Nr. 138. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. gern fprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Arbeitsordnungen. Donnerstag, den 16. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Gefügigkeit derselben, um oft ein Netz der kleinlichsten und ge- eine stete und eindringliche Mahnung, fich fest zusammenmeinsten Chitanen um die Arbeiter zu schlingen, ohne zu zuschließen, die Reihen der Arbeiterorganisationen auszuDas Arbeiter- Schutzgeseh," wie man die jüngste Ge- bedenken, daß bei der geringsten Besserung der Geschäftslage füllen und zu verdichten, um bei der nächsten günstigeren werbegesetz- Novelle zu bezeichnen beliebte, hat zum Theil die Arbeiter dieses Netz wie Spinnweb zerreißen, aber ein- Lage gerüstet zu sein, diese Arbeitsordnungen wegzufegen mehr als irgend ein anderes Gesetz zur Erbitterung der Ar- gedenk bleiben werden, was sie von den Herren zu erwarten und an deren Stelle andere des Arbeiters würdigere zu beiter beigetragen, und zwar sind es von den Bestimmungen des haben, wenn es nur auf deren guten Willen ankommt. sezen. Die Art des Arbeiterschutzes, wie er in den meisten selben diejenigen über die Arbeitsordnungen, welche die Arbeiter Jeder Appell an das Wohlwollen, das edle Herz, die Arbeitsordnungen zu Tage tritt, hat bei den Arbeitern wohl in Betreff der Arbeiterfreundlichkeit" der Gesetzgebung Großmuth des Unternehmers, jede Berufung auf das gute den letzten Rest von Illusionen über das kapitalistische Wohlgründlich enttäuscht haben. So wenig die Arbeiter auch Einvernehmen zwischen Unternehmer und Arbeite rn wird wollen" vernichtet. von der Gesetzgebung erwarten, das konnten sie zum großen mit dem Hinweis auf die Arbeitsordnung beantwortet und Die kapitalistische Gesellschaft lernt nicht; in ihrer HabTheil nicht begreifen, daß das„ Arbeiter- Schußgesetz" noch als Lüge hingestellt werden. Das ist freilich das Gute der gier und Herrschsucht verliert sie jede Anwandlung der eine Aera neuer Blackereien für sie heraufbeschwören sollte. meisten Arbeitsordnungen, daß sie den Arbeitern zeigen, Scham und Mäßigung, und jeder Schuh, den die GesetzDas Arbeiter- Schutzgesetz" bestimmt, daß in allen was sie vom„ guten Willen" des Unternehmers zu gebung ihr gewährt, dient nur dazu, ihre Anmaßlichkeit zu Fabriken, in denen mindestens 20 Arbeiter beschäftigt wer- erwarten haben. Sehr viele Unternehmer haben jetzt vermehren. Sie merkt nicht, daß sie nur ihren eigenen den, Arbeitsordnungen festgesetzt werden müssen. Der Erlaß gezeigt, was ihr guter Wille" bedeutet, weiter nichts, als Untergang beschleunigt und selbst die Dämme zerreißt, die der Arbeitsordnung erfolgt durch Aushang, mindestens die Arbeiter mit Füßen zu treten, wenn sie die Macht dazu fie vor den heransluthenden Broletariermassen schützen. Die 14 Tage, bevor sie in Kraft treten soll. Den Arbeitern soll tapitalistische Verblendung öffnet den Arbeitern die Augen. Gelegenheit gegeben werden, sich während dieser Zeit über Sie werden auch von diesen ihnen als Arbeiterschuh" aufdie Arbeitsordnung zu äußern. Wo ein ständiger Arbeiteroftropirten Arbeitsordnungen lernen und die empfangene ausschuß vorhanden ist, muß dieser gehört werden. Lehre zu ihrem Heile zu benußen wissen. 100 haben. Als den Arbeitern die neuen Arbeitsordnungen vor gelegt wurden, glaubten Viele noch, daß sie einen Schuß darin hätten, daß sie Einwendungen gegen dieselben vorbringen könnten. Vor dem Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrags zu derselben ist den großjährigen Arbeitern Gelegenheit zu geben, sich über den Inhalt zu äußern, lautet die gesetzliche Bestimmung. Nun gut, der Arbeiter tann zum Fabrikanten sagen:" Diese und diese Bestimmungen gefallen mir nicht", der Fabrikant aber kann erwidern:„ Mir gefallen sie aber ganz gut, und wenn sie Dir nicht passen, " " Politische Ueberlicht. " Die Da diese Bestimmungen erst mit dem 1. April in Kraft traten, so sorgten sehr viele Unternehmer dafür, daß ihre Arbeitsordnungen schon vor demselben eingeführt wurden, um auch den Schein zu vermeiden, als ließen sie sich von Arbeitern überhaupt in betreff dessen, was sie als souveräne Gebieter in ihrer Fabrik zu bestimmen für gut fänden, irgend eine Einrede gefallen. Ueberall aber, wo vor Berlin, den 15. Juni. oder nach dem 1. April Arbeitsordnungen eingeführt wurden, kannst Du gehen." Wo ein sogenannter Arbeiterausschuß" suchten die Unternehmer mit dem größten Raffinement besteht, muß dieser gehört werden. Der Erfolg aber ist Das Abgeordnetenhaus brachte in seiner heutigen alle Bestimmungen zusammen, durch welche sie sich Schutz derselbe. Nur kann das Ausschußmitglied, das die Sigung die zweite Berathung des Tertiärbahngegen die Arbeiter versprachen. Die großen Fabrikanten- Interessen der Arbeiter mit Ernst vertritt, sich darauf ge- Gesetzes( betr. Eisenbahnen unterster Ordnung) zu Ende, Berbände verfaßten Normal- Arbeitsordnungen, und ein faßt machen, daß seine Tage in der Fabrit, in welcher es und zwar ohne erhebliche Debatte. Das Gesetz ist wesenttöniglich preußischer Gewerberath veröffentlichte nicht arbeitet, gezählt sind und daß es in allen Fabriken des be- lich in der Kommissionsfassung angenommen. nur diese, sondern auch noch einen Extrakt aus treffenden Industrieverbandes vergebens nach Arbeit um- Geschäftsordnungs- Kommission des Abbestehenden Arbeitsordnungen. Da kann tein schauen wird. Ein unter den Arbeitern viel verbreiteter geordnetenhauses hat den Antrag auf Verfolgung Unternehmer in Verlegenheit gerathen, ob er nicht Frrthum ist die Annahme, als bedürften die Arbeits- des Vorwärts" abgelehnt. Auch die Sigung des irgend etwas, womit er die Arbeiter kontrolliren oder ordnungen der behördlichen Genehmigung. Sie sind den Herrenhauses, auf die man einigermaßen gespannt placken könne, vergessen habe, da findet er Be Verwaltungsbehörden nur zur Kenntnißnahme vorzulegen war, verlief sehr ruhig und zahm. Zunächst hatten die stimmungen, die jede Hantirung, jedes Wort, ja jede und unterliegen nur der Prüfung auf ihre Gesetzmäßigkeit. Herren sich dem Vorwärts" zu beschäftigen, Geberde des Arbeiters unter die Fuchtel, d. h. unter die Der Arbeiter fragt sich verwundert, wo denn der Ar- gegen den eine Strafverfolgung beantragt ist. von Geldstrafen oder Entlassung stellen. beiterschutz hier stecke. Massenweise wurden uns Arbeits Borwärts" soll das Herrenhaus beleidigt haben Biemlich allgemein wird das Recht des Unternehmers fest- ordnungen eingeschickt; Hunderte Arbeiter wandten sich und wodurch, wissen wir in der That nicht. Wir haben gestellt, die Arbeiter wie Spitzbuben zu untersuchen. Selbst schriftlich und mündlich an uns, und erst in den letzten von dem Herrenhaus eine so unübertrefflich geringe der Aufenthalt in den der Befriedigung gewisser zwingender Wochen minderte sich die Fluth der Anfragen und Be- Meinung, daß eine Beleidigung desselben durch uns Nun, wir wer Bedürfnisse gewidmeten Räumen unterliegt der Kontrolle und schwerden, weil die Arbeiter nachgerade von dem Wesen ein psychologische Unmöglichkeit ist. wird nach der Uhr bemessen, und Ueberschreitungen des Arbeiterschutz- Gesetzes" sich überzeugt haben. Biel- den ja wurde Der betreffende Antrag ber zugemessenen Beit um eine Minute können mit dem bewußte Arbeiter waren sich freilich von vornherein klar an die Geschäftsordnungs- Kommission verwiesen. Lohn eines halben Arbeitstages gebüßt werden. In einer darüber, was es mit dem„ Arbeiterschutz" auf sich hatte. Rest der Sigung füllte das Herrenhaus in der von uns ganzen Reihe von Fabriken benutzte man die Einführung Die Aeußerungen der Verwunderung, des Unwillens, der vorausgesagten Weise aus: es sprang über den Stock. Graf der Arbeitsordnung, die Arbeitszeit, trotz früherer Verein- Entrüstung, die wir zu vernehmen hatten, rührten von Klinkowström war von wunderbarer Gefügigkeit barungen mit den Arbeitern, einseitig zu verlängern. solchen Arbeitern her, denen die Vertrauensseligkeit noch Oppofition vor Pfingsten zerfloß in ein Mißverständniß" Der ganze Kapitalisten- Uebermuth, aber auch die ganze nicht ganz abgestorben war. Hierzu beigetragen zu haben, und turzsichtige Berblendung der Unternehmer zeigte sich bei der ist vielleicht das einzige Verdienst dieser Art des Arbeiter Einführung der Arbeitsordnungen. Sie benutzten die Noth- schutzes. lage der Arbeiter und die durch dieselbe herbeigeführte Für die Arbeiter sind aber diese Arbeitsordnungen Androhung Feuilleton. Nachdrud verboten.] Am Webstuhl der Zeit. [ 188 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern mit sehen! " Der arme wie Den die hoppla hopp! ging's elegant über den Stock der and gemeinde Ordnung für SchleswigHolstein, die en bloc mit allen gegen etwa 20 Stimmien angenommen wurde, nachdem man der Regierung auch für Aber meine Arbeit ging wenigstens den Leuten nicht an den Kragen." Desto mehr knurrte der Magen," erwiderte Habicht, und übrigens hingen die Nürnberger Niemanden, sie hatten ihn denn." Beim Revolutionskomitee? Schöne Arbeit das. Es der Arbeiter gegenüber seine arbeiterfeindliche Politik beibehalten zu wollen erklärt habe und allen seinen Heraus- ist wohl eine gut bezahlte Arbeit?" forderungen die Krone durch jene empörenden Arbeiter- Man muß zufrieden sein; zumal in jetziger Zeit, wo transportirungen aufgehezt habe, von denen sie Alle Zeuge die Fabrikanten die Löhne so arg herabseßen, wie Sie ja gewesen. In Ansehung solcher Unthaten bleibt dem Arbeiter selber am Besten wissen, Herr Findeisen." feine Wahl, als: entweder wie ein feiger Sklave alles Weitere ruhig zu dulden, oder als Mann entschieden das gegen zu kämpfen", hieß es weiter, und dann folgte die Aufforderung, sich in Kompagnien zu vereinigen, Anführer zu wählen und, nachdem sie sich der etwa aufzufindenden von A. Otto Walster. Waffen bemächtigt, des Weiteren gewärtig zu sein. Unter- Und von welcher Art ist denn Ihre Arbeit bei diesem " Nun ja, ich soll mich nun wohl auch noch mit Dir zeichnet war der Aufruf statt mit den Worten:" Das Komitee, wenn ich fragen darf?" herumstreiten, wie mit Deinem sauberen Bruder? Der Gesammtministerium", mit der entsprechenden Abänderung:„ Sie dürfen fragen, denn es geht sie auch an. Ich Teufel hole die ganze Wirthschaft, sag' ich noch einmal;„ Das Revolutionskomitee", und statt der Namen des habe" nämlich von meinem Bruder, welcher Polizeidirektor aber wartet nur, es soll anders werden; ich will Euch die Gesammitministeriums las man die von Dr. Lange, geworden, den Auftrag, alle Leute, welche sich mit weißen Hirngespinnste schon aus dem Kopfe treiben." Frant, Reinisch aus Bleichungen, Hanke und Wießner. Binden sehen lassen, anzuhalten und ihnen die Waffen abzunehmen. Sie haben da eine recht schöne Doppelflinte, und Augen? Das glaube ich gern; aber ich werde sie mit Ihrer um diese möchte ich Sie jetzt gebeten haben." Meine Doppelflinte? also diese sticht Ihnen in die Als Herr Findeisen, der Vater, die Straße betrat, Findeisen sah auch, wie bedruckte Papiere in Form Bor Allem empörte es ihn, die zahlreichen Arbeitertrupps gerade ein solches verschaffen, als ihn eine jugendliche belam sein Groll fast bei jedem Schritte neue Nahrung von Brogrammen vertheilt wurden, und er ofte sich zu sehen, die lachend und scherzend, hier und da auch im Stimme anredete: ernsteren Gespräch begriffen, zusammenstanden. " Da stehen sie und faullenzen, die Bummler," murmelte er; stehlen dem Herrgott die Tage ab, statt zu arbeiten. Rebellion zu machen und auf Allerwelts Unkosten au leben, ist freilich angenehmer. Na, wartet nur, wenn Ihr nur erst einmal den Ernst sehen werdet." " Guten Morgen, Herr Findeisen." Der Fabrikant blickte auf und sah in das blühende Gesicht des jüngeren Habicht, seines ehemaligen Arbeiters. So? Herr Habicht," bemerkte er, sind Sie auch auf den Beinen, auf den Straßen, wollte ich sagen, statt bei Er trat damit an eine Straßenecke, um zu seiner Be- ehrlicher Arbeit? Müßiggang ist aller Laster Anfang, ruhigung nochmals die Aufforderung an alle gutgesinnten merken Sie sich das, junger Mann." Bürger" zu lesen. Aber wer malt seine Entrüstung, als er Ei, ich stehe nicht müßig, Herr Findeisen, ich bin in an Stelle derselben eine typograpisch dieser Aufforderung Arbeit," entgegnete dieser. täuschend nachgeahmte Aufforderung an die Arbeiter las, So? Und bei wem denn arbeiten Sie, wenn ich in welcher ihnen wiederholt vorgehalten wurde, daß das fragen darf?" sogenannte liberale Ministerium allen und jeden Wünschen " " Beim Revolutionskomite!" Erlaubniß noch ein Weilchen behalten." Diese Erlaubniß kann ich Ihnen nicht gewähren." " Nun daun, ohne Ihre Erlaubniß, Adieu!" 〃 " Es thut mir leid, Herr Findeisen, aber Sie sind selbst schuld," entgegnete der junge Mann, umschlang plötzlich mit nervigen Schlosserarmen den Fabrikanten, entriß ihm das Gewehr und rief dann mit drohendem Blick: Gehen Sie hier weiter, Herr Findeisen!" Erstaunt, erstarrt blieb der Fabrikant stehen. Da bog um die Straßenecke eine Militärpatrouille, die er mit dem Rufe: Zur Hilfe, zur Hilfe!" herbeirief. Die Patronille eilte herbei; als aber Findeisen fich umdrehte, waren die Arbeiter verschwunden. Das Plakai das bedas Militäranwärter Gesetz die gewünschten seine Rumpane- er hat schon mit ihnen am Milliarden- das den Dreibund gegen Italien schütt- das ist eine Aenderungen mit Grazie bewilligt hatte. topf geseffen, und außer den Schienenflickern und Schienen- Idee, die für genial gelten könnte, wenn sie nicht so ent Der Bericht der verstärkten Finanzkommission bie alte Ratetentiste in Friedrichsruhe begraben ist. flicker- Genossen frent sich Jedermann in Deutschland, daß seßlich albern wäre. Ein Bund, der zum Zweck hat, gegen des Herrenhauses über den Gesezentwurf betreffend einen Angriff von Seiten des Bundesgenossen zu schützen, die Aufhebung der Befreiung von ordentlichen Personal Wie's gemacht wird. Herr Hansemann hat nicht kam es dem Verabreicher dieses Unfinns blos darauf an, das gehört schon auf die letzte Seite des Ult". Natürlich steuern gegen Entschädigung( Reichsunmittelbementirt, die Handelsredakteure der beschuldigten Bourgeois bie Italiener aufzuhezzen und seinem Nachfolger Schwierig bare) ist erschienen. zeitungen haben sich entweder gar nicht gemuckst oder ein feiten zu bereiten. Daß er selber, als er den Bund an Aus dem Bericht heben wir einige interessante Punkte paar zweideutige Berlegenheitsphrasen gestammelt, und fertigte, andere Zwecke im Auge hatte, hervor. Nachdem der Regierung der Vorwurf gemacht bie Kreuz- Zeitung" schrieb gestern Abend wieder im weisen die Crispi'schen Herausforderungen an Frank war, daß dieselbe keine Verhandlungen mit den Standes- Theil für Handel, Gewerbe und Industrie": herren geführt habe, bevor die Entschädigungsvorlage bei reich und die riesigen Militär- Rüstungen, an denen Berlin, 14. Juni. Mehrere Beitungen verlangen, daß Italien jetzt sterbensfrank darniederliegt. Thatsächlich wollte Sem Landtag eingebracht sei, erklärte der Finanzwir die Namen derjenigen Handelsredakteure nennen sollen, minister, daß, obwohl das Gesetz vor die sich um Gratifitationen bei der Diskonto- Gesellschaft be- der Erkanzler Italien als Sturmbod gegen Frankreich be gängige Verhandlung nicht vorschreibe, Wir weisen diese Zumuthung deshalb zurück, nußen. Auch in diesem Punkt hat er sich freilich verrechnet die Staatsregierung doch den dringenden weil uns jede persönliche Verdächtigung absolut fern lag. Gses wollte Nichts mehr gelingen- und das Gegentheil Wunsch gehabt habe, die Grundsäge für war aber unsere Gewissenspflicht, einen that fachlich seit des Erstrebten bewirkt. Durch den Beitritt Italiens zu dem die Ablösung der Personal- Steuerfreiheit vielen Jahren bestehenden Uebelstand endlich Dreibund, der dem italienischen Volke von Anfang an antiöffentlich aufzudecken. An der Börse ist derselbe fast pathisch war und, weil er das Land finanziell erschöpft gütlich zu vereinbaren. allgemein bekannt, und berufstreue Handelsredakteure haben es und jede innere Reform erstickt, von Tag zu Tag antiuns oft geklagt, wie schwer sie unter dieser Herabwürdigung pathischer wird, ist in Italien eine der französischen Reihres Standes zu leiden haben. Wir wählten zur Beröffent publik freundliche Stimmung erzeugt und die Annäherung lichung den Zeitpunft, in dem unserem Volte wiederum ge- publik Ein Kommissar des Finanzministeriums habe mit dem Vertreter des Fürsten Stolberg und des Fürsten zu Wied persönlich unterhandelt und den 12- bis 15fachen Betrag der Jahressteuer als Entschädigung in Aussicht gestellt. Aus den Aeußerungen der Vertreter der beiden Standesherren sei zu ent nehmen gewesen, daß ihre Machtgeber auf eine wesentlich höhere Abfindung rechneten. worben haben. fährliche auswärtige Anleihen angepriesen werden sollen, um an Frankreich zum Ziel aller demokratischen Elemente ge über den Werth der publizistischen Anpreisungen solcher An- macht worden, was vorher nicht der Fall war. Könnte der leihen Klarheit zu schaffen. Wenn wir dies auch nur an- neue Reichskanzler sich zu einer neuen Politik aufschwingen, nähernd erreichen, so ist der Zweck unserer Veröffentlichung er- und wäre er nicht in den Zauberkreis des alten Kurses" füllt. Wir hoffen aber außerdem noch, daß die Berliner Bei eingebannt, so hätte er das Bündniß mit Italien ablaufen tungen das Beispiel einer derselben nachahmen und ihre Handels- lassen und gute Beziehungen mit der Regierung und dem Redakteure ausdrücklich verpflichten, keine Zuwendungen irgend Bolte jenes Landes gepflegt. Ohne den Dreibund würde Der Fürst zu Wied hat später in einer welcher Art von Banken und Bankiers anzunehmen. die irredentistische Strömung, d. h. das Verlangen nach ge schriftlichen Darlegung Sie Ablösung Daß das Trinkgelder- Unwesen" in Berlin ebenso wissen österreichischen Gebietstheilen in Italien nicht so durch eine der Steuer gleich kommende graffirt wie in anderen Orten, ist allerdings richtig, und start sein, wie es jetzt ist und erst durch den Haß gegen Rente beansprucht. auch wir wissen, daß die Käuflichkeit der Presse in Börsen- den Dreibund geworden ist. Da eine Vereinbarung über die Höhe der Entschädigung freisen nicht blos, sondern überhaupt in den Geschäfts- Wenn Deutschland, wir meinen die Reichsregierung mit den Reichsunmittelbaren, wegen zu hoher Forderungen freisen, christlichen wie jüdischen, als notorische Thatsache eine friedliche Politik verfolgt, den Frieden ernstlich will, derselben, nicht möglich gewesen, hat die gefeßliche Regelung gilt. Die Kreuz- Zeitung" hätte aber doch gut gethan, mit also, um es fonkret auszudrücken, an feinen Angriff ins Auge gefaßt werden müssen und ist der 13½efache Steuer- Namen hervorzutreten, denn sie kennt einige der fäuf auf Frankreich denkt, hat Italien für uns nur eine ganz betrag als Entschädigung festgesetzt und vom Abgeordneten lichen Subjekte. Die Hoffnung, daß die sündige Presse in sekundäre Bedeutung, ja gar keine. Denn in diesem Fall haus bereits angenommen worden. sich gehen werde, ist doch gar zu naiv und eitel Dunst.stünde, wenn Frankreich wirklich die selbstmörderische Toll Die Kommission hat schließlich der Vorlage in der Fassung des Abgeordnetenhauses ihre Zustimmung ertheilt, Hinter den Judenflinten" scheint fremdes Geld zu heit eines Revanchetrieges" unternehmen sollte, England und somit wird für Preußen ein Inventarstück aus der stecken. Die Ahlwardt'sche Schrift ist ins Serbische über unbedingt auf unserer Seite und würde, vermöge feiner Zeit des Junkerstaats in das wohlverdiente Grab sinken. setzt und unentgeltlich an serbische Offiziere versandt wor- Machtstellung im Mittelmeer, jede Aktion Italiens, die zu Ein prächtiges Bild übrigens: Die Reichsten erhalten ben. In Serbien ist der russische Einfluß eifright Das Bündniß mit Italien hatte eben nur einen Sinn, so gleich eine Aktion für Rußland wäre, spielend verhindern. dafür, daß sie die Guade haben, von jetzt an Einkommen bemüht, den deutschen zu verdrängen. Der deutsche steuer zu bezahlen, eine Entschädigung aus den Steuer- Einfluß ist es sicherlich nicht, dem durch die Uebersetzung lange die deutsche Politik aggressiver Natur war und ihre groschen des Voltes; treffender kann das schöne Wort des Ahlwardt'schen Basquills gedient werden soll. Herr Ahl- Spike gegen Frankreich richtete. Von dem Augenblick an, " Noblesse oblige" nicht illustrirt werden. wardt kann die Abscheulichkeit des Judengeldes nicht drastisch wo der aggressive Charakter unserer Politik aufhört, ist es genug schildern. Der Rubel ist wohl patriotischer"? völlig gegenstandslos. Ueberfchivemmungs Kommission. Der Reichs- Der Patriotismus dieser Deutschland über Alles"- Brüller dann würde das italienische Bündniß nach 24 Stunden von Und unternähme Deutschland einen Angriffs krieg, Anzeiger" meldet, daß durch kaiserliche Verordnung zur war uns stets verdächtig. Untersuchung über die Ursachen der in neuerer Zeit vorFrankreich und England zerrissen sein. gekommenen Ueberschwemmungen und zur Festsetzung von Die Wahlen in Belgien sind, so weit sich bis jetzt Maßregeln, wodurch für die Zukunft der Hochwassergefahr urtheilen läßt, der Sache der Revision sehr günstig geund den Ueberschwemmungsschäden vorgebeugt werden kann, welcurch die feritale Mehrheit in der Kammer und im wesen. In Brüssel und Lüttich haben die Liberalen gesiegt, ein Ausschuß von 38 Personen eingesezt ist. Senat beträchtlich geschmälert worden ist. Zwar haben die „ Ein logischer Nonsens" ist, der„ Kreuz Beitung" Klerikalen noch immer eine Majorität in beiden Körperzufolge, die von dem Er- Hausmeier und seinen Trabanten schaften, allein keine genügende, um eine demokratische erstrebte Kombination Wilhelmstraße plus Friedrichsruhe" Revision zu hintertreiben, zumal unter den Klerikalen selbst mit anderen Worten, der unverschämte Vorschlag, daß das allgemeine Stimmrecht verschiedene Anhänger hat. Die der Kaiser sich neben seinem neuen Kanzler auch noch den Abgeordnetenkammer, die bisher 138 Mitglieder zählte, hat alten als Berather annehmen sollte. Das würde schön jetzt 152, der Senat, statt bisher 69 jegt 76 Mitglieder. werden: Dynastie Hohenzollern mit Dynastie Bismarck- Ju den radikal- bürgerlichen Kreifen Belgiens herrscht das ginge noch über die Republik mit dem Großherzog". großer Jubel, und die Arbeiter, entschlossen, das Eisen zu Es unterliegt beiläufig feinem Zweifel, daß, wie wir schmieden so lange es glüht, manifeftiren überall für das schon andeuteten, der alte Breßbureau- Apparat so ziemlich allgemeine Stimmrecht. Die Nachrichten von Wahlmit allem Juventar in den Besitz der Fronde über trawallen sind mit Vorsicht aufzunehmen zu ernstlichen gegangen ist und von Friedrichsruhe aus geleitet wird. Konflikten ist es jedenfalls nirgends gekommen, und jeden Das Geld ist von den Schienenflickern und verwandten falls haben die Arbeiter, die von der Wahl ja ausgeschlossen Berufsgenossen zusammengebracht, die sich, wenn der Chef waren, sich an Konflikten nicht betheiligt, die höchstens wieder ans Ruder käme, die Auslagen in einem Jahr in üblicher Weise zwischen Liberalen und Kleritalen hundertfach zurücknehmen" würden. Der Erkanzler ahmt stattgefunden haben können. auch hierin sein Vorbild Bonaparte nach, der sich durch die Aussichten für den Fall seiner Thronbesteigung stets Geld 00 " Die italienische Krisis. In einer seiner üblichen zu verschaffen wußte, und auch nach dem Spruch von Klatsch- Drakeleien, die von den Bewunderern für unfehlbare Ser Ehrlichkeit unter Dieben diese seine Versprechen Weisheits- Ergüffe ausgegeben, von jedem Nicht- Gößenanbeter allerdings sonst keine- gehalten hat. Für jede Million, aber auf gleiches Niveau mit dem Radaublech des Bedienten die er empfing, wurde Frankreich um 100 Millionen geim Gil Blas gesetzt werden, hat der Er- Kanzler dieser Tage plündert. Aber er erreichte auch sein Ziel und kam an den behauptet, der Werth der italienischen Allianz bestände nicht großen Milliardentopf weil die Franzosen ihn nicht darin, daß Italien die zwei anderen Dreibund- Staaten mit kannten und noch Wunderdinge vom Neffen des Dnkels Militär unterstütze, sondern darin, daß es einen Angriff auf erhofften. Wir aber kennen unseren Pappenheimer und Desterreich von- italienischer Seite verhindere. Italien, Das ganze Gerede um das Austreten oder Verbleiben Italiens im Dreibund ist also Lärm um Nichts. von der Nationalliberalen Korrespondenz", die sonst fir Die Misère der italienischen Regierungspolitik wird für Herrn Giolitti und König Umberto schwärmt, in einem Artikel über den„ Sieg" des vorigen Sonnabend mit unfrei williger Offenherzigkeit wie folgt geschildert: Zu dem Erfolg des Ministeriums Giolitti in der Sonn abendsigung der italienischen Deputirtenkammer haben persön liche Erwägungen, noch mehr aber der 3 wang der Ber hältnisse beigetragen. Zwischen Herrn Giolitti und ben ausschlaggebenden Parteien besteht fein eigentliches Band, wohl aber die Erkenntniß, daß beide Theile einander vor der Hand nicht gut entbehren tönnen und deshalb am flugsten handeln, wenn sie einem praktischen modus vivendi huldigen. Herrn Giolitti's amtliche Stellung muß ihm ein möglichst behutsames Vorgehen schon im Intereffe der Selbft erhaltung dringend ans Herz legen; die Mehrheit der Kammer aber würde sich mit den Grundregeln des parlamentarischen und politischen Tattes in Widerspruch setzen, wenn sie einem Ministerium das Leben unnöthiger Weise schwer machte, dessen einziges Streben darauf abs zielt, unter Schonung aller berechtigten und vielleicht auch mancher unberechtigten Empfindlichkeiten die Staatsmaschine noth dürftig im Gange zu halten. Etwas mehreres hat Herr Giolitti noch nicht beansprucht, ganz besonders nicht in seiner Budget- Taktik. Die öffentliche Meinung Italiens und der diesem vorzugsweise befreundeten Länder zeigt sich denn auch über den Abschluß der Budget bebatte recht befriedigt. Es war das Beste, was nach Lage der Umstände erreicht werden konnte und hilft über die klippen der nächsten Seit hinweg. Das Ministerium hat die Feuerprobe ehrenvoll wurde nunmehr mit dem Bajonett herabgestochert, und Einlieferung der Mitglieder des Revolutions- Komitee's, sowie und sonstiger Leute, bei denen Waffen in größerer oder dann nahmen die Soldaten den„ gutgesinnten", jezt leider des Buchdruckers Barth und des Advokaten Streit ausgesezt geringerer Zahl zu erwarten waren, wie zum Beispiel die entwaffneten Bürger mit nach der Hauptwache. Dort waren. Biele schüttelten darüber die Köpfe; aber diese Bekannt- Bereinshallen der Schützengilden, Jagdgesellschaften zc. auf war bereits eine ziemliche Anzahl von Großbürgern, machung verfiel alsbald der Lächerlichkeit, da man furze schrieb. mit weißen Binden versehen, angekommen. Mancher Zeit darauf Plakate des Revolutions- Romitees daneben aber, der soust in den Berathungen nie gefehlt, ließ sich hängte, durch welche je 10 Thaler auf die Einlieferung der vermiffen. Nachdem sich der Fabrikant in die Liste hatte einzeichnen laffen und seine Nummer in Empfang genommen, begrüßte ihn Howald mit lebhafter Freundlichkeit und fragte ihn, ob er in seine Kompagnie eintreten wolle. von irgend einem Wigling die Bemerkung hinzugefügt: Minister gesetzt wurden, und hier und da war mit Bleistift Fütterungskosten werden nicht vergütet", oder: Noch viel zu viel". " meinte er, sich vergnügt die Hände reibend, zu Jwan; " Ich bin jetzt eigentlich die kriegführende Person", Romitee außerhalb der Stadt kampiren muß und bie denn ich bin in der Stadt, während das Revolutions übrigen Beamten keine Truppen zur Verfügung haben, während ich schon 15 Bataillone marschiren lassen kann.. Wenn Sie sich erschießen lassen wollen." " Erschießen lassen, von wem denn?" Howald hatte ein ziemlich friegerisches Aussehen an Unbeachtet von Allen, entfaltete während dessen in seinem genommen. Eine filberdurchwirkte Binde um die Taille abgelegenen Hause, in dem er einftmals den Türken gespielt, Von unserem Ober- Kommando. Denken Sie vielleicht, kennzeichnete ihn als ernannten oder erwählten Kompagnie feine raftlose Thätigkeit der Philosoph Mensch. Seine in solchen Zeiten wird gespaßt. Hier handelt sich's, abs führer. Ein langer Schleppsäbel und zwei Revolverpistolen Leibwache hatte sich bis auf 50 Mann verstärkt, unter gesehen von dem Ziele, zugleich um's Leben vieler Tausende. im Gürtel bildeten seine Bewaffnung. Findeisen erklärte denen dreißig bereits als Kompagnieführer erwählt waren. Da wird ein Menschenleben nicht hoch angeschlagen, auch fich bereit und erfuhr nun, daß man nur noch die Da es unmöglich erschien, in der Kürze der Zeit größere nicht das Leben eines Herrn Mensch. Vergessen Sie nicht, Publizirung des Belagerungszustandes erwarte, um sofort Schaaren zu organisiren, so hatte man die Stärke der Kom- daß Sie ohne Befehl nichts unternehmen dürfen. Das und ohne alles Zögern mit der Reinfegung" der Straßen pagnie auf 60-80 Mann festgesetzt, weil die sich eher aus würde eine schöne Verwirrung geben, wenn Jeder auf seine der Stadt vorzugehen. Vereinen, größeren Werkstätten und dergleichen zusammene eigene Faust vorgehen wollte." Sämmtliche Truppen in der Stadt waren in den fanden. Sobald man sechs solcher Schaaren gebildet, ließ Kasernen konfignirt, soweit sie nicht zum Wacht oder man ihre Kommandanten zusammenkommen und das dieser Welt. Nun, meinetwegen; wo sich so viele fügen Darum giebt es auch kein ungetrübtes Glück auf Patrouillendienst kommandirt waren, der ihre Kraft in nicht Weitere behufs Vereinigung zu einem Bataillon verabreden. Was geringem Maße in Anspruch nahm. Auch die Kavallerie Die Bildung jedes Bataillons wurde dann sofort an den müssen, werde ich mich wohl auch fügen können. war in Thätigkeit, da sie nach allen Seiten auf die Land- Hauptordner Hante und von diesem an den Ober- machen denn unsere barmherzigen Schwestern?" straßen entsendet worden war, um Arbeiterzuzüge fernzu Commandanten Wießner gemeldet. Sobald die Formirung und überlegen, welche Aerzte sie wohl einladen dürfen, um Sie zupfen Charpie, machen Verbandszeug zurecht halten, Eisenbahn- und Telegraphenbeschädigungen zu ver- vor sich gegangen, ließ man die Leute, sofern sie nicht zu die verwundeten Boltskämpfer zu behandeln." hindern oder wieder gutmachen zu lassen. anderem Dienst gebraucht wurden, in ihre Wohnung gehen, Der Krieg hatte bereits begonnen, ohne daß es zu mehr denn der Zuzug von Außen nahm trok Kavallerie und" Ich glaube gar. Da sieht man gleich, daß die Damen als kleinen Exzessen gekommen wäre, denn die Arbeiter wichen Patrouillen immer größeren Umfang an. Durch ein immer von Revolution nichts verstehen. Wenn wir Aerzte den Patrouillen aus, gingen auch zum großen Theil nach offengehaltenes Büffet bewirkte Mensch, daß die Leute brauchen werden, holen wir sie aus ihren Wohnungen ganz wie vor an die gewöhnlichen Wochenarbeiten. Ungewöhnliches bei Kräften und bei gutem Wuthe blieben, und gegen vier sans façon ab; das versteht sich doch ganz von selber. Leben aber entwickelte sich an den Straßenecken und vor den Uhr des Abends konnte er sich rühmen, die Bildung von Einladen! Nicht wahr. Bei einer Revolution geht's Plakatfäulen, an denen bald Militär und Polizei die Be- 15 Bataillonen in der Stärke von gegen 6000 Mann be- wie im Kriege, da wird nicht eingeladen, sondern requirit. tanntmachungen des Revolutions Komitee's entfernten und fördert zu haben, als er vom Oberkommando durch Jwan„ Es ist schade, Herr Mensch, daß wir Sie nicht überall solche der Regierung von Neuem herstellten, während hinter den Befehl erhielt, sich der Waffenvorräthe in der Stadt zu haben können." ihrem Rücken alsbald plöglich auftauchende Arbeiter in bemächtigen. Alsbald flogen sämmtliche Komgagnieführer" Gut, auch noch Spott! Aber sagen Sie einmal, aus, um ihre Leute oder wenigstens einen Theil zu fam- werden Sie nicht Ungelegenheiten haben, wenn Sie als Um die Mittagsstunde wurden von Seiten der Regierung meln, während der Philosoph sich ein Adreßbuch herbei- russischer Offizier Generaladjutanten Dienste beim Obers neue Blafate ausgegeben, in welchen je tausend Thaler für die langte und die Lokale der Waffenschmiede, Waffenhändler tommando des Revolutions heeres leiften?" entgegengesetzter Weise verfuhreu. $ bestanden und ein Geschick in Ausnutung der parlamentarischen Konjunktur an den Tag gelegt, das ihm auch in den künftigen Aftionen ausnehmend ersprießliche Dienste leisten kann. Wir müssen gestehen, vernichtender kann man nicht gelobt werden." Armer Giolitti! Und armes Italien! Die Lügner an der Arbeit. In Frankreich, Belgien und England sind dem anarchistischen Wauwau die Lumpen und Sägspähne so vollständig aus dem Leibe genommen worden, daß der lächerliche Unhold beim besten Willen dort nicht mehr als Vogelscheuche benutzt werden kann. Da sind denn die traurigen Ritter vom rothen Ge spenst in ihrer Verzweiflung auf den Gedanken verfallen, jenseits der Pyrenäen, die sehr hoch find, im fernen Spanien, das wenn auch nicht ebenso weit doch ziemlich ebenso entfernt ist wie Afrifa, eine Kasperle- Borstellung zu arrangiren, in welcher der abgetakelte Rrrrevolutions- NußFnacker mit einer Dynamitpatrone zwischen den Zähnen die Grufelrolle zu spielen hat.*) Wenn man den Burschen am Kragen packt und auf Herz und Nieren prüft, kommen auch blos Lumpen und Sägspähne heraus. Zunächst wollen wir feststellen, daß die deutschen Zeitungen über Barcelona Schauerberichte bringen, die wir in der Presse der übrigen Länder nicht gefunden haben. Wohl reden auch die französischen und englischen Blätter von Arbeitertumulten, allein sie melden auch, daß es sich um einen Ausstand und um öffentliche Umzüge handelt, was vergleichsweise recht harmlose Dinge find, während die deutschen Zeitungen von einem anarchistischen Aufstand, von einem Generalstreit, von blutigen Konflikten zwischen Soldaten und Arbeitern erzählen kurz den Glauben erwecken, der Anarchismus habe in Barcelona sein Hauptquartier errichtet, und werde von hier aus die ganze übrige Welt vermittelst Dynamits in die Luft sprengen. Die„ Nationalliberale Korrespondenz" wie inimer voran, wenn es fauftdick zu lügen gilt- fieht sogar schon ein über die ganze Welt verbreitetes- Verschwörungsnetz und forscht scharfsinnig nach der Zentral stelle, die sie selbstverständlich in Deutschland sucht, was zwar nicht gesagt, aber dunkel angedeutet wird. Wie wir aus französischen Bourgeoisblättern ersehen, die wohl übertreiben, jedoch nicht so schamlos lügen, wie die deutschen Schienenflicker- Organe, ist in Barcelona und Umgegend nichts vorgekommen, als ein einfacher Streit, zu dem sich Demonstrationen der freilich sehr zahlreichen Arbeitslosen gefellt haben. Die Behörden provozirten in bekannter Kopflosigkeit einige Schlägereien und zogen in ihrem Bitterfieber Truppen zusammen- der Rest ist Lüge theils Angstlüge, theils Tendenzlüge. Uebrigens scheint es auch, wie wir schon andeuteten, als fürchte die Regierung einen republikanischen Aufstand. Borilla's Aufruf hat unzweifelhaft gezündet, und in Barcelona hat schon mehr als ein Pronunziamento stattgefunden. Allein gerade unter den sozialistischen Arbeitern( eine Anarchisten". Partei giebt es in Spanien so wenig wie anderorts) herrscht eine große Abneigung gegen die, meist der Bourgeoisie an gehörigen Republikaner; und, so seltsam es flingt, die FortSchritte des Sozialismus sind nach einer Richtung hin der Regierung von Vortheil gewesen, denn sie haben die Gefahr einer bürgerlich- republikanischen Schild- Erhebung ver mindert. " hohe Risiko der Eisenbahnbediensteten in den Bereinigten| Angelegenheit nicht billigte. Ganz und gar nicht. Seine MeiStaaten von dem bekannten Statistiker Henry W. Adams. nung zu äußern ist einfach Recht und Pflicht jedes Parteigenoffen. Wir lesen darüber in einem amerikanischen Blatt: Indem aber die Frankfurter Boltsstimme" die Stellungnahme " Dieser Artikel sollte zu denken geben, denn in keinem des Vorwärts" verwarf und dabei den Schluß unserer bezüglichen zivilisirten Lande der Welt ist die Verlustrate höher und ent- Aeußerung nicht mit zitirte, sondern den darin ausgesprochenen feblicher, als bei uns. Am 30. Juni 1890 gab es 749 301 Bedanken als eigene Stritit brachte, mußte fie bei denjenigen Eisenbahnbedienstete in diesem Lande. In den letzten zwölf Frankfurter Parteigenossen, welche den Vorwärts" nicht die Vermuthung erwecken, derfelbe Monaten vor obigem Datum wurden 2451 Personen getödtet halten können, und 22 396 mehr oder weniger verletzt. Dies bedeutet einen habe zu der Angelegenheit nicht das gesagt, was gesagt Todesfall auf 306 Personen und eine Verletzung auf werden mußte, nämlich daß um die Wiederkehr ähnlicher Vor30 Angestellte. Kein anderer Beruf hat ein so großes fommnisse, wie sie sich bei Forckenbeck's Begräbniß ereigneten, zu Rifilo aufzuweisen. Dasselbe erhält noch eine viel grauenhaftere verhüten, man in allen Fällen erst nach einem vorhergegangenen Gestalt, wenn man Lokomotivführer, Heizer, Kondukteure, Beschluß der in Frage kommenden Körperschaft handeln folle. Bremser und Weichensteller von dem gesammten Personal aus: Die Frankfurterin hätte fich also ihre nervöse Polemit sparen fondert. Die Zahl der Angestellten dieser Klasse betrug tönnen. 153 235, und von diesen wurden 1459 getödtet und 13 172 verletzt. Das bedeutet einen Todesfall auf 105 und eine Verletzung Oeffentliche Gewerkschaftsversammlungen in Sagan, auf 12 Personen. Selbst der Bergbau fennt feine so hohe Sommerfeld und Gassen N.- 2., in denen der Partei Verlustrate. Wie Präsident Harrison in einer Spezialbotschaft genoffe G. König aus Berlin über Zweck und Biele der gewerkbemerkt, tommt diese Verlustrate derjenigen des Soldaten in schaftlichen Organisation sprach, erklärten sich sämmtlich mit den der Schlacht gleich. Das gefährlichste Geschäft ist die Koppelung Ausführungen desselben einverstanden und nahmen einstimmig von Waggons, bei welcher in 12 Monaten 369 getödtet und Resolutionen an, worin sie sich verpflichteten, den am Ort be7842 verlegt wurden, oder 15,05 resp. 35,02 pet. Lebens- stehenden Zahlstellen der Gewerkschaftsverbände beizutreten. In gefährlicher ist allerdings die Chance, vom Buge geschleudert allen drei Orten befinden sich Zahlstellen des deutschen Tischlerzu werden, denn dadurch kamen 561 Personen um, aber nur verbandes, im letzteren Ort auch eine solche des Metallarbeiter2363 wurden verletzt. Durch Zusammenstöße wurden 236 Verbandes. Der Geist der Arbeiter ist ein guter zu nennen und getödtet und 1034 verletzt, und durch Entgleisungen kamen die Zahl der organisirten Arbeiter im Vergleich zu der Gesammt150 Personen um und 723 wurden verletzt. zahl der am Ort Befindlichen bereits eine hohe. Es steht zu erwarten schreibt man uns daß auch die Mitglieder der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine sich von dieser Organisation abwenden und den Gewerkschaften sich anschließen werden. Die Koppelung und die Bremse bilden die große Gefahr und der Kongreß sollte alle Bahnen des Landes zwingen, die neuesten Verbesserungen einzuführen. Wie schlecht es damit bestellt ist, geht aus der Angabe hervor, daß von 29.928 2ofomotiven und Frachtwagen nur 955 automatische Koppelung Wie Arbeiter und politisch neutrale Gastwirthe heut haben. Von den gebrauchten 1105 042 Frachtwagen find nur zutage behandelt werden. In Landshut hatte man nach 87 390 mit automatischer Koppelung und 100 990 mit Zug- der Münchener Post" sich bisher damit begnügt, dem Wahlbremsen versehen. Es giebt nicht weniger als 44 Arten der verein die gemietheten Lokale in rücksichtsloser Weise abzutreiben; Koppelung und 9 verschiedene Bremsen, aber das Unheil ist, iezt kommt man an die Tödtung der Gewerkschaften. Das daß fast jede Bahn ihr eigenes System hat. Fischerbräu, in welchem bisher die Versammlungen tagten, wurde Professor Adams schlägt vor, daß die Regierung alle von der Kommandantur mit dem Militärverbot belegt; der Wirth Patente dieser Art erwirbt, und sie den Bahnen ohne„ Royalty" verwandte sich um Zurücknahme dieser Maßregel, welche ihm überläßt. Man schäßt, daß, wenn die Regierung nahezu schweren Schaden zufüge. Daraufhin erhielt er folgende liebensjährlich eine Million Dollars für die Rettung von Schiff würdige Antwort vom Magistrat, dem die Angelegenheit zur brüchigen ausgeben kann, sie auch Etwas für die Nettung der Begutachtung übergeben war: im Transportwesen auf dem Lande angestellten Leute thun tann. Der Statistiker empfiehlt ferner die allgemeine Eins führung des Block"-Systems, welches bisher nur auf 10 bis 15 pct. der Meilenlänge amerikanischer Bahnen besteht. Profeffor Adams hat sich ein großes Verdienst erworben, daß er in so eindringlicher Weise auf die Uebelstände unseres Bahnbetriebes aufmerksam gemacht hat." ein " Der Eisenbahnmoloch ist auch in der alten Welt mörderischer Kunde. Parteinachrichten. Besuch der Wirthschaft zum Fischerbräu durch Militärperfonen betreffend. Auf Ihre Eingabe vom 24. Mai 1. J. wird Ihnen nach Magistratsbeschluß vom Heutigen eröffnet, daß der Magistrat nicht in der Lage ist, bei der t. Kommandantur die Aufhebung des Militärverbotes in Ihrer Wirthschaft zu begutachten, da Sie bisher nichts zur Beseitigung der Gründe, welche dieses Verbot Vereinen zur Verfügung stellen, welche, wie der Tischler- und veranlaßten, gethan haben, vielmehr nach wie vor Ihr Gastlokal Metallarbeiter- Unterstützungsverein amtsbekannt fozialdemo kratische Tendenzen verfolgen. Im übrigen muß Ihnen bemerkt werden, daß das Militärverbot nach pflichtmäßiger Erwägung des Magistrats insbesondere um deswillen veranlaßt wurde, weil die Vorversammlungen zu der sozialdemokratischen Maifeier dieses Jahres feitens der hiesigen Arbeiterschaft ausschließlich in Ihrem Lokale stattgefunden haben. Der rechtstundige Bürgermeister. Gehring m. p." Bei der Gewerbegerichts- Wahl in Rottbus erhielten unfere 6 Genoffen im Durchschnitt je 890 Stimmen; die freiDer finnigen 6 Kandidaten im Durchschnitt je 130 Stimmen. eine Bertreter der Wertmeister erhielt 95 Stimmen. Die sozial- Eingriffen des Militarismus in die Bewegungsfreiheit des Pflicht der bürgerlichen Behörden ist es im Gegentheil, den demokratischen Kandidaten wurden also mit gewaltiger Stimmen-" Bivils" entgegenzutreten. mehrheit gewählt. Die Freifinnigen sind infolge dieses Resultats ganz paff. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Wegen Beleidigung des sächsischen Landtags verurtheilte Mit was für schändlichen Mitteln in Schlesien gegen das Leipziger Landgericht den verantwortlichen Redakteur des Der Staatsbankrott in Portugal ist gestern erklärt die Sozialdemokratie gearbeitet wird, ergiebt sich drastisch aus Wählers", Pollender, zu 6 Wochen Gefängniß. worden. Vivat sequens. folgender Notiz, die von gegnerischen Blättern Schlesiens ver- wird nun wirklich, wie die Elberfelder Freie Presse" mittheilt, Die Marseillaise von Rouget de l'Isle öffentlicht wurde; Die Kate läßt das Mausen nicht. Wer erinnert" Sozialdemokraten haben in Haynau ein Mitglied des nach hundertjährigem Bestehen die Ehre haben, vor Gericht zu sich nicht des spizbubischen Wilson, Schwiegersohns des evangelischen Männer- und Jünglings- Vereins, den Barbier tommen. Nachdem sowohl der Redakteur jenes Blattes wie auch vorigen Präsidenten von Frankreich, des alten Philifters Rempe, welcher jenen das unbefugte Eindringen ins Vereins- der Verleger der Düsseldorfer Niederrheinischen Vollstribüne" und Geishalses Grevy? Wilson wurde in einen übel- lokal verwehrt hatte, feige aus dem Hinterhalte überfallen, ihm verantwortlich vernommen worden, weil sie durch die in Nr. 17 riechenden Standalprozeß verwickelt, kam aber mit blauem Rippen verbogen. Die Staatsanwaltschaft dürfte den Rüpeln gegen§ 130 des Straf Gesetzbuches verstoßen haben sollen, ist mehrere Kopfwunden zugefügt und durch Fußtritte einige der„ Neuen Welt" enthaltene deutsche Uebersetzung der Marseillaise Auge davon, und Grevy wurde als Sündenbock geopfert. verständlich machen, daß wir noch nicht im Zukunftsstaate Beiden nun die Anflageſchrift, 18 Seiten start, zugegangen. Jezt plöglich, nachdem über jenem Schmutz Gras gewachsen leben." war, taucht Wilson's Name wieder auf. Er hat bei den Diese Nachricht ist frech erlogen. Der Vorstand des Neuen Welt" enthaltene Auffay: 3ur Hundertjahrsfeier der legten Gemeinderathswahlen gemogelt natürlich auch mit Haynauer evangelischen Männer- und Jünglingsvereins giebt in Marseillaise", Gegenstand der Antlage. Man könnte sich bardem rothen Gespenst" manipulirt, und er hat sich erber„ Gaynauer- Zeitung" noch ausdrücklich die Erklärung ab, über wundern," sagt die Elberfelder Freie Presse", wie die ischen laffen. Nächstens marschirt er wegen Wahl- daß irgendwelche Konflikte mit der sozialdemokratischen Partei Staatsanwaltschaft es fertig bringt, unfern Redakteur, welcher in fälschung und Bestechung vor's Buchtpolizei- Gericht. bisher nicht stattgefunden haben, und daß Störungen der Vereins- keinerlei Beziehung zu der Neuen Welt" steht, für den Inhalt verhandlungen durch Mitglieder der sozialdemokratischen Partei derselben verantwortlich zu machen, doch diese Verwunderung schwindet sofort, wenn man bedenkt, daß überhaupt infolge nicht vorgekommen sind." wahrheitsgetreuer Mittheilung geschichtlicher Thatsachen Antlage erhoben werden konnte!" Der Eisenbahnmoloch in Amerika. In der neuesten Nummer der amerikanischen Monatsschrift Forum" findet sich ein längerer höchst lehrreicher Artikel über das " Wir meinen die Komödie vom Anarchismus in Barcelona. " Einige Ungelegenheiten werden wir wohl Alle von unserer diesmaligen Thätigkeit haben." " Ich wohl schwerlich, denn ich wüßte nicht, was mir weiter passiren sollte." wenn sie vermuthet, es habe uns mißfallen, daß sie unsern unDie Frankfurter Volksstimme" ist auf dem Holzwege, bedingten Anschluß an die Erklärung der sozialdemokratischen Berliner Stadtverordneten- Fraktion in Sachen der ForckenbeckSwangsverfahrens acht vergebliche Versuche machen mußte, eine forrette Blatte davon fertig zu stellen. Bunkt neun Uhr des Abends sind alle Hausthüren zu schließen und bis früh sechs Uhr geschlossen zu halten," hieß Philosoph find. Wollen Sie wissen, was Turgeniem von| Weil Sie sich in Alles zu schicken wissen, trotzdem Sie es darin. ben Philosophen fagt?" „ Alle öffentlichen Lokale, die keine Extra- Erlaubniß er langen, sind gleichfalls um diese Stunde zu schließen. Alle in Privatbesitz befindlichen Waffen sind binnen 24 Stunden auf dem Rathhause oder in den Polizeistationshäusern abzuliefern. " Ich bitte Sie um Alles in der Welt! Ich habe Mehr als drei Mann dürfen nirgends auf den schon an den Philosophen genug, geschweige, daß ich die Straßen zusammen stehen bleiben und haben sofort weiter hören möchte, welche wieder über Philosophen schreiben." zu gehen, wenn Andere neben ihnen stehen bleiben sollten. " Sie wissen doch, daß wir heute Abend in der Findeisenschen Fabrik zusammenkommen?" " Keine Silbe weiß ich; so geht es mir immer, überall werde ich vergessen, während ich beinahe an Alles dente." Ach, was ich sagen sollte: meine Schwester läßt Sie grüßen und Ihnen sagen, daß, wenn Sie wieder Leute mit den Weinen ihrer Mutter trattiren wollen, Sie deshalb den" Jeder, der mit Waffen auf der Straße betroffen wird, Tisch mit Tellern, Tassen und Gläsern nicht umzuwerfen zu deren Führung er nicht besonders von der Behörde erbrauchen." mächtigt worden, worüber er eine Legitimation vorzeigen muß, ist sofort standrechtlich zu erschießen. " Alle Wetter, woher ahnt sie?" „ Erich Schlegel hat ihr etwas erzählt, was sie zu Ahnungen veranlaßte." „ Erich Schlegel! Ich verzweifle an der Menschheit. Er, den ich zu meinem General- Adjutanten ernannt habe!" Sie haben Bech, Herr Mensch." " Ja, das ist wahr. Aber da kommen bereits meine Leute zurück. Gagen, Gie, Herr General- Adjutant, dem Oberkommando, daß der Befehl bereits ausgeführt wird, und wenn Sie bei den Ihrigen ankommen sollten..." " Ich werde im Vorbeigehen vorsprechen." So fagen Sie einen demüthigen Empfehl, und ich würde ein andermal die Gläser, Tassen und Teller vorher wegfetzen." * Den Befehlen der Polizei, des Militärs, sowie der Bürgerwehr ist sofort unweigerlicher Gehorsam zu leisten, bei Bermeidung der Arretur und im Nothfall selbst sofortigen Erschießens. Diese Maßregel tritt sechs Stunden nach ihrer Publizirung mit vollster Strenge in Kraft." Außer der Marseillaise ist auch der in derselben Nummer der ganzen Tag durch seine geheime Polizei fahuden ließ, für immer bei Seite zu schaffen? Jm modernen Staat kommen durch Nothwendigkeit oder Intrigue verschiedene Parteien zur Herrschaft und dadurch auch in Besitz jener zweischneidigen Waffe. Das sollte man bedenken, wenn man Geseze macht. Aber freilich denkt jede Partei an die Unmöglichkeit ihres Falles. Mancher schon ist nach demselben Geseze hingerichtet worden, das er selbst hervorgerufen oder gebilligt hatte, aber mancher weniger Schuldige auch. Dr. Raffmaus wollte in diesen weltgeschichtlichen Momenten der unmittelbar thätigen Behörde recht nahe ſein und wurde von dem Kommandanten der bewaffneten Macht mit allen, seiner Würde zukommenden, wenn auch etwas mürrischen Aufmerksamkeiten empfangen, wie es zuweilen kontrollirenden Behörden oder Personen zu gehen pflegt, wenn man eben weiß, daß der Kontrollirende so recht eigent lich überflüssig und lästig ist. " Der Herr Minister hätte sich können aufs Dhr legen," meinte auch der als Ober- Befehlshaber fungirende General zum Plazmajor, nachdem er seinen Gast in einem Zimmer neben der Kommandantur untergebracht. " Polizei und Militär sind doch zwei ganz verschiedene Dinge, und im Von diesen sechs Stunden fehlten noch sechs, als bereits Dienste der Polizei befindet sich der Soldat nicht wohl." die Patrouillen mit ziemlicher Rücksichtslosigkeit zu verfahren Raffmaus aber ließ sich durch nichts stören. Nachdem begannen. Hier und da wurde schon das Bajonett an- er sich von seinen Kollegen im Ministerium eine Art General gewendet, ja, es knallten hin und wieder Flintenschüsse und vollmacht hatte ertheilen lassen, ließ er sich einen Ministerial erschreckten die frieblichen Bewohner der Stadt als die ersten sekretär zur Gegenzeichnung kommen und erließ seine Borboten eines bevorstehenden Kampfes. Mandate von da aus. Sodann ordnete er an, daß man Dr. Raffmaus hatte sich nach Publizirung des Be- ihm unmittelbar Rapport über alle Vorkommnisse zu erTagerungszustandes sammt Standrecht nach der Komman- statten habe. bantur begeben. Zum ersten Male fühlte er sich in der Die Dunkelheit begann schon hereinzubrechen und mit ganzen Fülle seiner Macht, wie sie sein despotischer Geist ihr der doppelte Schrecken einer im Aufstande begriffenen sich wünschte. Eine furchtbare Macht, in der das Leben Stadt, als die Nachricht einlief, daß rings um die Find der Staatsangehörigen an einem Fädchen hängt, ein Zustand, eisen'sche Fabrik ein vollständiger Gürtel von Barrikaden der so vernunftwidrig ist, daß er an sich schon zum Wider entstanden sei, von dem aus die heranrückenden Patrouillen ftande herausfordert! durch Flintenschüsse zurückgewiesen worden seien. ( Fortsetzung folgt.) Das ist brav von Ihnen, und nun,( Gott befohlen!" Endlich gegen 6 Uhr des Abends erschien die längst erwartete Bekanntmachung bezüglich Verhängung des Bes Wer hinderte den Ministerpräsidenten in diesen Stunden, Lagerungszustandes, welche ganze acht Stunden in der Druckerei politische Mordthaten zu begehen, den ehemaligen Ministerverblieben war, ba man tros polizeilicher Aufsicht und präsidenten, Herrn v. Hohenhausen, auf den er schon den Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 16. Juni. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Faust. Deutsch. Tischlerverband Zahlstelle Berlin. Kes Versammlungen Olten: Donnerstag, den 16. Juni cr., Abends 82 Uhr, bei Schirmeister, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Willy Wach. 2. Dis464/8 Berliner Theater. Der Kaufmann fuffion. 3. Verschiedenes. von Venedig. Deutsches Theater. pagnon. Der Kom Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Mikado. Adolph Ernst- Theater. Wien. GroßOftend- Theater. Die Rellnerinnen von Berlin. Thomas- Theater. Heißes Blut. Bellealliance- Theater. Der Abenteurer. Kroll's Theater. Die Zauberflöte. Kanfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Süd- Welt und Westen: Montag, den 20. Juni cr., Abends 8½ Uhr, Königshof", Bülowstraße 37. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Morden: Dienstag, den 21. Juni cr., Abends 8½ Uhr, bei Keller, Bergstraße 68. Gäste haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Berl. Sommer- Theater Fr. Vereinigung d. Bauarbeiter Berl. ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Donnerstag, den 16. Juni: Ordentliche General- Versammlung Charlottenburg, Brauerei Gambrinus Wallstr. 46, Bismarckstr. 22. Grösstes Konzert- Etablissement, Garten und Säle für 2000 Personen. Elektrische Beleuchtung. Familien können Kaffee kochen. 2 Riesen- Kegelbahnen. Vereinen bestens empfohlen, auch Sonntags. [ 334] Ham nburg- Amerikanische 2512 L Packetfahrt Action Gesellschaft. Expressund Postdampfschiffahrt. Hamburg- New- York Southampton anlaufend Oceanfahrt 6 bis 7 Tage. Ausserdem Beförderung mit directen deutschen Havre Antwerpen Baltimore Post- Dampfschiffen von Hamburg nach Boston New- Orleans Brasilien La Plata Montreal OstAfrika Transvaal Natal Westindien Mexico Havana von Havre nach New- York, von Stettin nach New- York und von Antwerpen nach Montreal und Boston. Nähere Auskunft ertheilt: Mahler& Pietsch, Berlin N., Invalidenstr. 12. August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3, M. Apel, Berlin, Unter den Linden 21( nur für Cajüten- Passagiere), sowie die Direktion in Hamburg, Dovenfleth 18/21. HF II am Sonntag, den 19. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, 2555L] Grosse Vorstellung. 1. Theil: Frauen Emanzipation. Schwank in 1 Akt von Karl Sonntag. Inscenirt v. Paul Pauly. 2. Theil: Specialitäten- Vorstellung ersten Ranges: Gebrüder Karl u. Schwartz, Grotesk- Komiker. Curt Ellis, künstler. 472/3 Camillo VerwandlungsMasini, Original- Jongleur. Miss Elvira, in ihren ausser= in Scheffer's Salon, Juselstraße 10. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstands. 2. Wahl des gesammten Vorstands und der Fachkommission. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Achtung, Seifenarbeiter! Oeffentliche Versammlung ordentlichen Evolutionen aller in der Seifenindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend am Trapez. Amanda Contrelly, Soubrette. Ballet- Divertissement, arrangirt von Marie Ala. 8. Theil: Ein Stündchen auf dem Komtoir, Posse mit Gesang in 1 Akt von Sig. Haber. Musik von Conradi. Inscenirt von Paul Pauly. am Sonntag, den 19. Juni cr., Nachmittags 4 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße 38. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Siegerist über: Die Arbeiter im Rampfe mit dem Kapital". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach Schluß der Versaminlung: Gemüthliches Beisammensein mit Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Es ist Pflicht aller Seifenarbeiter und Arbeiterinnen zu erscheinen. Der Einberufer. Tanz. 4. Theil: Der Zauberbrunnen der 467/3 Najaden, grosses Balletdivertissement, arrangirt von Marie Ala, mit Wunder- Fontaine von Direktor Max Rössner. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7/8 Uhr. Achtung! Achtung! Ver. der Gummi- Arbeiter Berlins und Umgegend. Bei ungünstiger Witterung bieten Sonnabend, den 18. Juni cr., in Kliem's Voltsgarten, Hafenhaide 14/15: die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Zweites Stiftungsfest, Morgen: Grosse Vorstellung verbunden mit Spezialitäten- Vorstellung und Tanz. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's orientalische Es ladet freundlichst ein [ 539b] Johannisthal. Das Komitee. Zauber und Wunder. Große öffentliche Volksversammlung Kasseneröffnung 1,8 Uhr. Anf. 8 Uhr. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Ränge: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge 4 und 3 M. Kinder die Hälfte. Vorverkauf: Invalidendant und an Theaterkaffe. 615M der PassagePanopticum. 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Juni, Ab. 81/2 hr, Moabiter Gesellschaftshaus, im Lotale des Herrn Borchmann, Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Berlinerstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. C. Pinn über: Konventionelle Lügen. 2. Disfussion. 8. Verschiedenes. Kranken- und Begräbnißkaffe der Gürtler u. Brouceure ( E. H. 60). Sonntag, den 19. Juni 1892, Außerordentliche General- Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: Wie stellen sich die Mitglieder z dem neuen Krankenversicherungs- Gesetz? Um zahlreiches Erscheinen ersucht 548 b. Der Vorstand. Glaser und alle in der Glasbranche beschäftigten Arbeiter. 81/2 bend, b. 18. Juni, Abbs. 34/2 Uhr, Gr. öffentl. Versammlung bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79. Vortrag von Fräul. D. Baader über " 1 Gleichberechtigung beider Ge: Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Die Vertrauensmänner. 161/11 Aug. Dêter, Buchbinder ex. Genossen! Neidling. Ringschiff, Sing.- Maschinen auf Theilz. 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In Verbindung mit diesem Antrage wird die von der Kommission beschlossene Resolution erörtert: Der Regierung zur Erwägung anheim zu geben, ob die Erweiterung der Verwendungszwecke im§ 4 des Provinzial- Dotationsgesetzes von 1875 auf die Fürsorge für den Bau von Lokalbahnen und die Unterstützung von Gemeinde- und Kreis- Lokalbahnen im Wege der Gesetzgebung herbeizuführen set. Abg. Höppner( f.) bedauert, dem Antrag nicht zustimmen zu fönnen mit Rücksicht auf die östlichen Landestheile. Dort feble es noch in vielen ausgedehnten Gebieten an Chausseen, und wenn das Gesetz mit dem§ 37 a angenommen werden sollte, würden diese Gebiete weder Chauffeen noch Kleinbahnen betommen. Dafür könne er aber die Verantwortung nicht übernehmen. in das Gesetz. V verwenden werde. Donnerstag, den 16. Juni 1892. 9. Jahrg. Verpflichtungen der Kleinbahnen gegenüber der Postverwaltung gestattet seien. Sehr wünschenswerth wäre es, wenn man von präzisirt, wird ohne Debatte angenommen. dem Abschluß unseres Etats für 1891/92 schon jezt etwas vom Abschnitt II des Gesetzes,§§ 39-47 behandelt die Privat: Regierungstische zu erfahren bekäme; die bezüglichen Mitanschlußbahnen, die ebenfalls, sofern sie mit Maschinenbetrieb theilungen würden zweifellos taltes Wasser über die Resolution eingerichtet werden, zum Bau und zum Betriebe der polizeilichen ausgießen. Genehmigung bedürfen. Finanzminister Miquel: Der Finanzabschluß der EisenbahnBei§ 39 weist Verwaltung ist schon nahezu zu übersehen, die EisenbahnAbg. v. Tiedemann- Bomst darauf hin, daß in der Kom- Rechnung wird mit etwa 58 Millionen unter dem Etat abmission die Frage der eventuellen Verleihung des Enteignungs- schließen.( Sört! Hört! und Bewegung.) rechtes an die Unternehmer von Privatanschlußbahnen Die Abgg. Lieber und Jerusalem erklären sich gegen erörtert worden ist. Er bittet um die Wiederholung einer die Resolution, besonders mit Rücksicht auf die eben erfolgte seitens der Regierung in dieser Beziehung abgegebenen Er- Mittheilung des Finanzministers. In der Abstimmung werden flärung, die an den später zurückgezogenen Antrag, ein be- die Anträge Gerlich und Bunzen sowie die Resolution der Komschränktes Enteignungsrecht zu geben, angeknüpft war. mission selbst abgelehnt. Die eingegangenen Petitionen werden durch die gefaßten Beschlüsse für erledigt erklärt. Geheimrath Gleim: Die Verleihung eines eingeschränkten Enteignungsrechts ist, wenn auch in der Praxis schwerlich bereits vorgekommen, doch rechtlich nicht unmöglich; in dem maius ift natürlich das minus auch enthalten. Abg. Hammacher glaubt, daß man für jekt mit dieser Erflärung zufrieden sein könne; eine weitere Ausbildung des Enteignungsrechts sei zwar sehr wünschenswerth, aber sie an dieser Stelle des Gesetzes einzuführen, jedenfalls verfrüht. Man werde aus der Praxis erst zu lernen haben, ob eine Erweiterung des Gesezes später in dieser Richtung sich nothwendig erweise. § 39 wird unverändert angenommen, ebenso§§ 40-46 ohne wesentliche Debatte. Abg. Hammacher findet ebenfalls den Antrag unnöthig. Der Antragsteller zieht nach den Erklärungen des Kommissars seinen Antrag zurück. Es folgt die Berathung des Antrags der Abgg. Kelch und Genoffen, die Regierung zu ersuchen, dem Landtage in der nächsten Session einen Gesetzentwurf betr. die Errichtung eines Amtsgerichts auf Helgoland vorzulegen. Abg. Kelch( ft.): Meine persönlichen Erfahrungen als kaiserlicher Kommissar auf Helgoland lassen es mir nach wie vor an gezeigt erscheinen, die Einrichtung eines eigenen Amtsgerichts auf Helgoland zu befürworten. Zu der Bewohnerzahl von 2100 tommen die zahlreichen Badegäste; der Etat der Insel wächst immer mehr an, die großartigen Befestigungsbauten ziehen zahlreiche Arbeitskräfte dort hin. Ein Amtsrichter würde also auf Helgoland durchaus genügend beschäftigt fein. Jeßt seien die Infulaner gezwungen, um ihre Rechtsgeschäfte wahr zu nehmen, eine zweitägige Reise nach dem Festland zu machen. Diese Erschwerung einer ordentlichen Rechtspflege könne auf dem Wege der Errichtung eines besonderen Amtsgerichts in Helgoland be= seitigt werden; die Kosten würden nicht mehr als 2-8000 M. betragen. der Nach§ 47 soll das Aufsichtsrecht der Bergbehörden gegen über den als Zubehör eines Bergwerts nach dem Berggefeße von 1865 fich darstellenden Bahnen durch die Vorschrift, wonach die eisenbahntechnische Aufsicht und Ueberwachung der Anschlußgeleise der Eisenbahnbehörde obliegt, nicht berührt werden. Abg v. Ehnern( natl.) hält den Antrag für überflüssig, da Abg. Engels( ft.) beantragt, die eisenbahntechnische Aufsicht nach dem Wortlaut des Dotationsgesetzes die Verwendung der ausdrücklich auf die Anschlußgeleise der schmalspurigen Bahnen Dotationsgelder für diesen Zweck schon jetzt zulässig sei. Wolle zu beschränken. Geh. Rath Vierhans: Bisher ist auf Helgoland Rechtsman den Antrag aber annehmen, so würde es sich empfehlen, Geh. Rath v. Jedlių: Der Antrag ist zur Erreichung des pflege und Verwaltung in einer Hand vereinigt gewesen. Die ihn zu erweitern und unter die zulässigen Verwendungszwecke auch von dem Antragsteller gewollten Zweckes überflüssig. Auch wenn Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung ist mit der Einden Bau von Sekundärbahnen aufzunehmen. der Antrag nicht angenommen wird, kann das Gesez keine verleibung durchgeführt worden. Der Abg. Kelch will jetzt zu Abg. Lieber( 3.) ist nicht abgeneigt, für die Resolution, auch andere Wirkung haben, als daß Grubenbahnen, welche mit öffent- dem alten System zurückkehren. Bleibt man auf dem Boden der in der vom Vorredner angeregten Erweiterung zu stimmen, hat lichen Bahnen in Verbindung stehen und dieselbe Spurweite Thatsachen, wie sie sich jetzt darstellen, so würde ein Amtsgericht aber Bedenken gegen die Aufnahme einer bezüglichen Vorschrift haben, so daß die Betriebsmittel von den einen auf die anderen nur hergestellt werden können auf dem Boden des Gerichtsübergehen können, und welche mit Maschinenkraft betrieben wer- verfassungs- Gesetzes. Dazu gehören allein brei bis vier Beamte. Abg. Hammacher( natl.) erklärt die Auffassung des Abg. den. unter die Aufsicht der Eisenbahn- Behörde gestellt werden. Bei der geringen Zahl der Bewohner und den einfachen Verb. Eynern für irrthümlich; es sei gegenwärtig nicht zulässig, die Auf die übrigen Grubenbahnen würde es keine Anwendung hältnissen der Infulaner ist die Einrichtung eines so großen Provinzial Dotationsfonds zum Bau von Klein- oder Sekundär finden. Apparates nicht angezeigt. Durch kaiserliche Verordnung ist ja bahnen zu verwenden. Wenn das Bedürfniß für Chauffeebauten bereits ein Schöffengericht für die Insel selbst unter Abänderung in den östlichen Provinzen noch so groß sei, wie Herr Höppner des Gerichtsverfassungs- Gesetzes gebildet worden, und an diesem geschildert, so müsse man doch zur Provinzialverwaltung das volle Schöffengericht nehmen als Schöffen nur eingeborene Helgoländer Vertrauen habe, daß sie die Fonds zum Bau von Bahnen nicht§§ 47-52, Einleitung und Ueberschrift des Gesetzes, werden Theil. Für Zivilsachen werden die Gerichtstage derart gelegt, unverändert angenommen. daß in den Sommermonaten zweimal im Monat, sonst einmal Abg. v. Tiedemann- Bomst( frk.) tritt den Ausführungen Die Kommission beantragt ferner folgende Resolution: im Monate Gerichtstage abgehalten werden, an welchen der der Abgg. Höppner und v. Eynern entgegen, besonders auf- Die Erwartung auszusprechen, daß der Staat sich an Klein- Richter selbst anwesend ist. Dauernd ist außerdem auf der Insel fällig ist es ihm, daß die Konservativen, sonst Freunde der bahnen mit Geldmitteln betheiligen werde, wenn es sich um Auf- ein Aftuar stationirt. Für die eiligen Sachen und die Geschäfte Selbstverwaltung, hier plöglich Bedenken tragen, der Provinzial- schließung wirthschaftlich schwächerer Gegenden handelt. des Gerichtsvollziehers ist ebenfalls Vorsorge mit Rückdie Abg. Humann( 3.) verlangt von dem Minister eine Er- ficht auf verwaltung erweiterte Rechte zu übertragen. besonderen Verhältnisse Insel ge Abg. Rickert( dfr.) ist ebenfalls über diese Haltung der klärung, daß die Regierung in Zukunft diejenigen Bahnen bauen troffen werden; alle diese Geschäfte nimmt der Aktuar wahr. Konservativen befremdet. Bei der Berathung des Dotations- werde, welche wegen ihrer Unrentabilität weder von Privat- Der Antragsteller modifizirt seinen Antrag dahin, daß die Regiegesetzes sei auch die Berechtigung der Provinzialverwaltung aus unternehmern, noch von Korporationen gebaut werden können. rung ersucht werden soll, in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein gesprochen worden, zur Durchführung der Kreisordnung Beihilfen Minister Thielen: Eine so allgemeine Erklärung abzugeben Amtsgericht auf Helgoland zu errichten sein möchte. zu gewähren; aus dieser Fakultät habe sich nicht die geringste bin ich außer Stande. Es ist ganz unthunlich, die Staats- Dieser Antrag findet nicht die genügende Unterstützung.( Große Schwierigkeit ergeben. Ebenso wenig könne eine den Provinzial- regierung zu binden, in jedem einzigen derartigen Falle mit dem Heiterkeit.) Selbstverwaltungsbehörden im Sinne des Antrags ertheilte Be- Bermögen des Staats für die betreffende Bahnlinie einzutreten. Abg. Meyer- Berlin: Nach den Erklärungen des Regierungs rechtigung Bedenten gegen sich haben. Es sei gar nicht mehr Abg. Bunzen( ft.) beantragt, die Beihilfe des Staats nicht fommissars ist bewiesen, daß die angeregte Frage zur Zeit nöthig, der Regierung und den Provinzial- Landtagen erst Zeit auf die Ausschließung der wirthschaftlich schwächeren Gegenden wenigstens nicht dringlich und die Annahme des Antrags nicht zu geben, sich mit der Frage zu befassen. Die Regierung habe zu beschränken, sondern zur Erreichung eines möglichst großen rathsam ist. Die Zahl der Rechtsfälle ist bisher nicht groß geauch schon in den 70er Jahren eine entsprechende Vorlage ge- volkswirthschaftlichen Nußens die Staatsunterstützung auch der wesen; indeß meint wohl der Antragsteller, daß, wenn man nur macht, welche eine schwache Majorität des Hauses in dritter Anlage solcher Bahnen in Landestheilen zuzuwenden, die nicht einen Richter dorthin feßen, auch die Rechtsfälle sich mehren Lesung ablehnte; in den Provinzen habe man überall den leb- gerade zu den wirthschaftlich schwächeren gehören. Es würde würden. Das erinnert mich an eine Geschichte aus meiner haften Wunsch, zu der Möglichkeit zu gelangen, für den Bau von das erreicht werden, wenn man in dem Antrage der Kommission Jugend, wo man den Ankauf einer Maufefalle damit motivirte, Lotalbahnen Beihilfe zu gewähren. Auch jetzt scheine die sagte: namentlich wenn es sich um Aufschließung u. s. w. daß wenn sie angeschafft wäre, sich auch die Mäuse zeigen würden. ( Große Heiterkeit.) Der Poesie des Orts würde nichts so erträgStaatsregierung ja dem Grundgedanken des Antrages geneigt. handelt. Abg. Gerlich( ft.) will den Kommissionsantrag dahin er- lich sein wie die Anwesenheit eines eigenen Amtsrichters. Minister Thielen: Der einfachste und zweckmäßigste Weg, weitern, daß gefagt werden foll: 1. wenn es sich um Auf-( Stürmische Heiterkeit.) Wir werden ja die Frage heute nicht Die Bedenken wegzuräumen, welche noch jetzt gegen eine derartige schließung wirthschaftlich schwächerer Gegenden handelt; 2. der für alle Zukunft ablehnend bescheiden, aber dringlich ist die Frage Berwendung der Provinzialfonds sprechen könnten, ist jedenfalls Staat als Besitzer der Haupteisenbahn an der Herstellung solcher keinesfalls. mit dem Antrage von Ziedemann gegeben.( Beifall.) Auch der Abg. v. Benda: Ich habe für den Eventualantrag gestimmt Minister des Innern ist mit mir in dieser Beziehung derselben Verkehrszubringer ein finanzielles Intereſſe hat. Meinung. Wenn also der Antrag in der nächsten Zeit praktische Abg. Hammacher steht ganz auf dem Standpunkte dieses und bedaure, daß er nicht genügend unterstützt worden ist; Wirkungen von einschneidender Bedeutung äußern dürfte, so habe Antrages Gerlich, hebt aber hervor, daß in erster Linie die namentlich werden die Helgoländer selbst barüber befrembet ich gegen seine Annahme nichts einzuwenden. Herstellung der Kleinbahnen Sache der nächsten Interessenten sein. Ich bin allerdings zur Beit mit den Erklärungen des Kom fein muß. missars zufrieden gestellt, aber die Zeit wird nicht lange auf sich Abg. Gerlich( ft.) ist über diese Stellungnahme der Regierung Finanzminister Miquel: Aus dem Gesichtspunkte, daß die warten lassen, wo das Haus anders über diese Angelegenheit fehr erfreut und giebt auch seiner besonderen Genugthuung darüber Herstellung von Kleinbahnen in erster Linie Sache der Interessenten denkt. Bis zur Einverleibung ist stets ein Gericht auf der Insel Ausdruck, daß er diesmal voll und ganz mit dem Abg. Rickert felbst ist, folgt keineswegs, daß der Staat nun in feinem Falle gewesen. derselben Meinung ist. Redner bittet nur den Minister, mit Bei- folche Unternehmungen mit Staatsgeldern unterstützt. Aber ein Abg. Bödiker: Ich verzichte, nachdem der Eventualantrag bilfen aus Staatsfonds zum Bau derartiger Bahnen in wirth- Grundsatz kann aus der letzteren Möglichkeit nicht gemacht nicht einmal genügend unterstützt worden ist und der Abg. Meyer schaftlich schwächeren Landestheilen nicht zu fargen, wenn die werden. Das muß gegen die Resolution von unserer Seite aus so wirkungsvoll gegen den Antrag gesprochen hat. Mittel der Provinzialfonds und der Interessenten nicht aus- nachdrücklich geltend gemacht werden. Die Resolution iſt dunkel Abg. Graf Limburg- Stirum: Vor allem ist ja in dieser und daher vielfagend oder auch nichtssagend, je nachdem man sie Sache der Instanzenzug nicht eingehalten worden, da der Bericht trag ein. Abg. Ludowieg( natl.) tritt ebenfalls lebhaft für den An- ansieht.( Sehr richtig! Links.) In der Sache selbst ist zwischen des Ober- Landesgerichtes über die Angelegenheit noch aussteht. der Kommission, dem Hause und der Regierung keine erhebliche Der Vortrag des Kommissars war aber im übrigen so schlagend, Abg. Lieber( 3.) begreift nicht, weshalb man die Gründe, Differenz; beim Etat wird sich erörtern laffen, ob für diese oder daß wir über den Antrag einfach zur Tagesordnung übergehen welche für den Antrag sprechen, so sehr überspannt. I'm Biel sei jene Bahni beim Borwiegen eines staatlichen Interesses ein Staats- tönnen. reichen. Heiterkeit.) erledigt. ban einig, ein Streit bestehe nur darüber, ob schon jetzt im Gesetz zuschuß gegeben werden soll; aber generell Summen für Zuschüsse Abg. Schmidt- Warburg verzichtet auf das Wort. den Provinzialverwaltungen diese Fakultät gegeben werden soll zu solchen Bahnen in den Etat einzustellen, wäre höchst bedenklich. Im Schlußwort bemerkt Abg. Kelch, daß sein Eventualoder ob nran, um die Sache nicht zu überhaften, die An- Für die Errichtung dieser Bahnen kann ja auch die Form der Antrag wohl nur infolge eines Mißverständnisses nicht genügend gelegenheit durch die Annahme der Resolution erledigen foll. Attiengesellschaft zweckmäßig sein, erwünscht aber ist, daß die unterstützt fei. Die Erklärung des Kommissars habe auch für Ohne Schaden für das Ganze lasse sich die Entscheidung auf ein diretten Interessenten, Gemeinden und Kreise und Private ein ihn beruhigend gewirkt und er habe daher keine Veranlassung, feine Zeit gehabt, die Bedenken gegen diese Erweiterung der zusprechen haben. Jahr verschieben. Die verschiedenen politischen Barteien hätten gewichtiges Wort bei der Errichtung und Tarifirung mit eine Abstimmung über seinen Antrag herbeizuführen.( Große Abg. von Eynern spricht auch bei dieser Gelegenheit seine Ginige dieſer Bedenten feien allerdings durch die bisherige Er- Zweifel an der Zweckmäßigkeit von Refolutionen der vorörterung beseitigt. Die Provinzialbehörde brauchte in der That geschlagenen Art überhaupt aus. yorher habe faber eine eigentliche BeMiniſtern Zeit zu laſſen, ſich über die Frage schlüffig zu machen, beutung nicht. Es sei unangebracht, solche homöopathische Reda die Erklärungen des Eisenbahnministers ergeben, daß man an folutionen zu beschließen. Werde ein Staatsinteresse bei der Der obersten Verwaltungsstelle fich bereits für die neu zu ge- unterstüßung einer solchen Kleinbahn nachgewiesen, so werde auch währende Fakultät entschieden habe. Hiernach werde der ber Zandtag eine Unterstützung bewilligen. Mehrheit seiner Freunde jezt für den Antrag Tiedemann stimmen, Leser ledigung der Sachen wünsche. Erweiterung vorliegen. Abg. Gerlich bittet dem gegenüber nochmals um die AnMinister Miquel: Was hier angestrebt wird, darf nicht in Den betheiligten feines Antrages und der Resolution. Der Antrag ist zurückgezogen und damit die Angelegenheit Schluß 82 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr.( Dritte Lesung des Kleinbahn- Gefeßes, Petitionen.) zur Herstellung zur Herrenhans. 20. Sigung vom 15. Juni. 12 Uhr. Am Ministertische: Herrfurth und Kommiffarien. Neu eingetreten ist der Ober- Bürgermeister von Duisburg. Ein Antrag des Justizministers betreffend die Ermächtigung strafrechtlichen Verfolgung des„ Borwärts" wegen Beleidigung wird der Geschäftsordnungs- Kommiſſion fiber überwohl vorbereitete Abänderung des Provinzial- Dotationsgesetzes muß vou Fall zu Fall entschieden werden. Abg. Höppner bleibt dabei, daß es vorzuziehen ist, eine eine allgemeine Resolution zusammengefaßt werden, sondern es Eile hier diesen Baragraphen unterzubringen. Von den Provinzial- von Tertiärbahnen gegeben werden. Landtagen und auch der Zentralinstanz müßten erst die auf gründ- aber provoziren Sie die Betheiligung des Staats mit Geldmitteln wiesen. lichen Erwägungen beruhenden Urtheile über die Thunlichkeit dieser und die Beseitigung dieser freien Bewegung; denn wenn der Zur Berathung stehen zunächst einige Anträge der Ge. Staat Geld hergiebt, muß er sein Aufsichtsrecht in anderer Weise schäftsordnungs- Kommission, welche veranlaßt sind burch die neu eingeführte, wiederholte Schlußberathung"; dieselbe und in seinem Auftrage die ausdrückliche Erklärung ab, daß dieser Geb. Bath Söpker giebt namens des Ministers des Innern geltend machen und ganz andere Garantien verlangen. Abg. Rickert hält es für das richtigste, wenn man mit Rück- soll danach in den Formen der zweiten Berathung erfolgen; im sicht auf die Erklärung des Finanzministers die Resolution für Uebrigen handelt es sich um redaktionelle Nenderungen. Die Anliegende Gesetz nichts zu erinnern hat. erledigt erklärte. Die Leute draußen im Lande würden mit der träge gelangen mit einem Abänderungsantrage des Ober- BürgerErklärungen der beiden meisters Struck mann zur Annahme. Bei dieser Gelegenheit hat die Kommission auf Anregung des Minister, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen, für Erklärungen des Ministers diese Wirkung thun. Man sollte mit den Antrag stimmen. Resolutionen doch endlich etwas sparsamer werden. Die Haupt- Präsidenten eine Revision der Geschäftsordnung vorgenommen heit angenommen; dagegen stimmen nur einige Mitglieder des essenten selbst; die freie Entwickelung der Kräfte solle nicht mehr Mitglied des Bibliothek Kuratoriums nicht als Bibliothekar, Der Antrag von Tiedemann wird darauf mit großer Mehrfache bleibe doch die Bethätigung der nächſtbetheiligten Inter- und einige Lücken ausgefüllt. Nach den Anträgen foll bag ente Die wie bisher behindert werden, namentlich nicht in den östlichen sondern als geschäftsleitendes Mitglied bezeichnet werden; die Resolution der Kommission ist damit beseitigt.§ 38, welcher die Landestheilen, die auch von der Natur nur stiefmütterlich aus- Quästoren sollen von Session zu Session ernannt werden; die Bestimmung, daß in der allgemeinen Debatte jedes Mitglied nur p einmal sprechen darf, soll gestrichen werden; endlich wird über Ausführungen. verschiedene Wahlen zur Matrikel, Staatsschulden- und statistischen Zentralfommission- Bestimmung getroffen. angenommen. Die Aenderungen werden genehmigt und ferner beschloffen, eine Neuredaktion der Geschäftsordnung vorzunehmen. In einmaliger Schlußberathung wird die Vorlage betreffend die Ablösung einer an die Provinz Sachsen zu zahlenden Rente Es folgt der Bericht der Kommission für kommunale Angelegenheiten über den Gefeßentwurf betreffend die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamten stellen in der Verwaltung der Kommunalverbände mit Militäranwärtern. Der Berichterstatter Präsident des Ober- Berwaltungsgerichts Perfins empfiehlt die Annahme der Beschlüsse des anderen Hauses mit Ausnahme des§ 2, wonach die Landgemeinden unter 3000 Seelen nicht unter das Gesetz fallen sollen. Die Kommission beantragt statt 3000 zu sagen 2000. Gine allgemeine Debatte wird nicht beliebt. In der Spezialdiskussion zu§ 2 erklärt Oberbürgermeister a. D. Bredt bleibt bei seinen früheren chambrirten bei der finanzministeriellen Grzellenz, damit diese sich ins Mittel legt, damit den armen Spandauern Hilfe werde. Die Graf Schulenburg Beegendorf hält es für bedenklich, die Stadtgemeinde Spandau hat nämlich mehr Schulden, wie einige Landgemeinde- Ordnung, welche die feßhafte Bevölkerung schädige, Dukend Majore, und das will gewiß etwas sagen. Für absehallzu schnell in anderen Provinzen einzuführen; er stimme deshalb bare Zeit ist auch Aussicht auf Besserung nicht vorhanden, im gegen die Vorlage. Gegentheil, die Anforderungen an den Stadtsäckel werden immer Oberbürgermeister Becker Köln erkennt e3 dankbar an, daß größer und so wird die Ebbe in den städtischen Kassen vor der Hand endlich im Osten die Landgemeinde Verhältnisse geordnet seien. wohl in Permanenz erklärt werden. Ein Mittel glauben nun die Man habe dies schon bei der Kreisordnung thun wollen. Gegen Spandauer gefunden zu haben, um dem Dalles abzuhelfen, sie die Kreisordnung seien dieselben Unkenrufe laut geworden, und verlangen nämlich, daß die in und bei Spandau befindlichen sie habe sich glänzend bewährt. Provinzieller als der Provinzial- staatlichen Industrien und deren Wilitärbeamte zu den Gemeinde Landtag brauche das Haus nicht zu sein. Das Haus müsse der abgaben herangezogen werden sollen. Die Regierung und das auf dem betretenen Wege fortschreite. Bis zum Kommunalsteuer- diese Forderung in der tiefsinnigsten Weise begründet wurde. Regierung dankbar sein für die Vorlage und wünschen, daß sie Parlament sind schon mit Petitionen bombardirt worden, in denen Gesetz zu warten, wäre äußerst bedenklich. Es hat nichts geholfen, das Grab all dieser Petitionen war der daß der Provinzial- Landtag gegen seinen Willen die Vorlage ge- in das richtige Geleiſe bringen. Minister Herrfurth widerspricht nochmals der Behauptung, Papierforb. Jest soll nun der Finanzminister Miquel die Sache billigt habe. Graf Schulenburg Beezendorf bestreitet, daß die Kreisordnung sich glänzend bewährt habe. von Malzahn- Roidin bedauert, daß Herr Bredt ihn seiner Abstimmung am 1. Juni wegen öffentlich gelobt habe; er sei, wie seine politischen Freunde, nur der eigenen Ueberzeugung gefolgt. Die Vorlage wird darauf gegen etwa 20 Stimmen en bloc betreffend die Gehaltsverhältnisse der Lehrer an den nichtstaat: Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr.( Gefeß, lichen höheren Lehranstalten und Nachtragsetat wegen der Wasser versorgung Oberschlesiens.) Freiherr v. Mauteuffel, daß zwar seine Freunde den Beschluß des Abgeordnetenhauses bezüglich der Landgemeinden unter 3000 Seelen für richtig halten, aber trotzdem würde die Mehr heit derselben für 2000 stimmen, um das Zustandekommen des Gesetzes zu erleichtern. Ober- Bürgermeister Becker- Köln hofft, daß die Vorlage nun- angenommen. mehr fast einstimmig nach dem Antrage der Kommission an= genommen wird, erklärt aber, daß der Beschluß des anderen Hauses eine Verschlechterung sei. Eine Ausnahmestellung für Landgemeinden unter 3000 Seelen sei durchaus nicht mehr ges rechtfertigt; er würde gern für die ursprüngliche Regierungsvorlage stimmen, wenn dieselbe überhaupt noch Aussicht auf Annahme im anderen Hause hätte. Minister Herrfurth erklärt, daß die Regierung schwere Be denken getragen haben würde, den Beschlüssen des anderen Hauses zuzustimmen, daß sie aber bereit ist, wenn der Antrag der Kommiffion angenommen wird, die Vorlage Sr. Majestät zur Allerhöchsten Sanktion zu unterbreiten. Mehrheit angenommen. werden. " Lokales. Da haben sich die Spandauer wirklich an die richtige Adresse gewandt. Es ist schon ein Zeichen einer außerordentlich naiven Auffassung der Sachlage, wenn Jemand zu dem lieben herzigen Fiskus kommt und diesen um eine Gefälligkeit bittet, das ist etwa fo, als wenn man von der Kaze verlangt, sie solle junge Hunde groß ziehen. Der Fiskus ist ein Gebilde, was nur nimmt, aber nie giebt, gutwillig wenigstens nicht, es müßte denn sein, daß die Gerichte diesem Fiskus die Daumenschrauben ansehen. Daß Herr Miquel der geeignetste Mann wäre, um die Spandauer aus ihrer Er wird der Spandauer Abordnung wahrscheinlich auch keine Geldkalamität zu reißen, muß auch einem leisen Zweifel begegnen. übermäßig tröstlichen Eröffnungen gemacht haben. Bis jetzt wenigstens hat die Deputation den finanzministeriellen Bescheid der Deffentlichkeit noch vorenthalten. So mögen sich denn die Spandauer in Geduld fassen. Sie leben in der besten aller Welten und haben das unveräußerliche Recht nicht nur für sich, sondern auch für die Staatsbetriebe und deren Beamte Steuer abladen zu dürfen. Die Erholungsstätten des Berliners, die mit Anlagen der Ankunftstation möglichst zu beschleunigen, sollen zufolge des Um die Aushändigung des Gepäcks der Reisenden auf §2 wird nach dem Antrage der Kommission mit großer versehenen Bläge im Innern der Stadt, die Parts an der Erlasses vom 2. März 1874 Einrichtungen getroffen werden, daß, Peripherie, die Heide- und Waldgebiete in der näheren oder wo die örtlichen Verhältnisse dies gestatten, die Ausgabe des Ges Bei§ 3 jührt Ober- Bürgermeister Struckmann Hildesheim ferneren Umgebung, reichen, wie jeder schöne Sonntag aufs Neue päcks bereits auf dem Perron erfolgen kann. Auch ist nach Erlaß aus, daß die Stellung der Stadtfergeanten eine solche sei, daß beweist, bei Weitem nicht aus, um das Heer der Erholungs- vom 21. August 1881 denjenigen Reisenden, welche sich durch man ihre Thätigkeit nicht als wesentlich mechanische Dienst. bedürftigen aufzunehmen. Trotzdem werden die vorhandenen Vorzeigung des Gepäckscheins als zur Empfangnahme des zuLeistungen betrachten könne, so daß sie nicht unter§ 3 fallen, Erholungsstätten fortgesetzt noch durch allerlei Eingriffe beschränkt. gehörigen, bereits ausgeladenen und von ihnen bezeichneten Gesondern unter§ 4, d. h. es sollen für diese Stellen nicht aus: Die öffentlichen Pläge werden seit einiger Zeit gleichgiltig für päcts berechtigt ausweisen, das Gepäck, ohne die Entladung aller schließlich, sondern nur zur Hälfte Militäranwärter berufen Neubauten von Kirchen hergegeben, zu welchem Zwecke die An- übrigen Stücke abzuwarten, unverzüglich auszuantworten und nach lagen beseitigt werden. Die Hafenhaide, die noch bis vor wenigen den Fuhrwerten zu schaffen. Minister Herrfurth: Die große Menge der Stadtsergeanten Jahren Jedermann zugänglich war und seit Menschengedanken Unter Hinweis auf die allgemeinen Abfertigungsvorschriften wird dieselbe Stellung einnehmen wie die Schußleute, aber eine der Erholung des Kleinbürgers und Arbeiters gedient hatte, hat§ 16 Biffer 1 hat der Minister der öffentlichen Arbeiten bei dem ganze Zahl wird nach ihren Funktionen unter§ 4 fallen, wie der Militärfistus gerade in ihren besten Parthien mit Schieß- Beginn des größeren Reiseverkehrs Anlaß genommen, diese Wor 3. B. die Kriminal- Schuyleute. Das wird eine quaestio facti ständen belegt. Was davon verschont geblieben ist, fann schriften in Erinnerung zu bringen. fein und ich werde Anlaß nehmen, die Wünsche des Vorredners auch nur noch mit Lebensgefahr betreten werden. Die gleiche erneuter Anweisung versehen worden, bei gehörigem Ausweis Die Dienststellen sind mit zu berücksichtigen. Verunstaltung der Umgegend von Tegel durch den Artillerie- Schieß gegen Rückgabe des Gepäckscheins die Ausgabe von GepäckDarauf wird der Rest der Vorlage en bloc angenommen; plaz ist schon älteren Datums, und das Publikum hat sich längst tiden bereits auf dem Perron, und ohne die Entladung aller diefelbe muß wegen der Renderung im§ 2 nochmals an das baran gewöhnt. Die Schießstände im Grunewald machen sich bei übrigen in dem Gepäckwagen verladenen Gepäckstücke ab Abgeordnetenhaus gehen. der großen Ausdehnung desselben weniger unangenehm bemerkbar. Es folgt die wiederholte Schlußberathung über die Land. Dagegen erleidet diefes für die Erholung des Berliners nach auarten, zu gestatten, wo die örtlichen Verhältnisse dies irgend zulaffen. gemeinde Ordnung für Schleswig- Holstein. gerade unentbehrlich gewordene Waldgebiet durch die am HalenBerichterstatter Ober- Bürgermeister Fuß- Kiel weist darauf fee gelegene Villenkolonie Grunewald eine sehr bedeutende Der Vertrauensmann der Steinfeger Berlins und Um hin, daß in der Kommission sich kein grundsätzlicher Widerspruch Schmälerung. Die Kolonie ist vor zwei Jahren begründet wor- gegend schickt uns folgendes Schreiben: geltend gemacht habe; die Kommission empfahl einstimmig die den und hat inzwischen, sich immer weiter ausdehnend, große" In einem vorige Woche verhandelten Schwindelprozeß Annahme der Vorlage. Im Plenum erhob sich vor Pfingsten ein Strecken Walbes dem Verkehr des Publikums entzogen. Breite fungirte als Mitangeklagter ein angeblicher Steinfeger" Richard grundfäßlicher Widerspruch und die Debatte hat drei Mit- Straßen sind durch den Forst gehauen worden, und was von der Buchholz; da die Verhandlungen in mehreren hiesigen Zeitungen glieder der Kommission bewogen, gegen die Vorlage zu Waldung stehen geblieben ist, ist jetzt dicht umzäunt. Dem abgedruckt waren, so möchte ich, falls die Redaktion die Sache stimmen. Trotzdem glaube er als Berichterstatter die Annahme Wanderer, der die alten, ihm liebgewordenen Stätten zwischen ebenfalls für wichtig genug hält, um Abdruck einer Erklärung der Vorlage auch jetzt noch empfehlen zu sollen, namentlich Halen- und Hundefehlenfee aufsucht, ist es nur noch gestattet, die bitten, daß nach Ausweis der hiesigen Steinfeger- Krankenkasse da dieselbe im Plenum mit Mehrheit bereits angenommen sei. prächtigen Billen in ihrer reizvollen, aus natürlichem Wald und weder ein Steinfegergeselle noch Lehrling Namens Richard Die Gegner der Vorlage wollten die Provinz Schleswig- Holstein künstlichen Gartenanlagen gemischten Umgebung zu bewundern. Buchholz existirt, der Betreffende fich also jedenfalls jene Be mit der ihnen selbst unangenehmen Vorlage noch verschonen; aber Die fumpfigen Fenns, welche diese Waldpartie ehemals durch zeichnung aus irgend einem Grunde zugelegt hat. Dergleichen die Provinz gehört nunmehr 25 Jahre dem Staate an, und der zogen, find in liebliche Seen und romantische Gräben ver- Fälle sind leider schon mehrfach vorgekommen, daß angebliche Provinziallandtag hat die Vorlage gewünscht. wandelt, aber die Ufer dieser Seen und Gräben Steinfeger in den anrüchigsten Sachen eine traurige Rolle gespielt Ober- Bürgermeister a. D. Bredt empfiehlt die en bloc- An- find versperrt, denn sie sind von den Eigenthümern der haben, so u. A. auch im Prozeß Heinze", in welchem drei nahme der Vorlage. anstoßenden Billengrundstücke mit Beschlag belegt worden. Der Steinfeger" als Zeugen fungirten, während nur einer darunter Graf Klinckowström verwahrt sich dagegen, daß vor Fistus, der sonst feine Forsten nur widerwillig dem Publikum war. Da es nun ganz bestimmt auf die Angehörigen des SteinPfingsten eine Ueberrumpelung stattgefunden habe; Herr Zweigert öffnet, hat bereitwillig einen viele Morgen großen Theil des feßergewerbes fein gutes Licht wirft, wenn einzelne Glieder des habe den Ausdruck allerdings nachher in Ueberraschung um- Grunewaldes hergegeben und für alle Beiten veräußert, weil felben fortgesetzt gerade in die schmußigsten Vorkommnisse mit gewandelt, aber die fortschrittliche Presse habe lediglich mit der man ihm den Grund und Boden theuer bezahlt hat. Seinem in verwickelt sind, fo gebe ich mich der Hoffnung hin, daß die leberrumpelung weiter gearbeitet. Redner verwahrt sich dagegen, diesem Falle erklärlichen Entgegenkommen ist es zu verdanken, Redaktion des Vorwärts" meine Bitte nicht abschlagen wird daß er in der früheren Debatte ein vom Könige fanttionirtes daß hier in wenigen Jahren ein fleines Paradies geschaffen und werden hoffentlich dann andere anständige Blätter diesem Gefeß fritisirt habe; das entspreche seinen Lebensgewohnheiten werden konnte, und daß dieses Paradies in Privatbesiß über- Beispiel folgen." nicht, sei aber durchaus nicht verboten denn sonst könnte man gehen fonnte. Die Billenkolonie Grunewald" lehrt so in fiberfein altes Gesetz durch ein neues ersetze. Wir haben das Recht zeugender Weise, was der Kapitalismus an Schönheiten und Ge- Der Antrag auf Haftentlaffung Ahlwardt's gegen des freien Wortes im Hause und machen davon Gebrauch bei müssen hervorzubringen vermag, und wie er fie anderen zu ent- Kaution ist, wie die Staatsbürger Zeitung" mittheilt, an Vorlagen, die uns nicht gefallen. Ich hoffe, daß die Aeußerung ziehen und für sich selber in Sicherheit zu bringen weiß. Die genommen worden. Ahlwardt soll gegen Hinterlegung einer des Ministers gegen mich auf einem Mißverständniß beruhte und Beiten, wo nur die Fürsten und sonstige Hochgeborene" sich die Summe von 10 000 m. in Freiheit gesetzt werden. Das genannte daß er durch eine dahingehende Erklärung die Debatte wieder in schönsten Fleckchen der Erde aussuchten und für sich umzäunten, Blatt fordert zur raschen Beschaffung dieser Summe durch Beifachliche Bahnen leiten wird.( Beifall.) sind vorbei. Heute wetteifert der kapitalbesitzende Bourgeois mit träge auf. ihnen in diesem Punkt und sucht ihnen womöglich noch den Rang abzulaufen. Und er versteht es wahrhaftig ebenso vortrefflich, dem Besiglosen das bischen Genuß der freien Natur zu verfümmern. " " " 〃 " .. Der Minister Herrfurth: Das Mißverständniß lag wohl auf Der Entlassung Ahlwardt's steht also nichts entgegen; blos Seiten der Herren, welche in meiner Aeußerung überhaupt einen die Raution will nicht zusammenkommen. Noch heute Abend Vorwurf sahen. Ich habe die Kritik eines bestehenden Gesetzes nicht bettelt die Staatsbürger Beitung" um die Raution. Daß die als unzulässig erklärt, sondern nur gesagt, daß ich mich auf eine solche Staatsbürger Zeitung", die doch durch den Antisemitismus in Kritik eines eben erst abgeschloffenen Gesetzes nicht einlassen kann. die Höhe gekommen und ihm ihr gutes Geschäft verdankt, die Ich hatte den Grafen Klincowström, der ein Gegner der Bor- von den Geistlichen. Ein Patient, der im städtischen Kranken- tönnen, wenn Aylwardt durchbrennt, zeigt wie wenig zutrauen Auch in den Krankenhäusern wird Sozialpolitik getrieben 10 000 m. nicht selbst hergiebt, die ihr doch nur verloren gehen lage war, dahin verstanden, daß er seine Gegnerschaft auch gegen hause am Urban dem Pfingstgottesdienste beiwohnte, schildert und sie selbst zu Ahlwardt hat. Die Raution für Ahlwardt wäre die Vorlage für Schleswig- Holstein geltend mache, aber er führte bie gehörte Predigt. Der Herr Prediger behandelte die Pfingst- gewiß längst beifammen, wenn nicht die gläubigsten Antisemiten nur an, daß noch keine Erfahrungen gemacht feien. Das ist legende aus der Apostelgeschichte und sprach seine Freude über burch die Staatsbürger Zeitung" in Bedenken gebracht wären; richtig. Es sind allerdings noch keine positiven Erfahrungen ge- den damals praktisch bethätigten chriftlichen Kommunismus aus. sie sagen sich, wenn es sicher wäre, daß Ahlwardt sein Wort, macht; abe: negativ hat man schon erfahren, daß die Bedenken Denn es steht geschrieben, sagte er: fie verkauften ihre Habe und nicht durchzugehen, hält, dann hätte die Staatsbürger- Zeitung gegen die Landgemeinde- Ordnung unbegründet waren. Die Zahl verwertheten sie gemeinschaftlich und vertheileten davon nach selbst das Geld hergegeben. Der Landgemeinden, welche eine Bertretung haben, hat sich ver. Nothdurft und Gelegenheit. Das war Nächstenliebe, und daß vierfacht, sie ist von 1915 auf 7815 gestiegen. Die Zahl der nicht die nächstenliebe der wesentlichste Bestand angesessenen Gemeindevertreter beträgt noch nicht 2000, d. h. noch theil der christlichen Lehre ist, läßt sich nicht Beitung"" hat zu den Fallgefeßen der Physik ein neues hinzu Die„ Berliner Zeitung" und die Physik. Die Berliner nicht 2 pCt., während nach dem Gesetze 38/3 pet. aus Nicht wegleugnen. Wie sollen und können wir nun diese Nächsten- entdeckt, nämlich, daß die Körper im Falle an Gewicht angesessenen gewählt werden dürfen. Schließlich weist der liebe bethätigen? Ja, liebe Freunde, darüber haben sich schon zunehmen. In ihrer Lokalzeitung heißt es gestern: Minister nochmals darauf hin, daß der Provinzial- Landtag mit alle Regierungen und alle Gelehrten den Kopf zerbrochen, aber es schwere Stuhl, deffen Gewicht durch die Wehemenz, mit welcher allen gegen zwei, das Abgeordnetenhaus mit großer Mehrheit, läßt sich nichts gegen die Ungleichheit in der menschlichen Gesellschaft er aus einer Höhe von mehr denn 50 Fuß herabgestürzt, noch die Kommission des Herrenhauses einstimmig die Vorlage ge- machen. Oder soll man Demjenigen, der fleißig vergrößert worden, hatte ihn... getroffen." Von dem neuen nehmigt hätten; er hoffe, daß auch das Haus jetzt die Vorlage ein Leben lang gearbeitet hat und sich dabei Galiter in der Kochstraße darf die Wissenschaft am Ende noch mit großer Mehrheit annehmen werde.( Beifall.) Oberbürgermeister a. D. Bredt verweist auf die Verhand- etwas erübrigt hat, es nehmen und es Dem Manches erwarten. lungen des Provinzial- Landtags von Schleswig- Holstein, in denen auch nichts erübrigt hat? Oder soll man vielleicht geben, der nicht so fleißig war, und deshalb Die fakultative Einführung des Tagameters in Berlin die Nothwendigkeit der Vorlage von allen Seiten anerkannt worden sei. Auf dieses Botum habe Herr von Malzahn bei der die Reichen arm und die Armen reich machen? Und Sie können ist, wie aus sicherer Quelle verlautet, nunmehr beschlossene Sache. es mir glauben, Sie können es mir wirklich glauben, ich mag Es ist also in das freie Ermessen eines jeden Droschten- Fuhrfrüheren Berathung mit Recht großes Gewicht gelegt; hoffentlich meinen Berstand anstrengen so viel ich will, aber ich weiß nicht, unternehmers gestellt, ob er seine Droschten mit einem Tagameter: werde das Haus sich heute nur von sachlichen Erwägungen leiten wie es gemacht werden soll. Apparat versehen lassen will oder nicht, ein Zwang wird dem laffen und die Vorlage mit großer Mehrheit annehmen. Freiherr von Manteuffel verwahrt sich dagegen, daß ihn es ihm auch so glauben, daß er es nicht wußte, wie man es mit einem Tayameter- Apparat verfehen werden, wird auch e Es bedurfte dieser vielen Betheuerungen nicht, man konnte nach nicht ausgeübt werden. Für diejenigen Droschten, welche und seine Freunde bei der früheren Berathung andere als fachliche machen soll. Der Herr Prediger lebt des Glaubens, daß die entsprechender neuer Tarif bestimmt werden. Der dem Herrn KomGründe geleitet hätten; das könnter nur persönliche Gründe ſein; Reichen ihren Reichthum sich nur durch Mühe und Noth ab- missar für das öffentliche Fuhrwesen jetzt vorgeführte Apparat selben richteten. Die fachlichen Gründe bestanden darin, daß man in Billen und Palästen wohnen, sie nur den„ Entbehrungslohn" Einführung opportun erscheint. Das Organ der hiesigen Kutscher feine genügenden Erfahrungen gemacht hat; darin war ich mit dem Grasen Klinkowström, der ein grundsätzlicher Gegner der genießen, den sie sich vom Schweiß der eigenen Arbeit abgetargt heißt einen nach jeder Richtung hin gut funktionirenden Apparat Landgemeinde- Ordnung war, während ich derselben zugestimmt glauben; aber daß er noch glaubt, diesen Glauben auch nur einem Lohn- und Arbeitsverhältniß im Droschten- Fuhrgewerbe erhofft. haben. Daß der Prediger dieses glaubt, wollen wir ihm gern durchaus willkommen, indem es von demselben ein geregelteres habe, vollständig einig. Das Botum des Provinzial- Landtags fann rbeiter beibringen zu können, das ist der Gipfel des Glaubens. uns in unserer Auffassung nicht beirren. Warum will man die Der Direktion der Großen Berliner Pferde. Landgemeinde- Orduung unter allen Umständen jetzt einführen, während das zu erwartende Gefeß über die Kommunalbesteuerung leichnamsmorgen zu besuchen, dort würden wir eine Masse Ar- Ministers der öffentlichen Arbeiten die ortspolizeiliche Geneh Die Germania" ladet uns ein, die Kirche am Frohn- Eisenbahn Gesellschaft ist mit Ermächtigung des wieber alles umändert? Bis zur Erledigung dieses Gesetzes hätte beiter finden. Das glauben wir wohl. Noch stecken viele Arbeiter migung zur Herstellung von Pferdebahn- Gee, man doch warten sollen. Die vom Minister gegebenen Bahlen im Kirchenbann. Daß aber Arbeiter sich für die Stänkereien Leifen 1. von der Birkenstraße, Ecke Wilhelmshavenerstraße, find erfreulich, aber ich fürchte, daß mit der Zeit der Einfluß der hüben und drüben um Fordenbeck's Begräbniß aus freien Stücken durch die Bremerstraße und die Wiclefstraße bis zum Bahnber Besitzenden doch mehr geschwächt weeden wird, als es bisher ge- intereffiren, wird uns selbst die„ Germania" nicht vorreden der Gesellschaft, und 2. von der Bremerstraße, Ecke der Waldenser schehen ist, weil die Gemeinden noch nicht beschlossen haben wollen. darüber, ob die Einkommen unter 900 M. zur Steuer herangezogen werden sollen. straße, ertheilt worden. Eine Abordnung der Stadt Spandau hat nun dem Ein geisteskranker Schnellläufer ist in Rigdorf fe Minister Herrfurth: Dieser Beschluß konnte nicht herbei- Finanzminister Miquel all das Leid geklagt, was so schwer auf genommen und nach seiner bald ermittelten Wohnung überführt geführt werden, weil auf Antrag der politischen Freunde des bem Gemüth der Bewohner dieses lieblichen Städtchens laftet. worden. Der Unglückliche war acht Stunden ununterbrochen ge Borreduers die Regierungsvorlage geändert wurde. Zwei Magiftrotsmitalieder und drei Stadtverordnete anti- laufen. = Einem räuberischen Ueberfall ist in der Dienstag Nacht Haft und war dadurch, obgleich er sich feines irgendwelchen Ver- gelang es ihm, seine vertrauensseligen Opfer um erhebliche ber obdachlose Bergmann Ddwor im Friedrichshain zum Opfer froßes gegen das Gefeß bewußt war, gezwungen, Einspruch zu er- Summen zu prellen. In drei Fällen soll die Ehefrau Steffen gefallen. Dowor, welcher eben erst nach Berlin gekommen, um heben und vor Gericht zu erscheinen. Der geladene Schußmann von den Heirathsschwindeleien ihres Mannes gewußt und ihn hier Stellung zu suchen, wollte sich nach dem Asyl für Obdach- erklärt sofort, daß der Angeklagte mit dem Strolch nicht identisch dadurch unterstützt haben, daß sie den anfragenden Damen erlofe begeben und verirrte sich auf dem Wege dahin nach dem sei. Seine Freisprechung war daher selbstverständlich. klärte, der betreffende adelige Herr wohne bei ihr als ChambreFriedrichshain. Plötzlich sprangen mehrere Personen aus einem garnift. Gebüsch auf ihn zu und forderten die Herausgabe des Geldes, In dem Prozesse gegen den ehemaligen Hauptmann welches er bei sich führe. Den wiederholten Betheuerungen des Sidney O'Danne wurde das Urtheil am Dienstag gegen geschäftes in der Großen Hamburgerstraße. Er legte sich auf den In der letzten Zeit war Steffen Inhaber eines ZigarrenBergmannes, daß er nichts habe und im Asyl Obdach suche.. 10 Uhr Abends verkünder, nachdem die Deffentlichkeit wieder Rautionsschwindel, indem er Verkäufer für sein Geschäft annahm. müsse, schenkten die Strolche feinen Glauben; ste zogen ihre hergestellt war. Aus den Gründen ließ sich folgender Sachverhalt nachdem er mehrere junge Leute betrogen, wurde er vom Geschick Messer und stachen damit auf Ddwor los. Das Hilferufen führte entnehmen: Bom Strafgefängniß Piöthensee aus hatte der An- ereilt und verhaftet. einen Schuhmann herbei, bei dessen Annäherung die Burschen die geklagte ein Gnadengeſuch an den Kaifer gerichtet und ferner Die Angeklagte Ehefrau Steffen bestritt entschieden, daß sie Flucht ergriffen. Dowor erhielt in der Sanitätswache am Prenz- eine Anzeige gegen den deutschen Militär Attachee in Paris, von dem schwindelhaften Treiben ihres Ehemannes Kenntniß ge lauer Thor einen Nothverband und begab sich dann nach dem Oberst v. Hoiningen, genannt von Huene, und mehrere andere habt, aber selbst ihr Wertheidiger, Rechtsanwalt Wronter, mußte obenerwähnten Asyl. hohe Offiziere eingereicht. In beiden Schriftstücken erblickte der einräumen, daß die Beweisaufnahme teinen Zweifel an der Schuld Gerichtshof die Merkmale der wissentlich falschen Anschuldigung beider Angeklagten gelaffen. und der verleumderischen Beleidigung. Durch die Beweisaufnahme habe sich ergeben, Staatsanwalt v. Jaroczewski beantragte gegen den Ehemann daß die von O'Danne haupteten Thatsachen durchaus erlogen feien und daß der und fünf Jahre Ehrverlust, gegen die Ehefrau be Steffen eine Zuchthausstrafe von vier Jahren Denunziant lediglich von Rachsucht geleitet worden fei. Steffen neun Monate Gefängniß. Der Gerichtshof ging Die den erwähnten hohen Offizieren gemachten Bor: noch über den Antrag hinaus, da das Verhalten der Angeklagten würfe seien außerordentlich schwerer Natur, denn, erwiesen, würden sie fich des Landesverraths und des Meineides Steffen wurde zu se chs Jahren Zuchthaus und zehnwenn als ein besonders gemeingefährliches bezeichnet werden müsse. schuldig gemacht haben. Der Gerichtshof habe zwei selbständige jährigem Ehrverluft, die Ehefrau Steffen zu einem Jahre Strafthaten als vorliegend angenommen, von Wahrnehmung be- Gefängniß verurtheilt, die Letztere wurde auch sofort verrechtigter Interessen fonnte nicht die Rede sein. Bei der niedrigen Gesinnung, die der Angeklagte an den Tag gelegt und haftet. bei seinen vielen Vorstrafen sei für jede Strafthat auf 2 Jahre treu. Es war kein Wort von ihm zu entlocken, und auch die BeSteffen blieb seiner Rolle bis zum Schlusse der Verhandlung Gefängniß erkannt und diese beiden Strafen seien auf eine mühungen seiner Ehefrau, ihn zum Sprechen zu bewegen, waren Gesammtstrafe von drei Jahren Gefängniß zusammen- vergeblich. gezogen worden. Ferner sei auf Verlust der Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren erkannt worden. Den Beleidigten wurde die Publikationsbefugniß im Deutschen Reichs- und Königl. legung eines Rechtsmittels Widerspruch gegen eine Straf Das kommt davon. Schlimme Erfahrungen mit der EinPreuß. Staats- Anzeiger" zugesprochen. Der Verurtheilte erklärte, verfügung hat ein hiesiger Droschtenführer machen müssen. Revision einlegen zu wollen. Derselbe war beschuldigt, in der Nähe der Moltkebrücke auf dem Eine Brutalität erregte am Dienstag Nachmittag an der Ecke der Courbière- und Kurfürstenstraße den Unwillen der Zufchauer. Dort hielt der Wagen des Bäckers Schulz in Teltow. Die zwei Infaffen des Wagens entfernten sich von demselben, während ein Arbeiter das Fuhrwerk bewachte. Als jene Beiden surückkehrten, stiegen sie in den Wagen, während der Arbeiter sich auf das Verdeck begab und sich mit dem dort befindlichen Plantuche bedeckte. Kaum merkten dieses die Inhaber, als sie sich auf das Verdeck begaben, wo der eine dem Arbeiter das Plantuch wegzog, und der andere ihn mit Ohrfeigen traktirte und ihn noch weiter zu mißhandeln Miene machte, was nur durch einen hinzu retenden Droschkentutscher verhindert wurde. Hartnäckiger Selbstmordsversuch. Als Dienstag Abends zwischen 10 und 11 Uhr der fahrplanmäßige DampfstraßenbahnZug Apostelkirche- Hundekehle von der Kohlenstation Schöneberg nach Wilmersdorf bergan fuhr, warf sich ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann quer über die Schienen. Der Maschinist bemerkte dies noch rechtzeitig und hielt sofort an. Der Selbstmord: kandidat mußte nun vom Fahrweg gewaltfam entfernt und auf den Fußweg gebracht werden. Hier warf er sich hin und blieb liegen, bis der nächste Bug heranbrauste, wo er den ersten Versuch wiederholte. Er wurde nun von Arbeitern, die die ganze Sache beobachtet hatten, ergriffen und nach der Polizei gebracht. " Um eine Ohrfeige handelte es sich in der Privatklage der Asphaltpflaster sein Pferd derartig roh mißhandelt zu haben, daß Frau Rönsch gegen den Agenten Herrn Wagner, über es schließlich hinstürzte und die Scheerbäume zerbrach. Er wurde welche gestern das hiesige Schöffengericht zu verhandeln hatte. dieferhalb in eine Polizeistrafe von 15 M. genommen. Gegen Es war am 4. April d. J. Abends in der achten Stunde, als diese Strafverfügung erhob er Widerspruch und beantragte Herr Wagner mit seinem Sohn die Straße am Mühlendamm richterliche Entscheidung, da er sich schuldlos fühlte und beDurch Unfall irrfinnig geworden. In der Prenzlauer passirte. Plöglich erhielt er, wie er vor Gericht befundete, von hauptete, auf dem schlüpfrigen Asphaltpflaster dem Pferde nur Allee irrte vorgestern Abend ein Mann umber, welcher die Bassanten hinten einen wuchtigen Fußtritt in das rechte Fußgelenk, welcher sogenannte Hilfen" zur Aufmunterung, damit es nicht stürze, aufforderte, niederzuknieen und zu beten, da er vom Himmel ihn vor Schmerz zusammenfnicken ließ. Unwillkürlich machte er gegeben zu haben. Seinem Antrage wurde stattgegeben, doch hat Tomme, um das jüngste Gericht zu verkünden. An der Ecke der infolge dessen eine Armbewegung, welche es zu Wege brachte, diese Angelegenheit für den Betreffenden einen sehr unangenehmen Belforterstraße wurde der Unglückliche von einem Schutzmann daß seine rechte Hand in eine nicht minder schmerzhafte Be- Ausgang genommen. Das Gericht hielt nämlich durch die Befestgehalten und nach seiner Wohnung gebracht. Auf Ver- rührung mit der Wange der hinter ihm schreitenden Frau weisaufnahme eine ganz rohe Mißhandlung des Pferdes für anlaffung eines herbeigeeilten Arztes wurde der Kranke dann Rönsch, von welcher der Fußtritt ausging, fam, wie aus ihrem erwiesen und verurtheilte den Beklagten zu einer Geldstrafe von nach der Charitee gebracht. Derselbe ist ein Bau- Arbeiter Gefchrei zu entnehmen war. Um allen Weiterungen aus dem 60 m. und selbstverständlich zur Tragung aller Roften. Wilhelm Drenske, der vor einigen Wochen vom Gerüst gestürzt Wege zu gehen, entfernte fich Herr Wagner sehr schnell und hat und sich eine Kontufion am Kopfe zugezogen hatte. Entscheidungen des Reichsgerichts. Das demons es Frau Rönsch sich große Mühe fosten lassen, um die Person strative Tragen einer rothen Fahne als eines des Herrn Wagner festzustellen, da sie der Ansicht war, daß fozialdemokratischen Abzeichens auf der Straße tann, nach einem Ein Raubmordverfuch hat in der Facht zu Mittwoch in ihr absichtlich eine regelrechte Ohrfeige applizirt worden Urtheil des Reichsgerichts, I. Straffenats, vom 22. Februar 1892, Friedenau stattgefunden. Dort betreibt in dem Hause Niedtstr. 2 sei, wofür sie sich Genugthuung zu verschaffen trachtete. als grober Unfug bestraft werden sowohl gegen den FahnenDer 80 Jahre alte Bäckermeister Paul Seyffert ein Geschäft. Ein schiedsmännischer Vergleich war nicht zu Stande gekommen, träger als auch gegen die am Zuge Betheiligten, wenn die Be Hinter dem Laden liegt die Schlafftube der Eheleute. Zwischen da Herr Wagner es für mit feiner Ehre unvereinbar hielt, der theiligung als eine sozialdemokratische Demonstration in bewußter den beiden Betten befindet sich eine Kommode, in welcher Forderung der Frau Rönfch, öffentlich im Vorwärts" Abbitte Weise erfolgt ist. Die Eintragung eines Namens Seyffert sein Geld aufbewahrt. Am Freitage hatte sich der zu leisten, zu genügen. So gelangte die Angelegenheit vor das in die Invaliditäts- Quittungstarte und die Bäckermeister aus der Herberge zur Heimath in Berlin, Forum des Schöffengerichtes. Hier lehnte Frau Rönsch ihrer Ueberklebung dieser Eintragung mit einer Marke dergestalt, daß Dranienstraße 105, den Gesellen Ludwig Hoffmann, am feits entschieden jeden Vergleich ab und verlangte zur Wieder- der Name sichtbar ist, wenn die Karte gegen das Licht gehalten 14. März 1873 in Stettin geboren, angenommen. Dieser herstellung ihrer beleidigten Ehre, wie auch, um einmal einen wird, ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II. Straffenats, faßte den ruchlosen Plan, seinen Arbeitgeber zu ermorden Attentäter gegen das weibliche Geschlecht der verdienten Strafe vom 11. März 1892, wegen unzulässiger Eintragung aus§ 151 und sich in den Besitz seines Geldes zu setzen. Als Seyffert heute Nacht um 122 Uhr sich nach seiner im Reller 3 überantworten, die Fällung eines gerichtlichen Urtheils gegen des Invaliditätsgesetzes zu bestrafen, auch wenn jene Einden Beklagten. Der Gerichtshof erachtete den Beklagten der belegenen Backstube begeben wollte, hatte sich Hoffmann am Fuße öffentlichen Beleidigung zwar für schuldig, beurtheilte den Fall tragung lediglich eine Kontrolle über die thatsächliche Verwendung der vom Laden dorthin führenden Treppe aufgestellt und schlug aber sehr milde, sowohl in Rücksicht darauf, daß Herr Wagner der Marke bezweckt. mit einem etwa einen Meter langen eisernen Gasrohr auf den als anständiger Mann bekannt sei, als auch in Rücksicht auf den ahnungslosen Meister ein, so daß dieser eine drei Bentimeter zuvor erhaltenen Fußtritt und die Möglichkeit der Unabsichtlichlange Wunde mitten auf dem Kopfe davontrug und hinstürzte. feit der vorgedachten Ohrfeige und verurtheilte der Beklagten zu Hoffmann warf sich nun auf den nach seiner Ansicht Wehrlosen, einer Geldstrafe von 10 M. ev. 2 Tagen Haft und erkannte auch um ihn durch Würgen zu tödten. Seyffert besaß aber noch so der Privatklägerin Publikationsbefugniß durch Aushang des Er viel Kraft, den Mörder von sich zurückzustoßen und laute Hilfe- fenntnisses an öffentlicher Gerichtsstelle zu. rufe erschallen zu lassen. Diese wurden von dem in dem Nachbarhause wohnhaften Gastwirth Kettner gehört, welcher sich mit Mit einem häßlichen Auftritt begann eine Verhandlung, Werner( Fabrit photographischer Apparate) in Leipzig Achtung, Tischler! Die Kollegen der Firma Fulz und einem Gummischlauche bewaffnete und herbeieilte. Die Ghe welche gestern vor der dritten Straskammer des Landgerichts I. beabsichtigen, die Arbeit einzustellen, da daselbst an Stelle der frau des Ueberfallenen, welche gleichfalls das Angstgefchrei stattfand. Von drei Beamten getragen wurde der Mechaniker, bisher zehnftündigen Arbeit die elfftündige bei ge ihres Mannes gehört hatte, hatte die Ladenthür geöffnet, so Bigarrenmacher, Maler und Tapezier Gustav Adolf August ringerem Lohn eingeführt werden soll. Der Lohn daß Kettner sofort Zutritt fand. In der Backstube perfeßte Steffen aus dem Untersuchungs- Gefängnisse in den Gerichts beläuft sich bei der jegigen Arbeitszeit zwischen 14-19 Mart, er dem räuberischen Gesellen mit dem Schlauche derartig faal gebracht und auf einen Stuhl im Anklageraum gefeßt. Er gewiß faum genug, un fich satt essen zu können. Die Kollegen Schläge, daß Hoffmann bewußtlos umsant und nunmehr leicht zu fiel sofort auf den Fußboden nieder und blieb dort wie ein allerorts werden angesichts dieser Verhältnisse ersucht, der obigen bewältigen war. Hoffmann wurde nach dem Amtsgefängniß in Klumpen Unglück liegen. Man hob ihn auf und setzte ihn wieder Firma bis auf Weiteres fern zu bleiben. Wilmersdorf überführt. Bei seiner Vernehmung hat er die Ab- hin, aber ebenso erfolglos wie vorhin. Endlich gelang es, den ficht des Mordes unumwunden zugestanden und angegeben, er stöhnenden und die Augen verdrehenden Menschen in habe aus der Kommode das Geld rauben wollen, um sich dafür eine halbliegende Stellung auf zwei Stühlen zu bringen. Wegen zahlreicher Kündigungen resp. Maßregelungen ist einen Anzug zu kaufen. Bei seiner Durchsuchung wurden noch Das Richter Kollegium und der Staatsanwalt faben über die Kesselfabrit von Wagner u. Eisenmann in ein Meffer und ein Handtuch vorgefunden, woraus man den diesen Vorgängen ohne Theilnahme gut, ste wußten Rannstadt die Sperre verhängt. Alle Arbeiter werden Schluß zieht, daß er, nachdem er seinen Brodherrn ermordet aus dem Gutachten der Sachverständigen, daß sie einen gewiegten bestens gebeten, diese Fabrik zu meiden; gleichzeitig ersuchen wir hatte, auch noch dessen Ehefrau, vielleicht im Schlafe, hat über- Verbrecher vor sich hatten, welcher ben wilden Mann" spielte. alle Arbeiterzeitungen, dieser Notiz die weiteste Berbreitung zu wältigen und abthun wollen. Der Mörder hat vor der That Als der Vorsitzende die Vernehmung mit dem Angeklagten be- geben. J. A.: Karl Hartner, Rannstatt, Waiblingeralle Ausgänge und die Stube des Hausdieners Siewert, welcher gann, beobachtete dieser die Methode, alle an ihn gerichteten ftraße 28 a. bei Kettner in Stellung ist, aber im Keller des Seyffert'schen Fragen zu verneinen. Er bestritt, je eine Strafe erlitten zu Hauses schläft, abgeschlossen, so daß er feine Störung zu befürchten hatte. # Soziale Ltebersicht. Arbeiter! Achtung! Der Streit der Bediensteten der Nord- Eisenbahn. Ju Barcelona( Spanien) ftreifen die EisenbahnEisenbahn- Arbeiter in Valladolid dauert fort. Versammlungen. " haben, trotzdem er früher das ihm vorgehaltene lange Sünden- In Florenz streiken die an der Wasserleitung beregister, das zulegt mit anderthalb Jahren Zuchthaus abschloß, schäftigten Arbeiter. Die städtischen Behörden hatten sich mit als richtig anerkannt und auch eingeräumt hat, daß er aus Zwischenunternehmern eingelassen, welche den Arbeitern einen Mit der Niederlegung der Schloßfreiheit ist am Mitt- Berlin ausgewiesen sei. Der Vorsitzende nahm von seinem hart- Atfordlohn aufzwangen, nach welchem dieselben den bei Kommunewoch Morgen begonnen worden. näckigen Leugnen keine Notiz, sondern verlas den Anklagebeschluß. Arbeiten sonst üblichen Minimal- Lohnsatz von 3 Franks pro Tag Die Weichbildgrenze zwischen Charlottenburg Dieser lautete auf Bedrohung mit Mord in zwei, auf Betrug in nicht erreichen können. Die Streitenden verlangen, daß die Stadt und Berlin am Kurfürstendamm und am Blaze Facht und auf Diebstahl in drei Fällen. Die ebenfalls auf der selbst die Arbeit ausführe. der Abtheilung IV/ V des Bebaungsplanes( beim Zoologischen Anklagebant befindliche Ehefrau Ratharina Steffen soll ihrem Garten) ist durch Beschluß des Oberpräsidenten zu Potsdam in Ehemanne in drei Betrugsfällen Hilfe geleistet haben. Als der die nördliche Bauflucht des Kurfürstendammes verlegt worden. Anflagebeschluß verlesen war, führte Steffen wieder eine tolle Szene auf. Er warf sich von seinem Sige herunter und schlug Polizeibericht. Am 14. ds. Mis. Vormittags wurde ein mit Händen und Füßen um sich, dabei unartikulirte Töne aus78 Jahre alter Raufmann an der Ecfe der Prenzlauer- und stoßend. Man ließ ihn ruhig austoben. Der Vorsitzende, LandAlexanderstraße von einer Droschke überfahren und an den Armen gerichtsrath Althaus, ließ sodann einen gepolsterten mit Mechanik und Beinen verlegt, so daß er nach dem Krankenhause Am versehenen Lehnstuhl herbeischaffen. In diesen wurde der AnFriedrichshain gebracht werden mußte. Abends fiel ein zwölf getlagte mehr gebettet wie gesetzt und nun verhielt er sich ruhig. jähriger Knabe in den vor dem Hause Lothringerstr. 95 befind- Hatte er aber bisher alle Fragen verneint, so schlug er jetzt lichen Lichtschacht, dessen eiserne Bedeckung von anderen Kindern ein anderes Verfahren ein. Es war fein Ton aus Für den ersten Berliner Neichstags- Wahlkreis fand gelockert worden war, und erlitt eine Verlegung des Rückgrats. ihm herauszubringen. Der Gerichtshof nahm an, daß er von am 14. Juni eine besonders start auch von Frauen- be-Im Laufe des Tages fanden zwei kleine Brände statt. dem ihm zustehenden Rechte, nicht zu antworten, Gebrauch machen suchte öffentliche Parteiversammlung des Wahlvereins dieses wolle. Es tamen durch die Beweisaufnahme mehrere Schwin- Kreises statt, welche einen Vortrag des Genossen Rechtsanwalt deleien an den Tag. Nach seiner Ausweisung aus Berlin ging Arthur Stadthagen über die Frage hörte: Finden der Angeklagte nach Königsberg, wo er sich fümmerlich durch die gelehrten Gerichte selten die Wahrheit?" schlug. Seine Ehefrau soll sich dort mit Kartenlegen beschäftigt Da der Vortragende noch am selben Abend nach Leipzig reisen, haben. In Königsberg lernte Steffen eine wohlhabende Wittwe mußte, konnte er die Frage nur in gedrängter Kürze behandeln. fennen, der er Liebe heuchelte, vorspiegelte, daß er Junggeselle sei Redner hob hervor, daß sowohl für den Gelehrten wie für den und dermaßen zu bethören wußte, daß sie ein bereits ein- Laienrichter das geschriebene Recht bindend sei, welches Unschuldig mit einem auf eine Woche Haft gegangenes Verhältniß wieder löfte und sich mit Steffen verlobte. nicht immer mit dem lebendigen Rechte im Einklang lautenden Strafbefehl bedacht zu werden, ist Dieser hatte sich als Dr. Krause, Leibarzt Sr. Majestät des Kaisers, stehe. Deshalb habe man sich auch weniger gegen die ein unerfreulicher Vorgang. Nichtsdestoweniger haben wir bei bei der Wittwe eingeführt. Er ließ fie im Stich. nachdem er Richter, als gegen die Gesetze zu wenden und diese so zu ges der herrschenden Praxis der Feststellung der Nationale Fest ihr gegen 36 000 W. abgeschwindelt hatte. Als seine Braut sich stalten, daß sie mit dem allgemeinen Rechtsbewußtsein überein genommener auf den Berliner Polizeiwachen nicht allzu felten weigerte, feine unaufhörlichen Geldforderungen zu befriedigen, stimmen. Dies fei aber innerhalb der heutigen GesellschaftsGelegenheit, dergleichen Vorkommnisse zu begegnen. Auch heute griff er zu zweien Malen zum Revolver. Er setzte ihr die Waffe ordnung nicht möglich, da die Gesetze in derselben meist nur ber paffirte ein solches vor der 181. Abtheilung des Berliner Schöffen- auf die Brust und drohte sie zu erschießen, wenn sie kein Geld Ausdruck der herrschenden Klaffeninteressen wären. Weder der gerichts. Am 3. März cr. erlaubte sich ein aus der Wärmehalle herausgäbe. Ferner bestahl der Angeklagte feine Braut zu dreien gelehrte noch der Laienrichter vermöge demzufolge das lebendige am Alexanderplatz fommender Mensch derbe Anzüglichkeiten gegen Malen. In Berlin verlobte Steffen sich mit der Tochter eines Recht zur Anwendung zu bringen, da sie an die geschriebenen den dort postirten Schuhmann. Als der Beamte denselben zum Restaurateurs, wo er sich als Physiker einführte, der ein gut Gefeße gebunden seien. Würde das allgemeine lebendige Recht Weitergehen aufforderte, wurde er nicht nur von diesem, gehendes Geschäft in Königsberg befize. Er lebte gut bei den bewußtsein mit den geschriebenen Gefeßen nicht in Widerspruch fondern auch deffelben zukünftigen Schwiegereltern, bis er mit dem Anliegen um ein stehen, so bedürfte es überhaupt feiner gelehrten Richter. noch von einigen Begleitern arg verhöhnt. wie auch wegen Infolge dessen arretirte der Schuhmann Darlehn von 6000 M. herausrückte. Er wollte das Geld Infolge dieses Widerspruches sowohl den Erzedenten, welcher auf der Polizeiwache das voll- angeblich zur Ausführung eines ihm von der Regierung der vielfachen Unklarheit der Gesetze sei der Richter ständige Nationale des Arbeiters Mar 2ambrecht gewordenen Auftrags, eine unterirdische Telegraphenleitung außer Stande, immer die Wahrheit zu finden. Er sei darauf angab. Durch telegraphische Nachfrage wurde auch festgestellt, in Billau betreffend, benutzen. Der Versuch mißlang, angewiesen, die Geseze zu interpretiren und thue es nach den daß in der angegebenen Wohnung ein Hausdiener Max worauf Steffen das Verhältniß löfte. Nun suchte er durch die Anschauungen, in denen er aufgewachsen. Zudem sei die Unab Lambrecht, auf den das bezügliche Stationale vollständig paßte, Beitung als höherer Beamter in sicherer Lebensstellung" eine hängigkeit der gelehrten Richter lediglich eine Paradepferd der polizeilich gemeldet war, und wurde der Arrestant deshalb von der passende Lebensgefährtin. In mehreren Fällen trat er als Liberalen. Die abfolute Unverantwortlichkeit der Richter sei ache entlassen. Der Hausdiener May Lambrecht erhielt Telegraphen- Inspektor Arthur Blumberg" auf, in anderen unhaltbar; im Gegentheil müsse man die Forderung der Verant nun ein amtsrichterliches Strafmandat in Höhe von einer Woche Fällen als der Reichsbankbeamte Karl von Stillfried". Stets wortlichkeit aller Beamten gegenüber dem Bolt immer wieder Gerichts- Beitung. erheben. Sei es dem Richter schon schwer, auf zivilrechtlichem| Notenschule ist so weit hergestellt, daß sie in nächster Zeit zur Segmann, am 4. Juli vor dem Schwurgericht beginnen und Gebiete die Wahrheit zu finden, so sei es ihm fast unmöglich auf dem Ausgabe gelangt. Durch Inserate wird bekannt gemacht werden, voraussichtlich 6 Tage dauern. Das Beweismaterial ist dem Gebiete der Strafrechtspflege, und zwar außer den vorher angeführten wo die Bücher in Empfang zu nehmen sind. Zum Schluß machte Bernehmen nach sehr umfangreich. 94 Zeugen werden von der Gründen hauptsächlich infolge der bestehenden Strafprozeß- Ordnung, der Vertreter des Vereins„ Harmonie" in Tempelhof bekannt, daß Staatsanwaltschaft geladen. Der Erste Staatsanwalt Baumgardt welche höchstens noch von der Gesinde- Ordnung übertroffen werde. sein Verein, welcher viele Unannehmlichkeiten durchzumachen ge- führt die Anklage. Aus der Strafprozeß- Ordnung hob der Vortragende einiges besonders habt hat, am 2. Juli in Lehmann's Salon", früher zum„ Alten Charakteristische hervor, wie die Untersuchungshaft, das Vor- Thürmchen", Kreuzbergstraße, ein Sommerfest veranstaltet und untersuchungs- Verfahren, die Stellung der Staatsanwälte u. A. m. um zahlreichen Besuch bittet. Redner behielt sich vor, in einem späteren Vortrage die Strafprozeß- Ordnung und die Stellung des gelehrten Richters in derselben des Näheren zu erörtern. Das Nachwort fand reichen Beifall. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Demnächst soll ein Flugblatt zur Vertheilung gelangen. Nähere Befanntgabe wird im Vorwärts" erfolgen. Nach einer Empfehlung der Berliner Voltstribüne" und einem warmen Appell zu reger Agitation, damit der erste Wahlkreis nicht hinter den anderen zurückstehe, erfolgte Schluß der Versammlung. zu erwarten. Ju Tegel fand am 11. Juni unter Leitung des Genoffen an. Im Komorner Komitate sind viele tausend Joch Aecker unter Martiny eine Volksversammlung im Restaurant Schulze statt, Wasser. In den Gassen der Stadt Gran steht das Wasser zwei in welcher der Vertreter des Nieder- Barnimer Kreises, Arthur Meter hoch. Die Gemeinden Parkany, Ebed, Karva, Mußla, Stadthagen sprechen sollte; infolge dessen hatten sich viele Be- Mocs und That find zumeist überschwemmt. In der Hauptstadt wohner von den umliegenden Ortschaften eingefunden. Leider hat der Strom die Höhe der unteren Quais erreicht. Unterhalb erschien der Referent nicht. An seiner Stelle referirte daher Ge- der Eisenbahnbrücke durchbrach die Fluth die Schuhwehr des im chen die Genossen Marting und Otto Knauf im Sinne des barst; infolge deffen ist der Verkehr über die Verbindungsbrücke nosse Thal über Geschäftsfälschungen. In der Diskussion Bau befindlichen Kanals, wodurch auch der Eisenbahndamm Referenten. Eine Resolution, welche sich mißbilligend über das eingestellt. Auf der Bahn Fuezitoe- Neszmel ist der Verkehr auf Nichterscheinen Stadthagen's aussprach, wurde nahezu einstimmig unbestimmte Zeit gleichfalls eingestellt. Die oberen Stationen melden weiteres Steigen des Wassers. angenommen. Glafer und alle in der Glasbranche beschäftigten Arbeiterinnen ordnung: Kirche und Deutsch freisinn". Referent: Herr Reichelt. Die Pariser Akademie der Wissenschaft hat Professor Don Helmholz in Berlin zum auswärtigen Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt. Militärisches. Wenn das so fortgeht, schreibt man ber Franks. Zeitung" aus Paris, wird von den prächtigen Wald von Fontaineblau bald nichts übrig bleiben. Abermals sind dort durch eine Feuersbrunst 26 Hektaren alter Fichtenpflanzungen zerstört worden. Diesmal fällt die Schuld nicht einem Brandstifter zur Last, sondern der Artillerie, die es bei ihren Schießübungen an Vorsicht fehlen ließ. Ein den französischen Spionengeschichten analoger Vorfall hat sich jüngst in eisse ereignet. Die„ Neiffer 3tg." berichtet darüber: Am Morgen in der Frühe, als eben der thaugesättigte Erdboden unter den Strahlen der Sonne zu dampfen begann, Im Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und rückte eine Kompagnie Soldaten durch die die Stadt umgürtenden auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Festungswälle zu einer Felddienstübung aus. Plöglich, beim ( Drtsv. Berlin I.) sprach am 13. Juni Herr König über das Umbiegen um eine Ecke des Walles, sahen die vordersten Reihen Thema:„ Die Krisen der heutigen Zeit und wie stellen sich die auf dem Gipfel der Wallböschung einen Menschen in Arbeiter dazu?" In der Diskussion wurde eine Fabrik erwähnt, grauer Stoffioppe, anscheinend in Pumphosen und Gamaschen in welcher Abends bis 8 Uhr gearbeitet wird. Die Agitations- ftehen, der in der einen Hand einen Stock oder Ständer kommission hat hierüber Recherchen anzustellen. Alsdann brachte und in der anderen ein schwarzes Packet trug, das einem der Vorsitzende die Abrechnung der Hauptkasse vom i. Quartal fleinen photographischen Apparat oder einer zusammengeklappten 1892 zur allgemeinen Kenntniß. Die Billets für die am 10. Juli Zeichenmappe ähnlich sah. Kaum erblickte der Mann die Im Wahlverein des vierten Berliner Wahlkreis hielt stattfindende Dampferpartie sind bei sämmtlichen Vorstands- Soldaten, so rannte er, wie ein Hase durch das thaubeschwerte am 14. Jani Herr Dr. 3 adet einen mit Beifall aufgenommenen mitgliedern zu haben. Die nächste Versammlung findet am Gras hüpfend, davon und verschwand hinter einem in den Wall Vortrag über:" Die fapitalistische Gesellschaft und die öffentliche 4. Juli statt. eingemauerten Militärmagazin. Der Hauptmann beorderte sofort Gesundheitspflege". Der Redner wies nach, daß die Pflege der Im Fachverein der Uhrmacher und verwandter selber die weitere Flucht ab, indem er im Galopp um das Gesundheit heutzutage schon im Säuglingsalter eine äußerst eine Abtheilung Soldaten zu seiner Berfolgung und schnitt ihm mangelhafte und unzureichende ist. Wenn die Mutter, die selbst Berufsgenossen Berlins und Umgegend hielt Magazin herumsprengte. Bald war der Flüchtling von allen vielfach unzureichend ernährt, gezwungen sei, ihren Unterhalt in Herr Röder einen interessanten Vortrag über das Thema Seiten umzingelt; hinter ihm ein Piquet Soldaten, das Gewehr der Fabrik zu suchen, so wäre es nicht zu verwundern, wenn die Das Ringen der Menschheit", in welchem er in eingehendeſter zur Hand, und vor ihm der Hauptmann auf hohem Rosse, den Art und Weise der Pflege des Kindes eine mangelhafte und für Weise die Geschichte der Klassenkämpfe schilderte. In der Dis- Degen in der Faust. Ein Entkommen war nicht mehr möglich. das spätere Wachsthum des Menschen von größtem Nachtheil fussion sprachen die Herren Wagner und Näther. Zu Revisoren Da löste sich in legter Minute die gespannte Lage: der Spion ift. So sehr sich auch die herrschende Gesellschaft bemühe, Vieles für die Abrechnung des Stiftungsfestes wurden die Kollegen entpuppte sich als ein harmloser Bürger der Stadt Neisse, der für die allgemeine Gesundheitspflege zu thun, zeige sie sich doch Krause, Jung und Hoffmann gewählt. Sonntag, den 19. Juni, mit bis über das Knie emporgefrempelten Beinkleidern, den niemals bereit, das Uebel mit der Wurzel auszurotten. findet ein Ausflug nach Hermsdorf statt. Ein Antrag des das verdächtige Dent gegenüber müsse immer wieder von Neuem darauf hin- Kollegen Mäther, für den Arbeitsnachweis Karten zu drucken und Spazierſtock in der einen und seine Stiefel Schwarze Packet- in der anderen Hand, als getreuer Jünger gewiesen werden, daß nur in der sozialistischen Gesellschaft die diese den Prinzipalen zu versenden, fand einstimmig Annahme. Kneipp's ein Thaubad im Dauerlauf genommen hatte. Grundlagen für die Hauptbedingungen der allgemeinen Wohl- Die nächste Versammlung findet am 25. Juni statt. Hochwasser richtet in Ungarn unermeßlichen Schaden fahrt gesucht und gefunden werden können. Bereits vor Eintritt in die Tagesordnung hatten die Versammelten das Andenken des verstorbenen Genossen Treuherz durch Erheben von den Sißen geehrt. An der Diskussion über den gehörten Vortrag be theiligten sich im Sinne des Referenten die Parteigenossen Stabernack und Gefroy. Betreffs der Vertheilung der Flugblätter wurde beschloffen, dieselbe bis zur nächsten Versamm lung zu vertagen. Zu Revisoren für das nächste Quartal wählte man die Genossen Böhm, Gadegast und Schulz. Die nächste Versammlung findet am 28. Juni in Breuer's Salon statt. Einer zahlreich besuchten Maurer- Versammlung, die am 14. Juni unter dem Vorsitz des Herrn Behrend bei Joel tagte, erstattete Herr Blauroc folgenden Bericht über den und Arbeiter. Gonnabend, den 18. Juni, Abends 8 Uhr, bei Gratweil, Stand der Lohnbeivegung. Dieselbe habe in den letzten Tagen große öffentliche Bersammlung. Fachverein der Barbiere, Friseure und Verrückenmacher- Gehilfen einen bedeutenden Aufschwung genommen. Erfreulicher Weise Berlins und Ungegend. Donnerstag, den 16. Junt, Abends 10 Uhr, in der nehmen auch die jungen Kollegen mehr als bei früheren Lohn- Rosenthalerstr. 38: Mitglieder- Versammlung. bewegungen der Maurer Antheil an derselben. Auch die Theil. Freie Vereinigung der Kaufleute. Donnerstag, den 16. Juni, Abends nahme an den Zahlungen zum Generalfonds nähme in erfreu- Uhr, Bersammlung bei Philipp( früher Stein), Rofenthalerstr. 38. Tages: lichem Maße zu, und so sei das Beste zu erwarten. Die Ver- Oeffentliche Versammlung der Parteigenossen aus den Kreifen Wittentrauensleute hätten den Auftrag der Versammlung vom berg, Schweinig, Torgau und Liebenwerda. Donnerstag, den 16. Junt cr., Abends 8 Uhr, in den Armin Hallen", Kommandantenftr. 20( Gartenfaal). Sonntag ausgeführt und Lohnforderungslisten anfertigen Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8-10% Uhr: Süd= Tod durch Elektrizität. In den Betriebsräumen der laffen sowie diefelben ausgegeben. Die Kollegen auf den Schule: Hagelsbergerfir. 43: Unterricht im Rechnen Südost- Schule, meisten Bauten Berlins hätten sie nunmehr in ihren Händen, Reichenbergersir. 133: Unterricht in Geschichte( alt); Dit- Schule, Martus Internationalen Elektrizitäts- Gesellschaft zu Wien wurde ein und sei in den nächsten Tagen das Ergebniß dieses Vorgehens richt in Deutsch( mittlere) und Chemte. In alle Lehrfächer, mit Ausnahme Arbeiter war damit beschäftigt, mit der Handpumpe im ftraße 31: Unterricht in Rechnen; Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Unter Aushilfsarbeiter durch einen elektrischen Schlag getödtet. Der leber solche Bauten müsse selbstverständlich die der mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, Rheostatenraume Wasser aus einer Versenkung zu schöpfen, und Sperre verhängt werden, wo die Unternehmer das Geforderte auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieß gen, Abends 8% Uhr, streifte mit einem naßgewordenen Theile seiner Kleidung den absolut nicht bewilligen wollen. Seien die Maurer eines Baues bei Schröder, Wiefenſtr. 39.- Neue Zeit, Abends s uhr, Boyenstr. 40, bei arbeitenden Rheostaten, wodurch die Leitung durch seinen Körper gewillt, die Arbeit niederzulegen, so hätten dieselben sofort dem Gieshoit. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecte. Bureau, Gipsstr. 3, davon Nachricht zu geben, damit noch eine Serwegb, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Tausigerstraße, bei hergestellt wurde. Der Strom hatte eine Kraft von 2000 Volts. Schayer. Aug. Geib, Donnerstag bei Bubell, Naunynstraße 86, Abends gütliche Regelung der Differenzen versucht werden könne. 9 Uhr. Das Bureau wird dann das Weitere veranlassen. Als Beispiel dessen, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs was jetzt seitens mancher Unternehmer den Arbeitern geboten wird, stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstraße 9, bei Prog. führte Redner an, daß auf einem Bau auf dem Wittenbergplab süster. unverzagt, Köpenickerstraße 127a, bei Kornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttle. Frühlingsauf Veranlassung des Bau- Unternehmers Mierecke einige Maurer Luft, Flottwellstraße 5, bet Bartel. Bregelschluß, Annenstr. 16, Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101, bei Garus. vom Polier entlassen worden seien, weil diese sich auf furze Zeit bei Reßner. Vou der algerischen Fremdenlegion. Die Magde aus ihrer gebückten Stellung emporgerichtet hätten. Die Ver- tödtetn, Wilmersdorf, Berliner u. Auguſtſir- Ecke bei Schulz. – Echo 2, junger Mann aus Afrika an, der in der Fremdenlegion gedient Morgenroth Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bei Friefecte. Dorf burgische Zeitung" berichtet: In diesen Tagen langte hier ein fammlung müsse entscheiden, wie sich die gesammten Maurer Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Einigkeit,( Hutmacher), Pappel eines Unternehmers zu verhalten haben, wenn derselbe nur seinen allee 3-4, bet Strauſe. 8utunft 1, Steglit, Kurhaus Friedenau. hatte und als Deserteur davongekommen ist. Er ist zwei Mal älteren Arbeitern die gestellten Forderungen bewillige. 3. B. habe buser Damm 39, bet Jatob.- Bukunft 2, Nicb.- Schönhaufen, Buchholzerftr. bei gefaßt, beim zweiten Male ist er als spanischer Kolonist und ver Sarmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet' Gerth. Veilchen blau, kott desertirt. Beim ersten Male wurde er, als Araber verkleidet, ein Unternehmer in Moabit zwar den schon länger bei ihm sempel.- Ostpreußischer Männer- Gefangverein, Jüdenftr. 55, bei sehen mit Geld und falschent Paß glücklich nach Spanien und Arbeitenden die verlangten 55 Pfennig Stundenlohu zugesagt, frischmann. wolle aber jenen Kollegen, die noch nicht so lange da sind, traße 65 bet Zentpel von 9-11 Uhr.- Maiglodden 2, G.-D., Manteuffel- Mann und hauptsächlich Handwerksburschen, die Seeger'scher Gesangverein, Bange von da nach Italien entronnen. Er warnt jeden jungen nur 522 Pfennig weiter zahlen. Die Diskussion war straße 67, bei Springfiubbe.- Eintracht, Glienicke bei Adlershof, bei Keller. eine sehr lebhafte. Man besprach dabei auch die Unterstützungs- Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienſtraße, bet Gann.- Soft Frankreich bereisen, sich von den deutschsprechenden frage. Es fei, so wurde von mehreren Seiten betont, Pflicht aller nung 3". Brandenburg, Neuft. Markt 2, bei Weydmers. Freie Sänger, Gendarmen zum Eintritt in die Fremdenlegion überreden Langestr. 108, bet Nebelin. 3utunft 3, Velten, bei W. Grunow0.- zu lassen. Der Tienst und die Wüstenmärsche sind be Berliner Maurer, auch der zentralisirten, sich an den Samm Kreuzberger Harmonie, Lindenstr. 106, bei Poppe. Nordstern, deutend schlimmer als bei uns, eben so lungen für den Generalfonds zu betheiligen. Bei der jetzigen Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Treue Brüber, Ahrendt die Strafen; die geringste Strafe ist gewöhnlich 15 Tage Arrest, allgemeinen Bewegung gebe es feine Verbands- und keine Fach- traße 23. Nachmittags, Barnimstr. 16, bei Heindorf. Libertee, Eisenbahnstraße 20. Stebes- Echo, Reichen- wobei täglich sechs Stunden auf einem besonders dazu ein vereins- Maurer, sondern nur Maurer schlechthin, Arbeiter, die berger- und Forsterftraßen- Ecke, bei Spindler. im Rampfe gegen das Kapital sich befinden. Jeder habe die Blumenthalftr. 5 bei Behrendt. gerichteten Platz, der mit spißen Steinen bestreut ist, exerzirt gleichen Pflichten und die gleichen Rechte. Betreffs nur theilweiser Alle Zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: Mar Geng, wird. Nach sechsmonatlichem Dienste werden die Mannschaften Bewilligung der Forderungen gingen die Meinungen mit einer Ausvon Oran aus in Schiffen zu 1200-1500 Mann nach Tongting nahme dahin, daß in solchen Fällen auch diejenigen die Arbeit nieder- Donnerstag: Humoristischer Verein Bautenschwengel, bet Sommer, Sund der geselligen Arbeitervereins Berlins und Umgegend. gesandt, wovon gewöhnlich nur 20 pet. lebend, aber auch diese legen müßten, welche das Geforderte erhielten. Man beschloß Fol- Stallfchreiberstr. 68.- Mufitverein Animo, bet Schmidt, Wrangelfir. 141 vollständig fiebertrant, zurückkehren. Der Dienst in Zongting ist Gefelliger Berein Grüne Giche,( vor dem Halle'schen Thor), bei fürchterlich, Mannschaften in Abtheilungen von 150 bis 200 Raporte, Solmsstr. 1. Wo die Sperre verhängt werden muß, haben Alle die Arbeit Breslauerftr. 27.- Theaterverein Fibeler Geift, bei Schneider, Adalbert- bis fünf Mal burch übelriechende Gewässer bis an die Brust Bergnügungsverein Silaritas, bei Tempel, Mann start bleiben 20-30 Tage unterwegs, müssen täglich drei Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görliger gefressen oder von Tigern und Piraten überfallen zu werden. Männer marschiren und sind der Gefahr ausgesetzt, dabei von Krokodilen ftraße 42. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gefangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 78a. Mufitverein Frisch Auf, Annenstr. 14, bet Ehrenberg. Theaterverein 2essing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, LandsbergerMärkischen Hof, Admiralftr. 18. straße 31.- Privat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag ( Depeschen des Bureau Herold.) Geselliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, SchwebterWien, 15. Juni. Der Streit der Venetianer Baumwoll Straße 44. ― Geselliger Verein Regina, Oranienftr. 121, bei Seifert. Bufolge einer Anregung des Genossen Faber beschloß dann Geselliger Alub Blau- Weilchen, abends 9 Uhr, Annenstraße 9 bei spinnerei dauert fort. Die Arbeiter fordern erfolglos die Ent Verein die Bersanimlung, daß die Maurer in einer späteren Versaminlung. Bros. ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punft laffung des Direktors. Mehrfach wurden die Truppen, die 9 Uhr, bet Schröder, Stegligerstr. 18.- Pfropfenverein Wedding, Abends zur Beschickung der Streif- Kontrollkommission Stellung zu nehmen 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, mehrere Punkte der Stadt besetzt halten, haben. Weiter wurde beschlossen, am Sonntag im Mittelpunkt bet Buffe, Schönhauser Allee 46.-Bergnügungs- Verein Renata jeden ständigen provozirt. Ein Zusammenstoß wurde jedoch bisher der Stadt eine große Generalversammlung der Maurer ab- Donnerstag 9 Uhr Abends im Restaurant Gög, Oranienftr. 153. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, zuhalten, in welcher über den Fortgang der Bewegung berichtet staligerstr. 41. Rauchflub Waldesgrün, Abends 8½ Uhr, Restaurant werden soll. R. Kablert, Reichenbergerstr. 113a.- Rauch klub Ohnesorge, Abends 9 nhr, in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2.- Rauchtlub Kernspiye, Abends 8% Uhr, bei A. Böhl, Nüdersdorferstr. 8. Rauchklub Arcona, Abends Rauchklub Arabi Pafcha, Uhr, bei Siemenlinsti, Reichenbergerstr. 71. Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub Ohne streit, jeden Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brigerstr. 32. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelstr. 84. Stat tlub Rückwärts, Abends 8½ Uhr, bei Arndt, Pallisadenstr. 47. gendes: " zu verlassen. So lange die Deffentlichkeit mit der Bewegung zu thun hat, ist jeder Maurer Berlins verpflichtet, an den Sammlungen zum Generalfonds sich zu betheiligen, ganz gleich welcher Organisation er angehört. Die Versammelten erklären sich mit dem Referenten einverstanden und beschließen, dahin zu wirken, daß durch die neu angebahnte Lohubewegung wenigsten die gröbsten Lohnbrückereien und Mißstände beseitigt werden, sowie auch dahin, daß die am 12. 5. M. gefaßten Beschlüsse hochgehalten und mit Kraft durchgeführt werden. B Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. bei Lülow.. - Borax, Liedertafel Westend, Berlin N., Belforterstr. 26, 1 Tr. Straße 8. Mufitverein Osiris, Abends% 9 Uhr, bet Roll, Adalberstr. 21. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. = und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Banfftr. 26. Vermischtes. Von einem furchtbaren Orkan sind am Montag Chitago und Umgegend heimgesucht worden. Wie verlautet, sind sieben Personen getödtet und fünfzehn verletzt worden. Der durch den Orfan verursachte Schaden an Eigenthum wird auf mehrere hunderttausend Dollars geschätzt. vermieden. Depeschen. " von den AusWien, 15. Juni. Der Valuta- Ausschuß nahm den§ 1 des Währungsgesetzes, wonach an Stelle der bisherigen österreichischen Währung die Goldwährung tritt, deren Rechnungseinheit die Krone ist, mit 29 gegen 11 Stimmen an. Wien, 15. Juni. In Görz verhinderte die Polizei die Boltsmasse, ein Waisenhaus zu stürmen, wo angeblich Waisen tinder von Nonnen unmenschlich hart bestraft worden seien. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Ausschußsizung am 12. Juni. Zur Aufnahme haben sich 6 Vereine gemeldet; 5 wurden in der üblichen Weise aufgenommen, während ein Verein nicht berücksichtigt werden konnte, da derselbe nicht vertreten war. Von den zum Bundesdirigenten vorgeschlagenen Dirigenten sind 3 als Kandidaten zur Wahl gestellt, und zwar die Herren Gutau, Kurz und Malmine. Dieselben werden in der nächsten Uebungsstunde je ein Lied zur Probe dirigiren. Seitens des Vorstandes wurde berichtet, daß zur Abhaltung des Sängerfestes dem Sängerbund ein großes Terrain in der Nähe von Wilhelminenhof zur Verfügung steht. Leider ist der behördliche Bescheid noch nicht eingelaufen, doch hofft der Vorstand, daß von dieser Seite dem Sängerbund keine Hindernisse bereitet werden, welche etwa das Fest illusorisch machen könnten. Voraussicht lich findet in furzer Zeit eine Extra- Ausschußsizung statt, welche in dieser Sache definitiven Beschluß zu fassen hat. Auf Anregung feitens verschiedener Arbeiter- Sängerbünde hat der Vorstand eine Vorlage ausgearbeitet, um eine sogenannte Noten- und Lieder Die Autisemiten unter sich. In einem Großenhainer Blatte Gemeinschaft mit allen Arbeiter Sänger griff, wie der Leipziger Wähler" berichtet, der Antisemit Freibünden Deutschlands herbeizuführen. Diese Vorlage ist herr v. Friesen den Antisemiten Zimmermann heftig an. Letzterer auf Antrag bis zur nächsten Sigung zurückgestellt, um den Vereinen rächte sich in seiner„ Deutschen Wacht" dadurch, daß er eine ErGelegenheit zu geben, darüber berathen zu können. Von den klärung des Herrn von Friesen als einzige große Fälschung be Moabit, Beusselstraße. Haben Sie sich der alten Fabrit 3 Liedern, welche von der Dirigententommission empfohlen sind, zeichnet. Herr von Friesen habe sich ein„ Taschentunst- Gauner- Ordnung unterworfen, müssen Sie sich auch deren Straf ist das Bombelfe'sche Lied Maiengruß für Alle" vom Ausschuß stück ersten Ranges geleistet". Die vom Freiherrn beliebte bestimmungen unterziehen, soweit diese nicht den gesetzlichen Be angenommen worden, während die beiden Anderen einer fünf- Rampfesweise sei undeutsch, sei unchristlich. stimmungen zuwiderlaufen, also nicht höher find als der halbe gliedrigen Kommission zur Prüfung des Textes überwiesen wurden. Bum Xantener Knabenmord. Wie die Niederrhein. ortsübliche Tageslohn. Großenhain. Wir sind nicht Richter über Sie und Dr. Ein Verein, welcher gegen den Beschluß des Ausschusses gehandelt Volksztg." aus Kleve erfährt und wie dem Xant. Boten" be hat, indem derselbe mit einem Berein, welcher indifferent und stätigt wird, werden die Verhandlungen gegen Buschhoff wegen W, Schicken Sie das Schauspiel zur Beurtheilung an Manfred nicht zum Bunde gehört, tonzertirte, erhielt eine Rüge. Die angeblichen Knabenmordes, begangen an dem fleinen Johann Wittich, Leipzig, Dörrienstr. 9, Redaktion des Wähler". Briefhalfen der Redaktion. Wieder eine Hinrichtung. Ju Darmstadt ist der Steuerfrage. Für die Zeit, in welcher der Arbeiter in wegen Raubunordes zum Tode verurtheilte Christian Kuhmichel, Berlin in Arbeit steht und wohnhaft ist, ist er auch in Berlin nachdem der Großherzog das eingereichte Gnadengesuch abgelehnt steuerpflichtig. hatte, am 13. Juni morgens 6 Uhr im Hofe des Gerichtsgebäudes Sch. 100. Klagen Sie bei der Gewerbe- Deputation des durch den Scharfrichter Brand gouillotinirt worden. Wie die Magistrats auf Entschädigung wegen nicht erfolgter 14 tägiger Frankfurter Zeitung" meldet, hat der Verurtheilte noch un- Kündigung. Zweifelhaft ist freilich der Erfolg. mittelbar vor der Hinrichtung seine Unschuld betheuert. " Alter Abonnent. Ob Sie Ihres Wahlrechts verluftig gehen, wenn Ihre Tochter eine Frei- Bademarte bekommen hat Von wem hat sie sie bekommen? Das Wahlrecht ruht bei bent, der in dem letzten Jahre Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln bezogen hat. " Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.