Ur. 8. Bbonnc mtnls-Bedingu ngcn: Abonnkniciils- Preis pränumerando! »icrtcljährl. �,Z0 MT, monatL 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagS- »umincr mit illuftriertcr Sonntags» Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Nbonncmenl: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post- ZeitungS- Preisliste. Unier Kreuzband für Teutschland und Oesterreich> Ungarn Z Mark, für da! übrige Ausland z Mari pro Monat. 21. Jahrg. «klchiinl ligllch auBtr montagi. Vevliner Volksblstk. Die TntertionS'Gebüljr belrägt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gcwrrlschasllichc Vereins» und Persanimlungs-Slnzeigen 35 Pfg. „Kleine Hmtigen". das erste ffelt- gedrucktcs Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchsladen zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis ö Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: „S»laldtn»knt R«rll»". Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Redahtton: SA. 68, Lindcnetraaec 69. Kernsprecher: Amt FV, Nr. 1983. Sonntag, den 10. Januar 1004. Sxpcdttion: 8 öd. 68» Lindcnetraeec 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Ein Dokument vom Klassenstaat. Die sächsische Regierung hat den Vorschlägen zur Um- gestalwng des Wahlgesetzes von 1896 eine Denkschrift beigegeben, in welcher die Geschichte der Wahlrechtskämpfe in Sachsen skizziert, die verschiedenen Reformmöglichleiten besprochen und ihre eignen Vorschläge einer Art von Begründung unterzogen werden. Wie die Vorschläge des Ministeriums Metzsch die grenzenlose Ratlosigkeit der sächsischen Regierung erweisen, wie sie sich aus den von ihr selbst verursachten Schwierigkeiten herausziehen soll, so bedeutet die er- läuternde Denkschrift eine wahrhaste Fundgrube zur Erkenntnis der klasscnstaatlichen Auffassungen, in denen eine heutige Regierung ver- fangen ist. Die Denkschrift hat die Absicht, ein neues Wahlgesetz, das teils eine„berufsständische', teils eine direkte Dreiklassenwahl einführen will, als ein vortreffliches und als Garantie für eine heilsame Eni- Wicklung Sachsens zu erweisen. Dabei muß sie von dem Ein- geständnis ausgehen, dasi dieselbe R e g i e r u n g, die jetzt wiederum den Anspruch erhebt, ausgezeichnete Vorschläge zu machen. im Jahre 1896, als sie denselben Anspruch erhob und jede Kritik niederschlug, die größte»Fehler begangen hat. Ohne dies Eingeständnis könnte die Notwendigkeit der Einführung eines neuen Wahlrechts nicht behauptet werden. Das Eingeständnis fordert aber sogleich die Frage heraus: Wie ist es möglich. Vertrauen zu den neuen Vorschlägen derselben Regierungs- Vertreter zn fordern, deren Befähigung im politischen Irrtum so offenbar geworden ist? Im zweiten Kapitel der Denkschrift—„Ist das gegenwärtige Wahlrecht einer Acnderung bedürftig?"— wird das Wahlgesetz von 1896 umsassend kritisiert. Diese Kritik ist natürlich nur eine ge- milderte Wiederholung von Beweisgründen, welche einsichtigere Leute schon 1896 erhoben haben, welche aber damals unbeachtet gc- lassen wurden. Jetzt wird zugestanden, daß durch das jetzige Wahl- gcsetz die städtische Bevölkerung gegenüber der ländlichen schwer benach- lciligt ist, daß in der Klasseneinteilung der Wähler jede grundsätzliche Regelung fehle, daß gleichen Pflichten höchst ungleiche Rechte gegenüber- stehen. Ferner wird jetzt zugegeben, was gleichfalls von unsrcr Seite vorhcrgcsagt wurde, daß d i e E r w a r t u n g e n, die man in das Gcsetz von 1896 gesetzt hat, sich nicht erfüllt haben:„Die socialistische Bewegung hat im allgemeinen an Heftigkeit nicht ab-, sondern eher zugenommen". Und endlich kritisiert die Rcgiermigs- denkschrift das gepriesene RcgierungSwerk von 1896 durch das Zu- geständnis. daß die dritte Wählerabteilung stets durch die beiden oberen Abteilungen überstimmt werden müsse: „Da aber die 3. Abteilung über 80 Proz. der Urwähler um- saßt, so crgiebt sich ohne weiteres, daß ein ganz erheblicher Bruchteil der sächsischen Wählerschaft eine ihrem Willen eut- sprechende Vertretung überhaupt nicht besitzt und unter dem be- flehenden System das Wahlrecht weiter BolkSkreise nahezu illusorisch geworden ist." DaS alles wurde 1896 ausführlich und gründlich der Regierung dorauSgercchnct, aber damals schlug kurzsichtige Rücksichtslosigkeit alle Beschwörungen in den Wind, llnd es wäre völlige Unkenntnis in der Psychologie sächsischer StaatSkunst, wenn man sagen wollte, daß die Erkenntnis des Unrechts und die gerade Absicht, zum Recht umzukehren, jetzt die späte Selbstkritik geboren hätte. Nein,„die Erwartungen haben sich nicht erfüllt",«die social- demokratische Betvegung hat an Heftigkeit eher zugenommen"— so wird gar verschämt das Ergebnis der glorreichen Wahlentrcchtungs- Politik zugestanden, da der 16. Juni 1903 keinerlei Zweifel übrig gelassen hat. Ohne die rastlose Attion des sächsischen Volkes gegen das ihm angethane Unrecht, ohne den fortdauernden durch Wahlbeteiligung geförderten Protest gegen das Klassenwahlsystem, ohne den grandiosesten aller Reichstags- Wahlerfolge, würde die Regierung des Herrn v. Metzsch heute wie damals auf die Vortrefflichkeit des Wahlgesetzes von 1896 schwören. DaS bindert aber natürlich nicht, daß die jetzige Kritik der Denkschrift unfern Parteigenossen ausgezeichnete Waffen im Kampfe gegen daS bestehende Wahlunrecht liefert, durch deren Benutzung die sicher zu erwartenden konservativen Versuche, jede Reform zu hintertreiben, durchkreuzt werden können! Bei aller Kritik deö Gesetzes von 1896 versucht aber die Denk- schrift, die Einführung desselben durch die damaligen Zeit- Verhältnisse zu rechtfertigen. Hier nwß die Denkschrift zu der offenbaren Wahrheitswidrigkeit greifen, daß das Dreiklassengesetz in„Rotwehr" beschlossen werden mußte, um der völligen lieber- schwemmung der Zweiten Kammer des Landtag? durch social- demokratische Vertreter vorzubeugen. Abgesehen davon, daß solche „Vorbeugung" eine brutale Vergewaltigung in GesctzeSform gewesen sein würde, da aus RechtSgründcn nicht abzuleiten ist, daß ein Parlament nur konservativ und reaktionär über- schwemmt werden darf.— war jene« 1896 bereits von den Ver- gewaltigungSparteien vorgebrachte„Notwehr'gerede schon um des- willen eine wahrheitswidrige Ausflucht, weil unter den 83 Mitgliedern der Zweiten Kammer immerhin nur IS Socialdcmokraten saßen und weil bei der WahlkreiScinteilung keine Möglichkeit auf bedeutende Vermehrung der Mandate in den nächsten Wahlperioden bestand. Die Denkschrift freilich, um daS damalige Verhalten noch nachträglich zu beschönigen, giebt vor. daß eine Acnderung deö Wahlrechts leicht hätte unmöglich werden können, da sie eine Zweidrittelmehrheit erfordert haben würde. Die Denkschrift kennt anscheinend die sächsische Verfassung schlecht, denn eine solche Bestimmung existiert nicht. In Wahrheit wurde 1896 das sächsische Volk durch die ReaktionSpartcien entrechtet, weil sie der unbequemen Kritik der Soeialdcmokraten, die sie schon aus den Kommissionen ausgeschlossen hatten, lcdig lvcrden wollten, weil sie die ruinöse Gesetzgebung, die sie die folgenden Jahre hindurch betrieben haben, ungestört betreiben wollten, und weil sie der die Opitz und Mehnert kennzeichnenden StaatswciShcit huldigten, daß das Volk, wenn sein Wahlrecht illusorisch geworden, politisch verstummen und die Landesgesetzgebung der Reaktion über- lassen ivcrde. In der Entschuldigung dcS KlasscngesetzeS von 1896 mit„Not- wehr" liegt jedoch zugleich das kennzeichnendste für die Klassen- staatSanschauung, welche die sächsische Regierung beherrscht und welche unvermindert in den Lorschlägen der jetzigen Schcinreform dauert. Wenn das Gesetz von 1896 ein Behelf der Not war, wird sich nicht ein Wahlgesetz, wie es jetzt vorgeschlagen wird, in wenigen Jahren gleichfalls als AuSkunfts mittel des Augenblicks erweisen? Wie das Gesetz von 1396 plötzlich aus zügelloser Wut gegen die Socialdcmokratie ausgeworfen wurde, so soll jetzt eine Umgestaltung geschehen, um der Unzufriedenheit, die sich übermäßig rührte, zu begegnen. Besonders peinlich ist der sächsischen Regierung die Unzufriedenheit in sonst„gut sta-"..' altenden" Kreisen, die Unzuftiedenhcit der nationalliberalen Großindustriell... und Kommerziellen, die Unzuftiedenhcit der Beamten, Lehrer, Pro- fessoren,— also wird das neue Wahlgesetz auf diese Unzufriedenheit zugeschnitten. Zeigt sich nach einiger Zeit andrer„staatscrhaltcnder" Unwille, so wird die sächsische Regierung wieder unigestalten u. s. f. Die sächsische Regierung erzählt in dankenswerter Sclbstentblößung, daß„ein ideales, allen gerecht werdendes Wahlrecht überhaupt nicht ausfindig zu machen ist". Die sächsische Regierung kennt nur ein Wahlrecht von Fall zu Fall, von Augenblick zn Augenblick. Die sächsische Regierung bekennt sich zum„Recht"„je nach Umständen"! Die Denkschrift leistet einen Abschnitt über Grund und Wesen des Wahlrechts von philosophischem Tiek'mn. Die Dresdener Geheimräte haben sich zur Erkenntnis durchgerungen, daß nur eine gänzlich veraltete Anschauung behaupten könne,„das allgemeine und gleiche Wahlrecht sei sck">n aus allgemeinen Rechtsgründen geboren". „Alte naturrcchtliche Lehre von der Gleichheit und ursprünglichen Gleichberechtigung aller Menschen"; die Geheimräte sind durch die „historische Schule" gegangen und wissen bessere Weisheit. Sie erklären„daS Wahlrecht vielmehr als eine öffentliche Funktion. die eine Befähigung voraussetzt". Sie erklären, daS Wablrccht cnt- springt ans„politischen Zweckmäßigkeitsgründen", es gestaltet sich „nach der Lage der Verhältnisse". Gewiß könne auch ein gleiches Wahlrecht von Wert sein, nämlich:„wenn die Umstände es er- fordern"; daS fast gleiche Wahlrecht von 1868, das bis 1896 in Sachsen bestand,„wurde durch die Lage der Verhällnissc veranlaßt", denn damals„sollte das allseitige Interesse an dem Fortbcstand des sächsischen Staates wachgerufen... lvcrden". Heut scheint dieses allseitige Interesse dem sächsischen Staat nicht mehr nötig zu sein! Das Wahlrecht gilt in der sächsischen Denkschrift nicht als ein Grundsatz, sondern„lediglich als Mittel zum Zweck". Die Denkschrift beruft sich zur Begründung dieser„Wissens�aft" auf— die Socialdcmokratie, die sich des Wahlrechts bediene„für die Gewinnung der Herrschaft im Staate". Die Denkschrift weiß natürlich, daß dieser Zweck von allen Parteien gleicherweise verfolgt wird und es ist politischer Betrug, wenn die allen Klassen und Parteien gemeinsame und berechtigte Absicht der Machtgewinnung gleichgesetzt wird der rechtswidrigen Absicht, die Ungleichheit des Wahlrecht? zum Zweck der Herrschaft einer Klasse über andre Klassen zu erhalten oder herbeizuführen. Um diese reiz- volle Irreführung noch reizvoller zu gestalten, wagt die Denkschrift weiter diese Unterstellung: „Daß nach Erreichung dieses Zieles, 11 a ch der Einrichtung dessen, was Karl Marx und Friedrich Engels selbst als die Diktatur des Proletariats bezeichnet haben, das allgemeine und gleiche Wahlrecht sofort verschwinden würde, wenn eS diese Herrschaft infolge von Rückschlägen gc- fährdcn könnte, ist nach allen Erfahrungen...als sicher an- zunehmen." Die cynische Unterstellung eines zukünftigen Rechtsbruches der Socialdcmokratie, soll die RcchtSbrllche der sächsischen Gegenwart beschönigen und die Lehre vom Wahlrecht als bloßem„Mittel zum Zweck' stützen. Diese treffliche Lehre wird alsdann in der Denk- schrift wahrhast denkwürdig also des näheren dargelegt: „AuS alledem geht hervor, daß das Wahlrecht kein Recht ist. daS um seiner selb st willen besteht, daß es nicht Selbstzweck, sondern nur Mttel zmn Zweck ist, eine öffentliche Funktton, die der Förderung der je iv eiligen Staats zwecke, der salus rci publica© sallgcmeinen Wohlfahrt) dienen soll, die auch dem Wahlrecht gegen- über suprema lex(höchstes Gesetz) ist. Da nun aber die Aufgaben des Staatswesens nach Zeit und Umständen verschieden sind, so wird sich die Frage nach dem geeignetsten Wahlsysteme stets auch nur für eine be st im mte Zeit und einen bestimmten Staat beantworten lassen. Es wird deshalb zu erörtern sein, welche Aufgaben dem Königreich Sachsen in gegenwärtiger und nächster Zeit gestellt sind, welche Zusammensetzung die Volksvertretung erfordert, um diese Ausgaben in befriedigender Weise zu lösen und welches Wahlsystem endlich die erforderliche Gewähr für die Erzielung einer so besähigten Volksvertretung bietet." Es wird die wunderbare Kunde enthüllt, daß es sich in Sachsen „um die Lösung neuer Gegensätze auf wirtschaftlichem und socialem Gebiete" handelt und daß im heuttgen Kampfe der Klassen„die an dem„Kampfe" beteiligten VolksUasscn ausreichend vertteten" fein müssen. Die Klassen, die„ausreichend vertteten" sein müssen, welche sind das aber?„Industrie und Landwirtschast, besitzende Klassen und Mittelstand müssen gerade unter unsren heutigen Verhältnissen im Landtage vertteten sein." Auf diese Art stellt die Denkschrift die Aufgaben fest, die dem Königreich Sachsen gestellt sind, aus diesen tiefgründig festgestellten Voraussetzungen ergiebt sich das Wahlsystem, da» ca. 160 000 Wahlberechtigten 67 Kammermandatt und andrerseits ca. öö0l)00 Wahlberechtigten 16 Äammcrmandatt zuspricht I So dient die Regierung des Staate? Sachsen der salus rei publica©, die auch dem Wahlrecht gegenüber suprema lex ist Welches ist die Wohlfahrt des Staates und was gebietet sie alt höchstes Gesetz? Die Wohlfahrt des Staates beruht in der Er- Haltung und Förderung der„besitzenden Klassen", sit gebietet ein Wahlrecht, das diesen Klassen die Herrschaft, die wirt- schastliche Bereicherung, die Monopolisierung der Bildung, du Ausbeutung der Arbeiterschaft sichert. So überwindet du sächsische Regierung zugleich die„alte uaturrechtliche Lehrt von der ursprünglichen Gleichberechtigung aller Menschen" und zugleich den vermessenen Anspruch von»50 000 Staats- bürgern. daß ihnen, gerade Iveil sie die Schwächeren und Unbemittelteren und darum doch keineswegs die politisch»imdet Besähigten, das gleiche Wahlrecht gebühre und damit die gleicht Möglichkeit, ihre Interessen zu fördern und den Staat nach den Bedürsinssen der Gesamtheit zu gestalten. Der Staat— das sind wir!, sagt die sächsische Denkschrift Wir— die Besitzenden! Weil wir die Besitzenden, darum nehmen wir als„Recht", unsre Besitzintcresseu zu fördern, und da diese Kulturaufgabe der Besitzsördcrung durch ein Wahlrecht nach Klassen und nach Berufen— unter Ausschluß der Arbeiterschaft— sich ttefflich betteibcn läßt,— also entspricht solches Wahlrecht dem „Staatswobl", der„Gerechtigkeit"! Selten ist die Aufgabe, den heutigen Staat als Staat der Be- sitzenden, als Staat der Ausbeuter, als Staat gegen die Aus» gedeuteten zu erweisen, so ausgezeichnet gelöst worden, als in dieser Denkschrift der sächsischen Regierung.— poUtifcbe(leberficbt. Berlin, den 9. Januar. Recht! Die gestrige Nummer des„Vorwärts" enthält neben einander zwei Thatsachen unsreS RechtSbcttiebeS, die durch ihr bloßes Dasein mehr wirken als irgend eine krittsche Bemerkung. Dem freisinnigen Politiker Dr. Barth war während der Wahl- agitatton der durch nichts begründete Vorwurf cineS schweren Ver» brechens gemacht, des Stimmenkaufes. Der Vorlvurf ist in einem konservativen Flugblatt öffentlich erhoben und verbreitet lvordcn In dem konservativen Wahlkomitee, das für diese nieder- trächtige Verleumdung moralisch verantwortlich war, saß auch ein Mitglied der Staatsanwaltschaft in Köslin. Seit dem Sommer nun bemüht sich Dr. Barth vergebens um Rechtsschutz. Der Erste Staats- anwalt lehnte zunächst das beantragte Ermittelungsverfahren ab. Erst auf die Bcschivcrde beim Justizmiuister verstand sich die sonst so aktionslustige Staatsanwaltschaft zum Einschreiten. Die Ver- breiter des Flugblatts wurden ermittelt, aber der Staatsanwalt lehnte nunmehr die Verfolgung der Schuldigen ab. Beschwerde bei der Obcrstaatöanwaltschaft in Stettin. Ergebnis: Dem KöSlinet Staatsanwalt wird recht gegeben. Die Verfolgung der Verleumdet ist unthunlich, iveil sie ein berechtigtes Interesse hatten s§ 193). „Weshalb"— so argumenttert der Oberstaatsanwalt in Köslin— sollte dieser Schub des 8 193 entfallen, wenn jemand cö zur Wahr- nehmung seiner Interessen für gcbotea erachtet hat, ans ein vermeint- liches Verbrechen seines Gegners hinzuweisen?" Es ist demnach Rechtens in Preußen, daß fkon- scrvative!) Wahlagitatoren ein berechtigtes Jnter» esse haben, ohne die Spur eines Beweises poli- tischen Gegnern den Vorwurf eines schweren Verbrechens ins Gesicht zu schleudern. Wer dam etwa ein konservatives Recht auf Verleumdung proklamiert sehe, möchte, dem würde der Oberstaatsanwalt in Stettin seelenruhig antworten:„Weshalb nicht?" Das Gegenstück: Zwei socialdemokratische Redakteure werden zt der harten Strafe von IvMonaten und einer Woche Gefängnis verurteilt da sie wahrheitsgemäß berichtete Thatsachen mit der denkbarste» Milde glossiert haben und in einen, Fall einen begreiflichen Jrrtu» des Berichterstatters weiter gegeben haben. Es wird festgestellt, das erregte centtumSfeindliche Rtenschenmasien nach dem ungeschicktc» Eingreifen einer centrumsfreundlichen Polizei sich zu Thätlich- leiten hinreißen ließen; das socialdemokratische Blatt wandte deshalb einen technischen Ausdruck fiir solche Fälle an: Die Polizei habe provoziert. Strafantrag drei Monate. Urteil ftinf Monate! Ein«er- wundeter wird auf einem Mistwagen transportiert, er stirbt im Ge» fängniS; der„Vorwärts" findet den Transport„empörend". Ei,. Zusammenhang zwischen dem Transport und dem Tod wird von den Sachverständigen verneint. Ein solcher Transport eines Verwundeten bleibt aber trotzdem für socialisttsches Empfinden„empörend". Für preußische Gerichte aber sind derartige Gefühle— beleidigend. In Stettin hat man zwar das Recht, Gegnen, verleumderisch Verbrechen vorzuwerfen, in Berlin jedoch wird die socialdemokratische Empörung über den Mistwagen-TranSport eines Verwundeten mit vier Monaten geahndet. Und endlich daS— sagen wir— daS Unverständlichste. Ein Amtsvorsteher schreibt von einem Erschossenen, es sei ihm ganz recht geschehen und verbreitet über den Toten falsche ehrenrührige Behauptungen. Der„Vorwärts" bezeichnete dies Verhalten als„sehr gemütstief". Der Amtsvorsteher hat „guten Glauben", der„Vorwärts" wird zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt; der Vertteter der Anklage beansprucht sogar sechs Wochen wegen solchen Frevels. Vielleicht hätte der„Vorwärts" den Vertretern der oberschlesischen StaatSretterei als seinen Gegnern ivahrhcitswidrig Ver» brechen Vorwürfen sollen. Wcsljalb sollte iniS dann nicht das birechtigte Interesse zugesprochen werden. Die Entscheidung in Stettin, das Urteil in Berlin— man braucht beide Erscheinungen ans nnsrem Rechtsstaat nur neben- einander zu halten. Die bürgerliche Presse schweigt über daS llrieil. Die Ccntrums- organc insbesondere schweigen über den im Prozeß unter Eid bc- kündeten ungeheuerlichen klerikalen WahltcrroriSinuS. Air werden versuchen, sie zum Reden zu zwingen.— Tie Kanfmanusgcrichte. Wir wiesen gestern schon darauf hin, das; der Gesetz entwurf über die Kaufmännsgerichte dein Statut die Fest- setzung eines Wahlverfahrens überläßt, gegen das ernste Ein- Wendungen zu erheben sind. Obwohl es den Grundsatz ans- stellt, daß Jbie Wahlen unmittelbar sind, hebt es im folgenden Satze diesen Grundsatz wieder ans durch die Zulassung mittelbarer Wahlen. Die Uebertragung der Wahl der Unternehnler-Beisitzcr auf die Handelskammern und der «"ich, lfen-Beisitzcr ans die Rrantentassen-Lertretcr ist nicht nur dasselbe, sondern etwas noch Schlimmeres wie die Wahl shstcmc mit Wahlmännern bei politischen Wahlen. Tic Wahl Männer werden wenigstens nur zu dein einen Zwecke gewählt und tonnen deshalb in Stücksicht auf diese Funktion ausgewählt werden; die Wahl der Beisitzer zu den üaufmannSgerichtcn will man Personen im Neben- umte übertragen, die zu ganz andren Zwecken bestellt und noch ganz andren Gesichtspunkten ausgewählt sind. Für die Unternehnicr- Beisitzer kommt hinzu,' daß in Preußen die Handelskammern nach dein Dreiklassensystem gewählt werden, so daß den kaufmännischen Prinzipalen für die Zusammen setzung einer modernen socialpolitischcn Institution nichts weniger als daS bankrotte prenßischeLandtagswahlsystenr beschert werden soll. Für die Wahl der Gehilsen Beisitzer kommt in Betracht, daß man wohl gerade in kleineren Orten von der Freiheit der Wahlrechtseinschränkung Gebrauch machen wird, und daß dann, sofern man die kaufmännischen Krankenkassen- Vertreter als Wahlkörper bestimmt, nur ganz wenige Personen als„Wähler" in Frage kämen, so wenig, daß man nicht nichr von einer Wahl, sondern ihatsächlich nur noch von einer Ernennung reden kann. Tainit hängt es vermutlich zusammen, daß jüngst die Meldung durch die Presse ging, man sei noch nicht sicher, ob man die Beisitzer der Kauf- mannsgerichte nicht auch durch Ernennung bestimmen lassen wolle. Bei einem so kleinen Kreise von„Wählern", wie es in kleinen Orten die kaufmännischen Krankenkassen-Bertreter wären, läge natürlich bei der großen Abhängigkeit der Handlungsgehilfen die Ernennung der Gerichtsbeisitzer praktisch in Händen der Prinzipale; eS wäre mit der Unmittelbarkeit der Wahl auch die grundsätzlich vorgeschriebene geheime Wahl praktisch ausgehoben. Tie paar kaufmännischen Krankenkassen-Vertreter müßten„wählen", wen die Prinzipale vorschlagen, und zwar wen die in der Handelskammer herrschenden großen Prinzipale vorschlagen. Also ihatsächlich daS Ernennungsrecht der kauftnünnischen Großtäpitalisten für die Gehilfen-Beisitzer zum Kanfmannsgcricht. Dieses System ist unbedingt abzulehnen. Die zweite Möglichkeit, die Uebertragung der Wahl an die am Sitze des Gerichts bestchcndeu Verbände der Handlungsgehilfen, läßt die verschiedensten Deutungen zu. Aus der Begründung erfährt man nur, daß es sich„unter Umständen empfehle, die mit einer besonderen direkten Wahl in der Regel verbundenen Weitläufigkeiten zu vermeiden". Das ist schon deswegen hinfällig, iveil in der Praxis KaufmannSgcrichte schwerlich an solchen Orten entstehen werden, wo keine Gcwerbcgerichte bestehen; jedenfalls dürfte das nur ganz vereinzelt vorkommen. Und wo man einnial die mit der Wahl der GewerbegerichtS-Beisitzer verbundenen„Weitläufigkeiten" überwunden hat, da wird die direkte Wahl der Beisitzer zu den KausmannSgeri'chtcn auch keine erheblichen und vor allen Dingen keine unüberwindlichen neuen Weitläufigkeiten verursachen, zumal nichts im Wege steht, die Wahlen zu beiden Gerichten gleichzeitig zu erledigen. Und wie denkt man sich die Uebertragung an die Verbände? Sollen da auch die Vertreter, also die Verwaltungen, folglich nur einzelne Personen die Wahl vornehmen oder soll sie von allen Mitgliedern der Verbände vorgenommen werden'{ Im Gesetzentwurf steht darüber nichts, wohl aber ist aus den Wendungen der Begründung die Vermutung zu entnehmen, daß man die Weitläufigketten vor allen Dingen vor der direkten Wahl befiirchtet und, sie würden ja bei der Wahl durch alle Mitglieder der Verbände ebenso groß sein wie bei der Wahl durch alle am Orte befindlichen Gehilfen. Woher diese ganz unerwartete scheinbare Organisationsfreundlichkeit des Bundesrats gerade bei den Kanfleuten? Er- klärt sie sich vielleicht daraus, daß unter den kauf- männischen Angestellten noch die sogenannt gutgesinnten und sogar die ganz harmlosen reinen Unterstützungs- Verbände dominieren? Wir hätten gar nichts dagegen, würden es so- gar lebhaft begrüßen, wenn bestimmt ivürdc, daß zu allen socialpolttischen Einrichtungen nur die Mitglieder der Berufs- organisationen wahlberechtigt sind, das müßte dann aber für alle Berufe gelten und hätte die gesetzliche Anerkennung und den gesetzlichen Schutz der Berufs- organisationen und ihrer Thätigkeit zur Voraussetzung. Daß Ulan gerade den kmismämiischeu Verbänden ein solches ausschließendes Recht übertragen lvill zu einer Zeit, wo sich die Berufsorganisationen der Arbeiter der ausgesuchtesten Feindschaft aller Behörden erfreuen, das erweckt den Verdacht, daß man Gelegenheit siitden möchte, den focialpolitisch fortgeschrittene Verband der Handlungsgehilfen bei den Wahlen kalt zu stellen. Der Verdacht ist umso berechtigter, je unbestimmter und unklares die Vorschrift im Texte des Gesetz cntwurfs ist, so daß der statiltarischen Regelung durch die Verwaltungsbehörden weitester Spielraum gewährt ist. In der vorgeschlagenen Fassung werden die aufgeklärten Hand lungsaehilfen der Vorschrift keinesfalls zustiinmen. Einige andre Punkte des Entwurfs werden wir noch bc- sonders erörtern._ Die Gcwcrbcgerichtswalst i» Esse». Die Krupp- Affaire mit ihren Folge- Erscheinungen war der äußere Anlaß dazu, der im März löOU in Eisen slatlgefnnden.cn Gciocrbcgericht-Zwahl einen prononcicrt politischen Charakter ans- zudrücken. Einige Wochen vorher hatte Wilhelm IT. ans dem Bahnhofe in Esten die Mahnung an die Arbeiterschaft gerichtet, das Tischtuch zn zerschneiden zwischen sich lind der Socialdemokratie. Hinzu kam, daß die Scharfmacher und als Assistenz derselben jesuitische Pfänerei den bckanntcir Adressenschwindel inscenierten. Tausende Arbeiter mußten wehrlos dulden, daß ihre Namen mißbraucht wurden zur Beschimpfimg der Socialdemokratie und zu Ergebeuhcits- Kund- gcbungeii, denen sie mehr als nur tühl gegennberstanden. Die Scharfmacher erhofften von der eingeleiteten Campaane wirtschastlichm Vorteil, vollständige RechtloSmachung der Arbeiter, die Klerisei sah ihr Siernlein: geistige Knechtschaft für das Volk, Heller blinken, mit vereinten Kräften setzten Scksarfmacherci»md Pfäfferei ein, Wilhelm II. eine Probe davon zn geben, daß er die Socialdemokratie niederzwingen können,— wenn er stark sei! Die Gewerbcgerichtswahl sollte die erste siegreiche Schlacht sein in deinKreuz- zuge Wider die Socialdemokratie. Scharfmacher und Geistesattentäter waren es, welche der Gewerbcgerichtswahl den ausgesprochen politischen Charakter ausdrückten."ES konnte nicht ausbleiben, daß das tolle Wüten unsrer Gegner bei den denkenden Arbeitern den letzten Grad Gleichgültigkeit schwinden ließ, man wurde zum Kampf herausgefordert, man fühlte sich beschimpft und verhöhnt. Ein jeder fühlte, daß bei dieser Wahl niemand zu Hause bleiben dürfe, ohne sich des Vorwurfs allcrgröbster politischer Pflichtverletzung schuldig zu machen. lind so trat man von beiden Seiten zur Wahlurne unter dein Bewußtsein: der Kampf hat große politische Bedeutung. Da die Wahllisten voll- ständig waren, konnte die Probe denn auch gründlich vorgenommen werden. Eingeschrieben waren lO1,� Tausend Wähler.(Die Bergarbeiter haben bekanntlich ein eignes gewerbliches Schiedsgericht und kamen daher hier nicht in Betracht.) Rechnet man circa zweitausend Wähler ab. die wegen der Natur der Arbeit: an Hoch- öfeir, Schlveißöfen, in Walzwerken zc. mit kontinuierlichem Betrieb, nicht zur Wahl gehen konnten, dazu diejenigen, die auswärts wohnen und sofort nach Beendigung der Schicht den Zug zur Heimfahrt benutzen, ferner diejenigen, welche» die Wahllegitimation nicht zugegangen ist, die krank waren usw., so kann man ans rund 17 OlXl Wähler rechnen. Von diesen haben bei der Wahl am 27. März 11 IM ge- loählr. Als aber abends die Wahlbandlung geschlossen wurde, standen noch tausende Wähler auf der Straße vor den Wahllokalen, sie tonnten nicht Einlaß finden. Man kann unter Berücksichtigung aller dieser Umstände annehmen, daß über 80 Pro,;, der Wahlfähigen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten oder machen wollten. Das ist ein Beweis für die Bedeutung, die man der Wahl beilegte. Halten wir uns an die Zahl der abgegebenen Stimmen, so crgiebt sich folgendes Bild. Es wählten insgesamt: Jahr 1802 1804 1800 1803 1000 1903 Personen 2080 1014 3135 2701 4207 11 130 Die Tabelle zeigt, daß das Interesse für die Gewerbegerichts- Wahl bis zum Jahre 1000 sehr lau war. Als sociales Institut messen die Kruppschen Arbeiter dem Gcwerbegericht gar keine Be- deutung bei. Im Jahre 1000 stieg die Beteiligung gegen die beiden Wahlen vorher um 30— 40 Proz., im Jahre 1003 betrug die Steige- rung der Wahlbeteiligung gegen 1000 um über 150 Proz. Und das Resultat der Wahl war für die Gegner g e- r a d e z u u i e d c r s ch in e t t e r n d. Die Liste der freien GeWerk- schafteu siegte! Das ist aber thatsächlich noch der untergeordnete Moment. DaS Verhältnis, iu welchem unsre Stimmenzahl zu der der Gegner stieg, ist das bedentnngsvollere Merkmal, was folgende Tabelle illustriert. Es erhielten Stimmen: Jahr 1802 1804 1800 1803 1000 1003 Mischmasch.. 2100 1003 2043 1018 2670 5257 Gewerkschaften 527 516 1002 1108 1003 5873 Der christliche Mischmasch blieb uns stets ganz bedeutend im Bor- 'prnng, mit einem Riescnsatz wurde der Abstand nicht nur eingeholt, die Gegner lagen mit einem Minus von 000 Stimmen geschlagen am Boden. Die Enttäuschung der verbrüderten Gegner über die verlorene Schlacht machte zunächst sich in einem Schimpsseldzng Luft, dann chöpfte man Hoffnung, die Scharte wieder auswetzen zn können. Weil die Behörde �uicht für ausreichende Wahllokale gesorgt hatte — die christlichen Stadtväter hatten sich natürlicki darum nicht gc kümmert— erhob man Wahlprotcst. Der Bezirksausschuß gab dem Protest statt und erklärte die Wahl für ungültig Mittlerweile fanden die ReichötagSwahlen ihren Abschluß, der Aus- all derselben war für die„Gottesbrüder", obwohl ihnen der Sieg noch einnial winkte, gerade keine Garantie eines Sieges bei der nachkommenden Gewerbcgerichtswahl. Bei der ReichstagS-Hauptwah! 1898 erhielt die Socialdemokratie nur 7 Proz. aller abgegebenen Stimmen, 1003 stieg unser Anteil ans 28,3 Proz. für den ganzen Wahlkreis, nur für die Stadt Epen betrug der Anteil 1808 rund 11 Proz. und stieg 1003 auf 30 Proz. Wollte man die erlittenen Schlappen auswetzen, dann müßte schon der letzte Mann hinter dem Ofen hervorgeholt Ivcrdcn. Und das muß man Windthorst-Bündlern und Scharfmachern in Epen lassen, sie haben keine Mühe gescheut, um der Socialdemokratie bei der GcwerbegerichtSnachwahl den Sieg zu entreißen. Allerdings, den patriotischen Köder steckte man diesmal in die Rumpelkammer, die im März v. I. beliebten Hetzmittel hatten sich als nicht genügend tauglich erwiesen, die erhoffte Wunderwirkung war aus- geblieben, mau mußte schon noch—„höher" greifen, der Herrgott selber sollte diesmal helfen bei der Volksverdummung. Die Arbeiterschaft wurde aufgerufen zum Kampfe wider den Un- glauben...„Hie Ehristeutum, hie Atheismus", das war die Parole, welche der Klerikalismus in Verbindung mit dem Scharf- inachertum ausgab. Mit beispielloser Skrupellosigkcit führten die Frauen den Kampf. Ter Ultramontauismus wollte einen Triumph eiern, da konnte man nicht sehr wählerisch sein iu der Wahl der Mittel. Zu den Mitteln der Verleumdung wider die Socialdemokratie trat die Heuchelei gegenüber den Protestanten. Die „Ketzer" sollten helfe» das Christentum retten! Die intimsten menschlichen Empfindungen wurden profaniert, um für den Klassenstaat, für Geiftcstnechlschaft, brutale Gewalt- Politik, für Arbciterbedriickung, Ausbeutung und Votksbetrug einen Sieg zu ergaunern. Am Freitag, den 8. Januar, fand die bedeutungsvolle Wahl ltatt. Rund 20000 Wähler waren eingetragen. Es erhielten die Kandidaten des Gewerkschaftskartells 7888, die Mischmaschkandidaten 7247 Stimmen. Im Vergleich mit der vorigen Wahl crgiebt sich folgendes Bild: Abgegebene Davon auf Liste der j Für Mischmasch- Stimmen| Gewerkschaften> Kandidaten insgesamt � Anzahl| in Proz,' Anzahl 1 in Proz. März 1003.. 11 130 j 5873, 52,77! 5257 1 47,2c Jan. 1904.. 15 137 1 7888( 52,14| 7247| 47,86 Unsrerseits sind jetzt vier Fünftel der bei der Reichstagswahl :ür die Socialdemokratie abgegebenen Stimmen aufgebracht. Rechnet man 4000 Stimmen auf die Bergarbeiter, die jetzt nicht mitwählten, dann zeigt sich, daß seit der Reichstagswahl die Zahl der klaffen- bewußten Arbeiter um einige Tausend gestiegen ist. Das ist der sicherste Beweis'des sieghaften Vordringens der Socialdemokratie im Ruhrrevier. Die industrielle Hochburg für Scharfmachcrtnm und Klerikalismus rast den endlichen Siegen des SocialiSimiS mit Eil- chritten entgegen. Ein Bravo den Kämpfern in Epen! Oftasien. Die diplomatischen Verhandlungen werden sortgesetzt. Nach in N e lv Jork vorliegenden Meldungen aus Tokio hat Japan so gut wie beschloffen, die Verhandlungen mit Rußland fortzusetzen. Japan ist zwar mit den Bedingungen Rußlands nicht zufrieden, fühlt sich jedoch nicht berechtigt, ein Ultimatum zu er- lassen oder die Verhandlungen abzubrechen. Bevor es zur Gewalt schreitet, ivill Japan nochmals versuchen, eine Abänderung der Vorschläge Rußlands z n e r- w�i r l e n. Die Verhandlungen dürften einige Wochen dauern, doch gilt es als sehr unwahrscheinlich, daß der Frieden in der Zwischen- zeil gestört wird. Tic englische Auffassung der Lage. Das Reutersche Bureau erfährt, folgendes könne als die Auf- fassung der englischen RcgierungSkreise über die Lage in Ostasien gelten: Man betrachte z lv a r den Krieg nicht als u n- Perm eidlich, spreche aber doch Ueberraschung iider den aus dem Festlande fortdauernd gezeigten Optimismus an?. Man nehme an. daß im Falle eines Krieges die Feindseligkeiten auf die beiden beteiligten Mächte beschränkt bleiben werden; es gelte nicht für unwahrscheinlich, daß Japan Truppen in Korea landen und seine Stellung dort fest zu gründen suchen werde, und daß alsdann Mittel ergriffen werden kömtteu, um eine Vereinbarung der Wieder- Herstellung des Friedens zu stände zu bringen. Die Rüstungen. In Militärkreisen in Odessa verlautet nach einer„Laffan"-Meldung, daß der st ellver treten de Korn- in a n d e u r des füd russischen Militärbezirks Befehl erhalten habe, 40000 Mann Truppen zur so- fortigen Beförderung nach Ostasien bereit zu halten. Ein gleicher Befehl sei au den Kam man- deur des südlocstlichen Militärbezirks in Kiew erlassen worden. Im letzteren Fall sei die Stellung eines starken Kaballerielontingents vorgeschrieben. Beide Bezirke haben die aufgebotenen Mannschaften„bis auf weiteres in Bereitschaft" zu halten. Die Russen haben auf dem großen Pfcrdemarkt in K a l g a u sNordchina) sämtliche verfügbaren Pferde angekauft. Die beiden japanischen Kreuzer, die von Genua abgegangen sind, werden die Fahrt nach Japan um das Kap Horn machen. Aus Tschifu meldet die„Morning Post". Japan würde wahrscheinlich sein Protektorat über Korea er- klären. Schiedsgerichts-Vorschläge. Die„Frankfurter Zeitung" berichtet aus Stuttgart: Von der Deutschen F r i c d c n s g c s e l ls ch a f t ist folgende Reso- lution gesaßt worden: Angesichts der drohenden Gefahr, die darin besteht, daß der russisch-japanische Konflikt sich zu einem Kriege zu- spitzen könnte, glaubt die Deutsche Friedensgesellschaft, ohne den Gegenstand des Stteites einer tritischcn Beleuchtung zu unterziehen, doch der Ansicht Ausdruck geben zu müssen, daß der Zar. der es als seine historische Mission bettachten dürste, dem Gedanken des Völkerfriedens Bahn zu brechen, seinen eignen Plan schädigen würde, wenn er den in der russischen Kriegspartei vorhandenen ExpansionS- gelüsten so weit nachgeben würde, daß die dadurch entstehenden Schwierigkeiten einer gewaltsamen Austragung zugeführt würden. Die Deutsche Friedensgesellschaft ist der Meinung, daß der Zar eine Konflagration im äußersten Osten mit allen Mitteln zu vermeiden sucht und den in Rede stehenden Konflikt unverzüglich dem von ihm ins Leben gerufenen Haager Schiedsgericht unterbreiten sollte. Sie begrüßt aber mit Freuden die Schritte, welche das Internationale Friedensbureau in Bern gethan hat. um die Regierungen aus die im Haag übernommene Verpflichtung einer Vermittelung bei ausbrechenden Streitigkeiten austncrksam zu machen.— Auch die„ N e w Nock Tribüne" weist in einem Leitartikel darauf hin, den russisch- japanischen Streitfall dem Haag er Schiedsgericht zn unterbreiten. Dem Artikel wird einige Bedeutung beigelegt, da er von Washington aus inspiriert sein könnte. Ein der„Tribüne" aus Washington zugegangenes Telegramm besagt, Präsident Rooscvelt»volle nicht in dem russisch-japanischcn Konflikt vermitteln; der Präsident würde zwar gern alles, was in seinen Kräften stände, auf dem Wege der Vermittelung thun, tvie beiden Nationen wohl bekannt sei, aber eS sei augenscheinlich, daß eine von ihnen die Einmischung ablehnen würde. Warum sollte der Zar schließlich die Posse, die er mit der Schaffung des Haagcr„Schiedsgerichts" begonnen, nicht noch weiter spielen und den Vorschlägen, die Sache dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten, seine Zustimmung erteilen? Eine solche Einwilligung wäre ja das bequemste Mittel, den Ausbruch des Krieges solange hinauszuzögern, bis Rußland sich in Ostasien genügend gerüstet fühlt.-... Oeutfcbe» Reich. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beglückt jeden Sonnabend die Welt mit„Rückblicken". Wie intelligent und weitsichtig zur Zeit das Regierungsblatt geleitet ist, geht daraus hervor, daß es zwar der gleichgiiltigen Streiterei einiger Parteigenossen in Charlottcnburg eine längere Betrachtung widmet, aber für die sächsische Wahlresorin kein Wort übrig hat. Oder sollte ein verkappter, aber ein wenig un- reifer Socialdcmolrat diese Rückblicke schreiben, der selbst die gering- fügigsten lokalen Parteidiffercnzen für wichttger hält als die lärmendsten Aktionen der Regierungen?— Bezahlter Ruhm. Die„Deuffche Arbeitgcber-Zeitung" berichtigt, daß die„Berliner Neuesten Nachrichten" des CentralverbandeS den Ruhm Stumms zu hoch beinessen hätten. Nicht in dreizehn, sondern nur in acht Bänden werde das Denkmal des erfolgreichen Ausbeuters, dessen ganze Thätigkeit eine systematische, durch die geheuchelte Wohl- fährttgkeit nur noch ividcrlicher wirkende Freiheitsberaubung darstellt. Nim, auch ans acht Bände hat es keine Biographie der größten Geister gebracht. UebrigenS erklärt das llnternchmerblatt, unsre Bemerkungen seien Denkmalsschändung, wir seien bezahlte Hcncr und Buben! Die„Post" nimmt diese— unbezahlte Entrüstung eines edlen Menschenfreundes auf. Wenn Stuimn selbst noch lebte. würde er in die Redaktion stürmen und schreien:„Welckier Esel hat denn diesen Nnsimi ivieder aufgenommen?" Denn eins muß man Stumm lassen: Seine Redakteure schätzte er durchaus richtig ein. Anständige Leute schrieben und schreiben nicht für ihn.— llnd noch eine Uniformändening. Wie der„Frkf. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, sollen u. a. die Stabsoffiziere der Marine und A d m i r a l e eine andre Mütze erhalten, auf deren Schirm sich Stickereien befinden, an denen man ihren Rang erkennen kann. Die Uniform der Marine-Offiziere ist ohnehin die teuerste.— „Ouittsch nicht l" Diese zwei Worte, die der Musketier Fricke an den Sergeanten Gillmer in Reisse richtete, als dieser ihn geriigi hatte, brachten dem Mmme wegen„Achtungvcrletznng vor ver- sammclter Mannschaft" fünf Monate Gefängnis ein. Das Urteil wurde vom Ober-Kriegsgericht bestätigt. Mau vergleiche es mit den Urteilen, die gegen rohe Soldatensekinder, die ihre Miß- Handlungen auch vor versammelter Mannschaft verübten, gefällt worden. HueUnd. Ter Prozeß Fcrri-Bctlolo. Rom. den 6. Januar.(Eig. Bcr.) Am 0. Januar wird der Prozeß Ferri-Beiiolo wieder auf- genommen. Das Zeugenverhör ist beendet, es folgen nur noch die Reden der Rechtsanwälte beider Parteien. Erst werden drei Ver- ttctcr der Civilpartci das Wort nehmen. B e c ch i n i, F o r t i s und B o n a c c i. daraus folgt die Rede des Staatsanwalts. Dann kommen drei Verteidiger Ferris, nämlich C o in a n d i n i, C i r r o t t i und L o l l i n j, nach ihnen Eaveri. Eollcjari und R a n d a n i n i der Eivilvarrei, und die vier Verteidiger P r i a r i o, Carotti, Gerardini und B o r c i a n i. Als letzter nimmt der Angeklagter selbst das Wort. Es läßt sich nicht läugnen, daß das öffentliche Juterepe an den Verhandlungen sich während der 27 Sitzungen, die bis jetzt statt- fanden, nicht aus der gleichen Höhe erhalten hat. Das ist nicht zu verlvuudern. da der Prozeß nicht große effektvolle Enthüllungen und eine dramatischen Sccueit geboten bat. ES war nicht immer eine leichte is-üchc, den langen technischen Auseinandersetzungen, dem Kreuzverhör der Advokaten zu folgen. Aber obwohl dem Prozeß die geivaltsamen Erplosionen fehlen, ist es für jeden, der den Verhandlungen gefolgt ist, außer Zweifel. daß in ihm eine wahre Jcrstörungsarbeit geleistet wurde. Man har sich keiner Beamten bedient, aber man hat langsam und ruhig ab- getragen: nämlich das Prestige der Marineverwaltung. Denn aus den zahlreichen Aussagen geht das eine hervor, daß allgemein und in allen Kreisen die Ucberzeugung eingedrungen war, daß man in der Marineverwaltung nach Gunst, Empfehlung und Vetternschaft vorgehe, nicht nach Verdienst mid Leistungen. Es ist festgestellt worden, daß eine wahre Clique von Leuten bestand, die auf Marine- lieferungen spekulierte, die sie sich durch Vergünstigungen, vor allem durch Vergebung von Anstellungen verschaffte, und die sich Bcttolos bediente als eines Werkzeugs. Das haben selbst ehemalige Minister, wie P r i n e t t i. ausgesagt, die dafür am Abend in der „ T r i b u n ei" die freundliche Mitteilung lesen konnten, daß in der letzten.Krankheit ihr Gehirn gelitten hätte. Daß ein Milieu des Parasitentums und der Korruption um die Marineverwaltung bestand, ist heute nicht mehr Ansichts-, es ist Thatsache. Das hat der Prozeß bewiesen. Ob Bettolo ein bewußtes Werkzeug der Clique war oder nicht, darüber läßt sich schwer ein Urteil fällen. Vielleicht war er un- bewußt und guten Glaubens, was zwar bei seiner unleugbaren hohen Intelligenz befremden mutz, aber immerhin im Bereiche der Möglichkeit liegt. Als der Präsident den Parteien den Abschluß des Zeugen- Verhörs mitteilte, hat er einen VcrsöhnungSversuch gemacht— beide Teile seien in gutem Glauben, beide als Ehrenmänner vor- gegangen usw.—, aber der„Avanti" lehnte an demselben Abend schon dankend ab. Das Blatt will kein Kompromiß, ivill keine Beilegung: es will die Frage, die das ganze Land interessiert, vor dem ganzen Lande ausgetragen sehen. Und'wenn die bürgerliche Justiz ein Opfer fordert, so will der Angeklagte das Opfer fem. Vor Ende Januar ist der Urteilsspruch nicht zu erwarten,— Frankreich. Der klerikale elsässische Abgeordnete Telsor, der in Lunevillc einen Vortrag halten wollte, ist von dem Präfetten ausgewiesen worden. Die Ausweisung hängt offenbar mir der antiklerikalen Campagne in Frankreich zusammen. /Ter nationalistische Deputierte Corrard deS Esfarts kündigt bereits an, daß er in der Dcputicrtenkammer eine Jntervellaiion über die Ausweisung des elsassischen Abgeordneten Dclsor einbringen werde. Corrard des EffartS, welchem Dclfor persönlich befreunder ist und bei dem er in Luneville abgestiegen war, behauptet, er habe Dclsor aufgefordert, einen Vortrag über die Schließung einer Kapelle zu halten. Aus Luneville wird berichtet, daß Dclsor in einer öffent- licheu Versammlung gegen die Schließung einer Kapelle habe Vcr- toahrung einlegen wollen. Der Präfekt des Departements Mcurthe et Mosclle sei der Ansicht gewesen, daß die Rede gegen das K o n g r e g a t i o n s g c s c tz überhaupt gerichtet sein würde, und habe deshalb die Ausweisung Delsors aus Luneville mit der Begründung verfügt, daß die A u s weis u n g des deutschen Reichsange hör igen Dclsor erfolge, weil er nach Luneville gekommen sei, um an einer öffentlichen Versammlung t e i l z u n e h in c 11, d i e geeignet sein würde, die öffentliche Sicher- h e i t zu gefährden. Die narioiialistischcn Blätter greisen die französische Regierung wegen der Ausweisung DelsorS an. Von den meisten radikalen Blättern wird die Maßnahme vollständig gebilligt. Ter eifrige Präfekt hat Frankreich einen schlechten Dienst er- wiesen. Derartige kleinliche Chikancii wären auch dann bom frei- hcitlichen Standpunkt aufs schärfste zu verurteilen, wenn sie nicht gerade der Sache nützten, die dadurch bekämpft werden soll.— - Ein Lindarbcitcrstrcik. Paris, 8. Januar.(Eig. Ber.) Tie Winzer-Tagelöhner der Gegend von Bäzicrs(Hörault- Departement) sicheii seit einiger Zeit in einem regelrecht organisierten Streik. Als Ursprung der Bc- wcguiig ist der im August lSvll zu Beziers abgehaltene Landarbeiter- Kongreß zu betrachten, auf welchem ein Verband der Land- a r b e i t e r Süd frank rcichs gegründet wurde. Auf dem Kongreß war die Konföderation der Arbeit"(die allgemeine Gc- ivcrkschaftSorganisatioii) durch eincn Delegierten vertreten und der Landarbeiter-Vcrband gliederte sich auch der Konföderation an. Desgleichen bildet die Ärbeitsbörse der Stadt Beziers den organi- satorischen Mittelpunkt der Bewegung. Kurz, der bedeutsame und folgenreiche Zusmumenschluß des städtischen und» ländlichen Prolc- tariats ist hier zur Wirklichkeit geworden. Tic Streikenden, deren Zahl auf-WOO geschätzt wird, fordern eine Lohnerhöhung, die den Lohn je nach den einzelnen Orten aus LV- oder aus 3 Fr. bringen würde. Typisch sind die Forderungen, die in Beziers auf einer von 200(1 Landarbeitern besuchten Ber- sammlung aufgestellt wurden: Minimale Arbeitszeit(i(sechs!) Stunden(d. i. der in Südfrankrcich landesübliche Arbeitstag der Winzer), maximale Arbeitszeit— acht Stunden, Stundenlohn 50 Centimes(10 Pf.). Für einzelne Arbeiter- schichten und für die verschiedenen Jahreszeiten wurden noch andre entsprechende Lohnforderungen erhoben. Uebcrall wird ferner gc- fordert, keine Maßregelungen infolge des Streiks vorzunehmen. Die kleinen Eigentümer haben in der Mehrheit bereits nach- gegeben, die großen widersetzen sich, ohne jede Rücksicht auf die elende Loge der Tagelöhner, die unter den bisherigen Bedingungen dlos 150 bis höchstens 500 Fr. jährlich verdienen. Dabei ist ein Drittel der Arbeiter einzig ans den Lohn angclviesen und kann es bestenfalls— unter Hiiizurechniiiig des Verdienstes der Frau und etwaiger Nebenverdienste des Mannes— auf 700 Fr. jährlich bringen. Ein weiteres Drittel der Tagelöhner besitzt nur einige wenige Rebsröcke, die es ihm ermöglichen, etwas Wein zu kosten, während die gänzlich besitzlosen Weinproduzenten— nach den Mitteilungen eines bürgerlichen Berichterstatters— nur Wasser trinken können. Das letzte Drittel endlich steht in der Mitte zwischen den besitzlosen Tagelöhnern und den kleinen Eigentümern, und mir diese Kategorie vermag das noilvendigc Existenzminimum zu erarbeiten. Tie Arbeiter haben für die Bewegung einen günstigen Zeit- Punkt gewählt, in Rücksicht auf die Dringlichkeit der Winzerarbeiten in dieser Jahreszeit. Daher die rasche Nachgiebigkeit der meisten Kleinwinzer. Tic Streikenden verlangen überall die Unterzetchmmg eines Reverses, worin sich die Eigentümer zu den Zugeständnissen gegenüber der Gewerkschaft verpflichten. Auf die eignen finanziellen Mittel der jungen Organisation können die Streikenden naturlich nicht rechnen. Das Streikkomitee bat an die kleinbürgerliche Bevölkerung von Bezicrs einen in seiner zahlenmäßigen Schilderung des Landarbeüer-Elcnds rührenden Aufruf gerichtet mit der Bitte um Unterstützung in Geld und Natura.— Italien. Herabsetzung der italienischen Civillifie. Rom, den 6. Januar. Die seit kurzem in Florenz erscheinende demokratische Zeitung „La Giornata" meldet in ihrer heutigen Nummer, daß der König bei der nächsten Beratung der Civilliste die Herabsetzung selbst beantragen werde. Er soll darüber unlängst mit Giolitti gesprochen haben. Schon jetzt hat der König Befehl gegeben, daß alle Villen und Landhäuser des königlichen Hauses, die nicht benutzt werden, in Pacht gegeben werden sollen. ' Der König hat eine Civilliste von 15 050 000 Lire. Er führt ein schlichtes Leben und hat eine große Abneigung gegen Festlich- leiten.---_ Römische Kommunalpolitik. Rom. den 0. Januar. Die socialistische Minderheit in der Turnier Gemeindevertretung bleichte dieser Tage einen Antrag für Errichtung von Schulkantinen ein. Tie liberale Mehrheit stimmte am 5. Januar den Antrag nieder, bewilligte aber dem Schntzvercin bedürftiger Schulkinder einen Jahreszuschuß von 75 000 Lire.' Dieser Beschluß, der an sich vielsagend genug ist, ist besonders lvcittragend in Italien, wo die Kinder aller Gesellschaftsklassen die Volksschule besuchen, aus der sich (wie z. B. im Großhcrzogtum Baden) die Mittelschule aufbaut. Es besinden sich also Proletarierkiiidcr und die Kinder wohlhabender Leute in einer Klasse. Da sich mm die Schule bis nachmittag aus- dehnt, die Kinder also nicht ein leichtes Frühstück, sondern eine reacl- rechte Mahlzeit in der Schule nehmen, so ist es außerordentlich hart für die Kinder armer Leute, die nur ein Stück Brot zu Mittag haben, dem reichlichen Mahle ihrer glücklicheren Gefährten zuzusehen. Iii Italien ist deshalb, mehr noch als in andern Ländern, die Ein- richtmig der Schullaiitinen im Interesse der Kinder geboten, lind da schämen sich die Liberalen Turins nicht, an Stelle eines Rechtes für alle eine demütigende und grausame Wohlthätigkeit für die Armen zu setzen! Das heißt wirklich, den Klasientämpf und viel- leicht auch den Klassenhaß in die Schule tragen! Ein solcher Be- schluß gereicht nicht nur dem Herzen der Stadtvertretcr, sondern auch ihrer Jutelligeuz zur Schande.— Schutz den Kleriker». Die neueste Reform des Papstes betrifft die Kleid er ord niin g für Damen,-Er schrieb nämlich dem portugiesischen Gesaiidtcn d'AriaS, Doyen der vatikanischen Diplomaten, er wünsche, daß bei Empfäugen und diplomatischen Soireen die Damen nicht dekolletiert erscheinen,— Niederlande. Der Allgemeine Verband niederländischer Marincmatroscn hielt am 5. Januar zu Holder sciiien Jahrcskongrcß ab, auf dem De- legierte von vier Abteiluiigeii anwesend waren. Wie der Vorsitzende I. van A s erklärte, hat der Verband im verflossenen Jahre allen Verfolgungen und Angriffen gegenüber eine Zähigkeit und Lebens- kraft bewiesen, die alle Erwartung übertraf. Die Zahl der Mit- glicdcr ist um 172 gestiegen und beträgt jetzt 1584. Infolge der i a l s ch e n Mitteilung, der Verband sei dem Äbwehrkonntee gegen die Zwangsgesetze, das den Generalstreik-Beschlntz faßte, angeschloffen, wurde alles in der Marine, was über den Matrosen steht, gegen den Verband mobil gemacht. Ter Verbandsvorstand, der jetzt am Ruder ist, ist bereits der dritte, die beiden ersten wurden gemaßregclt. Der Vorsitzende sprach denjenigen Abgeordneten, die in der Kammer für die Rechte der Marinematrosen eingetreten sind, besonders aber dem Socialdc m ok raten Hugcnholtz, den Dank für ihre Wirksamkeit aus. Nach einer längeren Debatte über die Taktik wurde folgender Beschluß gefaßt: „Der Verband soll in derselben Weise wie bisher thätig sein, die Volksvertretung aufklären über die Anstände bei der Marine und durch Zuschriften eine Verbesserung der Lebenslage zu erreichen suchen,"— A»nerika. Kostspielige Scnatoreii. Merkwürdige Ausgaben ans Staats- kosten kommen durch den Bericht des Senatssekretärs an das Tages- licht. Unter„Nebenansgaben" wird da mitgeteilt, daß die Scnatöreii im letzten Jahre 300 000 Dollar Staatsgclder zum Aiikanf von Handschuhkästen, Pompadours. Taschenbüchern, Füllfedern, Manicure- Bestecken und ähnlichen zur Gesetzgebung imbediiigt erforderlichen Dingen ausgegeben haben. Weiter verbrauchten die 00 Senatoren im abgelaufenen Jahre 25 000 Chininpillen. Hunderte von Paketen Kaugummi imd viele ähnliche Sachen. In einem Jahre hat der Senat dem Lande 500 000 Dollar Gehälter und Meilengelder für die Senatoren, 500 000 Dollar für die Beamten des Hauses und 500 000 Dollar für Nebenausgaben gekostet.— Ans dem Lande der Milliardäre. 15 Personen find seit Sonntag in und bei New Aork erfroren. Tie ungewöhnlich hohe Kälte hält an,—__ GewcrhfcbaftUcbeö» Crimmitschau. Die»Berliner Politischen Nachrichten" bestätigen die schlechte Lage der Fabrikanten! Die Schweiiiburgsche Scharfmacher- Korrespondenz schildert die Situasion wie folgt: „In weiten Kreisen ist man über die eigentlichen Crimmitschauer Arbeitsverhältnisse nicht zutreffend unterrichtet. Man muß nicht etwa a n n e h m e n ,. daß in C r i m in i t s ch a n die T e x t i I f a b r i l e n st i l l st e h c n. Im Gegenteil, es wird überall darin gearbeitet. Die meisten Crimmitschancr Tcrtilarbeiter sind mittlere und kleine Betriebe, nur wenigehaben über 100 Arbeiter. Sie alle halten die Dampf- und Arbeits- Maschinen im Gange, schon um den Arbeitswilligen, die fortgesetzt zuströmen, Arbeitsgelegenheit zu geben. Es ist, was neben- bei bemerkt werden mag, die Einrichtniig getroffen, daß die an- kommenden Arbeitswilligen prozentual nach der Größe der ein- zelneu Betriebe an diese verteilt werden. Dadurch ist es erreicht. daß die Betriebe fast durchweg etwa den vierten oder fünfte» Teil ihrer früheren Arbeiterschaft beschäftigen. Diese Arbeits- willigen stellen nun die notwendigen M u st e r- k o l l e k t i o n e ii für die nächste Saison h e r; ja die Arbeit ist soweit gefördert, daß schon jetzt Kollektionen in die Welt hinaus gesandt werden können. Selbstverständlich ist die Ausrcchterhaltmig der Betriebe unter den geschilderten Verhältnissen nur unter Opfern möglich, dafür aber, daß diese Opfer gebracht werden können, steht die gesamte Industrie ein, von der eine Untcrstützungö- aktion eingeleitet ist, die von Tag zu Tag größere Erfolge er- zielt. Daß die Abnehmer des Crinimitschouer Fabrikats mit dem Aufgeben von Bestellungen an die Crimmitschaner Tertil- industriellen zurückhaltender sind als früher, ist unter den gegenwärtigen Verhälttiiffen nicht weiter wunderbar, ebenso wie eS selbstverständlich ist, daß die Crimmitschaner Arbeiigcbcr sclbst angesichts der Unsicherheit in der Fabrikation äußerst vor- sichtig in der Annahme von Bestellungen namentlich auch wegen der Lieferfristen sind. Das ist der Schaden, den das Erimmiischauer Gewerbe erleidet i er wird eben in den Kauf genommen und kann es infolge der Unterstützung der gesamten Industrie." Die Angaben sind um so glaubhafter, als sie den Zweck haben sollen, die Arbeiterschaft zu entmutigen. Also den vierten odcr fünften Teil ihrer früheren Arbeiterzahl beschäftigen die Fabrikanten nach z w anzi g w ö ch e n t l i ch er D au er der Aussperrung! Um die Fabriken voll zu besetzen, brauchten sie noch eineinhalb bis zwei Jahre! Nun ist es aber allein mit der Anzahl der Arbeiter noch nicht einmal gethan. Das fertige Produkt geht erst durch eine Reihe von Händen, die alle nur Teilarbeit an demselben verrichten. In ciiicm geordneten Betrieb ist also auch eine genau dem Bedürfnis angepaßte Anzahl von für jede einzelne der Verrichtungen qualifizierten Arbeitern notwendig. Hat die Arbeiterschaft eines Betriebes nicht die richtige Zusammeusetziuig, so sinkt ihre Lcistungs- fähigkeit noch um ein bedeutendes. Die Crimmitschauer Fabriken werden also jetzt den zehnten Teil ihres normalen Pensums schaffen können. Nun befinden sich unter den Arbciiswilligcn eine ungeheure Anzahl unqualifizierter Arbeiter, und diesen vertraut man die Muster an! Wie diese ausfallen werden, kann man sich denken. Die„Berliner Polittschcn Nachrichten" erklären, daß„die wöchent- lich nötigen Äriegstösten im Betrage von etwa 1 50 000 Mark von der gesamten deutschen Industrie aufgebracht werden".— Auf- gebracht werden sollen, hätte das Scharfmacherorgan ehrlicher- weise sagen müssen I Aber ob das gelingt oder nicht, ist ja gleichgültig. 150 000 M. wöchentlich für die Crimmitschaner Industrie ist nämlich blutwenig. wenn die Herren dabei weiter alles unter Dampf halten sollen! Da ist es besser, sie sparen ihre Kohlen und Materialicit und man giebt ihnen schon vor dein endgültigen Bankrott die für Barer. otte- vorgesehene Alimentation aus der Masse. Fällt den Nationalökonomen der Scharsmachcr denn gar nicht ein, daß man die„Unterstützung" von Untenichmern nicht»ach dem Schema regeln kann, nach dem die Unterstützung der Arbeiter er- folgt? Diese haben, wenn sie ein halbes Jahr ausgesperrt waren, noch immer, was sie im Beginn der Aussperrung hatten: ihre Arbeitskraft! Die Fabrikanten ruinieren jedoch völlig die Grundlage ihrer Existenz. Mit Unterstützungen schafft man ihnen keine Aufträge für die Zukunft, mit Unterstützungen hilft man ihnen vielleicht aus der Augenblicksverlcgenheit, garantiert ihnen aber keine Verzinsung ihres Kapitals für die Zukunft, mit jeder Unterstützung, die man ihnen jetzt giebt, verwandelt man noch mehr als dies schon jetzt geschehen, ihre Gebäude in unproduktive Steinhaufen, ihre Maschinen in wertloses, totes Metall. — Können die Scharfmacher den Crimmitschauer Fabrikanten ihre Rente vor der Aussperrung für alle Zeit garantieren Oder können sie ihnen dieselbe kapitalisieren 7 R u r so lami man Unter» n e h m e r n eine Existenz für die Zukunft bieten. Wenn man das nicht kann, soll man den Mnnd nicht so voll nehmen,»vie der Jndiistricllcnvcrband! Schärferes Vorgehen gegen Streikposten. Das Streikpostenfteheii ist in Crimmitschau keine Kleinigkeit. Auf der Straße ist es überhaupt verboten wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Da eine Straßenpolizei-Verordnung natur- gemäß sich aber mir auf diese, nicht jedoch auf daS Innere der Häuser erstrecken kann, helfen sich die Ausgesperrten vielfach dadurch, daß sie in den Hausthüren Posto faßten. Die Sache war unbequem, manchmal auch gefährlich. Der Streikposten hatte nämlich cuierseiiS sein Augenmerk auf die von ihm beobachtete Fabrik zu richten, andrerseits aber mußte er ständig seine große Zehe beobachten. Ragte diese etwa cincii Millimeter ans dem Hausflur hinaus, so war sofort die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet. Der Gendarm nahm den Unglücklichen beim Schlafittchen und der Aermste.gab neues Material ftir einen Terrorismusfall und zu einer Bülowrcde. Neuerdings scheint aber auch die strenge Sclbstbeaufsichtigung der großen Zehe nicht mehr eine genügende Garantie für die Sicher- heit von Crimmitschau zu sein. Man. weist die Streikposten einfach von der Hausthür fort. Einem Arbeiter wollte es nicht einleuchten. daß dies mit Recht geschehe. Er beschwerte sich. Aber siehe da, er erhielt folgenden Bescheid: Zwickau, den 23. Dezember 1003. Ans Ihre bei dem Stadträj�zu Crimmitschau miteini 3. d.Mks. angebrachte Beschwerde gegen die dort zur Ausrechtcrhaltung der Ruhe und Ordnung stationierte Gendarmerie wegen Ihrer Weg- Weisung cnis dem Gnnidstückc der Gastwirtin Beyer in der Haupt- strafte zu Crimmitschau, wo Sie als Streikposten gestanden haben, wird Ihnen hiermit nach Erörterung der Sachlage eröffnet, daß die königl. Amtshauptmamischaft keine Veranlassung gefunden hat, auf die Beschwerde etwas zu Ihren Gunsten zu verfügen. Denn der in Frage kommende Gendarm lönnte nicht wisien, ob es sich um einen Streikposien handelte, zumal er bei der herrschenden Dunkelheit Ihre Person nicht erkennen konnte. UeberdieS mußte Ihm Ihre Person schon verdächtig erscheinen, da Sie sich zu einer Zeit aufgestellt hatten, zu der die Beivöhner des Hauses anscheinend noch schliefen. Es war sonach seine Pflicht, Sie aus dem Grundstück wegzu- weisen. Kvulgl. Amtshauptmaimschaft. I. A.: D. Seipharth. Der erhobene Gewehrkolben. DaS Eintreffen von vier(!) Arbeitswilligen brachte am 0. Januar Crimmitschau in eine gelinde Aufregung. Auf dem Bahnhofe spielten sich bei dieser Gelegenheit eine Anzahl turbulenter Scenen ab. Eine Arbeitswillige verließ laut weinend den Trupp und suchte sich hinter dem Publikum zu verstecken. Tie Annäherungsversuche der Arbeiter an die übrigen wurden jedoch von der Gendarmerie ver- eitelt, während man den Unternehmern und ihren Agenten ge- stattete, die Arbeitswilligen dadurch zu belästigen, daß sie dieselben rechts und links unter die Arme nahmen und so vom Bahnsteig nach einem Kremser führten. Alö nun die Arbeiter, welche sich ans dem BahnhofSplatz befanden, sich dein Wagen näherten, um die Leute über die Sachlage aufzuklären, suchte dies ein Gendarm zu vcr- hindern und trieb die Arbeiter zurück. Dabei hatte er d a S Gewehr h o ch über den Kopf erhoben in einer Haltung, als wollte c r Mit dem Kolben drein» schlage n. Nur der Ruhe und Besonnenheit der Arbeiter ist eS zu verdanken, wenn es nicht zum Blutvergießen kam, Das Pfarramt als Streikbrecherburean. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beleidigt Herrn Pfarrer N a u m a n n dadurch, daß sie den Pfarrer S ch i n k aus Cimmitschau einen anerkannten Naumaimianer nennt. Wir schwärmen wahrhaftig nicht für die Politik des Herrn Naumann, aber den Hieb hat er nicht verdient! Uebrigens beschränkt sich did Crimmitschauer Pfarrbehörde nicht ans daS Verfassen von Briefen, in denen eine Mohrenwäsche an den Fabrikanten versucht wird, sondern das Pfarramt ist auch praktisch thätig, den bedauemswerieii Unternehmern beizuspringen. Wer jetzt die christliche Liebe im Psarramte sucht, trifft dort die kapitalistische Solidarität an, das Attribut des modernen Christentums, von dem Christus noch nichts Ivnßte, als er das Gleichnis vom armen Lazarus erzählte und als er spracht Wahrlich ich sage Euch, es ist eher möglich, daß ein Kamel durch ein Radelöhr gehet, als das ein Reicher ins Himmelreich kommt! Folgendes Schriftstück dürfte einen schönen Beleg für die Un- Parteilichkeit des Pfarramtes bilden: Auf Ansuchen wird hierdurch bescheinigt, daß der Handarbeiter Cnrt B. sowie der Maurer Hermann Max R. beim hiefigen Pfarr- anit um Unterstützung nachgesucht haben und von hier zur Auf- nahine der Arbeit angewiesen worden sind. Folgt Stempel des Pfarramts. Den Betroffenen lvurde sonderbarertveise verboten, das Schriftstück ans den Händen zn geben. Diesmal vermutlich doch nach dein Vorbilde Christi, der ja bei seinen Wohlthatcii zu bitten pflegte, daß man nicht davon reden möge. Für die Fabrikanten wäre eS übrigens angebracht, daß sie auf dem Wcrveburcau im Pfarramt einen Sach- verständigen stationierten. Was sollen ihnen ein Handarbeiter und ein Maurer als Streikbrecher, wo sie Weber und Spinner brauchen!--» Oder sind ihre Arbeitswilligen alle von dieser Qualität? Gilt der 8 153 der Gewerbe-Ordimug auch für Erimmitschauer Unternehmer? Arbeiter, welche Arbeitswilligen unter Hinweis auf ihre Arbeiterehre nahelegten, die Arbeit niederzulegen, sind in Crimmitschau bereits mehrfach wegen Vergehens gegen den 8 153 der Gewerbe» Ordnung verurteilt worden. Dieser Paragraph verbietet'die Drohung, Ehrverletzung oder Vernffserklärung zum Zwecke der Umstimnmng von Arbeitswilligen, aber auch von Streikenden. Die Crimniiischauer Untelnchmer geniert das freilich nicht. Die Arbeitswilligen reißen ihnen ans wie Schafsleder und da greifen die Herren denn auch ohne Skrupel zum Mittel der Bedrohung und derj Verrusserklärung, So schrieb ein Fabrikant an die Mutter einet Arbeitswilligen: Frau»erw. P... hier. �hr 2ohn hat heute gekündigt, wenn Sie darauf bestehen, muß ich ihn auch entlassen, doch bekommt er hier bei niemand Arbeit. Es ist beschlossen worden im Spinner- und Fabrikantenverein, daß während des Streikes kein Spinner oder Fabrikant jemand annehmen darf, der in dieser Zeit oder bis zum Streik bei einem andern gearbeitet hat. Wenn der Streik vorbei ist, kann erarbeiten, wo er will. Crimmitschau. S./1. 04. Robert Jarfert. Dieses Schriftstück trägt so sehr alle Merkmale des Vergehens gegen den§ 123 der Gewerbe-Ordimng an sich, daß der Verteidiger der Herrn Fabrikanten einen schweren Stand gegen den öffentlichen Ankläger in Crimmitschau haben wird, wenn dieser unter schwerer Geißelung des Fabrikanten-TerrorismuZ demnächst die Bestrafung der gesetzübertretenden Fabrikanten fordern wird.— Hoffentlich erfährt die Staatsanwaltschaft von Crinunitschau auch davon, damit sie ihr Vorgehen ans§ 153 auch einmal an einem Fabrikanten auslassen lann l_ Bertin und amgegend. Ein»»organisierter„Terrorist". Zu s e ch s M o n a t e n G e- T a N g n i s verurteilte die Strafkammer in Breslau den u n- organisierten Maurer Schierdewahn, weil dieser zu dem auf einem gesperrten Bau arbeitenden Maurer Reisewitz gesagt hatte: „Scher Dich Iveg von hier oder ich schlage Dir die Knochen entzwei." Es scheint sich dabei gar nicht um einen principiellen Gegner der Streikbrccherci zu handeln, denn der Verurteilte hat selbst auf dem gesperrten Bau um Arbeit nachgefragt. Der Staatsanwalt meinte, wenn der Angeklagte auch nicht dem Verband angehörte, so habe er doch mit demselben shmpathisiert. er beantrage'deshalb wegen Bedrohung und Nötigung 3 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf die doppelte Strafe in Berücksichtigung einiger kleiner Vorstrafen des Angeklagten und mit der Motivierimg, daß der Schutz der Arbeitswilligen im öffentlichen Interesse liegt. Ein zweiter Bedrohungsprozeß endete vor dem Schöffengericht mit Freisprechung, auch hiyr hatte der Staatsanwalt gegen den Terroristen wegen der Worte:..Ihr werdet schon Eure Senge tricgenl" drei Monate Gefängnis beantragt. Achtung, Schulimacher! In der Schuhfabrik von Zehl u. Comp. zu Leisnig i. S. scheint es zu ernsthaften Differenzen zu kommen. Die Handzwicker genannter Fabrik mußten bisher für das Dutzend Kappenschärfen 18 bis 20 Pf. bezahlen, die Ueberholer mußten die Taxe ebenfalls bezahlen. Die Zwicker verlangten nun bereits im November v. I., daß das Bezahlen für Täxe und Kappenschärfen in Zukunft in Wegfall kommen solle. Die Herren Geschäftsinhaber erklärten jedoch, daß sie eine derartige Neuerung nicht einführen tvürden, weil das für sie eine große Mehrausgabe bedeuten würde, die sie in Anbetracht der gesteigerten Lederpreise nicht tragen können. Die Arbeiter beriefen sich darauf, daß in andren Schuhfabriken bei gleich hohen und teils noch höheren Arbeitslöhnen, als sie die Firma Zehl bezahlt, den Zwickern sowohl geschärfte Kappen als auch Täxe ohne Abzug geliefert werden. Ilm eine Einigung herbeizuführen, fand am 2. Januar eine nochmalige Verhandlung seitens der Ar- bcitcr und eines Mitgliedes vom Vorstand des Vereins Deutscher Schuhmacher mit dem einen der Herren Firmeninhaber statt; leider Ivar auch diese Verhandlung ergebnislos. Herr H. Zehl erklärte, daß die Wünsche der Arbeiter in Bezug auf Freigabe der Täxe und geschärfter Kappen nicht erfüllt würden, die Arbeiter mögen daher ruhig streiken. Da die Forderungen der Arbeiter in sehr vielen Schuhfabriken schon längst ohne weiteres erfüllt sind, da ferner die Arbeiter diese Forderungen nur als der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechend erachten, so beschlossen sie einmülig, die Kündigung ein- zureichen.— Wir ersuchen deshalb alle ü> der Schuhindustrie thätigen Arbeiter bis auf Iveiterrs, den Zuzug nach Leisnig fernzuhalten. Die bei einer eventuellen Arbeitseinstellung in Betracht kommenden Ar- bester sind fast alle seit längerer Zeit im Verein Deutscher Schuh- macher organisiert; es ist deshalb als sicher anzunehmen, daß bei Fernhaltung des Zuzuges die Firma Zehl sich dock: noch mit ihren alten eingearbeiteten Arbestskräftcn verständigen wird.— Um Abdruck des Vorstehenden werden sämtliche Arbeiterblätter gebeten. Ter Vorstand dcS Vereins deutscher Schuhmacher. Oeiitfcheo Reick». Ein neuer christlich-nltramontaner Bergarbeiter� Verband soll Tn Dberbayern gegründet werden und zwar augenscheinlich zu dem Zweck, die südbayerischen Kohlen-Bcrgarbcitcr wieder einzufangen, die von dem großen ultramontanen Verband hauptsächlich durch das Auftreten des Herrn Aug. B r u st abgesprengt wurden. Gründer des neuen Verbandes ist ein Herr I. Lanz, der zugleich auch als Sekretär des Verbandes der in staatlichen Werken beschäftigten Berg-, Hütten- und Salinenarbeitcr fungiert und bisher nur durch seine auffallende Ungeschicklichkeit aufgefallen ist. Hust»»«!. Der Schifferstreik in Spanien. Die Matrosen der im Hafen von Saistander liegenden Schiffe sind in den Ausstand getreten. Ver- Handlungen der Unternehmer mit den Arbeitern zur Herbeiführung einer Verständigung sind gescheitert. Die Matrosen in den Häfen von Alicante, Valencia und Sevilla haben sich dem Ausstand an- geschlossen. Eine große Anzahl von Schiffen kann ihre Ladung nicht löschen. Einige Schisfahrts-Gesellschaften in Sevilla und Barcelona beabsichtigen, französische Matrosen anzuwerben. Versammlungen. Das Reich der Gewerkschaften und seine Grenze» lautete das Thema eines Vortrages, den Genosse EduardBern- stein am Donnerstag in einer Versammlung des Vereins Berliner Buchdrucker hielt. Ter Redner suchte die Frage zu beantworten, ob den Gewerkschaften nach Lage der Verhältnisse bestimmte Grenzen gezogen seien hinsichtlich ihres Umfauges und ihrer Leistungen.' Was den Umfang des Reiche» der Gewerkschaften anbetrifft, so ist nach �Ansicht des Referenten nicht zu erwarten, daß es in der heutigen Gesellschaft den Gewerkschaften gelingen werde, sämtliche Arbeiter aller Berufe zu umfassen, daß den Gewerkschaften vielmehr in dieser Hinsicht Grenzen gesteckt seien, die bestimmt würden durch die besonderen Verhältnisse des Berufes. Schwer zu orgmnsieren seien die ungelernten, sowie die in decentralisierten Berufen beschäftigten Arbeiter und die Frauen, während die Gewerkschaften größere Er- folge haben in den Berufen, wo vorwiegend gelernte Arbeiter be- schäftigt werden. In der zweiten Auflage des Webbschen Buches über die englischen Gewerkschaften werde konstatiert, daß die starken Ge- Iverkschaften noch stärker, die schwachen aber noch schwächer geworden sind und daß die große Maffe der ungelernten Arbeiter wenig organisiert ist. Wenn einige Gewerkschaften bis V0 Prozent, andre nur 10 Prozent der Berufsangehörigeu umfassen, so sei das kein Zufall, sondern es hänge mit den Verhältnissen des Berufes zu- summen, die dem Umfang der Gewerkschaften bestimmte Grenzen stecken.— Bei der Frage nach den Leistungen der Gewerkschaften schied der Referent das Unterstützungswesen au» und behandelte nur die eigentlich gewerkschaftlichen Aufgaben: Regelung der allgemeinen Arbeitsbedingungen und der Lohnverhältnisse. Die Regelung der Arbeitsbedingungen, insbesondere der Arbeitszeit, sei eine not- ivendige Aufgabe der Gewerkschaften, ja sie könne ohne die Gewerk- schaften überhaupt nicht erfüllt werden, denn die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit bleibe im allgemeinen hinter dem zurück, was einzelne Organisationen bereits erreicht haben, die Gesetzgebung trete erst dann ein, wenn die Gewerkschaften bereits gezeigt haben, was in der Praxis durchgeführt iverden kann.— Die Regelung des Lohnverhält- niffes geht nach zwei Richtungen: Die Art der Entlohnung(Zeit- oder Stücklohn) und die Höhe des Lohnes. Die Frage, ob in be- stimmten Fällen Zeit- oder Stücklohn herrschen soll, lasse sich nicht dogmatisch beantworten. Auf einer gewissen Stufe der technischen Entwicklung sei c» für den Unternehmer eine Notwendigkeit, in Accord arbeite» zu lassen. Sträuben sich die Arbeiter dagegen, so schiebe sich zwischen sie und dem Unternehmer der Zwischcnmeister ein, der den Accord übernimmt und dann die von ihm in Lohn be- schäftigtcn Arbeiter durch Antreiben zu höheren Leistungen zwingt, oder der Unternehmer stellt selber Antreiber an. Wo die Accordarbeit nicht zu verhindern sei, da könnten die Gewerkschaften durch Per- einbarung fester Tarife die Interessen der Arbeiter wahrnehmen.— Hinsichtlich der Lohnhöhe gebe es für die Gewerkschaften bestimmte Grenzen, doch lasse sich schiver sagen, wo sie liegen. Wenn die Unter- nehmcr eines Berufes gut organisiert sind, so daß sie sich nicht in den Preisen gegenseitig unterbieten, können sie bis zu einer gewissen Grenze Lohnerhöhungen bewilligen. Werde diese Grenze über- schritten, dann fänden sich außerhalb der Organisation stehende Unter- nehmer, die den Lohn drücken, um billiger zu produzieren. Tie Frage, ob eine Gewerkschaft, wenn sie alle Angehörigen eines Berufes umfaßt, die Produktion in diesem Berufszweige selbst betreiben soll— was lange Zeit ein Ideal der Arbeiter war— beantwortete der Vortragende dahin, daß dies weder möglich noch wünschenswert sei. weil die Arbeiter dadurch zu Unternehmern würden. Die Uebernahme der Produktion sei keine gewerkschaftliche. sondern eine sociale Aufgabe, die durch die Gesellschaft gelöst werden müsse. So seien dem Reich der Gewerkschaften sowohl dem Umfang wie nach den Leistungen Grenzen gezogen. Tie gewerkschaftliche Thätigkcit könne niemals die einzige Funktion der Arbeiter sein. Ohne die politische Bethätigung der Arbeiterklasse würden die Ge- Iverkschaften nicht das sein, was sie heute sind, während andrerseits die politische Thätigkcit wieder einen Rückhalt in den Gewerkschaften finde. Was die Frage der Neutralität der Gewerkschaften betrifft, so brauche mau in dieser Hinsicht nicht ängstlich zu sein, denn es sei ganz natürlich, daß die Gewerkschaften, je stärker sie werden, ihre Mitglieder um so mehr zu Staatsbürgern in« wahren Sinne des Wortes erziehen, und nach dieser Richtung politisch wirken.— Ter IV-stündige, mit großem Beifall aufgenommene Vortrag klang aus in Aufforderung an die Amvesenden. auch den letzten Mann für ihre Organisation zu gewinnen. Zu Anfang der Versammlung warf der Vorsitzende M a s s i n i einen Rückblick auf die Lage des Vereins im vergangenen Jahre. Die Finanzen haben sich gebessert, die Mitgliederzahl ist um 400 gc- stiegen, aber die Arbeitslosigkeit war ziemlich stark. Die niedrigste Zahl der Arbeitslosen: 412= 6 Proz. der Mitglieder, hätte der Monat Miirz, während der Juli mit 830-- 12 Proz. die höchste Arbeitslosenziffer aufwies. Auf die Verminderung der Arbeitslosen werde die Organisation hauptsächlich bedacht sein, und zu diesem Zweck würden den» Tarifausschuß in seiner bevorstehenden Sitzung Anträge unterbreitet werden auf Einschränkung der Ueberstundeu, Herabsetzung der LchrlingSskala. sowie Anträge lsin sichtlich des Ar- beitsnachweises und der Setzmaschinen.— Von den Vercinsangelegen- heiten, die am Schluß der Versammlung besprochen wurden, ist folgendes zu bemerken: Stach dem Tarif sollen im Sinne dcs Bürger- lichcn Gesetzbuches Versäumnisse der Arbeitszeit, welche durch die Erfüllung staatlicher und kommunaler Pflichten entstehen, bezahlt werden. Gestützt auf diese Tarifbesrimmung hat ein Mitglied für die Zeit, welche er durch die Ausübung dcs Wahlrechts zum preußischen Landtage versäumte, Bezahlung gefordert, er ist aber vom Tarif-Schicdsgericht und vom Tarifamt abgewiesen worden mit der Bcgrüundung: Die betreffende Bestimmung dcs Tarifs beziehe sich nur auf solche staatliche und kommunale Pflichten, deren Nicht- crfüllung strafbar sei. Das treffe aber bei Wahlen nicht zu.— Man hält diese Auslegung für eine Einschränkung, die weder durch den Tarif noch durch das Protokoll über die Tarifverhandlungc» begründet ist. Auch diese Angelegenheit soll im Tarij-Ausschuß zur Sprache gebracht werden._ Ter Arbeitervertreter-Berein hielt am Donnerstag im Gewerk- schaftshause eine Sitzung ab mit der Tages-Ordnung:„Die Krankenkassen und die Forderungen der deutschen A c r z t e s ch a f t". Redakteur S Y d o w wies in seinem Referat ans den große» Umschwung der Meinung hin. der sich während der letzten Jahre m den Krankenkassen über die Zweck- Mäßigkeit der freien Arztwahl vollzogen habe. Demgegenüber propa- giere jetzt die Aerzteschaft mehr denn je den Gedanken der freien Arztwahl, weil cS den Acrztcn auf diese Weise leichter werde, eine «tandesorganisation oder einen Ring zu bilden, mittel» dessen sie den Kassen willkürlich die Höhe der Honorarpreise zu diktieren gc- dächten. Für die Arbcitervertreter entstehe nun die Frage: Wie müssen wir vom Standpunkte der Kasscnpraxis ans die Sache betrachten. und wie haben sich die Vertreter der Versicherten zu der Aerzte-Organisation zu stellen? An der Hand eines reichhaltigen sratisrisclic» Materials suchte Redner nun die Argumentation des Timmschen Artikels in den„Socialistischen Monatsheften" als haltlos zu beweisen. Die Redensart, jedes Kassenmitglied müsse da» Recht haben, sich an den Arzt seines Vertrauen» zu wenden, könne höchsten» noch in Kleinstädten, wo nur wenig Acrzte ansässig sind. eine gewisse Berechngung haben. Ganz anders liege die Sache aber in Ortschaften, wo nur ein Arzt praktiziert. Da iönne von einem „Vertrauen" zum Arzt gar keine Rede sein, weil der Patient nur -roh sein muß. wenn er im Ernstfälle den einzigen Arzt überhaupt zu Hause trifft. In den Großstädten hingegen wendet sich der Kranke meistens an den Arzt, der ihm am nächsten lvohnt. Muß der Patient einer Großstadt aber in ein Krankenhaus überführt werden, lvo er womöglich eine Ocration auf Leben und Tod durchzumachen hat, da muß er einfach mit den Anstaltsärzten vorlicb nehmen, von denen er erst wer weiß wann erfährt, ob sie Müller oder Schulze heiße». Die Auswahl eines wirklichen Vertrauensarztes komme in solchen Fällen von vornherein nicht in Frage. Was nun die Besoldung der Kassenärzte anbelange, so sei selbst vom kaiserlich Statistischen Amte berechnet worden, daß in den letzten 15 Jahren die Honorarsätze von den Kassen um 113 Prozent aufgebessert worden seien; jedenfalls eine Lohnaufbesserung, wie sie den gesamten organisierten Arbeitern in demselben Zeitraum nicht zu Tcll geworden ist. Wenn trotzdem der einzelne Arzt eine Mindereinnahme erzielt, so sei das nicht Schuld der Kassen, sondern es liege an der ungesunden Vermehrung dcs Aerztepersonals. Es sei nicht einzusehen, weshalb gerade die Krankenkassen als Operationsfeld für die Garantie eines„stände»- gemäßen" Einkommens der Aerzte dienen sollen, während diese sich zu weit niedrigeren Gehältern dem Staat, der Kommune oder einzelnen Fabrikanten für Krankenhäuser oder Fabrik-Krankenkassen zur willigen Verfügung stellen. Jedoch sei die Honorarfrage der Ucbel schlimmstes noch nicht; vielmehr liege dies in der Forderung der unbeschränkten freien Arztwahl, mit deren Einführung. wie erwiesen, die Dauer der Krankheitstage und damit die Höhe der zu leistenden K-rankenuntcrstützung wesentlich sieigt und die Kassen zu schwer belastet. Deshalb sei zum mindesten die beschränkte der Revierärzte übergehen wolle.— Die Aerzte-Organisation wie sie iir, könne mit modernen Arbeiler-Organisationen s a t i o n wie sie ist, könne mit mit modernen Arbeiterorganisationen gar nicht in Vergleich gezogen werde», denn dort handle es sich lediglich um eine Staiidesorganisation mit zünftlerischem Geist. Wenn eine derartige Organisation und deren Forderungen anerkannt werden sollen, dann müsse die Arbeiterschaft auch damit einverstanden sein, wenn etwa der Kohlen- oder Petrolcumring die Preise für die betreffenden Bedarfsartikel diktiert. Vollends verfehlt aber sei die Timmsche Forderung eines Re i ch s z n s ch u s s e S zu den Kranken- lassen, denn dazu würde sich die Regierung jedenfalls nur unter Preisgabe der Selbstverwaltung der Kassen verstehen. Ileberdies würde dann ein Verhältnis geschaffen, ähnlich dem der ostclbischcn Notstandsagrarier zu Staat und Bevölkerung. Der Andrang zum Aerzteberuf werde sich dann noch mehr steigern; dies bedinge wieder neue und erhöhte Reichszuschüsse, und die Schraube ohne Ende sei fertig sowie sich dies bei der Zollschranbe zu Gunsten der Agrarier zeigt. Auf diese Art schaffe man zu allem Uebcrflnß auch noch „Sanitäts-Agrarier". Die Grimdfordernng der Arbeiter und deren Vertreter sei und bleibe: Schaffung staatlich beamteter Aerzte. So- lange sich der Staat dazu aber nicht bequemt, solange müssen die Krankenkassen das Recht haben, ihre Aerzte selbst zu ernennen, den« die Kassen seien in erster Linie im Interesse der Mtglicder da und nicht nur im Interesse der Aerzte.(Beifall.) In der Diskussion sprachen u. a. H u h n f l e i s ch und Schulz im Sinne des Referenten, während Hoffmann und D ä h n e einen gegenteiligen Standpunkt einnahmen. Besonders letzterer wandte sich entschieden gegen ein System der Rcvicrärztc. weil dann inner- halb der Krankenkassen gar zu leicht ähnliche Zustände herbeigeführt werden könnten, wie sie sich in den Bcrufsgenosscnschaften durch das System der Vertrauensärzte sehr zum Schaden der Arbeiter entwickelt haben. Uebrigens sei es falsch, anzunehmen, daß die freie oder beschränkte Arztwahl auf die Zahl der Krankheitstagc der„aus Arbeitslosigkeit Erkrankten" einen wesentlichen Einfluß ausübe. Redner warnt vor übertriebenem Fiskalismus in den Kassen. Vor allem möchten die Kassenvorstände nicht zu einseitigen„Kasscnmenschcn" werden, denn das führe leicht zu stark verknöcherten Ansichten über die zum Wohle der Kasscnmitgliedcr einzuschlagenden Mittel und Wege. Im übrigen ersuchte Redner, von einer Beschlußfassung Ab- stand zu nehmen und in einer neuen Versammlung über die Auge- legenheit weiter zu debattieren. Die Mehrheit der Versammlung erklärte sich jedoch für eine endgültige Erledigung dieser Frage, damit der am 25. d. M. in Leipzig tagende Krankenkassen-Kongreß über die diesbezügliche Stellungnahme deS Arbeitervertreter-Vereins rechtzeitig unterrichtet werden könne. Nachdem schon eine erhebliche Anzahl der Erschienenen die Sitzung verlassen hatten, wurde schließlich folgende vom Vorstand eingebrachte Resolution mit 10 gegen 13 Stimmen angenommen: „In Erwägung, daß es die idealste Pflicht und Aufgabe der Arbcitcrvcrtrctcr sein muß, dahin zu wirken, daß die materiellen Leistungen der Krankenkassen für die Mitglieder den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend so viel wie möglich ausgebaut werden; in fernerer Erwägung, daß dies bei der freien Arztwahl aus- geschlossen ist, weil die gegenwärtigen Bestrebungen der Aerzte im Leipziger Verband nicht den socialen Interessen der Krankenkassen förderlich sind, beschließt die heutige hier im Gewcrkschaftshanse tagende Versammlung des Arbeitervertreter-Vereins von Berlin, daß den Krankenkassen zur Hebung ihrer Kassenleistung die beschränkte freie Arztwahl unter guter Honoricrung allgemein zu empfehlen ist. Die BauanschlSger, soweit dieselben im Metallarbciter-Verband organisiert sind, tagten am Sonntag im Gewerkschastshame. Bartels referierte über das Thema:„Theorie und Praxis im Koalitionsrecht der Arbeiter". Zur Diskussion sprachen D o ch o>o tind F e n d i u s. Von einer weiteren Diskussion wurde, um die Wirkung des mit vielem Beifall aufgenommeneu Vortrages nicht ab- zuschwachcn. Abstand genommen. In seinem Schlußwort forderte der Referent die Kollegen auf. sich nicht nur gewerkschaftlich. sondern auch politisch zu organisieren, dann würde das> Koalitionsrccht nicht nur auf dem Papier stehen, fondern sich auch in Wirklichkeit ausführen lassen.— Sodann wurde die Sterbe- Untcrstützungsfrage geregelt. Es soll jedem Kollegen überlassen bleiben, soweit derselbe nicht dem früheren Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend angehört hat, da für diese Mitglieder die Sterbc-Untcrstützung obligatorisch eingeführt ist. sich durch eine ein- malige Zahlung von 50 Pf. die Sterbe-Unterstützung zu sichern. Es werden gezahlt nach 52 wöchentlicher Mitgliedschaft 30 M., nach 104 wöchentlicher Mitgliedschaft 40 M. und nach 208wöchent- licher Mitgliedschaft 50 M. Hierfür wird eine besondere Marke inö Statuteubuch geklebt.— Ferner sollen zur intensiveren Agitation in kürzester Zeit öffentliche Versammlungen einberufen und ein Flug» blatt herausgegeben werden.— Entrüstung rief die Gründung eines neuen Vereins hervor, welcher sich den Namen dcs eben erst auf» gelösten Vereins der Bauanschläger zugeeignet hat. ES zielt die-Z nur auf eine Irreführung der noch außenstehenden Kollegen hin. Die Mitglieder werden aufgefordert, den Arbeitsnachweis von Schröder streng zu meiden und nur die Arbeitsnachweise von Döring. Alte Schönhauserstr. 9, und Hagen, Charlottcnburg, Bis« marckstraße 7. zu benutzen. Auf Grunii eines der beiden bestehenden Tarife soll versucht werden, in kürzesMr Zeit mit den Meisleni in neue Verhandlungen zu treten. Zum Schluß wurde noch auf da» Stiftungsfest ani 23. Januar im Gewerkschaftshause aufmerksam gemacht. dessen Ucberschuß den Crimmitschaner Webern überwiesen werden scll. Die Sektion der Putzer des Maurerverbandes hielt am 3. Januar eine gut besuchte Mttgtieder-Venammlung ab. Der Vorsitzende Neumann erstattete den Jahresbericht. Darauf wurde voni Kassierer die Abrechnung verlesen. Dieselbe ergab für das vierte Ouartal folgendes: Einnahme und Ausgabe der Zweigvereinslasie 10 794,65 M. Diese Lokallasfe hatte iull. des alten Bestandes eine Einnahme von 44 007,50 M., eine Ausgabe von 1991,27 M., bleibt Bestand von 42 07C23 M. Die Jahresabrechnung ergab folgende Bilanz: Einnahme inkl. des Bestandes vom Jahre 1902 84 047,32 M., Ausgabe 42 571,09 M., bleibt Bestand 42 070.23 M. Die Vkitgliederzahl betrug am Schlüsse des Jahres 1525. Bei der Wahl der örtlichen Verwaltung wurden dieselben Kollegen wiedergewählt, mit AuSnabine des zweiten Kassierers, welcher ab- gelehnt hatte, dafür wurde Kollege August Lange gewählt. Zu Revisoren wurden die Kollegen Max Weier, Eh. Wansle und H. Richter gewählt. Darauf wurde der Antrag angenommen, dem Verband der Töpfer für die Ausgesperrten 3000 M. zu überweisen. Zum Schluß wurde dann noch der Antrag angenommen, daß die Mit- gliedervcrsammlungen wieder am ersten Sonntagvormittag eines jeden Monats stattfinden sollen. Charlottenburg. Die Filiale der Vereinigung der Maler. Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands hielt am 4. d. M. im Volkshause eine außerordentliche Versammlung ab. die sich mit den bevorstehenden Gewerbegericht»- Wahlen befaßte. Nachdem der Vorsitzende Flemming in kurzen Umrissen die hohe Bedeutung dieser Wahlen gekennzeichnet und zu einer regen Beteiligunq an den am 25. Januar statlfinoenden Wahlen aufgefordert, nominierte die Ver- sammlung Jost als zweiten Beisitzer für die Branche. Der hierauf vom Kassierer Drömert gegebene Kassenbericht von, IV. Ouartal 1903 wurde als richtig genehmigt. Weiter berichtete Flemming über die am 28. Dezember 1903 in Berlin stattgesundene kombinierte Borstands- sitzung. in der die Frage der Verschmelzung der Vororts-Filialen mit der Filiale Berlin lebhast erörtert wurde. In dieser Sache soll am 20. Januar für Charlottenbnrg im Voltshause eine außerordentliche Versammlung stattfinden._ Letzte JVachricbten und Depefeben. Gewerbegerichtswahlen in Schöneberg. Bei den heutigen Gewerbegerichtswahlen in Schöneberg erhielten von 1354 Stimmen die Kandidaten der centralorganifterten Gewerk- schaften 1198, die Lokalorganisierten 150 Stimmen. Zum erstenmal wurde ein Arbeitgeber-Beisitzer von der Liste der Gewerk- schaften gewählt._ Urteil im FluchtbegimstignngS-Prozeß Bauer. Kol», 9. Januar.(W. T. B.) In dem Fluchtbegünstigungs- Prozeß gegen Bauer und Genosse» wurde heute das Urteil gefällt. Schutzmann Schnitzler wurde zu 1 Jahr, Frau Adele Bauer zu 2 Monaten. Fritz und EugenBauer wurden zu je einem Monat, Harro Bauer und Rechtsanwalt Mayer zu je zwei Wochen Gefängnis verurteilt._ Gescheiterter Postdampfee. Birtoria(Britisch-Columbicn), 9. Januar.(W. T. B.) Der Postdampfer„Challam", der zwischen Victoria und Seattle verlehrt, ist gesunken. 53 Personen sind ertrunken. Wien, 9. Januar.(W. T. B.) Wie die„Zeit" erfährt, ist der hiesige japanische Militärattache telegraphisch nach Tokio berufen worden und bereits mittags abgereist. Ucber die Gründe der Abberufung wird Stillschweigen beobachtet. Virantw. Redakteur: Julins KaliSki, Berlin. Inseratenteil verantw.: TH.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag.: VorwärtsBuchdr.u. Verlagsanstalt PaulSinger SiCo., Berlin 5W. Hierzu 3 Beilagen u.Unlerhaltnngsblatt fr-8- 2i-1�'8- 1. Dtilllße des LmMs" Kerlim NoldsIllM. � 10 3("u(t 1904 Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 9. Januar 1904. Die russisch-japanische Streitfrage und die Börse.— Ruszlmids und Japans wirtschaftliche Position.— Japans Finanzlage.— Das Anwachsen des japanischen Budgets.— Die Wirtschastskrise in Japan 1899/1900.— Japanische Staatsschulden und Anleihen. Die Frage:„Wird es in Ostasicn Zum Kampfe kommen, oder kann noch auf eine Verständigung zwischen Ruhland und Japan gerechnet werden?" ist zum beherrschenden Faktor des Speknlations- »mrktes der Börse geworden. Je nacli den wechselnden tclegraphischcn Nachrichten der großen Londoner Blätter und des sich auf Grund dieses Nachrichtendienstes verändernden Kursspiels der Londoner Fondsbörse wechselt auch hier in dem Spieltempel an der Burgstrahe die Stimmung. Als der zu Anfang der Woche verfinsterte Horizont sich, am Dienstag etlvas aufllärte und in London eine freundlichere Auffassung der Situation im fernen Osten zum Durchbruch gelangte, änderte sich»ach einigem anfänglichen Widerstreben auch hier die politische Wettcnneinung. Das an den Markt gelangende Material fand durchweg glatte Ausnahme und die Nachbörse endete auf fast allen Gebieten mit einer Befestigung der Kurse, die am Mittwoch nach dem Einkauf weiterer friedlicher Meldungen aus Petersburg sich so- gar auf dem Montan- und Bankaktienmarkte zeitweilig zu einer kleinen Hauste steigerte. Doch schon vorgestern war es mit der frohen Zuversicht wieder vorbei. Auf die matte Haltung der New Docker Börse und die günstigen Meldungen aus London und Paris setzte auch.hier, da die Spekulation alsbald zu Verkäufen schritt, wieder die Baisse ein, die rasch auf fast sämtliche Spekulations- märkte übergriff. Aber so schnell am Donnerstag das Gewölk auf- getaucht war, so schnell verzog es sich auch wieder, als gestern die Berichte über den Stand der japanisch-russischen Streitfrage zur Ab- wechslung wieder friedlicher lauteten und später günstige Londoner Kursmeldungen einliefen. In diesem Kursspiel der Woche erscheint am seltsamsten der Einfluß der Kriegs- und Friedensmeldungen auf die japanischen und russischen staatlichen Anleihewerte sowie die russischen Eisenbahn- Prioritäten. Obgleich die große englische Presse Japan als dem russischen Reich m Ostasien militärisch weit überlegen hinstellt und in ihrer Gefolgschaft auch die kontinentalen Blätter meist die größeren Chancen des Siegers auf seilen der neuentstandenen japanischen Macht erblicken, bekundet die Börse ein gewisses Vertrauen auf russische Werte, und zwar gilt das nicht nur für die Berliner Börse. an der in der letzten Woche die verschiedenen russischen Anleihepapiere nur um etwa Ve bis l'/s Proz., die Eisenbahii-Prioritätsobligationcn um V« bis Ve Proz. gefallen sind, sondern selbst für die Londoner Börse, an der, wenn inan die Gesamtbewegung der Woche zu- sammenfaßt, sich jäne bessere Stimmung für russische, als fiir japanische Staatspapiere zeigte. Auch Paris macht davon keine Ausnahme. Wenn auch die meisten der russischen Werte, abgesehen von dem noch unter der Kontrolle des Ennssionskonsortiums stehenden vorjährigen Eisenbahnobligatioucn und der 1894er vier- prozentiacn Anleihe, in den letzten beiden Wochen um einige Pro- zcnte gesallen sind, so hat doch dieser Rückgang in Anbetracht der Thatsache nur geringe Bedeutung, daß in Frankreich Weit mehr als anderswo die russischen Anlcihepapicre in den festen Besitz der kleineren Kapitalisten übergegangen sind und der Terminmarkt für sie ein sehr beschränkter ist, so daß bei dessen Enge schon relativ geringe Angebote die Kurse stark beeinflussen können. Diese Haltung läßt darauf schließen, daß man in den Kreisen der internationalen Finanz doch keineswegs so sicher, als in der englischen Presse, aus ein Unterliegen Rußlands im Kampfe rechnet, oder daß man wenigstens annimmt, im Falle eines Krieges würde die Wirtschaftslage Japans wahrscheinlich niehr unter dessen Wechsel- fällen leiden, als d«e des russischen Reiches. Und diese Auffassung erscheint, wenn man die wirtschaftliche Position beider Mächte in Betracht zieht, immerhin begründeter als die der englischen Presse, welche die ostasiatischen Verhältnisse einseitig durch die englische Jnteressenbrille betrachtet. ES kommt für den Ausgang eines Kampfes nicht nur auf die den betreffenden Mächten zu Beginn des Krieges zur Verfügung stehenden militärischen Mittel an. sondern nicht minder auf die wirtschaftlichen Machtmittel, auf die Möglichkeit. die Kriegsdauer mehr oder weniger hinausziehen zu können, auf die stärkere oder schwächere Beeinträchtigung dcS inneren Erwerbslebens durch die Äricgsftihrung, auf die Bevölkerungsstärle usw. Und ob in diesen Punkten und manchen andren nicht doch Rußland Widerstands- fähiger und dem kleinen Japan überlegen ist, das dürfte kaum fraglich sein. Für die politischen wie für die HandelSinteressen Deutschlands in Ostasien würde der Sieg Japans voraussichtlich weit vorteilhafter sein, als eine Ausdehnung der russischen Machtstellung: aber nichts ist verkehrter, als sich bei der Beurteilung der in Betracht kommenden Verhältnisse von Sympathien und Antipathien leiten zu lassen. In zweifacher Hinsicht ist Rußland jedenfalls in einer günstigeren Lage: Korea und die Mandschurei sind für das russische Reich ein weit bequemeres Kampfterrain als für Japan: denn wie mangelhaft die sibirische Bahn und ihre Ausläuse auch sein mögen, schaffen sie doch dem russischen Heer in Lstasien eine ungefährdete sichere Verbindung mit dem Mntterlaiide, während andrerseits die von den Ltussen an den ostsibirischen Linien errichteten Fortifikationcn ihnen zugleich wertvolle Stützpunkte und Rückhalte für militärische Angriffs- und Rückzugöoperationen bieten. Noch weit vorteilhafter aber ist es für Rußland, daß ein Kamps in jenen Gebieten seine Handels- interesscn kaum berührt und daß es dort keinerlei LebenSinteressen zu verfechten hat. Wohl würde der Krieg bedeutende Anforderungen an die russische Staatskaste stellen, die wahrscheinlich zu einer noch schärferen Anziehung der Steuerschraube führen dürfte, aber das Wirtschaftsleben des europäischen Rußlands und seine Handels- beziehungen zu den Wcstmächten würden von der Kriegführung in jenen fernliegenden Reichsteilen doch nur in sehr geringem Maße beeinträchtigt werden. Dagegen würde zlveifelloS nicht nur durch einen anhaltenden Kampf die ProduttionSkraft Japans zumal sie sich auf wenige Artikel konzentriert, bedeutenden Abbruch erleiden, sondern auch sein Handel mit Korea, China, Hongkong und deS weiteren mit den Vereinigten Staaten von Amerika, und die Ausmhr - nach diesen Gebieten umfaßt beinahe zwei Drittel deS japanischen Gesamt-ExporthandelS. Dazu kommt, daß Rußland die wichtigsten Nahrungsmittel für die im Felde stehenden.Gruppen. Getreide und Fleisch, in Sibirien selbst findet; Japaü hingegen sich darin. V B. was die Fleifchverforaung anbelangt, auf fremde Zufuhren angewiesen sieht. Dadurch fällt es Rußland leicht, die Dauer des Krieges ohne ernste Gefährdung seines Wirtschaftslebens hinaus- zuziehen und Japan zu erschöpfen. Ständen nicht Rußlands Finanzen so ungünstig, es konnte selbst einem weit stärkeren Gegner gegenüber als Japan, den« Krieasspiel mit Ruhe entgegensehen: aber bekanntlich gehört zum Kriegsühren nach Montecuculis Ausspruch Geld und nochmals Geld. Das aber fehlt dem Zarenreich und das Borgen dürfte ihm unter den jetzigen Uinständen recht schwer fallen, in Deuffchland wie beim Buscnftrund in Paris. Jude» steht eS um Japan« Finanzen nicht günstiger, eher schlechter. Der Krieg mit China vom Jahre 1894/95 legte dem an sich armen, kapitalistisch unentwickelten Lande an Kosten einen Betrag von 235 Millionen Den auf und zugleich stiegen in enormem Maße die etatSmäßigen Ausgaben. Im Jahre 1892 betrugen die Aus- gaben de-Z Staatshaushalts nur erst 73.7 Millionen Den. 1897 schon 223,7, 1899 stiegen sie auf 254,2, 1999 auf 292,7 Millionen. Im Jahre 1991/92 sind sie zwar wieder auf rund 267 Millionen zurück- gegangen; aber nicht infolge einer Abnahme der Bedürfniste, sondern weil man einfach durchaus nötige Kulturaufgaben zurückstellte, neue Schulden machte, einen Teil der regclinäßigcu ordentlichen Ausgaben aus dem Knleihefonds deckte und sich nach russischem Muster auf allerlei eigenartige Bilanzierungskünste verlegte. Die Art der japanischen Etatsauff'tellung ist überhaupt eine recht seltsame. So find z. B. in den obigen Summen noch nicht die Kosten für die Verwaltung von Formosa sder Zuschuß Japans beträgt durch- schnittlich 6—7 Millionen Den pro Jahr), sowie fiir die großen Betriebsverwaltungen, das Tabaksmonopol und die Staatseisenbahnen, enthalten. Zu diesein Anwachsen des Budgets gesellte sich nach der Be- endigung des Krieges, der eine maßlose Selbstüberschätzung der höheren Volksschichten zur Folge hatte, alsbald eine wilde Spekulation. Ueberall wurden neue industrielle und kommerzielle Unternehmungen gegründet. Die Preise der Lebensmittel stiegen enorm, für verschiedene der wichttgsten Gegenstände des Konsums, z. B. Reis fast auf das Doppelte, und diese steigende Tendenz der Preise wurde noch dadurch verschärst, daß infolge des Preissalls des Silbers eine allgemeine Entwertung der Landeswährung eintrat. Der Kurs des Den. der sich bis Ende der siebziger Jahre auf 4 M. und darüber gehalten hatte, sank bis auf 2 M., und stellte sich dann, nachdem 1897 die Regierung die Goldwährung eingeführt hatte, dauernd auf 2,19 M. Die Folge der überhasteten Entivicklung war, daß Japan in den Jahren 1899/1999 mit der WirtschaftS- krise der kapitalistischen europäischen Staaten Bekanntschaft machte. Eine große Anzahl neuerslandcner Betriebe brach zu- sammen oder sah sich zu Betriebseinslellungen bezw.-Em- schränkungen gezwungen, und außerdem stellte sich ein zunehmender Kapitalmangel ein, so daß die japanischen Banken ihren Zinssatz fiir sichergestellte Darlehen ün Frühjahr 1999 auf 11 his 12 Proz. er- Höhten. Einesteils war dieser Kapitalmangel nur die natürliche Folge der überhasteten Entwicklung, die an die Banken über die Kapitalkraft des Landes hinausgehende Anforderungen stellte, andern- teils aber der ungünstigen Handelsbilanz— während der Jahre 1896 bis 1999 hatte Japan für etwa 399 Millionen Den mehr Waren eingeführt, als ausgefiihrt— und des bedeutenden Geld- slroms, der in diesem Jahrfünft fiir die Erweiterung der Land- und Seemacht nach fremden Ländern abgeflossen war. Mit allen Mitteln stemmte sich die Regierung gegen die unauf- halrsame Verschlechterung der Finanzlage des Reiches. Steuer- erhöhungen folgten auf Steuererhöhungen, so energisch, daß 1898 mit dem Parlament ein hefttger Zwist über die Begleichung eines neuen Deficits von 29 Millionen Den entstand. Alle Steuern und Abgaben, die sich irgendwie höher schrauben ließen, wurden in rascher Aufeinanderfolge erhöht: die Einkommensteuer, Grundsteuer, Getränksteuer, die Preise der Tabaksfabrikate lJapan hat das Tabaksmonopol eingeführt), die Fahrpreise der StaatSbahuen usw. Ferner wurde ein neuer Zolltarif zur An- wendnng gebracht, durch den die Zölle für verschiedene Einfuhrartikel bis zu ungefähr einciu Drittel des Wertes gesteigert wurden. Auch die chinesische Kriegsentschädigung von 365 Millionen Den, deren Zahlung sich bekanntlich Japan in englischem Gold durch eine Summe von 38 Millionen Pfund Sterling aushedungeu hatte, wurde mit verpulvert, und dennoch hatte bereits am 1. April 1899 nach den eignen Angaben der japanischen Regierung die Staatsschuld das nette Sümmchen von 889 Millionen Marl(nach dem damaligen Kurs berechnet) erreicht. Noch im selben Jahre folgte eine vierprozenttge Anleihe auf dem Londoner Markt im Betrage von 19 Millionen Pfund Sterling; doch das Publikum hatte wenig Neigung, diese japanischen Papiere, die zu 99 Proz. ausgegeben wurden, zu kaufen. Nur fiir vier Millionen Pfund Sterling fand das Bankkonsortium mit Ach und Krach Abnahme, auf den Rest von sechs Millionen Pfund Sterling blieb es sitzen. Vor- gestern konnte inan diese Werte an der Londoner Börse zu circa 73 Prozent kaufen. Der Erlös, den Japan aus dieser Anleihe hatte, ging spurlos in den„sinkiiiK funds1' der japanischen Finanznot unter, ebenso wie die verschiedenen kleinen öprozentigen einheimischen Anleihen, welche die japanische Regierung in den letzten Jahren auf- genonunen.hat und der Erlös aus den 59 Millionen Den 5prozenttger lapanischer StaatSobligationen, die sie vor Jahresftist mit Hilfe der Hongkong- und Shanghai-Banking-Corporation und des Londoner Bankhauses Baring Brothers auf dem englischen Markt ab- setzen konnte. Von den 47>/z Millionen Den, die Japan für die 59 Millionen erhielt"— die betreffenden Banken zahlten nur 98 Pfund Sterling für 1999 Den Nennwert— gingen nach einem Bericht der„Japan Daily Mail" sofort an 45 Millionen für die Bezahlung alter Schulden flöten: nämlich 14 749 999 Den zur Zurückerstattung von Darlehen für Eisenbahn- bauten im Jahre 1999, 6 999 999 Den zur Erstattung von Darlehen an verschiedene staatliche Kassen für Eisenbahnbauten im Jahre 1991 und 16 935 999 Den für Eiscnbahnbauten seit dem Jahre 1992, ferner 6 174 999 Den an die Bank von Formosa für verschiedene Darlehen zu wirtschaftlichen Unternehmungen auf dieser Insel. Japan hat also, was seine finanziellen Mittel anbetrifft, vor seinem Widersacher nichts voraus. Das Bild, daS vor einigen Tagen der„Ulk" brachte und das einen Vertreter de« russische» und des japanischen HeereS darstellte, die gleichmäßig hoffnungslos in ihre leeren Portemonnaies starren, charakterisiert treffend die Situatton. Und mit dem Ausnehmen neuer Anleihen hapert es. Wenn England auch gar gern Japan in einen heißen Kampf mit Rußlaitd hineinttiebe, so hält es doch die englische Finanzwelt mtt David Hanse- manns altem Ansspruch:„In Geldsache» hört die Gemüllichkeit aufl" Diese Finanznot beider Mächte ist ein weit besseres Hindernis ihrer Äricgswut als alle„edle Friedensliebe" des„hochherzigen" Zaren und alle weise Bedächtigkeit des Mikado. Tat. Kongresse niederländischer Gewerkschaften. Ende des verflossenen JahrcS, zumeist in den Weihnachtsfeier- tagen, hielten eine Anzahl niederländischer Gewerkschaften Kongresse ab. Es zeigte sich hierbei deutlich, daß die schwere Niederlage im Generalstreit und die Zwcmgsgesetze keineswegs eine dauernde Eni- mutigung oder Lähmung in der Gewerkschaftsbewegung hervor- gerufen haben. Zwar haben die meisten Verbände mehr oder minder schwer gelitten; aber selbst die am schwersten beftoffene Vereinigung d c S Eisen- und Straßenbahn Person als isr zu neuem Leben erwacht und hat am 1. Januar ihre Thätigkeit in vollem Umfange wieder aufgenommen. Aus Rücksicht auf die be- sonderen Umstände wird die Mitgliedschaft vorläufig noch geheim gehalten. Die Mitgliedcrzahl der Vereinigung ist infolge des General- streiks auf 1299 gesunken, ist jedoch jetzt Wieder im Aufschwung be- griffen. Die Geschäftsführung der Vereinigung wurde Oudegecst und Vau den Berg übertragen, die auch als Redakteur und Herausgeber des Fachblattcö fungieren. Die ebenfalls von der Niederlage im April schwer betroffenen Hafen-undDockarbeiter sind auch dabei, ihre Organisation von neuem aufzubauen und zwar auf verbesserter Grundlage. Ihr vom Schiffs- und Dockarbeiter-Verband einberufener und von den verschiedensten Branchen dcS Berufs beschickter Kongreß, der in Rottcr- dam tagte, sprach sich für Gründung eines Federativ- Verbandes der Hafenarb eslft e r aus. Endgültige Be- schlüste sollen auf einer am 17. Januar stattfindenden geschlossenen Versammlung gefaßt werden. Der Bäckergesellen-Verband hielt zu Leiden seinen Jahreskongreß ab. 11 Abteilungen tvarcn vertreten. Die Ab- tcilungcn Amsterdam, Haarlem und Haag, die am Generalstreik teil- nahmen, haben schwer darunter gelitten, doch ist keine Abteilung daran zu Grunde gegangen. Der Vorsitzende T e B o e k h o r st erwähnte mit Befriedigung den Rcgierungs-Entwurf zum Arbcitsgesetz. worin u. a. ein Verbot der Nachtarbeit für Bäcker und eine Beschränkung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit auf 66 Sttmden bor- gesehen ist. Ter Kongreß befaßte sich ferner mit einer Revision der Statuten. Der Verband umfaßt auch die Könditorgcscllen, die Brot- u»d Kuchenträger, das Niagazinpcrsonal und andre Hilfsarbeiter. Ferner Wird in den Statuten erklärt, der Verband strebe nach einem Zusammenarbeiten mit ausländischen Gewerkschaften. Der Sitz des Verbands ist Amsterdam. Der Verband der G e m e i n d e a r b e i t e r hat sich auf einem außerordentlichen Kongreß zu Amsterdam mit den Fragen der Umgestaltung des Verbandes in eine centrale Organisation, der Anstellung besoldeter Leiter und der Einführung von Versicherungen befaßt. Jic allen drei Punkten wurde dem Hauptvorstand auf- getragen, Untersuchungen anzustellen und dann Bericht darüber zu geben. Hinstchtlich der Centralisation wurde besonders auf die deutschen Verbände als Muster verwiesen. Ter Kongreß befaßte sich ferner mit der im Regierungs-Entwurf zum Aemcindegesetz vorgc- sehenen Siegelung der rechtlichen Stellung der Gcmeindearbeiter, wonach die Gemeinden verpflichtet sein sollen, Schiedsgerichte für die in ihrem Dienst thätigcn Arbeiter zu bilden. Da in dem Entwurf nichts über die Zusammensetzung dieser Schiedsgerichte gesagt wird, machte der Kongreß bestimmte Vorschläge hierzu, die der Rc- gicrung und dem Parlament zugestellt Werden sollen. Ter Cigarren macher- und Tabakarbeiter- Verband, der seinen von 52 Abteilungen beschickten Zweijahrcs- kongreß zu Amsterdam abhielt, hat durch den Generalstreik etwa 199 Mitglieder verloren, trotzdem ist die Mitgliedcrzahl seit dem Jahre 1991 um 899 gestiegen und zwar auf 2599. Im Jahre 1992 wurden 14 999 Gulden für Streiks und Maßregelungen ausgegeben. 1993 59 999 Gulden, eine Steigerung, die durch den Generalstreik hervorgerufen wurde. Von mehreren Abteilungen Waren Anträge gestellt, wonach Streiks nicht mehr der Genehmigung des Haupt- Vorstandes bedürfen sollten, wurden aber mit 67 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Wodurch sich der Kongreß gegen die von andern holländischen Gewerkschaften gerühmten spontanen Streiks aussprach. Ein Antrag auf Anschluß an daS Nationale Arbcitersekrctariat wurde mit 49 gegen 29 Stimmen abgelehnt. Der Tapezierer- und Polsterer- Verband hielt feinen Kongreß ebenfalls zu Amsterdam ab. ES beteiligten sich 11 Abteilungen. Man befaßte sich hauptsächlich mit Organisation»- fragen, lieber die Frage, ob sich der Verband dem Nationalen Ar- beitersekretariat anschließen soll. Wird eine Urabstimmung entscheiden. An dem Kongreß des Atalergeselle n- Verbandes. der in Haag tagte, nahmen 11 Abteilungen des Verbandes teil. Es Wurde ein Reorganisationsplan gut geheißen. Worin u. a. die Gründung einer Widcrstandskassc, Anstellung eines besoldeten Re- daktcurs und Einfiihrung eines centralisierten Versicherungswesens vorgesehen ist. Der Kongreß erklärte sich mit 12 gegen 3 Stimmen gegen den Anschluß an das Nationale Arbeitcrsckrctariat. Der S t u k k a t c n r- V e r b a n d. der zu Utrecht seinen Kongreß hatte, schloß sich im März v. I. dem Nationalen Arbeiter- sekrctariat au. Ein Artrag aus Austritt fmid keine Zustimmung aus dem Kongreß. An dem Generalstreik Waren 689 Kollegen beteiligt. Der Kongreß nahm eine Resolution gegen die Akkordarbeit an; ferner eine Resolution gegen den Militarismus. Tic Beteiligung an dem von den„Freien Socialisten" geplanten antimilitaristischen Kongreß Wurde jedoch abgelehnt. Auf dem 7. Jahreskongreß des Landarbeiter- Verbandes, der zu Stecnwijk tagte. Waren 13 Ortsabtcilungcn vertreten. Wie im Jahresbericht erwähnt Wurde, konnte der vom vorigen Kongreß gefaßte Beschlutz, Arbeitsbörsen für Heu- und Ge- treidemäher zu errichten, wegen zu geringer Mitwirkung noch nicht durchgeführt werden, obgleich soioohl von Arbeitergeber- als auch von Arbetterscitc eingesehen wird, wie wünsdrenswert solche Einrichtungen sind. Eine starke Agitation Wurde für die Ausdehnung des Unfall- gesctzeS auf die Landarbeiter entfaltet. Eine Petition hierfür, die gegenwärtig noch cirkuliert, hat bereits 36 999 Unterschriften er- hatten. Ein Antrag, aus dem Nationalen Arbcitersekrerariat aus- zutreten, wurde nicht angenommen, dagegen beschloß der Kongreß, für dieses Jahr um Befreiung vom Beittag nachzusuchen. Ter Magazin- und Ladengchilfen- Verband hielt seinen Kongreß zu Rotterdam ab. 5 Abteilungen waren vertreten. Im verflossenen Jahr Wurde an verschiedenen Orten mtt mehr oder minder großem Erfolg für frühen Ladenschluß Propaganda gemacht. Im übrigen befaßte sich der Kongreß meist mit internen Angelegenheiten. Klage Wurde darüber geführt, daß es schwer sei, Referenten für Versammlungen zu erhalten. F a st äusschlietz- lich Socialdemokraten fänden sich bereit dazu; bei Ange- hörigen andrer Parteien fei beinahe immer erfolglos angefragt Worden. Der christliche Textilarbeiter- Verhjand „U n i t a s", der ca. 1459 Mitglieder zählt, hielt zu Hcngelo seinen Kongreß ab. Der Hauptporstand Wurde bcaufttagt, ein Zu- sammenarbeitcn mit dem Allgemeinen Textil» arbeiter-Berband anzubahnen. berliner partci-Hngelegenbelten. Parteigenossen von Berlin, Tcltow-Beeskow, Nieder-Barni« und Potsdam-Lsthavelland. Am Sonntag, den 24. Januar 1904, erscheint die nächste Lokal- Liste. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommisfion von obigen Kreisen, die Neu-Aufnahmen und die genaue» Aendcrungc» bis sPiitrstens Freitag, den 15. Januar 1904, einsenden zu wollen und zwar für: Trltow-Bccskow an den Genossen Hermann Schlicbitz in Britz, Jahnstratze 2; Nieder- Barnim an dm Genossen Robert Rieck in RummelSdurg, Kantstraße 22, parterre. Potsdam-Osthavrlland an den Genossen Albert Rene in Spandau, Jagowsttaße 9; Diverse Orte an den Genossen Gustav Fellwock in Eberswalde, Eisenbahnstraße 67; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, 8. 14, Prinzenstraße 66. Die Lokalkommissions- Mitglieder Wollen die A e n d e r u n g e n und N e u- A u f n a h m e n für o b i g e L i st e umgehend mitteflen, da spätere Einsendungen keine Berücksichtigung mehr finden können. Vielfach kommt eS vor, daß Zuschriften in„Lokalangelcgcnheiten" an die Redaktion oder Expedition deS„Vorwärts" gesandt Werden; zur schnellen Erledigung derselben ersuchen Wir die Genossen, alle Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Berlin S. 14, Prinzen st r. 66, zu richten und nicht an den „Vorwärts". Die Parteiblätter der oben genannten Kreise werdenumAbdruck ersucht. Die Lokalkommisfion. Fünfter Wahltreis. Der Wahlverein veranstaltet heute Sonntag 2 Uhr, eine Sondervorstellung in der Urania. Billets find noch von 1 Uhr mittags an in der Urania zu haben. Zur Aufführung ge- langt das Dekorationsstück von Wilhelm Bölsche„Der Erdball als Träger des Lebens". Der Borstand. Zur Lokal-Liste. Reinickendorf. Der Turnverein„Dorner" ver- mistaltet am Sonnabend, den 16. Januar 1994 im Kaiser Friedrichs- Gartm(Inhaber Braun) eine Festlichkeit. Es wird versucht, zu diesem Vergnügen BilletS in Arbeiterkreisen abzusetzen. Wo diese Angebote gemacht werden sollten, weise nian sie zurück, da daS Lokal der Arbeiterschaft z u V e r s a m m l u n g e n-e. nicht zur Ver« fiigimg steht. Die Lokalkommisswn. «tue polnische Proteft-Versaumtluug gegen die moskolvittsche Aera ln Preußen wird am Sonittagnachtnittag l'/z Uhr in den„Andreas- Sälen", AndreaSstr. 21, abgehalten. Referent ist Genosse Georg Haase. Um rege Agitation unter den polnischen Arbeitern ersucht Der Einberufer. Schmargendorf. Die Mitglieder des Wahlvereins werden gebeten, in der am Dienstag Lei Loenhardt stattfindenden Mitglieder- Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Es stehen wichtige Angelegenheiten auf Tagesordnung. Johannisthal und Umgegend. Dienstagabend 8 Uhr spricht Genosse Dr. Albert» im Lokale von Senftleben über das Thema: Der preußische Staat— ein Masseustaat. Recht zahlreicher Besuch ist dringend erwünscht. Laut Landratsverordnung liegen die G e m e i n d e- W ä h l e r l i st e u für die Landgemeinden vom 1a. bis 30. Januar in den Gemeindebureaus in den Dienststunden aus. Pflicht der Arbeiter von Rudow und Johannisthal ist es, die Listen einzusehen. Mariendors und Umgegend. Dienstag Punkt 8 Uhr hält der Wahlverein bei Müller, Tempelhos, Berlinerstr. 41 42, seine General- versammlung mit folgender Tagesordnung ab: Bericht des Vor- itandeS ee. und der Gemeindevertreter, Anträge, Reulvahlen, Ver- schiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Treptow-Baumschulenweg. Zur Einleitung der Agitation für die G e in e i n d e to a h l e n findet am Mittwochabend in Ackermanns Festsälen eine Volksversammlung statt. Die Genossen werden nun ersucht, zum Zweck einer F l u g b l a t t- B e r b r e i t u n g sich zahlreich in den bekannten Stellen am Dienstagabend 7 Ulst einzufinden. Ein zahlreicher Besuch der Versammlung wird besonders erwartet, weil die Tellersamniliing für die Crimmitschauer bestimmt ist. Der Einberufer. Paukow-Rieder-Schönhansen. Dienstagabend S1/- Uhr ist eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Mierke, Berlinerstr. 04. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dr. Friedeberg-Berlin„liebet welche Machtmittel verfügt das Proletariat". Diskussion. Ergän- zungswahlen zum Vorstand. Vereinsangelegenheiten. Verschiedeues. Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen._ Lokales. „Wir haben ja noch so viel Plaü l" Tie Anstalten, die der Stadtgemeinde für ihre Armenfürsorge, ihre Ärankenpflege usw. zur Verfügung stehen, reichen nicht aus. Die Klagen darüber sind alt, aber in den lebten Jahren haben sie sich ganz besonders gehäuft. Es sind ja verschiedene Ansialtsbauteii teils geplant, teils auch schon in der Ausführung begriffen. Doch inzwischen nimmt das Bedürfnis immer weiter zu, und eS rächt sich jetzt schwer, das; die städtischen Behörden so spät an die Vermehrung der Anstalten herangegangen sind. Nicht bloß in der Bevölkerung wird immer lauter über die Zu- stände geklagt, die sich daraus ergeben! auch in der Stadtverord- neten- Versammlung wiederholen sich in immer kürzeren Zwischen- räumen die Debatten über die Unzulänglichkeit u n s r e r A r m e n f ü r s o r g e- tt n d Krankenpflege- An stalten. In der letzten Sitzung wurden die Mängel der Fürsorge für die Ge- schlechtskranken erörtert, nächsten Donnerstag soll über dasselbe Thema noch einmal verhandelt werden: in derselben Sitzung wird es voraussichtlich zu einer nochmaligen Aussprache über die Not- wendigkeit einer Vermehrung der Kinder- Krankenhäuser kommen, bald werden auch wieder die winterlichen Klagen über die lieber- süllung der allgemeinen Krankenhäuser auftauchen, und so geht das fort. Selten werden diese Mißstände von Freisinnigen zur Sprache gebracht. Meist kommt die Kritik aus den Reihen der Social- dcmokrnten, und in solchem Falle pflegt dann fast der gesamte Freisinn der Stadtverordneten-Versammlung sich aufs Leugnen zu legen.„Wir haben ja noch s o viel Platz ist da die gewöhnliche Antwort. Die Ver- treter des Magistrats„weisen nach", daß die Anstalten zu dem und dem Zeitpunkt noch so und so viel Betten„frei" hatten, die Wortführer der freisinnigen Stadtverordneten-Mehrheit„stellen mit Geimgthuung fest", daß die socialdemokratischen Angriffe auf die„Muster- Verwaltung" Berlins„wieder einmal gänzlich unberechtigt" waren, und nach wie vor„steht der Berliner Freisinn groß da". Ob trotz- dem Arme und Sieche monatelang warten müssen, ehe sie in einer Anstalt Aufnahme finde» können, ob Kranke von einem Ärankenhause zum andern irren müssen, um irgendwo noch ein freies Bett zu finden,— das ist ja ganz egal. Die Uebcrfiillungs-Misere guckt den städtischen Armen-Fürsorge- und Krankenpflege-Anstalteit an allen Ecken und Enden heraus. Da werden nicht nur Aufiiahmesttchende abgewiesen, da werden auch Anstaltsiniassen vorzeitig entlassen, in unzulängliche Familien- pflege gegeben usw. Will'S mal absolut nicht mehr gehen, so greift man wohl auch zu dem Mittel, einen Krattkeit, Siechen usw. bis ans weiteres in einer Anstalt zu behandeln, in die er eigentlich gar nicht hineingehört. Ein Krankenyausinsasse wird an eine Irrenanstalt abgeschoben, ein unheilbar Siecher wird im Krankenhause zurückbehalten, ein ArbeitshauShosPitalit wird im Obdach einquartiert und dergleichen mehr. So werden die Ueberzähligen zwischen den An- stalten hin- und hergeschoben—„wir haben ja noch s o viel Platz". Wie das dem davon Betroffenen bekommt, kann sich jeder denken. Kürzlich wurde ein Nervenkranker vom Urbafi-Krankenhaus„zu seiner Erholung" saitscheinend aber nur wegen Platzmangels) nach Wühl- garten überwiesen. Dort scheint man ihn nun für einen gefährlichen Irren gehalten ztt haben. Er wurde nicht in ein„Landhaus", sondern in ein„festes Hans" gesteckt und erfuhr darin eine Behand- lung, die ihm das Gegenteil von„Erholung" war. Er zog es vor, dieser„Erholungsstätte" schleunigst wieder den Rücken zu lehren und hat dann von neuem im Urban-Krankenhaus Attfnahme erlangt. Nun hatten sie wieder in Wuhlgarten—„noch s o viel Platz". Die Bermehniug der Fruerwehrposten in den Theater» ist so beträchtlich, daß in manchen Theatern die Zahl der Posten jetzt auf mehr als das Doppelte gestiegen. ist. Die Theaterbesucher dürfen also fortan wirklich unbesorgt sein. Wer fteilich dabei auch an die Fetterlvehrleute denkt, der wird weniger Befriedigung empfinden. Wir haben schon gestern daraufhin- gewiesen, daß den Feuerwehrmannschaften, die ja nur an ihren„dienst- freien"Tagen zum Thcaterwachtdicnst herangezogen werden, durch die Ver- stärkung der Theaterwachen eine bedeutende Mehrbelastung zugemutet wird. Wer die Dinge nicht kennt, der wird es uns einfach nicht glauben wollen. wenn wir mitteilen, daß darauf Bedacht genommen werden Wird, den Fenerwehrmannschaften in jedem Monat toenigstenS zwei ganz dienstfreie, also auch vom Theaterwachdienst freie Tage zu lassen. Wenigstens zwei ganz dienstfreie Tage im Monat! Zu beanspruchen haben die Mannschaften im Monat zehn dienstfreie Tage; denn bei der Feuerwehr sollen auf 48 Stunden Dienst immer 24 Stunden Ruhe folgen. Wenigstens zwei von diesen zehn Tagen will man ganz dienstfrei lassen! Es wird also vom Branddirektor als zulässig angesehen, daß ein Feuerwehrmann unter Umständen nur zweimal im Monat in die Lage kommt, 24 Stunden hintereinander ganz dienstfrei zu sein. Giebt es denn keine Instanz, die gegen diesen unerhörten Zustand einschreitet'< Sind solche Anschauungen und Grundsätze in einer Zeit, wo jeder Arbeiter mit Recht in jeder Woche eine Zfistündige Ruhe- pause fordert, nicht geradezu»nerttöglich? I Wir wiederholen unfre Forderung, miß der Tyearerwacy d i e n st entweder den Feuerwehrmannschasten bezahlt oder nicht mehr in die„dienstfreien" Tage gelegt wird. Warum brauchen denn die Feuerlvehr-Offiziere zu den Theaterrevisioneu, die sie auszuführen haben, nicht ihre dienstfreien Tage herzugeben? Warum werden die Schutz m a n n s p o st e n, die in die Theater gestellt werden, nicht aus den dienstfreie» Schutzmännern, sondern aus den auf der Wache Dienst thuenden Mannschaften genommen? DaS ist durchaus in der Ordnung; aber was bei der Polizei möglich ist, wird doch wohl auch bei der Feuerwehr möglich sein?! Dabei haben die Schutz leute jedesmal 24 Stunden Dienst und dann 24 Stunden Ruhe, während den Fenerlvehrleuten, wie gesagt, erst nach 48stündigem Dienst eine angeblich 24stündige, aber durch Thenterwachtdienst um 4 bis ö Stunden verkürzte Ruhepause gewährt Wird. Aber der Brauch, den Mannschaften ihre dienstfreien Tage in dieser Weise zu schmälern, paßt freilich durchaus zu dem Giersbergschen System. Es paßt zu der Gewohnheit des Brand- direktors, selbst bei den meist durchaus überflüssigen Feuerwehr- Vorstellungen, die von Zeit zu Zeit vor in- und ausländischen Herrschaften stattfindeit, dienstfreie Leute zur Teilnahme heranzu- ziehen. Dir preußische Eisenbahn- Sparpoliiik hat sich von neuem den Arbeiter als Objekt erkoren. Bisher hatten diejenigen Arbeiter und Handwerker des Potsdamer Güterbahnhofes, die in den westlichen Vororten wohnen, freie Fahrt zur Arbeitsstätte. Zum neuen Jahre wurde diesen Leuten ein Ukas verlesen, wonach ihnen diese Ver- günstignng hinfort nicht mehr zu teil werden soll. Als Begründung führt die Eisenbahn-Verwaltnng au, daß man in den Vororten bedeutend billiger wohne als in der Stadt und daß draußen auch die Lebensmittel billiger seien als in Berlin. Den in den Vororten wohnenden Eisenbahnarbeitcrn würden aber trotz alledem dieselben hohen Löhne(!) bezahlt wie den in Berlin wohnenden. Dies neueste Vorgehen gegen die Arbeiterschaft verdient als Keittizeichitutig für den Geist, der die Socialpolitik des Staates der Soeialreform durchweht, festgenagelt zu werden. Die Mieten in den Vororten, wenigstens solche für kleinere Wohnungen, sind gar nicht oder nur ein geringes nicdiger als in der Stadt, und was die Eisenbahnverwaltung von den billigeren LebenSinittelpreisen in den Vororten sagt, muß das helle Gelächter eines jeden erregen, der von den Thatsachen auch nur eine Ahnung hat. Warum kaufen denn die Bewohner der Vororte zumeist ihren Bedarf an Lebens mittel» in Berlin ein? Etwa um die Zeit totzuschlagen oder ihre Körperkräfte im Tragen von Lasten zu erproben? Statt solcher Be- gründung der kleinlichen Maßregel lieber gar keine! Bis. dahin haben die in den Vororten wohnenden Eisenbahn- arbeitet das Recht zur freien Eisenbahnfahrt gewissermaßen als Zuschlag zu ihren niedrigen Löhnen betrachtet. Die älteren von ihnen sind mit einem Tagesverdienst von 2 M. eingestellt, und der höchste Lohnsatz beträgt jetzt für Arbeiter 3,20 M., für Hand werker 3,70 M. bei zehnstündiger Arbeitszeit. Wenn sie fortan eine Wochenkarte lösen müssen, die nach Steglitz 00 Pfennig, nach Zehlendorf sogar 1,00 M. kostet, so bedeutet das Hon ein großes Loch iin Etat. Da aber eine solche Karte nur zur zweimaligen Fahrt am Tage gilt, so müssen diejenigen, die mittags zu Tisch zu gehen gezwungen sind, oder die Sonntags und nachts noch einmal an die Arbeitsstätte müssen, noch besonders von ihrem kärglichen Verdienst bis 40 Pf. den Tag opfern. Für diejenigen aber, die im stände sind, sich Monatskarten zu lösen, bedeutet die neueste Leistung preußischer Soeialreform eine jährliche Ausgabe von 03 M. SO Pf., das ist ungefähr der zehnte Teil des Jahreseinkommens. In der That, wenn irgend eine Behörde es aus dem Grunde versteht, die Er bitterung der ihr überantworteten Arbeiter zu weckett. so die preußische Eisenbahn-Verwaltung. S'e wird die Früchte ihrer Politik ernten! Vom it»tisei»itischen Nationalstolz. Die„Staatsbürger-Zeitnng" 'ucht den Mangel an Nationalstolz, den wir vorgestern an ihr nach- getviesen haben, auf gar sonderbare Weise zu entschuldigen. Sie antwortet auf unsre Anzapfung in der Angelegenheit Farrar-Kont u. a. folgendes: „Den Herren der„Welt am Montag" ist durch den„Fremden" keine Schmach angethan worden: die von einer Korrespondenz verbreitete erste Mitteilung, daß Herr Farrar den Redakteur bedroht und gewissermaßen zu einer Ehrenerklärung genötigt hätte, ist bereits hinlänglich widerlegt worden. Der beleidigte Bater hat nichts weiter gethan, als von dem Blatte, das die falsche Nachricht gebracht hatte, eine Richtigstellung zu fordern, und das war jedenfalls sein gutes Recht. Im übrigen find wir der Ansicht, daß die Ritterlichkeit einer Dame gegenüber vor den Landesgrenzen nicht Halt machen darf. Tie weibliche Ehre einer Dame muß gewahrt werden, ganz gleichgültig, ob sie eins Landsmännin oder eine Fremde ist, und wenn ihre Ehre ohne Grund öffentlich angezweifelt wurde, so ist eS Pflicht der Presse, sie zu wahren." Das ist eine recht verständige Ansicht, die sich die„Staatsbürger- Zeitung" bis dahin allerdings insoweit nickit zu eigen gemacht hat, als sie es z. B. schon als eine Art Entehrung des Deutschtums hin- kellte, wenn germanische Lieutenants mit jüdischen Bankiertöchtern Herzensbündnisse fürs Leben eingingen. Auch ist es im Interesse des Herrn Farrar erfteulich, daß er in anständigen Formen und nicht durch Bedrohungen und Erpressungen eine Richtigstellung verlangt hat. Aber das berührt ja unsre Ausstellungen' an dem Verhalten der„Staatsbürger-Zeitung" recht wenig. Die Thatsache bleibt bestehen. daß dies urgermanische Blatt mir g r o ß e m Behagen vermeldet hat, wie in der deutschen Reichs- Hauptstadt ein Ausländer an einem Deutschen erfolgreich einen Ge- waltatt verübte. Und diese Aeutzerung der Schadenfteude macht "ich— immer vom urgermanischen Standpunkt der„Staatsbürger- Zeitung" aus betrachtet— nur noch häßlicher als vorher, wo sich etzt herausstellt, daß die ganze Meldung nicht einmal wahr, sondern mit frivoler Leichtfertigkeit in die Welt gesetzt worden ist. Der Schrei nach Recht. Ter jetzt veröffentlichte Entwurf des Bundesrats über die Errichtung von Kausmannsgerichten hat in den Kreisen der Handelsangestellten eine starke Erregung hervorgerufen. Die seit Jahren von den Gehilfen erhobenen und berechtigten Forderungen sind in diesem Gesetzentwurf völlig atttzer acht gelassen und die Iveitgehendsten Konzessionen dem Großunternehmertum gemacht worden. Der Centralverbaud der HandlnngS- gehilfen und-Gehilfinnen hat zum Mittwochabend nach den A r in i n- hallen, Kommandantenstr. 20, eine Versammlung einbemsen, die zu dem vorliegenden Gesetzentwurf Stellung nehmen wird. Ueber den Lebenslauf des Professors Pieper, der jetzt mit seiner Gattin in Untersuchungshaft sitzt, bringt die von nnferm Partei- genossen Georg Bernhard herausgegebene Zeitschrist „ P l u t u S" recht interessante Mitteilungen. Meyer hat etliche Bücher größeren Umfanges veröffentlicht, die zum Teil von be- deutendem wissenschaftlichen Werte sind. Als er seine besseren Werke chrieb, war er HandelSredakteur der„Vossischen Zeitung" und Privatdocent der Nationalökonomie an der technischen Hochschule u Charlottenburg. Seine wöchentlichen Börsenrevuen hatten ein zahlreiches Leserpublikum, da flotter Stil, umfassende Bil- dung und tiefe Fachkenntnisse eS ihm, als einem der ersten unter den deutschen Finanzjouritalistcn. ermöglichten, die Vorgänge an der Börse allgemein verständlich und doch ernst.zu behandeln. Er ge- wann bald Ansehen und Einfluß beim Börsenvölkchen. Dazu aber stand die nicht gerade glänzende Bezahlung seitens des stolzen LessiugblatteZ in einem gewissen Gegensatz. Er verfiel, wie andre vor und nach ihm, auf das an der Börse nicht gerade seltene Er» gänzungssteuer-Berfahren. Die Einnahmen daraus flössen so öffent« lich, daß man sich eigentlich wunderte, als Meyer der Charakter alZ Professor beigelegt wurde. Witzbolde ineinten damals: ES habe ihm endlich ein„Charakter" verliehen werden müssen. Kurze Zeit danach machte sich Meyer sogar bei der Vossin unmöglich. Er stolperte— auch so ein Witz des Lebens— über die Tarnowitzer Emission der Rheinisch-Westfälischen Bank unselige:» Angedenkens. Jetzt ging eS schnell bergab. Hugo Löwy, der gerade aus dem Zuchthaus gekommen war, lauste mit besserem Gehalt die glänzende Feder Meyers für die von ihm oder seinen Vor- und Hintermännern erworbene„Berliner Finanz- und Handels-Zeitung". Nebenbei gab Meyer noch ein eigenes Finanzblatt heraus— mehr zur eigne» Bedarfsdeckung, als für den Bedarf des Publikums. Als er von Lölvy fortging, widmete er sich ganz der„Fruktifizieruug" seines eignen Unternehmens. Er schnorrte Inserate und Abonnements. Und bei der auffallenden Liebe, die unsre Bankwelt journalistischen Schmarotzern mit und ohne Fähigkeiten entgegenzubringen pflegt, schlug er sich durch— von einem Tag zum andern. Er war schon lauge ein Pumpgenie. Noch in den letzten Tagen vor dem Zusammenbruch der Preußischen Hypothekenbank gelang es ihm, an ihrerKasse Bargeld zu erhalten. Keinem glückte es naäi ihm mehr. Das„Professor M." auch Kostgänger der Poinmerttbattk gewesen ist. ward ja seitdem gerichtsnotorisch. Noch einmal schien dem Siebzigjährigen das Glück zu winken. Ein hiesiger sehr junger Bankier, der eine Finanzzeitung herausgiebt, zahlte ihm ein gute? Gehalt. Dort im Bureau saß Meyer unter strenger Klausur und schrieb nach Anweisung rechts und links, wie es gewünscht wurde. Aber unleugbar ist. daß er eS verstanden hat. auch jenem Blatt einen pikanten Reiz zu verleihen. Tie Form beherrschte auch da-Z senile Hirn noch. Aber das Verhängnis war nicht mehr aufzuhalten. Etwa um die Zeit, da mau im„Westtninster-Hotel" Herrn Professor Moritz Meyer nebst Gattin verhaftete, war im Inseratenteil der Boss. Ztg." zu lesen:„Wer schreibt allwöchentlich gegen gutes Honorar einen pikanten und feuilletonistischen Börsenartikel?" Das neue Riesentheatcr aui Weinbergsweg, das im Rohbau bereits fertiggestellt ist, ist der Stätte des ehemaligen, im Jahre 1873 abgebrannten National- Theaters gegenüber gelegen und wird auch den Namen der damals so beliebt geweseneu Schaubiine erhalten. In dem neuen Theater, das nach den Anforderungen der modernen Technik gebaut wird, führen von einer großen Vorhalle drei breite Eingänge nach dem 3000 Sitzplätze fassenden Zuschauerräume, der ausschließlich aus Parkettplätzen bestehen wird. Nur die der Bühne gegenüber belegene Wand wird mit einer Galerie versehen, von welcher die Ausgänge direkt nach der Vorhalle führen. Zu beiden Seiten des Parketts werden Nebensäle errichtet, außerdem führen breite Notausgänge von dem Zuschauerraunte direkt in den Garten des völlig freiliegenden Theaters. Tie Bühne wird die größte sein, welche Berlin aufzuweisen hat und an Ausdehnung der des früheren Victoria-Theaters gleichen. Auch hier werden direkt in den Garten führende»Ausgänge angelegt, die gleichzeitig als Zufahrten für besondere seenische Aufzüge. wie Wagen:c. dienen. Der gesamte Zuschauerraum wird unterkellert und in dem Untergeschoß ein Restaurationstunnel eingerichtet. In dem Theater, dessen Eröffnung voraussichtlich am 1. September erfolgen wird, werden zunächst volkstümliche Opern zur Aitsführung gelangen, später sollen auch Schauspiele und Specialitäten-Vor- tellungen wechseln. Es wird noch berichtet, daß die Leitung dieses neuen Theaters Herr Direktor Richard Schulz vom Mettopol-Theatcr übernehmen wird. Einen einträglichen Wild- und Gestügclhandcl bettieb seit einiger Zeit ein Gastwirt aus der Gartenstraße in Gemeinschaft mit dem Kutscher eines städtischen Auktionators. Dieser mußte schon länger wahrnehmen, daß bei den Sendungen, die er von auswärts erhielt, Ware und Frachtbrief nicht übereinstimmten. Da er den Kutscher in Verdacht hatte, sich unterwegs Teile der Sendungen anzueignen, so wurde dieser beobachtet. Das machte er jedoch den Leainten so "chlver, daß ein Erfolg nicht erzielt wurde. Der Kutscher jagte mit 'einem beladenen Wagen vom Stettiner Güterbahnhof davon, daß ihm elbst eine Droschke nicht folgen konnte, wenn sie nicht auffallen und den Ungetreuen warnen wollte. Bei dem Gastwirt in der Gartenstraße hielt er einen Augenblick, lud in aller Eile einen Teil ab und fuhr dann weiter nach der Centralinarkthalle. Kriminalbeamte besuchten häufiger die verdächnge Wirtschaft, um zu sehen, ob von dem ge- 'tohlenen Wild oder Geflügel nichts auf den Tisch komme. Aber auch das war nicht der Fall. Schließlich griff die Krimiualfwlizei 'o zu und hatte das Richtige getroffen. Der Kutscher und der Wirt legten beide ein Geständnis ab. Jener hatte aus Säcken mit billigerer Ware immer einzelne Stücke herausgenommen und durch andere Eyemplare, die in ganzen Wagenladimgen ankamen, ersetzt. So itimmte zwar immer die Stückzahl der kleineren, aber niemals das Gewicht der großen Sendungen. Tie Ungetreuen wurden beide gestern dem Untersuchungsrichter zugeführt. Ein eignes Nacht- Kontroll- und Schließ- Institut für Juwelier- und Uhrmachergeschäfte soll auf Anregung des Verbandes deutscher Juweliere. Gold- und Silberschmiede für Berlin ins Leben gerufen werden. Veranlassung dazu bieten die zahlreichen Einbrüche in Gold- Warengeschäfte, sowie die Thatsache. daß der Ersatz des Schadens durch VersicherungSgesellschasteit meist mit erheblichen Schwierig- ketten verbunden zu sein Pflegt. Tie elektrischen Sicherheitsvorrich- tungen haben sich ivenig bewährt, weil ihre Anlage nur selten zweck« entsprechend eingerichtet, dagegen ihr Funktionieren gar leicht unterbrochen werden kann. Man will nun zu dem bereits in kleineren Städten erprobten Kontrolluhr-System greifen. ES soll eine Centrale geschaffen werden, an die alle Geschäfte, welche einer besonderen nächtlichen Bewachung bedürfen, angeschlossen werden können. DaS System ermöglicht bei ziemlich geringen Kosten eine halbstündliche bezw. stündliche Revision der angeschlossenen Geschäfte, wodurch deren Sicherung gegen Einbruch wesentlich erhöht wird. Die Diebstähle von Fernsprcchdrähten scheinen durch die kalte Witterung, da wenig Leute unterwegs sind, begünstigt zu werden. Nachdem erst vor kurzer Zeit mitten in Ripdorf ein solcher Diebstahl vorgekommen ist, hat es sich jetzt im Nordwesten von Berlin wieder- holt. In der Nacht zum 8. Januar sind am Spandauer Schiff- 'ahrtskanal in der Nähe des Militär-Versuchsamts die Drähte von fieben Fernleitungen zwischen den Stangen 84 und 80 durchschnitten und gestohlen worden. Die Gesamtlänge des gestohlenen Drahtes beträgt etwa 420 Meter. Davon sind 240 Meter 4 Millimeter, 00 Meter 0 Millimeter starker Bronzedraht und etwa 120 Meter 3 Millimeter starler Doppelmeralldraht. DaS Gewicht des ge- itohleneu Drahtes beträgt ungefähr 04 Kilogramm. �Er hat einen Wert von rund 70 Bk. Für die Ermittelung der Thäter hat die kaiserliche Ober-Postdirekttott wieder eine Belohumtg von 00 M. ausgesetzt. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am 10. September 1903 vor dem Hause Gräsestr. 80 ein Kind von einem Moltereiwagen auf dem Trottoir überfahren worden ist, werden gebeten, sich bei Schmidt, Gräsestr. 78, Ouergebäude IV. zu melden.' Hauptsächlich wolle sich der Arbeiter melden, der das Kind aufgenommen hat. Eine Erinnerung an die Affaire der Pommerscheu Hypothekenbank wurde durch die Zwangsversteigerung des Mobiliars und der Kunst- fachen des früheren Direktors der Bank Romeik in feiner Villa in Wilmersdorf, Prinz-Regentenstr. 21/22, wieder ivachgerufen. Es hatten sich eine ganze Anzahl Händler eingefunden und die erzielte» "reise waren recht ansehnliche. Der Eintritt zur Versteigerung war nur den Auserwählten gestattet, ivelche ein Kapital von 300 M. dem Wächter der Schätze vorzeigen konnten, und so tnußten die Besitzlosen draußen bleiben. Vermißt wird seit dem 29. November 1903 der Arbeiter Andreas Flanz, geboren 20. November 1838 zu Botborowo, zuletzt Linden- traße 104 wohnhaft gewesen Flanz ist etwa 1,00 Meter groß, untersetzt, hat weißes Haar, große Platte, von der Stirn bis in den Racken gehend, weißen starken Schnurrbart und ebensolchen Spitzbart. Der NermWe war Ickleidet niit dmlllcm Sommerpalet�t und grau- meliertem Anzüge, trug wollene Wäsche und wattierte» dunkles Vorhemd. Nachrichten über den Verbleib des Vermißten sind cnt- weder an das Polizeipräsidium, Zimmer 330, oder Lindenstr. 101 einzusenden._ Ein»ncntgcltlichcr Kursus in Elektrotechnik beginnt am Montag, den 11. Januar er., abend» 7'/., Uhr, an der 7. städt. Fortbildung»- schule. Tie Teilnahme ist jedermann gestattet und bedingt keine Vorkenntnisse. Anmeldungen werden täglich abends im Amtszimmer, Gräfestrahe 85/88, entgegengenommen. Die Arbeitcr-Bildungoschule im Gelvcrkschastshausc hat für da» erste Quartal dieses Jahre» folgenden Lehrplair herausgegeben: Montag: N a t i o n a l- O e l o n o m i e lGeschichtc und Theorie der Statistikj: Vortragender: Schriftsteller Mar Grunwald. Dienstag: Geschichte(Geschichte der Urvölker und des Altertums bis zu den Pcrserkriegen); Vortragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. Donnerstag: Sociale Gesetzgebung(Entwicklung und Stand der Arbcitcrschutz- Gesetzgebung im Deutschen Reich und im Auslände)! Vortragender: Schriftsteller Simon Katzenstein. Freitag: Redc-Uebung(Uebungen in mündlicher Rede und schriftlichem Aufsatz); Vortragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. Ter Unterricht beginnt in National-Lekonomie: Montag, den 11. Januar: Geschichte: Dienstag, den 12. Januar: Sociale Gesetzgebung: Donnerstag, den 14. Januar: Rede-Uebung: Freitag, denn 22. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 0 Uhr und endet pünktlich um'/oll Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden bon 8—9 Uhr geöffnet.— Ter Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.: da» Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuche ftei. Nächsten sronntag feiert die Arbciter-Bildungsschule in Keller» Festsälen, Koppenstr. 29, ihr dreizehntes Stift nngsfe st. Da» Easino-Theatcr zeigt sich auch in diesem Monat auf der Hohe. Eingeleitet wird die Vorstellung mit einem Verwechslungs- Schwank„Die Wenzel", in der die Eitelkeit eines zum bc- häbigen Rentier avancierten Schauspielers harmlos geneckt wird. Der Specialitätenteil weist vier Nummern auf. die sich unter Brüdern sehen lassen können. Unter den mitwirkenden Künstlern ist einer von ganz besonderem Talent, der Komiker N e e s c m a u n. Er raot beträchtlich über das Durchschnittsmasz der sonst an kleineren Bühnen beschäftigten Lustigmacher binaus: und ivenn e» auch jetzt noch stört, daß er Herrn Reutter vom Wintergarten allerhand abgeguckt hat. so glauben wir doch, daß er sich bald zu voller Selbständigkeit entwickeln wird. Neesemann hat das Zeug dazu, mit den ersten Rainen unter feines- gleichen zu rivalisieren. Zum Schluß ivird ein von socialer Wehmut angehauchtes Lebensbild„Wie einst i m M a i" aufgeführt, das gar eindringlich das zerstörte Eheglück eines jungen Handwerkers schildert. Die Tendenz dieses Stücke» und das vortreffliche Spiel fanden verdienten Beifall in dein überfüllten Haufe. Das Institut für Meereskunde veranstaltet in der kommenden Woche, abends 8 Uhr, folgende öffentliche. Herreu und Damen zu- gängliche Vorträge: Montag, den 1l. d. Mt»., spricht Professor Hauthal aus BuenoS-Ayres über„Bilder ans dem Fjord- und Seen- gebiet de» südlichen Patagonicns"; Dienstag, den 12. d. Mt». und Freitag, den 15., spricht Dr. L. Brühl-Ber'lin �iiber„Die Produkte des Meeres in der Wirtschaft des Menschen": Sonnabend, den 10., Vice-Admiral a. D. Freiherr v. Maltzahn-Gotha über„Da» Meer als Operationsfeld und als Kampffeld". Die Vorträge werden durch eine große Anzahl hervorragend schöner Lichtbilder erläutert. Einlaßkarten sind im Institut, Georgenstraße 3-1—30, und in der Geschäftsstelle de» Deutschen FlottcnvereinS, Lcrnburgcrstraßc 35, I erhältlich.__ Hus den Nachbarorten. Rowawes. Gilten Vandalismus schlimmster Art verübten, �lvie schon berichtet worden, in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag einige rohe Patrone auf dem an der Plantage belegenen alten Friedhof. Tie Frevler stiegen über den Zaun und begingen an Bäumen und ca. 50 Denkmälern schändliche Gewaltthatcn, indem sie die Bäunte durchsägten und verstüimnelten. die Denkmäler zum größten Teil umstürzten und dermaßen zerschlugen, daß sie nicht wieder zu reparieren sind. Mit welcher Gewalt dabei verfahren wurde, erhellt daraus, daß mehrere Ecntncr schlvere Marntorsteine, darunter solche im Werte von 7—800 Mark, über die Gräber ge- warfen wurden. Ilm zu den Erbbegräbnissen ztt gelangen, zerbrachen die kkebelthätcr die eisernen Gitter und zerstörten die Gräber auf schändliche Art. Ter Schaden, der an den Denkmälern angerichtet ist, beträgt mehrere tausend Mark. Einige Bewohner der mt den Friedhof grenzenden Mittclstraße hörten von abends 10 Uhr bis morgen» 1 Uhr Geräusch. haben sich aber dabei nichts Besonderes gedacht. Als der That dringend verdächtig ivnrden zwei hiesige Einwohner. Namens Hein und Krüger, verhaftet. Diese rempelten am Donnerstagabend kurz nach 9 Uhr die Frau des Schriftsetzers Zcllmer, welche in der Plantagenstraße em Koloniallvarengeschäst besitzt und zum Bricf- I asten gegangen war. uns ihrem Rückwege an: als sie ihnen schletmigst auswich, lvarf ihr der eine eine Säge nach und verfolgte sie bis in ihren Laden. Merkwürdig an der Sache ist jedenfalls, daß es den Frevlern sechs Stunden hindurch auf einem mitten im Ort gelegenen Friedhof möglich war, derartige Schandthaten, welche großes Gc- täusch verursacht haben müssen, zu verüben, ohne daß der Nacht- toächter irgend etwa» davon gehört hat. Jedenfalls iverden die socialdemotratischen Gemcindcvcrtrctcr dafür sorgen, daß die Sache im Ortsparlament zur Sprache konunt und Vorkehrungen getroffen werde», welche geeignet sind, die Ruhe und Sicherheit des Ortes während der Nachtzeit mehr zu schützen, wie es bisher der Fall war. Mit etner Rede gegen die Socialdcmokratie hat da» Stadt- oberhaupt von Potsdam, Herr I ä h n e. das neue Jahr eingeleitet. Bei der Einführung der neugewählten Stadtverordneten nanitte dieser Herr es erfreulich, daß es gelungen fei, den Angriff derjenigen Partei, welche die Vernichtung der bestehenden Gesellschaftsordnung auf ihre Fahne geschrieben habe, abzuschlagen, so daß diese nicht in da» Rathaus einziehe. Es treibt so mancher Beamte Partcipolitik gegen die Social- dcmokratie, und so inag denn auch der Lberbürgermcister� von Potsdam einmal eine Kriegserklärung gegen diejenige Partei, zu der sich der dritte Teil des deutschen Volkes bekennt, an ciiicr Stelle loslasseit, wo nach staatScrhaltendsr Auffassung von Politik keine Rede sein soll. Aber was wird dem braven Mann das nützen? Wie die vorjährige Reichstagswahl im Kreise Potsdam wahrscheinlich die letzte gewesen ist, die einen Reaktionär iit» Reichsparlamcnt gesandt hat, so ivird wohl auch das Ottsparlament bei nächster Gelegenheit Socialdcmokratcn ztt seinen Mitgliedern zählen. Sich auf Galgenfristen ftcuen, zeugt aber gerade nicht von großer Weit- sichtigkeit. Johmtnisthak. I» einem Schreiben des hiesigen BürgervercinS an die Ober-Postdirektion Ivar die Ilmwandlung der hiesigen Post- agcntur in ein Postamt, ferner die Beseitigung einer ganzen Anzahl Mißstände gefordert worden. Gerügt war die räuntliche Lage der Agentur, die nur aus einem ciitfenstrigett, durch eine wacklige Barriere in einem Rattm für das Publikum und für den Agenten geteilten Zimmer besteht, zu dessen Bcleuchtitng eine Petroleumlampe dient. Die Abstempelung der Briefschaften geschieht in dem daran- sioßcndcii Rcstaurationsraum. die Weitergabe der Depeschen per Telephon, so daß die Wahrung deS Briefgeheimnisses wenig gesichert ist. Die Dienstzeit der beiden Briefträger ist derart ausgedehnt, daß die letzten Empfänger ihre Briefschafteit nicht selten abends in der zebnten Stunde erhalten. Als Aushilfe ivird dann zum Austragen von Depeschen eine sechzigjährige Frau, die Mutter eines Briefträgers, benutzt. In dem Antwortschretben, imierzeichnet Griesbach, ivird die Errichtung eines Postamtes abgelehnt, der Posthalter darf also weiter Bier und Schnaps und Briefmarken verkaufen. Die über- mäßig lange Dienstzeit der Briefträger wird bestritten, zugestanden wird nur eine vermehrte Bricfabholnng nach dem Postamt in Schöneweide, sowie eine Aendcrung in der Beförderung von Tcpeschen, und die Hinzunahme eines Raumes, damit die Ab- stempelung und das Sortieren der Briefschaften nicht mehr in dem RestaurationSraum erfolgen muß. Gerichts-Leitung. Für Autouiobilfahrcr. Tie Oberpräsidial-Verordilungen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugett enthalten zwei Bestimmungen, deren RechtSgülkigkeik in einem Strafprozeß gegen den Antomobilisten Zehringer in Frage stand. Die eine schreibt für da» Einbiegen in Straßen vor, daß hierbei das Automobil nicht schneller„al» mit der Geschwindigkeit eines I u r z t r a b c u d c n Pferde»" fahren darf, und in der andern wird vorgeschrieben, die Fahrt durch die Straßen dürfe„daS Zeitmaß eines im g e st r e ck t c n T r a b e be- siudliche» Pferdes" nicht überschreiten. Ter Angeklagte Zchringer, der beide Bestimmungen übertreten haben sollte., bestritt die Gültig- kcit beider. Sie seien erstlich zu unbestimmt, so daß sich niemand nach ihnen richten könne, zweitens verstießen sie gegen § 300 Ar. 2 des Reichs-Strafgesetzbuchs, Ivo schon die Materie des ztt schnellen Fahrens in Dörfern und cstädtcn erschöpfend geregelt sei. Z. wurde jedoch in zweiter Instanz verurteilt tind das K a m m c r g e r i ch t verwarf seine Revision. Das Gericht war ztutächst der Meinung, daß die genannten Vorschriften eine genügende Bestimmtheit hätten. Die Begriffe„kurz trabendes Pferd" und„im gestreckten Trabe befindliche» Pferd" böten einen hinreichenden Anhalt für die Schnelligkcttsbestimmnng einer Auto- mobilfahrt. Danach könne man sich richten. Andrerseits fei die Ver- ordnung, insbesondere die hier angezogenen Bestimmungen rechtsgültig, da sie ihre rechtliche Stütze zwar nicht in der Nummer 2, wohl aber in der Nummer 10 des§ 300 de» Reichs-Strafgesetzbuchs fänden, wonach zu bestrafen ist, wer die zur Erhaltung der Sicherheit aus Wegen, Straßen und Plätzen erlassenen Polizeiverordmtngen übertritt. Eine Polizeiverordimng, die, wie die vorliegende, die all- gemein gehaltene Bestimmung de»§ 300 Nr. 10 des Reichs- Strafgesetzbuch» enger fasse, sei rechtsgültig. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 10. Januar, vorm. 8»/. Uhr, in der Schul-Äula, Kleine Frankfurterstr. 0: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Um 1l>7< lllir vorm. ebendaicwst: Vortrag des Fräul. Ida ÄUntattn:„Ketzer und Rebellen. I." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Ilrbcitcr-Samaritertolonne. Die nächste Lehrstmide findet nicht am Montag, sondern am Dienstag, den 12. Januar, in der Centrale» Dresdener- swaße lö, abends 9 Uhr, statt. Vortrag über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nach dem Vortrage finden praktische Uebungen statt. Neue Teilnehmer werden in den Lehrstunden jederzeit ausgenommen. Einmalige» Erscheinen sieht jedem als Gast frei. Bibliothci ist sür die Teil- nehmcr unentgeltlich. Eintrittsgeld sowie Monatsbciwag 25 Ps. Allgcmetue Familien-Sterbckassc zu Berlin. Heute Zahltag: Ackerslraßc 123 bei Diele von 3—6 Uhr, Adlershof. Montagabend 8 Uhr: Ocsscnlliche Versammlung für Männer und Frauen im Lolale des Herrn Wöllstein, Bismarckstraße Nr. 24. Tagesordnung: 1.„Die rücksichtslose Aussperrung der Textilarbeiter und ArbeUerinnen in Crimmitschau und der Tcrrorismus der" Unternehmer". Rcscrent: Genosse Ludwig Bartels. 2. Diskussion. Da um 10 Uhr die Polizeistunde cinlritt, wird die Versammlung Prnilt 8 Uhr eröffnet. Die Gewerkschastskommission von Adlershof und Umgegend. Vermifcktes. Eine Eisenbahnfahrt in Japan. In welchem Lande„fährt sichV am angenehmsten auf der Eisenbahn? Hermann Le Rotz EollinS beantwortet die Frage im„Pall Mall Magazine", indem er Eisen- bahnfahrten in den verschiedensten Ländern schildert. Bemerkens- wert ist seine Schilderimg einer japanischen Eisenbahufahrt. In Japan reist man so billig wie in keinem andren Lande der Welt. Von Nagasaki nach Dokohaina, Entfernnitg 1130 Kilometer, kostet eine Fahrkarte erster Klasse nur etwas über 40 M., in der dritten Klasse kann man die weite Reise schon fiir 10 M. machen. Bei so bescheidenen Preisen dürfen die Reisenden allerdings keine allzu große Fahrgeschwindigkeit beatt- spruchen. Die japanischen Eisenbahnen begnügen sich denn auch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 25 Kilometer in der Tttntde. Es ist sehr selten. aber es kommt doch vor, daß Schlaf- wagen oder Speisewagen diesen Schncckcnzügen ein etnigermaßen europäisches Aussehen verleihen! Ein europäischer Reisender kann sich aber in diesen Speisewagen trotzdem nicht wohl' fühlen, da die Tische und Stühle so klein sind, als ob sie aus einer Puppen- stube entnommen wären: c» ist eben altes nur für japanische Gc- stalten berechnet. Und doch wollen die Japaner von den Speise- wagen nichts wissen und kaufen sich ihre Lebensmittel lieber auf den Bahnhöfen: gekochten Reis und halbrohe Fische; das ist alles, was sie während der zwei Tage und zwei Nächte dauernden Eiscnbahnsahrt genießen. Eine junge Dame aus der besten Gesellschaft betritt den Wagen. Sie zieht'sofort ihre Schuhe aus, klettert auf die Bank und setzt sich, indem sie die Beine kreuzt, wie ein Schneider. Dann zündet sie sich eine Cigarette an oder eine» jener lvinztgen Pfeifchen, die einem echten Raucher kaum einen oder zwei„Züge" liefern würden. Der Mann in der blauen Tracht, der an'der Thür erscheint, ist der Schaffner. Er nimmt höflich seine Mütze ab und macht zwei tiefe Verbeugungen. Dann bleibt er vor jedem Reisenden stehen. macht wieder zwei Verbeugungen und fragt mit allen durch die japanische Höflichkeit vorgeschriebenen Formeln, ob der Herr oder die Dame nicht vergessen haben, vor der Abfahrt eine Fahrkarte zu kattseit. Es verdient bemerkt zu werden, das; die Reisenden in allen Klassen so höflich behandelt werden: und dann sei noch erwähnt, daß die ersten Klassen fast immer leer sind, da man eine Fahrt in der ersten Klasse für eine unerhörte Verschwendung hält._ Mochen Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Lpcrnbaus. Geschlajscn. Königliches Schauspiclbaus. Somilag: Wann irnr altern. Die Romanttschen. Montag: Die Jöuntallste». Dienstag: Der grüne Zweig. Mittwoch: Wann wir altern. Die Romaiitiicheit. Donnerstag: Der grüne Zweig. Freitag: Weh' dem, der lügt. Sonnab�id: Der grüne Zweig. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Der grüne Zweig. Neues könlgl. Dpern- Ttzratcr. Sonntag: Mnnon. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Tannhäuier. MUlwuch �Geschlossen. Donnerstag: Fra Diavolo. Freitag und Sonnabend: Geichlossen. Sonntag: Mkgnou. Montag: Die Meistersinger oon Nürnberg. Schiller-Dhcatcr O. lWallner-Thcalcr.)_ Somitagnachmitlag: Die Ehre. Sonntagabend und Montag: Kollege Crampton. Dienstag: Der Eoinpagnon. Mittwoch and Donnerstag: Eilt Duell. Ein Sonueiislrabl. Freitag: Kollege Eramplon. Sounabcnd: Ein Duell. Ein Sönucnstrabl. SaiuuaguachmiUag: Die Ebre. Sonntagabend: Die Stützen der Gesellschaft. Montag: Ein Duell. Ein Soiiiicusttahl. Sckiillcr Zcheatcr X.(Friedrich Wilhclmstädtisches Theater.) Sonntag- nachmittag: Dic Jungstau von Orleans. Somilagabeiid: Im weißen Rößl. Montag: Der Lompaguou. Dienstag: Kollege Eramplon. Mittwoch und Donnerstag: Der Compagno». Freitag: Uricl Acosta. Soimabcild: Wilhelm Tell. Somiiagiiachmittag: Die Braut von Messina. Sonntag- abend: Uriel Acosta. Montag: Wilhelm Tell. Tcutichrs Dtzeater. �oimlagiia-ymilfng: Tie versimkenr Glocke Sonnlagubcnd: Rose Bernd. Montag: Der Meister. Dienstag: Faust. Mittwoch: Roie Bernd. Doimerslag: Ter Meister. Freitag: Rose Bernd. Sonnabend: Novella d'Rndrea. Sonittagnachmittag: Der arme Heinttch. Sonntagabend: Novclla d'Andrea. Montag: Monita Vanna. Berliner Theater. Sonntagnachmitlag: All-iöeidelbcrg. Sonnlag- obend: Maria Theresia. Montag: Alt-Hcidclbcrg. Dienstag: Maria Theresia. Mittwoch: Götz von Bcrlichingc». Doitttefslag: Maria Tbcresia. Freitag: ANDeidetberg. Sonnabend: Maria Theresia. Sonntagiia1,70 10,70 ■fHnfer, gut„ 15,50 14,60 mittel.. 14,50 13,60 gering„ 13,50 12,00 Richlstroh„ 4,00 3,50 Heu„ 7,40 4,80 Erbsen 40,00 28,00 Speis ebohne». 50,00 26,00 Linsen. j 60,00 20.00 * ab Bahn. t frei Wagen und ab Bahn. am 8. Januar 1904 kgk. Polizeipräsidiums. Kartossclii.neue D.-Elr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbsteitch Hammeljlcisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 60 Stück 1 kg per Schock Rennen Sie unser Tfabafi-Si/siem? Wo. 846201. 1 Waarenhaus RABATT- KARTE rt1qnd°2 J** Berlin Belle- AUiancestr. 1-2 Spittelmarkt 16-17 Gr.Frankfurterstr. 1 13 ANWEISUNG.WirvOTaMo|wn»nfwunsoh bei Bureinkäufen für je 25 Bf. des bezahlten Beimges eine Eabatt- Marke. Diese Marke klebe man in die auf der Innenseite der Kabatt-Karte vor- gedruckten Felder. Sobald die Felder be- eetzt•Ind.wirddieEabalt-Kartevon uns mit -- 1 Mark=- In baar eingelöst Uond.R/> Fmcht Reineclauden Erdbeeren Frucht-Melange 85 pt 48 pt 75 pt 43 pt lOOpt 55pf. 75pt 43 pt 65 pt 38 pt 45pt 85 pt 48 pt 115 pt 63 pf. 100 pf. 5 5 pt dunst-früdite Stachelbeeren Kirschen Johannisbeeren Birnen Heidelbeeren Glas 55 Pf. Kalifornische Pflaumen Pfund 30, 40, 50 pt Pflaumen ohne Steine rtuad 52 pr Gemischtes Backobst prund 30, 40"- Marmeladen jn dosen ca. 1 Pfund Inhalt Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, c o Johannisbeeren u. Aprikosen D»-» Pt. Kolonialwaren. Reis i Reis II Reis III Reisgries Reisflocken Gries I Gries II Hafergrütze Haferflocken SagO velss und rot Perltapioca Maccaroni v. und 1 Pfund pac* Maccaroni(Eivoir#* canet) Bruchmaccaroni Band nudeln»chmalcnnd breite Fapon-Nudeln Suppen-Einlagen far 5 bl8 �»"ton 8pf. Graupen mittel, fein, grob ErbS6n klein, mit Holsen Erbsen gross, mit Hülsen Erbsen gmn Erbsen gescboit, gros, Linsen gross Bohnen mittel Kochhirse Kartoffelmehl Kaiser-Auszugmehl 2?». 3 2 pt 5m75pf. Weizenmehl 00 op�. 26pt spm. 63 pt Suppentabletten fnrs-s Portionen Tafel 14 uu'>23pf Hafer- oder Reismehl Pftad 37p,. Erbsen, Bohnen, Linsen pfnnd 34 pt Grünkern-Extract pfnnd 48p,. leicht gefärbt 1 Pfd. 5 Pfd. 24pt l1«0 20 pt 95 pt 15 pt 70 pt 17 pt 80 pt 2 4 pt 1'p°f. 18 pt 85 pt 15 pt 70 pt 18 pt 85 pt 20 pf. 90 pt 2 3 pt l1«0 25pf. 12m0. 3 2 Pf. Im5 43 pt 2 m. 2 5 pt 1aM0. 3 5 pt le5?. 32 pt 15m0. 14 pt 65 pt 13 pt. 60 pt 14 pt 6 5 pt 14 pt. 65 pt- 17 pt 80 pt 16 pt 75 pf. 15 pt 70pf. 15 pt 70pf. 14 pt. 6 5 pt ca. 445 '. 10 Pfd. 1 M ca. 4 25 10 Pfd. 1 M. Apfelsinen Citronen Mandarinen Hntcend 23, 33, 43 Pf. Dutzend 30, 40 Pf. Dutzend 35 Pf. ca. 45 cm Eiste, 35 Stück Inhalt 53 Pt Thee in Paketen»'/«".'/,?». 1" IT 2>? 2 M° 3" Schnitt- und Brecbbobnen Vi Uvse 28 PL fleisdi- u. Wurstwaren Cervelat- u. Salamiwurst ff. Leberwurst Landleberwurst Zwiebelleberwurst Rotwurst II Fleischwurst mag» Sülzwurst Jagdwurst Speck fett und mager Gekochter Schinken) Delikatess Rollschinken\ Casseler-Rippespeer Delikatess-Brühwürstchen Jauersche Würstchen Pökelkamm Sauerkohl Pfand l�g Pfund 90Pt Pfttnd SO1* Pfand 55 Pt Pfund 55 Pt Pfund 80 Pt Pfund 85 Pt Pfund 95pt Pfnnd 70Pt im Aufschnitt Ptau» 112 Pfund 70Pt 2 Paar 15Pt 2 stock 25pt Pfund 80 Pt Pfnnd 05 PC flköre, Weine etc. Rum, Verschnitt Deutscher Cognac Nordhäuser Halb und Halb Cherry- Brandy Vi Flaaehe 90 p,., l£ fM5 V.FlMche IS5, Im5 112 Vi Flaaehe 70, 90 Pf. IT Vi Pinache 85 Pf Vi Flaaehe 2 12, Vi Flasche t it diverse sortierte Liköre Flaeche 03 Pt Grosses Lager in Tischweinen, Bordeaux', Rhein- und Moselweinen, fisch-Conseroen Bismarckheringe Bratheringe Hering in Aspic Delikatessheringe Appetit Sild Anchovi Paste Vi Des 73 pf, Dose 31 Pt Dose 45 Pt Doee 45 Pt Doee 38 Pt Vi Doee 50 Pt und 45 Pt Doie 35 Pt Französische Sardinen Marke Philippe&. Canaud«/iDose 112, Marke Amieux fröres Sardinen in Tomaten Marke Amieux fräres Zudrerhonla in Eimern circa 5 Pfund in Eimern circa 10 Pfund in Eimern circa 35 Pfund ausgewogen, Pfund VtDoee 1*1 Vi Dose 80 Pt V.voss 80 Pt ff 312 102 35pt flasdien-Biete. jtnmas- 73 Pf. Viimitw. Redakteur: Julias«uliski, Berlin. Für den Inseratenteil vermüw.i TH. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Borwärls Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer k. Berlm SW. i(. s. 2L 1.1 w 2. Aeilllge des„Amarts" Mm MlksdlÄ 10»«•»« i9M partci-JVacbricbtcn. Zu de» bevorstehenden Bürgerschastswahlen haben uiisre Hamburgischen Genossen am Freitag die Kandidaten proklamiert. Es sind 40 kvkandate zu erneuern. Unsre Genossen stellen in allen Aezirlen Kandidaten auf, einige der Aufgestellten kandidieren jedoch in mehreren Bezirken. Von bekannteren Genossen finden wir unter den Kandidaten die Genossen Josephsohn, Berard, Blume, K. F. E. Fischer, Stengele, Röskc, Koenen, Bringmann, Bömclbnrg, Paeplow. Zur Betreibung der Bürgcrrechtscrwerbung haben die Partei- genossen in Jena ein planmähiges Verfahren eingeschlagen. Sic haben ein Sparsystem eingeführt, so das; jeder Parteigenosse, der noch nicht Bürger ist, wöchentlich von 10 Pf. an sparen kann, bis er die Gebühren zusammen hat. Die Sparbeträgc werden rcgclmäjzig abgeholt. poUzeiltcbeo. OerichtUchee ufw. — Ein Nachspiel zum Tanziger Rcvvlverprozest. Vor der Strafkammer in Köln stand Genosse R. Kemptens als verantwort- licher Redakteur der„Rheinischen Zeit u n g" unter der An- klage, den früher in Danzig als Polizeikommissar, jetzt in Köln als Polizei-Jnspektor thätigen Herrn Georg S a ch s z e durch den Bor- Wurf der wissentlich falschen Aussage beleidigt zu haben. Ter Artikel war im wesentlichen die Wiedergabe eines Brieses des aus dem Kampf der Danziger Parteigenossen um ein Versammlungslokal bekannten, jetzt in London lebenden Wirtes Map Bcrgcr. Genosse Bcrgcr schilderte in dem Briefe seine Behandlung im Danziger Ge- fängnis. Auch auf das Kölner Gericht verfehlten die Schilderungen des Briefes Bcrgers, den man wie einen schweren Verbrecher bc- handelt hatte, und der durch den Aufenthalt im Gefängnis körperlich und Un seinen Nerven sehr heruntergekommen war, offensichtlich ihren Eindruck nicht. In dem Brief war auch Herr Sachsze erwähnt. aus Grund dessen Aussagen Berger in einer der Anklagen, wie er behauptet, unschuldig verurteilt worden ist. Davon jedoch, dag Oachszc wissentlich falsch ausgesagt habe, ist in dem Brief mit keinem Wort die Rede. Dah aber die Aussagen objektiv falsch Ivaren, dieser Uebcrzeugung gab Genosse Kemptens vor dem Kölner Gericht erneut Ausdruck. Wie er aus dem Studium der Danziger Prozessatten und dem gerichtlichen VcrhandlungSprotokoll ersehen habe, sei sachsze bei seinen Aussagen im Widerspruch mit sämtliche» Entlastungszeugen geioesen. Nach den Darlegungen der Zeugen Hove Sachsze sich in jener Versammlung in einem solchen Zustand der Erregung befunden, daß er zur richtigen Erkennung der Vorgänge gar nicht in der Lage ivar. Herr Sachsze hatte in dem Danziger Parteilokal, wie er das schon oft gemacht hatte, eine Versammlung ausgelöst. Statt wie sonst den Degen, zog er diesmal einen Revolver und forderte die etiva zwanzig Versammlungsteil- nehmer zum Verlassen des Lokals auf. Vor Gericht bekundete S. im Widerspruch mit den eidlichen Aussagen aller Entlastungszeugen —- und auch nur teilweise übereinstimmend mit dem ihn begleitenden Schutzmann— dag Berger, der Gatte der Lokalinhaberin, sich an die Thür gestellt und laut gerufen habe: er habe hier das Hansrccht; man solle die Beamten hinauswerfen l Das; Bergcr dies gerufen habe, bekundete nur Sachsze, wogegen alle Versammlungsteilnehmer es entschieden bestritten. Trotzdem verurteilte das Gericht den Gc- nosscn Bcrger. Dagegen wurden die. beiden andern Angeklagten, die aus Grund der Angaben Sachszes angeklagt waren, trotz des letzteren Zeugnis freigesprochen. In diesem Falle hielt das Gericht die Sachszeschen Beobachtungen also für nicht zuverlässig. Genosse Kemptens stellte noch fest, daß Sachsze nur gegen die„Rheinische Zeitung", nicht aber gegen die in dem Artikel als Quelle angegebene „Königsberger Bolkszcitung" Strafantrag gestellt habe, obwohl dieses Blatt den Brief an die Oeffcntlichkeit brachte und obwohl sich in Königsberg die Angelegenheit viel leichter habe aufklären lassen.— Das Gericht entschied, daß es der Ansicht sei, daß in dem Briefe Bcrgers dem Polizciiommissar zlvar nicht der Vorwurf des Meineids gemacht tvcrden sollte, jedoch müsse man bei ohjektivcm Lesen des Briefes den Vorwurf der strafbaren Verletzung des Eides daraus entnehmen; mindestens sei darin der Vorwurf der fahrlässigen Ver- lctzung der Eidespflicht enthalten. Das habe der Angeklagte bei der Aufnahme des Artikels zweifellos erkannt. Es scheine eine mäßige Geldstrafe am Platze. Das Urteil lautete auf ö» M. Geldstrafe.—, Das Strafmaß läßt erkennen, daß das Kölner Gericht eine wesentlich andre Auffassung der Danziger Affaire hat als die dortigen Richter. — Zu 000 M. Geldstrafe wurde in Hamburg der Genosse Stengele, Redakteur des„Hamburger Echo", verurteilt. Er soll, wie uns tclcgraphisch gemeldet wird, den Unteroffizicrsstand beleidigt haben._ Soziales. Der Verband der niederländischen Lehrer, der kürzlich zu Dortrecht seinen 28. allgemeinen Kongreß abhielt, zählt jetzt 0600 Mitglieder. Der Vorsitzende Ossendorg besprach in seinem Jahresbericht die Verfolgungen und Maßregelungen� die im verflossenen Jahre eine Anzahl Mitglieder von ihren vorgesetzten Behörden zu erdulden hatten. Auf Vorschlag des Hauptvorstandes wurde folgende Re- solution angenommen: „Der Kongreß, der Kenntnis genommen hat von der Suspension und Entlassung verschiedener Lehrer wegen ihres Auftretens in einer politischen und wirtschaftlichen Aktion, und der Meinung ist. daß das verfassungsmäßige Recht, Zeugnis von seiner Ueberzeugung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete, welche es auch sei, abzu- legen, auch dem Lehrer unverkürzt gewahrt werden muß, spricht auf das schärfste seine Mißbilligung über das Verhalten der Behörden hierzu aus und beauftragt den Hauptvorstand, in dergleichen Fällen mit aller Kraft dagegen aufzutreten."- Der Hauptvorstnnd erhielt ferner den Auftrag, im„Bund für gesetzliche Regelung der Rechtsverhältnisse der bürgerlichen Beamten" energisch für den Grundsatz„Freiheit für die Lehrer außerhalb der Schule" zu wirken. Der Vorsitzende crnmhnte die Mitglieder, an die im Jahre 1305 stattfindenden Kammerwahlcn zu denken und sagte unter anderin: „Bleibt diese Regierung am Ruder, so sorgt dafür, daß es nicht Eure Schuld ist". Tie Ortskrankenkasse der Stadt Königsberg«Ostpreußen) ist gezwungen gewesen, den Vertragsvorschlag der Acrzte anzunehmen. Sic war nicht im stände, es ans einen Kampf ankommen zu lassen. Der Vertrag gilt auf drei Jahre. Wie Unternehmervcrtreter die Autorität der Gerichte achten. Vor dem obcrbaycrischcn Schiedsgericht für Arbeitcrversichcrung wurde dieser Tage über den Rentenanspruch eines Arbeiters gegen die Tief- bau-Bcrufsgenosscnschaft verhandelt. Der Vertreter der Berufs- genosscnschaft, Direktor G., beantragte die Abweisung der Klage und außerdem die Verurteilung des Klägers in eine an die Berufs- genosscnschaft zu zahlende Vertrctungsgebühr von 3 M. Der Rentenanspruch wurde abgewiesen, zugleich aber auch der Antrag der Berusgenossenschaft auf Zuerkennung der Vertrctungskosten. Da? Gericht begründete die Ablehnung dieses Antrages damit, daß die Vertretung unnötig gewesen sei. „Unnötig?" fragte darauf im Tone höchster Entrüstung der Herr Direktor. „Jawohl, unnötig! Das Gericht ist der Uebcrzeugung, daß kein Grund bestand, Kosten zu gewähren," antwortete darauf der Vor- sitzende. Darauf der Herr Direktor drohend:„Das wird Ihnen noch bewiesen werden I" Diese Ungebühr wäre wohl einem Verletzten schlecht bekommen. Hus der frauenbewegung. Neu-Weißcnsce. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiter- klasse. Mittwoch, den 13. Januar, abends 8>/z Uhr, im Lokal des Herrn Ullrich. Rölkestr. 20: Vortrag des Frl. Ida Altmann über:„Das Heldentum des Weibes". Gäste sehr willkommen. Schöneberg. Montag, den 11. Januar, abends 8'/, Uhr, hält der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend seine regelmäßige, jeden Montag vor dem 15. des Monats statt- findende Versanimlung in. Lokal von L. Krüger, Grunewaldstr. 110, ab. In derselben wird Herr Dr. B. C h a j e s einen Vortrag über: „Innere und äußere Blutungen" halten. Es ist notwendig, daß sämtliche Mitglieder in dieser Versammlung erscheinen. Herren sowie Damen als Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Verband der Sattler. OrtHvertraltnng Berlin. Sonnaben«!, den 13. Febrnar 1904, in den Äesamträumen des Sewerksebsfiswutse«. Gngelufet 15: Miener JVIasItcn-ßaU. Während der Kaifccpausc: Hamorl»tt8ebe Vortrage. >l»fa»g H'l, llbr."TWE AM" Entree 50 Pf. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 156/1 Das Berguüftuilgskomitcc. I. A.: W. Tuschke, Michaelkirchstr. 28, H. r. IV. Moabiter-Kasino, ViUerstr. 64; morgen, Montagabend L'/, Uhr.-- erki. an 10O gronaen farbigen elekf. I-iehtbildern l eiden jeder Alterantufe, Kntw. d. fiiesclmülxte. Wneherungen, AuMflU*i>»e. Krebs, Folgen der ülager- u. Fettleibigkeit, Blntnngen, nervöse u Verdaunngsleiden Bekannter Vortragender pratt. Naturheilk. Hauen u. Mädchen. Eintritt nebst Broschüre 20 Pf. Lrvmlmsnn.— Gäste, „Reform", »«r- u. Heilanstalt, Nöpnickerstr. 72. Sprechst. H— 2, 6—8. 39502 Spar- und>oduktio-lienossenscha|t Berlin- jüxdorf Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Aktiva. Bilanz 30. September 1903. Passiva. Kassenbestaiid... Banfguthabcn... Inventar..... Pferd und Wagen.. Gas-Kautionen... gastagen..... Tüten, Packpapier.. Conto Müller.,< Wechselgelder... Debitoren..... Groheinkaus, Nntcil- llüIltO..... Rchbattmarfcn... Warenbestand..- 5 367,35 Mf. 2 552,62„ ■U 356,98„ 2 819,13„ 546,-„ 4 591,24„ 1 770,—„ 648,31„ 250,-. 1 479,29. 1 512,25. 1 860,60„ 75400,—„ 133 löiii m am ep- Zahl der Genossen l. Tttober 1002. Eingelrcle» bis 30. Icmbcr 1903.... Mit Schluh des Gcschäsls- jahreS scheiden aus: a) durch Tod.... b) durch Aulfündignng -ichliis) 3428 420 3846 S 730 738 Mitglieder-Guthaben. Reservefonds..., DiSposillonSfondS., Kohlen-Ipar-Conto, Kreditoren... Kautionen.... 41 367.85 Mf. 2 562,19, 78,50„ 234,—„ 87 100,23„ 1810,-. 133152,77 Ml. 41 367,85 Mk. 37 676,10„ Verbleiben nach peS GeschäslSiahreS. 3108 Siixdorf, den 1. Dezember 1003. Bor Vorstand. 1.. Breslauer. E. Wutzky. 0. Gauger. 0. Schullzky. H. Kunze. Mitglieder-Guthaben vom 30. Sepi. 1903 vom 30. Sept. 1902 Vermehrung der gliedcr-Guthaben. 3 691,75 Mk. Haslsumme der MUgf. am 30. Sept. 1903 115 380,— Mk. am 30. Sept. 1902 115 860,—„ Verminderung der Hastsumme... 480,— Mk. 105/6 Arkonabad LohiamiiB Bäder. 34,Hnfslanur8tr. 34 ffi&S Wannen- u. medizinische Bäder sowie rusftsch-rämtschc u. vorzügliche Kaftendampsbäder(Kohlensäure) mit Ein- Packung, Massage.-c. 3889L* Fieftrant für sämtliche Krankenkasseu. (Nachm. 3—5, abends 7—11), 150 Zei- lungen aller Länder, Speisen u. Getränke van 10 Ps. an im �1»!. Konditorei u. Gatt Gontardstr.5(Eckhaus Königsfolonaden) direkt neben Bahnhol 'llexanderplatz. Besuch sehr lohnend I Niemand sollte versäumen, Berlins billlgstes u. angeiiehinstes Konzettlokal auszusuchen. Gute Biere! Kein Trink- geldl* Grofeer Miene? Maskenball im Riesensaa! der„Neuen Welt' Hasonheide am Sonnabend, den 16..lannar, arrangiort von der Sektion der Putaer des Clentralverbandes der Maurer DeutMchlanda. Das unterzeichnete Komitee hat weder Mühe noch Kosten gescheut, ura allen Kollegen und Freunden des Vereins mit ihren Familien einige Stunden heiteren und gemütlichen Beisammenseins zu ermöglichen. Für Speisen und Getrfinke in bekannter Güte des Restaurants ist bestens gesorgt und erwarten wir rocht zahlreiche Beteiligung. Billetat tdnd bei allen Obmännern der Beeirke und im Bnrean, Rosenthalorstrosse 57, zu haben. An der Kaeec findet Billet-Aueigabe nicht statt, im Anfang abends O l'hr. Ende???? 138/3 Das Komitee. I. A.; H. Neumann. Osl-Casino Jnh.: Carl Pirna». 100, Iranhfiirtfr Allee 100. Empfehle meine Säle für Festlich- feiten unter günstigen Bedingungen. Im Restaurant täglich: Grosses Künstler- Konzert. Familie»-Verkehr. � 37222* Deutscher KoJ Luckauerstr, 15. Am Moritzplatz. Heute sowie jeden Sonntag Werhaltungs- Kontert des 3820L» Berliner TonkünslWeclieslfirs Dirigent: Panl Gossen. Anfang 61/, Uhr. Kaffcnöffn.S'/jUhv. Einlast 75 Ps. 5(?ta von 38242* Carl Ernst, Köpnickerstr. 126, 1 Tr. Grösite Auswahl! Killigste Preise k Vorzeigcr dieser Annonce erhält 10°/, PreiSermästig Graste Erfolge k panrilr» 5 Mark per Hj-Rute. neues Par- zellierunasterrain, prlmaGartcn- Hoden, sirastenland gratis. 2'/, Meilen u. Berlin,"/, M. Bahnhof, herrliche Lage, vert. Lehulz, Nix- darf. Lcnanstr. 12. Burkhardt, Ober- Schoneweid«, SiemenSstrasto 9.» J. Baer llailStr.26.Pri„Ez0kAe|lee Herren- und Knaben- IMsden. Berufekleidung. Elegante 39271,* m Joppen. 'Grosses Lager in- und ausländischer Stoffe zur Anfertigung nach Mass. Allerbilligst», streng feste Preise. Verlag. V.MaxKIchter, Berlin 80.86. Soeben ersohien. II. Aufl. Prsl Mk. (auch d. alle Nuchblg. zu beliehen.) Bio Harnleiden, ihre VerhUiuHf, Behandlung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, Berlin, KoniggräUtrstr. r?. Bomüop. Ar 9%, spec. für Hanf.«. Harnleiden, Frauenkrankheiten» 29 GardinenHanS Bernhard Schmard Wallstr. 29 Flnr-Eing. �anäpar�ellen (SausteNen). Vorortverkehr(Bahnhofl, bequem gelegen, landichasllich hervorragende Gegend, steigende- Grundpreise in schnell ausblühender Kolonie, in jeder Preislage und Größe zu verlausen. Offerten unter G. R. 315 an Rudolf Mosse, Leipzig«: rstr. 103. 49/1* Baustellen iLandparzellen) in herrlicher Lage, prachtvolle Landschaft, von Hochwald umgebe», vorzügl. Slrastc». Bahnstation bequem gelegen, Bororlsverkehr, mit ll. Anz. preiswert zu verk. Offerten G. M. 31t Rndolj Mosfe, Lcizigcrslr. 103. 48/20* Zk«zt« zksiilht. Diejenigen, welche am Soimabend, den 2. Januar, abends 6'/, Uhr, den Zlntomobil- Unfall Feldstrastc Ecke Ackerstraste mit angesehen haben, hauptsächlich der Herr in grauer Joppe, welcher sich mit einem andre» Herrn darüber unterhielt, werden so bösl. als dringend gebeten, ihre werte Adresse unter J. P. 1938 i. b. Haupt- Expedition des„Berliner Tageblatts', SW. niederzulegen.— ZeitoersäumniS und Unkosten werde» ersetzt. 49/13 Karl Winzer, Alexanderstr. 27b I. Teilzaiilimg gestaltet. Roh-Tabak Sumatra-Decken- Abtall» Pld.»5 Pf., enorm billig. 38282* W. Hermann Müller, Berlin 0., Alexanderstr. 22. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Den Mitgliedern zur Kenntnis, dast der Kollege, der Tischler Wtlbelm Kunze am 7. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3>/z Uhr, von der Leichenhalle des Frei- religiösen Kirchhoscs in der Pappel- Allee auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/9 Die Ortsverwaltung. Roh-Tabak. Graste Slnswahl, billigste Preise. S.lMn ipi- kel, Neue Promenade 5" 11. Kottbnscr Strasse 11. IO< Ad. Buhl, 101 101. Brunnenstraste lvl. Rohtabak! Filialen in Berlin: Im Morden: Brunnenstr.2S, im Osten: Koppenstr.!), im Südost.: Kottbuserstrl Filiale in Sacbsen: Chemnitz, Brlickenstr. 19. Filiale in Schlesien: Ratibor, iunglemstr. 11. Emil Berstorff, Berlin C.2. Kaiser Wilhelmstrasse 39. Rohtabak. Harani-ilfilernSS'fiÄ. 19. Hummersteln Filiale, Vertr. Gustav Boy, Berlin N., Brunncnstr. e teppdecken kaust man am preis, wertesten nur direkt in dersiabrik. 7St Wall- strafte?«, wo auch alt, «teppdecke» aukqearbellei werden. v. S trotz aia»del, Berlin 14. Illustrierter Preiskatalog grallH Danksagung. Allen Freunden und Bekannten für die vielen Beweise innigster Teilnahme und reichen Kranzspenden bei dcr Bc- erdigung unsrcr lieben Tochter Gertrud, besonders Genosse» Wolbeck Manasse sür die wo streichen Worte, sowie dem Gesangverein„LIcdeSsreihcit" unser» herzlichsten Dank. K83b Die trauernden Eltern und Schwester. Hermann Michaelis. Danksagung. Für die austerordentliibc Beteiligung der Kameraden des Meister Sccgcr vom Baugeschäst Gläscnapp sowie allen andern Teilnehmern an der Beerdigung meines mir unvergest. lichen Mannes, unsres lieben Vaters, sagen den herzlichsten Dank Die tieftrauernde Witwe Ganbe 872b nebsl Kindern. Hierdurch spreche ich allen, die he der Beerdigung meines lieben Mannes zugegen waren, den herzlichsten Dan! aus: insbesondere noch dem Wahl- verein Südost, dem Metallarbeiter- Verband und dem Sparvercin Bor- wättS. 3957 h Witwe Klara Zander _ nebst Kindern. mit 70 Mark können Sie sich sofort dauernd . gründen(Herstellung ] von Presthcfc). Kein Schwindel, sondern an- genehmes, lohnendes Gejchäst. Prosp. d. Garl Brlllre.Bictoria-Prestheso, Steig(Pommern). 863b» Ekistev; Vreäit. Monatlich - 10 Mark- liefere Anzüge Paletot» nach Mast. Per Kasse auch billigste Preise. I. Mpw« ÄÄ Alcxandrlnenstr. 41. Hämorrhoidallikör a Flasche 1 Mark, 7 Flaschen 6 Mark. Kran;- und Klunienbinderei von koberl«efsr.* nur Mariannen-Straße 2. Vereins-Kränze, Palincn- it. Blumen« Arrangcnienlo, Benquets, Gnirlanden usw. werden sein u. preiswert geliesert Z Jrei-- Konzerte täglich. IflCv Für den Jnüalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 10. Januar. Freie Volksbühne. Nachmittags 2% Ufir: 9,/10. Abt.: Mctropol« Theater: Mercadcl. IS. Abt.: Lcising-Theatcr: Der Vcr- drcchcr. Slnfang Tl, Uhr: Schauspielhaus. Wann wir altern Die Romantischen. Montag: Die.Journalisten. Reues Königl. Opern- Theater. Manon. Montag: Der Freischütz. Deutsches. Rote Bernd. Nachm. 21/j Uhr: Die versunkene tZlocko. Montag: Der Kleister. Vcrlincr. Maria Theresia. Nachm. 2'l, Uhr: Alt-Heidelberg. Montag: Alt-Heidelberg. Lessing. Zapfenstreich. Montag: Zapsevstreich. Westen. tMartha. Nachm. 3 Uhr: Der Trompeter von �äkkingen. Montag: N. Rothmühl. Die Jüdin. Neues. Der Strom. Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Der keusche Casimir. Nachm. 3 Uhr: Das beste Mittel. Montag: Der�keuichc Casimir. Central. Das Schwalbennest. Nachm. 3 Uhr: Der Bcttclstudcnt. Montag: Das Schwalbennest. Thalia. Der Hochtourist. Nachm. 3,l2 Uhr: Charleys Tante. Montag: Der Hochtourist. VeUc-Alliance.' Der reichste Ber- liner. Nachm. 3 Uhr: jDas Käthchen von Heilbronn. Montag: Der reichste Berliner. Ansang L Uhr: Schiller O.(Wallner-Theater.): Kollege Cranrpton. Nachm. 3 Uhr: Die Ehre. Montag: Kollege Cranipton. Schiller X.(Friedrich-Wilhelmstädt.) Im weihen Rösil. Nachm. 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Montag: Der Compagnon. Luisen. Der Veilchensresser. Nachm. 3 Uhr: Alpenkönig und Menschenfeind. Montag: Berliner Kinder. Kleines. Nachtatst. Nachmittags 3 Uhr: SerenissimuZ- Zwischenshiele. LicbeSträume. Montag: Elektra. Trianon. Madame Z. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsch- Slmerikanisches. Ueber'n grohcn Teich. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weift. Die Leni von Ober- ammergau. Nachm. 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Montag: Die Leni von Ober- ammergau. Metropol. Durchlaucht-Radieschen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Castno. Wie einst im Mai. Die Wenzel. Nachm.-t Uhr: Weihnachtsgkocken. Die Dicbessalle. Montag: Wie einst im Mai. Die Wenzel. Apollo. Frühlingslust. Vision nach dem Balle, wpecialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Winter- Garten. Otsro. Otto Reutter.«pecialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage- Theater. Enthauptung. Specialitäten. Ansang 3 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gebr. Herrnfeld. Papa Noa. Montag: Nur eine Nacht. RcichShallen. Stcttiner Sänger. Urania. Tanbenstrafte 48/49. Der Erdball als Träger des Lebens. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jnvalidenftrafte SV/SS. Stern- warte. Täglich geöffnet von 7 bis 1l Uhr. Urania. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens Montag 8 Uhr; Dies. Vorstellung. Sternwarte%%% Neues Theater. Schifsöauerdamm 4a— 5. DerStrom. _ Ansang 7'/a Uhr._ Centrai-Theater. Heute nachmittag 3 Uhr, halbe Preise: Der Bettelstudent. Abends 7'/z Uhr: Das Schwalbennest. Operette in 3 Akten von Maurice Ordonneau. Musik von Henry Herblay. Morgen und folgende Tage all- abendlich 7'/, Uhr: Das Schwalbennest. Luisen-Theater. Nachmittags 3 Uhr zu kleinen Preisen: Ii Abends 8 Uhr: Der Utilchcilstefftr. Montag: Berliner Kinder. Dienstag: Der Vcilchcnsresscr. Mittwoch: Der Verschwender. Tonnerstag: Romeo und Julia. Freitag zum erstenmal: Der Sohn ber Wildnis. Sonnabend: Der Veilchcnsrcsscr. Trianon-Theater. Georgenstrasie, zwischen Friedrich- und Uiiiversitärsstraße. Madame K. Anlang S Uhr. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 163. <'!i! Die phänomenalen Herkules Brüder ICT und 11 Tahre alt, 220 resp. 256 Pfund schwer'. Athleten, Sänger, Musikvirtuosen! Der ludiaucf-Ricse RlanKo Karoo. /\LT- CHlNf\ Kunst-jlnssteliung LfiipZlBER» M?) STR�Se« Täglich geöffnet 10-8. Hentc Untrcc 50 Pf. Serliner Agnsrium 14. Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No, Heute Eintrittspreis: 50 Pfg Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 49/9 ROkilz-Thtliter Direktion S. Lautcnburg. Heute und folgende Tage: !!I Anfang 7'/z Uhr. Hetropl-Theater BnreliH RMd! Burleske Äusstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Seena gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Im 4. Bilde: dro.sea Ballett"IWS Wie damals im Monat Mai. Anfang Vs® Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo-Theater. Um?'/, Uhr: Frühlingsluft mit dem reizenden Ballett Bltitenhoctazeit. uhr': Sensationelle Specialitäten u. Messters Biophon u. Kosmograph. Kasseneröffnuug 6 Uhr. Anfang 7'l2 Uhr. Sonntagnachm. 3 Uhr: Jubiläums- Vorstellung für Herrn Ford. Worms MÜr Xanon.-MU Roh. Philipp a. G. Lina Doninger a. G. Qebrüder Kerrnfetd Ansang Thoofor Anfang 7 Uhr. I livlllvl,? Uhr. Heute Sonntag, den 10. Januar er.: Zum lcfttcninal: von Anton und vonat Horrnteld. Ferner: Bänstleeteil. lilotge» illviiag Premiere der A. u. D. Herrnseldschcn Noviiä!. Zwei Akte aus einer Ehe. Billctvorverkaus IL— 2 Uhr mittags. BSivIt« kttBvit Aettioer Züvger. Schüler» Theater« iCtrkllsStlSfilt h i 1 1.<1.- xi» ji t o»* ei. v. i ePwd•wwdom ��IComWvV# Schiller-Theater O (Pallner-T heater). Sonntag nach mittag 3 U h r: Hie Bhre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Sonntagabend 8 Uhr: Beilege Oampton. Komödie in 5 Akten von Gerhart Haupimann. Montagabend 8 Uhr: Bollere C'rampton. Dienstagabend 8 Uhr: _ Per Compasnon._ Sioliiller-Theater S. (Friedrich-Wilhelmstädiisches Theater). So»»tag nach mittag 3 U h r: vle �nnKfraa von Orleans. Eine rvmanlischc Tragödie in einem Vorspiel u. 3 r'lllen von Fr. Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Im weissen Biissl. Lustipicl in 3 Auszügen von LSIar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Montagabend 8 Uhr: Oer Compagnon. Dienstagabend 8 Uhr: Kollege Crampton. Thalia-ThealeF. DreSdcnerstr. 72/73. Amt IV 4440. Direktion Jean Kren Heute nachm. S'/s Uhr bei IL Preisen: Charleys Tante. Täglich abends 7>/, Uhr: Der Hochtourist. <>. Thielsoher spielt beide Titelrollen. Lelle-�lliallee-TheateF. Belle-Allianeestr. 7/3. Amt VI 283. und Altrod Lohänteld. Heute nachm. 3 Uhr bei kl. Preisen: Das Käthchen von Heilbronn. Täglich abends 71/2 Uhr: Der reichste berliner. Groxe Au>5stat!ungs-Posse in 4 2lkteii. eirkus Lehumsnn. Heute Sonntag, den 10. Januar 1904, nachmittags 4 Uhr, abends 7>/, Uhr: Ä grotze Borstellungeu Ä. Nachmittags besonders sür die Jugend gewähltes Programm. Nachmittags die beliebte Pantomime: Pierrots Weihnachten mit dem Oesinung 6 Meter. Bonbonregen. In beide» Vorstellungen: Die oikene Loop. Ereatcur Mir..Aneiilotti. Herr Jul. Seeth Ä, ss Löwen. Dressierte Tiere des Clowns Ciontard. Fl L I Eine Wanderung durch kglißi. Carl Weiss-Thealer. Gräfte Frankfurter Strafte IltL. Nachmiltags 3 Uhr, Parkett 60 Pf.: Die Waise aus Lowood. Zlbends 7>/z Uhr: Gastspiel des Oberbayrischen Baucrn-Theatcrs. Die Leni von Obcrammergau. Morgen und solgcndc Tage: Die Leni von Obcranimcrgau. Lasinv-Theater. Lothringerstr. 37. Ans. 8, Sonnt. 71/,. Wie einst im Mai. Schauspiel mit Gesang in 2 Akten. Dazu neu: Die Wenzel und das brillante Jamtar-Programm. Sonntagnachm. 4 Uhr: Diebestalle. Vleihnaokisglocken. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstrasie 38. Sonnlag, den 10. Januar 1904, nachmittags 3 Uhr: Küitig* Allgold. Dramatische Dichtung in 4 Auszügen von Rudolf Kneisel.-Abends 7 Uhr: Lorbeerbaum und Settelltab. chauspicl in drei Zlkten und einem Nachspiel von Karl v. Holte!. Montag: Der Mann im Monde. Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Sonntag, den 10. Januar 1901: Bernharil Rose-Theater-Enseinlilfi. Zer Mann im Monde. Posse mit Gesang in 3Akt. v.Jäeobjon. Ansang 6 Uhr. I Direktion: Robert Dill. Brnnnenstrasse 16. Dns bemistt Kmixt oder: Ter lange Israel. 'Anfang 7 Ubr. Enttec 30 Pf. Ball. Montag: Die Schule deS Ledens. Tlehel�tteltet-Theatel sr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Inhaber: IVllhelm Frtfbel. Sonntagnachmittag 5 Uhr: Gr- Extra- Vorstellnug der Norddeutschen Sänger Nach der Vorstellung um 10 Uhr: Grotzer Ball. Entree 30 Pi. Sperrsitz 30 Pf. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend crnräsiigtcn Preisen: Liebesträume. X Familienidyll. Kollegen. Serenissimus-Zwischenspiele. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Morgen: Elektra. Etablissement Suggenhagen Borltzplatz. Im Kaiscrsaal: Künstler. Gmemble ,.Xo,-«lstvrn«" unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Kassenerösfn. 5 Uhr, Ansang 3;47 Uhr. Enttce 50 Pf. Nach der Vorstellung: _ Tanzkränzchen. In den unteren Sälen: Görijch-Äonzert und Bvtsbierfejt. Raasage-Theater. Anfang Lonnlags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Cntbauptung einer lebenden Dame! Willy Prager mit seinem Schlager: Die kleine Garnison. 14 neue erstklassige Nummern. Thor <#> s Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. teidl-Theater teidl-Sänger. Neues grossartiges Programm. Neues Programm: Harry Rochez Hundedresseur. Wood u. Bates Amerik. Excentrics. Lorraine s Lebende Bilder. Die beiden Freydos Gymnastiker. Cook ii. Clinton Amerik. Kunstschützinnen. Meers u. Omo Drahtseilkünstler. Otto Reutter Humorist. Salorno Meister-Jongleur. Annette Gillard Pariser Opemsäng. ffllle. Oltro SKÄ in ihrer Pantom.„Opiumrausch''. Thereses Komischer Hypnotiseur. ..Karnevalsgeister" Wiener Ballett. Biograph.__ «>«««»»«»««««««»«»«»'' iiGermaniaPrachtsälei; » Chauiieestr. 103. Arnold Scholz. | Jeden Sonntag: <&!! «©211 ,1;» 1 = A s»» s 2 �' 3«», n i »tolrc*:1 Familien-Ball, i I Ansang 6 Ubr. Entree 30 Pf. Im weihe» Saale von 3 Ubr ab: (irosser Kall bei stark besetztem Orchester. •«««»«»«««»»«««»«««• Königstadt-Kasuio Holzmarkt str. 72, Ecke Alexanderstratze. Täglich: Ersn»»obanski. Mita Roselli. X Geschwister Banola. The Teklys usw. Ein praktisches Geschenk. ?lach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. SoimtagS: Tanz. Alhambra Wallnertheatep-Str. 15. Jeden Sonntag: Groster Gxtra= Ball bei doppelt besetztem großen Orchester.'Ansaiig 3 Uhr. Empschlc mein Lokal sür Vereine und Periammlungen. LSllL» A, Zoiucitatt Sonntag, den 10. Januar 1904; 2 große Gala-Nortteilullgev nachm. 4 Ubr und abends 7'/- Uhr. Nachm. 1 Uhr: 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen: Ai'. Bichai-«! Sawadc mit seiner berühmten Tiqer-, Löwen- und Bären-Dressur. Die besten Clowns der Welt: Gvberl Delling, Gebr. Fratellini, A. Daniels. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Winterfreuden. Abends 7ll-, Uhr zum 18. Male: Aus den Alpen. Palast-Theater Burgstraftc 32, früher Feen-Palast. .Heute nachmittag 3 Uhr: Gräfte Extra- Elite- Vorstellung zu halben Kastenpreisen. Zum zweiten- und letztenmal: Medea°-°r- Das goldene Ifliess. Trauerspiel in 4 Akten u. Grillparzer. Jason: Herr W. Nebel v. Gcrmany- Theater New Park. Medea: Fräulein Anny Radmann. Heute abend 8 Uhr: ...U wie es weint und lacht. Bolksstück mit Gesang in 9 Bildern von Kalisch. Musik von Conrad!. Ouiscnow, Stadtv.: Dir. R. Winkler. Montagabend: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. 8aiissoiicl. Kottlnstcr Thor— Stat. der HochbahU. Jeden Sonntag. Montag und Doimerstaz: Nollmguas lteidd. Sanges. Noch jeder Soiree: Tanzkränzchen. Dienstag, 12. Januar er.: Don Cäsar. Romantisches Schauspiel in 3 Akten. Urania. Wrangelstrassc 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Ans. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest- lichkcitcn und Versammlungen. 39122* C. F. Walter. ItTeii'tivolL Treptow. Keue Krug Allee SO. Elegante Ränmc. Gepflegte Btere. Angenehmer Aufenthalt für Familiu, Zwei Kegeibahncn. Es ladet ergebenst ein 830b Fritz Prens«. Arbeiter-Bildungs- Sehlde. Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15, Hof links II. Sehrplan für das I. Quartal 1904. Unterrichtsfach Nationalökonomie Geschichte Sociale Gesetzgebung Rede- üebung Behandelter Lehrstofi Geschichte und Theorie der Statistik. Geschichte der Urvölker und des Altertums bis zudenPerserkriegen.*) Entwicklung und Stand der Arboiterschutz- Gesetzgebung im Deutschen Reich und im Ausland. Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz. Lehrer Schriftst. Max Grunwald Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner Schriftsteller Simon Katzenstein Schriftsteller Dr.Rudolf Steiner Unterrichte- Abend Montag Dienstag Donnera- tag Freitag Der Unterricht beginnt in Ufationaläkonomie Montag, den 11. Januar; Geschichte Dienstag, den 12. Januar; Sociale Gesetzgebung Donnerstag, den 14. Januar; Bede-Febnng Freitag, den IBÄ. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um» IJhr und endet pünktlich um V-H I hr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8—9 Uhr geöffnet. Der Unterricht in Bede-llebung für Fortgeschrittene hat am 6. Dezember seinen Anfang genommen und dauert 20 Sonntagvormittage. Die Teilnehmerzahl ist geschlossen. Wiederbeginn im April. Jeder Teilnehmer muss mindestens'/. Jahr Mitglied der Schule sein und sich nachher dazu anmelden, da die Teilnehmerzahl eine beschränkte ist. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 23 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaue, Engel- l'fer 15. Hof links L Tr., und in nachstehenden Zahlstellen; Gottft-. Schnlz, Admiralstr. 40a; Ren!, Barnimstrasse 42; Vogel. Demminerstrasse 32; Kränge, Müllers tr. 7a; Borsch, Engol-Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann I-amme, Berlin SW. 43, Homstr. 20, Querg. II. Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 50, zu senden, *) Dieses Thema ist als erste Abteilung eines aus 5 Cyclen bestehenden Kursus über geschieht«" gedacht. 5/8 allgemeine„Weit- und Kultnr- Dcr Vorstand. Gegründet 1874. Prämiiert: Berlin 18SS. Dierks Hochschule laMwcliiIlljelie. tectaiseftt und praktisete liiere Lebnlalt für Zufchneidekimft im Herren' u. Oamenbekleidungsfaehe Berlin N., jetzt Friedrichstr. 122/123. Gründliche und gewib'enhaste theoretische wie praktilche Ausbildung.— Schnittmusterversand.— Stellenvermittelung. 3587g Direktion: V. Bierk, Schneidermeister, Ebrenmitglied des LentraloereinS deutscher Zusämeider, Ehrenmitglied des Berliner Zuichneidervereins, Ehrenmitglied des Berliner Meistervereins und Ehrenmitglied der Zuschneider-Vereinigung. «5.fahre bewahrt. Reinseidene Damast-Robe Mk. Bis auf weiteres offenere die in grosser Anzahl aus meinem Engros-Lager angesammelten Seiden-Roben. Reinseidene schwarze Damaste..... 15—20—25 per Robe. 15—20—25 per Robe. Braut- u. Hochzeits-Seiden Blusen- u. Kleider-Sammete 0,75, 1,00, 1,25 per Meter. Mein Einzel-Verkauf in Sanimet und Seide jeden Genres X » et n e äsc,«bcu>« sv, uhr. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. ie?�chs Hierzu find sämtliche Vautischler, die im Bezirk Rumnielsburg: Mittwoch, den 13. Januar, abends 8 Ilhr. im Lokal von Kchulx, Kant- und Gpethestraken-lKete. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Stock- und Celluloid-Hrbciter. Mittwoch, den 13. Januar 1904, abends 8'/, Uhr. im Hewerkschaktshause, Engel-Ufer Nr. 15(Saal 6). Branchen- Versammlung. Tagesordnung: l. Bericht über den Streit bei Sebmoling A Barla und Diskussion. 2. Bericht der Kommission über das Vorgehen betreffend tllb- schaffung des Materials. 3. Diskussion eveut. Beschluszsaisung. 4. Werkstatt- Angelegenheiten. 5. Verschiedenes. 77/10 Centralverbantl deutscher Brauerei-Arbeiter Zweigvorein Berlin, Sektion I(Brauer). Tonnlag, den 10. Januar 1904, nachmittags 21/2 Uhr: General- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Kassenbericht. 3. Vorstandswahk. 44/1 Die Verjammltmll wird um 2'/3 Ilhr eröffnet Dtr Vorstaml. -Hildungssckte Berlin. Sonntag, den 17. Januar er., in Kellers fcrtfälen, Koppenstr. 29: Dreizehntes Stiftungs-Feft. Prolog. Kammermusik. Recitationen. «c.«l Gesang. � � � Professor Waldemar Meyer-Quartett. ,! Nachher: TatlZ."WU Eröffnung« Ehr.» Beginn 7 a 50 Pfg. inkl. Programm sine in den Zahlstellen der Schule und der Volksbühne" zu haben. 7 Ehr. � r„Freien •SB# Arbeiters Sängerbund Berlins und Emgegend. Sonntag, den 17. Januar, vorm. 11 Uhr, in der Brauerei fnedrlchshain; Nemmgte Maurergesellen' Kranlitn- u. Sterbekasse{U Chariotteuburg. ©ngefchriebene Hilsskasse Nr. 89. Freitag, den 15. Januar 1904» abends 3 Uhr, bei Perlewitz, Sprcestr. 17: GenersI- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom vorigen Jahr, 2. Kassenangelegenheiten. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kassierer Alhcrt Seeger, Wallstr. 64, Quergeb äudc II, wohnt. Krankenscheine und sonstige Forde- rungcn der Mitglieder sind daselbst abzugeben. L46b Der Vorstand. I. A.: Wilh. Rendorf, Potsdamerstr. 17. Cebun�is- Nliiii. 1. 1 0 Mk. 1900er Erdener.. I.IOMk. 1 900er Berncastler Graben» 1. 1 5 Mk. 1901er Enkirch. Stephansbg. 1.25 Mk. 1900er Graacher Göhr» 1.35 Mk. Alsheimer Eorcher Dienheimer 1 897er Oppenheimer 1900er Rüdesheimer 1900er Geisenheimer Vi Fi. 65 pr. » 75 pf. » 85 pr. » 1.00 Mk. » 1. 1 0 Mk. » 1. 1 5 Mk. 1901er Binger Rochusberg 1.20 Mk. 1900er bleustadt. Kies 1.65 Mk. 1900er Montferrand 1900er Medoc Vertheuil 1900er Chat. Petit Puch 1900er Chat. Beychevelle 1900er Chat. Palm. Margaux.. 1.40 Mk. 1 895er Chat. Citran.. 1.80 Mk. Vi Fi- 80 pf » 90 pr. -> 1.00 Mk. » 1.20 Mk. •oweit der Vorrat reicht! HfllseofrücMe Victoria-Erbsen Erbsen ohne Hülsen» Erbsen klein, Pfund 1 3, grün" Linsen mittelgross ,, 1 2, gross»• Bohnen rund>> 1 3, gross» 20 Pf Rangoon-Reis» 1 5 pt Java-Reis II 23, I Pfund 1 4 Pf. 1 7 pr. 1 5 pr. 1 6 pf 28 pf. ßackohst Kaliforn. Pflaumen pid. 32, 38, 42 pf Amerik. Ringäpfel» 38 pf. Italien. Prünellen.. 75 pr. Kaliforn. Aprikosen II 55, Ipfd, 63 pf Gemischt. Backobst!! 32, 1 45 pr. Puesclhextrakt JA JAn. Rum- u. Arrak-Punsch 1.65 90 pr. .. e*tra fein 2.80 1.50 Mk. Burgunder-Punsch 1.80 1.00 Mk. ->»°xtra fein 2.80 1.50 Mk. Glühwein-Extrakt 1.40 30 pr. Ananas-Punsch«".�'">1. 3«k. Braunschw. Schiffsrnumme Dose 1.75 konzentrierter Malzextrakt Ungar. Cognac rf 1.65,***1.95Mk.| Engl. Porter u. Ale Fi.32pf. Jn der Xuehe sparen hilft Man verlange ausdrücklich MAQQI's Wurae! MAGGP müZr, denn sie gießt den einfachsten Wassersuppen, schwacher Bouillon, allen Saucen, Fleischspeisen, Gemüsen usw. sofort kräftigen Wohlgeschmack. NM" Sehr ausgiebig' ütficht zuviel nehmen!"HNi h Alexanderstr. 1, gegenttber dem Bahnhof. Dircksenstr. 21. gegenüber dem Prdlaten. Einmaliyes Angebot! Nrip diese Woche verkaufe ich zur HälHe des regulären Preises einen Posten Phonographen aus dem Konkurswarenlager von Bmdenburg& Rengert. ir riioioppli der teeii in einem eleganten Ktohenholz- kasten montiert, mit Verscbluss- deckel unil extra grossem Aluminium-Trichter statt M- 15,00 Ein Posten bespielter Walzen 45 Pfennige. Auf eghte Liban- und Edigon-Hartgusswalzen diese Woche extra lO Pros. Kabatt. — Das Gesehätt ist Sonntags bis 2 Öhr geöffnet. 45.00 Grösstes Spezialhaus für Nähmaschinen, Metallbettstellen, Könderwag-en. Als»»i>» Tor»tt»Ueh empfehle ich gf Naumann-Bobbin-Maschinen mit nenem KoKellaKergeatell, No. 8 mit Verseblusskasten 145.00 No. 4 für starke Arbeiten 170.00 Bei TeilzaUnngen von 1.00 wöchentlich. Bei Barsafalang oder grösseren Baten 10% Kabatt. Klnderwagen-Bazar Baby. 8. Kaliski. Zentrale: Invalidenstr. 160, an der Brunncnstrasse. F i I i a I e n 8 Frankfnrter Htr, 115. P«t«d»mer Str. S3b. Keiniekeiidorfer Htr. itc. Taaeiizlen»tra»»e 7». Helle-AlllanreMtr. 107. Or»nleiiatra«»e 31. BeoB»el»tr»»»e 18, Krunnenetraeuo O» 18, 18.00-10«.«O Anf WnBaeh kommt Vertreter mit Katalog Ins Hans 55.00— 108.00 Unterricht im Nähen u. Sticken durch geschultes Personal gratis. Eigene Ueparator- Werkstatt. Alte Mnechmen nehme m Zahlung. [4191T** . 10.00-75.00. Die Deltillierung im ßaushalfe. Spiritus vini allerfeinfter TDeingeift, 96% doppelt rektifiziert Dr. m. 1,50 von höchster Reinheit u. 60te der Beste zur Cognac*, Rum- und Okörfabrikation. 5ur Beachtung! Ä Reichel- Spiritus SS originalslaschen ä 1 Dter°d.f'/, Liter. Berühmte Origlnal-Beichel-essenzen lm» nschweisllch vi- Besten. BewShrtesten, im f*,* Stdrzud, Billigsten»nb übertreffen fämtlidie Nachahmungen. Cujl frhaitlld) In Den durch meine Plakate kenntlichen öefchüfien und del Ssrsntic! mit ��Wr�Af Msfke licht- herz Uedef 1500 veilisufzstellen Otto Reichel in ganz Pcuffchlanb. örSstte Spezlalfabrik Pcutfchlanbs. Berlin SO., eifenbahnitr. 4. fjier frei fjaus durch meine Sefpanne. Fernfpr. IV, 646 u. ZI 60. Nurd.eMarKe„cichthet'z"''f°r°' vollen Erfolg! geWWWWWinWWWWWM„Die De(llllierung Im tjauihalt" oöllig koflenfrell| cher" bi. rflärke„f Ichlhere*' zeTg1. Nur wenn der Dcrlchlulj ladet» los und linperlctil Ist, oaranlltre Ich für Me Reinheit und eolla grosses.. für 3 Kab. 3 M., 6 Kab. 5 M., 12 Kab. SM. Bromsilbcr-Vergrösserungen von 1 M. an. Abends Aufnahmen bei elektrischem Licht.[3883L* Sonntags geöffnet von 9—7 Uhr. 12 Visit— 2 M.(Probebilder geliefert.) Vercmtw. Redakteur: Jnlivs Kallski, Berlind Fttr den JnseraVntK v�äntw" Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdnickcrei u. BerlagSanftalt Paul Singer(t Co., Berlin SW. meine echten OriainallOllun. gen oon Weingeist müssen am Kcpfe jeder Flafche mll Der. fchlu�flreifen perfehen fein, wel- Stlrke des Inhalts. WW iagazin Kinderwagen, Kinderbettstellen, Puppenwagen, Trinmphsttthle, Kindermöbel etc. Grösstes Spezialgeschäit Berlin o., Andreasstr. 23. IL Geschalt: Brunnensir. 35, III., Beusselstr. 67, IV., Lelpiigerstr.54-55 Verkauf Hof, Fabrikgebäude. »» 100« Mark llelohnung* zahl, jedem, der mir in Berlin ein gröeteres äpesialgeaobäft in dar Branche, als d. mein., nachweist ailllgste Preise. Katalog gratis photographisches Atelier * ötto ßutau, 0. Krautstr. 52 bei d. Frankfurterstr. am Strausb.-Pl. , 10 Visit u. 2 Orlgi- A En iz ilzl' nal-Kabirtett oder: 1|.3u 12 Visit und ein f) 51. grosses.. für- U 3. Keilqe I« Jotniätls" Kerlim WlksdlM-.......»■-»« Hus Induftnc und Handel Berliner Handelskammer. In der letzten Sitzung der Handels kannner erfolgte die Konstituierung des neuen Präsidiums. Herr Äeheimrat Herz wurde zum Präsidenten, Herr Generalkonsul Franz v. Mendelssohn zum 1.. Herr Geheimer Zustizrat Dr. R i e tz e r zum 2. stellvertretenden Präsidenten gewählt. Herrn Geheimen Kommerzienrat Arnhold, der bisher 1. Vizepräsident war und auf seine Wiederwahl verzichtet hatte, wurde mit dem Bedauern über letzteren Entschluß der Dank für die bisherige Thätigkeil aus- gesprochen. Das Kohlencomptoir. Von der Leitung des Rheinisch-west- sälischen KohlcnsyndikatS, dessen Reugrüudung bekanntlich endgültig in der am 29. Dezember abgehaltenen Zechenbesitzer-Versammlung erfolgt ist. sind die Firmen, deren Beitritt zu dem Kohlencomptoir dem Syndikat wünschenswert erscheint, eingeladen worden, sich innerhalb 1-t Tagen zu entschließen, ob sie gewillt sind, der Rheinischen Kohlenhandels- und Reederei-Gesellschaft idiesen Namen führt offiziell das Kohlencomptoir) beizutreten. Die Gesellschaft wurde gegriindet vorläufig mit einem Kapital von 3 090 000 M., die von den Gründern wie folgt übernommen wurden: 1 800 000 M. durch das Rheinisch-westfälische Kohlensyndikgt, 300000 M. durch die Finna Franz Haniel u. Co., Ruhrort, 300 000 M. durch die Firma Mathias Stinnes. Mülheim a. d. Ruhr, 300 000 M. durch die Firma Hugo Stinnes, Mülheim a. d. Ruhr, und 300 000 M. durch die Firma Bergbau- und Schiffahrts- Aktiengesellschaft Kannengießer, Mülheim a. d. Ruhr. Der Zweck der Gesellschaft ist bekanntlich, den gesamten Handel von Steinkohlen, CoakS und Steinkohleirbriketts, der durch die daran beteiligten Firmen bisher selbständig geführt Ivurde, in einer Hand unter der oben genannten Finna zu vereinigen, d. h. unter die Kontrolle des Syndikats zu stellen. Uebcr die Geschäftslage der fchlesischen Spinnereien wird dem „Breslauer Gencral-Anzeiger" aus den Kreisen der schlesischen Textil- industriellen geschrieben:„Trotz der verschiedenen Schwankungen." die die Baumwollpreise in letzter Zeit durchmachten, ergiebt sich in Bremen zwischen den Preisen im Oktober v. I. und den jetzigen ein erheblicher, den Rohstoff verteuernder Unterschied.... Diejenigen schlesischen Spiimcrcien. die sich günstig eingedeckt haben, werden für Baumwollgarne in diesem Jahre infolgedessen recht reichliche Preise erzielen, denn selbst wenn der Baumwollpreis sich jetzt noch er- mäßigen sollte, so werden die Garnprcise kaum niehr heruntergehen, viel eher ist mit einer weiteren Steigung der Garnpreise zu rechnen, da sich doch nicht alle Spinnereien rechtzeitig eingedeckt haben und viele noch jetzt ihre Haup'tquantitäten einkaufen müssen. Diese Spinnereien tverdcn allerdings in diesem Jahre ungiinstig arbeiten. Die schlesischen Spinnereien sind mit Arbeit für die ersten drei Ouartalc des laufenden Jahres voll besetzt.... Die Leinengarn- preise sind vorerst unverändert, und erst wenn die Einwirkung der günstigen Ernte eintritt, ivas vielleicht im November möglich wäre, ivniite eine Ermäßigung der Preise eintreten/' Gerichts-Leitung. Wegen Vergehens gegen das Bereinsgeset, hat das Schöffen- gerirfit zu K r o s s c n gestern gegen die Metallarbeiter P a lv l o w i t s ch. I e r l e t und Zieger sowie gegen den Wirt des Krossener Schützcnhauscs verhandelt. Im August v. I.. waren nämlich in der Körncrschen Fabrik zu Krosscn Differenzen aus- gebrochen, zu deren gütlicher Beilegung der Organifationövcrtreter Pawlowitsch von Berlin hcrbeikmn und mit den Arbeitern eine Bc- sprcchung in jenem Lokale dieserhalb abhielt. Natürlich war die Besprechung nicht polizeilich angemeldet. Der Wirt hatte jedoch nachträglich aus Besorgnis, daß es sich doch um eine unangemeldete Versammlung Handel» könne, der Polizei gebeichtet. Die Folge war die Anklage wegen Abhaltcns einer unangemeldeten Vcr- sammlung. Der Amtsanwalt beantragte gegen Pawlowitsch eine Geldstrafe von 30 M., weil er der eigentlickie Veranstalter der Vcr- sammlung gewesen sei, die übrigen Angeklagten empfahl er der Freisprechung, da ihnen der Zweck der Versammlung wohl nicht klar gewesen sei. Dagegen berief sich der Verteidiger auf eine neuliche Kammergerichts-Entscheidung, worin Wcrkstattbcsprcchungen als private und nicht öffentliche bezeichnet werden. Das Gericht schloß sich dem an und erkannte aus F r e i s p r e ch.u n g. Vom Unternehmer- nnd Polizeikamvf gegen die Arbeiterschaft. Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs waren die Holz- arbciter D a in a st und Kies e kürzlich vom Schöffengericht zu je einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Auf die eingelegte Bc- rufung hin hatte sicki gestern die Strafkammer mit der Sache zu be- fassen. Die Beweisaufnahme ergab folgenden Thatbestand: An- läßlich des Streiks der Bilderrahmcnmachcr bei der Firma Groß in Leipzig hatte der später unter Hinterlassung von Schulden hier ausgerückte Ladcninhabcr Johannsen ans der Wartsiraßc Leipziger Strcikarbeit anfertigen lassen. Beide Angeklagte begaben sich im Auftrage der Organisation zu jenem Manne, um ihn von seinem Thun abzureden. Dieser aber beschimpfte sie mit Aus- drücken wie„verfluchte Bande" usw. und wies ihnen die Thür, worauf sie sich auch sogleich entfernten. Obendrein verklagte er beide dann noch wegen Hausfriedensbruchs. Das Gericht hob das erste Urteil auf, da keinerlei Beweise für die fragliche Strafthat bei- gebracht werden konnten und erkannte auf Freisprechung. Der Holzarbeiter P a p k e sollte sich strafbar gemacht haben, indem er als Kontrollposten vor dem bekannten Arbeitsnachweis der Tischlerinnung in der Alcxandcrstraßc auf und ab gegangen war, der Innung Arbeiter abzutreiben versucht, und der Aufforderung eines Schutzmanns, sich zu entfernen, nicht Folge geleistet hatte. Anstatt des sonst üblichen Strafmandats bekam er sofort eine An- klage, über die gestern das Schöffengericht entscheiden mußte. Nach kurzer Beratung verkündete das Gericht die Freisprechung, weil der Airgcklagte keine strafbare Handlung begangen habe und bei der Differenz zwischen Holzarbeiter-Verband und Jmiung auch seitens der Arbeiter keine Unruhen herbeigeführt seien. Es war dies der erste verhandelte Fall, der die Arbeitsnachwets-Diffcrenz betraf. Zahlreiche Paletotdiebstähle, welche im November v. I. im Vorraum des Pathologischen Instituts der königlichen Ticrarznci- schule stattfanden, versetzten die Studenten in Beunruhigung. Am 15. November wurde ein junger Mensch angehalten, der im Begriff war, das Gebäude zu verlassen. Mau hatte ihn im Verdacht, daß er sich einen fremden Ucberzieher angeeignet hatte. Da aber fämt- liche Garderobenknöpfe besetzt waren, so hielt der Pförtner den Verdacht gegen den Fremden, der sich als der Kellner Bruno Hohl- feldt auswies, nicht für genügend, um ihn festzuhalten. Man ließ ihn laufen. Später stellte sich heraus, daß der neue Winter- Überzieher eines Studenten gegen einen minderwertigen Sommer- Paletot vertauscht worden war. In diesem wurde ein Taschentuch mit den Buchstaben B. H. gefunden. Nun wurde Hohlfeldt in Haft genommen. Er ist der Sohn hochachtbarer Eltern, die ihn verstoßen haben. Im Untersuchungsgefängnis hat er einen Selbstmordversuch gemacht, der Gefängnisarzt war aber der Ansicht, daß es nicht ernst gemeint gewesen. Trotz der erdrückenden Verdachtsmomente stellte der Angeklagte die That in Abrede, und erst nach eingehender Be- Weisaufnahme, nachdem der Staatsanwalt ein Jahr Gefängnis gegen ihn beantragt hatte, bequemte der Angeklagte sich zu einem Geständnis. Dies kam ihm zu gute, denn der Gerichtshof billigte ihm mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu neun Monaten Gefängnis nnd einjährigem Ehrverlust. Abermals ein Prügclvolizist. Die Ausschreitung eines Amt?« dieners beschäftigte gestern die erste Strafkammer am Landgericht IL Wegen Körperverletzung und wissentlich falscher Anzeige in Aus- Übung seines Amtes war der Amtsdicner Georg P o w i l i st auS Steglitz angeklagt. Am 25. April v. I., abends gegen 10 Uhr. sammelte sich eine kleine Menschenmenge vor dem Gymnasium in der Klixstoaße an, weil dort ein Betrunkener lag. Der Angeklagte er» schien mit zwei Wächtern, erteilte diesen den Auftrag, den Be- trunkenen fortzubringen nnd trieb die Menge auseinander. Dal>ei befand sicki auch der 15jährige Lehrling Hans Schmidt, der sich ruhig entfernte. Der Amtsdicner aber tan, ihm nach, verlangte, der Lehrling sollte schneller gehen nnd versetzte ihm eine Menge Schläge ins Gesicht. Am nächsten Tage erstattete er die Anzeige, der junge Schmidt habe ihm Widerstand entgegengesetzt, habe ihn mit Händen und Füßen vor die Brust und das Schienbein gestoßen und gesagt:„Dir Hund Iverdcn wir das besorgen!" Tie an- gestellten Ermittelungen ergaben, daß die Anzeige falsch war. Dieser Thatbestand wurde in umfangreicher Beweisaufnahme in heutiger Sitzung festgestellt. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts auf vier Monate und zwei Wochen Gefängnis. In dem Fluchtbcgiinstigungsprozes» Bauer ivurde am Freitag vor der Kölner Strafkammer die Verhandlung wieder aufgcnonmien, und die Beweisaufnahme beendet. Ter Staatsanwalt beantragte gegen den Schutzmann Schnitzler eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Gefängnis und die Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf die Dauer von fünf Jahren. Gegen Frau Bauer vier Monate, gegen die Söhne je drei Monate Gefängnis. Bei dein Angeklagten RechtsaiUvalt Mayer fei zu berücksichtigen, daß er nur Ratschläge erteilt habe. Andrerseits werde zu erwägen sein, daß der Angeklagte Rechtsanwalt ist, und daß er. wie das glück- lichcrwcise nur selten vorkommt, viermal ehrengerichtlich bestraft sei. Er beantragte gegen Mayer einen Monat Gefängnis. Die Plaidoycrs der Verteidiger wurden gegen 8 Uhr abends ab- gebrochen und die Verhandlung auf Sonnabendvormittag 10 Uhr vertagt._ Wittcrungöübersicht vom 9. Januar 1904. morgens 8 Uhr. Stationen Swincmde. Hamburg Berlin §rankf.a.M. tünchen Wie» 3 tz tz 55 a ä 8,— « s .= a S« 756 753 SSW 758 761 762 706 SO S SW OSO Welter 5bcdeckt 4 bedeckt 3 bedeckt 3 wollig tzmollig ''Nebel um s« =? M& _ o 1 1 3 3 -4 Stationen es Ltz °5 LS tavaranda etersburg Cork Wcrdeen Paris 756 771 i f i-c »'S WSW SSW 763NW 7K2SW 6 bedeckt üSchncc ilheiler Lchciter »st = 5. Ä II Mfo -1 -11 S Wetter-Prognose für Sonntag, den 49. Januar 1994. Ein wenig kälter, vielfach heiter, aber noch veränderlich mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wette rbureau. BiHixste Angebote zur Ball-Saison Weisse Kostüm- Anzüge komplett. Lawn-Iennis-Anzüge. oo-, 13.-, 10-, Papierfaser-Anzüge crsmefarben...... Schwarze Jackett-Anzüge n-, so-, 21.-. Schwarze(iehrock-Anzüge 42->39-> 39 Schwarze Beinkleider is.-. 12.-, 10.-. g.-. o., O.-r-, Weisse Pique- Westen s.-. 4.50, 3.50, s.-, 2.25, Geh-Pelze Imitat. Hochelegant......... Raglan-Paletots Neueste Moden.. 30—, 25—, Gummi-Regen-Mäntel 30-, 24-, 22.50. is-, Loden-Havelocks.. 21-, is.-. is-, 10-, Chike Knaben-Anzüge 12-, 10.-. s-, s-, 4 Mk. 6 Mk. 10 Mk. 10 Mk. 27 Mk. 3 Mk. I75 I Mk. 55 Mk. 20 Mk. 15 Mk, 6 Mk. 2 Mk. BAHR SOHN Special-Haus grössten Massstabes. Chausseestr. 24a 25 11. Brückenstr. 11, Gr. Frankfurterstr. 20. Scböner Kalender 1904 und die 22tc Preisliste 1904 kostenlos und portofrei. Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung n,*artr1 Dt-i-v Mchster Preis Paris 1900: vJl«ilU rriA jer Ausstellung. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststtckeret. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. jsräbmaocbincn Hct. Ges. _ Berlin W., Leipzigerstrasse 92. Rducher pecialitäh Anerkannt beste Qualiläten in 10, 20 u.30Pfg.- Packelen für kurze und lange Pfeifen 2uhabeninden(igarren-Speciatgeschäfl6n. Orts-Krankenkasse des Korbmacher-Gewerbes zu Berlin. Nachdem das in der General» Versammlung vom 7. September o. I. beschlossene revidierte Statut durch Beschluß des Bezirksausschusses vom 29. Dezember 1903 genehmigt worden ist, ist dasselbe mit dem I.Januar d. I. in Kraft getreten. Für die Bemessung der Kassen- leistungen und der Beiträge werden die Kassenmitglieder sottan in fünf Klassen eingeteilt: Kassenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag 1. Klasse: 3,50 M. und mebr beträgt; 2.. 2,75. bi§ 3,50 M. ausZchl. beträgt: 3.. 2.10.. 2,75.„ 4.„ 1,40.„ 2,10„.. „ weniger als 1,40„„ Der durchschniUIiche Tagelohn ist seslgesetzt: sür die 1. Klasse aus 4,00 M. „„ 2.„. 3,00. „„ 3.„, 2,30„ „„ 4.„„ 1,80„ . 5..... 1,00„ Als Krankemmterstützung wird den Mitgliedern die Hülste des durch» schniltlichen Tngelohns gewährt. Die Eintrittsgelder und Beiträge betragen vom 1. Januar ab: Eintritts» wöchentl. geld Beitrag für die 1. Klasse 1,75 M.«6 Pf. „ 2.„ 1,35.. 51„ „ 3.„ 1,03„ 39„ „ 4.„ 0,80. 30„ „ 5... 0.50. 18„ Die Arbeitgeber werden ersucht. vom 4. Januar ab die neuen Eintrittsgebuhren und Beiträge zu berechnen. Die neuen Statutenbücher werden in kürzester Zeit den Arbeitgebern zu- gestellt werden und bitten wir, die» selben den Kassenmitgliedern aus- zuhändigen. Der Vorstand. Karl Schwedler, 270/10 Vorsitzender. j Deutsche Bierbrauerei = AktleiuGellschaft.-------- (Absatz im letzten Ges cbäftsjabrc ca. 190000 Hektoliter) empfiehlt ihre aus bestem Malz und Hopfen hergestellten Biere in Fässern und Flaschen. Adresse für Fassbier: Alt Moabit 60. Telephon: Amt II, 1615 u, 1616. 8948L* Adresse für Flaschenbier: Kaiserin Angnsta- Allee 15/10. Telephon: Amt II, 3066. t Deutsch, jlrbeiter-jlbstinentenbund (Ortsgruppe Berlin). Sonntag, 10. Januar, in den„Industrle-Festsülcn". Beuthstr. 19:,,- 285/5 � Winter-Fest l ; ,77 uutsr Leitung des Genossen Dr. Max Alberty.— Meta Schönfeld(Sopran), Sergei Kl ihniiski(Barytou), Harry Peters(Geige). Dr. Max Alberty(Vortrag u. Rezitation), Rieh. Kurse h(Klavier). (Nach dem Konzert: DV~ Orosscr Ball. MU Herren, ■welche daran teilnehmen, zahlen.TO PI. nach. Anfang präc.'/J Uhr. Eintritt 30 Pf., an der Kasse 40 Pf. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Geschäften, sowio bei den Genossen F. Otto, N., Swinemiindarstr. 49, und Joh. Michaalis, S., Luisen-Ufer 55 XI zu haben. Märkischer Kof, jldmiralsfr. 18c. Säle��cMaffcnb, u": 4 Vereinszimmer zu Versammlungen und Ocitlichkcilen. Der kleine Saal ist Sonntags bei sreiem Orchester an Vereine zu vergeben.£!858Ü* Jeden Sonntag: Großer Ball.®ÄflC5r1,egr- Hochachtungsvoll Frita Schulz. Graumanns Feslsäle und Garten, Nmmyustraße Nr. 27. Einpfehle meine eleganten Festsäle zu Versammlungen und Festlich- keiien aller Art. Einige Aonnnbende und Sonntage sind noch frei I 3823)2* Knstuv Oraumann. Hasselwerder a. d. Oberspree. Jeden Sonnlag: Grosser Ball bei vollem Orchester.— Vereinen steht mein Lokal jederzeit zur gesälligen Verfügung. 39522* Um sreundlichen Zuspruch bittet" Gustav Hempcl. ; Total» Aus verkauf. Wegen Umbau und Vergröüerung der Geschäftsräume babe die � Brede für sämtliche Waren bedeutend'herabgesetzt. Offeriere, so lange' der Borrat recht:.. 33072' Gcbroch-Aazügc. elegant ausgeführt, von 22 M. an. Winter-Paletots, modern gearbeitet, von S R. an. dacltctt- Anzöge neuester Faxvn, von Iv M. an.? Stolf boscu, solid und dauerbast, von 3 M. an. Wiuter-3 Oppen, warm gefüttert, von 5.01. an. g Knaben-Anzöge von 3 M. an. 0 1 1 U. Pincuss, Wüsnaekerslr. 48, Sirleensttasss. f Dr. Schünemann Specialarzt für Haut-, Harn- und Frauenleiden, Seydcistr. 9. '/jia-VjS, Vi«—'/Ä Sonnt. 9-11 Dr. Simmel, strrflZ84L Lpccialarzt für[11/10* Haut- und Harnleiden. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12 2—4 /deine ßnzemen. 'en zählen doppelt. 4» Jedes Wort: t 1 0 Pfg. Worte mit mehr Buchstabe. Anzeigen Jur die nächste eVuinmer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Hauptexpedition Linden- strasse69 bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Glirdinciihaus Große Frankfurter' straße 9, parterre. f31 Borjä�rigeöcrrcnanzügc.Wililcr- Pcdctots, Beinkleider, aus semsten Maßsloffcn spottbillig täglich, Somt- togsverkaus. Deutsches Berfandhaus Iägerstraßc 63. I.'' 208SK* Wiutcrüberziehcr, Herrenanzüge, wenig getragene MvnatSgarderobc von 6 Mark an. Große Auswabl, auch neue, zurückgesetzte, kauft man am billigsten direkt nur beim(schneidet- mcister Fürstenzelt. Rofcnthaler- straße 15 III. Auch Sonntags. t01/l* Winterpäletots von Maßstoff rosten, aufgearbeitet, cinzelnc Gehrock- rmd Fackettanzüge verkauft für Her- stellungspreisBetrfebswcrkstattHcitige- geiststraße 20. II." 857b TamenjadettS, Paletots. nie wiederkehrender Kauf, teils Modelle aus Seide, durchweg 5 und 8 Mark, sonstiger Preis bis 10 Mark. Posten Steppdecken, Seidcnklotb, statt 8 Mark durchweg 3,75, verkaust Julius Neu mann, Bellc-Allianccftraße 105.' Pfandleihe Naunnnstraße 70. Uhren, Betten sehr billig. 6726 Bilderhaudlung., Fortuna", Fran- feckistragc 1, Ecke Schönhauser Allee. Bekannt billigste Ouclle für moderne Bilder aller Art. Porträt-Bergröße- runge» nach jeder Photographie von Z Mark an. Speciak-Werkstalt für moderne Bilder-Einrahmungen äußerst billig�____ 8376* Teppiche mit Farbcnfehlern Fabrik- Niederlage Große Franksurterstraße 9, parterre.___+37' Musikwerte, fetbstipielendeT' Teil zahlungcn. Jnvalidcnstraßc 118(Ein gang Bergstraste). Skalitzerslraßc 10.' Nähmaschinen k Rmgschiff, Adlsr, Ccntral-Bobbi», Orion, Whecler und Wilson, Elastic, Säulen:c. Prima Oualität, Preise billigst. Für die Güte meiner Nähmaschinen sprechen Tau- sende meiner Kunden. Drei Jahre reelle Garantie, bei Abzahlimg cau- lanteste Bedingungen. E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Lands- bergerstraße. Alte Maschinen nehme in Zahlung.______ 205651* Gasheizöfen! Gasheizröhren! Petraleumöscn billig. Gaslhrcn 9'/.! Zwctlachgaskochcr 3,00. Wohlaucr, Ballnerlheaterstraßc 32.__ 7166* Lorjahige hochelegante Anzüge und WintcrpaletotS aus ssinsten Stoffen 25—10 Magk. Die bei der Inventur zurückgesetzten(iachcii werden für die Halste des Wertes »erkauft. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21- 207851* Restaurant zu»erkaufen, nahe Gew crkschastsh aus. Näheres bei C. Zlchtcrberg, Adalberlstraßc 62. Ka narienhäh sie, Wcidcnwcg 59. ttanartcnhähne. gute und ilcißigc Sänger, verlaust Fritzich, Apostel Paulusskraßc 15, Luergebäudc X, Schöneberg.___ yl17' Ztauarienhähnekpreisgekrönt) vertäust Rühl, Schöoebcrg, Bahn- straße II.__[117* Kanarienhähne. Zuchlweibchcn, billig,«cheibc, PlamsterB, HI. Kanarienrollcr. Heckhähne verkauft Schach, Schönleinstraße 20. Isianariesihähue, Gartcnstraße 95._ Zuchtwcibchcn 895b Sanaricnhähne. Weibchen, Heck- bauer verkauft Brandt, Holzviarkt- straße 6l. i'128 '.sianarieuroller, teäainm Seifert, Stamm Trute, nur eigne Zucht, Göddc, Reinickendorscifftraße 51. � tstdelroller. ZuchtweibchenfSeiscrt- Stanim), Äreher, Eharinerstraßc 63. Kanarien-Weibchcn.Pötzsch.Falckcii- stcinstraße 5.__■fl2 tstanarienhähne, Weibchen,! PcterSbmgerstraße 15,.Hos. .ange, stll Kanarienhähnevcrkaust Friedrichs- selderstraße 7._ jll Kanarienhähne. Weibchen, große Auswahl, billig, Krämer, Rigacr- straße 136.__ yll Kanartenrollcr, Weibchen, ver- kaust Rieck, Anklamerslraße 33.-/ t01 Konarienhähne. seine>sängcr, goldene Medaille, oerkaust Schneider, Rirdors, Pannierstraße 1(Hermann- platz)._-Mai Kanaricnroller, Weibchen, Sfall- fchreiberjlraßc 59._ 19/10 Vorschlägcr. Heckhähne, liachsciiic 5,00, Weibchen. Baum, Chorincr- straße 31, Ouergcbäude. f-ko .Ringschifschen. Babbin, Schnell- näh'er�ohnc Anzahlung, Woche 1,00, gcbraiichtze 12,00. Köpnickerstraße 60/61, Prenzlaüct'straße 59/60 und Kroße Franksurterstraße 43. jOH* Lieferwagen, alle Pallisadenstraßo 101. -orten Nädcr 8866 Pianino(brannes) 130,00 umzugshalber. Turmsträßc 7, parterre. Materialware»-7� Obst- und Ge- ntüsegeschäst, 10 Jähre bestehend, gut gehend, ist sofort zu verkaufen Plan- Ufer 11, Laden. f73* Nußbaum- Klcidcrspind, Lerfiko, Spiegclipind, Plüschfosa, sehr billig. Höser, Reichenbergcrstraße 37. 882b Steppdeeken billigst Fabrik Große Franksurterstraße 9. parterre-s-37* Koftlengeschäst, altes, verkäuflich. Zu erfragen Grünstr. 20, Restauration. Betten, zwei gute Stand. Plüsch- Übergardinen mit Stores 25,00, Plüschtischdccke. einige Fenster Gar- dinen, großen Tcppich und zwei elegante Steppdecken. Hoiimann, Naunnnstraße 52. 890b Schlafsofa verkauft(15 Mark« nur privat. Bucholt. Nüdersdorscrstr. ßl. Osivorort Fredersdorf, Quadro i- rute mit Kiefern t2 Mark vcrkanst Hausverwaltung Brünnenstraße 151. Seifengeschäft zü verkäüsen mit HäuSreinigUNg. Lillbauerftraße 8. Nähmaschinen, 15 Mark, verkauft Klinkert. Wilmersdorf, Sigmaringen- straße 33. 811b Wirtschaft muß verkausen. Schränke, Plüschgarnitiir, Taschensosa, Tische, Triimeau, Jnvalidenstraße 126, Hos 1._____ 8966 Restauration, rentierend, Anfänger passend,.schöne Räume, Mete 83, verkäuflich Christburgerstraße 21. Rechtsbureau i Alexander-Platz)! Kurzestraße achtzehn: Sicherste Rechtshilfe!____ 65/10* Dammann, Patentanwalt nienftraßc 57. Moribplotz. 81-h Rechtsbureau, Gerichtsklagen. Strafsachen. Unfallsachcn. Eingaben gesuche. Ralcrteilung. Petsch, Brunnen straße 97.-HO.'!* Maskengarderobe verleiht Bo rowsli, Frankfurter Allee 167, Ein gang Friedrich Karlstraße. 1139* Heckbauer, schönes, billig, Pallisadcnslraße 72/ Walter. 8996 Wi�schaft. Päneelgarnitur, Spinden, Sviegelspind, Tisch, noch neu, umzugshalber verkäuflich. Besichtigung Nachmittag. Kleine Hamburger. straße 27. 5" straße 27, links. Ausgang Elsailerffraßc II. 8976 Zu Schlesinger geh' ich. sticht, der läßt ja nichts ab, und ich geh' nun gerade hm weil er nichts abläßt. Ab lassen kann mir nur der, der teuer ist und vorgeschlagen hat. Wer billig ist und nichts abiätzt bat nicht vor geschlagen. Meine Joppe von Schle stngcr kostet 9 Mark. Du hast Deine wo anders gekauft, 15 Marl sollte sie kosten und 8 hast Du gegeben. Vergleiche sie mal mit meiner, sie ist mit 8 Mark noch zu teuer. Bei Schle singer sah ich solche zu 6 Mark. Dame verlaust Plüschtaschensosa 16,00. echt somnierten Schrank, Vertiko 39,00, Muschelbettstellen kom plctt 33,00, Rohrlehnstühle 1,00, Küchcnrahinen 2,00, Trumeau, Küchen schrank, verschiedenes, jeden Preis. Schönhauser Allee 101/102, Restaurant. Besichtigung empfohlen; auch Sonn- tags.__ 9016 Wegen Todesfalls. ist Tischlerwerkzeug zu verkaufen Schmidflr. 12, Wahzck._____ 907b Hobelbänke, gebrauchte Schraub böcke, Zintzulagen, Schraubzwingen, Werkzeug, preiswert.' Otto, Lebuser straße 19/13 Serkaufe Seifcrt-Hcckhähne 8,00, Weibchen 2,00. Fricdenstraßc 19. 49/11 Elektromotor(4 HP) fast neu, Garantie, uinsläiidchalber spottbillig. flauich. Weißenburgerstraße 3. 101/6 Möbel, 4 Zimmer, auch einzeln verkauft Dame, noch nen, Brautleuten Gelegenheit, kamptcite Muschel- bettstcllcn 30.00, 33,00. Muschelschrank, Muscheloertito 39,00, Rohrlchnstüble l,00, Plüschfosa 16,00, Ausziehtisch, Trumeau 30,00, Bilder, Betten, Teppich 5,00, Stores, Gardinen, Stcppdccken.Plnschtiichdecken, Porzellan jeden Preis. Besichtigung einpsohlcn] auch Sonntags. Gekauftes kann bis April flehen. Köpnickerstraße 126 s. I rechts. 9026 Zwei Mark vierteldutzcnd Damen- Hemden, Herrenhemden 3,30, Barchend- Hemden, Rormatwäsche, Ausstattungen sowie eleganteste Rcisemustcr spott- billig. Wäschesabrik'Adolph Salo- monsky, Dircksenstraße 21('Alexander- Platz). 65/16 Fahrräder, neue 65,00, gebrauchte ,00 an. Fahrradteile besonders billig: Schläuche 2,00. 2,50,, Lauf- decken 2,50, 3,50. Motarzwcirad- ichtäuche 3,50. Fahrradbau- und Reparaturwerkstatt./ Entaillicren, vor- nickeln. Taelcr, Brunnenstraßc 80. Plätterei verkäuflich Gletmflraßc 5. Restauration wegen Krankheit so- fort zu verkaufen Wicnerstraße 13. Paginiermaschine, gut erhalten, vierstellig, sucht Gustav Pinner, Tresckowstrvße 31, Cigarrengefchäst. Gigarrengeschäft, reelles, um- ständehalber, zu verkaufen, llnkostcn 1800. Verdienst 3800.„Sport", Post- all'.t 17.............-f99 Wäsche, Gardinen, Kleiderstoffe, geringe Teilzahlung.- Kadack, Mari- anncnstraße 21(Postkarte). 5122 Paneelsofa, elegant, oder Paneel- garniwr. vorkaust, sofort billig Fruit Hacrtct, Ticckstraße 8._ 49 17 Teppiche, Betten,«Kai dinen, Portieren,. Steppdecken, Tischdecken, Wäsche, Regulakoren, Rcmontoirubreu, Uhrketten, Wfnterpalotots. Spiegel, Bilder spottbillig Leihhaus Neandcr- straße 6. 49/12* Teilzahlung, Möbel., Spiegel, Bilder, Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Portieren, Regulatoren, Remontoiruhrcn, Ubiletien spottbillig Leihhaus Neandcrstraße 6. 4912* Kleines Grünkramgeschast, Rolle, Feuerung, billig zu verkaufen Polta- straße 17.____________ 873b Mllchgefchäfts-Einrichlung, Kübel, Kannön, Ratze, Buttermasch., Wiege» schalen. Stühmer, Luisenufer 27. Oranienplatz. 8716 Gehrockanzüge, Marke Lilli, 40 Mark, Maaßpaletot, Jackettanzügc von 30 Mark an, Hosen von 9 Mark an,-Ichlasröcke, spottbillig, da keine Lademnietc. Wer Stoff hat l8 Mark. Hochbahn- Verbindung Endstation Balteuplap. Horbach. Schneider mcister, Äeidenweg 37 II. Postkarte. �Restauration, vassend für Pörlet genossen(Klavier, Billard), fosart oder April zu verlausen. Näheres bei Krüger, Schönholzcrstraße 3, Hl r. Pfandleihe. Prinzcnstraße 63 Ecke Anncnstraße, täglich 8—8, Sonn tagS bis 2 Uhr geöffnet. 2064.K* beleih! Antiquariat Amt I. 8831. Bücher kaust, Kochslraße 56, T. Wo fpciien wir? 36,.Komma» dantcnstraße 36. Mittagtisch init Bier 50 Pfennig. Frühstück- und'Abendtisch zu kleinen Preisen. Eduard Strempcl. Mörz frei Säle Sonnabende Neue Königstraßc 7. 65/ to' Saal! Sonnabend. 30. Januar frei Annenstraße 16. Klubhaus. Bereinszimmer Kinmtel.Pücklcr straße 2.___________ j.1-/ Bereinszimmer Simeonstraße 23 Glegante Wirtschast. 4 Zimmer, verkamt junger Mann ipottbillig fo fort. Wohnung vermietbar. Linien straße 107/108�1 links._____ 40/16 Wirtschaft, billig, iosort verkäus- sich, darunter Panecffosa mit meter- hohem Spiegel, gute Schränke. Brautleuten passend. weil noch neu. Friedrfchstraße 113. H.__ 65/17 Paneel oder ständehalber billig. Prinzeitstraßc 64. Etagerensosa um- Fräulein Gehler, 49,15 Resianration. kleine, für Anfänger, billige Miete. Auskunft Cigarrcir- gelchäst Holzmarkttlraßc 48a.(-128 „Borwärts-"leser. Wo kauieit Sie am besten und reellsten Hüte, Mützen, Pelzwaren, Schirme, Wäsche und Krawatten? bei Zimmermann. Zorndorserstratze 50, früher Pinisch. straße�_______ rOT' Schaugläser für Kaffee. Kakao.'c7, Käseglocken verkauft billig Pasch, Holz marltstroße 39.____ 9086 Fahrrad l Presto) spottbillig Tttt- rich. Prinzcnstraße 8. f'T <5 igarrengeschäft zu verkaufen. Birtenstraße 28, Eingang Stephan straße. 482 Taschensofä mit Auszug, Kleider spind. Tisch, Stühle verkauft billig Prinzenstraße II, vorn I rechts.(-73 Guterhalteue« Tisch, Soso, Waich tiich. Stehpult verkaust Oesterle. Schöneberg, Hauptstraße 9. fll? Verschiedenes. Paris. Blavot restauration, Rue Keller 13. Rendez-vous des Allemands et des Scandinaves, on lit le„Vorwärts*. 782b* Zweite große Vogetausstelluiig von Kanarienvögeln, Sing-, Ziervogeln, Papageien, ausgestopslen Vögeln und Säugetieren in der„Neuen Welt", Halenheidc 108— t!4, in den Tagen vom 9. bis 12. Januar 1904, geöffnet van morgens 9 bis abends 8 Uhr. lllusstelluiig von.Kanarien. Exoten. einheimischen Vögeln, sowie Aquarien und zur Zucht und Pflege bc stimmten Hilfsmitteln vom 9.— 11. Januar 1904 van voiinittaqS 9 bis abends 8 Uhr im Lokal„Rosenthalerhof". Rosen- ihalersträße 11/12. Große Auktion Montagabend 9 Uhr. 842b' Unfallsachen.RcchtSburcanPutzgcr, -legl'tzerstraße s ü ns u n djechzi g.(206 lK* Rechtsbureau. GcrichtSsekretar, früherer.'Andreasstraße 38. Billig. Sonntagsdienst.____ 8316* Rechtsburca« i(ZlndreaSplatz), Grünerweg vierundneunzig. Lang- jähriger GerichtSbeisland! Ersalg- reichste Raterteilung! Eingaben- geiuche!_ 8046* Rcchtsburea« Falk, Brunnen- straße vierzig. Prozeßbeistand, Ehe- klagcsackeii, Strassachen, Alimenten fachen, Eingabcngcsuche, Raterteilnng. Bereinszimmer, großes,- mit Bühne, noch einige Tage frei An- oalidenstraße 146.-rl24 Bereinszimmer. schönes, großes zweifenstriges mit Piano, gut 60 Per- tonen fassend, ist zu vergeben. Schwarz, Dalldorserstraße 5. s ltt Bereinszimmer Urbanstraße 33. zu vergeben, 189b Bereinszimmer mit Pianino, auch zu'Versammlungen geeignet, nebst Kegclbabn, zu vergeben. Keller. Fürstenstraße 18._ 8796 Bereinszimmer, größeres, in dem schon Arbeiter-Gelaiigvercinc tagen, ist noch Montags, Mittwochs, Freitags frei. Grüliauerstratze 14._ 8476 Saal bis 100 Personen, einige Sonnabende, Sonntage srei.Grünanei straße 14. 848b Ich nehme die dem Barbier Herrn Emil Böhme zugefügte Beleidigung zurück, bezeichne diese als unwahr und erkläre Herrn Böhme als einen Ehrenmann.' August Borowskh, Rcinickcndorscrstraße 43». 891b Waschanstalt �on'.metseld, Köpenick, Gartcnstraßc 8, liefert schneeweiße Wäsche. Große Bezüge, Laken, Leib- wasche 0,10, vier Handtücher 0,10. 'Abholung Dienstag. Wer Stoff hat!. Fertige Anzüge nach Maß 18—20 Mark. Tadelloser Sitz, haltbare Futtcrsachcn. Franke, 'Ackerstraße 143, Ecke Jnvalidenstraße. Achtung! Empfehle den Genossen und Bekannten meine in der Frucht-. straße 6l neu eröffnete Restauration, schönes Bereinszimmer zu Sitzungen und Zahlstellen stehen zur Versügung. Ferdmand Schulz.. Fruchtftraße 61. Ausgemietet 1 Verlege meine lligarrenhandlung nach Petersburger- straße 34. Wilhelm Henze, Peters- burgerftraße 41._ 197* Junger Handwerker wünscht gründlichen Unterricht in Deutsch. Offerten mit Preis unter W. 8 Postamt 26 Bereinszimmer. großes. Piano, 50 Personen fassend, zu vergeben Dalldorserstraße 5.(-93 Humoristisches Mmmerquartett sucht guten t. Tenor und 2. Baß. Offerte» unter R. 280 Postamt 55 erbeten..(Nicht bcrussinößig.). 341 Genosse«, Freunden undBetanntcn empschle mein Weiß- und Bairisch- Bicr-Lokal. Mit Gruß! Bernhard Ehristoph, Lmdawerstraße 15. 793 Iranzöftfcher Unterricht, billig! Vroseisor Martin, straße 14 o. leicht! Beussel- -!-82 Ehrenerklärung 1 Die von mir am 8. November 1903 über Herrn Wilhelm Läpple im Lokal des Herrn Meister ansgefprochene schwere Be- leidigmig nehme. nachdem ich von deren Unwabrheit überzeugt bin. reue- voll zurück und bedaure, dieselbe ge- Iban zu haben. Berlin, 10. Januar 1903. Otto Kropp. t137 Vermietungen. Laden mit Wohnung, preiswert. Näheres Menerbcerstraße 7, vorn I. Helle Wrrkstclle, 60 Ouadatmeter groß, billig zu vermieten. Näheres beim Verwalter, Ställschbeiberstr. 52. Schlofferwerkftatt» eingerichtete, im Eentriim, sofort zu vermieten. Kundichast vorhanden. Zu erfragen Arbeitsnachweis für Schmiede und Schlosser, Stralauerstraße 48. 871b Wohnungen, Muhlenstraste 8. itoijc Hochbai)»» station Stralauerthor und Stadtbahn- slation Warjchaucrstraße. sind vom 1. April 1904 Hoswohnnngen von 1 und 2 Stuben nebst Zubehör billig zu vermieten. Näheres daselbst beim Verwalter 8—10, 2-5. 2048Ä* 3 große Stuben. Küche, 30 Mark, Bödikerstraßc 2. Zubehör, 7516' .Rummel'durg. Kantstraßc 38, am neuen Stadtbahnhos, drei Stuben, Zubehör,'April. 20SSK* Limmer. Möbliertes Zimmer billig- bcrg, Meiningerstraße 5, ichone ii7 Möbiiertes Zimmer, 15,00 Mark, inttusive. sucht Herr. Offerten R 10, Postamt 87.______ 8576 �Möbliertes Eckzimmer kann Herr milbcwahnen. 15 Mark. Skalitzcr- straße 122, vorn 2 links. 859b Schlafstellen. Möblierte Schlasltclle sofort DrcS- dencrstraße 58, vorn 111 rechts. 717b Herren- Schlafstelle, sofort, später. Klalisch, Koppenstraße 57, vorn I. � Möblierte Schlafstelle für zwei Herren, separat. Witwe Ragel, Köslinerstrqßc 12, vorn I.__ X-93 Zwei Genoffen finden freundllche Schlafstelle. Zimmer nach vorn heraus. Engclicht, Franzstraße 12.-!-73 Freundliche Schlafstelle Bülow- straße 53. 4.'Aufgang, 2 Trepvcn, Havcmann. 887b Freundliche Schlafstelle zu ver- mieten Schöneberg, Meistingerstraße 8, Seitenflügel IV rechts. flI7 Mietsgesuche. Achtbares Fräulein sucht möbllcrtcs Zimmer.„263", Postamt 36. tl2 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Humorist„Schmcltzer", das amü- sante Kerlchen, Mgcncrstraße t0. Komiker Elsholz. GropiuSstratze 7. BolkSsanger- Gesellschaft dowSkv, Beustelslraße 28 Lokal-Humorist Lewau- r82* Meiner!, 875b ______________ Rudolf Zionskirchstraße 41._ Buchbinder, 23 Jahre, sucht Be- ichäftigung. Florenz Schürer, Schöne- berg, Gothenstraße 35 IV. 877b SteUenangehote. ■ Tüchtig« Tischler für iimeren Ausbau und Möbel sucht Goffow, Tel- towcrstraße 83. 905b Schriftmaler, selbständig, verlangt Charlattenburg, Wilmcrsdorscrstr. 130. Grundierer, tüchtiger, welcher selbständig arbeitet und Eisen machen kann, wird sofort verlangt. Offerten unter Z. 2 an die Expedition dieses Blattes:__ 8666* Firmen-, auch Lackfchrciber sucht noch stundenweise Bcschästignng. Adols Rcichardt, Waldcmarslraßc 4, bei Mehle.___ 888b Schlofferlehrling. marstraße 5l. Boß, Walde- __ 49/11 Junges Mädchen. schläft. tagsüber verlangt straße 3 I. welches zn Hause Rostöckcr- Mamsells aus Mädcheneapcs ver. langt Lambrecht. Seneselderstraße 42. Mamsells ans MädchcnjacketlS verlangt Lambrecht, Sencfeldcr- straße 42.>65 .Kostüm- Arbeiterin im Hause vcr langt Warm, Keibelstraße 6. v97 Geübte Paginicrcrinnen verlangen Ricscnstahl, Znmpe u. Co, Holzmarkt-- straße 67. 2067«* Im Arbcitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehoben« Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. Lehrmädchen für ieine Damen- schneiderest verlangt Frau Mündt. winemünderstraße 39._-/-IST Bögen fiingerinnc« und Sioß- träger suchen Friedewald u. Frick. Köpnickerstraße 55.___ 884b 8 Detacheinen per Februar gesucht. Gebr. Attenbergs Färberei, Reu- Wcißensee. Langhansstraße 4. st 133* Dienstmädchen, sctbständigcs. pcr sofort verlangt. Offerten itntcr R. 2 an die Expedition des„Vorwärts". Redakteur. Aus den I.April ist an der Mann» yeimcr„BolkSstimme" die Stelle eines Lokal-Redakteurs zu besetzen..3Ü30L* Bewerber wollen sich unter Aktgabe ihrer Gehaltsansprüchc bis 1. Februar melden. tKsnadeimer>kttemiruckerei 'A.-G. Mannbcim. XB. Mit den süddeutschen rcsp. badischcn Verhältnissen Vertraute er- halten deit Vorzug.__ Arbeitsnachweis der G o l d s ch m i e d e. Engel-Ufcr 15. IW/S Für Görlin sofort 1 Besteckarbeitcri , Hadersleben 1 Goldarbcitcr, anschnlichcr sRamc, der auch sirm graviert, auch im Laden thätig. , Neustrelist 1 jungerGoldarb riter, der gravieren kann. , Wismar 1.9)1. 1 junger Gold» arbeitev, der gravieren lanu. „ Güstrow i. M. 1 junger Golds arbcitcr, der gravieren kann, auch im Laden. , Schwerin 1 tücht. Silberdrücker. , 9Nelbournc, Australien) 1 nur tüchtiger Fässer. Freie Reise. später Abzug. (Tüchtige Relief- Gravcme aus Messingrclicss für Lcder, Acht. Golddruck- Graveure aus Farbplatten für Buchichmuck, Tüchtiger Mleur für Zinngußsormen werden in dauernde Stellung sofort gesucht. 865h Kreibich, Haack«. Co.. Kommandanlcnttr. 40. zchtingjtltllllirlintn! Der Zuzug für Stockarbeiter aller Branchen ist streng fern» zuhalten bei dlcbmiUlug & Barta, Thürmgerstr. 18. 88/9 Dtc Ortsvcrnaltung. �Achtuug, Holzarbeiter! In der Möbeltischlerei von J. Kraus, Wettzcnsec, Langhansstraße 22, sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug ist streng sernzu» halten. 77/1 Gesperrt ist ferner Bahn de Jletzkow. König-Ehaufscc 71, Die Ortsvcrwaltnug. Stukkateure! Gesperrt bleibt nach wie vor der Neubau dcS Mafchmcnfabrikantcn (5. Kortüm. Dullcnweberftraßc und Eyke v. Repkotvplatz-Ecke. 175/16 Die Ortsverwaltnng. Rohrer. Gesperrt sind die Geschäfte und Bauten folgender Firmen: H. Bcermann, Lehrterstr. 48c. Julius Becrmann. Südcnde. W. Stahl. Wollanckstr. 67. <5. Jngold, Prinz Eugcnitr. Z4. A. Krause, Sicmcnsstr. 25. A. Schrödter, Gr. Hamburgerstr. 30». C. Weiic jun., Wilmersdorf, Prinz. Regcntcnstraße. 285/2* Oie Lohnkommission. Rabitzputzer! Spanuer! DW-- Die Sperre über die Firma P.bur dtz Heyer. Schöneberg. Fricdcnancrstr. 70. ist aufgehoben, da diejelbe unfern Vertrag anerkannt hat. Der Borstand der Sektion der Gips- und Gementbranche. Der Stadt- Auslage untrer heutigen Nummer liegt ein Pro» spekt der Buchhandlung Her» manu lSeblld, Berlin KW., Norkftr.Lv, betr. doS Frauenblatt ..HttusHeberHatgeber� bei. Stvoiistv, Redalktir; InlinS Berlin. Für teil Sujciatffticil vcraiitw.; Th. GltzA, Acilrti. Druckt!. Verlag: Mrträrw MWÜScrci u. Pella-jöanstalt Paul süpci& Co., Verlin SW,