Mr. 6. Bbonnemcnts-Bcdingungen: Abonnements< Preis pränumerando i Merteljährl. SL0 Mb. mona». 1.10 Mb, wöchentlich LS Psg. frei ins HauS. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland L Marl pro Monat. 21. Jahrg. vie Insertion;-LMh? beirägt für die sechsgespaltcnc Kolon«»- zcile oder deren Raum 40 Psg., für politische und gewerlschastliche BereinS- und Bersammlungs-Anzeigen 26 Psg. „Ulein« Anreisen", das erste steil- gedruckte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstabe» zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tic Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 3 Uhr dormMagS geöffnet. CrWcint täglich auficr IDontast. Devliner VolkSlrlcrtt, Telegr-unm-Adrefse: „Zexislätmokfzt Nefl!«". Zctitralorgan der fosialdcmokratifchcn Partei Dcutfcblands. Redahtton: 8M. 68, Lindenatrasee 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 8. Januar 1904. Expedition: SM. 68, Lfadcnetraaae 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Hammersteins Maulkörbe. Mso Herr b. Hammcrstein hat keinen Maulkorb erhalten, er darf maulkorbfrei in ganz Preußen herum— reisen, er wird demnächst beweisen, dast er nicht nur keinen Maulkorb trägt, sondern selbst solche verleiht, daß er nicht die Juwelierarbeit des silbernen Maul- korbes verliehen erhält, daß er aber die Puttkamer-Reckesche Fabrikarbeit der Maulkörbe selbst produziert und in reichster Weise durch seine Polizei-Organe zu verteilen beabsichtigt. Die Offiziösen haben uns verkündet, daß das preußische Vereins- gesctz revidiert werden soll; die bösen Pessimisten haben nicht unrecht gehabt, als sie trotz der Ankündigung einer Modernisierung dieses Neaktionsungetnms eine weitere Verschlechterung witterten. Nun weiß man es, daß das preußische Vereinsgesetz künftig ein in gesetzliche Formen gegossenes Instrument der Klassengesetzgebung sein wird, daß die Polizeibehörden in Zukunft auf Grund des Gesetzes die chikanösen Bestimmungen des preußischen Vereins- und Versammlungsrechtes von 1830/1904 nur auf die nicht Bülow-begeisterte Menschheit anzuwenden haben werden, daß sie aber die Vertreter des Klassenstaates frei von jeder Aufsicht lassen können. Man wird einwenden, daß es sich da um bloß formale und weniger um thatsächliche Aenderungen handelt, da die Vcrsammlungs- Polizei den bürgerlichen Vereinen auch bisher höchstens unbequem, nie hinderlich geworden ist. Dies ist bis zu einem gewissen Grade richtig. Ja, wir könnten eS sogar in gewisser Hinsicht be- grüßen, wenn für jeden Bürger klargestellt ist, daß das zioeierlei Maß für die VereinigungSbcswebungen der Besitzenden und der Proletarier gilt. Jeder Anschauungsunterricht dieser Art ist ein vortreffliches Mittel zur Belehrung über den Charakter des KlassenstaateS. Mit diesem agitatorischen Gewnm, den wir der neuesten Leistung des Ministers für politische Reaktion verdanken, könnte man sich eventuell zufrieden geben. Aber nicht bloß das, was ist, wird in das hellste Licht gestellt, es wird an dem bisherigen Rechts- zustande zum Schaden der am stärksten Ausgebeuteten vieles noch verschlechtert, ja, es wird ihnen das Versammlungsrecht geraubt. Einige preußische Polizeibehörden hatten schon ftüher in ihrem sonderbaren Gesetzesauslegungsgefühl den Grundsatz auf- gestellt, daß Versanimlungcn nur stattfinden dürfen in der Sprache, welche das zur Aufsicht entsandte Polizei-Orgau versteht: eine Be- grenzung des Versammlungsrechtes durch die Unbildung der Polizei- Organe. Das preußische Ober-Verlvalwngsgcricht hob in mehreren Entscheidungen diese polizeilichen Verfügungen auf und sicherte somit auch polnisch, dänisch, czechisch Sprechenden das Versammlungsrecht in den nicht weiten Grenzen der Verordnung vom Jahre 1830. Sind die Gerichte einmal in der Auslegungskunst des herrschenden Rechtes nicht genügend munter, so wird im Interesse der dirigierenden Klassen eben das Recht geändert. Man hebt faktisch das Ver- sammlungsrecht für Hunderttausende auf, indem man eine Bestimmung schafft, daß die Verhandlungen in einer andern Sprache als in der deutschen nicht ermöglicht werden sollen. Das ist sicherlich eine Rechtsschädigung der nationalen Interessen der Reichen wie der Armen, aber auch auf diesem scheinbar vom Boden des Klassenkampfes jso entfernten Gebiete, erweist sich die Schädigung der Proletarier viel größer als die der Besitzenden. Der polnische Gutsbesitzer. Arzt, Rechtsanwalt wird fast immer neben seiner Muttersprache auch die deutsche Sprache beherrschen, er wird das Vereins- und Versammlungsrecht. wenn auch in einer unbequemen, ihm unsypathischen Weise, sich zu Nutze machen können; ganz anders der polnische Landarbeiter, Bergmann, Handwerksgeselle, Fabrikarbeiter, er wird vielfach nur die Möglichkeit der Verständigung in der polnischen Sprache haben, für ihn wird die neue Hammersteinsche Bestimmung des erneuten preußischen Vereinsrechtes die gleiche Bedeutung haben, wie der Verlust des Rechtes, sich in Vereinen zusammenzuschließen, in Versammlungen seine Interessen zu vertreten. Nach der Stattstik des Deutsche» Reiches, Band 130(Sie Volkszählung am 1. Dezember 1900 im Deutschen Reiche I. Teil) S. 187, hatten eine nichtdeutsche Sprache als Muttersprache 714 321 männliche Personen unter 14 Jahren; 1 182 726 männliche Personen über 14 Jahre; 710 107 weibliche Personen unter 14 Jahren; 1 270 936 weibliche Personen über 14 Jahre; zusammen 3 878 310 Personen. Verschwindend gering ist dagegen der Personenkreis, der als Muttersprache die deutsche und eine fremde Sprache angab. Es waren dies 25 774 männliche Personen unter 14 Jahren; 89 387 männliche Personen über 14 Jahre; 23 266 weibliche Personen unter 14 Jahren; 70 683 weibliche Personen über 14 Jahre; 211 110 Personen hatten insgesamt neben einer fremden Sprache auch die deutsche als Muttersprache oder aus je 10000 Einwohner mit einer nichtdeutschen Muttersprache kamen 544, die die deutsche Sprache neben einer fremden Sprache als Muttersprache anführten. Da die preußische Gesamtbcvölkerung am letzten VolkszähümgStage 34 472 309 Seelen betrug, so hatten über 11,23 Proz. derselben nur eine andre Mutter- spräche als die deutsche. Diesen wird das Versammlungsrecht nun in Frage gestellt, ja für einen erheblichen Teil derselben aufgehoben. Sicherlich giebt es unter den 3 878310 Personen mit imr nicht- deutscher Muttersprache so manche, die deutsch verstehen; aber es ist etwas andres in einer etwas angelernten Sprache seine Interessen in Vereinen und Versammlungen zu vertreten oder in seiner Mutter- spräche. Für diesen ganzen Personenkreis bedeutet die geplante Maßregel eine schwere Schädigung, für die meisten ist sie der Verlust eines der wichtigsten staatsbürgerlichen Rechte. Wer sich von der phrasenhaften Beurteilung nationaler Probleme befreit hat, sucht den wirtschaftlichen Untergrund dieser Machtfragen, .dzr sucht im gegebenen Falle nach dem Interesse der herrschenden Parteien im preußischen Landtage an dieser neuesten Einengung des Versammlungsrechtes. Soweit sich die künftig enttechteten Personen thatsächlich nur in einer Sprache, sei es in der holländischen, dänischen, ezechischen, russischen, polnischen, masurischen, kassubischen, wendischen, littauischcn Sprache in Vereinen und Ver- sammlungen verständigen können, gehören sie— von unerheblichen Ausnahmen abgesehen— der minder bemittelten, insbesondere der Arbeiterklasse an, sie sind wieder zum überwiegenden Teile Landarbeiter auf den Gütern der ostelbischen Junker, Arbeiter in den Spiritus- brennereien, in den Zuckerfabriken, im schlesischen und rheinisch-west- fälischcn Bergbau, dann Ziegler, endlich Bauhilfsarbeiter, zum Teil auch Maurer. Alle diese Arbeiter sind schwerer Ausbeutung unterworfen, sie kennen nicht die Rechte, die ihnen durch die Arbeiterschutz- und Versicherungs-Gesetzgcbung, zum Teil auch durch den§ 152 der Gewerbe-Ordnung garantiert sind. Sie halten jede Unterdrückung, jede elende Einquartierung, jeden Abzug vom Lohne, jede Dauer der Arbeitszeit, jede Anordnung betteffs der Nacht- und Sonntagsarbeit, die Beschäftigung von Kindern jedes Alters, die Abspeisung mit zu niedrigen llnfallrenten, das Verbot von Arbeitseinstellungen ftir recht und billig, lvenn sie nicht aufgeklärt werden können über das, was rechtens ist. Eine Aufklärung in deutscher Sprache ist erfolglos, eine in der Mutter- spräche untersagt eine wohlweise Polizei zum Schaden der aus- gebrüteten, in ihren reichsgesetzlich garanttertcn Rechten beeinttächtigten Arbeiter, zum offenkundigen Nutzen der Ausbeuter, der Unternehmer, die nach dem Schutze der nationalen Arbeit schreien, aber auch gern den Schutz schrankenloser Ausbeutung nichttiationaler Arbeit sich gesichert wissen wollen. Fremde Arbeiter sind sehr gesuchte Artikel bei Streiks, mit Vorliebe importtcren die schutzzöllnerischen Scharfmacher aus Böhmen, Mähren, Galizien, Ungarn, Italien die Streikbrecher, meist unter falschen Vorspiegelungen. Ehrenwerte ausländische Arbeiter werden, ohne eine Ahnung zu haben, daß sie Kameraden, die für die Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen den Kampf aufgenommen haben, in den Rücken fallen sollen, in deutsche Bergwerke, Ziegeleien, Fabriken gelockt. Die neuen Bestimmungen des preußischen Vereinsgesetzes sollen da den armen Unternehmern eine willkommene Ergänzung des<5 133 der Gewerbe-Ordnung werden; sie sollen die Aufklärung der Streikbrecher wider Willen hindern. Ganz ohne jeden Hakatistischen Seitensprung kann da Herr Felisch einen Lobgesang auf die gesunde Socialpolitik der preußischen Staats- rcgierung im Abgeordnetenhause anstimmen und im Chor werden die nationalliberalen Vertreter des Bergbaus in Schlesien und in Rheinland- Westfalen zustimmen und die Junker werden finden, daß dies neueste „kleine Mittel" zur Lösung ihrer Arbeiterfrage in Ostclbien einiges beitragen könnte. Die berufenen Vertreter der Juckerindustrie der Provinz Sachsen, die Ausbeuter der Sachsengängcr, sie alle werden der hohen Weisheit der Regierung verdienten Beifall zollen, sie werden finden, daß die preußische Regierung mit dieser That sich des Ver- trauens des Parlaments, das auf Grund des elendesten aller Wahl- gesetze gewählt wurde, würdig erwiesen hat. Aber eS giebt Organe der Regierung, die sich über den Wert dieser Gesetzgebung anders geäußert haben, als eS vermutlich die um Felisch und Ballcstrem im Abgeordneten- und Herrenhause thun werden, die Fabrikinspettoren. An vielen Stellen berichten die preußischen Gewerbe-Aufsichtsbeamten in ihrem Jahresberichte für 1902 über „fremdsprachige und ausländische Arbeiter". Wie notwendig es diese hatten, sich zu organisieren, vom Vereins- und Versammlungsrechte Gebranch zu machen, geht aus den folgenden Eitaten aus den Berichten hervor. So entnimmt der Gewerberat für die Provinz Westpreutzen einem Berichte,„daß ein Ziegeleibesitzer, der über- iviegend Polen verwendet, die zum Teil in der Ziegelei, zum Teil in der Landivirtschaft beschäftigt werden, seinen Leuten stallartige, von beiden Geschlechtern gemeinsam zu benutzende, mangelhaft mit Fenstern versehene Schlaftäume anwies, die teilweise zugleich zum Kochen benutzt wurden".(Seite 13 der Berichte.) Sehr lehrreich ist die folgende Feststellung aus dem Regierungs- bezirk Potsdam:„Bon einem Bauunternehmer loarcn zum Bau einer Kleinbahnstrecke eine große Zahl deutscher, polnischer und russischer Arbeiter angenommen. Infolge von Zwistigkeiten gerieten die Ar- beiten ins Stocken, die ohne Kündigungsfrist eingestellten Arbeiter wurden abgelohnt, von dem bauleitenden Techniker aber durch das Versprechen zurückgehalten, daß die Arbeiten in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden würden. Diese Versprechungen zogen sich wochenlang hin, und die zuletzt jeglicher Subsistenz- mittel beraubten Leute, Männer Ivie Frauen, waren in mangelhaften Baracken ohne Trennung der Geschlechter untergebracht, bis sie schließlich in ihre Heimat abgeschoben wurden."(S. 34 a. a. O.) Klassisch ist das Zeugnis des GewerberatcS für Berlin und feine Umgebung:„Mehrfach wurde hier(bei der Cigarettenfabrikatton) eine Uebervorteilung der Arbeiter, die sich als Ausländer(Russen und Griechen) erfahrungsgemäß infolge Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen dagegen weniger zu sichern verstehen, durch die Unter- nehmer beobachtet."(S. 56 f.) Galizier brauchen keine nach Geschlechtern getrennte Schlaf- räume, behauptete ein„sonst wohlgesinnter Arbeitgeber" im Regierungsbezirk Breslau dem Fabrikinspektor gegenüber.„Es fehlte häufig am Nötigsten; ein dürftig gefüllter Strohsack unmittelbar auf dem Boden war in elf Fällen die einzige Ausrüstung der Schlafstellen. In neun Fällen waren die Geschlechter nicht getrennt." ? Sie sich gar nicht. Der Stadtrat sagte, ich hätte von den Znhle?ijongleurei? geiproche??. Ich habe nicht gesagt, daß der Stadtrat der Zahlettjongleur ist, ich bin überzeugt, daß er unrichtig unterrichtet ist, und diese Ueberzeugung habe ich heute noch. Wenn solche Behauptttngei? aufgestellt werden, kann attch sehr leicht bis zum andern Tage Wandel geschaffen werde??, daß dann die genügende Zahl von Betten da ist.(Vorsteher- Stellvertreter"Michelct: Sie dürfen einem Magistratsmitgliede nichts Derartiges??nter- stellen!) Ich habe nur gesagt, seine Zahlen stimmen nicht ,nit denen übercin, die wir vorgefunden haben. Es sind 81 Betten mehr angegeben worden, als da waren; eS war ein Saal da, da sollte?? schon Bettstellen drin sein; aber es waren noch keine Strohsäcke da. Weit?? 81 wirkliche Betten vorhanden waren, wie ka??n man dann zwei Fratten abweisen? Man hätte sie ja dann zu U??rccht abgewiesen. Man soll?!??s doch nicht ein iE für ein U machen; ich bedauere, daß man angesichts dieser Zustüitde noch die Stirn hat, zu behaupten, es'tvären 81 Betten mehr da. Dort drattßen sind so skandalöse Zustäitde, daß es so nicht mehr tveitergeht; vielleicht wird einmal die Polizei darauf aufmerksam, daß a??s der Station die Frauen??>?d die Kinder der Obdachlosen dazwischen gekle???mt sind. Diese Zustände sind der Stadt Berlii? mtwürdig. Stadtrat Fischbeck: Ich bestätige, daß an jenem Abend 278 Betten vorhanden geivesen sind und die Möglichkeit vor- Händen war, diese zu benutzen. Wir haben heute 173 geschlechts« kranke Weiber da. 278 Stellen siitd zu belege??, also ca. 195 freie Stellen. Wc??n ich so großen Ueberfluß habe an ftcien Bette??, dann ist es nicht??ötig, daß diese Betten fix und fertig ge???acht dastehen, sonder?? eS kommt nur darauf an. daß die Materialien vorhanden sind.(Aha! und Bewcg??ng.) Wenn 39 bis 49 Betten dastehen, die jeden Augenblick Kranke aufnehmen kö??ncn, dann liegt es sogar.im J??tereffe der Verwaltung, diese Materialien vernünftig aufzubewahren ui?d nicht herum- liege?? zu lassen. Was die beiden abgewiesenen Männer betrifft, so le??gnen wir???cht, daß solche Fälle vor- Iöm???en können. Wenn Herr Hoffmann in der letzten Sitzung der Deputation gewesen wäre, würde er wissen, daß wir beschlossen haben, Baracken im Freien attfzustellen. Was die beide» Frauen an- Schi, so erklare ich mir da-5 sehr leicht. Wir leiden draußen daran, daß da weniger mehr wäre, weil wir das Bestreben haben, sogenannte freie Frauen nicht unter die geschlechtSkranken Frauen zu senden, so haben wir oft 100 Betten frei, aber wir tonnen da bloß 100 Prostituierte hineinlegen. Bei dem Arrangement, welches wir vorhaben, loerden wir hoffentlich auch dem enlgegen treten können, indem dann die Station für freie Frauen erweitert werden 'am Es ist ein UebergangSstadium; der vorhin ausgesprochene Wunsch wird ja im Birchow-Kranlcnhaus zur Erfüllung gelangen Aber bis dahin müssen wir uns zu behelfen suchen. Die An griffe Herrn Hoffmanns die„skandalösen Zustände" be treffend bemerke ich. daß uns ja die Polizei kontrolliert und sie sieht diese Zustände nicht als so skandalös an. Wenn Herr Bernstein sagt, die Männer behandle man als Zu hälter, die Frauen als Dirnen, so ist daran richtig, daß thatsächlich unter dem dortigen Material sehr viel Zuhälter sind und daß dies Gesellschaft es-uns sehr schwierig macht, die Station austecht zu erhalten. Stadtv. Cassel: Ich verstehe gar nicht, weswegen diese Debatte einen solchen Raum eingenommen hat. In der Borlage ist nur von den Ziffern die Rede; wir aber sind hier in eine Debatte über die Zustände im Obdach geraten, eine Debatte, in welche wir über 8 Tage bei dem Antrag Nathan iviedcr geraten. Die Zeit der Versammlung ist doch auch wichtig und Rückficht!? darauf geboten. Stadtrat Weigert hat die richtige amtliche Auskunft gegeben; von Herumdrücken kann da gar keine Rede sein. Stadtv. Singer: Nachdem Stadtrat Fischbeck sich eingehend über diese allgemeine Frage verbreitet hat, können wir den Wünschen des Herrn Cassel nicht mehr entsprechen. Alles, was Herr Fischbeck gesagt hat, spricht für die schleunige Beseitigung der Station im Obdach. Es war von vornherein kaum zu begreifen, wie ein städtisches Obdach mit einer Station für GelchlechtSkranke verquickt werden konnte. Es war inzwischen Zeit genug, diese Veränderung zu bewirken. Der Trost deS Verweises auf das Virchow-Kranken haus reicht nicht weit, denn die fiiiifhundert Betten dort, genügen nicht entfernt dem Bedürfnis. Geht eS durchaus nicht anders, so schaffen Sie Mietsräume an andern Stellen, aber aus dem Obdach muß die Statton heraus. Die Klagen über die moralische Qualität vieler der Insassen mögen berechttgt sein; unsre Beschwerde geht dahin, daß die Leute alle über einen 5tamm geschoren werden. Dagegen haben charatteristischerweise die Stadträte keinen Widerspruch erhoben. Nach dem Zeugnis zahlreicher Aerzte, nicht bloß aus meiner Partei, sehen die Patienten den Tag der Entlassung als den Tag der Erlösung an(Rufe: Selbstverständlich! Heiterkeit)— der Erlösung aus einer BeHandlungsweise, wie sie nicht sein sollte.(Große Unruhe.) Stadtrat Fischbeck hat uns heute den sachlichen Bericht gegeben, den Herr Weigert, der Chef der Verwaltung, damals hätte geben müssen; dann wäre der ganze Streit nicht entstanden. Damals mußten wir aber unter dem Eindruck stehen, daß die Zahlen des Herrn Weigert die bereit stehenden, sofort benutzbaren Betten umfaßten. Beide Auskünste, die wir bekommen haben, sind demnach richtig. Mit Recht mußten wir damals fragen: Wie konnten vier Personen abgewiesen werden, wenn 81 Betten über Bedarf vorhanden waren? Heute erst haben wir darüber Aufklärung erhalten. Herr Weigert kann nur sich selbst die Schuld an dem Vorfall beimessen, weil er damals die Sachlage nicht erschöpfend klargestellt hat. Sie haben kein Recht, von der eisernen Stirn zu sprechen, mit der hier falsche Behauptungen aufgestellt seien. Ich verstehe nicht, wie man die eiserne Stirn haben kann, so zu thun, als ob über- Haupt gar nichts zukritisieren wäre.(Beifall bei den Socialdemkraten.) Oberbürgermeister Kirschncr: Es hat gegen eine amtlich ge« gcbene Auskunft eines Magistratsmitgliedes Herr Hoffmann den Vorwurf der Unwahrheit erhoben, lediglich gestützt auf eine tele- phonische Erkundigung, die nur einen Hilfsbeamten erreichte; mit dieser Information wurden die amtlichen Zahlen zweimal für falsch erklärt. Ich will mich jedes Wortes der Kritik über dieses Vorgehen enthalten,— einzelne Menschen haben ja eine ver- schiedene sittliche Auffassung.(Sehr gut!) Ich würde nicht für korrett halten, auf Grund solches Materials den Vorwurf der Unwahrheit zu erheben. Die Angaben des Stadtrats sind wahr, die des Herrn Hoffmann unwahr gewesen. Der falsch In- formierte hätte sich also beruhigen sollen, statt dessen aber kommen hier Deduktionen, die ich nicht ernst nehmen kann, die auf ein bloßes Versteckenspiel hinauslaufen. Die Wahrheit ist be- stritten loorden auf Grund einer Information, die ganz unzulänglich und auf einem Wege erreicht war, der gar nicht hätten betreten werden sollen. Es ist keine Art, sich in solchen Fällen an die unter- � geordneten Verwaltungsstellen zu wenden; dann läßt sich überhaupt nicht mehr diskutieren. Um das festzustellen, haben Ivir diese Vor- läge gemacht.(Beifall.) Stadw. Hoffmaun: Der Oberbürgermeister sagt, meine Zahlen sind unwahr gsivesen. Der Stadttat hat ja vorhin selbst nach- gewiesen, daß mir meine Zahlen wörtlich so vom Bureau gegeben sind, und wenn dort abends um 7 Uhr, wo das Obdach am meisten in Anspruch genommen wird, kein Beamter ist, so überlasse ich das Urteil darüber der Oeffentlichkeit.(Lachen.) Bernstein und ich haben sofort am selben Abend festgestellt, daß die uns gegebenen Zahlen nicht ganz richtig waren, sondern daß etwas mehr Betten da lvaren, nachdem man die Kleider lammer usw. leer gemacht und die hatte. Diese richtige Zahl stand zugleich mit dem Bericht im man auch noch die Räume kranken belegen! Dagegen haben Stadtv. Stadkyagen(Soc.) aus, daß es eigentlich besser wäre, diese Vorlage glatt abzulehnen. Sie sei die merkwürdigste Ein- gemeindungSvorlage, die man sich denken könne; die Kosten ständen nicht im entferntesten Verhältnis zum Nutzen für die Stadt Berlin. Die Gutsgemeinde Plötzensee sei von allen Gemeinden um Berlin herum die am schlechtesten gestellte, und ein- gemeindet werden solle nur ein Teil, wo überhaupt kaum Censitcn wohnen! Früher habe der Magistrat solche Einverleibungen per- horreSzicrt; woher diese Sinnesänderung? Dem Nachbarkreis ein Geschenk zu machen, sei keine Veranlassung. Im Ausschusse würde man aber vielleicht näheres erfahren über die Stellung des Magistrats. Stadrv. Dinse(N. L.): Wir stehen der Vorlage durchaus sym- pathisch gegenüber, weil sie der Abrundung Berlins dient und die Errichtung von Straßenbahnen fördern würde. Wir haben aber auch nichts gegen Ausschußberatung. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Nach Erledigung einiger weiterer kleiner Vorlagen wird die Sitzung nach'/Zo Uhr gejchlossen. Segler 374 347 333 307 283 205 Netto Reg.-T. 231 530 255 173 242 332 239 508 218 832 213 935 Betten eng zusammengerückt schon an, nächsten Morgen „Vorwärts". Jetzt ivill daneben mit Geschlechts- wir ja immer protesttert. In der Abteilung sitzen rechts und links von den Betten der Gc fchlechtsttanken die Kinder der Obdachlosen und hören und sehen den ganzen Tag alles an, was da vorkommt— vom Säuglings- alter bis zu zehn und vierzehn Jahren(Lachen) befinden sich dort die Kinder— Ihnen würde das Lachen vergehen, ivenn Ihre Kinder dort wären(Unruhe). Laut Aushang sollen sich im Obdach Geschlechtskranke melden, und thun sie es. so macht man ihnen hier einen Vorwurf daraus! Die Stadt Berlin sollte sich schämen, Kinder mit Geschlechtskranken in so enge Berührung zu bringen!(Große Unruhe, Beifall bei den Socialdemokraten.) Stadtv. Dr. Landau(A. L.): Die 278 Betten sind zwar ver- fügbar, aber nur für Prostituierte. Ich bitte aber dringend, auch die 20 Betten für steie Kranke aus dem Obdach herauszubringen. Stadtrat Fischbeck bezieht sich dem Stadtv. Hoffmann gegen- über auf seine vorherigen Ausführungen. Die Anmietung von Räumen für diese Station bat sich als unmöglich erwiesen. Das Bureau habe mit dem Betriebe des Obdachs doch nichts zu thun. Stadw. Bernstein: Es bleibt bestehen, daß zwei Frauen wegen Ueberfllllung abgewiesen find. Betten ohne Sttoh- benutzbaren Betten. Der Oberbürger- der Verschiedenheit der sittlichen Auf- Zwischen unsrer Gedankenwelt und der i..... u tiefe Kluft(Lebhaste Zustimmung bei der Mehrheit); die sittlichen Begriffe eines Mannes, der in tagtäglichem Kontakt mit der breiten Masse des arbeitenden Volkes steht, sind andre als die des andern, der sich auf dem glatten Parket: deS Hofes bewegt.(Gelächter bei der Mehrheit.) Stadtv. Cassel: Ich habe bisher immer geglaubt, die Regeln der Sittlichkeit seien überall dieselben; Iv i r machen da keinen Umerschied nach Ständen. Innerhalb derselben Klasse kann man sittlich verschieden denken. Daß Herr Hoffmann wissentlich die Unwahrheit gesagt hat, hat niemand behauptet. Damit schließt die Diskussion. Die �Versammlung nimmt von der Vorlage Kenntnis. Zur Beratung steht sodann die Vorlage lvegen Eingcmein- bung des Gutsbezirks Plötze nsee nach Berlin. Von den Stadtvv. Antrick u. Gen. und vom Stadtv. Wallach ist Ausschußberatung beanttagt. Nachdem Stadtv. Wallach(A.L.) seinen Anttag kurz begründet, führt sacke sind keine meister hat von sassung gesprochen. seinigen besteht eine Hus Induftric und Ftandel* Die Entwickelung der Hamburger Reederei. Wie bisher haben auch zum Schluß des vergangenen Jahres Ivieder die Herren Toosbuy und v. Appen in Hamburg eine Statistik der Schiffsbestände der Hamburger Reederei aufgenommen. Nach diesen Ausstellungen bestand die Hamburger Flotte mit Ausnahme der Hochseefischerei- Fahrzeuge zu Beginn der nachfolgenden Jahre aus: Netto davon Netto �w'licn Reg.-TonS Dampfer Reg.-T. 1904.. 072 1 245 335 508 084 076 1903.. 014 1 174113 563 018 822 1902.. 834 1 086 386 531 843 021 1901.. 703 088 854 483 748 435 1900.. 725 853 713 437 338 007 1890.. 301 735 633 303 548 701 Wie die Zusammenstellung zeigt, ist in den letzten beiden Jahren, vornehmlich aber im letzten, die Zunahme der Tonnage hinter der Vergrößerung in den voraufgegangenen Jahren etwas zurück- geblieben; während im Jahre 1000 der Netto-Tonnengehalt der Hamburger Flotte um rund 132 000 und in 1901 um 08 000 Tonnen zugenommen hat, stieg in: Jahre 1902 die Tonnage nur um 83000 und in 1003 um 71000 Tonnen. Die Abnahme erklärt sich aus dem Rückgang der Frachten, der die Reedereien bessimmte, nur so weit 'ür neue Tonnage zu sorgen, als ihre Konkurrenzfähigkeit erforderte; o waren zu Beginn des Jahres 1901 30 Dampser mit einem Netto- geholt von 163 460 Tonnen im Bau, 1002 32 Dampfer mit 145 060 Tonnen. 1003 dagegen nur 26 Dampfer mit 93 972 Tonnen, und am 1. Januar des neubeginnenden Jahres gar nur 14 Dampser mit 68 700 Tonnen. Die Vermehrung der Hamburger Flotte ergab sich durch Zugang vm: 42 Segelschiffen, überwiegend kleineren Fahrzeugen, bei einem Abgang von 26 Schiffen, ferner durch einen Zugang von 57 Dampfern, bei einem Abgang von 25 Dampfen:. Zur Ergänzung sei noch angeführt, daß die Anzahl der registrierten Hamburger Hochsee- Fischereifahrzeuge am 1. Januar betrug: 1004 120— 3897 Netto-Rcgister-Tons 1903 122= 3753 1902 130= 4100 1901 140= 4384 Deutscher Stahlwerks-Berband. Hier in Berlin begann gestern die Konferenz zwischen den Vertretern der rheinisch-westfälischen und der schlefischen Eisenwerke über die Gründung des geplanten Stahl- Werks-Verbandes. Vor der allgemeinen Sitzung hielten die Mit- glieder des oberschlesischcn Walzwerks-Verbandcs und der Laurahütte eine Vorberatung ab, um sich über die von ihnen zu stellenden Be- dingungen und ihre Anteilsforderungen zu verständigen. Nachmittags wlgte darauf die Verhandlung mit der Kommission des Stahlwerks- Verbandes, bestehend aus den Herren August Thyssen. Direktor Lob vom Eisen- und Stahlwerk Hoesch und Direktor Meyer von der Jlseder Hütte und dem Peiuer Walzwerk. Daß bereits in dieser Konferenz eine Einigung erzielt wird, scheint fraglich, da, wie ver- lautet, die Ansprüche, welche die oberschlesischcn Werke in Bezug auf den Produttionsanteil stellen, über dasjenige Maß, welches die westdeutschen Werke konzedieren wollen. bettächtlich hinaus- gehen. Dcuffche Reichsanleihen. Die bei der Auflegung der letzten Reichsanleihe hervorgetretenen Mißstände hatten die Regierung ver- anlaßt, verschiedene Vertreter der Hochfinanz zu einer Besprechung über den bei künstigen Anleihen zu befolgenden Modus einzuladen. Die Beratung fand gestern im Reichsichatzamt statt. Erschienen lvaren Vertreter des Reichsschatzamts, der Reichsbank, deS preußischen Finanzministeriums, der Seehandlung, der Deutschen Bank, der Diskontogesellschast und der Firmen Mendelssohn u. Co. und S. Bleichröder. Ueber den Verlauf der Besprechung ist bisher nichts Authentisches bekannt geworden, da dieselbe einen streng ver- ttaulichen Charakter ttägt. Gegen das Weißblech-Syndikat richtet sich eine vom Vorstand der Vereinigung der Weitzblech-Verbraucher erlassene Einladung, durch ivelche die Mitglieder des Verbandes, der mehr als 500 Betriebe umfaßt, auf den O. Januar zu einer außerordentlichen General- Versammlung zusammenberufen lvcrden. Es soll der Versammlung eine Denkschrift über das Weißblech-Syndikat vorgelegt werden, die als Unterlage für die Sachverständigen der Vereinigung bei der Kartell-Enquete im Reichsamt deL Innern dienen soll, femer soll vor- geschlagen iverdcn, einen gemeinschaftlichen Einkauf englischer Weiß- bleche bewährtester Marken durch Bermittelung eines bedeutenden Kommffsionshauses zu bewirken, um, wie es in der Einberufung heißt, bei der unklaren Behandlung, welche die Reklamattoncn der Verbraucher bei dem Weißblech-Syndikat erfahren haben, den praktischen Nachweis zu führen, daß die deutsche Weißblech-Jndustrie nicht darauf angewiesen ist, sich der Willkür deS deuffchen Syndikats auch fernerhin zu beugen. Kartell-Enquete. Als besondere Beilage zum„Deutschen Reichs- Anzeiger" veröffentlicht die Regierung den sehr umfangreichen Bericht der Verhandlungen über die rheinisch-westfälischen Roheisen-Syndikate vom 30. November und 1. Dezember 1003 im Reichstagsgebäude zu Berlin. Wir werden später auf die Ergebnisse der Verhandlungen zurückkommen._ Das Resultat der italienischen Konvertierung. Rom, 5! Januar. Bekanntlich schließt da? Gesetz bom 17. Dezember die WohlthätigkeitS- Anstalten, die Staatsrenten bc- ziehen, von der Konvertierung der 4h�prozentigen in 3>/zprozeutige Konsols aus. Dieser Umstand ist dafür verantwortlich, wenn die Resultate der Luzzattischen Konvertierung sich am Emde der Rechnung sehr mager ausnehmen. Anstatt eine Jahresersparnis von etwa 13 Millionen zu bringen, bleibt kaum eine solche von 3 Millionen. Am Tage der Konvertierung wurden aus 4>/zprozcntigen Konsols im ganzen 31 023 464 Lire Remen bezogen. Diese verteilte sich in folgender Weise: Wohlthätigkeitsanstalten. 30053000 Staatsanstalten.... 23 032 000 Pfarreien...... 815 000 Andre öffentliche Anstalten 4 585 000 Privatpersonen.... t 03300t) v3 548 000 betrug: 4 480000. Fünf Summe Die nicht persönlich intestierte Rente Sechstel der Rente ist also entweder nicht der Konvertierung unter worfen oder ihre Konvertierung entlastet den Staat nur scheinbar, da Zahler und Einpfänger ein und dieselbe Person sind. Auch die den öffentlichen Anstalten zu zahlende Rente ist zum Teil von der Konvertierung ausgeschlossen, da sich Waisen- und Jnvalidenkassen darunter befinden. Eö bleibt dem Staate nur eine jährliche Er- spantis von etwa drei Millionen, womit sich jedenfalls nicht die großen Sprünge machen lassen, die Giolitti in Aussicht gestellt hat. Jetzt wird Luzzatti auch an die Konvertierung der fünfprozenttgeir Rente gehen, die entweder gradweise oder sofort auf 3'1,prozentige herabgesetzt werden soll._ Soziales. Znr Frage der Rechtsfähigkeit der Bcrufsvcreine will die„Sociale Praxis" aus unanfechtbarer Quelle erfahren haben, daß diese Frage „seit einigen Monaten amtlich geprüft wird". Sie spricht in einem Artikel, der sich mit dieser Angelegenheit sowie mit den Fragen deS Koalitionsrechts überhaupt befaßt, im Hinblick auf die demnächstigen Reichstagsverhandlungen die Hoffnung aus, es würden vom BimdesratStische Erklärungen kommen, die Hand und Fuß haben. Wir fürchten, die„Sociale Praxis" hofft vergebens, wenn ihre Hoffnung auf Erklärungen über den Beginn einer ernsthaften Social- polittk gerichtet ist. Gegen die Schwindclkasscn soll die Regierung, wie gemeldet wird, vorzugehen beabsichtigen. Danach sei eine Verfügung erlassen worden, daß demnächst alle Vereins-Krankenkafien ob ihrer Lebens- fähigkeir einer Prüfung zu unterziehen seien. Die hiermit bettaute Kommission besteht aus den Herren Versicherungs-Generaldireftoren Balzer, Dr. Desenberg, Dr. Bloch-Köln. F. Bergemann-Frank- furt a. M. und R. Naumann-Bremen, sowie dem Gymnasial-T der- lehrer Borgas in Meppen. Es wäre für die Oeffentlichkeit wichtig, zu erfahren, welche Gesichtspunkte bei dieser Prüfung maßgebend sind. Bekanntlich handelt es sich bei den Schlvindelkassen meist um recht junge Gründungen und das Kennzeichnende dieser Art Kassen ist das Ver- fahren bei der Gründung und die Verwaltungsmethoden; darauf ist das Hauptgewicht bei der Prüfung zu legen. Fiirsorge-Erziehung mit Stockhieben. Die, Rheinische Zeitung" berichtet über eine Gerichts- Verhandlung vor dem Schöffengericht in K ö l n aus der hervorgeht, daß die preußische Fürsorge-Erziehung mit Stockprügeln ausgeübt wird. Wir lassen hier aus dem Bericht die Vernehmung des der Bedrohung angeklagten Fürsorge-Zöglings, des 20 Jahre alten | chmiedelchrlingS Jakob Trimborn folgen. Er war angellagt, zu Freimersdorf bei Brauweiler am 0. Sep- tember 1003 den Direktor Schellmann, einen Auffeher und zwei Hilss- aufseher durch die Worte, er werde jeden niederstechen, der ihn an- rühre, sowie einen Flchrmann durch die Worte, er sei der erste, den er in Köln durch seine Freunde kalt machen werde, mit der Begehung eines Verbrechens bedroht zu haben. Der Angeklagte wendet ein, er sei derart in Wut geraten, daß er nicht wisse, was er gethan habe und zwar aus folgendem Grunde: Im Februar ist in der Anstalt eine neue Sttafe, die Prügelsttafe, aufgekommen. Der Direttor stellte mir ttei, ob ich sechs Wochen Arrest oder Stockhiebe haben wollte und sagte, ich solle die Stockhiebe annehmen, das sei besser. Um 4 Mir wurde ich von sechs Auffehern geholt und in einen Raum geführt, wo die Strafe vollzogen werden sollte. Ich wurde auf einen Bock festgeschnallt. AIS ich da lag, wurde ich erst gewahr, daß die Sttafe aufs nackte Gefäß vollzogen werde, und ich erhielt Hiebe auf den Oberschenkel bis an den Geschlechtsteil, so daß das Bein dick anschwoll. Ich wollte mich dieserhalb an die Regierung wenden, was aber abgelehnt wurde. Ich war immer isoliert. Als der Landeshauptmaim kam, beschwerte ich mich bei ihm: der aber sagte, das könne unmöglich von den Hieben herrühren. Der Landeshauptmann sagte, ich sollte in eine Abteilung zu den andern kommen. Ändern Tages kam der Arzt in die Abteilung. Der Arzt fragte, was das an meinem Beine sei. Ich sagte, ich sei miß- handelt worden. Unser Borsteher sagte zu einem Auffeher, er solle mich wieder aus der Abteilung thun. Später eiterte mein Bein. und es war mir auch auf die Äugen geschlagen. Der Anstaltsarzt fragte mich einmal, was ich an den Augen bätte, er meinte aber, das sei nichts. Nun sollte ich zun: Militär eintreten. Ter Major stagte mich, was ich an den Augen habe; ich konnte gar nicht sehen. — Vorsitzender: Nun werden Sie nicht zu iveitschweifig. Wie war das am 0. September?— Angekl.: Am 6. September stand ich am Fenster, da sprach ein Aufseher»sich an: wenn ich nicht von: Fenster gehe, schlage er mich herunter. An: folgenden Tage kam der Oberaufseher Schmitz und fragte, was ich gestern gemacht habe. und er sagte, wir seien alle raffinierte Schweinehunde. Zwei Tage nachher kam der Oberaufseher Schmitz mit vier Aufsehern an meine Zelle und sagte, ich solle einmal hinausgehen, es wolle jemand mit mir sprechen Als ich die vier Aufseher da stehen sah, merkte ich gleich, was los war, sprang wieder in meine Zelle und nahm etwas in die Hand. Ob ich etwas gesagt habe, weiß ich nicht. Der Ober- aufseher Schmitz setzte mir den Degen auf die Brust und die ander:: zogen ihren Säbel, ich konnte nichts machen. Der Atfsseher K. schlug mit seiner Klinge über mich auf Hals und Arm. Es kann fein, daß ich in meiner Wut ettvas gesagt habe. Die Angaben des Angeklagten wurden durch die nachfolgende Zeugenvernehmung bestättgt. DaS Gericht verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis. Die Einrichtung der Fürsorge-Erziehung wird als eine sociale That gepriesen, die den Zweck haben soll, verwahrloste Kinder und junge Leute vor dem Versinken ins Verbrechertum zu bewahren, lim diesen Zweck zu erreichen, muß aber eine wirkliche Erziehung eintteten. Die Brutalisierung der Zöglinge durch Stockprügcl hat mit Erziehung nichts zu thun, das find Zuchthans- Methoden und auch da durch die Erfahrung längst als nicht nur nutzlos, sondern direkt schädlich erkannt. Wird die Für» sorge-Erziehung mit solchen Mitteln geübt, dann ist ihr Effekt nur. daß unbestrafte Menschen schlimmer behandelt lvcrden wie Verbrecher und daß die Zöglinge es vorziehen werden, sich durch Be- gehung strafbarer Handlungen Gefängnisstrafe zuzuziehen; sie find dann wenigstens vor Stockprügeln sicher. Welche Wirkung die Prügel auf das Gemüt eines Mensch«: ausüben, das zeigt ja die Schilderung des Trimborn. Die Fürsorge-Erziehung mit Stock- prügeln ist keine sociale That, sondern eine Barbarei, die das Zucht- haus noch übertrumpft._ Letzte JVacbnchten und Depetchen. Rußlands Autwort. Petersburg, 7. Januar.'(W. T. B.) DaS AuSwärttge Amt er- hielt heute die telegraphische Nachricht aus Tolio, daß Baron b. Roicn gestern die Antwort Rußlands auf die japanische Rote dem japanische:: Kabinett überreicht hat._ Bor der Entscheidung. Washington, 7. Januar.(Telegramm des„Reuterschen Bureaus".) Der amcrilanischc Gesandte in Söul telegraphierte dem Staatsdepartement, daß die russischen Seeleute, denen die Japaner die Weiterreise von Tschemulpo nach Söul auf der Eisen- balm verweigerten, zu Fuß Söul erreicht hadern Tokio. 7. Januar.(W. T. B.) Hier ist in amtlichen Kreisen im Gegensatz zu den in Europa verbreiteten Gerüchten weder voi: einer Landung iapanischer Truppen in Masampho, noch von eiium derartigen Absicht etwas bekannt. Die Meldung einer angeblichen Besetzung dieses Hafens seitens Japans ist eine Erfindung. Frauen in staatlichen Aemter«. Kristiania, 7. Januar.(W. T. B.) Die Regierung hat einen G eschen t w u r f ausgearbeitet, nach welchem Frauen in staatlichen Aemtern angestellt loerden können, wenn sie die Bedingungen erfüllen, die nach der Verfassung für Männer vorgeschrieben sind, und die' fiir die fragliche,: Aemter erforderlichen Eigenschaften besitze::. Ausgeschlossen sollen die Frauen jedoch von einzelnen Aemtern wie der Geistlich- keit, der Polizei sowie im Konsulat- und Militärdienste, bleiben. Paris, 7. Januar.(W. T. B.) Von Parlamentsfteimden Ribots wird erklärt, daß letzterer bisher die ihm angebotene Kandidatur für das Präsidium der Kammer abgelehnt habe. Vercmttv. Redakteur: Julius Kaliski, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdr.u. Verlag srn'srt Vau.' Singer LtCo., Berlin LW. Hierzu 2 Beilagen u. UnterhaltungLblalt »..ji»« IJttat ki Jptwirls" ßdintt■PollisWitl, vmmmmmmmmmmimmMmmmm—mmmtammmammmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmB—mmmm I Die Schweiz im Jahre 1903» Zürich, I. Januar.(Eiq, Ber,) Das verflossene Jahr war auf dem Gebiete der Politik sehr bewegt. Der Jahreswechsel fiel in eine doppelte Refercndums-Canwagne, die einmal gegen den neuen Zolltarif und sodann gegen das M a u l k r a t t e n- Gesetz gerichtet war. Gegen den ersteren wurden über ItvlXX», gegen das letztere über 50 000 Unterschriften aufgebracht. In der im März stattgefundencn Volksabstimmung wurde zwar der Zoll- tarif mit einer Mehrheit von 100 000 Stimmen angenommen, allein die ca. 220 000 Stimmen der Mnderheit bilden einen Faktor, der trotz der großen Mehrheit nicht ignoriert werden kann. Ungemein thatkräftig hatten in der Zollcampagne die Konsum- vereine mitgewirkt und dabei durch die That bewiesen, daß auch sie Politik treiben müssen, niag man sie nun Genofienschafts-Konsnmenten- oder Arbeiterpolitik nennen. Am Schlüsse des Jahres steht übrigens der neue Zolltarif, der mit seinen hohen Ansätzen die Antwort der Schweiz auf den extremen deutschen Zolltarif ist, noch auf dem Papier; indessen sind init Deutschland und Italien die VerHand- lungen zur Erneuerung der Handelsverträge ini Gange. In der zweiten eidgenössischen Volksabstimmung vom 31. Oktober erlitt die Reaktion eine vernichtende Niederlage. Mit mächtigen Mehrheiten wurden das Maulkratten-Gesetz, die Wahl- zahl- Initiative und der mittelstandspolitische Zehn- l i t e r- A r t i k c l, der den Wirten ein Monopol schnffeir wollte, verworfen. Die socialdemokratische Partei hatte gegen alle drei reakttonären Wechselbälge drei entschiedene Nein und die große Bolksmehrheit entschied im gleichen Sinne. Das Jahr schließt mit einem großen Katzenjammer in der auswärtigen Politik. Der Simplon vertrag nnt Italien bedeutet den polittschen Bankrott der herrschenden Bourgeoisie ohne Unterschied der bürgerlichen Partei, die in der Jagd nach persönlichen materiellen Vorteilen aufgeht und den Si'.m für die Selbständigkeit. Unabhängig- keit und Ehre des Landes völlig verloren hat. Diese Thatsache wird durch das wüste Gepolter radikaler Geschästspolitiker im Nationalrat und gleichwertiger radikaler Bundesräte gegen die Socialdemokraten nicht aus der Welt geschafft. Mit ihren Protesten und ihrer Kritik gegen das klägliche, geradezu landesverräterische Machwerk des Simplonvertrages weiß sich die Socialdemokratte eins mit der über- wiegend großen Mehrzahl des Schweizervolkes. Ain Schluß des Jahres ist die berüchttgte lex Sylvestralli, ein Versuch, auf Wunsch Italiens die schweizerische Preßfreiheit zu beschränken und auch in dieser Beziehung die Schweiz zu einer iralienischen Provinz zu machen, noch in der Schwebe. Wird die Borlage nicht zurückgezogen, sondern wirklich parlamentarisch er- ledigt, so wird die socialdcmokrattsche Partei dagegen sofort das Referendum ergreisen, und so dem Volke Gelegenheit geben, dieses Zeichen radikaler Bcdientenhaftigleit gegenüber Italien seinen Ur- hebern zerfetzt vor die Füße zu iverfen. Erwähnt sei der Vollständigkeit halber die im verflossenen Jahre in der eidgenössischen Militärverwaltung aufgedeckte Korruption, der sich auch mehrere Fälle der bürgerlichen Verwaltung zugesellten. Einen vernichtenden Schlag erhielt die Reaktion auch im Kanton Zürich mit der wuchtigen Verwerfung des das Volk entrechtenden und die Außcrsihlcr Socialdemokraten unterdrückenden Verwaltungsgcsetzes für die Stadt Zürich in der Volksabstimmung, an dem auch die„berühmte Demokratte" im Kantonsrat bis auf den letzten Mann mitgearbeitet hatte. Auf focialpolitifchem Gebiete sind zu erwähnen daS V o I k s s ch u l- G e s e tz, das revidierte RuhetagS-Gesetz für die Eisenbahner, Postler usw., ferner daS neue Arbeite- rinnenfchutz-Gefetz des Kantons Aargau. DaS allgemeine Wirtschaftsleben war wie auch in Deutschland etwas besser als in den Jahren 1900 bis 1902, und in- folge dieser Besicrung waren auch die Kämpfe zwischen Arbeit und Kapital wieder zahlreicher, leider aber nur zum Teil für die Arbeiter erfolgreich. Die meisten und größte» Streiks hatten die Bau- arbciter. wovon derjenige in Basel ganz erfolglos war, derjenige in Genf teilweisen Erfolg hatte. Die Gewerkschaftsbewegung hat wenige Fortschritte gemacht, man konnte fast von einer Stagnation reden. Die socialdemokratische Partei hat in Genf die Vertretung in der Regierung verloren, jedoch war dieser Verlust unter den obwaltenden Ilmständen mehr ein Gewinn als eine Einbuße. Das neue Programm ist noch in der Arbeit, der Entwurf dürfte in den nächsten Monaten an die Ocffentlichkeit gelangen. Beim Jahreswechsel steht die Partei vor mehreren wichtigen politischen Aufgaben: Der Parteitag in Ölten hat die Aufstellung eines Jnitiattvbegehrcns betreffend die Be- schränkung der jährlichen Militärausgabcn auf 20 Millionen Frank beschlossen, jedoch hat sich nachträglich gezeigt, daß sich unvorher- gesehene Schwierigkeiten ergeben, so daß möglicherweise sich damit noch der nächste Parteitag beschäftigen muß. Der unglückliche Simplonvertrag hat die Frage der Bollswahl des Bundesrats und der Volksabstimmung über die intcrnattonalcn Staatsverträge auf- geworfen, für die die Initiative nach Lage der Dinge unsrer Partei zufällt. Unsre Partei gewinnt zusehends an Boden im Volke, welcher Umstand wohl die Radikalen nervös und rabiat gegen die Socialdemokratte macht. Ueberblick über das Jahr 1993. Rom, den 31. Dezember. ES ist anscheinend eine undankbare Arbeit, das Facit eines JahreS zn ziehen, dem es an großen entscheidenden Ereignissen gefehlt bat. Trotzdem verlohnt es der Mühe, es als Ganzes zusammenzufassen und zu überschauen. Wenn nicht große Geschehnisse zu vermerken sind, die als Merkstcine der Geschichte dienen, so gebricht eS doch nicht an solchen, die trotz aller Ilnschcinbarkcit einen iveittragcnden Einfluß ausüben und vor allem findet man bei dieser Schluß- überficht de-Z scheidenden JahreS gar manche Lehre und manche Ermahnung, die den teuren Preis, den man für sie gezahlt hat, eben nur dann wert werden, ivenn man ihrer eingedenk bleibt. Als das Jahr begann, war daS liberale Ministerium scbo» lange über den Höhepunkt seiner Popularität hinaus. Seitdem hat es sich beständig in absteigender Linie bewegt, besonders von, März an, als sich die Socialisten und die gesamte äußerste Linke zur Oppositton schlugen. Am tiefsten Punkt war daS Kabinett im Juni angelangt, nach der Verwerfung der Marine-Enquete durch die Kammer. Giolitti deniissionierte und gab den Anlaß zn einer Krise des gesamten Ministeriums, die aber zu keiner neuen Bildung des siabinctts führte, sondern ziemlich kläglich mit der bloßen Abstoßung GiolitttS und Bettolos endete. Das neue(zweite) Ministerium Zanardelli wurde von allen als ein Sonimerministerinm betrachtet, das nur den Zarenbesuch und die Reise dcS Königs nach Paris überleben sollte. Es hat diese Reise überlebt, aber gleich daraus auch un- abhängig� von der politischen Notwendigkeit, gab Zanardellr im Oktober seine Demission, da seine gebrochene Gesundheit ihm das Verbleiben in der Regierung unmöglich machte. Tie kurze Phase des Ministeriums Giolitti, die in dieies Jahr fallt, ist wohl noch in aller Gedächtnis. Das erwartete Kabinett der Linken, daS Reformkabinett nnt modernem Geiste hat der Pemierminifter nicht gegründet. Vielleicht hat er eS zu gründen veriucht, aber die Art, wie er sich dabei anstellte, die Zu- mutung, Turatt und Sacchi mit Tittoni und Rosano unter einen Hut zu bringen, zeigt am besten GiolitttS moralische Farbenblindheit, die ihm schon manchen schlimmen Streich gespielt hat. Er hat dann ein polittsch zusammengewürfeltes, aus Mitgliedern der Linken, dcS CentrumS und der Rechten bestehendes Kabinett gebildet, das—- auch nachdem Rosano sich selbst aus dein Wege räumte— manche Erinnerungen an die Zeiten der römischen Bank- skandale erloeckt und dem das ganze Land mit Bitterkeit und unendlicher Skepsis gegenübersteht. So hat das letzte Jahr die thörichte Illusion eines Ministeriunis, da? die ganze mühselige Arbeit von unten herauf überflüssig machen und das Land von oben herab beglücken sollte, von Grund aus zerstört. Es Hai das Volk gelehrt, im Kabinett nnr das zu sehen, was es heute sein kann: der Jnteressenvertretcr der Bourgeoisie. Daß ein solches Jahr, während dem es dem Ministerium an einer zuverlässigen Parlamentsmehrheit fehlt, nicht zu legis- lativer Arbeit befähigt ist, liegt auf der Hand. Und in der That ist die Ausbeute auf diesem Gebiete recht spärlich. Wir heben kurz daS wichttgste hervor. Am 3. Februar trat das italienische Parlament der internationalen Zuckerkonvention von Brüssel bei, die vor der Hand für Italien, das nur wenig Zucker exportiert, keine Bedeutung hat. in der Folge aber zu Gunsten der inländischen Konsumenten ausschlagen muß. Am 7. Februar wurde nach drei- tägiger Diskussion mit ziemlicher Mehrheit ein Gesetz zur Er- höhnng der Hochschultaren angenommen, das dem doppelten Zwecke dient, erstens das Deficit des Staates für das Universitäts- Wesen zu verringern und die Dotattons- Verhältnisse der Ilniversitäten zn bessern, zweitens den ungeheuren Andrang ans den Schichten des KleinbiirgerttnnS zu den freien Berufen zu mindern. Die Socialisten stimmten geteilt, in der Mehrheit gegen, in der Minderheit für die Erhöhung der Taxen. Ferner ist zu erwähnen ein Gesetz über die Urbarmachung deS�Zer rornmuis, das der Senat ttichtig verstümmelt hat, und endlich die hochwichtige, für das ganze Land bedeutungsvolleKonvertiernng derRentc. Das Gesetz vom 17. Dezember verwandle die 4>/zprozentigen italienischen KonsolS in Zl/zprozentige, welche Maßnahme einerseits den Staat um Millionen entlastete, anderseits durch Herabsetzung des Zinsfußes das disponible Kapital mehr als bisher den landwirtschaftlichen und industtiellen Bettieben zufließen läßt. Begreiflicherweise fehlt es in einem Lande an Kapitalien für neue Unternehmungen, so lange die Anlage in Staatspapieren gleichzeitig die sicherste und profitabelste ist, wie bisher in Italien. Wenn unter den erledigten Gesetzen nur diese wenigen der Er- wähnung wert sind, so bleiben Entwürfe von großer Bedeutung, wie das Gesetz über die Sonntagsruhe, über die Ehescheidung, über die Gleichstellung der weiblichen und männlichen Lehrer u. a. auf der Tagesordnung der Kammer. Jm innern Leben der Partei hat das Jahr 1903 be- deutende Wandlungen hervorgebracht, trotzdem es ein Jahr ohne Parteitag war, das noch ganz im Bannkreise des Kongresses von Smola stehen sollte. Die wichtigsten Ereignisse sind hier der Ueber- gang der socialistischen Parlamentsfraktion zur Opposition, der Ende März erfolgte, und der Rückttitt Bissolatis von der Leitung des Centtalorgans. Der Uebergang zur Oppositton ist von Fernstehenden und Gegnern kaum in richttger Weise gewürdigt worden. Er erschien als ein Akt der Laune, als ein plötzlicher Einfall eines der maß- gebenden Genossen, weil ein erkennbarer äußerer Anlaß nicht vorlag. In der That ist die plötzliche Umschwenknng der Partei lange und langsam vorbereitet, in der Masse selbst gereist und von der Maffe selbst erzwungen worden. Als die Fraktion auf den Vorschlag Turatis den Uebergang zur Opposition erklärte, führte sie gleichsam nur einen Befehl der großen Mehrheit der Genossen aus. Die Uebernahme des„Avanti" durch Ferri erfolgte im Mai, nachdem Bissolatt erklärt hatte, die Zeitung sei finanziell so schlecht gestellt, daß sie ihre Veröffentlichung einstellen müsse. Turati schlug vor, Ferri mit der Leitung zu betrauen und Ferri übernahm das Blatt, da die Einberufung eines Parteitages, dem allein die Eni- scheidung in der Frage zustand, materiell unmöglich war. Heute hat der„Avanti" eine Auflage von 55000 Exemplaren und eine durchaus gesicherte finanzielle Lage. Auch der socialistischen Siege wollen wir eingedenk sein. Vor allem ist hier der von der Partei angeregten Volks- bewegung bei der Verhaftung des Russen Götz zu gedenken, die Italien die Schmach ersparte,' dem russischen Henker Schergendienste zn leisten. Ferner scbloß die Eampagne gegen den Zaren- besuch mit einem Siege unsrer Partei ab: der Zar blieb weg und wird kaum wieder Lust verspüren nach dem italienischen Himmel. Und wenn heute in dem Prozeß gegen Ferri soviel Unregelmäßigkeiten der Marine- Verwaltung zu Tage treten, die nie an die Oberfläche gelangt ivären ohne die tapfere Anklage dcS„Avanti", so dankt das Land dieses große Reinemachen in den dunklen Winkeln seines VerwaltnngS- lebens der socialistischen Partei. Dieses heute erregte Aergernis wird dem Lande auf Jahre hinaus zu gute kommen. Wahlsiege von Bedeutung sind nicht zu verzeichnen, da bei den Ersatzwahlen die Partei nicht beteiligt war. Bei städttschen Wahlen erlangten die Socialisten die Mehrheit in Sestri Ponente, Bracciano und andren kleineren Orten; dagegen gingen mehrere Ge- meinden, vor allem in derEnulia, der Partei verloren. Von der Streikbewegung des Jahres 1903 ist nicht viel zu berichten. Es ist ein großer Rückgang in der Ausstandsbewegung eingctteten, der sich bis jetzt noch nicht zahlemnäßig festlegen läßt. Auch hat das Proletariat zwei sehr schwere Niederlagen zu der- zeichnen: die des römischen Buchdruckerstreiks im Frühjahre und die der Nordbahn- Arbciter von Mailand im Herbst. Beide sind nach vielwöchentlichem Ausstände erfolgt, die römische Niederlage gar nach dreitägigem Generalstreik, und haben einen langen Schweif von Maßregelungen und Brotlosigkeit nach sich gezogen. Die bittersten Lehren dieses Jahres liegen auf diesem Gebtete. Eine große Ausstandsbewegung im Hafen von Genua wurde durch den Erlaß der AuSfiihrungsbestimniungen des Gesetzes über das Hasen-Konsortinm in für die Arbeiter günstiger Weise ab- geschnitten, siegreich war schließlich der große Landarbeiterstreik von Portomaggiore, bei dem die Landarbeiter sich heldenhaft ge- halten und alle ihre Forderungen durchgesetzt haben. Schließlick sei noch an den Tod Zanardellis erinnert, mit dem gleichsam die Acra des klassischen Liberalismus für Italien abschließt. Mit ihm ist ein Mann der alten Schule geschieden, rechtschaffen und aufrichtig, der auf seine Weise seinen Idealen diente. Die heute am Ruder sind, dienen vor allein ihrem eignen Ehrgeiz und ihren eignen Interessen. Möge das neue Jahr ein Jahr der Abrechnung sein zwischen ihnen und dem Volke. partei-f�admckten. CentrumSschwindel. Durch die Centrumspresse geht folgende Notiz: „Eine socialdemokratische Musterwirtschast, die wir dem„Vor- wärts" besonders empfehlen möchten, herrscht beim Neubau des socialdemokratischen Bergarbeiter- Verbandes in Bochum. Die „Wests. Volksztg." in Bochum meldet darüber:„Zum zweitenmal ruhen die Arbeiten am Neubau des Verwaltungsgebäudes des alten lsocialdemokratischen) Bcrgarbeiter-Verbandes an der Wiemelhauser- straße. Am Silvesterabend legten sämtliche Arbeiter die Arbeit nieder, da die gcttoffencn Abmachungen nicht gehalten worden waren." Der „Vorwärts" wird ja um eine Antwort nicht verlegen sein, indem er ivie gegenüber der Charlottenburger Korruption erklärt, eS handle sich um«eine höchst nebensächliche und persönliche An- gclegenheil". Dem sei einfach die nachstehende Erklärung des Bergarbeiter- Verbandes entgegengestellt: „Wir haben die Bauausführung dem Bamlnternehmer Herrn Fritz übergeben, der bisher alle eingegangenen Bcdingmtgen ge- treulich erfüllt hat. Er wollte am Sonnabend, den 2. Januar, nicht arbeiten lassen und vom 4. Januar ab wollte er, wenn die Kälte so anhält, nur noch SVz Stunden arbeiten lassen oder ganz aufhören, bisher wurde 10 Stunden(beim Verputzen) gearbeitet. Die Arbeiter wollten aber absolut ani 2. Januar nicht feiern und auch nicht tveniger als zehn Stunden arbeiten, weil beim Putzen eine zehnstündige Arbeits- zeit verabredet war. Es kam zu Auseinandersetzungen, namentlich ivegen des Feierns am Sonnabend und schließlich legten samt- liche Arbeiter die Arbeit nieder(Kündigungsfrist besteht nicht). Heute, Montag, den 4. Januar, ist iin Beisein einiger unserer Vorstandsmitglieder über die geringfügigen Streitpunkte eine Einigung erzielt und nachmittags 2 Uhr die Arbeit wieder allseitig aufgenommen worden. Der Berbandsvorstand hat als» sofort eine Einigung der streitenden Parteien bewerkstelligt." Die CentrumSpresse thäte doch wirklich besser, sich um die Angelegenheiten im Centrumslager zn bekümmern. Wollte sie sich ein- mal mit den Ohrfeigen deS Herrn Dasbach, mit den Unter- schlagungen des Herrn KirchcnkassicrcrS Vogeno in Aachen und ähnlichen Fällen, mit dem jüngsten Münchener Beichtväterstreik, mit den ulttamontanen Verlegern eines Zotenblattes in München, und mit all den Pfaffen beschäftigen, die aller Augenblicke dem Teufel Bitrn verfallen, da hätte sie für andres überhaupt keinen Platz mehr in ihren Spalten._ Aus den Organisationen. Für den Wahlkreis S o r a u- F o r st ist eine gemeinsame Vereinsorganisatton geschaffen worden, die sich am Dienstag konstitttiert hat. Sie soll den bei der ReichStagSwahl wahrgenommenen Mängeln der Organisation abhelfen. Im Wahlkreise Solingen erhöhte sich der Mitgliederbestand der socialdemokratischen Vereine im abgelaufenen Jahre von 633 auf 1124 und die Abonnentenzahl des Parteiblattes von 4000 auf 6000._ In dem gothaischc» Städtchen WalterShmiscn am Fuße des Thüringer Waldes haben rmsrc Parteigenosien seit einiger Zeit die Mehrheit im Sadtverordneten-Kollcginm. Sie haben nunmehr an Stelle eines infolge Zeitablaufs ausgeschiedenen Senators(Stadt- rat), eines Fabrikbesitzers, einen Parteigenossen gewählt. Die Wahl bedarf der Bestätigung durch die Regierung. po'.ieeiUcbes. Gerichtliches uttv. — Deutsche Rechtözustiinde. Während der Reichstagswahl be» schlagnahmte die Polizei in mehreren Fällen socialdcmokrattsche Flug- blätter. In einem Fall erhoben die Verbreiter, denen die Flugblätter weggenommen worden waren, Beschwerde bei der BerwaltnngS- behörde. Die Regierung in Arnsberg erklärte die Beschlagnahme für ungerechtfertigt und stellte die zu Unrecht weggenommenen Druckschriften den Eigentümern zur Verfügung. In einem zweiten Falle wurden die Schrifrenverteilcr vor Gericht gestellt, jedoch von zwei Instanzen freigesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig. Jetzt verlangten die Eigentümer, daß die Polizei ihnen die unrechtmäßig weggenommenen Druckschriften zustellen soll. Das verweigert die Polizei und sowohl die Regierung in Arnsberg wie der Ober- Präsident und ebenso der Minister des Innern weisen die dagegen erhobene Beschwerde ab. Wenn die Eigentümer das Eigentum zurückhaben wollen, das ihnen die Polizei genommen, ohne daß sie selbst den geringsten Anlaß zn der Wegnahme gegeben haben, dann müssen sie sich Mühe und Kosten machen und es selbst von der Polizei abholen._ GcwerkfcbaftUcbcs. Crimmitschau. Die Sympathie für die Ausständigen steigt. Roch vor wenigen Wochen konnte man'S überall lesen und hören: Die Arbeiter sind in Crimmitschau allein das Karnickel! Wer, außer der socialistischeu Presse, hatte sich denn um die Entwickelnng der ganzen Angelegenheit gekümmert? Die Redaktionen nahmen die Waschzettel auf, die ihnen das Unternehmertum zusandte, und daS bürgerliche Publikum nahm— wie immer— was in seinem Leib- blatt stand, für bare Münze. Da aber stand es ganz deutlich zu lesen, daß die Unternehmer die bedauernswerten Wölfe waren, denen die boshaften Arbeiterlämmer unten am Bache daS Wasser gettübt hatten. Und das glaubte natürlich das politisch- und sociale Philisterium, denn die Sentenz, daß das Wasser nicht den Berg hinauffließt, ist bei diesem bisher nur in einige wenige erleuchtete Köpfe gedrungen. Zudem, die Geschichte von den bösen Arbeitern wurde so oft und mit solcher isegrimmigen Unschuldsmiene vor- getragen, daß selbst mancher Vorsichttge sich bcthören ließ. So oft und so frech ist wohl noch in keinem Kampfe gelogen worden, wie bei dem in Crimmitschau von Unternchmerscite. Da kamen die Einigungsverhandlungen und nun erwartete natürlich jedermann zu lesen, daß die Arbeitgeber zum Frieden neigten, die „verhetzten" Arbeiter rundweg jede Einigung ablehnen würden. Es kam umgekehrt. Und nun erfuhr ans einmal auch die erstaunte Oeffcntlichkcit, daß die Arbeiter schon früher einer Einigung geneigt waren, die Unternehmer, so lange der Kampf dauert, dieselbe immer hintertticben hatten. Man begann jetzt objckttver zu urteilen und heute kann man wohl sagen: Die Sympathie des großen Publikums ist ans feiten der Ausgesperrten. Nur die Ansgehaltenen des Unternehmertums wagen noch von dessen Sanfttnut und Güte, die sie ja an sich selbst erfahren, zu schwafeln, und schimpfen im Jargon ihres Gewerbes auf die undankbaren Arbeiter, die sich nicht wie sie den Kapital- protzen unter Preisgabe ihrer Menschenwürde verkaufen. Die Redaktion der„Christlichen Welt" über Crimmitschau. Die Redaktion dieses kirchlichen Blattes hat eine ganz andre Meinung über den Kampf in Crimmitschau als der AmtSbrudcr Schink in Crimmitschau, dem sie das Wort gab und der vor allen Dingen in den Fabrikanten die Nächsten sieht, die er mit seiner christlichen Liebe zu überschütten hat. Wenn man den Brief dieses Herrn liest, kann man in der That zu der Ucberzengnng kommen, daß die christliche Charitas in Crimmitschau hauptsächlich sich mit verhungernden Kapitalisten zu beschäftigen hat, denen die kapitalprotzigen Weber auch die kleinsten Almosen vorenthalten. Herr vr. tbcol. Rade in Marburg, der Verantwortliche Heraus- geber der„Christlichen Welt" präcisicrt dagegen seinen Standpimlt so: „Wenn nun der brutale Machtkampf heute in Crimmitschau auSgefochten wird, so fragt sich für nnS, ob es dazu kommen mußte, ob nicht der moderne Staat recht eigentlich dazu da ivar, diese Entwickelnng der Krisis zn verhindern. Aber dem wollen wir jetzt nicht nachgehen. Dazu war freilich etwas andres nötig als das Aufgebot verstärkter Polizeigewalt. Dagegen liegt uns daran, noch etwas andres geltend zu machen, was das Gesamturteil beeinflussen mutz. Sofern es sich nämlich von Anfang an nicht nur um Macfit, sondern auch um eine Sache handelte, können wir nicht umhin, auf feiten der Arbciter zu stehen. Es ist die Forderung des Zehn- stundentages erhoben worden. Das heißt also: eine Arbeitszeit etwa von früh 7 bis abends 7 mit irgendwie zn verteilender zweistündiger Pause. Diese Forderung gilt einem Fortschritt, den jeder Freund seiner Mitmenschen als solchen anerkennen muß. Auch in der Tcxttlindustrie ist der Zehnstundentag bereits eingeführt, mir sind zwei große Fabriken mit dieser Praxis bekannt, und auch die Denkschrift verhüllt diesen Thaibcstand nicht ganz. Rate 37,40. Liste 8343 7,65. Rohrleger u. Heiser v. Schupp» mann u. Flach>:. Kallenbach 19,90. Reichstags-WahlkrciS Niedcrbarnim, Weißcnste. a Conio Listen 210,—. Pankow, a Conto Listen(dar. Liste 2658 d. Miklein, Rauchllub„Heitre Stunde") 164,50. Pankow, Ueberschutz v. d. Matinee 178,40. Stralau, a Conio Listen 64,85. Silvesterscicr Hennickendorf 3,20. Erkner Listen 35,85. Pers. d. Feifterschcn Buchdruckerci 6,50. Liste 11066 11,20. Tischlerei Benkels Rächst, 6. Rate 31,10. Liste 8203 7,95. Durch RchlS 2,30. Gäste v. Tisch Oranicnftr. 232 3,50. Skatspicl Gutfchow u. Frankier 2,50. Aus Freundeskreis Friedenau 3.50. Staiiuntisch d.„Soci" Silvester 3,—. Arbeiter it. Arbeiterinnen der Eigaretlcnsavrik Horwitz 6,70. Stammtisch Stumpc d. B. S. 1,50. Silber» wärensabrik Mosgau, 3. Rate 16,—. Silvester b. W. Hardt 10,50. Slatkwb Rostizstr. 4 3,50. Amerikanische Auktion WeihnachtSbefchcrungA. Rads.-V. „Vorwärts". Wilmersdorf 11,55. S. it. H., Abteilung Wehls 16,80. Lustige Brüder aus einem Bau 7,50. Buchbinderei Schubert, 4. Rate 7,25. Gietzerci Behrend 4,50. L.?)., Dönhosf-Plaiz 2,—. Krankenkasse der Wagenbauer, Bez. 3. Berk, 1. Rate 10,—. Kunze. Hammerschmied 9,70. Bau» klempnere! P. Thom. 4. Rate 18.—. Gcntzbcrg 3,—. Verband der Buch» und Stcindruckcrci-Hilssarbcitcr und Arbeiterinnen Deutschlands, Zahlstelle Berlin I 57,40. GeburtStags-Feicr„Der Rote und£ tto" d. B. u. B. 18,—. Goldschnittmacher v. Pittius 7,—. 1. Wahlkreis aus Listen d. Seiler: Liste 6346 6.75. 6317 3,85. 6350 5,60. 6369 18,35. 6368, Druckerei Licbheit u. Thieseu, 4. Rate 16,15. Skat-Schirmer, Rummclsbmg 1,—. Borst, d. Tljchlcrver., Mclchiorstratze 12,—. Durch Rentenquelsche, P. Hossmann 10,—. W K. 3,—. Lrtsvcr. Berlin VI der Piano-Arbeiter 50,—. Kolonie..Wild-Amerika", Rixdors, General- Pächter K. Plage 11,15. Silvesterabend b. Schröder d. Pankow 4,50. S. u. H., Abt. Wehls 2,10. Knüppel 2,50. Rcujahrsseier, gcs. v. d. Scchscrkassc 4,50. Amer. Auktion einer Cigarre b. Scholz 5,73. Amer. Auktion einer Cigarre b. Lewin, Hagelöbergerstratze 6,76. Gcf. v. Bachnick. 2. Rate 5,—. Verband der Barbiere, 3. Rate t0,—. Gasanstalt, Müllerstratze: Liste 11016 10,80. 17 3,85. 18 8.10. 19 7,50. 20 23,65. 21 3,25. 22 6,30. 23 11.95. 25 7,05. Maler von Gebr. Bendisch, 2. und 3. Rate 23,65. Maler von Frohns u. Plath. 3. Rate 6,20. Ei K., Flaschcnpsand 2,—. Gasanstalts- Arbeiter, Lichtenberg, 3. Rate 22,20. Ges. b. Klein, Bollhagen 2,50. Gesammelt in der Central-Marlthallc 10,05. Bauer 1,—. H. A. M. 10,25. Stessens 0,50. Bettrennspiel 1,—. M. R. 1,—. Gesellschaftsspiel Lichter. stldc 2,—. H. K. u. H 1!. 10,—. Köck, Weihnachtstisch, Rixdors 2,60. Ver» IobungSfcier°O. T. 1,50. Lustige Taubenbruder. MeweS, Hcrzberge 1,50. Seidcnseldstr. 10 1,—. Bahlke 1,60. Bon Potsdamer Herrcnpartie 1,25. K, Friedenau 1,—. GewerkichaiiSkartcll Ruminclsburg a Conto aus Listen 20,—. Erg. GlaSarb. Buhlbach«Württemberg) 2,—. Gesammelt bei Stiba u. Theiler d. Wuljcrl 3,—. Ges. b. Augustin 22,35. D. Augustin (inkl. 2,— v. R. Sch.) 6,65.„Liedessreiheit"(dar. Weberstochtcr 1,—) 21.—. Verlauf der WcihuachtSgedichte, Matinee b. Keller 44,20. In drei Kneipen gctz p. Jan'en 5,30. Cef. d. Woldt, Buchhändler 32,35. Verb. d. Zimmerer, Sej- VIT, 3. Raic 6,10. Elende e. Lankwitz b. Theurkg(bar. gem. Silvester b. Wolsf 10,—) 15,—. Silvesterfcier b. Suzke 2,10. Malerei S. u. H., EhurlottenS.(Blockwerk) 10,—. Arb. d. Berl. Genossenschastsbäckerei, 8. Rate lmit drei Fehlenden von 2. Rate) 15,50. Slrb. d. Berl. Genossenschasts- böckerci, 4. Rate(nutzer eis) 8,—. Verein.Gemütlichkeit", Löwendors bei Trebbin 15,—. Dischleit«. Co. 26,70. Gesangverein„Waldlapelle n 1887" 16,—. Miratz, Tienerstr. 14 2,—. Bei Ecscllenscicr gcs. d. O. L. 5,—. �trawattenfabrik Bernhard u. Slußmann 15,55. Weinachtsseicr «öpnickcrstroBc 2,—. illuli„Immer lustig und sidcl" 10,—. V. T. V. 7,20. F. Schunle, Cigarcttenarbeitcr 1,—. Verband der Buchdruckereihilfsarbeiter Berlin, Zahlst. II, Neberschutz v. d. Weih- nachtssainnilung 274,60. Slin Biertisch v..L>. Gemmel, Gr. Weg IIS 7,—. D. Äl. Röder 50 7,—. 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Keine Jinitatton, das denkbar Beste der Gegenwart, sowie sämt« liche Zubehörteile, auch Möbel jeder Art und Tricotagen werden in de» GeschästSstcllcii: Nein. Gostlcrstr. 16; Stsglit», Herdcrftraste 6 II; Lahbe, Swmentünberstr. 60 III; Serapbin, Rummelsburg. Kaiitstt. 16, entgegen- genommen. Mitglieder werde» aus« genommen. NB. Um dem grostcn Andrang Im Frühjahr gerecht werden zu können, wird ersucht, Bestellungen schon jetzt auszugeben. Der Vnrsitand. I. A.: W. Hein, Gastier str. 16. Köpenill. Allen meinen werten Gästen, Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, dast ich mein Lokal Schöner- linderstr. 5 an den Genossen Adelt Helling verkamt und bereits übergeben habe. Ich bitte, das mir in so hohem Mäste entgegengebrachte Vcr- trauen auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wolle». Achtungsvoll Alderi Lttppekokl. Bezugnehmend aus obige Btttteilung wird es mein Bestreben sein, für gute Speise» und Getränke Sorge zu tragen und lade ich zum freund- lichen Besuche bestens ein. 392-12* Achtungsvoll ______ AdolJ KelHttg. blutfrische lCaS6U Mk' 2,75 Keulen 1,35, Rücken I iis Wildschwein und Spiesser pfundweife. Oderbr. Gänse, ÄSr, Kaninchen. A. Ritsehl, Dresdenerstr. 61. IV, 1599. Wer Stoff hat, fertige Anzug od.Patetol 2« M. beste Zuthaten, für Sitz gold.Äicd'.l.udwigllngel. Prenzlaucrst. 23.11 Alcxanderplatz. �mptettlen unser Keiles u. dunkles Tafelbier: Gambrinusbräu(Münchener) Nepomukbräu(Pilsener) Bohtnisclies Brauhaus m. Fass- Abteilung; E.andsberser Allee 11/13. T. VII. 5688. Flaschen-„ l'rleden-Strassc 98. T. VII. 1376. Unsre Original-Abzag-Flascbenbiere in fast allen Kolomalvraren-Randlungeit. III. Wahlkreis. Arbeiter- Bildungs- Schule Berlin. Golmtag, den 10. Januar, abends G!/-. tthr, in dem großen Taal der Armiuhallen, Kommandantenstr. SO: Versammlung mit Frauen. Vortrag des Genossen 3. P. Orcmpc über:«Beleuchtung und Heszfragen im"—---»" daushalt des ZlrbeiterS." Sieraus: Gefelliges Beisammensein. Kege Beteiligung erwartet 240/1 Der Einberufer. vi. Wahlicrels (Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den 10. Januar 1904, abends 3 Uhr, im„JügerhauS", Schönhauser Allee 10Z: Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Itaptel.« über:„Die Entwicklung des SocialismuS von der Utopie zur Wissenschaft." 2. Dlskussiom Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein. 213/1� Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Bertrauensmann. Deutscher Helzarbeiter- Verband. Bureau: SO. Engel-Ufer 15.— Fernsprecher: VII, 3578. Hente, Freitagabend 8"2 Uhr, im Grwcrkschaftshanse, Engel-Ufer 15: Silzimg der OHswerwaltung. Elntseteer. Achtung! Freitag, 8. ä. M., abends 8'A Uhr, im Gewerkscbailsbausc, Engel-Ufer 15 (Saal 8); General- Versammlung, m Tages-Ordnung: 1. Bericlit des Vorstandes, der Revisoren und des Lehrerkollegiums. 2. Anträge und Wahl eines Revisors. 3. Sohulangelegenheitcn. 4/4 Beiträge werden entgegengenoromen. Mitgliedsbuch legitimiert. W?" Steinarbeiter.-WW Sonntag, 10. d. 9)1., vormittags 10 Uhr. im Gcnierkschaftshause, Engel-llfer 15(Saal 7) Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: i. Abrechnung vom IV. Quartal. 2. Neuwahl der Ortsverwaltung. 3. Verschiedenes. 172/2 Zahlreiches Erscheinen erwartet Vor V«p«t»i,S. Die Beerdigung unsrer Tochter KcrM Michaelis findet heute mittag IL Uhr vom Trauerhause(Teltowerstr. 12) nach demCcntral-Friedhos in Friedrichs- jclde statt. Oie trauernden Eltern. HUHIig SW. Lindenstraßc 09, Laden Sonntag, 10. d. 9)1., vormittags O'/s Ahr, im GewcrkschaftShause, Engel-Ufer 15(Saal 1): Ausserordentl. Versammlung. Tages-Ordnung: 1.„Die Lohnfrage". Referent: Kollege Schönberg. 2. Bericht der Kommisjion. 3. Neuwahl der Kommission. »WP Der wichtigen Tages-Ordnung wegen ist es jedes Kollegen Pflicht Vi erscheinen._ Die Koiuiulsgion. Heute, Freitagabend 7 Uhr, Zimmer 10: Sitzung der Kommission der Einsetzer und der Bautisebler. Ginntag, den 17. d. M., im Gcwerkschastshaiise, Engel-Ufer 15; Sociale Oichlungen. 77/7 ««saug 6 Uhr.____ Billet 50 Pf. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: GewerkschaftöhauS, Engel-Ufer 15, Zimmer SS. Fernspr.: Amt IV Nr. M7ö. Drauche«- Uersammlungen. Achtung! Gesckirr-kranche. Achtung! Montag, den 11. Januar, abends S'/a Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßftraste 3. TageS-Ordmmg: Dornt» ng»n.i-er Fordernngen. Hndnemn-Sn-che: T»schw». Koffndttllche: Bericht nnd Xonwahl der Agitationskonimission. Achtung! Militär-Branche. Achtung! Sonnabend, den 9. Januar, im Gewerkschaftshanse, Engel-Ufer 15, Saal 7. Tages-Ordnung: 1. Der Heimarbeiterschub-Kongres« und unsere Stellung dazu. 2. Die gesicherte Existeu.; der Arbeiter und die Militärarbeit bei der Weltfirma Loh Söhne. Finoleumltger n. Teppichuäher: �4' t andämenÄ Waaon tiraniilo• Mittwoch, den 13. Januar, abends 6ll3 Uhr, MUgrll-NINNlgk. bei Angnstln, Lindeustr. 09. ikiss«mälu»l-tlro»»ll0' Mittwoch, den 13. Jan.. abends 8-/, Uhr, EllkNINvvrk-NtUNUir. bei Achterberg, Adalbertftr. 0«. Sfhttntl(jfltoritttfptthttrn* Dieustag. den 13. Jan.. ab. 8'/- Uhr, �tilUUll l* IJUlill ilFJlUUlll. bei e. Dörre, Charlottenburg, Wallslr. 90. Wir richten an die Mitglieder das dringende Ersuchen, diese Versammlungen zahlreich und pünktlich zu besuchen. 156/1 Die DrtsverwaUnng. Tisehler-Verein zu Berlin. (£. II. 8».) Sonnabend, de« 9. Januar, abends 8'/» Uhr, Melchior- Straße 15: General- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht über das vierte Vierteljahr 1363. 2. Jahresbericht. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Feslfehimg der Höhe des Sterbegeldes. 5. Bericht der Bibliothekare und Wahl eines Bibliothekars. 6. Erledigung eines Unterftützungsgesiiches und sonstige Anträge. Ausgabe der Billets zu dem am Sonnabend, de» 30. Januar, in „Sanssouei", Kottbuierstr.4a, stattstndenden grofien WieuerMaskenball. Mitgliedsbuch legitimiert. 198/1 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 10. Januar, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, Aleranderstratze 27 c: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Vertrauensmannes und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Abrechnung des Kassierers vom 4. Quartal 1903 und Bericht der Revisoren. 4. Wahl des gesamten Vorstandes. 5. Vereins-Angelegen- heften und Verschiedenes. 31/1 - chen B'''__.. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Kraukkn-Unterstjitznngs-»vd Kegräbnishaffe der Leder- Zurichter Serlius(c.». Nr.«». Sonntag, den 17. Jan., voran. lO'/a Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: tenü-VcrsANMlimg. Tages-Ordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quartal 1903. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vorftandswahl: a) eines ersten Vorstehers; h) eines Schriftführers; o) eines Beisitzers. 4. Wahl der Ersatzmänner. 5. Geschäftliches. 826b Der Vorstand. I.A.:«.Busse. Pelzwaren-Fabrik Gegründet 1864 Xene Hönlgetr. 21, IX verkauft noch einige Tage ihre Reisemuster bestehend aus Pelzstoias, Kolliers, Muffen, Herrenkragen etc. zu billigstem Engrospreis. Es gelangt nur reelle[49/2* Kiirschnerware-zum Verkauf. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und venvaudten Geroerbe. Wir machen hierdurch bekannt, daß die in der Generalversammlung vom 23. September v. I. beschlossene IV. Statutenabänderung sowie die I. Abänderung der Verhaltungsmah- regeln silr erkrankte Müglteder ge- nehmigt sind und am Montag, den t l. Januar d. I., in Kraft treten, so- fem nicht bereits durch gesetzliche Be- stimmungen die Jirkrafttretung am 1. Januar erfolgt ist. Die Beiträge betragen nunmehr .vom 11. Januar ab: I.Klasse 75 Ps., 2. KI. 63 Vf.. 3. KI. 51 Ps.. 4. Kl. 33 Ps.. 5. Kl. 21 Ps. wöchentlich. Der Borstand. Bern h. I o st, G e o r g B ä tz l e r, Vorsitzender. Schristsührer. XL. Druckexemplare der Abänderung können vom 15. Januar ab in unserni Knffenbureau, Engel-Ufer Nr. 15, in Enipsang genommen werden. 270,8 Roh-Tabak. S.Kaueti, n. d. Schwedter strah«. {Bpeehdupehfail Diarrhoe Darmkatarrh| | Vorrätig in Apotheken, Drogenien, Colonialw. mehl ü n u d e r i roii t? n oci.« Schnsteu von Karl Man: Das Kapital. Kritik der politischen Lekonomie. 233/1" 1. Bd.: Der Produktionsprozesz des Kapitals. 4. Ausl. M. 9.—; in Halbsrz. gebd. M. 11.— 2. Bd.: Der Eirlulationsprozeh des Kapitals. 2. Aufl. M.8.—; in Halbsrz. gebd. M. 10,— 3. Bd.: Der Gesamtprozeh der kapitalistischen Produktion. Zwei Teile. M. 10,—; in Halbsrz. gebd. SIL 14.— Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848—50. Mit einer Einlcitnng von Friedrich Engels. M. 1,— Der Bürgerkrieg in Frankreich. Adresse des EKneralrats der Jnter- nationalen Arbeiter- Association. M.—,30 Enthüllungen über den Komm»- nisten- Prozest zu Köln. Mit Einlcilung von Fr. Engels und Dokumenten. M.—,25 Lohnarbeit und Kapital. Separat- ab druck aus der„Neuen Rheinischen Zeitung" vom Jahre 1849. M.—,20 Das Elend der Philosophie. Antwort ans ProndhonS„Philo- sophic des Elends". Deutsch von Ed. Beriiftein und K. KautSky. Mit Vorwort und Noten von Fr. Engels. Brosch. M. 1,50; gebd. M. 2,— Marx vor den Kölner Ge- schworenen. Vrozcsi gegen den Ausschuh der rheinischen Demo- traten wegen Ausrufs zum bc- wasincien Widerstand(9. Febr. 1849). Mit Vorwort von Fr. Engels. Reite Auflage. M.— ,20 Revolution und Konter-Revolution in Deutschland. Deutsch von Karl Kautslh. Brosch. M. 1.50: gebd. M. 2,— Der 18. Brumaire des Louis Bonapartc. M. 1,— Sarg-Magazin und 39281- Bccrdigungs-Comptoir Moldts Mi B. Krahl O Elsenhahnstrasse 37. O Nachruf! 1 Am 5. d. Mts. starb plötzlich» nach kurzem Krankenlager der• Mechaniker L38b{ Otto Heuser im Alter von 39 Jahren. Seins Andenken halten mir in Ehren. Das Personal der Firma C, Eoren®, j Telegraphen- irSignal-Bauanstalk. I Berlin, den 6. Januar 1304. I DieBecrdigung findet am Sonn- 1 I abend, den 9. Januar, nachmittags! 13 Uhr, von der Leichenhalle des 1 ! neuen Jakobi-Kirchhoss in Rixdors- laus statt. iilgsrnMe ImM- um! Steröekasse der Metallarbeiter! Filiale Bixdorf. Am 4. Januar verstarb unser! Mitglied gzllsr rtemmillg. Die Beerdigung ersolgt heute i Freitag, den 8. er., vom Marien-> doiscr Kirchhof(Leichenhalle). 110/4 die Ortsverwaltung. Vereinigung der Berlin I. Am 5. Januar starb unser I [ Kollege Franz Fabry. Die Beerdigung findet statt am I I Freitag, den 8. Januar, nach- 1 I mittags 3 Uhr, von der Leichen-! I Halle des Eenfial- Fricdhoscs in j I Friedrichssclde aus. Um zahlreiche Beteiligung ersucht t 1 124/1 Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Maler. Berlin I. Am 5. Januar ist unser Kollege Oskar Kinne nach einjährigem Nierenleiden ge- storben. Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Geth- scmane- Kirchhoscs in Nieder- Schönhauscn-Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 124/2 Die Ortsverwaltung. Dr. Schünemann Specialarzt sür Haut-, Harn- und Fraiiculeiden, Meydelstr. 9. '/jIS-'/jS,'/„e-VÄ Sonnt. 9-11 Achtung! Bauhandverker. Achtung! Seit dem 6. d. Mts. stehen die Töpferträgcr in der Lohnbewegung. Alle Versuche seitens der Organisation, aus gütlichem Wege eine Regelung der Streitsrage hcrbeizusührcn, lehnte die Innung entschieden ab. Da nun ein grogcr Teil der Firmen die Forderung der Streikenden bereits anerkannt hat, so hat die Organisation rote Arbcitsbcrechtigungs- Karten ausgegeben. Wir richten deshalb das Ersuchen an die organisierten Arbeiter der Baubcrusc, uns in diesem Kampfe zu unterstützen, indem sie die aus den Bauten bcschüsfigtcn Töpserträger nach der Lcgifimationskarte befragen. Jeder Töpserträger, der ohne diese Karte angetroffen wird, arbeitet entgegen den Forderungen derselben und lätzt sich somit als Arbeitswilliger benutzen. Die Ortsvcrwaltuug des Verbandes der Van-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter rSplISi fCleine ßnzeigen. V als IS Buchstaben zählen doppelt. AB wMP S grosic Stuben. Küche, Zubehör, 30 Mark. Bödikerstrnsic 2. 7516» Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vorone bist 2 Uhr, in der Hauptexpedition Linden- strasse69 bis S Uhr angenommen Verkäufe. Restaurant Umstände halber zu verkaufen. Nähere Auskunft Engel- User 12 Im Lokal. ±12* Sichere Lcbcnsexistenz. Eine Bau- und Möbcltischlcrei, Möbellagcr und Sargmagazin. sechs Jahre bestehend, außerhalb mit guter Kundschaft, Miete billig, ist Umsländchawer billig zu verkaufen. Erforderlich sind 2000 Mark. Auskunft erteilt Mantcufsclstrahe 80, Eigarrengcschäst. oder postlagernd Postamt Kricscht O.-S. 135. 815b Oftvorort Fredersdorf, Quadrat- rute mit Kiefern 12 Mark vcrkaust Hausverwaltung Brunnenstrasie IM. 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Ztg.* Der Zuzug sür Stockarbciter aller Branchen ist streug fern- zuhalten bei Schiuiillng A Barta, Thüringerstr. 18. 88/9 Die Ortsverwaltnng. Stnkkateure! Gesperrt bleibt nach wie vor der Neubau des Maschinensabrikanten E. Kortüm, Wullenweberstraße mid Eykc v. Replowplatz-Ecke. 175/13 Die Ortsverwaltnug. Vercmtw. Redakteur: Julius KaliSki, Berlm. Für den Inseratenteil verautw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dr. 6. 21. 2. Kcilqe des Jonuirts" ßtrlititt pIMIntl Itdtdg, 8. Ittttitat 1901. Berliner Partei-�ngelegenkeiten. Zur Lokal-Liste. Der„Spar- und Unterstützungs-Vcrein der Siemens- und Schuckert-Werke". Franklinstr. 20, veranstaltet am Somiabcnd, den 30. Januar 1904, ein Kostümfest in den Hohen- zollern-Säleu, Bandelstr. 30. Dieses Lokal steht der Arbeiterschaft an Versammlungen:c. nicht zur Verfügung, trotzdem versucht man Billets in Arbeiterkreisen abzusetzen. Wir ersuchen, die Karten zurückzuweisen und das Vergnügen nicht zu besuchen. Neuenhagen-Ostdah» und Umgegeud. Sonntagnachmittag 4 Uhr findet die Generalversammlung des Wahlvereins im Restaurant von Nagel in Bruchmühle statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Neuwahl. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht _<_ Der Vorstand. lokales. Aus der Stadtverordneten-Versammlung. Die erste Sitzung im neuen Jahre begann mit der Einführung der im November neu- bezlv. wieder- gewählten Stadtverordneten. Im ganzen waren 51 Stadtverordnete einzuführen. Bon unsrer Seite waren 11 Parteigenossen daran beteiligt, darunter vier Vertreter neu eroberter Wahl bezirke, durch die die focialdcmolratische Fraktion nun von bisher 28 Mitgliedern auf 32 anwächst. Der 83., unser im 17. Bezirk gewählter Genosse Kerfin, muß sich gedulden, bis sein von den Freisinnigen in der vorigen Sitzung für„ungültig" erklärtes Mandat durch das Ober-VerwaltungSgericht, wie wir bestimmt erwarten, für gültig erklärt sein wird. Vorläufig war noch der bisherige Vertreter des 17. Bezirks, der Freisinnige Herr Schern, im Saale erschienen und hatte seinen gewohnten Platz eingenommen, um das ihm nur bis Ende 1903 übertragene Mandat weiter auszuüben. Er hat hierzu das..Siecht", aber in dem vorliegenden Falle hätte er wohl an- gemessener gehandelt, keinen Gebrauch davon zu machen. Die Einführungsrede hielt Oberbürgermeister K i r s ch n e r— er hat das Vergnügen alle zwei Jahre. Was sollte er diesmal Neues sagen? Er sprach von dem alten Bürgersinn, von dem Schutz der Selbstverwaltung, vom Wohl der Stadtgcmeinde, und so weiter. Man kennt die schönen Worte, die bei solcher Gelegenheit gemacht werden — man kennt auch die weniger schönen Thatcn. die ihnen später zu folgen pflegen. Als Herr Kirschucr mit schwungvoller Phrase geschlossen hatte, wurden von ihm die cinzufiihrenden Stadt- verordneten durch Handschlag verpflichtet. Ein halbes hundert Mal wurden da die Hände geschüttelt, aber es war interessant, wie Herr Kirschner es verstand, das Händeschütteln zu nüancieren, je nachdem er einen seiner Getreuen oder einen der gehaßten Socialdemolraten zu verpflichten hatte. Zu den Worten des Oberbürgermeisters fügte der Stadtverordneten-Vorsteher Langcrhans, wie üblich, noch Etliches hinzu. Er warnte davor, übertriebene Forderungen an die Stadtgemeindc zu stellen— das Deficit war eS offenbar, was ihm Pein machte— und, auf den tumulwarischen Verlauf der letzten Sitzung anspielend, mahnte er unter schallendem Gelächter,«immer in Ruhe zu verhandeln, wenn einer auch noch so Dummes sagt". Nachdem noch der Senior, Stadtverordneter Neumann, ein paar Worte an die Versammlung gerichtet hatte, schritt man zur Wahl des Vorstandes. Herr LangerhanS wurde ohne Wider- sprach zum Vorsteher wiedergewählt— noch wagen seine Gegner im Lager der Freisinnigen es nicht, ihn abzusägen. Gegen den von freisinniger Seite gemachten Vorschlag, auch dem Vorsteher- Stellvertreter Michelet die Ehre der AcclamattonSwahl zu er- weisen, erhob Genosse Borgmann Widerspruch. Er schlug den Genossen Singer vor, aber das Ergebnis der Zettelwahl, die nun vorzunehmen war, fiel nicht anders aus als bei früheren Gelegenheiten dieser Art. Singer bekam nur 31 Stimmen, die der nicht vollzählig anwesenden socialdemokratischen Fraktion und einiger Freisinniger, und Herr Michelet>var wiedergewählt. Bei der Wahl der drei Beisitzer schlug Singer, wie in früheren Jahren, für einen der Beisitzerposten Borgmann vor, doch die Mehr- heit der Freisinnigen ist hierfür immer noch nicht zu haben. Borgmann unterlag mit 40 Stimmen. Bei der Wahl der Beisitzer- Stellverttcter wiederholte sich das. Auch hier wurde von Singer für einen der drei Posten Borgmann vor- geschlagen, aber er bekam nur 42 Stimmen. So bleibt die Mehr- heit der Freisinnigen ihrem Grundsätze treu, daß die socialdemo- kratische Fraktion, jetzt nahezu ein Viertel der Stadwerordueten- Versammlung, in dem aus acht Personen bestehende» Bureau nicht «inen Vertreter haben darf. Der weitere Verlauf der Sitzung bot zunächst nicht viel Be» merkenswertes. Erst gegen Schluß gab es noch eine umständliche und zeitweise sehr erregte Debatte über die Geschlechtskranken- Station' des Obdachs. Ueber die Zahl der dort verfügbaren Betten hatte in der Sitzung vom 5. November der Stadttat Weigert Angaben gemacht, die mindestens sehr unklar waren. Ge- nasse Hoffmann hatte dann auf Grund einer sofort im Obdach ein- geholten telephonischen Auskunft abweichende Zahlen mitgeteilt und der Herr Stadtrat lvar zunächst unterlegen. Nachträglich kommt nun der Magistrat mit einer Vorlage, in der er nachzuweisen sucht, daß Herr Weigert im Recht gewesen sei. In der gestrigen Sitzung entspann sich hierüber ein hitziger Streit zwischen unsren Genossen Bernstein und H o f f in a n n auf der einen Seite und den Stadträten Weigert und F i s ch b e ck auf der andern Seite. Es wurde von unfern Rednern festgestellt, daß die von Weigert an- gegebene Zahl Betten zwar vorhanden sein sollte, aber nicht sofort verfügbar war, weil zum Beispiel für viele die Sttohsäcke fehlten. In scharfen, gegen den Magistrat gerichteten Ausführungen wies Genosse Singer darauf hin, daß der Magistratsvertreter besser gethan hätte, schon am ö. November eine unzweideutige Aufklärung zu geben. In die Debatte griff nachher auch noch der Oberbürgermeister in seiner provozierenden Art ein, so daß Genosse Hoff- mann ihm darob zu antworten sich genötigt sah. Erst in der zehnten Sttinde hörte das Wortgefecht auf. Aber in acht Tagen tvird die Versammlung sich mit derselben Geschlechtskranken- Statten aus Anlaß emer andren Vorlage noch einmal zu beschäftigen haben._ Eine Vertretung der Interessen des Auslände? ganz wunderlicher Art ist zur Zeit in forsch„nationalen" Blättern zu beobachten. In der„Welt am Montag" war vor einigen Wochen eine für die Oeffentlichkeit höchst gleichglllttge Klatschgeschichte aufgetischt worden. Der Thronfolger in einem Fabelland sei zu einer ausländischen Sängerin in Liebe entbrannt gewesen: die Künstlerin habe dem Prinzen Gehör geschenkt und als Resultat des Liebesverhältnisses genieße jetzt ein strammer junger Erdenbürger die Freuden des Daseins. Diese Geschichte bezog die Amerikanerin Fräulein Geraldine Farrar, ein Mitglied deS hiesigen Opern- Hauses, auf sich. Nach Mitteilungen, welche„Post" und„Staats- bürger-Zeitung" schmunzelnd brachten, soll nun der Vater der Künstlerin, der sich ebenfalls in Berlin aufhält, in der An gelegenheit seiner Tochter ein Stück Selbsthilfe begangen haben, das ihn, mit dem an deutschen Arbeitern in Streikangelegen- heitcn angewandten Maß gemessen, wegen Erpressung ins Gefängnis bringen müßte. Diese beiden Zeitungen rühmten des langen und breiten die sportlichen Erfolge, die Herr Farrar dank seiner riesigen Körperkräste errungen hat und erzählten dann, daß dieser Amerikaner unter Beihilfe eines Landsmannes den Redatteur Korn von der„Welt am Montag" eines Morgens im Bett überfallen und ihn zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung genötigt habe, in der die Klatschgeschichte als vollständig erlogen bezeichnet wird. Aus einer Ergänzung dieser Darstellung geht hervor, daß auch der Redakteur Ludwig von der„Welt ain Montag", der zufällig während des erwähnten Vorgangs bei Korn zu Besuch lvar, ein Opfer der Farrarschen Selbsthilfe zu werden befürchtete. Die Herren Korn und Ludwig bestreiten in einer öffentlichen Erklärung zwar, daß Herr Farrar sie bedroht habe, die„Staatsbürger-Zeiwng" jedoch bringt von neuem eine Darstellung der Angelegeirheit, die sich mit den vorhin erwähnten Meldungen im wesentlichen deckt; ferner aber ver öffentlicht das Blatt den Wortlaut einer angeblich von den Redakteuren Korn und Ludwig abgegebenen Erklärung, worin konstattert wird, daß der Artikel der„Welt am Montag" sich auf Fräulein Farrar nicht bezieht. ES soll uns gleichgültig sein, ob daS zum Ruhm des Herrn Farrar verkündete Siegesbulletin sich auf Thatsachen stützt oder nicht. Wir stehen ferner durchaus nicht an, zu erklären, daß sich für das inkorrekte Verfahren, das von dem Vater der Dame angewandt sein soll, vom rein menschlichen Standpunkte aus betrachtet, gar manches zur Entschuldigung anführen läßt. Mögen nun die Herren von der„Welt am Montag" so schimpflich gehandelt haben, wie sie nach ihrer Versicherung nicht gehandelt haben, zehnmal schimpflicher ist in diesem Falle das Verhalten der „Post" und der„Staatsbürger-Zeitung". Gewiß, in Arbeiter- angelegenheiten ist es der Beruf dieser beiden Blätter, den böhmischen und polnischen Stteikbrecher zu verherrlichen und den deutschen Arbeiter, der fiir Lohnerhöhung oder Arbeits zeit-Verkürzung kämpft, zu beschimpfen. Aber eine solche Wahrnehmung der Scharfmacher-Interessen kommt doch im Falle Korn-Farrar nicht in Frage. Hier hat ein Ausländer— immer nach der Darstellung der beiden„nationalen" Blätter— einen Deutschen unverblümt mit Gewalt bedroht, einem�wehrlos im Bett liegenden Mann Mißhandlungen für den Fall in Aussicht gestellt, daß er ein sein Ansehen herabsetzendes Schriftstück nicht unterschriebe und so nach der veröffentlichten Darstellung sich der Erpressung oder der Nötigung schuldig gemacht. Statt nun nach den: am Ausländer immerfort gerühmten Grundsatz„Eight or wrang, it's my country" hell in nationaler Entrüstung aufzuflammen, statt die deutsche Regierung zu bestürmen, daß sie die einem deutschen Bürger im eignen Vaterlande von einem Fremden angethane Schmach durch Statuierung eines ab- schreckenden ExempelS so zu rächen suche, daß kein Amerikaner hinfort wage, einen Deutschen scheel anzusehen— statt dessen erleben wir, daß die für nationale Größe schwärmenden Blätter das gesetz widrige Verfahren des Ausländers in den Himmel erheben und für den beleidigten Deutschen nur Spott und Hohn übrig haben. Wie verächtlich muß der Amerikaner von den Deutschen denken lernen, wenn er ihren Nationalstolz an dem Verhalten der„nationalen' Blätter mißt l Staatsanwalt und Schleifstein. Die humanste Behandlung Ver rückter besteht darin. daß man auf ihre Tollheiten eingeht. Gestern wiesen wir auf das tolle Geschreibsel der„Post" hin, worin verlangt wird, daß die Staatsanwaltschaft lvcgen der Vorgänge bei der Abgeordnetenwahl in Rixdorf gegen die socialdcmokrattschen Wablmänner einschreite. Wir hielten die preußischen Behörden für vernünftig genug, nicht auf das Verlangen der„Post" einzugehen, da sie einsehen müßten, daß der Staatsanwaltschaft in neuerer Zeit genug Niederlagen und der Socialdemokratie, wenigstens nach staats erhaltender Auffassung, gerade genug Triumphe bereitet worden sind. Sei eS nun, daß wir die Intelligenz der maßgebenden Persönlichkeiten in Preußen zu hoch eingeschätzt haben, sei eS daß man der Form Ivegen den einflußreichen Hintermännern des Hetzblattes entgegenkommen will, genug, die„Post" teilt heute mit, daß sie vom Ersten Staatsanwalt am Landgericht II die Mel- dung erhalten habe, daß Ermittelungen darüber im Gange sind, ob anläßlich der Abgeordnetenwahl im Kreise Teltow strafbare Handlungen vorgekommen sind. Nicht allein die socialdemokratischen Wahlmänner des Kreises Teltow, sondern auch unsre Partei im großen und ganzen kann diesen Ermittelungen der Staatsanwaltschaft mit dem Gefühl der Wurschtigkeit entgegensehen. Gesetzt, die Staatsanwaltschaft brächte es wirtlich fertig, einen Wahlmann etwa deswegen vor gut- gesinnte Richter zu bringen, weil er Frau Stubenrauch seine Stimme gegeben hat, und diese Richter brächten es fertig, diesen Unglücklichen mit Hilfe des groben Unfugs- oder gar des Beleidigungs-Paragraphen zu verurteilen— was wäre damit in staatsrettender Hinsicht gewonnen? Uns Socialdemokratcu böte sich in solchem Prozeßverfahren die erwünschte Gelegenheit, auch an Gerichtsstclle die Erbärmlichkeit des Dreiklassenwahl-Unrechts aufzudecken und so die Bevölkerung gegen das perfide Unrecht, unter dem sie seufzt, so wirksam wie vielleicht noch nie aufzustacheln. Also nur recht eifrig ermittelt, liebe Staatsanwaltschaft! Die Schmach dieses Unrechts wird immerhin auch im Bürger- tum hier und da empfunden. Die„Berliner Zeittmg" bringt eben- falls eine Betrachtung über die Vorgänge in Rixdorf, die ihr von einem liberalen Wahlmann zur Veröffentlichung zugesandt worden ist. Darin heißt es am Schluß: „Auf ein Wahlrecht, das selbst der erste Kanzler des Deutschen Reiches das elendeste aller Wahlshsteme genannt hat, ist das Wort des vierten Kanzlers von der„Majestät des' Gesetzes" nicht an- wcndbar. Diesem Gesetz sich entgegenzustellen, ist Pflicht eines jeden, der es mit der konstitutionellen Verfassung Preußens in Wahrheil ernst und ehrlich meint. Die Aenderung des preußischen Wahlrechtes in ein geheimes, gleiches, direktes und allgemeines Wahlrecht würde eine wahrhaft pattiotische That darstellen, nicht aber die Erfüllung des Geschreis nach Ausnahmegesetzen gegen die Socialdemokrattc und nach dem Staatsanwalt zur Strafverfolgung der Rixdorfer Genossen." Wo uns Triumphe sondergleichen in Aussicht stehen, möchten wir beinahe wünschen, der Staatsanwalt sähe in den Leuten von der„Post" nicht bemitleidenswerte Paralytiker, sondern nähme sie contra naturam ernst. Ist das preußische Wahlunrecht noch nicht blamiert genug, dann wird es durch einen solchen Strafprozeß der all- gemeinen Verachtung preisgegeben werden! Die Stadtverordneten- Berspmmlung hat durch Beschluß vom 11. Februar 1897 das Projekt des Radialsystems XI ge- nehmigt, ferner den Bau dieses Systems nach dem aufgestellten Teilprojekt in der Höhe des Kostenanschlages von 3 300 000 M. und endlich die Einleitung des EnteignungsverfahrcnS für die zur Ausführung des Teilprojektes erforderlichen Sttaßen, zugleich hat sie auch für diesen Zweck die Summe von 1 000 000 M. aus der An« leihe zur Verfügung gestellt. Verbraucht sind hiervon nur 309 340 M., so daß noch rund 3 Millionen Mark verfügbar sind. Mit der Ausführung des Radialsystems soll unverzüglich nach Regelung der Frage für die definittve Gestalttmg des' Platzes F begonnen werden. Dann ist es nur eine Frage'kurzer Zeit, daß die fteien Plätze und Felder an der Greisswalderstraße verschwinden. Der Ausschuß des Berliner Gcwerbcgerichts für Gutachten und Anträge hat einstimmig folgenden Antrag genehmigt:„Die gesetz- gebenden Körperschaften möchten beschließen, durch das beabsichtigte Gesetz die Kaufmannsgerichte an die Gewerbegerichte durch Ein- richtung besonderer Kammern mit aus Wahlen hervor- gegangenen kaufmännischen Beisitzern anzugliedern." Der Bor- sitzende, Magistratsrat, Gewcrberichter v. Schulz, wies bei der Be- sprechung darauf hin, daß in Oestteich die Frage deS Wahlmodus der Beisitzer schon im Sinne dieses AnttageL geregelt worden fei. Der Ausschuß hat gleichzeitig beschlossen, den von einer Kommission ausgearbeiteten Entwurf zu einem neuen Lohnbuch anzunehmen, an den Bundesrat einen Antrag auf Einführung dieses neuen Lohn- bucheS einzubringen mit der' gleichzeitigen Bitte, falls der Bundesrat in der Sache nicht mehr kompetent sei, den Anttag dem Reichs- kauzlcr zur weiteren Veranlassung zu überlveisen. Weiter wurde beschlossen, den Bundesrat zu ersuchen, die Bestimmungen des § 114a Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung dahin zu ändern, daß die Eintragungen in die Lohnbücher auch imt Tintenstift gemacht werden dürfen. Die Fenersicherheit der Theater. In dem Bestreben, die Gewähr- leistung für die Fenersicherheit der hiesigen Theater nach Möglichkeit zu verstärken, hat der Polizeipräsident angeordnet, daß die bisher lediglich von der Feuerwehr ausgeübte Konttolle in Zukunft von Beamten der Schutzmannschast und der Feuerwehr in folgender Weise bewirkt werden soll: Allabendlich vor der Kasseneröffnung werden särnt- liche Theater einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, bei welcher die Beamten der Schutzmannschast vorwiegend auf das Zuschauerhaus, die der Feuerwehr auf das Bühnenhaus ihr Augenmerk zu richten haben. Die Eröffnung der Kasse und der Einlaß des Publikums darf erst stattfinden, wenn nach Abschluß der Begehung die Dircktton von dem leitenden Beamten die ausdrückliche Ermächttgnng hierzu er- halten. Ilm ferner das sichere Funktionieren des eisernen Vorhangs zu gewährleisten, der in allen Theatern mit Ausnahme einiger, mit uuverbrennlichen Dekorattonen versehener, mit Versenkung und Schnürboden nicht ausgerüsteten Theater(z. B. Trinnon-Theater, Wintergarten) angebracht ist, hat der Polizeipräsident vorgeschrieben, daß dieser Borhang nicht nur wie bisher am Schluß der Vorstellung, sondern auch in der großen Pause herab- zulassen ist. Es steht zu hoffen, daß diese Maßnahmen in Verbindung mit der bekannten Thatsache, daß vom Anfang bis zum Schluß jeder Vorstellung eine zuverlässige Feuerwache auf der Bühne anwesend ist, dem Publikum daS Gefühl der Sicherheit in den hiesigen Theatern geben und so auch für den Fall einer scheinbaren Gefahr daS Entstehen einer Panik verhüten wird. Daß die Behörde es sich nach wie vor angelegen sein lassen wird— so schließt die polizei-offiziöse Mitteilung—, auf die Ver- vollkommnung der Sicherheitsvorkchrungen in den Theatern mit Nachdruck hinzuarbeiten, bedarf kaum der Erwähnung. Die städtische Schuldcputation macht durch Rundverfügung an die Rettoren der hiesigen Gemeindeschuleu bekannt, daß nach einer Mitteilung der Deputation für das städtische Turn- und Badewesen die neuen für das Kalenderjahr 1904 geltenden Berechtigungskarten für Gemeindeschulkinder zur Benutzung der Schwimmhallen und Brausebäder in den fünf städtischen Volks-Badeanstalten: Turm- sttaße 85a, Schillingsbrücke 2, Bärwaldstr. 64, Dennewitzstt. 24a und Oderbergcrstr. 67/58 im Bureau der Kranken- ec. Anstalten, Rathaus, Zimmer 114, 3 Treppen, unentgeltlich gegen Ouittung in Empfang genommen werden können. Bei Vorlegung der Karten werden den Schulkindern Schwimm- und Brausebäder zu dem ermäßigten Preise von 10 und 5 Pf. in den genannten Volks- Badeanstalten verabfolgt. Die Nordbahn, die bisher nur zwei Geleise hat, soll, wie feiner Zeit mitgeteilt ivnrde, bis Hermsdorf viergeleisig ausgebaut werden. Die Arbeiten sind im vorigen Jahre in Angrist genommen worden, nachdem das preußische Abgeordnetenhaus die erste Baurate vc- willigt hatte. Jetzt geht die Eisenbahndircttion mit dem Plane um, die Strecke bis Oranienburg hin viergeleisig auszubauen. Es haben dieser Tage bereits Vermessungen sowie Verhandlungen wegen An- tänfeS der erforderlichen Terrains stattgefunden. Das Projekt soll in kurzem zur Ausführung kommen, was auf die Verlegrmg der Hofjagden vom Grunewald nach dem Oranienburger Forst zurück- zuführen ist. Auf frischer That ertappt wurde vorgestern, Mittwochabend, ein alter Einbrecher in dem Hause Memelerstt. 35. Eine Frau aus dem Hause hatte im Keller zu thun gehabt. Als sie sich schon wieder auf der Treppe irach ihrer Wohnung befand, fiel ihr ein, daß sie etwas vergessen hatte, und sie kehrte noch einmal zurück. Nun sah sie einen Lichtschein im Keller, von dem sie vorher nichts wahr- genommen hatte. Vermutend, daß ein Einbrecher sich eingeschlichen habe, rief sie den Wirt, der dann die Hausthür abschloß und mit mehreren Mietern den Keller absuchte. Hier fand man einen ge- wissen Wilhelm Herrmann, einen alten Sünder, der im Zuchthause grau geworden ist. Er hatte schon verschiedene Verschlage erbrochen und behauptete dennoch, den Keller nur aufgesucht zu haben, um darin zu übernachten. In seinen Kleidertaschen aber fand man ver- schicdene Sachen, die er aus den Verschlagen herausgeholt hatte. Die Kriminalpolizei, der man ihn übergab, nahm ihm noch eine Menge Pfandscheine ab, die über goldene Uhren und dergleichen aus- gestellt find, und einen schönen Schlüsselring init vielen kleinen Kassettenschlüsseln. Der Ring trägt die Aufschrift Souvenir, ein schön gearbeiteter Schlüssel ans emer Kassettenfabrik, die in der Kochstt. 36 sich befindet, die eingeschlagene Nummer 9. Die Eigen- tümer dieser ohne Zweifel auch' gestohlenen Sachen können sie im Zimmer 30 des Polizeipräsidiums in Empfang nehmen. Ein Opfer des Eisenbahnbetriebes. Im Dienste tödlich ver- unglückt ist gestern abend um 9 Uhr der 39 Jahre alte Eisenbahn- Rangierer Karl Gröning aus der Katzlerstt. 7, der seit sieben Jahren auf dem Anhalter Bahnhof angestellt war. Gröning half auf dem Bahnhof an der Dorkstraße einen Güterzug zusammen- stellen und stand, wie das gewöhnlich geschieht, während der Fahrt dieses uges auf dem Trittbrett eines Wagens. Da der Tritt unter der Zitterung etwas glatt geworden war, so glitt der Unglückliche ab, fiel hin und wurde von dem folgenden Wagen überfahren. Die Räder schnitten ihm beide Beine ab und verletzten ihn auch am Unterleib so schwer, daß die Eingeweide heraustraten. Gröning tarb nach kurzer Zeit an der Unfallstelle unter den Händen ziveier Aerzte. Seine Leiche ivnrde beschlagnahmt und nach dem Schau- hause gebracht. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit einer zehnjährigen Tochter und einem siebenjährigen Sohne.— Der Fall ollte der Eisenbahnverwaltung doch zu denken geben, ob sich in dieser Jahreszeit nicht ein andrer Modus beim Rangieren ein- uhren läßt. Verloren gegangen ist am Sonntagabend ein Markenbuch, welches Beitragsmarken des Centtalverbandes der Maurer, eine Zahlliste sowie Legitimationen enthielt. Der Finder wird gebeten, den für ihn wertlosen Fund im Verbandsburcau der Maurer, Engclufer 15, Zimmer 29, abzugeben. Seit Beginn des neuen JahrcS ist die Berliner Feuerwehr nicht wariger als 110 mal alarmiert worden. Gestern früh um'/z7 Uhr kam iir einer Wohnung Grünstr. 1 im ersten Stock des Quer- gebäudeS Feuer aus. Es brannten dort der Fußboden, die Valken u. a. Die Wohnung war bei Ankunft der Feuerwehr schon Vollständig verqualmt und drangen desHall) die Sappeure über einen Hakcnlcitergang von außen durch die Fenster ein. Durch kräftiges Wasfcrgebeu gelang eS die Flammen auf das erste Stock' werk zu beschränken. In der letzten Nacht entstand in einer Dach' kammer Lüneburgerstr. 0 ein Brand, der längere Löschthätigkeit er- forderte. Gleichzeitig hatte die Wehr in der Ebcrtystr. 25, 1 zu thun, wo Tuchballen, der Fußboden u. a. brannten. In der Lortzingstr. 30, am Grünen Weg 76 u. a. Stellen gerieten Weihnachtsbäume� Möbel:c. in Brand. Kellerbrände mußten in der Bocckhstr. Weinmeisterstr. 18 u. a. Orten gelöscht werden. Gardinen, Wäsche, Kleider, Möbel ec. brannten in der Neuen Königstr. 60, Luckenwalder straße IIa usw. Ferner wurde die Wehr nach der Urbanstr. 102, Bethanien-Ufer 8, Leipziger Platz usw. gerufen. Nach England geflüchtet. Der Inhaber der seit 1896 existierenden Wäsche- und Schürzenfirnra H. L. Berkowitz, Neue Friedrichstr. 65, hat unter Hinterlastung einer großen Schuldenlast die Flucht er griffen. Berkowitz ist Ende Dezember nach England gereist, um. Ivie er sagte, seine dortigen Jnkassi zu besorgen. Das war nur Vorwand zur Flucht, denn die anfangs Januar fälligen Wechsel sind uneingelöst geblieben. Die Gläubiger, hiervon verständigt, hatten sofort eine Versammlung einberufen. Die Schuldenlast, die der Flüchtige hinterlassen, beziffert sich auf ungefähr 225 000 M., denen etwa 53 000 M. Aktiva gegenüberstehen. Berkowitz hat besonders nach England hin viel exportiert und dort auch Lager unterhalten. Die Waren sollen hier zu Schleuderpreisen verkauft tvorden sein An dem Zusammenbruch sind sehr viele Berliner sowie auswärtige Firmen beteiligt. Herr Sommerfeld, Inhaber eines Ateliers fiir Damenkonfektion in der Templinerstr. 12. teilt uns mit, daß er zu dem Institut zur Ausbildung vmi Schneiderinnen, das anl Sonntag unter der- Stich- niarke„Eine Schneiderinnenschnle" in unserm Blatt erwähnt wurde, keinerlei Beziehungen hat._ Der Lese- und Diskutierklub„Südost" feiert anr Sonntag in Kellers Festsälcn, Koppenstraße, sein 13. Stiftungsfest. Die Festrede hält Genosse Paul Singer. Da das Konzertprogramm vorzüglich zusammengestellt ist, so steht den Parteigenossen ein genußreicher Abend bevor. Wintergarten. Von den Plakatsäulen lockt wieder in Riesen- große die verrenkte Linie der spanischen Tänzerin, die sich die schöne Otsro nenneil mutz. Sic tritt diesmal auch in einer pantomimischen Opiunlbearbcitung deS alten Galathö-WunderS auf und verbiegt die langen und schlanken Glieder nicht nur spanisch, sondern auch alt- asshrisch, babylonisch oder ägyptisch, wir Wissens nicht genau. Gegen Erkältungen ist die Dame teilweise durch einen Halsunischlag von Brillanten geschützt. UebrigenS besitzt ihr Partner im ftunimen Spiel chte bemerkenswerte Ausdrucksfähigkeit, die er opfert, ohne die schöne Otvro zu etlicher Anmut in ihren Bewegungen oder selbst nur zu natürlicheil TempcranlentSailsbrücheii verführen zu können. Der Körper der Weltberühmtheit ist nun einmal auch seelisch nur höchst mangelhaft bekleidet; alles scheint mühsame Dressur, auch die Schönheit.— Tie Specialitätcu zeigen die erstaunlichen Fortschritte der Technik auf dem Gebiete der Artistik. Wie viel Scharfsinn steckt in diesen Apparaten, wie viel Witz in den„Tricks" und wie viel unermüdliche Arbeit, Kraft und Gewandtheit in den Ausführungen! Zwei Kunstschützinnsn entwickeln eine Sicherheit, daß sie fähig wären, die Sterne vom Himmel herunterzuschießen. Ein Jongleur, der nichts anrührt, ohne es zuvor ein paarmal durch die Luft gewirbelt zu haben; selbst ein Brief wird auf diese Weise ins Couvert befördert. Zwei Drahlseilkünstler, die auf dem schlappen Seil wie auf festem Boden turnen. Und so Iveiter. Anr dankbarsterr ist aber das Publikum noch immer für die Couplets Otto ReutterS, deffen bedeutendes Talent statt an politischer und socialer Satire, dank den Weisungen der Polizei, an kleinen Spähen vergeudet lvird. Ein Kostümfest feiert die Freie Bolksbühne morgen Sonrrabend im großen Saal der Neuen Welt in der Hasenheidc. Auf diesem Fest wird sozusagen die ganze Menschheitsgeschichte Spießruthen laufen; alles was seit den Zeiteir deS alten Babel bis zur herrlichen Gegenwart an irgendwie beträchtlichen Lokalereignissen sich voll- zogen hat, wird nrit einem Aufwand, einer Pracht, gegen die selbst die Ausstattung des philosophischen Dramas im CirkuS Schumann sich verkriechen muß, der verwunderten Mitwelt zu Gemüte geführt werden. Die Mitglieder der Freien Volksbühne thun gut, sich schleunigst mit Eintrittskarten zu 60 Pf. zu versehen, und so dafür zu sorgen, daß emc nie wiederkehrende Gelegenheit, Gemüt und Geist zu bereichern, auf keinen Fall ungenutzt vorübergehe. Theater. Infolge der Schließung des Opernhauses muß die für Dienstag, den 12. d. M., im Neuen königl. Opern-Thcater(Kroll) geplante„Vorstellung zu Gunsten des schwer erkrankten Opernsängers Karl Swoboda" verlegt werden. Dieselbe findet nunmehr definitiv am Dienstag, den 23. Februar er., bei unverändertem Programm statt. Die bereits gelösten BilletS behalten für diesen Tag Gültig- keit.—„Das Schwalbennest", Operette in drei Akten von Henry Herblay, deren Urcmssührung am Sonnabend, den 9. Januar, statt- findet, ist von Direktor Ferenezh in Scene gesetzt, die musikalische Einstudierung besorgte Kapellmeister Siegfried Moritz. Die Damen Mia Werber, Hcnny Wildner, Natalie Günther-Hahn, Irene Stuart und Fritzi Sieder sowie die.Herren Emil AlbeS, Rudolf Ander. Oskar Braun, Martin Klein. Adalbert Lieban, Rudols SemuS sind mit den Hauptrollen betraut.— Im Schiller-Theater befindet sich gegenwärtig das dreiaktige Schauspiel„Ein Duell" von dem Wiener Bühnenschriftsteller Franz Wotff, dem Verfasser des in Wien zur Aufführung gelangten Schau- spiels„Kinder der Großstadt", in Vorbereitung. Das Stück, das in Wien voraussichtlich erst im Frühjahr gegeben wird, wurde von der Direktion des Schtller-Theaters zur ersten Ausführung erworben. Die Premiere findet in nächster Woche im Schiller-Theater 0. (Wallner-Theatcr) statt.— Im Luisen-Theater geht beute, Freitag,„Der Veilchcnfresser" von Gustav v. Moser erstmalig in Scene. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Damen Stauffen, RabrowSka, Hüstcl. Rottftein und der Herren KruSzynski, Bartels, Techel und Majewski._ Höö den Nachbarorten. Eharlottenbnrg. Genosse G oerke ersucht unS in seiner be- kannten Angelegenheit um die Aufnahme folgender Zuschrift: „Wie leichtfertig und einseitig auch jetzt noch vom Wahlvereins- Vorstand in meiner Angelegenheit verfahren wird, beweist die Notiz im„Vorwärts" vom Mittwoch, die mich, neben allen Beschuldigungen seit IV, Jahren, auch noch jetzt in ein schiefes Licht setzen soll. Dem- gegenüber stelle ich folgendes fest: Am 20. Dezember abends sagte ich im Valkshanse zu dem Genossen Emil Müller, er könne mich in den Wahlverein überschreiben, da man den Wunsch hierzu geäußert habe. Am 21. Dezember zog ich dicS jedoch bereits wieder zurück, nachdem ich mir überlegt, daß eigentlich gar kein Grund vorläge, dem Königsberger Wahlverein den Rücken zu kehren, umso- weniger, als ich in ersterem wahrhaftig nicht karr behandelt wurde. Nachdem nunmehr 11 Tage verflossen sind, wundert der Vorstand sich, daß ich„sofort widerrufen" habe. Wenn man mir ferner den Vorwurf macht, ich hätte durch meinen Widerruf den„einzigen in der Partei üblichen Weg des lokalen Schiedsgerichts unmöglich gemacht," so verweise ich auf die Behandlung meiner Angelegenheit nr betreff der schwersten Anschuldigungen, die einem Parteigenossen gemacht werden können. Ich bestreite deshalb dem Vorstande ganz ent- schieden das Recht, mit einem Male ein Schiedsgericht zn verlangen, weil es sich um einen eben gewählten Stadtverordneten handelt. und bemerke hierbei ausdrücklich, daß ich vor der Wahl zweimal gegen die Aufstellung Sellins zum Stadtverordneten-Kandidaten an zuständiger Stelle Protest erhoben habe, worüber man zur Tages- ordnmig überging mit der Begründung,„daß ich nicht mehr Mit- glied der hiesigen Organisation sei". Als Genosse und Kommunal- Wähler wurde ich einfach beiseite geschoben. WaZ die„belveiskosen Beschuldigungen" betrifft, so wird man mir ja hoffentlich Gelegenheit geben, das gerade Gegenteil von„beweiSloS" festzustellen." Hierzu wird uns aus den Kreisen der Charlottenburger Partei genossen geschrieben: Genosse G o e r k e sagt, daß seine Meldung zum Wiedereintritt in den Charlottenburger Wahlverein am 20. Dezember, sein Wider' ruf der Anmeldung am 21. erfolgt sei, so daß er wohl berechtigt war, von einem„sofortigen Widerruf" zu sprechen. Dem Vorstand war in seiner Sitzung am 23. Dezember nur von der Anmeldung Mitteilung gemacht worden, woraus sich der Beschluß des Vorstandes erklärt. Am Schluß seines Schreibens drückt G o e r k e nun die Hoffnung aus, daß ihm Gelegenheit gegeben werde, die„beweislosen Be schuldigungen" zu beweisen. Ilm so unverständlicher ist es dann, daß er sich weigert, vor einem Schiedsgericht zu erscheinen. Zum Vorsitzenden desselben war, wie er wußte, ein Genosse bestimmt, der von der ganzen Angelegenheit nichts kannte. und auf die weitere Besetzung des Schiedsgerichts hat er denselben Einfluß wie die Gegenseite, die übrigens nur Genossen vorzuschlagen beabsichtigte. die nicht in Charlottenburg wohnen und bisher von den erwähnten Dingen nichts wissen. Durch einen Sturz vom Pferde getötet lvnrde am Dienstag der Ulan Erich W e se l e r aus Breslau, welcher bei der 2. Eskadron des 1. Garde-Ulancn-Regiments in Potsdam seiner Dienstpflicht genügte und als Offiziersbursche simgiertc. Mi den zwei Pferden seines Offiziers, die sehr stallmutig waren, weil sie in den letzten Tagen daheim geblieben waren, machte Weseler einen AnSritt nach Bornim. Als er auf dem Rückweg bei der sogenannten Katzensäule am Ruincnberg vorüberkam, bäumte sich daS Pferd, auf dem' er saß, plötzlich hoch aus und warf ihn ab. Dabei schlug Weselcr mit dem Kops ans einen sestgcftorcnen Chausseeschmutzhansen und erlitt einen Schädelbruch, an dem er bald darauf im Gamisonlazarctt verstarb. Serickts-Leitung. Was sich lieit, das neckt sich— sogar in Plötzensee! Der Konditor Moritz Friedmann auS Budapest war' gezwungen, einen einjährigen Aufenthalt in der Strafanstalt zu Plötzensec zu nehmen und teilte dort einen Schlafranm mit dem HändlungS- kvmmiS Moritz Goldbarth aus Berlin, der gleichfalls eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hatte. Eines TageS im Juni kamen beide in einen heftigen Streit über die Schönheit der deutschen Frauen, denen Goldbarth einen Ruhmeskranz flocht, während Friedman» nur die heißblütigen Ungarinnen als schön an- erkennen wollte. Der Streit wurde immer heftiger und G. brachte durch hämische Sticheleien seinen Freund in solche Wut, daß dieser Miene machte, ihm mit seinem Tischmesser zu Leibe zu gehen. Nur das Dazwischentreten seiner Mitgefangenen hielt ihn von einer großen Thorhcit ab. Am Nachmittag desselben TageS waren beide am ge- meinsamcn Arbeitstisch an der Strumpf-Strickmaschine beschäftigt. G. hatte vom Gefängnisarzt ein Mittel gegen Magenschmerzen erhalten, welches einen recht unangenehmen Geruch verbreitete. Er trug die Flasche mit Medizin bei sich und bereitete sich ein Specialvcrgnügen daraus, seine Mitarbeiter durch häufiges Oeffncn der Flasche zu belästigen, bis ihm diese Freude auf ergangene Beschwerde durch den Werkmeister verleidet wurde. Er konnte aber nicht umhin, dem Friedmann noch einige Tropfen auf seinen Platz zu schütten und aus diesen? Grunde kam es abermals zwischen beiden zum Streit. Fr. warf ihm eine Wall- pindel vor die Brust?md G. revanchierte sich, indem er jenem eine Strumpfform gegen den Hinterkopf warf und ihm dabei eine stark blutende Wunde beibrachte. In seiner Wut nahm alsdann Fr. ein eisernes Schüreisen, welche? am Ofen lehnte und wollte dainit auf seinen Gegner losschlagen. Der hinzueilende Gefangenen- Auffehcr verhinderte jede weiteren Gcloattthätigkeiten. Friedmann und Goldbarth hatten sich auf Grund dieser Vorgänge eine Anklage wegen gegenseitiger Mißhandlung zugezogen und hatten sich gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts ll zu verantworten. Eine Anzahl Strafgefangener mar zum Termin vorgeführt worden. Friedmann, dessen Strafhaft gerade am Verhandlungstage ab- gelaufen war, wurde wegen Bedrohung zu drei Tagen, wegen Körperverletzung zu sechs Tagen Gefängnis verurteilt, Goldbarth erhielt wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges eine Zusatzstrafe von neun Tagen Gefängnis. Die Sammelwut. Ein Briefmarkendiebstahl von erheblichem Werte führte gestern de?l 22jährigeu Handlungsgehilfen Adolf Jäger vor die vierte Strafkammer des Landgerichts I. Am Nachmittage des 7. Dezember vorigen Jahres besuchte der An- geklagte das GeschästSlokal des BriefmarkenhändlerS Waske in der -ricdrichstraße. Er führte eine schwarze Mappe mit Brieftnarken bei ch, die er auf den Ladentisch legte und erklärte, daß er seine Sammlung durch einige seltene Exemplare zu ergänzen be- absichtige. Er traf aus den ihm vorgelegte?? Marken seine Auswahl, bezahlte dafür gegen zeh?? Mark und entser??tc sich wieder. Erst an? Abend bemerkte Waske, daß ihm ein weitzeS Heft, ivelcheS eltcne asiatische m?d afrikanische Marken z??m Werte von über 1000 Mark enthalten hatte, abhanden gekommen lvar. Er???achte der Kriminalpolizei Anzeige, die alle Briefmarkenhändlcr vor dem An- kaufe warnte. Diese Maßregel hatte Erfolg. Schon am folge??dcn Tage erschien bei der Fir?i?a Kossäk ein jmiger Mann, ivelcher die beschriebenen Marken zu??? Kaufe anbot. ES war der Angeklagte, der sich schleunig wieder e??fferntc, als er?uerkte, daß ma?? Verdacht schöpfte, cS gelang aber bald seine Jirhastnahme. Im Termine suchte der Angeklagte die Sache so darzustellen, als ob nicht ein Diebstahl, sondern nur eine Unter- 'chlagung vorliege. Erst auf der Straße habe er bemerkt, daß er beim Zusammenlegen seiner Mappe ein ftemdes Heft vcrsehc??tlich?nitgcnommen habe und da sei er der Ver- iichnng erlegen, eS zu behalten. Die Belveisaufnahmc ließ den Angeklagten im Stich. Der Staatsanwalt hielt ihn für einen gewerbsmäßigen Briefmarkenmarder, der auf Diebstahl auS- gehe und dessen sonst bei ihm gefundene?? Bestände wahrschei??lich a?lch aus Diebstählen herrührten.- Er beantragte gcge?? ihn neun tvlonate Gefängnis. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Meyer- tein, räumte ein, daß ein Diebstahl?md nicht eine Unterschlagung vorliege, nahm aber den Angeklagten gcgci? den Vor- wur? in Schutz, daß er ein gewerbsmäßiger Bnefmardcr sei. ES habe sich ihm die Gelegenheit zur Ausführung.deS Diebstahls geboten und feine Sammelwut habe über seine Moral gesiegt. Mit Rücksicht fer??er darauf, daß der Bestohlcile sei?? Eige??tum zurückerhalte?? habe, beantrage er ein weit niedrigeres Strafmaß. Der Gerichtshof trat diesen AuSsührui?aen bei und verurteilte dei? Al?geklagten?mr zu zwei Monaten Gefängnis, lvovon drei entlang. UllversehenS stiZrzte einer der Knabe?? ab und berfchwcm» in den Fluten; die zur Hilfe herbeieilende Mutter stürzte gleich« falls in den Stto??? urid ging»nit ihrem Kinde in dm Wellen unter. Wochen wurden. durch die crlitlene U?itersuchungshaft für verbüßt erachtet Die Stransberger Pferdewurst-Affairr, die seiner Zeit in Stta??Sbcrg einige Aufregung verllrsachte, beschäftigte gestern die vierte Straf- kammer des Landgerichts II in der Berusiingsinstanz in einer gegen die Kaufle?lte Otto Kunitz ilnd Otto Horn gerichteten A??llage wegen Vergehens gegen das Nahr????gsn?ittelgesetz. Die Angeklagten waren beschuldigt lvorden, Pferdewursi, die ihnen aus Berlin geliefert wurde, als Schlack-, Salami- und Mettwurst verkaust zu haben. Das Strausberger Schöffengericht hatte sie am 18. September stet- gesprochen, weil eS den Angeklagten glaubte, daß sie nicht gelimßt hätten, statt reeller Wurst Pferdewurst zu erhallen. Die gestrige abermalige Verhandlung vor der Strafkar??mer endete mit der Auf- Hebimg des freisvrechcnden Erkenntmsies und Verurtcil?lng der An- geklagten zu je 50 M. Geldstrafe eventuell zehn Tagen Gefängnis. Vermiscktes. Aus Köln a. Rh. wird unS berichtet: Ein schreckliches Unglück hat sich Mttwochabeird in Godesberg ereignet. Eine Dame spazierte mit ihren neun- resp. zwölfjährigen Knaben am hohen Rheinufer Bo?? rinn» schwere» Unglück wurde am Dienstag früh die Arbeiterfa?nilie Hensge in Wilsdorf bei Jena heimgesucht. Ii? Abwesenheit der Eltern, die ihrer Arbeit nachgingen, schürte das fü??fjährige Söhnchen das Feuer i??? Ofen. Dabei ist ihm jedenfalls ein Stück brennender Tors auf die Kleider gefallen, die alsbald Fc?lcr finge??. Im Zim?ner befanden sich l?och z>vei Geschwister in? Alter vo?? drei und einem Jahr. Alle drei Kinder sind erstickt. Die beiden älteren fand ma??, i??it Brandwunden bedeckt, u??tcr den? verkohlten Bett, wohin sie in ihrer Angst gekrochen waren, das jill?gste in? Kinderwagen, Ivo es die Eltern beim Verlassen der Wohnung hineingelegt hatten. Zwei ältere Geschwister befanden sich in der Schule. Urter den Ausfall der Proviantlieferung für die deutsche Siidpolar- Expeditton auf dem„Ganß" wird der„Vossischen Zeitung" berichtet: Die Vorbereitungen für die Ausrüstung ivurdei? bereits l'/2 Jahre vor Antritt der Reise begonnen, Jiti ihre hohe Bedeutung' für daS Gelingen der Expedition beionders von deren Leiter, Professor Dr. v. Drygalsli, von Anfang an hervorgehoben lvnrde. Es sollten vor allen Dingen die Fehler vermieden werden, die schon so oft andren Expeditione?? verhängnisvoll geworde?? wäre??. Dia der deutschen Expeditton gelieferten Arttkel sind erst fä???tlich durch- probiert Wörde??, wobei sich mißer Professor v. Drhgalski auch der Expedittonsarzt Dr. Gazert und der Geschäftsinhaber der Jnter- ??attoi?aren Schiffsbedarss- Gesellschaft Karl Bödiker beteiligte??. Diese Arbeit lvar ai? sich schon eine umfangreiche und inüh« saine, außerdem galt cS aber auch, eine Zusammenstellmrg zu treffei?, welche die zur Ernährung des Menschen erfordcr- lichen Fleisch- u??d Gemüsewaren i?n richtigen Verhältnis zu einander und dies« mit den geeigneten Mengen Stickstoff- Substanzen, Fett und Kohlehydraten, enthielt. Da keinerlei Mög- lichkeit gegeben lvar, den Bedarf später aufzufüllen?md etwaige Fehler lvicder gutzumachc??, wurden peinlich genaue Bercchlmngcir angestellt, deren Ergebnis eil? in jeder Hinsicht befriedigendes lvar. Prvfessor v. Drygalsli sagte in seiner Erwiderung arif die bei der Heimkehr in Kiel an ihn gehaltene Begrüßungsrede des Unter- 'taatöselretärS Dr. Hopf, daß noch nie eine Expedition so gut ausgerüstet gewesen sei, wie der„Ganß". Und bei cii?er andern Gelegenheit in Gegenwart des Prinzen Heinrich hob Drygalsli den„ansgezcichnctei? Proviant" hervor, der ilnn von der Ausrüstungsfirma Bödiker geliefert worden war. Kapitän Rufer und seine Mannschaften erklärte!? einstimmig, daß sie noch nielnalS so gut verpflegt gelvesen seiei?; sogar die Butter sei bis zum letzten Tage vorzüglich gewesen. Dabei ist zu bedenke??, daß die Butter 2s/4 Jahre alt geworden ist, und lvaS dazu gehört, un? Waren wie Brot, Hefe, Schinkel?, Wurst, Milch, Käse, Fische und Dörr-Obst so lange bralichbar zu erhalte??. Der vom„Gauß" zurückgebrachte Proviant ist durch von der Bremer Handelskammer ernannte Sachverständige und Privatbeamte des Norddeutschen Lloyd auf seine Beschaffenheit eiilgchend uiltersucht worden. Diese gaben übereillstimlnend ihrer lebhaften Befriedigung über die Güte der Proviantartikel Ausdruck. DaS RcichSa?nt des Inner» hat beschlösse??. von den? gesamten Proviant je eine Dose oder Kiste zur diesjährigen Weltausstellung in St. Louis zu senden, wo die dam? drei bis vier Jahre alte?? Waren den Ruhm und die Ehre der heimischen Industrie verkünden solle??. Die amerikanische Eisinbahlikatnflrvphc. Wie zu dein Eisenbahn- Unglück bei Willard noch gemeldet lvird, lourdc der Rauchsalonwagen in einen folgenden dichtbcsetzte?? Wagen hineingeschoben, wodurch die Insassen des letztere?? zu einer unfön?ngen Masse zerquetscht wurden. Zur Bergung der Leichen mußten die Seitenteile des Wagens ellt- ernt werden. Unter den? Salonwagen läge?? drei Passagiere, die noch Lebenszeichen von sich gaben; zwei vo?? ihnen verstarbe??, ohne daß sie ihre Namen angebe:? koiulten. Die leichter Verletzten be- tciligtcn sich an de?? Rettungsarbeiten. Die verstümmelten Leiche« bieten mit den getötete?? Tieren des Viehznges einen grauenerregen- den Anblick. Bisher wurden 10 Tote und viele Schlververletzte ge« borgen. 43 Person«? durch Platzen rineS Kessels getötet. Me auS Sydney gemeldet wird, sind an Bord des englischen Kreuzers „Wallaroo". der nach Hobart(Tasmanien) unterwegs war, durch Platzen eineS Kessels 13 Personc?? getötet worden.„Wallaroo" hat die Nachricht von dem Unglück durch Zeichen l?ach der Insel Montague, die 230 Meilen südlich von Sydney liegt, gegeben. Der Kreuzer wird morgen in Sydney wieder cintteffen. ßnefbaften der Redaktion. Jurirtilchcr Cell. Tie jmiftischc Tlircchstuild- findet täglich mit ZluSuahme des Saunabends b«u l'/i bis Olla Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Adebar. Die Kasse hat zu zahlen.— H. 58., Rixdorf. Anspruch aus Unfallrente steht dem Arbeiter zu.— Hermann H. Die Kündigung ist gültig.— W. M. 1. Welche Rechte und Pflichicii jemand auS einem Ver» trage zustehen, läßt sich nur nach Ein! ich i des Vertrages sagen. 2. Wenn der Loitettemann Ihnen trotz Ihrer Ablehnung Lose zusendet, so sind Sie zu?.- �urücksendmig nicht verpflichtet, auch wenn er Porto beioesügt bat. Einem legitiimerlcn Boten müssen Sie das Los zurückgeben.— H. Ä. Sti. Falls keine die VerjährungSsrist unterbrechenden Handlungen vorgekommen ind, findet die Verjährung stall: zu t in 5 Jahren, zu 2 in 4, zu 3 in 30 Jahren. H. S. 594. Ja. Der MiciSstcmpcl ist alljährlich sür das Kalender» jähr zu cnttichicn.— H. W. 32. 1. Darüber bestehen leine gesetzlichen Vorschriften. 2. Leider ja. 3. Ja: der Bater kann sür jeinc minderjährige Tochicr als deren gesetzlicher Vertreter llagen.— Wilhelmstr. 68. Neil». — E. F. G. Wenden Sie sich an die Versichcrlmgsanstalt. Diese ist be» rechtigt, aber nicht verpflichtet, Sie einer HellanstaXt zu überweise». Marktpreise von Berlin am 6. Januar 1904 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. -Weizm, gut D.-Ctt. mittel gering »Roggen, gut mittel gering -j-Gerste, gut mittel gering -eHajer, gut mittel gering Richtstroh Heu Erbse»? Speiscbohncn Linsen • ab Bahn. + sie! Wagen und ab Bahn. Kartoffel::, neue D.-Ctt. Rindfleisch, Keule 1 kg bo. Bauch„ Schweinefleisch, Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechle Barsche Schleie Bleie Krebse 69 Stück 1 kg per Schock 7,00 1,80 1,50 1,60 1,80 1,80 2,80 5,00 2,40 2,80 2,80 2,20 1,80 3,00 1,40 15,00 5,00 1,20 1,10 1,00 1,20 1,10 2,00 3,00 1,20 1,40 1,20 1,20 0,80 1,40 0,80 3,09 Wttteruugsnbersicht vom 7. Januar 1994, morgruS 8 Uhr. Statt««» Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien >= S— £ 2 E2« ■ W 771 SW 772 ns 772 i* 770 W W Detter »x c S» f" Dunst Ibedeckt Ibedcckt 2 bedeckt 3 bedeckt l bedeckt 773 M Wetter-Prognoie für Ruhiges, vielfach nebeliges, erhebliche Niederschläge. -8 _ 2 -6 — 1 -6 Stationen Ota « s 3>— taparanda clersburg Corl Aberdee» Paris S 2 S 5 764; SSW 773. o 756 O r7ip SO Detter 2 bedeckt 1 Schnee I.Nebel �bedeckt -äs; t" = äS m a -s -7 9 -2 Freitag, den 8. Januar 1904. zeitweise aujllarendcS Frostlvettcr oh?« Berliner ZSetterbnrea?». �lerantw. Redakteur: Julius KaliSki, Berlin. Wr den Jnscratentell verantw.: Th. Gl-ck». Bc.lin. Dru* n. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.