Nr. 133. Gefcheint täglich außer Montag Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartál. Unter Kreuzs band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 19. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Sern spredty- Anschlug: amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Militarismus als Kostgänger der Sparkasse. Freitag, den 10. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Militarismus zu bestreiten, zeugt von einer zynischen Ge- tenntniß erhalten, da der Militarismus darunter ja ge wiffenlosigkeit. Man denke: Sämmtliche Sparkassen werden litten hätte. Der französische Finanzminister weiß es sehr genau, gezwungen, die Einläufe der Sparenben an eine einzige Zentralstelle, die Caisse des Dépots et Consignations, ab- daß die ganze Flitterherrlichkeit der hohen Rentenkurse uns Bu denjenigen Symptomen, welche die Bersetzung der zuliefern, und diese Zentralstelle, der Diktatur des je- fehlbar in die Brüche gehen würde, wenn man dem Schwindel bürgerlichen Gesellschaft und deren Unfähigkeit zur Nutbar weiligen Finanzministers unterstellt, wird von diesem bau die erborgte Stüße der Caisse des Consignations entzöge, machung der im Schooße des Volkes schlummernden wirth- gewaltsam genöthigt, die Spareingänge in Nationalrente und deshalb hütet sich diese Gesellschaft wohl, der Regelung schaftlichen Kräfte ankündigen, zählen wir namentlich auch anzulegen. Wohlgemerkt, es handelt sich um jährlich des Sparkassenwesens ernstlich näher zu treten. So wird bie an allen Ecken und Enden hervorbrechende jammerns- 1 Milliarde tausend Millionen- Franks auf der einen denn Alles beim Alten bleiben. Die Gelder der Sparer werthe Hilflosigkeit, so oft es sich darum handelt, Seite und um eine Rente ohne Unterlage, um ein Militär- werden weiter im großen Säckel des Staates verschwinden wirthschaftliche Kräfte in den Dienst der Allgemein- anlehen, auf der anderen Seite. und von da in den Rachen des nimmersatten Militär heit zu zwingen. Fast alle Maßnahmen der herrschenden molochs gleiten. Klassen laufen darauf hinaus, das Gedeihen der Völker zu Und in Deutschland? hemmen, die Bethätigung wahrhaft gemeinnügiger Wirksam feit zurückzuftauen. Verweilen wir ein wenig bei diesem Vorgang, da hier ein ganz besonders augenfälliges Beispiel für die Verderblichkeit unserer Kapitalwirthschaft vorliegt. Und Nannte doch Lockroy die deutschen Sparkassen mit der Bum Unterhalt einer Ünmenge unproduktiver Männer Einrichtung der freien Anlage das Ideal eines SparkassenDie vernunftwidrige Bodenkultur, die gewiffenlose Art( der Soldaten) braucht der Staat Geld. Er legt eine Anwesens. der Produktion, der mörderische Raubbau der Gruben- leihe auf, d. h. er giebt den Kapitalisten, die ihr Einkommen Leider ist der Redner sehr falsch unterrichtet gewesen. befizer, die Aussaugung des Landes durch den Militarismus nicht verzehren können, eine bequeme Gelegenheit, ihr Geld Längst sind die Beiten vorüber, in welchen den Sparkassen und die Pumpwirthschaft für diesen Zwed, das Alles sind weiter zinstragend anzulegen. Mit diesem Gelbe wird aber bei uns die Freiheit der Bewegung gewahrt war. solch egoistische Praktiken, die den Keim der Vergeltung in bei Leibe keine produktive Arbeit ins Leben gerufen. auch diese Freiheit war die Freiheit des Sklaven, dessen fich tragen, die den Untergang einer entnervten, impotenten Das wäre ja tulturwidrig". In Form von Steuern, die Kette verlängert ist. Heute gehört es zu den größten Gesellschaftsklasse beschleunigen müssen. ber Staat erhebt, um sie in Form von Roupons an die Seltenheiten, wenn die Sparkassen- Verwaltung an tommunale Schon ist die Vorläuferin des Bankrotts, die Pump- felben Leute zurückzuzahlen, wird ein großer Theil des vom Verbände kleinere Beträge darleiht. Niemals aber ist die wirthschaft in den Militärstaaten, der Erschöpfung nahe. arbeitenden Volke zusammengetragenen Einkommens, der in deutsche Sparkasse sich der hohen Pflichten bewußt gewesen, Das bankrotte Italien, das verrottete Desterreich, dessen einem geordneten Wirthschaftsleben der Konsumtion zu Gute welche die ihr anvertrauten Güter der Sparer ihr ges Finanzkalamität durch die Inszenirung eines wahnsinnigen kommen müßte, dem Bolte entzogen und den Besitzenden in bieterisch auferlegen follten. Zobtentanzes nicht bemäntelt werden kann, das vermorschte, den Schooß geworfen, die dann dasselbe Spiel im nächsten Jahre Die Sparkraft der Nation soll der nationalen Arbeit moralisch, geistig und materiell zerrüttete Barenreich, das von Neuem beginnen können, d. h. ihre angewachsenen zu Hilfe tommen, sie soll und muß befruchtend wirken und ausgepowerte Deutschland mit seiner ziellofen Sucht nach Ueberschüsse von Neuem für eine Anleihe hergeben können. Der Menschheit zum Segen gereichen. Statt dessen vers nenen Experimenten, sie illustriren fürwahr packend genug Grundverschieden von diesem Binsproblem ist das wendet man die Spargelder zur Förderung eines Pro ben bemitleidenswerthen Zustand der Finanzen unserer Sparkassen- System, oder richtiger gesagt, sollte es sein. zesses, der dem arbeitenden Bolte das Mart aus den Militärftaaten. Dadurch aber, daß die Eingänge der Sparer durch die Knochen preßt. Aber selbst bevorzugte Länder, das naturbegnadete Caisso des Consignations in Nationalrente angelegt werden, Die amerikanischen Sparkassen leihen ihre Gelder an Frankreich mit seinen klimatischen und wirthschaftlichen Vor- wird auch die Sparkassen- Einrichtung völlig umgekehrt und Arbeitersyndikate( Gewerkschaften) aus, finden in der Erzügen und schier unerschöpflich scheinenden Reichthümern, zur milchenden Kruh des Militarismus. richtung von Arbeiterhäusern, Meliorationen( Besserungen) zittert bereits vor den Folgen der Gefräßigkeit des nimmer- So parador es klingen mag, dieser Umstand hat dazu von Wegen und Verkehrserleichterungen Verwendung und fatten Molochs. Auch dort kann der wankende Kredit nur geführt, daß Frankreich das einzige Land der Welt ist, laffen der Bourgeoisie dabei einen Nußen, der den landesmit allerlei fünftlichen und einer stolzen Nation un- welches sich vor einem Anwachsen seiner Cpargelder fürchtet, üblichen Binssatz meist um das Doppelte übersteigt. würdigen Mitteln mühsam aufrecht erhalten werden. da mit der Summe der Spargelder auch die Gefahr für deren Sicherheit fortschreitet. und Rente. • Einsichtige Männer dort haben es jüngst versucht, auf die Gefahren hinzuweisen, welche dem Lande hieraus brohen, auf die Berwerflichkeit der mehr und mehr in Schwung kommenden Berquickung von Spartasse Das Sparkassenwesen ist bekanntlich in feinem Lande so ausgedehnt wie in dem reichen Frankreich, das alljährlich mehr als eine Milliarde Frants bei Seite zu legen pflegt. Seit Jahr und Tag aber wird auch in feinem anderen Kulturs staat ein so unerhörter Mißbrauch mit den Spargroschen der Bevölkerung getrieben wie in Frankreich. Wie weit wohl muß der Unfug gediehen sein, wenn so zahme Deputirte wie Lockroy und Léon Say, der Kommis des Hauses Rothschild, ihre warnende Stinime erheben? Treffend bemerkte der Deputirte Lockroy: Man hat der französischen Sparsamkeit beklagenswerthe Gewohnheiten gegeben. Man hat sie gefeßlich verhindert, der nationalen Arbeit zu Hilfe zu kommen und ihr somit einen Schreck eingeflößt vor allen Unternehmungen, welche dem Handel, der Industrie, dem Ackerbau zu Hilfe kommen follten." Welche Weisheit! Herr Lockron hätte noch hinzufügen sollen, daß die Gewissenlosigkeit der Finanzminister, die ihren Stolz in hohen Rentenkursen sehen, es es verhindert hat, das sparende Bolt über die Kraft aufzuklären, die es bei richtigem Gebrauch seines Vermögens von diesem In der That, die Art, wie die Spartassen Institution ausgehen laffen könnte. Man hat das Bolt absichtlich über gemißbraucht wird, um mit ihrer Hilfe die Kosten für den den richtigen Gebrauch seines ersparten Vermögens in UnFeuilleton. Nadbrud verboten.) 0 [ 133 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Als die Deputation sich entfernt und Dr. Raffmaus seine Toilette wieder geordnet hatte, meinte er mit spöttischem Lächeln zu seinen Kollegen: mehr als zwanzigtausend Arbeiter auf den Beinen gewesen? Das grenzte ans Wunderbare. Aber es war so, denn gegen 11 Uhr befanden sich alle mit Arbeit versehenen Arbeiter wieder in ihren Werkstätten und hörten ruhig die Verweise ihrer Prinzipale oder Werkführer wegen eigenmächtigen Verlassens der Arbeit an. Das Jdeal einer Sparkasse aber sind auch diese Eins richtungen bei Weitem nicht. Daß unsere Sparkasse nach denselben Prinzipien ge leitet wird, wie diejenige Frankreichs, dafür bürgt die Person des Finanzministers, dessen erste Fürsorge bekanntlich der künstlichen Erhöhung des Rententurses galt, und dessen erste That der bekannte Erlaß an die Sparkassen war, ihre Gelder in 3prozentiger Rente anzulegen. Die Rente bei uns aber ist zu mehr als der Hälfte bes reits ohne Fundirung, sie dient hier wie in Frankreich dem Ausbau des Militarismus, der nunmehr der Kostgänger der Sparkasse, der Sparkraft und des Wohlstandes der Nation ist. spräche nicht der Art waren, um ohne Schaden für die Bes theiligten von Jedermann gehört werden zu können. Eltern warnten ihre Söhne, Brüder ermahnten die Brüder, Freunde erinnerten den Freund an einftmalige Gelöbnisse, und mancher feste Händedruck sagte: Was auch geschehen mag, durch mich soll kein Bürger, kein Bruderblut vergossen werden." „ Wir gehen einer anderen Zeit entgegen," bemerkte Herr von Hohenhausen zu einer Anzahl von Gesinnungs- Bei alledem gingen diese Vorgänge so ungenirt in der genossen, die sich, um auf Alles vorbereitet zu sein, in Deffentlichkeit vor, daß sie der Aufmerksamkeit der Offiziere seiner Wohnung versammelt hatten; von heute an fühle unmöglich auf die Dauer entgehen konnten. Der Komman ich, daß man mit den Arbeitern rechnen muß. Ob die Nach- dirende der Artillerie ward endlich davon benachrichtigt folger meines Herrn Nachfolgers dies jemals begreifen und konnte sich durch eigene Inaugenscheinnahme von der werden, ist freilich sehr fraglich. Es giebt nicht viele Thatsächlichkeit der ihm hinterbrachten Berichte überzeugen. Menschen auf Erden, die sich zu dem entschließen, was Alsbald ließ er die gesammte Mannschaft zusammenblasen ohne Gnade nothwendig ist, so lange es noch an der Beit. und das nichtmilitärische Publikum aus dem Rasernenhofe Après moi le deluge, nach mir die Sintfluth, rufen sie ge- weisen. wissenlos, und dem Letzten, der es sagt, geht das Wasser Als die Artillerie batterienweise aufmarschirt war, ließ Er erntete nicht sonderlichen Beifall für diese Worte, über den Kopf. Aber haben Sie den Herrn gesehen, der er die Batteriechefs zu sich treten und hielt folgende Anrede benn die Minister waren ohne Ausnahme der Meinung, daß ihr Präsident keine besonders schöne Rolle bei biefem gegenwärtig meinen Nachfolger spielt? Das Bild muß ge- an dieselben: dieſem Sie entfernten sich deshalb ziemlich zeichnet und verbreitet werden. Sorgen Sie dafür, meine Herren." Diese Hunde find nicht sehr gefährlich; sie bellen viel, aber sie beißen nicht." Ereigniß gespielt. Lautlos. Bierzehntes Kapitel. In der Artillerietaserne. # Meine Herren Batteriechefs; es wird Ihnen nicht uns bemerkt geblieben sein, daß sich eine gewisse Sorte von Publikum es angelegen sein läßt, die Mannschaften der Artillerie für Dr. Raffmaus empfand diese stumme Kritik und fuhr fich zu gewinnen. Der verbrecherische Zweck dieser Unterdurch die wieder still gewordenen Straßen zum Polizei- Lebhaft waren die Besprechungen über dieses ganz neue handlungen liegt auf der Hand; Sie werden dafür sorgen, direktor, dem er nunmehr die entschiedensten Maßregeln und Ereigniß einer friedlichen Massen Demonstration in der daß dieser unsere Leute demoralisirende Umgang aufhört. das rücksichtsloseste Vorgehen aufs Ernstlichste anempfahl. ganzen Stadt, aber nirgends wohl lebhafter als in der Artillerie- Auch den jetzt in Masse ausgestreuten Flugblättern, sowie Und die Bewohner der Hauptstadt? Sie wunderten kaserne, deren Bewohner allein unter ihren Kameraden überhaupt allen Schriften, welche von jener Seite kommen, sich über die seltsame Ruhe und Ordnung, mit welcher die an jenem Tage vom beschwerlichsten Dienste frei geblieben ist der Eingang zu wehren. Sagen Sie den Soldaten, daß ganze Demonstration verlief, und kamen zur Ueberzeugung, daß waren. Hier sah man über den ganzen Hof verstreut sie auf keine andere Stimme zu hören haben, als auf die der Arbeiterstand doch im Allgemeinen viel besonnener, ge- Gruppen von Soldaten, Arbeitern und Landleuten im ihrer Vorgesetzten; daß sie, so lange der Fahneneid sie au bildeter und talentvoller geworden, als man es von ihm eifrigen Ideenaustausche begriffen, und die vorsichtigen die Armee fesselt, Eltern, Geschwister, Verwandte und Seitenblicke, welche Sprecher und Zuhörer von Zeit zu Zeit Freunde zu vergessen und nur auf den König und dessen erwartet hatte. Und feine Revolution? da doch, wie man abschätzte, rechts oder links schweifen ließen, deuteten an, daß die Ge- Beamtete zu sehen haben. Erklären Sie den Leuten, daß Poliftrtfje TtcbevstlM. Berlin, den 9. Juni. Nichts gelernt und Nichts vergessen. Höhere und niedere Kannegießer datiren von der Kaiser-Zusammen- kunft eine.neue Aera des Friedens und der Beruhigung". Der Ausgang der vorjährigen Reise-Prophezeiungen hat auf diese unheilbaren Kannegießer keine Wirkung hervorgebracht. Natürlich bleiben die französischen Kollegen Nichts schuldig— sie treiben es ebenso verrückt, nur daß sie statt Kiel— Nancy sagen. Man darf sich da nicht ärgern. Das ist ja die bekannte Sorte, die„nicht alle wird".— Die allgemeine Volksschule mit Rücksicht auf die soziale Frage— das war das Thema, über welches auf dem letzten L e h r e r t a g e— der zu Pfingsten in Halle versammelt war— Schulinspcktor S a b e r e r auS Worms einen Vortrag hielt. Er suchte den uns vorliegenden Be- richten zufolg« den„sozialen Einfluß der Schule" darin, daß sie„allen in gleicher Weise zugänglich und stufenmäßig gegliedert sei"— so würden die sozialen Gegensatze und Vorurtheile beseitigt. Das ist ein sehr platonischer Sozia- lismuö. Der Herr Vortragende scheint aber wenigstens be- griffen zu haben, daß die Schule nicht, wie das'eine Zeit lang von unvorsichtigen Heißspornen befürwortet ward, die Sozialdemokratie„mit geistigen Waffen' bekämpfen solle. Daß durch die„Einheitlichkeit" der Schule sozmle Vor- urtheile beseitigt werden, ist richtig,— um so unbegreiflicher, daß Herr Sabercr, der offenbar noch recht viel lernen muß, gegen„daS sozialdemokratische Schul-Jdeal" eifert, welches ja gerade die Einheitlichkeit der Schule konsequent durch- führt, und gleichzeitig die Verschiedenheit der Individualität und der Berufe zur vollsten Geltung gelangen läßt. Das seien„Zwaugsschulen" meint Herr Saberer. Nein, Herr Schulinspektor, es sind ebensowenig Zwangsschulen, wie die heutigen Volksschulen es sind. Gegen die Schulpflicht wird der Herr Schulinspektor doch wohl nicht sein? Und worin besteht denn die günstige soziale Wirkung der Schule, wie e r sie sich vorstellt? Darm, daß„die Kinder der ver- schiedenen Klassen und Stände mit einander auf der Schul- dank zusammen sitzen". Nun— im sozialistischen Staat giebt es allerdings keine verschiedenen Klaffen und Stände, aber Herr Saberer wird doch zugeben müssen, daß die von ihm gefeierte günstige Wirkung in höherem Maß eintreten muß, wenn die Schulen obligatorisch sind, wie wir es wollen, als wenn die Eltern, wie er es vorschlägt, neben den obligatorischen Schulen noch sich besondere Schulen zulegen, ihren Kinder,: also ein extraeS Würstchen braten können. Wir hoffen,«he Herr Saberer wieder einen Vortrag hält, studirt er fein Thema vorher etwas besser. Falls er es wünscht, kann ihm mit Material an die Hand gegangen werden— Ei« Amtsblatt über die Offiziers- Exzesse. In unserer Nummer von, 1. d. MtZ. theilten wir den Bericht der„Frankfurter Zeitung" über einen skandalösen Ueber- fall mit, den Offiziere Ende vorigen MonatS in Speyer auf einen Redakteur verübt. Der„Landauer An- zeiger",„Amtsblatt des Landgerichts Landau u. s. w.", drückt in seiner Nummer von, 30. Mai, wo der Vorgang erzählt wird, rückhaltlos die tiefste Empörung über den „Schimpf" ans, der„unserem Heere nicht zur Ehre gereicht" und schließt seinen Bericht wie folgt: „Was da? OffizicrkorpS zu dem schimpflichen Ueberfalle von hiuten und der ganzen übrigen Art des Aorgehcns von ftvei Bewaffneten gegen einen Unbewaffneten, zu der Verviel- Sltigung dcS urspünglichen Schimpfes sagen wird, muß abgewartet werden. Keinesfalls aber wird die Press« durch ein so außerordentliches Benehmen sich einschüchtern lassen, Mißbrauch« wie die vorgekommenen freiheraus mit ihrem wahren Namen zu nennen." Das ist doch einmal ein anständiges Amtsblatt! Mit Infamie kassiert, wie sich's gehört, sind die Offiziere„och nicht.— Wie's komme« kann. AuS Pest wird unter'm 6. Juni geschrieben: Ueber die Schicksale des mit der Schauspielerin Borisla rank nach Amerika gegangenen jungen Grafen Georg a r o l y i, Sohn des Grafen Pista Karolyi, berichtet die „Temeswarer Zeitung": Die junge Gräfin, deren Ehe mit sie die politische Bewegung als Soldaten überhaupt Nichts angeht, daß eS sich für einen pflichtgetreuen Soldaten über- Haupt nicht schickt, Politik zu treiben und sich hierüber nach Belieben ein persönliches Urtheil zu bilden. Tie Soldaten haben dem Könige Treue und blinden Gehorsam geschworen; des Königs Politik ist also ihre Politik, sein Wille ihr Wille, den sie stnmm und ohne Bedenken auszuführen haben. Sil solcher Zc,t ist Strenge doppelt nöthig. Lassen Sie so die Soldaten wissen, daß Jeder in Arrest kommt, der ein politisches Gespräch beginnt, daß Jeder krumm geschlossen und in die Straskompagnie versetzt wird, der ein politisches oder gar aufrührerisches Blatt, einen Aufruf und Dergleichen in die Kaserne zu bringen, dasselbe zu verbreiten oder vorzulesen wagt. Man soll nicht sagen, daß ich die Waffe, welche tch zu kommandiren die Ehre habe, ansreffen ließ vom Geist des Aufruhrs und der Rebell, on, so daß sie bei einem Kampfe weniger ihre ver- dämmte Pflicht und Schuldigkeit thut, als die anderen Waffen. Sagen Sie den Leuten meine Willcnsmeinung ganz energisch, so, wie Sie sie von mir vernommen haben, und sorgen Sie für die genaueste Ucberivachung. Ich ver- traue Ihrer Energie, Ihre», Patriotismus und Ihrer Königstreue. Sonnt: Gott befohlen. Es lebe der König!" „Hurrah! hoch!" riefe» die Offiziere, de» gezückten Degen erhebend, und begaben sich zu ihren Mannschaften, um je nach ihrer besonderen Art und Weise ihnen die Worte des Generals, zum Thcil in derberem Deutsch, vor- zutragen. Die Artilleristen schienen von diesen Reden nicht besonders erbaut, und das Hoch auf den König wurde nicht sonderlich laut und nicht sehr vollstimmig erwidert. Der eine dieser Batteriechefs mußte nicht blos etwas Frühstückswein im Kopfe, sonoern auch ganz besondere Ursache zur Unzufrieden« heit im Herzen haben, denn er wandte sich gegen einen seiner Leute mit zinshahnrothem Gesicht und gesträubtem Schnurrbart, indem er ausrief: „Sie Himmeldonnerwetterkerl, können Sie Ihr gott- verdammtes Maul nicht aufthun zu einem Hoch, wenn'? Ihrem mordverbrannten König gilt?" DaS„mordverbrannt" sollte noch aus den Himmel- dem Grafen durchaus unanfechtbar ist, hat ihrem Gatten im Herbste«in« klein« Komtesse geschenkt. Angesichts dieser That» fache ließ der Vater nach Amerika bekanntgeben, daß er sich vor den Thatsachen beuge und bereit sei, dem jungen Paare das zum Familienbesitz gehörige Gut Janova in Südungarn als ständigen Aufenthalt und Eigenthum zu überweisen. Der junge Graf, dessen nach Amerika mitgereiste Schwiegermutter, Frau Frank, inzwischen gestorben ist. lehnte jedoch ent- schieden ab, nach Europa zurückzukehren, indem er erklärte, er fühle stch in seinem neuen Leben sehr wohl und vermisse auch de» Umgang mit Landsleuten nicht. Graf Karolyi ist nämlich Hotelpächter in San Francisco. Sein Buchhalter ist ein junger Ungar, Namens Ladislaus v. Szögyeny, und als Portier ist ein GrafLogo- thetti angestellt. Die beiden Letzteren waren vor noch nicht langer Zeit unmittelbar nach einander als Obergespans-Sekretäre in Temesvar thätig. Das Beispiel des österreichischen Erzherzogs, der Schiffs- kapitän wurde, scheint Schule zu machen. Es geht Nichts über ein gutes Beispiel.— Schtver von Begriffen. Unter der Ueberschrist: „Polizeilicher als die Polizei" schrieben wir dieser Tage gegen die Autonomie-Spitzel: „Die deutsche Polizei war so ehrlich, einzugestehen, daß der Raubanfall auf den Probst Poninski in Posen mit Polilik nichts zu thun hatte. Das ist den Spitzeln der„Autonomie", die ja für politische Verbrechen zu sorgen haben, nicht recht, — sie reklamiren alle vier Räuber für sich und meinen— um dem Spießbürger gruselig zu machen, was auch zum Handwerk gehört— die Attentäter seien nur an ihrer zu großen Humanität zu Grunde gegangen; hätten sie Poninski sofort gelödtet, so wären sie entkommen. Nun— wir wollen das Gedächtmß jener vier Männer in Schutz nehmen— möge man ihr Handeln beurtheilen, wie man will, Kameraden der Autonomie- Spitzel stnd sie nicht gewesen— so tief waren sie nicht gesunken." Hierzu bemerkt das vornehmste Berliner Klatschblatt: „Aus dieser geradezu verblüffenden Logik er- hellt klar, daß der„Vorwärts" einen gemeinen Raub- mörder für weit ehrenhafter hält als einen Anarchisten-Spitzel. Waren die Attentäter von Koscielec keine Anarchisten, so waren sie eben, wie auch wir bisher angenommen haben, gemeine Raubmörder. Den Unter- schied zwischen einem Anarchisten und einem„Anarchisten- Spitzel" herauszufinden, das müssen wir dem„Vorwärts", der sich anscheinend dazu kompetent erachtet, überlassen." Besagtes Klatschblatt hat ganz richtig gerathen: wir halten„emen gemeinen Raubmörder für weit ehrenhafter als einen Anarchisten-Spitzel"— aliag Mouchard oder Agent provocateur. Wie die? aber besagtem Klatschblatt „verblüffend" sein kann, ist uns unerfindlich. Es muß ein sehr langsam funktionirendcs Denkvermögen haben. Oder hat es nie das bekannte Sprichwort gehört:„Der Hehler ist schlimmer als der Stehler"? Vielleicht frischt besagtes Klatschblatt seine defekten Hirnnerven durch die Lektüre des Oliver Twist von Dickens auf; da wird es wohl finden, daß das Sprichwort recht hat, daß der Hehler(An- stifter, Lockspitzel) ein ungleich größerer Schuft ist, als der Stehler(Räuber, Raubmörder), und daß der„Vorwärts", weit entfernt, etwas„Verblüsseydes" gesagt zu haben, nur die Meinung des Volkssprichworts und aller normal ent- wickelten Menschen ausgesprochen hat.— So, so! Ein belgisches Telegramm meldete gestern: Die Lütticher Gendarmerie verhastete in Seraing einen Polizei-Agenten,.der kürzlich mehrere Anarchisten zur Haft gebracht hat. Man glaubt, daß der Verhaftete ein Komplice der Anarchisten ist. Der„Polizei- Agent" „ein Koniplice der Anarchisten"— ist gut. Herr Bernaert, der belgische Ministerpräsident, wird nicht gerade erbaut sein, daß sein P o u r b a i x sich wieder einmal hat er- wischen lassen. Im Lütticher Gebiet war es diesem Gentleman und seinen Freunden bekanntlich gelungen, das Verbot der Maifeier zu erwirken. Der verhaftete Spitzel heißt beiläufig Cornct, und war der Radikalste der Radi- kalen. Wer nicht gleich für Dynamit war, der war ein „elender Feigling",„kein richtiger Revolutionär". Daran kennt man die Vögel.-» Die IS- und Unkrauttaktik wird auch in anderen Ländern geübt. So hören wir aus Holland, daß eine Anzahl unserer Genossen in Utrecht von sanatisirten Psaffen- knechten überfallen worden ist und polizeilichen Schutz in Anspruch nehmen mußte. Natürlich fehlt es dabei— auch in der deutschen Presse— nicht an schadenfrohen Be- donnerwetterkerl kommen, der Eiser verursachte die unglück- liche Wortversetzung, welche verschiedene Artilleristen zum Lächeln reizte, unter Anderen auch den so höflich Angeredeten. Das ging dem Major aber über den Fedcrstutz, das rothe Gesicht lief blau an und der ellenlange Schnurrbart krümmte sich wie eine Kneipzange. „Ich glaube gar. Ihm kommt die Sache noch lächerlich vor? Ihm soll doch gleich das Schwerenothhimmelherrgotts- sakramentswetter in den Magen fahren, Ihn, Himmelhund noch einmal." Der Artillerist legte die Hand zum Salntiren an den Helm und sprach mit ernstem Tone: „Ter Herr Major scheint zu vergessen, daß er einen Soldaten nicht schimpfen darf." „Was?" brüllte der Angeredete,„Widerspruch, Jnsubordi- Nation? i, ihn soll doch gleich der helle Blitz in Grund und Boden schlagen, daß er mich gottverdammten Hund anzureden wagt! Feldwebel! der Kerl ist arretirt. Lassen Sie ihn krumm schließen, bis ihm das Lnftschnappen ver- geht. Hören Sie, wie eine» Hund, Sie Battericlümmel, verdammter!" „Wie? Der Herr Major nennen mich.." fragte der Feldwebel betreten. „Ei was, ich meinte den SchwerenothTsakramenter, den Aufwiegler, den dreiundneunzigtausend vermaledeiten Demo- kraten. der die Leute verführt, von ihrem Fahneneid ab- trünuig zu machen, zum Pöbel'rüber zu führen sucht, den Hundskerl soll.." Ein lautes, unwilliges Gemurmel ließ den Major in seinen weiteren, im höheren Gcsellschaststou gehaltenen Expekto- rationell.inne halten. Ein znguterlctzt hinzugetretener Kollege nahm den Erzürnten unter'm Arm und flüsterte ihm einige Worte zu. Diese schienen einige ernüchternde Wirkung aus den loyalitätS- und weinseligen Major aus- zuüben, sonst hätte es zu einem ernsten Konflikte zwischen der nüchternen Mannschaft und dem besoffenen Major kommen können, zu eine», Koilflikt, der nach der allgemein übliche», Handhabung der Kriegsartikel unzweifelhaft zu einer Bestrafung der gesammten Kompagnie mit 5 bis 10 Jahren Festung und Strasar'oeit geführt haben würde. merkungen und ordnungSparteilichen Lobsprüchen auf die Volksjufttz. Wir heben diese unvorsichtigen Stilblüthen fein sorgsam auf und werden sie gelegentlich unseren Gegnern unter die Nase halten, wenn's ihnen nicht an- genehm ist.— Die italienische Krise. Im Augenblick, wo wir dieS schreiben, ist die parlamentarische Schlacht noch nicht ent- schieden. Der Ernst der Situation findet aber einen be- redten Ausdruck in der Thatsache, daß der König seine Reise nach Berlin auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Sehr klug. Er wäre vielleicht nicht wieder zurückgekehrt — oder hätte wenigstens sein Königreich nicht mehr gefunden. Eiolitti sucht, wie heute telegraphirt wird, einer Ent- scheidung, die zu fürchten er allen Grund hat, dadurch aus dem Weg zu gehen, daß er die Neuwahlen erst für Oktober anberaumen will. Das wird ihm aber nichts nutzen, da die Opposition— und mit Recht— aus baldigster Vornahme der Neuwahlen besteht. Die Situatton wird immer ver- wickelte!. Die Regierung hat den Kopf ganz verloren.— Spanisches. In Barcelona Streik und Be- lagerungszustand.— Der hundertjährige Gedenktag deS tO. August wird in Paris großartig gefeiert werden. Mit 57 gegen 14 Stimmen hat der Stadtrath 200 OOO Franks zu diesem Zwecke bewilligt. Am 10. August 1792 machte das König- thum in Frankreich, während die deutschen Truppen heran- zogen, den letzten Versuch, die Revolutton niederzuwerfen und Frankreich dem Ausland zu überliefern. Zu dem Kampf hatte es sich lange gerüstet, und wenn man bedenkt, daß der Plan mit der preußischen, österreichischen, russischen und englischen Regierung vereinbart war und daß Entsatz in Eilmärschen nahte, so standen die Chancen des Königthums keineswegs schlecht— zumal die Tuilerien eine außerordentlich feste Position bildeten. Wäre daS Volk nicht so einig gegen das Königthum gewesen, so würde diesem der Sieg wohl auch zugesallen sein. DaS landesverrätherische Benehmen des Hofs hatte aber die ganze Natton empört: es galt die nationale Existenz Frankreichs, und so marschirte am 10. August 1792 nicht blos die Revolution, sondern auch Frankreich gegen die Bourbonen- Monarchie, die nun er- liegen mußte. Mit der Gründung der„revolutionären Kommune von Paris", die in der Nacht vom 9. auf den 10. August geschaffen ward, um die Volkserhebung zu leiten, begann die revolutionäre Hochfluth, welche!biS zum Oktober des folgenden Jahres stetig anschwoll, und dann, nachdem alle Feinde der Republik— die inneren wie die äußeren— mit titanischer Kraftanstrengung zermalmt waren, zum Stehen kam, worauf sie allmälig zurückwich, bis im Hochsommer 1794, über die Leichen der Hcberttsten und Dautouisten hinweg— am f. Thermidor, mit Robespierre's Sturz— d,e erklärte Ebbe hereinbrach.— Die betreffenden Debatten des Gemeinderaths waren sehr lebhaft und dramatisch. Einigen Reaktionären, die vor einer„Verherrlichung der Jnsurrettton' warnten und die Kommune von 1371 in die Debatte zogen, wurde von unseren Genossen L o n g u e t und V a i l l a n t nach Noten heimgeleuchtet. Auch die Erschießung der Geißeln kam zur Sprache, und unseren Genoffen war es ein Leichtes, die Unschuld der Kommune und die Schuld der Versailler, namentlich des boshaften Intriganten Thiers, nach- zuweisen.— Auf dem internationalen Bergarbeiter-Kongreß in London sind 78 Delegirte anwesend— darunter 62«uS England, Irland, Schottland und WaleS, vier aus Deutschland, vier ans Frankreich und acht aus Belgien. Die beiden früheren Kongresse— der von Paris und der von Brüssel— enthielten auch nicht annähernd eine so voll- ständige Vertretung der europäischen Bergarbeiter. Der brüderlichste Geist der Jnternationalität beherrscht die Ver- Handlungen, welche in englischer, französischer und deutscher Sprache geführt werden. In seiner gestrigen Sitzung nahm der Kongreß eine Resolution an, welche für die Berg- arbeiter das Recht reklamirt, die Grubeninspektore« zu ernennen.— Ter englische Parlamentsausschuß, welcher zur Untersuchung der Arbeitszeit der Eisen- .......i ii i—■ Auf die kameradschaftliche Ermahnung hin stimmte er den Ton herab und meinte: „Sie haben Recht, Herr Kamerad, man muß solche gott... solche Soldaten disziplinarisch bestrafen. Ganze Batterie, Achtung, trrrretet— ab!" Als die Artilleristen in ihre Stuben zurückkehrten, fanden sie an ihren Plätzen je ein Exemplar einer gedruckten Pro- klamation, die also lautete: „Mitbürger unter den Waffen, Soldaten! „Ihr kennt das alte Lied von der Roth des armen Mannes und von dem Uebermuth des Neichen; Ihr kennt die Leiden des Volkes, seine täglichen Opfer und Lasten, dem, Eure Eltern fühlten sie, während sie Euch unter Sorgen und Kummer groß zogen, und Ihr werdet sie fühlen, ivenu Ihr zurück in unsere Reihen kehrt und Eurerseits den Kampf unis Dasein anszunehmei, habt. „Wir fühlen die despotische Hand der herrschenden Klaffen» und Ihr fühlt sie auch. „Wir entbehren zur Zeit noch unsere staatsbürgerliche» Rechte, die jeder in, Staate Geborene mit auf die Welt bringt und durch seine Arbeit tagtäglich neu verdient. Ihr seid in demselben Falle. Das in den Reihen der Arbeiter erwachte Klassenbewußtsein, das Bewußtsein ihrer mensch- lichen Würde, ihrer unverjährbaren Rechte, die nur der Ueberniuth, die RncksichtZlofigkeit einer kleinen Zahl Staats- bürger ans den Reihen der bevorrechtigten Stände miß- achten und ableugnen kann, ruft uns, nachdem alle gütlichen Vorstellungen, alle gesetzlichen und friedlichen Mittel und Wege vergeblich versucht ivorden, zun, Kampfe. Wir wollen das vergangene Unrecht nicht rächen, wir wollen nur die Fortsetzung des Unrecht» hindern. Unsere Zahl verbürgt uns ocn Sieg. Zivisch�' uns und dein Sieg steht nur Ihr, Soldaten, die Ihr zum größten Theile auS unseren, des arbeitenden Volkes, Reihe» hervorgegangen seid und bald in„ufere mit Lasten überbürdeten und ihrer natürlichen Rechte beraubten Gliedei znrücktchren werdet. „Werdet Ihr in diesem Kampfe uns feindlich gegenüber« stehen? b aB it.J8 e b t e n fl* t e n niedergesetzt ist, stellte am 4. Juni Vorsitz des Präsidenten des Handelsamtes, Sir alt. Hicks Beach, seinen Bericht fest. Dieser tritt der Fest- Mu, eines gesetzlich geregelten Arbeitstages für Eisen- vahn-Bedren stete als angeblich„unausführbar" entgegen, ist zedoch der Ansicht, daß die Eisenbahngesellschasten in der -ocschrankung der Arbeitszeit ihrer Angestellten noch viel i�i.£n!®�en!oaten' als sie es bisher gethan. Signalbeamte und Weichensteller an Punkten, wo großer Verkehr herrscht, sollten mcht länger als 8 Stunden per Tag, andere Beamte nicht länger als 10 Stunden per Tag, die Zeit für Mahl- zeiten nicht eingerechnet, zu arbeiten haben. Einzelne Aus- nahmen werden angeführt. Für Maschinenführer, Heizer und Schaffner von Güterzügen wird eine S6 Stunden per Woche oder 12 Stunden taglich nicht überschreitende Arbeitszeit vorgeschlagen. Die Gesellschaften sollten angehalten werden, dem HandelSamt regelmäßige Berichte über die Arbeitszeit ihrer Bediensteten einzureiben. Im Falle ein solcher unbefriedigend ausfällt, sollte das Handelsamt ermächtigt mcrden, die Gesellschaft zur Herabsetzung der Arbeitszeit innerhalb bestimmter Frist aufzufordern und bei weiterer Weigerung derselben die Sache vor die Eisenbahnkommissäre zu dringen, welchen das Recht zustehen sollte, die Gesell- schaft zur Erfüllung ihrer Verpflichtung durch eine Kon- ventionalstrase von 20 Pfund Sterling(400 Mark) per Tag anzuhalten. Der Ausschuß spricht sich entschieden gegen sede Verminderung der Verantwortlichkeit der Gesellschaften für die Verwaltung ihrer Bahnlinien aus. Die kapitalistischen Organe sind mit dem Bericht auch keineswegs zufrieden, dessen Vorschlägen indeß, da die Par- lamentsmitglieder angesichts der Neuwahlen das„Arbeiter- votum"— die Stimmen der Arbeiter— brauchen, eine Majorität sicher ist.— Schweden und Norwegen sind bekanntlich durch eine sehr lose Personal-Union geeinigt, gegen die im republikanisch denkenden Norwegen sich immer mehr Stimmen erheben. Ein Telegramm aus Christiania vom heutigen Nach- Mittag besagt: „Unter der Uebcrschrift„Die wahre Union" veröffentlicht Björn st jerne B j ö r n s o n einen Arlikel, in welchem er nur ein Vertheidigungsdündniß mit Schweden als berechtigt bezeichnet.„Für uns Norweger gilt es, ganz selbständig zu werden. Können wir daS innerhalb der Union erreichen, so ist es gut; können wir es ohne sie erreichen, dann ist es besser." B. Björnson ist der bekannte demokratische Dichter und Schriftsteller, der sich in seinem Vaterland großer Popularität und großen Einflusses erfreut.— Armenische Greuel. Diese Rubrik kommt wieder auf. Die Armenier arbeiten für den russischen Rubel und f« haben einen Freund in G l a d st o n e. Dieser machte bei den vorletzten Wahlen, die ihm eine Majorität brachten, mit den„bulgarischen Greueln"(die alle erlogen waren) vortreffliche Geschäfte; und will jetzt das Spiel mit den„armenischen Greueln" wiederholen. Man hüte sich vor dem Schwindel!— Zur amerikanische« Präsidentenwahl. Je mehr die republikanischen Delegirten in Minneapolis sich zu einigen suchen, desto mehr kommen sie auseinander. Jetzt ist, um die Verwirrung noch verwirrter zu machen, nun auch der famose Schutzzöllner Mac Kinley, Urheber oder doch Taufpathe der Bill gleichen Namens, als ernsthafter Präsidentschafts-Kandidat auf der Bildfläche erschienen— zum größten Gaudium der Demokraten, die jetzt— ähnlich den englischen WhigS in der beginnenden Waixikampagne — für ihre schlaffen Segel einigen Freihandelswind sangen zu können hoffen. Nach den neuesten Berichten haben die Blaineleute mit den Harrisonleuten schon einige solenne Keilereien gehabt, und zwar sowohl in dem Konventionslokal als in den Straßen von Minneapolis. Kann noch gut werden.— Von einem„sozialdemokratischen Boykott gezeu den todten Forckeuveck" faseln fortschrittliche Blätter und haben die Stirn, uns von politischem Anstand und von Toleranz reden zu wollen. Ehe die betreffenden Organe das Wort: politischer Anstand in den Mund nahmen, hätten ste Keffer gethan, sich erst die Frage vorzulegen, ob „Werdet Ihr gegen Eure Eltern, gegen Eure Brüder, gegen die Zukunft Eurer Kinder streiten? „Wir rönnen es nicht glauben, wir dürfen das Gegen- theil"hoffen! „Ihr würdet ja zur Stunde in unseren Schlachtlinien stehen, wenn Ihr nicht zufällig eben jetzt durch einen Fahnen- eid in dem Dienste der bevorrechtigten Klassen, die uns jetzt, Euch sitzt auch unterdrücken und später unterdrücken werden, festgehalten wäret. „Kann Euch dieser Fahneneid binden? Habt Ihr ihn freiwillig geschworen, und hat man Euch Etwas für diesen Dienst geboten, was Ihr als gerechtes Entgelt ansehen „Nein, freiwillig wäret Ihr nie gekommen. Nein, eine Euch fremde Gewalt hat Euch das Gewehr aus die Brust gesetzt und Euch so gezwungen, Dienste zu leisten für eine privilegirte Staatsbnrgerklasse, die ohne Eure Hilfe zu schwach wäre, fernerhin das Unrecht aufrecht zu erhalten. Selbst der König, dem Ihr geschworen, ist nicht einmal frei; auch er ist von dieser Klasse umgarnt, von ihr ge- tauscht; denn er würde sonst seiner heiligsten Pflicht, Allen gerecht zu werden, gewiß nachkommen. „Dem getäuschten, selbst unfreien König könntet Ihr, w'e die Sachen stehen, jetzt gar nicht dienen, wenn Ihr Euch ihm wirklich verpflichtet fühlen solltet. ,r„Für wen würdet Ihr also kämpfen? Um wessent- ivlllen würdet Ihr gegen uns die Waffen kehren? »Ihr würdet kämpfen für eine Handvoll egoistischer Bourgeois, für eine privilegirte Klasse von Geldmen schep, tyrannischen Ausbeutern, die Euch, uns Alle fort und fort venachtheiligt und ausgebeutet haben. ..„Ist ein solcher Kampf Eurer würdig? ist er natür- "ch? menschenwürdig? ,Nein; Ihr habt als Soldaten nicht aufgehört, Menschen iU sein, als Menschen zu leben und zu denken, Ihr werdet als vernunftbegabte Menschen auch zu handeln wisse». „Und dann seid Ihr bei uns! »Eure Lage ist eine schwierige, wir wissen es wohl. «M?» schickt Eure Vertrauensmänner zu unseren Vertrauens- der politische Anstand es erlaubt, daß eine Partei noch Führer dulden kann, die durch gerichtliches Erkenntniß der ge- mcinsten Ehrabschneiderei überführt sind, oder ob es mit politischem Anstand verträglich, daß ein Mensch, welcher durch gerichtliches Erkenntniß der gemeinsten Ehrabschneiderei, des gröbsten Verraths an seinem Parteiprogramm und einer zum Mindesten stöckerischen Fahrlässigkeit bei Leistung des Eides überführt ist, an der Spitze eines Parteiorgans stehen kann. Und was Toleranz betrifft, je nun, so find die Organe der Partei, welche sich selber rühmt den Kulturkampf er- funden zu haben, die allerletzten, die von Toleranz sprechen dürfen. Wir haben niemals dem Gegner die schuldige Achtung verweigert; und am Grabe eines Windt- Horst, eines Kleist- Retzow, eines Moltke haben wir bewiesen, daß die Sozialdemokratie auch dem Feinde erecht ist, und Charakter, Pflichttreue, Talent im selbstlosen enst einer Sache auch auf feindlicher Seite zu schätzen weiß. Aber waren diese Eigenschaften etwa bei dem ver- storbenen Bürgermeister von Berlin vorhanden? An Talent nicht über den Durchschnitt ragend, war er nicht ein Charakter- Typus, sondern ein Typus der politischen Charakterlosigkeit, in seiner Person und Laufbahn die ganze Misere des feigen deutschen Bürgerthums verkörpernd. Dieser Fortschrittier, der sich mit Wollust in den Sumpf des Nationalliberalismus stürzte, für das Sozialistengesetz stimmte und agitirte, als Präsident des Reichstages die sozialdemokratischen Ab- geordneten in servilster Liebedienerei nach Oben unerhört vergewaltigte und sie mit einer Brutalität mundtodt zu machen suchte, welche selbst dem Seniorenkonvent zu arg ivar und— nach der skandalösen gegen einen unserer Abgeordneten verübten Wortentziehung— zu Protesten führte, die Herrn Forckenbeck's weiteres Verbleiben im Präsidium unmöglich machten— wäre es nicht geradezu Selbsterniedrigung gewesen, hätten wir uns am Grabe dieses Mannes zu einer Heuchelszene sentimentaler Rühr- scligkeit hinreißen lassen? Für uns war der Tod Forckenbeck's überhaupt kein politisches Ereigniß, er gehörte in den lokalen Theil unseres Blattes, wo er auch gebührendermaßen behandelt ward. Zu einem„Boykott nach dem Tode" hatten wir um so weniger Ver- anlassung, als der verstorbene Bürgermeister vo» Berlin schon während eines vollen Jahrzehnts vor seinem Tode nicht mehr für uns, ja kaum mehr für daS politische Lebe» existirt hatte. Unsere Genossen, die sich am Begräbniß betheiligten, hatten— gleich dem Gros der Parteigenossen— keine ge- naue Kenntuiß der präsidentschaftlichen Polizecthätigkeit Forckenbeck's und da, waS sie thaten, nur dem entsprach, was die Vertreter der Sozialdemokratie politischen Feinden, z. B. einem Windthorst, gerne gewährten, so kann ihnen ebensowenig eine Prinzipienverletzung vorgeworfen werden, als der Partei Mangel an Toleranz, wetl sie für einen Forckenbeck nicht das gleiche Maß von Achtung hat wie für einen Windthorst.— iParkeinorftvichken. Die Berliner Stadtverordueten Höhne, Gabor und T u tz a u e r haben ihre AemUr als Stadtverordnete niedergelegt, weil ihre offizielle Theilnahme an der Beerdigung Forckenbeck's bei den Berliner Parteigenossen auf allgemeinen Widerspruch gestoßen ist. � � Ein Pfingstmontag im'deutschen Polizeistaat. Das Depeschenbureau„Herold" verbreitete unterm 8. Juni folgende Nachricht: „Krefeld. 3. Juni. Etwa 1600 hiesige Sozial- demokraten wollten auf den Snchtelner Höhen eine Ver- sammlung abhallen. Als die Polizei, die verstärkt hinzu- kam, dies verhindern wollte, entstand ein großer Tumult. Nnse:„Nieder mit der Polizei!" wurden laut, worauf die Gendarmen mit blanker Klinge dreinhieben. Die Sozialdemokraten rissen die deutsche Flagge vom Wirths- Hause herab und hißlen an deren Stelle eine roths Flagge auf. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor, be< schlagnahmte die rothe Fahne und zerstreute die Menge." Diese Nachricht ist, soweit sie sich gegen die Sozialdemokraten richtet, absolut falsch, wie sich ans der Mittheilnng eines Augen- zeugen ergiebt, die wir hiermit folgen lassen: männern, und die Sache ist gethan. Unser gcmeinschaft- licher Schlachtruf wird sein: Gerechtigkeit für Alle!" Diese Proklamationen wurden von Jedem, der an den Tisch kam, andächtig gelesen und dann ruhig für Später- lommciidc, denen man Platz machte, liegen gelassen, bis nach einigen Stunden der an Stelle des berauschten Batteriechefs erscheinende Batterie- Adjutant sie durch die als Stubenkommaiidanten fmigirende» Adjutanten kon- fisziren ließ. Fünfzehntes Kapitel. Am V o r a b e n d. Zwei Tage waren vergangen, seitdem die allgemein er- wartete Revolution durch ihr Slnsbleiben alle Propheten zu Schanden hatte werden lassen, und da an diesem Tage auch die großartige Arbeiterdemonstration ohne alle Folgen verlaufen:var, so gaben sich selbst Pessimisten, Leute, die eine Schiualbe am Horizont für die Vorbotin eines nahenden Gewitters erkennen, einer gewissen Ruhe hin. Freifrau von Sokolow hatte an diesem Tage ihre Freundinnen und Freunde zu einem einfachen Kaffee ge- taden, und wir finden die Damen unserer Vekanntschast, von den Herren aber nur Iwan und' Findeisen, in dem Garten ihrer an den Grenzen der Siadt gelegenen Villa ver- einigt. Es war eine wenig heitere Gesellschaft in derThat, denn die Meiste»» waren voller Sorgen um ihre liebsten Freunde. Frank und Lange flüchtig, ohne eine Nachricht von ihrem Aufenthaltsort gegeben'�n haben; Barth und Streit gefangen unser, verstärkter Aufsicht und verschärfter Wache, und alle die Versammelten in der düsteren Vorahnung baldiger gefahrvoller Ereignisse. Nur die Wirthin des Hauses ist mehr geistig, als mit dem Herzen erregt. „Es liegt Etwas in der Luft," meinte sie.„Wenn man, wie ich, den Vorabend wichtiger politischer Ereignisse durchleb! hat, besitzt man seine besonderen Ahnungen. Und ich glaube bestimmt, unsere Freunde sind nicht mnssig. Ihr Schweigen ist keine Nnthätigkeit, es ist ein stilles, vor- sichtiges Handeln. Und ich freue mich, venu ich weiß, daß „Der Volksverein zu Krefeld hatte beschlossen, am Pfingst« montag einen Ausflug nach den Ellchtelner Höhen zu unternehmen. Denselben Beschluß hatten auch die Parteigenossen aus dem WahlkreiseKempen und aus demKveiseGladbach gefaßt. Als wir nun um öl/e Uhr Morgens ausrückten, hatten wir schon an der Grenze von Krefeld Polizisten und Gendarmen zur Begleitung. Dieselben folgten uns bis zum Bestimmungsort. Als wir daselbst an- kamen, erfuhren wir, daß den Gladbacher Genossen schon die Taschen nach sozialdemokratischen Schriften durchsucht worden waren. Der Borsitzende des BolksvereinS begab sich jetzt zu einem in der Nähe wohnenden Wirth und fragte denselben, wo wir uns lagern könnten, um uns zu amüsiren, denn beiläufig gesagt, es war kein Saal vorhanden, der die Menschenmasse hätte fassen können.(Nach geringer Schwung betrug die Zahl der Theilnehmer am Ausflüge LöOO bis 3000.) Der Wirth antwortete. wir sollten uns nur am Denkmal leigern, das geschähe seitens aller Vereine, welche Ausflüge nach Huer machten. Kaum hatten wir unS dahin begeben. alS auch schon der Kommissar von Viersen und der Bürgermeister von Süchteln kamen und uns forttrieben. Wir wurden nun überall vertrieben, bis wir schließlich mit unserm Bierwagen auf die Landstraße gingen. Hier begann nun etwas Unerhörtes. Der Kommissar gebrauchte unS gegenüber Ausdrücke, die sich nicht wiedergeben lassen, und auf einmal schrie er: Wer jetzt nicht läuft, wird niedergeritten. Die Poltzisten und Gendarmen zogen blank und hieben mit flacher Kinge auf die Menge ein. Viele wurden, niedergeritten. Ich hatte meine Frau am Arm und ging über die Landstraße nach Süchteln zu; gerade neben mir ging ein alter Mann von vielleicht 65 bis 70 Jahren. Ans einmal kam ein Polizist und schrie, wir sollten lausen, sonst schlüge er uns nieder. Ich er»- klärte ihm, der alte Mann könnte so nicht gut fort. Darauf ent- spann sich zwischen uns ein Wortwechsel, bis plötzlich ein Gen» darm dazwischen sprengte, und ich von meiner Frau mit in einen Graben gerissen wurde. Bei dem Falle zerriß sich meine Frau das ganze Kleid. Ein Kind wurde umgeritten, es blieb längere Zeit bewußtlos liegen. Eine Frau, welche ein Kind von vielleicht einem halben Jahre auf dem Arme hatte und ruhig ihres Weges ging, wurde mit Niederste-!, en bedroht, wenn sie nicht liefe. Kurz, eine solche Situation habe ich noch nicht erlebt. Es kamen auch viele Verhaftungen vor und die älteren Genoffen hatten alle Hände voll zu thun, daß ste die jüngeren Genossen im Zügel hielten, so daß diese den Polizisten gegenüber nickt Gleiches mit Gleichem vergalten. Schließlich, als die Höhen geräumt, waren, wurde in Süchteln� den Wirthen verbolen, an Fremde songelneven. aao orei Perionen zu,aniincn au, ori. o-rape standen, trieb man sie auseinander, gleichviel welchen Geschlechts und welchen Alters sie waren. Ich war mit ein paar Anderen von einem bekannten Wirth in dessen Privatwohnuug gelassen worden und konnte deshalb später, als die Anderen längst von der Polizei bis weit über die Grenze von Süchteln getrieben worden waren, durch den Ort gehen und die Stimmung der Be- wohner erforschen. Es herrschte unter denselben eine surchlbare sich ein paar Stunden in der schönen Natur zu amüsiren— und daß man uns ohne jede begründete Beranlassunglniederritt und niederhieb. Durch diese Affäre, glaube ich ganz bestimmt, haben wir in Süch- teln viele neue Anhänger gewonnen. Die Verhafteten wurden des Nachmittags verhört und dann meist wieder aus freien 'uß gesetzt. Für diese Angabe trete ich mit meiner rerfo« ein, denn ich war Augenzeuge. ES wurden mir noch eine Reihe unglaublicher Einzelheiten erzählt, ivelche ich aber, obwohl sie nach dem Borhergegangenen ganz gut möglich sind, nicht niederschreibe, weil ich sie nicht selbst gesehen habe." Soweit der Bericht. Wir haben nach den Stettiner Vor- ängen kein« Ursache, an der Richtigkeit der Darstellung unseres Gewährsmannes zu zweifeln. Sie sind bei der Hätz, welche gegen die klassenbewußten deutschen Arbeiter— denen man, wie in Halderstadt w., ja sogar die Schaffung von Gewerbegerichten ver- weigert— seitens der herrschenden Klassen betrieben wird, auch durch- aus erklärlich. Die Polizisten bekommen von ihren Oberen den Be- fehl, gegen die Sozialdemokraten„schneidig" aufzutreten, und sie olgen diesem Befehl blindlings, ohne zu fragen, ob sie recht thun. lanz gemäß dem Geiste. welchen man ihnen»n der raserne gelehrt hat. Fürwahr, wenn wir überschauen, was Alles sich deutsche Polizisten deutschen Arbeitern gegenüber erlauben können, so überkommt uns bittere Scham, daß noch so viele Arbeiter es versäumen, sich zu ihren verfolgten Brüdern zu schaaren und mit denselben in allen Orten eine Phalanx zu bilden, an der die VerfolgungSwuth der herrschenden Klassen abprallt, wie eine Woge am Felsen. Daß die Krefelder Skandalaffäre endlich einmal Anlaß bieten wird, die Maximen der Polizei zu ändern, hoffen wir nach dem Vorhergesaglen garnicht. Wie gearbeitet wird, beweift ja das tendenziös entstellte Telegramm des Herold'schen BnreauS. nur auf diese Weise, nicht durch geränschvolles, prahlerisches Treiben, eine große Erhebung möglich gemacht wird. Eine That für die Freiheit ist in Vorbereitung, und die muß auch dem armeil Polen zu Gute kommen. Ich hoffe, Iwan, auch Dn bist daran mehr betheiligt, als Du Dir den Anschein geben willst?" Iwan hörte zum ersten Male seit seiner Kinderzeit das„Dn" ans dem Munde der Stiefmutter; eine leichte Röthe der Freude und Dankbarkeit stieg in seinen bleichen Wangen aiff, aber er begnügte sich mit der einfachen Antwort: „Ich habe meinen Platz und werde meine Schuldigkeit thun." „O, Iwan, auch Du?" rief aber Olga und ging auf den heißgeliebten Bruder zu,„auch Du willst Dein Leben wagen, in einer fremden Sache, und ich habe nur Dich als Bruder und Freund. Sie werden Dick) erschießen auf dem Kampfplatz oder nachher, und dann bin ich wieder ganz einsam." „Es ist keine fremde Sache", erwiderte Iwan, die weinende Schwester an sein Herz drückend,„die Sache der Freiheit ist allen Völkern gemein. Und ich werde auch nicht erschossen werden; es bleiben immer die Meisten oder doch Viele in solchem Kampfe übrig." „Ja, aber die Edelsten und Besten gehen immer dabei unter, das hat mir Mama gesagt; sie weiß es aus Er- sahrnng. Nur die Feiglinge und Jntriguanten bleiben übrig, die sich zur rechten Zeit bei Seite halten, wie dieser Aicusch, von dem ich mich wirklich schäme, jemals eine Artigkeit oder Gefälligkeit angenommen zu haben. Pfui der Schande, in Stunden der Gefahr sich so bei Seite zu stehlen!" „Und doch wolltest Du, Olga, daß ich eine ähnliche Rolle spielen möchte. Du siehst, wie unüberlegt Du sprichst." „Ach. es ist ja nur die Sorge, die Liebe, die mich so sprechen läßt. Aber nicht wahr, Herr Findeisen, Sie werden meinem Bruder treu zur Seite stehen, ihn nicht verlassen, wie die Anderen? Sie versprachen eS mir heilig und theuer, und Sie iverden Ihr Wort halten. Nicht wahr?" (Fortsetzung folgt.) Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 10. Juni. Opernhaus. Ritter Pásmán. Schauspielhaus. Imogen. Berliner Theater. Der Kaufmann von Benedig. Deutsches Theater. Die Kinder ber Exzellenz. Leffing- Theater. Die häusliche Frau. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Adolph Ernst- Theater. Raffeefieber Seiler, genannt: Der dumme Auguft. Allgemeiner Brauer- Verband Unserem Genoffen und Pfeifenbruder Gustav Mattig zu seinem 35. Wiegen feste ein dreifach donnerndes Hoch bis Gauverein derProv.Brandenburg. zur Wolkenhöhe! Die Pfeifenbrüder der eisernen Pfeife: Sonnabend, den 11. Juni, Ab. 8 Uhr: Außerordentliche U. H. B. K. G. S. 457 b Unserem Genoffen Herrmann Römer zu seinem heutigen Geburtstage ein dreifaches Hoch!!! Verstehste Hermann! Die 8 Rothen von Berlin 1. Danksagung. Allen Kollegen, Freunden und Bes fannten, welche meinem Mann die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich hierdurch General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Gewerkschaftliches und Anträge zum Delegirtentag. 2. Wahl von Delegirten. 3. Vergnügungssachen. 4. Weiteres über Maßregelungen in Brauereien. 5. Verschiedenes. Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins u. Umg. am Sonntag, den 12. Juni, Vorm. 10 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstr. 21. ages Ordnung: 428/6 1. Weitere Stellungnahme gegenüber den unverschämten Lohndrückereien und sonstigen Mißfänden im Baugewerbe. 2. Verschiedenes. Um den Lohndrückereien energisch entgegentreten au tönnen ist es Pflicht aller Maurer Berlins und Umgegend, Mann für Mann in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. W. Roll, Bertrauensmann, Stalizerstr. 33. meinen tiefgefühltesten Dank. 452 Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Vulkan Ww. Brusberg nebst Rindern. Danksagung. Für die überaus große Theilnahme und reichen Krangspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter sagen wir allen Berwandten und Bekannten, G. H. 89, Filiale Berlin 1. Montag, den 13. Juni, Ab. 8, Uhr, bei Winter, Lichterfelderstraße 8: Außerordentliche Bentralverband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle I, Berlin( Putzer). Sonntag, den 12. Juni, Vormittags 11 Uhr, Dresdenerstr. 96: Versammlung. Zagesordnung: 1. Borlegung derjenigen Paragraphen des Statuts, die auf dem nächsten 469/1 Oftend- Theater. Die Kellnerinnen sowie dem Gesangverein, Nordstern Mitgliederversammlung. Verbandstag eine Henberung erfahren sollen. von Berlin. Thomas- Theater. Heißes Blut. Bellealliance- Theater. Der Günst ling. Kroll's Theater. Die Hochzeit des Figaro. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Berl. Sommer- Theater Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Freitag, den 10. Juni: 1. Theil': Grosse Specialitäten- Vorstellung. 2. Theil: Die Sonntagsjäger, oder: unferen aufrichtigen Dant. 2552 Gebr. Wilde. Tages- Ordnung: 1. Neuwahl der Drts- Berwaltung. 2. Verschiedenes. 450b Zentral- Kranken- und Sterbe- Beiträge werden in der Bersammkasse der Tischler und anderer eines jeden Mitgliedes in der Vergewerblicher Arbeiter Ortlie Verwaltung Berlin E Mitglieder- Versammlung ( Eingetr. Hilfskaffe 3, Hamburg) am Sonntag, den 12. Juni, Vorm. 11 Uhr, bei Wilke, Hochstraße 32a. Tagesordnung: Tung entgegen genommen. Es ist Pflicht fammlung zu erscheinen. Der Bevollmächtigte. Empfehle allen Genossen des Nordens 460b meine Berkaufsstelle der Genossenschafts- Bäderci, Chaufferstr. 72( nahe d. Panke) i. Flur J. Leininger. Liefere Brot frei ins Haus. täglich frisch, Verplefft. Posse in 1 Akt von girten über die Beschlüsse der General Maitrank, Flasche 60 f. Kalisch und Moser. 3. Theil; Ein Stündchen im Komtoir, Posse in 1 Akt von Sig. Haber. 4. Theil: Specialitäten Vorstellung. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen der Najaden, grosses Balletdivertissement, ausgeführt von dem aus 20 Damen bestehenden Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 72 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's Zauber und Wunder. orientalische Kasseneröffnung 28 Uhr. Anf. 8 Uhr. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Ränge: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge 4 und 3 M. Kinder die Hälfte. Vorverkauf Invalidendant und an der Theaterfaffe. 611M Passage1. Berichterstattung unseres Dele Versammlung in Halle. 2. Mitglied Klein au contra Filial- Vorstand. 3. Wahl des gesammten Vorstandes, Beitragfammler und Aerzte. 453b 2. Vorschläge der Delegirten für den nächsten Verbandstag. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend am Sonntag, den 19. Juni, Vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Lothar. 2. Wahl eines Beisigers. 3. Bericht des Vergnügungskomitees vom Stiftungsfeft. 4. Aufnahme neuer Vereine. 197/20 NB. Die Vereine werden gebeten recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Franz Beyer, Allg. Arbeiterinnen- Verein Berlins Chauffeeftr. 103. Für Vereine empfehle mein Afrika- Kinderwagen. Bröstes eager Berling Dampfkaroussel in der Neuen Welt, und Umgegend. Grosse Versammlung 486/1 Hasenhaide, mit Preisermäßigung. M.- Kleiderfp., f. neu, Barnimstr. 3, H.R.I. am Sonnabend, den 11. Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Empfehle mein Garten- Restaurant für Gesellschaften und Vereine, Badeanstalt und Kegelbahn. Gute Küche. Gustav Schöne, Gastwirth, Rüdersdorf, Karlstraße 8, 2549L] ( vormals Wwe. Erpel). Fachverein der Tischler. Montag, den 18. Juli, im Elysium, Landsberger Allee 40: 12. Stiftungsfest Tages Ordnung: 1. Vortrag des Dr. Pinn über: Aus alter und neuer Zeit. 2. Diss fuffion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Empfehle allen Freunden und Be: Allgemeine Kranken- u. Sterbefannten mein 390b Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal. W. Haugk, Boechstraße 12. Kreissägen, Bohrmasch., Pappscheere, Tischlerwerkz., Transmiss. kasse der Metallarbeiter ( G. H. 20) Filiale Berlin l. Außerordentliche Handwag. a. Fed., Bretter, Pappelbieten Mitgliederversammlung verbunden mit Sommerfest.vieles andere billigſt weg. Aufg. b. am Sonnabend, den 11. Juni, Ab. 8 Uhr, verbunden mit Sommerfest. Betrieb. Harmonitafabr., Demminerftr.6. im Saale des Herrn Poppe, Lindenstr.106. Konzert, Theater- Borstellung und Sommernachts- Ball. Gesangsvorträge vom Gesangverein ,, Liedesfreiheit". Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche von 2 Uhr an geöffnet. Abends Kinderfackelzug, zu welchem jedes Kind eine Stoclaterne gratis erhält. Anfang des Konzerts 4 Uhr Nachmittags. Billets à 25 Pf. find in allen Zahlstellen des Vereins zu haben. 418/1 Der Vorstand. Sonnabend, den 11. Juni, Abends 81/2 Uhr, pünktlich: Panopticum. Vorstandssitzung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Neu! Blaue Grotte mit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Täglish: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Victoria- Brauerei. Lühowstraße 111/112. ( Im Konzertgartenrefp.Saal) ( außer Läglich Sonnabends): Stettiner Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 u. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate). Geschäfts- Eröffnung. Allen Freunden u. Genossen empfehle meine neu eröffnete 2548L Restauration. Für gute Speisen u. Getränke ist gesorgt. H. Voss, Prinzenstr. 74. Vereinszimmer stehen zur Verfügung. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. 24 Verkäufer. Der Vorstand. Telephon Amt I. 9642. 1832 L Sophabezüge! Refte in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Elektrische Beleuchtung. Zum Prophet Welthaus in fertigen Herren- u. Knaben- Garderoben, größtes derartiges Etablissement in Deutschland, 1. Etage- am Dönhoffplatz- 1. 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Sterbetasse der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg). 2. Wahlabtheilung. Sonntag, den 12. Juni, Borm. 10 Uhr, imLokale desHerrn Poppe, Lindenstr.106: Feststellung des Wahl- Resultats. 451b F. Bötticher. Zeugen gesucht. 458b Alle Diejenigen, welche dem Streit beiwohnten, der am 27. Mai, Abds. zwischen 8 u. 9 Uhr, in der Bücklerstr. 4 zwischen zwei Frauen stattfand, werden freundlichst ersucht, sich bei Wittwe Lewin, Lübbenerstr. 27, Hof I, zu melden. Liter 65 Pf. Nordhäuser Getr.- Kümmel • 65 Franz Beyer, Chaussee- Str. 103. Jede Uhr zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie toftet bei mir 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren C. Wunsch, außr. 38, a. b. Dranienplat Arbeitsmarkt. Ich suche sofort bei lohnendem und dauerndem Verdienst 1 Nakformer, 2550L 1 Steifer aufDamen- und weiche Herrenhüte, 2 Trockenformer, von 2 M. an. 3 " " " " 3½" " 4 1 Stepperin, " " " We Für das Verleihen von Fracks, sowie ganzer fchwarzer Anzüge haben wir eine besondere Abtheilung eingerichtet. Wir ersuchen Jedermann, unser Niesen- Etablissement in Augenschein zu nehmen und sich durch Einkauf persönlich davon zu überzeugen. Zum Prophet", 2551L EF Welthaus fertiger Herren- und Knaben- Garderoben, E I. Etage, am Dönhoffplay, I. Etage, Ecke Leipziger und Kommandantenstraße. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW', Beuthstraße 2. 2 Plattirer, Garnirerinnen in und außer dem Hause. J. Bambus, Landwehrstr. 11. E. Buchbinder auf feinftes Etiquettesschneiden eingeübt, find. sofort dauernde Stell, Chorinerstr.26, Reinecke( Druckerei) Tüchtigen Dirigenten fucht Frei. tags Gefangverein„ Rollegia". Adr. bitte an O. Ramphel, Lübbenerstraße 10, zu richten. 461b Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 133. Freitag, den 10. Juni 1892. 9. Jahrg. Der III. österreichische Parteitag. Die Morte müßten erſt richtig gedeutet werden, bar Berfuch, ein bas Gube„ ver forrumpiten Parteiwirthschaft" antreten kann. wieder. Wir würden eine weit anerkennenswerthere Aufgabe der Die Abkürzung geben, schließlich allerdings Niemand mehr übrig bleibt, der der der Erbe Originalbericht des Vorwärts". Haus zu stürmen, wobei eventuell eine Anzahl tüchtiger Genossen gefangen wird wie ein Rudel Hunde, fei ihm Unvernunft. Der„ Vossischen Zeitung" wurde für ihre von uns bereits Bei Beginn der heutigen Vormittagssigung am 6. Juni( Lebhafter Beifall.) Die Anstrebung eines Bieles mit allen gestern zurückgewiesene unüberlegte Anzapfung der deutschen BuchBeiste fich der geräumige Saal bis auf den letzten Play beſeßt, mitteln fei unsinnig, die Anwendung aller zweck- brucker und der Sozialdemokratie seitens des Vorstandes bes obwohl nur direkt geladene Gäfte zugelassen werden dürfen, bienlichen Mittel, wie sie das Hainfelder Programm empfiehlt, unterstützungsvereins noch folgende treffende Abfertigung zu theil: weshalb jeder Anwesende jeden Augenblick darauf gefaßt sein fei nothwendig. 3weddienlich" sei nicht zu verwechseln " In Nr. 262 der Bossischen Zeitung" entrüstet sich die buß, daß er von irgend einem neugierigen! Polizeikommiffar nach mit gefeßlich nichts sei schwankender als gerade der Boden Redaktion, daß die Leiter des Unterſtügungsvereins Deutscher der Einladungskarte gefragt wird. Solche neugierige Polizei der ferreichischen Geseke, und die besißenden Klassen Desterreichs Buchdrucker gelegentlich der Quittung über die eingegangen Gugel erſchienen bis jetzt jeden Tag einmal. Sobald diese wurden bazen erſten merken, wenn sie überhaupt den freiwilligen Beiträge während des lezten Ausstandes Elsaßdas am Herren ihre Neugierde befriedigt hatten, entfernten sie sich sofort Borsa hätten, sich auf den Boden der Gesetze zu stellen.( Bei- Lothringen als Ausland aufführten. Wir haben dem gegenüber Unter den Gäften befinden sich auch viele Frauen; ebenso fall.) So viel über die Sainfelder Prinzipien Erklärung. Die zu bemerken, daß für unsere Organisation Elsaß- Lothringen als find in der Reihe der Delegirten brei Frauen. Dieselben folgen Internationalität der Bewegung müffe gewahrt bleiben. Ausland gelten muß, da nach Lage des dort geltenden Rechts mit großem Intereffe den Verhandlungen und, wo es noth Bartei begönnen bei der Frage be3 28 a hI rechts. Mit allen deutscher Buchdrucker sich nicht anschließen dürfen. inter ( Beifall.) Die prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten in der die elfaß lothringischen Buchdrucker dem Unterstützungsverein wendig erscheint, betheiligen sie sich mit Energie und großer weckdienlichen Mitteln solle um dasselbe gefämpft, aber ge- effirt hierbei vielleicht, zu erfahren, daß den bayerischen BuchSchlagfertigkeit an der Debatte. Biel Beachtung und freudige Genugthuung erregte auf dem wählt solle nach dessen Erringung nicht werden? Nun, gerade druckern erst seit dem 1. Januar 1890 dem Unterstüßungsverein Parteitag die verhältnißmäßig starte Vertretung der polnischen( Beifall.) Auch ein Mittel, Heerschau zu halten, sei das bei den Wahlen tönne man ins Volt dringen, wie sonst niemals. anzugehören gestattet ist. Sozialdemokratie Galiziens. Es sind 8 polnische Delegirte anwesend, darunter auch der in Berliner Parteifreifen wohl bekannte Wahlrecht. Darin liege für uns besonders auch die Bedeutung Bossischen Zeitung" darin erblicken, wenn sie an dieser deutschen Genosse Das czinsky. Noch vor ein paar Jahren tante des 1. Mai, daß er uns die Möglichkeit bietet, unfere Anhänger Ginheit" ihre Kritik üben würde, als in überschäumendem man in Galizien eine organisirte Sozialdemokratie überhaupt flärt Redner auf die Ausführungen der Oppofition gespannt zu anzugreifen. annähernd zu zählen. Hinsichtlich der Sozialreform er Patriotismus in denunziatorischer Absicht eine Arbeiterorganisation Der Vorstand." nicht. Jest ist dies anders geworden, fehr zur Freude unserer fein; hoffentlich würden diese ihre Unabhängigkeit dabei nicht so Genossen in und außerhalb der t. t. Monarchie und sehr zum weit treiben, sich auch von dem gesunden Menschen. Merger der polnischen Ausbenter. Aus der rheinischen Pfaffengaffe. Die Schwarzen fühlen, Die Verhandlungen brachten uns heute vor Eintritt in die verstande für unabhängig zu erklären.( Stürmische Heiter daß die Tage ihrer Herrlichkeit gezählt sind, und sie greifen des Tagesordnung eine Erklärung des Delegirten Schmidt. Dieser Steuern, Die schon im Vorjahre gewünscht wurde, stimme zu erhalten. Nachdem in Bonn die erste Versammlung, in welcher feit.) Der Aufnahme eines Sages rücksichtlich der indiretten halb zu allen möglichen Mitteln, um ihren politischen Besisstand ( zur Opposition gehörig) hatte im Auftrage feiner engeren Ge- er finnungsgenossen dem Parteitag die Mittheilung zu machen, daß werden, jei eine textliche Grweiterung des Programms Molfenbuhr referiren sollte, dadurch vereitelt worden war, daß weiblichen Kampfgenossen gerecht unfer auf einer Agitationsreise befindlicher Reichstags- Abgeordnete bie Opposition die Angelegenheit Hanser für abgeschlossen be nothwendig.( Beifall.) Auf die Erörterung ber Tattit über die dortigen Führer des Zentrums mit ca. 150 Anhängern berart trachte, daß sie jede Gemeinschaft mit diesem Herrn ablehne und daß fie deshalb bitten müßte, die persönliche Angelegenheit Hauser's gehend, erklärt der Referent, daß sich der Kampf der Arbeiter- lärmten, daß nicht einmal die Bureauwahl vorgenommen werden nicht mehr mit den sonstigen oppositionellen Bestrebungen über fondern stets gegen die ganze heutige 28 irthschafts: falls von ihnen zu nichte gemacht. Gewißigt durch den Verlauf vor Allem nicht gegen einzelne Individuen, tonnte, wurde die zweite sozialdemokratische Versammlung ebenDiese Erklärung ist wohl das Ergebnis von Berathungen, welcher alles, auch Gutgemeintes, zum& luch wird.( Zu eine Einladungskarte vorzuzeigen vermochte. Das veranlaßte die ordnung zu richten habe, gegen diese Ordnung", unter der ersten hatte man zu derselben nur eingelaffen, wer welche die hiesigen„ Unabhängigen" gestern gepflogen haben, man nennt uns die„ reſolutionirende", für die frömmelnden Hausfriedensbrecher zu einem förmlichen Sturm auf wobei über die feige Saltung Hanser's recht harte Worte Bapierforbe des Parlaments und der Behörde arbeitende partei. Das Lokal, infolge dessen die Versammlung wieder unmöglich gefallen sein sollen. Die Herren" Unabhängigen wollen einen Wirklichkeit arbeiten wir für die Gehirne unserer Mit- wurde. Zu dieser rüpelhaften Handlungsweise hatte man fie prinzipielle" Scheidung zwischen sich und der offiziellen Bartei Menschen, wir faffen in Inappen, leicht sich dem Gedächtniß ein- vorher durch Anschlag eines Platates aufgefordert, das folgenden herbeiführen. Kein gemeinsames Programm, keine Organisation prägenden Resolutionen zusammen, was wir in Versammlungen Wortlaut hatte: und keine Parteidisziplin, das ist die Loosung dieser neuesten fagen. Anstatt Resolutionen Brot zu vertheilen, scheint der einen Ramm zu scheeren. Richtung. und Bezirken. den Rheinländer! Eine Anzahl Sozialdemokraten, feine Bonner unser Feld. Je toller sie's treiben, um so halmkräftiger unsere Der Pfaffheit zum Rummer und unferen Parteigenoffen zur Uebrigens ist es nicht ganz richtig, wenn man diese Gr. Opposition wirksamer. Thatsächlich hat sie nur den hohen und sondern von auswärts eingewandert, bemüht sich auch hier Boden Er höchsten Herrschaften, dem Bürgerthum und der bürgerlichen für die Umsturzpartei zu gewinnen, den Geiſt unserer jugendscheinung als eine neue oder neueſte bezeichnet. In Wirklichkeit Breffe billige Gelegenheit geboten, sich in den Glorienschein der lichen Arbeiter zu verseuchen. Rheinländer, soll dieſes importirte sind es die lehten Nachweben der Bänkereien und Reibereien aus Arbeiterfreundlichkeit zu hüllen. Die Armen, welche sie bei der giftige Gewächs auch am schönen Rhein wuchern? Sollen dieſe dem Anfange der achtziger Jahre, was sich uns in den sogenannten Brotvertheilung„ aus den Löchern" hervorgelockt haben, sie haben wenigen Sozialdemokraten speziell in Bonn zur Herrschaft ge" Unabhängigen“ vorstellt. Der eine und andere Derer, welche Baburch is goldene Wiener Herz" verehren gelernt. Uns langen? Wenn das geschieht, Bonner Bürger, dann tragen wir im Herzen mit der" Propaganda der That", wie sie in den Sie niemals dazu bringen, bas Volk über selbst die Schuld. Das darf nicht geschehen! Alle, welche für achtziger Jahren auf" Unrathen der Peutert und Konsorten hier eine Macht zu betrügen, ihm zu sagen:„ Kommt Alle Recht und Ordnung sind, treu zu Kaiser und Reich stehen, wer praktisch geübt wurde und über viele brave Arbeiter so unfäg- heraus, es geht los!" wenn es eben nicht losgeht. Das ist den daher eingeladen, an der allgemeinen Boltsversammlung, liches Glend brachte, einverstanden waren, die aber nach dem welche die Sozialdemokraten einberufen haben, Theil zu nehmen, Hainfelder Parteitag nicht mehr den Muth' hatten, offen für ihre unfer Programm und unsere Tattit!( Stürmischer Beifall.) Herzensneigung einzutreten, fie glaubten aus Anlaß der Sanfer- Bevor biefelben uit Worte gelangen, wird dem Oppofitionellen partei oder die sozialdemokratischen bie richtigen find. Diefelbe Die Provinzdelegirten einigen sich auf Generalredner. damit es sich zeige, ob die Grundsäge der christlichen Arbeiter. Affäre, jetzt fel die Zeit wieder für fie gekommen, im Trüben zu Bonus as ort ertheilt. Da der Bebner aber statt zu findet ſtatt Donnerstag, den 2. Juni, bei Herrn Gastwirth fischen. Dieser Plan ist freilich auch ins Wasser gefallen und die Herren„ Unabhängigen" haben mit ihrem Störungsversuch nichts Programm und Taktik zu reden nur zu Organisationsfragen fich Böttgen, Weiherstraße, Marstraße Privatweg. Das Komitee der weiter erzielt, als daß ein notorischer Lump, der wegen Vergreifens nicht abkommen fonnte, so verzichtete derselbe schließlich auf äußerte, und davon, troß mehrmaliger Mahnung des Vorsigenden, christlichen Arbeiterpartei." Wie man sieht, machen die wenigen Sozialdemokraten" ben an Parteigeldern aus der Partei hinausgeworfen ist, ihnen trotz das Wort. Schwarzen gewaltige Ropfschmerzen. Da fie in die Agitations aller jegt gemachten Abwehrversuche dauernd an den Rockschößen hängen bleiben wird. Das ist auch ein Erfolg, aber er eben erschienenen Vertreter der rumänischen Sozial- felber den größten Zweifel ſehen müssen, ist es freilich auch kein Popp begrüßt dann unter stürmischem Beifalle den fähigkeit ihrer Sache als beste Kenner derselben begreiflicherweise freut sind die Herren Unabhängigen" über denselben sicherlich demotratie, Genossen Digrim. Wunder, wenn sie auf den geistigen Rampf verzichten und nur noch von nicht. Der weitere Verlauf der Verhandlungen brachte haupt- Derfelbe nimmt das Wort und bringt in längerer fran- der Bersammlungssprengung und ähnlichen Nüpeleien Erfolg ers sächlich Berichte der Delegirten aus den einzelnen Kronländern öfifcher lebe Die Grüße ber Barteigenossen von Bularest, Jassy, hoffen. Nützen kann ihnen das gar nichts. Unsere Bartei ist Hierbei wurden von einzelnen Rednern Krajowa, Galak, Plojeschti zum Ausdruce.( Stürmischer Beifall.) auch bereits im Rheinland im besten Aufblühen, und was die Scherereien, Plackereien, Willkür und Vergewaltigungen Seitens Bei den legten Reichsraths- und Gemeinderaths- Wahlen haben Schwarzen an bösartiger Verfolgung unserer Sache auch anzahlreicher Provinzbehörden mitgetheilt, welche man selbst in die rumänischen Genossen mehrfache Siege errungen. Am 1. Mai stellen mögen, es spielt doch nur die Rolle des Düngers für Defterreich für unmöglich halten sollte. Besonders was aus wurde überall gefeiert.( Beifall.) Nordböhmen und Galizien die Delegirten vorbrachten, erregte zeitweise einen Sturm der Entrüftung. Monate lange Unter- Provinzgenossen wird übereinstimmend Festhalten an dem HainVon den nun folgenden Rednern aus den Reihen der Ernte. fcheint in Galizien und Böhmen, sobald es sich um Sozial- feldeer Lig Bertreter aus Zyrol und Steiermart, sowie die nord- katholischen Rheinland- Westfalen bis jetzt in nicht weniger als fuchungshaft ohne Vorführung oder Bernehmung des Verhafteten felber Brogramm und ber bisher befolgten Zaftit verlangt. Be- Freude mag noch mitgetheilt fein, daß Molkenbuhr im hoch demokraten handelt, etwas Selbstverständliches zu sein. Un- böhmischen Delegirten wandten sich in schroffter Form gegen die 22 Versammlungen gesprochen hat. glaublich ist die Willkür, mit der die einzelnen Bezirksbehörden Versuche der Oppofition, die Partei wieder in das Fahrwasser bei der Handhabung der politischen Gesetze( besonders der Anarchisten zu leiten. Von der Opposition wurde eine Prin- Ans Wilkan( Sachsen) schreibt man uns: Ein vom hiesigen des Vereins: und Bersammlungsrechts) handhaben. Daß ein Vereinsstatut zipienerflärung zur Verlesung gebracht, deren Hauptinhalt den Allgemeinen Ortsverein" für den 15. Mai anberaumt gewesener bei der ersten Borlage genehmigt seinerzeit von Dr. Benedikt Friedländer im„ Sozialist" veröffent- Musit- Ausflug wurde vom Zwickauer Amtshauptmann v. Bose wird, tommt überhaupt nicht vor, unsere Genoffen tönnen von lichten Artiteln entnommen ist, und sonst noch wie Kraut und mit der Begründung verboten, daß dieser Ausflug als Mai. Glück fagen, wenn nach brei- oder viermaliger Aenderung die Rüben gesammelte und durch einander geschüttelte Auslaffungen feier- Demonstration anzusehen sei. Da der Verein ſich Statuten Bestätigung finden. Natürlich vergehen Monate, nicht oppofitioneller Blätter enthält. mit der Maifeier hierorts überhaupt nicht befaßt hat, sondern felten sogar ein Jahr darüber, bis so ein Statut endlich das amtliche Placet erhält. Hervorgehoben zu werden verdient, daß gegenüber dem Ver- dies durch eine öffentliche Arbeiter- und Arbeiterinnen- VersammWas die Provinzpresse betrifft, so leidet suche der Opposition, einen Gegensatz zwischen den Sozialdemo- lung erfolgte, so hat derselbe, wie wir hören, gegen das Verbot unter unzähligen Konfistationen und sonstigen Quereleien. Troß Genossen andererseits als vorhanden hinzustellen, diese Behaup- welcher er sich um so mehr berechtigt fühlt, als an diesem 15. Mai an dieser Hindernisse, und nicht selten gerade wegen derselben, fung von den anwesenden czechischen und italienischen Dele- feitens anderer Vereine unbehelligt Musit- Ausflüge und Auszüge Schreitet die Bewegung aber gerade dort, wo der Druck am girten auf das Entschiedenste zurückgewiesen wurde. veranstaltet worden sind. Auch in anderer Beziehung hat ärgsten ist, am raschesten vorwärts. Daß die österreichische Die betreffenden Parteigenossen hoben besonders hervor, daß der erwähnte, ca. 500 Mitglieder, vorwiegend Arbeiter, zählende Bourgeoisie genau so brutal und rücksichtslos jene Genossen, ihre landsmannschaftlichen Genossen strikt auf dem Boden des in Verein zu kämpfen. Infolge allgemeiner Lokalverweigerung war welche für die Intereffen der Arbeiterklaffe eintreten, maßregelt Bainfeld beschloffenen Brogramms stehen, und daß, wenn an er genöthigt, sich ein eigenes Vereinslokal zu miethen. Das Bier wie mit Stockprügeln auf den Magen firre zu machen versucht, diesem Brogramm gerüttelt werden soll, bann die Sozialdemo- holten fich die Vereinsmitglieder aus einer in demselben Hause Die dies bei den deutschen Unternehmern üblich, versteht sich am fratie der Kronländer auf dem Plane erscheinen und ihr Urtheil befindlichen Flaschenbier- Handlung. Da dies nun in den VerRand. Den Arbeitern gegenüber vergeffen die Bourgeois auch in die Waagschale werfen werde. fammlungen mit Störungen verknüpft war, so wurden einige ihre nationalen Krafehlereien. Den Arbeiter auszubeuten und Nach einem glänzenden Schlußworte des Referenten nahm Mitglieder beauftragt, das Bierholen zu besorgen. Es wurde bu unterdrücken, darin sind sich deutsche und czechische Bourgeois, der Parteitag eine im Sinne der Dr. Adler'schen Ausführungen nun aber hierin unbefugter Schankbetrieb erblickt Regierung und ihre Beamtenschaft sind innerhalb der schwarz Beifall an. der polnische und deutsche großgrundbesitzende Adel einig. Die gehaltene und von diesem vorgeschlagene Resolution unter großem und der Flaschenbier- Händlerin eine gerichtliche Strafauflage im Acht Mann der Opposition enthielten sich der Ab- Betrage von 75 Mart, den mit Holen von Bier beauftragten gelben Grenzpfähle nichts weiter wie die Bollzugsorgane der ftimmung. Gegen die Resolution stimmte Niemand. Mitgliedern wegen Beihilfe" eine solche im Betrage von 10 und Grund- und Industriejunter, genau so wie anderwärts auch. Die nunmehr festgestellte Präfengliste ergab die Anwesenheit bezw. 6 Mart zugestellt. Der gegen diefe Strafen erhobene Eins Gegen Schluß der Nachmittagssigung erstattete, wie bereits von 113 Delegirten, welche 96 Orte vertreten. Noch fein spruch hatte den Erfolg, daß die Strafe der Flaschenbier- Händlerin gemeldet, die 24er Kommission in der Angelegenheit Hanser- Hei- früherer österreichischer Barteitag konnte eine so starke Bertretung auf 30 Mart herabgesetzt wurde, die der Uebrigen jedoch unver Die Kommission fam, nach eingehender Erändert bestehen blieben. Es haben die Bestraften nun Berufung an das Landgericht eingelegt, über deren Erfolg wir seiner Beit berichten werden. mann Bericht. örterung und nachdem die Angeschuldigten sowie die Zeugen geempfehlen, die Herren Hanser und Heimann nicht mehr als zur fozialdemokratischen Partei gehörig zu betrachten. Nach kurzer Debatte wurde der Vorschlag der Kommission einstimmig angenommen. Hierauf erfolgte die Bertagung der Berhandlungen. aufweisen. Morgen steht die Organisation auf der Tagesordnung. Parteinachrichten. Herr Nich. Baginski, bekanntlich einer der Führer der Unabhängigen", hat vor einigen Monaten seinen revolutionären Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. # Nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Stryck eröffnet die Sigung um 5/2 Uhr. Von dem Gerichts Assessor v. Forckenbeck ist Dankschreiben für die seinem verstorbenen Bater erwiesenen Ehrenbezeugungen eingegangen. wetter eröffnet. Die Vormittagsfizung am 7. Juni wurde von KieseDr. Viktor Adler referirte über Programm und Tattit". Wuth dadurch bewiesen, daß er, um sich einer ihm eventuell erst Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 9. Juni, Gine Frage, meint derselbe, bränge sich vor allem auf: Was i si drohenden Gefängnißürafe zu entziehen, den Staub von ein Programm? Ein Programm ist der prägnante Ausdruck der seinen Pantoffeln schüttelte und ins gelobte Land Biele einer Partei uno der 23 ege, auf denen diese Ziele er- des Kapitalismus, nach Nordamerika retirirte. Dort angekommen, reicht werden sollen. Das Programmn sagt, was eine Bartei will, batte Herr Rich. Baginsti nichts Eiligeres zu thun, als in der ein und wer da sagt, unsere Partei brau dhe te in Programm, Most'schen Freiheit" einen langen Schimpfartikel loszulassen, in ber meint, wir brauchten nicht zu sagen, was wir wollen.( Gehr dem er weiblich auf die deutsche Sozialdemokratie und speziell Das gemeinsame Programm aller Sozialisten ist auf die Genossen Bebel, Liebknecht und Singer schimpft. Die Bergesellschaftlichung der Arbeitsmittel. Der Schlußsatz des Artikels lautet: gut!) Die Stadtverordneten Sabor, Höhne und Tuzauer zeigen an, daß sie ihr Mandat niedergelegt haben. Bei der Wahl eines Bürgerdeputirten für die Gewerbedeputation wird der Rentier Levinsohn gewählt. Ob die Berwirklichung dieses Programms näher oder ferner liegt," Die Erbschaft der torrumpirten Barteiwirthschaft wird von barüber giebt es verschiedene Ansichten. Daß aber der Weg Denen übernommen werden, die bereit sind, die KonEs folgt die Vorlage betr. den Ankauf des Grundstücks Bu diesem Ziele die Nevolutionirung des Proletariats ist und sequenzen einer revolutionären Propaganda Auguststraße 21 zum Bau einer höheren Bürgerschule; geht auf daß diese Arbeit noch lange nicht verrichtet ist, darüber zu Ende zu führen." den Antrag des Stadtv. Frick an einen Ausschuß. dürfen wir uns nicht täuschen. Wir wollen dazu nur bemerken, daß, wenn alle tugendhaften Sodann findet durch den Bürgermeister Zelle die Einführung Redner kommt hierbei auf das ausgegebene Schlagwort Berfechter der Parteimoral dem Beispiel des Herrn Rich. des Magistrats Assessors Tourbió als befoldeter Stadtrath und " Sozialrevolutionär peer Sozialreformatorisch?" zu sprechen. Baginsti folgen und vor den deutschen Gerichten Fersengeld des Bezirksvorstehers Wentzel als Stadtverordneter statt.' Aus der Rede des Bürgermeisters ist hervorzuheben, daß derselbe darauf hinweist, wie die Jetztzeit und die Zukunft immer größere Sinforderungen an die Stadtverwaltung stellt. Es seien größere Zlufgaben zu bewältigen, wie die Einverleibung der Vororte, die Uebernahme der WohlfahrtSpolizei und die geplante Berliner Welt- Ausstellung. In Betreff des letzteren Planes müsse hervorgehoben werden, daß die Beschlüsse der Kommunal. Verwaltung in unveränderter Fassung beständen. Es würde eine schwere Enttäuschung sein, wenn durch mächtigere Faktoren eine Vereitelung des Projektes stattfände. Dies sei aber keineswegs zu befürchten. Berlin würde mit einer Weltausstellung ebenso wenig Fiasko machen, wie mit anderen Unternehmungen, die zur Ausführung gebracht worden seien. Berlin habe schon größere Probleme gelöst. Der Bürgermeister schloß mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß der neugewählte Stadtrath seine ganze Kraft für das Wohl der Kommune einsetzen werde. Es folgt die Vorlage, betreffend den vom Magistrat be- antragtcn Nachtrag von 136 000 Mark zum Kostenanschläge über den U m b a u d e r D a m m m ü h l e n. Stadtv. Celle spricht gegen den Antrag. Er müsse auf die Verhandlungen zurückgreifen, die früher in der Versammlung stattgefunden. Damals fei von dem Magistrate hervorgehoben worden, daß die Fundamente noch erhalten seien und daß auch die Architektur, die ein» Zierde für Berlin sei, erhalten bleiben müsse. Jetzt seien die Fundamente geschwunden und ebenso schwinde jetzt die Architektur. Damals fordert« der Magistrat 700 000 M., heute 3S0 000 M. Was würde die Versammlung wohl am 3. März 1891 gesagt haben, wenn sie gewußt hätte, daß der Betrag immer höher werden würde? Er meine, daß die Stadtverordneten-Versammlung das Recht habe, sich nicht be- einflussen zu lassen und deshalb sei er gegen die Borlage. Etadtbaurnth Blanken st«in entgegnet, daß unvorher- gesehene Schwierigkeiten bei der Fundamentirung die Mehrkosten bedingten. Die Sachlage sei auch ein« derartige, daß der Magistrat«ine Vorlag« nicht gut früher machen konnte. Er bitte, den Antrag des Magistrats anzunehmen und könne daran mit zienilicher Zuversicht das Versprechen knüpfen, daß weitere Mehrkosten nicht stattfinden würden. Stadtv. W 0 h l g« m u t h warnt davor, dieselbe Debatte hervorzurufen, wie vor etwa Jahresfrist. Was die Ver. sammlung einmal beschlossen habe, müsse doch bestehen bleiben. Früher habe die ästhetische Frage«ine Haupt- rolle gespielt. Niemand werde wohl behaupten wollen, daß der Anblick nach Niederlegung der Damm- Mühlen ein sehr schöner sein würde. Die Sache sei nicht so schlimm, wie der Stadtv. Celle sie hinstelle. Von den Fundamente» habe sich kaum der achte Theil als erneuernngsbedürftig erwiesen. Die Bau- dcputation habe nicht eher mit einer Vorlage kommen wollen, bis sie einen vollständigen Usberblick gewonnen hatte. Er bitte, die Borlage des Magistrats unverändert anzunehmen. Stadtv. Dr. Friedemann spricht seine Freude darüber ouS, daß eine nochmalige Nachforderung nicht zu erwarten sei. Zu bemängeln sei aber, daß der Magistrat weiter gebaut habe, ohne die Mittel zur Verfügung zu haben und deren Nachbewilligung erst nach Verlauf eines Jahres bean- tragt. Er halte das Recht der Versammlung dadurch für verletzt, und es sei deshalb angebracht, die Gründe für daS Verhalten des Magistrats durch einen Ausschuß untersuchen zu lassen. Ferner müsse der Ausschuß sich über die fernere Ge- staltung der Dammmühlen unterrichten. Sladtbaurath B l a u k e n st e i n erklärt, daß der Magistrat nicht allwissend sei, der AnSschuß könne aber seiner Ansicht nach nicht weiter sehen, wie der Magistrat. Nachdem noch Stadtv. Meyer I für Annahme der Vorlage eingetreten, wird bei der Abstimmung der Antrag Friedemann abgelehnt, der Magistrats- antrag dagegen angenommen. Es folgt die Vorlage betreffend die im Viktoria park auszil führen den Hochbauten. Der ltintrag des Magistrats geht dahin, daß die Stadtvcrordneten-Versammlung sich mit der Ausführung deS zur Erbauung eines Gärtnerhauses, eines Maschinenhanses, eines Gerälheschuppens und der zugehörigen Nebenanlagcn im Viktoria-Parke ausgestellten Prozekies vom 13./18. Mai 1892 einverstanden erklären und die ans 90 000 M. veranlagten Kosten aus den beim Extra-Ordinarium Titel 1 der Spezialverwaltung 34 bewilligten Mitteln zur Verfügung stellen möge. Stadtv. N a m s l a u beantragt hierzu eine Resolution da- hingehend, daß die Stadtverordneten-Verfammlung den Magistrat ersuchen möge, von der Erbauung einer Brücke Abstand zu neh- men und die Fertigstellung des Viktoria-Parts möglichst zu be- schleunigen. Stadtv. Celle glaubt, noch Ersparnisse herbeiführen zu können und beantragt deshalb die Ueberweisung an einen Aus- schuß. Stadtv. Namslau begründet seinen Antrag und findet darin die Unterstützung des Stadtv. Singer, welcher das Plenum der Versammlung ober nicht für so sachverständig hält. um hier plötzlich eine Resolution über den Fortfall der Brücke zu beschließen. Eine Fahrbrücke halte er allerdings für unnöthig, aber eine in gefälliger Form hergestellte Fußgängerbrücke könnte dem Verkehr nur dienlich sein. Er bitte den Magistratsantrag anzunehmen, aber unter Vermeidung aller unnöthigen Kosten und unter Beseitigung derjenigen Umstände, wodurch der Wassersturz beeinträchtigt werden könnte. . Etadtrath M e u d r i n ck verkennt nicht, daß der Fahrverkehr den Fußgängern Belästigung bringen würde, andererseits müsse man aber erwägen, daß den Leidenden, welche auf die Benutzung von Fuhrwerken angewiesen sind, der Park geschlossen bleiben würde. Nachdem noch Stadtv. Namslau und Stadtv. Cchmeißer sich an der Debatte betheiligt haben, findet die Abstimmung statt, wobei die Magistratsvorlage nebst der Resolution des Stadtv. R a m s l a u zur Annahme gelangt. Schluß der Sitzung 7Ve Uhr. Doksles. Mit der Proletaristrnng der Massen geht«S von Jahr zu Jahr rascher vorwärts. Was heute noch als Bourgeois stolz umherwanderte, kann morgen schon im Asyl für Obdachlose Ein- laß heischen müssen. Die wirthschaftlichen Krisen kommen immer unvermittelter, sie sind von immer verheerenderer Wirkung. Am Uebelsten ist heut daS sogenannte„gebildete" Proletariat daran. DaS gräfliche Muttersöhnchen ist ebenso wenig geschützt vor dem Hereinbruch der wirthschaftlichen Katastrophe, wie der Nachkomme des Professors oder der des Pastors. Der Arbeiter, der Zeit seines Lebens aus Noth und Elend nicht herausgekommen ist, der eine Verweichlichung nie gekannt hat, kann sich am Ende noch auf seine Fäuste verlassen, die ihn wenigstens knapp vor dem Verhungern schützen. Dem gebildeten Proletariat steht dieses letzte Rettungsmittel nicht zu Gebote, kann dasselbe seine geistigen Fähigkeiten nicht mehr mir Erfolg verwenden, dann ist es un- rettbar dem Hungertode verfallen. Die Löhne für geistige Arbeit find infolge des enorm starken Angebotes von Arbeitskräften denn auch so erbärmlich niedrig, daß der Arbeiter schließlich noch leben kann„wie«in Gras" im Vergleich zu einem geistigen Hungerkandidaten. Dazu kommt noch, daß der Arbeiter auf seine Umgebung keinerlei Rück- ficht zu nehmen braucht, von dem geistigen Lohnsklaven aber wird zum Uederfluß noch verlangt, daß er„anständig" und„standes- gemäß" austritt und auch so aussteht. Ist es erst soweit, daß seine„Kluft" abgerissen ist, dann kann er getrost einen Strich machen durch seine erträumte Karriere. In welch' großer Zahl das geistige Proletariat auf der Straße herumlaufen muß, kann Jeder an dem Zudrang zu den vakanten Stellen ersehen. Wird von Jemand ein Hauslehrer, ein Nachhilfslehrer, ein Vorleser, ein Bibliothekar u. s. w. ver- langt, so kann er sicher sein, daß seine Korridorglocke tagelang nicht still steht, so groß ist das Angebot. Wenn sich der Geld- protz heut für seine Dummköpfe von Nachkommen einen Haus- lehrer„leisten" will, der ein halbes Dutzend fremde Sprachen beherrscht, der vom Blatt Klavier spielt und auch noch über eine gute Elimm« verfügt, so kann er„so etwas" sehr billig haben. Die Brutalität deS Kapitalismus läßt Unterschiede nicht zu. Der Handarbeiter unterliegt ebenso gut der ungeheuerlichsten Ausbeutung, wie der Hauslehrer. Ein Beispiel mag genügen als Beweis dafür, daß das geistige Proletariat heut gezwungen ist, sich nach Broterwerb die Beine abzulaufen, den es schließlich auch haben könnte, ohne«ine höhere Schule besucht zu haben. In einem Hause in der N.straße war dieser Tage ein Einbruchsdiebstahl verübt worden. Die Hausbewohner hatten es infolge dessen mit der Angst gekriegt und beschlossen, einen Privatwächter zu engagiren, der monatlich mit BO Mark bezahlt werden sollte. Auf die Aufgabe eines Inserats in der Zeitung wurde vor der Hand noch verzichtet, man erkundigte sich bei den Micthern des Nebenhauses, ob sie nicht eine geeignete Persönlichkeit in Vorschlag zu bringen wüßten. Das war am ersten Pfingstfeiertag. Wie der Blitz ver- breitete sich die Kunde von der Nachlwächtcr-Vakan, im ganzen Stadtviertel, und am zweiten Festtage früh meldeten sich bereits 74 Bewerber! Unter diesen befanden sich einige verabschiedete Offiziere, eine Anzahl von Kaufleuten, ein allgemein bekannter Sportsman, der noch vor Jahresfrist mit 4 Pferden gefahren war und prächtige Rennpferde gehalten hatte. Heute hat er Nichts zu breche» und zu beißen. Für den neue« Oberbürgermeister wird schon gehörig die Reklametrommel gerührt. Bon Kunze wird vorläufig ge- schwiegen, dagegen wird von konservativer und nationaüiberaler Seite für den Charitee-Direktor S p i n 0 l a Stimmung gemacht, und der Bürgermeister Zelle, der beim Ententeich-Prozekt eine so rühmliche Rolle gespielt, läßt sich sogar vom Reporter des „Lokal-Anzciger" interviewen, der ihn nicht genug zu rühmen weiß.„Wie der Herr, so das Gescherr", heißt ein Sprichwort. Bei der gegenwärtigen Majorität des Rochen Hauses wird der neue Oberbürgermeister jedenfalls ihrer würdig sein. Berlin bei Charlottenburg. Trotzdem wir im Zeichen deS Verkehrs stehen und speziell der Verkehr zwischen Berlin und Charlottcnburg durch Stadt- und Pferdebahn einen ungeahnten Aufschwung erfahren hat, bewahrt sich bis zum heutigen Tage die gute Stadt Charlottenburg noch eine veraltete Eigenthüm- lichkeit auf dem Verkehrsgebiete. Die Charlottenburger Droschken erheben nämlich noch immer für eine Fahrt von Charlottenburg »ach Berlin die Landfahrtaxe, das heißt die doppelle Taxe. Die Polizeidirekiion in Charlottenburg hat sich nunmehr entschloffen, den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen und die Aus- Hebung der Landfahrtaxe für Droschkenfahrten von Charlottcnburg nach Berlin in Aussicht zu nehmen. Der Herr Polizei- Direktor hat sich zu diesen» Behnse mit dem Verein Charlotlen- burger Droschkcnbesitzer in Verbindung gesetzt und demselben den Vorschlag gemacht, freiwillig auf die Doppeltax« für eine Fahrt nach Berlin zu verzichten, widrigenfalls ein« Polizei- Verordnung erlassen werden müsse, durch welche der Tarif eine Aenderung im vorgedachtcn Sinne erfahren werde. Trotzdem nun kaum anzunehmen ist, daß die Charlottenburger Droschken- für Fahrten nach Berlin besonders stark in Anspruch genommen werden, sind die Charlottenburger Fuhrherrn doch durchaus nicht gewillt, auf ihr Privilegium zu verzichten. In der letzten Ver- einSversammIung stand diese epochemachende Frage zur Vcrhand- lung und hielten die Fuhrhcrrn allseitig die Abschaffung der Lanosahrltaxe als gleichbedeutend mit dem Ruin des gesammten Charlottenburger Droschken-FuhrwesenS. Als Grund wurde an- gcsührt, daß sie nach jeder Fahrt nach Berlin leer nach Char- lottenburg zurückkehren müßte», da sie sich in Berlin nirgends aufhalten dürften. Auf ihre Droschken aber die Konzession für Berlin nachzusuchen, hieße wiederum das Interesse der Char- lottcnburgcr Einwohnerschaft gefährden, da es dann sehr leicht passiren würde, daß Charlotlenburg gänzlich ohne Droschken wäre. Es wurden schließlich drei Herren vom Vorstande depu- tirt, welche dem Polizeichef die Wünsche der Charlottenburger Droschkenbesitzer unterbreiten sollen und zwar dahingehend, von der Einführung einer derartigen Neuerung, wie Aufhebung der Landsahrtaxe für Fahrte» nach Berliu, vor der Hand abzusehen. Den Begründern der Stübenzucker-Jndustrie zu Ehren sind am 3. Juni an die Fa?ade des der Akademie der Wissen- schalten gehörigen Gebäudes Dorotheenstraße 10 die Büsten M a r g g r a f s's und A ch a r d's nebst Gedenktafeln angebracht. Andreas Sigismund Ma.rggraff, 1709 in Berlin geboren und 1782 gestorben, ist der Entdecker deS Zuckers in den Runkelrüben. Im Jahre 1747 veröffentlichte er feine Entdeckung in einer größeren Abhandlung. In derselben heißt es u. A.:„Der arme Landmann könnte statt des theueren Zuckers oder schlechten Syrups unseren Pslanzenzucker gebrauchen, wofern er mir Hilfe gewisser Maschinen den Saft auspreßte, ihn ernigermaßen reinigte und ihn schließlich bis zur Konfistenz eines Syrups eindickte. Dieser verdickte Sast würde sicherlich reiner als der gewöhnliche dunkel- braune Zuckersyrup sein, und vielleicht könnten auch die Rück- stände vor dem Pressen noch benutzt werden." Man sieht, der verdienstvolle Chemiker hatte noch keine Ahnung von dem Wesen der kapitalistischen Wirthschaft, die jeden lechuischen Fortschritt für sich einheimst und ihn nur zur größeren Ausbeutiiiig der Massen benutzt. A ch a r d, der Schüler und Nachfolger Marz- araff's in der Stelle eines Direktors der physikalischen Klasse der Akademie der Wiffenschaften, geboren 1753, gestorben 182l, wurde der Begründer der Rübenzucker-Jndustne. In de» Jnngfranenvereiue« ist, nach dem frommen „Reichsboten", das Ledürsniß nach einer Sammlung von Ge- dichten hervorgetreten, die sich zu Deklamationen in Jungfrauen- vereinen eignen, wie solche in ihrer Art die Jünglingörcreine schon besitzen. Außerdem ist auch der Wunsch entstanden, eine Sammlung von kleinen Stücken zu Aufführungen an Festen (Weihnachten, Ostern u. s. w.) herzustellen; natürlich müßten diese Aufführungen ohne Verkleidung stattfinden können, da eine solche in Jungsrauenvereinen für ausgeschlossen gelten muß. Der Bor- ständeverband der Jungfraucnvereme in Berlin richtet daher öffentlich die Bitte mn Einsendung entsprechender Beiträge. Daß diese Jnngfrauenvereine dazu eine össentliche Aufforderung für nöthig halten, während doch in Berlin der höchste, hochchristliche Adel und die frömmsten Garde- Ofsiziers- und Hojdanien ihren Sitz haben, ist charakteristisch. Die Verhaftung Ahlwardt'S, welche bald nach Eröffnung der Voruntersuchung gegen denselben vom Staatsanwalt be- antragt war, wurde vom'Untersuchungsrichter abgelehnt. Hierauf wandle sich, wie die„Staatsbürger Zeitung" berichtet, der Staatsanwalt beschwerdeführend an die Strafkammer und ver- laugte unter Hinweis darauf, daß Fluchtverdacht vorliege und daß zu befürchte» sei, Ahlwardt werde seine Freiheit benutzen, um in seinem agilatorischen Treiben gegen Löwe fortzufahren, seine Vcrhastnng. Der hierauf ergangene ablehnende Beschluß der Slraskammer ist nun ein Schriflstück von charakteristischer Bedeutung, vorausgesetzt, daß die„Staatsbürger Zeitung" den Inhalt richtig wiedergiebt. Zunächst wird aus Ahlwardt's Schriften und Vorträgen festgestellt, daß der- selbe von der Gefahr des Judenthums für das Vaterland und dessen Bürger durchdrungen ist und daß er darum, wenn er dieser seiner Ucberzeugung Ausdruck verleiht und das ihm gewordene Material zusammenstellt, nicht als Verlemnder zu betrachten ist. Wenn er von Korruption spricht, so ist zu erwägen, daß Zeichen davon in den Prozessen Hage mann. Warne- b 0 l d, M a n ch S ic. zu Tage getreten sind, und daß auch Juden dabei hervorragend die Hände im Spiel haben. Wenn Ahlwardt gegen diese Dinge ankämpft, so steht ihm der Schutz d es Z i''3 des Str.-G.-B. unbedingt zur Seite. Aus seinen Schriften und Borträgen geht hervor, daß er sich zu der Mission berufen glaubtz einen Volksstamm zu bekämpfen, der das DeutscheReich und seine Mitbürger schwerge- f ä h r d e t. Unter diesem Gesichtspunkte und vom Standpuntte des Angeschuldigten aus kann man sein Auftreten nicht als gewerbsmäßige Ehrabschneiderei betrachten, sondern muß ihm den Schutz des§ 193 des Str.-G.-B. zubilligen. Diese Zubilligung erscheint um so dringender geboten, wenn man erwägt, welche Gesetzwidrigkeiten, wie die bisherigen Untersuchungen ergeben haben, thatsächlich vorgekommen und sogar von Löwe und Kühn« theilweise zugegeben worden sind. Der Angeschuldigte hat auch wiederholt versichert, daß er die Verantwortung ganz allein und gerne tragen wolle und daß er lebhast wünsche, vor Gericht ge- stellt zu werden, weil ihm dies die Erfüllung seiner Mission erleichtere. Es liegt kein Grund vor, an dieser seiner Versicherung zu zweifeln, und jeder etwaige Zweifel muß schwinden, wenn man sein Verhalten in dem BeleidigungZprozesse des Magistrats gegen ihn in Erwägung zieht. Ahlwardt hat nicht daran gesacht, sich der Veranttvortung durch Flucht zu entziehen und wird es diesmal um so weniger thun, als er getragen ist von dem Bewußtsein, für eine hohe, ideale Sache zu kämpfen. Der Angeklagte ist ver- heirathet, Vater von fünf unerzogenen Kindern und führt ein glückliches Familienleben. Dazu kommt, daß derselbe Beamter (nämlich Rektor einer hiesigen Gemeindeschule) ist; zwar ist er gegenwärtig suspendirt und bezieht seit dem August 1390 nur die Hälsle deS Gehalts; er ist jedoch von seinem Rechte so überzeugt, daß er destiurmt glaubt, nach Erledigung des Suspensions- Verfahrens wieder in den Genuß des vollen Gehalts zu treten und die vorenthaltene Gehaltshälfle zu erhalten, die gegen- wärtig schon etwa 4000 M. beträgt. Es ist unmöglich anzunehmen, daß der Angeklagte dies Alles preisgeben werde, um sich einer Veranttvortung zu entziehen, die ihm nach seiner Meinung und nach den bisherigen Ermittelungen in der L ö w e' schen Fabrik nicht schwer werden wird. Eine Kollusionsgefahr liegt ebenfalls nicht vor. Wenn die Staatsanwaltschaft annimmt, der Angeschuldigte werde seine Freiheit benutzen, um in seinen Agitationen gegen Löwe sortzufahren, so ist dem entgegenzuhalten, daß eine solche Er- wägung niemals einen Haftgrund geben kann.— Das soll nach der„Staatsbürger- Zeitung" ungefähr der Inhalt jenes Schrift- stückes fein. Die Staatsanwaltschaft legte nun Beschwerde beim Kammergericht ein, und dieses beschloß am 2. d. M. die Ver- hastung Ahlwardt's. Die Motive des Beschlusses sind allerdings kürzer und lassen sich in die Worte zusammenfassen: Flucht« verdacht liegt vor. Noch an demselben Tage ließ der Ober- Staatsanwall durch telegraphische Ordre an das Polizeipräsidium diesen Beschluß zur Ausführung bringen. Ein schwerer Ungliick-Zfall hat sich gestern(Donnerstag) Vormittag in der Hollmannstraße ereignet. An einem Flaschen- bierwagen der Schuliheiß'schcn Brauerei, dessen Führer sich auf einige Zeit zum Besuche seines an der Ecke der Linden« und Schützenftraße wohnhasten Schwagers entfernt hatte, waren die Mitfahrer Lemke und Büttner mit dem Aufladen von Flaschen- kästen beschäftigt. Lemke stand auf dem Verdecke des Wagens, Büttner reichte ihm die Kästen hinauf. Plötzlich verlor Lemke das Gleichgewicht und stürzte ans das Straßenpflaster herab, in seinem Falte Kästen und Flaschen mit sich reißend. Durch die herabfallenden Kästen wurde der untenstehende B. am Kopf schwer verletzt; L. hatte bei seinem Sturz ein Bein gebrochen. Beide wurden nach dem Krankenhause Am Urban gebracht. Plötzlich verstorben ist in der Nacht zum Montag der in der Friedrichstraße wohnhafte Schuhwaareuhändler Forell. Man fand ihn Morgens früh lobt in einem Lehnsessel sitzen. Am Mittwoch sollte seine Beerdigung auf dem jüdischen Friedhos in Weißensee erfolgen, mußte aber unterbleiben, da die Staats- anwallschaft, angeblich»nfolge einer Denunziation, die Obduktion der Leiche angeordnet hat. Ei» tragische» Ende hat der aus ver Potsdamer Bahn bei dem Halteäbergang in Kohlhasenbrück bei Ncubabelsberg an- gestellte Bahnwärter Braune genommen. B., der sich seit einigen Tagen univohl fühlte, war am Sonnabend gegen Mittag im Be- griff, die nach Theerofen zu gelegene Barriere zu schließen, als ihn ein Blulsturz befiel. Der pflichigetreue Beamte schleppte sich noch nach der anderen»Seite der Bahn hinüber, schloß die Barriere, dann brach er zusammen, und wäre wohl von dem einpassirenden Zuge zermalmt worden, wenn ihn nicht ein hin- zukommender Lanvbriesträger von den Schienen heruntergezogen hätte. Der Bahnwärter aber ist vorgestern den Folgen seiner Krankheit erlege» und hinterläßt eine Frau und sieven Kinder i» dürstigen BerhäUnissen. Zeugen über einen am 27. Mai, AbendS SVe— 81/» Uhr, in der Pücklecstraße stattgehabten Kraivalle werden gebeten, sich der Frau Lewi», Lübdenerstr. 27, Hof 1 Tr.. sofort zu melden. Polizeibericht. Am 7. d. M. Abends sprang ein Mädchen am Schleswiger Ufer, nahe den Berliner Mörtelwerken, aus Furcht vor Strafe tu die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem Sanatorium in der Lessing- straße gebracht.— Am 8. d. M. Morgens wurde in der Spree, gegenüber der Straße Am Krögel, die Leiche eines unbekannten, etwa 25jährigen Mannes angeschwemmt.— In der Wohnung ihrer Eltern, Swiuemüuderstr. 1, rissen die 7 und 6 Jahre alten Brüder Banse beim Spielen eine über der Kochmaschine stehende gefüllte Petroleumkanne herab, wobei sich der Inhalt derselben über die Kochmaschine ergoß und entzündete. Die Flammen er- griffen auch die gleichfalls mit Petroleum getränkten Kleider der Kinder, und erlitten Beide so schwere Brandwunden am Ober- körpcr, daß sie nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht werden mußten, wo der ältere bereits Nachmittags verstarb.— Hinter dem Grundstück Brückenstr. 2 fiel Vormittags ein siebenjähriger Knabe beim Spielen von einer Waschbank in den Mühleuzraben und ertrank.— An der Ecke der Alten Schönhauserftraße und der Schendelgasse wurde ein Lehrer von einem Hundewagen über- fahren und im Gesicht bedeutend verletzt, so daß seine Ueber- führung nach der Charitee erforderlich wurde.— Nachmittags und AbendS fanden drei kleine Brände statt. Oeritfiks-ZeiNrng. Gegen de» NeichStagS-Nbgeordnctcu Grilleuberger und den früheren Redaktetir des„Vorwärts", Kurt Vaake, stand gestern vor der 135. Abtheilung des Schöffengerichts Termin in einer Privatbeleidigiingsklage an, welche gegen die Genannten von dein früheren Redakteur Karl Schneid t, dem Verfasser des „Spottvogel", angestrengt worden war. Tie fragliche Beleidigung liegt bereits 2 Jahre zurück. Anfangs Mai 1390 wurde im Parlamente dem Abgeordneten Grillenberger der Vorwurf gemacht- daß er insofern gegen die von ihm vertretenen sozialdemokratischen Grundsätze verstoßen habe, weil von ihm die sechswöchige Arbeit eines Mitarbeiters des von ihm redigirten„Fränkischen Couriers" mit nur 40 Mark bezahlt worden sei. Tag» darauf erschien im„Vorwärts" ein Artikel aus der Fedtt Grillenberger's, in tvclchein derselbe bedauerte, in der betreffenden Reichstags-Sitzung nicht gegenwärtig gewesen zu sein, um svljjst die wider ihn erhobene Beschuldigung entkräften zu können. letztere solle sich auf den Polizei- Anarchisten Karl Schnerdl beziehen, der ihn gequält habe, von ihm verfaßte Artikel aui!� an. " adindebut wompsla 70 nehmen. Die aufgenommenen Arbeiten feien mit 40 m. reichlich| Betriebsunfall und Körperleiden des Kläger3 unzweifelhaft vor- 1 macht, daß Anträge auf Statutenänderung bis zum 20. Juni ber bezahlt gewefen. Begen des Ausdrucks Polizei- Anarchist" hatte handen, bemfelben 15 pet. der vollen Unfallrente, das sind im dem Vorstande einzureichen sind. Die Anträge müssen von Schneidt den Strafantrag gestellt. Reine der Parteien war per- vorliegenden Falle monatlich 11,10 M., zu. dem Bevollmächtigten und zwei Mitgliedern der Verwaltung fönlich erschienen. Der Vertreter der Beklagten, R.-A. Freuden-Der Arbeiter Hermann Gute verunglückte, in unterschrieben sein. thal, erhob den Einwand der Verjährung, worauf der Gerichtshof einem Zauwert beschäftigt, dadurch, daß er mit der rechten ameds näherer Prüfung dieses Einwandes die Verhandlung ver Hand in das Dampfwert hineingriff, während daffelbe im Gange versammlung des Verbandes der Konditorgehilfen Ju Frankfurt a. M. fand am 7. Juni die Delegirtentagte. war und ihm die rechte Hand ganz erheblich gequetscht wurde. Deutschlands statt, wobei die Städte Berlin, München, Feindliche Namensvettern und Konkurrenten. Obgleich dabei der kleine Finger fast völlig abgequetscht ward, Jahren tobt in der Potsdamerstraße ein heftiger Kampf, dessen bennoch jegliche Rente entzogen, da man annahm, daß sich der Seibelberg, Köln, Elberfeld Barmen, Düsseldorf, Darmstadt, Seit wurde neuerdings dem Verlegten von der Berufsgenossenschaft Hamburg, Altona, Bremen, Lübeck, Niel, Wiesbaden, Mainz, sich Koblenz, Leipzig, Salle, Baden- Baden, Mannheim, Freiburg, einzelne Stadien zwar nicht durch Schnellfeuer oder Plagen von felbe im Lauf der Zeit an seinem ihm im Allgemeinen nur wenig Kassel, Dresden, Chemnitz und Frankfurt vertreten waren. Nach Dynamitbomben illustrirt werden, der aber doch mit einer Wuth hindernden Körperzustand gewöhnt haben müsse. Da dies in der Frankf. 3tg." wurde beschlossen, vom 1. Juli an das auf beiden Seiten geführt wird, als gelte es, bas bebrängte beffen bisher noch immer nicht der Fall, wurde dem Kläger Martensystem als Nachweis für die Mitgliedschaft einzuführen. Baterland zu retten. Es ist der Konturrenstampf zweier vom Schiedsgericht fernerhin 20 pet. der vollen Rente gewährt. Gegen die Berbandsbücher der Brinzipale, die für überflüffig erZahnärzte und die Herren, die sonst ihren Patienten ein recht freundliches Gesicht" anempfehlen, greifen in diesen Kampf 10. Juli v. J. in einem Malzwerte damit beschäftigt, in einer Delegirten mehrfach aus. Sie beschloffen ferner, zu verlangen, Der 62 Jahre alte Arbeiter Giese war am flärt wurden, sowie gegen die Lehrlingszüchterei sprachen sich die mit gar sauertöpfischer Miene ein. Der Zahnarzt Arthur Richter Grube abfallenden Thon fortzuwerfen. Das Walzwert mußte eine daß fünftig die Weihnachts- und Ueberstundenarbeit bezahlt, betrieb feit mehreren Jahren seine Praris in ber Potsdamer Weile still halten und dem in der Grube Befindlichen, der sich dagegen auf die bisher übliche Gratifitation verzichtet wird. Für ftraße 141, bis er seine Wohnung nach dem Nebenhause zudem die Dauer der unfreiwilligen Ruhepause in Gedanken in die Sonntagsarbeit soll ein equivalent an freier Beit in der Potsdamerstraße 140 verlegte. Seiner großen Rundschaft zeigte beängstigender Weise ausdehnen fah, ward die Zeit lang. Er Woche gefordert werden. Die Bentral- Stellenvermittelang wurde ein am Hause angebrachtes Plakat die Wohnungsveränderung begann laut zu rufen, die anderen Arbeiter sollten Anstalt treffen, dahin geregelt, daß der Schriftführer das Amt gegen Gehalt Eines Tages war das Plakat verschwunden und Herr ihn heraus zu lassen. Ein Arbeiter warnte den Ungeduldigen. übernimmt. Ferner wurde die Herausgabe eines Verbandsorgans Arthur Richter nahm mit Staunen wahr, daß ein Rollege Die Maschine werde wahrscheinlich gleich wieder in Gang gefest befchloffen. Dasselbe soll in Frankfurt a. M. erscheinen. Bei und Namenspetter, der Zahnarzt Edwin Richter feine alte werden. Doch der beachtete die wohlgemeinte und nur zu be- der Neuwahl des Verbandsvorstandes wurde Thomas Köln als Wohnung in der Nr. 141 bezogen hatte. Er glaubte ferner die rechtigte Warnung nicht. Er troch durch die Zwischenwand der ihm einen Theil seiner Kundschaft wegzuschnappen sich bemübte, wieder. Der Unvorsichtige gerieth mit dem ganzen rechten Bersammlungsort der Delegirten bestimmt. Wahrnehmung zu machen, daß der konkurrirende Namensvetter Maschine, um nach oben zu gelangen. Da sing die Maschine erster Borsigender wiedergewählt. Hamburg wurde zum nächſten indem er die Kunden des Konturrenten, welche bei ihm Beine hinein in das sausende Räderwerk und ward Die Zentral- Krankenkaffe der Tischler( Siz Hamburg) in dem Glauben erschienen, von Arthur Richter bedient zu ihm das ganze rechte Bein abgequetscht. Das Bein ward wird gemäß dem Beschluß der in Halle stattfindenden Generalwerden, vorfählich in diesem Irrthum beließ. Herr Arthur abgenommen und G. von Stund an zum Krüppel, dem man in versammlung dem Gesez auch ferner unterstellt, also als einRichter sammelte nach dieser Richtung hin einiges Material und Anbetracht des Umstandes, daß er im Ziegeleibetriebe ferner gefchriebene Silfstaffe weiter bestehen. Ein auf Auflösung der ging mit einer ganzen Reihe von Anzeigen gegen Herrn Edwin nichts mehr zu thun vermag, 70 pt. der vollen Unfallrente felben gerichteter Antrag wurde mit 68 gegen 9 Stimmen abgelehnt Richter vor. Er war mit vielen Standesgenossen nicht nur der gewährte. Verlegter, der außer dem fehlenden Bein noch über und dann der oben mitgetheilte Beschluß mit 89 gegen 88 Stimmen Meinung, daß ein solches Ronkurrenzmanöver äußerst verwerflich einen Bruch zu flagen hat, flagte auf Gewährung der vollen gefaßt. erfcheine, sondern er glaubte auch, daß dieses Wegschnappen von Rente. Sein Anspruch wird zurückgewiesen, da Kläger im Sigen Runden unter betrügerischen Vorspiegelungen vor sich gehe. In noch immer Etwas zu erwerben vermag. Einen vernünftigen Beschluß hat eine Versammlung von einem Falle gab ihm die 5. Straftammer des hiesigen LandDer Maurer Laufer erlitt am 21. Oftober 1890 einen Bädermeistern und Bäckergefellen in GI berfeld gerichts Recht. Sie hielt es für erwiesen, daß der Bahnarzt Betriebsunfall, ber eine Entzündung des rechten Fußgelentes aur gefaßt. Es wurde nämlich eine Eingabe an den Bundesrath be Edwin Richter einem Lieutenant, der eigentlich zu Arthur Folge hatte. Die anfänglich auf Grund des auf täglich 3 m. fchloffen, in welcher um Ausdehnung der Sonntagsruhe auf das Nichter wollte, vorgespiegelt hatte:„ er habe die Wohnung und die 33 Bf. herausgerechneten Durchschnitts Arbeitsverdienstes ge- Bäcker- und Konditorgewerbe gebeten wird. Es sei als eine EntPraxis von Arthur Stichter übernommen und letzterer fei bei währte volle Unfallrente ist nun im Laufe der Beit, würdigung, wie es in dem Schriftstücke heißt, zu bezeichnen, daß ihm nur Assistent gewefen." Die Straffammer verurtheilte des- dem Besserwerden im Gesammtbefinden des Verlegten die Bäcker, die schon durch die Verhältnisse gezwungen wären, halb Herrn Edwin Richter wegen versuchten Betruges zu folgend jedesmal auf Grund eingehender und genau motivirter mit ihren Gefellen und Lehrlingen Tag und Nacht zu arbeiten, 150 Mt. Geldbuße. Dadurch wurde aber nur Del ins Feuer ge- medizinischer Gutachten herabgemindert worden bis auf den auch noch des Sonntags arbeiten müßten, und zwar an diesem goffen und die gegenseitige Erbitterung ftieg. Daß ein Revolver- berufsgenossenschaftlichen Bescheid vom 25. März d. J., wonach Tage sogar zwei- und dreimal so viel als an jedem Wochentage. schuß, der eines Tages durch die Scheibe in das Arbeitszimmer bem Verletzten nur noch 331/3 pCt. der vollen Rente gewährt Unter diesen Umständen brauche man sich nicht darüber zu von Arthur Richter brang und dicht neben dem letzteren werden. Dagegen wendet sich des Betroffenen Berufungsklage. verwundern, daß unter den Gefellen die Unzufriedenheit immer in das Spind einschlug, irgendwie mit dem Ronkurrenzlampje in Kläger begehrt wiederum 75 pet, der vollen Unfallrente, feinen weiter um fich greife. Die vollständige Sonntagsruhe sei ein Berbindung stehe, ist eine ganz unbegründete Vermuthung, Antrag mit dem Anführen begründend, daß er noch immer zu bringendes Bedürfniß für das Bäckergewerbe, müsse aber gleichwelcher Frau Arthur Richter dritten Personen gegenüber Ausdruck drei Biertheilen in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt sei. Er zeitig auch auf das Konditorgewerbe ausgedehnt werden, weil gegeben haben soll. Ihr Ehemann soll aber. mehreren Personen, vermöge nicht lange zu stehen, habe in der Nacht Schmerzen und sonst die Reibereien zwischen beiden und die Versuche, das Geset welche seine zahnärztliche Kunst in Anspruch nahmen, seinen fönne schwere Arbeit überhaupt nicht mehr verrichten, so daß er zu umgehen, nicht aufhören würden. Widerwillen gegen das Treiben des Ronkurrenten recht energisch sein Maurergewerk an den Nagel zu hängen gezwungen sei. Bor ausgedrückt und von demselben behauptet haben: derfelbe ver dem Unfall sei er vollkommen gefund und erwerbsfähig gewesen. stehe gar nichts, er fei ein Erzturpfuscher, die Staatsanwaltschaft Auf Grund der medizinischen Begutachtungen, die den ausverfolge ihn, ein anständiger Kollege thue so etwas nicht zc. 2c." geworfenen Rentensatz für angemessen erachten, verwarf das Die Leute, vor denen er in dieser Weise fein Herz ausschüttete, Schiedsgericht den Anspruch des Berufungsklägers. waren nun aber feine harmlofen Patienten, sondern im Auftrage des Herrn Edwin Richter von einem Privat- Detektiv. Bureau abgefandt hatten und nach Art der agents provocateurs in sehr geschickter Weise selbst das Gespräch auf den Konkurrensstreit gebracht. Ihre Mittheilungen bildeten die Grundlage der Privattlage, welche Herr Edwin Richter gegen Herrn Arthur Richter und Frau anstrengte und gestern vor dem Schöffengericht verhandeln ließ. RechtsAnwalt Dr. Haase trat für das Recht des Klägers ein, unter dem Regime der Gewerbefreiheit feine Wohnung dahin zu verTegen, wo es ihm beliebe. N... G. Kaufmann erbot sich bagegen zum Beweise, daß die große Mehrheit der Zahnärzte ein folches Verfahren nicht für gentlemanlife halte und nahm für den Beklagten den Schutz des§ 193 in ausgedehnteftem Maße in Anspruch. Der Gerichtshof hielt die Beleidigungen für erwiesen und verurtheilte Arthur Richter zu 15 M., dessen Ehefrau zu 30 M. Gelbbuße. = B Bogiale Ztebericht. Die Norddeutsche Allg. Stg." meint zu dem gestern von uns nach der" Frantf. 3tg." berichteten Fall, wonach einer höchst bedürftigen Wittwe in Polzin nach dem Bezug der Altersrente die Armenunterstügung entzogen worden ist und sie die bereits erhaltenen Beträge zurück hat zahlen müssen, der Sachverhalt werde entweder ein anderer sein oder es wäre ein Jrrthum, wenn die Versicherungsanstalt dem Antrage des Magistrats nach gegeben hätte. Nach der Schilderung der Frantf. 3tg." tönne die Entziehung der Armenunterstügung nicht gerechtfertigt sein. Im Wesentlichen aber gesteht sie die Möglichkeit eines solchen Abzugs, wenn auch nicht für die Zeit vor Eintritt der Altersrente zu, indem sie schreibt: Don Der württembergische Fabritinfpektor für den Neckar- und Jagst Arbeiterzustände auf wilrttembergischen Ziegeleien. freis schreibt in seinem neuen Jahresbericht für 1891( Beilage zu Nr. 13 des Gewerbeblattes aus Württemberg" S. 9): Be sondere Aufmerksamkeit wurde im vergangenen Jahre" den Biegelei Arbeitern gewidmet. Diefe, in beträchtlicher Zahl aus der Pfalz, Norddeutschland, auch Süd- Tyrol und Nord- Italien arbeiten nur den Sommer über, um bei antommend, brechendem Winter wieder in ihre Heimat zurückzukehren. In den meisten mir besuchten Ziegeleien findet sich mit mehr oder weniger Sorgfalt durchgeführt, die Einrichtung, daß die Arbeiter, um ihnen den zeitigen Beginn der Arbeit zu ermöglichen, zu unentgeltlicher Benüßung Schlafstellen und Schlafräume von den Arbeitgebern angewiesen erhalten. Obwohl die Erstellung solcher Schlafräume auf dem guten Willen der Arbeitgeber beruht, so war ich doch in einzelnen Fällen genöthigt, im Interesse der Humanität die Arbeitgeber zu ersuchen, dieser einmal getroffenen Einrichtung auch dauerndes Interesse entgegenzubringen, damit nicht, theils durch Gleichgiltigkeit der Arbeiter, theils durch mangelhafte Unterhaltung der Lokali täten, die menschliche Behausung zum Stalle herabfintt. Die Bewartung und Reinigung der Schlafräume, Ein Ganner. Kleeblatt, welches es auf die Ausbeutung wird dort in den meisten Fällen den Arbeitern selbst überlaffer. von Dienstmädchen abgesehen hatte, wurde gestern der II. Straf Wäre die Wittwe schon vor dem 1. Mai rentenberechtigt Während sich der Italiener hierin ziemlich gleichgiltig verhält, fammer des Landgerichts I in den personen des Damenschneiders gewefen und hätte sie, nicht aber ihr Sohn während dieser renten- fonnte man bei den deutschen Arbeitern eine erhöhte Sorgfalt Karl Dobbermann, des Rolporteurs Emil Kirschte und berechtigten Zeit Armenunterstützung bezogen, so würde allerdings wahrnehmen, das ihnen Gebotene im Intereffe der Gesundheit des Steinfegers Richard Buchholz vorgeführt. Die brei noch auf die nach Anerkennung des Anspruchs nachträglich zu zahlende in bestmöglichem Zustande zu erhalten. Gine größere Ziegelei recht jugendlichen Angeklagten hatten sich im November vor. J. Rente dem Armenverbande ein Ersatzanspruch zustehen. Aus- tommt ihren Arbeitern soweit entgegen, daß sie denzusammengethan, um einen eigenartigen Schwindel zur Ausführung zu bringen. Kirschte war als Kolporteur in dem Besitze einer geschlossen erscheint es indessen, daß auf laufende Altersrente felben jede Woche fostenfrei frisches Bettzeug verabreicht. Die Anzahl der ersten Hefte von sogenannten„ Schauer Romanen". ein Abzug zum Ersatz früher erhaltener Armenunterstützung Plat Beschäftigung dieser Arbeiter erfolgt ausschließlich im Afford. Die Verleger pflegen den Kolporteuren die ersten Hefte der fortfällt, nachdem die Mutter Altersrente erhielt, alfo als Nächst gefekt. Ht a ft los wird vom frühesten Morgen bis Die Berleger pflegen den Kolporteuren bie ersten Hefte der greifen solle. Daß die dem kranten Sohne gewährte Unterfügung Es ist deshalb eine bestimmte Arbeitszeit nicht feftWerte als Entgelt für die Erwerbung von Abonnenten un- verpflichtete zu dessen Erhaltung im Stande fein mochte, kann in die Nacht hinein gearbeitet, weil die meisten der entgeltlich zu überlassen. Kirschke vertrieb zwei Romane, nach Lage der Sache gerechtfertigt fein; daß aber früher dem beschäftigten Beute genöthigt find, während der Sommermonate bie die vielversprechenden Titel: Der Barbar aus Die Bauernfänger von Berlin" Liebe" und" Baldine" oder„ Die Bauernfänger von Berlin" Sohne gewährte Armen unterſtügung auf die laufenbe Rente der sich soviel zu erübrigen, um den Winter über davon leben zu was durch deren durch äußerste Eparsamteit, Gefeßgebung ausgeschlossen." fich führten. Er nahm den Angeklagten Dobbermann als Begleiter Mutter in Anrechnung gebracht würde, erscheint nach Lage der tönnen, allen bie befleißigen, italienischen Arbeiter an. Wenn fie auf dem Wege der Hintertreppen in einer Rüche erreicht wird." Man sieht, überall dieselben Zustände; obige Zutritt gefunden, wurde der dort waltenden Fee das Spannende" Der englische Berg: Schilderung deckt sich bis auf alle Kleinigkeiten vollständig mit Zum Durhamer Streit. und„ Gräßliche" bes Romans mit den verlockendsten Farben gearbeiterbund hat den Durhamer Ausständigen während des den Berichtsstellen über Arbeiterzustände auf Biegeleien, die allfchildert, balo unterlag das Mädchen der Ueberrebungstunft der Streifes 600 000 Mart an Unterstügung gesandt. So groß die jährlich aus anderen deutschen Bezirken zu vermelden find. beiben Besucher, zumal die Beyteren der Abonnentin beim Er- Summe auf den ersten Blick erscheint, so ergiebt fie als Antheil und so groß die Schwierigkeiten der Organisation bei den fcheinen des gehnten Heftes eine werthvolle Prämie, wie ein auf den Kopf der Ausständigen nur etwa 10 Mart- d. h. nicht Biegelarbeitern find die Zustände werden nicht eher beffer Musikalbum oder dergleichen versprachen. Beim ersten und zweiten eine volle Mart die Woche. Die Arbeiter unterstützen sich, so viel werden, als bis auch diese Proletarier vereinigt eine große Befuche begnügten sich die Angeklagten mit der Bezahlung der ste können, aber beim Streit von Tausenden find Hunderttausende Macht bilden. Seite. Bei ihrem dritten Erscheinen erboten sie sich aber, bie von Mart eben nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Bom Gewerbe- Inspektorat. Das neueste württembergische Hefte elegant einbinden zu laffen und erbaten sich zu diesem Swede die bereits gelieferten ersten Hefte zurück. Ferner gaben Die fünfte außerordentliche Genenalversammlung der Regierungsblatt veröffentlicht eine t. Berordnung vom 16. Mai Die Gewerbe- Inspektorenfie an, daß die Abonnentin die prachtvolle" Prämie schon mit Bildhauer Deutschlands wurde in Mainz am 8. Juni durch betreffend die Gewerbe- Inspektion. dem nächsten Hefte erhalten tönne, wenn sie den dabei bedingten Dupont Berlin eröffnet. Anwesend sind 17 Delegirte, zwei und Gewerbe- Inspektionsaffiftenten werden in Gemäßheit des Die Inspektoren sind Beitrag von drei oder fünf Mart sofort zahle. In den meisten Vorstandsmitglieder und der Hauptverwalter. Begrüßungs-$ 189b der Gewerbe- Ordnung ernannt. Fällen gaben die vertrauensseligen Mädchen das Geld her. Die schreiben find eingelaufen von den Bildhauern Nieder- Desterreichs Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Zentralstelle für Betrüger ließen sich nicht wieder sehen. Eine Spezial- Methode" und Bremens. Den Berwaltungsbericht erstattete Dupont Handel und Gewerbe; die Assistenten haben nur in Vertretung Derfolgte der Angeklagte Buchholz bei seinen Besuchen. Wenn Berlin. Außer Allgemeinem ift hieraus zu bemerken, daß die der Inspektoren eine selbständige Wirksamkeit. Den Gewerbeein Mädchen ihm bei Bezahlung des ersten Heftes ein größeres Bolizei sich wiederholt in die Angelegenheiten des Vereins ge- Inspektions beamten liegt außer den ihnen durch§ 139b ber Geldstück einhändigte, so Tuchte er in den Den Taschen mischt hat, so in Braunschweig und Freiburg i. Schl., wo sie die Gewerbe- Ordnung zugewiesenen Aufgaben ferner ob: 1. die Er nach fleinem Gelde Herausgabe, zur erklärte dann, Bücher befchlagnahmte, weil der Vorsitzende des bortigen Bild- ftattung von Gutachten an die Behörden über Gegenstände, baß sein Kollege, ber braußen auf dem Flur auf ihn hauervereins zugleich zweiter Vorsitzender der sozialdemokratischen welche den Wirkungsfreis der Gewerbe- Inspektion berühren; 2. die Begutachtung und Beaufsichtigung der Dampfteffel- Anlagen warte, im Besitze fleiner Münze fet und er denselben Partei ist. herein rufen wolle. Ging das Mädchen mit ihm und Raffirer Berend 3 Berlin berichtete über die Raffengeschäfte. nach den hierfür bestehenden Vorschriften; 8. die Aufsicht darüber, fand einen zweiten Mann nicht, so erflärte Buchholz, berselbe Im Jahre 1891 betrugen die Gesammteinnahmen 63 678,80 9. ob die mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit- bes nüffe fich entfernt haben; schenkte das Mädchen ihm dagegen Für Reise- Unterstützung wurden 15 977,95 M., für Unterstützung Gewerbebetriebs und der Betriebsstätte zur Sicherung der Bertrauen und ließ ihn allein auf den Flur gehen, so eilte der an Wittwen 1125,75. und für Rechtsschutz 854,13 m. veraus Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit bei GeAngeklagte die Treppe hinunter und fam nicht wieder. Da die gabt. Zur Sprache kam hierbei eine Einrichtung der Leipziger nehmigung von gewerblichen Anlagen, welche unter§§ 16 und Angeklagten geftändig waren, so erübrigte jede Beweisaufnahme. Arbeiter, wonach ein Auskunftsbureau in Gewerbeftreitigkeiten 24 der Gewerbe- Ordnung fallen, vorgeschriebenen Bedingungen Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalt Dr. Benedig der besteht, in welchem tagsüber die Arbeiter sich Raths erholen eingehalten werden; 4. die Mitwirkung an der Aufsicht über die Ansicht, daß das Verfahren der Angeklagten um so firafbarer fei, tönnen; die Auskunftsertheilung erfolgt gratis burch die Ausführung der Bestimmungen der§§ 107-119b der GewerbeOrdnung und die Kontrolle der diesbezüglichen Wirksamkeit der weil sie durch Bertreiben der Schand- Litteratur" die Abonnenten Beisiger. " " Dor nicht nur in ihrem Vermögen, sondern auch in ihrer Moral Der Rechenschaftsbericht pro erftes Quartal 1892 giebt Drts- Polizeibehörden. Die Gewerbe- Inspektionsbeamten sind verSchädigten. Dobbermann wurde au sechs Monaten Gefängniß folgendes Bild: Es steuerten aus 78 Orten ebensoviele Gau- pflichtet, die Orts- und Bezirks- Polizeibehörden auf vorhandene und zweijährigem Ehrverlust, Kirschte zu 1 Jahr 9 Monaten und vereine. Der Vortrag aus 1891 betrug 28 304,44 M. Dazu die Mängel in den Zuständen aufmerksam zu machen, event. die vor zweijährigen Ghrverlust und Buchholz, der taum 18 Jahre alt Einnahme pro erstes Quartal gerechnet, ergab sich am 31. März gesetzte Polizeibehörde anzurufen; die Behörden haben den Inwar, zu se ch 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. eine Totaleinnahme von 36 488,79, wovon nach Abzug der fpektionsbeamten die nöthigen Mittheilungen zu machen, Auskunft Ausgaben am 1. April 28 262,35 M. als Saldo vorgetragen zu ertheilen, ihnen bei der Ausübung ihres Berufs, bei Vornahme von Revisionen Beistand zu leisten, Nachtrevision vorzunehmen Aus dem Schiedsgericht in Unfallversicherungs- Sachen. wurden. Die Verhandlungen dauern fort. Der Zimmerer Niemer erlitt am 20. Oftober v. J. von u. f. w. Polizeiverfügungen können die Inspektoren nicht erlassen, 1,80 Meter Höhe herab einen Sturz und dadurch eine nicht un- Der erste Verbandstag des Zentralverbandes der sie haben vielmehr die entsprechenden Anträge an die Polizeierhebliche Verlegung des Unterleibes. Nach Einholung eines Maurer Deutschlands und verwandter Berufsgenossen behörden zu stellen. medizinischen Gutachtens von Dr. med. Großmann vom findet am 15. August d. J. in Kassel im Lokale, Bunter Bock", Die Generalversammlung des Schweizerischen Typo 8. März d. J. hat die Berufsgenossenschaft jedwede Entschädi- Münchebergerstr. 21, ftatt. Die Verhandlungen, welche 3 bis gung dieses Falles rundweg abgewiesen. Verlegter wendet sich 4 Tage in Anspruch nehmen dürften, erstrecken sich auf folgende graphen- Bundes, welche in Burgdorf tagte, verwarf mit 958 in der Berufungstlage gegen den abweisenden Bescheid, aus- Punkte: 1. Bericht des Vorstandes und Ausschusses über das ver- gegen 221 Stimmen den Antrag auf obligatorischen Anschluß an führend, daß ihm die vom Unfall verbliebene schmerzhafte Stelle flossene Geschäftsjahr; 2. Bericht über die Verhandlungen des bie schweizerische sozialdemokratische Partei. am Unterleibe noch immer am Erwerb hindere. Da diese Gewerkschafts- Kongresses und Stellungnahme zu denselben. beschloß dagegen deren moralische und materielle Die nächstjährige Generalversammlung fubjektiven Behauptungen von den Aerzten nicht widerlegt werden 3. Bortrag über Zweck und Ziele und Einrichtungen des Ber- Unterstügung. können, billigte das Schiedsgericht, da ein Zusammenhang zwischen bandes. 4. Statutenberathung. Es wird darauf aufmerksam ge- findet in St. Gallen statt, das zum Vorort gewählt wurde. Derlammlungen. entfam. war mir der Erfolg gesichert: Herr v. R. lud mich zu einer Groh hatte ein Einkommen von jährlich mehr als 10 000 m., Flasche Sett ein und hat mich dann in jeder Weise unterstüßt. über das Vermögen beffelben ist nunmehr das Ronkursverfahren In der öffentlichen Korbmacher Versammlung am Ich hatte Muße genug, von meiner befestigten Stellung aus die eröffnet worden. Viel Geld follen dem Berlebten die Damen 29. Mai berichtete Kollege Fuch 3 über die in der Grünbranche eigenartige Absperrung genau zu beobachten und bemerkte u. A., bekanntschaften gekostet haben; zum Kapitel von der Heiligkeit herrschenden Lohnverhältnisse. Dieselben sind in den einzelnen daß selbst Kinder in die elterliche Wohnung durch Soldaten be der Ghe" hätte er interessante Details liefern tönnen. Werkstätten sehr verschieden; niedriger Lohn bildet die Regel. gleitet wurden. Ohne Fährlichkeit gelangte ich aber auch nicht Eine schaurige That ist am 1. Pfingsttage, Vormittags, in Daß dies so ist, schreibt man in der Hauptsache der Uneinigkeit in das Schloß, und hier hatte ich es namentlich einer unserer der jenseits Stettin gelegenen Buchhaide entdeckt worden. Dieser bezw. dem Indifferentismus der Gehilfen zu, von denen noch Exzellenzen zu danken, daß man mich frei gewähren ließ. Als Buchenwald, ein Theil der ehemals dem Kloster Colbat zunicht einmal der siebente Theil organisirt ist. Von einem Streit sich Abends Kaifer Alexander wieder an Bord des„ Polarstern" gehörenden Forsten, wird an Sonn- und Festtagen von Laufenerhofft man unter solchen Umständen gar nichts, am wenigsten befand, wurde die Absperrung, welche einen Radius von wohl den von Stettinern besucht und von den Bahnstationen Bodejuch von einem Generalftreit. Das nächste Erforderniß sei der An- tausend Schritten maß, aufgehoben." und Finkenwalde aus erreicht. Den Mittelpunkt des Berschluß an die Organisation und zwar an den Verband; bei sorg: affiftent Geister im Handgemenge auf der Brüderstraße durch mühle. Mordthat. In Breslau wurde Nachts der Bahn- tehrs bildet die zur Restauration eingerichtete Pulverfältigster Pflege der Einigkeit solle man in demselben die Mängel einen Revolverschuß getödtet. Der Schuhmann Hübel, der den Walde gelegen, führen zu ihr eine große Anzahl von Nicht weit vom Nordwaldrande, aber mitten im und Schäden besprechen und auf deren Abstellung hinwirken. Infolge der jetzigen Bersplitterung der Gehilfen sei es schon so mörder verfolgte, wurde lebensgefährlich verwundet. Der Mörder Fahrwegen und Fußsteigen. Auf dem durch den fog. Rehgrund weit gekommen, daß der 1889er Lohntarif nur noch von 2-3 führenden Fußsteige gingen Sonntag( Morgens zwei Herren zur Unternehmern bezahlt werde; und auch diese würden unter Aus Breslau wird geschrieben: Aufsehen erregt hier dit Pulvermühle und benutzten um etwa 1/12 Uhr Mittags dens Berufung auf die Konkurrenz der anderen Unternehmer wohl auch Verhaftung eines hochangesehenen 70jährigen Arztes, der beschuldige felben Weg auf der Rücktour. Da bemerkten sie plöglich rechts bald eine Reduktion des Bohnes eintreten lassen. Deshalb sei es wird, in etwa 200 Fällen Frauen und Mädchen der besseren etwa 50 Schritte abseits ein Feuer und fanden, hinzugetreten, die höchste Zeit, daß sich jeder Korbmachergehilfe an den Verband und besten" Stände in Breslau, in den Provinzen Schlesien, die verkohlten Refte eines Menschen. Beine und Arme waren anschließe, welch letzterer trotz der schwierigen Verhältnisse denn Bosen und Westpreußen Mittel verabreicht oder verschrieben zu total verbrannt, der Kopf bis zur Unkenntlichkeit; die Brust foll doch schon Manches geleistet habe. Damit ein Ueberblick über die haben, deren Verabreichung ein Verbrechen gegen das keimende soweit wenigstens verschont sein, um noch feststellen zu können, Bezahlungsweise der Korbmachergehilfen gewonnen wird, wurde Leben bedeutet. Darunter befindet sich eine große Anzahl ver- baß man es mit einem männlichen Leichnam zu thun hat. Der die Lohnkommission beauftragt, fich die Lohnbücher vorlegen zu heiratheter Frauen, die im Einverständniß mit ihren Ehemännern selbe ist nach der Försterei Podejuch geschafft worden. Verbrannt lassen. Das Resultat soll in der nächsten Versammlung mit gehandelt zu haben scheinen. Durch die Untersuchung dürften find fast 2 m Holz. Daffelbe war noch ganz grün und naß, und man getheilt werden; dieselbe findet am 20. Juni bei Roll, Adalbert- zahlreiche angesehene Familien in Mitleidenschaft gezogen werden. nimmt an, daß in vorgefundenen Flaschen sich Flüssigkeiten befunden ftraße 21, statt. An den Tag gekommen ist die Praxis" des verhafteten Arztes haben, mit denen das Holz begossen wurde, um es zum Brennen dadurch, daß in Berlin Briefe von ihm an eine Dame, deren zu bringen. Von Kleidern fehlte jebe Spur, nachträglich sollen 14jährige Tochter() behandelt werden sollte, gelegentlich einer ein Hosenknopf, ein Meffer und mehrere Behnpfennigftüde an durch ein anderes Vergehen verursachten Haussuchung beschlag- der Brandstelle gefunden worden sein. Daß Jemand sich selbst nahmt wurden. Die infolge davon hier in Breslau in der Woh verbrannt habe, hält man für unwahrscheinlich; dagegen spricht nung des Arztes vorgenommene Haussuchung förderte ganze Stöße namentlich, daß das Feuer ganz auf seinen Heerd beschränkt ges von Briefen zu Tage, welche die oben erwähnten Verbrechen zum blieben ist, daß also rund herum die etwa aubrennenden Blätter Gegenstande haben. fogleich wieder ausgetreten wurden. Man nimmt vielmehr an, daß die Absicht, die Spuren eines Verbrechens zu beseitigen, vor gewaltet hat und daß die Verbrecher, um dasselbe nicht zu groß werden zu laffen, immer scheitweise das Holz dem Feuer zu geführt haben. Die Freie Gemeinde von Nigdorf und Umgegend hielt am 1. Pfingstfeiertag eine öffentliche Bersammlung für Männer und Frauen ab, in welcher Genosse Theodor Mehner über das Thema sprach: Unser Pfingsten. Er erntete für den Vortrag, ber mit großem Interesse verfolgt wurde, reichen Beifall. An der Debatte betheiligten sich die Herren Steinmar, Thum, Weigel, und Forgbert im Sinne des Referenten. Letterer Redner ver Sprach u. A., für die Gründung einer freien Gemeinde am Drte wirken zu wollen, was von den Anwesenden mit Freuden begrüßt wurde. Die Rixdorfer Gemeinde fonnte mit dieser Versammlung sehr zufrieden sein, sowohl was deren Besuch als auch was ihre Wirkung betraf. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( G.. Nr. 29 und 89 Hamburg), Filiale Berlin 5. Bersammlung am Sonnabend, den 11. Junt, Abends's Uhr, Alte Schönhauserstraße 42 bei Herrn Reimann. Branken- und Begräbniskaffe sämmtlicher Berufsklaffen( E.. Nr. 2), Verwaltungsstelle Berlin 2. Versammlung am Sonnabend, den 11. Junt, Abends 8% Uhr, Admiralstr. 38, Restauration Lüben. Wahl von Abgeordneten zur Generalversammlung. Arbeiter- Sildungsschule. Greitag, abends von 8-10% br: b: Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); SüdDftschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); Dft Schule, Martusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); NordSchule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); hyfiologie. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematik und Buchführung, fönnen Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, ein treten. 28 eften, bei F. Kizing, Bülowstr. 52. " Fürst Bismard hat am Pfingftsonntag eine Abordnung des Kriegervereins Often, dessen Ehrenmitglied er fürzlich geworden war, empfangen. Bei dieser Gelegenheit nahm er Veranlaffung, sich bei seinen Reichstags- Wählern zu entschuldigen, daß er sein Reichstags- Mandat noch nicht ausgeübt habe. Er sagte: Auch ein ,, Arbeiterverein. Der Stettiner evangelische Ich habe mich vor meinen Wählern zu entschuldigen, daß Arbeiterverein hat die Polizei ersucht, es zu verbieten, daß das ich das Mandat bisher nicht erfüllte. Aber, was nicht ist, kann Mitnehmen fleiner Kinder in Vergnügungslokale verboten werde. noch werden. Das Mandat währt noch 3 Jahre und wenn ich Die freundliche Stettiner Polizei erwiderte darauf, daß ihr das im Verlaufe des letzten die Möglichkeit nicht gefunden habe, auf Gesuch sehr sympathisch wäre, aber leider ginge sie die Sache einem für mich annehmbaren Boden im Parlamente mitzuarbeiten, nichts an. Der evangelische Arbeiterverein solle sich an die Re fo find diese Behinderungen im nächsten vielleicht nicht mehr gierung wenden. Dümmer fönnen die evangelischen Arbeiter vorhanden. Sie als Militärs werden es mir nachfühlen, vereine gar nicht agiren, um sich bei der arbeitenden Bevölkerung wenn es mir schwer wird, an demselben Orte, wo verhaßt zu machen. Uebrigens ist die Frage nicht überflüssig, ich vierzig Jahre hindurch die Politik der Regierung ver- wie alt wohl die Leutchen sein mögen, die in jenem Konventitel treten habe, fie jest zu bekämpfen da, wo ich Bundesgenosse einen solchen Beschluß faßten, der auf die Verhältnisse der Arwar, jetzt als Gegner aufzutreten. Von der Entwickelung der beiter paßt, wie die Faust auf's Auge. Dinge wird auch mein Verhalten abhängen. Ich wünsche leb- Ein heftiger Brand, der von einem starken Mistral an haft, daß sich mir eine mit unseren soldatischen Empfindungen gefacht wurde, hat den Wald von Fabregas bei Toulon zerstört. vereinbarte Möglichkeit bietet, die Pflichten gegenüber meinem Aus Paris wird gemeldet: Auf dem Boulevard des Wahlkreise zu erfüllen. Bringen Sie, bitte, meinen Wählern Italiens machte am 27. Mai ein Jrrsinniger vieles Aufsehen, meine herzlichen Grüße und trinken Sie mit mir auf ihr der, heftig gestikulirend, schrie, er sei von Priester und Teufel verfolgt. Der Unglückliche wurde als der bekannte Nachahmer Wenn die Deputation aus„ nothleidenden" Agrariern oder des Dr. Tanner, der italienische Hungervirtuose Succi erkannt evangelischen Geistlichen oder gewöhnlichen Antisemiten bestanden und in die Frrenanstalt gebracht. Succi tam von London, wo hätte, würde der musterhafte Voltsvertreter anstatt von er ein vierzigtägiges Schauhungern erfolgreich" absolvirt hatte. Schiffsuntergang. Das nach Cadig bestimmte Schiff evangelischen" oder„ germanischen" gesprochen haben, trotzdem Sterling ist im Sturm bei Elizabeth verunglückt. Ein Theil der foldatischen Empfindungen" von„ landwirthschaftlichen" oder er im Kerne weder eine noch die andere dieser Empfindungen", Mannschaft ist ertrunken. sondern lediglich den Wunsch hat, dem deutschen Wolke wieder den Für die Chikagoer Weltausstellung meldeten 160 Küraffirstiefel auf den Nacken zu sehen, wenn es ohne Gefahr bayerische Kunst Gewerbetreibende ihre Befür seine Haut geschehen kann. Was für eine Entschuldigung" theiligung an. wird der vorsichtige Heros" wohl das nächste Mal zum Besten Die Brände von Textilftoff Lagern treten merkwürdig geben? häufig auf. Aus 2ille wird gemeldet: Das Woll- Lager von Hettor Sandrard in Sains- du- Nord, das als das bedeutendste der hiesigen Gegend galt, ist vollständig durch Feuer vernichtet worden. Der Werth der verbrannten Waarenvorräthe foll zwei Millionen betragen. Hoffentlich ist Alles recht gut versichert gewesen. Lese- und Diskutieklubs. greitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 10. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Raiser'scher Aller Wohl!" Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Stuhlmey. Nord, Brunnenfiraße 38, bei Gnadt. Vorwärts 1, G.D. Adalbertstraße 21, bet Roll. Summer' fcher Gesangverein, bet tempel, Langestraße 65. Buch binder Männerchor Berlins, Alte Jafobstraße 68, bei A. Richter. Maiglöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlich feit Seughofftraße 8 bei Roch. Jobannt, Rübersdorferstraße 45, Gefell ( Buyer), Seydelfir. 30.- ris, Köpniderftr. 127a, bei Stüfter.- Collegia, schaftshaus Ostend.- Palme, in Belten, bei Schröder.- Blaue Schleife, in Banton, Mühlenfir. 24, bei Stöhr. Vorwärts6,( Gem. Chor), NiederSchönweide, bei Siebenbaum. Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, bet Fröhlich.. Morgenroth 4, Stopnic bei Wiedemann in Adlershof. Wahrheit, An der Zwölf- Apofielfirche 7b, bei Framfe. Karthaus fcher Gefangverein, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise." Moabit", Wilhelmshavenerftr. 28, bei Brosch. Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. Alle Buschriften find zu senden an Mar Geng, Berlin, Belforterstraße 26, I. Freitag: Grüne anne bei Teßner, Martusstraße 8.- Tambour Verein Boruffia bei Feldhahn, Weidenweg 12( Uebungsstunde). Zambour Verein Ruf bei Sperling, Infelstr. 1( Uebungsstunde). Tambourverein Wirbel bet Mühle, Gartenftr. 52( Uebungsstunde). verein unton, abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Quartettverein Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesang Wedding, Abends 8 Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35.- Männerchor Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bei Meigt, Markgrafenftr. 87. Privat Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Buttbuserstr. 35. Mufitverein Tusch, Freitag Abend uhr, Restaurant Nebelin, BangeStraße 108. Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Richter, Alte Jakobstr. 68. 31 " . " Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 9. Juni. Der sozialdemokratische Parteitag hat seine Berathungen beendet und die Gründung eines täglich erscheinenden Partei- Organs beschloffen. Wieder eine antisemitische Tugendfäule umgepurzelt. Der Frants. 8tg." wird aus Köln geschrieben: " Der Hereinfall des hiesigen antisemitischen Vereins mit seinem Gründer und Vorsitzenden Karl Julius Gruner ist ein arger. Der neue Präfident theilte dem Verein mit, daß der inzwischen verduftete Gruner von der Staatsanwaltschaft in Magdeburg wegen Betrugs steckbrieflich verfolgt wird. Er hat schon einmal einen Monat wegen Betrugs gesessen; sein ganzes Leben ist auf Lüge, Betrug und Schwindel bafirt. Er lügt, als Einjähriger beim 5. Ülanen- Regiment gedient zu haben; als Berliner Turngen offenfchaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Zurnhalle des Reisender einer hiesigen Firma wurde er entlassen, weil er hohe Leffing- Gymnasiums Pantstr. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Spesen für den Aufenthalt in ersten Hotels berechnete, während die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turner nachweislich ftets in nicht einwandfreien Häufern halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Espérance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerfir. 11-12, fampirte; in einem Restaurant mit Damenbedienung spielt er London, 9. Juni. Der internationale Bergarbeiter- Kongreß Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9% Uhr, bet Brauns, sich als Assistenzarzt einer Bonner Privat Jrrenanstalt auf und Drantenstr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% uhr, borgte von dem Restaurateur und den Kellnerinnen Geld. In beschloß heute, gemeinsames Vorgehen in allen internationalen bet Nitter, Mauerstr. 86. Unterhaltungsflub Schiller, jeden Freitag Bonn hat er acht Tage lang eine Stelle als Krankenpfleger inne Fragen zu empfehlen und durch verfassungsmäßige Mittel auf Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreisestr. 3. gehabt; auch dort wurde er wegen Schwindelei entlassen. Die die Einführung gefeßlicher Bestimmungen für Bergarbeiter in fächsische Polizei konstatirt, daß Gruner in Glauchau und in allen Staaten hinzuwirken. Waldenburg als Kellner konditionirte, von wo er mit Hinterlassung einer Bechschuld von 400 M. ausrückte. In Hannover will er 1000 M. für die antisemitische Partei gesammelt haben, ob er sie gesammelt hat, steht dahin, jedenfalls hat er sie nicht abgeliefert. Er fand infolge seines sicheren Auftretens immer noch Dumme, die ihm Geld für Reisen liehen, auch solche, die ihm glaubten, daß er schriftstellerisch thätig, Verfasser von Flugblättern u. dergl. fei." im Restaurant. Vermischkes: " Auf Briefkasten der Redaktion. J. Rosenthal. 10,50 M. erhalten und an die betr. Adresse abgeliefert. Besten Dant. Mews. Die Partei hat, wie Sie wissen, mit allen solchen Unternehmungen Nichts zu thun. Es ist Sache der betr. Genossenfchaft, und zwar auf Grund des Preßgefeßes das genannte Blatt zur Aufnahme einer entsprechenden Berichtigung zu zwingen. Das wirkt in dem betr. Orte viel mehr. Die beim Zarenbesuch in Kiel in das Werk gefehten Dr. Maßgebend für die Altersrente ist der Sohn, den man Absperrungen übertrafen sowohl in Bezug auf den Umfang, bezogen hat, nicht der geleistete Beitrag. Gehört Thr Vater der zweiten Lohnklaffe an, so normirt sich nach dieser seine Alters als auch wegen ihrer peinlichen Durchführung alles bisher Dagewesene. Ein Berliner Berichterstatter schreibt der bürgerlichen Antisemitische Wahrheitsliebe. Aus Hartha in Sachsen rente, wenn er auch Marken einer höheren Klasse gelöst hat. Volksztg." darüber:" Auf der Fahrt von Berlin nach Riel hatte wird uns geschrieben: F. A. Hat Jemand dagegen einen Einwand erhoben? Karlsruhe. Kürzlich hielt der konservative Reichstags- Abgeordnete Dr. Wenden Sie sich an das Standesamt in ich mir eine Anschwellung der rechten Gesichtshälfte zugezogen, und eine kühne Phantasie hätte unter meiner rechten Wange eine Mehnert aus Dresden in unserem Nachbarorte Geringswalde Schöneberg. 1000 F. Rb. und Zwei Wettende U. A. 100. Wir Drfinibombe vermuthen können. Mein Zuftand machte einen einen Vortrag, bei welchem er besonders die soziale und Judenoperativen Eingriff erforderlich; mit einem Zuche bewickelt und frage behandelte. Bei letterer bemerkte ber Redner, wie unser kennen keine Bestimmung, welche Ihnen verwehrt, Ihnen gehörige aus dem Munde blutend, mußte ich meinem Berufe nachgehen. hiesiges Amtsblatt mittheilte: die Gemeinde Wildbad habe des Geldmünzen zu vernichten oder wegzuschmeißen. Auf dem Wege zum Hafen fah ich die Straße mit Marine- großen Juden Rothschild's wegen während seines foldaten angefüllt und glaubte, da es noch sehr früh am Tage Bade- Aufenthaltes daselbst das chriftliche Glockengeläute eingestellt, war, daß es sich um das Antreten der Ehrenkompagnie handelte. um denselben nicht im Schlaf zu stören. Ich freute mich über die schneeweißen Uniformen unserer meine am 28. Mai an den Kirchenvorstand zu Wildbad diesJungens" und wollte an ihnen vorübergehen, als mir bezüglich gerichtete Anfrage erhielt ich nun vom dortigen evangeplöglich ein gebieterisches Halt" entgegentönte und ich mich lischen Stadt- Pfarramt folgende Antwort: einem Bajonett gegenüberfah. Nachdem ich das Ziel meines" Auf Vorstehendes beehre ich mich ergebenst zu erwidern, R. H., Köpenick. Die Masse Fragen lassen sich nicht alle Weges genannt hatte, betrachtete der Soldat ungläubig mein daß mit der von Ihnen berührten Angelegenheit die kirchliche polizeiwidriges Gesicht und führte mich zu seinem Feldwebel. Drtsbehörde von hier Nichts zu thun hatte, daß aber während so einfach schriftlich beantworten. Erscheinen Sie persönlich; Dieser erklärte mir, daß der Hasen für Jeden ungueänglich sei, Rothschild's Bade- Aufenthalt dahier das christliche Glockengeläute wir werden Ihnen dann eine Anweisung an den Rechtsanwalt und ich wurde von Posten zu Posten nach dem Hotel Holst, nicht eingestellt worden ist. geben. welches mir als nahe dem Hafen belegen einfiel, gebracht. Bon Wildbad, den 30. Mai 1892. A. C. Wenn Sie einberufen sind, sind Sie auch ver Hochachtungsvoll pflichtet. hier aus machte ich einen Ausfall auf zwei vor der Thür J. stehende uniformirte Polizisten, welche mich auf meine Bitte zu Wie lange die Markus- Kirche schon fteht?" Mit dem Bürgermeister nach dem Kriegshafen eskortirten. Bald lag dieser Frage wenden Sie sich am besten an den Küster der vor den Augen des Stadtoberhauptes meine Legitimation. Kirche. 033. 8. Wann die erfte Markthalle erbaut ist, da wo Aber auch hier schien mein Aeußeres Anstoß zu erregen. Der Herr Bürgermeister wollte mich nur dann zulassen, wenn Birkus Renz gestanden hat?" Das kann Ihnen der Magistrat ich mich durch eine dritte Person ausweisen könnte und deutete genau sagen. N. N., Schankwirth. Db Sie oder der Wirth verpflichtet ftammten aus Ropenhagen, einer aus Kiel, und der vierte war ist. Das sind freilich die Antisemiten fast alle. zu meinem Glück Herr Georg J. aus Charlottenburg. selbst. Ihren ganzen Namen nebst genauer Wohnungsangabe in Kriminal- Kommissarius vermittelte als Parlamentar die bie Brieftasten- Notiz zu sehen, haben wir keinen Anlaß. Refognoszirung, und ich war frei. Ich erhielt einen Passirschein Briefkasten ist nicht zur Reflame ba. für die Absperrungslinie und das königliche Schloß. Doch man foll den Tag nicht vor dem Abend loben! Als ich den Empfang bes Baren beobachtet und mich zwecks Ausarbeitung meines Berichtes in den abgesperrten Seegarten begeben hatte, ertönten Salutſchüsse. Gestüßt auf meine Karte eilte ich an das Geftade, um zu sehen, was los sei. Mein Aussehen war eben auch wohl hier die Veranlassung, daß die Karte nicht respektirt wurde: Der Tod des Stadtpfarrers Groh von Auerbach hat in ich wurde Durch einen Soldaten auf höheren Befehl unserem Bezirk nicht geringe Aufregung verursacht. Nach dem bis an das Wirthshaus zurückgebracht. Hier fiel mir Tode des Pfarrers wurde nämlich eine Revision des Kirchenein Herr auf, welcher den rusischen Stanislausorden um den stiftsvermögens vorgenommen, wobei sich ein Fehlbetrag von Die Unordnung in den Hals trug; ich sprach ihn auf Französisch an, erfuhr, daß es der nicht weniger als 20 000 m. ergab. Chef der russischen Geheimpolizei, Herr v. R., war, und bat ihn, Büchern ist eine große, von den Pfarrpfründe- Rapitalien sind die nach meinem Aeußern nicht mein loyales Herz abzuschäßen. Nun Binskoupons theilweise bis zum Jahre 1896 schon veräußert. Monat. Evangelisches Stadt- Pfarramt. gez. Glauner." Der Biedermann Mehnert hatte in seiner Rede u. A. die freche Behauptung aufgestellt, es sei ganz unerhört, welch unglaubliche Lügen die Führer" der Sozialdemokratie ihren Anhängern böten". Das Schreiben des Stadt- Pfarramts zu Wild" hierbei auf vier am Hafen stehende Journalisten. Zwei derselben bad beweist dagegen, daß Mehnert selber ein großes Lügenma find, die neue Spülvorrichtung machen zu laffen? Doch wohl Sie Ein Der Wie die Ordnungsparteien boykotten. Der Wirth zum Bergschlößchen" in 3sch opau, ein dort sehr beliebter Mann, welcher eine große Familie zu ernähren hat und sich nie um Parteipolitik kümmert, sondern nur für sein Geschäft Interesse A. W., Meldorf. Berlin, Landsbergerstr. 62. Otto Körner, Thurm. Wir können in dieser Sache Nichts hat, wurde, weil er seine Lokalitäten zur Abhaltung der Maifeier zur Verfügung gestellt hatte, vom Militärvereins- Vorstand thun, da uns jede Kontrolle darüber mangelt, ob sich Alles so verbenachrichtigt, daß er aus dem Verein ausgeschlossen werden solle. hält. Wenden Sie sich an den Justizminister. Wieder Einer. Aus Eschenbach wird der Fränt. Oldesloe. Mit der Mittheilung wollen wir doch lieber warten, bis Zeitungsmeldungen vorliegen. Senden Sie eine Tagespost" geschrieben: solche ein. Briefkaffen der Expedition. Gummipfropfen. 7,35 M. erhalten. Quittung nächsten Berantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.