Nr. 26. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. = Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Februar 1904 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erfcheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage ,, Die leue Welt". Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Expedition, Lindenstrasse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutſchland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von Sonntag, den 31. Januar 1904. früher eingenommen hat, und daß sie aus der Entwicklung unsrer Berhältnisse bisher keinen Grund gefunden hat, von demselben abzugehen. Warum verspricht sie nun in der Begründung nicht ausdrücklich: wenn wir jetzt genötigt find, ein Flicwerk herzustellen, so werden wir bereit sein, ein Ganzes zu machen und zwar dasjenige Wahlgesetz, das im Jahre 1849 in der Verfassung versprochen worden ist, sobald diese Steuerreform... durchgeführt ist. Wenn die Staatsregierung auf diesen Boden nicht tritt, so werden wir doch auf diesen Boden treten. Nachdem die Steuerreform durchgeführt ist, wird es eins unsrer obersten Ziele sein, eine gesunde, gründliche und definitive Wahlreform zu stande zu bringen." Wenn auch schwach in der Geschichte, war Dr. Karl Bachem das 1 Mark 10 Pfennig pro Monat mals doch im Glauben start, im Glauben an das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Wenn er sich auf das Jahr 1849 berief, in ( ausfchliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( In dem das Dreitlassen- System oftrohiert wurde, wenn auch der Post- Zeitungsliste find jetzt die Zeitungen nicht mehr nach die oftroyierte Verfassung vom 5. Dezember 1848, auf die er sich Nummern, fondern nach dem Alphabet geordnet.) offenbar berufen wollte, nur jedem selbständigen" Preußen das Die Einziehung des Zeitungsgeldes von den bisherigen Post- ahlrecht versprach, so konnte man in solchen falschen Zungenschlägen abonnenten erfolgt gegen Quittung durch die Briefträger, die zur damals noch keine üble Vorbedeutung erblicken. vollgültigen Quittungsleistung berechtigt sind. Neu hinzutretende Postabonnenten können die Zustellung der Zeitung und die Einzahlung des Zeitungsgeldes auch schriftlich bei der zuständigen Postanstalt beantragen. Für derartige Bestellfchreiben etc. wird eine Gebühr nicht erhoben. " Im Auslande kann der Vorwärts" gleichfalls bei der Post bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich in Belgien 5 Fr. 1 Cts.; Dänemark 3 Kr. 86 Oere; Holland 3 Fl.; Italien 5 Lire 61 Cts.; Luxemburg 4 Mk. 12 Pf.; Portugal 1455 Reis; Rumänien 6 Lei; Schweden 3 Kr. 87 Oere; in der Schweiz 5 Fr.; in England, Frankreich, Spanien, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und andren zum Weltpostverein gehörenden Ländern 9 Mark. Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutſchlands und seiner Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark pränumerando. Redaktion und Expedition des Vorwärts". Bachem Apoftata. " Der Führer des Centrums Herr Bachem hat im preußischen Landtag erklärt es schadet nichts, diese schon gehörten Worte oft und öfter zu wiederholen, an die Einführung des ollgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlreichts für den preußischen Landtag sei nicht zu denken, weil doch das bestehende ReichstagsWahlrecht auch als das reine Jdeal nicht anerkannt werden kann, und es doch, wie es sich gezeigt hat, Mißstände mit sich bringen tann, Mißbräuchen einen gewissen Naum giebt, von denen wir nicht wünschen können, daß sie ausgedehnt werden". " Kein Zweifel also, der Wahlrechtsfreund Bachem ist tot, und nichts bleibt übrig mehr, als ein feierliches Begräbnis zu verrichten, bei dem die Leichenrede nicht fehlen darf. Es ist noch nicht lange her, daß Dr. Karl Bachem, der Wahlrechtsfreund, noch fröhlich in unsrer Mitte weilte. Er war damals tein Jüngling mehr, sondern ein reifer Mann mit reichen Erfahrungen und gefestigten Grundsäßen, und seine politische Laufbahn stand in der Sonnenhöhe ihres Erfolges. War er doch aus der Rebeschlacht gegen den bösen Wurm der Socialdemokratie fiegreich heimgekehrt und hatte den socialistischen Zukunftsstaat" so gründlich vernichtet, daß man schier nicht hätte glauben mögen, ein Kanzler des Deutschen Reiches würde nach elf Jahren das Bedürfnis fühlen, die gethane That noch einmal zu thun. Zu derselben Zeit war es, im Jahre 1893, als er auch im preußischen Landtage zu Gunsten des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts Wunder der Tapferkeit verrichtete. Von ihnen soll hier die Rede sein. Schon im November 1892 hatte Bachem anläßlich der Beratung über die Steuerreform gegen das plutokratische Wahlrecht gedonnert und eine Reihe jener Wahlunsinnigkeiten aufgezählt, die zu registrieren heute fast ausschließlich Aufgabe der Socialdemokratie ist. Und damals rief er aus: „ Das sind unerträgliche Zustände, meine Herren, und es ist die höchste Zeit, daß diesen Zuständen ein Ende gemacht wird. Das gilt in erster Linie von den Zuständen des fommunalen Wahlrechts, aber auch von den Zuständen des Landtags- Wahlrechts. Sie glauben nicht, welche Erbitterung im Lande über derartige Zustände herrscht." Die Veränderung des Steuersystems hatte dem DreiflaffenKessel wirklich den Boden ausgestoßen, und die politischen Refselflicker machten sich mit einer fümmerlichen Wahlrechts- Novelle an die Arbeit. Da war es wieder der Wahlrechtsfreund Bachem, der im preußischen Landtage aufstand und rief: Die Freifinnigen hatten damals, im Jahre 1893, unter Systems durch das Reichstags- Wahlrecht gestellt. Zu diesem Antrage Riderts Führung einen Antrag auf Ersetzung des Dreiklaffenäußerte sich Bachem bei der zweiten Lesung der Wahlrechts- Novelle am 13. März- nimm vor des Märzen Jdus dich in acht! folgendermaßen: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. daß Herr Bachem und mit ihm das Centrum im Jahre 1898 dem preußischen Landtag nicht nur das Reichstags- Wahlrecht als Muster vorgehalten, sondern auch gelobt haben, für dessen Einführung im preußischen Staate zu kämpfen, daß aber Herr Bachem und mit ihm das Centrum im Jahre 1904 das Reichstags- Wahlrecht verleugnet und von seiner Einführung in Preußen abgeraten und damit die Hoffnung der Scharfmacher belebt haben, das Centrum werde bald auch im Reiche für jene Politik der Gewalt zu haben sein, die Herr Bachem im Jahre 1898 für ewige Zeiten gebrandmarkt hat. Die„ Kölnische Volkszeitung" dolmetscht weiter: In den siebziger Jahren( 1 von den neunziger Jahren schweigt sie flüglich) sei auch das Centrum für die Ersetzung des Landtags- Wahlrechts durch das Reichstags- Wahlrecht eingetreten. Nun aber habe es sich davon überzeugt, daß die Ersetzung des Dreiflassen- Wahlrechts durch das Reichstags- Wahlrecht einfach unerreichbar ist". Staatsregierung, Herrenhaus und Abgeordnetenhaus würden sich entschieden ablehnend verhalten. Das Centrum aber sei gewohnt, praktische Politik zu treiben usw. So müde hat Herr Bachem, wie wir wissen, vor elf Jahren nicht gesprochen. Damals loderte in ihm und seinen Freunden noch das heilige Feuer der Begeisterung. Die praktische Politik" aber, läuferei doch nur die Entschuldigung: sie hätte sich nicht aus Verdie die starre Konsequenzmacherei verschmäht, hat für ihre Ueberräterei, nicht um Judaslohn, sondern nur aus Erschöpfung ergeben. Wenn dem so ist, dann heißt es freilich: Ablösung vor! Das blanke Schwert der Wahlrechtsforderung blinkt noch immer in ,, Wir haben uns, was das Reichstags- Wahlrecht angeht, in der Hand der Socialdemokratie rein und ohne Scharten. Die Sos der Kommission auf denselben Boden gestellt, auf den wir uns cialdemokratie wird es niemals für praktische Politik halten, fich feige schon in der ersten Lesung in diesem Hause gestellt hatten. Wir in schmähliches Unrecht zu finden und ihr Programm nach den haben damals offen ausgesprochen: wir halten fest an dem principiellen Boden, den wir schon von jeher eingenommen haben, wonach wir das allgemeine, direkte, geheime Wahlrecht, wie es für die Reichstagswahlen besteht, für das richtige auch bei den Landtagswahlen halten. Wir müssen aber leider einsehen, daß zur Zeit auf diesem Gebiete nichts zu erreichen ist.... Als daher in der Kommission von andrer Seite der Antrag gestellt wurde, das Reichstags- Wahlrecht einzuführen, auch für die Landtagswahlen, haben wir uns entsprechend dieser Stellungnahme damit begnügt, für den Antrag zu stimmen, ohne materiell in die Debatte einzutreten." Wünschen der preußischen Herrenhäusler zu korrigieren, wie es das Centrum nach dem Geständnis der Kölnischen Volkszeitung" thut. Und schließlich wird es auch der letzte christliche Arbeiter einsehen, daß fein gläubiger Statholit gehalten ist, politischen Gauklern oder Feiglingen nachzulaufen, weil sie das Kreuz breit an der Brust tragen. Socialpolitische Aussichtslosigkeit. fichtslosigkeit. Die Vertröstung auf das filberne Nichtschen und das golbene Solches Uebermaß der Boltsfreundlichkeit war für Konservative Warteweilchen tennzeichnet die socialpolitischen Anschauungen der und Nationalliberale schwer zu ertragen. Als man denn unfrem Regierung. Schon die bisherigen Debatten zum Etat des Reichs. Helden durch die Blume zu verstehen gab, er habe gut reben, da er amt des Innern haben keine Aussicht auf irgend welche wesentlichere in seinem Crefeld sicher size, er werde aber ein ganz andres Lied Fortführung der socialen Reform gebracht. Die Sonnabendberatung pfeifen, wenn auch ihn einmal die socialdemokratische Gefahr auf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und bie die Nägel brennen werde, gab er ihnen in der ganzen Würde eines Arbeitstammern, die durch die Centrumsinterpellation ans wahren Boltstribunen eine Antwort, die sicherlich zum Klügsten und geregt wurde, vervollständigt das Bild dieser socialpolitischen Aus Beften gehört, was von bürgerlicher Seite über Wahlrechtsfragen gefagt worden ist. Es muß wohl auch erlaubt sein, diesen Ausspruch zu citieren, Auf dem Gebiet, dessen Behandlung das Centrum vorschlug, obwohl es manchen Herren vom Centrum nicht recht lieb sein möchte. sollte, so wurde von den ewig Hoffnungsseligen erwartet, der große Aber seitdem Graf Bülow für die ganze bürgerlich politische Welt socialpolitische Wurf der Regierung geschehen. Der Frankfurter das Erlösungswort gesprochen hat: im übrigen muß ich es ab- Kongreß der vielgepriesenen regierungs- und Königstreuen Arbeiter. lehnen, ein starker Konsequenzenmacher zu sein", und organisationen hatte der Regierung in Aussicht gestellt, baß einiges damit dem Princip der Principienlosigkeit auch in der Theorie jenen Entgegenkommen diese Bewegung mächtig fördern und der SocialPlatz verschafft hat, den er in der Pragis längst einnimmt, brauchen demokratie gewaltig Abbruch bereiten werde. Und Graf Bülow fich erprobte Politiker dessen nicht zu schämen, wie lächerlich ideal hat der Deputation des Kongresses leutseliges Entgegenkommen be fie einmal gedacht oder doch geredet haben. Herr Bachem rief also: zeugt. Als dann das Centrum seine Anfrage im Reichstage ein Jedenfalls, meine Herren, verzichten wir darauf, auf diesem brachte, ersuchte die Regierung um Aufschub der Beratung, so daß Wege, auf dem Wege eines Wahlzettels, die Socialdemokratie zu die Erwartungen der Erwartungsvollen erst recht hoch gespannt bekämpfen. Wir bekämpfen die Socialdemokratie auf einem andern wurden. Wege. Wir bekämpfen die Socialdemokratie, indem wir die Gesamtlage unsrer Verhältnisse, speciell die Lage unsres arbeitenden Standes zu beffern suchen. Denn das ist nach unsrer Ueberzeugung der einzige Weg, auf dem dauernd die Socialdemotratie überwunden werden kann.( Sehr richtig! im Centrum.) Aber auf künstliche Weise der Socialdemokratie auf dem Wege eines Wahlgefezes entgegenwirten zu wollen, das würden wir für eine ganz verfehlte Politik halten. Denn das wird der Herr Kollege France doch auch zugeben, daß man auf diesem Wege die Socialdemokratie, soweit sie vorhanden ist, zwar künstlich zurückhalten, aber nicht innerlich überwinden tann. Darauf aber tommt es an, und davon hängt die Zukunft Deutschlands und Preußens ab, daß die Socialdemokratie innerlich überwunden wird.( Sehr richtig! im Centrum.) Aber, meine Herren, auf dem Wege der Gewalt, auf dem Wege eines Wahlgefeyes, der doch ein Weg der Gewalt, jedenfalls der Weg eines materiellen Druces ist, die Bestrebungen der Socialdemokratie zurückhalten zu wollen, damit kommen wir auf die Dauer keinen Schritt weiter. Auf diese Politik lassen wir uns durchaus nicht ein. Es war einmal! Am 23. Januar 1904 aber ist Herr Dr. Karl Bachem zum Dreillaffen- Wahlrecht gelaufen und hat das ReichstagsWahlrecht bei ihm verklagt. Es habe Mißstände mit sich gebracht, die..., und Mißbräuchen Raum gegeben, welche..., und furz und gut, mit diesem Wahlrecht sei es auch nichts. Warum ist die„ Kölnische Volkszeitung" so verlegen? Warum schreibt sie, daß doch auch die Socialdemokratie das ReichstagsWahlrecht für verbesserungsfähig halte im Sinne des Proportional " Die Regierung fagt in ihrer Begründung, es handle sich Wahlrechts und will sie zu verstehen geben, daß Herr Bachem nicht um eine grundsätzliche Aenderung des bestehenden Wahlrechts. offenbar etwas Aehnliches gemeint haben müßte? Herr Bachem war Meine Herren, was unter einer grundsäglichen Alenderung des sicherlich nie ein guter Stilist er spricht immer von Boden, die bestehenden Wahlrechts zu verstehen sein würde, darüber kann man gegenüber einer gewissen Frage festhalten müsse", aber daß ja ein Zweifel nicht sein: die Regierung verweigert ihre Zu- er im stande ist, seine Meinung verständlich auszudrücken, hat er doch stimmung zum allgemeinen, direkten Wahlrecht in Staat und Ge- vor elf Jahren reichlich bewiesen. Wenn sich die„ Kölnische Boltsmeinde... Meine Herren, ich kann demgegenüber nur Zeugnis da- zeitung" also als die besorgte Gouvernante giebt, die das findliche vou ablegen, daß meine Partei nach wie vor an demselben Gestammel ihres Lieblings lächelnd in die Sprache der politisch grundsätzlichen Boden gegenüber dieser Frage festhält, den sie Erwachsenen übersetzt, so muß doch daran festgehalten werden: Doch was so erhebliche Hoffnungen erweckte und so langer Vorbereitung bedurfte, enthüllte sich nun als gar ungewisse und zweifelhafte Gabe. Allerdings die Zufriedenheit der Interpellanten und der ihnen geistesverwandten bürgerlichen Parteien wurde den Erflärungen des Grafen v. Posadowsky zu teil, was jedoch nur die Genügsamkeit dieser Parteien und nicht die Güte der Erklärungen beweist. Die bürgerlichen Parteien zeigten schon durch die jämmerlich geringe Zahl ihren anwesenden Mitglieder das geringe Interesse, das sie für die wichtigsten socialpolitischen Angelegenheiten haben. Würden sie noch so eifrig gewisse socialpolitische Forderungen in Worten heischen, wie soll die Regierung diese Forderungen noch ernst nehmen, wenn die Parteien durch Abwesenheit die Bedeutung solcher Debatten fläglich herabwürdigen. Fast die ganze Sizung hindurch waren mehr Abgeordnete der Socialdemokratie anwesend, als von allen andern Parteien. Die Rechte war völlig verwaist, aber auch die Freifinnige Volkspartei hatte stundenlang feinen ein zigen Abgeordneten außer ihrem bestellten Redner im Saale. Herr Trimborn begründete die Interpellation. In der famt allen kleinen Wischen und allem Pathos wohleinstudierten Rede forderte er die fräftige Fortführung des Arbeiterrechts, Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, Sicherung des Koalitionsrechts, Errichtung von Arbeitskammern, in denen die Arbeiter ihre Wünsche und Beschwerden zum friedlichen Ausdrud bringen" tönnen. Herr Trimborn bekannte auch sehr offen die Motive der Arbeiterpolitik des Centrums, er sieht in seinen Vorschlägen das treffliche Mittel zur Bekämpfung der Socialdemokratie. Gäbe es teine Socialdemokratie, deren Wachstum man zu verhindern bemüht ist, so würde sich mithin das Centrum die socialpolitischen Bemühungen ersparen! Aber die Erwartung, unfrer Partei Schädigung zu bereiten, überlassen wir gern der Centrumspolitik, da die Socialdemokratie im Gegensatz zum Centrum, das aus parteipolitischen Gründen in gezwungener Social politit sich quält, Socialpolitik aus Grundsatz übt, gleichgültig, welche parteipolitischen Folgen daraus erwachsen können. Allerdings wissen wir, daß die Centrumshoffnung gründlichst in die Jrre geht, da sie auf völliger Verkennung der eigentlichen Grundkräfte des Socialismus beruht. Herr Trimborn hegt die naive Auffassung, als ob die das eine Wort heraus: Civilrechtliche Haftbarkeit ist Socialdemokratie aussichtslos werde, sobald in Arbeiterkammern nötig, wenn die Berufsvereine Rechtsfähigkeit erlangen. Das GroßUnternehmer und Arbeiter sich einander näher kommen und die Arbeiter kapital sicht in der socialpolitischen Flickunst, deren die Regierung die Schwierigkeiten erkennen, die in der Natur der Dinge liegen. sich etwa befleißigen könnte, die Gelegenheit, einen großen In Wahrheit liegt aber die Zukunft des Socialismus darin, daß Schlag gegen die Gewerkschaftsbewegung zu führen, die Verbände feine Wirtschaftsordnung die Menschheit aus den Schwierigkeiten der sollen mit ihren Geldmitteln haften für die Schädigungen, die dem tapitalistischen Produktion erretten wird. Die ernsthafte Social Sapital bei Ausständen zustoßen. reform ist nicht die Hinderung der Socialdemokratie, sondern die fich in friedlichen Bahnen vollziehende Ueberwindung des kapitalistischen Lohn- und Ausbeutungssystems. Daher kann auch die Socialdemokratie allein die Socialreform mit ganzem und vollem Ernst betreiben, während die bürgerlichen Parteien in steter Sorge leben, daß nicht die gewollte Schädigung der Socialdemokratie in nichtgewollte Förderung umschlägt. Der Mann des Centralverbandes hatte zunächst das abschließende Wort. Wie wird die Regierungsvorlage aussehen, nachdem sie den Läuterungsprozeß durch die Beratungszimmer der Kapitalsgewaltigen durchgemacht hat? Politische Ueberficht. Berlin, den 30. Januar. Abgeordnetenhaus.J! = Die Antwort des Grafen Posadowsky zeigte sofort, tie wenig ernsthaft die Regierung an der Fortführung der Socialpolitik zu arbeiten gedenkt. Die Regierung will dem Gedanken, den Berufs- Das Abgeordnetenhaus begann am Sonnabend die zweite bereinen der Arbeiter Rechtsfähigkeit zu geben, näher treten, aber Lesung des Staatshaushalts Etats mit dem Etat der die Arbeiter in Reichs- und Staatsbetrieben sowie in gewiffen Domänen verwaltung. Wie alljährlich, so wurde leböffentlichen Anlagen" sollen nicht einbegriffen werden. Es soll dabei haft über die Frage diskutiert, ob aus den Erträgen der " Borsorge" getroffen werden, daß auch die Minderheiten ausreichend Domänenverpachtungen sich der Schluß ziehen lasse, daß es werven." Besondere Arbeitskammern will die Regierung nicht schaffen, der Landwirtschaft jetzt besser gehe, oder ob der umgekehrte fondern die den Gewerbegerichten als Einigungsämtern gegebenen Schluß richtig sei. Natürlich schrie der agrarische Chorus, daß Bejugnisse sollen ausgebaut werden. Die arbeitsstatistische Abteilung es der Landwirtschaft herzlich schlecht gehe, und der Minister im Reichsamt des Innern soll selbständiger und umfassender gestaltet b. Podbielsti stimmte in dieses Klagelied mit ein. werden, was allerdings noch eine schwierige Kostenfrage mit Recht wies demgegenüber der Abg. Brome I( frf. Vg.) Ob und wann dieser Weg beschritten wird, das wird die auf die eigenartige Theorie der Agrarier hin, wonach, wenn weitere Gestaltung der Etatsverhältnisse bedingen! die Pachterträge zurückgehen, dies ein Beweis für die Notlage der Landwirtschaft sei, während, wenn sie in die Höhe gehen, immer besondere Umstände im Spiel sein sollen. Die eintönige Debatte wurde ab und zu durch eine Rede nach Art der Kriegervereins- Reden unterbrochen, in der das Anwachsen der socialdemokratischen Stimmen mit der Notlage der Landwirtschaft in Verbindung gebracht wurde. Es freist der Berg und ein lächerlich Mäuschen wird geboren! Das denkbar dürftigste stellt die Regierung in ungewisse Aussicht und selbst das Dürftige wird schon von vornherein überreich mit Ausnahmebestimmungen beschwert und nur in nebelhaften Undeutlich teiten angedeutet. Weniger war nicht möglich! 200 健 schafft; Hebung der Stellung des Europäers dem Farbigen gegenüber in jeder Beziehung. Was die verfehlte bisherige milde(!) Eingeborenen- Politik in ihren natürlichen Folgen dem Lande, speciell seiner Farmerbevölkerung, geschadet hat, das muß unter allen Um ständen wieder gutgemacht werden durch weitgehende Einschränkung der Rechte der aufrührerischen Eingeborenenstämme zu Gunsten der schwer geschädigten und bisher im Verhältnis zu den Eingeborenen oft recht stiefmütterlich behandelten(!) weißen Farmer. Nicht ein Lamm darf im Besitz der rebellischen Stämme bleiben, so lange noch ein Farmer nicht für die durch den Aufstand entstandenen Verluste entschädigt ist." Deutfchen Reich. Die Socialpolitik der Socialdemokratie findet Anerkennung an einer Stelle, wo man sie nicht erwarten sollte, im, Deutschen Adelsblatt", dem Organ der Feudalsten der Feudalen. In der neuesten Nummer schreibt dort ein Herr v. Wedelstädt das Folgende: „ Der Socialdemokratie gebührt nun das Verdienst, den Regierungen einen Antrieb zu umfassenden socialen Reformen gegeben und die Parlamente willfährig für die Vorschläge der Regierungen gemacht zu haben. Es ist angesichts der drohenden socialistischen Gewitterfvolte ein völliger Wandel in den Anschauungen der' Politifer eingetreten. Früher, vor dreißig oder vierzig Jahren, wurde die Selbsthilfe als das einzige, was die Arbeiter fördern fönne, gepriesen. Spart", hieß es, und erwartet nicht die Unter stützung des Staates; denn nur durch euch selbst könnt ihr eine bessere Existenz erlangen." Sowohl Laster wie Bamberger sprechen sich gegen die Idee einer staatlichen Altersversicherung aus Eugen Spartrieb der Massen vermindere und auch nur einen geringen Richter ist derselben noch heute nicht gewogen weil sie den Ersatz gegen die ausbleibende private Hilfe gewähre. Indes schon genügt den Nachfolgern beider im Parlament die obligatorische Alters, Invaliden- und Unfallversicherung der Arbeiter nicht mehr." " Die Giesebrechterei vor Gericht. Als ein in Meißen wohnender Geldgeber des Wahlrechtsdoktors Giesebrecht vor einiger Zeit gegen einen Redakteur der Sächs. Arb.- 3tg." mit einer Beleidigungsflage vorging, durfte man hoffen, daß in das dunkle Treiben der Wahlrechtscamorra einiges Licht fallen werde. Leider wurde die Hoffnung zunichte, denn der Meißner Herr flagte nur, weil ihm nachgefagt ist, er habe die Giesebrecht- Subvention am Lohn der Arbeiter abgezwackt, und diese Beschränkung scheidet das eigentliche Beweisthema völlig aus. Anders macht's Herr Bahn, der von Freisinns und Bündlergnaden erlorene nationalliberale Boltsbote für Sorau- Forst, der einzige Reichstags- Abgeordnete, dessen Name in den vom Vorwärts" veröffentlichten Substriptionslisten zu lesen ist. Er hat sich im Wahlkampf als Wahlrechtsfreund vorgestellt und speciell der liberale Wahlverein Sorau fagte für diese Wahlrechtss freundschaft gut: Herr Bahn werde mannhaft eintreten gegen jeden Versuch der Beschränkung des Wahlrechts. Als dann Geldgeber nannte, griff die„ Märkische Voltsstimme", das Parteider Vorwärts" auch den Kommerzienrat Bahn als Giesebrechts Organ des Kreises Sorau- Forst, Herrn Bahn und die Macher seiner Kandidatur an; Herrn Bahn wurde nachgesagt, er habe entweder die Wähler getäuscht oder doch mindestens die Täuschung zugelassen. Die Lokalpresse fch tv i eg sich völlig aus über Bahns Beteili gung an der Giesebrechterei; erst nach wiederholten Angriffen der M. V." brachten die nationalliberalen Amtsblätter in Sorau und Forst eine Notiz, die nicht bestritt, daß Bahn dem Giesebrecht Geld gegeben habe, fondern lediglich fagte: In der Zeit der ganz kurz der Wahl selbst habe Bahn nichts gegen das Reichstagsvor der Wahl erfolgten Aufstellung der Bahnschen Kandidatur und Wahlrecht unternommen. Bahn selbst hat trotz aller Provokationen bis heute gefchwiegen. Unser Parteigenosse 2egien kritisierte sofort diefe Unzulänglich feit der Regierungsankündigung, und verwies auf die Schuld der Nach Erledigung des Etats der Domänenverwaltung Herr v. Wedelstädt flicht allerdings dieses Bekenntnis zur Wahr Reichstagsparteien, insbesondere des Centrums, das jetzt wieder begann die Beratung des Forst- Etats, die am Montag fort- heit in weite frause Betrachtungen über das socialdemokratische Unfich in socialpolitischem Ungestüm vorstellt, während durch seine gesetzt wird. Dann folgt der Etat der landwirtschaftlichen mit der aus dem Haupt Wilhelms I. geborenen und von den bürgerheil. Immerhin genügt dieser Anfall von Einsicht, daß es nichts ist Schuld die gleichartigen Anträge stets unerledigt blieben, welche Verwaltung. die Socialdemokratie feit 20 Jahren gestellt hat. lichen Parteien freudig begrüßten Socialreform. Selbst wenn aber, so legte Legien treffend dar, die jetzt vom Centrum Allerlei Kolonisationsprojekte 1 mi had elm übernommenen Forderungen ebenso gut durchgeführt würden, wie die für Deutsch- Südwestafrika werden gegenwärtig in der Presse und in Regierung fie schlecht durchführen will, so müsse die Social- Broschüren ausgeheckt. Statt nach den traurigen Erfolgen unsrer demokratie doch so lange ihren Bemühungen fühl gegenüberstehen, Kolonialpolitik einmal ein wenig Selbsteinkehr zu halten, statt zu als nicht die unbedingte Voraussetzung für die Fruchtbarkeit der zu bekennen, daß man durch Landraub und Ausbeutung die Eingeborenen schaffenden Einrichtungen gegeben sei: das volle, freie Koali- zur Erhebung getrieben hat, statt einzusehen, daß diese ganze tionsrecht der Arbeiter. Legien zeigte an mannigfaltigen Stolonialpolitik im Grunde eine wüste Berschwendung von öffentBeispielen, besonders auch nochmals am Fall von Crimmitschau, wie lichen Mitteln darstellt, macht man allerlei Vorschläge, wie man die selbst die besten Gesetze nichts nügen, wenn von den Justiz- und Eingeborenen vollends zu Bettlern und Kulis machen, wie man eine Verwaltungsbehörden durch Auslegungskünfte das Recht der Ar- Siedelungs- Politik großen Stiles betreiben kann, die den deutschen beiter vernichtet wird. Legien forderte Schutz des Koalitionsrechts Steuerzahlern die Millionen gleich dugendweise aus der Tasche gegen die Behörden, die zu seinem Schuh berufen sind, aber seine ziehen muß. Vernichtung betreiben. Wie die Dinge in Südafrika jetzt liegen, haben wir wiederholt Graf Posadowsky nahm nochmals kurz das Wort zu einer dargestellt. Wir haben 20 Jahre lang in Südwestafrika Bemerkung Legiens, um zu erklären, daß die Einzelstaaten, trotz der kolonisiert, wir haben 60 Millionen in diese Sandwüste gesteckt, mit Ankündigung eines Reichs- Vereinsgesetzes in der Reichs- Verfassung, welchem Erfolge? Nach 20 Jahren haben wir es glücklich zu einer das Recht behalten, ihre Vereinsgefege nach ihrem Ermessen zu ge- weißen Bevölkerung von 4640 Köpfen gebracht, von denen nur stalten. Also der Staatssekretär für Koalitionsrecht unterstügt die 2998 Deutsche sind. An Ansiedlern und Farmern wurden Bestrebungen der Einzelstaaten auf reaktionäre Ausgestaltung und gar nur 813 Stöpfe gezählt. Aber von diesen 813 Farmern bestand Auslegung ihrer Vereinsgeseze. Er findet kein Wort gegen die un- nicht einmal die Hälfte, nämlich nur 334, aus Deutschen! ablässigen und ungeheuerlichen Maßnahmen, die in Einzelstaaten zur Daß diese Farmer" bekanntlich mehr Vieh händler als Viehthatsächlichen Beseitigung des Koalitionsrechts der Arbeiter verhängt züchter sind, ist ja belannt, aber lassen wir sie momentan als Kolonisten" gelten. Jeder deutsche Kolonist in DeutschNachdem dann Abg. Hieber von den Nationalliberalen sich Südwestafrika hat uns danach das nette Sümmchen von etwa gleichfalls recht eifrig für Rechtsfähigkeit und Arbeitstammern ein- 20 000 m. gekostet high der doll Unfre Kolonialfere sind aber durch derartige Erfahrungen nicht gefeßt, trat in turzen, aber sehr charakteristischen Vorstößen die konservative Gegenaktion in Scene. Herr v. Richt- abgeschreckt. Es soll im Gegenteil nun erst recht Siedelungspolitik hofen und Herr b. Kardorff gedenken den„ socialen Frieden" getrieben werden. Und um diese erfolgreich betreiben zu können, in andrer Weise vorzubereiten als durch Socialpolitik. Sie be- foll den Eingeborenen ihr armseliges Eigentum vollends abWie die Vieh statistik bewies, haben die fürchten, im Gegensatz zu den Mittelparteien, eine gewaltige genommen werden. Förderung der Socialdemokratie durch die Einführung Weißen bereits den größeren Teil des in der Kolonie vorder geforderten focialpolitischen Inftitutionen. Sie wollen nicht die handenen Vichs auf die bekannte Weise!- in ihren Besitz Wege bahnen, auf denen die arbeitenden Klassen in geordnetem gebracht. Die Regierung hat ihrerseits die Gypropriation Marsch ihre fulturellen Ziele zu erreichen gedenken, sie wollen den des Weidelandes in die Hand genommen. Mehr als zwei Weg mit tausend Hindernissen verrammeln, damit sich an ihnen die Drittel des Landes- und natürlich nicht den wertlosesten Teil Vorwärtsstrebenden die Köpfe zerschlagen, welche Gefälligkeit desselben hat die Regierung bereits annettiert, ungefähr 30 Broz. biefe freilich ihren Gegnern niemals erweisen. Herr v. Richthofen der Bodenfläche hat man gnädigst noch den 200 000 Eingeborenen will höchstens dann die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine zulassen, wenn reserviert. Aber das ist unsren Kolonialpolitikern noch viel zu viel. wenn nicht nur die Staatsarbeiter, sondern auch die Berg- In einer Schrift,„ Die Zukunft Deutsch- Südwestafrifas", schlägt der arbeiter und selbstverständlich die Landarbeiter aus- Verfasser, ein Dr. Georg Hartmann, vor, die Reservate der genommen bleiben, wenn zuvor das Koalitionsrecht eingeschränkt Eingeborenen noch weiter zu beschränken und dann mit und der Schutz der Arbeitswilligen" eingeführt ist. einer Siedelungspolitik großen Stils zu beginnen. werden. " " " Jezt aber, fünf Monate nach Erscheinen der Artikel, erfolgt. gegen den Redakteur der M. V.", Genoffen Perner, eine Antiage wegen Bahn- Beleidigung. Der Staatsanwalt hat des bedrängten Sorauer Kommerzienrates fich angenommen. Ob Herr Bahn leugnet, überhaupt Geld gegeben zu haben, erfährt man einstweilen nicht. Jedenfalls hat man bis heute nichts davon gehört, daß der Dr. Giesebrecht wegen Kollektenschwindele unter Antlage gestellt worden ist, was doch zweifellos geschehen müßte, wenn seine Angaben erichwindelt wären. Der Prozeß verspricht sehr interessant zu werden und ein Hauptreiz wird sein, dem Dr. Giefebrecht auf dem Zeugenstande zu begegnen. Für manchen Wahlrechtsfreund" wird das eine böse Stunde geben. Zur Königsberger ,, Hochverrats"-Affaire. Gegenüber der Meldung der„ Hartungschen Zeitung", es bestehe der Verdacht, daß der Kranten Herr b. tardorff schaut trüb pessimistisch in die Zukunft: Der Herr schwärmt davon, daß das füdwestafrikanische Steppen- tassenrendant Braun fich der Wiederverhaftung durch Flucht ins Bisher habe die Socialpolitik nur immer die Socialdemokratie ge- land ebenso dicht besiedelt werden könne wie etwa Argentinien. Ein Ausland entzogen habe, erklärt die Königsberger Boltszeitung", fördert; jetzt sei die Gefahr, daß man neue Nester baue, in die andrer Kolonial- und Siedelungs- Schwärmer äußerte die Möglich- Braun denke nicht daran, sich den Verhandlungen in der Geheimbundfich die Socialdemokratie hineinlege; das Centrum betreibe die keit, doch wenigstens 15-20 000 Menschen ansiedeln zu können. Es affaire irgendwie zu entziehen. Brauns Gesundheit sei während der Unterfuchungshaft vollständig zerrüttet worden, er habe im Gefängnis eine BlindSocialpolitik„ mit Eilzugsgeschwindigkeit"; die Regierung mache läßt sich ungefähr ausrechnen, was uns 20 000 deutsche Farmer darmentzündung durchgemacht, von der er nicht geheilt sei. Während des immerfort Verbeugungen vor der Socialdemokratie; auf die christlichen Kosten würden, wenn uns 300 die Kleinigkeit von 60 Millionen ge- Aufenthalts in Leipzig seien bei Braun wieder heftige BlinddarmArbeiterverbände werde man sich nicht verlassen können; die Social- tostet haben. Die Regierung erklärte ja selbst im vorigen schmerzen aufgetreten, der Arzt habe ihm empfohlen, sich zum Zwede demokratie werde es auf 5 Millionen Stimmen bringen und Jahre, daß jeder Ansiedler einen Reichszuschuß von 10 000 M. er- einer Operation in eine Heilanstalt zu begeben. Braun halten und dabei noch über ein eignes Vermögen von ebenfalls habe ausdrücklich erklärt, daß er zum Termin der Hauptverhandlung plötzlich wie der Herero- Aufstand! sei die Revolution da! 10 000 m. verfügen müsse. Zudem müsse man erst noch abwarten, erscheinen werde. Wegen der verhängten Briefsperre fehlten seiner wieweit durch Bohrungen fünstlich Wasser Frau direkte Nachrichten. Alles spreche dafür, daß Braun unterwegs den Rat einer medizinischen Autorität eingeholt und sich in eine schaffen könne. Aber es wäre dennoch völlig verfehlt, ihre Macht und ihre Scharf- Unire Projektenmacher sind nicht so zurückhaltend, fie bauen ihre Seilanstalt begeben habe. man Die Richthofen und Kardorff sprechen im Reichstage für längst nicht mehr maßgebende Parteien. Die fonservativen Parteien erscheinen im Reichstag ohnmächtig, wenn das Centrum nicht an ihrer Seite. macherbestrebungen zu unterschätzen. Denn was ihnen im Reiche an Pläne munter auf den südwestafrikanischen Sand. Aber nehmen wir der Macht fehlt, das haben sie vielfältig in Preußen und in selbst einmal an, ihren Annahmen läge eine Realisationsmöglichkeit andern Einzelstaaten. Bon dorther zwingen fie die Regierung, zu Grunde. Nehmen wir an, es gelänge, 20 000 deutsche Biehzüchterselbst wenn sie socialpolitisch vorwärts will, zum Stillstand, und so familien in Südwestafrika anzusiedeln. Und nehmen wir ferner an, sverden sie auch die dürftigen Ankündigungen des Grafen von diese Siedelung tostete uns außer den bis jetzt verpulverten Posadowsky vollends verschleppen und vernichten. So wirkt der 60 Millionen nicht mehr als weitere 120 Millionen. Die alte Stardorff, vom Revolutionsgespenst besessen, eifriger denn irgend 20 000 Kolonisten hätten uns dann 180 Millionen gekostet, d. H. einer sonst, daran, daß die Arbeiterklasse jede Hoffnmg in diefen pro Familie 9000 Mart. Hätten wir dafür diese Leute nicht viel heutigen Staat verliert und daß die socialen Kämpfe sich von Er- besser auf der Lüneburger Heide ansiedeln können?! bitterung zu Erbitterung steigern. n Die Wege der Justiz. In Halle ist am Freitag der Redakteur unfres Partei- Organs Fette, der sich wegen angeblicher Majestätsbeleidigung zu verantworten hatte, freigesprochen worden. Der Prozeß ist insofern interessant, weil in Leipzig wegen desselben Sachverhalts gegen drei Redakteure eine Justizaktion im großen Maßstabe durchgeführt wurde, die mit der Verurteilung endete, während in Halle auf Freisprechung erkannt wurde. Die Leipziger Verhaftungen und Verurteilungen erregten feiner Zeit allgemeines Aufsehen. In beiden Fällen handelte es sich um eine fünfzeilige Notiz, die unter„ Vermischtes" veröffentlicht worden war. Es hieß da, wie die Wiener Zeit" berichtet, im Spital zu Tamsweg sei ein Mann, angeblicher Verwandter des Kaisers gestorben, der behauptet hatte, er heiße Der Aufstand in Südwestafrifa bedeutet eine schwere Couard v. Battenberg; seine Mutter sei eine Elise Suchowsky 2c. Schädigung für die Entwicklung der Kolonie. Er bringt uns Die Verhandlung wurde wegen Gefährdung der öffentlichen darüber wollen wir uns flar fein- fast wieder dahin zurück, Ordnung bei verschlossenen Thüren geführt; jedoch wurde den Verwo wir vor zwanzig Jahren angefangen haben. Trotz allem hat tretern der Presse die Teilnahme gestattet. Genosse Fette erklärte, aber auch er sein Gutes. Er hat ein für allemal die Unhaltbarkeit Kein Lamm dürfen sie behalten! In den„ Berliner Neuesten Nachrichten" läßt sich ein Lieutenant Geng, vermutlich ein ehemaliger Offizier der Schußtruppe, folgendermaßen vernehmen: Für die Forderungen der Interpellation sprachen ferner noch Dr. Ablaß( Freijinnige Volkspartei), Dr. Potthoff( Freifinnige Vereinigung), der Pole Brejski und Herr Stöder. Dieser Lettere feierte die christlichen Arbeiter des Frankfurter Kongresses als Ablöser der Socialdemokratie; er glaubt da eine Bewegung zu sehen, die sich von der Socialdemokratie löst, während in Wahrheit diese Arbeitergruppen bisher niemals zur Socialdemokratie gezählt haben und gerade durch ihre jezigen Bemühungen notwendigerweise des bisherigen Systems der Eingeborenenbehandlung bewiesen, das bei der Veröffentlichung jener harmlosen Notiz an eine Majestätsder Socialdemokratie angenähert werden. Auch die Bürgschaft", früher oder später schlimme Erfolge zeitigen mußte. Die Forde- beleidigung gar nicht gedacht zu haben; er habe weder die die Herr Trimborn, als er nochmals das Wort nahm, für die rungen, die bei dem heutigen Zustande der Kolonie an die zu Absicht noch das Bewußtsein gehabt, eine solche zu be christlichen und monarchischen Gesinmmgen der christlichen Gewert- fünftige Eingeborenen- Politit gestellt werden müssen, und die nicht gehen. Die Notiz sei der„ Leipziger Volkszeitung" entnommen, schaften" zu übernehmen wagte, kann nicht hindern, daß Heute zum erstenmal aufgestellt werden, find: Schwächung und in etwas veränderter Form im Volksblatt" zum Abdruck ges jede ernsthafte Arbeiterpolitit zum Socialismus der Macht der Kapitäne; Rechtsprechung über die Ein- bracht worden. geborenen allein durch die Distriktschefs usw.; allgemeine führt.ingan si nodalla mentiigistid end u Der Erste Staatsanwalt, der besonders zu dieser Verhandlung Entwaffnung der Eingeborenen; Beschränkung der Einerschienen war, gab zu, daß die Notiz der Leipziger Volkszeitung" geborenen- Refervate zivecs Schaffung des jetzt fehlenden Regierungslandes zur Besiedelung mit weißen:; Besteuerung entnommen sein könne; die Abänderung vor der Ber der Eingeborenen in einem Maße, das die Mög öffentlichung im Voltsblatt" erklärte er aber für lichkeit einer Konkurrenz der Eingeborenen mit unerheblich. Er beantragte dann sechs Monate Ge der weißen Farmerbevölkerung aus der Welt fängnis. " Herr Trimborn versprach sich einen wesentlichen Fortschritt von dieser Beratung. Aber nach ihm hatte noch einer das legte Wort: Herr Beumer vom Centralverband der Industriellen. Die fpäte Stunde hinderte leider die Offenbarungen des einseitigsten Kapitalismus, die von ihm zu erivarten waren. Er brachte nur " Der Verteidiger, Rechtsanivalt Herzfeld wies darauf hin, fach die Kirche ab. Dann mußte sich das Mädchen auf einen in daß die Notiz Der socialdemokratische Verein Ito na zählt jetzt 3024 Mite weder Handlungen noch Aeußerungen des dieser toleranten Kirche besonders bestimmten Platz für gefallene glieder. Er nahm im letzten Jahre 18 110 M. ein und gab 11 686 Kaisers kritisiere fritisiere und nur mitgeteilt worden ist, was Mädchen" setzen. Wegen dieser bodenlos gemeinen Beleidigungen Mark aus. Der Verein für Ottensen und Umgegend hat 2115 ein Mann über seine Abstammung behauptet habe. Es strengte der Vater des Mädchens Beleidigungsklage an, er ließ und der für Wilhelmsburg und Umgegend 935 Mitglieder. käme öfter vor, daß Personen behaupteten, sie stammen von Herrschern Auch der Staatsanwalt stellte Erhebungen an wegen der statt von 3052 M. fich aber zur Zurüdnahme der Klage bewegen. Dieser hatte eine Jahreseinnahme von 3811 M. und eine Ausgabe ab. Die nach langer Beratung erfolgte Freisprechung wurde gehabten Freiheitsberaubung und der Störung einer gottesdienstwie folgt begründet: Das Gericht hat sich nicht davon überzeugt, lichen Handlung durch den Geistlichen selbst. Indes auch hier Post" im lezten Jahre ihre Auflage um fast ein Drittel erhöhen Ueber Preßverhältnisse wird berichtet, daß die Münchener daß eine Majestätsbeleidigung vorliege. Weder§ 185 noch§ 186 scheinen die frommen Einflüsse so stark gewesen zu sein, daß eine konnte. Die Schwäbische Tagwa cht" wird vom 1. Februar Tönne Anwendung finden und könne fomit von einer Majestäts- Einstellung des Verfahrens erfolgte. So kam der geistliche Kirchen- an in verstärktem Umfange erscheinen. beleidigung keine Rede sein. schänder" mit einer Buße von 40 M. und der Zurücknahme der Beleidigung davon. 0000 Warum hatten die Leipziger Richter nicht die gleiche, Ueberzeugung? Wird fich die„ Germania" nun auch wegen dieses Skandals in ciner katholischen Kirche entrüsten? Zwei rohe Soldatenschinder hatte das Kriegsgericht der fünften Division in Nürnberg abzuurteilen. Der Unteroffizier Bechtold vom 6. Chevaurlegers- Regiment in Bayreuth war des Miß- denn siebentägigen Justizdebatte im badischen Landtag von der socialDie Majestätsbeleidigungs- Prozesse wurden gelegentlich einer mehr brauchs der Dienstgewalt, der Störperberlegung und der Beleidigung demokratischen Fraktion einer scharfen Kritik unterzogen. Wenn auch Untergebener beschuldigt; neben ihm erschien als Angeklagter der in Baden ihre Zahl eine verschwindend Kleine ist, so hat man auch Chevaurleger Beck von derselben Eskadron, dem ein Bergehen der dort ein Interesse daran, daß die tollen Zustände in andern Staaten erschwerten Körperverlegung, in Gemeinschaft mit dem Unteroffizier nicht etwa auch in Süddeutschland einreißen. Auf die Beseitigung verübt, zur Lasi lag. Im vergangenen Herbst befand sich Bechtold des§ 95 des Str.-G.-B. wollte der Justizminister nicht eingehen, mit mehreren Soldaten beim Haferfassen, wobei ihm schien, daß ein dagegen erklärte er Rekrut sich bei der Arbeit nicht flink genug rühre. Der Herr Stell- hebung einer Anklage von der Genehmigung des Ministeriums den Weg für gangbar, daß die Ervertreter Gottes geruhte, sich nicht höchsteigenhändig an dem abhängig gemacht werde. Aber auch in der Richtung müsse die Säumigen zu vergreifen, sondern befahl dem Soldaten Anregung vom Reich kommen, er allein könne nichts machen. Bed, ,, dem faulen Kerl ein paar herunterzuhauen". Beck gab sich willig zum Büttel her und erfüllte den Auftrag einandersetzung der nationalliberale Abg. Rechtsanwalt SchneiderBesonders interessieren dürfte es, daß gelegentlich dieser Ausso energisch, daß der Herr Unteroffizier seine Helle Freude Starlsruhe für den Majestätsbeleidigungs- Baragraphen und seine daran haben konnte. Er versetzte dem Rekruten eine solch faulige Sandhabung eine warme Verteidigungsrede hielt. derbe hrfeige, daß der Mann gegen die Thür taumelte und Gut nationalliberal! auf eine Thürflinke aufschlug, wobei er eine Erschütterung des Rüden marks erlitt und bewußtlos zu Boden stürzte. Er mußte längere Zeit im Lazarett liegen. Außerdem war Bechtold bemüht, berschiedenen Leuten, die ihm unterstellt waren, die Liebe zum Soldatenstand durch Schläge mit dem Steigbügelriemen einzubläuen, andre hat er durch rohe Schimpfworte beleidigt. Das Gericht verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis und Degradation, Bed erhielt drei Monate Gefängnis. Ein neues Infanterie- Gewehr? " and Ausland. Italien. " Marinekorruption. Der Avanti" hatte erlärt, daß das Kriegsschiff, das die italienischen Ausstellungsobjekte nach St. Louis bringen sollte, trog Reparaturen im Arsenal zu Venedig, für die Oceanreise untauglich sei. Hierauf stellte der Marineminister eine Untersuchung an und fepte, laut Eine Korrespondenz meldet: Ueber eine neue Infanterie- Direttor des Arsenals von Venedig, sowie zwei Italie", nach Feststellung der Wahrheit den Schußwaffe, deren Einführung so gut wie beschlossen sein soll, höhere Arsenal- Offiziere ab. unterhält man sich in höheren militärischen Kreisen. Die neue Waffe stellt sich dar als cin Repetiergewehr mit Kolbenmagazin, welches zur Aufnahme von 16 Patronen eingerichtet ist. Der Laderaum ist so konstruiert, daß die Patronen in fürzester Zeit eingelagert werden können. Die Fertigmachung des Gewehres zum Schuß fann in wenigen Sekunden erfolgen. Alle 16 Patronen fönnen ohne Unterbrechung hintereinander abgefeuert werden. Schweden. bom Schweden ein Zusatz zum Strafgesetzbuch zu stande, der dem seiner Gegen das schwedische Zuchthausgesetz. Im Jahre 1899 tam in Beit vom deutschen Reichstag abgelehnten Zuchthausgefez" sehr ähnlich sieht und bestimmt, daß bereits der Verfuch, jemand durch Gewalt oder Drohung zur Teilnahme an einer Arbeitseinstelling zu zwingen, oder zu hindern wieder zur Arbeit zurückzukehren oder an gebotene Arbeit anzunehmen, mit derselben Strafe wie Fälschung eines Wahlergebnisses. Aus München, 29. Januar, das wirklich ausgeführte Verbrechen belegt wird uns geschrieben: Wegen eines Vergehens in Bezug auf Aus- werden soll, und daß solche Versuche der öffent übung staatsbürgerlicher Rechte hatten sich vor der Straffammer des lichen Anklage unterstellt werden. Landgerichts München I der 27jährige Buchhalter Georg Heiden- Ausnahmebestimmungen, die seiner Zeit, trotzdem sie reich von München, der 23 Jahre alte cand. phil. Josef Holz höchsten Gerichtshofe einstimmig verworfen wurden, die königliche mann von Ingolstadt und der 28 Jahre alte Monteur Heinrich Bestätigung erhielten und seitdem viele Opfer erfordert haben, Bohner zu verantworten. Sämtliche Angeklagte wohnen im hat nun unser Parteigenoffe Branting eine Motion in der Wahlkreise München I, wo eine Stichwahl zwischen unsrem Zweiten Kammer eingebracht, zu der außer den 4 Socialdemokraten Genossen Birt und dem liberalen Buchdruckereibesiger Schön auch 21 bürgerliche Abgeordnete ihre Zustimmung gegeben haben. notwendig war. Heidenreich wurde am Tage der Hauptwahl Der Motion ist eine ausführliche Begründung eingefügt, in der u. a. bon der Ausübung feines Wahlrechts Wahlrechts zurückgewiesen, da die Verhandlungen der beiden Kammern über die Strafbestimmungen er nicht in der Wahlliste eingetragen war. Am 25. Juni, vom Jahre 1899 rekapituliert werden. Sogar in der Ersten Stammer dem Tage der Stichwahl, gab Heidenreich auf den Namen fand damals eine Anzahl Abgeordneter diese Verschärfung der beeines andren Wählers einen Stimmzettel ab. Als letzterer einige treffenden Strafgesetz- Paragraphen, unnötig, unbillig und Stunden später ebenfalls sein Wahlrecht ausüben wollte, kam die gefährlich für unser Gemeinwesen".. Geschichte auf. Heidenreich erhielt eine Woche Gefängnis.Der Angeklagte cand. phil. Holzmann, der noch nicht wahlberechtigt ist, wählte auf den Namen seines erkrankten Mietgebers, des Angeklagten Bohner. Holzmann, der nicht gewußt haben will, daß eine derartige Handlung unerlaubt sei, wollte seinem Mietgeber nur eine Gefälligkeit erweisen. Holzmann und Bohner, der wegen Anstiftung angeklagt war, wurden frei gesprochen. gar Die Gründung eines Polnischen Central- Wahlkomitees für Deutschland" wurde auf der polnischen Delegiertenversammlung in Bosen endgültig beschlossen. In das Komitee werden die polnischen Organisationen aus Bofen vier Delegierte, aus West- und Ostpreußen drei Delegierte, aus Schlesien zwei, aus Berlin( für Berlin und Brandenburg) und aus dem rheinisch- westfälischen Bezirt je einen Delegierten entfenden. Statutengemäß wird die neue Organisation nachstehende Aufgaben haben: 1. Vor allen Wahlen zum Reichstag und preußischen Landtag die Bezeichnung der Kreise, in denen polnische Kandidaten aufgestellt werden sollen. Bei den Wahlen zum Reichstag wird bei der Hauptwahl nur für den polnischen Kandidaten gestimmt. Ausnahmen find nur auf einstimmigen Beschluß des Central- Wahlkomitees zulässig. 2. Der Abschluß von event. Kompromissen mit andren Parteien. 8. Die Schlichtung der event. Streitigkeiten zwischen den Wählern und den polnischen Wahlorganisationen. 4. Die Erhaltung eines Informationsbureaus zweds a) Lieferung von Material für die polnische Fraktion, b) Verbesserung und Erweiterung der Wahlorganisationen, c) Wirten auf die öffentliche Meinung durch die Presse und besondere Schriften. Der Beschluß wird eine wesentliche Stärkung der polnischen Drganisationen zur Folge haben. " Kleritale Kirchenschändung". Partei- Nachrichten. " NOHO OTA OTE OF jekt der Ort Grünwinkel in der Nachbarschaft Karlsruhes. Eine vollständig socialdemokratische Gemeindeverwaltung hat Nachdem am Freitag bei der Wahl der Gemeinderäte sämtliche socialdemokratische Kandidaten mit 130 gegen 100 Stimmen der verständig und der Bürgerausschuß zu zwei Dritteln aus Socialdemo= einigten Gegner gewählt wurden, besteht der Gemeinderat vollfraten. Als Bürgermeister amtiert schon seit dem vorigen Jahre ein organisierter Parteigenosse. " Ein Manifest an die niederländischen Arbeiter. Manifest an die Arbeiter, um sie zu veranlassen, sich gründlich mit Niederlande wendet sich in einem zur Massenverbreitung bestimmten Der Vorstand der Socialdemokratischen Arbeiterpartei der dem Regierungsentwurf zu einem neuen Arbeitsgeset zit Bestimmungen zum Schuße der Arbeit," so beginnt das Manifest, befassen. Durch das Erscheinen des Gefeßentwurfs, enthaltend wird die Regelung Eurer gesellschaftlichen Zustände von neuem wie es wohl noch niemals in unserm Lande der auf die Tagesordnung gebracht, und zwar in solchem Umfange, Fall war." Es wird dann ausführlich auf die Mängel und den Inhalt des Entwurfs hingewiesen, sowie darauf, daß der ursprüngliche Regierungsentwurf, der sogenannte" Vorentwurf", bereits in verschiedenen wichtigen Punkten verschlechtert worden ist. Die Arbeiter sollen nun zeigen, daß sie mit ihren Organisationen hinter ihren Vertretern im Parlament stehen, deren Zahl infolge des Mangels des allgemeinen Wahlrechts mur gering it; fie follen eingedenk sein, daß die Kapitalisten nur so viel zu Gunsten der Arbeiter zugestehen, wie diese sich selbst durch eine kräftige Organisation und durch sachverständiges Auftreten zu erobern wiffen. " " Berichtigung. In der Notiz in gestriger Nummer betreffend die Angriffe der Münchener Post" auf Genossen Zubeil findet sich ein finnentstellender Druckfehler. Es heißt darin, die Münchener Post" Teil" sind dadurch in den Satz gekommen, daß sie statt des Namens hätte sich, wenn sie den Vorwärts" gelesen hätte, die unbegründeten Angriffe auf Genossen Zubeil zum Teil erspart. Die Worte zum Bubeil gesetzt wurden und bei der Korrektur neben dem Namen stehen geblieben sind. Es soll nämlich heißen, daß sich die Münchener Post" die unbegründeten Angriffe auf Genonen Zubeil erspart hätte, wenn sie den„ Vorwärts" gelesen hätte. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " Einen Sigredakteur soll die in Kattowitz( Oberschlesien) ers Gegen diese scheinende polnisch- socialdemokratische Gazeta Robotnicza" in der sich deshalb vor dem Landgericht Beuthen D.-S. wegen Vergehen Person des Schuhmachers Valentin Rust gehabt haben. Dieser hatte gegen§ 18 des Reichspreßgesetzes zu verantworten, mit ihm der Verleger des Blattes, Stefan Thiel, der in Berlin wohnt und be= schuldigt wird, troy Kenntnis von der angeblichen Unfähigkeit des Rust dessen Nennung als verantwortlicher Redakteur feines Blattes zugelassen zu haben, und ferner der Leiter der Druckerei des Blattes, Schriftfcßer Casimir Morawski, der die falsche Nennung des Ver antwortlichen bewirkte, obwohl er nach Meinung der Anklage ſelbſt der eigentliche Redakteur des Blattes war. bestritten entschieden ihre Schuld, insbesondere hat Rust nach seinen Die Angeschuldigten adnicht widerlegten Angaben die Redaktion des zweimal wöchentlich erscheinenden Blattes in seiner arbeitsfreien Zeit ohne jede Bezahlung erledigt. Auf Grund einiger Beugenaussagen und eines Sachverständigen- Gutachtens, das dem Angeklagten Ruft die für den Posten eines Redakteurs erforderliche Bildung abspricht, verurteilte das Gericht Rust zu einem Monat, Thick zu sechs Wochen und Morawski zu zwei Monaten Gefängnis. Mein Gesetz schreibt vor, daß ein Redakteur berufliche Befähigung besiben müsse; das Preßgeset verlangt ausdrücklich nichts als Verfügungsfähigkeit, Befiz der bürgerlichen Ehrenrechte und Wohnsiz oder wesentlichen Aufenthalt im Deutschen Reiche. Das Urteil entbehrt daher von vornherein jeder materiellen Grundlage. Hus Induftrie und Handel. Mitteilungen gegeben: Die nächste Sitzung der Mitglieder des InterAus dem Internationalen Socialistischen Bureau werden folgende nationalen Bureaus findet am 7. Februar im Maison du Peuple zu Brüssel statt. Es wird verhandelt über: Bericht des Sekretariats, der internationale Songreß von Amsterdam, internationale Bolitit, Bestimmungen für die Thätigkeit des Sekretariats. Für den Kongreß von Amsterdam liegen dem Sekretariat bisher Berichte und Refolutionen über folgende Verhandlungsgegenstände vor: Internationale Solidarität, der Meritalismus und die Schule, Gewerkschaft und Politik, Generalstreit, Weltdemonstration für den Achtstundentag, Wohnungsfrage, Auswanderung und Einwanderung, Zollschutz und Freihandel, Militarismus, Taktik der Partei, Arbeiterversicherumg. der Köln. Zeitung" beträchtlich ungünstiger geworden. In RohBerichte über die Arbeiterbewegung ihrer respektiven Länder haben bis jetzt folgende Parteiorganisationen eingesandt: Argentinien, Auftralien, Finnland, Luxemburg, die czechisch- slavische Socialdemokratie Böhmens, die östreichische Gewerkschaftskommission, der jüdische Arbeiterbund von Litauen und Polen. Die übrigen LandesSekretäre werden ersucht. Berichte baldmöglichst einzusenden. Aus den Organisationen. Zur Zeit halten die meisten lokalen Parteiorganisationen ihre Generalversammlungen ab, aus denen sich allenthalben die erfrenliche Thatsache einer lebhaften Entwicklung des Parteilebens im ab Thatsachen aus einer Reihe größerer Organisationen mit. gelaufenen Jahre ergiebt. Wir teilen einige hierauf bezügliche Die Lage des Siegerländer Eisenmarktes ist nach einem Bericht eisen," so wird dem Blatt gemeldet, sind für das erste Jahresviertel wieder weniger Aufträge als für das vorige eingegangen, und dabei wird noch über geringen Abruf geflagt. Die Gründe für den Rüdgang im hiesigen Roheisen- Geschäft find an dieser Stelle schon mehrmals erörtert worden und lassen eine Besserung auch borderhand noch nicht als wahrscheinlich erscheinen. Der Verbrauch in Puddel- Roheisen ist start zurückgegangen und nimmt naturgemäß noch immer mehr ab; Stahleisen, das früher fast ausnahmslos von den großen Stahlwerken von hier bezogen wurde, stellen diese nun auf ihren neu erbauten und vergrößerten Hochofenanlagen selbst her, und selbst Spiegeleisen ist aus früher sicheren Abfazgebieten vielfach herausgedrängt worden. Nur in Gießerei- Nobeisen, auf das sich die hiesigen Hütten nunmehr geworfen haben, hat der Abfaz zu genommen, aber in der Winterszeit, in der die Bauthätigkeit ruht, ist auch der Absatz in diesem Eisen wesentlich eingeschränkt. Für die reinen Hochofenwerke ist der Ausblick in die Zukunft gerade nicht hoffnungsvoll, und der Bedarf an Roheisen muß sich noch sehr heben, um auch sie wieder voll zu beschäftigen. Die Hochofenarbeiten sind infolgedessen sehr eingeschränkt, und auf den Hütten, die in dieser Jahreszeit nicht dämpfen wollen, mehren sich die Lager stark." In Frankfurt a. M. betrugen die Jahreseinnahmen insgesamt 14 753,85, die Ausgaben 14 084,80 M., so daß ein Kassenbestand von 669,05 m. verbleibt. Die Ausgaben verteilen sich in Man schreibt uns aus Baden: Die Vorgänge, die sich bei der Hauptsache auf folgende Posten: Drucksachen 1108,75 M., den Urwahlen zum preußischen Landtage in einigen Kirchen ereignet Inserate 457,50 M., Arbeitersekretariat 1000 M., Wahlfonds haben, wurden seiner Zeit von der Pfaffenpresse weidlich ausgenützt, 7038,81. An den Parteivorstand in Berlin gingen 1000 M. um die Religionsfeindlichkeit der Socialdemokratie" zu erhärten. ab, nach Crimmitschau 500 M, Die übrigen Ausgaben find meist Besonders das Berliner Organ für ultramontanen Schwindel sächlicher Natur und bestehen zum Teil in Barauslagen der bei der Die Ursachen der Abflauung sind, wie schon oben in dem Bericht erschöpfte sich int der Erfindung neuer Schauermären Agitation thätigen Genossen. Die Einnahmen des Wahlfonds be hervorgehoben wird, zum Teil in der Abnahme des Verbrauchs von und in Schimpffanonaden gegen die Kirchenschänder". Mit trugen 18 920,11 m. Für die Reichstagswahl wurden 9188,19 Buddeleisen zu suchen, das seine einstige Stellung auf dem Roheisenwelch letzterem Ausdruck natürlich nicht die Behörden Mark und für die Landtagswahl 3962,76 M. ausgegeben. Der Markt mehr und mehr verliert. Außerdem aber beruhte die relativ gemeint waren, die die Kirche zum Wahllokal machten, sondern die Kassenbestand beträgt 5769,16 M. Die Mitgliederzunahme betrug günstige Situation der Siegerländer Eisenindustrie während der Wähler, für die eine Wahl zum preußischen Junkerparlament nicht im letzten Jahre 273, so daß der Verein zur Zeit 1446 Mitglieder letzten Jahre auf ihrem ziemlich bedeutenden Erport nach den Verals" Gottesdienst" aufgefaßt wurde. hat. Nach ihrer Staatsangehörigkeit sind 70 Badenser, 161 Bayern, einigten Staaten von Amerika und nach England. Nach Amerika In Baden hat sich nun eine standalöse Scene in einer 216 Hessen, 751 Preußen, 61 Sachsen, 114 Württemberger und 73 hat aber seit etwa einem halben Jahr der Erport ganz aufgehört fatholischen Kirche abgespielt. Der nationalliberale Abgeordnete gehören fleineren Staaten an. Kennzeichnend für die kräftige und nach England schrumpft er feit einigen Monaten ebenDr. Binz Karlsruhe erzählt darüber in der zweiten badischen Kammer: Entwicklung dieser Organisation ist auch der Beschluß, einen befalls beträchtlich zusammen. In dem badischen Odenwalddörfchen Balsbach( Bezirk Eberbach) foldeten Parteifetretär anzustellen. amtiert der katholische Geistliche Diet; bei ihm müssen die schulentlaffenen jungen Leute bis zum Alter von 18 Jahren noch fogenannte Christenlehre, eine Art religiösen Unterricht besuchen. Diesen jungen Leuten verbot der Seelsorger", wahrscheinlich wegen der Gefahr für das ewige Seelenheil, einen Tanzsa al zu betreten. Ein achtzehnjähriges Mädchen übertrat das Verbot und wurde zunächst sehr energisch verwarnt. Als aber das felbe Mädchen gelegentlich eines Fahnenweihfestes Festjungfrau war und das Verbot in der Festfrende abermals vergaß, hielt der ge- Der focialdemokratische Verein Breslau, der im Jahre nannte fatholische Geistliche ein fürchterliches Strafgericht ab. 1899 erst 379 Mitglieder hatte, zählt jetzt deren 1840; die Zunahme Sonntags in der Kirche das Mädchen besuchte regelmäßig die im letzten Jahre betrug 600. Die Einnahme erreichte 6053 M. Kirche wurde die Sünderin" vor versammelter Gemeinde von ihrem Der socialdemokratische Wahlverein Stettin gewann im Plaz weg vor den Geistlichen gerufen, dort mußte sie nieder letzten Jahre 360 Mitglieder und zählt deren jest 817. Seine EinInien, und nun beschimpfte sie der Priester der Religion nahmen betrugen 6761 M., feine Ausgaben 5186 M. der Liebe" in der rohesten Weise. Ausdrücke wie Menscher, Der socialdemokratische Verein für den dritten sächsischen Dirnen waren noch nicht das schlimmste, das unschuldige achtzehn Reichstagswahlkreis( Baußen, der einzige noch nicht social: jährige Mädchen ward von ihm in der Kirche vor versammelter Ge- demokratisch vertretene sächsische Reichstagswahlkreis) nahm an Beimeinde sogar als Hure bezeichnet. Auch gegen die Eltern zog der trägen im letzten Jahre( unabhängig von der Wahlrechnung) 1789 Patron in der gleichen Weise los. Das Mädchen wollte der pein- Mark ein und gab davon 1578 M. aus. Die Einnahme für Wahllichen Scene entfliehen und die Kirche verlassen, aber der Geistliche zwecke betrug 4 000 m. Der Verein zählt 284 Mitglieder; außer pacte es am Arme, führte es zurück und schloß ein- dem find noch 110 Genossen in Lokalvereinen. C Der socialdemokratische Verein für Köln- Land gewann im letzten halben Jahre einen Mitgliederzuwachs von 245. Der socialdemokratische Verein Nürnberg hatte im vorigen Jahre 19201,63 M. Einnahmen und 16572,47 M. Ausgaben. An die Gaukasse wurden 4829,23 M. abgeliefert, die Reichstagswahlen erforderten eine Ausgabe von 3483,11 M. Die Mitgliederzahl ist von 5006 auf 6341 gestiegen. Die Zahl der Aufnahmen belief sich auf 1616. einen Gewinn von mehr als 20 Millionen Mart, also etwa 20 Proz. Die Hamburg- Amerika Linie erzielte im letzten Geschäftsjahr auf das Aktienkapital. Es soll der Generalversammlung vorgeschlagen werden, von diesem Gewinn 6 Millionen= 6 Proz. als Dividende zu verteilen und 14 Millionen für die Verstärkung der Reserven der Gesellschaft zu benutzen. Bom Stahlwerksverband. Nach der„ Rhein. Westf. 3tg.", die bekanntlich zu der Hüttenindustrie enge Beziehungen unterhält, unterliegt es feinem Zweifel mehr, daß verschiedene ältere Eisens fartelle nicht erneuert werden. Wenigstens kann dies von der Schienen- Vereinigung als sicher gelten. In der Hauptsache deshalb, weil die nicht dem Stahlwerksverbande beigetretenen Mitglieder in der Schienen- Bereinigung noch besondere Vorteile genießen. Nach Sicherung des Schienen- Verbandes würden daher die außenstehenden Werke, wie man annimmt, erst recht kein Interesse mehr haben, dem Stahlwerksverbande beizutreten. Daher gewinnt es an Wahrschein= lichkeit, vorausgesezt, daß die fünf noch unentschiedenen Werke beis treten, daß der Stahlwerks- Verband begründet wird, zunächst mit einer Beteiligung bis zu 75 Prozent der gesamten Stahlerzeugung. Maßgebend hierfür sei, wie das Blatt meint, die Erwägung, daß. wenn auch ein namhafter und leistungsfähiger Teil der Stahlwverle «mßer�aw des Verbandes bleibt, doch bei einem Fallenlassen aller Vereinigungen ein Kampf von 29 Konkurrenten entbrennt, während bei Zustandekommen eines Stahlwerks-Berbandes dieser Kampf wesentlich in zwei große Gruppen vereinfacht sei. Deutschlands Kohlen- und Coaksproduktion im Jahre 1903. Nach der amtlichen Bergwerksstatistik wurden im Deutschen Reiche während des letzten Jahres gefördert an Steinkohlen 116 664 376 Tonnen(i. V. 107 443 634 Tonnen), an Braunkohlm 45 965 658 Tonnen(i. V. 43 313 122 Tonnen). An CoakS wurden produziert 11 609 269 Tonnen(i. V. 9 202 796 Tonnen), cm Briquettö 10 476170 Tonnen(i. V. 9 214 226 Tonnen). GewerKfcKaftlicKes. Berlin und Qmgegend. Die Aussperrung in der Filzschuhfabrik von Kusche, Büsching- straße 3, dauert unverändert fort. In einer im Laufe dieser Woche stattgefundenen Verhandlung hat Herr Kusche dem Vertteter der Organisation gegenüber offen erklärt:„daß er allerdings beabsichtige, auf einige Artikel, die er im Ver- hältnis zu den Lohnsätzen andrer Fabriken zu hoch bezahle, Lohnabzüge zu machen." Es solle das aber nur eine Lohnregulierung sein, da er auf andre Artikel Zu- lagen gewähren wolle, wenn es sich herausstellen sollte, daß letztere zu schlecht bezahlt werden. Herr Kusche hat dadurch nunmehr bestätigt, daß die Entlassungen thatsächlich nur stattgefunden haben, um in aller Stille Lohnreduktionen(noch feiner Auffassung Lohnregulierungen) vorzunehmen. Den Vorschlag von feiten des Vertreters der Organisation, daß Herr Kusche doch versuchen solle, mit den ausgesperrten Arbeitern durch Verhandlungen eine Verständigung über den Lohntarif herbeizuführen, lehnte derselbe ab. Wir ersuchen unsre Kollegen und Kolleginnen, den Zuzug nach dieser Fabrik nach wie vor streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung deS Vereins deutscher Schuhmacher. Mit der Lohnbewegung der Einsetzer beschäftigte sich Freitag- itbend ein« Vorstandssitzung der Bautischlermeister Berlins und Um- gogcnd. Es wurde folgender Beschluß gefaßt:„Am Freitag, den 6. Februar, findet im„Prälaten", Alexanderplatz, eine außerordentliche Generalversammlung statt, in der eine Kommission von 7 Mit- gliedern gewählt werden soll, welche dann am Montag, den 3. Februar, mit 7 Vertretern der Einsetzer-Vereinigungen den bor- gelegten Tarif durchberaten soll." Dieser Tarif enthält außer er- höhten Minimal-Accordsätzen folgende besondere Bestimmungen: 1. Das Abladen sowie das Hinaufschaffen der Arbeiten in die be- treffenden Stockwerke ist in Lohn mit 0,76 M. die Stunde zu be- zahlen. 2. Nägel, Schrauben, Hinterlegeholz. Bankeisen. Sand- Papier, Schraubzwingen, Kehlhobel. Leim. Leitern usw. hat der Arbeitgeber zu liefern; ebenso hat derselbe die Kosten des Trans- Ports der Werkzeuge nach und von der Arbeitsstelle zu tragen. 3. Arbeiten, welche ohne eignes Verschulden oder durch Veränderungen entstehen, sowie Versäumnisse, welche durch andre Handwerker sowie durch nicht rechtzeitiges Liefern der einzusetzenden Arbeit entstehen, sind m Lohn mit mindestens 6 M. pro Tag zu bezahlen. 4. Der Arbeitgeber oder Vertreter desselben verteilt die Arbeiten im Bau cm die Einsetzer. Der Einsetzer hat sich den Anordnungen der vom Arbeitgeber gestellten Vorarbeiter, welche jedoch nie auf Pro- zente arbetten dürfen, im Bau zu fügen. 5. Die Lohnzahlung hat am Zahltage, Sonnabends, bis 5 Uhr nachmittags auf der Arbeitsstelle zu erfolgen. An den Sonnabenden vor den hohen Festen erfolgt die Lohnzahlung bis 3 Uhr nachmittags ohne Lohn- abzug. Geschieht die Lohnzahlung an andrer Stelle, so ist Zeit und Fahrgeld zu vergüten. 6. Alle vorstehenden Preise sind für Bauten einfachster Ausführung für Berlin, soweit die Arbeitsstelle mit der Stadt- oder Ringbahn erreicht wird, bestimmt. Für Vororte ist ein Zuschlag von 10 Proz., für weitere Entfernungen ein solcher von 3g'/, Proz. und außerdem das Fahrgeld zu vergüten. Achtung, Sorbmacher! Nachdem die neuen Munitionskörbe ausgegeben sind, ersuchen wir die Kollegen nur dort zu arbeiten, wo die von uns festgesetzten Preise gezahlt werden. Bei Anicon& Comp, werden diese Preise nicht gezahlt._ Die Kommission. DcutCches Reich. Die Schnrider-AuSsperrnng scheint in Thüringen weitere Kreise ziehen zu wollen. Am Donnerstag hatten sich die Erfurter Schneidermeister in Gemeinsamkeit mit den Meistern aus Jena und Weimar zu einer streng geheimen Sitzung zusammengefunden. In erster Linie behandelte man die Aussperrungen in Jena und Weimar und deren Aussichten auf Erfolg. Da die Verhandlungen streng geheim gehalten werden, so läßt sich heute noch nichts Be- stimmtes sogen, so viel steht aber fest, daß man nicht abgeneigt ist, auch an andern Orten den Jenaer und Weimaraner Meistern beizu- springen. Interessant ist jedenfalls, daß der Einberufer dieser Scharf- machersitzung der Bruder des verflossenen Rcichstags-Abgeordneten und HandwerkSretterS Jacobskötter, der Besitzer einer der größten Schneiderfirmen in Erfurt ist. Die Erfiirter Schneider- teHUfcn schauen diesem Thun mit Ruhe entgegen, weil man sie nicht berraschen konnte. In verkehrter Richtung transportiert wurde dieser Tage in Jena ein arbeitswilliger Schneidergeselle, der seinen Kollegen in den Stücken gefallen war. Die Polizei legte ein großes Interesse für den Arbeitswilligen an den Tag, der schon vorher sich als„nützliches Element" erwiesen hatte, indem er anderwärts Vereinsgelder unter- schlagen hatte. Statt vom Bahnhof in die Werkstelle, wurde er um- gekebrt von dort nach dem Bahnhof transportiert und mußte dann die Reise nach Nordheim antteten. Huatand. Tischlerstreik in Budapest. Nach einer Meldung der„Frkf. Ztg." aus Budapest haben 6000 Tischler der Hauptstadt beschlossen, in Gruppen von je 200 Mann in den Ausstand zu tteten. Die Differenzen in der Diamantindnstrie. Zu Amsterdam fand am Donnerstag die erste von zwei Ber- sammlungen des Allg. Niederl. Diamantarbeiter-VerbandeS statt, die über die Borschläge der Juweliervereinigung betreffend Wieder- zulassung von Lehrlingen beschließen sollen. sZwei Versammlungen sind notwendig, weil der große Versammlungssaal deS Palais voor Volkswlijt die Masse der Verbandsmitglieder nicht zu fassen vermag.) ES wurde eine Resolutton empfohlen, in der fich die Diamantarbeiter bereit erklären, den einen Vorschlag der Juweliere, eine gemein- same Kommission zur Beratung über die Frage zu bilden, einzugehen, jedoch unter der Bedingung, baß fich die Kom- Mission einen unparteiischen Vorsitzenden wählt und gründliche Untersuchungen vornimmt über die Menge deS zu ver- arbeitenden Rohstoffes im Verhältnis zur Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte, mit Rücksicht auf die Zahl derjenigen Diamantarbeiter der verschiedenen Branchen, die pro Jahr sterben oder wegen Invalidität oder andrer Gründe wegen ihren Beruf aufgeben, und schließlich über die Regelung deS Lehrlingswesens im Ausland. An die Juweliere wird in der Resolutton die Forderung gestellt, den vom Diamantarbeiter-Berband seiner Zeit eingereichten Tarif für daS Brilluntschneiden, über den die Juweliere erst dann beraten wollen, wenn über die LehrlingSftage beschlossen ist, anzuerkennen; außerdem wird die Einführung der 64 st ÜndigenArbeits- Woche verlangt. Der Verbandsvorstand wird ermächtigt, über die von beiden Parteien gemachten Vorschläge zu verhandeln, die Beschluß- sassung darüber soll jedoch den Verbandsmitgliedern vorbehalten bleiben, abgesehen von dem Ergebnis der Beratungen der zu bildenden gemeinsamen Kommission. daS für beide Parteien als bindend gelten soll. Ueber diese Resolutton wurde mittels Zettel abgesttmmt. Sie ist höchst wahrscheinlich angenommen worden, das Resultat der Ab- stimmung soll jedoch erst dann bekannt gemacht werden, wenn auch das der zweiten Versammlung vorliegt. Die Abteilung der Diamantarbeiler von„Betsalel", der Vereinigung israelitischer Arbeiter und Handels- g e h i l f e n hielt am selben Tage eine starkbesuchte Versammlung ab und nahm eine Resolution an, die dieselben Punkte und Forderungen enthält, wie die im Verband vorgeschlagene.— Auch die Diamantarbeiter der christlichen Organisationen„Patri- monium" und„St. Eduardus" faßten in stark besuchten Versamm- lungen ähnliche Beschlüsse. In Antwerpen wurden ebenfalls fast dieselben Beschlüsse gefaßt. Die von der Versammlung des Antwerpener Diamant- arbeiter-Verbandes mit 1320 gegen 480 Stimmen angenommene Resolution unterscheidet sich inhaltlich nur dadurch von der deö Niederländischen Verbandes, daß darin der Tarif für Brillantschneider nicht erwähnt wird. Diese Beschlüsse stehen im Widerspruch mit der sensattonellen telegraphischen Meldung, daß durch dieselben der Ausbruch des Streiks für Montag wahrscheinlichffei. Das Telegramm geht mffcheinend von Unternehinerseite aus und ist dann allerdings symptomatisch für die in diesen Kreisen herrschende Stimmung. Die Unternehmer rechnen offenbar auf einen Streik, während die Organisation der Arbeiter ihn zu vermeiden sucht._ Soziales. Der Kampf gegen die Krankenkassen. Ueber die Vorgänge und Zustände in Köln gehen uns jetzt noch nähere Mitteilungen zu. Der Eingriff der Aufsichtsbehörde ist, wie gemeldet, geschehen. Aber bis Freitagabend waren die beteiligten Kassenvorstände noch nicht amtlich davon in Kenntnis gesetzt. Daß die Behörde ein gewisses Unbehagen über die Zulässig- keit und die Folgen ibres Verfahrens empfindet, darf man wohl aus dem Umstände schließen, daß vier Vertreter der Behörden nach Berlin gereist sind, um bei dem Handelsminister persönlich Bericht zu erstatten. Die Verträge mit den neuen Aerzten find auf S Jahre ab- geschlossen. Die berühmte Garantte der Aerzte fiir die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kassen ist weiter nichts wie daS Versprechen bei Krankerklärungen und Rezeptur wirtschaftlich zu ver- fahren. Also etwas ganz Selbstverständliches, aber keine Spur von Garantte. Diese Garantie lastet allein auf den Taschen der Mitglieder. Die Kassenvorstände sind übrigens zu energischem Widerstande entschlossen: Die Forderungen der Aerzte waren:. 1. Freie Arztwahl. 2. Einsetzung eines Schiedsgerichts, 3. eine Er- höhung des ärztlichen Honorars auf 5 M. bei den Ortskrankenkassen, auf 6 M. bei den Betriebslassen, bei den Ortskassen, die den Familien- Mitgliedern freie ärztliche Behandlung gewähren: 16 M.. bei den Betriebskassen 18 M. für Verheiratete.— Sämtliche drei Forderungen find durch die Regierung bewilligt, mit der Ausnahme, daß die Betriebskassen dasselbe Honorar wie die Ortskassen zahlen sollen. Die Erhöhung des Honorars bedeutet für die Kassen eine Verteuerung der ärztlichen Behandlung um 66,6 Prozent. Die Orts« Krankenkasse für daS stehende Gewerbe zahlte an Honorar im Jahre 1803 60 000 M.; künftig würde sie 100 000 Mark zahlen müssen. Die Ortskasse für Fabrikbetriebe zahlte 21 000 M.; sie würde steigen auf 36 000 M. Die vereinigten Ortskassen für Handwerker müßten statt 89 600 M. 161 000 M. zahlen. Die drei Kassen hätten also 115 000 M. pro Jahr mehr zu zahlen als 1903. Dazu kommen aber noch die erfahrungsgemäß bei der freien Arztwahl bedeutend steigenden Ausgaben für Arznei, Krankengeld usw. Die Beschwerden, die die Regierung zu ihrem Schritt bewogen haben sollen, wurden in ganz unerhörter Weise fabriziert. Bei der Firma Ferger-HasterS unterschrieben sämtliche 39 weibliche Arbeiter, darunter Kinder von 14 Jahren, von denen allen nur eine in ärzt- licher Behandlung stand. Als die«Beschwerdeführer" von einem Vorstandsmitglied belehrt worden waren, zogen sie sämtlich die bereits an die Auffichtsbehörde abgesandte Beschwerde zurück. Ein Arzt reichte einer an sogenanntem bösen Kindbett kranken Frau ein leeres Blatt Papier und ließ sie ihren Namen darauf schreiben. Später füllte der Arzt die Beschwerde aus mrd sandte sie an die Regierung. Auf ähnliche Art kamen die meisten Beschwerden zu- sammen; die Mehrzahl ist von der Hand der Aerzte geschrieben. Die Beschwerden waren derart, daß Bürgermeister Dr. Fuchs, der Decernent für das Krankenkassenwesen, in seiner Eigenschaft als Vertreter der Auffichtsbehörde am 14. Januar in einer Versammlung der Kassenvorstände sagte:„Bis heute seien 135 Beschwerden eingelaufen; et gehe auf diese Beschwerden nicht ein, denn er wisse,„wie sie zum Teil zustande gekommen seien". Und der Ver- tteter des Regierungspräsidenten, Dr. R u s a k. sagte bei der nämlichen Gelegenheit:„Es sei zweifellos ein Notstand bezüglich der ärztlichen Behandlung vorhanden. Er habe allerdings an den Be- chwerden, die alle durch seine Hand gingen, gesehen, wie ie zu stände gekommen seien". Die Krankenhäuser weisen die meisten Kranken ab. Auch das städttsche Hospital mußte erst vom Bürgermeisteramt zurechtgewiesen werden, ehe es anders verfuhr. Das Eingreifen der Behörde war völlig unberechttgt. Die Handwerkerkasse mit 16 000 Mitgliedern und etwa 16 800 Familienversicherten, die Fabrikkasse mit 6600 Mitgliedern, die Kasse für stehende Gewerbe mit 19 000 Mitgliedern, Ortskasse Ehrenfeld I mit 4600 Mitgliedern und 4360 Familienversicherten. insgesamt also rund 66 000 Personen, hatten während der letzten Woche zusammen mit 26 Aerzten von aus- wärt« Verttäge abgeschlossen; außerdem hatte die Handwerker- lasse noch zehn Aerzte, die von früher weiter praktizierten; ebenso hatte die Ehrenfclder Kasse für sich noch eine Anzahl Aerzte. Im allerungünsttgsten Falle kommt bei diesen Kassen auf 2000 versicherte Personen also ein Arzt, ein VerhälwiS, das die Auffichtsbehörde unter keinen Umständen zum Einschreiten berechttgte. Wie kam die Regierung dazu, einfach sämtliche Kassen in einen Topf zu werfen, sie als Gesamtheit zu behandeln? An Beiträgen erhob die Ortskasse für stehende Gewerbe bei 19 000 Mitgliedern in der höchsten Klasse wöchentlich von kauf- männischen Bettieben 80 Pf., vom Transportgewerbe 96 Pf., die Ortskasse für Bauhandwerker bei 16 000 Mitgliedern wöchentlich in der höchsten Klasse 76 Pf. ES kommen insgesamt 48 000 Familienversicherte in Bettacht. DaS Verhältnis der Ledigen zu den Verheirateten ist wie 2 zu 1: ein Drittel ist verheiratet. Auf jede Familie rechnet man vier Angehörige einschließlich deS Hauptversicherten. Der finanzielle Stand der Ortskasse» ist keineswegs günsttg. Der R e s e r v e f o n d s ist bei keiner Kasse in der gesetz- lichen Höhe vorhanden. Die Z a h l der im Krankenkassenverband verbundenen versicherten Kassenmitglieder im Bezirk Köln ist 97 323, wovon 38 Kassen bei 23 931 die freie Arztwahl haben. Die Maßregel der Regierung trifft 60 Kassen mit 73 342 Mtgliedern. In der Sache äußert sich die Rendanwr der Ortskasse für die in stehenden Gewerbebetrieben beschäftigten Personen in Köln u. a. folgendermaßen: . Die vollständig freie Arztwahl ist da, wo eS fich um Hunderte von Aerzten handelt, obschon das Krankenverficherungs« gesetz nun schon zwanzig Jahre in Wirffamkeit ist. nur in verschwindend wenigen Städten Deuffchlands eingeführt und vielfach da. wo der Versuch gemacht wurde, wieder aufgehoben worden, hier in Köln sogar durch eine Verfügung deS Regierungspräsidenten, und zwar aus dem Grunde, weil gleich das erste Jahr der Orts- krankenkaste für in Fabriken beschäftigte Personen in Köln ein Fehlbettag von 20000 Mark dadurch erwuchs..... UebrigcnS kann die vollständig freie Arztwahl den Kassen, wie Herr Geheimer RegierungSrat Dr. Hoffmann, vortragender Rat im Ministerium für Handel und Gewerbe, in seinem Kommentar zum Kranken- versicherungS- Gesetz ausführt, selbst von der höheren Verwgltungs- bchörde nicht aufgezwungen werden, weil diese Einrichtung die Aenderung der Kassenstatuten bedingt, und eine solche Aenderung zu beschließen nur den Generalversammlungen der Kassen zu- steht----" Die Regierung in Köln hat also— eS war vor etwa fünf Jahren— die Aufhebung der fteien Arztwahl bei einer Kasse herbei- geführt, die nämliche fteie Arztwahl, die sie heute den Kassen auf- zwingt. Seit jener Zeit aber haben die Erfahrungen gelehrt, daß die fteie Arztwahl im allgemeinen nicht durchführbar ist. Köln. 29. Januar. Die vom Regierungspräsidenten mit dem Verttauensausschuß der Kölner Aerzte getroffenen Slbmachungen sollen vom Handelsminister Möller gebilligt worden sein. Gesundheitsschutz der Arbeiter. Im östteichischen Arbeitsbeirat teilte der Eorsitzende in der letzten Sitzung mit, daß die östreichische Regierung schon seit längerem mit der Frage der Vorbeugung jener Gefahren beschäftigt ist, die aus der Verwendung des Phosphors bei der Zündhölzer-Fabrikation sowie bei der Erzeugung und Verwendung von Blei und Bleipräparaten entstehen. Was die Phosphorgefahr bettifft, so ist deren technische Seite verhältnismäßig geklärt; es ergeben sich dabei aber wichtige Fragen kommerzieller Natur. Die ersorderlichen Vorarbeiten für die Regelung dieser Angelegenheit sind im Handelsministerium bereits abgeschlossen. Was dagegen die auf das Blei und die Bleipräparate bezüglichen Fragen bettifft, so sind noch mannigfach« Erhebungen erforderlich, deren Durchführung durch das arbeitsstatistischc Amt in Ausficht genommen wurde. Das Handelsministerium behält sich vor, im geeigneten Zeitpunkt an den Arbeitsbeirat heranzutreten und dessen Mitwirkung bei Austragung der Angelegenheit in Anspruch zu nehmen. Hus der frauenbeweguncf. Eine öffentliche Fraucnvcrsammlung findet am 3. Februar bei Raabe, Kolbergerstraße 23, statt. Genosse Stadtverordneter Hugo Heimann wird über„Bildung und Proletariat" einen Vortrag halten. Es ist dies, besonders für die Frauen, ein recht interessantes Thema, und es ersucht um lebhafte Agitation für den Besuch dieser Versammlung Die Verttauensperson. letzte Nacbncbten und Depefcben. LandcSausschusi für Elsaß Lothringen. Sttaßbnrg i. Elf., 30. Januar.(W. T. B.) Die 31. Tagung des Landesausschusses für Elsaß-Lothringen wurde heute eröffnet. Der Statthalter führte aus, daß ein Teil der außerordentlichen Aus- gaben aus einer Anleihe entnommen werden solle, was jedoch als eine vorübergehende Maßregel nicht bedenklich erscheine. Immerhin seien die Forderungen auf das Notwendigste beschränkt worden. Der wichtigste Vorschlag betreffe die Aufbesserung der Be- soldung der Elementarlehrer und Lehrerinnen. Ferner werde dem Hause ein Enteignungsgesctz sowie ein Gesetz betreffend die Abänderung verschiedener Justiz- g e s e tz e zugehen. Für die Bekämpfung des Typhus, der im ver- floflenen Jahr an mehreren Orten des Landes mit außergewöhn» licher Heftigkeit aufgetreten sei, sei nach den bereits früher ge- troffenen Maßregeln noch in dankenswerter Weise ein namhafter Zuschuß seitens des Reiches geleistet worden. Der Schiffsverkehr auf dem Oberrhein, so heißt es weiter, war im abgelaufenen Jahr reger als je zuvor, trotz der ungünsttgen Wasserverhältnisse. Es sind eingehende Studien über die Errichtung, die Kosten und Rentabilität eines oberrheinischen Seitenkanals von Sttaßburg bis Lauterburg gemacht und die früheren Entwürfe einer nochmaligen Durcharbeit unterzogen worden. Auch die Mosal-Regulierung hat eine weitere Förderung er« fahren. Znm Darmstädter BergiftungSfall. Darmstadt, 30. Januar.(B. H.) Als neuntes Opfer in der VergiftungSaffcnre ist heute nachmittag die 62jährige Witwe Gaus gestorben._ Der Norwegische Löwenorden. Kristiania, 30. Januar.(W. T. B.) Im Storthing wurde heute ein Antrag des Storthings-Mitgliedes Castberg verhandelt, das Bedauern des StorthingS darüber auszusprechen, daß die Rc- gierung nicht dafür gesorgt oder es nicht vermocht habe, die Er- Weiterung des Ordenswesens durch die Stiftung des Norwegischen Löwenordens zu verhindern. Staatsminister Hagerup erklärte, die Regierung habe die Errichtung des Ordens gutgeheißen und sei bereit, die volle Verantwortung auf sich zu nehmen. Würde der Antrag Castberg angenommen, so würde das'Ministerium selbst- verständlich seine Entlassung einreichen. Castberg und mehrere Redner der Oppositton erklärten, daß sie den Antrag nicht als ein Mißttauensvotum aufgefaßt wissen wollten. Sie betonten, der Antrag sei nur gestellt, weil die Errichtung des Ordens nicht mit den demokratischen Principien in Norwegen übereinstimme. Schließ- lich wurde ein Antrag des Mitgliedes Thorne, der besagt, baß die Angelegenheit zu keinem Beschluß des Storthings Anlaß geben könnte, mit 62 gegen 64 Stimmen angenommen. Für Aalesund. Hamburg, 80. Januar.(W. T. B.) Die Bürgerschaft genehmigte nach warmen Worten ihres Vorsitzenden einstimmig den dringlichen Antrag des Senates, 10 000 M. für die Notleidenden in Aalesund zu spenden._ Sttaßburg i. Elf, 30. Januar.(B. H.) Die Schleifer der Glasfabrik Weißthai traten laut„Lothr. Bolksst." wegen Lohn» differenzen in den Aus st and. Kiel, 30. Januar. sW. T. B.) Auf Veranlassung der hiesigen Staatanwaltschaft ist der Obermaat der laiserl. Marine Kaeting, der bei der erinorveten Näherin Schünemann gewohnt hatte, wegen Ver- dachts der Thäterschaft verhaftet worden. Wien, 30. Januar./g Uhr entstand elektrischer Kurzschluß im Neuen königlichen Operntheatcr Kroll durch den Bruch eines Kabels der sogenannten Versatzbeleuchtung, wobei Stücke der Bekleidung an der Dnrchgangöstelle durch den Bühnenbußboden in Brand gerieten. Es gelang, die Gefahr sofort zu beseitigen. Feuerbcricht. Wegen einer Gasexplosion wurde gestern abend 8 Uhr infolge mehrmaliger Meldung ein größeres Löschaufgebot nach der Oranienstraße 131 gerufen. In einem im Erdgeschoß nach dem Hofe hin belegenen Verschlage war die Gasleitung defest geworden. Das ausströmende Gas hatte sich dann unter gewaltigem Knall entzündet und den Deckenputz herabgerissen. ES schoß zwar eine Stichflamme empor. die indeS verlöschte, ohne Brandschaden anzurichten. Da der Haupt- hahn der Gaszuleitung alsbald geschlossen wurde, so lag keinerlei Gefahr vor, weshalb auch die Feuerwehr nach kurzem Aufenthalte wieder abrückte.— Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch von verschiedenen andren Stellen Alarmierungen ein, doch handelte es sich in allen diesen Fällen um ganz unbedeutende Anlässe.___ Der Sternenhimmel im Februar. Da die Sonne im Februar beständig anr Himmel steigt, werden die Tage wieder länger und länger; während sie am 1. Februar schon um a/«5 Uhr untergeht, sinkt sie am 29. erst kurz vor alt6 unter den Horizont. Dazu koninit, daß sie am 1. Februar erst nach 3ltS Uhr morgens aufgeht, am 29. schon kurz vor 7 Uhr, so daß die Tageödauer von 9 Stunden aus 10� Stunden zunimmt. Der Abendstern, der der Sonne folgt, ist auch in diesem Monat nicht zu sehen; die Venus, um diesen Planeten handelt es sich, steht noch westlich von der Sonne und eilt ihr daher als Morgen- stern vorauf, doch nähert sie sich im Laufe deS Monats der Sonne schon beträchtlich. Auch Merkur, der andre innere Planet, der freilich in der stets nebligen Lust der Großstadt dem unbewaffneten Auge nur selten erscheint, ist nur des Morgens am Osthimmel eine kurze Zeit sichtbar, Dagegen erstrahlt am westlichen Abendhimmel der größte Planet unsreS Sonnensystems, der Jupiter, freilich nur einige Stunden lang, die im Laufe des Monats beträchtlich abnehinen, am 29. geht er schon knapp eine Stunde nach der Sonne unter. Auch der rötlich schimmernde Mars ist am westlichen Abend« Himmel noch 1'/, bis 1 Stunde sichtbar. Der Fixsternhimmel zeigt am 1. Februar bereits um 8 Uhr den Anblick, den er in den ersten Januar-Tagen erst uin 10 Uhr zeigte; dagegen ist um 10 Uhr abends das Bild bereits in mancher Beziehung verändert: Im Zenith steht kein Heller Stem, sondern nach Westen zu ist Capella, der hellste Stern de» Fuhrmanns, dicht am östlichen Rande der Milchstraße zu finden. Das schöne, leicht kenntliche Stern- bild de» Orion svier Sterne, die ein Viereck bilden, das von drei Sternen, dem sogenannten Gürtel, halbiert wird), da» am südlichen Himmel erglänzt, ist bereits auf die westliche Seite des Meridians gerückt. Auch der in südöstlicher Richtung deS Orion-Gürtels stinkelnde Sirius, der hellste Stern de» Großen Hund, steht schon etwas westlich vom Meridian, dagegen steht nördlich vom Siriu» der Kleine Hund mit dem Prokhon noch auf der Ostseite des Meridians, hoch am östlichen Himmel glänzt der große Bär oder Wagen, dessen Hinterräder direkt nach dem Polarstern weisen. Eine vom Polarstern mehr südlich gezogene Linie stößt auf den hellen ReguluS im Löwen. Im Nordosten steigt bereits A r k t u r, der zum Sternbild Bootes gehört, über den Horizont herauf; doch steht er noch so tief, daß er bei unserm begrenzten Horizont kaum sichtbar ist. Der P o l a r st e r n gehört zum kleinenBaren. dessen übrig« Sterne nach Osten zu stehen und nördlich und östlich von den Sternen des Drachen umgeben werden. Im Westen, in gleicher Höhe mit dem Polarstern, erblickt man das W-förmige Sternbild Lassio peja, von dessen fünf Sternen " " Aalesund. Vermischtes. nur einer aus der Milchstraße herausragt. Tiefer nach Westen steht die Sache der staatserhaltenden Parteien, die Meister, Aufseher, I erfrischend. Von der Anschauung, die das Gericht national zu die Andromeda, während Algol, der helle, veränderliche Stern Vorarbeiter c. zugestellt. Die Verteilung an die übrige Bevölkerung nennen beliebt, wollen 22 der 23 Reichstags- Wahlkreise der des Perseus, mit der Cassiopeja fast in gleicher Höhe, jedoch besorgen Polizeibeamte. Nach den Leistungen der sächsischen„ Nation" nichts wissen. National ist also nicht diese weiter nach Süden, und, wie Andromeda, westlich von der Milchstraße Spandauer Polizei während der letzten Jahre nimmt diese neueste Nation selbst, sondern nur ein geringer Bruchteil von ihr, und dieser steht, die den Südhimmel in der Richtung von Süd- Süd- Ost nach patriotische Heldenthat schließlich niemand mehr Wunder; nur würde Bruchteil ist in politischen Dingen so nervenschwach, daß ihm selbst Nord- Nord- West und dann den nördlichen Himmel an der Westseite es die Gerechtigkeit erfordern, daß die Polizei dann auch nicht mehr der rote Schlips des Oberlehrers wider den Strich geht. Der anfaft parallel zum Meridian durchzieht. von den 6300 Socialdemokraten mitbezahlt, sondern von den geblich demonstrierende Pädagoge trägt dieser Nervosität durch eine Südlich vom Perseus steht der schon anfangs erwähnte Interessenten an ihrem staatserhaltenden Wirten oder ihren Beleidigungsklage Rechnung und das selbstverständlich aus AnDrion; zwischen beiden Sternbildern finden wir den Stier unverantwortlichen Auftraggebern vollständig unterhalten hängern des Bruchteiles zusammengefeßte Gericht läßt den Lehrer mit der Gruppe der Plejaden und dem hellen Aldebaran, wird! wegen angeblich durch den Schlips bekundeter antinationaler Ges die vom Gürtel des Orion aus nordwestlich zu finden sind. Der Aldebaran wird am 24. Februar eine besonders Mittwoch in der Stadtverordneten- Versammlung zur Beratung. 2 Das Charlottenburger Schiller- Theater- Projekt kommt am nächsten finnung abfallen. Das ist Sachsen wie es leibt und lebt! Arbeiter: Samariterkolonne. Morgen Montagabend 9 Uhr lebungsdeckung durch den Mond. Gleich nach 48 Uhr abends entschwindet Der zur Prüfung der Magistratsvorlage betr. Bewilligung eines ſtunde in der Filiale, Brunnenſtr. 154. Vortrag über Bergiftungen. Nachher der Stern dem Blick, da er von dem dunkeln Rande des Mondes, Darlehns von 750 000 M. zur Erbauung eines Theaters eingesetzte braktische Uebungen. Teilnehmer können in den Uebungsstunden eintreten. der im ersten Viertel steht, bedeckt wird. Der Mond zieht fast central Ausschuß hat zwar die Motive der Magistratsvorlage zu den feinigen Gäste willkommen. Eintrittsgeld sowie Monatsbeitrag 25 Pf. Bibliothek für am Aldebaran vorüber, der infolgedessen erst nach 1 Stunde am gemacht, aber die Vorlage selbst in der vorgelegten Fassung abgelehnt. Teilnehmer unentgeltlich. am Aldebaran vorüber, der infolgedessen erst nach 1 Stunde am Er empfiehlt statt dessen der Gesellschaft ein Kapital von 2 150 000 hellen Rande wieder sichtbar wird. Am 1. Februar ergießt der Vollmond sein silbernes Licht über Mark zur Verfügung zu stellen, um ein Stadttheater, das den die Erde, so daß die Sterne nicht sehr hell hervortreten; erstes Das Theater soll von der Schiller- Theater- Aftiengesellschaft als Namen Charlottenburger Schiller- Theater" führen soll, zu erbauen. Viertel ist am 8., letztes am 24. Februar. Neumond haben wir am General- Unternehmerin erbaut und dieser als General- Pächterin auf Phönicia" drahtet an die Hamburg- Amerika- Linie:„ Die von uns Der Leiter des Hilfsunternehmens auf der 16. Februar. In dieser mondscheinlosen Zeit prangt der Sternenhimmel am schönsten. Das für den 1. Februar für 10 Uhr abends 25 Jahre gegen eine jährliche Pacht von 100 000 m. vermietet an Land erbaute Volksküche ist jetzt betriebsfertig. Wir haben das entworfene Bild des Firsternhimmels gilt für diesen Tag, in der werden. Außerdem unternimmt die Bächterin die bauliche Unter- nötige Stochgeschirr und Kohlen aus unsren Beständen gegeben. Mitte des Monats schon um 9 Uhr; am 29. Februar gewährt der haltung während der Bachtzeit. Daneben hat die Gesellschaft Auch unser Barackenbau schreitet gut vorwärts. Die Bevölkerung Himmel schon um 8 1hr den geschilderten Anblick. Bedingungen zu erfüllen, die der Magistrat in beginnt ebenfalls mit der Bautätigkeit. Die Nachfrage nach warment seiner Vorlage festgesetzt hatte.( Billige Eintrittspreise, un- Unterzeug und Schuhen jeder Art ist sehr dringend."- Heute vor In wissenschaftlichen Theater der Urania wird der dekorativ entgeltliche Schülervorstellungen und dergleichen). Durch die neue mittag ist von Bremen der Neptundampfer" Hero" nach Aalesund und scenisch ausgestattete Vortrag von Wilhelm Bölsche" Der Erd- Vorlage erhält sich die Stadt vor allem den Wertzuwachs des Ge- in See gegangen. Der Dampfer überbringt erhebliche Mengen ball als Träger des Lebens" in dieser Woche noch mit Ausnahme bäudes, fie wird ferner nach 35 Jahren freie Besizerin des Theaters. Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhzeug, eine große Menge Baugut und von Montag allabendlich zur Darstellung gelangen. Am Montag Die Gesellschaft hat als Kaution für die Erfüllung ihrer Verpflich- Werkzeuge und eine Anzahl Kochherde, darunter einen von dem wird Herr Professor Dr. von Drygalski seinen Vortrag" Die deutsche tungen 200 000 m. zu hinterlegen. Die Plagfrage ist vom Aus- Kriegsministerium zur Verfügung gestellten Feldkoch- und FeldSüdpolar- Expedition der Gauß" zum letztenmal halten. Im Hörschuß offen gelaffen, bis der Magistrat der veränderten Vorlage bei- backofen. Zahlreiche Zusendungen gingen aus inländischen Plätzen faal spricht am Montag Herr Dr. Ristenpart über die Astronomie getreten sein wird. Der Platz wird von der Stadt ausgesucht, doch ein. Der dänische Dampfer" Cimbria" ist heute bereits in Aalesund im 18. und in dem Beginn des 19. Jahrhunderts; am Dienstag hat die Schillertheater- Gesellschaft als Bächterin und verantwortliche eingetroffen, so daß die Nachfrage nach Kleidungsstücken sich anHerr Dr. Donath über„ Hermann v. Helmholt"; am Mittwoch Herr Leiterin ihr Einverständnis zur Wahl des Plages zu geben. Die nähernd wird befriedigen lassen. Während der große Kreuzer Dr. Donath über" Das Ohr als physikalisches Instrument"; am Baupläne bedürfen der Genehmigung des Magistrats. Es unterliegt Prinz Heinrich" wieder in See geht, bleiben die Dampfer eimar Donnerstag Herr Dr. Schwahn über„ Gebirge und Erdbeben"; am feinem Zweifel, daß das Projekt auf dieser Grundlage die Zustimmung und" Phönicia" noch bis Mittwoch vor Aalesund und warten die Freitag Herr Dr. Naß über Küchenchemie" und am Sonnabend der städtischen Körperschaften finden wird. Errichtung der Volksküche ab. Ein Beamter des norwegischen Justiz= Herr Professor Müller über„ Die Erzeugung der lebendigen Substanz durch die Pflanze". Der Vortrag über„ Radium" wird von Herrn Ein Opfer seines Berufes wurde der 34 Jahre alte Dr. med. ministeriums und zwei Hauptleute statteten gestern den deutschen Dr. Donath am Freitag, abends 8 Uhr, im Hörsaal der Urania- rose ertranften Batienten in Behandlung. Während sich der Zustand Schiffen Besuche ab. Mar Seeger in Lichtenberg. Er hatte einen an Gesichts- und KopfSternwarte in der Invalidenstraße wiederholt. An den Seen bes Patienten bald befferte, erfrankte er selbst an derfelben StrantOberitaliens", der Vortrag, welcher mit zahlreichen farbigen Bildern und Wandelpanoramen ausgestattet ist, wird am Montag, heit und ist ihr auch erlegen. Dr. S. wurde gestern unter großer Bildern und Wandelpanoramen ausgestattet ist, wird am Montag, Teilnahme auf dem Lichtenberger Friedhofe beigesetzt. Mittwoch und Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, zu ermäßigten Breisen im wissenschaftlichen Theater der Urania in der Taubenstraße wiederholt werden. Arbeiter Bildungsschule Berlins. Heute abend 7 Uhr im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Eduard Bernstein über" Die englische Schutzzoll- Bewegung und der Freihandel". Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft zur Befämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet am Freitag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, im Architektenhause, Wilhelmstr. 92/93, einen öffentlichen Vortragsabend, in welchem Herr Dr. Jwan Bloch über den Ursprung der Syphilis sprechen wird. Aus den Nachbarorten. alle bie Gerichts- Zeitung. " " 17 " die" Magdeburger Zeitung": Das mitgeteilte Gerücht, daß der Von dem Unglücksfall auf der Citadelle zu Magdeburg schreibt die" Magdeburger Zeitung": Das mitgeteilte Gerücht, daß der Sanonier Mahle von der 8. Compagnie des hiesigen Fußartiйleries Startufdje am 27. Januar auf der Citadelle erhalten hat, erlegen ist, Regiments seinen Verlegungen, die er bei der Explosion einer hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Wie wir an maßgebender Stelle erfahren, ist dem bedauernswerten Manne zwar der rechte Unterarm abgenommen worden, doch ist das gut von statten gegangen, und es liegt eine Lebensgefahr, wenn nicht außergewöhnliche Umstände find unerheblich; auch hat er sein Augenlicht nicht verloren. dazwischentreten, nicht mehr vor. Die Verlegungen im Gesicht Die beiden andern Soldaten, die bei der Explosion noch verlegt wurden, konnten das Krankenbett bereits wieder verlassen. Kieler Krawallprozeß. Die Teilnehmer an den im Juli hier stattgehabten Strawallen wurden vom Schwurgericht am Sonnabend 34 sechs Monaten bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Geschlossen. Neues fönigl. Opern Theater. Sonntag: Undine. Montag: Geschlossen. Dienstag: La Traviata. Mittwoch: Feuersnot. Javotte. Donnerstag: Lohengrin. Freitag: Manon. Sonnabend: Fidelio. Sonntag: Margarete. Montag: Die Stumme von Bortici. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Der Bibliothekar. Sonntagabend: Der Compagnon. Montag: Uriel Acosta. Dienstag: Der Compagnon. Mittwoch: Uriel Acosta. Donnerstag: Uriel Acosta. Freitag: Uriel Acosta. Sonnabend: Uriel Acosta. Sonntags nachmittag: Kabale und Liebe. Sonntagabend: Die Stüßen der Gesell schaft. Montag: König Lear. Theaterdirektoren nicht unwichtige Frage wird demnächst die Gerichte Dambitsch contra Dambitsch". Eine für Bühnendichter und beschäftigen. Es handelt sich um die Frage, ob unsre Bühnendichter das Recht haben, für die in ihren Stücken handelnd auftretenden Personen auch solche Namen zu wählen, die im Leben eristieren oder ob die Träger dieser Namen hiergegen, als gegen einen Mizbrauch ihres Namens vorgehen können. Der in Rede stehende Fall ist der folgende. In der Handlung der Novität eines hiesigen Theaters spielt ein äußerst sympathisch gezeichneter alter Buchhalter eine Rolle, dem der Name Dambitsch" gegeben ist. Dies ist nun ztrar fein Sammelname, er ist aber doch in Deutschland mehrfach bertreten und auch im Berliner Adreßbuch einige Male aufgeführt. Ju Wilmersdorf hatte die Gemeindevertretung, toie wir schon ein Beliner Herr dieses Namens fühlte sich durch die Uebertragung 7 Uhr.) Montag: Stönig Lear. Dienstag: Läftige Schönheit. Die Schule Königliches Schauspielhaus. Conntag: Die Räuber.( Anfang gestern furz mitteilten, in ihrer Sitzung am Freitagabend eine des letteren auf jene Bühnenfigur beschwert und forderte die der Ehemänner. Herbitzauber. Mittwoch: Wann wir altern. Die Roman umfangreiche und wichtige Tagesordnung zu erledigen. Besonderes Direktion des Theaters auf. den Lühnennamen zu ändern, und als tischen. Donnerstag: Im stillen Gäßchen. Freitag: Der Berschwender. Interesse nahm selbstverständlich die Seepark- Angelegenheit dies abgelehnt wurde, ließ er die Aufforderung durch seinen Rechts- Sonnabend: Wann wir altern. Die Schule der Ehemänner. Herbst. in Anspruch, die im öffentlichen Teil der Sizung als letzter Gegen- anwalt wiederholen. Der Anwalt berivies dabei auf die Bezauber. Sonntag: Julius Cäsar. Montag: Die Ahnfrau. stand behandelt wurde. Der Amtsvorsteher gab der Gemeinde- ftimmungen des§ 12 B.-G.-B., bemerkte, daß das Interesse der bertretung davon Kenntnis, daß von den socialdemokratischen Mit- berechtigten" Träger des Namens durch Uebertragung desselben gliedern dieser Körperschaft an ihr die Anfrage ergangen fei, was auf eine Bühnenfigur verletzt werde und das Verlangen nach einer den ehrenrührigen Angriffen gegenüber, die von liberaler Seite gegen Beseitigung dieser Verletzung berechtigt sei. Auch hierauf hat sich die die Gemeindevertretung geführt sind, geschehen solle. Er gab danu Direktion nicht eingelassen und so wird der Kampf um den Namen eine historische Darstellung der ganzen Angelegenheit, aus der hervor Damoitsch vor Gericht ausgefochten werden. Der Streit ist natürgeht, daß das vom Schöffen Ramrath und Ingenieur Neumeher lich nur principieller Natur, es handelt sich für die Direktion um die am 1. April 1899 zum Preise von 118 100 Mart erworbene Entscheidung der wichtigen Frage, ob der angezogene§ 12 des Terrain am Wilmersdorfer See zur Zeit der Erwerbung als B.-G.-B. wirklich die Benutzung eines beliebigen Namens für eine Bauland zugelassen gewesen ist; erst nach dem damaligen Theaterfigur verbieten kann. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Die in Betracht kommende Stelle des nachmittag: Wilhelm Tell. Sonntagabend: Die Kinder der Excellenz. Antauf ist auf Anordnung des Landrats hin die Bauerlaubnis§ 12 lautet nämlich: wird das Interesse des Berechtigten Montag: Die Kinder der Ercellenz. Dienstag: Basantasena. Mittwoch: aufgehoben und der Gemeinde aufgegeben worden, bei dem Mangel dadurch verletzt, daß ein andrer unbefugt den gleichen Namen ge- Die Kinder der Ercellenz. Donnerstag: Die Kinder der Excellenz. Freitag: an öffentlichen Pläßen das Terrain als Playland zu erwerben. Der braucht, so kann der Berechtigte von dem andern Beseitigung der Kollege Crampton. Sonnabend: Die Kinder der Excellenz. Sonntag fürzlich vereinbarte Preis von 400 000 m. sei angemessen und der Beeinträchtigung verlangen. Sind weitere Beeinträchtigungen zu nachmittag: Der Compagnon. Sonntagabend: Im weißen Rößl. Montag: Vorwurf, daß die Gemeindevertretung unlauter gehandelt habe, besorgen, fo fann er auf Unterlassung flagen." Offensichtlich hat Die Kinder der Excellenz. so verdiene energische Zurüdweisung. Eine Darstellung der ganzen aber hierbei der Gesetzgeber nur an lebende Personen und nicht an abend: Norella d'Andrea. Montag: Fauft. Dienstag: Novella d'Andrea. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Monna Banna. Sonntag. Angelegenheit solle in den amtlichen Wilmersdorfer Blättern vers Theater- und Romanfiguren gedacht, insbesondere nicht, wenn diese wittwoch: Rose Bernd. Donnerstag: Novella d'Andrea. Freitag: Johannes. öffentlicht werden, außerdem werde der Berliner Presse eine furze teinerlei Charaktereigenschaften mit dem juristischen Träger des Sonnabend: Novella d'Andrea. Sonntagnachmittag: fachliche Richtigstellung zugehen. Gemeindeverordneter Schröder Namens gemein haben. Eine Anwendung des§ 12 auf das Theater- Toledo. Sonntagabend: Rose Bernd. Montag: Novella d'Andrea. ( Soc.) wies darauf hin, daß die Gemeindevertretung nicht vor Zeiten Leben würde zu den ungeheuerlichsten Konsequenzen führen und desdie Gelegenheit zum billigen Ankauf hätte verpassen sollen und beshalb ist der Streit geeignet, das lebhafteste Interesse in Schriftstellermerkte damn, daß manche unrichtige Beurteilung der Angelegenheit und Bühnenkreisen zu erregen. unterblieben wäre, wenn vor einigen Wochen schon eine sachliche Am Landgericht I beginnt am 2. Februar eine neue Tagung Aufklärung der Presse übermittelt worden wäre. Weiter sprach der des Schwurgerichts, die bis zum 11. Februar andauern wird. Den Redner die Hoffnung aus, daß im Zeichen der Terrainspekulation Vorsitz führt Landgerichts- Direktor Geh. Justizrat Rösler. und der unerhörten Gewinne, die aus dieser Spekulation gezogen Außer der zum 6. Februar aufs neue angesetzten Verhandlung gegen werden, nunmehr, to von den jezigen Besitzern der Angriffe wegen den Bügler August Scheel wegen versuchten Mordes an dem die Expropriation des Grundstücks provoziert werde, die Gemeinde eignen Bruder, werden vorzugsweise Meineidssachen zur Verhandlung nicht noch schlechter fahre als bisher. Der Amtsvorsteher bemerkte, kommen. daß die Expropriation bei möglichster Beschleunigung in etwa sechs Monaten erledigt werden könne. 11... In der Straffache gegen den Professor Morits Meher und dessen Ehefrau dauert die Voruntersuchung noch fort und es werden vom In Wilmersdorf soll zum Frühjahr eine Fortbildungs- Untersuchungsrichter noch fast täglich Zeugen vernommen. Die schule errichtet werden. Diese Schule wird sich insoweit von den jüngst durch die Blätter gegangene Nachricht, daß schon am Berliner Anstalten vorteilhaft unterscheiden, als mit dem unter 5. Februar Termin zur Hauptverhandlung anstehe, ist somit unrichtig. richt nach Feierabend wenigstens teilweise gebrochen wird. Die Unrichtigkeit war auch unschwer zu erkennen, wenn man bedenkt. Wie der Amtsvorsteher auf eine Anfrage von socialdemokratischer Geite erklärte, find für den Unterricht die Stunden von 5 bis 9 Uhr daß die Zahl der zu vernehmenden Zeugen eine sehr große ist und abends bestimmt. In Berlin findet der Unterricht von 7 bis 8 Uhr statt, aus deren Bekundungen erst das Material zur Anklage gewonnen werden muß. Der Verteidiger Rechtsanwalt Hugo Caro wird sehr zum Schaden der Schüler, die im ermüdeten Zustand vielfach übrigens auch einen ziemlich umfangreichen Entlastungsbeweis anunfähig sind, von der Schule zu profitieren. Als socialpolitischer Fortschritt darf auch der Beschluß gekennzeichnet werden, wonach bei ansteckenden Krankheiten die Wohnungsdesinfektion nicht allein obligatorisch, sondern auch auf Kosten der Gemeinde erfolgen soll. Die Gemeindevertretung schloß sich den Ausführungen des G.-V. Schröder an, daß die geplante Maßregel nur bei völliger Unentgeltlichkeit ihrem Zweck entsprechen werde, und erklärte sich einstimmig für den von socialdemokratischer Seite gestellten Antrag. treten. war in einem Leitartikel im, " Das Der rote Schlips im roten Königreich. Die Magd. Zeitung" schreibt:" Mit der Frage, ob ein sächsischer Oberlehrer am Sedan tage einen roten Schlips tragen dürfe, beschäftigte sich am 28. d. M. das Schöffengericht Blauen. Der Gymnasial- Oberlehrer Weidauer, der Religionslehrer des dortigen Gymnasiums, ein Führer der Nationalsocialen in Plauen, hatte bei einem Ausfluge des Gym nasiums am letzten Sedantage einen roten Schlips getragen und Die Angelegenheit In geheimer Sigung wählte die Gemeindevertretung den damit in verschiedenen Kreisen Anstoß erregt. Regierungsbaumeister 2üdide zum Gemeindebaurat. Ferner Vogtl. Anz.", der sich mit den wurde das Projekt einer elektrischen Schnellbahn erörtert, die, Nationalsocialen beschäftigte, mit einigen fritischen Bemerkungen vom Zoologischen Garten ausgehend, den nördlichen Teil von zur Sprache gebracht worden, was Herrn Weidauer veranlaßte, Wilmersdorf durchqueren und etwa in Zehlendorf enden soll. Ein gegen den Verfasser des Artikels Strafantrag zu stellen. Schnellverkehr mit Berlin stellt sich für Wilmersdorf und Schmargen- Schöffengericht sprach indes den Beklagten frei, da der in Frage tommende Artikel weder in objektiver noch in subjektiver Beziehung dorf immer dringender als Bedürfnis heraus. eine Beleidigung enthalten habe. Ausdrücklich betonte das Gericht, Spandau. Mit den Bülow- Reden wird nun auch die Spandauer daß das Tragen eines roten Schlipses, eines bekannten Abzeichens, Bevölkerung beglückt, doch scheint den Arrangeuren dieser neu- unter den vorliegenden Umständen als eine Demonstration aufdeutschen Aufklärungsarbeit" das Geld etwas knapp zu sein, denn gefaßt werden müsse, zumal da der Privatkläger schon früher an in der Gewehr und in der Munitionsfabrik wird ein der Seite eines hiesigen socialdemokratischen Führers eine nationalGremplar dieser niedlichen Agitationsbroschüre immer für zwei Ar- sociale Versammlung geleitet und die Nationalsocialen von allen beiter ausgegeben. Dabei hätte es nach dem Ausfall der lezten politischen Parteien nächst den Socialdemokraten die am meisten Reichstagswahl doch jeder einzelne Staatsarbeiter nötig, mit dem links stehende Partei seien. In der Begründung des Urteils fam Bülow- jeiste Bekanntschaft zu machen um dadurch zur unter anderm auch mit zur Sprache, daß der hiesige Evangelische Socialdemokratie befehrt zu werden! Oder sollten die Arbeiterverein, dem Oberlehrer Weidauer ebenfalls nahe steht, bei Bülow- Leute naib genug sein, von der schön gedrechselten Rede ihres der Reichstagswahl die Unterstützung des Kartellkandidaten sowohl Herrn und Meisters eine Abkehr der bereits start socialistisch als auch des freisinnigen Kandidaten ablehnte und damit den Socialinficierten Staatsarbeiter von der Socialdemokratie zu erwarten?? demokraten unterstüßte. Wenn die Mitglieder des genannten Wie immer erweist sich die bont dem Gelde der Vereins wirklich national sein wollten, dann hätten sie unter allen tommunalen Steuerzahler bezahlte Spandauer Polizei Umständen einen nationalen Kandidaten unterstüßen müssen, auch hierbei wieder gefällig. Den Staatsarbeitern wird die„ Bülow- denn hier galt es dem Kampfe gegen den Socialdemokraten." Rede" durch das Heer der berufsmäßigen Agitatoren für Die Naivität in der Politik der fächsischen Gerechtigkeit ist beras Die Jüdin bon Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Das Stäthchen von Heilbronn. Sonntagabend: Maria Theresia. Montag: Rean. Dienstag: Maria Theresia. Mittwoch: Alt- Heidelberg. Donnerstag: Maria Theresia. Maria Theresia. Montag: Stella und Antonia. Freitag: Maria Theresia. Sonnabend: Stella und Antonia. Sonntag: Leffing- Theater. Bom Sonntag, den 31. Januar bis Montag, den 7. Februar: Zapfenstreich. Neues Theater. Sonntag: Der Stromt. Montag: Minna von Barnhelm. Dienstag: Der Strom. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Schwester Beatrix. Der Schlachtenlenter. Sonntag: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Logif des Herzens. Salome. Freitag und Sonnabend: Montag: Schwester Beatrir. Der Schlachtenlenter. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Undine. Sonntagabend: Die schöne Helena. Montag bis Freitag: Die schöne Helena. Sonnabend: Die lustigen Weiber von Windior. Sonntagnachmittag: Der Waffenschmied. Sonntagabend: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag, Die lustigen Weiber von Windsor. relegierten Studenten. Montag: Der Sohn der Wildnis. Dienstag: Die Luisen Theater. Sonntagnachmittag: Kean. Sonntagabend: Die relegierten Studenten. Mittwoch: Der Freischük. Donnerstag: Dihello, der Mohr von Venedig Freitag: Christians. Die goldene Eva. Sonn abend: Die goldene Eva. Sonntagnachmittag: Romeo und Julia. Sonntagabend: Die relegierten Studenten. Studenten. M Residenz Theater. Sonntagnachmittag: Lutti. Sonntagabend: Die Empfehlung. Der feusche Casimir. Von Montag bis Sonnabend: Die Empfehlung. Der keusche Cafimir. Sonntagnachmittag: Die Wildente. Sonntagabend: Die Empfehlung. Der teusche Cafimir. Montag: Die Em pfehlung. Der feusche Casimir. Kleines Theater. Sonntagnachmittag: Liebesträume. Schöne Seelen. Carlos. Serenissimus Zwischenspiele. Sonntagabend: Doppelgänger. Komödic. Montag: Nachtajyl. Dienstag: Elektra. Mittwoch: DoppelgängerKomödie. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Elettra. Sonnabend: Nacht asyl. Sonntagnachmittag: Schöne Seelen. Don Carlos. Sereniffimus. Zwischenspiele. Sonntagabend: Elektra. Montag: Doppelgänger- Komödie. Trianon- Theater. Sonntagnachmittag: Biscotte. Sonntagabend: Bom Montag bis Sonnabend: Madame X. Sonntag, den Madame X. 7. Februar, nachmittags: Biscotte. Sonntag und Montag: Madame X. Thalia Theater. Sonntagnachmittag: Charleys Tante. Sonntag abend: Der Hochtourist. Montag: Isadora Duncan. Dienstag: Der Hochtourist. Mittwoch: Isadora Duncan. Donnerstag bis Sonnabend: Der Hochtourist. Sonntagnachmittag: Charleys Tante. Sonntagabend: Der Hochtourist. Montag: Der Hochtourist. Carl Weiß- Theater. Sonntag bis Mittwoch: Die Bauern Brünhilde. Donnerstag und Freitag: Der Mte tommt. Sonnabend nachmittag: Robinsnn Crusoe. Sonnabendabend: Der Alte kommt. Sonntagnachmittag: Ilje Römer. Sonntagabend: Der Alte kommt. Montag: Der Alte kommt. Central- Theater. Sonntagnachmittag: Madame Sherry. Sonntag abend: Das Schwalbennest. Von Montag bis Freitag: Das Schwalben nest. Sonnabendnachmittag: Der gestiefelte Stater. Sonnabendabend: Das Schwalbennest. Sonntagnachmittag: Die Geisha. Sonntagabend: Das Schwalbennest. Montag: Das Schwalbenneft. Deutsch- amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n großen Teich. Apollo Theater. Sonntagnachmittag: Gefindeball. Allabendlich: Frühlingsluft. Gebr. Herrnfeldt Theater. Allabendlich: Nur eine Nacht. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Montag, Mittwoch und Sonnabendnachmittag 4 Uhr: An den Seen Ober- Italiens. Allabendlich: Der Erdball als Träger des Lebens. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 31. Januar. Freie Volksbühne. 2 Uhr: Nachmittags 15./16. Abt.: Metropol Theater: Mercadet. 4./5. Abt.: Lessing- Theater: Der Meineidbauer. Anjang 7 Uhr: Neues Königl. Opern Theater. Undine. Montag: Geschlossen. Schauspielhaus. Die Räuber. Anfang 7 Uhr. Montag: König Lear. Deutsches. Nowella d'Andrea. Nachm. 2, Uhr: Monna Vanna. Montag: Fauſt. Berliner. Maria Theresia. Nachm. 2, Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Kean. Leffing. Zapfenstreich. 38 Montag: Diefelbe Borstellung. Weften. Die schöne Helena. Nachm. 3 Uhr: Undine. Montag: Die schöne Helena. Neues. Der Strom. Montag: Minna von Barnhelm. Residenz. Die Empfehlung. teusche Casimir. Nachm. 3 Uhr: Rutti. Der Montag: Die Empfehlung. Der Teusche Cafimir. Central. Das Schwalbennest. Nachm. 3 Uhr: Madame Sherry. Montag: Das Schwalbenneft. Thalia. Der Hochtourist. Urania. Schiller- Theater. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Montag 8 Uhr: Prof. E. v. Drygalski: Die Südpolar- Expedition der ,, Gauss". Nachm. 4 Uhr( kleine Preise): An den Seen Oberitaliens. Hörsaal 8 Uhr: Dr. F. Ristenpart: Das 18. und der Beginn des 19. Jahrhunderts: Bradley, Herschel, Gauss, Bessel. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Ein Naturwunder: Die bildschönen HerkulesBrüder Der Indianer- Riese Mianko Karoo. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 25 Pfg. Reichhaltigste Ausstellung der lebenden Seetieren, an Welt Reptilien etc. ado SALT Nachm. 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Gastspiel Isadora Duncan. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. U Berliner. Der reichste Nachm. 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. Montag: Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: 0 .03. ALT CHINA Kunst- Ausstellung LEIPZIGERSchiller 0.( Wallner Theater.) aria Der Kompagnon. Nachm. 3 Uhr: Der Bibliothekar. Montag: Uriel Acosta. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Die Kinder der Ercellenz. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Die Kinder der Erzellenz. Luisen. Die relegierten Studenten. Nachm. 3 Uhr: Kean. Montag: Der Sohn der Wildnis. Kleines. Doppelgänger- Komödie. Nachm. 3 Uhr: Liebeuträume Schöne Seelen. Carlos. Serenissimus. Montag: Nachtasyl. Trianon. Madame X. Nachm. 3 Uhr: Biscotte. Montag: Madame X. Carl Weiß. Die Bauernbrünnhilde. na. STRASSE 12 08.09 Täglich geöffnet 10-8. Heute Entree 50 Pf. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr zu kleinen Preisen: Kean oder: Genie und Leidenschaft. Abends 8 Uhr: neals Cahr: Der Hütten- Die Peletierten Studenten. befizer. Der Montag: Die Bauernbrünnhilde. Metropol. Durchlaucht Radieschen. Montag: Dieselbe Borstellung. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Passage Theater. = Enthauptung. Specialitäten. Anfang 3 Uhr. Apollo. Frühlingsluft. Blüten Montag: Der Sohn der Wildnis. Dienstag: Die relegierten Studenten. Mittwoch: Opern Gastspiel des Theaters des Westens: Der Freiſchüz. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bibliothekar. Lustspiel in 4 Aften von Gustav von Moser. Sonntagabend 8 Uhr: Der Compagnon. Lustspiel in 4 Akten v. Ad. L'Arronge. Montagabend 8 Uhr: Uriel Acosta. Dienstagabend 8 Uhr: Der Compagnon. Thalia- Theater. Dresdenerftr. 72/73. Amt TV 4440. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. von E. v. Wolzogen u. W. Schumann. Lustspiel in 4 Auszügen Montagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Dienstagabend 8 Uhr: Vasantasena. Belle- Alliance- Theater. Belle- Allianceftr. 7/8. Amt VI 283. IV Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Heute nachm. 3, Uhr b. halb. Preisen: 1 Heute nachm. 3 1hr bei halb. Preisen: Der Glöckner von Notre Dame. Abends 7%, Uhr: Charleys Tante. Abends 7, Uhr: IX. Berliner Saison. Cirkus Busch Fröbels Allerlei- Theater 2 Gala- Vorstellungen 2. Nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Sonntagnachmittag 5 Uhr: Rachm. 4 Uhr: ein Kind frei, Nord deutsche Sänger. sofern es ein Angehöriges der Familie ist; weitere Kinder auf allen Sipplägen halbe Preise. In beiden Borstellungen: Mr. Richard Sawade mit seiner berühmten Nach der Vorstellung um 10 Uhr: Grosser Ball. Entree 30 Bf. Sperrsit 50 Pf. Montag 8 Uhr: Gastspiel Burmeisters Goethe- Ensemble. Tiger-, Löwen- u. Bären- Dressur. Etablissement Buggenhagen Die offene Schleife 8 Meter Sprung, ausgeführt von Mons. Satan. Gobert Belling mit feinem iba. span. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Winterfreuden. Abends 7%, Uhr: Zum 41. Male: Der Hochtourist. Der reichste Berliner. Aus den Alpen. Montag u. Mittwoch: Isadora Duncan. Montag u. Mittwoch: Der Hochtourist. Cirkus Schumann. Immer das Driginal. Heute 2 grosse Extra- Vorstellungen, nachm. 4 Uhr, ab. 7 Uhr. Nachmittags ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittags die beliebte Pantomime Pierrots Weihnachten mit dem Riesen- Bonbonregen. Nur noch kurze Zeit! In beiden Vorstellungen: Die phänomenale offene Loop. 25 Löwen des Herrn Seeth. Dreffierte Tiere des Clowns Gontard.- Abends: BABEL. Eine Wanderung Bemerkenswert: Der Automobilsturz. SteidlLinienstrasse 132 Moritzplatz. Im Kaisersaal: Künstler Ensemble ,, Nordsterne" unter Leitung d. Herrn Rudolf Schauss. Kasseneröffn. 5 Uhr, Anfang 17 Uhr. Entree 50 Pf. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. In den unteren Sälen: Görisch- Konzert und Bockbierfeft. Sanssouci. Theater Stottbufer Thor- Stat. der Hochbahn. Oranienburger Thor. Riefenerfolg! Das teure Vaterhaus. Dramolet non Friz Steidl. Vollständig neues Programm. durch 8 Jahrtausende. Casino- Theater. Trianon- Theater. Passage- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich und Universitätsstraße. Madame X. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." Gebrüder HerrnfeldAnfang 8 11hr. Sonntags: 7 Uhr. ,, Wieder ein neuer grosser Erfolg!" lautet die einstimmige Kritik der gesamten Presse über die A. und D. Herrnfeldsche Novität: Theater, Comtags Nur eine Nacht. Zwei Afte aus einer Ehe mit den Autoren in d. Hauptrollen. Ferner: Januar- Attraktionen mit Bendix. Morgen: Das neue FebruarKünstler Programm mit Bendix als Monna Vanna. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7. Abschieds- Auftreten von Nesemann und dem gesamten Januar- Programm. Anfang heute 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Neu! Badekuren. Letzter Tag des glänzenden Januar- Programms: Enthauptung Wie einst im Mai. Sonntagnachm. 4 Uhr: Ein edles Weib. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Zum erstenmal: , Kalt gestellt." Dienstag, den 2. Februar: Theater- Abend. Ein Mann aus dem Volke. Boltsst. i. 5 Aft. v. Silefius. 8 165 einer lebenden Dame! Königstadt- Kasino Polk& Collins, Banjo- Virtuosen. Willy Prager. Montag: Das sensationelle Februar- Programm. der mysteriöse To- To, Musiker. 14 neue erstklassige Nummern. Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstraße. Täglich: Franz Sobanski. Mita Roselli. Georg u. Pepi Wagner. Bertoletti- Müllardo- Renas. Zum Schluß: Die zweite Frau. Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tanz.. W. Noacks Theater. Dietrichs Festsäle, Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Kean oder: Genie und Leidenschaft. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Morgen: Kean. Borverlauf 11-2 lihr mittags. Bernhard Rose- Theater Donnerstag: Die relegierten Stu Carl Weiss- Theater. denten. boseit. Specialitäten. 7% Uhr. Metropol- Theater Durchlaucht Radieschen! Nachm. 3 Uhr: Gesindeball. Montag: Frühlingsluft. Winter- Garten. Cléo de Mérode. Specialitäten. Casino. Wie einst im Mai. Badefuren. Anfang 72 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Ein edles Weib. Meichshallen. Stettiner Sänger. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Montag 8 Uhr: Professor E. v. Drygalski: Die Südpolar- Expedition der„ Gauß". Im Hörsaale um 8 Uhr: Dr. J. Ristenpart: Das 18. und der Beginn des 19. Lahrhunderts: Bradley Herschel, Gause, Bessel. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater. Heute nachmittag 3 Uhr, halbe Preise: Madame Sherry. Abends 72 Uhr: Das Schwalbenneft. Operette in 3 Atten v. M. Ordonneau und Henry Herblay. Montag: Erste Bohlthätigkeits- Bor stellung zu Gunsten der durch das Brandunglüd in Aalesund Geschädigten: Das Schwalbennest. Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Scene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Im 4. Bilde: Grosses Ballett Wie damals im Monat Mai. Anfang 7 Uhr. Rauchen überall gestattet. Große Frankfurter Straße 132. Nachmittags 3 1hr, Parkett 60 Pf.: Der Hüttenbefizer. Abends 7%, Uhr: Letter Sonntag des Oberbayrischen Bauern- Theaters. Die Bauern- Brünnhilde. Bolfsstück mit Gesang und Tanz in 4 Aften von Neal. Morgen bis Mittwoch: Die BauernBrünnhilde. Palast- Theater Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Heute 1 Elite- Vorstellung Die Grille. Bedeutende Gäste. Halbe Kassenpreise. Abends 8 1hr: Extra- Vorstellung. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonntag, den 31. Januar 1904, nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Einbürgerliches Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Abends 7 Uhr: Der jüngste Lieutenant. Große Posse mit Gesang in 3 Atten von E. Jacobson. Morgen Montag: Große ErtraBorstellung: Der Walzertönig. Anfang 8 Uhr. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Sonntag, den 31. Sanuar 1904: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Neues Theater. Das Millionenmädelt. Der Lumpensammler von Paris. Schiffbauerdamm 4a- 5. DerStrom. Anjang 7 Uhr. Morgen: Minna von Barnhelm. Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Abends 7%, Uhr: Die Empfehlung. Abends 8 Uhr: Apollo- Theater. Der keusche Casimir. Nachm. 3 Uhr, ermässigte Preise: Gesinde- Ball Deutsch- Amerikanisches Theater. und die glänzenden Specialitäten. Abends 7, Uhr: Mit grossem Erfolg Heute: Zum Frühlingsluft 158. mit dem Blütenhochzeit. Ballett Martin Kettner. Miss Sloan. XXX Les Perez. Little Pich. X Selma Braatz. Messters Biophon und Kosmograph. Kasseneröffnung 6%, Uhr. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Breisen: Liebesträume. X Schöne Seelen. Don Carlos. Serenissimus- Zwischenspiele. Abends 8 Uhr: Die Doppelgänger- Komödie. Morgen: Nachtasyl. Male: Köpnickerstrasse 67. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr 30 Min. GASTSPIEL Ad. Philipp. Uebern grossen TEICH. Reichshallen Stettiner Sänger. Ausang: Bochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Ab 7%, Uhr: Konzert und letztes Auftreten von Drama in 5 Aften und einem VorDeamando und Anni. Afrobatiſch- equilibriſtiſch. Melange- Uft. spiel von F. Phat. Anfang 6 Uhr. Morgen und folgende Zage: Das Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Millionenmädel. Dienstag, den 2. Februar: Der Walzerkönig. Die Karl Jörgeensen, Mimifer, mit seinen effektvollen Darstellungen. Familie Humbert und andres. Signora Ernesto mit ihrem mysteriösen Elefanten. Anfang 8 Uhr. arine Dresdenerstraße 116. Säle für Hochzeiten und Gesellshaften, Zimmer für Vereine täglich frei. Georg Hartmann Zauberkünstler, Die beiden Freydos Gymnastiker. Cook u. Clinton Amerik. Kunstschützinnen. Meers u. Omo Drahtseilkünstler. Otto Rentter Humorist. Salerno Meister- Jongleur. Paul Batty Dressierte Bären. Thereses Komischer Hypnotiseur. Cléo de Mérode. 11766* Biograph. Gewerkschaftshaus Engel- Ufer 15, großer Saal. Sonnabend, den 6. Februar 1904: Grosser Wiener Maskenball arrangiert von den Gold- u. Silberarbeitern. Die Ballmusik wird von einer starten Kapelle unter Leitung des Herrn Musikdirektors Fischer ausgeführt. 14016 Während der Kaffeepause: Sumoristische Vorträge des beliebten Ulk- Trios in seinen Glanznummern. Anfang 9 Uhr. Billets a 50 Pig. sind bei Firnkranz, Markusstr. 51, Holtkamp, Fürstenstr. 20, B eder, Dresdenerstr. 18, Lohse, Staligerstr. 10 und Feistel, Waldemarstr. 17, zu haben. Gäste willkommen. 2 FreiKonzerte täglich. Das Komitee. ( Nachm. 3-5, abends 7-11), 150 Zei tungen aller Länder, Speisen u. Getränke bon 10 3. an im Vegetar. Restaurant, Konditorei u. Café Gontardstr. 5( Eckhaus Königskolonaden) direkt neben Bahnhof Alexanderplatz. Besuch sehr lohnend! Niemand sollte versäumen, Berlins billigstes u. angenehistes Konzertlokal aufzusuchen. Gute Biere! Kein Trint geld! Hasselwerder a. d. Oberspree. Berliner K- Trio. Entree 50 Bf. Felix Scheuer U Stralsunderstr. 1. Jeden Sonntag: Grosser Ball bei vollem Drchester. Vereinen steht mein Lokal jederzeit zur gefälligen Verfügung. 39522 Um freundlichen Zuspruch bittet Gustav Hempel. Marke Salamander ارف 8..L steet Die besten Stiefel für Damen und Herren Stammhatis: Friedrichstr. 221. 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Januar 1904. außers schnittenen Stenogramm enthaltenen Aussagen hält, sondern den Einfuhr von 1900 zu 1901 um 59 Proz., bon 1901 zu 1902 um Herren ihre schönen Berechnungen nachrechnet, so liegt das daran, 38 Proz. und ein Gesamtrückgang der Einfuhr von 1900 zu 1902 daß in den letzten Jahren die Interessengegensäte, besonders zwischen um 6 308 843 Doppelcentner oder 74 Proz. In noch viel stärkerem demi Halbzeugverband und den dessen Produkte( die aus Thomas-, Maße ist die Ausfuhr gestiegen, und zwar von 1900 zu 1901 um Bessemer oder Siemens- Martin- Flußeisen, hergestellten halbfertigen 58 Proz., von 1901 zu 1902 um 50 Proz., in den drei Jahren um Die Kartell- Enquete. Die Leitung der Enquete.- Herrn van der Erzeugnisse als rohe und vorgewalzte Stahlblöcke, Stahlknüppel, 15 856 344 Doppelcentner oder 136 Broz. Die Gesamtverbesserung Borghts Auffassung von den Aufgaben der Untersuchung. Zur Entwidlung werfen, eine gegenseitige Erbitterung ertvedt haben, die während die Zunahme der Ausfuhr, beträgt für Rohmaterialien und HalbBlatten usw.) weiterverarbeitenden sogenannten reinen" Walz des Ein- und Ausfuhrhandels, also der Rückgang der Einfuhr und der Flußeisen- Produktion. Gemischte und reine Balzwerke.- Halbzeug- der Verhandlungen die Beteiligten immer wieder aus ihrer geschäfts- fabritate 22 165 187 Doppelcentner. Demgegenüber sind die Ausfuhr. Auslands. und Inlandspreise des Halbzeug- Verbandes.-mäßigen fühlen Reserve herauslodte und zu schweren Anflagen 3iffern der Fertigwaren- Industrie Kommerzienräfliche Rechenkünste. Die Wirkung der Preispolitik des gegeneinander trieb. Bekanntlich framen aber oft, wenn zwei schöne ordentlich gering. Die Einfuhr ist von 1900 zu 1901 um Halbzeug- Verbandes auf den Stahlwaren- Export. Seelen fich streiten, sie allerlei Herzensgeheimnisse ihrer bewegten 27 Proz. und von 1901 zu 1902 um 19 Proz. zurüdgegangen, Dem vom„ Reichs- Anzeiger" vor einigen Wochen veröffentlichten Bergangenheit aus. im ganzen um 142 791 Doppelcentner oder 40 Proz. Die Ausfuhr Stenographischen Bericht der Berhandlungen über die rheinisch- west Früher stellten sich die meisten Walzwerke in eignen Buddeleien ist von 1900 zu 1901 nur um 11 Proz., von 1901 au 1902 um fälischen Roheisen- Syndikate ist dieser Tage der Verhandlungsbericht die Luppen her. Mit der Entwicklung des Bessemer- und Thomas- 9 Proz., im ganzen um 670 362 Doppelcentner oder 21 Broz. ge über den Halbzeug- Verband, wohl das am meisten angegriffene Verfahrens und der Verdrängung des Schweißeisens entstanden stiegen. Die Gesamtverbesserung, aus Rückgang der Einfuhr und aller Eisenkartelle, gefolgt: ein volkswirtschaftlich höchst interessantes jedoch bald größere Stahlwerte, welche ihr Halbzeug an die reinen Bunahme der Ausfuhr, beziffert sich auf nur 813 153 Doppelcentner. Dokument, das manches wertvolle Material zur Beurteilung der Walzwerke weiter verkauften, während andrerseits ein Teil der Es hat also in den letzten Jahren des forcierten Exports auch heutigen Syndikatspolitik bietet. Nicht als ob sich der Charakter leistungsfähigen Walzwerke dazu überging, neben dem Schweißeisen die Ausfuhr von eisernen Fertigfabrikaten zugenommen, aber im der sogenannten„ kontradiktorischen" Verhandlungen über die Star- auch Flußeisen- Halbzeug zum Zwecke des Eigenverbrauchs her- Vergleich zu der gewaltigen Steigerung der Ausfuhr von Halbtelle verändert hätte und irgend etwas von dem zurückzunehmen zustellen. Die Stahlwerke waren lange Zeit hindurch, wie sie ver- fabrikaten nur in geringem Maße. Diese Förderung der Roh wäre, was früher über die Unzulänglichkeit des vom Reichsamt des sichern, kaum in der Lage, ihre Selbstfosten zu decken, während die eisen- und Halbzeug- Industrie auf Kosten der Fertigeisen- Industrie Innern gewählten Untersuchungsverfahrens gesagt worden ist. Im Weiterverarbeitung des Halbzeuges zu Walzwerkserzeugnissen sich durch die Syndikatspolitik liegt aber weder im Interesse der wirts Gegenteil die Kartelleiter haben gesehen, daß bei den Ver- als gewinnbringend erivies. Die Stahlwerte richteten sich daher schaftlichen Entwicklung Deutschlands, noch in dem der deutschen handlungen über das Rheinisch westfälische Kohlensyndikat mehr und mehr darauf ein, Halbzeug zu verivalzen. Auf diese Weise Industrie- Arbeiterschaft, denn in den Fertigfabrikaten steckt ein frog aller ihrer Vorsicht doch aus ihren Auskünften manche ihnen entstanden die sogenannten gemischten Walzwerke, d. h. Walz prozentual viel höherer Arbeitslohn, als in den Roh- und Halbrecht unbequeme Folgerungen über ihre Preis- und Abfaßpolitit werke, welche mit einem Betriebe zur Herstellung von Flußzeisen materialien. Die Arbeiterschaft hat absolut kein Interesse daran, fowie das Verhältnis ihrer Gewinnsteigerungen zu den Arbeitslohn- und in vielen Fällen auch von Roheisen verbunden sind. Ihnen daß die Roheisen- Ausfuhr gefördert und dafür die inländische Steigerungen gezogen worden sind, und diese Erfahrungen haben sie stehen gegenüber die reinen Walzwerke; denen man auch solche zu Fabrikation eiserner Fertigwaren in ihrer Ausdehnung gehemmt nicht nur noch vorsichtiger bei ihrer Auskunfterteilung gemacht, rechnet, die mit Schweißeisen- oder Siemens- Martin- Werken ver- wird; ihr Interesse erfordert vielmehr, daß die Roh- und Halbsondern auch in äußerst bedenklicher Weise ihre Neigung gestärkt, bunden, aber nebenbei noch auf den Ankauf von Flußeisen- Halbzeug materialien im Lande selbst verarbeitet und dann als Fertigprodukte durch sonderbare Rechentünsteleien ihre Produktionskosten und ihre angewiesen sind. Die gemischten Walzwerke bringen denjenigen exportiert werden. Gewinne zu verschleiern. Und bei dieser Taktik fommt ihnen die Teil ihrer Produktion an Halbzeug, den sie nicht im eignen Betriebe Art, wie die Verhandlungen geführt werden, sehr zu statten. Fast Walziverke, mit denen sie in der Herstellung von Walzwersbeiter verarbeiten, auf den Markt. Ihre Abnehmer sind die reinen scheint es, als finde die Leitung der Verhandlungen weit mehr ihre Aufgabe darin, die zwischen den verschiedenen Branchen der EisenErzeugnissen konkurrieren. industrie bestehenden Gegensätze auszusöhnen, als ohne Rücksicht auf die geschäftlichen Intereffen der betreffenden industriellen Gruppen die Wahrheit zu ermitteln, so daß man beim Studium der Verhandlungsberichte verschiedentlich den Eindrud erhält, als handle es sich, statt um ein objektives Ermittelungsverfahren, um eine Verständigungsaktion vor einem Einigungsamt. Als am 30. November zu Anfang der Verhandlungen über die Als am 30. November zu Anfang der Verhandlungen über die Noheisen- Syndikate Herr Kommerzienrat Weyland- Siegen in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Siegerländer RoheisenSyndikats, das bekanntlich alsbald nach Ausbruch der Wirtschaftstrise im Jahre 1900 von den " reinen" Walzwerken recht eigenartiger Geschäftspraktiken beschuldigt wurde, an die Mitglieder der Enquete das seltsame Anfinnen stente, daß die Vertreter der Buddel- und Walzwerke die Vergangenheit ruhen laffen und sich nur an die Gegenwart und Zukunft halten, d. h. also über die frühere Geschäftsführung des Syndikats schweigen möchten, da fand Geheimrat Dr. van der Borght ( vom Reichsamt des Innern) als Leiter der Untersuchungsverhandlungen sich noch bewogen, dieser kompromittierenden Forde rung die Deutung zu geben, daß sie nicht besagen solle, die that sächlichen Verhältnisse müßten außerhalb der Erörterungen" bleiben; Herr Kommerzienrat Weyland habe wohl mehr das Persönliche als das Sachliche gemeint". Doch den nächsten Tag darauf hatte fich der Herr Geheimrat bereits so in die Verständigungsaktion hineingefunden, daß er am Schluß der Sigung erklärte: 6 hat indes, so hart sie nicht nur einzelne alte, einst blühende Werke, Diese Niederkonkurrierung der reinen durch die gemischten Werke Die Gegensäge sind sehr scharf gewesen, und es ist nicht reinen Walzwerkbetrieben beschäftigten Arbeiter treffen mag, doch sondern auch manche industriellen Ortschaften und die in solchen möglich gewesen, ihre vollkommene Ausgleichung vom volkswirtschaftlichen und besonders vom socialistischen Stand herbeizuführen. Das zu erwarten, wäre ja auch zu tühn gewesen; punkt aus wenig Bedauernswertes. Die Betriebs- wie die Kapitalsaber Sie werden mir, glaube ich, doch darin beistimmen, daß gefonzentration find nicht nur notwendige Ergebnisse der modernen wiffe Reime zu einer Verständigung sich ge boten haben. Wenn es möglich wäre, daß aus diesen Keimen als Frucht eine Verſtändigung hervorwächst, die den Interessen sowohl der Roheisen- Produzenten als der Roheisen verbraucher gerecht wird und dadurch dem ganzen Lande Vorteil bringt, dann würde dies das beste unmittelbar praktische Ergebnis der gestrigen und heutigen Verhandlungen sein." Eine Auslaffung, die nach der Angabe des stenographischen Berichts die Großindustriellen zu einem Bravo 1" bewog. Verfammlungen. Tat. Aus dem fünften Wahlreise werden wir ersucht, in Ergänzung baß die Genoffen Leopold Siepmann und Leo Zucht als unires Berichtes über die Wahl der Vertrauensleute noch mitzuteilen, folche wieder gewählt wurden. Eine gut besuchte Versammlung des Vereins der Kleber fand Den Jahresbericht gab Straffer. verhältnisses au einander ergiebt sich daraus, daß im Jahre 1900 Die Bedeutung beider Gruppen und ihres Konkurrenz der Verbrauch sämtlicher Walzwerte an Halbzeug sich auf circa 6 720 000 Tonnen im Werte von 590 Millionen Mark belief. An dieser Summe haben die reinen Werke einen Anteil im Betrage bon rund 737 000 Tonnen im Werte von rund 91,5 Millionen Mart. am 27. Januar statt. Der Verbrauch der gemischten Werke an selbsterzeugten Halb- Danach wurden die Geschäfte des Vereins in 30 Vorstandssitzungen fabrikaten betrug rund 5 732 000 Tonnen im Werte von rund und 23 Vereinsversammlungen erledigt, von welchen 4 ordentliche 468,2 Millionen Mart. Ferner ist, um den Gesamtverbrauch der und 1 eine außerordentliche Generalversammlung waren; ferner gemischten Werke zu ermitteln, noch ein Betrag von rund 251 000 fanden 3 öffentliche Versammlungen statt. Eine davon war die Tonnen im Werte von rund 30,1 Millionen Mark für Halbzeug start besuchte Maifeier- Versammlung. Außer den Mitgliedshinzuzurechnen, welcher von diesen Werken gekauft wurde, so daß beiträgen von 52 Wochen a 40 Pf. wurden den Mitgliedern sich der Gesamtverbrauch der gemischten Werke auf 5 983 000 3 Ertrabeiträge a 50 Pf. auferlegt und auch zum weitaus größten Tonnen im Werte von 498,3 Millionen Mark beläuft. Teil bezahlt. Streits fanden 3 statt, an denen in 182 Tagen insim Konkurrenzkampf die reinen Walzwerke gegenüber den gemischten, für 149 Tage 298 M. bezahlt; an andre Gewerkschaften wurde ge= Wie nicht näher begründet zu werden braucht, befinden sich gesamt 22 Kollegen beteiligt waren. An Streitunterstüßung wurden die sich selbst ihre Roh- und Halbmaterialien herstellen, im Nach zahlt 120,50 M. Unterstüßung. Von den geführten Streiks endeten teil; und dazu kommt, daß sich die den rheinisch- westfälischen Halb- 2 erfolgreich, bei dem 3. liquidierte die Firma( Tapeziermaschine zeugmarkt völlig beherrschenden 19 Werfe zu einem Startell, dem Hönemann). Redner verbreitete sich des ferneren über den sechsten " Halbzeug- Verband", zusammengeschlossen haben, der den Rohstahl- Kongreß, rekapitulierte die dort gefaßten Beschlüsse und sprach sich preis auf einer Höhe hält, der seit einigen Jahren den reinen Walz- dahin aus, daß von seiten der Gewerkschaft nun dafür Gorge ges werfen nur einen geringen, einzelnen ungünstig fituierten überhaupt tragen werden müsse, diese Beschlüsse auch in die That umzusetzen. teinen nennenswerten Nußen läßt. Auch die gepflogenen Einigungsverhandlungen streifte der Redner Gewerkschaften diese Verhandlungen ernst aufgefaßt worden seien. und erklärte, daß von den der Geschäftskommission angeschlossenen Gewerkschaften die bekannte Resolution aufgestellt worden sei, ob Die Bereitwilligkeit zur Ginigung gehe daraus hervor, daß von den gleich es eigentlich Pflicht der Generalfommission gewesen wäre, Bes Dingungen zu stellen, da die der Freien Vereinigung" angeschlossenen Gewerkschaften zu den Verbänden übergehen sollten. Trotzdem nun kapitalistischen Wirtschaft, sondern zugleich Vorbedingungen für die diese Resolution, welche die weitgehendsten Stonzeffionen enthalte, Ablösung der heutigen durch die höhere, auf Vergesellschaftung der dem Parteivorstend übermittelt sei, höre man von Verhand Produktionsmittel beruhende socialistische Wirtschaftsform. Aber lungen nichts; jedenfalls sehe man auf feiten des Parteivorstandes, die Preispolitik des Halbzeug- Verbandes beschränkt sich nicht nur daß von unsrer Seite das menschenmöglichste gethan ſei, um eine auf eine Hochhaltung der Inlandspreise, welche die Eristenz der reinen Walzwerke schier gefährdet; er stellt zugleich die Preise für feine Flußeisenprodukte auf den Auslandsmärkten so billig, daß dadurch die ausländische Walz- und Kleineisen- Industrie in den Stand gesezt wird, billiger zu produzieren, als die deutsche, denselben Stahl weit teurer einkaufende Konkurrenz. Und da die Ausfuhr von deutschem Halbzeug in schneller Entwicklung begriffen ist 1901 wurden erst 201716, 1902 aber bereits 636 427 Tonnen ausgeführt und 1903 wird eine noch höhere Tonnenzahl ergeben-, so ist die Folge, daß der deutsche Export von stählernen Fertig waren sich von den ausländischen Märkten verdrängt sieht, und weiter, daß innerhalb der deutschen Eiſenindustrie die Roh- und „ Wenn der Herr Borsigende gestern abend in seinen Halbmaterial- Produktion auf Kosten der Fertigeisen- Fabrikation ein Schlußworten einen furzen Rückblick über die Berhand- steigendes Uebergewicht erlangt. lungen der beiden ersten Tage gegeben hat, so darf Die Verhandlungen über den Halbzeug- Verband lieferten ich seinen Ausführungen vielleicht noch hinzufügen, daß hierfür überzeugende Belege. Hatte schon die Enquete über die It a ch meiner persönlichen Ansicht infolge Roheisen- Syndikate ergeben, daß deutsches Gießerei- Noheisen viel des vielleicht zu weiten Eingehens Eingehens auf fach um über 25 Proz. billiger nach dem Auslande verkauft worden Einzelheiten und durch eine zu gründliche Darist, wie an deutsche Werte, so ergab die Verhandlung bezüglich der stellung der der Vergangenheit angehörenden Salbzeugpreise noch weit höhere Differenzen. Festgestellt wurde Verhältnisse, die sich zwischen den Puddel- und Walzwerken 3. B., daß von Dortmund aus Stahlknüppel nach Rotterdam für auf der einen Seite und dem Roheisen- Syndikat auf der andren 72 m. pro Tonne geliefert worden sind, und zwar franco Bord. Seite herausgebildet haben, schließlich nicht mehr genügend Zeit Rechnet man für Fracht und Verladung den billigsten Satz von übrig geblieben ist, um den Weg einer Verständigung 7-8 M., fo ergiebt sich ein Preis von 64-65 M. pro Tonne, zu beschreiten... Meine Herren, die wirtschaftlichen Gegen während der Inlandspreis sich gleichzeitig auf 90 m. stellte, also fäge zwischen den reinen und den gemischten Walzwerken find 38 Proz. höher. Ferner blieb unwidersprochen, daß fürzlich auf dem in der Presse und in Ihren Vereinen und Verbänden schon so ein- Liverpooler Markt 50 000 Tonnen deutscher Platinen zu 78 Schilling gehend besprochen worden, daß sich viel neue Gesichtspunkte kaum noch verkauft sind, also, wenn man die Fracht mit in Betracht zieht, finden lassen. Dagegen glaube ich, daß die Frage, wie die Lage etwa 40 Broz. unter dem deutschen Inlandspreis. der reinen Balzwerte gebessert werden kann, noch nicht genügend zur Aussprache gelangt ist..." Das war am 1. Dezember, am 2. aber, zum Beginn der Verhandlungen über den Halbzeug- Verband, war auch der vom Reichsamt des Innern gestellte Referent, Regierungsrat Dr. Boelder, bereits zu der fommerzienrätlich Weylandschen Auffassung gelangt, daß die Aufgabe der Enquete- Kommission nicht die Untersuchung der Vergangenheit, also die Klarstellung der thatsächlichen Verhältnisse, sondern die Einleitung einer Verständigung sei. Er meinte: " eventuelle Verständigung herbeizuführen. Fermer verkündigte Redner in ausführlicher Weise das Resultat der Baukontrolle, von dem das hauptsächlichste schon im Vorwärts" veröffentlicht ist. An den Bericht schloß sich eine ausführliche Diskussion, in welcher die Thätigkeit des Vorstandes gutgeheißen wurde. Zur Baukontrolle wurde ein Antrag angenommen, welcher besagt, daß der Vorstand im geeigneten Moment der Versammlung weitere Maßnahmen unter breiten solle. Den Kaffenbericht gab Wehner. Danach betrug die Einnahme 1118,21 M., die Ausgabe 924,81 m. Den Bericht vom Arbeitsnachweis giebt U effem. Es wurde auch durch diesen die herrschende Arbeitslosigkeit dokumentiert. Es waren im bers gangenen Quartal eingeschrieben 58 Arbeitslofe und gingen 44 Anfragen nach Arbeitern ein; nur 24 Stellen konnten besetzt werden. Unter Verschiedenem wurde über einen Fall verhandelt, der den Kollegen Kaiser betrifft. Derselbe wurde vom Kuratorium des Paritätischen Arbeitsnachweises auf 6 Wochen von der Benutzung des Nachweises ausgeschlossen. Er soll den Geschäftsleiter der Arbeitnehmer, Heckmann, beleidigt haben, indem er den ihm von diesem gemachten Vorwurf der Schiebung mit gleichem Vorwurf bes antwortete. In der Kuratoriumsfißung wurde festgestellt, daß der Fall, den Kaiser in Betracht zog, thatsächlich so verlaufen sei, wie ihn derselbe geschildert, doch wurde leine böswillige Abficht auf seiten des Arbeitsvermittlers angenommen. Fall als forrett anerkennen, was er nicht thun wollte. Er war bereit, wenn die Arbeitsnachweisvermittler erklärten, daß ihnen jeder Dolus fern gelegen, dies anzuerkennen. Seine Schiebung sollte darin bestehen, daß er sich im November als arbeitslos habe ein schreiben laffen, obgleich er gearbeitet habe. Dies stimmt nicht, und obgleich Kaiser den Wahrheitsbeweis dafür angetreten habe, sei der Ausschluß nicht zurückgenommen worden. Besondere Entrüstung rief es hervor, daß ein Beisiber der Arbeitnehmer 3 Monate Ausschluß beantragt habe, hier also die Arbeitgeber mensch licher waren, als die eignen Kollegen. Auch soll derselbe Beifizer Staiser den Unternehmern als Unterzeichner einer Petition denunziert haben, in der Abstellung von Mißständen gefordert wurde. Versammlung nahm hierzu eine scharf mißbilligende Resolution an. Marktpreise von Berlin am 29. Januar 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. " Was Sie selbst wünschen, müssen Sie auch andren gönnen.* Weizen, gut D.- Ctr. 16,25 16,20 Startoffeln, neue D.- Ctr. Sie müssen dann auch den gemischten Werken, die Halbzeug her16,15 16,10 Rindfleisch, Keule 1 kg 16,05 16,00 do. Bauch 12,65 12,64 Schweinefleisch Stalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier " mittel stellen und ihr Rohmaterial ebenfalls faufen müssen, konzebieren, Roggen, gut gering Daß bei derartigen Preisen vielfach an den Erporten verloren wird, ist selbstverständlich; aber die Herren Kommerzienräte der Diesmal hielt Herr Geheimrat Dr. van der Borght feine Ab- Eisenindustrie wissen sich schadlos zu halten, sie stellen dafür die schwächung für nötig. Dafür aber sprach er am nächsten Tage wieder Preise auf dem Inlandsmarkt um so höher. Während der Verdie leise Hoffnung" aus, daß troß der Gegenfäße die Interessenten handlungen wehrten sie sich allerdings nicht nur verzweifelt dagegen, gruppen sich über ihre Politik verständigen werden. Denn", so daß sie ihre Preise zu hoch stellen, sondern daß ihre Werke überführte er nach dem stenographischen Bericht aus, es ist charakteristisch, haupt etwas abwerfen; alle arbeiten sie mit Verlust auch die daß eigentlich der Gedanke der Kartellierung an sich von keiner Seite, Aktiengesellschaften, die über 20 Proz. Dividende zahlen. So er foweit es fich um die Praktiker handelt, beanstandet Härte z. B. Herr Generaldirektor Geheimer Kommerzienrat Kirdorfworden ist; im Gegenteil, ich habe eigentlich aus den Aachen wörtlich: Reden der Herren, die sich durch die Politik des Halbzeug- Verbandes bedrängt fühlen, immer nur wieder die Erklärung herausgehört, daß sie an sich dahin streben und streben müßten, in irgend einer Weise zu einer Organisation zu kommen( Sehr richtig!), und daß fie allesamt eigentlich geneigt sind, in dieser Organis jation ein gewisses Kampfmittel, insbesondere auch der ausländischen Konkurrenz gegenüber, zu erblicken.( Sehr richtig!) Vielleicht ist es nicht zu optimistisch gedacht, wenn man annimmt, daß von dieser Grundlage aus gewisse Fäden der Verständigung zwischen beiden Gruppen herüber und hinüber gesponnen werden können, so daß vielleicht nach dieser unmittelbar praktischen Richtung unsre Verhandlungen doch nicht ganz ergebnislos gewesen sind." Demnach gilt die Untersuchung, wenn sie nur in die thatsächlichen Verhältnisse hineinleuchtet, nicht aber zur Verständigung ber Startelle über ihre Preis- und Profitpolitik führt, Herrn Dr. van der Borght als ergebnislos". Solche Auffassung erklärt zur Genüge, daß die Großindustriellen, wie unangenehm ihnen auch felbft in ihrer heutigen mangelhaften Form die Enquete ist, mit der Leitung der Verhandlungen durch die Regierung recht zufrieden sind und gelegentlich durch ihre Presse Herrn Geheimrat van der Borght beste Censuren für seine Umsichtigkeit erteilen. Wenn trotzdem die Enquete manches interessante Material liefert, zumal wenn man sich nicht nur an die direkten, im bedaß sie nicht mit Verlust arbeiten, und ich bin bereit ich habe mich früher bereit erklärt, der Staatsregierung den Beweis zu Tiefern durch Einsicht in unsre Selbstkostenberechnung andre Werke haben sich ebenfalls dazu bereit erklärt, den Nachweis aus ihren Büchern zu liefern, daß bei den heutigen Rohmaterials preisen, bei den Preisen für Roheisen, für Sohle und Coats, die thafer, gut Werke, die das Halbzeug herstellen, bei den heutigen Preisen des Halbzeug- Verbandes im Inlande Geld zuseßen." gering 12,61 12,60 18,80 12,80 12,70 11,70 7,00 5,00 1,80 1,20 " 1,40 1,10 1,60 1,00 " mittel " 12,63 12,62 1,80 1,20 gering 1,80 1,10 19 und+ Gerfte, gut 2,60 2,00 mittel 60 Stüd 5,00 3,00 " gering 11,60 10,70 " 15,50 14,50 14,40 13,50 Karpfen Aale Bander 1 kg 2,40 1,20 2,80 1,40 " 3,00 1,20 2,40 1,20 4,16 3,50 Barsche 1,80 0,80 7,20 5,00 40,00 28,00 3,00 1,40 1,40 0,80 per Schod 15,00 3,00 mittel 13,40 12,50 Hechte Schleie Bleie 50,00 26,00 Strebse 60,00 20,00 * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahu. Allerdings Glauben scheint mit dieser Behauptung der Herreu Richtstroh Geh. Kommerzienrat mur bei einigen mit gleichen Rechentalenten Erbsen ausgestatteten Seelen gefunden zu haben, denn der Bericht ver- Speisebohnen zeichnet: Rufe: Ohol und Unruhe." Recht begreiflich, denn die Linsen am Halbzeug- Verband beteiligten hauptsächlichsten Stahlwerte haben im legten Geschäftsjahre, wie in den Verhandlungen nachgewiesen wurde, eine durchschnittliche Dividende von 11% Prog. verteilt. Welche Folgen diese Versorgung des Auslandes mit billigem Roheisen und Halbzeug hat, bewies treffend der Handelskammer Sefretär Gerstein- Hagen durch eine Gegenüberstellung der Ausfuhrentwicklung von Roh- und Halbmaterialien sowie von stählernen Fertigfabrikaten während der letzten Krisenjahre. Danach ergiebt sich bei den Rohmaterialien und Halbfabrikaten ein Rüdgang der Eingegangene Druckfchriften. dem Berbandstag deutscher Mietervereine in Dresden am 6. September 1903. Die städtische Bodenfrage. Eine Uebersicht. Vortrag, gehalten auf Bon Dr. K. b. Mangoldt, Geschäftsführer des Bereins Reichs- Wohnungsgesek. Preis 50 Pf. Berlag v. Bandenhöd u. Ruprecht, Göttingen. Verlag, Ingenheim an der Bergstraße 1903. E. G. Christaller. Ein Kleiner Stulturkampf. 60 Seiten. Suevia Socialdemokratischer Verein im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 3. Februar, abends 8%, Uhr: General- Versammlung bei Leydecker, Sophienstr. 34. Tagesordung: 1. Vorstands- und Kassenbericht. 2. Bericht der Preß, Lokal und Agitationsfommission. 3. Wahl des gesamten Borstandes. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Pünktlichen und zahlreichen Besuch erwartet 245/2 Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei: Wendland, Marienburgerstr. 32; Richter, Neue Königstr. 90; Reul, Barnimftr. 42; Knötzsch, Sirtenstr. 10; Wirth, Auguststr. 51; Wittchow, Elsasserstraße, Ede Kleiné Hamburgerstraße; Wiese, Luisenstr. 20. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6.Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 2. Februar, abends 81 Uhr, im Lokale von Wernau, Schwedterstraße Nr. 23/24: Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Bartels. 2. DisZuffion. 3. Verschiedenes. 246/ 7* Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Korbmacher. Am Montag, den 1. Februar, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, 78/11 Engel- Ufer 15, Saal 3: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Schöpflin über: Moderne WirtschaftsTämpfe". 2 Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Handlungsgehilfen! Handlungsgehilfinnen! Mittwoch, 3. februar, abends 29 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenftr. 29: Oeffentliche Versammlung. Reichstags- Abgeordneter Paul Singer spricht über: Es werde Recht! 285/16 Nach dem Vortrage Diskussion. Kolleginnen und Kollegen! Erscheint alle in diefer Ver: fammlung! Es gilt, für die Ausgestaltung unsres Rechts zu demonstrieren. Centralverband der Handlungsgehilfen u. Gehilfinuen Deutschlands. Bezirk Berlin. W. Friedländer, Elsasserstr. 25 II. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 1. Februar 1904, abends 8 Uhr, in den Armin: hallen, Kommandantenstr. 20: General- Versammlung. Generalversammlung der Möbelfabrik ,, Einigkeit" ( E. m. b. H.) Köpnickerstraße 154a. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die diesjährige ordentliche Generalversammlung Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen dringend am Sonntag, den 14. Februar, notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. 55/3 Der Vorstand. vormittags 8 Uhr, in unsrem Geschäftslokale, KöpniderAchtung! Frauen! Männer! Adtung! traße 154 a, im Fabrikgebäude, 1 r., Mittwoch, 3. Februar, abends 8 Uhr, bei Raabe, Stolbergerstr. 23: Volks- Versammlung Zages- Ordnung: 1. Bildung und Proletariat. Referent Stadtv. Genoffe Hugo Heimann. 2. Diskussion. Um recht zahlreichen Besuch bittet Die Vertrauensperson. 1/2 Zages Drdnung: 13966 1. Vorlage des Jahresabschlusses. 2. Bericht über die stattgefundenen Revisionen. 3. Neuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. 4. Geschäftliches. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. A. Sievert. E. Vorpahl. Wir machen darauf aufmertjam, daß die Bilanz für die Genossen in unirem Comptoir, Stopnickerstr. 154a, zur Einsicht ausliegt. Es ist Pflicht jedes Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. Morgen, Montagabend 8, Uhr, im Luisenstädtischen Konzert Kranken- n. Begräbniskaffe Gäste, Männer und Frauen haben Zutritt. Die Kommission. hanse, Alte Jacobstraße 37: Stock- und Celluloid- Arbeiter. Volks- Versammlung. Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, bei Bareinz, Brückenstr. 7: Kommissions- Sitzung. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Mitglieder aller Branchen! Mittwoch, 3. Februar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( großer Saal): 5 Versammlung mit Frauen. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Wolfgang Heine über: Berufsvereine und Arbeiterkammern. 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. Bei der hochinteressanten Tagesordnung ist es Ehrensache eines jeden Mitgliedes, für einen wirklich guten Besuch Sorge zu fragen. Achtung! Rohlenarbeiter und Kutscher von allen Plähen Berlins! Heute, Sonntag, 31. Januar, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( Saal VIII): Versammlung.. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Kollegen P. Steinicke. 2. Haben die Kohlenarbeiter ein Intereffe an der Gründung einer eignen Drtsverwaltung? 3. Diskussion. 4. Neuwahl der Sektionsleitung. 5. Geschäftliches. Achtung! Achtung! Mitglieder aus den Bezirken der Schönhauser Vorstadt! Heute, Sonntag, den 31. Januar, abends 6 Uhr, im Jägerhause, Schönhauser Allee 103: Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Werner. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung Berlin I. Zages Drdnung: der Seifenfeder u. Berufsgen.( E. 5. 17 zu Berlin). Sonntag, den 7. Februar 1904, vormittags 10 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Ordentliche 1. Sibirien in Preußen. Referent: Senna Hoy. 2. Freie Distujion. General- Versammlung. Wir fordern zu zahlreichem Besuch auf, da die Versammlung am vorigen Mittwoch über dasselbe Thema polizeilich aufgelöst worden ist. 285/18 Die Redaktion des„ Kampf". Montagabend 8 Uhr in der„ Ressource", Kommandantenstr. 57: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Ein Nachwort zu Crimmitschau. Politischer oder wirtschaftlicher Kampf. Referent: Albert Weidner. 2. Diskussion. 14046 Der Einberufer. Hermann Teistler, Friedrichshagen. Achtung! Achtung! Tapezierer. Achtung! Mittwoch, 3. Februar, abends 8 Uhr, bei Wieprecht, Schüßenstr. 18/19: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: Unfrem alten Barteigenoffen August Kaatz ( Restaurant zum grauen Efel, Dieffenbachstr. 31) zu seinem 41. Ge burtstage ein dreifach donnerndes Hoch! Spar- Klub„ Ebbe". 13716 Socialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Gustav Bachmann ( 11. Bezirk) berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Sonntag, den 31. Januar, nachDie Beerdigung findet am mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorfer Friedhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/4 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Restaurateur am Ferdinand Waltersdorf 29. Januar nach kurzen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernde Witwe Alwine Waltersdorf nebst Kindern und Verwandten. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Moabit, Birkenstraße 62-65, nach dem Johannis- Kirchhof in Plögensee, 13815 statt. Am Donnerstag, den 28. Januar, mittags um 12 Uhr, entschliej fanit nach langem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, mein guter Vater, der Schankwirt Franz Pietsch in seinem 51. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Emma Pietsch geb. Hochschild nebst Sohn. 14406 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Pius- Kirchhofes, Wilhelmsberg, aus ftatt. 1. Kassenbericht für 1903. 2. Borstandswahl. 3. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 6. 4. Verfchiedenes( Erläuterung des neuen Statuts). Beiträge werden bis 10 Uhr angenommen. Quittungsbuch legitimiert. Der Vorstand. 13796 Für die reichen Stranzspenden und 3. A. Karl Geisler, Stöpniderstr. 123. rege Beteiligung bei der Beerdigung Danksagung. Bekanntmachung. guten Baters meines lieben Mannes und unsres guten Vaters Hugo Biester Laut Beschluß der General Versagen wir den Genossen des 5. Wahlsammlung der unterzeichneten Drts: kreises, sowie den Verbandskollegen Krankenkasse vom 24. November 1903 und allen Verwandten und Be und der General- Versammlung der fannten meinen tiefgefühltesten Dank. Allgemeinen Orts- Krankenkasse ge- Frau Wwe. Marie Biester werblicher Arbeiter und Arbeiterinnen nebst Kindern. 14246 vom 13. Dezember 1903 treten, nachdem von feiner Seite dagegen EinAufsichtsbehörde genehmigt ist, fämtspruch erhoben wurde und von der liche in den Cigaretten- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Strantenfaffe des Vereins der Kleber Berlins u. Umgegend. am 1. Februar 1904 in die DrisTagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Kleinlein: 3wed und Ziele der Freien Bereinigung deutscher Gewerkschaften gegenüber den modernen Central verbänden". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 101/1 Da in dieser Versammlung besonders für Polsterer wichtige Beschlüsse auf der Tagesordnung stehen, werden dieselben aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. Berliner Confum-Verein Abteilung II,„ Osten". Mitglieder- Versammlung. 110/20 Montag, den 1. Februar, abends 8, Uhr, im Lokale Fruchtstr. 36a: Verband der Tapezierer. Filiale Berlin.( Engel- Ufer 15, Zimmer 35.) Anschlußnummer 9720 der Bermittelungsanstalt IV. Mittwoch, den 3. Februar, abends 8, Uhr, bei Feuerstein, Alte Jacobftraße 75: General- Versammlung. Zages Drdnung: Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Baege über: Die sociale Bedeutung der der Cigarrenmacher, Cigarettenmacher u. Cigarrenſortierer über, und werden sämtliche in Betracht kommenden Herren Arbeitgeber ersucht, vom 1. Februar 1904 ab ihre Arbeiter und Arbeiterinnen an untenstehende Kasse anzumelden. 13976 Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Cigarrenmacher, Cigarettenmacher und Cigarrenfortierer. Wer- Stoff- hat. Fertige Anzug 20M., feinste Zuth., 2 Anproben, für guten Sit bekam goldne Madaille. Ludwig Engel, Prenzlauerstraße 23, 2 Tr., nahe Alexanderplat. Gegr. 1892. Genoffenſchaft. 2. Distuſſion. 3. Erfahwahl der Delegierten. 4. Abteilung:!!! Von 40 M. an!!! Angelegenheiten. Bahlreichen Befuch erbittet 105/11 Die Abteilungsleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. 1. Neuwahl der ganzen Ortsverwaltung. 2. Berbandsangelegenheiten. Bureau: SO., Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt 4, 3353. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es daher, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 177/2 Die Ortsverwaltung. Montag, den 1. Februar 1904, abends 7 Uhr, Versammlung Central- Verband der Maurer Deutschlands. der Former u. Giesserei- Arbeiter Sektion der Gips- und Cementbranche. Gruppe: Rabitzputzer! Dienstag, den 2. Februar 1904, abends 8 Uhr, in den Arminim Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, großer Saal. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. B. Chajes. 111/1 Die Ortsverwaltung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet Naturheilv. Reform, Heilanft. Köpnickerstr. 72, Sprechst. 11-2.6-8. Gebroc- Anzug n. Maß, feinste Buth., 2 Anpr, ff. Tuch- Kamg., für guten Für die außerordentlich vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Strantheit, sowie bei der Beerdigung unfres unvergeßlichen Gatten, Baters und Schwiegervaters, des Steindruders 14155 Theodor Werner fagen wir allen Bekannten, Freun den und Kollegen, insbesondere den Angestellten der Firma Albrecht u. Meister Herzinnigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielfachen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes Stephan Szarata fage ich hiermit allen Freunden, Bekannten und Kollegen, insbesondere den Herren Chefs in Firma C. Schwohls u. Co. meinen 14305 herzlichsten Dant. Frau verw. Pauline Szarata geb. Pluge. Praktische Ausbildung im elektrotechnischen Laboratorium des Sif gold. Med., Ludwig Engel, Technikums ,, Elektra" Prenzlauerstr. 23, II, Meranderplay. Gegr. 1892. Komme mit Muster maßnehmen. Bitte Postkarte. 105/4 Teilzahlung Auf aller: bequemste Weise alle Arten Uhren, auch Goldwaren usw. ( wöchentlich nur 1 M.) Juhre& König, Warschauerstr. 72 1. Nen! Ges. gesch. Wilhelm Raucht Neu! Ges. Außerordentliche Mitgliederverſammlung Strahlende Männer Wine Liebknecht- Cigare der Rabitzputzer. Tagesordnung wird in der Bersammlung bekannt gemacht. Erscheinen aller Kollegen erwünscht. 136/12 Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 1. Februar, abends 8%, Uhr: Versammlung der in der Leder- und filzfchub- Industrie befchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in den Residenz- Sälen, Landsbergerstraße 31. Tages- Ordnung: 1. Bahl der Branchenvertreter. 2. Die gegenwärtigen Lohn: und Arbeitsverhältnisse in der Schuhwaren Jndustrie. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. 169/6 Achtung! Schossschuhmacher! Montag, den 1. Februar, abends 8, Uhr, findet im Innungshaus, morgen Montag, Moabit. Cas., Wilsnacker 68, gr. Saal, Specialität: 5- u. 6.- Pf.- Marken. In allen durch mein Plakat getennDienstag, 2. Febr., abends 8', Englischer Garten, Alexanderstr. 27c. Beideten Geſchäften erhältlich. 41392* Beide Vorträge für Männer sehr wichtig, werden vom praft. Naturheilt. Grundmann an großen Lichtbildern erklärt. Gäste 20 Pf. Treffpunkt der Bayern und Oestreicher Täglich: Zither- Konzert. 1402b bei Hans Eder, Bayrische Bierschänke Köpnickerstrasse 26. Eisbahn Karpfenteich Biſcherſtr. 25, die Wahl des Gefellenausschusses und der Schiedsgerichts: ist eröffnet. Beisiher statt. Innungs- Krankenkassenbuch oder Bescheinigung des Arbeitgebers legitimiert. ( Treptower Park) Ernst Bauer, Bächter. Gustav Bommert, Sigarren- Fabrik, Berlin N., Megerstraße 32, I. ünstlich. Zähne Karl Winzer, Alexanderstr. 27h 1. Schonendste Behandlung Teilzahlung gestattet. Meine Wohnung befindet sich jetzt Charlottenburg, Bleibtreustr. 19. Sprechst. 9-10 und 4-5 Die Poliklinik Neanderstr. 4. Abend- Kursus 8-10. Eintritt jederzeit. Prospekt gratis! Kauft Vorwärts- Seife Feinste Toilette- Fettseife gefeßlich gesch. Ueberall fäuflich. 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Summa 5 291,31 M., bereits quittiert 225 565,95 M., Gesamtsumme 230 857,26 M. Alle noch ausstehenden Listen sowie sonstigen Beiträge ersuchen wir baldigst in unfrem Bureau in der Zeit von 9-1 und 6-8 ihr abzuliefern. Bostsendungen sind an A. Körsten, Engel- Ulfer 15, zu adressieren. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission Briefkaften der Redaktion. weiter. Juriftifcher Ceil. Spar- und Kreditverein Humanität" 30,-. Tischlerei von Bischoff, Landsbergerstraße( außer d. Dicken) 10,50. Männer- Gesangverein Humanität" 10, Ludwig Löwe, Werkzeugbau, Abt. Lehrenbau u. Fraiserei, 3. Rate 23,35. Desgl., Abt. Vorrichtbau, 2. Rate 9,50. Desgl., Abt. Schleiferei und Für die Opfer der Aussperrung in Crimmitschau gingen bei der Automaten, 3. Rate 18,95. G. Wolf 1,-. Parkettbodenleger v. Badmeier 8,50. Berliner Gewerkschaftskommission folgende Beiträge ein: A. E.-G., Brunnenstraße, d. d. Vertrauensleute: G I. Lifte 42 11,30. Lotteriellub Niete" 20,-. Lese- und Diskutierklub Moabit", Ueber Liste 43 25,50. Liste 45 6,40. Liste 51 18,80. Gf. II: Liste 38 13,50. Schuß der Verlosung 20,- Fraiserei Pristaff u. Bieger 20,50, Verband Liste 44 7,65. Liste 53 12,85. Liste 54 25,30. Gf. VI: Lifte 46 7,50. der Zimmerer, Zahlstelle Danzig 40,-. Jakobus 1,-. Kranten Unter- Lifte 47 19,-. Schmiede, Liste 48 30,35. Norddeutsche Buchdruckerei durch B. L. stügungsverein" Blodwerk" 4,10. Arbeiter von Gebr. Brasch 8,05. Treib- 82,70. Liste 8482 d. Herzog 4,25. Liste 8483 d. Maler v. Frohns u. Plath 9,90. riemenfabrit Tegel 5,90. Geburtstagssammlung einiger Mitglieder Radfahr- Verb. d. Wäsche- u. Strawattenbranche d. d. Vertrauenspersonen d. Firmen: vereins„ Courier" 3,-. Ges. b. Werner, Rummelsburg 1,75. Durch E. L. Rose u. Stern 3,40. Gebr. Borchardt 11,-. J. Jakoby 19,25. H. Jordan auch in einer der gut fituierten großen Banken. Die Reichsbank zahlt dafür 2. 41. In einer guten Sparkasse oder in ersten Hypotheken anlegen, Frau W. in B. 10,-. Frl. 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November, zum 1. April, Juli, Oktober, Januar zu fündigen. Nach § 617 des Bürgerlichen Gesetzbuchs könnnen die Kosten auf die für die Zeit Der Erkrankung geschuldete Bergütung angerechnet werden. Putbuser F. B. 2. Sie beerben Ihren Bater und Ihre Mutter, nicht aber Ihren Stiefvater oder Ihre Stiefmutter. M. H. 8. 1., 2., 4.: Sie find nicht. verpflichtet, die Angaben zu machen. Es ist aber zweckmäßig, das zu thunt und gleichzeitig Ihre mißliche Lage zu schildern. 3. Leider berjährt. 2. 1877. 1. Etwa 300 Mart. 2. Polizeipräsidium. 3. Geburtsattest: Hernach fommen zwei Examina. Ist Ihre Frau älter als 27 Jahre, so find. die Bemühungen zwedlos. F., Vankow. Ob Sie zahlen oder nicht, hat auf den Verlust des Wahlrechts keinen Einfluß. Verwaltungsgericht nimmt an, die Aufnahme Ihrer Frau sei Armen Das Dber unterſtügung. Ist Ihre Frau z. B. am 1. Juli 1903 entlassen, so steht Ihnen das volle Wahlrecht vom 1. Februar 1904 ab zu, gleichviel, ob Sie zahlen oder nicht. Ein Recht der Unterstügungs- Gemeinde auf Erfaz ihrer Stoften steht in Preußen der Gemeinde nach zutreffender Ansicht nicht zu. Wienbreier. Das Gesuch um Austritt aus der Landeskirche ist an das Amtsgericht des Wohnorts zu richten. Nach der herrschenden Braris kann ein Ausländer hier nicht aus seiner Kirche austreten. C. V. Charlottenburg. Ein geleisteter Offenbarungseid kann nicht rückgängig gemacht" werden. Sie scheinen zu meinen, ob Löschung in der sogenannten schwarzen Liste erfolgen tann. Die Löschung erfolgt durch Unkenntlich machung der Namen nach dem Ablauf von fünf Jahren seit der Eides leistung. Hungerleider. 1-4. Die Vorschriften über Wahlberechtigung, Einfluß der Armenunterstügungen und die Frage, ob ein in Schlafstelle Wohnender das Wahlrecht besißen kann, sind für die verschiedenen Wahlen verschieden und wiederholt ausführlich von uns dargelegt. Wünschen Sie Auskunft über die Frage, ob Sie wahlberechtigt sind, fo legen Sie Ihren tonkreten Fall dar. Es ist schon räumlich unmöglich, im Brieftasten so oft ein Leser es wünscht, ausführlich und allgemein die Wahlrechtsfrage zu be handeln. 5. Darüber bestehen keine gefeßlichen Vorschriften: der hiesige Ortsgebrauch geht dahin, falls feine entgegenstehende Vereinbarung getroffen ist, kann der Schlafstelleninhaber sein Zimmer so oft und so lange benußen, wie er es für nötig erachtet. 6. Wenn der Kranke wußte, daß er nicht geheilt war: fa. W. W. 3, 3. 0. 92. Nein. bor, aus denen das Einverständnis des Unternehmers mit dem Verkauf zu 2 Wettende. Liegen nicht Umstände folgern ist, so macht sich der Verkäufer sogenannter Schmureste nach der herrschenden Rechtsprechung der Unterschlagung schuldig. R. 2. 01. Gerichtlicher oder notarieller Vertrag und Eintragung in das Heirats. register ist zur bestmöglichsten Sicherstellung der zukünftigen Frau anzuraten. Ein Beispiel finden Sie S. 225 Nr. 22 des dem Arbeiterrecht" bei gefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus " Winterpaletots jetzt für den dritten Teil des bisherigen Preises in allen neuen Façons und Stoffen anstatt 20-60 Mk. jetzt 6, 8, 10, 15 Mk. Plüsch- Capes, Plüsch- Paletots 20 Mk., 30 Mk. Schwarze bestickte Capes. 10, 12, 15 Mk. für ältere Damen in Eskimo, Astrachan, in feinem Rips. Golf- Capes 7.50, 9, 12 Mk. Theater- Mäntel m. eleg. Pelzbes. 15 Mk., 20 Mk. Lange Golf- Paletots.... 8, 10, 12, 15 Mk. Blusen- u. Blusen- Paletots in Astrachan, Maulwurf. Plüsch, Eskimo u. a. Fantasiestoffen 15 Mk.. 20 Mk. Costümröcke prima Verarbeitung, tadelloser Sitz, vorzüglicher Schnitt in allen Längen und Weiten vorrätig, schwarz und farbig, in den modernsten glatten und Fantasiestoffen 3.75, 5,7,10,15 Mk. in Seidendamast 20 u. 25 Mk. jetzt 5.75, 9, 10 Mk. Jacken und Blusen- Costüme in neuesten Stoffen 12, 15 Mk. Fussfreies amerik. Jackenkleid, letzte Neuheit 20, 25 Mk. Trauerkleider in eleganter Ausführung 18, 20, 25 Mk. 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