Nr. 38. T Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die neue Doppelanleihe. I. Sonnabend, den 14. Februar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. geschäfte sich einzulassen: in der Regel bedürfen sie der Anleihen nicht zu hoch verzinsen muß. Daher die Tendenz, zu bestimmten Terminen in ein für allemal bestimmter alte Anleihen mit höherem Binsfuß zu fonvertiren, das Höhe She fließenden Zinsen, um den Bedürfnissen zu genügen, heißt in solche mit niedrigerem Zinsfuß umzuwandeln, und welche der Lebensmaßstab ihrer gesellschaftlichen Gruppe ferner neue Anleihen von vornherein zu einem niedrigeren an sie stellt. Diese soziale Schicht ist dieselbe, welche Binsfuß zu emittiren. Und hier beginnt der Zwiespalt Die unliebsamen Erfahrungen, welche die Reichs- politisch als die naiv- reaktionäre sich kennzeichnen läßt; mit den Leuten, welche sich bereit finden lassen, Gläubiger regierung mit ihrer letzten dreiprozentigen Anleihe gemacht sie ist bereit, Alles zu billigen und zu gewähren, was ihr des Staates zu werden, mit denen, die ihr Heil in Staatshat, sind bekannt. Die großen Banthäuser, welche die die Möglichkeit eines stumpfen Phäakendaseins garantirt. papieren suchen. Der Konflikt ist ein selbstverständlicher Emission des Papiers vermittelten, haben einen sehr er- Sie ist aufs innigste mit dem Geschicke des Staates und muß in dem Augenblicke zum Ausbruche kommen, in heblichen Bruchtheil der Februaranleihe für sich behalten verknüpft, dessen Bestand in seiner jezigen Gestalt welchem die angemessene Rente" der Staatsschuldscheinmüssen, das kaufende Publikum hielt sich sehr zurück. Die den Bestand ihres Rentnerthums bedeutet. Oder Besizer in Gefahr kommt. Wir haben bereits vorhin Ursachen für diese Erscheinung, die im schroffen Gegen-| zu bedeuten scheint; denn thatsächlich löst thatsächlich löst sich auseinandergesetzt, welche Kreise das Hauptkontingent satz zu dem ruhmredigen Gerede von der Macht und auch diese Theilgruppe des Klein Kapitalismus dieser Rentner stellen, und es ist vom klein bürgerGröße des Deutschen Reiches und dem verlogenen nach und nach auf, um lebensfähigeren, d. h. stärkeren, lichen Standpunkte durchaus gerechtfertigt, wenn lauter Schwindelpatriotismus unserer bürgerlichen Klassen steht, mächtigeren wirthschaftlichen Existenzen das Feld zu und eindringlicher Widerspruch gegen die ewigen Konsind wirthschaftlicher Natur. versionen und gegen die neuen Anleihetypen erhoben wird, räumen. 0 " 1 Die Vaterlandsliebe des Kapitalisten ist eine variable Der Staat selbst arbeitet daran, jene Elemente, welche die mit drei vom Hundert aufwarten. Die Unzufriedenen Größe, sie wächst und bekundet sich als urwüchsig- hand- auf ihn so sehr angewiesen sind, in die Enge zu treiben machen geltend, daß sie nicht im Stande sind, mit dem greiflich positiv stets und allerorten, wo die in Mark und und den Nahrungsspielraum für die kleinbürgerlichen verkleinerten Einkommen standesgemäß" zu existiren in Pfennigen ausdrückbare Belohnung dieser Tugend eine Zwischenwirthe, die unproduktiv als Zinsgenießlinge am einer Periode, die sich durch eine Bertheuerung der nothrentirliche ist. Sie wächst in gleichem Grade mit der sozialen Körper ihr Schmarozerdasein, führen, stetig zu wendigen Lebensmittel unvortheilhaft auszeichnet und Zunahme dieses Gewinnes, sie schrumpft zusammen im verkleinern. Das moderne Gemeinwesen, erdrückt durch die Ausgaben tagtäglich steigert. Dieser Kampf der Rentner gleichen Verhältniß, in welchem die Aussicht auf klingen- die lawinenhaft anschwellenden Anforderungen seines Haus- um's Dasein ist ein anziehender Einzelfall aus dem sozialen den Profit sich verringert, fie verdampft wie ein Tropfen halts, das dem Militarismus ungezählte Millionen opfert Drama der Zersezung des Kleinbefizes. auf heißer Platte, sobald für den guten Bürger nichts und den bevorrechteten Klassen Steuergeschenke nach Herzens- Es erhellt, daß die kleinen Kapitalisten sich nicht das zu holen ist. Dieser Patriotismus ist luchsäugig lust in den Schooß wirft, ist natürlich gezwungen, die mit begnügen, durch ihre Presse der Regierung ernste Verin dar Beurtheilung der ökonomischen Verhältnisse, und Kunst des Schuldenmachens bis zur Vollkommenheit ausweise zu ertheilen und den Nicht- Arbeiterschutz als drinfeine Scheu vor Verlusten überwindet alle Hindernisse, zubilden. Das System der indirekten Steuern, das die gende soziale Reform zu bezeichnen. Sie machen Front welche das simple Schamgefühl und die so vielgepriesene breiten Massen belastet, das System der kapitalistischen gegen die Reduktionsgelüfte des Staates, indem sie sich nationale Ehre ihm in den rosenbestreuten Weg stellen Ausbeutung, das die Armen schindet, um die Reichen ihrer Obligationen entledigen und indem sie ihn in Stich könnten. Der deutsche Bourgeois Enöpfte sich 1870 die noch reicher zu machen, ist verknüpft mit der ver- lassen, wenn er von Neuem an den auf Zinsbezug Taschen zu, als die erste Kriegsanleihe aufgelegt war, feinerten Technik des Pumps, der dem Staats haushalt geaichten Patriotismus der loyalen Bürger appellirt. Der derselbe Biedermann gab willig seine Goldfüchse für auf die Beine helfen soll, indem er den Volks haushalt Mißerfolg der im vorigen Jahre aufgelegten Anleihen zu französische Rententitel hin, denn nichts ist heilig als der zu Grunde richtet. einer Zeit, wo das Geld auf der Straße lag, wo es Rebbach", nichts ist wichtiger, als die sichere Anlage der Aber die Zinsenlast der Staatsschulden wird immer abenteuerlustig sich in alle möglichen Unternehmungen Rapitalien. drückender, und so eifrig die Steuerpolitiker darauf aus und Gründungen einließ und fünf gerade sein ließ, Die Käufer von Staatspapieren bestehen, wie alle sind, der armen steuerzahlenden Plebs den letzten Pfennig wofern ein Schritt geniacht werden konnte, anderen Interessentengruppen der Besitzenden, auf auszuquetschen, so geht das nur bis zu einem gewissen dieser Mißerfolg ist bezeichnend für die Taktik, welche die ihrer angemessenen Rente". Es ist ihr Augen- Punkt. Man kann Jemand bis aufs Hemd ausplündern, bisherige Kundschaft des Reichs zu befolgen beliebt. Der merk darauf gerichtet, nicht blos eine Schuldverschreibung man kann ihm auch noch das Hemd nehmen, aber es dreiprozentige Typus reizt den deutschen Spießbürger nicht zu erhalten, die durch die besten Bürgschaften gedeckt ist, lohnt sich nicht, ihm auch die Haut abzuziehen. Dieser mehr, weil zu wenig dabei abfällt. sondern auch einen möglichst hohen Zinsertrag zu beziehen. Artikel ist nicht marktgängig, d. h. im Steuergeschäft nicht. Und nun vollzieht sich der Vorgang, der als unverDie Sicherheit, welche eine Staatsobligation bietet, ist ein Auf dem Kriegsschauplatz und im Produktionsprozeß meidlich sich darstellt, die Auswanderung der Kapitalien Lockmittel, groß genug, um diejenigen Schichten, für kommt der Mensch, der ganze Mensch, pur et simple, aus dem Bannbezirke der Staats-, der Reichsschulden. welche in erster Reihe derartige Effekten bestimmt find, zu ganz und gar mit Haut und Haaren in Betracht. Der In der Brust des Philifters kämpft die Angst um die fesseln. Die Pensionäre, die Rentner, welche dem Kreise steuerzahlende Unterthan aber kann nicht mehr leisten, als Sicherheit mit der Gier nach höherem Gewinn, mit dem des Kleinbürgerthums und der mittleren Klasse angehören, er in direkten Abgaben zu entrichten, indirekt durch Ver- sozialen Zwange, sich das zur Befriedigung der spießsuchen ihr Stapital in solchen Papieren anzulegen, die brauchsabgaben zu liefern vermag. bürgerlichen Genußsucht erforderliche Einkommen zu vereinen ruhigen Binsgenuß ermöglichen. Sie sind nicht in Braucht also der Staat Geld, Geld und nochmals schaffen. Die Furcht ist groß; Die Furcht ist groß; es handelt sich um und der Lage und nicht befähigt, auf große, riskante Geld- Geld, so muß er andererseits dafür sorgen, daß er seine Moses die Propheten, um den Grund Feuilleton. Nachdrud verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. " ( 38 " " nur auch nur eine solche Person gekannt... eine Frau die Schule gehen; nun stand sie vor dem Höchsten: das Kahrs in Kristiansborg; vielleicht kennen Sie fie?" fühlte sie. „ Ja, sie wurde ja abgeschafft!" Sie tam mit dem Am nächsten Abend traf sie Aas; er war nicht im dortigen Geistlichen überquer, glaube ich."- Natür mindesten beleidigt. Denkt Euch,- nicht einmal eifersüchtig lich!" sagte er mit seinem allerschiefsten Lächeln; giebt es fonnte sie ihn machen! Er begann sein gewöhnliches im Lande etwas Hoffnungsvolles, ohne daß dessen Gerede; Fanny dünkte es fast langweilig. Ich muß Ihnen dann nur erzählen, ich hatte heute Nachmittag nichts Rechtes zu Geschichte mit den kurzen Worten endet: aber kam der Pastor!?"- Seine Stimme verlor sich hoch thun; ich ging herum und mopste mich, bis es etwa fünf Uhr war; da hatte ich endlich einen vernünftigen Einfall; oben in der Fistel. Die Verwunderung erzeugt Interesse, und das Intereffe erzeugt Träume. Ebenso steht es bei den Knaben. Er gerieth in Begeisterung darüber, daß sie in einem du könntest ja zu Gabriel hinausschauen, sagte ich mir, und Und der Unterricht wird in der Regel ihnen nicht Laden stand; es sei unsere größte Zukunftshoffnung, daß wie gesagt, so gethan; ich ging hinauf; aber da, ich verviel helfen."" Das ist wahr." Das erste, was man das Weib mun beginne, selbständig zu werden. Und all die sichere Ihnen, war ich überrascht; denken Sie sich, ich fand thun muß," fuhr er fort, ist, daß man das ganze Schul- herrliche Kraft, welche da brach lag. Edle, große Kraft, die ihn daheim! Allein, dies hatte natürlich seine Ursache; das wesen abschafft. Haben Sie jemals etwas so Idiotisches ge- man nicht anders anzuwenden gewußt, als zum Kochen und Schwein war noch nicht auf keine Spur; es lag und schlief hört: durch ein Gesetz vorschreiben, daß alle das und das Strümpfestopfen... Und dann uns Männern das Leben wie ein junges Hündlein. Na, so hob ea denn ein bischen zu lernen haben, und so und so viel von dem und dem, und zu verschönern", uns, die wir uns ja doch das Leben selbst den Kopf und sah nach, wea gekommen sei; und als ea gerade in der und der Zeit, und auf die und die Art schön machen konnten... Nie war femandem größere Herab- mcakte, ich sei es, sagte ea natüalich: Fah' zua Hölle; es ist wie die alten Wunderdoktoren, welche die gleiche Me- würdigung zugefügt worden, als sie dem Weibe gegen komm mit mia, fagte ich..." Sie hörte nicht mehr zu. dizin für alle Krankheiten und das gleiche Quantum für über in Uebung stand. Man hatte die Frau beschmutzt, Natürlich! Da tam Grethe. Er winkte ihr wie gewöhnjeden Patienten verschrieben. probatum est! sagten sie; unterdrückt, verdorben; man hatte sie von Grund aus lich; Fanny wurde rasend; auf dem ganzen Heimweg sprach ja freilich war es probat!" " Ja, aber wenn es frei demoralisirt, fie als Spielzeug, als Lastthier, als Maitresse sie kein Wort. Sagen Sie, Fräulein Holmsen, sind Sie stünde, so gebe es gewiß viele, die nichts lernen wollten. benützt, sie immerfort nur benützt, fie niemals selbst leben heute abends frei?" fragte Aas.„ Nein, ich gehe in den Brr! Sind Sie lang= " Ja wohl, alle, die feinen Drang danach fühlen, aber diese lassen, ihr nie gestattet, selber Wiensch zu sein... Ucher Arbeiterverein!" versetzte Fanny. follen auch nichts lernen! Sie sollen warten, bis der Drang mann redete sich heiß, Helga Thorsen mischte sich mit ener- weilig geworden... und dann dieser ekelhafte Arbeitertommt; derselbe wird schon kommen, und da schassen gischen Worten ein; neue Aussichten öffneten sich von allen verein!" sie sich die nothwendigen Kenntnisse selbst. Das Einzige, Seiten vor Fanny.' Gott, war sie beschränkt gewesen! Hatte Sie war mun oft böse auf Aas und steckte daher bewas ich wirklich weiß, habe ich lange, nachdem ich aus der sie armselige, elende Begriffe von allem gehabt! Wie eine ständig bei ihren neuen Freunden. Sie wurde zu Helga Schule trat, allein gelernt." gottlob, da konnte vielleicht Gans und eine Thörin hatte sie gelebt; sie hatte von gar Thorsens Junggesellenabend" geladen, den auch Uchermann auch sie--" Und niemand soll sich mit Unterweisung nichts irgend eine Idee gehabt, nicht einmal von der eigenen besuchte; das waren die ausgezeichnetsten Menschen, die sie befassen, außer wer den Beruf dazu fühlt. Ich habe zu Würde. Es bedeutete wohl mehr, ein Mensch zu sein, jemals kennen gelernt, und man unterhielt sich, obgleich sich meiner Zeit nur einen einzigen Lehrer gekannt, der sich als sie bisher gewußt. Ach, wie glücklich war sie, end- im Spiele Ernſt barg. Traf sie dann Aas wieder, so konnte sie em Grunde habe ich wohl lich Menschen gefunden zu haben; bei ihnen wollte sie in ihn fast nicht leiden. Sein Reden war abgeschmackt, seine auf die Sache verstand." " " und Eckstein des ganzen Rentnerdaseins. Aber, schäfte in Northampton in der letzten Zeit sehr schlecht gingen, Ben Tillett jeder Erfolg zu wünschen. Leider macht sich aber auch wie der Schneider zu Herrn v. Talleyrand sagte, als der so war es, bei der kurzen Zeit, die ihnen gelassen, kein bei dieser Agitation gleich von vornherein der Mangel gründ Heines Unternehmen, die Aufbringung der Summe au versuchen. licher theoretischer Ausbildung unter den hiesigen Gewerkschaftssich über eine allzusaftige Forderung beschwerte:" Man Trogdem haben sie és, nachdem Aveling gestern in zwei großen führern bentertbar. Manche ihrer Reden lefen sich ungemein inuß leben, Monsieur!" Wenn der Großbürger durch Versammlungen unter freiem Himmel sein Programm entwickelt, fleinbürgerlich. Verherrlichungen des kleinen Grundbesitzes und Schutzölle und Ausfuhrvergütungen, durch Auswucherung in die Hand genommen und wenn es gelingt, wird Aveling heut insbesondere der kleinen Anwesen( Allotments) für Landarbeiter der Landarbeiter und der Fabrikproletarier, durch Handel nominirt werden wenn nicht, wird diesmal die Wahl zu fehren immer wieder. Möglicherweise geschieht dies, um die und Börsenspiel sich bereichert, ei, warum soll der klein- fonds für die bevorstehenden allgemeinen Wahlen angelegt sehen, wie es in einer Korrespondenz aus Lincolnshire heißt, es und Börsenspiel sich bereichert, ei, warum soll der klein- Agitationsversammlungen ausgenußt, dagegen sofort ein Wahl- Bauern bezw. Pächter nicht vor den Kopf zu stoßen, benn dieſe bürgerliche Biepmeier nicht auch seinen Antheil haben? werden. Aveling's Programm war natürlich das sozialdemo- lieber, wenn ihre Tagelöhner kleine Anwesen erhalten, als wenn Piepmeier ist bescheiden, Piepmeier ist ein treuer Unter- fratische. Auf die Redensart, daß die Forderung der Vergesell sie ihnen höhere Löhne zahlen sollen, das Lettere aber bedeute than, Piepmeier wählt regierungsfreundlich. Man hüte schaftung von Grund und Boden und Produktionsmitteln keine für sie die Nothwendigkeit intensiverer Bodenbewirthschaftung und aktuelle" fet, erwiderte Aveling, sie werde eben dadurch aktuell diese Erhöhung der Pachtsäze. Das mag alles stimmen, indeß sich, ihn wild zu machen. und erhalte eine praktische Bedeutung, daß sie als Wahlprogramm wenn die Pächter ein Interesse an der Aufrechterhaltung des aufgestellt werde. Schlendrians haben, so darum noch nicht die Arbeiter, und woFür die engeren Freunde Bradlaugh's erhält die Aufstellung hin es führt, in den Arbeitern falsche Auffassungen zu nähren, Aveling's an dem Ort, den einst ihr Heiliger vertreten, einen doppelt unangenehmen Beigeschmack durch die Thatsache, daß Bradlaugh Aveling nicht nur als Sozialisten, sondern auch sonst mit seinem Haß beehrt hatte. Auch Herr Hyndman ist sehr verstimmt darüber, daß troß des Verläumdungsfeldzugs, den er durch seine Leute gegen Aveling führen ließ, jezt eine Sektion der eigenen Organisation statt ihn oder einen seiner Getreuen Aveling als Kandidaten erwählt hat. In seiner Wuth sucht er in der neuesten Nummer der Justice" die Thatsache umzudrehen, als habe Aveling sich den Leuten in Northampton oftroyirt; es ist ihm aber darauf von der Sektion eine Antwort geworden, die er sich nicht hinter den Spiegel stecken wird. denkbar. Briefe aus England. = ein hat das Schicksal der Arch'schen Landarbeiter Union gezeigt. Es hält indeß sehr schwer, die Leute davon abzubringen, nur auf die nächſtliegenden Bedürfnisse Nücksicht zu nehmen. Man muß schon zufrieden sein, daß überhaupt etwas unter den Landarbeitern geschieht, und im Uebrigen abwarten, bis die Logik der Thatsachen ihnen„ Theorie einpauft." Politische Itebersicht. Berlin, 13. Februar. London, den 9. Februar. 1891. Parlamentarische Vakanzen werden hier in England mit einer Geschwindigkeit erledigt, die manchmal wirklich das Beiwort ,, bligartig" verdient. Kaum ist das Grab über Charles Bradlaugh geschlossen, so ist auch schon die Neuwahl ausgeschrieben, und diesen Donnerstag wird sich bereits entscheiden, wer an Stelle des malthusianistischen Freidenkers für die Dauer des gegenwärtigen Parlaments die Ehre haben wird, neben Herrn H. Labouchere im Haus der Gemeinen oder Gemeinden der Sinn des Wortes commons läßt Beides zu Northampton( Die Wahl hat nunmehr stattgefunden und den Sieg des zu vertreten. Eine größere Firigkeit ist wirklich nicht gut liberalen Kandidaten zur Folge gehabt. Die Zahl der sozialistiJm Reichstag noch immer Sonntagsruhe. schen Stimmen wurde vom offiziösen Drahte nicht gemeldet. Gegen die fortschrittlichen Abgeordneten Wöllmer und So furz der Wahlkampf sein wird, so wird er doch nicht Die Redaktion.) Hirsch, welche im Handelsgewerbe die Beschäftigung an ohne Interesse sein. Beide großen Parteien sind bereits mit ihren Auf dem Gebiet des ökonomischen Klaffenkampfes steht Sonn- und Festtagen nicht später als bis 8 Uhr NachmitKandidaten ins Feld gerückt, die Liberalen mit einem Vertreter der Streit auf den Docks in Cardiff und den übrigen Häfen tags und nicht länger als drei Stunden- und in offenent der in Northampton hauptsächlich ausgeübten Industrie, der von Südwales im Vordergrund des Interesses. Er ist von dem Verkaufsstellen nicht länger als fünf Stunden- gestattet Schuhwaaren- Fabrikation. Natürlich ist es fein simpler Arbeiter, Schifffahrtsverband( ,, Shipping Federation"), der Organisation wissen wollen, vertritt Singer in längeren Ausführungen fondern ein Unternehmer, und ein schwerer" dazu.„ Alderman" der großen Schiffsherren, direkt provozirt worden. Sie Manfield ist einer der größten Fabrikanten von Northampton, fandten ein mit lauter Nicht- Unionsleuten bemanntes Schiff nach den sozialdemokratischen Antrag, daß die Beschäftigung an steinreich, hat bereits die Würde des„ Mayor" der Stadt bekleidet Cardiff zur Verladung und setzten dadurch die Arbeiter auf den den hohen Feiertagen ganz verboten sein, an den übrigen und sich bei Streits als Vorsitzender von Schiedsgerichten eine Bute Docs in die Zwangslage, entweder ihr Gegenseitigteits- Sonn- und Festtagen nicht länger als bis 12 Uhr Mittags gewisse Popularität in Arbeiterkreisen erworben. Die Liberalen verhältniß zur Union der Matrosen und Schiffsheizer zu lösen und höchstens drei Stunden lang stattfinden, und bei schlossen aus alledem, daß ihnen mit einem solchen Kandidaten oder die Verladung zu verweigern. Sie wählten das Lehtere, Saisonarbeiten an Sonntagen vor Weihnachten, Ostern Der Sieg sicher sein müsse. In der guten alten Zeit hätte die und seitdem hat der Streif weiter um sich gegriffen. und Pfingsten nicht länger als bis 6 Uhr Abends Rechnung wohl auch gestimmt. Aber leider ist ein neuer Geist in Der Marquis von Bute, dent die genannten Docks dauern darf. Er bemerkte, daß wir, unt allen die englischen Arbeiter gefahren, und es mehrt sich die Zahl derer gehören, ist schleunigst aus Cardiff abgereift unter ihnen, die sich mit bloßem väterlichen Wohlwollen nicht von der Frau Marquise veranstalteter großartiger Ball, Interessen gerecht zu werden, bereit wären, die Dauer zufrieden geven, sondern im Gegentheil von solchem Wohlwollen zu dem 500 Einladungen ergangen waren, wurde aus Angst, es der Sonntagsarbeit bis 1 Uhr auszudehnen. Aber mehr unabhängig zu sein wünschen. Diese haben Herrn Manfield möchten sich ungeladene Gäste einstellen, abgesagt und die dürfe der Sonntag nicht verkümmert werden. Ein Kollektive interpellirt, wie er sich zur Frage des Achtstundengesezes und Ausfechtung des Streites dem Vertreter des Marquis', dem Antrag der Abgeordneten Gutfleisch, Letocha, anderen Arbeiterforderungen stellt, und da seine Antwort unbe- schneidigen" Emporkömmling W. E. Lewis überlassen. Der Möller, Stumm( Fortschritt, Zentrum, Nationalliberal, friedigend lautete, so haben sie beschlossen, ihm einen eignen felbe soll auch genug Streitbrecher angeworben haben, um, natür Konservativ), welcher die Arbeit an den hohen Feiertagen Kandidaten gegenüber zu stellen. Die Mitglieder der sozial- lich unter polizeilichem Schuß, die laufenden Arbeiten ausführen für zwei Stunden zuläßt, wurde von Herrn Stumm mit demokratischen Federation und der Gas- 2c. Arbeiter- Union in gu tönnen. Ist dem so, so kann man die Aussichten der Arbeiter ebenso viel Eifer vertheidigt, wie von Herrn Hirsch( Mar) Northampton einigten sich, Dr. Edw. Aveling die Kandidatur faum als günstige betrachten. Die Eisenbahnarbeiter des Distrittes bekämpft. Herr Hirsch, der die Sozialistenfurcht noch immer anzutragen, und dieser hat nach einigem Bedenken eingewilligt, und die Bergleute der benachbarten Reviere haben erklärt, sich nicht abgelegt hat, zitterte bei dem Gedanken, daß durch die den Wahlkampf aufs nehmen. An einen Wahlsieg ist nach neutral zu verhalten, da sie das Prinzip, neben feinem NichtLage der Dinge gar nicht zu denken, das Aeußerste, was erreicht Uunionarbeiter zu arbeiten, nicht anerkennen. Ich habe bereits Annahme dieses Antrags die Handelsgehilfen in das Net werden kann, ist die Wahl des Liberalen zu verhindern. Brad- in einem früheren Briefe erwähnt, daß auch ich es für ein zwei der Sozialdemokratie getrieben werden könnten. Herr Gutlaugh hatte 1885 und 1886 den Tory mit etwas über schneidiges Schwert halte. In gewissen Arbeitszweigen mag es fleisch bekam auch Angst und, als nun noch der 500 Stimmen Mehrheit geschlagen. Gehen diese 500 Stimmen, indeß die unerläßliche Bedingung für den Bestand und die Aktions- Staatssekretär von Berlepsch erklärt hatte, daß der oder, da sich die Zahl der Wähler inzwischen vermehrt hat, eine fähigkeit der Organisationen sein. Antrag, dem er sympathisch gegenüberstehe, au gewissen entsprechende Anzahl Stimmen von dem Kandidaten der Liberalen Im Ganzen ist der Schifffahrts- Verband bis jetzt mit seinen Formmängeln leide, so zog Gutfleisch das Produkt dieses auf den der Sozialisten über, so heißt das den Verlust des Wahl- Maßnahmen nicht besonders glücklich gewesen. Er hat neuesten Kartells zurücksich vorbehaltend, es vielleicht bei kreises für die Liberalen, da bei den Parlamentswahlen hier das es fogar fertig bekommen, einen Streit der relative Mehr entscheidet. meinen die Leser des Vorwärts" wohl? Blacklegs der dritten Lesung wieder vorzubringen. Die Debatte, in Bei den Verhältnissen in Deutschland hätte eine Wahltaktit, zu Stande zu bringen. In den Biftoriadocks in Londoner Hafen welcher noch der Volksparteiler außmann( für die deren einziger Erfolg darin bestehen kann, einen Liberalen durch liegen verschiedene Schiffe der Wilson- Linie, die ihre Abreise von Kommissionsvorschläge), Möller( für den zurückgezogenen einen Konservativen au ersetzen, abfolut feinen Sinn. Hier ist sie Tag zu Tag verschieben müssen, weil die angeworbenen freien" Kartellantrag), der sächsische Oberstaatsanwalt Hartmann zur Zeit die einzig mögliche und allgemein zugestandene. Es ist Arbeiter sich weigern, von den Bedingungen, unter denen man und der Zünftler Biehl( desgleichen für den Kartellantrag die Politik, durch die Parnell Gladstone gezwungen hat, Home fie angeworden, sich nachträglich die besten estamotiven zu lassen. und namentlich gegen den sozialdemokratischen Antray) geRule in fein Programm aufzunehmen. Nur dadurch, daß sie Das ist nicht hübsch von ihnen, denn die Extravortheile", die sprochen hatten, wurde um 1/25 Uhr vertagt. Die Frage der den Liberalen zeigen, daß sie entschlossen sind, gegebenen man ihnen versprochen, waren ja blos der Leim, um Gimpel zu Sonntagsarbeit wird also den Reichstag noch in einer dritten falls ihr Stimmrecht gegen sie auszunutzen, fönnen fangen. Und jest sollen mit einem Mal die Vogelfänger die Sigung beschäftigen. die Arbeiter es durchsetzen, ihre Forderungen in Geleiten sein? den Vordergrund gerückt zu sehen, nur dadurch die Die Signatur der heutigen wie der gestrigen VerhandLiberalen zu weiteren politischen und ökonomischen Ronzessionen und der Schiffs herren- Föderation ist es zu artigen Enthüllungen lungen war die Harmonie der Interessen' bewegen. Und da die allgemeinen Wahlen schwerlich noch lange in der Presse gekommen. Danach hat z. B. die Aufladung von aller tapitalistischen Parteien. Und die Interessenauf sich warten lassen werden, so erhält die Arbeiterkandidatur 82 Tonnen Kohlen auf den Dampfer„ Duke of Westminster" nicht Harmonie wird die Debatten bis zu Ende beherrschen und dadurch eine noch größere Bedeutung. weniger als 30 Schilling pro Tonne gekostet. Weiter konstatirt aus dem sogenannten Arbeiterschutz- Gesez unzweifelhaft ein Die Frage ist nur, ob die Arbeiter in der kurzen Zeit das Kapitän" Robert Armit dies der Name des sonderbaren wirkliches Arbeit geber schutz- Gesetz machen. nöthige Geld für den Wahlkampf auftreiben werden, bezw. Heiligen daß die Föderation alle Arbeiter, die sie auf längere werden angetrieben haben, denn schon heute( Montag) findet die Kontrakte engagirt hat, herauszumaßregeln sucht und dagegen Ar" Nomination", d. h. die amtliche Registrirung, der Kandidaten beiter aus aller Herren Länder, sogar Neger, engagirt. Der gute statt, und für jeden Kandidaten muß die Summe von Mann scheint nicht einzusehen, daß dies ja gerade der Zweck 100 Bid.= 2000 2. zur Dedung der amtlichen Wahlkosten der Freiheit der Arbeit" ist, wie sie die Schiffs herren- Föderation hinterlegt werden, die auf jeden Fall verloren" ist. Da die erstrebt. was Bei dem Streit zwischen dem Anwerber der freien Arbeiter Wahlen, bezw. das Sich- wählen- lajsen Generationen hinduech Die redefähigen Vertreter der Dockerunion haben die Agitation ein Privilegium der Reichen war, so hat sich die Sitte heraus- unter den Landarbeitern begonnen, nachdem sie sich überzeugt entwickelt, daß der Kandidat selbst diese Summe aus seiner haben, daß der Zuzug vom Lande alle ihre Bestrebungen, wie Tasche bezahlt und auch die sonstigen Wahlkosten selbst deckt. überhaupt die Bemühung, die Arbeitsverhältnisse der ungelernten Davon kann bei einem Proletarier der Feder wie Aveling Arbeiter zu verbessern, immer wieder neutralisirt. Die Aufklärung natürlich nicht die Rede sein, die Arbeiter aber, denen die Wahl und Organisirung des Landproletariats ist gewiß eine verdienstganz überraschend kam, sind ganz ohne Fonds, und da die Ge- volle Sache und insofern den Tom Mann, Tom Mc Carthy und " Ueber den Mary'schen Programmbrief und seine Bedeutung für die kämpfende Sozialdemo tratie finden wir ein hochinteressantes Urtheil in der demokratischen Züricher Post". Dieselbe läßt sich hierüber aus Berlin schreiben: Wie wenig mit einer, sei es nun gelungenen oder mißTungenen, kritischen Zerpflückung des sozialdemokratischen Pros gramms erreicht wird, zeigt eben mittelbar ein von der„ Neuen Beit" aus dem Nachlasse von Karl Mary veröffentlichtes Schriftstück. Cs ergiebt sich daraus, daß der bedeutendste Theoretiker des Sozialismus das Gothaer Vereinigungspro XVIII. Beckenhaftigkeit unangenehm. Lieb war er und blieb er; Namen, zu finden wiffen. Sie plagte ihn mit ernsten Fragen, nachten kam; Weihnachten ging; er mußte verreist sein. Daß fie fonnte ihn nicht aufgeben; fie sollte es gewiß thun; so daß er ganz verzweifelte, sprach von Volkserziehung, von er aber nicht wenigstens schrieb-? Gott, wie würde Helga Thorsen sie verachten, wenn sie der Macht veredelnder Freiheit, von der Bureaukratie, die Eines Abends, als sie heimkehrte, fagte Mama:„ Ja, wüßte, daß Fanny sich von solch einem Laffen den Hof wie ein Drache auf dem Lande lag... Nein, aber Du bist mir Eine, die's versteht. Jetzt hat sich Aas mit machen ließ; allein sie konnte nicht; sie wollte lieber Fräulein", bat er, fagen Sie, daß Sie all' das nicht Grete Magnejen verlobt!- Ja ja! Es fonnte natürlich probiren, ihn zu bessern. Aber fannst Du denn gar verstehen, Fräulein!" Sie wurde eifrig, heftig; er nichts daraus werden zwischen dir und solch' einem wirknicht ein bischen ernsthaft sein? Warum mußt Du be- sollte hören, begreifen ,, ach nein, ach nein, sagen lichen Gentleman..." ständig über alles spotten?" Er antwortete mit Scherzen. Sie baß Sie das Er antwortete mit Scherzen. Sie daß Sie das nicht verstehen; sagen Sie doch, Sie versuchten ihn zu belehren, versuche mit ihm zut dis- Sie verstehen es nicht. Und nun muß ich Ihnen etwas putiren; es sei nicht wahr, daß Johann Sverdrup erzählen, eine kleine, komische Geschichte, die mir bei meinem ein Taburetjäger) es sei nicht wahr, daß die Oppo- Schneider passirte; er weiß nämlich auch, daß ich eine so fition nur für ihr eigenes Bedürfniß arbeite; es galt hübsche kleine Flamme habe.. Adieu!" sagte Fanny bie Sache des Volks, die Sache des Rechts" Ich und ging; er blieb mitten im Satz, bumm vor Erstaunen, Ein großes, erwachsenes Mädchen von bald zwanzig will doch nicht hoffen, Fjäulein, daß diese katilinajischen stehen. Jahren und sich so erbärmlich anführen lassen! Und das Existenzen im Nabeiteaverein djoben Sie ganz vadeaben? Es währte ein Bischen lange, ehe er wiederkehrte; fie obendrein von einem so ganz gewöhnlichen Laffen! Sie Sie sind ja doch eine gebildete, kluge Dame?"" Nein, begann ängstlich zu werden. Als er eines Abends erschien, hätte sich die Haare vom Kopfe reißen mögen. fagen Sie mir aufrichtig, Aas, giebt es denn nichts, was ließ sie die großen Fragen bei Seite und er durfte aus Auch das, auch das vorbei! Nicht daran denken, Sie ernst macht?"" Hm... es wä'e denn, ich tjäfe solch Herzenslust schwätzen. Als sie zum Thor gelangt waren, sich nicht daran erinnern! Kinderstreiche, eine Ballver ein politisches Fjauenzimma vom Aabeitavaein bat er sie, noch ein Stück zu gehen; sie war todtmüde, be- liebelei-; fie begann nun erwachsen zu sein; es war „ Ach!" gleitete ihn aber doch. Er plauderte. Zum Schluß erzählte er bei Gott nicht zu früh. Fanny krankte sich nicht; keine Spur. Wenn fie in einsamen Stunden weinte wie eine Verzweifelte, geschah es nur aus Aerger. Er legte sich eine neue Betheuerung bei: wenn das eine etwas lose Geschichte; sie fertigte ihn spitz ab; er sagte, Sie warf sich mit Raserei mitten unter ihre neuen und das sich nicht so verhielt, könne sie ihn meinetwegen einen sie sei geziert; das schien ihr abscheulich von ihm und sie Freunde vom Arbeiterverein, suchte sich Interessen, etwas, Stoathingsmann( Storthingsmann) nennen!- Gin neues brach in Thränen aus. Da schlug er die Arme um sie und wofür sie leben konnte; begeisterte sich für die Staatsrath Stück im Theater war so langweilig, daß er davon Rückenmarks- wollte sie tussen. Sie riß sich los und weinte noch mehr; sache, das Stimmrecht, das Landsmaal, hörte politische Schwindsucht bekam; es war fast so langweilig wie Politik!"" das hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Nas!" Sie Vorträge und las Verdens Gang"; jedoch am meisten ers Wenn er fleißig gewesen, sagte er, er habe sich so blöde gingen schweigend nach Hause. Beim Thor fragte er sie griff die Frauenfrage sie; diese war und blieb der größte studirt, daß er im Stande wäre, darüber zu disputiren, ob sehr ernsten Tones:„ Sollen wir also wirklich in Unfrieden Die Staatsfäder**) zu den Stoathings- Vahandlungen Zutjitt scheiden, Fanny?- Herrgott, es war dumm von mir; aber ich wußte wirklich nicht, was ich thun sollte, um Sie wieder bekommen sollten!" Es sah desparat aus. Was für eine Ehe sollte das gut zu machen Herrgott, laffen Sie es nun vergessen werden, wenn sie keine gemeinsamen Interessen hatten; Helga sein; trennen wir uns als Freunde; wie?" Thorsen würde für solch' ein Verhältniß schon den richtigen Sie zog ihn in den Thorgang, schlang die Arme um · B Gedanke des neunzehnten Jahrhundert. Markus Olivarius und sie waren einig geworden. Die Sonderbar genug, hatte Helga Thorsen sich verheirathet. Freundinnen fanden sich darein. Mark Oliv war eine Aus nahme unter den Männern und Helga Thorsen hatte keinen anderen Ausweg mehr gehabt. Es war ein öffentliches Streber nach dem Ministertaburet, Ministerstuhl, Porte- Dann viß sie sich los und entfloh. D, unn, seinen Hals und gab ihm einen langen, langen Kuß. Geheimniß, daß sie feinen Bosten erhalten konnte; wohl hatte ... nun sie eine gute Prüfung ablegt; allein sie war Freidenkerin feuillejäger. Staatsräder, witzigseinfollende Mehrzahlform von Staats- war ihr Sicial entschieden. Nun mochte es rath; damals stand es in Frage, ob die Staatsräthe( nor- es konnte; o Gott, wie würde es ihr ergehen... wegischen Minister) im Storthing bei den Verhandlungen ihn mit den erscheinen müssen. *) kommission. Aber wenn auch Helga fort war, so blieb doch Tag; er kam nicht. Tag um Tag harrte sie; nein; Weih- und das heilige Feuer losch nicht aus.( Fortseßung folgt.) 1 D e el I I 1 je fe 1 연 9 F Wünscht die Leipziger Muhme Exempel von Bei mittelnd einzutreten und sich offen über diese Frage zu er tlären, indem er sich entweder an die gefammte Bevölkerung oder an die Katholiken aller Klassen der verschiedenen Diözesen wende. gramm, unter deffen Fahne die Arbeiterpartei feit fünfzehn Janderen Parteien, wenn sie ihre Geschichte und Vor- p Jahren von Erfolg zu Erfolg marschirt ist, als eine von Halb- geschichte durchgehen, von fich sagen. heiten, Schiefheiten und selbst unrichtigkeiten stroßzende Kundgebung bezeichnet hat. Diese Kritik hat Karl Mary gründlicher spielen? erledigt, als Herr Eugen Richter es je vermocht hat oder vermögen Streng an dem Prinzip, uns in die inneren Verhält wird. Man mag zweifelhaft darüber sein, ob die Veröffentlichung In Braunschweig beantragte in der am 10. Februar nisse der Bruderparteien nicht einzumischen, festhaltend, vom praktischen und taktischen Standpunkte aus gerade angezeigt war; insbesondere bas subjektiv erklärliche, aber objektiv stattgehabten Generalversammlung des Landwirthschaftlichen theilen wir diese Meldung ohne jede Kritik mít. in mehrfachem Betracht ungerechte Urtheil, welches Marr über Zentralvereins für das Herzogthum Braunschweig, welche Die belgische Verfassungsrevision scheint ins Wasser Laffalle fällt, wird manchen Anstoß erregen, wenngleich die ausführlich die zu treffenden Maßnahmen gegen Ausbreitung Sefte von„ Laffalleanern" so ziemlich ausgestorben ist und der Sozialdemokratie unter der ländlichen Bevölkerung gefallen zu sein. Alle parlamentarischen Kommissionen haben vielleicht nur noch in Hamburg einen gewissen Anhang besigt. erörterte, ein großer Gutsbesitzer, Herr Vibrans( Wenden die Verfassungsrevision anstrebenden Antrag Jansons abgelehnt. Aber sieht man hievon ab, so beweist diese Veröffentlichung, hausen), die Beseitigung der indirekten Stenern, soweit völliger Klarheit zu gelangen suchen darf. Die Sozialdemo daß eine wirklich im Volte wurzelnde Partei immer marsch sie auf Nahrungs- und Bedarfsmittel des täglichen Lebens Das neue italienische Ministerium verund schlagfertig ist, auch unter einer tausendmal zerfetzten gelegt sind, als erstes Mittel zur Bekämpfung der Sozial- sprach bei seinem Regierungsantritt Ersparungen im Fahne, und daß sie mitten im Kampfe mit einer in ihrer Art demokratie. Natürlich entrüstete sich die ehrenwerthe Ver- Militär- und Marine- Stat. Zuerst sollten 30, dann 25 großartigen Unbefangenheit der Selbstkritik über ihre Biele zusammlung über diesen Antrag. Die Bekämpfung der und jetzt nur noch 12 Millionen Franken erspart werden. fratie treibt eben feine Politit des Hängens und Würgens; Sozialdemokratie ist ihnen schon recht, aber kosten darf Wenn das so weiter geht, wird wohl noch eine größere damit ist sie denn auch ein gutes Stück Weges vorwärts ges es nichts. Summe verbraucht sein, als vom früheren Ministerium gekommen, und wenn die Regierung wie der Liberalismus fich nicht endlich zu einer ehrlichen, flaren und fortschreitenden Politit aufzuraffen vermögen, werden sie mehr und mehr gegenüber der mächtig anschwellenden Arbeiterbewegung den Kürzern ziehen." " Das Schwabenland ist in großer Aufregung ob eines fordert wurde. Die ausgezeichnete Mathematikerin Sophie KowaVorganges in Stuttgart. Eine Abordnung des Gemeinderaths, der überwiegend aus nationalliberalen Mannes- lewska, welche an der Stockholmer Hochschule die Professur seelen" besteht, erschien beim Minister des Innern, von für Mathematik bekleidete, ist gestorben. Die von allen Schmid, um eine Magistratsverfassung wie in Preußen Fachgelehrten hoch geschätzten Arbeiten dieser Frau sind ein Als Bonaparte( Napoleon der Kleine) im Dezember zu verlangen. Der Oberbürgermeister trug das Anliegen Beweis für die Berechtigung des Frauenstudiums. Die 1851 seinen Staatsstreich machte, passirte ihm das Unglück, vor. Aber er ward von dem Minister sehr ungnädig auf- Bedeutung dieser Frau hat auch ein so entschiedener Gegner daß in Hayti, auf einer der westindischen Inseln, irgend genommen. Er wolle kein Parlament auf dem Rathhause, des Frauenstudiums wie Herr von Goßler anerkannt, der ein verbummelter Negergeneral, Namens Soulouque, fagte er, er habe die Sache in Berlin beobachtet, da gelegentlich eines Berliner Besuches der Gehrten ihr zu ebenfalls einen Staatsstreich machte und sich zum Kaiser aus führten immer die größten Schreier das Ehren ein Fest gab. Herrn von Goßler sei es jetzt verrufen ließ. Die spottluftigen Franzosen ließen sich diese Wort!- dabei hatten Seine Excellenz die Uhr in der rathen, daß Frau S. Kowalewska für den Sozialismus die historische Parallele" natürlich nicht entgehen und Napo- Hand. Zu einem nationalliberalen Gemeinderath sprach lebhaftesten Sympathien empfand und mit deutschen, franleon III. war fortan mit Kaiser Soulouque zusammen der Minister:„ Wir sind nicht hier, um zu dezösischen und russischen Sozialisten viele Beziehungen gekoppelt und im Verein mit ihm auf ewig der Lächerlich- battiren!"" Die Deputation tam also begossen wieder hatte. feit überliefert. Und die Karrikatur war dem Original um aufs Rathhaus, stattete einen de- und wehmüthigen Bericht so unangenehmer und verderblicher, weil sie ihm im Ganzen ab und sucht in den Blättern die Sache so darzustellen, als auch nicht minderwerthig war. Gine ähnliche Fatalität ist ob der Minister nicht so ungnädig gewesen, wie es den An- nischen Landbau läßt sich das Philadelphia Tageblatt" jezt dem Fürsten Bismard passirt- in Crispi hat er schein habe. Diese armen Nationalliberalen! Sogar eine schreiben: seinen Soulouque gefunden. Soulouque Crispi wird schwäbische Excellenz drückt sie an die Wand, daß sie ungeremoniös abgesägt gerade wie Napoleon Bismard; quietschen! Soulouque- Crispi bäumt sich auf gegen seinen Herrn und Meister V = い Ueber die veränderten Verhältnisse im amerikaDer Landbau ist seit fünfzig Jahren gänzlich umgestaltet worden. Vor fünfzig Jahren lag das Schwergewicht ber Be völkerung noch unter den Landbauern. Seit Jahren hat diese Klasse unter den Volksvertretern fortwährend abgenommen, und es wird wohl bald die Zeit kommen, daß sie gar nicht mehr figurirt, sondern aus dem öffentlichen Leben verschwindet. gerade wie Napoleon Bismarck; Die österreichische Regierung beabsichtigt, auf den EisenSoulouque Crispi droht seinem Herrn und Meister, er bahnen für den Güterverkehr die Sonntagsruhe einzu werde ihn wiedersehen gerade wie Bonaparte- Bismard; führen. Wahrscheinlich wird Deutschland auch nach 10 oder und Soulouque- Crispi spielt sich seinem Herrn und Meister 20 Jahren mit ähnlichen Reformen nachhinken und dann gegenüber als Nebenregierung auf gerade wie beh upten lassen, daß es an der Spize der Sozialreform Napoleon- Bismarck. Die Aehnlichkeit ist frappant und die marschirt. Karrikatur so vollständig, wie der ärgste Feind des alten Die lange Arbeitszeit vieler Eisenbahnbediensteten Raketentistenmannes sie nur wünschen kann. Und so wird und bildete, wie man der Münchener Allgemeinen Zeitung" Fürst Bismarck auch hier wieder von seinem gewohnten Glück verfolgt: feine Bemühungen, die Welt von dem verschreibt, den Gegenstand eines dem englischen Parlament rückten Bismarck- Rultus gründlich zu heilen, werden durch vorgelegten Schriftwechsels zwischen dem Handelsamt und dem Verein der Eisenbahngesellschaften. Das amtliche die Umstände aufs Wunderbarste begünstigt: das Bischen Schreiben weist darauf hin, daß Signalwärter, Zugführer Bismard Kultus, das Bismarck selbst noch nicht todt- und Schaffner viele Stunden ohne Unterbrechung beschäftigt geschlagen hat, wird durch seine italienische Kopie weg- sind und schließt mit dem Ersuchen, der Verein der Eisengeblasen. Crispi, der feinen Arnim- Paragraphen über dem Haupt schläge zur Abhilfe dieses Misstandes unterbreiten, soweit bahngesellschaften möge dem Handelsamt geeignete Borhängen hat, geht in seiner Rebellion nur etwas feder zu sich solche mit der nothwendigen Rücksichtnahme auf die Werk, während das deutsche Original mit mehr Eifer als Sicherheit des Bahnverkehrs vereinigen lassen. In seiner Geschick seine Person in eine Tarnkappe zu hüllen sucht. Erwiderung sagt der Verein der Eisenbahngesellschaften: Die Unwahrhaftigkeit Beider tritt aber in gleichem Maße hervor: ihre Phrasen von Loyalität haben sich als eitel Die Frage der zu langen Dienſtſtunden sei eine AngelegenFlunteret entpuppt, und die zwei größten Batrioten der heit, welche sich schwerlich durch einfache Erlasse regeln lassen Neuzeit" stehen vor uns als" Demagogen gewöhnlichster werde. Wohl aber möchte der Verein der EisenbahngesellSorte, die nur nach Macht und nach Erhöhung ihrer Person Schaften gern mit dem Handelsamt weiter darüber ver trachten. Der Personenkultus in seiner widerlichsten Form, nämlich der Kultus der eigenen Person, ist diesen zwei exgenialen Ex- Staatsmännern gemeinsam. Und noch ein drittes abschreckendes Beispiel bietet u in diesem Moment Parnell, der seiner rücksichtslosen, jedes andere Gefühl und jeden anderen Gedanken erstickenden Selbstsucht und Selbstvergötterung die Sache der irischen Homerule frevelhaft geopfert hat. Die Geschichte dieser drei Männer ist aber den Völkern eine ernsthafte Mahnung, sich von den Banden des Perfonentultus zu befreien und Niemandem, der den Kultus feiner Person pflegt, des Vertrauens und der Achtung würdig zu halten. Wenn die Parteien und Völker dies beherzigen, dann ersparen sie sich schwere Prüfungen und bittere Enttäuschungen.Nach ben vielen trüben Erfahrungen, welche die biedere Zunft der Sozialistentödter in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, bereitet es uns eine echt menschliche Freude, Den armen Teufeln, die so viel haben dulden müssen, endlich einmal eine gute Nachricht mittheilen zu können. Eine rettende That ist geschehen.„ Der Ed- und Grundstein des ganzen Gebäudes von Karl Mary und der kommunistischen Sozialdemokratie ist umgestürzt und der ganze schwindel hafte Bau stürzt in seinen Fugen krachend zusammen." Das Deutsch ist schlecht, aber die That ist gut. Ort der That: Seestadt Leipzig. Name des Thäters: Hänschen Blum. Und wer zweifelt, der lese das„ Leipziger Tageblatt" vom heutigen Tag, zweite Beilage. handeln. Zu derselben Frage läßt sich die Frankfurter Zeitung" schreiben: Der Präsident des Handelsamts, Sir M. Sicks- Beach, hat zugegeben, daß die Arbeitsstunden der EisenbahnAngestellten zu lang find, aber er weiß nicht, wie er eine Verkürzung derselben herbeiführen soll, ohne den Interessen der Eisenbahnen zu nahe zu treten. Hätte er es nur mit den sechs oder acht großen Bahnen zu thun, welche von London auslausen, so ließe fich ein annehmbares Abkommen ohne große Schwierigkeit treffen. Aber die vielen kleinen Lokalbahnen sind ein großes Hinderniß. Ein Beispiel genüge. Als im Sommer 1889 nahezu 100 Personen bei dem Eisenbahnunfall bei Armagh den Tod fanden, wurde vom Parlament sofort eine Bill angenommen, welche das Handelsamt ermächtigte, Vorschriften zur Einführung von Schuhmaßregeln für die Passagiere auf allen Bahnen zu erlassen. Das Handelsamt fündete auch unmittelbar nachher an, es werde eine für alle Bahnen in Großbritannien und Irland bindende Vorschrift erscheinen, nach welcher die auf den großen Bahnen üblichen Schußvorrichtungen eingeführt werden müßten. Das war vor 15 Monaten. Die Vorschrift ist jedoch nicht erschienen. Das Handelsamt wurde von den Vertretern der zahllosen kleinen Bahnen bestürmt, welche den Behörden zahlenmäßig flar machten, daß eine solche Auslage sie ruiniren würde. Würde ein einheitlicher Arbeitstag auf solche Weise dekretirt, so wäre ein ähnlicher Sturm zu erwarten. Und doch muß etwas geschehen, um das Leben der 300 000 Bahn angestellten erträglicher zu machen. Das Handelsamt würde ein friedliches Abkommen zivischen den Bahndirektoren und ihren Angestellten vorziehen, wie jetzt die Vertreter der Drei schottischen Bahnen und ihrer Angestellten Ronferenzen zur Beseitigung der Beschwerden derselben abhalten. Schlimmste ist, daß die kleinen und armen Bahnen von der Bewegung unberührt bleiben, obschon gerade hier die Mißstände am größten sind. Nur eine Verschmelzung mit den großen Bahnen oder Verstaatlichung der Bahnen kann da helfen. Das Daran sind die veränderten Verhältnisse des Landbaues schuld. Der Landmann vor fünfzig Jahren war ein ganz anderer, als heute; er war damals etwas Aehnliches, wie der wohlfituirte Gewerksmann in der Stadt; er repräsentirte den wohlhabenden Mittelstand. Damals gab es aber noch feine Dreschmaschine und keine Nähmaschine; der Bauer der Schneider waren noch ausschließlich Handarbeiter. Heute ist die Großindustrie auf dem Lande ebenso eingezogen, wie in der Stadt. Die Maschine acert, fäet, erntet und brifcht, der mit Maschinen versehene Speicher nimmt die marktfertigen Getreideforten auf. Der Bauer schickt in den feltensten Fällen fein Getreide zur Mühle, sondern kauft seinen Bedarf an Mehl in der Grocerie. Die Vervielfältigung der Verkehrsmittel hat den Großbauer Dalrymple in Dakota, welcher mit Dampfpflügen arbeitet, ben englischen Farmer in Yorkshire, ben westfälischen Bauer, den italienischen und fizilianischen Hintersaffen und den indischen Leibeigenen zu Ronkurrenten gemacht; dabei sieht natürlich ber das beste Loos, welcher am Billigsten produzirt. Das ist selbstverständlich die Maschine auf billigem Lande neben billigen Arbeitskräften. Die Maschine hat dem Landbauer viel brückende Arbeit abgenommen, aber hat sie ihn glücklicher gemacht? Eben fo wenig, wie den IndustrieArbeiter; die Wohlthat der Maschine erntet fast nur der Fabrikbefizer, d. h. der Großindustrielle; auf dem Lande hat nur der Großbauer noch Aussicht, Geld zu verdienen. Seit Wochen wird über das Verlaffen von Farmen in den atlantischen Staaten geschrieben. Diese verlassenen Farmen werden gewöhnlich in fleine Parzellen zerschlagen, auf jede wird eine billige Hütte gestellt und der Kathen dann an einen eingewanderten armen Teufel verpachtet. Die heutige Landbevölkerung hat deshalb keine Aehnlichkeit mehr mit der vor 50 Jahren. Kein Wunder, daß sie unzufrieden und gewissermaßen revolutionär wird. Das dominirende Auftreten der Farmers Alliance" in verschiedenen Staaten ist eine Folge dieser veränderten Verhältnisse des Landbaues. Bis jetzt sind es aber nur die Pflanzer und Grundbesitzer, die rebelliren, weil die Zeiten bei ihnen even anders und schechter geworden sind, sie suchen sich durch Silberschwindel, Regierungsdarlehen, billige Transport gelegenheit zu helfen, die armen Barzellenpächter oder die auf unfruchtbaren Heimstätten schwer arbeitenden, hungernden und frierenden Einwanderer tragen ihr Loos vorläufig noch mit Geduld, sie hoffen von Tag zu Tag auf Besserung der Verhältnisse. Wenn auch diese Klasse unzufrieden wird, wenn die Proletarier vom Lande denen der Städte die Hände reichen, Sann werden wir schlimmere Sachen erleben, als das Herauswerfen von einigen Demagogen aus den guten Aemtern durch die Demagogen der Farmers Alliance. Die allgewaltige Maschine, welche die Erwerbsverhältnisse in den Städten gänz Tic. umgestaltet und auf den Kopf gestellt, hat seit geraumer Zeit begonnen, dieselbe Mission auch auf dem Lande zu era füllen und bei uns hat sie damit den Anfang gemacht. Parlamentarisches. In der am 12. d. M. unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Bötticher abgehaltenen Plenarsizung des Bundesraths wurden zunächst Ersatzwahlen für mehrere erledigte Stellen bei Disziplinarkammern vorgenommen. Sodann wurde über vorliegende Eingaben in Boll- und Steuerangelegenheiten Beschluß gefaßt. Gin Schreiben des Präsidenten des Reichstags, durch welches der Beschluß des Uns würde es als das Richtigste erscheinen, wenn der Einen herzzerbrechenden Stoßseufzer finden wir in der unlängst von unserem Genossen Cumminghame Graham im Leipziger Zeitung" von vorgestern. Unter dem, allerdings englischen Parlamente eingebrachte Autrag auf Einführung höchst bedenklichen und verfänglichen Titel ,, Prinzipien der Achtstundenarbeit angenommen würde. treu" schreibt das genannte Blatt: Jedenfalls ist aber die Frage der Regelung der Arbeits- leyteren zu dem Antrage der Abgeordneten „ Es ist teine Partei ihren Prinzipien so tren geblieben, geit der Eisenbahn- Bediensteten jetzt ins Rollen gekommen, Auer und Genossen, strafrechtliche Maßnahmen wie" bie fozialdemokratische" so schloß in der gestrigen was als feineswegs zu unterschäßender Erfolg des schotti gegen Mitglieder des Reichstags während der Reichstagsverhandlung Herr Bebel die Rede, in der er den sächsischen Konservativen ihre frühere Haltung gegen den schen Eisenbahnarbeiter- Streits zu betrachten ist. Auch sonst Bertagung desselben betreffend, mitgetheilt Recht. Den Kampf der alten Sachsentrene mit den Pflichten Ein Gefeß, daß das Schwitzsystem im Osten Londons end- und die allgemeine Rechnung über den Landes- Haushalt von gegen den neuen Bund haben die Herren Sozialdemokraten lich unter strengere Kontrolle bringen soll, ist in Vornicht nöthig gehabt, denn ihr Stols ist ja, überhaupt fein bereitung. Vaterland zu kennen. Ihre vollendete Waterlandslosigkeit hat sie davor geschützt, in jenen Widerstreit der Gefühle zu ge rathen, den damals jeder treue Sohn dieses Landes mit sich meldet: felbst auszufämpfen hatte. Norddeutschen Bund zum Vorwurf machte. " Der freifinnige Genosse" Barth, der gestern so tapfer für" bie sozialdemokratischen Brüder einsprang, wird es be ftätigen, wie leicht es ist, fonsequent zu sein, wenn man sich erst von dem Vaterlande losgesagt hat. Prinzipientreu fein und vaterlandslos fein ist in diesem Falle daffelbe." Nun, wir Sozialdemokraten sind zwar„ vaterlandslos", und da dies Wort in der Sprache unserer Gegner gleichbedeutend ist mit Haß gegen Knechtseligkeit, Herrschsucht, Ausbeuterei und Niedertracht, so sind wir stolz auf die Benennung, aber Vaterlandsverrath haben wir niemals Ein Telegramm des Wolff'schen Bureaus aus Brüssel ständigen Ausschüssen zur Vorberathung überClaß- Bothringen für das Etatsjahr 1886/87 wurden den au= wiesen. Von der Uebersicht der Geschäfte des Reichsgerichts im Jahre 1890 nahm die Versammlung Kenntniß und erklärte fich mit der vom Reichskanzler vorgeschlagenen Auslegung einer Vorschrift über die Prüfung der Thierärzte einverstanden. Die Arbeiterpartei hat ein Manifest an den belgischen Episkopat zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts erlassen. Das Manifest erklärt, es sei ein unnatürliches Privilegium, wenn 130 000 Belgiern, die nicht besser seien als ihre Mitbürger, Briefhaffen der Redaktion. gestattet werde, absolute Herrscher zu sein, es sei ein schreiendes Unrecht, wenn unter gänzlicher Mißachtung der Lehren des Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich katholischen Glaubens ein solches Verhältniß bestehe. Das Manifest richtet die Frage an den Episkopat, ob er den ZeitAntwort wird nicht ertheilt. 2. V. und Andere. Wir sind nicht in der Lage, Ihnen punkt nicht für geeignet halte, feine Stimme zu Gunsten des über Abstimmungen in der Fraktion Auskunft zu geben. Wenn allgemeinen Stimmrechts zu erheben, die einzige Reform, welche ein Mitglied derselben gegen den später angenommenen Antrag geeignet sei, Gleichheit unter den Belgiern herzustellen und die stimmte, so wird es doch natürlich den Beschluß ebenso vertreten unter den Bürgern bestehenden Uneinigkeiten zu beruhigen und wie seine Kollegen, die dafür gestimmt haben. fordert den Episkopat auf, mit seiner großen Autoritat ver- 1001. Das wissen wir nicht. Theater. Sonnabend, den 14. Februar. Opernhaus. Hiarne. Schauspielhans. Don Carlos. Leffing- Theater. Der Traum ein Leben. Berliner Theater. Ein Freund der Frauen. Deutsches Theater. Die Kinder der Exellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Meißner Porzellan. Sierauf: Fledermaus. Wallner Theater. Miß Selyett. Residenz- Theater. Der selige Zoupinel. Viktoria Theater. Raben. DV Bellealliance- Theater. Schöller. Die fieben Pension Oftend Theater. Die Grille. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Raufmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Am 9. Februar verstarb unser Rollege, der Zeichner Wilh. Schulze im Alter von 29 Jahren. Sein 116 Andenken ehrt der Gauverein Berl. Bildhauer. Grosse Achtung! Sommunalwähler- Bersammlung Klavierarbeiter und verwandte Berufsgenossen! Durch Beschluß der öffentlichen Ver fammlung nur 11. Februar dauert der Streit in der Pianoforte Fabrik von Matz& Co. des 21. Kommunal- Wahlbezirks am Sonntag, den 15 Februar, Vormittags 11 Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96. Tages Drdnung: 178 L 1. Die Wahl im 21. Kommunal- Wahlbezirk. Referent: Abgeordneter Fachverein der Lapezirer! unverändert fort. Zuzug ist fern zu Serr Paul Singer, Allen Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Mitglied Karl Veit am Mittwoch, den 11. d. Mts., Abends 834 Uhr gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. b. M., Nachmittags Urban statt. Um rege Betheilt. 3 Uhr, vom Krankenhause am gung bittet 311 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler 1. s. w. Verwaltungsstelle Berlin E. Sonntag, den 15. Februar 1891, Vormittags 11 Uhr: Große Spezialitäten- Sertl. Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Sonnabend, den 13. Februar, Abends 71/2 Uhr: = Mitglieder- Bersammlung im Restaurant Wedding- Park, Müllerstr. 178. Zages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1890. 2. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Zu zahlreichem und püntlichem Besuch ladet ein 481b Die Ortsverwaltung. Nach Schluß obiger Versammlung: Vierteljahres- Bericht Grosse Vorstellung Besonders hervorzuheben: Großes Ballet Divertissement von 20 Damen und 12 Knaben. Schul- Quadrille, gecitten vom Direktor und seinen Rindern. Mr. Achilles, SaltomortalReiter. 2 Athleten zu Pferde. Miß Zuschuss- Kasse Edith Adams als Jockey- Reiterin. 4 Rapphengste, in Freiheit vorgeführt| der vom 4. Quartal 1890. 481b on Hrn. Max Schumann. Mr. Royal Gentral- Kranken- u. Sterbekasse als Jongleur zu Pferde. Komische Entrees sämmtlicher Clowns. Zum Schluß der Vorstellung: Circus unter Wasser. der Tischler u. s. 10. halten.[ 185] Die Kommission. Da wir den Streit durch Entlassung fämmtlicher daran betheiligten Arbeiter für beendet betrachten, so fordern wir hiermit dieselben auf, sich die 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Das Wahlkomites. Grosse S de zurückgelassenen Sachen am Volks- Versammlung zurückgelassenen Sonnabend, den 14. d. Mts., von 9 bis 12 Uhr Vormittags abholen zu wollen. 468b H. Matz& Comp. Achtung! Klavierarbeiter und verwandte Berufsgenossen! In der Pianoforte Fabrik von Mat& Co. haben die Arbeiter wegen Lohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. 185 Die Kommission. NB.: Sammellisten können jeden Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei . Meyer, Andreasstraße 12, und bei dem Beitragsammler für den Norden W. Neumann, Ackerstr. 133, 2. Hof, werden. im Keller, empfangen und abgegeben 1. Lese- Diskutirklub ,, Max Kayser". am Dienstag, den 17. Februar, Abends 8½ Uhr, in der ,, Brauerei Friedrichshain", am Königsthor. Zages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Berliner Lokalfommission. 2. Wie stellen sich die Berliner Arbeiter in Zukunft zur Philharmonie? 3. Mandatsniederlegung und eventuelle Neuwahl der Berliner Lokaltommission. 4. Verschiedenes. Es werden die Genossen sämmtlicher Kreise ersucht, in dieser Bersammtung, der wichtigen Tagesordnung halber, zu erscheinen. 204 Die Lokalkommission. 3. A.: H. David, Laufizzerstr. 51. Sozialdemokratischer Wahlverein des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr: Versammlung im gr. Saale der Viktoria- Brauerei, Lützowstr. 111/112.. Tages- Ordnung: 337 1. Vortrag: Die Stellung der Sozialdemokratie zur Gewerbe- OrdnungsNovelle. Referent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragen. Gäste haben Zutritt. In dieser Versammlung werden die neuen reftiren, werden ersucht dieselben in der Versammlung resp. in den Zahlstellen auszugleichen. Statuten ausgegeben. Diejenigen Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen Sonntag, 15. Februar, Vorm. 11 Uhr: Achtung! Versammlung " 490b im Reftaurant 3ur Schneekoppe" Nostizftr. 29. Dertliche Verwaltungsstelle Berlin A. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß verordneten Heindorf über„ SozialTagesordnung: 1. Vortrag des Stadtdie Zahlstelle Wrangelfir. 109 verlegt demokratie und Bourgeoisie". 2. DisEine ländl. Hochzeit. ift. Dieselbe befindet sich von jetzt ab: fuffion. 3. Verschiedenes. Gäfte willSensationelle Waferpantomime. Wrangelstr. 32 bei Hoffmann. tommen. Spezialität: 4 Wassernymphen. Dafelbst werden die Beiträge jeden Sonnabend von 8-10 Uhr an Zither- Saiten genommen. Sonntag: 2 Borstellungen, 3/2 und 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen: Circus unter Wasser. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Margarethe Steinow, ieberfängerin. Die Ortsverwaltung. 300 Vereins Versammlung der Polnisch. Sozialisten am Montag, den 16. Februar, Abends 81/2 Uhr, in Steinert's Lokal, Rosenthalerstr. 11/12 Tagesordnung: Paul Jülich, Gesangshumorist. Mr. Goswin, Musit. Neger- Clown. Frl. Bonné, Kostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Zanz- Duettisten. 1. Vortrag des Genoffen Przytulski Mons. Bernard, Schnellzeichner. über„ Das Kapital" und Diskussion. 2. Beschlüsse der hiesigen polnischen Vereine. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 3. Die Mai- Feier. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 4. Verschiedenes. 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 249 Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Große Mitglieder- Versammlung des Der Vorstand. sowie alle 177L Der Vorstand. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Metallarbeiter sämmtl. Branchen Berlins und Umgegend am Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, früher Lips. Tages Ordnung: Blas- u. Sereich- Juftrumente, den Beschlüssen des Provinzial- Delegirtentages. Referenten: A. Gerisch Harmonikas, 1. Die Neugestaltung der Berliner Metallarbeiter Organisation nach A. Körsten. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl einer Statutenberathungs- Kommission. NB. Ju Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller J. A.: R. Pätzola. Guitarren und Musikwerke. in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter in dieser Verſamming) su erAug. Kessler, 51. scheinen. 224 Thellzahlungen gestattet. Achtung! Metallschleifer. Achtung! !! Auf!! Wegen der allgemeinen öffentlichen MetallarbeiterVersammlung fällt die zum 16. d. Mts. geplante öffentsonniger Bergeshöhe gereifte liche Metallschleifer- Versammlung aus; wir erwarten von Apfelsinen, den Kollegen eine rege Betheiligung an obiger Versammwirklich süße, dünnschalige, rothe Früchte, lung. Die Delegirten. à Stück nur 3 Pf., Südfrugthandig. M. Wypler, empfiehlt, wie im Vorjahre, die Fachvereins der Bau- Alte Jakobstr. 52, u. gewerbl. Hilfsarbeiter für Reinickendorf u. Umg. Sonntag, 15. Febr., Nachm. 21/2 Uhr, i. Lokale d. Hrn. Lüdicke, Amendestr. 1. Bratweilige Bierhallen Z- D.: 1. Bertrag des örn. P. FeldTäglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Mufit- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, elends. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes 255 mann über die Ursachen des Massenund Fragen. Gäfte haben Butritt. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Der Bornand. Köpenid. Arbeiter Verein für Köpenid und Umgegend. in der Ecke( Laden), zwischen Stallschreiber- u. Sebastianstr. Adresse aufbewahren! 176 L Letzte Woche. Hafen in einzelnen Theil[ 236] Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen. ( Zahlstelle Berlin.) Dienstag, den 17. Februar, Abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakob- Straße Nr. 75. Tages Ordnung: 160 1. Bortrag des Herrrn Guttmann über Bellamy's Rückblick aus dem Jahre 2000." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.-Zeitungen und Beiträge in und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Hasen gestreift von 1,50 m. an. der Bersammlung beim Kassirer. Gäſte ſtets willkommen. Um zahlreiches Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und verw. Berufsgenossen. Rücken. Wildfleisch pfundweise. Gänse, Enten, Hühner, Tauben. Schweine- Pökelfleisch 35-50 pr. Pfund ff. Braunschweiger u. Thüringer Rothwurst Pfund 70 Pf., ff. Mecklenburger Cervelatwurst Pfund 1,20 m., sowie [ 120 L Leberwurst Pfund 50 Pf., Weſtfälische 3 Regelbahnen und einen Saal zu Ver- Dienstag, 17. Februar, Abends 8 Uhr Fische jeder Art offerirt gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. im Kaiserhof. Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Ströbel über 104 " Die Entwickelung der Familie." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. A. Pechmann, Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr: Vereins- Versammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakob- Straße Nr. 48 a. Zages Ordnung: 185 1. Die Branchen- Vereinigung im Tischlergewerbe und verwandten Be rufsgenossen. Referent: C. Wiedemann. 2. Diskussion. 3. Bericht über Reichenbergerstrasse 48. den Streit bei Maz u. Co. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mehlhandlung Stand Markthalle' 231. Budowerstraße. Stand 231. Kaiser Auszug- Mehl Psd. 20, 5 Pfd. 0,90 Ia Weizen IIa " " " 18,5 0,80 15,5 0,75 Amerikanerin Fachv. d. Tischler. Stop m. 25 cm Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsverein für Rixdorf und Umgegend. Montag, den 16. Februar, Abends 82 Uhr: Mitglieder- Versammlung in Barta's kleinem Saal, Berg- Straße Nr. 120. Tages Ordnung: 1. Vortrag: Die gegenwärtige Krise und ihre Entstehung." Referent: fowie alle anderen Mehl- u. Vorkost W. Werner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Zahlstellen für den Worden waaren reell und billig. befinden sich jest in folgenden Lokaleu: Um geneigten Zuspruch bittet Bahlstelle 4: Schwedterstr. 44 bei 179L F. Horlemann. A. Goldschmidt, Thierbach( rüher Bionstirchplatz bei Sohn). Jahlt. 8: Lübeckerund Thurmftr.- Ecke bet Johnke. Rohtavat Svandauerbrücke 6, Bahlselle 11: Fennstraße 4a bei Krüger. Bahlstelle 14: Tresckomtraße bei E. Schmidt( bisher Belforterstraße, Ecke Prenzlauer Allee). Bahlstelle 15: Pankstraße 32 bei Otto( bisher Grünthalerstr. 66). Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Ein Vereinszimmer mit Piano, auch Dr. Hoesch, homöopath. Arst als Zahlstelle passend, ist zu vergeben Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10| Naunynstr. 20. 812 450b am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt fdjer brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746 107 Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Franen n. Männer Die Ges am Sonntag, den 15. Februar, Abends 6 Uhr, in den ,, Zentral- Festsälen", Oranien- Strasse Nr. 180. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Nora" und spenster". Referent: A. Wilde. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein. Genossen und Genossinnen laden zu zahlreichem Besuch ein [ 158/7] Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. recht Die Beauftragten. Hierzu zwei Beilagen. lin ba fie D 10 EA 20 R δι g b 31 99 a n Ia 23 11 fa h t. fo fo Я 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 38. Wähler des 21. KommunalWahlbezirkes. Am 16. d. M. findet in unserem Bezirke die Wahl eines Stadtverordneten statt. Parteigenossen! Noch die letzte Sitzung der Stadtverordneten hat Euch gezeigt, von welchem Geist die liberale Majorität im rothen Hause beseelt ist. Wer mit ihr nicht einverstanden ist, der trete mit aller Kraft dafür ein, daß am 16. d. M. unser altbewährter Genosse, der Schuhmachermeister Theodor Metzner, fiegreich aus der Wahlurne hervorgeht. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 65. Sigung vom 13. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Berlepsch, Geh. Rath Lohmann. Sonnabend, den 14. Februar 1891. = 8. Jahrg. Arbeitszeit der Handlungsbeslissenen und Lehrlinge eine ganz erhebliche Verkürzung und somit Verbesserung; der Antrag Gutfleisch aber würde einen offenbaren Rückschritt bedeuten. Lage eines Standes, der nach Hunderttausenden zählt, müsse der Reichstag wenigstens den Antrag Hirsch- Wöllmer annehmen. Abg. Buhl( natl.): Ich bitte Sie um Ablehnung der Anträge Hirsch und Auer. Ueber die Vorschläge der Kommission hinaus Abg. Schmidt- Elberfeld( dfr.): Ich werde mit dem Vorredzugehen, wird praktisch sich als Unmöglichkeit erweisen. Die Kon- ner gegen den Antrag Gutfleisch stimmen. Die weiteren Bekurrenz des Haufirers wird nicht am Sonntag, sondern gerade schränkungen des Betriebes an Sonntagen, soweit sie schon an den Werktagen gemacht. Wie die Verhältnisse in befriedigender, landesgefeßlich bestehen, können ja auch nach der Kommission alle Interessen gleichmäßig wahrender Weise geordnet werden durch Ortsstatut weiter festgelegt werden. Der Wunsch des Abfönnen, hat die Kommission in ihren Vorschlägen zu§§ 41 und geordneten Singer, alle Geschäfte, alle Läden u. f. w. um 12 Uhr 55 gezeigt. Die Betriebsunternehmer werden in dieser Be- Mittags zu schließen, ist doch nicht ganz generell durchführbar, ziehung ganz gleichmäßig behandelt; es wird also keiner mehr namentlich nicht für die kleineren Städte; deshalb hat man eben wider feinen Willen sein Geschäft offen halten, weil es die das Drtsstatut gewählt. Herr Singer wird doch dem letzteren Ronkurrenten thun. Ich muß der Kommission für diese glück- nicht die Polizeibehörden vorziehen. Die Bestimmtheit, mit behauptet, daß alle Be liche Lösung der Frage ein ganz besonderes Kompliment machen. Der Herr Abgeordneter Singer behauptet, in seinem Sinne ausgesprochen hätten, Abg. Singer: Bei der vorliegenden Frage handelt es sich theiligten sich Gerade über darum, einer großen Zahl von Menschen, die an den Wochen- nöthigt mich zu entschiedenem Widerspruche. Alle die Genossen, welche am Sonntag mitthätig sein wollen, tagen noch weit über das in der Arbeiterklasse übliche Maß in diesen Punkt gehen die Wünsche der Interessenten weit ausmögen fich früh 9 Uhr bei Gründel, Dresdenerstr. 116, einfinden. ihrer Arbeitskraft ausgebeutet werden, einen freien Sonntag zu einander; viele sprechen sich für 3, andere für 5, andere für Die Genossen, welche am Wahltag behilflich sein wollen, schaffen. Im Kleingewerbe und in Kolonialgeschäften find die 6 Stunden aus, diese wollen schon um 10, jene um 11 Uhr VorAngestellten 15-16 Stunden am Tage angestrengt thätig, und um mittags geschlossen haben. Bekämpfen muß ich den neben den werden ersucht, sich am Montag früh 9 Uhr beim Restaurateur| Diesen eine genügende Sonntagsruhe zu verschaffen, dazu genügen die übrigen uns zugegangenen Antrag der Herren Hartmann, Letocha, Linscheid, Alexandrinenstr. 53, Ecke Sebastianstr., zu melden. Kommissionsbeschlüsse nicht. Von Sonntagsruhe kann nur dann die Möller und v. Stumm, der den letzten Satz des Absages 2 des Die Wählerliste liegt am Wahltage in demselben Lokale aus. Rede sein, wenn sie nicht durch die Arbeitszeit zerrissen wird; wenn§ 105 b ändern will. Nach der Kommission soll die statutarische aber die Leute fünf Stunden am Sonntag arbeiten sollen und die Bestimmung die Stunden der Beschäftigung am Sonntag feftDas Wahlkomitee. Zeit des Gottesdienstes in diese fünf Stunden nicht einbegriffen legen und normiren können, auch dann, wenn sie diese Zeit nicht werden darf, dann wird der Sonntag zerrissen, und den Leuten unter 5 Stunden einschränkt. Der neue Antrag will jetzt diese ist die Sonntagsruhe und Sonntagsfreude vergällt. In dieser Befugniß dem Ortsstatut nur überlassen, wenn es eine solche EinFrage herrscht volle Uebereinstimmung zwischen Unternehmern schränkung enthält, sonst nur der Polizeibehörde übertragen. und Angestellten, und Alle diese wünschen, daß die Geschäftszeit Das halte ich nicht für richtig; man soll nicht der Polizeizu einer bestimmten Stunde aufhören muß. Anders können die behörde etwas übertragen, was sie nicht kontrolliren kann. Ich Leute nicht zu ihrer Erholung in die Natur gehen und sich auch bitte Sie, es in dieser Beziehung bei der Kommissionsfaffung zu nicht die nöthige geistige Weiterbildung in Vereinen u. f. w. be- belasten. Abg. v. Stumm( Reichsp.) wendet sich gegen die Anträge schaffen. Will man aber die Geschäfte zu einer bestimmten Stunde schließen, so haben wir wohl nöthig, uns darüber, welches Auer und Wöllmer. Die Annahme eines dieser Anträge würde Vor der Tagesordnung erklärt der Abg. Mehner( Zentrum), diese Stunde sein soll, zu einiges. Die Stunde 3 Uhr geht schon den Schluß der Handelsgeschäfte auf dem platten Lande und in daß er mehrfach in der Presse irrthümlich als der Abgeordnete deswegen nicht, weil sonst Vielen die Fahrgelegenheit, in die den kleinen Städten um 12 oder um 3 Uhr bedingen und dem genannt worden ist, den die Staatsanwaltschaft in Hamburg freie Natur zu kommen, genommen ist. Wir haben früher in dortigen Handelsgewerbe damit einen Schlag versehen, wie er wegen Beleidigung des Reichstags strafrechtlich verfolgen will. unserem Arbeiterschutz Gesetz eine fünfftündige Sonntagsarbeit schlimmer ihn nicht treffen könnte. Ferner tritt der Redner den Es liegt hier eine Verwechslung mit dem sozialdemokratischen angestrebt. Aber die von Kaufleuten uns massenhaft zuge- Ausführungen des Abg. Wöllmer entgegen und weist die BezugDer Antrag auf Abg. Metzger( Hamburg) vor, der der Lettere in Zukunft vor- gangenen Erklärungen wünschen das, was wir jetzt beantragt nahme auf England als unzutreffend zurück. beugen könnte, wenn er den betreffenden Namen die Wahlkreise haben. Ich gebe ja zu, daß in der Uebergangszeit die Sache Zulassung von Zweistundenarbeit an den drei hohen Festtagen zufügte. namentlich in kleinen Landstädtchen Schwierigkeit machen wird. wird einfach dadurch gerechtfertigt, daß den HandelsgewerbeDarauf wird die zweite Berathung des Arbeiterschutz- Aber schließlich wird man auch hier die Vortheile der Einrichtung treibenden gestattet werden muß, diejenigen Geschäfte zu erledigen, gefeges fortgefegt mit§ 105 b Absatz 2: Sonntagsruhe einsehen lernen. Uebrigens, wenn man sich auf eine dreistündige welche ihnen, so lange Post und Telegraphen auch an diesen der Handlungsgehilfen. Sonntagsarbeit einlassen will, so wollen wir uns auch der Fest Tagen offen sind, durch diese zugetragen werden. Die befürchtete Der Kommissionsbeschluß hat folgenden Wortlaut: sehung des Geschäftsschlusses um 1 Uhr nicht widersetzen. Will Verquickung von kommunalen und Unternehmerinteressen ist unIm Handelsgewerbe dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter man aber alle möglichen Bedenken berücksichtigen, so fommt man begründet. Handelsminister Freiherr v. Berlepsch: Die Einschränkung am ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingsttage überhaupt überhaupt nie zu einem Gesetz. Wenn die Kommissionsvorschläge nicht, im Uebrigen an Sonn und Festtagen nicht angenommen werden, so kann es wohl vorkommen, daß die ganze der Beschäftigung durch Ortsstatut halte ich für eine Verbesserung länger als fünf Stunden beschäftigt werden. Durch statutarische Sonntagsarbeit auf den Nachmittag verlegt wird; da nun aber der Vorlage und bin mit dieser Erweiterung einverstanden. Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunal- alle unsere geselligen Unterhaltungen am Sonntag Nachmittag Danach ist unzweifelhaft eine große Menge von Verhältnissen verbandes kann diese Beschäftigung für alle oder einzelne Zweige vorgenommen zu werden pflegen, so würde man den Handlungs- vorhanden, wo der Verkauf an Sonntagen nicht zu entbehren ist, des Handelsgewerbes auf türzere Zeit eingeschränkt oder ganz gehilfen keine genügende Ruhe, Erholung und zerstreuung vornehmlich in den kleinen Landstädten und auch in den größeren, untersagt werden. Für die legten vier Wochen vor Weihnachten, bieten, wenn man ihnen erlaubte, am Sonntag Vor- wo die Landbevölkerung Sonntags mit dem Kirchgange zur Stadt sowie für einzelne Sonn- und Festtage, an welchen örtliche Ver- mittag spazieren zu gehen, fie aber Nachmittags zwänge, die Besorgung ihrer Einkäufe verbindet. Das Verbot des Verhältnisse einen erweiterten Geschäftsverkehr erforderlich machen, alle Leute spazieren gehen zu sehen, selbst aber wieder taufs an den drei hohen Festtagen aber erregt lebhafte Bedenken, fann die Polizeibehörde eine Vermehrung der Stunden, während ins Geschirr zu gehen und zu warten, ob vielleicht nicht aus engherzigen Geldrücksichten, nicht aus der Absicht, den welcher die Beschäftigung stattfinden darf, bis auf zehn Jemand etwas kaufen will. Dadurch würden die Leute nur ver- Gehilfen das letzte Bischen Freiheit zu nehmen, sondern weil wir Stunden zulassen. Die Stunden, während welcher die Be- bittert werden. Wie aber auch die Beschlüsse hierüber ausfallen bestimmt wissen, daß eine Reihe von Arbeiten auch an diesen schäftigung stattfinden darf, werden unter Berücksichtigung der mögen jedenfalls bitten wir Sie, den Theil unseres Antrages drei Tagen gemacht werden muß und trotz aller gesetzlichen Es ist nicht zu ver für den öffentlichen Gottesdienst bestimmten Zeit durch anzunehmen, in dem die längste Ausdehnung der Sonntagsarbeit Verbote auch gemacht werden wird. statutarische Bestimmungen oder, soweit solche nicht erlaffen bis auf 6 Uhr angesezt wird, denn an Sonntagen im Sommer hindern, daß in allen Komptoren die eingehenden Briefe find, von der Polizeibehörde festgestellt. Die Feststellung kann Abends um 6 Uhr ins Freie zu kommen, das wird wohl Jeder und Telegramme an diesen drei Tagen geöffnet werden. für verschiedene Zweige des Handelsgewerbes verschieden er- den so sehr angestrengten Handlungsgehilfen gönnen. Will man Sowie der Prokurist die Sonntags eingegangene Briefe öffnet, folgen. die Bestimmung hierüber in die Hände der Lokalbehördeu legen, fiele sein Prinzipal unter die Strafbestimmung dieses Gesetzes. Gleichzeitig hiermit werden zur Debatte gestellt die von der so wird die Entscheidung thatsächlich bei den Unternehmern sein, Das kann nicht gewollt sein. Deshalb muß eine AusnahmeRommission neu beschlossenen Artikel A und B. weil diese vermöge ihrer gesellschaftlichen Beziehnngen großen bestimmung dafür da sein. Das Gesetz giebt solche AusnahmeNach Art. A soll hinter§ 41 der Gewerbe- Ordnung folgender Einfluß auf die Lokalbehörden haben. Ganz unbegreiflich erscheint bestimmung dafür nicht. Das absolute Verbot würde also unter Deshalb ist der Antrag § 41 a neu eingeschaltet werden. mir der Antrag des neuen Kartells, das sich von Herrn Gut- allen Umständen umgangen werden. Soweit nach den Bestimmungen der§§ 105 b bis 105h Ge- fleisch über das Zentrum und die Nationalliberalen bis zu Herrn Gutflelsch zur Zeit der einzige Ausweg aus dieser Kalamität. hilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe an Sonn- und Hartmann und Herrn v. Stumm ausdehnt, wonach auch an dem ersten Nehmen Sie den Antrag nicht an, dann muß ein anderer AusFesttagen nicht beschäftigt werden dürfen, darf in offenen Ver- Weihnachte, Oster- und Pfingstfeiertag die Geschäfte nicht ganz ge- weg gesucht werden. Wird der Antrag angenommen, dann wird faufsstellen ein Gewerbebetrieb an diesen Tagen nicht stattfinden. schlossen zu sein brauchen. Man muß den Handlungsgehilfen allerdings noch eine ganze Reihe anderer Arbeiten gestattet, Weitergehenden landesgesetzlichen Beschränkungen des Gewerbe- boch wenigstens einmal einen ganzen freien Tag gönnen! Prat- welche nicht so dringlich sind. Ich würde rathen, den Antrag betriebes an Sonn- und Festtagen steht diese Bestimmung nicht tischen Werth hat ja dieser Antrag für Niemand, auch für die für jetzt zurückzuziehen und bis zur dritten Lesung eine zufrieden= Unternehmer nicht, denn die einzigen Leute, auf deren Kauf- stellende Lösung zu versuchen. Nach Art. B soll hinter§ 55 neu eingeschaltet werden als bedürfniß man hierbei vielleicht rechnen könnte, die Landleute, bda: An Sonn- und Feritagen ist der Gewerbebetrieb im kommen doch an Feiertagen auch nicht in die Stadt, um Ein- That, tros des inneren Widerspruchs, der darin liegt, eine starke Umherziehen, soweit er unter§ 55 Abs. 1 Ziffer 1 bis 3 fällt, ver- fäufe zu machen. In einer Berliner Versammlung von Handlungs- Sinneigung zur Sozialdemokratie, das Zeichen einer tiefgehenden boten. Ausnahmen können von der unteren Verwaltungsbehörde gehilfen hat Herr Hartmann Arm in Arm mit unserem ver- Unzufriedenheit mit den derzeitigen Einrichtungen im KaufmannsKommen Sie den Wünschen der im Handelsgewerbe zugelassen werden. Boraussetzungen und Bedingungen, unter denen Ausnahmen zu- mit allen Kräften auf deren Sonntagsruhe hinzuwirken. Ich Beschäftigten entgegen und sie werden dazu beitragen, dieses une gelassen werden dürfen, Bestimmungen zu erlassen. möchte Herrn Hartmann nicht empfehlen, seinen jetzigen Antrag natürliche Bündniß wieder zu lösen.( 3wischenruf bei den SozialEs liegen hierzu eine Reihe von Amendements vor. den Handlungsgehilfen gegenüber zu vertreten und ihnen zu demokraten: Fällt ihnen gar nicht ein!) Nehmen sie wenigstens Bezüglich der dem Ortsstatut zu Abg. v. Münch will die Beschäftigung nur vier Stunden sagen: es ist nöthig, daß Ihr zum Ruhme Eurer Chefs die den Antrag Wöllmer an. dauern lassen. an die möglicher Weise jenen Tagen überweisenden Befugnisse stehe ich auf dem Boden der KommissionsDinge besorgt, Die Abgg. Wöllmer und Hirsch beantragen, die Beschäf- nothwendig sind. Ich weiß nicht, ob das Kartell dieser beschlüsse. Abg. Frhr. v. Münch zieht seinen Antrag zu§ 105b, Abs. 2 tigung nicht später als bis 3 Uhr Nachmittags und nicht länger fünf Antragsteller so feft geschlossen ist, daß an eine Abals drei Stunden, in offenen Verkaufsstellen nicht länger als lehnung solcher Anträge überhaupt nicht zu denken ist. Ich zurück. Abg. Gutfleisch: Ich ziehe ebenfalls meinen Antrag zurück, fünf Stunden währen zu lassen. Am ersten Weihnachts-, Oster- wünschte, es fände sich ein Dr. Orterer, der die Ablehnung beanDieser Kartellbruch würde im Lande mit Freuden um ihn in einer mehr befriedigenden Fassung zur dritten Lesung und Pfingsttage soll nach einem Antrage der Abgg. Gutfleisch, tragte. Hartmann, Letocha, Möller und von Stumm eine Beschäftigung begrüßt werden. Daß man nicht einmal drei Tage im ganzen wieder einzubringen. Von einem Kartell it feine Stebe, bie Jahre zu ungestörtem Genuß ganz frei geben will, wird Niemand jenigen, die jetzt das Kartell bilden, haben schon in der Romron nicht länger als zwei Stunden zulässig sein. Die sozialdemokratischen Abgg. Aner und Gen. wollen all- in Lande verstehen. Geschäfte, die auf diese zwei Stunden an: mission gemeinsam gearbeitet, und hatten auch die Gozialdemogemein nur drei Stunden Beschäftigung, welche bis 12 Uhr gewiesen sind, sind vor dem Untergang doch nicht zu retten, da- fraten dazu aufgefordert, freilich ohne Gegenliebe zu finden. Mittags beendet sein muß, zulassen. Eine längere Beschäftigung gegen werden Hunderttausende von Leuten geschädigt, die auf Wir sind stolz darauf, daß wir in dieser Weise unter Den freien Tag warten. Ich bitte Sie dringend, wenn Sie es hintansetzung aller Fraktionsrücksichten zusammen gearbeitet soll jedenfalls bis 6 Uhr Abends beendet sein. Referent Abg. Sine: Man war in der Kommission darin nicht über sich gewinnen können, die Vertretung des Unternehmer- haben. Abg. Saußmann( Volksp.) ist zwar ganz einverstanden mit einig, daß in den großen Städten eine weitere Herabsehung der thums in dieser Beziehung etwas einzuschränken, nach unserem Arbeitsstunden, ja vielleicht ein gänzliches Verbot der Sonntags. Antrag mindestens dafür zu sorgen, daß zu bestimmten Tages- dem Artikel A, welcher die Handelsgeschäfte zu schließen zwingt, arbeit in den Verkaufsgeschäften möglich sein würde. Da- stunden die Geschäfte geschlossen werden oder wenigstens zu einer soweit die Beschäftigung von Lehrlingen und Gehilfen unsersagt gegen trug man Bedenken, dieselbe Beschränkung auch auf das bestimmten Tagesstunde die Beschäftigung aufhört, aber von dem ist, findet aber, daß hierin von der Tendenz des Gesetzes als Land zu übertragen, wo namentlich gelegentlich des Kirchen- Be- ungeheuerlichen Verfuch abzusehen, auch noch an den von der Arbeiterschutz- Gesetz ein weiter Schritt abgegangen ist. Man fuchs eingekauft wird, und da glaubte man an den 5 Stunden Kommission frei gelassenen drei Tagen die Leute in die Geschäfte schützt hier nicht mehr blos den Arbeiter, sondern zwingt auch festhalten zu sollen. Es wurde weiter beschlossen, daß durch Orts- gehen zu lassen, nur zum Vergnügen des Unternehmerthums den Geschäftsmann, den Prinzipal unter Zwangsvorschriften. Gine flatut die Geschäftszeit weiter herabgesezt oder gänzlich verboten ohne jeden Nutzen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schädler( 3.): Bon meinem Standpunkte füge ich sichten auf die Gesammtheit getroffen werden. Wird so allen GeAbg. Wöllner( dfr.) empfiehlt seinen Abänderungsantrag der Erklärung des Abg. Singer, daß der Sonntag zur Ruhe schäftsleuten aus Rücksicht auf die Konkurrenz die Schließung des unter Bezugnahme auf die Beschlüsse des Ausschusses des Erholung und Zerstreuung bestimmt sei, nur das Gine hinzu, Geschäfts auferlegt, so müssen wir um so vorsichtiger in der Bedeutschen Handelstages, einer großen Anzahl von Handelskammern daß er auch bestimmt ist zur Erfüllung der religiösen Pflichten. schränkung der Arbeitszeit vorgehen, und aus diesem Grunde fann und Vereinen von Handlungsgehilsen, welche zum Theil eine Darum begrüße ich, daß die Vorlage auch die Zeit des Gottes- ich dem Antrage der Sozialdemokraten nicht beistimmen. Die beste noch weitergehende Einschränkung der Sonntagsbeschäftigung, dienstes berücksichtigt. In erster Linie wünsche ich eine voll- Lösung ist die Ausführung des Ortsstatuts, welches ich gegen besonders die Beendigung der letteren um 1 Uhr Nach- ständige Schließung der Geschäfte am Sonntage, wie sie in lints und rechts vertheidigen möchte. Die Boltspartei tritt voll mittags, verlangen. Eine weitere Beschränkung der Sonn- England möglich ist. Angesichts der Aussichtslosigkeit darauf und ganz für die Kommissionsbeschlüsse ein und freut sich, auch tags- Arbeit der Handelsgeschäfte liege durchaus im Interesse des gerichteter Anträge bescheide ich mich mit der Vorlage, wie sie ihrerseits daran thätig mitgewirkt zu haben. Ganzen Handelsstandes. Die Furcht der ansässigen Handels- aus der Kommission hervorgegangen ist. Ich habe auch meine entgegen. werden kann. so einschneidende Maßnahme kann nur aus überwiegenden RückAbg. Möller( ul.): Auch ich halte die Ersetzung der SchaGewerbebetreibenden, vor einer Begünstigung des Hausiergewerbes Bedenken dagegen, es in die Hände der Polizei zu legen, Aus- blone und des bureaukratischen Elements durch das Drisstatut durch diese Beſtimmung werde dadurch beseitigt, daß man, wie dehnung der Beschäftigung zu gestatten. Der Polizeivorstand für eine wesentliche Verbesserung der Vorlage. Was die Einum vorgeschlagenen Artikel B geschehen, auch den Hauſirhandel kann vielleicht selber Interessent fein; und vor diesem streicht wände des Abg. Schmidt gegen den auch von mir mit untertrettage. Es sei nicht bie corge der ſelbſtändigen Gewerbes vielleicht manchmal der Polizeivorstand die Segel. Aber man zeichneten Antrag Hartmann betrifft, so hätte ich selbiterfreibenden um Ginbuße, am Gintommen, sondern mehr ein Gehen- muß Jeden für gut ansehen, so lange nicht das Gegentheil bewünscht, wir hielten an der vorgeschlagenen Kommiſſionsfajjung laſſen der Dinge, eine allzu konnivente Behandlung der üblen wiesen ist. Vorläufig wenigstens, so lange sich nicht Miß- fest, aber die Einwände der andern Seiten haben uns allung biewohnheit des Publikums, ſich ſelbſt, aber nicht den Kaufleuten stände herausstellen, soll man es also dabei belassen. Ent- vorgeschlagenen Abänderung geführt. Ich hoffe evensals, de Sie nöthige Sonntagsruhe zu unten Die Frage, ob in Banken, schieden muß ich mich gegen den Antrag Gutfleisch erklären, der, eine Formulirung bis zur dritten Lesung gefunden wird, die die Frage der drei hohen Fejitage für Alle befriedigend beantwortet. Komptoren, Bureaus eine dreistündige Arbeitszeit am Sonntage abgesehen von den andern Bedenken, auch eine Verschlimm Die Kommissions- Abg. Hartmann( df.): Ich habe allerdings den jungen Kaufbejaht worden. Im Internet to postalen und individuellen beschlüsse bringen jedenfalls gegen die bisherige ungeheuer lange leuten 1886 hier in Berlin versprochen, für ihre Bestrebunge Beinige, daß die Entschädigung einer späteren Zeit vorbehalten bleibt,| wird das Privileg nicht verlegt. Es kann also nur die Regierungsvorlage zur Annahme empfohlen werden. Abg. Simon- Waldenburg( ntt.): Nur die Hansestädte Bremen und Lübeck haben eine ähnliche Bestimmung; in den Gesetzen aller anderen Staaten fehlt sie. Man scheint anzunehmen, daß jeder Spekulation ein moralischer Defekt anhaftet; das muß aber durchaus nicht der Fall sein. einzutreten, die damals übrigens nicht unter fünf Stunden Beschäftigung am Sonntage hinuntergingen. Ich habe mein Wort gehalten, ich könnte mit freier Stirn vor sie freten. Ob ich es jetzt noch thue, ist sehr die Frage; die Herren sind inzwischen Abg. Frhr. v. Redlit Neukirch( freit.) hält es für einen ins sozialdemokratische Lager übergetreten, während es damals Att der politischen Klugheit, an den Verhältnissen der depoffe blos erst stark sozialdemokratisch bei ihnen roch. Gestern hat eine dirten Fürstenhäuser nicht zu rütteln. Der Antrag v. Achenbach General- Steuerdirektor Burghart: Jeder, der ein speku folche Versammlung stattgefunden, bei der ich allerdings nicht zu verdiene den Vorzug vor der Kommissionsfaffung, da er dem latives Geschäft macht, weiß das ganz genau und nur, wenn er gegen war, denn ich war nicht eingeladen.( Abg. Singer: Jch Geifte der Verfassung mehr Rechnung trägt als diefer. Bis zum wissentlich falsch deklarirt, soll er bestraft werden. Die Besteueauch nicht! Der Herr Abg. Singer also auch nicht. Und doch Jahre 1892 könne die Entschädigung mit den betreffenden Adels- rung der spekulativen Geschäfte haben wir schon jetzt in Paris schreiben diese Herren an die Plakate: Sämmtliche Mit- familien vereinbart sein. durchgeführt. Es giebt Spekulanten, welche von dem Ver glieder der Arbeiterschutz Kommission find eingeladen! Abg. Schmieding( ntl.) vertheidigt den Antrag v. Eynern, fauf billig eingekaufter Grundstücke leben und gar nichts anderes ( Lachen links.) Jch Ich empfehle empfehle die Annahme der Kom- während der Abg. Tramm( ntl.) diesen Antrag bekämpft, der treiben. missionsbeschlüsse, mit der von mir beantragten Modifikation nur geeignet Tei, Beunruhigung und Mißbehagen in der Be- Abg. v. Tiedemann- Bomst( frt.) schließt sich den Ausund hoffe auch meinerseits, daß es gelingen wird, völkerung zu verbreiten. führungen des Regierungskommissars an. betreffs der drei hohen Feiertage eine bessere Formulirung zu finden. Abg. Frizen- Borken( 8.) glaubt, daß man die Worte zu Spekulationszwecken" streichen fann, da das Wort„ gewerbsmäßig" vollständig ausreiche. Abg. Dr. Bachem Krefeld( Bentr.) befürwortet den Kommissionsvorschlag; ebenso der Abg. Althaus( fons.). Auf eine Anfrage des Abg. Biehl bemerkt Damit schließt die Debatte. Der Antrag v. Eynern zu§ 3 Bayrischer Bevollmächtigter Geb.- Rath Landmann, daß wird mit großer Mehrheit abgelehnt, ebenso der Antrag Rickert Finanzminister Miquel: Wenn des Haus die spekulativen die Frage zweifelhaft sei, ob diejenigen, welche nur ihre eigenen zu§ 4, welcher lettere nur von den Freisinnigen unterstützt wird. Gewinne nicht besteuern würde, so würde das im Volte als UnProdukte im Umherziehen verkauften und deshalb als Haufirer Der Antrag Achenbach wird gegen die Stimmen der Freifinnigen, gerechtigkeit empfunden werden. nicht angesehen würden, auch nach den Bestimmungen dieses der Nationalliberalen und eines Theiles der Freikonservativen Abg. Richter: Es wird hier ein neuer Begriff in das Gesetzes ihren Gewerbebetrieb innerhalb der verbotenen Zeit abgelehnt. Gegen dieselbe Minderheit fällt der Vorschlag der preußische Recht eingeführt, der nur in den kleinen Staaten Bremen fortseßen dürften. Es würde eventuell zu empfehlen sein, Regierungsvorlage. Tie Vorschläge der Kommiffion zu§§ 3 und Lübeck vorhanden ist. Es ist ein Unterschied, ob ein Gesetz für in der dritten Lesung diesen Punkt dahin zu regeln, daß und 4 werden angenommen. Nach§ 5 soll die Steuerpflicht ein so fleines Territorium oder für den preußischen Staat erlassen auch dieser Geschäftsbetrieb während der betreffenden Zeit zu bei 900 m. Einkommen beginnen;§ 5 wird ohne Debatte an- wird. Die Praris hat sich geholfen, wahrscheinlich in Anlehnung ruhen habe. an den Begriff gewerbsmäßig, der überall in unseren Steuer und Strafgesetzen vorkommt. Wenn Jemand ein Haus, das er selbst bewohnt, verkauft, weil es im Preise gestiegen ist, so ist das ein Spekulationsverfanf.( Lebhafter Widerspruch rechts.) Daß man ein folches Geschäft erst noch der Veranlagungs fommission darlegen, also dem Herrn Landrath beichten soll, das ist doch ein seltsames Ding.( Widerspruch.) Um 5 Uhr wird die weitere Berathung bis Sonnabend 1 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. genommen. Nach§ 6 follen unter Anderem steuerfrei sein die Eintommen von Ausländern aus ausländischem Grundbesih und Gewerbebetriebe, wenn die Ausländer sich nicht zum Zwecke des Erwerbes in Preußen aufhalten. 32. Sigung vom 18. Februar, 11 Uhr. Abg. Lieber beantragt, auch alle anderen Einnahmequellen fteuerfrei zu lassen; er begründet den Antrag damit, daß die zu Min Ministertische Finanzminister Dr. Miquel, General- ihrem Vergnüngen und aus sonstigen Gründen sich in Deutschland Steuerdirektor Burghart und mehrere Kommissarien. aufhaltenden Ausländer in Preußen ebenso gestellt werden müßten, Die zweite Berathung Des Einkommensteuer- wie in den Steuergesetzen anderer Einzelstaaten. Gesezes wird fortgesetzt und zwar mit dem§ 2, welcher die Besteuerung der ins Ausland gehenden Besoldungen aus der preußischen Staatskasse und die ins Ausland gehenden Nugungen aus gewerblichen und Handelsanlagen festsegt. Die Kommission hat hier einen neuen Absatz aufgenommen, wonach Agent ren ausländischer Unternehmungen den Handelsanlagen gleich zu achten sind. Abg. vom Heede( natl.) bekämpft den Kommissionszusatz, der in seiner Tragweite noch gar nicht zu bemessen sei. Abg. Senffardt Magdeburg( natl.) stimmt dem Vorredner bei. Das internationale Gewohnheitsrecht steht dieser Bestimmung entgegen. Deutschland ist nächst England das größte importirende Reich und würde mit solcher Benimmung ein schlechtes Geschäft machen, denn es würde im Auslande so behandelt werden, wie es die Ausländer hier behandelt. Abg. Grimm( natl.) unterstützt diesen Antrag; bisher hätte man gegenüber den Ausländern, welche in einer Stadt sich aufhielten, schon einen anderen Maßstab der Einschäßung angewendet als den Juländern gegenüber. Abg. Drawe( dfr.) und Finanzrath Wallach bezeichnen diesen Antrag als zu weit gehend; durch die Schonung der Ausländer würden namentlich auch die Gemeinden benachtheiligt. Abg. Zelle( dir.): Ein Ausländer kann nicht nach seinem Einkommen aus Grundbesitz, Gewerbebetrieb oder sonstigem Vermögen besteuert werden, sondern nur nach dem, was er in Preußen verzehrt. Abg. v. Eynern( natl.) entscheidet sich vorläufig vorbehaltlich einer besseren Formulirung für den Antrag Lieber. Finanzminister Miquel: Die Aufnahme der Widerlegung des Herrn Richter seitens des Hauses( Zustimmung rechts. Buruf Richter's: Chor der Landräthe! Heiterkeit) beweist, daß er auf falschem Wege war. Der Begriff gewerbsmäßig ist nicht definirt, aber allgemein bekannt; ebenso geht es mit dem Begriff der Spekulation. Wenn diese Spekulationsgewinne freibleiben, wird das Gerechtigkeitsgefühl verlegt. Abg. v. Suene( 8.) hält die Bestimmung für nothwendig, um die großen Grundstücksspekulationen in den Städten richtig zu treffen. § 8 wird unverändert angenommen und darauf um 4 Uhr Uhr die weitere Debatte bis Sonnabend 11 Uhr vertagt. Parlamentarisches. Petitions Rommission. Sigung vom 12. Februar. Finanzminister Miquel: Es ist zu unterscheiden, zwischen den Ausländern, welche sich einige Monate in Deutschland aufAbg. Peters- Riel( ntl.) tritt für die Kommissionsbeschlüsse halten und solchen Deutschen, welche das amerikanische Bürgerein. Ohne diesen Busas stellte man die ausländischen Geschäfte recht erworben haben, in Amerika reich geworden sind, und nachNach Feststellung der Berichte werden einige Petitionen im günstiger als die einheimischen. Die verschiedenen Verwaltungen her, ohne das deutsche Bürgerrecht wieder zu erwerben, hier leben Beisein von Regierungskommissaren verhandelt. So die Petition behandeln heute schon die ausländischen Geschäfte sehr ver- und von allen Einrichtungen des preußischen Staates Vortheil der Gemeinde Ziegenhals, welche Strecken Landes, auf drei Seiten schieden; um ein einheitliches Verfahren zu sichern, sei diese Be- haben. Für diese fann ein Steuerprivileg nicht geschaffen wer- von der österreichischen Grenze umschlossen, besitzt und nun bittet, stimmung nöthig, denn wenn man die Sache sich selbst überlaffe, den. Die Kommissionsbeschlüsse schaffen schon gegenüber der be- die Produkte dieser Landstrecken, welche der Erleichterung wegen so werde sie noch verwirrter, als sie jetzt schon ist. stehenden Gesezgebung eine Erleichterung, und ich habe nicht ge- auf österreichischem Gebiete bearbeitet werden, zollfrei wieder einAbg. Weyerbusch( frk.) befürwortet den Antrag der Kom- hört, daß durch die bestehende Gesezgebung die Ausländer aus gehen zu lassen. Der Regierungstommiffar Geh. Regierungsrath mission; es ware ungerecht, wenn zahlreiche, nahe der Grenze den schönen Städten am Rhein u. s. w. vertrieben worden sind. Rauschning erklärt, die Frage sei eingehend und wohlwollend wohnende Fabrikanten, die mit billigeren Arbeitskräften arbeiten, Die Einschätzungskommissionen werden allerdings hauptsächlich berathen worden, die Regierung finde feinen gesetzlichen Unterals dies bei uns zulässig ist, nun auch noch den Vortheil haben nach dem Verzehr die Ausländer einschätzen. Davon können wir grund für die Petition. Die Kommission beschließt: dem Plenum sollten, daß sie für das aus Preußen bezogene Einkommen feine nicht abgehen, schon im Interesse der Gemeinden, deren Steuer- mittelst mündlichen Berichts Uebergang zur Tagesordnung zu Steuer hezahlen. satz von der Staatssteuer abhängt. empfehlen. Abg. Steffens( freisin.) erklärt sich gegen den Kommissionszusay. Der§ 2 wird in der von der Kommission beschlossenen Faffung angenommen. § 3 fezt die Steuerfreiheit der Mitglieder des Königlichen Hauses, der Mitglieder des vormaligen hannoverschen Königshauses, und des vormaligen kurhessischen und des herzoglichen nassauischen Fürstenhauses, sowie der Vertreter fremder Mächte fest. § 4 bestimmt, die Steuerpflicht der vormals Reichsunmittelbaren; diefelben sollen zur Einkommensteuer von dem Zeitpunkte ab herangezogen werden, in welchem durch besonderes Gesetz die Entschädigung für die Aufhebung des Steuerprivilegs geregelt sein wird. Beide Paragraphen werden gemeinsam diskutirt; zu den felben liegen mehrere Abänderungsanträge vor. Abg. v. Eynern( nt.) befürwortet den von ihm eingebrachten Antrag, das im§ 3 festgesette Steuerprivileg der hannoverschen Königsfamilie und der furhessischen und nassauischen Fürstenhäuser zu streichen und diese Familien unter die Bestim mung des§ 4 zu stellen. Ein Antrag des Abg. Rickert( dfr.) verlangt die Heranziehung der ehemals Reichsunmittelbaren zur Steuer vom 1. April 1892 ab. Bon dem Abg. Achenbach und Genossen( frk.) wird beantragt, diese Steuerpflicht mit dem Infrafttreten des Gesetzes eintreten zu lassen. Eine villige Entschädigung bisheriger Befreiungen soll durch besonderes Gesez geregelt werden, wollte. Abg. v. Jedlitz( frt.) tritt für den Kommissionsantrag ein, welcher schon gegenüber dem jetzt bestehenden Rechtszustunde eine erhebliche Erleichterung bringt. Abg. Lieber( Bentr.): Die betreffenden Gemeinden werden Eine Petition, welche zollfreie Einfuhr von bestimmten Hölzern lieber einen kleinen Ausfall ihrer Gemeindeeinnahmen hinnehmen, wünscht, erregt eine längere Diskussion über die Interpretation als die englischen und amerikanischen Kolonieen aufgeben wollen. des einschlägigen Theiles des Bollgefeges, welche Zeugniß ablegt, Die Fremden haben schon ihre Koffer gepact, um mit Einführung wie verwirrend die Zollpolitik auf die wirthschaftlichen Verhält des Gesezes aus Preußen zu gehen; denn man wird einen Eng- nisse einwirkt. Die betreffende Petition wird dem Reichskanzler länder oder Amerikaner niemals zur Steuererklärung bewegen zur Berücksichtigung empfohlen. Schriftlicher Bericht wird den können.( Sehr richtig!) Plenum zugehen. Die Petition Hönigsbergs, welche bereits bei der Kolonialdebatte durch den Abg. Hammacher besprochen wurde und eine Schadloshaltung wegen Ausweisung aus dem Niger gebiet geltend macht, wird unter Hinzuziehung des Ge Abg. Eberhard( fonf.) weist darauf hin, daß steuerfrei heimen Legationsraths Kayser verhandelt. Petent will bleiben sollen die Pensionserhöhungen und Verstümmelungszu eine Entschädigung von zirka 6100 Pfund. In Rücksicht lagen für Kriegsinvaliden, welche nach dem Geseze von 1870/71 auf die im Plenum bereits feitens der Regierung gewährt worden sind. Diese Bestimmung wird mit Freuden be- abgegebene Erklärung, welche der Geh. Leg.- Rath Kayfer wieder: grüßt werden. Aber es ist zweifelhaft, ob die ähnlichen Zuwen- holt, beschließt die Kommission mit Majorität, die Petition als dungen aus früheren Jahren ebenso behandelt werden. Redner erledigt zu erklären und dem Plenum schriftlichen Bericht zu er bittet die Regierung, eine Erklärung darüber abzugeben, ob diese statten. Im Beisein des Reg.- Kom. Geh. Ober- Reg.- Rath LohBestimmung auf die Kriegsinvaliden von 1866 Anwendung mann wird die Petition von mecklenburg- strelitzschen Müllern, findet. welche in Bezug auf eine durch Nichtanwendung der Gewerbe ordnung für sie entstandene Schädigung beseitigt wissen wollen, verhandelt. Die Betenten werden auf den Beschwerdeweg an den Reichstanzler verwiesen. Mittelbadische Bauern wollen einen Schutzzoll auf Hanf und Bichorie; für diese Petition wird Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. General- Steuerdirektor Burghart: Praktisch wird es wohl fo ausgeführt werden, daß auch die Kriegsinvaliden von 1866 berücksichtigt werden, auch wenn dies nicht ausdrücklich in der Vors lage steht. Ob dazu eine Aenderung nothwendig sein wird, läßt sich bis jetzt noch nicht übersehen. § 6 wird unverändert genehmigt. Bei§ 7, welcher die verschiedenen steuerpflichtigen Einfommensquellen aufzählt, fragt Eine Reihe anderer Petitionen findet endgiltige Erledigung Nächste Sigung morgen. Arg. Rickert( ofr.), ob Diäten als fteuerpflichtiges Ein- Die Wahlprüfungs- Kommiffion beschloß in ihrer geftrigen Endlich beantragt Dr. Guneceerus( natl.), in diesem Punkte kommen gelten oder nicht; es sei in Berlin der Verfuch gemacht Sigung, dem Reichstag zu empfehlen, die Wahl des Abgeordneten die Regierungsvorlage wieder herzustellen, welche die Besteuerung worden, Abgeordnete, die' in Berlin wohnen, wegen der Diäten Günther( 8. Merseburg) für giltig zu erklären. Die Kommission der Reichsunmittelbaren vom 1. April 1894 ab festsegte und die zu besteuern, als ob die Diäten aus einem gewinnbringenden Ge- tam zu dem Resultat, daß, selbst wenn alle in dem Protefte an Aufhebung bisheriger Befreiungen durch besonderes Gesetz regeln schäft herrühren.( Heiterkeit.) gefochtenen Vorgänge fich bei einer eventuellen Erhebung im Finanzminister Miquel: Die Diäten sind eine Entschädigung Sinne der Protesterheber bestätigen würden, dadurch eine ent Abg. Dr. Windthorst( Zentrum) bekämpft den Antrag für einen vorher gemachten Aufwand. Da das Gesez nicht unterscheidende Verschiebung des Stimmverhältnisses sich nicht ergeben v. Synern und empfahl den Kommissionsantrag zur Annahme, scheidet zwischen solchen Empfängern, welche die Diäten ganz verwürde. Zwar würde sich die Majorität für den Abgeordneten indem er alle Abänderungsanträge bekämpfte. Die Steuerfreiheit brauchen und denen, die das nicht thun, so können wir auch nicht Günther erheblich verringern, doch würde dieselbe immer noch der hannoverschen Königsfamilie sei Sache der staatsrechtlichen unterscheiden zwischen solchen Abgeordneten, welche am Orte über 100 Stimmen betragen. Des Weiteren verhandelte die Vereinbarung gewesen, fönne daher nicht einseitig aufgehoben der Thathigkeit wohnen und solchen, welche sich an diesen Ort erst Kommission über die Wahl des Abgeordneten Dechelhäuser. Der werden. Die Art, wie hier mit solchen Privilegien umgegangen begeben müssen. genannte Abgeordnete konnte erst bei der Stichwahl den Sieg an werde, erinnere an die Grundfäße der Sozialdemokratie. Redner§7 wird genehmigt. Die Fahne seiner Partei hesten und es ist gewiß nicht ohne tann auch nicht glauben, daß diese Aufhebung des Steuerprivilegs Nach§ 8 sollen außerordentliche Einnahmen als Vermögens- Interesse für die Beurtheilung" Beliebtheit" dieses den Gesinnungen des Königs entspricht, denn hiergegen sprechen vermehrung gerechnet werden; dazu sollen aber auch rechnen nationalliberalen Arbeiterfreundes bei den Arbeiterwählern entschiedene politische Erwägungen. Aber freilich, wer wollte von Einnahmen aus dem nicht gewerbsmäßigen oder zu Spekulations- des Kreises, daß die lezteren ganz nach den Manieren, Herrn v. Gynern politische Erwägungen erwarten.( Heiterfeit!) zwecken unternommenen Verkaufe von Grundstücken u. s. w. wie fie fonft meist nur von den Agenten der Abg. Rickert( dfr.) befürwortet seinen Antrag. Die Geschäfte Abg. v. Equern fragt, was unter Spekulation zu ver- Schlot- und Kohlenbarone in dem westfälischen Industrie der Sozialdemokraten besorgt man gerade dann am besten, wenn stehen sei. Bezirke geübt werden, von den anhaltischen Fabrikpaschas unter man dies Steuerprivileg benehen läßt. Zunächst werden wir die Finanzminister Miquel: Es giebt manche Dinge, die man Kontrolle von Aufsehern, Vorarbeitern und Inspektoren für von Windthorst behaupteten staatsrechtlichen Abmachungen ab- nicht definiren kann( Seiterkeit), die man aber beschreiben Dechelhäuser an die Urnen getrieben wurden. Neben dieſen pri warten, über welche der Minister ja wohl wird Auskunft geben kann. Die Veranlagungskommiffionen werden schon erkennen, vaten Beeinflussungen der Wähler machte sich auch ein fehr tönnen. Redner bedauert, daß die preußische Aristokratie nicht ob es sich um ein gewöhnliches Geschäft oder um eine Speku starter amtlicher Druck auf dieselben geltend. Besonders wurde wie der Adel anderer Länder bereitwillig die Steuerlast auf sich lation handelt. von den Ortsfchulzen und Bürgermeistern das Lofalabtreiben im nehme, die eine Ehrenpflicht jedes Bürgers sei. Abg. v. Eynern( natl.): Auf das Urtheil einer Rommission Großen getrieben, so daß die Kommission einstimmig zu dem Bes Abg. Graf Limburg- Stirum( fonf.): Der Antrag v. Gynern fann ich mich nicht verlassen, denn ich soll selbst die Steuer schlusse kam, den Entscheid über die Giltigkeit auszusetzen und involvirt einen Rechtsbruch, den wir mit Entschiedenheit ab- erklärung wahrheitsgemäß abgeben. Wie kann ich das, wenn ich Erhebungen über eine Reihe von Protestpunkten zu beantragen. lehnen.( Bravo! rechts.) Die Art, wie Herr Stickert von den nicht weiß, was Spekulation ist? Ist es Spekulation, wenn ich Die Wahl des Abgeordneten Gerlach( 3. Köslin) wurde das angeblichen Pflichten des Adels sprach, wird die ehemals Reichs- ein Grundstück zum Zwecke der Anlage kaufe und es nachher, gegen für giltig erklärt. Bemerkt sei, daß bei der Stichwahl unmittelbaren schwerlich geneigt machen, auf ihr Steuerprivileg weil es im Breise steigt, gegen ein anderes vertausche? für Dechelhäuser 101 Stimmzettel für ungiltig erklärt worden zu verzichten. Redner empfiehlt Annahme der Kommissions Abg. Graj Strachwitz( 3.): Nach den Erklärungen des waren, weil auf denselben der Name des einen Kandidaten durch Finanzministers in der Kommission ist nur der fortlaufende Anstrichen und durch einen anderen ersetzt worden ist. Diese sämmt und Verkauf von Grundstücken zu besteuern. lichen Bettel, von denen 96 auf den freisinnigen Gegenkandidaten Abg. Sammacher( natl.): Es giebt eine fortgesetzte für Spekulationsthätigkeit in Grundstücken, die eine gewerbsmäßige giltig erklärt worden, wie das Gleiche in konstanter Praxis on ist; diese Einnahmequelle soll nicht steuerirei gelassen werden. Reichstag und den früheren Wahlprüfungs- Kommissionen schon Abg. Nichter( dir.) meint, daß diese Thätigkeit immer eine immer geschehen ist. gewerbsmäßige sei, auch wenn der Betreffende keine eingetragene Firma habe. beschlüsse. Finanzminister Dr. Miquel schließt sich den Ausführungen der Abgg, Dr. Windthorst und Graf Limburg- Stirum an in Bezug auf die depossedirten Fürstenhäuser. Es war nicht wohl gethan, den Antrag von Eynern zu stellen und vielleicht entschließen sich die Herren, ihn noch zurückzuziehen. Die Regierung bestreitet, daß die Bundesatte das Steuerprivileg der ehemals Reichsunmittelbaren enthalten und das, soweit diese Privilegien in den Bundesaften enthalten sein sollten, diese heute noch be Finanzminister Miquel: Die Grenze des Gewerbsmäßigen stehen. Die Steuerfreiheit ist jura praesida geworden und es ist ebenso wenig festzustellen, wie die Grenze der Spekulation. Man muß deren Aufhebung entschädigt werden nach allgemeinen wird die Sache im einzelnen Falle den Kommissionen überlassen. In Rechtsgrundsägen. Einige Standeshäuser, zum Beispiel die zweifelhaften Fällen wird der Steuerpflichtige der Kommission gräflich Stolbergschen, haben Entscheidungen des höchsten Gerichts das Geschäft bezeichnen können, um dieser die Entscheidung zu hofes erftritten, welche ihr Privileg anerkennen. Die Pflicht überlassen, ob es eine Spekulation ist oder nicht. zur Entschädigung erkennt die Regierung an, aber sie be- Avg. v. Bedlin( frf.) hält dafür, daß man die kleinen, mehr demokratischem Boden steht, erscheint seit kurzem in Berlin unter Ein Organ für Handlungsgehilfen, das auf fozial streitet, daß die Entschädigung im Moment der Aufhebung er- theoretischen als praktischen Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen dem Namen„ Kausmännische Rundschau". folgen muß, wie die Kommission es beschlossen hat. Dadurch, müsse, um die großen Spekulationsgewinne zu treffen. Wilde, gedruckt wird das Blatt bei Werner u. Co. Der Inhalt Horrespondenzen und Parteinachrichten. Redakteur ift 2. " # ift bis jetzt ein recht guter, besonders muß anerkannt werden, daß| Beit gegangen sind," sind gar viele! Und auch er ging, ber Herr In derfelben Lage wie wir werden sich noch andere Parteidie„ Kaufmännische Rundschau" ehrlich Farbe bekennt und den Graf Kleist vom Loß, allerdings vorläufig nur auf Urlaub", wo- blätter befinden. An sie, wie an alle Organe unserer Partei, faufmännischen Arbeiter und Proletarier mit dem industriellen mit ja bekanntlich gemeinhin das gänzliche Verschwinden von der richten wir die dringende Aufforderung, diese unsere Notiz sofort genau auf gleiche Linie stellt, wie sich's gebührt. Das Blatt wird Bildfläche mastirt zu werden pflegt. Er ging, jedoch in geschäftlicher Hinsicht wohl einen schwierigen Stand haben. nicht, ohne daß sich ein kleiner Legendenkreis un ihn und an hervorragender Stelle nachzudrucken. Die Handlungsgehilfen stehen im wirthschaftlichen Kampf schwach vorher gebildet hätte. Da die legte Version bisher noch un- Das Bubenstück, bestimmt, unsere Hamburger Brüder zu ver da und sind auf dem politischen Schlachtfelde seither nur in den widersprochen geblieben ist, so nehmen wir für Thatsache an, daß nichten und sie zu zwingen, durch das Joch des Kapitalismus zu hinteren Reihen zu finden. Das ist eine nothwendige Wirkung Herr Graf Kleist vom Loß beurlaubt worden ist, ohne die erst der Verhältnisse. Die kaufmännischen Arbeiter gehören einerseits gewünschte Raution in Höhe von 20 000 m. – der annähernden schreiten, es muß zu Schanden gemacht werden, es muß in seinen M. zu den am meisten Ausgebeuteten, namentlich was die Länge der Wertschäßung der gräflichen Person zu stellen, da er außer Wirkungen auf die Veranstalter selbst zurückfallen. Arbeitszeit anbelangt. Andererseits erzeugt ihre etwas größere Stande war, dieselbe aufzubringen! Der Herr Graf ist bekannt- Noch einmal: Helft! Unterstüßt unsere Hamburger in ihrem Schulbildung leicht einen verkehrten und schädlichen Dünkel. lich Großgrundbesizer in der Provinz und im Königreich Sachsen. unerschütterlichen Widerstand bis aufs Aeußerste! Uebermäßige Ausbeutung und Dünkel find einzeln Wer demnach noch nicht die von den Agrariern mit Engelsarge Hemmnisse der ökonomischen und politischen Auf- zungen vorgetragene Fabel von der„ nothleidenden Landwirth- An die deutschen Arbeiter! Nachdem in der Sitzung flärung; wenn wenn sie aber vereinigt sind, so multiplizirtschaft" glaubt, ja dem ist einfach nicht zu helfen. Ginen eklatanteren des Fabrikantenbundes für Goldleiften- Fabritation am 10. b. m. sich ihre Wirkung. Deshalb gebührt aber denjenigen Beweis fann es ja doch kaum geben. Die Einkünfte diverser Ritter beschlossen wurde, durch öffentlichen Anschlag in den Werkstätten Handlungsgehilfen, welche sich zum Klassenbewußtsein durch- güter reichen eben nothdürftig aus zu einer, ftandesgemäßen" Lebens- bekannt zu geben, daß, falls die Arbeiter der C. Ruthenberg'schen gerungen haben und Schulter an Schulter mit dem industriellen weise, von Sparen kann da keine Rede sein, und Schulden Goldleisten- Fabrit bis zum 21. Februar die Arbeit nicht wieder aufProletariat kämpfen, um so lebhaftere Anerkennung. Diese haben machen? Pfui, wie ordinär! So etwas thut doch ein Graf genommen hätten, die Fabriken geschlossen würden, wurde in der nun in der Kaufmännischen Rundschau" ein eigenes, un- nicht? Was blieb da übrig? Man müßte ihn laufen lassen, Bersammlung der Vergolder und Bergolderinnen und Berufserschrockenes Organ gefunden, das dem Harmoniedusel ein Ende wie er ging und stand, man hat ihm die Stellung einer Kaution genoffen am 12. d. M. beschlossen, unter teinen Umständen machen will und, kritisch und agitatorisch vorgehend, die erlassen. Möglich, daß sich bei ihm auch noch das Gewissen in der genannten Fabrik die Arbeit bei Abzug der befapitalistische Ausbeutung wie die wirthschaftliche Anarchie be- rührt und er noch nachträglich die Kaution stellt, soll es doch stehenden Akkordlöhne wieder aufzunehmen. fämpft, um an ihre Stelle endlich mit der gesellschaftlichen Pro- schon dagewesen sein, daß erlassene Fideikommißstempel- Steuern Wir richten deshalb an alle Arbeiter Deutschlands die Bitte, duktion die planmäßige Gütervermittelung zwischen dem Er nachträglich zur Verfügung" gestellt worden sind oder auch uns in jeder Weise unterstützen zu wollen und uns zu unserer zeuger und dem Verbraucher zu setzen. Wir rufen also dem nicht! So ist er denn gegangen, seine angegriffene Gesundheit gerechten Forderung im Kampfe gegen das Kapital nach besten wackeren Mitstreiter ein herzliches" Viel Glück!" zu. Der wieder herzustellen, betrauert von den Mitferienkolonisten, die in Kräften zu unterstützen. Abonnementspreis ist vorerst verhältnißmäßig hoch; aber der ihm einen treuen Kameraden verloren haben, zur Freude aller Außerdem bitten wir, den Zuzug nach hier strengstens fern kaufmännische Arbeiter, der ihn erschwingen kann, halte die Ferienkolonie- Anwärter, denn nun ist ja wieder für einen Blaz zu halten. Mit kollegialischem Gruße " Räufm. Rundschau. geworden! Glücklicher, der Du nun an die Reihe kommst! Wie Die Streiffommiffion der Vergolder. wirst Du beneidet werden von Deinen Leidensgenossen! Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck geBrandenburg, 12. Februar. Gine großartige imposante Kundgebung war die gestrige unter dem Vorsitz der Genossen Muß ein Kommers polizeilich angemeldet werden, beten. Briefe und Geldsendungen sind zu richten an unfern Rässirer Ewald, Schneider und Sidow in Mengert's Bolfsgarten ab- wenn die Theilnehmer zufällig derselben politischen Partei angehaltene öffentliche Volksversammlung, in welcher Wilhelm Lieb- gehören? Allen Gruftes muß die" Freis. 3tg." diese Frage D. Vogt, per Adr. E. Köpnit, Berlin O., Schillingstr. 30. fuecht über die gegenwärtige Lage einen Vortrag hielt. Schon einen freifinnigen Leser beantworten. Man sieht, wohin die Thalheim, 12. Februar. In einer am Mittwoch, den gleich nach 7 Uhr war der Saal dicht gefüllt. Die weiten Räume allgegenwärtige polizeiliche Aufsicht und das Lenkungsbedürfniß 11. Februar abgehaltenen öffentlichen Versammlung wurde von erwiesen sich als viel zu klein, um all die Menschen zu fassen, Frage wie die obige überhaupt stellen kann, verdient eigentlich, tlar gelegt. Nachdem der Situationsbericht über den Streit erder Philister allmälig den Freisinn" gebracht hat. Wer eine verschiedenen streitenden Arbeitern unfere gegenwärtige Lage welche gleich nach Schluß der Fabriken in lawinenartig an daß er für sein Kneipen und Kommerfiren an eine polizeiliche ledigt war, wurde von allen anwesenden Streifenden folgende wachsendem Zuge herbeiftrömten. Tische und Stühle wurden über die Köpfe der Anwesenden hinaus geschafft, um Raum Erlaubniß gebunden würde. Resolution einstimmig angenommen: Die heutige im Gastzu schaffen für die immer aufs Neue heranziehenden Massen, Der freifinnige Handlungsgehilfenverein, der nächstens hof zum Zwönigthal tagende stark besuchte öffentliche Versammund nur für die zahlreich anwesenden Frauen wurden nach in Berlin gegründet werden soll, weckt nicht überall heitere lung der Wirker und Wirkerinnen beschließt: den Streit, so Möglichkeit Sitzpläge reservirt. Ropf an Ropf zusammen Empfindungen; von Herrn Eugen Nichter wird er gefürchtet. Die lange unsere Forderungen nicht bewilligt werden, fortzufezen". gedrängt; so standen die Maffen und lauschten in lautloser Stille Freif. 3tg." hält dafür, daß die Interessen der Handlungsdem Vortrage unseres Genossen Liebknecht, der bei seinem Gr- gehilfen nicht zu sehr auf politischem Gebiet gefunden werden scheinen mit brausen dem Hoch begrüßt wurde. Die Eröffnung dürfen und daß in die politischen Verhältnisse wieder nicht zu der Versammlung fand um 8 Uhr 5 Min. statt, und Genosse start die Handlungsgehilfen hineinreden sollen. Herr Richter hat Liebknecht hatte seinen Vortrag um 914 Uhr aus dem Grunde mit dem freisinnigen Arbeiterverein" bereits einige böse Grbeendet, da er noch mit dem 10 Uhr Zug nach Berlin zurückfahrungen gemacht, deren Wiederholung er fürchtet. Darum heißt kehren und auch den etwa anwesenden Gegnern das Recht der es jetzt bei ihm: Zurück mit den jungen Elementen in die Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am Montag, den Vertheidigung gönnen wollte. Gegner meldeten sich jedoch nicht Arrière- Garde! Die Herren, welche den freisinnigen Handlungszum Wort, und es sollte auch Niemand mehr zu Worte kommen. gehilfenverein gründen wollten, werden denn auch wohl Ordre Denn wenn auch die Versammlung bisher ohne die geringste pariren. Der Verein ist noch immer ungeboren und man hört Störung verlaufen und auch im Weiteren einen ruhigen nichts mehr von der Gründung. Verlauf zu nehmen schien, war dieselbe doch mit einem Male aufgelöst, Bezüglich der aus der Wilhelmstraße gemeldeten Gine aufgelöst durch den Polizeiwach tmeister Hansche. Der Einberufer der Versammlung hatte nämlich brüche erfahren wir, daß es sich um einige einfache Diebstähle bei der Anmeldung derselben um die Genehmigung einer Teller gehandelt hat, welche durchaus nicht von einer Einbrecherbande sammlung zur Dedung der Unkosten nachgesucht, welche jedoch ausgeführt worden seien. Auch wird es als unzutreffend bezeichnet, versagt wurde. Dies theilte der Vorsitzende bei Eröffnung der daß in jenem Theil oder überhaupt in der Wilhelmstraße ein aufBersammlung mit und bemerkte dabei, daß der Sozialdemokratie fallendes Treiben von Zuhältern u. s. w. stattfinde. trotzdem Mittel genug zur Verfügung ständen. Als nun nach Von einem gefällten Baume erschlagen wurde am MittBeendigung des Bortrages einige Genoffen an den Bureautisch woch in der bei Griner belegenen Rüdersdorfer Forst der Fischer berantraten und ihrerseits ein Scherflein zur Deckung der Un- Beige aus Fangschleuse. Die älteste Tochter des Verunglückten fosten auf den Tisch legten, trat der genannte Wachtmeister hinzu war gerade mit dem Mittagbrot eingetroffen und muste als und sagte, in seiner Erregung gänzlich den Vorsitzenden außer Augenzeugin der kranken Mutter und jüngeren Schwester die Acht lajjend: Ich sehe, daß hier gesammelt wird, ich dulde das Schredensbotschaft überbringen. nicht." Und als ihm hierauf der Borsigende Genosse Ewald er widerte, daß das ihm nichts anginge; wenn er was wolle, hätte er es dem Vorsitzenden mitzutheilen, erklärte er die Versammlung für aufgelöst und griff nach dem auf dem Tische liegenden Gelde. War bisher die Versammlung ruhig und still verlaufen, so brach fie jetzt in berechtigte Entrüstung aus und es ist nur der guten Disziplin der Genossen zu verdanken, daß alles noch glimpslich abging. Es wäre für's nächste doch zu wünschen, daß unsere Behörde bei solchen großartigen Versammlungen mit den Gefeßen vertrautere Beamte, wie dies auch durch ministerielle Verfügung ausdrücklich angerathen wird, mit der Ueberwachung derselben betraut, Lokales. Das Gefängniß ist in heutiger Zeit eine sehr be gehrenswerthe Ferienkolonie geworden. Warum? Diese Frage ist sehr leicht zu beantworten. Man braucht nur ein teits= Von einem recht betrübenden Geschick ist die junge erst feit kurzer Zeit in Grtner wohnhafte Frau des Schiffers Gustav Steuer betroffen worden. Der Ehemann ist als Reservist zur lebung nach Prenzlau eingezogen und ist nach einer jetzt bei der Frau eingetroffenen Depesche des Regimentskommandeurs dort aus einem Kasernenjenster gestürzt, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten ist. -Soziale Lebersicht. Versammlungen. Der Fachverein für Schlosser und Maschinenbau9. Februar, feine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorfizende den Tod des Kollegen Sommer bekannt und es ehrte die Versammlung das Andenken an den Verstorbenen durch Grheben von den Sizzen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach sodann Genosse Regierungsbaumeister a. D. Keßler in ausführlicher und ver ständlicher Weise über„ Kapital und Arbeit". Sodann wurden ausschließlich interne Bereinsangelegenheiten verhandelt. Der Arbeitsnachweis für den Süden befindet sich Dresdenerstr. 116 bei Gründel, woselbst am Sonnabend, den 14. Februar, ein gemüthliches Beisammensein der Kollegen mit Familie stattfindet. Der Arbeitsnachweis für den Norden befindet sich Anklamerstr. 49; daselbst werden jeden Sonntag, Vormittags von 11-12 Uhr, die Beiträge vom Kassirer entgegen genommen. Achtung Lachirer! Filiale 4 der Vereinigung der Maler ze. BersanmNeue Grünftr. 14. lung am Sonnabend, den 14. Februar, Abends 8 Uhr, in Beyer's Reſtauration, Vereinigung der Drahtarbeiter. Sonnabend, Abends 8% Uhr, Verfammlung, Grenadierstr. 33. Sachverein der Marmor- und Granitarbeiter. Sonntag, den 15. Februar, Bormittags 10% Uhr, Mitglieder- Bersammlung in Deigmüller's Salon, alte Jakobftr. 48. 14. februar, Vormittags 10% Uhr, Große öffentliche Versammlung aller ArAchtung! Buchbinder und verw. Berufsgenossen. Sonnabend, den beitslosen obiger Branchen im Restaurant Gründel, Dresdenerstr. 116. öffentl. Bersammlung für Männer und Frauen im Zotale des Herrn Jördes, Reinickendorf. Sonntag den 15. D. M., Mittags 1 Uhr, Große Wallstraßen- Ecke. Schloffer! Der vom Fachverein veranstaltete gefellige Abend, verbunden mit Konzert, Borträgen und Tanz findet am Sonnabend, den 14. Februar, Anfang 8% br, beim Kollegen Gründel, Dresdenerstr. 116, statt. General- Versammlung in Feuerstein's Restaurant, Alte Jakobftr. 75. Rohrleger, Helfer. Sonntag, den 15. Februar, Bormittags 10 Uhr, Vergnügungsverein Pulcania. Am 14. Februar findet in Meißner's Salon, Gartenstr. 162, ein Wiener Mastenball statt. Freunde und Gönner sind eingeladen. Billets a 50 Pf. find dort zu haben. Oeffentliche Versammlung der geselligen Vereine Berlins findet Sonntag, den 15. Februar, Bormittags 10 Uhr, im oberen Saale der Armin Hallen, Stommandantenstr. 20, statt. Die Vorstände und Mitglieder dieser Wereine werden hierdurch freundlichst eingeladen. Boedyfir. 14. Der Einberufer: G. Kraft, Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. f. tr. Die Mitalteber der Ortsverwaltungen Berlins versammeln sich heute Abend um 9 Uhr, Stralauerstr. 43, bet Quandt. Im Verein der Waschinisten und Heiger wird am Sonntag, den Rendanten. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, sowie Bentral- Kranten- und Sterbefaffe der Metallarbeiter( E. H.Mr. 29 zu amburg) Filiale Berlin 8, Bersammlung am Montag, ben 16. Februar, abou Uhr, Manteuffelfer. 90. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bortrag des Bertrauensarztes Dr. Straus über: Lungenkrankheiten. 3. Diskussion. 4. Ber schiedenes. In dieser Versammlung ist es jedes Mitgliedes Pflicht zu er scheinen. Vereinigung der Drechsler Denschlands. Ortsverwaltung 1. fammlung am Sonntag, den 15. Februar, Bormittags 10 Uhr, bet Reßner, Ver Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Bortrag. über Eintheilung der Wahlkreise betreffend General- Bersammlung. 2. Diskussion. 3. Ürabstimmung tralifirung der Bahlstellen und Lohnfonds. 5. Verschiedenes und Fragekasten. 4. Ben= Referent wird in der Versammlung befannt gemacht. Laut Beschluß der Ver fammlung vom 11. Januar pünktliches Erscheinen Ehrenfache. mache ich bekannt, daß am Sonntag, den 22. Februar, Mittags 12 Uhr, eine Gleichzeitig kombinirte Mitglieder- Barfammlung in den Gratweil'fchen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79, stattfindet, G. Doit, Staligerftr. 7, n. 2 bo Der Verband der Möbelpoliver hält am Montag, den 16. Februar, 8 Uhr, feine regelmäßige Monatsversammlung bei Bolzmann, Abends Polizeibericht. Am 12. d. Mts. Vormittags wurde im Landwehr- Kanal, gegenüber dem Grundstück Kottbuser Ufer 61, die bereits start verweste Leiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten Mannes aufgefunden. Mittags trat eine Frau beim Absteigen von einem Bjerdebahnwagen fehl und brach den linken Fuß.- Nachmittags erschos fich ein Mann in feiner Wohnung, in der Linienstraße, mittelst Revolvers. Als Abends der Droschkentutscher Weiner an der Ecke der Französischenund Friedrichstraße vom Bock stieg, ging sein Pferd durch, so daß er überfahren wurde und anscheinend bedeutende Quetschungen an beiden Beinen erlitt. Er mußte mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden. Zu derselben Zeit brachte sich ein tiren, daß die Gefangenen es viel zu gut in den Strafanstalten während der Fahrt zwischen dem Lehrter Bahnhof und dem über das Alters und Invalidengefez sprechen. Nachher Wahl eines wenig auf das Gezeter derjenigen zu hören, die darüber lamen- bekannter, etwa 30 Jahre alter Mann in einem Stadtbahnzuge 15. Februar d. M., Nachmittags 5 Uhr, Neue Jatobftr. 24-25, Serr G. Balz Bahnhof Friedrichstraße einen Schuß in den Kopf bei. Er haben, daß sie e3, orinnen" viel besser haben wie„ draußen", daß wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. Am 13. d. M. die Sträflinge gar nicht wieder hinaus wollen," zurück in das Morgens wurde auf dem Grundstück Mittenwalderstr. 12 in alte Glend; die demzufolge gern, zu gern der besseren Vereinem Müllkasten die Leiche eines neugeborenen Kindes aufwissen möchten, Am 12. d. M. fanden sieben kleinere Brände statt. gefunden. womöglich auch für weibliche Delinquenten. Unter solchen Umständen muß es das Herz eines jeden wahren Menschenfreundes mit innigfter Freude erfüllen, daß diese staatlichen Wohlthätigund Versorgungsanstalten sich einer solchen Popularität erfreuen, wie es gegenwärtig der Fall ist. Die bürgerliche Presse weiß nämlich nicht oft genug zu berichten von der Ueberfüllung Die Aussperrung der Hamburger Bigarrenarbeiter der Gefängnisse, so daß der vorhandene Naum nicht mehr ausWie uns von berufener Seite mitgetheilt reichen will. Man muntelt deshalb schon, daß man, nachdem die ist nicht zu Ende. Kirchenbauten in Berlin beendet sein werden, mit dem Bau von neuen wird, beruht die von dem„ W. T. B." verbreitete Nachricht, die Gefängnissen beginnen werde. Und dies wäre in der That sehr Samburger Ausgesperrten hätten in einer Bersammlung be: Andreasfir. 26, ab. Tagesordnung: 1. Bortvag. 2. Distuſſion. 8. Besprechung wünschenswerth, denn heute begeht schon Mancher, der es eigentlich nicht nöthig hätte, einen Gewaltaft, nur um Ausnahme in die schlossen, auf die Bedingungen der Fabrikanten einzugehen, auf über die fernere Gestaltung des Darlehnen3. 4. Abrechnung des Verheiß erfehnte Ferienkolonie hinter Schloß und Niegel zu erhalten, einer dreiften Erfindung. Es handelt sich um eines jener wohl- gungsfomitees. 6. Verschiedenes. was bei der Ueberfüllung und dem großen Andrange bekanntlich bekannten Manöver des Kapitalismus und seiner literarischer Freien Vereinigung in Rehlig' Salon, Bergstr. 12. sehr schwer ist. Aehnliche Schwierigkeiten sollen übrigens, bei Goldknechte, die darauf berechnet sind, Verwirrung in die Reihen läufig bemerkt, auch in Bezug auf Erlangung von Arbeitsgelegenheit bestehen. fast unglaublich erscheinen, daß Jemand, der vom Glücke so be- Unterstühung zu stören und den Zuzug nach Hamburg in Be Sonntag, den 15. Februar cr., Vormittags präc. 11 Uhr: Beschließende Ver= Nach Lage der Sache muß es demnach der Ausgesperrten zu tragen, die Geldsammlungen zu ihrer Münziir. 11: Sonnabend, den 14. Februar er., Abends 88 uby, bet Senter, er wegung zu setzen, der bis jetzt Dank der vortrefflichen Organidarnach tragen kann, diesen traulichen Ort zu verlassen, und, sation der Tabatarbeiter vollständig unterbunden worden ist. einmal draußen, auch das Wiederkommen vergessen würde, wenn Die Absicht ist erkannt und muß durchkreuzt werden. Jeder zur Rückkehr in die Ferienkolonie genöthigt wäre, sofern nicht organisirte Arbeiter, jeder Genosse muß es als seine heilige Berlins und umgegend. Sonntag, den 15. Februar, Borm. 11 Uhr, Generalden mit so schuftigen Mitteln bekämpften Rüdtfehr entbinden. Doch das Wunderbare- hier wird es Gr Hamburgern den letzten Pfennig zu opfern. nach der sich so viele sehnen, durchaus nicht behagt, ist der hochdigniß. Und dieser Sonderling, dem es in der Ferienkofonie, Die Entscheidung im Stampfe steht nahe bevor. Sehen sich edle Graskleist vom Loß! Seine gräfliche Gnaden haben die Kapitalisten gezwungen, zu derartigen Lügen, wie sie sie durch sich bekanntlich an dem Gefängnißmenue, das in so großem Gegen- das offiziöse Telegraphenbureau haben verbreiten lassen, ihre faße mit seinen bisherigen„ Einnahmen" sich befindet und Zuflucht zu nehmen, so ist das der beste Beweis dafür, wie schlecht dessen Speisenrezepte bekanntlich nicht einer KochkunftSie pfeifen auf dem letzten Loche! Ausstellung entnommen sind, gründlich den Magen verdorben. es um ihre Sache bestellt ist. Auch hat ihm die„ sihende Lebensweise", ihm, der an ein flottes um so mehr Ursache haben wir, unsere Hamburger Brüder soLeben und körperliche Bewegung, die ja vielfach im Durchprügeln lange mit aller Kraft zu unterstützen, bis ihnen der Sieg, der bon Menschen bestand, gewöhnt war, gar nicht wohlgethan, so eine Frage der nächsten Tage ist, ganz geworden ist. daß seine hochgräfliche Gesundheit bedeutend gelitten hat, was Auch unser Blatt, der„ Vorwärts", ist unschuldig mit zum wurden daher alle Hebel Bewegung gefeßt, um dem Ferien- Verbreiter der lügenhaften Depesche geworden.( Siehe Nr. 36.) Koloniſten wider Willen einen Urlaub zu erwirken und die Tages- Das Wolff'sche Telegraphenbureau wandte wieder jene schon im preſſe hat sich pflichtschuldigst in letzter Zeit angelegentlichst mit den hochwichtigen Fragen beschäftigt:„ Geht er? Geht er nicht?" Reichstag zur Sprache gekommene famose Praxis an, die Depesche alle, Mann für Mann, denselben anschließt. Darum auf! Beigt, daß Ihr als zu Redaktion bereits bracht worden ist denn der illüstren Personen, die in neuerer und eine Prüfung unmöglich war. er nicht Er Uni zahlreiches Erscheinen wird er Bimmerleute! Montag, den 16. Febr., Abends 8 Uhr, Bersammlung der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Waffer- und DampfMitglieder- Versammlung. Allgemeiner letallarbeiter- Verein Berlins und Umgegend. Oeffentliche Belluer- Versammlung für den Moabiter Stadttheil am Dienstag, den 17. Februar, Abends 12 Uhr, im Lolale Spenerir. 3. Auf der Tagesordnung steht die Gründung einer gutale Moabit und bittet der Einberufer 2. Ebert um zahlreiches Erscheinen. Fachverein der Metallschrauben-, Façondreher und Berufsgenoten 1. Vortrag über Alters- und Invaliden Versicherung. Referent wird in der Bersammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Bekanntgabe der Namen Es ist Pflicht eines jeben Kollegen, durch Agitation für zahlreichen Besuch der fäumigen Darlebnsempfänger. 4. Gewerkschaftliches. 5. Verschiedenes. dieser Bersammlung zu sorgen. Neue Mitglieder werden in plejer Berfamm? lung ebenfalls aufgenommen. arbeiter! Kollegen! Mitarbeiter! Zaminenartig steigt die Zahl derjenigen An nile in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten werden, und speziell in unserent Gewerbe wird eine solche Anzahl menschlicher Arbeiter, welche durch den stetigen technischen Fortschritt aufs Pilaster geworfen Arbeitsträfte überfüffig und dem Elende preisgegeben, daß es gerade schreckendenn nöthig, daß 3hr unter ſo elenden Arbeitsbedingungen verkommen müßte e Als folgerichtig dentende Menschen fönnen wir nur eine Antwort darauf geben, und die tst: Nein!!" Es ist nicht nothwendig, daß der größere Theil der Menschheit sich ausnuten läßt, sondern es liegt im Interesse der Gesellschaft, das möglichst viele Menschen an der Probuttion theilnehmen, um so das Maß der Arbeitszeit auf das geringfle Minimum fellauſeben. Ja, werdet Ihr fagen, hände zu erlangen? Organisirt Guch! Schließt Guch enger und feſter zufammen! das sehen wir Alles sehr wohl ein, aber was sollen wir thun, um beffere Bu Stärtt Gure Organisationen so viel in Guren Sträften steht, indem Ihr Euch Mann für Mann, in der am Montag, Februar, Feuerstein's großem Saal, Alte Jakobstraße 75, stattfindenden öffentlichen Bersammlung aller in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbetter. Auf der Tagesordnung steht: 1. Die Ursachen bes Maffenelends". Referent: Kollege Franz Feldmann. 2. Berschiedenes und Fragefaften. Der Berliner Eis- und Rollschuh- Klub von 1890 veranstaltet am Sonntag, den 15. Februar, im Restaurant Roll( früher Dtto), Adalbertftr. 21, feinen ersten Damen- bend. Anfang 5 Uhr. Freunde und Gönner des Etsund Nollschuh- Sports sind eingeladen. Billets Herren 30 Pf., Damen fret, sind beim Vorsitzenden Herrn W. Jander, Brizerstr. 9, zu haben. Bolksversammlung am Mittwoch, den, 18. Februar, Abends 8 Uhr, tm Saale des Feenpalastes, Burgstraße( neben der Börse), einberufen vom Verein für Bonentarif Reform. Reichstags- Abgeordnete aller Parteien, auch der fozialdemokratischen, sind eingeladen worden und haben ihr Erscheinen in Aussicht gestellt. Freie Vereinigung selbständiger Barbiere und Friseure. Sigung am Montag, den 16. Februar, Abends 9 Uhr, bet Düter, Kaftanten- Allee 63. Tagesordnung: Berlesen des legten Protokolls. Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes. Kollegen als Gäste wiltommen. Verband der Porzellanmaler und Berufsgenossen Berlins. Montag, den 16. Februar cr., Abends 8% Uhr, Monats- Bersammlung bet Feuerstein, Alte Jafobstraße 75. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kaffenbericht vom 4. Quartal. 3. Neuwahl eines ersten Borsitzenden. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erbeten. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 15. Febr., Borm. 10% Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Wille über: Die Beweise" vom Dasein Gottes". Abends 7 Uhr: Gesellige Versammlung; Herr 2. Henning, Die Sintfluth. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, Filiale 4, ( G. 5. 20 und 89, Hamburg). Sonntag, den 15. Februar cr., Nachm. 4 Uhr, Mitglieder- Versammlung mit Damen im Lotale Frankfurter Allee 72 und 73. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Rehfisch über:" Selbstmord". Mit gliedsbuch oder die ausgegebenen Karten legitimiren. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 15. Februar, Abends 6% Uhr, Berfammlung in den Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20: Bortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„ Der Werth des Lebens". Nachdem Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands.( Bahlstelle Rirdorf und Umgegend). Versammlung am Sonntag, den 15. Februar cr., Borm. 10% Uhr, in Hoffmann's Lotal, Bergstraße 133. Verein der Sattler und Fachgenoffen. Am Sonnabend, den 14. Febr., defend Diskutirklub Abends 8% Uhr, bei Reyer, Alte Jatobftr. 83: Versammlung. Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend. Feuerbach" im Lotale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. eine", Abends 9 Uhr, im totale des Herrn Zechlin, Hornstr. 11. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein, Freundfchaft", Friedenstr. 48 bei Tolltühn.- Gefangverein" Sanges Echo," Staltzerftraße 142 bei Greifer. Gefangverein 2yrania", Landsbergerftraße 31 bei Musehold. Grüne Eiche", Rigdorf, Knesebed- und Hermannstr.- Ecke bei Betler. 1. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag des Herrn Rob. Flator: Das Elend in | Fachverein der Weber. Große Berfammlung am Montag, den 12. Februar in jeder Weise Protest; er beschloß ferner, befagte 16. Februar, Abends 8 Uhr, bet Seife, Lichtenbergerftr. 21. Tagesordnung: Resolution im Vorwärts" zum Abdruck zu bringen. Mit der der sausindustrie, insbesondere der Weber hier und außerhalb. 3. Disfuffion. Bitte um baldigen Abdruck obiges zeichnet 4. Berschiedenes und Fragetaften. Alle Arbeiter der Hausinduftrie sind eingelaben, insbesondere auch die Selbstständigen. Abgeordnete der Sozialdemo fratte find eingeladen. Gäste haben Zutritt. " Achtungsvoll Die Redaktion. Depeschen. Der Vorstand J. A. H. Voigt, Schriftführer, Oppelnerftr. 15 Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Gefangverein" Phönig". Steinmegstr. 76, bet Lemm. Aufnahme neuer Mitglieder. Wir nehmen feinen Anstand, vorstehende Erklärung abzuGefangverein der Offenbacher Sängerfranz", Deutscher Hof. Ludauer: drucken, bemerken aber, daß Genosse Liebknecht sich nicht veranlaßt straße Nr. 15, Uebungsstunde um 9 Uhr. Gäste willkommen. Mufitverein Vorwärts" Abends 8-10% Uhr, Annenstr. 14, part. Bitherflub sieht, von seinem Standpunkte abzuweichen. " Waldrose", Abends 9 Uhr bei Kleemann, Laufigerstr. 41.- Bitherklub, arTambour monte", 9 Uhr Uebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplag 7. Berein ,, Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, Waterloo- Ufer 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Berliner Turngenossenschaft. 8. Männer Abtheilung. Abends 9-11 Uhr. Lübeck'scher Zurnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung turnt Abends 8-10 Uhr. Der Zurnsaal befindet sich Königstädtisches Gymnaftum, Elisabethstraße 57-58. Stattlub Ramsch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung London, 13. Fabruar. In Chamber Street, Whitechapel, in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genoffen sind freundlichst wurde heute in früher Morgenstunde die verstümmelte Leiche eingeladen. Stattlub ,, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. Theater- Gesellschaft Schneeglöckchen" im Lotal" Beteranen einer ermordeten Frauensperson aufgefunden. Die Polizei glaubt, straße 9 bet Wettin. Theater- Verein" Giaconda", Abends der berüchtigte Frauenmörder Jack der Aufschlizer" sei wieder 9 Uhr, Sigung. Verein ,, Lustige Brüder", Abends 9 Uhr, Brüderstr. 26. Vergnügungs- Berein" Lustige 13", Abends 9% uhr, bei aufgetaucht. Siebzeit, Wrangelfir. 30. Gäste willtom. Vergnügungsverein Sorgen= brecher", Mendelssohnstr. 4, Sigung mit Damen. Gäste willkommen. Roller'scher Stenographen- Berein Süd- West Berlin", Abends 8% Uhr, im Restaurant Körner, Barutherstraße 1, Unterricht und Uebung. Sprechlaal. Privat: Die Redaktion fellt die Benugung des Sprechfaals, soweit Raum dafür abzuIntereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Werthe Redaktion! Briefkaffen der Redaktion. K. S. In heutiger Nummer finden Sie Ihre Einsendung. D. A. 100. Wir sind leider nicht in der Lage, Ihnen Ausfunft ertheilen zu können. Der zweite Theil Ihrer Frage ist zu unbestimmt gehalten. Der Rothe aus der Hagelsbergerstraße. Mit der Zucht und Behandlung von Goldfischen befassen wir uns nicht. Wir können Ihnen daher auch keine Auskunft ertheilen, woran es liegt, daß Ihre Fische sterben. E. B. Hagen. Wenden Sie sich an den vorgesetzten Der Lese- und Diskutirklub„ Süd- Ost" beschloß in der letzten Truppentheil. Sihung vom 12. Februar d. J. folgende Resolution: Der Lese5. 1000. Wenden Sie sich an die Firma Brasch u. Rothenund Diskutirklub„ Süd- Ost" erhebt gegen das Verhalten des stein, Friedrich- und Französischestraßen- Ecke. Genossen Liebknecht, in Betreff der Briefkasten- Notiz vom j Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg nnd Umgegend. Montag, den 16. Februar, Abends 1/2 Uhr: Große öffentliche Versammlung in der Schloss Brauerei" zu Schöneberg. Zages Ordnung: 108 1 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Otto Heindorf über: Die Rampfesweise unserer Gegner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Genossen von Schöneberg! erscheint in der Versammlung alle Mann, zeigt, daß Ihr gewillt seid, Hand ans Werk zu legen für die gerechte Arbeiterfache, indem Ihr alle dem ArbeiterBildungsverein beitretet. Der Vorstand. Verband der Vergolder, GoldleiftenArbeiter u. Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr: Monats- Versammlung in Scheffer's Salon, Insel- Straße Nr. 10. Zagesordnung: 1. Begründung über die Anschuldigung der Drtsverwaltung durch die Herren Sprenger und Gerendt. 2. Neuwahl der in der Generalversammlung am 19. Januar per Afflamation gewählten Vorstandsmitglieder. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. 316 Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Ortsverwaltung. Verein der Klempner Berlins und Umgegend. Sonntag, den 15. Februar, Vormittags 10% Uhr: Große Versammlung in Barta's Salon, Berg- Straße Nr. 120 in Rixdorf. Lages Ordnung: V 187 1. Vortrag:„ Das Recht auf eine kulturwürdige Menscheneriftenz." Referent: Herr Max Bräuer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragefaften. Gäste willkommen. Die Mitglieder werden ersucht, die Beiträge besser zu entrichten! Heute wurde ausgegeben: Der Vorstand. Die Neue Zeit. Berliner Volks- Brauerei 47-49 Alt- Moabit 47-49. Sonntag, den 15. Februar; Eröffnung der Bock- Bier- Saison in dem festlich dekorirten Ausschant- Lokal. Jeden Sonntag von 4 Uhr ab: Grosse Bock- Concerte. Bon 612 Uhr ab: Bock- Fest- Vorstellungen. Bock Bier in Flaschen 25 Flaschen für 3 k.; helles Lagerbier 32 Flaschen für 3 k.; dunkles( Münchener) 30 Flaschen für 3 Mk. Bestellungen auf Bock- Bier in Flaschen und Gebinden werden prompt erledigt. Telephon Amt III. Nr. 3979. 170 L G. Scharnow's älteste und anerkannt leistungsfähigste Uhren- Fabrik En gros Berlin S., Export Oranienstr. 152, Ece Morigplatz, besteht seit 1860. Anert. beste Bezugsquelle. Nickel- Remontoir- Uhren von 10-15 M. Silberne Remontoir- Uhren v. 17 M. an Goldene Damen- Uhren.. v. 20 M. an do. Ancre- Herren- Remontoir- Uhren. Regulateure , v. 50 M. an v. 8 M. an • . do. in polirtem Nußbaum- Gehäuse, ca. 1 mtr. • lang, 14 Tage gehend v. 14 M. an Wecker- Uhren in verschied. 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Die zweite Berathung des Einkommensteuer- Ge seyes wird fortgesetzt und zwar wird fortgefahren in der Debatte über die Bestimmungen wegen der Besteuerung der Aktiengesellschaften und Konsumvereine. Abg. Menner( 3) empfiehlt seinen Antrag wegen der BeSteuerung der Konsumvereine. M Sonnabend, den 14. Februar 1891. 8. Jahrg. selben Standpunkte, daß eine Doppelbesteuerung nicht vorliegt, steuert werden. Der Agent, der hier blos auftauft, hat noch kein aber wenn wir auch Tage lang darüber sprechen würden, so Ginkommen. Die Agenturen sollen bezahlen von den Geschäften, würden wir uns doch nicht verständigen. Ich bleibe dabei, daß welche in Preußen zum Abschluß kommen. die Kommissionsbeschlüsse am besten sind, aber wenn eine Verständigung über den Antrag Achenbach erzielt werden kann, so bin ich bereit, für denselben zu stimmen. Ein von tonservativer Seite gestellter Schlußantrag wird abgelehnt. Abg. Ridert: Die Debatte hat jeht dazu geführt, daß der Vorschlag der Kommission nicht die Mehrheit erhält. Wir werden auch für den Antrag Achenbach stimmen, obgleich wir nicht ver fennen, daß derselbe auch mehrfache ungerechtigkeiten und Härten enthält.( Hört! im Zentrum.) Nur möchte ich den Borbehalt machen, daß wir in der dritten Lesung eine Nenderung vornehmen. Abg. v. Cuny beantragt, die Debatte zu vertagen, da sich vielleicht bis morgen ein Ausweg finden würde, der beide Theile befriedige. Darauf wird die weitere Berathung bis Freitag, 11 Uhr, vertagt. Lokales. Geheimer Finanzrath Wallach: Es ist in dieser BestimEs wird uns geschrieben: Zu der am 16. Februar be mung nur von eingetragenen Genossenschaften die Rede; nur vorstehenden Wahl hatte ich am letzten Sonntag Gelegenheit, Konsumvereine, welche eingetragene Genossenschaften sind, tönnen besteuert werden. Bei anderen Konsumvereinen fehlt es Abg. Windthorst( 3.): Der Schlußantrag war sehr einige Wahlaufforderungen auszutragen und zwar bekam ich die an der Möglichkeit, sie zu besteuern, denn sie haben keine juristische unzeitgemäß gestellt, denn die Situation hat sich vollständig ge- Häuser Alte Jakobstr. 33 bis 37. Da ich bei Nr. 37 anfing, die Person. ändert. Das Abkommen, welches in der Kommission abgeschlossen init Namen versehene Rouverts auszutheilen, hatte ich Nr. 33 Abg. Parifins( dfr.): Daß die Konsumvereine und Genoffen war, wird preisgegeben; Graf Limburg läßt es fallen, trozdem zuletzt übrig, mit vier Adressen. Dieses Haus ist aber die neben schaften einen so sehr großen Betrieb entfalten, der steuerfrei bleibt, er es für das Beffere hält gegenüber dem Antrag Achenbach. dem Orpheum gelegene Schule bez. Waisenhaus und waren die sei durchaus nicht zutreffend, die Steuereinschätzung fann ja Dieſem Antrag stimint Herr Rickert zu, obgleich er die ungerechtig- Adressaten 1. der Portier, 2. ein Lehrer, 3. der Herr Direktor aus den Listen und Genossen, aus der Zahl ihrer Geschäfts- feit desselben anerkennt. Der Finanzminister hält den Antrag für und 4. der Hausvater, Herr Jdes. Da ich nun Gelegenantheile u. f. w. ermitteln, welchen Gewinn jeder einzelne Genosse ausführbar, ohne zu sagen, wie er durchgeführt werden soll. heit hatte, die beiden erfgenannten Adressen zuerst zu erledigen, aus der Genossenschaft zieht. Deshalb ist es durchaus nicht noth- Durchführbar ist er nur bei großen Banten, aber nicht für die kam als dritter der Herr Ickes an die Reihe. Nach dem üblichen wendig, die Genossenschaft als solche zu besteuern, zumal die kleinen Leute,( Beifall.) Es ist mir recht interessant, daß Graf Anklopfen an seinem Amtszimmer öffnete mir ein in den Steuer hauptsächlich die kleinen Produktiv- und Rohstoff- Limburg für das Großkapital gegen die kleinen Leute auf fünfziger Jahren( 50-53 Jahre) stehender Herr, worauf ich ihm Genossenschaften trifft, also hauptsächlich Ileine Leute. Diese tritt.( Bustimmung un Zentrum.) Gine Aktiengesellschaft ist das betr. Kouvert überreichte. Auf die Frage, was dies sei, antfleinen Leute werden in den untersten Steuerstufen sein, also zum eine durch Gesetz geschaffene juristische Persönlichkeit, unabhängig wortete ich, er würde ja sehen, einer Antwort bedürfe es nicht, Theil steuerirei oder doch nur mit einem Steuerfaße von 1 v. H. von physischen Personen, welche Gewinne macht durch großartige worauf ich mich entfernte. Ich hatte jedoch noch keine 10 Schritte besteuert. Hier werden sie dann in der Genossenschaft mit 3 bis Geschäfte, welche dazu beiträgt, das kleine Kapital zu vernichten. gethan, als mich der betreffende Herr schon wieder zurück rief, 4 v. H. bejteuert. Wenn der Bertreter des Finanzministeriums( Sehr richtig! im Zentrum; Widerspruch links.) Deshalb ist es mit der Frage: Haben Sie dies hier gebracht?" Auf meine erklärt, daß nur eingetragene Genossenschaften besteuert werden durchaus in der Ordnung, diese Persönlichkeit zur Steuer heran- bejahende Antwort forderte er mich auf, nochmal mit in sein können, dann fallen die großen Konsumvereine: der Breslauer, zuziehen. Wir können nichts Bedenklicheres thun, als derartige Amtszimmer zu kommen; dort angelangt, maß er mich erst einen der Offizier und der Beamten- Konsumverein nicht unter das Brivilegien für das Großkapital schaffen.( Bustimmung im Augenblick von oben bis unten und es schien mir, als ob er sich sehr wunderte, mich so jung( ich bin nebenbei bemerkt erit 21 Jahre Gesetz. Die großen bleiben also steuerfrei, die Konfum- Zentrum.) vereine der kleinen Leute aber werden besteuert. Die Abg. v. Hammerstein( I.): Ich will nur feststellen, daß ich alt) und schon so verdorben zu sehen und sagte mir dann wört Dividenden der Konsumvereine sind gar nicht zu vergleichen meine Stellung in Bezug auf diese Frage nicht geändert habe. lich: Was soll dies eigentlich bedeuten? Und auf meine Antwort mit den Dividenden der Aktiengesellschaften, sondern lediglich Der Antrag Achenbach enthält eine schwere Gefahr. Wenn wir daß dies eine Wahlaufforderung, gleicher Zeit aber die er in der Wählerliste unter ein Preisaufschlag, der angesammelt und nachher vertheilt wird. Das Gesetz so tonitruiren, daß den Attienbesigern ihre Steuern Benachrichtigung sei, daß In Zukunft wird der Fiskus auch von diesen gemeinnützigen zurückbezahlt werden, dann wird die Unzufriedenheit sich sehr der angegebenen Nummer eingetragen sei, antwortete er mir Husgaben feine Steuer abziehen. Die erzieherische Wirkung der bald bemerkbar machen im Lande. Genossenschaften wird beeinträchtigt durch die Besteuerung der- Abg. v. Kardorff( frk.): Wenn Herr Windthorst die Kon-„ Das habe ich bereits amtlich zugeschickt bekommen und felben, deshalb ist es besser, diese Bestimmung zu streichen. sequenz aus seinen Anschauungen ziehen wollte, dann müßte brauche Ihre Benachrichtigung nicht; überhaupt verbitte Abg. v. Tiedemann- Bomst( frt.): Die Einwendungen gegen er die Beseitigung der Steuerfreiheit von 3/2 v. H. des Attien- ich mir das ein für alle Mal, daß sich die sozialdie Vorlage treffen nicht zu, in Zukunft werden die Konsum fapitals beantragen, durch welche jetzt auch die ausländischen demokratische Partei mit meiner Person befaßt, vereine, von denen hier geredet worden ist: der Breslauer Konsum- Kapitalisten von der Stetter befreit werden.( Beifall.) bestellen Sie dies nur; übrigens werde ich dies der verein, weil er eine eingetragene Genossenschaft ist, der Offizier Damit schließt die Debatte. sozialdemokratischen Partei schriftlich mit verein, weil er einen offenen Laden hat ut. s. w. zur Steuer heran- Der Antrag Schmieding wird abgelehnt. Bei der nament- theilen und mir dies sehr energisch ver gezogen werden.( Widerspruch links.) Redner empfiehlt den An- lichen Abstimmung über den Antrag Achenbach stimmen nur die bitten." trag des Herrn v. Achenbach, welcher Doppelbesteuerung der Nationalliberalen, die Freifinnigen und die Polen geschlossen für Mit der Antwort, daß ich dies recht schön ausrichten werde, Aktiengesellschaften entgegentreten will. Wer die Doppel den Antrag, alle anderen Parteien spalten sich, von den Frei- empfahl ich mich dem Herrn, um einige Thüren weiter beim besteuerung des Grundbesizes abschaffen will, darf diese Doppel- konservativen stimmt der größere, von den Konservativen und dem Direktor anzuklopfen. Dies muß wohl Herr Ickes gehört haben, besteuerung nicht neu einführen, auch nicht aus dem Grunde, Zentrum der kleinere Theil für den Antrag; der Minister Herr denn als ich dem Herrn Direktor das Kouvert ebenso ftill, wie er daß dadurch der Kreis derjenigen Personen, welche an der Be- furth stimmt als Abgeordneter gegen denselben. es mir abnahm, übergeben hatte und wieder auf den Flur zurück feitigung der Doppelbesteuerung ein Interesse haben, vergrößert Der Antrag von Achenbach zu§ 16 wird mit 188 gegen trat, stand der Herr Hausvater wieder vor mir und eröffnete mir, wird. Eine Doppelbesteuerung der Aktiengesellschaften ist 177 Stimmen angenommen. Alle übrigen Abänderungsantrage ich solle, falls ich noch mehr im Haufe abzugeben hätte, dies alles um so weniger zu billigen, weil wir ein kapitalarmes Land werden abgelehnt.§ 1 Nr. 4 wird mit 260 gegen 102 dem Portier übergeben, der das Weitere besorgen würde. Ich konnte sind; die Besteuerung der Aktiengesellschaften würde das Kapital Stimmen angenommen; so daß nunmehr die zur Debatte Herrn Ickes nun leider keine andere Antwort geben, als daß ich gestellten Bestimmungen lauten:§ 1. Ginkommensteuerpflichtig bereits fertig sei, ich sonst aber seinem Wunsche gerne nachfind Nr. 4: Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf gekommen wäre. Nun, so machen Sie, daß Sie herauskommen, Aktien und Berggewerkschaften, welche in Preußen einen Siß denn Sie haben hier nichts mehr zu suchen," war das letzte, was haben, sowie diejenigen eingetragenen Genossenschaften, deren ich hörte. Geschäftsbetrieb über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht. Jedenfalls hat der Herr Angst, daß durch mich eine solche Ronsumvereine mit offenem Laden unterliegen der Einkommen- Menge sozialdemokratischer Lust mit hereingeschleppt worden ist, steuer. daß die armen Schultinder dieselbe am Montag noch einathmen müßten, wenn ich nicht bald das Haus verließe. Ein sehr geistreiches Mittel, das ev. Nausschmeißen. abschrecken, Folgendes: " Abg. Hammacher( natt.) spricht seine Freude darüber aus, daß die Vorlage auch im Lande Antlang finden wird. Aber es würde sehr bedauerlich sein, wenn hier eine Doppelbesteuerung eingeführt würde. Es herrschen im Lande Gegensätze genug, des halb sollte man den Versuch, diese Doppelbesteuerung abzu wenden, machen. Wo es ein gutes Ziel giebt, da giebt es auch einen guten Weg. Der Antrag des Herrn v. Achenbach ist ein 8 16. Als steuerpflichtiges Ginkommen der im§ 1 Nr. 4 beannehmbarer Vorschlag. Es wird als ein Privilegium der zeichneten Steuerpflichtigen gelten unbeschadet der Vorschrift im Aktiengesellschaften hingestellt, Inhaberpapiere auszugeben. 6 Nr. 1 die Ueberschüsse, welche als Aftienzinsen oder Aber sind nicht gerade Wir erhalten folgendes Schreiben: Sie empfahlen kürzdie kleinen Aktiengesellschaften Dividenden, gleichviel unter welcher Benennung, unter die Mitgezwungen, ihre Attien auf Namen auszustellen? auszustellen? Sind glieder vertheilt werden, und zwar unter Hinzurechnung der zur lich im Brieflaften das Neustolze'sche Systemt als die beste Kurznicht die Bergwerks- Gesellschaften ganz anders konstruirt Tilgung der Schulden oder des Grundkapitals, zur Verbesserung schrift. Wenn Sie das Roller' sche System gekannt hätten, als die Aktiengesellschaften, und troßdem zieht man sie leichten oder Geschäftserweiterung, sowie zur Bildung von Reservefonds hätten Sie gewiß diesem das Wort geredet. Das Stolze'sche Herzens zur Steuer heran? Die Verzeichnisse der Aktien, welche soweit solche nicht bei den Versicherungs- Gesellschaften zur System erfordert eine Gymnasialbildung; das Roller'sche wird auf Namen lauten, die Kugenbücher der Bergwerksgesellschaften Rücklage für die Versicherungssummen bestimmt sind verschon von 9jährigen Voltsschülern erlernt. Jest z. B. giebt Herr Lehrer Woitech in Rybnick einen Kursus an 50 seiner Schüler, geben den Nachweis über den Besitz von Antheilen, so daß der wendeten Beträge. Besitzer zur Steuer herangezogen werden kann. Diese soliden Demjenigen Steuerpflichtigen, welcher nachweislich Aktien und in Chemnih, Reichenbach im Vogtl., Stralsund, Bromberg, Besizer sollte man von der Doppelbesteuerung befreien. Würde oder sonstige Antheile an den nach§ 1 Nr. 4 steuerpflichtigen Ge- Loitmart in Holstein und an anderen Orten find ähnliche Kurse An der Webeschule zu daß Ihr Gerechtigkeitsgefühl nicht ausreicht..... der Antrag abgelehnt werden, so ginge in das Land der Eindruck, sellschaften während des ganzen, dem Veranlagungsjahre vor mit dem besten Erfolge gegeben worden. ( Lebhafter angehenden Steuerjahres eigenthümlich besessen und die auf dieses Glochau unterrichtet ein Weber zur Zeit ca. 50 Arbeiter in der Sundert Jahr fallende Dividende bezw. Zinsen, Ausbeute oder sonstigen Roller'schen Stenographie,- ein Beweis, daß sie auch für den Im Fortbildungsverein sür ſieuerfrei!) Das ist mir nicht ausreichend, auch im Interesse des Gewinnantheile bezogen und dieses bei der Deklaration ausbrück- Arbeiter leicht erlernbar ist. 3lt Leipzig wird seit einigen Jahren nur Fiskus nicht. Der Antrag Achenbach geht weiter und schüßt die lich angegeben hat, wird der auf dieses Ginkommen entfallende Arbeiter noch das Roller'sche System gelehrt und die dortige foliden Besitzer, sichert ihnen auch ihr staatliches und kommu- Antheil der Einkommensteuer erstattet. sich ihre Stenographen nales Wahlrecht in ausreichendem Maße. Justitia est funda- Der Nachweis ist bei derjenigen Verwaltungskommission zu Polytechnische Gesellschaft holt mentum regnorum namentlich auch in Bezug auf die Steuer- erbringen, in deren Bezirk die nach§ 1 Nr. 4 steuerpflichtige Ge- zur Aufnahme von Vorträgen seitdem aus diesem Verein. An der Hamburger Handelsakademie wurden früher alle Systeme ge frage.( Beifall links.) sellschaft ihren Siz hat. Abg. v. Eynern( natt.) erklärt sich gegen die Besteuerung Für die Kommunalbesteuerung und für die Ausübung des lehrt. Im Jahre 1889 erlernten von 105 Schülern 103 das der Aktiengesellschaften, welche eine Doppelbesteuerung ent- Wahlrechts tommt die volle veranlagte Steuer ohne Abzug der Roller'sche System. Ge beruht dies auf der viel größeren Kürze halte. Nicht auf die Konkurrenz der Kleinen Staaten komme es erstatteten Steuerbeträge in Betracht. Die näheren Bestimmungen, und leichteren handlichen Ausführbarkeit des Roller'schen gegenan, sondern auf die Konkurrenz der europäischen Großstaaten England insbesondere über die Berechnung der zu erstattenden Steuer über dem Stolze'schen System. Bei Roller schreibt man fast u. f. w. Wenn unsere Großindustrie den Wettbewerb aushalten beträge und die Erbringung des Nachweises werden von dem durchgängig auf einer Linie, bei Stolze immer auf dreien; bei Stolze muß man fortwährend dick und dünn schreiben, bei Roller joll, dann mußte man bei der Besteuerung der Aktiengesellschaften Finanzminister erlassen. die Schutzzollschranken erhöhen. Daß die Aktiengesellschaften in Im Falle des§ 2b gilt als steuerpflichtiges Einkommen der schreibt man, wie die natürliche Handführung es ergiebt. Diese den legten Jahren so hohe Dividenden gegeben haben, wie man jenige Theil der vorbezeichneten Ueberschüsse, welcher auf den und andere Borzüge haben dem Roller'schen System im Laufe hier vorgeführt, bestreite ich. Geschäftsbetrieb in Preußen bezw. auf das Einkommen aus von 15 Jahren troß aller Ronkurrenz schon die dritte Stelle in Deutschland eingeräumt, denn es hat das schon vor 30 Jahren Finanzminister Miquel: Ich habe kein Gehl daraus ge- preußischem Grundbesige entfällt. Nach einem von der Kommission beschlossenen Zusatz zu aufgetretene Arend'sche System schon fast um das Doppelte an macht, daß die Regierung diese Frage für eine komplexe Frage hält. Sie hat die Gründe für die Besteuerung für überwiegend§ 2 sollen auch Agenturen auswärtiger Häuser in Deutschland Ausbreitung und praktischer Bethätigung überholt. Bei Stolze erlernt man in 15 Stunden eigentlich nur eine Unterstufe, gehalten, aber die Gegengründe dadurch anerkannt, daß sie die unterliegen. Steuerfreiheit für 3 v. H. des Kapitals vorgeschlagen hat. In der Abg. von Eynern beantragt, diesen Zusatz zu streichen, denn zum Praftiziren muß man sich entweder die Alt- Stolze'schen Volksvertretung scheint man die Gründe für die Besteuerung eben- denn die auswärtige Firma werde eine Deklaration über ihren 1000 Siegel-" oder die jetzigen" Simmerlein'schen Kürzungen" hinzulernen, die viel Zeit und Geistestraft erfordern. Bei Roller falls für überwigend zu halten, ist aber bemüht, die Härten Verdienst niemals geben. zu beseitigen. Die Ginen stellen sich auf den Standpunkt Berichterstatter von Jagow erklärt, daß nicht die Agenten, wird das ganze System in 4-5 Stunden gelehrt und kann sich ein jeder hiervon überzeugen. der Vorlage, die Anderen suchen nach anderen Sicherheiten. Mir sondern die Firma die Deklaration angeben sollen. scheint die Regierungsvorlage noch das Beste zu sein, namentlich In demselben Sinne spricht sich Abg. Peters aus. Der Es hatte fich das nubegründete Gerücht verbreitet, spricht für sie die Einfachheit des Weges. Andererseits läßt sich Zusas sollte nur den Begriff Handelsanlagen genauer definiren. nicht verkennen, daß, wenn man eine Doppelbesteuerung findet, Abg. von Eynern: Der Begriff der Handelsanlage ist Herr Dr. Egbert Müller, dessen Aufrichtigkeit niemand bezweifelt sei über gewisse Vorgänge in spiritistischen Kreisen flußig geDer Antrag Achenbach diese Doppelbesteuerung vollständig aus flar genug. schließt für die inländischen Aktionäre, während die ausländischen Geheimer Finanzrath Wallach hält den von der Kommission worden und einem Sfeptizismus anheimgefallen, der den Anvoll betroffen bleiben. Aber der Antrag bringt auch manche beschlossenen Zusatz doch für eine Verbefferung. Wenn das hängern der vierten Dimension vielleicht ihren bewährtesten, Schwierigkeiten und manche Aktionäre werden schwer in der Lage auswärtige Haus nicht deklarirt, so wird es von der Kommision jedenfalls ihren sympathischsten Kämpen dauernd entziehen werde. sein, den Nachweis des dauernden Besitzes der Aktien zu führen. eingeschätzt werden.( Buruf: Wenn es aber nicht bezahlt!) Be- Verleumdung oder Irrthum! Herr Dr. Egbert Müller hat sich, Wir sind aber nicht der Meinung, daß der Antrag Achenbach zahlen wird es schon, denn das auswärtige Haus wird doch Ver- wie der„ Börsen- Kourier" schreibt, selbst dementirt; er hat weder der mediumistischen Sache" seine Dienste, noch uns seine, unausführbar ist:( Sehr richtig!) Das Veranlagungsverfahren mögensobjekte in Deutschland haben. genug entbehrte Mitarbeiterschaft gekün überlassen. gerichtet: wird durch den Antrag nicht gestört; die Frage, ob Ansprüche Abg. v. Eynern: Gin Agent hat nicht bloß für ein, son- allerdings lange auf Rückerstattung begründet sind oder nicht, fann nachher in dern oft für eine ganze Reihe von Häufern die Vertretung; er digt, vielmehr nachstehenden Brief, den wir, einem stillschweigenRuhe erwogen werden; wenn auch viel Schreiberei verursacht verkauft nicht nur, sondern fauft auch. Das Leytere ist aber den Abkommen gemäß, ohne jede Menderung wiedergeben, an uns mhed, so kann ich doch die Entscheidung dieser Frage dem Hause gar nicht berücksichtigt. Abg. Guneccerns hält es für richtig, daß die Vertretungen Verehrliche Nedaktion! Ihre Zeitung hat ja wahrlich nicht Abg. Goldschmidt( dfr.): Ich freue mich, daß der Minister großer auswärtiger Unternehmungen, zum Beispiel der Lebens- die Schwäche, unbequeme Thatsachen der Wahrheit kurzer Hand Sem Antrag Achenbach sultimmt. Ich bin ein großer Freund versicherungen, hier besteuert werden, mögen die Vertretungen abzuwehren; aber wohl den Muth, Irrthümern, wo solche Sie wähnen, näher zu treten, um sie im Bublifum sich klären zu lassen. der Selbsteinschägung, aber ich könnte niemals dem Gesetze meine nun Filialen oder Agenturen heißen. Abg. Stengel: Die Sache ist doch nicht recht ver- Nun ist durch Ihre, wie viele andere, viel gescholtene, aber Abg. Pleßt( 3.) tritt für die Beſtenerung der Genossen- ständlich. Wenn wir hier die Agenten treffen, wird man es im gleichwohl bis in die besten rationellen Leserkreise hinausreichende und hier recht sehr gern gelesene Zeitung, vor gar nicht langer schaften und Konsumvereine ein, welche den kleinen Unternehmern Auslande mit unseren Agenten ebenso machen. Finanzminister Miquel: Der Zusaz ist wohl falsch auf Beit die mit abscheulicher Intrigue abscheulich entſtellte, uralte Abg. Graf Limburg- Stirum( t): Ich stehe noch auf dem gefaßt worden. Es sollen Filialen und ständige Agenturen be- Leipziger garstige Affäre mit dem Medium Frau Baleska Töpfer erheblichen Schaden zufügen. nung Versammlungen. Zimmerlente. wurde. M übel aufgefrischt und im Publikum weitergetragen worden Harmonie zwischen Kapital und Arbeit zu Stande zu bringen. Jeinstimmig angenommen: Alle Anwesenden erklären sich mit den ( Nr. 466, 1890). Aber Frau Valeska Töpfer ist dennoch leicht Bor seiner Abreise jedoch war schon in dem„ Allgemeinen deut Ausführungen des Referenten einverstanden. Sie erkennen den das größte Medium, das Deutschland je bisher gehabt hat! schen Arbeitervereins" die Frage lebhaft erörtert worden, ob es augenblicklichen großen Nothstand unter den Arbeitern an und zu ihrer glänzendsten Rechtfertigung geschieht es, daß in unseren nicht zweckmäßig wäre, ebenfalls eine Gewerkschaftsbewegung drücken ihr Bedauern darüber aus, daß die StadtverordnetenLagen des neuerwachten Interesses für den Spiritismus, ja des neben der politischen zu schaffen. Trotz heftigen Widerspruchs Versammlung eine Initiative zur Linderung nicht ergriffen hat. Begehrens nach dem Spiritismus, die alte Kraft des berühmten wurde 1868 von Schweizer und Fritsche in Berlin eine allge- Die Anwesenden erkennen ferner, daß Hilfe nur durch eigene Kraftzu Mediums wieder hervorbrechen will: Frau Valeska Töpfer ist meine Gewerkschaftskonferenz einberufen, auf welcher 206 Delegirte erringen sei, und beschließen deshalb, die Reformpläne der Sozialwieder im Stadium erstaunlicher Materialisationen! G3 be- 142 000 Arbeiter vertretend aus 110 Orten erschienen waren. demokratie mit allen Mitteln zu fördern und zu unterstützen. ginnen ganze Astralgeſtaltungen von dem gefesselten Medium Hier wurde ein Generalrath eingesetzt, welcher die gesammten Unter Verschiedenem wurde vom Vorsitzenden bekannt gemacht, auszugehen und der Séance- Gesellschaft zu nahen. Ich habe Gewerkschaften einheitlich regeln sollte. Auch seitens der Sozial daß die Einrichtung eines Arbeitsnachweises nicht durchzuführen dafür als intelligenteste Zeugen Personen aus der gelehrten und demokraten, Eisenacher Richtung, begann man zu dieser Beit sei, da die meisten Arbeitgeber sich weigerten, Leute zu beschäf aus der höheren und höchsten Gesellschaft Berlins. Der Gewerkschaftsassoziationen, jedoch schon internationalen Charakters, tigen, welche im Fachverein sind. Der Arbeitsnachweis könnte alte hohe Ruf der Frau Valeska Töpfer aus den Tagen zu schaffen. Inzwischen suchte auch Hirsch seine Studien zu ver deshalb nur indirekt geführt werden. Zöllners und Hellenbachs von Leipzig und Wien hat in werthen. Anfangs hatten seine Gründungen einen großen Zuspruch Berlin sich wieder zur Unerschütterlichkeit gebracht mit der zu verzeichnen, nach dem ersten Fiasko aber und nachdem sie die Eine öffentliche Versammlung der Fabrikarbeiterinnen, Hebung mediumistischer Kraft aus der Senkung einiger Jahre. Unterstützung der Unternehmer verloren hatten, gingen sie immer einberufen von der Agitationskommission derselben, tagte am Vielleicht auch, daß unsere Zeit eine Zeit wieder der Entwicklung mehr zurück. Redner geht dann auf die Entwickelung Montag, den 2. Februar, unter Leitung von Treuherz, Frau und Mehrung der Mediumität. In Berlin ist ganz fürzlich in der eigentlichen Fachorganisationen ein, welche in der primitivsten Wußmann und Frau Mekel. Den Vortrag über Arbeitszeit und der Französischen Straße ein hellsehendes Medium erstanden, das Form lokaler Art waren und kommt bei einer eingehenderen Arbeitslohn und deren Einfluß auf die Lebenshaltung der Arin seltenst vorkommender Weise direkte Geisterschrift" erlangt untersuchung, welche Organisation die zweckmäßigste sei, zu dem beiterinnen hatte Sündermann übernommen, und er erzielte für hat; und weiter ist in diesen Tagen an einer Frau nicht aus Schluß, daß dies nur in Zentralverbänden geschehen fönne. Da- feine eingehenden Ausführungen den Beifall der Versammlung. der Gesellschaft die mediumistische Kraft urplötzlich in so hohem bei müsse man auf eine reine Fachorganisation sehen, da bei dem Der Redner schloß mit der Aufforderung an die Arbeiterinnen, Grade aufgetreten, daß Aerzte sich der Frau bemächtigt für Ob- Zusammenwerfen verschiedener Branchen selten etwas Gutes her- durch große allgemeine Organisationen sich eine fürzere Arbeitsservation und Erperiment. Und aus Potsdam erfahre ich, daß auskomme. zeit und einen höheren Arbeitslohn zu erzwingen. Mögen die um Näheres noch zu verschweigen in der Nauener Kom- Auf einem 1874 von Th. York nach Magdeburg einberufenen Arbeiterinnen mit aller Energie den Kampf aufnehmen um eine munikation urplötzlich ein Assessor als starkes Manifestations- allgemeinen Gewerkschaftskongres sollte eine Gewerkschaftsunion höhere Lebenshaltung. Redner empfahl die Forderung einer medium sich herausgestellt, ähnlich unerwartet wie hier in Berlin unter Wahrung der einzelnen Fachorganisationen gebildet wer- neunstündigen täglichen Arbeitszeit, Ausschluß jeder Sonntagsjener Jurist, von dem vor längerer Zeit ich berichtet. Ceterum den. Dieser Versuch zerschlug sich damals an den Streitigkeiten, arbeit und eines vorläufigen Mindestverdienstes von 14,25 M. pro censeo, die Mediumitätserscheinungen müssen von Staatswegen erst nach Einigung der beiden politischen Richtungen trat man Woche. Erst mit der Durchführung dieser Forderungen wäre es auf Staatskosten untersucht werden. der Frage wieder näher. Die Erwägungen zogen sich aber bis möglich, einigermaßen menschlich zu leben. Die angestellte BeBerlin, den 10. Februar 1891. Dr. Egbert Müller." zum Jahr 1878 hin, wo dann mit einem Schlage alles weggefegt rechnung eines Budgets für Arbeiterinnen ergab als Minimum 712,80 M. pro Jahr, verdient würde jedoch bei zwölf- bis sechs Unter dem Sozialistengesetz einen Verband der Gewerk- sehnstündiger Arbeitszeit in den meisten Fällen nicht mehr wie schaften herzustellen, war unmöglich, alle darauf hinauslaufenden 8 M. pro Woche. Nach der Diskussion erledigte die VersammBestrebungen wurden unterdrückt. Es entstanden daher von lung noch einige Ergänzungswahlen zur Agitationskommission. Neuem die Lokalorganisationen, welche noch heute die Meinung Nach der Erledigung des Punttes Verschiedenes" schloß der aussprechen, sie wären die besten Vereinigungen, weil nur sie Vorsitzende mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie die VerDie vom Kameraden Ortland für den 11. d. M. nach unter den bestehenden Vereinsgesetzen sich mit Politik befaffen sammlung. dem Feuerstein'schen Saale einberufene öffentliche Verfönnen im Gegensatz zu den Zentralverbänden. Unter dem Sosammlung der Zimmerleute Berlins und Umzialistengesetz hatte das wohl seine Berechtigung, aber heute, wo Der Fachverein der Buyer hielt am 8. Februar seine gegend tagte unter Leitung des aus den Kameraden Ort- man überall politische Tagesjragen erörtern kann, ist diese An- regelmäßige Versammlung ab. land, Schmidt und Schönfisch bestehenden Bureaus. Die ficht falsch. Damit würden die Fachorganisationen aufhören, solche Auf dem Arbeitsmarkt". Der Referent führte aus: Auf dem Genoffe Robert Schmidt hielt einen Vortrag über das Thema Tagesordnung war wie folgt festgesetzt: 1. Stellungnahme zu sein, sie haben sich allein mit ihren Gewerkschaftsangelegenheiten Arbeitsmarkt stehen sich, gleich wie auf anderen Märkten, Käufer zur Konferenz der Bauhandwerker eventuell zu befassen. Die schon zweimal beabsichtigten Gewerkschaftsunionen und Verkäufer gegenüber, nur mit dem Unterschiede, daß hier die Wahl von Delegirten zu derfelben. 2. Abrech- dürften nun auch herbeigeführt werden. Auf einem allgemeinen Waare die Arbeitskraft ist, jedoch kann hier von feinem freien dem Streik der Zimmerlente in Gewerkschaftskongreß wird noch in diesem Jahre eine endgiltige Re- Verkauf die Rede sein, denn der Verkäufer( d. H. der Arbeiter) Stettin 1890. Gegen diese Tagesordnung wurde kein Ein- gelung auf der bereits beschrittenen Bahn herbeigeführt werden, spruch erhoben, doch gab vor Eintritt in diefelbe Kamerad Leh- damit die Organisation zu einer segensreichen für die Arbeiter muß auf alle Fälle leben und um das zu ermöglichen, muß er mann die von der am Abend vorher in Knebel's Salon statt werde.( Lebhafter Beifall.) feine Arbeitskraft unterwerthig verkaufen. Wodurch kommt nun die gehabten öffentlichen Zimmererversammlung gefaßten Beschlüſſe Arbeitslosigkeit, welches sind ihre Ursachen? Der In der Diskussion meint Genosse Gojert, daß gerade das Kapitalist hat das größte Interesse daran, daß immer bekannt. Auf die Vorgänge in der Sonntagsversammlung ein- politische Leben dem Verein die puljirende Bewegung gebe, im eine bedeutende Reserve Armee gehend, bedauerte Kamerad Ortland den von ihm gemachten andern Falle würde eine Erschlaffung eintreten. Arbeitslosen vorZwischenruf, der den Tumult veranlaßte und nahm denselben zurück, handen ist, um billiges Arbeitermaterial 31 erhalten. Genosse Megger tritt dieser Ansicht entgegen, Fragen, die Die Gewerkschaftsbewegung ist die Schule für die Politik und der verwahrte fich auch gegen das Gerücht, eine Sprengfolonne das öffentliche Leben betreffen, gehören in die öffentlichen Ge- erste Faktor, den Kapitalisten etwas abzutrogen, denn gutwillig organisirt zu haben. Die bewußten Vorgänge zeitigten noch eine wertschafts- Bersammlungen, längere Erörterung. Zur Tagesordnung sprechend, wünschte hätten sich nur mit wirthschaftlichen Angelegenheiten zu befassen. Das beweisen uns die statistischen Zahlen. die Fachvereins- Versammlungen geben sie nichts her. Daß sie in der Lage sind, mehr zu geben, Ramerad Wolter zunächst Aufklärung über die Motive zur Das Anlagekapital Der zweite Punkt der Tagesordnung, Besprechung über die vermehrt sich von Jahr zu Jahr um Milliarden und der Arbeiter Einberufung der Konferenz der Bauhandwerker und die Zwecke Betheiligung an den demnächst stattfindenden Wahlen zur In- bekommt immer weniger Lohn. derselben. Sollte diefelbe eine neue Keiltreiberei in sich schließen, nungskrankenkasse wurden, da der Referent hierüber erkrankt war, so würde er von vornherein gegen die Wahl von Delegirten für eine baldigst einzuberufende neue Versaminlung von der Tages begehrlichkeit, aber die Begehrlichkeit der Bourgeoisie übergeht So spricht man in Kapitalistenkreisen nur von der Arbeiterstimmen. Kamerad Lehmann war der Ansicht, daß diese Auf- ordnung abgesezt. Klärung durch den Aufruf seitens des Genossen Thieme, sowie die man mit Schweigen. Um ein Beispiel anzuführen, so ist es die Hierauf erstattete der Delegirte zur Berliner Streif- Kontroll- Dresdener Bank, welche ihren Direktoren die Kleinigkeit von sage Ausführungen Keßler's zur Genüge gegeben sei. Für die Wahl Kommission, Leuschke, Bericht über die Thätigkeit derselven, mit 193 119 M. Zantième neben ihrem Gehalt von jährlich von zwei Delegirten zur Konferenz sprachen sich in der folgenden welchem sich die Versammlung einverstanden erklärte. Debatte mehrere Redner aus, wenngleich die Zersplitterung unter 30 000 M. bezahlt. Als einer der Aktionäre an das Chrgefühl Unter" Verschiedenem" gelangte folgende Resolution zur ein- der Direktoren appellirte, indem er meinte, das wäre doch ein den Berliner Zimmerleuten lebhaft bedauert wurde. Im Interesse stimmigen Annahme: Einigkeit sprach sich Kamerad Schönfisch gegen wenig viel und die Sozialdemokraten würden wieder Stoff zur Die heutige öffentliche Glaserversammlung spricht dem Agitation haben, da meinten die Herren, daß ihre Arbeitskraft die Wahl von noch zwei awei Delegirten aus. Kamerad Oberbürgermeister und der Mehrheit der Stadtverordneten- Ber: so viel verbraucht wäre. Wir sehen hier auf der einen Seite Wolter wünschte zunächst die Namen der bei Knebel sammlung Berlins das Recht ab, sich wahre und wirkliche Ver- hohen Entbehrungslohn und auf der anderen Seite Arwetter, die gewählten Delegirten zu erfahren. Er gab zu, daß es auch treter der großen Masse der Bevölkerung zu nennen, da dieselben noch nicht 600 M. pro Jahr verdienen. Deshalb müssen wir in der Freien Bereinigung Leute gäbe, die Charakter besigen. behauptet haben, es herrsche fein außergewöhnlicher Nothand dahin wirken, diese Zustände aus der Welt zu schaffen und Wären die Gewählten Leute, zu denen die Versammlung Ver- unter den Arbeitern Berlins vor. trauen haben könne, so würden dieselben einfach bestätigt; wäre genossenschaftliche Arbeit einzuführen. Von Zeiner Discussion dies nicht der Fall, so würden zwei andere Delegirte gewählt. Eine öffentliche Hilfsarbeiter Versammlung tagte am wurde Abstand genommen. In Vereinsangelegenheiten wurde Diesem Wunsche trug Kamerad Lehmann Rechnung. Hierauf Donnerstag, den 5. d. M., unter Vorsiz des Genossen Thal. Ge- Matscheck aus dem Verein ausgeschlossen, weil er gegen die Interbeantragte Kamerad Wolter Schluß der Diskussion, welcher noise G. Link hielt einen Vortrag über die gegenwärtige Kriſe eſſen des Vereins gefehlt hat. In die Unterstützungs- Kommission wurde an Stelle des einstimmig angenommen wurde. Die Versammlung beschloß und ihre Folgen für die Hilfsarbeiter. Er legte in einstündiger sodann unter Ablehnung des Antrages knüpfer, dahingehend, Rede die Ursachen der gegenwärtigen Krise flar und wies nach, Kollegen A. Buchholz der Kollege Schimansti gewählt. Drei Delegirte zu wählen, zwei Delegirte zu wählen. Gewählt von welch unheilvoller Bedeutung dieselben für die gesammte willigt waren, kamen noch ein paar Fälle zur Sprache, wo Nachdem noch drei Unterstüßungsgesuche mit je 20 M. bewurden die Kameraden Wolter und Schönfisch. Zum Arbeiterschaft sind. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine zweiten Punkte der Tagesordnung sprach zunächst Kamerad Ausführungen. In der Diskussion sprachen die Genossen Scholz, Kollegen unter dem tarifmäßigen Tagelohn arbeiten. Die Kollegen möchten doch mehr zusammen halten und nach dem langen Winter Wolter, welcher die Listensammlungen betrieben hatte. Der Günther, Thal, Schulze und Harban im Sinne des Referenten. möchten doch mehr zusammen halten und nach dem langen Winter felbe brachte die Abrechnung zur Verlesung, welche eine Nachfolgende Resolutionen würden einstimmig angenommen: nicht noch unter dem Tarife arbeiten. Wegen vorgeschrittener Zeit Gesammt Einnahme von 608 M. 52 Pf. aufwies. 100 Listen wurde beantragt, diesen Punkt zur nächsten Versammlung auf die 1. Die heute im„ Wedding Part" tagende Versammlung der Tagesordnung zu setzen. haben zirkulirt, von diesen fehlen 6 Listen, 1 Liste gewerblichen Hilfsarbeiter von Berlin und Umgegend spricht dem ( gezeichnet mit 12 Mark 75 Pfennige) ist nach der Ab- Ober- Bürgermeister, sowie der Majorität der Stadtverordneten Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Lackirer rechnung noch eingegangen, über diese ist von Stettin Berlins das Recht ab, sich wirkliche und wahre Vertreter des Berlins und Umgegend tagte am 2. Februar in Reyer's Salon noch keine Quittung zur Stelle, dieselbe wird in einer späteren Volfes zu nennen, da dieselben ganz frant und frei erklärt haben, unter Vorsitz des Kollegen Jungermann mit folgender TagesVersammlung vorgelegt werden. Die gesammelten Gelder sind es herrsche kein außergewöhnlicher Nothstand unter den Arbeiter- ordnung: 1. Die Ursachen der Gewerkschaftsorganisation. Reordnungsmäßig nach Stettin überführt worden. Die Versammlung klassen Berline. beauftragte den Kameraden Wolter, die Inhaber der sechs ferent: Genosse Hübsch. 2. Bericht der Revisoren. 3. Ver2. Die im Wedding- Park" tagende öffentliche Versammlung der schiedenes. Zum 1. Punkt nahm der Referent das Wort. Er fehlenden Listen nochmals zur Ablieferung derselben aufzufordern, gewerblichen Hilfsarbeiter von Berlin und Umgegend ist mit den Ausführte zunächst die schlechten Zustände an, welche jetzt herrschen. bei Erfolglosigkeit die betreffenden Namen im Vorwärts" bekannt führungen des Referenten einverhanden und erflart, daß die jeweilige Ferner fam er auf das Innungswesen zurück, was aber heute zu machen. Unter Verschiedenem machte Lehmann Wit- Krise unheilvolle Folgen für die Arbeiter nach sich zieht. In Er nicht mehr maßgebend sei; denn heute bilden die Kapitalisten und theilungen über seinen stattgehabten Prozeß, die Affäre Jäckel be- wägung dessen verpflichten sich die Versammelten, mit aller Energie Fabrikanten einen Ring, um den Arbeiter auszunüßen. Daher treffend. Diese Angelegenheit zeitigte eine lange persönliche für die Ideen der Sozialdemokratie einzutreten und dieselben zur sei es an der Zeit, daß sich alle Gewerkschaften so viel wie mög Debatte. Die von Kamerad Reuter gegebene Anregung, Leh- Verwirklichung bringen zu woüen, da nur durch die Sozialdemo- lich zentralisiren", um dann geschlossen vorzugehen. Folgende mann die ihm auf dem Prozesse erwachsenen Kosten zu erstatten, fratie das heutige Wassenelend beseitigt werden kann und zwar Resolution wurde einstimmig angenommen: Die heutige Ver fand in der Versammlung keine Gegenliebe, dafür aber wurde der dadurch, daß die Produktionsinstrumente als Grund und Boden, sammlung sämmtlicher Lackiver Berlins erklärt sich mit den AusAntrag Knüpfer angenommen, in nächster Beit eine öffentliche Maschinen, Werkzeuge u. s. w. der Allgemeinheit angehören und führungen des Referenten vollständig einverstanden und verspricht, Zinumererversammlung einzuberufen und zu dieser die Mit- nicht sich in den Händen der Kapitalisten befinden. glieder der Lohnkommission von 1886 behufs Rechenschaftslegung die Umwandlung der privatkapitalistischen Produktionsweise in unternehmer, um den Arbeiter in seinen gerechten Forderungen Nur durch infolge des immer größeren Zusammenschließens der Großeinzuladen. eine sozialistische können die heutigen erbärmlichen Zustände be- zu unterdrücken, für eine einheitliche Organisation einzutreten, sammelten wirfen zu wollen. seitigt werden, und für diese Umwandlung erklären die Ver- um den Großkapitalisten mit aller Energie entgegenzutreten. Koll. Ullrich erstattete Bericht über die bisherige Agitations Glaserversammlung. " Da 17 = V " In einer Dienstag Abend unter den Vorsitz des Herrn Leuschte tagenden öffentlichen Glaserversammlung gab der Reichstags- Abgeordnete Gen. Megger ein ausführliches Bild der gewerblichen Hilfsarbeiter möchten sich organisiren und dem be- hatte, wurde Koll. Rauthenhaus als Vertrauensmann gewählt. Von verschiedenen Reonern wurde ferner empfohlen, die kommission. Da die Agitationskommission ihr Amt niedergelegt Entwicklungsgeschichte der deutschen Gewerkschaften. Die deutsche Gewerkschaftsbewegung, se jung wie sie ist, isten wurde eine Pause von 10 Minuten angenommen. Nach mann zu geben, wurde angenommen. Im Verschiedenen" führten stehenden Verein anschließen. Zur Einzeichnung in diesbezügliche Ein Antrag, den Ueberschuß der Kommission dem Vertrauens führte er aus, hat schon eine sehr bewegte und interessante Wiedereintritt in die Tagesordnung wurde eine persönliche An- die Koll. Jakob und F. Müller an, daß sie ihr Amt als Dele Geschichte hinter sich. Redner greift dann in feinen Ausführungen gelegenheit besprochen und ein Antrag, für die Verbreitung des girte der Berliner Streit Kontrolfommission niederlegen. G3 bis auf den Kampf um die politische Gleichberechtigung aller Vorwärts" und der„ Berliner Volks- Tribüne" in den Arbeiter entspann sich hierüber eine sehr lebhafte Debatte. Es wurde Staatsbürger in der großen französischen Revolution zurück und freisen wirken zu wollen, einnimmig angenommen. Hierauf wurde sodann Koll. Levit gewählt. Der Vorsitzende theilte der Ver giebt einen kurzen Abriß von dem Fortschreiten der Bewegung die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale fammlung mit, daß sich der Fachverein zu Gunsten des Vereins bis sie eine feste Gestaltung annahm; er schildert ferner die Sozialdemokratie geschlossen. Manipulationen, welche die Bourgeoisie vornahm, um die der Lackirer Filiale IV. Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, Arbeiter von der Wahrung ihrer Intereffen abzulenken. war es Schulze- Delitzsch, welcher mit seinen Lehren von der Karton- Papier- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterin fachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Der Fachverein sämmtlicher in den Glacee- und Anstreicher und verw. Berufsgenossen auflösen wird. Hierauf schloß der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung mit einem dreiSelbsthilfe auftrat, mit Bildung von Genossenschaften und nen Berlins und Umgegend hielt am Mittwoch, den 28. Januar Arbeiter- Bildungsvereinen. Bei den Arbeitern Längst war schon seine Mitgliederversammlung ab. Kollege Benkert verlas den die Frage wachgerufen, wie sie eine Besserung Rechenschaftsbericht vom 4. Quartal 1890. Die Einnahmen beihrer Lage herbeiführen könnten, ein Eingehen hierauf trugen 130 M., die Ausgaben 105,15 M., bleibt ein Bestand von wurde aber in Den Schulze'schen Vereinen vermieden. Im Jahre 1862 kam dann auf Anregung des Leipziger wegen Beitragsschulden gestrichen worden sind und 7 neue Mitängstlich 24,85 M. Ferner machte der Kassirer bekannt, daß 97 Mitglieder Arbeiter Bildungsvereins unter Führung Bahlteichs eine Ver- glieder fich haben aufnehmen laffen. Hierauf hielt Herr Mehner bindung mit Ferd. Lassalle zu Wege, welcher die Arbeiter in seinen Vortrag über die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse und feinem„ offenen Antwortschreiben" auf die Verfolgung ihrer das Wohlwollen unserer Stadtverwaltung". Referent geißelte Klasseninteressen und auf die Wichtigkeit der Erkämpfung der mit scharien Worten das Verhalten der Berliner Stadtverwaltung politischen Macht hinwies. Unter diesem von Lassalle ausge- und des Oberbürgermeisters von Fordenbeck, welche einen Noth gebenen Losungswort wurde 1863 in Leipzig der allgemeine stand unter den Arbeitern nicht zu erkennen glaubten und alle deutsche Arbeiterverein mit Lassalle als Borjizenden gegründet. Anträge, welche dazu dienten, die Noth der arbeitenden BeAls die Fortschrittspartei nunmehr merkte, daß die Arbeiter Ernst völkerung zu lindern, ablehnten. Er kam am Schlusse seines machten, fich ihrem Einfluß entziehend selbständig vorzugehen, Vortrages dahin, daß die Arbeiter endlich aus ihrem Verfetzte sie alle Hebel in Bewegung, um sie wieder zu ihren Fahnen trauensdusel zu erwachen, und alle an der großen allgemeinen Arfinsteren Beiten. zu locken. Man versuchte jezt aber ein neues Mittel. Es wurde beiterbewegung theilzunehmen und sich auf Diese May Hisch, der jegige Generalsekretär der Gewerkvereine, nach ihre Art Frivole Streits. Lage selbst zit verbessern die England gesandt, um dort das Wesen der Tradesunions zu In der Diskussion sprachen Rollege H. Pickert und Frau Habicht Pflicht hätten. studiren und dann nach deren Muster in Deutschland eine im Sinne des Referenten. Folgende Resolution wurde hierauf Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlao von Mag Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. Literarisches. Berliner Volks Tribüne. Sozialpolitisches Wochenblatt. Redaktion und Expedition Elisabeth- Ufer 55. Die heute erscheinende Nr. 7 enthält folgende Artikel: Aus der Woche. Der Boulangismus und die Revolution. Die Kartelle. Glend in London.- Fabrikgesetzgebung in nal" reichthum Nordamerikas. Britisch- Indien. Die Arbeitslöhne in Paris. Literarisches. Gedicht. Der russische Markt. Novelle. Der Natio Aus Die englische Wohnungs- Gesetzgebung. Vom Reichstag. fide 1DL die na tai 18 fa P Ve lär be: un an B B de fü VE di ge fc in Io da 3. fti di er N &