Nr. 137. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisitfte für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für di fünfgespaltene Petitzeile oder dere Raum 40 Pfg., für Vereins- un Versammlungs- Anzeigen 20 Pfr Inferate für die nächste Numme müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Sern pred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 15. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aus England. Auf dem Festbankett, welches die Distriktssektion für den Bericht nicht angegeben. Dagegen sei noch erwähnt, Derby dem Kongreß gab, präsidirte Sir William Harcourt, daß der großen englischen Engros- Zentralgenossenschaft in Die Pfingstwoche hat verschiedene interessante Konder Derby im Parlament vertritt und unter Gladstone Manchester jetzt 966 lokale Genossenschaften, der schottischen gresse versammelt gesehen. In London tagte der Minister war und wieder zu sein hofft. Herr Harcourt, Engros- Genossenschaft 268 lokale Genossenschaften als„ MitInternationale Bergarbeiter- Kongreß, in Plymouth der der Urheber des geflügelten Wortes: Wir sind heut alle glieder" angehören. Der Absatz der Ersteren betrug 1891 dritte Jahreskongreß der Gas- 2c. Arbeiter Union, in Sozialisten", gab einen guten Beweis seiner Anpassungs- gegen 9 Millionen Pfund Sterling, der der Letzteren gegen Leeds seit sieben Jahren zum ersten Mal wieder fähigkeit und pries die Selbsthilfe der Friendly Societies" 3 Millionen Pfund Sterling, der Geschäftsgewinn 135 000, ein Kongreß der Vereinigten Gewerkschaft der Maschinen- über alle Maßen. Auch benutzte er mit Vergnügen die bezw. 89 00 Pfund Sterling. arbeiter, in Stafford der zehnte allgemeine Kongreß der Gelegenheit, seinem Ex- Kollegen und jetzigen politischen Das sind Alles in Allem wirklich ganz ansehnliche Union der Schuhwaaren- Anfertiger. In Rochdale war Gegner Chamberlain einige Seitenhiebe zu ertheilen. Mit Bahlen, und wie gering man immer den Werth der Geder 24. Jahreskongreß der englischen Genossenschaftler der Binsenwahrheit des Zukunfts- Finanzministers, daß der nossenschaften, so wie sie heute sind, veranschlagen mag, so („ Cooperators") versammelt und in Derby die Jahres- Staatsschatz aus den Taschen der Steuerzahler zusammen- wäre es doch falsch, eine Bewegung, die derartige Massen tonferenz des Manchesterbundes der Oldfellows, einer der fließt, lockt man heut keinen Hund hinter dem Ofen hervor. repräsentirt, zu ignoriren. Es fragt sich eben nur, ob es stärksten englischen Hilfskaffen. Daneben fanden noch aller- Ein etwas freierer Geist als unter den Oldfellows möglich ist, sie aus der Tretmühle der kleinlichen Profithand kleinere Konferenzen statt, die aber meist nur lokales herrschte auf dem Kongreß der Genossenschaftler. macherei emporzuheben zu wirklichen Faktoren der EmanziInteresse beanspruchen. Auch sie sind im Wesentlichen Selbsthilfler, aber sie ver- pationsbewegung der Arbeiter. Denn darüber kann unter Die Liste, wie ich sie hier gebe, ist bunt genug. stehen das vieldeutige Wort Selbsthilfe in einem nicht ganz Eingeweihten kein Zweifel herrschen, daß die Profite der Sie verzeichnet den alten und den neuen Unionis so engherzigen Sinne wie die Spar- und Versicherungskassen- Genossenschaften, ganz abgesehen davon, daß sie zum Theil mus, Verbindungen orthodoxester Selbsthilfler und vom Apostel. Wie in der Gewerkschaftsbewegung macht sich auch nur imaginär, eine andere Form von Spargroschen der Geist des Sozialismus erfüllte Organisationen. Die äußerste in der Genossenschaftsbewegung das Bedürfniß geltend, die Konsumenten sind, auf die Masse der Genossenschafter höchst Rechte bilden die Oldfellows, so daß der Zusatz Basis des bisherigen Wirkungsgebietes zu erweitern. Diese torrumpirend wirken. Die besseren unter den Genossen" Manchester" zu ihrem Titel, obwohl er nur den Stammsis Bestrebungen werden von der, die Dinge stets nach der schaftsanwälten gestehen das selbst ein und haben ihre liebe des Bundes anzeigen soll, als eine Art Omen bezeichnet äußeren Erscheinung beurtheilenden Tagesjournalistik als Mühe, das Uebel, das sie mit großgezogen, wieder auszuwerden könnte. Die 700 000 Mitglieder zählende Verbin-„ neue Ideen" bezeichnet, während sie in Wirklichkeit nur rotten. dung steht unbewegt auf dem Boden der alten Manchester- den Zeitverhältnissen angepaßte Wiederaufnahmen der Zum Glück werden sie dabei durch die Entwickelung doktrin. Es zeigte sich das in klassischer Weise in der Traditionen aus der Jugendzeit der Bewegung darstellen. der industriellen Verhältnisse wirksam unterstützt. Bevor die Stellung der Konferenz zur Frage der Altersversicherung. Arbeiter Konsumenten sind, sind sie selbst erst Produzenten und Daß sie sich gegen jede staatliche Versicherungsanstalt auf- Diese gehen, was die Genossenschaften anbetrifft, be- empfinden die Wirkungen der Konkurrenzwirthschaft an ihrem lehnen würde, war vorauszusehen und erklärt sich durch den kanntlich auf den Sozialismus Robert Owen's zurück; eigenen Leibe. Ferner bringt die Ausbreitung der Genossenbloßen Selbsterhaltungstrieb. Aber sogar der Chamberlain- die Rochdaler„ Equitable Pioneers Society", welche sozu schaften von selbst frisches Blut in die Bewegung. Auch in sche Plan, der die Friendly Societies als Versicherungsorgane sagen die Honneurs des Kongresses machte, dankt ihr dieser Hinsicht ist's mit den Genossenschaften wie mit den der Initiative anerkennen, ihnen pro versichertes Mitglied einen bestimmten Entstehen vont Anhängern Robert Trades Unions. In ihrer Exklusivität liegt ihr Hauptfehler. Staatszuschuß ohne Staatskontrolle zuweisen will, fand keine Owens. Sie scheint noch immer finanziell gut Sobald sie eine Ausdehnung erreicht haben, bei der die Guade vor den Augen der Konferenz. Von Seiten des zu stehen, und mit Stolz hob ihr Präsident, Cheetham, auf Exklusivität in die Brüche geht, werden die Mitglieder Staates anzunehmen, daß ein Mann in diesen Tagen nicht Demi Kongreß hervor, daß von ihren Ueberschüssen regel- früher oder später mit Nothwendigkeit auf die Unzulänglichim Stande sei, genügend zu verdienen, um so viel bei mäßig fünf Prozent für Bildungszwecke zc. verwendet werden, keit dieses Hilfsmittels gestoßen. Insofern ist es interessant Seite zu legen, daß er sich im vorgerückten Alter ohne Staats- daß jede der 26 Niederlagen der Genossenschaften ein kom zu beobachten, wie sich seit etlichen Jahren Genossenschaften unterstützung erhalten fann" heißt es in dem Bericht fortables Lesezimmer mit Nachschlagebibliothek habe und und Trade Unionisten auf ihren Kongressen besuchen, des Großmeisters des Bundes- würde eine höchst demo- ihre Zentralbibliothek mit 40 000 Bänden unausgesetzt stark einander anklagen die Trade- Unionisten die Genoffenralifirende Wirkung haben, unpolitisch in Bezug auf die in Anspruch genommen werde. schafter, daß sie in ihren Geschäften das Schwizzarbeitinneren Angelegenheiten des Landes und geeignet sein, jene Jm Ganzen betrug die Zahl der eingeschriebenen Ge- System praktiziren, Schwizarbeit" Fabrikate verkaufen 2c., Unabhängigkeit des Charakters zu zerstören, die in der nossenschaften in Großbritannien Ende 1891 1624 mit die Genossenschafter" die Trades- Unionisten, daß sie ihre Bergangenheit so viel dazu beigetragen hat, das Volk zu 1 191 369 Mitgliedern( gegen 1554 mit 1117 055 Mit Ronsumartikel in Geschäften kaufen, deren Profite in die heben und zur Sparsamkeit auf der einzig wahren und gliedern im Jahre 1890). Das Attienkapital derselben be- Taschen von Ausbeutern fließen und überhaupt eine richtigen Grundlage: Fleiß, Selbsthilfe und Selbstentsagung-lief sich auf rund 13 Millionen Pfund Sterling, die Summe rein negative Politik beobachten und schließlich sich das zu ermuntern." Darum feine Staatshilfe in irgend welcher der Verkäufe auf rund 43 Millionen Pfund Sterling und Versprechen geben, künftig mit einander Hand in Hand zu Gestalt, die Staatsunterstützung an die Friendly Societies die Summe der Ueberschüsse auf rund 5 Millionen Pfund marschiren. Das geschah natürlich auch diesmal. Als Verwürde nur ein Linsengericht sein, für das man ihnen ihre Sterling. Die große Mehrheit dieser Genossenschaften find treter der Trade Unions hielt Tom Mann einen Vortrag Unabhängigkeit nehmen würde. reine Konjumvereine, nur etwa 10 Prozentgenau 157- über die Pflichten der Genossenschaften gegen die Gewert In diesem Sinne nahm denn auch die Konferenz Stel- find Produktivgenossenschaften. Außerdem besigen eine vereine. Ihre Geschäfte müßten in Bezug auf Arbeitslung. Nur eine sehr schwache Minderheit sprach sich be- Reihe von Konsumgenossenschaften eigene Mahlmühlen, die bedingungen Musterinstitute sein, und sie selbst müßten an dingt für Unterstützung durch den Staat und zwangsweise aber nicht extra registrirt sind. Die 157 Produktiv- allen Arbeiterdemonstrationen theilnehmen, namentlich auch Altersversicherung für alle Mitglieder des Bundes aus. genossenschaften besitzen zusammen ein Kapital von rund an der Maidemonstration, dem Festtag der Arbeit. Dafür Die übergroße Mehrheit wollte davon nichts wissen. 1 313 Oto Pfund Sterling und erzielten im abgelaufenen wurde Tom Mann an die Gegenpflichten der Trade- Unionisten Krisen und Arbeitslosigkeit scheinen für diese Leute unbekannte Jahre 175 000 Pfund Sterling Gewinn. Auf wie viel erinnert, nur bei den Genossenschaften einzukaufen, und nachBegriffe. Mitglieder derselbe sich vertheilt, ist in dem mir vorliegen dem er für seine Person durchaus zufriedenstellende ErFeuilleton. Nachdrud verboten.) ( 137 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern „ Niedergelegt? so? nun, das ist ja eine nette Bescheerung! Ich gebe ihm meine Tochter ohne Kaution, weil er Minister geworden, und er legt sein Amt meder. Das hätte ich wissen sollen! Glücklicherweise hat er seine Mitgift noch nicht zur Hälfte und soll auch keinen Groschen weiter bekommen. Aber es ist gut, ich bescheide mich, ich werde schweigen." Ist es wahr, Herr Findeisen," frug jetzt der geheime Schulrath und Redakteur, Professor Birnenmann, daß Ihr Sohn im engsten Zusammenhange mit den Rebellen steht?" ,, Und ist für die Unterdrückung derselben hinreichend gesorgt?" frug Wehrhahn. " Wir thun unsere Schuldigkeit," entgegnete der Ministerpräsident mit Würde." In einigen Tagen wird eine imposante Streitmacht von allen Seiten die Stadt umziehen, denn ich habe, weil vielfach die Telegraphendrähte von Frevlerhand zerschnitten worden, reitende Boten nach allen Seiten ausgesendet. Einstweilen werden die 16 000 Mann Kerntruppen, die wir hier haben, zur Aufrechterhaltung des proklamirten Belagerungszustandes genügen." Belagerungszustand?" riefen hier viele Stimmen erRuhe, meine Herren!" schrie der alte Fabrikant. Im engsten Zusammenhange nicht, aber er verkehrt schrocken. " Herr Wehrhahn, halten Sie Ihre Sprachwerkzeuge im mit ihnen. Das weiß der liebe Gott, wie meine Kinder aus" Ja, Belagerungszustand, denn man muß den AnBaume, man versteht sein eigenes Wort nicht. Zum Donner- ber Art schlagen; es kommt dies wahrscheinlich von meiner fängen vorbeugen, obwohl ich noch immer an dem Muthe wetterr, Herr Rolifuß, Sie schwätzen ja gerade wie feligen Frau her. Doch morgen früh werde ich ihn gehörig dieser Böbelmassen zweifle. Bei energischer Durchführung ins Gebet nehmen und ihm mit Enterbung drohen, wenn des Belagerungszustandes ist an ein Bauen von Barrikaden Aeußerung von ihrer Seite," entgegnete der Zurechtgewiesene fügung stellt." " Herr Findeisen, ich verbitte mir diese despektirliche er sich nicht, gleich mir, morgen der Regierung zur Vergiftig. ein altes Weib." von A. Otto Walster. " Wer heute nicht der Ordnung sich fügen will, den laffen Sie nur getrost an die Luft sehen, Herr Tieftrunk," rief Dr. Raffmaus, indem er ein saftiges Stück LendenBeefsteat hinunterschluckte. Haben Sie das gehört, Herr Rollfuß?" rief Findeisen. Schwiegervater des Handelsministers? Was? man will mich an die Luft setzen, mich? den Bravo, bravo!" erscholl es von allen Seiten. Dr. Raffmaus hatte sich inzwischen hinreichend gestärkt und begann nunmehr: " Ich hoffe Sie Alle morgen mit der weißen Binde am Arme in meiner Nähe zu sehen, denn wir bedürfen, schon des guten Eindrucks willen, der Erscheinung der Bürger schaft bei den Ereignissen, die sich vorbereiten." Also wirklich, wirklich Revolution?" rief es in der doch wirklich sehen," rief aber unerschütterlich der Möbel Runde. fabrikant. Sprechen Sie nicht von Revolution, das heißt der " Herr Dr. Luz ist nicht mehr Handelsminister, er hat Sache einen zu gewichtigen Namen beilegen, da es sich um fein" Bortefeuille heute definitiv niedergelegt,"" bemerkte weiter nichts, als um eine gewöhnliche Arbeitervevolte handeln kann." Dr. Benjamin. nicht zu denken, und ohne Barrikaden richtet der Böbel Nichts aus. Das Militär wird in dieser Zeit einen anstrengenden Dienst haben, doch wird man es dafür auch besser verpflegen, und wir rechnen hierin außerdem auf die Freigebigkeit der gutgesinnten Bürger. Sobald der Belagerungszustand in Kraft getreten, lasse ich nach und nach eine Straße nach der anderen absperren und in allen Häusern die strengste Nachforschung anstellen. Es sind viele fremde Arbeiter in der Stadt, die ich auf den Schub bringen lassen werde. Binnen acht Tagen denke ich auf diese Weise, und hoffentlich ohne Blutvergießen der beabsichtigten Erhebung den Garaus gemacht zu haben und Sr. Majestät, deren Rückkehr binnen Kurzem zu erwarten ist, eine voll ständig beruhigte Stadt zeigen zu können." Und jene Rädelsführer, den Dr. Lange, den Frank, den Wießner?" fragte der Kaufmann Rollmann, dessen gelbe tlärungen abgegeben, schloß die sehr erregte Debatte zu allgemeinem Wohlgefallen. Ein anderer Vortrag, der auf dem Kongreß gehalter wurde, betraf die Frage der Beseitigung des Schwitzarbeit- Systems. Referent war eine Dame, Fräulein Beatrice Potter, die vor Kurzem ein Werk über die Genossenschaftsfrage veröffentlicht hat. Ihr Vortrag enthielt sehr viel Wahrheiten, vor allen Dingen die, daß das Schwigsystem im ganzen modernen Wirthschaftssystem wurzle; daß, wie sie es ausdrückte, die ganze Nation Schwizmeister sei. Es gebe mur ein Mittel, das Schwibsystem zu bekämpfen, und Das sei die Gesetzgebung. Wie man Geseze gegen Nahrungsmittelverfälschungen geschaffen, so könne und müsse man auch Gesetze gegen die Schwiharbeit schaffen. Wenn man die Frage aus dem engen Gesichtspunkt der Konkurrenz, welche die Schwitzarbeit der Genossenschaftsarbeit macht, heraushebt und sie unter dem Gesichtspunkt der Degradirung von Millionen Arbeitsgenossen betrachte, dann werde man auch wissen, wie gegen sie vorzugehen. N Der Vortrag scheint im ersten Moment viele der Delegirten verblüfft zu haben. Es sprach ein anderer Gedankengang aus ihm, als der ihnen gewohnte. Aber Frl. Potter fand von verschiedenen Seiten warme Unterstügung. Herr Maywell, der Leiter der schottischen Engros Genossenschaft, beantragte, das parlamentarische Komitee des Kongresses anzuweisen, für eine Erweiterung des Fabrikgesetzes dahin einzutreten, daß die Schwigmeister in gleicher Weise für die Arbeitsbedingungen der von ihnen Beschäftigten verantwortlich gemacht werden, wie dies bereits in Bezug auf die Fabrikbefizer der Fall, und diese Resolution wurde nach einer kurzen aber lebhaften Debatte von dem von über 900 Delegirten besuchten Kongreß einstimmig angenommen. Sie sagt nichts Unerhörtes, aber gerade für die Genossenschafter bedeutet sie einen erheblichen Schritt vorwärts. Um meinen Brief nicht über Gebühr auszudehnen, behalte ich mir vor, auf die übrigen der obenerwähnten Kongresse in meinem nächsten zurück zu kommen. Nur so viel, daß auch auf der internationalen Berg arbeiter Konferenz die Engländer, dem Druck ihrer festländischen Arbeitsgenossen folgend, wieder einen tüchtigen Schritt aus der Verzünftelung nach vorwärts gemacht und die Solidarität der Arbeiter, gleichviel ob unter Tag oder über Tag beschäftigt, ausdrücklich anerkannt haben. Politische teberlicht. Berlin, den 14. Juni. Das Abgeordnetenhaus, welches gestern seine Sigungen wieder aufnahm, beschäftigt sich in zweiter Lesung mit dem Tertiärbahnen Gesez, das wesentlich in der Fassung des Kommissionsberichts angenommen wird. Das Herrenhaus trat heute zur ersten Sigung nach den Pfingstferien zusammen und wird gleich morgen seine Aufmerksamkeit der Landgemeinde Ordnung für Schleswig- Holstein zuwenden. Ob die Herren" noch Luft haben, ein Tänzchen zu wagen? Der heute versammelte konservative Parteitag wolle seine verzeihen, derselbe habe als Offizier nich Zustimmung zu nachstehenden Punkten geben: I. Die anders handeln können. materialistische Weltanschauung bedroht durch den von ihr ge- Als wir diesen mysteriösen Satz lasen, fiel uns aus wonnenen Einfluß auf das politische, soziale, wirthschaftliche früherer Zeit ein, daß ein Offizier, der in einem Streit und sittliche Volksleben den Staat, die Gesellschaft und die Kirche und somit die gesammte Existenz der deutschen Nation von irgend Jemand körperlich angepackt wurde, verpflichtet mit den ernstesten Gefahren. Als die gefährlichsten Auswüchse war, den Angreifer niederzustechen, widrigenfalls die der materialistischen Weltanschauung betrachtet der heute ver- Offiziersehre als verloren und das Offizierspatent als ver fammelte Barteitag der Konservativen die Sozialdemokratie und wirkt galt. Wir hatten geglaubt, dieses wahnsinnig bar die anwachsende Macht des Judenthums. Eine entschiedene barische Vorurtheil sei dem Hauch vernünftigerer AnBekämpfung Beider auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens schauungen gewichen. Bei der standalösen Leyd= durchzuführen, ist unabweisbare Pflicht der konservativen Partei hecker- Affäre in Mainz( feiger Ueberfall eines Bi und aller ihrer Angehörigen. II. Die Mittel zu dieser Bekämpfung vilisten durch drei Offiziere) wurde auf das Vorhandensein liegen vor Allem in der Erhaltung und Wiedererſtarkung der einer solchen Regel des„ Ehrenkoder" hingedeutet, jedoch christlichen Lebensanschauungen in Volt und Staat. Nur auf Wenn ja das diefem sittlichen Boden ist es möglich, positive staatliche Rechts- auch bestritten, daß dieselbe noch in Kraft sei. Der normen zu entwickeln, welche die Existenz des Staates zu Brief, den die Mutter des Koblenzer Mörders ge sichern und die weit fortgeschrittene Auflösung der staatlichen, schrieben, beweist aber, daß eine solche Regel be gesellschaftlichen, wirthschaftlichen und sittlichen Ordnungen steht, oder wenigstens- was thatsächlich auf das aufzuhalten im Stande find. III. Der Parteitag der fach- Gleiche herausläuft daß in Offiziers- und Adelstreisen Es ist dringend fischen Konservativen spricht deshalb sowohl der Regierung als an eine solche Regel geglaubt wird. auch den konservativen Vertretern des Volkes im Reichstag und nothwendig, daß in Bezug auf diesen dunkelen Punkt KlarLandtag gegenüber die Erwartung aus, daß dieselben solche gesetzgeberische Maßregeln in ernste Erwägung ziehen, welche beit geschaffen wird. Wir Zivilisten sind auch Menschen Die Erhaltung und Wiedererstarkung der christlichen Lebens- und haben jedenfalls das Recht der Selbsterhaltung und anschauungen in Volk und Staat zu schützen und damit einer Nothwehr. weiteren Ausbreitung der materialistischen Weltanschauung der Wie leicht kann auch der Friedlichste in einen Sozialdemokratie und der Macht des Judenthums feste Schranken Streit" verwickelt werden. Man stolpert über den Schlepp zu ziehen geeignet sind. Der Parteitag erwartet namentlich fäbel eines Edelsten" und Offiziers der Träger des von der deutschkonservativen Fraktion im Reichstag, daß sie Schleppsäbels wird grob, statt sich zu entschuldigen, unverzüglich nach ihrem Wiederzusammentritt die Revision Opfer des Schleppsäbels bittet nicht demüthig um Verdes konservativen Programms vom Jahre 1876 mit besonderer Rücksichtnahme auf das Anwachsen der Sozialdemokratie zeihung, daß er vom Schleppsäbel zu Fall gebracht worden und die drohende Uebermacht des Judenthums in die Hand und der Streit ist da. Wehrt der Zivilist sich seiner nimmt. Er erwartet von der Fraktion eine schärfere Betonung Haut, greift er zu so hat er sein eigenes Todesurtheil der nothwendigen Bekämpfung der letztgenannten Fattoren, als gesprochen der Edelste und Offizier ist verpflichtet, ihn dies in dem Programm von 1876 der Fall ist, in einer dem zu erstechen. Das ist ja geradezu monströs. Volf allgemein verständlichen und den thatsächlichen Bedürf Also besteht ein solches Gesez? Ja nissen entsprechenden Form. IV. Er richtet aber gleichzeitig gut, so hat jeder an alle Parteigenossen im Lande die dringende und ernste Mah- oder Nein! nung, sich an den Kampf gegen die materialistische Welt- Zivilist, der in der Lage ist, Edelsten und Offianschauung, die Sozialdemokratie und die Macht des Juden zieren begegnen zu können, das Naturrecht der Nothwehr. thums mit allen Kräften zu betheiligen und in ihren persön- Es wäre das ein Zustand, der in seinen Konsequenzen für lichen Berufskreisen dahin zu wirken, daß die christliche Lebens- die Herren Militärs ebenso ungemüthlich sein dürfte, wie anschauung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens wieder für die Herren Zivilisten. Baldigste Aufklärung wäre daher zur Geltung fomme. V. Bei der Wichtigkeit, welche die Erreichung im allgemeinen Interesse erwünscht. der von uns bezeichneten Biele für die Zukunft unseres Volfeš hat, erachtet der sächsische konservative Parteitag die Ein Angeklagter Bismarck hat das Wort. Er ist an berufung eines großen deutschen Parteitages noch vor dem Zu- geklagt, die Welfen Meding- Samarow und von sammentritt des Deutschen Reichstages für unerläßlich und beantragt dieselbe hiermit ausdrücklich bei der Leitung des Holle dafür bezahlt zu haben, daß sie den depossedirten deutsch- konservativen Wahlvereins. Es ist um so dringender König Georg durch Errichtung einer Fremdenlegion und nothwendig, Angehörige aller deutscher Stämme auf demselben andere ähnliche Praktiken kompromittirten und Material" zur Aussprache ihrer Anschauungen gelangen zu laffen, als ein für den Raub des Welfenfonds- nein, für dessen Beschlag großer Theil der deutschen Wahlkreise nicht durch Abgeordnete nahme im öffentlichen Interesse" lieferten. Nachdem Ans aus ihrer Mitte im Reichstage vertreten ist. VI. In Gr- geklagter viele Jahre lang seine Ankläger mundtodt zu wägung, daß nur eine rubige, auf chriftlich- fittlicher Erkenntniß machen vermocht hat, sieht er sich jetzt- wo die Ver beruhende und stetig fortschreitende Entwickelung unserer staat hältnisse für ihn etwas andere geworden sind moralisch lichen Verhältnisse, sowie eine Einigung aller staatserhaltenden Elemente zu diesem Ziele die großen Gefahren, welche unser gezwungen, in dem Beichtstuhl der„ Hamburger Nachrichten" öffentliches Leben bedrohen, erfolgreich zu bekämpfen vermögen, folgende Bertheidigung" zu stammeln: warnen wir vor allen Sonderbestrebungen und Parteibildungen, welche einerseits durch Ueberstürzung die Stetigkeit der staatlichen Entwickelung, andererseits durch Zersplitterung der Kräfte die Einmüthigkeit der konservativen Bestrebungen zu stören geeignet sind." -O Dies die Programmsäße", die von der Blümchen- Garde Auch eine Weltanschauung. In der gemüthlichen" auch begeistert" angenommen worden sind. Also der SozialRevolutionszeit der tollen Jahre" 1848 und 1849 wurden demokrat und der Jude- das sind die Feinde. Nun, den allerhand Karrikaturen aus der Paulskirche veröffentlicht, Sozialdemokrat kennt diese Gesellschaft nicht, aber den Juden darunter eine Stizze, Arnold Ruge darstellend, der, sollten sie doch von Rechtswegen fennen, denn von Paul nach vorn gebeugt, den Kopf hinterwärts durch die Beine Mehnert's des Blümchen- Gesellschaftsretters- Vater und mit Geschäfts- Kumpan haben verschiedene ehrsame Handwerkssteckt und sich von unten herauf die Welt anschaut der Inschrift: Auch eine Weltanschauung." Nehme man meister, die seine chriftlich- germanischen Geschäftspraktiken zu mun an, statt stehend durch die Beine hindurch zu gucken, bewundern Grund hatten, das große Wort gelassen aus, habe der Mann sich aus den Kopf gestellt, und so die gesprochen:" In dem stecken hundert Juden." " Welt angeschaut, so würden wir ungefähr ein symbolisches Vielleicht veröffentlicht die Kreuz- Zeitung" gelegentlich Bild der Weltanschauung haben, die gestern auf dem die Aktenstücke, welche jüngst in der Sächsischen" ArbeiterParteitag des„ konservativen Landesvereins" im Blümchen- zeitung zum Lob und Preis des glorreichen Ur- Oberhauptes land oder Reich der Mitte en miniature, alias Sachsen, der sächsischen Sozialisten- und Judentödter, auch Konserfich ans Tageslicht gewagt hat. Ein gewisser Herr von vative genannt, abgedruckt worden sind. Friesen er soll sich sogar in klassischer Selbstvergessenheit Ist es wahr? Die Mutter des Lieutenants von Frei herr" nennen der gelehrigste Schüler des viel gewandten Sohnes seines Vaters, Paul Mehnert, hat dort Salisch, der in Koblenz einen unbewaffneten Kaufmann Die letzten Geheimnisse des Blümchenkaffee- und sonstigen mit seinem Säbel todtstach( wofür ihm auch noch mildernde Ronservatismus ausgeplaudert, und seine fin de siècle( Ende Umstände bewilligt und 12 Monate Festungshaft zugesprochen des Jahrhunderts) Weisheit in folgendemsäkular- granituen wurden), hat an die Mutter des Erstochenen geschrieben, Antrag niedergelegt: diese möge doch ihrem unglücklichen Sohn( dem Mörder) " Lederhaut seit den letzten Schicksalen und der erlittenen Haft wo möglich noch gelber geworden war. „ Diese hoffe ich in der Stadt aufgreifen lassen zu fönnen, worauf ich sie ohne Weiteres standrechtlich erschießen laffe." Bravo, bravo!" exscholl es von Neuem in den Reihen der Herren Liberalen. Zeit, daß ein furchtbares Strafgericht über sie hereinbricht." Kein Mensch konnte ein Wort der Billigung sagen, denn mit einem donnerähnlichen Krach sprangen auf einmal die Fensterladen sammt den Fenstern des Lokals ausein ander, einige schwere Steine fielen oder rollten herein, der plötzliche scharfe Luftzug löschte die Gasflammen aus und eine tiefe Männerstimme rief in die Dunkelheit hinein: Feierabend, meine Herren!" Niemand regte sich, bis Tieftrunk, der hinausgegangen war, mit Licht zurückkehrte und die ganze Gesellschaft unter Tafel fand. An diesem Abend wurde Nichts mehr gesprochen. " Ich denke aber bei dieser Gelegenheit der liberalen Sache noch größere Dienste zu leisten", fuhr Dr. Raffmaus mit einem entschiedenen Tone von Selbstzufriedenheit fort; denn ich besitze sichere Nachweise, daß auch die Konser vativen bei allen diesen Intriguen die Hand im Spiele der haben. Sie sollen die Schwere der Gesetze, die sie oft selbst und besonders gegen uns angewendet, in ihrem vollen Umfange empfinden. Zwei Individuen sind bereits aufgegriffen, welche Waffen zum Verkauf ausboten und häufig verschenkten. Dieselben haben bei ihrer Vernehmung auch eingestanden, daß sie von zwei Exministern mit diesem Geschäfte betraut worden waren." ,, Unerhört!" riefen die Liberalen. Ein Polizeikommissar, welcher bei den letzten Worten eintrat und Dr. Raffmaus eine Mittheilung ins Ohr flüsterte, ließ auf eine Weile das Gespräch verstummen. * * Am anderen Morgen zur frühen Stunde begab sich Findeisen in das Zimmer feines Sohnes, der sich eben zum Ausgehen bereit machte, und fragte, da er ein so frühes Aufstehen an ihm nicht gewohnt war, erstaunt: 群 Du willst schon ausgehen, Georg?" " Ja, Vater," entgegnete dieser, nicht weniger verwundert, den Vater bei sich erscheinen zu sehen, den er seit langer Beit nur zuweilen bei Tafel oder im Romtoir sah. " Ich hoffe, Du hast nicht so große Gile, um nicht vor allen Dingen mir ein Viertelstündchen schenken zu können?" Es ist mir nicht so eilig, und ich höre, Bater." " Nun wohl; Du wirst in Erfahrung gebracht haben, " = „ Es ist Jedem in Erinnerung, welche Haltung die " Hannoversche Legion", die sich als„ Hannoversche Armee" be trachtete und gerirte, in den Jahren vor 1870 eingenommen hat, wie sie in Holland, in der Schweiz und schließlich in Frankreich als fremde Truppe eingemiethet und einquartiert war, und mit welchen Zukunftshoffnungen sie sich getragen hat. Der französische Krieg war damals vorauszusehen und wurde Schon 1867 wegen Luxemburg nicht ohne Schwierigkeit vertagt, hauptsächlich vielleicht, weil man deutscherseits der Meinung war, daß jedes jedes Jahr Aufschub dieses mit Wahrs scheinlichkeit vorauszusehenden Krieges der deutschen Armee in Hannover, Hessen, Nassau, Schleswig Holstein und auch in Den damals schon friegsverbündeten füddeutschen Staaten einen Zuwachs von mehr als 100 000 nach preußischem Muster ausgebildeter Mitkämpfer verschaffen werde. Das ist eine Frage, die der Geschichte anheimfällt; aber darüber war schon damals fein Zweifel, daß die Her stellung eines unabhängigen Königreichs Hannover, für die ein Theil des früheren föniglich hannoverschen Heeres im Auslande bereit gehalten wurde, nur infolge eines Krieges erstrebt werden könne, den Frankreich allein, oder im Bunde mit Desterreich, gegen den Norddeutschen Bund geführt haben würde. Wenn auch 1870 beim Ausbruch des Krieges feine Welfenlegion mehr in Frankreich stand, so lag doch die Thatsache vor, daß vor mals hannoversche Offiziere sich bereit hielten, auf Befehl des Königs Georg wieder in Attivität zu treten; und daß sie eine Gefolgschaft von Unteroffizieren und Soldaten, wenn auch viel leicht weniger zahlreich, doch immer noch gefunden haben würden, ebenso gut wie auf ihrer Wanderung nach Holland, nach der Schweiz und nach Frankreich, war sehr wahrscheinlich. Für Ah, ah, das also ist es?" Weil ich es für nicht mehr als Recht und Billigkeit ansehe, daß wir, deren Eigenthum und bürgerliche Stellung in diesem Rampfe geschüßt werden sollen, uns um Die jenigen schaaren, welche im Namen des Gesetzes als unsere Beschützer auftreten. Findest Du das nicht auch in der Ordnung?" " Ich finde es wohl in der Ordnung; nur zweifle ich, daß damit viel ausgerichtet werden wird. Denn wer durch einen Kampf nichts als seine bürgerliche Stellung und sein Eigenthum beschüßen will, der will in der Regel auch sein Leben erhalten, und solche Leute sind in der Regel herzlich schlechte Soldaten." " Das werden wir sehen; einstweilen muß Jeder seine Schuldigkeit nach Kräften thun, und habe ich deshalb be schlossen, die weiße Binde anzulegen und mich dem Ministerium oder dem Ober- Befehlshaber der bewaffneten Macht zur Verfügung zu stellen." Du Vater? in Deinem Alter?" " Bin ich etwa nicht noch rüstig genug, die Waffen zu führen? Gebe ich nicht, je älter ich bin, ein eindrucks volleres Beispiel? Und werde ich nicht, wenn es sonst noch Bedenken haben könnte, einen rüstigen Sohn zur Seite haben? an mich?" befize." „ Aber das ist ja unerhört!" rief nach einem AugenDenkst Du oder dachtest Du etwa bei diesem Sohn blicke, dessen er zur Sammlung bedurfte, der Ministerpräsident im höchsten Grade über die ihm gemachte Mit- daß das Ministerium bei dem höchst wahrscheinlich nahe Allerdings, da ich, wie Du weißt, keinen anderen Sohn theilung empört:„ Die Sache hat nicht ohne Mitwirkung bevorstehenden Kampfe die gutgesinnten Bürger zum Schutz des Personals vor sich gehen können. Lassen Sie sofort das von Recht und Gesez, Ordnung und Ruhe um sich vergesammte Personal vom Gefängniß- Inspektor bis zum Aushilfsmann verhaften und das Gefängniß durch eine entsprechende Zahl von Polizeifergeanten in Verwahrung und Beaufsichtigung nehmen. Schicken Sie mir inzwischen auch meine Schußmannschaft, da ich der Ruhe bedarf." ,, Was ist geschehen?" fragten alle Anwesenden zugleich, als der Kommissar das Lokal verlassen. fammelt zu sehen wünscht." " Ja, ja, ich habe die Plakate gelesen, und ganz außer ordentlich heiter haben sie mich gestimmt." " Heiter?" rief Findeisen erstaunt, ein Erlaß des Minifteriums kann Dich heiter stimmen?" " Ja, Du hast Recht, sie sind im Allgemeinen mehr trauriger Natur. Aber Du wolltest wohl etwas Anderes sagen." " Eine neue freche That, meine Herren; die Gefangenen Barth und Streit sind soeben aus ihrer strengen Berwah rung im Gerichtsgefängnisse befreit worden. Das Treiben dieser Menschen wird immer toller. Es ist die höchste forderung nachzukommen...." Und um dessen Thun und Treiben haft Du Dich so wenig bekümmert, daß Du nicht einmal weißt, daß dieser Sohn auf einem ganz anderen Parteistandpunkt steht?" " Ich habe davon gehört, aber feinen besonderen Werth darauf gelegt, da ich mir wohl sagen durfte, daß alle solche Liebhabereien und Parteispielereien aufhören würden in Augenblicken, wo es sich um das„ Mein und Dein", u die Erhaltung der bevorzugten Existenz handelt." Und gerade hierin hast Du Dich geirrt, Bater; die Sache " Ich wollte Dir sagen, daß ich es für die Pflicht ist mir zur Ueberzeugung und aus Ueberzeugung zum eines jeden guten Bürgers halte, dieser ministeriellen Auf- Leben geworden. Ueber das„ Mein und Dein" habe ich ganz andere Ansichten, als hr da drüben auf der anderen die deutsche Politik wäre eZ aus vielen Gründen menschlicher und politischer Natur eine 5ialamität gewesen, wenn sie han- noversche Soldaten in den Reihen der Landesfeinde gesunden Hütte oder genöthigt gewesen wäre, gegen aufständische Be- wegungen in den, Lande zwischen Weser und Elbe militärisch und kriegsrechtlich einzuschreiten. Wir können es deshalb nur als einen wesentlichen Dienst, welcher der nationalen Sache und dem nationalen Gefühle erwiesen worden ist, ansehen, wenn es gelungen ist, jeder derartigen Bewegung im Keime zuvor- zukommen und zu verhindern, daß deutsches Blut nach beut- schem Kriegsrechte vergossen wurde. Daß Männern, welche erfolgreich zur Verhinderung solcher Kalamität mitgewirkt haben, ihre Zukunft sicher gestellt wurde, war ein Verfahren, für das jeder deutsche Patriot der damalige» Regierung noch heute dankbar sein wird." So der Angeklagte Bismarck. Daß er die zwei Hoch- verräther und Häuvter der Landesverräther bezahlt hat, wird von ihm zugestanden— das staatsmännische Gesalbader, vnt dem das Geständniß umhüllt ist, nimmt diesem seinen Werth nicht. Das Geständniß ist aber noch nicht vollständig. �ie Anklage lautet nicht blos, daß die zwei Hochverräther und Häupter der Landesverräther bezahlt, sondern daß sie für ihren Hoch- und Landesverrath bezahlt worden sind, schon ehe sie denselben verübten, und zu dem Zweck, daß sie, in der Weise der Jhring-Mahlow, Schröder, Haupt, Naporra— nur in etwas höherer Sphäre und in größerem Maßstab— als diplomatische staatspolitische Lockspitzel Gegner des Fürsten Bismarck zu kompromittiren hatten. Ist das wahr? Angeklagter Bismarck, antworten Sie auf diese Frage!— Auch eine Wirkung des Sozialistengesetzes. Das Sozialistengesetz stellte der Polizei die Aufgabe, die Sozial- demokratie zu vernichten, und da die Polizei, als beruss- mäßige Vertreterin und Vollstreckerin des Gesetzes, dem Sozialistengesetz Folge zu leisten hatte, so fand sie sich ae- nöthigt, einen wesentlichen Theil ihrer Kräfte, die bisher den S i ch e r h e i t s dienst zu versehen gehabt, auf das «politische" Gebiet zu werfen. Man merkte bald, daß die vorhandenen Kräfte nicht ausreichten— die„politische" Polizei wurde riesig vermehrt; und, da die Regierung auf die Vernichtung der Sozialdemokratie das Haupt gewicht legte, und da die Sozialistenjäger und Sozialistentödter die beste Aussicht auf Karriere hatten, so war es selbstverständ- lich und natürlich, daß die Sicherheitspolizei von der politischen Polizei überflügelt wurde und ins Hintertreffen kam. Wir wollen auf Niemanden einen Tadel werfen, Niemanden der Pflichtvergessenheit anklagen, allein die That- fache steht fest, daß das Sozialistengesetz die Polizei aus ihren Berufsbahnen gedrängt, den politischen Dienst aus Kosten des Sicherheitsdienstes gefördert und letzteren wesentlich ge- schädigt hat. Ueoerall in Deutschland und insbesondere auch in Berlin ist das festgestellt worden. In Berlin ist es bei verschiedenen Gelegenheiten, z. B. bei dem Dieckhoff- Prozeß augenfällig zu Tage getreten, und die Vorwürfe, welche in neuester Zeit z.B.der Berliner Polizei gemacht worden sind und werden— jetzt wieder anläßlich des Mordes der trau Manzel— sollten eigentlich an die Adresse des Sozialistengesetzes gerichtet werden, das unter anderen schlimmen Wirkungen auch die gehabt hat, unsere Polizei von ihren eigentlichen Zielen abzulenken.— Cin Beispiel. Deutschland, und insbesondere Preußen Nennt sich das„Land der Schulen", thut als ob es aus dem Gebiete des Unterrichts anderen Staaten überlegen sei. Diese Einbildung ist aber gar windiger Natur. Die„wilden" Franzosen haben heute weit bessere Schulen als wir, und die Schweizer, auch„wild", sind uns um hundert Kopf- längen voran. Man lese nur, was in Zürich über das Schulwesen soeben von den einschlägigen Behörden festgestellt worden ist: „Das stadtische Schulwesen umfaßt zunächst die allgemeine Volksschule(Primär- und Sekundärschule). „Sodann übernimmt die Stadt diejenigen freiwilligen vffenllichen Schulen, welche bei Inkrafttreten des Zutheilungs- gesetzes am S. August 1891 in den bisherigen Gemeinden de- standen haben, mit Einschluß des Gewerbemuseums und der Gewerbeschule. „Sie nimmt weitere Schulen zum Zwecke geeigneter Be- schästigung von Kindern, welche das Alter der Schulpflicht noch nicht erreicht haben, sowie für berufliche und bürgerliche Ausbildung der reisern Jugend in Aussicht. Inzwischen wird Seite, und bei meiner bevorzugten Existenz bin ich elend gewesen, ach elend— bis zum Selbstmord!" „Was erinnerst Du mich jetzt daran; es hat hier keinen Platz. Ich habe gestern Abend im Klub versprochen, daß Du mit mir kommen würdest." .«Du hast da etwas versprochen, was wahr zu machen Nicht in Deiner Macht lag." „Willst Du nicht helfen, unser Vermögen vertheidigen?" «Nicht mit dem kleinen Finger; meinetwegen mag es Denen zufallen, die es geschaffen, den armen Arbeitern, deren Schweiß an dem Gelde klebt." „Wer das Geld so wenig ehrt, verdient keins zu haben; wen» Du also Dich nicht entschließen kannst, für unser Zntereffe einzutreten, so werde ich Dich ausschließen von der Theilnahme an unseren Gütern. Ja, Georg, tch habe es gelobt; wenn Du meiner Aufforderung nicht Genüge leistest, so schließe ich Dich aus von der Erbfolge." „Um so besser, um so besser; dann bin ich der Sorge enthoben, es Denen wieder zu geben, denen es entrissen." »Bedenke, Georg, eine Million steht Dir in Aussicht!" «Eine Million! Was ist Dein Gold! Nimm Alles, was Du hast und sieh', ob Du mir mit Deinem Golde Glisen's goldene Locken kaufen kannst, dann, dann will ich glauben, daß Gold auch glücklich machen kann. Aber Du kannst es nicht. Du kannst mir keine schlaflose Nacht, keine Thräne, geschweige denn ein verlorenes Leben zurückkaufen. Und Du drohst mir mit Enterbung? Geh', armer Vater, Du bist in der That noch ärmer, als ich." „Georg, höre noch ein Wort; ich will von meiner orderung lassen; versprich mir nur heilig und stheuer, einen Antheil an den kommenden Ereignissen zu nehmen." „Willst Du dasselbe mir versvrechen?" „Ich kann nicht, denn ich gab mein Wort." „Und so auch ich." „Du willst es also darauf ankommen lassen, daß wir wit der Waffe in der Hand uns gegenübertreten?" »Es wird zu vermeiden sein." »Und das rst Dein letztes Wort?" »Wie es das Deine war." »Nun wohl, so gehe hin in Dein Verderben; doch f. i: sie private Anstalten dieser Art unter Vorbehalt ihrer Aufsicht durch Beiträge unterstützen. „Die Sladt unterhält Volksbibliotheken und öffent- liche Lesesäle, deren Benutzung unentgeltlich ist, oder sie kann private Institute dieser Art unter Vorbehalt ihrer Aufsicht unterstützen. „Der Besuch der städtischen Schulen ist unentgelt- lich. In der Primär» und Sekundärschule werden den Schülern überdies die Lehr» mittel. Schreib- und Zeichnungsmaterialien und den Mädchen die Stoffe für den Arbeits- Unterricht unentgeltlich abgegeben." Und damit vergleiche man unser verstorbenes„Volks- schul-Gesetz", das demnächst eine fröhliche Auferstehung erleben wird. Wie beschämend tief steht unser„großer"„Intelligenz- staat" doch unter der kleinen schweizerischen Republik, in der es keinen einzigen Soldaten, und keinen einzigen„Edelsten" giebt, aber lauter freie und gleiche Bürger! Unser Züricher Parteiorgan, die„Arbeiterstimine" be- merkt zu diesem„Schulfortschritt": „Nun, wir freuen uns desselben herzlich, obgleich wir die Uebernahme der Kindergärten auch gewünscht hätten. Nun, Rom ist nicht in einem Tage erbaut; wir werden weiter an der Volkserziehung bauen. Wer das Kind nicht ehrt Und den Menschen, der in ihm steckt, Und den Lehrer nicht, der den Menschen weckt, Wer die Schule nicht vor ihren Drängern vertheidigt, Der hat den Genius der Menschheit beleidigt.—" Die italienische Krisis. Ein Theil der Zeitungen spricht von einem großen Siege Giolitti's. Vor einigen Wochen, als Giolitti für sein konfuses Programm, welches die reinste Programmlosigkeit war, eine kleine Majorität bekam, nannten die nämlichen Blätter dies einen„Pyrrhus- Sieg". Und sie hatten Recht. Sintemalen sich aber die Situation in den 16 Tagen, die zwischen jenem„Pyrrhus- Sieg" und diesem„großen Sieg" liegen, in keiner Weise eändert hat, so gebührt auch dem«großen Sieg" der ame eines Pyrrhus- Sieges. Daß die Mehrheit eine rößere, das thut nichts zur Sache. Nicht für ein "rogramm hat das Ministerium die Majorität bekommen, sondern einfach für die Verschiebung des Kampfes. Es ist wahr, für die Regierung, oder sagen wir gleich offen heraus: für den König, dessen Vertrauensmann Giolitti, ist es ein praktischer Vortheil, daß sie die Vorbereitung und die Leitung der Neuwahlen in der Hand hat— wie steht es aber um die Volksthümlichkeit und das Ansehen einer Regierung, die mit solchen kleinlichen Mitteln ar- beiten muß? Vergleiche man nicht die italienischen Ver- Hältnisse mit den deutschen. Ein Bismarck konnte aller- dings Jahrzehntelang gegen den Willen der Oppositions- Parteien regieren und die parlamentarische Maschine ab- wechselnd lahm legen oder sich dienstbar machen,— das ging wohl in Deutschland, wo daS Königthum noch starke Wurzeln hatte— und wie sind auch in Deutschland diese Wurzeln gelockert worden!— Aber in Italien, wo die Monarchie ganz neuen Datums ist, wo die savoyische Dynastie den größten Theil der konservativen Elemente— die Anhänger des Papstthums, der Bourbonen u. s. w.— von vorn herein gegen sich hat, und sich gerade auf die liberalen und radikalen Elemente stützen muß, lassen sich Bismarck'sche Regierungspraktiken nicht durchführen. Eine moderne Monarchie von Garibaldis und der Revolution Gnaden, wie die italienische, hat Rücksichten zu nehmen, die eine „angestammte" Monarchie nicht zu nehmen braucht, und wenn es ihr gelingen sollte, den italienischen Parlanientarismus vollständig zu korrumpiren und zu einer Scheinexistenz herabzuwürdigen, waS Giolitti's und seiner Hintermänner offenbare Absicht ist, so hat die Monarchie nur über sich s e l b st gesiegt und den Ast abgesägt, auf dem sie sitzt. Die italienische Krisis ist nicht beendigt, sie ist in eine kritischere, für die Monarchie direkt gefährliche Phase ge- treten.— Bon Gottes Gnaden Betrüger. Die Monarchie in Portugal, welche mit ganz besonderer Reinheit daS Prinzip der Legitimität und des Gottesgnadenthums vertritt, hat bekanntlich in aller Form den Staatsbankrott eingeleitet, und die Staatsgläubiger um viele Hundert Millionen einfach beschwindelt. Offiziell und ohne Umstände wurden den Gläubigern von jedem Hundert Franks dreißig genommen, dieses Dein Vaterhaus betrachte nicht mehr als Dein Vaterhaus." „So scheint es; denn es war mir schon seit mehr als einem Jahre fremd. Die Welt aber ist größer als das Vaterhaus, hat Raum genug und Gastfreundschaft für alle strebenden Seelen. Der reiche Mann braucht keine Kinder, er braucht nur Erben, und als solche sahst Du uns ja immer an." „Vorwürfe? von Deiner Seite?" rief Findeisen, finster; „klage Du nnch nur der allzu großen Nachsicht an, die ich gegen meine befsere Ueberzeugung habe walten lassen; be- denke, wo Du fein könntest, wenn zu Zeiten mein Geld- kasten, den Du jetzt so zu verachten scheinst, nicht für Dich offen stand." Der junge Findeisen zuckte bei diesen Worten zu- sammen; er ward so bleich, daß selbst der Alle erschrak. Dann nahm er schweigend seinen Hut, verbeugte sich vor dem Vater, wie vor einem Fremden, und verließ das Zimmer. Findeisen, der Vater, stand einen Augenblick gänzlich verdutzt da, schlug dann mit der geballten Faust auf den Tisch und rief: „Der Teufel hole die ganze Wirthschaft!IBin ich so weit gekommen mit allem was ich erstrebt, ersonnen, erarbeitet und gewagt? Und von wem kommt das? Von jenen Volks-Aus- wieglern, Demagogen, Sozialisten, Anarchisten, Kommunisten, Lumpen und Vagabonden. Nun, Gott Gnade dem, der mir heute in den Weg kommt. Zusammengeschossen muß die Kanaille werden, wie die tollen Hunde. Kartätschen in den Leib und Büchsenkolben auf den Schädel, das ist die einzige Manier, diese Bestien im Zaume zu halten.£fch hätte meinen Sohn sollen Offizier werden lassen, da wäre er vor Ansteckung sicher geblieben, könnte mit Anstand sein rzehren. Aber da waren die Herren Liberalen, schrieen Zeter und Mord; im Dienste der Reaktion wollte ich meinen Sohn leben lassen? und was der S?* n..a waren. Nun haben sie's, nun mögen sies wieder m Ordnung bringen. Ich denke Keffer Aristokrat als Demokrat? Wohl, die nächsten Tage aber werden's lehren, was aus dem ganzen und— die übrigen siebzig sollen am St. Nimmerleinstag gezahlt werden. Deutschen Kapitalisten sind auf diese Weise über SO Millionen gestohlen worden. Die„Vossische Zeitung" nennt das Kind beim rechten Namen: Betrug! Schade, daß man diese Monarchie von Gottes Gnaden nicht auf die Anklagebank setzen und ins Zuchthaus stecken kann!— Die belgischen Wahlen verlaufen ruhig. Die Ar» beiter feiern fast überall.— In Gent haben unsere Ge- noffen ein Referendum— eine Urabstimmung— veranstaltet — dasselbe ergab 21 462 Stimmen für und 186 gegen das allgemeine Wahlrecht— ein sehr günstiges Resultat, das freilich nicht die Villigung des Zensuswahlrechts erhalten wird.— In England ist jetzt eine Zeit äußerlicher Ruhe ein- getreten— nach der Aufregung, welche der Bestimmung des Auflösungstermnis folgte. Die Parteien treffen ihre Vor- bereitungen zum Kampf. Es ist die Ruhe vor der Schlacht, die Windstille vor dem Sturm. Die„zwei großen" Par- teien sind noch immer in einiger Verlegenheit um die Wahl- parole— die prinzipiellen Gegensätze glänzen so vollständig durch Abwesenheit, daß vollendetes Schauspielcr-Talent dazu gehört, ernst und leidenschaftlich zu thun, wo absolut gar kein wirklicher Grund vorliegt, mit Ausnahme des emzigen, den man aber nicht eingestehen kann: den Durst nach Macht und die Sehnsucht nach dem Staats-Milliardentopf. Der„Wettlauf um die Gunst der Arbeiter" wird immer hitziger. Daß der«große alte Zauberer", wie die Freunde — oder große alte Windbeutel— Zreat old windbag—, wie die Gegner ihn nennen, sich binnen acht Tagen aus einem grimmigen Feinde desAchtstundentages in einen„sympathischen" Beurtheiler deffelben verwandelt hat, ist selbst den optimistischsten Duselmeiern des Liberalismus etwas zu arg. Immerhin werden sich noch viele Arbeiter fangen lassen.— Wie uns mit- getheilt wird, haben B u r n s und andere Sozialisten sichere Aussicht gewählt zu werden.— Vsrkeinttikrvirhken. Eine sozialdemokratische Parteikoufereuz sür den 9. badischen Reichstags- Wahlkreis(Aemter Pforzheim, Dnrlach, Ettlingen und Gernsbach) tritt am 19. Juni Nach- mittags S Uhr im Gasthaus zur Blume in D u r l a ch zusammen. Polizeiliches, älerichtliches«. — Wegen Beleidigung der A l t e n b u r g e r Polizei wurde der Buchdrucker G. A. B o a e n i tz daselbst vom Schöffengericht u so M. Geldstrafe verurtheilt. Das Vergehen wurde in einem ilrtikel der Altenburger Ausgabe des Leipziger„Wählers" ge- funden. — Der Redakteur der Bielefelder„Volksmacht", Karl Groth, hat am 11. Juni in H e r f o r d eine fünfmonatliche Gefängnißstrafe angetreten, nachdem auch die Ober-Staatsanwalt- schaft zu Hamm seinen Antrag um Strafaufschub abschläglich beschieden hatte. Sozislo LkelrevsrrkIk. Ueber den Rixdorfer Weberstreik wird uns vom Streik- komitee geschrieben: Bis jetzt haben IS Meister unsere Forde- rungen bewilligt, so daß die betreffenden Gesellen und Spule- rinnen die Arbeit wieder aufnehmen konnten. 60 Arbeiter und 20 Arbeiterinnen befinden sich noch im Ausstand. Wir bitten noch um weitere Unterstützung, damit auch die noch Streikenden zum Siege gelangen können. Zuzug ist noch streng fern- zuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. A» die Deleairten der Berliner Streik-Kontroll- Kommission. Genvjie»! Im Interesse der Agitation ersucht der Unterzeichnete die Delegirten, ihm umgehend per Postkarte Mit- theilung davon machen zu wollen, ob in den von ihnen ver- trctenen Gewerken resp. Industrien weibliche Arbeits- kräft«, und wieviel derselben, beschäftigt werden. Angabe der Zahl derjenigen Arbeiterinnen der betreffenden Berufe, welche einer Organisation angehören, wäre ebenfalls sehr«rivünscht. Mit solidarischem Gruße I. A.: Hermann Faber, 1�., Anlonstr. S4, v. pari. Schwindel wird; und dann wird sich Manches finden. Tins aber sage ich und gelobe es, mir soll jede Art Regierung recht sein und jede soll von mir die freigebigste Unter- stützung finden, die mir die Garantie giebt, daß Zustände wieder hergestellt werden, bei denen man Herr in seinen Werkstätten und Herr in seiner Familie ist. Was Libera- lismus, was Fortschritt. Und wenn in diesen Tagen alle meine Arbeiter niedergeschossen werden, so ist meine Fabrik wieder frei und ich kann annehmen, wen ich will, werde auch nie Mangel verspüren, denn das Arbeitervolk vermehrt sich wie die Karnickel. Howald hat Recht; Howald ist ein Mann, wie ein Mann seines Standes sein sollte. Aber ich werde ihn für unsere Familie zu gewinnen suchen." Nach dieser theilweisen Beruhigung eilte der Fabrikant, die weiße Binde anzulegen und das Doppelzündnadelgewehr, — eine sehr, sehr unbequeme und unnöthige Verdoppelung — zu ergreifen. Dann bejjab er sich nach dem Zimmer seiner Tochter, welche er mit Aussuchen von Lemwand be« schästigt fand. „Was machst Du denn da, Hermine?" frug er er« staunt. „Ich fürchte, es wird Kampf geben, und wir müssen an die Verwundeten denken." „Sehr praktisch und klug. Nimm nur nichts Gutes und komm' dann nach dem Gesanimtministerium. Oder ich möchte Dich wohl abholen lassen?" „O nein, lieber Vater, das ist nicht nöthig, ich gehe von hier zu Helenen, wo wir Alles vorbereiten." „Das ist zu entlegen; die Soldaten werden nach der Seite des Militärhospttals und der Kasernen gebracht; in diese Gegend müßt Ihr Euch wenden." „Und die verwundeten Arbeiter?" „Mädel, ich hoffe doch, Du willst Dich nicht mit dem Pöbel befassen?" „Für mich giebt es nur Verwundete; sie werden rechts und links fallen; aber für die Soldaten wird besser ge- sorgt sein." „Und Du wolltest verwundete Rebellen unterstützen?" »Verwundete Rebellen sind verwundete Menschen." (Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Inserate überNeue Welt. Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Jeden Mittwoch: Achtung! Achtung! nimmt die Rebation dem Publifum Kinderfest mit Gratisverloosung. Große öffentliche Volksversammlung gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 15. Juni. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Berliner Theater. Der Hüttenbesitzer. Deutsches Theater. und der Liebe Wellen. Des Meeres Leshing- Theater. Irrlichter. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Mikado. Adolph Ernst- Theater. Wien. GroßOstend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Thomas- Thenter. Heißes Blut. Puppentheater, Bonbonregen, Stangenklettern, Wettlaufen, Fadelzug. Konzert und Komiker- Vorstellung. Entree für Erwachsene 15 Pfg.- Kinder 10 Pfg. Donnerstag: Monstre- Feuerwerk. Th. Keller's Hofjäger, des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises de am Mittwoch, ben 15. Juni cr., Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Fey, Brunnenstr. 140. Tages Ordnung: Fortsehung der Diskussion in der Angelegenheit der Herren Baer Sohn. Da 22 Redner noch eingezeichnet sind, so wird die Versammlung pünkt[ 475/4] Die Fünfer- Kommission. Hasenhaide, lich eröffnet. Bergmann- StraßenEde. Heute, Mittwoch, den 15. Juni 1892: E 3weites gr. Kinderfest mit Gratisverloosung. Bonbonregen, Sackhüpfen, Hahnenschlag etc. Großes Garten- Konzert. Im großen Saale: Marionetten- Theater. Volksbeluftigungen. Ball. Abends: Großer Fackeling und bengalische Beleuchtung. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf. Kinderbillet nur an der Kaffe. A. Fröhlich. Bellealliance- Theater. Der ben Friedrichshagen. ,, Restaurant Gesellschaftshaus, teurer. Kroll's Theater. Die lustigen Weiber empfiehlt den Besuchern seine schattigen, Vor- u. Sintergärten, Saal, 2 Regel von Windsor. bahnen, Billard 2c., Kaffeeküche à Str. 60 Pf. einer frdl. Benuhung. F. Jlges. Kaufmann's Variótó. Borstellung. Spezialitäten Brauerei Boruſſia, Niederschöneweide, Johannisthal, Oberſpree. Berl. Sommer- Theater Jeden Sonntag und Mittwoch: Gr. Militärkonzert u. Ball. ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Mittwoch, 15. Juni: Kaffeeküche ist geöffnet. [ 2560L] Fr. Dolinski. Deutsch. Tischlerverband Zahlstelle Berlin. Versammlungen Often: Donnerstag, den 16. Juni cr., Abends 8½½ Uhr, bei Schirmeister, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Willy Wach. 2. Dis 464/7 tuffton. 3. Berschiebenes. Süd- Welt und Westen: Montag, den 20. Juni cr., Abends 8% Uhr, ,, Königshof", Bülowstraße 37. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Ausserordentliche 1. Thell: Grosse Specialitäten- Vor J. Semmel, praft. Zahn- Arzt, Mitglieder- Versammlung stellung. 2. Theil: Zwölf Mädchen in UniOranienstr. 55, Moritzplatz. Spr. 9-1, 3-5. In der Poliklinik der Bentral- Krankenkasse der Maurer, Steinform. Vaudeville Burleske in für Unbemittelte 1-3, 5--6 Nachm.( künstl. Zähne 2 Mark). 1 Akt von L. Angely. Musik von verschiedenen Komponisten. Inscenirt v. Paul Pauly. 3. Theil: Specialitäten- Vorstellung. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen C. Königsfeld, Uhren- u. Goldwaaren- Geſchäft. 2017L Reinickendorfer- Str. 69. Größte Auswahl. Reparaturen gut und billig. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. der Najaden, grosses Balletdiver- Mare u. 3.) in Bigarrenspihen, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Spezialität: Porträts bewährter sozialistischer Führer( Laalle, tissement, ausgeführt von dem aus Manschettenknöpfen, Stöcken, Brochen. Büften. En gros. En détail. 20 Damen bestehenden Corps de 2274 L B. Günzel, Brunnenstr. 157, am Rosenthaler Thor. Ballet. Anfang: des Konzerts 6/2 Uhr, der Vorstellung 712 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's orientalische Zauber und Wunder. Kasseneröffnung 18 Uhr. Anf. 8 Uhr. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Ränge: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge 4 und 3 M. 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Lapezirer- Verein Filiale Berlin. Versammlung am Donnerstag, den 16. Juni cr., Abends 81/2 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Die Tagesordnung wird in der Verfammlung bekannt gemacht. Wegen der Wichtigkeit derselben erfucht um sämmtliches Erscheinen der Mitglieder. Mitglieder- Aufnahme findet statt: Die Ortsverwaltung. 530b Möbel- Magazin Paul Neugebauer, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 54a, A hauer, Stuckateure( Grundstein zur Ginigkeit) am Donnerstag, 16. Juni cr., Abends 8%, Uhr, im Lokal des Herrn Brochnow( früher Orschel), Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Das Fortbestehen der Kasse nach Annahme der Novelle unter der Borlage des Statuts und der Antrag der Delegirten zur eventuellen Auflösung derselben. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. 229/14 Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Hingegend. Branchen- Versammlung der Mechaniker am Donnerstag, den 16. Juni d. J., Abends 82 Uhr, im„ Louisenstädtischen Klubhause", Annenstr. 16, Tages- Ordnung: 479/5 1. Vortrag über die Pariser Kommune. Referent Herr Fr. Berndt. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Berlins und Umgegend. Versammlung am Freitag, den 17. Juni, Nadhur. 5 Uhr, beim Kollegen Kuhlmey, Schönhauser Allee Nr. 28. Tagesordnung: 1. Besprechung der Polizeiverordnung betr. die Einrichtung der Spül vorrichtungen im Schantgewerbe, welche am 1. Juli in Kraft tritt. 2. Ab rechnung vom Stiftungsfest. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VereinsAngelegenheiten und Verschiedenes. 476/2 Die Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstand sind, werden auf§ 6, Abs. 3, aufmerksam gemacht. Schant- und Gastwirthe, welche dem Verein nicht angehören, find als Gäste willkommen. Die Mitglieder werden um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht. Der Vorstand. -O Freie Vereinigung der Kaufleute. Grosse Versammlung am Donnerstag, den 16. Juni, Abends 8½½ Uhr, im Saale des Herrn Philipp( fr. Stein), Rosenthalerstr. 38. 177/19 Tagesordnung: 1. Kirche und Deutschfreisinn. Ref. Herr cand. Reichelt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Außerordentliche General- Versammlung empfiehlt Möbel aller Art u. Bolster in der waaren eigener Fabrit. zahlungen gestattet. Theil[ 23662 am Mittwoch, den 15. Juni, Abends 82 Uhr, Brauerei Friedrichshain" vor dem Königsthor. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit der Handelsgesellschaft Kattein. 2. Beschlußfaffung über die am 30. Mai gestellten Anträge. 3. Verschiedenes. Zur Legitimation ist der Antheilschein oder die Mitgliedstarte erforder Reste 3. Herren- u. Knaben- Anzüg. Da- lich. ejen besonders darauf aufmerksam, daß Frauen von Mitgliedern, mentuche i. d. neuesten Farben zu Capes, wenn Regenmänteln u. Jaquets, Gloria zu Staubmänteln, Blousen u. Jupons empfiehlt billigst E.Sommerfeld, Genbelftr. 1, am Spittelmarkt. Empfehle Freunden und Genossen mein Parterre- Lokal nebst großem Vereinszimmer für 50 Personen.[ 532b Allen Freunden u. Genossen empfehle Otto Mohr, Naunynstr. 70. meine neu eröffnete 2548L Arbeiter- Gefanguerein sucht tücht. Restauration. Dirigenten. Offerten A. Schmidt, Für gute Speisen u. Getränke ist gesorgt. N., Bernauerstr. 26, v. 4 Tr. H. Voss, Prinzentr. 74. 535b Vereinszimmer stehen zur Verfügung. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Liter 65 Pf. 65" Nordhäuser Getr.- Kümmel • Franz Beyer, Chaussee- Str. 103. Flanellhemden- Arbeiter straße 124. Mittheilung, daß ich wegen zu hoher Maitrank, täglich feife, Magnus Alsleben, Spider15. Juni, mein Lokal räunie. 25682 J. Gnadt, Brunnenstr. 38. Größtes Berlins Flasche 60 Pf. die Frau nicht selbst Mitglied ist, einen Zutritt haben. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Der Aufsichtsrath. Fachverein der 95/19 Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 20. Juni cr.: Großes Sommer- Fest in der ,, Neuen Welt", verbunden mit Konzert, Spezialitäten und Feuerwerk. Um 9 Uhr: Grosse Fackelpolonaise, 436/9 und Arbeiterinnen sucht fof.[ 538b wozu ein jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Den geehrten Damen steht die Kaffeeküche von 3 Uhr ab zur Verfügung. Eröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 4 hr. Billets à 30 Pf. find zu haben bei den Kollegen Wittig, Wienerstr. 33 Tüchtige Steinmetzen f. Ischyrosa, und Böke, Naunynstr. 24. Der Vorstand. an der Station„ Treptow". 529b Eisbein m. Schweinstöpfe, gep. u. f.,| Kinderwagen gebr. Rottbuserstr. 18. Parteigenosse, 3. 3. arbeitslos und Pfd. 20 Pf. bei Nonn, Staligerstr. 129, Freunden und Genoffen empfehle in bedr. Lage, bittet um Nachweisung Hof, Keller. Franz Beyer, Chauffeestr. 103. od. erb. u. L. Saubere 5366 Lübbenerstr. 20 freundl. Wohnung. Stube, Küche, eign. Eing. u. Klosett, fof. möbl. Schlafft. f. 2 H., Genoffen, H. r. Tr. Hierzu eine Beilage. meine Cigarren eigener Fabri- einer Stelle als Komtoirbote, Kassirer Kinderwagen. Andreas Fr, 23.3.p. 5226] C. Reinicke, Manteuffelſtr. 9. an die Expedition D. Bl. 540b vorzugt. Rassmann, Blumenſtr. 51b, II. Lindenstr. 15,§. 1. 4 st. b. Mohs. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. r. 137. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 74. Sigung vom 14. Juni. 11 Uhr. Am Ministertische: Thielen und mehrere Kommissarien. Die zweite Berathung des Gesetzes betreffend die Bahnen unterster Ordnung wird fortgesetzt. Nach§ 13 kann der Bau von Bahnen, welche für den Betrieb mit Maschinenkraft bestimmt sind, nicht eher beginnen, als bis der Plan festgestellt ist, zur Einsicht ausgelegen hat und die Einwendungen dagegen erledigt sind. Der letzte Absatz lautet: Wenn aus der beabsichtigten Bahnanlage Nachtheile oder erhebliche Belästigungen der benachbarten Grundbesitzer und des öffentlichen Verkehrs nicht zu erwarten sind, kann der Minister der öffentlichen Arbeiten den Beginn des Baues ohne vorgängige Planfestsegung gestatten. Mittwoch, den 15. Juni 1892. Abg. Krause hält den Zusah, welchen die Kommission beschlossen hat, für nothwendig, weil sonst ein allzu leichter Eingriff in das Eigenthum möglich sein würde. Die Abgg. von Tiedemann- Bomst und Cremer treten für den Antrag Frenz ein, während Abg. Jerufalem für die Aufrechterhaltung des Kommissionsbeschlusses spricht. 9. Jahrg. einzuschieben. Die auf Grund des Dotationsgesetzes vom 8. Juli 1875 den Provinzen überwiesenen Dotationen können auch zur Förderung des Baues von Kleinbahnen verwendet werden. Abg. Ludowieg( ntl.) beantragt, auch das Dotationsgesetz von 1868( für die Provinz Hannover) hier zu zitiren. Abg. von Tiedemann- Bomst ist mit diesem Antrage einAbg. Hammacher( ntl.): Wenn der Staat das Recht erhält, verstanden und empfiehlt seinen Antrag, weil er die Provinzen in jedem Augenblicke solche Lokalbahnen zu verstaatlichen, so wird als die besten Förderer des Baues von Kleinbahnen betrachtet. das Kapital sich nicht sehr geneigt zeigen, sich an dem Bau sol- Er verweist auf Belgien, wo die Provinzen den Bau von Kleincher Bahnen zu betheiligen. bahnen erheblich gefördert haben. Es sei die Bedeutung des AnAbg. Graf Limburg- Stirum( fons.): Die Regierung erklärt, trages, die Provinzen darauf hinzuweisen, daß sie mit ihren daß sie nicht geneigt sein würde, Konzessionen zu geben, wenn Mitteln für den Bau von Kleinbahnen eintreten sollen. Wenn die Kommissionsbeschlüsse angenommen werden. Das dürfte wohl die Provinzen selber Mittel für solche Zwecke bewilligen, dann das größere Uebel sein, und deshalb empfiehlt sich die Wieder- wird es dem Staate leichter werden, seinerseits eine Unterstützung herstellung der Vorlage, zumal die Entschädigungen ganz reichlich eintreten zu lassen. bemessen zu sein pflegen. Auf Vorschlag des Präsidenten wird mit dem Antrage die Abg. Lieber( Zentr.): Man kann doch nicht ernsthaft an- Berathung der von der Kommission vorgeschlagenen Resolution nehmen, daß die Regierungen, wenn der Kommissionsbeschluß an- verbunden: Der Königl. Staatsregierung zur Erwägung anheimgenommen werden sollte, mit der Ertheilung von Genehmigungen zugeben, ob die Erweiterung der Verwendungszwecke im§ 4 des sparsam sein werde; das würde doch nur eine kleinliche Rache Dotationsgesetzes vom 8. Juli 1875 auf die Fürsorge für den Der Antragsteller führt aus, daß bei der Benuhung öffent fein. Was hätte denn auch die Sparsamkeit für einen Zweck, Bau von Lofalbahnen und die Unterstüßung von Gemeinde- und licher Wege für Eisenbahnen die größte Vorsicht nothwendig sei. wenn Niemand vorhanden ist, der folche Genehmigung bean- Kreis- Lokalbahnen im Wege der Gesetzgebung herbeizuführen sei.. Die Anwohner solcher Bahnen, welche ja schon mehrfach betragt? Nachdem das Staatsbahn- System für die großen Bahnen Abg. Rickert ist mit dem Antrage v. Tiedemann einverstehen, führen erhebliche Klagen darüber, daß die betreffenden eingeführt ist, sollte man in Bezug auf die Genehmigung der standen und spricht seine Freude darüber aus, daß dieser GeWege gar nicht mehr benutzt werden können, wenn die Eisen- Kleinbahnen recht weitherzig sein. danke, den er vor 15 Jahren eifrigst verfolgt habe, der aber bahn fahre, ohne daß erhebliche Unglücksfälle vorkommen. damals gerade von den Parteigenossen des Antragstellers bekämpft Redner verweist auf mehrfache Unfälle, welche gerade einigen Abworden ist, jetzt Anklang finde. Die Provinzen Ost- und Westgeordneten zugestoßen feien bei Gelegenheit des Befahrens solcher preußen hätten viel Geld gespart, wenn sie statt der theuren Wege. Chausseen billigere Kleinbahnen gebaut hätten. Die Fassung des Antrages sei aber verbesserungsbedürftig; vielleicht ziehe der Antragsteller ihn für heute zurück, um ihn bei der dritten Lesung wieder einzubringen. Abg. Hansen beantragt diesen Absatz zu streichen oder wenigstens hinter fann" einzuschalten: sofern es sich nicht um die Benutzung öffentlicher Wege handelt." Minister Thielen: Sie werden weder durch die Fassung der Kommission das Kapital anlocken, noch durch die Fassung der Regierung das Kapital abschrecken. Es handelt sich doch nur um solche Bahnen, die als Kleinbahnen gebaut werden, weil die Minister Thielen erklärt sich gegen die Anträge, weil die Regierung fie als Nebenbahnen nicht baut. Das Lettere wäre Dom Borrebner geltend gemachten Bedenken bereits in der Vor- den Interessenten wohl sehr viel lieber. Wir stehen nun einmal lage berücksichtigt feien; in folchen Fällen, wo die Eisenbahn- jezt im Staatsbahnsystem und deshalb haben wir demselben auch anlagen auf einem Wege Gefahr zur Folge haben können, wird bei dieser Gesetzgebung Rechnung zu tragen. von der Festsetzung und Auslegung des Planes nicht ab gesehen werden. Der Antrag ist durchaus unnöthig. Nachdem noch der Abg. Frentz( fons.) sich für den Antrag Hansen ausgesprochen, wird§ 13 mit demselben angenommen, ebenso ohne erhebliche Debatte die§§ 14-16. Dem§ 17 hat die Kommission folgenden Zusatz gegeben: Die angesetzten Beförderungspreise haben gleichmäßig für alle Personen oder Güter Anwendung zu finden." Abg. Rickert hält den Zusatz für bedenklich, wenn er nicht genügend deklarirt wird. Daß z. B. der Transport von Massengütern billiger fein tann als der Transport von einzelnen Fracht Stücken, sei wohl selbstverständlich; es solle wohl nur ausgedrückt werden, daß keine Person bei Bemessung der Tarife begünstigt werden solle. Abg. Krause: Es scheint mir ein Widerspruch, daß der Staat den Bau dieser Kleinbahnen ablehnt, aber sofort eine Vorschrift in das Gefeß bringen will, die ihm die Verstaatlichung derfelben erleichtert. Gegen die Stimmen der Konservativen und Freikonservativen wird der Antrag der Kommission aufrecht erhalten. § 27 trifft Bestimmungen über die Bemessung der Entschädigungen, welche, wenn das Unternehmen noch nicht 5 Jahre im Betriebe gewesen ist, nach dem Jahresdurchschnitte des Reingewinnes gemessen werden soll. Abg. Langerhaus hält das für eine Härte und beantragt die Streichung dieser Bestimmungen. Abg. Krause widerspricht diesem Antrage, dessen Annahme auch Abg. Gerlich( ft.) für zu weitgehend hält. § 27 wird unverändert angenommen. Minister Thielen bezeichnet diese Auffassung als richtig; fie entspreche dem Eisenbahngesetz von 1888. Die betreffende Vorschrift sei nur deshalb nicht in das Gesetz aufgenommen in worden, weil sie in die Konzessionsurkunde Aufnahme finden sollte. Auf Bitte des Abg. Rickert erklärt der Referent, Abg. v. Bismarck, daß in der Kommission ebenfalls die Meinung geherrscht habe, daß keine Person bei den Tarisen besonders be günstigt werden solle. § 17 wird unverändert genehmigt. Bum§ 18 wird ein Antrag des Abg. v. Strombeck angenommen, wonach der infolge einer Erweiterung des Unternehmens eintretende Wechsel der Aufsichtsbehörde auf Kosten des Unternehmers bekannt gemacht werden muß. Bum§ 20 wird beschlossen, daß die Genehmigung zurück genommen werden fann, wenn gegen die dem Unternehmer obliegenden Verpflichtungen in wesentlichen Beziehungen" verstoßen wird; die Worte in wesentlichen Beziehungen" fehlten in der Vorlage. " § 35 lautete in der Vorlage: Zur Anlegung von Bahnen den Straßen Berlins und Potsdams bedarf es königlicher Genehmigung." Die Kommission hat dem Paragraph folgende Fassung gegeben:„ An dem Erforderniß der königlichen Genehmigung für die Anlegung von Bahnen in den Straßen Berlins und Bots dam wird durch das gegenwärtige Gesetz nichts geändert." Der Antragsteller ist bereit dazu, verzichtet aber darauf, da der Präsident v. Köller die Vertagung der Debatte vorschlägt, welchem Vorschlage das Haus beitritt. Schluß gegen 4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. ( Fortsehung des Kleinbahnen- Gesetzes und Berathung des Antrages Kelch wegen Errichtung eines Amtsgerichtes auf Helgoland.) Tokales. Der Rigdorfer Weberstreik sei beendet, melden bürgerliche Zeitungen. Diese Nachricht ist nach der uns vom Streikkomitee zugegangenen Meldung, die wir heute unter der Rubrik„ Soziales" bringen, unzutreffend. Lasse sich also kein Weber und kein Arbeiter durch die Nachricht der bürgerlichen Zeitungen irre führen. Der Streit ist selbstverständlich erst beendet, wenn ihn das Streittomitee für beendigt erflärt. Der Abg. Lieber( 3.) erklärt sich für die Vorlage; die großen Vortheile, welche die Eigenschaft als Residenz mit sich bringt, Die Altersversicherung bringt den Arbeitern nicht blos mußte die bezeichneten Städte bewegen, die kleinen Belästigungen allzu geringe und nur einem allzu fleinen Prozentsatz zu Gute in Kauf zu nehmen, welche die Anwesenheit des königlichen Hof- kommende Vortheile, sondern diese werden auch obendrein oft lagers mit sich bringen. Allerdings habe 1874 der König einen von den Arbeitgebern illusorisch gemacht. Es kommen hier Theil seines Rechtes delegirt auf die Minister, aber diese namentlich zwei Praktiken der Unternehmer in Betracht. Die Delegation bedeute nicht eine vollständige Abtretung des Rechtes. eine besteht darin, daß der Unternehmer den Lohn reduzirt, anDie Fassung des Kommissionsbeschlusses führe nur zu Unklar geblich weil er seine Beitragshälfte nicht leisten kann. heiten. Denn was bedeute die Vorschrift der Kabinetsordre, daß Arbeitgeber ist strafbar, wenn er die von ihm zu leistenden Beidie königliche Genehmigung nur für die eleganteren Stadttheile träge als solche vom Lohn abzieht; aber man kann ihm nicht Berlins gelten solle. beifommen, wenn er den Lohn selbst um den Betrag derselben Nach§22 wird beim Erlöschen oder bei der Zurücknahme Minister Thielen schließt sich vollständig diesen Ausführungen verkürzt. Derartiges ist z. B. in Berlin bei den Akkordder Genehmigung die bestellte Sicherheit herausgegeben und die an; die Fassung des Kommissionsbeschlusses gebe nur zu Zweifeln bezahlungen einiger Schuhmacherei- Arbeiter vorgekommen und Wege- Unterhaltungspflichtigen erhalten das Recht, die Wieder Veranlassung. Das Bedenken, daß dadurch die Anlage von auch andere Fälle sind berichtet worden. Die andere herstellung des früheren Zustandes unter Beseitigung in den Straßenbahnen in Berlin und Potsdam behindert werden könnte, Manier, wie ein Unternehmer den Arbeiter faktisch Weg eingebauter Theile der Bahnanlage oder gegen angemessene ist nicht begründet. Die Monarchen haben stets ihre Fürsorge um den Vortheil der Rente bringt, bringt, und die vom Entschädigung den Uebergang der letteren in ihr Eigenthum zu für ihre Residenzen, speziell für Berlin bewiesen. Gesetz dem alten Arbeiter zugedachte Wohlthat sich verlangen. Die Kommission hat den Zusah gemacht:" Im öffent- Abg. Graf Limburg- Stirum( t.) hält auch den Beschluß der selber zuführt, besteht darin, daß er den in den Genuß der Alterslichen Intereffe kann die Aufsichtsbehörde eine Frist festſeßen, Kommission für eine Quelle des Zweifels. Wer die Rechte der rente gelangten Arbeiter um den Betrag der Rente im Lohne vor deren Ablauf der Unterhaltungspflichtige nicht berechtigt Krone uneingeschränkt aufrecht erhalten will, muß für die Vorlage fürzt. Er fagt ganz einfach:" Du bekommst jetzt die Rente, ist, die Wiederherstellung des früheren Zustandes zu ver- stimmen. Daß die Befugnisse der Krone nicht in dem Sinne ge- Deine Ausgaben sind nicht gestiegen und früher bist Du auch langen." handhabt werden, daß der Verkehr beeinträchtigt wird, sei ohne ausgekommen, also fannst Du jest billiger arbeiten." Da der Zweifel. artige Maßnahmen der Unternehmer nicht genereller, sondern Abg. Krause: Ursache des Kommissionsbeschlusses war die Be- individueller Natur sind, d. h. sich jedes Mal nur gegen gründung des§ 35, in welcher es hieß, daß die Vorschrift des einen Einzelnen richten, so gelangen fie meist nicht selben für die eleganteren Stadttheile Berlins dem bestehenden zur Kenntniß weiterer Kreise. Wir können indeß manchen Fall Rechte entspräche. Daraus wurde geschlossen, daß es sich für die dieser Art feststellen und beweisen. Unter solchen Umständen anderen Stadttheile um eine Erweiterung des bestehenden Rechts werden die Arbeiter diesem sozialreformerischen" Gesetze nicht handelt; deshalb wurde die anderweitige Fassung gewählt, für nur Gleichgiltigkeit, sondern entschiedene Abneigung entgegenwelche auch die Mitglieder des Zentrums stimmten, die jetzt bringen; es nüßt ihnen nicht blos nicht, sondern es schädigt sie. allerdings ihre Meinung geändert zu haben scheinen. Am Besten sind da eigentlich mit dem Gefeße die Pommern dran. Abg. Jerufalem( 3.) beantragt diesen Satz zu streichen, weil es nicht richtig sei, wenn eine Konzession erloschen oder zurückgenommen ist, eine längere Frift zu gewähren. Daran sei doch nicht zu denken, daß der Unternehmer in einem solchen Falle sein ganzes Unternehmen verkaufen tönnte. Abg. Hammacher( ntl.) hält die Vorschrift für zweckmäßig, weil auf diese Weise ein im öffentlichen Intereffe liegen des Unternehmen, welches durch persönliche Wiißgeschicke des Unternehmers zu Grunde gehe, von einem anderen Unternehmer geführt werden könne. § 22 wird unverändert angenommen. 23 bestimmt über den Verfall der Geldstrafen, über welche der Minister entscheiden foll; biefelben sollen für das Unter nehmen oder für ähnliche Unternehmungen in den betreffenden Landestheileu verwendet werden. Abg. Brömel( fr.) wiederholt seine Frage, die er bereits in der Kommission gestellt hat, ob auch die Staatsbahnen sich den Anschluß der Kleinbahnen gefallen lassen müssen; die be jahende Antwort des Ministers sei in dem Berichte nicht enthalten. Minister Thielen: Ich nehme keinen Anstand, die Frage des Vorredners zu bejahen. Abg. v. Strombeck( 3.): Die Zentrumsmitglieder der Wie nämlich jetzt ans Licht kommt, ist dort bisher noch nie fonRommission haben allerdings für den jetzt vorliegenden Beschluß trollirt worden, ob die Vorschriften des Gesetzes erfüllt waren gestimmt, sie haben sich aber inzwischen überzeugt, daß dadurch oder nicht. Die Altersversicherung ist also dort sozusagen fakulweifel entstehen können bezüglich der Rechte der Krone, welche tativ; am eifrigsten Kleben sollen diejenigen, die bald in den Besitz 1874 delegirt worden sind, deshalb werden sie jetzt für die Re- einer Rente zu kommen hoffen, so alle die Achtundfechzigjährigen. gierungsvorlage stimmen. Abg. Stengel( 3.): Auf solche Einzelheiten gehe ich nicht ein; ich freue mich, daß die Erörterung uns nicht erspart geblieben ist, denn dadurch wird wenigstens die Uebereinstimmung der Parteien festgestellt dahin, daß die Rechte der Krone unverändert bleiben sollen. Das wird am deutlichsten durch die Vorlage ausgesprochen. Abg. Jerufalem( 3.) beantragt, daß die Strafgelder in Abg. Brömel( dfr.): Bei geschickterer Begründung der Neber sogenannte Fieber Thermometer schreibt der erster Linie den Gläubigern des Unternehmens zu gute kommen Vorlage und wenn die Zentrumsmitglieder sich früher unter Reichs- Anzeiger": sollen; er verweist darauf, daß die Bauhandwerker für ähnliche richtet hätten, hätte dem Hause die Erörterung ganz erspart Seit 1885 giebt es im Deutschen Reich eine amtliche Forderungen ein Vorrecht verlangen. werden können. Praktisch habe die Frage gar teine Be- Prüfung der ärztlichen oder sogenannten Fieber- Thermometer. Minister Thielen, sowie die Abgg. Tiedemann- Bomst, deutung mehr, da wohl zu hoffen ist, daß die Rechte der Als man sie einführte, wollte man der großen Unzuverlässigkeit Kranse und Frentz erklären sich gegen diesen Antrag, der schließ- Krone in demselben Umfange wie bisher delegirt werden. entgegentreten, unter welcher diese wichtigen Instrumente litten lich zurückgezogen wird. Eine Beschwerung des Verkehrs ist es aber, daß die Ueber- und welche leider zum Theil auch heute noch nicht ganz beseitigt § 23 wird unverändert angenommen. schreitung der Straße Unter den Linden mit der Pferdebahn ist. Eine recht stattliche Höhe erreicht die Zahl der Thermometer, Nach§ 25 fönnen die Unternehmer von Kleinbahnen den nicht gestattet wird. Die große Berliner Pferdebahn hatte die welche bei der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt zu CharAnschluß an Bahnen, welche dem Eisenbahngesetz von 1888 Ueberschreitung bei der Friedrichstraße beantragt und als dies lottenburg und bei der unter technischer Kontrolle der letzteren unterliegen, verlangen. zurückgewiesen wurde, bei der Charlottenstraße. Hier hat der stehenden Großherzoglich fächsischen Prüfungsanstalt für ThermoMinister wegen der Enge der Straße Widerspruch erhoben, der meter in Ilmenau alljährlich zur Prüfung gelangen. Um so be aber thatsächlich nicht begründet ist, da die Pferdebahn Straßen dauerlicher aber ist es, daß selbst heute noch zahlreiche Aerzte passirt, welche enger find, als die Charlottenstraße. über das Wesen dieser amtlichen Prüfuugen wenig unterrichtet sind und diese Unkenntniß es manchen Verfertigern und Händlern von Thermometern ermöglicht, diese gemeinnüßige Einrichtung zum eigenen Vortheil in ungehöriger Weise auszunutzen. Die amtlichen Prüfungsstellen versehen nämlich nicht nur die von ihnen untersuchten Instrumente mit einer Aegstempelung, sondern geben ihnen auch Prüfungsscheine bei, welche durch das aufgedruckte Stempelzeichen des Reichsadlers deutlich als amtliche gekennzeichnet werden. Es kommen aber zahlreiche Thermometer Die Kommission hat eingefügt, daß die Unternehmer sich in den Handel, welche einer amtlichen Prüfung nicht unterlagen dem Eisenbahngesetz vom 1888 unterwerfen können; erst wenn und gleichwohl mit Prüfungsscheinen versehen sind, nur daß dies verweigert wird, kann der Staat nach einjähriger Kündiletztere in der Regel vom Verfertiger selbst herrühren, welcher gungsfrist den Ankauf vornehmen. Die Kommission hatte diesen Paragraph gestrichen. weder die erforderliche Unparteilichkeit, noch auch meistens die für Diesen Zusaß der Kommission beantragen die Abgg. Frenz Minister Thielen: Die Anstellungsfähigkeit der Militär- solche Prüfungen nöthige Befähigung besitzt. Dabei wird aber, und Gen. zu streichen. anwärter wird durch das Gesetz allerdings nicht wesentlich er- weil die meisten ärztlichen Thermometer von einem ZwischenMinister Thielen erklärt sich für diesen Antrag, weil das weitert, trotzdem muß es der Regierung erwünscht sein, daß auch händler und nicht vom Verfertiger gekauft zu werden pflegen, durch der Staat behindert werde, Bahnen, welche dem allgemeinen die kleinbahnen Militäranwärter anstellen. Ich möchte deshalb die Scheine jedoch von leyterem ausgestellt sind, vielfach der Staatsbahnnes angehören, an fich zu nehmen. Würde der das Haus bitten, sich nicht dem Vorschlage seiner Kommission Glaube erweckt, daß eine Nachprüfung von unbetheiligter sehr vorsichtig bei der Genehmigung von Privatbahnen verfahren Staat hier in feiner freien Bewegung gehindert, so würde er anzuschließen. Seite vorliegt. Häufig findet sich in den Bescheinigungen, um ihnen scheinbar größeren Werth zu verleihen, auch die Angabe, die Kontrolle sei mit einem von der Physikalisch Technischen Reichsanstalt oder der kaiserlichen Seewarte oder einer anderen § 25 wird genehmigt. § 26 bestimmt, daß die Lokalbahnen, welche die Bedeutung gewonnen haben, daß sie Theile des allgemeinen Staats Eisenbahnneges sind, vom Staate erworben werden können. oder unwirthschaftlich. § 35 wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und einiger Nationalliberaler nach der Regierungsvorlage angenommen. Nach§ 36 der Vorlage sollten die Lokalbahnen verpflichtet sein, die Militäranwärter nach den für den Staatsbahndienst geltenden Bestimmungen anzustellen. $ 36 wird entsprechend dem Antrage der Kommission verAbg. von Tiedemann- Bomst beantragt folgenden§ 87a neu worfen. • " Behörde geprüften Normal ausgeführt worden. Um die Täu-| Prostitution mit rücksichtsloser Strenge verfolgt werde. Wir einer unserer Berichterstatter mittheilt, lagen von Anfang an schung noch weiter zu treiben, hat fogar fürzlich ein Thermo- werden ja bald erfahren, ob solche Absichten bestehen und ob sie Verdachtsmomente gegen Otto Wagenschüß vor, welche, wenn die meterverfertiger den von ihm selbst ausgestellten Prüfungs- etwa, um eine Verhandlung in der gefeßgebenden Körperschaft Behörde diese ins Auge gefaßt, zur Auffindung des Mörders bescheinigungen das genaue Format und die Anordnung der zu umgehen, einfach in Gestalt einer faktischen Duldung ver- unbedingt hätten führen müssen. Es steht fest, daß Otto W. sich amtlichen Scheine gegeben, so daß der nicht aufmerksame oder wirklicht werden sollen. Die bürgerliche Gesellschaft fann, das von seiner Mutter, nachdem ihm bei Ausübung des Verbrechens wenig erfahrene Räufer leicht in den Glauben versetzt werden wird man dann erfahren, weder auf die eine noch auf die andere fein Stuckateurmesser zerbrochen, am Tage nach der That ein tann, einen Schein der letteren Art vor sich zu haben. Es Weise von einem Geschwür geheilt werden, dessen Ausschneiden spizzes Rüchenmesser geben ließ, welches er ferner für die Arbeit liegt uns sehr fern, etwa für die ausschließliche Benuhung ihren Organismus tödtlich verlegt. benüßte. Kurz nach dem Morde ließ sich der Bursche, amtlich geprüfter ärztlicher Thermometer hier eintreten zu der nie über ein Zehnmarkstück zu verfügen gehabt, wollen; wir wissen sehr wohl, daß die amtliche Prüfung Die Säbelaffäre in Schöneberg erscheint in einem wesent- einen theuren Anzug anfertigen, für welchen er 50 Mart eine Rostenerhöhung von wenigstens 50 bis 60 Pfennigen lich anderen Lichte nach den Bekundungen von Augenzeugen, Anzahlung leistete und zwar bei dem Schneider Kropp; der Anfür das einzelne Instrument bedingt und daß angesichts der welche gegen die bisherige Darstellung des Vorganges protestiren, zug war noch nicht fertig gestellt, als der Lettere verhaftet wurde leichten Berbrechlichkeit der Thermometer ein solcher Mehrbetrag und welche die Allgemeine Fahr- Zeitung" ihren nunmehrigen und wurde unvollendet dem Dito W. ausgeliefert! In der nicht als gering angesehen werden darf. Nur sind wir der Mittheilungen zu Grunde legt. Nach diesen kamen an dem frag- Mordsache ist von der Familie Wagenschüß, die doch sammt und Meinung, daß jeder Arzt mindestens ein geprüftes Thermometer lichen Tage Abends gegen 101/2 Uhr zwei Droschten, eine Gepäck fonders mit der Manzel bekannt war, nur die Frau W.- soweit besitzen solle, schon um die Richtigkeit der von seinen Patienten droschte und eine Droschte 1. Klasse von Friedenau her und machten wir wenigstens wissen- vernommen worden, der übel gebrauchten Fieber- Thermometer kontrolliren zu fönnen. Dann vor der Schloßbrauerei in Schöneberg Halt. Die Fahrgäste beleumundete Otto W. hat in der Mordaffäre nie ein aber ist es nöthig, daß er sich vor Täuschung über den Werth stiegen aus und holten für sich und die beiden Rutscher je ein Verhör zu bestehen gehabt. Uebrigens hätte ein Verhör des der Prüfungsscheine schützt, und deshalb halten wir es für an Blas Blier heraus. Der eine der Fahrgäste hatte eine Dreh- Wagenschütz der unserem Dafürhalten nach als Bekannter der gemessen, dem mit werthlosen Scheinen getriebenen Unfug orgel bei sich; diese wurde aus der Droschte genommen und an Ermordeten von der Kriminalpolizei hätte unbedingt vernommen entgegenzutreten und den Aerzten dringend anguempfehlen, als den Baun des Brauereigartens gestellt. Nicht der Besitzer der werden müssen lange nicht so große Spesen gemacht, wie die geprüfte Thermometer nur folche zu kaufen, deren Prüfungs- Drehorgel, sondern andere Personen machten sich einen Ult und Verhaftung der Spitzbuben Koch und Fabian, zu deren Re bescheinigungen von amtlicher Stelle ausgefertigt und mit dem entlockten dem Rasten einige allerdings herzzerreißende Töne. fognoßzirung zunächst ein höherer Kriminalbeamter in Begleitung Stempelzeichen des Reichsadlers versehen sind." Ein Gendarin notirte deswegen den Besiger der Drehorgel. Dieser eines Dienstmädchens nach Magdeburg fuhr, worauf beide Der Rath des Reichs- Anzeigers" scheint uns vernünftig zu behauptete aber, er habe nicht gespielt und wurde in dem ent- Verhafteten dann von dort nach Moabit überführt wurden. fein. Da auch in jeder Haushaltung ein Thermometer sein sollte, ſtehenden Wortstreite mit dem Gendarmen von dem Kutscher Unfall. Direkt in eine Droschke hinein rannte vorgestern glauben wir unseren Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir rust Schulze, mit welchem er fuhr, unterstützt. Der Genihnen empfehlen, nur amtlich geprüfte Thermometer zu kaufen. darm verbat sich dies energisch und herrschte den Kutscher an: Abend gegen 7 Uhr an der Wilhelmstraßen- Ecke ein in einem Scheeren Sie sich zu Ihrem Fuhrwert". Der Drehorgelbefizer Geschäft in der Leipzigerstraße beschäftigter Laufbursche, welcher Nette Ausfichten eröffnen sich den Telephonarbeitern wurde schließlich arretirt und zwar unter Beihilfe eines Nacht sich mit einem Kollegen herumjagte. Wiewohl der Rutscher das in dem nachfolgend reproduzirten Erlaß der Postverwaltung, bei wächters und mehrerer Zivilpersonen, da der Arrestant fich Gefährt noch rechtzeitig zum Stehen brachte, zog sich der junge welchem zu berücksichtigen ist, daß derselbe Arbeiter betrifft, welche energisch zur Wehre sette. Gleich darauf trat ein anderer Gen Mann, welcher bei dem Anprall an die Deichsel der Droschke zum Theil schon 10 Jahre in diesem gefahrvollen Dienste sich be- darm, Namens öppner, an Schulze heran mit den niederstürzte, einen Bruch des rechten Oberschenkels zu. Gestern finden und trotz alledem auch noch gerade im Winter, Worten: Sie sind mein Arrestant! Kommen Sie sofort mit zur Vormittag stürzte das Pferd der Droschte 5192 an der Ecke der wo die Bedürfniffe des Menschen der sogenannten gemäßigten Wache, widrigenfalls ich von meiner Waffe Gebrauch mache". Frankfurter- und Koppenstraße. Der Schneider Siegfried Gellert Bone fich am meisten häufen, dem ganzen Glend der Arbeits- Schulze erwiderte:" Gewiß tomme ich mit, nur möchte ich wollte dem Kutscher behilflich sein, das Thier aufzurichten, und Tofigleit erbarmungslos preisgegeben find. Der Erlaß, welcher erst mein Bier austrinken". Daraufhin zog der Gendarm seinen faßte daffelbe am Kopf. Beim Aufspringen trat ihm nun das an die Berliner Postämter gerichtet ist, lautet im Auszuge: Säbel, entriß dem Schulze das Glas und schlug unbarmherzig Pferd derartig auf den rechten Fuß, daß das Blut aus dem Berlin, 7. Juni 1892. mit der scharfen Klinge auf ihn ein, dabei rufend:" Sie wollen Stiefel sprigte. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhause Bon dem gegenwärtig im Fernsprechbau verwendeten sich noch widersetzen?" und hieb so lange, bis der Wehrlofe am am Friedrichshain gebracht. Arbeiterpersonal, ungefähr 350 Mann, ist in der Zeit vom Boden fag. Er setzte dies auch noch fort, als Schulze wehtlagend Ein gräßliches Inglück hat sich am Montag Nachmittag 15. Oktober bis 15. März, wo die Ungunst der Witterung und bat, ihn doch nicht todt zu schlagen, da er ja doch Frau und Die Kürze der Tage eine Einschränkung der Arbeiten und ein Kinder hätte. Von Passanten wurde der Schwerverletzte in der Eisenbahn- Werkstatt bei Tempelhof zugetragen. Die eine sparsames wirthschaften mit den Arbeitskräften gebieten, der aus einer großen Blutlache aufgehoben und nach dem Garten Dampfanlage daselbst war schadhaft geworden und sollte reparirt größte Theil der Arbeiter, von dem derzeitigen Bestande mindestens der Brauerei getragen. Er blutete aus unzähligen Säbelwunden. werden. Zu diesem Zweck begaben sich drei Arbeiter in der 200 Mann in den Monaten Dezember und Januar noch Mitleidige Personen legten ihn dann wieder in seine Droschte Meinung, daß der Dampf durch die Maschine vollständig heraus weitere Sträfte aus der Beschäftigung zu entlassen. Bei den und fuhren ihn nach dem Amtsbureau. Dort wurde er von zwei gelassen wäre, in die dampfleeren Kanäle der Anlage. Der Entlassungen der Arbeiter ist in erster Linie auf das" weniger Feuerwehrleuten untersucht. Da die Verlegungen aber so gefähr- Dampf war aber nur durch die Maschine ab gute Personal zurückzugreifen, damit beffere Kräfte beibehalten licher Natur waren, wurde er auf Anrathen mehrerer Bivil- gesperrt worden und die Entleerung desselben wurde werden können und ein Stamm tüchtiger Arbeiter der Verwaltung personen nach dem Elifabeth- Krankenhause geschafft, wo er noch gerade vorgenommen, als sich die Arbeiter in den Dampfkanälen dauernd gesichert bleibt. Selbstverständlich find Telegraphen- heute schwer frank barnieder liegen foll. Einen Begriff von der befanden. Durch den plöglich ausströmenden heißen Dampf Vorarbeiter von der Entlassung ausgeschlossen, sofern nicht be- Wucht und Vielseitigkeit der Hiebe, welche Schulge von dem wurden die Arbeiter so stark verbrannt, daß einer derfelben zu sondere Gründe vorliegen, dieselbe eintreten zu laffen. Gendarmen mit deffen Säbel erhalten hat, ermöglicht der Um- dem in Tempelhof wohnenden Kassenarzt Dr. Schuster mittelst Der Kaiserliche Ober- Postdirektor, Geheime Ober- Postrath. stand, daß das Zunähen der Kopfwunden allein nahezu zwei Bahre getragen werden mußte, um ihm die erforderliche sofortige Stunden Zeit in Anspruch genommen hat. Außerdem ist der Hilfe zu Theil werden zu laffen. Die anderen beiden Berun Griesbach." linke Arm total zerschlagen und weist so viele Siebwunden auf, glückten wurden nach dem Krankenhause geschafft. In Weißensee exiftirt auch ein katholischer Arbeiter daß die Aerzte an der Wiederherstellung desselben zweifeln. Eine Brutalität) sondergleichen ist am 13.b. M. Vor verein. Wir wissen nicht, wie viele Mitglieder dieser Verein Jm Uebrigen ist der Gesammtzustand des Verletzten nachmittags um 11 Uhr in der Prenzlauerstraße nahe der Linienzählt, wir wiffen auch nicht, was diese Vereinsmitglieder ver- Ausspruch der Aerzte ein sehr bedenklicher. Die Durchstraße verübt worden. Es ging dort nämlich ein Kindermädchen, anlaßt hat, sich gerade als katholische Arbeiter" einzuführen. schlagskraft Gendarmenfäbels der veranschaulicht das ein kleines gegen 4 Jahre altes Mädchen an der Hand Wir meinen, daß es dem arbeitenden Lohnsklaven am Ende Livreehut des Schulte, welcher nach Meinung der Aerzte sein führte und einen gegen ein Jahr alten Knaben auf dem Arm gleich sein kann, ob er als Katholik, Proteftant, Jude oder Heide Lebensretter gewesen ist. Derselbe ist buchstäblich zerfeßt, ebenso trug. Der Knabe, der nach Kinderart sein Aermchen um den langfam verhungert. Der Weißenfeeer katholische Arbeiter"- auch der Mantel und der Rock. Die Sachen sind mit Blut Hals des Kindermädchens gelegt hatte, schrie plötzlich laut auf verein hat es nun schwer empfunden, daß die Bourgeoispreffe durchtränkt. Nach den übereinstimmenden Aussagen der Zeugen und das dadurch erschrockene Kindermädchen mußte zu seinem einen Angestellten der katholischen Kirche angegriffen hat, weil fann von einem Widerstande oder einer Widersehlichkeit Seitens Entsetzen sehen, daß ein gegen 20 Jahre alter Mann, der hinter er feine Theilnahme bei der Beerdigung eines ungläubigen" des Schulze absolut keine Rede sein. Dies ist um so mehr zu ihr gegangen, dem Kinde mit einem scharfen Instrument das Katholiken( Fordenbed) abgelehnt hat. Das ist den Weißenfeeer glauben, als Schulze ein sehr ruhiger und äußerst anständiger Glied eines Fingers zerschnitten hatte. Leider ist es nicht ge katholischen Arbeitervereinlern sehr nahe gegangen und sie haben junger Mann ist. Er hat ca. 6 Jahre hintereinander bei dem lungen, den verruchten Patron dingfest zu machen, da derselbe, an den Angestellten der katholischen Kirche( Probst Jabnel) eine Fuhrherrn 3emlin gefahren und ist jetzt bereits wieder fast ein als das Mädchen sich von ihrem Schreck erholt und mehrere Adresse losgelaffen. Die„ Germania" veröffentlicht diese Adresse, Jahr bei dem Fuhrherrn E. Liere als Droschtenkutscher be- Männer zur Verfolgung anrief, in die Linienstraße gelaufen und sie ist nicht wenig stolz darauf, daß es in unmittelbarer Nähe schäftigt. Da derselbe Mitglied des Vereins Berliner Droschten dort verschwunden war. von Berlin noch Arbeiter" giebt, die ihren ganzen Mannes- futscher ist, hat der Vorstand desselben die Angelegenheit in einer muth zufammennehmen, um folgendes Schriftstück unterzeichnen Anzeigeschrift der dritten Gendarmeriebrigade unterbreitet und Auf dem Kutschbock gestorben. Der Droschkenkutscher zu können: von dieser bereits die Antwort erhalten, daß dieselbe diese Köppen fuhr vorgestern Abend gegen 9 Uhr gerade auf seinen Sache gehörig untersuchen und eventuell das Weitere ver- Fuhrhof, Greifswalderstr. 53, ein, um dort auszuspannen, als er anlaffen wird. plöglich vom Bock herabstürzte und leblos liegen blieb. In seinem eigenen Gefährt wurde Köppen nach dem nächsten Krankenhause fluß verstorben ist. gebracht, woselbst der ergraute Rosselenker bald darauf am Schlag Hochwürdigster Herr Probst! Hochgeehrtester Herr Generalpräses! eines Ew. Hochwürden beehrt sich der unterzeichnete Vorftand des katholischen Arbeitervereins in Weißensee gemäß einem Die mondscheinhellen Sommernächte bieten den Berlinern einstimmigen Vereinsbeschlusse vom 6. Juni cr. das tiefste Be- gewöhnlich Anlaß zu sogenannten Nachtpartien. Bis vor einigen dauern ganz ehrerbietig st auszusprechen wegen der Jahren gehörten diese nächtlichen Ausflüge noch zu den Selten Bligschläge. Ein schweres Unglück hat sich am vergangenen schmählichen Angriffe, welche Gie, hoch würdigster beiten, und ihre Theilnehmer konnten sich ihrer Leistung an Kraft Herr Probst, wegen Ihres pflichtmäßigen Verhaltens bei und Ausdauer im Zurücklegen weiter Fußtouren nehmen. In Sonnabend in der Villenkolonie Rahnsdorf bei Friedrichshagen der Beerdigung des verstorbenen Herrn Oberbürgermeisters legter Beit hat sich das geändert. Die letzten Vorortzüge, welche ereignet. Vier Arbeiter wollten sich bei Ausbruch des Gewitters, von Berlin in ungerechter Weise erleiden mußten. Wir Mitglieder aus Berlin am Sonnabend Abends und in der Nacht abgehen, gegen 4 Uhr Nachmittags, nach einer nahe belegenen Baubude des katholischen Arbeitervereins fühlen schmerzlich mit Ew. Hoch- sind nicht selten überfüllt mit Ausflüglern, denen das kühne zurückziehen, tamen jedoch nicht so weit und blieben unter einem Am Baume stehen. Plöglich fuhr ein Blizz in den Stamm, der die würden die Ihnen von einer glaubens- und charakterlofen Unternehmen einer Nachttour deutlich anzusehen ist. Sonnabend hatte auch eine hiesige Dampfer vier Personen zu Boden warf; drei derselben erholten sich schnell Preffe zugefügten Kränkungen; wir blicken aber auch mit Be- legten wunderung zu Ew. Hochwürden empor, weil Sie den gesellschaft die Vollmondsgelegenheit benutzt, um eine große Nacht wieder, dem Bierten aber, dem in Friedrichshagen wohnhaften Mannesmuth gehabt, die vernünftigen Grundsäge unferer hl. partie nach Grünau zu veranstalten und sechs große, schnell 28 jährigen Maurer Gustav Rau, hatte der Blig die Schädeldecke Religion tros der heftigsten Angriffe durchzuführen. Wir lieben hintereinander abgelaffene und sämmtlich überfüllte Dampfer be- aufgerissen, so daß er sofort verschieden war. Ein zufällig nach und schäßen sehr hoch unsere hl. tatholische Kirche, welche ihre wiesen, daß das Publikum diesem Unternehmen Beifall spendete. der Unfallsstelle fommender Bruder des Getödteten brach bei der toleranten Geseze(!!) auch den in der Welt Hoch- Größer noch als die Zahl der Theilnehmer an der Dampfer- Leiche bewußtlos zusammen und mußte, schwer erkrankt, nach dem geftellten gegenüber zur Geltung bringt; denn darin zeigt unsere partie war die der nächtlichen Ausflügler, welche mit der Eisen- Krankenhause Bethanien überführt werden. Kirche doch wahre Toleranz, daß fie feinem Verstorbenen etwas bahn nach Grünau kamen. Das Gewitter am Sonnabend Nach- An demselben Tage und zu derselben Stunde entgingen acht am Grabe aufnöthigt, was er im Leben hartnäckig verweigert hat. mittag hatte den Staub der Wege und Chauffeen niedergeschlagen Angestellte der Patent- Linoleumfabrit in Röpnid dem Tode durch Mit Freuden benutzen wir noch diese Gelegenheit, um& w. und bei der noch immer herrschenden Schwüle mußte der Bligfchlag noch im letzten Augenblick. Dieselben befanden sich, als Hochwürden das Gelöbniß abzulegen, daß wir in der Ver Aufenthalt im Freien und eine Wanderung über Feld während das Gewitter losbrach die Firma feierte gerade ein Sommer theidigung unseres heiligen katholischen Glaubens Ihnen treu der Nacht besonders erquickend sein. Die Wirthe in Grünau, feft, in dem Walde an der Woltersdorfer Schleuse und hatten zur Seite flehen und besonders durch treues Festhalten an der welche ein sehr gutes Nachtgeschäft machten, bestätigten eifrig vor dem heftigen Regen Schutz unter einer dickstämmigen Tanne heiligen Kirche und durch eifrige Befolgung ihrer weisen diese Meinung und fügten nur hinzu, es müsse noch erst später gesucht. Nach kurzem Aufenthalt wurde von einer Seite das Be Lehren und Vorschriften uns überall als gute Bürger und als in der Nacht und etwas kühler werden. Gegen Mitternacht fehrten denken laut, daß es doch gefährlich sei, während des Gewitters die Dampfer nach Berlin zurück. Vom vollen Monde war Nichts unter einem Baum zu stehen. Daraufhin traten die acht Per wahre Katholiken zeigen wollen. zu sehen, denn dieser verbarg sich hinter dicken Wolkenbergen und fonen unter der Tanne hervor. Kaum aber hatten sie wenige bald ging über Grünau und Umgegend ein furchtbares Unwetter Schritte gethan, als ein Bliß in den Baum fuhr, denselben nieder, das alle nächtlichen Fußgänger unter das nächste Dach spaltete und in flammendem Feuer verzehrte. scheuchte. Am Sonntag fonnte man noch solchen verregneten In Weißenfee wurde um dieselbe Stunde der Telephon Nachtgestalten dort begegnen, denen die nächtliche Erholung" Anschluß der Flinsch'schen Papierfabrik durch den Bliß zerstört, deutlich auf dem Gesicht geschrieben stand. Sie trösteten sich mit wobei zwei in der Nähe des Anschlusses sich aufhaltende Personen vorübergehend betäubt wurden. der Hoffnung beim nächsten Vollmond mehr Vergnügen"! Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnet Ew. Hoch würden gehorsamster Vorstand des fatholischen Arbeiter Vereins. Na, mehr kann man schließlich von„ Arbeitern" nicht verlangen, als daß sie in Devotion und Ehrerbietung zerfließen. Der Hochwürdigste und Hochgeehrteste hat denn auch die Gewogenheit gehabt, fich in einem herrlichen" Brief zu bedanken bei seinen Gläubigen in Weißensee. Er will sein Uebriges thun und sogar der katholischen Schäflein in Weißenfee im Gebet gedenken". Es ist schade, daß die Namen des Vorstandes dieses Arbeitervereins" nicht mitgetheilt werden, damit diese Auch Arbeiter" allen wirklichen Arbeitern bekannt würden, die schon zweifeln, daß es überhaupt in Berlin und Umgegend noch so brav gesinnte Arbeiter giebt. " Der Zu der Fallschirm- Affäre in Weißensee wird uns von Vergiftet. Der Handelsmann Gerecke läßt in der Dann Augenzeugen und Fachleuten noch mitgetheilt, daß Frau Carell- dorfer Forst Faulbaumholz schlagen und abborten. Zur Ver Großmann lediglich durch eigene Schulb den Tod gefunden packung der Rinde wurden ihm vorgestern Säcke aus einer hat und daß die Bersion, der Leibriemen, welchen fie fich angeb- Apothefe zugefchickt, in welchen sich von dem ursprünglichen Ju lich umgeschnallt, sei geriffen, völlig falsch ist. Wie uns halte, Wurzeln von Eisenhut, noch ein Rest befand. geschildert wird, verliert der Abstürzende jedesmal, sowie er den 24jährige Sohn Gerecke's nahm eine von diesen Wurzeln in den zusammengeklappten Fallschirm in der Hand und mit dem am Mund und bot auch seinen Arbeitern einige an mit den Worten: tarabiner befestigten Leibgurt zur Gondel hinausfällt, für etwa Was aus der Apotheke kommt, muß gut sein." Nach kurzer vier bis fünf Sekunden das Bewußtsein und kommt erst wieder Beit flagte Gerecke über Unwoohlsein, und bald darauf verstarb zu sich, wenn der Fallschirm sich aufbläht. Die E. hat nun, weil er unter schrecklichen Qualen. Auch bei den Arbeitern, welche Wie gegen die Schankwirthschaften mit weiblicher Be- ihr bereits mehrere Male das Experiment, sich nur mit den Händen die Wurzeln probirt hatten, stellten sich heftige Schmerzen ein; dienung, so soll auch gegen die Zingeltangel nunmehr ein- an dem Schirmring festzuhalten, ohne sich anzufetten, gelungen, auch ein Arbeiter aus Borgsfelde mußte auf einem Wagen nach geschritten werden. Die in diesen Lokalen vorgetragenen Lieder sollen diesmal so gehandelt; fie hat dann während des Absturzes den Krampf Hause geschafft werden. Der Verstorbene war der einzige Sohn benn wir können darüber nicht aus eigener Wissenschaft berichten erst in der rechten Hand bekommen, der sie zwang, loszulassen, seiner Eltern. meist aus zotigen und antisemitischen abwechselnd bestehen. und sie hat, wie Augenzeugen deutlich beobachteten, mehrere Selbstmordversuche. Am Blößensee hatte vorgestern auf Einzelnen derartigen Unternehmern ist die Konzession genommen Male vergeblich mit der linken Hand versucht, den Ring des worden und in Zukunft soll sie nur mit Borsicht er Fallschirms zu sich heranzuziehen, um mit der rechten Hand einem Ausfluge nach Saatwinkel eine Berliner Familie Mittags theilt werden. Das ist nun schon ganz gut. Wenn aber danach greifen zu können, was ihr leider nicht gelang. ruhe abgehalten. Als man wieder aufbrechen wollte, vermiste die Polizei meint, daß sie durch die Unterdrückung der Gestern ist der Fallschirm intakt im See gefunden worden, nur man den Bräutigam der ältesten Tochter. Man fand ihn schließ öffentlichen Unsittlichkeit positiv die Sittlichkeit heben könne oder der Leibriemen fehlte, so daß als sicher anzunehmen, daß die lich an einem Baume hängend; er wurde sofort abgeschnitten und gar durch den einfachen Att des Verbots schon gehoben habe, so Artistin denselben gar nicht bei sich gehabt. Das Gerücht, Frau ins Leben zurückgerufen. Befragt, was der Beweggrund zu der werden wir uns nach Jahren wieder fprechen. Anscheinend be- G. habe in dieser Weise durch Selbstmord enden wollen, ist bös- That sei, erklärte er, er sei vor Kurzem arbeitslos geworden. absichtigt man jetzt überhaupt die Unterdrückung der öffentlichen williges oder thörichtes Geschwäß, dem bei der durchaus glück- Gestern Abend gegen 81/2 Uhr sprang der Kaufmann Gustav Uusittlichkeit, insbesondere der freien Prostitution. Die Schließung lichen und harmonischen Ehe der Verstorbenen nicht energisch Meisner in das Engelbecken, wurde jedoch von dem Schiffer Bernhard Schulz gerettet. der Damenkneipen" muß nothwendig das Angebot von Pro- genug entgegen getreten werden kann. stituirten vermehren und es wird allgemein so aufgefaßt, daß man dann die Prostituirten schärfer anfassen und hart bestrafen werde. Bum Manzel'schen Morde. G3 fällt in weiten Kreisen Die Einrichtung von Bordellen ist ja gegenwärtig der Wunsch der auf, daß die Ermittelung des Mörders der Postschaffnersfrau Bourgeois, und sie hoffen, daß dann aber auch" die freie Manzel so lange Zeit in Anspruch nehmen konnte. Wie uns Mehrere Mitglieder der Freien Vereinigung der Kaufleute haben die Begründung eines Männergesang- Vereins eschlossen, welcher sich dem Arbeiter- Sängerbund einfügen soll. mußte. am Friedrichshain gebracht. Brände statt. Gerichts- Beifung. nur mit 3 M. event. 1 Tag Haft. Versammlungen. Die erste Zusammenkunft behufs Konstituirung des Vereins findet des Klägers die Bestrafung des Beklagten. Derfelbe habe aller- den Bahnzüge, sowie die Thatsache, daß in Nachbargebieten, Freitag, den 17. Juni, im Restaurant Bodenburg statt. Stimm- dings die Gerichtsdisziplin während der Verhandlung in seinen deren Mitwirkung im Verkaufsgeschäft von Bedeutung ist, die begabte Herren find zu derselben freundlichst eingeladen. Händen, aber die ihm zustehenden Befugnisse überschritten. Der Schlußzeit der Sonntagsbeschäftigung auf eine spätere Stunde Polizeibericht. Am 13. d. Mts. Vormittags gerieth ein es sei gewiß im hohen Grade beleidigend, wenn dem Kläger der Kläger stehe auf demselben Bildungsgrad wie der Beklagte, und gelegt wird. Arbeiter vor dem Hause Schöneberger Ufer 5-9 unter die Räder Vorwurf der Unanständigkeit gemacht und er in die Ecke geKonkurrenz auf Kosten der Arbeiter. Die Westf. Freie eines Rollwagens und wurde am Fuß bedeutend verlegt. Vor wiesen werde, als sei er ein unartiger Schulfnabe. Die Presse" schreibt:„ Der Kanal Dortmund- Emshäfen wird in allerDenn Hauſe Ackerſtraße 166 wurde Nachmittags ein fechsjähriger Befürchtung des Beklagten, daß der Kläger die Zeugin nächster Zeit bei Lüdinghausen mit 800 Arbeitern in Angriff ge Knabe von einem Zweirad überfahren und am Kopfe so schwer beeinflussen würde, fei als ein Ausfluß der Vor- nommen. Die Ausführung der Erdarbeiten auf den Strecken verletzt, daß er nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden eingenommenheit anzusehen, denn Nichts sei natürlicher, als daß Lippe- Uebergang und Steuer- Uebergang mit einer Erdbewegung der im Erdgeschoß des Hauses Frankfurter Allee 112 belegenen vor Gericht als Zeugin zu erscheinen hätte. Der Kläger fügte nehmer Mansart Abends sprang ein Mädchen aus dem Küchenfenster ein Ehemann in der Nähe seiner Ehefrau sich halte, wenn diese von mehr als 1/2 Millionen Kubikmetern ist dem Unterin Köln übertragen worden. Die Schankwirthschaft auf den Hof hinab und erlitt anscheinend noch hinzu, daß der Zon des Borsitzenden ein sehr barscher ge- Forderungen schwankten zwischen 70 Pfg. und 1,70 M. Schivere innere Verlegungen. Es wurde nach dem Krankenhause wesen sei und daß er sich eine derartige Beleidigung im bürger- für den Rubikmeter. Das ist ein netter Unterschied. Abends fanden zwei kleine lichen Leben nie gefallen lassen würde. Der Bertreter des Be- Wie aber ermöglichen die Unternehmer es mit so geringen Forde flagten, Rechtsanwalt Kleinholz, führte dagegen aus, daß der- rungen wie der von 70 Pf. heranzutreten? Nun, sie nußen vor selbe nur von dem ihm zustehenden Recht Gebrauch gemacht allen Dingen die herrschende Arbeitslosigkeit aus, infolge deren habe, um die Disziplin im Gerichtssaale aufrecht zu halten, in sie die Arbeitskräfte für ein Butterbrot haben können, weil ein Wahrnehmung berechtigter Intereffen gehandelt habe und des Butterbrot den erwerbslosen ausgehungerten Glenden immer noch halb freigesprochen werden müsse. Diesen Ausführungen trat besser dünkt als garnichts, tein Brot, kein Obdach, keine Kleidung. der Gerichtshof bei und sprach den Beklagten frei, obgleich an- Wäre die Organisation der Arbeiter gewaltiger ausgebildet, als. erkannt werden müsse, daß in objektiver Beziehung eine Bees thatsächlich der Fall ist, so würde ein derartiges Sichunterbieten der mit einander konkurrirenden Unternehmer nicht in Grober Uufug. Gegen den 75 Jahre alten Handelsmann leidigung vorliege. N. war, weil er am Abend des 13. März in der Friedrichstraße dieser Weise möglich sein. So aber schlägt die Unternehmerschaft einem bei ihm vorbeipaffirenden jungen Mädchen ohne erficht mit peinlichster Strenge durchgeführt wurde, beschäftigte gestern Ein Prozeßt, bei welchem der Ausschluß der Deffentlichkeit heute noch aus der Berelendung des Volkes Kapital." lichen Grund einen Schlag ins Geficht verfeht hat, durch amts- die zweite Straffammer des Landgerichts I unter dem Vorsitz Die Kraftwirkung des Rheins auf der Strecke von richterlichen Strafbefehl eine Woche Haft verhängt worden. des Landgerichts- Direktors Brausewetter. Angeklagt war ein Waldshut bis Mannheim entspricht, wie Hofrath Engler in der Auf den von dem Betroffenen erhobenen Einspruch gelangte Mann, der den hiesigen und auswärtigen Behörden schon viel zu erſten badischen Kammer mittheilte, bei niedrigem Wafferstande diefer Fall zur Kognition der 132. Abtheilung des Berliner schaffen gemacht hat, ver ehemalige Hauptmann Sidney 120 000 Bferbeſtärken, zu deren Erzeugung 160-180 Millionen Schöffengerichts. Der bejahrte Angeklagte erklärte, daß er die ihm zur' Dan ne, ein Abenteurer, wie es nur wenige ihres Gleichen Bentner Steinkohlen erforderlich wären. Da Baden für Maschinener sich für dieselbe nicht verantwortlich, denn das junge Mädchen Personen hin dereinst dem jezigen Kaiser nahe gestanden, als Bentner Kohlen verbrauchte, könnte der Rhein zirka sieben mal habe ihm beim Vorbeipaffiren auf den linken Fuß getreten, der derselbe noch Bring war. Während des 1870er Feldzuges wurde mehr Straft liefern, als das Großherzogthum überhaupt bedarf. mit einem sehr empfindlichen Hühnerauge behaftet ist. Vor in- er wegen Beutemachens zu einer Festungsstrafe von neun grimmigem Schmerz habe er impulfio mit seiner rechten Hand Monaten verurtheilt. Später ließ er sich eine Unterschlagung zu zugeschlagen und einige Schimpfworte ausgestoßen. Seiner Ab- Schulden kommen, welches feine Ausstoßung aus dem Offiziersficht habe dieser Att nicht entsprochen, wie wohl aus seiner bis- ftande zur Folge hatte. Von jetzt an begann für O'Danne ein herigen völligen Unbestraftheit entnommen werden könne. Die unruhiges abenteuerndes Leben. Er hielt sich abwechselnd in als Zeugin vernommene junge Dame giebt die Möglichkeit zu, Paris, Italien oder in der Schweiz auf. Ueberall gerieth er mit den Angeklagten auf den Fuß getreten zu haben; fie habe den den Behörden in Konflikt. In der Schweiz beging er einen felben auch nur auf die Intervention eines Herrn festnehmen äußerst raffinirten Betrugsversuch. Bei seiner Berhajtung stellte In der Volksversammlung für Schöneberg und Ums laffen. Der Gerichtshof erblickt in der Nichtbeherrschung auf sich heraus, daß er seit längerer Zeit mit den regierungs- gegend, welche am 18. Juni tagte, sprach Genoffe Untrid öffentlicher Straße einen groben Unfug, ahndet denselben jedoch feindlichen Frländern in geheimer Berbindung stand, daß er beab- aus Berlin über Christenthum und Sozialismuz". fichtigte, fich an ihre Spitze zu stellen und zu diesem Zwecke Waffen Der Redner erwähnte vor Beginn seines Referats, daß diese Gemeiner Wucher. Eine empfindliche Strafe verhängte land gebracht und hier wegen einer Anzahl Strafthaten zu vier Pastoren ihm gegenüber, das sich in einer Versammlung des und Geldmittel sammelte. D'Danne wurde dann nach Deutsch Versammlung veranlaßt sei durch das Gebahren der Herren gestern die erste Straftammer des Landgerichts I füber den Kauf- Jahren Gefängniß verurtheilt. Diese Strafe muß binnen Kurzem„ Barochialvereins" bemerklich gemacht hätte, wo man ihm als mann Knobbe, der des Wuchers angeklagt war und durch die Beweisaufnahme für überführt erachtet wurde. Der Klempner abgelaufen sein. Ueber die ihm jest wieder zur Last gelegten" Berliner" das Wort entzogen habe. Heute, wo die Herren Pastoren Greiner befand sich im Februar v. J. in arger Geldverlegenheit. Berlesung ber Anklagebeschlusses wurde der Zuhörerraum ge- sollten diese sehen, daß die Sozialdemokraten toleranter feien als Strafthaten wird ſtrenge Geheimhaltung gepflogen, schon vor der zu dieser Versammlung eingeladen und auch erschienen wären, Gr betrieb die Anfertigung von Laternen für den Export und räumt.& 8 sind eine Anzahl hochstehender Militärpersonen als die Freunde des Pastors Iskraut. Im Referat ſelbſt gab Redner war Zahlungsverpflichtungen eingegangen, die er nicht erfüllen konnte. Er suchte durch die Zeitung ein Darlehn von 2000 m. Beugen geladen, außerdem der Professor Rose als Dolmetscher einen geschichtlichen Ueberblick über Entstehung und Entwickelung M. Der Angeklagte meldete sich, worauf Steiner mit ihm in Ver- der Berichterstatter au Geficht bekam, werden die dem An- fiel, als es sich um Bethätigung der vom Christenthum aufgestellten der französischen Sprache. In der Vorladung eines Beugen, bie des Christenthums, der insoweit nicht zu Gunsten desselben aus bindung trat. Bunächst 30g der Angeklagte über ihn Grfundigungen ein und da diese günstig lauteten, erfärte er sich zur Her geklagten zur Laft gelegten Strafthaten als„ Wissentlich falsche Forderungen praktischer Menschenliebe handelt. In der Diskussion gabe des Geldes bereit. Wie Steiner im Termine befundete, hatte Anschuldigung pp." bezeichnet. Die Verhandlungen nahmen den ergriff zunächst Superintendent Borberg das Wort, der wie der Angeklagte von vorne herein erklärt, daß er unter ganzen Tag in Anspruch und können wir das Urtheil deshalb er äußerte- allerdings kein günstiges Urtheil über das Christenthum erwartet hatte. Dagegen freue es ihn, zu hören, daß im Grunde Prozent teine Geldgeschäfte mache. Da Steiner erst morgen mittheilen. genommen das Christenthnm nicht so schlecht sei, als daß es mehrere Wechsel zu decken hatte, so mußte er in den sauren Das Kammergericht hat, wie die Freis. 8tg." mittheilt, nicht mit dem Sozialismus in Gintlang zu bringen fei. Mit Apfel beißen. Er übergab dem Angeklagten einen Sechs- Monats am 14. April 1892 eine Polizeiverordnung der Regierung zu demselben Rechte, wie man immer die Pfaffen für Alles in der Wechsel über 2500 M., wofür er aber nur 2120 M. erhielt. Am Düsseldorf, welche die Ankündigung von Heil und Geschichte verantwortlich mache, könne man auch die heutigen Berfalltage konnte Steiner nicht zahlen. Der Angeklagte war Geheim mitteln unter Strafe gestellt, für ungiltig Sozialisten für alle Greuel früherer Revolutionen verantwortlich zur Prolongation des Wechsels bereit, wenn Steiner 500 M. ab- erklärt, weil solche Polizeiverordnungen eine unzulässige Be- machen. Sozialismus und Christenthum gehörten zuſammen, zahlen und die übrigen 2000 m. wieder mit 30 pet. verzinsen schränkung der durch Art. 27 der Verfassung gewährleisteten Frei- wie im Vorbild Chrifti und seinem Evangelium die Wurzel in das Kapital höchstens mit 8 pet. verzinsen. Nun ließ der An- kann dadurch nur durch Gesetz, nicht durch Polizeiverordnungen finden sei, daher werde einst der Sozialismus die Wahrheit des getlagte den fälligen Wechsel austlagen und bei dem Schuldner erfolgen. Da das Kammergericht die höchste Instanz ist in Evangeliums erfüllen. Die Genossen Küster, Dastig und pfänden. Steiner behauptet, durch dies Verfahren völlig Sachen des öffentlichen preußischen Landesrechts, so stellt diese oß sprachen unter dem Beifall der Versammlung im Sinne des ruinirt worden zu sein. Alle übrigen Gläubiger hätten Entscheidung die Giltigkeit sämmtlicher Polizeiverordnungen, Referenten, während Prediger Strahlenbeck hervorhob, daß Anschluß Pfändungen vornehmen lassen und nach wenigen welche die Ankündigung von Heil- und Geheimmitteln verbieten, das Christenthum erst die Liebe in die Welt gebracht habe. Tagen sei er außer Stande gewesen, sein Geschäft weiter in Frage. Redner brach unter dem Unwillen der Versammlung für zu betreiben. Sein Hab und Gut habe einen Werth Luther, der vom Referenten abfällig beurtheilt worden war, von zirka 40 000 m. gehabt, seine Schuldenlast nur reichlich Entscheidungen des Reichsgerichts. Ein von einem eine Lanze und gab eine höchst unzutreffende Kritik 7000 M. betragen und dennoch hätten die Gläubiger nicht vollauf polizeilich angestellten Hundefänger abgefangener und nach unseres Parteiprogramms, fowie einiger theils persönlicher befriedigt werden können, da bei den Zwangsverkäufen wahre dem amtlichen Hundedepot abgelieferter Hund ist, nach einem Aeußerungen von Sozialdemokraten über Atheismus und Spottpreise erzielt worden seien. Der Staatsanwalt hielt den Urtheil des Reichsgerichts, IV. Straffenats, vom 12. Februar 1892, Revolution, wobei er auf die Verhandlungen des letzten evangelischWucher für vorliegend, er beantragte gegen den Angeklagten in Breußen als polizeilich beschlagnahmt zu erachten sozialen Kongresses hinwies, wurde aber von den Genossen drei Monate Gefängniß und 3000 m. Geldstrafe. und die Entziehung aus dieser Berstrickung ist aus§ 187 des Antric und Jahn unter stürmischem Beifall der VersammDer Vertheidiger, Rechtsanwalt Wreschner, führte aus, daß eine Straf- Gesetzbuchs als Arrest bruch zu bestrafen. Die 3er- lung widerlegt. Mehrere darauf folgende Redner ergänzten eigentliche Nothlage des Zeugen Steiner nicht vorhanden gestörung oder Beschädigung eines Grabes ist, durch Anführung von zahlreichen Beispielen„ chriftlicher Nächstenwesen sei und plädirte deshalb auf Freisprechung. Der Gerichts- nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Straffenats, vom liebe" die Ausführungen des Referenten. Nach einem weiteren hof erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts. 15. Februar 1892, als ein Vergehen gegen die Religion aus Disput zwischen dem Referenten und dem Superintendenten § 168 des Straf- Gesetzbuchs zu bestrafen, auch wenn dabei ein Borberg, welcher sein Einverständniß mit unserem Programm besonderer, auf Pietätverlegung gerichteter Vorsatz nicht mit Ausnahme der materialistischen Geschichtsauffassung" aus vorhanden gewesen ist. spricht und das naive Bekenntniß ablegt, daß wenn auch manche Pastoren Sinne im sozialistischen wollten, handeln tönnen, fie gar nicht anders da ihnen ihr Thun fei!" und Handeln streng vorgeschrieben Nach diefer pikanten Eröffnung gelangt mit allen gegen fünf Stimmen eine Resolution zur Annahme, in welcher unter Anderem gefagt ist, daß durch das Christenthum in seiner jetzigen Gestalt bez. durch die Raffen- und Settenheze wir keine Glückseligkeit erlangen und weder glückliche Menschen noch Brüder werden fönnen, sondern nur der Sozialismus durch seine auf den Grundlagen der Wissenschaft aufgestellten Forderungen uns auf den Weg der wahren Menschenverbrüderung bringen kann, es dem gemäß Recht und Pflicht eines jeden denkenden Menschen ist, die teligion zur Privatfache zu erklären und sich der Sozialdemokratie anzuschließen. Mit einem stürmischen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die von mehr als tausend Personen besuchte Versammlung, welche alsbald begeistert die Marseillaise anstimmte, geschlossen. 30 = der Soziale Ltebersicht. Der Fabrikbesitzer Franz Spielhagen hatte sich gestern vor der siebenten Straftammer des Landgerichts I wegen eines Unglücksfalles zu verantworten, der am 23. Februar d. J. in feiner in der Nostizstraße belegenen Stearinfabrit fich ereignete. Un jenem Tage hatte der Arbeiter Jahn bei einem großen freiftehenden eingemauerten Bottich zu thun, zu dem eine kleine hölzerne Laufbrücke führte. Einige Tage zuvor war an jenem Bottich eine Reparatur vorgenommen worden, welche es nöthig machte, daß der Deckel entfernt wurde. Am 23. Februar war der Bottich, der mit einer siedenden Masse angefüllt war, noch theilweise unbedeckt, auch fehlte noch auf der einen Seite In London ist ein Streit der Maurer durch Vergleich Laufbrücke das Geländer. Der Arbeiter Jahn rutschte aus, zwischen denselben und den Meistern verhütet worden. als er die Brücke passirte; mit einem Bein fiel er in die siedende Flüssigkeit und mit dem rechten Arm fiel er auf den ebenfalls Anmeldung Noch recht häufig kommt es vor, daß die Behörden die Der Krantentassen Versamm beißen, metallenen Rand des Bottichs. Zum Glück hatte er noch lungen verlangen. Dazu haben dieselben aber durchaus tein soviel Kraft, sich heraus zu schwingen, dann wurde er aber ohn- Recht. Auf der Pfingsten in Halle fortgesetzten Generalmächtig. Die Brandwunden, die er davongetragen, sind noch versammlung der Zentral- Krankenkasse der Tischler theilte der nicht geheilt. Der Gerichtshof erblickte eine Fahrlässigkeit des Vorsigende mit, daß eine diesbezüglich am 11. Juni v. J. an Angeklagten darin, daß derselbe nicht für eine interimistische den Regierungspräsidenten zu Merseburg eingereichte Beschwerde Schließung des Bottichs bis zur beendeten Reparatur Sorge ge- in folgendem Schreiben für begründet erachtet wurde: tragen und verurtheilte denselben nach dem Antrage des StaatsHalle a. S., 2. August 1891. Die Mitglieder des Verbandes deutscher Maurer, anwalts zu 300 M. Geldstrafe. Der Zentral- Kranken- und Sterbekasse wird auf die Be Bahlstelle Berlin II, hörten am 12. Juni einen Vortrag des BahnGegen den Gerichtsdirektor Dr. Zimmermann wurde schwerde vom 11. Juni hierdurch eröffnet, daß der Regierungsarztes Robert Wolf über das Thema:" Wie schüßt man sich gestern vor der 187. Abtheilung des Schöffengerichts eine Privat präsident in Merseburg diese Beschwerde für begründet erachtet gegen Schwindsucht?" mit großem Interesse an und verschritten flage verhandelt, welche der Chemiler Dr. H. Bradebusch und die Aufhebung der diesseitigen Verfügung vom 8. Juni, bierauf zur Berathung des Statuts. Die bezüglichen Anträge gegen ihn angestrengt hatte. Der Beklagte ist Vorsitzender der durch welche die Anmeldung der Generalversammlung der sollen formulirt dem Hauptvorstand unterbreitet werden. Als 19. Zivilabtheilung, vor welcher Dr. Bracebusch derzeit in einer Bentral- Kranken- und Sterbekaffe auf Grund des preußischen Kandidat zur Delegirtenwahl wurde der Kollege Wilhelm Klage zu erscheinen hatte, die gegen ihn von einem feiner früheren Vereinsgefeßes gefordert wurde, angeordnet hat. Die Aufhebung Ker sta n, Lübbenerftr. 2, bestimmt. Im Weiteren forderte man Angestellten erhoben worden war. In diesem Verfahren wurde der fraglichen Verfügung wird daher hierdurch ausgesprochen. das Zeugniß der Gattin des Beklagten Dr. Brackebusch nöthig. Die Polizeiverwaltung." Als die Dame vernommen werden sollte, stellte ihr Gatte sich ,, Chriftliche Liebe" auf dem Laude. In der„ Altendicht hinter sie. Der Vertreter des damaligen Klägers, Nechts- burger Landeszeitung"( Nr. 185 vom 11. Juni 1892) lesen wir Im Verein zur Wahrung der Intereffen der Berliner anwalt Kleinholz, hatte den Vorsitzenden vorher darauf aufmerksam über eine Altenburger Schöffengerichts- Verhandlung: Kuopfarbeiter sprach am 12. Juni Herr Dr. med. Christeller gemacht, daß Dr. Brackebusch in einer früheren Prozeßfache, in" Die Dienstmagd Lina Pöschel aus Dobitschen, 3. 3. bei dem über Gewerbekrankheiten". Der lehrreiche Vortrag wurde mit welcher seine Ehefrau ebenfalls als Beugin aufgetreten war, sich Rittergutspächter Eichhorn in Poschwitz in Diensten, hatte großem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten nicht durchaus passiv verhalten hatte. Als der Vorsitzende nun während ihres achttägigen Krantenlagers bei ich u. A. die Kollegen Gütling, Schubert, Spieß, Krause. Den bemerkte, daß Dr. Bracebusch vor der Vernehmung seiner Ghe- Demfelben eine leine Partie Heu beschädigt. Ihr ftreifend en Webern Nixdorfs wurden auf Antrag des Kollegen frau unruhig mehrere Male auf und ab ging und sich dann Dienstherr Eichhorn hatte gegen diese seine noch unbestrafte Spieß 50 M. aus der Kaffe bewilligt. Sonntag, den 26. Juni, hinter sie stellte, mochte er wohl annehmen, daß Dr. Brackebusch Dienstmagd Antrag auf deren Bestrafung gefindet ein Familien Ausflug nach Johannisthal, Restaurant bie Beugin beeinflussen würde. Er fragte ihn: Wer sind Sie?" stellt( 1) Das Gericht verurtheilte dieselbe wegen Sach- Senftleben statt. Abfahrt vom Görlizer oder Schlesischen Bahnund als ihm hierüber Auskunft geworden, befahl er:„ Gehen beschädigung zu der geringsten Strafe, der eines Verweises." hof von Mittags 12 Uhr ab alle Viertelstunden. Sie zurück!" Dr. Bracebusch folgte der Aufforderung etwas zur regen Betheiligung am Stiftungsfeste auf. Die nächste Mitgliederversammlung findet Mittwoch, den 6. Juli, Inselstraße 10, statt; in derselben erfolgt die Delegirtenwahl. " zögernd, worauf der Vorsitzende, mit dem Finger nach der Wand Die Schlußzeit für die Sonntagsbeschäftigung der Ge Ju einer öffentlichen Drechslerversammlung erstattete deutend, sagte:„ Noch weiter! Noch weiter! Stellen Sie sich hilfen im badischen Handelsgewerbe ist bei den unter der am 18. Juni der Vertrauensmann Herr Blagens für die Zeit ganz hinten hin!" A13 Dr. Brackebusch dann nicht weiter Leitung der Landeskommisjäre geschehenen Berathungen der vom 11. Januar bis zum 18. Juni folgende Abrechnung: Die zurückweichen konnte, meinte der Vorsitzende:" Ich habe es Amtsvorstände eingehend erörtert und auch eine Uebereinstimmung geringen Bestände, welche am 11. Januar vorhanden waren, ein schon mit Mißfallen bemerkt, daß Sie im Saale auf erzielt worden, wobei dem Gesichtspunkt Rechnung getragen gerechnet, betrug die Einnahme 154,37 M., die Ausgabe und abgingen, das ist nicht anständig." Diese zurechtweisung wurde, daß abgesehen von besonderen Verbältnissen ble Schluß- 143,45 m., fo baß ein Ueberschuß von 11,12 M. geblieben ist. lag der Privatbeleidigungsklage gegen den Landgerichts- Direktor zeit nicht später als auf 3 Uhr Nachmittags zu legen ist. Als Nachdem Herr Plagens noch ermahnt hatte, die AgitationsKleinholz vertreten, während dem Kläger der Rechtsanwalt eigenartige und nicht leicht zu beseitigende Kaufsgewohnheiten trag der Revisoren Decharge ertheilt. Herr Doft empfiehlt mit Raetzett zur Seite stand. Nachdem der Thatbestand wie vor der landwirthschaftlichen Bevölkerung, ungünstige Lage der An- Rücksicht auf die miserable Lage der Kollegenschaft eine Kom ftehend mitgetheilt festgestellt worden war, beantragte der Bertreter funftszeiten der den Berkehr in die Kleineren Städte vermitteln mission zu energischem Betreiben der Agitation zu wählen. Die Rommission soll ihre Thätigkeit auch auf die Umgegend von Berlin erstrecken, aus welcher Drechslerwaaren in Menge nach Berlin kommen und hier die Preise und damit die Löhne drücken. Die Herren Karpe, Beier, Plagens, Sangershausen und Dost wurden in diese Kommission gewählt, und Herr Beier zum Kassirer bestimmt. Herr Raserhorn berichtete darauf über die Verhandlungen der Streif- Kontrollkommission und legte seinen Kollegen besonders ans Herz, den Streit der Weber in Rirdorf so viel wie möglich zu unterstützen. Da Herr Raserhorn sein Amt als Delegirter zur Streit- Kontrollkommission niederlegte, wurde für dieses Amt Herr Doft gewählt. Derfelbe legte infolge seiner Wahl zum Mitgliede der Agitationskommission sein Amt als Revisor nieder; die Neuwahl wird die nächste Versammlung beschäftigen. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung ging die Versammlung auseinander. Sorauerstraße Nr. 13. Rauchflub Ohne gwang, Abends 9 Uhr, bei Späth, Weinstr. 28. Rauchklub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Aymer Gräfeftr. 82. Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Bultán, Abends 9 Uhr bei bet Muß, Joftyfir. 8. Rauchflub„ Goldene Quafte", Abends 9 uhr Rauchflub gutgesinnter Freunde, Abends Waffer- und Inselstraßen- Ede beim Restaurateur Sperling Abends 9 Uhr. 8 Uhr bei Neumann, Höchstestr. 28. Rauchklub Schmotes: Werte, Rauchklub„ Borwärts SD.", jeden Mittwoch Waldemarstr. 74 bei Grupe. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frantfurter Allee 90. fraße 101. Buhnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringer Literarisches. " halb ihm dieser gestattete, in seiner Zelle ein kleines Laboratorium einzurichten. Hier kam Kammerer auf den Gedanken einer Verbesserung der bisherigen Zündhölzchen", die, an einem Ende mit Schwefel bestrichen, in ein Fläschchen mit vitriolgetränktem Asbest eingetaucht wurden, aber nur zündeten, so lange die Füllung im Glase frisch war. Kurz vor das Streichhölzchen, deren erstes er an seiner Bellenwand ent feiner Erledigung aus der Gefangenschaft hatte Kammerer zündete, erfunden. Auf freien Fuß gesetzt, wollte er seine Er findung verwerten, aber bei damaligem Mangel eines Patentschutz- Gesezes unterdrückten ihn bald Konkurrenzfabriken. Hierzu fam 1835 in mehreren deutschen Staaten ein Verbot der für gefährlich gehaltenen Streichhölzchen, das erst zurückgezogen wurde, als England sie zu fabriziren und nach Deutschland einzuführen begann. Kammerer hatte keinen Nutzen von seiner Erfindung, während Andere sich durch dieselbe bereicherten. Was er gefät, hat er leider nicht geerntet und wurde obendrein als Demokrat verfolgt und angefeindet. Gebrochen und mit sich zerfallen starb er 1857 im Frrenhause. Bei der Redaktion eingegangene Schriften: Kapital und Judenfrage, von Emil Rosenow. Verlag von G. G. Ludwig in Chemniß. Die unter diesem Titel beraus gegebene Broschüre packt die Antisemiten in ihrer volksverheßenden Thätigkeit, unterwirft das Agitationsmaterial der Ahlwardt, Die Göthe- Gesellschaft trat am 11. Juni in Weimar zu Liebermann und Konsorten einer fritischen Beleuchtung und ihrer diesjährigen Generalversammlung zusammen. Der Bericht zeichnet die Agitatoren mit äßender Schärfe als das was ie find: über das Göthe- Archiv stellt eine werthvolle Erweiterung desselben Demagogen. Dabei entwirft sie ein lebenswahres Bild der Lage durch Göthe's Briefe an Charlotte Buff( eine Stiftung der Familie der Kleinbauern und Handwerker, beweist, daß die Antisemiten Stästner), zahlreiche Briefe Wieland's, ferner den Nachlaß Otto die Noth des Volkes nie lindern werden, sondern stets dem Kapital, Ludwig's, Möricke's, Bechstein's, Hebbel's, Immermann's und welches die Judenfrage gegen die Sozialdemokratie benutzt, in Rückert's fest. Auch der Besitz des Göthe- Museums an Porträts die Hände arbeiten und kommt zu dem Resultat: daß nur der und Zeichnungen ist erheblich erweitert. Anschluß an die Sozialdemokratie das Volts aus der wirthschaftlichen Noth erlösen wird. Die flottgeschriebene Broschüre eignet sich sowohl des spannenden Inhaltes wie des billigen Preises ( 10 Pf.) wegen vorzüglich zur Agitation auf dem Lande und in endgiltige Ab- Handwerkerkreisen. Wir wollen sie hiermit Allen empfohlen Einer Versammlung von Wirkern und Wirkerinnen erstattete am 13. Juni der Vertrauensmann Herr Gustav Janz den Rechenschaftsbericht. Nachdem er furz die Schwierig teiten berührt hatte, welchen die Agitation für die Einführung der Kontrollmarke bezw. des Kontrollstempels in der Wirkerei begegnet war, theilte er mit, daß am Freitag vor Pfingsten Herr Goldberg, Mitinhaber der Firma Landen, ihm die Eröffnung gemacht habe, die Firma verzichte in Zukunft auf die Benutzung des Kontrollstempels, weil sie( angeblich) sich nicht immer von ihren Arbeitern vorhalten lassen wolle, daß sie mit der Marke nur Geschäfte zu machen beabsichtige und sie auch mache. Trotz der Zurückgabe des Stempels seitens dieser Firma werde- be merkte der Redner die Kontrollkommission in Chemnih Alles zur Förderung der Einführung des Kontrollstempels versuchen. Nach diesen Ausführungen berichtete Herr Janz über die von ihm eingenommenen und ausgegebenen Gelder. Weil die Abrechnung noch nicht abgeschlossen ist, wird die rechnung in einer späteren Versammlung erfolgen.( Es sind noch haben. Gelder einzuziehen und ausstehende Rechnungen zu bezahlen.) Zum Schluß brachte Herr Hübsch die letzten Beschlüsse der Streit- Kontrollkommission zur Kenntniß der Versammlung. " Die Tausend von Marsala. In Brescia starb jüngst ein Veteran der italienischen Einigungskriege, der zu den„ tausend" Freiwilligen gehörte, die mit Garibaldi die Eroberung" Siziliens unternahmen. Wie der Franks. 3tg." aus Mailand geschrieben wird, hat bei dieser Gelegenheit ein Sonderling in Brescia eine Warnung erlassen. Er behauptet, daß unmöglich alle, die zu den verehrt werden, an dem Zuge Garibaldi's fönnten theilgenommen Tausend" gehören wollen und von ihren Mitbürgern als Heroen haben. Und worauf stützt er diese Behauptung? Ganz einfach auf die von ihm festgestellte Thatsache, daß von den berühmten Tausend" nicht weniger als 4793 bereits gestorben und be= graben sind. " Eine internationale Ausstellung für Brotfabrikations, Bäckerei- und Kornmühlen- Maschinen, Hülsenfrüchte und Mehlprodukte wird vom 28. Juni bis 8. Juli in London abgehalten. schienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Jm Verlage von G. Slomte in Bielefeld ist er Bibel, ihre Entstehung und Geschichte". Eine historisch Eine öffentliche Versammlung von Filzschuharbeitern fritische Abhandlung zur Aufklärung des arbeitenden Boltes von und Arbeiterinnen vollzog am 13. d. M. die Wahl von Ver- Domela Nieuwenhuis. Aus dem Holländischen ins trauensmännern auf Grund des erlassenen Aufrufes der Berliner Deutsche überseht von H. Harders= Bünde und Dr. Vertrauensleute der auf dem Boden der losen Zentralisation Franz Diederich- Dortmund. 64 Seiten, Preis 40 Pfg. stehenden Gewerkschaften und wählte als solche die Kollegen In dieser interessanten Schrift des ehemaligen holländischen Dahlmann und Jeschke. Im Weiteren diskutirte die Ver- Pastors wird geschildert, in welcher Weise die Bibel allmälig sammlung über die gewerkschaftliche Lage und die Arbeits- und und auf ganz natürlichem Wege entstand, wie sie nicht zu verWerkstattsverhältnisse unter nochmaliger Berücksichtigung der wenden sei und worin ihr wirklicher Werth besteht. Scharf geht Bergel'schen Angelegenheit. Die Versammlung erklärte das Vor- der Verfasser mit Denen ins Gericht, die, um den Autoritätsgehen der dortigen Zwicker für gerechtfertigt und verpflichtete sich, glauben zu stärken, die Bibel als das Werk ausbieten, in dem Durch einen Brand in einer Tanzschule in Upper Holloway bei ähnlichen Vorkommnissen bei irgend einem andern Fabrikanten ein überirdisches Wesen, Gott, seine Gebote für die Menschen bei London, wobei das Haus einstürzte, wurden sieben Feuerauch voll und ganz hinter den betreffenden Arbeitern zu stehen. niedergelegt habe. Besonders das Kapitel, welches über die Be- wehrmänner verschüttet. Fünf davon wurden verlegt und zwei Kollege Röst el legte in der Versammlung sein Amt als Mit- nugung der Bibel handelt, wird willkommen sein, denn es bietet getödtet. glied der Agitationstommission nieder. Die erforderliche Er- für die Agitation in Gegenden, wo die Geistlichkeit die Bewohner gänzungswahl wurde bis zur nächsten öffentlichen Versammlung in blindem Glauben zu erhalten sucht und die Bibel als Wert vertagt. Angeregt wurde auch die Einführung einer Kontroll- zeug zu diesem Bestreben benutzt, durchaus verwendbare Fingerzeige. marte für die Filzschuhbranche, sowie die Wahl einer Kommission zur Ausführung der erforderlichen Vorarbeiten, doch wurde die Wie tödtet man Bacillen? Von Ferdinand König, Erledigung dieser Angelegenheiten auf eine spätere Beit vertagt. Halberstadt 1892. Eine Kellnerinnen".Versammlung, welche von Frau Kirchliche Zeit und Streitfragen zur sozialen BeDmoch arrangirt und nur von drei Kellnerinnen die das wegung im heutigen England. Von Julius Werner. Verlag von Bureau bildeten im übrigen von lauter Männern besucht war, Johannes Dreesen, Hadersleben. Einzelheft 1,20 m. Jahresverweigerte der Frau Dmoch mit 27 gegen 14 Stimmen bis auf abonnement 6 Heste 6 M. Weiteres die Ertheilung der Decharge für den von ihr gegebenen Rassenbericht und nahm eine vom Kellner Ebert eingebrachte Resolution an, wonach die Berliner Arbeiterbewegung mit dieser von Frau Dmoch geleiteten Agitation Nichts zu thun habe und daher die dafür ausgegebenen Bons 2c. von der Berliner Arbeiterschaft zurückzuweisen seien, da die seiner Zeit vom Vertrauensmann des 3. Berliner Wahlkreises geforderte Rechnungsstellung noch immer nicht erfolgt ist. Landsmannschaft der Schleswig Holsteiner in Berlin. Mittwoch, Kommandantenftr. 20. T Vermischtes. einem englischen Petroleum- Reservoir- Schiff fand eine Explosion Explosion. Aus Blaye( Frankreich) wird gemeldet: In statt, infolge deren gegen 20 Personen getödtet worden sein sollen. Mehrere benachbarte Boote gingen in Flammen auf. Die Er plosion soll durch einen Blitzstrahl erfolgt sein. Huglück auf den Schienen. In London erfolgte am Dienstag auf dem Bahnhof Bishopsgate ein Zusammenstoß zweier Büge, bei welchem fünf Personen getödtet und mehrere dem Arbeiterstande angehörige Personen mehr oder minder schwer verwundet wurden. Schiffsuntergang. Der 2300 Tonnen große Stahldampfer Ariel aus Hull, von Varna nach Hamburg mit Getreide fahrend, ist durch einen Zusammenstoß mit dem Dampfer Lancashire gesunken. Die Mannschaft wurde nach Portland ges rettet. Hans Most, dessen sonderbare Evolutionen feit seinem Ueber ein großes Unglück wird aus San Franzisto letzten Konflikt mit den amerikanischen Behörden viel Heiterkeit gemeldet: In der zur Herstellung von Granaten bestimmten den 15. Juni, Abends 8% Uhr, Sigung mit Damen in den„ Armin Hallen", erregt haben, hat sich, nach den jüngsten Nachrichten, zu einem Abtheilung des See- Arsenals von Mare Jsland fand eine Gr Schritt entschlossen, der allerdings fenfationell genannt werden plosion statt, durch welche zwölf Menschen getödtet Kranken- und Sterbe- Unterhütungskaffe der Berliner Hausdiener. muß. Er hat den„ Anarchismus“ für„ Schwindel" erklärt, und und drei schwer verletzt wurden. Die Werkstatt wurde durch das Raffenloral Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Sigung jeden Mittwoch Abend Don 8 Uhr. ift in die Heilsarmee eingetreten. Er hofft es zum Feuer zerstört. Lese- und Diskutirklubs. Mittwody. Bereinte raft, Abends General" zu bringen. Als Hauptmann" oder vielleicht gar 8% Uhr, bet Slein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Otto" Oberst" der Heilsarmee will er Deutschland demnächst besuchen Erdstöße sind in Griechenland in den letzten Tagen Thierbach, Schwebterstr. 44. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. jeben Monats, Abends 8 Uhr, bei Bechlin, Hornstr. 9.- Gefund er glaubt, daß man ihn in dieser Eigenschaft wohl kaum politisch an verschiedenen Orten verspürt worden. Aus Theben wird der brunnen, Abends 8% Uhr, bei Haferland, Bellermannftr. 87. Gleich verfolgen dürfte. So lautet die Nachricht, die allerdings für die Einsturz zweier Häuser gemeldet, wobei eine Person um's Leben hett, Abends 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstr. 7.-- Emanzipation, älteren Freunde Moft's nicht gerade überraschend ist. Wir fam; die Einwohner fampiren dort im Freien. Abends 8 Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Herrmannstraßen- Ece. Seine, Rirdorf, zweifelten trotzdem, wurden aber durch eine Rede, die der ExAbends 8 Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenstr. 6. Nord, = " jeden Mittwoch 8% Uhr, bei Bernh. Raabe, tuppiners und Schönholzerstraßen- Anarchist vor vier Wochen in Baltimore gehalten hat, und deren Ece. Otto Reimer jeden Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavner- merkwürdig zahmer, fast demüthiger Text uns vorliegt, wenigstens ftraße 23. von einem Theil unserer Zweifel kurirt. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. tite. geift". Wendt. starl ftraße 34, bei Schulze. bet Siegeler. Liebesfreiheit, Freiheit 1, Sulmftr. 36, bei Naumann. Echo1 Südost 1, Depeschen. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, uebung; 3 Wochen flüchtigen Inhaber der Firma Gebrüder Erwig, Johann Wieder Einige. In Düsseldorf ist gegen die feit Blumenstraße 38, bet Hente. Freya( Gem. Chor), Alte Schönhauser und Rudolf Erwig, wegen betrügerischen Bankrotts und ftraße 22-23, Boyzow's Brauerei. Hochstraße 32 a, bet Fälschung Untersuchungshaft verhängt. Die Fälschungen sollen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Deutsche Eiche, Blumenstraße 46, bet Went. Bankow, Schulzestr. 27. Lerche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beit über eine Million betragen. Brüssel, 14. Juni. Aus mehreren Orten Belgiens werden Gesangverein der Steinmegen, Johannisstr. 20, bei Müller. Wahlexzesse gemeldet. In Ath wurde das Lotal des tatholischen Männer- Gefangverein der Kürschner, D. B. D. Br. Berlin, Neue Eine wackere That haben, wie aus Graudenz berichtet Vereins angegriffen. Berittene Gendarmerie vertheidigte mit ge Friedrichstraße 44, bet Stöllig. Steinnette, Röslinerstraße 17, bei wird, zwei Fischerkinder im Alter von 8 und 11 Jahren vollzogenem Sabel das Lokal. Die Menge riß das Pflaster auf und Lyra 1, Raupachstraße 6, bet Stachel. Euphonia, Annenfir. 16, bei Reßner.- hand in hand 1, Mariannenstr. 31-32, bet, bracht. Am zweiten Pfingstfeiertage unternahm ein junger Mann verwundete den Untersuchungsrichter. Mehrere Personen wurden Doberstein. Schneeglöct chen 1, Rottbuser Damm 89, bet Jacob. Schneeglödchen 2, Botsdam, Brandenburger, Kommuitation 16, bet einen Schlag des Gegels( es herrschte starker Wind) aus dem Etablissements wurden Fenster zertrümmert. In Brüffel und mit einem Mädchen eine Kahnfahrt. Das Mädchen wurde durch durch Bajonettstiche verwundet. In mehreren katholischen Glaser. Unverbroffen, Abends 8% Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. Flöter'scher Gesangverein, Koppenstraße 43c, bet Lorenz. Rütli, Boot geworfen. Der mit ihrer Rettung beschäftigte junge Mann Lüttich herrschte während des ganzen Tages lebhafte Erregung. Friedenau im Kurhaus. Vorwärts 5, Friedrichshagen, Bundtheil, bei fonnte das Kentern des Kahnes nicht verhindern. Ueber drei Mehrere Aufläufe fanden statt. In lezterer Stadt werden für Lerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierfir. 33, bei See Stunden kämpften nun die beiden mit den Wellen, indem sie sich heute Abend Manifestationen erwartet. feldt. Lorbeertranz, Barnimstr. 16, bei Heindorf. Röpnickerstr. 191, Restaurant. Soffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich an das umgekippte Boot anklammerten. Wiederholt sank das Barcelona, 14. Juni. Bei einem Zusammenstoß zwischen Rothe Nelte, Schöneberg, Golaftr. 43, Mädchen unter. Endlich hörten zwei Fischerkuaben die Hilferufe Militär und Ausständigen, in San Andres wurden ein Soldat Moab it, Kronenbrauerei, Ali- Moabit 47-49.- Steinfeger- Sänger beiden völlig Grmatteten, welche ihnen auch gelang. Selbst das Truppen haben die Zusammenstöße in Barcelona an Schärfe und Freiheit, der Unglücklichen. Allein machten sie sich an die Rettung der und mehrere Arbeiter verwundet. Infolge der Verwendung von chor, Kastanien- Allee 28 bet Maiwald. Offenbacher Sänger franz, Oranienftr. 158, bei Göße. Gesangverein der Kupferschmiede. Boot wurde von den Kindern geborgen. Das junge Mädchen Zahl abgenommen. Weinstr. 11 bei Feind. Bergismeinnicht, Schulstr. 29, im Wedding: liegt schwer krank danieder. Rafino. Brandenburger Wänner Gesangverein in Branden Lissabon, 14. Juni. Das Journal offiziell" publizirt pros burg, Mengert's Boltsgarten. Mannesmuth, Mauerstraße 3, bei visorisch, bis zur definitiven Entscheidung durch die Cortes, die Namm.-Concordia", Gitschinerstr. 92, bet A. Roy I.- Arbeiter: Ein Kampf auf Leben und Tod fand dieser Tage, wie Serabfeßung der Zinsen für die auswärtige Schuld auf ein Gesangverein, Brig", Brig, Werderstraße bei Schöneberg. der Berliner Loftalanzeiger" berichtet, in einem Roupee dritter Drittel des Betrages. Die Zinsen der vierprozentigen und der schriften find zu richten an Mar Geng, Berlin N, Belforterstr. 26, 1 r.) Klasse des von Koniz nach Dirschau fahrenden Eisenbahnzuges 41/2 prozentigen Rente, welche bis zum 1. April fällig werden, Wittwech: Verein Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 35a. Theater zwischen einem Gefangenen und seinem Transporteur statt. Man tönnen, wie diejenigen für die innere Schuld, auch in Portugal und Vergnügungsverein Vultania, bet Täger, Gartenstr. 37/38. Berein schreibt darüber wie folgt: Der Transporteur Feddeck hatte den gezahlt werden. Das Dekret ermächtigt die Regierung bis zum Kreuz, fidel, bei Gumlich, Reichenbergerstr. 149. Bergnügungsverein Nord bet Schupte, Schul- und Reinickendorferstraßen- Ece. Rauchflub wegen schweren Diebstahls zu Zuchthaus verurtheilten Einwohner 31. Juli zur Konversion der auswärtigen Schuld in eine innere Hellblau bei Flick, Simonftr. 23.- Geselliger Berein Waldesgrün, Botraz aus Klein- Konig nach der Strafanstalt Mewe abzuliefern. Schuld. bet Nebelin, Langefir. 108( alle 14 Tage), Theater- und Bergnügungs- Als der Zug die Station Frankenfeld passirt hatte, trat Botraz, verein Durch Nacht zum Licht, bei 8ubeil, Naunynftr. 86. Chikago, 14. Juni. Gestern Nachmittag wurde Chikago Hr.moristischer Verein Pipifar, bei Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. dem es gelungen war, die seine beiden Hände schließende Eisen- und Umgegend von einem furchtbaren Orkan heimgesucht. Wie Bergnügungsverein Azalie," Bu den 3 Raben", Michael- Brücke 1. Ge tette von der einen Hand abzustreifen, in drohender Haltung auf verlautet, sind sieben Personen getödtet und fünfzehn verlegt felliger Verein Klimbim, bet Bredlow, Bülowftr. 65. Pollack- Klub den Transporteur zu und verlangte den Schlüssel zum Deffnen worden. Der durch den Orkan verursachte Schaden an Eigen2ustige Brüder, bei Lucwald, Manteuffelstr. 46.- Stattlub Puschel= grün, Reichenberger= der um das andere Handgelenk gelegten Fessel, welchem Verlangen thum wird auf mehrere hunderttausend Dollars geschäßt. und Manteuffelsiraßen- Ece. Nachtfalter, bei König, Koppenstr. 67. Rauchtlub Eiserne Pfeife, natürlich nicht entsprochen wurde. Da schlug plötzlich Potrah bet Hoffmann, Triftstraße 1.- Theaterverein Jugendkraft 2 bei Ritter, mit einem bisher verborgen gehaltenen Feldstein F. auf den Kopf, Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein welcher trotz des Blutverlustes sich auf den Gefangenen warf und Knospe, Abends 9 Uhr, tm teftaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. denselben im Ringen so lange festhielt, bis der Eisenbahnzug die Musttverein Vorwärts, Abends 8% bis 10% Uhr, Große Frankfurter Station Hoch- Stüblau erreichte, wo ihm von dem Bahnpersonal Straße 99, 1 Tr.- Männer- Gesangverein Waldkapelle 2, Abends Uhr Beistand zu Theil wurde. Restaurant Kayfer, Staligerstr. 22. Arbeiter- Gesangverein Brit, Abends Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu Mauerstr. 86. Touristentlub Ein altes Geschäft. Die Minzel'sche Buchdruckerei in 9 Uhr, im Restaurant Schöneberg, Chauffeestraße. Turnverein Hoffnung, abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelstr. 9.- straftturnverein Jugendkraft, jeben Mittwoch und Sonn- Hof(„ Hofer Anzeiger") begeht im Juni das 250 jährige abend 8-11 Uhr Abends bet Lade, Beughofstr. 8. Turnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr abends Geschäftsjubiläum. Die Firma ist bis dato in ein und in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, derselben Familie gewesen. Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Theater- und Bergnügungs- Berein Humanitas Abends 9% Uhr bei Täger, Gartenstr. 13/14. Reed, Lothringerfir. 94.- Theaterverein Bultanta Abends 9 Uhr bei Geselliger Bergnügungsverein Negia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Grünftraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener Garten, Dresdenerstraße 45. ftraße 149. Fordon infolge einer Reffelerplosion gesunken, ist der„ Danziger Der Dampfer Bromberg", von dem es hieß, er sei bei Zeitung" zufolge gestern wohlbehalten von Bromberg abgegangen. Die gegentheilige Nachricht war also falsch. -Kreuzfidel, bet Gumlich, ReichenbergerFidele Brüder, bei H. Mrofe, Lachmannstr. 5. Touristenverein Frei Weg", Abend 9 Uhr bei Reet, Michaelstirchstr. 39. Die Erfindung der Streichhölzchen verdankt, wie das Rauchklub Roochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralftr. 33. Leipziger Tageblatt" wiffen will, man einem Chemiker Namens Rauchklub& affalle, Abends, bei Lock, Friedrichsbergerfir. 11. Rauchtlub Rammerer aus Ludwigsburg, welcher 1833 sechs Monate auf dem Rothe Nelfe, bet Steuer, Weinstr. 22.- Humoristischer Rauch= lub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerstr. 42.- Rauch flub Sang Schlosse Hohenasperg in Württemberg als Staatsgefangener souci, Boechstraße 51. Rauchklub Vorwärts Südost, bet Bogel, weilte. Er genoß die Gunst des Festungskommandanten, wes Briefkaffen der Redaktion. Spandau 100. Nachdem Ihre Verlobung rückgängig ges worden ist, find Sie zur Zurückgabe des Verlobungsringes moralisch und gesetzlich verpflichtet. J. D., Köln. Das schriftliche Urtheil liegt uns bis jetzt nicht vor; wir können Ihnen daher die genaue Begründung desselben noch nicht mittheilen. A. B. 120. Dem Wirth kann nicht allein die Konzession entzogen werden, er kann auch noch eine Anklage wegen schwerer Ruppelei erhalten. Often 88. Wenn der Hauswirth die Kündigung an genommen und er die Wohnung bereits anderweitig vermiethet hat, so muß er Sie ziehen lassen, obgleich der neue Wiether einstweilen die Wohnung nicht benugen will. Gottfe., Steinenbrück. Die Sachen gehören dem Käufer. St. 100. Sie müssen sich an den Magistrat wenden. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.