Nr. 254. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. filst 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. *( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Aoreffe: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Regierung und die Volksschule. Freitag, den 30. Oftober 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. aus der Zahl der Stadtverordneten, Professor von Liszt, hält Stadtv. Genosse Baate verurteilte scharf das Verhalten der Rediese Art des Protestes für unwirksam und will vorläufig weiter gierung, das deutlich zeige, wie gegenwärtig das Recht auf, Selbstamtieren. verwaltung nur eine Illusion ist. Zweifellos entbehrt das eigenmächtige Vorgehen der königlichen Rosenberg, v. Liszt, Marcus und der Vorsteher An der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Stadtverordneten Der Magistrat und die Stadtverordneten von Charlottenburg Regierung zu Potsdam, die mit einem Federstrich ein wenn auch Ströhler; letzterer schlägt vor, nach Schluß der Besprechung die protestierten in ihrer letzten Versammlung am Mittwoch sehr heftig sehr unvollkommenes Recht der Selbstverwaltung, das seit einem Sigung zu vertagen, um den Eindruck, den das einmütige Verhalten gegen die Eingriffe, durch welche die Regierung auf dem Gebiete Jahrhundert besteht, ausstreichen will, jeder gesetzlichen Grund der Versammlung hervorrufe, durch weitere Verhandlungen nicht der Volksschule die Selbstverwaltung der Gemeinden lage. Deshalb giebt sich der Charlottenburger Magistrat, abzuschwächen. Auf der Tagesordnung stand u. a. noch eine von geradezu aufhebt. Die Gründung der städtischen Schul- vertreten durch den Oberbürgermeister Schuste hrus, der unsern Genossen eingebrachte Interpellation, ob der Magistrat deputationen beruht auf einer Ministerial Instruktion aus dem Hoffnung hin, daß der Kultusminister der erhobenen Beschwerde entgegen dem im März einstimmig gefaßten Beschluß der Versammlung, Jahre 1811, und seit dieser Zeit, also fast seit 100 Jahren haben stattgeben werde. Denn wir verlangen nur Gerechtigkeit, und diese den Wahltermin für die Urwahlen auf nachmittags 5 Uhr festzudie Schuldeputationen ein Aufsichtsrecht über die Volksschulen als ist in Preußen wohl noch immer zu finden". Herr Schustehrus that sehen, die Absicht habe, den Termin auf 2 Uhr zu bestimmen. Organe der staatlichen Schulaufsicht ausgeübt. Weil sie als solche sehr recht daran, daß er seine leberzeugung von der preußischen Handeln; die Mehrheit nahm jedoch den Antrag Ströhler an. Baate beantragte, wenigstens diese Interpellation noch zu vers angesehen werden, unterliegen die aus der Mitte der Stadtverord- Gerechtigkeit durch ein„ woht" einschränkte; er wird wohl" seine In der nächsten Sigung kommt auch eine Anfrage zur Verneten gewählten Mitglieder der Bestätigung durch die Regierung, Erfahrungen machen. Macht geht vor Recht, im Notfall kann die handlung, die unsre Genossen bezüglich eines auf dem Rathausdie nach Ministerial- Erlaß von 1898 gelegentlich der Wahl Macht auch das formelle Recht ändern. Natürlich schloß auch unsre Neubau vorgekommenen Unglücksfalles an den Magistrat richteten. unfres Genossen Singer in die Berliner Schuldeputation für Fraktion, für die Genosse Baate sprach, sich dem Protest gegen Mitglieder der socialdemokratischen Partei und Anhänger und das ungefeßliche und schädliche Vorgehen der Potsdamer Regierung an; Förderer socialdemokratischer Bestrebungen grundsätzlich zu versagen nachdrücklich aber verwies er darauf, wie der Vorgang von neuem iſt. Denn Socialdemokraten haben nach den weiteren Aus- zeige, daß ein Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden überhaupt führungen jenes Erlasses„ kein Verständnis für die Aufgaben der nicht besteht, sondern erst erkämpft werden muß. Volksschule". " " Politifche Ueberficht. Berlin, den 29. Oktober. Wir möchten dem Charlottenburger Magistrat und den StadtDer Frankfurter Kongreß der gelben Gewerkschaften findet nicht Nun könnte an sich eine Ministerialinstruktion durch den verordneten raten, sich nicht auf die Gerechtigkeit und die Einsicht den Beifall der Scharfmacher, die eben jede Politik der UeberMinister auch wieder abgeändert und aufgehoben, das Schulaufsichts- eines Ministers zu berufen, sondern die demokratischen Mächte zur windung der Socialdemokratie durch Entgegenkommen für höchst recht der Gemeinden also beseitigt werden. Aber die preußische Niederhaltung reaktionärer Gelüste zu stärken. Dazu ist am 12. No- gefährlich halten. Verfassung besagt ausdrücklich, daß bis zu dem Erlaß des in ihr vember eine treffliche Gelegenheit gegeben. Geht von neuem ein Die Konservative Korrespondenz rügt das versprochenen Schulgesetzes ein Versprechen, das in mehr als junkerlich- klerikaler Landtag aus den Wahlen hervor, dann wird der Bestreben, durch radikale Allüren der Socialdemokratie den Wind fünfzig Jahren nicht eingelöst ist es bei der bisherigen Regelung seleritalisierung des Unterrichts die Selbstverwaltung der Arbeiterschaft in nicht unbedenklicher Weise in den Vordergrund aus den Segeln zu nehmen". Ferner sei das Klassenbewußtsein verbleibe, und dadurch hat jene Instruktion Gesetzeskraft erlangt, der Gemeinden und die gesunde Entwickelung der Volksschule ge- geschoven", dem Unternehmertum mit großer Schärfe, um nicht zu die nicht anders als durch Gesetz wieder aufgehoben werden kann. opfert. Es bedarf ja nicht einmal eines christlichen Bolts- fagen, mit ausgesprochener Feindseligkeit entgegengetreten". Das Zum Ueberfluß fagt auch noch das am 11. März 1872 erlassene ich ul geseges"; auf dem Verwaltungswege wird die offizielle Blatt der Konservativen zürnt weiter: Schulaufsichtsgesez, das die Aufsicht über alle Schulen dem Sache auch gemacht. Im besten Falle wird die Verfügung der PotsStaate überträgt, in seinem§ 3 ausdrücklich:" Unberührt durch damer Regierung zwar als ungefeßlich aufgehoben, die Schule aber dieses Gesetz bleibt die den Gemeinden und deren Organen durch ein reaktionäres Gesetz um so wirksamer der Kirche ausgeliefert zustehende Teilnahme an der Schulaufsicht". Gerade weil bei der und in ihrer Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen. Beratung jenes Gesetzes Zweifel an der gesetzlichen Natur der gemeindlichen Schulaufsicht laut wurden, wählte man diese Form, durch welche die bestehenden städtischen Schuldeputationen und ihre Funktionen als auf Gesez beruhend anerkannt wurden. Die Volksschulen erfreuen sich zwar durchaus nicht in allen großstädtischen Gemeinden bevorzugter kommunaler Fürsorge; immerhin Herrscht in den Gemeindeverwaltungen ein modernerer Geist als in der von den ostelbischen Junkern beherrschten Staatsverwaltung, und deshalb konnte man den bestehenden Zustand als einigermaßen er„ Es wurden in der Debatte auch Forderungen gestellt, die, wie die der Koalitionsfreiheit der Staatsbeamten und der Landarbeiter für einen nichtsocialdemokratischen Arbeiterkongreß undiskutabel sein sollten. Ja selbst der Einnahme einer entschiedenen Kampfstellung gegen die Socialdemokratie wurde von mehreren Seiten widersprochen." Die Liberalen haben nur einen Weg zur Niederwerfung der junkerlich- fleritalen Vormacht in Preußen. Nur mit der SocialIm Widerspruch zu dieser Ablehnung wird dann freilich ver demokratie und durch das Proletariat fönnen in sichert, man wolle die Vereinigung der auf christlichem und Preußen liberale Forderungen erfüllt werden. Schreiten die monarchischem Boden befindlichen Arbeiterverbände wohlwollend Liberalen diesen Weg nicht, so tragen sie die volle Verantwortung betrachten." für die wachsende Anmaßung der reaktionär Dunkelmänner- Wirtschaft, und Entrüstungsproteste sind dann weniger wert als das Papier, auf dem sie gedruckt sind. träglich gelten lassen, unter dem entscheidenden Vorbehalt freilich, Aus den Verhandlungen der Charlottenburger Stadt daß von der Teilnahme ander der Aufsicht Aufsicht gerade die verordneten Versammlung heben wir folgendes hervor. Vertreter der Arbeiter, deren Kinder die Zöglinge der Anlaß zu der Diskussion gab die Interpellation Buka: Volksschule sind, ausgeschlossen waren, ein Umstand, der allein schon zeigt, wie wenig in Wirklichkeit von einer Selbstverwaltung die Rede sein konnte, unter deren Mangel die Entwicklung der Schule naturgemäß leiden muß. Durch die von der königl. Regierung in Potsdam erlassene Dienstanweisung für die Rektoren sind die inneren Angelegenheiten der Gemeindeschulen, entgegen der Ministerial- Instruktion vom 26. Juni 1811, in wesentlichen Punkten der Einwirkung durch die hierzu eingesetzte Schuldeputation entzogen und dem königl. Kreisschulinspektor unterstellt. Mit welchen Maßnahmen gedenkt der Magistrat diesem schwerwiegenden Eingriff in eines der bedeutsamsten Rechte der Selbstverwaltung zu begegnen?" Wie groß das. Verständnis des preußischen Ministers, der aus Angst vor der Kulturkraft des Socialismus unsren Parteigenossen das Verständnis für die Volksschule ganz allgemein absprechen zu müssen glaubte, für die Entwicklung der seiner Fürsorge anvertrauten Volksschulen ist, bewies das Anerbieten erweiterter Befugnisse für die städtischen Schuldeputationen, das er Ende 1898 den Kommunen Zur Begründung der Anfrage verwies Stadtverordneter Buka machte. Bei näherem Zusehen kam die schön klingende Erweiterung" auf die Ungefeßlichkeit der Verfügung der Potsdamer Regierung; der Befugnisse darauf hinaus, etwas mehr Urlaub gewähren zu bleibe sie in Geltung, so sinke das Amt eines Mitgliedes der Schuldürfen; dafür sollten die Gemeinden aber ihre Zustimmung dazu deputation zu einem Schattenamt herab, bei dem es sich nur noch geben, daß die Zahl der Deputations- Mitglieder um zwei vermehrt um die Bewilligung von Schreibmaterialien 2c. handele. In der Beantwortung der Anfrage erklärte Oberbürgermeister würde, und zwar um einen evangelischen und einen katholischen Schustehrus im Namen des Magistrats, daß er den Ausführungen Geistlichen. Also Vermehrung des kirchlichen Einflusses auf die des Stadtverordneten Buka in rechtlicher und thatsächlicher Beziehung Schulen, darin erschöpft sich die ministerielle Fürsorge, darin zeigt nur vollkommen beistimmen könne. Man wolle die Stadtverivaltung sich das ministerielle Verständnis für die Aufgaben der Volksschule! durch einen Rechtsbruch zwingen, sich den Ansprüchen der Der Charlottenburger Magistrat lehnte diese Zumutung ab und Kirche zu fügen. Der Magistrat hat beschlossen, gegen das Verbeharrte auch auf seinem Standpunkt, daß grundsätzlich der Einfluß der Kirche von der Volksschule fernzuhalten sei, wenn diese ihren Aufgaben gerecht werden solle, als die Regierung eine diesbezügliche Anfrage im Oktober 1900 erneuerte. zu erweitern. fahren der Regierung Beschwerde beim Kultusminister zu erheben, und hoffe, daß der Minister nicht damit einverstanden sei, uns mit der Entziehung unsrer Rechte dafür zu strafen, daß wir uns fräftig dagegen sträuben, unsre Stadt und unser Schulwesen der Kirche auszuliefern. Dieser Widerspruch erklärt sich leicht: Man hofft und erwartet eben, daß die Koalition der antisocialdemokratischen Arbeiterbereine nur deshalb radikale Worte mache, um Gimpelfang zu treiben. Andrerseits fürchtet man wieder, daß die Arbeiter die Komödie ernst nehmen könnten. So schwankt man zwischen Wohlwollen für die Tendenz und Unbehagen über die angewandten Wittel. Wirk. Ti che Socialpolitik ist ja für die Konservativen„ undiskutabel". Schroff ablehnend verhält sich die ,, Post", die für jede mögliche Schädigung des Unternehmertums immer die feinste Witterung hat. Sie erklärt: Stellt man sich das alles vor und zieht dabei in Betracht, daß die Versammlung nach dem Ausspruche Giesberts sich noch möglichst fluger Zurückhaltung befleißigt haben soll, um nicht der zur Fortführung der socialen Reform bereiten Regierung ihre Stellung zu erschweren, so erkennt mant deutlich, daß nach den Ergebnissen des Kongresses von den christlichen Organisationen der Arbeiterschaft im Kampfe gegen den Umsturz nur wenig erwartet werden kann. Es mag ja sein, daß die Erfahrungen die Führer der Bewegung mit der Zeit in manchen Punkten eines Besseren belehren, und daß der nächste Kongreß mehr Reife und Klarheit zeigt als dieser erste. Die Hoffnung ist nicht start, aber man braucht sie doch nicht aufzugeben." Also auch hier besteht die ganze Hoffnung darin, daß sich die Macher des Kongresses dazu entschließen werden, die ihnen anhängenden Arbeiter zu täuschen und an das Unternehmertum ge= bunden auszuliefern. Diese Beurteilung des Kongresses durch die Scharfmacher be weist aber den einsichtigen Arbeitern, die an jener Ver-anstaltung teilnahmen, daß es mit der nationalen und christlichen Politik des Erbittens und Wohlverhaltens nicht gethan ist. Jede ernsthafte Socialpolitik reizt die Herrschenden Klassen zum erbitterten Widerstand. Es mußt nichts, wenn die Arbeiter den Klassenkampf zu vermeiden wünschen, die Kapitalisten zwingen ihn ihnen auf. Das Proletariat erreicht nicht mehr als es erzwingt, und mur die Arbeiter können den Weg zur Socialdemokratie ablehnen, die sich mit schönen Worten begnügen wollen. Die Besprechung der Interpellation wurde auf einen von allen Mitgliedern der Versammlung unterzeichneten Antrag beschlossen. Bürgermeister Metting hob hervor, daß die Neigung der Regierung, die Selbstverwaltung auf dem Gebiete des Schulwesens Parlamentsbeginn. Nach der„ Deutschen Tageszeitung" ist für einzuschränken, schon lange zu bemerken sei; Charlottenburg besonders hat sich die Ungnade der Potsdamer Regierung zugezogen, den Zusammentritt des Reichstages der 1. Dezember und für den weil der Magistrat, entgegen dem Wunsch der Regierung, einen Busammentritt des Landtages der 12. Januar in Aussicht ge= Stadtschulrat angestellt und die Unterstellung der Schulen unter das nommen. Berliner Provinzial- Schulkollegium gewünscht habe. Wahrscheinlich " Zwei Jahre darauf erteilte die Regierung zu Potsdam die Antwort, indem sie durch eine Dienstanweisung für die Rektoren das Aufsichtsrecht der Schuldeputation vollständig beseitigte und die Schuldeputation in jeder Beziehung durch den tgl. Kreisschulinspektor ersezte. Nur ein Recht soll der Stadt belassen werden: das Recht zu zahlen, ja die Regierung ist vielleicht noch geneigt, dies Recht Wohin die Ausschaltung der Schuldeputation führt, dafür nur wenige Beispiele. sei es ein Fehler gewesen, daß die Schuldeputation in scheinbar Eine Enthüllung über die Socialdemokratie. Vor einiger Zeit handelte es sich darum, sich über die Anstellung untergeordneten Punkten viel zu häufig der Regierung gegenüber Der Roman Jena oder Sedan?" von Beherlein, der einer versuchsweise herangezogenen Lehrerin schlüssig zu werden. nachgiebig gewesen sei. einiges Aufsehen erregte, wird jetzt von der Scharfmacherpresse in Als der Stadtschulrat zu dem Unterricht der Lehrerin erscheinen Stadtv. Otto legt dar, wie die Geistlichen schon jetzt immer Acht und Aberacht gethan. Die Hamburger Nachrichten" Ein be- denunzieren das Werk als staatsgefährlich und socialistisch; sie sind wollte, verweigerte ihm der Rektor den Zutritt, da er die Erlaubnis größeren Einfluß auf die Schulen zu gewinnen suchen. des Kreisschulinspektors nicht eingeholt hatte. Wie der Magistrat fonderes Kreuz ist der Konfirmanden- Unterricht, für den die Geist- zugleich in der Lage, eine, wie wir zugestehen, für uns vernichtende lichen die besten Stunden in Anspruch nehmen. So habe man Enthüllung zu offenbaren. Die Hamburger Nachrichten" richten sein Wahlrecht für die Anstellung, Beförderung oder Versetzung der in einem Fall Nachmittags- Unterricht von 3-6 Uhr einführen müssen, einen Mahnruf an die Buchhändler, daß sie das gefährliche Buch in Lehrer unter solchen Umständen nach fachlichen Gesichtspunkten aus- mur um einem Geistlichen entgegenzukommen. Die konfeffionellen boykottieren sollen: üben soll, ist nicht verständlich. Bestrebungen finden überhaupt faum eine Grenze; an der kathoDer Ladenpreis des Werkes betrug anfänglich 10 M., plözEinem andern Rettor paßt die Thätigkeit der Schulärzte lischen Schule z. B. muß auch die Handwerkslehrerin katholisch sein. lich aber wurde er auf 2 M. Herabgesetzt. Aus geschäftin Charlottenburg ist für je zwei Schulen ein weiteren Ausführungen über die neue Dienstanweisung zeigt der lichen Gesichtspunkten ist die enorine Preisreduktion Schularzt angestellt; er suchte den Arzt an der Ausübung Redner, wie die Lehrer und Rektoren mit einer Menge unnötigen. nicht zu erklären und die Versicherung, daß dabei der Wunsch seiner amtlichen Thätigkeit verhindern zu und verstieg Schreibwerks überlastet werden. maßgebend gewesen sei, eine billige Voltsausgabe herzustellen, sich dabei zu der Bemerkung, die Verfügung der Schuldeputation verboten sei, Berichte über die Thätigkeit der Lehrer an die SchulStadtschulrat Dr. Neufert teilt mit, daß es den Rektoren sogar d. h. das Werk auch denjenigen Kreisen zugänglich zu machen, die wegen des hohen Preises desselben es bisher sei Blödsinn und ginge, ihn im übrigen auch gar nichts an. deputation zu senden. Ueber einen Fall, in welchem der Tod nicht hätten kaufen und lefen können, hat den be Zwei Mitglieder der Schuldeputation, die Stadtverordneten eines Kindes mit einer ihm angeblich zugefügten Büchtigung feitens kannten Wert von Druckerschwärze auf Papier". Unfrer Rechtsanwalt Buka und Korvettenkapitän Hildebrand, legten der Lehrerin in Verbindung gebracht wurde, hat die Schuldeputation Auffassung nach ist die Preisreduktion nicht entfernt ihr Amt nieder, weil sie in einer Deputation ohne Befugnisse kein weder vom Rektor noch von dem Kreis Schulinspektor etwas er- wegen der litterarischen Bedeutung des Romans erfolgt, sondern Feld für fruchtbare Thätigkeit finden können. Das dritte Mitglied fahren. Er hofft, daß der Minister der Beschwerde stattgeben werde. lediglich wegen der Tendenz des Werkes, und wir sind da= nicht " " " bon fiberzeugt, ba bie socialdemokratische Parteileitung| diesem Behufe nach Berlin berufen worden, lehrte jedoch wider Er-| nommen. Es fordere die Jugend auf, die Schlaffheit abzulegen Alle Lasten dieser Preisherabsehung nicht fern steht. Nachdem die socialistische warten nach Köln zurück und gab einem dortigen Freunde auf die und aufwärts nach Dänemarks Ziel zu streben. Bartei erkannt hatte, welchen großen Nußen sie sich für ihre Sache verwunderte Frage, ob er nicht Minister des Innern geworden sei, wolle man tragen, welche„ Dänemarks, unfrer Mutter Bruft, davon versprechen durfte, wenn der Roman in den weitesten die hübsche Antwort:„ Nein, das habe ich auf meinen drücken: Aufwärts zu Dänemarks Ziel!" Auch dies Lied ſei Kreisen der deutschen Bevölkerung Eingang finde und geleien sollegen in Düsseldorf abgewälzt!" So wurde nach seinem Inhalt in nationaler Beziehung aufreizend. Die wurde, welcher wertvolle Bundesgenosse der Umsturzpartei bei Turnerzeitung in Dänemark möge ja mit dem Gedicht bezweckt haben, die jungen Leute zu förperlicher Kräftigung zu entflammen. Aber„ Hejmdal" sei eine in Deutschland erscheinende antideutsche Kanalkompromiß. Die„ Vossische Zeitung" hält ihre von uns dänische Zeitung und ihre Leser verständen das Lied als eine Aufwiedergegebenen Mitteilungen über ein Kompromiß in der Kanal- forderung zur Losreißung Schleswigs von Preußen und Deutschbaufrage gegenüber dem Zweifel andrer Blätter aufrecht. Das land. Der Angeklagte sei für die Verbreitung der Lieder verant Kompromiß soll dazu dienen, daß die endgültige Niederlage der Ne- wortlich, wenn er sich auch eines Expedienten bediente und wegen gierung in der Mittellandkanal Forderung verschleiert wird. Die Ausübung des Landtags- Mandats abwesend gewesen sei. Er handele Vossische Zeitung" bemerkt: fahrlässig, wenn er sich nicht darum fümmerte als Verleger, was in der Zeitung verbreitet werde. -" 17 " bor der ihren Bemühungen, die Armee, dieses letzte Bollwerk gegen den Frhr. v. d. Recke Nachfolger des Herrn v. Köller." socialistischen Umsturz, in der öffentlichen Meinung zu diskreditieren, in dem Roman erstanden sei, wird sie zu der Anficht gelangt sein, daß sie die großen Geld mittel, über die sie dank der den Arbeitern unter falschen Vorspiegelungen abgelockten, fauer verdienten Spargroschen ver filgt, nicht besser und mußbringender anlegen könne als durch Ermöglichung einer starken Verbilligung und demgemäß großen Berbreitung jenes Romans. Diese Erwägungen sind so nahe= „ Daß dieses Kompromiß nicht die Aufwärmung eines alten liegend, daß es die Intelligenz des deutschen Buchhändler- Gedankens ist, der„ vor Jahr und Tag ventiliert" wurde, ergiebt sich Herr Hansen legte Revision ein, bestritt die Rechtsgültigkeit der standes in der Sortimentsbranche beleidigen hieße, wollte man schon daraus, daß vor Jahr und Tag von Betvilligungen zur Be- Verordnung des Civilkommissars von 1866, weil sie u. a. gegen das ihm zutrauen, daß er sie nicht selbst angestellt hätte. Trotzdem fämpfung der Hochwassergefahr, wie sie jetzt vereinbart sind, feine Reichsrecht verstoße und machte auch Verjährung geltend, die während aber haben wir es, und zwar auch hier in Hamburg, erleben müssen, Rede war. Wir haben mitgeteilt, daß für Staubecken und Fluß der Landtags- Session eingetreten sei, da man beim Landtag in der daß eine Reihe von Buchhandlungen ihre Auslagen mit dem socia- regulierungen in Schlesien zunächst 50 Millionen Mark gefordert Frist nicht die Zulassung zur Strafverfolgung beantragt habe. Der listischen Werke in verschwenderischer Fülle ausgestattet und damit werden. Ebenso wenig ist vor Jahr und Tag" der Ankauf der Straffenat des Kammergerichts verwarf die Revision in Der Erlaß des Civilkommissars von 1865 zum Ankaufe des Buches verleitet hat, wobei wir der Wahrheit gemäß Ländereien für die Wasserverbindung vom Rhein bis nach Hannover beiden Sachen. an sich rechtsallerdings erwähnen müſſen, daß maßgebende Firmen den Roman oder Braunschweig und die Einstellung der zu den stanalbanten und ſeine Betamtmachung von 1566 feien erlassen worden jofort aus ihren Auslagen entfernt haben, nachdem sie den nötigen Summen in den Staatshaushalt und die jährliche Bewilligung träftig focialistischen und gemeingefährlichen Charakter in Aussicht genommen worden. Alles das sind neue Abmachungen, und auch nicht durch das Reichs- Strafgesetzbuch außer Kraft gesetzt. desselben erkannt hatten. Jedenfalls macht sich der deutsche und zwar zwischen der Regierung und maßgebenden Parteiführern. Sie würden ungültig sein nach§ 2 des Einführungsgesetzes zum Straf Buchhandel mit dem Vertrieb des Romans der massenhaften wir wissen darüber noch einiges mehr, als wir einstweilen mitzuteilen gesetzbuch, wenn sie Materien beträfen, die im Reichs- Strafgesetzbuch Verbreitung eines socialistischen Giftes im für gut befinden. Aber wir wundern uns nicht darüber, daß geregelt feien. Das jei aber nicht der Fall. In Betracht kämen deutschen Volte schuldig, das mm so gefährlicher wirken die Deutsche Tageszeitung" bei den Personen, die sie befragt, teine höchstens die Bestimmungen des Reichs- Strafgesetzbuches über den kann, weil es die Armee betrifft. Außerdem trägt der deutsche Auskunft erhält, und daß die Regierung kein Bedürfnis empfindet, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Aufreizung zum Klassenhaß und Buchhandel auf diese Weise dazu bei, daß bei der die Münchener Allgemeine Zeitung" in dieser Angelegenheit zu Gewaltthätigkeiten und Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen 2c. nächsten 28ahl eine abermalige Zunahme der ſocialiſtiſchen informieren wir bermuten jogar, daß ſowohl der Regierung wie unter keine dieser Bestimmungen könne aber das Berbot der BerStimmen zu verzeichnen ist, und daß wir damit der schließlich den Parteiführern, die an den Verhandlungen beteiligt waren, unsre breitung von dänischen Liedern, die in nationaler Bes unausbleiblichen Katastrophe immer näher kommen; denn die Mitteilungen nichts weniger als willkommen find. Aber ob un ziehung aufreizend sind, gebracht werden. Dies Verbot gehe Macht des gedruckten Wortes auf die weniger zur Kritik befähigte willkommen oder nicht, sie sind richtig. Weder die„ Norddeutsche eben weiter, denn es betreffe schon solche Lieder, die große Masse des Volkes ist groß. Wir hoffen, daß diese Hinweise Allgemeine Zeitung", noch die„ Kreuz- Zeitung", noch die" Post", geeignet seien, die Festigkeit der dänisch national genügen werden, denjenigen unsrer Buchhändler, die es angeht, noch die„ Germania" haben sie bisher bestritten." Gesinnten gegen das Deutschtum noch mehr zu das Gewissen zu schärfen und sie im speciellen erkennen zu lassen, festigen, indem sie die Dänen verherrlichten und daß es ihre Pflicht und Schuldigkeit ist, zur weiteren Verbreitung die Deutschen herabsetzten. Verjährung sei nicht eindes Romans Jena oder Sedan?" nicht mehr die Hand zu bieten." Die Saar- Industriellen haben in St. Johann in einer Sigung getreten, denn sie ruhe in der Zeit, wo nach den Gesetzen eine Interessen der Saarindustrie ihres Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Strafverfolgung nicht begonnen werden könne. und der südwestlichen Gruppe Die Landtagswahlen im Großherzogtum Sachsen- Weimar finden, des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller" sich so wird uns geschrieben, nun doch an einem bestimmten Tage im verwenden es zur Verbilligung armeefeindlicher Romane. Die mit dem Kampf gegen die Socialdemokratie ganzen Lande statt und zwar am 6. November. Der für eine Anzahl " Hamburger Nachrichten" werden bald erfahren, daß unser Partei- befaßt. In dem über die Sigung veröffentlichten amtlichen Protokoll Wahlkreise bereits festgesetzte frühere Termin ist wieder aufgehoben vorstand bereits eine weitere Million zur Verfügung gestellt hat, um heißt es:„ Von den bisher vergeblichen Angriffen der Socialdemokratie worden. Während der Freifinn im Eisenacher Kreise in ein paar den Roman von Beherlein noch billiger, schon um eine Mark ver- auf das Saargebiet nimmt der Vorstand Kenntnis und beschließt Wahlbezirken auf die Unterstützung der Socialdemokraten rechnet Täuflich zu machen. Weiter sind 27 Schriftsteller im Auftrage unsrer ein gemeinsames Vorgehen der gesamten Privatindustrie des Saargebietes, und ohne diese auch keinen Erfolg erringen würde, unterſtüßt in Partei thätig, andre arm indliche Schriften zu verfassen; besonders wobei den einzelnen Werken jedoch eine gewisse Freiheit gelassen andren Landesteilen der Freifinn die„ Ordnungsparteien" gegen die erwarten wir großen Erfolg von einem Heldenepos in 12 Gesängen, werden soll, welche Maßregeln sie für die zweckdienlichsten halten. Socialdemokratie. das einem der ersten Poeten unsrer Zeit in Auftrag gegeben ist und Herr Kommerzienrat Böcking und der Geschäftsführer werden beauf- Das schönste dieser Art Landtagswahl besteht nun noch darin, in dem die afrikanische und chinesische Kriegsführung in brennenden fragt, in dieser Hinsicht einen Schritt zu thun." daß in den ländlichen Kreisen die Zusammenlegung der einzelnen Farben gezeichnet wird. Auf diese Weise gedenken wir das socialistische Demnach genügt den Industriethrannen von der Saar der Orte, welche einen Urwahlbezirk bilden, gar nicht öffentlich bekannt Gift durch den bürgerlichen Buchhandel schnell und unfehlbar in die Terrorismus, den sie schon seit Jahren gegen die gesellschaftliche, gemacht wird, sodern nur die Beteiligten eines Urwahlbezirkes von weitesten Kreise der bisher unverdorbenen deutschen Menschheit zu politische und gewerkschaftliche Freiheit ihrer Arbeiter üben, immer bessen Begrenzung in Kenntnis gesetzt werden. bringen. Auch der Miahuruf der„ Hamb. Nachr." wird dagegen nichts noch nicht. In Saarabien wird jeber Industrie Arbeiter ,, Aus einer kleinen Garnison." Der Verlag des vielgenannten nüßen, denn wir haben durch Aufwand einiger Millionen Fürsorge unerbittlich gemaßregelt, der es wagt, sich irgenwie anders getroffen, daß der gesamte Buchhandel die Verbreitung des fociali- als seine Herren militärischen Zeitbildes„ Aus einer kleinen Garnison" zeigt an, daß es wünschen, politisch zu bethätigen oder stischen Giftes zu fördern bereit ist... jich nur gewerkschaftlich zu organisieren. In Saarabien sind nächster Tage ein Neudruck des Buches zur Bersendung gelangt. Der Hamburger Armecbewahrungs- Versuch erreicht die Höhe seit lange nahezu sämtliche Reichstagswahlen wegen der empörendsten Eine Beschlagnahme des Buches oder gar ein Verbot des Verkaufes ein ſocialiſtiſcher und armeefeindlicher Roman ist. Der Roman be- sind heute noch Bergleute abgelegt, die vor zehn Jahren bei dem absolut nicht rechtfertigen, geschweige denn aufrechterhalten. Auch in kämpft nur die scheußlichsten Auswüchse des Militarismus, die großen Grubenstreit gemaßregelt worden sind; sie fragen heute noch Straßburg sei die Beschlagnahme am 23. Oktober wieder aufgehoben Soldatenmißhandlungen, den unnötigen Gamaschendienst. Seine vergebens auf den Gruben um Arbeit nach; die Rachsucht der worden. Der Verfasser, Lieutenant Bilse, erklärt, den WahrheitsTendenz ist, die Armee und die Empfindungen des Voltes für die Mächtigen kennt keine Grenzen. In Saarabien herrscht die Sklaverei beweis für die von ihm behaupteten Vorgänge antreten zu wollen. Armee zu stärken durch Beseitigung offenkundigster Mißstände. Man in höchster Botenz. Und dennoch will das Unternehmertum die Gegenwärtig tagt in Forbach die militärische Untersuchungs. mag den Roman als nationalsocial bezeichnen und die einstigen Gewaltmaßregeln erhöhen, Gewaltmaßregeln, die in ihrer Art in der kommission. Nationalsocialen rühmen sich besonderer Militärfreundlichkeit. Trotzdem wäre es irrig, zu meinen, daß die„ Hamburger Nach ganzen Kulturwelt an Brutalität nicht ihres Gleichen haben. ub Wir sind ertappt. Wir lockten den Arbeitern ihre Spargroschen sonst heißt es, unser Geld komme von der Börse! und richten" und ihnen drucken viele konservative Blätter den Mahnruf nach Nein, für ganz verblendet daneben gegriffen hätten. diese Reaktion ist alles verdächtig, socialistisch und muß boykottiert werden, was in irgend welcher Form Mißstände in der Armee auf deckt und ihre Beseitigung fordert. " Aus dem Reiche des weiland Königs Stumm. " Die Begehrlichkeit ostpreußischer Junker kam am letzten Freitag bei der Umwandlung der Samlandbahn in eine Vollbahn, welche den Ostseestrand mit der Stadt Königsberg verbindet, recht drastisch zur Geltung. Die an der Bahnstrecke liegenden Gemeinden und Gutsbezirke wurden aufgefordert, ihre etwaigen Ansprüche und Wünsche bei der die sehr hohe Bedingungen stellen zu müssen glaubten. Umwandlung zu Protokoll zu geben. Da gab es denn Interessenten, eine Militär und Polizei beim Zarenbesuch. Bei der Ankunft des Zaren in Wiesbaden soll nach dem Rheinischen Courier" zu beiden So hatte ein etwa in der Mitte der Bahnstrede gelegener Seiten der Straßen vom Bahnhofe bis zum Schloß eine zwei Gutsbesitzer für den Fall der Einführung des Vollbahngliedrige Postenkette mit aufgepflanzten Seitengewehr Spalier bilden. betriebes auf der Samlandbahn eine ganze Reihe von Beformuliert. Er forderte Die hierzu nötigen Mannschaften, im ganzen etiva 3500 Mann, dingungen gemacht und schriftlich werden aus dem ganzen 18. Armcecorps zusammengezogen. Zur Be- zunächst von 20 000 Mark, ferner bare Entschädigung sprechung der umfangreichen militärischen Maß- die Anlage eines besonderen Bahnhofes auf seinem Gute, nahmen und der Verpflegung der einzuquartierenden Mannschaften und Angehörigen, die Ausstellung von Freifahrtsscheinen für sich, seine Familie und Angehörigen, dann die Einfriedigung der Bahn längs weilte Generallieutenant v. Hagen in Wiesbaden. Wie verlautet, feines Gutshofes mit einem so dichtmaschigen Drahtneß, daß seine soll auch eine Eskadron des Kürassier- Regiments Kaiser Nikolaus I. Hühner nicht durchgelangen könnten, außerdem die Einfriedung der von Rußland( Brandenburgisches) Nr. 6, dessen Chef auch der Zar ganzen Bahnstrecke innerhalb des Gutsbezirks, und die Aufstellung ist, aus Brandenburg in Wiesbaden eintreffen. Für den von Varieren an sämtlichen leberwegen, die bei einer an ihn zu Sicherheitsdienst anläßlich der Kaiferbegegnung werden aus entrichtenden Strafe von 10 M. in jedem Falle der Zuwiderhandlung zahlreichen Städten der Nachbarschaft, ja auch aus Berlin, eine große nicht früher als eine Minute vor Aukunft, nicht später als Zahl Kriminalbeamter nach Wiesbaden beordert, die sich unter das eine Minute nach Durchfahrt des Zuges zu öffnen beziehungsweise Publikum mischen und immer in ganz kurzen Abständen zu schließen feien. Einen freien Salonwagen auf Lebenszeit und die Hälfte aller Aufstellung finden. Auch eine große Anzahl Kriminalbeamter Einnahmen hat der Edle sich merkwürdigerweise nicht ausals Radfahrer wird während der Kaisertage in Wiesbaden bedungen. thätig sein. Wie hohe Aemter besetzt werden. Aeußerst eigenartige Geschichtchen werden dem„ Hannov. Courier" anläßlich des Wechsels im ostpreußischen Oberpräsidium aus Königsberg erzählt: München, 28. Oktober.( Eig. Ber.) Ne bis in idem( wegen ein und desselben Reates darf man nicht zweimal bestraft werden), dieser alte Rechtsgrundsatz gilt nicht für unser Militärgesetz, wie folgender Fall beweist. Ein Unteroffizier des bayrischen Infanteries Leibregiments in München hatte sich einer unerlaubten Entfernung, Ungehorsams und Geldborgens bei Untergebenen schuldig gemacht, „ Graf Udo zu Stolberg- Wernigerode würde voraus- und wurde wegen der unerlaubten Entfernung disciplinar mit fichtlich noch heute an der Spitze unsrer Provinzialverwaltung stehen, 21 Tagen Mittelarrest bestraft. Als er von dieser Strafe bereits wenn er nicht zu Anfang des Jahres 1895 jenen verhängnis 4 Tage verbüßt hatte, wurde höheren Orts die Strafe aufgehoben bollen, durch eine eine Indiskretion an die Deffentlichkeit ge- und der Unteroffizier zur Aburteilung vor das Kriegsgericht verentwiesen, das ihn wegen der drei Vergehen( also auch wegen langten Brief abgesendet hätte, durch den er sich der unerlaubten Entferming) 42 Tagen Gefängnis gegen seinem früheren Verhalten- dem agrarischen Teufel verschrieb. verurteilte. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß der Er wurde damals durch eine Depesche aus dem königlichen Unteroffizier zwar für die unerlaubte Entfernung schon vier Tage Civilkabinett zur sofortigen Einreichung seines Abschiedsgefuches auf- verbüßt habe, da aber jene Disciplinarstrafe aufgehoben wurde, gelte gefordert. Er hatte sein Amt kaum vier Jahre innegehabt. Die sie als nicht verhängt. Ernennung seines Nachfolgers vollzog sich nicht glatt. Auf Beim Militär fann man also wegen eines Delifts zweimal der Vorschlagsliste, die aus dem Ministerium des Junern bestraft werden! Das Ober- Striegsgericht bestätigte das kriegsans Civilkabinett ging, stand neben zwei andren Namen der des gerichtliche Urteil und konstatierte, daß der Rechtsgrundsatz: ne bis Militär- juristische Logik! Regierungspräsidenten v. Heydebrand in Breslau. Nach einer in idem nicht verlegt worden sei. Audienz beim Kaiser glaubte Minister v. Köller die Er- Ein Ausnahmegesetz gegen in nationaler Beziehung" staatsnennung des Herrn v. Heydebrand für so sicher halten zu gefährliche dänische Lieder, das wohl wenigen Deutschen bekannt sein können, daß er diesen zu seiner Beförderung telegraphisch beglück- dürfte, ist jetzt wieder einmal nach vielen Jahren durch ein hochwünschte. Inzwischen hatte jedoch der Monarch eine andre notpeinliches Verfahren gegen den Landtags Abgeordneten Entscheidung getroffen. Der achtzigste Geburtstag des Altausen zu Apenrade als Herausgeber der Zeitung Heimdal" reichskanzlers stand bevor, und der Kaiser kam in letzter ans Licht gezogen worden. " ,, Mädchenhandel" in der Kunst. Auf der deutschen Nationalfonferenz zur Befämpfung des Mädchenhandels sprach Dr. NaumannMünchen über Mädchenhandel und Kunst. Er führte aus: Man müsse bei dem Mädchenhandel, der sich unter dem Vorgeben fünstlerischer Zwecke vollziehe, zwischen einem brutalen, faft offen zu Tage liegenden Mädchenhandel und einem verſtedten, verschleierten unterscheiden. Der letztere erstrecke sich bis in die höchsten Kreise und mache selbst vor dem Allerheiligsten der Hofbühne nicht halt. Die andre Form des Mädchenhandels beginne meistens mit einer Annonce. Da werden junge Mädchen gesucht, die Gesangsstunden nehmen wollen. Der Agent sei meistens erst der Zwischenhändler. Das Mädchen lerne vielleicht auch einige Lieder und erhalte ein Kostüm. Derartige Ware gehe meistens nach dem Orient oder nach Südamerika. Über statt des erträumten glänzenden Variétés befinde sich die „ Künstlerin" in einer Spelunte bei der die Grenze zwischen Tingeltangel, Weinivirtschaft und Bordell fast vers schwommen sei. Einen Ausweg gebe es nicht für das Opfer, denn durch Kontrakte und Vorschüsse sei schon gesorgt, daß es ein Auskommen nicht mehr gebe. So gehen tausende Mädchen zu Grunde. Das seien aber nicht die schlimmsten Fälle. Oft werde das Lied nicht einmal eingelernt, mit einem kleinen Vorschuß werde das Mädchen einfach ins Ausland in ein Bordell geschafft. Welche Mittel lassen sich ergreifen, um dem gemeinen ordinären Mädchenhandel unter Angabe künstlerischer Zwecke zu steuern? Die heutigen Impresarii und Agenten refrutieren sich meistens aus dem Stande der Zuhälter oder der Schauffellner. Redner 1. verlangt: Konzessionierung für Impresarii, Agenten 2c., 2. Rautionsstellung für Impresarii, welche Kunstreifen ins Ausland unternehmen wollen, 3. Meldepflicht für jeden nach dem Auslande abgeschlossenen Kontrakt nebst Angabe der Reiseroute und Meldepflicht bei den Konsulaten im Auslande; 4. strenges Verbot des Engagements von Mädchen unter 18 Jahren oder möglichst ein noch höheres Schuzalter. Ausnahmen möge man machen bei Akrobatenkindern, Wunderkindern 2c. Ferner empfiehlt Redner eine Selbsthilfe durch Genossenschaftsorganisation gegenüber dem Ring der Agenten, Impresarii. Schließlich müsse dahin gewirkt werden, daß die häßlichen Annoncen aus den Zeitungen verschwinden. jei da Bedeutend litlicher sei das Thema des indirekten, verschleierten Mädchenhandels an unsern Theatern. Ob so ein Direktor mit alten Hosen handle oder ob er Theater mache, sei egal, die Hauptsache sei ihm, daß er Geld verdiene. Wer einen Blick in das Theaterwesen, Protektionswesen hinter den Coulissen gethan hat, werde zustimmen, daß höchste Zeit zur Abhilfe sei. Notwendig sei eine Revision der Bühnenkontrakte, und auch hier wäre eine ge= wisse Selbsthilfe zu organisieren. Wenn wir auch keine Aussicht auf Erfolg haben sollten, so wollen wir doch die Gelegenheit wahrnehmen, unserm Zorn und unsrer Entrüstung Ausdruck zu geben, daß unsre Theater in so schamloser Weise mißbraucht werden. Herr Naumann macht fälschlich den Unterschied zwischen brutalem Es handelt sich um eine„ Bekannt und verschleiertem Mädchenhandel unter künstlerischem Deckmantel. Stunde auf den Gedanken, ihm als Vater noch eine besondere Freude machung" des preußischen Civilkommissars für das ehemalige Herzog- Die Fälle, wo Mädchen unter der Vorspiegelung fünstlerischer AusStunde auf den Gedanken, ihm als Vater noch eine besondere Freude tum Schleswig vom Jahre 1866, wodurch verboten wurde, dänische bildung in Bordelle oder bordellartige Verhältnisse verschleppt werden, zu bereiten durch die Ernennung des Grafen Wilhelm Lieder zu verbreiten, welche inhaltlich in nationaler Beziehung sind als Mädchenhandel aufzufassen. Dagegen sind die Fälle, wo Bismarck zum Oberpräsidenden von Ostpreußen. Dieser, damals aufreizend find, nachdem ein Jahr vorher das Singen solcher das Theater den Deckmantel hergeben muß, um„ besseren" Dirnen den bekanntlich seit einer Reihe von Jahren Regierungspräsident in Lieder verboten worden war. Hansen war auf Grund jener Be- Verkehr mit wohlhabenden Gönnern zu vermitteln, kein Mädchenweil Heimdal" in Hannover, hatte nicht auf der Vorschlagsliste gestanden, hatte tanntmachung angeklagt worden, weil zwei handel, sondern sind als Prostitution der Kunst, als Schändung des auch persönlich keine Ahnung von der ihm zugedachten Aus- Nummern( die ganze Zeitung erscheint in dänischer Sprache) fünstlerischen Berufs aufzufassen. Derartige Theaterdamen lassen zeichnung. Er erfuhr davon erst durch ein Friedrichsruher Lieder enthielt, welche als aufreizend in nationaler Beziehung an- sich nicht verhandeln, sie verstehen den Schacher selbst, und die Kunst Telegramm, welches lautete:„ Ich gratuliere Dir zur Ernennung zum gesehen wurden. Das Landgericht Flensburg als Berufungsinstanz ist es, die dabei geopfert wird; es macht auch keinen Unterschied, ob Oberpräsidenten in Königsberg, den Du annimmst. Dein Vater." verurteilte Hansen wegen des einen Liedes zu 60 Mark Geld- es sich um höfische, städtische oder private Bühnen handelt. strafe, wegen des andern zu 100 m. Geldstrafe. In der Begründung Will man die künstlerische Thätigkeit vor dieser Vermischung Sein Nachfolger wurde der bisherige Regierungspräsident in Köln, wurde u. a. ausgeführt: Das eine Lied sei deshalb aufreizend mit mit den Talenten des Liebesgewerbes bewahren, so helfen allerdings Freiherr v. Richthofen. Diesem war einige Jahre vorher Bezug auf die deutsche Nation, weil es das Dänentum auf teine Moralpredigten. Will ein einflußreicher Aristokrat nun einmal das Ministerium des Innern angeboten worden, er hatte Nachfolger Kosten des Deutschtums verherrliche. Das zweite Lied fei einer in seine Gefühle durchaus einer Theater dame widmen, so wird sich des Herrn v. Köller werden sollen. Herr v. Nichthofen war zu Dänemark erscheinenden Zeitschrift eines Turnerverbandes ent- selbst ein Hoftheaterintendant nicht weigern dürfen, das begehrte Objekt als„ Sängerin" oder„ Schauspielerin" einzustellen. Schon der Theaterdirektor in Zolas„ Nana" empfindet es schier als Beleidigung, daß man seine Bühne ein Theater nennt:" Sagen Sie, mein Bordell!" Das wirtsamste Mittel gegen solchen Mißbrauch der Bühne wäre die Veröffentlichung und Namhaft machung jedes derartigen Falles. Dann würde dieser Mädchenhandel" bald aufhören. Ausland. Italien. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 25. Sigung vom Donnerstag, 29. Oftober 1908, nachmittags 5 Uhr. Das nene Kabinett. Von den Staatsmämern, mit denen Giolitti heute Besprechungen hatte, werden den Blättern zufolge Luzzatti und wahrscheinlich auch Sacchi ins Kabinett eintreten, während Marcora abgelehnt haben soll. Folgende Beseßungen von Ministerposten werden von den Blättern für wahrscheinlich gehalten: Vorsteher- Stellvertreter Michelet eröffnet die Sigung um Giolitti Borsiz und Inneres, Luzzatti Schaz, Sacchi Justiz, Senator 5% Uhr. 2 Tittoni Auswärtiges, Ronchetti Posten, De Marinis Ackerbau. Der Ausschuß zur Vorberatung des Reglements für die Für Dem socialistischen Abgeordneten Turati bot Giolitti, wie der sorge- Erziehung ist gewählt und hat sich konstituiert. VorDaily Telegraph" aus Mailand meldet, ebenfalls einen Posten in sigender ist Stadtv. Stadthagen; außer ihm gehören noch die dem neuen italienischen Kabinett an. Turati lehute das Amt jedoch socialdemokratischen Stadtvv. Koblenzer und Tolksdorff Das neue ungarische Kabinett. Die Neue Freie Presse" meldet mit der Bemerkung ab, noch habe sich in Italien nichts dem Ausschusse an. aus Budapest: Das ungarische Ministerium soll folgendermaßen zu ereignet, was eine Beteiligung der Socialdemo sammengesezt werden: Graf Tisza Präsidium und Inneres, fratie an der Regierung rechtfertigen tönnte. b. Lukacs Finanzen, Hieronymi Handel, Graf Michael Esterhazy Ackerbau, Berceviczy Unterricht, Plosz Juſtiz, Triest, 29. Oktober. Plosz Justiz, General Nyiry Gegen 200 östreichisch- italienische Honvedminiſter. Studenten, welche an einem Irredentisten- Kongreß in Udine teilФото Oestreich- Ungarn. " " " Spanien. Wahlunruhen. Dem Slowo polskie" zufolge wurde gestern in genommen hatten, ist ein Hochverratsprozeß eingeleitet worden. Stanislau( Galizien) bei Ausschreitungen von Arbeitern anläßlich der Wahlen zur Bezirks- Krankenkasse ein Schüler getötet sowie zwei Civilpersonen und ein Sicherheitsmann schwer verwundet. Wiederherstellung der Ruhe mußte Militär einschreiten. Holland. Zur Der Ausstand in Bilbao. Der Streik in Bilbao greift immer weiter um sich. Auch die Arbeiter der Hochofenwerke„ Vasconia"( in den Wolffschen Depeschen heißt es,„ der Fabrik Vasconio in Altos Hornos": ein Unsinn; Altos Der Etat für 1904. Die Regierung hat den Generalstaaten Hornos sind Hochöfen. Die Ned.) sind jetzt in den Ausstand ein fogleich nach ihrem Wiederzusammentritt den StaatshaushaltsEntwurf für 1904 vorgelegt. Die Zeitungen find auch gestern nicht erschienen. In Sie jetzt die Einnahmen mit getreten. 164,3 Millionen Gulden an, die Ausgaben sind mit 176 Millionen Arenas erstürmten die Ausständigen das Kloster der Trinitarier; Gulden berechnet, so daß sich ein rechnerisches Deficit von die Mönche ergriffen die Flucht. Das Militär antwortete auf die 11,7 Millionen Gulden ergiebt. Dies Deficit dürfte sich aber Angriffe der Ausständigen mit Salven, wodurch einige Personen zweifellos sehr bedeutend verringern, denn im Gegensatz z. B. zur getötet wurden. Auch wurden mehrere Personen verletzt, darunter deutschen Regierung setzt die holländische die Einnahmen stets einige Soldaten. Die Censur der Telegramme wird nach wie vor sehr vorsichtig und deshalb häufig weit geringer an, als sie sich streng gehandhabt. später thatsächlich ergeben; außerdem werden als Fehlbeträge auch Nach den neuesten amtlichen Nachrichten begingen die Ausdie außergewöhnlichen durch Anleihe zu deckenden Ausgaben angesehen. Infolge dieser Veranschlagungsmethoden hat das Rechnungsjahr 1901 ständigen vorgestern vormittag Gewaltthätigkeiten in den Marktzum Beispiel anstatt eines auf rund 5 Millionen berechneten Deficits hallen, in den Bäckereien und Kaufläden und errichteten auf Brücke Sant Antonio Barrikaden. Als diese thatsächlich einen Ueberschuß von 1 Million ergeben; das Deficit der von 1902 sollte sogar 11 Millionen betragen, hat sich aber auf circa Militär gestürmt waren, zerstreuten sich die Ausständigen nach 2 Millionen verringert. allen Richtungen. Ferner drangen die Ruhestörer in einen Seram Die Einnahmen des vorliegenden Entwurfs sind um beinahe laden und plünderten ihn, bemächtigten sich eines Hauses und ver8 Millionen höher als die des vorhergehenden und balancieren un- schanzten sich in demselben, um sich gegen Polizei und Militär zu gefähr mit der Ausgabe für 1903. Von den Mehrforderungen der verteidigen. Die Zahl der Toten während des vorgestrigen Tages Ausgaben fallen auch hier die bedeutendsten dem Militarismus beträgt fünf nach den Angaben der Militärbehörden, sieben nach zur Last. Das Kriegsministerium benötigt allein zur Durchführung verschiedener in den letzten Sessionen von den Kammern auf Vor- denen des Präfekten. Der General Zappino wird heute mit einem schlag der Regierung angenommenen Geseze wie Milizgesetz, Land- Regiment Infanterie, zwei Eskadrons Kavallerie und einer Batterie wehrgesetz, Kasernierungsgesetz und Pensionsgesetz ein Mehr von Artillerie dort eintreffen. 1,3 Millionen Gulden. Von den Mehrforderungen für die Kolonien, insgesamt 4 Millionen, entfällt die Hälfte auf einen Vorschuß an die Kolonie Surinam behufs Baues der Eisenbahn in das LavaGoldgebiet. Frankreich. Der Ansturm der Eigenbrenner. durch In dem Dorfe Soderpe sollen die Ausständigen mit Steinen nach dem Wagen eines Fabritbesizers geworfen und den Kutscher verletzt haben. An Stelle des verstorbenen Stadtv. Hugo Sachs werden gewählt: in den Petitionsausschuß Stadtv. Barth, in den Wahlprüfungs- Ausschuß Stadtv. Modler, in die Deputation für Statistik Stadtv. Dove. Zur zweiten Beratung steht der Nachtragsetat betreffend die Errichtung eines Filialhospitals für Männer auf dem gemieteten Grundstück zu Reinickendorf, Berlinerstraße 128. Der Antrag Augustin auf Ausschußberatung war in der legten Sigung von der Mehrheit abgelehnt worden; auf den ges nügend unterstützten Widerspruch des Stadtv. Singer mußte darauf die zweite Beratung von der Tagesordnung abgesetzt werden. Zur heutigen Beratung habent die Stadtvv. Augustin und Genossen beantragt, in den Etat auch das Gehalt für einen Lazaretgehilfen( Strankenwärter) mit 440 M. einzusetzen und den Ausgabeposten für Verpflegung und Bekleidung so zu erhöhen, daß die Säße für Beköstigung denjenigen im Friedrichs- Wilhelms- Hospital gleichkommen( pro Kopf jährlich 190 M.). Stadtv. Freudenberg( Soc.): Unfre neulichen Ausstellungen an der Vorlage haben sich inzwischen zu den Ihnen vorliegenden Anträgen verdichtet. Die Gründe für die Anstellung eines Kranienwärters für die 120 alten sicchen Leute, die in der Filiale Unterfunft finden sollen, habe ich damals bereits entwickelt. Erst heute hat das Kuratorium des Arbeitshauses be= vormittag schlossen, mit einem Heilgehilfen einen Vertrag abzuschließen, damit er bei Bedarf dort seine Dienste leistet; heute vormittag hat also das Kuratorium anerkannt, was es vor acht Tagen noch bestritt. Wir halten nun eine solche gelegentliche Aushilfe nicht für ausreichend, auch nicht für erheblich billiger; deshalb haben wir für die Anstellung eines solchen für die vier Monate vom 1. Dezember ab 440 M. in Ansatz zu bringen beantragt. Stadtrat Jacoby: Für das Jahr 1904 ist im Etat die Belegung mit 250 Insassen vorgesehen; aus diesem Grunde hat man geglaubt, demnächst mit veränderten Verhältnissen rechnen zu müssen. Der gegenwärtige Nachtrag rechnet aber mit 120 Jnfaffen; wir müssen erst abwarten, wie die Verhältnisse sich in der Filiale entwickeln. Der heutige Beschluß des Kuratoriums betrifft die ersten vier Monate nicht; wir glauben für diese Zeit auf die Hilfe, die Herr Freudenberg anbietet, verzichten zu dürfen. Die Forderung für einen Krankenivärter nach dem Antrage Das socialistische Komitee veröffentlichte eine Bekanntmachung, Freudenberg wird abgelehnt. durch welche die Arbeiter aufgefordert werden, jeden Zusammenstoß Stadtv. Dr. Freudenberg: Unser zweiter Antrag hat den Zweck, mit dem Militär zu vermeiden; den Arbeitgebern sei es gerade er- thatsächlich wahr zu machen, was die Magistratsberichte uns sonst über das Paris, 28. Oktober.( Eig. Ber.) In zwei bewegten Sigungen wünscht, wenn die Arbeiter gegen die Soldaten kämpften. Arbeitshaus- Hospital sagen, nämlich daß dieses hat sich die Deputiertenkammer wieder einmal mit den ungestümen Hospital den übrigen städtischen Hospitälern gleich steht. Bilbao, 29. Oktober. Die vergangene Nacht verlief ver- beantragen deshalb denselben Satz, der dort üblich ist, 190 Mart Forderungen der Vertreter der bäuerlichen Schnaps- Eigenbrenner zu hältnismäßig ruhig; die Lage bleibt indessen noch immer ernst. Die im Jahr oder etwa 50 Pfennig pro Tag, während die Vorlage beschäftigen gehabt. Wie seiner Zeit von mir ausführlich berichtet, Ansständigen errichteten neuerdings Barrikaden an verschiedenen 41 Pfennig ohne Brot oder 28 Pfennig mit Brot zu Grunde legt. hatte das Finanzgesetz vom März 1903 den Versuch gemacht, das Privilegium der Bauern auf ſtenerfreie Schnapsbrennerei zu Punkten der Stadt. Ein heftiger Regen, der heute früh eintrat, Die Mehrbelastung würde ganze 1500 Mart betragen; das kann beschränken. Der Versuch war schon an sich unzulänglich. Die trieb die Gruppen auseinander. Die Stadt bietet einen traurigen Berlin gewiß noch leisten. Abgeordneten der Eigenbrenner- Wahlkreise treten immer ge Anblick. Das Brot fehlt. Wie nunmehr feststeht, sind bei den schlossen auf als ein eigenartiger Interessentenring, in welchem gestrigen Zusammenstößen 6 Personen getötet und etwa 100 veralle politischen Partei- Unterschiede ausgelöscht sind. Selbst einige windet worden. Die Lokomotivführer und Heizer der Eisenbahnen socialistische Abgeordneten, und zwar solche beider Fraktionen, machen drohen, sich dem Ausstande anzuschließen. Auf Befehl aus Madrid mit dem Ring gemeinsame Sache. Und diefer parteipolitisch berief der Gouverneur die Minenbefizer zu einer Besprechung. unterschiedslose Ring bildet die große Mehrheit. Daher die Un Madrid, 29. Oktober. In der Deputiertenkammer verlas Ministerzulänglichkeit des Versuches vom März 1903. Finanzminister Rouvier mußte insbesondere das Zugeständnis machen, das Privilegium präsident Villaverde eine neuerliche Depesche aus Bilbao, wonach die unantastbar zu lassen zu Gunsten der Grundeigentümer, Bächter Kavallerie wiederum genötigt war, zu schießen. Mehrere Personen und Halbpächter, die nicht über eine größere Anbaufläche seien verwundet worden. für die Weinrebe oder nicht über eine größere Zahl von Die Miniſter traten zu einer Sizung zuſammen; in derselben Fruchtbäumen verfügen, als notwendig ist, um daraus 50 Liter wurde auch eine Abordnung der Arbeiter empfangen. reinen Alkohol zu erzielen. Für alle andren Eigenbrenner wirde Der Präfekt von Bilbao telegraphierte, daß die Ausständigen das steuerfreie Quantum zum Selbstgebrauch" auf 20 Liter reinen eine Kolonialwaren- Handlung geplündert und ein Jesuitenkloster zu Alkohol jährlich festgesetzt. Seither hat die Regierung in Ausführung des Finanzgefeßes stürmen versucht hätten, woran sie jedoch verhindert wurden. vor, Afien. Landtagswahl. Minister Budde und die Landtagswahl. Stadtrat Jacoby: Es handelt sich nicht um Kranke; der Satz bont 28% Pf. ist der durchschnittliche, für den die gefunden Hospitaliten in Rummelsburg verpflegt werden. daß hier so ohne weiteres die Erhöhung eines bestehenden Sazes Stadtv. Wallad)( A. L.): Es ist doch in der That sonderbar, beantragt wird. Es ist dafür, wie die Verwaltung bezeugt, absolut kein Bedürfnis vorhanden. Dr. Freudenberg: In Rummelsburg wird für Hospitaliten und Häuslinge insgesamt für die Verpflegung außer Brot ein Satz von 28 Pf. eingefest; auf die Arbeitshäuslinge, 3/4 der Gesamtheit, entlangt also doch die Verwaltung mit 281 f. einen niedrigeren fallen 21, auf die Hospitaliten( 4) 33 f. Thatsächlich verSay; die Hospitaliten sollen, wenn sie von dort fortkommen, schlechter verpflegt werden. Es handelt sich hier nicht um Häuslinge, sondern um Hospitaliten. Wir sind durchaus verpflichtet, diese den übrigen Hospitaliten gleichzustellen. Die Verwaltung hat auch seiner Zeit diesen höheren Saß gefordert, aber der Magistrat ihn abgelehnt. Der Antrag wird abgelehnt und der Etat unverändert angenommen. Auch hinsichtlich der Vorlage betreffend die anderweite Vergebung der Gestellung der Aftenwagen hatte die Mehrheit dem socialdemokratischen Antrag auf Ausschußberatung vor acht Tagen nicht stattgegeben, und auch hier hatten die Antragsteller die Absetzung der zweiten Lesung von der Tagesordnung erzwungen. Stadtv. Ullstein( N. L.) empfiehlt Einsegung eines Ausschusses von 15 Mitgliedern. Unbeschadet der Stellung zu der Frage der Einmischung der Stadt in die privaten Arbeitsverhältnisse dürften speciell in diesem Falle die Lohnverhältnisse der Kutscher nicht ganz unberücksichtigt bleiben. Es würden an die Kutscher nach dem Vertrage besondere Anforderungen gestellt; da jei es doch die Frage, ob 18 M. eine angemessene Entlohnung seien. Stadtv. Esmann( Fr. Fr.) bittet wie vor acht Tagen um Ablehnung des Antrages auf Ausschußberatung. Die Stadt fönne sich nicht in diese Verhältnisse einmischen. eine Reihe Dekrete und Rundschreiben erlassen. Diesen letzteren gilt mun der neueste Ansturm der Eigenbrenner. Sie schützten angebliche oder wirkliche Uebergriffe der Steuerbehörden Russische Truppenmacht in der Mandschurei. die im Die russische Reglementierung des Privilegiums nebst der damit verknüpften Regierung hat wieder einen Vorwand gefunden, ihre Truppen in der Steuerdefraudation über den Haufen zu rennen. Sie erflärten die Mandschurei zu verstärken. Die Russische Telegraphen- Agentur meldet Ausführungsdekrete und Rundschreiben für eine Verlegung des aus Mukden, angesichts der Schwäche der chinesischen Behörden, Finanzgesetzes, um so dieses indirekt unschädlich zu machen. welche ihre Versprechen nicht erfüllen, und der dort herrschenden Aus den vielen technischen Details sei nur eines herausgegriffen, Gärung rückte eine russische Abteilung gestern in die Stadt und die„ Verzuckerungs" frage. Die einschlägige Gesetzgebung hat von besetzte die Wachen. Die von japanischer Seite stammenden Gerüchte jeher den privilegierten Eigenbrennern die Beimischung von Zuder über die Errichtung russischer Forts am Jalu find übertrieben; es zu ihren selbsterzeugten Produkten verpönt. Auch das letzte Finanz- ist nur ein Wall zum Schute russischer Ansiedelungen gegen Die Gerüchte über Einrücken japanischer gesetz schließt die Berzuckerung aus. Diese wurde aber für die Chunchusen errichtet. Die antirussischen DemonInteressenten ganz besonders vorteilhaft, seitdem einerseits nach Truppen in Korea bestätigen sich nicht. der Entlastung der hygienischen Getränke", Wein, Bier, Cidre und strationen in Japan sind seltener geworden. Meth die Alkoholsteuer von 156 auf 220 Frant pro Hektoliter erhöht und andrerseits infolge der Brüsseler Zuckerkonvention die Zuckersteuer von circa 60 auf 25 Frank pro 100 Kilo herabgesetzt wurde. Die Eigenbrenner verlangten nun in Belebes igenbrenner verlangten direkter Verlegung des Gesetzes die Ausdehnung ihrer Steuerfreiheit auf die Verwendung von verzuckertem Wein- und sonstigem Treber. Finanzminister Rouvier mußte richtig neben vielem andren auch Unter dem 27. Oktober hat der Minister Budde einen Erlaß an Vom Stadtv. Augustin( Soc.) wird der Antrag eingereicht, den dieses Zugeständnis machen. Mußte, uni nämlich den Sturz zu ver- die Eisenbahndirektionen erlassen, in dem er seinen Erlaß vom 19. Juni Vertrag mit dem Unternehmer Niehoff nur unter der Bedingung zu meiden. Er hatte übrigens den Rückzug angetreten noch vor der 1903 für die Landtagswahlen erneuert. Er verwahrt sich dagegen, genehmigen, daß dieser seinen Kutschern 24 M. Wochenlohn zahlt. Interpellationsdebatte. Außer den neun Eigenbrenner- Inter- daß er den Wunsch ausgesprochen haben solle, die Eisenbahn- Heiterteit und Unruhe.) pellanten von rechts und links setzten ihm drei seiner Minister- Bediensteten möchten socialdemokratisch wählen. Stadtv. Augustin( Soc.): Es ist bezeichnend, daß die Herren So etwas hat sofort in Heiterkeit ausbrechen, wennt hier 24 M. für die Kutscher Finanzlage wohl kennen, aber viel ängstlicher um ihre eigne Wieder- natürlich niemand ernstlich behauptet. Thatsächlich aber hat Minister gefordert werden. Die Leute haben, wie ich persönlich ermittelt wahl besorgt sind als um die Interessen des Staatsfädels. und es ist gut, daß sein Erlaß an dieses Wort erinnert habe, einen Arbeitsverdienst von täglich 3 M.; die Feiertage in der Die von der kompakten Eigenbrenner- Mehrheit votierte Resolution am 24. Februar 1903 im Reichstage erklärt: Woche werden bloß mit 1,50 M. entlohnt, außerdem müssen sie verlangt die„ Abänderung" der dem Finanzgesetz von 1903 widerKrankennoch und Invalidengeld bezahlen. Von sprechenden" Reglements und Rundschreiben. Rouvier willigte in abends morgens 5 Uhr bis 8 auch 9 Uhr müssen die diese seine Amtshandlungen desavonierende Resolution ein! Leute auf dem Hofe jein. Was es heißt, von einem so geringen Lohn leben zu müssen, dafür dürfte vielen von Ihnen das Verständnis abgehen.( Sehr richtig!) Die Stadt müßte doch darauf bringen, daß die Leute einen wenigstens einigermaßen anständigen nur auf Kosten der Kutscher. Lohn bekommen. Die Stadt kommt ja zu dieſem billigen Angebot Andre Fuhrwerksbefizer zahlen 24 und 27 M.; andre, wie der Submittent Moriz, zahlen bloß 75 M. Im Wahlkreise Spandau- Osthavelland ist Pfarrer Naumann monatlich. Die bescheidene Forderung, die die Arbeiter hier gestellt haben, sollte die Stadt doch annehmen. als freisinniger Kandidat für den Landtag aufgestellt worden. Bei einer so langen Arbeitszeit ist doch ein Tagelohn von 4 Mark nicht zu viel.( Beifall.) Die Reize des preußischen Wahlsystems. Wie in Berlin der Stadtv. Wallach: Der Heiterkeitserfolg( Rufe: Schlimm genug!) Reichskanzler ein vielfach geringeres Wahlrecht hat als Wurst- Hefter, des Vorredners überhebt mich eigentlich der Mühe, auf den Antrag noch so in Altona der Bürgermeister gegenüber den Bordellwirten! einzugehen. Wir müssen uns doch vor Augen halten, daß wir mit den Aus Altona wird berichtet: Die ganze Jronie des Wahlrechts zum Arbeitern gar nichts zu thun haben( Widerspruch); wir haben es nur preußischen Landtage drückt sich in der Thatsache aus, daß der Chef mit dem Unternehmer zu thun. Wohin sollte es wohl führen, Altonaer Polizei, Bürgermeister Rosen wenn dieser erste kleine Anstoß es Dahin brächte, daß hagen, in der dritten Wählerklasse wählt, während die Bordell- wir bei jeder zu vergebenden Arbeit solche Bedingungen Der Sieg der Eigenbrenner wird die ohnehin geringen Wirfungen des Finanzgesetzes noch weiter verringern. So hat jenes Geſetz nach Rouviers Angaben für die erſten neun Monate eine Mehreinnahme an der Alkoholsteuer im Betrage von rund 16 Millionen Frank bewirkt. Im Budget aber wurde die Mehreinnahme auf 45 Millionen im Jahre veranschlagt, während der dem Staate durch die Schnaps- Liebesgabe verursachte Steuerverlust auf 100 oder sogar 200 Millionen geschäzt wird. Die beiden socialistischen Fraktionen verlangten in zwei gesonderten Resolutionen die Einführung des Alkoholmonopols selbstredend erfolglos. Budde „ Die Bediensteten können wählen, wie sie wollen, auch Social- davon demokraten, dagegen habe ich gar nichts." Im dritten Berliner Landtags- Wahlkreise ist den Freifinnigen nicht wohl. Die„ Boſſiſche Zeitung" bringt auf Ersuchen aus dem weil die andern Parteien, Konservative und Socialdemokraten, große Wahlkreise einen besonderen Aufruf zur Beistener für die Wahlkosten, Anstrengungen machen, in diesem Kreise durchzubringen. der Bewegung gegen die Stellenvermittelungs- Bureaus. In der Arbeitsbörse in Paris fand gestern vormittag eine zahlreich besuchte Versammlung von Handlungsgehilfen statt, welche sich für die Abschaffung der Stellenvermittelungs- Bureaus aussprach. Die Polizei wollte die Teilnehmer an der Versammlung zerstreuen, diese wirte in der ersten Klasse wählen. Das ist zu kostbar. schleuderten aber Steine, Tische, Stühle und Gläser gegen die Arbeitsruhe am Wahltage. Der Verein der Brauereien Berlins Beamten. Der Lärm dauerte eine halbe Stunde. Schließlich gelang und der Umgegend hat auf eine Eingabe der beiden hiesigen Sektionen es der Municipalgarde, die Menge auseinanderzutreiben. Zahlreiche des Brauerei- Arbeiter- Verbandes folgendes erwidert: Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Verein beschließt, denjenigen Arbeitnehmern, welche wahlWährend des Zusammenstoßes mit der Polizei wurde aus den berechtigt sind und die darum ansuchen, den 12. November von Fenstern der Arbeitsbörse Schivefelsäure auf die Polizeibeamten 12 Uhr mittags an frei zu geben und zwar ohne Lohnkürzung." herabgegossen, die an den Händen und im Gesicht Brandwunden erDieses dankenswerte Vorgehen wird hoffentlich dahin erweitert, litten. Unter den 30 Personen, welche verhaftet wurden, befanden daß auch denjenigen Arbeitern, die in den Vororten mit früherem sich mehrere, die schwere Verlegungen davongetragen hatten. Mehrere Wahlbeginn zu wählen haben, rechtzeitig frei gegeben wird. Polizisten mußten der erhaltenen Verletzungen wegen nach dem Krantenhause gebracht werden. W vorschreiben? Sollen wir auch vorschreiben, im Falle Kost gewährt wird, was zu Mittag und zu Abend für Essen gegeben werden soll?( Heiterkeit und Unruhe.) Mit diesen Zukunftsstaatsideen verschonen Sie uns; so lange wir noch etwas zu sagen haben, werden wir uns dagegen wehren. Die Ausschußberatung haben wir voriges Mal abgelehnt und Herr Ullstein hat nichts Neues beigebracht. Daß die Wagen unsre Firma und die Kutscher unsre Livree tragen, ist immer schon dagewesen. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.) bittet dringend, überhaupt nicht in eine Einzelberatung des Vertrages einzutreten, da der Abschluß dieser Verträge ansschließlich Sache des Magistrats fei. Zum Zwecke der Stempelberechnung sei der Sag von 18 M. zu Grunde gelegt, damit fei nicht gesagt, daß die Kutscher nur 18 Mart bekommen. Es bus minimum. Stabile Lohnhandle sich dabei natürlich bloß säge in solche Verträge hineinzusetzen, sei ein Unding; damit werde man vorläufig kein Glück haben. Stadtv. Pfannkuch( Soc.): Herr Mommsen erklärt zunächst, den principiellen Schritt des Antrages niemals mitmachen zu wollen. Man soll nie niemals!" sagen. Am Schlusse meint er dann: Vorläufig nicht. Herr Wallach hat aber ganz recht; diesem unserm Antrage werden noch andre folgen. In der städtischen Straßenreinigung haben wir Kutscher, welche auch die städtische Uniform tragen, mit noch viel niedrigeren Löhnen abgefunden, da giebt es Löhne bis zu 2,20 Mark herunter. Da habe ich auch in der letzten Deputationssitung ähnliche Anregungen, natürlich zunächst erfolglos gegeben; aber die Zeit wird kommen, wo auch Berlin in dieser Beziehung nach dem Muster von England und Holland sich richten wird. Was dort möglich ist und in der Praxis besteht, wird auch in Berlin durchführbar sein. Principiell ist doch nichts weiter dabei, als daß später die Submissionen nicht mehr so einfach wie bisher von den Unternehmern praktiziert werden können; lettere werden mit bestimmten Lohnfäßen zu rechnen haben. Dem Unfug des Submissionswesens würde mit diesem Antrag gesteuert werden. Es hat mich auch von Herzen gefreut, daß der Chef der Verwaltung der Straßenreinigung in der Deputation die Initiative ergriffen hat, daß eine solche Klausel in die Verträge wegen Stellung der Kehrmaschinen 2c. eingestellt wurde; leider war ich der einzige, der ihm dort sekundierte.( Beifall.) Stadtv. Goldschmidt( N. 2.) hält es für unthunlich, von Stadt wegen die Löhne vorzuschreiben; was zu verlangen sei, sei, daß die Unternehmer nicht auf Grund schlechter Löhne ihre Angebote machen. Deshalb empfehle sich Ausschußberatung. Stadtv. Cassel lehnt nicht ab, unter Umständen zu prüfen, ob fvirklich unzulängliche und unwürdige Löhne gezahlt werden; in diesem Falle sei soviel vorgetragen, daß eine solche Prüfung angezeigt erscheine. Redner wird also für seine Person für einen Ausschuß stimmen. Den Nachtragskostenanschlag für die Baracken für chirurgische und innere Krankheiten beim Rudolf Vircho1= Krankenhaus über zusammen 127 100 m. hat der Ausschuß nach vorgenommener Besichtigung der Probebaracke genehmigt und den Antrag, einen Raum für unreine Wäsche nur für fektionsbaracken, nicht aber für jede der 20 Baracken zuzugestehen, mit 7 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Nach einem erschöpfenden Bericht des Referenten Stebts. Reimann( A. L.) wird die Vorlage ohne Debatte genehmigt. Es liegt sodann folgender Antrag Wallach vor: Den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, warum sich der selbe über den Beschluß der Versammlung vom 9. Juni 1898, betr. Bildung einer gemischten Deputation behufs Beratung Reorganisation der Gewerbesteuer, über eine noch nicht geäußert hat. Die Versammlung beschließt hierauf mit beträchtlicher Mehrheit die Einsetzung eines Ausschusses. sich über die Lässigkeit der Kommunen in diesem Punkte beklagte. Inzwischen kam ferner das Warenhaussteuergesetz, welches die vierte Klasse immerhin ganz beträchtlich entlastete, 1901 mit 296 000 M., 1902 mit 2 Vierteljahren. Ein gewisser Nußen ist daraus also erwachsen. Diese Umstände haben die Verzögerung verschuldet; wollen Sie noch eine Vorlage haben, so können Sie sie haben( Heiterfeit); wenn Sie keine haben wollen, werden Sie mir einen großen Gefallen thun.( Große Heiterkeit.) Der Magistrat hat sich ablehnend entschieden. Galizische Arbeiter für industrielle Unternehmungen, ins besondere für Kohlenbergwerke, liefert billigst Amil. Uebernahmestelle Myslowik. Was ist das für eine amtliche Stelle, die galizische Arbeiter billigst liefert", wie etwa Bürensteinſche Kaiserbilder? Ein Gefeßentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine soll, wie berichtet wird, im Reichsamt des Innern vorbereitet werden. Verfammlungen. Stadtv. Mommsen: Die Gewerbesteuer gehört nicht zu den Steuern, die uns mehr einbringen können. Herr Singer hat sich in der gemischten Deputation schon damals überzeugen lassen müssen, daß nach der Lage der gefeßlichen Bestimmungen mit einer solchen Reorganisation nichts zu wollen war. Wir können nichts, als die Die Beschlüsse des Verbandstages der Bäcker- Jnnungen, der an uns nach fünf Jahren heute gewordene Antwort zur Kenntnis fangs dieses Monats abgehalten wurde, erfuhren eine scharfe Kriktik nehmen, daß der Magistrat unserm Beschlusse von 1898 nicht zu in einer stark besuchten Versammlung der Bäckergesellen, die am stimmt. Mit Versprechungen nach dieser Richtung den Steuer- Dienstagnachmittag in Buggenhagens Saal tagte. Der Referent zahlern zu kommen, ziehe selbst vor den Wahlen nicht. Schneider besprach zunächst den Beschluß des Innungstages, wonach Stadtv. Wallach: Die Warenhaussteuer haben wir niemals für die Innungen eine Centralstelle für den Arbeitsnachweis einrichten etwas Gutes gehalten, aber den Giftstachel haben wir ihr auszuziehen wollen. Diesem Beschluß stehen die Gesellen mit berechtigtem Mißgeglaubt, indem wir die Verwendung der Einnahmen zur Entlastung trauen gegenüber, denn im Hinblick auf die Kämpfe, welche die der unteren Gewerbesteuerklassen beschlossen. Bäcker- Innungen von jeher gegen die Organisation der Arbeiter und Sadtv. Goldschmidt wendet sich gegen einzelne Ausführungen deren Bestrebungen führen, ist mit Recht anzunehmen, daß die Centraldes Kollegen Dr. Liebknecht. Zu starke Anziehung der Einkommen- stelle in erster Linie dazu dienen soll, bei etwaigen Lohnbewegungen und Vermögenssteuer- Schraube würde für Berlin Steuerausfälle zur Streikort zu dirigieren. Die Einrichtung der Centralſtelle ist ja auch Streifbrecher aus allen Teilen Deutschlands nach dem jeweiligen Folge haben. Stadtv. Liebknecht: Herr Mommsen hat mich dem Sinne nach seitens der Meister damit begründet worden, daß man den unals Demagoge bezeichnet, weil ich kurz vor den Wahlen von Er- berechtigten Forderungen der Gesellen entgegentreten müsse. Diesem leichterungen der Steuerzahler spreche.( Widerspruch des Stadtv. 3wed folle wohl auch die Sammlung statistischen Materials dienen, Mommsen.) Ich muß es nachdrücklich zurückweisen, daß wir die ebenfalls zu den Aufgaben der Centralstelle gehört. Es ist annötig hätten, diese Taktik zu den Wahlen einzuhalten.( Große zunehmen, daß durch einseitig zusammengestelltes Material die BeUnruhe, Widerspruch und Heiterkeit.) Wir unterscheiden uns gerade hörden gegen die Forderungen des Arbeiterschutzes, dessen schärfste auf diesem Gebiete von allen anderen Parteien. Der Kämmerer Gegner ja die Bäckermeister find, beeinflußt werden Der Verband der Bäckereiarbeiter werde dafür sorgen, sprach 1898 von einer starken Kommission, welche demnächst ihre ſollen. Arbeiten vorlegen werde. Die Kommission hat jedoch existiert, ist sie daß dem statistischen Material der Innungen das von den Arbeitern vom Erdboden verschwunden oder was ist sonst aus ihr geworden? gesammelte Material entgegengestellt wird. Besonders aber müßten Eine Vorlage über die Ergebnisse ihrer Beratungen hätte uns doch die Gesellenausschüsse darauf achten, daß die Absichten, welche die vorgelegt werden müssen, denn der Magistrat kann doch nicht einfach Meister mit der Centralstelle haben, nicht durchgeführt und daß unsere Anträge unter den Tisch fallen lassen. Auf Grund einer namentlich die Streifbrechervermittelung bereitelt werde. Als unsolchen Vorlage kommen wir ja vielleicht dazu, anzuerkennen, daß berechtigte Forderungen betrachten die Meister, wie sie bisher stets Herr Maaß recht hat; aber es genügt doch nicht, daß es heißt: Der bewiesen haben, jede Bestrebung, die sich auf Verbesserung der Kämmerer Maaß hat gesprochen, der Name des Herrn Maaß sei elenden Arbeitsverhältnisse im Bäckergewerbe richtet. Wie be= gelobt!( Burufe.) Unsere Anträge müssen in ordnungsmäßiger rechtigt aber solche Bestrebungen sind, beweise der Umstand, daß sich Weise erledigt werden. die Löhne der Gesellen seit zehn Jahren nicht gebessert haben, und Stadtv. Mommsen: Wenn jetzt noch eine Antwort gefordert daß es selbst in Berlin heute noch Bäckergesellen giebt, die neben Kost wird, so haben wir sie doch vom Kämmerer heute erhalten; wir und Logis 3 bis 4 M. Wochenlohn erhalten. Nach einer Statistit brauchen das nicht mehr gedruckt zu bekommen. Herrn Liebknecht des Verbandes, die sich auf 6382 Gesellen erstreckt, haben 6281 bis habe ich den Vorwurf der Demagogie heute jedenfalls nicht gemacht. 10., 1207 10-12 2., 260 18 M., 60 21 m., das ist ein DurchIn der Gewerbesteuerfrage kann eben niemand den Interessenten schnitt von 9,30 M. Rechnet man Kost und Logis mit 10,50 M. pro Versprechungen machen. Woche, so ergiebt sich ein durchschnittlicher Wochenlohn von nur Der Antrag wird nach den Erklärungen des Kämmerers vom 19,80 m. Von den ohne Kost und Logis beschäftigten Gesellen erhielten 130 bis 18., 571 bis 21 m., 886 bis 24 m., 862 bis Stadtv. Wallach zurüd gezogen. Die Anträge Nathan und Landau betreffend das 30 M., 112 über 30 M. Das ergiebt einen Durchschnitt von Kinderkrankenhaus und die neue Station für Ge- 23,44 M. Bei solchen Löhnen könne kein Geselle, namentlich schlecht 3 franke sollen im Einverständnis mit den Antragstellern wenn er verheiratet ist, bestehen, und es sei gewiß erst in der nächsten Sizung zur Verhandlung kommen. nicht unberechtigt, hier eine Verbesserung anzustreben, die ja auch Stadtv. Kämpf( A. L.): Der Stoßseufzer des Magistrats wird Ihnen allen verständlich gewesen sein. Die anleihelose Zeit ist vorüber; nehmen Sie die Vorlage einfach an! Die Versammlung tritt dem Magistratsvorschlage bei. Schluß 8 Uhr. Sociales. Schluß wurde bekannt gegeben, daß sich das Verbandsbureau jezt im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11/12, befindet. Stadtv. Dr. Liebknecht( Soc.): Der Antrag hat eine lange Vorgeschichte; es ist eine Art ewiger Jude. Schon 1894 ist der Antrag erwogen worden; es ist schon mit dieser Frage eine gemischte Mit den vom Finanzminister und von dem Minister des Innern auf andren Gebieten dringend notwendig sei. Die Organisation der Deputation beschäftigt gewesen, auch eine Subkommission des Magi- für die Genehmigung der 228 Millionen- Anleihe Berliner Bäckergesellen habe in den letzten zwei Jahren gute Fortstrats hat darüber beraten; dann gab es 1895 wieder eine gemischte gestellten Bedingungen hinsichtlich der Tilgung und betreffs der schritte gemacht. Der Verband zählt in Berlin 700 Mitglieder. Da Deputation, welche zu einem negativen Votum fam. 1898, also vor fünf Jahren, kam ein neuer Antrag Kreitling auf Einſegung einer Teihebeträge untereinander hat sich der Magistrat einverstanden er- Organisierten noch viel stärker werden, damit die Organisation ihre uebertragbarkeit der für die verschiedenen Zwecke vorgesehenen An- aber hier ungefähr 7000 Gesellen arbeiten, so müsse die Zahl der gemischten Deputation; der Magistrat erklärte damals, er habe ja klärt,„ um endlich in den Besitz der Genehmigung der Anleihe zu Aufgabe erfüllen, die arbeiterfeindlichen Bestrebungen der Meister be= selbst schon eine Kommission zur Prüfung der Frage eingesetzt, die fämpfen und die Verhältnisse der Gesellen verbessern kann. In der verbessern kann. Beratung fönne unmöglich lange dauern, die Versammlung könne alfo gelangen".( Der Antrag auf Genehmigung datiert vom 4. Januar, Distuffion sprachen mehrere Redner im Sinne des Referenten. Zum wohl bis zur Erledigung dieser Beratungen im Magistrat warten. der Bescheid der Minister vom 21. Oktober.) Diese Beratungen sind aber bis heute nicht erledigt. 1902 hat der Magistrat in Kürze" eine Vorlage versprochen, aber nach weiteren Centralverband der Bildhauer. In der Generalversammlung der fünfvierte! Jahren hören wir bis heute immer noch kein Wort. Fünf Filiale Berlin, die am Dienstag im Gewerkschaftshause stattfand, Jahre zur Erledigung der Vorarbeiten, das ist doch eine außer ordentlich lange Zeit! Auf ähnliche Zusicherungen des Magistrats hielt zunächst der Reichstags- Abgeordnete Dr. Südefum einen könnte man danach in Zukunft eigentlich nichts mehr geben. ProVortrag über:" Die moderne Großstadt", der lebhaftes Interesse und Beifall fand. Sodann wurde die Abrechnung grammmäßig sind wir Socialdemokraten nur für direkte Steuern bom dritten Quartal verlesen. Die Bilanz der Lokaltasse zu haben; dazu gehört zwar die Getverbesteuer auch, aber sie ist eine solche, die wir in keiner Weise als besonders gerecht und zweckIn der Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels machte weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von 2835,11 M. auf. mäßig anerkennen können, weil sie das nichtfundierte Einkommen Propst Gußmann aus Argentinien über die dortigen Zustände folgende Der Bestand der Streitzuschußkasse ist von 4978,10 m. auf einseitig besteuert. Allerdings ist anzuerkennen, daß sie, insofern Mitteilungen: 5386,10 M. angewachsen. An Streifzuschuß wurden 103,75 M. aussie das Betriebskapital heranzieht, auch als eine Art Vermögenssteuer Ein Bordellwirt, der zwei öffentliche Häuser besaß, sei nach bezahlt. Die Abrechnung der Centralkasse schließt mit der BilanzAn die Hauptkasse wurden 3650 M. wirkt. Läßt sich nun an der gegenwärtigen Erhebung der Gewerbe- fechs Jahren mit einem Vermögen von über einer Million Mark fumme von 8785,28 M. steuer etwas bessern? Die staatlichen Veranlagungsgrundsäße sind nach Wien übergesiedelt, wo er aber bald sein Vermögen verspielt gesandt. Der Mitgliederbestand ist im Laufe des Quartals von 864 an und für sich nicht ungerechtfertigt; aber es muß untersucht hatte. Darauf sei er zurückgekommen und habe sich nach weiterer auf 950 angewachsen. Es wurden außerdem noch einige geschäftliche werden, ob nicht eine schärfere Progression herbeigeführt werden 1/ 2jähriger Thätigkeit mit einem Vermögen von 300 000 m. zur Die übrigen Punkte der Tagesordnung Mitteilungen gemacht. fann. Die Frage ist seiner Zeit verneint worden, aber wir tönnen Ruhe gesetzt und das Geschäft" seinen beiden Neffen übergeben. wurden der vorgeschrittenen Zeit wegen vertagt. uns dem nicht anschließen. Wir können doch, was das Gesetz frei- Wie strupellos die Händler vorgehen, zeige der Umstand, daß kürzlich Stralau. Am Sonntag, den 25. d. Mts., fand im Schröderschen läßt, eine besondere Gewerbesteuer- Ordnung einführen, und da ist ein Agent seine eigene Nichte für 200 Gulden verkauft hat. Ein Lokale hierselbst eine Volksversammlung statt. Dieselbe beschäftigte auch eine schärfere Progression zulässig. Leider ist es nicht möglich, Bräutigam, der seine verschleppte Braut aus einem Bordell sich mit der bevorstehenden preußischen Landtagswahl. Der Referent, den Kreis der Heranzuziehenden zu erweitern, da sind uns die herausholen wollte, wurde von seinen eignen Glaubens- Genosse Hinge, schilderte die wichtigsten Eigentümlichkeiten des Hände gebunden, man kann z. B. die Aerzte und Rechtsanwalte genossen verprügelt. Pfarrer Heinersdorf- Elberfeld empfiehlt, die preußischen Dreiklassen- Wahlrechts und gab einen kurzen Ueberblick nicht heranziehen. Besonders ungerecht ist die Härte, mit der die Sittlichkeitsvereine zu dem Kampf mit heranzuziehen. Redner be- über die bisherige Zusammensetzung des Landtags. Er schloß mit kleinen Gastwirte durch das Gesetz belastet werden; hier wäre eine flagt die Sittlichkeitsverhältnisse in Meh und verweist auf den der Aufforderung, jeder Wahlberechtigte möge zur Wahl gehen und Aenderung, sei es auf dem Gebiete der Betriebs- oder der Gewerbe- Mädchenhandel nach Belgien und Holland, zu dem der rheinisch- auch die Indifferenten aufrütteln. Gegner waren nicht anwesend. steuer, sehr erwünscht.§ 31 des Kommunalabgaben- Gesetzes bietet westfälische Induſtriebezirk das Material liefere. In fein Zufluchts- Nachdem der Vorsitzende noch einmal aufgefordert hatte, sich recht eine Handhabe für solche Aenderungen. 3. B. die Große Berliner", haus sei eine Supplerin unter den scheinheiligsten Versicherungen zahlreich an der Landtagswahl zu beteiligen, erfolgte die Aufstellung eine Einrichtung, welche der Stadtverwaltung seit Jahren als eine gekommen. Hinterher zeigte sich, daß fie nur junge Mädchen, der Wahlmänner. In der dritten Wählerklasse wurden Brebes Art Vampyr am Halse hängt, würde dadurch etwas kräftiger heran- frische Ware", kennen lernen wollte. In einem aufgefangenen und Bernsdorf, in der zweiten Schöp 3 und Müze aufgezogen werden können. Die Heranziehung der Theater scheint mir Brief schreibt sie, daß sie zwei Mädchen zum Preise von dreißig gestellt. insoweit sehr bedenklich, als sie auf eine Stultursteuer hinauslaufen Gulden pro Person nach Holland„ verkasten", so heiße der technische " ähnliche Bedenken die wolle. Leiber seien unsre Strafbeſtimmungen unaus allerdings mit den großen Bierpaläften anders läge. Die Gewerbe- reichenb. Frau Scheven- Dresden, Fräulein Kapprig- Berlin vom Letzte Nachrichten und Depeschen. Paris, 29. Oktober.( W. T. B.) Die Arbeiter, welche in der steuer muß vor allem als Steuer auf fundiertes Einkommen wirken,„ Bund deutscher Frauenvereine" und Gräfin Pückler- Hannover vom und dazu bietet§ 29 des erwähnten Gesetzes eine Handhabe. Diese Deutsch- evangelischen Frauenbund" protestieren gegen eine Aeußerung Gesichtspunkte wären zu erwägen, wenn auch die Gewerbesteuer des Berichterstatters, daß das Komitee es nicht als seine Aufgabe Nahrungsmittel- Branche beschäftigt find, hielten heute nachmittag dadurch immer noch nicht zu einer gerechten Steuer gemacht werden betrachten könne, den Kampf gegen die Prostitution zu führen. Sie abermals eine Sigung in der Arbeiterbörse ab, in deren Ver kann. Nach der fünfjährigen Tagung der Magistratskommiffion verlangen grundsäßliche Bekämpfung der Prostitution und des laufe Drohrufe auf den Munizipalrat, den Polizeipräfekten werden wir ja wohl demnächst ein sehr gründliches Werk von ihr Bordellwesens, sowie der Reglementierung vom menschlichen und und die Polizisten ausgestoßen wurden. Als eine Flasche aus erhalten; hoffentlich wird schließlich auch aus unsren Beratungen sittlichen Standpunkt.( Lebhafte Zustimmung). einem der Fenster der Arbeiterbörse geschleudert wurde, wodurch ein ein gutes Wert herauskommen. Hierauf sprach Professor Dr. Ullmann- München über die straf- Polizist eine Verlegung erlitt, zog die berittene Munizipalgarde blank Stadtv. Wallach: Nach dieser Rede bedauere ich unendlich, den rechtliche Bekämpfung des Mädchenhandels. Redner erblickte in dem und rückte vor. In diesem Augenblick wurden etwa zehn Flaschen aus Antrag eingebracht zu haben. Sie haben eine Steuerrede zu hören Mädchenhandel die tiefste sittliche und moralische Entwürdigung den Fenstern geschleudert, ohne jedoch jemand zu treffen. Im Verlaufe des bekommen; ich wollte bloß den Magistrat fragen, ob er nun endlich der Frau, so daß vom Standpunkt des Schußinteresses die Frage darauf entstandenen Handgemenges wurden etwa 40 Personen, zu einem Entschluß gekommen ist. Bei einer sogenannten" Re- der Einwilligung oder Nichteinwilligung keine Rolle spielen könne. Polizisten und Teilnehmer an der Versammlung, mehr oder weniger organisation" fann nichts herauskommen, darüber sind wir einig. Aufgabe der civilifierten Staaten dürfe es nicht bloß sein, einige verlegt. Mehrere Personen, die aus der zweiten Etage in die Halle So lange die Gewerbesteuer kontingentiert ist, kann sie schwerlich frasse Fälle zur Bestrafung zu ziehen, sondern es müsse dieses ganze der Arbeiterbörse sprangen, erlitten Verlegungen. Die Polizei " reorganisiert" werden. Der Kämmerer war 1898 schuld, daß schändliche Gewerbe ausgerottet werden.( Beifall.) Zur Frage der räumte später die Arbeiterbörse und nahm zahlreiche Verunser Beschuß überhaupt gefaßt wurde. Heute aber müssen wir, Ausdehnung der strafrechtlichen Verfolgung auf Fälle der Ein- haftungen vor. schon weil die Lage der Finanzen dazu drängt, endlichen Aufschluß willigung befürwortet Redner folgenden Antrag, dem die Verſamm- Paris, 29. Oktober.( W. T. B.) Gegen 7 Uhr abends nahm vom Magistrat erbitten. lung ohne Debatte zustimmte: Die Nationalfonferenz spricht ihre das Stadtviertel, in welchem die Arbeiterbörse liegt, wieder sein Kämmerer Maaß: Ich bin an diesem Ahasver schuld; ich habe Ueberzeugung aus, daß eine wirksame Bekämpfung des Mädchen- gewöhnliches Aussehen an. Man schäßt die Zahl der im Laufe des einen Reproduktionsvermerk vergessen. In der Sache hat sich aber handels die Ausdehnung des Thatbestandes dieses Verbrechens auch auf die Tages Verletzten auf 70; Polizeibeamte wurden 62 mehr oder deshalb nicht für einen Dreier geändert. Für den Ahasver bin ich Fälle der Einwilligung einer großjährigen Frauensperson notwendig minder verwundet, 60 Verhaftungen wurden aufrecht erhalten. aber nicht von allem Anfang an verantwortlich; er geht schon seit fordert. Die Nationalfonferenz beschließt gleichzeitig die Mitteilung 1894 um. Es ist aus allen mühseligen Beratungen nur heraus- ihres Beschlusses und ihrer Verhandlungen an des Reichs- Juſtizamt mit gekommen, daß die Sache nicht zu machen war, daß es nicht gelang, der Bitte um Kenntnisnahme und geeignete Würdigung bei der eine noch gerechtere Steuerkonstruktion zu finden. Alle Aenderungen Reform des deutschen Strafgesetzbuchs." Weiter erklärte sich die heute unter dem Vorsitze des Königs zusammentrat und sich mit den bringen nicht einen Pfennig mehr, denn der Betrag ist kontingentiert. Bersammlung damit einverstanden, daß das Reichs- Justizamt bei Gewiß fonnten wir eine besondere Steuerordnung machen, das der Strafgesetz- Reform auch die Bestrafung der Ausbeutung der gestattet das Kommunalabgabengefeß. Wo sollten wir aber die Be Notlage, die Frage der Strafbarkeit des Versuchs und die Ausvorrechteten finden, die eventuell einen Zuschlag zu tragen hätten? dehnung der Anzeigepflicht in Erwägung ziehe. Das war bei 86 000 Cenfiten geradezu ein Ding der Unmöglichkeit. In der letzten Sizung vertrat Dr. Burchard aus Berlin die Das stellte sich sehr bald heraus bei den Fuhrwerksbesitzern, bei den Forderung, daß die Landespolizei gegenüber bestraften Prostituierten Hotels, Brauereien usw. usw., denn die Verhältnisse sind zu ver- das Recht der Aufenthaltsbeschränkung und die Ausweisungsbefugnis schieden, es hätten wieder Abstufungen gemacht werden müssen, und erlange. Frau Scheven und Fräulein Pappris widersprechen ihm. da konnten uns auch alle staatlichen Musterordnungen nichts nügen. Auch diese Forderung überwies die Konferenz dem Reichs- Justizamte Man hat denn auch nur noch seit 1895 nach einer gerechteren Unter- zur Berücksichtigung. verteilung gesucht, nach einer weiteren Entlastung der untersten Stufen. Der Finanzminister Miquel kam dann wieder mit einer neuen Musterordnung und der Antrag Kreitling war wohl mit durch dd Amtlicher Menschenhandel? Der Ausstand in Bilbao. Madrid, 29. Oktober.( W. T. B.) Der Ministerrat, welcher Ereignissen in Bilbao beschäftigte, sprach sich für eine Verstärkung der dort zusammengezogenen Truppen aus. General Zappino wurde mit der Leitung der Maßnahmen beauftragt. In Bilbao scheint die Ruhe wieder hergestellt zu sein, obgleich der Ausstand noch andauert. Die Telephonverbindung ist wiederhergestellt. In den Vorstädten kam es zu einigen Streitigkeiten. mählich wieder eintritt. Die Straßenbahnen verkehren wieder, die Amtliche Telegramme bestätigen, daß in Bilbao die Ruhe allLäden sind geöffnet, Brot fehlt jedoch noch. Weitere Verstärkungen sind hier eingetroffen. Barcelona, 29. Oktober.( W. Z. B.) Infolge des Ausstandes In der Nr. 250 der Kattowizer Zeitung" vom 27. Oktober d. J. der Gasarbeiter feiern auch 15 000 Arbeiter aus andren die bezüglichen Landtagserörterungen veranlaßt, wo Herr v. Miquel lesen wir dieses Inserat: Industrien. Berantwortl.Redakteur: Julius Kalisti in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 254. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 30. Oktober 1903. Irland und die katholische Kirche. London, 25. Oftober 1903. werden, denn Die Frankfurter ,, Volksstimme" verharrt bei ihren Einivendungen mit folgender Begründung: " eine kurze Kritik Me Carthy:„ Wer ist unser geistiger Bedrücker? Wer hält den irischen Geist in Banden? Wer verbannt den freien Gedanken? In den englischen Gesetzen der letzten siebzig Jahre war nichts ent- Mehring schrieb die vier ersten Kapitel der Broschüre in die Die letzten Jahre haben Irland ein gut Stück weiter auf dem Industrie zu treiben. halten, was den Irländer gehindert hätte. Eigentum zu besitzen und Waage", Jahrgang 1875, des Demokraten Weiß. Er schrieb darüber Wege zur nationalen Befreiung gebracht. Im Jahre 1898 erhielt leben und warum find Warum aber stagniert unser Wirtschafts- socialistische" Replik, was wir schon in unsrer Stritit anführten, Warum aber stagniert unser Wirtschafts- was Mehring aber in seiner Erklärung ebenso übergeht, wie in seiner es eine liberale Selbstverwaltung nach englischem Muster, und im Stagnation kann nicht dem Mangel an Kapital zugeschrieben schaftlichen Gedankenwelt des Socialismus noch vollkommen fernsteht". die Priester abnorm thätig? Die Rechtfertigungsschrift. Er behauptet, daß die Abhandlung„ der wissenlaufenden Jahre wurde die Grund- und Bodenfrage nach dem Wunsche des irischen Volkes gelöst. Mit der Milderung des Kampfes Beit überall in Irland die Summe von 60 000 Pfd. Sterl. für einen lichen Argumenten, die damals für eine solche Auseinandersetzung in wir sehen, daß unsre Priester zu jeder In Wahrheit verteidigt die Schrift aber mit allen wissenschaftgegen die englische Macht beginnt sich das innere Leben Irlands Kirchenbau herausholen können. Kardinal Logue konnte in feiner der Partei zur Verfügung standen, das eherne Lohngeset Lassalles freier zu entfalten und die ersten Signale dieser freieren Entfaltung Diözese durch einen einzigen Wohlthätigkeitsbazar 30 000 Pfd. Stert. und unfern grundlegenden Saß, daß die Quelle aller Werte die find die ſocialiſtiſchen Regungen unter den Arbeitern und die zusammenbringen, um das Junere einer Stathedrale auszuschmücken. Arbeit ist. Auf das" Kapital" von Mary wird an den entscheidenden nationalliberalen Bestrebungen unter den gebildeten Schichten der Die Ursache der Stagnation, des Niederganges und der Hilflosig- Angehörigkeit betrifft, so betont sie Mehring dugende Male in ber Stellen wiederholt verwiesen. Und was seine damalige Parteis irischen Mittelklasse. Die socialistischen Regungen sind selbstredend keit Irlands" liegt in der Priesterherrschaft, die unirem Volke den Broschüre. Wir geben nur drei Proben. Erste Probe: Um meine gegen die besigende Klasse überhaupt gerichtet, die national Unternehmungsgeist, das Selbstvertrauen und die Ersparnisse raubt. Barteigenoffen... zu orientieren, schrieb ich liberalen Bestrebungen hauptsächlich gegen die Allmacht der Kardinal Logue kommt nächstens nach Beßbrook, um da den Grund- in den Volksstaat", d. h. in unser damaliges Central- Parteiorgan katholischen Kirche, die dem bürgerlichen, nationalen Leben stein zu einem Kloster zu legen. Er wird da auch Fabriken und Ge-( Waage" 1875, S. 347, Broschüre S. 8). 3wveite Probe:" Vielleicht und den modernen Ideen feindlich gegenübersteht. Das schäfte finden. Aber von wem wurden diese gegründet? Von meinen Sie, daß hier aus mir nur der Socialist spräche"(" Waage", fultur- und naturwissenschaftsfeindliche Wesen der katholischen Kirche protestantischen Köpfen und Händen, die sich nicht durch Kardinale S. 377, Broschüre S. 32). Dritte Probe:" Ich beschränke mich auf läßt sich noch am besten in Irland studieren, wo der Katholicismus mystifizieren und fesseln lassen." diese Andeutung, da ich trotz der mir als Socialdemokrat angebornen souverän, d. h. durch eine geistig freie Kultur noch nicht gebrochen ist. In den letzten zwei Jahren sind von irischen Katholiken mehrere fämpfen die katholische Stirche wegen ihres orientalischen AntiDies sind bürgerliche Stimmen aus Jrland. Sie be- Rüpelhaftigkeit" selbstverständlich" usw.( Waage", S. 363, Broschüre G. 19). Werke, Broschüren, Essays 2c. erschienen, die mit der irischen Geist nationalismus, ihrer mittelalterlichen Scholastik und ihrer Ver- Mitteilung, daß sie die strittige Broschüre nächstens ganz abdrucken An diese Darlegung knüpft die Frankfurter Volksstimme" die lichkeit scharf ins Gericht gehen. Besondere Aufmerksamkeit erregten geudung der Volksersparnisse. Sie wollen nationalen und liberalen werde. die Schriften des irischen Gynmasiallehrers Frant Hugh D'Donnell Sinn in der Politik, Naturwissenschaften in der Schule und Industrie und des irischen Juristen J. H. McCarthy. O'Donnell beschäftigt im Wirtschaftsleben. Ihre Schriften machen indes nicht den Einsich vornehmlich mit dem geistestötenden Einfluß der katholischen brud, daß ihre Verfasser Reformatoren sind. Sie sind nur Vorläufer Kirche auf das Erziehungswesen, während McCarthy die allgemeinen der Verbürgerlichung Irlands. Aber auch dies ist schon ein Verder Welt. dienst, denn Irland ist vorläufig eines der reaktionärsten Länder Kulturverhältnisse bespricht. Die Bevölkerung Jrlands ist zu 75 Broz. Katholisch. Die englische Regierung hat seit langem die katholischen Geistlichen begünstigt, um sie als die Führer des irischen Volkes zu gewinnen. Der Hauptsitz der theologischen Gelehrsamkeit Irlands ist St. Patricks College im Dorfe Mahnooth oder gemeinhin Maynooth- College, das von der englischen Regierung reichlich unterstützt wird, obwohl Maynooth für die Theologie oder Philosophie nichts, absolut nichts leistet. Das Mittelschulwesen Irlands liegt fast ganz in Händen der Geistlichkeit. Das Volksschulwesen ist, gleich dem englischen, teils Nach dem Parteitage. Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht: Folgende Erklärung Mehrings wird in der " " " Karte über Schoenlant geschrieben: Dann hatte die Frankfurter Voltsstimme" zu dem Kapitel der Mehrings Rechtfertigung müßte vielmehr darin bestehen, daß er nachweise, Harden habe von ihm 1892 für einen halben Parteigenoffen gehalten werden müssen, so daß er ihm so etwas über einen andern Barteigenossen anvertrauen durfte." Darauf antwortet Mehring: " Zunächst fabelt die Frankfurter Boltsstimme", daß ich dem Harden so etwas" anvertraut habe; dann aber habe ich den Nachweis, den sie von mir wünscht, in meiner Schrift geführt, nur daß ich, um sie nicht mit zu viel alten Brieffchaften" zu belasten, auf meine Schrift gegen Harden verwiesen habe, wo die urkundlichen Beweise für " In der Sonntagsnummer des„ Vorwärts" veröffentlichten die Hardens halbe Parteigenossenschaft" abgedruckt sind. Ich habe Redakteure Eisner und Gradnauer ein verleumderisches Pasquill allerdings von jedem Parteikritiker so viel Anstand erwartet, daß er, gegen mich, auf das ich um die Parteipresse nicht mit endlosen wenn er an meinen Angaben zweifelte, die von mir angeführte öffentlich, teils kirchlich, aber die weitaus große Mehrzahl der Bolts aweiten Auflage meiner Rechtfertigungsschrift antworten werde. Ich Volksstimme" müssen alle Dinge zum besten dienen: wenn ich alte Erklärungen zu überschwemmen in der demnächst erscheinenden Quelle nachschlagen würde. zu Aber den Gerechten der Frankfurter werde darin diesen neusten an mir probierten Streich ebenso Punkt Briefschaften" abdrucke, so bin ich ein Verräter, und wenn ich mir für Bunft aufbecken, wie ich den in Dresden an mir verübten Streich im Abbruck alter Briefschaften" ein gewisses Maß auferlege, so in der ersten Auflage meiner Schrift aufgedeckt habe. avanciere ich zum unbestreitbaren Verräter". " " Die Frankfurter Boltsstimme" führt dazu aus: " " schulen, auch wo sie staatlich sind, stehen unter Aufsicht der Priesterschaft. Anstellung und Entlassung der Volksschullehrer hängt unter diesen Umständen einzig und allein von ihrem religiösen Charakter ab; erzieherische oder wissenschaftliche Tüchtigkeit spielt dabei gar keine Rolle. Einstweilen muß ich aber wenigstens zu einem dieser Punkte Uebrigens sind die Briefter auch gar nicht im stande, über die Tüchtigkeit der schon Stellung nehmen, da Genosse Jaech ihn in der vorgestrigen Lehrer zu urteilen. Denn die Bildungsstufe der Priester ist un- Nummer der Leipziger Volkszeitung" angeschnitten hat. Bei dem mit dem Anerbieten, den Parteigenossen in der bürgerlichen HardenDie Karte Mehrings gegen den„ Lümmel" Schönlank an Harden glaublich niedrig, wie dies aus einer Aussage des Bischofs von Streit über die Pleißnersche Notiz habe ich mich bemüht, meine schen Bulunft" zu vermöbeln, stammt vom 11. September 1892. Limerick hervorgeht. Am 19. September 1901 fagte dieser vor der Stellung als ehemaliger Mitarbeiter des Vorwärts" und nun- Von derfelben Zeit schreibt aber Mehring in seiner Broschüre Universitäts- Kommission aus:„ Die Geistlichen haben nicht die mehriger Chefredakteur der„ Leipziger Volkszeitung" zu benutzen, um von 1899, S. 32:" Ju diese Zeit fielen die praktischen Vorbereitungen Bildung, die ihrer Lehrthätigkeit( an den Mittelschulen) entsprechen geglaubt, daß der Redakteur Gisner im Rechte und mein Kollege zugter Mitarbeiter des Blattes zu werden: wir seien ja in allem den Frieden zwischen beiden Blättern herzustellen. Ich habe damals der Zukunft". Herr Harden bestürmte mich unausgesetzt, bevorwürde. Von den 118, weltlichen Brieftern unter meiner Jurisdiktion Jaech im Unrecht sei! Es ist meiner Natur nicht gegeben, Ver- Wesentlichen einig, seine künstlerische Bewunderung Bismarcks bilde haben 112 entweder keine Universitätsbildung oder überhaupt keine sicherungen, die der Redakteur Eisner mit dem vehementen Trumpfe doch kein Hindernis eines politischen Zusammenwirtens. Ich meinte Bildung. Fast das ganze Mittelschulwesen Irlands befindet sich in bekräftigte: Wenigstens würde ich zugleich den Antrag stellen, dagegen: Bismard ist kein Stünstler, sondern ein Politiker; Sie Händen der Priesterschaft. Fast in jeder Diözese befindet sich ein daß die Kerle, die am" Vorwärts" ein so schmuziges Handwerk tönnen nicht seine Person bewundern und feine Politik ans Seminar für Lehrkandidaten. Aber die Seminarlehrer, lauter Geistliche, treiben, fofort aus der Partei ausgeschlossen würden", von greifen; wenn wir an einem Strange ziehen sollen, so studieren erhielten selbst teine wahre Erziehung. Sie studieren in Maynooth, vornherein für unwahr zu halten. Unter dem Eindruck dieser und Sie erst Marg und Lassalle( von denen er außer Lassalles Broschüre aber sie bringen von dort weder eine klassische, noch eine natur- ähnlicher Versicherungen habe ich damals dem Redakteur Eisner ge- gegen die liberale Presse nichts kannte), dann wollen wir uns wieder wissenschaftliche oder mathematische Bildung mit. Zudem fehlt ihnen Leipzig her geführte Polemik und würde Vorsorge treffen, daß fich wir persönliche Freunde bleiben, aber nicht politische Zeltgenossen fagt oder geschrieben, ich bedauerte die wegen des Bleißner von prechen; so lange Sie für Vismard und Nietzsche schwärmen, können das undefinierbare Ding, das zwar nicht wissen, wohl aber Geistes- folche Polemiken nicht wiederholten. Beiläufig bestand diese Bor- werden!" Und dabei ist es bekanntlich auch geblieben. Also: wenn fultur ist: Ghrgefühl, Takt und das richtige Urteil in den forge" darin, daß ich meinen Kollegen Jaeckh bat, in ähnlichen Worte einen Sinn haben, schrieb danach Mehring feine Drohung Angelegenheiten unsres Lebens. Ich könnte unter meinen Priestern Sachen nicht ohne vorherige Verständigung mit mir vorzugehen, gegen Schönlant an denselben Harden, dem er zur selben Zeit als dem keinen einzigen finden, der im stande wäre, unsre Schuljugend in ein Wunsch, den er seitdem in der denkbar gewissenhaftesten und Bismarcianer und socialen Nichtswisser die politische Zeltgenoffenden Anfangsgründen der Physik, Chemie oder andren Zweigen der loyalsten Weise berücksichtigt hat. Naturwissenschaft zu unterrichten... schaft mit Recht veriveigerte. Und nichts anderes behauptete unfre Es giebt noch ein andres Kritik an Mehrings Rechtfertigungsschrift auch in diesem Punkte. Verhältnis zwischen Geistlichkeit und Schule in Irland: in dem Was will also Mehring mit dem Vorwurf fachlicher Entgrößten Teile unfres Landes sind die Geistlichen die Verwalter der Thatbestand festzuhalten, ftellungen" gegen uns? Wie nötig es ist, den oben festgestellten Elementarschulen. Sie stellen Lehrer an, sie beherrschen das ganze an erster Stelle der geigt Kautskys neuefter Artikel Wirken der Schule. Da wäre es doch vor allem nötig, daß die Neuen Zeit" mit der Ueberschrift: Franz Geistlichen erzogen sind.... Das Ergebnis dieser Zustände ist, daß wenn der nüchterne Thatbestand, wie oben, aufgeklärt wird." Mehring. Dieser Artikel fällt vollständig in sich zusammen, unfre Bevölkerung unterzogen, unerleuchtet bleibt und absolut unfähig ist, ihre Pflichten zu erfüllen." In der neuesten Nummer der Bukunft" äußert sich M. Harben zu Mehrings Broschüre. Unter anderm schreibt er: Dies ist ein hartes, aber ohne Zweifel unparteiisches Urteil über die geistlichen Führer des katholischen Irlands. Es wird noch durch andre kompetente Beugen bestätigt. Vor derselben Kommission sagte Mr. Berwick, der Präsident von Queens College( Universität) in Galway, aus, daß, wenn die Profefforen alle jene Studenten zurüd weisen wollten, die mit ungenügender, Vorbereitung zur Universität tommen, so müßten fie 80 Broz. zurückweisen; von einer Kenntnis der klassischen Sprachen könne bei diesen Abiturienten nicht die Rede sein; die Professoren seien gezwungen, anstatt die Klassiker zu lesen, mit dem Unterricht des Lateinischen zu beginnen. Ebenso erklärte Herr Bensbach, Professor der modernen Sprachen, daß er gezwungen sei, den Universitätshörern die Anfangsgründe des Französischen und Deutschen beizubringen, da die jungen Leute ganz ohne Kenntnis dieser Gegenstände zur Universität kommen. Man soll indes nicht annehmen, daß diese Uebel dem Mangel an Schulfonds geschuldet sind. Die englische Regierung und Irland find stets bereit, das irische Schulwesen zu fördern. Maynooth erhielt im Jahre 1870 von der englischen Regierung eine Ablösungs fumme von 360 000 Pfb. Stert.( 7,2 Millionen Mark) und erhält jährlich einen Zuschuß von 20 000 Bfb. Sterl.( 400 000 22.). Die Iren sammelten 25 000 Pfd. Stert. für eine Universität. Die Vermachungen und Stiftungen belaufen sich auf Millionen. Aber was geschieht mit dem Gelde? In fleinen Dörfern und Weilern", sagt D'Donnell, werden Kirchen gebaut, die von 60 000 bis 100 000 3fd. Sterling tosten, Kathedralen werden ausgeschmückt, Paläste für Erzbischöfe hergestellt. Priester in ganz elenden Dörfern hinterlassen Vermögen von 10 000 bis 35 000 Pfd. Sterl." Und die Schulen darben, der technische Unterricht wird ganz verdrängt und die wenigen Laienlehrer werden solange boykottiert, bis sie den Priestern das Feld räumen. " Jedenfalls fann der Vorwärts" auch heute nicht bestreiten, daß meine damalige Intervention von dem aufrichtigen Bestreben dittiert Gleichwohl gräbt er meine alten Briefschaften" zu dem Zwecke aus, war, den Frieden zwischen den beiden Blättern wieder herzustellen. mich mit Jaech zu verheßen. Das Urteil über eine solche Hand lungsweise überlasse ich jedem Parteigenossen. Uebrigens ist diese Sache ein sehr beiläufiges Jtem in dem Handwerk, das die Redakteure Eisner und Gradnauer am Vorwärts" treiben. Die Aufklärungen, zu denen ich darüber von ihnen in der gewaltsamsten Weise herausgefordert worden bin, werden dem Redakteur Eisner reichliche Gelegenheit bieten, nunmehr den von ihm vor anderthalb Jahren konditionell erwogenen Antrag in praktische Erwägung zu ziehen." Wir haben dazu nur zu bemerken, daß die„ Leipziger Volkszeitung" aus der erwähnten Erklärung unsrer Kollegen Eisner und Gradnauer außer einem furzen Sage nichts mitgeteilt hat. ve Ferner erhalten wir folgende Zuschrift: An die Redaktion des Vorwärts". " " Behauptung war, ich hätte ihm meine„ Bismarcschwärmerei" sorgsam Zugleich zeigen die Briefe, wie wahrhaftig Mehrings frühere verhehlt und auch später nie davon gesprochen". Für seine Gewissender mir bis dahin ganz unbekannte Mann( Harden) das Material gegen Lindau in mein Haus"(" Rechtfertigung"). Auf der fünften haftigkeit noch einen zweiten Beweis: Im Herbst 1890 schleppte Seite seiner Broschüre„ Der Fall Lindau" hat Herr Mehring erzählt, wer ihm das„ Material" geliefert habe; ich konnte es ihm nicht liefern, weil ich's nicht hatte, und besuchte ihn, den ich nicht kannte, Erklärung des Genossen Cunow habe ich zu bemerken, daß mir weder Hauptungen. Alles irgendwie Wesentliche habe ich am 4. März 1899 Zu der in der heutigen Nummer des„ Vorwärts" veröffentlichten schienen war. Von demselben Kaliber sind seine übrigen Beauf seine Bitte, erst, als sein Alarmartikel gegen Herrn Lindau ervon ihm, noch von einem der andren Genossen, die mir in der in der Zukunft" ausführlich widerlegt; wer sich dafür interWoche vor dem Parteitage eine Warnung zukommen ließen, der essiert, mag diese Erwiderung nachlesen, Name Eisners genannt worden ist. Ich habe diesen Namen in Braun mir schrieb:" Jeden nicht direkt gehässig Urteilenden von der Genosse diesem Zusammenhange zum erstenmal gehört, als ich mich in muß sie überzeugen.". Dresden selbst bei einer Reihe von Genossen danach erkundigte, wen wünscht, mag sich Wer irgend eine Auskunft Braun mit dem Gewährsmann gemeint habe, auf den er sich am Urteil längst so gleichgültig geworden wie seine Stellung in der an mich wenden. Mir ist Mehrings 16. September öffentlich vor dem Parteitage berief. Organisation und Presse der socialdemokratischen Partei. Er deutet F. Mehring. aber auch an, Bruno Schoenlank- den er in seinen Briefen an mich Lümmel" und" Schuft" genannt und gegen den er mir Material" angeboten und anvertraut hatte- habe später seinem Urteil über den vielen Briefen, die Schoenlant mir schrieb, einen der letzten mich und meine Wochenschrift zugestimmt. Ich greife deshalb aus heraus. Hier das Hauptstück: Stegliz Berlin, 28. Oftober 1903, F. Mehring bestätigt mit vorstehender Erklärung, daß keiner meiner Kollegen mich in einer Warnung an Mehring der Mitthäterbeschuldigt hätte. F. Mehring bestätigt weiter, daß meine Gewährsschaft oder Mitwisserschaft an dem Dresdener Angriff verleumderisch mannschaft" für Braun einzig und allein darin besteht, daß ich bezeugen zu können glaube, Braun habe bis vor einigen Monaten die " Gartenlaube"-Artikel nicht gefannt. " H " " Kurt Eisner. " " " • 14. 11. 1901. Ihr Brief war ein willkommener Gruß aus der Reihe der guten Europäer. Ich hoffe und wünsche, daß Ihre Besorgnisse wegen der Zukunft" unbegründet sind: die Minierer werden selbst in die Luft fliegen. Gescheite Gelehrte und Publizisten thäten gut, Ihre Zeitschrift als freies Organ zu benußen.( Folgt Empfehlung des socialdemokratischen Landtags- Abgeordneten Adolf Müller in München.) Soeben habe ich Ihren Artikel„ Der Tag" gelesen. Wer sich so verabschiedet, kommt fiegreich und frisch auch aus dem Weichselsumpf zurück. Für Ihren Rat, mich mit meinen Leiden an Schweninger zu wenden, besten Dank. Ich halte ihn auch für einen großen Praktiker, einen Künstler... Auf gutes Ueberstehen Ihrer Haft, auf gute Aspekten für die Zukunft" und auf Wiedersehen rechne ich mit bestem Gruß als Ihr er gebener Schoenlant. Die Frankfurter Boltsstimme" hatte bei ihrer Besprechung der Mehring Broschüre verschiedene Einwendungen zwischen ihr und Mehring geführt haben. Durch einige Citate wird der gegen den Inhalt erhoben, die zu einer weiteren Auseinanderseẞung Gegenstand des Streites flar werden. Mehring antwortete nämlich Me Carthy greift zu den Volkszählungen der letzten dreißig der Frankfurter Voltsstimme" am Montag in der„ Leipziger BoltsJahre und weist zahlenmäßig nach, daß die Zunahme der geistlichen zeitung": Bevölkerung Hand in hand geht mit der Abnahme der Laien- Dann behauptet die Frankfurter Vollsstimme", daß ich„ Verbevölkerung. Im Jahre 1901 gab es in der Landschaft Munster schleierungsversuche" machte, daß ich nicht frant, fröhlich und frei" 4578 katholische Priester, Mönche, Nonnen und geistliche Kandidaten frühere Fehler bekannte. Ja, bis in welche Ewigkeit hinein soll ich gegen insgesamt 2222 im Jahre 1871; während dieser Periode nahm liche Stellung gegen die Bartei eingenommen, sie heftig und undenn wiederholen, daß ich in den Jahren 1876 bis 1881 eine feinddie Laienbevölkerung um 318 410 Personen ab. In der Landschaft gerecht angegriffen habe? Ich habe es nun nachgerabe hundertmal Connaught zeigt sich ein ähnliches Verhältnis, ebenso in der Land- erklärt, auch vor dem Parteitage und noch in meiner Rechtfertigungsschaft Leinster. In dem Maße, wie die Priester die Schule ver- fchrift. Wenn ich sage, daß ich bei der Abfassung meiner Schrift nachlässigen und jedes moderne Denken verbannen, fördern sie den gegen Treitschte der Partei zwar nahe gestanden, aber nicht, wie Aberglauben und den groben Materialismus. In den Distriktene Bernhard und Braun behaupteten, ihr angehört hätte, so hat Waterford, Tipperay und Cork zahlen die Bauern den Priestern für Bebel das in Dresden bestätigt, und ich fann doch nicht frant, frei Messen, um die bösen Geister vom Vieh fernzuhalten und die und fröhlich" lügen, bloß weil die Frankfurter Boltsstimme" es In der Nr. 251 des Vorwärts" wird ein Nachträgliches Milch butterreich zu machen. Wunder, Marien- Erscheinungen wünscht. Ich habe vollkommen wahrheitsgemäß sowohl die Entaur Bolendebatte" benannter Artikel der Genoffin Luxem Wunder, Marien- Erscheinungen stehung jener Schrift angegeben, als auch ihren Jubalt stizziert; burg veröffentlicht, in dem die Verfasserin gehässige persönliche und Reliquien giebt es in Irland die schwere Menge. Seinem will mich die Frankfurter Voltsstimme" der Lüge überführen, mun Angriffe auf mich mit einer Anzahl neuer irreführender Behauptungen flerifalen Kritiker Dr. Mannix, der erklärte, daß die Stagnation, gut, so schenke ich ihr das Eigentumsrecht an der Broschüre, und sie über die sogenannte Polenfrage verflochten hat. der Niedergang und die Hilflosigkeit Jrlands einzig und allein der mag sie dann neu drucken lassen. Ich sehe dieser Brüfung meiner wirrung und Widerlegung bedarf ich eines Thatsachenmaterials, das Zu deren Ents englischen Mißwirtschaft und Versilvuung geschuldet" feien, antwortet| Wahrheitsliebe mit vollkommener Gewissensruhe entgegen." Imir noch nicht vollständig zu Händen gekommen ist. Ich muß des" 1 nicht berufen. Und nach alledem ist kaum noch nötig, ausdrücklich Auf diesen toten Zeugen kann der liebe Herr Mehring sich also zu sagen, daß alles, was diese Rechtfertigung" an den Namen Schoenlants inüpft, erfunden oder völlig entstellt ist." * An die Redaktion des Vorwärts". " halb, da ich eine achttägige Agitationsreise nach Hamburg anzutreten habe, meine Antwort mir bis nach meiner Rückkehr vorbehalten. Berlin- Halensce, 29. Oktober 03. G. Ledebour. * Druckfehler Berichtigung. In der Entgegnung Bernhards zur Mehring Broschüre in der vorgestrigen Nummer heißt es durch einen Irrtum in dem Citat aus den Briefe Mehrings an Harden:„ Abgesehen davon war ich bereit und bin bereit". Es muß heißen Abgesehen davon war ich bereit und gern bereit". Partei- Nachrichten. Krupp gerichteten Verlegungsflage nicht verändert erscheint. Die aus nah und fern zu. Seit Anfang Februar bis Anfang Oftober Entscheidung schließt mit den Worten: Im übrigen wird die beirug die Zahl der Verpflegungstage 27 260, wovon 18040 von Nichtigkeitsklage abgewiesen". den Arbeitsunternehmern gedeckt wurden. Der leberschuß von 6345 M. wurde den Kolonisten als ihre Ersparnisse gutgebracht. Die Harpener Bergbau- Gesellschaft und ihre Arbeiter. Ein charakteristisches Beispiel dafür, wie die Unternehmer auf Kosten der Außer den bestehenden Betrieben sind neuerdings auch Kürschnerei Löhne ihrer Arbeiter ihre Gewinne zu erhöhen verstehen, bietet der und Stod fabrikation von leistungsfähigen Unternehmern eingeführt worden. Diese( die Unternehmer also!) finden bei den letzte Geschäftsbericht der Harpenter Bergbau- Gesellschaft. Obgleich dieses Unternehmen für das letzte Geschäftsjahr die gleiche Dividende mietsfreien Arbeitsräumen und den billigen Arbeitslöhnen sehr wie im Jahre zuvor( 10 Proz.) verteilt, sind die Löhne erheblich gut ihre Rechnung. Es sind noch einige Räume an Unternehmer zuriidgegangen. Mit lobenswerter Offenherzigkeit verkündet der Be- mietsfrei zu vergeben. Nähere Auskunft: die Vorsitzenden der Kolonie, Maurermeister Markus Adler und Fabrikbesizer Moris Rosenow, richt, daß der durchschnittliche Arbeitslohn pro Mann und Schicht Nitterstr. 87. Die herannahende rauhe Jahreszeit führt der Kolonie von 4,07 M. im Vorjahre auf 3,93 M. gesunken ist. Trotz der Er fortgesetzt neue Insassen zu. Die Zahl beträgt nahezu 70. Kleidungsmäßigung der Arbeitslöhne versteht es aber die Gesellschaft auchstücke, Wäsche und Fußzeug werden von Wohlthätern hoffentlich meisterhaft, die Arbeitsleistung aufs unerhörteste auszunuzent. wieder der Kolonie zugehen. Arbeitsleistung. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins! Arbeiter, feht in den Barbiergeschäften nach der gelben Bom Dresdener Parteitags- Protokoll ist jetzt die dritte Auf- Denn wie die Höhe der Durchschnittslöhne gesunken ist, so ist Wer sind nun eigentlich die Empfänger der Wohlthaten? Die Tage gedruckt und gelangt von heute ab in der Reihenfolge des die Arbeitsleistung gestiegen. Sie betrug immer nach dem bedauernswerten Kolonisten, die ihre Arbeitskraft für 70 Pf. pro Tag Eingangs der Bestellungen zur Versendung. Diejenigen Orte, die Geschäftsbericht 0,877 Tonnen im verflossenen gegen 0,873 Tonnen verschenken müssen und trotz ihrer Arbeit auf erbettelte Kleidungsnoch Bestellungen aufzugeben haben, werden gebeten, diese umgehend im vorigen Jahre. Mehr aber noch als die Thatsache der Lohn- stücke angewiesen sind? Oder die Unternehmer, denen die Arbeitszu richten an die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, reduktion an und für sich verdienen diese Ziffern deshalb Beachtung, träfte für 70 Pf. geliefert werden, denen dazu Arbeitsräume_geLindenstraße 69. weil man daraus erkennt, wie die Aktiengesellschaften, nur um den schenkt werden, die von aller Verantwortlichkeit, von allen KassenDie socialdemokratischen Storthings- Abgeordneten. Am Sonn- hohen Börsenkursen Rechnung zu tragen, ihre Dividenden erhöhen. abend fand in Kristiania eine erhebende Feier statt zur Bewill- Da greift man natürlich zu dem bequemsten und sichersten Mittel: beiträgen für ihre Arbeiter befreit sind? Sind sie nicht die eigentkommnung der socialdemokratischen Storthingsmänner Rebatteur man verteilt Dividenden auf Kosten der Arbeitslöhne und der gebeuteten Koloniſten diejenigen, die den Unternehmern Wohlthaten lichen Nugnießer dieser Wohlfahrtseinrichtung und die armen Auserweisen? J. Berge, Fischer Lind Johansen, Landwirt Foshang Der zweite Vorsitzende der Kolonie, an den sich die und Pastor Dr. Alfred Eritsen, sowie des wiedergewählten Schiffsvertrag zwischen der Hamburg- Amerika- Linie und dem Vertreter der Stockarbeiter wandten, um eine Aussprache über diese Storthingsmannes Egede Nissen, der zwar nicht offiziell der Norddeutschen Lloyd. Die„ Weser- Zeitung" teilt mit, daß nach einem Mißstände herbeizuführen, hat auch jetzt noch nicht auf das Socialdemokratie angehört, aber im Storthing stets, selbst wenn er zwischen dem Norddeutschen Lloyd und der Hamburg- Amerika- Linie höfliche Schreiben geantwortet. Es sollen jetzt schon allein stand, für die Arbeiterinteressen eingetreten ist. Er erklärtet er fühle getroffenen Abkommen der ostasiatische Dampferdienst weiterhin so 25 Kolonisten mit der Stockarbeit beschäftigt sein. Für die vers sich als ein Bruder der Socialdemokraten und habe dasselbe Ziel wie geteilt werden soll, daß der Norddeutsche Lloyd den Reichspoſt- hältnismäßig kleine Branche der Stockfabrikation muß natürlich eine fie: die Befreiung und Erhebung der Arbeiter. J. Berge schilderte Dampferdienst, die Hamburg- Amerita- Linie den Frachtdampferdienst solche schmähliche Schleuderkonkurrenz sehr verderblich wirken. Die in einer interessanten Rede das Wachstum der Socialdemokratie in übernimmt. Der Vertrag bezweckt eine bessere Ausmuzung des Versammlung sprach sich einmütig für energische Fortsetzung des Narvik, der jüngsten Stadt im norwegischen Norden. Als die Stadt Dampfermaterials, als dies nach der bisherigen Beteiligung der Streits bei Schmeling u. Varta aus. am Anfang ihrer Eniwicklung mir eine Straße hatte, zählte der Gesellschaften an dem Reichspost- Dampferdienst beziehungsweise dem Auf den angekündigten Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Maifestzug nur 300 Personen, je mehr Straßen hinzukamen, um so Frachtdampferdienst möglich war. Der Norddeutsche Lloyd über- Rosenow mußte zu großem Bedauern der Anwesenden verzichtet größer wurde auch die Maidemostration. Mit der Ausbreitung der nimmt von der Hamburg- Amerita- Linie den Dampfer„ Kiautschou", werden, da der Referent nicht erschienen war. Stadt hielt die Ausbreitung der Socialdemokratie gleichen Schritt. Die Hamburg- Amerika- Linie vom Norddeutschen Lloyd die Dampfer Narvik war es bekanntlich auch, das den ersten Socialdemokraten Bamberg"," Stolberg"," Königsberg"," Straßburg" und„ Nürnberg". ins Storthing wählte. Bedeutungsvoll war auch die Rede Alfred Zur Lage der Dampfschiffahrt. Nach einer Uebersicht der„ HamEriksens. Er erklärte unter anderm, daß der Socialismus in Nor- burger Nachrichten" über die voraussichtlichen Jahresergebnisse der Kontrollkarte 1903; die zweite Oktober- Woche muß mindestens ab wegen nun in ein neues Stadium eingetreten sei und daß es nun gelte, dafür zu sorgen, daß die socialistischen Ideen Fleisch und großen Hamburger Schiffahrtsgesellschaften, hat die Hamburg gestempelt sein, alle andren Karten sind ungültig und nur darauf gelte, dafür zu sorgen, daß die socialistischen Ideen Fleisch und Amerika Linie in diesem Jahre ein relativ gutes Geschäft ge- gerichtet, Euch zu täuschen, indem die betreffenden nicht mehr MitBlut werden. Die ganze Feier war von lebendiger Begeisterung macht. Die günstigen Einnahmen aus der Passagierbeförderung glieder des Gehilfen- Verbandes find. getragen. Auch auf die Arbeitgeber, haben die ungenügenden Frachtergebnisse gut ausgeglichen, so daß welche sich als Genossen empfehlen, ist zu achten, indem deren Gehilfen man etwa 5-6 Proz. Dividende erwartet. Die Aussichten seien allerdings zweifelhafter, sofern die ersehnte Frachtenbesserung nicht meistens nicht organisiert sind. " In der Straffache gegen H. und Genossen wegen Uebertretung eintritt, da mit einer Fortdauer der großen Auswanderung und des werden Sie im Auftrage des königlichen Amtsgerichts, unter der An- starken Kajütenverkehrs kaum gerechnet werden könne. Bei der vor der Thür, die Arbeitslosigkeit wird immer größer, unsre Kasse flage, Sie haben am Sonntag, den 14. Juni 1903, teils einzeln Hamburg- Südamerika Linie habe sich die Lage gegen ist leider nicht in der Lage, Abhilfe zu schaffen. Unterstüßt uns teils gemeinschaftlich mit andren im Dorfe Dürrjentsch eine öffentlich das Vorjahr zwar wesentlich gebessert, doch werde man bei einer wenigstens auf diese Art, indem Ihr verlangt, von organisierten bemerkbare Arbeit verrichtet, indem Sie als dorffremde Männer mit etwaigen Dividendenzahlung höchstens 4 Proz. erwarten dürfen. Barbiergehilfen bedient zu werden. Paketen von etiva je 200 bis 300 Stück Wahlflugblättern und Die Kosmos- Linie habe durch die Quarantäneschwierig Die Ortsverwaltung des Verbandes der Friseurgehilfen Deutschlands. Stimmzetteln auf und unter dem Arm von Haus zu Haus durch keiten an der Westküste viel gelitten und es könnte Zweigverein Berlin. die Straßen zogen und die Blätter teils von außen in einsehbaren die 10prozentige Frachterhöhung keinen Ausgleich für die wesentlich Höfen, teils in den Häusern, Hausfluren und Geschäfts- schlechteren Heimfrachten bieten, weshalb die Aktionäre mehr als läden berteilten, also eine mit Bewußtsein auf einen 6-7 Proz. nicht erwarten dürfen. Die Deutsch Australische bestimmten Zwed gerichtete, innmerhin mit einer gewissen Anstrengung Dampffchiffahrt hatte ein sehr ungünstiges Jahr, doch dürfte verbundene und nicht des Vergnügens und der Erholung wegen unternommene menschliche Thätigkeit vornahmen, welche durch die Art, wie sie vor der Deffentlichkeit in die äußere Erscheinung trat, einerseits geeignet war, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen, andrerseits aber zugleich das religiöse Gefühl derer zu verletzen, die sie wahrnahmen und damit die Feiertagsstimmung in ihrer Allgemeinheit zu stören." -Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Atemanhalten und Lesen. Arbeiter und Parteigenossen! Der Winter steht J. A.: G. Bolljahn, Rosenthalerstraße 57. Wäsche und Krawattenbranche Deutschlands! Am Sonntag, den durch die Maßnahmen der Verwaltung, heimwärts andre Ladehäfen auf- 1. November, vormittags 10 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, zusuchen, das vorjährige Erträgnis erreicht werden. Bei der Deutsch- Engel- Ufer 15, Saal 7, eine Konferenz statt. Soweit Raum vorstafrikanischen Linie wurde der gute Ueberfahrtsverkehr handen, haben die Mitglieder der Branche Zutritt. Alle Anfragen durch ungünstige Frachtverhältnisse soweit ausgeglichen, daß über oder Mitteilungen sind an den Vorsitzenden Paul Keller, Greifsdie fleinen Dividenden der letzten Jahre kaum hinausgegangen walderstraße 218, zu richten. werden dürfte. Bei der deutschen Levante Linie erscheint eine Dividendeverteilung ausgeschlossen. Wie weit im einzelnen diese Angaben richtig sind, vermögen wir nicht nachzuprüfen, im ganzen dürften sie zutreffen. Verfammlungen. Für den Achtuhr- Ladenschluß demonstrierte eine sehr stark besuchte Versammlung der Handelsangestellten, welche am Mittwochabend in der Berliner tefsource tagte. Die Versammlung war von den Centralverbänden der Handels-, Transport- und Verkehrs- Arbeiter und der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen einberufen. # Die Leser werden mit Bedauern vernehmen, daß dieses schöne Stück geistiger Arbeit ganz umsonst verrichtet worden ist. Rund zwölf Dutzend dorffremde Männer, die teils auf, teils unter, teils Die Welthandelsflotte. Nach dem soeben veröffentlichten General außen und teils innen Schlesiens immerhin einerseits und anderseits register des Bureaus Veritas umfaßte die Dampferflotte der Welt mit socialdemokratischen Flugblättern vor der Deffentlichkeit mit am 1. September d. J. 13 381 Schiffe( von über 600 Registereiner gewissen Anstrengung in die äußere Erscheinung traten und Tonnen) mit 26 158 358 Register- Tonnen brutto und 3814 Schiffe den unbewußten Anlaß zu dieser grosweise verübten Verletzung des( unter 600 Tonnen) mit 646 209 Tonnen brutto. Die Seglerflotte deutschen Sprachgefühls gaben, sind bereits freigesprochen worden. umfaßt 27 705 Schiffe( über 50 Tonnen) mit 8 066 30 I ten und Der Referent Kalisti führte aus: Die Thatsache, daß wir über Das würde dem Autor des prächtigen Rechtschreibe- Kunststückes vor 1431 Schiffe( unter 50 Tonnen) mit 56 705 Tonnen Gehalt. einer Jury der deutschen Sprache gewiß nicht passieren. die Frage des Achtuhr- Ladenschlusses noch immer diskutieren müssen, Von den großen Welthandelsmächten steht England an der Spize. ist eine treffende und zugleich traurige Charakteristik der preußischSeine Dampferflotte umfaßt 5929 Schiffe mit 13 967 000 Regiſter deutschen Socialpolitik. Nachdem ein Antrag auf Vornahme einer - In der Augsburger Majestätsbeleidigungsfache ist das Ver- Tonnen brutto Gehalt, dann folgt Deutschland mit 1193 Seedampfern Abstimmung der Ladeninhaber über den Achtuhr- Ladenschluß gestellt fahren gegen das liberale Blatt, wie man uns mitteilt, eher ein von 2 767 000 Tonnen Gehalt, hierauf Amerika mit 846 Schiffen von worden ist, hat sich der„ Verein zur Abwehr des Achtuhrgestellt worden, wie das Verfahren gegen unser Parteiblatt. Auf 1610 000 Tonnen, Frankreich mit 556 Schiffen von 1 140000 Tonnen, Nor- Ladenschlusses" wieder geregt. Gegen das Verhalten des Polizeialle Fälle ist es unserm Augsburger Parteiblatte zum Vorteil aus- wegen mit 844 Schiffen von 926 000 Tonnen, Italien mit 351 Schiffen von präsidenten von Bories, welcher dem„ Verein zur Abwehr" geschlagen, daß es nur dasselbe gethan hat, wie das liberale Blatt. 715 000 Tonnen, Spanien mit 403 Schiffen von 713000 Tonnen, eine dreimonatige Frist zugestanden habe, um die Stimmen der Daß er auf Kosten der Arbeiter Schmutzkonkurrenz treibe und Solland mit 304 Schiffen von 608 000 Tonnen, Rußland mit Gegner des Achtuhr- Ladenschlusses zu sammeln, müsse energisch Lohnabzüge mache, hatte der Genosse Hellmann als verantwort- 533 Schiffen von 594 000 Tonnen, Japan mit 373 Schiffen von protestiert werden. Heute wird selbst der für die Angestellten volllicher Redakteur der„ Altenburger Volkszeitung" dem Uhrgehäuse- 556 000 Tonnen, Destreich- Ungarn mit 224 Schiffen von 540 000 ständig unzureichende Neunuhr Ladenschluß, ebenso wie die unzuFabrikanten Uhlemann in Schmölln vorgeworfen. Der längliche Sonntagsruhe start übertreten. Die Berliner Ge werf.. Auch in der Seglerflotte steht England allen andren Mächten schafts- Kommission hat jetzt eine Resolution zur UnterFabrikant klagte and Hellmann wurde zu 150 M. Geldstrafe oder vier Wochen Gefängnis verurteilt, obwohl eine Reihe Zeugen be- boran; sie umfaßt 6839 Schiffe mit 2 196 000 Register- Tonnen Gestützung der Achtuhr- Ladenschluß- Bewegung angenommen, in der die fundeten, daß mehrfach erhebliche Lohnabzüge gemacht worden sind. halt, dann folgen Nordamerika mit 3751 Schiffen von zusammen Arbeiter aufgefordert werden, ihre Einfäufe vor 8 Uhr zu besorgen. Die Lohnabzüge, fagte das Gericht, sind nicht auf Kost en 768 000 Register- Tonnen), Rußland( 3006 Schiffe mit 545 000 Register Agitation unser Augenmerk vor allem auf die Geschäfte richten, 1 454 000 Tommen Raum, hierauf Norwegen( 1740 Schiffe mit Auf Grund dieses Beschlusses werden wir bei der weiteren Tonnen), Frankreich( 1449 Schiffe mit 536 000 Register- Tonnen), welche mit der Arbeiterfundschaft rechnen müssen. In dem neuen Deutschland( 914 Schiffe mit 528 000 Register- Tonnen), Italien Reichstage werden die Arbeitsverhältnisse der in den Engros( 1554 Schiffe mit 568 000 Register- Tonnen). geschäften Angestellten zur Beratung fommen. Auch hierbei müssen Was die Größe der Schiffe anbelangt, steht Deutschland allen wir energisch für den Achtuhr- Ladenschluß eintreten.( Lebhafter Nationen voran, selbst England. In England kommt zwar im Beifall.) Einfluß der Krise auf die Lebenshaltung. In einem vom Direktor Durchschnitt auf einen Dampfer ein Gehalt von 2354 Tonnen, in D. Wenzel jüngst in der Generalversammlung des Vereins zur Deutschland nur 2320 Tonnen; dagegen sind aber die deutschen forderungen nicht zum Wort. Ju der Diskussion meldeten sich Gegner troz wiederholter Auf Zwei Handelshilfsarbeiter sprachen Wahrung der Interessen der chemischen Industrie gehaltenen Vortrag finden sich einige interessante Berechnungen über den Einfluß der Segelschiffe durchweg größer; denn es kommt im Durchschnitt auf im Sinne des Referenten. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: wirtschaftlichen Depression des letzten Jahres auf den deutschen jedes deutsche Segelschiff eine Tonnage von 578 Tonnen, auf ein „ Die heute in der Berliner Ressource zahlreich versammelten Lebensmittelkonsum. So ermäßigte sich z. B. im Jahre 1902 der englisches Segelschiff jedoch nur 324 Tonnen. Preis der Kartoffeln um 734 Broz, während der des Weizens Handelsangestellten erklären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. ziemlich unverändert blieb, der des Roggens aber um 2½ Proz. stieg. Gleichzeitig erhöhten sich die Fleischpreise der Arbeiter erfolgt. Aus Induftrie und Handel. für Rinder. um 4,1 M. pro Doppelcentner Schlachtgewicht " Schweine • 6,8 " " " " " Kälber " • 7,2 " " " " " Hammel. 7,9 " " " " " der Bevölkerung an Roggen Weizen Kartoffeln Heringe Buder Kaffee Kilogramm 91,0 1900/01 auf 147,6 1901/02 187,7 85,9 " 604,6 732,4 3,59 12,3 3,01 4,06 11,6 2,95 Tonnen. Gewerkschaftliches. Die Versammelten bedauern lebhaft, daß das Berliner Polizeipräsidium auf Grund eines Antrages der Gegner des Achtuhr- LadenDer Streit in der Stockfabrik von Schmeling und Barta. des Achtuhr- Ladenschlusses zu verzögern. Eine Branchenversammlung der Stod- und Colluloidarbeiter, chlusses Maßregeln ergriffen hat, welche geeignet sind, die Einführung Kleinhändler und die am Mittwoch in Frankes Festfälen tagte, befaßte sich abermals Da die Gegner des Achtuhr- Ladenschlusses mit diesem Streit und der damit zusammenhängenden Wohlthätig Kleinkaufleute aller Branchen sich darauf berufen, daß die Betrachtet man nun diesen Zahlen gegenüber die Verbrauchs- feit", der Arbeiterkolonie in Weißenfee. Eine Veränderung ist im Arbeiterbevölkerung nur nach 8 Uhr abends ihre Einkäufe beziffern pro Kopf der Bevölkerung, so ergiebt sich, in welchem Maße Stand des Streiks nicht eingetreten. Die unorganisierten Streifenden forgen könne, fordern die versammelten Handels. die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen zurückgegangen, wie an haben anderweitig Arbeit angenommen, während die organisierten angestellten die Berliner Arbeiter auf, ihre die Stelle des nahrhafteren Brotes die wohlfeilere Kartoffel getreten im Streit ausharren. Die Firmeninhaber geben sich scheinbar der Einkäufe vor 8 Uhr abends zu erledigen. Dann und die entbehrlicheren Genußmittel eingeschränkt oder durch Surrogate Hoffnung hin, daß sie ihre Kundschaft dauernd mit der Arbeit der wird dem Unternehmertum im Handelsgewerbe der Vorwand ersetzt worden sind. Es stellte sich nämlich der Verbrauch pro Kopf Kolonisten zufriedenstellen können. Nach dem, was die Streifenden genommen werden, seinen rückständigen Standpunkt in der Achtuhrerfahren und beobachtet haben, werden jedoch fortwährend Ladenschlußfrage durch sein Wohlwollen" der Arbeiterschaft gegens große Posten Ware von der Kundschaft als unbrauchbar zurück über zu entschuldigen. geschickt. Da das Statut der jüdischen Arbeiterkolonie bestimmt, daß Der Buchbinderverband( Zahlstelle Berlin) hielt am kein Insasse dort länger als ein Jahr verweilen darf, und da die Mehrzahl der Kolonisten schon in viel fürzerer Zeit die Anstalt ber- 28. Oktober bei Buggenhagen eine außerordentliche Generalläßt, erscheint es vollständig ausgeschlossen, daß dort je ein zu versammlung zur Fortsetzung der Verhandlungen der letzten GeneralErgänzt werden diese Zahlen durch die Berichte der Handels- verlässiger Stamm von geschickten Arbeitern herangebildet wird, versammlung ab. Der große Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. kammern und wirtschaftlichen Vereinigungen, aus denen sich ergiebt, zumal da es sich meist um stellungslose Kaufleute und Comptoiristen Vor dem Eintritt in die Tagesordnung bewilligte man den ausdaß auch der Verbrauch von Tabak und Bier zurückgegangen ist. handelt, die der eigenartigen förperlichen Anstrengung nicht gewachsen gesperrten Metallarbeitern 300 M. Auf Vorschlag der Orts Zum Prozeß der Firma Krupp gegen die Rheinische Metallwaren- find. Die unaufhörliche Wiederholung weitausgreifender fräftiger Arm- verwaltung wird das Mitglied Paul Schneider mit der Leitung der Fabrik. Ueber das gestern gemeldete Urteil des Reichsgerichts herrscht bewegungen hat manche der Bedauernswerten schon am ersten Tage Versammlung betraut, da die Ortsverwaltung in dem Streit mit der größte Unklarheit. Nach einigen Behauptungen bedeutet es einen frant gemacht. Wie verlautet, beabsichtigt man jetzt auch Arbeits- fogenannten Opposition Partei ist. Die aus der vorigen Versammlung Erfolg der Firma Krupp, nach andern einen Erfolg der Rheinischen maschinen einzuführen, z. B. Kreissägen, die nach der Unfallstatistik noch vorhandene Rednerliste wird übernommen. Danach erhält als Metallwaren- und Maschinenfabrik. Die Verwaltung der letzteren der höchsten Gefahrentlasse zugezählt werden. Das wäre erster Luftig das Wort, der sich im Sinne der Ausführungen versendet folgende Erklärung: ein unverantwortlicher Leichtsinn. Mancher junge Kaufmann würde Hankes in der letzten Versammlung( siehe Bericht im „ Vorwärts" Die gestrigen, von andrer Seite über die Leipziger Reichsgerichts- dabei eine Verstümmelung seiner Hände erleiden, die ihm die Er vom Sonntag) ausläßt. Er spricht sehr viel von Korruption, wobei Entscheidung in der Patentsache Krupp gegen die Rheinische Metall- langung einer Stellung in seinem Beruf unmöglich macht. Die er sich nur gegen einen Teil der Ortsverwaltung wendet. In den waren und Maschinenfabrik und die Fahrzeugfabrik Eisenach ge- Leitung der Kolonie hat dieser Tage bürgerlichen Blättern eine ihm und andren vorgeworfenen Zusammenkünften mit dazu eingebenen Mitteilungen fönnen infolge des Ausdrucks teilweise Notiz zugesandt, worin mit merkwürdiger Naivität die dort betriebene geladenen Verbandsmitgliedern. habe man nur Material gegen die Richtigerklärung des Patents" irreführend wirken. In Wirklichkeit gemeingefährliche Ausbeutung enthüllt wird. Es heißt darin:" Die leitenden Personen zur Aufdeckung der Korruption und zur Besserung sind die beiden Ansprüche des Patents zu einem einzigen Anspruch junge Arbeiterkolonie in Weißensee, Wörthstraße 20, die feit der Organisation sammeln wollen. Sei es etwo nicht Korruption, vereinigt worden, und zwar durchaus nicht nach dem Antrage der Anfang 1902 im Betrieb ist, findet fortgesetztes Juteresse wenn sich Brückner( der erster Bevollmächtigter und Beamter der flägerischen Firma. Die wesentlichen Punkte genießen nach der neuen in beteiligten Kreisen. Geld und Naturalspenden Ortskaffe ist) vor mehreren Jahren, als er noch als LederFormulierung einen solchen Schutz, daß die Grundlage der gegen fließen dieser Wohlfahrtseinrichtung in erfreulicher Weise arbeiter arbeitete, sich vorwerfen lassen mußte, er habe in einem den räumen mit " Gumplowicz. Frauens Betriebe Heimarbeit eingeführt und einen andren Kollegen dadurch| enttöeder nachgeholt oder von ihren Kollegen mitgemacht würden, Jugend. Wirtschaft von May Schippel. Politik von Richard Calier. geschädigt! Redner hält es für seine größte Pflicht, die bürgerliche ohne daß die Kasse auch die geringsten Unkosten habe. Gegen andre Socialpolitik von Paul Kampffmeyer. Sociale Kommunalpolitik von Gesellschaft beiseite zu Lassen und erst mal aufzu Angaben Hankes macht Redner geltend, daß die Kasse nicht Un- Dr. Hugo Lindemann. Socialistische Bewegung von Dr. Ladislaus Gewerkschaftsbewegung von Paul Umbreit. in den der Korruption eignen Reihen." mögliches leisten und nicht jeden Kranken in ein Heilbad schicken bewegung von Henriette Fürth. Naturwissenschaften von Dr. Hellmuth Es sei auch ein Zeichen von Korruption, daß dem könne; sie müßte denn gerade jährlich 200 000 bis 300 000 m. Knorred. Rechtswissenschaft von Dr. Hermann West. Bildende Kassierer in einer Versammlung seiner Zeit Decharge erteilt sei bei verschrieben" bekommen. Tann die Behauptung, das Verschreiben Kunst von Lisbeth Stern. Buchbesprechungen von May Schippel, Verschweigung des Umstandes, daß ein Werkstattvertrauensmann die guter Medizin, die teuer sei, wäre den Aerzten verboten worden. Oda Olberg, Hermann Thurow 1. a. Der Preis des Heftes von ihm eingenommenen 180 M. Beiträge nicht abgeliefert hatte. Redner verliest die entscheidende Stelle des maßgebenden Vertrags. beträgt 50 Pf.; vierteljährlich 1,50 m. Zu beziehen durch alle Buchs Bergmann( der Bureaubeamte des Verbandes) und Brückner seien Dort heißt es:" Die Wahl der Arznei ist der Ueberzeugung handlungen, Kolporteure und durch jede Bostanstalt( Poſt- Zeitungskatalog anläßlich der Tarifverhandlungen in Leipzig zwei Tage dageblieben, des Arztes anheim zu geben; er ist in keiner Weise in der Nr. 7425), jerner direkt durch den Verlag der„ Socialistischen Monatshefte", Beuthstr. 2, Berlin SW. 19( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem obwohl sie nicht an den Verhandlungen teilnehmen durften. Auch Wahl beschränkt, wenn er schnelle und sichere Heilung erwartet. feien sie aus ihren Aemtern am Wahltage fort und aufs Land in den Gegen Hante persönlich sich wendend, verweist Joost darauf, daß Couvert). Probeheste stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. Kreis Kottbus gegangen. Der Kandidat sei aber doch durchgefallen: dieser, der jetzige Bekämpfer der angeblichen Korruption in der Stasse, sie sind Arbeiter besserer Lebensstellung, und es hat nicht gezogen, habe abgestraft werden müssen, weil er als Stranker mehrfach des ihre Agitation".( Heiterkeit.) Redner wendet sich noch weiter Abends in der Kneipe gesessen habe, als er keine Ausgehzeit Briefkaften der Redaktion. persönlich gegen Brückner. Kontrolleur, habe als SpielDarauf sprach der Verbandsbeamte Bergmann: Jede fotrolleur beschimpft. Das sei unerhört, denn die Beſchlüſſe der staſſe teure: in einigendorf. Die Lebensmittel in Barcelona find hun bong " " Organisationsleitung werde eine Opposition in Stauf nehmen müssen, solange sie von sachlichen Gründen getragen sei. Wenn aber schon seit Jahren von verschiedenen Kollegen eine persönliche Hezze betrieben werde, dann schade das der Organisation. In einer der Zusammen fünfte, wo die Hehe organisiert worden sei, habe man behauptet, in der Bureaukaffe sei einmal ein Deficit von 70 M. vorhanden gewesen und das werde weiter erzählt. Diese Behauptung sei voll ständig unwahr und wer sie aufstellte, sei ein Verleumder. Es sei auch unwahr, daß er zu Paul Schneider( Vorwärtsbuchbinderei) gesagt hätte, 25 M. Minimallohn sei für einen Buchbinder genug. Es handelte sich um eine Aufklärung darüber, weshalb im Vorwärts" die Aushilfe mit 27 M. und bei Janiszewsky nur mit 24,30 W. bezahlt werde. Da habe er gesagt, es bestehe hier ein Unterschied, denn bei Janiszewski) dauere die Aushilfe meist längere Zeit, hin und wieder beinahe bis zu einem halben Jahr, und in solchen Fällen trete der Minimallohn in Kraft. Redner müßte ja als Gewerkschaftsbeamter ein großer Esel sein, wenn er sagen würde, 25 M. sei für einen Buchbinder genug. Redner beklagt sich bitter darüber, daß ihm auch jetzt wieder von Hante sein hohes Gehalt" bon 35 M. für die Woche vorgeworfen worden sei und daß von einem „ lohnenden Nebenverdienst" gesprochen worden sei, weil er sechs oder siebenmal im Jahr als Beisitzer ins Gewerbegericht müsse. Schon vor 1½ Jahren sei von einer Generalversammlung beschlossen worden, daß die Vertretung der Verband bezahle, und immer wieder tomme man mit den alten Sachen. Im übrigen müsse er, wenn er nach dem Gericht gehen wolle, doch vorher alle wesentlichen Arbeiten machen. Alle diese Anwürfe feien so kleinlich, und es wäre sehr bedauerlich, daß er als Arbeitnehmer einer Arbeiterorganisation eine anständige Behandlung erst noch verlangen müsse. Diktaturgelüfte werfe man ihm und Brückner vor. Ja, er und Brückner feien allein doch gar nicht maßgebend, sondern die Ortsverwaltung als solche, und in dieser feien Brückner und er schon oft mit ihren Ansichten durchgefallen. Der Vorivurf Luftigs gegen Brückner, betreffend die Heimarbeit, beziehe sich auf Vorgänge aus dem Jahre 1899. Eine Kommission habe die Sache untersucht und einhellig Brückner für rein erklärt. Auch diese olle Kamelle rühre man wieder auf. Was die Konferenz in Leipzig angehe, so seien die Berliner Verwaltungsmitglieder ausdrücklich von den verhandelnden Kollegen aufgefordert worden, bis zu Beendigung der Verhandlung dazubleiben, damit eventuell wichtige Beschlüsse im Interesse der Kollegen schaft gemeinschaftlich mit ihnen gefaßt werden könnten. Daß mal Fehler vorfämen, sei nicht ausgeschlossen, der jetzt betriebenen Heze müsse aber jede sachliche Grundlage abgesprochen werden. Thielemann bemerkt zu dem vor Jahren vorgekommenen Fall, wo ein Werkstattvertrauensmann 180 M. nicht abgeliefert hatte und dem Kassierer doch Decharge erteilt wurde, daß man den Mann, der sich schriftlich zur Abzahlung des Geldes verpflichtete, nicht Habe durch sofortiges Hineinzerren in die Oeffentlichkeit ins Unglück stürzen wollen. Er habe auch bereits ca. 100 M. abgezahlt. Redner verteidigt die Ortsverwaltung auch noch gegen andre Vorwürfe. Bachmann stellte verschiedenes richtig, was Hanke in der vorigen Versammlung von ihm behauptet hatte, und erklärte es für einen tattischen Fehler, daß Redner dort am Schlusse seines Vorstandsberichts die Herren Opponenten, die sonst fast gar nichts vorzubringen gehabt hätten, persönlich angegriffen habe. M., durchweg von 60-65 Pejetas entsprechen. Lassen Sie sich im Falle baldiger Kündigung auch freie Rüdfahrt garantieren. H. Sch., Mannheim. Sie sind in beiden Bunkien im Irrtum. Lesen Sie genau§ 1 und§ 21, Ziffer 4 und 5. Kommentar Wödtke, GuckenAddenhausen, bei Guttentag. G. M., Nigdorf. Ganz unsre Meinung, liegt aber außerhalb unsrer Macht. müßten doch innegehalten werden. Eine Belehrung über Fehler nehme man mit Dank an, wenn aber jemand von Korruption spreche, dann verlange man Beweise. Conrad lehnt die Gemeinschaft mit Hanke, Luftig usw. ab, erklärt aber manches int Ortsverwaltung Berlin der für revisionsbedürftig, woran er andrerseits wieder der Stollegenschaft im allgemeinen Abonnent Ilmenau. 1. E. Fleischel u. Co., Berlin, Lüßowstr. 2. einen Teil der Schuld beimißt. Brückner und Berg 2. Jft uns unbekannt. 3. Die angegebene Adresse gemügi. Bockmann müßten im geselligen Verkehr nicht zu reserviert sein, dann schweiz. Nein. 90.( Matternstr.) Arzt aussuchen. M. M. 100. Ein werde die vielfach gegen sie vorhandene Antipathie schwinden. Fritz schwieriger Erkältungsfall. E. H. 23. Kennen wir nicht.- Priebus. bemängelt die ewigen persönlichen Reibereien im Berliner Verein 1. Ist ohne allgemeines Interesse. 2. Antworten werden immer gern erteilt, und wendet sich dagegen, die Krankenkassen- Angelegenheiten in den wenn verständige Fragen vorhergehen und räumliche Hindernisse nicht entVerband hineinzutragen. Das Verfahren der sogenannten Opposition gegenstehen. Mecklenburg. Natürlich: Berliner Kind. müsse er verurteilen, ihm scheine es auf eine Spaltung hinauszu laufen. Schmor findet den Kern der Opposition in persönlicher Reiberei und Heßerei, denen jede Begründung fehle. Schmih, zur Opposition gehörig, läßt sich über deren Sizungen aus und betont, daß man nur gegen das System habe vorgehen wollen. Bergmann könne keine Kritik vertragen. Redner geht dann auf die schon von seinen Freunden behandelten Angelegenheiten näher ein. Aug. Schmidt bekämpft die Opposition, während Wilhelm feststellte, daß er mit dem Oppositionsfeldzug nichts direkt zu thun habe, wenn er auch den Vorsitz in der einen Sizung, zu welcher er eingeladen war, führte. Nur Brückners persönliches Dreinhauen in der vorigen Versammlung habe die Ausdehnung und Heftigkeit der Debatten verschuldet. Hanke erklärt, daß er mit Korruption nicht Bestechung oder dergleichen gemeint, sondern das Wort im Sinne von Täuschung, Verschrobenheit usw. angewendet habe. Auch wollte die Opposition feine Spaltung. Man habe nur unter befannten Kollegen besprochen, was verbesserungsbedürftig sei, um dies in den Verbandsversammlungen sachgemäß vorbringen zu können. Wenn der Vorstand im Verbandsinteresse weiter arbeiten und berechtigte Wünsche berücksichtigen wolle, dann werde auch die Streitart begraben werden. ( Burufe: Zurückzieher! Rückzug!) Nach einem Schlußwort Brückners, worin dieser noch einmal das Verhalten und das Vorgehen der Ortsverwaltung rechtfertigte, wurde gegen eine Kleine Minderheit( etwa gegen 30 Stimmen) folgende Resolution angenommen: " Juristischer Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet: 7 1hr. M. K. 27. Zur Zeit der Wahl. M. Sch. 115. 1. und 2. Lassen Sie sich vom Gewerbegericht ein vollstreckbares Urteil geben und beanstragen Sie einen Gerichtsvollzieher mit der Pfändung. 3. Wenden Sie sich Bahlung geklagt und dann in die Pfandstücke exekutiert werden. Ein andrer an die Frauenklimf, Artilleriestraße. O. 28. 130. 1. Es kann auf Weg ist ohne gütliche Vereinbarung nicht möglich. 2. Die Heiratsfähigkeit eines Mannes beginnt mit dessen Volljährigkeit( zurückgelegtem 21. Lebensjahre, beziehentlich Volljährigkeitserklärung durch das Amtsgericht). 5. G. 100. Ihre sechs allgemein gehaltenen Fragen würden nur durch spaltenlange Darlegungen sämtlicher Vorschriften des Güter- Cherechts und des Erbrechts sich beantworten lassen. Legen Sie Ihre Verhältnisse ( wann, wo fand die Heirat? wann und wo der Sterbefall statt? Riegt ein schwister des Verstorbenen zu dessen Todeszeit?) dar, dann ist eine Antwort möglich. Chevertrag vor? Liegt ein Testament vor? Rebten die Eltern oder die Ges W. B. 99. 1. Ja. 2. und 3. In der Regel nein. 4. Das Amtsgericht. Spandan 17. Die Vollmacht wird verstempelt. 3 000 000. Nach märkischem Gewohnheitsrecht gehört der Frau, was sie nachweislich für fich erworben hat. Korn, märkisches Recht. 13 Schulkind. Die Che frau soll sich an die Waisendirektion unter Darstellung des Sachverhalts wenden. Streitfrage. Der Onkel darf seine Nichte heiraten, wenn sie ihn will. Frau Elisabeth 22. Was ist bei der Miete vereinbart? Welche Kündigungsfrist? Welche Mietsdauer? Welche Mietszahlungen ( monatlich?, vierteljährlich?, als Entgelt für Arbeit?) Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Ergänzung nach diesen Richtungen. Ernst Richter. Unfallversicherungspflicht liegt keineswegs vor. Adolf Adler. Sie müssen Ihren Sohn an dem für den betreffenden Schulbezirk eingerichteten Unterricht teilnehmen lassen. Wo der Unterricht erteilt wird, erfahren Sie durch den Nettor. M. 2. 49. 1. Sie müssen beim Amtsgericht auf Gestattung der Pfändung flagen. 2. Ja. 100 Markusstrake. Nein. Naters. 1-3. Nein. 4. Sie müssen selbst erscheinen. P. K. Ja. R. G. 19. Wenn sie Erbin geworden ist, ja. 5. Müller- Lübars. Eine allgemeine Darlegung über diese weitschichtige Materie muß abgelehnt werden. Stellen Sie die auf Ihr Rechtsverhältnis bezüglichen Fragen. 5. 100. 1. Strafantrag ist nicht erforderlich. 2. Notariell oder gericht N. J. 1. Die lich. 3. Auf dem Patentamt liegen die Patente aus. That ist mit Zuchthausstrafe, im milderen Fall mit Gefängnis bedroht. 2. Wenn die Zahlungspflicht aus den Umständen erhellt. H. Günther. Beides ist nicht allgemein aber unter besonderen Umständen zulässig, insbesondere dann, wenn der Verdacht gemeingefährlicher Geistesfrankheit obwaltet. Kralle. Der Wahlmann muß wahlberechtigt, also 24 Jahre alt sein. A. Ewald. 1. Nein. 2. Durch Berujung wären wohl 15 bis 25 Mark monatlich zu erzielen, das Gesetz fennt keine bestimmten Säße. Die Säße müssen für die Alimentation ausreichen: 9 M. ist also zu gering. Viele Gerichte in ländlichen Gegenden normieren die Säße aber sehr niedrig. Dem Gaft gegenüber ist der Wirt, diesem gegenüber Ihre Mutter ersatzpflichtig. M. S. C. 100. Ein solche Kautionspflicht Joost, Vorsitzender der Orts- Krankenkasse, verteidigt besonders besteht nicht.. S. 21. Nein.-E. S. 24. 1. Nein. 2. Auf Verlangen. die Verwaltung der Kasse gegen den auch gegen sie geschleuderten 21. R. 49. 1. Solchen Krawall gab es nicht. 2. Satholisch. 3. Nein. Vorwurf der Korruption. Wie man für eine solche mit Bezug auf Emma 300. Der Verkauf ist, falls nicht etiva das Gegenteil aus den bie Ortsverwaltung des Verbandes keinerlei Belveis erbracht habe, Verkaufsverhandlungen, die Sie nicht näher schildern, hervorgeht, gültig. Sie können also auf Zahlung gegen Uebergabe flagen... Sie find so auch nicht bezüglich der Ortskasse. Es sei nicht wahr, daß man feiner Zeit beim Eintreten für die Besetzung der Ortskasse höhere Die Socialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin SW. 19 im Irrtum; nur die Anlagen, die im§ 16 der Gewerbe- Ordnung näher Unterstübungen bei geringeren Beiträgen versprochen habe. Aus Beuthstr. 2) haben soeben das November- Heft ihres 9. Jahrganges er- bez eichnet sind, sind nach vorheriger Auslegung der Pläne usw. zu geAus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Julius nehmigen. Sie haben als Nachbar auf Grund des Bürgerlichen Gesetzeinem Flugblatt aus der Zeit der damaligen Agitation stellt Redner scheinen lassen. Eduard Bernstein: buches§ 906 gegen die Belästigung Ihres Grundstückes durch den Nachbarn fest, daß man hinsichtlich der Anstellung der Kassenbeamten geradezu Bruhns: Zu den preußischen Landtagswahlen. bei Sericht, nicht bei der Polizei, mit Erfolg zu flagen. W. Sch. 2. Nicht bas Gegenteil ausgeführt hat von dem, was nach Hankes Rede Socialismus und Liberalismus bei den preußischen Landtagswahlen. Hermann Paul Kampffmeyer: Bom Klassen Sie, sondern nur Ihre Frau ist zur Zahlung verpflichtet. Dr. Friedrich Herk: Revidieren wir! in der vorigen Versammlung versprochen worden sein soll. Zu den bewußtsein und vom Klassenkampf. Sjelmar Marbot: Ueber die Größe Schulz. Nach der herrschenden Rechtsprechung 1. nein, 2. und 3. Ja. ebenfalls betrittelten Urlaubsgewährungen anläßlich des Gewerk- und das Wachstum der Bevölkerung im Deutschen Reiche. Johannes Paul Büschel. Die gesamten Beschlüsse in Verbindung mit dem thatschaftstongresses( Brückner), des Städtetages( W. Conrad) bemerkt Timm: Welche Stellung haben die Arbeiter zur Aerztebewegung einzufächlichen Verhalten des Vereins kommen neben den Statuten in Betracht. Joost, daß in solchen Fällen die Arbeiten der Betreffenden von ihnen nehmen?- Alexander Bronski: Die socialistische Bewegung in der polnischen Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 30. Oktober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Feuersnot. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. Iphigenie Tauris. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Gräfin Lea. Leffing. Zapfenstreich. Weften. Der Trompeter Säffingen. Neues. Salome. Kammersänger. auf bon Die Versammlung spricht ihr tiefstes Bedauern über die unSie bedauert diese lautere Kampfesweise einzelner Kollegen aus. um so mehr, weil keine Beweise erbracht sind, die dafür sprechen fönnten, daß die Ortsverwaltung das Interesse des Verbandes in irgend einer Weise geschädigt hätte. Es ist vielmehr anzunehmen, daß es einzelnen Mitgliedern, die noch nie etwas Positives geleistet haben, nur darauf ankommt, Stollegen, welche bisher das volle Verfrauen der gesamten Kollegenschaft besessen haben und für die Entwicklung des Verbandes nur Anerkennung verdienen, zu verunglimpfen. Die Versammlung spricht ihr vollſtes Vertrauen der Ortsverwaltung aus und gleichzeitig die schärfte Mißbilligung über das Gebahren der Kollegen Hanke, Luftig, Wilhelm und Schmitz, das als nicht im Interesse des Verbandes liegend bezeichnet werden muß. Schluß gegen 1 Uhr. " der Friedrich Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntagvormittag. 2, Trebbin. In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula 10%, Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:„ Die Predigt Barathustras. 3. Von Hinterweltlern und Predigern des Todes." Damen und Herren haben freien Zutritt. Eingegangene Druckschriften. -w Größere für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Die Expedition. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: An den Seen OberStaliens. Um 8 Uhr im Hörsaal: Dr. G. Naß: Das Chlor und seine Gefährten. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 115r. Urania. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. Deutsch- Amerikanisches Theater 67/68 Köpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anfang 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. eber'n großen Teich Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Schwank in 4 Akten von G. v. Moser. Central- Theater. 8 Uhr im Hörsaal: Dr. G. Mates. Vebereider hat Gelang aus dem Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Heute Freitag Abonnements- Vorst.: 72 Uhr: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten v. Joh. Strauß. Sonnabend 72 Uhr: Bruder StrauSonntagnachmittag 3 Uhr, binger. halbe Preise. In erster Besehung: Boccaccio. Abends 7, Uhr: Bruder Straubinger. BerDeLuisen- Theater. Nefidenz. Das große Geheimnis. Central. Der Bigeunerbaron. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: 9 Schiller O.( Wallner Theater.) Der Bibliothekar. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Liebelei. Litteratur. Belle- Alliance. In Vertretung. Kleines. Elektra. Luisen. Der Aktienbudiker. Carl Weiß. Der Trompeter von Sättingen. Trianon. Biscotte. Deutsch: Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Frühlingsluft. Specialitäten. Metropol. Geschlossen. Casino. Tolle Kadetten. Specialitäten. Palast. Genießet das Leben. Specialitäten. Winter- Garten. Specialitäten. Baffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Zum erstenmal: Das Chlor und seine Gefährten. Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Zum erstenmal: Elektra. Anfang 8 Uhr. Der Aktienbudiker. Belle- Alliance- Theater. Gesangspoffe von D. Kalisch. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Einer von unsere Leut'. Sonntagnachmittag: Die Jüdin von Toledo. Abends: Der Aktienbudiler. Montag: Das Käth chen von Heilbronn. CASTANS Abends 8 Uhr: In Vertretung. Ein Soldatenschwant in 3 Atten von Heinz Gordon. Morgen und folgende Tage: In Vertretung. Sonntagnachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die zärtlichen Verwandten. PANOPTICUM Residenz- Theater Friedrichstr. 165. Indianer- Riese Mianko Karoo Die zusammengewachsenen Lebend. Schwestern! Lebend. Buren- Riese Andries Venter, ehemal. Leibsoldat des Präsidenten Paul Krüger von Transvaal. Direktion S. Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Das grosse Geheimnis. Luftspiel in 3 Atten v. Pierre Bolf Deutsch von May Schönau. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lutti. von Adolf Philipp. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Der Kammersänger. Anfang 7%, Uhr. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7%. Nur noch bis Freitag inkl.: 9% 15: Tolle Kadetten. Uhr: Sonnabend, 31. Dft., zum erstenmal: Berliner Nachtasyl. Hotel Klingebusch. Sonntagnachm. 4 Uhr: Elternlos. Iphigenie auf Tauris. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Talisman. Sonntagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. IX. Berliner Saison. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 11hr: Liebelei. Schauspiel in 3 Affen von Arthur Schnipler. Hierauf: Litteratur. Lustspiel in 1 Akt v. Arthur Schnişler. Sonnabendabend 8 Uhr: Liebelei. Hierauf: Litteratur. Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Räuber. Sonntagabend 8 1hr: Liebelei. Hierauf: Litteratur. Carl Weiss- Theater. Cirkus Busch. Große Frankfurter Straße 132. Freitag, 30. Oft. cr., abds. 7, Uhr:, Ermäßigte Preise. Berliner Winterfreuden Der Trompeter v. Säkkingen. humorist. Manege- Schaustück. Spanische Quadrille, geritten b. 4 Serren u. 4 Damen Paul Mündner: Todessprung. Anfang 8 Uhr. Morgen nachm. 4 Uhr: Die 7 Raben. Abends: Amor in Wichs. Sonntagnachmittag 3 the Abends 7 Uhr: Othello. Der Trompeter von Säkkingen. Apollo- Theater. Claire Heli, Löwenbraut. W. Noacks Theater. Zum 25. Male: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss: Im Blütenhochzeit. 3. Akt: Ballett von Louis Gundlach. Ferner: Die glänzenden Specialitäten. Nur bis 1. November: Exotisches Monstre- Tableau: 12Elefanten, 3 Zebras, 50Pferde. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Trianon- Theater. Wilhelm Tell. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Biscotte. Anjang 8 Uhr. Roh- Tabak. Templinerstr. 3 Messters Biophon.&. Nauen, n.b. Schwebterstraße. &. Nauen, medterstraße. Anfang 7, Uhr. Wilhelm Tell: Heinrich Felici a. G. Arnold von Melchthal: Dir. Rob. Dill. Anfang 8 Uhr. Berliner Entree 50 Bj. Felix Scheuer U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. Cirkus Schumann. Hente, Freitag, den 30. Ottober 1903, abends 7, Uhr: Die rete Kragenbären dreffirten in Berlin Seltene Exemplare! b. rn. List. Seltene Exemplare! Der 6er Zug u. d. leuchtenden Spiegelterrassen. Unstreitig sind Hrn. Jul. Seths 1/4 Hundert Wüstenkönige die besten in Berlin Lebs Wunderaffen. Die urkomisch. Adolf- Coco. Clowns Passage- Theater Fröbels Allerlei- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Olga Wohlbrück, Spott- und Geissellieder. Der Todessprung des Hundes. 14 erstklassige Nummern. Metropol- Theater. Heute Freitag, den 30. Oktober: Geschlossen. Sonnabend, den 31. Oktober: Zum erstenmal: Durchlaucht Radieschen! Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Scene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 1. Bild; Mit dem Orient- Express. Das Radieschen. Toisi " " 募 Im Moulin rouge. Das Fest in der Botschaft. Anfang 18 Uhr. Rauchen überall gestattet. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Freitag, den 30. Oftober 1908: Bernhard Rose Theater- Ensemble. fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Freitag, den 30. Oftober 1903: Gastspiel des Berliner Volks- Theaters. Einmalige Aufführung d. Lustspiels Minna von Barnhelm. Nach der Vorstellung: Tanz. Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pi. Sonntag 5 Uhr: Norddeutsche Sänger. Nach der Vorstellung: Um 10 Uhr: Grosser Extra- Tanz. Entree 30 Pf. Sperrsiz 50 Bf. Königstadt- Kasino. Solzmartfr. 72, Ede Alexanderſtr. Täglich: Franz Sobanski. Ganz neues Programm. Zum Schluß die Gesangs- Boffe August auf Urlaub. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Zanz. Sanssouci. Kottbuser Thor Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Das Mädel ohne Geld. Reichshallen Bosse mit Gesang in 5 Aften von D. F. Berg und E. Jacobsohn. Anfang 8 Uhr. Montag: Keau oder: Gente und Leidenschaft. früher Palast- Theater Feen- Palast Burgstr. 22. Elite- Extra- Vorstellung. Maria Stuart. Breise der Bläte: Loge 1 M., Sperra fib 60 Pf., Parkett 40 Bf., Entree 20 Pf. Sonnabend, den 31. Dftober 1903: Premieren- Abend. Das Liebesparadies. Drig.- Burleste mit Gesang in 3 Aften von Gerice. Sonntag, den 1. November: Das neue Programm und Liebes: paradies. WING BARTEN Vorletzte Vorführung des Oktober- Programms. Saharet Stettiner Sänger. Anjang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Etabl. Buggenhagen Morigplatz. Im Kaiserfaal: Künstler- Ensemble ,, Nordsterne" 99 unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7 Uhr. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Entvee 50 Bf. Bons hab, Gültigkeit. Nach der Vorstellung: Frei- Tanz. In den unteren Sälen Dienstags: Przywarski- Konzert. Donnerstags: Görisch Konzert. Bons haben Gültigkeit. Herren- Kragen, * reinleinen, garantiert 4fach, verschiedene Façons in allen Weiten, australische Stück 15 PI., so lange der Borrat reicht. 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Danksagung. 85/9 Für die uns beim Begräbnis meines Sohnes Franz Weskamp er tviejene Teilnahme sprechen wir allen Kollegen, sowie dem MetallarbeiterBerbande, dem Wahlverein Berlin IV dem ( Osten) und Gesangverein " Alpenglocke" unsern herzlichsten Dank aus. 28546 Witwe Weskamp nebst Kindern. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Sohnes, Bruders und Schwagers, des Schlossers Hellmut Müller, fagen mir allen, insbesondere dem wohllöblichen Magistrat von Charlottenburg, sowie dem Personal der Firma Blume unsern herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen M. Kittendorff. Danksagung. Für die mir erwiesene Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes jage ich allen Vereinen, den verehrten Stammgästen, sowie allen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dant. 28576 Frau Wolter nebst Sohn. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahl reichen Kranzspenden bei der Beerdi gung meines inniggeliebten Mannes und Baters Willy Schneider fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Herren Chefs und Dieser steife, schwarze Sut mit Futter, Cylinderhüte und Chapeau claques moderne form, koftet 1,00 M. in großer Auswahl. Special- Hut- Engroslager nur neueste Moden. sowie 6,00 Einzelverkauf zu Fabrikpreisen alle Farben 4,85 alle Farben Schlafdecken 2,00, 3,00 SpecialHaus M. Emil Lefèvre, Berlin Oranienstrasse 158. S.. Of GO EMOBAS BERLIN 0. Nickel- Remont.- Uhren yon Silb. Remont.- Uhren Gold. Remont.- Uhren Regul.- Nussb.- Uhren M. an 99 " " 15 " 27 Reelle schriftliche Garantie." E. Möbis, 82 Koppen- Strasse 82 3 Min. v. Schl. Bahnh. 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Verantwortlicher Redacteur: Julius Kalisti in Berlin. Für der Inseratenteil verantwortilch Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwäcts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 254. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Kampf ums Majorat. Bierter Tag. Für die 78 Jahre alte Angeklagte nosta ist jetzt ein bequemer Lehnstuhl in den Anklageraum gestellt worden, auf dem sie nun behaglicher ſizen kann. Auf Verlangen des Ersten Staatsanwalts Steinbrecht wird die Zeugin Falkowska Freitag, 30. Oktober 1903. jett eingefallen sei, und wenn man dies hindern wollte, würde man beamter an ihrer Spize. Selbstverständlich ist es von außerordentja geradezu Meineide züchten. Erster Staatsanwalt Steinlichem Interesse für die Arbeiter im allgemeinen und für die Frauen brecht erklärt, daß er mur habe sagen wollen, daß dieses Hingehen im besonderen, in welcher Weise das Institut der Gewerbe- Inspektion der Zeugen an den Verteidigertisch störend sei. ausgestaltet ist und in welchem Geiste die Maßnahmen der Beamten Auf Antrag des Ersten Staatsanwalts Steinbrecht wird der getroffen werden. Unterstanden doch im Jahre 1902 in Preußen Landgerichtsrat Foth vernommen, welcher die Untersuchung gegen 98 998 Betriebe mit 2 396 941 Arbeitern der Inspektion. Darunter die Angeklagten geführt hat. Auf Befragen erklärt er, daß er von waren 450 317 Arbeiterinnen, von denen 46 896 jugendliche und der Zeugin Frl. Fallowsta den Eindruck gewonnen habe, als sei fie 694 Kinder unter 14 Jahren. Leider entspricht für Preußen die dem gräflichen Ehepaar sehr zugethan. Ueber etwaige Wahr- Gestaltung der Institution der Gewerbe- Inspektion und deren Maßnehmungen in betreff des intimen Verkehrs zwischen dem Ehepaare nahmen nicht im entferntesten den berechtigten Wünschen und noch einmal vorgerufen. Sie hat gestern u. a. Beobachtungen be- Wahrheit jei besonders deshalb auf besondere Schwierigkeiten fpektoren mit der Kesselrevision ist nicht nur ihre Zeit und fei Frl. Falkowska nicht befragt worden. Die Ermittelung der Forderungen der Arbeiterschaft. Durch die Belastung der Ins tundet, aus welchen sie den Schluß gezogen hat, daß bis in die gestoßen, weil die übrigen Angeklagten von einem grenzenlosen Straft zum großen Teil der Revision der Betriebe entzogen, sondern neueste Beit hinein ein intimer ehelicher Verkehr zwischen dem unterwürfigkeitsgefühl beseelt gewesen seien und deshalb mit der Wahr auch die Wirksamkeit der lekteren fast ganz in Frage gestellt. Die Grafen und der Gräfin stattgefunden habe. Es geschah dies auf heit hinterm Berge hielten. Besonders die Angeklagte Disowska jei starr Hauptborbedingung einer erfolgreichen Inspektion ist, daß sie zu eine Frage des Verteidigers, während die Zengin in der Vor- bei der Behauptung stehen geblieben, daß sie derzeit in Posen nur jeder Tageszeit und unvorhergesehen geschehen kann. Die Nessel untersuchung nichts davon gesagt hatte. Der Erste Staatsanwalt die Wahrheit beschworen, und erst nach und nach, als ein Leugnen revisionen müssen jedoch vorher angemeldet werden. Wird dann wünscht zu wissen, woher dies kommt und woher der Verteidiger fast nicht mehr durchzuführen war, habe sie sich zu einem Geständnis gleichzeitig die Revision des Betriebes vorgenommen, wird diese Kenntnis davon hat. Die Zeugin erklärt, daß sie mit bequemt, welches jetzt mit um so rückhaltloserer Offenheit abgelegt faft wertlos. Hatte der Betriebsinhaber doch Zeit und Muße genug, der Frau von Czilorski, in deren Haushalt sie jest thätig wurde. Der Zeuge habe sie darauf hingewiesen, daß ihr als letzter vorhandene Uebelstände für den Tag der Revision zu beseitigen. ist, viel über diese ganze Geschichte gesprochen hat, daß fie sich Rettungsanfer noch die Begnadigung durch den Kaiser in Aussicht Hinzu kommt noch, daß die Macht befugnisse der Be= manches dabei aufgeschrieben habe, um es nicht zu vergessen und stehe. Die Disowska habe erst ein Geständnis abgelegt, nachdem sie amten außerordentlich eingeschränkt sind. Daß sie z. B. bei daß auch Frau v. Cz. fich Notizen gemacht haben dürfte.- Justiz durch einen abgefangenen Staffiber schwer belastet worden war. In Uebertretungen der Arbeiterschutzbestimmungen nicht selbst Straf rat Bronter ersucht die Zeugin, in dieser Beziehung mit nichts diesem Kassiber hatte sie ein volles Bekenntnis ihrer Schuld ab- verfügungen erlassen dürfen, sondern nach der Polizei rufen zurückzuhalten, sondern alles frei und ungeniert zu sagen, denn auch gelegt. Den Grafen Kwiledi habe er wiederholt darauf aufmerksam müssen, daß dadurch ihr Ansehen und ihr Einfluß erhöht wird, wird andre Leute haben in diesem Prozeß Informationen erhalten und erteilt. Im übrigen lehnen es die Verteidiger Justizrat router gemacht, daß er ein gefährliches Spiel treibe, wenn der gegen ihn niemand behaupter wollen. und Rechtsanwalt Chodziesner namens der Verteidigung ent- im August in Haft genommen worden. schwebende Verdacht sich verdichten sollte; der Graf sei denn ja auch schieden ab, Auskunft darüber zu erteilen, woher sie ihre Juformationen haben. Die Verteidiger fragen ja den Staatsanwalt nicht, woher er seine Informationen habe und sie meinen, daß er aus Wroblewo, macht Aussagen über die Wahrnehmungen, die sie davon überzeugt sein sollte, daß sie sich unlauterer Quellen nicht bezüglich der Leibwäsche der Gräfin gemacht. Diese Wahrnehmungen bedienen. Sie feien mindestens mit derselben Objektivität, sind derart, daß sie an der Richtigkeit der Geburt des Knaben am wie der Staatsanwalt, bestrebt, die Wahrheit zu er 27. Januar gezweifelt hat. Sie will nur aus Mitleid für die Gräfin mitteln. Erster Staatsanwalt Steinbrecht: Er habe an diese Beobachtungen seiner Zeit verschwiegen haben. Die Aussagen unlautere Quellen überhaupt nicht gedachtes falle ihm nur die Er- dieser Zeugin entziehen sich natürlich der Wiedergabe, es ist dabei weiterung der Aussage dieser Zeugin auf und er beantrage, den viel von rosa Taghemden, roten Nachthemden usw. die Rede und Untersuchungsrichter über diesen Punkt zu befragen. die Verteidiger regen die Zweifel an, ob die Zeugin die Leibwäsche Rechtsanwalt Chodziesner und Rechtsanwalt v. Rych der Gräfin und die der Komtessen hat unterscheiden können. Während Io wsti richten eine Reihe von Fragen an den Zeugen Grafen dieser ganzen Erörterungen sigt die Gräfin, die sonst mit der Hector wiledi über den Umfang und die Methode seiner Er- Lorgnette die Zeugen eingehend zu mustern pflegt, mit abgewandtem mittelungen und über die Gelder, die er darauf verwendet hat. Er Gesicht da. sagt, daß er dem Hechelski über die Ergebnisse neuerer Ermittelungen Auch eine andre Zeugin wird noch über dieses Wäschethema hin und wieder Mitteilung gemacht habe. Auf eine weitere Frage vernommen. Diese Zeugin glaubt sich zu erinnern, daß die Anerklärt er, daß er von 1902 bis heute dem Hechelsti 7-8000 Mark gezahlt habe; vor vierzehn Tagen habe er ihm noch 1000 Mart geklagte Knoska, die bekanntlich den Knaben mit abgeholt haben soll, am 27. Januar in Wroblewo gewesen sei. ( Pause.) gezahlt. Alsdann wird Kriminalkommissar b. Trescko to vernommen, um zu bekunden, ob hier im Gerichtssaale irgend welche Beeinflussungen anwesend. D Der Die nächste Zeugin, weaden. Oberwäscherin Czibulka 27 Mit Rücksicht auf die große Zahl der weiblichen Arbeiter ist unsrerseits seit vielen Jahren die Forderung erhoben: Anstellung weiblicher Fabrik Inspektoren. Mit Händen und parlament. Nach vielem Sträuben hat man sich, dem Druck der Füßen" hat man sich lange Zeit dagegen gewehrt im Junkers Verhältnisse nachgebend, endlich dazu bequemt, den Versuch" zu machen mit der Anstellung von gegenwärtig vier Assistentinnen" Daß die Beamtinnen nur als Assistentinnen und nicht als selbstständige Inspektoren angestellt, ihre Machtbefugnisse also noch enger gezogen sind als diesen, muß naturgemäß ihre Wirksamkeit außer ordentlich einschränken und ihre Schaffensfreudigkeit herabmindern. Sind dann die Ergebnisse ihrer Thätigkeit nicht den Erwartungen entsprechend", so ist das Grund genug für alle Rückwärtser und Bremser am socialpolitischen Karren, daraus die Ueberflüssigkeit oder gar Schädlichkeit der ganzen Einrichtung beweisen zu wollen, um so den weiteren Ausbau derselben zu hintertreiben. Und just das Gegenteil ist mit aller Straft im Interesse der Arbeiterinnen anzustreben. Der Grad der Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft ist in der Regel höher denn der der männlichen. Dem weiblichen Arbeiter gegenüber werden auch leichter und öfter die Arbeiterschutzbestimmungen übertreten. Erstens weil für diesen weitergehende Schutzbestimmungen, bezüglich der Arbeitszeit, der Baujen usw. bes stehen denn für den männlichen Arbeiter; zweitens, weil man aus Erfahrung weiß, die Frau ist widerstandsunfähiger. Während andrerseits just die Arbeiterinnen, aus Rücksicht auf die besonderen Aufgaben, die fie der Gesellschaft gegenüber als Geschlechtswesen, Bei Wiederaufnahme der Sigung beantragt ein Geschworner, daß den Geschwornen Verzeichnisse der Zeugen angefertigt werden, da es nicht möglich sei, die polnischen Namen zu verstehen, noch von Zeugen beobachtet worden sind. Er bekundet, für diesen Prozeß weniger aber zu behalten und später bei den Geschwornen Verfeien einige polnisch sprechende Kriminalbeamte im Gerichtsgebäude wechselungen vorkommen könnten. Dem Wunsche soll entsprochen stationiert. Diese haben beobachtet, daß sich in der Nähe des als Mutter der kommenden Generation zu erfüllen haben, eines Rassenzimmers zwei Leute aufhielten, die in polnischer Sprache Nach einer Mitteilung des Ersten Staatsanwalts Stein weitergehenden, eines besonderen Schuhes bedürfen. Was im mehreren Zeugen zuriefen, daß sie doch nicht so dumm sein sollten, brecht liegt die Zeugin Cäcilie Meyer, die Weichenstellerfrau, Princip durch die diesbezüglichen Bestimmungen, so gering fie auch hier Zeugnis abzulegen, sondern nach Hause fahren sollten. Die die die wirkliche Mutter des angeblichen jungen Grafen sein soll, in find, im Gesetz anerkannt ist. Bei Uebertetungen dieser Bes Beamten haben die beiden Leute, welche ihnen gegenüber noch un- einem Hause der Emdenerstraße in Geburtsnöten. Profeffor ftimmungen wird die Widerstandsunfähigkeit der Arbeiterin, ihre verschämt wurden, mit zur Wache genommen und dort ihre Namen Dührßen und Dr. Rosinski begeben sich auf Ersuchen des Scheu, die meistens resultieren aus der Furcht vor Entlassung, ihr festgestellt. Rentier Miecislaw von Moszewski- Posen, ein entfernter orfizenden nach der Emdenerstraße, um sich von dem Zustand der auch den Mund verschließen, wo sie Beschwerde führen sollte, Beugin zu überzeugen. namentlich dem männlichen Beamten gegenüber. Bei dem Eindringen Verwandter der angeklagten Gräfin, sagt aus, daß er in den letzten Arbeiterfrau Stanislawa Lewandowska will sich mit aller der Arbeiterinnen in immer neue Berufe, in Berufe, in denen bisJahren so gut wie gar keinen Verkehr mit dieser gehabt und des- Bestimmtheit erinnern, daß die alte Andruszewska am 27. Januar 1897 lang nur Männer Beschäftigung fanden, tvorüber uns in allen halb den Knaben auch nicht gesehen hatte. Als er ihn dann, ohne in Wroblewo anwesend gewesen sei und auch an den vorhergehenden Bundesstaaten die Fabrit- Inspektionsberichte Auskunft geben zu wissen, wer er ſei, in Begleitung einer Frau gelegentlich gesehen, Tagen nicht gefehlt habe. Der Vorsitzende hält ihr vor, daß es doch werden dieselben oft beschäftigt bei Arbeiten, die dem weiblichen fei ihm sofort eine Familienähnlichkeit aufgefallen und er habe sich fehr auffällig sei, wenn sie sich jetzt noch nach sechs Jahren so genau Organismus durchaus schädlich sind. Die Arbeiterinnen sind sich sofort gedacht: das müsse wohl der Junge sein. Ein Geschworner auf den 27. Jamtar 1897 erinnern könne. Die Zeugin behauptet nicht selten dieser Thatsache bewußt. Das Schamgefühl hält sie regt an, ob nicht dieser Zeuge ebenso wie sämtliche übrigen Mit- aber mit aller Bestimmtheit, daß sie sich dessen erinnere, denn sie aber ab, dem männlichen Inspektor zu sagen, wie und warum eine glieder der Familie so lange an Gerichtsstelle zurückbehalten werden sei damals speciell der alten Andruszewska zur Hilfeleistung bei Schädigung ihres Organismus sich zeigt. Auch haben sie das Ges könnten, bis der Kleine Knabe vorgeführt und damit Gelegenheit ge- gegeben worden und wisse ganz genau, daß diese zu jener Zeit fühl, der Mann würde sie nicht einmal verstehen, mindestens ihren geben würde, selbst die Aehnlichkeit desselben mit den Familiennicht von Wroblewo abwesend Slagen nicht das nötige Interesse entgegenbringen. Zudem haben mitgliedern zu prüfen. Der Zeuge wird jedoch entlassen. Borsigende meint, es feien noch genügend viel Familienmitglieder gewesen sei und sich auch nicht von ihrer Tochter habe vertreten die männlichen Inspektoren so vielerlei Dinge zu erledigen, daß bei laffen. Diese Zeugin, die auch nur polnisch spricht, bestätigt eine der Kontrolle der Maschinen und Dampffeffel die Menschen, bes Die nächste Zeugin ist eine Hebamme Kubowiß, welche die Frage des Justizrat Wronker dahin, daß in ihrer Familie auch sonders die Frauen, zu furg kommen." Arbeiterinnen, die schwanger sind oder sonst unter förperlichen Gräfin vor 24 Jahren entbunden hat und nun Auskunft darüber ein Fall vorgekommen sei, in welchem eine Frau, die über 50 Jahre Rechtsanwalt Störungen leiden, daher eine Rücksichtnahme auf ihren Zustand vergeben soll, ob diese und frühere Entbindungen leicht oder schwer alt gewesen, noch ein Kind bekommen habe. waren, ob Gefahr dabei obwaltete und ob die Gräfin dabei vorher Chodziesner: Ist der Zeugin bekannt, daß die Hedwig Andru- langen können, werden ebenso durch die Scheu oder Scham abund nachher in ärztlicher Behandlung war. Die Zeugin berneint zewosta auf dem Hofe von den Bediensteten als eine seltsame Berson an- gehalten, sich dem Inspektor gegenüber auszusprechen, wie dies bei letzteres und erinnert sich, daß die Entbindungen leicht und gefahrlos gesehen wurde, mit der es nicht ganz richtig sei und die man eigentlich Arbeiterinnen unterbleibt, die sittlichen Gefahren an der Arbeitsbor sich gegangen seien. Auf eine Frage der Verteidigung bestätigt in eine Anstalt bringen müsse? Die Beugin bejaht dies. Sie stätte ausgesetzt sind. Dem weiblichen Inspektor gegenüber fallen die Zeugin, daß die Gräfin in Bezug auf ernstliche Untersuchung habe immer nur gesagt, die Hedwig fei dumm; daß jemand gesagt diese Ursachen der Schweigsamkeit der Arbeiterinnen fort. Um fo ihres Körpers besonders zurückhaltend war. Hätte: die Hedwig sei gar nicht so dumm, sondern flüger als alle mehr, wenn die Inspektorin die Arbeiterinnen durch Fragen zum Fräulein v. War deska Oporowo war sieben Wochen als alle andren, habe sie niemals gehört. Rechtsanwalt v. Ny ch- Aussprechen veranlaßt und dadurch zeigt, daß sie ihren Beschwerden " Stüße" in Wroblewo. Nach ihren Wahrnehmungen ist die Hedwig lowski: Hat sich nicht in den legten Tagen ein Dachdeckermeister Interesse entgegenbringt. Aber auch ohne diesen letzteren Umstand Andruszewska, die Hauptbelastungszeugin, in Wroblewo schlecht be- role an die Zeugin herangemacht und ihr gesagt:" Ach, der Gräfin tritt zwischen Arbeiterinnen und einem weiblichen Inspektor einfach handelt worden. Die Gräfin Jsabella habe ihr, der Zengin, gleich ist nicht mehr zu helfen, sagen Sie nur zu ihren Ungimften aus ein natürliches Zusammengehörigkeitsgefühl in Erscheinung. In noch Die höherem Maße würde dies der Fall sein gegenüber Infpets bei Antritt ihrer Stelle, gesagt, die Hedwig sei ein lügenhaftes Wer zu ihren Gunsten aussagt, tommt sofort ins Loch?" Mädchen, welches an den Thüren horche und nasche. Sie solle das Beugin bejaht dies nicht direkt. Es habe nur ein Dachdecker mit torinnen aus Arbeiterkreisen, deren Hinzuziehung wir Arbeiterinnen( und Arbeiter), die den Mädchen nur recht streng behandeln, fie müsse wie ein Hund be- ihr gesprochen und mancherlei über den Prozeß geredet. Dabei hat seit Jahren fordern. handelt werden, denn besseres sei sie nicht wert. Die Hedwig habe er seine Ueberzeugung dahin ausgesprochen, daß es dem Grafen wohl Charakter der Beamten erhalten, aber von der Arbeiterschaft gewählt fich bei ihr manchmal gemeldet und ihre zerzausten Haare und ihr schlecht gehen werde. Der Dachdecker habe nicht gesagt, daß er von werden. Diese Arbeiter- Inspektoren hätten zweierlei vor allen übrigen voraus: Das Vertrauen der Arbeiterinnen zerkragtes Geficht gezeigt, wobei fie fagte, sie sei von der Gräfin miß- irgend jemand abgesandt worden ist. handelt worden, weil sie verweigert habe, ihre Unterschrift unter Fräulein Pluzinszka bekundet, daß sie eines Tages früh( und Arbeiter) und die Erfahrung. Sie kennen die Gefahren gewisse ihr vorgelegte Papiere zu feßen. Eines Tages hat die 10 Uhr auf dem Gute der angeklagten Gräfin erschienen sei, um die der Arbeit, aber auch die Schliche und Wege der Unternehmer, fich Beugin folgende Beobachtung gemacht: Jm Eßzimmer habe die Frau Gräfin zu sprechen. Sie habe das Schlafzimmer der Gräfin ge- um die Bestimmungen des Arbeiterschutzes zu drüden. Wie wirksam Gräfin mit einer der Komtessen gesessen und, wie sie gehört zu öffnet und diese im bloßen Hemd vor dem Bett stehen sehen. Sie deren Thätigkeit sein würde, kann man ermessen an der segenshaben glaubt, von dem Knaben gesprochen. Sie hat den Eindruck habe sich sofort zurückziehen wollen, sei aber durch die Gräfin ver- reichen Thätigkeit der Beschwerdekommissionen, die die Genossinnen gehabt, als ob die Komtesse unzufrieden war, daß der Knabe ihr anlaßt worden, zu bleiben. Sie habe hierbei beobachtet, daß die an manchen Orten als Notbehelf, als Vermittlung zwischen Arvorgezogen würde. Da hat sie denn die Gräfin sagen hören: ich Gräfin einen starken Leib gehabt habe, als ob sie guter Hoffnung beiterinnen und Inspektion errichtet haben. Nicht nur ihr Stlabenmuß ihn sei. Auf die Vorhaltungen des Vorsitzenden und des Justizrats halterstandpunkt, die Vertretung des Grundfakes Herr im Hause" doch anerkennen! Wronker dahingehend, ob die Gräfin etwa auf ihren Besuch vor- zu sein, veranlaßt das Unternehmertum, gegen diese Forderung Ueber die Bedeutung des vom Sachverständigen Regierungsrat bereitet gewesen sei, erklärt sie das für ausgeschlossen, da sie ganz fich mit aller Straft zu stemmen, sondern vor allem die außerordent Brandt mit„ anerkennen" übersetzten polnischen Wortes entspinnt sich plötzlich von ihrer Herrschaft zur Gräfin geschickt sei. Letztere liche segensreiche Wirksamkeit, die just Arbeiterinspektoren entfalten habe fie auch nicht kommen sehen können. Ob die Gräfin würden. Ist von ihrem Standpunkte aus doch der ganze Arbeitereine furze Debatte. Rechtsanwalt v. Rychlowski behauptet, daß unter dem Hemd etwas um den Leib gebunden gehabt habe, schuß und damit das Institut der Fabrik- Inspektion eine recht läſtige das polnische Wort doch nicht so übersetzt werden könne, während die weiß sie nicht, ebenso wenig, ob die Angeklagte wirklich schwanger und überflüssige Einrichtung. Daher ist auch die Hinzuziehung von Sachverständigen Regierungsrat Brandt und Kanzleirat Grob gewesen sei, da sie als„ Fräulein" darin feine Erfahrung habe. Aerzten zur Inspektion bis jetzt immer hintertrieben worden. fowie Prof. Dr. Brückner das Wort„ przyczinacz" nicht anders als mit Die folgende Zeugin Gräfin Boninska hat die angeklagte Gräfin und wie notwendig wäre diefelbe. Wie segensreich könnten sie ,, anerkennen" übersetzen zu können erklären. Justizrat Wronter: ein Jahr vor der Entbindung zum letztenmal gesehen. Auf die Nach- wirken bei der Verbesserung der sanitären und hygienischen Verhält Die Gräfin hat ja leider viel mit Wechseln zu thun gehabt, ist es richt von der Geburt des Knaben ist sie nach Berlin geeilt und hat nisse der Arbeitsräume, in dem Bestreben, vorbeugend zu wirken nicht möglich, daß das Wort„ anerkennen" sich auf einen solchen hier Mutter und Kind am zweiten oder dritten Tage nach der Ge- gegenüber den Gewerbekrankheiten, oder wo diese sich bereits gezeigt, Wechsel beziehen konnte? Beugin: Nein, von Geld war nicht burt aufgesucht. Sie hat die Gräfin matt und angegriffen gefunden lindernde und abschwächende Maßnahmen zu treffen. Daß eine ge die Rede. Die Frau Gräfin hat zuerst von dem Knaben unter und mit Bestimmtheit angenommen, daß hier eine legale Geburt vor- sebgebende Körperschaft, wie der preußische Landtag, der die ver undeutliche Bemerkung und dann erfolgte die Bemerkung mit dem Da sie selbst Mutter von acht Kindern sei, glaube fie schon ein Urteil Lufthauch, jeden modernen Gedanken sich abzuschließen, der daher Worte„ przyczinacz". Weiter befundet die Zeugin: Sie habe darüber abgeben zu können, daß das Kind damals noch keine acht nur das Interesse der Junker- und Unternehmerclique im Auge hat, von der Hedwig gehört, daß ihr die Gräfin ins Gesicht gespuckt und Tage alt war. fich diesen Forderungen gegenüber streng ablehnend verhält, wem ihr gesagt habe: Wenn Du nicht gehorchst, dann werde ich die Leute wollte es Wunder nehmen? zusammenrufen und Dich durchhauen lassen. Die Zeugin hat nicht gefunden, daß die schlechte Behandlung des Mädchens berechtigt gewesen sei, denn sie sei ein ruhiges und geduldiges Mädchen gewesen. Die Zeugin hat den Verdacht gehabt, daß die Hedwig ein Geheimnis wisse und sich weigere, etwas zu unterschreiben, was der Wahrheit Welches Intereffe haben die Franen an den preußischen Landtagsnicht entspreche. Ein Konflikt. Während dieser Vernehmung hat die Zeugin Faltowsta fich Hierauf wird die Verhandlung auf morgen vertagt. Aus der Frauenbewegung. wahlen? Von Louise Bieb. II. " Ob die Gefundheit von Millionen Menschen günstig beeinflußt, ob zahlreiche Unfälle verhindert werden könnten, durch die Erfüllung unsrer Forderungen, was kümmert es jene Herren, die im Junker hert sich außerordentlich wohl und sicher fühlen. So wie hier Reaktion und Rückständigkeit, ist es überall, so weit Preußens Gefeßgebung und Verwaltungsmaßnahmen Einfluß haben. Gesinde Ordnung und Ausnahmegesebgebung gegen die ländlichen Arbeiter hindern die Kinder des an den Verteidigertisch begeben und teilt einem der Verteidiger Der Arbeiter und Arbeiterinnenschuß ist reichsgesehlich ge- Wolfes, die als Dienstboten oder Landarbeiter ihr Brot suchen, sich etwas mit, was der Erste Staatsanwalt Steinbrecht rügt. Das regelt. Die Institution, die geschaffen ist um über die Innehaltung aus eigner Kraft, durch die Organisation, ihr Los zu erleichtern, giebt dem Justizrat Bronter Veranlassung, mit gehobener dieser Vorschriften zu wachen, dafür Sorge zu tragen, daß sie im liefern die Wermsten vielmehr der uneingeschränkten Ausbeutung und Stimme zu erklären, daß er seinerseits die Verteidigung niederlegen Sinne des Gesetzgebers durchgeführt werden und die Anregungen der Willfür ihrer Brotherrn" aus.. müßte, wenn der Staatsanwalt in dieser Weise irgend welche Mit- geben soll, wie diese Vorschriften in zivedenisprechender Weise er- Die Justiz fällt Urteile, die uns mit Grauen erfüllen und teilung eines Zeugen an die Verteidiger zu unterbinden suche. Die weitert werden, die Gewerbe- Juspettion, untersteht leider die im strittesten Widerspruch zu dem Rechtsbewußtsein des Bolles Beugin habe aus Respekt vor dem Eide etwas mitgeteilt, was ihr der Landesgesetzgebung. In Preußen steht auch ein Verwaltungs- stehen. " Die Polizei läßt ihre Allmacht" nicht nur kämpfende| Genossen Dr. Liebknecht Gelegenheit, die Stellung der Oberschaffner, deren Zahl jedoch eine sehr feine ist, ein JahresBroletarier, sondern auch wehrloſe Frauen und Mädchen kosten. socialdemokratischen Fraktion zu dieser Frage erneut darzulegen. zufchuß von 200 M. und für die sämtlichen Unterbeamten ein Die ersteren werden arretiert, wenn sie Streikposten stehen und ein Die Socialdemokraten sind Gegner der Gewerbesteuer, aber so Wohnungszuschuß in Höhe von 240 M. Der Wohnungsgeld- Zuschuß " Arbeitswilliger" sich„ belästigt" fühlt, die letteren werden be- lange eine solche besteht, fordern sie, wenigstens die kleineren befindet sich noch auf demselben Stande, den er vor vier Jahrläſtigt, arretiert und polizeiärztlich untersucht, weil man sie ganz Gewerbetreibenden zu entlasten und die größeren schärfer heran- zehnten gehabt hat. Die Wohnungen sind in der Zeit über noch mal so teuer geworden und unter 400 bis 500 m. ist eine Wohnung Auf den vor 5 Jahren von der Stadtverordneten für eine Familie wohl kaum zu erlangen. Für die Postbeamten Solange es der in Preußen beliebten Verkehrspolitik zuziehen. Auf den vor zufolge so hohe Personentarife giebt, wird es zahlreichen Arbeitern Versammlung geäußerten Wunsch, mit dem Magistrat in gemischter liegen die Verhältnisse noch um so schwieriger, als sie genötigt und Arbeiterinnen erschwert, fich an einem andren Orte eine Deputation über die Reorganisation zu beraten, hat der Magistrat sind, in der Nähe derjenigen Aemter, auf denen sie angestellt sind, lohnendere und bessere Beschäftigung zu suchen. bisher nicht geantwortet. Gestern erklärte Kämmerer Maas, zu wohnen. Die Diensteinteilung ist eine derartige, daß die Sturzum überall thut Wandel, Umkehr, gründliche Reform die Sache sei schwierig, und der Magistrat habe wenig Lust. Das Beamten mitunter um fünf Uhr früh oder noch früher auf bringend not. find trübe Aussichten für die kleinen Gewerbetreibenden. Die Massenbeteiligung bei der Wahl zum preußischen Landtag muß es laut, deutlich und eindringlich zum Ausdruck bringen, daß das Volk es fatt hat, sich von Junkern, Klerikern und der Unternehmerclique unterdrücken, ausbeuten und entrechten zu lassen. Die Wahlbeteiligung muß zu einem flammenden Protest gegen die geradezu ungeheuerliche Rechtlosigkeit der Volksmasse in Preußen Dazu wollen nach besten Kräften wir Frauen mithelfen. Wie sehr wir dazu alle Ursache haben, das haben wir an Beispielen, die ja nur Stichproben sein konnten, zu beweisen versucht. Können wir auch nicht wählen, können wir doch mit agitieren, die Massen mit begeistern, die Köpfe mit revolutionieren. Soll der Junkerhort geschleift werden, bedarf es dazu der Kräfte aller. Agitation, Agitation und Organisation der Volksmassen, das find die Schlüſſel, die uns die Pforten zum Lande der Freiheit öffnen. werden. Gebrauchen wir sie! Der richtige Berliner. dem Postamt sein müssen, das heißt zu einer Zeit, zu der sie eine Fahrverbindung nicht haben. Hiervon abgesehen, fehlt den Postbeamten auch die den Polizeibeamten bei den Straßenbahnen gewährte Vergünstigung eines ermäßigten Abonnements, ein Unter diesem Titel ist im Verlage von H. S. Hermann in Berlin Ümstand, der ebenfalls dazu beiträgt, daß die Bostangestellten nicht ein Buch erschienen, das einen Professor am Grauen Kloster, Herrn in den Vororten billigere Wohnungen zu mieten in der Lage sind. Hans Meyer, zum Verfasser hat. Liegt dies Buch auch in fünfter Diefe Beamtentlasse ist also genötigt, einen nicht unbeträchtlichen Auflage vor, so tritt es doch für das heutige Berlin als Neuheit ins Teil ihrer Gehaltseinnahme für den Wohnungszuschuß zu verLeben, da es zuletzt vor bereits 21 Jahren heranszugeben wurde. wenden, wiewohl ja auch die allgemeinen Lebensbedingungen erheblich ungünstiger geworden sind. wie es damals aufgenommen wurde, wissen wir nicht; in seiner Es wird noch berichtet, daß die mit der Mundsperre betrauten ießigen Gestalt wird es sich aber weit über den Kreis der echten Postbeamten die Hoffnung ausgesprochen haben, es möchten freiBerliner hinaus Freunde erwerben. Und der Urberliner selbst wird sinnige, ultramontane und-konservative Barlamentarier ihre dem Buche schon mit Hochachtung begegnen, weil sein Verfasser den Leiden im Reichstage zur Sprache bringen. Das ist ein blutiger Mut gefunden hat, dem Dialekt der Ackerstraße Gerechtigkeit wider- Scherz, den die mißgestimmten Postbeamten sich geleistet haben. Als fahren zu lassen. Was das aber bedeuten will, weiß ein jeder, der der letzte Poſtetat am 28. Februar und 2. März d. J. im Reichstage von„ Außerhalbschen" hat hören müssen, daß keine deutsche Mund- beraten wurde, war es Sache unfrer Parteigenossen Singer und art, die sächsische nicht ausgenommen, im Lande so verrufen ist wie beil, sich nachdrücklich der Postbeamten anzunehmen. Aus den Der Frauen- Wahlverein hielt am Mittwoch im Kösliner Hof die berlinische. Reihen der bürgerlichen Parteien brachte einzig der Abg. Müllereine Versammlung ab, in der Genosse Ledebour unter großem BeiMeiningen Fälle von unwürdiger Behandlung der Beamten zur " Nicht selten", so schreibt der Verfasser in seiner Vorrede, öffentlichen Stenntnis. Der Centrums- Abgeordnete Sittart sang fall über die Stellung der Frauen zu den preußischen Landtags- wird die Meinung ausgesprochen, ein gebildeter Mensch könne ein Loblied auf die von der Regierung gegen einzelne Beamte verwahlen sprach. Zum Schlusse gab die Vorsitzende bekannt, daß der sich mit dem Berlinischen höchstens„ aus unt" abgeben. fügten Maßregelungen, der freisinnige Abg. Eickhoff tadelte Singer, Verein am 30. Oktober eine Versammlung im Böhmischen Brau- Diesem Vorurteil kann nicht scharf genug widersprochen werden. weil dieser den Wert der von der Regierung den Beamten aufgehängten hause abhalten wird, in der Klara Zetkin spricht, und daß am Denn abgesehen davon, daß die Sprache der drittehalb Millionen Schnüre und Ligen nicht zu würdigen wußte, die konservativen Abgeord 4. November Waldeck Manasse in der Berliner Ressource referieren wird. In Tempelhof- Marieudorf ist es nach langen Jahren wieder reich hat) das Recht hat, ernst genommen zu werden, abgesehen wesentlich die Socialdemokraten die berufenen Vertreter der PostEinwohner der Provinz Berlin( es sind mehr, als manches König- neten aber fanden es überhaupt nicht der Mühe wert, ein Wort zu äußern. Wie vor acht Monaten, so waren auch bei früheren Gelegenheiten einmal möglich geworden, öffentliche Versammlungen abzu- davon, daß diese Sprache vielleicht für Deutschland dieselbe Be- angestellten im Parlament. Und anders wird es auch in Zukunft halten. Die überfüllte Versammlung bei Martin Müller, Berlinerstraße 41/42, in der am Donnerstag Dr. Alfred Bernstein über deutung erlangen wird, wie die von Paris für Frankreich erlangt nicht sein. Gerade der Umstand, daß die Beamten aus zwingenden Gemeindepolitik und Frauenfrage sprach, zeigte, wie groß auch hier hat, ist diese Sprache eine Sprache so gut wie jede andre, ein Gründen dieſe ihre Anwälte nicht mit Namen zu nennen wagen, das Bedürfnis nach Versammlungen ist. Leider mußte die Diskussion natürlich erwachsener Dialekt mit eignem Charakter und eignen Ge- wird unfre Parteigenossen veranlassen, doppelt scharf ihre Pflicht sehr beschränkt werden, da das Lokal um 10 Uhr Polizeistunde hat. setzen. Mit ihr, wie mit jeder deutschen Mundart, verglichen, ist zu thun. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, daß es Sache der Partei- unsre hochdeutsche Bildungssprache ein künstliches Erzeugnis." genossen sei, uns das Lokal durch recht recht regen Besuch zu Nachdem so das Berlinische auf das richtige Piedestal gestellt erhalten. worden, folgen ausführliche Vorbemerkungen zur Sprache und Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, Grammatif, die gleichfalls nicht verfehlen werden, das bis jetzt beden 2. November, abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen( großer fanntlich nur schwach entwickelte Selbstbewußtsein des ReichshauptSaal), Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Dr. Maurenbrecher städters gebührend zu heben. In seiner angebornen Bescheidenheit über: Weltanschauungsfragen". Der Vorstand. ist ihm gar nicht zum Bewußtsein gekommen, daß seine Sprache ihre eigne Deklination hat: Nomt. Vater. Berliner Partei- Angelegenheiten. Spandau. Am Sonntagvormittag 7 Uhr soll im Stadtkreise ein Flugblatt zu den Stadtverordneten- und WahlmännerWahlen verbreitet werden. Alle Mann antreten. Treffpunkt: die bekannten Bezirkslokale! Lokales. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Vatern sein Gen.: meinem Vater sein. Dat. und Aff.: Vatern. " - Als in Das Referat über die Duellfrage in der vorgestrigen Sitzung der Generalsynode hat nicht, wie irrtümlich berichtet, Graf Stofch Hartau, sondern Synodale Landeshauptmann a. D. Graf b. Wizingerode Bodenstein erstattet. Im Gegensatz hierzu sind die bevölkertsten Gegenden Berlins an der näheren Peripherie. So wurden in den Stadtteilen 247, Umgegend des Helmbolz- Plates nördlich der Danzigerstraße, und 190, am Ringbahnhofe Landsberger Allee, rund je 20 000 Köpfe gezählt. Der nächstgrößte Stadtbezirk nach der Bevölkerungsziffer wäre dann der 261. mit nahezu 18.000 Einwohnern, der die Gegend am Humboldthain umfaßt. In diesen und andren durch Bebauung erschlossenen Außenbezirken der Stadt haben sich die Einwohnerzahlen mehrfach verdoppelt und verdreifacht! Mit der geringsten Bevölkerung überhaupt ist, um das und Jungfernheide festgestellt worden, dort waren nur ganze 76 Perschließlich noch zu erwähnen, der Stadtbezirk 309 zwischen Nordufer wurden in den Stadtbezirken 289, Jagow- und Levezowstraße in fonen anzutreffen. Etwas mehr, nämlich 120 beziehungsweise 132 Moabit, und 192, Greifswalderstraße jenseits des Ringbahnhofes Die Bevölkerungsverhältnisse Berlins, die von uns dieser Tage in dem Artikel„ Stadt- Tausendfüßler" allgemeiner diskutiert wurden, werden auch in den Ergebnissen durch die letzte Volkszählung in allen Einzelheiten im selben Sinne bestätigt. Wie zum Beispiel durch die zunehmenden Großbauten im Stadtinnern die Bevölkerung an die Peripherie verdrängt wird, zeigte die Volkszählung offen sichtlichst für die Altstadt und ihre einzelnen Teile. Ihre Bes völkerungszahl sant von 49 606 auf 43 499, also um 6107 oder 12,31 Proz.; die Friedrichstadt von 62037 auf 56 804, also um 5233 oder 8,44 Proz. Und nun eine bedeutsame Ehrenrettung:„ Wer da glaubt, daß Eine Vergleichung der einzelnen Stadtbezirke zeigt, daß in der der richtige Berliner mir und mich, dir und dich vertausche oder nach Altstadt mehr als ein Fünftel der für diesen Stadtteil fests Hermsdorf und Waidmannsluft. Am Sonntagnachmittag Belieben anwende, ist im Irrtum. Von Natur kennt er nur mir gestellten Bevölkerungsabnahme allein auf den Stadtbezirk 1, die 3 Uhr findet in Waidmannslust im Bergschloß- Nestaurant eine und dir. Bei Leuten, die den Gebildeten„ rausbeißen" wollen, Umgebung des Rathauses fällt. Die Bevölkerung sant hier von Voltsversammlung statt. Genosse Scheffler- Berlin referiert kommt der Mischmasch vor; das ist aber barbarisch, nicht berlinisch. 3409 auf 2174, alio unt 1235 oder 36,23 Prozent! Ein ähnlich über die Landtagswahl. Aufstellung von Wahlmännern. Die Ge- Der Berliner sagt immer mir, ooch wann't richtig is". starker Bevölkerungsrückgang und zwar von 3933 um 1120 auf 2813 nossen werden ersucht, für guten Besuch der Versammlung zu sorgen. Unser Buch bringt dann die Hauptsache, nämlich auf 136 Seiten gleich 28,48 Proz. wurde nur noch im Bezirk 12, KupferNieder- Schöneweide und Umgegend. Am Sonntagnachmittag ein Berzeichnis der Berliner Redensarten. Auch dieser graben, Weidendamm und Umgebung festgestellt. Hier hat vor allem der Kasernen- Neubau revolutioniert. In der Friedrich. 14 Uhr findet im Lokale Hasselwerder eine öffentliche Urwähler- Teil ist schon insoweit originell, als er nichts von der grauen- stadt hatte den verhältnismäßig stärksten Rückgang der Bezirk 16, Versammlung statt. Genosse Wollheim spricht über den preußischen erregenden Langenweile gewöhnlicher Wörterbücher an sich hat. wo die Bevölkerungszahl von 2158 auf 1629 fant, also um 529 oder Landtag. Die Parteigenossen werden ersucht, für den Besuch der Ein Beispiel: Adleer( Adeleer), Adler. Alte und schöne, aus dem 24,51 Proz. Auch in der Luisenstadt mit Neu- Cölln fallen einige Versammlung rege zu agitieren. zoologischen Garten stammende Redensart:„ Bater, seh mal den Bezirke durch starken Bevölkerungsrückgang besonders auf. Adeleer, der plinkert mit de Dogen un eßt mit de Nase." der National- Galerie der Prometheus von Eduard Müller aufgestellt wurde, entstand folgende Geschichte: Ein Vater erklärte feinem Jungen, daß der Adler dem Prometheus alle Tage die Leber aus„ Billig und schlecht!" wird man von dem Filialhospital freſſe; darauf sagte der Junge mitleidig:„ Ach, der arme Adleer! für sieche Männer sagen dürfen, das der Magistrat in Alle Dage Leber." Reinidendorf auf einem gemieteten Grundstück einrichten will, und Ein andres noch: Willem, Wilhelm. Nedensart: Er macht' n dessen Etat gestern von der Stadtverordneten- Versammlung so an- dicken( feinen) Willem( wie Froßkoz). Eine besorgte Mutter ermahnt genommen wurde, wie ihn der Magistrat vorgelegt hatte. Vor acht ihren Sohn beim Essen:„ Es langfam Willem, Du sloobst nich, wat Tagen hatten unsre Genossen durchgesetzt, daß diese Vorlage nicht den fünfziger Jahren war ein alter Guitarrespieler in Alt- Berlin man rinschlagen kann!"" Willem, der Leichenwagen kommt!" In im Eiltempo abgethan wurde, aber leider ist dadurch nichts ge- die Freude der Straßenjungen, die ihn mit diesem Ruf verfolgten, wonnen worden. Für die zweite Lesung, die gestern stattfand, waren von der socialdemokratischen Fraktion Anträge ein- weil es bekannt war, daß er vor Leichenwagen eine kindische Furcht gebracht worden, die die feste Anstellung eines Krankenwärters Nach diesem folgen Berliner Verse. Kinderverse, Stammbuchund die Erhöhung des Verpflegungssages forderten. Genosse Dr. Freudenberg, der diese Forderungen begründete, konnte verse, volkstümliche Verse; im ganzen sind es dreihundert. darauf hinweisen, daß die Verwaltung selber einen höheren Pflegefaz für notwendig gehalten, aber damit nicht den Beifall des Magistrats gefunden hat, daß die Verwaltung inzwischen auch den Beschluß gefaßt hat, wenigstens die gelegentliche Heranziehung eines Sie sind nicht alle so schnodderig wie dieser und unter den aus Heilgehilfen zu empfehlen. Doch der Vertreter des Magistrats, dem Schatz der Kinderwelt aufgegriffenen lesen wir manchen- oft Stadtrat Jacoby, versicherte nochmals, die Insassen seien eigentnicht ohne Rührung. lich gar nicht krank und würden gut genug verpflegt, und Herr gerade seiner Ruppigkeit wegen Auch die Beschreibung der Spiele, die in Berlin auf der Straße Wallach sekundierte ihm. Die Anträge wurden dann abgelehnt. Für die feste Anstellung eines Krankenwärters stimmten außer unfren und im Freien gespielt werden, zeugt von Liebe und Sachkenntnis. Genossen nur vereinzelte Freifinnige, für die Erhöhung des Ver- Murmel, Käseball, Drachen 2c. sind in ihren verschiedenen Variationen pflegungssages kein Freifinniger. und mit allen Redensarten der Jugend wiedergegeben. In einem Beffer erging es der Vorlage über die städtischen Akten- Anhang folgt zum Schluß ein Verzeichnis der Ausdrücke für einige wagen, deren zweite Lesung vor acht Tagen gleichfalls in- Hauptbegriffe. Um von dem unvergleichlichen Wortreichtum des folge des Einspruchs der socialdemokratischen Fraktion hatte vertagt richtigen Berliners ein Bild zu geben, führen wir die Ausdrücke für Die Generalversammlung sanktionierte dadurch einstimmig die werden müssen. Auf freisinniger Seite hatte man sich inzwischen besonnen, und die„ Neue Linke" kam nun selber mit einem Antrag anjeätert, anjeheitert, anjerissen, anjeroocht, anjefäuselt, beduselt, Resultate der bisherigen Thätigkeit des Vorstandes. In einer Denkschrift hatte derfelbe bereits vorher das ganze borbefiselt, beschickert, beschmort, beschwippst, blau, dune( dick un dune), liegende Projekt näher dargelegt und in 10 verschiedenen Beauf Ausschußberatung, von der in der vorigen Sißung außer unfren fett, fiselig im Gum, illuminiert, schwach, schief jeladen, knille, zirksversammlungen die Rentabilität und Gemeinnüßigkeit des Genossen fast niemand etwas hatte hören wollen. Stadtv. IIImolum, rahmig, schicker, in Thee, in Thran, in Tritt, betrunken felben näher entwickelt und mit den Genossen erörtert. stein erklärte, seine Fraktion habe die Vorlage noch einmal geprüft, wie'n Jjel,' ne Jtsche,' ne Pide,' ne Radehade,' ne Sadstrippe, und man finde nun gleichfalls die Löhne, die der vom Magistrat aus' n Stint,' ne Teke,' ne Unfe. erfehene Unternehmer zahlen will, zu niedrig. Von unsrer Seite wurde beantragt, dem Unternehmer solle der Zuschlag nur gegeben werden, wenn er sich verpflichtet, den Kutschern 24 M. Wochenlohn zu zahlen. Die Verlesung dieses Antrages wurde von den Freisinnigen mit Wie in uns, so wird das Buch des Herrn Meyer in vielen Heiterkeit aufgenommen! Genosse Augustin nagelte das fest und wies dann zur Begründung des Antrages darauf hin, daß andre andren, die es lesen, Behagen wecken. Und doppelt freut es uns, an der Submission beteiligt gewesene Unternehmer thatsächlich daß ein Schulmann den richtigen Berliner" der Nachwelt überliefert 24 M., ja 27 M. Wochenlohn zahlen. Gleichwohl erklärten sich fämt hat. Die That des Professors vom Grauen Kloster zerstört das liche Redner des Freisinns gegen den Antrag unsrer Genossen aus Vorurteil, daß wir es in Pädagogen nur mit trocknen, griesgrämigen die Aufgabe hatten, kleine Ausbesserungen an den Kostümen vorzuhatte. betrinken an: Weine nich, cs is vergebens, Jede Thräne dieses Lebens Fließet in ein Kellerloch Deine Seile friegste doch! Die mannigfachen Ausdrücke für einen Rausch im besonderen aufzuzählen, müssen wir uns versagen, weil wir uns anders selber als wie in Thran getreten" vorkommen könnten. Gesellen zu thun haben. Weißensee gezählt. Die Arbeiter- Baugenossenschaft ,, Paradies" zu Berlin hielt am 25. d. Mts. eine zahlreich besuchte Generalversammlung bei Buggen hagen ab. Nach dem einleitenden mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referate des Vorsitzenden G. Koßka, in dem die Stizzierung des fünftigen inneren Ausbaues der Genossenschaft in idealem Sinne von besonderem Interesse war, beschloß die Generalversammlung nach reger Diskussion einstimmig nach den Anträgen des Vorstandes: ein Grundstück von 146 Morgen bei BohnsdorfGrünau zu kaufen, darauf einstöckige und zweistöckige Landhäuser zu einrichtung usw. nebst Garten einzurichten. Ferner ermächtigte diefelbe bauen und Wohnungen von 2 Zimmern und 3 Zimmern mit Bades durch einstimmigen Beschluß den Vorstand, Darlehne bis zu 48 000 Mart aufzunehmen. In einer ebenfalls einstimmig angenommenen Resolution beauftragte die Generalversammlung den Vorstand, zur Errichtung einer eigenen Spartasse einer demnächstigen Generalversammlung einen Entwurf mit einer zweddienlichen Alenderung des Statuts vorzulegen. Danach wird sich die Bebauung des großen Geländes in der projeftierten Weise auf ca. 7 Millionen Mark belaufen, deren Verzinsung durch ca. 1500 Wohnungen bei einer monatlichen Miete von etwa 16-20 m. gesichert ist. Die Auflaffung des Grundstückes dürfte spätestens im Februar nächsten Jahres gegen eine Anzahlung von 80 000 M. erfolgen; mit dem Bau der ersten Häuser soll dann im Frühjahr begonnen werden. Die Garderoben- Inspektion der königlichen Theater hat eine bedeutende Vergrößerung erfahren. Diese Inspektion hatte früher ihre Stelle im Schauspielhause, wo in den Garderoben einige Schneider principiellen Gründen, wie sie versicherten. Herr Wallach nehmen. Die neuen Kostüme, die den den Stücken entsprechenden jammerte, das führe ja zum Zukunftsstaat, Herr Mommsen zeitgemäßen Charakter tragen müssen, wurden früher nach Zeichnungen warnte, das bedeute einen Vorstoß der Socialdemokratie, und beamten Berlins, in welcher zu der Frage des Wohnungszuschusses spiele v. Hülsen hat jetzt eine Neuerung eintreten lassen. Die InDie zwingenden Gründe. Eine Versammlung der Post- lluter von großen Firmen geliefert. Der Generalintendant der kgl. Schauschließlich gestand auch Herr Goldschmidt( Nene Linke), für Stellung genommen werden sollte, war für gestern abend nach dem spektion hat seit kurzer Zeit die Aufgabe erhalten, die zu den Aufeine Festsetzung der Löhne durch die Stadtgemeinde seien er und Kellerschen Etablissement in der Bergstraße einberufen worden. Wie führungen erforderlichen Gewänder auf eigne Kosten herzustellen. seine Freunde nicht zu haben. Herrn Mommisen erividerte unser am gestrigen Tage auf den Bostämtern mitgeteilt wurde, konnte die Dazu find in in dem Hause Jägerstraße 25 große Räumlichkeiten Genosse Pfannkuch, die Zeit werde kommen, wo auch die Versammlung nicht abgehalten werden zwingender Gründe eingerichtet. Die Hälfte eines Stodwerts im Borderhause dient je Stadt Berlin solche Maßregeln, die anderswo längst üblich seien, wegen. Welcher Art diese zwingenden Gründe waren, fonnten zwei Buchhaltern und Buchhalterinnen zum Arbeiten, der Seitennicht länger werde ablehnen können. Die Versammlung beschloß wir nicht in Erfahrung bringen, man dürfte jedoch kaum fehlgehen flügel und das Quergebäude enthält die Werkstellen für die Arbeitsdann Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß, dem auch der in der Annahme, daß der Ober- Postdirektion die Versammlung un- fräfte, die unter vier Meistern thätig sind. dann Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß, dem auch der bequem war. Die ungünstige sociale Lage der Post- Unterbeamten, steht unter der Leitung des Oberinspektors Raup. Die ganze Neuanlage Antrag unsrer Genossen mit überwiesen wird.. Eine Anfrage des Stadtv. Wallach, wie es denn um die schon mehrfach, leider vergeblich, den Reichstag beschäftigt. Das Monats- Der bekannte Gründungs- Prozeß der„ Helios- Gasglühlicht- A.- G.", vor Jahren von der Stadtverordneten- Versammlung geforderte gehalt der angestrengt schwer thätigen Beamten beträgt 75 bis höchstens welcher seiner Zeit so viel Aufsehen erregt hatte, hat gegen den Reorganisation der Gewerbesteuer stehe, gab unsrem 125 m. Hierzu kommt für die sogenannten Oberbriefträger und Hauptbeteiligten, den Rechtsanwalt Dr. Haase, noch insofern u die natürlich nur geeignet ist, unzufriedenheit herbeizuführen, hat ja " Rachspiel gehabt, als unbefümmert um die in dem Strafprozeß danach nur den Rentiers cc. möglich sein, sich an der Urwahl zu be-| Wiesenthal hatte fene Worte gegenüber dem Obermeister Stahl von erfolgte Freisprechung desselben von dem Vorstand der teiligen, da von der werkthätigen Bevölkerung sich wohl der Freseschen Schlosserei gebraucht, als er mit diesem über die Beis Anwaltskammer und dem Oberstaatsanwalt beim schwerlich ein nennenswerter Teil dazu entschließen kann, auf den legung des bei obiger Firma ausgebrochenen Streits in Verhandlung trat, Rammergericht im Disciplinarwege die Frage zu prüfen war, Verdienst eines ganzen Tages zu verzichten, um das Stimmrecht zu der auch Herr Gleichauf als Vertreter des Gewerkvereins hinzus ob der genannte Rechtsanwalt bei der Gründung dieser Gesellschaft auszuüben. Dadurch wird das„ elendeste aller Wahlsysteme" im gezogen werden sollte. In der Schöffengerichts- Verhandlung am sich durch irgendwelche Handlungen, die gegen die Würde des Anwalt Volke ummer verhaßter. Da nun überdies für die Landbezirke auf Montag bekundeten der Zeuge Cohen und andre, daß Gleichauf standes verstoßen, vergangen hätte. Es war nach dieser Richtung den 12. November die militärischen Kontrollversammlungen anläßlich des Mehlichschen Streits zuerst die Beteiligung der Gewerkhin ein ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet worden, in welchem festgesetzt sind, To scheint uns das„ Wahlrecht" in so vereinler zugesagt, dieselben später aber wieder zur Aufnahme der eine derartige Verfehlung des Rechtsanwalts Dr. Haase in keinem ausreichendem Maße gesichert", daß wohl kaum ein Arbeiter Arbeit bewogen hatte, und dies in einer Art und unter Umständen, Bunfte festgestellt werden konnte. Das ehrengerichtliche Verfahren am Wahltisch erscheinen wird. Die Konservativen haben die in den Kreisen den Kreisen organisierter Arbeiter als beriverflich ist nunmehr vom Oberstaatsanwalt in Uebereinstimmung mit dem es hiernach in den Landbezirken in der Hand, ein paar bezeichnet werden. Der Anivalt des Vorstand der Anwaltskammer eingestellt worden. Klägers beantragte ihrer Getreuen abzukommandieren und so die ganze Wahl" wegen Beleidigung eine empfindliche Strafe. Das Gericht aber Auch eine staatsrettende That. Vor einigen Tagen betrat ein allein zu machen. Dieser Brauch entspricht ja auch vollkommen sprach den Angeklagten frei, weil er den Ausspruch infolge der Mitglied unsrer Partei ein Bierlokal am Blücherplatz, um unter dem„ Geiste“ dieſes Wahl„ rechts"!- Die Liberalen sind ihm von seinem Kollegen Cohen gewordenen Mitteilungen über dort anwesenden Parteigenossen Beiträge zu den Kosten der preußischen ezt auch mit einer Kandidatur auf dem Plane erschienen, und Gleichauf in gutem Glauben gethan, dann aber auch in Wahrung Landtagswahl zu sammeln. Einer der Gäste, ein Herr Semmrau, zwar präsentieren sie Herrn Naumann als ihren Kandidaten. berechtigter Interessen gehandelt habe, da er annehmen konnte, daß der Vertreter der Singer- Nähmaschinenfabrik sein soll, glaubte bei Die gesicherte Existenz des Arbeiters. Seinem Jammerdasein bei dem Mehlichschen Streit. Ebenfalls lasse sich in der Form des Gleichauf bei dem Freseschen Streit ähnlich so handeln würde wie dieser Gelegenheit seinem von staatserhaltendem Hochgefühl ge- wollte am Dienstag in Potsdam der 83jährige Arbeiter Georg Ausspruches feine Beleidigung erkennen. schwellten Herzen Luft machen zu müssen. Er stellte an den Sammler Seger aus Eber bei Hannover ein Ende bereiten. Der Greis befand Dem Kläger Gleichauf die taftloſe Frage, was er denn mit dem Gelde mache, worauf dieser die sich trotz seines hohen Alters noch immer auf der Wanderschaft und wurden auch die Kosten des Verfahrens auferlegt. Antwort gab, daß er dem Fragesteller darüber keine Auskunft schuldig ging von Ort zu Ort und von Haus zu Haus fechten, wobei er zum Die Heldenthat cincs Privatwächters des Rirdorfer Schließsei. Der Herr Semmrau verließ darauf das Lokal und kehrte nach so und so vielten Mal fürzlich abgefaßt wurde. Die Folge davon amtes beschäftigte am Dienstagnachmittag in längerer Verhandlung wenigen Minuten in Begleitung eines Schußmanns zurück, der den war, daß er zu einer Haftstrafe wegen Bettelns und Landstreichens das Rixdorfer Schöffengericht. Angeklagt war der Privatwächter Parteigenossen sistierte. Auf der Wache wurde ihm die Sammelliste verurteilt wurde, die er am 20. Oktober fowie 6,50 M. bares Geld abgenommen, dann konnte er wieder seiner Ohne ordentliche Kleidung verbüßt hatte. Wilhelm Oberländer, welchem zur Last gelegt ward, den Arbeiter war er nun gezivungen, zum Gaffron mit einer Waffe mißhandelt zu haben. Der Angeklagte Wege gehen. Eine Bescheinigung darüber, daß Geld und Liste in Beschlag jetzt bevorstehenden Winter wieder auf die Landstraße schätzte Notwehr vor, hatte damit aber kein Glück, vielmehr wurde genommen feien, gab die Polizei dem Genossen nicht. Nachdem dieser hinaus zu pilgern und von milden Gaben sein Dasein zu fristen. durch die Beweisaufnahme folgender Sachverhalt festgestellt: bald darauf von andren Parteigenossen belehrt worden war, daß er Da packte nun den alten Wandersmann am Dienstag die Ver- Gaffron hatte eines Abends mit seiner Braut einem eine solche Bescheinigung zu verlangen habe, ging er am folgenden zweiflung, er beschloß der Welt Ade zu sagen und stieß sich auf freier Tanzvergnügen beigewohnt, von dem die jungen Leute in vors Tage wieder nach dem Polizeibureau, um die Bescheinigung zu Straße ein Taschenmesser in den Hals hinein, um sich die Gurgel gerückter Stunde nach Hause kamen. Vor der Hausthür wurde das fordern, er wurde aber abgewiesen. Es ist rätselhaft, aus welchen durchzuschneiden. Das Messer war aber nicht scharf genug und so Bärchen von dem Vater des Mädchens erwartet, welcher den LiebGründen die Polizei die Bescheinigung der erfolgten Beschlagnahme, suchte denn Seger mit einer tiefen Schnittwunde am Hals blutend haber wegen des späten Nachhausekommens tüchtig ausschalt und zu deren Erteilung sie doch zweifellos verpflichtet ist, verweigert. die Destillation von Kohllöffel in der Waldemarstraße auf und bat dann mit seiner Tochter im Hause verschwand. Der etwas aus Die Angelegenheit wird selbstverständlich von dem durch die Maß- um einen Schnaps. Er wurde aber gleich darauf schwach und durch geheiterte G. ärgerte sich hierüber, und da er nicht in das Haus ges regel Betroffenen weiter verfolgt werden. Die Sammlung von Partei- einen Schußmann halbohnmächtig nach dem katholischen St. Josephs- langen konnte, zertrümmerte er eine Thürscheibe, worauf er davons beiträgen unter Parteigenossen ist nicht strafbar. Möglicherweise Krankenhaus gebracht, wo er verbunden wurde. Voraussichtlich lief. Der Privatwächter Oberländer hatte den Vorfall beobachtet will man, wie das schon öfter mit Hilfe einer gefünftelten Aus- wird der alte Mann wieder geheilt werden und was dann? legung geschehen ist, den Sammler als Veranstalter einer genehmigungsund machte sich an die Verfolgung des Fliehenden, der schließlich an so heftig zusammenprallte, daß er hinstürzte. Inzwischen kam auch einer Straßenede mit einem ihm entgegenkommenden Manne pflichtigen Hauskollekte bestrafen. Die Parteigenossen, welchen die Sammlung von freiwilligen Beiträgen obliegt, mögen aus diesem der Wächter heran, welcher dem an der Erde Liegenden mit dem Vorkommnis die Lehre ziehen, daß sie sich bei der Erfüllung ihrer Säbel mehrere Hiebe auf Rücken und Kopf versetzte. G. blutete Barteipflicht vor solchen Leuten zu hüten haben, die stets geneigt 14 Tage arbeitsunfähig. Der Amtsanwalt beantragte gegen den heftig, mußte sich in der Unfallstation verbinden lassen und war find, einem Socialdemokraten gegenüber das unsaubere Handlung des Angeklagten zwei Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte nur auf Denunzianten auszuüben. einen Monat Gefängnis. Verfammlungen. Troz Aus Zehlendorf schreibt man uns: Bekanntlich wurde zu Anfang dieses Jahres der Bahnhofsbau Zehlendorf- West dadurch in Frage gestellt, daß der Besitzer eines größeren Grundstückes den auf ihn weise legte sich die Gemeinde für die übrigen Besizer ins Zeug, um entfallenden Beitrag plötzlich nicht zahlen wollte. In überraschender ihrerseits den nicht unerheblichen fehlenden Beitrag zu decken und Die Kinderklinik in der Charité ist gestern in Gegenwart des so etwas auch anderswo gleich gegangen wäre? überhaupt die Ausführung des Bahnhofbaues zu übernehmen. Db Das strittige Kultusministers eingeweiht worden. Als der Direktor Geheimrat Grundstück ging dann plötzlich in die Hände des Herrn Henfel Heubner um 1214 Uhr an das mit Blumen geschmückte Rednerpult v. Donnersmard über, und es wurden diesen Herrn in einer Gemeindetrat, war der Raum von einer festlichen Versammlung älterer und vertreter- Sigung Konzessionen gemacht betreffs der Erschließung des jüngerer Aerzte, die im Dienste der Charité stehen oder aus ihr Terrains, die den übrigen Besitzern nicht zugestanden Die Filiale Berlin des Tapeziererverbandes hielt am Mittwoch, herborgegangen sind, dicht gefüllt. Der Redner gab in seinem Vor- wurden. An dieser Abstimmung haben zwei Gemeinde- den 28. Oktober, bei Feuerstein ihre gutbesuchte Generalversammlung trage ein Bild der historischen Entwicklung der Behandlung kranker vertreter sich beteiligt, obwohl sie nach der Landgemeinde- Ordnung ab. Der Bevollmächtigte Wels gab den Vorstandsbericht. Die Kinder in Deutschland und berührte insbesondere die früheren Ein- nicht mitſtimmen durften, weil sie materiell dabei interessiert waren. Thätigkeit des Vorstandes erstreckte sich hauptsächlich auf den inneren richtungen der Charité auf diesem Sondergebiete. Was jetzt neu Sie sollen nämlich 32 000 M. bei dieser Vermittelung verdient Ausbau der Organisation. Außer einigen fleinen Differenzen fanden geschaffen ist, wurde dem Besten entliehen, was in aller Herren haben. Leichtgläubige wollen gehört haben, daß, nachdem die Sache Lohnbewegungen in der verflossenen Saison nicht statt. Ländern zu haben ist!" Auf die Worte des Geheimrats Heubner ruchbar geworden, die Herren den Betrag der Gemeinde schenken der Heze gegen den Verband tvar fein Rückgang der erwiderte Kultusminister Dr. Studt mit einer Anerkennung über die wollten, um damit den Beweis zu liefern, daß ihnen an dem Gelde Mitgliederzahl zu berzeichnen. Leider machte fich eine vorzüglichen neuen Einrichtungen, die der Wissenschaft und der nichts gelegen sei. Daß man auch jenen, die in der Deffentlichkeit Abflauung in der Bewegung der Kleberjektionen bemerkbar. BeMenschheit förderlich seien. Auch dem Baumeister widmete er Worte hin und wieder Aufklärung über den Stand des Bahnhofsbaues verlangt achtenswert ist der Beschluß des Vorstandes, wonach der Ortshaben, nichts nachträgt, kann durch die Thatsache bewiesen werden, zuschlag vom 1. Januar 1904 ab von 15 auf 10 Pf. ermäßigt wird Die Hoch- und Untergrundbahn im Wettbewerb mit der Straßen- daß man einen der Fragesteller zur Zeit der Grundstücksverkäufe mit und der Wochenbeitrag demgemäß 60 Pf. beträgt. Der Vorsitzende bahn. Wie sehr die Straßenbahn- Gesellschaften eine weitere Auseiner Arbeit für die Gesellschaft betraut hat. wünscht eine größere Beachtung des Vertrauensmännersystems. Es dehnung der Hoch- und Untergrundbahnen zu fürchten hätten, das läßt sich beurteilen nach den Wirkungen, die die Hoch- und Unter- fchafts- Kartell einen Kunstabend im Stadttheater. An die einleitende die Filiale eine Einnahme von 2415,69 m., welcher eine Ausgabe Köpenid. Sonnabendabend 81 Uhr veranstaltet das Gewert- sollen mehr Werkstattfizungen abgehalten und eine regere Agitation entfaltet werden. Der Bericht des Kassierers Moskopf ergiebt für grundbahn Zoologischer Garten- Warschauerstraße auf den Verkehr Ansprache des Leiters Genossen Dr. Alberth schließen sich fünstlerische von 3738,70 m. gegenüber steht. der größtenteils in derselben Richtung verlaufenden Straßenbahn- Darbietungen mannigfacher Art: Gesang, Recitation, Instrumentallinie Zoologischer Garten- Treptow bezw. Schlesisches Thor aus- musik. Mitwirkende sind: Meta Schönfeld( Gefang), Konzertfänger redner die jedesmalige Veröffentlichung dieser Liste, welchem Wunsche Nach Verlesung der Restantenliste wünschen einige Diskussionsgeübt hat. Die genannte Linie der Großen Berliner Straßenbahn- A. N. Harzen- Müller( Gesang), Hermann Gerlach( Geige), Richard aber lebhaft widersprochen wird. Die Neuwahl der Ortsverwaltung Gesellschaft hatte seit langem zu den meistbenußten in Kursch( Klavier), Dr. Alberty und Leo Jmpekoven( Recitation). Der ergab als Bevollmächtigten Kollegen o big, zweiten Vorsitzenden Berlin gehört, aber im Jahre 1902 nach der Eröffnung der Hoch- Eintrittspreis für diesen ersten Kunstabend, der in Köpenid statt- irth, Raffierer Mostopf, ersten Schriftführer Bölte, Revisoren und Untergrundbahn sank ihr Verkehr sofort fast auf die Hälfte des findet, ist auf 30 Pf. festgesetzt. früheren Umfanges. In den Jahren 1899, 1900, 1901, 1902 machten Richard Benide, Herzlieb und Hermann Schöne. die Wagen dieser Linie 300 823, 307 610, 301 454, 168 094 Fahrten und beförderten 10 704 556, 11 181 027, 11 536 379, 6 204 846 Personen, von denen 1188 654, 1195 871, 1083 291, 568 887 M. eingenommen wurden. Der Unterschied ist geradezu verblüffend. Bon 1901 zu 1902 verminderten sich die gemachten Fahrten um 133 360, die beförderten Personen um 5331 533, der eingenommene Fahrgeldbetrag um 514 404 m. des Dankes. Perspektiven der preußischen Kunst. Die Berlin- Döberizer Heerstraße soll, wie die Spand. Korr." erfährt, auf eine längere Strecke im Grunewald zu beiden Seiten mit Standbildern geschmückt werden. Die Pläne hierfür sind in großen Umrissen bereits fertig. So viel Baterlandsretter, als auf die Döberizer Heerstraße hinaufgehen, giebt es ja aber selbst in Preußen nicht! Aus Groß- Lichterfelde erfährt das Berliner Tageblatt", daß Der bisherige Bevollmächtigte Wels hatte eine Wiederwahl abgegen den dortigen Amtsvorsteher Emil Schulz ein Verfahren gelehnt. Eine Anzahl von Vorschlägen zur Abänderung der Statuten dem Prozeß Hilger zusammen, der vor über Jahresfrist sich abspielte dem Kuratorium des Nachweiſes überwiesen. Zum Schluß wurden wegen Meineides schweben soll. Die Angelegenheit hängt mit des paritätischen Arbeitsnachweises wurden nach längerer Debatte und mit der Freisprechung des angeklagten Rektors Hilger geendet unter lebhafter Zustimmung den streikenden Adressenschreibern 25 M. hatte. Damals war auch der Lehrer Ziegler, der in Groß- Lichter- und den Crimmitschauer Webern 75 M. überwiesen. felde Hauseigentümer ist, angefchuldigt, den Amtsvorsteher durch Artikel, die ein absprechendes Urteil über dessen private und amt- Centralverbandes des Massage, Bade- und Krankenpflege- Personals Erklärung. Zu dem Bericht über den zweifen Verbandstag des liche Thätigkeit enthielten, beleidigt zu haben. In einem Spott- Deutschlands bemerke ich, daß 1. mir die Teilnahme an dem Verbandsgedicht„ Der Meister von Pumpenhauſen" wurde Schulz von dem tag unmöglich gemacht wurde durch die Erklärung des Ausschusses Verfasser indirekt der Vorwurf gemacht, daß er hazardiere. in Nr. 10 der„ Sanitätswarte". Als ich dann am Sonntag spät Schulz erklärte damals unter seinem Eide, daß er überhaupt das Telegramm erhieit, lohnte sich eine Reise am Montag nicht keine Karte anrühre, also auch nicht hazardiert haben könne. Die mehr; 2. habe ich dem Verbandstage keine Bücher vorenthalten, Angelegenheit, die, wie gesagt, über ein Jahr zurückliegt, kam aber sondern Buch und Abrechnung so abgeschickt, daß beide spätestens Ein Mitschuldiger des Falschmünzers Fröhlich ist seinem Meister nie ganz zur Ruhe, und jetzt soll sich die Staatsanwaltschaft ver- am Montag, den 19., früh im Besize des Kollegen Strunk sein anlagt gesehen haben, das Verfahren gegen Schulz einzuleiten. mußten. gestern in das Untersuchungsgefängnis gefolgt. Wilh. Strube. zwei andren Mitgliedern der Bande die Mustauerstraße zum Absetzen untersuchung, die indessen nicht über Vorvernehmungen hinausEr hatte sich mit Gegen den Lehrer Ziegler schwebte feither eine Disciplinarder falschen Fünfmarkstücke ausgesucht. Einer von dem Kleeblatt Verband der Dachdecker.( Berichtigung.) In der Versammlung betrat ein Wirtshaus, verzehrte eine Kleinigkeit, bezahlte mit einem gekommen ist. Neuerdings sollte Ziegler wieder einmal vernommen vom 19. d. M. wurde nicht beschloßen: daß die Beiträge entFalschstück und händigte auf der Straße das Geld einem Helfer ein. werden, doch wurde der Termin bis auf weiteres vertagt. Es ist sprechend dem am Drte gezahlten Stundenlohne festgesetzt werden, Als später ein zweiter erschien, um ein Falschstück anzubringen, anzunehmen, daß diese Maßnahme mit dem Verfahren gegen Schulz die Unterstützung bei Streits sich entsprechend den gezahlten Beiträgen bemerkte der Wirt, daß die beiden Genossen auf der Straße warteten. zusammenhängt. Amts- und Gemeindevorsteher Schulz befindet sich richtet und daß die nähere Regelung und Festsetzung der Beiträge Er sah sich das Geldstück genauer an, erkannte die Fälschung und noch im Ainte. und Unterstützungen dem Verbandstage vorbehalten bleibe, sondern feiner Stellungnahme zum Verbandstage. ließ den Verbreiter verhaften. Die beiden andren entkamen. In Zur Landtagswahl in Lichtenberg. In dem größten der Berliner es waren dies lediglich Ausführungen des Kollegen Görniz anläßlich dem Festgenommenen wurde der Schlächtergefelle Heinrich Kaziat Vororte ist die Einteilung der 33 Urwahlbezirke recht ungleich ausermittelt, der nach Verbrecherart seine beiden Genossen nicht gefallen. Während in einem Bezirk im ganzen nur 96 Wähler vorfennen will. handen sind, zählt ein andrer deren 470. Die erste Klasse umfaßt 223 Wähler, die zweite 1584 und die dritte 8524. Jm ersten Urwahlweizen, gut D.- Ctr.| 15,85| 15,81 16 Wähler die zweite und 453 Wähler die dritte Klasse. Jede dieser bezirk( Dorfstraße) bildet ein einziger Wähler die erste Klasse, Stategorien hat zwei Wahlmänner zu wählen. " " Marktpreise von Berlin am 28. Ottober 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Dammelfleisch Butter Eier Starpfen mittel gering 15,77 15,73 6,00 4,00 1,80 1,20 " 15,69 15,65 1,50 1,10 " " * Roggen, gut 13,00 12,98 17 " 1,80 1,10 mittel 12,96 12,94 " W 2,00 1,20 gering 19 12,92 12,90 " 1,80 1,10 14,50 13,40 2,60 2,00 " mittel 13,30 12,20 60 Stüd 5,00 3,00 " gering 12,10 11,00 # 1 kg 2,20 1,20 thafer, gut 15,80 14,80 Aale 2,60 1,40 " " mittel 14,70 13,80 Zander " 3,00 1,20 gering " 13,70 12,80 Hechte 2,00 1,00 " " " 4,32 3,82 Barsche 7,20 4,80 Schleie 40,00 25,00 Bleie " 1,80 0,80 3,00 1,40 " 1,40 0,80 per Schock 15,00 3,00 Cirkus Schumann. Ein Dressurwunder ersten Ranges wird am 1. November im Cirkus Schumann debütieren, der mimische Affe des Mr. Armand Marcel, das drolligste und flügste Geschöpf, das die Tierwelt je hervorgebracht hat. Das ganz außerordentlich intelligente Tier spielt mit seinem Herrn eine Scene mit solcher Fünf Treppen hoch stürzte ein Rigdorfer Klempnergeselle herab, Präcision, daß man die Dressur ganz vergißt und einen brillanten ohne verletzt zu werden. Er hatte im Dachgeschoß eines Neubaues+ Gerste, gut menschlichen Komiker vor sich zu sehen glaubt. Dabei ist dieser zu thun, trat fehl und fiel durch einen Lichtschacht bis in den Keller. Wunderaffe auch in seinem Privatleben ein ganz allerliebstes Kerlchen, Als der Meister und seine Arbeitskollegen entsetzt in den Keller das nach Gigerlart nur die besten Cigaretten raucht und sogar hinabeilten, fanden sie den Mann zwar vor Schreck an allen gauz dreist in der Kanzlei des Cirkus in Begleitung feines Gliedern zitternd, aber sonst unversehrt auf einem Schutthaufen Managers erschien, um seine Visitenkarte abzugeben, auf der er einen fitzend. Vorschuß erbat. Er falutierte freudig, als ihm dieser bereitwillig Friedrichsfelde. Der Gemeindevorstand zögert immer noch mit gewährt wurde, steckte die Banknoten in eine Brieftasche und verließ der Bekanntgabe des Beginns der bergnügt schmunzelnd, aufrechtgehend wie ein Gentleman, das Bureau. 12. November. Unser Ort wählt in sieben Urwahlbezirken und hat Wahlhandlung am Namentlich in Cigarren ist der mimische Affe sehr difficil; er unter etwa 3000 eingeschriebene Wähler. Merkwürdigerweise hat man hier scheidet sehr wohl die Importe von der Vierradener und giebt letztere entgegen der Bestimmung, daß jeder Urwahlbezirk ein möglichst zuunweigerlich irgend einem Bediensteten. Ueberhaupt hat er recht fammenhängendes Ganzes zu bilden hat, verschiedene Ortsteile zu vornehme Allüren und verkehrt nur mit feingekleideten Persönlich einem Bezirk zusammengeworfen. teiten. Von seiner Jntelligenz cirkulieren die drolligsten Geschichten. Daß Wahlen sehr gut am Sonntage abgehalten werden können, beties die Kirchenwahl am 25. d. m. Es handelte sich um einen Kampf der Karlshorster und Friedrichsfelder Gläubigen. Die Karlshorster wollen für ihren Ortsteil eine Kirche, die FriedrichsRichtstroh Heu Erbsen Speisebohnen Linsen * ab Bahn. 50,00 25,00 Krebse 60,00 20,00 + frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 29. Oftober 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Barometersland mm WindAus den Nachbarorten. Die städtischen Arbeiter Rigdorfs haben gleich den Berliner felder sind dagegen und so standen denn in Karlshorst in der Frühe Kollegen an den Magistrat das Ersuchen gerichtet, ihnen am Tage Kremser bereit, um die Wähler zahlreich zur Stelle zu schaffen. Da Swinembe. 757 GD der Wahlen zum Abgeordnetenhause früher Feierabend zu geben, zwischen den zwei vorzunehmenden Wahlakten eine Pause von Hamburg damit sie rechtzeitig zur Wahl gehen können. Darauf ist der Be- mehreren Stunden lag, unterhielt man sich inzwischen in den Gastscheid eingegangen, daß die Dezernenten ermächtigt worden sind, die wirtschaften beim Stat. Immerhin lassen sich die Vorgänge bei einem Angestellten und Arbeiter zur Ausübung ihres Wahlrechts bei der Antrag, auch die politischen und Gemeindewahlen Sonntags abzubevorstehenden Landtagswahl 1/2 bis 1 Stunde vor dem Beginn der halten, gut zur Begründung anführen. Wahl zu beurlauben, soweit dadurch der Betrieb keine Störung erleidet. Die Notwendigkeit, zwei Stunden dazu zu bewilligen, könne nicht anerkannt werden. Gerichts- Zeitung. Aus dem Landtags- Wahlkreise Spandau- Osthavelland schreibt man Noch ein Nachspiel zum Mehlichschen Streif.„ Mit Herrn uns: Eine eigne Auffassung über den Hinweis im Wahlreglement, Gleich auf verhandle ich nicht zusammen, der ist unehrlich." richtung Windstärke Better 2wolfen! Nebel 1 wolkenl Temp. n. C. 5° C. 4° 9. 755 Still rantj.a.M. 754 757 SD 1 bedeckt 751 D 31volfig 761 SSD 1Rebel 9 Wien Stationen Barometerstand nim Wind. richtung 7 Haparanda 766 Still 7 Betersburg 766 29 8 Cort Aberdeen 5 Paris 745 SW Windstärke Wetter Tentp. n. C. o Dog D60 bedeckt -10 1 bedeckt 4 Regen 755 SSD 1wollig Wetter Prognose für Freitag, den 30. Oftober 1903. Teilweise neblig, sonst meist heiter, trocken und am Tage ziemlich warm bei schwachen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkaften der Redaktion. M. N., Stockheim. Wenn Sie uns die Resolution, die wir damals der Beginn der Wahlhandlung solle auf eine möglichst günstige Wegen dieser Worte war der zweite Bevollmächtigte des Metall- übersehen hatten, rechtzeitig eingesandt hätten, wäre sie auch erwähnt Stunde festgesetzt werden, hat der Landrat in Nauen bekundet, indem arbeiter- Verbandes, Wiesenthal, von dem bekannten Hirsch worden. Aber nachdem fast vier Wochen darüber vergangen sind, ist es nicht er den Wahlbeginn auf 9 Uhr vormittags ausschreibt! Es wird Dunderschen Generalratsmitglied Gleich auf verklagt worden. I mehe angängig. Socialdemokrat. Wahlverein der Frauen Central- Verband der Dachdecker. Berlins und Umgegend. Filiale Berlin. Freitag, den 30. Oktober 1903, abends 8 Uhr, im Böhmischen Brauhaus, Sonntag, den 1. November, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung Landsberger Allee 11-13: Versammlung. bei Feind, Weinstraße 11. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. Mitgliedsbuch legitimiert ohne dasselbe kein Zutritt. 1. Vortrag der Genoffin Clara Zetkin( Stuttgart)" über: 2. Berbands- Angelegenheiten. ,, Der Kampf gegen das reaktionärste Wahlsystem und die Frauen." 2. Diskussion. In der Versammlung werden Mitglieder aufgenommen. Gäste, Männer und Frauen, haben Zutritt. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Bauarbeiter Berlins und Umgegend! 40/ 16* um zahlreiches Erscheinen ersucht | Central- Kranken- u. Sterbe kaffe der Tischler und andrer gewerblicher Arbeiter. E. H. Nr. 3( Hamburg). Berwaltung Berlin D.( Moabit). Sonntag, den 1. November cr., bormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichshöhe, Abteilung Moabit, Turmstr. 25/26( fleiner Saal): 54/17 Mitglieder- Versammlung. Die Ortsverwaltung. Oderbrucher und pommersche Gänse sowie Gänsefleisch, Lebern, Liesen u. Gänseklein empfiehlt zu den billigsten Tagespreisen Fritz Weber, Grüner Weg 57, im Steller. u. Lager kompletter * Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht bom III. Quartal 1903. 2. Wichtige Kassenangelegenheiten. 182/9 Mitgliedsbuch legitimiert. Wegen der Wichtigkeit ersucht die Ortsverwaltung um zahlreiches Erscheinen. Charlottenburg Krummestrasse feiner Möbel- Fabrik Wohnungs- Einrichtungen Herren- Gardersben nach Mass zu Fabrikpreisen Elgne Werkstätten Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarbeiter Deutſchlands.( Berlin u. Umges.) Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, Sonntag, den 1. November, vormittags 10 Uhr: Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung in den Industrie- Festsälen", Beuthstr. 19/20. Tages- Ordnung: 1. Die Kämpfe im Baugewerbe und ihre Lehren für die Zukunft. Referent: Gustav Behrendt- Hamburg. 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl der Ortsverwaltung. 4. VerbandsAngelegenheiten. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Eintritt. Die Ortsverwaltung. J. A.: Karl Heidemann. Orts- Krankenkaffe Deutscher Holzarbeiter- Verband. der Schmiede. Sonnabend, den 7. November, abends 8 Uhr, Heute, Freitagabend 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engel- Ufer 15 bei Tabbert, Martustraße 14: Sitzung der Ortsverwaltung. General Versammlung der Delegierten der Kaffe. Tagesordnung: 1. Statuten- enderung, Erhöhung der Beiträge. 2. Wahl von vier Vorstandsmitgliedern( einen Arbeitgeber, Srei Arbeitnehmer). 3. Wahl der Revisoren für 1903. 4. Verschiedenes. 277/18 Der Vorstand. Ad. Pilgrim, Admiralstraße 24 Arbeiter- Radfahrerverein ,, Berlin". Sonntag früh 7 Uhr: Steuerhaus( Tempelhoferfeld) nach Luckenwalde, 60 Kilometer. Bei schlechtem Wetter: 9 Uhr 10 Min. per Anhalter Bahn. Mittags 122 Uhr: Brandenburger Thor: Spandau bei Kumfe, Schönwalderstr. 80. NB. Während der Wintermonate bei schlechtem Wetter: Sonntagnachmittags 4 Uhr Treffpunkt bei Merkowski. Ausnahmsweise findet die Versammlung Freitag, den 6. November, bei Merkowski, Andreasstraße 26, statt. Am Sonntag, den 1. November, vormittags 10 Uhr, finden die Delegiertenwahlen zur Generalversammlung für die Orts- Krankenkasse der Tischler u. Pianoforte- Arbeiter statt: Für den Bezirk des Kassierers Post: im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Für den Bezirk des Kassierers Schulze: bei Brochnow, Weberstr. 17. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wir ersuchen deshalb unsre Mitglieder, fich das Krankenkassenbuch vom Arbeitgeber aus: bändigen zu laffen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 89/2 Tischler- Verein zu Berlin. ( E. H. 89.) Sonnabend, den 31. Oktober, abends 812 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Zages- Ordnung: Bortrag des Herrn Joh. Sassenbach über:„ Demokratie und Monarchie". Diskussion. Bezahlung der Beiträge. Aufnahme neuer Mitglieder. Regen Besuch erwartet 199/13 Der Vorstand. Central- Krankenkasse der Maurer etc. 13/20 Sonntag, 1. November, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 5: Dr. Schünemann Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: Specialarzt für Hant, Sarn und 1. Kaffen- und Revisionsbericht vom III. Quartal. 2. Kaffenangelegenheiten. Frauenleiden, Seydelstr. 9. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11 291/15 Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. + 37* Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. Winter- Joppen. 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