiner Verwandten erhitzt hat an dem gleißenden Glanz des in das Frankfurter Gefängniß eingeliefert werden. WähRothschild'schen Goldes, von dem der nachmalige Betrüger rend er aber noch auf dem Schiffe schwimmt, das ihn von tagtäglich erzählen konnte. Und von diesen aufgeregten Alexandrien nach Triest bringt, veröffentlicht die Lokalpresse Betrachtungen bürgerlicher" Eristenzen, die auch reich der guten Stadt Frankfurt a. M. folgende Notiz: Gierig und grauenhaft schnell frißt der kapitalistische werden wollten, nur so reich, als es der Besitz des Eiter unter der Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft fort. tausendsten Theiles der Rothschild'schen Reichthümer erBricht er einmal zufällig an einer Stelle durch, so zeigt laubte, war nur noch ein Schritt zum Verbrechen, das dem fich, daß bereits die ganze Umgebung dieser Stelle zerfressen Thäter ja so verzeihlich erschien bei der schreienden Ungerechtig und verseucht ist. Die Millionenbetrügerei des Kassirers feit der Lage, in welcher er sich befand. Der Wunsch Jäger im alten Stammhause" der Rothschilde zu Frank- ward zur That, der Kapitalismus, in Rothschild verkörpert, furt a. M. bestätigt jene allgemeine Beobachtung einmal forrumpirte Jäger und seine ganze Familie. Jetzt, da die wieder in krasser Deutlichkeit. Voruntersuchung mit allem Eifer, der sich dem geschädigten Vom Freifräulein von Rothschild. Aus dem Leben des unlängst verstorbenen Freifräuleins von Rothschild( einer in Frankfurt lebenden Verwandten des Bankhauschefs. Redaktion.) theilt ein Berichterstatter Folgendes mit: Es war im vers gangenen Winter, als Fräulein von Rothschild der durch die strenge Kälte Noth leidenden Thiere gedachte. Sofort sandte die wohlthätige Dame zu Herrn Lohnkutsch er Roth, Große Eschenheimerstraße, und ließ den Herrn um Ausfunft bitten, welche Pferde der städtischen Droschkentuts her Das Rothschild'sche Stammhaus hatte den ungetreuen Rothschild gegenüber gehört, von den Behörden durchgeführt beffere Decken nothwendig hätten. Herr Roth setzte sich in einen Kassirer, in dessen Verwahrung sich fortlaufend ungefähr wird, jetzt ist die Eiterbeule aufgerissen und in einem Um- Wagen, fuhr nach allen Droschtenhaltestellen, und noch an demfelben Tage erhielten die betreffenden Kutscher für 13 unverzinslich, in baarem Gelde daliegende Millionen fange aufgedeckt, der wahrscheinlich immer noch weit hinter ihre Thiere neue Decken. Unter Mitwirkung einiger befanden, anfänglich mit 3600 Mark mit 3600 Mart, später mit der Wirklichkeit zurückbleibt. Jäger selbst fügt zum Mitglieder des hiesigen Thierschutzvereins ließ ferner bie 4500 Mart Gehalt angestellt. Selbst den Börsenblättern, Eigenthumsverbrechen" die eheliche Untreue und geht mit Verstorbene eine Hundefuhrwerthalle entwerfen, welche Rothschild nahe stehen, ging diese schäbige Art der einer Hure durch, um halberwachsene Kinder und seine welche in in der Börnestraße erbaut werden follte. Bezahlung, als sie bekannt wurde, über den Spaß. Sie Frau mit jedem Makel in den Augen der„ bürger- Dreißigtausend Mart hatte Fräulein v. Rothschild zu sprachen, um die Sache nicht zu blamabel erscheinen zu lichen Gesellschaft" behaftet zurückzulassen. Ein eben- diesem Zwecke zugesagt. Alle zum Markt kommenden Hunde laffen, deshalb gleich von rund 5000 M." Gehalt, obgleich falls im Rothschild'schen Geschäft angestellter Vetter fuhrwerte sollten daselbst untergebracht werden; die Hunde die oben von uns mitgetheilte Zahl bis auf die Mark ver- wird verhaftet, weil er der Frau des Defraudanten follten dafelbst auch gratis Futter erhalten. bürgt ist und in Frankfurt am Main Jedermann weiß, daß verdächtige Werthpackete zustellt. Man Die Stifterin wollte durch den Bau der Halle die armen gelangt Thiere vor Nässe, Kälte und Size schüßen. Es bie Rothschild'schen Angestellten durch die Bank schauderhaft dazu, auch die weiblichen Angehörigen des Jäger'schen ift fraglich, ob nunmehr der Plan zur Ausführung fommt." bezahlt werden. Es giebt in diesem ersten Finanz- Betters zu beobachten. Es ist eine alte Dame und deren haufe der alten Welt" Kommis mit Salären, wie Tochter; die Letztere schlug sich und ihre Mutter mit Zu dieser Perfiflage der Millionenjäger- Affäre, wie fie fie in Krämerläden üblich sind, und eine Reihe Klavierunterricht durch's Leben. Sie verliert ihre Stunden die bürgerliche Welt und die bürgerliche Presse selbst liefert, von Angestellten muß Nebengeschäfte treiben, um durch Jäger's Verbrechen, denn die honorable Gesellschaft" brauchen wir kein Wort hinzuzufügen. Futter und Dach in dem theuren Frankfurt mit Familie auskommen muß sich doch von ihr zurückziehen." Aber die Damen leben für die Thiere, Versuchung und schlechte Bezahlung für die Nebenbei sei hier bemerkt, daß die einstweilen ruhig weiter, bis man auch bei ihnen haussucht Angestellten die Rothschild'sche Familie liefert beide antisemitischen Blätter den Fall Jäger selbstverständlich zur und ganze Borräthe von Tausendmartscheinen versteckt Muster für den Geschichtsschreiber dieser kapitalistischen Aufwärmung einer Anzahl mehr oder weniger verbürgter findet. Sie wandern ebenfalls in's Gefängniß, in dem Epoche, deren Tage gezählt find! zu können. Anekdoten über die sprichwörtliche Filzigkeit des alten Rothschild benutzt haben. Unseretwegen mag sich der alte Rothfchild am Munde absparen, was er tann; das ist seine Sache. Nur die Ausbeutung seiner Angestellten und die jenige des Publikums, die er im Großen betreibt, hat öffentliches Intereffe. Um die soziale Seite der Sache drücken sich aber die antisemitischen Blätter möglichst vor sichtig herum. " Politische Lebersicht. außerdem bereits zwei andere Freunde" Jäger's fizen, ein kaiserlicher Telegraphenbeamter und ein wohlhabender Bourgeois, Eierhändler seines Zeichens. Die Polizei wühlt im Auftrage Rothschild's das ganze Kloset und den Kanal von der Wohnung der verhafteten Frauen aus nach Banknoten durch. Und die Spießbürger lesen alle diese Nachrichten Berlin, den 3. Juni. mit Gier in der Lokalpresse. Sie rechnen nach, was nun Wohlthätigkeit und Pflicht. Voriges Jahr und an dem Gestohlenen noch fehlen muß, fie schimpfen auf den auch schon in früheren Jahren wurden wir, weil der Vor. Die Verbitterung der Angestellten des Millionenhauses Defraudanten, da er ein„ Dummkopf erster Klasse" war, weil wärts" die Bewegung zu Gunsten von Ferienkolonien für mußte nun natürlich nach dem Grade verschieden sein, nach er so viele Mitwisser einweihte und sie verstehen nicht, wie Schulkinder mit kritischen Augen betrachtete, von Bourgeoiswelchem sie Einblick in den kolossalen Reichthum ihres die Mitwissenschaft durch die Ansteckungskraft des tapita- blättern mit dem Vorwurf regalirt, wir hätten kein Herz Arbeitgebers hatten. Der Defraudant Jäger übersah täglich liſtiſchen Giters so ausgebreitet sein mußte. Bei jeder für die armen kränklichen Kinder, denen ein Aufenthalt in die dreizehn baaren Millionen, die er in der Kasse ver- falschen Nachricht, daß der Millionen Jäger aus frischer Landluft so wohl thue. Wir antworteten: Die wahrte, und sein bürgerliches und kaufmännisches Gemüth Egypten in handfester Begleitung um die und die Schulkinder sollten überhaupt nicht in so ungesunde Lebensmußte allmälig in Wallung gerathen, wenn er sich sagte, Stunde mit der Bahn ankomme, stürzen sie zu bedingungen gebracht werden, daß sie einer jährlichen Kur bes daß er mit seiner Familie föniglich leben könne allein von Hunderten auf den Bahnhof, selbst schon angefressen dürfen, man solle für genügende Schulräume und ausden verloren gehenden" Zinsen einer einzigen der Millionen, von der kapitalistischen Sensation, um den" Dummkopf" zu reichende Spielplätze sorgen, und soweit Ferienkolonien nothdie er in Verwahrung hatte. Man ahnt, welche sehen, wie er eingeliefert wird. Ihre Presse aber, der treue wendig seien, den Betrag für diese nicht durch Bettelei, erbitterten Worte wohl oft und öfters in der Ausdruck ihrer Verderbtheit, beschwert sich tagtäglich darüber, sondern durch gesetzliche Steuern aufbringen. Wer Familie des jetzigen Defraudanten gefallen find daß die Behörde nicht weitere Einzelheiten" mittheilt; wie etwas Extraes geben wolle und könne, dem bleibe es ja über das grauenhafte Mißverhältniß zwischen der Be- gern reizte sie den torrumpirten Rizel weiter! unbenommen. Mit der sogenannten Privatmildthätigkeit zahlung und den Pflichten des Kassirers im Millionen- Nun in wenigen Tagen wird das Opfer des Kapita- weiche man blos einer gesellschaftlichen Pflicht aus und hause; wie sich die bürgerliche Einbildung Jäger's und lismus, der Defraudant Jäger wirklich zu den Uebrigen schaffe nur Unzulängliches. Feuillefont. Macbrud verboten.) [ 129 Am Webstuhl der Zeit. Zeitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Ah, Herr Frank; sehr bekannt," meinte der Erstgenannte; freue mich, Sie auf freien Füßen zu wissen." Das würden Exzellenz schwerlich sagen, wenn Sie noch Ministerpräsident wären." Schwerlich; aber Sie wären wahrscheinlich auch nicht so leicht in Arrest gekommen." Möglicherweise nicht", meinte Frank lächelnd, und ber Staatsmann verabschiedete sich nunmehr von seinen Begleitern, während diese, jetzt wirklich Flüchtlinge, im Schuhe der Nacht ohne Hindernisse das Freie gewannen. Zwölftes Kapitel. Rüstungen. In Bleichungen sowohl, wie in Hasselbach waren für diesen Sonntag Arbeiter- Sommerfeste angekündigt worden, bei denen Vogelschießen den Hauptpunkt des Vergnügens zu bilden bestimmt waren. 0 Herr Friedrich Frank, wenn ich bitten darf." Sie sind heute Nacht aus dem Stadtgefängniß aus gebrochen?" 11 ihnen herum, aber man bedeutete sie, daß ihrer ein herbes Schicksal harre, wenn sie bei einbrechender Dunkelheit noch immer an diesem Orte oder seiner nächsten Umgebung betroffen würden. Die Folge ihrer Ausweisung war aber," Ausgebrochen worden, das ist der richtige Ausdruck, daß nach einiger Zeit berittene Gendarmen erschienen, mein Freund, ausgebrochen worden." unter deren Schutze die Spione von Neuem sowohl den Und ich habe Befehl, Sie nach dort zurück zu entflohenen Frank, wie den steckbrieflich verfolgten Schrift bringen." steller ausfindig zu machen versuchten. 11 Ein schwieriger Auftrag das, wenn es Ihnen nur auch gelingen wird." " Sie werden doch hoffentlich keinen Widerstand verDie Gesuchten wurden denn auch ohne viel Mühe gefunden und den Gendarmen kenntlich gemacht. Frank erhielt den Besuch, als er eben die Armbrust suchen?" anlegte, um, wie er betheuert hatte, seiner erwartungsvollen Braut ein Kleinod" herunter zu schießen. " Mein Herr, ich verhafte Sie im Namen des Königs," ertönte da störend die tiefe Baßstimme des Wachtmeisters, als meine Gegner bereits gegen meine Person be hinter welchem sich ein zweiter Gendarm aufpflanzte. Warten Sie einen Augenblick, mein Freund," entgegnete Frank, langsam den Kopf umdrehend, ich will erst das Szepter herunterschießen." Und ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er das Geficht wieder dem hoch in der Luft thronenden Vogel zu. " Hat ihn, hat ihn!" riefen gleich darauf hundert jubelnde Stimmen wie in einem Athem. Der die Späne zusammensuchende Knabe überreichte dem glücklichen Schüßen das Szepter, welches derselbe galant der tödtlich erschrockenen Braut überreichte, wobei er bemerkte: Du bist ja doch meine Königin, nimm also nun auch Ueber alle Maßen und Erwartungen zahlreich war der das Szepter." Besuch ausgefallen; nichtsdestoweniger wurden die Polizei- Sodann die Armbrust seinem Nachfolger übergebend Spione, welche im Gedränge glaubten, unerkannt herum und sich nach dem Gendarmen umwendend, meinte er: streifen zu fönnen, überall bemerkt und schleunigst zum Berlassen des Festes gezwungen. Man schlug sich nicht mit " 1 Sie wollen mich also verhaften?" " Sie sind Friedrich Frank?" " Und warum sollte ich nicht, Herr Wachtmeister?" " Weil Ihnen das sehr schlimm bekommen könnte." " So? Meinen Sie? Nun wissen Sie etwas Schlimmeres, absichtigen, kann mir vorläufig nicht mehr geschehen, und somit kommt es mir auf ein wenig mehr oder weniger nicht an." Sie weigern sich also in der That, dem Verhaftungsbefehle Folge zu leisten?" Ganz unbedingt." " Nun, dann haben Sie es sich selbst zuzuschreiben, wenn wir unsererseits zur Gewalt greifen. Ziehen Sie blant, Greiner, der Arrestandus weigert sich, der Arretur Folge zu leisten." Bei diesen Worten hatte der Wachtmeister selbst die Hand auf den Säbelgriff gelegt. Aber weder ihm, noch seinem Untergebenen gelang es, die Waffe zu ziehen, da der Erstere durch den zu Verhaftenden selbst, der Andere aber durch zwei Arbeiter, welche ihn rechts und links am Arme ergriffen, gehindert wurde." Meine Herren!" rief der Wachtmeister, im Namen des Königs fordere ich Sie auf, mich bei der Ausübung 09 Seit einiger Zeit geht der Klingelbeutel wieder herum, list, das haben seine Prozesse mit Baare doch wahrhaftig und das jämmerliche Resultat der Sammlungen für die aufs Beweisträftigste ergeben. Mag das Ende formell die Reklame- Notiz verbreitet, er werde demnächst eine Zu Der rührfelige Alte der beiläufig wieder einmal Ferienkolonien dieses Jahres wird jetzt zugegeben. Der fein welches es wolle, so steht doch fest, daß die Anklagen sammenkunft mit dem Kaiser haben! läßt von sich Betrag der Sammlungen ist weit hinter dem aller Borjahre Fusangel's wesentlich begründet sind, und Baare ist moralisch schreiben, er habe über die gesetzliche Sonntagsruhe zurückgeblieben", jammert heute die Vossische Zeitung". Das vernichtet ein todter Mann. Zwar flammern sich seine einem Hamburger Fabrikanten gesagt: wundert uns nicht in dieser schlechten Geschäftszeit. Aber was soll Breßtosaken noch an den Strohhalm, daß die gerichtliche nun geschehen? Die Ferienkolonien ganz aufgeben oder Anklage wegen Betrugs gegen ihn nur vom Staatsanwalt auf eine noch winzigere Zahl von Kindern beschränken? erhoben sei und von der Antlagekammer vielleicht noch Ober für bessere Schullokale, Spielpläge und Ferien zurückgewiesen werde. Jawohl, vielleicht! folonien aus öffentlichen Mitteln sorgen? Es ist eine Frage der Ehrlichkeit oder politischen Heuchelei. Wilhelm 1. Der verstorbene Fordenbed war bekannt lich Hoffortschrittler und verkehrte viel mit dem vorigen Kaiser, als dieser noch Kronprinz war, und auch später. Ein Freund Fordenbeck's erzählt jetzt in der„ Wiener Freien Presse": の Was Ahlwardt betrifft, so ist dieser beiläufig gestern verhaftet worden. Die Norddeutsche Allgemeine Zei tung" that ihm noch gestern die Ehre an, eine seiner burgischen Regiments dem Kriegsminister seine sämmtlichen saftigsten Lügen( daß ein Kommandeur eines Branden Gewehre als unbrauchbar zur Verfügung gestellt habe) ernsthaft zu widerlegen. Geschieht den Herren ganz recht! Hätten sie den Antisemitismus nicht systematisch gezüchtet, und wäre er in Beamten und Offizier treisen nicht so zahlreich vertreten, so würde der Name Ahlwardt nie in die Deffentlichkeit gedrungen sein und dieser Standal wäre dem herrschenden System erspart worden. An Kaiser Friedrich hing Fordenbed mit abgöttischer(!) Verehrung. Lebhaft erinnere ich mich seiner Erzählung über einen vertraulichen Abendzirkel bei demselben, als er noch Kronprinz war. Es war die Rede von dem gewaltigen Einflusse des Reichskanzlers auf den Kaiser. Ja," sagte der Kronprinz, meine Herren, das ist nun einmal so und Zum Todesmarsch der Schweriner Bas nicht zu ändern. Wenn Bismarck meinem Vater eine taillone, den wir schon in Nr. 126 erwähnten, wird Allianz mit Garibaldi vorschlüge-nun, der ist ja wenig- uns noch geschrieben: " " Dieses Gesetz will mir gar nicht recht behagen, denn ich tomme dabei mit meinem Gewissen in konflitt Ich führe nur einen Fall an: Jch reite an einem guten Sonn tag Morgen durch die Felder und freue mich über den Stand der Saaten. Da erblice ich nun in der Ferne einen fleißigen Arbeiter, der sein kleines Stück Land zum Nuzen seiner Familie bestellt. Das Gesetz schreibt vor: die Arbeit am Sonntag ist gefeßlich verboten, und als Gutsherr bin ich von Rechtswegen verpflichtet, den Mann zur Anzeige zu bringen oder ihm die Arbeit zu verbieten. Die Folgen fann man sich ja allein denken: der Mann kehrt ärgerlich daheim, die Frau will es ihm faum glauben, daß er nicht das Recht hat, auf seinem gepachteten Stüd Land, wie es doch seit allen Zeiten Sitte gewesen, zu arbeiten. Der Mißmuth steigt in dem Manne auf und er begiebt sich in den Krug. Der Sonntag ist den Leuten durch das rigorose Gesetz verdorben. b das nun die richtige Heilighaltung des Sonntags ist, muß doch sehr bezweifelt werden. Wenn ich als Gutsherr mir die Sache richtig überlege, so werde ich bei einem Ritt durch die Felder, wenn ich einen Sonntags arbeiter sehe- eben ihn nicht sehen, sondern ich wende mein Pferd und eile von dannen, um den arbeitsamen fleißigen Tagelöhner nicht in Ungelegenheiten zu bringen, denn es würde noch weit schlimmer sein, wenn ich den Mann in Konflikt mit sich selbst brächte, und ich würde vielleicht zur Zerstörung feines bisher ungetrübten Familienglücks beigetragen haben, wenn ich ihm die Sonntagsarbeit auf dem eigenen Stückchen Land, das ihm die Nahrungsmittel für das Jahr liefern soll, verbiete." stens General, das wäre nicht das Aergste; aber wenn er, Die beiden hiesigen Bataillone des Mecklenburgischen ihm die Allianz mit Mazzini proponirte fo würde mein Grenadierregiments Nr. 89 rückten am Sonnabend den Bater anfangs verzweifelt im Simmer herumgehen und 28. Maizur Uebung aus mit Tornister, das eine ausrufen: Bismard, Bismard, was machen Bataillon mit Brotbeutel und Feldflasche, das andere ohne Sie aus mir!" Dann bliebe er mitten im Zimmer dieses Beides, da bestimmt war, daß beide Bataillone um Ei, ei, dieser mildherzige Blut- und Eisenmann, stehen und spräche: Wenn Sie jedoch glauben, 10 Uhr zu Hause sein sollten, weil dieser Sonnabend ein der Thränen vergießt, wenn ein vernünftiges Gesetz die daß das im Futeresse des Staates uner- ungeheuer heißer Tag war- 27 Grad Réaumur im Ausbeutung der Menschen zu hindern sucht, und der seiner läßlich nöthig sei, o läßt sich am Ende Schatten. Kurz vor dem Zuhause gehen am Beit leichten Herzens drei Kriege entzündete und Hundert Nichts dagegen einwenden!" Man kann wohl der Regimentskommandeur und ließ die tausende von Menschen auf die Schlachtbank schickte und nichts Charakteristischeres für den wahrhaft elementaren beiden Bataillone neue Uebungen machen, dann später durch das Sozialistengesetz Hunderttausende der Einfluß, welchen Bismarck auf Kaiser Wilhelm ausübte, die sich so hinzogen, daß erst nach 12 Uhr besten Bürger ächtete und verfolgte. Gut ist das anführen." der Einmarsch in die Stadt war; erst gegen Bismarc'sche Gewissen" mit der gefälschten Emser Depesche, " Ob dieses Hausmeierthum mit seinem elementaren 2 bis 3/4 auf 1 Uhr kamen die Leute in der Kaserne an. der Stoß- ins- Herz- Note gegen die österreichischen Brüder", Einfluß der Monarchie schädlich oder nüßlich gewesen, Diese neuen Uebungen haben ein großes Un- dem Techtelmechtel mit Bonaparte und anderen unzähligen das ist eine Frage, die wir nicht zu erörtern haben bas glud veranlaßt. Wie die Mecklenburger Beitung" Thaten von gleicher Reinlichkeit. mögen die Herren Monarchisten unter sich ausmachen. Wir fagt, find 59 Soldaten von der Hike mehr oder " nicht zu töinen vorstehender Anekdote eine andere hinzufügen, die weniger erkrankt, ein Sergeant gestorben. Ich Die Grubenkatastrophe" in Brzibram( Böhmen), wiz aus dem Munde eines der Betheiligten kennen. Es habe gehört, es feien noch mehr, als 59. Ich habe deren wir bereits an anderer Stelle erwähnten, tam gestern war im Jahre 1863, als der„ Konflitt" auf die Spitze ge- die Truppen nach Haus marschiren sehen fie faben im österreichischen Abgeordnetenhause zur trieben war. Bismarck schlug die famose Preßordonnanz furchtbar abgehezt aus. Einige Soldaten, welche Sprache. Der Abgeordnete Süß verlangte, daß die Nevor. Der König hatte konftitutionelle Bedenken und äußerte ich auch danach fragte, fagten mir, es wäre bald Alles gierung für die Hinterbliebenen ausgiebig sorgen, und die fie: ch habe auf die Verfassung geschworen, und halte umgefallen, wenn die Vorgesetzten sich nicht Namen der beim Rettungswerk betheiligten Zapferen ver meinen Schwur."- Aber, Majestät, auch ich habe auf die allerlegt noch beeilt hätten, den Mannschaften Wasser öffentlichen möchte. Das ist recht schön, und recht schön Verfassung geschworen und alle meine Kollegen, und wenn zu verschaffen, denn diese hatten seit Stunden sind auch die Erklärungen und Versicherungen, welche Graf wir diese Maßregel vorschlagen, so geschieht es, weil sie im nicht bas Geringste genossen. Das ist doch ein Taaffe im Namen der Regierung gab. Leider erhielten wir Interesse der Verfassung nothwendig ist." Der König starkes Stück! Ich bitte Sie, den Fall vor die Deffentlich- jedoch über die Ursache der Katastrophe" gar keine Auftuzte:" Ja, wenn Sie und Ihre Kollegen mir Ihre Hand feit zu bringen; Ich habe au den Kriegsminister den gleichen wir wollen, che wir festere Unterlagen haben, kein Urtheil schlüffe die Regierung hatte noch feine Nachrichten". Darauf geben, daß Sie die Ordonnanz für verfassungs Brief geschrieben. mäßig halten Mit Bergnügen!" war die prompte Antwort. Die verschiedenen Hände wurden gegeben, und 28. Mai war der heißeste Tag seit 45 Jahren; und er hat Gebiet, hinweisen, der vor etwa 12 Jahren im englischen Dies der Brief, der feines Rommentars bedarf. Der fällen, allein wir müssen auf den Ausspruch des englischen Gelehrten Playfair, der höchsten Autorität auf diesem die Ordonnanz, welche den Bruch Bismard's mit dem viel Unheil angerichtet. Von allen Seiten kommen Berichte Unterbaus sagte: Es fann fein größeres Gruben Kronprinzen besiegelte, erhielt die Genehmigung des Königs. über ähnliche Katastrophen. Kann auch geltend gemacht Die Worte tönnen wir natürlich nicht verbürgen. n werden, daß die Hige unerwartet gekommen ist, so würde unglüd mehr vorkommen, an dem die Verwaltung nicht der Hauptsache hat sich die Szene so zugetragen, wie hier boch für die in vorstehendem Brief angegebene Thatsache, fchuld iſt. daß die Soldaten zwei Stunden über die festbie mörderischste der Neuzeit. Die Zahl der Todten ist Nach allen Berichten ist diese neueste Grubentatastrophe Ahlwardt und Fusangel. Die Schienenflicker- Preffe Sonnenbrand, zu neuen Uebungen" kommandirt wurden, hun bert. Das neueste Telegramm aus Brag besagt: gefeste Beit, von 10 bis 12, d. h. im mörderischsten so groß wie die einer Feldschlacht gegen vier hat die öffentliche Meinung dadurch zu täuschen versucht, teinerlei Entschuldigung vorliegen. Und wie ist es zu daß sie gewisse auf der Oberfläche liegende Aehnlichkeiten rechtfertigen, daß die Leute an einem solchen Tage so lange der Anklagen, welche von Ahliardt und Fusangel erhoben ohne Waffer blieben? Wir erwarten strengste Unterworden sind, zu einer moralischen Gleichstellung beider suchung. Männer benußte. Und die wahrhaft polizeiwidrige Tattlosigkeit, mit welcher ein Theil der freifinnigen erzählt. " Bundesgenoffen des Zentrums nennt Eugen Richter " Breffe, insbesondere das Organ des Herrn Eugen Richter, die Sozialdemokraten, weil sie über Herrn Fordenbeck als von vornherein sich mit der Firma Löwe identifigirte, hat politischen Charakter" und den kulturkämpferischen Entden Schienenflicker- Organen Wasser auf die Mühle geliefert. rüstungsrummel nach seinem Tode genau so urtheilen, wie Jn Wirklichkeit besteht ein himmelweiter Unterschied. Herr jeber wirklich freisinnige Mann von Charakter urtheilen Ahlwardt ist ein professioneller und halbverrückter Ghr muß und thatsächlich urtheilt. Der Vorwurf tann Herrn abschneider. deffen Schlüsse aus seinen Angaben sich Richter übrigens nur durch den gelben Neid eingegeben jedem Dentfähigen von vornherein als Wahngebilde auf sein, denn Niemand hat sich eifriger an das Zentrum an brängen mußten, wohingegen Fusangel seit Jahren unter geschmeichelt, als gerade er. Er braucht jedoch nicht eiferden schwierigsten Verhältnissen gegen die übermächtige Klique füchtig zu sein. Wir werden troh Forckenbeck die Beber nationalliberalen Eisen- und Kohlenbarone einen schießung des Zentrumthurms" fortsehen, und hoffen, denKampf kämpft, der ihm die Achtung jedes anständigen selben in eine solche Lage zu bringen, daß die Richter'sche Menschen sichern muß. Und daß Fusangel kein Verleumder Bundesgenossenschaft wieder akzeptirt wird. meiner Amtspflicht zu unterstützen. Im Nichtachtungsfalle seinem Bruder, und sonst noch verschiebene andere Führer würden Sie sich der äußersten Strenge des Gesetzes gewärtig der Arbeiterpartei. zu halten haben. Niemand rührte sich und die Diener des Gesetzes ver blieben in ihrer hilflosen Lage. Bedenken Sie, meine Herren, daß dies Rebellion ist," rief der Wachtmeister weiter. Wo nur der Herr Mensch sein mag," meint eben. Olga mit einem allerliebsten Schmollen; es ist recht unhöflich von ihm, daß er nicht in unserer Gesellschaft erscheint. Ich habe ihn freilich etwas hart behandelt bei dem neulichen Feste, ja ich habe ihm nicht einmal für seine Aufmerksamkeiten und vielen Bemühungen gedankt, aber... " Sie irren, lieber Freund," bemerkte Frank lächelnd, das ist nicht Rebellion, sondern gewaltsamer Widerstand bei einer versuchten Arretur. Und nun nehmen Sie Vernunft Wenn er nur nicht auch arretirt ist, wie unsere an, guter Mann; die Arbeiter, die Sie hier um sich ver- Freunde Barth und Streit", meinte Lange nachdenklich. sammelt sehen, sind Ihnen gut dafür, daß Sie mich von Arretirt, warum denn? Er macht doch keine Streiche, hier nicht wegbringen; also lassen Sie uns nicht in un- wenn er auch oft recht merkwürdige Jbeen im Kopfe hat", nüßen Streitereien unsere Beit vergeuden." meinte Olga, besorgt werdend. " Wir werden Verstärkung oder Militär requiriren." , D, beswegent brauchen Sie sich keine Gedanken zu " Thun Sie das und kommen Sie mit Militär wieder. Wenn uns das überlegen ist, werden wir den Widerstand machen", entgegnete Lange lächelnd; solche Streiche macht aufgeben. Meine Herren und Freunde, begleiten Einige er nicht; aber es ist vielleicht wegen seiner Thätigkeit für von ihnen die Gendarmen von dem Plaze und sorgen Sie die Sache des Volkes. Ueber uns Allen hängt das Schwert des Damokles; ich selbst bin heute mit einem Steckbriefe beehrt worden." dafür, daß dieselben nicht verhöhnt werden." " Nach Berichten böhmischer Blätter aus Przibram beläuft sich die Anzahl der durch den Unfall im Mariaschachte ge tödteten Personen angeblich auf 400, darunter 5 Hörer der Bergakademie. Der Marienschacht ist so mit Gafen angefüllt, daß ein Eindringen in denselben behufs Bergung der Leichen vor 2 Wochen taum möglich sein wird. Auf den Friedhöfen in Przibram und Birkenberg werden Maffengräber für 850 Leichen gegraben; die aufgefundenen Leichentheile werden in fleinere Särge gelegt." Und ein Privattelegramm der„ Bossischen Zeitung" vom gleichen Datum lautet: Die Meldungen aus dem Silberbergwerk bei Przibram Tauten immer furchtbarer. Die Zahl der Verunglückten beträgt mindestens 360. Wiele Frauen wollten gestern Nachmittags ben in Przibram weilenben Ackerbauminister sprechen; anstatt feiner suchte der Leiter des Bergamtes, Nowat, die Frauen zu beruhigen und versprach ihnen ausgiebige Staatshilfe. Die Antwort war ein allgemeines Wehtlagen. Viele schrien hände ringend: Hätten wir doch lieber unsere Männer!" Nowat Wolkswoge, in deren Mitte einige blanke Helme hervor blitten, drängte sich gegen die Gruppe vor. im Die kommen meinetwegen", rief Lange, indem er sich an einem benachbarten Tische ein Glas Wein einschenkte. Um Gottes willen, fliehen Sie!" rief Helene im höchsten Grade erregt. " Flichen?" entgegnete Lange, mit einer solchen Armee Stücken? Das würde ein schönes Beispiel geben!" Ist das die Vorsicht, die Sie mir versprochen?" Aber, theuerstes Fräulein, Sie sehen doch, daß mit alle meine Vorsicht nichts geholfen hat. Der Gegner wird damit nur desto dreifter. Wir befinden uns bereits mitten im Kriege, und da kann nur noch die Vorsicht des Soldaten gelten; ein kleines Mehr heißt in solchen Fällen Feigheit." Sie werden sich und Andere unglücklich machen." Sie sind Herr Dr. Lange?" fragte jetzt einer der Gendarmen, zu dem Schriftsteller hervortretend. herumlungernden Bolizeispione erfahren haben, so wäre es " Da Sie es jedenfalls bereits von einem ber hier unnöthig, es in Abrede zu stellen." Mit einem Steckbriefe?" rief Helene erbleichend, zu verhaften." o, und Sie hatten mir so heilig und theuer Vorsicht versprochen!" Wir haben den Auftrag, Sie im Namen des Königs " Im Namen des Königs? Das kann wohl nicht sein, denn ich habe positive Nachricht, daß Se. Majestät verreist ist." Unser Auftrag lautet aber so." " Gut, und ich respektive ihn nicht, denn der König hat nicht gegeben. Einige entschlossene Arbeiter nahmen nunmehr die beiden Wächter des Gesetzes in ihre Mitte, geleiteten sie zu ihren Pferden und blieben bei ihnen, bis sie auf ihren Thieren davonritten. Jch sterbe noch vor Angst und Schreck," rief Fräulein" Ich kann Ihnen versichern, daß ich die äußerste Bor Muffelich, als diese Szene ihren Abschluß gefunden hatte. ficht und Zurückhaltung beobachtet habe; auch werde ich Sie sind ein gar zu tollkühner Mensch." nicht deshalb verfolgt, weil ich etwas Strafbares gethan Das scheint nur Dir so, liebste Fanny, und so schreck hätte, sondern weil ich etwas unterlassen habe, nämlich die ihn lich sehe ich doch wohl nicht aus, daß Du mich vor purer weitere Herausgabe des Boltsblattes". Allein daraus Furcht gleich wieder" Sie" nennst?" schon hat Dr. Raffmaus Argwohn geschöpft; nun sagen Sie selbst, ob ich vorsichtiger sein konnte. " Was soll nur noch daraus werden," seufzte das Mädchen in ihrer Verzweiflung. Er will sich an mir und an Ihnen rächen," seufzte " " Dann hat jedenfalls das Ministerium befohlen." " Das respektire ich nicht, denn ich lebe mit ihm in Krieg und denke es zu stürzen. Sie werden uns doch hoffentlich nicht zwingen wollent, Mit Gewalt? Wenn Sie die Gewalt haben, warum Frank; und, die geliebte Braut an seinen Arm nehmend, Um Gottes Willen nicht," meinte Lange; dergleichen nicht? Aber das wollen wir erst tonstatiren. Arbeiter, führte er sie zur weiteren Beruhigung Elisen zu. Leute sind nur auf solche Weise ein für alle Mal ab- werdet Ihr mich hier von den Gendarmen aus Eurer Mitte Solches geschah in Bleichungen.zuschrecken. Was Sie gethan, waren Sie mir und sich selbst wegführen lassen?" In Hasselbach befanden sich zur selben Zeit Lange und schuldig!" " Nein, nein!" schrien hundert Stimmen, und bie Jwan mit dessen Stiefmutter und Schwester, sowie Helene, Gendarmen, Gendarmen!" riefen die Umstehenden auf Menge teilte die Gendarmen ein. Fräulein Findeisen mit ihrer Gesellschafterin, Habicht mit leinmal mitten in das Gespräch hinein und eine förmliche ( Fortsetzung folgt.) Eine Heirath zwischen uns, wie es verabredet und von Helene; ich hätte damals etwas artiger gegen ihn fein die Arretur mit Gewalt vorzunehmen?" elterlicher Seite auch schon ratifizirt worden," tröstete sollen." Daß für die Hinterbliebenen gesorgt werden muß, ift felbstverständlich. Daß man die am Rettungswert Be theiligten ehre, ist eine Pflicht. Aber eine Pflicht ist es auch, daß nach den Schuldigen geforscht und deren Bestrafung erwirkt werde. schicken. Die fozialdemokratische Parteifonferenz, welche am rief mit aufgehobenen Händen: Schonet mich, das Herz ist| Einhelligkeit. Die Partei wird für das Frauenschachtes vernahm man gestern Nachmittag wieber Gloden treten und eine Delegation zu dem nächsten Wiedenbrück besucht und befaßte sich mit Organisations- bezw. mir schon zum Sterben schwer." Aus der Tiefe des Adalbert- Stimmrecht und die Proportionalwahl ein- 29. Mai in Rehme tagte, war von 44 Delegirten aus den Wahlkreisen Münden Lübbecke, Herford Halle und Bielefeldgeläute. Bier Arbeiter, welche hinabfuhren, fanden bas erfte nternationalen Kongreß nach Zürich Agitationsangelegenheiten. Mal nichts, das zweite Mal zwei Leichen." Agitationsangelegenheiten. Bon besonderem Interesse ist die Mittheilung, daß in Spenge, dem Orte der Jskraut'schen HeldenAuf das unpraktische Projekt, eine bankerotte Rohlen- thaten, unfere Sache ebenso gute Fortschritte gemacht hat wie in grube für Rechnung der Grubenarbeiter zu übernehmen den übrigen Orten, wo von unserer Seite agitirt worden ist. ging der Kongreß wohlweislich nicht ein. In Helmstedt( Braunschweig) sprach vorigen Sonnabend vor Stepniak über Anarchismus. Der bekannte Nihilist einer sehr zahlreich befuchten Versammlung Paul Jahn aus veröffentlicht in der englischen Monatsschrift Neue Revue" Berlin unter reichem Beifall über Die Zattit der Sozial einen Artikel über den„ Anarchismus", dessen antifozialistischen demokratie". Die Bersammlung nahm einstimmig eine Resolution und unrevolutionären Charakter er nachweist. Dbgleich an, in welcher fie dem Referenten zustimmte und sich mit der unter den Arbeitermassen die anarchistischen Lehren nicht bisherigen Taktik der Partei einverstanden erklärte. Wurzel fassen könnten, so meint Stepniak doch, daß der In der Straffache gegen den Bastor Jstraut und Dynamitschrecken" nicht so bald aufhören werde. Genossen werden jegt, wie die Bielefelder Voltsmacht" mittheilt, in Sachen der Spenger Schlacht" die Bielefelder als Zeugen auf dem Bielefelder Landgericht vernommen. Die Immunität der Abgeordneten in Defterreich. Das österreichische Abgeordnetenhaus hat bie von ber Staatsanwaltschaft beantragte Aufhebung der Immunität einiger Abgeordneten, gegen welche Anflage erhoben worden, fategorisch abgelehnt. Ob die hessische Kammer nicht schamroth werden wird? Das Christenthum in Afrika. In der Bibel heißt es bekanntlich, Chriftus und das Christenthum seien in die Welt gekommen, um ihr den Frieden zu bringen. Die Briefter und weltlichen Herrscher mit ihren Kirchen- und Staatsweisen sorgten aber dafür, daß das Gegentheil eintraf; und die Zahl der Menschen, die in der sogenannt christlichen Welt und von der sogenannt christlichen Welt im Abend und Morgenland um der Religion willen getödtet wurden als Heiden oder Kezer wird von Ge schichtsschreibern, die wohl kaum zu hohe Schäßungen gemacht haben, auf hundert Millionen Menschen veranschlagt. Uns Deutschen hat allein der dreißigjährige Krieg 10 Millionen Menschen gekostet, die dem Schwert, Seuchen und dem Hunger erlagen. " schreibt: " Er • Polizeiliches, Gerichtliches zc. -Es scheint mir sehr wahrscheinlich, daß wir immer wieder bann und wann von derartigen Explosionen hören werden, benn eine große Macht, welche die Tendenz zur Ausbreitung Freie Hilfskaffen. In Schweinfurt schloß sich eine der Ansteckung in fich trägt, ist beständig an der Arbeit. Diese Versammlung von Mitgliedern aller freien Hilfskaffen einstimmig Macht ist nicht der Klassenhaß, nicht die Ungeduld bei der unter Beifallsbezeugungen der Resolution des Chemnizer Beseitigung wirklicher und eingebildeter Uebel, sondern der Sozialdemokratischen Vereins an, in welcher Auflösung der freien fenfationelle Journalismus, der die Palme ver- Hilfskaffen und Errichtung einer einzigen Zuschußtaffe empfohlen bient unter allen Bemühungen zur Ausbreitung und zur Ber- wird. längerung der Dynamit- Epidemien. Der Lärm, der bei der Unsere Stellungnahme zu dieser Frage finden die Lefer am artigen anarchistischen Verbrechen geschlagen wird; das Hinter- Schlusse des in heutiger Nummer veröffentlichten Berichtes über herrennen hinter jedem geringfügigen Detail in dem Leben die Versammlung der Magdeburger Mitglieder der freien Hilfs= ber entdeckten Uebelthäter; das Interviewen derselben; das tassen. Auffpüren ihrer Genealogie; die Wiedergabe jedes ihrer Worte, Alles das giebt den Anarchisten das stolze Gefühl, durch einen Schlag die Grundlagen der Gesellschaft erschüttert zu haben; Wegen Gotteslästerung wurde in Göttingen und dies Gefühl tann auch wohl Außenstehenden unter Um- der Schmied Nolte zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß verständen den Kopf verdrehen. Gegen diesen Einfluß des urtheilt. Er hatte sich in seinem Heimathsorte, einem Dorfe bei Journalismus ist man machtlos. Ist der Geschmack des Göttingen, woselbst er zu Weihnachten weilte, hinreißen laffen, Publikums einmal verdorben, so verlangt er peremptorisch in der Diskussion mit einigen Dörflern, die feine Gesinnung immer mehr gewürzte Nahrung, und die anständigen Blätter fannten, einige unbedachte Worte über Jesus von Nazareth zu find gezwungen, dem Beispiel zu folgen, um nicht ganz in's äußern. Gegen das Urtheil ist Berufung eingelegt; daß dieselbe Hintertreffen zu gerathen. Man kann nur geduldig abwarten, wenigstens hinsichtlich der Herabminderung des überaus hohen bis der Geschmack des Publikums sich bessert und so die Preffe Strafmaßes von Erfolg sein wird, ist wohl anzunehmen. Im reformirt. Dagegen könnte die öffentliche Meinung allerdings Uebrigen fann der Vorfall als ein neuer Beweis dafür gelten, einen wohlthätigen Einfluß ausüben, indem sie sich jener Ver- wie gefährlich es ist, im Wirthshaus über Religion und sonstige schärfung des Uebels entgegenstemmte, wie sie durch weitere heitle Themata schlankweg seine Meinung zu äußern. Leicht ist Zeichen der Panit hervorgerufen wird: 8. B. durch Ausnahme beim Bierglas ein Wort gesprochen, das irgend einem Denunzianten gefeße und ausnahmsweise harte Strafen, die gerade die der Anlaß giebt, sein traurig Handwerk zu üben. Absicht entgegengesezte Wirkung hervorbringen." Wie es scheint, sollen die unglücklichen Afrikaner, denen wir das Christenthum und die christliche Kultur mit der Flinte in der der einen, und der Schnaps flasche in der anderen Hand barbieten, diese Gegnungen gleich von Anfang an in vollen Zügen zu toften bekommen. Ueber das Thun und Treiben der sogenannten chriftlichen Missionäre in Afrika waren schon feit Langem sonderbare Nachrichten im Umlauf; indeß es wurde nichts Bestimmtes festgestellt. Seit einem Monat nun werden aus Zentral Afrika- Uganda- Vorgänge Zentral- Afrika gemeldet, so haarsträubend, daß Anfangs Niemand sie glauben wollte, bis sie über und über bestätigt wurden: Ja wenn die Presse nicht so torrupt, die Polizei nicht nämlich der Ausbruch eines richtigen Religionsfriegesschönes Wort!- zwischen Protestanten und Katholiken. so mächtig und das Bürgerthum nicht so bumm und feig In den Parlamenten Englands und Frankreichs sind die wäre, dann gäbe es freilich keinen anarchistischen" WauVorgänge schon zur Sprache gelangt, man hat sich jedoch wau mit obligatem Dynamitschrecken". sichtlich bemüht, einen Schleier über den monströsen n Der Redakteur der Märkischen Voltsstimme", H. 3 appay in Frankfurt a. D., wurde von der Straftammer wegen Be leidigung eines Fabrikanten und der Polizei zu Luckenwalde zu mitangeklagte Drucker wurde freigesprochen gemäß dem Antrage 100 M. Geldstrafe event. 20 Tagen Gefängniß verurtheilt. Der des Bertheidigers Rechtsanwalts Freudenthal- Berlin, welcher ausgeführt hatte, da es Praris der Gerichte sei, bei Preß beleidigungen nur eine Person zu bestrafen und da ber Redakteur hier schon angeklagt wäre, so sei der Drucker freizusprechen. Gegen bas Urtheil ist Berufung eingelegt. Soziale Ueberlicht. Achtung, Glasarbeiter! Bereits im Fachgenossen", Nr. 25 vom 19. März, wurden Skandal auszubreiten, der für die christliche Kultur so Ueber unferen Genoffen Bebel, ber Donnerstag wenig ehrenvoll ist. Die protestantischen Missionäre Abend gesund und munter von London zurückgekehrt ist, schieben die Schuld auf die katholischen, und die wo er behufs literarischer Studien sich ca. 3 Wochen aufkatholischen auf die protestantischen. Wahrscheinlich haben gehalten hat, läßt sich das Leipziger Tageblatt" berichten, Beide gleich Recht und gleich Unrecht. Daß den heidnischen baß derselbe feit längerer Zeit nervenleidend und nunmehr Afrikanern durch diese Mezeleien im Namen des Christen- als gemüthstrant" bei seinem Schwiegersohne in Zürich" thums tein besonderer Respekt vor dem Christenthum ein- unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht stehe. In eine Heilgeflößt wird, das versteht sich von selbst. anstalt habe man Bebel nicht schaffen wollen, weil dann Wir wollen hier nur an die blutigen Prügeleien und würde. Bebel's Lobrede" auf den deutschen Kaiser, die er die Kollegen vor der Auswanderung nach Pernambuco Uebrigens sind derartige Vorkommnisse nichts Neues. fein Geisteszustand weiteren Kreisen bekannt geworden sein in London gehalten, werde von den und 20. Mai) befindet sich jetzt ein Herr Iserhorst auf der Reise tagen am heiligen Grab" in Jerusalem Anarchisten auf Bebel's Geisteszustand zurückgeführt." Dem Leipziger Organ für Gose und Schweinsknöchel nach Europa, um Glasarbeiter für Pernambuco anzuwerben, da zwischen den verschiedenen christlichen Setten( Griechen, Ratholiken und Protestanten) stattfinden. Die Anhänger erscheint die Nachricht selbst etwas zweifelhaft, weshalb es die Hamburger Kollegen abgeschrieben haben. Genannter Herr ist der einzig wahren Religion der Liebe bearbeiten einander feine Gewähr für dieselbe übernehmen will; aber dem Buben in Pernambuco Hüttenmeister und wird Dänemark, Deutschland, bei berartigen Gelegenheiten so ingrimmig mit Weih- charakter getreu, der nun einmal das Leiborgan der Leip- Desterreich und England besuchen. Man sei also allerorts auf Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abbruck gebeten. webeln, Knüppeln, Räucherfässern, Dolchen und anderen ziger Bourgeoisie kennzeichnet, meint das Gubelblatt doch, der Gut! frommen und nichtfrommen Waffen, daß die türkischen daß beim Abgeordneten Hasenclever die Geisteskrankheit auch so lange geheim gehalten wurde, bis seine Ueber- Die ,, Schwedter Beitung" brachte neulich eine Mittheilung, regelmäßig die Streitenden auseinandertreiben müssen, wobei die Muselmänner, unter führung in eine Frrenanstalt unvermeidlich geworden war." wonach bie wegen der Arbeitsordnung im Streit befindlichen lebhaftestem Ausbrud ihrer von Achtung möglichst entDiese Angabe ist eine ebenso gemeine Lüge wie die be- Arbeiter der Hoffmann'schen Zigarrenfabrik Rubestörungen ver. fernten Gefühle, niemals verfäumen, ihre wahre Meinung hauptete Krankheit Bebel's und dessen Lobrede" auf den übt haben sollten, weswegen polizeiliche Vernehmungen und auch auszusprechen über die Christenh-", wie das etwas undeutschen Kaiser solche sind. Diese lettere Angabe gäbe uns einige Werbaftungen stattgefunden hätten. Die gefeßliche Strafe parlamentarische Wort, welches der Leser sich selber er übrigens einen Fingerzeig für den Gewährsmann des würde nicht ausbleiben. Gegenüber dieser Schauernachricht bes Leipziger Tageblatts", wenn wir denselben nicht bereits Schwebter Moniteurs tönnen wir mittheilen, daß bezüglich der Hoffmann'schen Arbeiter weder Ruhestörungen noch Vernehmungen, gängen möge, in getreuer Uebersetzung lautet. fehr genau kennen würden. Es ist dies der in mehrere noch Berhaftungen vorgekommen sind. Die Mittheilung der Da wir gerade beim Thema sind, sei noch erwähnt, Berliner Anarchisten Prozesse bereits verwickelt gewefente Schwebter Beitung" hat vielmehr zum Kern folgende Thatsache: daß unter den gebildeten Heiden", wie man von jedem Stellmacher W. Neben Karl Schneidt und Gilles ist Herr W." Sin feiner Organisation angehörender Bigarrenmacher, der in Missionär erfahren kann, das Christenthum in dem Ruf der dritte Anarchist, die wir jetzt als Mitarbeiter liberaler Schwebt durchreifte, traf daselbst einen in der Hoffmann'schen teht, eine Heuchler- Religion zu sein, und zwar deshalb, Blätter kennen lernen. Und dieses Gesindel spreizt sich mit Fabrit in Arbeit getretenen Streitbrecher, den er von Schönlante weil das Leben und die Praxis der Christen regelmäßig seinem Radikalismus" und erhebt den Anspruch, die her fannte, und prügelte denselben wegen einer früheren Differenz ihren Moral- und Glaubenslehren ins Gesicht schlägt. Bei beutsche Sozialdemokratie vor der Bersumpfung" bewahren burch; deswegen fam er in Haft. Daraus also fabrizirte bie phantasievolle Schwedter Zeitung" jene Schauernachricht! ben Anhängern keiner anderen Religion ist die im gleichen zu wollen! Wahrlich, es stünde schlimm um unsere Partei, Von den Streifenden sind die Verheiratheten leider noch sämmtMaße der Fall; und daß namentlich die Mohamedaner und Hindus meit mehr als die Christen in Harmonie mit wenn sie nicht mehr die Straft gehabt hätte, dieſen Herren lich außer Arbeit. den Stuhl vor die Thüre zu setzen. Wer für das„ Leipziger ben Sägen ihrer Religion leben, wird so ziemlich von Tageblatt" gerade gut genug ist, für den ist kein Platz allen Steifenden bestätigt. Daraus wollen wir indeß unter ehrlichen deutschen Arbeitern. Soldaten mit Gewalt teineswegs schließen, baß das Christenthum eine schlechtere Religion fei, als die anderen. Die Dis harmonie erklärt sich daraus, daß die Völker, welche zum Christenthum gelangt sind, bie bürgerliche Kultur bei sich entwickelt haben, deren Praktiken( Geldmachen, Ausbeutung des Mitmenschen u. s. w.) mit den Lehren jeder Religion wie jeder Sittenlehre im schärfsten Widerspruch stehen. Parteinachrichten. Die Kaffenboten der 2yoner Filiale der Bank von Frank reich streifen. Literarisches. O „ Geistiger" Kampf der Ultramontanen. Das Herold'sche mer 23: Aus der Woche. Das Handelstapital II. Telegraphenbureau verbreitet folgende Nachricht: Moral Berliner Volks Tribüne, Sozialpolitisches Wochenblatt. Vierteljahr 1 M. 50 Pf., monatlich 50 Pf. Inhalt der Num Die Männer der Kommune. IX. Tridon. Landstraßen- Proletariat. Da, wo die sonst so ehrlichen und wahrheitsliebenden Gewerkschaftliches zc. Bonn, 3. Juni. Die gestrige fozialdemokratische Ber Gedicht. Novelle. Erziehung und Armuth. Türken ein Jahrzehnt mit europäisch- chriftlichen Geschäfts- sammlung, worin der Abgeordnete Moltenbuhr sprechen wollte, praktiken in Berührung sind, ba geben sie ihren christlichen verlief äußerst tumultuarisch. Trotzdem die Versammlung als und sozialistische Bewegung. Die Gemeinderaths- Wahlen in Lehrmeistern Nichts nach in der Kunst des Betrügens und öffentliche mit freier Distuffton angekündigt war, wollten die Frankreich. Bon der Bewegung. Vom Schlachtfelde. Lügens.Sozialdemokraten die christlichen Arbeiter und Studenten nicht Wir erhalten soeben Heft 11 des 2teferungswertes:" Die zulaffen. Lestere brangen gewaltsam in den Saal. Die Sozial- Dentfche Revolution, Geschichte der deutschen Bewegung von Dem internationalen Friedenskongreß, ber, wie bemokraten bewarfen die Eindringenden mit Bierfeideln und er- 1843 und 1849" von Wilhelm Blos.( Stuttgart, J. S. W. Dick' schon gemeldet, vom 22. bis 27. Auguft in Bern tagen hoben ihre Stöcke zum Kampfe. Infolge deffen löfte der Polizei- Verlag.) wird, soll sich eine interparlamentarische Konfommissar die Versammlung auf. Einem Nichtsozialdemokraten Das vorliegende Beft schildert die allgemeine europäische ferenz anschließen. Die Delegirten dazu sollen am soll die Bulsader durchschnitten worden sein." wollten. Die der phantastevollen Meldung zu Grunde llegende That- gehend die Vorgänge in Frankreich bis zur Niederwerfung des That- age nach den Märztagen des Jahres 1848 und befchreibt ein 27. August zusammentreten, und die Konferenz am 29. Auguftfache besteht einfach darin, daß die ultramontanen die fozial- Proletariats in ber sogenannten Junifchlacht.- An Illubeginnen. bemokratische Versammlung in üblicher rüpelhafter Weise sprengen ftrationen enthält das Deft: Der Zeughaussturm in Berlin, ferner die Porträts von J. D. H. Temme, Leo Waldeck, J. K. Robbertus, Eugen Cavaignac, Alfred von Windischgräs und Josef von Jellachich. Das Wert wird in zirka 22 Lieferungen à zwei Bogen Großoktav komplett vorliegen, Alle 14 Tage erscheint ein Heft zum Breise von 20 Pf. Der zehnte Todestag Garibaldis- dieser starb am 2. Juni 1882 wurde gestern in Rom und anderen Städten Italiens gefeiert. Die Regierung, welche von der Popularität des nationalen und internationalen Freiheits tämpfers gern etwas für sich ergattern möchte, fuchte der Feier einen offiziellen Stempel aufzudrücken, was jedoch nicht verfing. Wenn Garibaldi lebte, würde er an der Spitze der Gegner des Dreibundes stehen. Die Unabhängigen" Salle's haben, wie das bortige Boltsblatt" mittheilt, ihre Parteimarten denen der sozial bemokratischen Partei in nicht zu verkennender Absicht in Form und Farbe nachgeahmt. Nur bei genauer Betrachtung kann man die Täuschung durch die Inschriften wahrnehmen." Da die Unabhängigen" wahrscheinlich auch anderwärts biefelbe unfaubere Praktik üben, mögen die Arbeiter beim Kauf von Barteimarten besonders vorsichtig verfahren. Jeder Groschen, Der Kongres in Namur hat in den zwei Tagen, der den" Unabhängigen" zugewendet wird, ist ins Meer gedie er für seine Arbeiten bestimmt hatte, feine Tagesworfen. ordnung, so reichhaltig sie auch war, vollständig erledigt. In Frose bei Aschersleben findet am Pfingstmontag zufolge Man einigte sich über alle Details der Kampagne für das Beschlusses der Bernburger Sozialdemokratie ein Parteitag allgemeine Stimmrecht. Der Tag der Wahl der 14. Junt für den 2. anhaltischen Reichstags- 23ab1freis wird als Feiertag betrachtet werden und die Partei tatt. Berichterstattung über die Bartelverhältnisse, Aufstellung sich mit ganzer Kraft in die Wahlbewegung werfen und eines Reichstags- Kandidaten, Organisation, Agitation und Presse den Kampf um das Wahlrecht nicht eher aufgeben, als bis find die Hauptpunkte der Tagesordnung. es erobert ist. In dieser Beziehung herrscht die vollſte " Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Dietz' Verlag) ist uns soeben die Nr. 11 des 2. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Schwindelhaber. Aus England. Das Lied vom Hemde. Feuilleton: Das Beilchen. Bon B. Dulet.( Fortsetzung.)- Arbeiterinnenbewegung. Kleine Nachrichten. " Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis ber Nummer 10 Pig., durch die Bost bezogen( eingetragen in der Reichspost Beitungsliste für 1892 unter Nr. 2564 a) beträgt ber Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.g; unter Kreuzband 85 Pfg. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Big. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Neue Welt. Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Vorläufige Anzeige: Am ersten und zweiten Pfingstfeiertag: 1 zweiten Festtag 9394b Achtung! IV. Wahlkreis! gegenüber keinerlei Verantwortung. Früh- Konzert, amaten Früh- Ball. Concert- Park„ Victoria", Frankfurter Allee 72 Theater. Sonnbenb, ben 4. Juni. Opernhaus. Ritter Pásmán. Schauspielhaus. Emilia Galotti. Berliner Theater. Iphigenie auf Tauris. Deutsches Theater. Der Rompagnon. Leffing- Theater. Irrlichter. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Der Bettelstudent. Thomas- Theater. Ilta von Balmay. Bellealliance- Theater. Der Abenteurer. Kroll's Theater. Lorle. Ostend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Am 1., 2. und Konzert und Monstre- Feuerwerk. 3. Fettag 1. Auftreten neuengagirter Spezialitäten. Eintritt: Früh- Konzert 25 Pf., Nadju. 30 Pf., 3. Festtag 25 Pf. Th. Keller's Th. Keller's Hofjäger, Hasenhaide, Bergmann- StraßenEcke. Am 1., 2. und 3. Pfingstfeiertage, Morgens 5 Uhr:) Am 1.. 2. und 3. Feiertage, Nachmittags 4 Uhr: Grosses Garten- Konzert. Gross. Früh- Doppel- Konzert. Am 2. und 3. Feiertage: on Ball. Entree für jedes Konzert 15 Pf.( vorher in den mit Blataten belegt. Sandl. 10 Pf.) Marionetten- Theater: Große Vorstellung. Volksbeluftigungen. Die Kaffeeküche ist von Morgens 4 Uhr ab geöffnet. Mittwoch, den 8. Juni: Erfies großes Kinderfest. A. Frölich. Seenpala. Epeştalitäten Bothellung Brocken Tegeler Landstrasse. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Allen Freunden und Genossen empfehle ich mein herrliches, schattiges, unmittelbar am Tannenwalde geleg. Kaufmann's Variótó. Spezialitäten Gartenlokal. Gemüthl. Familienaufenthalt. Um frdl. Zuspruch bittet F. Lohman. Gräflich Reischach'sche Brauerei. Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spe- Am Sonntag, den 5. Juni( 1. Pfingst- Feiertag), Morgens 5 Uhr: zialitäten- Vorstellung. Berl. Sommer- Theater BON ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Sonnabend, den 4. Juni: 1. Theil: Specialitäten- Vorstellung. 2. Theil; ,, Die Sonntagsjäger", oder ,, Verplefft". Posse in 1 Akt von Kalisch und Moser. Theil: Specialitäten stellung. VorZum Schluss: Grosses BalletDivertissement( Najaden- Ballet) ausgeführt von 20 Damen. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7/2 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. An den Feiertagen: Grosse Extra- Vorstellung. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's orientalische Grosses Früh- Konzert, veranstaltet von den Gesangvereinen Morgenroth( Rummelsburg), Liberté I, Sängerfreiheit, Steineiche und Tonblüthe( Mitgl. d. A.-S.-B. Berlins und Umg.), unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Ernst Pahl. 164/16 Der Entree 25 Pfg., vorher 20 Pfg. Freunde und Gönner sind hiermit freundlichst eingeladen. Das Komitee. Concert- Park ,, Victoria", Montag, den 6. Juni( 2. Pfingstfeiertag): Großes Früh- Konzert re ( verbunden mit Tanz) bestehend in Vocal- u. Instrumental- Musik mit großem Orchester, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civil- Berufswirkung des Karthaus'schen und Ihn'schen Gesangvereins ,, Humor", M. d. Arb.-S.-B., Dirigent Herr Thu. muker unter Leitung des Dirigenten Herrn Rieck und unter gütiger MitDer Ertrag ist zu einem wohlthätigen Zweck bestimmt. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf., im Vorverkauf 20 Pf. engel 3, Roppenftr. 41, und Baumgarten, Posenerstr. 4, III., Billets sind zu haben bei den Vertrauensleuten des IV. Wahlkreises sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen. Rob. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den Gesammträumen des Etablissements statt. Die Raffeeküche ist den geehrten Damen von 4 Uhr an geöffnet. Das Komitee. 392/4 Neue Welt, Hasenhaide Nr. 36-37. G Sonntag, den 5. Juni( 1. Pfingst- Feiertag): Großes Früh- Konzert zum Besten der Arbeiter- Bildungsschule. Anfang 5 Uhr früh. Entree 20 Pfennig. I We Die Kaffeeküche ist von 5 1hr an geöffnet. Die Billets zum Früh- Konzert sind vorher in den mit rothen Plakaten belegten Handlungen und außerdem in folgenden Geschäften zu haben: Lausitzerplatz und Lausikerstraßen- Ecke im Zigarrengeschäft; Rottbuserplatz bei Gottfried Schulz im Bigarrengeschäft; Jahnstraße 8 bei Kertow im Zigarrengeschäft; Urbanstraße und Herrmannplay- Ecke, Destillation" Zum alten Spreewald." 459/18 Treptow Restaurant Karpfenteich. Fachverein der Muſik. Inſtrumentenarbeiter. Kaffeeküche täglich geöffnet. Jeden Sonntag: An den Wochentagen für Vereine, Hochzeitgesellschaften zc. jederzeit zur Verfügung. Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Am 1.. 2. Grosses Früh- Konzert. Anfang 4 br. Pfingstfeiertag: Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Entree frei. Otto. Ecke Köpnicker Landstrasse. Treptow. Ecke Köpnicker Landstrasse. Appelt's Restaurant ,, Feldschlösschen". Am 1. u. 2. Feiertag: Früh- Konzert. Kegelbahnen. Kaffeeküche. An der Verbindungsbahn. Treptow. Köpnicker Landstrasse. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Zauber und Wunder. ff. Sagerbier 0,42it. 15 Pf. Münchener 0,4 Lit. 20 Bf. 6 Kegelbahnen. W. Jacob. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag: Früh- Konzert, am 3. Feiertag: Kasseneröffnung 1/28 Uhr. Anf. 8 Uhr. Nachmittags- Konzert. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Range: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge Montag, den 20. Juni cr. Großes Sommerfest in der Neuen Welt", verbunden mit Konzert, Spezialitäten und Feuerwerk. Billets find zu haben bei den Kollegen Wittig, Wienerstr. 38, 2. Zr.; Böker, Naunynstr. 24, 4 Zr. und bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern. Die nächste Versammlung im Süden findet am 18., im Norden am 25. Inni statt. [ 436/8] Der Vorstand. Achtung! ,, Schlossbrauerei Schöneberg" ( Hauptstraße 60-63.) Am Montag, den 6. Juni 1892( 2. Pfingst- Feiertag): and me to a Treptowe Bade's Volksgarten. Großes Früh- Konzert 4 3 M. Rinder die Hälfte. Vorverkauf Invalidendant und an der Theaterkaffe. 605M Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. PassagePanopticum. Täglich RIEDRICHSHAIN Straße Am 1. und 2. Früh- und Nachmittags- Konzert. Entree frei. Am 2. und 3. Feiertag: Tang im großen Parquet- Saal. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. Kegelbahnen. Volksbelustigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist von früh 4 Uhr an geöffnet. AktienBrauerei Friedrichshain Neupert's Volksgarten. ( Vokal und Instrumental) 發 veranstaltet vom Unterstützungsv. der Maurer im Westen Berlins, ausgeführt von einer starten Rapelle der Bivil- Berufsmusiker, sowie den Gesangvereinen Frühlingslust, Hilaritas, Sängerkette, Wahrheit, Vorwärts S0., und Esmeralda, unter Leitung des Dirigenten Hrn. Carl Wuth. In den Zwischenpausen im Saale Tanz. Anfang 5 Uhr. E Landsberger Chaussee, vis- à- vts vom Steuerhaus. Billets mit Programm à 25 Pfg. find beim Komitee und in den mit Weiß- und Bairisch- Bier. Volks Plakaten versehenen Lokalen, sowie den 2. Feiertag früh von 4 Uhr ab bei beluftigungen aller Art, 2 neue Regel- Herrn Antric, Bigarrengeschäft, Steinmeßstraße 60, und an der Kaffe zu bahnen, im Saal Tanz. Die Kaffee- haben. Um recht zahlreichen Besuch bittet tüche ist von 2 Uhr an geöffnet. An 239/20 Das Komitee. Wochentagen gebe ich den Saal für 1. Pfingsttag: Vereine und Versammlungen frei. Gr. Militär- 400b A. Neupert. am Königsthor. Morgen: Sonntag Früh- Konzert. DEF Adlershof. Allen Freunden und Genoſſen Gustav Keller, Bismarckstraße 52a, Anf. 5 Uhr Morg. empfehle ich zu den Pfingstfeiertagen Eintritt 20 Pf. Kinder frei. Promein 2522L Bierstube und Imbisshalle, bringt sich Freunden und Bekannten, insbesondere den Besuchern Adlershofs Theater- gramm unentgeltlich. 2515 Restaurationslokal in empfehlende Erinnerung. Halte nur gute Speifen und anerkannt Vorstellungen. Weissensee. Auch im Sommer. Am Sonntag, den 5. Juni 1892 Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. ( 1. Pfingstfeiertag): Grosses sozialdemokratisches Pfingstfest mit Garten und Kegelbahn. Otto Thierbach, eue Schwedterstr. 44. Täglich: Gr. Konzert, Theater in Hühling's Bettfälen, H. Stramm's Restaur. und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Wannsee. Café Alsen, in unmittelbarer Nähe des Flensburger Löwen, herrlich am Wald und Wasser gelegen, empfiehlt Vereinen und Gesellfchaften seine zwei großen Säle, Regelbahnen u. f. w. zur gefl. Benutzung. Einige Sonnabende sind noch frei. 24682 2519L Robert Bloch. veranstaltet von der Gesangs- Abtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißensee und Umgegend. Vokal- und Instrumental- Konzert. Theater. Lebende Bilder. Billets im Vorverkauf 20 Pf. An der Kaffe 25 Pf. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. 114/4 123 Ritterstraße 123. Großes Fremdenlogis, Herberge und Arbeitsnachweis der Vereine der Glaser und Klempner, sowie Verkehrslokal und Herberge der Goldarbeiter, Korbmacher, Tischler, Schneider und Bildhauer. Gleichzeitig empfehle meinen reich haltigen Frühstück-, Mittag- und Abendtisch à la Carte au soliden Preisen. Ausschank von vorzüglichem Weiß- u. Bairisch- Bier. 123552 täglich frisch, Krug Allee. bestes Bötzow- Lagerbier und Hilfebein- Weißbier. Arbeiterblätter liegen aus. Telephon- Anschluss. 3 Min. hinter Paradies Garten. Treptow Bender's Restaurant. Am 1. und 2. Feiertag Früh- Konzert. 2526L Station Stolpe. Restaurant ,, Fichtenhain". Empfehle den Berliner Vereinen, Gesellschaften und sonstigen Ausflüglern mein idyllisch im Walde gelegenes Feiertage, sowie jeden Sonntag Tany. 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Eröffnung des vollkommen renovirten Ausschank- und Gartenlokals der Schultheiß Brauerei Actien- Gesellschaft 59 Zum Schultheiss", No. 88, Chausseestrasse No. 88( früher ,, Eiskeller"). Schultheiß' Versand- und Märzen- Bier. Reichhaltige Speisenkarte. An den drei Pfingst- Feiertagen von 4%, Uhr Nachmittags ab: Grosses Konzert im Garten( Bei ungünstiger Witterung im Saal). Kleine Preise. Preise. Entree 20 Pfennige. E. Schuster, Dekonom. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 129. Tokales. Sonnabend, den 4. Juni 1892. Sonntagsruhe ist eine solche, die wir erstreben, weil sie unter den heutigen Verhältnissen durchzusetzen ist, also eine Nebenforderung, für deren Erfüllung wir eintreten im Interesse der jetzigen Arbeitergeneration. = " 9. Jahrg. " hin für Arbeiter ziemlich fostspieligen Unternehmens, zeigte boch die rege Betheiligung der Genossen den Eifer derselben, unsere Eine Frage an den Stadtverordneten- Vorsteher Ideen auch unter unsere Brüder auf dem Lande zu tragen. Am Treffpunkt, Schlesischer Bahnhof, fanden sich die Theilnehmer um 7 Uhr Stryck. Ein Leser des„ Vorwärts" schreibt uns: In Ihrer zusammen. Mit einigen tausend Flugschriften, darunter unsere heutigen Nummer haben Sie die Heldenthat, die Herr Im Reiche des Postgewaltigen, Exzellenz v. Stephan, bekannten Landagitations- Broschüren, außerdem Mai- Zeitung", Dr. Stryck mit seinem Austritte aus der katholischen Kirche giebt's der 3öpfe noch gar viele. Von der Hartnäckigkeit, mit Vorwärts" und" Wahrer Jakob", erfolgte um 1/28 Uhr in vollzogen hat, bereits gebührend beleuchtet. Da Herr Stryd welcher man sich in den zünftigen postalischen Kreisen gegen jede freudiger Erwartung der Dinge die da tommen sollten die Abes für gut befunden hat, in dieser Weise die öffentliche Portoherabsehung sträubt, wollen wir gar nicht reden, sondern fahrt nach Müncheberg. Ein stolzes Gefühl der Sicherheit benur der Kleiderordnung" der Postbeamten ein paar Worte mächtigte sich unser, als wir bereits einige SicherheitsAufmerksamkeit auf den Heroismus zu lenken, der seine widmen. Daß der Posteleve in Gala Uniform einen Degen engel" unserer harren sahen, um uns zu begleiten. freiheitathmende Brust beseelt, so hat er vielleicht nunmehr auch tragen darf, mag eine hervorragende erzieherische Wirkung aus- Nachdem der Magen die nöthige Stärkung erfahren, ging's unter die Güte, sich darüber zu erklären, weshalb er als Stadt- üben, daß der Sabul während des Dienstes in die Ecke gestellt dem Gesang unserer herrlichen Kampfeslieder nach Damsdorf. verordneten- Vorsteher in den letzten Jahren Kaiser werden muß, liegt wahrscheinlich nur daran, daß er zum An- Sofort schwärmten wir nach allen Himmelsrichtungen aus, Haus Wilhelms I. mit seinen Wadelstrümpfen auf all den Hof- feuchten von Briefmarken nicht zu gebrauchen ist. Unter der für Haus wurde attatirt und in furzer Zeit war hier unfere festen herumgewebelt ist, von denen der Oberbürgermeister Nachahmung der militärischen Kleiderordnung haben in erster Linie Arbeit gethan. Reges Intereffe und freudige Aufnahme war v. Fordenbed demonstrativ durch das Hofmarschallamt aus die Subalternbeamten, Brief- und Packetausträger, Postillone 2c. unser Lohn. Bei glühendem Sonnenbrand und durftiger Kehle geschlossen wurde. Fühlt sich der Stadtverordneten- Vor- zu leiden. Diese sind gehalten, in zugeknöpfter Uniform ihren ging's weiter nach Buckow. Auch dieses war von uns in furzer fteher mit dem Oberbürgermeister so solidarisch, daß er aus Dienst versehen zu müssen. Die Halsbinde soll auch nicht ab- Beit mit geistiger Speise versorgt. Nur Dankesworte lohnten der katholischen Kirche ausscheidet, weil diese Kirche ihre Ge- gelegt werden, Drillichröcke giebt es nicht. Man muß gesehen uns auch hier für unsere Agitation. Nunmehr rüsteten wir uns haben, wie bei der entsetzlichen Hize der letzten Tage die zur Hauptarbeit" des Tages. Im Lokale, Bur märkischen Schweiz" bete einem Manne, der sie im Leben verschmäht hatte, nicht im Stephansboten schweißtriefend, mit glühendem Gesicht, trepp- wurden wir von dem Birthe desselben, Herrn Kloz, sowie von Tode aufdrängen wollte, so mußte er dreimal oder zehnmal auf, treppab geklettert sind, um begreifen zu können, ben Buckower und Müncheberger Genoffen auf das Herzlichste fo energisch gegen die Einladungen zu Hoffesten pro- wie die Uniform zur Zwangsjacke wird. Das Reglement empfangen. Nachdem man sich eine Stunde der wohlverdienten testiren, von denen der Oberbürgermeister in beabsichtigter verlangt fogar, daß sämmtliche Knöpfe des Uniformrockes Ruhe hingegeben, auch die Mittags- Prügelei" vorüber war, wanderten die Theilnehmer unter Zeitung der dortigen Genossen Kränkung und zur Strafe für einen Rest von mannhafter gefchloffen bleiben müssen, sonst foftet es Strafgelder! Nun möchten wir um Alles in der Welt gern wissen, wes- mit Material" fräftig versehen, in vier Gruppen vorwärts. Haltung ausgeschlossen wurde. Und zum Mindesten mußte er diese Einladungen in den Papierkorb werfen, denn durch halb eine solche Kleiderordnung für die Briefträger überhaupt Die ganze Umgegend, Safelholz, Garzin, Brithagen, Reichenberg, existirt. Dieselbe hat für diese nur Nachtheile, für Niemand aber Ihlow, Grunow, Ernsthof, Ballersdorf, Münchehofe und Obers den Besuch solcher Hoffeste bestätigte er an seinem Theile, Bortheile im Gefolge. Dem Publikum kann's doch gleich sein, ob dorf, wurde von den Genossen besucht. Abgesehen von einigen daß der Oberbürgermeister von Berlin in der That und es die Postfachen von einem Beamten mit auf- oder mit zu fleinen Scharmügeln haben unsere Genoffen nirgends eine mit vollem Rechte von Höflingen dafür gezüchtigt wurde, geknöpftem Rock ausgehändigt erhält. Freilich darf man nicht Störung in ihrer eifrigen Arbeit erfahren. Wenn man uns auch daß er als Boltsvertreter pflichtgemäß nicht nach höfischen vergessen, daß wir eben in einem Militärstaat leben und daß in Garzin versicherte: Karl Buchholzen( der Amtsvorsteher) hätte Wünschen, sondern nach seiner Ueberzeugung abgestimmt militärische Strammheit" zu jenen Eigenschaften gehören, ohne ihnen gesagt:" Sie sollten datt nich nehmen, datt wäre ja der hatte. Bei einem so ehernen Charakter, wie Herr Stryck welche im Deutschen Reich Niemand selig zu werden vermag. sozialdemokratische Unfinn," so galt auch hier der Spruch, Nachdem wir ift, bleibt es natürlich ausgeschlossen, daß er gegen die Auch in der Postverwaltung ist die Uniformspielerei zu Ehren daß verbotene Frucht doppelt süß schmeckt. gelangt, obgleich dieselbe gerade in diesem Ressort mehr denn den Leuten klar gemacht, was die Sozialdemokraten eigentlich katholische Kirche, die ihn höchstens mit Sterbesakramenten für entbehrlich ist. Wenigstens sollte aber dann den Postbeamten bezwecken, griffen sie um fo eifriger zu, um datt Karl das Jenseits ausrüsten kann, eben so tapfer ist, wie dieselbe Erleichterung gewährt werden, wie dem aktiven Militär; Buchholzen nachher zu gäwen, damit er datt man och feige gegenüber dem Hofe, der über Orden, Titel und son- legteres verfügt auch im Dienst über Leinenröcke, die Postbeamten leesen bähte. Einen eifrigen Frrlehren Verfechter fand ein ftige Lebenssakramente für das Diesseits gebietet. aber nicht. Warum müssen denn nun gerade diese im Sommer Theil der Genossen in dem Schulmeister von Prizhagen, Unter dieser Voraussetzung bietet aber die verschiedene Sorte umberlaufen bis in den Hals eingekapselt in ihre Tuchuniform? welcher bereits mit seinen Nachbarn auf die bösen Sozial. von Solidarität, die Herr Stryck dem Hofe und der Das Schönste ist aber, daß die zugeknöpfte Zwangsjacke nur bis demokraten zu warten schien. Sofort tramte derselbe feine Kirche gegenüber mit Herrn v. Forckenbeck befundet hat, ein zur Mainlinie gilt. In Bayern und Württemberg existirt der ganze Weisheit aus mit der Frage, ob die Genossen denn überpsychologisches Räthsel dar, dessen Auflösung er nach seinem willich- Rock und die Knöpfe können offen gelassen werden. Haupt schon mal etwas von dem großen Redner Eugen Richter" gehört hätten, denn der hätte doch mit seinen Frrlehren die neuesten oftentativen Hervortreten als Stadtverordneten- Der Postzopf ist also rein preußisches Produkt. dummen" Sozialdemokraten längst aus der Welt geschafft. Im Vorsteher der Berliner Bürgerschaft schuldet. Sollte er sich Antisemitisches. Auf die kurze, anderen Blättern ent- lebrigen sollten sie sich doch keine Mühe geben, unter seine lieben Nachindessen nach dem berühmten Muster der Eugen Richter, nommene Notiz von der Ausschließung des Herrn Bodeck aus der barn Unfrieden zu säen, denn damit hätten sie ja doch kein Glüd. Stephany und sonstiger Gesinnungsgenossen aufs Todtschweigen antisemitischen Partei antwortet derselbe mit folgender Be- Ein brausendes Gelächter unserer Genossen und ein gründliches legen Heimleuchten dieses modernen Sozialistenfressers war die Antschade, daß Carlyle den Berliner Freifinn nicht richtigung. Ihre Notiz vom 1. Juni 1892 Jhrer Zeitung, betreffend meine wort. Doch auch dieser Herr hatte die Rechnung ohne seine mehr erlebt hat, sonst hätte er die verschiedenen Arten seines lieben Nachbarn gemacht, dieselben nahmen die Schriften herzlich Heroenkultus durch das Heldenthum des Todtschweigens ver- Person, berichtige dahin: E3 ist unwahr, daß ich ausgeschlossen bin aus der gern und ersuchten uns sogar im Beisein ihres lieben Schulso mag doch gleich gesagt werden, daß in der antisemitischen Volkspartei. Bon vollständig unmaßgebender meisters, doch recht bald wieder zu kommen, denn die Sozialjammervollen Komödie, die besagter Freifinn am Grabe Seite hat man nur versucht in einer ohne Mitwissen des Ge- demokraten feien ja ganz gute Leute. Und so sahen wir überall Fordenbeck's aufzuführen für gut befindet, Herrn Stryck's sammtvorstandes sowohl als Gesammtmitglieder einberufenen Ber nur Intereffe tros Amtsvorsteher und Schulmeister. Nach langen feierliche Absage an die katholische Kirche ebenso die albernste fammlung der Vereinigung„ Antisemitische Volkspartei Berlin" Stunden der Arbeit, in denen die Erfahrung der Buckower Szene ist, wie die Denunziation des Fürstbischofs von mich meines Amtes als 1. Vorsitzender dieser Vereinigung mit 34 Müncheberger Genossen trefflich สิน statten tam, Breslau an den Hof durch Herrn Eugen Richter die gegen 32 Stimmen zu entheben. Weitere Erklärungen werde ich fanden sich die Theilnehmer wieder in Budom aufammen. nur gegenüber mir als maßgebend erscheinenden Faktoren, sowie Noch ein furzes Stündchen heiteren Zusammenseins, verschönert schmutzigste. an Gerichtsstelle geben. durch Gefänge der dortigen Freunde und kurze Ansprachen der Ergebenst Emil Bodec. maß- Genoffen Zubeil- Berlin und Simon aus Buckow und fort ging's Wer in dem halben Dußend antisemitischer Parteien maß per Leiterwagen und Chaise nach Müncheberg, mit dem Versprechen, gebend oder unmaßgebend ist, das mögen die Herren unter sich in wenigen Wochen wieder zu fommen. In Müncheberg sahen ausmachen. Wahrscheinlich wird sich jetzt eine siebente sich allein wir endlich unfere lieben Sicherheitsengel", diesmal in um so für maßgebend haltende antisemitische Partei bilden. größerer Zahl, wieder, welche uns leider den Tag über mit ihrem mehrt! Die Adreffen der Mitglieder der Preskommission, welcher Wünsche und event. Beschwerden bezüglich des lokalen Theils des„ Vorwärts" zu unterbreiten sind, wollen wir hiermit wieder in Erinnerung bringen. Dieselben sind: 1. Wahlkreis: Timm, Markgrafenſtr. 88. Hellgermann, Solmstr. 26. 123456 Grau, Wendenstr. 2. Hatschet, Mustauerstr. 37 2. 3. 4. Böhm, Görlitzerstr. 53. Behrend, Lebuferstr. 10. 5. 6. Berichtigung. Batte, Greifswalderstr. 8, Bachau, Bergstr. 59. Schaaf, Gerichtstr. 19. und B Ueber die Verhaftung Ahlwardt's am Donnerstag Abend Schuß verlassen hatten. In furzer Zeit waren wir wieder in Berlin. berichtet das Ahlwardt'sche Organ, die" Staatsbürger- Zeitung": In dem Gefühle, einen wesentlichen Theil zur Verbreitung unserer Um 54 Uhr erschienen in der Wohnung Ahlwardi's, Ideen unter unseren dortigen Brüder beigetragen zu haben, suchte Schulzendorferstr. 18 II, Kriminalbeamte, und eröffneten dem ein Jeder nunmehr die wohlverdiente Ruhe auf. selben, daß sie den Auftrag hätten, ihn zu verhaften Die EheDurch Blitzschlag getödtet! Wie uns nachträglich gemeldet frau des Rettors war gerade nicht anwesend. Nach einigen leb: wird, hat das Gewitter am Mittwoch leider doch ein Menschenhaften Auseinandersetzungen machte Ah Iwardt, der eben mit leben zum Opfer gefordert. Aus Friedrichsberg meldet man der Borbereitung zu seinem für denselben Abend in der Tonhalle uns: Bei dem Gewitter am Mittwoch Nachmittag wurde die In der gestern veröffentlichten Lokal übernommenen Bortrage beschäftigt war, Toilette, hinterließ für Frau des dort in der Kronprinzenstraße 15 wohnenden Maurers Liste ist ein Irrthum unterlaufen. Es muß nicht heißen: seine Gattin einige Zeilen und begab sich dann mit den Beamten Grunow auf dem Felde des Gärtnereibesizers C. Göße zu Bor" Johannisthal: Senftleben( ohne Garten)", sondern nach dem zuständigen Polizeibureau in der Müllerstraße, von hagen vom Blizz getroffen und auf der Stelle getödtet. Die G. Nieder- Schönweide: Siebenbaum, tein Garten". wo er fofort per Droschte nach dem am Alexanderplatz belegenen hatte mit zwei Gärtnergehilfen in einer auf dem Felde stehenden Weil der Besizer des Gartens dem pp. Siebenbaum immer die Polizeipräsidium übergeführt wurde. Gestern( Freitag) früh begab Bude Schuß gegen den Regen gesucht, als ein Blisstrahl herniederGäste wegschnappt, sonst aber nach der Arbeiterschaft wenig sich die Ehefrau des Inhaftirten nach dem Polizeipräsidium, um fuhr und die drei Personen zu Boden warf. Die beiden Männer fragt, ersuchen die dortigen Genossen, nur das Restaurant ihren Mann in Wirtschaftsangelegenheiten zu sprechen. Sie erwachten bald aus ihrer Betäubung, die Frau dagegen war des Herrn Siebenbaum bei Ausflügen unterstüßen zu wollen. langte gerade in dem Augenblick dort an, als der Rektor auf der Stelle toot; der Körper der Unglücklichen, welche erst in Gemeinschaft mehrerer Einbrecher im Grünen Wagen 25 Jahre alt ist, war furchtbar verbrannt, der eine der Gehilfen Die Lotal- Kommission. nach Moabit übergeführt werden sollte. Die erbetene Unter- mußte gänzlich gelähmt nach einem Berliner Krankenhause geredung wurde ihr jedoch vom Grafen Bütler verweigert, schafft werden, doch ist Aussicht auf völlige Genesung vorhanden. Sie Berliner Stadtfynode ist wieder einmal für die ebenso hüllte man sich über den Grund der Inhaftirung in Der Dritte der vom Blitz Getroffenen ist mit dem bloßen Schreck Sonntagsruhe eingetreten, indem dieselbe den Vorschlag, den Schweigen. Es wurde ihr nur gestattet, 1 Mart einzuzahlen, davongekommen. Beginn des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen von um ihrem Manne die Ueberführung nach dem Untersuchungs- Ferner berichtet man uns aus Eberswalde, daß in dem 10 auf 11 Uhr Vormittags zu verlegen, mit erdrückender Mehr- gefängniß in einer Droschte zu ermöglichen. Des Weiteren nahe belegenen Dorfe Tornow am Mittwoch ein Blitzstrahl zwei heit abgelehnt hat. Auf die Gründe für diese Ablehnung kommen schreibt das genannte Blatt: Die Verhaftung geschah, ohne daß Menschenleben arg gefährdet hat. Dort wurde das Haus der wir später zu sprechen, wir billigen diefelben infofern, als damit in der bezüglichen Requisition der Staatsanwaltschaft an die Gebrüder Vaqué von einem„ talten Schlag" getroffen, die Frau noch J. A.: J. Wernau, Rosen- Straße 30. sammlung auch der letzte Anhalt gefallen ist, an den sich dieselbe Polizei ein bestimmter Gesezesparagraph als Grund für die Fests des Maurers Friedrich V. wurde in ihrer Wohnung bewußtlos tlammerte, um sich um die Einführung einer wirklichen Sonntags ob Ahlwardt wegen Landesverraths, oder Beleidigung, oder Genic, die Oberarme und den Rücken gestreift hat. Während ruhe für das Handelsgewerbe herumzudrücken. Diese wunder: Fluchtverdachts in Haft genommen ist. Daß noch andere Gründe die Verlegungen der Frau sehr ernster Natur sind, ist ein Knabe, bare freifinnige" Majorität will nun einmal feine Sonntags vorliegen könnten, fällt dem Blatte nicht ein, so 3. B., daß er den der Blitz auf der anderen Seite der Wohnung traf, besser ruhe. Weshalb nicht, das ist ihr Geheimniß, kurz und gut, diese auch wegen eines ganz gemeinen Verbrechens verhaftet sein fortgekommen; der Knabe weist nur leichte Lähmungen an der Kirchthurms- Politiker bilden sich ein, es geht nicht". In anderen könnte, wie die„ Boffische Zeitung" es mit Sicherheit" annimmt, rechten Seite bes Ropfes auf. großen Städten, in Bremen, Stuttgart, Frankfurt a. M. u. f. w. daß er wegen Betruges verhaftet sei. geht es zwar ganz prächtig, aber- Berlin ist Berlin, und für Ein schlafender Tischler macht in Charlottenburg von sich bie Haupt- und Residensstadt muß eine Extrawurst gebraten Gegen den Adel kommt das Bürgerpack doch nicht auf. reden. Der dort in dem Hause Krummeftr. 19 im ersten Stock werden. Die hiesigen Unternehmer hätten gegen eine weitgehende Das zeigen uns die eben in Untersuchungshaft genommenen des Quergebäudes wohnhafte 50 Jahre alte Tischler Ferdinand Sonntagsruhe schließlich gar nichts einzuwenden, sobald diese Freiherr von Koeller und dessen" Braut", das gnädige Busch war, wie eine Lokalforrespondenz berichtet, am letzten nur eine allgemeine und jede Schundkonkurrenz ausgeschloffen Fräulein von Quizow. Sie trieben das Geschäft des Bettelus Sonntage in Berlin gewesen, tam nach Hause und erzählte, daß en gros; und zwar vermittelst Bettelbriefen, in denen sie das er nahe der Perleberger Straße zwischen einen Auflauf gerathen Blaue vom Himmel herablogen. Es wird beshalb wegen Be sei, welcher der Polizei Anlaß zum Einschreiten gegeben habe. truges gegen das adelige Bärchen vorgegangen, und sollen nicht Dies habe ihn sehr aufgeregt. Busch begab sich hiernach zur weniger als 2000 Betrugsfälle nachweisbar sein. wäre. Ruhe und erwachte zuerst wieder, nachdem ihn seine Ehefrau am Dienstag Abend durch starkes Rütteln geweckt hatte. Seitdem hat Buſch das Bett nicht wieder verlassen, schläft vielmehr Dauernd fort. Die Ehefrau versucht hin und wieder, dieſem zuſtand ein Ende zu machen, indem sie ihren Mann wedt; Busch zeigt sich aber ziemlich theilnahmlos und schläft alsbald wieder ein. Speisen nimmt er nicht zu sich; es werden ihm nur ab und au die Lippen mit Wasser benetzt. Die Aerzte glauben, daß der eigenartige Zustand durch das Plagen einer kleinen Ader im Gehirn herbeigeführt worden sei, halten aber eine Aenderung des Zustandes für demnächst bevorstehend. Die Synode hat in ihren Verhandlungen mit der bösen Sozialdemokratie gedroht. Sie hat auch verlangt, daß die Forde mungen der Sozialisten, welche berechtigt seien, erfüllt werden müßten, dann werde es mit der Sozialdemokratie zu Ende sein. Als eine solche berechtigte Forderung wurde die Sonntagsruhe Zu dem Bericht ans Tegel in der Nummer vom 1. Juni, in welcher ein Arbeiter schildert, welche Laufereien und Wer sich von den Anstrengungen der Woche ausruhen kann, wir fäumnisse er hatte, um den Lohn zu erhalten, schreibt derselbe hollen, daß der freie Sonntag, dem Arbeiter Zeit giebt zur Griezt, daß ihm endlich nach über zwei Monaten, am 31. Mai, holung und zur Bervollständigung eines Bifen. r aus die verlangte versäumnißentschädigung ausgezahlt jei. diesen Gründen treten wir für die Sonntagsruhe ein. Anders In der gestrigen ,, Gerichts Zeitung" unseres Blattes freilich bei den Synodalen. Denen ist Erholung u. f. w. Neben wurde abweichend von unserer im Allgemeinen beobachteten Gefache, sie verlangen den freien Sonntag im Interesse der Kirche pflogenheit in dem Verhandlungsberichte gegen den Kaufmann und der Religion. Für sie ist es die Hauptsache, daß Bruno v. Glasenapp aus Versehen der Name des Angeklagten Sonntags die Kirchen gefüllt sind und daß es ihnen nur mit Anfangsbuchstaben angegeben. Ein Mefferaufall. In der Nacht zum Donnerstag gegen dem nothwendigen Auditorium nicht fehlt. Von jeber anderen unserer Forderungen, und wenn diefelbe Ueber die Himmelfahrts- Agitation der Genossen des 1 Uhr früh paffirte der 28jährige Kaufmann Thom 3, Eichenebenso berechtigt wäre, wollen die schwarzen Herren nichts wiffen, IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises erhalten wir nachträglich, dorffstraße 22 wohnhaft, in Begleitung von drei Freunden die Nowalisstraße, woselbst ihnen ein größerer Trupp Zuhälter entdie paſſen ihnen nicht in ihren Strandene Synodalen am also etwas spät, folgenden Bericht: Eine herrliche Agitationstour unternahmen am Himmelfahrts- gegentrat. Als die beiden Gruppen dicht bei einander waren Ende glauben, es würde feine Sozialdemokraten mehr geben, Wir wollen une mal' nen Jur menn eine vollständige Sonntagsruhe eingeführt wurde, so be- tage eine größere Anzahl Genossen des IV. Berliner Reichstags- rief plöglich ein Zuhälter: finden sie sich in einem starken Irrthum. Die Forderung der Wahlkreises S.O. nach Müncheberg Buckow. Troß des immer- machen," im nächsten Augenblick wurden die Kaufleute von den an Burschen angegriffen und wenige Sefunden später brach Herr daß der Angeklagte die volle Kenntniß von der Unwahrheit der dringender, daß man denselben als 0 von Phosphor hers 2. mit den Worten: Ich bin gestochen," zusammen, während Notiz gehabt hat, er hat sich aber nicht davon überzeugen können, rührend erkannte. Hierfür sprach auch der Umstand, daß gleichzeitig ein Blutstrom aus dem Unterleibe hervorquoll. Che daß einer der Damnifikaten durch diese Notiz sich hat täuschen die Flüssigkeit im Dunkeln den weißen leuchtenden Schein noch die Freunde des Ueberfallenen an eine Verfolgung der rohen laffen. Weiter hat der Gerichtshof nicht angenommen, daß der von sich gab, der den Phosphor tennzeichnet. Genossen Thäter denten fonnten, waren diese nach der Elsafferstraße geeilt Angeklagte bezüglich der Maschinen 2c. zur Messinglinien- wurde von dem Thee Nichts, der Kaufmann Wolff überzeugte und bald verschwunden. Der Schwerverletzte wurde nach der Sa- Fabrikation die Unwahrheit gesagt hat, dasselbe gilt von der sich nur durch eine Probe von der Ungenießbarkeit der Flüssig nitätswache in der Eichendorffstraße gebracht, wo fonstatirt wurde, Behauptung, daß die Gesellschaft 18-20 pet. Dividende hätte teit. Am folgenden Morgen wurde die Angeklagte gefragt, was daß die etwa 5 Ctm. tiefe, im Unterleib befindliche Wunde durch vertheilen können. Diese Behauptung stimmt mit den Ermittelungen sie mit der Theeetannne vorgenommen. Ihr Benehmen war da einen Stich mit einem Messer verursacht worden ist. Der rohe der Sachverständigen überein, wenn auch der Gerichtshof an- bei ein so sonderbares, daß jezt erst der Verdacht eines Ver Thäter hat das Messer noch im Körper des Gestochenen um nimmt, daß jeder Leser an eine Dividendenvertheilung aus den giftungsverfuchs auftauchte. Es wurde Anzeige erstattet und gedeht, um so die Berlegung zu erweitern. Th. wurde auf seinen Erträgniffen des Vorjahres ohne Hinzuziehung des Extra- nach anfänglichem Leugnen legte die Angeklagte ein Geständniß Wunsch nach seiner Wohnung gebracht; die Polizei fahndet eifrigst Refervefonds denken mußte. Der Gerichtshof ist der Meinung, dahin ab: Sie habe sich an ihrer Herrin rächen wollen, weil nach den Thätern. daß der Angeklagte bewußtermaßen, um das Publikum zu dieselbe ihr wegen ihrer Unreinlichkeit Vorwürfe gemacht. An täuschen die wichtige Thatsache unterdrückt hat, daß seine Be- dem Abende des 21. Dezember habe sie in der Küche in Nixdorf. Am dritten Pfingstfeiertag veranstaltet der Lese rechnung nur zutrifft, wenn der Extra- Refervefonds herangezogen einer Ecfe eine Maffe von der Größe einer Bogelfirsche und Diskutirklub Heine" eine Agitationstour( fiehe heutiges wird. Der Gerichtshof meint, daß auch ein fritifvoller Leser gefunden, die ihr nicht bekannt gewesen. Sie habe hinein Juferat). Treffpunkt ist Hermann- und Knesebeckstraßen- Ecke im durch die falsche Behauptung getäuscht werden konnte, da die gebiffen und bemerkt, daß die Masse abscheulich schmeckte. Da Restaurant Beyler, Morgens 5 Uhr, oder 6 Uhr 30 Minuten Kunst des Bilanzen- Lesens eine sehr schwierige ist. Auch in der sei ihr die Idee gekommen, diefelbe zu einem Nacheatt gegen Görlizer Bahnhof, woselbst dann die Abfahrt stattfindet. Mögen Notiz, daß, wenn alle Objekte zu ihrem wahren Werthe in die ihre Herrin zu benutzen. Sie habe am folgenden Morgen wie die Nixdorfer und Brizer Genossen sich zahlreich betheiligen; Bilang eingestellt würden, eine Baßenhofer Dividende heraus gewöhnlich die Theekanne gereinigt und in den Schrank gestellt, auch wäre es gut, wenn sich ein Jeder mit einer Legitimation fommen würde, eine arge Entstellung der Wahrheit liegt, denn vorher aber die von ihr mitgenommene Masse in die Kanne ge versehen möchte. er hat das wichtige Moment fortgelassen, daß eine solche Gin- than. Ihre Annahme sei gewesen, daß die Köchin am folgenden Berliner Asylverein für Obdachlose. Im verflossenen stellung in die Bilanz gesetzlich überhaupt unstatthaft ist. Die Morgen den Thee hineinthun und aufbrühen werde, ohne vorher Monat Mai 1892 nächtigten im Männerasyl 9290 Personen, Leser diefer Notiz mußten den Eindruck gewinnen, daß einen Blick in die Kanne zu thun. Dies fei benn auch geschehen, daß die Kanne bereits am davon badeten 3075 Personen, im Frauenasyl 1416 Personen, es nur auf einen Beschluß der Generalversammlung an nur mit dem Unterschiede, komme, um die Objekte zu ihrem wahren Werthe ein Abende desselben Tages davon badeten 115 Personen. deffelben Tages benutzt wurde. Im Termine zustellen. Was die Notizen über die Rentabilität der Messing widerrief die Angeklagte das frühere Geständniß. Sie Polizeibericht. Am 2. d. M. Vormittags wurde in der linien- Fabrikation betrifft, so halten diese sich zumeist auf dem wollte es nur abgelegt haben, weil sie hoffte, dann auf Spree bei dem Grundstück Vor dem Stralauer Thor 13 die Gebiete der Urtheile und nicht der Thatsachen. Der Angeklagte freien Fuß gesezt zu werden. Alle Ermahnungen des Borsigenden, Leiche des am 29. v. M. ertrunkenen Drechslerlehrlings Heine fonnte aber nach der ganzen Sachlage und nach den Mittheilungen Landgerichts- Direktors Schmidt, die Wahrheit zu sagen, angeschwemmt. Vor dem Hause Alexanderstr. 63 fand infolge des Direttors Pinther wohl annehmen, daß eine baldige gute fruchteten bei der Angeklagten nicht. Das Ergebnis der Beweis falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß zweier Pferdebahn- Rentabilität des neuen Fabrikationszweiges eintreten würde, wie aufnahme deckte sich mit den Angaben, die die Angeklagte in wagen statt, wobei eine im Wagen sigende Frau am Kopf und er ja wiederholt vielen Beugen gegenüber seine Hoffnungen auf ihrem Geständnisse gemacht. Gerichtschemiker Dr. Bischoff hat an den Händen so bedeutend verlegt wurde, daß ihre Ueber die Messinglinien- Fabrikation in überschwänglicher Weise aus in dem ihm zur Untersuchung übergebenen Thee anderthalb Milliführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain erforderlich gedrückt hat. Es kann deshalb nicht in Betracht kommen, daß gramm Phosphor gefunden. Er war der Meinung, daß die wurde. Mittags sprang eine Frau aus einem Fenster ihrer sich die Hoffnungen des Angeklagten in der Folgezeit nicht ganz Angeklagte in der Wohnung eine Rattenpille gefunden und diese im 1. Stock des Hauses Falckensteinstraße, Parzelle 6, belegenen erfüllt haben. Eine Vorspiegelung falscher Thatsachen ist dem in den Thee gethan habe. Rattenpillen würden aus Mehr, Wohnung in den Garten hinab und erlitt anscheinend schwere Angeklagten in dieser Beziehung nicht nachzuweisen. Die Syrup und Phosphor hergestellt. Der medizinische Sachverständige, innere Verlegungen. Sie wurde nach dem Krankenhause Notizen, betreffend die Bazenhofer Dividende, tragen meist den Medizinalrath Dr. 2ong, begutachtete, daß die im Thee vor am Urban gebracht. Auf der Stadtbahn zwischen den Bahn- Charakter fubjektiver Anschauung und der Reklame und der Ge- gefundene Menge Phosphor wohl geeignet sei, die menschliche Gesundhöfen Bellevue und Thiergarten wurde der Streckenarbeiter richtshof hat auch hier eine wissentliche Täuschung des Publikums heit zu schädigen, auch wenn nur ein Theil der Flüssigkeit ge Baafe von einem Zuge überfahren und auf der Stelle getödtet. nicht angenommen, gerade mit Rücksicht auf die großen Soffe noffen worden wäre. Staatsanwalt Unger hielt die Schuld des Baafe hatte sich in der Mittagspause neben den Geleisen zum nungen, welche der Angeklagte auf die Messinglinien fetzte und Angeklagten für zweifellos, er beantragte gegen diefelbe ein Schlafen niedergelegt und war beim Wiederausstehen noch so auf die Thatsache, daß schon im Jahre 1889 das Aufsteigen zu Jahr drei Monate Gefängniß. Der Vertheidiger, schlaftrunken, daß er in den vom Bahnhof Thiergarten kommen Batzenhofer Dividende in Aussicht gestellt wurde. Sodann Rechtsanwalt Dr. Jvers, plädirte für ein niedrigeres Strafmaß. den Zug hineinlief. Nachmittags wurde ein sechsjähriger handelt es sich um die Feststellung des inneren Werthes". Der Bevor der Gerichtshof sich zur Berathung zurückzog, ermahnte Knabe vor dem Haufe Wilhelmstr. 147 von einem Geschäfts- felbe ist nur festgestellt worden zur Eruirung des wahren Werthes der Vorsitzende die Angeklagte noch einmal, ein Geständniß abwagen überfahren und am Unterschenkel bedeutend verletzt. der Objekte der Façonschmiede, und die Abschägungen, welche in zulegen und nun räumte dieselbe unter Thränen die That ein An der Ecke der Hoch- und Gerichtsstraße schlug Abends der dieser Beziehung erfolgt find, haben die Richtigkeit der Kallu Bu einer Erklärung darüber, wie sie zu dem Gifte Arbeiter Dunst einen anderen Arbeiter bei einem Streit mittelst lationen des Angeklagten ergeben. Von den Zeugen hat der gekommen, war die Angeklagte trog des Burebens eines eisernen Hafens auf den Kopf und brachte ihm mehrere Gerichtshof den Beugen März nicht geradezu für unglaubwürdig, des Vertheidigers nicht au bewegen. Der Gerichts Mefferstiche in den Unterleib bei, so daß der Verletzte nach der aber doch nicht für soweit glaubwürdig angesehen, um seinen hof trat trat noch einmal in die Beweisaufnahme ein. Charitee gebracht werden außte. Am 3. d. M. Morgens Angaben zu folgen. Dagegen hat der Zeuge Müller- Dany auf Nachdem der Polizei- Kommissar versichert hatte, daß brachte ich ein Kaufmann in seiner Wohnung in der den Gerichtshof den Eindruck der Glaubwürdigkeit gemacht, ob er feinerlei Druck auf die Angeklagte ausgeübt, um dieselbe zu Alexandrinenstraße mittelst Revolvers einen Schuß in die Brust gleich derfelbe zu der Gruppe gehörte, die agitatorisch gegen den einem Geständnisse zu bewegen, befragte der Vorsitzende die bei. Er wurde noch lebend nach den Krankenhause am Urban Angeklagten vorging. Der Gerichtshof hat gefunden, daß Müller- Regtere noch einmal aufs Eindringlichste, wie sie zu dem Gifte gebracht. Am 2. d. M. und am darauffolgenden Morgen Dany durch einige Mittheilungen des Angeklagten getäuscht gekommen. Jezt behauptete die Angeklagte wiederum, daß sie fanden drei Brände statt. worden ist. Es liegen nach Ansicht des Gerichtshofes mehrere überhaupt Nichts in den Thee gethan habe und alle Fragen ließ Momente vor, in denen der Angeklagte in der Absicht, sich einen fie unbeantwortet. Der Vorsitzende erklärte, daß ihm eine der rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, durch Vor- artige Verlogenheit noch nicht vorgekommen sei. spiegelung falscher Thatsachen einen Frrthum erregt hat. Es fragt sich nur, ist ein Kausalzusammenhang zwischen der Täuschung ind einer Vermögensbeschädigung vorhanden und ist er sich dessen bewußt gewesen, daß er durch sein Verhalten den Beugen Echten zufüge. Diese Frage hat der Gerichtshof verneint. Bei cier Konstruktion des Schadens kann nach Ansicht des Gerichtshofes lediglich derjenige Zeitpunkt in Betracht kommen, zu welchem die Ankäufe der Aktien stattgefunden haben. Etwaige spätere Vorkommnisse, späteres Fallen der Kurse 2c. können auf die Konstuktion einer Vermögensbeschädigung feinen Einfluß ausüben. ein Schaden wäre nur dann zu finden, wenn der Angeklagte die Aktien zu Kufen vertrieben hätte, welche den wahren Werth der Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Barschdorf, er Aftien überstiegen. Der wahre Werth eines Papiers kann beöffnet die Sigung um 10 Uhr und fragt bei dem Staatsanwalt urtheilt werden nach den stabilen Unterlagen, aber immer nur Verein mr Pflege freireligiösen Lebens. Gonntag, ben 5. Juni cr. an, ob bezüglich der noch nicht verhandelten Fälle dieselben all- unter Beobachtung des Verhältnisses dieser stabilen Werthe zum Bormittags 10% Uhr, Beuthstraße 22, 1 Tr.: Festvortrag des Herrn Ludwi gemeinen Gesichtspunkte bezüglich der Vermögensbeschädigung 2c. Betriebe, anderseits unter Rücksicht auf den augenblicklichen Benning über Balded Manaffe Verein Bildung und Geselligkeit Berlin. Sonnabend, den 4. Juni, Play greifen, wie bei den übrigen bereits verhandelten Fällen. Stand des Unternehmens und die Aussichten der Rentabilität. Abends 9 Uhr, Vereins- Versammlung bet Leitmann, Brunnenstr. 9. Vortrag Der Staatsanwalt erklärt, daß er sich darüber nicht äußern Alle diese Momente sind von fubjektiven Auffassungen des Ein- des Herrn Dr. Boruttau über Wahrnehmung und Empfindung tönne, da er nicht wisse, was die Zeugen in der Haupt- zelnen abhängig und der Gerichtshof ist der Meinung ge- Gonntag, den 12. Juni im Restaurant Lehmann. Theater- und Vergnügungsverein Lessing 2. Nächste Sigung am verhandlung fagen würden. Jedenfalls tonne er auf die Beugen wefen, daß objektiv eine Beschädigung nicht zu konftruiren ift Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter Hamnicht verzichten. Nach kurzer Berathung beschließt der Ge- und subjektiv der Angeklagte die höchste Ansicht von dem burgs( E. S. 29). Generalversammlung am Dienstag, den 7. b. M., Vorm. 10 Uhr, in Kröfche's Salon, Fichtestr. 29. Wahl der Delegirten zur Generalrichtshof, in die Verhandlung über diese Fälle einzutreten. Das Bewußtsein einer Schädigung verfammlung und des Vorstandes. Werthe des Papiers hatte. der Attienfäufer hat der Angeklagte nach Ansicht des Gerichts Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 5. Junt, Abends 7% Uhr, bei nicht gehabt. Weiter fragt es fich: liegen betrügerische Handüber unsere Pfingsten." tungen bei dem Kursmachen vor? An und für sich ist das Kursmachen nicht strafbar, und der Gerichtshof hat nicht für erwiesen erachtet, daß der Angeklagte die ihm gewährte Möglichkeit zum Der Gerichtshof zieht sich noch einmal zurück und der Vor- Kursmachen in betrügerischer Weise gemißbraucht hat. Es hat figende publiairt das Urtheil dahin: Der Angetlagte ist sich ergeben, daß ohne die Thätigkeit des Angeklagten in vielen von der Anklage des wiederholten Betruges Fällen die Kurse viel höher hätten ausfallen können, als sie ausfreiaufprechen und die Kosten des Verfahrens gefallen find. Schließlich fonnte es sich fragen, ob nicht gewisse der Staatsfasse zur Last au legen. Aus dem Publikum Umstände der Annahme, daß der Angeflagte bona fide gehandelt, wird dieser Urtheilsspruch mit lauten Bravorufen begrüßt, so entgegenstehen. Samfcher hat der Gerichtshof allerdings nicht für daß sich der Vorsitzende zu der Drohung veranlaßt sieht, bei einen klassischen Beugen erachtet, er hat ihm aber geglaubt, daß etwaiger Wiederholung solcher Kundgebung den Saal räumen zu die bekannte Depesche aus Sylt wirklich eingetroffen ist. Einen Laffen. Rückschluß auf ein mala fides des Angeklagten hat Aus der Begründung des Urtheils sind folgende Gefichts der Gerichtshof daraus aber nicht ziehen können, da Nr. 179a: Kein Unterricht. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme Mathematit punkte hervorzuheben: Nach der Anklage soll der Angeklagte den auch nach Dent Ausverkauf Der Aftien des An- und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe Berkauf seiner 360 000 M. Artien auf betrügerische Weise zu geklagten derselbe in Façon noch noch vielfach gehandelt des Semesters, eintreten. Stande gebracht haben und zwar durch Täuschungshandlungen, hat. Auch den vom Staatsanwalt in einem Falle angeregten die er im Briefkasten seines Journals begangen haben soll und Gesichtspunkt der Untreue hat der Gerichtshof nicht für durch durch mündliche Vorspiegelungen. Von der Vertheidigung ist der greifend erachtet. Da nach allen diefen Erwägungen, obgleich Einwand erhoben worden, daß dem Angeklagten der§ 22 des Täuschungshandlungen des Angeklagten nachzuweisen waren, der Preßgesetzes zur Seite stehe. Der Gerichtshof hat die Frage, ob Angeklagte freizusprechen war, da lediglich allgemeine GefichtsDas Preßgefeß auf den Angeklagten Anwendung finden tönne, gwar punkte gegen denselben geltend gemacht worden sind und nicht bejaht, eine Verjährung aber für ausgeschloffen erachtet, weil die anzunehmen ist, daß in den noch nicht zur Berhandlung gelangten Brieftasten- Notizen eventuell nur als vorbereitende Handlungen zu Fällen andere als diese allgemeinen Gesichtspunkte zur Geltung dem später begangenen Betrug zu betrachten feien. Der Gerichts- fommen, so hat der Gerichtshof geglaubt, auch über diefe Fälle hof ist deshalb in eine materielle Prüfung der Anklagepunkte schon jetzt aburtheilen zu können und ist auch bezüglich ihrer zur eingetreten. Diefelben liegen nach sechs Richtungen hin: Freisprechung gelangt. 1. handelt es sich um die sogenannten fingirten Briefkasten- Hiermit endet die 36 tägige Verhandlung. Es erübrigt nur ale Buſchriften, ben Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, Notizen, 2. um die Art, wie er zu feinen Attien gelangt ist, noch, die Namen der Mitglieder des Gerichtshofes mitzutheilen; find zu richten an Mar Gent, Berlin N., Belforterstr. 26, 1 r. Jonn3. um seine Behauptung, daß 18-20 pet. Dividende vertheilt diese sind: Landgerichts- Direktor Barschdorf, Landgerichts- abend: Bergnügungsverein Zuftige is bet Blöß, Dresdenerstr. 28. werden könnten, 4. um die Notiz bezüglich der Möglichkeit, Räthe Althaus, Henry, Dr. Frisschen und Bam- Tambourverein Deutsche Eiche bei Saber, Fürbringerfir. 7.- Mauchtlub Bazenhofer Dividende zu vertheilen, 5. um feine Notizen über die berger; als Erfahrichter fungirte Assessor Horwit, als Dornröschen bei innfeltraße 1. Bri Privattheater- Gesellschaft Baiffezeit und 6. um feine Behauptungen bezüglich der Henta: Gerichtsschreiber Aktuar Dulte. bilität. Bezüglich der Brieftaften- Notizen hat der Gerichtshof Gerichts- Beifung. Brozek Polke. 36. und letzter Verhandlungstag, 3. Juni. Der Andrang des Publikums zum Gerichtssaale ist heute ein ganz gewaltiger. Der Zuhörerraum ist dicht besetzt und auch im inneren Gerichtssaale harren zahlreiche Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter des Urtheilsspruches. Der Angeklagte äußert sich im Allgemeinen über seine Geschäftsverbindung mit den betreffenden, in der Hauptverhandlung noch nicht vernommenen Anklagezeugen Ledebuhr, WeberLugano, Mergenbaum, enfel und Frl. v. Sect. Tie Verhältnisse sind diefelben, wie bei den übrigen Zeugen. Der Gerichtshof zweifelte nicht an der Schuld der Angeklagten, fam aber zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagte nicht die zur Begehung der That erforderliche Einsicht besessen hat. Es mußte deshalb ein freisprechendes Urtheil gefällt werden. Bei der maßlosen Verlogenheit und Verstocktheit der Angeklagten wurde aber deren Ueberführung in eine Zwangserziehungs- Anstalt angeordnet. Versammlungen. Bratweit, Kommandantenstr. 77-79. Bortrag des Herrn Theodor Meyner Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. Juni, Bormittags 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Festvortrag. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee mittags 10 Uhr, Rofenthalerstr. 38, Herr G. Bogtherr, Feftvortrag. Nr. 11-13: Herr E. Vogtherr, Festvortrag. Montag, den 6. Junt, Bor misches Brauhaus, Landsberger Allee 11-13, Festvortrag. Böh Große öffentliche Versammlung der Freien Gemeinde für Riedorf und Amgegend. Sonntag, den 5. Junt( 1. Pfingst- Feiertag), Nachmittags 5 Uhr, in der Gräflich Reischach' schen Braueret in Stralau. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Theodor Megner über:„ Unsere Pfingsten," Sumanistische Gemeinde, Kommandantenstr. 79. Morgen, Sonntag, Bormittags 10 Uhr, Bortrag bes Herrn Schäfer über: Ausblick auf das neue Seitalter von der Höhe der Pfingſverhetßung. Arbeiter- Bildungsschule Sonnabend, Abends 8%-10% Uhr. Süb: Schule, Sagelsbergerfir. 43: Unterricht in Deutsch( unt.); Süd- OstSchule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Buchführung; Ost- Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Deutsch( unt.); Nordschule, Müllerstraße Beutscher sosialdemokratischer Leseklub in Paris. Cafe de la Nouvelle Poste", Gate von Rue Montmatre und Rue Etienne Marcel, Gingang Rue Etienne Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche Bersammlung; reiche Bibliother, Beitungen, beutscher Unterricht. Der deutsche Arbeiter, der fremd nach Paris tommt, findet hier einen Anlehnungspunkt, Rath und Belehrung. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends uhe: uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rig dorf, Hermann- und Knesebecftr.- Ecke bei Beyerle. 2yrania, Landsberger ftraße s1 bei Wufehold. Ganges- Gcho, Naunynstraße 86, bet Bubett. Freundschaft 2, Friebenstraße Nr. 48 bei Zollkühn. GIüd zu, bei nebel, Babftraße 58( Gesundbrunnen). Phönix, Bülowstraße 65 bei - Teltow in Teltow, Schwarzer Adler.- Esmeralda, Röntge bergerstr. 24.- Stebertrans in Brandenburg, Mengert's Boitsgarten. - Bibertee, Wrangelstr. 84 bei Ulrich. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Grüne Schleife bet Sperling, 1.Vergnügungsverein Barzantria, bei Grothe Kaftanien- Allee 75. Geselliger Verein ut Seil bei Lehmann, Fruchtstr. 69. Tambourverein Borussia bei Feldfahn, Weidenweg 12( Sigung nach dem 1. und 15. im Monat). BergnügungsRauch verein Selgoland bet miegels, Stralauerfir. 57( alle 14 Tage). flub Anita bei Mägte, Weberstr. 15. Theaterverein phigenia", Deutsches Wirthshaus", Bergstr. 120( Nixdorf). Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul Nickelscher Mufitverein Allegro bet Spindler, Reichenbergerstraße 118, Ecke Forsterstraße. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr in der Turnhalle, Frelenwalderstr. 39. seichnis, Sönigsbergerstr. 24. Privattheatergesellschaft Schneeglöckchen", Bühnenverband Normania jeben letzten Sonnabend im Monat bei Abends 9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. nicht außer Acht gelassen, was der Angeklagte in feiner Einladung Eine 14 jährige Giftmischerin stand gestern in der Person zum Abonnement über den Briefkasten gesagt hat. Da derselbe der Kindermago Luise Heyer vor der ersten Straffammer des barin ausdrücklich erklärt hat, daß er durch den Briefkasten im Landgerichts I. Die Angeklagte trat am 1. Dezember vorigen Interesse aller seiner Leser wirken wolle, so hat ihn der Gerichts- Jahres in den Dienst des in der Thurmstraße wohnhaften Kaufhof auch für befugt erachtet, folche Briefe als Anfragen zu be- manns Wolff. Ihre Herrin hatte nur fiber einen Fehler des trachten, welche zwar feine direkten Anfragen, aber doch An neuen Dienstmädchens zu flagen, es war nicht reinlich genug und regungen enthielten. Der Angeklagte hat nun eine der Zahl zog sich deshalb manchen Vorwurf zu. Dies war auch am der Antworten entsprechende Reihe von Anfragen vorgelegt Abende des 21. Dezember der Fall. Die Angeklagte trat des und der Gerichtshof hat das Borliegen einer mala fides Morgens ihren Dienst an und begab sich Abends nach der des Angeklagten nach dieser Richtung hin verneint. In Wohnung ihres in der Nähe wohnenden Schwagers, den Notizen über die Baissezeit und in den Behauptungen, fie schlief. Am Abende bes 22. Dezember sollte in daß die Aktien der Façonschmiede in der ganzen Baiffezeit nicht dem Wolff'schen Hausstande Thee getrunken werden. Die gefallen feien, hat der Gerichtshof eine wiffentlich falsche Be- Angeklagte hatte sich etwas früher wie gewöhnlich und hauptung nicht finden können, da es sich jedenfalls nur um die in auffälliger Gile entfernt. Frau Wolff pflegte auch des Begrenzung der Baissezeit für Berlin handelt und der Angeklagte Morgens Thee zu trinken, und es gehörte zu den Obliegenheiten in feinen Notizen ziemlich deutlich gesagt hat, was er unter der Angeklagten, jeden Morgen die Kanne zu reinigen und in Baiffezeit und Krach versteht. Für unrichtig hat der Gerichtshof den Schrank zu stellen. An jenem Abend brühte die Köchin den die Notizen erachtet, wonach die 360 000 M. Aktien dem An- Thee auf und brachte den Aufguß in die Stube. Als Herr Wolff geflagten zum Kurse von 105 auf Grund eines alten Vertrages die Kanne in die Hand nahm, fiel ihm ein eigenthümlicher Stattlub kreuzbube bei Steuer, Weinstr. 22. Statflub Revolution, Dem Banthause überlassen werden mußten. Diefe Behauptung Geruch auf, der mit dem Dampf aus dem Ausguß strömte. Gr ist vollständig unwahr und der Gerichtshof ist auch der Meinung, lüftete den Deckel, und nun war der Geruch ein so durch- staurateur Krech. wo Bergnügungsvereti zalia 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimstr. 16. Bergnügungsverein uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Lautenbach, Cuvryftr. 8.- Bergnügungsverein 2uftige Becher Abends s uhr Mendelssohnftr. 9. Zouristenklub Wanderlust, Sigung jeden Dienstag Abend 9 Uhr im Lotal des Herrn Bierath, Schönhauser Allee, Ede Franfediftr. Gefelligkeitsverein Pallifaben- Eiche, abends 9 Uhr, Pallisaden ftraße 108 bei Rabte. Danst Forening Freia( Dänischer Berein Freia), Sindenstraße 106 bet Poppe. Verein ehemaliger Schüler er 30. Gemeindefchule, Abends 9 Uhr, Restaurant Burt, Koppenfiraße 58. Gefelliger Berein Italia, jeben Sonnabend im Restaurant Boite, Kolbergerftr. 23. Abenbs Reichenbergerftr. 73, bet Faustmann. Rauchklub Dornröschen Abends& Uhr, Schulstraße 104 beim Ne Dermischtes: Aus dem Augiasftall des Antisemitismus schaufelt das Berliner Tageblatt" in Nr. 276 vom 2. Juni wieder einen Koth: haufen heraus, dessen Photographie zu Nutz und Frommen der wenigen anständigen Leute, die noch an jene schlechte Sache glauben, hiermit reproduzirt sein mag: Depeschen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Kleine Presse", daß eine weitere Berhaftung erfolgt ist, nämlich I Die Hah, welche die sogenannten Ordnungsparteien gegen die der Erzieherin bei einer in Westend wohnenden Familie, die Sozialdemokratie treiben, zeitigt unter der über unsere GrundKonstanze Ochs. Letterer, die mit der Familie Clemens be- fäße ununterrichteten Bevölkerung unglaubliche Rohheiten. So freundet war, sei von dieser eine Kaffette mit 150 000. über- wird aus Köln berichtet: Das Schöffengericht verurtheilte in geben worden. Konstanze Ochs habe diese Summe vor einigen feiner Sigung vom 21. Mai den Fuhrknecht Jofeph K. zu zwei Lagen der Frau Jäger abgeliefert. Bis jetzt feien 11 verhaftet Wochen Haft, weil er mehrere mit Üsche gefüllte Staften entleerte, worden. Von der defraudirten Summe sollen ca. 950 000 m. zur als ein Leichenzug die Straße pafsirte, wodurch der Zug in eine Stelle geschafft sein. dichte Staubwolte gehüllt wurde. Laß uns Asche werfen", so Vor einiger Zeit erhielten fast sämmtliche Hoteliers im Königreich Sachsen ein Zirkular, in welchem dieselben aufgefordert Wie das Volk denkt. Ein Korrespondent der„ Landauer äußerte der rohe Bursche zu einem Jungen, es ist ja doch nur wurden, eine Anzahl namhaft aufgeführter antisemitischer Bei- Beitung" traf in einem Haufe folgendes Bild an der Wand. ein Sozialdemokrat". tungen zu halten; im Weigerungsfalle würden die Unterzeichner Links fist der Heiland mit der Dornentrone auf einem Efel und es waren dies etwa 150 angebliche Geschäftsreisende- fortan in wendet fein Angesicht ab von der Figur eines Papstes, der auf ben betreffenden Hotels nicht mehr wohnen. Das erprefferische einem ftolzen Pferde fißt, die dreifache Krone auf dem Kopfe. Zirkular ist nun allerdings von den meisten Empfängern unbeachtet unter dem Bilde stehen Verse, die wir hier im Auszuge folgen gelaffen und einfach in den Papierkorb geworfen worden. Es laffen: blieb aber nicht aus, daß einige Hoteliers gegenüber einzelnen der Unterzeichner", als diese trotzdem ihr altes Absteigequartier wieder aufsuchten, das Zirkular zur Sprache brachten, und da ftellte sich denn mehrfach heraus, daß der betreffende Reisende das Schriftstüd gar nicht tannte, gefchweige denn seinen Names darunter gefeht hatte! Ju einem Falle war es der in der Geschäftswelt wohlgelittene Leipziger Vertreter eines großen auswärtigen Hauses, dessen Name in dieser Weise gemißbraucht war. Da der Herr in fast allen fächsischen Städten neben christlichen auch jüdische Kunden hat, mit denen er freundschaftlich verkehrt, stellte er Nachforschungen nach dem Verbreiter des Zirkulars an, um denselben zur Rechenschaft zu ziehen. Und wer war dieser Ehrenmann? Natürlich der hinreichend bekannte Theodor Fritsch in Leipzig. Dieser sah fich jetzt genöthigt, dem Herrn, deffen Namen er gemißbraucht, folgende Erklärung auszustellen: Auf Wunsch des Herrn S. H. erkläre ich hiermit, daß nur durch einen Frrthum dessen Name unter das bewußte an die Hoteliers gerichtete Birtular gelangt ist. Herr H. hat nachträg lich wegen dieses Mißverständnisses bei mir Einspruch erhoben, jedoch war die Sache damals nicht mehr abzuändern, was ich hiermit ausdrücklich bekunde. Theod. Fritsch, Ing." Sieh' an mein Freund, dies Bildniß recht Hier reist der Herr und auch der Knecht. Der Herr auf einem armen Thier, Der Knecht mit größter Bracht und Zier, Der Herr trägt eine Dornentrone, Der Knecht eine dreifach goldene Krone. Der Herr war arm auf dieser Welt, Der Knecht hat groß Gewalt und Geld. Der Herr hat nichts, da er's Haupt hinlegt, i Den Knecht man auf den Achseln trägt. Der Herr den Jüngern wusch die Füß', Dem Knecht sein Fuß man tüssen muß. Der Herr litt hier viel Schand und Spott, Der Knecht sich ehren läßt als Gott. Der Herr giebt uns sein Gnad' umsonst, Der Knecht um Geld, Ablaß und Gunst. Vivat sequens! Die Kölnische Straffammer verurtheilte den Oberwächter Adolf Bender wegen widerrechtlicher Festnahme mehrerer Personen zu sechs Monaten Gefängniß. Er hatte zwei Radfahrer ohne jeden Grund fiftirt und Nachts in Haft behalten. Die Blatternepidemie ist an der sächsisch- böhmischen Grenze In Sachen des Kaffirers Jäger berichtet die Frankfurter amtlich festgestellt worden. Freireligiöse Gemeinde. Festvorträge Rosenthalerstraße 38: untag: Herr Dr. Bruno Wille. Montag: Herr E. Vogtherr. 89/6 Sonntag: Böhm. Brauhaus, Landsberger Allee 11/13: sert E. Vogtherr. Montag: Herr Dr. Bruno Wille.- Gäste sehr willkommen! Verein der Einsetzer( Tischler). Die nächste Versammlung findet erst am 19. Juni statt, da die am 5. Juni der Pfingsten wegen ausfällt. NB. Die Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen im Rückstande find, sowie die neuen Bücher noch nicht haben, werden auf§ 5 Abs. 1 des Statuts aufmerksam gemacht. Gegr. 1876. [ 146/14] Der Vorstand. Restaurant Paris, 3. Juni. Die Heereskommission der Deputirtenfammer nahm heute nach Entgegennahme von Darlegungen des Kriegsministers Freycinet die Gefeßentwürfe betreffend die Verjüngung des Offizierkorps und die Erhöhung des Militärdienstes in der Reserve der aktiven Armee um 8 Jahre an. ( Depeschen des Burean Herold.) Liffabon, 3. Juni. Die Wahlen zum Parlament finden am 17. Juli statt. Paris, 3. Juni. Die Kommission des Senats hat die Annahme des Gefeßentwurfs beschlossen, welcher den Frauen das Wahlrecht zu den Wahlen für die Handelsgerichte überträgt. Briefkaffen der Redaktion. 意 $. 2. Sie schildern, wie himmelweit verschieden das Be gräbniß, das die Stadt dem Oberbürgermeister veranstaltete, von bem ist, was sie den Armen gewährt. Sie fönnten auch noch andere Kontraste bringen, z. B.: wie sehr sticht die Wohnung, welche die Stadt dem Oberbürgermeister gewährt, von der Rammer im Hospital oder von der Schlafstelle im Asyl ab? Kranken- und SterbeC. 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Ebenso ist unser Kollege Traugott Pinkert gestern am Schlagfluß verstorben. Beerdigung siehe Morgen. Charlottenburg. Allen Genossen zur Nachricht, daß die Beerdigung unseres im Kampf ums Dasein verstorbenen treuen Mit streiters, des Wahlvereins- Mitgliedes Julius Hofmann, heute Sonnabend, den 4. Juni, Nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luifen- Kirchhofes aus stattfindet. Um rege Betheiligung ersucht 456/2 zu repariren 2 Der Vorstand. unter Garantie Loftet bei mir Jede Uhr 1,50 Mk. außer Bruch) Kleine Reparaturen entsprechend billiger. und werden Genossen zur Theilnahme an derselben hiermit freundlichst ein geladen. Treffpunkt Morgens 5 Uhr im Restaurant Beyler, Hermannund Knesebeckstraßen- Ecke oder 61/ a Uhr Görliger Bahnhof. 452/8 Der Vorstand. Ich stelle der Frau Schramm, Gör ligerftr. 60, das Beugniß als Ehrenfrau 3976 aus. C. W. J. A. Hutfabrik Brannon- Str. 136-37 Filz- u. Seidenhüte m. Kontrollmarken. Gr. Lager in Sonnen- u. 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