Nr. 293. RtfflnenKitts.BHInaunstn: Abonnements- Preis pränumerando! Lierteljährl. 3.30 Ml., nionaU. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus. einzelne Nummer S Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage»Die Neue Welt" 10 Psg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Mona». Eingetragen in der Post-ZeitungS. Preisliste für IS»» Ulster Nr. 82V». Unter ftreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, sür das übrige Ausland 8 Mark pro Monat, tricbclnt tZglich außer montags. Av. Iahrg« Devlinev VolKsl»lakk. Centrawvgan der locialdemoKrcrtiMen Partei Deutschlands. vi« stiftkNo«. Sediii»? beträgt für die sechsgespallene Kalonek- zeilc oder deren Raum»0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Verein«. und VcrfammIungS-Anzeigen 20 Pfg. „Kleine anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur daS erste Wort fest). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttag? geöffnet. Telegramm,«oresse: ,.ZollaMiino»rat tttr»»" Redaktion: 8 Tl. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Expedition: SA. 68, Lindenstrassc 69» Fernsprecher: Amt IT. Nr. 1984. In Kampfesfront. Der letzte Tag der Etatsdebatte entschleierte Stimmungen und Pläne, die in den vorigen Tagen sich noch verbargen. Der vorige Donnerstag zeigte den Versuch deS ersten Reichsbeamten, die größte Erscheinung der letzten Volksabstimmung durch Witzeleien zu be- kämpfen. Der gestrige Tag ließ diese? politisch unmögliche Unter- fangen vor dem ernsten Wort der Socialdemokratie alsbald ver- stummen. Und der letzte Tag offenbarte als letztes Wort der Weisheit dieser Regierung die Herzensneigung der Rückkehr zu den Geboten des konservativen Schaifmachcr- tmnS, zur Uebernahine der Stummschen Erbschaft. Die .Uonscrvativen scheinen sich auf die Psychologie des Mannes nicht übel zu verstehen, der an die Spitze der Rcichsregierung gestellt ist. Sie haben längst in Preußen die Versuche nicht nur des Reichs- kanzlerS, sondern deS Monarchen selbst, nicht in jedem Stück kon- scrvative Interessen anzuerkennen, zurückgeschlagei,. es gilt für sie, auch im Reiche ihre Politik der reaktionärsten Reaktion durchzusetzen. Sie nehmen wahr, daß Graf Bülow sich persönlich gekränkt empfindet durch die sieghafte Stellungnahme, welche die ungehenre Un- zulänglichkeit seiner Versuche gegen die Socialdemokratie unfrei Partei aufgenötigt hat. Die Gelegenheit erschien gc- kommen, ihn tiefer ins konservative Joch zu beugen. Es ist wunderbar, durch welche Beweggründe in diesen Zeiten politisches Wollen stark geleitet wird: Weil die Socialdemokratie beim besten Willen nicht in die Möglichkeit kommt, die Spaße des Grafen Bülow ernsthaft zu nehmen. sondern sein Mißerfolg bei allen Ernsthaften im Lande feststeht, darum giebt dieser Lenker der Reichspolitik, den Jahre hindurch noch immer aufrecht erhaltenen Anspruch auf. einer Politik der geistigen Auseinandersetzung zu huldigen, und er begiebt sich auf die Wege, die ihm Graf Limburg- Stirum und Herr v. Ticdemann weisen. Vor einigen Jahren rief Graf Bülow der Socialdemokratie zu: Meine Herreu, Sie kennen mich ja noch gar nicht! Er hoffte, unsrer Partei zeigen zu können, daß er als ei» besserer sich erweisen werde, als wir Mißtrauenden damals schon erwarteten. Scitdenr kennt man den Grafen Bülow längst und mau erkennt ihn von Session zu Session deutlicher als den Mann, der seine Hand zu allen: zu bieten bereit ist, sofern er nur Erfolg er- warten darf. Die Konservativen hatten bisher in der Etatsdebatte verdrossen geschwiegen, nun trat Graf Limburg vor und gleich nach ihm von den Freikonscrvativen Herr v. T i e d e:n a n n. Beide sagten das- selbe: Es genüge nicht der Aufruf der bürgerlichen Parteien, es sei dringend zu warnen vor einer llntcrschätzung der Gefahr; die Revolution stehe nahe bevor; die Regicrnng solle den Kampf gegen die Socialdemokratie endlich mit aller Energie aufilehmen l Diese Wiedergabe des alltäglichen..Post"-Artikels entfesselte die weitere Rede deS R e i ch S k a n z l e r S. der nun die negativen Erklärungen seiner früheren Reden positiv ergänzte, der nun die frühere Versagung aller emsteren Reform- und Entwicklungspolitik durch die Zusage einer Ausnahme- und Unter- d r ü ck u n g S p 0 l i t i k krönte. Der Reichskanzler hat die Zumutungen, welche die konservativen Versucher an ihn richteten, in keinem Wort zurückgewiesen, vielmehr bedeutet seine, durch kein winzigstes Scherzwort noch verzierte Erklärung die principielle Zustimmung zu der Politik, welche die Scharstnachergruppen fordern. Nur die Situation er- laicht nicht, das wirklich zu thun, was Graf Limburg fordert und wozu Graf Bülow bereit ist. Nur weil gegenwärtig die zur Durchführung von Ausnahme-, Socialisten- und Zuchthausgesctzen nötige Reickistagö Mehrheit nicht vorhanden ist, verzichtet Graf Bülow. die Diktate der Schleiffteinniänner zu verwirklichen. Nur zur Zeit muß Graf Bülow die Hände ruhen lassen; in seine „Festigkeit und Entschlossenheit" aber dürfen Zweifel nicht gesetzt werden. Graf Bülow, der moderne, der geistvolle, der künstlerisch verfeinerte Staatsmann bietet den Konservativen die Eigenschaften an, die Herr v. K r ö ch e r vom Niederwcrfer der Socialdemokratie forderte. Diese Erklärungen des obersten Reichsbeamtcn haben durch die Stellung, die er hat, ihre Bcdeutimg. so wenig auch ihre Gründe auf dem Gebiet sachlicher Politik liegen. Denn irgend welche Be- gründung hat Graf Bülow nicht für seine neueste Ueberzeugung vor- geführt. Der einzige Vorwurf, den er neuerdings gegen die Social- demokratie erhebt, ist der—„Hochmut und Dünkel der Führer". Es ist freilich schmerzlich, daß es dem Grasen Bülow durchaus nicht gelingt, die Socialdemokratie von seinen Talenten zu überzeugen. Das ist jedoch nicht Schuld des Hochmuts der Socialdemokratie. die vielmehr die Autorität Ivahrer GeisteSmacht ebenso dcmutSvoll anerkennt, wie andre glauben, die ernstesten Probleme des menschlichen Geschichts- Weges durch citiertc Bonmots bewältigen zu können. Unser Parteigenosse Stolle hatte, bei der Bedeutung, die der Kampf in Crimmitschau in dieser Etatsdcbatte erlangt hatte, als Vertreter des Wahlkreises Zwickau-Crimnntschau Anlaß, die Wahrheit dieses Kampfes gegenüber der einseitigen Darstellung, die der sächsische Bundesrats-Bevollmächtigte gegeben hatte, festzustellen. Die überzeugenden Feststellungen unsrcö Redners über den Verlauf dieses Kampfes, über das Vorgehen der Fabrikanten und das Eingreifen der Behörden bedeuteten jedoch weit mehr als die Klarstellung dieses Einzel- falles, sie belveisen am Einzelfall mustergültig den allgemeinen Stand der politischen Reaktion in Sachsen und im ganzen Reiche m:d sie widerlegen zugleich unvergleichlich all das unsägliche Gerede, das Unverstand und Böswilligkeit in diesen Tage» gegen die Anhänger der Social- demolratte als Schürer, Hetzer. Aufwiegler, Terroristen ausgestreut hat. Zwar versuchte nach unser« Redner der sächsische Vertreter nochmals das Verhalten seiner Regierung zu retten, und auch in seiner Rede trat heute eine bemerkenswerte Verschärfung z» Tage gegenüber den Aeußerungcn in boriger Woche. Ohne Zweifel ist mittlerweile dem Herrn Dr. Fischer aus Dresden die schärfere Tonart nahe gelegt worden. Aber je schroffer die Form der Zurückweisung, um so kläglicher das Material. Die sächsische Regierungskunst erstrahlt in allen Herrlichkeiten: Anklage- reden eines Amtsanwalts ohne Zufügung des wirklichen That- bestandeS und des richterlichen Urteils; das Ansprechen von zu- geführten Arbeitswilligen mußte verboten werden, weil Gefahr war, daß aus den Ansprachen Aufläufe entstehen könnten; die Behörden müssen auf die Arbeiter drücken, loeil diese eine so mächtige Be- wegung haben: eine ihm zugesandte anonyme Aufforderung zur Be- strafung von Geldeinsammlungen zu Gunsten der Ausgesperrten soll Beweis liefern— wofür? Das ist die Rechtfertigung für den Be- lagenmgszustand in Erimmitschau I Darum muß die Gendarmerie so vermehrt werden, daß die sächsische Regierung trotz aller Finanznot einen Nachttagsetat von IV 000 Mark im Landtag fordert! Darum müssen nicht nur Streikposten verboten Iverden, sondern ganz allgemein muß das Versammlungsrecht völlig aufgehoben iverden I Unser Genosse Stolle zeigte vortrefflich, wie ruhig, wie sachlich, wie geradezu bescheiden die Teytilarbeiter in Erimmitschau von Anfang an vorgegangen und trotz aller Herausforderungen ver- blieben sind. Er zerstörte das scheinheilige Gebaren derer, die den Arbeitern vortäuschen, sie würden socialpolitische Erfolge schnell er- zielen, lvenn sie sich nur nicht von der Socialdemokratie führen lassen, durch die Thatsachc, daß die Arbeiter in Crimmitschau nichts gcthan haben, als für bescheidene, notwendigste wirtschaftliche Forderungen in ruhigster, gesetzlichster Art zu streiten. Der Abg. L i e b c r in a n n v. S 0 n n e n b e r g sprach dann für die neue kleine Fraktion, die sich aus den Resten der einst so hoffnungSgroßcn Antisemiterei und Bauernbündlern und Mittel- ständlern gebildet hat. Was er sagte, ist bekannt aus seinen früheren Leistungen und bemerkenswert ist nur, daß er offen sagte. Ivonach mancher Reaklionsmaun sehnlich begehrt. Er wünscht, daß eine gewaltsame Revolution kommt und zwar recht bald! Dieses Er- eignis ist ihm die einzige Möglichkeit, mit der Socialdemokratie gründlich anfzuräuineii. Die Hoffnung des Herrn Lieberniann zeigt aber die Hoffnungslosigkeit der heutigen Gesellschaft, die keine andre Möglichkeit gegenüber der Socialdemokratie sieht, als daß diese selbst sich an das Messer der Schlächter liefert. Der neugcwählte süddeutsche Volksparteiler Blumenthal aus dem Elsaß brachte in einer Erstlingsrede recht originelle und wirkungsvolle Wendungen. Er befehdete den diltatorischcn Geist, der in der Verwaltung der Reichslandc herrscht und störte die Harmonie der bürgerlichen Parteien, welche der Reichslanzler und andre Redner empfohlen hatten, durch die Aufdeckung des tiefen Gegensatzes, der die Absichten der Klerikalisierung und die liberale Weltanschauung scheidet. Der Redner erregte wilden Zorn auf den mittleren und rechten Bänken, als er in Witz und Ernst den Mißbrauch geißelte, der mit dem Namen der Religion betrieben werde, und als er er- klärte, daß er aus all den Reden der Socialistenbelämpfting keinen einzigen wirklichen Vorschlag zur Abhilfe bestehender Mißstände veniommen habe. Herr v. Koller versuchte darauf die Zustände in Elsaß-Lothringen zu verteidigen und auch er lieferte nur neue und eindringliche Beloeise für den unverfälscht reaktionären Ungeist, der die Regierung beherrscht: Niemand könne an seiner vollendeten Gerechtigkeit zweifeln, aber Vereine, die socialdcnio kratische Tendenzen haben, müsse er natürlich anders behandeln, als solche, die Religion, Sitte und Ordnung Pflegen. Herr v. Koller that den denkwürdig offenen Ausspruch: Wir verwalten wie wir wollen und da ich einmal Gegner der Sorialdrmokratie bin, so wäre ich der größte Esel, wenn ich nicht gegen sie verwalte» wurde Z Graf Limburg-Stirum gedachte sin Angesicht dieser erheb- lichcn Erfolge, die dieser Tag seiner Politik gebracht, den Sieg über die Regierung zu vollenden. Er nahm nochmals das Wort, um nach dem Rcichskanzler auch andre Minister zu beugen, die einmal gegen die Forderungen der Reaktion sich vergangen haben sollen. Gras PosadowSky ist angellagt, die Socialdemokraten als Arbeitervertreter bezeichnet zu haben. Budde, das freie Wahlrecht der Eisenbahnarbeitcr anerkannt zu haben. Graf PosadowSky dürste den konservativen Führer nicht voll befriedigt haben; er gab wohl z», daß seine Acußerung mißdeutet worden sei, aber immerhin blieb er bei seinem Worte, das nur der Thatsache Ausdruck gegeben habe, daß die Wähler der Socialdemokratie die Arbeiter seien und daß die Llbgeordncten der Socialdemokratie im Reichstage, wenn auch nicht sie allein, den Wünschen der Arbeiter Ausdruck geben. Auch mag es den Konservativen nicht behagt haben, daß Gras PosadowSky es als gefährlich erklärte, den Jnteresientcn zu folgen, die leicht alle socialpolitischen Maß- nahmen ftir die Arbeiter als socialistisch ausgeben und verurteilen. Natürlich betonte der Staatssekretär— und mit Recht— den unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der heutigen Regierung und der Socialdemokratte. Daß auch er den Gedanken der nahenden oder beabsichtigten GewaltSrevolution höchst ernsthaft beredete, zeigt, wie stark auch in demjenigen RegicrungSmitglied die Berkenmmg der Socialdemokratie ist, der die unnennbare Seichtheit der in diesen Tagen erfolgten Bekämpfung der Socialdemokratie denn doch er- kannt hat. Der Eiscnbahnminister Budde dankte dem konservativen Führer inbrünstig, daß er ihm Gelegenheit gab zur Reinigung von dem cntsctzenSvvllen Verdacht, eine loyale mW die Gesetze loahrende Haltung zu den öffentlichen Rechten der Eisenbahncr genomnien zu haben. Herr Budde hatte daS Wort im Landtage gesagt, daß die Eisenbahner seinetwegen wählen könnten, wie sie wollen. Diese selbstverständliche Billigung der freien Wahl wurde durch unsre Partei gegenüber denjenigen citiert, welche dieses Recht bei der ReichStagswahl zu bestreiten und zu behindern suchten. Diese durch den Grafen Limburg-Stirum vor dem Reichstage denunzierte Achtung vor dem Rechte wurde jetzt von Herrn Budde feierlich zurück- genommen. Das Wort sei ihm als parlamentarischem Neuling nur entschlüpft. Nur„ein falscher Zungenschlag"— so gestand tragikomisch der preußische Eisenbahnminister— erzeugte in ihm die Anerkennung der elementarsten Rechte der Eisenbahnangestellten. Das abschließende und— lvenn es irgend einer Entscheidung noch bedurft hätte— entscheidende Wort gab der Etatsdebatte Genosse Molkenbuhr. In kurzen, aber schlagenden Dar- legungen niachte er vollends zerstieben, waS von den Gegnern zu- sammen getragen war. Hern: Budde führte unser Redner vor, wie die preußischen Eisenbahnbehörden wirklich sind, er nannte sie nach Aufführung beweisender Thatsache»„Musterbetriebe der aller- rücksichtslosesten Ausbeutung", in denen nach Order des Kühnemann« Verbandes Arbeiter angestellt und entlassen Iverden. Herrn Fischer wies er nach, daß die sächsischen Polizeimaßnahmen nicht schützend. sondern provozierend wirken. Der freikonservativcn Scharsrnacherpartei wies er nach. daß ihr Toben nach einem Socialisten« gesetz in demselben Maße gewachsen ist, je geringer die Zahl ihrer Anhänger bei den Wahlen wurde. Und endlich zerstörte er alle Oberflächlichkeiten des Reichskanzlers durch de» Aachweis, daß das von ihn: vermißte positive Schaffen der Socialdemokratie durch Denkschriften und Gesetzesbegründungen, die der Reichskanzler selbst unterzeichnet hat, bestätigt werde. Molken» buhr bewies unentrinnbar, daß die Regierung des Reichskanzlers, soweit sie Positives in der Arbeiterfrage geschaffen habe, nur immer socialdcm akratischen Anregungen gefolgt ist. Er gab dem Herrn v. Bülow den nur zu nötigen Rat, er möge erst einmal die Akten seiner eignen Regierung studieren, che er un- berechtigte Vorwürfe erhebe. Nachdem schließlich Herr Budde den militärischen Mut gezeigt, mit seiner Antwort auf Molkenbuhr in das Abgeordnetenhaus zu flüchten, fand die Debatte ihr Ende. Die Kämpfe einer neuen Gesetzgebungsperiode sind eingeleitet. Bemerkenswert ist die Zurückhaltung, die sich bisher das Ceutrum auferlegte, aus desic» Reihen, seitdem am vorigen Mittwoch Dr. Schädler sprach, kein weiteres Wort kam. Geklärt aber ist die allgemeine parlamentarische und politische Situation. Die Scharsinacherei arbeitet mit größtem Eifer und sicherlich hinter der Schaubühne noch eiftiger als ans ihr. Die Regierung ist geneigt, diesen Zettelungcn sich zu überliefern und. sobald nur die Gunst des Erfolges Ivinkt, die reakttonärsten Ziele zu erfüllen. Die Socialdemokratie, gewaltig gestärlt durch das Volksvotui» des 16. Juni, das alles, was je in der Geschichte aller Parteien gc- Wesen ist, weit überragt, ist in die neuen Kämpfe in alter, clvig neu begeisterter Thatbereitschast eingerückt. Sie nimmt mit vermehrter Kraft die Arbeit sür das Wohl der Millionen ouf, die in der heutigen Gesellschaft die Enttechteten und Ilnterdrüötcn sind. Sie wird in diesem gewaltigen Streit der Geister sUz und ausrecht vorwärts marschieren zum Trotz allen stacts- männischen Eitelkeiten, zum Trotz allen prcvo l a t 0 r i s ch c n G e w a I t t h ä t i g k c i t e n. poUtilche Qebcrficbt. Berlin, den 15. Dczmber. Statistisches über die Soldatenmißhandlungen. Einen Hauptschlag gegen den Genossen Bebel glaubttder Geist« kanzler bekanntlich dadurch ausspielen zu können, daß er behauptete, die Socialdemokratie habe bis jetzt noch nichts Posiives gc« leistet. Bebel hat ihm darauf ja bereits mit der Antwort gedient. daß die Socialdemokratie als Diinderheitspartei auf dem Gebiete der Gesetzgebung als treibender Faktor allerReforme» auf dem Gebiete der socialen Gesetzgebung, zwo. an den socialdemolrattsche» F 0 r d e ru n g e n gemacn nicht allzu viel, aber innnerhm alles das erreicht habe, wovon de beriifsmäßigen Veryerrlichcr des prrnßisch-drutfchcn Klasienstaates soviel AnfhedenS machten. Dafür, daß das bißchen Soeialreform,>as wir besitzen. allein, ganz allein, dem unausgesetzten Drängen und Bohren der Socialdemokratte zu danken ist, erbrachte er ja arh die B c w e i s e. Wobei bemerkt werden mag, daß dieser Beweis u erdrückender Fülle bereits unzählige Male von socialdemolratschcr Seite erbracht lvorden ist. Das gleiche Verdienst positiver Leistrng kann die Socialdemokratte auch bezüglich der Soldatenmißhmdlungen für sich in Anspruch nehmen. War es doch die Socialdenokratie, die seit jeher mit rücksichtslosester Schärfe— lange Zeit so(»t wie völlig allein— die Bestialität der Soldatcnschindcreicn an du: Pranger gestellt hat. Erst heute— nachdem die Oeffentlichkeit deSKriegSgerichtsverfahrens '0 viel unglanbliche Echeusäligkeite» anS Tageslicht gefördert hat, versuchen auch Freisinn und Centrum sich als Verteidiger der schändlich zertretenen Menschenwürde der Bürger sin„vornehmsten Rock" aufzuspielen. Die statistischen Zahlen, die uns Son den preußischen Kriegs- minister» vorgeführt werden, sollen im? ergeben, daß sich die Zahl der Soldateiiinißhaiidlmigen ständig vermindert hat. Herr v. Eine m gab ja am Somiabend einige derarttge Zahlen. Er erklärte, daß die Zahl der mißhandelten Soldaten 1002 11 n r 0,32 Prozent betragen habe. Den Beweis dafür. daß eiire A b 11 a h m e eingetreten sei, ührte er allerdings nicht, wie es am einleuchtendsten gewesen wäre. durch Angabe des entsprechenden Prozentsatzes in früheren Jahren. öndetn dadurch, daß er dem Prozentsatz der mißhandelnden Vorgesetzten vom Fahre 1902 die entsprechende Höchstziffcr au? dem letzten Jahrzehnt gegenüberstellte. 1002 seien an mißhandelnden Offizieren 0,2» Prozent, Unteroffizieren 0,83 Prozent, Gefreiten und Gemeinen 0,01 Prozent gezählt worden, gegenüber einer Höchstzahl des letzten Decenniums von 0,37 Prozent Offizieren. 1,31 Prozent Unteroffizieren und Prozent Ge- freiten und Gemeinen I Wenn wir den näher liegenden Vergleich zwischen der Zahl der Mißhandelten ziehen wollen, müssen wir die Ziffern benutzen, die mn 27. Februar 1901 Herr v. Viebahn angab. Herr v. Viebahn erklärte damals, die Soldatenmißhandlungen seien stark Zurückgegangen, da für das preußische Kontingent 1899 0,63 Proz., 1890 aber 1,10 Proz. Mißhandlungen gezählt worden seien. Legt man diese Zahlen zu Grunde, so wäre seit 1890 die Zahl der Soldatenmißhandlungen gegenüber 1902 um beinahe das Vierfache, feit 1899 um das Doppelte zurückgegangen. Oder, um es anders auszudrücken: Während 1902 1239 mißhandelte Soldaten von den Militärbehürde» festgestellt wurden, waren 1899 2475 zur Kenntnis der Militärbehörden gelangt. Für 1900 der- mögen wir augenblicklich mangels der Ziffer des preußischen Kontingents die Zahl der Mißhandelten nicht genau zu berechnen, sie dürfte auf ca. 3500 zu veranschlagen sein! Herr v. B ü l o w dürfte die Ziffern zu Vergleichen jedenfalls für durchaus brauchbar halten— er hatte also nicht die mindeste Ursache, der Socialdemokratie Mangel an„positiven Leistungen" vorzuwerfen. Oder ist eS keine positive Leistung, wenn es die focialdemokrntischr Kritik fertig gebracht hat, jährlich 3000 Soldaten vor Mißhandlungen durch Borgesehtc zu bewahren?! Oder sollte er sich zu der schwindelnden Behauptung aufschwingen wollen, daß die Soldaten- Mißhandlungen sich auch ohne die sorialdemotratische Kritik, ohne das jährliche moralische Spießrutenlaufen der preußischen Militär- Vertretung vermindert haben wurde? Die obigen Ziffern beweisen aber auch noch manches andre. Zunächst die ungeheuerliche Pflichtversäumnis der bürgerlichen Parteien, die der Socialdemokratie den Kampf gegen die Soldatenschindereien seelenruhig überließen! Trotzdem 1899 auf je 150 Soldaten ein Mißhandelter kam. also während der zweijährigen Dienstzeit von je 75 Soldaten einer mißhandelt wurde— 1890 kam sogar auf je 40 Soldaten ei» Mißhandelter— hielten cS die bürgerliche» Parteien nicht der Mühe wert, diesen skandalösen Zustand gebührend zu brandinarkcn! Mehr noch: die b ü rsg e r l i ch e n Parteien konnten mehr thun, als kritisieren, sie konnten schon damals die Oeffentlichkeit des Militärgerichtsverfahrens durchsetzen, wenn sie nur wollten. Sie lietzenS aber bleiben! Aber auch die Militärbehörden treffe der nicht hinwegzu- schwatzende Vorwurf, daß sie eS in Jahrzehnten— trotz der unglaublich hohen Ziffer ihr bekannter Mißhandlungen!— nicht vermocht haben, die Soldatenschindereien zu beseitigen! Selbst heute noch entschuldigt Herr v. Einem die„harmloseren" Knüffe und Püffe mit der„schwachen menschlichen Natur", selbst heute noch findet er— der den Lieutenant Bilse nicht genug schmähen konnte— kein Wort des Tadels für die allgemein als unbegreiflich rmpfundenc Milde zahlloser Kriegsgerichtsurteile! Hält er den heutigen Zustand für so harmlos? 0,32 Proz., das macht auf 300 Mann pro Jahr einen Mißhandelten, auf je 150 Dienstpflichtige— von den Dreijährigen, die die Situation noch verschlimmern, ganz abgesehen— einen Mißhandelten. In jeder Compagnie wird also ein Soldat mißhandelt! Wahrlich, es ist eine Lust, Soldat zu sein! Hinzu kommt die allgemein bekannte Thatsache, daß nur ein Teil der wirklich begangenen Mißhandlungen abgeurteilt lvird resp. zur Kenntnis der höheren Vorgesetzten gelangt. Hinzu kommt, wie erst kürzlich der Generalmajor v. Lettow-Borbeck erzählte, daß ein Teil der zur Kenntnis dieser Vorgesetzten gelangten Mißhandlungen einfach «icht weiter gemeldet wird! So große positive Verdienste sich also die Social- demokratie um das deutsche Volk durch Minderung der Soldaten- schindereien erworben hat, so große positive Verdienste wird sie sich auch in dieser Beziehung in Zukunft noch erwerben müssen! Fort mit den Soldatcnschiudern, fort mit dem Militarismus, Ersehung desselben durch die Volksannce!— Neue Gelegenheit zu Russcndiensten bietet sich der preußischen Polizei. Die russische Regierung hat »ämlich, wie„Daily Telegraph" aus Petersburg meldet, Maßregeln ergriffen, um die Rußland benachbarten Staaten zu veranlassen, die Vohnungen russischer Flüchtlinge durchsuchen zu lassen, um die Namen ritsischer revolutionärer Führer und Beamter zu ermitteln, die fort- geßtzt gewissen russischen, im Auslande erscheinenden Zeitschriften Miteilungcn zilgehen lassen. AüS den bei der Verhaftung von Strdenten des Polytechnikums in Kiew beschlagnahmten Papieren habq die russischen Behörden ermittelt, daß zwischen der socialistischen Part; in Rußlniid und russischen Liberalen im Auslände ein reger Becker besteht. Dr stolze preußische Aar hat also ausgiebigste Gelegenheit, für das rutsche Knutenregiment erneut seine Fänge im zarischen Schergen- dienst n politischem Edelwild zu erproben!— Ein rabiater Lieutenant a. D. Ein Stuttgatter Blatt meldet aus lllimicm 9. Dezember: Das hiesige Schöffengericht verhandelte gestern gegen den Lieutenant. D. Flogcrhy aus Beuthen loegen Widerstandes gegen de Staattxmalt, Bedrohung und Beleidigung eines Schutzmanns bei Ausübyg ftmes Dienstes. Flogertzy wohnte anfangs Oktober im Hotel H-sch hier. Am 0. Oktober saß er nach der Vorstellung im Äpollo-Teater mit einem Oberlieutcnant und einer Soubrette im Speisesaa des Hotels und ließ sich durch einen Militärmusiker Klavier vorfielen. Da es schon nach 11 Uhr war, ließ der vor den Hotel patrouillierende Schutzmann Huckle durch den Hausmeis'r sagen, das Klavierspielen müsse unterbleiben. Flogertzy kam ffraushin heraus und bemerkt, die Sache gehe den Schutzmann nichs an. Der Schutzmann blieb draußen stehen, da er sich vergcwisse» wollte, ob weitergespielt werde. Flogertzy kam »lach eiiligen Mieten wieder heraus und fragte den Wirt, der nebeil dem Schutzmann(anb, warum er den Kerl nicht hinauswerfe? Wenn er etwas wolle, s solle er hereinkommen! Der Schutzmann ging nun Flogertzy nach, um dessen Namen festzustellen. Flogertzy giebt nun an, er habe geglaubt, der Schutzmann wolle rhu t h ä t l i ch a> a r e i f e n; er habe deshalb seinen R e- volver aus ler Tasche gezogen, ihn entsichert und ihn dem Schutziijnn entgegeiigehalten mit den Worten:„Wenn Sie»och einen Schrii machen� schieße ich Sie nieder." Er hätte thatsächlich auch geschissen, da er sich von niemand anfassen lasse. Selbstverständlich lag ei nicht in der Absicht des Schutzlnannes, gegen Flogertzy thätlich vorzigehen, er wollte nur die Personalien' fest- stellen. Im Saale war», etwa 20 bis 30 Personen, die bei der Drohung FlogertzhS absprangen und sich nach den Thören flüchteten. Dem HotelperVjual gelang es, Flogertzy von rück- w ä r t S zu fassen 1 da Flogertzy sich heftig zur Wehr setzte, stürzten die Ringenden zu Boden. Als später Flogertzy zur Polizeiwache gebracht wurde, versuchte er einen weiteren thätlichen Angriff auf de» Ächubmann. Der Amtsanwalt geißelte das Verhalten des Angeklagten in scharfen Worten und beantragte eine Gesamtstrafe von einem Monat 14 Tagen Gefängnis, sowie so- fortige Inhaftnahme wegen Fluchtverdachts. Das Urteil lautete wegen Widerstandes und Bedrohung auf eiuc» Monat GefSuguiS, wegen Beleidigung zu 40 M. Geldstrafe und wegen der bei der Urteilsverkündigung« n den Tag gelegten Un- gebühr zu einem Tag Haft und sofortige Ver- h a s t u n g. Wenn man das Urteil gegm den Lieutenant v. F. mit den wegen Streikvergehen erkannten Urteilen vergleicht, ist der Lisvolver- Held noch sehr glimpflich davongekommen.— Die schwere Zeit der Offiziere— ein Strafberschärfungs- g r u n d für s o c i a I d e m o k r a t i s ch e Redakteure. lieber den bereits tclegraphisch mitgeteilten Preßprozeß unsreS Genossen Fette in Halle lvird uns noch mitgeteilt: Der Kriegsminister hatte Straf- antrag gestellt, weil durch eine noch nicht drei Zeilen lange Notiz die gesamten Offiziere der preußischen Armee beleidigt sein sollten. In jener Notiz war mitgeteilt worden, daß Lieutenant Hans Löbcll aus Rawitsch vom Kriegsgericht zu vierzehn Tagen Stubenarrest verurteilt lvorden war, weil er seinen Burschen geprügelt hatte. Staatsanwalt Schlütter meinte, die kleine Notiz enthalte die„blutigste Ironie". Es sei allgemein bekannt, das; die Anhänglichkeit der Burschen zu den Offizieren groß ist. Alö erschwerend falle ins Gewicht, das; die Beleidigung in eine Zeit falle, in der es den Offizieren sehr schwer gemacht werde. Beantragt wurden bekanntlich drei Monate und erkannt aus sechs Wochen Gc- fängnis.— So muß es kommen, daß die Redakteure auch noch unter den Enthüllungen von Forbach zu leiden haben!— Gekränkte Patriotinnen. Im„B. B.-C." wird aus dem Briefe einer deutschen Dame, die nnt dem Kaiscrsohne Adalbert von Preußen die Reise nach Ostasien an Bord deö Lloyd-Dampfcrs „König Albert" mitmacht, birrere Klage darüber geführt/daß sich der Hohenzolleru-Sprotz so herzlich wenig um die deutschen Passagiere kümmert. Es heißt in dem Briefe:„Der Prinz spricht, tanzt'und spielt ganz ausschließlich nur mit Engländern. Eine Frau Konsul aus Colombo, mit der ich sehr bekannt wurde, fühlt sich„schrecklich beleidigt", die Frau des Gouverneurs von Aden ist seine Bevorzugte, und thatsächlich spricht er(soll wohl heißen: Seine königliche Hoheit? D. Red.) nur mit Engländern, lvas uns Deutsche cigeniümlich berührt. Zu Fähnrichs- spielen, die öfter'arrangiert wurden, sind nur Engländerinnen aufgefordert, und das alles von einem deutschen Prinzen und von unsrer Marine! lieber den Kostümball erzählt die Briefschreiberin wehmütig weiter:„Von den entzückenden und kostbaren Kostümen kannst Du Dir keinen Begriff machen. Eine Engländerin war Königin Elisabeth, der Prinz erst„Page", dann ein Radjah. Er sab reizend aus, tanzte und sprach aber wieder nur mit Engländerinnen."— Hoffentlich gehen die in ihren heiligsten Gefühlen verletzten deutschen Frauen nach ihrer Rückkehr nicht zu den„vaterlandslosen Gesellen" über oder machen ihre Ehe- männer zu Mitläufern dieser„Rotte".— Husland. Ostasien. Paris, 15. Ddzember. Ein Diplomat erklärte einem Mit- arbeiter des„Eclair", er glaube zu wissen, daß die der sapanischen Regierung überreichte Note Rußlands sich lediglich anfKorea beziehe. Nußland verlange für seine Truppen das Recht des freien Durchzugs im Norden Koreas und an der koreanischen Küste eine o d e r zwei 51 o h l e n st a t i o n e n. Dagegen würde Rußland den Japanern im Süden des Landes vollkommen freie Hand lassen. Man glaube, daß die japanische Regierung die Vorschläge Rußlands annehmen werde. Der japanische Gesandte in Paris erklärte einem Redakteur des„Gaulois" auf die Frage, warum die öffentliche Meinung Japans über die Langsamkeit der Verhandlungen mit Ruß- land so erregt sei, folgendes: Das japanische Volk ist sich seiner Kraft bewußt, auch weiß eS. daß wir weder zu Wasser noch zu Lande schwächer als Rußland sind. Rußland hat bis jetzt in jener Gegend nicht mehr als 75 000 Mann und wird mit Verstärkungen 150—200 000 Mann aufbringen, während Japan 500 000 wohlbewaffnete und disciplinierte Soldaten ins Feld stellen kann. Die japanische Regierung, welche anftichtig eine Verständigung mit Rußland wünscht, lvird sich von der öffent- lichen Meinung nicht leiten lassen, es sei denn, daß die japanische Regierung durch äußere Verhältnisse dazu ge- zimmgen werden sollte; aber auch für den Augenblick ist nichts geschehen, was den Bruch zwischen den beiden Ländern voraus- sehen ließe. London, 15. Dezember.„Daily Mail" wird aus Kobe unterm 14. Dezember gemeldet: Ein Telegramm aus Söul bc- richtet, das Abkommen zwischen Rußland und Korea sei am 9. Dezember unterzeichnet worden. Es werde darin die Anstellung je eines russischen MajorS und Hauptmanns in jedem koreanischen Bataillon vorgesehen. Im Notsalle solle auch ein russischer Offizier die kaiserliche Leibgarde befehligen. „Standard" meldet aus Tokio vom 14. d. M.: In hiesigen, sonst gutunterrichteten Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß ein großer Zwiespalt zwischen der Antwort Ruß- lands auf die japanischen Vorschläge und den in Petersburg abgegebenen friedlichen Ver- sicherungen bestehe. Es macht sich daher hier eine st a r k e Gegenströmung des Mißbehagens bemerkbar. „Morning Post" glaubt aus sehr zuverlässiger Quelle versichern zu können, daß die Ansicht, Rußlands Ansicht sei zufriedenstellend, auf keiner thatsächlichen Grundlage beruhe, obgleich man keinen Grund habe, ein andres als ein angenehmes Ergebnis der Ver- Handlungen zu erwarten.— Italien. Dir italienische Auswanderung im ersten Halbjahr 1903. Rom, 9. Dezember. sEig. Bor.) Das Bulletin des Ministenums für Landwirtschaft, Industrie und Handel bringt über die Aus- Wanderungsbewegung des ersten Semesters dieses Jahres folgende Einzelheiten zur Kenntnis. Im betrachteten Zeitraum wanderten aus Italien aus 333 327 Personen, gegen 355125 in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Von diesen erklärten 133 701 Personen, dauernd oder auf unbestimmte Zeit auszuwandern(im Vorjahre 148737); 199626 gingen als Saisonarbeiter ins Ausland(206 388 im Vorjahre). Die Saison-Auswanderung rekrutiert sich fast ausschließlich aus den nördlichen Landschaften und ergießt sich über Mitteleuropa, namentlich Schweiz. Frankreich und Deutschland. Es handelt sich mn Arbeitssuchende, meistens Bauarbeiter. Venezien stellte die höchste Zahl— 83 465— dann folgen die Lombardei— 22118, das Piemont und Emilia. Die dauernde Auswanderung wendet sich in überseeische Länder. vor allem nach Südamerika. Es handelt sich vorwiegend um Land- leute, Tagelöbner, Pächter und kleine Besitzer, die die Not von HauS und Hof treibt. Die überwiegende Mehrheit dieser Auswanderer kommt aus den unglücklichen Landschaften SüditalienS, aus Cam- panien(30 812), Abbruzzen und Molisen(27 166), Calabrien(22083), Sicilien und Basilicata.—__ Der Kriegsminister hat an die Kommandanten der Armeecorps ein Rundschreiben gesandt, in dem er Instruktionen über die Be- Handlung der Rekruten giebt. Allen, die mit der Rekrnteninstruktion zu thun haben, wird hierin zur Pflicht gemacht, den Rekruten rücksichtsvoll und zuvorkommend zu begegnen.— ModugnoS OrdcuSauözrichnuug vor der italienischen Kammer. Sonnabend antwortete der Unterstaatssekretär des Aeußern dem Genossen Bossi auf die Interpellation über die Auszeichnung Mo dugnos mit dem roten Adlerorden mit Schwertern. Die italienische Regierung, führte Fusinato ans, hätte Modugno für die Aus- zeichnnng vorgeschlagen, als noch keinerlei Anklage gegen ihn vor- lag. Als dann Modugno am 13, Januar 1903 verhaftet wurde, sei der Orden zurückgesandt worden, Bossi erklärte sich durch die Antwort zuftiedengestellt, drückte aber seine Verwunderung darüber aus. daß alle Schandtbaten ModugnoS in Ehina keine Beachtung gefunden haben und nicht gegen die Empfehlung zur Auszeichnung sprachen. Wir wundern ims, daß die Ordensanszeichnung im September 1903 in:„Reichs- Anzeiger" bekannt gegeben wurde, acht Monate nach der Verhaftung des Gatten mördcrs!— England. Der NoM-FriedenspreiS. London, 13. Dezember.(Eig. Ber.) Der Nobcl-Friedens-> preis von ungefähr 150 000 M. fiel Wir, Randall Cremer» dem Arbciter-Abgcordneten für Shoreditch(London, Ost), zu. Cremer ist ein altes Mitglied der„Internationale" und Gründer der Holzarbeit er- Gewerkschaft. Seit 1865 arbeitete er für die Errichtung internationaler Schiedsgerichte. Er war auch der Organisator der interparlamentarischen Friedenskongresse und hat sich besonders um das Zustandekommen des cnglisch-ftanzösischen Einvernehmens verdient gemacht.— lUickstag. (Schluß aus der 1. Beilage.)' Preußischer Eisenbahnminister Budde: Ich bin dem Vorredner dankbar, daß er mir Gelegenheit giebch eine Legende abzuschaffen und einem Thun und Treiben entgegen» zutreten, das gegen mich von der äußersten Linken insceniert worden ist. Wie war denn die Sache? Der Abg. Dr. Krieger-ZtönigSberg warf mir im Landtage pathetisch vor, ich wahrte den Eisenbahn- Arbeitern das Koalitionsrecht nicht, ich beeinflußte die Wahlen. Ich protestierte dagegen, daß ich irgendwie das Koalitionsrecht der Arbeiter verletzt hätte, ich protestierte dagegen, daß ich über- Haupt einem Arbeiter seine bürgerlichen Rechte verkürzen könnte, daß ich ihnen das Wahlrecht rauben könnte. Als junger Parlamentarier gebrauchte ich den unglücklichen Ausdruck: „Es ist mir gleichgültig, wie sie wählen". Es war ein falscher Zungen- schlag(Stürmische Heiterkeit), wie es einem parlamentarischen Neu- ling passieren kam!. Niemand aber hat doch im Ernst geglaubt, daß ich socialdemokratischc Wahlen empfehlen wollte, und es war eine Gcniriuhcit, von den Mitgliedern dieses Hauses war wohl»nemand beteiligt(Lachen links), solche Lüge in die Welt zu posaunen. Ich war optimistisch genug, zu glauben, daß Lügen kurze Beine haben. Aber mir ist, während ich in der Klinik krank lag, mitgeteilt worden, daß vor de» Werkstätten 75 000 Flug- blättcr mit der Aufschrift:„Wählt socialdcmokratisch! Budde will cS!", auf Grund dieser Fälschung verbreitet worden find. Es war, wie gesagt, ein falscher, unglücklicher Zungeuschlag.(Erneute. stürmische Heiterkeit.) Ich wollte sagen, ich spioniere nicht, wie die Arbeiter wählen, weil ich lvcgen der geheimen Wahl kein Recht dazu habe.(Nach links gewendet:) Was würden Sie sagen, wenn eine andre Partei ein ähnliches Flugblatt herausgegeben hätte oder wenn ich selbst gesagt hätte: Wählt konservativ oder nationalliberal. Man hat sich dann darauf hinausgeredet, cS sei nur ein Scherz gewesen. Wenn Ihnen die Wahlen Scherze sind, dann ist das etwas andres.(Lachen links.) Selbstverständlich werde ich der Socialdemokratie immer entgegentreten bei der Herrschaft, die ich in den mir unterstellten Betrieben auszuüben habe(Ruf links: Herr- schuft!?), weil ich weiß, daß die Socialdemokratie die Staats- Ersenbahnverwaltung untergraben will.(Lachen links.) Meine Herren! Sie rennen nach der Herrschaft über die Massen. Ich kann Ihnen nur viel Glück wünschen, wenn Sic sich zu diesem Reimen auf einen Gaul setzen, der ans allen vier Beinen lahm ist.(Beifall rechts. Lachen links.) Abg. Molkenbuhr(Soc.): Ich möchte dem Minister eins sagen: wenn auf dem Flugblatt gestunden hätte, wählt socialdemokratisch, Budde will cS nicht, wir hätte» nicht weniger Stimmen von Eiscilbahnarbeitern bekommen. Sie können sich doch nicht wunden», daß eine gewisse Erregung der Arbeiter gegen die Verwaltung besteht, weil die Löhne herabgesetzt worden sind. und zwar bloß um für den Fiskus mehr herauszuschlagen, ist diese Herabsetzung mit größter Rücksichtslosigkeit erfolgt.(Sehr richtig! links.) Die königlichen Werkstätten im Saargebiet zablen erheblich niedrigere Löhne, als die rücksichtslosesten Umernehmer in Rheinland und West- falen.(Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Die königlichen Werkstätten und Bergwerke, die Musterbetriebe im Sinne der Arbeiter sein sollten, sind Musterbetriebe im Sinne der rücksichts- losesten Ausbeutung.(Lebhafte Zustimmnng bei den Socialdemokraten.) Keim Praktik des Unternehmertums ist so schlecht, daß sie »licht in den staatlichen Betrieben ausgeübt»vürdc. Sie»»ntersagen den Arbeitern die Ausübung des Koalitionsrcchts. Von den Eisenbahnbehörden sind eine ganze Anzahl Arbeiter nicht ein- gestellt worden, weil sie auf den schwarzen Listen der Unternehmer standen. So werden staatliche Verwaltungen unter den Befehl irgend eines beliebigen Bureanchefs der Unternehmer gestellt.(Leb- hafte Zustünmung bei den Socialdemokraten.) Ein Schlosser sollte nicht beschäftigt werden, weil er socialdeinokratischer Agitator sei. Nachher stellte es sich heraus, daß ein Namensirrtum vorgekommen. Die schlechten Zeiten werden ausgenutzt, um die Löhne herabzusetzen. Wenn dann günstige Zeiten kommen, dürfen die Arbeiter nicht das Koalitionsrecht anwenden, um höhere Löhne zu erzielen. Ihre Mustertoerlstätten sind Musterbetriebe im Sinne StunlinS.(Lebhaste Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Herr Fischer hat beständig von dem Crimmitschauer Streik ge« sprachen. Thatsächlich aber handelt es sich da um eine Aussperrung. ES läßt sich nicht leugnen, daß sich die Behörden dort in den Dienst des Unternehmertums stellen. Unter Gcndarmcnbegleitung werden die Arbeitswilligen vom Bahnhof in die Fabriken geschafft. Das ist docki offenbar ein Handlangerdienst für die Unternehmer.(Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Die sächsischen Behörden machen sich nach der Rede des Geheimrats Fischer schwerer straf- barer Handluirgcn schuldig. Er sprach von 16 Fällen von Vergehen gegen 8 153 und fügte hinzu, cS wären noch viel mehr, wenn die Beteiligten nicht silßf'ällig die Behörden gebeten hätten, von einer Bestrafung Abstand zu nehmen. 8 153 aber betrifft doch nicht ein Antragsvergehen. Die Behörden sind also gar nicht befugt, die Verfolgungen zu unterlassen und wer einen strafbaren vor Strafe bewahrt als Beamter, macht sich eines Verbrechens schuldig, das eventuell mit Zuchthaus besttast wird.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Diese Gesetzesverletzung behaupten Sie nun im Interesse der Ausgesperrten vorzunehmen, welche Gesetzes- Verletzungen Werden da zu Gunsten der Arbeitgeber vorkommen! (Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Charakteristisch war das anonyme Schreiben, die Zumutung an die Behörden, die Leute zu bestrafen, die Geld für die armen Opfer geben. Das zeigt, was man den Behörden zumutet. Es werden ja auch 10 000 M. für die Verstärkung der Gendarmerie in Crimmitschau verlangt. Das ist auch eine Unterstützung der Fabrikanten, denn diese kolossale Menge von Gendarmen kann doch entweder die Bevölkerung zu Unvorsichtigkeiten provocieren oder niederdrückend aus sie»virken. (Lebhafte Zustnnmung bei den Socialdemokraten.) Das Verbot von Geldsammlungen war einmal ausgesprochen im Socialistengesetz, das aber zum Bedauern der Rechten nicht mehr existiert. Ich begreife, wem» die Verwalter des Stmnmschen Nachlasses, die Herren von der fteikonservattven Partei, den Wunsch, den er in jeder seiner Reden aussprach, von Zeit zu Zeit wiederholen. Ich»nuß aber sagen, der Gedanke ist ebenso tot»vie sein Vater. Aber daß Sie(zu den Freikonservativen) große Angst haben, begreife ich: das Volk hat Ihre Grundsätze verilrteilt. Ihre Stimmen haben um mehr als die Hälfte abgenommen und bilden heute nur noch den zehntel, Teil der socialdcmokratischen, und da verlangen Sie, daß über die zehnmal so große Partei ein Ausnahmegesetz verhängt werde. Nur weil der Herr Reichskanzler nicht die Mehrheu dafür bekommt, wird es wohl ein schöner Wahn bleiben. Mit welcher Unkenntnis wird im»ner behauptet, das Socialistengesetz habe etivaS genützt. Wer wem? Unser jetziger Stimmenzuwachs ist ja sehr groß, wenn auch für uns nicht gerade ungewöhnlich, denn in der Periode 1887—1896 stiegen unsre Stimmen pro Jahr um 220 000, in dieser Periode nur um 131 000 pro Jahr. Wenn das Socialistengesetz unsrer Agitatio» Abbruch gethan hätte, wie könnten wir dann trotzdem unter ihm unsrc Stimmenzahl vermehrt haben?— Der Herr Reichskanzler hat in seiner Rede am Donnerstag die Frage gestellt: „Was haben denn die Socialdcmokraten an Positivem geschaffen?" Wenn er so neugierig ist, das zu erfahren, hätte er die Frage an irgend einen Geheimrat vom Rcichsamt des Innern stellen können. Aber er scheint doch in dem Wahne zu leben, als sei noch nie ein socialdemokratischer Antrag angenommen worden. Es ist der Brauch, dag für die Anträge Albrecht und Genossen oder Auer und Genossen nur die Socialdcmokraten stimmen. Aber diese negative Wirkung liegt doch nicht an uns, sondern an denen, die unsre Antrüge ablehnen. Wie würden unsre Gesetze aussehen, wenn alle unsre Anträge angenommen würden, dann würde der Reichskanzler zugeben, daß die positive Thätigteit der Socialdemokratie eine ganz erhebliche war. Auch so sind viele Reichsgesctze auf unsre Anregung geschaffen worden, z. B. wie ersichtlich aus dem Motivenbericht des Gesetzes über die Unterstützung der Familien der Reservisten und Landwehrleute. Aber damals 1886 lvar ja der Reichskanzler im Auslande. Mindestens aber sollte er doch die Vorlagen kennen, die unter feiner Kanzlerschaft an den Reichstag gekommen sind und er teilt uns in den Motiven zur Sccmaulis-Ordnnlig mit, daß dieses Gesetz auf Anregung der Socialdemokratie geschaffen wurde. Wenn der Reichskanzler sich einmal von einem seiner Räte alle Stellen in den Gesetzen rot an- streichen ließe, die auf unsre Anregung und Anträge hineingekomnien sind, ich glaube er tvürde merkwürdig viel rote Stellen in seinen Gesetzen haben. Redner erläutert das eingehend an Beispielen aus dm Unfallversicherungsgesetz und der Seemannsordnung. Da der Reichs- kanzler öffentlich gefragt hat, muß ihm auch öffentlich geantwortet werden. Preußischer Eisenbahnminister Budde: Der Abg. Molkenbuhr hat meine Thätigkeit als preußischer Minister der Eisenbahnen und öffentlichen Arbeiten hinsichtlich der Löhne der Eisenbahnarbeiter und ivegen Beeinträchtigung des «oalitionsrechts derselben angegriffen. Da beide Fragen den preußischen Landtag angehen, so behalte ich mir die Antwort für diesen vor. Ich möchte nun nicht, daß diese Behauptungen wochenlang an die Eisenbahner unwidersprochen hinausgehen, und erkläre deshalb, daß seine Ausführungen durchaus falsch sind. Meinen späteren Aus- führungen im Landtage kann ja der Abg. Molkenbuhr auf der Tribüne zuhören.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Llumenthal: Ich habe den Mitgliedern de? Landesausschusses keinen Vorwurf aus den Diäten gemacht, sondern lediglich darauf hingewiesen, daß dadurch der Besuch parla- mentarischer Sitzungen gesteigert wird. Von Mitgliedern sämtlicher Parteien liegt ein Antrag vor, Teile des Etats, das Etatgesetz und die Finanzreformvorlage der Budget- kommission zu überweisen. Der Antrag wird angenommen. Durch Acclamation werden in die R e i ch s s ch u l d e n k o m m i s s i o n ge- wählt: Die Abgg. Paaschs(natl.), Schmidt- Warburg(Ch, Engelen(E.), Henning(k.s. Müller- Sagau(frf. Vp.), Arendt(Rp.), ebenso in den Beirat der Abteilung für Arbeits- statistik im Reichsamt des Innern die Abgg. Bau ermeister- Bitterfeld(Rp.), Freiherr Hehl zu Herrnsheim(natl.), P a u Ii- Potsdam(!.), T r i in b o r n(C.), Molkenbuhr(Soc.) und Schmidt- Elberfeld(frs. Vp.) Präsident Graf v. Ballestrcm teilt mit, daß noch ein schleuniger Antrag der polnischen Fraktion ans Einstellung eines gegen den Abg. Kulerski schwebenden Strafverfahrens eingegangen ist. Die Verhandlung und Beschlußsasinng ist nur möglich, wenn niemand widerspricht. Da kein Widerspruch erfolgt, wird der Antrag zur Debatte gestellt und ohne Diskussion angenommen. Der Präsident teilt weiter mit, daß eine Interpellation der Abgg. R o g a l l a und v. B i c b e r st e i n(k.) eingegangen ist, welche den Reichskanzler fragt, warum die Kündigung der Tarifverträge noch nicht erfolgt sei. Die Interpellation soll erst nach Neujahr verhandelt tverden. Präsident Graf Ballcstrem schlägt vor, die nächste Sitzung am Dienstag, den 12. Januar 1904 abzuhalten.(Zustimmung.) Auf die Tagesordnung sollen kommen: 1. Wahl des Präsidenten und der Vicevräsidenten. 2. Rechnungssachen. 3. Interpellation des Eentrums wegen der Rechtsfähigkeit der Berufsvcrcinc. 4. Jnter- pellation der Socialdemokraten wegen der Wuruikraukheit. Das HauS ist damit e i n V e r st a n d e n. Präsident Graf Ballestrcm: Ich wünsche allen verehrten Kollegen ein recht glückliches, frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein recht glückliches neues Jahr.(Beifall.) Ich schließe die Sitzung. Schluß 7Vs Uhr._ Gewerkrcbaftlicbee« Crimmitschau. Saxo-SocialeS.— 10000 M. für Gendarmen. Der sächsische Landtag hat den Crimmitschauer Fabrikanten 10 000 M. für Gendarmen bewilligt! Derselbe Minister M e tz s ch, der die ausgesperrten Weber auf den Instanzenweg verwies, legte beim Landtag ein wenig instanzenmäßiges lvarmes Wort für die Fabrikanten ein. Er giebt zu, daß die Arbeiter zu Beginn sich eines ruhigen und gemessenen Verhaltens befleißigt hätten.— D a S ist heute noch der Fall, Herr Minister! Lediglich das Verhalten der Behörden hat sich geändert! Es ist nicht wahr, daß die„Arbeitswilligen" in Crimmit- schau, wie der Minister sagte,„in brutalster Weise terrorisiert wurden". In Crimmitschau sind lediglich die Ausgesperrten die brutal Terrorisierten!— Herr v. M e tz s ch ist nicht im stände, einen Fall anzuführen, wo etwa ein„Arbeitswilliger" geschlagen worden wäre;— tvir haben ohne Widerspruch Fälle nach- gewiesen, in denen Fabrikanten„Ausgesperrte" miß- handelten I Her, sächsischer Landtag! Her mit den 10 000 Mark für die brutal terrorisierten Ausgesperrten I Was soll den aller Rechte Be- raubten der Hohn, man habe die 10 000 Mark nicht zur Unterstützung der Arbeitswilligen, sondern zur Abwehr eines Unrechts gegen sie erhoben? Man nenne den Fall, wo den Arbeitswilligen seitens der Ausgesperrten Unrecht geschah I Was haben die Gerichte in Crimmitschau festgestellt? Noch nicht einen Fall der Mißhandlung! Am 10. Dezember fanden abermals eine Anzahl von Verhand- lungen gegen Ausgesperrte statt. Ein Angeklagter wurde beschuldigt, in der Versammlung eines NaturheilvereinS die Anwesenden leise auf die Anwesenheit eines Streikbrechers aufmerksam gemacht zu haben. Die an dem Tische des Streikbrechers Sitzenden standen dar- auf auf und nahmen anderwärts Platz. Der Angeklagte mußte freigesprochen werden, aber nicht deswegen, weil es sein gutes Recht sei, auf die Anwesenheit Mißliebiger aufmerksam zu machen, sondern weil der ganze Verdacht gegen ihn sich darauf aufbaute, daß ein Zeuge sah, wie er die Lippen bewegte! Ein andrer Arbeiter kam weniger glücklich davon. Er wurde zu einer Woche Gefängnis verurteilt! Warum? Er war in die Wohnung eines ihm bekannten Arbeitswilligen gegangen, um diesen zum Mitstreiken zu bewegen. Hierbei soll er die Aeußerung gebraucht haben:„Jetzt habt Ihr gut auf Arbeits gehen, Ihr werdet durch die Gendarmen beschützt. Wenn diese fort sind, wird es Euch schlecht ergehen." Märtig bestreitet, die Aeußerung in diesem Sinne geihan zu haben. Das Gegenteil sei der Fall, sie seien sehr gut auseinander gegangen. Der Zeuge Mittag bekundet folgendes: Märtig kam eines Abends in unsre Wohnung. Wir kennen uns beiderseitig sehr gut, da wir aus einem Orie sind. Die Anzeige ist auch nicht von uns erfolgt. Zum Frühstück haben tvir es dem Mit- arbeiter Weigel gesagt, welcher eS Herrn Fürst mitteilte, dieser hat dann Anzeige erstattet. Arbeitswilliger Petzhold bekundet ebenfalls das beiderseitige gute Einvernehmen. Er könne es nur als eine allgemeine Drohung auffassen. Daß der Angeklagte selbst sich an ihm vergreifen werde, glaube er nicht. Der Amtsanwalt glaubt aus diesen Zeugenaussagen herauslesen zu dürfen, welche Furcht die Arbeitswilligen vor den Streikenden hätten. Er fordere, daß in diesem Fall eine hohe Gefängnisstrafe ausgeworfen werde. Rechtsanwalt Dr. Hübner- Leipzig erwidert, daß die geäußerten Worte als allgemeine Redens- arten aufzufaffen wären. Der Arbeitgeber fordere die Arbeiter auch zur Rückkehr zur Arbeitsstätte auf, dasselbe ist es, wenn die Ausständigen ihre Kollegen zur Anteilnahme am Ausstande zu veranlassen trachten. Nichtsdestoweniger wurde der Angeklagte zu einer Woche Gefängnis und zur Tragung der Kosten ver- urteilt. Eine weitere Anklage betraf den Textilarbeiter Emanuel Scheibe. Derselbe soll dem Arbeitswilligen Petzhold zu- gerufen haben:„Das wird Dir nicht gut gehen." Er will jedoch zu diesem gesagt haben: es sei nicht gut, daß Weigel arbeite. Zeuge Petzhold giebt an, daß er, nachdem der Auf- ruf der Fabrikanten erschienen war, wieder von Äirchberg nach hier gekommen sei. In der Zwickauerstraße habe Sch. ihn getroffen und dabei ihm diese Worte zugerufen, die er nicht ernstlich genommen habe. Er habe keine Anzeige erstattet, sondern die Firma Fürst habe es gethan. Vom Verteidiger Rechtsanwalt Hübncr wird darauf hingewiesen, daß der Angeklagte diese Worte nicht im bösen Sinne gesagt habe. Er habe nur gesagt, es sei nicht gut, daß er dieses thue. Dasselbe geschehe auch bei den Studiereuden, wenn einer derselben eine überbrachte Forderung nicht annähme. Auch dieser Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen'§ 153 der Gewerbe- Ordnung für schuldig befunden und zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Wegen Uebertretung der Siraßenpolizei-Ordnung hatte sich der Weber Emil Friische zu verantworten. Der als Zeuge geladene Gendarm bezeugte, daß er den Angeklagten zweimal verwiesen habe. Wegen Uebertretung der Straßenpolizei-Ordnung erhielt Fritsche einen Tag Haft, um damit abschreckend zu wirken. Ein weiterer Angeklagter ist der Weber Max Pusch aus Neu- kirchen. Derselbe sollte zu der Arbeitswilligen Unterdörfel geäußert haben:„Wenn Du auf den Tanzsaal kommst, wirst Du nicht estimiert." Die ganze Familie Unterdörfel war als Zeuge geladen, welche bekundete. daß der Angeklagte dieseWorte nicht zurZeugin gesagt, sondern diese all- gemein gebraucht habe gegenüber den Arbeitswilligen. Die Zeugin U. erklärte: Ich fühle mich nicht belästigt und will den Angeklagten nicht bestrast wissen. Ich habe auch keine Anzeige erstattet, sondern die Finna Fürst. Der Amtsanwalt erklärte, die Verhandlung habe dasselbe Bild ergeben, wie die vorigen. Die Zeugen stehen unter dem Druck und dem Terrorismus der Streikenden. Der Angeklagte Ivurde jedoch freigesprochen. Durch die Zeugenaussage sei das Gericht nicht zu der Ueberzeugung gelangt, daß dem Angeklagten eine Schuld beizumessen ist. Die Be- weiSaufnahme in den Verhandlungen habe ergeben, daß drei Anklagen durch die Firma Fürst veranlaßt worden sind. Sodann erhielt noch Therese Kießling einen Tag Haft wegen Uebertretung der Straßenpolizeiverordnung. Die Zeugen- aussage des Gendarmen lautete dahin, daß die Angeklagte trotz wiederholter Aufforderung ihren Standort nicht verlassen habe. Ergo erfolgte die Verurteilung. Das sind die„Terrorismus"- Fälle, welche die Textilbarone in Crimmitschau mit dieler Mühe vor das Gericht zu schleppen wissen! Das ist daö Material, das einem Manne i» der verantivortlichen Stellung eines sächsischen Ministers genügt, die Ausgesperrten des brutalsten Tcrrorismus zu beschuldigen! Wie kennzeichnen Sie dann an der Hand dieses Maßstabes das Borgehen der Crimmitschauer Unternehmer, Herr v. Metzsch? Uns fehlen die Worte, deren Verhalten bei einer Gegenüber- stellung mit den Arbeitern genügend zu kennzeichnen! Die Ausgesperrten auf dem Jnstauzenweg'. Die Ausgesperrten sind nun dem famosen Rate des Ministers v. Metzsch und seiner Geheimräte gefolgt; sie haben den I n st a n z e n Iv e g betreten. Beim ersten Schritt sind sie denn auch sofort gestrauchelt. Ihre Beschwerde bei der Kreishauptmann- schaft gegen den von der Anitshauptmannschaft und dem Stadtrat verhängten Belagerungszustand ist zurückgewiesen. Zehntausend Mark für Gendarmen— die Recht- losigkeit bestätigt! Ht Die Quittung der deutschen Arbeiterschaft! 100 000 M. haben jetzt die Leipziger Arbeiter aufgebracht! Wer schlägt den Rekord? Arbeiter Deutschlands! Auf die 10000 Mark, die der sächsische Landtag aus andrer Leute Mittel bewilligte, müßt Ihr mit einer Million aus Eurer Tasche antworten! Berlin und Qmgegend. Achtung! Von gewisser Seite'wird bei der gegenwärtigen Sammlung für die Crimmitschauer Weber geflissentlich das Gerücht verbreitet, die Berliner Gewerkschaftskommiffion reklamiere von den eingegangenen und eingehenden Geldern 5 Proz. für sich. Wir können diese Behauptung nur als das, tvas sie ist, als eine elende Verleumdung bezeichnen. Die Gelder kommen nur den Crimmitschauern zu gute. Wir bitten alle Geber, sich durch der- artige Gerüchte nicht irre machen zu lassen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Stukkateure! Recht eigentümliche Verhältnisse haben zu der Sperre über den Neubau Wullenweberstraße und Ehcke von Repkowplatz-Ecke ge- führt. Der Bauherr und Fabrikbesitzer C. Kortüm, Zehdenicker- straße 21. hat zunächst versucht, durch Bezahlung nach ortsüblichen Verhältnissen die schwersten und Fachkenntnisse voraussetzenden Arbeiten durch Stukkateure herzustellen. Er ließ sich dann Trocken- stücke von auswärts senden und veranlaßte den hiesigen Vertreter der betreffenden Fabrik, probeweise einige Zimmer anzusetzen. Nach Augenscheinnahme kam er zu der Ansicht, daß diese Arbeit eventuell auch von Schlossern hergestellt werden kann. Nun durften die Fach- arbeiter des Firmenvertreters nicht weiter arbeiten, sondern eS wurden zunächst zwei Schlosser mit zwei Handlangern beauftragt, gegen bedeutend niedrigeren Lohn dieselben Arbeiten zu machen, welche sonst von besser bezahlten Stukkateuren ausgeführt wurden. Die Organisation glaubte zunächst, daß eS sich um einen ein- zelnen Ausnahmefall handle, und es lourdcn deswegen zuerst keine weiteren Schritte unternommen, bis sich jetzt in aller Deutlichkeit herausstellt, daß hier eine systematische Lohndrückerei vorliegt. Um dem vorzubeugen, haben die Stukkateure im Einverständnis mit der Ortsverwaltung beschlossen, den Bau für Stukkateure so lange zu sperren, bis der Herr zu dem Entschluß kommt, Facharbeit durch Fachleute gegen übliche Bezahlung herzustellen. Es ist inzwischen weiter bekannt geworden, daß dieser Bau nicht der letzte ist,'welcher unter solchen Bedingungen hergestellt werden soll, sondern es ist schon wieder ein ähnlicher Bau geplant. Meide jeder Stukkateur den Bau so lange, bis dort geordnete Verhältuiffe geschaffen sind. Die Lrtsverwaltung Berlin des Censtalverbandes der Sttlk'ateurc. Die Geschirrsattler bereiten gegenwärtig eine Loh«« bewegung vor. Schon wurde in mehreren Branchenversamm« lungen und in ca. 60 Werkstattbesprechungen die Schaffung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen als unumgänglich notwendig und berechtigt anerkaniit. In einer erneuten gutbesuchten Versammlung am Montag beauftragten die Anwesenden ihre Branchenvertretung und Agitationskommission im Verein mit der Ortsverwaltung die den Arbeitgebern zu unterbreitenden Forderungen auf folgender Grundlage zu formulieren: Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden(bis jetzt wird teilweise noch 9'/g und 10 Stunden ge- arbeitet), eine Lohnerhöhnng von 5 Prozent, Erhöhung der Accord-- preise um 10 Prozent und ein Ueberstundenzuschlag von 25 Prozent. Am 11. Januar sott alsdanu meiner weiteren Branchenvcrsammlung endgültig Beschluß darüber gefaßt werden, wann die Forderungen den Arbeitgebern einzureichen sind. Arbeiter und Parteigenossen! Achtet in den Barbiergeschäftcn auf die gelbe, vom 1. Januar 1904 ab auf die rote Kontrollkarte. Diese Karte bietet allein eine genügende Sicherheit dafür, daß bei dem Arbeitgeber annehmbare Zustände herrschen. Denkt an die vielen arbeitslosen Verbandskollegen, welche in vielen Fällen von Nichtorganisierten aus den Stellungen gedrängt werden. Parteigenossen! Zeigt doch endlich mehr Interesse dakür, daß der Barbiergehilfe, ivelcher Euch bedient, auch organisiert ist. Wir müssen leider auf diese Art kämpfen, weil wir bei dem sogenannten Familienverhältnis, in welchem der Barbiergehilfe zum Arbeitgeber steht, nicht anders als durch Euren Druck den Gehilfen an uns heranziehen können. Am Sonnabend, den 19. Dezember 1903, werden wir alle die Geschäfte veröffentlichen, in welchen organisierte Gehilfen arbeiten und die Arbeitgeber unfern Arbeitsnachweis be- nutzen. Wir bitten darauf zu achten. Die Ortsverwaltung. Veutlcbco Kelch. Die Eisenbahner-Sklaverei» so tvird uns aus Darmstadt ge- schrieben, nimmt in Hessen immer schönere Formen an. In einer besonderen Ausgabe des„Mainzer AnstsblatteS" warnt die Eisenbahn» Direktion in nachdrücklichster Weise vor dem Verbände der Eisenbahner Deutschlands. Sie droht mit unnachsichtlicher Entlassung jedem, der dem Verbände beitritt. Bisher fei schon alliM 'Arbeitern gekündigt tvorden, die dem Verbände angehörten oder den „Weckruf" verbreiteten. Es tvird dann weiter darauf hingewiesen, daß neuerdings Versuche gemacht würden, außer in Darmstadt auch in Mainz und Offcnbach, in Alzey, Bingen und Kreuznach Filialen des VerLandes zu gründen. Die maßgebenden Buddistcn in Hessen scheinen so schnell lvie möglich die Eisenbahner zu der Erkenntnis bringen zu luolleu, daß wir in einem Klassenstaat leben und daß thatsächlich nicht dasselbe ist, tveim zwei dasselbe thun. Ein Konflikt im Schncidcrgewerbe droht neuerdings in Mann« hei m. Dort wurde im Frühjahr ein Tarif eingeführt und vor dem Gewerbegcricht von beiden Seiten unterzeichnet. Das geniert jedoch die Mitglieder des Arbeitgeber-Verbandes in keiner Weise. Am Sonnabend haben dieselben ihren Arbeitern einen stark redu» eierten L o h n t a r i f vorgelegt und einfach erklärt, daß sie von jetzt ab nach diesem Tarif bezahlen würden. Sie rechnen offenbar damit, daß sich die Gehilfen in der jetzt beginnenden toten Saison ihr Tarifmachwerl ohne Widerstand aufdrängen lassen würden, dürften sich aber verrechnen/_ Iii v- die streikenden und anögesperrtcn Weder in Crimmitschau gingen bei der Berliner G e w e r k s ch a j t S I o m m i s s i o n solgende Beitrüge ei»: Finna M. Krause 16,50. Klempner I.?. Dreßler 11,—. Wteilung lÄchalttasewau Union E. G., kleine Dreherei 36,15. A. E.-G., Hof I 40,—. Brawosort 1,—. Tischlerei Wilhelm 5,50, Stocksabrik C. Retzlaff S.—. Tischlerei Wagner 2,-. Schulz«. Michlitz 8,50. R. L. 1,—. Arbeiter der Firma Mcchnig 1t,—. Metallarbeiter Dünhölzer u. Schölzel 5,50. Fräserei Espig 8,50. Bautischlcrci Laborenz 10,—. Tischlerei Fntle -24,—. Tischlerei Fischer u. Eenradsen, Wilmersdorf 13,25. Pianosabrit Hofsmann, 3. Rate 8,50. Gaswerk Stralancrplatz 15,06. Anschläger und Schkasser v. Blum 6,50. Bildhauer u. Stukkateure v. Jungermann 5,20. EM Zeile, Spritbank, Herzbcrgltraße 3,—. Stukkateure v. Sander, Bau Münchenerstraße 3,—. Verband deulschcr Buchdrucker 145,40. Städtisch»'Arbeiter 40,—. Metallarbeiter 100,—. Möbelfabrik Klug. 3. Rate 60,75. Tischlerei MekaS 5,—. Nähmaschinenfabrik Gebr. Nothmann 37,50. Bronzewarensabrik Weidncr 8,50. Tischlerei Kabel» werke Oberspree, 3. Rate 27,35. Buchdruckcrci Hennicke, 4. Rate 4,40. Tischlerei ReeS, 2. Rate 11,—. Buchdruckerei Heimann Sohn, l. Rate 5,50. Personal Jndustriestätte Süd- Ost 10,—. Fräserei Rohrbrunn 10,l0. Holzbearbeitungssabrik Feibrig, Pallisadenstrahe, 14,—. Fahrstuhlsabrii Gottschalk u. Michaelis 7,25. Eurach n. Lo., Weidenweg» 8,20. Ges. durch Schtoarzburger 20,60. Steinberg 17,65. Tischlerei Stein- rück. Bergcncrstr., 7.05. Möbelsabr. C. Linhart, 2. Rate 22,35. Hauschild. Stralau, 22,35. Tapezierer v. Brandt 13,50. Biertisch Königsbergerstr. 14 3,—, Gen. d. 4. Abt. Weihcnsec 8,65. Bierprozente, Glasschleifer bei Schulze n. Jost 3,—. Pianosabrik DobrowolSli u. Barisch 15,—. Telegraphenwerkst. C. Lorenz 16,50. Tischler u. Polierer Lecker, Oranlenstr.» 5. Rate 25,50. DeWitt u. Herz, 2. Rate 35,15. Buchdruckerei C. Marschner 15,20. Bantischlcrci Ratsch, 2. Rate 17,80. Tischlerei geldmann, Hagels» brrgerstraße 15,50. Pianosabrik List, Köpmckerstr. 12,39. Maschinenfabrik Lilicnthal 11,65.„Solidarität" 6,—.sMöbelsabrik Wolter, Büschingsw. lO,—. Aus d. Jnselstr., 1. Rate 10,05. Kistenfabrik Pflugras 11,50. Pflanzcroer. Zinnia 12,55 Buchdruckerei Köbke, 4. Rate 10,—. Gäste von Jestrom, Sebastianstr., 5,40. Lederarbeiter bei Samuel u. Co., Rixdors 18,70. Tischler und Klavierarb. von Gebr. Neukirch, 2. Rate 17,85. Bergoldcr der Firma Andrec u. Co. 5,—. Zuschneider, Hausdiener u. 2 Arbeiterinnen von I. Jakobh 17,45. Am Bier- tisch b. Heine'3,25. Tischlerei Bölkel 6,—. Beerbaum, Rauchll. Qualmbrüder, A.-R.-B. 3,50. Bretterträger u. Brettschneider Berlins, Holzarb.-Berb. 300,—. Kistcnsabrik K. Funk, Oranienstrane 12.15. Buchdruckerei P. estankielvicz» 2. Ziate 7,55. Tischlerei Roch, Koppenstraße 10,—. Firma Büggemann, 2. Rate 32,70. Einige Arbeiter S. u. H. d. Brächer 11,35. Lurusmöbrl» sabrik St. Schüler 9,30. Pianinosabrik Jul. Pfaffe 11,85. Luxus» wagenbau I. Neuss 33,80. Möbeltischlerei Bervwsky 8,50. Buch» druckcrei Wilbelma 10,—. Alöbclpolierer der Genossenschaft Ostend 15,60. Tapezierer- Werkstatt Bodenheim 4,—. Buchdrucker«! Winser 12,05. Voir. einigen Arbeitern d. Auer- Gesellschaft 26,80. Steindruckcrci Hennami 1,50. HolzbearbeitungS- Maschinenarbeitcr A. Kossmann 12,20. Fraiscrei Ejpia» Tischlerei Pehl, 2. Rate 14,40. Gießerei Behrend 5,—. Pianosabrik Wiese u. Rcinicke 9,—. Projahn 5,—. Buchdruckerei Th einHardt 5,60. Siemens u. Halske, Saal 33a 38,75, Schuster u. Bär 20,80. D. S. Verein 0. Rochlib 4,—. A. C.- G.. Materiallager K. W. O. 7.45. Gefangv. d. Putzer 30.-.' Liste Nr. 1262 22,-r. Liste Nr. 1263 25,70. Bautischlerei Hanke, Adoisstrasse 8,50. Gesangv. Einigkeit II, Rcinickendors-West 10,20. Parteigen. d. ersten Wahlkreises 300,—. Dritter Berk. Reichstags» Wahlkreis 800,—. Vierter Bert. ReichstagS-WahlkreiS LO. 1500,—. Maler d. Firma Fr. Richter 16,05. Kürschnerwerkst. Pankow 3,60. Mützcnwerkst. Bär 1,40. Btützen-Wcrkstatt Huth 6,—. Kürschner-Wcrkst. Arth. Wolf 13,—. Kürschner» Werkstatt V.'Manheimer 17,15. Kürschner-Wertstatt A. Neumann, Beuth» strassc 4,—. Gen. d. 146/147. Stadtbez. 17,50. Berliner Werkz.-Maschinen» Fabrik L. Schobeck 27,75. Arbeiter von Henschkc, Buchholz u. Co., 2. Rats 15,45. A. Balte, Steinsetzer 7,75. Mäschmen-Fabrii I. Knappe 12,50, Parkettleger der Firma Rosenscld 17,20. Möbeltischlerei Pcchel 3,50. Tischler, Polierer und Maschmen-Arbcitcr von Hyan 24,—. Gesang» verein„Vorwärts". Charlottcnburg 15,—. Tischlerei HanS Schacht 5,75. Möbeltischlerei Weiß. Tilsiterjtraßc, 2. Rate 16,—. Tischlerei Mein» bock, Krautstraße 15,30. Möbelfabrik Körsten, 6. Rate 15,90. Geburtstag bei Gronau 3,60. Bautischlerei Heinz? Frankfurter Allee 5,60. Bau» tifchlerei Bendix Söhne, Elbingerftrasse 18,30. Möbelfabrik Petrie, Waldenserstraßc/ 2. Rate 15,00. Klaviaiursabrit Noat u. Co. 5,05. Klavialursabrik Siering 13,40. Bautischlcrei Laborenz, 2. Rate 12,80. Tischlerei Gerlach 11,—. Schleiferei Bergfeld 14,—. Werkzeugsabrik Zander u. Spitz 8,30. Arbeiter-Rauchcrbund Berlin u. Umg. 300,—. Pianosabrik Hebte, Lichtenberg 27,20. Tischlerei Wcgener, Pallisadcnstr. 27,05. Org. Arb. Siemens- Schuckert, Nonnendamm 50,60. Org. Arb. u. Arbeiterinnen Kabelwerk Nonnendamm 26,—. Bezirksfcst, Arbeiter- Radfahrer 24,10. Cenwalverb. d. Bauarb. Steglitz 100,—. iri" Tanz im Birkenwäldchen 8,—. Tischler u. Polierer Jeher u. Co., 2. Rate 5,50. Gießerei Bär u. Stein 5.30. F. U. Weihnachten 3,—. Metallarbeiter Dünhölter u. Schölzel 5,50. Ge- sangverein„Arm in Arm" 6,—. Mechanische Abteilung Bernh. Köhler 15,—. Kistenfabrik M. Grösse! 6,—. Möbeltischlerei P. Hüiner 4,—. Maurer des Baues Schwesternheim, Groß- Lichterseide 10,05. Personal der Firma Löwy Söhne, Ritterswaße 27,25. Beamte der Gürtlcr-Kassc 5»—. Lackiererei von Pctersohn, Tegel 14,—. T. W., Werkstatt 10,—. Wahwcrcin Groß- Lichterselde 2,50. Tapezier- Werkstatt Krauscnstraße 1t 22,05» Perional Hum, Wallstraße 8,50. Karthaus-Kummerschcr Männerchor 25,—. Neun Arbeiter der Deutschen Stcinindustric-Ilkt.-Ges. 48,20. Klempnerei Dietrich 7,—. Tischlerei Wusterbarth 23,10. Werkstatt Sauer, Elbinger» swassc, 2. Rate 11,—. Lederwarcnsabrik Hadert u. Bunke, 2. Rate 12,85. Arbeiter und Arbeiterinnen Anilinsabrik Treptow 46»SS. Gesangverein«Lied boch' 20,—. Tischlerei Bischof, Laiidsbcrgcrstwge 7,—. 12 ro!e Geadeuec B. Rate 12,75. Schuhfabrik Siibcrstein 9,—. Tischler und Mobeh Polierer d. F. Werner K,20. Sieben pharmacciitische Arbeiter d. Spanner 7,— Tischsabrik E. Pehlkc 7.75. Möbelfabrik Eichtun», Blumenstraße 10,50. Tischlerei Tinhen, Wilhelm 5M. Deutsche Wasien-Munitionssabrik,'Abteilung Ltuppcwau 51,80. Deutsche Wasscn-Mmntioiissabrik, versch. gesammelt 17,20. Aus d. Werkstatt Gebr.'sBolzani 14,—. AuS d. Schuhfabrik 5>allmann Gebr. (Ihausseestrasje 20.—. Kabelwerk Obcr-Schöncwcide, M. W. 14,—. iiabclwerk Obcrsprcc, elbt. D. T., Saal 9—0 20,25. ikabclweri Eberfprtc Anton 21,10. tlabellverk Ober-Schöncwcid«, Drabtsabrik, Saal 12 1.7,00 in 15,15.. Organ. »Mssarbeiter vom„Berk. Lok.-Anz." 75,—, Pers. der Schristgießerci Aßmann 4,50. Emst Wolfs 12,40. Kroße Berliner, Lahnhof 17 18.00. Lncasso-Agenten von Singer u. l!o., Leipzigerstraße 17,80. Korbmacher locrtslatt Schall u. Spanrau 4,—.'Anschläger«. Einsetzer Bau Ehaussce slrafzc 5,10. Wallmanns Verlag, Gr. Lichtcrseldc 10,50. Gesangverein Süd-West, Berlin 10,00. D. Llrb. d. Lederfb. D. Römer u. Schicinann 17,20. Sechs Hutmachcr»önigsNaße 10,—. A. E. Saal 28 23,40. Siemens u. Schuckcrt-Werkc, Wt. Stanzerei 18,80. Cor». Müller 40,— Sechs Arbeiter von Frcisladt, Mühlenftrasje 4,—. Böttcher, Alte Jakobstr. 8 5. Iliihographcn von Qorstmeicr 0.25. Elcktro-Mcchanische Werkstatt>>. BoaS 18,60. Tcppichnähcr N. I. 4,50. S. u. H. Saal Reinhardt u. Schmuser, 4. Rate 44,75. Lottencverein H. d. P. 13,30. Tapezierer der Firma Flatoiv «. Primer 23,—. Arbeiter d. Firma M. Heyne u. Co., Ritlerftraße 8,40. Tischlerei Jarotzkn 22,50. Tischlerei v. Binncr, Kl. Andreas ftraße 7,—. Schleifer und Poliere 5,—. Setzerpersonal der Finna Rosen 19, Echlvimmklnb Lahme Pedale 1,—. Porlescuillcr durch Moritzburg 12,20. Verein Charlotte, Wilmersdors 4,50. Möbcstischlcrci Tctchcrt, Memelerstraßc 7,80. Pianinosabrit RieSncr n. Co. 7,—. Tischlerei Bormann, Admiral slraßc, 2�'Rate 11,25. Vogewaucrsabril von Schuhtnccht. Znh. P. Günter 10,05. Stern, Sccligcr u. Co., 3. Rate 22,35. Schristmnlerci von Poncet, 3. Rate 21,25. Tischlerei Frankel, Naunynstraße. 2. Rate 8.80. Lottcrievercin Friede>». Eintracht, Schöncbcrg 8,15. GcnossenschastS-Tischlcrci Einigkeit 9,10. Kehllcistcnsabrik L. Bry 5,70. Luxusmöbelsabril Lachmann, 2. Rate 13,—. Liste Nr. 1487 20,05.'Arbeiter der Finna Hossmann n. Co. 7,—. Sofatischler von Danrkcl 8,—. Metallarbeiter der Finna EnZbergcr 8,—. Vorstand d. O.-Kt-K. d. Schuhmacher 2,75. Arbeiter d. Pianomcchanil A. Lcxow 30,35. Silberwarenfabrik E. H. 8,25. Tischlerei Haberland, Arausenstr., 14�50. Sl. E. G. Kabelwerk Obcrsprce, Abt. El 1, Saal R, 25,85. Liste 2330 35,—. Borkettleger d. Firma Badmeyer, 2. Rate 14,—. Klempnerwertstatt C. Karney 20,40. Tischlerei o. L. Lüdkc, Brttzcrstr., 2. Rate 22,35. Liste 1235, davon 10,85 Kosscrmachcr Frcbescius 2. Ziate, 20,85. Drechslerei Blumenthal, Schöncbcrg, 10,58. Liste 1570, Richter. 20,95. Werkstatt P. Trettin. Ritter straßc, 4,25. Bohnersaal O. Köhler, 2. Rate 17,45. Metallwaren sabrik Haller u. Co., Dresdenerstr., 2. Rate 19,35. Tischlerei Seeling, Langcstr., 4,50. Deutsche Telephonwcrke vonn. Stock u. Co. 50,—. Arbeiter der Firma Gowcrts u. Co., Boppstraße 5,50. Omamcutenwerte <8. Schmidt, Orantenstraße 21,50. Schlasscrci Wcstsahl u. Reinbold 20,70. Rabitzputzcr Bau Putiibslraßc, Eccariu-Z 4.50. R. Dietrich, Rittcrslraßc, 3. Raie 8,70. Pianosabrik Host u. Co.. Skalitzerstraße 14,85. Tischlerei Ennclulh, 4. Rate 21.15. Pianosabrik Linke u. Co. 9,55. �tucksabrik Beruh. Roa 38,55. Pers. d. Telegraphenban-Anstalt R. Krüger 58,50. Mechanische Werkstellc Pcchter u. Schulze 11,00. Personal d. Buchdmckerei W. Vvrbach, 2. Rate 9,85. Neubau Stt'aßc 4a, O. W. Hausknecht t7,6ö. Neubau Koch- dach- und Monumentcnstraßen- Ecke 8,10. Tischler der Möbelfabrik W. Appclt, 2. Rate. HolzbcarbciwngSsabrik von Kurzla 18,15. Pianosabrik Gudc 4,10. Vcrgoldcr Kastanien-Allcc Roscnscldt 9,—. Maurer u. Arbeiter Bau Fränkcl, Maatzenftr., 25,70. Taubstumme Brüder 2,25. Uebungsstunde d. Gcsangv...Lorbecrlranz", Späth, 8,20. L. C. d. Pechvögel 4.—. Arbeiter d. Finna B. Roih, Strclitzerslr., 10,75 I. C. Psass, Saal 2, 2. Rate 28,05. Tischlerwerlslatt Dewil:«. Martha Rupprecht 6,75. Org. Arb. u. Arbeite- rinnen d. Firrna Finkcnrath 12,25. Bau ffi. Dcrlin, Fricdrichsscldcrstr. Ost, Lrg. Kollegen v. Sl. Ketlncr 12,20. Ges. Neriich 3,—. Maschinenfabrik Kilian, Lichtenberg, 36,50. Bautischlerei O. Müller, Göriitzer User, 3. Rate 12,—, Pianosabrik Hcmborf 17,—. Buchbinderei Freitag 17,50. EtuiSarbcitcr von R. Link 3,70.verk Stralauerplatz 8,—. Siemens u. Halste, Berliner Werk, S. 34, 2. Rate 26,75. Metallarbeiter d. Firma C. Aich u. Sons 21,50. Wächter 3,—. Drahtarbeiter Reh u. Sohn 20,—. Tableau-Saal Mix». Geneft d. Benker, 2. Rate 15,—. Arb. d. Werkzeugsabrik F. Andree»."Co. 15,85. Tischlerei v. Wanderer, Krautstrabe 13,50. Maschincnarbcitcr der Bliutischlere! ii>rüll u. Hedwig 14,75. Chirurgische Instrumenten Elge, Linienstraße 8,70. LedcNoarensabrik E. Schulze, Schmidtstr. 8,20. Tischlerei Elzholz, Petersburger�.., 2. Rate 7,—. Buchdruckcrei I. Harrwitz Nchfg. 8,10. Gesangverein Deutsche Liedertafel 1887 10,—. Möbelsabrik Hülsenbeck u. Kroll, Saal H 20,50. Desgl., Saal HI. 3. Rate 11,30. Wcrkslalt H. Zimmer. «ürünauerflrnbe, 2. Rate 6,80. HolzbcarbcituugSsabrik Blume u. stolzen- l ueg, HagelSbergerstraße 7,80. Tischlerei Hischer u. Conradsen, Wilmersdorf, 2. Ziale 17,—. Schumaim it. Co. 2,—. Personal der Albumsabrik G. Weigert 3l,50. Einige Norddeutsche 10,—. Bautischlerci W. Knestcr, 2. Rate 26,50. Bautischlerci von Schavies, Gnei'cnaustrabe 9,50. Buchbinderei H. Reiß durch Landgraf, 2, Rate 21,70. Gemütliche Turner Summa 7371,56 M. Bereits quittiert 64 221,46 M. Gcfaiulfumme 72 093,02 M. Weitcrc Beiträge werden In unscrm Bureau in der Zeit von 9—1 und 6—8 Uhr entgegengenommen. Gelder, welche mit der Post eingesandt werden, sind an Sl. Körsten, Engel-User 15, zu senden. DerAuSschnsi der Berliner Gewer kschaftSkoMMilsio». Für die(crimmitschauer Weber gstigen beim Rixdorser Ge- werkschastSkartell ferner ein: Rote Geburtstagsfeier der Drechsler von Knesebeck 5,—. Exlraliste von Schneider 8,60. Extrabcitrag der städtischen Arbeiter 20,—. Freie Turner Britz bei Berlin 10,—. Bautischlerci Kaselow 5,—. Sammlung beim Gast- Wirt Lubach durch Dubc 5,75. Holzarbeitcr-Berband, Zahlstelle Rixdors Idarunter Einsetzer Wiese 2,—) 52.—. Aineritaniichc Auktion bei Fritz Hoppe (Theelöstel) 5,—. Tischlerei Gebr. KampowSki durch Laqua 13,05. Musikverei».Einigkeit" 5,—. Fidele(>)eburtStagsseicr durch Kubisch 3,25. Tischlerei Bormann, Zossen crstratzc, 4,15. Eocialdeinokratischcr Untcrossizicr- Ball am 7. Dezember 1903 bei Thiel, Bergstrahe 38,—. Tellereinnahme der MonatSvcrsammlung des Rixdorser Wahl- vercinS 42,30. Rixdorser Wahlverein 100,—. Tischlerei Hegclmann durch Fröse 10,05. Tischlerei Krause. Rosensir. 12, durch Schneider 7,30. Centrale Zimmerer, Zahlstelle Rixdors 50,—. 13. Kommmial-Wahlbezirk durch Gust- mann 2,70. Bau Brehm, Boddinstr. 84, nebst Budiker 8,25. Neubau Rummelsbttrg, Wilhclmstr. 18, durch Zakowitz 8,85. Putzkolonne F. Sieg, Zimmerer 8,—. Thcatcr-Gescllschast„Apollo". Rixdors 7,—. Daimleriche Motorcnsabrik, Mariensclde: Liste Nr. 8.54, Abteilimg 4 und 60 50,85; Nr. 655, Abteilung 5 und 17 49,05; Nr. 056, Abteilung 9 und II 49,50; Nr. 657, Abteilung««nd 12 21,05; Nr. 713, ÄbteiltMg 8 34,15. Tellereinnahme d. Bctricbs-Persainmlung von Daimlers Motorenfabrik 35,00. Sienicns u. Halske, Markgrascnsir., ans Liste»: Nr. 634 17,65. Nr. 640 8,35. Nr. 645 7,30. Nr. 649 9,85. Nr. 846 26,35 v. d. Schraubendrehern, Nr. 588 7,70. Nr. 589 6,65. Nr. 593 5,90. Nr. 600 11,15. Sir. 603 6,—. Nr. 604 8,75. Sir. 012 4,95. Nr. 613 4,90. Nr. 622 2,95. Nr. 623 1,90. Nr. 631 19,45. Nr. 635 1,75. Nr. 643 5,70. Nr. 644 28,15. Nr. 662 12,45. Nr. 670 4,—. Nr. 711 10,45. Nr. 719 7,25 Nr. 608(Lederfabrik Talomons 14,40. Nr. 648(bei Brett- schneidcr». Gräser) 10,75. Str. 651(Möbelfabrik Schoy, Urbanjtr.) 21,65. Den Gebern besten Dank. Weitere Sendungen nimmt entgegen der Obmann?l. H e n d r i f ch k e, Kirchhosstr. 2. Nr. 583 5,35. Nr. 602 0,75. Nr. 611 4,05. Nr. 621 4,30. Sir. 629 5,30. Str. 642 5,55. Nr. 681 12,95. Nr. 695 5.85. Nr. 737 11,15. Nr. 606 1,50. Nr. 619 2,60. Str. 624 10,90. Nr. 636 5,75. Nr. 647 23,75. Str. 671 10,80. Nr. 731 9,10. Sir. 607 4,—. Nr. 620 1,65. Nr. 628 7.—. Nr. 637 12,35. Str. 652 10,05. Nr. 673 5,40. Nr. 733 8.40. Hub Induftrie und Handel Dem Nheinisch-Westfälischeu Kohlensyndikat kommt noch kurz vor seiner definitiven Erneuerung ein Konflikt mit der.GutehoffnungS» Hütte" in die Quere. Nach den Bestimmungen des SyndikatS- vertrages müssen, wenn der Vertrag bis zum 31. Dezember ISIS Gültigkeit erlangen soll, sämtliche Hüttenzechen mit mehr alö 120000 Tonnen Jahresförderung bis Ende des Jahres 1903 ihren Beitritt zum Syndikat erklärt haben. Erfolgt bis dahin der Beitritt nicht, so findet der Vertrag schon am 31. Dezember 1905 sein Ende. Nun hat sich noch kurz vor dem Abschluß die„GutehoffnungS- Hütte" als die einzige aller Hüttenzechen mit der Forderung eingestellt, daß ihr in Anbettacht ihrer neuen Schachtanlagen eine Beteiligungsziffer von 2300000 Tonnen zugebilligt werden müsse, während die Syndikatsleittmg ihr imr eine Beteiligung von 1900 000 Tonnen zugestehen will. Darüber herrscht unter den Machern des Syndikats arge Verstimmung. In einer am 12. ds. abgehaltenen Sitzung soll es zwischen dem Vertreter der „GutehoffnungS-Hütte" und Herrn GeheimratKirdorf, dem Vorsitzenden des Syndikats, zu erregten Auseinandersetzungen gckonnnen sein. Die Verhandlungen haben aber nur das Ergebnis gehabt, daß die von der„Gutehoffnungs-Hütte" mehr verlangten 400 000 Tonnen nicht bewillttgt worden sind. An eine Erneuerung des Syndikats ist ttotzdem kaum zu zweifeln; schließlich wird auch dieser Widerstand überwunden oder ein den Syndikatsverttag in dem betreffenden Punkt ab ändernder Beschluß gefaßt werden. Vorläufig wird noch versucht, durch Appellatton an die„Einsicht" der Leitung der „Gutehoffnungs-Hntte", diese zum Nachgeben zu bestimmen. So schreibt besvielsweise die„Kölnische Zeitung": „Daß es gerade die„Gutehoffnungs-Hütte" ist, die in letzter Stunde diese Gefahr heraufbeschwört, wird angesichts der großen Ivirtschaft lichen Einsicht, welche die Leitung dieses Unternehmens bisher be wiesen hat. allgemeines Befremden hervorrufen. Die ungeheuere Berantlvortung für das Scheitern des für unser ganzes Wirtschafts leben so außerordentlich wichtigen Kohlensyndikats fällt»uninehr mit voller Wucht einzig und allein ans die Schultern der Leitung der„Gutehoffnungs-Hütte", und cS muß sich noch vor Jahresschluß zeigen, ob sie diese Verantwortung wirklich tragen will." Zugleich wird mit dem Boykott gedroht. Nach der„Rheinisch Wests. Ztg." haben nämlich bereits einige Zechenbcsitzer in Aussicht gestellt, daß sie, falls die„Gutehoffnungs-Hittte" ihren Bcittitt nicht erklärt, in Zukunft von ihr kein Material inchr kaufen würden. Diese sortlvährenden Stteitigkeitcn unter den großen Zechen des Syndikats sind recht interessant. Sie zeigen, wie schwer es selbst unter den der Kartelliernng äußerst gllnstigeii Verhältnissen der Kohlenindusttie ist, die widerstrebenden Interessenten zusammen zilhaltcn, und zugleich, welcher Qualität die sogenannte pattiottschc Rücksichtnahme der Zcchenbcsitzcr ans das Gedeihen der deutschen Kohlenindusttie ist. Erwähnt sei nocki. daß der größte Teil der Aktien der„Gutehoffnungs-Hütte" sdaS Grundkapital bettägt 18 Millionen Mark, wird aber jetzt auf 24 Millionen erhöht; die Dividende stellte sich in den letzten Jahren auf 20 Proz.) in den Händen der reichen Familien Haniel und Lneg ist. Der Leiter deS Unternehmens, Geh Kommerzienrat Karl Lneg, ist kürzlich als Ersatzmann für den Frei Herrn v. Stumm in das preußische Herrenhaus berufen worden. Siemens u. Halske, Aktiengesellschaft, Berlin. Nach dein soeben erschienenen Bericht über das letzte Geschäftsjahr stellt ich das JahrcSerträgnis auf 7 018 090 M.(im Vorjahre 0 338 038>. )azu kommt der Gewinnvortrag aus dem Vorjahre mit 1 130 270 M. it. V. 1 398 136), zusammen 8 154 900 M. Stach Abzug der Handlung Unkosten, Obligationsziuscn und Abschreibungen im Betrage von 721028 M. verbleibt ein Reingewinn von 4 433 931 M.(iin Vorjahre 3 783 646 M), von dem 1 134 048 M. auf neue Rechnung vor getragen werden. Ilcbcr die geschäftlichen Aussichten der Siemens-Tchuckert-Werle deren vereinigte Thätigkett bereits am 1. April d. I. begonnen hat, werden folgende Angaben gemacht: „Zu den unerledigten Aufträgen, welche wir am 1. April d. I zur Erledigung übernahmen, sind erhebliche Neubestellungen in den vier Monaten des ersten Geschäftsjahres hinzugetreten, deren Wert um inehr als ein Drittel höher ist als die Summe der Austräge welche unsre beiden Gesellschafter in der gleichen Periode des Vor wahres aufgenommen haben. Die Beschäftigung in unsren Werken in Charlottenburg und Nürnberg war eine gute. Es wurden den Werken in der Berichtszeit(vier Monate) Maschinen, Motoren und Transformatoren mit 115 300 Kilowatt Leistung in Auftrag gegeben Auch aus den übrigen FabrikationSgebictcn entwickelte sich eine gc teigerte Thätigleit. Von besonderem Erfolge begleitet war die Neu-Einfühnlng von Hauptschachtfördermaschinen bis zu den größten Dimensionen nach dem System Jlgner-Sicmcns-Schuckcrt und von Antrieben für Walzcnstraßeil sowie der Verkauf von Liliputbogenlampe», die berufen ind, Glühlainpen größerer Leuchtkraft zu ersetzen. _ Bei Gründung unsrer Gesellschaft übernähmen wir von unsren Gesellschaftern die Fertigstellung resp. Fortführung von Lieferungen und Arbeiten für 24Centralstationen, einschließlich derjenigen iir Bahnzwecke, mit einer Leistung von 46 000 Pfcrdelräften. Während der Berichtszcit erhielten wir Aufträge auf den Bon von 17 neuen Centralen soioie ans Eriveitcrniigcn der maschinellen Anlagen von 17 bereits bestehenden Ecnttalcn in einer Gesamt lcistung von 31 000 Pferdekräftcn. In den ersten vier Monaten deS laufenden Geschäftsjahres wurden uns weitere Aufträge von 2L neuen Centralen bezichiiiigswcise Erweiterungen übersckiricben mit einer Leistung von 80 500 Pferdettäften. Von Wichtigkeit ist die neuere Entwicklung der Antriebsmaschinen für große elektrische Anlagen, der Gasmaschine und der Dampfturbine. Di« Konzentration in der Kohleuiudustric nimmt ihren Fortgang. Wie der„Westfälische Merkur" erfährt, bietet die„Gelsenkirchencr Bergwerks-Alttengescllschaft" der„Gewerkschaft Vereinigte Hamburg und Francisca" zu Witten für das Gesamtvermögen den Betrag von nominell 3 600 000 M. Aktien ihrer Gesellschaft und außerdem eine Million Mark in bar. Demjenigen Gewerken, welcher diese Zu- teilniig von Aktien nicht wünscht, wird für je nominell 3600 Marl Aktien der„Gelsenkirchencr BergwerkS-Akticngesellschaft" der Bettag von 7000 M. in bar zur Verfügung gestellt. Eine außerordentliche Gewerkeitversammluiig wird auf den 30. Dezember einbenifen, um über diese Angebote zu beschließen. DaS Fciublech-Syndikat beschloß, der„Köln. VolkSztg." zufolge, die Perhandluitgqi wegen deS Fortbestehens des Syndikats im Hin blick auf die schwebende Frage des Stahlwerks- Verbandes zu ver- tagen. Die Preise bleiben mit Rücksicht aus die außenstehenden Werke unbestimmt. Tie Konzentration der Bankintereffen in den Vereinigten iaaten von Amerika. Wie im deutschen, so vollzieht sich auch im amerikanischen Bankwesen ein schneller Konzentratioiisprozeß, wen» itiirfi hii» SfarTflllfÄrrfrftrMinmrtiMT hicTfrtrfi hmn»tfti*nthor rtfitnptHKMT auch die Vcrlaufserscheinungcn vielfach voneinander abweichen. Nach einem in dem Augustheft der„Atlantic Monthly" er- schiene»«» Aufsatz des Professors Charles I. Bullock gicbt es in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht wie in andren Ländern, große Banken mit zahlreichen Filialen, sondern eine erhebliche Menge kleiner Banken. Dieses System der Decentralffation, ivclches durch die Gesetzgebung des Landes bedingt wird, hat sich nach der Ansicht des erwähnten Schriftstellers bisher als für die amerikanischen Ver- hältuiffe im allgemeinen geeignet bewährt. Im Jahre 1902 existierten 14 913 derartige Baukinstilute in den Vereinigten Staaten. Darunter Ivarcn 4601 Nationalbanken, deren Kapital mindestens 23 000 Dollar bettagcn muß, 5397 Staatsbanken, 4183 Privatbanken, die im Durch- schnitt nur über ein Kapital von 10— 13 000 Dollar verfügten und 727 Triijtgcsellschaftcn. Letztere, die sich erst seit 15 bis 20 Jahren mit Bankgeschäften befassen, zählten früher nicht m die Kategorie der Banken. Ein großer Wandel in dem amerikanischen Bankwesen hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre vollzogen. Die Trusts haben die Geschäfte in die großen Ccntrcn verlegt, und dort ist eine bedeutende Anzahl der Reserven der Banken aus kleinen Orten zusammen- geströmt. So haben beispielsweise die 45 Nationalbanken der Stadt New Jork am 13. September 1902 für nicht weniger als 414 Mill. Dollar an Depositen andrer Banken gehabt. Gerade New Vor! hat aus dieser Konzentration besonderen Nutzen gezogen, und die Bankrcscrvcn werden mehr und mehr, Ivic in England und Frankreich, in einer einzigeil Stadt vereinigt. In den letzten fünf Jahren hat sich das Kapital der Ilcw gorker Banken von 232 Millionen aus 451 Millionen Dollar vermehrt. Während vor dem Jahre 1893 dort nur 2 Banken ein Kapital von 500 000 Dollar besaßen, gab es im Jahre 1902 bereits 3 Banken mit 10 Millionen Dollar und eine — die National City Bank— mit 25 Millionen Dollar. Diese Er- höhung der Kapitalien der Banken ist zum großen Teil durch Ver- einigiiiig mehrerer Institute erfolgt. So verfügt die National Bank of Commerce» welche sich kürzlich mit der Western National Bank vereinigt hat, gleichfalls über 25 Millionen Dollar Kapital. Der Prozeß wiederholt sich außerhalb New Aorks in allen größeren Städten. Im Jahre 1901 wurden 27 und im Jahre 1902 sogar 57 Nationalbanken durch andre Banken aufgesogen. Aber nicht mir durch Erhöhung de? Grundkapitals der einzeln« Bauken ist eine größere Ansammlung des Kapitals in einzelnen Händen zuwege gebracht tvvrdcn, sondern auch dadurch, daß einzelne Großfinanziers einen entscheidenden Einfluß auf eine Anzahl von Banken erlangt haben, wie es besonders die Verhältnisse iu New Pork erkennen lassen. Dort bestehen zwei größere und zwei kleinere Einflußsphären. Tie eine der größeren Gruppen steht unter dem Einfluß Rockfcllcrs oder der Staudard Qil Co.. die andre unter dem Einfluß des Hauses I. P. Morgan n. Co. Die erster« Gruppe, an deren Spitze die National City Bank steht und zu der auch die Firma Kühn, Loeb u. Co. gehört, verfügt über 103 Millionen Dollar Bankiapital, 474 Millionen Dollar Depositen und 323 Millionen Dollar Darlehen: die zivcite Gruppe mit der First National Bank an der Spitze über 97 Millionen Dollar Bankkapiral, 472 Millionen Dollar Depositen und 299 Millionen Dollar Darlehen, so daß sie zusammen von dem gesamten sich in New?)ork aus 451 Millionen Dollar belaufenden Bankiapital nicsit weniger als 205 Millionen Dollar, also fast die Hälfte konttollierc». Unbcrücksicbtigt ist hierbei das Kapital, das jenen Gruppen in andren Orten zur Verfügung steht. Neben diesen beiden großen Gruppen giebt es noch außer den unabhängigen Banken die sogenannte Morsc-Gruppe mit 23 Mill. Dollar Bankkapiral und 100 Millionen Dollar Tarlehen, sowie die der Rational Park Bank mit 13 Millionen Dollar Bankiapital und 76 Millionen Dollar Darlehen, die von den Llstors» Vanderbilts und Bclmonts kontrolliert werden. Hub der frauendenegung. An die Frauen und Mädchen Berlins! Auch an Euch ergeht der Ruf, die zum Donnerstag einberufenen Versammlungen der Parteigenossen möglichst zahlreich zu besuchen. Aus dem Munde der säcbsischeu Abgeordneten werdet Ihr ein klares Bild erhalten von der Brutalität des Crimnritschauer Unternehmer- tumS und dein Verhalten der Behörden; aber auch von dem Helden- mutigen Kampfe der Fraueil und Männer. Viele Mütter find unter den braven Kämpfern, die auch in ruhigen Zeiten trotz angestrengtester Arbeit ihren Kindern auf die Bitten:„Ach. zu Weihnachten nur wenigstens ein kleines Lichte l" mit blutendem Herzen antworten mußten: eS reichte ja nicht mal für Brot, geschweige scheiden« Freude. Und die Frauen, die mit ein tvenig inehr Licht und Leben auch für „Es geht nicht"; denn denn für noch so bc- ihren Arbeitsbrüdern ihre Kinder erstrebten, iverdcn im Winter angesichts des Friedensfestes aufs Pflaster gc- worfen. Darum Ihr Proletarierinnen' Ihr habt selbst an Euch und den Euren oft die bitterste Not durchgemacht. Ihr wißt, was darben heißt. Aber auch zu geben versteht Ihr. Zündet nicht nur Euren Kindern den Weihnachtsbaum an, sondern beteiligt Euch an den Sammlungen, damit der Untemehmenibermut scheitere an dem Opfermnte deS Proletariats. Helft den Kindern der ausgesperrten Crimmitschauer Weihnacht«- lichter entzünden, deren die kleinen Herzen nicht vergessen werden. Nein, es werden Flammen der Liebe aus ihnen emporlodern, woraus immer aufs neue das SolidaritätSgefühl des Proletariats erwächst. Darum geht in�die Versammlungen und gebt, so viel in Euren Kräften steht._______ Letzte JVachrichten und Depefcben. Italiens AuSlandSPolitik. Rom. 15. Dezember. Dcputicrtenkammer. In der Debatte, über verschiedene Interpellationen betreffend die auswärtige Politik verlangen Fracassi und D i San Giuliano eine energischere Haltung der Regierung in der Balkanpolitik. antiux betont die Notwendigkeit, an dem Dribunde als Grundlage der italienischen Politik festzuhalten, nnd spricht eine Freude darüber aus, daß die jüngsten Kundgebungen die rühere Frenndschaft zwischen Italien und England befestigt hätten. Di Tan Giuliano verlangt, die Ansichten der Regierung über die östteichisch-russischen Vorschläge hinsichtlich Macedoniens zu erfahren, da diese Reformen unweigerlich mit dem Ansehen nnd dem Fortbestände der Türkei verknüpft seien, an deren uiwer» änderter Erhaltung Italien Interesse habe. Was Tripolis anlange, so braucht man die Folgen des zwischen England und Frankreich über das Hinterland abgeschlossenen Vertrages nicht zu übertreiben. Der Vertrag zwischen Italien und Frankreich müsse als Ausgangspunkt für ein friedliches, das Ansehen des Sultans ehrendes Vorgehen dienen.(Beifall.) Iu Bcantwortuilg der Interpellationen über die auswärtige Politik erklärte der Minister des Aeußeren, T i t t o n i: Italien wolle eine friedliche Politik nnd»verde daher dem Drei» b u n d e treu bleiben, welcher ein gewichttges Unterpfand des Friedens sei und kein Hindernis bilde für die traditionelle Freundschaft mit England und die glücklicherweise erneute Freundschaft mit Frankreich. Der Ministerpräsident betont den begeisterten Empfang, der dem König und der Königin in Paris und London bereitet ivorden sei, und der im Einklang mit dein Empfange tehe, den man dein König von England in Italien bereitet habe und den man dem Präsidenten Loubet bereiten werde. Auf die Anfragen über Tripolis und Albanien erklärt der Minister, daß er den Erklärungen nichts hinzuzufügen habe, die seine Bor- gängcr im Parlament abgegeben haben. Auf die Jliterpellationen über Macedonien er- widert Tittoni. Italien tvürde Anfrechterhaltung des statuu quo auf dem Balkan nnd des Konzerts der Sigtiatarmächte des Berliner Bcrttages zmn Zweck der Einführung von Reformen bethätigen. Wenn die Kammer weiterhin der Rc- giernng Vertrauen entgegenbringe,»verde diese besttebt ein, das BündniS mit Deutschland und Oc streich» Ungarn, ebenso wie die bestehenden freundschaftlichen Be- ziehimgen zu England und Frankreich zu befesttgen, indem re aus diese Erhaltung des Weise ihr vornehmstes Friedens sei._ Ziel verfolge, welches die Bcrkürzung der Arbeitszeit in der englischen BavmwoV-Jndustrir. Manchester, 13. Dezember.(28. T. 83.) Die Baumwollspinner von Südost- Lancashire hielten hier heute nachmittag eine Ver- saminlmtg ab und beschlossen, an jede der zur Baumwoll-Jndusttie gehörenden Vereimgungeii aus dem amerikanischen Festlande folgendes Telegramm zu senden:„Lancashire hat angeregt, die Arbeitszeil in der Banmwoll-Jndtlsttie zu kürzen; sind Sic bereit, gleiches zu thun_ Tortmund, 13. Dezember.(B. H.) Auf Zeche Kaisersttihl stürzten Wei Arbeiter in den Bremsberg, einer wurde lebensgefährlich ver- dem andern wurde die Brust eingedrückt; er war sofort tot. Metz, 15. Dezember.(W. T. B.) Das Kriegsgericht der 33. Division verurteilte heute den Lieutenant Schilling vom Infanterie- Regiment Stt. 93 wegen Mißhandlung Untergebener zu 1'/« Jahren Gefängnis und Dienst- n t l a s s u n g. ES wurden 698 Fälle von Mißhandlung, 57 Fälle von vorschriftswidriger Behandlung Untergebener und ein Fall es AbhaltenS von dienstlicher Meldung als erwiesen angenommen. Der Vertreter der Anklage hatte 1'/, Jahre Gefängnis und Dienstentlassung beantragt. Morgen beginnt die Ver- andlung gegen den Compagniechef und den eldwebel derselben Compagnie in dergleichen Angelegenheit. Berantwortl.Ncdaktcur! Julius KaliSNinBerlin. Inseratenteil v-rantwortl.- Th. Glocke in Berlin. Druck n. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei n. VerlazSanstalt Paul Singer& Co.. BcclinLZV. Hierzu 3 Beilage» n.UutcrhaltungSblatt 9t. 293. 29. Zchgmg. 1. HtÜllßt Keickstag. 8. Sitzung. Dienstag, den 15. Dezember 1003, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratStische: Graf Posado losky, Möller, Frei- Herr v. Richthofen, v. Einem. Zunächst wird das Handclsprovisorium mit England in dritter Lesung beraten. Abg. Liebermann v. Sonnenberg sAntis.): Wir verzichten darauf, heute in eine Nachprüfung einzutreten, ob das Haus vollzählig ist lGroße Heiterkeit links), nachdem das Handelsprovisorium in zwei Lesungen angenommen ist. Auf das Ausland Rücksicht zu nehmen, tvie Herr v. Kardorff neulich meinte, haben wir keine Ursache, und Herr v. Kardorff hat eS selbst nie gethan. Die Ausführungen des Grafen Posadowsky klingen im stenographischen Bericht etwas weniger nervös als hier im Hause. Jedenfalls war es ganz der- fehlt, den Bund der Landwirte als„weltfremd" zu bezeichnen. Inhaltlich haben die Herren Grafen Äanitz und v. Kardorff die Be- Häuptling des Grafen Revcntlow, daß das Vertrauen des Volkes zur Handelspolitik der Regierung unter den Nullpunkt ge- funken fei. nur bestätigt. Soweit ist eS hoffentlich heute noch nicht gekommen. dast die Landwirtschaft als guautits nügliKsadlo betrachtet wird. Wir lehnen das Provisorium ab und wünschen nur, daß wir nicht über zwei Jahre wieder ein neues Provisorium zu beraten haben. Abg. Graf K anitz(k.): DaS Haus hat wohl nicht die Absicht, heute bei diesem Gegen- stand noch in eine lange Debatte einzutreten.n die bestehende Regierung zu stürzen. Aber etwas andres ist es heute. Wenn es wirklich einmal hart auf hart kommen sollte, da wird mancher, der heute socialdemokrattsch wählt, hübsch zu Hause bleiben. Wenn Herr v. Äardorff gesagt hat, wenn einmal eine Revolution käme, dann würden alle wie 1848 den Kopf verlieren— ja es ist leider wahr, 1843 hat mancher den Kopf verloren und auch mancher andre dazu(Heiterkeit), aber die Revolution von 1848 ist nicht von den Arbeitern gemacht worden, sondern von ganz andre» Leuten(Sehr richtig! bei den Social- demokratcn) und wenn lvieder mal eine Revolution kommt, sa. meine Herren, dann werden auch manche den Kopf verlieren, ich hoffe aber nur die, die den Mut haben und die Kühnheit, gegen die Staats- autorität und ihre Macht aufzutteten. (Schluß im Hauptblatt. X Sociales. Eine Scheinkonzession. Das Amtsblatt der lv ü r t t e m b c r g i s ch e n Regierung bringt eilte Verfügung des Ministeriums des Innern, nach lvelcher unter die Beiräte der württembergischen„Centralstclle für Gewerbe und Handel" auch vier Lohnarbeiter aufgenommen tv erden sollen. Die Wahl ist der Versicherungsanstalt Württemberg über- tragen; doch haben nur diejenigen dem Ausschuß angchörigcn Mit- glieder das Wahlrecht, welche in einem gewerblichen B e- triebe beschäftigte Lohnarbeiter sind, wie auch nur solche wählbar sind. Das bedeutet, daß Arbeiter, die in so hohem Maße sich des Vertrauens ihrer Kollege,» erfreuen, daß sie zu besoldeten Vertrauensstellungen ihrer Organisation berufen werden, weder mitwählen dürfen, nock wählbar sind. Die Regierung tvill also womöglich nur solche ArbcitcrvertrÄer in der Cetifralstelle, die unter der Fuchtel eines Scharfmachers stehen und deshalb ein freies Wort nichl wagen dürfen. Ter„Centralstelle" liegt die Vorberattmg von Gesetzentwürfen socialpolitisckcr und gewerberechtlicher Natur ob; sie hat Enquctcu zu veranstalten, Erhebungen zu pflegen, welch« gesetzgeberische Aktionen vorbereiten, das gewerbliche Fortbildung-'- Wesen untersteht ihrer Aufsicht. An all dem hat die Arbeiterschaft ein hohes und berechtigtes Interesse. Trotzdem bestand der Beirat, bisher nur aus von der Regierung ernannten und von den Handels- kanunern geivähltcn Mitgliedern. Die Einführung von Arbeiter» Vertretern bedeutet zwar eine principiclle Anerkennung der Recht« der Arbeiterklasse auf Vertretung, aber die Art der Durchführung ist völlig unzulänglich. Das eigenartige BerufiingSsvstcm fordert die schärfste Kritik heraus. Warum zieht man nicht die GeWerk« s ch aste n zur Wahl der Arveitcrvertreter heran? Im Motiven- bcricht Ivird diesem Einwand damit begegnet, daß den Gewerkschaften der amtliche Charakter fehle, der den Handels- und Gewerbekammern eigen sei; Ärbeitcrkammern aber beständen noch nicht. Aber auch die Zahl der Vertreter, welche-der Arbeiterschaft zugebilligt wird, stempelt die Ministerialverordnung zu einer Scheinkonzession. Wie sollen die vier Arbettcrvcrtrcler der Uebcrzahl von Vertretern des Unternehmertums gegenüber mit Erfolg die Arbeiterintcressen ver« treten?— Ein Bureau für Socialpolitik soll in Berlin errichtet lverden. Zu diesem Zwecke haben die Gesellschaft für sociale Reform, die Ge- sellschaft Sociale Praxis, der Verein für Socialpolilil und das Justitut für Gemeinivohl in Frankfurt a. M. ein Uebe reinkommen getroffen. Nach den vorläufigen Plänen soll dies Bureau unter Leitung des Prof. Franckc cinerseils die Interessen jener Gesell- schaften vertreten, andrerseits Bibliothek, Archiv, Lesezimmer und Beratungszimmcr socialpolitischcn Interessenten zur Verfügung stellen und in Arbeite rimgelegenheiten Auskunft und Rechtshilfe ge- lvähren. Die Mittel sind teils vom Institut für Gemeinivohl und der„Socialen Praxis", teils von Freunden der Sache aufgebracht. Das Bureau untersteht einem Ausschuß, den Freiherr von Berlepsch, Prof. Francke, W. Mcrton-Frankfurt a. M., Prof. Schmoller und Dr. Stein-Frankfurt a. M. bilden. Das„Kindergeld" der Berginvaliden und die Unfallrente. Ist das einem Berginvaliden neben der Unfallrcnte vom Knapst« schaftsverein gezahlte„Kindergeld" eine anrcchnnngsfähige Unter- stiitzung im Sinne des§ 25 des UnfallversickierungL-Gesctzes? Dies« wichtige Frage beschäftigte gestern das Ober-Vcrwaltungsgcricht zu Berlin in zwei Fällen, die den Allgemeinen Knappschaftsverein zu Bochum betrafen. Der Hauer Hawanietz in Altstaden lvar im Betriebe verunglückt und erhielt eine Unfallrente, die am 23. Februar 1S02 aus 75 Proz. herabgesetzt wurde. Der Allgemeine Knappschaftsverein billigte ihm eine Berginvalidenrente zu und zahlte außerdem gemäß seinem Stattit an Kindergeld pro Kind iintcr 14 Jahren nwnatlich 3,20 M. und überließ der Berufsgenossenschaft vertragsmäßig die Anrechnung der Invalidenrente und des Kindergeldes auf die Unfallrente gemäß tcm Unfall-Versichcrungsgesctz. Vom 1. April 1002 ab zahlte aber die Bcrufsgenossenschaft die Unfall« reute von monatlich 00,05 M. bar an den Verletzten und„Jnvalidi- sicrten". Gegen die von dem Knappschaftsverein nun beantragte Ucberweisung von Unfallrcnte in Höhe der Invalidenrente und de» Kindergeldes legte der Invalide Hawanietz Einspruch ein, soweit es sich um daS Kindergeld handelte, indem er geltend machte, das dem Invaliden gezahlte„Kindergeld" sei lein Rentenbetrag im Sinne des 8 25 des U nfallve rsicherungs- Gesetzes von 1000, sondern eine Leistung an die Kinder und darum auf die dem Invaliden selber zustehende Unfallrcnte nicht anrechenbar.— Ter Bezirks-Ausschuß zu Arnsberg erkannte den Einspruch des Berginvaliden und Unfallverletzten als b e- r e ch t i g t an und sprach sich dafür auS, daß das„K indergeld* von der Berufsgenossenschaft dem KnappschastSvcrein nicht zu erstatten und soniit der entsprechende Betrag nicht von der Unfallrcnte zu kürzen sei.— Die Berufung des KuappschastsvercinS gegen dieses Urteil wurde vor dem 3. �enat des Ober. Berwaltungsgcrichtö ver- handelt, zugleich mit der Berufung gegen ein gleiches Urteil des BczirkS-AuSschusses in gleicher Sache eines andren Bergjnvaliden. Tel, Knappschaftsverein vertrat Justizrat S ch!v e r i n g und den uufallverletzten Invaliden der RcchtscnNvait Dr. Karl Liebknecht. Die Vertreter rechtfertigten die gegenteiligen Standpunkte der Parteien in längeren rein juristischen Ausführungen. Das Obcr-Verloaltungsgerickst bestätigte die dem Berginvaliden günstigen Urteile des Bezirksausschusses und führte aus: Im§ 25 des neuen Unfallvcrsicherungs-Gesetzes werde, soweit er hier materiell in Frage komme, nichts anderes gewollt, als im§ 8 des alten Gesetzes. Bezüglich seiner sachlichen Anwendung sei das Gericht d«r Ansicht, daß er(wie der alte ß 8) eine Gleichartigkeit der Ansprüche voraussetze. Eine solche Gleichartigkeit liege aber bezüg- lich der KindererziehungSgelder und der Unfallunterstützung nicht vor. Das folge auS dem Wesen der Sache. Die Unfallrcnte lvcrde lediglich nach der Höhe des Verdienstes berechnet und daZ Unfall- versicherungs- Gesetz kenne sonstige Rücksichten bezüglich der Berech- nmig. etwa auf die Kinder, nicht. Die llngleicharligkeit sei auch aus § 171 dcS Berggesetzes zu folgern, denn dieser halte die Unterstützung des Berginvaliden und die Kindererziehungsgelder auseinander. Deshalb müsse die Vorentscheidung bestätigt werden. eingegangene Druchrcbnften. A. W. Mapdaum. Im Unterseeboot zum Nordpol. Preis 1 M. Selbstverlag, Bertin N. 37, Saarbrückerstr. 6. C. BKarburg. Berlin. F. Wohltmann. Bonn-Poppelsdorf. Der Tropenpslanzcr. 7. Jahrgang. Nr. 12. Dezember 1903. Erscheint monatlich. Preis; jährlich 10 M. cinschiießlich der„Wisienschastlichen und praktischen Beihefte".„Geschäftsstelle: Der Tropenpflanzer', Unter den finden 40, l, Berlin. A. JANDORF& Co. Spittelmarkt 16/17 Belle Alliance-Strasse 1/2 Crosse Frankfurter Strasse 113 Ecke Leipziger Strasse Am BlUcher-Plat* Ecke Andreas'Strasse Wir verabfolgen di6S6 Wochö PliotiigrapMiiiis gratis Rennen Sie unser 7{abatt~Si/stem? No. 346201. Gesetzlich geschützt. pABATT-KARTE Waarenhaus ndotJ&Sl Berlin Belle- Alliancestr. 1-2 Spittelmarkt I S- 1 7 Gr.Frankfurterstr. 113 ANWEISUNG.WirverabfolgenanfWnMch ----dei Baareinkäufen fnr Je .--- �'-4 jjtvti.iciUÄd.uien iur je 25 Pf. des bezahlten Betrages eine Rabatt- Marke. Diese Marke klebe man in die auf der Innenseite der Rabatt-Karte vorgedruckten Felder. Sobald die Felder besetz teind, wirddieRabatt- Kartevon NN' mit -= 1 Mark=- in baar eingelöst. Pen d.Ksbsll-Utraanllisunatn lind tetnlaeflnilitl autgenommen bei einem Gesamteinkauf von Ver bei JäHdOFf kauft spart Geld! Wir bemerken ganz besonders, dass die diesmaligen Photographie- Bons auch für Kinder-Aufnahmen berechtigen. Trotz dieser ausser- Wir haben diesesmal neue Formen gewählt, es bleibt aber dem Inhaber eines Photographie-Bons überlassen, anstatt „Prinzess"— Visit es und anstatt„Grise/cffs"— Cabinef ordentl.Vergünstigung bleibt unser Rabatt- Spar- System in Kraft. zu wählen. Bei Bezahlung bitten wir an der betreffenden Zahlkasse einen Photographie-Bon zu verlangen. Ffefferkucheii, Baumsohmuck, Spielwaren, Schlittschuhe, Chtmmischuhc. Qinsczo§cscfiäfto sind Sis 10 Qifiz(StSands geöffnet Kleine Anzeigen. Jr__Ig ßucAataben zäAlen doppelt. JU Anzeigen in den Annahinestellcn für /Jerlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, inder Naupiexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen* rden (in 'M Ringschiffchen, Bobbin. Schnell- näher. ohne Anzahlung, Woche 1.00, gebrauchte 12,00. Köpinckcrftrohe SO/VI, Prenzlauerstratzc 59/60 und Große Franffurterstraßc 40._ t98* Nestauration, gut gehend, der, tüuftich. Zu erfragen bei Mulle, Groß- Destillalion, Trifislraße-10 b.-fS2 Steppderten billig Fabrik Grüner weg ö.__-11 gl) Äeue Welt, Jahrgang 1898—1902, verkauft Schulz. Maftanien-Allec 57. linker Seilcnflügel 2. Eingang U. fbt Granimopho» und Platten verläuft Siler, Marienburgcrflrahe 30s. Ilttb Weihnachtsbäume 50 Pfennige Brunnenfirane 9.___ 1176 Zwei Mark vierteldutzend Damen- Hemden, Herrenhemden 3,30, Barchend- hcmdcn, Nonnalivafchc, Ausstatwiigcn sowie eleganteste Rciseinustcr fpott- billig. Wäfchefabrik Adolph Salo- monsky, Dirtsenfttatze 21(Alexander- Platz).__ 63/7 Muschel, ofa mit Taschen. Weiland, Britzerstraßc 36._ 3006 Paneelfofa, elegant, sofort billig verkauslid) Frau Hacrtcl, Tieckstraßc 8. '�Kaufgelegenheit k iRetallbettc:,, Blumentische spottbillig. Rappold, Markgrdsenftraße IS. 4116' Betten, zwei gute Stand, billig (auch einzeln), zwei Fenster Plüsch- Übergardinen, mit Stores 25,00, Hoff- mann, Naunynstraßc 52, I. är"" 216 Schankgcfchast, passend für junge Leute. AuZkunst Mlosterstratze 29, Restaurant._ 4056 Schankgeschäft wegen Krankheit der Frau für 1700,00 verkSuslich. Brauerei giebt Hälfte. AuSknnst Görlitzerufer 21, Salomon, 420d ............... altes, sofort umständehalber billig verkäuflich Bocckh- straffe 12.____ 4226 Weihnachtsgeschenke: Abzahlung 50 Pfennige; Wäsche, Kleiderstoffe, Pelzsachcn:c. Kadach, Mariannen- straffe 24.(Postkarte).-)121 Singer-Knopslochmaschine, gut erhalten, zu verkaufen RüderSdorser- straffe 25, parterre. fii Verscbleäenes. Elektrotechnik. Am 4. Januar beginnt ein neuer MendkursuS für Herren aller Branchen. Prospekt kostenfrei. Technikum Elcktra, Neandcr- straffe 4._ 2033K« Strafaufschub, Unsallanträge. Rechtsbureau Chaussecstraffc 75. 'm Änftellting tints Arbkitkchkrktiirs. DaS GctverkschastSkartell In Kiel beabfichtigt, zum 1. April 1904 einen weiteren Beamten als Arbeitcrjekretär anzustellen. 364462* DaS Llnsangsgchalt beträgt 2000 M.. steigend um 100 M. jährlich, bis zum Höchstbetrage von 2500 M. Bewerber, die bcsähigt find, den Posten nach jeder Richtung hin auS- zusüllen, werden gebeten, ihre Offerten mit der Ausschrist„Bewerbung" bis zun, 1. Januar an die unterzeichnete Adreffe einzureichen. Wenn der Antritt schon vor dem 1. April erfolgen kann, wird gebeten, cS in der Eingabe mltzutellen. Sie jlufsiehtskonunission des Äitersebretariats. I. A.: Alex. Lütjen«, Knooperweg 106 park, Kiel Im ArbcitSmarkt durch besonderen Druck hervorgehoben« Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile» Tüchtige Unfallsachen. uS Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich Dh. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: LorwärtS Buchdruckerei und BerlagSanstalt Paul Singer/zV Uhr; während der Besichtigung sind die Ausstellungsräume für das übrige Publikum gesperrt. Für jeden Abend werden nur 100 Zutrittskarten a 20 Pf. ausgegeben, und zwar ausschließlich an Gewerkschaftsmitglieder. Die Zutritts- karten können gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches im G c w c r k- s ch a f t s h a u s e, Cigarrengeschäft von Horsch, in Empfang ge- uommen werden. Theater. DaS Deutsche Theater hat nunmehr „Monna V a n n a" auch in den Nachmittags- Spielplan auf- genommen. Zum ersienmalc erscheint das Stuck am Nachmittag des nächsten Sonntags, den 20. d. M.; wie in der ersten Aufführung wird auch diesmal die Titelrolle von Teresina Getzner, der Guido von Albert Bassermann, Prinzivalli von Otto Sommerstorff dar- gestellt.— Die Komödie„Kollege Cj; a nt p t o n" von Gerhart Hauptmann geht am Donnerstag im Schiller-Theatcr X. «Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) zum erstenmal in Scene. Neben Albert Steinrück in der Titelrolle sind u. a. die Damen Mirjam Horwitz(Gertrud) und Dora Wolffram(Agnes) und die Herren Max Kirschner(Löffler), Reinhold Köstlin(Max Strähler), Otto Rembe(Adolf Strähler), Martin Hartwig(Professor Kirch- eisen). Albert Hübener(Professor Milius) und Oskar Wagner (Janetzki) beschäftigt. Die Regie führt Waldemar Runge.— E e n t r a l- T h e a t e r. In der morgigen Kinder- Vorstellung, Anfang 4 Uhr, läßt die Direktion anläßlich der bevorstehenden Weih- nachtSfeiertage an jedem Kinde ein hochelegantes Geschenk erteilen. Zur Aufführung gelangt„Der gestiefelte Kater" mit den beiden Gästen kl. Annie von BaboS und kl. Haust Hauke.— Die im Residenz-Theater heute. Mittwoch, zu Ehren deS P a g a y- Jubiläums stattfindende ErstauMhrung zweier Novitäten: „OrarngnebUlo", von Anatole France, deutsch von Theodor Wolff, und des vorangehenden Lustspiels:„Die Pariserin", von Henry Becque", deutsch von Albert Langen, beginnt um"Vz Uhr. Der Berliner Zoologische Garten besitzt seit kurzer Zeit ein Paar brasilianische Blaurabcn, so daß diese Gattung nunmehr in drei Arten vertreten ist. Sie sind neben dem mexikanischen und dem Kappenblauraben auf der Singvogelseite deS neuen Vogelhauses untergebracht und bethätigen, wie die meisten krähenartigen Vögel, ein lebhaftes, neugieriges Wesen. Die Blauraben sind sämtlich leb- Haft gefärbte und überaus schmucke Tiere, schwarz, gelb, weiß und blau sind die Farben ihres FederkleideS und die hellgelben Augen, welche aus dem sammetschwarzen Kopfe hervorleuchten, verleihen ihnen einen charakteristischen Gesichtsausdruck. Von schlanker Figur, erinnern sie etwas an unsren Häher, sind aber kleiner und lang- schwänziger. Wie dieser, lieben sie es, ein erfaßtes Körn zwischen den Zehen mit dem Schnabel aufzuhämmern. Ihre Stinime besteht in sehr eigenartigen Pfeistönen, die mit dem Geschrei unsrer Häher und Elstern nichts gemein haben. Im Berliner Aquarium haben einige der kleineren Seewasser- Kecken eine gemischte Besetzung und dadurch doppelte Anziehungskraft erhalten. So sind in dem einen mehrere äußerst zartfarbige, ziemlich handlange Tiere untergebracht, deren Zugehörigkeit man zunächst nicht zu deuten weiß, bis man sie dann als Krebstiere erkennt, deren zweites Äieferfußpaar zu einer mächtigen, dolchscharfen, weit vor- ragenden Raub- und Mordwaffe umgewandelt ist. Diese FangbKm weiß das am Boden lauernde oder im Wasser schwebende Tier mir ungeahnter Schnelligkeit und Sicherheit nach vorbeikommenden Beute- tieren, Fischen oder Krebsen, zu schleudern und letztere sofort zu töten,©inen zweiten Bewohner entdeckt man erst bei genauem Hin- sehen und zwar als einen Fisch, der durch seine Lebensweise dem Heuschreckenkrebs, wie der crsterc Bewohner genannt wird, wohl zu entgehen lveiß. Er vergräbt sich nämlich so tief in Sand und Schlamm, daß nur die Augen über den Boden hervorragen und er in dieser Lage vor etwaigen Feinden gesichert ist. Aber auch er, wegen seiner auf der Stirn stehenden Augen„HimmelSgucker" ge- uannt, ist ein arglistiger Räuber. Klus den Nachbarorten. Die Ichöneberger Stadtverordneten-Versammlung am Montag hatte sich mit den von: Wahlausschuß geprüften November- Wahlen der Stadtverordnete ir zu beschästigen. Gegen die Wahl im 4. Bezirk ist von unsren Parteigenossen Protest erhoben worden; gegen die Wahl im 7. Bezirk, wo Genosse Wollermann den Bürgerlichen zum erstenmal verdrängte, haben dessen Anhänger Einspruch erhoben. Inwieweit die Einsprüche begründet sind, sollen die vom Magistrat vorzunehmenden Erhebungen ergeben. Ueber den Magiftratsantrag betreffend Auflösung der Kran kenhaus- Deputation entwickelte sich eine ausgedehnte Diskussion, die mit dem Beschluß endete, unter Ablehnung der Magistratsvorlage eine besondere Krankenhaus- Bau depntation ein- zusetzen. Sie besteht aus den bisherigen Mitgliedern der Hoch- bau-Deputation, den Stadtverordneten Dr. Hepk, Obst und Porsch, den Bllrgerdeputierten Dr. Henius und Dr. Goldfeldt, sowie dem aus der Versammlung ausscheidenden Stadtv. Waßmannsdorf. Ein Antrag von großer Bedeutung ist der von den Stadt- verordneten Fröhlich und Genossen gestellte: „Die Stadtverordneten-Versammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, gewerbliche Arbeiten und Lieferungen an Stadtverordnete nicht zn vergeben." Nach nahezu zweistündiger Debatte, in welcher namens der Socialdemokraten Stadtverordneter Obst unsre Zustimmung zu dem Antrags bekundete, wurde dieser Antrag mit 24 gegen 20 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde mit 20 gegen 21 Stimmen der folgende Ausschußantrag angenommen:„Die Stadt- verordneten-Versammlung erklärt es nicht für wünschenswert, daß Stadlverorordnete sich an Submissionen ftir die Stadt beteiligen oder sonst gewerbliche Arbeiten und Lieferungen für die Stadt über- nehmen oder solche übertragen erhalten."— Mit diesem Beschlüsse, der weder kalt noch warm zu nennen ist, dürsten prakttsche Erfolge jedenfalls nicht erzielt werden, wenn auch der Oberbürgermeister die Erklärung abgegeben hat, daß seines Wissens bis jetzt sogenannte „Schiebungen" nicht vorgekommen seien. Die Rixdorfer Gesundheitskommission beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage, was die Gemeinde zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs zu thim habe. Den Anlaß hierzu bot eine Verfügung des Regierungspräsidenten und eine Einladung des Vereins für G a st h a u s r e f o r m an die Stadt, dem Verein beizutreten. Das Referat hielt Stadtverordneter Dr. S i l b c r st e i n(Soc.) Unser Parteigenosse empfahl den Bei- tritt zu dem genannten Verein. Unter den Mitteln zur Be- kämpfung des Alkobols sei nicht zu vergessen die Ans- klärung der Bevölkerung durch Flugschriften. Merlblätter. Aushänge, Vorträge. Empfehlenswert seien die Schrift: Müssen wir bei der Arbeit Alkobol genießen? von Dr. Grotjahn und das Merkblatt des Neichs-GesundheitsamteS. Als praktische Maß- nahmen im Sinne der Anregung des Regierungspräsidenten, empfehle er: 1. Die Veranstaltung voii anregenden Vorträgen aus dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft in Aulen und sonstigen Räumen, wo kein Alkohol genossen werde. 2. Die Einrichtung von besonderen Räumen für Arbeiter in den größeren Betrieben zur Einnahme von Getränken. Den Arbeitern der Gasanstalt, die an den Retorten zu arbeiten haben, sei Kaffee auf städtische Kokten zur Verfügung zu halten. Der Schnapsgenuß in den Baukantinen müsse verboten werden. 3. Die Errichtung von Trinkwasserbrunnen. Selterwasser- buden. 4. Die Errichtung von Volksbibliolhekcn und Spielplätzen. (Beschaffung geeigneter Lektüre.) ö. Bekämpfung des Alkohol- Miß- brauchs schon in der Schule durch Belehrung und Warnung der Jugend im Unterricht.— Das Bestreben des Magistrats müsse es 'ein, die Gesetzgebung zu beeinfluiscn.— Nach einer Diskussion, in welcher die Schwierigkeit des Kampfes gegen den Alkoholmißbrauch hervorgehoben wurde, beschloß man. die Beratung demnächst fort- zusetzen, wenn jedem Mitglicde ein Exemplar der Dr. Grotjahnschen Schrift und des Merkblattes des Reichs-Gefundheitsamtes, sowie eine Abschrist der Verfügung des Regierungspräsidenten zugegangen 'ein wird. j In der Fortbildungsschule in Rixdorf Werben demnächst zwei Fach klaffen für Bäcker eingerichtet, eine Unter- und eine Ober- klaffe. So hat die Rixdorfer G c w e r b e d e p u t a t i o n in ihrer letzten Sitzung am 14. Dezember beschlossen. Der Unterricht in diesen Klassen soll jeden Mittwoch von 6 bis 9 Uhr erfolgen. Für die Errichtung dieser Klaffen war die Bäckerinnung lebhaft eingetreten. Es leitete die Herren jou der Innung hanvtsächlich die Angst davor, daß ihren Lehrlingen in den allgemeinen Klassen der Fortbildungsschule von den Lehrlingen aus andren Berufen eine zu große Unlust für das Bäckereigewerbe cingeintpft werden könnte. zum Beispiel durch Spötteleien über die Nachtarbeit usw. Nun. die Absonderung der Bäckerlehrlinge in einer besonderen Fachklasse wird daran nichts ändern, daß sich wegen der traurigen Arbeits- und Logisverhältnisse im Bäckergewerbe immer weniger junge Leute diesem zuwenden werden.— ES wird interessant sein, festzustellen, ob nun nach der Errichtung der Bäckerfachklasse die Innung ihr Versprechen, für zahlreicheren Besuch der Fortbildungsschule Sorge zu tragen, erfüllen wird. Ein famoses Stücklein hat sich die Negierung geleistet. Während die städtischen Körperschaften die Erhöhung des Regierungszuschusses beantragt haben— die Antwort steht noch aus—, fordert die Regierung vom bisherigen Zuschuß noch etwas zurück, weil das letzte Mal die Ausgaben die im Etat veranschlagte Summe nicht erreicht haben. Sic will sich an den„Ersparnissen" beteiligen. Andrerseits drängt aber die Regierung fortwährend auf obligatorische Ein- mhrung des Fortbildungsunterrichts, für die sich auch die Gewerbe- depntation mehrfach einstimmig im Princip auSgesprochm hat, die aber in Rixdorf bei der ewigen Finanzkalamität nur möglich ist, wenn die Regierung tiefer in den Säckel greift und Rixdorf mehr giebt, statt von dem Gegebenen wieder zu nehmen. Der Spandauer Magistrat hat dem Reichstage eine umfangreiche Petition zum Zwecke der Heranziehung des MilitärfiskuS zu den immer unerträglicher werdenden kommunalen Lasten zugehen lassen. Die auf reichhaltiges Zahlenmaterial gestützte Begründung giebt ein recht anschauliches Bild von der höchst unglücklichen Finanzlage. in der sich Spandau infolge der Steuerfreiheit deS Fiskus mit seinen großen Staatswerkstätten befindet. Einigermaßen be- rcmdlich finden jedoch die Staatsarbeiter diese Begründung, in- oweit sie sich auf die Verhältnisse der Arbeiter selbst beziehen, insbesondere legt der folgende Passus beredtes Zeugnis davon ab. wie wenig der Magistrat über volkswirtschaftlich geschulte Kräfte ver- ügt, die ihn davor bewahren könnten, sich in den Augen jedes human denkenden Menschen aufs ärgste zu mitzkrcditicren. Der Passus lautet: „Die hiesigen militärischen Fabriken beherrschen außerdem die gesamte hiesige Industrie, insbesondere was die Höhe(!) der Lohnsätze anbelangt. Schon um deswillen kann sich eine Privat- industri- in der Stadt Spandau schwer entwickeln, obgleich die Lage der Stadt usw." Damit giebt der Magistrat der Stadt indirekt zu erkennen, daß die von den Staatsbetrieben gezahlten Löhne„zu hoch" sind, um eine Privatindustrie aufkommen zu lassen, eine Ansicht, mit der der Magistrat sicher den Beifall des Kriegsministers und des Herrn Pauli-Potsdam erwerben wird, die aber von erschreckend großer Unkenntnis der Dinge zeugt und den Thatsachen ins Gesicht schlägt. Die„Arbeiterausschüsse" der hiesigen Mufterinstitute haben sich ein- mütig entschlossen, gegen diese rznd andre Entgleisungen des Magistrats energisch Front zu machen, so sehr sie im übrigen den eigentlichen Zweck der Petition begrüßen und der letzteren rückhaltlos besten Erfolg wünschen.— Der socialpolitische Vortrag, den der berbürgcrmeistcr AdickeS vor wenigen Monaten den Vertretern der Städte in Dresden gehalten hat. scheint an dem Spandauer Magistrat wirkungslos verpufft zu sein, wenigstens ist seine Ein- ichtslosigkeit in Arbeiterfragen um nichts geringer geworden! Aus Nieder- SchZueweide wird vom 15. Dezember amtlich gemeldet: Bei der Ausfahrt des Güterzuges 8941 aus dem Bahnhof Nieder-Schöneweide entgleisten heute nachmittag auf bisher nicht aufgeklärte Weise zwei Wagen, wodurch der gesamte Eisenbahn- verkehr zwischenBerlin und Nieder-Schöneweide auf etwa 2V- Stunden unterbrochen wurde. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Personen sind nicht verletzt worden. Gerichts-Zeitung. Das Perlencollicr. Ter vor drei Jahren hier ansgcführic Hotel- dicbstahl an einem Perlencollier im angeblichen Werte von 40 000 Mark beschäftigte gestern die vierte Strafkammer hiesigen Land- gcrichtS I. Ende November 1900 logierte im hiesigen Continental- Hotel ein höherer russischer Offizier N i l o f f. der Adjutant de» Großfürsten Alexis sein soll, mit einer Dmne. Letztere besaß ein Perlencollicr. das an der Table d'hote durch seine Schönheit auffiel und den Neid der Damen im Speisesaale erregte. Am 21. November hatte das Paar sein Zimmer ans kurze Zeit verlassen und als es zurückkehrte, zeigte es sich, daß sich inzwischen ein Dieb in das Zinnner geschlichen und von dort eine Uhr, eine Brosche aus bunten Steinen und aus einem Tischkasten das dorthin gelegte Perlencollicr gestohlen worden war. Die Kriminalpolizei nahm die Recherchen sofort mit Eifer auf und Kriminalkommissar Wehn teilte in einem Extra- blatt allen in Frage kommenden Gewervetreibcndcn, Uhrmachern. Juwelieren, Goldarbeitern usw. den Diebstahl mit und forderte zur Aufmerksamkeit auf. Der Verdacht lenkte sich in erster Reihe auf den berüchtigten Hoteldieb ManolcSco und der Diebstahl figurierte seiner Zeit auch unter den diesem internationalen Verbrecher zur Last ge- legten Thaten. Manolesco hat damals gerade diesen Diebstahl energisch bestritten, während er die anderen zugab. Die Sache ruhte dann längere Zeit, bis die Kriminalpolizei einen Wink erhielt, der sie auf eine etwaige Thäterschaft des Kaufmanns v. Jaruntowski hinwies. Dieser ist ein wiederholt vorbestrafter Mensch, der zu gleicher Zeit mit Manolesco Hotcldicbsiähle verübte, v. Jaruntowski ist seiner Zeit wegen anderer Hoteldiebstähle zu 4 Jahren 1 Woche Gefängnis verurteilt worden. Er hat damals alle sonstigen Dieb- stähle zugegeben, aber den Diebstahl im Continental-Hotel eifrigst bestritten. Neuerdings ist man ihm dann nochmals ernstlich wegen dieses Diebstahls auf Grund besonderer neuer Anhaltspunkte auf den Leib gerückt und mm hat er zugestanden, der Thäter zu sein. Stach seiner Darstellung hatte er am 21. November 1900 sich in das Continental-Hotel begeben und bemerkt, wie der russische Offizier mit seiner Dame sein Zimmer verließ, ohne es zu verschließen. Er habe sich in das Zimmer geschlichen und dorr eine schwarze Stahluhr, eine Brosche und das Perlencollier gestohlen. Uhr und Brosche will er weggeworfen haben. Mit dem Perlencollier habe er sich in das Cafe Bauer begeben, in welchem er den jetzt flüchtigen Rennfahrer Fischer t.af. Ihm bot er daS Collier zum Kauf an; Fischer wollte aber nur das mit Brillanten besetzte«schloß für 200 M. kaufen. v. Jaruntowski ging darauf ein,-zerschnitt das Collier und verkaufte daS Schloß. Am 22. November will er im Eafe Bauer den Händler Otto Ertl getroffen und diesem die Perlen zum Kaufe augeboten haben. Dieser kam dann am nächsten Tage mit dem Reisenden Karl v. D o in a r u s zu ihm und beide erklärten sich bereit, die Perlen zu verlaufen. Sie wollen sich zunächst zu einem Pfandleiher, dann zu dem Juwelier Fischer in der Friedrichstratze begeben haben, um die Perlen abschätzen zu lassen. Am Tage daraus gingen sie zu dem Juwelier Paul D u b i n s k i in der Jcrusalemerstraße. Dieser bat sich die Perlen auf einen Tag zur Probe aus; am nächste« Tage kaufte er sie für 025 M., zahlte aber nur 000 M., indem er sich 25 M.„Vermirtelungsgebühr" abzog.— Das Collier soll aus 42 Perlen bestanden haben, Dubinski will aber nur 24 Perlen gelaust haben.— Die Geständnisse des v. Jaruntowski hatten die Anklage gegen diesen wegen Diebstahls, gegen v. D o m a r u S und E r r l wegen Begünstigung und gegen Dubinski wegen Hehlerei zur Folge. Im gestrigen Termin blieb der erste Angeklagte bei seinem Geständnis. Er behauptete, daß v. Domarus und Ertl genau gewußt hätreu, daß das Collier aus einem Diebstahl herrührte. er blieb auch dabei, daß ihm Ertl, obgleich er 025 M. von Dubinski erhalten, doch nur 300 M. erhalten und davon noch jedem von ihnen 50 M. abgegeben habe. Sie hätten ihm auch dringend empfohlen, sofort aus Berlin zu verschwinden und er sei auch thatsächlich in Ge- meinschast seiner Braut, Frl. Falkas, nach Paris abgedampft. Herrn v. DomaruS habe er vom Rennplatz her gckaimt und ihn für einen vollendeten Gentleman gehalten. Er habe Verkehr mit Offizieren gehabt, sei ständiger Gast im Englischen Büffet gewesen, habe den Spitznamen„Kellner-Baron" geführt, eine wertvolle Uhr getragen und in der Krawatte eine Krone mit Brillanten und Saphieren prangen lassen.— Dem gegenüber behaupteten die Angeklagten v. Domarus und Ertl. daß sie in keiner Weise zu irgend einer Strafthat Bei- Hilfe geleistet, sondern ganz offen und ohne alle Verdunkelungsversuche die Perlen bei Dubinski verkauft haben, nachdem sie auf Erkmtdigungen bei verschiedenen Juwelieren erfahren, daß sie keinen großen Wert haben. Sie bestritten auch entschieden, den v. Jaruntowski bezüglich des Kaufpreises noch betragen haben.— Der Angeklagte Dubinski wies den Verdacht einer Unreellität weit von sich. Er will den v. Domarus, der öfter mit Offizieren bei ihm vorgefahren sei und Einkäufe gemacht habe, für einen durchaus reellen Mann ge- halten und für die Perlen den angemessenen Preis bezahlt haben. Das Gutackteu des Obermeisters Fischer siel günstig für ihn ans.— Die Verteidiger Rechtsanwalt Dr. R o s e n st o ck, G l a tz e l und Dr. Werthauer hielten zunächst in keiner Weise für festgestellt. daß die Perlen einen Wert von 40 090 M. gehabt haben, behaupteten vielmehr, daß der Wert 1000 RS. nicht übersteigen dürfte. Die Ver- teidiger behaupteten weiter, daß man dem v. Jaruntowski kein Wort glauben könne und auf seine Besazuldigung die Angeklagten v. Domarus und Ertl unmöglich verurteilt werden können. Auf alle Fälle sei der gegen den Angeklagten Dubinski erhobene Verdacht der Hehlerei völlig in der Luft schwebend. Dieser habe unmöglich darauf kommen können, daß die von ihm gekauften und nicht wert- vollen Perlen mit dem Collier im angeblichen Werte von 40 000 M. in Verbindung standen.— Der Staatsanwalt M u s i o l beantragte gegen v. Jaruntowski zusätzlich ein Jahr, gegen v. Domarus. den er für den gefährlichsten der Angeklagten halte. zwei Jahre, gegen Ertl ein Jahr Gefängnis, gegen Dubinski aber die Freisprechung. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten Dubinski frei, verurteilte dagegen den Angeklagten v. Jaruntowski zusätzlich zu neun Monaten, v. Domarus zu ein Jahr Ge- fängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft, den Angeklagten Ertl zu sechs Monaten Gefängnis. Letzterer soll gegen 2000 M. Kaution aus der Haft entlassen werden. Schülennißhandlung. Wegen Ueberschreitung deS ZüchtigungS- rcchtes bezw. wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amte hatte sich gestern der Gemeindeschul-Lehrcr Wilhelm Schräder aus Lichten- berg vor der dritten Strafkammer am Landgericht zu verantworten. Der Angeklagte, der in der IllO. Klasse der Lichtenberger Gemeindeschule Unterncht erteilte, war beschuldigt, am 4. März d. I. den Schüler Richard Bertow körperlich mißhandelt zu haben. Der Knabe gehörte zu den unfleißigen und zurückgebliebenen Schülern der Klasse. An dem kritischen Tage sollte er das Adverbum„von" schreiben. Er schrieb das Wörtchen erst mit einem großen F und dann mit einem kleinen f. Deshalb Hai ihn der Lehrer gezüchtigt und zwar soll er den Knaben mit dem Rohrstocke über Kopf, Hals, Rücken und Schenkel geschlagen und außerdem einen Fußtritt ver- setzt haben. Daß er über Kopf und Hals geschlagen worden sei, verneinte der Mißhandelte ebenso wie seine Mitschüler. Der An- geklagte bestritt aber auch den Fußtritt, der aber als erwiesen er« achtet wurde. Das Urteil lautete dieserhalb auf 20 M. G e l d st r a f e. Die Liste der„Schlenderer" im deutschen Buchhandel. Der Börsenverein deutscher Buchhändler hatte in die von ihm periodisch Heransgegebene Liste der Schleuderer auch die Artistische Union E. K. Müller u. Co. in Berlin aufgenommen. Nachdem diese Firma aus der Liste weggelassen worden war, haben ihre Inhaber Klage gegen den Börsenverein angestrengt mit dem Antrage, ihm bei einer Strafe von 3000 M. zu untersagen, die genannte Firma fernerhin in der Liste der Schleuderer aufzuführen. Das Landgericht Leipzig und daS Obcrlandesgericht Dresden wiesen die Klage ab. Auf die Revision der Klägerin hob jedoch gestern der 0. Civilsenat des Reichsgerichts daS Urteil des Oberlandesgerichts Dresden teilweise auf und verwies die Sache in dem entsprechenden Umfange an das Oberlandesgericht zurück. Vermischtes. Ein entsetzliches Fitmilicndrama Hat sich in Meißen abgespielt. Dort vergiftete der bei der Jutespinnerei angestellte Fabrikwächter Bienert seine ganze Familie, Frau und sechs Kinder, mit Karbol und trank selbst von dem Gift. Als man die Unglücklichen in ihrer Wohnung auffand, gab nur Bienert noch Lebenszeichen von sich; seine Angehörigen waren sämtlich tot. Krankheit der Frau dürste den Mann zu der verzweifelten That getrieben haben. Arbciter-Risiko. Hamburg, IS. Dezember. Beim Bau eines Sieles in Kuhwarder ist heute nachmittag die offene Aus- schachtung eingestürzt. Zwei Mann wurden von den Erdmassen begraben und später tot hervorgezogen.— Auf der Eisensteingrube Juliuszeche bei Lerbach lvurden gestern nachmittag zwei Bergleute durch niedergehendes Gestein verschüttet und getötet. Die deutsche Niederlassung in Hankau wurde, wie aus China in London angelangte Meldungen besagen, von einem Mißgeschick be- troffen. Es stürzte nämlich von der deutschen Ansiedelung eine Strecke von ISO Aards(circa 137 Meter) in den Dantse; ein Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen.— Hankau, eine Stadt von etwa einer Million Einwohnern, ist einer der bedeutendsten Handelsplätze Chinas und gleich wichtig für den Verkehr mit dem Innern des Landes und den Expott nach dem Auslande. Ein salomonisches Nttcil. Vor dem County-Gericht in South- war! fällte ein Richter dieser Tage unier dem heiteren Beifall der Zuhörer ein salomonisches Urteil. Ein Theegeschäft hatte gegen em Kleide rgeschäft auf Zahlung von fünfhundert Viertelpfundpaketcn Thee geklagt. Das Kleidergeschäfr pflegte diesen Thee den Kunden als Geschenk mitzugeben, schickte aber in diesem Fall die beorderte Sendung zurück mit der Behauptung, die Ernte von 1903 sei offenbar bedeutend schlechter als die des Vorjahres. Der Richter hörte Kläger und Beklagten an und ließ dann alle, auch die Zeugen, aus dem Saal führen. Darauf ließ er unter seiner Aufsicht und vor den Augen des Gerichtshofes von jeder Sorte Thee eine gleich starke Probe machen. Zeugen und Prozeßgegner wurden darauf einzeln vorgerufen und freundlichst eingeladen, zwei Tassen Thee zu trinken. Unter schallender Heiterkeit der Zuschauer erklärte nicht nur der Besitzer des Kleidergeschäftes, sondern auch sein Anwalt und der von ihm geladene Sachverständige auf das bestimmteste, daß der Thee des Jahres 1903 bei weitem der beste sei. Man kann sich denken. daß die Gesichter der drei Herren nicht gerade sehr geistvoll aus- sahen, als ihnen der Richter erklärte, daß der von ihnen so sehr bc- vorzugte Thee gerade der wegen seiner angeblichen Mangelhaftigkeit zurückgewiesene sei, und daß er natürlich nicht umhin könne, nun für den Kläger zu entscheiden, in der festen Ueberzcugung, daß die Herren sich jetzt freuen würden, einen so vorzüglichen Thee gekauft jju haben._ Eingegangene Druchrchnftcn. Von der„Neuen Zeit" lStultgart, Dich' Verlag) ist soeben da? 11. Hest des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Hesies heben wir hervor: Johann Gottfried Herder. 1.— Noch einmal unsrc Jugend- litteratur. Von Sjoukjc Troelswa(Schevcningen).— Wie entstand die Taktik der Socialdemokratie für die preußischen Landtagswahlen 1903? Von Leo Arons..— Die gegenwärtige Lage des französischen Eocialismus. Von Hubert Lagardelle, Patts.(Schluß.) Wirtschaftliche Umschau. Von Hemttch Cunow. Die»Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- kiandlungen, Postanstaltcn und Kolpotteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen/ In der Zeitungspreisliste der Postanftalten ist die „Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post »mr pro Quartal abonniett werden. Das einzelne Hest kostet 25 Ps. Prabenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von de»„Dokumenten des TocialisniuS", herausgegeben von Ed. Bernstein,(Stuttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 12. Hest des III. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt des HesteS heben wir hervor: I. Kritische Bibliographie des SocialiSmus. t. In deutscher Sprache. Die Ansänge der merkantilistischen Gcwerbepoliiik in Oestreich. Von Max Adler.— Das Verbrechen und feine Verhütung. Von Pros. Dr. G. Aschaffenburg.— Gesundheitsgcfährliche Industrien. Von Pros. Dr. Stephan Bauer.— Zur Frage der Meinungsäußerung und des Verhaltens der„Leipziger Volkszeitung. Von Heinttch Braun.— Sociale Reform. Von A. H. Bueck.— Zur Entwicklungsgeschichte der deutschen Buch- bindcrei in der zweiten Hülste des 19. Jahrhunderts. Von Dr. Bernh. HarmS.— Die Einwandemngspolitik und die Bevölkerungssrage der Vereinigten Staaten von Amerika. Von R. Kuczynski.— Das bürgerliche Recht und die besitzlosen Volksklassen. Von Dr. Anton Menger.— Neue Staatsichre. Von Dr, Anton Mengcr.— Die gewerbliche Nachtarbeit der Frauen. Von Pros. Dr. Stephan Bauer.— Das Grundgesetz der Marxschen Gesellschastslchre. Von Franz Oppenheimer. 2. In sranzösischer Sprache. I-ss Nonveaux Ingements du President Magnaud. Von Henry Lehvct. — La Philosophie de l'Histoiro comme Science de l'Evolution. Von Charles Rappaport. 3. In englischer Sprache. Reports ok the Mosely Industrial Commission. 4. In holländischer Sprache. Over Waarde. Von SR. Kuyper.— Die Socialislen. Von H. P. G. Ouack.— II Aus der Geschichte des Socialismus. Der erste schttst- liche Rcchenschaslsbettcht der socialdcmokratischen Mitglieder des deutschen Reichstags.(Schluß.)— lll. Urkund en des Socialismus. Der Wahlauffuj des sottaldemokratischcn Centtal-Wahlkomitecs sür die preußischen Landtagswahlen.— Ein Brief von Friedrich Engels an einen armenischen Socialisten.— Ein Manisest des allgemeinen jüdischen Arbeiter- bundcs von Litauen, Polen und Rußland über die Judenverfolgungen in Hömel.— IV. Der Socialismus i» den Zelts ch r r s t e u. Die„Dokumente des Socialismus" erfcheineu monallich einmal und sind durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Hest kostet 75 Pf. In der Zcitungsprcisliste der Postanstaltcn sind die„Dokumente" unter Nr. 2205 eingetragen, jedoch ist bei der Post nur Ouartal-Abonnement zulässig. Von der„Gleichheit", Zeitschttst sür die Jniercssen der Arbeiterinnen (Stuttgart, Dieb' Verlag), ist uns soeben die Nr. 25 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Weihnachten.— Die Arbeiterinnen in den Betrieben der Heeres- und Marineverwalwng. Von a. hr.— Die„Toleranz" eines Prcdigeramts- kandidaten. Eine Plauderei von Louise Zietz.— Aus der Bewegung.— Feuilleton: DaS Geschenk. Die Geschichte eines Weihnachtsabends. Von Otto Kttlle.— Notizentcil: Frauenarbeit aus dem Gebiete der In- dusttte, des Handels und Verkehrswesens.— Arbeiisbcdingungen der Arbeiterinnen.- Weibliche Fabrikinspekloren.— Frauenstimmrcchk. Die„Gleichheit" erfcheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen(eingetragen in der ReichSpost-Zcitungsliste Nr. 1902 unter Nr. 3189) beträgt der Slbonnementsprcis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Ps. Die WcihnachtSnummer des„Wahren Jacob" ist soeben erschienen. Aus ihrem Inhalt ermähnen wir die beiden farbigen Bilder„Gespenster in der sonnwendnacht" und die„gelben" Gewerkschaften in Deutschland", sowie die Illustrationen„Der gefährliche Lieutenant",„Streichhölzer gefällig „Der Landbriesträger"(mit Gedicht),„Schwäbisches Dorf am Neckar", „Nach der preußischen Landtagswahl",„Qstasiatische Licbcsidylle",„Re- gierungspolitik",„DaS Fettauge des Gesetzes" und„Kanalpolitik". Der textliche Teil der Nummer enthält die Erzählung Krampcl junior, eine Weihnachlsgeschichte", die Gedichte„WeihnachtSsest",„In Crimmitschau", „Der grüne Staatsanwalt",„Richters Rettung",„Die Edelsten".„Reichs- smanzkatzenjammer",„Sonst und jetzt",„,Ach so!",„Bcttler-Weihnacht" und außer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons „Die Prophezeiung des Aristoteles"(illustriert),.Loyalitäls-Anekdoten" und „Pech". Der Preis der 15 Seiten starken Nummer ist 10 Pf. KHefKaften der Redaktion. Oetzsch. Sie müssen sich damit an das„Volksblatt" in Halle wenden. Zsimftikcher Ceti. Tie jnristischc Tprechstuiide findet täglich mit Ausnahme de? Sonnabends von?>/, bis»Vj Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Ulir. id. S.. Spandau, l. Ein Jahr. 2. Die thatsächiich verauslagten Kosten.— C. G. ÄÄ. DaS Pflichtteil(Halste der gesetzlichen Portion) muß dem Kinde bleiben.— P. B. A. 70." DaS Revier, i» dessen Bezirk Sie arbeiten, gvt als zuständig.— Lustbarkeitsfteuer. Nach Anficht des OS«- Verwaltungsgerichts ist auch eine Lustbarkeitssteuer für geschlossene Gesell» schasten zulässig. In Ihrem Fall hat der Polizei-Jnspektor recht. — Buchbinder. 1. Der Anspruch stand Ihrer Frau zu, ist aber leid« verjährt, weil Ihre Frau zwei Jahre hat verstreichen lassen. 2. Die Aufrechnung entspricht dem Gesetz. Beschwerde-Instanz ist Gewerbedeputation, Stralauetttr. 3—5.— R.®. 33. 1. und 2. Nein. 3. Der Schaden ist nachzuweisen. 4. Vorausfichtlich Ja. 5. Ja. 5. und 7. Ja. 8. Stempel» strafe. 9. Mit vollendetem 21. Lebensjahre.— Streitfrage 18SS. Die Adresse ist: Magisttat, Stiftungsdeputatto».— Deckherzen. 1. Justiz» minister. 2. Sie haben Unrecht gethan, zu kündigen. 3. Auch in diesem Fall ist nur Jnnehalwng des JnstanzenzugeS möglich.— G. R. 12. Ein Umtausch ist nicht mehr möglich.— B. G. Löwe. Waren die Waren sür Ihr Gewerbe gekaust, so hegt keine Verjährung vor.— Paul. Nein. — Kottbusrr Ufer. Ein Ersatzanspruch steht Ihnen leider nicht zu: Sie hätten die Ansprüche direkt bei der Kasse geltend machen sollen.— Krehns- feld. Alle Wahlen werden von den Abteilungen geprüft, die, bei denen Beanstandungen vorliegen, der Wahlprüsungskommission überwiesen.— R. W, 001. Der Ehescheidung muß ein Sühneverfuch beim Amtsgericht des Wohnsitzes des Mannes vorangehen. Nach fruchtloser Sühne ist die Klage beim Landgericht anzustrengen. Die Entbindungskostcn haben Sie zu ttagen. Ihre Frau müssen Sie alimentieren, es sei denn, sie hat Sie gegen Ihren Willen ohne Grund verlassen. — Brande. Nein.— O. B. 73. Ja: man kann nur einer Zwangs» versicherungs-Krankenkasse angehören.— Katzen. Gift.— G. M. Nur mit Zustimmung des Jagdberechtigten.— Alimente 88. Ja.— O. 8>ch. Der Kutscher ist zum vollen Schadensersatz verpflichtet, wenn daS Gericht annimmt, ihn treffe ein Verschulden: darüber, ob ein Verschulden vorliegt oder ob lediglich ein unglücklicher Zufall vorhanden ist, läßt sich erst nach Würdigung der Einwendungen des Beklagten ein Urteil fällen. Marktpreise von Berlin am 14. Dezember 1903 ftarf, r-rmitt-fimnm, h-Ä fgi. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch„ Schweinefleisch, Kaldsleisch Hammelfleisch Butter Eier 50 Stück Karpfen 1 kg Aale Zander„ Sechte, arsche. Schleie„ Bleie Krebse pn Schock «Welzen, gut D.-Ctr. mittel gering. «Roggen, gut mittel gering. fGerste, gut mittel gering„ f.Haser, gut mittel„ gering Nichtstroh Heu Erbten Spcisebohnen. Linsen » ab Bahn. f frei Wagen und ab Bahn. 7.00 1,80 1.50 1,50 1,80 1,80 2,80 5.00 2,20 2.80 2,60 2,00 1.80 3,00 l,40 15,00 6,00 1,20 1,10 1,00 1,20 1,10 2,00 3,00 1,20 1,40 1,20 1,00 0,80 1,40 0,80 3,00 Wittcrungsiidersicht vom 15. Dezember 1903. morgens 8 Uhr. Stationen s>— B£ SS Swinemde. Hamburg Berlin Frankf.a.M. München Wien 762 OSO 750 Q 751 OSO 760 SW 750 S D 762!Siill Letter 2 bedeckt 2, bedeckt Ijticdccft 3halbbd. IjNcbci -bedeckt -o. s« h a 1—2 0 0 4 1 Stationen E„ i.SB 0'£' SSi«Z Haparanda Petersburg Cork Abcrdeen Paris 766 S 747 758 SSO SO Leu« c5, t". gw Schnee -ibedeckt iMebel -2 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 1«. Dezember I9V3. Ziemlich trübe und nebelig mit geringen Niederschlügen, und schwacher Luflbewcgung; Temperatur wenig verändert. Berliner W e t t e r b u r e a u. "tt ftV � � �ttmwer müssen bis 5 Zlhr nachnnttags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. � Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Ritttwoch, den 16. Dezember. Anfang Vi, Uhr- Opernhaus. Fidelio. Schauspielhaus. JohanniSnacht. Der eingcouoete Kranke. Deutsches. Rose Berno. Berliner. Alt-Heidclverg. Nachm. 3 Uhr: Die sieben Raben. Lessing. Zapfenstreich. Weiten. Der Trompeter von Säk- kingen. Skeues. Salome. Vorher: Logt! des Herzens. Residenz. Crainquebille. Vorher: Die Pariserin. Gentral. Der Rastclbinder. Thalia, dvv Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller O.(Wallner- Theater.): San Marcos Tochter. Schiller fi.(Friedrich-Wilhelmstädt.) Die Stützen ocr Gesellschaft. Karl Weift. Der Meineidbauer. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Luisen. Romeo und Julia. Kleines. Elektro. Trianon. Biscotte. Deutsch-Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Easino. WeiynachiSglocken. Der vertauschte Sohn. Metropol. Durchlaucht Radieschen. Apollo. Frühlingslust. Palast. Wünsche und Träume. Winter-Gartcn. Spccialitäten. Passagc-Dheater. Spccialitäten. Reichshalle«. Stettiner Sänger. Urania. Taubenftratze 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Oberitaliens. Jnvalidcnsiratze K7/K2. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. lieues Theater. Schiffbauerdamm 4a— 5. Salome. Vorher: I-oglk des Herzens. Ansang VL Uhr. Donnerstag: Früchte der Bildung. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Slolrii'a. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Xachtasyl. Urania. Tauhenetrasse 48/49. Um 8 Uhr im Theator: An den Seen Ober-Italiens. Sternwarte Invaiidenstraase 57/62. CASTANS IPANOPTICUM Friedrichstr. 165. Der Indlaner-Ricso | Mianko Karoo vom Stamm der Sioux-Indianer. LebendP'vssr50' — Schwestern M?- nur noch bis Knde Hezember.-WG | Grosses Promenaden• Konzert. f[LT- CHlNft Kunst-Üussteltung Lcipzn&i1 STRASSCtt Täglich geöftnet 10-8. Entree 1 91., t8onntag50Pf. Central-Theater. Seute nachm. 4 Uhr, halbe Preise, jeder rwachsene ein Kind jrei, Kindervottt.: Der gestiefelte Kater. Märchenspiel in 4 Bildern mit Gesang und Tanz. Abends 7-/z Uhr: Der Rastclbinder. Ed. Sleinberger a. G. Donnerstag: Der Rastelbinder. EtlAissklnellt Suggtuhagtll Horitzplatz. Im Kaisersaal: Rudolf Schnauss' Künstler- Ensemble „Rford.terne". Kassencrösfnung 5 Uhr. Ansang"/«? Uhr. Nach der Vorstellung: Vanz. In den unteren Sälen um 5 Uhr: Militär- Konzert Ctrkits Sehtimatin. Heute Mittwoch, den 19. Dezember, abends 7'/° Uhr: Zum IS. Male: oder: dlt Ztrlllljt, dkl Zluttl- MgundditWitdtrtwtckuug des Weltreichs von Kabylon. Eine Wanderung durchSlabrtausende. m. d. Fahrrad v. Mllc. Dutrleu. 50Fuß— 15 m. Babel asSöwcn.ii.Ä Schillep-Theatep. Schiller-Theater O. (Wallner-Theater). Mittwochabend 8 Uhr: San 9larco. Tochter. Ein romantisches Trauerspiel in süns Auszügen von Arthur Fitger. Donnerstagabend 8 Uhr: San Harco. Tochter. Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: »er Conipasnon._ Schiller-Theater Si. (Friedrich-WilhclmstädtischeS Theater). Mittwochabend 8 Uhr: Die Stützen der Gesellscbakt. Schauspitt in 4 Auszügen von Henrik Lanoe. Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Donnerstagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Kollege Cranipton. Freitagabend 8 Uhr: Kollege Cranipton. Luisen-Theater. WendS 8 Uhr: Romeo und Julia. Donnerstag: Othello. Freitag: Reis-Reislingen. Sonnabendnachm: 1. Wcihnachts- Kindcrvorstellung: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Abends 8 Uhr: Reif-Reiflingcn. Sonntagnachmittag: Schneewittchen und die stehen Zwerge. Abentzs 8 Uhr: Alpenkönig und Menschenfeind. RcsldkilMIikllter Direktion S. Lautcnburg. Ansang lll, Uhr. Pagay-Jnbllttn m. Zum erstenmal: Crainquebille. Schauspiel in 3 Bildern v. Anat. France. Deutsch von Theodor Wolff. Vorher: Die Pariserin. Lustspiel in 3 Akten von Henry Becque. Deutsch von Albert Langen. Donnerstag und Sonnabend: Ein Seitensprung. Carl Weiss-Tlieater. Grotze Frankfurter Strafte 13S. Nachm. 4 Uhr: Schüler-Vorstellung: Die Räuber. DM» Abends 8 Uhr:-MD Gastspiel des Oberbayrischen Bauern- Theaters.(Schlierscer u. Tegernseer.) Der Meineidbauer. Morgen: Die Kreuzelschreiber. HHll WM! Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Leone gesetzt vom Direktor Richard Schultz. _ Im 4. Bilde; Groetete« Ballett Wie damals im Monat Mai. Anfang 8 Uhr. — Rauchen überall gestattet.— 1. Uirelction; Robert Dill. Bronnenetrasse 10. Ansang 8 Uhr. Enttee 30 Ps. Sonntag, den 29. Dezember 1993: Letzte Borstellung vor Weihnachten. hMh-tmeckWehllshe-ltei'. Köpnickcrstr. 57. Skat. Jannowitzbrücke. DAP- Ansang 8 Uhr."ME Gastspiel AD. PHIL-II'P. Zum lOO. Male: ..l'ebern grossen Teich.*' An allen drei Weihnachts-Feiertagcn: Nachmittags Borstellungen. „Hebern grossen Teich." Jeder Erwachsene e i n Kind stet. BilletS jetzt schon zu haben. Psssaxe-Tkester Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Berlin hat wieder seine Sensation! stlortonellos Enthauptung einer lebenden Dame! Ausserdem 14 neue erstklassige Nummern. Pertina. Lucia della Sera. Hasson n. Jenny etc. etc. Apollo-Theater. Um 8 Uhr: Frühlingsluft mit dem sensationell. Ballett Blütenhochzeit. Um 93/4 Uhr: Tislon nach dem Balle. Musik v. Joachim Albrecht v. Preussen. Um 19 Uhr: Glänzende Speeialitäten; Ivan Tscherneff. X Francois-Truppe Kelly and Ashby X The Passparts. Bessters Kosmograph und Biophon. Kassenerdffnung 7 Uhr. Ant. 8 Uhr. Palast-Theater Burgstratze LS. früher Feen-Palast. Heute mit) folgende Tage: 81/, Uhr: 8-/, Uhr: Große Zauberpoffe mit Gesang und Tanz in 3 Bildern. Rentier Semmel:' Dir. Rich. W iniler. Vorher das groKsnige Bezember-Programiii. In Vorbereitung: Don Carlos. Schauspiel in 5 Akten v. Fr. v. Schiller. Ansang 8 Uhr. Enttee 59 Ps. RSloItsItallQn tr Säur. IX. Berliner Saison...... eirhns Suseh. Mittwoch, den 16. Dezember, abends VI, Uhr: Quadrille aus der Zeit Friedrichs des Grossen, geritten mit acht Schulpferden. Zew-zinffme» SÄ Dir. BuHch: 2 Perserhengste. Herr Gustav Goebet aus Berlin, Schulreiter, Schüler des berühmten James Fillis. Berliner Winterfreuden Humorist Manege-Schaustück. Caslno-Theater. Lothrinaerstt. 37. Ans. 8, Sonnt. 7'/. 8 Uhr: Weihnachtsglocken. 8'/,: Nuscha Melitta— Laro-Quartttt. Corradlnl. S',- Uhr- Der vertanschte Sohn. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ei« edles Weib. Bemharil Rose-Theater Gesundbrunnen, Badsttaße 58. Mittwoch, den 16. Dezember 1903: König Allgold. Dram. Original-Märchen in 4 Auszüge« und einem Vorspiel von Kneijel. Anfang 8 Uhr. Osl-Cä) Jnh.: Carl Pirna«. 106, Ironftfuttfr Allee 106» Enchsehl« meine Säle für Festlich» ketten unter günstigen Bedingungen. Im Restaurant täglich z Grosses Künstler- Konzert. - 3584L» = Familien-Verkehr.= Cfebrttder Kermfetd Ansang yjigglg� Sonntags 8 Uhr. ?'/-»Hr. fapa Koa. Eine Komödic in 2 Akten von Anton und Donat Horrnseld. Vorher im Künftlerteil: Wnidvrgs-yuintsN. Carl Bernhard. Duo Corbotta. Martin Bendix. An den 8 Feiertagen: Am l. Grande JHaflne zum Besten des Aertcn-Konds für daZ Schauspiel- Personal des Herrnfeld' Theaters. Vorverkauf dazu wegen des kolossalen Andranges schon heute. ?lnfang der Matinee 12 Uhr mittags. der Glaser-Immng. Bckanntmacliuiig. Montag, den 28. Dezbr., abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engel-User 15: General'Versammlung zur Wahl des Vorstandes statt. 'Arbeitgeber: Saal II. Arbeitnehmer: SaalV. TageS-Ordnung: Wahl eines Arbeitgebers. Wahl von vier Arbeitnehmern. Die Herren Delegiertelt werde» hierzu freundlichst eingeladen. Der Borstand. 27616 H. Caspar, Borsitzender. Kömgstadt-Kasino Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderftraßc. Täglich: I'raaai Stodannkl. lZss groesartige Horemder-programm mit: Meli/ Verch, The Klait's usw. Sein Patent. Diebestomödie in 1 Alt. Nach der Borstellung: Mittwoch, Sonnabend,«onntag: Tanr. Zleues Programm: Laierne dlsistsrjonxlsur. leiinscn u. Bean Cake-Walk-Tänzer. Wood u. Bates Amerik. Excentrics. The Saphos Recktumkünstlor. Otto Reutter Humonst. Uttle Fred Komische Hundedressur. Kremo Familie Ikarische Spiele. Piwitt Pierrot. Annette Gillartl"stVin von der Opera Coiniquo in Paris. 4 Schwestern Merkel Equilibristin. Bokken Lassen Strassensängerin. „Pariser Luft" Ballettdivertissem. Biograph mit neuen interess. Aufn. Sanssouci. Kottbuscr Thor— Etat, der Hochbahn. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffknann» Hortiiieutseiie SHnger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag: Thealerabend. Pelzwaren-Fabrik, Neue Königftr. 31, verlaust nach beendeter Engros-Saison ihre Reisemustcr, bestehend in Pelzstolas. Colliers, Ntufsen usw. zu billigsten Engros- preisen. ES gelangt nur reelle j Knrfchnerware zum Verlauf. Gegründet 1864. 43/11* keiten. Coulanz. ngtischerGarten Alcxanderstr.«7c. Ein Saal zum Sonntag, den«O. Dezember, u. Silvester frei geworden. Empfehle meine vier Säle (75— 600 Pers.) zu Festlich- , Versamml. etc. h. bekannter Max Queisser, Besitzer. Monatlich — 10 Mark— liefere Anzüge Paletots nach Matz. Per Kasse auch billigste Preise. Schneidermstr., Prinzenstr. SS. J. Totnporowskj, Trianon-Theater. Georgenstragc, zwischen Friedrich- nnd UniversitätSstrage. visvoUv, _ Anfang 8 Uhr._ ZW- Äufgepasst! JSInzelverkaaf von Kleiderstoffen zu Fabrikpreisen, enorm billigt 30672* Neue Königstraste 60, I. Etage. r* Damen erhalten elegante Ctarderoben noch Mah bei nur geringer Teilzahlung.(32632' , tieue Kfinigstr. 47 Oirakt a. Alexanderpl. �V.l0l J. Werg, Musik-Jnftrumente Geigen, LelloS, Bässe, Zithern, Man- dolinen, Klarinetten, Flöten, Bogen, alle Blechinstrumente bill. Gr. Posten Zieh- u. Mundharmonikas s.Priv. und Händler sehr billig. 34112* Rothglesser. Skalitzcrstr. 24 a. llltrslt Brillanten, Goldwaren, bc zlljlkll, deutend unter regulären Preis. Leidhaus Graff, Bcuthstr. 5.' Im fettes Weihnaehtsgeschenk! DV Allen Kiesern dieser Zeitung, die von der MWUte u. Billigkeit meiner Fischkonserven u." Heringe noch Keine Kenntnis erhalten haben, liefere für nur sage und schreibe S,05 M.(Zweck; meine Firma soll immer mehr bekannt werden) 1 Dose 25 Stück ff. Fett• RollmSpse in Senf• Sauce 1„ 25„ ff. Oelikat.-Bismarckh. i. fein. Sauce 1„ Prima Oel-Sardinen, prachtvolle Qualität 1 Stück ff. Rauch-Lachs milde u. zarl im Fleisch und DM- 1 ganzen ff. fetten Ranch-Aal-WU Bedingung ist sofortige Bestellung, da diese Eitra- Vergünstig, nur einmal ersch. Verpackung Dosen werden „. ejngl--------- berechn. Ernst Xapp Dfachf,, und Nordsoe-Fisoherei-Export._ iSvvineuiündc Ko. 103. _ 141/2* ♦ ♦ : Von»ärts- Suchhandlung SM., Lindenetr. 69(Laden). WM" Zum Weihnachtsfest: Bilderbücher mit und ohne Tost von 13 Pf. bis 31k. 5,- Hürchcnbücher.....«., 20 �„„ 6,— Jngendschrlften für Knaben..„ 50„„„ 10,— do. für Mädchen..„ 50„„„ 10,—, Reise- u. Erdboschretbangon, naturwissenschaftliche Werke flir Kinder, in plaudernder Form mit Fragen u. Antworten zum Preise..... von Mk. 2,50 bis Mk. 4,— Romane, Erzählungen, Novellen in jeder Preislage, gowie billige Ausgaben sämtlicher 234/6* Klassiker. Heines prosaische Werke, illustriert zu dem ausserordentlich, billigen Preise von hlk. 2,— SCF* Die im Gewerkschaftshause auslicgenden, von den vereinigten deutschen Prüfungs- Ausschüssen ausgewählten■ Werke, sind alle in der Vorwärts-Suehhandlnng, üindenstr. 69 im faden zu haben, beziehungsweise schnellstens zu besorgen. Puppen-Tabrik u. Spielwaren-Handlung Joseph Franken, 64 Milsnkckerßr. 64 (gleich an der Turmstrage). Größtes Specialgeschäft in Berlin. _ Eminentes Enger.\ur gnte solide Ware. WF" Billigste preise."WE S/tT" puppen-KUmh. W (Vorzciger dieser Annonce erhalten 5°/„ Rabatt.)_ 25B* ufeke5 Ii* Hervorrage nd _ bewährt bei Da rrn Katarrh, Diarrhoe, Brechdurchfall etc. mehi 36141* G. Ut. Zöffd Sdiirmfabrik cd detail an gros BEREIT Gegründet 1873, Tel.: Amt VITa, 8040. i- NO., Gr. Frankfurtersir. 106. Schirme, Stöcke sowie Herren- Artikel, Hüte, Handschuhe. 2- v., Landsbergerstr. 88. Schirme.— Stöcke. s- 0., Grüner Weg 89, Schirme.— Stöcke. Friedenau, Rheinstr. 24. Schirme.— Stöcke.— Hüte. Xnm Weihnachtate.te! w. empfiehlt 5. Zeizners Zentral- Korb- u Kinderwag.-Magaz (A tV. Mchnlz) KerllnlV, 05 Brnniien.tr. OS vlt-ä-vlt dem Humboldthain, am tahnhol Gasundbrunnen «oin vorzüglich reich sortiertes Lager in: Puppenwagen, Sport-. Kasten-, Leiter- und Ziepenback- wagen, Klnderklappitilhlan. Kindertischen und Stuhlen, Knabenfahrridern, Triumphstahlen. Kinderschreibpulten, Blumentleohen, Papierkorben. Notenständern usw. Gr. Lag. i Metall bettet, f. Erw. a. Kind. IFolterbettenl, Teile, n. üebereink-, b. gr. Bat.Kaisapr. Fernsp 1151767. Sias? 34692* ist das schSnste Weihnachts- Qeschenk? teppSecken tauft man am preis- wertesten nur direkt tn Set giabrit, 72 tOeU' ftraste?«, woauchalta Eteppdeiken aufgearbeitet werden. v. etrohmandel. Berlin ick. Zllustricrier PrelSlatalog gratis. Lonntage vor Weihnachten geöffnet. Bei-4eiMe direkt aus erster Hand in der Wäsche- Fabrik Z. Alexander, i03FranGrrtSeerStr.l0B Enorm billige Preise MbestenQualitäten <> laoocuuc iiciuuüintoycouioihii | Stoff-Beste für Paletots, Kinder- Anzüge, Damen-Kostüme usw. Ramcn- Tnche.*&■ Herren-Anzüge, Winter- tider- Berlind., RoKS-Strasse 2 Koch& Seeland. Rixdorf. Einen grasten Posten des so beliebten Christbaumschmucks der Lauschaer Genosse» empfing und empfiehlt billig s36S4L* Parteispedition, Prinz Handjerystr. 7. Bitte auf die Firma zu achten! mma Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle- Dnnfn 1 Mocquetts. Plüscb-iluulu■ Satteltaschen. Muster bei näherer Angabe franco. EmilLelevre, o" 158. QeleaenhettskauJ! Circa lOOO Damcniniintol sowie facketls, Kragen, Paletots, Kcstiimröcke. Jfctzt bis Weihnachten zur HUlfte der bisherigen Engrospreise. Alte Leipzigerslr. 1a. in allen gangbaren Farben, Breite 130 cm 160 cm pPrMtSr,2,00-3,50, 2,50-4,25 Raster- Kollektion franco! Abge- passte Fries 35031.* Fenstern in all.Farben 3,50, 4, 5 u 6 Emil Lefevre Teppich Haus Bc8.lin0Faiiiens(r.l58. Damen! Ausverkauf...».S u. Jacketts im Gngrosgeichäft von B. Schwarz,"ST, t Treppe, fein Laden. Die Sachen, die früher für 8—40 M., werden jetzt nach beendeter Engrossaison von 1— Äff M. verfaust. Nur gute Stoffe und beste Verarbeitung. VonvUrts-AuekUsnMung! Serlin SW. 68, Fmdenstr. 69, Llldeu! Ms Weihnachtsgabe sür unsre Leser empfehlen wir: forlräts von Marx, Sngeb n.£assalle Drei Kunstblätter in Kupferradierung auf chinesischem Papier. Plattengröhe: 39 X 52 Eentimeter. Kartongröhe 85 X 65 Eentimcter. Diese Blätter, von einem der ersten Berliner Radierkünstler ausgeführt, würden im Kunsthandcl pro Blatt nicht unter 15— 20 Mk. geliefert werden: um nun auch den Arbeitern zu ermöglichen, ihr Heim mit wirklich künstlerischen Bildern zu schmücken, liefern wir unsern Abonnenten diese Kunstldätter zu einem Vorzugspreise. Jeder Abonnent erhält aus Bestellung die drei Kupferradierungen »cn Marx, Engels und Lassalle im Werte von mindestens 30—40 Mf. ZU dem Vorzugspreise von 7,50 M. � Die Treiheit führt das Volk. � Plattengroste 61 V 51 Gcntimclcr. Kartongröße 95 X Eentimeter. Kupfer-Gravüre nach dem Gemättc E. Delacrcix liefern wir bis Weihnachten gUStgtl Illf 6 fÜf 5 MR. Sonder- Hmgebot feile». fellfepptehep| nur fo lauge der Vorrat reicht,! echt chinesische Ziegenfetle in grau, weiß, wols- p» und braunbärsarbig Lh(l|l M a 10, 8, 6,50 und"l. Angora-Laramfelle Prachtexemplare, schnee->«/ weiß, besonders langhaarig, d nO H 80X175 groß, nur..."t"" ,n' Echt slblrlsehc Wölfe mit Kops und Gebiß 20, 13 und.., o25-8,50M, •• 7 Dingofell-Teppiche 16,501 mitFutter u. wattiert, a 18, 12. 10 und Echt englische Angorafelle besonders langhaarig, mit Seidenglanz in all. existierend. Farben, a 12,50, 10, 8 und•'■f Ferner graste Auswahl in eckten Felle» mit Kopf und Gebist. wie Tiger, Panther, Braunbär, Puma-Löwe und Eisbär sowie alle Arten echter �ellteppiche, Wagen, und Schlittendecken, Pelz-Fußsäcke, Pelzschuhe, Jagd- Muffen» Pelz-Diwandecken nnd Pelz-Borlage mit Fufttasche jeljt zu enorm hilligen Preisen. Tappivk-Htaus 36072* B. Hurwitz, Boies Sctloss. vls-ü-vls dem IVatlonal-Denkmal. W»WW»>MWM Telephon Amt I, 831t. Heber Sand«> Meer herrscht frei das Auge, wenn es durch ein gutes Fernglas unterstützt wird. Jedermann, der sich ein solches anschaffen will, sollte nicht versäumen, die grosso Auswahl von Gläsern in dem Institut für Präcisions-Optik ... Carl Buttendorff, Berlin M., Weiubergsweg 15b, Le'S Zr, zu besichtigen. Das lange Bestehen dieses Geschäftes bürgt für die Güte seiner Fabrikate. Bitte genau auf Firma und Haus-Xo. 15b zu achten. 3696L] Herkules. Etm' Kiemen und Fangschnur..... M. lO.—. MprkllP' Keiseglas, gross, mit 8 Gläsern, BICI Aul. Kompas, Leder-Etui, 2 Riemen, eleg. ff. vernickelt, extra scharf M. IS.—. Meine Serien Monopol und Rapid zeichnen sich durch grosse Lichtstärke und Reinheit der Gläser aus. ».. Theaterglas, mittel M. IS.—. MOtlODDl! Reiseglas, gross, mitff. Leder- "' Etui und Kiemen 51. 16.—. D,nM.No.l,f.Theateru.Rei8e M. 18.—. llfl|JlU.No. 2, Specialglas, vorzüglich, extra f. grosso Entfernungen 5f. KS.—. scharf. Ko. 3, dasselbe, grösser 51. ÄS.—. Dr. Schünemann> Dr. Simmel,«r.'"«; Specialarzt für Haut-, Harn- uud Fraueuleiden, Sevdelstr.». '/.IM—';,8,'/�t-'/A. Sonnt. 9-11 Speclalarzt für[41/10* Kaut- und Harnleiden. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12. 2—4 Goldene � Ketten-Armbänderl 140 cm IftllgfO!D«l»XtlGlll£6,fctrOU massiv Gold, gestempelt, von HL 12 an. twii» Aug. WinTing, Berlin C. Gertrandtenstr.23, Tis-ä-vls der Petrikirche. 1 Kein Laden. ' Verantwortlicher Redakteur: Jnlins Raliski in Berlin. Für den Lnseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Versag: Vorwärts Buchdruckerci und PcrlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 393. 20. Jahrgang. 3. WI«ße Ks„ilmrairts" Kerl« WsblR Mittwoch, 16. Dwinber 1903. Versammlungen. Ter socialdemokratische Wahlverein Rixdorf hielt am V.Tczeurbcr k»ei Thiel eine gutbesuchte Versammlung ab. Stadtverordneter Dr. Silberstein referierte über:„Was lehren uns die preußischen Landtagswahlc n?" Redner nahm Bezug auf die Ausführungen Kautschs in der„Neuen Zeit" und auf die Marckwalds, welcher in seinem letzten Artikel sogar so weit gehe, auszudrücken, daß man am besten lvicder die Beteiligung an den preußischen Landtagsivahlcn aufgäbe. Er stehe auf dem entgegen- gefegten Standpunkr.( Zurufe: Sehr richtig I Bravoll Kaursch urteile vom grünen Tische aus. Wenn er in Kirdorf die Begeisterung der Blassen gesehen hätte, dann würde er ivobl anders reden. lind Marckwald aus Magdeburg möge darauf verwiesen werden, daß gerade im Magdcburgischen Greife schlecht gewählt worden sei, daß eme gewisse �lauheir geherrscht habe. In verschiedenen Kreisen habe bei aller Pflichterfüllung doch noch die frühere Gegnerschaft gegen die Landtagswahlen nachgewirkt. Total falsch sei es, die Flinte ins Korn zu werfen, weil die Partei kein Bkandat errungen habe. Und radikal, revolutionär sei solch Standvunlt schon ganz und gar nicht. Tie Radikalsten in der Partei hätten stets den Parlamentarismus, die Erringung der Mandate erst in die zweite Linie gesetzt, und auch jetzt würden wieder Stimmen laut, die nur vom Revolutionieren ctivas wissen wollten. Nun, nicht besser, als gerade durch solche Landtagswahl, wo der Geldsack siege, könnten die Massen ihrer grenzenlosen Rechtlosigkeit bewußt und in Äampfcsstimmung versetzt werden. Gerade durch die Beteiligung an den Landtagswahlen werde die größte Erregung erzielt gegen das miserable Wahlgesetz, und nie könne der absolutistische preußische Staat, dessen Blöße nur mit einem scheinkonstiturionellen Schleier verhüllt sei, in seiner ganzen brutalen Nacklheit so gezeigt werden«, als bei einer Landtagswahl- bewegung. Eine Richtbcteiligung käme dem einst von Liebknecht vertretenen Standpunkt gleich, abzuwarten, bis der Landtag in sich selbst verfaule. Da könnten wir aber lange warten. Wo wir Er- folge erringen wollten, da bedürfe es eines stets sich wiederholenden Anstünnens«der Masse, einer immer wiederkehrenden Aufrüttelung der öffentlichen Meinung. Hinzu komme, daß die Landtagsivahlen mit ihrer komplizierten Abstimmung und ihrer öffentlichen Stimm- abgäbe uns geradezu Elitetrupvcn erziehen. Ein besseres AgitationS- miltcl als die notwendig intensive Agitation bei den Lmldtagswahlcn lasse sich nicht denken, lind der Druck der öffentlichen Meinung, wenn er intensiv und dauernd aufträte, habe schon— die Geschichte beweise cS— Dinge erzielt, die man nicht für möglich gehalten habe. Der Ruf: Wir erreichen doch nichlsl sei nie unsre Parole gewesen und dürfe cS auch mit Bezug auf die Landtagswahlcn, nicht sein. lind tuen» man von den Mandaten absehe, so seien die verflossenen Landtagswahlcn durchaus kein Mißerfolg gewesen.(Lebhafter Beifäll.> Ter Vorsitzende B ö s k e schloß sich in allem wesentlichen dem Referenten an und ging noch auf die bekannten Einzelheiten bei der Abgcordnctcnivahl in der„Neuen Welt" ein, wobei er das Verhalten des Landrats Stubcnrcnlch scharf rügte. Er hob hervor, wie gut die Socialdemokratic die bisher ihr unbekannte Waffe des miserablen LandtagslvahlrcchtS geführt habe. Jetzt, nachdem man es gelernt habe, müsse erst recht an der Wahlbeteiligung festgehalten werden. Man werde auch vorwärts schreiten. Die Agitalion müsse allerdings noch viel energischer eingeleitet werden. Diesmal sei mau geschädigt worden dadurch, daß die Presse unter den Nachwehen der Debatten von Dresden insofern kremkte, als in ihr um Krcthi und Plcthi hcrumgestritten worden und nichts von den Landtags- Wahlen zu lesen gewesen sei, als die Bewegung bereits begonnen hatte. T«as reaktionäre Wahlgesetz werde man nicht zu Schanden machen, wenn man beiseite stehe, die Hände in den Hosentaschen, und den lieben Herrgott einen guten Mann« sein lasse.(Lebhafter Beifall.) Nachdem sich niemand mehr gemeldet hafte, konstatierte der Vorsitzende das Einverständnis«der Versamnrlung mit dem Re- ferat.— In den Wahlvcrein neu ausgenommen wurden 17g Mit- gliedcr. Drei Zlufnahmemeldungcn wurden beanstandet.— Der Ertrag der Tcllersammlung, die nach Schluß noch fortgesetzt wurde, wird den Erimmitschaucr Webern überwiesen; außerdem Ivurdcn für diese 100 M. aus der Vercinskasse bewilligt. Ecutralverband der Handlungsgehilfen und Gchilsinne« Deutschlands, Bezirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr: Sitzung in den Zlrininhallen,«zommaiidantcnstr. 20.©äste sind willkommen. Verband der Friseurgehilfen lZwcigvercin Berlin). Mittwoch, den 16. Dezember d. I., abends 11 Uhr: Mitgliederversammlung im Berei'gs- lolal, Roscnthalcrstr. 57. Die OrtSverwaltung. Kaufhaus Klax Mannheim Frankfurter Allee 89. BERLIN O« Frankfurter Allee 89. Ganz besonders vorteilhaftes Angebot für einen grossen Posten Pelz-Colliers Rase 18,«® mit kleinen Fehlern. Electric 15,®« Nerz=Murmel=Collier................ Mk. l.5® Nerz=Murmel=Collier................. i.¥5 Nerz=Murmel=Collier.......... 2.°° Nerz» Murmel= Collier............... 2.so Nerz=Murmel=Collier................. 3.50 Grosses ILaOCr*n imit. perfiancr,)Serz, Scal-Bilam, Hftracban, �- Skunks, TTbibct, J�utna, JVerz-ßifam&&&& in den neuesten 7a?ons zu aussergewöhnlieh billigen preisen. Bei einem Einkauf von 3 Mk. an Qratis-Weihnachtsgabe: En Pracht-Katendef für � Ein elegant ausgestattetes Nickel-Tablett j; Nutra 19,®« f Aeihnachtzpreise Diese gelten solange der Vorrat reicht, Tßg�idlB, garantiert haltbare Qualitäten. 43/16- TanninllO prima Velour, Brüssel, Axminster, lvpMelle,§_ 8.-, 12-, 18.-, 28-, 45 M. Tischdecken, SVösS 3.-°. 5-, 6,«, 10 m. Portieren Pltisch 9 M., Tnch 8,75 M. pr. Garnitur. Gardinen, Eestbestände, 2—6 Fenster, 1.75 bis 12 M. �elde Wolle 8atln brillant St6ppu6CK6]l 10- 5.50 4.75 m. � Ein grosser Posten Felle Grösse I, früher 5.50, jctz ü»Ä5 M. „ II, n 6.75,„ 4«oO„ . m, B»».- yf 7.5»„ | Wolljfiess, fteisedeeben, Säufersfofje ganz bedeutende PrelserniHssIgung. ■na Teppichhaus 28 I J. Senkt, WM 28 f 28 B an der Venen Frledrichstrasso. fl Erschöpft-UD find unsri: Vorräte an Rohware, welche wir für die so beliebten vornehmen Paletots Marke„Tresser"—„Komet" verarbeiteten. Wir sind nur noch in der Laae. so lange unsre Borräte an fertigen Piecen reichen, unsre Qfierte ausrecht zu halten. Diese Erzeugnisse dürsten am besten unsre LeistungS. lähigkeit illustrieren. Wir offerieren Marke: Miterpxletot"ViS'"' Marcngofarbe oder schwerem, sein gcstrcistem, auch punktiert. Cheviot, träftigc Ware mit gut. Plaid» oder gestepptem IltlaSsutter, ein» und zweireihig, mit Sammctkragcn, die Nähte sämtlich zweimal gesteppt, schräge oder gerade Taschen, in Verarbeitung II Mk. 18,— Dieselben Dessins in hochgedicg. Fabrikat, höchst vornehm gefertigt, in Verarbeit. I, Mag ersetzend: Mk. 38.-. Pintefaltfot YÄS kräftigem Oberstost(reine Wolle), acht verschiedene DesfinS, sein ge- mustert, schräge od. gerade Taschen, echtem Sammetlragen mit Wind» litze, sämtliche Nähte zweimal ge» steppt, einreih., Ersati für Mag: Mk. Z«,—. Zchlaftold (dunkelgrau) m. angewebter kariert. Abseite, blau oder braun eingesafit und besetzt mit mehrfach. Stepperei» Verzierung und wollener Quaste (Specialmarke) Mk. 13,50. Dieselben Dessins in extraschwerer Qualität M. 18,00. Außerdem führen wirSchlasröcke in den hervor» rag. Qualitäten bis M. 53,00. Marke„Treffer« und„Komet« find gesetzlich geschützt und können«nr von nuS bezogen werden. Die Preise sind aus jedem Gegenstand dentltch ausgedruckt und streng fest. Heitinger& Co., Deutsclie Gempagnie BERLIN, Oranienstrasse 40/41. Illustrierter Preiscourant gratis und franco. Marke: Nächste Ziehung vom 2.-9. Jan. 1904.! = Auf----- fl----- Lose----- schon----- ein--- Gewinn----- Düsseldorfer St. Rochuskirche M 160 OOO Lose.— Die Gold- and Silbergewtnne sind mit 90°;,, des angeseezten Wertes fr i;-™, tif sofort verkäuflich gegen 1�## 57 Ucff. I, ff• Bar-Oeld 120000 M. 30 000, lO OOO, 5000 M. 6 x 1500 10 x 750 10 x 200 20 x 100 30 x 50 9000 IN. 7500 2000 2000.. 1500 100x30= 3000 I». 200 x 10= 2000„ 1500 x 5= 7500„ 13500 zusanimen = 40500.. I www m 0 II 11 tat« 20 M., Porto und Liste-t, LOS» 8 C Mi 30 Ff., empfiehlt and versendet ä* General- SchaeleF Bankgeschäft OQsseldorf. Debit_ HTTlron, 0. Alexanderstr. 54. H. Hinrioh», N, Danzigerstr. 1. Jul. Hahlo, W, Unt. d. Linden 13. B. Kirchner, SW, Friedrichstr. 206. F. Schwerdtfegsr& Co., NW, Friedrichstr 149. W. Seifert, N, Brunnenstr. 48. 1. Miloslawski, NW, Unter den Linden 61. H. Jacobi, N, Elsasserstr. 36. C. Leipziger, 0, Rosenthalerstr. 53. S. 1. Bäsch, C, Königstrasse 56/57. Croner«Co., W, Passage 8. Rad. Jasephy« Co., 62. Königstrasse, gegenüber d. Hauptpost. SW. Lindcnstraste 69, Laden. Wir empfehlen Schriften von August Sebel: Tie Kaiser-Reden im Reichstage und die Socialdemokratie. M.—,20 Attentate und Socialdemokratie. M.-.10 Nicht stehendes Heer, sondern Volkswehr. M.— ,30 Die wahre Gestalt des Christen- tnmS(Etüde sur les dootrines sociales du christianisme). Von Joes Kuyotund Sigismund Laeroix. Uebersetzt von einem deutschen Socio- listen.' M.—,50 Glasten zu Dves Guyots und Sigismond Lacroix'„Die wahre Gestalt des Christen- tumS«. Nebst einem Anhang: lieber die gegenwärtige und künftige Stellung der ,�rau. M.—.30 Die Handhebing des Vereins- und Versammlungsrechts im Königreich Dachsen. M. 1,— Der September- Kurs vor dem Reichstage. M.—,15 Christentum und Soeialismus. Eine religiöscPolemik zwischenHerrn Kaplan H 0 h 0 s s in Hüffe und Bebel. Neue Auslage mit einem neuen Vorwort. M.—,10 Die Soldateumisthandlungen. Verhandlungen des Reichstages vom 10. und 21. März 1903. M.—,25. CharleS Fourier. Sein Leben und seine Theorien. Mit einem Porträt Fouriers und einer Abbidung des Phalansteres. Gebd. M. 2,50 Die Frau und der Soeialismus. M. 2,—; gebd. M. 2,50 Zur Lage der Arbeiter in Backe- reien. M. l,— Gewerkschaftsbewegung und politische Parteien. M.—.15 Socialdemokratie und Centrum. 234-2-' M.—,20 Hont«, Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8-/2 Uhr, im Gewerkschastshause, E»g:l-Ufer 15: Neckaukiismiiililtl-Kechmmlmlg samtlicher Bezirke und Branchen. Tagesordnung: 1. Bericht über Streiks und Differenzen. 2. Bericht über die Verchandlungen mit den Unternehmer-Vereinigungen über Ein- jetzung einer Schlichtungskommission. 3. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt mutz vertreten sein. Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert.__ 90/19_ Die Ortsverwaltung. Nmiii fonalkaiDllr. GM- n.Sdjiinliioittc Berlins und Clmgegend. Freitag, den 18. d. MtS., nachm. 3>/z Uhr, beim Kollegen Wille, Brunncnstrage"l88: DBF" Versammlung."MK Tagesordnung: 1. Beratung unsrer Vcrbandsstatuten. Referent: Koll. Faul littin. 2. Ausnahme neuer Mitglieder. 3. Vercinsangelegenheiten, u. a. Bericht der Einkauss-Kommission. Berichterst. Koll. 0. Fischer:„Unsre Weihnachts, bescherung". Hierzu werden Meldungen beim Vorsitzenden bis zum 17. d. M. abends entgegengenommen. 70/2 »«i- V«?Gt«i>d. I. St.: Ferdinand Ewald. Partiewaren- jujIJ"(Ür f8r,'8e H8rren' u' Teilzahlung; (wöchentlich nur 1 M.) Herren- u. Damenuhren Regulateure Broschen Ohrringe Ketten etc. lubre 4 König, Warfchauerstr. 73 Kays Knaben-Garderoben 1. Etage. KosenthaIcrf«tF. GO. Ecke Steinstrasse, 1. Etage, offoriort: Einen Posten Winter-Paletots.,. ,r dio früher bis 60 M. verkauft jetzt von o /. 51. an Einen Posten Merren-Anzbee•.,. ,r dio früher bis 58 M. verkauft jetzt von 7 /, M. an Einen Posten Bnrschen- Anzüge nnd Paletots jetzt von 5=/, M. an die früher bis 40 M. verkauft Einen Posten Herren Hosen die früher Iiis 20 M. verkauft Einen Posten Joppen nnd Jaeketrs dio früher bis 25 M. verkauft Einen Posten Knaben- Anzüge nnd Paletots jetzt von 1°/« hl. an dio früher bis 25 M. verkauft Einen Posten Schlafröcke die früher bis 48 M. verkauft Einen Posten einzelne Westen, ,,, ,, dio früher bis 10 M. verkauft jetzt von!■/, 31. an „ A vanti" sootl» I.Etage. Rosenthalerstr. GO, Ecke Steinstrasse. I.Etage. jetzt von l1/, M. an jetzt von 3!/j M. an jetzt von 8 M. an Sngroshatis Simon Westmann Danicnifiäntcl, Jacketts, Rocke, Kostüme ' u W.p SKohrenstrasse 87a, an der Jerusalemerstrasso, �Filiale: 0., Grosse Trankfurferstrasse 115, an der Andreasstrasse, verkauft, soweit der Vorrat reicht, ihre berühmten Fabrikate, Im Hanpt- Oeschüft sowie Filiale, von einfachsten bis zn eleganten Genres in Jacketts, Capes, Paletots, Kostüme, Abendmäntel, Modelle, Reisemuster und Kopien letzt nach beendeter Engros-8aison an das werte Publikum zu 6, 8, 9, 10, 1», 15, 18, SO. Ä»,»4, 30, 35, 40-156 Mk, welche früher weit über das Doppelte gekostet haben. 7ür starke Samen elegante Tranenmäntel in Zibeline, Ssttimo u. Seidenpliiseh DSP wdt unter preis!""MK TraueMbteiiung: Grosse Auswsbl in Widern, Wen, Zlöeken. Itostumkn sie. zu sehr billigen Preisen. 3366L� vbne irgend welche Kaulverpllichtnng ersuche ich HSllicvst mein Angebot zu prüien. hionnta�s�geüMaelL cilrjstbsllmsellmuet. Ksü88tg8 Speeigl-KeLlZbzft. -«egründet 1878. Kühnert& Co., Berlin S., Bitterstr. 90. Gtanverzierungen, Lamettasachen in gr. Auswahl, Lichthatter, künsH. Schnee, Engel, Eiszapfen, Guirlanden, Sterne, Sonnen, Konfokthalter, Engeishaar, Lametta, Wunderkerzen, Silberregen, Dekorationsblumen, GIficksflguren, Neujahrsscherze eto. Verkauf nur en gros. Nickel-Remont.-Uhren von 5 J£. an SHb. Remont.-Uhren„ 8„ Gold. Remont.-Uhren„ 15„ Regul.-Mussb.-Uhren„» B Reell« schriftllche Garantie.. E. Möbis Koppen• Strasse ��3 Min. v. Schi. Bahnh. Mark Per s�-Rute, neues Parzellierungsterrain, prima Garienboden, Strasienland gratis. 2-/.M.0. Berlin.-/.M. Bahnhof, herrliche Lage. verk. -Schulz, Rixdors, Lenaustr. 12. Gardin., Por» I vppIvllvD ti«rcn liefert Spec.-VersandHaus, das sonst nur geg.' bar verkauft, ausnahmSw. aus Abzahl. aber nur rellen Leuten billig. Offerten E., 2" Exped. d.�b 270b» e, g. m. b. h. Hamburg,"isr Vertreter firSerlin und provin; Lrandenburg: Uäo Stsngenderg, ggslin 50., KopmctonsKr. 20a, empfiehlt zum Weihnachtsfeste Präsent-Kistchen zu 35, 50 und 100 Stück in allen Preislagen. Verkaufsstellen: Fabrlklager: Berlin SO., Kopnickerstr. 30a, Part. Berlin M.: Heinrich Ufeft, Veterancnstr. 6. Th. Weyland, Coloniestr. 35. „Voran", Pantstr. 33d. Berlin 0.: Paul Arnoldl, Stranstbergerstr. 35. „Voran", Jufterburgerstr. 3. Berlin SO.: Fritz Fischer, Manteuffelstr. 10. „Voran", Waldemarstr. 65. Rlxdorf: Kob. Krüger, Pannierftr. 10. Karl Hcyer, Hermannstr. 36. Wilh. Conrad, Hermannstr. 50. KBpenick: Franz Weber. Kietzerstr. 40. Aug. Voack, Grünauerftr. 1. C. Kupke, Färberstr. S. Adlershof: Ernst Tost, Bismarckstr. 10. 36922*) (lerMeateriunfiBeriils- Bezirk Berlin-Brandenburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 13. d. Mts. unser Kollege Lrieh Zehoeomg (OrtS- Krankenkasse der Stein- drucker und Lithographen) an Lungenkatarrh nach kurzem Leiden verstorben ist. 293/5 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 16. Dezember, um 2 Uhr nachmittags aus dem Georgen-Kirchhose in Neu-Weiffen- see, Rölkestt. 93—123. _ Ter Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Nachruf. Den Mitgliedern zur Kenntnis, datz der Kollege, der Tischler Mm Sctmickeiräerg am 10. Dezember verstorben ist und am Sonntag, den 13. De- zcmber zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken I 90/20 Oie Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Isolierer Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Wilhelm Präkel am toonntag, den 13. Dezember, verstorben ist. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Zions- Kirchhose in Nieder-Schönhausen statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 41äb Der Vorstand. Central-Veriiani tier Maurer Deutsetilanils. z*t5Ze'm Am 12. d. Mts. starb treues Mitglied unser /lllgust Raasch Münchebergerstr. 30, an Influenza im Alter von 69 Jahren. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet heute nachmittag 31/3 Uhr von der Leichenhalle dc-> Andreas- Kirch. hoscS in Wilhelmsbcrg aus statt. 298/11 Oie Verbandsleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme bei der Beerdigung meines mir so plötzlich entrissenen Mannes, unsres guten Vaters, des Gürtlers Albert Ernst, sage hiermit allen meinen herzlichsten Dank. Witwe Unna Ernst nebst Kindern. Orts-Krankenkajfe der Gürtler. Die Wahl von 200 Vertreterl der Kassenmitglieder zur Generalversammlung findet am Sonntag, den 30. Da zember, im Gewerkschaftshausa Engel-User 15, eoaal Hl, statt. Der Wahlakt beginnt um S Ith» vormittags und endet um 3 Ith» nachmittags. Wähler sind sämtlich» großjährigen Mitglieder. 4021 Rur Mitgliedsbuch legitimiert. Berlin, den 15. Dezember 1903. Per Vorstand. _ G. Kneift, Vorsitzender. Kinderwagen, Kinderbettstellen, Puppenwagen, Trinmphstühle, Kindcrmöbcl etc. Grosstes Spezialgescliaii | Berttn o.t Andreasstr. 23. IL Geschäft; Brunnenstr. 65, IlTL, Btusselstr. 57, |rv., Lelpzisorslr. 64-55. Verkauf Hof, Fabrikgebäude. |— ioom Mark Belohaug»» 1 sahlejedem, der mir iaüerlin ein I grösseres äpesialgesobaft m der 1 Branche, al s d. xuota, nachweist.' | Billigste Preise. Katalog gratis. Beraniwortl. Redakteur: Julius Kaliski in Berlin. Jnferateutell verantwortlich: Dh. Glocke in verlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Lerlagsanftalt Paul Jinzer& Co., Beritt: SW