Nr. 140. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5. Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Streuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg 11 Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Staum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschlus amt 1, v. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 18. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Tage in Rußland. sächlich wird auch aus allen Gegenden, offiziell und drückende Abgaben und bei der ungünstigen Lage des WeltII. auch nicht offiziell, berichtet, daß das Land massen- marktes für Getreide( Konkurrenz Amerikas und Ost- Indiens) weise in die Hände der Kulats, der Wucherer, über- dazu gezwungen, an den Boden immer größere Forderungen Der Zufammenbruch des bänerlichen Rußlands. geht. Ja, noch mehr! Handelsleute, Wirthe, überhaupt Geld zu stellen. Die Brache wurde daher von Jahr zu Jahr Die kommende Hungersnoth läßt sich voraussagen, kapitalisten, die bis jetzt mit dem Grund und Boden nichts geschmälert, und der Boden hatte keine Zeit, auszuruheu. allein auch die jetzige war feine 3ufälligkeit. Wohl zu thun hatten, taufen sich jetzt Land und lassen es be- Dabei wurde weder durch ein rationelles Fruchtwechselhaben besonders ungünstige Witterungsverhältnisse dabei banen( da das Bauernland in Rußland nicht veräußerlich System, noch durch ausreichende Düngung für Ersatz der mitgewirkt, aber der Boden zu einer Hungersist, so wird das Gesez u. A. dadurch umgangen, daß der entnommenen Nährstoffe gesorgt. Dies dauerte Dezennien noth war allmälig, jedoch sicher jahrelang vor Bauer sein Land mit Gewährung der Nutznießung lang, der Boden wurde erschöpft- und es erfolgte der deffelben dem Gläubiger verpfändet). Die Rech Zusammenbruch. bereitet. Es So Knappheit des dem Bauer durch das„ Emanzipations- nung dieser Geschäftsleute ist ziemlich einfach: Sie spekuliren Die Abgaben sind so drückend, daß sie eigentlich in werk" zugetheilten Landes, drückende Abgaben, primitive auf die Hungersnoth und die Billigkeit der Arbeitskräfte. feinem Jahre vollständig erhoben werden konnten. Art der Bodenkultur, Zersplitterung des Bodens, Und sie werden sich in ihren Erwartungen nicht täuschen, bildeten sich jedesmal Rückstände, die zu Zeiten, wo die dies Alles, verbunden mit einer ungeheueren Na ub denn wirklich bleibt dem Bauer nichts übrig, als entweder Erute etwas glücklicher ausfiel, sogleich an die Oberfläche wirthschaft in den Wäldern, hat diesen Effekt hervor- als Knecht sich zu vermiethen, oder in die Stadt zu traten und den vermeintlichen Ueberreft verschlangen. gebracht. Besonders der letztere Umstand hat gewaltige Verwandern, d. h. die Auswahl zwischen Landproletarier und war es dem Bauer seit Langem eigentlich egal, ob die änderungen im Boden und Klima nach sich gezogen. Millionen Stadtproletarier! Maffenweise wandern die Bauern Ernte gut oder schlecht ausfiel ihm blieb in jedem Fall Hektare Wälder sind wie abrafirt worden. Die Folgen in die Städte. Sie überfüllen den Arbeitsmarkt und Nichts übrig, und sein Land verschuldete immer mehr. Um spotten jeder Beschreibung. Es zeigten sich heiße, trockene drücken die Preise ins Ungeheuere. Bettler durchziehen sich der Abgaben zu entledigen, verkaufen die Bauern im Winde, die jedes Gewächs vernichteten, ganze Gegenden schaarenweise die Landstraßen. Ganze Dörfer, ganze Bezirke Herbst ihr Getreide zu einem Schleuderpreise, um es im wurden durch Sand überschwemmt, große, schiffbare stehen leer die Bevölkerung ist nach den Städten ge- Frühling, wo sie das Getreide zur Aussaat brauchen, um Flüsse sind gänzlich ausgetrocknet, wo noch vor 10 bis wandert. Man wandert hungernd hunderte, tausende von das Doppelte theurer zurück zu kaufen. Indem sie im 15 Jahren fast naturwüchsige Wälder und üppiges Gras- Kilometern, um nur irgend welche Arbeit zu bekommen. Herbst ihr Getreide zu 30-40 Ropeken das Bud verkaufen, gewächs war, ist jetzt eine trockene, leere Wüste. Es voll- Männer arbeiten für 10 Ropeken pro Tag, macht 20 Pf., kaufen es die Bauern im Frühling allüberall und ohne zieht sich mit Riesenschnelligkeit eine furchtbare Umwandlung Frauen nur für die Nahrung( und was für Nahrung!). Ausnahme für 75 Kopeken und theurer das Bud", sagt der natürlichen Verhältnisse, welche das reichste Gebiet der Für 20 Kopeken, also 40 Pf., zugesprochenen Lohn pro Tag a. a. St. der schon oben zitirte russische Statistiker. Der Schwarzerde in der ganzen Welt, das noch vor Kurzem wandern ganze Partien von Arbeitern zu Fuß auf eigene Bauer mußte so handeln, denn sonst wurde ihm sein Hab die Ernährerin Europas war, in eine trockene, unfrücht- Roften( also bettelud auf dem Wege) von der Gubernie und Gut, sein Arbeits- und Nuzvieh, gepfändet und verbare und traurige Wüste verwandelt, ähnlich wie dies unter Ssaratoff nach Guchum im Kaukasus, eine Strecke von über äußert, oder auch sein Antheil Land wurde von Regierungsden Augen der Geschichte mit Palästina und Turkestan ge- 1000 Kilometern, u. dergl. m. wegen an Andere verpachtet, und der Pachtzins zur Schah." So äußert sich ein hoher russischer Diese Verhältnisse, die bei der jezigen Hungersnoth Tilgung der Rückstände eingeheimft. Wie rücksichtslos die Beamter darüber. Dies ist ein jedenfalls auf viele zum Ausbruch kamen, sind, wie schon bemerkt, allmälig vor- russischen Vollzugsbeamten dabei verfahren haben, erhellt Dezennien hin verbleibendes Uebel, denn Wälder lassen sich bereitet worden.„ Alle Korrespondenzen, welche das statistische aus folgender Mittheilung, die wiederum die Bürgschaft nicht durch ein Paar Dekrete aus der Erde schaffen. Amt von Nischni- Nowgorod erhält, alle Erhebungen, welche es. S. Jermoloff's, eines hohen russischen Beamten, hinter Was nun den ökonomischen Zustand der Land- an Ort und Stelle macht", sagt ein bekannter russischer Statistiker, sich hat. Es sind Fälle bekannt," erzählt Jermoloff, da russischerStatistiker, bevölkerung anbetrifft, so ist derselbe nicht stimmen darin überein, daß der Verfall des bäuerlichen Wohl in Bezirken, wo der Bachtzins im Allgemeinen 9" bis minder traurig. Der Viehstand ist dezimirt, der standes eine langandauernde, chronische Krankheit sei." Die 12 Rubel pro Deßjatine ausmacht, bei Erhebung der ganze Biehnachwuchs ist vernichtet. Das Kleinvieh gegenwärtige ökonomische Lage der Gubernie Kasan ist nicht Abgaben das Land der säumigen Zahler für einen RückSchweine, Ziegen 2c., ist, sofern es sich in den Händen des durch die einzige Mißernte des vergangenen Jahres verstand von 23 Rubel auf 12 Jahre zu einem Bachtzins Bauers befand, geschlachtet und verzehrt worden. Sogar ursacht worden, sondern wurde allmählig, mehrere Jahre von 24 Rubel auf die ganze Beit verpachtet das Geflügel kann nicht mehr gehalten werden. Hühner lang vorbereitet," sagt Hofmeister Netschajeff- Maljeeff, der worden war, d. h. zu je 2 Rubeln pro Deßjatine im Jahre, 3. B. werden massenweise nach dem Ausland transportirt. Bevollmächtigte des von der Regierung unter dem Vorsitz und dem Bauer Alles in Allem 1 Rubel zufiel, als Tröftung An einem Tage wurden aus Odessa 79 000 Hühner aus- des Kronprinzen eingesetzten„ Besonderen Ausschusses" für dafür, daß ihm eine Deßjatine Land für volle 12 Jahre geführt! Am meisten leiden freilich die kleineren die Hungersnoth. Und endlich in ihrer Allgemeinheit hat verloren geht.. Bei denselben Bauern wurde Nichts Bauernwirthschaften. Die Proletarifirung der Land- diese Auffassung der Sachlage einen wenigftens offiziösen weiter als( im Herbst 1891) das Vieh verkauft, wobei die bevölkerung vollzieht sich jetzt in einem Umfange, wie ihn Ausdruck erhalten in der Schrift A. S. Jermoloffs, einer Rühe zu 5-3 Rubeln( 10-6 m.) pro Stück in den Kauf nur noch die Geschichte Englands aufweist. Der Bauer, hochgestellten Persönlichkeit aus den russischen Beamtenfreifen. gingen." dem sein Arbeitsvieh verloren gegangen, wird, so sehr er In dieser Schrift werden auch die von uns oben aufgezählten Die russische Regierung hat so gedankenlos, auf eine fich auch dagegen stemmen mag, schließlich doch gezwungen, allgemeinen Ursachen des Nothstandes mit ziemlicher Offen- solche tolle Art gewirthschaftet, daß man fich unseinen Antheil Land seinem wohlhabenden Nachbar abzu- heit zugestanden. Der Vorgang kann folgendermaßen for willkürlich fragt: wie konnte denn sogar in Rußland so treten, wenn dieser es nur übernimmt, die Abgaben für ihn mulirt werden: Währenddem durch die Raubwirthschaft in den' was Jahre lang stattfinden?... So stellte sich z. B. zu zahlen. Auch die Vernichtung des Kleinviehs und Nutz- Forsten allmählig gewaltige Umänderungen im Klima und nach den Erhebungen Prof. Fortunatoff's heraus, daß in vichs macht sich besonders bei dem Kleinbaner fühlbar. in der Bodenbeschaffenheit vor sich gingen, wurde der Bauer Gegenden, wo der gewöhnliche Reinertrag für das gutsDie Paar Schweine und Schafe, eventuell eine Ruh, bei einer sehr extensiven Bodenkultur( einfache Dreifelder- herrschaftliche Land 87 Kop. bis 1 Rubel 4 Kop. und für für ihn eine Existenznothwendigkeit. That wirthschaft) durch die Knappheit seines Landbesitzes und das Bauernland nicht einmal 40 K op. pro Deßjatine der General.„ Ich muß gestehen, daß mir der gestrige ich früher davon Kunde gehabt, so würde ich es verhindert waren Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 140 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. haben." Aber die Damen müssen doch vorher heraus, wenu die Fabrik mit Bomben beschossen werden soll?" Wollen Sie das zu bewerkstelligen versuchen, Herr Findeisen, zumal auch Ihr Sohn darin ist.“ Mein Sohn? So? Nein, dann mag er die Verant wortung tragen. Und doch, es muß wenigstens etwas zu ihrer Warnung geschehen. Wie wär's, Herr Howald, wenn Anfang einigermaßen imponirt hat. Aber nachdem sie sich die ganze Nacht mit einigem Waffenschmieden begnügt und feine Verbindung mit Außen, wenn auch unter noch so schweren Kämpfen, zu gewinnen versucht haben, ist mir ihr Treiben nicht mehr verständlich. Es sind eben Dilettanten und sollten sich nicht an ein Spiel wagen, wo es Kopf und Kragen gilt. Wenn 1200 Mann in der Fabrik und Umgebung liegen, ist es viel, Zuzug ist nach meinem Dafür halten bei den getroffenen Weaßregeln gar nicht mehr mög- Sie das übernähmen?" lich; Ihre Fabrik, Herr Findeisen, wird dabei zu Grunde" Ich?" rief Howald." Ich fühle mich nicht berufen. gehen, denn ich lasse Bomben hineinwerfen, bis fein Stein Wer sich in Gefahr begiebt, kommt darin um. Ich wasche mehr auf dem anderen steht, und spare dadurch das Blut meine Hände in Unschuld." meiner Leute." Im Innersten seiner Seele tief bewegt, stieg der Schriftsteller hinab. Das Lärmen, Hämmern und Bochen hatte die ganze Nacht über nicht aufgehört, die Arbeiter hatten sich abgelöst, und die Schläfer lagen im Freien oder in den sie ist versichert; hätte mir gar nichts daraus gemacht, Geniren Sie sich wegen der Fabrik gar nicht, Exzellenz, ein Feuer angezündet, und in demselben brodelte das Wasser wenn die Rebellen fie angezündet hätten. Aus dieser Lage eines Kessels von 20 Wasserkübeln Inhalt. In dieses hätte ich die Fabrik so wie so bald weggenommen. Jezt Basser schüttelte man etwa 20 Pfund zerstoßenen Kaffee, wird mir das Alles viel billiger, und ich habe das Bewußt dessen Duft bis zu den höchsten Fenstern der benachbarten sein, daß an dieser Stelle das Geschmeiße beseitigt wor Gebäude emporstieg. den ist." " Selbst der in der aufständischen Stadt kommandirende Die ganze Affäre wird demnach nicht sehr lange General, welcher mit dem Frühesten in Begleitung einiger bauern?" fragte Howald. Stabsoffiziere, sowie des Herrn Howald und des, in An Wenn nicht etwas ganz Besonderes dazwischen tritt, sehung der von den Aufständischen gewählten Position, gewiß nicht länger, als bis Mittag." wichtig gewordenen Herrn Findeisen, zur genaueren Inspi-| Wir werden einen schönen Fang machen," rief Find zirung in der Nähe des Barrikadengürtels angelangt war, eisen, sich vergnügt die Hände reibend." bemerkte: Die Leute da drüben scheinen bereits beim Kaffee 3u fein." " Meinen Sie vielleicht Ihr Fräulein Tochter nebst Freundinnen?" fragte der General etwas verwundert. Sollten diese darin sein?" " Bei ihrem letzten jedenfalls," fügte Howald hinzu." Ja gewiß: fie sind in dieser Nacht aus der WohWie es jetzt den Anschein hat, allerdings," entgegnete mung des Fräulein Howald hierher übergesiedelt. Sättel " Sollte ich mich da nicht der Mühe unterziehen?" nachsagen können, daß wir mit Frauen Krieg geführt." fragte ein Adjutant des Generals.„ Man soll uns nicht Thun Sie das, Herr Adjutant", erwiderte der General, und ritt, ohne Howald und Findeisen noch eines Blickes zu würdigen, nach seinem Standquartier zurück. In der That waren die Frauen noch sehr spät in der Nacht eingeladen worden, sich lieber in die Nähe des bevors stehenden Kampfes zu begeben, da es vielleicht nicht möglich sein würde, eine ungestörte Verbindung mit ihnen zu unterhalten. Die Damen hatten auch die ganze Nacht gearbeitet und waren viel zu aufgeregt, als daß sie trotz aller Müdigkeit mehr als auf einige Minuten einzunicken vermochten. Bu demi hielt das lärmende Arbeiten in den Fabrikgebäuden den Schlaf fern von Allen, die ihn nicht mit so schwerer Arbeit verdient hatten, wie die rußigen Arbeiter in dem Magazin oder im Hofe, die nur mit Mühe durch das Läuten der Glocke zum Kaffee zitirt werden konnten. Als daher Herr Mensch um dieselbe Zeit an die Thüre -O geschoben werden, aber es mußte stattfinden. Was mun? beträgt, die Bauern von derselben Deßjatine an Abgaben Rußland billiger gestellt, als sogar in den Vereinigten Staaten, schwung die Proletarisirung der Bauernmassen in dem 1 Rubel 8 Ro p. zahlen müssen!... Und was die daher war aber auch der Ertrag geringer und der Boden russischen Industrieleben hervorrufen muß. Rop. Vertheilung der Steuerlast anbetrifft, so ergiebt sich nach wurde erschöpft. Darin muß Wandel geschaffen werden, Einerseits Großkapital in der Landwirthschaft, anderer den statistischen Erhebungen als Grundsay, daß je ge- und das erfordert Kapital. Konute demnach der Bauer seits gewaltiger Ausschwung der Industrie. Das Kapital ringer der Grundbesitz des Bauers, also je elender schon bisher nicht mit dem Großgrundbesiger konkurriren siegt auf der ganzen Linie, auf allen Punkten.„ Kaum minder seine Lage ist, de sto höher die Abgaben. Es wurde( das Bauernland giebt einen Reinertrag von ungefähr als ein Biertel Jahrhundert wird vergehen, bevor die Befür die Gubernie Samara ausgerechnet, daß, wenn man 40 Kop. pro Deßjatine, währenddem der Ertrag vom gutsherr völkerung von dieser ökonomischen Erschütterung genesen den Bauerubesiz der Größe nach in fünf Abtheilungen lichen Land sich einem Rubel nähert und sogar diese Zahl wird", meint der russische Statistiker Krasnopjeroff. Nein, theilt, im Durchschnitt sich folgende Abgabengröße pro übersteigt"), so wird er es nunmehr erst recht nicht im weit früher. Schon in 10, 15 Jahren wird Rußland zu einem Deßjatine ergiebt: für die 1. Kategorie, der am besten Stande sein. Also müssen in der nächsten Zeit auch die„ blühenden" Lande werden, freilich„ blühend" im kapitalistischen Situirten- 99 Sop., für die 2. Kateg., der etwas schlechter legten Reste des Kleinbauern Standes weg- Sinne des Wortes. Große Fabrikstädte mit Hundert Situirten 1 Rub. 22 Rop., 3. Rateg.-1 Rub. 72 Rop., gefegt werden. Dagegen eröffnet sich für das Kapital Tausenden von Einwohnern, in den Montangegenden Hüttens 4. Rateg.- 2 Rub. 47 Kop. und endlich für die 5. Kateg., die ein großartiges Operationsfeld. Die nunmehr für eine Zeit werke, Kohlengruben zc., ein weitverzweigtes Eisenbahnnes Bauern ohne Ackerland, nur im Besitz von Hof und Garten, lang, bis all die oben geschilderten landwirthschaftlichen bedeckt das Land, ein ungeheuerer Waarenverkehr im Innern umfaßt 6 Rubel 82 Rop.! Offenbar Umwälzungen vollzogen sind, eintretende Theuerung und nach Asien, das Land in gute Kultur genommen, gut mußte unter solchen Verhältnissen der Kleinbaner ruinirt ermöglicht es, mit Bortheil Kapital in Land anzulegen. bebaut und gut befät, erneuter Export von Getreide nach werden, und das Land und das Vieh ging in die Hände Der Bauer verläßt sein Land, der Boden wird frei, und dem Ausland, großer Geldreichthum, niedriger Bins der Großbauern und der Wucherer über. er wird auch billiger. Infolge der Proletarisirung der Massen von Lohnarbeitern in den Städten und Massen von Es ist also kein Wunder und keine besondere Schichung Bauernmaffen müssen die Bodenpreise finken, und gleich Lohnarbeitern auf dem Lande, dies ungefähr ist das Bild Arbeits- Rußlands in 15 Jahren. Gottes, daß die russische Landwirthschaft nunmehr in einem zeitig stellt dieselbe Bauernmasse billige verzweifelt traurigen Zustande darniederliegt. Was jetzt hände" dar. Die Rittergutsbesitzer können sich αίξο Rofig färbt sich der Himmel für das russische Kapital; erfolgte, konnte vielleicht noch um ein Baar Jahre auffer Arbeitsbände wird endlich hinfällig. Die Arbeits- große Taschen anfertigen lassen und einander brüderlich die freuen. Ihre ewige Klage über die hohen Preise die Industriellen, die Kaufleute, die Gutsbesitzer fönnen sich hände" find billiger, sind enorm billig geworden. Dies Hand reichen zum großen Feldzug der Verwandlung der " Das Land ist ruinirt und was weiter sein wird, geschah nicht durch Maßregelns seitens der Regierung, sondern menschlichen Arbeit in Waarenwerthe, der Waarenwerthe in fann ich nicht begreifen." In diesen Worten durch den Druck der ökonomischen Techältnisse. Für die Geld. Schon fängt die Bewegung an. Schon geht es los. faßt Baron von Korf, eine anerkannte landwirthschaftliche edlen Ritter aber ist dies eine Schicksalsfügung, eine Gottes- Enrichissez vous! Es greife zu, wer's fann! j Mit Leid und Neid beobachten die west- europäischen Autorität Rußlands, gew. Präsident der Freien ökonomischen segnung. Und gleichzeitig wird auch ihre zweite Klage hinGesellschaft, der im Auftrag des schon erwähnten Be- fällig, nämlich über die niedrigen Getreidepreise. Solange der Kapitalisten das lustige Jagen und Haschen ihrer östlichen sonderen Ausschusses" eine Forschungsreise durch" den Bauer noch Land besaß und produzirte, verkaufte er billig, Nachbarn. Nicht lange wird es währen, und kopfüber Sungerrayon machte, feine Beurtheilung der Lage zu- Billigteit, aber es war boch eine Billigkeit, und dem gegen zu Hause feinen Patriotismus und all' seine Staatser mußte verkaufen. Es war das feine normale wird sich das europäische Rapital nach Rußland stürzen, fammen: " Hungers wird man wohl nicht sterben, bis zur neuen über konnte der Rittergutsbesitzer mit seinem Kapital gedanken vergessend( was übrigens auch jetzt schon der Ernte wird man auf irgend welche Weise das Volk er und sonstigen Aufwand nicht Stand halten. Nunmehr Fall ist.) Der Kapitalismus triumphirt, aber in seinem Triumphe nähren, aber wie man auf den sicheren Weg des Wohl ist sein Konkurrent fallit. Es hat sich herausgestellt, daß er standes kommen wird, ist schwer zu errathen." Was wird eine mangelnde Buchführung hatte. Er hat vergessen- eine liegt auch sein Verderben, denn noch schneller als seine Ents jetzt erfolgen? Kleinigkeit die Produktionskosten seines Getreides zu be- wickelung, wird die Organisation der Arbeiterklasse vor sich Es erfolgt rechnen. Er hat wohl nach der neuen vulgären Werththeorie gehen. Die russische Arbeiterklasse tritt nicht allein auf den der Zusammenbruch des bäuerlichen daraus spekulirt, daß die gegenseitigen Werthschätzungen auf dem Kampfplat, sie findet schon auf demselben die Arbeiterschaft Rußlands. Markte den gehörigen Preis schon herausbringen werden. Es hat der ganzen zivilisirten Welt in siegreichen Reihen festDies ergiebt sich schon aus den Thatsachen. Das Land sich ergeben, daß er mit seinem Getreide immer auch ein Stück geschlossen nebeneinander fämpfend. Sie tritt nur als ein im Besige der Dorfgemeinschaft, zwischen den ein- feines Landes verkauft hatte, bis ihm schließlich kein Land neuer Ring in die große, mächtige Kette der vereinigten zelnen Bauern nur zur Nutnießung und womöglich gleich mehr übrig blieb. Das Land der Bauern wurde von den Proletarier der ganzen Welt ein, und keine Macht der mäßig vertheilt dies war bis jetzt das Grundprinzip der Deutschen und Engländern sammt seinem Getreide verzehrt. Erde giebt es, welche diese Kette burchbrechen könnte! Und russischen Landwirthschaft. Dieser idyllische Zustand ist Der Boden ist frei, der Markt ist frei – die Ritterguts- vielleicht in demselben Moment, wo der russische Kapitaliz nunmehr ruinirt. Die Dorfgemeinschaft ist aufgelöst. Das besitzer können ihr Land arrondiren und können lustig los- mus seinen höchsten Glanzpunkt erreicht, ist die Macht des heißt de jure, auf dem Papier besteht sie noch, aber de produziren. Auch der Wucherer wittert es schon, daß es internationalen Kapitals und seine Macht schon längst unters facto- thatsächlich befindet sich die größte Bahl der vortheilhafter wird, den Bauer zum Knecht zu haben, anstatt graben!... Antheile in den Händen Weniger, was entweder direkt durch vom selbständigen" Bauer einen Tribut zu erheben. Das Volksbeschluß, oder auf die oben geschilderte Art der Ber- Land des Bauern wird zum Eigenthum. des Kapitalisten, pfändung mit Gewährung der Nutznießung an den Gläubiger, der Bauer selbst zu seinem Lohnarbeiter. An Stelle der oder auf verschiedene andere Arten der Umgehung des Getleinen Bauernwirthschaft tritt die große kapitalistische Unterseges über die Unveräußerlichkeit der Einzelantheile des nehmung. Das Emanzipationswerk der sechsziger Jahre hat Gemeindelandes geschah. Und das noch im Besiz der Rußland zu einem waarenproduzirenden Lande gemacht, großen Masse von Kleinbauern befindliche Land ist durch- nun erfolgt der Uebergang aus der einfachen WaarenBerlin, den 17. Juni. weg so verschuldet, daß dessen Besißnahme seitens der produktion in die komplizirte kapitalistische Produktion. Dies Das Abgeordneteuhaus, dem die Ferienluft wieder Bucherer nicht einmal eine Frage der Zeit mehr ist. Was bedeutet den Zusammenbruch des bäuerlichen in den Knochen liegt, obgleich es erst aus den Ferien kommt, eine Verschuldung für den russischen Bauer bedeutet, erhellt ußlands. erledigte heute die dritte Berathung der Klein( Tertiär) aus der Thatsache, daß Zinsen von 200-300 pCt. feine Die billigen Arbeitshände sind aber äußerst will- Bahn- Vorlage, die mit unwesentlichen Aenderungen in Seltenheit, vielmehr Alltagserscheinungen sind. Es ist ein kommener Stoff auch für das industrielle Kapital. Die der Fassung der zweiten Lesung angenommen wurde. von allen Kennern der russischen Landwirthschaft akzeptirter russische Industrie hat sich in der letzten Zeit unter dem Wie verlautet, soll die Interpellation Sattler( S. Pol. Saß, daß, wenn der Bauer einmal in Schulden geräth, er Schuhe hoher Einfuhrzölle zu ungeahnten Dimensionen ent- Uebersicht) am Montag zur Verhandlung kommen. für immer verloren ist. Bis jetzt war es aber dem wickelt. Rußland produzirt jezt Alles, was es braucht, und Die heutige Sigung des Herrenhauses war der Wucherer sogar nicht immer vortheilhaft, das verschuldete in einer Güte, die wohl mit dem Auslande konkurriren Vorlage betr. das Diensteinkommen der Lehrer Land einzuziehen. Er ließ es in der Nutznießung des kann. Bedenkt man nun aber, daß Rußland immense gewidmet. Dieselbe wurde nach mehrfachen Abänderungen Bauern, der thatsächlich nur sein Pächter war. Nunmehr Vorräthe von Kohle und Eisen, einen ungeheuren sonstigen angenommen und geht an das Abgeordnetenhaus zurück. wird sich die Sache ändern. Aus welchen Gründen, werden Mineralreichthum und eine entwickelte Maschinenindustrie Dann wurde der Nachtragsetat pro 1892/93 betr. Her wir weiter unten sehen. besitzt, daß große Montanbezirke auf ihren mineralischen stellung einer Wasserleitung für den westlichen Theil des Die Bauernwirthschaft ist ruinirt, damit geht aber die Gehalt noch gar nicht erforscht sind, daß in dem Bereich oberschlesischen Industriegebietes genehmigt. russische Landwirthschaft bei weitem nicht zu Grunde. Die des ungeheuren Gebiets des russischen Reiches sich auch Der Thatort bei Presdelikten. In Beug auf diese Rettung derselben ist jedoch, bei den veränderten Klima- Gegenden der heißen Zone befinden, wo Baumwolle wächst tischen Verhältnissen, bei der Erschöpfung und dem Rück- und Seidenzucht getrieben wird, und daß, unmittelbar Frage hat das Reichsgericht heute einen wichtigen Grundfah gang des Viehbestandes nur durch Uebergang zu einer an das russische Reich angrenzend, das größte festgestellt. Ein Telegramm aus Leipzig vom Nachmittag höheren, mehr fapitalfräftigen Kultur möglich. Statt der Kolonialgebiet der Welt sich ausdehnt, daß also während besagt: einfachen Dreifelderwirthschaft muß ein rationelles Frucht- dem die westeuropäischen Industriellen, einander überwechsel System eingerichtet, statt des mangelnden Vieh- bietend, die entferntesten Länder aufsuchen, Weltreisen düngers müssen andere Dungarten eingeführt, die Felder machen, um nur ihre Waare an den Mann zu bringen, tünstlich berieselt, statt des verloren gegangenen Arbeits- Rußland dicht neben sich ein immenses Absatzgebiet hat, und viehs landwirthschaftliche Maschinen angeschafft werden daß das hauptsächliche Hinderniß der Entwicklung der rusischen Industrie der relative Mangel an Arbeitshänden u. a. m. " . Die Kosten der Bodenbebauung haben sich bis jetzt in war, so erhellt erst recht, welch' einen kolossalen AufPolitische Uebersicht. Das Reichsgericht hat das Urtheil des Berliner Ges richts in Sachen Paasch und Genossen aufgehoben, da das Gericht die Unzuständigkeit mit Unrecht ans genommen habe; bei Preßdelitten gelte jeber Ort als Zhatort, an welchem ein Mertmal des Thatbestandes in die Erscheinung tritt. Wir werden, sobald der Wortlaut der Begründung vorliegt, die entscheidenden Stellen mittheilen. " Fertig!" Tommandirte er. des Saales klopfte, welches die Damen zu ihrem Arbeits- mit Findeisen zur Begrüßung, Alle waren im kriegerischen Die Arbeiter ergriffen sofort die Waffen und ordneten saal erwählt hatten, wurde er durch ein allseitiges Herein" Aufzuge und sehr ernst. fich in vier Abtheilungen. Sämmtliche Pforten und Thore ermuntert, einzutreten. Als Lange wieder in den Hof trat, begegnete er dem des großen Gebäude- Komplexes wurden geöffnet, und Der Philosoph hatte ein sehr kriegerisches Neußere Adjutanten des Generals, den er von friedlicheren Zeiten Wießner, mit der breiten rothen Binde über der blauen angenommen; die Füße und Beine staken in langen Reiter- her fannte. Die beiden Männer wechselten einen militä- Blouse, trat mit gezücktem Säbel aus dem Mittelgebäude Stiefeln mit Sporen, den Oberkörper bedeckte ein kurzschößiger rischen Gruß, worauf der Adjutant den Zweck feines Kommens heraus. Schnurenrock, dazu kamen der graue Turnerhut mit rothen auseinandersetzte. Federn, der Säbel und der Revolver nebst Patronentasche, Vielen Dank, Herr Adjutant, für Ihre Bemühung, so- Bor die zwei ersten Abtheilungen traten Arbeiter mit und die rothe Schärpe um die Taille: Zur besseren Er- wie für die freundliche Rücksicht des Herrn Generals; aber Eisenstangen, schweren Hämmern und Beilen, vor diese kennung der Führer trugen nämlich die Mitglieder des die Bombardirung wird, nach unserem Dafürhalten, nicht selbst Jwan und Lange mit gezücktem Degen. Revolutions- Komitee's die rotthe Schärpe über der Schulter, stattfinden." Jm nämlichen Augenblicke erdröhnten von den Barris die übrigen Hauptführer eine solche als Gürtel; in gleicher" Sie wird stattfinden; und, Herr Doktor, wenn ich taden Gewehrsalven in die stillen und engen Straßen, um die Weise trugen die Bataillons- Kommandanten eine rothe Arm- noch" so frei sein darf, Ihnen einen persönlichen, wohl zur Beobachtung aufgestellten Patrouillen zu verscheuchen, binde, die Kompagnieführer dergleichen Schleifen, während gemeinten Rath zu geben, so lassen Sie ab, jetzt, da es viel Ohne Aufenthalt stürzten sich die mit Werkzeugen ver die Schaar der Sicherheitsmänner von Habicht, 200 Mann leicht noch Zeit ist, von dem verwegenen Treiben. Sie sind sehenen Arbeiter, gefolgt von den Bewaffneten, in die Häuser start, weiße Armbänder, die übrigen Kämpfer rothes Brust hier vollständig umringt und opfern die armen Leute ganz rechts und links. In sämmtlichen Etagen der genommenen Häuser wurden die Giebelwände durchgeschlagen und die band trugen. „ Ach, Herr Mensch," rief Olga bei seinem Erscheinen, Sie fönnten mich glücklich machen." " Ich?" erwiderte der Philosoph." Ist das möglich? Denn ich kann mit Goethe sagen: Ich habe schon so viel für Euch gethan, Daß mir zu thun fast nichts mehr übrig bleibt." Aber ich rieche, daß Kaffee gekocht wird, und habe eine Sehnsucht zum Sterben nach Kaffee." " Wenn Ihr Wunsch nicht weiter geht, ist Ihnen bereits geholfen. Ich glaubte, Sie wollten Kiebigeier im Sommer essen, das hätte mich wirklich in Verlegenheit gesetzt. Aber Kaffee, ben sollen die Damen haben, denn er wird gleich in Eimern gekocht und gut, darauf können Sie sich verlassen. Aber mit den Tassen wird's seine Noth haben." „ Wir trinken öthigenfalls auch aus Gläsern oder Töpfen," versicherte( ga. Nun, wenn das ist, so sollen Sie in spätestens zehn Minuten reichlichst versehen werden. Lieben Sie mit Zucker? Sahne giebt's nicht." " Ich trinke schwarz und ohne Zucker." " Nun, dann will ich eilen, ehe der Zuckerhut hineingeworfen wird." Bald erschienen auch Frank, Lange, Barth und Jwan umsonst." " Ich danke Ihnen auch für diesen persönlichen Nath, Sarin poftirten, nicht wenig überraschten Soldaten vertrieben. weil er einem menschenfreundlichen Herzen entspringt. Aber, Mit dem Ungestüm des ersten Feuers drangen die Arbeiter Sie irren sich, Herr Adjutant, über unsere Lage, die feines bis nach den Endpunkten der von ihnen in Angriff ge wegs so verzweifelt ist, wie Sie denken. Ich kann Ihnen nommenen Straßen vor, wo ihnen alsbald eine genügende aus leicht begreiflichen Gründen nicht mittheilen, warum ich Truppenmacht entgegengeworfen wurden, die nun sowohl den Kampf in derselben Weise aufnahm, als auch von den " Nun, dann verzeihen Sie meine Freimüthigkeit. benachbarten Straßen ein mörderisches Feuer gegen die Fenster der genommenen Häuser eröffnete. Einem Militär von Fach würde ich so etwas nicht gesagt haben, aber Dilettanten im Kriegshandwerk täuschen sich leicht über ihre Lage. Leben Sie wohl ich darf Ihnen selbstverständlich kein Glück wünschen, aber ich will hoffen, daß nicht zu viel unnöthige Opfer diesem heillosen Konflikte zur Beute werden. Ich bin übrigens, um mich per sönlich vorzustellen, Georg von Hohenhausen, der Sohn des früheren Wiinisterpräsidenten, den Sie persönlich kennen gelernt haben." Wie erstaunten fie aber, als die Barrikade, welche ur sprünglich an der Ecke der ersten Quergasse der betreffenden Straße gestanden, ganz unerwartet an der nächsten Straßens kreuzung erschien und eine zweiseitige mastirte Schießfront zeigte. nicht gefaßt," rief ein höherer Offizier; und der Ruf vers Bewegliche Barrikaden! verdammt, darauf waren wir breitete sich, Verwirrung stiftend, alsbald in den Reihen Der Adjutant empfahl sich damit und verließ, von der Soldaten, die außerdem sofort von einem Hagel von erstaunt über die Ruhe, mit der die Arbeiter ihren Kaffee gesprengt wurden. Die vorderste Barrikade rückte nunmehr Unmittelbar nach diesem Ereigniß ertönten drei Kanonen- erschien, welche nach links dirigirt wurde, und dann ee rechts vor, während an ihrer Stelle alsbald eine zweite schläge, welche von Jedermann als das Signal zum Kampfe schien eine dritte, welche sich vor die nächste sich eröffnende angesehen wurden. Straße legte. schlürften. ( Fortsetzung folgt.) .. Staat, Hof und Kunst. Jni Abgeordnetenhause haben n ��onalliberalen(Sattler und Genossen) eine Jnter- pcllation, betreffend den Zuschuß für die H o f t h e a t e r in V a nn oner, Kassel und Wiesbaden eingebracht. -öls jetzt ist die Interpellation noch nicht aus die Tages- ordnung gesetzt worden, und da der Landtag spätestens in den ersten Tagen der nächsten Woche, womöglich schon niotgen Abend, geschlossen werden soll, so steht es aus, als scl man übereingekommen, die heikele Angelegenheit todtzu- schweigen. Ueber die Sache selbst äußert sich die ultra- montane„Kölnische Volks-Zeitung" wie folgt: Die bisher(für die geplante Entziehung des Zuschuffes) bekannt gewordenen Gründe sind sehr fadenscheinig. Daß das Hausministerium sparen müsse, weil die kaiserlichen Kinder »heranwachsen", erregt Heiterkeit, zumal wenn man sieht, wie sonst»gespart" wird; jetzt ist z. B. die Anlage einer elektrischen •Satw für den Weg von der Wildparl-Station nach dem Neuen Palais durch den Park von Sanssouci geplant. Kaiser Wil- Helm I. hatte einen sehr herangewachsenen Sohn, der einen Hofstaat und erwachsene Kinder besaß; unter ihm ist es dem Hausministerium aber nie eingefallen, den Zuschuß für die Theater»sparen" zu müssen. Und damals betrug die Krön- dolation noch tz�Millionen Mark weniger als jetzt. Zum Theil mit der Begründung, daß die drei Hostheater zu unterstützen seien, ist nach 186S die Krondotation bekanntlich erhöht worden. Wienundas Hausministerium den Zuschuß ohne Weiteres abschütteln kann, das ist schwer begreiflich. Wir sehen hier davon ab, was die Hof- theater für die Kunst zu bedeuten haben— jedenfalls schützt sie ihr Charakter als Hofanstalt vor dem Versinken in die künstlerischen und moralischen Sümpfe—, unter allen Um- ständen haben die belheiligten Städte ein wohlerworbenes Recht aus den Zuschuß. Die ganze Angelegenheit ist eine Art Gegenstück zu den Schloßplatz- Phantasieen. Wenn denn schon der Geldmangel so groß ist, daß gespart werden müßte, so sollte doch die elementarste politische Klugheit ver- bieten, gerade hier«in paar hunderttausend Mark zu sparen. Die Bevölkerung nicht allein der betroffenen Städte, sondern der ganzen Provinz ist aufgeregt und erbittert über das Vor- gehen, und die übrige Bevölkerung ist wenigstens sehr peinlich berührt. Daß die Maßregel unmittelbar nach Auf- Hebung des Welfenfonds erfolgt, wirkt doppelt schäd- lich. Es muß geradezu der Vervacht rege werden, der Zuschuß sei bisher gar nicht aus dem Krön- fideikommiß- Fonds, fondern aus dem Welfenfonds gezahlt morgen. Die politische Wirkung ist es auch in erster Linie, welche die Interpellanten zu ihrem Schritt veranlaßt hat. Die Nationalliberalen fürchten für ihr Parteiwohl in den drei im Jahre 1866 annektirten Ländern, um deren Hoftheater es sich in diesem Falle handelt, und die Konservaliven und Freikonservativen in entsprechendem Grade ebenfalls. Nun soll die Regierung einige beruhigende Erklärungen abgeben, damit die Kartellparteien vor den„Welsen" u. s. w. gerettet werden. Das Hausministerium müsse gewichtige Gründe haben, wenn es trotz der handgreiflichen üblen politischen Wirkung in der bezeichneten Richtung vorgegangen sei. Wir sind, wie ge- sagt, sehr neugierig, diese»gewichtigen Gründe" kennen zu lernen. Hoffentlich gedenkt die Regierung die Bevölkerung nicht zu deruhigen mit der Erklärung, die Zuschüsse sollten fortan aus der Staatskasse bezahlt werden. Das würde eine eben so eigenartige Jllustrarion zu den fort- währenden Klagen über die ungünstige Finanzlage und die Nothwendigkeit des Spörens sein, wie die Forderung von Kehn Millionen für den Bau eines Domes t n Berlin. Sollte die Summe für«in« dauernde Leistung, die der Staatskasse garnicht obliegt, die vielmehr von einer anderen Kasse, und wahrlich nicht umsonst, übernommen ist, sich nicht doch noch in einer verborgenen Ecke finden? Wir theilen die Meinung, daß, wenn der Kronsideikommis- Fonos seine Zuschüsse einstellt, auch die Staatskasse die ihrigen ein- stellen sollte. Richtig ist, daß die Erhöhung der Zivilliste des Königs, welche vor einigen Jahren erfolgte,— wie auch die»Kon- servative Korrespondenz" zugiebt—„in den vertraulichen Besprechungen", die der Entscheidung vorausgingen,»zum Theil auch durch den Hinweis auf die fraßen Auswendungen des Dotation s- onds für die Hostheater begründet w u x d e* Solche»vertrauliche Besprechungen" sind zwar Utcht offiziell verbindlich, aber es ist immerhin bedenklich, wenn das Gesagte nicht eingehalten wird. AlleS deutet darauf hin, daß die nationalliberale Interpellation nur �ne Dunstwolke ist, hinter der irgend ein kritikscheuer Komproniiß zurechtgebraut werden soll.— _ In Sachen der Immunität hat im hessischen Landtage der betreffende Ausschuß jetzt Bericht erstattet Und den Antrag gestellt, der Landtag habe den Abgeord- ueten Joest und Riüller seinen Schutz gegen die gericht- uch angedrohte Zwangsvorsührung zu verweigern. In dem Bericht heißt es: »Die hessische Berfassungsurkunde geht, im Gegensatz zu der Reichsversassuna, davon aus, daß die Einleitung einer Untersuchung gegen Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung auch ohne deren vorher einzuholende Genehmigung zulässig ist. Daz allgemein« Interesse der Slrasrechtspflege verlangt, wie keiner Ausführung bedarf, daß Anklagen wegen strafbarer Pergehen auch zur Erledigung(es handelt sich bei Müller um Preßvergehen, bei Joest um Beleidigung eines Polizei- toinmissärs) kommen ohne zu große Verzögerung. Es muß ber Unterstellung begegnet werden, daß die zweite Kammer durch Versagung der gesetzlichen Zwangsniittel für die Durchführung des an sich zulässigen Strafverfahrens der Häufung und Verschleppung solcher Anklagen den Boden bereite. Tie Konsequenzen solcher Lahmlegung der Strafjustiz kann die iweite Kammer nicht auf sich nehmen. Sie würden in ihrem Endresultate dahin führen, daß, wenn ein angeklagter Ab- Leordneler während der wenigen Monate, welche in der Regel zwischen dem Schluß des einen Landtags und der Eröffnung des neuen Landtags liegen, abwesend sein sollte, seine Un- versolgbarkeit auf viele Jahre hinaus, 6, 12 Jahre, solange er Abgeordneter ist, gesichert wäre. Di- Gerichte wären in der Lage, alle Quartale Schritte rein formeller Art zur Unter- brechung der Verjährung zu thun; in vielen Fällen wurde die Ermittelung der Wahrheit durch B-weiserhebuuaen er- schwert sein. Einen solchen Zustand, der infolge der Renitenz des Abg. Müller gegenwärtig schon besteht, weiter andauern zu lassen, liegt für die zweite Kammer kein Grund vor, ber aus den gesetzgeberischen Motiven des Artikels 84 der Persassungsurkunde entnommen werden könnte. So wre der Abg. Müller schon bei den anberaumt gewesenen Hauptver- Handlungsterminen in der Lage gewesen wäre, der Vorladung iJ?sge zu leisten, ohne hierdurch tn seiner landständigen Thättg- sk>t behindert zu werde», da solche zum Theil in lange Ver- wgungsperioden hineinfielen, so wird dies auch in Zukunft wahrend der viel« Monate andauernden Vertagung ,m Lause bes bevorstehenden Sommers der Fall sein. Der zweite Aus- >chuß ist deshalb der Ansicht, daß der Abg. Müller, sowie Ab- geordnete vor ihm ohne Zögern es auch gethan haben, de» Strafgerichten Rede und Antwort stehen könne, ohne in seiner �hatigkeit als Abgeordneter behindert zu werden und daß er H deshalb auch thun müsse. In Bezug aus den Abg. Joest Pilsen die gleichen Erwägungen Platz." Der hessische Landtags-Ausschuß hat die Bedeutung der Frage offenbar gar nicht begriffen. Nicht um Vor- theile oder Nachtheile der Abgeordneten Müller und Joest handelt es sich— die fraglichen Prozesse sind ja die reinsten Lappalien—, sondern um die Prinzipienfrage, ob die Volksvertretung gegen Ein- und Angriffe der Staatsbehörden sicher zu stellen ist oder nicht. Was hat man nicht alles gethan, um die sogenannte»Unabhängigkeit der Richter" zu sichern;— die Unabhängigkeit der Parlamente — und zu ihr gehört in erster Linie.die Immunität— ist aber noch weit wichtiger als die der Richter, und der Darmstädter Landtags-Ausschuß hat durch seinen Bericht den Nachweis geliefert, daß er von der Stellung, welche der Volksvertretung in einem zivilisirten Staate zukommt, keinen Begriff hat. Der hessische Landtag wird, so weit wir ihn kennen, mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität dem Antrage seines Ausschusses zustimmen. Oder sollte vielleicht die Niederlage, die der sächsische Landtag sich soeben mit seinem Prozeß gegen den„Wähler" zugezogen hat, als abschreckendes Beispiel wirken?— Partei-Terrorismus. Wir können es unseren Gegnern nie recht machen(und, unter uns gesagt: wir wollen es auch nicht, denn machten wir es ihnen recht, so wäre es sicherlich nicht recht für u n s). Handeln wir sozialdemo- kratisch, so ist es ein Verbrechen, weil die ganze Sozial- demokratie etwas Verbrecherisches ist, und handeln wir— ihrer, der Gegner, Ansicht nach— unsozialdemokratisch, so ist das auch ein Verbrechen, nämlich an der ver- brecherischen Sozialdemokratie, deren Grundsätze unsere, sonst über Grundsätze so souverän erhabene Gegner in solchen Fällen mit Argusaugen bewachen. Als neulich das Sandeln einiger sozialdemokratischer Stadtverordneten von dem ros der Parteigenossen getadelt ward und die Getadelten infolge dessen ihr Mandat niederlegten, war das„Partei- Terrorismus". Wenn aber dieselben Zeitungen, die hier über„Partei-Torrorismus" zetern, als freiwUIig-gouverne- mentale Organe der„unabhängigen" Engel, der»Sozial- revolution", die Schandthaten der sozialdemokratischen „offiziellen Führer" aufzählen, und haarklein die fürchter- liche Knechtschaft schildern, in der diese raffinirten Böse- wichter, vermittelst diabolisch organisirter Korruption die unglücklichen Millionen sozialdemokratischer Parteiheloten halten, dann verwandelt sich der„Partei-Torrorisinus" plötzlich in„Führer-Terrorismus", so daß wir also ein doppeltes Schreckenssystem haben: Terrorisirung der Führer durch die Massen, und Terrorisirung der Massen durch die Führer. Und wohlgemerkt beides gleichzeitig. »Erkläre mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur!"— I Jeder Orgie folgt der Katzenjammer— einerlei ob es preußischer oder anderer, ob es materieller oder ideeller Fusel ist, mit dem die nöthige„Begeisterung" hergestellt worden. Das erfahren jetzt die traurigen Blümchenritter, die sich neulich zu Dresden in dem Mehnert-Friesen'schen Vitalin-Schnaps, der den abgelebten Konservatismus»ver- jüngen" sollte, einen Zopf angetrunken haben! Die„Dres- dener Nachrichten" jammern, der„Reichsbote" stöhnt, und Herr v. Hammerstein, der sich den Hexenspuk ansehen wollte und selber mit hincingerathen ist, befindet sich in jener wenig beneidenSwerthen Verfassung, die von Kundigen„das graue Elend" genannt wird. Und sintemalen der Katzen- jammer den Humor zu verderben und streitsüchtig zu machen pflegt, sind die Theilnehmer an dem unseligen Verjüngungs- schmaus einander in die Haare gerathen und zerzausen sich nach Herzenslust. Wohl bekomm's!— Volksparteiliche Ungezogenheit. Zu dem Tele- gramm, welches die Verurtheilung des Genossen Pollender in Leipzig, Redakteurs des„Wählers", wegen„Beleidigung" des sächsischen Landtags meldet, setzt die Redaktion der „Frankfurter Zeitung" in Klammern hinzu: „Da hätte also nun die zweite sächsische Kammer durch ihre Zustimmung zur Erhebung der Anklage für das sozialdemokratische Blatt die von diesem ge- wünschte Reklame gemacht." Diese ausdrücklich durch Hinzufügung des abgekürzten Wortes„Red." als redaktionell gekennzeichnete Bemerkung ist ebenso impertinent als albern. Die Organe der Sozial- demokratie wünschen weder, noch brauchen sie Reklame, wie gewisse Blätter, denen die Redaktion der„Frankfurter Zeitung" nahe steht.— Wieder Einer— oder Eine. Die„recht anständige Frau Wind", welche die Segel der Anklage in dem be- rüchtigten Elber selb er S o zi al i st en p r o z ess e schwellen mußte, ist, wie gestern berichtet, wegen genieiner Spitz- bübereien zu IS Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Sie kann sich mit ihrem Kumpan, dem„Ehren-Münnich", trösten. Bloßer Zufall ist's aber nicht, daß all dieses Volk, das sich zur Sozialistenhatz hergegeben hat— hohes und niederes Volk— ein schlechtes Ende nimmt. Nicht Zufall ist's, sondern das Walten der ehernen Nemesis, die den Ver- brecher ereilt. Wenigstens in der Regel. Denn leider hat auch diese Regel Ausnahmen.— „Eine grundehrliche Haut ist der Nhltvardt!" Dieses Zeugniß hat der Stöcker ausgestellt. Auf seinen Eid?- Die italienische Krisis. In einer Korrespondenz der „Frankfurter Zeitung" aus Rom heißt es: „Die Ministeriellen jubeln über die Abstimmung vom Sonnabend und seiern sie wie einen Sieg. Es ist aber kein Anlaß zur Siegesfeier. In beiden Reden, die während der dreitägigen Debatte Herr Äiolitti hielt, hat er ausdrück- lich erklärt, daß er in der Bewilligung seiner Forderung keinen Vertrauensbeweis sehen und das Votum darüber nicht als politisches betrachten würde." Daß Herr Giolitti und seine Hintermänner das Votum trotzdem politisch ausnutzen werden, versteht sich von selbst. Es ist übrigens notorisch, daß etwa SO Abgeordnete blos deshalb für die Regierung stimmten, weil sie nicht wollen, daß bei den �Neuwahlen der Regierungsapparat gegen sie in Anwendung gebracht werde. Der italienische Parlamentarismus(ist eben auch ein gar ungesundes Pflänzchen.— Katholische Sozialdemagogie und Gesetzes-Ueber- tretung. Höchst interessant ist eine Verhandlung, die vorigen Montag in der französischen Kammer stattfand. ES wird darüber berichtet: Der Abg. Moreau beklagte sich, daß in den nörvlicheu Departements ein Verein klerikaler Fabrikherren gebildet worden sei, welcher das Syndikatsgesetz von 1334 verletze, indem er unter seinen Mitgliedern eine Reihe von Personen enthalte, welche den verschiedensten Berufszweigen angehören: französische und fremde Priester, Jesuiten, ehemalige O f f i z i e r e, G a st w i r t h e:c.; daß dieser Verein sich mit politischen und religiösen Angelegenheiten beschäftige, welche mit seinein angeblichen Gewerbszwecke nichts zu thun haben; daß er die Arbeiter, die von jenen Fabrikherren beschäftigt werden, bei Strafe der Ausschließung zur strengsten Beobachtung der kirchlichen Ge- brauche, zur Theilnahme an Wallfahrten, zum Eintritt in gewisse religiöse Brüderschaften u. s. w. zwinge. Gegen diese Beschuldigungen erhob die Rechte mit heftigen Unter- brechungen Einspruch. Ruhiger hörte sie den Abg. Dron an, der seinerseits die ungesetzliche Eigenart jenes Vereins rügte und die Regierung aufforderte, die bestehenden Gesetze zur Geltung zu bringen. Man erwartete, der im Ministerrath getroffenen Vereinbarung gemäß, eine Antwort des Premierministers Loubet, aber an dessen Stelle erschien der Kultusminister Ricard auf der Tribüne. Dieser gab den Vorrednern vollkommen Recht. Das Syndikat der Fabrik- Herren habe nur den Anschein der Gesetzlichkeit; die vom Abg. Moreau angeführten Thatsachen seien als richtig erkannt worden, und infolge dessen habe die Regierung schon ein? Verfolgung der Gesetzesübertreter ein- geleitet.(Lebhaste Ausrufe der Entrüstung rechts, stürmischer Beifall links.) Der Minister fuhr fort: Die Re- gierung wird in allen Stücken dem Gesetze zur Achtung ver- helfen; die heimlich eröffneten Kapellen werden geschlossen/die ohne Erlaubniß gebildeten Genossenschaften werden aufgelöst werden.— Eine Stimme rechts:„Und die Freiheit?"— Der Minister:„Es giebt keine Freiheit außerhalb des Gesetzes." (Großer Beifall zur Linken.) Nach einige» scharfen Bemerkungen Larfargue's über die Knechtung der Arbeiter und die Tyrannei des Kapitals, antwortete Thellier de Poncheville von der Rechten auf die Behauptungen Moreau's. Dieselben seien im höchsten Grqde übertrieben. Der Beweis liege darin, daß von den SOOV Arbeitern, welche das Fabrikhcrren-Syndikat beschäftige, nur etwa 1600 jenen religiösen Brüderschaften angehören. Uebrrgens hieße es schlecht in der religiösen Beschwichtigung arbeiten, wenn man diesen Fabrikherren ein Verbrechen daraus mache, daß sie für das Seelenheil ihrer Arbeiter besorgt sind.(Großer Beifall rechts.) Die Erörterung war hiermit geschlossen. Im linken Zentrum verlangte man die einfache Tagesordnung, welche jedoch mit 341 gegen 196 Stimmen zurückgewiesen wurde. Hubbard und Man brachten diese Tagesordnung«in, mit welcher sich Loubet auf Befragen einverstanden erklärte:„Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung und vertraut auf die Festigkeit, mit welcher dieselbe die bestehenden Gesetz« zur Geltung bringen wird." Diese Tagesordnung wurde mit 206 gegen 148 Stimmen angenommen. Was unsere deutschen Zentrums- Sozial« demagogen zu diesen Praktiken ihrer französischen Kollegen wohl sagen?— Die belgischen Wahlen.„Die Katholiken haben gestern— am 14.— in Brüffel keine gewöhnliche Nieder- läge erlitten; sie sind in der Hauptstadt geradezu per- nichtet worden"— schreibt der Brüsseler Korrespondent der„Kreuz-Zeitung", die den Klerikalen gewiß nicht feindlich ist. Ja, die klerikale Partei hat eine„zerschmetternde" Niederlage erlitten; und man spricht bereits vom Rücktritt des Herrn Bernaert. Aufhalten läßt sich die Bewegung jetzt nicht mehr— das giebt auch der Korrespondent der„Kreuz- Seitung" zu— das„Okkupationssystem", das heißt das iohnungswahlrecht kann als beseitigt gelten, und unsere Genossen in Belgien, die in freudigster Aufregung sind, zweifeln nicht mehr an dem Sieg des allgemeinen Stimm- rechts.— Zum englischen Wahlkampf. Der alt« Äladstone hat seiner Partei einen Streich gespielt und der Welt die größte Ueberraschung seines Lebens bereitet. Er hat seine Meinung einmal nicht geändert. Man erinnert sich seiner schroffen Abweisung des Achtstundentages, und wie er dann kurz darauf sich plötzlich gefügig zeigte und seine Bereit- Willigkeit aussprach, die— eben erst abgewiesene Deputation zu Gunsten des Achtstundentages zu empfangen. Nun, gestern war sie bei ihm, und das Unerhörte ist geschehen: Gladstone erklärte, er bleibe seiner alten Meinung treu, den Achtstundentag halte er für unmöglich, er wolle den Rest seines Lebens ganz der irischen Frage widmen. Die Deputation entfernte sich mit sehr gemischten Gefühlen— die alten Gewerkvereinler betrübt« daß ihnen der„große alte Mann" entschlüpft war, die Vorgeschritteneren seelenvergnügt, daß der„große alte Wind« beutet" endlich einmal, wenigstens den Arbeitern gegenüber, die Windmacherei aufgegeben. Für die Liberalen ist diese Programm- und beinahe naturwidrige Prinzipientrene des verehrten Führers ein schwerer Schlag— dagegen der größte Dienst, den Gladstone jemals den Arbeitern geleistet. Daß dem Führer der liberalen Partei die Stimmen der Jrländer wichtiger sind als die der Arbeiter, ist übrigens bezeichnend für diesen Heros des Liberalismus.— Mensch und Maschine. In der„New- Jork« Volkszeitung" lesen wir: Die Maschine schlägt den Arbeiter tobt, und unter den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen wird jede Erfindung ein Fluch für die Menschheit. Das werden in nächster Zeit wieder Hunderttausende von Arbeiten! empfinden. Die Southern Harvester Company in New- Jork bringt «ine Maschine aus den Markt, welche eine eben so große Um- wälzung im Pflücken und Sammeln der Baumwolle herbeizu- führen verspricht, als die„Eottongin" sie im Reinigen ver Baumwolle verursachte. Diese Maschine, von Pferden gezogen, wird täglich S000 Pfund Baumwolle sammeln und in Säcke packen. Die Arbeitskraft, die die Bedienung dieser Maschine benöthigt, wird geliefert durch die Pferde, einen Mann und einen Jungen. Bisher brauchte es 40 Arbeiter, um in einem Tage das obige Quantum Baumivolle zu sammeln. Es ist, wie „New-Nation" mittheilt, berechnet worden, daß 20000 Maschinen mit 40 000 Arbeitern die gesammte Baumwollenernte einbringen werden, eine Arbeit, mit der bisher nicht weniger als 800 000 Arbeiter beschäftigt waren. Die neue Maschine wirft also 760 000 Menschen aus ihrer bisherigen Beschäftigung heraus. In ähnlicher Weise wirkt'jeder technische Fortschritt unter dem heutigen Gesellschaftssystem, und das vermehrte Wissen der Menschheit wird so zum Gemcinschaden, und wird es bleiben, bis eine neue Gesellschaslsordnung wirklich Ordnung in die Produktion bringt.— Die Revolution in Beuezuela scheiut sich dem Ende zunähen. Der Staatsstreich-Präsident Pelacio ist geschlagen worden und die siegreichen Rebellen, welche die See be- herrschen, marschiren auf die Hauptstadt los. Nach einem Telegramm aus Newyork soll Pelacio schon aus die Flucht sein.-- Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 18. Juni. Opernhaus. Die Walküre. Schauspielhaus. Fauft. Berliner Theater. Der Hüttenbefizer. Deutsches Theater. Die Welt, in der man sich langweilt. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Verband der Vergolder u. in verw. Gewerben beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Montag, den 20. Juni, Abends präzise 81/2 Uhr, Inselstr. 10: Monats- Versammlung der Filiale Berlin. Zages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns in Zukunft zu unserm Verbandsorgan? Ref.: Rollege Höpfner. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl des 2. Verbands- Kassirers. 5. Verschiedenes. 327/7 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Unferm Freunde und Genoffen Georg Neubauer ein donnerndes Hoch zu seinem heutigen Wiegenfeste. 553b F. G. A. G. A. W. D. W. F. Sch. Achtung Stockarbeiter! Montag, den 20. d. M., Abends 82 Uhr: NB. Die Mitglieder werden ersucht, die Bücher der Bibliothet regel- Mitgliederversammlung mäßig zu wechseln. Folgende Herren werden besonders aufgefordert: Scholz, Laffan, W. Gräfe, Chriftian Schwegert und Otto, da einige schon seit März 1891 im Rückstande sind und die Bibliothek nicht blos für einige Mitglieder besteht. Die Kollegen der betreffenden Werkstätten werden. gebeten, biese Herren darauf aufmerijam zu machen. D. G. Oßend- Theater. Die Kellnerinnen Verein der Maschinisten u. Heizer Berlins. von Berlin. Hirsch in der Tanzstunde oder die juten Flinten. Thomas- Theater. Heißes Blut. Bellealliance- Theater. Der Abenteurer. Kroll's Theater. Der Wildschütz. Adolph Ernst- Theater. Groß Wien. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Sonntag, den 19. Juni, Nachmittags 5 Uhr, in Schultheiß' Brauerei, Neue Jakobstraße 24/25: Versammlung. Zages Drdnung: B 1. Rommissionsbericht über unser Verbands- Statut. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. 572b bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Tunnel. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Millarg. 2.- Distuffion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. 492/1 Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 10 Uhr, im grossen Saal Rosenthaler- Straße 38, Quergebäude 1 Treppe, nahe Hacke'schen Markt: Berl. Sommer- Theater Stucateure u. Berufsg. Berlins. Vortrag des Herrn Bruno Wille: ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Vereins- Versammlung Sonnabend, den 18. Juni: Grosse Vorstellung. 1. Theil: Ein weisser Othello. Posse in 1 Akt von Hermann. Inscenirt von Paul Pauly. 2. Theil: Specialitäten- Vorstellung ersten Ranges: Camillo Gebrüder Karl u. Schwartz, Grotesk- Komiker. Curt Ellis, Verwandlungs künstler Masini, Original- Jongleur. Miss Elvira, in ihren ausser: ordentlichen Evolutionen am Trapez. Amanda Contrelly, Soubrette. Ballet- Divertissement, arrangirt von Marie Ala. 3. Theil: Ein Stündchen auf dem Comptoir, Posse mit Gesang von S. Haber. Inscenirt von Paul Pauly. 4. Theil: Der Zauberbrunnen der Najaden, grosses Balletdivertissement, arrangirt von Marie Ala, mit Wunder- Fontaine von Direktor Max Rössner. Anfang: des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7/2 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Wallner- Theater. Ben- Ali Bey's orientalische Zauber und Wunder. Kasseneröffnung 18 Uhr. Anf. 8 Uhr. Preise: Parqu. 3, 1,50 und 1 M. Range: 3, 2, 1 M. und 50 Pf. Loge 4 und 3 M. Kinder die Hälfte. Vorverkauf: Invalidendant und an der Theaterkaffe. 615M PassagePanopticum. Neu! Darwinismus und Moral. 89/8 Gäste sehr willkommen. am Montag, 20. Juni, Abends 8 Uhr, Grenadierstr. 33. Lehrkursus d. Berliner Arbeiter Tagesordnung: 1. Wahl einer Tariffommission. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Wir ersuchen die Kollegen, zu dieser so wichtigen Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 478/4 Der Vorstand. Freie Volksbühne. Zweite Abtheilung( grüne Karten). Morgen, Sonntag, Nachmittag präzise 1/22 Uhr, findet im BelleAlliance- Theater die neunte Vorstellung im 2. Vereinsjahr statt. Aufgeführt wird: Gespenster. 576b Ein Familiendrama in 3 Atten von Henrik Ibsen. Serrn Eggeling, Oberregiffeur am deutschen Theater in New- York. Unter gefl. Mitwirkung der Herren Bafil vom Deutschen Theater und Ronzert eine Stunde früher als bisher, das Ausloosen der Plätze beginnt um Die Vorstellungen im Juni begiunen mit Rücksicht auf das Garten121 Uhr. Zu dieser Vorstellung werden noch einige Mitglieder aufgenommen. Für die 3. Abtheilung findet dieselbe Borstellung am 26. Juni statt. Das Waldfest findet Sonntag, den 14. August, im Müggelfchlößchen" bei Friedrichshagen statt. Der Vorstand. und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Sonntag, den 19. Juni, Nachmittags 5 Uhr: Versammlung Kurfürstenstraße 31. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau am Dienstag, den 14. d. Mts., Abends 9/2 Uhr, sanft entschlafen ist Die tranernden Hinterbliebenen. Grant Fiedler, Reſtaurateur, nebst Kindern, Bantitr. 48. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 19. Juni, Nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle der Dankestirche, Tegeler Chauffee, aus statt. FACHVEREIN 25 Monats MAURE 25852 Marken z. quittiren von ParteiBeiträgen empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik von Conrad Müller, Schkeudik- Leipzig. Preisliste gratis und franko. 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Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Kehner, Annenstr. 16: Versammlung. Tages- Ordnung: Verlagsbuchhandlung des ,, Vorwärts" Berliner Voltsblatt Soziale Bustände im Alterthum. 2. ErBerlin SW., Beuthstraße 2. 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: gänzungswahl des Vorstandes und der Rechtschußkommission. 3. Verschiedenes. Bahlreiches u. pünktliches Grſcheinen Unter der Presse befindet sich und gelangt nach Fertigstellung zur all- der Mitglieder erwünscht. gemeinen Versendung: Grundsäße und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen Bui Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. " 64 Seiten. Groß- Oktav. Preis geheftet 10 Pfennig. E Wie die Liebknecht'sche Broschüre Was die Sozialdemokraten sind und was sie wollen" die Erklärung unseres alten( Gothaer) Programms bildete, so handelt es sich bei der vorliegenden Schrift um die Erläuterung unseres neuen, in Erfurt beschlossenen Parteiprogramms. Jeder Genosse, der sich in den Dienst der Partei stellt, sollte sich die Massenverbreitung dieser Broschüre, die dazu angethan ist, für unsere Sache neue Anhänger zu gewinnen, an H Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Blaue Grotte gelegen fein laffen. mit Wasser, Rähnen u. 491/1 Der Vorstand. Rixdorf! Zentral- Kranken- u.Sterbekasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Riedorf. Sonntag, den 19. Juni 1892, Vormittags 101/2 Uhr, bei Barta, Bergstraße 120: a. d. Dranienplat C. Wunsch, Baungaftr. 38, Nur Mark. Klagen, Eingaben, Reklamationen, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Einiebung von Forderungen. Pollak, ezt Blumenstr.19 IIr. Auch Sonntags. Empf. allen Gen. m. Verkaufsstelle der Genossenschafts- Bäderei, Chausseestr. 72( a. d. Panke) im Flur. Jakob Leininger. 575 b Liefere Brot frei ins Haus. Kinderwagen. Andreasßtr.23.5.p. Größtes Lager Berlins für Herren, Damen und Alte Stiefel Kinder reell und billig. 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Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Berathung des Gesetzentwurfs über die Kleinbahnen und die Privatanschlußbahnen. In der Generaldiskussion erklärt Abg. Rickert( dfr.), daß er für das Gesetz stimmen werde in der Hoffnung, daß man es in weitherzigstem Sinne ausführe und es so der Bevölkerung zum wirklichen Nuzen gereiche. Jede fleinliche, polizeiliche Chikane aber sei zu verwerfen. Namentlich bitte er den Minister, die in zweiter Lesung als unentbehrlich bezeichnete Vorprüfung der Pferdebahn- Gäule doch lieber zu unterlassen und die Verantwortung dafür den Unternehmern felbst zu überlassen. Wenn die Polizei in Berlin die Verbreitung ganz unauständiger Broschüren zulasse, ohne davon einen Nachtheil für die öffentliche Ordnung zu befürchten, so könne sie auch die Pferdebahn- Gäule in Ruhe lassen. Bei dem Geseze fomme alles auf die Ausführung an. Eisenbahnminister Thielen: In einzelnen Punkten, welche die Regierung anders geregelt zu sehen wünscht, wird sich hoffentlich eine Ausgleichung der Gegensäge in der weiteren Behandlung Der Vorlage noch ermöglichen lassen. Namentlich im Often ist das Bedürfniß, dem durch das Gesetz abgeholfen werden soll, in starkem Maße vorhanden. Sonnabend, den 18. Juni 1892. 9. Jahrg. Die Abg. Lehmann und Bachem wünschen Ueberweisung stellung der Lehrer an den nicht staatlichen Lehranstalten für zur Erwägung. Mit schwacher Mehrheit wird demgemäß be nothwendig, glaubt aber, daß man einen anderen Weg hätte einschlossen. schlagen tönnen und bedauert, daß die Vorlage so spät an das Die Petition des Bergmanns Kelter in Altenkessel um Ab- Haus gekommen sei, daß man fundamentale Aenderungen nicht änderung der jetzigen Regeln für Gewährung staatlicher Prämien mehr vornehmen tönne. Daß für die Lehrer nicht schon früher werkstätten sich Wohnhäuser bauen, soll nach Antrag der Budget- den zu große seien, sodaß man nicht alle Jerfüllen könne, wenn man an Berg und Hüttenleute, welche in der Nähe von Staats- etwas geschehen sei, liege daran, daß die Aufgaben der Gemeinkommission der Regierung zur Erwägung dahin überwiesen wer- nicht die Steuerzahler übermäßig belasten wolle, der Staat hätte den, ob die Verloosung der Bauprämien und zu Bauzwecken be- den Gemeinden schon früher zu Hilfe kommen müssen, da es sich bereits im vorhergehenden Herbst vorgenommen werden kann. willigten unverzinslichen Darlehen nicht anstatt im Frühjahr hierbei um eine Aufgabe handelt, die eigentlich dem Staate zu fallen müßte, namentlich jezt, wo der Staat die Selbständigkeit der Gemeinden in Bezug auf die höheren Anstalten sehr eingeschränkt hat: Besser wäre es, wenn man von den Bedürfnißzuschüssen absehen und feste Zuschüsse gewähren würde. Abg. Engels( ft.) bezeichnet diesen Kommissionsantrag als nicht ausführbar. The der Etat festgestellt sei, fönne man die Verloosung der Prämien nicht vornehmen. Es sei daher der Uebergang zur Tagesordnung über die Petition geboten. Geh. Bergrath Eskens erklärt dieses Bedenken des Vorredners für wohlbegründet und bittet ebenfalls um Uebergang zur Tagesordnung. Der Kommissionsantrag wird angenommen. Kultusminister Bosse: Es müsse Erbitterung erregen, daß die Lehrer an den nichtstaatlichen Schulen schlechter gestellt sind. Die ganze Mehrbelastung auf den Staat zu übernehmen, gestattet die Finanzlage des Staates nicht; es wird aber so viel als möglich geschehen, um die Gemeinden zu entlasten. einzelnen Bergleuten nicht die Prämien fest zusagen, bevor sie Abg. Francke- Tondern: Allerdings kann die Regierung den hier im Hause bewilligt sind. Thatsächlich waren aber seit 1842 Lage der in Rede stehenden Lehrer für nothwendig; für diese Freiherr von Malzahn- Roidin hält eine Verbesserung der bereits solche Bauprämien regelmäßig gegeben und niemals hat wichtige Aufgabe müßten die Gemeinden, die nun einmal höhere sich im Abgeordnetenhause die geringste Opposition dagegen Lehranstalten haben, die Mittel aufbringen; dazu helfe ihnen geltend gemacht. Da nun den Bergleuten aus dem späten Termin die Staatsbeihilfe und die Möglichkeit, das Schulgeld zu erhöhen. der Zuweisung große Schwierigkeiten erwachsen, so ließe sich doch wohl die Verloosung schon vorher vornehmen, um diese Schwierig- Schulen eingerichtet sind, lediglich um einer möglichst großen von Schöning: Wenn in den siebziger Jahren soviel höhere feiten aus dem Wege zu räumen. Anzahl junger Leute gewisse Berechtigungen zu verschaffen, so Abg. v. Bismarck( f.): Wir werden einige Abänderungs- von Kanzleidiätarien und Kanzleigehilfen im Bezirk des Ober- ftüßen, namentlich nicht bei der jeßigen schlechten Finanzlage. Die Petition fann es nicht Aufgabe des Staates sein, solche Anstalten zu unteranträge einbringen, unter allen Umständen aber dem Ganzen zu landesgerichts in Köln, wegen Vermehrung der etatsmäßigen Die Kommission habe die Eingriffe in die Selbstverwaltung der stimmen in der Hoffnung, daß daraus eine erhebliche Steigerung Ranglistenstellen bei den Justizbehörden wird der Regierung zur Gemeinden abgeschwächt, deshalb solle das Haus, die Vorlage. des Wohlstandes von Industrie und Landwirthschaft resultiren fortdauernden Erwägung überwiesen, desgleichen die Petition nach den Kommissionsanträgen annehmen. wird. Wir wollen dem Privatkapital die volle Betheiligung einer Anzahl von Justiz- Kanzleigehilfen wegen Berbesserung ihrer laffen, halten aber namentlich die Betheiligung der Kommunen Lage mit der Maßgabe, a) ob nach einer Beschäftigung von drei des Herrn v. Wedell folgende Abänderung angenommen: Die In der Spezialdiskussion wird zu§ 1 gemäß einem Antrage und Kommunalverbände für ganz besonders wünschenswerth. Jahren für die Kanzleigehilfen eine dreimonatliche Kündigungsfrist Besoldung der übrigen technischen, Elementar- und Vorschullehrer. Abg. Bödiker( 8.): Wenig genehm sei ihm die ganze Ron- gesetzt werden soll und b) ob, beziehungsweise durch welche ist innerhalb der für die entsprechenden Kategorien von Lehrern firuktion der Genehmigung, hier müßte noch eine Verbesserung Maßregeln den Wünschen der Petenten bezüglich der Versorgung an den staatlichen höheren Schulen bestimmten Grenzen dergestalt angestrebt werden. im Falle der Dienstunfähigkeit sowie der Versorgung ihrer festzustellen, daß dieselbe hinter derjenigen der Volksschullehrer in Abg. Hammacher( natl.): Eine unerfreuliche Abänderung| Hinterbliebenen Rechnung getragen werden kann. habe das Gesetz durch einen Antrag Hansen erfahren, welcher dem betreffenden Orte nicht zurückbleiben darf und außerdem Ueber die Petition von Hilfe- Gerichtsdienern wegen Verbesse- jenen Lehrern eine nicht pensionsfähige Zulage von 150 M. die Jnangriffnahme des Baus einer Kleinbahn ohne vorherige rung ihrer Lage wird zur Tagesordnung übergegangen. Planfeftfezung jährlich gewährt wird." nur dann gestatten will, wenn es sich nicht um Die Petition des Neulander Deichverbandes um staatliche die Benutzung öffentlicher Wege handelt. Durch diese Ein- Entschädigung für durch staatliche Bauten verursachten Deichbruch schränkung werde ein guter Theil der von dem Gesetz in nächster will die Agrarkommission der Regierung zur Berücksichtigung Beit zu erwartenden günstigen Wirkungen wieder aufgehoben, dahin überwiesen, daß unter Zuziehung der Betheiligten nochmals Denn die Bauten würden dadurch eine ganz unverhältnißmäßige geprüft wird, ob nicht die dem Neulander Deichverbande im Verzögerung erfahren. Jahre 1875 erwachsenen Hochwasserbeschädigungen im vollen zuführen sind. Umfang auf die Verlängerung des Hauer Flügeldienstes zurückDamit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion werden die§§ 1 und 2 ohne Debatte angenommen. § 3 bestimmt die für die Ertheilung der Genehmigung zu fländige Behörde. Für die Betriebe mit Maschinenkraft ist der Regierungspräsident im Einvernehmen mit der EisenbahnBehörde, in allen übrigen Fällen a) der Regierungspräsident, fofern Kunststraßen benugt werden oder von der Bahn mehrere Kreise oder nichtpreußische Landestheile berührt werden sollen, b) der Landrath, sofern mehrere Polizeibezirke desselben Kreises berührt werden; c) die Ortspolizeibehörde, sofern das Ünter: nehmen innerhalb eines Polizeibezirkes verbleibt. Auf Antrag Jerusalem wird in dem§ 3 statt der geSperrten Worte gesagt:„ sofern Kunststraßen, welche nicht als städtische Straßen in der Unterhaltung und Verwaltung von Stadtgemeinden stehen, benutzt werden." genommen. Nach kurzer Erörterung wird der Kommissionsantrag anDie Wester- und Lintelermarscher Deichacht im Kreise Norden bittet das Abgeordnetenhaus, die Regierung zu veranlaffen, ihr aus Staatsmitteln eine Anleihe von 1161 000 M. zu 21/3 pet. Zinsen und 1 pGt. Amortisation zu gewähren, um eine Beſteinung ihres Seedeiches vornehmen zu können. Betition in der Erwägung zur Tagesordnung übergegangen, daß Die Agrarkommission ist mit 7 gegen 5 Stimmen über die Unterstützung eintreten zu laffen. die Provinz Hannover die Nächstverpflichtete ist, die geforderte Abg. Fegter( nat.), der die Petition eingereicht hat, bittet die Regierung, den Betenten in der erwähnten Weise entgegengescheitert, da überall der Kredit verweigert wurde. Mangels zukommen. Alle Versuche, bei Banken Geld zu erlangen, seien der Besteinung könne der sehr gute Marschboden nicht ausgenußt Nach§ 7 fann die Zustimmung der Unterhaltungspflichtigen ergänzt werden, soweit eine Proving betheiligt ist, durch den Provinzialrath, soweit eine Stadtgemeinde betheiligt ist, durch werden. Beschluß des Bezirksausschusses. Abg. Brandenburg( 3.) empfiehlt Ueberweisung zur Berück Abg. von Tiedemann- Bomst beantragt folgenden Zusatz fichtigung, da die Interessenten sich nicht selbst helfen könnten zum§ 7: Bei dem Antrage auf Ergänzung der Zustimmung ist und ihre Lage unerträglich sei. Der Nachweis der Leistungsfähigkeit für die erforderliche Sicherheitsstellung beizubringen. $ 7 wird unter Ablehnung des Antrages v. Tiedemann unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. Nach§ 10 fann bei der Genehmigung von Bahnen, auf welchen die Beförderung von Gütern stattfinden soll, vorbehalten werden, den Unternehmern jeder Zeit zur Gestattung der Einführung von Anschlußgeleisen für den Privatverkehr anzuhalten. Abg. Jerufalem bemängelt diese Fassung und würde dem obligatorischen Vorbehalt den Vorzug geben. § 10 wird unverändert angenommen. genehmigt, die§§ 4 bis 6 nach den Beschlüssen des anderen §2 und§ 3 werden nach den Anträgen der Kommission Hauses. dem Antrage der Kommission gestrichen. § 7( betr. die Erhöhung des Schulgeldes) wird entsprechend § 8 gelangt unverändert,§ 9 mit dem oben mitgetheilten Gesetze zur Annahme. Darauf gelangt das Gesetz im Ganzen zur Annahme; dasfelbe muß an das Abgeordnetenhaus zurückgehen. Den Nachtrags- Etat für 1892/93( Herstellung einer Wasserleitung für den westlichen Theil des oberschlesischen Industriegebietes) beantragt die Budgettommission zu genehmigen. daß die Quelle bei Bawada nur nach erfolgter oder wenigstens Graf Frankenberg beantragt, die Erwartung auszusprechen, vorläufig festgestellter Entschädigung der verlegten Privatrechte zur Wasserversorgung herangezogen wird. Freiherr v. Durant beantragt, den Antrag des Grafen Frankenberg dahin zu fassen, daß die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Regierung die Schadloshaltung für verlegte Privatrechte übernimmt. Die Vorlage wird genehmigt; der Antrag Graf Frankenberg. Durant wird abgelehnt. ( Borlage betr. die Aufhebung der Steuerfreiheit der StandesSchluß 54 hr. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. Herren.) Parteinachrichten. " Abg. v. Erffa will die Ueberweisung zur Berücksichtigung in hergiebt, sondern die Provinz Hannover zur Ausschreibung von dem Sinne, daß die Regierung nicht in erster Linie selbst Geld Grenzen vorhanden sind. Provinzialsteuern zwingt, wenn solche Nothstände innerhalb ihrer Zu einer großartigen Kundgebung für die SozialAbg. v. Huene: Der Kommissionsantrag ist der einzig demokratie gestaltete sich eine Voltsversammlung, welche forrette. Wir können hier nicht eine Petition der Regierung in Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr am 13. Juni am dem Sinne zur Berücksichtigung überweisen, daß sie nunmehr die Dönberg bei Neviges im Freien abhielt. Die Zahl der AnProvinz zur Gewährung von Unterstützungen anhalten soll. Die wesenden wird auf 6-7000 geschäßt. Berücksichtigung wollen wir Alle, aber der von dem Vorredner empfohlene Weg ist nicht der richtige. In Magdeburg hat sich, wie das Hallesche Volksblatt" Abg. Sattler: Aus welchen Motiven die verschiedenen mittheilt, der Verein der Unabhängigen" wieder aufgelöst. Barteien für die Berücksichtigung stimmen, soll mir gleich fein, wenn sie nur dafür stimmen. Ob die hier erforderliche Be- Zu dem Verhalten des Landshuter Magistrats in steinung eine Melioration ist im Sinne der Provinzialordnung Sachen des Militärboykotts worüber wir dieser Tage beist mir doch zweifelhaft. richteten bemerkt die bürgerliche Frankfurter Beitung":" Der Berücksichtigung gesprochen, wird demgemäß beschlossen. Nachdem noch Abg. Hottendorff für Ueberweisung zur Magistrat von Landshut, der merkwürdiger Weise das Militärverbot, veranlaßte", scheint nicht zu begreifen, wie er Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr. gerade der sozialdemokratischen Bewegung durch so einseitig § 16 wird nach dem Antrage Bödiker mit einer redaktionellen,( Gefeßentwurf betr. Die Militäranwärter; Antrag der Geschäfts- tendenziöses Berhalten in die Hände arbeitet. Es giebt eben noch bom Abg. Krause beantragten Aenderung angenommen. ordnungs- Kommission bett. die Strafverfolgung des Vorwärts"; immer Leute, welche durch die Wirkungen des Sozialistengefeges Petitionen und ev. wiederholte Berathung des Lehrerbesoldungs- noch nicht belehrt worden sind." § 16 der Beschlüsse zweiter Lesung lautet: Die Genehmigung, welche einer Aftiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft auf Aftien behufs Eintragung in das Handelsregister aus gehändigt worden ist, tritt erst in Wirksamkeit, wenn der Nachweis der Eintragung in das Handelsregister geführt ist. Abg. Bödiker will den§ 16 auch auf die Gesellschaften mit beschränkter Haftung ausdehnen und beantragt eine entsprechende Modifikation. § 17 schreibt vor, daß mit dem Bau von mit Maschinenkraft getriebenen Bahnen erst nach der Feststellung des Bauplanes durch Gesetzes.) die genehmigende Behörde begonnen werden kann. Wenn aus der beabsichtigten Bahnanlage Nachtheile oder erhebliche Beläftigungen der benachbarten Grundbesitzer und des öffentlichen Verkehrs nicht zu erwarten sind, kann der Minister den Beginn des Baues ohne vorherige Planfestsetzung gestatten. In den letzten Satz war in zweiter Lesung auf Antrag des Abg. Hansen die Klausel eingeschoben worden sofern es sich missarien. nicht um die Benuzung öffentlicher Wege handelt". Herrenhaus. " Ein Meineidiger. Bekanntlich sind vor dem Geschworenengericht in Magdeburg kurz hintereinander 11 Staßfurter Arbeiter wegen angeblichen Meineides verurtheilt worden. In einer Verfammlung in Staßfurt sollte von dem Bergarbeiter Märtens 21. Sigung vom 17. Juni. 12 Uhr. eine beleidigende Aeußerung über den preußischen Richterstand Am Ministertische: Bosse, v. Berlepsch und Kom- gefallen sein. Dieserhalb unter Anklage gestellt, behauptete Märtens, die inkriminirte Aeußerung in anderem Zusammenhang Auf der Tagesordnung steht die Berathung des Gesetz- gethan und sie in Bezug auf die liberale Partei angewendet zu § 17 wird nach der Fassung zweiter Lesung mit dem An- entwurfes betreffend das Diensteinkommen der Lehrer haben. Drei Zeugen beschworen die Richtigkeit der Angabe trage Hansen angenommen; ebenso ohne Debatte die§§ 18-29. an den nichtstaatlichen höheren Schulen. Märtens', während die ebenfalls vereideten zwei Polizeibeamten, Nach§ 30 der Beschlüsse zweiter Berathung kann der Staat Die Kommission beantragt die Genehmigung der Vorlage welche die bezügliche Versammlung überwacht und die Anzeige eine Steinbahn erwerben, wenn sie eine solche Bedeutung für den mit einigen Abänderungen gegenüber den Beschlüssen des Ab erstattet hatten, auf ihren ursprünglichen Angaben stehen blieben. öffentlichen Berkehr gewonnen hat, daß sie als Theil des all- geordnetenhauses. Nach den letzteren sollten die Bestimmungen Die Richter legten, wie das altes Herkommen ist, den Aussagen gemeinen Eisenbahnnetzes zu behandeln ist. Doch ist dazu er des Normaletats für die staatlichen Lehranstalten auf die Zeichen der Polizisten größere Glaubwürdigkeit bei und verurtheilten orderlich, daß der Unternehmer der Bahn sich weigert, sich dem und Elementarlehrer der nichtstaatlichen Anstalten ebenfalls an- Märtens zu drei Monaten Gefängniß. Die StaatsanwaltGisenbahngesetz von 1838 zu unterwerfen; außerdem soll eine gewendet werden. Die Kommission des Herrenhauses will auf schaft aber, mit diesem Resultat nicht zufrieden, erhob einjährige Kündigungsfrist vorangehen. die Regierungsvorlage zurückgehen, welche nur die vollbeschäftigten nun gegen die drei Zivilzeugen Anklage wegen Meineids. Vor Zeichenlehrer, nicht aber die sonstigen technischen Lehrer und die den Geschworenen Magdeburger Großbourgeois vom reinsten Elementarlehrer berücksichtigt. Die Kommission hat hinzugefügt, Waffer- ließ der Staatsanwalt die bekannten Minen springen. daß die Elementarlehrer an den höheren Anstalten im Gehalt Darnach gehört das Meineidschwören bei den Sozialdemokraten, nicht hinter denen der Volksschulen zurückstehen sollen, daß sie wenn sie glauben dadurch einen Genossen vor Strafe bewahren ferner eine nicht pensionsfähige Bulage von 150 m. jährlich er zu können, zu den erlaubten Dingen. Auch die Religionslosigkeit - In§ 2 ist die Bestimmung, daß der Reffort ber Sozialdemokraten mußte herhalten, weil infolge derfelben ein im Hause der Abgeordneten nicht verloren hat. Genehmigung dazu geben muß, wenn das System Sozialdemokrat keine Vorstellung von der„ Heiligkeit des Gibes" der Dienstalterszulagen nicht eingeführt werden soll, gestrichen.habe und deshalb ohne Strupel Meineide schwöre. Daß bei Es folgen Kommissionsberichte über Petitionen. Jm§ 3 ist hinzugefügt, daß an den Befugnissen der Gemeinden solcher Auffassung es Pflicht des Staatsanwaltes gewesen wäre, Ueber die Petition von Rohloff und Genossen in Lobbe, in zur Aufhebung der Anstalten nichts geändert wird. Der§ 7, schon seinerzeit gegen die Vereidigung der drei Arbeiter zu pros welcher beantragt wird, das Domänenvorwerf oder 30 Heftar welcher eine Erhöhung des Schulgeldes gestattet, ist gestrichen testiren, ist ebenso selbstverständlich als es geradezu unbegreiflich ist, Acer und Wiesen deffélben als Rentengüter- Befizungen zu ver- und im§ 9 ift hinzugefügt worden:„ Unter Aufrechterhaltung baß diefelbe Staatsanwaltschaft, welche auf der angeblichen geben, geht das Haus nach dem Antrag der Agrarkommiffion zur gleicher Besoldungsansprüche müssen sich die Lehrer an solchen Meineidsgepflogenheit der Sozialdemokraten ihr ganzes AuflageTagesordnung über. von Gemeinden unterhaltenen höheren Schulen, deren Klaffen- gebäude aufführte, es ruhig geschehen ließ, daß in dem Prozeß bestand und Lehrkräfte verringert werden, die Versehung an eine gegen die Drei acht andere Arbeiter ebenfalls auf ihren von derselben Gemeinde unterhaltene höhere Schule mit minderen Gid hin das Gleiche bekundeten, wegen dessen die Drei Berechtigungen gefallen lassen." des Meineids angeklagt auf der Anklagebank saßen. Die Ge§30 wird in dieser Fassung unverändert angenommen. In der Gesammtabstimmung, welche bei der Geringfügigkeit der heute beschlossenen Abänderungen sofort vorgenommen wird, gelangt das Gesetz einstimmig zur Annahme. Auf Antrag der Geschäftsordnungs- Kommission erklärt das Haus, daß das Mitglied des Hauses Landrichter Jerusalem, halten sollen. Die Petition des Landgerichts- Sekretärs Bernards in Köln Bewilligung einer Theuerungszulage für die in Köln wohnenden Staatsbeamten beantragt die Budgetkommission der Regierung als Material überwiesen. Ober- Bürgermeister Struckmann- Hildesheim hält die Besser- schworenen fanden die drei Angeklagten des Meineids schuldig Selbsttröstung.") und ebenso wurden die acht Zeugen gleichfalls prozessirt und des Vereinsgefehes) nicht theilnehmen. Da nun am Stiftungsfest| Regierungsrath ebenfalls, einige seiner Intimi dito und so war's natürlich auch des Meineids schuldig befunden. Ueber diese Frauen u. s. w. beiwohnen sollten, so hätte von demselben alles eine recht fidele Sache. Der erste Dachziegel, der aus dem Hause Prozesse ein Wort weiter zu verlieren, ist überflüssig. Wohl aber jenem Paragraphen Zuwiderlaufende, nämlich alles Politische Nr. 1 herausgerissen wurde, soll an den Kaiser gesandt werden, soll nachstehend einer der„ Meineidigen" das Wort haben und zwar fern gehalten werden müssen, die Marseillaise sei aber ein poli- damit dieser ein Andenken an die ehemalige Schloßfreiheit besitzt. der zu Buchthausstrafe verurtheilte Genosse Georg Viczorowsky, tisches Lied- ergo! Wir finden diese Definition genial und Für Herrn Kunze ließen sich füße Andenken ebenfalls ohne viele welcher während der Zeit seiner Untersuchungshaft nachfolgende wollen daher nur bemerken, daß die Lösung der sozialen Frage Schwierigkeiten beschaffen: er fann sich sein Arbeitszimmer, in beide Gedichte verfaßte. längst in ein befriedigendes Stadium gekommen wäre, wenn man welchem er seinen fühnen Gedankenflug austoben läßt, mit den wirthschaftlich= politischen Uebelständen von Amtswegen die Schloßfreiheitslotterie- Nieten tapeziren lassen. felbe subtile Untersuchung hätte angedeihen lassen, als man sie Eins muß man aber den unternehmenden Schloßlotteries hier bei der Frage bethätigte, ob der Gesang des prächtigen Leuten lassen, sie sind dauerhaft wie Bandwurm. Das hört nicht Liedes Die Arbeiter- Marseillaise" ein politischer Aft ist auf zu putschen und zu bohren, um sich immer wieder von Neuem oder nicht. Der Volksverein zu Wald wird übrigens den in die Erinnerung zu bringen. Die Komödie beim Abbruch der Entscheid der höheren Instanzen anrufen. paar Schloßfreiheits- Häuser genügte noch lange nicht, um die öffentliche Meinung von Neuem zu alarmiren und„ oben" von sich reden zu machen. Jetzt wird auch noch im Neuen Palais eine Denkschrift überreicht werden, die sich mit der Vorgeschichte und allmäligen Entwickelung der Schloßfreiheits- Häufer beschäf tigt. Natürlich wird bei dieser Gelegenheit Herr Kunze ſein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ein Gruß an die werthen Genossen und Genossinnen aus meiner Untersuchungshaft. Verzweifle nicht, wenn Alles auch schon scheint verloren, Werd' auch mit jedem Tag dir neu die Qual geboren, Wenn Falschheit, Hinterlift dir auch die Ehr entrissen Und ungeheure Schuld dir aufzubürden wissen, Kannst du von Menschenrecht nicht das Geringfte hoffen Und steh'n die Zuchthausthore weit für dich schon offen: Verzweifle nicht! Verzweifle nicht, wenn deine Seele reine ist, Wenn du bisher ein wahrer Mensch gewesen bist, Wenn eingetreten du für Wahrheit, Freiheit, Recht, Nicht warst des Lafters, nicht des Mammons feiler Knecht, Wenn ernst und emsig du dem hohen Ideal Haft nachgestrebt, der wahren, menschlichen Moral: Verzweifle nicht! Berzweifle nicht! Zwar lebt zu strafen und zu rächen Kein Gott. Doch kannst du ehrlich selbst dich schuldlos sprechen, Rein andrer Richterspruch kann so wie dieser gelten. Nichts kann, wie selber du, im ganzen All der Welten Des Hergangs tiefgeheimste Falten dir durchspäh'n, Und kannst du frant und frei vor dir als Richter steh'n: Berzweifle nicht! Verzweifle nicht! Du hast die gute Saat gestreut, Und guter Same auch nur gute Früchte beut. So auch im Zuchthaus die Gemeinde, die dich kennt, Stets nur mit Achtung und mit Liebe sie dich nennt, Bei Frau und Kind, bei den Genossen rings umher Bist du gewiß derselbe noch als wie vorher. Verzweifle nicht! Vorwärts. Vorwärts! Vorwärts ohne Rasten! Vorwärts! Ob die hohen Masten Unter'm Segeldruck sich biegenBorwärts, rastlos vorwärts fliegen. Mag die Fahrt auf Sturmesflügeln Mancher mit dem Tod besiegeln Mancher über Bord mag fallen, Borwärts! heißt es doch bei Allen. Drohen Klippen im Gewässer, Steuermann schaut desto besser Nach der Karte sichern Zeichen, Packt noch fester in die Speichen. Borwärts! Laßt das Schiff so fahren, Vorwärts! daß nach wenig Jahren Es an des Jahrhunderts Ende Siegbeflaggt zum Hafen wende. = Polizeiliches, Gerichtliches 2c.. " Kommunales. Ein Kapitalstückchen stadtväterlicher Sorgfamkeit in Feuerbestattung. Eine mit 14 911 Unterschriften versehene der Verwaltung und Verwendung des städtischen Grundstücks- Petition zu Gunsten der Feuerbestattung fam in der Petitions Erwerbungsfonds hat sich die Stadtverordneten- Versammlung in fommission des Abgeordnetenhauses zur Berathung. Der Antrag, ihrer vorgeftrigen Sigung geleistet. die Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung zu über Der Magistrat beantragt in einer wohlgezählte sieben Druckweisen, wurde mit 11 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Der Vertreter zeilen enthaltenden Vorlage den Ankauf von einigen Grundstücken, des Ministers der Medizinal- Angelegenheiten( letterer ist zugleich eine Vorlage, welche wir ihrer tieffachlichen Begründung wegen Minister der geistlichen Angelegenheiten) sprach im Interesse der unferen Lefern nicht vorenthalten wollen. gerichtlichen Medizin, der Bertreter des Justizministers aus dem Die durch ihre lapidarische Einfachheit geradezu verblüffende felben Grunde gegen die Feuerbestattung. Der Vertreter des Magistratsarbeit hat folgenden Wortlaut: Ministers der geistlichen Angelegenheiten gehörte selbstverständlich Seitens des Kuratorii der Hospitäler zum Heiligen Geist und St. Georg ist uns die Mittheilung gemacht, daß es den auf an- auch zu den Gegnern der Feuerbestattung und äußerte sich in liegendem Situationsplane dargestellten Grundstückskomplex, befolgender Weise: stehend aus den Grundstücken Spandauerstr. 2 und 2a und Heiligegeistgaffe 10 und 11 im Gesammt Flächeninhalte von 3669 Quadratmetern zu veräußern gewillt sei. Der Magistrat ist der Ansicht, daß der Ankauf für städtische Zwecke wünschenswerth und ein Preis von 350 M. pro Quadrat meter angemessen sei. Die Stadtverordneten- Versammlung wolle daher beschließen: ( nun folgt die Ermächtigung zum Ankauf.) Der Magistrat verlangt also, weil er der Ansicht ist, daß der Ankauf für städtische Zwecke wünschenswerth und ein Preis von 350 M. pro Duadratmeter angemessen sei, daß die Stadt verordneten Versammlung den Betrag von 3669 X 350 = Der Gebrauch der Bestattung der Leichen zur Erde stimme mit den Gesetzen und Vorschriften sämmtlicher Ronfeffionen überein, und seien die Parochialsysteme dem entsprechend allenthalben mit Kirchhöfen eingerichtet. G handle sich hierbei um eine christliche Sitte, welche mit den religiösen Anschauungen im engsten Zusammenhange stehe. Die Bestattung zur Erde entspreche der Pietät, die das Christenthum für die irdischen Ueberreste der Ver ftorbenen hege; in eine solche Sitte ändernd einzugreifen, fei mindestens bedenklich. Die Annahme erscheine berechtigt, daß durch die Zulassung der Feuers bestattung eine Schädigung des christ lichen Glaubens, auf welchem die Bes stattung zur Erde beruhe, herbeigeführt werden würde. 1 284 150 M. auf den Ankauf dieser Grundstücke verwende. Für welche städtische Zwecke und aus welchen Gründen der Ankauf wünschenswerth ist, und auf welche thatsächlichen Ver hältnisse sich die vom Magistrat behauptete Angemessenheit des Das ist das Ausschlaggebende, gegen welches in unserem Preises stügt, davon steht in der Vorlage fein Wort, all dies christlichen Staate alle anderen Gründe zu verschwinden haben. bleibt der Prüfung der Stadtverordneten- Versammlung über- Es gehört eine große Naivität dazu, von diesem Staate zu erwarten, daß er einen Kulturfortschritt fördere, der die kirchliche laffen. Autorität schwäche und der Reaktion entgegentrete. Was thut nun diese Vertretung der Steuerzahler? In der Diskussion werden Zweifel über die Angemessenheit " des Preises sowohl als auch über die Verwendbarkeit der Grund- trieg. Zwei der in unserer Nachbarstadt erscheinenden Lokals In Charlottenburg tobt gegenwärtig ein grimmer Zeitungs stücke, die an engen Straßen liegen und deshalb nur in be- blättchen durchaus bürgerlicher Herkunft beschuldigen sich gegen schränktem Maße bebauungsfähig sind, laut, und es wird aus feitig, filberne Löffel gestohlen zu haben. Die Sache tam so: Das Diesen Erwägungen heraus der Antrag gestellt, die Vorlage durch Charlottenburger freisinnige" Blatt brachte einen Artikel: 3 einen Ausschuß vorberathen zu lassen; um feine Zeit zu verlieren, Kaiser Friedrichs Tode", an deffem Schluß daran erinnert wurde, soll der Ausschuß von dem Vorstand der Versammlung zusammen- daß sich im Jahre 1888 bereits in Charlottenburg ein Komitee gesetzt werden, damit die Angelegenheit in der nächsten Sizung gebildet habe, welches Gelder zur Errichtung eines Raifer erledigt werden kann. Friedrich- Dentmals gesammelt habe. Inzwischen aber habe das Eine ganze Anzahl Redner, darunter der Führer der so- komitee in süßem Nichtsthun verharrt und so sei die Frage am genannten Fraktion der Linken" einige Spötter nennen diesen Theil der Versammlung auch den Berg"-, vertheidigen den Platze: Wo ist dieses Komitee? Sollte sich dasselbe aber in das Plaße: Wo ist das gesammelte Geld geblieben? der Magdeburger Strajtammer auf, welches diefelbe in Sachen fung der Sache zu beschließen. Nichts da; der Antrag auf Konkurrenz und weist an der Hand von Aftenstücken nach, daß Das Reichsgericht hob das freisprechende Urtheil Antrag auf Ausschußberathung, indem sie auf die Ungeheuerlich- wefenlose Nichts verflüchtigen, dann sei die Frage erst recht am feit verweisen, eine so bedeutende Ausgabe ohne gründliche Prü Da kommt nun die würdige Gevatterin der„ freifinnigen" einer angeblichen Beleidigung des preußischen Offizierkorps zu Ausschußberathung wird abgelehnt, die Ferienlaune hat die braven Die Sache ganz anders gelegen hat und noch liegt. Ein Komitee Gunsten des Redakteurs der Magdeburger Boltsstimme", Dr. Zux, gefällt hatte. Es handelte sich um einen Artikel, der Stadtparlamentarier ergriffen, sie wollen die schönen Sommerabende für die Denkmals- Errichtung habe überhaupt nicht existirt. G die Bezeichnung trug: Flegel in Uniform" und hinsichtlich lieber bei Weißbier und Kümmel" verbringen als sich in Ausschuß- feien allerdings im Jahre 1888 mehrere Bürger" zusammen deffen der preußische Kriegsminister Strafantrag gestellt hatte. fibungen plagen. Die Aufhebung des Urtheils wird vom Reichsgericht wie folgt mals- nunmehr gegen den Magistratsantrag In der weiteren Berathung des Gegenstandes wird noch die Spike des Unternehmens stellen sollten. Dieses sogenannte getreten und hätten fünfzehn Herren gewählt, die sich an begründet: Wenn man dem Angeklagten auch zubilligen kann, -geltend ge- Komitee aber hatte weder Gelder gesammelt, noch solche erhalten. daß er berechtigt gewesen wäre, Nebelstände zur Besprechung zu macht, daß die Versammlung unmöglich eine Ausgabe von über Jetzt wird nun der Spieß umgedreht: An der Hand einer Notiz bringen, so ist doch zu sagen, daß er sich nicht auf die Mit- 4 Million Mark beschließen könne, ohne genau über alle ein- des freisinnigen" Blattes wird konstatirt, daß bei der Redaktion theilung des einzelnen Falles und deffen, Toas damit zusammen schlägigen Verhältnisse informirt zu sein, und daß es gegen jeden desselben f. 3. schon Gelder zum Denkmalsfonds eingegangen Gebrauch in der Versammlung sei, eine Vorlage ohne Ausschuß- feien. Nun wird dem damaligen Verleger des Blattes, bene hängt, beschränkt, sondern generalisirend allgemeine Vorwürfe berathung zu erledigen, wenn ein großer Theil der Mitglieder fegigen Stadtrath Rudolf Isaac, die Pistole auf die freifinnige gegen den Offiziersstand vorgebracht hat. -Wegen Beleidigung des Maschinenfabrikanten Michalt in erkläre, die Sache nicht als spruchreif ansehen zu können. Döhlen bei Dresden wurde der verantwortliche Redakteur der Bon den Anhängern der Vorlage nimmt Niemand mehr das Mannesbrust gesetzt mit der Anfrage: wo find die f. 3. bei der Redaktion eingegangenen Gelder geblieben? Sächs. Arb. 3tg." vom Amtsgericht zu 40 m. Strafe ver- Wort; die Diskussion ist geschlossen, man schreitet zur Abstimmung. Wie die Antwort auf diese Frage lauten und wie der ganze urtheilt. Es wird Berufung eingelegt. Die Beleidigung wurde In diesem Augenblick macht ein Mitglied der Versammlung Beitungsstreit überhaupt enden wird, kann uns gleichgiltig sein. in einem Artikel gefunden, in welchem die ungehörige Arbeits- namentliche Abstimmung zu beantragen; der Vorsteher weisi lönnen, wessen sich die braven Bourgeois für fähig halten. Daß gehört zu der liberalen Majorität den Versuch, Für uns ist es nur von Interesse, von Neuem fonstatiren au ordnung jenes Fabrikanten kritisirt war. -In Rabenau( Sachsen) waren seinerzeit der Tischler diesen Antrag, gestützt auf die Geschäftsordnung- namentliche fich bie edlen Seelen gegenseitig der Unterschlagung zeihen, ist Claus und Genossen wegen" groben Unfugs" unter Auflage ge- Abstimmung muß von zehn Mitgliedern beantragt werden etwas so Alltägliches, daß sich kaum noch Jemand darüber aufstellt worden, weil sie ein Flugblatt verbreitet hatten, in welchem zurück. In anderen parlamentarischen Körperschaften pflegt der regt. Gine nette Gesellschaft bas! vor dem Besuch von Lokalen gewarnt worden war, deren Wirthe Präsident in einem solchen Falle die Unterstüßungsfrage zu stellen; im Rathhaus besteht der Vorsteher der Stadtverordneten Das Amtsgericht den Arbeitern feindlich gegenüberstehen. Die Brandt'sche Erbschaft hat zahlreichen Personen in Tharandt sprach sie indes frei, da man seine Freunde sehr wohl auf seinem Schein und verlangt die Autographen derjenigen, Deutschland den Kopf verdreht und sie vielfach auch allerlei auffordern könne, bei dem oder jenem Wirth nicht zu verkehren, welche so vermessen sind, der Versammlung eine namentliche Ab- Schwindlern in die Hände geführt. Jest bringt der Reich gerade so wie man ganz unbeanstandet in vielen Beitungen lesen timmung zuzumuthen. Dies war im Moment nicht möglich, also Anzeiger" folgende Mittheilung, die hoffentlich endlich den frucht fönne: Rauft nicht bei Juden." Daß Jemand an der in dem soll so diktirt Herr Dr. Stryck- die Geschichte durch Hand- lofen Bemühungen um die holländische Erbschaft ein Ende machen Flugblatt enthaltenen und inkriminirten Aufforderung Anstoß ge- aufheben entschieden werden. Die Abstimmung erfolgt; das wird. Der„ Reichs- Anzeiger" schreibt: nommen oder sich durch dieselbe beunruhigt gefühlt hätte( Das Bureau zählt, ist jedoch zweifelhaft, ob die Mehrzahl ber an-" Der Nachlaß des im Jahre 1791 in Amsterdam ver Kriterium für die Verübung groben Unfugs), konnte durch die wesenden Stadtväter die Grundstücke anzukaufen beschlossen hat; storbenen Kaufmanns Johann Konrad Brandt bildet Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Gegen das Erkenntniß statt nun den Paragraphen der Geschäftsordnung, deffen genaue feit mehr als siebzig Jahren den Gegenstand von Anträgen und des Schöffengerichts legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. mortgetreue Kenntniß der Vorsteher einige Minuten vorher so Anfragen zahlreicher Bersonen, die durch amtliche Vermittelung Die Berufung ist aber nunmehr, wie die„ Sächs. Arb..3tg." mit- glänzend dargethan hatte, anzuwenden und die„ Gegenprobe" zu in den Besitz dieses Stachlasses ganz oder doch zur Hälfte ge theilt, zurückgezogen worden. Bemerkt fei, daß in dem Flug- machen, wurde eine nochmalige Abstimmung" vorgenommen. blatt die Lokale nicht namhaft gemacht waren. Diesem sanften Hippenstoß konnte entweder ein Theil der langen zu tönnen glauben. Durch die wiederholt und noch in - Die Mitglieder der Arbeitervereine Rend 3 burg- Versammlung, oder vielleich auch des Bureaus nicht widerstehen, daß der verstorbene Kaufmann Brandt in seinem am 28. Juli 179 neuester Zeit veranlaßten Ermittelungen ist festgestellt worden, Büdelsdorf wollten am Pfingstmontage eine gemeinschaft- denn nach der wiederholten Abstimmung erklärte der Borsteher, errichteten Testament für die eine Hälfte seines Nachlasses seine liche Landpartie mit Musikbegleitung unternehmen. Die Rends- daß nach Mittheilung der Beisitzer der Magistratsantrag nunmehr an Enkelin Eva Brandt, die in erster Ghe mit Adam Hahn und in burger Polizei verbot ihnen den Auszug, soweit das Stadtgebiet genommen sei. Ob der Ankauf perfekt wird, hängt davon ab, zweiter The mit dem Munizipalrath Gerrit van Meurs in in Frage fam; ebenso den gewöhnlichen Spaziergang in ge- ob nicht ein anderer Reflektant dem Kuratorium der Hofpitäler schlossenem Zuge, um dessen Genehmigung darauf eingekommen zum Heiligen Geist und St. Georg noch mehr zahlt, da der Ver- Amsterdam verheirathet war, und für die andere Hälfte worden war, und zwar erstens auf Grund der dänischen Sabbath- täufer keine ihn irgendwie bindende Verkaufsofferte gemacht und sie feine Urentelin Johanna Conradine Hahn zu Erbinnen ein ordnung, auf Grund deren alle öffentlichen Aufzüge" in der der Magistrat merkwürdiger Weise unterlassen hat, diese Forde bas Alter von 25 Jahren erreiche und das Augsburger Feiertagszeit untersagt sind und" ausnahmsweise Genehmigung rung zu stellen; in Privatgesprächen wurde übrigens unmittelbar Glaubensbekenntniß ablege. Würden diese Bedingungen nicht erfüllt nur dem Schleswiger Regierungspräsidenten zusteht; zweitens nach dem Beschlusse mitgetheilt, daß der Hospitalverwaltung be und dieser Fall ist durch ben im weil wegen der voraussichtlich bedeutenden Betheiligung"" Ruhe- reits günstigere Anerbietungen von anderer Seite gemacht feien. Wir haben für einen solchen in Hast und Eile gefaßten Be- Jahre 1792 erfolgten Tod der Johanna Conradine Hahn ein getreten 10 wurde auch von der Büdelsdorfer Polizei die Erlaubniß schluß kein Verständniß und finden, daß er mit der so warm und wandten seiner so sollte die zweite Hälfte des Nachlasses den Ver zur Abhaltung des Frühkonzerts nicht ertheilt, weil die maß oft gerühmten Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit in der Verwen- Enkelin Eva Brandt und von seiner Urentelin Johanna Con gebende behördliche Person, Herr v. Flänkner, nicht anwesend bung der städtischen Mittel, deren Aufbringung zum großen Theil radine Hahn, nach dem in Amsterdam geltenden Erbrecht seine jei. Das wurde den Veranstaltern der Partie am Pfingstfonntag schwer auf den Schultern der Unbemittelten lastet, in ärgstem Erben fein würden. Im Jahre 1798 hat der Munisipalrath mitgetheilt, an welchem Tage das vom 4. Juni datirte Schriftiderspruch steht; ob die Herren, welche gestern den Ankauf van Meurs, der Ehemann der Eva Brandt, die danach erb mig intraf. Spazieren find die Arbeiter aber doch gegangen wenn es sich um die Berwendung ihrer, privaten Mittel ge- burelung auffordern lassen und sich, nachdem diesem Zeis ohne weitere Prüfung beschlossen haben, dasselbe gethan hätten, berechtigten Berwandten des Erblassers durch öffentlichen Aufruf ftü haben sie sich nicht schlechter, als wenn der Spazier handelt haben würde, ist uns sehr zweifelhaft; jedenfalls aber hat use, soweit bekannt, Niemand Folge geleistet hatte, in den eine gang ein solcher mit hoher obrigkeitlicher Bewilligung gewesen bie Bürgerschaft die Pflicht, dafür zu sorgen, daß Männer, welche auf, for sveiten Dälfte des Nachlaſſes gefeßt, wozu er und feat wäre. Wegen Gotteslästerung wurden in Ralf zwei int so leichtherziger Weise das aus den Steuern aufgebrachte Ehefrau durch das Amsterdamer Gericht für berechtigt erklärt Arbeiter zu je 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Beim letzten Stiftungsfeste des sozialdemokratischen Bolts- wieder die Seffel des Stadtverordnetensaals zieren. vereins zu Wald hatte die Polizei den Gefang der Arbeitermarseillaise verboten. Es wurde Beschwerde bei der Düsseldorfer Regierung geführt, welche dann das Landrathsamt mit der ressort mäßigen Erledigung" der Sache beauftragte. Diese ressortmäßige Erledigung ist erfolgt, indem das Landrathsamt der Polizei zu Wald Recht gab. Der Verein fei ein politischer; Frauen, Schüler u. f. w. dürften deshalb an seinen Versammlungen(§ 8 Tokales. die Eheleute van Meurs auf Herausgabe dieser Erbschaftshälfte ge flagt haben, find, soweit ermittelt, sämmtlich und zwar meistens deshalb abgewiesen worden, weil sie ihre Verwandtschaft mit dem Erblaffer nicht oder doch nicht in der von den Gerichten vers langten unzweifelhajten Weise nachzuweisen vermocht haben. Auch hat ein namhafter niederländischer Jurist sich schon im Jahre 1829 in einem von ihm erforderten Gutachten dahin aus Der Herr Geheime Regierungsrath Kunze ist aus der Versentung, in welcher er zu Nuß und Frommen seiner Mit- verwandten des Grblaffers als verjährt zu betrachten find. De *) Die Gedichte sind im Verlage von Gottlieb Hartbürger für einige Zeit verschwunden war, urplöglich wieder auf- überdies die Vermögensverhältnisse der Rechtsnachfolger der mann in Staßfurt, Heckerstr. 9, erschienen und der Ertrag getaucht. Als Mittwoch Vormittag mit dem Abbruch der Häufer van Meurs'fchen Eheleute keineswegs günstig sein sollen, so be derselben ist zum Besten der armen Familien der Meineidigen an der Schloßfreiheit begonnen wurde, hatte„ man" eine fleine fprechen gerichtliche Schritte auch schon aus diesem Grunde feine Festlichkeit arrangirt. Musit war zur Stelle der Herr Geheime Erfolg. Unter diesen Umständen werden, wie wir hören, das bestimmt. Auswärtige Amt und die niederländische Regierung Eingaben in beschäftigt. Ob nun ein Fehler an dem zu diesem Zwecke an- 1 dieser Angelegenheit nicht mehr beantworten. " " Morrow Ueber einen versuchten Raub bei einem in Lanke in der gebrachten Gerüst vorhanden oder ein Fehltritt der Grund war, Sommerfrische lebenden Berliner Bankier wird der„ Biesenthaler Polizei und Bürger. Wir haben seiner Beit berichtet, mit einem markerschütternden Schrei aus der Höhe des dritten wurde Herr Bankier Stern durch ein Geräusch wach und klingelte furz, einer der Puzer stürzte um die angegebene Zeit plöglich Post" amtlich mitgetheilt: Gegen 1/22 Uhr Nachts am Sonntag daß unser Genosse P. Jahn, weil er ein polizeiliche Vor Stockes herab auf den gepflasterten Hof. Bei dem Fall hatte sofort nach dem Diener. Derfelbe eilte herbei, man leuchtete die ladung zum Bußtag, sowie den darauf folgenden Sonnabend sich der Unglückliche schwere Verlegungen zugezogen. Er wurde Räume ab, fand aber anfänglich nichts Berdächtiges. Als der nicht Folge leisten konnte, am Montag, 16. Mai, früh Morgens mit gebrochenem Bein und ausgefallenem Arm aufgehoben und Diener Morrow fich jedoch dem Wandschrank näherte, dessen 5 Uhr von zwei Polizisten in Zivil aus dem Bette geholt und zunächst in eine der dort befindlichen Wohnungen geschafft, wo Thür ein wenig offen stand, sprang ihm aus demselben nach dem Polizeibureau gebracht wurde, um dort, nach Fest- ihm die erste ärztliche Hilfe zu Theil wurde. Der Berunglückte ein Mann ftellung feiner Berfonalien, fofort wieder entlassen zu werden. ist ein älterer Mann und soll verheirathet und Familienvater sein. gegenwart, den Burschen in den Schrank zurück zu stoßen und hatte so viel Geistesa Wir fanden damals dieses Vorgehen der Polizei als von wenig Rücksichtnahme auf die bürgerlichen Interessen" zeugend. Einen die Thür abzuschließen. Jetzt wurde Lärm geschlagen, Herr Der Prozeß gegen Kamien und Genoffen wird, wie wir Stern holte seinen Revolver, inzwischen war auch der Jagds unbescholtenen Mann, der seit langen Jahren hier wohnt und foeben erfahren, am 1. Juli vor dem Reichsgerichte stattfinden. aufseher Herr Born herbeigeeilt, man öffnete den Schrank, fesselte von dem die Polizei nichts weiter will, als seine Personalien fest- Nachrichten, welche zuerst einen früheren Termin nannten und den Strolch, der angesichts der Waffen und Uebermacht keinen stellen, um 5 Uhr früh durch zwei Polizisten aus dem Bette holen dann wieder die Verhandlung bis über den 15. Juli hinaus ver- Widerstand leistete, und brachte ihn zum Gutsvorsteher Herrn und dann auf dem Bureau bis 8 Uhr warten zu lassen, schoben worden sein ließen, waren lediglich Erfindungen eines Finsterwalder. dazu schien uns tein Anlaß vorzuliegen. Der Einbrecher gab an, in Bernau in Diensten zu Wie wir hiesigen Berichterstatters. Die Anklage richtet sich gegen die drei stehen, er will eine Vergnügungstour" nach Lante unternommen jezt mittheilen können, haben wir uns auch in diesem Berliner und mehrere auswärtige( westdeutsche) Anarchisten. Die und am Nachmittag die Bekanntschaft einer Dienstmagd des Herrn Falle wieder über die Grenzen der bürgerlichen Freiheit gegen- fieben ursprünglich mit verhafteten, später freigelassenen Berliner Stern gemacht haben. Dieselbe hätte mit ihm ein Rendezvous im über der polizeilichen Allgewalt getäuscht. Herrn Jahn ist näm- befinden sich jezt überhaupt außer Strafverfolgung und werden Schloffe vereinbart. Der Abenteurer wurde bald Lügen gestraft. lich auf seine bezügliche Beschwerde von dem Polizeipräsidium sich nicht, wie die erwähnte Korrespondenz angab, vor der Ber- Der Militärpaß, welchen er bei sich führte, lautete auf den Namen der Bescheid geworden, daß dieselbe nicht für begründet habe liner Straffammer zu verantworten haben. Die Bertheidigung Otto Noffte, aus Wittlec, Kreis Stolp, gebürtig, der am 30. April erachtet werden können". Der Umstand, daß Jahn der zwei führt Herr Rechtsanwalt Wreschner. Mal ergangenen Vorladung nicht" Folge geleistet", laffe die von der 1. Kompagnie des in Kulm in Westpreußen garnisonirenden zwangsweise Vorführung, und der weitere Umstand, daß HandJägerbataillons Nr. 2 entlassen worden ist. Auch die Baarschaft Durch das von dem eigenen Vater geführte Fuhrwerk im Betrage von 40 Pfennig, ebenso eine Karte der Umgegend werker größtentheils schon um 6 Uhr Morgens auf Arbeit zu wurde Donnerstag Nachmittag gegen 5 Uhr der Sjährige Sohn von Berlin wurden ihm abgenommen, alsdann schaffte man ihn gehen pflegen", die Zwangssistirung bereits um 51/2 Uhr Morgens des in der Kaiser Friedrichstraße wohnenden Handelsmannsins Amtsgefängniß, vor dessen Thür ein bewaffneter Nachtdurchaus gerechtfertigt erscheinen. Allerhand Hochachtung vor Wagner überfahren. Zur angegebenen Beit spielte der Knabe wächter postirt wurde. Noffte erbrach die Thür, welche zum diefer polizeilichen Weisheit. Also, weil Handwerker ihr Tage- mit mehreren Kameraden auf dem Fahrdamm der genannten Borraum des Gefängnisses führt, und hier gelang es ihm, auf wert früher beginnen müssen als Börsenjobber und ähnliche Straße und lief bei dem Versuche, einen anderen Jungen zu er bisher unaufgeklärte Weise dem Nachtwächter ein Schnippchen nügliche Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, deshalb hat die haschen, gegen das Pferd des sich gerade in gemäßigter Schnellig zu schlagen und zu entfliehen. Ein sogenanntes Glafermesser, ein Polizei das Recht, sie schon beim Morgengrauen aus dem feit heranbewegende Fuhrwerk seines Vaters und stürzte zu Boden. Brecheisen und einen Stechbeutel hatte der Verbrecher am Thatorte Bette zu holen. Da sage noch einer, daß Preußen kein moderner Obwohl der Handelsmann W. das Gespann sofort zurückriß, zurückgelaffen. Den Militärpaß hatte der Ausreißer wieder an Rechtsstaat ist. gelang es ihm doch nicht das Gefährt rechtzeitig zum Stehen zu fich genommen. Auf Festnahme des Flüchtlings sind 300 Mark bringen und das rechte Vorderrad des Wagens ging dem Kleinen Belohnung ausgesetzt. über beide Beine hinweg. Während der Vater, welchem an dem Unglück durchaus teine Schuld trifft, besinnungslos vom Kutscherbock fiel und durch Passanten nach seiner Wohnung gebracht wurde, mußte der Sohn, der einen Bruch des rechten Oberschenkels und Quetschung des linken Oberschenkels erlitten, nach dem städtischen Krankenhause überführt werden. Studentisches. Bekanntlich ist der zeitige Rektor der Unifität sehr um das Zustandekommen eines studentischen Ausschusses bemüht. Da aber infolge der Nichtbetheiligung fast sämmtlicher Korporationen der Ausschuß voraussichtlich nicht das Licht der Welt erblicken wird, wurde seitens eines Romitee's unabhängiger Studenten auf Donnerstag Mittag 12 Uhr eine Versammlung zu einer Besprechung über die Aufgaben des Ausschusses und die Organisation der Wahlbetheiligung einberufen. Von welchem Mit schweren, durch Schläge verursachten Verlegungen Geifte diese unabhängigen Studenten" beseelt sind, geht daraus am Kopf wurde vorgestern Nachmittag ein 7jähriger Knabe in hervor, daß seitens des vom Romitee gestellten Referenten als das Paul Gerhard Stift in der Müllerstraße eingeliefert. Der eins der Hauptziele des neuen Ausschusses betont wurde, daß kleine Sohn des in der Eichhornstraße in Reinickendorf wohnenden derselbe berufen sei, auf Grund des§ 11 des Preßgefeßes den Maurers Kluge war an diesem Tage mit einem um drei Jahre groben Uuwahrheiten der sozialdemokratischen Presse entgegenzu- älteren Spieltameraden in Streit gerathen, im Verlaufe dessen treten, die die Studenten als berufsmäßige Nichtsthuer hinftelle. der größere Junge ein Brett von einem Zaun herunterriß und Daß im übrigen von fast allen Rednern die Erhaltung des mit dieser Waffe, in der sich noch ein langer Nagel befand, seinem Deutschthums, Königsthums und Christenthums gepredigt und Gegner wiederholt auf den Kopf schlug, bis der kleine R., über zur Pflege nationaler Gesinnung aufgefordert wurde, bedarf bei und über mit Blut bedeckt, besinnungslos am Boden lag. Ein dem Geiste, der die heutige Studentschaft zum großen Theile hinzugezogener Heilgehilfe konnte dem Gemißhandelten, dem die noch beseelt, feiner besonderen Erwähnung. Bemerkt sei noch, Kopfhaut mehrfach zerrissen war, nur einen Nothverband anlegen daß die Versammlung ein Komitee von fünf Mitgliedern wählte, und die Ueberführung des Berlegten nach obigem Krankenhause das mit dem Rektor in Unterhandlung treten foll. Wir glauben veranlassen, während der jugendliche Rowdy nach dem Amts aber auch jezt noch, daß ein Ausschuß überhaupt nicht zu Stande bureau fistirt wurde. tommt oder aber dem Untergange bereits vor seiner Geburt geweiht ist. Da es bei der Giltigkeit der Fahrkarten für verschiedene Bahnwege vorkommen fann, daß das Gepäct auf einem anderen Berliner Bahnhof eintrifft, als der Reisende, hat die Eisenbahnverwaltung, um die Reifenden so schnell als möglich in den Besitz ihres nach Berlin bestimmten Gepäcks zu sehen, bei der Gepäck- Abfertigungsstelle auf dem Bahnhof Friedrichstraße eine Zentralmelde stelle eingerichtet, an welche von allen Berliner Bahnhöfen fehlende bez. üöerzählige Gepäckstücke gemeldet werden. Bei vorkommenden Unregelmäßigkeiten wird deshalb das Publikum an dieser Stelle die sicherste Auskunft erhalten können. Die Anfragen können durch jede hiesige Gepäck Abfertigungsstelle erfolgen, da diese verpflichtet sind, dieselben an bie Bentralftelle weiterzuleiten. Möbelpolirer im Thiergarten, nahe dem Denkmal König Friedrich Polizeibericht. Am 16. d. M. Morgens brachte sich ein Wilhelms III., mittelst Pistols einen Schuß in die Schlafe bei und wurde nach der Charitee gebracht. Mittags wurde ein früherer Schankwirth in seiner Wohnung, in der Greifswalderwurde Abends ein 7jähriger Knabe von einem Bostwagen über straße, erhängt vorgefunden. Vor dem Hause Taubenstr. 36 fahren und erlitt mehrere Rippenbrüche, so daß er nach der Universitätsklinit gebracht werden mußte. Gerichts- Beifung. Der AmtsWas heißt sofort"? Wegen Bergehens gegen das Vereinsgesetz batte sich am Freitag der Reichstags- Abgeordnete Rechtsanwalt Arthur Stadthagen vor dem Amtsgericht zu Rixdorf zu verantworten. Am 4. Juli 1891 fand in Rixdorf eine öffentliche Bersammlung statt, in der der Angeklagte einen Vortrag hielt. Nach Schluß desselben wurde so lauter Beifall Von einem Herzschlag getroffen wurde gestern in der gespendet, daß der Gendarm die Versammlung wegen zu Pferdebahn die 25 jährige Gattin eines in der Boyenstraße lauten Beifalls auflöst e. Angeklagter befand sich Neue Pferdebahnlinie! Der Bau der Pferdebahnlinie wohnenden Graveurs. Die junge Frau hatte nach der Charitee mit dem Bureau der Versammlung auf dem der Eingangsthür Gesundbrunnen( Badstraße)-Pankow im Anschluß der Linien fahren wollen, um ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Den entgegengesetzten Podium, blieb zunächst fißen, ordnete die von ihm Gesundbrunnen nach Kreuzberg, Weidendamer Brücke und Char- Fahrgästen war zwar der leidende Zustand der Frau sofort auf- während des Vortrages gebrauchten Papiere und Broschüren, lottenburg ist nunmehr gesichert, nachdem sich die Pankower Ge- gefallen, aber erst an der Endstation an der Weidendammer nahm langfam Hut und Stock und begab sich, als der Saal halb meinde bereit erklärt hat, die Kosten für die Legung der Geleise Brücke erkannte man, daß die junge Frau während der Fahrt geleert war, vom Podium herab. Jm Saal mußte er noch auf Banfower Gebiet, ca. 40 000 m., selbst aufzubringen. Seitens verschieden war. Man brachte sie in die Portierloge des Hauses mehrere Minuten verweilen, weil die große Menge nicht sofort der Pankower Grundbesitzer find jetzt bereits zum Zwecke des Nr. 134 der Friedrichstraße und ein zufällig anwesender Arzt den Gaal leeren konnte. Die Gendarmen gaben zu, daß die EntPferdebahnbaues 15 000 m. gezeichnet und hoffte man die noch fiellte sofort wiederbelebungsversuche an, die aber erfolglos leerung des Saales mehr als 6 Minuten erfordere, und daß der fehlenden 25 000 m. durch weitere Zeichnungen, sowie durch waren. Durch einen Kellner d- r in demselben Hause befindlichen Angeklagte sich nach etwa 3 Minuten vom Podium herabbegeben Veranstaltungen von Vergnügungen in turzer Zeit aufzutreiben. Restauration wurden die Personalien der Todten festgestellt. habe. Sie bestritten aber, daß der Angeklagte fofort Durch das thatkräftige Eingreifen mehrerer Frauen ruft sich auf diejenigen, die damals das Bureau ge feine Stripturen aufammengelegt habe. Angeklagter be= ist am Donnerstag ein gefährlicher Kinderfreund dingfest gemacht bildet zur Bestätigung seiner Angaben, hält aber jede worden. Gegen 11 Uhr Vormittags bemerkte eine den Treppen Beweiserhebung für überflüssig, da gang des Hauses Fürstenbergerstr. 4 passirende Frau einen jungen, Ermessen anheimzustellen sei, wann er das Podium verlassen es lediglich seinem etwa 20jährigen Menschen, der, ein weinendes 4jähriges Mädchen wolle. Da er noch im Saale mehrere Minuten habe warten auf den Armen haltend, auf dem Absatz der ersten halben Etage müssen, könne von einem Vergehen gegen das Gesetz nicht die stand und bemüht war, das Kind durch Ueberreichung von Rede sein. Erheblich sei überdies, daß seines Erachtens die AufBonbons zu beruhigen. Da der Beobachterin dieser Szene der lösung der Versammlung jedes Grundes entbehrte. Fremde verdächtig vorkam, benachrichtigte sie noch drei Nachbarinnen anwalt beantragte 15 W. als niedrigfte Strafe. Das Gericht von ihren Bemerkungen, und die vier Frauen begaben sich nun beschloß, das damalige Bureau als Zeugen darüber zu laden, ob gemeinschaftlich die Treppen hinunter; diefelben famen gerade Angeklagter sofort Veranstaltungen, sich zu entfernen, getroffen noch rechtzeitig, um ein nichtswürdiges Verbrechen zu verhindern. habe und vertagte deshalb die Sache. Der überraschte Thäter suchte nun die Flucht zu ergreifen, wurde aber von den Hinzugekommenen troß seiner heftigen Gegenwehr Von einer besonderen Erfindungsgabe zeugte der Ueber die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Ber so lange festgehalten, bis ein herbeigerufener Schußmann erschien Betrug, der dem Steinfeger Paul Peters zur Last gelegt liner Hausbiener giebt eine Statistik Auskunft, welche sich auf und den Burschen dingfest machte. Auf der Polizeiwache in der wurde, welcher gestern vor der dritten Straffammer des Land410 organifirte Hausdiener erstreckt. Diefelbe ist von dem Unter- Straußbergerstraße, wohin der Verbrecher gebracht, wurde er als gerichts I stand. Als am Nachmittage des 10. Uktober der ftügungsbund der Hausdiener Berlins im Oftober 1891 auf ein ftellungsloser Monteur Harms rekognoszirt. Kolonialwaaren- Händler Schulz in seinem Laden stand, trat ein genommen worden und bildet eine Hinterlassenschaft desselben, fremder Mann hinein, der das Anliegen an ihn richtete, ihm da der Bund aufgelöst wurde. Die Statistit weist für die in Ueber den Raubmordversuch, den ein Bäckergehilfe in doch 7 M. 50 P1. zu borgen. Der Fremde zeigte dabei auf einen Wochenlohn stehenden Hausdiener einen Durchschnittslohn von Friedenau gegen seinen Meister unternommen hat, haben wir vor der Thür stehenden Mann, welcher einen Verband um den 18 M. 30 Pf. auf. Die Lohnfäge bewegen sich zwischen 10 M. bereits berichtet. Die Verlegungen des Ueberfallenen haben sich Kopf trug und, sich schwer auf eine Ramme stützend, den Eindruck und 22 M. 50 Pf. pro Woche. Der monatlich gezahlte Lohn als wenig gefährlich herausgestellt, der Gehilfe ist in das Unter- machte, als tönne er sich taum auf den Beinen halten. Der Beohne Kost und Wohnung bewegt sich zwischen 60 M. suchungsgefängniß in Moabit eingeliefert worden, wo ihm der sucher gab an, daß er der Steinfegmeister Nolte sei. Jener und 100 M., mit Kost oder Wohnung awischen Prozeß gemacht werden wird. Mann habe bei ihm gearbeitet und 30 M. und 75 M., mit Roft und Wohnung zwischen Der Bericht der Kriminalpolizei, welcher den hiesigen er wolle denselben nun ablohnen und per Droschte nach sei verunglückt, 40 M. und 45 M. Auch ein Stundenlohn ist zu ver- Beitungen zugegangen ist, enthält auch den Bafsus, daß der Ge- einem Krankenhause schaffen. Zu seinem Bedauern habe er zeichnen und zwar von 30 Pf. bei neunstündiger Arbeitszeit. hilfe 5 Tage vor dem Ueberfall von seinem Meister in der be- nur wenige Groschen bei sich, er müsse deshalb das Mitleid und Die tägliche Arbeitszeit bewegt sich zwischen 9 und 17 Stunden kannten Herberge zur Heimath, Oranienstraße 105, angenommen das Vertrauen eines Fremden anrufen, da er in der Nähe keine und beträgt im Durchschnitt mehr als 11/2 Stunden. Kündigungs- worden ist! Also wiederum in der Herberge zur Heimath, in Bekannte habe. Der Kaufmann lehnte es ab, das Geld herzuDie geben, worauf der Besucher eine Geschäftstarte mit dem Namen 410 Hausdiener überhaupt nicht; im anderen Falle überwog die Polizei hat wirklich alle Ursache, dieſem christlichen Unternehmen des Steinfegmeisters Nolte abgab und sich erbot, die Ramnre, achttägige Kündigungsfrist die vierzehntägige um fast das ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, es scheint sich dasselbe welche der Verunglückte bei sich führte, als Pfand zu lassen. Doppelte. Etwa ein Drittel der Befragten ist noch außer der zu einem Stelldichein für Verbrecher und solche, die es werden Endlich ließ der Kaufmann sich erweichen, er gab das Geld. Geschäftszeit zu arbeiten genöthigt und zwar ohne bestimmte Zeit wollen, ausgewachsen zu haben. Und dabei giebt's in dem Lokale Da die Ramme nicht abgeholt wurde, schrieb der Kaufmann Dauer, zwei Drittel auch des Sonntags. Die Arbeitslosigkeit ist ein Singen und Beten, daß man glauben sollte, man sei unter an Nolte und erfuhr dann, daß er einem raffinirten Betruge zum auch in diesem Berufe eine erschreckende, doch laffen sich lauter Engeln, welche sich nur noch mit den Segnungen des Opfer gefallen. Der Mann, der das Geld erschwindelte, ist in der statistische Zahlen hierüber nicht schaffen. Dieser immerhin noch Jenseits zu beschäftigen wissen. Person des bereits vielfach vorbestraften Angeklagten er unvollkommenen Statistit soll eine weitere folgen. Auch soll Natürlich ist das Liederplärren und das Augenverdrehen mittelt worden, dagegen hat man den verbundenen Helfershelfer der Versuch gemacht werden, die nichtorganisirten Hausdiener nur etwas, was auf der Bühne" aufgeführt wird, hinter den nicht ausfindig machen können. Peters hatte sich dann noch hierzu heranzuziehen. Koulissen sieht es ganz anders aus. Da regiert der Gummi- eines anderen Betruges schuldig gemacht, welcher gleich mit aur schlauch, und bei der schäumenden Weißen werden Pläne aus- Aburtheilung gelangte. Er hatte von Pankow bis Berlin die geheckt, welche die Bewohner Berlins mit Angst und Schrecken zweite Klasse des Borortszuges benutt, obgleich er nur einen erfüllen. Es besteht kein Zweifel mehr: die Herberge zur Heimath Fahrschein dritter Klasse gelöst. In Betreff des ersten Betruges hat allgemach jedes gute Renommee eingebüßt. Wir haben uns legte Peters sich aufs Leugnen, er wollte das Opfer eines ehr des Defteren mit diesem famosen Institut beschäftigen müssen, losen" Menschen geworden sein, jenes Mannes, der anscheinend die Klagen, welche uns über die Angestellten desselben zugegangen schwer verlegt vor der Thüre stand. Der Gerichtshof hatte für find, wollten schier kein Ende nehmen. Diese Ausrede nur ein Lächeln. Es stellte sich heraus, daß die Nach dem neuesten Vorkommniß in Friedenau werden die verfekte Ramme einem anderen Meister gestohlen war. Opfer der Arbeit. Vom Dache gestürzt und auf der Stelle getödtet wurde am Mittwoch Abend der Dachdecker Feller. Der Arbeitgeber ihre Arbeiter wohl nicht mehr so oft aus der Herberge Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Buchthausfelbe war auf dem Dache des Hauses Adalbertstr. 72 mit Repa- ur Heimath" beziehen", da die dort zur Verfügung stehenden strafe von 1 Jahr 4 Monaten, Jahre Ehrverlust Arbeitskräfte nicht zu den Zuverlässigsten sich rechnen dürfen. und 300 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof billigte dem Angeklagten raturen beschäftigt, als er, wohl vom Schwindel übermannt, ben mit Biebelsprüchen, frommem Gesang und noch frömmeren Pre- noch einmal mildernde Umstande zu und erkannte auf neun Halt verlor und in den Hof hinabstürzte; im Fallen schlug er noch auf das Dach eines Anbaues auf. Der Tod trat sogleich bigten läßt sich eben heut zu Tage Nichts mehr erreichen. Die Monate Gefängniß und ein Jahr Ehrverlust. ein; der aus der Sanitätswache in der Adalbertstraße herbei der Meinung war, daß sie ihren alten Einfluß auf die Massen Theologie ist am Ende ihrer Kenntnisse angelangt, und wenn sie Eine für den öffentlichen Verkehr wichtige Verhand geholte Heilgehilfe Herr Heise, sowie ein später noch hinzugezogener Arzt, Herr Dr. Hoffmann, vermochten nur das Ableben zurückgewinnen würde, indem sie in die vielgerühmte soziale lung fand gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I Reform" hineinpfuschte, so ist sie gründlich enttäuscht worden. statt. Der Fuhrherr Fris Pause stand im Dezember v. J. vor bos Unglücklichen zu konstatiren, welches durch Schädelbruch er- Ginen wirklichen Einfluß auf die Massen hat nur noch die der Straffammer des Landgerichts II unter der Beschuldigung, folgt war. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft. Gozialdemokratie, welche die heut bestehende Gesellschaftsordnung durch Fahrlässigkeit einen Eisenbahn- Transport, und zwar eine Dampf- Straßenbahn, gefährdet zu haben. Durch die Beweisaufnahme freute sich, wieder Arbeit zu finden. Er fand sie und mit ihr| twa 40 Jahre alt; er war lange Zeit arbeitslos gewesen und nicht blos fliden, sondern von Grund aus umgestalten will. wurde festgestellt, daß der Angeklagte am Nachmittage des Auf der Straße todt zusammengebrochen ist Donnerstag 19. August v. J. feinen mit zwei Pferden bespannten Arbeitswagen Vormittag um 11 Uhr eine Frau, welche einem von der Weiden- vor einem Hause in der Golzstraße unbeaufsichtigt hatte stehen Um Freitag Vormittag gegen 11 Uhr erlitt auf dem Grund- dammer Brücke abfahrenden Wagen der Pferde Eisenbahn nach- laffen, während er ein Schantlofal besuchte. Bald darauf fuhr flücke Hagelsbergerstr. 6 ein Buber einen lebensgefährlichen Sturz. lief. Als sie diefen erreicht hatte, fiel fie plöglich um und ein Dampfwagen der Strecke Nollendorf- Play- Steglig durch die Das auf dem Grundstücke befindliche Gebäude hat mehrere Höfe war todt. Die Leiche wurde dem Schauhause zugeführt, da die Straße, das Geräusch der Maschine machte die Pferde schen und und auf dem zweiten derselben waren Leute mit dem Abpuzen Persönlichkeit der Berstorbenen nicht festgestellt werden konnte. I da die letteren weder abgefträngt, noch sonst irgend welche Hemme Bengen eines Vorgangs an der Roppenstraße, der sich am 28. Mai, Nachmittags 42 Uhr, ereignete und bei welchem an geblich ein Kriminalschuhmann einen Sistirten, der in Krämpfen niederfiel, mißhandelte und einen Passanten, der seine Entrüstung barüber äußerte, verhaftete, werden ersucht, sich MünchebergerStraße 21, v. 4 r. lints, zu melden. den Tod. Der Sonnabend in folgenden Zahlstellen: 1. bei Thalmann, Wafferthorstr. 22, part.; am 20. = Literarisches. B Die Männer der Kommune X. Miot. " Großgrund Zum Partei- Vom Zur Entstehung der Zum Berichte der österreichischen FabrikGewerkschaftliches.- Von der Bewegung. vorrichtungen angebracht waren, so gingen sie durch. Sie machten| 8% Uhr, bei Schlüter, Kleine Markusfir. 10: Generalversammlung. Stichwahl| Paares stattfinden. Alles war fertig, das Hochzeitsmahl her einen Seitensprung und rannten die Deichfel gegen den Dampf- und Wahl der gesammten Ortsverwaltung. teffel des Dampfwagens. Der Kefsel hielt den Anprall aus, die Arbeiter und Arbeiterinnen Berline and Angeboten Standesamt in Begleitung der Hochzeitsgäste zu thun. Bein Vereinigung fämmtlicher der Papierindustrie beschäftigten gerichtet, und das Brautpaar schickte sich an, den Gang auf das Pferde wurden angehalten und weiteres Unglück verhütet. Der 19. Junt, Vormittags 8 Uhr: Besichtigung der Deutschen Sutfabrit", Austritt aus dem Wohnzimmer blieb zufällig die Braut am Staatsanwalt hatte damals gegen den Angeklagten sechs Pappel- Alee 3-4. Die Maschinen werden durch Dampftrast in Betrieb gefest, Thürhaken hängen und riß ein gewaltiges Dreieck in ihr Hochweshalb die Besichtigung auch so frühzeitig fefigesezt ist, da nach 10 Uhr die Wochen Gefängniß beantragt, der Gerichtshof aber ein frei- maschine nicht mehr durch Dampf getrieben werden fönnen. Treffpunkt zur zeitskleid. Alles war bestürzt über das schlimme Vorzeichen. sprechendes Erkenntniß gefällt. Das Urtheil wurde damit be- oben angegebenen Beit im Lokale von Kruse, Pappel- Allee 3-4. Die Auf Nothdürftig wurde der Riß zugenäht, als aber beim Eintritt in gründet, daß der Zusammenstoß auch hätte geschehen können, nahme neuer Mitglieder, sowie die Ausgabe der„ Gleichheit" erfolgt jeden das Zimmer des Standesbeamten der gleiche Unfall vorkam und wenn der Angeklagte die Pferde abgefträngt und die Hemmtette 2. bet berichleb, abalbertfit. 3. bet gem, llte Satobill. 69; bet pente, die Braut wieder an einem Nagel hängen blieb, war kein angelegt hätte, denn die Pferde hätten trotzdem einen Seiten Blumenftr. 88; 5. bei Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. Die Bahlstellen find Halten mehr. Die Braut weigerte sich entschieden, die Hochzeit sprung machen können, wie sie es gethan. Auch das Hinstellen geöffnet Abends von 7% bis 9% Uhr. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei unterblieb. Hente, Blumenstraße 38. Geschäftsstunden: Abends von 8 bis 9 Uhr, Sonntags eines Menschen zur Beaufsichtigung des Fuhrwerts hätte unter Bormittags von 10 bis 11 Uhr. Umständen nichts nügen können, z. B. wenn der Mann nicht ge= Fachverein der Tischler. Außerordentliche General Versammlung rade vor den Thieren stand, als der Dampfwagen fich nahte. Die Zahlstellen befinden sich in den folgenden Sofalen: 1. Friedrichs Junt cr., Abends 8% Uhr, bei Norbert, Beuthstraße 22. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Fahrlässigkeit des bergerstraße 25, bei Schmidt, 2. Staligerstraße 107 bet Kunst Angeklagten und dem Zusammenstoß sei daher nicht nach- mann, 3. Belleallianceplay 6 bei Hilscher, 4. Schwedterstr. 44 bei Thierbach, gewiesen. Gegen dies Urtheil legte der Staatsanwalt mit Er- 5. Schleiermacher- und Gneisenaustraßen- Ecke bet Scheuer, 6. Steinmeßftr. 57 Berliner Volks Tribüne, Sozialpolitisches Wochenblatt. bei 8. Lübeckerstraße 41 Matthias, folg Revision ein, denn das Reichsgericht wies die Sache zur 9. Breslauerstraße 27 bet Tempel, 10. Rirport, str. 7, bet athi Vierteljahr 1 M. 50 Pf., monatlich 50 Pf. Inhalt der Numnochmaligen Verhandlung an das hiesige Landgericht I zurück. 11. Fennftr. 5 bet Krüger, 12. Görliger- und Gorauerstraßen- Ede, 13. Beißen- mer 25 vom 18. Juni 1892: Aus der Woche. Der Angeklagte habe direkt gegen die Polizeiverordnung vom fee: Bölter- und Charlottenstraßen- Ecke bei klebs, 14. Evescom- u. Dieden: besitz I. hofenerstraßen- Ecke bei E. Schmidt, 15. Walter, Badstraße Nr. 23. Der - Aus England. 7. April 1867 verstoßen, wonach es verboten ist, Fuhrwerke ohne Arbeitsnachweis befindet sich Wallstraße 7-8 und ist von 8 Uhr morgens bis tag der österreichischen Genossen. I. die üblichen Sicherheitsmaßregeln angewendet zu haben, unbeauf- 7 Uhr abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12-3 Uhr, geöffnet. Schlachtfelde. Gedicht. Novelle. Unterricht oder Erziehung.( Schluß.) fichtigt auf der Straße stehen zu lassen. Das Nahen eines Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8-10% Uhr. SüdDer englische Arbeiter im Mittelalter. Dampfwagens könnte als ein Zufall nicht angesehen werden, Schule, Sagels bergerfir. 43: Unterricht in Deutsch( unt.); Süd- Ostrechnete der Angeklagte nicht mit diesem Umstande, so habe er ute, Steichen bergerftr. 133: Unterricht in Buchführung; st: Schule, Moralstatistit. II. damit auch die ihm obliegende pflichtgemäße Sorgfalt außer Acht Nr. 179a: Rein Unterricht. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme Mathematit Martusstr. 31: Unterricht in Deutsch( unt.); Nordschule, Müllerstraße inspektoren. gelaffen. und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Ver Unter dem Druck dieser vom Reichsgericht geltend gemachten des Semesters, eintreten. Gründe mußte die dritte Strafkammer den Angeklagten ver- Modele on Rue Montmatre und Stute Etienne Martel, Gin dem Inhalt heben wir hervor: Der Prozeß Polfe. Deutscher sozialdemokratischer Leseklub in Paris.„ Cafe de la lag) ist soeben das 38. Heft des 10. Jahrgangs erschienen. Aus - Der urtheilen. Das Urtheil lautete auf eine Woche Gegang Rue Etienne Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche Versammlung; Befähigungsnachweis in Desterreich. Zwei historische Dramen fängniß. reiche Bibliother, Beitungen, deutscher Unterricht. Der deutsche Arbeiter, der von Theodor Curti. Von Ed. Bernstein. Die Kontrollmarke. fremd nach Paris tommt, findet hier einen Anlehnungspunkt, Rath und Be- Kritik der angeblichen Wirksamkeit. Von Max Pfund.- Literarische lehrung. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends Rundschau. Feuilleton: Die Lessing- Legende. Eine Rettung 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rir von Franz Mehring.( Fortsetzung.) dorf, Hermann- und Knesebeckstr.- Ecke bei Beyerle. 2yrania, Landsbergerstraße 31 bet Mufehold. Sanges: Echo, Naunynstraße 86, bei gubeil. Wir erhalten soeben Hest 12 des Lieferungswertes:„ Die Freundschaft 2, Friedenstraße Nr. 48 bei Tolltühn. Glud zu, bei Snebel, Badstraße 58( Gesundbrunnen). Phönir. Bülowstraße 65 bei Deutsche Revolution, Geschichte der deutschen Bewegung von Teltow in Teltow, Schwarzer Adler. Esmeralda, Königs: 1843 und 1849" von Wilhelm Blos.( Stuttgart, J. H. W. Diet' bergerstr. 24. Siedertrans in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Verlag.) Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 21, bet Deckert. - Libertee, Wrangelftr. 84, bet Ulrich." Hand in hand 2", Das vorliegende Heft enthält an Illustrationen: Tod des Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Grafen Lamberg in Pest; ferner an Porträts: Nadeßky und find zu richten an Mar Geng, Berlin N., Belforterstr. 26, 1 Tr. Sonn- Das Werk wird in ca. 22 Lieferungen à zwei Bogen Groß In Schwelm haben, wie die Elberfelder Freie Presse" zambourverein Deutsche Eiche bet Caberg, Fürbringerfir. 7.- Stauchttub oktav komplet vorliegen. Alle 14 Tage erscheint ein Heft zum berichtet, sämmtliche Arbeiter der Textilwaaren- Firma Hinnen Dornröschen bet Strech, Schulstraße Nr. 104. Bergnügungsverein Preise von 20 Pfg. berg und Sohn( Inhaber Eugen Hinnenberg) die Arbeit Grüne Schleife bei Sperling, Inselstraße 1. Privattheater- Gesellschaft niedergelegt. Seit 1890 waren bedeutende Lohnabzüge gemachteil bei Lehmann, Fruchtstr. 69.Barzantria, bei Grothe Kastanien- Allee 75. Geselliger Verein ut Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der worden, so daß der Durchschnittsverdienst nur noch 12-14 M. Jahn, Weibenweg 12( Sigung nach dem 1. und 15. im Monat).- Vergnügungs- Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben betrug; eine genügende Erhöhung des Lohnes lehnte der Fabrikant vercin selgoland bei Miegels, Stralauerfir. 57( alle 14 Tage). Rauch die Nr. 12 des 2. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt ab, was das Personal zur Arbeitsniederlegung veranlaßte. flub Anita bei Rätte, Weberstr. 18. Theaterverein" Iphigenia", dieser Nummer heben wir hervor: Löwenhaut und Eselsohr. ,, Deutsches Wirthshaus", Bergstr. 120( Rirdorf). GefangBarbara Nikitin- Gendre. Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul Desterreichischer Frauentag. Einunddreißig oftfchweizerische Abgeordnete beschlossen Nidel'scher Musitverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, Feuilleton: Das Veilchen. Von B. Dulet.( Fortsetzung.) die Unterstützung des Gesuches, daß die Eidgenossenschaft an der Ede Forsterftraße. Arbeiterinnenbewegung. Kleine Nachrichten. Erwerbung von Saurers Dampf Stidmaschine theil von 8-10% Uhr in der Turnhalle, Freienwalderstr. 39. Turnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der nehme. Bühnenverband Normania jeden legten Sonnabend im Monat bei Nummer 10 P1 ,, durch die Post bezogen( eingetragen in der Leichniß, Königsbergerfir. 24.- Privattheatergesellschaft Schnee glöd chen", Reichspost- Zeitungsliste für 1892 unter Nr. 2564 a) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Soziale Ltebersicht. Sämmtliche Borstenpinselmacher der Kugler'sch en Pinselfabrit in Nürnberg haben, wie die Arbeiter Chronik mittheilt, wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. Versammlungen. Bredlow. Alle Zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, Stein. 13 28. Tambourverein Borusssia bei Abends 9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Vergnügungsverein Azalia 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimstr. 16. Bergnügungsverein uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Lautenbach, Cuvryftr. 3. Bergnügungsverein Lustige Becher Abends 9% Uhr Mendelssohnfir. 9. Touristenklub Wanderlust, Sigung jeden Dienstag Abend 9 Uhr im Lokal des Herrn Bierath, Schönhauser Allee, Ecke Franfectistr. " Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Bei der Redaktion eingegangene Schriften: Sünden." Von Hans Land. Verlag von Alfred H. Fried u. Cie. Berlin und Leipzig. Geselligkeitsverein Pallisaden: Eiche, Abends 9 Uhr, Pallifadenfiraße 103 bei Radle. Danst Forening Freta( Dänischer Berein Freia), Lindenstraße 106 bet Poppe.- Verein ehemaliger Schüler Der Beruf. Von W. Grebnella. Studie in 4 Aften. ftraße 58. ber 30. Gemeindeschule, Abends 9 thr, Restaurant Murl, Koppen Botte, Kolbergerstr. 23. Gefelliger Verein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant Verlag von Alfred H. Fried u. Cie. Berlin und Leipzig. Europäische Wanderbilder. Spiez und Randers Statflub kreuz bu be bet Steuer, Weinfir. 22.- Stattlub Revolution that im Berner Oberland. Von Ernst Müller, Abends Reichenbergerstr. 78, bei Fauſtmann. ftaurateur Krech. Rauchflub Dornröschen, abends 9 1hr, Schulstraße 104 beim Re- Pfarrer. Mit 33 Illuftrationen. Verlag des Art. Instituts von Orell Füßli, Zürich. Eine gut besuchte öffentliche Volksversammlung von Barteigenossen aus den Kreisen Wittenberg, Schweinig, Zorgau und Liebenwerda berieth am 16. d. M. ein von einer gewählten Kommission ausgearbeitetes Vereinsstatut und gab demselben schließlich ihre Zustimmung. Der neu gegründete Verein, welcher bezweckt, die Mitglieder in jeder Hinsicht aufzuklären und die Agitation für die sozialdemokratischen Ideen in den Heimathkreisen zu unterstützen, führt den Namen Sozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenberg, Schweinig, Torgau und Liebenwerda". Der monatliche Beitrag wurde auf 20 Pfg. festgesetzt. Die Versammlung vollzog hierauf die Wahl des Vereinsvorstandes und wählte zum ersten Borsitzenden Gröschte; zum zweiten 2 ohse, zum ersten Raffirer Lange, zum zweiten 8ander, zum ersten Schrift Deutschl. Buchdrucker" mittheilt, plöglich diejenigen Inserate führer Deutsch, zum zweiten 3 ander II, zum Beisitzer verschwunden, in welchen„ Damen" an Herren die Bitte um revier gemeldet wird, sind die Versuche zur Gründung eines Riaus. Die Beseßung der Aemter ist vorläufig provisorisch. Darlehen richten und Rückzahlung nach Ueberein- niederschlesischen Bergarbeiter- Berbandes gescheitert. Ueber die Parteikonferenz in Halle erstattete sodann der dorthin kommen" ausichern. Die Polizei hat nämlich verschiedenen zahl der Bergarbeiter hat erklärt, bei dem Westfälischen Bunde entfandt gewesene Delegirte Greffe Bericht. Die erste Vereins- dieser Damen Besuche abgestattet und hierauf den Blättern die verbleiben zu wollen, welcher die Lage der Arbeiter verbessere versammlung findet am Freitag, den 1. Juli, in den Armin Verwarnung zugehen lassen, daß die Aufnahme solcher Inserate und die bergmännischen Interessen wahre. Hallen", Kommandantenstr. 20, statt. Die bisher funttionirende Agitations- Kommission wurde für aufgelöst erklärt und die Ver: fammlung mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Im Allgemeinen Arbeiterinnenverein sämmtlicher Be rufszweige Berlins und Umgegend hielt am 11. Juni Herr Dr. Binn einen interessanteu Vortrag über alte und neue Zeit. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 5. Juli statt. An Vermischtes. And Hamburger Blättern sind, wie der Corresp. f. unter Umständen ein Vergehen gegen die Sittlichkeit in sich schließt. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Breslau, 17. Juni. Wie aus dem Waldenburger Kohlens ( Depeschen des Bureau Herold.) Straubing, 17. Juni. Gestern erschoß sich der Einjährig Freiwillige Pölmann, weil er mit dreitägigem Mittelarrest in folge Lachens beim Spalierstehen während der Frohnleichnams prozession bestraft worden war. Briefkaffen der Redaktion. Bernauerstr. 10. Betreffs der Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe macht es feinen Unterschied, ob das Geschäft mit oder ohne Gehilfen betrieben wird. Elvira 100. Wo stimmbegabte junge Mädchen freie Ausbildung erhalten?" wo sich Wohlthäter finden; die meisten Wohlthäter" interessirt freilich weniger die Stimine, als das Mädchen. Bern, 17. Juni. Der Bundesrath hat bei Professor Huber in Halle angefragt, ob er bereit sei, einen Entwurf für ein ein Unsinnige Wette. Ein junger Hamburger Kaufmann hatte heitliches schweizerisches Zivil- Gesetzbuch auszuarbeiten. fich, wie aus Harburg gemeldet wird, am Pfingstsonntag in einer Rom, 17. Juni. Senat. Der italienisch- schweizerische Wirthschaft in Hausbruch anheischig gemacht, die frischgefüllte Handelsvertrag wurde mit 98 gegen 9 Stimmen angenommen. Blattmenage zu leeren. Ge war ihm auch glücklich gelungen, Washington, 17. Juni. Nach einem Telegramm des Ges ffig, Del, Salz und Senf herunterzuwürgen, beim Verzehren fandten der Bereinigten Staaten in Caracas soll der Präsident ein ein Arzt von hier zur Hilfe geholt werden mußte. Dieser herrsche jest Ruhe. Der Bundesrath werde die Exekutivgewalt des Pfeffers stellten sich jedoch so schwere Krankheitssymptome Balacio von seinem Posten zurückgetreten sein. In Venezuela die Versammlung schloß sich gemüthliches Beisammensein. fand den Erkrankten zwar bei Bewußtsein vor, jedoch unfähig ausüben, bis der demnächst zusammentretende Kongreß einen Aus Schöneberg fendet uns der Superintendent Herr zu sprechen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gesundheit neuen Präsidenten gewählt haben wird. Borberg folgende Berichtigung:" In der Beilage des des Kaufmanns durch die Menge des genoffenen Gewürzes Borwärts" Nr. 137 befindet sich ein Bericht über eine am dauernd geschädigt ist. 13. d. M. zu Schöneberg abgehaltene Voltsversammlung. Danach In Koburg wurde am 13. Juni eine Hauptprobe der soll der Superintendent Vorberg sein Einverständniß mit dem freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr abgehalten, fozialdemokratischen Programm mit Ausnahme der materialisti. wobei sich ein großes Unglück ereignete. Der Vorsteiger Baier fchen Geschichtsauffaffung ausgesprochen und das naive Bekenntniß sowie mehrere Steiger der freiwilligen Feuerwehr arbeiteten auf abgelegt haben, daß, wenn auch manche Pastoren in sozia: der neuen aus Nürnberg erst vor ca. 6 Wochen bezogenen 20 bis listischem Sinne handeln wollten, sie gar nicht anders 25 Meter hohen Balance- Schiebleiter, als dieselbe sich plötzlich, tönnen, da ihnen ihr Thun und Handeln streng vorgeschrieben jedenfalls infolge von Ueberladung, feitwärts neigte und mit sei". Diese Worte sind nicht gesprochen. Vielmehr ist in der Baier, welcher oben stand und sich eingehakt hatte, in die Tiefe erwähnten Diskussion gegenüber der sozialdemokratischen For- stürzte. Baier war nach einigen Minuten todt, während die derung, daß, wenn die Pastoren es gut mit dem Volte meinten, Uebrigen mit leichten Verlegungen davonkamen. sie eine andere wirthschaftliche Lage herbeiführen müßten, von Mord im Zuchthaus. Der vom Schwurgericht München dem Unterzeichneten festgestellt worden, daß die Pastoren sich wegen Mordes zum Tode verurtheilte, aber zu lebenslänglichem nicht mit äußerlichen Mitteln in die politischen und sozialen Buchthaus begnadigte Malergehilfe Schindler, welcher seit Verhältnisse einzumischen, sondern als alleinige Waffe die Tagen in das hiesige Zuchthaus eingeliefert worden ist, hat Predigt des Evangelium 3 zu gebrauchen hätten, und heute früh einen Bellengenossen nach Wortwechsel mit der Scheere M. B., Winterfeldtstr. 27. Ob ein königlicher Beamter, daß die sozialdemokratische Partei nicht fonsequent nach dem erstochen. Sate ihres Programins: Religion ist Privatsache in diesem Falle Grenzauffeher, um seinen Bosten kommt, wen Arbeiterrififo. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete fich berselbe wegen seiner Schulden verklagt wird?" Das kommt auf verfahre, indem sie für die materialistische Weltanschauung einträte." auf dem Rheinischen Stahlwerte in Ruhrort. Ein Arbeiter, den betreffenden Fall an. Welches Gehalt ein Grenzauffeher Zu dieser Berichtigung des Herrn Superintendenten Vorberg welcher Schlacken granulirte, ersuchte die Rangirer, die beladenen nach vierjährigem Dienst hat?" Das ist verschieden. haben wir berichtigend zu bemerken, daß die sozialdemokratische Schlackenwagen auszurangiren und Teere Wagen einzusetzen. Die R. D. Wenden Sie sich an die Redaktion des Deutschen Partei fich lediglich mit Volkswirthschaft und Politik befaßt Rangirer hatten gerade mit dem Schlackenkahnen eine sogenannte Wochenblatt"; Redakteur Dr. Otto Arendt, Berlin W., Magde und hinsichtlich der Religion oder Nicht- Religion Jeden nach Haube( Behälter, in welche die flüssige Hochofen Schlacke zu burgerstraße 25. Derselbe wird Ihnen eher über Ihre Kameruner feiner Façon selig oder nicht selig werden läßt. deren Abkühlung gegossen wird) von einem Schlackenklog gezogen, Wünsche Auskunft geben tönnen. und gingen dann weg, um die Maschine zu bedienen. Jm selben Augenblicke explodirte der Schlackentfoß und begrub den Arbeiter 1. Verein für Feuerbestattung in Berlin", Vorsitzender Stadt Feuerbestattung." Hier bestehen zwei derartige Vereine, 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag über Darwinismus und Moral". in flüssige Schlacke. Der Anblick, wie der Nermiste langsam ver- veroroneter G. Watterne, Neu- Köln am Wasser 4, Bureau 2. Montag, den 20. Junt, pünktlich Abends 8% Uhr, Rosenthalerstr. 88: Beschließende Versammlung. Zweite Berathung der Statutenänderung. brannte, ohne daß man Hilfe bringen konnte, war herzzerreißend. Breitestraße 5. 2. Verein für Feuerbestattung Urne", Vorsitzender Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 19. Juni, Abends 8 Uhr, im großen Als die Trümmer abgeräumt waren, war der Körper total ge-. Froitheim. Bureau Elsasserstraße 25a. Saale der Arminhallen, Kommandantenftr. 20: Vortrag des Hrn. Dr. C. Binn braten. Der Arbeiter hinterläßt Frau und 3 Kinder. Die Nieder- Ein Parteigenoffe. Sie haben unsere Notiz jedenfalls im Humaniſtiſche Gemeinde. Sonntag, den 19 Junt, Borm. 10 Uhr, rheinische Boltstribüne" bemerkt dazu, daß vor einiger Zeit auf Halbschlaf gelesen, font tönnten Sie nicht sagen, wir hätten die Kommandantenstraße 79: Vortrag des Herrn Kandidaten Reichelt über derselben Stelle ein ähnliches Unglück passirte, ohne daß zur Borlage, betreffend die Reichsunmittelbaren, gebilligt. Verhütung Schuhvorrichtungen getroffen wurden. Damals traf Sie sich die Nummer noch einmal an, und urtheilen Sie fünftig das Unglück einen Rangirer, welcher nach dem Unglück nur noch nicht so leichtfertig. einige Stunden lebte. Derartige gräßliche Unglücksfälle wären, wie jenes Blatt meint, zu vermeiden, ivenn die Verwaltung mehr erhalten zu haben. Wagen nebst Hauben bauen ließe, damit der Schlacke Zeit zur Abkühlung gelassen würde. In ersterem Falle war der Block von Vereine und die Lofale, in welchen sie tagen, bekannt gemacht. F. R. 1. Jm Vereinsanzeiger dieses Blattes werden die Innen vollständig flüssig. reklamation gar nichts thun. 2. Das österreichische Konsulat tann betreffs Ihrer Steuer Freiveligiöse Gemeinde in Berlin. 1. Sonntag, den 19. Junt, Borm. über Die Bedeutung der Feste in alter und neuer Zeit." Religionismus oder Moralismus". Verein für sildung und Geselligkeit. Sonnabend, den 18. Junt, Fachverein der Holz- und Fretterträger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, Oranienftr. 180, bet Hoffmann: Vereins- Bersammlung.. Militärschneider. Sonnabend, ben 18. d. M., Abends 8% Uhr, bei Abends 9 Uhr, bei Lettmann, Brunnenstr. 9: Vereins- Versammlung. Müller, Johannisstr. 20: Bersammlung. Verband der Porzellanmaler und verw. Berufsgenossen Deutschlands. Bahlstelle Berlin. Sonnabend, den 18. b. M., Abends 9 uhr, bei Roll, Adalbertstr. 21: Mouats- Bersammlung. Kranken- und Segräbnißkaffe des Vereins fämmtlicher Berufshlaffen. Berwaltungsstelle 4. Sonnabend, ben 18. d. M., Abends 9 Uhr, Flottwellstr. 5, bei Bartelt: Wahl zur Generalversammlung. Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Rivdorf und Umgegend. Sonntag, den 19. d. M., Borm. 10% Uhr, bei Bieber mann, Prinz Handjernstr. 17: Generalversammlung. Allgemeine und Zentral- Kranken- und Sterbekasse zu Hamburg. ( G. 3. 29 und 89.) Filiale Berim 4. Sonnabend, den 18. D. D., abends Aus Stuttgart wird berichtet, daß ein 15jähriger Jüngling und ein 18jähriges, förperlich sehr entwickeltes Mädchen sich ertränkten, weil sie ein Liebesverhältniß unterhalten hatten, das nicht ohne Folgen geblieben war. Die jugendlichen Thoren waren Kinder angesehener Bürgersfamilien. " " 1 Sehen P. 5. Wir erinnern uns nicht, einen Bericht von Ihnen Briefkaffen der Expedition. Dietrich, Willibald Alexisstraße. Die erste Annonce Eine abergläubische Braut. Vor einigen Tagen sollte in einem Dorfe bei Bautzen die Hochzeit eines sehr wohlhabenden foftet 5,60, die zweite 3,60 m. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.