Nr. 257. Abonnements- Bedingungen: g Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn z Mart, für das übrige Auslans& Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Noresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 3. November 1903. Theodor Mommfen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Am letzten Sonntagmorgen ist Theodor Mommsen nach kurzem| Konzeffionen an dasselbe. zurückgewiesen. Am gröbsten der Irrtum", I größtenteils eine nicht minder treffende Parallele zur Gegentart Krantenlager unerwartet verschieden. Damit ist der größten einer schreibt er, wenn man nach der Neigung des Verfassers, antike Zu- abgeben. zur Ruhe gegangen, die die deutsche Wissenschaft hervorgebracht, den man mit Recht den Altmeister der klassischen Philologie, der römischen Geschichte und des römischen Rechts genannt hat. Soweit Mommsen als Politiker fich bethätigte, hat er in seinen Anfängen die freiheitliche Sache energisch verfochten. Die Teilnahme an der Bewegung des Jahres 1848 brachte ihm 1850 nach einer durch 2 Jahre sich hindurchziehenden Untersuchung um seine Leipziger Profeffur. Schon 1848 war er eine Zeitlang als Redakteur der Schleswig- Holsteinischen Zeitung" thätig gewesen. Während seiner Zugehörigkeit zum preußischen Abgeordnetenhause, von 1873 bis 1882, schlug er sich zuerst zu den Nationalliberalen, um sich später der liberalen Vereinigung anzuschließen. Wohl hat auch er der Angstmeierei des deutschen Bürgertums zeitweilig seinen Bon entrichtet, Perioden seines Lebens, die wir hier nicht näher berühren stände durch liberale Tagesphrasen zu illustrieren, die auch meinem Geschmacke nicht zusagt, das Ganze etwa für eine bloße ErDas deutsche Gegenstück ist unschwer zu erkennen, wenn gießung des vulgären Liberalismus über römische Verhältnisse betrachten wollte. Gerade umgekehrt ist es des Verfassers glänzendstes Mommsen im zweiten Bande seines Werkes, der den ersten Abschnitt Verdienst, daß er sich in Volt und Zeit, die er beschreibt, in einer Weise der zum Cäsarentum überleitenden Revolutionsepoche behandelt, zu des Seleuciden Antiochus hineingedacht und gefühlt hat, die vor ihm kaum erreicht der Person und den Bestrebungen worden sein dürfte. Im Ausdruck schreibt er nicht ohne Haß und Epiphanes der Volksmund nannte ihn Epimanes, den Verrückten die Charakteristik schrieb:„ So richtig es auch war, daß sein Vorliebe, im Urteile ist er fast immer flar und unbefangen, mehr vielleicht noch über den Gegner als über den Genossen seiner Reich mehr einem Länderbündel als einem Staate glich, und daß die Verschiedenheit der Nationalitäten und Religionen seiner Unterpolitischen Richtung." war doch der Plan, Hellenisch- römische Weise und hellenisch- römischen thanen der Regierung die wesentlichsten Schwierigkeiten bereitete, fo Stultus überall in seinem Lande einzuführen und seine Völker in politischer wie in religiöser Hinsicht auszugleichen, unter allen Umpolitischer wie in religiöser Hinsicht auszugleichen, unter allen Umständen eine Thorheit...." Gedankens " Das Erscheinen der römischen Geschichte war umbestreitbar, als was es in diesen Worten gekennzeichnet wird: eine geistige That in des Wortes wahrster Bedeutung. In seiner zaghaften Angst vor dem Proletariat, das ihm in Berlin den Sieg erfochten, insbesondere unter wollen, gehörte er doch zu den 25 Freifinnigen, die 1884 für dem überwältigenden Eindruck der Pariser Junischlacht hatte zumal auf den Partikularismus Nicht minder deutlich spielte Mommsen Wo der preußische Liberalismus den konservativen Reaktionären das Feld der catonischen Zeit, den Staat auf Italien zut be= er in den letzten Jahren öffentlich hervortrat, hat er im völlig überlassen. Eine strupellose Hofcamarilla wußte durch ein schränken und außerhalb Italiens nutr durch Klientel zu großen und ganzen entschieden die Sache des Freisinns im Sinne gefügiges Ministerium, an dessen Spitze der Mann von Dlmük, der herrschen, ward von den leitenden Männern der folgenden der Barthschen Richtung vertreten. Erinnert sei nur an den Aufruf berüchtigte Freiherr v. Manteuffel, stand, die inneren Verhältnisse Generation wohl wohl begriffen und die Notwendigkeit bei der Stiftung des Goethe- Bundes im Gegensatz zu den lex Heinze durchaus im Sinne ihrer Cliquen- und Ausbeuterinteressen zu leiten, eingesehen, an die Stelle diefes Klientelregiments eine die GemeindeMännern, an sein Eintreten für die Freiheit der Wissenschaft an- während sie den bald dem Wahnsinn verfallenen König Friedrich freiheiten wahrende unmittelbare Herrschaft Noms zu setzen. Allein läßlich der Berufung Spahns, des Leibbiographen des großen" Wilhelm IV. in der auswärtigen Politik nach Belieben schalten und statt diese neue Ordnung fest, rasch und gleichmäßig durchzuführen, Kurfürsten, an die Straßburger Universität, an die bekannte und walten ließ.„ Es charakterisiert", schreibt selbst ein bekannter Senegat wurden einzelne Landschaften eingezogen, wo eben Gelegenheit, Aufsehen erregende Auslassung, in der er sich gegen den Unfug des Jahres 48, der, wie so mancher, den Saltomortale in das Drei- Eigenfinn, Nebenvorteil und Zufall dazu führten, wogegen der größere wandte, den die Reaktion mit dem Schlagwort Revolution" treibt. Klaffen- Wahlrecht und die octroyierte Verfassung fertig bekam, biel- Teil des Klientelgebietes entweder in der unerträglichen Halbheit Es ist ein überaus arbeitsreiches Leben, das hier seinen Ab- leicht nichts schlagender die auswärtige Politik Preußens während seiner bisherigen Stellung verblieb oder gar, wie namentlich Syrien, schluß gefunden hat. Die wissenschaftlichen Resultate desselben sind der Herrschaft der Junkerpartei, als dies, daß sie zu Anfang der- fich gänzlich dem Einfluß Roms entzog. Aber das Regiment ſelbſt in einer bedeutenden Anzahl bedeutender Werke niedergelegt, denen felben die Elbherzogtümer im Gefolge Destreichs den Dänen ging mehr und mehr auf in einem schwächlichen und kurzfichtigen bei der strengen Methodik und Beweisführung, die alle Arbeiten auslieferte und daß sie es auf der andern Seite Mommsens auszeichnet, und bei der geradezu einzigartigen Neuenburgs beinahe zum Kriege hätte kommen lassen". Dafür und nur eben die laufenden Geschäfte notdürftig zu erledigen. Man wegen Egoismus. Man begnügte sich von heute auf morgen zu regieren Beherrschung des Materials eine dauernde und rühmliche Stätte war denn auch in der inneren Politik der„ Kampf gegen war gegen die Schwachen der strenge Herr- dagegen ward die in der wissenschaftlichen Litteratur aller Zeiten gesichert die Revolution Trumpf, und mit diesem Schlagwort begriff die " " Indem die und ist. Die Mehrzahl derselben behandelt Specialfragen aus dem Junterpartei alles, was den Vorrechten des Adels, der Herrschaft des Strenge da verneint, wo sie an ihrem Blaze gewesen wäre. römischen Recht und der römischen Geschichte, seien es Fragen des Pfaffentums, dem Kastengeist des Offiziercorps und der Willkür des jede Uebersicht der Provinzialverhältnisse Verzicht that, gab Centralregierung auf jede Oberleitung Privatrechts, des Münzwesens, der italischen Dialekte, der Königtums, sofern dieses sich nur unter die Diktatur des Feudal fie dem jedesmaligen Vogt nicht bloß die Interessen etruskischen Inschriften, der Chronologie und so fort, feien es solche abels bengte, zuwider war. In dieser Zeit war es, wo die Ein- der Unterthanen, sondern auch die des Staates vollständig der Quellenkritik wie über den Chronographen vom Jahre 354, über führung der bereits zum Gesez erhobenen Gemeinde- Ordnung und preis." Als eine treffliche Kennzeichnung moderner Räuber- bezw. die Chronik des Caffiodor u. a. Daneben treten die monumentalen die Ablösung der Reallasten inhibiert, die alten Provinzial- Landtage Solonialpolitik ließen sich die folgenden Worte citieren:„ Hier( in Werke, unter denen an erster Stelle die gewaltige lateinische In- wieder neugebildet, die gutsherrliche Polizei aufgefrischt und Koalitions- Spanien), wo die Regierung weniger als in den übrigen Provinzen schriftensammlung zu nennen ist. Unter Mithilfe von Professor versuche ländlicher Arbeiter unter jene Polizei- und Gefängnisstrafen sich auf die bloße Zuschauerrolle beschränken konnte, wurde nicht Henzen hat Mommsen hier in über 20 voluminösen gestellt wurden, unter denen sie heute noch stehen. bloß von den römischen Statthaltern das Völkerrecht geradezu mit Bänden die erreichbaren Inschriften nicht nur zusammengetragen, Diese Verhältnisse fanden, rein äußerlich betrachtet, in den Zu- Füßen getreten und durch eine Wort- und Treulofigkeit sonder sondern auch die vielfach beschädigten und lückenhaften Terte in viel- ständen der untergehenden römischen Republit eine gewisse Barallele. gleichen, durch das frebelhafte Spiel mit Kapitulationen und Verfach genialer Weise wiederhergestellt und so für die Kenntnis der auch dort ruhte das politische Regiment in den Händen einer geringen trägen, durch Niedermegelung unterthäniger Leute und Mordanstiftung römischen Geschichte ein reiches und unschäzbares Quellenmaterial Anzahl alter Adelsfamilien, die gleichzeitig Großgrundbefizer waren gegen die feindlichen Feldherren die römische Ehre dauernd im erschlossen. Von größter Bedeutung für die Rechtsgelehrsamkeit sind und deren edle Lebensaufgabe neben dem Plündern der Provinzen Kothe geschleift, sondern es ward auch gegen den Willen der ferner seine drei Bände römisches Staatsrecht, hochbedeutsam ist des in dem„ Bauernlegen", in der systematischen Aufsaugung römischen Oberbehörde( den Senat) Krieg geführt und Friede geweiteren die Bearbeitung einer Anzahl von Quellenschriften aus der des Mittel- und Kleinbesizes an Grund und Boden, in dem Drängen schlossen und aus unbedeutenden Vorfällen... durch eine feltene späteren römischen Kaiserzeit in der großen Monumentensammlung zur Latifundien- und Plantagenwirtschaft bestand, während der Bereinigung von Verkehrtheit und Verruchtheit eine für den zur deutschen Geschichte sowie die Studien zu denselben. Dasjenige deklassierte Bauer ins Proletariat geworfen und in der Mehrzahl Staat verhängnisvolle Katastrophe entwickelt." As ein geistreiches Werk jedoch, welches ihn in den weitesten Kreisen bekannt gemacht hat, der Fälle zum Sklaven herabgedrückt ward. Auch dort fand sich und in mancher Beziehung treffendes Quiproquo der politischen bas seinen Namen weit über die Grenzen Deutschlands trug, ist seine neben der grundbesitzenden Oligarchie eine Kapitalistenklasse, die Stonstellation, wie sie sich feit Napoleon I. in Europa um die Mitte römische Geschichte. Die ersten Bände derselben erschienen in der Ritter", die, wenn schon nicht auf einem irgendwie gearteten des vorigen Jahrhunderts herausgebildet hatte, kann die Schilderung tiefsten Reaktionszeit der 50er Jahre und erregten sofort das größte Auf- Industrialismus fußend, doch den gesamten Handel monopolisiert gedeutet werden, die Mommsen von den Beziehungen Roms und des sehen. Man gab und giebt sich den Anschein, als tadele man die hatten, durch deren Bücher nahezu jeder Pfennig der Provinzen ging. Seleucidenstaates zum neu erstandenen Bartherreich entwirft: 3u Art und Weise, in der Mommsen römische Verhältnisse mit Auch dort bildete den Hintergrund der politischen Kämpfe die sociale allem diesem drängte von Often her das neue Partherreich, nicht modernen Begriffen zu belegen liebe, ein Vorwurf, mit dem der Revolution, der klaffende Gegensatz der wirtschaftlichen Stände und bloß mit seiner materiellen Macht, sondern auch mit dem ganzen professorale Unverstand und kollegiale Neid noch heute in manchen Klassen. Indem Mommsen von seinem freifinnig- demokratischen Uebergewicht seiner nationalen Sprache und Religion, feiner nationalen Universitätsstuben haufieren geht; hat man es doch fertig be- Standpunkt aus manchen modernen Begriff zur Kennzeichnung der Heer- und Staatsverfassung... es genügt im allgemeinen, daran kommen, das grandiose Werk einen Leitartikel in drei Bänden zu Strömungen, Parteien und Klassenunterschiede im alten Rom ver- zu erinnern, daß, so mächtig auch in ihm noch der Hellenismus auf nennen und es in seinem Nutzen für den angehenden Studenten wandte, fielen mit und ohne Abficht eine Reihe scharfer Schlaglichter tritt, dennoch der parthische Staat, verglichen mit dem der Seleuciden, unter Becker zu stellen. auf die eigne Zeit und gerade in diesem Zuge seines Werkes ruht auf einer nationalen und religiösen Reaktion beruht und die alte Theodor Mommsen ward am 30. November 1817 au Garding unabhängig von seiner eminenten wissenschaftlichen die politische Be- iranische Sprache, der Magierstand und der Mithrasdienst, die zu deutung desselben. orientalische Lehnsverfassung, die Reiterei der Wüste und Pfeil in Schleswig als Sohn eines Predigers geboren. Von 1888-1848 deutung desselben. Es ist nicht unsres Amtes, die Differenzpunkte zu erörtern, die und Bogen hier zuerst dem Hellenismus wieder überbesuchte er die Kieler Universität als Studierender der Geschichte und der Jurisprudenz. Nach dreijährigen wissenschaftlichen Reisen zwischen Mommsen und seinen Vorgängern, insbesondere Niebuhr, mächtig entgegentraten... Auf die Völkerflut, die bisher von in Frankreich und Italien und einer kurzen Redaktionsthätigkeit in in der Auffassung und Behandlung der römischen Geschichte obwalten, Westen nach Osten sich ergossen und in dem großen Alexander ihren Rendsburg wurde er 1848 als außerordentlicher Professor der Rechte nicht die viel und leidenschaftlich diskutierte Frage zu streifen, in letzten und höchsten Ausdruck gefunden hatte, folgt die Ebbe. nach Leipzig berufen. Nach seiner Maßregelung wandte er sich in die welchem Umfange etwa die Darstellung Niebuhrs vor derjenigen der Partherstaat besteht, ist nicht bloß verloren, was in Battrien und Schweiz, wo ihm 1852 die ordentliche Professur des römischen Rechts Mommsens den Vorzug verdient, nicht darzuthun, in was der Bauber am Indus etwa noch von hellenischen Elementen sich erhalten haben in Zürich zufiel. Im Jahre 1854 finden wir ihn in gleicher Eigen- der Mommsenschen Dialektik besteht, inwieweit er für die neuere mochte, sondern auch das westliche Jran weicht wieder zurück in das schaft zu Breslau und vier Jahre später für die Professur der alten Geschichte in Berlin. Hier war er von 1874 bis 1895 ständiger Geschichtsschreibung anregend und vorbildlich gewirkt hat. Diese seit Jahrhunderten verlassene aber noch nicht verwischte Geleise. Der Sefretär der Königlichen Akademie der Wissenschaften; im legt- Fragen greifen nicht nur weit über den Rahmen eines Artikels der römische Senat opfert das erste wesentliche Ergebnis der Politik genannten Jahre wurde er Mitglied der Pariser Akademie, ein Jahr Tagespresse hinaus, es hieße auch der Bedeutung Mommsens Ein- Alexanders und leitet damit jene rückläufige Bewegung ein, deren später Ehrenbürger von Rom. trag thun, wollte man am heutigen Tage nicht den Gesichts- lezte Ausläufer im Alhambra von Granada und in der großen punkt hervorkehren, in dem noch jetzt wie vor fünfzig Jahren Moschee von Konstantinopel endigen." * * Seit Am meisten fand natürlich der Chorus der Reaktionäre aus- die politische Aktualität seines größten Werkes ruht. Denn Versteht es Mommsen mit genialer Geschicklichkeit die allzusehen, wollte er doch in dem fundamentalen Werk trop seltenen auch heute wieder haben die Worte ihr volles Gewicht, gemeinen Parallelitäten der Geschichte hervorzuheben, so zeigt sich die Wissens weder wahrhaft historischen Geist noch historisches Gemüt deren Spizze sich einst scharf gegen die herrschende Reaktion kehrte, Hand des Meisters insbesondere bei der Darstellung von Personen erkennen, prägte er doch das Schlagwort von der Brühe doktrinär- mag er auch den großen Klassenkämpfen des römischen Proletariats und Gesellschaftsklassen. Unerreicht ist seine Schilderung der liberaler Phrasen, ausgegossen über altrömische Zustände. Unter nicht gerecht zu werden vermocht und die schiefe Auffassung vom Barciden, der Sulla, Pompejus, Crassus, Cäsar, mit unnachahmlicher dem frischen Eindruck der 1857 erschienenen zweiten Auflage hat Demagogentum der Straße, als dessen notwendige und verwandte Schärfe und Eleganz zeichnet er den nadten Egoismus und die schon v. Wietersheim, ein trefflicher Kenner der römischen Ergänzung ihm die Despotie gilt, ihn auch den modernen politische Unfähigkeit der herrschenden Koterien, und es ist weit mehr Geschichte nach Quellen und Litteratur, wenn er auch der deutschen Emanzipationskämpfen des vierten Standes gegenüber nicht zur die Wirkung des Grundsages, daß das Ewigmenschliche, der Wissenschaft zu einer unglückseligen Theorie über die Geschichte vollen Würdigung haben gelangen lassen. So feien im folgenden Egoismus, zu allen Zeiten und unter allen Zonen sich gleich bleibt, der Völkerwanderung verholfen hat, im ersten Bande seines Wertes einige der markantesten Stellen aus der römischen Geschichte an- als das bewußte Hineintragen der Menschen seiner Gegenwart in über die germanischen Wanderungen jenes Urteil, freilich mit einigen gezogen, ie, aus der Stimmung der Reaktionsära gesprochen, darum die ferne Vergangenheit, was die Reaktion der fünfziger Jahre man Aber wenn manche seiner Charakteristiken wie einen brennenden Schlag ins| thatsächlich seit langen Jahren nicht erhobene Ansprüche plöglich in Revolution heraufbeschwören können und wollen. Gesicht empfinden ließ, was uns auch heute noch das Recht giebt, ihrem ganzen Umfange geltend zu machen beginnt, konnte mit das Spiel mit dent Glücke der Völker ein lustiges jene Stellen in gewissem Sinne dem Junkertum zur Charakterisierung gleichem und besserem Rechte auch gegen die gracchische Rogation ein- sein mag und wohl lange Zeit hindurch gespielt werden kann, so ist entgegenzuhalten. gewendet werden. Unleugbar hatten diese occupierten Domänen es doch auch ein tückisches, das zu seiner Zeit die Spieler verschlingt; ,, Wo möglich noch mehr", schreibt er bei der Schilderung zum Teil seit dreihundert Jahren sich in erblichem Privatbesiz be- und niemand schilt dann die Art, wenn sie dem Baum, der solche des einreißenden Verfalls zur Zeit der Reformbeweging des funden; das Bodeneigentum des Staates, das seiner Natur nach Früchte trägt, sich an die Wurzel legt." ersten Gracchus, ließ man in den inneren Angelegenheiten überhaupt leichter als das des Bürgers den privatrechtlichen Charakter Diese Worte des Historikers schreien wir den besternten das Schiff bor dem Winde treiben; went unter verliert, war an diesen Grundstücken so gut wie verschollen. Der Eycellenzen ins Gedächtnis, die sich berufen fühlen werden, innerem Regiment mehr versteht als die Erledigung der Jurist mochte sagen, was er wollte; den Geschäftsleuten erschien die an den Sarg des Toten sich heranzudrängen, der als Taufenden Geschäfte, so ward in dieser Zeit überhaupt in Rom nicht Maßregel als eine Expropriation der großen Grundbesizer zum Besten lebendige Persönlichkeit turmhoch über ihnen stand. Handelt regiert. Der einzige leitende Gedanke der regierenden Korporation des agricolen Proletariats; und in der That konnte auch kein es sich doch um einen der Anlässe, bei denen die offizielle Welt der war die Erhaltung und womöglich Steigerung ihrer ufurpierten Staatsmann sie anders bezeichnen." Dem entspricht seine Auffassung und die gute Gesellschaft ihre allgemeine Bildung", Privilegien. Nicht der Staat hatte für sein höchstes Amt ein Anrecht vom Proletariat und dem Verhältnis der Staatsgewalt zu dem Mommsen nicht die liebenswürdigsten Worte geschrieben, zu beDie Kultur auf den rechten und besten Mann, sondern jedes Glied der selben. Wohl weist er dem Staat die Pflicht zu, durch Hebung der thätigen, sich in Ehrungen" zu überbieten pflegen. Camaraderie ein angeborenes weder durch unbillige Konkurrenz der freien Arbeit" feine sociale Fürsorge zu bethätigen. Daneben aber trägerin der Gegenwart, das deutsche Proletariat ſteht abseits von Standesgenossen noch durch Uebergriffe der Ausgeschlossenen zu ver- tritt die unabweisliche Pflicht der Bändigung der Massen", und es alle dem. In Verehrung legt es dem bedeutenden Geschichtsschreiber türzendes Anrecht auf das höchste Staatsamt. Darum stellte die ist wohl der Hinblick auf den Erfolg der Junischlacht, der ihm im trotz allem, was es von ihm schied, den bescheidensten und doch Clique zu ihrem wichtigsten politischen Ziel sich die Beschränkung Gegensatz zu der Angstmeierei des deutschen Philistertums die Worte unverwelklichsten Kranz aufs Grab: mit dem Gedächtnis für alle der Wiederwahl zum Konsulat und die Ausschließung der in den Mund legt:„ Wenn die Aufgabe, das Proletariat zu be- Beiten die Liebe zum freien Wissen. ,, neuen Menschen"; es gelang denn auch in der That jene seitigen, die ganze Macht und Weisheit der Regierung erfordert und " " gefeßlich unterſagi zu erhalten und auszureichen mit einem nur zu oft überſteigt, ſo iſt dagegen die polizeifiche Niederhaltung 11 Ein Gedicht Mommfens. " In dem " Regiment adliger Nullitäten. Auch die Thatenlosigkeit der desselben für jedes größere Gemeinwesen verhältnismäßig leicht. Es Regierung nach außen hin hängt ohne Zweifel mit dieser gegen die stände wohl um die Staaten, wenn die besiglosen Massen ihnen Liederbuch dreier Freunde", das in Bürgerlichen ausschließenden und gegen die einzelnen Standes- teine andre Gefahr bereiteten als wie sie fie auch droht von Bären und mitglieder mißtrauischen Adelspolitik zusammen. Man konnte gemeine Wölfen; nur der Aengsterling und wer mit der albernen Angst Kiel 1843 herauskam, finden sich auch Verse Th. Mommſens, welche feine Auffassung von dem politischen Beruf der Kunst Leute, deren Adelsbrief ihre Thaten waren, von den lauteren Streifen der Menge Geschäfte macht, prophezeit den Untergang der bürgercharakterisieren: der Aristokratie nicht sicherer fernhalten, als indem man überhaupt lichen Ordnung in Sklavenaufständen und Proletariatinsurrektionen." es keinem gestattete, Thaten zu verrichten; auch würde dem be- Es ist die Konsequenz dieses Standpunktes, der sich mit dem stehenden Regiment der Mittelmäßigkeit selbst ein adliger Eroberer fulturellen Charakter proletarischer Bewegungen nicht zu befreunden Syriens oder Aegyptens unbequem getvesen sein."" Die Verwaltung weiß, ein Standpunkt, den Mommsen freilich in späteren Jahren war nach innen und außen, was sie fein konnte unter einem solchen ganz wesentlich abgeschwächt, wenn auch niemals völlig überwunden Regiment. Der sociale Ruin Italiens griff mit erschreckender Ge- hat, daß er in seiner römischen Geschichte noch„ Demokratie und schwindigkeit um sich; seit die Aristokratie das Auskaufen der Klein- Monarchie in enger Wahlverwandtschaft" erblickt, daß er an die besitzer sich gesetzlich hatte erlauben lassen und in ihrem neuen Ueber- Schwelle der Tyrannis„ das verhängnisvolle, sittlich politische mut das Austreiben derselben immer häufiger sich selbst erlaubte, Dilemma" stellt, daß derselbe Mann zugleich, man möchte sagen, verschwanden die Bauerstellen wie die Regentropfen im Meer." als Räuberhauptmann sich behaupten und als der erste Bürger den Staat leiten soll; ein Dilemma, dem auch Perifles, Cäsar, Napoleon bedenkliche Opfer haben bringen müssen“. Nicht minder scharf charakterisiert Mommsen die geldbesitzende Spekulantenpartei, die, zumal nachdem ihr während der gracchischen Bewegung die Geschworenengerichte zugefallen, als geschlossene und privilegierte Klasse der regierenden Aristokratie sich fast ebenbürtig zur Seite stellte. Die specifisch freisinnige Richtung des Verfassers kommt jedoch weniger in der Beurteilung dieses„ Bürgertums" als in seiner formal- individualistischen Auffassung des ganzen Eigentumsrechts, insbesondere aber in seiner Stellung zu den gesamten proletarischen Bewegungen zum Ausdruck. Was man wohl in unsren Tagen erinnert hat", schreibt er in Bezug auf den ersteren Gesichtspintt, wenn ein großer Grundherr rechtlich ihm zustehende, aber Die Pariser Arbeitermetelei vor der Kammer. 09 „ Bedeutende Individualitäten achten das Gesetz als die sittliche Notwendigkeit, gemeine als die hergebrachte alltägliche Regel." Dieser Grundsatz gilt nicht zum mindesten für die Regierungen der Völker.„ Zwar ist es leider wahr, daß eine unfähige und verbrecherische Regierung lange Zeit das Wohl und die Ehre des Landes mit Füßen zu treten vermag, bevor die Männer sich finden, welche die furchtbaren Waffen, welche sie selber gegen sich geschmiedet, regieren und aus der sittlichen Empörung der Tüchtigen und dem Notstande der Vielen die in solchem Falle legitime sich nennende Abgeordnete bei allem Ministerialismus eine allzu starte Zumutung, über vergossenes Arbeiterblut„ einfach zur Tagesordnung überzugehen"- eine parlamentarische Formel, mit der sonst nur die allergeringfügigsten Interpellationen ohgeschlossen werden! Zudem waren die Ausführungen des Ministerpräsidenten feineswegs geeignet, in die versprochene weitere Untersuchung Vertrauen einzuflößen. Selbst eine Anzahl bürgerliche Linksradikale schreckten vor der„ einfachen Tagesordnung" zurück. In dieser Zeit ist's nicht genug, wenn uns ein Lied geraten, Politisch soll der Dichter sein, das heißt man Liederthaten. Es ist die Welt doch weit genug, und viel kann drinnen wohnen, Und sind doch nicht bloß Pressen drin und Konstitutionen. Man liebt und phantasiert so fort, und das ist keine Schande, Im Herzen hat gar vieles Raum noch bei dem Vaterlande. Ihr sollt nicht alle Pauken sein, was wenigen nur ziemte, Und Stimmen gebe nicht der Zeit, als wer die Zeiten stimmte! Es reißen auch am Ende noch der Leier zarte Saiten, Die Gondellieder flingelten und nicht wie Glocken läuten. Nehmt ihr Reales in das Lied, so sei Vernunft im Liede, Wünscht nicht den Mond zum Turmknopf, nicht Zehntausend hall d Winkelriede!" it is 11 " Es ist nicht leicht, die Poesie zu paaren der Gesinnung: Nur einen fand ich, der's verstand, und groß ist doch die Innung. Dihn, aus dem die Jugend spricht, nicht den Lebend'gen" tadr' ich: Ein Dichter ist er, das ist wahr, und darum ist er aðlig. Doch däucht es mir, wenn ihr mit Macht so an den Völkern rüttelt, Wie wenn den Kaiser Friedrich ihr in seinem Traume schüttelt. Es kommt die Zeit, sie kommt gewiß, da klingt das Lied vom Turme, Wer läutet Probe denn, bevor die Glocken geh'n zum Sturme?... Bis dahin lasset immerhin euch unjer Lied gefallen: Man horcht ja andern Vögeln auch, nicht bloß den Nachtigallen... mit dem Wahlorte oder durch andre unabwendbare Zufälle unausführbar wird." Der Miniſter beruft sich also zu Unrecht auf den§ 3 und feine Abänderung des Wahlortes ist ein durch das Gesetz nicht gestützter Willkürakt. Warum hat man aber den gesezwidrigen Weg der Verordnung gewählt, statt rechtzeitig gesetzlich zu ändern. Offenbar wollte man vermeiden, im Landtag das heille Gebiet der Tollheiten des preußischen Wahlsystems auch nur zu betreten; man fürchtete die Weiterungen und so blieb man der rechtsbrecherischen preußischen Tradition tren: Man oktrohierte den neuen Wahlort! In Köpenick machen weder ansteckende Krankheiten noch eine Unterbrechung der Verbindung die Wahl unmöglich. Auch ist nicht plötzlich irgend ein, un abwendbarer Zufall" eingetreten. Paris, 31. Oktober.( Eig. Ber.) unter„ unabwendbaren Zufällen" versteht man das, was man auch Eine traurige Debatte, ein noch traurigeres Votum. Die ,, force majeure" nennt, also plöblich sich geltend machende HinderIlerital- nationalistische Rechte war einzig darauf bedacht, das Das Abstimmungsergebnis war: 357 Stimmen für die ver- niffe, etwa eine Feuersbrunst, eine Ueberschwemmung oder dergleichen. Ministerium über dem vergossenen Arbeiterblut zum Stolpern zu tuschende Formel, 186 dagegen. Die ständige Regierungsmehrheit Es ist klar, daß der Lokalmangel, den man doch schon seit 1898 bringen. Die leitenden Elemente der ministeriellen Socialisten suchten wurde durch eine gelegentliche Mehrheit Nr. 2" ersetzt, in dem an tennt, keinen solchen„ unabwendbaren Zufall" darstellt, durch den die umgekehrt, wie stets und überall. vor allem das Ministerium zu Stelle des abgefallenen Teiles der äußersten Linken die Hauptmasse Wahlhandlung unvorhergesehenerweise verhindert wird. retten. Das Gros der bürgerlich- ministeriellen Gruppen schwieg des Mélinistischen Centrums sich um die Regierung und ließ sich gern vom rechten Flügel des„ Blocs" ins Schlepptau schorte. Von der Jaurèsistischen Fraktion stimmten für die Renehmen. Das melinistische Centrum schwieg und votierte diesmal gierung nur 14 Mann, darunter Jaurès, Gabriel Deville, mit der Mehrheit, um sich wieder einmal ein„ republikanisches" Millerand und Rouanet; 15 Mitglieder der Fraktion, Alibi zu schaffen zur höchlichen Entrüstung seiner Klerifal- darunter Briand und Pressensé, stimmten gegen die Re nationalistischen Bundesgenossen. Die revolutionär- socialistische gierung, und 4 enthielten sich der Abstimmung. Ferner stimmten Fraktion blieb mit ihrem energischen Protest allein. mit der revolutionär- socialistischen Fraktion gegen die Regierung Die Darstellung und Beleuchtung der Ereignisse in den Reden 3. jener nahestehende Abgeordnete, ein vierter enthielt sich der Abder revolutionär- socialistischen Abgeordneten Vaillant und stimmung. Coutant wurden von keiner Seite entfräftet. Noch mehr. Die Durch die einfache Tagesordnung", die kraft der GeschäftsSchuld des Polizei- Präfekten Lépine geht deutlich hervor aus seinem ordnung stets die Priorität hat, wurde unter anderm glücklich die eignen Bericht an Combes. Der Präfekt will zwar das Ein- Resolution von Vaillant und Genossen beiseite geschoben, dringen der Polizisten mit entblößtem Säbel in die Arbeitsbörse welche die totschlägerischen Gewaltthätigkeiten der Polizei und das nicht angeordnet haben. Er war aber persönlich dabei und drang Gindringer in die Arbeitsbörse verurteilt sowie die Regierung einmit feinen Beftien ins Gebäude ein. Im mildesten Falle also hatte ladet, den Polizeipräfekten, die Beamten und Polizisten, die sich der Polizeichef nach seinen eignen Erklärungen die Untergebenen dessen schuldig gemacht haben, des Amtes zu entheben". nicht mehr in seiner Gewalt er taugt somit schon deswegen nicht für seinen Posten. Weiter berichtet Lépine, das polizeiliche Niederfäbeln im Innern des Gebäudes, was er chnisch Repressalien" nennt, erst nach ein paar Minuten eingestellt zu haben. Dußende von Augenzeugen. und Opfern bestreiten diese Angabe, die schon so für den Präfekten belastend genug ist. Aber auch sein eigner Bericht spricht zugleich von seinem weiteren Befehl, sämtliche Räume der Arbeitsbörse zu säubern. Das ist eben jene entseßliche Menschenjagd, von der sämtliche Zeitungen berichtet haben. beschlossen, die Mehrzahl der am Donnerstag verhafteten Kundgeber Die Nichter des Gerichtshofes des Seine- Departements haben in Freiheit zu sehen. Der Gerichtshof ist der Ansicht, daß die Polizei- Agenten zu aufgeregt gewesen sind, um ohne Beeinflussung über die Verhafteten auszusagen. Nur sechs von den Verhafteten, die der angeschuldigten Vergehen bestimmt überführt wurden, sind in Haft behalten worden. Kabinettschef Combes hat den Direktor der Sicherheitspolizei Hamard beauftragt, eine Untersuchung einzuleiten über das Eindringen der Polizei in die Arbeitsbörse. Das erste Resultat dieser Untersuchung ist für die Polizei ungünstig. Mehrere Zeugen haben schwer belastende Aussagen über die Brutalität der Polizei abgegeben. Am Sonnabendabend fanden wiederum einige Ruhestörungen statt, da eine Anzahl Arbeiter vereinzudringen. Die Polizei mußte einschreiten und die Kundgeber Und nach Verlesung dieses Berichts, dieser Selbstanklage des Präfeften, meinte Combes, er brauche noch eine weitere Untersuchung, um zu einem endgültigen Urteil zu kommen! Im Gegensatz zur üblichen Regierungspraris hat er zwar den Präfekten nicht ..gedeckt". Er sprach sogar diese Worte:" Ich tadle das Eindringen suchte, in verschiedene Stellenvermittelungs- Bureaus mit Gewalt in die Arbeitsbörse, ich tadle die Gewaltthätigkeiten und die Brutalitäten der Polizei." Aber den Hauptschuldigen, zerstreuen. Lépine, hat er mit feinem Worte desavouiert. Andrerseits entgleiste ihm die Zunge zur Bezeichnung der polizeilichen Mordarbeit auf der Straße mit den Worten:„ übliche Prügel, die in den Zusammenstößen gewechselt werden!. Ein chnisch jovialer Ausdruck, den der hartgefottenste Polizeimann nicht ver schmähen würde. Kurzum, der Ministerpräsident suchte es mit niemand zu verderben. Bon seiner antiklerikalen Draufgängerei merkte man diesmal keine Spur. Seine Zwischen- zwei- Stühlen- Taktik wurde freilich wesentlich erleichtert durch die voraufgegangene Rede von Jaurès. Der Schwerpunkt dieser Rede lag in der bei dieser Gelegenheit unangebrachten Betonung des Gegensatzes zwischen den parlamentarischen Socialisten" und den antipolitischen revolutionären Gewerkschaftlern. Damit verknüpfte Jaurès die bei dieser Gelegenheit, wo das Recht, wo Gesundheit und Leben von Proletariern mit dem Polizeisäbel niedergehauen wurden, doppelt unangebrachte Kritik der Agitationsformen der Pariser Gewerkschaften. Paris, 2. November. Heute werden in verschiedenen Teilen der Stadt Versammlungen zur Frage der Stellenvermittelungs- Bureaus abgehalten werden. Die Polizei hat große Vorkehrungen getroffen, um etwaige Ruhestörungen zu verhindern. Landtagswahl. Die bürgerlichen Frauen, so weit sie zu Anita Augspurg halten, vertreten bei den Landtagswahlen die Auffassung Dr. Barths. In der Beilage zur Frauenbewegung" schließt ein Artikel über die Landtagswahl: " " Geschlossener Kampf auf der ganzen linken Seite ist das einzige erfolgverheißende Mittel; wo die Männer sich zu dieser Taktik nicht verstehen können oder wollen, sei es Aufgabe der Frauen, ihr zu dienen und zu ihr zu überreden. Wo der bürgerliche Liberalismus zwischen Reaktion und Socialdemo und passiv dem Kampfe der beiden extremen Mächte zuzuschauen kratie die Aussichtslosigkeit eignen Erfolges zu erkennen glaubgedenkt, da mögen die Frauen ihm vor Augen halten, daß solche Hoffnung Verrat an der eignen Sache ist, daß er der Reaktion Vorspann leistet, wenn er nicht alles thut, um ihren Sieg zu verhindern. Wo bei den Wahlführern das Wort von Frauen gehört wird, sei es ihr Streben, das grundfäßliche Zusammenhalten aller freiheitlichen Elemente gegen die Reaktion zu fördern; wo sie ohne solchen Einfluß sind, hat wenigstens die einzelne Frau das Recht, auf den einzelnen Wähler in jenem Sinne einzuwirken und ihn zu bedeuten, daß unsre einzige und schlagendste Wahlparole lauten muß: fein Mandat verlieren nach rechts, möglichst viele erobern nach links." Wir fürchten, daß die freisinnigen Philister diesmal den Damen nicht folgen werden. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 2. November. all pest modGesetzwidrige Richtermaßregelung. Die Verlegung des Wahlorts für den Kreis Teltow. Der Fall des Gerichtsassessors Simon in Militsch, der vom Justizminister plößlich seines Amtes enthoben worden ist, liegt, wie Der, Reichs- Anzeiger" meldet amtlich: „ Auf Grund des§ 3 des Gesetzes, die Feststellung der Wahl- konnten. Herr Simon ist vor Ablauf seines Kommifforiums gegen wir nunmehr feststellen können, viel schlimmer, als vir vermuten bezirke für das Haus der Abgeordneten betreffend, vom seinen Willen aus seinem Amt entfernt worden, ohne daß man 27. Juni 1860( Gefeßsammlung Seite 357) beſtimme ich hierdurch, gegen ihn das Disciplinarverfahren eingeleitet hätte. Das ist ein daß die bevorstehende Wahl zweier Abgeordneter im 9. Wahldaß die bevorstehende Wahl zweier Abgeordneter im 9. Wahl bezirk des Regierungsbezirks Potsdam( Teltow- Beeskow- Storkow) schwerer Verstoß gegen den im Gerichtsverfassungs- Gesetz und in der am 20. November cr. in Rigdorf preußischen Verfassungsurkunde gewährleisteten Grundsatz der anstatt in Köpenick-vor- nabfegbarkeit der Richter, zu denen auch die kommissarisch mit zunehmen ist." diese Gesegesverletzung verantwortlich? einem Richteramt betranten Assessoren gehören. Wer ist für Was in diesem Falle das proletarische Empfinden zu sagen gebot, hat Genosse Vaillant in die Worte gekleidet:" Bei den Forderungen und den Agitationen des Proletariats, selbst bei denen, Auf die unmöglichen Zustände im Wahlort für den Kreis Teltowdie zu blutigen Konflikten führen, haben wir nicht auf die Details einzugehen, insbesondere wo eine Thatsache alles andre beherrscht Beeskow- Storkom ist seit langem und wiederholt hingewiesen worden; die Provokationen und die Raserei der es existiert dort kein Lokal, das nur annähernd groß genug wäre, Polizei. Ist der Kampf eingeleitet, so sind wir stets auf Seiten um die Menge der Wahlmänner zu fassen. Petitionen an den Landder sich empörenden Elemente der Arbeiterklasse, weil, welches auch tag haben dringend um eine Verlegung des Wahlorts ersucht. Dennoch die Bedingungen, unter denen die Empörung geschieht, sein mögen, unterblieb jede gesetzliche Aenderung; denn die Verlegung von diese zum Ursprung hat das Uebermaß von Elend und die Gewalt der Wahlorten kann nur auf gesetzlichem Wege erfolgen. Thatsachen oder das socialistische Bewußtsein von der Ungerechtigkeit dieses Glends und den Willen zur proletarischen Befreiung. Nun kommt der Minister des Innern und ändert das allerdings Ueber den eigentlichen Gegenstand der Debatte setzte sich Jaurès Weg ist ungesetzlich. Unerträgliche durch Verordnung. Der Zwed ist löblich, aber der Hintveg mit einigen lendenlahmen Worten über die„ bedauerliche Gewohnheit( Lépines), stets ohne Maß( 1), ohne Rücksicht auf die Der Minister beruft sich auf den§ 3 des Gesetzes betreffend 4 Umstände und die Ereignisse, das zu üben, was er für die starke Manier hält, was aber recht häufig eine Ursache der Schwäche für die Regierung wird" und ferner mit dem Hinweis auf die schädlichen Wirkungen einer unverständigen und rohen Repression" für das Gedeihen der„ legalen Thätigkeit der Arbeiterklasse". Jaurès war es auch, der vor der Abstimmung in seiner rebellisch gewordenen Fraktion für die von der Regierung gewünschte„ cinfache Tagesordnung Propaganda machte. Es war ja für socialistisch Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat behauptet, die Maßregelung des Assessors Simon sei darauf zurückzuführen, daß sein Verhältnis mit dem ordentlichen Richter in Militsch unerquicklich gewesen sei. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß dies kein Grund sei, den Mann von jeder weiteren tommissarischen Thätigkeit auszuschließen. Nun stellt sich noch gar heraus, daß der ordent liche Amtsrichter sich eine kollegiale Ungehörigkeit hatte zu Schulden kommen laffen. Herr Simon wäre also wegen des Verstoßes eines Feststellung der Wahlbezirke vom 27. Juni 1860. Dieser Para- der Grund für die Maßregelung gewesen sein. Wer den Gang in Aber diefe Reiberei zwischen den beiden Richtern fann gar nicht graph besagt: Die Bestimmung eines andren als des in dem anliegenden anlagt wird. Die auf das persönliche Verhältnis bezüglichen Aften der preußischen Bureaukratie kennt, weiß, daß nichts ohne Akten verVerzeichnisse genannten Wahlortes steht dem Minister des Innern, jedoch stets nur für die einzelne, zunächst bevorstehende Wahl- waren aber schon seit Wochen zurückgekommen, ohne daß etwas handlung, auch nur in dem Falle zu, wenn die Abhaltung der Wahl erfolgt wäre. die andren bestraft worden. an dem im Verzeichnis bestimmten Orte des betreffenden Wahl- Für die nunmehrige Maßregelung kommt vielmehr ausschließlich bezirks durch ansteckende Krankheiten, Unterbrechung der Verbindung die Angelegenheit in Betracht, die wir erwähnt haben: daß der Spanien. Der Ausstand der Grubenarbeiter ist nach einer Wolfffchen Gerichtsassessor einem Gendarmen gegenüber den Grundsak der grüßen. Mag also die Frage der Gleichstellung ein ästhetisches Rechtsgleichheit bekannte. Freilich behauptet die„ Nordd. Allg. 3tg.", Interesse haben das ist aber auch alles! im Justiz ministerium sei von dem Bericht des Gendarmen Denn unser Landesausschuß geht aus einem dreimal gesiebten meldung beendet. Die Arbeit wird Montag wieder aufgenommen. nichts bekannt. Hat ihn das Justizministerium etwa nur zur Ab- Wahlverfahren hervor. 34 Mitglieder werden von den drei Bezirks- Die Hauptbedingung für die Wiederaufnahme der Arbeit war die schrift bekommen und lagert die Urschrift im Ministerium des tagen gewählt, 4 von den Gemeinderäten der Städte Straßburg, wöchentliche Lohnzahlung, vom 1. Januar ab beginnend. Ferner ist Colmar, Mülhausen, Mezz und 20 von Wahlmännern, die von den der Verkauf von Waren auf den Werften verboten und eine ärztliche Innern? Denn wir wissen, daß der Bericht des Gendarmen übrigen Gemeinderäten des in 20 Streife geteilten Landes bestimmt Stommission zur Ueberwachung der Wohnungen und der Ernährung und des Landrats existiert.h werden. Am 7. November finden num diese Wahlmänner- Wahlen, der Arbeiter eingesetzt worden. Der Fall des Assessors Simon bleibt also eine der krassesten am 19. November die Wahlen der letztgenannten 20 und 4 AbAntvendungen eines Assessorenparagraphen, der noch gar nicht Gesetz geordneten statt, während die Bezirkstage erst in drei Jahren dranSerbien. geworden ist. Er erklärt zu erheblichem Teil, warum in der heutigen kommen. An der furchtbar reaktionären Zusammensetzung des mit Ein neuer militärischer Königsmord in Sicht? Aus Belgrad Justizpraxis das Volfsempfinden für Recht und Gerechtigkeit so oft echt als Rentner und Notabelnparlament verschrienen wird gemeldet: verletzt wird. Man hat ohne die gesetzlichen Garantien zu wahren Störperschaft werden diese Wahlen wenig, herzlich wenig ändern, Hier cirkulieren Gerüchte, daß in der Hoffanzlei Briefe aus dem einen Richter nur deshalb gemaßregelt, weil er den Grundsatz Köllersche Regierung nicht so reaktionär ist wie die reichsländische Volts- den König Mitteilung gemacht wird. Die Verschwörer hätten beso daß auch in Zukunft der Satz seine Geltung haben wird, daß die Auslande eingelaufen sind, in welchen über eine Verschwörung gegen der Rechtsgleichheit nicht preisgeben wollte. de vertretung. Nur einzelne, freilich wichtige Personenänderungen von schlossen, den Konak des Nachts in Brand zu stecken. to di parteipolitischer Bedeutung werden eintreten. Afien. * 40 miles made Deutfchen Reich. " sia To Die einzige Forderung, die dieser ganzen Lage gegenüber zu Recht erhoben werden kann und muß, ist die Einführung des Die Wiederbefehung Mukdens durch die Russen hat die chinesische allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Regierung sehr beunruhigt. China hat die befreundeten GesandtKündigung der Handelsverträge. Wie das Berliner Tageblatt" ahlrechts zum Landesausschuß. Ist diese Forderung erfüllt, schaften um Rat gebeten. Nach Meldungen, die bei der erfährt, beabsichtigt die Regierung, die bestehenden Handelsverträge dann erst kann von den andren überhaupt geredet werden, in erster Regierung eingegangen sind, besetzten am Donnerstag 1500 ohne Kündigung in die neuen überzuleiten, und zwar hält Linie von der Erweiterung der Rechte unsres Parlamentes. russische Soldaten die Amtsgebäude, sperrten die Thore und man es für zweifellos, daß auch unter den ausländischen Vertragsvertrieben die chinesischen Beamten. In und um Mukden staaten dieser Wunsch vorhanden ist. Die Reichsregierung wird daher Krumme und Lahme, alles muß zum Militär. Ein Brauerei- befinden sich zwischen 10 000 bis 20 000 Chinesen; die eine Kündigung der bestehenden Verträge möglichst zu vermeiden Angestellter D. in Zweibrücken erlitt einen Schenkelhalsbruch, der chinesischen Befehlshaber in der Mandschurei haben aber suchen und zu diesem Mittel nur dann greifen, wenn sie zu eine Verkürzung des linken Beines um drei Centi- gemessenen Befehl, in keiner Weise der russischen Regierung WiderDer Ueberzeugung gelangt, daß feitens der in Frage meter zur Folge hatte. Der Verletzte erhielt infolge dessen eine stand zu leisten und alles zu thun, um Kollisionen zu vermeiden. kommenden Auslandsstaaten absichtlich die Einleitung neuer Unfallrente von 15 Proz. Trotz dieses körperlichen Defektes wurde Die Umstände, die zur Wiederbesetzung Mukdens führten, waren Verhandlungen verschleppt wird. Sollte eine solche Kündigung D. aber zum Militär, und zwar zum 2. bayrischen Fußartillerie- folgende: Die Russen verwandten einen berüchtigten Briganten als fich aus diesem Grunde als notwendig erweisen, so würde Regiment ausgehoben, wo er es sogar zum Gefreiten brachte. Da Chef einer der irregulären Polizeitruppen, die sie in der Mandschurei unter allen Umständen die Jahresfrist bis zum Ablauf des Vertrags- der Berufsgenossenschaft vom Regimentsarzt bescheinigt wurde, daß bilden. Die Chinesen verlangten zu wiederholten Malen, daß dieser verhältnisses vom Tage der Kündigung an innegehalten werden. D. vollständig felddienstfähig sei, so stellte sie die Rente ein. Der ihnen übergeben werde. Vor kurzem kamen die Russen diesem Anders dagegen stände es, wenn ohne Kündigung bei Zustimmung Verletzte erhob dagegen Berufung zum beider Teile ein Vertrag durch den andern abgelöst wird. In diesem Arbeiterversicherung. Schiedsgericht für Verlangen nach. Der Brigant wurde von einem chinesischen Offizier Dieses holte ein Gutachten von dem ohne vorherige gerichtliche Untersuchung enthauptet. Daraufhin Fall braucht nach der in Regierungskreisen herrschenden Ansicht die betreffenden Compagniechef ein, der im Gegensatz zum Regiments- verlangten die Russen, daß dieser Offizier innerhalb fünf Tagen Jahresfrist nicht innegehalten zu werden, sondern es fann ein arzt D.3 Dienstfähigkeit als beschränkt erachtete. Da auch hingerichtet werde, widrigenfalls Mukden von ihnen besetzt werden früherer Termin, etwa nach Ablauf von nur drei Monaten, der ärztliche Sachverständige des Schiedsgerichts erklärte, daß ein würde. Das chinesische Auswärtige Amt erbot sich, den Offizier zu für den Beginn der Gültigkeit des neuen Vertrages festgefeßt Schenkelhalsbruch die Erwerbsfähigkeit auf Lebenszeit beschränkt, so verbannen und verhandelte darüber mit dem russischen Gesandten, Die Mitteilung beweist nur, in welch außerordentlich schwierige 30g die Berufsgenossenschaft ihren Einstellungsbescheid wieder zurück. als die Meldung einging, daß die angedrohte Besetzung Muldens Die„ Augsburger Abendzeitung", der wir diese Mitteilung ent- erfolgt sei. Wie verlautet, haben die Chinesen die von den Russen Lage fich die Regierung selbst durch die Annahme des Zolltarifs ver- nehmen, meint, die Militärverwaltung habe jetzt die Pflicht, darüber gesetzte Frist mißverstanden und geglaubt, sie laufe erst Sonnsetzt fühlt, denn die obigen Ausführungen besagen nichts andres, als Aufklärung zu geben, wie es möglich war, einen erwerbsbeschränkten daß auch dann, wenn es der Regierung gelingen follte, mit den bis- Krüppel zum Militär einzuziehen. Diese Aufklärung ist aber, obherigen Vertragsstaaten neue Handelsverträge zu stande zu bringen, wohl inzwischen schon einige Tage verflossen sind, noch nicht erfolgt. fie noch keineswegs bestimmt auf deren Annahme im Reichstag Vielleicht wird dem bayrischen Kriegsminister demnächst im Landtage rechnet, sondern erst abwarten will, welche Aufnahme sie dort finden, die Zunge gelöst. che sie zur Kündigung der alten Verträge schreitet. werden. Wie Staatsgelder verpulvert werden. Durch die Zeitungen geht Die Mitteilung, wonach das dem Rittergutsbesizer Hans v. Decer Boberstein gehörige Rittergut Rauschken( Kreis Osterode) in Ostpreußen vom Fiskus für 485000 M. erworben wurde und solle dasselbe vom 1. Juli nächsten Jahres ab in eine königliche Domäne umgewandelt werden. Uns liegt der Brief eines Agenten vor, datiert aus dem Februar dieses Jahres, der das Gut zum Preise von 420 000 m. anbot und es ist sicher, daß dasselbe damals unter 400 000 M. abgegeben worden wäre. Der reelle Wert des Gutes soll circa 340 000 m. betragen. Dreiviertel Jahre später giebt der Fiskus 65 000 m. mehr als im Februar dieses Jahres gefordert wurden, in Wirklichkeit hat er es sicher um 100 000 M. zu teuer geTauft. Wer sind denn diejenigen, die in so profitabler Weise für den Staat Käufe abschließen. " Landesausschuß- Wahlen in Elsaß- Lothringen. Straßburg, 30. Oktober.( Eig. Ber.) die zog feit. Klosterfrauen als Krankenpflegerinnen. Aus München wird uns geschrieben: Husland. Das Ministerium Combes erschüttert? abend ab. Afrika. teilung indischer Infanterie, welche sich von der Hauptkolonne, die Eine englische Schlappe. Aus Aden wird gemeldet, daß eine Abgegen arabische Aufrührer im Hinterlande von Aden operierte, ge trennt hatte, von Eingeborenen umzingelt und fast gänzlich ver nichtet wurde. 10 Offiziere und 25 Mann wurden getötet, die übrigen verwundet. Die Kolonne bestand aus einer Abteilung des Regiments Füsiliere von Bombay". 11 Wie man wird von Klosterfrauen verwaltet. Ueber die Zustände in dieser AnDas Krankenhaus in Basing, einem großen Vorort Münchens, stalt wird schon seit langer Zeit lebhaft geklagt. Anläßlich einer Beleidigungsklage des Krankenhaus- Oberarztes gegen einen Kollegen Aus Induftrie und Handel. wurde nunmehr gerichtlich festgestellt, daß die wackeren Klosterfrauen eine höchst- bedenkliche Wirtschaft treiben. Nach den Bekundungen Deutsche und englische Dampfersubventionen. Zu den Gründen, der Zeugen fehlt es hauptsächlich an der nötigen Reinlich mit denen die Chamberlainschen Zollpolitiker die schnelle Entwicklung So behauptete eine Zeugin, die Bettwäsche sei inner- des deutschen Außenhandels zu erklären suchen, gehört die Behauptung, vier Wochen nie, halb die Leibwäsche nur einmal ge- daß die deutsche Schiffahrt weit größere Staatsunterstützungen als wechselt worden. Andre Patienten haben in eine Laus, cinen Floh, Holz und Stroh, im Salat einen Negenwurm folge, der deutsche Außenhandel dadurch eine besondere Stärkung den Speisen die englische erhalte, und da der Handel bekanntlich der Flagge gefunden. Ein andrer Patient hat in diesem Muster- Krankenhause erfahre. Demgegenüber stellt die" Kölnische Zeitung" nach den Atten Läuse bekommen. Der Oberarzt erklärte, er habe sich um die Ver- des englischen Parlaments fest, daß Deutschland unendlich viel pflegung der Kranten nicht fümmern können, weil er für seine geringere Unterstützungen zahlt als England, das nicht weniger Thätigkeit nur ein Gehalt von 1000 m. jährlich bekomme. als 17 190 000 Mark für direkte Unterstützungen aufwendet, die sich Mit welcher Gründlichkeit übrigens derartige Anstalten von den aus folgenden Kapiteln zusammensetzen: Fahrtunterſtüßungen, wie Der Landesausschuß für Elsaß- Lothringen hat einst von Herrn staatlichen Aufsichtsbehörden revidiert werden, geht aus der That- fie auch von Deutschland bewilligt werden, 12 430 000 Mart, eben von Köller das weniger ehrende als kompromittierende Zeugnis aus- fache hervor, daß der zuständige Bezirksamtmann das Pasinger solche Unterstützungen der Kap- und Natalkolonie, die doch auch gestellt bekommen, daß er das beste Parlament der Welt", geradezu Krankenhaus zwar wiederholt besucht, aber niemals einen Grund zu der englischen Flotte und dem englischen Handel zu gute kommen, ein Musterparlament" sei. Freilich sind diese schmeichelhaften Worte einer Beanstandung gefunden hat. 2 700 000 m., und Prämien der englischen Admiralität zur Bereitgefallen, ehe der erste Sacialdemokrat seinen Einzug in diese„ Volkshaltung von Hilfsfreuzern 2060 000 m. Diesen Unterstützungen vertretung" gehalten hatte. Am 19. November dieses Jahres finden stehen deutscherseits nur 5 590 000 M. für den Norddeutschen Lloyd nun für 20 Abgeordnete Neuwahlen statt, die vielleicht auch geeignet und 1 350 000 m. für die Deutsche Ostafrika- Linie gegenüber, zu sein dürften wenigstens zum kleinen Teil. Herrn von Köllers ſammen 6 840 000 M. deutsche Unterstüßungen gegen 17 190 000 m. Enthusiasmus zu dämpfen. Der elsaß- lothringische Landesausschuß ist kein Landtag wie die Von mehreren Seiten wird behauptet, daß der Ministerpräsident stützungen hinzurechnet, die für Postbeförderung und dergleichen auf englische Unterstützungen. Wenn man hierzu noch alle andern UnterParlamente der deutschen Bundesstaaten, sondern er ist ebenso ein infolge der letzten Abstimmungen in der Kammer zu der Ueber- beiden Seiten gezahlt werden, so erhält man für Deutscheigenartiges Gebilde als Parlament, wie das Reichsland selbst, zeugung gekommen sei, er könne sich auf die republikanische Mehrheit land 8459 500 W. und für England 21 309 424 m. staatsrechtlich betrachtet, eine eigenartige Erscheinung ist. Die ganze der Kanuner nicht mehr mit Zuversicht verlassen, und daß er unter auch die Rechnung aufstellt, immer ist es England, das Stellung des Landesausschusses ergiebt sich eben erst aus der ganzen diesen Umständen die Möglichkeit eines Rüdtritts in feinen Handel und seine Schiffahrt mit größeren Mitteln unterstützt staatsrechtlichen Stellung des Reichslandes. Denn Elsaß- Lothringen kürzerer oder längerer Zeit ins Auge gefaßt habe. als Deutschland." ist ja bekanntlich kein Bundesstaat im deutschen Staatenbunde, sondern Combes soll deswegen verstimmt sein, daß ein Teil der Ganz stimmt die aufgestellte Rechnung nicht, denn die englische um ein Wort des Abgeordneten Winterer anzuwenden Kriegsbeute aller deutschen Bundesstaaten und als solche eine socialistischen Redner in der Angelegenheit der Ruheftörungen Dampferflotte umfaßt 13 967 000, die deutsche nur 2767 000 Regiſtertonnen; aber selbst wenn man diesen Größenunterschied mit in Provinz des Gesamtreiches, die vom Könige von in der Arbeitsbörse sich der Opposition anschloß, noch mehr aber Betracht zieht, behalten die englischen Schutzöllner nicht Recht; Preußen in seiner Eigenschaft als deutscher Kaiser regiert dadurch, daß der von dem Nationalisten Lanjuinais gestellte Antrag denn ein großer Teil der englischen Handelsflotte fährt Routen, auf wird. Der Kaiser ist num als Landesherr durch den auf Verringerung des Kredits für die Unter- denen sie keine ernstliche Konkurrenz zu bestehen haben oder für die Statthalter vertreten, der zum Teil auch den Reichskanzler präfetten troß seines Widerspruchs angenommen auf teiner Seite Subventionen bezahlt werden; wo aber deutsche vertritt. Das„ kaiserliche Miniſterium für Elsaß- Lothringen" ist aber wurde. Auch die Haltung der demokratischen Linken im Senat in subventionierte Gesellschaften mit englischen Reedereien konkurrieren, der„ Reichskanzler in Bezug auf Elsaß- Lothringen", eine Ab- der Frage des Militärschulunterrichts soll die Unzufriedenheit des ist vielfach die englische Subvention höher als die deutsche, z. B. teilung des Reichstanzleramts. Entsprechend ist der Landesausschuß der Reichstag für Elsaß- Lothringen, Ministerpräsidenten erregt haben. Die Thatsache, daß sein Sohn nach den Häfen Ostafrifas. der vicarierende Neichstag"( La band, Staatsrecht des Deutschen Edgar, bisher Generalsekretär im Ministerium des Innern, im letzten Zu den Kartellbestrebungen in der Lederindustrie. Der Verein Reiches). Deshalb bedürfen alle Beschlüsse des Landesausschusses der Ministerrat zum Mitglied des Staatsrats ernannt worden ist, wird deutscher Gerber hielt am Freitag in Hamburg eine GeneralGenehmigung des Bundesrates und der meist stillschweigenden als Symptom dafür angesehen, daß sich Combes mit Rücktritts- versammlung ab, in der unter anderm auch über die Kartellfrage Genehmigung des Reichstages. Aber der Reichstag hat das Recht, gedanken trägt. Einem Berichterstatter, der die Umgebung Combes' fenferiert wurde. Mit großer Mehrheit erklärte die Versammlung, von dem er auch schon Gebrauch gemacht hat, Beschlüsse des Landes- befragte, wurden diese Gerüchte allerdings dementiert. daß gegen die ungünstige Lage des Ledermarktes nur ein enger Bu Ausschusses nicht anzuerkennen oder selbständig an die Stelle seines sammenschluß der Lederfabrikanten zu helfen vermöge und deshalb regelmäßigen Vertreters zu treten und ein Landesgesetz für Elsaßdieser erstrebt werden müsse. Vorläufig begnügte man sich jedoch Lothringen mit einer Preiserhöhung, indem nach einem Vortrage des Dr. Grafen vorbehaltlich der Genehmigung des Bundesrats und Der Entwurf betreffs Abschaffung der privaten Arbeitsnachweis v. Brockdorf- Berlin einstimmig folgender Beschluß gefaßt wurde: der Sanktion durch den Kaiser- zu beschließen. Ebenso kann sich Bureaus wurde auf die Tagesordnung der nächsten Sigung( Dienstag)" Die Versammlung beschließt eine sofort in Kraft tretende Grdie Regierung unter Uebergehung des Landesausschusses an den gesetzt. Diese freilich sehr verspätete Gile", den Gewerkschafts- höhung der Lederpreise um mindestens folgende Säße: Für Reichstag direkt wenden, was zum letztenmal vor etwa 16 Jahren forderungen gerecht zu werden, zeugt immerhin davon, daß die Sohl- und Vacheleder in halben Häuten 5 M. pro geschehen ist. Kammer sich der Schuld bewußt ist, durch die langjährige Ver- Centner, für Croupons von Sohl, Vaches und Diese Ausnahmestellung Elsaß- Lothringens im Deutschen Reiche zu schleppung der bescheidenen Reform in letzter Linie die blutigen Vor- ticmenleber 10 M. pro Centner, für Sohlleder beseitigen, halten zahlreiche Gruppen der bürgerlichen Parteien für unent- gänge in der Arbeiterbörse mit verursacht zu haben. Auch wird sie Abfälle und Vachebäuche 3 M. pro Centner, für behrlich. Und so wird denn seit Jahren die, Gleichstellung Elsaß die Reform gewiß prompt votieren. Das wäre aber seit Vachehälse 5 M. pro Centner, ebenso Geschirrleder und für RindLothringens mit den deutschen Bundesstaaten" 1897 das dritte Kammervotum für die Abschaffung der leder und Kipfe, für Kalb und Roßleder je 10 m. pro als die Erfüllung einer politischen Gerechtigkeitspflicht entschieden räuberischen Institutionen, nachdem die früheren zwei Ab- Centner und für Chromrind, Bor- Calf und Chevreau 5 Pf. pro verlangt. Der im Vorjahre im Landesausschuß zur Beratung geftimmungen im Senat gescheitert waren. Die Ent Quadratfuß. Diese Preiserhöhung entspricht nur einem Bruchteil Yangte Antrag Strafft und Genossen suchte die Verwirklichung ein- fcheidung hängt nach wie bor bom Senat ab. Dieser der enormen Preissteigerung für Rohhäute und Gerbstoffe. Eine zuleiten, indem er in erster Linie die Rechte des Landesausschusses aber hat soeben eine neue Probe seines arbeiterfeindlichen Geistes weitere Erhöhung der Lederpreise wird sich in allernächster Zeit erweitern wollte. Einen eingehenden Entwurf haben auch die abgelegt, indem er entgegen dem Willen der Regierung wenn als notwendig erweisen, ivenn nicht, entgegen jeder Voraussicht, Gründer der neuen liberalen Landespartei" fertig in der Tasche, auch nur mit neun Stimmen Mehrheit die Ausdehnung der die Schlachtungen an den hauptsächlichen Fleischproduktionsplätzen einen Entwurf freilich, dessen Basis so unglaublich unpolitisch und, Wirkungssphäre der gewerblichen Schiedsgerichte auf die Handels- der Welt erheblich zunehmen und dadurch der Preis des Rohmaterials selbst die Notwendigkeit der„ Gleichstellung" zugegeben, so in angestellten ablehnte. erheblich sinken sollte und eine wesentliche Verbilligung der Preise glaublich verkehrt ist, daß sie ihn vorläufig in der Tasche Der neueste Entwurf über die Arbeitsvermittelung trägt übrigens der Gerbstoffe eintritt. behalten haben. dem senatorischen Widerstand insofern Rechnung, als er die Ent= Außerdem wurde noch eine Resolution gegen die Erhöhung der Nun ist die Socialdemokratie schon vor einigen Jahren von der schädigung der Inhaber der abzuschaffenden Vermittelungsbureaus bisherigen Zölle auf fremde Gerbstoffe( Quebrachoholz) gefaßt mit Gleichstellungsidee abgekommen, da die überhaupt schon sehr schwierige vorsteht. Die Entschädigung wäre von den Gemeinden unter Be- der Begründung, daß das Interesse der Lederfabrikanten und der Lösung dieses ganzen Problems der Arbeiterschaft gar nichts teiligung der Departements und des Staates zu zahlen. Die Ab- in Lederfabriken beschäftigten Arbeiter das der Schälwaldbesitzer nügen würde. Angenommen, Elsaß- Lothringen hätte drei Ver- schaffung sämtlicher Bureaus müßte spätestens binnen fünf Jahren in volkswirtschaftlicher Hinsicht weit überrage. treter im Bundesrate, würde das mehr oder weniger heißen als den erfolgen. Einfluß Preußens im Bundesrate noch zu stärken. Denn der Eine amerikanische Gründung. In New York ist heute der BeLandesherr Elsaß- Lothringens müßte ja- von einer grundsätzlichen, richt der für den Schiffsbautrust eingesetzten amtlichen Verwalter erpraktisch undurchführbaren staatsrechtlichen Umwälzung abgesehen schienen. Derselbe enthält Aufsehen erregende Mitteilungen über der deutsche Kaiser doch bleiben, der dann auch die Vertreter im wird nach einer uns aus Rom zugegangenen Privatdepesche fol- absichtliche falsche Angaben und betrügerisches Vorgehen bei der Bundesrate zu ernennen hätte. Für uns ist der gegenwärtige Zustand gendermaßen zusammengesetzt sein: Gründung der Gesellschaft und über einen Plan, die Gesellschaft bei weitem besser als der von den Gleichstellungsfreunden erstrebte. Rosano durch Zurückbehaltung der Einnahmen der Bethlehem Steel Company Der Landesausschuß, der aus einem ungünstigen Wahlmodus hervor Mirabello absichtlich zu Fall zu bringen. Der Bericht empfiehlt am Schluffe geht, ist das unmündige Kind des Reichstages, der viel Böses Stultus, Rova- Landwirtschaft, Nicolini Post. Sämtliche Charles M. Schwab, um von ihnen die zur Bezahlung der Schulden gerichtliches Vorgehen gegen die Gründer des Trusts und gegen hindern könnte, würde er seine Vaterrechte überhaupt ausnüßen. Genannten gehören der konstitutionellen Linten an. Tittoni der Gesellschaft nötigen Gelder zu erlangen; auch empfiehlt er Gerade unsre Fraktion könnte hierin etwas leisten, denn der Reichstag würde gewiß manches ablehnen, was der Landesausschuß Aeußeres, Luzzatti Schab. Diese beiden gehören der Rechten die Einsetzung eines gerichtlichen Verwalters für die Bethlehem Steel öffentliche Arbeiten. Tedesco war früher Company. angenommen hat, würde er nur orientiert werden. Angesichts des a unglaublich reaktionären Charakters des„ Musterparlaments" wäre Somminianer. Ungünstig wird kommentiert die Inkompetenz der Die Rübenzucker- Produktion in den Bereinigten Staaten von eine Einmischung des aus dem allgemeinen Wahl- Minister, namentlich die moralische Anrüchigkeit seit den Bankstandalen Amerika hat auch im letzten Jahre wieder enorme Fortschritte gerecht hervorgegangenen Reichstages sehr zu be- Tittonis und Rofanos.- parse in 1995 Selb.es macht. Willet und Gray veröffentlichen nachstehende Schäzung der Frankreich. Italien. Das neue Kabinett -Inneres, Krieg, Admiral Justiz, Blando Giolitti Finanz, General Pedotti Marine, Non chetti Tedesco = Zuckerproduktion in den Vereinigten Staaten von Amerika für die laufende Kampagne unter gleichzeitiger Angabe der Zahl der vorhandenen Zuckerfabriken. Die Zahlen für die vorhergehende Kampagne find zum Vergleiche beigefügt: Staaten New York Wisconsin Dhio. Stampagne 1902/03 Zahl Rüben- Wirkliche Kampagne 1903/04 Bahl Rüben- Geschätzte Zucker produktion Longtons Fabriken Michigan 22 Minnesota • der Fabriken areal der Acres areal Acres 2 7 100 4.700 2 5 000 1 5 200 5.000 1 4 200 1 2500 2000 1 • 2500 104 071 74.000 16 89 500 3 300 3 100 1 4 200 • Nebraska 3 10 800 10 500 3 10 950 . Colorado 8 50 700 44.000 5 34 120 Utah. 7 19 000 17 000 6 18 000 Idaho 1 5 200 6.000 Oregon.. 1 1.000 1 200 1 3.000 Washington 1 California 7 4.000 3 500 1 2.200 7 65 000 238 670 Summe 55 58 863 271 734 62 000 233 000 44 Buckers produktion Longtons 2 799 3 463 1473 48 848 2025 1 641 71 120 195 463 Vorstehende Schäzung ist eine vorläufige und kann je nach der Gunst oder Ungunft der Witterungsverhältnisse im Oktober und November noch eine Aenderung erfahren. Immerhin kann nach dem günstigen Stande der Rüben schon jetzt mit einiger Sicherheit damit gerechnet werden, daß die diesjährige Zuckerproduktion diejenige des Borjahres beträchlich übertreffen wird. " " " Aus der Frauenbewegung. Der socialdemokratische Frauenwahlverein hält am Mittwoch, den 4. November, abends 8%, Uhr, in der Ressource, Kommandantenstraße 57, eine Versammlung ab, in der Genosse Waldeck Manasse spricht. Männer und Frauen als Gäste haben Zutritt. " Der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglit und Umgegend" hält am Mittwoch, den 4. November. eine Wanderversammlung bei Grube, Kaiſerallee in Friedenau ab. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Vortrag, 2. Diskussion und 3. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Stellen im Metallarbeiter- Verband irgendwelche Mitteilung gemacht, Von den Mitgliedern der britischen Gewerkschaften befinden sich daß auch nur ein geringer Teil von jenen 7000 ausgesperrt worden etwa 10 000 in den britischen Kolonien, hauptsächlich aber in den wäre. Und dabei ist diese neue große Aussperrung namentlich in Vereinigten Staaten; diese letteren erscheinen daher doppelt gezählt. der Provinzpresse mit so großer Bestimmtheit und so viel Geschrei an- In Italien ist seit dem vorigen Jahre die Zahl der Mitglieder der gekündigt worden! Der Referent befaßte sich in der gestrigen Gewerkschaften( infolge Auflösung von Landarbeiter- Organisationen) Wenn die Statistik auch nicht so Streifversammlung des weiteren auch mit der Arbeitgeber auf etwa 250 000 zurückgegangen. Beitung", die in ihrer neuesten Nummer unter dem Titel: vollständig ist, als man es wünschen würde, so zeigt sie doch das Was tostet der Streit?"" Ein Wort an die Ar gewaltige Anwachsen der Gewerkschaftsbewegung. beiter" richtet. Er forderte die Streikenden auf, sich diesen Artikel in der Expedition des Blattes auszubitten, damit sie das, was die Arbeitgeber ihnen hier zu sagen haben, auch richtig würdigen fönnten. In dem Artikel wird dargelegt, welch ungeheurer Schaden den Metallarbeitern durch Schließung des Arbeitsnachweises der 3 054 Metallindustriellen erwächst. Die in Betracht kommenden 114 Firmen, 9 430 die nach der Aufnahme vom Jahre 1902 28 886 Arbeiter ab= 34 623 gesehen von 1500-2000 Arbeiterinnen beschäftigen, haben, wie 16 987 mitgeteilt wird, in der Zeit von Anfang Januar 1903 bis zum 20. Oktober, dem Tage des Schließung des Nachweises, 24 975 Arbeiter eingestellt, also träglich 101 im Durchschnitt, wöchentlich 606. Das Blatt berechnet dann auf Grundlage eines Durchschnittsverdienstes von 45 Pf. pro Stunde den Lohnausfall, der damit verbunden sein soll, und bemitleidet schließlich noch die Arbeiter, die gerade jetzt zum Winter so besonders schwer von dieser Maßregel betroffen werden. Die Berechnung der Arbeitgeber- Zeitung" Vorstand. und die Schlüsse, die daraus gezogen werden, sind durchaus falsch und unzutreffend. Würden wirklich so viele Arbeiter eingestellt, Die Vertrauensperson der Genoffinnen in Görlik berichtet in der also pro Jahr gegen 32 000, man wüßte nicht, wo die alle her- Gleichheit über ihre Thätigkeit, in dem sie unter anderm schreibt: tommen sollten. Sind doch im ganzen von den in Betracht Unfre Bemühungen, die Genoffinnen in persönliche Fühlung zeigt schon, welche Nebertreibung dem Ganzen zu Grunde liegt. Stamm thätiger Frauen heranzuschulen und zusammenzuhalten, haben kommenden Arbeitern nur etwa 70 000 in Berlin zu finden! Das und Verbindung miteinander zu bringen und damit einen festen Die Schließung des Nachweises wird im übrigen auch zur Folge sich an die Verbreitung der Gleichheit" angeschlossen. Mit gutem haben, daß von den Firmen, die den Beschluß ihrer Organisation Erfolg. Anfang Oktober letzten Jahres wurden bald 25 Abonnenten respektieren, nur im äußersten Notfall Entlassungen vorgenommen unfres Organs gewonnen und seither hat sich ihre Zahl mehr als Bom amerikanischen Eisen- und Stahlmarkt. Nach den letzten werden, daß der Wechsel der Arbeitsstellen dadurch geringer wird, verdoppelt. Sie betrug im Laufe des Sommers 66, und wenn jetzt Berichten aus New York und Pittsburg nimmt die Unsicherheit des und also in diesen Fällen keine Vermehrung der Arbeitslosigkeit einige weniger sind, so ist das nicht als ein Anzeichen für den amerikanischen Eisenmarktes trotz der starken Produktions- Ein- eintritt. Der Referent erwähnte, daß sich noch keiner der Kollegen Rückgang unsrer Bewegung aufzufaffen, sondern erklärt sich dadurch, schränkungen noch immer zu, und beginnen einzelne der großen Werke über die Schließung des Nachweises der Kühnemänner beschwert daß beim Herannahen des Winters sich die schlechten Zeiten besonders nun doch, sich ernstlich nach Exportgelegenheiten umzusehen. Wie habe, ein Zeichen dafür, wie geringe Bedeutung auch dieser Maß fühlar machen. Die Zeitung gehört eben dann zu den ersten die amerikanische Fachzeitschrift Fron Digo" meldet, sollen bereits regel beizumeffen ist. Er bezeichnete den ganzen Artikel als eitel Ausgaben, an denen gespart wird, und wir hoffen, nach dem Winter vor einigen Tagen 10 000 Tonnen Roheisen zur Verschiffung nach Lug und Trug. Wenn die Arbeitgeber fühlten, welche Qualen die den unbedeutenden Ausfall bald wieder wett gemacht zu haben. Zur England verkauft sein. Auch der Stahlhandel flaut mehr und mehr Arbeitslosigkeit in der rauhen Jahreszeit mit sich bringt, so müßten Aufklärung der Frauen wurden von den Genossinnen elf Versammab. In welcher Weise diese Marktlage auf die Beschäftigung der sie doch unbedingt für die von den Arbeitern vorgeschlagene Regelung, An der Kleinarbeit, welche der Wahlkampf lungen veranstaltet. Hochöfen zurückwirkt, zeigt folgender, der" Frankf. 8tg." von ihrem bei schlechtem Geschäftsgang statt Entlassungen brachte, haben die Genossinnen eifrig und begeistert teilgenommen. Korrespondenten eingesandter Bericht:" Die Hochofen- Statistik für vorzunehmen, die Arbeitszeit auf bis zu fechs Sie verbreiteten Flugblätter und am Wahltag wurden zum erstenmal den Monat September beziffert die Produktion von Coats- und Stunden zu verkürzen, eintreten, damit nicht mehr, wie Anthracit- Roheisen auf 1556 717 Tonnen( die Produktion von das jetzt der Fall ist, ein sehr großer Teil der Gürtler und Drüder Wahllokale von Genossinnen besetzt. Ihrerseits wurden 650 BroHolzkohlen- Eisen ist nebensächlich). Im Laufe des Monats Sep- in der Zeit von Weihnachten bis Ende Februar und in den März schüren verteilt, welche die Frauen über die Bedeutung der Reichstember wurden 30 Hochöfen ausgeblasen; die wöchentliche Pro- hinein arbeitslos ist. Auch die Berechnung des Durchschnittstagswahl aufklärten, und erfreulicherweise haben dieselben meist bei duktion sank infolgedessen von 360 197 Tonnen auf 354 474 Tonnen. verdienstes auf 45 Pf. zeigt, wie der Redner weiter darlegte, wie Indifferenten Eingang gefunden. Die Genofsinnen haben sich auch Im Oktober find bisher weitere 9 Hochöfen in den Mahoning- und sehr die Arbeitgeber ihre Aufstellungen und Berechnungen dem Zweck angelegen sein lassen, den lohnarbeitenden Frauen die Notwendigkeit Shenango- Valley sowie eine weitere Anzahl in andren Teilen des anpassen, den sie damit verfolgen. Hier galt es natürlich, eine und den Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation klarzumachen und Landes außer Betrieb gesetzt worden. Die Bewegung, eine um- möglichst hohe Summe herauszurechnen. Thatsächlich haben nur sie derselben zuzuführen. Diese Bemühungen werden im neuen Arfassendere Produktionseinschränkung herbeizuführen, ist somit in eine große Zahl der gelernten Arbeiter der in Betracht kommenden beitsjahr mit verdoppeltem Eifer fortgesetzt werden, denn die Lage vollem Gange. Die Lagerbestände von Coats- und Anthracit- Eisen Betriebe faum 40 Pf. Stundenlohn, ganz abgesehen von den i If 8- der Görlizer Arbeiterinnen ist äußerst verbesserungsbedürftig. Der Beretern mit 25-30 Alagt ein Arbeiter vor Gericht, Kassenbericht ergiebt eine Einnahme von 234,85 Dt. und eine 3 ber Hilfs find im September auf 84 902 Tonnen gewachsen. Man hatte indes eine weit größere Anhäufung erwartet. Chicago ist augen- dann möchte der Arbeitgeber ihm höchstens den ortsüblichen Tage- gabe von 212,15 M., 40 M. davon sind dem Agitationsfonds der blicklich der einzige lebhafte Roheisenmarkt. John von 2,90 M. zugesprochen wissen. In dem Artikel ist ferner Genossinnen Deutschlands zugeführt worden. von den berufsmäßigen Agitatoren" die Rede, die die Arbeiter frivol und leichtsinnig in den Streik heßen"! Der Redner hob demgegenüber hervor, daß gerade diese Agitatoren es sind, die aus Die Zahl der Zuckerfabriken hat im Vergleich zum Vorjahr um 11 zugenommen, wovon auf Michigan 6, Colorado 3, auf Utah und Idaho je 1 entfallen. Das diesjährige Zuckerrüben- Areal übertrifft die legtjährige Anbaufläche um fast 14 Proz. Gewerkschaftliches. Die Redaktion der Einigkeit" Gänzlich unwahr schreibt uns: ist die Behauptung in Nr. 256 des Vorwärts" vom Sonntag, den 1. November, daß in der Nr. 44 der Einigkeit" eine Denunziation unsrer Kampfgenossen enthalten wäre. " " " Wenn das Wort Denunziation" noch überhaupt einen Simm hat, so heißt es eine offene oder versteckte Anzeige an eine Behörde, durch die eine Person wegen Uebertretung einer gesetzlichen Bestimmung zur Bestrafung gebracht werden soll. " " taftiſchen Gründen viele Streits verhindern, die oft den Streit Letzte Nachrichten und Depeschen. gemachten Bülows Verelendungstheorie. 1 plänen der Mitglieder aufs entschiedenste entgegentreten, die oft in den Mitgliederversammlungen wegen ihrer Vorsichtigkeit bei Lohnbewegungen als" Bremser" bezeichnet und angegriffen werden, und Berlin, 2. November.( W. T. B.) Bei dem Festmahl zu Ehren daß die Streits jedenfalls viel zahlreicher wären, wenn den einzelnen des Präsidenten des Reichsbank- Direktoriums, Wirklichen Geheimen Gruppen oder Werkstuben freie Hand gelassen würde. Der Artikel- Rats Dr. Noch hielt der Reichskanzler Graf v. Bülow eine Ansprache, schreiber fragt schließlich:" Wer entschädigt die durch die Genossen in der er u. a. sagte:„ Meine Herren, die Grundlage, auf der solche förperlich gemaßregelten beziv. zu Krüppeln Arbeitswilligen?" Die Arbeitgeber- Zeitung" weiß ganz wirtschaft. Ich glaube Erfolge möglich waren, ist die gesamte Beschaffenheit unsrer Voltsgut, daß hierin eine freche und niederträchtige Lüge enthalten ist und ich hoffe mich dabei in Uebereinund daß die Streifenden nur mit gefeßlichen Mitteln kämpfen und fund und lebensfähig ist, daß sie uns weitere Fortschritte verspricht, stimmung mit Ihrem Urteil zu befinden daß diese Grundlage gekeine Mißhandlungen verüben, geschweige denn, einen Arbeits- nicht in irgend einem Zukunftsstaat, sondern innerhalb der tüchtigen willigen zum Krüppel schlagen. Leider mußte in der gestrigen Wir möchten fragen: Wo ist und wie heißt diese Person? Versammlung wieder über einen Fall berichtet werden, wo der Wirklichkeit des Deutschen Reichs.( Bravo.) Zum Hohn auf alle Wir haben in dem vorliegenden Falle geradezu Denunziationen Streifende der Mißhandelte war. Es wurde ferner noch Verelendungstheorien erfreut sich unser Volt als Ganzes trok mancher berhindern wollen und haben sie verhindert. mitgeteilt, daß die englischen Kollegen den Streifenden 40 000 m. Krisen bis in immer breitere Schichten hinein einer Lebenshaltung, És find bei der Redaktion der Einigkeit" wiederholt Berichte als erste Unterstützungsrate abisiert haben. Wie der Referent be- wie sie ihm in seiner Vergangenheit für die große Maſſe der Nation zum Abdruck eingegangen, in welchen mit Anführung bestimmter, merkte, ist es bis jetzt nicht notwendig geworden, die Arbeiterschaft niemals beschieden war. Die Kräfte zu diesem Aufblühen hat Deutschwohl bewiesener Thatsachen fich Mitglieder der freien Verim Inland oder Ausland um Unterstüßung anzurufen. Sollte es land aus seiner großstaatlichen Zusammenfassung gewonnen, aus der einigung deutscher Gewerkschaften beschwerten, daß sie wirklich einmal nötig werden, so würde ein solcher Aufruf jedenfalls inneren und äußeren Sicherheit, die ihm das Reich gebracht hat. Nicht durch Verbändler bedrängt worden sind, um sie zu zwingen, den seine Wirkung nicht verfehlen. Von den Arbeitgebern wird jetzt als äußerlichen Brunt, als ein Schaustück, das man nach Belieben Verbänden beizutreten und deshalb wirtschaftliche Schädigungen er- häufig unter Decadressen nach Arbeitswilligen gesucht. Um hinter haben oder nicht haben mag, auch nicht bloß als Verwirklichung litten haben. Es lag mun ein Einlauf vor, in dem geradezu erklärt diese Schliche zu kommen, sehen sich die Streikenden genötigt, zu einer idealistischen Sehnsucht, sondern als eine zwingende historische war, nachdem drei Fälle solcher Schädigung vorgekommen sind, und denselben Mitteln zu greifen. Dabei hat sich herausgestellt, daß man Notwendigkeit, als die conditio sine qua non für Deutschlands uns keine Genugthuung gegeben ist, werden wir den vierten Fall ieht auch in Buttergeschäften nach Metallarbeitern verlangt. Doch Zukunft ehren wir die am 18. Januar 1871 erneuerte Krone. Nicht der Staatsanwaltschaft überweisen. Das wollten und mußten wir auch dieses Mittel der Fabrikanten bleibt in der Regel erfolglos. bloß die politische und nationale Einheit, auch die materielle Wohlverhindern. Einer unfrer Funktionäre reiste sofort nach Auch in der gestrigen Versammlung herrschte allgemein die fahrt unfres Volkes hängt am deutschen Kaisertum der Hohenzollern. dem betreffenden Ort, und wir erließen eine Verwarnung Auffassung, daß der Stand des Streits günstig ist und an ein Laffen Sie uns auch bei diesem Feste an erster Stelle des Mannes in dem Artikel in Nr. 44 der„ Einigkeit", der an diejenigen Aufgeben des Kampfes nicht zu denken ist. Die Versammlung gedenken, der mit frischem Mut und hohem Sinn über den deutschen Personen, die sich solche Vergewaltigungen erlaubt hatten, gerichtet wurde mit einem Hoch auf die Lohnbewegung geschlossen. Geschicken waltet, der mir noch jüngst, als seinem Hause abenteuerwar, und ihnen an dem Breslauer Beispiel das Gefährliche ihres liche, über die Reichsgrenzen hinausgreifende Pläne nachgesagt Handelns handgreiflich zeigen sollte. Unser Zweck ist insofern wurden, geschrieben hat:" Ich und meine Söhne gehören dem deutschen erreicht, als die Denunziation wirklich unterblieb und auch ferner Aufruf zur Unterstützung der ausgesperrten 8000 Textilarbeiter und Volte." Seine Majestät der Kaiser und König lebe hoch! wohl unterbleiben wird, auf die Veröffentlichung des Falles in der Einigkeit" nicht weiter bestanden wird und die Warnung, wie die But der Verbändler zeigt, wohl auch Erfolg haben wird. Wir halten die von uns gebrachte Verwarnung, die niemanden bloßstellt, für durchaus angebracht und zweckmäßig. Wir haben ähnlich schon oft gehandelt und werden ähnlich auch in tommenden Fällen handeln, wenn wir es für notwendig halten. Das ist unsre Erklärung auf die Anzapfung im Vorwärts". Die Redaktion der Einigkeit". G. Keßler. Frizz Kater. " Deutfches Reich. Ein militärisches Schreckensurteil. -Arbeiterinnen Grimmitschaus. Nachdem die Organisation der Textilarbeiter der brutalen Unternehmerwilltür zehn Wochen lang stand gehalten hat, fuchen die Unternehmer im letzten Augenblick den Sieg an sich zu reißen. Fest Karlsruhe, 2. November.( W. T. B.) Vor dem Oberkriegsvertrauend auf den sich beim Ausbleiben hinreichender Unterstützung gericht fand heute die Berufungsverhandlung gegen die vier mit unheimlicher Sicherheit einstellenden Hunger beharren die Grenadiere des Grenadier- Regiments Nr. 110 statt, welche während Unternehmer darauf, daß die Ausgesperrten nun bedingungslos zu der Manöver in Reichartshausen in Civilfleidern zwei Unteroffiziere Kreuze friechen sollen. thätlich angegriffen und gemißhandelt hatten und deshalb vom HeidelDie Fabrikanten versuchen jetzt, Streitbrecher zu werben und berger Striegsgericht zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilt ist es nun Pflicht der gesamten Arbeiterschaft Deutschlands, durch worden waren. Die vier Grenadiere hatten gegen das Urteil BeWir haben von dem, was wir am Sonntag über das Vorgehen hinreichende Unterstützung die Kämpfenden über Wasser au rufung eingelegt. Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte in der„ Einigkeit" sagten, nicht ein Jota zurückzunehmen! Die halten. Zehn Wochen Kampf! Da ist nicht nur längst schon Schmal- der heutigen Verhandlung gegen einrath 8 Jahre Zuchthaus, gegen „ Einigkeit" hat in ihrem Artikel nicht die Denunziation von Arbeitern hans Küchenmeister, nein, da ist der Hunger steter Gast und Feinauer 6 Jahre Zuchthaus, gegen Oehler und Habich je 6 Jahre durch Arbeiter grundsätzlich verworfen, sondern dieselbe für zu nur die Thatsache, daß die Textilarbeiter und Arbeiterinnen das Gefängnis und Ausstoßung sämtlicher Angeklagten aus dem Heere. durch Arbeiter grundsätzlich verworfen, sondern diefelbe für zu Hungern und Entbehren gewohnt sind, giebt die Erklärung für die Das Urteil lautete gegen einarth wegen Weuterei verlässig erklärt. Sie forderte ihre Leser nur auf, die Denunziation nicht genug anzuerkennende Zähigkeit, mit welcher von seiten der bunden mit Aufruhr auf sieben Jahre Zuchthaus, gegen zu unterlassen, so lange sie sich noch anders helfen Arbeiter der Kampf geführt wird. Um aber die Kämpfenden vor dem Aeußersten zu bewahren, um sie nicht vollständig dem Hunger Die Redaktion hat aber auch aus Anlaß von Einzelfällen, deren zu überantworten, um sie endlich vor der Nache der Sieger zu schützen, Richtigkeit oder Unrichtigkeit völlig belanglos ist, die centralorgani- beshalb, Genossen, appellieren wir nochmals an die Opferwilligkeit Scharfmachern sierten Gewerkschaftler den Terroristen der deutschen Arbeiterschaft. Sendungen richte man an G. Treue, denunziert und eine diebische Freude darüber verraten, daß Gefeßes- Berlin O., Kronprinzenftr. 47. paragraphen und Behörden vorhanden sind, die diesen Terrorismus ahnden. fönnen". als Ausland. Nordamerikas Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Europas und Die Redaktion der„ Einigkeit" hat den Zuchthausgefez- Fabrifanten Material für eine neue Auflage dieses Monstrums geliefert hat nach dem„ Korrespondenzblatt der Generalkommission" das New aus bloßem Haß gegen Arbeitsbrüder, welche eine andre Organisationsform für ersprießlicher halten als wie die Einigkeit" und die von von ihr vertretenen Gewerkschaften. " W Die Redaktion der Einigkeit" wird zweifellos in nächster Zeit Gelegenheit haben, dafür die Lobpreisungen der„ Post", der„ Arbeitgeber- Zeitung" und ähnlicher Organe mit holdem Erröten entgegenzunehmen. Wir sind nicht boshaft genug, uns darüber zu freuen; vielleicht wirkt aber dieses Lob klärender auf die Auffassung der„ Einigkeit" als unsre Empörung. Berlin und Umgegend. Yorker Arbeitsamt auf Grund offizieller Publikationen und der Veröffentlichungen der Gewerkschaftsverbände berechnet und die betreffende Statistik in dem Bulletin für September 1908 veröffentlicht. Es stellt sich danach die Stärke der Gewerkschaften in den einzelnen Ländern wie folgt: Vereinigte Staaten u. Canada( Sept. 1903) 2 500 000 Großbritannien u. Irland( Dezember 1902) 1915 506 Deutschland( Dezember 1902) Frankreich( Januar 1902) Stalien( August 1902) Destreich( Dezember 1902) Dänemark( Januar 1902) Belgien( 1902) Schweden( Januar 1902) Schweiz( 1899). Spanien( Januar 1903) Niederlande • 1 092 642 614 204 480 689 166 488 101 964 83 677 69 009 einauer wegen Aufruhr und Meuterei auf sechs Jahre Gefängnis, gegen Oehler und hab ich auf sechs Jahre Gefängnis wegen Meuterei. Bei sämtlichen Angeklagten wurde ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Der Vormittagsfißung wohnte Prinz Max von Baden bei. Das Heidelberger Kriegsgericht hatte am 22 September Keinarth zu 10 Jahren, Dehler und Habich zu je 6 Jahren und Feinauer zu 3 Jahren 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Verurteilte Wahlfälscher. 010 Röslin, 2. November.( B. H.) In dem Wahlfälschungsprozeß gegen die Rittergutsbefizer Otto und Gustav Käding in GroßSatipe, wo in der letzten Reichstags- Stichwahl für den freifinnigen Kandidaten nur 15 Stimmen gezählt wurden, während etwa vierzig Wähler beschwören wollen, für den Freifinnigen gestimmt zu haben, wurden die beiden Angeklagten wegen Wahlfälschung zu je sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Bern, 2. November.( W. T. B.) Die„ Neue Züricher Zeitung" meldet: Die schweizerischen Unterhändler für den Handelsvertrag mit Deutschland sind am Sonnabend nach Hause zurückgekehrt. In den Verhandlungen wurde, wie von Anfang an in Aussicht genommen war, nur ein vorläufiger Abschluß, eine erste Lesung" festgestellt. Troß der gewaltigen Differenzen, die noch beizulegen 49 034 halte man es nicht für ausgeschlossen, daß die endgültige Feststellung des neuen Vertrages noch vor Ende des laufenden Jahres erfolge. Es lasse sich, wie heute die Dinge lägen, auf die materielle Gestaltung des zu erwirkenden Vertrages im Vergleich zu dem geltenden, fein einigermaßen sicherer Schluß ziehen. 46896 17 062 14 450 8 222 Der Streit und die Aussperrung in der Metallindustrie. Die zum 2. November angekündigte Aussperrung von 7000 Metallarbeitern war gestern vormittag, als die Versammlung der streifenden Drücker stattfand, noch nicht erfolgt. Wie der Referent Pawlowitsch erklärte, war weder im Bureau noch an andren Verantwortl.Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th.Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Norwegen( Januar 1902) Ungarn( Januar 1902). Dr. 257. 20. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 3. November 1903. Zur Richtigstellung. Die Ausführungen Heines im Vorwärts" vom 1. November nötigen mich zu einer Reihe von Richtigstellungen. Ich werde mich dabei möglichst kurz fassen. Richtig ist, daß, als Bernhard und Braun vom Parteivorstand die Einsetzung eines Schiedsgerichts auf Grund der bekannten Borgänge in und nach Dresden verlangten, ihnen auf dem Parteibureau gesagt wurde, das sei nicht Sache des Parteivorstandes, sie möchten sich mit diesem Anliegen an ihre Wahlkreise wenden. gutdüntenden Orte vorschlagen und nicht bloß aus dem Wahlkreis, Fertigkeit bethätigt er seine Gegnerschaft gegen den Revisionismus in dem er wohnt, und dasselbe Recht hat der Ankläger. Darüber in wirksamſter Weise nicht bloß in wissenschaftlichen Abhandlungen, hat nie eine Meinungsverschiedenheit bestanden, sie fann auch nach sondern auch als Chefredakteur eines unsrer hervorragendsten tägwird z. B. in dem Streitfall, der seit Jahr und Tag die Düffel- angenehm geworden und wird er von den Revisionisten besonders dem Wortlaut des§ 2 der Organisation nicht bestehen. Ja es lichen Blätter. Als solcher ist er dem Revisionismus besonders undorfer Genossen spaltet, geradezu zur Notwendigkeit, über die Grenzen gehaßt. des Wahlkreises hinaus Schiedsrichter zu holen. Ich sehe in diesem Hasse weder etwas, was Mehring, noch Heine ist dann auch auf den Fall mit der Genoffin Lily Braun etwas, was den Revisionisten zur Unehre gereicht. Ich sehe darin zu sprechen gekommen. Hier lag die Sache folgendermaßen: Die nur eine Anerkennung der Bedeutung des Mannes. Wir brauchen Genannte fühlte sich schwer beleidigt durch das Urteil, das ich in doch nicht die heuchlerische Philistermoral mitzumachen, die im Haffen Dresden über die Mitarbeiter an der„ Zukunft" zu denen sie ge- etwas Niedriges, Gemeines sieht. Wer nicht richtig hassen kann, ist Als dann in der Vorstandssitzung vom 2. Oktober über diesen Darauf habe ich dem Sinne nach erklärt, daß über mein ürteil un- Haß des Gegners flennt. hörte gefällt hatte; fie verlangte deshalb ein Schiedsgericht. eine charakterlose Molluste, und ein Schwächling ist, wer über den Borgang berichtet wurde, ward von andrer Seite geltend gemacht, möglich ein Schiedsgericht entscheiden könne. Ich hätte auf Grund daß im vorliegenden Falle sich dieses Verfahren, wohl nicht einer bestimmt vorliegenden, von den Beteiligten gar nicht be- nisten, als wir selbst sie üben. Die Liebesfabbelei" fordern wir ebensowenig von den Revisioempfehlen würde. Die Anschuldigungen, die gegen eine Anzahl Ge- ftrittenen Handlung ein Urteil gefällt. Dieses Urteil nossen erhoben worden seien, hingen sämtlich mit den Vorgängen tönnten die Betreffenden für zu hart oder überhaupt für ob es ihn nicht vielmehr zu einigen Erkursen über Liebe und Haß, Ich weiß nicht, ob das genügt, Bernstein zu beruhigen, oder auf dem Parteitag in Dresden zusammen, sie beträfen sogar ein und ungerecht halten, das sei ihr gutes Recht. dieselbe Sache und entsprängen derselben Quelle. Hiernach liege es ob mein Urteil zu hart oder Aber darüber, Klarheit und Konfusion, Theorie und Praxis, Gesinnungstreue und doch im Interesse aller Beteiligten der Beschuldigten wie der Partei gerechtfertigt sei, fönne ein Schiedsgericht nicht entscheiden. Ein Folgen haben, so würde das allerdings noch schwerer auf mir laften. oder überhaupt Ehrlosigkeit 2c. 2c. provoziert. Sollte meine Erklärung derartige - daß diese Vorgänge nicht vor verschiedenen Schiedsgerichten ver- Schiedsgericht könne nur über bestimmte Handlungen urteilen, deren als Bernsteins augenblickliche sittliche Entrüftung. handelt würden, wobei die Gefahr vorhanden sei, daß ganz wider jemand bezichtigt werde. Sollten Schiedsgerichte auch über Kritiken, sprechende Urteile gefällt würden, sondern daß es wünschenswert die über vorliegende Handlungen gefällt würden, entscheiden, so wäre, die strittigen Angelegenheiten vor ein und demselben Forum seien die Konsequenzen unabsehbare. Es könne dann jeder, der zur Verhandlung zu bringen, damit nach gleichen Gesichtspunkten und durch eine Kritik in einer Rede über eine seiner Handlungen sich beGrundsätzen verfahren würde. Ich war es, der hierfür den Partei- leidigt fühle, ein Schiedsgericht anrufen und so könnte ein Parteitag vorstand als ein solches Forum vorschlug, wobei ich zugleich wie der letzte ungezählte Schiedsgerichte im Gefolge haben. hinzusezte, daß ich in einem folchen Fall als diesen Gründen lehnte ich es ab, mich einem Schiedsgericht zu stellen, Richter nicht mitwirken würde, da ich Antläger dem ich mich in dem andern Falle unweigerlich gestellt haben sei. Dieses zur Beruhigung von Heine und Genossen. würde. zu milde A. Bebel. In der„ Leipziger Volkszeitung" Aus Entgegnung. R. Kautsky. Dr. Seinrich Braun für Franz Mehring, veröffentlicht Bebel im„ Borwärts" vom 31. Oftober nach bekannten Mustern In einem spaltenlangen Artikel mit der Ueberschrift: Gegen diesen Vorschlag wurden dieselben Bedenken laut, wie sie Brieffeßen aus einer einer privaten und durchaus durchaus vertraulichen später Bollmar in seinem bekannten Artikel äußerte. Das Ende der Korrespondenz, die ich vor 17 Jahren mit Kautsky führte, veil sie Beratung war, da wir uns über einen bestimmten Vorschlag nicht als Maßstab dienen für die verschiedenen moralischen Auffassungen", einigen fonnten, die Abfassung der bekannten Erflärung im die ich in den Jahren 1887 bis 1890 und 1903 über Mehring " Vorwärts" vom 3. Oktober, die andeutete, daß der Vorstand ein werden die besinnungslosen Angriffe gegen mich fortgesetzt, Angriffe, gehabt haben soll. Bebel behauptet zugleich, daß dieses gemeinsames Forum für nötig hielt, aber vorläufig keine Form die sachlich und formell derart sind, wie sie noch vor kurzer Zeit in" Thatsachenmaterial" in der Hauptsache den Parteigenossen Safür gefunden habe. Man tam weiter überein, die Angelegenheit der Parteipresse unerhört und unmöglich gewesen wären: Die Toten noch unbekannt ist, aber zur Beurteilung der Vorgänge auf gemeinsam mit der Kontrollkommission zu beraten, sobald dieselbe reiten schnell! Da ich aber überzeugt bin, daß den Lesern des und nach dem Dresdener Parteitage von entscheidender Bedeutung zwecks der üblichen Revision in Berlin eingetroffen sei. Vorwärts" der ganze jämmerliche Tratsch längst zum Efel geworden sein dürfte. Die Briefe find indessen nichts als eine Bestätigung für das Diese gemeinsame Sigung fand Dienstag, den 20. Oftober statt ist, verzichte ich, auf diese wie auf alle weiteren Angriffe von jener auf dem Parteitage von mir Gesagte: daß ich im Jahre 1887 im mit dem Resultat, daß allseitiges Einverständnis darüber herrschte, daß Seite zu antworten. Ich darf darauf verzichten, weil ich dem Hinblick auf Mehrings früher wie jetzt von mir anerkanntes auf Grund des§ 2 der Parteiorganisation ein solches gemeinsames Parteivorstand die Angelegenheit unterbreitet und ihn ersucht publizistisches Talent und seine Thätigkeit in der Volks- Zeitung" Forum nicht zulässig und ein solches nur möglich habe, sich von dem Freundespaar Jaeckh und Mehring die Be- Kautsky empfohlen habe, ihn als Mitarbeiter für die„ Neue Zeit" sei, wenn die Beschuldigten sich damit einweise für ihre Verleumdungen vorlegen zu lassen. verstanden erklärten. Der Vorschlag, den Beschuldigten den 2. November 1903. Parteivorstand als dieses Forum vorzuschlagen, wurde mit allen gegen einige Stimmen angenommen. Zweite Instanz sollte nach § 2 der Organisation die Kontrollkommission, dritte der Parteitag sein. Lehnen die Beteiligten den Vorschlag ab, dann bleibt selbstverständlich nur der Weg, den der§ 2 der Organisation vor schreibt, übrig. Vergewaltigt soll niemand werden. Dieser§ 2 schreibt aber nicht vor, wie Heine annimmt, daß nur der Wahlkreis oder die Lokalorganisation ein Schiedsgericht ernennen kann, er besagt vielmehr: Zur Partei fann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsäße des Parteiprogramms oder wer sich einer ehrLosen Handlung schuldig gemacht hat. Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet ein Schiedsgericht, das der Parteivorstand beruft. Die Hälfte der Beifizer wird von denjenigen bezeichnet, welche den Ausschluß beantragen, die andre Hälfte von dem durch diesen Antrag Betroffenen. Den Vorfizenden bezeichnet der Parteivorstand. Gegen diese Entscheidung des Schiedsgerichts steht dem Betroffenen die Berufung an die Kontrollkommission und den Parteitag zu." Diese Bestimmungen zeigen flar und deutlich, daß es eine grundfalsche Auffassung Heines ist, daß z. B. im Fall einer Anklage gegen ihn ausschließlich der dritte Berliner Wahlkreis zuständig fei. Der§ 2 redet weder von Wahlkreisen noch Lokalorganisationen, sondern ganz allgemein von der Partei. Und dieses ist auch vollkommen Logisch. Eine Handlung gegen die Ehre der Partei, die von einem Parteigenoffen begangen wurde, ist kein lokales Vergehen; sie geht nicht nur die Barteigenossen des Ortes oder Wahlkreises an, in dem der Thäter wohnt oder zu dem er gehört, sondern jeder Parteigenosse, wo immer derselbe sich befindet, hat das Recht, eine Anflage zu erheben. Es kann also z. B. ein Berliner Parteigenosse einen in Buxtehude wohnenden Genossen wegen einer von dem ersteren für ehrlos angesehenen Handlung wider die Partei anflagen und umgekehrt. Ebenso kann der Angeschuldigte die drei Genossen, die er ins Schiedsgericht vorzuschlagen berechtigt ist, aus jedem ihm Ein Soldat über den Krieg. II. Plünderung, Verwüstung, geschlechtliche Ausschweifung, Totschlag, das waren nach des Majors v. Kretschmann unverdächtigem Beugnis die fittlichen Begleiterscheinungen des glorreichsten aller Kriege. Aber damit in der Liste aller Menschlichkeiten, die der Krieg entfeffelt, teine fehle, stellt sich auch die schmierige Korruption ein. Alles, was der Soldat erhält, wird ihm mit dem honigbestrichenen Scheffel zugemeffen. Von 4000 Jacken, die man dem dritten Armeecorps als Liebesgabe schickt, kommen 286 an, von 30 Fässern Num 2. Der Rest ist gestohlen, aber nicht von den Franzosen! Aus Guben meldet die Polizei, daß ein unbemittelter Lazarettinspektor seiner Frau täglich 50-100 Thaler schicke. In demselben Brief, der diese Thatsachen mitteilt, heißt es weiter: Wenn ich heute befehle, dem Lazarett so und so viele Flaschen Wein, Wurst, Cigarren zu schicken und ich gehe morgen in das Lazarett, dann haben diese nichts bekommen. Am 20. Dezember flagt er wieder über die„ heillosen Betrügereien der Unterbeamten". Von 25 Cigarren pro Mann, die als Liebesgabe den Soldaten zugedacht sind, bleiben zweiundzwanzig fleben, und der Soldat bekommt bloß drei. Welch' eine fröhliche Teilerei! Am 24. Dezember schreibt er aus Méung von großen Betrügereien, die von jüdischen Agenten verübt würden. Diese requirieren durch gefälschte Dokumente Vieh, Getreide, Mehl, zahlen keinen Pfennig und verkaufen ihre Beute dem Oberkommando zu hohen Preisen: Läßt mich Gott aus diesem Feldzuge heil nach Hause tommen, so mache ich es mir zur Aufgabe, diesem Krebsschaden ein Ende zu machen, diese Juden sind wahre Schlachtenräuber, fie vernichten den Ruf des Heeres." Am 15. April 1871 aus Troyes: Einem Konsortium hat man die Verpflegung übergeben; um Dir einen Begriff zu machen, was die verdienen, nur dies: Täglich 650 000 Portionen Fleisch, ihm bezahlt mit 7 Sgr., sie kosten ihm 6, macht täglich 650 000 Sgr. 21 000 Thaler täglich. Nun liefert dasselbe Konsortium alles: Reis, Kaffee, Hafer 2c. Das allein ist eine heillose Gaunerei, hinter der recht viel Leute stecken. Wenn die fiegreichen Soldaten gleich nach Beendigung des Krieges in ihren festen Quartieren faktisch Hunger leiden mußten, so trugen daran allerdings noch ganz andre Umstände Schuld als jenes Wucherkonsortium und seine dunklen Hintermänner. Der Siegestaumel hatte alle Bande der Ordnung gelöst und jeder sah, wie er zu feinen eignen vergoldeten und unvergoldeten Lorbeeren fam. Am 31. März schreibt Herr v. Kretschmann aus Troyes: Erklärung. Kurt Eisner. " zu gewinnen. Zugleich sind sie ein drastischer Beleg für die Thatsache, daß ich vom 10. Februar 1887, wo ich die bezügliche Korrespondenz mit Kautsky begann, bis zum 14. September 1903, wo ich auf dem Parteitag über Mehring sprach, sowohl über dessen Charakter wie über die Motivendigkeit einer festen Begrenzung seiner Thätigkeit immer die selben Ansichten und niemals verschiedene moralische Man wird mir das Zeugnis nicht verweigern können, daß ich in Anschauungen" geäußert habe. Wobei zuzugestehen ist, daß, wenn ich der Aera der Erklärungen mit Erklärungen sehr sparsam gewesen schon vor 17 Jahren die Vergangenheit Wehrings vollständig gekannt bin, trotzdem ich dutzendemal Veranlassung, und sehr triftige, zu hätte, ich zu seiner Rehabilitierung die Hand nicht geboten hätte. solchen gehabt hätte. Nun aber plöglich feszt mir Bernstein die Auch ist es auf Grund der erweiterten Kenntnis begreiflich, daß ich Pistole seiner sittlichen Entrüstung auf die Brust, um mir eine Er- jezt noch bestimmter wie vor 17 Jahren und in der Folge die Forderung flärung zu erpressen, da er wieder einmal das Bedürfnis hat, sich vertrete, daß Mehring über eine gewisse Grenze hinaus nicht gehen von mir herabgewürdigt, vergewaltigt, des Mangels an Gesinnungs- dürfe, und zum Prediger der Parteimoral und Hüter der Reinheit der treue, Urteilskraft, Charakterfestigkeit, Ehrgefühl und wer weiß was Lehre nicht berufen sei. noch, angeklagt zu fühlen. Genossen, die gefühllos genug find, für derartige Schmerzen kein Verständnis zu haben, brauchen auch nicht die Zeit mit dem Lesen der folgenden Zeilen zu vergeuden, die mir dem Zweck dienen, den aufgeregten Bernstein zu beruhigen. Es ist der Schluß meines Artikels über Mehring, der ihn so sehr aus dem Häuschen gebracht hat. Ich hatte geschrieben: Unter den jenigen, die theoretische Klarheit und Kenntnis der Parteilitteratur mit journalistischer Fertigkeit verbinden, steht in Deutschland Mehring wohl in erster Linie. Deswegen der wütende Haß des Revisionismus gegen ihn. Der Revisionismus kann nur gedeihen auf dem Grabe Der Theorie." Vergeblich frage ich mich, wo ich den Revisionisten Gesinnungstreue, Charakterfestigkeit 2c. abgesprochen habe. Aber um den Gedankengang, den ich da verfolgt, auch dem beschränktesten Kopfe völlig klar zu machen, seien hier alle Zwischenglieder eingefügt, von denen ich annahm, der denkende und sachkundige Leser kann sie selbst ergänzen: Der Revisionismus kann nur gedeihen auf dem Grabe der Theorie. Die Theoretiker, die den Revisionismus propagieren, find Konfusionsräte, die die Theorie kompromittieren. Die flaren Köpfe, die ihn praktizieren, find Verächter der Theorie. Sie haben nur Sinn für das Nächstliegende. As theoretisch flarer Kopf und Kenner der Parteilitteratur ist Mehring Gegner des Revisionismus. Dank seiner journalistischen Lebten wir nicht in einer Zeit der Verwirrung aller Begriffe, so müßte man annehmen, Bebel habe jene Veröffentlichung unternommen, um meine fonsequente Haltung gegenüber Mehring ins Licht zu rücken. Statt dessen aber will seine Darstellung offenbar den Eindruck hervorrufen, er habe etwas Neues und für mich Gravierendes entdeckt. Das wird noch verstärkt, weil er zwar meine Briefe an Kautsky veröffentlicht, die Mehring empfehlen, dagegen die Briefe und mündlichen Aeußerungen, in denen ich noch viel öfter Kautsky auf die Gefahren hinmies, die es für die Parei haben müsse, wenn er feinen pflichtmäßigen redaktionellen Einfluß gegen das terroristische, die Bartei berhezende Treiben Mehrings nicht geltend macht, auch mit feinem Sterbenswörtchen erwähnt. In Wirklichkeit ist neu an der Veröffentlichung Bebels nur die verschiedene moralische Auffassung", die er bethätigt. Während er auf dem Kölner Parteitag fagte: " Ich verwahre mich überhaupt dagegen, daß ich für brieflich oder privatim gethane Aeuße rungen hier öffentlich Rede stehen foll", operiert er, als wäre dieser ellatante Widerspruch das Selbstverständlichste, gegen mich mit brieflichen und privaten Aeußerungen. Ich gehe über geringfügige Details und auch die geheimniss vollen Andeutungen, daß ich den persönlich mir immer gleichgültig gewesenen Mehring mit„ intensivem Haß" verfolge, hinweg, und werde nur noch auf eine Bemerkung Bebels antworten. Oft ist's mir, als könnte ich diese Existenz nicht einen Tag Ueber Werder spottet v. Kretschmann, jetzt habe er schon alle mehr aushalten, und wer weiß, wie lange es noch dauern möglichen Ehrenwaffen bekommen, nun werde man wohl zu Ehrenwird. Es iſt, als ob alle Führung der Armee aufgehört hätte, gabeln und Ehrenmessern greifen müssen. Aehnlich über Blumenjeder sich mit Orden behängen und beweihräuchern ließe, aber nur that. Besonders empört aber ist Kretschmann über das Konsortium nicht an die Truppen denken möchte, die ein Recht haben, zu auf Gegenseitigkeit", das sich im Militärkabinett des Königs, wissen, woran sie sind. Ich glaube, man wird schließlich noch etabliert hat: Rekruten zu einem Einzuge in Berlin dressieren, damit alle Feste abgehalten werden können ohne die Armee, die es gemacht hat. Spräche man aus, die oder jene Truppen bleiben, andre gehen, min gut, dann weiß man, was man zu erwarten hat und richtet sich ein. Es ist eine Frivolität ohnegleichen, in Berlin Iuftig und guter Dinge zu sein und die Armee mit mangelhafter Verpflegung vergessen zu lassen, daß sie eine fiegreiche ist. Die Prinzen gehören zu ihren Truppen und nicht nach Berlin, wo sie nicht ermessen können, wie es bei der Armee aussieht. Wenn heute Alvensleben der Vergnügen wegen Urlaub haben wollte, so würde man dies für eine Pflichtvergessenheit halten. Die Prinzen find in derselben Lage, und man nimmt es ihnen in der Armee sehr übel, daß sie spornstreichs nach Hause liefen und unbestimmten Urlaub bekamen, um nur ja nicht wiederzukommen. Mir geht die Galle über; denn bei etwas mehr Pflichtgefühl oben könnten wir alle zufrieden sein. Ueber diese Zustände, die nach dem Siege eingetreten waren, hatte er schon am 15. März geschrieben: Beide Tonangeber im Militärkabinett, Albedy II wie Podbielski, Kavalleristen mit prononcierter Tendenz, erklären es für einen groben Irrtum, daß die Welt sich einbildet, Ins fanterie und Artillerie hätten die Sache gemacht; beide sind geneigt, alle höheren Stellen mit ihren Waffen zu besetzen, in den Generalstab, die höhere Adjutantur nur Stavalleriften zu bringen. Dein Sohn, mein Sohn und sein Sohn kommt dabei ja ganz gut weg. Ein gewerbsmäßiger Spieler, der seinen eignen Offizieren das Geld abnahm und nicht drei Mann über einen Rinnstein führen kann, wurde eben Brigadegeneral. Bei uns würde er nicht einen Moment haben im Dienst bleiben können. Glaub mir, hierin frevelt man geradezu; es ist ein Hohn, daß. junge Laffen von der Kavallerie, die gut Seft trinken können, standalöse Geschichten erzählen, über die Leichen der Hunderte erschossenen Infanterie- Offiziere hintveg in angenehme Stellungen galoppieren. Das Salonfoldatentum, die Settbrüderschaft sind also die eigentlichen Nuznießer von Sedan geworden. Schon auf dem Schlachtfeld melden sich die ersten Zeichen jener neumodischen Entwicklung, die heute so völlig triumphiert: Die Schlachtenreiterei auf nivelliertem Terrain, bei schweigenden Kanonen. „ Wenn es Dir ebenso geht wie mir, dann bekommst Du gar feine Briefe. Mit einer Frivolität sondergleichen verfährt das Oberkommando seit dem Frieden. Seit das Corps auf dem Marsche ist, also seit dem 6., bekümmert es sich nicht um die Verpflegung der Leute. Es ist eine Ironie, daß eine siegreiche Wo immer man das kunstvolle Gewebe der Kriegslegende durch Armee effektiv hungern muß. Das Oberkommando reitet in das Glas der Kretschmann- Briefe betrachtet, überall sieht man den Fontainebleau Jagd, spielt aber Dienst thut es nicht. So schlechten Faden hinter der glänzenden Appretur. Ein besonderes find die Telegraphen, die Post- Relais abgebrochen, feht wie Stapitel in ihnen bilden die ständigen Klagen über die Versuche der Ihr durchkommt, wenns uns nur gut geht." Das ist die Barole Geschichtsflitterung, die schon jetzt anheben, über das Herausstreichen dieser Leute. Ein junger Husarenoffizier, der sechs Flaschen der hohen Herren, die gefliffentliche Vernachlässigung jener Corps, Champagner trinken fann, ohne unter den Tisch zu fallen, ist mehr denen der Briefschreiber angehört. Dafür nun ein Beispiel. Am wert, als ein andrer, der sechs Stunden am Arbeitstisch sitt, ohne 30. Januar 1871 schreibt Kretschmann aus Courbeille: die Laume zu verlieren. E Unfre Leute sind in der übelsten Lage. Ihre Löhnung reicht nicht aus, sich etwas zu kaufen, da die Franzosen uns dreifache Preise machen. Erbswurst und wieder Erbswurst, das ist geradezu unverantwortlich, Leuten anzubieten, die am Ende eines solchen Krieges stehen. Der Telegraph, die Post ist abgebrochen. Nachrichten erreichen das Oberkommando nicht. Wenn ich denke, daß diese Vereinigung von Menschen einst in der Weltgeschichte angestaunt werden wird, dann möchte ich jedem dringend raten, die Geschichte zu lernen; sie muß meist auf ebenso falscher Basis beruhen. " Ich nahm mit dem 3. und 10. Corps Le Mans." Nie wurde eine größere Lüge in die Welt gesandt. Der Prinz ( Friedrich Karl) saß drei bis vier Meilen davon und lng schon im Bette, als ihn unsre Meldung überraschte. Doch so wenig man einem Mohren einen Vorwurf machen kann, daß er ein Mohr ist, so wenig kann man dem Oberkommando eine Maßregel boriverfen: es tann eben nicht anders. Bloß ein Beispiel: Gestern *) Später ist der General v. Kretschmann ein Vertrauter des Prinzen geworden, der sich mit ihm über die intimen Angelegenheiten der Hohenzollern- Familie brieflich unterhielt. Bon meinem häufigen Widerspruch gegen die Art, wie es 1 Stommission, die die Revision am 25. Juli ausführte, Aufträge in Form einer Entschuldigung, ähnlich wie bei Arbeiterfongreffen. Mehring von den maßgebenden Personen gestattet wurde, innerhalb Form von Erklärungen" im Vortvärts" entgegenzunehmen. der Partei thätig zu sein, erwähnt Bebel bloß meine Aeußerung über die Herausgabe des Marr- Nachlasses und das in einer charakteristischen Weise. Wörtlich sagt er:" Ich kann mich nicht entsinnen, daß Berlin, den 2. November 1903. Die Es ging natürlich auch so; tein Mißton störte die Eröffmmgsfeier, die in dem herrlich geschmückten großen Saale stattfandW. Pfannku ch. Das Volkshaus enthält außer den Nebenräumen und Wandelgängen Dr. H. Braun mir eine solche Bemerkung gemacht hat, aber fic Genossen eine neue Organisation geschaffen worden. Es ist ein wie einen fleinen Saal für etwa 200 Personen. Daß die Säle mit Für den Wahlkreis Elbing- Marienburg ist von den Elbinger einen großen Saal, in dem gegen 2000 Personen Platz finden, soist wahrscheinlich. Dr. H. Braun hat stets versucht, für seine Verein unter dem Titel„ Socialdemokratischer Verein des Elbing- bas gediegenſte eingerichtet sind, versteht sich von selbst. Namentlich Centralheizung und elektrischem Licht versehen und auch ſonſt auf Wünsche durch Schmeicheln, Bohren oder Schüren bei den Marienburger Wahlkreises" gegründet worden. Bisher bestand nur jenigen Vorstandsmitgliedern, die er jeweilig seinen Wünschen ein Socialdemokratischer Verein für Elbing; durch die Neuorgani- ist der große Saal ein Muster unter seinesgleichen. am zugänglichsten erachtete, zu wirken; er hat aber im vorliegenden Falle vergessen zu sagen, was ich ihm antwortete." fation foll besonders den Landarbeitern dieses Streises Ge- Akustik läßt, das hat die erste Probe ergeben, nichts zu Was die durchaus ungehörige Bemerkung betrifft, wonach ich durch Beitrag beträgt 30 Pf. wünschen übrig. Und die Hauptsache: er steht allen Vereinen, legenheit geboten werden, sich zu organisieren. Der monatliche Schmeicheln, Bohren und Schüren" für meine Wünsche gewirkt habe, Beitrag beträgt 30 Pf. Eine Sterbe- Unterstüßung wird gezahlt für allen Parteien zur Verfügung; nicht zuletzt der socialdemokratischen so will ich feststellen, daß ich in den mehr als 25 Jahren, die ich das Mitglied, sowie für dessen Frau. Auf diese Weise hoffen die Partei, für die es in erster Linie ein Obdach zu schaffen galt, nachdem sie unter dem Boykott der Besitzer größerer Säle häufig zi zur Partei gehöre, auch noch nicht einen einzigen Wunsch zu Elbinger Genossen eine über den ganzen Wahlkreis verzweigte leiden hatte. Nun ist die Saalfrage in Jena gelöſt. Wenn auf meinen Gunsten geäußert und nie von der Partei etwas erhalten Organisation zu schaffen, die ihnen dann bei den Wahlen gute dem nächsten socialdemokratischen Parteitag, so bemerkt unser Berichthabe. Das Reichstagsmandat für Frankfurt a. D., dessen Eroberung Dienste leisten soll. erstatter dazu, darüber Beschluß gefaßt wird, wo der folgende stattallgemein als unmöglich galt, habe ich, nachdem ich in den letzten finden soll, möge man sich an Jena erinnern; im Volkshause der 15 Jahren mehrere zum Teil absolut sichere Kandidaturen, z. B. Carl Zeiß- Stiftung findet er die beste Aufnahme. Leipzig- Land, abgelehnt hatte, als eine Aufgabe übernommen, ohne danach einen Wunsch geäußert zu haben. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. M Der Kampf gegen die socialdemokratischen Flugblattverteiler. Vor der Straffammer in Aachen standen zwei Parteigenossen, Der Beurteilung meines Verhaltens kann ich ruhig entgegen weil sie zur Zeit der Reichstagswahl im benachbarten Stolberg fehen. Und wenn mein Auftreten gegen Mehring, das öffentlich durch die Verbreitung von Flugblättern die Straßenpolizei- Vorschriften nur deshalb erfolgte, weil meine jahrelang bei allen Instanzen übertreten und die Sonntagsruhe gestört haben sollen. Der Amtsunternommenen privaten Bemühungen, seine Wirksamkeit auf ein anwalt hatte gegen das freisprechende Urteil des Schöffengerichts Berufung nüzliches Maß zu begrenzen, fruchtlos geblieben waren, zum Anlaß eingelegt. Die Straffammer verwarf die Berufung. Der als Zeuge verder schlimmsten Verfolgungen und niedrigsten Verleumdungen genommene Polizeisergeant gab als Erklärung für sein gesezwidriges Vorworden ist, sei's drum! Ich habe das Bewußtsein, daß ich auch auf dem gehen gegen die Flugblattverteiler an, den Polizeibeamten sei generell aufParteitag in Dresden lediglich in gebotenem Interesse der Partei gegeben werden, alle socialdemokratischen Flugblatt- Berbreiter zu und in flarer Voraussicht, dadurch der ärgsten, inzwischen prompt verhaften und vorzuführen. Er habe nicht gesehen, daß die Leute eingetretenen persönlichen Schädigung mich auszusetzen, gehandelt habe. Deswegen läßt es mich auch falt, daß man mich jetzt einem etwas gethan hätten, sondern er sei auf die beiden Flugblatt Verhochnotpeinlichen Verfahren unterwirft. Und wenn es gar noch zu einem teiler von andrer Seite aufmerksam gemacht worden, und darauf Ausnahmegericht kommen sollte, in dem mit einer nicht beneidens- habe er den Befehl ausgeführt und die Leute verhaftet. Die werten Unbefangenheit meine Gegner als Richter sich etablieren dortigen Gerichte haben schon wiederholt Flugblatt- Verteiler freiwollen, so werde ich das als ein Symptom der traurigen Lage der sprechen müssen, gegen die von der Stolberger Polizeibehörde gesetzBartei mit tiefem Schmerz empfinden, aber die Konsequenzen mit voll widrig vorgegangen worden ist. tommenem Gleichmuthinnehmen. Tendenzprozesse haben zuletzt stets nur ihre Urheber geschädigt. Das hat die Socialdemokratie bisher zu Die Aussage des Polizisten verrät eine merkwürdige Uebereinihrem Vorteil erfahren. Sollte es im Widerspruch mit den Grundsägen Stimmung mit der Aussage des Gendarmen in dem Militscher und Traditionen der Socialdemokratie einer kleinen Gruppe von Flugblatt- Prozesse, der zur Maßregelung des Assessors Simon führte. Barteigenoffen gelingen, ihren Einfluß zur Herbeiführung derartiger( Siehe„ Vorwärts" Nr. 253.) Es gewinnt danach den Anschein, daß Tendenzprozesse geltend zu machen, ohne daß ihr aus der Partei hier eine allgemeine, von höherer Stelle ausgehende Anweisung vormehr als vereinzelter Widerspruch entgegentritt, so wird der schlimmste liege. Wie dem auch sei, widerspricht die Anordnung, von der die Schaden nicht für die unmittelbar Betroffenen, sondern bedauerlicher Polizeibeamten berichteten, dem Gesetze. weise für die Partei daraus entstehen. Heinrich Braun. Partei- Nachrichten. " Bezüglich der in Nr. 255 des Vorwärts" enthaltenen Erklärung der Revisionskommission vom 25. Juli d. I. in Posen habe ich folgendes zu erividern: Ueber Zweck und Ziel der von mir im Auftrage des Partei vorstandes am 8. und 9. Oktober vorgenommenen Revision und Reorganisation der Partei- Einrichtungen in Bosen habe ich in Nr. 242 des" Vorwärts" berichtet und mich auf die Bekanntgabe der that fächlichen Feststellungen beschränkt. Ich habe bei der Gelegenheit weder die Posener Partei- Institute, noch Genossen und deren Parteithätigkeit kritisiert. Mit keiner Silbe habe ich der berüchtigten 37 Abonnenten der„ Gazeta Ludowa" in dem Bericht gedacht. In den am 8. und 9. Oktober in Posen gepflogenen Verhandlungen hat Genosse Werner, Mitglied der Revissionskommission vom 25. Juli, das Protokoll geführt. In der Sitzung am 8. Oftober wurde auf meinen Vorschlag eine Kommission eingesetzt, um die Bücher auch die der„ Gazeta Ludoiva" am Vormittag des 9. Oftober zu prüfen und abends den Genossen Bericht zu erstatten, und anschließend die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. In die Kommission wurden Delegiert die Genoffen Sremski, Schulz, Kretschmar, Friedmann und Babfra. Die Feststellungen der Kommission in Bezug auf die Revision der Bücher der„ Gazeta Ludowa", wie in der Formulierung der Vorschläge zur Reorganisation der Partei- Organe erfolgten einstimmig. Abends in der vollzählig besetzten Konferenz habe ich nach Bortrag des Resultats der Revision und der Vorschläge zur Reorganifation der Partei- Organe aus- und nachdrücklich aufgefordert, ob jemand hauptsächlich gegen das Resultat der Revision der Bücher der Gazeta Ludowa" Einspruch erhebe. Jedoch niemand von der Stommission, die die Revision am 25. Juli ausgeführt hatte, erhob Einspruch. Sogar Genosse Werner, der bis zum 1. Oktober Lokalredakteur der„ Posener Volfsztg." war und, wie ich annehme, Verfasser der Erklärung in Nr. 255 des Vorwärts" ist, erhob nicht nur feinen Einspruch, sondern beteiligte sich auch an einer Ovation, die mir sehr gegen meinen Willen von der Konferenz um deswillen bereitet wurde, weil man von den unter meiner Mitwirkung gefaßten Beschlüssen eine gesunde Entwicklung der Posener Parteiverhältnisse erwartete. Ohne dazu autorisiert zu sein, glaube ich doch aussprechen zu dürfen, daß der Parteivorstand es ablehnt, von der " 1 " es Karl Liebknecht. Eingegangene Druckschriften. Von der Neuen Zeit( Stuttgart, Dieg' Berlag) ist soeben das 5. Heft des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Zum Kaiſerinsel- Prozeß. Eine neue Aera Teffendorff. Von Sur Frage des Generalstreifs. Von Rudolf Hilferding. Die Landtagswahlen in Sachsen. Von Herm. Fleißner( Dresden). Unfre Bolksschule". Von Otto Marko. I Jugendlitteratur und ErBoran liegt das? Von Julian ziehung zum Socialismus. Von St. Bl. der Mensch. Bon May Zetterbaum. Litterarische Rundschau: Die moderne Weltanschauung und 12 Borchardt. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Stolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinen ( Stuttgart, Dick' Verlag), ist uns foeben die Nr. 23 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: die preußischen Landtagswahlen und die Socialdemokratie. Bon Louise Biek. Die Frauen unter dem Ausnahmegesek. Das Wahlprogrammt der Socialdemokratic zu den preußischen Landtagswahlen. Die Erhebungen über die Arbeitszeit erwachsener Fabrikarbeiterinnen in Preußen im Jahre 1902. III. Von M. Gr. Aus der Bewegung. Feuilleton: Mumu, das Hündchen des Taubstummen. Erzählung von J. S. Turgenjew. Aus dem Russischen übersezt von 2. A. Hauff.( Fortsegung.) Notizenteil: Der Zehnstundenkampf der Textilarbeiter in Crimmitschau. Frauen stimmrecht. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste Nr. 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 P1. Nachklänge vom Düsseldorfer Maurerfireit. Während des verflossenen Düsseldorfer Maurerstreits war unser dortiges Parteiblatt, die, Volkszeitung", in der Lage, von den Düsseldorfer Bauunternehmern verfaßte schwarze Listen zu veröffentlichen, in welchen rund 500 Maurer und rund 500 Bauhandwerker bei den„ Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle für Arbeits. auswärtigen Firmen in Berruf erklärt wurden. Die Voltszeitung" markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). besprach diese Listen in einem Leitartikel und, sich stüßend auf die Die als Organ des" Berbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende bekannte Deynhausener Kaiserrede, daß sei es, tver Zeitschrift enthält in Nr. 3 des 7. Jahrganges unter anderm: Die öffentliche fei, ins Zuchthaus gehöre, der Arbeitswillige an der freien Arbeit Arbeitsvermittlung in Destreich. Bon Prof. Dr. Mischler. Allgemeines: behindere, verlangte unser Düsseldorfer Parteiblatt, daß nun auch Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Bergbau( Versand und Be Internationaler Arbeitsmarkt. Erster deutscher Arbeiterkongreß. die Bauunternehmer ins Zuchthaus fämen. Die Staatsanwaltschaft schäftigungsgrad im Ruhrkohlen- Bergbau. Der Arbeiterwechsel); Holz- und griff diesen Artikel wegen Beleidigung des Vorsitzenden des Bau- Schnißstoffe( Besserung in der Bau- und Möbeltischlerei. Steigerung der unternehmer- Verbandes Mühlenkanip, der in dem Artikel genannt Löhne); Handel( Die Krise im Handelsgewerbe). Statistisches Monats war, auf und so lam die Sache vor die Straffammer. Der an- material: Internationale Streifstalistit. Börsenkurse. Martenerlös der geflagte Redakteur Wessel nahm für sich die Wahrung be- Landes- Versicherungsanstalten. Haushaltungskosten. Stonsum: Lebensrechtigter Interessen in Anspruch, da der Maurerverband ihm die mittelpreise im Oktober. Arbeitslosen- Fürsorge: Ergebnis der städtischen schwarzen Listen zur Veröffentlichung übermittelt habe und er somit werfer in Stuttgart. Arbeitslosen Zählungen in Württemberg.- Unterſtüßung arbeitsloser Handverpflichtet war, als Redakteur eines ausgesprochenen Arbeiterblattes die Angelegenheit zu besprechen. Das Gericht billigte dem Angeklagten den Schuß des§ 193 zu, verurteilte ihn aber wegen der Form der Veröffentlichung und der Vorstrafen unsres Genossen zu 100 m. Geldstrafe. Sociales. § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und Zeugengebühren. Aehnlich wie Preußen hat sich jetzt auch in Sachsen das Justizministerium über die Bedeutung des§ 616 BGB. für den Anspruch auf Zeugengebühren geäußert; die Verordnung vom 29. Juli 1903 ( Justizministerialblatt für das Königreich Sachsen 37. Jg. Nr. 10) hat folgenden Wortlaut: " Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher Ge werbegerichte. Herausgeber: Dr. Jastrow( Privatdocent, Stadtrat), Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch( Stadtrat), Frankfurt a. M.( Berlag von Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift enthält in Nr. 2 des 9. Jahre ganges außer der Rechtsprechung in deutschen Gewerbe- und Berufungsgerichten( Halberstadt, Weißenfels a. S., Brandenburg a. H., Stettin, Chara lottenburg, Landgericht Dresden), andren deutschen Gerichten( Amtsgericht Mainz) u. a.: Gewerbegerichte und Elbzollgerichte. Von Rat Boysen. Verfassung und Verfahren: Sächsische Justiz- Ministerialberfügung über Beugengebühren für Arbeiter. Abenddienst beim Gewerbegericht in Berlin. Allgemeines: Versäumnis- Entschädigung für Arbeitgeber- Beifiker in Destreich. Der Wahre Jacob" hat soeben die 23. Nummer seines 20. Jahr mann", " gangs erscheinen lassen. Aus dem Inhalt erwähnen wir die beiden farbigen Bilder Fahnenweihe" und Staatsanwalts Augenweide", sowie die Jiuſtrationen„ Russisch- japanische Friedensversicherungen“,„ Ein geplagter Fuhr. Der abgekühlte Liebhaber"," Der gewissenhafte Herr Lieutenant", Bornehm" und" Germanias Schmerz". Der tertliche Teil der Nummer Wir pfeifen Eine Romfahrt", Sehnsucht" enthält die Gedichte Berhängnisvoller Realismus"," Binke für" strebsame Leute"," Heide"( mi dazu gehörigem Bilde)," Soldatenliedchen", sowie die Stizze" Der Dach decker" von Gustav Macasy und außer zahlreichen fleinen Beiträgen i Boefie und Brosa noch das größere Feuilleton Methode Jenbiel". Des Preis der zwölf Seiten starken Nummer iſt 10 Pi." „ Nach§ 616 des BGB. wird der zur Dienstleistung Verpflichtete des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, daß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Unter Berufung hierauf ist bisher Arbeitern, die als Beugen vernommen worden waren, die Zubilligung einer Verfäumnisentschädigung verweigert worden, weil sie sich von dem Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch Arbeitgeber feinen Abzug gefallen zu lassen brauchten und deshalb den 4. November, abends 8 Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jakob Das Justizministerium findet dies straße 75: Vortrag des Frl. Dr. Agnes Hacker über: Alkohol und Arbeiter feinen Erwerb versäumt hätten. nicht für richtig. Der§ 616 des BGB. hat kein zwingendes Recht schaft. Diskussion. Gruppenangelegenheiten. Gäste willkommen. geschaffen. Weder der Arbeitgeber noch der Arbeiter hat ein Interesse Georg Haberland. Groß- Berlin. Beitrag zur Eingemeindungsfrage melden wir, Alençon sei von uns besetzt. Das Oberkommando hat Arbeitsvertrage würde daher von den Beteiligten, hätten sie nur Buchhandlung der Bergischen Arbeiterstimme", Solingen. daran, dem Fiskus die Wohlthat des§ 616 zuzutvenden. In jedem 39 Seiten. Berlin. 1904. Leonhard Simion Nachf Emil Steinigans. Kautsky und die sociale Revolution. Preis 25 Pf. bei Champagner gefunden, man müsse doch mit einer Offensive enden, den Bunft überhaupt in Betracht gezogen, bestimmt werden, daß der Cstar Schüler. Nette Kollegen". Begebenheiten im Dienste der also Befehl: morgen greift das 3. Ameecorps Alençon an. Wir Arbeiter teinen Lohn beanspruchen könne, soweit er durch seine Rechtspflege. Preis 5 M. Zürich. 1903. Casar Schmidt. denken natürlich, daß unsre Meldung nicht antam. Telegraphieren Beugenpflicht der Arbeit entzogen werde. Eine solche Vereinbarung Dr. Johan Bergman. Geschichte der Anti- Alkohol- Bestrebungen deshalb. Antwort: Se. t. Hoheit der Prinz Feld- Marschall be- braucht nicht ausdrücklich getroffen zu werden, sie kann auch still- Aus dem Schwedischen von Dr. R. Kraut. Preis 2,40 M. Hamburg 1903. fehlen, daß der Angriff doch stattfände. Also marschieren in der schweigend getroffen fein. Gebr. Lüdeking. Nacht 3000 Mann von uns 4 Meilen, bloß damit man sich mit Hans Wilhelm. Religion Menschlichkeit. Wien. 1904. Selbst einer Jdee großthun kann. Natürlich fällt kein Schuß, denn wir verlag. haben Alençon seit 2 Tagen. 1904. G. Birk u. Co. Hugo Egotinus. Studenten Herrlichkeit. Preis 60 Pf. München. Welcher Triumph der militärischen Unterordnung: Dreitausend abgehezte Soldaten und so und so viel Offiziere müffen eine Nacht durchlaufen und eine eroberte Stadt noch einmal erobern, weil es ein Prinz bei Champagner" zu befehlen geruhte! F Man darf nicht glauben, daß in dem Nachtgemälde der Kretschmann- Briefe, aus denen wir nur einige der dunkelsten Bartien nicht alle wiedergeben konnten, hellere Gestalten völlig fehlten. Mit großer Begeisterung spricht Kretschmann von einzelnen Persön lichkeiten, mit denen und unter denen er im Felde gedient hat. Aber wenn er am Ende des Krieges die Gesamtbilanz seiner Erfahrungen zieht, so erkennt er, daß es vor allem die Masse der Soldaten ist, die seine menschliche Achtung verdient. Am 28. Februar 1871 schreibt er aus Le Mans: Der§ 616 Sat 1 stellt zugleich eine auf socialpolitischen Rücksichten beruhende Ausnahme von dem allgemeinen Grundfaße des § 323 des BGB. dar. Wie der zweite Saz des§ 616 an die Hand giebt, soll die Ausnahme nur dann Plaz greifen, wenn die wirtfchaftliche Lage des zur Dienstleistung Verpflichteten des Schutzes bedarf. Ist mun schon durch andre Vorschriften, wie durch die Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige, für Ersaß der Erwerbsversäumnis gesorgt, so fällt das Bedürfnis nach dem durch 8 616 Sat 1 bezweckten Schuße weg. Um deswillen wird bei der Bemessung der Zeugengebühren für Arbeiter auf den§ 616 keine Rücksicht zu nehmen sein. Die mit der vorläufigen Auswerfung von Zeugengebühren betrauten Beamten wollen demgemäß verfahren." V mittel gering 3 Marktpreise von Berlin am 31. Oftober 1903 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,90 15,88 Kartoffeln, neue D.- Ctr. 15,82 15,78 Rindfleisch, Keule 1 kg 15,74 15,70 do. Bauch 13,05 13,02 Schweinefleisch 12,99 12,96 Stalbfleisch 12,93 12,90 Hammelfleisch Butter 14,50 13,40 13,30 12,20 Eier 12,10 11,00 Karpfen Roggen, gut mittel " + Gerfte, gut " gering 17 " mittel gering Safer, gut mittel gering " * ab Bahn. 6,00 4,00 1,80 1,20 1,50 1,10 " " 1,80 1,10 2,00 1,20 1,80 1,10 " 2,60 2,00 60 Stud 5,00 3,00 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,40 3,00 1,20 D 2,00 1,00 " " 1,80 0,80 7,10 " 3,00 1,40 n 40,00 25,00 Bleie 1,40 0,80 " " 50,00 25,00 Strebje per Schod 15,00 3,00 " 15,80 14,80 14,70 13,80 Male Bander Hechte 4,16 3,66 Barsche 13,70 12,80 4,80 Schleie 60,00 20,00 † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 2. November 1903, morgens 8 Uhr. Civilrechtliche Haftung der Arbeitgeber bei Nichtverwendung von Beitragsmarten zur Invalidenversicherung für die von ihnen beschäftigten Versicherten. Die amtlichen, Nachrichten der Landes- VersicherungsDer Krieg hat meine Menschenkenntnis in nicht erfreulicher anstalt Berlin" machen auf ein Urteil aufmerksam, das für Arbeit- Richtstroh Weise vermehrt. Edele Naturen sind eben selten. Der gemeine geber wie für Versicherte gleich wichtig ist. Die III. Civilkammer Heu Soldat ist es vor allem, dem ich meine Achtung zuwende; der ver- des Landgerichts zu Breslau hat einen Arbeitgeber, welcher es ver- Erbsen bient fie! Speisebohnen absäumt hatte, Marten für einen von ihm beschäftigten Lehrling zu Linsen verwenden, zur Zahlung der Invalidenrente für die Wenn einmal die Zeit dazu gekommen sein wird, eine unbefangene Lebensdauer des Lehrlings verurteilt. Durch die Nichtgeschichtliche Darstellung jenes großen Völkermordens zu verwendung der Marken hatte der invalid gewordene Lehrling den geben, das Afterwissenschaft und Schuldrill als den eigentlichen Anspruch auf Rente von der Landes Versicherungsanstalt verwirkt Endzived aller menschlichen Entwicklung, als den Indegriff aller und das Landgericht hat den Arbeitgeber, durch dessen Versäumnis Heldenhaftigkeit und Tugendgröße preisen, dann werden die der Verlust des Rentenanspruchs herbeigeführt wurde, für regreßBriefe des Majors v. Kretschmann an seine liebe Teure" jene pflichtig erklärt. Würdigung als Geschichtsquelle finden, die ihr die höheren Orts anDiese Entscheidung ist für alle Arbeitgeber von der größten Bebefohlene Wahrheit bis auf weiteres versagen wird. Ist doch Herr deutung und dieselben werden in ihrem eigensten Interesse auf pünktb. Stretschmann selbst vor den Triumphwagen der offiziellen Geschichts- liche Martenverwendung zu achten haben. schreibung gespannt worden, und oft genug muß er seiner Gattin flagen, daß er den und jenen Bericht anders abfassen mußte, weil Das Boltshaus der Karl Zeiß- Stiftung in Jena ist am Sonntag Hamburg 771 SD der oder jener nicht gehörig abgemalt" war. Eine reinere Quelle eröffnet worden. öffentlichen Lesehalle in gleich Berlin 770 Still find seine vertrauten Briefe, die glücklicherweise weder cenfiert noch imponierender Gestaltung erhebt es sich am Karl Beiß- Platz. Bu Franta.m. 770 2 Eröffnungsfeier war auch die forrigiert worden sind. Man möchte wünschen, daß man bei allen der gesamte Arbeiterschaft München 769 SD optische Werkstätte bon Karl Wien Herausgebern folcher historischen Briefe dieselbe wahrheitsfrohe der beiden Stiftungsbetriebe, Rücksichtslosigkeit voraussetzen dürfte, wie sie die Herausgeberin des Beiß und Glaswert von Schott und Genoffen, eingeladen; Wetter: Prognose für Dienstag, den 3. November 1903. vorliegenden Buches bewiesen hat. Neben der Stationen Barometer. Wind. richtung Windstärke Belter Lemp. n. E. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer ſtat mm 6 Haparanda 755 N Wind richtung Windstärke Wetter Zenrp. n. E. 5° C.= 4º R. 171 Stinembe. 771 Still ONebel 2Nebel O'Nebel 3bedect 2 bedeďt 9 Cort 768 6 Petersburg 760 2823 1mollig 762 N 1 bededt 8 Aberdeen 7 Paris 11 1bededt 6 1 bebedt 769 Still ONebel die Vertreter zu ihr gesellte sich die Beamtenschaft, Etwas fühler, teilweise nebelig, sonst ziemlich heiter und troden bei Stadt und der Universität. Dagegen hat, wie man hört, die schwachen nordöstlichen Winden. Staatsregierung eine Vertretung abgelehnt, natürlich nur in Berliner Wetterbureau. der Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei fo Verantwortung. Theater. Dienstag, den 3. November. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Ring des Njbelungen. Erster Abend: Die Walküre. Anfang 7 Uhr: Schauspielhaus. Im stillen Gäßchen. ( Quality- Street.) Deutsches. Geschäft ist Geschäft. Berliner. Kater Lampe. Leffing. Zapfenstreich. Westen. Der Trompeter Säffingen. Neues. Salome. Kammerfänger. von Vorher: Der Residenz. Das große Geheimnis. Central. Bruder Straubinger. Thalia. Der Hochtourist. Anjang 8 Uhr: Neues Operntheater. fanten. DorfmufiSchiller O.( Wallner- Theater.) Der Talisman. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Liebelei. Litteratur. Belle- Alliance. In Vertretung. Kleines. Elektra. Luisen. Deborah. Carl Weiß. Der Trompeter von Säffingen. Trianon. Biscotte. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Urania. Taubenstrasse 48/49. dow Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Italiens. . Um 8 Uhr im Hörsaal: Dr. B. Donath: Die physikalischen Grundlagen der drahtlosen Telegraphie. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Indianer- Riese Mianko Karoo Die zusammengewachsenen Lebend. Schwestern! Lebend. Buren- Riese Andries Venter, ehemal. Leibsoldat des Präsidenten Paul Krüger von Transvaal. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Talisman. Dramatisches Märchen in 4 Aufzügen von Ludwig Fulda. Mittwoch abend 8 Uhr: Der Bibliothekar. Donnerstagabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Liebelei. Schauspiel in 3 Aften von Arthur Schnipler. Hierauj: Litteratur. Luftspiel in 1 Att v. Arthur Schnigter. Mittwoch abend 8 Uhr: Was ihr wollt. Donnerstagabend 8 Uhr: Liebelei. Hierauf: Litteratur. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch Dienstag, den 3. November, abends 7 Uhr. Schulreiter. Ritter v. Renroff, Ster Mademoiselle de Holstein, Schul Eine Hirschjagd, ooll- u. geritten mit Salbblutpferden. Berliner Winterfreuden humorist. Cirkus Schumann. Paul Mündners Heute, Dienstag, den 3. November, abends 7%, Uhr: Das Neueste vom Neuen! Neu! Neu! Schleifenfahrt und Todessprung. Claire Heliot, Löwenbraut. Demonstration der Darwinschen Theorie: ,, August, der mimische Affe". Die leuchtenden Spiegelterrassen und der preisgefrönte 6er Zug. 25 männl. Abessinierbes, Seren Jul. Seeth, Löwen ,, Die vier Jahreszeiten". Feenhaftes Pariser Ballettdivertissement. Metropol- Theater. Eis- und Kragenbären Heute Dienstag: Zum 4. Male: Durchlaucht Radieschen! Burleske Ausstattungsposse mit Apollo. Frühlingsluft. Speciali- Gesang und Tanz in 4 Bildern täten. Metropol. Durchlaucht Radieschen! von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. Cafino. Berliner Nachtashl. Hotel In Scene gesetzt vom Direktor Alingebusch. Winter- Garten. Specialitäten. Baffage- Theater. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft. Das Liebesparadies. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Ober- Staliens. Um 8 Uhr im Hörsaal: Dr. B.Donath: Die physikalischen Grundlagen der drahtlosen Telegraphic. Invalidenstraße 57/62. warte. Stern Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Schultz. € isStadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 3. November 1903: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Kean oder: 1. Bild: chat de orient- Express. Genie und Leidenschaft. Das Radieschen. " 3. " Im Moulin rouge. 4. Das Fest in der Botschaft. 99 Im 4. Bilde: Grosses Ballett. Im Monat Mai. Anfang 8 Uhr: Rauchen überall gestattet. Morgen und die folgenden Tage: Schauspiel in 5 Aufz. v. Aler. Dumas. Anfang 8 Uhr. Feldschlösschen Müllerstraße 142. Dienstag, den 3. November 1903: Berlin. WINGI BATEN Neues Programm: Saharet australische Tänzerin. Emil Sondermann Humorist vom Lucie Krall Central- Theater Berlin. Bravoursängerin. Ida Fuller in ihrer elektr. Sensat. Urbani u. Sohn Lamborg ,, Feuer und Wind". The great Goldin Gymnastiker. Klavierhumorist. Illusionist. Les Agoust's Humorist. Jongleure. Hadj Abdullah Arab. Gymnastiker. Durchlaucht Radieschen. Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Egger Rieser Tyrol. Gesangstruppe. Central- Theater. Apollo- Theater. Dienstagabend 72 Uhr: Bruder Straubinger. Operette in 3 Aften von Edm. Eysler. Mittwochnachm. 4 Uhr halbe Breise, jeber Erwachsene 1 Stind frei. Zum erstenmal in neuer Ausstattung: Der gestiefelte Kater. Zum 28. Male: Frühlingsluft. Operette in 3 Akten von weiland Josef Strauss. Im Blütenhochzeit. 3. Akt: Ballett von Louis Gundlach. Die neuen November- Specialitäten. Das Mädel ohne Geld. Lebensbild mit Gesang in Aften von Berg und Jacobsohn. Anfang 8 Uhr. früher Palast- Theater Feen- Palast. Burgstr. 22. Novität! Sensations- Erfolg. Luisen- Theater. Eitners. 4 Madcaps. Gebr. Wille. Das Liebesparadies. Abends 8 Uhr. Deborah. Mittwoch: Der Aktienbudiker. Donnerstag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Elektra. Anfang 8 Uhr. Deutsch- Amerikanisches Theater 67/68 Köpnickerstr. 67/68. Jeden Abend Anfang 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n großen Teich Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner in 5 Abt. von Adolf Philipp. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 8 Uhr: Berl. Nachtasyl. 8 Uhr: Verch- Wolff. Gastspiel Kapit. Martens. 9 5: Hotel Klingebusch. Georg Schicklay, The Bucifals. Der Kosmograph. Anfang 8 Uhr. Orig. Burleske mit Gesang in 3 Aften von B. Geride. Das* Neues Theater. ideale Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Der Kammersänger. Anfang 7 Uhr. Carl Weiss- Theater. roerantfurter Straße 132. Der Trompeter von Säkkingen. Anjang 8 Uhr. Mittwoch und Donnerstag: Amor in Wichs. Freitag zum erstenmal: * ** * November= * * * * * Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Jeden Mittwoch 8 Uhr: Grosse Elite- Vorstellung: Die kleine Braune. Operette in Norddeutsche Sänger und Ball. 3 Aften von B. Lowsky. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Der Hüttenbesitzer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch: Wilhelm Tell mit Sonntagnachm. 4 Uhr: Elternlos. Direktor R. Dill. Belle- Alliance- Theater. Stürmischer Heiterkeitserfolg! In Vertretung. Ein Soldatenschwank in 3 Akten von Heinz Gordon. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: In Vertretung. Donnerstag: Elite- Vorstellung. Passage- Theater Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Das durchweg neue Sonntagnachm. 8 Uhr: Die Kinder November Programm: der Excellenz. STOV Residenz- Theater Pertina Direktion S. Lautenburg Anfang 7%, Uhr. Das grosse Geheimnis. Luftspiel in 3 Aften v. Pierre Wolff. Deutsch von Mar Schönau. Morgen und folgende Tage: Dies felbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Biscotte. Anjang 8 Uhr. Das Tanzphänomen, übertrifft alles bisher in diesem Genre Gesehene. Berliner Johannes Cotta, Sargon Dichter. 14 nene glänzende Nummern. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72, Ede Aleganderstr. Täglich: Das glänz. November- Programm mit Franz Sobanski. Des foloffalen Erfolges wegen noch einige Tage: Hugust auf Urlaub. Nach der Vorstellung: Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Entree 30 Bi. Sperrfig 50 Pf. Jeden Freitag: Berliner Volks- Theater. Jeden Sonntag 5 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung der Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Ulm 10 Uhr: Grosser Ball. Reichs hallen Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 1hr, Sonntags 7 Uhr. Sanssouci. Kottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag ut. Donnerstag: Hoffmanns 0. K. Sato Komischer Jongleur. , Pariser Luft" Der Biograph. Ballet. Etabl. Buggenhagen Moriųplay. Im Kaisersaal: 99 Künstler- Ensemble Nordsterne" unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Anf. 7%, Uhr. Kaffencröffnung 61, Uhr. Entree 50 Bf. Bons hab. Gültigkeit. Nach der Vorstellung Frei- Tanz. In den unteren Sälen Dienstags: Przywarski- Konzert. Donnerstags: Görisch- Konzert. Bons haben Gültigkeit. Millionen Fon Lehrbüchern der Methole Gaspey- Otto- Sauer zur Eriernung modern. Sprachen sind in at en Lindern verbreitet. deste Methode f.Schnten u.z.Selbstanterricht( hierfür Neh üssel). You deutschen Ausgaben sind erschienen: arabisch, chines., din., engl. franz., italien., neugriech.. uieleri., no n., portugies, russ., schwed., spat., t., un ar. Preise 3.60-10 k. Prospekte auch über 1. 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Berschiedenes. Wedding und Gesundbrunnen: el Serrn Raabe, Kolbergerstraße 23. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Berbands- Angelegenheiten. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Osten u. Nordosten: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. NB. Die Adressen der Obleute: Für den Bezirk Often: Kollege Wilh. Güth, O. 34, Liebigftr. 5, S. III. " . Nordosten: is. timban EVI. Wahlkreis. Wahlkreis.malu 5 Volks- Versammlungen Dienstag, den 3. November, abends 8%, Uhr: Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Referent: Stadtverordneter Paul Hirsch. Weimanns Volksgarten, Badstr. 57. Referent: Dr. Leo Arons. Hensels Salon, Invalidenftr. 1a. Referent: Reichstags- Abgeordneter W. Pfannkuch. Berliner Prater, Kastanien- Allee 7. Referent: Sefretär H. Schubert. Mittwoch, den 4. November, abends 8½ Uhr: Ahrens Brauerei, Turmtr. 25-26. Referent: Stadtverordneter Vogtherr, Tages- Ordnung in allen Versammlungen: 1. Die Aufgaben des Landtages. 2. Freie Aussprache. Die Wähler aller Parteirichtungen sind eingeladen. Um recht zahlreichen Besuch bitten Die Vertrauensleute. 209/ 11* que han sight them in the ting and 8 augustus Orts- Stranfenfafie Socialdemokrat. Wahlverein der Frauen Frig Hertel, O. Große Frankfurterstr. Quergebäude 1 Treppe. Südosten: bei C. Behrend, Manteuffelstr. 95. Tagesordnung: 1. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 2. Verfchiedenes. Musikinstrumenten- Arbeiter im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15( Saal V). Tages- Ordnung: 1. Der Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen find verpflichtet, dafür zu sorgen, daß ihre Werkstatt vertreten ist. Die Kommission. Stock- und Celluloid- Arbeiter. dunichiluss bei Bareinz, Brückenstraße 7. Drechsler. hiop Osten: bei Matthes, Roppenstraße 41. Norden: bei Lietzke, Brunnenstraße 41. Südosten und Westen: bei Stramm, Ritterstraße 123. Tagesordnung: 1 Bericht der Stommiſsion. 2. Berkstatt Differenzen. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Jede Berkstatt muß vertreten sein; auch die in Tischlereien beschäftigten Drechsler haben einen Delegierten zu entsenden. Modell- und Fabrik- Tischler bei Dieke, Ackerstraße 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. der Gürtler. Zu der am Freitag, den 6. No: bember, abends 8 Uhr, im Gewerk schaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7, stattfindenden ordentlichen General- Versammlung werden die Herren Delegierten hiermit ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Besprechung der durch die Nobelle zum K.-B.-G. bedingten Abänderungen im Statut. 2. geht einer Kommission zur Prüfung der Rechnungen des laufenden Jahres. 3. Aerzte- Bertrag für das Jahr 1904. 4. Verschiedenes. Nach Schluß dieser Bersammlung findet daselbst die General- Versammlung für die Mitglieder der Invalidenkaffe der Gürtler statt. Tagesordnung: e Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 4. November 1903, abends 8½ hr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße Nr. 57: IF Versammlung. 1/14 Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse über: Tie Socialdemokratie als Geburtshelferin der preußischen Kultur. Diskussion. In der Versammlung werden Mitglieder aufgenommen. Gäste, Männer und Frauen, haben Zutritt. Bruch- Poilmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. De Eigne Werkstatt. Lieferant. Duis uifs- Krankenkassen. Berlin C., 28342* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elaſtiDer Vorstand.. Urwähler von Rummelsburg- Boxhagen. Donnerstag, den 5. November, abends 8%, Uhr: Oeffentl. Landtagswähler- Versammlung 1. schen Belotten, angenehm und weich 2. am Körper. 1. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Rechnungen des laufenden Dr. Schünemann Jahres. 2. Verschiedenes. Berlin, den 2. November 1903. Specialarzt für Hants, Harn. und Der Vorstand. 29726 Frauenleiden, Seydelstr. 9. G. Kneiff, Vorsitzender. 12-1,3,4,6-%, 8, Gonnt. 9-11 Vorwärts- Buchhandlung S., Lindenftr. 69( Laden) empfiehlt als vornehmen und gediegenen Zimmerschmud: Bezirk Friedrichsberg und Friedrichsfelde: Die Freiheit führt das Volk. Kupfer- Gravüre nach dem Gem im Lokale des Herrn Lutterbüse, Friedrich Karlstraße Nr. 11. 95 × 12 cm Don E. Delacroix, 9572 Zagesordnung: 1. Bericht des Dbmannes. 2. Verbands- Angelegenheiten. Der erste Mai. Stupferägung 95X73 cm M. 3,-. 3. Werkstatt- Angelegenheiten und Berschiedenes. Die Vertrauensmänner- Versammlung für Sild- Westen und Westen findet tag, den 9. Movember, in Gabels Brauerei, Bergmann Straße 5-7, statt. Das Lokal war für Mittwoch vergeben. Achtung! Klempner! Versammlung 89/3 aller bei Innungsmeistern beschäftigten Gesellen Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 4. November, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I, betreffs der Wahl von acht Kollegen für den Gesellenausschuß, sowie vier Kollegen für das Innungs- Schiedsgericht der Klempner- Innung. § 95a der neuen Gewerbe- Ordnung vom 26. Juli 1897 bestimmt: Bur Teilnahme an der Wahl zum Gesellenausschusse sind die bei einem Innungsmitglied beschäftigten volljährigen Gesellen berechtigt, welche sich im Befiße der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. 160/ 1* Wählbar ist jeder wahlberechtigte Geselle, welcher zum Amte eines Schöffen fähig ist. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. n Bertretung: W. Suppé, ltgefellen- Stellvertreter. Arbeitervertreter Verein Berlin. Donnerstag, den 5. November 1903, abends 8%, Uhr: Versammlung fundim Gewertschaftshause, Engel- Ufer 15. Zages Drdnung: 1. Die Stellung der Krankenkaffen zur Wohnungsfrage. Referent: Albert Kohn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. Krankenkassen- Borstände und VerwaltungsBeamte sind besonders darauf aufmerksam gemacht. 53/12 Der Borstand. J. A.: F. Pieschel, Gartenstr. 51. Dee Jede Uhr zu reinigen loftet bei mir unter Garantie nur 1,50 Mk., außer Bruch. Kleine Repara turen billiger. Schlagwerk- Regulatoren von 14 Mk. an. Wanduhren und Wecker von 2,50 Mk. an. SilberRemontoir- Uhren von 8,50 Mk. an. 29912* Emil Rothert, Uhrmacher. an Frankfurter Allee 114. baren Stoffen mit graden oder schrägen Taschen von Rock- und Gehrock- Anzüge in bester Ausführung Herbst- und Winter- Paletots in modernster 6,-. Porträts von Engels, Laffalle, Marx. 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Die sehr wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Kolleginnen und Kollegen. 160/3 Die Ortsverwaltung. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg). Dertliche Berwaltung Berlin. Mittwoch, 4. November, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Duartal. 2. Berichts erstattung von der Generalversammlung. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Berlin, den 30. Oftober 1903. Der Vorstand. 259/8 J. A.: Richard Schröder, Tilsiterstr. 82. Achtung, Fliesenleger! Mittwoch, den 4. November 1908, abends 8 Uhr, bei Batt. Dragonerstraße 15: Mitglieder- Verfammlung des Vereins der Fliesenleger Berlins u. Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Referent: Genoffe F. Kater. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Achtung! Der Vorstand. J. A.: W. Schulz. 59/1 Töpfer! Achtung Freitag, den 6. November 1903, abends 6 Uhr, in Kellers Festälen, Koppen- Straße Nr. 29: Oeffentl. Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: Unfre Tarifverhandlungen eventuell Abstimmung über denselben. Erscheinen jedes Einzelnen unbedingt notwendig. 196/19 The Der Gesellen Ausschuß. J. A.: Hugo John. Mariannen- Festsäle. Säle zu 50, 80 und 200 Personen, hochelegant eingerichtet, find noch Sonnabende und Sonntage im November, Dezember, Januar, Februar und März frei. Alex Mayer, Mariannen- Ufer 2.[ 30492* M. Schulmeister, Schneidermeister, BERLIN SO., Dresdener Strasse 4, Hochbahnstation Kottbuser Thor. 30471* Special- Haus für Herren- und Knaben- Konfektion. 00000 Streng feste Preise. 00000000000 Berantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortilch Th. Glocke in Berlin. Drut und Berlag: Borwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 257. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 3. November 1903. Der Kampf ums Majorat. Sechster Tag. fie zu fich fommen lassen und da habe sich ein so inniger Verkehr entwickelt, wie noch nie zuvor. Er habe sich auch aus dem Augenschein überzeugt, daß die Gräfin das Der fritische Tag. In dem aien über den Zustand der Gräfin, die dies Urteil auf den AugenSchein aufbauen, fei nichts zu geben. Erster Staatsanwalt Steinbrecht: Sie sind also der Meinung, daß bei dem eigenartigen ethischen Empfinden der Angeklagten es nur eines geringen Anstoßes bedurft hätte, in ihr einen Gedanken an solche That reifen zu lassen? Beuge: Jal der Zeuge auf Befragen: Die Gräfin sei eben eine impulsive, nervöse, erentrische Frau und ihr lebhaftes Temperament sei es ja, was ihr so oft Verlegenheiten bereitet und sie schließlich ins Unglück Aussehen einer Frau hatte, die guter Hoffnung war. gestürzt habe. Was die Gutsleute betreffe, so seien die ja Vorsitzender Landgerichts- Direktor Leuschner eröffnet die Daran Tasse sich nicht tippen. Aber in der Umgebung von Wroblewo zweifellos sehr anhänglich an die Herrschaft und so wenig gebildet Sigung um 9%, Uhr. wollte der Glaube an den gesegneten Zustand der Gräfin nicht recht reden lassen; anderseits seien sie aber wieder so religiös und und geistig selbständig, daß sie sich allerdings leicht manches einErster Staatsanwalt Steinbrecht beantragt die Vorladung Fuß faffen. Man verwies auf das vorgeschrittene Alter des Ehes fromm, daß sie absichtlich und bewußt gewiß nichts Falsches noch mehrerer Zeugen, welche über eine Aeußerung der angeklagten paares, auf den Umstand, daß sie bereits 16 Jahre nicht geboren beschwören. In Bezug auf die wirtschaftliche Lage in Wroblewo Gräfin bezüglich des Gummileibes und über eine Aeußerung des hatte und ein laues eheliches Verhältnis obwaltete. Was den ersten erklärt angeklagten Grafen vernommen werden sollen, daß er der letzte Graf Bunkt anbelangt, so sei es allerdings eine große Seltenheit, daß Gräfin würden sich durch die Geburt des Knaben in keiner der Zeuge: Die wirtschaftlichen Verhältnisse der auf Wroblewo sei". Gleichzeitig beantragt er, den Assessor vorzuladen, eine Frau in diesem Alter noch gebäre, aber es kommt doch vor. Weise gebessert haben. Die Kreditlosigkeit in Wroblewo hing nicht der einige Zeugen vernommen hat und bezeugen soll, wie schwer es was das Moment betrifft, daß 16 Jahre lang keine Geburt zu ver von dem Mangel eines männlichen Erben ab, sondern von der unwar, aus manchen Zeugen die Wahrheit herauszuholen. Die Zeugen zeichnen gewesen ist, so sei dieses von nicht so erheblicher Wichtigkeit, regelmäßigen und schlechten Wirtschaft. Im Gegenteil habe sich die sollen vernommen werden. Justizrat Wronker stellt auch noch mehrere neue Beweis- bekommen haben. Er selbst kenne eine Frau, die nach einer 24jährigen daß es notwendig wurde, die ganze Herrschaft einem Inſtitut zur denn es gebe Fälle, daß Frauen nach so langer Zeit noch Kinder wirtschaftliche Lage nach der Geburt des Kindes so verschlimmert, anträge. Er beantragt die Bernehmung eines im Zuschauerraum Bause in derselben Ehe ein Kind geboren hat. anwesenden Herrn v. Blumenthal, der bekunden soll, daß das an ehelichen Verhältnisse des gräflichen Paares wechselte Sturm mit eine zwar standesgemäße, aber nicht sehr hohe Rente gesetzt worden Verwaltung zu überlassen, so daß die anze gräfliche Familie auf geflagte gräfliche Ehepaar in Montreux nach allem, was er selbst dem besten Einvernehmen ab. Er wisse, daß im Jahre 1896 das beobachtet habe, in innigem und herzlichem Verkehr mit einander Verhältnis ein gutes war. ift. Staatsanwalt Dr. Müller fragt, ob die Gräfin nicht hoffen gestanden habe. Ferner beantragt er die Vorladung eines Agenten einem gelegentlichen Besuch zu seiner Ueberraschung gesagt: sie gehe durch eine hypothetarische Beleihung des Majorats aus den VerIm Januar habe ihm die Gräfin bei tonnte, daß sie bei der Eristenz eines männlichen Nachkommens fich Liß aus Posen, der bekunden foll, daß er die Unterschrift des in den nächsten Tagen nach Berlin zur Entbindung sollte sie seine Grafen Hector Kvileckim unter fönnte. legenheiten retten Der Zeuge meint, Schriftstück gefehen Hilfe gebrauchen, dann hoffe fie, daß er sie ihr nicht vorenthalten daß habe, in welchem dieser sich verpflichtet habe, dem Agenten würde. Er habe nur gesagt:" Ich stehe zu Diensten, Frau Gräfin," lichen Horizont der Gräfin hinausgegangen wäre. hypothefarische Beleihungsfrage über den wirtschaftMichelski 30 000 Mart Auf zu zahlen, sobald die Gräfin weil er dieses Wort nicht ernst genommen habe. Von Wronke habe eine weitere Frage erklärt der Beuge: Auf das Urteil von Isabella der Kindesunterschiebung für schuldig befunden werde. er doch die Entbindung nicht leiten können und in Berlin gebe es Der Staatsanwalt Dr. Steinbrecht will dem Antrage des Ver- ja genug Aerzte, so daß er die Aeußerung der Frau Gräfin nur als teidigers/ nicht widersprechen, damit dieser Punkt ganz aufgeklärt Söfiichteitsphrase aufgefaßt habe. Er habe sich deshalb über die werde. Graf Hector se wile di erklärt auf Befragen hierzu, daß Entbindung keine Sorgen gemacht, da die Frau Gräfin in Berlin er ein solches Schriftstück nicht unterzeichnet habe und nichts davon gut aufgehoben sei. wiffe. Justizrat ronter macht ferner darauf aufmerksam, daß der kleine Graf nach der Behauptung einer Zeugin eine Aehnlichkeit mit der Graf Bninskischen Familie und insbesondre mit dem Grafen Am 27. Januar, als er in Wronke von seiner Praxis zurück- Es folgen noch kurze Auseinandersetzungen zwischen dem SachCarl Bninsti habe. Letzterer sei an Gerichtsstelle erschienen und er gekehrt sei, habe er zwei Depeschen der Gräfin vorgefunden, wonach verständigen Prof. Dr. Freund und dem Dr. Rosinski. bitte, im geeigneten Momente eine Konfrontation des Knaben mit fie um 5 1hr morgens von einem Knaben entbunden worden sei und Alsdann wird Frau Biedermann, die Portierfrau des Hauses dem Grafen Carl Bninsti herbeizu führen. Schließlich behält sich ihn bäte, nach Berlin zu kommen. Er sei nachts um 12 Uhr in Berlin Kaiserin Augustastraße 74, vernommen. Sie hat die Gräfin schon der Verteidiger vor, nach der Genesung der Frau Weichensteller eingetroffen, vom Grafen empfangen worden, dann zunächst ins Hotel am Abend des 16. Januar wiederholt stöhnen hören und am nächsten Cäcilie Meyer fich die Frage bearddworten zu lassen, woher es gefahren und von dort zur Gräfin gegangen. Sie habe im Bett Tage feinen Zweifel gehabt, daß die Gräfin geboren habe. Vorher tommt, daß der kleine Graf und der ältere Sohn der Frau Meher, gelegen, war blaß, angegriffen, heifer, flagte über Halsschmerzen, habe sie Kindergeschrei nicht gehört. Eine sehr lange, nicht wiederals sie am Freitag hier im Saale dem Gerichtshofe und den Mattigkeit 2c. und sagte ihm auf seine Frage, daß das Kind um zugebende Erörterung knüpft sich an die Thatsache, daß sie von der Geschworenen präsentiert wurden, die gleiche Kleidung 5 Uhr morgens geboren worden und die Entbindung ohne besondere angeklagten Frau Knosta beauftragt worden war, gewisse Gegentrugen, wer der Frau Weichensteller Meher das Geld ge- Nebenumstände von statten gegangen sei. Er habe zunächst fest- stände zu beseitigen, die mit dem Entbindungsakt in Zusammengeben, ihr Kind so elegant zu fleiden, und wer die Anordnung gestellt, daß die Temperatur und der Puls bei der Frau Gräfin hang stehen. getroffen hat, daß beide Knaben ganz, gleich gekleidet würden. normal war. Eine nähere Untersuchung habe ihm diese verweigert Staatsanwalt Dr. Müller macht die Geschwornen darauf Es wird hierauf in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Zeuge und gefagt: alle Wochenbetten seien bei ihr glatt vor sich gegangen aufmerksam, daß Frau v. Moszewska und Frau v. Koszorowska zu b. Studniarsky hat den am Schlusse des letzten Verhandlungs- und sie vertraue auch diesmal ihrer fräftigen Konstitution. Die den Personen gehören, gegen die das Verfahren noch fortgesetzt wird. tages erwähnten Wagenunfall der Gräfin mit angesehen. Nach Weigerung der Gräfin habe auf ihn einen peinlichen Eindruck ge- Nach einer unwesentlichen Aussage des Sohnes der Frau feiner Meinung war der Unfall nicht so unbedeutend, namentlich mit macht. Er sei beklommenen Herzens nach dem Hinterzimmer gegangen Biedermann, der die Depeschen an Dr. Rosinski aufgegeben, Rücksicht auf den damals behaupteten Bustand der Gräfin. Diese sei und habe das Kind gesehen, welches ihm durch seine Schönheit auf- fchließt die Sizung. förmlich hinausgeschleudert worden. Als die Gräfin und die Komtesse gefallen sei. Er sei dann zur Gräfin zurückgegangen und habe ihr, Nächste Sizung am Dienstag 91 Uhr. wieder im Wagen gesessen, habe er aus dem Wagen ein fröhliches um wieder eine Unterhaltung über den Geburtsaft anzuknüpfen, Gelächter gehört. gefagt: Das Kind sehe ja so blau aus; ob es vielleicht scheintot zur leinen Knaben zum erstenmal gesehen, sofort frappiert von der die anwesend war, gesagt: Die Hebamme habe das Kind zweimal großen Aehnlichkeit des Kindes mit der Frau Gräfin und der Frau geschlagen. Auf seine Frage, ob sie das gesehen habe, habe die Dame Charlottenburg. Am Donnerstag, den 5. November, abends Gräfin Mutter. geantwortet: Aber natürlich, ich bin ja bei der Geburt zugegen ge- 81%, Der Briefträger Joseph Bawid aus Posen hat die Be- wefen. Diese vollständig ruhige und verständige Antwort einer 8 Uhr, findet im Voltshause, Rosinenstraße 3, eine öffentliche forgung der Brieffchaften nach Wroblewo unter sich gehabt. Nach Dame, die selbst Mutter, Frau eines Rittergutsbesizers und Trägerin Volfsversammlung statt. feinen Wahrnehmungen habe er feinen Zweifel daran gehabt, daß eines hochgeachteten Namens sei, habe alle Bedenken bei ihm Charlottenburg. Das socialdemokratische Wahlbureau für die die Frau Gräfin sich in andern Umständen befände. Die Ver- zerstreut und er habe sich beinahe geschämt, daß er Biveifel an Landtagswahlen befindet sich im Boltshause, Rosinenstraße 3. Alle teidiger Rechtsanwalte Chodziesner, v. Rychlowsti und der Richtigkeit der Entbindung gehabt habe. Außer der Frau Anfragen, die sich auf die Wahl beziehen, sind an dieses Bureau Dr. Zborowski sowie Staatsanwalt Dr. Müller richten noch von Moszczewska sei auch Frau von koszorowska zu richten. eine ganze Reihe von Fragen an den Zeugen, die dieser dahin be- anwesend gewesen. Zusammenfassend äußert sich der Zeuge dahin: Schöneberg. Die heute Dienstag fälligen regelmäßigen Bezirksantwortet: Seine eigne Frau sei 14 Tage vor der Gräfin entbunden Ueber die Frage, ob die Gräfin geboren habe oder nicht, könne er worden und zwar von der angeklagten Hebamme Ofsowska. Legtere fich aus eigner Wahrnehmung nicht äußern. Ihre Weinung, sich fizungen des Wahlvereins finden erst nächsten Dienstag, den Donnerstag, den 5. d. Mts., bei Obst, fei einmal bei seiner Frau zu spät gekommen, und als seine Frau untersuchen zu lassen, tönne verschiedene Motive haben. Zuerst ihr darüber Vorwürfe gemacht, habe sie gesagt: Sie habe auf dem fönnte in Frage kommen, daß die Gräfin ihm ihren wirklichen Meiningerstr. 8: öffentliche Kommunalwähler- VersammSchlosse zu thun gehabt; die Frau Gräfin werde auch in einiger Zustand verheimlichen wollte. Aber dieser Gedanke sei durch ung. Tagesordnung: Die Bedeutung der Kommunalwahlen". Aber dieser Gedanke sei durch Referent: Reichstags- Abgeordneter Eduard Bernstein. Beit niederkommen. Auf Vorhalt bestreitet die Angeklagte Ossowska die Bekundungen beiden anwesenden Damen zerstreut fehr lebhaft die letztere Behauptung, während der Zeuge worden. Zweitens fönnte eine Abneigung gegen eine förper- Weißensee. Heute abend 8 Uhr spricht der Stadtv. Genosse dabei bleibt. Die Angeklagte Ossatusta beendet diesen Widerliche Untersuchung überhaupt in Frage kommen. Das Aus Bruns im Schloß Weißensee über das Thema:" Auf zur Landtagsspruch mit der Bemerkung:" Ach, der Zeuge ist ja ein sehen des Kindes biete teine Veranlassung zu dem Schlusse, wahl!" Zahlreiches Erscheinen ist durch die Maßnahme des Saufer!" Sie behauptet, daß fie vor der angeblichen Entbindung daß es nicht ein neugeborenes war. Es war ein besonders Gemeindevorstehers, der den Beginn der Wahl trok aller Proteste der Gräfin und auch unmittelbar nach derselben nicht zu der kräftiges Kind. Wenn er den Nabel hätte untersuchen können, würde auf 12 Uhr mittags festfest, bringend geboten. Gräfin auf das Schloß gegangen sei, sondern erst später mit dem er sich über diesen Bunkt ja bestimmter ausdrücken können, aber er Maffieren begonnen habe. Justizrat Wronter stellt durch Be- habe hierauf nicht energisch bestanden, weil eben jene zwei einwands- Rummelsburg. Am Donnerstag, den 5. d. Mts., abends 81%, Uhr, fragen fest, daß der Zeuge, den die Angeklagte hier als„ Saufer" freien Damen, Frau v. Koszorowska und Frau v. Moszczewska, findet im Lokale von Georges, Neue Prinz Albertstraße 70, eine verschrei, feit zwanzig Jahren im Reichspostdienst stehe und sich versicherten, daß die Geburt ordnungsmäßig verlaufen fei. Er habe findet im Lokale von Georges, Neue Prinz Albertstraße 70, eine ftets gut geführt habe, daß er von niemand beeinflußt worden und feinen Verdacht mehr gehabt und dies den Agnaten mitgeteilt. Wie öffentliche Landtagswähler- Versammlung statt, in welcher Genosse Vater von acht Kindern sei, so daß er sich ein Urteil über die hier er gehört habe, seien der Gräfin dann auch von den Agnaten Glüd-& reiwaldt das Referat halten und die Aufstellung der Wahlmänner zur Debatte stehende Frage des förperlichen Zustandes der Gräfin wünsche zugegangen. Die Sache habe jahrelang geruht, bis dann, erfolgen wird. wohl gestatten könne. man wisse nicht den Ursprung, seltsame Gerüchte aufgetaucht Nowawes. Mittwochabend 812 Uhr, bei Hiemte, Wallstraße: Der Förster Czelinsti hat bis vor sechs Jahren in Wroblewo seien, die immer mehr Boden und Verbreitung fanden. Graf Bersammlung des socialdemokratischen Wahlvereins. Tagesordnung: im Dienst des angeklagten Grafen gestanden. Er erinnert sich eines Miecislaw v. Kwileckt habe ihm damals auch erzählt, daß die beiden 1. Geschäftliches. 2. Bericht des Landtagswahl- Komitees. 3. KomGespräche mit dem vorigen Zeugen, in welchem dieser ihm gerade genannten Damen erklärt hätten, sie könnten ihre Behauptung, daß munale Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. gefagt habe, er habe die Gräfin ganz schlank gesehen und von einer fie Augenzeugen der Geburt gewesen, nicht aufrechterhalten. Die Veränderung ihrer förperlichen Erscheinung nichts bemerkt. Der Gräfin, so fährt Beuge fort, sei eine hochgradig psychopathische Dame. Beuge Bawlid vermag diesen Widerspruch nicht aufzuklären. Er Sie stamme aus einer hochadeligen, alten Familie und habe eine erklärt schließlich auf Vorhalt der Vertreter der Staatsanwaltschaft, sorgfältige Erziehung genossen. Sie war jung, schön, reich und daß er eines Tages, als er die Gräfat im Schlafrod gesehen, nichts liebenswürdig, als sie in ihrem 18. Jahre eine Neigungsheirat mit Auffälliges an ihr bemerkt habe, daß ihm aber ein andres Mal eine dem Grafen wilecki einging. Sie habe also die Anwartschaft förperliche Veränderung an ihr aufgefallen sei. darauf gehabt, eine der glücklichsten Frauen zu werden. Leider sei Der Zeuge Czelinsti fagt auf Befragen der Verteidigung es anders gekommen. Sie fah bald ein, daß die wirt ferner aus: Er habe seiner Zeit an die Schwangerschaft der schaftliche Lage des Gutes Wroblewo im Niedergang begriffen Gräfin geglaubt und einmal der Angefflagten Ossowska gesagt, daß war. Sie schob dies der mangelhaften Centralleitung zu, fich die Gräfin doch gewiß sehr freuen wirde, wenn sie noch während ihr selbst wohl der größte Teil der Schuld zuzuMutter eines Jungen werden würde. Da habe die Ossowska ihm schreiben war. Die Gräfin wirtschaftete phantastisch, gesagt: Frau Major v. W a holz aus Jnowrazlaw war, als sie den Welt gekommen ſei? Darauf habe ihm die Frau v. Moszczewska, Berliner Partei- Angelegenheiten. der 10. November, statt. Lokales. Groß- Berlin". Der Vertrauensmann. Die feit langem erörtere Frage der Schaffung einer Rommune Groß- Berlin durch Eingemeindung ber dem jezigen Stadtgebiet Berlin benachbarten Vororte hatte, nachdem die in der ersten Hälfte der 90 er Jahre geführten Eingemeindungsverhandlungen gescheitert waren und dann die Landgemeinden Schöneberg und Nixdorf Stadtrechte erworben hatten, ziemlich allgemein als abgethan gegolten. ,, Glauben Sie denn an die ganze Geschichte? Die Berliner Stadtverwaltung war aus finanziellen Bedenken mit ohne Etat, ohne Ueberlegung, das Geld verschwand ihr unter den nur mäßigem Eifer an die Sache herangegangen, und die Die Gräfin läßt mich immer aufs Schloß kommen, ich sehe aber Fingern. Sie war sich dessen aber nicht bewußt, sondern gewiß vom preußische Staatsregierung Staatsregierung hatte das Eingemeindungsprojekt, nicht, daß fie in gesegneten Umständen ist, die Gräfin will den besten Willen befeelt, fie glaubte gut zu disponieren. Sie war so 1891 wiewohl fie selber auf eine Entscheidung hinzuLeuten mur einreden, daß dies der Fall ist." Die Angeklagte fehr davon überzeugt, daß sie vernünftig disponiere, daß sie einige Offowsta bestreitet, daß sie mit dem Beugen in dieser Weise Zeit hindurch, mit Vollmacht ausgestattet, die Centralleitung der drängen schien, schließlich nicht gerade gefördert. Auf der einen von der Gräfin gesprochen habe, und behauptet, der Beuge habe Herrschaft selbst übernahm. Dies habe aber nicht lange gewährt. Seite verspürte man geringe Luft, Berlin durch die kommunale Angelogen. Einen Grund für diefe Behauptung fann fie nicht recht es sei unrichtig, wenn behauptet werde, die Gräfin habe unmäßigen gliederung gewisser, meist von Arbeitern bewohnter Vororte noch mehr angeben. Sie meint nur: fie tönne ja nicht wissen, ob der Zeuge Lurus getrieben. Sie habe ihre Mitgift, soweit sie nicht zur Aussteuer als bisher zur Hauptstadt der Socialdemokratie werden zu lassen; nicht bestochen sei, denn sie habe gehört, daß Leute vorhanden seien, ihrer ältesten Tochter Verwendung fand, in die Herrschaft gesteckt. Aber es auf der andren Seite wurde befürchtet, daß die Erweiterung des die die Zeugen bestechen. gab schließlich keinen Halt mehr. Als die Einnahmequellen versiegten, Stadtgebietes um ein paar wohlhabende und verschiedene nur wenig Alsdann wird der Zeuge Lieutenant a. D. Gustav v. Blumenfchob die Gräfin die Schuld daran ihrem Ehemann zu, sie begann auf ihn steuerfräftige Landgemeinden dem Großberliner Steuersäckel übel bethal aus Montreux vernommen. Er hat das gräfliche Ehepaar in zu schimpfen, weil er sie angeblich so knapp halte. Die Spannung tommen tönnte. Montreux tennen gelernt und auch einmal mit ihnen auf deren zwischen den Eheleuten sei immer größer geworden; während die Zimmer gefrühstückt. Er hat bemerkt, daß in diesem Zimmer zwei Gräfin fich früher nicht um die Lebensverhältnisse ihres Ehemannes Inzwischen hat die politische und kommunale Entwicklung der Betten dicht neben einander standen und daß zwischen dem Grafen gekümmert hatte, sei es nun auch dieserhalb zwischen ihnen zu bösen Reichshauptstadt und ihrer Vororte gezeigt, daß der Vormarsch der und der Gräfin ein gutes Verhältnis obwaltete, wie es zwischen Auftritten gekommen. Die Gräfin habe sogar keinen Anstand ge- Socialdemokratie in und um Berlin durch nichts aufgehalten werden Eheleuten der guten Gesellschaft üblich sei. Die Gräfin sei sehr nommen, in Gegenwart andrer Personen in rücksichtslosester Weise tann. Die finanziellen Bedenken, die gegen den lebhaft, er habe aber nie Ausdrücke von ihr gehört, die darauf hin- über ihre ehelichen Verhältnisse zu sprechen. Und dabei befize die Eingemeindungsplan bestanden hatten, sind ebenso gründlich durch deuteten, daß zwischen den Ehegatten ein gespanntes oder auch nur Gräfin viele hervorragende weibliche Eigenschaften. Sie fei in die Thatsachen widerlegt worden. Es hat sich gezeigt, daß das Getühles Verhältnis herrschte. hervorragender Weise musikalisch, sie spiele und finge. Sie fei stola spenst des kommunalen Defigits, bas man so lange fernzuhalten Hierauf findet eine fleine Bauſe ſtatt. auf ihre aristokratische Abstammung, aber trotzdem leutselig gegen Nach Wiederaufnahme der Sigung wird Sanitätsrat ihre Untergebenen, freigebig und gastfreundlich. Durch ihren fort- gewußt hatte, trotz des Verzichtes auf ein Groß- Berlin, Dr. Rosinski aus Wronte vernommen. Er kennt die Gräfin feit währenden Kampf mit Sorge und Kummer habe sich ein zerfahrenes trob der Ablehnung einer Gemeinschaft mit Orten sehr langer Zeit und war ihr Hausarzt. An akuten Krankheiten Wesen bei ihr herausgebildet, wozu die Anlage schon durch eine an- Lichtenberg, Weißensee usw., nunt doch nicht mehr zu habe er sie nicht behandelt, dagegen verschiedene mal an verschiedenen geborene physische Störung vorhanden sei. Schlauheit tönne man bannen ist. Mancherlei Umstände haben dazu beigetragen, chronischen Beschwerden, insbesondere gichtiger Natur. Bei all ihr nicht absprechen, aber Weisheit und Ueberlegung wohl. Am ver- daß die städtische Finanzlage sich in der legten Zeit diesen Beschwerden habe ihm die Gräfin jedesmal die Untersuchung hängnisvollsten für die Gräfin sei, daß sie mit einer ethischen von Jahr zu Jahr ungünstiger gestaltet hat, am schmerzlichsten aber verweigert. Sie habe gewöhnlich gefagt: Ach, Sie verden mir auch Schwäche behaftet sei. Jedenfalls sei sie eine psychische Abnormität. wird es von unsrem Stadtsäckel- Bewahrer empfunden, daß die Wohlohne Untersuchung etwas verschreiben können! Die Gräfin habe An den Zeugen werden noch zahlreiche Fragen durch den ersten habenden immer zahlreicher nach den westlichen Bororten abwandern, vier Kinder geboren, einen Sohn und drei Töchter, davon drei in Staatsanwalt Steinbrecht, den Rechtsanwalt Dr. Müller und daß dafür aus den Provinzen fast nur unbemittelte nach Berlin Wroblewo, das vierte außerhalb Wroblewos. Weshalb letzteres der und den Vorsitzenden Landgerichts- Direktor Leuschner gerichtet. wie Fall war, wisse er nicht, wahrscheinlich sei es Laune gewesen. Er Ueber die Gründe, weshalb die Gräfin sich zu ihrer Entbindung zuziehen. Man hat einsehen gelernt, daß die westwärts gerichtete felbft habe die Gräfin nie entbunden. Eines Tages im Sommer nach Berlin begeben haben könnte, vermag er nichts auszusagen. Abwanderung des steuerkräftigen Teiles der Bevölkerung dennoch 1896, habe ihm die Gräfin erklärt, daß sie sich in andren Umständen Sie habe seiner Zeit gesagt, sie habe in Wroblewo eine trante teine nennenswerte Beeinträchtigung des Berliner Steuerauffommens befände. Der Graf habe den Winter im Süden zugebracht, Bonne zu liegen und dies sei auch wahr gewesen. Weiter bekundet aur Folge gehabt hätte, wenn rechtzeitig ein Groß- Berlin geschaffen Die zweite städtische Lesehalle und 20. Boltsbibliothek in der Ravenéstr. 12, welche seit Anfang September eines Umbaues wegen publikum wieder eröffnet. geschlossen waren, werden am 5. November 1903 für das Leseworden wäre, und man beginnt im Hinblick auf diesen Zug nach seine Ehefrau hier mittellos zurückließ. Diese mußte hier thre Auf einer Hochzeit tobsüchtig wurde der 24 Jahre alte Maler den Vororten des Westens die Eingemeindungsfrage wieder lebhafter Schmucksachen verpfänden, um daraus den Lebensunterhalt zu be- Walter Köpfe aus der Bismarckstraße zu Charlottenburg. zu erörtern. streiten. J. betrieb seine Fabrit" zunächst in der Usedomstr. 17 Hochzeitsfeier fand in einem Brauereiausschant des hohen Nordens Lehrreiche Betrachtungen darüber liefert Herr Georg aber- und verlegte fie dann nach der Badstr. 11/12. Er ließ Haussegen statt, und der leicht erregbare. gerief um eine Kleinigkeit in Zwist land, Stadtverordneter von Berlin und zugleich Gemeinde- herstellen und über das ganze Deutsche Reich verbreiten. In allen mit einem andren Gast. Plöglich brach ein Wutanfall bei ihm aus, Städten faßen Oberagenten, die durch Hunderte von Unteragenten er schlug wie ein Rasender um sich und bis drei Männer, die ihn bertreter bon Wilmersdorf, in feiner feiner eben erschienenen von Haus zu Haus, von Thür zu Thür ihre Aufrufe verbreiteten, die halten wollten, in den Arm und einen vierten in einen Finger. Broschüre" Groß- Berlin, ein Beitrag zur Ein in der Sammlung von Geldern zu wohlthätigen Zweden gipfelten. Der Einem andren Teilnehmer rig er den Anzug vom Leibe. Die junge gemeindungsfrage"( Verlag Leonhard Simion Nachf., Berlin). Ueberschuß, der aus dem Vertrieb der Haussegen erzielt wurde, Frau fiel über den Vorfall in Ohnmacht. Schließlich wurde K. überHaberland vertritt den Standpunkt, daß die Eingemeindung heute, sollte zur Interfügung verfüppelter arnier Kinder Berwendung wältigt und von sechs Männern mit Aufbietung aller Sträfte nach trotz der inzwischen erfolgten Stadtwerdung Schönebergs und Rig- finden. Der Aufruf enthält neben Bibelworten, die das Mitleid und der Unfallstation in der Badstraße gebracht, von wo ein Lückscher dorfs, nicht schwieriger ist als vor zehn Jahren, daß sie aber heute die mildthätigkeit erwecken sollen, Abbildungen verkrüppelter Kinder, Wagen ihn nach der Neuen Charité abholte. Die Feier hatte durch noch viel notwendiger als damals ist. Zum Nachweis der Not die nach Namen, Alter und Stand der Eltern aufgeführt sind. Um die Störung ihr Ende erreicht. wendigkeit führt der Verfasser allerdings nur die erwähnte Ab- eine Kirche darstellt und die Umschrift trägt:" Zur Unterstützung in Neisse gefaßt wurde, als er gelegentlich eines Voltsfestes faliche jeden Verdacht auszuschließen, wurde auch ein Stempel beigefügt, der Der Falschmünzer Gelhaus, der aus der Charité entsprang und wanderung der Wohlhabenden an, diese aber schildert er uns in des Krüppelheims." Die Haussegen, die sonst für 2.50 M. zu haben einer recht überzeugenden Darstellung, die sich auf ein reiches find, wurden für 6,50 abgesetzt. Durch ihre Zungenfertigkeit über Die Falschstücke, die er verausgabte, wurden in seiner eignen Werkdes Krüppelheims." Die Haussegen, die sonst für 2.50 M. zu haben weimartstücke verausgabte, ist gestern wieder in Berlin eingetroffen. statistisches Material stützt. Haberland hebt hervor, daß in der redeten die Agenten die zur Wohlthätigkeit neigenden Abnehmer, so stelle hergestellt, bevor er sich mit der Herstellung preußischer Coupons socialen Fürsorge, die den Kommunen obliegt, zum Beispiel an den daß nach dem Ergebnis der Einnahmen die Haussegen in großen befaßte. hygienischen Maßnahmen, alle Bürger, ob sie in Berlin, in Lichten- Massen abgesetzt wurden. Einen Ueberblick über den Geschäftsgang berg oder in der Kolonie Grunewald wohnen, das gleiche Interesse gestattet die Thatsache, daß in der Zeit vom 1. September v. J. bis haben; daß verschiedene sehr kostspielige Unternehmungen, die von zum 15. Oktober d. J. eine Brutto- Einnahme von 486 000. abBerlin allein bezahlt werden. auch den Vorortbewohnern zu gute endlich Anzeigen bei der hiesigen Polizei ein. In dem Aufruf an sich geführt werden konnte. Von den weich gemachten Käufern liefen kommen, beispielsweise die Schaffung von Verkehrswagen und konnte kein eigentlicher Betrug gefunden werden, daher wurde die Berkehrsmitteln, die es noch mehr erleichtert, in Berlin sein Geld zu Angelegenheit dem Kriminalkommissar Dr. Grünberg zur besonderen ting- und Lenau- Abend im Gewerkschaftshause verDie Arbeiter- Bildungsschule hatte zum Sonntag einen Hamerverdienen und in einem Vorort zu wohnen. Nachforschung anvertraut. Das Ergebnis war, daß J., ein schon ausges anstaltet. Oder genauer gesagt, diese beiden Dichter waren als Kern H. zieht hier zur Vergleichung die Verhältnisse Londons oder viel- wiesener Schivede, etwa ein halbes Dusendkinder mit jährlich etwa je der Veranstaltung gedacht, die außerdem einen mit feinem Geschmac mehr Groß- Londons heran. Trotz aller Selbständigkeit der zahl- 100 m. unterstützte. Er verschaffte sich einen Namen dadurch, daß er zusammengestellten Kammermusitabend brachte. Herr Dr. Rudolf reichen Kommunen, aus denen sich die Grafschaft London zusammen- für eine Spende von 100 W. Ehrenmitglied von Vereinen wurde, Steiner veranschaulichte in einem vorzüglichen Vortrag die polisetzt, besteht wenigstens für einzelne Berwaltungszweige ein Groß- deren Namen er dann als Lockruf für ſeine Einnahmen benuzte. tischen Zustände, unter denen Benau und Hamerling in ihrem engeren London, zum Beispiel für die Kanalisation, für das Feuer- treibende Kraft der zuerst nicht zu ermittelnden Fabrik erkannt hatte, der Censur sein Freiheitslied„ Die Albigenser" schuf. entwarf der Als er endlich merkte, daß sich die Kriminalpolizei, die in ihm die Baterlande Destreich reiften. Während Lenau in der Umklammerung löschwesen, für den größten Teil des Straßenbahnwesens, näher mit der Sache befaßte, ging er ab unter Mitnahme des später geborene Hamerling Bilder des gesellschaftlichen Verwesungsfür alles, was dem Verkehr dient. Groß- London unter- Geldes. Außerdem ließ er eine Schuldenlast von 125 000 M. zurück, hält die meisten Themsebrücken, die Themsetunnel sind von die aus der Herstellung der Haussegen entstanden ist. As et hier Groß- London gebaut, und bedeutende Straßendurchbrüche über die Art seiner Thätigkeit vernommen wurde, wollte er die werden gewöhnlich nicht von den beteiligten Einzelfommunen, sondern Agenten nicht kennen, von denen er die Geldfendungen in Empfang von Groß- London bezahlt. inn genommen hat. Am 18. v. M. dampfte er ab, indem er einen Die Drganisation dieses Groß- London vereinigt die wider- Rassenbestand von 1,53 Mark zurückließ. Seinen Verlag gründete strebenden Interessen der einzelnen Gemeinden nur auf bestimmten aber änderte er ihn in„ Unionsverlag" um, nachdem er das Fett er im März 1901 unter dem Namen„ Märkischer Kunstverlag", dann Gebieten. Die Verschmelzung aller Interessen auf allen Gebieten abgeschöpft hatte. wird am besten durch wirkliche Eingemeindung erreicht. Man kann dem Verfasser nicht unrecht geben, wenn er sagt, daß für Berlin die Eingemeindung der Vororte heute geradezu eine Lebensfrage ist. 12 zu prozesses und der neuen Entwicklungskeime, die in dieſer Fäulnis zur Reife kamen. Das Epos„ Ahasver in Rom", das die Sittenfann wohl als das gelungenste Wert Hamerlings bezeichnet werden. berderbnis unter den Cäsaren mit Matartscher Farbenglut schildert, Fräulein Marie Holgers recitierte Gedichte von Hamerling und Lenau, während Fräulein Martha Schley mit sympathischer Brahms, Chopin, Winiawsky, Beethoven und Schubert wurden in Stimme einige von Franz komponierte Lieder Lenaus vortrug. vorzüglichem Vortrag von den Kammermusikern Altmann, In einer Konditorei vergiftet hat sich in der vorletzten Nacht um Hänsgen und Neumann zu Gehör gebracht. Der große Saal Uhr ein 21jähriges Mädchen, das eine Stunde vorher als Gast des Geivertschaftshauses war überfüllt. Es war eine Freude, zu eintrat und dann fortging. Zur genannten Zeit betrat es die sehen, wie die Arbeiter und Arbeiterinnen andächtig der doch nicht Aschingersche Konditorei in der Friedrichstr. 152 wiederum und leicht verständlichen Musik lauschten. schüttete ein Pulver in den Kaffee. Ein Herr fah dies und sprang Im Metropol- Theater ist das„ Allerneneste" allmählich in Ehren mit den Worten:" Was machen Sie?" hinzu. Inzwischen hatte aber das Mädchen den Kaffee getrunken und war bewußtlos auf grau geworden und man mußte auf möglichst vollwertigen Ersatz finnen. dem Stuhl umgesunken. Eine neue Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz Nach Zeugnissen ist es das 21jährige Stubenmädchen Elfriede Bachmann, das soeben aus der Stellung „ Durchlaucht Radieschen" wurde also in bewährter Weise ausgetreten war. Das Mädchen wurde nach einem Krankenhauſe von Julius Freund gedichtet, von Victor Holländer kompogebracht; es hatte von mehreren Pulvern eins genommen, das niert, vom Direktor Schulz in Scene gefeßt, und, was die HauptBlausäure enthielt. Den Grund zur That kennt man noch nicht. sache, von der Firma Hugo Baruch u. Co. so glänzend ausgestattet, daß die vorgenannten Mitarbeiter völlig in Schatten geDas neue Stück fängt am wie Pariser Leben". Aber viel großartiger. Die Bahnhofshalle ist der des Bahnhofs Friedrichstraße nachgebildet und der Orient Expreßzug kommt eigenhändig auf die Bühne. Wirklicher Rauch, den man im Zuschauerraum riechen kann, steigt aus der Maschine. Eutsprechend dem gewaltigen Fortschritt, Solche Unterordnung des Schulinteresses unter das Interesse den die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten vierzig Jahren der Stadtmission und ihrer Kurrende verstieß gegen die geltenden genommen hat, geberden sich auch die Helden der neuen Ausstattungs Eingebrochen wurde in die Kunstschlosserei von Weil in der posse viel unternehmender als die Personen in Offenbachs Operette. Bestimmungen über Schulpflicht und Schulbesuch, und das Entgegen- Barutherstraße 9, deren zwei Eingangsthüren mit Stemmeisen ge- was ist der Brafilianer mit der einen kleinen Handschuhmacherin kommen, das der Kurrendeleitung von der Schule bewiesen wurde, öffnet wurden. Dann machten sich die Diebe an die Pulte des gegen den erotischen Multimilliardär in unfrem Stück, dem die Weiber stand in auffallendem Gegensaße zu der Strenge, mit der sonst die Comptoirs, die sie gleichfalls erbrachen. Da sie kein Geld fanden, zu Dußenden an den Hals fliegen, nur weil er mit dem Gelde wie Schulversäumnisse geahndet werden. Durch den Vorwärts" nahmen sie Brief- und Invalidenmarken und auch einen photographischen toll umher wirft, und nicht, weil er von Josephi, dem Manne mit ist im vorigen Jahre dieser schulfeindliche Unfug, den mangottes- Apparat mit. Drei verdächtige Burschen, die auf dem Boden des der schmelzenden Stimme, dargestellt wird!" Pariser Leben" weist fürchtig und dreift selbst bei Anlässen allerprivafesten Charakters, vierter, der rechtzeitig Wind bekommen hatte, entfloh über mehrere zusammengeflicten Compagnie auf; in" Durchlaucht Radieschen" Nebenhauses nächtigten, wurden am Morgen festgenommen. Ein Sen armseligen schweizerischen Admiral mit seiner aus Lumpen bei der Hinzuziehung der Kurrende zu Beerdigungen usw., sich er- Dächer nach der Nostizstraße zu. Die Invalidenkarten hatten fie auf präsentiert sich das Königreich Macedonien- nicht das des hoch laubt hat, und noch manches andre sehr wenig Erbauliche aus dem dem Hofe versteckt. Geschäftsbetriebe der Kurrende der Deffentlichkeit unterbreitet worden. Unfre damaligen Veröffentlichungen find nicht ganz erfolglos gewesen. Sie haben dazu geführt, daß wenigstens das Recht der Schule jetzt etwas mehr als bisher von der Kurrendeleitung respektiert wird. In diesem Jahre hat man sich zum erstenmal dazu bequemt, die Reformationsfeier der Kurrende nicht mehr um die Mittagszeit abzuhalten, sondern in eine Abendstunde zu verlegen, so daß die Schule nicht mehr direkt dadurch beeinträchtigt wird. Kurrende und Schule. Seit einer Reihe von Jahren pflegt die Kurrende der Stöckerschen Stadtmission am 31. Oktober als dem Reformationstage sich vor dem Luther Denkmal versammeln und kirchliche Gesänge vorzutragen. Bisher war für diese Veranstaltung jedesmal die Mittagstunde gewählt worden, wohl deshalb, weil um diese Zeit noch am ehesten darauf zu rechnen war, daß aus der Schar der zu Tische gehenden oder an ihre Arbeit zurückfehrenden Straßenpassanten eine nennenswerte Zuhörerschaft sich anLoden ließ. Tödlich verletzt wurde in seinem Berufe der 39 Jahre alte stellt sind. Die Leitung der Surrende hatte dabei aber nicht die Rangierer Karl Tiedle aus der Spenerstr. 8. Auf dem Mittelgeleis gebührende Rücksicht auf die Schule genommen. Manche der Kurrende- des Hamburger Güterbahnhofes war ein Bug zusammengestellt, jungen waren genötigt gewesen, einen Teil des Schulunterrichts zu dessen Wagen Tiedke aneinander koppeln sollte, damit er auf einen versäumen, weil sie sich pünktlich am Luther- Denkmal einfinden andren Strang übergeführt werden konnte. Dabei wurde T. mußten. zwischen zwei Buffern der Brustkasten eingedrückt, und er starb im Krankenhause. " feligen Königs Alexander, sondern das der Zukunft mit Drden, dierenden der Technischen Hochschule zu Charlottenburg teilt seinen attentaten. Dies phantastische Königreich, das mit einem preußischen Student wegen Diebstahls verhaftet. Der Ausschuß der Stu- Thronfolgersorgen, diplomatischen Verwicklungen und Dynamit Ausschußmitgliedern und der gesamten Studentenschaft am schwarzen Garde- Avantageur als Thronerben gestraft wird und für das eine Brett mit, daß der Kandidat des Maschinenbaufaches K. K. aus Berliner Kokofte, eben die Durchlaucht Radieschen, nach Art der Friedenau gestern wegen des Verdachtes des Diebstahls verhaftet Lady Milford landesmütterlich zu sorgen berufen ist, dies Königreich worden ist und daß derselbe bereits sein Vergehen eingestanden hat. ist in der That ein so famoser Gedanke, daß man seinem Entdecker, Herrn Julius Freund, herzhaft dazu gratulieren kann. Daß die an sprechende und im ganzen recht amüsant durchgeführte Idee, einen solchen Zukunftsstaat auf die Bühne zu bringen, mit immenfem Beiwert an Ballet und Ausstattung bepadt wird, das ist im Metropol Theater nun ja einmal nicht zu vermeiden. Offenbachs Musik fehlt allerdings in dieser Operette; Victor Holländer hat diesen göttlichen Mann noch nicht ganz erreicht. Aber man darf selbst im MetropolTheater nicht alles haben wollen, und Offenbachsche Genialität ist vielleicht schon um deswillen an dieser Stätte nicht recht angebracht, Achtung! Zimmerleute! Der Zimmerer Otto Deterling aus Göttin bei Brandenburg a. H., welcher am 19. Oftober seine hiesige Arbeitsstelle wegen Krankfein verließ, ist kurz darauf gestorben. Jeder, der Angaben darüber machen kam, bei vem oder wo Deterling gearbeitet hat, wird gebeten, diesbezügliche Mitteilungen an Karl Kemniz, Zimmerer, Steinmegstr. 58, Quer gebäude II bei Wieland, gelangen zu lassen. Vielleicht erleben wir's noch, daß der Kurrende einmal völlig das Handwerk gelegt wird. Die Zugehörigkeit zur Surrende hat für die Jungen die Bedeutung einer auf Erwerb abzielenden Nebenbeschäftigung. Die paar Groschen, die ihnen gezahlt werden, stehen in einem argen Mißverhältnis zu der weitgehenden Ausnutzung der findlichen Arbeitskraft, die nicht ohne Schaden für die Schulleistungen Ein Kindesmord liegt allem Anscheine nach einem Zeichenfunde und für die Gesundheit der Jungen bleiben kann. ve elame zu Grunde, welcher in Halensee gemacht wurde. Auf den Fluten weil sowohl beim alten Emil Thomas als bei der neuen und des gleichnamigen Sees obiger Kolonie wurde die Leiche eines etwa sonst in ihrem Fach nicht üblen Soubrette Grete Meyer Die Bestattung Mommsens geschieht auf Kosten der Stadt Char- vier Wochen alten Knaben treibend aufgefunden. Der Körper war die edle Sangeskunst die schwache Seite bildet. Daß Frid- Frid, Tottenburg, beren langjähriger Ehrenbürger Mommsen war, von der mit Lumpen und Papier umhüllt und hat nach dem vorgeschrittenen Frau Junker- Schaz, Bender, Grünfeld, Guthery, Hummel und wer Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche aus voraussichtlich am Mittwoch Verwefungsprozeß zu urteilen, schon längere Zeit im Wasser gelegen. sonst noch am Metropol- Theater beschäftigt ist, auch in diesem Stück oder Donnerstag. Bei dem Dezernenten Stadtrat Boll find schon Einige Verlegungen am Halse deuten darauf hin, daß das Kind zu ihrem Recht kommen, versteht sich. Erwähnt sei noch, daß Frau zahlreiche Beileidsfundgebungen eingegangen, u. a. aus Rom und feines natürlichen Todes gestorben, sondern von der unnatürlichen Müller- Linde, die vortreffliche Soubrette von ehedem, jetzt ebenfalls Benedig. Auch die Baterstadt des großen Mannes, Garding in Mutter ermordet wurde. Leider bietet die Umhüllung der Leiche hier spielt. Holstein, hat schon an den Magistrat von Charlottenburg eine nicht den geringsten Anhalt, der zur Entdeckung der Mutter führen Drahtung gesandt, mit der Bitte, am Sarge des großen Sohnes tönnte. Feuerbericht. Ueber ein Dutzend Brände hatte die Wehr in den einen Kranz niederlegen zu wollen. An der Bestattung, die nach der legten 24 Stunden zu beseitigen. Montagvormittag gegen 10 Uhr wurde Trauerfeier in der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche auf dem Dreifaltig- Bolizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche der 48 Jahre alten sie nach der Prinzenſtr. 82, am Morigplag, gerufen, weil hier in Teits- Friedhofe in der verlängerten Bergmannstraße, auf dem Erb- Lehrerin Fräulein Schönfeld, die in der Alten Schönhauserstraße 39 einem Steller ein größeres Feuer ausgekommen war. Bei Ankunft begräbnis der Familie, erfolgen wird, werden sich außer dem Stultus in Chambre garnie wohnte. Die Dame hatte ihrer Wirtin den Auf- des ersten Löschzuges standen Sisten, Bretter, Verpadungsmaterial usw. Es mußte daher über eine Stunde Wasser geminister, den bereits angemeldeten italienischen und sonstigen aus- trag gegeben, sie regelmäßig um 7 Uhr morgens zu wecken. Vor- in Flammen. ländischen Deputationen, Vertretern der deutschen Universitäten und gestern morgen flopfte jedoch das Zimmermädchen vergeblich an die geben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Auch in der Dranien der Studentenschaft, auch die Oberbürgermeister und Bürgermeister Thür des S.schen Zimmers und als die Lehrerin sich auch im Laufe ftraße 101/102 und in der Bülowstr. 1 mußten zwei weitere größere von Berlin und Charlottenburg, die Stadtverordneten Borsteher des Vormittags nicht sehen ließ, wurde die Polizei benachrichtigt, Stellerbrände abgelöscht werden. In beiden Fällen wurde alter HausDr. Langerhans( der gestern seine Amtsthätigkeit wieder übernommen die die Thür öffnen ließ. Fräulein Sch. wurde, auf dem Sofa rat, Brennmaterial und Körbe zerstört. Kleidungsstücke und Möbel hat), und Ströhler, deren Vertreter Michelet und Buka mit Depu- liegend, tot aufgefunden. In der rechten Hand der Leiche befand gingen abends in der Blumenstr. 67a in einer Wohnung in Flammen fationen der Magistrate und Stadtverordneten beteiligen. Der sich die halb gefüllte Wasserkaraffe, aus welcher die Verstorbene auf, während in der Triftstr. 35 Wäschestücke und Decken durch Feuer Leichenzug wird die Tauenzien, Kleist-, Bülow, York- und Gneisenau- allem Anscheine nach kurz vor ihrem Tode getrunken hat. Da vernichtet wurden. An der Jerusalemer Kirche 1 mußte im vierten straße benutzen. die Todesursache nicht sofort festgestellt werden konnte, wurde die Stod in einer Küche ein Brand abgelöscht werden, der in der HauptLeiche beschlagnahmt und nach dem Schauhauſe übergeführt. fache den Fußboden und die Balkenlage beschädigte. In der SteinGrundbesitzer und Umsatzsteuer. Gegen die geplante Ber mezstraße 42 hatte die dritte Compagnie längere Zeit mit der Abdoppelung der Umsatzsteuer Umsatzsteuer machen die Grundbesitzer mobil. Als vermißt gemeldet wurden im Monat Oftober elf Bersonen, löschung eines Bodenbrandes zu thun. Die übrigen Alarmierungen, Der Hausbefizerverein Süden hat bereits bei dem Bunde von denen sich fünf bei ihren Angehörigen wieder eingefunden haben. welche die Wehr nach der Butbuserstr. 10, Markusstr. 18 und noch ber Berliner Grundbefizervereine den Antrag gestellt, gegen Gine Person, Frau Boliz, welche sich mit ihrem Kinde aus der nach verschiedenen andren Stellen führten, waren auf ganz una die drohende Mehrbelastung des Grundbesizes geeignete Maß- Wohnung entfernt hatte, wurde im Krankenhause entdeckt, wohin sie bedeutende Anlässe zurückzuführen. nahmen zu ergreifen. Seitens der Hausbesizer wird gegen die fich, ohne ihren Angehörigen irgend etwas mitzuteilen, begeben Steuererhöhung geltend gemacht, daß durch sie weniger die Groß- hatte. Drei der Verschwundenen hatten Selbstmord verübt; ihre tapitalisten als Angehörige des Mittelstandes, Handwerker, Reichen wurden in der Spree aufgefunden. Noch nicht aufgeklärt ist Hus den Nachbarorten. fleinere Geschäftsleute und Beamte betroffen würden, die das Verschwinden des 46 Jahre alten Weinhändlers Franke aus der in Berlin Grundstücke erwerben wollen. Die Stadt fordere Kaiser Wilhelmstraße, der sich entfernt hatte, um angeblich einen Charlottenburg. Bei der am 1. November d. J. stattgefundeneit eine doppelte Umfagsteuer, ohne irgenwelche Gegenleistung Kunden zu besuchen, und seit dieser Zeit vermißt wird. Delegiertenwahl der Arbeitnehmer zur Allgemeinen Orts- Krankenkasse dafür zu bieten. Durch die Erhöhung der Umsatzsteuer würden naturgemäß die Häufer verteuert, ohne daß es den Hausbefizern Ein bedauerlicher Verkehrsunfall hat sich am Sonnabendabend fiegte die Liste der Gewerkschaftskommission mit 1219 Stimmen Die Be möglich wäre, sich durch Mietssteigerungen schadlos zu halten, da am Potsdamerplaz ereignet, bei welchem der Kaufmann Adolf gegen die Liste des Herrn Sabor mit 942 Stimmen. sonst nur der Zuzug nach den Vororten noch verstärkt würde. Benn Glaser, Koppenstraße wohnhaft, nicht unerheblich verlegt wurde. teiligung an der Wahl war gegen frühere Jahre eine außerordentlich große. auch zugegeben werden müffe, daß durch diese Maßnahme die Bau- G. wollte an der Straßenbahn- Haltestelle in der Königgrägerstraße Großfeuer. In der Nacht zum Sonntag brach in Charlottenburg spekulation eingedämmt und der Berliner Grundbesiz stabiler würde, bor dem Balast- Hotel einen Motorwagen der Linie 1( Stadtring) beso werde andrerseits dadurch die Zahl der Hausverkäufe vermindert, steigen. In dem Augenblick, als er den einen Fuß auf das Tritt- auf dem Grundstück des bekannten Asphaltfabrikanten Franz Wigankow, so daß die Stadt bei weitem nicht die erhoffte Mehreinnahme von ein Wagen des Eierhändlers Bäderoth, Liebenwalderstr. 51 vorbei, ausgedehnte Fabrikgebäude in Flammen. Sie wurden erst bemerkt, brett des haltenden Wagens fezte, fuhr in ziemlich scharfem Tempo Kaiserin Augusta- Allee 22, ein Feuer aus. Gegen 3 1hr stand das zwei Millionen aus dieser Steuer ziehen werde. dessen Führer ohne Rücksicht auf das ein- und aussteigende Publikum, als sie schon aus dem Dache emporschlugen und eine gefahrdrohende Zur Unterstützung des Krüppelheime". Ein Hunderttausend- das Gefährt dicht an den Straßenbahnwagen heranlentte. G. wurde Ausdehnung erlangt hatten. Die von einem Wächter alarmierten Künstler hat eine ganz erhebliche Ernte in Deutschland gehalten und hierbei von dem Eierwagen erfaßt und derartig gegen den Straßen- Feuerwehren aus Charlottenburg und Berlin waren bald zur Stelle. ist damit abgedampft. Es ist der am 15. September 1877 in Lands- bahnwagen gedrückt, daß er eine Brustquetschung davontrug. Der Der Dachstuhl des einen Fabrikgebäudes ist total vernichtet. Ueber frone geborene August Johannsen, der am 18. Oktober d. J. in Be- Berunglückte wurde nach der Unfallstation in der Kronenstraße und die Entstehung des großen Brandes konnte noch nichts Authentisches gleitung einer jungen Dame nach Schweden verschwand, indem er von dort nach seiner Wohnung gebracht. ermittelt werden. Der Betrieb des Asphaltwerkes und des Patents ein Ende machen wollen. 19 4 den 9880 etwa beiden Orten. G. 100. Ja. 0 " P. W. Nein. hren- Walzivertes von V. Daelme, das sich auf demselben Grund- ihn erst aus dem Gefängnis ins Krankenhaus. Während der lang- sohn nicht erbberechtigt. Sie würden nur, wenn Ihr Kind oder Ihre stück befindet, soll im vollen Umfange aufrecht erhalten werden. monatlichen Untersuchungshaft wurden die Gefangenen nicht an die frische Frau nach dem Ableben Ihres Schwiegervaters gestorben wären, Ihre Frau Gegen 5 Uhr konnte ein Teil der Feuerwehr wieder abrücken. Die Luft herausgelassen. Zu den Gerichtsverhandlungen wurden einige der und Ihr sind beerbt und damit den auf diese entfallenen Teil des Ablösung übernahm die Aufräumungsarbeiten, die viel Zeit in An- Genossen in Ketten geführt, die man erst an dem Saaleingang abnahm. muß auf Räumung flagen. Ob ihr ein Recht zusteht, ohne Einhaltung einer schwiegerväterlichen Vermögens mitgeerbt haben. 5. 6. 75. Die Firma spruch nehmen. Leider sind bei dem Brande einige Personen verletzt Während der Nacht nahm man ihnen die Kleider ab. Im Prozeß Sündigungsfeist die Räumung( durch Klage) zu verlangen, ist ohne Einsicht worden und mußten Samariterhilfe in Anspruch nehmen. Der spielten Naporra und Ihring- Mahlow eine Hauptrolle. Naporra, in Ihren Bertrag nicht zu beantworten. P. K. Die Beschwerde ist an Schaden des Feuers soll durch Versicherung gedeckt sein. welcher dem Genossen Felig Wittkowski das Paket Schriften zugesteckt den Landrat, die weitere Beschwerde an den Regierungspräsidenten, eine Unter dem Verdacht eines Mordversuchs verhaftet wurde der hatte, für die Wittkowski später 30 Monate Gefängnis erhielt, wurde fernere an den Oberpräsidenten, die lekte an den Minister zu richten. Preuße. Sie sind keineswegs verpflichtet, aus dem bajuvarischen 60 jährige ehemalige Lokomotivführer August Kriesel aus Groß- im Gerichtssaal von dem Ersten Staatsanwalt Martins mit den Senden Sic, wenn Sie Lust haben, den Lichterfelde, der dort in der Bahnstraße 43 die Witwe Bertha Werner, Worten belobt:" Alles, was von Naporra vorgebracht worden Staatsverband auszutreten. ist, ist ebenso viel wert, Schreibebrief dem Bürgermeisteramt ununterschrieben zurück oder behalten als der Hauch auf einem Sie ihn als Dokument beamteter Untenntnis und benachrichtigen Sie das nach einem Selbstmordversuch sich geflüchtet hatte. Streifel war im Spiegel, als der Reif, der der Morgenröte vorangeht." In Oberhaupt Ihres Geburtsortes durch Postkarte: Bin Bayer und Preuße Jahre 1878 aus dem Dienst entlassen worden, weil er einen Eisen- und Naporra wären„ durchaus pflichttreue Beamte". Janiszewski, statutarische Vorschrift kann eine staffe bis zum 1. Januar 1904 enthalten. demselben Prozeß meinte der Staatsanwalt, Ihring- Mahlow und bleib's. R. R. 100. 1. In drei Jahren. 2. Ja. P. M. Solche bahn- Zusammenstoß bei Forst i. 2. verschuldet hatte. In den letzten Jahren wohnte er bei der Frau Werner, der er seine Ersparnisse der monatelang in Ketten gelegen hatte, erhielt eine Gesamtstrafe Bon da ab ist die Minimalleistung 26 Wochen. von 3 Jahren Gefängnis, Slawinski aus Warschau 23 Jahre, K. W., Rigdorf. Erforderlich sind die Geburtsurkunden und die zur Führung ihres Geschäftes übergeben haben will. Im Auguft die Strafen gegen die Brüder Wittkowski, Konopinsti, Militärpapiere. Angemeldet werden kann das Aufgebot am Wohnorte dieses Jahres führte Frau W. die Trennung von St. herbei, weil er Gofcinski, Merkowski, Morawski, Kurowski und Bräutigams oder dem der Braut. Ausgehängt" werden die Brautleute an arbeitsschen und dem Trunke ergeben wäre. Als es dann mit St. andre hielten sich auf entsprechender Höhe. Joseph Wittkowski und ausgeklagter Alimente für ein uneheliches Kind ist so weit zulässig, als" der P. M. 37. Lohnbeschlagnahme wegen immer mehr bergab ging, ließ er sich zu schweren Drohungen sturowski starben kurz nach der Entlassung aus dem Gefängnis, Felix Lohn den notdürftigen Unterhalt des Mannes und den standesmäßigen für gegen Frau W. hinreißen, die mehrfach polizeilichen Schuß in An- Wittkowski wurde körperlich vollständig gebrochen, Slawinski wurde an seine Frau und seine eheliche Kindern übersteigt. Die nach der Heirat spruch nahm. Schließlich drang K. vom Hof aus durch ein Fenster die russischen Schergen mit geladenem Revolver in die Wohnung der Frau Werner, die sich nach Verbüßung der Strafe ausgeliefert, vor dem Standesbeamten als eigne anerkannten, vor der Heirat erzeugten Lithograph. Die biesige Praris geht dahin, Hilfe rufend flüchtete. Nun richtete Striefel zunächst den Revolver während die übrigen Genossen sofort nach der Entlassung wieder in Kinder gelten als cheliche. gegen fich; als die Kugel aber das Ziel verfehlte, lief er der Frau des polnischen Parteiblattes Gazeta Robotnicza", die jetzt geschlossenen Gesellschaft behält. die kämpfenden Reihen traten. Ihr erstes Werk war die Gründung daß wenn der Verein vom Wirt oder vom Vorsitzenden angemeldet ist, er über die Polizeistunde hinaus tagen fanm, so lange er den Charakter einer Berner nach und gab einen Schuß auf sie ab, der aber gleichfalls G. R. 1884. Rein. G. D. Ja. fehlging. Striefel entfernte fich in der Richtung nach Zehlendorf zu in Stattowiz erscheint. Die Pofener Prozeffe haben an Straf- und Wally. 1. 15 bis 25 Mark monatlich. 2. Ja. 21. 6. 107. 1. Nach und wurde später verhaftet. Er bestreitet die Angabe der Frau.. Untersuchungshaft W., 87 Jahre Gefängnis geloftet, Erhebung des Widerspruchs gegen einen Zahlungsbefehl hat Stläger, wemit wonach er diese habe erschießen wollen. Er hätte lediglich aus Ver- außerdem die Auslieferung von zwei Genossen an die russischen er der Sache Fortgang geben will, zu laden. Ein Beispiel finden Sie Henker. Zum erklärte der Redner das Wesen der S. 436 des in den öffentlichen Leschallen ausliegenden Arbeiterrechtes". zweiflung über seine Notlage vor den Augen der Frau ſeinem Leben Bartel Boletariat, welche die erſten ſocialiſtiſchen Agitatoren 2. Sie schreiben: Beweismittel Gib. Ihre Kostenfrage ift unverständlich. aus Warschau nach Posen geliefert hat, und verlas einige Abfäge aus 3. Rein. 4. Der Vorsitzende kann ein Assessor, ein Amtsrichter oder ein R. K. Neu- Weißensee. Die Arbeiter können, wenn sie wollen, während Briefen, die von den zum Tode verurteilten und am 28. Januar 1886 Amtsgerichtsrat sein. Die Eingaben gehen an das Amtsgericht. der Mittagszeit wählen, und ich halte diese Zeit für die günstigste. in der Warschauer Citadelle hingemordeten Genossen einige Tage schreiben Sie dem Institut", durch deffen Agenten Sie sich leider haben be Klagen Sie auf Leistung des Vereinbarten gegen Zahlung Ihrerseits, oder Ueberhaupt sind die Vorbereitungen schon getroffen und es läßt sich vor dem Tode an die Parteigenossen geschrieben wurden. Möge schwagen lassen: Hierdurch fordere ich Sie auf, innerhalb fünf Tagen das nichts mehr ändern; die Gemeindevertretung hat hier nichts mit der Heldenmut, der aus den Todeszeilen spricht, auch uns beseelen, zu leisten, was Sie schriftlich versprochen haben. Erfolgt Leistung innerhalb zureden, die Wahlzeit bestimme ich, der Gemeindevorsteher!" Das auch uns anfeuern im Kampfe um die Befreiung des arbeitenden dieser Seit nicht, so wende ich mir die entsprechenden Zahnleistungen bei war die Antwort, die unsre Vertreter auf ihre Interpellation in der Volfes, im Kampfe gegen die Ausbeutung, gegen die Gewalt." einem andren auf Ihre Kosten anfertigen lassen." Handeln Sie dieser Aufe M. W. 1000. Nein. Tetzten Gemeindevertreter Sigung vom Vorsigenden zu hören be tamen. Die Genossen Taubmann und Schumann wandten sich Goscinski ihre Leiden im Posener Gefängnis. In der Diskussion erzählten die Genossen Grochow& fi und forderung entsprechend und flagen auf zahlung. Die Reichenbergerstr. 140. Die Kinderrenten find fortzuzahlen. Bitwe erhält im Falle der Wiederverheiratung 60 Proz. des Jahresganz energisch gegen die Auffassung des Vorsitzenden, daß des verstorbenen Ehemannes als Abfindung. zwölf Uhr mittags die günstigste Zeit zum Anfang Genosse Biniszkiewicz sprach über die Ausnahmegefeße, Arbeitsverdienstes der der Jahres Arbeitsverdienst im Sinne des Unfall welche auch heute Bahl fei, und legten in ihren Ausführungen flar, wenn nicht auf dem Papier, so doch in der Wie hoch daß durch diesen Willküraft außerhalb des Ortes Wirklichkeit, Ars auf den arbeitenden Klaffen, speciell aber der polni- persicherungs- Gesetes anzunehmen ist, ergiebt sich aus dem Rentenbescheid. beitenden ein Tagesverdienst verlustig geht und der Vorsitzende schen Arbeiterklasse lasten. In lebhaften Worten schildert der Redner W. H. Die Anmeldung muß erfolgen. Die Strafe wegen unterlassener Anmeldung ist aber verjährt, wenn seit dem Aufenthalt des Kindes drei Leipzig 28. Nur die hinterbliebenen Kinder, doch nicht diese Verantwortung auf sich nehmen solle. Ein Achsel- das preußische Junkerregiment und fordert unter stürmischem Beifall zuden war die Antwort. Ein weiterer Ausspruch des Gemeinde- auf, an der Landtagswahl teilzunehmen, für die Socialdemokratie Witwen( unter Umständen auch der Witwer), nicht aber Geschwister haben vorstehers charakterisiert seinen Standpunkt:" Der Arbeiter feiert zu stimmen und zu agitieren. Schließlich legte der Redner einen Anspruch auf Rüderstattung eines Teils der Klebemarken- Beiträge. E. W. Jugend. Nein. D. R. 99. An die landwirtschaftliche ja so manchen Tag im Jahr und so wird es hierbei ja auch gehen!" nachstehende Resolution vor, welche unter lebhafter Zustimmung Berufsgenossenschaft für die Provinz Brandenburg, Berlin, MathäifirchDie bürgerlichen Herren der Vertretung schwiegen sich aus und wie einstimmig angenommen wurde: straße( auch an den Randrat des Kreises) können Sie Ihren Antrag auf es schien auf- Kommando. Somit tam der Antrag unsrer Ge-„ Die am 1. November im Saale des„ Englischen Garten" Gewährung der Unfallrente richten. R. Sch., Rigdorf. 1. Nein. 2. Ja. nossen, die Wahlzeit auf 5 Uhr festzusetzen, gar nicht erst zur Ab- bersammelten polnischen Arbeiter verpflichten sich einmütig, zur V., Tegel. Der Erzeuger ist alimentationspflichtig. Die Höhe der stimmung, weil die Gemeindevertretung hierüber nichts zu be- Landtagswahl zu erscheinen und socialdemokratisch zu stimmen." Säße beſtimmt nicht das Gesek, sondern von Fall zu Fall; 15 bis 25 M. stimmen hat, und es beginnt der Wahlakt um 12 Uhr werden als angemessen erachtet. Der Lohn ist für Alimente außerehelicher Ju einem lebhaften Schlußwort wandte sich der Referent speciell Stinder soweit beschlagnahmefähig, als der notdürftige Unterhalt des Erzeugers mittags. Sierauflegten bie als stellvertretende WahlJ. K. Ihr vorsteher vorgeschlagenen Genoffen Taubmann und Kafielte ihre an die focialistische Jugend. Sie solle niemals vergessen, welche Stellung und der standesmäßige seiner Familie nicht darunter leidet. Bosten nieder; sie werden der am Dienstag stattfindenden die Jugend in den früheren revolutionären Bewegungen Polens Bruder soll vor Abgang vom Militär seine Rentenansprüche geltend machen. Wählerversammlung ihre Gründe farlegen. Bei dem eingenommen habe. Die Jugend solle es als ihre Aufgabe betrachten, Gegen den ablehnenden Bescheid ist dann binnen Jahresfrist Civiltlage möglich. Bei der Art der Krankheit wird leider der Zusammenhang den sie erst hier fennen gelernt habe, wieder nächsten Punkt: Beschlußfassung über Erstattung von Zwangsheilungs- den Socialismus S. 9. Zu spät. kosten für eine Prostituierte, welche zwar hier ihren Wohnsitz hat, in ihre Heimat zu tragen und dort mit Feuereifer teilnehmen an der zwischen Strankheit und Dienst schwer zu erweisen sein. aber ihr„ Getverbe" in Berlin ausübt und sich dort auch die Krank- Aufklärung und der Organisation der Arbeiterklasse. heit zugezogen hatte, lösten sich die Zungen der Herren und man hätte über diese welterschütternde Frage längere Zeit diskutiert, wenn nicht unsre Genossen darauf hingewiesen hätten, daß der erste Punkt weit eher geeignet war, eine längere Debatte zu führen. Die Er stattung wurde abgelehnt und somit soll Berlin die Kosten tragen. Zu der Pankower 15 000 Mark- Angelegenheit bringt eine Korrespondenz die folgende Meldung, für deren Richtigkeit wir uns • allerdings nicht verbürgen fönnen: Die Affaire ist noch keineswegs erledigt. Von der Zurück zahlung des Geldes ist vorläufig teine Rede, da der Landrat von Tresckow zur Zeit auf Urlaub in Italien teilt. Ebenso unrichtig ist die Nachricht, daß der Pankower Beamte, welcher das Bersehen begangen hat, werde seines Postens enthoben werden, oder freiwillig zurücktreten. Das Gegenteil ist der Fall. Der schuldige Beamte bleibt nach wie vor im Amte, da die Rechnungsprüfungs- Kommission beschlossen hat, Milde walten zu lassen und ihm bloß einen scharfen Verweis zu erteilen. Diese Nachsicht erscheint um so mehr am Plage, als auch die Beamten im Landratsamte, welche die Kontrolle über die Bücher und Rechnungen zu üben haben, den Fehler nicht bemerkten. Endlich ist auch die Mitteilung, das gerichtliche Verfahren in der Angelegenheit sei eingestellt, völlig aus der Luft gegriffen. Es ist vielmehr von einer Erweiterung des Verfahrens zu berichten, da auch gegen den Bureaudirektor wegen angeblicher Aeußerungen in der 15 000 Mark- Geschichte ein Disciplinarverfahren eingeleitet worden ist." Gerichts- Zeitung. Mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die internationale Socialdemokratie wurde die Versammlung geschlossent. Monate verflossen sind. 9. P. 27. Die Wirtschaft fönnen Sie sich nicht wählen. Als märkische Ehefrau fönnen Sie, da Shre Che vor 1900 geschlossen ist, in öffentlich beglaubigten, dem Nachlaßgericht innerhalb 6 Wochen nach dem Todestage Zhres Mannes einzureichender Erklärung sagen: statt der Rechte, die mir nach dem bisherigen Geseke zustehen, wähle ich die Erbfolge nach dem Centralverband der Bau-, Erd- und Hilfsarbeiter. Die am Bürgerlichen Gesetzbuch. Haben Sie das gethan, so fallen Ihnen, da Kinder Gräber in die Ortsverwaltung und Pohl in die Gauleitung. Dann das Wahlrecht nicht richtig oder nicht rechtzeitig ausgeübt, so kommt das nicht vorhanden sind, als Voraus das Haushaltsinventar und die Sonntag abgehaltene Versammlung der Zahlstelle Berlin wählte Hochzeitsgeschenke zu. Vom Rest erben Sie die Hälfte. Haben Sie aber hielt Behrend- Hamburg einen Vortrag über die Kämpfe im Bau- märkische Recht in Anwendung. Danach fönnen Sie bestimmen, ob Sie gewerbe. Er zeigte, daß die Unternehmer- Organisationen bei allen 3hr Vermögen behalten und auf den Nachlaß verzichten oder ob Sie Ihr wirtschaftlichen Kämpfen der letzten Jahre die Tattik befolgten, die Bermögen in den bon Nachlaß einwerfen und dieser gemein Konflikte durch Aussperrungen zu vergrößern, in der Abficht, die schaftlichen Masse die Hälfte erben wollen. Zum Nachlaß und Die Errichtung eines Arbeiterorganisationen kampfunfähig zu machen und sie zu ver- zum Bermögen gehören auch die Schulden. nichten. Das sei den Unternehmern aber nicht gelungen, denn es fagierten Inventars kann stets von den Miterben verlangt werden. könne erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Organisationen der Bauberufe in letzter Zeit bedeutend an Mitgliedern zugenommen haben, also verstärkt aus den Kämpfen hervorgegangen sind. Auf die Verhältnisse der Berliner Bauarbeiter eingehend, führte der Redner aus, daß hier unter Hintansehung aller kleinlichen Streitigfeiten fräftig für den Verband agitiert und an dessen Erstarkung ge= arbeitet werden müsse, wenn das Errungene erhalten und weitere Verbesserungen erreicht werden sollen. Wenn in den Reihen der Arbeiter wahre Solidarität herrscht, dann seien sie den Organisationen der Unternehmer überlegen. Darum möge jeder Arbeiter ein Agitator für seine Organisation werden. Die Diskussion, die dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte, war eine dem Referenten zustimmende. Mit Rücksicht auf die Lohnkämpfe, welche der Verband in verschiedenen Orten durchzumachen hat, beschloß die Versammlung, der Hauptkasse 10 000 m. aus der Lotalfasse zu überweisen. Vermischtes. Beruntreuungen bei der Charlottenburger Freien Sterbelasse" beschäftigten gestern die vierte Strafkammer des Landgerichts II. Der Arbeiter Otto Gramm war der Urkundenfälschung, Unterschlagung und des Betruges angeklagt und geständig. Seit dem Jahre 1890 war Gramm mit der Verwaltung der Kassengeschäfte Riefenbrand in New York. In einem großen Mietshause in der betraut. Bei einer Revision stimmte die Kasse nicht und dies gab 11. Avenue brach ein Feuer aus, bei welchem 25 Personen, Veranlassung zu einer eingehenden Prüfung der gesamten Geschäfts- meist Italiener, ums Leben tamen und viele verlegt wurden. führung, wobei ein Fehlbetrag von 2200 M. festgestellt wurde. Um Eine zweite Meldung giebt die Zahl der Opfer sogar weit höher feine Veruntreuungen zu verdecken, hatte der Angeklagte eine Menge an. Die Zahl der bei dem großen Brande in der 11. Avenue UmFälschungen von Strantenscheinen und dementsprechend falsche Ein- gekommenen beläuft sich demnach auf 55 neben zahlreichen Bertragungen in das Kassenbuch vorgenommen. Der Angeklagte ent- legten. Man glaubt, daß das Feuer auf ein Verbrechen zurückzuschuldigte sein Bergehen damit, daß er als einfacher Arbeiter des führen ist. Rechnungswesens unfundig sei. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten eine Gefängnisstrafe von einem Jahre. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis. Verfammlungen.imsy Feuer im Vatikan. Rom, 1. November. Jm Vatikan brach heute abend in den Wohnräumen des Bibliothekars Feuer aus. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, doch stürzte der Dachstuhl ein. Bücher und Manuskripte, die in den Sälen gefährdet waren, wurden geborgen. Ein weiterer Bericht meldet: Der Brand war kurz nach 8 Uhr abends ausgebrochen. Als es den Bediensteten des Vatikans nicht gelang, des Feuers Herr zu werden, wurde die Feuerwehr gerufen. Alsbald eilten auch der Unterstaatssekretär des Innern, Stonchetti, der Bürgermeister Fürst Colonna, höhere Polizeibeamte u. a. herbei; auch Staatssekretär Merry del Val und mehrere Prälaten fanden sich auf der Brandstätte ein. Im Vatikan herrschte große Besorgnis besonders wegen der Bücher und Manuskripte in den der Brandstätte nahe gelegenen Sälen. Um 11 1hr war das Feuer gelöscht; wie versichert wird, sind feine Verluste an Kunstgegenständen und so weiter zu beklagen. Der Papst war sofort von dem Brande benachrichtigt worden. Die Ursachen des Brandes sind unbekannt. In einer polnischen Volksversammlung, welche am Sonntag nachmittag im„ Englischen Garten" tagte, referierte Genoffe Georg Haafe aus Kattowitz vor einer dichtgedrängten Zuhörerschaft über das Socialistengesez und die Pofener Socialist en prozesse. Der Redner besprach die Entstehung des Gesetzes, erörterte dessen Ausführung und legte eingehend dar, eingehend dar, mit welcher gähigkeit und welchem Opfermut die deutsche Social demokratie in der ausnahmegesetzlichen Zeit gekämpft und gefiegt hat. Um das Jahr 1880 begann auch in Posen unter den polnischen Arbeitern die socialdemokratische Agitation. Die Agitation wurde Eisenbahnunglück. Kassel, 2. November. Die Kaffeler, Allgemeine von Mitgliedern der focial- revolutionären Partei Proletariat" Beitung" meldet: Der heute früh um 5 Uhr 50 Minuten nach Vollbegonnen, welche aus Russisch- Polen tamen. 1880 waren die marsen abgegangene Personenzug ist in Ober- Elsungen auf einen ersten Berhaftungen. Mendelsohn, Frau Jankowska bort stehenden Personenzug, wahrscheinlich infolge des herrschenden Truszkowski, alle aus Russisch- Polen, und Janiszewsti Rebels, aufgefahren. Acht Personen, teils vom Personal, teils wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Mendelsohn von den Passagieren, wurden mehr oder weniger erheblich verfollte nach Verbüßung seiner Strafe an die russischen Gendarmen test. Beide Zugmaschinen wurden start beschädigt. Der Verkehr ausgeliefert werden. An der Grenze wurde er feinen Schergen ent- wird aufrecht erhalten. riffen. Truszkowski wurde ausgeliefert. " Die Leitung der Agitation nahm dann Padlewski auf, der unter dem Namen eines Berliner Arbeiters Stefan Hoffmann in Posen lebte. Auch er wurde verhaftet und verurteilt. Die Polizei wurde eifrig unterstüßt von dem Führer der polnischen Volksparteiler Dr. Szymanski, der in seinem Blatte Dredownit" zahlreiche denunziatorische Notizen brachte. Nach zahlreichen kleineren Prozessen wurde 1888 der Posener Massenprozeß veranstaltet. trotzdem er bedenklich frank war Szufalsti wurde aus Berlin nach Posen transportiert. Kurze Zeit vor seinem Tode brachte man n Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende von 7 bis 9% 1hr abends ftatt. Geöffnet: 7 Uhr. 2. D. 38. Da Ihre Frau und Ihr Kind vor Ihrem Schwiegervater verstorben sind, konnten diese nicht Erbe werden. Sie sind als Schwieger Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Etuisarbeiter Paul Lonsky am 31. Oftober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstagnachmittag 2 Uhr, vom Trauerhause, Schmidstraße 11, aus nach dem alten Thomas- Kirchhof in Rigdorf statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 25/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schraubendreher Richard Winter gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Rigdorfer Kirchhofe, Mariendorfer Weg. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 160/4 Mache hiermit allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Arbeiter 32122 Wilhelm Junger am am Sonntag früh verstorben ist. Die Beerdigung sindet Mittwochnachmittag 3 Uhr von der Halle des neuen LuisenKirchhofes III aus statt. Die trauernde Gattin Marie Junger. Allen denen, welche unfrem lieben Bater das lekte Geleit gaben, für die rege Teilnahme und schöne Kranzspende, ebenso dem Bahlschen Doppelquartett für den zu Herzen gehenden Grabgesang herzlichen Dank. Albert, Emil. Ernst Pahl. Central- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Am 1. November verschied nach furzem schweren Leiden unser Mitglied Otto Heinrich im 26. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. Pauls- Stirchhofes, Sce Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 196/18 Die Ortsverwaltung.. Lokalverband der Arbeiter und Arbeiterinnen der KonfektionsBranche Berlins und Umgegend. Bureau: Brunnenstr. 41, Rest. Liepke. Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Kollegin, Frau Anna Jandt Griebenowstr. 19 verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung hat am Sonntagnachmittag 4 Uhr stattgefunden. Der Vorstand. 29785 Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und innigfte Teilnahme bei der Beerdigung unfres unvergeßlichen Sohnes und Bruders sagen wir allen tiefgefühlten Dant. 32152 Familie Heinemeyer. Danksagung. Für die rege Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Buchbinders Martin Keil sage ich allen Bekannten, sowie dem Deutschen Buchbinderverband meinen herzlichsten Dank. 29776 we. Emma Keil nebst Stindern. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Arbeiters Robert Plaschke sage ich allen Bekannten und Freunden 82132 meinen herzlichsten Dank. Witwe Amanda Plaschke nebst Kindern. Warenhaus A.Wertheim Extra- Preise Konserven Dos.ca. Leipzigerstr. 132/185( Versand- Abteilung). Jobs Rosenthalerstr. 27/29 u. 54- Oranienstr.52/ 55 Dienstag, Mittwoch, Donnerstag soweit der Vorrat reicht: Hülsenfrüchte Victoria- Erbsen 103 Stangenspargel III, Dose 90, 1 Dose 10 Pfd. 3 Preisselbeeren 50PL Stangenspargel II 1.15, 63P extra 23 Stangenspargel stark 1.65, 93 Bruchspargel I ne Köpfe" 60, Kaiserschoten Schoten Junge Schoten 99 " 95 88P 35Pf. 1.15, 63Pf. 99 38Pf. 99 48Pf. " 97 Extra feine Schoten 80,% Dose 45PL. 93 Schoten. Karotten 55, 99 GemischteGemüsel, 85, Wachsbohnen Kohlrabi Pfefferlinge Morcheln I 99 99 99 39 38, 26PL. 45. 32Pf 93 50Pf. 99 24PL 29 28Pf. 99 weiss u. rot 99 ohne ca. 2 " Birnen halbe Frucht 75 PL. Saure Kirschen Stein Dose 1 Mk., Dose 55 Pf. Aprikosen halbe Frucht ,, 1.30, 70 Pf. Div. Marmeladen in weissen Töpfen à 1 Pfund 57 Pf. Senfgurken Glas 68 Pf. Zuckergurken 99 Pfund 14 Pf. Krabben Hummer Mk., Pfund 68 Pr. Brat- u. Bismarckheringe Dose 45 Pf. Heringe in Aspic Dose 38 Pf. Delikatessheringe Saucen: 78, 50 Pt. i versch. Aal in Gelee 1 Dose 80 Pf. Dose 55,% Dose 32 Pt. Dose 1.85, 1, Dose 95 Pf. Glas 25 Pf Erbsen ohne Hülsen Kleine Erbsen Pfund 17 P Pfund 13 PL Grüne Frbsen Pfund 15 Pf. Mittelgrosse Linsen Pfund 12 Pf. Grosse Linsen Runde Bohnen Grosse Bohnen Pfund 16 Pf. Pfund 13 Pf. Pfund 20 Pf. Sardinen u. Anchovis Neunaugen Pfund 70 Pt. Appetit- Sild Sardinen in Öl Ochsenzungen 85 Pf. Pid. Dose à 2 Dose à Apfelmus Do 2.80, Pfd. 65 Pf. Kaliforn.Pflaumen Pfd. 28, 38, 45, 55 Pf. 1.25, 68P Amerikan. Bohräpfel P. 45 Pf. 99 Pfd. Dose 82 Pt. Dose 38 Pf. Dose 32 und 75 Pf. Dose 3.50 Pr Pf. Traubeurosinen Krachmandeln Feigen Perlkaffee Pfund 90 PC Kiste à 1 Pfund 42 PL gebrannt, Pfund 1.05 Mk. Deutscher Kakao Pfund 1.10 M Bordeaux- und Südweine Mosel-, Pfalz-. Rheinweine, BordeauxObermoseler Wormeldinger 1900 Zeltinger Alsheimer Dienheimer 1900 Chât. Malecot 1, Fl. 52 Pt. 1900 Niersteiner 1, Fl. 1 Mk. Montferrand 1 FI. 80 Pt. 65 Pf. 1900 Rüdesheimer 1.10 90 Pl. Tarragona Portwein 1, FL. 80 Pt. Portwein I 1.60 99 99 9 99 19 90 Pl. 1901 Deidesheimer 99 1.25| 1900 Chât. Petit Puch 1 Mk. 65 Pf. 1900 Forsterstrasse Weisser Portwein Alter Portwein 99 1,30 99 2 MK. 99 99 # 85 Pt. 1897 Winckler Hasensprung 99 2.15 Moulis/, Fl. 1, Fl. 1,45 Weiss. alter Portwein 1.80 95. 2 Mk. 1896 Cru Grand Ponjeaux unik at dat test Ungarischer Cognac Jedes Wort: 5. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Flasche 1.65," 1.95 M Mk. Kleine Anzeigen. 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