Nr. 136. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wochentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn a Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Beitungs- Preislifte für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern sprech- Anschluß: 3mt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 14. Juni 1892. Der internationale Bergarbeiter- wendigkeit begriffen, ben Achtſtundentag für die Berg: Kongrek. Mit dieser, zwar sehr natürlichen, aber überaus gefähr = Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Ueberlicht. Bedenke wohl: Berlin, den 13. Juni. als gefeggeberische Maßregel, als Staatsgesetz zu fordern. Für den Achtstundentag im Prinzip" ist seit Langem die gesammte englische ArbeiterDas Molochspiel wird immer lebhafter. Das: Er Von kapitalistischen Organen, die nach der bekannten schaft, jedoch infolge der eigenartigen Entwicklung Englands will, er will nicht folgt sich in immer rascherem Tempo Bourgeoistaltik die Arbeiterbewegung dadurch zu vernichten" wurde die Arbeiterklasse dort in Vertretung ihrer Klassen - entsprechend dem wachsenden Hunger des Nimmersatts. suchen, daß sie sich und Andere über dieselbe anlügen, wird interessen einseitig dem Gewerkschaftsgebiet zu- und von dem alle er will" und„ er will nicht" haben aber das Eine mit Genugthuung festgestellt", daß auf dem diesjährigen politischen Gebiet abgelenkt, so daß es zu einem Glaubens mit einander gemein, daß der Moloch sehr viel will, internationalen Bergarbeiter- Kongreß, der vorige Woche in artikel wurde, den Klassenstaat den herrschenden Klassen zu wann er wollen wird. Und er wird möglichst bald wollen. London tagte, weder so viel Arbeiter vertreten, noch so viel überlassen, und die Emanzipation der Arbeiterklasse durch Er hat Eile. Jeder Tag steigert seinen Appetit. Und Du, Delegirte anwesend waren", als auf den beiden ersten inter- gewerkschaftliche Selbsthilfe zu erkämpfen. Die Leser er- Michel, bedente, Du bist es, Dein Fleisch und Dein Blut, nationalen Bergarbeiter Kongressen: dem zu Paris im innern sich, wie der englische Gewerkschaftstongreß, nachdem das er fressen will, und auf das er die Zähne weht. Jahre 1889 und dem zu Brüssel im vorigen Jahre. An er sich 1890 unter dem Einfluß des Pariser Kongresses für dieser Behauptung ist nur so viel richtig, daß auf den den gesetzlichen Achtstundentag erklärt hatte, im vorigen Nicht um Millionen handelt es sich diesmal, nein um beiden früheren Kongreffen größere Bahlen vertretener Ar- Jahre wieder theilweise in den Sumpf der gewerkschaft Hunderte von Millionen, um Milliarden! beiter angegeben wurden, daß es sich damals jedoch nur um lichen Selbsthilfe zurückfiel. Michel, ermanne Dich und werde hart! muthmaßlich e Schäzungen handelte, die der Wirklichkeit nicht entsprachen. Die Mandate waren, wie das bei ersten lichen Jllusion, welche der englischen Arbeiterbewegung Jahr Anzeiger"- trat heute eine Konferenz von Vertretern ber Jm Reichs- Versicherungsamt- meldet der ReichsVersuchen begreiflich und unter den obwaltenden Verhältzehnte lang ein Hemmschuh war und das Einschwenken der Anzeiger" greiflich, zum Theil sehr allgemein gefaßt, so daß z. B. englischen Arbeiter in die große Armee der internationalen missarischen Berathungen über verschiedene Fragen aus dem verhinderte, die englische Bergarbeiter hatten befragt werden können, als vertreten aufgeführt brochen, und zwar gebrochen unter Umständen, die einen stischen Materials zum Zwecke der fünftigen Bemessung der aufgeführtschaft auf dem internationalen Bergarbeiter Kongreß ge- Auf der Tagesordnung stand u. A. die Gewinnung stati ge- Auf wurden. Als positiv unrichtig, und auch jedes Scheins von atavistischen Rückfall unmöglich erscheinen lassen. Begründung ermangelnd, wird es uns dagegen bezeichnet, Versicherungsbeiträge, sowie die Frage, ob und in welcher daß die Zahl der Vertreter( Delegirten) auf den früheren Die englischen Bergarbeiter stehen jetzt an der Spitze Weise die Mittel der Versicherungsanstalten zum Theil für Rongressen eine größere gewesen, oder als eine größere an- des fämpfenden und gewerkschaftlich organisirten englischen die Erbauung billiger Arbeiterwohnungen( Arbeiterheime mit gegeben worden sei. Proletariats, und ihr Vorgehen ist daher maßgebend für Garten 2c.) verwendet werden können. In Wirklichkeit war die Zahl der vertretenen Arbeiter die übrigen Arbeiterorganisationen Englands. Und mit auf dem jetzigen Rongreß eine weit größere, und die Vertretung der Ueberwindung jenes Hindernisses ist der entscheidende Wie's gemacht wird. In der Kreuz- Beitung" vom eine weit beffere und vollständigere als auf einem der zwei Schritt gethan, der aus dem Frrgarten reingewerkschaftlicher, 11. Juni- Abenbausgabe, Abtheilung für Handel, Ge früheren Rongreffe. Und wir haben ein Recht zu sagen, die politische Partei- Aktion ausschließender Taktik in die, werbe und Industrie" befindet sich folgende Notiz: daß der internationale Bergarbeiter- Kongreß des Jahres nothwendig revolutionäre, politische Aktion und zur Sozial-" Berlin, 11. Juni. Vor etwa acht Tagen sind aus 1892, obschon er noch nicht Vertreter der gesammten demokratie führt. dem Privatkabinette des Herrn von Hansemann die Bergarbeiterschaft Europas die Amerikaner hatten üblichen Gratifitationen an die Handels. Auf die nächsten Wahlen, die schon in wenigen Wochen rebatteure der Berliner Beitungen, soweit leider noch keine Delegirten geschickt enthielt, doch stattfinden werden, kann dieser Umschwung noch keinen aus dieselben ihre Visitenkarten zu diesem Zwed nicht nur die bis jetzt vollständigste Vertretung der Berg- schlaggebenden Einfluß ausüben, allein er schafft eine neue eingesandt hatten, verschickt worden, und zwar einige arbeiter bildete, sondern thatsächlich die gesammte organisirte Grundlage des ganzen politischen Lebens in England, und Monate vor Fälligkeit der üblichen Halb. Bergarbeiterschaft der alten Welt vertreten hat und daß bedingt die völlige Umgestaltung des englischen Parteiwesens.fahrs Gratifitationen. Wir gehen wohl nicht auch die Bergarbeiter der neuen Welt mit seiner Haltung und seinen Beschlüssen einverstanden sind. Und in England, wo die Zahl der städtischen Industrie- fehl, wenn wir diese Vorausbezahlung in Verbindung Und wenn wir bedenken, daß die Bergarbeiter die best bevölkerung nach dem legten Zensus über zwei Drittel bringen mit den Vorbereitungen zur Emission der organisirten, zahlreichsten und kampffähigsten Gewerkschaften der Gesammtbevölkerung beträgt, wo die städtische Bevölke- neuen rumänischen Anleihe, deren Vorzüge zu der Welt haben, und daß ihr letter Kongreß durchweg von rung die ländliche um mehr als das Doppelte übertrifft, schildern und deren Nachtheile zu verschweigen, bem Geiste der internationalen Solidarität beherrscht war, und wo auch die ländliche Bevölkerung zur größeren Hälfte sich die Herren Handelsredakteure mit 300 bis so drängt sich uns die über das Gewöhnliche hinausragende bewußt proletarisch ist, heißt das Eintreten des Proletariats 1500 Mart je nach der Größe ihrer Zeitung bezahlen Bedeutung auf, welche dieser Kongreß als solcher, an sich in die politische Aktion: Sieg der Sozialdemo- laffen." schon, durch das bloße Gewicht der in ihm vertretenen tratie, Emanzipation der Arbeiter. Maffen und materiellen wie ideellen Kräfte besitzt. # Wir werden zunächst die Wirkung dieser Notiz ab warten. Wenn Herr von Hansemann die Kreuz- Zeitung" Aber auch durch seine Leistungen und sein Thun ist nicht schleunigst und aufs Schärfste dementirt und nicht dieser Kongreß hochbedeutsam geworden. Und hier steht in moment, wo das englische Proletariat fich zu diesem epocheEin guter Wit der Geschichte" ist es, daß im selben schleunigst Anstalten trifft, die unbegründetheit der Beerster Linie der Beschluß zu Gunsten des A cht ſtunden- machenden Schritt entschließt, einige konfuse Köpfe in Deutschland, schuldigung nachzuweisen, so ist eine beispiellose Korruption tags. Wohl schwangen fich die englischen Bergleute noch die ihren reaktionären Zopf unter einer baumwollenen Jakobiner: festgestellt oder richtiger, so ist in einem bestimmten Fall nicht dazu auf, schlechtweg den allgemeinen achtstündigen müze verstecken, mit„ revolutionärer" Zwergtitanen- Begeisterung die Korruption festgestellt, welche unzweifelhaft vorhanden Normalarbeitstag zu fordern, allein sie haben die Noth sich in diesen Frrgarten hineinstürzen. ist. Herr von Hansemann aber hätte dem berühmten Wort Feuilleton. Macbrud verboten.) [ 136 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern mit großem Fleiße ausgearbeiteten, von unseren Sach" Daß die Freiheit erblühe!" fügte Wießner hinzu. verständigen geprüften Plane. Dieser Plan berechnet die Daß wir Alle ein fröhliches Wiedersehen feiern!" Zeit und die Art und Weise des Gegenangriffs seitens der wünschte Frank. Truppen und zeigt wie bei einem Schachspiele die ver- Und daß es uns nie an einem guten Glas Wein fehle!" schiedenen Züge an, die wir in dem einen oder anderen schloß der Philosoph höchst prosaisch und zog sich dadurch möglichen Falle zu thun haben. Für alle weiteren zu er einen zornigen Blick Olga's zu. greifenden Maßregeln sind die Mannschaften bestellt Lange aber rief mit warnender Stimme: So wohl. und ihre Anführer instruirt. Und nun, da alles Nöthige besprochen, ist es wohl an der Zeit, daß wir Geächteten thätig auch der Humor selbst bei tragischen Situationen zur unseren Zufluchtsort aufsuchen und die Damen nicht länger Hebung der Gemüther wirken mag, so hoffe ich, wird doch von A. Otto Walster. behelligen. Sie, Herr Mensch, erweisen uns einen wesent- Reiner von Ihnen vergessen, daß die Situation eine äußerst " Halt, meine Herren," rief aber Lange abwehrend; ich lichen Dienst, wenn Sie die zurückbleibenden Herren in ernste ist, daß wir verantwortlich find für Leib, Leben, Glüc fagte Ihnen, daß die Befreiung unserer Freunde in guten der Pflicht, die Damen nach Hause zu geleiten, unterstützen, und Frieden von Tausenden Derer, die uns Alles vertrauen und deren Angehörige. Erhoffen Sie auch keine Gnade von Händen liegt; wir wollen in solcher ernſten Zeit keine denn es würde für Lettere nicht rathſam ſein, zu solcher Seiten Derjenigen, gegen welche wir die Waffen zu ergreifen Thorheiten, nichts Muthwilliges, nichts Ueberflüssiges unter- Stunde und unter solchen Umständen sich allein in die nehmen. Jeder thue auf seinem Posten Alles, was der Straße zu wagen. Verehrte Herrschaften, nehmen Sie unsere gezwungen sind. Diese Leute, welche in einem Raffmaus, Poften verlangt, alles Uebrige ist vom Uebel." Entschuldigung wegen der langen Belästigung und hoffen einem Benjamin, einem Rollmann und Rollfuß ihren nieder, und Lange fuhr fort: Die Beiden setteu sich, der Mahnung gehorchend, Sie mit uns auf ein baldiges Wiedersehen in der Freiheit." schärfften Ausdruck erhalten haben, würden uns jeder Zeit " Wollen die Herren nicht erst ein einfaches Abendbrot im tiefsten Frieden mit Wonnegefühl ermordet haben, wenn fie gefonnt hätten, ihre Mordlust wird ohne Grenzen sein, " Die nächsten Unternehmungen werden ungefähr, ich bei uns einnehmen?" fragte Frau von Sokolow. meine: unvorhergesehener Ereignisse nicht zu gedenken, sich" Wir sind sehr dankbar für die freundliche Einladung, wenn wir uns von ihnen besiegen lassen. Mit diesem Bes folgendermaßen vollziehen: In derselben Zeit, in welcher aber unsere Stunde hat geschlagen und unser Abendbrot mußtsein, Freunde und Kameraden geht in unseren guten Iwan seinen Handstreich gegen das Zeughaus ausführt, haben wir in der Tasche," erwiderte Lange. werde ich an der Spitze eines ausgewählten Trupps das Nun, dann wenigstens ein Glas Wein," bat die Die Flüchtlinge eilten nun ungefäumt von dannen. Rathhaus zu gewinnen trachten und es nöthigenfalls mit freundliche Wirthin von Neuem. Gewalt wegnehmen. Wenn ich bei dieser Gelegenheit persön- Richtig, ein Glas Wein," rief der Philosoph, ich lich anführe, so thue ich es nicht nur, um dem Vorwurfe aus habe über dem Neden ganz vergessen, daß ich schon halb dem Wege zu gehen, als habe ich aus sicherer Entfernung verdurstet war." Jivan rief dem Diener, der schon seit beinahe einer zeigen, daß Jeder von uns entschlossen ist, für die Volkssache Stunde mit dem Weine in der vorgeschriebenen Entfernung nöthigenfalls mit seinem Leben einzustehen. Um so mehr wartete. wird man uns Vertrauen schenken. Unmittelbar darauf| beginnt die weitere Aktion nach dem vom Lieutenant Sommer! greifend. Daß die Volkssache siege!" rief Lange, ein Glas erKampf." Auch die Damen wollten aufbrechen, aber Frau von Sokolow bat sie, noch einen Augenblick zu verweilen und sprach: Die Herren haben mit großer Umsicht berathen und beschlossen, aber sie haben nicht daran gedacht, daß ihre Thaten Opfer verlangen werden. Sie haben an den Kampf gedacht und nicht an die Verwundeten. Füllen wir dieje Lücke aus; sammeln wir so schnell als möglich eine Anzahl: von opferfreudigen Mädchen und Frauen um uns und rüsten, wir uns zu Werken der Barmherzigkeit. Wir werden so ges feines Vaters: In Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf, eine eigenthümliche Illustration gegeben. Sollte Herr von Hansemann stumm bleiben, so wird die Kreuz Beitung" hoffentlich desto beredter werden. Die Fortschrittler in Bayern. Unter dieser Spit marke meldeten wir vorige Woche, die bayerischen Fortschrittler hätten die Absicht bekundet, einen Antrag auf Einführung einer progressiven Einkommensteuer in der Rammer zu stellen. Wir fügten hinzu: Eine progreffive Einkommensteuer ist von den bayerischen Sozialdemokraten schon vor vielen Jahren befürwortet und in verschiedenen städtischen Verwaltungen, z. B. wenn wir nicht irren der von Nürnberg, auch durchgefeht worden." " " ein Mensch, zu Hause ein Hund." Die Arbeiter des Oftens keinen Grund, den Aufschub zu verweigern, denn sie hat haben die Kultur des Westens gekostet, sie wollen von der Aussicht, daß ihre Lage fich fortwährend verbessern, die der Leibeigenschaft nichts mehr wissen sie wollen nicht länger Regierung fich entsprechend verschlechtern wird. Jedenfalls " Hunde" sein( Bamberger's*) giebt's zum Glück nicht unter ist es eine schwere moralische Niederlage für die Regierung, ben Arbeitern) sondern Menschen. daß sie den Kampf jest nicht aufzunehmen wagte und die Gnade der Linken erbetteln mußte. Die Monarchie, die Wahlmüdigkeit. Zu den zahlreichen Flausen und Dynastie hat damit das Bewußtsein ihrer Schwäche ver Lügen, mit denen die Kartellmehrheit des Reichstags vor rathen und dies fann ihren Gegnern, oder sagen wir vier Jahren ihren Plan, die Legislaturperioden zu verlieber ihren Feinden, die nicht blos auf der Linken, sondern längern und das Wahlrecht zu verkürzen, dem Publikum auch auf der Rechten zu suchen sind, nur willkommen und mundgerecht zu machen suchte, gehörte auch das Märchen förderlich sein. Es hat fast den Anschein, als sei der König von der sogenannten„ Wahlmüdigkeit", die sich des deutschen von Italien dazu ausersehen, die Rosten der Annäherung Boltes bemächtigt habe, weil es zu oft wählen müffe, und des Bapstes an die französische Republik zu bezahlen. die überhaupt die natürliche Folge häufigen Wählens sei. Nun die Kartellmajorität sette ihren sauberen Plan Hierzu schreibt nun uns berichtigend die Fränkische Tagespoft": Die Brutalitäten der franzöfifchen BourgeoisWit Recht hat der" Borwärts" bezüglich des letzten fie den Oppositionsparteien gegraben, selber gefallen ist. den sozialistischen französischen Abgeordneten in der Rammer durch, und wir wissen, wie ergöglich sie in die Grube, die republik gegen sozialdemokratische Arbeiter werden von Sages vorsichtigerweise hinzugefügt: wenn wir nicht irren", denn allerdings irrt hier der Vorwärts" ganz bedeutend. Wie es sich aber mit der sogenannten„ Wahlmüdigkeit" bei zur Sprache gebracht werden. Unsere französischen Genossen Abgesehen davon, daß in Bayern die Gemeinden häufigem Wählen verhält, das zeigt uns das Volk der wünschen aber im Interesse der Sache, daß die betroffenen überhaupt nicht berechtigt sind, irgend welche birekte Vereinigten Staaten. In feinem Land wird Arbeiter ihnen selbst beglaubigte Mittheilungen Steuern, sondern nur Umlagen zu erheben, die nach dem häufiger gewählt, und in keinem Land find die Wahlen so machen. Wir rathen den Ausgewiesenen, sich einen Soll der direkten Staatssteuern prozentual zu berechnen find, lebhaft und so lebendig. Alle vier Jahre Präsidentenwahl, Rechtsanwalt zur Hilfe zu nehmen, mit deffen Hilfe ihre so würde die fortschrittliche Gemeindevertretung und Ber alle Jahre Staaten- und Gemeindewahl, alle zwei Jahre Beschwerde aufzusehen und die Unterschriften beglaubigen waltung Nürnbergs, selbst wenn sie das Recht dazu hätte, Wahl für das Repräsentantenhaus, alle sechs Jahre Wahl zu laffen. Die Kosten werden selbstverständlich von der jedenfalls die letzte sein, die auch nur im Traum daran denkt, für den Senat( indireft)- mein Liebchen, was willst Du Partei getragen. eine progressive Einkommensteuer in Wirklichkeit einzuführen. Die Schriften sind zu richten an Lafargue oder Ferroul, und einfach zu adressiren: Chambre des Députés, Baris. M " Es scheint hier eine Verwechselung zu Grunde zu liegen. Die noch mehr? Kurz, in Amerika ist immer Wahlbewegung, städtischen Kollegien Nürnbergs haben allerdings im Verein und in keinem anderen Lande der Welt betheiligt das mit anderen Städten eine Petition an die Abgeordnetenkammer Bolt sich so eifrig an den Wahlen wie dort. Daß die gerichtet, daß die Haussteuer entsprechend abgeändert oder an nationalliberalen Hampelmänner, wahlmüde" find, bezweifeln deren Stelle eine Einkommensteuer gefeßt werde. Daß es aber wir allerdings nicht. Aber sie können ja zu Haus bleiben. Die Wahlen in Belgien. Morgen- am 14. Juni der fortschrittlichen Nürnberger Stadtvertretung, so wenig wie Niemand wird sie und ihre besten Männer" vermissen. finden die Wahlen für die konstituirende Versammlung dem Verein Freifinn" in Nürnberg, der bekanntlich jüngst mit statt, d. h. für die belgische Kammer, welche berufen ist, die Pomp dekretirt hat: daß die Deutschfreifinnigen im nächsten Der 1. Mai in Rußland. In Nr. 131 unseres Verfassungsrevision vorzunehmen und über die Frage des Landtag einen diesbezüglichen Antrag einzubringen haben, Blattes( 1. Beilage S. 3) veröffentlichten wir, nach der Stimmrechts zu entscheiden. Da die konstituirende Kammer ernst mit der Einführung einer progressiven Einkommensteuer Wiener Arbeiterzeitung", einen Bericht über eine Maifeier nach dem alten verfumpften Benfus- Wahlrecht gewählt wird, ift, dies geht abgesehen von allem Anderen zur Evidenz schon allein aus dem Berhalten der bisherigen beutsch freifinnigen" in Petersburg. Dieselbe sollte am 1. Mai 1892 ftatt- so wäre es thöricht, an das Ergebnis sanguinische Hoff bayerischen Abgeordneten hervor. In der Sigung der bayerischen gefunden haben. Es ist diese Beitangabe, wie sich nach nungen zu knüpfen. Die Arbeiter als solche werben, weil Abgeordnetenkammer, in welcher die genannten Petitionen in Be- träglich herausgestellt hat, ein Ferthum. Statt 1892 muß nur eine winzige Minorität von ihnen das Wahlrecht hat, treff der Haussteuer zur Berhandlung famen und die Petitionen es heißen 1891. Die Verwechselung ist dadurch entstanden, bei dem morgigen Kampfe nur die Rolle von Zuschauern felbst der Regierung zur Kenntnißnahme"( gleichbedeutend mit daß der Bericht, welcher der" Free Russia"( Freirußland") haben- soweit sie das Wahlrecht befizen, werden sie es dem Werfen in den Papierforb) übermittelt wurden, erinnerte entnommen ward, in der diesjährigen Mlainummer felbstverständlich ausüben, und zwar theils für eigene Rans ber tgl. Staatsminister von Riedel die Abgeordnetenkammer dieses Blattes veröffentlicht ist, die jedoch am 1. Mai schon didaten, theils für liberale Kompromiß Kandidaten. Für daran, daß diefelbe schon einmal einem von der Regierung in gebrudt war, also nicht in der Lage sein konnte, über fleritale Kandidaten werden, wie wir dem Peuple" ents Vorschlag gebrachten Gesezentwurf einer progressiven Ein- einen Vorgang des 1. Mai dieses Jahres( 1892) zu be- nehmen, die Arbeiter nirgends eintreten. Die Partei- Drdre tommensteuer so wenig Sympathien entgegengebracht habe, daß die Regierung diesen Entwurf wieder zurückgezogen habe. Die richten. Uebrigens ist auch abgesehen von Polen ist: daß die Arbeiter jedes Orts, da überall bie lokalen Regierung werde daher erst dann ein solches Gesetz wieder ein- das Maifest der Arbeit auch im gegenwärtigen Jahr in Berhältnisse andere find, ihre Taktik den lokalen Verhält bringen, wenn aus der Kammer heraus ein solches Verlangen Rußland begangen worden, und wir hoffen bald einen Bericht nissen anzupassen haben natürlich im Rahmen des Parteis fich unzweideutig fundgebe. Und hierauf hüllten sich die Land- veröffentlichen zu können. programme. Mit Recht hebt der unermüdliche Bolders boten von rechts und links in ein beredtes Schweigen, inklusive der fortschrittlichen" Abgeordneten Nürnbergs. Das genügt Die italienische Krise ist vorläufig vertagt. Giolitti imPeuple" hervor, daß die eigentliche Arbeit der Arbeiter wohl, um den Humbug zu kennzeichnen, den der Verein Frei hat seine sechs Zwölftel bekommen und kann nun bis zum bas heißt: von Außen muß auf die Rammer gewirkt partei erst nach den Wahlen beginnt. Le dehors agira finn" fammt der fortschrittlichen Gemeindevertretung Nürnbergs Oktober fortwursteln", wie der parlamentarisch gewordene mit dem„ theoretischen" Verlangen der Einführung einer pro- Ausdruck lautet. Das Fortwursteln" ist ja in unseren die Losung des englischen Reformbill- Kampfes, wird auch werden- pressure from without Drud von Außen gressiven Einkommensteuer treibt. modernen Staaten, die am Kapitalismus und Militarismus die Losung des belgischen Kampfes um das allgemeine Wir dachten gleich, daß es mit diesem freifinnigen An- franken und vor dem Sozialismus Grauen empfinden, zum Wahlrecht sein. lauf nur Schwindel sei. herrschenden Regierungssystem geworden. Früher nannte Bezüglich Nürnbergs liegt allerdings eine Verwechslung man das: in den Tag hinein leben, von der Hand in den Spanisches. Aus Barcelona tommen seit einigen vor. Unsere Bemerkung gründete sich darauf, daß wir Mund leben ziel und planlos dem Augenblick die Tagen wieder einmal Alarmnachrichten. Am Sonnabend feiner Zeit von Nürnberg aus um Mittheilung des sächsischen Existenzbedingung für den nächsten Augenblick abringen, und hieß es, der Belagerungszustand fei proklamirt. Ein Tele Einkommensteuer- Gesetzes behufs Verwerthung in Bayern es schon als großen Erfolg, feiern, wenn man am Abend gramm vom heutigen Tage lautet: gebeten wurden. fich sagen kann: ich habe wieder einen Tag hinter mir, und bin noch da. Metternich drückte einen ähnlichen Gedanken Sehr erfreulich. Wir lefen in gegnerischen Blättern: in dem famosen: Nach uns die Sintfluth! aus. Wenn's Zur Sachsengängerei wird aus dem Regierungsbezirt Gumbinnen berichtet, daß die Nachfrage nach Ar- nur uns aushält. Nur daß das heutige Geschlecht etwas beitern das Angebot an solchen um ein Bedeutendes übersteigt. bescheidener geworden ist und sich nicht mehr zu der Trotzdem sind aber wiederum zahlreiche Arbeiterfamilien nach Hoffnungsfreudigkeit emporschwingen kann, die Sintfluth dem Westen der Monarchie gezogen. Auch im Regierungsbezirk werde warten, bis alle Fortwurftler" sich ruhig ins Grab Marienwerder hat die Sachsengängerei wieder in erheblichem gelegt haben. Herr Giolitti ift zwar fein Genie, aber Die größte Energie" heißt Infanterie, Ravallerie und Umfange begonnen. Dem infolge dessen auch in diesem Jahre er weiß doch sehr gut, daß er und sein König Artillerie. Wozu die ,, Arbeiterbelegirten" belegirt sind, wird vorhandenen Mangel an ländlichen Arbeitern ist durch Bu- Umberto Don viel Glück fagen müssen, wenn leider nicht gesagt. Der allgemeine Streit" aber ist eine laffung einer größeren Anzahl russisch- polnischer Arbeiter ab- die vier Monate vor den Neuwahlen ihnen nicht gewaltige fire Idee aller Ordnungsphilister und Angstmeier. BerStriche durch all' ihre Rechnungen machen. muthlich handelt es sich um eine gewöhnliche ArbeitsWir haben diese Nachricht sehr erfreulich genannt. Sie Die Debatten des Freitag und Sonnabend, obgleich einstellung. Und vielleicht fürchtet die Regierung auch ein zeigt nämlich, daß die Arbeiterbevölkerung unserer Dft zuweilen stürmisch, waren weniger leidenschaftlich und republikanisches Pronunziamento. provinzen nicht ausschließlich nach einer materiellen Besse- dramatisch als erwartet worden war, weil ihnen Giolitti geholfen worden. " " Barcelona, 18. Juni.( W. T.-B.) Die Arbeiters belegirten aus der Provinz sind hier eingetroffen, um den allgemeinen Streit zu beschließen. Man nimmt an, daß sich infolge deffen die Lage heute schwierig gestalten und Ruhestörungen stattfinden werden. Die Regierung hat beschlossen, denselben mit der größten Energie zu be gegnen." rung ihrer Lage strebt. Wo die Nachfrage nach Arbeitern durch seine demüthigen, einen Konflikt abweisenden Er- Aus Afrika kommen seltsame Nachrichten. Die bri das Angebot übersteigt, und gar bei Weitem" übersteigt, flärungen von vornherein das eigentliche Interesse gestische Ostafrika- Gesellschaft wolle das Königreich Uganda müssen die Löhne natürlich in die Höhe gehen. tonommen hatte. Die Schlacht ist aufgeschoben. Die Regie- aufgeben, und die Deutschen am Kilimandscharo wollten dem" wandern die Arbeiter fort. Warum?' eil sie rung fürchtete die Entscheidung, und die Opposition hatte einen Negerstamm ausrotten. Dieses wird nicht so leicht fein als jenes- ein Königreich aufgeben, daß man nie besessen hat, ist ein Kunststück, das selbst Bennigsen, der ewige Zukunftsminister, fertig brächte. mie Menschen behandelt sein wollen. Wir zitirten neulich das Wort eines Sachsengängers, dem es in Sunde sind wir ja doch!" sagte Abgeordneter Bamberger Sachsen keineswegs glänzend erging: Hier bin ich wenigstens in den siebziger Jahren, als er noch Leibeigener Bismarc's war. faßter und ruhiger die ersten Stunden verbringen, welche die Bukunft im Schooße hat." Sie eröffnen uns eine schöne, wenn auch traurige Thätigkeit", rief Helene erregt; ja, auch wir können etwas thun, auch wir können theilnehmen an dem hohen Werte. Und so laffen Sie uns keine Minute säumen, denn es will viel vorbereitet sein, wenn wir auch nur das Nothdürftigste leisten wollen. Meine Wohnung steht Ihnen zur Verfügung; sie ist günstig gelegen und hat Raum genug, Sie Alle aufzunehmen." Sobald wir hier den vorhandenen Vorrath von Leinwand und anderen brauchbaren Gegenständen zusammengesucht haben, werden wir Ihnen folgen," erklärte die Wirthin. Und nun brach die Gesellschaft in Eile auf. * * " Nun, Herr Mensch, gehen Sie denn nicht auch?" fragte Olga den allein zurückgebliebenen Philosophen. " Sobald Sie fertig sind, werde ich mit Ihnen gehen, benn meine Ritterpflicht erlaubt es auf keinen Fall, daß ich Sie diesen weiten Weg in einer solchen Zeit allein gehen Laffe." Wir werden auf jeden Fall fahren und die Dienerinnen mitnehmen." " Das werden Sie nicht thun, wenn ich bitten darf, benn Sie würden wahrscheinlich überall jangehalten werden. Die Stadt sieht nicht mehr aus, wie sie am Tage ausgesehen." Nun, dann entschuldigen Sie, denn ich muß Mama unterstützen." Thun Sie das, ich werde einstweilen dem Weine Gesell schaft leisten." Wie Sie nur so begierig auf ein sein können, das will sich doch für einen Philosophen gar nicht schicken. Das tommt auf die Schule an; ich meinerseits gehöre ju der des Epikur." Also ein Genußmensch? Das gefällt mir nicht, ich glaubte, Sie wären ein Stoifer." fünfziger Jahren." Dazu bin ich noch zu jung, das kommt erst mit den Und wenn Sie dieses Alter gar nicht erreichen?" " So fterbe ich als Epikuräer." „ Sie wissen doch auf Alles Antwort. Adieu einst weilen." ,, Welch' bezauberndes Mädchen," murmelte der Philosoph, indem er sich ein Glas Wein einschenkte. Wenn das noch eine Weile so fortgeht, dann geht mein ganzes Bischen Philosophie zum Teufel. Ich glaubte, nun wenigstens über die allergröbsten Thorheiten hinweg zu sein, aber es irrt der Mensch, so lange er lebt." Rönnt Ihr denn auch gut arbeiten?" " Bei guter Behandlung arbeitet jeder Arbeiter gut." " Und wißt Ihr denn auch, was für Arbeit auf Euch wartet?" Es ist uns draußen mehr als ein Zinken darüber ges steckt worden; es soll einmal etwas Anderes versucht wers den, von Volkswegen?" " So ist's, und Ihr seid entschlossen dazu?" " Ei num, wir denken, es ist nun endlich hohe Zeit. So kann's doch wahrhaftig nicht mehr lange fort gehen." Der Philosoph schenkte sich ein drittes Glas ein und versant in ein tiefes Nachsinnen über das, was er erstrebt Ihr sollt uns hier gleich einen Transport geleiten. und was ihm nicht gelungen, bis laute Stimmen auf der Seid Thr bereit dazu?" Straße ihn wieder an die Außenwelt erinnerten. Er bog sich über die Gartenmauer und rief: He! Arbeiter! tommt einmal her!" Was soll's?" erwiderten mehrere Stimmen. " 〃 Wo kommt Ihr denn her?" " Aus L., wenn's dem Herrn recht ist." Es muß mir schon recht sein; aber sagt, seid Ihr nicht einem Herrn Heinrich Mensch bestellt worden?" " von Das find wir." " Wallstraße 16?" " Das stimmt." " Nun, so wißt, daß ich Euer Arbeitgeber bin." " Um so beffer, dann werden Sie uns wohl zu einem Unterkommen verhelfen; es soll damit sehr hapern in der Stadt?" Sie sind der Arbeitgeber, wir haben hier nur zu ges horchen." Habt Ihr denn schon Abendbrot gegessen?" Wir haben das bis zu unserer Ankunft verschoben; aber wir halten's schon noch ein Weilchen aus." Kinder, das paßt mir nicht. Mit leerem Magen ist schlecht arbeiten, und wir haben vorläufig noch ein halbes Stündchen Zeit. Wie viel seid Ihr denn?" Wir sind unserer zwanzig von 2. aufgebrochen, haben aber zwei Marode zurücklaffen müffen." Und wer ist denn Euer Obmann?" " Der Erich Schlegel." So; Herr Schlegel, hier haben Sie zwanzig Thaler. Ein paar Häuser hier herunter, auf derselben Straßenseite ist eine Gastwirthschaft, dort stärkt Euch in aller Eile und kommt dann gleich wieder hierher." Soll das übrige Geld in der Kasse bleiben, oder soll es vertheilt werden?" " Das ist ganz unbestritten wahr, aber ich nehme Euch Alle in meinem eigenen Hause auf. Und hier zum Willkommen, einen Schluck Wein; Ihr könnt gleich aus den Flaschen trinken." Es bleibt in der Rasse. Heute Abend bekommt jeder Und ohne daran zu denken, daß diese Flaschen nicht Einzelne seinen Wochenlohn, und nun sputet Euch. sein, sondern der Frau von Sokolow Eigenthum, reichte er Ein prächtiger Schlag Menschen," murmelte der Phi eine nach der anderen über die Mauer den durstigen losoph; so schlicht und fernig. Herr Gott im Simmel, Arbeitern zu. wenn ich hundert Millionen Thaler hätte, ich würde bie Alle Wetter," rief der Eine, indem er nach kräftigem Welt umreißen. D, Ontel Seibenspinner, warum hast Du Schluck die Flasche einem Kameraden übergab, es scheint, mir so wenig hinterlassen, ich hätte Dir die brei daß wir gut angekommen sind. So einen Schluck habe ich hundert Thaler Pension auch noch im Jenseits bezahlt." mein Lebtag noch nicht auf der Zunge gehabt." Indem er hierauf die auf die Mauer gestellten Flaschen Zur a«ieri?anischen Präsidentenwahl. Die Demo kraten werden übermorgen ihre Konvention beginnen; es ist kaum zu bezweifeln, daß Cleveland einstimmig aufgestellt wird, und zwar ohne solch erbitterte Kämpfe, wie sie auf der republikanischen Konvention der Ernennung Harrison's vorausgegangen sind. Der republikanische Kandidat für die Vize-Präsidentschast, Whitelaw Reib, war bisher amerikanischer Gesandter bei der französischen Republik.— Unser langjähriger Mitarbeiter Leopold Jaeobh in Mailand, ist wie uns mitaetheilt wird, nicht unbedenklich erkrankt. Derselbe befindet sich in der Pflege seiner Freunde, welche mit uns hoffen, den verdienten Dichter des Pro- letariats recht bald und vollständig hergestellt.zu sehen.— Vttrlamsnksbortchlo. Abgeordnetenhaus. 7S. Sitzung vom 13. Juni. 11 Uhr. Am Ministertische: Thielen und mehrere Kommiffarien. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Gesetz- entwurfs über die Bahnen unterster Ordnung. Die Vorlage ent» Wt zwei Abschnitte: L Eisenbahnen, welche dem öffentlichen Verkehr dienen, und II. sonstige Eisenbahnen. Die Kommission hat die Titel geändert: I. Lokalbahnen. II. Privatanschlußbahnen. § 1 lautet nach den Anträgen der Kommission: Lokaldahnen sind die dem öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahnen, welche wegen ihrer geringen Bedeutung für den allgemeinen Eisenbahn. Verkehr dem Gesetze über die Eisenbahn- Unternehmungen vom 3. November IS3S nicht unterliegen. Insbesondere sind Lokal- bahnen der Regel nach solche Bahnen, welche hauptsächlich den örtlichen Verkehr innerhalb eines GemeindedezirkS oder benach- barter Gemeindebezirke vermitteln, sowie Bahnen, welche nicht mit Lokomotiven betrieben werden. Ob die Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Gesetzes vom S. November 1333 vor- liegt, entscheidet auf Anruf der Betheiligten das Staats- Ministerium. Die Vorlage lautet: Eisenbahnen, welch« dem öffentlichen Verkehre dienen, jedoch weder auf Grund des Art. 41 Abs. 1 der Verfassung des Deutschen Reichs angelegt und betrieben werden, noch auch dem Gesetze über die Eisenvahnunternehmungen vom 3. November 1833 unterworfen oder zu unterwerfen sind, bedürfen zur bau- llchen Herstellung und zum Betriebe polizeilicher Genehmigung. Bahnen, welche 1. hauptsächlich den örtlichen Verkehr innerhalb kiner Gemeinde oder zwischen benachbarten Gemeinden ver- Mitteln oder 2. nicht mit Lokomotiven betrieben werden, sind dem Gesetze über die Eisenbahnunternehmungen vom 3. November 1333 nur dann zu unterwerfen, wenn nach Entscheidung des Ctaatsministeriunis ihnen ein« solche Bedeutung für den össent- lichen Verkehr beizumessen ist, daß sie als Theile des allgemeinen Eisenbahnnetzes zu behandeln sind. Zweifel darüber, ob für eine Bahn die Voraussetzungen zu 1 und 2 vorliegen, entscheidet auf Anrufen Betheiligter das Staatsministerium. Abg. Im Walle beantragt zu§ 1») da? Wort.die" zu streichen und das Wort„dienenden" zu ersetzen durch.dienende", v) statt.der Betheiligten" zu setzen:.Der zuständigen Behörde (8Z l« und 2)". Abg. Jansen(Z.) tritt dafür ein, daß die Bezeichnung.Klein. bahnen" statt.Lokalbahnen" gewählt wird; im Uebrigen sind seine Ausführungen unverständlich. Abg. Krause(natl.) bezeichnet eS als eine Verbesserung der Vorlage, daß die Kommisston die Fieiheit der Unternehmer ae- sichert hat gegenüber der Willkür der Behörden. Es feie,, aber trotzdem noch manche Bedenken bestehen geblieben. Für die mit Dampf betriebenen Bahnen besteht für Preußen ein Rechtsboden; bedenklich ist das aber bezüglich der Pferde- «ahnen, welche dem§ 3 der Gewerbe-Ordnung unterstellt sind, wenigstens nach dem Urtheil des Reichsgerichts, welches die Pferdebahn nur in Bezug auf das Haftpfiichtgesetz, also in Bezug auf eine zivilrechtliche Materie, den Eisenbahnen gleichstellt, aber dicht in' Bezug auf die öffentlich rechtlichen Fragen, und das StaatSminifterium hat selbst die Pferdebahnen unter die Gewerbe- Ordnung gestellt. Um den Rechtsboden der Vorlage zu sichern, wird eS rathsam sein, daß die Regierung die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung von Reichswegen deklariren läßt. Unter dieser Voraussetzung sind wir bereit, die Vorlog« zu Stande zu dringen. Abg. vom Heede lnatl.) spricht sich für die Bezeichnung «Kleinbahnen" aus. Minister Thiele« stellt es dem Hause anheim, welche B«> ieichnung es wählen will. Bedenklich sei eS, daß man die Vor. l«ge mit dem Male!«ineS Zweifels über seine reichsgesetzliche Zulässtgkeit behaftet habe. Jedenfalls wäre es gut,»ach dieser Richtung hin lcinerlei Resolution anzunehmen. wieder auf den Tisch brachte, fiel ihm eine neu« Be- i°rgniß ein: »Olga wird denken, ich habe den ganzen Wein ge- Lunken. Und wenn ich ihr gestehen wollte, daß ich das Eigenthum ihrer Mutter an Andere verschenkt habe, so wird mir das bei ihr auch nicht zur Ehre gereichen. Ach was, man muß sich zu helfen wissen, ich iverfe den Tisch "m, es wird in diesen Tagen noch mehr entzwei gehen, und den Schaden kann ich ja bezahlen." Kaum gedacht, so auch gethan; im nächsten Augenblicke fiel unter lantem Gckrach und Geklirr der Tisch mir Allem, was darauf war, zu Boden. Herr Mensch neb sich vergnügt dieHände, wurde aber nicht wenig erschreckt, als unmittelbar darauf Olga mit einem Lichte auf dem Schauplatze der Zerstörung eintraf und mit vorwurfsvollem Tone ausrief: ,,..Aber, Herr Mensch, waS richten Sie denn hier für Unheil an?" E,«Bitte tausendmal um Entschuldigung, theuersteS raulein. Ich sah Sie mit dem Lichte kommen, wollte y.nen entgegeneilen und habe dabei an den Tisch ge- stoßen." .«Und meine schöne Tasse, die ich von meinem ver- storbenen Papa geerbt. Nein, Sie sind doch ein ganz ab- Icheulicher Mensch!" sprach dies in so weinerlichem Tone, daß der -Philosoph ganz außer Fassung gerieth und in seiner Ver- w»rru«g betheuerte: --Hatte ich gewußt, daß Ihre Tasse darauf stand, so 2. fle gewiß vorher weggenommen. Was war es venn für eine Tasse?" ihm ha�"! klaut wit Gold; eS ist die einzige, die ich von bi«."®jne blaue mit Gold? warten Sie einmal, ist das bit Untertasse dazu?" »jja, die ist es, ein Wunder, daß sie ganz geblieben." riek£ burrah, hurrah! die Obertasse ist auch noch ganz," un>. m Glückliche und sprang vor Freuden in den Glas- und Porzellanscherben herum. »Ist es wahr, ist es möglich?" rief Olga freudig über- Abg. Im Walle(Z.) empfiehlt seine Anträge, dm ersten namentlich im Interesse der sprachlichen Richtigkeit. Abg. Hammacher(natl.) stellt die Annahme de? ersten An träges anheim, trotzdem die Kommissionsfassung vollständig das- selbe sage. Bedenklich sei aber der zweite Antrag, weil dadurch die Unternehmer geschädigt würden. Die Jrage betreffend die Stellung der Pferdebahnen, ob sie unter die Gewerbe-Ordnung fallen oder nicht, wird klargestellt werden müssen. Der frühere Minister hat sich dahin ausgesprochen, daß die Pferdebahnen unter die Gewerbe-Ordnung fallen. Minister Thielen: Die preußische Regierung hat alle? gethan, was sie thun konnte; sie hat der zuständigen Reichs behörde speziell diese Frage vorgelegt und.diese hat die preußische Regierung dahin beschieden, daß kein Zweifel besteht. Auf dieser Grundlage ist der Gesetz-Entwurf zu Stande gekommen. § 1 wird angenommen mit dem Antrag Jansen statt.Lokal- bahnen" zu setzen.Kleinbahnen". Der von der Kommission ein geschaltete Z la lautet: Die Befugniß zur Herstellung und zum Betrieb einer Lokalbahn wird durch die Genehmigung der zu- ständigen Behörde ertheilt. Wesentliche Erweiterungen oder Aenderungen des Unternehmens der Anlage oder des Betriebes bedürfen der gleichm Genehmigung. Dieselbe ist nicht zu er- theilen, wenn die Aenderung der Unterordnung des Unternehmens unter das Gesetz vom 3. November 1833 bedingt. Nach Befürwortimg durch die Abgg. Jansen und von Strombcck wird der Paragraph mit einer redaktionellen Aenderung angenommen. Z 2 lautet: Zur Ertheilung der Genehmigung ist zuständig: l. wenn der Betrieb ganz oder theilweise mit Maschinenkraft beabsichtigt wird: Der Regierungspräsident, für den Stadtkreis Berlin der Polizeipräsident, im Einvernehmen mit der von dem Minister der öffentlichen Arbeiten bezeichneten Eisenbahnbehörde; 2. in allen übrigen Fällen, und zwar a) sosern Kunststraßen benutzt oder von der Bahn mehrere Kreise oder nicht preußische Landestheile berührt werden sollen: Der Regierungspräsident, für den Stadtkreis Berlin der Polizeipräsident, b) sofern mehrere Polizeibezirke desselben Landkreises berührt werden: der Land- rath, c) sofern das Unternehmen innerhalb eines Polizeibezirks verbleibt: die Ortspolizei-Behörde. Wenn die zum Betriebe mit Maschinenkraft einzurichtende Bahn die Bezirke mehrerer Landespolizei-Behörden berührt, oder im Falle der Nr. La die betreffenden Kreis« nicht in demselben Regierungsbezirk liegen, bezeichnet der Oderpräsident, falls jedoch die Landespolizei-Bezirke, bezw. Kreise verschiedenen Provinzen angehören, oder Berlin betheiligt ist, der Minister der öffentlichen Arbeiten im Einvernehmen mit dem Minister des Innern die zu- ständige Behörde. Abg. Barth(frk.) beantragt, hinter 2o folgenden Zusatz zu beschließen: In den Fällen der Nr. 2 b und o ist der Kreis- Baubeamte oder ein Beamter der Stadtgemeinde, beziehentlich des Kreisverbandes, welcher die gleiche Qualifikation besitzt, gut- achtlich zu hören. Das Gutachten hat sich insbesondere auch auf die Benutzung öffentlicher Wege zu erstrecken. Die hierdurch erwachsenen Kosten fallen dem Unternehmer zur Last. Minister Thielen hält den Antrag für überflüssig, da, wo eS nothwendig sei, Sachverständige zuzuziehen, dies ohnehin ge- schehen werde, über die Kostenfrage würde dabei auch die Ent- scheidnng getroffen werden. Aus eine Anregung de? Abg. Jerusalem(Zentr.) erklärt Geheimralh v. Zedlitz, daß unter Kunststraßen diejenigen Straßen zu verstehen sind, welche das Chaussee- Polizeigesetz vor 1337 als solche bezeichnet. Der Antrag Barth wird abgelehnt, ebenso mehrere redak- tionelle Anträge der Abgg. I m w a l l« und Hansen. 3 lautet: Die Genehmigung wird auf Grund vor- gängiger polizeilicher Prüfung ertheilt. Diese Prüfung beschränkt sich auf die betriebssichere Beschaffenheit der Bahn und der Betriebsmittel, den Schutz gegen schädliche Einwirkungen der Anlage und des Betriebes, die technische Befähigung und die Zuverlässigkeit der in dem äußeren Betriebsdienste anzustellen- den Bediensteten, die Wahrung der Interessen deS öffentlichen Verkehrs. Die Abgg. R i ck e r t nnd I m w a l l e beantragen in zwei verschiedenen Anträgen, die Prüfung der technischen Befähigung der im Betriebsdienste anzustellenden Bediensteten nur dann ein- treten zu lassen, wenn der Betrieb mit Mnschinenkrast erfolgt. Abg. Rickert weist darauf hin, daß ohne die vorgeschlagene Aenderung auch die Pserde der Pferdebahn aus ihre Leistungs- fähigkeit hin von der Behörde geprüft werden müßten; ebenso könnten auch Kutscher und Schaffner geprüft werden. Redner spricht sich auch gegen die Nr. 4 aus, weil die Fassung zu viel- deutig sei. Minister Thielen: Die Mitwirkung der Polizei wird zum Schutz des Publikums nicht entbehrt werden können; sie wird die Möglichkeit haben müssen. Pferde, welche Schaden angerichtet haben, Personen, welche sich als unzuverlässig erwiesen, aus dem Dienste solcher Transporl-Unternehmungen zu entfernen. Dieselbe Bestimmung befindet sich im Eisenbahn-Gesetz von 1333, nament- lich in Bezug auf die Wahrung der öffentlichen Interessen. Die Abg. Simon- Waldenburg(natl.) und Jmwave(Z.) sprechen sich für den Antrag Rickert aus; die Unternehmer hätten rascht;»nun, dann ist der Schaden zu verwinden, und ich will Ihnen auch nicht böse sein." „Sie geben mir das Leben wieder, ich hätte mich niemals über den Verlust beruhigen können." «Das ist hübsch von Ihnen. Es zeigt, daß Sie auch Vcrständniß für Gefühle haben, mit denen Ihre Philosophie sich nicht adgicbt. Äber jetzt kommen Sie, wir haben alles Brauchbare zusammengesucht, Mama will auch Wein mit- nehmen; aber es fehlt uns au Leuten." .Haben Sie keine Sorge, gnädiges Fräulein, denn so darf ich Sie jetzt nach meiner großen Missethat mit Fug und Recht neuuen, ich habe inzwischen eine Leibgarde von 18 Manu herankommaitdirt, die nimmt nöthigeufalls das ganze Haus mit." Eine Viertelstunde später verließ ein ansehnlicher Zug daS Haus und bewegte sich auf möglichst abgelegenen Wege» nach der Vorstadt, in welcher Helene wohnte. SechSzehnteS Kapitel. Heiße Stunden. Kein Mensch hätte am Morgen dieses ereignißvollen Tages vorauszusagen gewagt, wie der Abend aussehen würde. Allerdings erregte die mit aller Härte, mit �Fortschrittsbrutalität", wie es die Demokraten benannten, ausgesührte Transportirung der fremden Arbeiter viel böses Blut, ja selbst den Unwillen gänzlich Unbethciligter und Parteiloser, und man vernahm deshalb mit Befriedigung, daß diese Maßregel hier und da zu Exzessen geführt, welche zum Nachtheile der ausführenden Polizcier und Soldaten ausgefallen. Auch die infolge der über solche Exzesse beim Poleizeichef eingelaufenen Berichte häufiger und zahlreicher erscheinenden Patrouillen betrachtete man nur als eine ge- wöhnliche Sicherheitsmaßregel. Gegen Mittag aber entstanden allerlei aufregende Ge- rüchte, welche blitzschnell von Mund zu Mund gingen. Man sprach vom Einrücken der Landlente in die Stadt, von be- vorstehendem Belagerungszustand, von Konzentrirung be- deutender Truppenkorps in der Umgebung der Stadt, aber auch vom Ausreißen der Eisenbahn-Schienen, Durchschneiden der Telegraphendrähte und der Konstituirung seiner revo- da? größte Interesse daran, nur zuverlässige'Personen anzustellen. Die Polizei'habe jetzt schon das Recht, irgend welchen Miß- ständen, wenn sie hervortreten, entgegenzutreten, es bedürfe dazu nicht besonderer neuer Beschränkungen der Unternehmer. Abg. v. Tiedemann- Bomst(fk.): Man will der Polizei Rechte geben, aber will es im Gesetz nicht aussprechen. Diese Mißachtung der Polizei ist überall bei uns bemerklich, während in England die Polizei immer vom Publikum unterstützt wird. Abg. Simon- Waldenburg(ntl.): In England tritt die Polizei auch ganz anders auf als bei unS. Abg. v. Czarlinskt tritt dem Antrag Rickert bei, weil eS bedenklich sei, der Polizei ew« Prüfung zuzumuthen bei Erthei- lung der Genehmigung, eh« noch die betreffenden Personen sich bethätigt haben. Abg. Graf Limburg- Stirum(k.): Der vergleich mit England muß abgelehnt werden, die Polizei in England ist anders und daS Publikum ist auch anders..DaS Berliner Fuhr- wesen hat sich durch die Einwirkung der Polizei ganz erheblich verbessert. Der Unternehmer hat durchaus mcht«in Interesse daran, gutes Personal anzustellen, denn die Benutzer der Trans- port-Unternehmungen werden immer so auf dieselben angewiesen sein, daß sie dieselben denutzen trotz mancher Unbequemlichkeiten. Abg. Frentz(k.) empfiehlt ebenfalls die Annahme deS ß 8 zum Schutze des Publikums. Abg. Krause(natl.): Wenn man den Schutz deS Publikums in den Vordergrund stellt, dann müßte man weiter gehen, dann müßte man auch die Kutscher, die im Privatdionst angestellt sind. prüfen, nicht blos die Droschkenkutscher. Redner empfiehlt dringend die Annahme deS Antrages Rickert, weil sonst durch die Bedenken untergeordneter Polizeibehörde« wichtige Unternehmungen unterdrückt werde» könnten. Abg. Hammacher(natl.) beantragt zu sagen:„Die tech» nische Befähigung und Zuverlässigkeit", damit die Prüfung sich nicht auf die allgemein« Zuverlässigkeit der Personen erstreckt. sondern nur auf die technische Zuverlässtgkett, welche der Dienst erfordert. Minister Thiele« weist darauf hin, daß die Beschränkung der Prüfung aus die Unternehmungen, welche mit Maschinen- kraft getrieben werden, eine Reihe von Unternehmungen aus- schließt, welch« sehr gefährlich sind, nämlich diejenigen, welch« nur mittelst der Schwerkraft betrieben werden und deren sichere Leitung lediglich von den BremSwärtern abhängt. § 3 wird mit der vom Abg. Hammacher vorgeschlagenen Aenderung angenommen. Nach§ V soll, soweit ein öffentlich« Wog benutzt werden soll, die Zustimmung deS zur Unterhaltung deS Wegei Berpflich- teten beigebracht werden. Die Untnhaltnng-üzflichtigen können ein Entgelt für die Benutzung d«S WegeS beanfvruchen und sich den Erwerb der Bahn nach Ablauf ein« bestinunttn Frist gegen angemessene EchadloShaltung vorbehalten. Abg. Jmwalle beantragt die letztere Bestimmung zu streichen; dem Unterhaltungspflichtigen könne nur der Anspruch aus Echad- losHaltung gegeben werden. Geheimralh v. Zedlitz«klärt sich gegen den Antrag; den Wegeunterhaltungspflichtigen müsse das Recht gegeben wnden, sich für die Fortführung des Betriebes d« Bahn auf die Dan« durch Uebernahme derselben zu sichern. Abg. Hammacher spricht sich ebenfalls gegen den Antrag aus, welcher auch mit großer Mehrheit abgelehnt wird. § 6 bestimmt darüber, welche Instanzen die Zustimmung der Unterhaltungspflichtigen zu ergänzen haben. Abg. Hansen beantragt statt„ergänzen" ,n sagen„ersetzen". Nach einer ferneren Vorschrift soll bei dem Antrage auf Er- .änzuna und Zustimmung der Nachweis dn erforderlichen Eicher- .eitsstellung beigebracht werden. Abg. v. Strombeck beantragt die Aushändigung deS Er- gänzungsbeschlusses von der- EicherheitSbestellung abhängig zu machen; denn es wäre nicht richtig, eine Sicherheitsbestellung zu verlangen, ehe die Zustimmung ergänzt ist. Geheimrath v. Zedlitz erklärt sich gegen den Antrag, d« abgelehnt wird; es wird aber auch die ganze hierauf bezügliche Vorschrift des 8 3 gestrichen. Nach§ 3 können Fristen bestimmt w«den für die AuS» sührung der Bahn und den Beginn deS Betriebes. Abg. Jansen will für den Beginn, die vorschriftsmäßige Vollendung, die vorschriftsmäßig« Einrichtung und für die Nach- suchung der Eröffnungserlaubniß Fristen festsetzen. Abg. Simon-Waldenburg(natl.) fleht darin eine Belästigung der Unternehmer, die schließlich zur Verzögerung d« Durch- sührung solcher Unternehmungen führen müßte. Ministerialdirektor Brefeld erklärt sich ebenfalls gegen den Antrag. 8 10 wird unverändnt angenommen. Zu§ II beantragt Abg. von Stromdeck folgenden usatz:„Die Ertheilung der Genehmiguna ist auf Kosten deS nternehmers von der Behörde sofort öffentlich bekannt zu machen." 8 1l wird unverändert genehmigt, ebenso 8 12. Darauf wird gegen 4 Uhr die weitere Berathung bis Dienstag 11 Uhr vertagt. lutionären Regierung, bei der man zumeist auf richtige Namen rieth. Nach nnd nach fiel e» auf, daß so ausnehmend viel« fremde Gesichter gesehen wurden, daß eine ungewöhnliche Zahl von Arbeitern sich in den Straßen herumtrieb, von denen viele nach der Wohnung eines Herrn Mensch fragten. Als aber gar ein Plakat der Reglerung an den Straßenecken angeheftet wurde, durch welches man die wohl- gesinnten Bürger zum Beistande behufs Ausrechterhaltung von Ordnung und Gesetz aufforderte, da zweifelte Niemand mehr, daß man am Borabende großer Ereignisse an- gelangt sei. Und welchen Eindruck machte eS nun aar, al» gegen Abend, da die einheimischen Arbeiter ihre Werkstätten ver- ließen, dichte Massen zusammentrafen, die sich grüßten und unverhohlen von einem ernsttichenVorgehen gegen dasfreiheits- fcindliche Ministerium sprachen. Freilich gab eS Viele von den Einheimischen, welche eben erst eingetroffene Fremdlinge gastlich in ihre beschränkte Wohnung aufnahmen, Viele, welche dieselben zunächst in Wirlhshäusern bewirtheten, aber das außergewöhnliche Leben und Drängen in den Straßen wollte deswegen nicht abnehmen. Die Bourgeoisie ward durch alle diese Anzeichen eines nahenden Sturmes in die äußerste Ausregung und Besorgniß versetzt, und die Führer der liberalen Partei beeilten sich, in die vom Weinhändler Tieftrunk besonders hierzu ein- gerichtete Privat-Weinstube zu kommen, in welcher sie den Ministerpräsidenten gelegentlich*u finden pflegten. In Er- Wartung seines Eintreffens theilten sie sich ihre Almungen mit und tauschten die gewonnenen Erfahrungen und Nach- richten auS. Endlich in der Mitternachtsstunde erschienen die Minister und wurden sofort von allen Seiten mit Fragen bestürmt. „Lassen Sie uns in Ruhe," schrie aber Dr. RaffinanS; «wir sind den Tag über geplagt genug gewesen bis in die sinkende Nacht. Wir werden Ihnen Rede stehen, wenn wir uns gekräftigt haben und parlamentarische Ordnung ein« geführt ist, wir brauchen unsere Lungen welter. Herr Find- eisen, übernehmen Sie doch de» Vorsitz und schaffen Sie uns. Ruhe."(Fortsetzung folgt.) Achtung! Achtung! Für den Inhalt der Inserate über Soziald. Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Verlagsbuchhandlung des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Große öffentliche Versammlung nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. am Dienstag, 14. Juni, Abends 81/2 hr, bei Feuerstein, Alte Jakobftr. 75. Theater. Dienstag, den 14. Juni. Opernhaus. Ritter Pásmán. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Berliner Theater. Demetrius. Deutsches Theater. Crampton. Rollege Leffing- Theater. Irrlichter. Zages Ordnung: = Berlin SW., Beuthstraße 2. Unter der Presse befindet sich und gelangt nach Fertigstellung zur all1. Bortrag des Genoffen Rechtsanwalt Arthur Stadthagen, über: gemeinen Versendung: Finden gelehrte Gerichte die Wahrheit selten? 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäfte find gern gesehen 474/4 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mitglieder- Versammlung Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. am Dienstag, den 14. Juni 1892, Abends 8 Uhr, Der Mikado. Adolph Ernst- Theater. Wien. GroßOftend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Thomas- Theater. Heißes Blut. Bellealliance- Theater. Der Abenteurer. Kroll's Theater. Undine. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Dienstag, den 14. Juni: im ,, Vereinshaus Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Dr. Zadek über:„ Die fapitalistische Gesell. schaft und die öffentliche Gesundheitspflege". 2. Diskussion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder und Vereinsmittheilungen. 4. Verschiedenes. 387/17 Um zahlreiches Erscheinen ersucht An alle Der Vorstand. Buchdruckergehilfen Berlins. Mittwoch, den 15. Juni cr., Abends 8½ Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: 1. Theil: Grosse Specialitäten- Vor- Allgemeine Buchdrucker- Versammlung. 2. Theil: Zwölf Mädchen in Uniform. Vaudeville- Burleske in 1 Akt von L. Angely. Musik von verschiedenen Komponisten. Inscenirt v. Paul Pauly. 3. Theil: Specialitäten Vorstellung. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen Tagesordnung: 1. Das Vorgehen der Leipziger Brinzipale gegen Grundsäße und Forderungen ber Sozialdemokratie: Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. 64 Seiten. Groß- Ottav. Preis geheftet 10 Pfennig. Wie die Liebknecht'sche Broschüre Was die Sozialdemokraten find und was sie wollen" die Erklärung unseres alten( Gothaer) Programms bildete, fo handelt es sich bei der vorliegenden Schrift um die Erläuterung unferes neuen, in Erfurt befchloffenen Parteiprogramms. Jeder Genoffe, der sich in ben Dienst der Partei stellt, sollte sich die Massenverbreitung dieser Broschüre, die dazu angethan ist, für unsere Sache neue Anhänger zu gewinnen, angelegen fein laffen. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Be ftellungen entgegen. Bei Aufträgen von Auswärts ersuchen wir um gleichzeitige Beifügung des Betrages.( Porto extra.) W. Sandke, Steingut, Bunzlauer und Emailléwaaren, i. großer Auswahl zu billigen Preiſen. Ateller für Porzellanmaleret, Grabsteine ic Möbel- und Ausstattungs- Magazin Bärwaldstraße 14, empfiehlt: Glas, Porzellan die Mitglieder des Unterstützungs- Vereins Deutscher von J. Adler, Oranienstraße 47. Auch Theilzahlung gestattet.[ 2509L Buchdrucker. 2. Wahl eines Delegirten und Stellvertreters zur Streit- Rontrollkommission. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht der Najaden, grosses Balletdiver- eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. tissement, ausgeführt von dem aus 149/6 20 Damen bestehenden Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 72 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz tür ca. 3000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's orientalische Achtung!. Maurer! Der Einberufer. Achtung! Große öffentl. Versammlung der Maurer Berlins u. Umg. I am Dienstag, den 14. Juni, Abends 81/2 Uhr, in Joel's Salon, Andreasstr. Nr. 21. Zagesordnung: Bericht über den Stand der Lohnbewegung und weitere Stellungnahme zu derselben. 428/8 Das Bureau zur Ueberwachung der Lohnbewegung befindet sich GipsZauber und Wunder. ftraße 8 in Pyrteck's Restaurant. Geöffnet von Morgens 7 bis Abends 9 Uhr. Sämmtliche Mittheilungen betreffs der Lohnbewegung sind an dieses Kasseneröffnung 28 Uhr. Anf. 8 Uhr. Bureau schriftlich oder mündlich einzureichen. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Ränge: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge 4 und 3 M. Kinder die Hälfte. Borverkauf: Invalidendant und an der Theaterkaffe. 615M PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte mit Waffer, Kähnen u. August Dietrich, Ost- und Westpreußen! Versammlung. am Mittwoch, den 15. Juni cr., Abends 8 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Tages- Ordnung: 257/19 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Rechenschaftsbericht des Raffirers. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Beleuchtungseffekten. Verein der Lithographen, Steindrucker Neu! Eine Kriminalgeschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Victoria- Brauerei. Lühowstraße 111/112. ( Im Konzertgartenresp.Saal) ( außer Läglich Sonnabends): und Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Versammlung am Mittwoch, den 15. Juni, Ab. 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstr. 38. Zages Ordnung: 0 1. Wahl des 2. Vorsitzenden zum Hauptvorstand. 2. Bericht und Neuwahl der verschiedenen Kommissionen. 3. Verschiedenes und Fragekasten. NB. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Die Verwaltung. 446/15 Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genoffen hiermit die traurige Nachricht, daß mein Mann, der Schlosser Carl Treuherz am vergangenen Sonntag Nach mittag zwischen 4 und 5 Uhr in der Charitee gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Juni, Nachmittags 4 Uhr, von der Charitee aus nach dem Friedhofe der Freien Gemeinde in der Pappel- Allee statt. 523b Ww. Treuherz. Verband aller in der Metallindustrie beschäft. Arbeiter Berl.und Umg. Am vergangenen Sonntag Nachmittag verstarb an der Proletarierkrankheit unser treuer Genoffe, der bisherige Obmann der Rechtsschutz- Kommission des Verbandes der Schlosser, Carl Treuherz. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 15. Juni, Nachmittags 4 Uhr, von der Charitee aus nach dem Friedhofe der Freien Gemeinde in der PappelAllee statt. 479/4 Bahlreiche Betheiligung an der Beerdigung ist Ehrenpflicht. Der Vorstand. Zentral- Krankenkaffed. Sattler. ( E. H. 64. Hoffnung zu Berlin.) Die Beerdigung des Mitgliedes Lowe findet Mittwoch, den 15. Juni, Nachmittags 2 Uhr, vom Neuen LouisenKirchhof in Charlottenburg, Fürstenbrunner Weg auf Westend, statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Empfehle mein Geschäft in frischen Blumen und Kränzen. 533 L 289/6 Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu achten. Im Verlage von C. G. Ludwig in Chemnih erschien soeben: Kapital und Judenfrage. Bon Emil Rosenow. Preis 10 Pfennige. Diese Broschüre bietet ein intereffantes Agitationsmaterial gegen die Antisemiten, schildert ihr ganzes Auftreten sowie die Stellung des Kapitalismus der Judenfrage gegen über. Durch die vortreffliche Darstellung der Lage der Handwerker und Kleinbauern eignet sie sich zur Aufflärung sowohl in Handwerferfreifen wie auf dem Lande. Sie ist eine im vollsten Sinne des Wortes zeitgemäße Agitationsschrift. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. Jede Uhr zu repariren unter Garantie foftet bei mir 1,50 Mk. Am Sonntag Nachmittag verstarb an der Proletarier Krankheit unser( außer Bruch) treues Mitglied und Genosse, der Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Schloffer Uhren, Gold- u. Silberwaaren Nannynstr. a. b. Dranienplay, Carl Treuherz. C. Wunsch, f. 88, Die Beerdigung findet am Mittwoch, Freund der Hausfrau! den 15. Juni, Nachmittags 4 Uhr, von Achtung! Stellmacher, Schmiede, Lackirer be Lackirer ber Charitee aus nach dem Friedhofe und Sattler! Große öffentliche Versammlung Stettiner der Stellmacher, Schmiede, Lackirer u.' Sattler Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 U. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Platate). Moabiter Geſellſchaftshaus, am Donnerstag, den 16. Juni cr., Abends 8½ Uhr, in der Berliner Ressource", Kommandantenstr. 57. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der gewerkschaftlichen Bewegung. Referent: Reichstags- Abgeordneter Schippel. 2. Distusfton. 3. Verschiedenes. 481/2 Der wichtigen Tagesordnung wegen werden besonders alle in der Wagenbau- Branche beschäftigten Personen zu dieser Versammlung dringend eingeladen. Näheres die Anschlagfäulen. Der Einberufer: P. Matschulat. Große öffentliche Versammlung Täglich: Gr. Konzert, Theater der Genossen aus den Kreisen Wittenberg, Schweinig, Torgau und Liebenwerda und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Achtung! Allen Freunden und Bekannten die Mittheilung, daß ich wegen zu hoher Miethssteigerung Mittwody, Den 15. Juni, mein Lokal räume. 25689 J. Gnadt, Brunnenstr. 38. am Donnerstag, den 16. Juni cr., Abend 3 8 Uhr, in den Arminhallen( Gartensaal), Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Wahl eines Vorstandes. 3. Berichterstattung über die Parteifonferenz in Halle. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. 473/9 Die Kommission. J. A.: Der Vertrauensmann. Echt Stonsdorfer Bitter- Liqueur Liter 1,20, 10 Liter 10 m. Ingber- Liqueur, magenstärkend, Liter 1,10, 1,60, 2,00 m. Tokayer, med. süßer Üngarwein, Literfl. 2,10 M. der Freien Gemeinde in der PappelAllee statt. Sozialdemokratischer Wahlverein des 4. Berl. Reichstags Wahlkreises. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß unser Vater und Schwiegervater Karl Reichert am 9. d. M. plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Diens tag, Nachmittags pünktlich 5 Uhr, von 5196 der Charitee aus statt. Die betrübten Kinder. J. A.: Anna Glasow, geb. Reichert. Für die sablreiche Betheiligung und Danksagung. Karol Weil's pulverisirt. Seifen- Extrakt. Große Ersparnis an Arbeit, Beit und Geld! Ein 20 Pf.- Packet Karol Weil's Seifens Extraft, gelöst in 1/2 Liter fochendem Wasser, giebt 8, Pfund schöne weiche weiße Seife von vorzügl. Waschkraft. Räuflich überall.[ 2338L 1882 L Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Arbeitsmarkt. Rorbmacher verlangt Schulz, Steins meßstraße 11, Rigdorf. 5155 die überaus reichen Blumenspenden bei der Beerdigung unseres am 8. d. M. verstorbenen lieben Sohnes, Bruders und Bräutigams Paul Koch sagen allen Freunden, Bekannten und Berwandten, insbesondere dem Herrn PreKarton- Zuschneider verlangen Gebr. diger Kreibig für seine frostreichen Stein, Fliederstr. 4. Worte am Grabe unseren herzlichsten Dant. 520b Die Hinterbliebenen. 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Wahl zweier sozialdemokratischer Stadtverord- in Kiel hat bekanntlich dazu geführt, daß die Stadt- Vertretung durch Erhöhung des Wahlzensus die zukünftige Wahl- vilhnligung für die meisten Arbeiter unmöglich machte. Anstands- balber fügte man, wie das„Hamburger Echo" mittheilt, dem rkzuglichen Ortsstatut die Klausel bei, daß diejenigen Personen, welche bis jetzt im Besitz des Bürgerrechts waren, dasselbe er- halten sollten. Allerdings wurde den mit dieser Vergünstigung nicht einverstandenen Stadtvätern sofort die tröstliche Versicherung gegeben, daß voraussichtlich der Bezirksausschuß die Klausel nicht genehmigen werde. Diese Erwartung der Bourgeois wurde auch nicht getäuscht; der Bezirksausschuß verwarf die Klausel und das Gleiche geschah seitens der weiteren Instanz, des Provinzial- eathes. Damit sind nun Alle, welche unter 1200 M. versteuern, vom Bürgerrecht und vom kommunalen Wahlrecht nuSgeschlossen und Sozialdemokraten können voraussichtlich Nicht mehr gcivählt werden, sodaß in Zukunft die Herren im «tadtverordneten-Kollegium unter sich sind. Um das Maß voll in machen, ist dem Statut auch noch rückwirkende Kraft gegeben worden. Will man denn vielleicht die beiden gegenwärtig wi Stadtverordneten-Kollegium sitzenden, rechtmäßig gewählten Sozialdemokraten ausschließen? fragt das„Hamburger Echo". Wundern würden wir uns über eine derartige Verwaltung durch- aus nicht.— Eine ätzendere Satire ist auf die.Volksfreundlichkeit" der herrschenden Klassen noch nicht geschrieben morden, als sie das unter liberaler Führung agirende wohlhabende Bürgerthum Kiels sich durch die Erhöhung" des kommunalen Wahlzensus selbst schrieb. Mehr als ein ganzes Regiment von Agitationsrednern und mehr als Presse und Versammlungen leisten können, muß lene Maßnahme des Kieler Bürgerthums jür unsere Sache wirken. »« Der dritte pfälzische Arbeitertag, welcher kürzlich in Kaiserslautern abgehalten wurde, war von 68 Delegirten besucht, welche 31 Orte vertraten. Aus dem Bericht des �gitationSkomitees geht hervor, daß für die Ausbreitung unserer Grundsätze fleißig gearbeitet worden ist. Allein 74 Volks- Versammlungen fanden in der Pfalz statt. Um die Agitation noch �ehr zu fördern, ersetzte man den Agitationsverein durch eine beweglichere Organisation, nämlich durch ein Agitationskomitee, bas vom Vorort gewählt wird, und auch Bezirkskomitees, b>e von den Parteigenossen in den einzelnen Wahlkreisen er- Nannt werden und mindestens alle 6 Monate eine Konferenz der Parteigenoflen ihres Bereichs einzuberufen haben. Den Vorort bestimmt der Arbeitertag; für diesmal wurde als solcher wieder Ludwigshafen gewählt. Die Gründung von Wahlvereinen kwpfahl man für alle Orte, wo solche gehalten werden können; kleinere Orte sollen sich zu Bezirks vereinen Jvsammenthun, durch welche dann Wanderversammlungen betreffs Rechnungslegung zu veranstalten sind. In der Agitation durch Versammlungen sollen ganz besonders kleine propagandistische Zusammenkünfte gepflegt werden, dagegen sollen größere Volks- Versammlungen nicht allzu häufig stattfinden. Den Landauer Parteigenossen, denen auch nicht das geringste Lokal zur Verfügung steht, wurde thatkräftiaste Unterstützung zur Beschaffung eines 'vlchen, event. durch Leistung von Beiträgen zur Miethe, zu- gesichert. Endlich beschloß man, auf dem nächsten Parteitag der deutschen Sozialdemokratie zu beantragen, daß der Varteivorstand *wr gemeinverständliche Broschüre herausgiebt, welche die wesent- «che Thätigkeit des Reichstags in der verflossenen Legislatur. Periode behandelt. Die Arbeiter WandSbeckS beauftragten das Bureau einer sozialdemokratischen Versammlung, beim Staatssekretär v. Bötticher darum einzukommen, daß derselbe den Magistrat veranlaßt, die verweigerte Schaffung eines Gewerbegerichts dennoch vor« »unehmen.— Der Magistrat hatte seinerzeit die Bedürfnißsrage verneint, weil Wandsbeck industriell„zu wenig" thätig sei. «• Praktische Winke hinsichtlich der Ausnutzung des herein s« und Versammlungsrechts, die auch für die Arbeiter anderer Bundesstaaten als Sachsen zum Theil von Werth sei» dürften, giebt die.Sächsische Arbeiter- Zeitung". Dieselbe schreibt: »Mehrfach haben wir in neuerer Zeit die Erfahrung machen wnnen, daß die Arbeiter bei Ausübung ihrer politischen Rechte sich selbst Beschränkungen auferlegen, die im Gesetze gar keinen Anhalt finden, den Polizeibehörden aber häufig willkommenen Anlaß bieten, eine Versammlung und dergleichen zu verhindern. Am meisten wird da immer noch gesündigt bei der Anzeige von Airsammlungen. Sehr viele Arbeiter glauben, die bei der Polizei- vehörde anzubringende Anzeige über die Einberufung einer Aer- mmmlung müsse so lauten, wie die in den Zeitungen und durch Plakate ergehende öffentliche Einladung zu der Versammlung. Da wird denn angezeigt:„Den und den findet eine öffentliche Versamm- sttug statt.— Tagesordnung: 1. Di« Arbeiterschutz-Gesetze. Refe- Freie Dolksbühnr. Die Freie Volksbühne hatte am letzten Sonntage einen Ehrentag. Eine mächtige Tragödie fand ein andächtiges Publikum Und«ine respektable Darstellung. I b s e n' s„Gespenster" wurden nusgeführt. Unter allen Dramen sozialkritischen Inhalts, die der Auhnenliteratur unserer Tag« ihr charakteristisches Gepräge auf- "rucken, hat keines eine solche epochemachende Bedeutung, wie gerade dieses Schauspiel. Keines eröffnet so weite, geistige Aus- blicke, keines hat eine so innerlich revoltirende Gewalt und in «Mem bricht so beredt, so beweglich die Sehnsucht nach Erlösung "US seelischem Druck, die Sehnsucht nach Befreiung aus dem 5«cht dumpfer Gespenster, die Sehnsucht nach freien, sonnigeren -i-agen hervor. Höchst- Sittlichkeit ist höchste Lebenslust. Man sein Lebenswerk, seine Taaesarbeit mit Freuden erfüllen rönnen, nicht in mühseliger Qual; der starre Pflichtenkodex, den heutig« Gesellschaft, die heutige Weltordnung uns auf- rrlegt, reibt uns Leib und Seele wund. Auf alle angst- volle» Fragen der genmrtertcn Kreatur weiß der Zuchtmeister 5}jt zu antworten:„Thu' Deine Pflicht! Wie willst Du, 'Pl«ischlein. Dich hienieden des Glücks erdreisten? Hast Du b'nen verbürgten Rechtstilel. der Dir das Glück aus Erden verschaffe?-- . Und immer noch verbittet das Berliner Polizeipräsidium die Aufführung der„Gespenster" aus öffentlicher Bühne. Denn vom A°chte. das mit uns geboren wird, vom Recht am sonnigen "densantheil für Jedermann, von dem ist. wie es in Göthe's »uust Hecht, niemals die Siede, von dem soll nicht laut gesprochen werden dürfen. j„ Ein modern empfindender Mensch fragt sich verwundert, wie �« nur möglich, daß eine Dichtung von so hohem ethischen tonnte?n'ie �bsen's„Gespenster", als unsittlich ausgesaßt werden Zu keiner modernen Tragödie wird der einfache Grundsah: "wte Schuld der Väter rächt sich an den Kindern" größer ver- rent: Herr Schulze.— 2. Debatte.— 3.— 4.— 5. u. s. w." Jetzt ist plötzlich der Referent verhindert, zu erscheinen; ein Anderer soll über den Gegenstand sprechen. Der überwachende, meist untergeordnete Beamte, der manchmal vom Vereinsgesetz nicht mehr oder noch weniger weiß, wie der Einberufer der Versamm- lung, dafür aber recht„schneidig" ist, besteht auf seinem Schein: „Hier steht Referent Schulze, wenn der nicht referiren kann, dann darf überhaupt nicht referirt werden". Zu belehren sind die Herren meist nicht, und so muß entweder der Vortrag unter- bleiben oder die Versammlung wird aufgelöst. Oder man will blos debattiren, oder erst den 2., 3. oder 4. Gegenstand erledigen und den 1. ganz fallen lassen oder später behandeln:„Nein, erst muß referirt werden, sonst darf die ganze Versammlung nicht stattfinden". Solche Fälle sind genugsam vorgekommen und hätten den Arbeitern zur War- nung dienen sollen. Ein Verfahren seitens Polizeibeamter, wie da? oben ge- schilderte, findet allerdings keine Begründung in den vorhandenen gesetzlichen(sächsischen) Bestimmungen, aber im Augenblicke der Ausführung läßt sich Nichts dagegen thun; wenn eine Versamm- lung für aufgelöst erklärt ist, dann muß eben Jeder gehen, und es ist nur nachträgliche Beschwerde möglich. Das(sächsische) Vereins- und Versammlungsgesetz verlangt bei öffentlichen Versammlungen nur die Angabe von Ort und Beginn der Versammlung und Angabe des Gegenstandes, mit dem sie sich beschäftigen soll. Eine Versammlungs-Anzeige hat demnach so zu lauten: An die Kgl. Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt. Sonntag, den 12. Juni findet in der„Deutschen Eiche" in Striesen, Straße I, eine öffentliche Versammlung statt. Zweck derselben ist eine Besprechung über die Arbeiter- schutz-Gesetzgcbung, Die Versammlung beginnt 3 Uhr Nachmittags. (Datum.) Kein Wort mehr ist nöthig. zu behandeln, so heißt es einfaci Damit ist den gesetzlichen Vors ((Name.) Oder sind mehrere Gegenstände Besprechung über dies und dies. .risten Genüge geleistet, und kein Polizeibeamter kommt in die Lage, zu glauben, er könne der Ver- fammlung Vorschriften machen über die Form und die Reihen- folge, in der sie ihr Thema erledigen will. Man hat außerdem der Polizeibehörde nicht Rechte einzuräumen, die ihr gar nicht zukommen. Es ist bei den geringen politischen Rechten, die uns heute zur Verfügung stehen, um so noth- wendiger, eifersüchtig darüber zu wachen, daß nichts davon preis- gegeben wird. Die Polizeibehörden sind nur zu bereit, zu dem ihnen freiwillig gebotenen kleinen Finger die ganze Hand zu nehmen. Ja, sie fordern oft viel mehr, als sie zu fordern de- rechtigt sind. So wurde die Nennung des Referenten von der Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt früher stets gefordert; nach- dem es ihr jedoch mehrmals konsequent verweigert worden war, hat sie von dieser Forderung abgesehen. Auch die Amts- hauplmannschaft Dresden-Neustadt hat diese Forderung ge- stellt. Wie uns mitgetheilt wird, soll!sie auch jetzt noch gestellt werden. Wenn dies der Fall ist. dann empfehlen wir nur konsequente Weigerung selbst auf die Gefahr hin, daß eine Ver- fammlung deswegen verboten werden sollte. Uebrigens glauben wir nicht, daß eine Behörde es unternehmen würde, aus solchem Grunde eine Versammlung zu verbiete», es wäre durchaus un- gesetzlich. Sollte es dennoch geschehen, so würde eine Beschwerde hiergegen bei der höheren Berwaltungsbehörde sicher von Erfolg begleitet sein. Auch nach einer anderen Richtung wird noch oft gesündigt. Bei Gewerkschafts-Versammlungen nämlich wird häufig angezeigt, daß eine Tischler-, Schuhmacher-, Bauarbeiter- oder dergleichen Versammlung stattfinden soll, und daraus leiten dann Beamte das Recht her, solche Personen, von denen sie wissen, daß sie dem betreffende» Gewerbe nicht angehören, in diesen Versammlungen nicht reden zu lassen, und nian kommt dann schließlich in die Lage, mit einem Polizeibeamten darüber streiten zu müssen, ob ein Schlosser ein Bau- Arbeiter sei oder nicht. Daß dies ein unleidlicher Zustand ist, ist klar und darum melde man nicht Tischlerversammlungen oder ähnliche an, sondern einfach öffentliche Versammlung. Daß gerade unter- geordnete Beamte fehr leicht geneigt sind, der Ausübung politi- scher Rechte noch engere Schranken zu ziehen, als das Gesetz es thut(aus oben bereits gekennzeichneten Ursachen), das kann man oftmals in Vereinsversammlungen erleben. Das sächsische Vereins- gesetz unterscheidet zwischen öffentlichen Versammlungen und den Mitgliederversammlungen von Vereinen, die sich mit öffentlichen An- gelegenheiten beschäftigen. Bei öffentlichen Versammlungen wird die Angabe des Zweckes, zu welchem dieselbe zusammenberufen ist, ge- fordert; daraus ergiebt sich die Verpflichtung der Versammlung, sich auch lediglich an diesen Zweck zu halten, und das Recht der Vehörde rcsp. ihres Vertreters, Einspruch zu erheben, wenn in der Ver- fammlung hiergegen verstoßen wird. Bei den Versammlungen von Vereinen dagegen, zu denen nur die Mitglieder und etwa eingeführte Gäste Zutritt haben, also schlechtweg den Vereins- Versammlungen, wird die erwähnte Forderung nicht gestellt. (Vergleiche hierzu ZZ 2, 19, 21, 23 und 31 des sächsischen Vereins- anschanlicht, als in Jbsen's„Gespenstern", und in keiner wird die Wahrheit so eindringlich verkündet: Die Erde ist kein Jammcrlhal. Schafft Segen um Euch hier auf Erden, und Ihr werdet freie, gesegnete, glückdurchwärmte Menschen hier auf Erden wachsen sehen. Frau Alving, die Heldin in Jbsen's Tragödie, hat es zu spät erkannt, daß nur der Enischlossene, der sein Glück zu erobern versteht, sich zu freier Sittlichkeit emporringen kann. In ihr selber rumorten noch allerhand Gespenster, Vorurtheile, die ihrer unfreien Erziehung, ihren veralteten gesellschaftlichen Anschauungen anhasteten; und darum brachen alle Schuhdämme, die sie mit Menschenwitz ausbaute, um das Unheil von sich ab- zuwehren. Als junges Mädchen ist sie dem ungeliebten Gatten gefolgt. Man hat ihr am Morgen und am Abend vorgeredet, das sei ihre Pflicht, und der vermögende Kammerherr Alwina sei eine glänzende Partie. Herr Alving aber war ein flotter Offizier gewesen. Müßig war sein Lebensinhalt und so erschöpfte sich sein Temperament, sein Lebensdrang in wüstem Genuß. Bald mußte die junge Frau Alving erfahren, daß ihr Gatte sich auch nicht scheue, seine Orgien selbst im eigenen Hause zu seiern. Es überwältigte sie. Im ersten Affekt fand sie den richtigen Weg. Sie verließ ihren Gatten, flüchtete zu dem Manne, den sie inner- lich liebte und bat ihn erschüttert: Nimm mich auf! Ihr Ge- liebtcr war.der Pastor Manders; ein guter Mann, aber ein großes Kind! Seine beschränkte Weltanschauung gab ihm die Sicherheit, der gesolterten Frau zu antworten: Kehre zurück zu Deiner Pflicht. Heilig ist das Band der Ehe. Kehre um zu Deinem Gatten! In seiner philiströsen Befangenheit konnte er nicht einmal ahnen, wie brutal er war, als er ani Korrektesten zu fein wähnte. Im Innern rühmte er sich noch seines Heldenthums; er hatte ja die Versuchung über- wunden. Und Frau Alving gehorchte ihrer„Pflicht", und sie ging heimwärts einem fürchterlichen Leben zu. Mit ihrem Gatten würbe es immer toller. Sein wüstes Lebe» zeugte wüste Krank- heiten, und ruchlos starb er nach des Arztes Aussage. Er hinter- ließ einen Erben. Ihn, ihren Sohn Oswald, suchte Frau Alving und Versammlungsgesetzes.) Der Verein hat nur den Zweck, zu welchem er gebildet worden ist, ein- für allemal anzugeben, und dem ist genügt, wenn gesagt wird, daß der Verein sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen will. Nun kommt es aber trotzdem vor, daß überwachende Beamte in Ver- einsversammlungen verlangen, der Redner solle sich an die Sache halten. Aus der soeben gekennzeichneten Unterscheidung deZ Ge- setzes zwischen öffentlichen Versammlungen und Vereinsversamm- jungen geht aber unzweifelhaft hervor, daß dieses Verlangen in Nichts begründet ist. Ein Verein, derZsich mit öffentlichen An- gelegenheiten beschäftigt, kann in seinen Vereinsversammlungen behandeln, was er will und in welcher Reihenfolge er will, es ist ganz seine Sache, resp. des Vorsitzenden, ob er einem Redner gestatten will, von dem gerade zur Verhandlung stehenden Thema abzuschweisen oder nicht, der Vertreter der Polizeibehörde hat da kein Wort dreinzureden; thut er es, dann verweise man ihn energifch auf das Gesetz. Der Verein hat nur nöthig, darauf zu achten, daß Nichts gesprochen oder beschlossen wird, was gegen das Strafgesetzbuch verstößt(zu beachten auch die ßß 8. 14, 20, 24 des sächsischen Vereins- und Versammlunas- gesetzes). Hieraus geht zugleich hervor, welchen Vortheil die Vcreinsversammlungen vor den öffentlichen Versammlungen in dieser Richtung voraushaben und wie werthvoll es daher auch ist, möglichst Alles, was die Arbeiter bewegt, in Vereinsversamm» lungen zu erledigen. Der Nachtheil, daß nur Personen, die 21 Jahre alt sind, Mitglieder solcher Vereine werden dürfen, wird unseres Erachtens dadurch reichlich aufgewogen. Darum also aufgepaßt und kein Recht preisgegeben. Jeder Arbeiter, der im öffentlichen Leben thätig sein und als ein Leiter seiner Ge- nosscn gelten will, ist es seinen Genoffen schuldig, die wenigen Rechte, die wir besitzen, energisch zu wahren.'und er hat daher die Pflicht, sich mit diesen Rechten durch Studium der einschlägigen Gesetze vertraut zu machen." Ueber die Generalversammlung deS Schweizerischen Typographenbundes berichtet die Züricher„Arbeiterstimme": „Der Anschluß an den GewcrkschaftSbund wurde mit Zweidrittel- Majorität beschloffen. Da der Typographenbund eine Reserve- lasse von 30 000 Franken besitzt, so ist klar, daß durch diesen Be- schluß der Gewerkschaftsbund eine große Kräftigung erfährt. Be- züglich des Beitrittes des Typographenbundes zur fozialdemo- kratischen Partei wurde folgender Beschluß gefaßt: „Der Parteileitung der sozialdemokratischen Partei sei mit- zutheilen: a) Ter Schweizerische Typographenbund erklärt sich solidarisch mit den Interessen der gesammten Arbeiterschaft. b) Er wird stets die Interessen der Arbeiterschaft moralisch und finanziell nach Kräften unterstützen. e) Er entrichtet alljährlich dem sozialdemokratischen Partei- komitee einen angemessenen Beitrag zur Agitation für die Interessen der Sozialdemokratie.. S) Die Mitgliedschaft ist Jedem freigestellt."— Die„Arbeiterstimme" begrüßt diesen Beschluß„alS die glück- lichste Lösung der ganzen Frage". »» AuS Nachod in Böhmen' wird unS geschrieben: AlS Be» weis« dafür, in welch' hohem Maß das Bewußsein der Soli» darität unter den Arbeitern in Nachod seit dem letzten Streik gestiegen ist. können folgende Angaben dienen. Als am 7. Juni ein Genosse ohne Ursache aus der Baumwollspinnerei von Wänidorfer, Benedikt, Mautner plötzlich entlassen wurde, sämmt- liche Arbeiter und Arbeiterinnen sofort die Arbeit einstellten und verließen die Fabrikräume. Diese Arbeitseinstellung dauerte blos eine Stunde, da sich der Fabrikdirektor eines Besseren besann und den entlassenen Arbeiter wieder in Arbeit nahm. Am Pfingstsonntag veranstalteten die Nachoder Genossen, Tausende an der Zahl,«inen Ausflug nach dem Schaumburg-Lippe'schen Sommerschloß Ratiboritz bei Skalitz und Pfingstmontag hielt der Prager böhmische politifche Arbeiter- klub eine Volksversammlung in Nachod ao, wobei der Saal so überfüllt war, daß eine Menge Genossen draußen vor den offenen Fenstern Posta fassen mußten. Ein Arbeiter-Bildungsverein für Nachod und Umgegend ist in Bildung begriffen. Aus der sozialdem orrattsche» Presse. Die„Westfälische Freie Presse" bemerkt zu dem Lütgenau'schen Vorschlage, wonach in Zukunft bei Stichwahlen zwischen gegnerischen Kandidaten die Genossen für den Gegner stimmen sollen, welcher sich für ein Achtstundengesetz erklärt: „Wir müssen gestehen, es wäre bedauerlich, sollte dieser Grundsatz allgemein werden. Den gegnerischen Parteien würden wir damit gewiß einen großen Gefallen thun und unsere Genossen würden unter Umständen in die Lage versetzt werden, für einen Konservativen stimmen zu müssen. Der Vorschlag Lütaenau's soll ein Kniff sein, mit dem aber bei der Gewissenlosigkeit der Gegner garnichts erreicht wird. Deutlich genug lehrt die Erfahrung, daß diese Leute viel versprechen, aber keineswegs die Absicht haben, ihr Ver- sprechen zu halten. Wer dächte hierbei nicht an den ängstlich vor der verpesteten Atmosphäre, die von ihrem Gatten ausging, zu hüten. Er mußte fort aus dem Vaterhause, weit fort. Frau Alving, die nie stark genug war, ihre Ketten zu brechen, ertrug allen Jammer, und die Welt sollte nicht erfahren. wer der Kamnierherr Alving war. In seinem Namen schuf sie Wohlsahrtseinrichtungen, man sollte das Angedenken des Kammer» Herrn ehren, und ihr Sohn sollte mit Stolz den Vaternamen tragen dürfen. Das war ihr Lebensziel geworden, und«ine furchtbare tragische Ironie ist es, wie in der Dichtung Jbsen's ihr Lebensziel versinkt. Zehn Jahre waren seit dem Tode des Kammerherrn vergangen. Frau Alving hatte«in großes Asyl erbauen lassen, die umfassendste Stiftung zu Ehren des Kammer- Herrn, dessen irdische Schuld sie vor der Welt damit endgiltig zu tilgen glaubt. Da muß sie eS an ihrem Liebling OSwald in schrecklicher Form erleben, wie nichtig all ihr Witz gewesen. Oswald ist in Paris und Rom Maler geworden. Ein lebensfroher, junger Mann, wird er plötzlich von einer lähmenden Krankheit befallen. Er sieht seine Schaffenslust schwinden und Bekleminungen er- fassen ihn. Er befragt einen berühinten Arzt. Die Antwort ist trostlos. Oswald ist erblich belastet. Der durchseuchte Vater hat einem kranken Kinde das Leben gegeben. Oswald hat ein« wurmstichige Stelle im Gehirn. Oswald vertheidigt seinen Vater dem Arzt gegenüber; er hält solche Möglichkeit für ausgeschlossen. Dann, meint der Arzt achselzuckend, haben Sie es sich felber zu verdanken. Die Entdeckung untergräbt in Oswald vollends allen Lebensmuth. Verzweifelt, gebrochen kehrt er heim; und allmälig wird der Frau Alving daS ganze Unglück offenbar. Wie sich die Enthüllung Zug um Zug vorbereitet, das ist ein technisches Meisterstück. So ward all ihr Sinnen, all ihr Wirken, ihre ver- meintliche Klugheit zu Schande». Das erkennt Frau Alving, und sie überschaut den Zusammenhang der Dinge.„Wir sind alle miteinander so gottsjämmerlich lichtscheu. In uns alle» steckt etwas Gespensterartiges," ruft sie einmal aus; sie sagt es dem guten, dornirten Pastor Manders, der von seinen engen Moral- begriffen aus sie gar nicht verstehen kann. Sie durste sich nationalliberalen Abgeordneten Müllenstefen, welcher den Berg-| Realgymnaften und Ober- Realschulen) gewährt wird, wird von allerwenigften ist Graf Bückler dafür verantwortlich zu machen, arbeitern alles mögliche versprach und nachher sein Wort ver- freisinniger" Seite gern als Beweis dafür angeführt, daß auch daß seine Untergebenen in den legten Jahren sehr wenig Erfolge leugnete; es könnte daher der Fall eintreten, daß außer einem unbemittelten der Erwerb einer höheren Schulbildung möglich zu verzeichnen hatten. Wir glauben fogar, daß Graf Pückler ein großen Theil der Freisinnigen noch ein Theil der Zentrums- und sei. Die Zahl diefer Schüler ist aber, wie sich aus burchaus tüchtiger Beamter war, wir geben zu, daß es an seinem freitonservativen Abgeordneten auf sozialdemokratischen Krücken einer bezüglichen Veröffentlichung im„ Gemeindeblatt" ergiebt, Eifer niemals gefehlt hat. Der Fehler, an welchem die Berliner in den Reichstag marschirte. Nein, auf diese Weise nüht man geradezu kläglich gering. Nach Maßgabe der Frequenz Bolizei tranft, liegt an ihrer Organisation. Das curriculum der Bewegung nicht. Daß die mit Hilfe der Genoffen in den der städtischen höheren Lehranstalten, die bis zum Dezember vitae eines deutschen Polizeibeamten ist oft furz folgendes: Hinter Reichstag eingezogenen Gegner, auch selbst wenn fie fich für ein 1891 durchschnittlich 18 282 Schüler( incl. Borschüler) betrug, pommern geboren, Dorfschule besucht, Kühe gehütet, Dünger gefahren, Achtstundengesetz erklärt haben, durch den Reichstag fozial waren 1065 Freistellen zur Verfügung zu stellen. Davon wurden Roggen gefät, Kartoffeln ausgebuddelt, Soldat geworden, tapitulirt, demokratische Agitation betreiben würden, wird doch wohl Nie- unter Berücksichtigung aller gehörig begründeten und be- zum Unteroffizier avancirt, Schreiben und knapp Rechnen gelernt, mand glauben. Berlassen wir uns nicht mehr auf uns selbst, fcheinigten Gesuche" 907 ganze und 266 halbe Freistellen, welche Rekruten dressirt, Sergeant geworden, Rekruten dressirt, Bize= fo find wir verlassen. Ein Kopfschütteln über den Lütgenau'schen 133 ganzen gleich gerechnet werden, also zusammen 1040 ganze Feldwebel, immer noch Rekruten dressirt, Zivilversorgungsschein Vorschlag ist das gelindeste Urtheil, welches fich fällen läßt. Wir Freistellen vergeben. Nach dem 1. Januar 1892 wurden nach--schließlich Polizeibeamter!! wollen mit unseren Gegnern nichts gemein haben, als den Kampf träglich noch 7 gange und i halbe Freistelle vergeben, sodaß noch Man fann getrost behaupten, daß nach einem solchen Lebens gegen fie. Wir weisen jedes Kompromiß zurück." 171/8 Freistellen blieben ,,, welche wegen Mangel an weiteren geeigneten gang fein Mensch mehr in der Lage ist, die wirthschaftlichen und Bewerbungen nicht vergeben werden konnten." Dazu kamen noch 220 bürgerlichen Verhältnisse überhaupt beurtheilen zu können. Mit Die Elberfelder Freie Preffe" schreibt über diefelbe observanzmäßige" Freifstellen, sodaß im Ganzen im Etats- einem solchen Beamtenmaterial zu arbeiten, ist eine Runft; Angelegenheit: jahr 1891/92 12671/2 Freistellen gewährt wurden. In dieser welche Erfolge erzielt werden, sehen wir in Berlin täglich. Zum Wir müssen gestehen, es wäre bedauerlich, sollte diefer Gesammtzahl find enthalten 13( breizehn) feit dem 1. April 1891 Ueberfluß werden die Beamten noch abgerichtet zum SozialistenGrundfat allgemein werden... Wir wollen nicht sagen, daß aus Gemeindeschulen als Freischüler übernommene Anaben fang. Es tann getrost 100 gegen 1 gewettet werden, nicht zehn es nicht Fälle geben kann, wo es politisch flug erscheint, einem und 140( hundertundvierzig) ältere ehemalige Gemeinde- Prozent der Hüter des Gesetzes find fich klar darüber, welche Biele Gegner bei Stichwahlen, in denen die Partei nicht in Betracht schüler, fodaß im Ganzen 153 solcher Schüler(- 12 pet. die Sozialisten erstreben und welche Biele diefelben erreichen wollen. kommt, die Stimme zu geben; es hat sich ja früher gezeigt, daß aller Freischüler) vorhanden waren. Das ist alles, was die Die Polizei ist nicht einmal im Stande, den Staatsbürger vor Ber der verneinende Grundsaß, wie er noch auf dem St. Gallener Stadt Berlin für die begabteren unter den Proletarier- brechen an Leib und Eigenthum zu schützen, wie viel weniger Parteitag aufgestellt wurde, von den Genoffen feineswegs all- findern zu müssen glaubt. Im Gegenfage dazu eignet fie fich erft, eine politische Idee zu unterdrücken. Die feitig befolgt wurde. Aber wir sind auch der entschiedenen fordert die sozialdemokratische Partei völlig freien Unterricht für politische" Polizei fann heut teinerlei Erfolge aufweisen, die Meinung, daß eine generelle Bestimmung für die Be- alle Kinder und auf allen Schulen, damit jedem Kinde die Kriminalpolizei hat auch noch feine Lorbeeren gesammelt, auf theiligung an solchen Stichwahlen unter gewiffen Voraus Möglichkeit gegeben werde, die in ihm liegenden Fähigkeiten zu denen sie gemüthlich ausruhen tönnte. Daran wird sich nichts fehungen noch viel weniger stattfinden kann und stattfinden darf. entwickeln. Die freisinnige" Partei hat für diese Forderung ändern, ob nun Graf Pückler weiterhin seinen Posten verwaltet Die Entscheidung über diese Frage fann nur unter dem Ein- in und außerhalb des„ Rothen Hauses" immer nur Sohn und oder nicht. druck der jeweiligen politischen Verhältnisse während der Wahl- Spott gehabt. Der Freifinn" fährt aber trotzdem fort, zu beperiode erfolgen." haupten, daß nur durch ihn das Gedeihen der Schule, der Boltsbildung, der Kultur gewährleistet sei. -WO ... Polizeiliches, Gerichtliches ze. Bum Hochverraths- Prozek kontra Ramien und Genoffen wird mitgetheilt, daß die frühere Meldung, wonach der Prozeß am 15. Juni vor dem Reichsgericht in Leipzig stattfinden sollte, verfrüht ist. Bisher ist weder den Vertheidigern noch den muth maßlichen Zeugen eine Vorladung zugegangen. Trogdem ist an zunehmen, daß die Verhandlung noch vor den Gerichtsferien, bie bekanntlich am 15. Juli beginnen, stattfinden wird. Die Anklage ist nicht nur wegen Hochverrathe, begangen durch Verbreitung Baffenrock", sondern auch wegen geheimer Verbindungen er ber Autonomie" und eines Flugblatts: An die Brüder im hoben. der Magistrat die Stadtverordneten- Bersammlung um folgende Zur Frage des Neubanes der Moabiter Brüde ersucht Beschlußfaffung: Die Stadtverordneten- Bersammlung erklärt sich -Franz Dergel, der frühere verantwortliche Redakteur Die geplante Verlegung des Vorortverkehre der mit der Herstellung einer Fußgänger- Nothbrücke an Stelle ber der Sächsischen- Arbeiter- Zeitung", wurde wegen Beleidigung Nordbahn von dem Stettiner Bahnhof nach dem neu zu er- abzubrechenden Moabiter Brücke und mit dem Abbruch der zweier Pastoren zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. richtenden Bahnhof in der Bernauerstraße hat, wie ein bürger- letzteren einverstanden und stellt zu diesem Behufe die im Spezial Karl Thiel, Redakteur der Breslauer, Bolts- liches Blatt meldet, einen wahren Sturm von Petitionen an die etat 36 für 1892/93 Gxtra- Ordinarium Ausgabe Titel IV, Boj. 10 wacht", foll wegen Beleidigung eines Haynauer Fabritbesigers zuständigen Behörden entfesselt. Die Hausbesiger der Invaliden ausgeworfenen 20 000 m. zur Verfügung." Das Polizeipräsidium 500 Mart Geldstrafe bezahlen oder 100 Tage Gefängniß ver- und der angrenzenden Straßen petitioniren gegen die Verlegung, hat die landespolizeiliche Genehmigung zur Errichtung der Fußbüßen. Er hat gegen das Urtheil, welches die erste Straffammer weil sie davon eine Entwerthung ihrer Grundstücke gängerbrücke ertheilt. des Landgerichts aussprach, Revision eingelegt. befürchten, während die Bewohner der Bernauerstraße aus Das spiritistische Medium Frau Balesta Töpfer, In Wandsbed wurden die Parteigenossen Beefe, dem entgegengesezten Grunde sich alle erdenkliche Mühe welche bekanntlich am 18. Mai b. J. vom Schöffengericht( Amts Efftinger, Rosbizki und Schley, welche wegen Abhaltung einer geben, den Bahnhof nach der Bernauerstraße hinzubekommen. gericht Berlin I) wegen Betrugs zu 2 Jahren Gefängniß und nicht genehmigten" Versammlung nach Ansicht der dortigen Dieser Wettstreit wäre fomisch, wenn er nicht ein trauriges 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt worden ist, hat gegen dieses Bolizei je 25 M. Strafe bezahlen sollten, vom Schöffengericht Beichen der durch die kapitalistische Gesellschaftsordnung groß Urtheil Berufung eingelegt. Rechtsanwalt Wronker, der die freigesprochen. Der Angeklagte Beefe führte aus, daß er die gezogenen Selbstfucht des Individuums wäre. Wo der Bahnhof Zöpfer auf Kosten der Spiritisten vertheidigte und sich bei dieser Bersammlung rechtzeitig angemeldet habe, ihm aber in der An- im Interesse der Gesammtheit am besten hingehört, Gelegenheit als Nichtgläubiger bezeichnete, ist die Bertheidigung. meldung ein Fehler unterlaufen sei, indem er statt 29. März als ob nach der Invaliden- oder nach der Bernauerstraße, ver- entzogen und einem jungen Rechtsanwalt Namens Günther überTag der Versammlung den 29. April angegeben und daß ihm mögen wir nicht zu entscheiden, jedenfalls aber doch nur tragen worden. Diefem find von den Spiritisten 1000 m. gegeben jede rechtswidrige Abficht ferngelegen habe. Es sei in Wandsbeck nach einer dieser beiden Straßen. Die Eisenbahn worden, damit er sich 14 Tage lang in das Wesen des Spiri ftets Usus gewesen, daß die Beamten, welche Versammlungen über verwaltung behauptet, wegen Ueberfüllung des Stettiner tismus vertiefen soll. wachen, die Bescheinigungen zu denselben mitbringen. An dem betr. Bahnhofes zur Verlegung gezwungen zu fein. Aber die Abend wären die Beamten rechtzeitig dagewesen und hätten die Ver- Bourgeoisie fragt, wenn es sich um öffentliche Einrichtungen sammlung ruhig tagen lassen, bis der Kommissar gekommen sei, handelt, nicht nach dem Interesse der Gesammtheit. Das persön der die Bescheinigung verlangte und dann, da eine Bescheinigung liche Interesse ist der einzige Gesichtspunkt, von dem aus fie in nicht zur Stelle war, die Versammlung auflöfte. Das Gericht ihrem furzsichtigen Egoismus derartige Dinge betrachtet. Die maß den Angeklagten Glauben bei und erklärte noch, es gäbe öffentlichen Einrichtungen, denkt der kapitalbesitzende Bourgeois, feine Bestimmung, wonach um„ Erlaubniß" zur Abhaltung einer sind dazu da, ihm die Taschen zu füllen. Wenn fie das nicht Boltsversammlung nachgesucht werden müsse, sondern es bestehe thun, tönnen sie das nicht thun, tönnen sie ihm gestohlen werden. nur die im§ 1 ber Verordnung, betr. das Vereins- und Ver fammlungsrecht vom 11. Mai 1850, feſtgefeßte Anzeigepflicht, berufenen Mannschaften. Die Prüfung der hierauf Unterstützung der Familien der zu Friedensübungen ein welcher genügt worden sei. Dem Angeklagten Beese sei nur ein Fehler in der Anmeldung unterlaufen, fomit tönne auf eine gerichteten Gesuche ist vom Magiftrat den Landwehr- Bezirks Strafe nicht erkannt werden. Die Kosten trägt die Staatstaffe. Bereinigte Bureau des Magistrats, Rathhaus, Zimmer 42 3 Verfuch, als gestern Mittag die Truppen vom Tempelhofer Felbe Lommissionen übertragen. Bezügliche Gesuche sind an das Ju Jaynic( Pommern) wurde am Pfingstfonntage Ein Arbeiter, der es sehr presfirt hatte, machte den Kühnen eine sozialdemokratische Versammlung aufgelöst, weil die An- richten. zurückkehrten, eine Lücke der Garde- Infanterie zu benutzen, um die meldebescheinigung nicht vorgelegt werden konnte. Wie der Stettiner Boltsbote" mittheilt, war die Anmeldung der Ver- ihrem Hamburger Tage auch die Rechte und Pflichten der Ge- Schlag mit dem Kolben des Gewehres, dem noch zwei weitere Die deutschen Berufsgenossenschaften behandelten auf andere Seite des Straßendammes zu erreichen. Ein tüchtiger fammlung rechtzeitig- Donnerstags vorher erfolgt, der Amts- noffenschaften in Bezug auf die Novelle zum Krankenversicherungs- Schläge folgten, auf den Kopf des Bösewichts von Seiten eines vorsteher hatte aber die Bescheinigung nicht ertheilt. Noch kurz Geseg. Dr. med. Blasius aus Berlin referirte über diesen Unteroffiziers geführt, straften das entfehliche Verbrechen des vor Beginn der Versammlung wurde mehrere Male versucht, ihn Buntt der Tagesordnung. Es ist ein großer Mangel des Unfall- verwegenen Arbeiters, der ganz vergeffen hat, daß wir im Staate persönlich zu Herausgabe der Bescheinigung aufzufordern; er versicherungs- Gesetzes, daß die Haftpflicht der Berufsgenossen des schneidigen Militarismus wohnen. Dem Berlegten strömte ließ sich aber nicht sprechen, trozdem bekannt war, daß er zu fchaften( reiner Unternehmerverbände) erst 13 Wochen nach statt- das Blut über den Kopf und er tann noch froh sein, wenn die Haufe fei. Daß der Amtsvorsteher von der Versammlung unter- gehabtem Unfalle eintritt, ein Umstand, der vielfach selbst die Berlegungen feine nachhaltigen Folgen haben. richtet war, ging daraus hervor, daß der Ober- Wachtmeister von Berufsgenossenschaften schädigt. Die dauernde Erwerbsunfähigkeit Ueckermünde sowie der Gendarm von Jaznick eigens zur Ueber- oder Erwerbsminderung, welche mancher Unfall mit sich führt wachung der Bersammlung bestellt worden waren. Es wird nun und welche der Genossenschaft die Pflicht der Sahlung einer schütternde Katastrophe hat sich vorgeftern, Sonntag, Abends kurz gegen den Amtsvorsteher Beschwerde erhoben werden. Rente auf viele Jahre auferlegt, tönnte oft vermieden werden, nach 7 Uhr in Weißenfee abgespielt. Die Fallschirm- Dame Frau - Der politische Verein von Tyrol und Borarlberg in wenn gleich nach dem Unfalle die geeignete, wenn auch fostspielige Bertha Garell- Großmann ist beim Absturz aus der Gondel des Innsbruck wurde von der Statthalterei aufgelöst, weil er eine Druckschrift herausgegeben hat, welche die Dichtungen das Zied Hilfe dem Verletzten zu Theil würde. So aber ist dieser allein Luftballons, mit welchem sie vom Schloß Weißensee aus aufstieg, auf die geringe Strantenkassen- Unterstüßung angewiesen. Selbst verunglückt und bald darauf ihren Verlegungen erlegen. Ein der Arbeit“ und„ die Arbeitsmänner" enthielt. Das steht nach der verständlich tritt Herr Dr. Blasius, als Vertreter der Unternehmer, Berichterstatter theilt auf Grund amtlicher Ermittelungen Folgendes Statthalterei nicht im Einklange mit dem Zwecke des Vereins, nicht dafür ein, daß der Uebelstand dadurch beseitigt werde, daß über den Unfall mit: Seit einiger Zeit produzirte fich bei welcher statutarisch die politische Bildung seiner Mitglieder erstrebt, die Entschädigungspflicht des Berunglückten gleich vom Tage Sternecker, Schloß Weißensee, die Fallschirm- Dame Frau Bertha denn die Lieder verstoßen angeblich gegen einen Paragraphen des des Unfalls an den Berufsgenoffenschaften auferlegt wird, Sarell Großmann, die Gattin des in Artisten- und Schau Gesetzes. Natürlich handelt es sich für die 1. t. Behörde nur sondern nur dafür, daß für die Rechte, die ihnen in der Novelle spielerkreisen wohlbekannten Koupletdichters Carell- Großmann. darum, der verhaßten sozialdemokratischen Organisation im heiligen Land Tyrol" auf irgend eine Weise, und sei dieselbe um Krankenkassen- Gesetz§§ 76 a- e eingeräumt find und die Die fühne junge Frau hatte schon zu wiederholten Malen fich aus der Gondel des Ballons, noch so unangebracht, den Garaus zu machen. ihnen in Unfallstaffen eine weitgehende Einmischung in die unternommen, Krankenpflege geftalten, fich mutbar machen. Demgemäß nahm welchem sie aufgestiegen, mittelst eines Fallschirm- Apparates, eines der Berufsgenossenschaftstag eine Resolution an, in welcher fol- neuerbauten, sogenannten amerikanischen Sturz- Apparates aur gendes Verfahren empfohlen wird: Erde niederzulaffen. Auch vorgestern Abend sollte Frau Carell einen " Tokales. zu Tod durch Absturz mit dem Fallschirm! Eine ers mit Sobald durch die Krankenkassen in Gemäßheit des§ 76 b folchen Absturz unternehmen, und zwar follte die Luftschifferin den Berufsgenossenschaften Unfälle gemeldet werden, so ist durch direkt in den See des Sternecker'schen Gartens fallen, woselbst die betreffenden Vertrauensärzte bezw. Vertrauensmänner in jedem eine Anzahl Boote zur Aufnahme der Untertauchenden bereit Der freie Unterricht, welcher einer Anzahl von ärmeren einzelnen Falle baldthunlichst festzustellen, ob der Verlauf des standen. Gegen 8 Uhr Abends ging der Aufstieg vor sich und Schülern der städtischen höheren Lehranstalten( Gymnasien, Seilverfahrens ein sofortiges Gintreten der Berufsgenossenschaft als der Ballon etwa 500 Fuß direkt über dem See schwebte, erforderlich erscheinen läßt. Ist Letzteres ber Fall, dann sind un sprang Frau Carell aus der Gondel heraus und löfte Fallschirm. Sofort Sofort konnte man beobachten, daß nicht knechten lassen von alten Vorurtheilen, von altem verzüglich die geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die Ueber- ben eine Hand der Artistin sich von dem an bem Glauben, von hergebrachten Rücksichteleien gegen die gesellschaft des Umstandes, daß häufig schon in den ersten vier Wochen ein Schirm befestigten Ringe löste und bald darauf ließ Frau liche Ordnung. Wie ein Symbol des Zusammenbruchs, der nun unzweckmäßiges Heilverfahren dauernde Schädigung hervorrufen Carell auch die andere Hand los, der Fallschirm schoß, erfolgt, erscheint es, daß das Asyl der Frau Alving, noch ehe es kann, wird ferner dringlichst empfohlen, auch schon unmittelbar von der Saft erleichtert, nach oben und die Unglückliche stürzte feierlich eingeweiht ist, nieberbrennt. Oswalds geistige Erkrankung nach stattgefundenem Unfall die Frage der Uebernahme des Heil- pfeilschnell aus der Höhe von 500 Fuß in den Weißen See artet in vollen Wahnsinn aus. Die erschütternde Tragödie der verfahrens auf Kosten der Berufsgenossenschaft in solchen Fällen binab, um alsbald in die Fluthen desselben zu verschwinden. Frau Alving hat sich erfüllt. Langsam nur reifte das Verständniß für den Kern der in Erwägung zu ziehen, wo eine erfolgreiche Behandlung durch Nach etwa 30 Sekunden tauchte aber Frau Carell wieder empor und schwamm dem nächsten Boote zu, in welchem fich ihr Gatte Ibsen'schen Dichtung. Als das Wert in Deutschland bekannt die betreffende Krankenkasse zweifelhaft erscheint." befand. Sofort wurde die Dame nach dem Lande gebracht, und wurde und zum ersten Male im Residenz Theater in einer Einen großen Erfolg dachten die Innungsschwärmer er- hier leistete ihr der anwesende Arzt Dr. Dörffler die erste Hilfe. Mittagsvorstellung aufgeführt wurde, da wurde noch schrecklich rungen zu haben, als fie dieser Tage lafen, daß ihr Prophet- Die Luftschifferin vermochte sich nur schwer zu bewegen, war viel Lamento über die angebliche Tragödie der Gehirnerweichung Felisch einen veränderten Kurs der Regierung in der Innungs- aber noch bei voller Besinnung und gab in Gegenwart ihres erhoben. So wenig erkannte man, daß die Tragödie im Lebensfrage" angekündigt habe. Das Lehren solle ausschließlich Sache Gatten und mehrerer Zeugen die Erklärung ab, daß fie felbft Schicksal der Frau Alving zu suchen war und daß Oswalds der Jnnungen werden, Jeder, der lehren wolle, solle der Innung durch unvorsichtigkeit den Unfall verschuldet hat. Nach eigener Rrantheit nicht ein Hauptzweck, sondern nur ein fünstlerisches angehören u. f. w." Das„ bevorstehende" neue Gesetz würde der Darstellung hat Frau Garell es unterlassen, sich vor Absturz Mittel im Dienste der großen Tragödie sei, die von dem Fluche erste Schritt zur obligatorischen Innung sein. den Leibriemen, welcher an dem Karabiner des Fallschirm geistiger Knechtschaft handelt, die zur Ueberwindung der unfeligen Wir haben die Prophezeiung des Herrn Felisch jest im Apparates befestigt ist, umzuschnallen und sich nur mit Gefpenfter, die in uns lauernd leben, anfeuert, und die eine Original gelesen. Wir sehen, daß der Artikel selbst nicht von den den Händen an dem Ring festgehalten. freudige, glücklichere Zukunft der Menschheit durchscheinen Absichten der Regierung, sondern nur von den Wünschen einiger Experiment hat sie bereits mehre Male so ausgeführt. fruchtbaren Pessimismus, wie jene lichtscheuen Gefellen spricht. Das war nun schon immer so. Wenn Herr Felisch nach dem städtischen Krankenhause Friedrichhain überzuführen, fagen, die fich eine Welt voll Tartüfferie aufbauen und daraus mit fühner Logit auf Aussichten der Zwangsinnungs- und die Patientin verabschiedete sich noch von ihrer Umgebung jeden Wahrheitskämpfer verwünschen, weil er die Bersetzung Ideen schließt, ja fogar von einer Aenderung, die sich vollziehen mit den Worten:" Auf Wiedersehen, es ist ja nicht so schlimm. in der Gesellschaft eben nicht beschönigt und weil er gegenüber wird", weitschweißig einherredet, so gönnen wir ihm die Illusionen. Leider aber verstarb die Aermste schon auf dem Transport nach dem Verwesenden nach neuen, lebenweckenden Jdealen ringt. Bon Illusionen leben ja die reaktionären Handwerker; in dem Augenblic, wo fie teine Illusionen mehr hätten, wäre ihre ganze Partei", ihre naiv fröhliche Bewegung" todt. " Dieses tollkühne Dr. dem Hospital in der Nähe der Verbindungsbahn an schweren inneren Verlegungen und innerer Verblutung.- Frau Carell- Großmann war früher Statistin an einem hiesigen Theater und wird als eine liebenswürdige, rechtschaffene und fluge Frau geschildert, die, um ihren Gatten beim Brotverdienst zu unterstützen, sich feit Jahresfrist etwa dem gefährlichen Berufe gewidmet hat, in welchem sie ihr junges Leben verlieren mußte. Die Darstellung war, wie schon Eingangs erwähnt wurde, achtunggebietend, im Ganzen wohl abgestimmt. Die Rolle des Paftors Manders übernahm Herr Basil vom Deutschen Theater. Er arbeitete vor Allem jene gemüthliche Seite im Zu dem angeblichen Rücktritt des Chefs der KriminalCharakter des Pastors aus, die diesen Mann als weiches, welt polizei, Grafen Bückler, wird uns noch geschrieben: fremdes Kind erscheinen läßt. Reine große Leistung zwar bot Daß die hiesige Kriminalpolizei nicht auf der Höhe der Zeit Frau Agnes Werner als Frau Alving; aber immerhin ver- steht, braucht nicht mehr besonders hervorgehoben zu werden. Törperte sie deutlich, wie dieser Frau Alving allmälig das Be Allerdings ist jetzt der Mörder der Postschaffnersfrau Menzel Drei Arbeiter sind am Montag Vormittag um 7/8 Uhr wußtsein ihres tragischen Geschicks aufdämmert, bis das Geschick entdeckt worden, aber für diese Entdeckung tann die Kriminalpolizei aus der Höhe des ersten Stockwertes in die Tiefe gestürzt. in nackter Größe vor ihr steht. Ein Schauspieler, der vor Jahren wirklich nichts, sie ist daran so unschuldig, wie ein halbes Dugend Dieselben, Namens Bedreck, Schüler und Schmidt, arbeiteten auf fchon in Berlin, und später auf deutschen Bühnen in Amerita neugeborener Rinder. Der Zufall, der von jeher der befte dem Neubau Neue Jakobstr. 6, und Jeder von ihnen stand auf mirtte, Herr Arthur Eggerling, spielte den Dewald. Ein Kriminalpolizist war, hat hier wieder ein Mal in der besten einem Balken, welche auf einem Bogen von Mauerwerk ruhten. gewandter Darsteller, der auch zu packen, au ergreifen wußte. Weise eingegriffen. Es ist der Kriminalpolizei kein Vorwurf Diefer Bogen brach plötzlich zusammen, so daß die genannten Cyriag daraus zu machen, daß sie den Mörder nicht entdeckt hat, am drei Arbeiter hinabstürzten. Schmidt wurde unter den Trümmern �graben, ad« noch«chtzeitig wird« an daS Tageslicht gezogen. daß er. wenn auch innerlich anscheinend schw« verletzt, nach sein« m dem Haus« Prinzenstr. 16 belegenen Wohnung gebracht werden konnte. Seine beiden Genossen«litten nur leichte Quetsch- wunden, so daß sie gegen MUtag ihre Arbeit wieder auszunehmen vermochten. Zur Verhaftung der beide» Mörder Wagenschütz und vteukamp gehen uns noch die folgenden Mittheilungen zu: Die Wagenschütz hat Sonnabend Mittag gegen 2 Uhr den Versuch gemacht, sich das Leben zu nehmen. Die Frau hatte «st am Sonnabend früh«fahren, daß ihr Sohn wegen Dieb- Pähls verhaftet worden sei; Mittags nun hörte die in demselben Hause Swinemünderstraße 125 wohnende Frau St., daß Otto Wagenschütz des Mordes wegen verhaftet fei und begab sich so- fort zu der Nachbarin, der Mutter des Mörders, um diese zu trösten. Frau Wagenschütz Nagte der St. ihr Leid und als diese darauf erwiderte:„Ja, wer hätte auch gedacht, daß Otto dies thun würde, die Munzel war doch immer so freundlich zu ihm*, da rief Frau W. ganz erschrocken:„Was hat Otto mit der Llna?»—„Ja. wissen Sie denn nicht, daß Ihr Sohn des Mordes wegen verhaftet ist?*— Wie geistesabwesend starrte die Mutter die Nachbarin an und dann stürzte sie mit den Worten: „Mein Otto der Mörder der Lina!* an daS Küchenfenster, riß dasselbe aus und versuchte sich binauSzusttirzen. Glücklicherweise hatte Frau K. soviel Besinnung, hinzuzuspringen und die Wagen- schütz, welch« immer wieder dem Fenster zueilen wollte, ins Zimm« zurückzuziehen. Dann verfiel Frau Wagenschütz in Starrkrampf, der längere Zeit anhielt. Auch der ältere Bruder. sowie die Schwester des Mörders wurden, als sie die HiobSpost erhielten, von kkrämpfen befallen. Ueb« das Leben des Otto W. in der elterlichen Wohnung wird uns noch mitgetheilt, daß der Bursche von höchst verschlossenem Charakter war, fast gar nicht sprach und nach beendetem Essen bis zur späten Nachtstunde den Seinigen fern blieb. Schon vor Jahresfrist hatte W. sich an Seiner Mutter»«griffen und seine Hierselbst verheirathete Schwester iatte vor dem Burschen solche Angst, daß sie in der Wohnung eine Eichnheitskette an der Thür anbrachte, um, falls Otto sie besuchen wollte, ihn nicht hineinzulassen. Die Behörde nimmt übrigens an, daß an der Mordthat noch ein Dritter bethciligt ist. und infolge dessen sind vorgestern Abend drei jugendliche Strolche, mit denen der Mörder intim verlehrte, nach dem Polizei« Präsidium sistirt worden. Polizeiberkcht. Am 1l. d. M. früh wurde ein Unter- suchungsgesangener im UntersuchungSgefängniß in Alt-Moabit in sein«j Zelle und Nachmittags ein Seifensieder in seiner Wohnung, m d« Kreuzbergstraße, erhängt vorgesunden.— Abends sprang eine unbekannte, etwa 13 Jahre alte Frauensperson in dn Nähe der Lützowbrücke in selbstmörderischer Absicht in den Landwehrkanal. Sie wurde noch lebend aus dem Wasser ge- zogen und nach der Charite« gebracht.— Am 12. d. M. Bor, mittags wurde auf dem Flur des Hauses Weinbergsweg 14 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden.— An der Ecke der Rosenthalerstraße und des Hackeschen Marktes wurde Nach- mittags ein SjährigeZ Mädchen von einer Kutsche überfahren und an beiden Beinen bedeutend verletzt.— Als in der Nacht »um 13. d. M. der Schisssknecht Herrmann einen obdachlosen Schiff«, der aus dem am Jnselspeich«, Fischerbrücke 25/26, liegenden Kahne zu nächttaen beabsichtigte, von dem Kahne ent« fernen wollte, eilt» der Sohn deS Schiffseigners mit einem ge- ladenen Revolver zu feiner Hilfe herbei. Durch Zufall entlud sich die Schußwaffe, und drang die Kugel dem:c. Herrmann in den Oberschenkel, so daß er nach der Universitätsklinik gebracht m«den mußte.— Am 12. d. M. und am dar. nffolgenden Morgen fanden drei Brände statt. Gerickks-F!eikurrg. Der sozialdemokratisch« NeichStagS» Abgeordnete Redakteur Max Schippe! hatte sich gest-rn wegen eines vor Jahren begangener Vergehens gegen das Preßgesetz zu verantworten. Der Angeklagte war im Februar 1826 Redakteur der hier«scheinenden„Volks- Tribüne*. Am l. Februar des genannten Jahres«schien in der„Volks- Tribüne* ein Leitartikel mit der Ueberfchrist:„Die Sozial- demokratte. daS Kartell und die Opposition". Dies« Artikel war dem in London«scheinenden„Sozialdemokrat" entnommen, einem Blatte. welches in Deutschland verboten ist. Der Angeklagte gab dm Abdruck zu. ließ aber durch Verlesung des frag- liehen Artikels feststellen, daß er in d« Wiedergabe alle, die deutsche Regierung angreifenden Stellm fortgelassen hatte. Er wollt« sich aus diesem Grunde für berechtigt gehalten haben, «inen rein sachlichen Artikel aus dem verbotenen Blatte zum Ab- druck zu bringen, wie ja auch alle Blätt« über das Kassmwesm d« Sozialdemokratie unbeanstandet Nachrichten brächten, die dem„Sozialdemokrat* mtnommm ieim. Der Staatsanwalt hielt diesen Grund nicht sür stichhaltig, sondern beantragt« ein« Geldstrafe von 50 Mark. Jetzt machte der Angeklagte mit Erfolg den Einwand der Verjährung geltend. ES stellte sich heraus, daß seit der letztm richterlichen Handlung in dies« Sache acht Monate verstrichen waren und da die Verjährung nach 6 Monaten eintritt, mußte daS verfahren gegen den Angeklagten eingestellt werden. Einer schweren Ausschreitung im Amte war der Kriminalschutzmann Hermann Ganzert beschuldigt, der ßssiern vor der ersten Straskamm« des Landgerichts I stand. Ganzert«hielt eines Tages den Austrag, in einer Diebstahlssache Ermittelungm anzustellen. Es handelte sich um ein gestohlenes Zehnmarkstuck. Ter That v«dächtig war ein IS jährig« Bursche. welcher in der betreffenden Wohnung eine Schlafstelle inne hatte. Der Beamte unterwarf den Verdächtigen in Gegenwart d« Be- ftohlenm einem Verhör und«zielt« auch sofort ein unumwundenes Geständniß. In diesem Augenblick« erschien die Mutter deS jungen Burschen, welche«fuhr, um was es sich handelte und dann wiederholt betheuerte, ihr Sohn könne der Thäter nicht sein.« sei kein Dieb. Ihr Sohn wurde hierdurch bewogen. sein soeben abgelegtes Geständniß zu widerruseu. Dies reizte den Zorn des Beamten dermaßen, daß er mit seinem fingerdickm Stock auf den Verdächtigen einschlug und zwar dermaßen, daß derselbe erhebliche Verletzungen erlitt und ärztliche Hilfe in An- spruch nehmen mußte. Der Diebstahl deS Zehnmarkstücks ist immer noch nicht aufgeklärt. D« Angeklagte gab zu. daß er sich vergessen hatte, der bereits einmal wegen Diebstahls vorbestrafte Bursche habe ihn ab« mehr durch trotzig« und ungehörige Redensarten wie durch den Widnruf feines Geständnisses gereizt. Der Vorsitzende bemerkte, daß eventuell auch der z 843 des Straf- Gesetzbuches gegen den An- geklagten zur Anwendung gelangen könnte. Dieser Paragraph lautet:„Ein Beamt«, welch« in ein« Untersuchuugs- fache Zwangsmittel anwendet oder anwenden läßt, um Geständ- wffe ob« Aussagen zu«preffen, wird mit Zuchthaus bis zu st'mf Jahren bestraft.„ J Der Staatsanwalt nahm zu Gunsten deS Angenagten an, daß derselbe nicht ein Geständniß habe«preffen wollen, die ,m Amte begangene Mißhandlung sei ab« ein» so grobe, daß« immerhin eine Gesängnißstrase von neun Monaten beantrage. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, plädirte unter HiniveiS auf die bisher tadellose Führung de» Angeklagten auf eine Geldstrafe, der Gerichtshof folgte ab« den Ausfuhrungen des Staatsanwalts und erkannte auch nach dessem Antrag«. Um Durchstechereien zum Nachthette de» PostfiSkuS zandelte es sich in einem Prozesse, der am Eonnabend dre zweit« �fcgftuinMic des Landgerichts I bis zum Abend beschästigt«. Aus der Anklagebank befanden sich der Schreiber Heinrich Buder, der Kaufmann Ernst Voigt und der Dachdecker- meist« David Homuth, der Erster« wegen wiederholter Urkundenfälschung, die Letzteren wegen wiederholten gemeinschaft- lichen Betruges. Die außerordentlich« Zunahme des Fernsprech- Betriebes hat eine besondere Eintheilung nöthig gemacht, um fortlaufend die verlangten neuen Anschlüsse zu bewirken. Die Stadt Berlin ist in fünf Bezirke getheilt, welche unter der Leitung je eines TelegrapbensekrelärS stehen. Im vierten Bezirk war der Telegraphensekretär Freitag als Leiter angestellt, der Angeklagte Buder war ihm als Hilfs- schreib« beigegeben.'Die Angeklagten Voigt und Homuth haben unter der Firma G. A. Wernecke ein Lieferungsgeschäft sür sämmtliche zum Fernsprechbetriebe gehörigen Materialien ge- gründet. Sie hatten die Lieferung für den vierten Bezirk. Nach der getroffenen Vereinbarung hatten die Angeklagten im Dienst- gebäude ein Lager zu unterhalten. Wurden Materialien ge- braucht, so erhielten die Lieferanten einen Bestellzettel und nach erfolgt« Verabfolgung einen Lieferschein, der später bei der Rechnungslegung als Unterlage diente. Die Angeklagten Voigt und Homuth sollen sich nun mit dem An- geklagten Buder in Verbindung gesetzt haben, um den Fiskus zu ubervortheilen. Buder soll die Posten aus den Lieferscheinen vergrößert zhaben, nachdem der Telegraphen-Sckretär Freitag dieselben bereits mit seinem Revisionsvermerk versehen hatte. Die angeklagten Lieferanten sollen auch mit den Leitungs- Revisoren Durchstechereien betrieben haben. Wenn die Beamten für irgend welche Gegenstände, die sie selbst angekauft hatten, weil sie nicht sofort aus dem Depot beschafft werden konnten, Auslagen gemacht hatten, so erstatteten die Angeklagten Voigt und Homuth ihnen das Geld wieder und stellten die Sachen nachträglich in Rechnung, wobei der An- geklagte Buder wiederum die bereits revidirten Lieferscheine so umänderte, daß die Firma Wernecke keinen Schaden erlitt. Auf Grund der umfangreichen Beweisanfnahme gelangte der Gerichts- Hof zwar zu der Ansicht, daß sowohl die Angeklagten V. und H., wie auch die Leitungsrevisoren nicht korrekt gehandelt hatten, als ein Betrug könne das Verfahren nicht angesehen werden. Voigt und Homuth wurden deshalb freigesprochen. Dagegen wurde der Angeklagte Buder wegen Urkundenfälschung zu einer Gesängniß- strafe von sechs Monaten vernrtheilt. Der gerichtlichen Verhandlung gegen den Genossen Stadthagen, deren Ausfall wir bereits kurz berichtet haben, lag folgender Vorfall zu Grunde. Am 9. Februar 1890 fand in Liebenwalde, Kreis Nieder-Barnim, eine von dem Komitee der „konservativen und gemäßigt-liberalen Partei* angezeigte Ber- sammlung statt, in welcher ber frühere Abgeordnete des Kreises, Lohren. im Anschluß an ein an demselben Tage verbotenes sozialdemokratisches Flugblatt eine Ansprache hielt. In dieser Versammlung war auch d« Angeklagte«schienen, wie- wohl ihn verschiedene Genossen darauf aufmerksam ge- macht hatten. daß in Liebenwalde bis dahin noch kein« sozialdemokratische Stimme abgegeben sei und daß die Zelte'vertheiler noch bei der Wahl von 1837 Brutalitäten ausgesetzt gewesen seien. Erinnert werden mag daran, daß die Wahl von 1390 daS sür unmöglich gehaltene Resultat«gab, daß weit über ein Drittel aller Stimmen für Stadthagen in Liebenwalde«intraten. Den Vorsitz in der Versammlung führt« der AmtS- Vorsteher Schulze auS Französisch- Buchholz. Auf dem Podium befanden sich eine Anzahl oberster Polizeibehörden aus den verschiedensten Ortschaften Nieder-Barniins und der Bürger- meist« Wagner auS Liebeuwalde. Zu Beginn der Debatte er- klärte der Vorsitzende, daß nachher Jeder zu Wort kommen würde. Als Lohren u. A. ausführte,„nach Einführung des JnvaliditätSgesetzes werde keine Klasse von Staatsbürgern behaglicher leben als die Klasse der Arbeiter" und bei ähnlichen Redewendungen erhob sich vielseitiger Tumult. Auf einen Zuruf«klärte der Vorsitzende dem Angeklagten, er werde nachher das Wort er- halten. Als nnu aber nach Eintritt in die Debatte sich Stadl- Hagen zum Wort meldete, erklärte der Vorsitzende:„Ihnen, terr Rechtsanwalt ertheil« ich das Wort nicht, ie sind Sozialdemokrat." Stadthagen protestirte gegen diese Wortabschneidung und bemerkte höhnisch, die konservative Partei konnte ja allerdings Redefreiheit nicht gewähren, denn Wahrheit könnte sie nicht vertragen. Er wandte sich dann um, um hinauszugehen und seine Genossen aus- zufordern, den Saal zu verlassen. Es entstand aber«in großer Tumult dadurch, daß eine große Anzahl Liebenwalder ihn zum Podium der Rednertribüne zuschoben und riefen:„Hei fall redden* und dergleichen, während ein Theil der konservativen Schutzgarde laut brüllte. Während dieses Tumultes will der Vor- sitzende den Angeklagten wiederholt vergeblich zum Verlassen des Lokales aufgeforoert haben. Der nicht in Uniform befindliche Bürger- meister Wagner sprang vom Podium herab und beauftragte einen der beiden uniformirten Polizeibeamten, den Angeklagten gemalt- sam aus dem Lokal zu ents«nen. Der Gendarm Häseler faßte den Angeklagten hierauf an. Dieser schlug den Arm des Gendarmen zurück und fragte ihn, waS ihm einfalle. AlS der Gendarm ihm dann mittheilte, daß der Bürgermeister ihm befohlen habe. ihn zu entfernen, erwiderte Stadthagen: Wenn Sie beaustragt sind, müssen Sie Ihren Austrag ausführen. Anfassen verbitte ich mir aber. schaffen Sie mir Platz. Sie sehen doch. daß ich nicht durchkommen kann. Dann entfernte sich Stadthagen auL dem Saal. Hierin erblickte die Anklag« das Vorliegen eineZ HaussriedensbruchS. Dem An. geklagten folgten etwa 100 Versanunlungsbesucher und baten ihn. wieder hereinzukommen, sie würden„die Kerls da innen alle tausammen hauen". Sie wollten ihn reden hören. Stadthagen beruhigte die ihn Umstehendeu, verlangte aber die Sistirung des Bürgermeisters wegen Mißbrauchs der Amts- gemalt. Der Gendarm lehnte die Sistirung zunächst ab, begab sich aber, als Stadthagen«klärte, daß er dann selbst den Bürger- meister auf Grund des s 127 der Straf-Prozeßordnung sistiren würde, in den Saal und kehrte nach längerer Zeit mit der Mit- theilnng zurück, der Bürgermeister ließe sagen, er habe jetzt keine Zeit. Stadthagen betonte darauf, daß« den Bürgermeister denunziren werde. In dieser Aeußerung «blickte die Anklagebehörde eine Beleidigung. Stadthagen setzte später im Rathskeller etwa 200 Liebemvaldern die sozialdemv- kretischen Forderungen auseinander. Wenige Tage später, am 4. Februar,«bat Stadthagen in einer freisinnigen Versammlung das Wort. In der Diskussion rief er einigen. mit dicken Knütteln erschienenen Stützen der konservativen Partei aus Lieben- walde, insbesondere einem Konsulenten, der mit Redensarten wie:„Wir bringen Sie wieder raus' ihn am Sprechen zu verhindern versuchte, die Worte zu:„Ich warne Sie. so unüberlegt vorzugehen, sonst wird's Ihnen so gehen, wie Ihrem Bürgermeister, den ich bereits denunzirt habe." In dieser Aeußerung erblickte die Anklagebehörde eine zweite Be- leidigung des Bürgermeisters. Im Termin vertheidigte Stadt- Hagen sich selbst. Er führte aus. von einem Hausfriedensbruch könne ganz und gar keine Rede sein. Abgesehen davon, daß er an dem Hinausgehen gehindert sei, habe er auch nicht gehört, daß er aufgefordert sei, den Saal zu verlassen. Ueberdies sei aber so wenig d« AmtSvorsteh« Schulze, wie der Bürgermeister Wagner, oder irgend einer der anderen, zahlreich versammelten Polizeimannschaften b«echtigt gewesen, ihn hinauszuweisen. Lebhaft bezweifeln müsse«, daß die damalige Versammlung ord- nungsmäßig angemeldet gewesen sei. Ganz zweifellos sei es, daß der Bürgermeister infolge der stritten Bestimmung deS Bereins- gisrhes gar kein Recht gehabt Hab«, im Saale in Gegenwart von zwei anderen Polizeidtenern zu fungiren. Er habe den Bürger- meist« nicht gekan..r. Wie ihm nachträglich mitgetheilt sei, war dies der dicke Herr, der, bevor er den Gendarmen holte, neben ihm vorbeiging, ohne ihn auch nur aufzufordern, den Saal zu verlassen. Er könne nicht anders, als es geradezu als Folge des Wahlsieges sein« Partei zu bezeichnen, wenn jetzt zu Gunsten der wirklichen Gesetzesverletzer und Friedensbrech« ihm der Prozeß gemacht werde. Was die angeblichen Beleidigungen anlange, so sei ihm als Juristen nicht unklar, daß aus drei noch so harm- losen Worten im Wege der ja leider in der Revisionsin stanz unanfechtbaren Jnterpre- tation herausgelesen werden könne, was niemals der Redner hineingelegt wissen wollte. Uebrigens habe« ja die Denunziation thatsächlich eingereicht. Wenn die Staats- anwaltschaft auf die seit über zwei Jahren ein- gereichte Denunziation noch nicht geant- w ortet habe, so liege es wohl daran. daß bis jetzt noch kein Grund gesunden sei, aus dem heraus der Amtsvorsteh«, der sich eines schweren Amtsmißbrauchs durch seinen völlig unberechtigten und in beleidigender Form ausgeführlen Eingriff schuldig gemacht habe, straflos gemacht werden könne. Ob der Bürgenneist« bestrast würde oder nicht, sei ihm ia an sich ganz gleichgiltig.; Nicht zu bestrasen wäre der Bürgermeister und daS habe er schon in der Versammlung«klärt, wenn ihm das strafrechtliche Bewußtsein fehle, wenn er also nicht das volle Bewußtsein dessen besitze, was«> thue. Wenn er vielleicht in der Redewendung darin gefehlt, daß er einen derartigen Defekt bei ihm nicht vermuthet habe, so möge darin eine Be- leidigung liegen. Dann müßte aber bekanntlich nach Z 191 Str.-G.-B. mit dem Verfahren gegen ihn innegehalten werden, bis der Bürgermeister bestrast oder freigesprochen sei. Die sehr ausgedehnte Beweisaufnahme gab zu einigen lebhaften Szenen zwischen den Polizei-Organen und dem Angeklagten Vn- anlassung. Widersprüchen der Zeugen untereinander irnd der Darstellung des Sachverhalts mit der Darlegung einiger Zeugen' begegnete der Angeklagte dadurch, daß er ein« Anzahl von Zeuge», die sich in seiner unmittelbaren Näh« be- sunden hatten, namhaft machte und deren Ladung beantragte, falls der Gerichtshof nicht ohne Weiteres annehme, daß seine Schilderung in allen Punkten der Wahr- heit entspreche. Der Gerichtshof beschloß, den BeweiSantrag abzulehnen, weil er annehme, daß der Vorfall sich g e n a u so zugetragen habe, wie der Äl n g e k l a g t e ihn zugegeben hatte. Aus der Beweisaufnahme dürfte noch hervor- zuHeben sein, daß der Bürgermeister von Liebeuwalde auf den Vorhalt des Borsitzende», er hätte doch wissen müssen, daß nach dem Vereinsgesetz nicht mehr als zwei Polizeibeamte in einer Versammlung sich aushallen dürften, darüber ganz«staunt war. Ferner gab der Bürgermeister zu, daß er den An- geklagten nicht aufgefordert hatte, sich zu entfernen, und daß e r den Saal bestellt hatte. Der Staatsanwalt hielt die Anklage im vollen Umfang« aufrecht und beantragte wegen des Hausfriedensbruchs 4 Wochen, wegen jeder Beleidigung je 2 Wochen Gesängniß. Stadthagen geißelte in längerer Rede die von den konservativen Führern bekundeten Thatsachen, daß sie unter sich abgemacht hätten. der Amtsvorsteh« leite die Versammlung, der Bürger- meister übernehme die sogenannte polizeiliche Aufsicht, und daß sie fern« versucht hätten zu behaupten. es sei selbstverständlich, daß in«ine von Konservativen«in- berufene Wählerversammlung nur Konservative kämen. Er freue sich, dadurch von den konservativen Stützen eidlich bekundet zu hören, daß ihr« Partei Gegner nicht zu überzeugen vermöge, sondern nur an solche sich wenden könne, die bereits konservativ ei»geschworen seien. Dieses Be- kenntniß des nothwendigen Unterganges der konservative» Partei mache deren Führern im Niederbarnimer Kreise alle Ehre. Wenn eS allerdings ganz und gar keinem Zweifel seiner Ansicht nach unterliegen könne, daß der Amisvorsteher den objektiven Thatbestand der§§ 839 bis 341 Str.-G.-B. erfüllt habe, so müsse er, nachdem er diese Herren als Zeugen gehört habe, allerdings sagen, daß auch in ihm Zwei;cl aufgestiegen seien, ob die Herren das volle Bewußtsein dessen, was sie thun, in dem Maße haben, daß sie dafür straf- rechtlich verantwortlich gemacht werden können. Den Bürger-' meister der Staatsanwaltschaft zu übergeben, sei sein Recht, daZ er ausgeübt habe. Nach lang« Bevathung verkündete der Gerichtshof das bereits miigetheilte Urtheil. Es sei dem An- geklagten darin beizutreten, daß an sich dem Gesetzzu- wider drei Polizeibeamte sich in dem Lokal als solche aufgehalten und daß der Bürgermeister sich nicht einmal anderen kenntlich gemacht habe. Auch unterliege es keinem Zweifel, daß der Vorsitzende nach kein« Richtung hin berechtigt gewesen sei, das Hausrecht auszuüben. Aber anders als die privatrechtlich« Stellung sei die öffentlich-rechtliche Stellung. Der Bürgermeister habe, da doch, wenn auch ohne Absicht des Angeklagten. durch dessen Meldung zum Wort thatsächlich die Ruhe gestört. worden sei, das Recht gehabt, seine Entfernung zu veranlasseiv. Das habe der Angeklagte als sehr genau orientirter Jurist auch gewußt und wenn er trotzdem wiederholt die Aeußerung gebraucht habe, daß er den Bürgermeister denunzirt hätte oder denunziren werde, so habe« das gethan, um den Bürgermeister zu be- leidigen. Er sei deshalb] wegen Beleidigung zu bestrafen, und zwar wegen des ersten Falles mit 100, wegen des zweiten Falles mit 200 M. Geldstrafe. Gegen dieses Urtheil hat Stadthagen Revision angemeldet. Ob das Reichsgericht sich mit der vorderinstanzlich fest- gestellten Tragweite polizeilicher Machtbefugnisse einv«standen erklären wird. bleibt abzuwarten. Interessant ist jeden- falls, daß die gegen den Bürgermeister Wagner vor mehr alZ zwei Jahren eingereichte Anklage noch unerledigt geblieben und daß durch die Bekundungen der konservativen Polizeibeamten mied« einmal klargestellt ist, wie die konservativen Parteihäupt« den Kamps mit geistigen Waffen ihren Gegnern gegenüber führen, daß von dem Rattenkönig von Prozessen, in welche Stadthagen noch verwickelt ist, einer wegen Vergehens gegen daS Sozialistengesetz, ein fernerer wegen Beleidigung deS Landraths von Scharnwebn, ein dritter wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen obrigkeitliche Anordnungen(Teller- kammlungS- Verbot) und ein viert« wegen Majestäts- beleidigung sich dadurch abgelöst haben, daß theils die Staats- anwaltschaft selbst die Einstellung des Verfahrens angeordnet, theils die Gerichte die Ablehnung der Anklage beschlossen habgu. Soziale Llelrevlrrszk: Beendet ist dn Streik dn Klinger'schen Arbeiter in Zwittau, und zwar zu Ungunsten derselben. In Karlsbad steht das Drehnpersonal der Porzellanfabrik von Lesser in einer Lohnbewegung, weshalb um Fernhaltung des Zuzugs gebeten wird. Der Streik der Sziir-Schneider in Debreezin dauert fort. Trotzdem diese Branche außerordentlich erbärmliche Arbeits- Verhältnisse hat, so daß man meinen mußte, es würden sich Streikbrecher nicht finden, ist Letzteres doch der Fall gewesen. In Grosi-Bccökerek(Ungarn) steht«in Streik der Tischler in Aussicht. Die Lage derselben ist eine elende. Die regelmäßig« Arbeit beträgt IllVe Stunden, doch wird meist 14 und mehr Stunden täglich gearbeitet. Dabei variiren die Löhne von 4 biS 9 st. p« Woche. Di« dort beschäftigten 45 Tischler- gehilfen fordern Einführung der lOstündigen Arbeitszeit und 20 pCt. Lohnerhöhung. Wenn diese Forderungen bis 13. Jnnii nicht bewilligt werden, wollen sie die Arbeit mederkegen. Versammlungen. Riedorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, den 14. 5. M., Abends puntt 8 Uhr, in Hoffmann's großem Saal, Bergfir. 138. Bortrag Dr. Bütgenau's über Nattonalötonomte. Gauverein Serliner Bildhauer. Heute Annenftr. 16: Bericht der Fachverein der Gasanftalts- Arbeiter und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Außerordentliche Generalversammlung Dienstag, 14. Junt, Abends 8 Uhr, bet Seefeldt, Grenadierstr. 33. Raffenbericht. Bortrag. Er gänzungswahlen zum Borstand. Bevollmächtigten über die Generalversammlung in Mains. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale Berlin ( Nord). Bersammlung Dienstag, den 14. Juni, Abends 8% Uhr, Bergstr. 12. Vortrag des Herrn Jacoben: Welchen Werth hat die gewerkschaftliche Drganisation für die Arbeiterschaft? Mukk- Dilettantenverein" Preciofa". Jeden Dienstag, Abends s uhr, Uebungsstunde in Scheffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Arbeiter- Gefangverein„ ord". Dienstag, den 14. Juni, Abds. uhr, Monatsfizung bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Vereinigung aller in der Schmiederet beschäftigter Personen, Bahlftelle Berlin. Dienstag, den 14. Junt, Bersammlung. Verband deutscher Bimmerlente, Schöneberg und Umgegend. Berfammlung Dienstag, den 14. Junt cr., Abends 8 Uhr, bet Jatob, Grunewaldftraße 110. Fergnügungsverein„ Fidelio". Dienstag, Abends 9 Uhr. Dranten ftraße 121, Sigung mit Damen. Nord- Schule, MüllerSpringprozeffion theilnahmen. Bei dieser Prozession wird Aus der erften französischen Revolution. Ein Fürf wie bei der deutschen Sozialreform"- immer zwei Schritte vor- von Salm Ryrburg ließ, wie die Frantf. 3tg." meldet, wärts und einer zurück gesprungen. Die Geistlichkeit überläßt im Straßburger Kurier vom 24. Januar 1798 eine Erklärung Das Springen den„ Laien" fie felbft begnügt sich mit Mar- abdrucken, wonach er dem Nationalfonvent in Paris meldete, Die diesmalige Theilnahme an der Prozession überstieg, wie die Privilegien in seinem Ländchen abgeschafft. Menschen, die ich schiren, was ihrer gut Verdauung sicherlich auch förderlicher ist. er habe seine Unterthanen zu Menschen erhoben und alle Franks. 3tg." meldet, den früheren Besuch um mehrere Tausende. ehedem meine Unterthanen nannte, nenne ich nun meine MitMan zählte 14 000 Springer, 2-3000 Sänger und etwa 3000 3u- bürger, meine Freunde, meine Kinder; die Leibeigenschaft, das fchauer. Recht der todten Hand, die Handwerkszünfte, turz alle barbarischen Ein Ranbattentat ist in Rarlsbad auf den dort zur Ueberbleibsel des Lehenrechts habe ich aufgehoben. Dieses habe Kur weilenden Frankfurter Bantier Gustav Oppenheim aus- ich am 14. d. M. in dieser Stadt ausgeführet. Freudenthränen geübt worden. Der Thäter feuerte, nachdem er erfolglos die der Väter, der Kinder zc. haben diese Gerechtigkeitshandlung be 5 Schüffe ab, die denselben jedoch nicht verwundeten, und schehen, und welches ich Sie bitte, um fehlerhafte Darstellungen Börse gefordert hatte, auf den spazierengehenden Bantier lohnt, geehrt. Dieses ist die wahre Erzählung von dem, was geflüchtete dann. zu berichtigen, in Ihre Zeitung einzurücken. Ryrn, den 19. Des Fürst von Salm- Kyrburg, durch den Willen meiner Mitbürger." Gezeichnet ist dieses Schriftstück: Friedrich, Depeschen: Aus München wird unterm 18. Juni berichtet: Gestern gember 1792." Abend um 9 Uhr ist der letzte der in der Grube von Hausham perschüttet geweſenen 12 Bergarbeiter, nachdem er 112 Stunden in dem Schutte unter der Erde zugebracht hat, gesund, aber förperlich natürlich sehr geschwächt, zu Tage gefördert werden. Ein feltenes Jubiläum feierte in Kopenhagen der Sozialdemokratischer Klub der im Buchdruckgewerbe beschäftigten Kapitän des Thingvalla- Dampfers" Hekla", Thomson, der im Arbeiter. In Anbetracht der allgemeinen Buchdrucker- Bersammlung fällt die Jahre 1881 zum Rapitän des genannten Dampfers ernannt für heute, Dienstag, angefeßte Bersammlung aus. Die nächste Bersammlung wurde und nun mit demselben die hundertste Reise zwischen wird derzeit bekannt gemacht werden. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Große Kopenhagen und New- York zurückgelegt hat, ohne daß ihm ein ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Bersammlung heute, Dienstag, Abends 9 Uhr, bet Mund, köpnickerfir. 100. Unfall von Bedeutung zugestoßen ist. Thomson hat in diesen Behörde den Bergmann Kriz als denjenigen, welcher durch unBortrag: Die Sonntagsruhe im laufmännischen Gewerbe und die Beschlüſſe 11 Jahren 22 200 Personen nach New- York und 10 000 hierher vorsichtiges Fallenlaffen eines brennenden Dochtes den Brand im Przibram, 18. Juui. Bergmann Havella bezeichnete der der Berliner Stadtverordneten dazu. Referent: Stadtv. Fr. Zubeil. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend 8-10% Uhr: Südfchute, geführt. Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres); Südost- Schule, Reichenbergerfir. 183: Unterricht in Deutsch( mittleres); Oft- Sule, in Nr. 290, 1. Beiblatt, vom 11. Juni folgendes Rezept gegen Bedenkliches Rezept. Das Berliner Tageblatt" bringt Mariaschachte verursacht hatte. Havelka, Kriz und zwei ThatMartusftr. 31: Unterricht in Physiologie; zeugen wurden verhaftet. ftraße 179a: Unterricht in Geschichte( mittlere). In allen Lehrfächern, den Kreuzotterbiß, dessen Befolgung doch etwas lebensgefährlich Pest, 13. Juni. Der Wasserstand der Donau ist bis zum musnahme mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und sein dürfte:" Solte Jemand von einer Kreuzotter gebiffen Mittag um 37 Centimeter gestiegen. Infolge des plöglichen Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Johannes Webbe, s uhr, werden, so sauge man dieselbe aus oder laffe dieselbe aus- Steigens der Raab und der Rabniß wird auch in den dortigen bet J. Wintler, Manteuffelstr. 60.- Agitationsverein& affalle, bei Drüge faugen". Flußgebieten Wassergefahr befürchtet. Der Verkehr mit Raab müller, Wienerstr. 31. Lese- und Dištutirklub Spinoza, Abds. 8% uhr, bet Triple, Reichenbergerstr. 47. Amtlich nicht bekannt!" A13 in Wurz'en ein Mitglied ist unterbrochen. Bei Göngyö hat ein Dammbruch stattgefunden. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends des Stadtverordneten- Kollegiums in der Sigung desselben an- London, 13. Juni. Unterhaus. Der erste Lord des Schayes Uhr, lebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Freund fafti, bei fragte, ob seitens der Polizei Schritte gegen die neulich gemeldete Balfour erklärte, der Schluß des Parlaments sei nicht vor dem ftraße 5 bei Bartels.- Olympia, Alte Jakobftr. 68 bei Richter. Schießerei im Rafernenhofe unternommen worden feien, antwortete Ende der am 19. b. M. beginnenden Woche und nicht später als horn, Usedomftr. 33 bet Miete. Fidelitas, Bergstr.es bet keller. Alle nach der Wurzener Zeitung" der Stadtrath Dr. Krippendorff, in der Mitte der am 26. d. M. beginnenden Woche zu erwarten. Alpenglode, Grüner Weg 29, bet amtlich sei ihm über die Sache noch Nichts bekannt. Gaeger. Berliner Buchdrucker, Alte Jakobftr. 83 bei Wienecte. Bruderhers, Straußbergerstr. 8 bei Birt. Ihn'scher Humor, Straus Sächs. Arb.- 3tg." meint dazu: Wahrscheinlich wird der Wurbergerstraße 8 bei Birt. zener Stadtrath der„ Sicherheit" halber warten wollen, bis im Nachbargarten ein Mensch angeschoffen worden ist; denn dann wird die Lebensgefährlichkeit der Schießerei der Stadtbehörde wohl erst, amtlich bekannt werden". Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Gemefters, eintreten. Oswald Berliner Brunnenstraße 114. gro, Wrangelfir. 141, bet Schmidt. Harmonia, Flottwellunverzagt 2, Moabit, Kronen- Braueret. Hoffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräß. Waldtapelle 1, Berliner Bockbraueret. Arbeiter Matbund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Gängerfette, Schönlein ftraße 6 bet D. Klein. Kreuzberg, Lichterfelberstraße 7-8 bet Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht. Alte Linde, Mariannasstraße 81-82 bei Doberstein. Borwärts4, Rathenow, Restaurant ,, Walhalla". Einigtett 2, Landsbergerstraße 31 bei Musehold. Gorgenlos, Röslinerstraße 17 bet Wendt. Gefangverein der Böttcher Steinetche, Jüdenstr. 55 bei Trteschmann. Winter. Die Schlächter Brutalität. Als in Bochum am Sonntag der Turner- Festzug die zum Festlokal führende Straße durchziehen sollte, in welcher sich zahlreiche Zuschauer, besonders Kinder, befanden, fuhr ein mit 6 Schlächtergesellen besetzter Wagen vollen Borwärts 8, Marwig, bet Wilhelm Mölte. Borwärts 2. Laufs unter die Zuschauermenge, wodurch zahlreiche Personen Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmey.- Silaria, Blumenfiraße 46 bei ent, verlegt wurden. Bis zu Sonntag Abend waren 16 Personen erFretes Sieb 2, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165, bet eder. Gänger Ghor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig. mittelt, welche wegen mehr oder weniger schwerer Verlegungen Wiederhall, Eisenbahnstraße 20 bei Siegmund. Bufriedenheit, ins Krankenhaus gebracht worden waren. Ein Schneiderlehrling Gneisenaustraße 88 bet tärger.- Sängerfreiheit, ühr, bei Fröbist bereits gestorben. Die Infassen des Wagens wurden sofort lich, Naunynstr. 44. Freiheitsgruß, Schönhauser Allee 46 bei Busse. Echo 3. Behlendorf, Anglersruh" Alsenstraße bei Ehmte.- Gefangverein verhaftet. Senefelder, bei Althoff, Brüderstr. 26. Fürbringerstr. 7.( Uebungsstunde). Zambourverein Wirbel, bei Müller, Briefkaffen der Redaktion. Nothe Nelfe. 1. E3 fommt darauf an, ob der Hausdiener in einem Privathaushalt oder in einem Geschäfte fungirt. Jm ersteren Falle fällt er unter die Gesinde- Ordnung, in dem letzteren gilt er als gewerblicher Arbeiter, und findet, wenn sonst nichts verabredet ist, 14tägige Kündigung statt. 2. Der Berliner Ges werbe- Inspektor heißt von Stulpnagel; das Dienstlokal ist im Polizeipräsidium, Eingang IV. aller Heilanstalten und Spezialärzte. Welche Heilanstalt eine $. 100. Jm Adreßbuch, 2. Theil, finden Sie die Angabe sichere" für Sprachleidende ist, können wir Ihnen nicht fagen. F. 1. Moabit. Der Pflichttheil richtet sich nach der Höhe Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Werthpapiere im Betrage von 150 000 Franken des Reinnachlasses, d. h. des Vermögens abzüglich sämmtlicher Alle Zuſchriften, den Bund betreffend, find zu richten an Mar Geng, italienisch wurden in einem Hamburger Hotel einer Schulden, zu welchen auch die Krankheits- und Beerdigungskosten Berlin N., Belforterstr. 26, 1 Tr. Dienstag: Theaterverein utazie bei Dame gestohlen. Dieselbe hatte die Papiere, welche das gehören. Ockert, Beughofstraße 8. Theaterverein Blumen lefe bei Ninge, Dresdenerstr. 105. Tambourverein Deutsche Eiche bei Niederschuh, Vermögen ihres Sohnes repräsentirten, in einer Handtasche, J. M. 13. Sie müssen den vollen Werth der durch Ihre Geselliger Verein Mehr Licht bei welche sie leichtsinniger Weise im Restaurant des Hotels liegen Schuld beschädigten Scheibe ersetzen, auch wenn dies eine ge Babel, Frankfurter Allee 90- Tambour- Verein Boruffia bet Feldhahn, ließ, als sie sich auf furze Zeit aus dem Raum entfernt hatte. schliffene Lurusscheibe ist. Wenn Ihnen Jemand aus Unachtsam " Weidenweg 12( Uebungsstunde). Tambourverein Ruf bei Sperling, Mittlerweile öffneten die Diebe Inselstr. 1( lebungsstunde). drei Herren, die vorher mit teit eine goldene Uhr zertrümmert, so brauchen Sie auch nicht Gartenstr. 52( Uebungsstunde). Rauchtlub Graue Wolte bei Ratte, ihr am selben Tisch gesessen hatten die Tasche und nahmen eine Nickeluhr als Ersatz zu nehmen, sondern können den Werth Rrautftr. 48.- Stattlub Kreuz- Golo bet Mühle, Krautstr. 2. Privat das Geld heraus. Als die Dame zurückkehrte, wurde sie von einer goldenen erseht verlangen. Theatergesellschaft Bustspiel bet Hoffmann, Oranienftr. 180. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gefangverein den Dieben noch zu einem Spaziergang nach dem Elbufer einAnatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenstraße 16. Musikverein geladen; fie folgte auch der Einladung, die Diebe verabschiedeten Norb 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, bet Gendte. fich aber bald. Anderen Tags erst merkte die Dame den Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10 Uhr in der Zurnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Diebstahl. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Die Entdeckung erfolgte so spät, weil die Fremden ein gleich Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 63 a. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenftr. 18-14. großes Packet, wie das, in welchem sich die Werthpapiere be Privat- theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, köpnider fanden, in die Tasche praktizirt und zur Täuschung 9 Hundert ftraße 158 bet Buchs. Privatiheaterverein Crescendo. Abends, Butt Dollarsnoten so in dem Packet angebracht hatten, daß sie beim Bergnügungsverein micitia, 8% Uhr, bet Schönnagel, Barnimftr. 47. Deffnen der Tasche, wenn die Bestohlene zufällig einen Blick in Bergnügungsverein Reichstrone, Abends Uhr, in Reichert's Feft diefelbe geworfen hätte, sichtbar gewesen wären. Diese Papiere fälen, Müllerftr. 7.- Geselliger Verein Brüderschaft, im Restaurant hatten ungefähr das Aussehen der gestohlenen. Die Nummern Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia, der Werthpapiere find: Italienische Rente Nr. 52 971, 71 488 heute Abend 9 Uhr, Raupachstr. 6.- Bergnügungsverein Fidelio. Alle Dr. Br. Wir empfehlen Ihnen Die Neue Zeit" im Ver Dienstag Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Dranienftr. 21. à 20 000 r., 54 948 à 10 000 Fr., 6449, 6450, 6451 à 20 000 Fr. lage von J. H. W. Dieh in Stuttgart. Orientalischer Rauchklub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, und 47 775, 47 776, 47 778 à 10 000 Fr. J. F. In den beiden Zahlen liegt tein Widerspruch; die Meichenbergerstr. 24, bei Schröder. Rauchflub Eldorado, Abends 8% uhr, im Restaurant W. Schulze, Ofibahnhof 7. Rauchklub Dämmerwolfe, Gestorben ist in Halle Dr. Joh. Eduard Erdmann, eine Zahl beziffert die Schulden des Deutschen Reichs", die Böchftr. 51. Rauchflub Bruderbund. Abends 9 Uhr, Laufiberfir. 50, Professor der Philosophie; in Darmstadt der Präsident der andre die des Einzelstaats Preußen. Die letteren sind in jener Rauchtlub Beitgeist, abends 9 lbr bet Staspar, Reſtaurant zweiten Kammer, Kugler; in Dresden Generalarzt nicht mitbegriffen, ebenso wenig wie in den preußischen Staatsaum Beitgeift, Bernauerstr. 72. Rauchflub Ambalema, bend 9 Uhr, Reichenbergerftr. 73a, bei Fausimann. Rauchtlub Portorico, Abends Dr. Roth; in Hildesheim Sanitätsrath Dr. Snell, schulden die Schulden der Provinzen, Kreise, Städte und Kom 9 Uhr, Manteuffelftr. 112, bei Pohl. Direktor der hiesigen Frrenanstalt, ein hervorragender Psychiatrifer. munen enthalten find. Zambourverein Rothe Mette, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, bet Thiele, Brandenburgstr. 56. P. W., Moabit. Die Herrschaft hat 14 Tage den erkrankten Czechische Söldlinge des russischen Kuntenthums. Nach Touristentlub Wanderlust. Abends& Uhr, bei Bichrat, Franfeciftraße polnischen Blättern wurden die Reisekosten der czechifchen Turner Dienstboten zu verpflegen; fann denselben jedoch wegen Krankund Schönhauser Allee Ecke. für die Fahrt nach Nancy vom Petersburger slawischen Wohl- heit entlaffen. thätigkeits" verein bestritten. buferstr. 35, bet Schulz. bet Grande. Vermischtes: Wieder eine Hinrichtung, Der vom Graudenzer Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode verurtheilte Stromarbeiter Gustav Adolf Lange aus Glugowto wurde am Sonnabend früh in Graudenz durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg hingerichtet. " Bug- Zusammenstöße. Auf der Eisenbahnbrücke bei Prägarten stießen am 12. Juni zwei Laftzüge der Linz- Budweiser Staatsbahnlinie zusammen. Elf Waggons wurden zertrümmert; Personen find nicht verletzt. Zwischen Leeds und Bradford stießen am 9. Juni zwei Personenzüge zusammen; zwei Personen starben kurz nachdem man sie unter den Trümmern hervorgezogen hatte. Ein Mädchen erlag wenige Stunden später den Berlegungen. Außerdem wurden sechs Reisende schwer verletzt. Durch Explosion eines Faffes Benzin entstand in einem Kaufmannsladen zu Pavia ein größerer Brand. Der Fußboden stürzte ein; vier Personen wurden getödtet und fünf verwundet. Verkehrsverbefferung. Aus Konftantinopel wird unterm 12. Juni gemeldet: Eine 72 Kilometer lange Theilstrecke der Sechs Jahre außergewöhnlichen Ablaß gewährte der Bahn Haidar- Pascha- Angora ist am 11. b. M. dem Betriebe Papst, wie von allen Kanzeln des Bisthums Luxemburg verkündet übergeben worden. Die Fertigstellung der ganzen Bahn ist für wurde, denjenigen Gläubigen, welche an der Echternacher Anfang Oktober d. J. zu erwarten. " Die Thorner Preffe" meldet unter Reserve, daß auf dem Dampfer Bromberg", der von Thorn mit einer Ladung nach Danzig abgegangen ist, in der Nähe von Fordon der Kessel explodirt, ein Maschinist dabei getödtet und das Schiff zu Grunde gegangen fei. In meinem Hauptgeschäft nebst grösster Weinstube und renommirtem Restaurant gebe ich, um das Trinken meiner E Weine immer populärer zu machen: Gr. Mittagstisch à la Palais Royal, à Portion 10, 15, 25 und 35 Pf. und ausserdem: feine Déjeuners, Diners und Soupers à prix fixe von Mk. 1,50 an oder à la Carte zu civilen Preisen. Leipzigerstr. 119-120, BERLIN W. Text compl. bef Oswald Nlot, Barit Ungegypstes Weinlied. el: Wein, Welb, Gesang, v..Ludolf Waldmann ( Einzelne Tacte gebe unten an.) Der Erde allerhöchstes Gut, Doch nur wie Gott ihn wachsen less Das uns der Herr gegeben, Za Adams Zeit im Paradies, Das ist das edle Traubenblat, Ganz unverfälscht, gesund and rela Das ist der Baft der Rebon No. 311 Kapitalist gesucht! Bo soll er und so muss er seins Wer thu lebt sans Gyp- se et pur Wer thn liebt sans ByP- 30 at pur L.Weldmann, Berilne Holodie compl. bel ber trinit thu nur bei Os- wald Nier. der trinit ihn nur bei Os- wald Nier Die Ankunft eines strammen Sozialdemokraten zeigen hiermit an W. Schnabel nebst Frau. Charlottenburg.[ 25622 Unserm Freunde Samuel zu seiner nach dreißigjährigem Kampfe erfolgten ehrenvollen Kapitulation die herzlichsten Glückwünsche. 516b Mehrere Nicht ,, Jäger" ianer. Erkläre hiermit Frl. J. Bader für ein anständiges Mädchen. 525b Achtungsvoll G. Grabowsky. Das allergrößte Brot für 70 Bf. circa 61/4 Pfund, für 50 Pf. circa 4 Pfund, Karl Alboldt. Da der Verein ausdrücklich erklärt, auf dem Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung zu stehen, find wir nur dann in der Lage, Stellung gegen denselben zu nehmen, wenn von Seiten der Partei jenes als unrichtig dargethan ist. Den Wortlaut der sehr persönlich gehaltenen Resolution zu bringen, lag in teiner Beziehung im Interesse der Arbeiterbewegung, denn dieselbe profitirt nichts von Streitigkeiten der Arbeiter untereinander. Die Thatsache dagegen, daß der Verein sich gegen die betr. Anschuldigungen verwahrte, mußte deshalb erwähnt werden, weil dieselben im Bericht des Vorwärts" vorher mitgetheilt worden waren. P. S. Der Anspruch auf Invalidenrente ruht, so lange und soviel die Unfallrente unter Hinzurechnung der Invaliden rente, falls Sie überhaupt eine solche gefehlich beanspruchen tönnen, den Betrag von 415 M. übersteigt. A. C. Berghaus und Diogenes II. Nicht verwendbar. A. Burkhardt. Nicht verwendbar. Delcourt 2c. Wir können uns mit dieser ftrittigen Angelegenheit nicht befaffen. Marie Mede. Dazu ist persönliche Rücksprache nöthig. ir bitten um Ihren Besuch. Briefkaffen der Expedition. A. Lagemann. Unsere Zeitung muß nach Amerita bei einer Wochennummer mit einer 5 Pfennig- Marke, bei der Sonne tagsnummer, weil schwerer, mit einer 10 Pfennig- Marte frankirt werden. Das grösste Brot für 50 Pf. liefert [ 2494L Albrecht's Bäckerei, Wrangelstr. 8, Langostr. 26., Falkensteinstr. 18. Nordhäuser Getr.- Kümmel Liter 65 Pf. 65 Franz Beyer, Chaussee- Str. 103. KRONE 1000 GARN YARDS Bestes Nähgarn! Achtung! Kein Laden. Mein Schankgeschäft( volle Konz.). 1 Mart. Garantie rein amerikanische Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren mit Vorgarten zu vert. Lentemann, Zabate. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pfg. Swinemünderstr. 120/121. 521b 1785 L Kinderwagen, größt. Lager, billigſte Preise von 7 M. an. ift zu haben in der Brotfabrik, a. Theilzahl., Oranienſtr. 3 i. Korbgesch. 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