Hr. 30«. BNnnfmftiU-BfdiTigungfn: WbmntmmtS■ Prcls prSnunicrando: Bierte5iährl. 3,30 Mk,, monatl. 1,10 Mk., tvSchentlich 28 Pfg. frei in« Hau«, Einzelne Nummer S Pfg. Soimlag«. uummer mit illustrierter Somttag«. Bellage„Die Neu- Welt" 10 Pjg. Post- Adonncmeui: 1,10 Muri pro Monat. Eingetragen in der Post-Zeiwng«. Preisliste für l«0» unter Nr,««03. Unter«reuzband sür Deutschland und Oesterreich-Ungarn u Marl, für da» idrtge AuSIan!» S Marl pro Monat. TO. Iahrge ««<>1,1 lüg»« auBtr montigt. Devlinev Volktsblskk. OK TnKrtions'Gebülir detrtigt für die sechSgespaltcne Kolonel- zeilc oder deren Raum 10 Psg„ für politische und gewcrkschajlllchc ScrcinS- und Beriammlungs-Slnzeigcn 20 Pfg. „Nleine Rnreigen" jede« Wort 0 Psg, cnur daS erste Wort fett). Inserate für die nächste Rurnmer niüssen bis 5 Ubr nachnliUagS in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und gesttagen bis L Uhr vorinitUagS geöffnet, lelegrainin-Siorefse! „S«iiltlem«»»l Otrlig", Centraiorgan der lociatdemokratisthen Uartei Deutschlands. �«äaktton: SM. 68. l-inäensti-asse 69. Fernsprecher- Amt IT, Nr. 1983. 6xpedttion: SM. 68. Lindenatraase 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984, Weihnachtstage in Crimmitschau. 20. Dezember 1003. Der Fremde, der vom Bahnhof aus in Crimmitschau eintritt, wird empfangen wie ein Potentat. Gendarnien und Detektivs bc° hüten seine Schritte. Trittst Du aus deni Coups, so geben einige amtliche Personen bereits ein stummes Gutachten über Deine vcr- mutliche ArbcitSwilligkeit oder Deine Gefährlichkeit ab. DaS Malheur ist nur: Es kommt fast überhaupt niemand mehr in Crimmitschau an und die gewehrbeladenen Amtspersonen gehen ziemlich gelangweilt aus dem kleinen Bahnhos spazieren. Dieser Eindruck der Stille und der scheinbaren Ereignislosigkeit wird verstärkt, wenn man in die Stadt selbst kommt. Leere Strasten, leere Gassenläden, leere Wirtshäuser. Bald merkt man, daß gerade diese außergewöhnliche Stille daS Merkmal dieses Stampfeö ist. Die Streikenden halten sich meist in ihren Wohnungen auf. Wie es dort aussieht, daS habe ich auf einem Rundgang durch Crimmitschauer Arbeiterwohnungen gesehen. Da ist z. B. am Rande der Stadt ein Platz, der heißt„Am Sand". Da ist eine Hütte, deren verwahrlostes Aeußercs— zer- brochene Scheiben, die nackte», angeschwärzten Giebel und Wände— schon erschreckend ist. In der Küche, die zugleich Speiseraum, Wohn- räum und Waschküche ist, treffen wir den Mieter, einen alten Weber, seine Frau, einen Bettgeher und zwei Kinder.„Hier ist'S warm, hier sind wir tagsüber," sagt er. Da wird gekocht, genäht, Wäsche gewaschen, Kinder spielen hier, Nachbarn kommen in das dumpf- lvarme Zimmer zu Besuch, um sich zu wärmen. Neben dem Herd steht eine Nähmaschine, und der Ball, mit dem das Kind spielt, kann sehr leicht einnral in den Tops warmen WasserS, in den» Erdäpfel gelocht werden, fallen. „Wir kochen besser als andre", versichert die Frau des Alten,„mein Mann hat alö Scherer zwölf Mark wöchent- licht andre haben noch weniger. Wir haben doch jeden zweiten Tag Fleisch. Für sechs Personen kaufe ich drei Viertel Pfund. Wenn man zu wenig Fleisch ißt. ißt man wieder zu viel Brot l Dann zeigte sie mir ihre Schlafkammern. lieber eine lebensgefährlich enge, finstere Holztreppe stiegen wir aus den Dachboden. Da, umpfiffen vom Wind, der durch die Dachluken fährt, stehen vier Bcttgestclle. Nichts mehr! Nicht einmal ein Sessel daneben.... Abends und morgens giebt's Kaffee und Brot. Wird mittags kein Fleisch gekocht, so giebt'S meistens bloß Kartoffeln. Kartoffel mit Häring, Kartoffel mit Quark, Kartoffel in Sauer- kraut...„Andre ham's noch schlechter," sagte die Alte. In der nächsten Wohnung schon— in der Zwickanerstraße— sollt' ich'S sehen. Mann und Frau und sieben Kinder wohnen in einer Stube und schlafen in einer Dachkammer. Dreimal in der Woche Fleisch. Für neun Personen— ein halbes Pfund!„Da kriegt wohl nicht jeder einen Bissen." Auch hier die Haupwahrung: Kartoffeln; manchmal auch Reis oder Graupen. Die Kartoffeln w»rden. wenn's gut geht, mit Rindstalg zubereitet. Ein Viertel- pfund Talg wird in Würfel geschnitten, zerlassen, gesalzen und in daS Waffer geschüttet, worin die Kartoffeln gelocht werden. To be- kommt die Suppe Augen. Das ist die gleiche Speisekarte bei allen Webern, mit denen ich sprach. Wiederholt traf ich auch ganz schändliche Schlafkammern, nament- lich in Dachstuben; da kaim der Schlafende nicht den Kopf heben, ohne schon an das schiefe Dach zu stoßen. Da regnetS in manches Bett hinein und der Wind pfeift überall durch schlecht verklebte und mit Fetzen verhängte Fenster. Kein Bett, in dem nicht zwei Personen schlafen müßten! Enge Dachkammern, wo in drei Betten sieben Leute schlafen! Und überall Kaffee — und was für ein Kaffee I— und Erdäpfel als fast einzige regel- mätzige Mahlzeit.„Hunde und Katzen werden auch verspeist. Das Hunde fleisch schmeckt ähnlich wie Kalbfleisch, sauer zubereitet." sagte mir ein Hungerleider. Es sei erwähnt, weil die Unternehmer unlängst in der„Köln. Ztg." schrieben. Crimmitschauer dürfe man nicht mit schlesischen Webern verwechseln! Im großen Saale des GesellschastShauseS wird den Streikenden ihr Weihnachten darbereitet. Möbelwagen mit Kisten beladen, hallen vor dem Hause in der Zwickauerstraße. Auf dem Bahnhofe stehen ein paar Waggons mit Sendungen, die noch nicht ausgepackt werden konnten. Dabei sind ein paar Dutzend Mädchen und Männer Tag und Nacht mit Auspacken, Sortieren und Herrichten beschäftigt. Der große Saal ist schon vollgeräumt. Hier sind lange Holzgestclle: gefüllt mit Kindertroinpetcn, mit Kinderschlitten, mit kleinen Drehorgeln und blechernen Tramway- Waggons, hier find kleine Küchen mit Einrichtung. Kutschpferde, Eisenbahnen. Äegclspiele und ein ganzer Berg von Puppen. Stöße von Bilderbüchern.„Ja", sagt mein Begleiter, ein alter Genosse, „das wird eine Antwort sein, wenn die Kinder fragen werden, welches Christkindl ihnen die schönen Sachen geschenkt hat und wir ivcrdcn ihnen antworten: Dir deutsche Arbeiterschaft... Neben dem Spielwarennragazin ist ein großes Pfefferkuchen- Depot aufgerichtet. Kisten voll von Süßigkeiten stehen hier. Wer für Näschereien nicht schwärmt, mag sich an der DoppeUadung von Speck und Würsten begeistern. HauSfrauengemütcr werden sich an den hier lageniden IS Centner Butter erfreuen oder an dem Stapel Zucker oder an den Kisten Reis, Gries. Hirse. Mehl. Schließlich sind auch die vielen Säcke mit Kohlköpfen nicht zu verachten, und wenn Männer durch nichts zu erfreuen Ivären, die hunderte Kisten, mit guten Eigarren gefüllt, müssen Eindnick machen...„Das wichtigste aber kennen Sie ja noch gar nicht!"—«Nun?"—„Drüben im „Deutschen Haus" haben wir einen Saal voll mit— Stollen."— Wahrhaftig! Es sind Exemplare von ungefähr a/t Meter Lätmc! Rosinen gucken allerwärts aus dem appetitlichen Kuchen hervor. Einen ganzen Saal haben Crimmitschauer Bäcker, Chemnitzer, Mecraner und bor allem— 7000 Stück— die Leipziger gespendet. „Die werden schmecken!" sagt uns lachend eine junge Arbeiterin, die die Stollen stundenlang auf rasch gefügte Gestelle im ganzen Saale aufgestapelt hat. Nicht nur süße und vergnügliche Dinge sind im„GesellschastShauS" aufgestapelt. Hier in der Ecke— recht ausgedehnt mußte die Ecke iverden— scheint ein großer Schnhwarcnladen ausgeräumt ivorden zu sein. Kinderschuhe, Schuhe für Große, Pantoffel. Filz- schuhe, Ledcrsticfclctten. alle nach Altersklassen sortiert, liegen hier in Kisten. Daneben ist die Kleiderabtcilung: Anzüge, Joppen, Kinderkleider, Winterröcke. Seitwärts werden Unter- kleider expediert: Schafwolliveften. warme Unterhosen, dicke Unterleibchcn. Drüben ist das Depot für Mädchen: Kapuzen, Hüte, Muffen, Mützen, Stoffe für Kleider, nach verschiedenen Größen schon zurechtgeschnittcn. Hier sind Weißwaren aufgetürmt: weiße Wäsche und farbige Wäsche. Mit dem Ordnen allein ist ein Dutzend Genossen Tag und Nacht beschäftigt und jeden Tag heißt eS:„Ja, da niüssen Sie morgen wieder konunen. Die meisten Städte haben ihre Sen- düngen erst ausgestellt. Bremen, Berlin, Hamburg, Leipzig und viele andre Orte sind noch nicht da oder die Waggons stehen noch auf dem Bahnhof".— Ein andrer sagt:„Alte Sachen? Ne, die schenken wir erst nach den Feiertagen. Für Weihnachten geben wir nur neue Sachen". „Wie lange wird denn diese Bescherung dauern?" „Mittwoch früh fangen wir an. Den Tag durch Ivird geschenkt, dann wird Domierötag weiter gearbeitet." Ein stolzes Lächeln geht über den Mund der Crimmitschaner, wenn sie von der Weihnachts- bescherung reden. Sie sind stolz auf dieses große, vielmassige, im- bekannte und doch bekannte schenkfreudige Christkindl: die deutsche Arbeiterschaft.... Rur vier unbeteiligte Herren sind in Crimmitschau, denen liegen die heurigen Weihnachtstage im Magen. Das sind die vier Pastoren. Die Crimmitschauer haben nämlich, wie schon berichtet, aus das Verbot der Weihnachtsfeier— die Be- scheriing kann man nicht verbieten— eine sehr eindringliche Antwort gegeben: Sonntag haben 000 Arbeiter und Arbeite- rinnen ihren Austritt aus der Landeskirche angemeldet, und die Thüre im Pfarramt will nicht mehr stillstehen. Die Pastoren mußten viele Melder abweisen, weil sie so viel Arbeit, sagen sie, auf einmal nicht bewältigen können. Und zwar sind die„Weibsen" noch aufgebrachter wie die„Mannsen".— „Wenn ma nich mehr Weihnachten feiern derf," hörte ich heute eine Arbeiterin im Eisenbahnwaggon sagen,„was Hab' ich denn dann noch in der Kirche zu suchen?"—„Sogar die Sträflinge im Zucht- hauS derfen Weihnachten feiern", bekräftigte eine andre. Die„Weibsen" stehen den Männern in diesem Kampfe nicht nach. Mehr als die Hälfte aller Ausgesperrten sind Frauen, meistens Ledige. Aber kein unmutiges Wort, kein kleinlicher Gedanke, keine ängstliche Regung. Daß die Stimmung unter den Streikenden eine so ftöhliche ist. dafür ist vermutlich die Stimmung der Frauen eine Mitursache I Bei jeder Auszahlung, in jeder Versammlung ist ihr heiteres Kichern und Flüstern, aber auch ihr leidenschaftlicher Ernst, ihre unerschütterliche Siegeszuversicht ein Faktor der Gesamt- sliminung. Nicht wenig stolz sind sie darauf, daß sich unter den wenigen Arbeitswilligen ein kleinerer Prozentsatz Frauen als Männer gefunden hat. Aber da auch die Männer imr zum Schein in die Fabriken gehen— ein Fabrikant leistet sich z. B. das harmlose DemonstrationS- Vergnügen. galizische Landarbeiter als Saalschmuck in seine Arbeits- stätten zu setzen— so regt sich niemand über das armselige bißchen Arbeitswilliger, aber Arbeitsunfähiger sonderlich auf... � In später Nachtstunde erhalten wir noch folgendes Telegramm: Leipzig» 23. Dezember. Die Weihnachtsfeiern der Crimmitschaner Ausständigen, die morgen nachmittag in Gößnitz und in Schmölln abgehalten«erde» sollten, find in beiden Ortschaften von den Behörden verboten worden. poUtilcbe(lebersickt. Berlin, den 23. Dezember. Die KnegSrüstungen in Ostasirn werden mit allem Eifer fortgesetzt, obwohl von Rußland sowohl wie von Japan offiziös'und halboffiziös versichert wird, daß eine wirkliche Kriegsgefahr nicht bestehe. Rußland soll die Absicht hegen, bis zum Frühjahr seine Flotte in Ostasien derartig zu verstärken, daß sie der japanischen mehr als gewachsen sei. Auch die ständige Verstärkung der Landarmee«verde mit dem größten Eifer betrieben. Auch Japan ist nicht müßig.„Daily Mail" meldet aus Shanghai: Die japanische Regierung charterte hier zehn Dampfer von insgesamt 30 000 Tonnen Tragfähigkeit. Demselben Blatte wird aus Kode gemeldet, daß die Rcgicnmg sieben Dampfer für den Truppentransport und dreiDampfer für denProvianttran Sport gechartert habe. Andrerseits wird auS London gemeldet: Seitens der hiesigen Vertretung der Nipon Unsen Kaisha sJapanische Dampffchiffahrts-Gesellschaft) wird die Ansicht aus- gesprochen, daß kein Krieg zwischen Rußland und Japan auS- brechen werde. Die Gesellschaft hat keinerlei Mitteilung erhalten, daß irgendwelche ihrer subventionierten Dampfer von der Reaierung requiriert seien, was eine der ersten Maßnahmen sein würde, die im Fall von Feindseligkeiten zu erwarten wären. Der Londoner japanische Generalkonsul erklärte ferner einem Vertreter des„Reutcrschen Bureaus": Viele oder mindestens manche der Gerüchte über das Bevorstehe» eines Krieges zwischen Japan und Rußland sind das Werk von Spekulanten. Ich teile die Ansicht des Londoner japanischen Gesandten, daß Krieg nicht ausbrechen wird. Ich habe nichts über die Meldung gehört, daß die Japaner in England aufgefordert worden seien, sich zur Rückkehr in die Heimat bereit zu halten. Den„Times" wird aus Tokio vom 22. d. M. gemeldet: ES ist n i ch t S W a h r e S an dem Gerücht, daß Japan versuche, in N e tv U 0 r k eine Anleihe aufzunehmen. Die finanzielle Lage Japans gehört zu den besten; die Rcservemittel der Ccntralbank in bar betrugen 113 Millionen Den. Außerdem besitzt die Bank 40 Millionen in London. Das Privileg der Bank zur Ausgabe von Banknoten wird am 1. Januar um 35 Millionen erweitert werden. Im Staatsschatze befinden sich 50 Millionen, außerdem einige Millionen in London. Endlich sind i» allen Banken des Landes beträchtliche, noch imverwcndete Summen vorhanden.— Aus amtlicher Quelle will der Washingtoner Korrespondent des„Bureau Lassan erfahren haben, daß im Staatsdepartement wachsende Besorgnis über die Entwicklung der russisch-japa nischen KrisiS herrscht. Die Forderungen Rußlands sind seit August inimcr dringender geworden und lassen den unividerstehlichcn Entschluß erkennen, Japan ohne Zögernng zum Kriege z n treiben. Rußland lehne es jetzt rundiveg ab, die Frage der Integrität Chinas oder der Gleichheit der Handelsrechte überhaupt zu erörtern. ES verlange ferner die Einteilung Koreas in Einfluß- sphären.— Wie der„W 0 st 0 t s ch n i W e st n i l" nach Informationen auS Petersburg meldet, hat der Statthalter Admiral A l e x e j e w das Recht erhalten. in den die Nachbarstaaten betreffenden Fragen die Entscheidung aus eigner Macht- Vollkommenheit an Ort und Stelle zu treffen und alle Maß- nahmen zu treffen, welche erforderlich erscheinen. Nach demselben Blatte hat der Statthalter endgültig Wladiwostok zur Residenz gewählt. Der Petersburger Korrespondent des„Daily Telegraph" endlich erfährt auS sehr guter Quelle, daß die An- ficht der englischen und amerikanischen Presse über die Antwort Rußlands auf die japanischen Forderungen eine irrige ist. Wenn auch die Regierung des Mikado mit dieser Autwort nicht ganz zufrieden sei, so könne doch nicht geleugnet werden, daß Rußland, falls Japan sich mit der russischen A n t- wort zufrieden gebe, in Korea eine unter- geordnetere Rolle spielen würde, als man Eng- land beispielsweise jemals in P e r s i e n zumuten könne. „Die Regierung deS Zaren ging von der allgemein anerkannten An- nähme auS, daß der Besitz der mandschurischen Eisenbahn gewisse militärische und kommerzielle Rechte mit sich bringe. Zu diesen rechnet sie ein oder zwei militärische Futzpunkte in Korea, ohne die der See- lveg zwischen Port Arthur und Wladiwostok stets bedroht sein würde. Wenn Japan bereit sei, Rußland zwei solcher Punkte an: Gelben Meer einzuräumen, so tvcrde einer friedlichen Lösung der Frage nichts mehr im Wege stehen. Rußland verlange außerdem in konmierzicller Beziehung nichts weiter, als daß die Rußland be- reits eingeräumten Privilegien und Rechte weder dirett noch indirekt von Japan geschädigt würden. Die japanische Ansicht i st die. daß die von Rußland geforderten Zuge stünd- nisse ganz genügend seien, um alle Japan scheinbar gemachten Einräumungen wertlos zu gestalten. Der Nutzen f ü r Japan oder für den Frieden würde gleich Null sein, und aus diesem Grunde könne die Regierung des Mikado die russische Antwort nicht als genügend be- trachten." Was an all diesen widerspruchsvollen Meldungen wahr ist, kann erst die Zukunft enthüllen.— Die Antwort der„Gewesenen". Die bittere Klage des Herrn KriegöministerS über die unberufene und unerbeteue Militärkritik der Offiziere a. D. ivird von dem Oberst a. D. Gaedke im„Berliner Tageblatt" mit ätzendem Spott beantwortet. Gaedke schreibt: „In seiner zweiten Rede hat bekanntlich der neue Kriegs- minister den Reichstag aufgefordert, nicht der Kritik der„gewesenen" Offiziere zu vertrauen, sondern denen zu glauben, die von dem Könige in verantwortliche Stellungen berufen seien. Herr v. Einem betrachtet die verabschiedeten Offiziere offenbar wie der Gardelieutcnant in Potsdam als„Mumien", die in den Wohnungen der Lebenden nichts zu suchen haben und ganz gegen die Pflichten einer rechtschaffenen Mumie handeln, wenn sie noch zu denken und gar zu schreiben sich erlauben. Wunderbar, wie rasch dir RenirrungSgewaltigen mit der Stellung zugleich die autoritären Allüren gewinnen, manchmal ehe sie noch etwas geleistet haben, was ihrem Anspruch innere Berechtigung verleihen könnte! Im Grunde genommen ist das freilich nur die alte Anffafluiig des patri- «rchalischen Regieningsshstcms, daß der Segen von»den komme. Schade, daß die Zeit des Absolutismus unwieder- bringlich dahin ist! Denn niemand freilich wird leugnen, daß es sich mit solchen Grundsätzen viel leichter regieren läßt, mit weniger Nachdenken und geringerer Anstrengung. Hat man sich erst einmal die Miihe genommen, Minister zu werden, dann ist der Rest Schweigen— fiir die ander n. Im Grunde genommen ist ja auch das Parlament ganz überflüssig; den sachverständigen Männern außerhalb der Regierung, den„gewesenen", soll es keinen Glauben schenken...° JnzwisSen leben bie„Gewesenen' noch ,mmer. fühlen sich gar nickt permde ac cadaver, sondern als wirkliche und leibhaftige Lisi,;icrc— und glauben, das; sie auch'der Ljeffent- lichkeil noch einiges zu sagen haben. Und in der Thal, sie haben vielleicht sogar einige Vorzüge vor den iin Amt befindlichen voraus. Bor mir liegt eine ilarte:„Uns nitc» Soldaten gilt hundertmnl mehr, was ein inaktiver Offizier sagt, als das, was ei» loutrollicrtcr Offizier sagen darf". Und darin liegt ein sehr richtiges Gefühl. Notwendigerweise hat der im Dienst befindliche Offizier, selbst ein so hochstehender wie der Krieg s in i n i st e r, nach allen Seiten hin N ü ck- sichten zu nehmen: cr kann gar nicht alles sage», was er denkt, und wird häufig Maßliahincil verteidigen müssen, bei denen er nicht mitgewirkt hat, ja, die er innerlich nicht billigt. Ich erinnere nur daran, das, der gegenwärtige Äriegsminister auch die überhastete Einführung des Materials W, die dein Staate Millionen kostet, mit wenig zutreffenden Gründen verteidigt hatte, wahr- scheinlich, uin— nach, einem Verlangen Molttes— das„Prestige" zu schonen. Und er hat uns ja auch die Verteidigung des Parade- drills,„der den Soldaten erst zum Soldaten macht", in Aussicht gestellt— und i st doch ein e i n s i ch t i g c r O s s i z i e r." In der That. Herr v. Einem sollte nicht so unvorsichtig den „Gewesenen" jeglichx' militärische Kompetenz absprechen. Weist er selbst denn so genau, wie lauge cr KnegSministcr, oder auch imr aktiver Militär ist? Im vorigen Jahre lvar cr erst Generalmajor, inzwischen ist er zum Geuerallieutenant und Kricgsminister avanciert. Ein durch Verstümmelung in das Gegenteil seines Sinnes verkehrtes Schiller-Eitat hat ihn emporgehoben, ein ebenso winziges Moment kann ihn stürzen und unter die„Gewesenen" schleudern. Und wer weist, welche Empfindungen dann seinen Busen bewegen würden. Die„Gewesenen" gelangen oft zu Anschauungen, die einem Aktiven als Hochverrat an dem loyalen militärischen Subaltcni-Verstand erscheinen müssen. Sang doch unlängst im„Berliner Tageblatt" ein General- major a. D., also ein Mann des Ranges, den auch Herr v. Einem vor feinem Schiller-Eitat einnahm, gar der franziisischen Revolution einen förmlichen HymnnL: Der betreffende Generalmajor Albert Pfister schrieb: „Und nun schlugen plötzlich nie gehörte Töne ans Ohr des deutschen Volkes: herrliche Töne von Meiischeiigliick, von Meuschenrecht, von Freiheit und Würde des Daseins klangen herüber aus Frankreich, wo die Revolution die unvcrtilgbnren Rechte des einzelnen Menschenkindes entdeckt, damit eine unsterbliche That vollbracht und der gesamten Menschheit ein Geschenk gemacht hatte. Aus der Rüstkammer einer neuen Welt waren mannhafte Thatkrast und rücksichtsloser Entschluß hervorgeholt worden, um den Spitzen- kram und die Tändelei einer überfeinerten Despotie zum alten Trödel zu werfen." Und der Herr Generalmajor hat auch eine Ahnung von dem, was die heutige Zeit bewegt. Er urteilt über die Soldaten- misthandlungcn: „Es ist ein eigentümlicher Luftzug, der heute iveht: kein an- genehm versöhnender, nein, ein herber, harter. Grausame tlust scheint mehr und mehr Triumphe feiern zu wollen: Eltern gegen Kinder, Lehrer gegen Schüler, Vorgesetzte gegen Soldaten. Mit Ermahnungen. Drohungen, Leise treterei ist hier nicbts gebolsen; es gilt, neue Wege zu finden, neue Heilmittel. In der Armee spcciell ist au eine Ausstostnng des Krankheitsstoffes nur zu denken, wenn Mittel gefunden werden, um sofort jedes einzelne Vergehen von S o l d a t e ii m i st h a n d l u n g aufzu decke n und z u r Anzeige zu bringen. lind derartige Mittel sind nicht allzu, schwer zu finden. Tic Strafe selbst aber müfitc so geschärft werden, wie das einer Versündigung gegen die ersten Gesetze der Humanität zu Anfang des 20. Jahrhunderts entspricht." Herr v o n E i u e m, w i e w i r d F h u e u? fragten neulich die„Lustigen Blätter.—__ Der silbeinc Minister- Maulkorb. Der preußische Minister v. H a in in e r st e i n hatte vor einiger Zeit in Hannover die welfische Partei sehr heftig angefahren. Als iiim jüngst der K a i s e r in Hannover weilte und ihm seitens aller Hannoveraner Klage ge- führt wurde über das imziemliche Anftretcn des Ministers, soll der Kaiser gescherzt haben: Er werde dem Minister, wenn dieser das nächste Mal wieder nach Hannover käme, einen silbernen Maul- korb mitgeben.— Tie Ersatzwahl im 22. sächsischen Rcichstags-Wahlkreise ist für den ö. Januar ausgeschrieben worden. Der socialdemokratische Kandidat ist, ivie bekannt. Genosse Adolf Hoff m a n n- Berlin, die„Ordnungsparteien" leisten sich wiederum wie bei deu Fuiii- wähle» widerwillig die Kandidatur des Grafen Hoensbroech.— Die Verrohung der akademischen Jugend. In den Zeiten, da ein Mitglied des Butidesrats im Reichstag als Grund für die Lcr- kiängimg des kleuicn BckagerimgSzustandcs die fürchterliche Aus- schreitung ckngiebt. dast ausgesperrte Arbeiter„Arbeitswillige" mit Handelsverkehr zn Weihnachten. In lcbhaster Bewegung wogt eine vieltausendköpfige Menschen- menge durch die Hauptstraßen der Stadt. Mit lebhaftem Interesse betrachtet man die Auslagen in den bellerlcuchteten Schaufenstern. In den Läden drängen sich die Kaiiflustigen. Wer einen Einkauf gemacht hat, eilt, mit Paketen unter dem Arm, nach Hause. Vergnügte Gesichter, ein Abglanz der beporslchcnden Festfreuden. Weihnachtsstimmung überall._ Ueberall?— Hiuder den glänzenden Spiegelscheiben, in den lichtdnrchstuteten Kaufläden und Warcichäuscrn arbeiten Hunderte von KommiS und Verkäuferinnen mit Aufbietung aller Kräfte, um den bedeutend gesteigerten Anforderungen, welche daS Weihnachtsgeschäft an ihre Leistmigeii stellt, gerecht zu werden. Seit Wochen sind die Handelsangestclltcn emsig beschäftigt mit den Vorbereitungen sür die WeihnachtSsaison. Je näher daS Fest heranrückt, desto mehr häuft sich die Arbeitslast. In den letzten Tagen vor Weihnachten werden oft umneiifchlichc Arbeitsleistungen von den Angestellten im Handelsgcwcrbe verlangt.. Schon iii den frühen Vormittagsstunden finden sich die Käufer zahlreicher als sonst ein. Während des ganzen Tages wird der Laden nicku leer. Das Personal der VerkaufSgeschäftc kommt keinen Augenblick zur Ruhe. Die Abend- stunden bringen aber erst den größten Andrang der Käufer, und jeder will schnell abgefertigt werden, keiner hat Zeit zu warten. Ein unermüdliches Hetzen und Jagen, ein unausgesetztes Hin- und Her- rennen des Gcjchästspersonals. Mögen die aufs äußerste angestrengten Berkäuscrinnen auch noch so nervös und abgespannt sein, eine Ruhepause, eine kurze Erholung gicbt es in den Stnndcii lebhaften Geschäftsverkehrs nicht. Jeder Wunsch der Kunden muß be- friedigt, jeder Wink des Ehefs schleimigst befolgt werdan. Mit keiner Miene darf der Angestellte verraten, daß die Anstrengung der letzten Tage vor Weihnachten über seine Kräfte geht. Aushalten in 1-t- bis lüstündiger, durch Pausen kaum unterbrochenen Arbeitszeit. Das erfordert die Rücksicht auf die in Aussicht stehende Weihnachtsgratifikation, das verlangt die Rücksicht ans die Existenz der Arbeiter im Gehrock. Nicht besser geht es den Hunderten von Haus- und Geschäfts- . dienern, die in den Pack- und Lagerräumen nicht minder hastig, oft aber noch schwerer arbeiten müssen, wie das Personal in den Ber- laufsräumen. Keuchend unter Lasten schwerer Pakete eilen die Hans diencr, die verkauften Ware» den Knuden zuzutragen, oder ans schwer beladencn Haudtvagen und imbcholfenen Dreirädern den WarentranSport zu bewerkstelligen. Tie kleinen und kleinsten Geschäftsleute, welche abseits dem den mit glänzenden Handelspalästeu besetzten Hauptstraßen ein be. -cheideneS Dasein fristen, setzen oft große Hoffnungen auf die .'Seihnachtssaison. Soweit es der Charakter des Geschäfts irgend höhnischen Blicken bersolgt haben, dürfte eine Mitteilung aus Heidelberg, dem Paradies der feudalsten Corps, interessieren.?lm„schwarzen Brett" der dortigen Universität prangt folgender Anschlag: „Zahlreiche in letzter Zeil zur Anzeige- gelangte grobe Ans- schrcilinige» von Stiidicmidcn veraulaiien mich zu der Maßnahme, daß von der Befugnis, polizeiliche Haststraseu im Karzer verbüßen zu lassen, bis auf weiteres kein Gebrauch mehr gemacht tvird. Derartige Strafe» werden in Zufmtft im AmtsgrfängmS vollstreckt werden, lgez.) Hebting." Daß solche groben, systematisch fortgesetzten Ausschreitnngen nur so gelinde bestrast werden, deutet offenbar aus eine„Lücke im Gesetz". Vielleicht nimmt man Anlaß, eine„akademische Ziichthansvorlage" dem Reichstage vorzulegen.— „llnwilltiirlichc" Schläge. Reichs- Militärgericht. Der zweire Senat des Reichs- Militärgerichts sah sich in seiner gestrigen Sitzung veranlaßt, zwei oberkricgSgcrichtliche Urteile aufzuheben und au die Vorinstanz zitrückzuverloeisen. Im ersten Falle handelte es sich um einen Wachtmeister des 6. Dragoner-Regiments zu Diedenhofen, der einen Iliitergebeiien durch Erteilung von z>v c i Schlägen gciniß- handelt hatte. Das Oberlriegsgcricht des Iii. Armeccorps hatte den Wachtmeister freigesprochen. weil es annahm. dieser habe dem Mißhandelien die beiden Hiebe u n>v i l l k ü rl i ch verabfolgt. Eine derartige Dediiktion ging dem Revisionsgericht denn doch zn lvcit. da es wohl möglich sei, daß man jemand mitvillkürlich einen Stoß oder idieb geben könne, aber nicht zwei. Offenbar habe das Oberkriegsgericht die Begriffe„unwillkürlich" und..uullberlegt" verwechselt. Der zlveiw Fall betras den H o b o i st e n K ö n i g von der 2. Matroscu-Division zu Wilhelmshaven. Dieser war vom dortigen Marine-Oberkriegsgcricht wegen Beleidigung eines Borgesetzten, des TtabShoboisteu der Matroseukapellc. zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach vorliegendem Thalbcstaiide hatte K. dem Dirigenten eine Meldung über unschöne Handlungen eines Kameraden gemacht, die jener jedoai iiichr gleich weitermeldete. In der Meinung, der Dirigent wolle die Meldung uiuerdrücke», ging K. an den Abtciliiiigskommaudeur. Auf die Frage desselben, weshalb cr sich direkt au ihn ivende, äußerte K. seine Bedenken gegen den Dirigenten, indem er gleichzeitig behauptete, dieser habe schon iv i e d e r h o l t Beschwerden nicht iveitergegebe». Hierin wurde die Beleidigimg crblickr. Ter Verteidiger des Angeklagten. Rechtsanwalt N e u- m a n n IU, wies in der Revisionsinstanz daraus hin. daß die Be- Häuptlingen des Hoboisten den gemachten Fe st st e l l u n g e n gemäß teilweise wahr gewesen sind, dieser auch keine direkte Belcidigimg gegen seinen Vorgesetzten ausgesprochen, sondern erst a ii f B e s r a'g e n eine s» och h ö h e r e n Vorgesetzten die A n i w o r t gab, von deren völliger W a h r h e i t er über- zeugt war, mithin die Absicht und das Bewußtsein der Belcidigimg gefehlt haben. Der Senat stellte sich im wesentlichen ans den Standpunkt des Verteidigers und rügte besonders die ungenügende Sorgfalt in der Begründimg des oberkriegsgcrichtlichen Urteils. BcrprcutzungstcrrvrismiiS in Posen. Die Regierung der Provinz Posen hat verfügt, daß die polnischen Lehrer weder Mitglieder p o l n i s ch e r B a n k e n werden, noch ihre Gelder bei denselben z i n s b r i n g e u d anlegen dürfen. Lehrer, die bereits Mitglieder polnischer Banken sind oder Kapital dabei angelegt haben, müssen sofort austreten beziehungsweise ihr Geld zurückziehen. Die Schul- auftichts-Behörden haben darauf zu sehen, daß die Anordnungen der königlichen Regierung durchgeführt werden. Wir vermuten, daß die polnischen Lehrer nach dieser Christbc- scherung sich nun endlich befleißigen werden, bei ihren Zöglingen die väterliche Fürsorge der preußischen Regierung für die polnischen „Unterthanen" in das gebührende Licht zu setzen und dadurch die kommende Generation zu echt preußischen Landesiindern zn erziehen, welche die Opposition endlich aufgeben und einsehen,, daß in keinem Staate der Welt der„Untcrthan" solche Freiheiten genießt und so wohl versorgt wird, wie in Preußen.— Die Lehrer selbst werden durch diesen Schlag nicht allzu schwer getroffen werden, da ihnen die preußische Re- gierung keine so hohen Gehälter zahlt, daß ihnen Sparinstitute ein direktes Lebensbedürfnis wären, schließlich würden sie ja auch nach Art preußischer Patrioten ihre Kapitalien bei ausländischen Bankinstituten anlegen können. Schlimmere Folgen dürste es schon zeitigen, wenn ilnsrcit Großgrundbesitzern die Ausnutzung polnischer Arbeiter vcr- boten würde.— Für die Postbeamten sollen am 1. Januar lk>04 verbesserte Bestimmungen über Krankenuntcrstützung und Diensteinkommen im Krankheitsfälle in Kraft treten. Die betreffende Verfügung besa. a) Diejenigen Personen, denen bisher das Dieiisteinkoinin. a ohne weiteres nur bis zum Ablause der dreizehnten Woche un- verkürzt wcitergelvährt worden ist, bleiben bis zum Ende der sechs- undzwanzigsten Woche im unverkürzten Genuß ihrer Bezüge; titindestenL aber ist dem Erkrankten von der vicrzchntcu bis zur zuläßt, werden um die Weihnachtszeit nebenbei einige Artikel mit vertrieben, die das Geschäft sonst nicht führt, die aber zu Weih- nachten einen guten Absatz erwarten lassen. Der Grünkrämer, tvie der Maierialwareiihändlcr versehen sich mit Vorräten an Acpfeln und Nüssen: Lichte und glitzernder Schmuck für den Weihnachtsbaum sind gleichfalls Artikel, mit denen viele Kleinhändler Geschäfte zu machen denken. Händler, die sonst allerlei Hans- und Küchengerät in ihren kleinen Läden feilbieten, verlegen sich vor Weihnachten auf den Vertrieb wohlfeiler Spiel- waren, Puppenwagen, Schaukelpferden und dergleichen. wovon der ganze- Vorrat meist auf der Straße vor dem Verkaufslokal zur Schau gestellt wird. In diesen kleinen und kleinsten Geschäften, die über kein Hilfspersonal verfügen, ruht die ganze Last des gesteigerten Weihnachtsverlehrs auf den Schultern des Geschäftsinhabers und seiner Familie. Der kleine Geschäftsmann muß ja meist sein eigner Buchhalter, Verkäufer und Hausdiener sein, und er ist deshalb zur Weihnachtszeit noch mehr mit Arbeit überlastet, wie die Angestellten der großen Geschäfte. Glücklich schätzt sich der kleine GeschästSinanu, dessen Kunden ja nicht zn den zahlimgsfähigsten gehören, wenn ihm das Weihnachtsgeschäft den erwarteten bescheidenen Gewinn bringt und ihm die Enttäuschung nutzlos aufgewandter Mühe und Kosten erspart bleibt. Der Berliner Weihnachtsmarkt ist seit Jahren von der Stätte. die er früher im Jimern der Stadt einnahm, verdrängt und damit in seiner alten Form beseitigt. Heut, Ivo da§ Publikum an die Einrichtung der Verkaiffslokale höhere An- forderungen stellt, wie zu Zeiten imsrcr Väter, kann man in armseligen Verkaufsbuden ans offenem Markte kein gutes Geschäft mehr machen. Trotzdem gicbt es auch in diesem Jahre noch auf den Straßen und Plätzen Berlins mehr als»00 Baden und Berkaussstände, in denen dem Publikum Weihnachtsartikel feilgeboten werden. Eine größere Zahl von Buden dürfte auch der alte Weih- nachtsmarkt aus dem Schloßplatz nicht ausgewiesen haben. Eines hat sich jedoch geändert. Es sind nicht mehr gulsituicrte Geschäftsleute, sondern die Proletarier des Handelsstandes, welche beut in den über die ganze Stadt verstreuten Buden und Verkanfsständen den Weih- nachrsmarlt abhalten. Nur noch vereinzelt findet man solche Buden ans einigen Plätzen der inneren Stadt. Vorwiegend suchen die Händler die Außenviertel ans, wo sich die Mietskasernen aneinander- reihen und die Bewohner der Hinterhäuser willige Käufer siir den billigen Kram des Weihnachtsmarktes abgeben. Den bescheidenen, meist nur allzu geringen Mitteln der proletarischen Käufer ent- sprechend sind die Waren, die in den Buden auf Straßen und Plätzen feilgeboten werden, aber es ist hier gerade das zu haben. was in den Hütten der Armut leider genügen mutz, um hier nur einen Schimmer von Weihnachtsftcude zu verbreiten.— In dürftiger Kleidung, oft nur ungenügend gegen die Winteriälte i geschützt, harren die armen Händler auf dem Weihnachtsmarkt vom! sechs undzioaiizigsten Woche einschließlich ein Dienstestikommcn in Höhe des anderthalbfachen Betrages des gesetzlichen Krankengeldes gewöhnlicher Tagcarbeiter des Beschäftigungsortes zu gewähren. Ter Mehrbetrag gcgeiiüvee dem sonstigen Tagegeld usw. ist auf den Titel zu außerordentlichen Ausgaben- in jedem einzelnen Fall von der Lber-Postdircktioii anzuweisen. Zur Fortgewährnng des Dienst- einkommens über die seckisnndzwanzigstc Äraittheirswoche hinaus ist die Genehmigung des Rcichs-Postantts erforderlich. Dir Keankeniintcrsti-.tzung, die nach dem Ausscheiden an-? dem Dienstc zu gewähren ist. endigt erst nach sechsundztvanzig Wochen von: Beginn- der Krankheit beziehungsweise Erwerbs- Unfähigkeit. Kraiikenversicheriingsoslichtige Beamte(auch Gehilfinnen usw.) und Ilnterveamte, die infolge cincS Betriebsunfalles dienstunfähig sind, erhalten von jetzt ab während der Dieiiimmäkigkeit auf die Dauer von scchsundztvanzig Wochen deu Unterschiedsbetrag zwischen dem Ticiistcinkommen und dem bezogenen Krankengelde auf An- Weisung der Oer-Postdircktion. Von der vierzehnten bis zur sechs- imdzwanzigsten Woche wird alsdann der Krankenkasse das sür diesen Zeitraum gezahlte Krankengeld aus der Postkaß'e erstattet; zur Aiilveisinig sind die Ober-Postdirektioneii ermächtigt. In den zur Zeit schwebenden Fällen dieser Art ist die Erstattimg an die Poü-Kraukcnlaßc nachträglich zu bewirten. Wegen Gewährung des Tieiistenikom-ucns über die sechsinidzwanzigstc Krankheilswoche hinaus, cbc. wenn nicht besoldeie Beamte infolge eines Bemcbs- Unfalles erkranken, ist an das ReichS-Postamt zu berichten.— Ei» Rückzug der württembergische» Regierung. Ans Stutt- gart wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen meldeten wir, daß die württembergische Regierung die Vermehrung des Kollegiums der Eentralsielle sür Gewerbe und Handel um vier Vertreter der Arbeiterschaft augeordnet habe. Die Wahl derselben wurde dem Ausschuß der Versicherungsanstalt Württemberg überttagen mit der Beschränkung, daß itu£„im gewerblichen Arbeitsverhältnis stehende Mitglieder" das Wahlrecht haben. In der Regierung nahe- stehenden Blättern wurde offen zugestanden. daß durch diele Einschränkung der Einfluß der„socialdemokrattschcn Agitatoren" gebrochen werden solle. Als nun am Sonntag der Ausschuß der Versicherungsanstalt zur Wahl zusammentrat, ergab sich, daß von den zwölf Ärbeitnehmer-Beisitzcrii acht besoldete Vertranensämter in der Arbeiterbewegung einnehmen; der Vorsitzende, Direktor v. Maginot, erklärte nun, daß die Regierung auch diesen das Wahl- rechr zugestehe. Gewählt wurden in der gewerkschaftlichen und politischen Organisation bewährie Parteigenossen. Die Spekulation ans den„ichlichten Mann" ist also fehlgeschlagen.— Wegen Majestätsbelcidigung und Aufreizung z u Gewaltthätigkeiten wurde am Mittwoch vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts in M a g d e- vnrg gegen den früheren verantwortlichen Redakteur der„Volts- stimme" Genossen M arkwaldt verhandelt. Der eine der in- lriminierten Artikel ist derselbe, wegen dessen schon Genosse Garbe vom„Volksblatt" in Kassel zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, tvie wir mitteilten. Er richtete sich gegen die Art, wie die Redakteure der tleinen ordnuugsparteilichen Provinzblältcr ihre Zeitungen znrechtzutleben und zu-ichnciden pflegen. Dabei wurden auch kaiserliche Danksagungen ausgezählt unter den mancherlei Mai- richten, die da kritiklos durcheinander abgedruckl werden, und die ganze Mache wurde durch einen scharfen Ausdruck kritisiert. Die „Ausreizung" sollte in einem Artikel über„Revisionismus und Anti- rcvisioniSmuS" enthalten sein. Das Gericht las aus dem Artikel heraus, daß Gewaltthätigkeiten nicht nur für den Fall eines Staatsstreichs, sondern aucki für deu Fall einer auf gesetzlichem Wege zu stände kommenden Beseitigung des ReichstagS-WahlrechtS angcdrohr werden. Das Gericht erklärte in seinem Urteil, der Angeklagte sei „zweifellos ein ehrenhafter und anständiger Mann und deshalb liabe das Gericht eingehend erwogen, ob nicht wegen der Maiestäis- beleidigung F e st u n g s b a f t und wegen der Aufreizung Geld- sl rase am Platze sei; aber mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung und die G c f ä h r l i ch k e i t der Aufreizung sei es uu- möglich gewesen, eine solche Milde walten zu lassen." Das Urteil lautete für j e d c s der beiden angeblichen Vergehen auf drei Monate Gefängnis, unter Zusammenziehung der beiden Strafen ans fünf Monate Gefängnis.— /ZiisUmci. Das Urteil in Kischinew ist erstaunlich milde ausgefallen. Die Angeklagten Gretschin und Marosjuk, gegen welche die Anklage auch aus Mord lautete, wurden zu sieben beziehungsweise süns Jahre» Zwangsarbeit ver- urteilt. Gegen 22 weitere Angeklagte wurde auf Einreihung in eine Arrestantcncompagnic für ein bis zwei Jahre, gegen einen Allgeklagten auf sechs Monate Gefängnis erkannt, zwölf wurden frei- gciprochcii. Die anhängig gemachten 48 C i v i l k la g c n wurden sämtlich unberücksichtigt gelassen. Die Gcrichtskostcn wurden den Verurteilten auferlegt. Morgen bis zum späten Abend, in Wind und Wetter auf ihren arin« seligen Lerkaufsständen ans. Ost schützt sie nicht einmal ein dürftiges Leinwanddach gegen Schnee und Regen. Eine Tasse Kaffee, der diesen Namen eigentlich nicht verdient, muß den durchfrorenen Körper von Zeit zu Zeit ein wenig erwärmen, ein knapper Imbiß den Hunger notdürftig stillen. Aber trotzdem heißt es: aushalten bis zum späten Abend, denn in den späten Abendstunden„blüht" ja das Geschäft am meisten. Wer selbst der„blühendste" Straßenhaudel zeitigt nur kümmerliche Früchte. Wenn der arme Händler am Vor- abend des Festes die qualmende Petroleumlanipe auslöscht und den Verkaufsstand abbricht, kann cr nur in seltenen Fällen einen Gewinn sein eigen nennen, der ihm für die nächste Zeit eine kümmerliche Existenz gewährt. In den Stratzenlänn mischen sich dünne Kinderstinuneu.„Ein Groschen das Bilderbuch"—„Fünf WeihnachtSkarten für einen Groschen"—„Ein Groschen die laufende Maus"— so werden den Sttatzenpastänten eine Menge Kleinigkeiten angepriesen. Jeder der kleiiien Händler sucht mit der schwachen»traft seiner Stimme den Straßenlärm zu übertönen um Käufer anzulocken. Die Gesichter von Kälte gcröret. strecken die Kleinen mit verklammten Händen den Vorübergehenden ihre Handelsartikel entgegen. Nur selten findet sich jemand bereit, mehr aus Mitleid als um einen Bedarf zu decken, den armen Kindern etwas abzulaufen. Und dock haben diese Kleinen jeden Groschen so nötig. Nur die bitterste Not tann diese armen Wesen iiiitten im Winter auf die Straße treiben, wo sie bis zum späten Wend, ja bis in die Nacht hinein unablässig ihre Waren an« preisen. Von Müdigkeit überwältigt, hockt hier und da einer der kleinen Händler in eine HauSthürnische und giebt sich für kurze Zeit dem Schlummer hin, um nachher sein Geschäft mit doppeltem Eifer fortzusetzen. Wenn die armen Kleinen dann am späten Abend nach Hause, in die cntlcgcnen Straßen der Prolctaricrvicrtel wandern, dann bringen sie im besten Falle einen Verdienst von wenigen Groschen heim. Aber im Haus- halt einer von Not und Elend heimgesuchten Protetaricrsamilie ist selbst ein nach Pfennigen zählender Verdienst, zu dessen Erlangung die Weihnachtszeit Gelegenheit bietet, eine hockst willkonmicne Ein- nähme, wenn sie auch nur für den Augenblick die dringendste Not ein wenig lindert. Neben den Kindern, die handelnd am Straßenrande stehen, finden sich auch Frauen und Männer ein, die init dem Berkauf billiger Weihnachtsartikel einen kleinen Verdienst herausschlagen möchten. Christbaumschmuck, Weihnachts-Postkarten, bewegliches Spielzeug aus Blech und dergleichen Sachen fiub_ cS, die von den fliegenden Händlern ausgeboten werden. Auf dem Asphalt des Straßen- Pflasters werden den Passanten die mechanischen Spielsachen vor- geführt: das Airtomobil. die tanzende Puppe, der englische Boxer; der kleine Cohn, der Drcschgraf und andre Tinge werden in Thätigleit gezeigt. Ein Kreis von Reugierigen umsteht den Händler, Ecr Wiener„Zeit" wird zu dein Urteil ans Kischinew ge- schrieben: Tie judenfeindliche Sirömung am Zarenhof behauptet das Terraiin Tie bis jetzt uiiternoimnencu Versuche, den Zaren überall die schrecklichen Enthüllungen zu informieren, die durch die Zeugenaussagen an den Tag gekounnen sind, kann man, weniastenS vorläufig, als gescheitert betrachten. Auch die Hofmung, das-, die Wahrheit aus Umwegen, durch die ausländische Presse, vor den Thron gelangen lvürde, ist zu Wasser geworden. In den Perwaltungs- kreisen, oie ihr-Mäntelchen nach dein Wind zu hängen pflegen, bricht sich allmählich der Gedanke Bahn', daß die maßgebenden R e g i e r u n g s f a k t o r c n keineswegs lv i I l e n S seien. der vollen W�a h r h e i t vor Gericht zum Tieg zu verhelfen. Sogar der Gouverneur Fürst N r u s i o w, der Nachfolger v. Raabens, verhält sich in den letzten Tagen den Juden gegenüber s ehr s ch r o f s. Auch wird unter dein Militär gegen die Juden gehetzt. Diese werden beschuldigt, während der Gerichtsverhandlung alle Mittel in Bewegung gesetzt zu haben, um die Kischinewer Garnison bloßzustellen. An terrori st i scheu E i» s ch ü ch t e r u n g S V e r suche n fehlt eS auch jetzt nicht. Einer der hervorragendsten Ainvalte der Anklagcpartei, Äarabtschewslt, hat ein anonymes Schreiben erhalten, worin er wegen seiner Haltung lvährend der Gerichtsverhandlung bedroht wird. Außerdem wurde ihm ein Bild zugeschickt, woraus eine Frau dargestellt ist, an der von Juden ein„Ritualmord" be- gangen wird. Der Brief und das Bild wurden dem Gericht übergeben als Beweis, daß sogar während der Gerichtsverhandlungen «ine geheime Organisation vorhanden ist, durch die die Juden und deren Anwälte bedroht werde n. Die Anwälte forderten, daß diese Dokumente den Gerichtsakten bei- gegeben werden. T i e Namen der Versender wurde n f e nfg e st c l l t. aber das Gericht beschloß, der Forderung der An- wälte keine Folge zu leisten und die genannten Personen als Zeugen nicht vorzuladen. Der Staatsanwalt erklärte, er werde über diesen Fall eine Specialuntcrsuchung einleiten. Der Beschluß des Gerichts ist um so auffallender, als sogar einige der Verteidiger der Auge- klagten die Forderung der Anwälte unterstützten. Auch die Polizei sucht sich durch Eiiischiichtcrnngeu rein- zuwa scheu. Einen niederschmetternden Eindruck auf das Gericht machte die Aussage des.Polizeioffiziers B l a g o j. Er erklärte, daß er sich während der Exeesse im Vorort SuljanSla befand. Ein starkes Militäraufgcbotvon etwa 29(1 M a n n b e o b achtete zuerst ruhig die Epe esse, dann b e g a n n e n d i e S o l- d a t e n den Ercedcnten beizustehen: sie raubten viele Waren und nahmen sie mit sich. Der Regimentschef fühlte fich nachher veranlaßt, eine Untersuchung anzustellen. Im Tarife von drei Wochen ivurde ein Teil der von den Soldaten geraubten Waren auf das Polizeiamt partieenlvetse gebracht. Weiter erklärte Blagoj: Tie Juden haben sich während der Excesse ganz passiv vcr- halten luid unternahmen nichts, was man als Angriff hätte deuten können. Da ich keine VcrhaltungSorder hatte, so versuchte ich die Excedentcn zu besänftigen, diese aber s p o t t c t e il meiner und erklärten mir:„Du hast kein Reckt, uns zu verbieten, ivv uns der heilige Synode erlaubt hat, über die Juden herzufallen." Auch zwei Deutsche wurde» vernommen. Weidemcicr erklärte, daß während der Excesse ein Arbeiter ein T e l e g r a m m mit lauter Stimme verlesen und dabei gerufen habe:„Ein Befehl v o n oben i st eingetroffen, w o r i n angeordnet wird. über die I u d e n herzufallen, s i c z u s ch l a g e n u n d zu berauben."— Oestreich-Nttgarn. Tie erste Konferenz socioldemotratischcr Gemeindcoertreler von Nieder- Oesterreich fand am letzten Sonntag in Wien statt; es waren 25 Gemeinden vertreten. Zur Annahme gelangte eine Resolution, in welcher den socialdemokratischcn Gcmcindcvcrtretcrn zur Pflicht gemacht wird, überall für die Errichtung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, auch für die Gemeinden ein- zutreten. Stach einem Referat von Reumann-Wien über Armen- recht und Heiumtsrccht Ivurde eine Resolution angenommen, in luelcix-r die socialisüschcn Gemeiirdcvertreter verpflichtet werden, energisch für die Durchführung der staatlichen Jnvalidiläts- und Altersversicherung und der Witwen, und Waisenvcrsorgung einzutreten.— Schweiz. Ans der schweizerischen Bnndcsvrrsammlmig. Bern, 2l. Dezember.(Eig. Ber.) Ter unglückliche S i m p l o n beherrscht nach wie vor das gesamte öffentliche Interesse, die Presse ist voll von Betrachtungen darüber, die im großen ganzen einem kläglichen Katzenjammer gleiche». Der siegreiche Bundesrat, der im National- und Ständcrat stets eine Mehrheit findet, wenn es sich um entscheidende Fragen handelt, wird mit seinen Siegen das Land noch zu Tode siegen. Er hat gesiegt gegen die große Mehrheit des Schwcizcrvolkcs, das ein viel urwüchsigeres und feineres Empfinden für seine Selbständigkeit und Unabhängigkeit und gegen- über Maßnahmen, welche dieselbe beeinträchtigen, besitzt, als die der mit geläufiger Zunge seinen Kram anpreist, aber nur selten Käufer findet. Auch dieser Zweig des Wcihnachtsgeschästs stellr an die unermüdliche Ausdauer der Händler die höchsten Anforderungen, aber zum notdürftigsten Lebensunterhalt reichen die Einkünfte kaum hin. Die Wcihnachlstage bringen diesen Händlern eine kurze Rast. dann wenden sie sich dem Verlauf bon Neujahrskarten zu, um nach wenigen Tagen Ivicder irgend eine andre Beschäftigung ans- zusuchen. Die Tannen und Fichten, welche bald überall, wo man Weih- nachten feiert, mit hellem Kerzenschimmer das Fest verschönen, wurzelten noch vor wenigen Wochen auf den Höhen deS Thüringer Waldes, in den Bergen des HarzeS oder im Ricsengebirge. Die Äxt des Waldarbeiters machte ihrem stillen Waldlcbcn' ein Ende, und in ganzen Waggonladungen fiihrte sie der Großhändler nach Berlin. Hier liegen sie, zu hohen Bergen aufgeschichtet, an den Güterbahnhöfen. Hunderte von kleinen Leuten, die mit dem Einzelverkauf vvn Weihnachtsbäumen ein Geschäft zu machen hoffen, kommen heran. Der Mann, welcher kleine Fuhren fährt, der Ge- legenheitShändler, auch viele beschäftigungslose Arbeiter, die für er- borgtes Geld ein paar Dutzend Bäume erstehe» wollen, feilschen mit dem behäbigen Großhändler um den Preis. Die erbandelten Bäumchen werden mit Fuhrwerk und Handwagen in alle Gegenden der istadt geführt und ans mehr al§ 2990 Verkaufsstellen dem Publikum angeboten. Aber es ist noch manche Arbeit zu leisten, che die Weihnachtsbäume verkaufssähig sind. So manches Bämnchen, tvelches nicht gut gewachsen ist oder auf dem Transport gelitten hat, muß durch Einsetzen neuer Zweige und sonstige Kunstmittel verschönt werden. Vor allem aber gilt es, den Baum unten mit einem Bänkchcn zu versehen. damit er stehen kann. Da wird auf offener Straße fleißig mit Säge und Hammer hantiert, bis der Händler nach mehrtägiger Arbeit feinen Vorrat au Bäumen reihenweise ausstellen und mit dem Verkauf beginnen kann. In de» ersten Tagen geht das Geschäft sehr flau, erst kurz vor dem Fest kommen die Käufer. Mit dein Weihnachtsbaumhandel ist ein den Verhältnissen nach bedeutendes Risiko verknüpft. Wer das Glück hat, besonders große und schöne Bäume für gute Preise abzusetzen, der macht wohl ein leidliches Geschäft. Oft aber wird der Händler gerade seine teuersten Exemplare nicht los. Er muß sie dann schließlich mit Schaden losschlagen oder er behält sie gar als un- verkaufte und bei«, Schluß des Geschäfts völlig wertlose Ware zurück. Nicht jeder Weihnachtsbaumhändler hal," nachdem er zwei Wochen lang in Wind'und Weiler mit seiner Ware aus der Straße lag, ein gutes Geschäft gemacht. Mancher von ihnen geht am Heiligabend mit dem Bewußtsein nach Hause, daß ihm trotz Mühe und Arbeit nur ein recht bescheidener Verdienst geblieben ist, und während die Bäumchen, die durch seine Hände gingen, ihr Kerzenlicht über fröhliche Menschen ausgießen, kann er seinen eignen Kindern vielleicht leinet? sWeihnachtsbatim anzünden. L. r. Parlamentarier imd Bundesräte in Ben:, die unter keinen Umständen I gewagt hätten, den Simplon- Vertrag dem Volke zur Entscheidung I vorzulegen. Wenn die am 13. Dezember in etwa 18 Kantone» statt- 1 gefundenen Protcstvcrsammlungcn beschlossen, eine JnttiativbewegiMg in dem Sinne einzuleiten, daß durch eine Ergänzung der Bundes- v c r.f a ss n n g die internationalen S t a a t s v e r t r ä g e dem fakultativ e n Referendum unterstellt werden sollen, so war der Beschluß nur die aus der Annahme des Simplon- Vertrags durch den Ständerat gezogene notwendige Konsequenz. Soll aber der Gedanke zur That gemacht werden, so kann es wohl nur durch die soeialdemokratifche Partei geschehen, bürgerliche Kreise und Parteien dürften sich trotz aller Entrüstung und llnzilftiedeicheit mit dem Simplonvertrag kaum dazu entschließen; käme es aber zu einer Volksabstimmung, so würde ein bezügliches Jnitiatiobcgchrcn wohl mit großer Mehrheit angenommen lverdcn. Das Bewußtsein, eine sehr schlechte Politik mit dem Simplon- Vertrag befolgt zu haben, hat aber zweifellos und trotz aller Versuche. diesen Vertrag auch noch als einen Erfolg der schweizerischen Politik zu feiern, die von mehreren MehrheitSrcdnern und auch vom Bundesrat Denchcr gemacht wurden, die Mehrheit der Bnndesvcr- sammlung mit dem Bundesrat ebenso wie die Minderheit, welche den Vertrag lim Ständcrat mit 13 gegen 26, im Narionalrat mit 38 gegen 98 Stimmen) verwarf. Ist doch der bereits am 16. Mai abgeschlossene Simplonverrrag erst Ende Oktober im„Schweizerischen BundeSblatt" veröffentlicht worden. blieb also ein halbes Jahr lang im Pulte des Bundespräsidenten, der die auswärtige Politik leitet, liegen. Wäre der Vertrag schon im Mai. kurz nach sciiiem Abschluß, veröffentlicht und so Gelegenheit ge- geben worden, das Volk durch die Presse und Versaminlimgen darüber aufzuklären, es würde eine große Bewegung zu stände geiommen sein, deren Wögen den Siniplonvcrtrag hinweggcschwemmt hätten. Die Debatten im Nationalrat erhielten einen noch besonders häßlichen Zug durch die n i e d r i g st- ch a u v in i st i s ch e n Aus- fälle des Na t i o ii a l r a t S-.P r äs i d eu t e n M a rti n und des Bundesrats Co in i e s s e gegen die„ N eu s ch w c i z er, insbesondere gegen unsrc Genossen Greulich und Wassilieff und zwar anläßlich der Verlesung der dem Nationalrate eingereichten Züricher Protestresolution. Angenommen vom Rätionalrat wurde auch mir 191 gegen sechs Stimmen der sogenannte Riickkausovcrirag betreffend die Ver- st a a r l ich n n g des I n r a- S i m p l o n v e r t r a g s, die 191 Millionen Frank tostet und nach der Erklärung von Eisenbabn- Fachleuten im Rationalrat viel zu teiier gekauft ist. Mit der Annahme dieses Vertrages ist zugleich den Erbauern des Simplon- tumiels das Geschenk von acht Millionen Frank als „Nachzahlung" bewilligt worden. Bundesrat Eomtesse hätte den kühnen Mut, diesen Beutezüglerir noch eine Lobrede zu halten und das„Geschäft" als billig zu bezeichnen. Schade, daß sie nicht 29 Millionen verlangt haben.— Frankreich. Tos Pariser Gemeindewatilrechr. Eine Versammlung von radikalen und socialistischen Scimtoreii, Deputierten und Gemeinde- röten von Paris wurde dieser Tage im Palais Bourbon abgehalten, um über die verschiedenen Projekte, bezüglich der Abänderung des Geineiudcwahlvcchts zu beraten. Man einigte sich auf das Projekt Broussc-Mavjau. Danach bleiben die 89 Bezirke, in welche die Stadt Paris eingeteilt ist, bestehen. Aber diejenigen Bezirke, deren Ein- Wohnerschaft die Zahl von 59 999 übersteigt, wählen für je 59 999 oder für einen Teil dieser Zahl einen Gemeinderat mehr. Anstatt 89 werden nach diesem Projekt in Zuknifft 91 Gcmcinderäte gewählt und zwar wählen 67 Bezirke je einen, 12 je zwei und ein Bezirk drei Gemeinderäte. Diese neue Einteilung kommt der Arbeiterschaft, ivelche in den dichtbevölkerten Außenbezirken wohnt, zu gute, und es steht zu hoffen, daß, wenn das Parlament dieses Projekt beschließt, die jetzt bestehende Majorität der Nationalisten im Stadthaus ge- brocken werden kann. Tieselbe Methode soll angestrebt werden für die Wahl zum Generalrat, so daß die Stadt Paris in Zukunft 26 anstatt wie jetzt 21 zu wählen hätte. England. Bei der Eriahwalil zum Nnterhnuse für den Wahlbezirk Ludloiv erhielt der Anhänger der Ehamberlainschen Zollpoliuk, Hunt, 4393, der unterlegene liberale Gegenkandidat, Hörne, 3423 Stimmen, Der verstorbene Vertreter des Wahlkreises, More, wurde seiner Zeit gewählt, ohne daß ein Gegenkandidat aufgestellt war. Ter dies- malige Wahlkampf stand ausschließlich unter dem Zeichen der Zollfragc,—__ parlamentarilcdes. lieber den Tag der LandtagS-Eiuberufunff besteht noch immer leine Gewißheit. Jetzt wird verbreitet, daß die Einberufung nicht auf den 12., sondern den 16. Januar erfolgen soll, weil auch die verflossene LandtagSperiode nicht früher begonnen habe. Diese Mit- Willing beruht offenbar aus einer Verwechselung der Bestimmungen, die bei der Einberufung in Betracht kommen, mit denen, die für den Wahltag zutreffen. Es steht nichts im Wege, den Landtag ftiiher einzuberufen, als er vor fünf Jahren einberufen wurde.— Wahlfreiheit in Saarabieu. Zweiter Tag.(Schluß.) Saarbrücken, 21. Dezember.(Eig. Ber.) In der Fortsetzung der Verhandlung stellt Zeuge Schlashaus- meister Bremer die Verlegungen in seinem Schlashause als sehr harmlos dar. Auf die Fragen der Verteidigung giebt er jedoch zu, daß er gerade die Leute zusammengelegt hat, die CcntrumSblättcr hielten, weil er bemerkt habe, daß diese Zeitungen die Leute gegen ihre Vorgesetzten aufhetzen. Die Verteidigung legt dem Zeugen unter andren folgende Fragen vor: Erinnert sich der Zeuge einer Be- merkung: Als ich vor zwei Jahren aus die Grube kam, da haben noch 299 Leute die„Reunkirchener Zeitung"(Eentrumsorgan) ge- halten, jetzt habe ich sie alle weggebracht bis auf dreizehn, und von denen gehen auch noch fünf ab. Hat Zeuge das Schlafhaus systematisch bewachen lassen, damit keine Eentrumsflugblätter und dergleichen hineinkommen konnten.? Ist es wahr, daß Zeuge am Nachmittag des Wahltages mit ungefähr dreißig Bergleuten in Reihen von je zwei Mann in das Wahllokal' gegangen ist und dort hat verhindern lasse», daß die Bergleute irgend einen andeni Zettel erhielten, als den national- liberalen, auch erklärt hat:„Ihr habt alle Euren Stimmzettel, nehmt keinen andern!" und endlich ob er, nachdem festgestellt war, daß auf Heinitz Fuchs 185 Stimmen erhalten hatte, gesagt hat:„Die Katho- liken sind alle Hurenpack"? Die Fragen werden vom Gerichtshof als»nwescutlich für die Verhandlung bezeichnet. Hierauf werden verschiedene katholische Geistliche über die WohuungSverhältniffr der Bergleute vernommen. Sie bekunden übereinstimmend, daß ein großer Teil der Bergleute sehr schlecht wohne; daß sehr viele Familien von 7 bis 10 Personen sich mit einer Küche und einem Zimmer begnügen müssen. Nach den Ursachen dieser Verhältnisse befragt. meinen die meisten. daß die Bergleute größten- teils nicht unsolide lobten. daß aber der große Kindersegen ihnen keinen größeren Aufwand gestattete. Gegenüber den An- gaben des Geheimrats Hilger über die von den Gruben gebauten Häuser und die zum Bau von Häusern gelvährten Erleichterungen wird betont, daß, trotzdem die Bergleute sehr zusammengedrängt und ungesund wohnen, weil sie sich durch den Bau von eignen Häusern in Schulden stürzen und bei den fiskalischen Wohnungen die Abgaben zu hoch sind(17,59 M. pro Monat), so vermieten die Leute ihre Zimmer wester und lebe» selbst in zwei, höchstens drei Äliumen. Der Umstand also, daß nach den Angaben des I Geheimrats Hilger 79 Proz. der verheirateten Bergleute I in eignen Hänsern wohnen, vermag den Vorwurf der �Wohnungsnot nicht zu entkräften. Wie weit inigenügende Entlohnung an den schleckten WohnungSvcrhÄtnifsen schuld ist, wollen die Pastoren nicht entscheiden. Den Pfarrern sind beftinnnte Fälle nicht bekannt, in denen Bergleute zum Beitritt in den nationalliberalen Verein gezwungen worden sind, doch haben sie Klagen vernommen und gehört, daß die Bcrglentc Unannehmlichkeiten befürchteten, wenn sie nichr beiträten, Der Staatsanwalt fragt Pfarrer D a h m(Trier, früher Püttlingen), ob er vom Kaplan Dasbach einen Brief erhalten babe, in dem er ihn anfgcfordert habe, ihm schwache Lohnzettel sowie sonstiges Material gegen die BergwcrkSdircttion zu verschaffen. Pfarrer D a h m berichtet, daß nach der Ersatzwahl im Jahre 1901 etwa ein Dutzend Bergleute zu ihm gekommen seien, die sich darüber beschwert hätten, daß sie nach der Wahl bedeutend weniger verdienten, als vorher. UcbrigcnS hätten die Leute sich gefürchtet, mit ihm zu verkehren. Er habe von Dasbach eine Aufforderimg bekommen, ihm solche Lohnzettel zn schicken, aus denen hervorging, daß Bergleute nach der Wahl schlechter gestellt waren, als vorher. Eine Aufsorderimg von seilen Dasbachs, die Bewegung in Budlvciler gegen die Berg- werkS- Direktion zu schüren, habe er nicht erhalten, auch eine der« artige Thätigkeit nie entfaltet. Steiger hätten Bergleute auf das Bureau kommen lassen und sie dort.aufgcfordsrt, dem national- liberalen Verein beizutreten, Kaplan Dnsbach, der am Journalistcntische die Fragen'detz Staatsanwalts an Dahin vernommen hatte, bietet sich zum Zeugen an und wird vcrnommen. Er habe von einem Bergmann aus Dndivcilcr einen Brief mit Klagen erhalten und darauf eine Versammlung abgehalten, in der er aus- drücklich erklärte, daß er die Angaben dieses Schreibens, z. B. über Strafen bis zu 6 M.,»och nicht habe prüfen können. Außerdem habe er wie Lehnen die Leute stets aus den Weg der Beschwerde verwiesen. Die Bergleute hätten aber diesen Weg nicht gehen wolleil, weil da»» vom Minister eine Anfrage nach Saarbrücken gekommen wäre. n»d so die Leute, über die man sich beschweren wollte, einen Bericht über diese Beschwerde hätten abgeben müssen. Die Vertrauensleute hätten die Bitte an Geheimrat Hilger gerichtet, mit ihnen zusammen eine VertranenSmänner-Vcrsammlung abzuhalten. Seines Wissens sei daraufhin noch nichts erfolgt. Niemals habe er Pfarrer aufgefordert, diese Bewegung zu schüren. Pfarrer Schneider ans Schi ff Weiler hat sich genaue Notizen über die notlvendigen Ausgaben einer Familie von sieben Köpfen gemacht und ist dabei ans 1992,63 M. für den Hausbedarf und auf 439,— M. für Miete, Stenern, Bier und dcrgl. gekommen. Viele Familien haben aber mehr als fünf Kinder. Pfarrer Portlen aus Duirweilcr weist daraus hin, daß die Hänser vielfach an Abhängen gebaut sind, so daß die Leute auch »»gesunde Kcllcrwohimiigc» beziehen müssen: monatlich hätten sie 9— 13 M. Miete zu zahlen. Drei, ja vier Betten ständen tu einem Zimmer, auch Einzimmer- Wohnungen gäbe es. Tie Schulkinder machten einen ärmlichen Eindruck, seien blaß und schlecht genährt. Auch durch die Gruben- Häuser kämen trotz der Einhaltung von 17,59 M. am Lohn viele dock? nie zu einem eignen Heim, Die LebeuSsührinig sei ciiic sehr ärmliche, Fleisch sehr selten. Gegenüber den Aussagen des Geheim- rats Hilger über die hohen Löhne anf'Grübc' Dnd Weiler führt der Zeuge aus, daß die Löhne sehr schiväitken, und wenn, nach An- gäbe Hilgers. 6767 fiskalische Wöhmutgeit mit durck- schnittlich 4,7 beivohnbare» Räumen im Bezirke seien, so hätten deren Inhaber dock wieder Astermieter. O Geheimrat H i lger: 23 991 verheiratete oder verwitwete Bergleute haben 81629 bewohnbare Räume, macht, also pro Kopf 3,5 bewohn- bare Räume(„pro Kopf" ist sicher nicht, richtig, es müßte heißen; „pro Familie": außerdem sind dgbei. offenbar die Aftermicter ganz außer acht gelasscu). Bergmamm Lehmann glaubt, wegen der Wahl bedrückt worden zu sein: er ist abgelegt ivorden ohne Angabe von Gründen; nach seiner Beschwerde hatte er zuerst wieder mehr verdient, dann sei es wieder schlechter geworden, Gehcimrat Hilger: Lehmann sei wegen Gehorsamsverweigerung abgelegt worden. Sein Löhn sei wie bei allen Berg- Icnten schwankend gewesen, er habe betragen: im Februar 99,28 M., März 89,— M., April 197,— M„ Allgilst"l97,l8 M. und septcmber 199.97 M. Lehm a n ii giebt über seine Wohnung an, daß er mit Frau und fiebeu Kindern i» einer Zweizimmcr-Wohnuug Hause, die ungesund sei und deswegen auf Veranlassimg des Arztes geräumt werden solle. Solcher Wohnungen gäbe(es viele. Sein ältestes Kind sei zehn Jahre, sein jüngstes drei Monate alt, Bergmann Gebhardt giebt an. daß er im Schlafhause von Bremer in ein� schlechtere Stube gelegt worden sei, weil er ein Centrumsblatt gehalten habe. Ebenso sei es nenn seiner Kameraden gegangen. Buchdrucker A r t in a n n hat bei der Wahl 1991 gesehen, wie ein Trupp Bergleute in Reihen zu je zwei Man» unler Führimg eines Beamten herbeigeführt wurden, bat dann rufen hören:„Halt! Keine Zettel nehmen, die Leute haben Zettel!" Einige höhere Berg- beamte stellten sich an der Thüre auf. Die gleichen Beobachtungen hat der Redakteur Laven aus Speyer gemacht. Bergmann K a r l R u s i n g bekundet, daß ihm der Steiger Wagner gesagt habe:„Sie haben fich da durch den Besuch einer Centt'innSvcrsammlung in eine arge Patsche geritten, aus der Sie so leicht nickt herauskommen können. Jeder Bergmann weiß doch, daß Priebe sein Vorgesetzter ist, dem er seine Stimme geben muß... Sic sollten öffentlich eine andre Gesinnung bethätigcn". Er habe geantwortet, daß er kein Redner sei, ob es genüge, wenn er Stimm- zeitcl verteile(!), was Wagner bejaht habe, zugleich mit der Aufforderung, dem nationalliberalen Wahlverein beizutreten. Er glaube. er sei wegen der Wahl verlegt worden. Bergmann Theodor Schütz bestätigt die Aussagen dcSKarl Rn f i n'g. Gastwirt S p r e n g a r d in Elversberg sagt aus, es sei bekannt, daß bei der Wahl 1991 Bergbcamtc die Bergleute bei der Wahl kontrolliert hätten. Gastwirt E d l i n g e r in Püttlingen bekundet, daß ihm Bergleute gesagt hätten, sie würden dem nationalliberalen Verein nicht beitreten, wenn sie nicht dächten, daß dann auch ihre Jungens im Bergwerk ankämen. kWan spricht davon, daß Hilger, der eine erstaunlich schnelle Karriere gemacht hat, aus den Posten des verstorbenen Berg- hanptinanns v. A ni in o n nach Bonn befördert würde. Dritter Tag. Saarbrücken, 22. Dezember, lEig. Ber.) Zeuge Berginspeltor A d a m L in Hamm, früher Bergassessor in Saarbrücken, bekundet, daß Geheimrat Hilger bei einem Diner eine Acußerung gethan hat, wie: Ich erwarte von jedem Beamten. daß er fiir den Kandidaten eintritt(der nationalliberale Kandidat Geheimer Oberbergrat Prietze ist gemeint; es handelte sich um die Ersatzwahl fiir Stumm i( I. 1991) und wer das nicht will, der stiegt. Zeuge erinnert sich nicht mehr genau des Wortlauts, aber der Worte „der fliegt" und giebt zn, daß die Aeuherung auch gelautet haben könnte„für den Kollegen". Gchcimrat Hilger erinnert sich der Äenßemng nicht mehr, sie müßte evcnt. in sehr später Stunde gefallen sein. Der Verteidiger richte: an Hilger die' Frage, ob in den Be- richten über die zu befördernden Beamten Mitteilungen über deren politische Stellungnahme enthalten waren, warum die Direktion eine derartige Maßnahme getroffen und wann» sie, falls sie dies nich: selbst angeordnet hatte, nicht eine Aendernng vcrfligt habe. Hilger lehnt die Beantwortung dieser Fragen ab und per- breitet sich dann über Die LohuverHältnisse im Saargcbict. Er SiiBe großen Wert darauf gelegt, das; die Löhne ständige seien, weil dem Bergmann selbst ein sehr schlechter Gefallen erwiesen sei, wenn man ihm in guten Zeiten S M. Lohn und nachher in schlechten nur 4 M. gebe. Auf Grube„Dudweiler" hätten im Monat April 144 Hauer<7,89 Proz.) einen Lohn von S M. und darüber und 1124 Hauer<61,4 Proz.) einen solchen von 4 bis S M. bezogen. Nach der Statistik von 1902 verdienten von den Hauern durchschnittlich 7,46 Proz. über 6 M. und 77,31 Proz. 4 bis 5 M. Grosze Familien sind, wenn die Söhne mitarbeiten, kein Schaden, sonder» ein Vorteil für die Leute. ES kämen Fami'icnlöhne vor von 2500 M., 2800 M.. 3300 M.. 4300 M., einer, der mit vier Söhnen arbeitete, bezog über 5000 M. Unsre Bergleute leben durchweg gut. Ihre Kaufkraft ist eine groge. In den Gruben-Sparkassen sind im Jahre 1902 645 637 M. niedergelegt worden; diese Summe stellt aber nicht die ganze gesparte Summe dar, weil viele Bergleute ihre Gelder nicht in diesen Grnben-Spar- lassen anlegen. Wir haben 1911 jugendliche Arbeiter, die über Tage beschäftigt werden, während in Westfalen die Löhne gesunken siuo, sind sie hier gestiegen. Die Durchschnittslöhne betrugen: 2. Quartal 1. Quartal Dift. in Westfalen, Bezirk Dortmnnd-Nord „»»» Süd n„ Nord u u tt ,, Süd 1900 4,21 4,07 5,22 4,98 3,54 1903 Ps. 3,88 33 3,65 42 .„o] bei den *'02}u.b.ffirbc 4,3oJ 5111 3,58 bettend. » Saarbrücken........ In Westfalen ist die Gesamtsumme der Löhne gefallen, hier ge- stiegen. Weitgehende Beschäftigungs-Schwankungen und größere Arbeiterentlassungen sind hier nicht vorgekommen. Hier haben wir sogar noch lieber- und Nebenschichten gehabt. Der abgeführte Ucber- schuß ist von über 25 Millionen nn Jahre 1900 und 24 906 640 M. im Jahre 1901 auf 18 900 570, S der Hai, delSaiigcstellten Böhmens in Prag und die P r a g e r Gewerkschaft«- kommission seine Forderungen überreichen lassen und legte, als dieselben von den Chefs der genannte» Firma abgewiesen wurden, sofort die Arbeit nieder. Gefordert wurde die Zurücknahme zweier Kündigungen, Einführung der gesetzlichen, quartalSmäßigeu KiindigungSftist, Zusicherung, daß bis 1. April 1904 wegen der derzeitigen Differenzen keine Maßregelungen erfolgen werden, und das Versprechen einer höflicheren Behandlung.— ES ist dieö der erste Streik im HandelSgcwerbe, der sich in Prag abspielt, und eS giebt sich daher für denselben ein lebhaftes Interesse kund. Wegen Abschaffung der StcllenvermittrlungS-BureauS steht in Paris ein allgemeiner Streik bevor.„Wolfis Bureau" meldet: Paris, 23. Dezember. Die Bäckergesellen sind zu einer Sitzung in der Arbcitsbörse zusammen»md beraten gegenwärtig übe, all- gemeine Einstelluna der Arbeit. Der Saal ist sehr voll. An den Zugängen zu der Arbeitsbörse sind strenge Maßnahmen zur erhaltung der Ordnung getroffen. W zur Auttccht- Die Bäckereien der Stadt werden von Municipalgardcn bewacht. Paris, 22. Dezember. Die Fachvereinigung der in Restaurants usw. Angestellten hat in allen Restaurants, Cafes usw. einen Auftuf ver- teilen lassen, in welchem die Berufsgenossen aufgefordert werden, morgen die Arbeit cinzustellen, sich an einer Kundgebung vor dem Senatsgebäude zu beteiligen und an, Nachmittag an euier Versammlung in der ArbeitSborse teilzunehmen. Letzte Nachrichten und Depetchen. Berlin, 23. Dezember.(W. T. B.) Nach einem Telegramm des stcllverttetenden Kommandeurs der Schutztruppe in Windhub- Techow haben Mtbois unter Bezirksamtmann von Burgsdorff am 10. Dezember den Eingeborenen am Südrande der Kara-Zberge ein siegreiches Gefecht geliefert. Diesseitiger Verlust an Eingeborenen drei Tote, zwei Verwundete._ Die Krise in Ostafien. Tekio, 23. Dezember.(Meldung des„Reutcrschen Bureaus".) In den militärischen Centren ist man unaufhörlich thätig. Die Vo» iehnmgen für Truppenttansporte find vollkommen abgeschlossen. Telegramme auS Korea besagen, daß die Unruhen in Mokpho ortdaucrn und unter den TonghakS in der Provinz Chollado ein Aufftand ausgebrochen ist. Die TonghakS sind eine unzufriedene Parte,. deren Treiben die unmittelbare Ver- anlassung zu dem chinefisch-jopanischen Kriege gab. Man niißt dem Umstände, daß gerade jetzt solche Unruhen ausbrechen, große Be- deuüing bei. Shanghai, 23. Dezember.(Meldung des„Reuterschen Bureau«".) Nachrichten auS Kirin besagen, der Tartarengeneral meldete eine unentschieden gebliebene Schlacht zwischen 1500 Koreanern aus Kjöngheung im Nordosten von Korea», die auf chinesisches Gebiet übergegangen waren, und vier chinesischen Bataillonen aus Huntschun. Ausstand der Bäcker. Marseille, 23. Dezember. i t s ch wegen Wucher« zu je sechs Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe. Die Gefängnissttafe wurde durch die erlittene UntersuchuugShast für verbüßt erachtet. Sämtliche Angeklagten wurden sofort aus der Haft entlassen. v«-...----~-' 1■_"- Verantwortl-Nedakteur: Julius KaltSkt in Berlin. Inseratenteil vercmtworll.-TH.«locke in verlin. Druck u-Berlag: Vorwärts vachdruckerei u.Berlagsanstalt Baul Singer Co.. ScclinSW. Hierzu 2 Beilagen u.ttnterhaltungsblatt Nr. 300. 20. Iahrgimg. 1. Kilaze des.Fmiick" Kerlim NolksM. Nolluerstag) 2�. Dezember 1903. lokales. Heute abend fällt die juristische Sprechstunde aus. Bon der Kinderpflege in Anstalten. Engen Richters Strampelannie ist seit Jahren ebenso in Ver- gesseilheit geraten, wie seine„Socialdemokratischen Zukunftsbilder�, in denen sie eine so traurige Rolle spielt. Die Erinnerung an das arme Wunn, das in dem Kinderheim des socialdemokratischen Zukunstsstaats Richterscher Phantasie jäh dahinstirbt, weil es sich nachts im Bett bloßstrampelt und keine sorgende Mutter es zudeckt, wurde in uns wieder aufgefrischt, als uns eine kürzlich erschienene Statistik über die K i n d e r st e r b l i ch k e i t im st ä d t i s ch e n Waisenhause Berlin in die Hände fiel. In dieser Anstalt herrschte früher eine erschreckend hohe Sterb- lichkcit. Die Ursache war vielleicht weniger in einem Mangel an sorgfälfiger Pflege zu suchen, als in den skandalös nnhygirnischen Zuständen der Säuglingsstation des Waisenhanses. Das Gebäude wird nun endlich durch einen Neubau ersetzt. Aber schon vorher sind wenigstens die Säuglinge ausquartiert und nach den, Neubau des benachbarten Kindcrasyls in der Kürassierstraße gebracht worden, das einer besonderen Stiftung gehört, aber vorläufig zum größten Teil von der Waisenverwaltung gemietet worden ist. Das Ergebnis dieser Umquartierung ist äußerst lehrreich. Dir Sterblichkeit der Waisensäuglinge sank sehr bald und so bedeutend, daß der Sterblichkeitsrückgang die Erwartungen selbst derjenigen übertraf, die die Ursache des in dem alten Waisenhause erzielten Mißerfolges der Säuglingspflege längst erkannt hatten. Im Jahre 1900 waren im Waisenhause 443 Säuglinge gc- starben. Im Jahre 1901 starben, obwohl erst im Sommer mit der Belegung des eben fertiggestellten Kinderasyls und der allmählichen Ausquartierung der Säuglinge aus dem Waisenhause begonnen werden konnte, schon weniger Waisensäuglinge, aber immer noch 36«. Im Jahre 1902, wo das Kinderasyl dauernd mit Waisensäuglingen belegt war, starben nur noch 118 dieser Säuglinge. Der bedeutende Rückgang der Säuglingssterblichkeit des Waisenhauses, der durch diese Zahlen nachgewiesen wird, ist nur zum Teil daraus zu erklären, daß dir Säuglingssterblichkeit in Berlin überhaupt im Jahre 1902 geringer als sonst war. Die Gesamtzahl der in Berlin gestorbenen Säuglinge war im Jahre 1900: 11762, im Jahre 1901: 11325, im Jahre 1902: 8927. Sie war 1901 beinahe ebenso hoch wie 1900, und im Jahre 1902 Ivar sie etwas mehr als drei Viertel derjenigen von 1900. Dagegen war die Säuglingssterblichkeit des Waisen- Hauses im Jahre 1902 nur etwas niehr als ein Viertel der- jenigen von 19021 Dieses Ergebnis lehrt, daß auch in Anstalten bessere Erfolge mit der Kinderpflege erzielt werden können, wenn sie zweckmäßig ein- gerichtet und gewissenhaft geleitet werden. Durch seine Geschichte von der Strampelannie wollte der Verfasser der„Socialdemokratischen Zukunftsbilder", der die Leistungen öffentlicherKinderpflege offenbar nur aus der bisherigen Lotterwirtschaft gewisser freisinnig verwalteter Kommunen kannte, seine Leser glauben machen, daß die Anstalts- Kinderpflege, die er als etwas im socialdemokratischen Zukunftsstaate Selbstverständliches ansieht, überhaupt nichts tauge. Seine Phau- tasten sind durch die Thatsachen sogar schon im Gegenwartsstaate als leerer Schwatz erwiesen»vorden. Der„Zukmiftsbilder"- Mann und seine Nachbeter dürfen überzeugt sein, daß die Kinderpflege- Anstalten der nach sorialdemokratischem Princip geordnete» Gesellschaft, soweit solche nötig sein werden, noch ganz andre Erfolge erzielen werden._ Die Bestimmung der Städte-Ordnung, dast die Hälfte der Stadtverordneten aus Hausbesitzern bestehen muß, hat gelegentlich der letzten Wahl unsren Parteigenossen wieder firoßc Schwierigkeiten bereitet, die auch jetzt noch nicht überwunden ind. Dabei ist diese Bestimmung nicht einmal mehr im Sinne des Gesetzgebers zu verteidigen. Die Städte-Ordnung für die alten preußstchen Provinzen ist das einzige organische Gesetz der Selbstverwaltung, das der Freiherr von Stein seinen weit. sichtigen Plänen entsprechend, erlassen konnte(1808). Ihre jetzige Form, die hinter der ursprünglichen zurücksteht, stammt aus der Zeit der schlimmsten Reaktion(1853). Die Be. stimniuug betreffs der Hausbesitzer läßt sich aus dem Geiste der Steinschen Zeit rechtfertigen, zumal wenn>nan bedenkt, daß die Mietskaserne in der heutigen Form nicht bestand, daß vielmehr ein sehr großer Teil der Bürger im eignen Hause wohnte. Heute liegen die Verhältnisse völlig anders; der Hausbesitz ist vielfach zu einem reinen Geschäft geworden. Ein Hauswirt beherbergt im allgemeinen eine große Anzahl von Parteien und Personen und zieht aus dem„Ueberschuß" seines Hauses oder seiner Häuser sein ganzes oder einen Teil seines Ein- komniens. Die Pcrsonenstandsausttahme vom 27. Oktober 1901 ergab str Eharlotteuburg 3281 Grundstücke mit 45 572 Haushaltungen und 192 680 Bewohnern. Im Durchschnitt entfielen mithin auf ein Grundstück 13,9 Haushaltungen und 58,7 Bewohner. Aber diese Durchschnittszahlen ergeben kein richtiges Bild; im Villenviertel Westen! mit seinen 4020 Bewohnern entfielen auf ein Grundstück nur 3,4 Haushaltungen und nur 21,5 Bewohner. In fünf Bezirken mit zu ammen 23 041 Bewohnern ergiebt sich dagegen für das Grundstück eine Bcwohnerzahl größer als 100! Näheres lehrt folgende kleine Tabelle Auf ein Grundstück entfallen: � Haushaltungen~' 24,5 26,9 25,5 23,5 27,9 daß die Zahl___ JB Wählbaren gegenüber der sonstigen Bevölkerung sehr klein sein mutz. Nun entspricht aber die Zahl der wählbaren Hausbesitzer keines- wcgS der Zahl 3281 der Grundstücke. Charakteristisch fiir das Geschäft des Hausbesitzers ist der Umstand. daß in einer Hand eine Reihe von Häusern vereinigt sind. Wir wolle» bei dem Charlottenburger Beispiel bleiben. Sehen wir ganz von den Banken und Terraingesellschasten ab. von denen z. B. die Berliner Jmmobilienverkehrsbank im Jahre 1902 in Charlottenburg allem 29 bewohnte Häuser besaß, so ist es ganz gewiß erfrenlnh, daß Charlvttenburg im gleichen Jahre in Herrn A. Jacob jun. eine» Mitbürger zahlte, der sich durch de» Besitz von sechs Häusern als Stadtverordneter im Sinne der Städte- Ordnung besonders qualifizierte. Freilich mußte er sich durch Herrn H. Krengel mit sieben Häusern noch übertreffen lassen. Bedauerlich ist es aber, wenn ein nur wenig zurückstehender Mann, Herr Ehr. Eiscnberg mit stinf Häusern, für die Charlottenburger Stadt- Vertretung verloren ist, da er in Schöneberg, glücklicherweise auch im eignen Hause wohnt; denselben Kummer erleben wir an Herrn S. F. Goldmann mit acht und Herrn Mugdan jun. mit neun Char- 'ottenburaer Häusern, weil beide in eignen Berliner Häusern resi- oicren. Ganz gewiß bedauerlich ist cS. wenn wir erfahren, daß die vier Häuser Schlüterstr. 7, 71. 71a und Goethestr. 74 zwar zu einem Besitz« zusammengeschlossen sind, aber trotzdem keinen qualifizierten Schloßviertel 3 >. � Innere Stadt 10 „•„ 11 .. 12 Man sieht schon hieraus, Bewohner 109,6 116,7 101,8 100,2 112,3 der als Hausbesitzer Stadtverordneten- Kandidaten präsentieren können, da der Besitz in den zarien Händen einer Frau ruht. Leider kann man nur eine obere Grenze für die Zahl der als Hausbesitzer wählbaren Charlottenburger ausstellen. DaS Adreßbuch von 1903, das also die Verhältnisse von Ende 1902 wicdcrspiegelt, giebt ein alphabetisches Verzeichnis der Charlottenburger Hausbesitzer. Daraus sind zunächst alle außerhalb CharlottenburgS Wohnende», ferner alle Frauen und nicht physischen Personen zu streichen.. Einige weitere Streichungen kann man vornehmen, wenn einem unter demselben Familiennamen mehrere Besitzer desselben Hauses auffallen, da von diesen keiner als qualifiziert im Sinne der Städteordnung gilt. Thatsächlich giebt es aber vielfach gemeinsame Besitzer mit sehr ver- schiedenen Namen; hier wäre es zu schwierig, die einzelnen ausfindig zu machen. Femer ist nicht festzustellen, ob der Besitzer das wahlfähige Alter hat; weiter, ob er auch Preuße ist; denn im Gegensatz zu den noch 1867 erlassenen Gemeinde-Ordnungen verlangt die Städte- Ordnung von 1853 noch für das aktive und passive Wahlrecht die preußische Staatsangehörigkeit. Und darüber hinaus giebt eS noch weitere Einschränkungen— so sind nicht wählbar die Beamten und Mitglieder der staatlichen Aufsichtsbehörden, die Mitglieder des Magistrats und alle besoldeten Gemeiudebcamtcn, Geistliche, Kirchendiener und Elementarlehrer(!). die richterlichen Beamten, die Beamten der Staatsanwaltschaft und die Polizeibeamten. Alle diese, so weit sie Hausbesitzer, sind bei u u s r c r Zählung nicht ge- strichen. Weiter gilt die Bestimmung, daß Vater und Sohn sowie Brüder nicht gleichzeitig Mitglieder der Stadtverordncten-Vcrsamm- lung sein dürfen. Nun giebt es aber unter den Hausbesitzern sicher viele, so nahe Verwandte durch Vererbung größerer Komplexe— z. B. nenm das Einwohner Verzeichnis für Charlottenburg neben zwei Witwen Vetter acht Herren dieses Namens; von diesen sind fünf Hausbesitzerl Neben dem oben erwähnten Herrn Mugdan jun. findet sich ein Herr Mugdan sen. Gehören jenem unter anderm die Häuser Kaiser Friedrichslr. 32, 37, 42 und 43, so gebietet dieser über die Nrn. 31, 33 und 34 derselben Straße; hier haben wir es offenbar mit einer Hausbesitzer-Dynastie zu thun— in der Charlottenburger Stadt- Verwaltung kann aber auch der Senior nicht sitzen, da er ebenfalls in Berlin thront. Aus allen diesen Gründen kann unsre Zählung bei ihren naturgemäß sehr mangelhasten Streichungen, wie bemerkt, nur eine obere Grenze angeben, wir können nur sagen, daß allcrhöchstens 1485 Charlottenburger Bürger als Hausbesitzer zur Stadtverordnetcn-Versammlung wählbar sind. Da Charlotten- bürg 72 Stadtverordnete hat, von denen 36 Hausbesitzer sein müssen, so m u ß unter je 41 Hausbesitzern einer gewählt werden, ganz ab- gesehen von sonstiger Leistungsfähigkeit für diesen Posten. Es wäre, wenn einmal Beschränkungen für die Wählbarkeit auferlegt werden sollen, viel besser, wenn etwa vorgeschrieben wäre, nur solche seien wählbar, in deren Familiennamen bestimmte Buchstaben vor- kommen. Wir sagen absichtlich besser, denn erstens würden dadurch alle Parteien gleichmäßig betroffen, während heute die Social- demokratie schwer benachteiligt ist— in ihren Reihen ist das Gewerbe des Hausbesitzes selten. Zweitens aber würde nicht ein Gelverbe bevorzug!, dessen Interesse unter heutigen Verhältnissen dem Interesse der weit überwiegenden Mehrzahl der städttschen Bevölkerung, der Stadt selbst diametral entgegengesetzt ist. Eine parlamentarische Kritik der Städte-Ordnung und eine Ab- änderung derselben ist nur in: Landtage möglich— ein wichtiger Grund mehr für die Socialdemokratie, mit aller Energie ihr Ein- dringen in den preußischen Landtag zu betreiben. DaS städtische Hospital und Sicchcnhaus an der Fröbelstraste hat im EtatSjahr 1902/03 zum erstenmal Ermittelungen angestellt über die Z a h l d e r B e s u ch e, die den in der Anstalt untergebrachten Personen von Verwandten und Bekannten gemacht wurden. Das Ergebnis zeigt, daß die Insassen der Anstalt die Beziehungen zu ihren Angehörigen meist aufrecht erhalten und sorgfältig pflegen. Die Zählung nur derjenige» Besucher, die zu der vor- geschriebenen Besuchszeit— am Mittwoch und Sonnabend und an Sonn- und Feiertagen— sich einfanden, erbrachte für das ganze Jahr 72 047 Personen. Bei 166 Besuchstagen macht das für den Besuchstag 434 Personen. Selbstverständlich waren die Wochentage mit geringeren, die Sonn- und Feiertage mit desto höheren BcsuchSziffern beteiligt. Die meisten Besuche entfielen auf die Weihuachtsfeiertage, allein 3179. Wenn man die durch- schnittliche Belegung der Anstalt Fröbelstraße mit etwa 1400 In- fassen annimmt— bei Beginn bczw. an, Schluß des Etatsjahres wurden in ihren einzelnen Abteilungen zusammen 1276 bezw. 1497 Insassen(einschließlich Personal) gezählt—, dann kamen im Jahre auf jeden Insassen durchschnittlich 52 Besuche. Natürlich wurden auch hier Unterschiede beobachtet. Es zeigte sich namentlich, daß die Frauen am meisten und oft von ganzen Familien besucht wurden. Die neue städtische Siechcnanstatt, die notwendig geworden ist. soll nach außerhalb, nach dem Gut Buch geletzt werden. Sie wird schwerlich eine gleich hohe Besuchsziffer aufzuweisen haben. Der unverschämte Unfug, der von einer GeschäftSfirma durch die Wiedergabe der Bildnisse socialdcmokrattscher Abgeordneter aus Re- klamezetteln betrieben wurde, hat noch immer kein Ende, trotzdem die betreffende Firma nachdrücklich zur Rede gestellt worden ist und versprochen hatte, diese Reklame nicht fortzusetzen. Es ist daher zu- nächst von einem unsrer Abgeordneten die Klage auf Unter- l a s s u n g bei Gericht anhängig gemacht worden. Wenn dieses Bor- gehen nicht genügt, den Mißbrauch gänzlich zu beseitigen, werden sämtliche Abgeordnete die gleiche Klage einreichen. Aus der Magistratsfitzung vom Mittwoch. Zur besseren Arron- dicrung des städtischen Rieselgutes Malchow hat der Berliner Magistrat beschlossen, der Stadtvcrordneten-Versammlung den Ankauf eines noch sin Privatbesitz befindlichen Mühlengrundstückes zun, Preise von 60 000 M. zu empfehlen. Angenommen wurde der Einzel- Etat für die Stadt- und Volksbibliotheken und Lesehalle». Die Einnahmen für 1904 sind auf 15 850 M. und die Ausgaben auf 181 555 M. festgesetzt. Der Luschuß erhöht sich auf 165 705 M. Von den von der Frau v. Hausemann der Stadtgemeinde Berlin für die Armen der Stadt überwiesenen 100 000 M. sollen auf Be- schluß des Magistrats 10 000 M. der Armendirektion und 90 000 M. der Stiftungsdeputation zur Verteilung nach den Wünschen der Geberin zur Besorgung von Heizungsmaterial überwiesen werden. SonntagSarbrit in ZeittingSbrtrieben. Am Sonntag, den 27. Dezember 1903, dürfen, tvic der Polizei- Präsident bekannt giebt, abweichend von den bezüglich der Beschästigungszeit für Arbeiter ergangenen allgemeinen Vorschriften, in Zeitungsdruckereien Arbeiter auch von frühestens 6 Uhr abends ab mit solchen Arbeiten beschäftigt werden, die zur Herstellung einer Zeitung für Montag, den 23. Dezember 1903, erforderlich sind. Bon Zeitungsverlegen, war vor 14 Tagen das Gesuch an den Polizei- Präsidenten gestellt worden, den kommenden Sonnabendabend freizugeben. Dagegen hat man am Alexonderplatz denn doch wohl gerechtfertigte Bedenken gehabt. Bon der Generalversammlung der Milchcentrale erfahren wir, daß diese von ungefähr 300 Genossenschaftern besucht war. und daß die von, Vorstand aufgestellte Abrechnung ohne Opposition genehmigt worden ist. Die Opposition hat keine Einwendungen erhoben, weil ihr daran gelegen sein muß. daß die Bilanz mit einem günstigen Saldo abschließt, da die Zahlen der Bilanz bei der Auszahlung an die ausgeschiedenen Genossen zu Grunde gelegt werden müssen. Herr Ring hat öffentlich anerkannt, daß er sich geirrt habe, als er von den Genossenschastern verlangte, sie sollten auf jeden Anteil von 10 M. 30 M. nachzählen; durch nachträgliche Rechtsbelehrung sei ihm klar geworden, daß diese Forderung nach dem Genossenschafts- Gesetz nicht zulässig sein würde. Die städtischen Arbeiter nnd das Weihnachtsscst. Die städtischem Arbeiter kennen zlvar ihren„Brotgeber" als ein Wesen, das sich auch zur lieben Weihnachtszeit nicht durch HerzcnSgüte auszeichnet und sie haben daher beileibe nicht auf Geschenke gerechnet. Wohl aber haben sie geglaubt, daß ihnen ivenigstenS der verdiente Lohn heute voll ausbezahlt werde. Aber der heutige BurcaukratiSmus will auch jetzt seine Opfer haben und so ist denn verfügt worden, daß die Lohnlisten der ordentlichen Prüfung wegen ein paar Tage vor dem Fest abgeschlossen werden sollen. In den städttschen Kanalisationswerken z. B., wo der Lohn alle 14 Tage ausgezahlt wird, wäre der nächste Lohnzahlungstag der kommende Sonnabend. Doch sind die Listen dort am 21. d. Mts. abgeschlossen worden; der Lohn für die Zeit von Montag bis heute abend, den die Arbeiter zumeist dringend zun, Fest gebrauchen, ivird ihnen erst am 9. Januar gegeben. Die Beamten erhalten ihr Gehalt für ein ganzes Viertel- jähr im Voraus. Hätte man es nicht einrichten können, daß die Arbeiter zum Fest wenigstens die drei Tage voll ausbezahlt bekämen? Am nächsten Dienstag, den 29. Dezember d. I., findet eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten statt, für die eine reichhaltige Tagesordnung vorliegt. U. a. erfolgt die Bericht- crstattung des Ausschusses über die Erhöhung der Umsatzsteuer. Das neue Pflegehaus für Ehepaare auf dem Grundstücke des Friedrich Wilhelms-Hospitals und der Siechenanstalt, in der Fröbel- straße wurde in, Juni 1902 zur Benutzung fertiggestellt. Dasselbe enthält 44 fiir Ehepaare bestimmte Einzelzimmer, von denen 17 sofort nach der Eröffnung besetzt wurden. Weitere 16 Zimmer wurden bis zum Schlüsse des Ver- waltungsjahres 1902/3 belegt, während in einigen andern Räumen vorübergehend sieche Frauen untergebracht worden sind. Der Andrang zum Ehepaarhause würde bedeutend stärker sein, loenn die zur Ausnahme sich meldenden alten Leute im Besitze ihres Hausrats bleiben könnten, an den sie sich meistens jahrzehntelang gewöhnt haben. Dies geht jedoch nach den, Verwaltungsbericht des Magistrats aus gesundheitlichen Gründen nicht an. In der Anstalt wurden alle Zimmer gleichmäßig mit Möbeln, Betten ec. ausgestattet. Von den im Ehepaarhause aufgenommenen Männern waren ihrer Be- schäftiaung nach 23 Handwerker und 10 Arbeiter oder Personen ohne Gelverbe. Gestorben sind in der Anstalt drei Männer im Alter von 71, 73 und 76 Jahren. Die ArmenspeisungS-Anstalt wurde im Jahre 1800 als private Stiftung ins Leben gerufen. Ihr Zweck ist die uuent- geltliche Speisung Armer in den Wintermonate». Bis zum Winter 1835/36 wurden die Mittel der Sttftung nur aus freiwilligen Zu- Wendungen ergänzt. Dann aber deckte die städtische Verwaltung das infolge wachsender Inanspruchnahme bei so schwankenden Einkünften entstandene Deficit der Anstalt mit einem entsprechenden Beitrage. der seit dem Jahre 1863/64 ununterbrochen alljährlich gezahlt wurde. Der städtische Beitrag erreichte in schwankender Steigerung in, Jahre 1892/93 das Maximum von 60 000 M.; er sank dann im nächsten Jahre auf 54 000 M., in den beiden darauf folgenden Jahren auf 40 000 M. und 1896/97 auf 39 500 M. In den letzten fünf Rechnungsjahren hielt sich der Zuschuß der Stadtgemeuide durchgängig auf 40 000 M. Der Betrieb der Armenspeisungs-Anstalt erstreckt sich zur Zeit auf 15 Küchen. Dieselben befinden sich: Georgenkirchstr. 64, Kleine Auguststraße 11, Annenstraße 20, Rheinsbergersttaße 15. Acker- straße 134, Langestraße 41, Schulstraße 7, Wasserthorstraße 32, Teltowerstraße 34, Saarbrückerstraße 33, Stettinerstr. 45, Stromstr. 43, Grünauersir. 11, Liebenwalderstr. 53 und Franlstirter Allee 110. In diesen Küchen werden in absichtlich willkürlicher Reihenfolge sechs verschiedene Arten von Suppe gekocht, nämlich Erbsen-, Linsen-, Bohnen-, Graupen-, Hirsen- und Rcissuppc. Das Speiseregulativ wurde zuletzt im Jahre 1870 festgesetzt. Danach soll der Suppe eine so große Menge- Fleisch hinzugesetzt werden, daß auf eine Suppen- Portion(ca. 1 Liter) 20 Gramm Fleisch kommen. Bei der städtischen Stifttmgs-Deputation sind eine große Zahl von Gesuchen eingegangen, besonders aus Anlaß der Bekanntmachung über die Zuwendungen der Frau Geheimrat v. Hansemann und andrer Personen, sowie über städtische Sttftnngcn wie der Abeggschen, von Schema usw. Alle diese Gesuche sind zur Zeit vollständig zwecklos, weil bei der Spende der Frau v. Hansemann erst die Genehmigung deS Königs eingeholt werden muß und Gesuche für die übrigen Stiftungen nicht mehr berücksichtigt werden'können. Der Nmban des Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kindcr-Krankcn- hauscS soll nunmehr in die Wege geleitet werden. Der Ausschuß der Stadtverordneteu-Versammlung hat gestern folgende» Beschluß angenommen:„Die Versammlung ersucht den Magistrat baldthunlichst um eine Vorlage über den weiteren Ausbau des Kaiser- und Kaiserin- Friedrich-Kinder-Krankenhauseö unter Ersetzung der Magnesitbaracken ohne wesentliche Vermehrung der Bettenzahl und un, Einsetzung der nötigen Mittel für die erste Bauperiode in den nächsten Etat".— Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit dem vom Magistrat eben- falls abgelehnten Projett, eine Barackcnstation fiir Geschlechtskranke zu errichten. Der hierauf bezügliche Beschluß lautet:„Die Ver« sannnlung ersucht den Magistrat, daß bis zur Eröffnung der Geschlechlskranken-Abteilung ,n, Rudolf Virchow-Krankenhause ohne Verminderung der fiir andre Zwecke vorhandenen Bettenzahl in An- lehnung an eines der bestehenden städtischen Krankenhäuser bald- thunlichst provisorisch eine Abteilung für Geschlechtskranke unter Ver- mehrung der bisher hierfür vorhandenen Bettenzahl, und zwar bei Behandlung der Kranken durch einen spccialistisch vorgebildeten Arzt, eingerichtet werden." Keine neuen Radfahrkartcn. Die für das Jahr 1903 ausgestellten Radfahrkartcn(§ 13 Nr. la der Polizeivcrordnuug vom 12. Januar 1900) behalten auch für das Jahr 1904 ihre Gültigkeit, so daß es einer Erueucruug derselben nicht bedarf. Den Tod im Wasser suchte in der Nacht zum Mittlvoch die 20 Jahre alte Artistin Elisabeth Bruimer, die seit vier Wochen in einem Pensionat in der Albrcchtstraße wohnte, nachdem sie vorher in Stettin gewesen war. Sie sprang um 4 Uhr am Schllltcrsteg vor den Augen eines jungen Mannes, der sie begleitete, in die Spree, lvurde aber von einem Schutzmann deS 5. Reviers mit einem Rettungskahn herausgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Die junge Dame soll Liebeskummer habe». Bor der Wohnung feiner Familie erschoß sich gestern, Mittwoch- morgen um 8>/z Uhr der 49 Jahre alte Kaufmann Franz Höhnsch in der Linienstr. 225. Höhnsch war seit 22 Jahren verheiratet, lebte aber seit einem Jahre von seiner Frau und den beiden Töchtern im Alter von 21 und 20 Jahren getrennt. Gestern morgen klopfte er bei seinen Angehörigen, die im Borderhause im zweiten Stock wohnen und sich durch Schneidern ernähren, dreimal vergeblich an. Da man ihn an seiner Stimme erkannte, so öffnete ihm die Frau nicht, da sie fürchtete, von ihm geschlagen zn werden. Endlich rief Höhnsch:„Laßt mich ein, sonst passiert etwas!" Unmittelbar darauf schoß er sich aus einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe. Als die Angehörigen nun öffneten, lag er stark blutend und röchelnd auf dem Flur. Ein Schutzmann holte von der nächsten Unfall- station einen Arzt, der aber nichts mehr ausrichten könnte, da der Mann schon tot war, als er ankam. Die Leiche wurde von der Revierpolizei nach dem Schauhause gebracht. Bei der Prüfung einer Centrifugc ist gestern mittag der 41 Jahre alte Mechaniker Hans Bach tödlich verunglückt, der im vierten Hose ton„SDIcljcrSIjof* in bct Sfcfeifft. 133 mit zehn Gehilfen eine mechanische Werkstatt betrieb und auch auf demselben Grundstück wohnte. Tic Centrifuge, die elektrisch angetrieben lvnrde, platzte bei der Probe und ein schweres Metallstiick flog Bach mir solcher Wucht gegen die Brust, daß c-Z ihm mehrere Rippen brach und den rechten Lungenflügel zcrrisz. Der Verunglückte, der verheiratet und Vater von zwei uncrlvachsencn Kindern war, blieb auf der Stelle tot liegen. Tie Rcvierpolizei beschlagnahmte seine Leiche und ließ sie nach dem Schauhause bringen. Wegen Doppelehe verhaftet lvnrde der 30jährige frühere Mechaniker Alfred M ü l l e r aus der Melchiorstr. 28. Obgleich er von seiner ersten Frau, die gegenwärtig in Moabit wohnt, noch nicht geschieden ist, knüpfte er vor mehreren Wochen doch ein Ver- hältnis mit der 22jährigen Tochter eines Friseurs aus der Schmid- ftratze an, der er vorspiegelte, dast er bereits rechtskräftig von feiner Frau geschieden sei. Die Hochzeil fand vor vier Wochen in der Familie seiner Schwiegereltern statt. Hierbei fiel schon auf, daß der junge Mann seine eignen Verwandten zur Hochzeit nicht eingeladen hatte. Seinen eigentlichen Berus gab er aus, um Stellung bei der VersichcrungS-Gesellschaft„Victoria" zu nehmen, wo er indes auch nur kurze Zeit verblieb. Der jungen Frau fiel es vor einigen Tagen aus, daß sich ein Geschäftsmann auS der Großen Hamburgerstraßc wiederholt nach ihrem Mann erkundigte. Als sie am Montag ihre Eltern besuchen wollte, wurde sie vor deren Thür von Kriminalisten festgehalten, Sie mußte»rit zurück nach ihrer Wohnung, die dann von der Polizei sorgfältig durchsucht wurde. Wie sich herausstellte, hatte Müller von jenem Geschäftsmann aus der Großen Hamburgerstraßc Sparkassen- bücher zur Ausbewahrung bekommen und hierauf verschiedene Bc- träge abgehoben. Bei der Untersuchung dieser verübten Unter- schlagungen stellte sich heraus, daß Müller widerrechtlich die zweite Ehe eingegangen war. Er wurde deshalb verhaftet und legte auf dem Polizeipräsidium auch sofort ein umfassendes Geständnis ab, Die bedauernswerte junge Frau, die durch ihre Heirat aus einer guten Stelle herausgerissen lvnrde. wird sich entschieden gegen den etwa geplanten Eintvand, als ob Müller sich der Tragweite seiner Handlung nicht bewußt gewesen sei, verwahren. Schon wieder ein Kind verbrannt. Als die Arbeiterin Dargel am Montag ihrer Beschäftigung nachging, ließ sie ihreir 1 Jahr alten Sohn Hermann unter der Obhut seiner Großmutter in der Wohnung zurück, Ilm S'/s Uhr abends mußte die alte Frau auf einen Augenblick weggehen, um einer Nachbarin eine Bestellung zu machen. Als sie nach drei Minuten zurückkehrte, bot sich ihr ein schrecklicher Anblick, In der Stube wälzte sich unter lautem Geschrei der kleine Knabe. Die Decke des Bettes stand in Flammen, Der Kleine halte an der Tischdecke gezcrrt und init dieser die brennende Petroleumlampe herangezogen. Die Großmutler goß das Feuer aus und ließ den Knaben, der namentlich am Kopf und an den Händen schlver verbrannt war, nach der Charit« bringen. Dort starb der Verunglückte im Laufe des gestrigen Tages. Feuer in einer chemische» Fabrik. Gestern vormittag lvnrde die Feuerwehr nach der S ch e r i n g scheu Fabrik in der Fennstraße gerufen, Ivo ein isoliert stehender Schuppen in Brand geraten war, Da dieser mit leicht brennbaren Stoffen gefüllt war, fand das Feuer schnell Nährung, Es wurde deshalb Mittelfcuer gemeldet und die Wehr rückte in Stärke von mehreren Zügen an. Eine halbe Stunde lang mußte Wasser gegeben werden, che es gelang, die Flammen zu ersticken. Die Eittstehung des Feuers wird auf Selbstentzündung der zur Anfertigung von Magucsiumfackcln bestimmten Masse zurück- geführt._ Zum Besten der ausgesperrten Erimmitschauer Weder veranstalten die Gesangvereine„Liederlust II" und„Maiglöckchen I" am ersten Wcihnachtstag mittags 12 Uhr in Münchs Gesellschaftshaus, Trift- ftraße 41, ein Konzert. Ein vorzügliches Programm und der gute Zweck werden der Veranstaltung gclviß eine zahlreiche Beteiligung sichern. Das Programm kostet 3V Pf. Hcrdcrscier. Die Kommission für volkstümliche Kunstabcnde schreibt uns: Es ist vielfach aufgefallen, daß gegenüber den zahl- reichen Herderfeiern im Reiche, Berlin so offenkundig zurückgeblieben ist. Es scheint, daß die Stadt Berlin mit der Hergäbe des Fest- saaleS an den Giordano Brnno-Bund, welcher seine Gedenkfeier am 18. er,, ain Todestage Herders beging, dem Andenken dieses Großen Genüge gethaii zu haben glaubt. Demgegenüber legen wir Wert darauf zu betonen, daß lvir einzig in Hinsicht auf diese Veranstal- tung und in Rückficht auf die für solche Veranstaltungen ungünstige Zeit vor Weihnachten mit einer Hcrderfcier gewartet haben. Der erste volkstümliche Kunstabend der Stadt Charlottenburg wird dem Andcnkcir Johamr Gottfried Herders, als Einleitung des neuen Jahres und unserer in diesem zu erfüllenden Aufgaben, gewidmet sein. Diese große volkstümliche Herderfeier wird die Verkörperung seines Jdecnkreiscs in eigenartiger Form in dem Programm zum Ausdruck bringen. Die Feier findet am Sonntag, den 3. Januar, 7 Uhr in der Kaiser Friedrichschnle zu Charlo'ttcuburg, Savignh- platz, statt und sind Karten a 0,50 M,, einige reservierte Reihen -r 1,00 M, in allen größeren Charlottenburger Buchhandlungen, sowie im Verein zur Förderung der Kunst, Brüdcrstraße 1, Verlag Bloch, zu haben. Theater. Apollo-Thcater. Am 1„ 2. und 3. Wcihnachts- feiertag geht allabendlich„F r ii h l i n g s l n f t", die graziöse Operette von Josef Strauß, in Scene! außerdem ist die Pantomime„Vision nach dem Ball", Musik von Joachim Albrecht Prinz von Preußen auf dem Rcpcrtoir. Dazu gesellt sich das glänzende Specialitätcn- Programm, Nachmittags' wird an allen drei Feiertagen zu ermäßigten Preisen ,. L y s i st r a t a" von Paul Lincke mit dem reizenden Glühwürmchen- Jdhll aufgeführt.— Dos Luisen-Theater hat zu den Feiertagen ein reiches, ab- wechselndes Repcrtoir aufgestellt. An den Nachmittagen kommen „Ronieo und Julia",„Die Jungfrau von Orleans",„Reif-Reiflingen", an den Abenden„Der Verschwender",„Der Aktienbudiker" und „Das Käthchcn von Hcilbronn" zur Aufführung.— Central- Theater,„Der Ra st elbin der" wird an den drei Feiertagen und an den darauffolgenden Wochentagen allabendlich, Anfang 7l/3 Uhr. gegeben. Die drei Nachmittags-Vorstellungcn an den Feiertagen sind mit den ersten Kräften besetzt. So ist die„Fledermaus" am ersten Feiertag mit Mia Werber lAdele), Jofcphine Vettori, Martin Klein, Karl Schulz je.,„Der Bettel st udent" am zweiten Feier- tag mit Hcnny Wildner, Josephme Vettori, Oskar Braun, Hans Horsten, Martin Klein,„Die Geisha" am dritten Feiertag mit Mia Werber, Karl Schulz, Hans Horsten zc. besetzt. flus den Nachbarorten. Nixdorf. Der Straßenzug Bcrlincrstraßc-Bergstraßc-Walter- straßc, der die Hauptverkehrsader Rirdorfs ist, soll asphaltiert werden, Es werden dazu 500 000 M, gebraricht. die in der neuauszunehmenden Anleihe mit beschafft Iverdcn, Die Bandepntation beschloß in ihrer letzten Sitzung weiter, daß der Platz an der Magdalenenkirche mit gärtnerischen Anlagen und einigen Bänken versehen werden soll, Der Nindorfer Magistrat plant eine Erhöhung der Ilmsatz- st e u e r. In den Kreisen der bürgerlichen Stadtverordneten, die bekanntlich lediglich die auserwählten Vertreter der Grundbesitzer- vereine sind, wird aber schon jetzt gegen diese Steuer mobil gemacht. Aentzcrnngcn aus der, letzten Sitzung der Stadtverordncten-Ver- sammlung lassen einen energischen Widerstand erwarten. Die S ocial de ni okrate n dürften dagegen in diesem Fall- wieder einmal, wie nicht selten,„Magistratspartci" sein, Um Beschleunigung der Durchführung des Projekts für den Bau eines neuen R e i ch s- P o st a m t c s in Nixdorf will der Magistrat petitionieren. Ein Grundstück in der Berliner- ftraße ist bereits vor längerer Zeit erlvorben worden, die Mittel zur Ausführung des Baues hat aber der Reichstag noch nicht bewilligt. Die Räume des Postamts in der Bergstraße sind durchaus unznlänglich, ivas eine Reihe Miß- stände zur Folge hat, die dem Publikum manchmal schier nnerträg- lich werden. Wenn daS Wachstum der Stadt so weiter geht, dürfte Rirdorf von allen Orten der Umgebung Berlins in Postangelegen- Heiken weitaus am schlechtesten dastehen, lieber eine böchlt un- angenehme Verzögerung der Bestellung aller möglichen Postsachen wird in Rixdorf schon seit Jahren geklagt. Wilmersdorf. Die hiesige Preußische Straße, die nach dem Be- LauungSplan von der Uhlandstraße südwestlich über Schmargcndor hinweg in den Grunewald hineinführt, soll später Hohen- z o l I e r n d a m m genannt werden, Sie ist auserschen, eine der Hauptstraßen des Ortes zu werden und wird eine Breite von circa 50 Meter erhalten. An seinem Anfange an der Uhlandstraße sollte der Verkehrsweg der Zukunft allerdings die gegenwärtige Breite von 40 Meter behalten, weil hier der Bebauungsplan schon fest stand als man an die Schaffung des Hohenzollcnrdammes dachte und die Be- sitzer für die Abtretung des zehn Meter breiten Streifens zumeist unerhört hohe Summen forderten. Wenn wir uns recht crinnem. betrugen die Entschädigungsforderungen im ganzen ungefähr eine Million Mark, Inzwischen haben sich die Besitzer der Grundstücke jedoch eines besseren besonnen. Eine der Hauptintercsscnten, die Westliche Bodengesell- schaft, hat ihre verehrliche Nachbarschaft davon zu überzeugen ver- mocht, daß man ein besseres Geschäft mache, wenn man im Fordern nachlasse, als wenn man Besitzer eines infolge der geringeren Breite weniger vornehmen Teiles der Straße bleibe. Es kam zwischen der Gesellschaft und dem Gemeindevorstand ein Verlrag zu stände, wo- nach sie sich verpflichtet, gegen 500 000 Mark Entschädigung den in Betracht kommenden Straßentcil auf 50 Meter zu verbreitern. Am Dienstag beschloß die Gemeindevertretung von Wilmersdorf in geheimer Sitzung, den Vertrag zu genehmigen; wahrscheinlich wird die Westliche Bodengesellschaft inzwischen die in Betracht kommenden Grundstücke bereits in ihren Besitz gebracht haben. Zur Schmargendorfer Trinkwafferfrage wird uns geschrieben: Tie Gemeindevertretung beschäftigte sich am 21. ds. Mts. mit der Interpellation des früheren Gemeindevertreters Jung wegen des zeitweise ungenießbar gewesenen Trinkwassers in der Schule, Die Verhandlungen ergaben, daß daS Trinkwasser im Juni durch eine gelblich dunkle Masse verunreinigt war, so daß die Lehrer am 18. Juni den Kindern empfahlen, sich Getränke mit- zubringen. Der Rektor habe dem Gemeindevorsteher nicht rechtzeitig Mitteilung gemacht, dagegen später erklärt, das Wasser sei nicht so schlecht, wie gesagt würde. Im September beschäftigte sich an Anregung eines beunruhigten Familienvaters der Bürgerverein mit der Wasjerfrage. Seine beiden Vertreter in der Gemeindevertretung gaben danach von dem Uebelstand dem Gemeindevorsteher Kenntnis, Dieser ließ nun sofort, das heißt etwa drei Monate nach dem Verbot, das Wasser vom Gerichtschemiker untersuchen, der es jetzt für cinwandsfrei und als Normalwasser begutachtete. Bei den Einwohnern war eine große Erregung vorhanden. Die Mitteilimgen der Zeitungen und eine öffentliche Erklärung des Lehrerkollegiunis über die Ungcnießbarkeit des Wassers erregten Aufsehen, Der Land- rat mißbilligte die Passivität der OrtSpolizci und durch die Schul- behörde haben Vernehmungen stattgefunden. Die Ursache der zeitweisen Verunreinigung des Wassers ist infolge der unterlassenen Meldung durch den Rektor unaufgeklärt geblieben. Sie mag Harm- loser Natur gewesen sein, aber bei sofortiger amtlicher Feststellung wäre die Aufregung nicht entstanden. Die Gemeindevertretung faßte sich nun aber nicht den wirklich Verantwortlichen, sondern riß die- jcnigcn herunter, welche Mißstände durch Maßnahmen oder Kritik abstellen wollen. Durch ihr Verbot suchten die Lehrer die Kinder vor Schädianug der Gesundheit zu wahren. Der Gemeindevorsteher aber bestritt den Lehrern,„die ihr Gehalt beziehen, Wohnung bekommen und keine Steuern bezahlen", das Recht, sich um die Verwaltung zu kümmern und solche Angelegenheiten öffentlich zu besprechen. Für unsre Jugenderzieher bedeutet diese Stellungnahme eine unverdiente Herabwürdigung und Entrechtung, die leider keine Abwehr fand. Dem Bürgerverein bestritt er gleich- falls das illecht, die Sache überhaupt zu beraten und erklärte das ganze als gegen seine Person gerichtet. Der Herr Gasanstalts- Dirigent sprach vom„Prügelverdicnen". Herr Kammrath beantragte die eingehende Untersuchung, wer von den Lehrern für daS Verbot verantwortlich zu machen fei, und eine Veröffentlichung des Gut- achtens über die Beschaffenheit des Wassers. Der Antrag wurde an- genommen.— Die Wahl des BürgervereinlerS Frenze! wurde für güllig erklärt,— Der Vertrag mit den Charlottenburger Kanalisations- werken läuft mit dem 31. März 1005 ab. Eine Kommission wurde eingesetzt, die die Frage der Vertragsverlängerung, des Anschlusses an eine andre Gemeinde oder die Errichtung einer eignen Einrich- tung zu beraten hat. Zehlendorf. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung eine wesentliche Erhöhung der F r i e d h o f s g e b ü h r e n. Es lvnrde ausgeführt, daß man das Gelände des neuen Friedhofes habe zu teuer kaufen müssen. Die Tiefcrlegung einer Straße vor dem Bahnhof und die llmändernng des Platzes vor demselben war mit 4000 M, veranschlagt. Diese Summe wurde jedoch um daS Doppelte überschritten. In Zukunft sollen auch, wenn nicht „Mondschein im Kalender steht", die Straßen erleuchtet werden. Ein Antrag des Gemeindevorstehers, der Regierung zu empfehlen, daß sie die e i n k l a s s i g c Schule im Ortsteil Schönow der Kreisschnlinspektion unterstelle. Ivurde angenommen, Herr H a m m e r führte lebhafte Klage über zu niedrige Be- zahlung der Lehrerinnen an der höheren Töchterschule, die sich in den Händen eines Fräuleins befindet, jedoch in einem von der Ge- meinde neuerbautcn Hause untergebracht ist. Eine wissenschaftliche Lehrerin erhält danach monatlich 110 M,. andre Lehrerinnen sogar nur 85 M, und weniger Der Religionslehrer erhalte für täglich zwei Stunden Unterricht 720 Nk, im Jahre, Für jede Privatschülerin zahlt die Gemeinde jetzt 70 Vi,, das ist 14 Vi. mehr wie für einen Volksfchlller, Auf Antrag des Herrn Hammer wurde dann die Amts- niederlegung der Herren Krieger und Ziethen in öffentlicher Sitzung erledigt, Herr Hammer führte aus: Die beiden Herren hatten an zwer Kommissionssitzungen teilgenommen und dabei verschtviegen, daß sie Beauftragte emcS Terrainbesitzers waren. Statt von diesem Manne Konzessionen zu erstreben, erwirkten sie welche für ihn. Nach Hammers Meinung sollte man jetzt den beiden flaut Landgemeinde- Ordnung) erhöhte Steuern auferlegen. Doch die Mehrheit war zu- frieden, diese ehrenwerten Gemcindevcrtretcr los zu sein. Die Jahresabrechnung für 1002 wurde unbegreiflicherweise von der Tagesordnung abgesetzt, dann lvnrde jn nichtöffentlicher Sitzung ein neuer Bertrag mit dem ElektticitätSwerk beraten. Johannisthal. Zwischen der Gemeinde Johannisthal und dem Forstfiskns schweben zur Zeit auf Beschlutz der Gemeindevertretung Verhandlungen wegen Austiahme eines Teiles sorstfiökalischcr Ländereien in das örtliche Kanalisationsprojekt, da cS für die Ge- meinde Johannisthal von einschneidender Bedeutung ist, wenn das Terrain zwischen der Park- und Waldstratze und der Görlitzer Bahn in Kürze der Bebauung erschlossen wird. Die Anlage des Teltow- kanals ist auch für die Gemeinde Johannisthal insofern von Nutzen, als durch den dadurch verursachten niedrigen Grundwassersland die beiden Zwischenpumpen im Kanalisationsprojekt in Wegfall kommen, dadurch stellt sich das Projekt in seiner Ausführung um 30000 M. billiger. Eine weitere Folge der Anlage des Teltowkanalö ist eine bedeutende Grundstücksspekulation Die Besitzer. Kolonisten und Bauern erzielen kolossale Preise für ihre Ländereien. Ein Mitglied des Gemeindevorstandes zum Beispiel erzielte für eine 2 Morgen große Wiese, ftir welche er vor zwei Jahren 8000 M, gezahlt hatte, den Preis von 140 000 M,; gefordert hatte er 300 000 M. Um sich nun durch Verluste bei der Umsatzsteuer, die durch Schiebungen in Grunbstücksverkäufen eintraten, zu sichern, hat die Gemeindevertretung eine Aendcrung in der Umsatzstcuer-Ordnung vorgenommen. Schöneberg. Bei der im vorigen Monat vorgenommenen Auf- nähme über die am Orte leerstehenden Wohnungen sind vom Statistischen Amt nachstehende Ergebnisse festgesetzt worden: Es betrug die Zahl der leerstehenden kleinen Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern 202, die der mittleren mit drei bis vier Zimmern 470, die der größeren von fiinf und mehr Zimmern 353, zusammen ca, 1121. Indessen bestand ein erheblicher Teil deZ Angebots aus erst im lausenden Jahre gebrauchsfertig gewordenen Wohnungen, imd zwar stellt sich dieser Teil im ganzen auf 465, wovon III kleinere, 160 mittlere und 185 größere Wohnungen sind. Bon einem lleberstand an kleinen Wohnungen, an denen imnicr noch Mangel herrscht, kann somit nicht die Rede sein, besonders wenn man ausrechnet, daß diesen, die im ganzen ans etwa 438 Zimmern bestehen, die unverhältnismäßig große Zahl von 3103 zu mittleren und großen Wohnungen gehörigen Zimmern gegenüberstehen.� Und dabei hat die Banthätigkcit in diesem Jahre sich besonders un, fangreich gestaltet. Es wurde für etwa 200 Neubauten die Bau- erlanbuis erteilt. Die Zahl der bis jetzt fertiggestellten Neubauten beläuft sich auf 163, die etwa 2000 Wohnungen mit 0200 heizbaren Zimmern enthalten. Am stärksten war die Bauthätigkeit wieder im Berliner Ortsteil mit 50 bezugsfähigen Renbauten. Es folgen die Insel(jenseits der Ringbahn) mit 30. das Wartburgplatz-Viertel mit 31, der Friedenauer OrtSteil mit 30 und Alt-Schönebcrg mit nur 15 neuen Häusern. Die Einwobncrzahl des Ortes hatte denn auch im vorigen Monat bereits 120 000 überschritten, trotzdem der Zuzug bedeutend nachgelassen hatte. In der letzten Sitzung der Groß-Lichterfelder Gemeindevertretung wurden die gelegentlich der jüngsten Ersatzwahl gewählten drei bürgerlichen Gemeindevertreter eingeführt. Gemeindevorsteher Schulz feierte die früheren und kommenden Verdienste der neuen Gemeinde- räte und pries deren Wahl als„Weihnachtsgeschenk der Wählerschaft". Hoffentlich fällt die Ansprache bei evcnt. Einführung von es o c i a l« de m o k r a t e n ins Dorfparlament ebenso schwungvoll und bilder- reich aus. Gegen'die Erteilung der Konzession an den neuen Leiter der Privat-Jrrenanstalt in der Chauffeestraße soll bei Er- füllung gewisser Bedingungen: der Errichtung eines 2,20 Meter hohen Bretterzaunes an den beiden Straßenzügen und andren entsprechenden Vorkehrungen kein Einspruch erhoben werden. Eine außer- ordentlich ausgedehnte Diskussion verursachte der Antrag der G e m e i n d e b e a in t e n auf Erhöhung ihrer Gehälter. Gemeindevertreter Lenzner als Referent empfahl der Gemeinde- verttetung, der Gehaltserhöhung aller Gemeindebeamten zu- zustimmen. Gemeindevertteter Raupert beantragt, diesen Punkt der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung zu überweisen. Werde sein Antrag abgelehnt, so sei er gezwungen, in der Oeffeitt- lichkeit etwas zu sagen, was vielleicht manchem unlieb sein könnte. Gemeindevorsteher Schulz erklärt hierauf, daß er nach den Aus- führungen des Vorredners sich gegen die Behandlung der An- gelegenheit in geheimer Sitzung aussprechen müßte. Nachdem in ge- heimer Sitzung beschlossen wurde, die Angelegeicheit öffentlich weiter zu verhandeln, glaubte man, Herr Raupert werde nun„etwas sagen". Allein der kreißende Berg gebar nur eine kleine Maus. Gemeinde- Vertreter Raupert trat den Rückzug an und erklärte im wesentlichen, erst bei der künftigen Etatsberatimg herausrücken zu wollen. Die Vorlage wurde schließlich mit 16 gegen 2 Stimmen bei 4 Stimm- enthalttmgen angenommen. Die Erhöhung der Gehälter erfordert pro Jahr 6000 M. mehr. Die Bedürftigsten, die Gemeinde-Arbeiter und Nachtwächter, sind leer ausgegangen. Für sie hat sich kein Fürsprecher gefunden. Erst mit dem Einzug der Social- demolratie ins Lichterfelder Rathaus wird auch diesen Ausgebeuteten ihr Recht werden. Rudow bei Johannisthal. Als die Nachricht in der Presse erschien, daß das Weihnachtsfest in Crimmitschau für die Arbeiter abbestellt sei, glaubte ivohl ein jeder, daß wir in Preußen darüber hinweg seien, und so ctivaS zum mindesten in und um Berlin nicht vor- komme. Doch da« war eine Täuschung. Am 2. Dezember meldete der hiesige Wahlvcrein sein Winterfest sgeschlossene Gesellschaft) für das Lokal von Reime in Rudow zum 1. WeihnachtS-Feiertag an. Doch auf dem Fuße folgte das Verbot vom Anitsvorstehcr. Auf sofortige Beschtverde beim Landratsamt traf endlich am 22. d, M,. nach vorheriger telegraphischer Anfrage beim Ministcriuin des Innern, die Bestätigung dcS Verbots ein. Damit war daS Schicksal der Weihnachtsfeier für die Rudower Genossen besiegelt, Unsre Gegner verbreiteten in Rudow und den Nachbarorten das Gerücht, daß der Lokalinhaber Reime nur noch das Weihnachtsgeschäft mit den Arbeitern machen und dann sein Lokal zurückziehen Ivcrde, Herr Reime erklärt aber, er denke nicht an solche Nichts- nutzigkeit; man trolle ihm nur die Arbeiter abspenstig machen. Unsre Gegner haben, um die Socialdemolratie aus Rudow wieder zu verdrängen, am 3. Dezember dieses Jahres einen ,. r e i ch s- l r e u e n" Verein gegründet. Bei dieser Gründung soll es hoch hergegangen sein; Freibier und andre Sache» haben eine große Rolle gespielt. Ein unweit Rudow wohnender Gutsbesitzer hat 1000 M. gespendet, es sollen davon die Beiträge ftir solche Mit- glieder bezahlt werden, die sie nicht selbst bezählen können oder wollen. Um nun den Kampf mit unfern Gegnern führen zu können, achte die Arbeiterschaft streng darauf, daß in Rudow uns nur die beiden Lokale von August Palm, Köpnickerstr. 81, und Franz Reime, Bendastr. 52, zur Verfügung stehen. Alle andern Lokale sind zu meiden._ Gerichts-Zeitung. Ter staatSrettende Staatsanwalt scheint in Oberschlesien gegen das Pole n tum in ähnlicher Weise zu operieren, wie unter dem Socialistengesetz gegen die Socialdcmokratie, Wie damals der nutz- lose Kampf gegen die Verbreitung verbotener Schriften zu den bedenk- lichsten Gcsetzcsauslegungen führte, so auch jetzt wieder, lieber den Begriff der Verbreitung von Druckschriften sprach sich gestern aber der 4. Straftcnat des Reichsgerichts in be- merkenswerter Weise aus. Drei polnische Zeitungen waren in einer Reihe von Exemplaren nach Kattowitz gelangt und lagen in dem Rcdaktionszimmcr des bekannten nationaldemokratischen Polcnblattes „Gornoslazak"(Der Obcrschlesier) auS, so daß wenigstens die fünf Redakteure des Blatles von dem Inhalte Kenntnis nehmen konnten. Die Staatsanwaltschaft erhob nun gegen die Redakteure Albert Korfanty und Kowalezyk Anklage wegen strafbarer Ver- breitung verbotener Druckschriften. Das Landgericht Benthe n (Oberschl.) hat am 5. Juni die beiden Angeklagten freigesprochen, da von einer Vcrbreitting keine Rede sein könne.— Die Revision des Staatsanwalts wurde nun nnt folgender Begründung ver- warfen: Der Thatbesrand der§§ 14 und 18 des Pretzgesctzes ist thatsächlich uimnfechlbar verneint worden. Es ist festgestellt, daß die fraglichen Druckschriften an die Redakteure gesandt worden sind, im Redaktionsziiwner auslagen und den einzelnen Redakteuren zu- gänglich waren. In der Empfangnahme konnte eine Verbreitung nicht gefunden Iverdcn. In Frage kommen konnte lediglich, ob die Schriften an einem Orte ausgelegt worden sind, wo sie einer un- bestimmten Mehrheit von Personen zugänglich waren. Allerdings muß als möglich angenommen werden, daß die Zeitungen dort auch andren Personen als den Redakteuren in die Hände. kommen konnten, aber es ist festgestellt worden, daß die beiden Angeklagten in keiner Weise mit ihrer Handlungsweise bezweckt haben, die Blätter andren Personen zugänglich zu machen, auch sich nicht bewußt waren, daß sie einer unbestimmten Mehrheit von Personen den Inhalt der Blätter vcriiiittcln würden. Das Delikt der Verbreitung ist ein vorsätzliches; im vorliegenden Falle war aber der Dolus ausgeschlossen. Namentlich kann nicht angenommen werden, daß eine Verbreitung darin liege, daß die Redakteure einander die Nummern zugänglich gemacht haben. Die Empfängerin der Nummern war die Redattio» und die Angeklagten haben lediglich als Angestellte des Blattes ge- handelt, als sie die Nummern annahmen. Versammlungen. Ter Textilarbeiterverbond(Filiale III) hielt am 15. d. M. eine außerordentliche Generalversammlung ab. Letzten berichtete über die Aussperrung bei der Firma M ü h l b e r g dahin, daß die Situation dieselbe sei, wie vor vier Wochen. Taß die jetzt dort Arbeitenden die wenige Ware, die jetzt fertigzustellen ist, mit Leichtig- leit schaffen, ist erklärlich. Ganz anders wird es im Januar kommen; es wird dann an Aufschlägern mangeln. Soviel wie dun Redner bekannt, ist keiner von den Ausgesperrten gewillt, unter Verhältnissen, wie sie jetzt im Betriebe herrschen, zu arbeiten. Ter Schlag, den der Unternehmer gegen die Organisation geführt, wird derselben nicht nur nichts schaden, sondern dieselbe stärken. Eine Stärkung ist es schon, wenn man Leute aus der Organisation entfernen kann, die sich mit dem Unternehmer identifizieren. Lukoschck klagte gegen den Unternehmer auf sechswöchige Lohnentschädigung, wurde aber vom Gewerbcgericht abgeiviescn. Diesen Sieg des Unternehmers feierten auch seine jetzigen Arbeiter überall wo sie hinkommen mit den Worten: Wir haben gesiegt! Ein Kommentar hierzu sei wohl über- flüssig. In den Vorstand wurden gewählr: Als 1. Vorfitzender Letzten, als 2. H a l l m a n n, als Schriftführer W c g n e r, als Kassierer Zillmann; weitere Kassierer: Raasch II, Mücke und Reiche. Als Revisoren wählte die Versammlung Raasch I, Braatz und Gcbler. In die Fünfer-Kommission wurden gewählt: Schneider, Raasch I, Mehl mann, Müller und Z e ch c r t. Aus dem Verbände ausgeschlossen wurden: Kappel, Münster, Steuck, Quosdorf, Pachnick, Engel, M anasse und M i e t h k e. Nachdem der Vorsitzende zu weiterem Zusammenhalten ermahnt, um zu zeigen, daß ehrliche Arbeit und ehrlicher Kampf doch zum Siege führen, schloß er die Versammlung. In der lebten Monatsversammlung des Vereins der Bau- anschläger lvurde durch Abstimmung einstimmig beschlossen, die Monatsversammlungen im neuen Jahre nicht mehr am Sonntag nach dem 13. jeden Monats, sondern am Sonntag nach dem 1. jeden Monats abzuhalten.— Sodann verlas Günther einen Artikel der Sruktatcure im„Vorwärts" über die Mißstände auf dem Bau von K o r t ü m. Die Versammlung sprach über diesen Vorfall ihre Entriistung aus und empfahl ihn den Kollegen zur Agitation für den Verein der Bauanschläger. Friedrichshagcn. Der hiesige ArbeUcr-Bildungsverein hielt am Sonnabend, den 19. Dezember, feine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Genosse S a s s e n b a ch hielt einen mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag über„Monarchie und Demokratie". Eine Diskussion fand nicht statt. Ten streikenden Crimmstschauern wurden 39 M. aus der Vcreinskasse überwiesen. Gegen die Un- gültigkcits-Erklärung der Wahlmännerwahlen für den Landtag, bei denen die Genossen Krüger med R e h f e l d gewählt waren, ist Protest beim Landtag eingelegt, da unsre Genossen mit 11 Stimmen Majorität gewählt sind. Schönebcrg. Am Dienstag, den 16. d. Mts., hielt der social- demokratische Wahlbercin im Lokale des Genossen O b st seine ordent- liehe Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken der verstorbenen Genossen v. Geisler. Schmidt. Schulz und Grüneberg in der üblichen Weise.— Die Abrechnung vom vierten Quartal erstattete der Kassierer, Genosse G a l l m i ck. Aus dem Bericht ist zu cnt- nehmen, daß bei einer Einnahme von 2673,29 M.(darunter vom Lottericklub„Friede und Eintracht" 3 M.. vom Bau Biclickc- Wilmersdorf 9,36 M., Uebcrschuß vom Stiftungsfest 71,62 M., Beiträge 776,23 M,), einer Ausgabe von 1363,29 M.(davon 1643.84 M. an den Eentralvorstand abgeführt), ein Bestand am Ort von 216 M. zu verzeichnen war. Auf Antrag des Genossen Fischer wird der Kassierer entlastet.— Aus dem Bericht des Vorstandes, welchen Genosse W o l l e r in a n n für die Zeit vom 1 Oktober 1962 bis 26. September 1963 erstattet, ist bemerkenswert. daß zu Beginn des Berichtsjahres ein Mitgliederbestand von 666 zu verzeichnen war. Hinzutraten 693, abgemeldet wurden 162, so daß am 36. September 1963 der Verein 1188 Mitglieder zählte. Der Verein hatte eine Gesamt-Einnahme von 3331,99 M., auf Listen und für Bons 746,36 M., für die Reichstagswahl 1287,66 M. Die Gesamt-Einnahme betrug daher 5383,39 M. Die Ausgaben beliefen sich einschließlich der Ausgaben für die Reichstagswahl auf 1893,73 M.; an den Kreis abgeliefert wurden 2282,14 M. Dem- nach' betrug die Gesamt-Ausglwe 3173,89 M. Abgehalten wurden 13 Vercinsvcrsammlungen, 4 Generalversammlungen. 24 Vorstands- sitzUngen, 96 Bezirkssitzungen. 7 öffentliche Versammlungen, 7 Flugblattverbreitungen, 4 AgiiationStoureu sowie 2 Bersamm- langen im Agitationsbezirk. Am 8. Februar d. I. wurde in Zossen ein Wahlvcrcin gegründet, dem jetzt über 166 Mitglieder angehören. In der an den Bericht sich anschließenden Diskussion, an welcher sich die Genossen G i e b l c r, G. H o f f m a n n. Fischer, Peterson u. a. beteiligten, werden die Mißerfolge bei den dies- jährigen Stadtverordnetcn-Wahlcn im 2. und 4. Bezirk besprochen und die mangelhafte Beteiligung bei derselben sowie bei den Flug- blattverbrcitungeu scharf verurteilt. Auf Vorschlag W o l l c r- m a n n s soll in den am 3. Januar stattfindenden Bezirkssitzungeu über den VorstandSberickst die Diskussion fortgesetzt werden.— In den Vorstand wurden folgende Genossen neu- bezw. wiedergewählt: Wollermann, 1. Vorsitzender; D ä u m i ch, 2. Vorsitzender; G a I l m i ck. 1. Kassierer; B a g a n z. 2. Kassierer; Marx. Schriftführer. Revisoren: Fischer, Becker, Pläse. Rc- visoren der Partcispedition: Massow. Herter. Traheim. Lokalkommission: Peterson, Hau ser.Panser. Bibliothekare: Veit, Rautzus.— Aus dem Bericht des Parteifpediteurs über das 4. Quartal ist zu entnehmen, daß die Abonncntenzahl am 1. Juli d. I. 1854, am 36. September 1376 betrug. Aus dem Jahresbericht ersehen wir, daß am 1. Oktober 1962 1482, am 36. September 1963 1876 Abonnenten vorhanden waren. Zur Zeit beträgt die Abonncntenzahl 1933. Zu verzeichnen ist ein Verlust von 12,28 Vi. Von den rund 1266 Mitgliedern des WahlvercinS sind 361 nicht Abonnenten des„Vorwärts". Die Zeitungsfrauen beziehen einen Durchschnittslohn von 26 M. pro Monat.— Als Delegierte zur Generalversammlung des Kreises werden gewählt die Genossen Göll m ick, Fischer, Herter.— Unter VereinS- Angelegcnheiten teilt der Vorsitzende mit, daß der Genosse Wilhelm Lange, Merseburgerstraße, bei der Stadtverordneten-Wahl im 4. Bezirk unsre Genossen O b st und P a n s e r gewählt hat und nur durch ein Versehen der Listenführer sein Name in der Wähler- liste nicht angestrichen wurde.— Aufgenommen wurden 96 Gc- nosscn.— Seitens des Schriftführers ist eine Berufs- und Alters- statisrik ausgearbeitet, welche wir, dem Wunsche der Mitglieder ge- maß, hiermit mit zum Abdruck bringen. Tie Berufe verteilen sich folgendermaßen auf die Mitglieder: 291 Maurer, 244 Arbeiter, 163 Tischler, 83 Zimmerer, 33 Metallarbeiter, je 36 Buchdrucker, Maler, Schuhmacher, je 23 Gastwirte, Töpfer, Stukkateure, 16 Schmiede, 13 Klempner. 13 Schneider, 12 Barbiere, 11 Kauf- Icute, 16 Sattler, je 9 Hausdiener, Mechaniker, Steinmetzen, je 8 Rohrleger, Tapezierer, je 7 Buchbinder, Steinsetzer, je 3 Bureau- Arbeiter, Gürtler, Schriftsteller, je 4 Cigarreuhändler, Glaser, Kutscher, Photographen, Steindrucker, Stellmacher, je 3 Bau- anschläger, Bildhauer, Droschkenkutscher, Fensterputzer, Gärtner, Graveure, Handelsleute, Linolcumleger, Vergoldcr, Xylographen, Zinkätzer, je 2 Bierfahrer, Dachdecker, Dr. med., Drechsler. Handlungsgehilfen, Konditoren, Lackierer, Lithographen, Maschinisten, Packer, Seiler, Uhrmacher, je 1 Anleger, Bäcker, Böttcher, Buch- Händler, Büchsenmacher, Ciselcur, Dr. ehem., Dr. phil., Draht- lveber, Expedient, Former, Galvanoplastiker, Heilgehilfe, Ingenieur, Kupferdrucker, Lagerhalter. Lichtdrucker, Monteur, Musiker, Reisender, Schlächter. Schristgießcr, Zeichner, Zeitungsspeditcur. Das Alter verteilt sich folgendermaßen auf die Mitglieder: Unter 26 Jahren 12, von 26— 25 Jahren 127, von 26— 30 271, von 31— 35 Jahre» 281, von 36— 46 Jahren 264, von 41— 45 Jahren 131, von 46 bis 36 Jahren 37, von 51— 55 Jahren 44, von 36— 66 Jahren 19, von 61— 65 Jahren 5, von 66— 76 Jahren 5 und von 71 Jahren 1 Mitglied. Vermifcbtes. Uebrr ein EiseniaHn-Unglück wird aus Oberhausen amtlich gemeldet: Bei der Einfahrt in den Bahnhof Oberhausen überfuhr Dienstagabend 11 Uhr der Personenzug 264 bei dichtem Nebel das Halt zeigende Einfahrtssignal und stieß in der Einfahrtsweiche mit einer Rangierabteiluna zusammen. Die Lokomotive und mehrere Wagen der Rangierabteilung entgleisten und sperrten die beiden Hauptgelcise. Die Reisenden des Personenzuges 264 wurden mit dem Zuge 44 weiterbefördert. Die Personenzüge mußten in der Nacht zwischen Obcrhausen und Frintrop das Gütergclcise befahren. Mittwochmorgen 7 Uhr waren die Hauptgcleise wieder frei. Slußer ganz geringfügigen Hautabschürfungen bei zwei Reisenden sind Verletzungen nicht vorgekommen. Drei Bergleute sind, wie aus Kaiserslautern gemeldet wird, auf der Grube Bexbach durch schlagende Wetter schwer verletzt worden. In der V i c t o r i a g r u b e der schlcsischen Kohlen und Eoakswcrke wurden die Bcrghauer Brückner und Geisler durch hereinbrechendes Gestein verschüttet. Beide Leichen konnten nur nach mehrstündiger mühevoller Arbeit zu Tage gefördert werden. Einem schweren Verbrechen ist man in EltniannShausen iReg.- Bez. Kassel) auf die Spur gekommen. Vor einigen Tagen ist dort in einer Stube, in der sich zwei Kinder befanden, ein Brand aus- gebrochen; das eine Kind lvurde als Leiche aus dem brennenden Raum herausgeholt, das andre wurde gerettet, hatte aber schwere Brandwunden erlitten und mußte nach Eichwcge inS Krankenhaus gebracht werden. Dort erzählte eS, als cS sich einigermaßen erholt hatw daß ein Verwandter kurz vor dem Ausbruch des Feuers in der Stube gewesen sei und das Brüderchen, welches beim Spielen sehr laut geworden war, derart gezüchtigt habe, daß der Knabe wie tot zu Boden fiel. Die Staatsanwaltschaft hatte schon infolge um- laufender Gerüchte die Ausgrabung der Leiche des ersten Kindes ver- anlaßt, und die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Tod nicht in- folge der Brandwunden, auch nicht infolge Erstickens im Qualm ein- getreten ist. Es wurde nun eine Untersuchung eingeleitet, da ein Verwandter der Kinder dringend verdächtig ist, den Knaben bei der Züchtigung getötet und das Feuer angelegt zu haben, um die Ent- deckung der That zu vereiteln. ßriefbaften der Redaktion. Gelehrtes Haus. Beides erhalten. Munition ist überwiesen worden. Das andre wird gclcgcnllich verwendet werden. Besten Dank.— Schott- land. Die Adresse von E. in uuS nicht bekannt.— Weihnacht. Warum? Weil der Kapitalismus dem Princip huldigt: hiebt in i r das Eure und laßt mir das M eine.— D. H. T. 1. Im deutschen Buchhandel ver- boten. 2. Fragen Sic M. selbst. Er wohnt: Steglitz(bei Berlin), Bcnmc- strahc 7.— Massage. Eenwalvcrband des Massage-PersonalS Geschäfts führer P. Strunk, Berlin, Ncandcrsw. 13. Dort erfahren Sie das Ge- loünschtc.— P. R. C. Fragen Sie wegen des Verbandes au bei Willtz Friedtänder, hier Eljasserftr. 23.— Reichstag. Nächste«itzung am 12. Januar 1S61, 2 Uhr. 9. bis 12. Gegenstand der Tagcsordnmlg: Rechtsverhältnisse der Berufsvercuie, Wurmkranlhcit, Alters- und Invaliden- Versicherung sowie Zeugniszwang.— Petitionskommission. Social« dcmokralcn: Herzscld, PeuS, Schwarz, Thiele und Tutzauer.— Hamburg. Tb. Jork war Parteisekretär, er starb am 31. Dezember 1871. Iuriftifcbcr Cell. Di- juristische Sprcchftmldc findet täglich mit Ausnahme des Sonnadendt von T'/a bis 91/: Uhr abends statt. Geöffnet:? Uhr. A. R. in E. Sie können mit Aussicht auf Erfolg Rückgabe des Scheines und Rückzahlung des DarlchnS verlangen und cvent. beim Landgericht klagen. — E. W. 166. Oidten kann verzichten. Ob im übrigen die betrefsendcn Stadtverordneten-Mandate mit Recht sür gültig erklärt'sind, läßt sich aus Ihren Darlegungen nicht entnehmen. Wenn bei der Ergänzungswahl und der Ersatzwahl je ein Stadtverordneter zu wählen war, iv find Oidten und Rüttchen, waren je zwei zu wählen, so ist außer diesen Willi. W. als Stadt- verordiictcr gewählt.— K. B. 75. Die Forderung deS cschullchrerS war berechtigt.— Heinr. S. Der Mau» ist in diesem Fall nach dein Gesetz nicht strasbar und hat daS Recht, Rückkehr der Frau zu verlangen. Die Frau kann ivegen Beleidigung und Mißhandlung Swasantrag stellen und Scheidungsklage erheben.— O. G. Reiienhagcu. Waren Sie beim Vertragsabschluß großjährig, so sind Sie zur Zahlung verpflichtet. — P. 3. 166. DaS Eigentum Ihrer zukünftigen Frau stellen Sie am besten vor der Heirat durch einen notariellen oder gerichtlichen Vertrag sicher, in dem Sie das Eigentum(Inventar vorher ausschreiben!) an- erkenne» und Abreden der Art treffen, wie sie in dem Beispiel S. 223 Nr. 21 des dein Arbeiterrecht beigefügten Führers enthalten sind.— Neu- Isenburg. 1. 20 M. Amncldungs-, 30 M. die ersten Schutzgcbührcn. 2. Einige Monate. 3. Geschützt, aber mir sür das Inland. 4. Gütleutag- scher Verlag. 3. Die Verlrclung der Patcntsachen unterliegt keinem An- waltszwange. Es ist Ihnen aber zu raten, ohne Hilse eines Patentanwalts das Versahren nicht zu betreiben.— H. V. 66. 1. Die Möglichkeit einer Annahme sahrlässigen FalscheidcS liegt vor. 2. Soweit ersichtlich, löimcii esie mit Aussicht aus Erfolg Umtausch verlangen. — Witwe L. Neben den Geschwistern erben die Kinder der verstorbenen Geschwister.— H. M. Aus dem von ihnen mitgeteilten Statuteniiihalt er- gicbt sich kein Recht der Kasse, die 17 Wochen in Anrechnung zu bringen.— Essen 32 666. Legen Sie zunächst Beschwerde beim Oberbürgermeister ein.— I. W. in W. Der Anspruch aus Rückerstattung der Hälfte der Marken erwächst nur, wenn vor der Heirat niiudcstcns 206 Marken gellebt find. Nach der Heirat geklebte Marken zählen nicht.— Vormund 11. 1— 3. Der Vormund, nicht das Gericht, hat zu klagen. Er läßt sich vom Vormiuidschastsgericht bescheinigen, daß sein Mündel vermögenslos ist und reicht dann die Klage mit dem Antrag aus Bewilligung des Armenrcchts dem AnüSgericht ein; die Mutter erhältdieBescheimgimg vom Magistrat. I.Kciucswegs. Wittern, igsübersicht vom LZ. Dezember 1663, morgens« Uhr. Stationen Swinemde. Hamburg Berlin Franks. a.M. München Wien I€• ''C 776 SSO 772 OSO 774 SO 769 O 767 O 774 L Wetter l 3 bedeckt öbedcckt llwolkenl t bedeckt tzbcdcckt 2 Nebel a»K c ä II s? H fc — 1 — 1 -1 0 -4 1 Stationen s— i 1 taparanda�755SW ctersburg 770SW Cork i 764:n Abcrdccn— j_ Paris 765@0 Wetter-Prognose für Donnerstag, de» 24. Dezember 166». Zunächst etwas wärmer bei lebhaften südlichen Winden, zunchmeuder Bewölkung und geringen Niederschlägen; später tvicdcr ausklarcnd und ctivas kälter. Berliner W e t t e r b u r c a u. für Herren v. 1,50 an. Feinere Qual. ZPO M. HaarhUt«bon5,50M.an Stelas, Colliers, Kragen etc. Regenschirme in größt. 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Oer Kammersänger. «onntag: Der Strom. Central-Theater. Heute Donnerstag; Geschlossen. Freitag: Zwei Vorstellungen. Nach- mittags 3 Uhr, halbe Preise: Die Fledermaus. M- Abends 7'/, Uhr:-ML Der Rastelbinder. Sonnabendnachmittag 3 Uhr halbe Preise: Oer Oetteletuäent. Abends 7'/, Uhr: Der Rastelbinder. Luisen-Theater. Heute: Geschlossen. Freitagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Abends 8 Uhr: Der Yerschwender. Sonnabendnachmittag: Die Jung- stau von Orleans. Abends: Der Aktienbudiker. Sonntagnachmittag: Neis-Reiflingen. Abends: Das Käthchcn von Hcilbronn. ResldeilMhkuter Direktion S. Lautenburg. Heute: Geschlossen. Freitag, Sonnabend, Sonntag, abends T'/j Uhr: Crainqnebille. Schauspiel in 3 Bildern v. Sinai. France. Hieraus: Ein Seitensprung. Schwank w 3 Alten. gS-Vorstellungen 3 Uhr: Das grosse Geheimnis. äonnabend: Lutii. Sonntag; Seine Kammerzofe. Heute: Geschlossen. Freitag und die folgende Tage; _______________ J! Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Sceno gesetzt vom Direktor Bichard Schultz. Im 4. Bilde:_ ■V Grosses Ballett Wie damals im Monat Mai. Anfang Uhr. — Rauchen überall gestattet.— Apollo-Theater. Heute Dienstag: Geschlossen. An allen drei Weihnachts-Feicrtagen: Abends um 7'/,, Uhr: FrUhlingsiuft mit dem sensationell. Ballett Blütcuhochzeit. Um 9 Uhr: Ylslon nach dem Balle. Musik v. Joachim Albrecht v.Preussen. Um O'/a Uhr: Neue glänzende Specialitäten. An allen drei Wcihnachtsfciertagen: IVachmittags-Vorstellung. Nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: I-ysistrata. Vision nach dem Balle und die neuen Specialitäten. Porverkaus vormittags 10—2 Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Elektra. Sonnabend: Machtaayl. Sonntag: Elektra. Nachmittags: Serenissimus-Zwischenspiele. Kollegen. Liebestränme.— Familienidyll. Dentseh-Mkaniselies Theater. kkopnickerstr. 67. Stat. Jannowthbruckc. Heute: Geschlossen. Morgen und jeden solgenden Zlbend: Gastspiel MB. PHILIPP. •.Hebern grossen Teich." Morgen, Sonnabend und Sonntag, nachmittags 3 Uhr: „Hebern grossen Teich." Jeder Erwachsene e i n Kind srei. Schiltep-Thealep, Königstadt-Kasino Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstraße. Täglich: HVelhnachtsvorstellnngen. Des Menschen Schicksal. Volksstück mit Gesang in 2 Bildern. Mene hipecialithtcn. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Schiller-Theater O. (Wallncr-Theater). Donnerstag: Geschlossen. Freitag nach mittag 3 Uhr: Kollege Crampton. Komödie in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Freitagabend 8 Uhr: Die Stützen der gesellschatt. in 4 Aufzügen von Henrik Deutsch von Wilhelm Lange. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Kollege Crampton. Sonnabendabend 8 Uhr: Die Ehre. Sonntag ii ach mittag 3 U h r: Vasantasena. Sonntagabend 8 Uhr Der Bibliothekar. Schauspiel in Ibsen. Deut Schlller-Theater M. (Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstag: Geschlossen. Freitagnachmittag 3 Uhr: Der C'oinpagnon. Lustspict in 4 Akten v. Ad. L'Arronge. Freitagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfcld. Volksstück mit Gesang in 4 Alten von Ludwig Anzcngruber. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Der Compagnon. Son nabendabend 8 Uhr: Was Ihr wollt. Sonntagnachmittag 3 U h r: Der Compagnon. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen RUssl. Cirkus Schumann. An den drei Feiertagen, den 25., 26. u. 27. Dczbr. I Uhr u. Uhr: Je 2 große Fest-Vorstellungen Ä. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Erwachsene 1 Kind frei, weitere Kind, halbe Preise. Nachmittags besonders für die Jugend gewähltes Programm. Nachmittag die reiz. Dinm-nst Mplsmofisltgn Zum Schluh: 0>o Kiesen- nderpantomime: i lllll ilu ncillliabliivil.benhennisrs u.d.Sel.Senhenregen. In beiden Vorstellmigen: pmniimlt üttflurni stimti�TKN.. Abends: B&bd« Große Slusstattungspantomime in 11 Abteilungen. Sonnilbend, den 36. pfpilw 190B Zweiter Feiertag), _ mittags Punkt IS Uhr: Aeihnschls-Maltnee in Louis Mors Jestsaal Koppen-Strasse 29, unter Mitwirkung der Gesellschaft Ltrsslkwies und des Ztfcnen Berliner Konzert'Orehesfets unter Leitung seines Dirigenten Herrn R. Tietz. Billet 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. 215/9* Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein_ Pas Komitee. Etablissemeut Kuggenhagen Iloritzplatz. I m K a i s e r s a a l: Kudolt Sohnauss' Künstler- Ensemble „Mordsterne". Kastcneröffnung 5 Uhr. Anfang'/47 Uhr. Nach der Vorstellung: Taus. -K. In den unteren Sülci» um 6 Uhr: Militär- Konzerl. Urania. Tauhsnslrasss 48/49. Heute: Geschlossen. CASTANS PANOPTICUM Friodrichstr. 165. Der Indianer Biese Mianko Karoo vom Stamm der DM" Sioux-Indianer. TXB Lebead!1",':�:;8" Schwestern DWf nnr noch bis Ende Dezember. Grosses Promenaden-Konzert. /\LT- CHlNft Xunst-Jliisstellnng tapaBCR- l&ol siRASäe 12 Täglich geöffnet 10-8. Entree 1 M., Sonntag SO Pf. Casino-Theater. Lethringerstr. 37. 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Konzert, Vorstellung unii Ball. AM- Im Tunnel:-Mg* 6r. Künftler-Konzert. Julius Kaliski in Berlin. ?reieMM!me, j�etropot-Dkearer. Lcnnahcmd, 26. Dezember; 1.12. Abteilung Mercadet. Sonntag, 27. Dezember: .3/4. Abteilung Mercadet. Lcssing-Cbeater Sonntag, 27. Dezember; 10/11. Abeilung: Ein Verbrecher. Dienstag, den SS Dezember, abends 8 Hhr: General- V ersammlung im Gewerkschaftshanse, Engel-Ufer 15. Hur Mitglieder haben Zutritt gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Tages-Ordnung: Vortrag. Eduard Fuchs: Die Bedeutung der Karikatur für das öffentliche Loben. Geschäfts- und Kassenbericht des Verstandes. Bericht der Revisoren. Diskussion. Wahl eines Revisors. Verschiedenes. Kostüm=Fest am 9. Januar 1904 in der Menen Welt(Hasenheide). Festmarken a 50 Pf. in allen Zahlstellen. Anfang 9 Uhr. Näheres ist in den Bekanntmachungen ersichtlich, die in den beiden Theatern bei den Ordnern ausliegen. Gebrüder yerrnfeld- Theater. Heute; Geschloffen. An allen drei Weihnachtsfeiertagen Die erfolgreichste Posse: psp« Dies von Anton und Donat Herrnseld mit den Autoreu in d. Hauptrollen. Ferner: an allen drei Festtagen: im grossen Künstler- Teil Karl Bernhard als die größte Tragödin der Weit „8oc»h Bernhard". Die stimmgewaltigen Corbettas, Quintett Weinberg, Schwedische a capella-Sänger. Hilda Stadthagen. Mar Aschinger. Martin Benöiiorigi�&gcti. Ansang d. Vorstellung-MU SSF" an allen 3 Feiertagen MI Kasscncröfsnung6Uhr.-HVE Am 2. Weihnachtsfeiertage Anfang präcise 12 Uhr mittags im bei cnnäßigten Preisen«W» Drsull Mliuöe zum Besten des Fericnfonds des «chauspiel-Personals. zur Aufführung gelangt: Dultlich allein! und Der Fall Blumentopf in der Original-Besetzung. Hierzu: Drösser Künstler-Teil. Der Silvester-Abend, der i. Herrnscld-Theater traditionell z» den lustigsten zäbit, bringt wieder ein Riesen-Lachpi Lachprogramm origineller Art. Vorverkaus dazu schon jetzt. Näheres Dienstag. 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Nach der Vorstellung: Großer Atra-Ftst-Tau;. Ansang der Vorstellung: 7 Uhr, Tanz 10 Uhr. Am Silvester-Abend: Gemütliche Ätoester- Feier. Familien Kaslienball. Zeugen, die am Freitag, den 27. November, gegen 8 Uhr, Alte Jakob strafte 170 infolge Glatteis verunglückten, wei den gebeten, ihre Adresse Johanniter- strafte 2, vorn IV rechts, bei P. Riese abgeben zu wollen. SStb Süd-Eisbahn Urbanstr., vis-a-vis der Franz-Kaferne — grösste Bisbahn Berlins— UM" ist eröffnet!"WT Entree 50 Pf., Kinder unter IL Jahren L5 Pf. Palast-Theater Burgstrafte 22, früher Feen-Palast. Vom 21. bis cinschticftlich 24. Dezember bleibt daS Theater geschloffen. Am 25. Tczember(I. Feiertag), nachmittags 3 Uhr: Elitevorstclluug. Der Pfarrer von Kirchseld. Salbe Kassenprcisc. Bcdeut. Gastspiele. Abends 8 Uhr: Extravorstcllung. Wünsehe und Träume. Gräfte Zauberposse mit Gesang und Taiüj in 8 Bildern. Dazu das Riesen-Fest- Programm. Dasispiel des Barbarina-Balletts. Am 26. Dezember(3. Feiertag), abends 8 Uhr: Gr. 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Ein angeblicher Erpreffnvgsversuch gegen die Aerfichernngs- Gesellschaft„Viktoria" kag einer Anklage zu Grunde, deren Verhandlung am Mittwoch einen ganzen Sitzungstag der 7. Strafkammer ausfüllte. Ter Angeklagte, Grundstücksagent T o g o r s k i, hatte zur Zeit der großen Bankprozcsse eine Broschüre geschrieben, die er nach Beendigung des Sandenprozesses veröffentlichen wollte. Ter Verfasser der Broschüre suchte nachzuweisen, daß die„Viktoria" auf Grundstücke so hohe Summen ausleihe, daß man diese Art des Hypothekengeschäfts nicht als eine absolut sichere Anlage der Gelder bezeichnen könne. Ter Angeklagte behauptet, es sei ihm nur darum zu thun gewesen, die Interessen der kleinen Leute wahrzunehmen, welche ihre Ersparnisse in Gestalt von Versicherungsprämien bei der„Viktoria" anlegen. Er hat auch versucht, Artikel derselben Tendenz in hiesige Tages- zeirungen zu bringen, nachdem er vorher schon eine Anzeige gegen die„Viktoria" bei der Polizei eingereicht hatte, die aber keinen Anlaß fand, gegen die genannte Gesellschaft einzuschreiten. Tie Direktion der„Viktoria" erhielt durch den Angeklagten selbst Kenntnis von seiner Absicht, die Hypothckcngeschäste der Gesellschaft zu kritisieren. Ter Angeklagte hat sowohl mit dem Direktor Thon, wie auch mit andren Angestellten der„Viktoria" gesprochen, und zwar seiner An- gäbe nack) deshalb, um sich Gewißheit darüber zu vcrsdwffen, daß die „Viktoria" bei ihren Hypothckengeschäften die erforderliche Sicherheit außer acht lasse. Die Direktion dagegen hat aus dem Verhalten dcS Angeklagten den Verdacht geschöpft, daß es ihm nur darum zu thun gewesen sei, Schweigegelder für die Nichtvcröffcntlichung seiner Broschüre zu erlangen. Die Annahme des Angeklagten, daß die „Viktoria" Grundstücke zu hoch beleihe, ist von den Angestellten, mit denen er sprach, als unhaltbar bezeichnet lvorden. Ein Teil des Thatsachenmatcrials, welches dem Angeklagten als Grundlage für seine Broschüre diente, hat dem AufsichtSantt für Privatversichening vorgelegen. Das Aufsichtsamt hat diese Fälle des Hypothekcngeschäfts als ciiuvandsfrci bezeichuet.— Nachdem die Direktion von der beabsichtigten Veröffentlichung Kenntnis erhalten hatte, schickte sie einen ihrer Rechercheure zu dem Angeklagten, um herauszubekommen, was er denn eigentlich veröffentlichen wolle. Der Rechercheur führte sich unter falschem Namen als Redakteur eines Finanz- blatte», dessen Titel er nicht nannte, bei dem Angeklagten ein, ersuchte ihn um Mitteilung seines Materials und vcr- sicherte, daß er dieses Material, wenn es gut sei, gegen eine hohe Summe erwerben möchte. Der Angeklagte teilte jedoch nichts mit, tveil er Mißtrauen gegen den Pseudo-Rcdakteur hegte. Später schrieb er dem Manne jedoch, er rechne darauf, daß ihm der Absatz der Broschüre einen Gewinn von 4— 5000 M. bringen werde; diese Summe werde dem Herrn Redakteur aber wohl zu hoch sein. Auf Grund des Berichts ihres Rccherrteurs wurde die Direktion in ihrem Verdacht, daß cS sich um einen Erprcssungövcrsuch handle, bestärkt, und sie reichte nun eine Anzeige gegen den Angeklagten ein. Zu derselben Zeit, Ivo der Rechercheur der„Viktoria" mit dem An- geklagten in Verbindung trat, iit dieser auch durch einen Observateur der„Viktoria" beobachtet worden. Ter Observateur hat gesehen, daß der Angeklagte nach der ersten Zusammenkunft mit dem Rechercheur, die in einem Lokal in der Lcipzigerstraße stattfand, nach dem Untcrgrundbahnhof am Potsdamcrplatz ging, aber sogleich umkehrte und in einer Droschke davonfuhr. Tiefer Umstand figuriert in der Aussage des Rechercheurs gleichfalls als ein„Verdachts- Moment" gegen den Angeklagten. Ter Staatsanwaltschaft erschien der Angeklagte noch dadurch verdächtig, daß er einen das baldige Erscheinen der Broschüre ankündigenden Prospekt der Direktion der„Viktoria" zusandte, und S ä u l e n a ns ch l ä g e. tvelche die Broschüre anzeigten, nur in dem Stadtreil anschlagen ließ, wo das TircktionSburcau und die Wohnung des Direktors der„Viktoria" sich befinden.— Als das Verfahren eingeleitet wurde, in das Manuskript der Broschüre beschlagnahmt worden.— Vor Gericht behauptete der Angeklagte unter anderm. die Direktion der„Viktoria" habe bei einem Wiener Bankhause 14 000 Kronen deponiert, welche dazu bestimmt waren, das Schweigen zweier Wiener Journalisten, Dannenberg und Agai zu erlaufen, welche in einer Zeitschrift,„Die Korruption", die„Viktoria" kritisiert hatten oder eine Kritik beabsichtigten. Direktor Thon von der„Viktoria", welcher als Zeuge hierüber befragt wurde, gab an: In dem W i c n c r W i tz b l a t t c„P s ch ü t t" seien un- ivahre Angaben über die„Viktoria" veröffentlicht worden. Tie Direktion habe dem„Pschütt" durch Vermittlung eines Wiener Rechtsanwalts nachweisen lassen, daß die Veröffentlichungen bezüglich der„Viktoria" auf unwahren Thatsachen beruhen, und gleichzeitig sei die Redaktion dcS genannten Blattes ersucht worden, weitere der- artige Veröffentlichungen zu unterlassen. Aus diesem Anlaß habe die Direktion allerdings 14 000 Kronen in Wien deponiert, aber lediglich als AnlvaltShonorar. lieber solche Höhe eines Anwalts- Honorars waren Slaatsarnvalt und Richter sehr erstaunt. Direktor Thon bemerkte jedoch, cS fei mit dem Anwalt ausdrücklich vereinbart worden, daß Redakteure oder Mitarbeiter des Blattes von dem Gclde nichts erhalten dürften, damit es nicht den Anschein habe, als lvolle die„Viktoria" daS Schweigen der Presse erkaufen. Tie Gerichtsverhandlung endete mit der Freisprechung des Angeklagten. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus: Die Verhandlung habe nicht ergeben, daß der Angeklagte, wenn er auch nicht aus idealen Gründen seine Broschüre geschrieben habe, einen Erpressungsvcrsuch gegen die„Viktoria" gemacht habe, denn wenn der Angeklagte sich bereit zeigte, gegen eine Entschädigung von 4— 5000 M. sein Material herzugeben, so wußte er doch nicht, daß er dies Angebot einem Angestellten der„Viktoria" machte, sondern er hielt den Rechercheur für den Redakteur einer Zeitung, dem es selber um Veröffentlichung des Materials zu thun war. Die Kriterien der versuchten Erpressung lägen demnach nicht vor. Sociales. Vorübergehende Ausnahmen vom Kiudcrschuhe. Die Bekanntmachung des Bundesrats über die vorübergehenden Ausnahmen von den Vcrbotsbestimmungen der 88 12 und 13 des Kinderschutz-Gesetzes ist jetzt veröffentlicht worden. Von den Vor- schriften dcS 8 12. der von den überhaupt verbotenen Beschäftigungen handelt, sind nur Ausnahmen zugelassen für eigne Kinder in Bandwebcrci(Bandivirkerei» des R-gicrungSbczirkö Düsseldorf und siir die Wcberciwcrkftätten im badischen Kreise Waldshut und zwar nur für die Arbeit des Spulens. Dabei ist noch besonders vör- geschrieben, daß die Kinder am 1. Januar 1004 das zehnte Lebens- johr vollendet haben müssen, daß die in 8 13 gegebenen Vorschriften über Beschäftigungsdauer und Pausen eingehalten werden müssen imd daß die Beschäftigung nur gestattet ist, lvcnn sich Wohnung und Werlstatt in demselben Hause befinden und in der Wcrkstätte nicht mehr als drei Webstühle betrüben werden. Der tz 13 dcS Gesetzes regelt die gestattete Beschäftigung nach dem Alter der Kinder und der Zeitdauer. Als Ausnahme von diesen Vorschriften gestattet die Bekanntmachung für eine größere Anzahl Betriebsarten' in verschiedenen, über das ganze Reich verstreuten Bezirken die Beschäftigung von Kindern, die an, 1. Januar 1004 das achte Lebensjahr vollendet haben. Die Vorschriften des Gesetzes über die Arbeitszeit und Arbeitevausen werden nicht geaiidcrt. ES ist noch ausdrücklich bestiiinnt. daß die Kinder nur mit den- jcnige» Arbeiten beschäftigt werden dürfen, welche nach dem Vcr- icichnisse für die einzelnen Werkstätten gestattet find, und zwar immer nur in den Bezirken, für welche sie im Verzeichnisse zu- gelassen sind.. Das Verzeichnis ist noch besonders mit dem Kopfe verfehen: ..Auf solche Werkstätten, in denen durch elementare Kraft sDainpf, Wind, Waiier. Gas. Luft, Elektricität usw.) bewegte Triebwerke nicht bloß vorübergehend zur Verwendung konnncn, sowie auf solche Werkstätten, in deren Betrieb nach Z 12 aus sonstigen Gründen Kinder nicht beschäftigt werden dürfen, finden die Ausnahmen keine Anwendung." Die Ausnahmen gelten nur bis zum 31. Dezember 1005. AuSnahmebestimnnmgcu über diese Zeit hinaus, die im 8 14 des Gesetzes gleichfalls vorgesehen sind, hat der Buiidesrat noch nicht erlassen.__ Tie Arbeitszeit im Fuhrwerksbetriebe. Das„Reichsarbcitsblatt" veröffentlicht in seiner soeben er- schienencn Nr. 0 die Hauptergebnisse der Enquete über die Arbeits- zeit im Fuhrtverksbctricbe, die auf Veranlassung der Kommission für Arbeiterstatistik als Einleitung zu einer Erhebung über die ge- samten Arbeitsverhältnisse dieses Gewerbes im Sommer 1002 vor- genommen wurde. Es war eine nach dem System der Stichproben gemachte Er- Hebung, bei der etwa 10 Proz, der Betriebe erfaßt wurden. In 350 Ortschaften ivurden 3654 Fragebogen ausgegeben, von denen 3476 aus 357 Orten beantwortet wurden. Einen Schluß auf die Zu- stände im Gewerbe läßt der Umstand zu, daß 3173 Fragebogen, das heißt also beinahe alle, wegen mangelhafter Beantwortung nochmals zurückgegeben werden mußten und oblvohl nur 10 Fragen auf dem Bogen zu beantworten waren, mußten 13 468 Rückfragen gc- stellt t verdcn. Trotzdem konnten schließlich nur 3143 Fragebogen— deren jeder einem Betriebe entspricht— auS 344 Orten zur Be- crbeitm.g der Ergebnisse benutzt werden. In den 3143 Betrüben waren 24 282 Personen beschäftigt, von denen 24 110 in einem Bcrtragsvcrhältnisse zun, Unternehmer standen. Tas Fahrpersonal umfaßt 18 107 erwachsene und 236 jugendliche(unter 16 Jahren) Arbeiter. In, Stall- und Hofdieuste waren 3358 erwachsene und 67 jugendliche Personen veschäftigt und schließlich war ein Bureaupersonal von 1761 Personen vor- handcn. Als regelmäßige Arbeitszeit in sämtlichen Betrieben er- gab sich beim Fahrpersonal für die reichliche Hälfte bis zu 1 1 Stunden und für die kleinere Hälfte über 14— 18 Stunden, etliche sogar über 18 Stunden. Bei den Stalllcuteu ist die Arbeitszeit etwas günstiger, da hier nur ein Fünftel über 14 Stunden arbeiten. Die Arbeitszeit im Winter ist ein wenig kürzer wie im Sommer. Tiefe Arbeitszeit ist einschließlich der Pausen berechnet. Es iit auch versucht worden, die Arbeitszeit nach Abzug der Pausen zu berechnen, doch wird zugegeben, das; die Angaben sehr schwer mit der Gesamt- arbeitszeit vergleichbar sind, tveil bei einem erheblichen Teile der Befragten keine Pansen angegeben sind. Deshalb hat auch die summarische Ucbcrsicht, die im„Reichsarbcitsblatte" gegeben ivird, wenig Wert. Tie Zeitdauer der Pausen beträgt bei ungefähr 40 Prozent der Befragten bis 2 Stunden, bei rund 47 Proz. mehr als 2 Stunden und bei den übrigen fehlen die Angaben. Ter größte Teil des Personals bcgiinit seine Arbeit vor 6 oder um 0 Uhr morgens und da» Ende liegt wieder bei dem größten Teile zwischen 6 und 8 Uhr abends, doch giebt cS noch 15 Proz., die erst zwischen 8 und 10 Uhr, 7,5 Proz.. die zwischen 10 und 12 Uhr und 1,5 Proz., die erst nach Mitternacht ihr„Tagctverk" beschließen dürfen. Doch das sind nur die regelmäßigen Arbeitszeiten. Ucbcr die ermittelten nnregelmäßigcn, das heißt längeren Arbeitszeiten giebt die vorläufige Mitteilung noch keine Auskunft. Auch für jugendliche Arbeiter wurden faktische Arbeitszeiten vo» mehr als 12 bis zu 16 Stunden nachgewiesen und zlvar in B c r l i n. So n» tagsarbeit wurde für 17 841 Fahrpersonen fest- gestellt, wovon 64 Proz., das heißt fast zwei Drittel, an 46 und mehr Sonntagen, also fast an allen Sonntagen des Jahres, arbeiten mußten, und obendrein mußten 13,2 Proz. an mehr als 45 Sonn- tagen mehr als 12 Stunden arbeiten. In den kleinen Betrieben dieses Gewerbes ist die Gewährung von Wohnung und Beköstigung»och ziemlich stark verbreitet. Es wurden 1838 Betriebe ermittelt, die dem ganzen oder einem Teile des Personals Wohnung geben, so daß nur 1305 Betriebe übrig blieben, in denen das nicht der Fall ist. Trotzdem waren von 22 055 erwachsenen Personen nur 4193 an diesen Naturalbezügen beteiligt. Im Stall« schlafen 482 Personen; wieviel schlafen in unmittelbarer Verbindung mit dem Stalle oder in dessen»"-'"Mbaecr Nachbar- schaft?—_ Vom Koloimcnaccord. Drei Putzer hatten gemeinsam von dein Maurermeister Grun- wald einen kleineren Accord übernommen in der Weise, daß der Preis für eine bestimmte Arbeit pro Ouadralnieter berechnet wurde, Sie klagten nun beim Berliner Gclverbcgericht auf Zahlung von Restbeträgen in Höhe von insgesamt etwa 60 Mark. Der Beklagte erkannte nur 15 M. davon an und überreichte eine Rechnung, wo- nach bei Zahlung der 15 M. alles bezahlt sei. Er hatte aber von der Gesamt-Accordsunnne vorweg 40 M. an den Träger gezahlt, um sich vor einer Specialfordermig des von den Putzern mitgebrachten Trägers zu sichern. Die Kläger betonten, daß der Beklagte gar keine Zahlung an den Träger hätte leisten dürfen. Da der Träger 40 M erhielt, habe er bei dem Accord mehr ver- dient als sie. Ein Minimalsatz pro Tag sei nicht abgemacht gewesen. Mit dem Träger würden sie sich schon gcemigt haben, er hätte sich wahrscheinlich mit 22 M. bei der»—-.cn WintcrarbcitSzeit einverstanden erklärt. Die Kammer HI unter dem Vorsitz des Herrn Dr. S ch a l h o r n verurteilte den Beklagten, an jeden Kläger 12 M. zu zahlen. Begründend wurde ausgeführt: Der Beklagte sei nicht berechtigt gewesen, den Lohn an den Putzerträger zu zahlen, der von den Putzern selbst gestellt war. Es sei ein Accordlohn vereinbart gewesen, der den des Trägers mit umfaßte. Somit hätte der Bc- klagte den Gesamtlohn an die Kolonne zahlen müssen, nicht aber selber eine Teilung vornehmen dürfen. An sich ivürden also bei dem Urteil die dem Träger von Grunlvald gezahlten 40 Mark überhaupt nicht in Frage kommen. Da aber die Kläger selber sagten, er bekäme zu Recht 22 M., so habe Beklagter nur 13 M. zuviel gezahlt, die den Putzern zugesprochen werden müßten. Dazil kämen die vom Betlagten anerkannten 15 M. und 3 M., welche für Rüsten nachgezahlt werden sollten. Das seien zusammen 36 M. für die Putzer, also pro Mann 12 M. GexverKseKaMieKes. Für die streitenden und ausgesperrten Weber in Erimmttscha« ging«: bei der Berliner G e v' c r k s ch a s t S k o m m i s s i o n folgende Bcilrägc ein: „ T Y p o g r a p h> a", G e s a n g u e r c i n Berliner Buch- d r u ck« r und Schrisßgießer, U c b c r s ch u ß der Matinee am 13. Dezbr. 1252,30. Firnin Rob. Schultz 6.—. Tapezierer v. Flatow u. Prlemer, 3. Rate 15,—. Amerik. Auklion Britzcrstr. 40 bei Gotnchalk 4,62. 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Rauchklub„Einigkeit J", Naunhnstr. 6 11.—. Steinsetzer von Zöller, Walsers u. Droege, Lobmühlcnstrasze 5.80. Stukkateure und Rabitzer, Bau Tictz 12,—. Dampfroß Lichtenberg 1,50. „Regina", Registrierlassen, 3. Rate 14,—. Pianomechnnik- Fabrik Wicsener, 2. Rate 0,—. Metallwaren- Fabrik 2l..Kurz 0,80. Von den roten Raben und Kellerwürmern 8,25. Hnsflc, Tischlerei, Brandcnburgstr. 10 4,—. Pianosabrik Loih, Prinzenstrade 8,50. Kolonne Ernst, 2, Rate 5,—. Gürtler. der LuxuSabteilung Zt. Mösl«, 3. Rate 5,—. Möbelfabrik A. Zcrbst. Krautstraßc, 2. Rate 13,50. lliigenanut 1,50. Fränkl, Naunynstraße, 3. Rate 7,75. Tischlerei Seeling, Langestraßc, 3,50. S. u. H.. Saal 34, 3, Rate 55,50. S. lt. H., Saal 33, 3. Rate 12,70. Firma Schulz, Hasenheide 5,65. Holzmontage Bülolvstr. 57 8,—. Arb. d. Verl. Acnosscnsch.-Bäckerei, 2. Rate(außer 3) 15,03. Arb. v. H. Äindler, 2. Rate 31,75. Personal v. Baudouin, Prinzenstr.(außer cincm)'20,—. Möbelsabr. Krause, Korilla u. Co., KönigSbcrgcrstr., 3. Rate 15,70. Möbeltischlerei Rauke, MarkuShos, 3. Rate(außer Mnschincnarb.) 15,50. Möbeltischlerei Köhleri, Pallisadenstr., 2. Rate 10,—. Lnmpcnfabrik Elisabeth-Ufer 4,—. Möbelsabr. Dunskv, 8. Rate 33,50. it. H., Saal 177 und 102, 2. Rate 33,50. Phantafickunscllion Grünftr. 5/6 10,15. Tischler v. Sommcrlatte, Stralau. 2. Rate 14,20. Koffcrwcrkst. Müller, Adalbcrtftr.. 2,50. Blumsch« Säiigcrvcrciiiig. 0,10. D. Raak v.Bau Malplaquet- und Nazarethklrchswaße 8,05. Pianosabr. Hirschfeld 0,35. Buchdr. G. Schade(O. Franke), 3. Rate 23,55. Siibcrwarcnsabrik Vollgold u. Sohn, 2. Rate 22,50. Tischlerei Spränge, Licbenwaldcrstraßc. 2. Rate 0,80. Tischlerei Jork. Oranlenstr. 154 6,50. Putzerkolonne u. Budiker. Lohmühlen- Ecke Donaustr. 5,50.„Lidija" 2.55. Loltcricvcr. BcrI. Moddcrkrebfe 6,50. Lithographen v. Burunke 0,35. Silber- warenwerkstatt Grün 2,—. Bnchbinderci- Personal E. Jagerk 12,25. Buch« drnckcm Jnnctzke 11,—. Rohrcr v, Juliusberg 11,30. Tischlerei Geißler, Weißensec, 3. illnte 28,80. Arb. d. Firma Gauert 10,65. Tischlerei Langer- mann 15,25. Putzer v. Gohrs u. Eo. 0,25. Emsig 6,30. Möbelfabrik I. E. Psaff, 5. Rate 31,55. Schküterstcg 10,70. Sechs Schleifer durch P. G. 3,80. Schlosser v. LSkar Köhler 6,—. Durch H. Ramisch 8,75. Tischlerei Böhm it. Haroske, 3. Rate 14,—. Schlosserei Schcrbel, 2. Rate 9,70. Sechs Personen von E. Schncidenbach 3,50. Durch Hcciack 20,65. Buchdruckerci H. Schmidt d. Stcinwcg 12,50. Kistcnsabr. v. Vogt. Melchior- s kratze 0,80. Buchbinderei Sittenfeld, 4. Rate 23,05. Möbelsabr. W. Appell, Rcichcnbergcrstraße, 3. Rate 12,50. Werkstatt Sauer, Elbingerstraßc, 3. Ritte 7,50. Ackerbaun.„Ohm Paul" 10.—. Stukkateure n. Ebus u. Meier, Lau Treptow 5,—. Buchdruckerci H. Klockolv, 3. Rate 10,40. Tischlerei Goltsch, Riticrftraße 5,—. Frl. Hartmann 1,—. Pianosabrik Opera 5,20. Möbelfabrik Wicnccke, Grünaucrstraßc l4,50. Gesellen von Eifert 3,—. 5 Schlosser von Wokalsch, Friedenstraße 2,50. Mctallarb. v. EnSberger, 2. Rate 8,—. Buch- bindcr, PctrisU. 3,50. Fabrikpcrs. A. u. O. Husf, 2. Rate 0,05. Stuhlhandluna Siratc, 2. Rate 5,—. Liste 6326 8,50. Arb. d. Mübclgcfch. Münchcnbcrn 5,—. Jckes u. Eo., Tischler u. Polierer, 3. Rate 6,—. Werkstatt Ledorarb. I. Schlag 7,—. V. d. lustigen Kirchhossbrüdern ll,70.'Fr. Bollsrag 6,00. Tischlerwerkstatt Gebr. Burggras(außer 4 unorg.) d. Bell 7,—. Werkstatt Ticmann, 2. Rate 5,—. Tischler u. Polierer o. Weiuland 8,75. Bau Hohenslauscnstr., Töpfer v. Putsch 1l,—. Arb. v. H. Thiele it. Eo., 3. Ralc 37,25. Buchdruckerci Hemickc, 5. Raic 5,50. D. Lconhardt v. Maürem u. ülrb. Halens», Borntmcrstr. 20,75. Stocksabr. Müller u. Co. 3,—. Liste 2208 12,62. Bau» tischlcrci Knoll u. Bittncr, 2. Rate 13,25. Tischlerei Kaiser, Kreuzbergslr. (Dar. 4 M. v. Werkst. Keßner außer einem), 3. Rate 23,75. Mübeilischlerci Symanzig, Landsberger Allee 6,20. Tischlerei Gebr. Zlltstädt, Lötvcstr., u. Budiker 6,— A. M. Krause, Kunstfchniicdc, Jagvivstr. 11 8,20. Slrclow 3,40. Hein u. Lehmann,'Abteil, llk, 3. Rate 28,80. D. Böhme, Töpfer, 3. Rate 5,15. Balltischlerei Mitlag, Bellc-Alliance- slraßc, 3. Ralc 40,50. Kronleuchtersabrik W. Fritze, NummclSbnrg 14,75. Buchdruckerci Gembeck 4,—. Möbelsabrik Körner, 7. Rate 17,55. F. Schuchardt u. Co. d. Altton 6,—.'Arb. v. Flaschendrcher 10,20. Metall- warensabrik Rabe. Alexaudrinenstr. l0,70. Jnncnpuher, Bau Knoll, und Schanltvirt A. Köhn 12,50. Pianosabrik C. Schicmann(auger einem) 8.25. Sparoerein„Organ. Eulen" 8,20. Klaviatursabr. v. Herrmann l6,60. GcburlstngSjeier d. Falkcmvirlöleute, Rixd. d. WigerS 0,25. Bautischlcret Thal, 2. Rate 7,35.'Drechslerei v. I. H. Krohu(auger einem) 12,-.. Taschenwcrksl. Dcmuth 3,—. Firma Rob. Wolfs, acht Kollegen 4,—. Firma Erdmann, Stallschrcibcrstr. 0,—, Tischler u. Polierer v. Zache, Fruchtstr., 2. Rate 14,—. Deutsche Teicphomvcrke(außer drei Kollcgeitt. 2. Rate 45,05. Angest. d. Deutschen GaSglühlicht-Gescllschaft Auer. Abt. H 21,70. Hartgummifabrik. Hochstraße, Saal 5, 2. Rate 20,45. Maschinelt» sabrik Gebhardt, Ehausscestraße 10,25. Kisten sabrik Rudolf 8,—. Liste 3373 5,75. Stahlwarcnsabr. C. Koch u. Eo. Nächst, Scbastianslraße 22,—. Bautischlerci Traps, Pankow, 2, Rate 11,50. Metallwarensabr. Gaubcrt (außer 8 Formern), 2. Rate 5t, tO, Zwölf rote Graveure, G.(WcihnachtZ-) Rate 12,75. Sitberlvarensabrik O. Schneider 12,25. C. Rosen, Buchbinderei- Abteilung, 3. Rate 3,75. A. E. G.. Ackerstratze, Abt. Künlcin 42,45. S. Lucht, Ttcimnctzcn, Muscum-Brückenbau 6,—. Glaserei Schmerler u. Co., (dar. 1 Gastwirt und 1 Dienstmann) 6,—. Bali Alte Jakobstragc, Blaurer u. Bnuarb. 15,10. Buchbinder v. 31. 3!aschig. 3. Rate 21,35. Steindruckerei S. Bayer, 4. Rate 8,55. Metalldrehcrei R. E.,?ldalbertslrnße 7,—. Mützen» sabrik S. Gärtner, 3. 3!atc 28,25. Angestellte d. O.-K.-K. d. Drechsler 4,—. Klcins Restaurant 4,50. Sibcrwarcnfabr. F. Morgan, 2. 3iate 17,—. Steins Marmorskala, Stnrgardcrstraße 2,—. Putzer- und Arbeiter» lolonnc C. Hartwig, Bau Rixdors, Berllnerstratze, 2. Rate 6,50. Möbelsabrik von I. C. Psaff, Saal IV, 8. 3iate 17,50. Ueberschutz einer Kranzspende Druckerei Littauer u. Bopsen 10,80. Verband deutscher Buchdrucker, aus einigen Bezirken und Milgliedschaften durch Dvbliu 400,—. Buchdruckerci Jul. Rosenbaum. 2. Ziatc 6,25. Firma Lehmann u. Schlesinger 4,50. Portclcuillcr Püschel, 2. 3ialc 3,—. Werkstatt Böhm, Wcberslraße 4,—. Putzerkolonne David. 2. Rate 1.5,—. Stern, Secliger u. Co., 4. Rate 18,40. Buch- u. Steindruckerei R. Winkelmann 24,25. Bund für Menschenrechte 30,—. Tischler von Pritzkolv 5,—. Buchdruckerci von Ad. Ricsenstahl 3.—. Putzer, Ztoinintenerslratzc. 2. Ziate d. F. 18,—. Buchdruckerci Eichlcr, 6. Ziatc 7,25. M ä nn er-Gesangu ere i n„Frisch voran", Berlin 10,—. Graveure und Eiseleurc Hälbig, 2. Ziate 0,—. Tischler« Bormann, AdmiraljEatzc, 3. Rate 11,20. Tischlerei Kämmling, Havels» bergerstrage 10,—. Former von O. Falbe 3,—. Schristmalcret von Poncet, 4. Rate 22,—. Tischlerei Schmidt, Waidemarslrahc 3,—. Werkstatt Rödel 4,75. Werkstobe E. Blenl 6,—. R. Dietrich, Rittcrstrage, 4. Raie 8,75. Ziolllutscher Bartz n. Co., Wasfcrthorstragc 13,75. Liste 8219 12,50. Firma L. u. B. 5,50. 5 Graveure 2,50. Buchdruckerci E. Rosen, 4. Rate 8,—. Mclalllvarcnfabr. Haller n. Co., DrcSdcncrsUaße, 3. Rate 13,30. Portcfcuillcr O. Matcrne, 2. Rate 8.35. Tischlcrci DIschlcit u. Co., 5. Rate 42.05. Pcrs. d. Buchdruckerei W. Aobach, 3. Rate 0,45. Luisen- User 4, d. Waith« 5,75. Simons Möbelsabr., Wallslragc 14,75. Glaser b. Engel. 2. Rate 3,25. Pianomechaniksabr. F. Krüger. 2. Rate 18,70. Tapezierer I. E. Psaff. 3. Rate 30.-. Polierer I. C. Pfgss 16,10. M. A. u E B. A. F., Ztannhnstraße, 2. Rate 13,—. Personal d. Buchbinderei Lüderitz u. Bauer, 2. Rate 103,55. Presseret Lüderitz u. Bauer. 3. Rate 20.-. M. K. 163 1,75. Tischlerei Emmeluth, 5. Rate 18,15. Buchbinderei Haferlorn(�tella-Vcrlag) 29,80. Verband der städtischen Arbeiter, Sektion XI 30,—. Personal Krankenhaus Fricdrichshain 38,65. Pianosabrik H. Lupitz 15,35. Möbcifabrik P. Schön- ivettcr 11,—. Dachdecker und Bcrufsgen. Jrrenanstal! Buch 17,20. Arbeiter der Majchincnsabril>iocllcnfchcidt Enzinger.. 13)50. Rohrer Jasse 3,50. Schuhmacherwcrkstättc Jägerstragc(darunter S. P. 1 Mar!) 0.30. Kol. Wirtshaus zuni Jägcrhcim, Charlottrnburg 8,00. Küchcmnöbcl-Fabrst H. Zimmer. Grünaucrstraßc, 3. Rate 6,50.'Arbeiter und Arbeiterinnen der Gcs. für Straßcnbahnbcdarf 22,55. Tischlcrci Bach u. Kopitz, 2. Rate 8,70. SltstniigSsest Kcgcttlub„Kalt Herz" 8,80. Kofferfabrik Lunge, Marler n. Co.. 4. Ziate 12,50. Pollturlcistenarb. Aug. König. 3. Ziate 4,65. Holzbearb.- Fabrik Blum u. Stolzenberg, 2. Rate 11,80. Sparverein ,. Vorwärts", Eisenbahnstraße, Bachmann 32,—. Arbeiter und Arbeiterinnen Buchbinderei glitsche u. Baumbach, 3. Rate 53,70. Gaswerk Stralauer Platz 8,35. Former u. Gietzerei-Arb. v. Rätter 5,85. Will liebst GchUsc 2,50. Personal v. Dietrich Reimer 0,—. Schuhmann 2,15. Arbeiter it.'Arbeiterinnen v. E. Oes« u. Eo. 18,—. Wagensattlcr 9,—. Schuhsabr. Silbcrstcin, 4. Rate 5,50, Dittmars Möbelsabr., 4. Ziate 14,50. Tischler u. Kislcnmacher, Stall- schreibcrstrage 16,10. Badewannciijabr. Conrad u. Grübler, 2. Rate 6,—. Tischleret Dokvcrt_ 3,—. Gchuhfabr. u, Hanne, Airklamerstraße 3,23. Cttj. Koll. h. Echlofserci i*. Sicfil, 2. Rate t9, 1 3. Arbeiter u. ArbeÜcrinnen v DonaM ii Co.'S,—. Sparver.„Brüdcrschast" t},10. Werkst, d. MertinS Tischlcr-Werkst.' Eichhorn Kunsttiichl. Lehmanns Nach flg.. Admiralftrajzc, 4. Note 7,33. Arb. d. Fabr.:N. Klee 20,30. Bronzc- narensabr. F. H. LW. t3 8,—. Trcppciijzcl-iildcrfabr. I. Drechsler 18,—. Wahloer. Friedeliaii, 2. Rate 18,—. Parkettleger v. Vater Steglitz 26,—. Organisierte von Cichcndorj inklusive Budiker 14,—. Ballerstcin 2.—. Töpfer Bau Gros!, Rixdorf, 6.—. Kistchie u. Fatzhandl. Bauingarten 2,—. Budach u. Co., Weidcnweg, 2. Rate 8,—.' Luchdruckcrci Blösfcld 6,—. Tischlerei LiiderS u. Hörning 6,50. Böhnisch u. Co., Fruchtstr.. 6,—. Moriz u. Kummer Buchb. 11,05. Pharmaceutischc Arbeiter 4,85. Schirmstocksabr. 9. Noa, Michaelkirchstr.. 2. Rate 28,60. Tischlerei Kaiser' 23,60. Gel. i. Oranienburg d. Stern 12,—. Palingcr v. FriedrichSberg 3,—. Berliner Büsfcttsabr. Clisabeth�Uscr, 2. Rate 20,45.'Arb. v. D. u. Sch., 4. Rate 6,—. Arbeiter PH. 7,—. Tischlerei Rcdcmann, Schöncbg., 22,90. Tischlerei Wegener, Wilniersds., 32,10. Zahlabcnd Holzarb. Schönebg. 8,10. Innen- Putzer Bau Holland, Danzigerftr., 6,—. Geburtstagsfeier v. 19. 12. in Britz 8,10. 2iste 3181 8,65. Rohrleg. u. Helf. v. Becheln u. Post II,—. Arb «.'Arbeiterinnen Jalousie- und Holzpslastersabr. H. Frees« 43,60. Müller u. Wißmann 14,—. Photogr. Fabr. v. Zollcr, 3. Rate 4,75. Schulz u. Michliletz, Tischlerei, Memelerftrahe 11,—. Bau Psalzburgcrstrahe 6,95. Firma F. W. Müller jr. 9,45. Außer drei Kall. v. B. P. Goerz, Friedenau,(Abt. Busch) inkl. 10 M. v. Bigalke für nicht Verl. Weihnacht»- Cigarren. 2. Rate 65,75. Kollegen von BeiSwengcr 6,—. Arb. u. Stein- brucker A. Sala, 2. Rate 8,70. Gürtler Klempner W. Gerhardt 6,75. Zu« fchucidcr v. Blumcnberg u. söhn 6,50. Lifte 8341 14,80. Spuler, Wickler Union E. G. Moabit. 2. Rate 60,—. Töpfer, Bau Schöneberg, Bonis, 2. Rate 5,30. Möbelfabrik Heller u. Frantz, 3. Rate 8,45. Bau Delbrückstraße, Grunewald' 6,—. Cinigkeit 15.50. Kisten- sabrik Hinz, 3. Rate 4.—. Tclephonbude C. Lorenz, Schlofsercl 33,25. Mankopeld Sparver. Zufriedenheit 5,—. Arb. v. Grog u. Graf. 2.'Rate 46,10. Kolonne Grosse u. Träger Habel 5,—. Buchdruckern A. W. Schade, 3. Raie 14,—. F. H. u. S. 20 7,90. Parquetbodenlcger v. Kampmeyer, 4. Rate 31,70. Arbeiter der Mctallwarcn-Fabrik GilliichesSki 10,55. Zimmerer v. Rats-Zimnicrmeistcr 6,—. Lackieranst. H. Fritfch 4,55. Bon zielbew. Arb. d. cleitr. 2Ibt. Schwarchkopfs 20,85. Zichciscnbauer Kabelwerk Obcrsprce 13,80. Maichinenarb. Automobilsabr. Kabelwerk 23.30. A. C. Gr, Lber-Schönciveidc, Masch.-Arb. d. M. B. und Installateure 32, t0. Kr W. O., Drahtfabrik, Saal XI l, 3. Rate 1l,45. Handwerker u. Maschinisten. Schultheis!. 2lbt I 13,20. Mechaniker v. A. R. Eck d. A. Pauli 9.—. Liste 11243 15,25. Sparver.„Ameise", Rixdorf 2,80. Thiel u. Bertling 4,—. Gclhos n. Götze, Skalitzerstrnste 3,—. Mir u. Genest, Tableaubau, 3. Rate 12,15. Arb. v. Nowotntt. 2: Rate 15,05. Bautischlerci Hanns.'Anklamerstrahe, 2. Rate 10,50. Gürtlerei v. Schlag. George u. Co., 2. Rate 6,50. Hoffnung. Möbclfabr., 4. Rate 14,—. Möbelfabr. Hoffnung, 5. Rate 15,05.' Gießerei Beruh. Joseph, Ritterstrahe, 2. Rate 23,30. Tischlerei Sanerwci«, 5.Rate 12,20, H. Bchd 1,—. Cge 1,50. H. Kölzig 1,—. Hertel— ,50. Ein Crimmii- schaucr auS der Straugbcrgcrftrage 3,—. G. A. G. 3,—. Einer der drei Millionen l.—. F. St. 2.-. W. 1,—. Drei Raucke» 1,75. C. B. 10.-. Nob. Hcmrich 4,—. Grunwald 10.—. In tyrannos 15,—. Ges. b. Rumpf — ,70.~ Fr. Mcck 1,—. A. Bäsch« 1,—. Sonst gicbt'S Senge 1,—. Schulz 1.50. M. S. i,60. Köpenick. Ungenannt 1,—. Kutscher Karl—.85. P., Bülawstraße 1,50. Viele Wenig für Viele 1,50. Iran Fröhlich 1,—. P. S. 1.—. Ciscnbahnarbcitcr 1,—. Paul Krüger 1.50. L. G. 1,—. Ungenannt 2,—. Fidcler Hugo 1,75. R. Fitzncr 1,—. A. Jänsch 2,—. Rob. Wolf 1,—. Cd. MaycnSktz u. Kock. 1,55. Joh. RetinSki 1,50. GrüniNg 1,— Könlow 1.20. Gcburlstagsicicr Krupp u. Miefterfeld, Reftaur. Zülch. Köpenick 4,45. Ein roang. Theologe 1,50. Glaser der Firma Glowatz durch Roubriech 2,25. Scilla' 1,70. Die Hampelmänner 2,50. C. Zickuhr.' Lauiitzcrplatz 2,05. Drucker der Finna Wunsch u. 2ange 4.20. Personal Bad Frankfurt 4,—. Wcrkstelle von Keil u. Sauer, Gitschinerftrage 5.—. Goldschmiede W. Kraus. 3. Rate 3.—.'Arbeiter der Dekatur-Anstalt Rud. Tack 8.—. Drechslerei pon Popl«, Trebbin 4,—. Von den Knuben aus der Alexandrincnstratze 3,—. Maler der Firma G. Hansen 3,—. W. R. 5.—. Fricdenauer Margnciearcn 7.-. R. Wittlops 5,—. P. P. 2,—. Tischlerei Salzmann u. Sodn 5,—. Dr. V. Chrislellcr l0,—. O. Müller', Rixdors, Berlinerstratzc 3,—. Personal der Firnrenschildersabr. v. I. Kaufmann 10,—. Die Grünen o. Beelitz 20,05. Rauchklub ,. Glühlicht I", M. d. A.-R.-B. 3,—. Verband der Stukkateure, Gipser und verwandten Berussgenossc», Filiale Düsseldorf 25,—. In einer Miiglieder-uersammlung der Stukkatenre, Gipier, Filiale Düffel- darf, gesammelt 10,—. Baulischlerci von Fcchncr u. Magdeburg, Diedrichshagen 7,—. Organisicrie Meiallarbeitcr, Rüdersdorf 10,—. H. Glilbicr.'Vcrsandbaus 5,—. Baullempner von R. Bcrgcr, Zosscnerstr., 2. Rate 5,—. Otto Ricwe, Rciiiickendors. Hausotteifftr. 10,—.'Arbeitslosen- kaise d. Gesangvereins„Licdcsjrcmidschast"'10,—. S. Wolf, Akbrcchtstr. 3,—. Eine Näherin, 2. Rate 3,—. Raute. Wilhelmsbcrg 10,—. Kolonne Olto Ktoff u. Hennami A. Handle, Schankwirt, Waldstr. 4,—. H. Heinisch, Rhemsbergerstr., 2220. Liste 30,66. Drahtzieher Ob.-Schö»w., 2. Rate 20,—. Grifft Kirchberg. Arbcitersekrctär, Zlltwasscr Glosarb. Hohenbocka 2. Rate 16,50. Verb. d. Steinsetzer, Brieg lO,—. Dtsch. Metallarb.-Verb.. Zahlst. Danzig 20,—. CoakSarb.' d. Schlcsischen Kohlen- u. Coakswerke bei Göllesberg<.—. Rauchklub„Frohes Leben", Adlcrshof 3,75. O. Fiedler, tuttenstr. 1,75. Zlrb. d. Firma Sander u. Sohn 3,20. T'h. Renner, Pankstr. 50. Durch Kamps zum Sieg 2,50. Bildhauer und Steinmetz vom Bau Äictoriastr. 2,10. Güstau Müller. Auguststr. Friedenau, Bau Ringstr.. 2. üiatc 4,63. Schulban Samariterstr., 3. Rate 6,20. Biertisch v.Änor-r, Zernsdorf tMark» 1,30. Druckerei». Buchb. v. Hey mann u. Schmidt 20,30. Lotteriev. Linde 2.40. Rauchllub„Dculsch. Michel". Pankow 4,50. Werkst. Rejewske 4,50. 2ll6. Budschun 2,—. Verein der Einsetzer Berlins 75,—. GclvcrkschajtKkartell Spaiieou 289,05. Gewerkschastskarlell Köpenick 100,—. Socialdemokr. Arb.-BlldimgSver. Friedrichshagen u. Umg. 50,—.?lrh. der Firma Alfred Dimsfi. ölrauienstraße, 3. Rate 20,80. Durch Max K'iming gei. Fraffcrci Ä. C.-G., Slckerstraßc, Saal 8 12,— Elf Arbeitersreunde 7,6e>. Ccntralverb. d. Maurer, Filiale Tapiau 15.—. Kürschnerwerkst. v. Bär n. Solomon. Haus- »ogteiplätz 10.05. R. Jentich, Zehdemkcrftraße 3.—. Stammtisch Krause, Tegel 9,10. Buchbindcreipcri. d. Ashclmschen Koutobuchiabrik. Bedding b1,80. Tischler d. Firma Müller 15,50'Arbeiter der'A.-G. Gladenbeck. FriedrichShaqcn, 2. Rate 27,—. Verb, deutsch. Buchdrucker, Zahlst. Branden- bura, dar. Äcrl'nndsbuchdruckcr in Zicsar 1,50 42,60. Aecidenz-Maschmen- ntcistcv Firma Ullstein u. Co. 10.50. Selas 6,50. Skat- u. Lottericllub d. Fr. Grumm 2,80 u. Skaiklub Landpartie durch Tb. Stcgemann 4,— M., Summa 6,80. Firma C. H. P, Fricdrichslragc 7,05. Tischlerei Gcricke. Schöncbcrg 10,30. Verband der Lanb-Hiljsarbciter und-Arbeiterinnen, Zahlstelle Tegel.50,—. Siukkatcure der Firma' Walz 7,20. Gehilfen �r Buchdruckerci H. Arendts Verlag 20.55. Personal der Pragcrei Heymaun u. Schmidt'14,50. Centralvcrb. d. Maurer, Zahlstelle Erkner 30,—. Bailaiffchläger u. Kovitoirpcrs. Homann u. Co., 4. Rate 6,30. II Lackierer d. A. E.-G..'Ackcrjtratze.'Abt. Dobert 7.20. Tischlerei H. Feldman». Hagels- bcrgerstrage 12,30. Rote Kaufleute, Königsgrabcn.5,80. Sparvcrein Kaffee Daoibcck, Douzigcrstrage 3,05. 12 Hutmacher. Wallncrthcgterslrahe 11,53. Slammlischgcnoffen des Schicweschen Lokals 6,70. 8 Maler, HI., Mo., Mc, lt ArbetteAnnen d. Schuhfabrik L. Ralh, Prenzlau 1l,55. Fabrik Gebr. Friese, Brib. 2. Raie 17,10. Arb. d. Firma Bockhackcr, Müllerstragc 9,30. Arbeiter der Transparentsabrii O. Träger, BrunucNstraste 6,55. Füns Kollegen von Büxenstein 2.55. Werkstatt von H. Rehcndors 2,50. Schönebergerstraße 2,50. Siukkatcure der Firma' K'orih 4.50. Org. Arb. d. Städt. Vieh- u. Schlachthofes 13,—. Kegelklub der roten Kauf- leutc 35,—. Verb. d. städt. Arb., Sektion III 30.-. V. T. V. 8,40. Maurer v. Bechstcin d. F. Roller 4,50. Schlosser der Firma Heinrichs, Schbg. 15,50. Werkst. Herzog. Friedenau, 3. Rate 10,50. Judlinsche Färberei und Daschanstali. 2. Rate 16.60. Stukkateure und Bildhauer von Admiralschulz 9.30. Lederarbeiter der Firma H. Lust d. Phil. Weinberger 5.—. Bautischlerci Zell, Römiebergstraße 4,65. Kollegen von Jernbcck, Abel, 2. Rate>3,10. Bautischler von Lassen, Kastanienallce. 4. Rate 9,50. Ge- werkschastskartell Grimberg(Schlesien) 44,—. Michendon i./Mark 51,—. Listen 2217 und 2218 d. Krieget, Malmö 46,05. Liste 8650 Drechslerei Kühnel 10,—. Liste 11 250—51 Gießerei Nonnendamm, 2. Rate 40,—. Liste 8196 Liloyr. Anft. I.'Ab eile 21,50. Lcderwarcnfabrik Spiegel, 2. Rate 4,—. Pianosabrik Engclmaim u. Günthermmm 6,80. Hoscmann, Lübbcncrstr. v. Fcngler 6.—. Tischlerei Dietzc, KönigSbergerstr.. 3.Matc 7„50. Werkst. Prohmann u. Woböscr 12,35. Arb. d. F. Gebr. Wagenknccht 10,00. Gc- burtstagsfeier Grüner Weg 117 3,50. Gesellen der Schlosserei Schild 8,50. Peter Elwers 7,55. Kollegen v. Wciubaum 13,60. Liste 1876, Personal d. Etuissabr. Weber, 2. Rate 14,65. � 230. und 235. Bezirk 2,—. Drahtweberei K. Lern» u. Gebr. Ludewig 18,—. Arbeiter der Firma Matzdors nebst Budiker 10,80. Tischler und Polierer von Niesei u. Kammer 10.30. Bau- tischlcrei Dombrowski. 2. Rate 10.—. Liste 8547, R. R., Koppenstraße 8,75. Vier Tapezierer der Firma L. Gcrlach 5.50 i 3. Rate Familie Adam 4,— 9,50. Liste 6111 6,60. Buchdruckern Köbke 10,—. Druckerei v. I. Belling, 4. Rate 13, 15. Pers. v. A. Fries. Elisabeth-User, 3. Rate 10,35. Bcrgolder und BcrusSgenosscn v. Aug. Werkmeister. 2. Rate 23,10. Arbeiter der Gold- leistenjaorik Neumann u. Hennig u. Budiker 20,60. Solidarität, Schilling- straßc 7,85. Möbeksabrik Wühler u. Schwab. 4. Rate 27,—. Pianosabrik Jaschinsky. 4. Rate 12,—. Dtsch. Nilcswcrke. Ob.-Schöneweidc, 2. Rate 3l,80. Liste 11 260, Bachnigk 12,70. Tischlerei Sicbcrt u. Aschenbach, 4. Rate 22,70. Bauhandwerkcr Darmstädter Bank ll.IO. Maschinenfabrik Huwcrt, 3. Rote 12,50. Gesammelt am MittagStisch bei Funke 2,50. Liste 8700, Metalllvarcn- Fabrik Arlt u. Fricke 31,70. Tischlerei M. Boden- heim 7,—. Stammgäste vom schlcfischcn Paul, RummelSburg 5,20. Mehrere b. Schibbc u. Co. 10,80. 4 rote zielbewußte Skatspieler 2,20. Liste 2557, BetricbSpcrsonal AndreaS-Hos 10,05. Liste 2316, Badewanneniabr. E. Schiegnitz 23,60. Bautischlerci Stabcrow, Pankow. 3. Rate 4.50. Liste 1896, Tischlerei Werner, Königsbergerstr. 12,40. Möbeltischlerei Aug. Schcffler, PeterSburgcrstr., 2. Rate 19, 10. Arb. d. Gardmcnstangcnsabr. v. Schröder 6,—. Tischlerei A. Kraft. Fürstenstr., 2. Rate 11,25. Org. Hut- wacher Berlins, 5. Rate 100,—. Lagcrsaal Firma Zcldcr u. Plathen 1t,—. Verb. d. Glasarb. Filiale Berlin 61,25. GlaSschleiser d. Firma Nowodny 25,70- Liste 8515, Tischlerei v. Mieles u. Reumann, 3. Rate 34,05. Werk- zeugbau Dietrich 5.35. Liste 11 245, Pianosabr. Klingmann, 2. Rate 20,75. Möbelsabr. I. C. Psaff, Saal 3, 3. Rate 32.90. Tischlerei Borsutzky 7.-. Arb. d. Firmy Zimmerinann u. Co., Rcichenbcrgerstr. 7,—. Liste 3505, Hollmonnsdors 9,65. Julius Käser, Sattler 1,95. Spar-Vcr. Goldgrube 6.50. Bau Viehhof 5,15..R ab.-Sparver.„Süd-Ost" 42,50. Kcsangocr.„Schneeglöckchen". Rixd. 10,—. Kißner u. Co., 4- Rate 15.60. Bau Grunewald 3,—. Mrich, Wcndcifflr., 4,—. Emballagcniabr. O. Weilen 10,50. Stadtbezirk 110 10,—. Lukot u. Weissclbcrg 19,15. Stadtbezirk 85 10,—. GcburtStagSs. v. Fr. Pastorck, Rcichenbcrgerstr.,'2,53. Gehilfen d. Kmistaiist. v. D. Langen- brück>5.—. Ges. am runden Tisch Fruchtstr. 6,50..Klempner v. I. C. Dreßlcr II,—. Liste 8113 n. 14 Pianosabr. A. Lehmann u. Co.. Königs- öcrgcrstr. 3 u. Fruchtstr. 35, 2. Rate 39,90. 3 Gäste und der Wirt, Friedrichs- beffgafftr. 11, 2,50. Liste 6739 G. Lcrtbelö 2,10. Liste 1233 Aug. Boddcutsch 12,60. Gießerei Kraas 5,25............--.. 2. Rat- 11,60. 6400 P. Jrrg'ang WWWW � W � � 2. Rate 9,75. Liste 8420 Kammsabr. M anasse, 3. Rate 16,80. Liste 3426 Arb. d mann. Biehhps�. W, 1. d. Firma Nöskc, 4. Rate 26,30. Tapezierer v. Fori u. Kretschmar 5.—. Malergehilsen v. E. Kleinow, 2. Rate 5,50. Peschinsky, FriedrichSselderstr.. 6,—. Lifte 8514 Personal der Firma Kühl u. Klatt, Pneuma, 2. Rate 18.25. Kollegen der Firma W. Delle u. Co., Grimmstraße, 20,35. III. Wahlkreis, auf Liften- Nr. 3018 24,20. 3020, Arbeiter der Latcrnenfabrik G. Müller, Skalitzerstr. 5 22,35. 3022 7,75. 3024 14,40. 3025 10,75. 3109, Beamte der Ortt-Kranleiikasse der Schneider 15,60. 31 10, Bau Ritterstr. 79 und von Haus zu Haus 30,00. 3113, Tischler und Einsetzers" von Carl Müller, Köpnickerstr. 109a, 3. Rate 20,10. 3174 5,10. 3176 7,26. 3177 5,85. 3178 15,85. 3185 8,75, 3196 2,20. 3209 4,50. 3211 9,25. 3212 7,40. 3213 17,00, 3225, gei. in der Tischlerei v. Schaub.'Feilncrstr. 2 10,10. 3252, gei. b. Frisier u. Roßmann, Saal 37 17,40. 3256 14,—. 3261 9,25. 3262. gesammelt in d. Tischlerei v. Schaub, Feilnerstr. 2 11,60. 3266 3,60. 3267 4,60. 3268 3,60. 3269 3,40. 3273 16,95. 3275 5,23. 3280 15,90. Tellersammlung 17. Dezember, Gclverk- schaftShauS 216,35. Vom VI. Berliner Reichstags- Wahlkreise aus Listen und Tcllcrfamml. 6610,57 M. wie folgt: Schönhauser Vorstadt: 5102 9,45. 4 15,90. 13 4,20. 14 8,30. 15 17 8,90. 18 11.35. 19 12,05. 22 10,10.-23 7,65. 25 8,20. 26 2,65. 27 9,25. 30 7.—. 32 6,20. 34 13,35. 40 6,35. 41 14,10. 45 8,70. 52 14,35. 54 17,10. 57 5,45. 5174 8,45. ö. Kleiber,. 77 11,60 d. K. Soli, 9560 13.— Möb-isabrik Prechlel. 5209 10,-25. 11 11,40. 14 10,55. 52 6,15. 55 6,80 Pochard u. Kreutzer. 58 13.50. 63 14,30. 66 8,55. 67 10,45. 5302 13,55. 3 9,40.• 4 8,—, 5 2,—. 6 2,60. 10 6.30. 11 3,80. 12 20,10. 13 7,50. 14 6,—. 16 3,35. 18 1,70. 23 2,85. 24 7.95. 25 19,20. 26 1,70. 33 8,30. 34 8,70. 35, Bautischlerci Rachsall) 14,15. 36 12.85. 37 13,05. 41 10,50. 50 14,30, 51 12,65. 56 23,10. 57 2,35. 58 9,70. 39 11,70. 61 14,70. 65 5,75. 66 5,55. 71 11,45. 76 16,95. 78 6,65. 83 8,20. 86 24,85. 91 13,70. 95 10,80. 97 22,25. 5346 15,80. 48 5,95. 49 9,80. 55 18,70. 70 8,80. 5251 7,20. 5292. 8,80. 5202 7,50. 4 4,80. 5 18,60. 6 7,50. 10 4,—. 12 15,90. 13 7,~. 18 9,45. 19 10,30. 21 4,70. 22 40,40. 23 10,50. 26 8,60. 27 18,25. 40 9,20. 41 5.—. 42 21,65. 44 9/35. 45 11,35. 49 5.75. 54 5,30, 37 31,10. 68 16,50. 70 13,80. 00 6,70. 93 32,—. 5451 3,40. 52 5.-. 53 3,05. 54 16,85. 55 5,50. 57 4,60. 38 7.50. 59 7,40. 60 9.10. 61 4,60. 63 1,—. 71 3,75. 72 21,-. 73 13,60, 74 1,75. 76 80 7.-. 81 6,05. 82 8,90. 89 18,-. 97 26,75. 98 5,80. 99 23,—. 5507 4,10. 13 9.95. 14 7,15. 15 6,-. 16 4,25. 21 7,80. 22 7,85, 24 13.75, 25 4.-. 63 10,65. 64 5,10. 82 26,25. 83 16,—. 99 8,15. 5201 21 PO. 72 10,70. 5400 6. 46 1.30. 73 7,65. 9,85. 56 64 0,95. 12,75. 91 8,35. 8 2,20. 17 6,90. 26 7,95. 48 6,40. 65 9,45. 66 3,50. 77 10,45. 78 4,65. 92 8,—. 93 8,65. 9 7,70. 10 0,50. 11 3,30. 18 1,75. 19 2,50. 20 6,40. 30 17.15. 33 7,40. 49 1,65. 50 1,40, 5,60. 57 6,35. 58 3,40. 67 5,15. 68 8,30. 69 3,90. 78 7,10. 79 8.05. 80 8,85. 88 4,40. 91* 6,35. 96 11,80. 36 14,—. 39 11,45. 44 2,60. 46 7,10. 47 3,75. 31 0,75, 52 6,05 33 5,30.' 54 5,45. 56 59 0,95. 60 12,05, 61 8.15. 61 1.85. 74 11,50. 75 4.25. 76 9,75. 77 13,90. 84 10,65. 85 16,65, 86 4,70. 87 7,75. 97 12,80. 98 28,75. Tellersammlung vom 17. Dezember 1903, Brauerei Königstadt 266,68. Rofenthaker Vorstadt i 4907 7,35. 11 8.60. 12 15.05. 13 19,75. 19 11,75. 24 10,60. 26 11,95. 28 11,— 45 3,65. 62 2.15. 16 6,75. 36 5,90. 60 9.15. 86 7,30. 99 28,73. 41 66 14,90. 36 7,05. 38 3,60. 39 14,80. 40 9,40. 43 2,35. 9,95. 50 12,15. 52 11,70. 53 12,20. 54 5,80. 61 18,05. 500S 4,10. 9 11,-. 11 10,40. 13 5,50. 15 5,75. 22 10,10. 23 7,35. 25 21,15. 32 12,60. 34 9,45. 6,45. 42 13,40. 47 9.75. 50 8,45. 53 3,90. 10,35. 75 7.50. 81 3,55. 82 8,70. 83 16,40. 88 8,55. 96 10,—. 97 4,20. 6 8,75. 10 10,60. 9157 5,60. 51 28,15. 54 63,15. 45 15,40. 7,40. 5 10,50. 11 21,50. 14 18,55. 23 37,45. 64 8,05. 71 14.55. 72 5,70, 73 3.55. 79 3,—. 80 20,40. 82 28,10. 66 2,80. 89 16,50. 5 8,85. 21 2,20, 24 10,35. 26 4,60. 43 53,70. 44 5,95,—. 48 24,—. 48 10,10. 10,80. 12,50. 6,40. 9,80. 87 9,75. 5605 19,95. 40 17,40. 6,95. 4403 98 7,05. Wedding: 80 6,85. 15 12,35. 75 11,10. 4501 4,90. 27 4,45. 28 3,40. 49 24.—. 52 8,40. 4331 20,65. 81 7,—. 99 16 12,50. 77 1,95, 4 20,30. 30 53 43,—. 74 13,15. 78 4,70. 79 26,60. SO 11,35. 91 16,10. 92 21,15. 94 10,70. 05 0,95. 96 8,75. 97 10,50. 99 15,65. 4600 9,75. 4498 15,—. 5611 9,50. 26 14,35. 27 24.75. 75 5,40. 80 7,40. 81 4,95. 99 22,20. 9314 3,30. 9313 24,05. 4439 23,15. 40 4,90. 41 10,—. 42 5,90. 44 7,25. 45 23,05. 4554 43,30. 4565 14,70. Oranienburger-Vorstadt: Teller! ammluug im„Eiskeller" am 17. 12. 03 304,—. 4101 12,60. 2 9,85. 4 11.45. 5 8,40. 8 3,90. 12 4.35. 17 12,80. 18 23,90. 20 34.25. 21 8,20. 26 15.50. 59 10,65. 61 9,40. 65 10,10. 4226 6,80. 27 31,10. 29 4,60. 31 5,75. 32 5,70. 33 2,50. 34 3.95. 30 4,—. 38 9,75. 40 3,—. 42 19,70. 43 8,60. 67 6,75,—. 4219 3,10. 4246 14,75. 4252 8,55. 4285 11,45. 88 5.55. 90 7,45. 9439 15,10. Große Berliner 4133 13,95. 4276 4,80. 9423 34,—. 9425 3,50. 27 8.—. 28 5,85. 30 7,—. 4139 14,65. Gesund- brunncn: Tellersammlung am 17. 12. 03 Swincmünd. GescllichastSb. 98,—. Vom Lokalbesitzer desselben 10,—. Gasanstalt Tegel d. Bläsing 28,50. Sau« lilchlerci Müder, Nieder- Schönhauicn 7,50. Listen 4601 17.—. 4 16,—. 8 16.50. 9 15.—. 11 4.50. 12 21,50. 13 6.-. l6 11.80. 23 13.—. 28 19,40. 31 4,—. 37 20,50. 51 5,25. 52 8.65.|"| 4703 16,75. 6 7,—. 7 17,45. 9 8,45. 10 26 17,15. 28 12.15, 30.3,60. 31 11/20. 32 42 7,60. 56 8,30. 57 10,60. 59 92 12,15. 94 8,75. 99 8,94. 4800 58 10,40. 59 7,75. 60 22,60. 35 32,25, 69 8,55, 56 7,05. 9016 9,50. 3943 24,70. 3836 7,60. 3879 17, 4 12.20. 5 9,40. 9 51 13,—. 80 8,25. 89 14,50. 90 3,75. 3900 7,60. 5 6,40. 29 7,80. 31 11,—. 63 6,-25. 66 16,40. 5 3,20. 79 7,35. 56 9,80. 86 6.30. 95'23,50, 17,55, 20 7,80. 24 17;50. 12,—. 33 16,40. 34 2,—. 9,30. 60 16,70. 62 15,60. 28,45. 9 23,35. 52 9,10. 64 12,55. 5715 4,30. 9017 6.25. Moabit 3862 4.70. 65 6,85. 3941 10,30. 3942 7,75. 48 12,05. 4013 33,70. 14 10.85. 15 10,60. 17 0,65. 2t 8,30. 75. 3884 17,35. 10,75. 10 25,40, 81 10,40. 83 8,85. 3801 12,55. 14 19,70. 85 8,50. 94 22,55. 11 48,05. 56 20,70. 72 13,20. 13,65. 15 6,70. 86 10,55. 98 32,-. 24 17,90. 59 13,25. 73 5,25. 3 1 12,15. 43 2,40. 87 6,35. 99 6,65. 27 15.—. 60 17,5a 74 9,50. 91 8,—. 92 11,75. 7 10,10. 10 9,10. 34 15,80. 55 12,60. 69 21,50. 71 8,70. 80 11.05. 86 11,65. 89 13,85. 90 7,—. 4020 17,- 4021 7,50. Tellersammlung, Ahrens Brauerei 207,40. In heutiger Nummer quittiert 17 027,21 M. Bereits quittiert 117 714,47 M. Gesamtsumme Iii! 741.1JH M. Weitere Beiträge werden in unserm Bureau in der Zeit von 9—1 und 6—8 Uhr entgegengenommen. Gelder, welche mit der Post eingesandt werden, sind an A. Körst»!, Engel-Nser 15, zu senden. Berichtigung. In Nr. 296 erste Spalte muß es heißen: Einige Buddiancr stall 3 M.— 5 M. In Nr. 293 muß es heißen: Siemens- Schuckert Werke, Abt. Packerei (nicht Stanzerei) 16,80 M. Der Ausschuß der Berliner Geioerkjchajtskom Mission. Für die Crimmitschaucr Weber gingen beim Rixdorscr Ge« werkschastskartell serner ein: Ccutrol-Verb. d. Sieinscl-cr. Filiale Rixdori, 2. Rate 30,—. Central« Verband der Maler, Filiale Rixdors, 2. Rate 50,—. Gesammelt von Mied l.50. Tellersammlung am 17, Dez.. Versammlung über Crimmitschau, bei Thiel 70,—. Tellersammlung am 17. Dezs, Versammlung über Crimmiffchan. Victoria-Säle 5l,55.'Arbeiter-Radsahr-Vcrcin„Rixdorf" 17.—. Putz-Kolonne Sieg, durch Zimmer, 2. Rate 5,50. Verein der gewcrblhätigcn Frauen, 2. Rate 10,—. Zimmerer der Firma Jäckcl 12,—. 13. Konimunal-Wahl» bezirk, 2. Rate 2,40. 7. Komniiinal-Wohlbezirl 14,—. Amerikanische Auktion bei der Matinee am 29. Dez. 30,65. Putz-Kolomic Chemnitz 10,—. Treppen« bau-Werkslatt Lindgrcn l0,50. Tambour-Verein„Wanderlust" 6.—. Arbeiter der Firma Frister u. Hegclmonn 48,70. Arbeiter der Tischlerei Bürgen», Prinz Handjervstraßc 4,55. Arbeiter der Tischlerei Seidel. Gräscstraße 8>—. Arbeiter der Tischlerei Hütt er. Britz 4.—. Skat-Klub.Alt-Knelcbcck" 7,55. Kiicscbccker Ciieleurc durch Mierte 3,50. Sammlung bei Fritz Hoppe 1.50. Arbeiter der Firma Rauschcnbcroer 13,30. Freie Turnerschast „Rixdors-Britz" 10,15.'Arbeiter der Tischlerei Schütz 18,20.'Arbeiter der Piano- Fabrik Merkur 10,05. Arbeiter der Firma Laborenz 17,30. Lampensabrik Delle 23,10. Kolonie„Bauers Rub" 5,85. Aus Listen gingen ein: 578 7.25. 591 5,05. 653 7.65. 66t 23,20. 666 10.15. 668 9.10. 675 6.80. 677 15.40. 683 11,10. 685 15.10. 687 22.50. 689 11,50. 709 5,25. 714 21.15. 717 12,20. 725 6,25. 729 15,30. 736 7.90 755 4,15. 758 2,90. 769 10,95. 771 13,70. 590 9,00. 601 6,85. 659 10,75. 665 20,00. 667 9,25. 674 6,90. 676 21,55. 678 13,50. 684 5,40. 686 7,65. 688 10,00. 702 10,00. 710 14,30. 715 20,60. 721 3,25. 730 10,50. 735 6,60. 738 11,90. 757 0,75. 750 3,50. 770 18,50. 739 22,50. Liste 660 bei Siemens u. Halste, Markgrascnstraßc) gesammelt, 8. Liste 16,85 M. Weitere Beiträge werden angenommen. ebenso Listen werden ausgegeben beim Obmann A. Hendrifchke, Kirchhosslr. 2, im Laden. Marktpreise von Berlin nach Ermtttclungcn des am 22. Dezember 1903 tgl Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.-Ctr. Rmdsleisch, Keule 1 kg do. Bauch„ Schwcincsieisch Kalbjleisch Hammelfleisch Butler ab Bahn. t frei Wagen und ab Bahn. Sultcr Eier Karpfen Aal- Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 60 Stück 1 kg per Schock 7.00 1,80 1.50 1,60 1,80 1,80 2,80 5.00 2,40 2.80 2,80 '2,00 1,80 3,00 1,40 15,00 5,00 1)20 1.10 1.00 1,20 1.10 2,00 3,00 1,20 1,40 1,20 1.00 0,«0 1,40 0,80 3,00 Fischgerichte für Weihnachten! Seelachs sPid. is-a« pi. im Anschnitt äo Pf. Jldlevlachs Pfd. 35 Pf. im Anschniifc 50—70 PI, Seeheeht Pfd. 35-40 Pf. im Anschnitt 42-45 Pf. bieten die neuen grossen Fänge, Ton denen soeben gewaltige Mengen in unsren eignen, nach den neuesten Erlahruugen gebauten Kühlwagen hier eingetroffen sind. Nach unsrem Kochbuch, das gratis verabfolgt wird, ist jede Heusfrau imstande, Gerichte auf die Mittagstafel zu bringen, die den Beifall Tischgenossen finden worden. Hauptflliale Bahnhof Börse, Bogen 8-10. Filiale II Prinzenatr. 30 am Moritzplatz. Niederlage III Generalvertreter fffsärfi? Jobs, Skorczyk Bahnhof. der.Firma ab jtöwchenöareti empfehlen wir: Tlundem Pfd. 65 Pf. Adlerlachs ä la Stör Pfd. O.OO-I,- M. Schellfisch Pfd. 35 Pf, Seelachs Pfd. 40-45 Pf. Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft„Nordsee". zu iusserordentliche General-Versammlung i>rr grwährtcn Soffcitöcrtrctcr am Ticiistn,,. den 5. Januar 1904, nachm. 3'/z Uhr. bei Herrn Beuthstr. 19/20. TancS-Ordnunn: 1. Bericht des Vorstandes über den zu erwartenden titalsenabschluß pro 1903 und Beratung über die etwa in Aussicht zu nehmende Beitrags- erhöhung mit Rücksicht aus die pro 1S0t zu erwartenden Mehrausgaben. 2. Die Gehaltserhöhung der Äasscn- beamtcn.>281/5 •>. Die Einstellung von Kassenärzten gemäß dem Generalversammlungs- Beichluß vom 30. April 1903. 4. Diskussion über die Anstellung tincs NaturhcilarztcS. Berlin, 22. Dezember 1903. Her Voratand. Poppe,_ Braun, Borsitzcnder. Schriftführer. — für die i» den Geschäftsbetrieben der Anwälte, Notare und Ge- richtsvollziehcr. der Krantco- kasicn.Berufsgenosicnschastenund BersicherungS- Anstalten be- schäftigten Personen zu Berlin. Das neue Statut der Oris-Krankcn- kasie tritt an, 1. Januar 1901 in Kraii. Die Kaffemnitglieder werden in 5 Klasicn nach den durchschnitt- lichen Tagelöhnen von 1—5 M. ein- geteilt. Die Beiträge betragen sür Mitglieder der ersten Masse 4,50 M., der zweiten Klasse 3,60 M., der dritten Klasfc 2,70 M.: der vierten Klasse 1,80 M., der.fünften Klaffe 0,90 M. — AN Krankengeld wird die Hälfte de? durchschnittliche» TagclohncS gewährt.'— Die Kasse führt vom 1. Jaguar ab den Name»„OriS- ztrankentasie der Bureau-Angestellten". Reue Ttatutenercmplarc werden im Monat Januar n. I. ausgegeben. Berlin, den 22. Dezember 1903. Vvrntaad. Bauer. Ohse. 281/6 iUln.0iis-Menta Ii Auf Grund des<5 63 des Kaffen- ftalutS wird hiermit zur Kenntnis dersKasseliulitasieder und der Bei der Käste zuständigen Herren Arbestgeber gebracht, daß an Stelle der Kranken- ordnung vom 31. Juli 1900 die in der Generalvcrsamustung vom 28. Juli 1903 beschlossenen und von der Aus- stchtSbehörde genehmigten neuen Bor- schristen getreten sind. Exernplare der neuen Kassen- orduuug werden denKassennütgliedern im Siatfenlokal unentgeltlich verab- jolgt Lbarlottenbnrg,>9. Dezember 1903. ver I4a»noav«i'ntand. H. Scheel, Borsitzcnder. 28l/7 sgktewsren. Direkter Verkam ab Fabrik zu Gngros Preise». enorme Auswahl, von 21-M. au. Matratze t M., Sofa außerm Hause. Sofas. Aufpolstcrung. Mc 5 M.! aus Wuiifch B3ClinidnnfBlumenstr.35b. _ Sager III. Gtage. 37662* Landhaus- und Villen- Parzellen! 42Narr per s�-Rule, neues Pamellierungsterrain, prima Garienbodcn, Straßcnland gratis. A/,M.v. Berlin,-/.M. 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