Nr. 37. Abonnements- Bedingungen: 3 elbonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mr., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 3 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonelgeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben: werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Englische Ansichten über den Krieg. Sonnabend, den 13. Februar 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Weitere Besarten. füchtigen Pläne zu vollenden. Wir können nicht anerkennen, daß Torpedo- und andre Boote ohne Zwischenfälle und ohne ZuRußland von Anfang an irgendwie das wirkliche Bestreben der sammenstoß mit dem Feinde. Erhaltung des Friedens gehabt habe. Es wies unsre Vorschläge zurück. Koreas Sicherheit ist gefährdet. Die Interessen unsres Reiches sind bedroht. Garantien für die Zukunft tönnen nur das durch erlangt werden, daß wir an die Waffen appellieren. Wir hoffen, daß die Loyalität und die Tapferkeit unsrer Unterthanen bald wieder dauernden Frieden herstellen und den Ruhm unsres Reiches schüßen wird. Landkämpfe auf Liaotung? Paris, 12. Februar. Die hiesige Ausgabe des„ New York Herald" meldet, daß die japanischen Torpedoboote, die Montagabend in den Borhafen von Port Arthur eindrangen, sich hierbei russischer Signale bedient und dadurch den Kommandanten des russischen Geschwaders getäuscht hätten; doch seien drei japanische Torpedoboote gesunken und ein großer Teil der Befagung ertrunten. 〃 London, 10. Februar.( Eig. Ber.) Auch diejenigen Beobachter, die die Energie der jungen japanischen Nation Lannten, find über die raschen und harten Schläge, die sie der russischen Seemacht bersetzten, überrascht. Man wußte, daß die leitenden Männer Japans, die in einem einzigen Menschenalter vom Feudalismus zu modernen europäischen Einrichtungen übergegangen sind, fühne Initiative befizen, dennoch waren ihre besten Freunde über den Ausgang ihres Duells mit Rußland besorgt. Jest nach dem glänzenden Beweise des liegen heute wieder bor. So meldet z. B. die französische Agence Shanghai gemeldet, daß die Befchießung von Port Arthur fortdauere. Meldungen über angebliche Kämpfe auf der Halbinsel Liaotung London, 12. Februar. Dem Daily Telegraph" wird aus Wagemutes, den die japanische Flotte angesichts der russischen Havas", die vermutlich den Kurssturz der russischen Papiere gern Drei russische Kreuzer seien gesunken; das Gebäude der russiFestungsbatterien und der russischen Flotte erbracht hat, atmet Eng- aufhalten möchte, aus Tientsin vom 12. Februar: Eng- Havas", schen Bank sei zerstört. land leichter auf. Die Bewunderung für den seemächtigen BerAm letzten Dienstag versuchten die Japaner an der bündeten ist hier allgemein. Jedoch äußert sich die Presse in Tschifu, 11. Februar, vorm. 9 Uhr.( Meldung des Reuterschen gemessenem Tone und ohne Schadenfreude über die Niederschmalsten Stelle der Halbinsel Liaotung am Ende Bureaus.) Von der japanischen Flotte hat man feit der Duff Bucht Truppen zu landen. Das Ziel des Landungs- Net wisan" und" Besarewitf" find wieder flott Dienstag nichts gesehen. Die Schlachtschiffe lage Rußlands. Nur in den kleineren Blättern findet sich versuchs war wahrscheinlich Kintschau und Talienwan. der Hinweis auf auf die Beleidigungen, die Rußland den Die Operation scheiterte vollständig, und zwei japanische Regimenter, geworden, der Kreuzer, Pallada" fist noch fest. Die „ gelben Affen" entgegengeschleudert hat. Besonders war denen die Landung glückte, wurden, wie es scheint, vollständig Befestigungen von Port Arthur find bei dem Kampfe am Dienstag der Statthalter Merejew, der an Japanerberachtung nichts zu vernichtet. nicht beschädigt worden, die Stadt und der Hügelabhang wurden wünschen übrig ließ. Wäre die Meldung richtig, fo hätte sie längst eine russisch- amtliche iedoch von Schüffen getroffen. Bestätigung erfahren. Denn wenn auch nach einer Meldung des russischen Instandsetzung der dänischen Seeverteidigung. Militäragenten in China das Kabel zwischen Wladiwostod und Kopenhagen, 12. Februar. Obgleich die Gefahr einer Einmischung Nagasaki gerissen und ebenso die Telegraphenlinien Söul- Mosampho Dänemarks in den russischen Konflikt nicht naheliegend scheint, geund Soul- Gensan unterbrochen sein soll, der Draht zwischen Bort denkt die Regierung doch, wie Rizaus Bureau erfährt, eine UnterArthur und Petersburg funktioniert noch. Er veranlaßt sogar suchung darüber anzustellen, ob die dänische Seeverteidigung in folgendes amtliche Dementi der obigen angeblichen russischen Siege: einigermaßen furzer Frist in vollständige Bereitschaft gebracht werden Infolge von Gerüchten, welche auf Grund zweifelhafter kann. Kleineren Mängeln, die sich dabei zeigen dürften, foll abMeldungen ausländischer Telegraphen Agenturen und Zeitungen geholfen werden, ferner sollen aus diesem Anlaß 1500 Mann für die über die Seeschlacht bei Tschemulpo, über Landung von Japanern Seeforts einberufen werden. in Korea, über Ereignisse an der Mandschurei- Bahn und ähnliches hier verbreitet sind, bringt der Generalstab zur allgemeinen Kenntnis, daß bis jetzt keinerlei diese Meldungen bestätigende Nachrichten in Petersburg eingegangen find. Die erste Stelle unter den militärischen Schriftstellern verdient Mr. Spenser Wilkinson von der Morning Post". Heute urteilt er folgendermaßen: " Durch ihre aggressive Politik hat die russische Regierung Japan gezwungen, die Offensive zu ergreifen. Das erste Ziel Japans ist, die Herrschaft über die See zu erlangen; dies fann geschehen entweder durch die Vernichtung der russischen Flotte oder mindestens durch deren Verkrüppelung, so daß Japan einen Teil seiner Flotte zum Abfangen von russischen Verstärkungen benutzen tann. Wird Japan auf der See geschlagen, so ist es schachmatt. Siegt es, so ist sein nächster Schritt, soviel Truppen aufs FestLand zu werfen, wie es nötig ist, um ihre militärische Aufgabe zu erfüllen. Die militärische Aufgabe hängt teils von den politischen Zielen ab, teils vom Erfolg ihrer Operation. Eine Reihe von Siegen tveitet gewöhnlich die Absichten des Siegers aus. ist # Ebenso a pokryph wie die Nachricht des russischen Landsieges die Nachricht von dem Bombardement Hakodates durch russische Kreuzer. Politifche Uebersicht. Berlin, den 12. Februar. Reichstag. Die Kritik an der Unfall- und Invaliditätsversicherung, die unsre Fraktion gestern im Reichstag begonnen hatte, wurde " Japan berlangte die Anerkennung seiner Vorherrschaft in Korea Diefer Meldung zufolge follten fünf ruffische Streuzer Hakodate heute bei der Fortsetzung der Beratung des Kapitels Reichsund der vollen Souveränetät Chinas über die Mandschurei, während bombardiert haben. Hakodate ist der wichtigste Platz Nordjapans, eine Versicherungsamt" von den Genossen Bömelburg und Sachse Rußland offenbar die Absicht hat, ein Protektorat oder gar die volle wegen ihres vorzüglichen Hafens vor allem auch von russischen weitergeführt. Genosse Bömelburg, dessen Thätigkeit auf Herrschaft über die Mandschurei zu haben. Es ist deshalb zu erwarten, Schiffen viel besuchte Handels- und Industriestadt von 60 000 Einwohnern. diesem Gebiete ja von den Bauarbeiterschutz- Kongressen her daß Japan sich die Aufgabe stellte, die Russen aus der Mandschurei Es liegt auf der japanischen Nordinsel an der Thungarstraße, der bekannt ist, widmete seine Ausführungen hauptsächlich dem zu vertreiben. Zu diesem Zwed wird es zuerst versuchen, die russische Meeresenge zwischen der Nordinsel und der japanischen Hauptinsel Thema der Unfall verhütung. Die Erhaltung der GeFeldarmee zu schlagen und die russischen Festungen zu besetzen. Ist Hondo( Nipon)." Morning Leader" berichtet aus Tientsin: Ein von fundheit und des Lebens der Arbeiter ist weit wichtiger cie ihm dies gelungen, so ist zu erwarten, daß Rußland sich auf die der japanischen Küste kommendes, hier eingetroffenes Handelsschiff die Gewährung einer Rente je sein kann, selbst wenn diese sibirische Eisenbahn zurückziehen und eine neue Armee fammeln wird, berichtet, daß eine russische Flotte, bestehend aus den Kriegsschiffen, höher ist, als es jetzt thatsächlich der Fall ist. Denn daß je um sie zur Wiedereroberung der verlorenen Gebiete gegen die welche in Wladiwostot anterten, gestern den Hafen von Sofo- jetzt auch bei den bescheidensten Ansprüchen nicht einmal; japanische Armee zu führen. Erst nach der zweiten Nieder- date bombardiert und in Brand geschossen habe. Fristung des bloßen Lebens ausreicht, wies Gene Tage der Ruffen darf Japan von Frieden sprechen. Gegen eine Man darf getrost annehmen, daß die Nachricht von dieser Bömelburg an der Hand unanfechtbarer Zahlen zwingeno Intervention fremder Mächte ist es durch seinen Bertrag mit Eng- strategis ebenso bedeutungslofen wie völter- nach, wobei er zugleich den Unfug energisch zurückwies, der land geschützt." Wilkinson ist der Ansicht, daß ein endgültiger Sieg rechtlich barbarischen Attion ruffischer Schiffe vollständig mit der hohen Gesamtsumme der gewährten Renten, den Japans wahrscheinlich ist, da seine Freiheit und seine Energie wichtige erfunden ist. 807 Millionen getrieben wird. Genosse Sa ch se ergänzte die Faktoren in der Hervorbringung genialer Führer find, während Ruß- Eine japanische Darstellung der Kämpfe bei Port Arthur. Kritik nach einer andren Richtung hin. Er führte im einzelnen Tands autokratisches und bureaukratisches System alle Initiative in Dem Standard" wird aus Tofio vom 10. b. M. gemeldet: den Beweis für die Abhängigkeit der Aerzte von den Berufsden besten Elementen des russischen Voltes erstickt. Nach der i apanischen Version über den Kampf von Port genossenschaften. An der Hand zahlreicher Beispiele, besonders Arthur kam die ganze Flotte am Abend des 8. Februar auf der Höhe aus dem Waldenburger- und dem Ruhr- Revier zeigte er, wie von Port Arthur an und fand die Russen unter den Forts in hart auf diesem Gebiete der Terrorismus gegen die Aerzte ist, Schlachtordnung aufgestellt. Torpedoboots Zerstörer waren in und wie sehr die unfallverletzten Arbeiter darunter leiden. Front ausgeschwärmt. einer Entfernung von fünf Meilen bor der japanischen Diese Ausführung im einzelnen war um so notwendiger, Admiral Togo entschloß fich zu einem als die gestrige allgemeine Behauptung des Genossen Körsten, Nachtangriff und eröffnete um 11 Uhr abends das Feuer. Während das Feuer am heißesten war, fuhren die japanischen Torpedoboote vor die den gleichen Inhalt hatte, heute von bürgerlicher Seite fichtig und langsam auf das Land zu; es gelang ihnen, zwischen die mit der größten Dreistigkeit als völlig unrichtig hingestellt russischen Schiffe und das Land zu kommen und unbemerkt zu wurde. Besonders der nationalliberale Arzt Dr. Becker, bleiben, bis die russischen Schiffe vor dem Feuer der japanischen der durch die provokatorische Art seines Vorgehens bei unsren Flotte verfuchten, in den Hafen zurückzukehren. Sofort feuerten die Genossen Widerspruch und noch öfter helles Lachen erregte, Torpedoboote, festen zwei Schlachtschiffe und einen Kreuzer außer bestritt, daß überhaupt jemals ein Arzt einem UnfallGefecht und schnitten dem übrigen Teil der Flotte den Rückweg ab. verlegten ein Attest verweigert hätte, und daß überhaupt Am Dienstag früh wurde dann der Kampf wieder aufgenommen. irgend ein Arzt sich von den Berufsgenossenschaften abhängig fühle. Allzu glaubwürdig klingt auch diese Darstellung nicht! Dabei zeigte Herr Dr. Becker wieder eine verblüffende UnDie Verluste der russischen Kriegsflotte. tenntnis ebenso der Socialgesetzgebung wie des Etats, so daß Ein Telegramm des Statthalters Alegejew an den Saifer vom ihn der Vicepräsident Dr. Paasche zur Sache rufen mußte. 11. Februar meldet: 3esarewitsch" und„ Pallada" Auch Herr Dr. Mug dan wehrte im Namen des dentwurden am 9. d. Mts auf die innere Neede gebracht; am fchen Aerztestandes" den Genossen Körsten ab. Dieser FreiRedwisan" wird ein Leck verstopft. Die Ausbesserung sinnige Eugen Richterscher Observanz entpuppte sich als socialEs ist stets unser dauerndes Ziel gewesen, den friedlichen der Panzerschiffe ist eine komplizierte Arbeit, deren Dauer sich schwer politischer Reaktionär: selbst die sociale Bethätigung der länd Fortschritt unsres Reiches zu fördern, die freundschaftlichen Bande, bestimmen läßt.„ Ballada" und" Nowit" werden nachlichen Berufsgenossenschaften hat ihn vollauf befriedigt. Zu Sie uns mit andern Staaten verknüpfen, zu stärken, eine einander ins Dock gebracht werden. Meiner seiner Schande zollte ihm der Agrarier Gamp dafür seine Sachlage zu schaffen, die den Frieden in Ostasien dauernd die Reparatur gegen zwei Wochen Anerkennung. Im übrigen machte sich dieser Herr das Veraufrechterhalten würde und die zukünftige Sicherheit unsrer Meinung nach wird Herrschaft zu gewährleisten, ohne die Rechte und Intereffen erfordern. Alle übrigen Schiffe des Geschwaders, welche gnügen, gegen unsren Genossen Genossen Molkenbuhr, dessen andrer Mächte zu verlegen. So war es ganz gegen unfre Er- an dem Kampfe am 9. dieses Monats teilgenommen und gestrige Rede er gar nicht verstanden hatte, den Vorwartung, daß wir unglüdlicherweise in die Lage versetzt wurden, Havarie erlitten haben, wurden am 10. d. M. auf die innere Reede wurf einer illoyalen Kampfesweise zu erheben, den die Feindseligkeiten gegen Rußland zu eröffnen, gebracht, um die Kohlen zu löschen und Reparaturen vorzunehmen, er auch dann nicht zurücknahm, als dieser die Frenndlichkeit fich habe. Der„ Daily Telegraph" meint, Japans Angriff zeuge von so viel wissenschaftlicher Präcision, Ruhe und Ueberlegung, Mut und Aufopferungsfähigkeit, daß es vollauf verdiene, der Verbündete einer Macht zu sein, die eine so ruhmreiche maritime Vergangenheit hinter Die Times" find der Ansicht, Japans waghalsiger Angriff habe den Erfolg, daß Rußland keine Seeschlacht wagen werde, so daß die See nunmehr den Japanern offen stehe. Jedoch sei der Mißerfolg Megejews eher auf Rechnung der russischen Diplomatie zu feßen, die in ihren unmäßigen Forderungen weit den Flottenvorbereitungen borausgeeilt sei. * Die japanische Kriegserklärung wurde einem Telegramm aus Tokio zufolge in folgender Brollamation des Kaisers von Japan veröffentlicht: Wir, Kaiser von Japan, erlassen folgende Proklamation an unfre loyalen, tapferen Unterthanen. Wir erklären hierdurch Rußland den Krieg und befehlen der Armee und der Marine, die Feindseligkeiten mit aller Kraft zu beginnen. " 1 " Das Bestehen Koreas als befondere Macht ist welche, wie ich hoffe, in drei Tagen vollendet sein werden. Die hatte, ihm persönlich in seinem Exemplar der Unfallstatistik zu wesentlich für die Sicherheit unsres Reiches. Rußland hält in in dem Kampfe der Schiffe des Geschwaders leicht verzeigen, daß er gestern die richtigen Zahlen vorgelesen hatte, Mißachtung eines feierlichen Bertrages, feiner Verpflichtungen wundeten Oberstlieutenant der Marine- Artillerie und Herr Gamp so wenig Bescheid darin wußte, daß er nicht gegenüber China, und wiederholter Berficherungen gegenüber Sanontshowsti und Fähnrich Petrow, welcher sich auf einmal nachlesen konnte. andren Mächten noch immer die Mandschurei besetzt, hat seinen der„ Aurora" befand, die am Kampfe nicht teilnahm, gehen ihrer Besse- Auch der Staatssekretär Graf Posadowsky versuchte Einfluß auf dieses Gebiet gefestigt und beabsichtigt seine schließliche rung entgegen. Von schwerverwundeten Untermilitärs Herrn Gamp über seine Unwissenheit aufzuklären. Ob es ihm Annegion. find vier gestorben, die übrigen geben, wie ich mich überzeugt geglückt ist, ließ sich noch nicht erkennen. Auch sonst ließ der " Da diese Maßregel es unmöglich machen würde, die Integrität habe, Hoffnung auf Besserung. Der größte Teil der kampfunfähig Staatssekretär die Vertreter des Kapitalismus ziemlich abfallen. Chinas aufrecht zu erhalten, und zur Aufgabe aller Hoffnung auf Gemachten entfällt auf den Kreuzer Pallada"; Grund Die Unfallverhütungs- Vorschriften der Berufsgenossenschaften, den Frieden in Ostasien zwingen würde, entschlossen wir uns, hierfür ist die Vergiftung durch Gafe bei der Explosion inbesondere der ländlichen und der Bauberufsgenossenschaften, die Frage durch Verhandlungen zu regeln und machten von Torpedos, welche mit Melinit geladen waren. Allen scheinen ihm so wenig ausreichend und so wenig von socialem daher Rußland Vorschläge. Rußland kam diesen Vorschlägen niemals in versöhnlichem Sinne entgegen, sondern zog die Regelung Berwundeten und sonst kampfunfähig Gewordenen wurde die auf- Geiste getragen, daß er mit einer zwangsweisen Erweiterung durch argliftige Verzögerungen hin und suchte, indem merkſamſte und sorgfältigste Pflege zu teil. Am 10. d. Mts. dauerte dieser Vorschriften durch die Reichsgesetzgebung drohte. Auch es den Frieden befürwortete und dabei doch ausgedehnte Vorbe- die Refognoszierung durch Kreuzer fort, wobei keine feindlichen Schiffe dem Wunsch nach belehrenden Vorträgen und sonstiger Aufreitungen im Heeres- und Marinewesen, traf, feine eignen selbst entdeckt wurden. Die Nacht verlief bei verstärkter Wache durch klärung versprach er Berücksichtigung. Gleich ihm schloß sich der Abg. Erzberger vom Centrum im wesentlichen unsrer Kritik an, wenn er natürlich auch wieder aus der socialen Rolle, die er spielte, herausfiel, als er über die Undankbarkeit der Arbeiter und die hohe Belastung des Mittelstandes klagte. Zum Schluß verstand es der Pole Rulerski, ungehindert vom Präsidenten auch bei diesem Kapitel des Etats eine Rede gegen die Ostmarkenpolitik des Grafen Bülow zu halten, auf die Graf Posadowsky mit der Erregung, die ihn bei der Polenfrage immer erfaßt, antwortete. Bevor morgen die Debatte fortgesetzt wird, soll über einige beanstandete Wahlen, darunter auch über die des Genossen Braun entschieden werden. Herrenhaus. " Verbot des Streifpostenstehens auch das Verbot der Weihnachtsfeier wertvoll. Hierdurch wird dem Freiherrn von Heyl amtlich hinzugefügt hatten, da erhob sich die gesamte Geistlichkeit dokumentiert, daß er im Reichstag die Unwahrheit gesagt hat. zu Gunsten des Unternehmertums! In derselben Sigung des Landtages stellte der Genosse Ulrich fest, Zur Zeit rüsten sich die deutschen Truppen in Südwest- Afrika daß bei den gemeinsamen Besprechungen der Finanzausschüsse der zu einem Rachekriege gegen die Hereros. Trotzdem sich unsre hessischen Ersten und Zweiten Rammer sich Freiherr v. Hehl einkolonialen Strafzüge doch wahrhaftig nicht durch übermäßige Milde gehend mit dem Finanzminister über diese Anauszuzeichnen pflegen, hetzt seit Wochen in Deutschland die Bourgeois- gelegenheit unterhalten habe. Da doch nicht angenommen presse die Regierung zu einer besonders drakonischen werden könne, daß Dr. Gnauth dem Wormser Lederkönig andre R ache auf. Man empfiehlt, jeden Herero, der mit den Waffen in Angaben gemacht habe, als die er vor dem ganzen Lande in der der Hand ergriffen werde, zu erschießen, ganz davon abgesehen, daß Kammer mache, v. HeyI aber trotzdem seine Ausführungen im man es für selbstverständlich hält, den Hereros alles Land und Reichstage aufrechterhalte, so sei wohl erwiesen, daß Herr v. Heyl sämtliches Vieh abzunehmen und sie dem Fiskus und den Farmern nicht nur objektiv bon der Wahrheit abges als Zwangsarbeiter, d. h. als Sklaven auszuliefern. wichen sei. - Zum ,, Cirkus Busch", der sich am nächsten Montag agrarisch vorstellen wird, läßt der Vorstand des Bundes der Landwirte bereits seinen Geschäftsbericht erscheinen. Daraus ist zu entnehmen: Inzwischen sind so unglaubliche Thatsachen über die un erhörte Unterdrückung, Ausbeutung und MißIm Herrenhause nahm am Freitag Minister Budde die handlung der Eingeborenen Deutsch- Südwestafrikas bekannt geworden, daß man doch erwarten sollte, die deutsche Geistlichkeit Gelegenheit wahr, anläßlich der Beratung der Denkschrift über die geschorene wie die gescheitelte werde sich in einmütigem Protest die Ergebnisse des Betriebes der vereinigten preußischen gegen solch skandalöse Bumutungen an die Regierung erheben. Das 250 000 Mitgliedern. Der Bund hat westlich der Elbe 14 163 Orts" Der Bund schließt das Jahr 1903 mit einem Bestande von beffischen wo die mit 11000 – und hessischen Staatseisenbahnen feinen falschen Zungen- follte man umsomehr erwarten, als die Missionsgesellschaften gruppen mit 139 000 Mitgliedern und östlich der Elbe 17 836 Ortsschlag" zu korrigieren. Vor diesem hohen Hause, wo die ihre geistlichen Freunde über die wahren Ursachen des Herero- Aufstandes gruppen mit 111 000 Mitgliedern. Zur Vorbereitung der Wahlen tonzentrierte Weisheit waltet, war es dem Minister ein nicht im Zweifel gelassen. Vor uns liegt zum Beispiel ein Cirkular wurden 74 Wanderredner verwendet, die 2418 ausschließliche Wahlleichtes, eine seiner bekannten Scharfmacherreden vom Stapel des Missionshauses Barmen, das vom 27. Februar datiert ist und versammlungen und 6379 allgemeine Versammlungen zu lassen und dafür lebhaften Beifall zu ernten. Herr Budde, unter dem Titel:„ Ein Wort an unsre Freunde über den Aussland der grimme Socialistentöter, bewies wieder einmal, daß er von den wirklichen Verhältnissen keine Ahnung hat; die Behauptungen der socialdemokratischen Presse über die Verbreitung socialdemokratischer Gesinnung unter den Eisenbahnern sollen unwahr und Renommage sein! Uns will es vielmehr erscheinen, als ob das, was der Minister darYegte, einer gewissen Renommiersucht entsprungen ist; nach feiner Darstellung finden sich Socialdemokraten nur ganz vercinzelt in der Eisenbahnverwaltung, und diese werden sofort entlassen. Gegen ein derartiges gesetz- und verfassungswidriges Vorgehen kann nicht energisch genug protestiert werden. Kein Minister hat sich um die politische Gesinnung seiner Untergebenen zu fümmern, es geht Herrn Budde absolut nichts an, ob diejenigen Staatsbürger, die die„ Ehre" haben, sich im Betrieb der preußischen Eisenbahnverwaltung zu mühen, sich politisch als Angehörige einer Partei befennen, die der jeweils herrschenden Richtung nicht paẞt. Oder glaubt der Minister vielleicht, daß der Arbeiter mit seiner Arbeitskraft auch seine politische Ueberzeugung verSauft? Solche Scharfmacherreden finden höchstens im HerrenLause oder dem ihm gleichwertigen Abgeordnetenhause ein Echo, nun und nimmer aber in einem Parlament, dessen Mitglieder sich als Vertreter des Volkes fühlen. Was der Minister im übrigen über socialdemokratischen Terrorismus erzählte, ist so abgeschmackt, daß es der Erwähnung nicht wert ist und seine Schilderungen über Arbeiterverhältnisse und Betriebsunfälle werden durch die von ihm selbst unterzeichnete Denkschrift widerlegt. Aus den sonstigen Verhandlungen ist zu erwähnen, daß das Haus einem Antrage auf Strafverfolgung unsres Genossen Molkenbuhr wegen Beleidigung des Serrenhauses seine Zustimmung versagte. Nicht ctiva aus principiellen Gründen! Im Gegenteil, grundsätzlich soll jeder, der es wagt, dies vornehmste aller Parlamente auch nur schief anzusehen, aufs strengste bestraft werden. Aber in dem Fall Molkenbuhr liegt die Sache so, daß eine Verurteilung selbst dem Justizminister zweifelhaft erscheint, und lediglich aus diesem Grunde verzichten die Herren auf die Strafverfolgung. In andren Fällen hat das Herrenhaus bekanntlich im Gegensatz zu den Gepflogenheiten andrer Parlamente wiederholt Anklagen wegen Beleidigung erhoben. abhielten und außerdem eine zum Teil fehr wirksame Hausder Hereros" unter anderm folgende Darlegungen enthält: agitation entfalteten. In 41 Wahlkreisen wurden 693 000 Flug„ Was die Ursache des Ausstandes ist, entzieht sich ja vorläufig wahlen in 174, bei den preußischen Landtagswahlen in 260 Wahlblätter verteilt. Der Bund der Landwirte trat bei den Reichstagsnoch dem sicheren Urteil. Doch haben unsre Missionare und reisen in Thätigkeit. In 55 Reichstags- Wahlkreisen mußte der Bund wir in unsern Berichten nie ein Hehl daraus gemacht, daß eigne Kandidaten aufstellen, da die ihm von den politischen Parteien neben den fortgeschten Landverkäufen vor allem das von vielen präsentierten Kandidaten wegen ihrer wirtschaftspolitischen Stellung weißen Händlern geübte System des maßlosen Kreditgebens an nicht unterstützt werden konnten. Von den vom Bunde unterstützten die Eingeborenen und die darauf folgende rücksichtslose Eintreibung Kandidaten find 89 gewählt worden. der Schulden, mit andern Worten die Ausbeutung des Die Stimmenzahlen, die sich bei der Reichstagswahl auf die Leichtsinnes der Eingeborenen, Zustände schuf, diejenigen Kandidaten vereinigte, die dem Bund nahe stehen und mit dem Bunde für die Kräftigung des Mittelstandes und der Landtrübe in die Zukunft schauen ließen. Wir verweisen wirtschaft zu wirken gewillt sind, beträgt 1705 531. An Mitglieder3. B. auf den Brief des Missionars Eich in Nr. 3 der vorjährigen beiträgen gingen 1903 4000 M. ein. Es wird in dem Geschäftss Berichte, Seite 79-81. Wir haben immer wieder unsre bittende bericht ferner des näheren ausgeführt, daß die Abteilung für Rechtsund warnende Stimme erhoben und haben es auch nicht unter- und landwirtschaftliche Ausfünfte, die Verkaufsstelle, die VersicherungsIassen, geeigneten Orts vorstellig zu werden. Wenn wir auch Abteilung, die Verkaufsstelle für Maschinen, die landwirtschaftlichnicht alle Maßnahmen der Regierung begriffen technische Abteilung, die Saatgut- Abteilung, die Genossenschaftshaben und die von ihr zum Schutz der Eingeborenen erlassenen abteilung und die genossenschaftliche Centraltasse des Bundes fämtlich erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen haben." Bestimmungen nach unsrer Meinung nicht immer weit genug gingen, müssen wir es doch billig und dankbar anerkennen, daß Bom Russendienst. die Landesregierung des Gouverneurs Leutwein auch das Wohl der Eingeborenen, die sich unter den Schutz der deutschen 8. d. M. datierten Meldung seines äußerst zuverlässigen Warschauer Das Krakauer Parteiblatt„ Naprzod" schreibt in einer vom Regierung gestellt hatten, ernstlich im Auge behielt und deren Korrespondenten: Recht auch gegenüber den Weißen vertrat, von viclen aber gerade darum cine zum Teil sehr lebhafte Opposition erfuhr. ,, Am 4. d. M. haben die preußischen Gendarmen zehn Deferteure gefaßt und sie den russischen Behörden in Czeladz bei Sosnowitz ausgeliefert." bergießen. Sollte die Nachricht des„ Naprzod" sich bestätigen, so würden Wir stehen mit dieser unsrer Auffaffung, daß nicht die Thatsache der Kolonisation an und für sich, sondern daß die Rücksichts- Nähe von Beuthent. Die Deserteure sind junge Polen, welche keine Czeladz liegt dicht an der oberschlesischen Grenze und in der losigkeit einzelner Farmer und vieler Händler den Zündstoff gehäuft haben, der jetzt zur Explosion gekommen ist, nicht allein, sondern Neigung haben, für die russische Gewaltpolitit im Osten ihr Blut zu begegnen ihr in Zeitungen der verschiedensten politischen Parteirichtung, leider aber nur noch vereinzelt. Läßt uns diese unsre auerfannten internationalen Staatsgrundsätzen. Die Auslieferung von Deserteuren widerspricht den allgemein Auffassung die Schuld der Hereros keineswegs verkleinern, aber doch in einem milderen Licht erscheinen, dann muß es uns mit tiefem Schmerz erfüllen, daß man fast allgemein einseitig nur wir mit einer Thatsache zu thun haben, die alles Bisherige auf dem den Ruf nach Recht( foll wohl heißen„ Rache", Red. d.„ V.") und Gebiet des Ruſſenturfes in Preußen weit übersteigen würde. Die blutiger Bergeltung vernimmt. Wir würden es aufs tiefste beklagen preußischen Behörden haben alle Veranlassung, sich umgehend über müssen, ja wir würden es als einen Widerspruch gegen Recht und die Sache zu äußern und die Deffentlichkeit darüber aufzuklären, ob Billigkeit empfinden müssen, wenn die Folge der nötig gewordenen man in der That die polnischen Deſerteure- wie seiner Zeit den gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes eine willkommene Rechts- Sudenten Kalajew an die russischen Behörden„ ausgewiesen" hat. losigkeit der Hereros, wie sie befürwortet wird, sein sollte. Die Ehre des deutschen Namens verlangt nicht nur, daß mit Waffengewalt einmal von patriotischer Entrüstung befallen, weil die socialdemoKnutenverehrer und Völkerrecht. Unsere Reaktionäre werden wieder und mit fester Hand Aufregung und Empörung niedergeworfen wird und kratische Presse keine Thränen über die wohlverdienten Prügel verDie Vorlagen sind wieder einmal aufgearbeitet, und die daß die Schuldigen, die das Schwert erhoben und gar zum Mord gießt, die Väterchens Panzerfähne momentan besehen. In demselben Herren" können sich nach den anstrengenden Sizungen der beiden letzten Tage eine neue Ruhepause gönnen. Ja, es ist geschritten sind, die ganze Schwere des Gesetzes trifft; die Ehre ltemzuge, mit dem sie über die socialdemokratische Parteinahme für des deutschen Namens verlangt auch, daß nach dem Siege Japan feifen, nehmen sie selbst aber leidenschaftlich Partei für die nicht ausgeschlossen, daß sie vor Dstern überhaupt nicht mehr den armen Irregeführten und Verblendeten, die sich haben hin- tusche Knute. So spricht beispielsweise die Konser zusammenkommen. Denn, so unglaublich es auch klingt, reißen lassen, Schonung zu teil werde und daß mit der Gerechtig- tive Korrespondenz" von dem„ heimtüdischen diese Edelsten der Nation werden rebellisch. Während sie sonst ben Etat in 2-3 Sigungen durchbe- raten haben, verlangen keit sich Wilde paart. Daß diese Ueberzeugung immer weitere Minenangriff der Japaner auf die russischen Kriegsschiffe", der einen schnöden Bruch des Völkerrechts" sie diesmal mindestens 8 Tage dafür zur Verfügung zu haben; Kreise unsres Volkes ergreife, vor allen auch die, die in dieser Sache verantwortungsvoll zu raten und zu thaten haben, das ist stellung den Minenangriff als die Teilaktion eines offenen darstelle. Ganz abgesehen davon, daß die japanisch- offizielle Dar und sie drohen, falls der Etat nicht spätestens am 15. März unser herzlichster Wunsch und Gebet." aus dem Abgeordnetenhause an sie gelangt, mit einer allGesamtangriffs der japanischen Flotte darstellt ist es an und für Das Missionshaus Barmen hat sich mit diesen Erklärungen sich eine lächerliche Unverschämtheit, Japan einen Bruch gemeinen Arbeitseinstellung. Und das, obwohl es sich um eine Frage des allgemeinen Staatsinteresses handelt. Sollte offenbar nur deshalb nicht direkt an die Deffentlichkeit ge des Völkerrechts vorzuwerfen, weil es die Feindseligkeiten eröffnete, wirklich der Geist schrecklicher Rebellion in das neue Haus aufbieten, um das ekelhafte Nachegeheul unsrer Kolonialschwärmer Abbruch der diplomatischen Beziehungen hatte Japan vollauf allen wirklich der Geist schrecklicher Rebellion in das neue Haus wendet, weil es annahm, ſeine" Freunde" würden ihrerseits alles ohne vorher eine Striegserklärung zu erlassen. Mit den eingezogen fein? zum Schweigen zu bringen. Leider hat es sich getäuscht: alles ist völkerrechtlichen Ansprüchen genügt. Hat nicht auch Preußen 1866 ftumm geblieben! ohne Kriegserklärung die Feindseligkeiten begonnen? vative Korrespondenz" auch ferner für die Stulturmacht der Knute Immerhin jeder nach seinen Geschmack! Mag die„ Konserschwärmen! Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Freitag zunächst den Etat der Gestütsverwaltung. Im Vordergrunde des Interesses standen wiederum die Debatten über die Zustände in Trakehnen. Während sich Abg. Kopsch( frs. Vp.) wie in früheren Jahren der Lehrer annahm, verteidigten die Redner der Rechten im Verein mit dem Minister v. Podbielski das Vorgehen des Landstallmeisters v. Dettingen; es gelang ihnen aber nicht, die Behauptungen des freisinnigen Redners fiber die kulturwidrigen Verhältnisse in Trakehnen zu wider legen, da sie die Diskussion auf das persönliche Gebiet hinüberspielten. Daß dabei nichts herauskommt, ist einleuchtend. erhoben! Kein Geistlicher hat sich empört gegen die barbarischen Hezereien Und da faselt man noch von einem lebendigen, werkthätigen Christentum! Deutfches Reich. Die Unwahrhaftigkeit des Freiherrn v. Heyl amtlich attestiert. dieses Jahres mit Bezug auf unfren Genossen Ulrich- Offenbach Herr v. Hehl hatte in der Reichstagsfitung vom 26. Januar u. a. erklärt: = " " Die Kandidatur Jende getrauen sich die„ Ordnungs"-Parteien zur Ersatzwahl im 20. fächsischen Wahlkreise nicht wieder den Wählern anzubieten. Die Sächs. Nationallib. Korrefp." sagt:„ Seine Niederlage im letzten Jahre hat gezeigt, daß er wegen seiner hervorragenden Stellung in Centralverband der Industriellen von den landwirtschaftlichen Kreisen des Volkes nicht genügend unterstützt wurde, daß er aber andrerseits wegen seiner socialpolitischen AnDie Herrschaften sollten sich nicht allzufehr um eine gute Kandidatur" schauungen von der gesamten Arbeiterschaft bekämpft worden ist." bemühen. Schon die einzige Thatsache der vollkommenen Versagung er ist Mitglied der Finanzkommission des hessischen einer Landtagswahlrechtsreform genügt zum Siege der Social Landtages und hat dort eine Progression zur Ein- demokratie. Die hierauf beginnende zweite Beratung des Etats der tommensteuer vorgeschlagen mit einer rasch und gewandt Bergverwaltung wurde durch ein liebliches Gezänke entworfenen Stala. Wie man mir erzählt, hat der Finanzminister Dem Landtage für Koburg- Gotha ist der Entwurf eines Gesetzes der Nationalliberalen und der Herren vom Centrum ein- keinen Widerspruch entgegengebracht, sondern zwei Beamte damit zur Abänderung des Wahlrechts zugegangen. Der Ent geleitet. Die Vertreter dieser Parteien, die noch vor kurzem beauftragt, diese Stala zu berechnen. Das Resultat soll, wurf beschränkt sich darauf, das Wahlgeheimnis zu sichern Hand in Hand gingen, um durch Zollwucher das Volk austvenn die Mitteilung richtig ist, folgendes gewesen sein, durch Einführung gedruckter Stimmzettel und Wahlcouverts nach zuplündern, warfen sich gegenseitig Wahlbeeinflussungen bei daß die wohlhabenden Klassen mit 118 Proz. ihres Einkommens dem Muster des Reichstags- Wahlgesetzes. Bisher mußten die Wähler den letzten Wahlen im Saarrevier vor. Die Thatsachen selbst berechnet werden sollten. Also eine leberweisung der wohl ihre Stimmzettel im Wahllofal schreiben, konnten aber auch mündlich habenden Klassen an die Armenpflege..." zu Protokoll abstimmen. Diese Freiheit benutzten die Freisinnigen" zu sind ja aus dem Prozeß, der fürzlich in Saarbrüden stattTrotzdem die Genossen Wurm und Dr. David den Herrn schamloser Wahlbeeinflussung gegenüber der Socialdemokratie, indem fand, noch zur Genüge bekannt. Die Nationalliberalen sollen auf die unrichtigkeit seiner Behauptungen hinwiesen, hielt der Leder- sie die Parole ausgaben, daß alle Freifinnigen mündlich abzustimmen durch Bergbeamte, das Centrum durch die Geistlichkeit die Freiherr sie dennoch aufrecht. Nunmehr erhält Herr v. Heyl seine hätten. Die gegenwärtige Vorlage ist auf einen Landtagsbeschluß schlimmsten Beeinflussungen ausgeübt haben. In der That ist unwahrhaftigkeit auch amtlich attestiert. In der Donnerstagssigung forderte direkte Wahl lehnt die Regierung mit der Begründung bon 1901 zurüdzuführen. Die gleichzeitig in diesem Beschlusse geauf beiden Seiten schwer gesündigt worden, und die unfreiwilligen des heifischen Landtages kam der Finanzminister Dr. Gnauth in ab, daß sich die gegenwärtige Regentschaftsperiode zu folcher einEnthüllungen einiger Redner bieten wertvolles Material für seiner Rebe zum vorliegenden Etat auch auf die Debatten im Reichs- schneidenden Aenderung nicht eigne. Die Vorlage wird sofort vers die Beurteilung der Wahlfreiheit in Preußen. Die Debatten erinnern unwillkürlich an den Ausspruch von Heinrich Heine tage zu sprechen und erklärte unter anderm wörtlich: über den Rabbi und den Mönch. Vielleicht wird die Auseinandersetzung dazu beitragen, daß das nächste Mal die feindlichen Parteien gemeinsam Wahlbeeinflussungen zu Gunsten des bürgerlichen Kandidaten gegen den Socialdemokraten ausüben. Wurde doch jetzt schon von beiden Seiten darüber geflagt, daß der Wahlkreis schon von der Socialdemokratie bedroht sei. Am Sonnabend wird die Beratung fortgesetzt. Wo bleibt die Geistlichkeit? handelt werden. Zur bayrischen Wahlrechtsreform. Ich halte für meine Pflicht festzustellen, daß hierbei insbesondere dem Herrn Antragsteller Mrich Nurecht geschehen ist; Unrecht geschehen, indem man von ihm angenommen hat, er habe München, 12. Februar.( Privattelegramm.) Zum bayrischen die erfie Stala, die den Antrag Ulrich und Genossen illustrieren Wahlgesetz- Entwurf, der Mitte nächster Woche in der Abgeordnetensollte, feiner Zeit entworfen. Das ist nicht richtig gewesen. Er fammer zur Beratung tommt, hat die socialdemokratische Fraktion hat, das ist ja im allgemeinen hier und da bei solchen Anträgen den Antrag gestellt, dem Artikel 14 die folgende Fassung zu geben: fo, er hat nur das Dessin uns hingeworfen: Aufhebung der Die Wahl der Abgeordneten ist direkt und geheim. Sie erfolgt Stempelabgaben, Ersatz durch Progression der Einkommen und durch absolute Mehrheit aller in einem Wahlkreise abs Vermögenssteuer, und wir haben uns nun an das Gedanken gegebenen gültigen Stimmen. Lesen gemacht und haben versucht zu konstruieren, wie man das etwa machen würde, wenn man es so machte, wie die Herren Antragsteller es machen würden...." = Stellt sich bei einer Wahl eine solche Mehrheit nicht heraus, so ist eine weitere Wahlhandlung vorzunehmen, bei welcher die relative Mehrheit ohne Rücksicht auf ihr Verhältnis zur Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen entscheidet. Ergiebt sich bei einer dieser Wahlkommissar gezogen wird." Wahlhandlungen Stimmengleichheit, so entscheidet das Los, das vom Als der Kampf der dürftig entlohnten Crimmitschauer Textil- Der hessische Finanzminister erklärt hier also öffentlich, daß er Proletarier mit den glänzend gestellten Textil- Baronen den höchsten den Antrag unsres Genossen Ulrich falsch aufgefaßt habe. Wie sich Grad erreicht hatte, als das Unternehmertum ganz Deutschlands die bekanntlich später herausgestellt hat, hat er die Gedanken des Genossen Der von der Regierung vorgelegte Wahlgefeß- Entwurf enthält Sache der bedingungslosen Niederwerfung der Arbeiter zu der ihrigen Ulrich nicht richtig gelesen. Immerhin ist die mit anerkennens- die Bestimmung, daß bereits im ersten Wahlgang die relative Mehrgemacht hatte, als die Behörden dem Versammlungsverbot, dem werter Offenheit gegebene Erklärung des hessischen Finanzministers heit entscheidet. Eine Konfistation in der Kammer. Aus München wird uns berichtet: In der Nacht vom 10. zum 11. Februar sind in der bahrischen Abgeordnetenkammer offenbar die Heinzelmännchen thätig gewesen. Auf dem Plage eines jeden Abgeordneten lag nämlich am 11. Februar früh eine kleine Flugschrift folgenden Inhalts: Deffentliche Anfrage an die Herren Simplicissimus" und Jugend"-Stürmer Dr. von Orterer, von Daller, Lerno, Bichler, Schädler und Kohl. Am tgl. Landgericht Straubing fanden vor nicht langer Zeit mehrere Verhandlungen über verschiedene Sittlichkeitsverbrechen statt. Diese Sittlichkeitsverbrechen, begangen von Burschen an schulpflichtigen Mädchen, wurden in einer Hochburg des Centrums, in Englmar, dem Site des Vorstandes des christlichen Bauernvereins Herrn Echinger verübt. Bei diesen Verhandlungen kamen haarsträubende Dinge zu Tage und wurde erwiesen, daß in der Gemeinde Englmar fast sämtliche schulpflichtige Mädchen sittlich vollständig verdorben sind. Diese Sache erinnert an den Fall Mosauer in Pocking, wo auch eine ganze Generation zu Grunde gerichtet wurde. Man stellt daher an obengenannte Herren die Frage, ob an diesen Verbrechen auch der„ Simplicissimus" und die" Jugend" schuld sind oder ob der Fehler wo anders zu suchen ist??? Noch vor Beginn der Sitzung ließ der Präsident schleunigst diese indistrete Anfrage durch Organe der Kammer konfiszieren. Außerdem hat nachmittags ein hochnotpeinliches Verhör des ganzen Bersonals stattgefunden, um zu erforschen, wer das Flugblatt( ohne die erforderliche Genehmigung des Direktoriums) wohl verteilt bat. Bis jetzt soll es aber nicht gelungen sein, den Thäter zu eruieren. In Centrumskreisen soll die Meinung bestehen, daß der Bauernbundsdoktor Gäch, der die Ultramontanen ja so ganz besonders liebt, der Autor des konfiszierten Schriftstückes sei. Markt, den ihr die Landwirtschaft unter den alten Preisverhältnissen bot, nicht verlieren, fie fonnten die Landwirtschaft nicht einfach zu Grunde gehen lassen, und darum waren sie gezwungen, auch Getreidezölle zu bewilligen. Und um so viel teurer ist das Brot doch auch gar nicht gewoorden, die Getreidepreise auf dem Weltmarkte sind so heruntergegangen, daß wir heute trotz des Zolles noch ebenso billige und billigere Getreidepreise im Durchschnitt haben wie damals. Aus demselben Grunde haben wir nicht bloß in Deutschland, sondern in Ländern mit ähnlicher Entwicklung Agrarzölle neben den Industriezöllen. May Schipper. -Wenn Genosse Schippel zwischen Wucherzöllen in dem einen Sinne und Wucherzöllen in einem andren Sinne unterscheidet, dann ist es allerdings möglich, daß Genosse Rühle ihn mißverstanden hat, da dieser vermutlich nur an eine Sorte Wucherzölle gedacht hat. die historische Entwicklung der Preisbildung und über die Verteilung Genosse Schippel hat darin recht, daß seine Tarlegungen über der Rente auf die verschiedenen Interessengruppen zunächst nichts mit unsrer Stellungnahme die natürlich nur eine socialistische ist für und gegen Agrarschutz zu thun haben. Diese Tarlegungen lassen socialistische und agrarische Konsequenzen offen. Wir Socialdemokraten sind Gegner der Agrarzölle, nicht weil die Preise an sich hoch oder niedrig sind, sondern weil die Zölle ein Wittel sind, die Preise und die Grundrente fünstlich auf einem höheren Niveau zu erhalten, als sie ohne die Zölle wären. Wenn Schippel das ausgesprochen hätte, dann hätten wir es zu sagen nicht nötig gehabt. Lage der weiblichen Arbeitsuchenden entsprach. Muß man annehnten, daß der Grund hiervon in der niedrigen Löhnung der weiblichen Arbeit liegt, die sie in geschäftlich flauen Zeiten gesuchter erscheinen läßt, so geht dagegen aus der obigen kleinen Statistit hervor, daß in der Berliner Handlungsgehilfen- Vermittelung dieser Unterschied nicht entfernt in dem gleichen Maße vorhanden ist. Auf die Höhe der Konjunktur, wo im Jahre 1899 beide Geschlechter einen geringeren Andrang von Arbeitsuchenden als im Vorjahre zeigten, folgten zwei Jahre, in denen sie beide gleichmäßig unter dem Drucke der Krisis den Andrang von Jahr zu Jahr wachsen sahen. Die Besserung des Jahres 1903 ist wiederum beiden Geschlechtern zu gute gekommen. Daraus dürfte hervorgehen, daß die oft gehörte Behauptung, die taufmännischen Prinzipale bevorzugten weib= liche Buchhalter usw. lediglich wegen ihrer niedrigen Gehälter, in diesem Umfange nicht den Thatsachen entsprechen kann. Im Vergleich zur sonstigen Verwendung der weiblichen Arbeitskraft macht sich hier vielmehr ein derartiger Einfluß in auffallend geringem Maße bemerkbar." Die Beweisführung erscheint recht wenig zivingend. Der Streis der oben in Betracht gezogenen Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen ist viel zu klein, als daß daraus die im Jahresbericht des Heltesten- Stollegiums enthaltenen allgemeinen Folgerungen gezogen werden dürfen. Aber selbst wenn man die Zahler als richtig anerkennt, beweisen sie nicht die Schlüsse, die daraus abgeleitet werden. Der Bericht zieht nur die Jahre 1900 und 1901 in Betracht. In diesen beiden Jahren wächst allerdings der Andrang von männlichen und weiblichen Arbeitskräften auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkt ziemlich gleichmäßig. Wie aber steht es im Jahre 1902, dem schwersten der Krise? In diesem steigt das Angebot der männlichen ArbeitsEine illustrierte März- Zeitung erscheint zum März im Verlage fraft bon 143,5 auf 156,6; dagegen fällt das Angebot weiblicher der Buchhandlung Vorwärts. Vierzig Jahre sind im August dieses Arbeitskraft von 145,1 auf 139,1. Es nimmt also die Einstellung Jahres verflossen, seit Ferdinand Lassalle der deutschen Arbeiterklasse von Handlungsgehilfinnen auf Kosten der Beschäftigung von Handentrissen wurde. An die Bedeutung Lassalles will die diesjährige lungsgehilfen zu. Auch das Jahre 1903 zeigt im wesentlichen die März- Zeitung erinnern durch die Wiedergabe eines bisher noch nich gleiche Tendenz. Es nimmt zwvai infolge der Besserung des GeschäftsKeine Majestätsbeleidigung. Ein vernünftiges Urteil fällte das veröffentlichten Porträts Lassalles, nach einer Tuschzeichnung von ganges auch das Angebot von männlicher Arbeitskraft auf dem Breslauer Kriegsgericht gegen cinen Kanonier vom dortigen 2. Pietsch und durch einen Artikel:„ Lassalle und die Revolution" faufmännischen Arbeitsmarkt ab, aber nur bon 156,6 auf 137,4; Artillerie- Regiment, der anläßlich der letzten Anwesenheit von Rosa Luxemburg. Die März- Zeitung wird aber auch jener ge- hingegen bei den Handlungsgehilfinnen von 139,1 auf 120,3. Wenn des Kaisers in einem Straßenbahnwagen zu seinem Kameraden denken, die durch Wort und Bild der Freiheit eine Gasse bahnten. also nicht gleich zu Beginn der Strife, so haben doch später, als ihr einige Aeußerungen über den Kaiser machte. Die Verhandlung Das Titelbild zeigt einen neuen Winkelried, wie er mit un- Druck heftiger wurde, auch die Berliner Prinzipale die teuere männ wurde aus disciplinarischen Gründen unter Ausschluß der Deffent widerstehlicher Kraft der Feinde Lanzen zersplittert. Den grökten liche Arbeitskraft durch die billigere weibliche ersetzt. lichkeit geführt. Das Gericht sprach den Angeklagten frei und be- Beifall der Genossen wird aber das Mittelbild finden; eine vorzüglich gründete diesen Spruch öffentlich damit, daß sich der ungebildete gelungene Wiedergabe des Delgemäldes aus dem Pariser Louvre Kanonier mit diesen Worten keiner Majestätsbeleidigung schuldig ge- Rouget de L'Isle trägt zum erstenmal die Marseillaise vor. An textmacht habe, sondern nur eine dumme und unpassende lichen Beiträgen nennen wir noch:„ Wir schreiten dem Lenz entgegen", Aeußerung gethan, die disciplinarisch bestraft werden kann. Gedicht von E. Kreowski. Revolutionslegenden" von A. Conrady.. „ Stevolution und Kunst" von H. Ströbel. Die März- Zeitung wird außerdem durch künstlerisch ausgeführte Vignetten belebt, so daß sie Aus Karibib wird einem Berliner Blatte vom Freitag ge- weitere Streise tragen wird. Preis 10 Pf., bei Partiebezug Rabatt, als schönes Kunstblatt die Agitation fördern und unsre Ideen in ohne Remissionsrecht. Gestern nachmittag um 25 Uhr brach das Detachement des Marseillaise" hat der Verlag auf feinstem Stunstbrud- Sarton ein Von dem großen Mittelbild„ Die Majors v. Eftorff nordwärts nach Omaruru auf, um den Verbleib Kunstblatt in Kartongröße 50X57 Centimeter herausgegeben, das der Compagnie in Dutjo festzustellen. Heute früh treffen hier die einen vorzüglichen Zimmerschmuck abgiebt. Der Preis ist 40 Pf. ord. Compagnien Schering und Lieber aus Swakopmund ein. Eine von Von demselben Bilde ist außerdem eine Illustrierte Postkarte anMarine- Infanterie mit vier Geschüßen nebst Stab nach Okahandja. ist 100 Expl. 3 M., 250 Erpl. 7 M., 500 Erpl. 12,50 M., 1000 Exp. ihnen und zwei Geſchüße gehen nach Windhoek, zwei Compagnien gefertigt, die wir zu weitester Verbreitung empfehlen. Der Preis Dort und in Windhoek wird ein großes Proviantmagazin angelegt. 20 M. Die Versendung erfolgt pünktlich bis zum 10. März, wenn Das Leben ist hier enorm teuer: eine halbe Flasche Bier kostet 1,50 W., die Bestellung bis spätestens den 22. Februar bei der Buchhandlung eine halbe Flasche Mineralwasser 1 i. Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, eingegangen ist. In Berlin wird die Zeitung mit Erscheinen in allen Parteispeditionen zu meldet: Vom Herero- Krieg. " Gewerkschaftliches. Ein ruffisches Crimmitschau". Der Kapitalismus ist international. Er gedeiht unter jeder Staatsform, er beutet überall die Arbeiter in gleicher denselben Waffen und mit derselben Brutalität nieder. Und überall eise ans, er schlägt die sich dagegen Sträubenden überall mit walten, in der freieſten Republik und im Staate des schlimmsten bat er bei diesem Werk an seiner Seite die machthabenden GeDespotismus. In Grodno, einer Stadt im litauischen Rußland, ist es jetzt erinnert. Hier wie da ist es aus einem kleinen Anlaß, aus einer zu einer Aussperrung gekommen, die in ihrem Verlaufe und namentlich im Verhalten der beteiligten Kapitalisten ganz und gar an Crimmitschau völlig gerechtfertigten geringfügigen Forderung der Arbeiter zu einer Aussperrung gekommen; hier wie da machte das Fabrikantentum aus der Lohnfrage eine Machtfrage" und warf rücksichtslos auch die Leute auf die Straße, welche gar keine Forderungen gestellt hatten. In der Cigarettenfabrik von Schereschewsky zu Grodno Ostafrika- Bahn. Der Bundesrat hat in seiner Sigung vom haben sein. 11. d. M. dem bereits in der Thronrede angekündigten Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Uebernahme einer Garantie In Freien Stunden". Illustrierte Wochenschrift für das ar= des Reiches in Bezug auf eine Eisenbahn von Dar- es- beitende Volt. Heute gelangt das 7. Heft dieser Zeitschrift zur Aus- verlangten die Frauen, welche bei 12stündiger Arbeitszeit 2,50 Mark Salaam nach Mrogoro seine Zustimmung erteilt. Der Gefeg- gabe. Es bringt die Fortsetzung des Romans„ Die Flußpiraten des bis allerhöchstens 5 Mart pro Woche verdienen, eine Erhöhung entwurf soll alsbald dem Reichstage vorgelegt werden. Nach den Mississippi" von Friedrich Gerſtäcker; ferner die Fortsetzung des des Wochenlohnes um eine Mark! Der Fabrikant sagte erst zu, näheren Mitteilungen der„ Nordd. Allg. 3tg." entspricht der Entwurf „ Gabriel Lambert, der Galeerensklave" von Alexander wesentlich den Anschauungen, die früher in der Budgetkommission Dumas, außerdem eine fleine Erzählung„ Wie ein Polzeiwachtmeister og aber dann seine Zufage wieder zurück, und nun kam es zum über den Bahnbau hervorgetreten sind. unschuldig geprügelt wurde", sowie„ Dies und Jencs", Witz und Scherz", die den Inhalt des Heftes vervollständigen. Jedes Heft foftet 10 Pf. und ist in allen Partei- Buchhandlungen zu haben. Rußland. Eine geheime polnische Arbeiterversammlung wurde in diesen Tagen in Sosnowiz( Russisch- Polen) von der Gendarmerie überrascht. Der Mehrzahl der Anwesenden gelang die Flucht. In den Händen der Gendarmen blieben der Beamte der französisch- russischen Gesellschaft, Wegnerowicz, drei Arbeiterinnen und ein Arbeiter. An der Grenze werden fortwährend Leute, die Schriftentransporte über die Grenze bringen wollen, verhafet, neulich wieder in Granica( an der galizischen Grenze) zwei Russinnen. Partei- Nachrichten. Genoffe Schippel schreibt uns: Die ganze Sache wird nachgerade ungeheuerlich abgeschmackt. Auf Einzelheiten von Privatgesprächen kann ich mich nach Jahren natürlich nicht besinnen; es ist auch nicht üblich, darauf einzugehen. Ich muß es dem Genossen Enders- Chemnitz überlassen, zu antworten oder auch nicht zu antworten. Aber ich habe sehr oft und sehr vielen Genossen gegen über ausgeführt- auch im dritten Berliner Streise und wohl auch auf der Chemnizer Redaktion und ich habe das nie in Abrede gestellt: Der 3oII erhält, ceteris paribus, selbstverständlich preisbildende Kraft. Ich gehe in dieser Beziehung jogar weiter, als mancher sich noch immer entrüstender Genosse. So habe ich es z. B. im dritten Berliner Kreise ziffernmäßig als haltloses Gerede dargelegt, daß der französische Weizenzoll( wegen der Behandlung Algiers als Inland) nicht in entsprechender Preiserhöhung zum Ausdruck gelange. Romans Aus Induſtrie und Handel. " Streit. sperrung. Er dekretierte: Auf drei Monate wird die Fabrit ge Darauf antwortete Scher eschewsky mit einer Au schlossen! In Betracht kommen 2000 Streifende bezw. Ausgesperrte- mit den Familien über 10000 Köpfe. Unter diesen Leuten ist nun die schlimmste Not ausgebrochen. Von dem Projekt der Errichtung einer Schiffswerft durch die Ein Aufruf, der zur Sammlung für die Ausgesperrten auffordert, Dortmund- Ems- Kanal weiß die Voss. 3tg." zu berichten. Firma Friedr. Krupp und den Bremer Norddeutschen Lloyd am bringt Entsetzen erregende Bilder von der Wirkung der Ans Wie ihr aus Essen geschrieben wird, ist dort die Nachricht verbreitet, daß sperrung. Nahezu einen Monat hungern die Ausgesperrten jetzt schon. Die jugendlichen Arbeiter halten tapfer aus, aber die Greise beide genannten Gesellschaften beabsichtigen, am Dortmund- EmsSanal in der Nähe des von ihnen gemeinsam in Angriff ge den letzten Grad der Verzweiflung. Scharenweise klopfen und Greifinnen( und solche giebt es viel bei Schereschewvsky) erreichten nommenen Kohlenbergwerks„ Emscher- Lippe" bei Datteln eine Schiffsbau- Anstalt für Kanal- und Flußschiffe zu errichten. Es sie an die Thore der Fabrit, schauerhaft, abgemagert, abs läßt sich augenblicklich schwer kontrollieren," heißt es in der Stor- gezehrt, als verkörperter Hunger und Not, und laut weinens, respondenz, ob diese Nachricht zutreffend ist. Sollte sie es aber flehen sie zum Fabrikanten um Arbeit. Es kommen sein, was immerhin sehr gut möglich ist, so würde der Dortmunder Scenen vor, die zu beschreiben unmöglich sind. Um das Herz des Union, die bereits eine Schiffbau- Anstalt bei ihrem Dortmunder Fabrikanten zu erweichen, rufen die unseligen Greifinnen beim ErHauptverk besitzt, eine empfindliche Konkurrenz erwachsen. Es ist scheinen von Schereichewsky Nahestehenden:„ Schereschewsky foll möglich, daß dieser neue Plan seine wirkliche Eristenz immer leben!" Unsere Männer sollen sterben, aber Schereschewsky soll leten! borausgesetzt sein Entstehen zunächst dem Umstande verdankt, daß der Norddeutsche Lloyd nach Fertigstellung der Zeche„ Emscher= Unsere Männer follen sterben!" Frauen und Mütter wünschen Lippe" einen großen Teil seines Bedarfes an Bunkerkohlen in den Tod ihren Männern und Söhnen, die es gewagt haben, dem alleignen Schiffen auf dem Emskanal von dieser beziehen wird. Aber mächtigen Arbeitgeber zu trotzen. Herr Schereschewsky kann zuauch die große Wahrscheinlichkeit der endlichen Annahme der Kanal- frieden sein! vorlage im Landtage wird zur Anregung des Planes beigetragen Der Herr ist wert, zum Ehrenmitglied eines der deutschen haben, zumal die Firma Friedr. Krupp den Schiffbau bisher noch Scharfmacherverbände ernannt zu werden! nicht betrieben hat und für ihre neuen Werte bei Rheinhausen selbst eigne Transportschiffe zu bauen Bei der schwachen Organisation, welche die Leute haben, ist es beabsichtigt." # Berlin und amgegend. Jahre eine Einnahme von 425,52 W. bei einer Ausgabe von Das Jnternationale Komitee der Bildhauer hatte im vergangenen 225,41 M. Das Komitee fandte 4500 französische Flugblätter an das Pariser Syndikat. Zur Agitation unter den italienischen Bildhauern wurde unter diesen der„ L'Opareio Staliano" verbreitet. Die Adresse des Komitecs ist wie bisher: G. Winkler, Nixdorf- Berlin, Kirchhofstraße 46. Deutfches Reich. Ein freigesprochener Streitfünder. ihnen leider unmöglich, die notwendige Unterstüßung von etiva Eine herzogliche Gründung. Wie aus Genf gemeldet wird, ist 250 M. pro Tag aufzubringen. Da muß das internationole Prole Ich habe aber andrerseits stets betont, daß die weltwirtschaft dort mit einem Kapital von 50 Millionen Frank eine intertariat eingreifen. liche Konkurrenz nach der Mitte der siebziger Jahre eine so un- nationale Finanzgesellschaft gegründet worden, die Etwaige Gelder zur Unterstützung der Unglüc vergleichlich gewaltige Verschiebung erfahren habe, daß der Getreide- sich mit allen Finanzoperationen auf industriellem, kommerziellem, lichen werden unter folgender Adresse entgegengenommen: zoll in ganz Mitteleuropa die von der herrschenden Politik als agrifolem und kolonialem Gebiet, mit Immobilien, öffentlichen Génève( Schweiz), Imprimerie Israélite, Rue de la Carouge 81. Mindestziel erstrebte Fest haltung des alten, in Jahrzehnten Arbeiten und Bankgeschäften in der Schweiz und im Auslande be= gewordenen mitteleuropäischen Preisniveaus nicht habe erreichen fassen soll. Die Statuten sehen ein Kapital von 50 Millionen Frank fönnen, daß also allerdings die Getreidezölle nicht, wie es oft vor, das in 20 000 Attien a 2500 Fr. eingeteilt und vollständig verstanden wird, Wucherzölle in dem Sinne seien, daß ge- eingezahlt ist. Es kann nach und nach auf 125 Millionen erhöht wissermaßen zu den in Mitteleuropa altnormalen Preisen, werden. Vorsitzender des Exekutivkomitees ist der Herzog von Grundrenten und Bodenwerten noch der neue Zoll und die Zoll- Somerset. Die Nationalkomitees sind oder werden noch gebildet. fapitalisierung hin zu getreten sei. Die Getreidezölle haben, selbst Vorsitzender des schweizerischen Komitees ist Raisin, des unter dem französischen und italienischen Hochzoll, an Stelle eines französischen der frühere Botschafter Bourée, des englischen ist Tiefen Preissturzes ein schwächeres Preisherabgleiten gesetzt. Die der Herzog von Somerset, des östreichischen ist Gram agrarische Grundrente steht seit dem Ende der siebziger Jahre, also M. Esterhazy und des deutschen Prinz Hohenlohe. Die in der Aera der Zölle, in ganz Mitteleuropa nahezu ſtill, so daß seit- Generalversammlung wird alljährlich im Mai in Genf abgehalten dem der ganze kapitalistische Mehrwert zu wachs umgeteilt werden. Dem Kapital profit, den städtisch- gewerblichen Besißschichten, zufällt, während früher Profit und Grundrente, Stadt Die Arbeitslosigkeit unter den Handlungsgehilfen Berlins Allgemeines Aufsehen erregte seiner Zeit ein Urteil des Schöffen und Land, sich aus dem enormen Mehrwertzuwachs gleich während der letzten Krise. In dem soeben erschienenen Jahresbericht gerichts in Magdeburg, das den Klempner Rudolf Schüler mäßig bereicherten. der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin für das Jahre 1903 wegen Vergehens gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung zu fünf Das kann sich wohl in dem und jenem Kopf ähnlich wieder- wird auch über die kaufmännische Stellenvermittelung und die Wirkung Tagen Gefängnis verurteilt hatte, weil er einen Arbeitswilligen an spiegeln, wie das aus der Erklärung Rühles herausklingt. Das der Krise auf den kaufmännischen Arbeitsmarkt berichtet. Die den Arm gefaßt und ihm gesagt hatte:„ Kollege, Du wirst fann mich aber nicht hindern, weiter zu Genossen das zu sagen, was Statistik der kaufmännischen Stellenbermittelung," heißt es in den ich für richtig und auch für ganz unerschütterlich halte. Mit betreffenden Ausführungen, ist zwar noch zu jung, für zwei in doch nicht so dumm sein zu arbeiten. Du bekommst unfrer eignen, socialistischen Stellungnahme für und unserm Korporationsbezirk bestehende Stellenvermittelungen können ia, wenn Du die Arbeit einstellst, Unterstüßung gegen Agrar schutz hat das natürlich zunächst gar nichts zu thun. wir aber wenigstens die Jahresdurchschnitte geben. Auf 100 offene bom Verband." Das Schöffengericht hatte in diesen Worten Zum Ueberfluß erinnere ich allzu Vergeßliche daran, daß ich Stellen famen bei dem Verein junger Kaufleute 1895 127,4, 1896 eine Beleidigung, in der Berührung aber eine ion 1898 als Referent auf dem Stuttgarter 135,6, 1897 112,6, 1898 117,2, 1899 112,3, 1900 129,0, 1901 wendung förperlichen 3wanges erblickt. arteitag ausführte Teider ist die Wortfassung im Protokoll 143,5, 1902 156,6, 1903 137,4, bei dem Kaufmännischen Verband Gegen das Urteil war von Schüler Berufung eingelegt gerade nicht besonders schön: für weibliche Angestellte in denselben Jahren 127,9, 123,4, 120,4, worden, so daß sich jetzt auch die Straftammer mit der Sache Kautsky hat in seinem Referat gesagt, unsre heutigen Schuß- 124,7, 116,2, 133,8, 145,1, 139,1 und 120,3. Diese zusammen zu befassen hatte. Der als Zeuge vernommene Arbeitswillige hat zölle sind anders entstanden als die früheren. Heute habe die stellung ist bemerkenswert, weil sie in einem Punkt von allen sich, wie er angiebt, durch die Worte nicht beleidigt gefühlt. Von Furcht vor den Arbeitern die Bourgeoisie den Agrariern Beobachtungen abweicht, die sonst in Deutschland während der Zeit in die Arme getrieben und daher komme es, daß wir nicht nur der Krisis gemacht worden sind. Ueberall war die Krisis beschränkt dem Handgriff des Angeklagten fagt er:„ Er ist so gewesen, wie Industrie, sondern auch Agrarzölle haben. Genossen! auf den männlichen Arbeitsmarkt. während umgekehrt, vom Eintreten man jemand anfaßt, mit dem man sprechen will." Ueberschäzen wir doch nicht unsre Macht, noch dazu in jener Zeit! der Krisis an, der weibliche Arbeitsmarkt genau die entgegengesetzte Troßdem glaubte nach Schluß der Beweisaufnahme der Herr Nein, die Industriellen fonnten den großen inneren Entwicklung zeigte und der männlichen Arbeitslosigkeit eine günstigere Vorsitzende dem Verteidiger noch die Frage stellen zu müssen, ob er A t= nicht die Berufung zurückziehen wolle. Dieser verneinte das jedoch Die Konfektionsorduung ist durch Beschluß des Bundesrats vom und das Gericht sprach denn auch den Angeklagten 11. Februar abgeändert worden. Der Tegt der Abänderung ist noch frei und rehabilitierte dadurch die Magdeburger Justiz vor der nicht bekannt. Deffentlichkeit, die das Urteil des Schöffengerichts seiner Zeit specifisch Magdeburgisch" genannt hatte. Die beschütten Breslauer Arbeitswilligen. Am Donnerstag standen die beiden Arbeitswilligen vor Gericht, auf deren Aussagen die organisierten Maurer Machale auf 12 Jahre ins Gefängnis gekommen find. Bei Verlesung der Strafliste dieser Herren ergab sich, daß der eine von ihnen acht mal, der andre zwölf mal vorbestraft ist. Diesmal wurde das edle Bruderpaar nur wegen Vogelstellens zu je 30 M. Geldstrafe verurteilt. In zwei Wochen steht wieder ein organisierter Maurer vor Gericht, der die beiden Herren„ belästigt" und" terrorisiert" haben soll. Crimmitschau nach der Aussperrung. Noch immer sind in Crimmitschau 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt. Die Unternehmer versuchen trotzdem noch fremde Arbeitswillige hereinzuziehen. Die organisierten Arbeiter allerorts werden ersucht, den Zuzug streng fernzuhalten. " am Auch die völlige Versammlungsfreiheit scheint noch nicht völlig hergestellt. Bei den legten Versammlungen wurde gegenüber früheren Gepflogenheiten angeordnet, daß die Säle, in welchen die Versammlungen stattfanden, nicht eher als um 8 Uhr geöffnet werden dürfen. Den Minderjährigen wurde überhaupt gleich Eingang der Eintritt durch die Schußmannschaft verweigert; fie hatten also zu den Versammlungen feinen Zutritt. Nach dem sächsischen Bereins- und Versammlungsgesetz ist die Ausweisung der Minderjährigen nur dann erst zulässig, wenn die Versammlung eine politische ist, nicht aber bei gewertschaftlichen Versammlungen. Jedoch seit Prägung des Wortes Machtprobe" durch die Unternehmer scheint man in Crimmitschau den Unterschied von politischen und gewerkschaftlichen Versammlungen nicht mehr finden zu können. Die Bersammlungsbesucher hatten natürlich feine Kenntnis von dem„ neuen" Vereinsgesez und jeder wollte der erste sein, um Platz zu bekommen, weshalb jeder einzelne sich zeitig auf den Weg machte, zu allgemeinem Erstaunen fand man die Thüren verschlossen, so daß dadurch eine Massenansammlung auf den Straßen stattfand, bis um 8 Uhr geöffnet wurde. Nunmehr bot sich dem stillen Beobachter ein ungewohntes Schauspiel. An beiden Seiten der Eingangsthüren stand ein Schußmann, der pflichteifrigst zählte, damit ja kein Mensch zu viel in die geräumigen Säle hineinging. Normale Verhältnisse bestehen also auf dem Gebiete des Verfammlungswesens in Crimmitschau noch keineswegs. mo " Ausland. Kaufmannsgerichte. 1 Der Socialdemokratische Wahlverein für Nowawes- Nenendorf beschäftigte sich in seiner letzten Mitgliederversammlung mit dem Ausschluß einiger Mitglieder, welche bei der Landtagswahl nicht ge= wählt haben. Hierauf erstattete Genosse 3 öllner Bericht über die Kreis- Generalversammlung. Im Anschluß hieran referierte Ges Dem Reichstage ist eine Petition um Einbeziehung aller noffe Hoffmann über die bevorstehenden Gemeindewahlen. Er Streitigkeiten zwischen Geschäftsherren und ihren Agenten in die teilte der Versammlung mit, daß der Vorstand mit den BezirksStompetenz der zu schaffenden Kaufmannsgerichte zugegangen. In führern eine Sibung abgehalten habe, um die Vorarbeiten zu treffen deren Begründung wird darauf hingewiesen, daß die wirtschaftliche und die Agitation in die Wege zu leiten. Auch habe sich die Situng Lage einer großen Zahl von Agenten schwächer als die der Hand- mit der Kandidatenfrage beschäftigt. Genosse Hoffmann unterlungsgehilfen fei, zumal ihnen Gesetz und Handelsgebrauch ver- breitete der Versammlung den Vorschlag, sich in diesem Jahre in schiedene Rechtswohlthaten versagen, die sie in weiterem Maße dem Nowawes auch in der zweiten Abteilung an der Gemeindewahl zu Angestellten zubilligen. Dazu gehört in erster Linie die Sicherung beteiligen, da begründete Aussicht vorhanden ist, eine größere der verdienten Provision im Falle eines Konkurses des vertretenen Stimmenzahl auf die Socialdemokratie zu vereinigen. Die BerHauses. Derartige Verluste treffen den Agenten um so empfind- sammlung beschloß, sich an der Wahl der zweiten Abteilung zu be= licher, als es sich bei ihm um einen Verdienst und den Ersatz von teiligen. Als Kandidaten der dritten Abteilung werden für Nowawes Barauslagen für die Zeit von drei oder sechs Monaten handelt, die bisherigen Vertreter aufgestellt: Otto Hiemte, Restaurateur, ganz abgesehen von dem entgangenen Gewinn in den auf die als Hausbesizer und Hermann Hähnchen, Weber, als Mieter. Sonkurseröffnung folgenden nächsten Monaten. Nach langer Arbeit Für die zweite Abteilung wurde Genosse Mar Franke, Zimmerer, wird ihm dann nur eine, oft auch keine Quote ausbezahlt, während als Hausbesitzer und die Genossen Wilh. Jappe, Schuhmacher und der Angestellte, und zwar mit vollem Recht, seine bevorrechtigte Be- Otto Hammer, Weber, als Kandidaten nominiert. In Neuenfriedigung verlangen kann, nicht allein für rückständiges Gehalt, dorf sind in diesem Jahre in der dritten Abteilung 4 Gemeindesondern auch für den ganzen Rest der Vertragsdauer. vertreter zu wählen, von welchen einer Hausbesizer sein muß. Da es nicht möglich war, für Neuendorf einen Hausbesizer ausfindig zu machen, so wurde sich die Versammlung schlüssig, nur vier Mieter als Kandidaten aufzustellen und zwar wurden die Genossen Simon Dummernig, Kupferschmied, Wilh. Schulz, Maler, Baul Fässer, Buchdrucker und Frizz Stirnemann, Anschläger als Sandidaten für Neuendorf nominiert. Verfammlungen. die Sieg in Hamburg. Der russisch- japanische Krieg. es werden Brotest gegen preußische Liebedienerei vor Rußland. Ungewöhnlich stark war die Volfsversammlung besucht, welche die Vertrauensperson der socialdemokratischen Frauen am Donnerstag nach Sellers Saal einberufen hatte. Schon eine Stunde vor dem Beginn der Versammlung war der Saal fast vollständig gefüllt. Um den noch fortgesetzt hereinströmenden Männern und Frauen Plaz zu schaffen, entfernte man sämtliche Tische aus dem Saal, der Hamburg, 12. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts".) Bei dann von einer dichtgedrängten Menge gefüllt wurde, während viele überhaupt keinen Einlaß mehr fanden. Das Referat hatte der heutigen Bürgerschaftswahl errang die Socialdemokratie einen Klara Bettin übernommen." Der Bar in Deutschland voran" großartigen Sieg. Zwölf Mandate wurden im ersten Wahlgange lautete das Thema ihres Vortrages. Genoffin Betfin begann mit erobert. Sechs Parteigenossen kommen in Stichwahl. Die Antieiner Kennzeichnung der Anschuldigung, welche Freiherr v. Richt- femiten unterlagen überall. Bisher hatten wir in der 160 Mithofen als Regierungsvertreter im Reichstage gegen die in Deutschglieder zählenden hamburgischen Bürgerschaft nur einen Vertreter. land weilenden russischen Studentinnen erhob, indem er behauptete, dieselben huldigen der freien Liebe. Die Rednerin mies ferner Hamburg, 12. Februar.( W. T. B.) Bei der heutigen halbdarauf hin, daß sich gegen diese schmähliche und unbegründete An- schichtigen Bürgerschaftswahl wurden gewählt vier Rechte, sechs schuldigung keine Stimme des Protestes aus den Reihen der bürger- linfes Centrum, zwölf Linke und zwölf Socialdemokraten. lichen Frauenrechtlerinnen erhoben hat. Die russischen Frauen sind Außerdem sind sechs Stichwahlen erforderlich, bei denen im Kampfe um das Recht auf Bildung allen vorangegangen, sie wahrscheinlich bürgerlichen Kandidaten gewählt haben durch wissenschaftliche Bethätigung den Beweis von der Gleich- dürften. Die Socialdemokraten haben sämmtliche 12 Size neu ge wertigkeit der Frau auf diesen Gebieten geliefert, sie haben als wonnen und zwar vom linken Centrum, der Linken und den AntiDie Differenzen in der Diamantindustrie. Märtyrerinnen für ihre Ueberzeugung gelitten. Die bürgerlichen semiten. Letztere verloren ihre sämtlichen bisherigen Site. Aussperrung in Amsterdam.„ Het Volt" hat vorgestern Frauenrechtlerinnen hätten alle Ursache gehabt, zu protestieren gegen folgendes Bulletin verbreitet:" Heute morgen wurden verschiedene die Schmach, welche ihren Schwestern, den russischen Vorkämpfe Firmen durch die Amsterdamer Juweliervereinigung telegraphisch rinnen für Frauenrechte, angethan worden ist, aber sie sind stumm ersucht, die Arbeit zurückzuhalten, worauf eine Anzahl Diamant- geblieben. Und warum? Den beschimpften Russinnen haftet, um schneider unmittelbar die Arbeitsplätze verlassen mußte. Hieraus mit Friedrich Wilhelm IV. zu reden, der Ludergeruch der ReEin Urteil über Japans Kriegsanssichten. muß geschlossen werden, daß die Aussperrung begonnen hat. bolution an. Deshalb haben die bürgerlichen Frauen, welche Fleisch Der Allgemeine Niederländische Diamantarbeiter- Werband nimmt vom Fleische der Bourgeoisie sind, geschwiegen. Aber wir Prole Paris, 12. Februar. Oberst Marchand veröffentlicht in einem eine abwartende Stellung ein." tarierinnen wollen nicht teilhaben an der Schmach, welche den Blatte seine Ansichten über den Krieg in Ostasien und erklärt, Weiter wird gemeldet, daß die Fabrikbefizer am Abend des russischen Studentinnen auf deutschem Boden angethan worden ist. wenn Japan die Feindseligkeiten im vorigen Jahre begonnen Wenn man felben Tages telegraphisch zu einer Versammlung eingeladen Wir erheben unsre Stimme zum Protest und entbieten den russischen hätte, so wäre es als Sieger hervorgegangen. einer Thorheit Japans spreche, wurden, daß den Krieg die einzig und allein über eventuelle Frauen und Mädchen unsre Hochachtung. Hunderte von Russen von Schließung der Fabriken beraten werden sollte. und Russinnen kommen als Gäste nach Deutschland. Sie kommen begonnen habe, so könne man damit nur meinen, es sei eine Thorheit, Streit und Aussperrung in Antwerpen. Die Antwerpener nicht als politische Flüchtlinge, sondern weil sie eine freiere Luft ihn nicht früher begonnen zu haben. Der Krieg würde von langer Fabrikbesizer haben sich nun doch den Wünschen der Juweliere ge- atmen wollen wie im Reiche der Knute, und weil sie teilnehmen Dauer sein. Wenn Japan flug wäre, würde es Korea nicht verlassen, fügt und am Donnerstagmorgen ihre Fabriken geschlossen. Da- wollen am Kulturleben der Gegenwart. Aber was finden die russi- da die natürliche Beschaffenheit des Landes eine Festung ersetze. durch ist die Arbeitseinstellung in Antwerpen so gut wie allgemein. schen Gäste hier? Sie müssen sehen, daß sich das offizielle Deutsch- Sollte Japan angesichts seiner ersten Erfolge etwa in die Mandschurei Von der Volksdiamantschleiferei", einer Fabrit mit 600 Mühlen, land in ein Vorzimmer der russischen Geheimpolizei verwandelt eindringen und bis Charbin vordringen wollen, so würde dies wird erwartet, daß sie vorläufig nicht geschlossen wird. Nach einer hat. Das Asylrecht besteht nicht für die russischen Studenten und den Untergang Japans bedeuten, da es dann zu militärischen Mitteilung im Handelsblad" sollen in Antwerpen die Arbeitgeber Studentinnen. Kaum auf deutschem Boden angekommen, ber- Operationen genötigt würde, in welchen es der Ueberlegenheit der bereits für 650 Schleifer bewilligt haben. Die Arbeitenden sollen fallen sie der Ueberwachung durch Spizel, ja selbst die Universitäts- Russen nicht auf die Dauer Widerstand leisten könnte. 10 Proz. ihres Lohnes zur Unterstützung der Ausständigen abgeben, behörde hat sich zum Helfer der russischen politischen Polizei Unruhen in Rußland. twas eine Summe von ungefähr 5000 Fr. pro Woche ergeben wird. erniedrigt. Die Rednerin verwies auf die bekannten Fälle, welche Paris, 12. Februar.( B. H.) Aus Petersburg wird gemeldet: Für die ersten vierzehn Tage soll teine Unterstützung gezahlt in letzter Zeit durch die Presse und im Reichstage von unsrer Seite werden. zur Sprache gebracht worden sind; scharf fritisierte sie das Ber- In Reval seien Unruhen ausgebrochen, bedeutende Truppenhalten der deutschen Behörden, welche dem Treiben der russischen verstärkungen seien dorthin abgegangen. Spitzel auf deutschem Boden ruhig zusehen, die russischen Gäste den Die russischen Gefangenen. Schergen des Zaren ausliefern, und sogar deutsche Staatsangehörige, London, 12. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) die sich an der Verbreitung von in Deutschland nicht verbotenen Ein der hiesigen japanischen Gesandtschaft zugegangenes TeleSchriften beteiligt haben sollen, wegen Beihilfe zur Barenbeleidigung gramm befagt: Alle Ueberlebenden von den russischen Kreuzern und zum Hochverrat gegen Rußland verfolgt. Weiter rechnete Ge-" Wariag" und„ Korejet" und dem gekaperten Transportschiff, Sungari" noffin Bettin mit dem Freiherrn v. Richthofen ab. Es sei dem Herrn find an Bord der vor Tichemulpo liegenden englischen, französischen wohl nicht bekannt, daß die freie Liebe, und zwar in abscheu- und italienischen Kriegsschiffe aufgenommen worden. Es heißt, der erregender Weise, gerade in bevorzugten Studentenkreisen herrscht, russische Gesandte in Soul Pawloff habe den amerikanischen Geund daß die freie Liebe zu allen Zeiten in Hofkreisen bethätigt fandten Allen ersucht, die Ueberlebenden mittels zweier vor worden ist. Die russischen Frauen aber, wenn fie auch über Liebe, Tschemulpo liegenden amerikanischen Transportdampfer nach Ehe und Familie viel philosophiert haben, bethätigen eine durchaus Shanghai oder Tschifu zu bringen, nachdem sie zuvor in feusche Lebensführung, die sie befähigt, frei und unbefangen mit Nichtkombattanten verwandelt wurden. Ferner hat der frandem andern Geschlecht freund- und kameradschaftlich zu berkehren. zösische Geschäftsträger in Söul dem dortigen japanischen Gesandten Ferner widerlegte. Die Rednerin die Behauptung des Freiherrn vorgeschlagen, die Leute auf dem französischen Streuzer Pascal nach b. Richthofen, die russischen Studenten und Studentinnen feien Tschifu zu befördern, nachdem sie ihr Wort gegeben hätten, nicht an Anarchisten. Sie wies nach, daß der Anarchismus, sowohl der Striege teilzunehmen. Der japanische Gesandte ist ermächtigt worden, theoretische wie der praktische, in Rußland nie eine Rolle gespielt dem Vorschlag unter der Bedingung zuzuftimmen, daß die leberhabe, und daß jezt, wo das russische Proletariat an den Freiheits- lebenden nach Shanghai gebracht werden und daß Rußland sich verbestrebungen der Gebildeten teilnimmt, in Rußland kein Boden für pflichte, ihnen nicht zu gestatten, daß sie während des gegenwärtigen den Anarchismus vorhanden sei. Nachdem die Rednerin die ge- Krieges sich nordwärts von Shanghai begeben. schichtlichen Thatsachen besprochen hatte, welche eine Folge des preußisch- russischen Freundschaftsverhältnisses find, führte sie aus, daß die deutsche Bourgeoisie die Schuld an der schmachvollen Liebe- London, 12. Februar. Jm Dberhause erklärte der Minister dienerei vor dem Zarismus trage. Die deutsche Bourgeoisie, welche des Aeußern Marquis of Lansdowne: Das Gerücht, daß den einst selber für Freiheit schwärmte, hat ihre Jdeale vergessen aus Japanern gestattet worden sei, Waiheiwai als Basis für ihre FlottenSaß gegen das Proletariat. Die deutsche Bourgeoisie muß die operation zu benüßen, ist gänzlich unbegründet und ist, soweit russische Politik unterstützen, um im eignen Vaterlande das vor- wir vermuten können, eine Erfindung. Wir haben es jedoc wärtsstrebende Proletariat niederhalten zu können. Die deutsche für wünschenswert erachtet, an die englischen Vertreter an Ort und Bourgeoisie ist die eigentlich Verantwortliche für die Liebedienerei Stelle zu telegraphieren, um festzustellen, ob irgend ein Zwischenfall bor Rußland, fie begünstigt dadurch die russische Politik und ist stattgehabt haben kann, der den geringsten Anlaß zu diesem Gerücht 1. Die Ünterzeichneten sind Anhänger verschiedener politischer fomit verantwortlich für die Schandthaten des russischen Despotismus. abgeben könnte. Barteirichtungen, haben aber noch niemals Veranlassung gehabt, Das deutsche Proletariat muß deshalb erklären: War haben keinen ihre politischen Anschauungen im Gegensaße zu andren Kassen- Teil an dieser Politik. Wenn die Losung der Bourgeoisie und des Borstandsmitgliedern, insbesondere zu den von Arbeitnehmern ge- offiziellen Deutschland ist: Der Bar in Deutschland voran, so ist wählten, geltend zu machen oder aufzugeben. Politik wird weder unfre Losung: Im Kampfe gegen die Reaktion voran, im Kampfe in den Vorstandsfizungen, noch in den Generalversammlungen, für die Freiheit voran, dem revolutionären Gedanken eine Gasse. noch bei der inneren Verwaltung der Kasse getrieben; Arbeitgeber Nachdem Genossin Zetkin ihren Vortrag beendet hatte, durchund Arbeitnehmer erledigen die der Kaffe gefeßlich obliegenden brausten langdauernde, sich mehrmals wiederholende BeifallsGeschäfte in rein sachlicher Weise, wobei ausschließlich die Inter- stürme den Saal. Dann wurde die folgende Resolution ohne Disessen der Kasse und der Gesamtheit ihrer Mitglieder maß- fussion angenommen: gebend find. Die Stockarbeiter Londons haben nach 13 wöchigem Kampfe die Arbeit bedingungslos aufgenommen. Die Sieger üben jest Rache nach deutschem Muster; beim Antritt zur Arbeit muß jeder die Erklärung abgeben, daß er aus seiner Organisation austritt; damit ist nun zum viertenmal der Versuch, eine Organisation ins Leben zu rufen, mißlungen. Nach Mitteilung des Sekretärs der Organisation herrscht großer Arbeitsmangel. Mehr als 100 Kollegen find zur Zeit noch ausgesperrt. Soziales. Aerzte und Krankenkassen. Die 130 Aerzte der Allgemeinen Drts- Krankenkasse in Magde bitra haben der Kasse, wie wir gestern schon telegraphisch meldeten, mitgeteilt, daß sie von Sonntag an feine Kassenpragis mehr ausüben und die Mitglieder der Kasse nur als Privatkranke behandeln wollen. Sie berlangen etwas Neues in dem Streit der Aerzte gegen die Kaffen die Entlassung des Rendanten Erich Wendtland, der ihnen durch die scharfe Kontrolle ihrer Thätigkeit unbequem geworden ist. Außerdem verlangen fie Ersatz des Pauschale durch die Bezahlungen nach EinzelLeistungen. Die Kasse denkt nicht daran, den gänzlich unberechtigten Forderungen nachzugeben. Gegen die fortwährenden Versuche, den Widerstand der Kassen gegen die ärztlichen Forderungen als eine Angelegenheit der ſocialSemokratischen Partei hinzustellen, wenden sich die Unternehmervertreter im Vorstande der Leipziger Ortskaffe mit einer öffentlichen Erklärung, in der es heißt: 2. Es ist daher auch durchaus unrichtig, daß die Arbeitgeber im Kassenvorstand von den die Mehrheit bildenden Vertretern der Arbeitnehmer majorisiert oder nicht genügend berücksichtigt würden. Thatsächlich sind beide Kategorien von Vorstandsmitgliedern in dem Bestreben, nur dem Wohle der Kasse und ihrer Mitglieder zu dienen, vollständig einig, so daß die Beschlüsse des Vorstandes fast regelmäßig mit Einstimmigkeit gefaßt werden. Die neutralen Mächte. " und der Kolonien haben beim Ausbruch des russisch- japaniſchen Baris, 12. Februar. Die Minister des Aeußern, der Marine Strieges sofort die Offiziere und Beamten telegraphisch angewiesen gegenüber den beiden friegführenden Barteien gemäß den internationalen Gebräuchen die strengste Neutralität zu bewahren. Paris, 12. Februar. Mehrere Blätter veröffentlichen folgende Mitteilung aus Petersburg: Die faiserlich russische Admiralität bereitet die Entsendung einer neuen Division vor, die aus den fertiggestellten Panzerschiffen ,, Karolino"," Alexander III“ und„ Suwaroff", einem Torpedoboot und dem Transportdampfer Kamichatha" be= steht. Diese Division soll nach Ostasien abgehen. Biceadmiral Wesselago wird als Befehlshaber dieser Division bezeichnet. Baris, 12. Februar. Im Gegensatz zu einer Mitteilung aus London meldet ein ans Port Arthur hier eingetroffenes Telegramm der russichen Bant in Port Arthur, daß das Gebäude durch das Bombardement feinerlei Schaden erlitten hat. Die Versammlung erhebt flammenden Protest gegen die dem deutschen Bolte angethane Schmach, die sich in der Liebedienerei gegenüber dem russischen Despotismus, in der Verfolgung russischer Freiheitskämpfer auf deutschem Boden und in der Verfolgung deutscher Bürger, russischen Schergen zuliebe, äußert. Die Ver fammlung erblickt in dem Verhalten der Reichsregierung gegenüber den frechen Zumutungen des russischen Despotismus eine Fortfegung jener verhängnisvollen Politik, die seit dem Anfange des Gegen die ärztlichen Forderungen wandte sich dieser Tage auch 19. Jahrhunderts eine fortgesette Preisgebung der Interessen der Rom, 12. Februar. In Abwesenheit des Gesandten der Berder Vorsitzende eines evangelischen Arbeitervereins, Herr Scho- Freiheit und der Demokratie bedeutet. Sie lehnt ebenso mit Empörung einigten Staaten machte gestern der Botschaftssekretär Jddings dem walter, in einem Artikel im Reichsboten". Das gleiche jede Unterstützung der russischen Eroberungs- und Raubpolitik ab. Minister des Aeußern Tittoni eine Mitteilung über die eventuelle thaten zwei Fachblätter christlicher Gewerkschaftsorganisationen: das die soeben zu einem neuen blutigen Kriege, zum systematischen Waffens Neutralisierung Chinas. Der" Agenzia Stefani" zufolge glaubt Gewerkschaftsblatt" und der Deutiche Holz mord in Ostasien geführt hat. Die Versammlung brandmarkt den man, daß die italienische Regierung im Princip dem Vorschlage der arbeiter". Auch die„ Germania" hält den Aerzten einseitige politischen und moralischen Verfall des deutschen Bürgertums, dessen Vereinigten Staaten günstig gesinnt ist. Stellungnahme vor. Die Kölnische Beitung" mußte vor einigen Feigheit und Verrat an den Idealen des Liberalismus in erster Tagen eine Zuschrift von den kaufmännischen Krankenkassen für Linie dafür verantwortlich wird, daß die deutsche Regierung ihre männischen Verbandes veröffentlichen, in der dargelegt wurde, daß Weise zu bethätigen wagt. Endlich sendet die Versammlung die ärztlichen Forderungen die Existenz der Kassen bedrohen. brüderlichen Grüße und die Versicherung ihrer innigsten Sympathien den russischen und polnischen Socialdemokraten, die mit vereinten " " " Rheinland und Westfalen, des Leipziger und des Hamburger kauf- Freundſchaft der ruſſiſchen Deſpotie gegenüber into umbrohener Letzte Nachrichten und Depefchen. Ganz wie bei uns. Kräften für die Niederwerfung des blutgetränkten Knutenregiments der hiesigen Arbeitgeber hat eine gemeinsame Bekämpfung der In Leipzig sollen Verhandlungen zwischen der Ortskaffe und den Aerzten auf Veranlassung und unter dem Vorsitz des Kreis- kämpfen. hauptmanns v. Ehrenstein stattfinden. Sidney, 12. Februar. Eine gestern abgehaltene Versammlung Socialdemokratie beschlossen.( Frantf. 8tg.") Berantwo. Redakteur: Julius Kaliski, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 37. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 31. Sigung. Freitag, 12. Februar 1904, 1 hr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. Die zweite Lesung des Etats wird beim Etat des Reichsamts des Innern( Titel Reichs- Versicherungsamt) fortgesetzt. Abg. Dr. Mugdan( frs. Bp.): Abg. Gamp( Rp.): Sonnabend, 13. Februar 1904. Reichs- Versicherungsamt sich bei dieser Rechtsprechung irgendwie von Bruchschäden ist Abg. Körsten ganz falsch unterrichtet. Sie sollten arbeiterfeindlichen Anschauungen leiten ließe. doch die Arbeiter lieber abhalten von dem unnügen Interpellieren Berufsgenossenschaften, Schiedsgerichte und Reichs- Versicherungs- wegen der Bruchschäden beim Reichs- Versicherungsamt. Aber Ihr amt erfüllen die ihnen durch die Versicherungs- Gesetzgebung ob- Weizen blüht eben, wenn Sie möglichst viel Un liegenden Aufgaben pflichtgemäß. Wo Mißstände zu Tage treten, werden zufriedenheit erregen können.( Unruhe bei den Socialauch wir sie stets aufdecken, aber unberechtigte Entschädigungsansprüche demokraten.) Die Behauptung, daß wir Aerzte den Verletzten der Arbeiter darf man nicht rechtfertigen wollen. Bir verkennen Zeugnisse verweigern, ist vollständig aus der Luft gegriffen. nicht, daß die socialpolitische Gesezgebung noch viele Mängel hat. Glauben Sie, daß die Krankenkassen, unter denen neunzig Keine Einrichtung ist ja gleich vollkommen, wie Pallas Athene Prozent der Aerzte stehen, sich das gefallen ließen? vollkommen aus dem Kopfe des Zeus hervorging. Wer aber das Wenn ich es nicht aus humanitären Gründen verweigern Sowohl von den Berufsgenossenschaften wie von den Arbeitern erste Stadium der Versicherungsgesetze mit dem heutigen Zustand muß. zeige ich dem Verlegten stets das Zeugnis. Auch werden dem Reichs- Versicherungsamt Vorwürfe gemacht, also wird vergleicht, wird zugeben müssen, daß bedeutende Fortschritte zu sehen wir uns immer mit den behandelnden Aerzten in Verbindung. cs wohl im ganzen das richtige treffen. Vor allem ist es ein Gunsten der Arbeiter erzielt worden sind. Auf dieser Basis Die Behauptung, daß die Berufsgenossenschaften gegen un Ruhmesblatt für dieses höchste Gericht, daß es bei Verletzungen müssen wir weiter arbeiten!( Lebhafter Beifall bei den Frei- bequeme Aerzte und Richter eine wilde Heße feinen festen Tarif aufgestellt hat, sondern jeden Fall individuell sinnigen.) entfalten, ist unrichtig. Gegen mich sind sie immer loyai behandelt. Der Hauptgrund für seine Ueberlastung liegt in der zu gewesen.( Buruf bei den Socialdemokraten: Sie hatten teine starken Besegung seiner Spruchsenate: Drei Berufsrichter an Stelle Ich kann mich der Anerkennung des Vorredners für das Reichs- Veranlassung zu etwas andrem!) Die Verpflegung in den der jezigen sieben würden genügen. Ob die unteren Verwaltungs- Versicherungsamt nur anschließen.( Abg. Hoffmann( Soc.) ruft mediko- mechanischen Instituten ist ja vielleicht mangelhaft, aber behörden immer die richtige Art der Ratserteilung treffen, scheint dem Abg. Mug dan zu: Das ist Ihnen ganz recht.) Die der Arzt kann ja nicht alles beaufsichtigen. Die Arbeiter Einzelheiten kann ich nicht prüfen, so lange ich nicht die Akten kenne. wollen auch lieber das Gefühl der Sättigung haben, als genügend Wichtiger ist ihre Rolle bei der Invalidenversicherung. Dort Heut war ein Schuhmacher Friedrich Birkenfeld bei mir, dem die Nährwerte zu sich nehmen. Am besten würden diese Institute vielfollten sie, statt daß man wie jetzt den sowieso schon schwer be- Unfallrente von der Stadt Berlin vorenthalten wird, weil sie leicht mit den Universitäten oder großen Krankenhäusern verbunden. lasteten Arbeitern die Kosten und die Mühe aufbürdet, für die Gegenforderungen wegen Krankenhausbehandlung an ihn hat. Wenn Die Vollrente soll zu selten gewährt werden, weil die Ausstellung der Invaliditätszeugnisse forgen. Den andren Teil das richtig ist( Zuruf bei den Socialdemokraten: Geschieht Aerzte zu felten völlige Arbeitsunfähigkeit konstatieren; bei uns in ihrer Thätigkeit, die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen überall!) so ist es im höchsten Maße unbillig. Hessen wird das betreffende Zeugnis von jedem praktischen Arzt, Arbeitern und Arbeitnehmern, haben diese Behörden ausgezeichnet erfüllt. Vor allem aber muß ich die ländlichen Berufs- also auch dem Hausarzt ausgestellt. Darum erhalten bei uns Das einst so unbeliebte Invalidenversicherungs- genossenschaften gegen die Vorwürfe des Abg. auch viele Arbeiter Vollrente, die ruhig ihrem Beruf nachgehen Gesetz ist jetzt durch die vorbeugende Krankenfürsorge das beliebteste wolkenbuhr verteidigen. Nicht gegen Unfallverhütungs- Vorschriften fönnen und es thun. Ueber die Höhe des Honorars müßte zwischen der Versicherungsgesetze geworden. Gerade Sie( zu den Social- hat sich die Landwirtschaft gewehrt, das wäre zu thöricht; denn diese Aerzten und Berufsgenossenschaften recht bald ein Vertrag geschlossen demokraten) sollten den Arbeitern sagen, wieviel für sie gethan wird. fönnten ihre schweren Lasten erleichtern. Sie hat sich nur gegen die werden, um den beiderseitigen Klagen abzuhelfen. Jeder Nationalfühlende muß Genugthuung darüber empfinden, unpraktischen, aufoftronierten Vorschriften des Reichs- VersicherungsFür den Ausbau der Krankenversicherung hat der Staatssekretär wieviel auf diesem Gebiete für die Arbeiter gethan wird.( Zuruf amtes, die völlig unbrauchbar für das praktische Leben waren, ge= die Anregung ausgesprochen, im ländlichen Osten Deutschlands bei den Socialdemokraten: Viel zu wenig!) Das leugne sträubt. Nach ihnen sollte jede Sense beim Tragen umwickelt, jeder Krankenhäuser zu bauen. Aber die verheirateten Arbeiter können ich nicht, aber zur Bekämpfung der Tuberkulose und Syphilis Wagen mit Bremse und festem Siz versehen und jede Maschine von nur schwer zwangsweise ins Krankenhaus gebracht werden. Lieber könnten Sie ohne dieſe Anstalten gar nichts thun. Das Ziel der vor- einem Aufseher begleitet sein. Die Heuluken sollen dauernd ge- sollte man dort praktische Aerzte mit staatlicher Subvention ansiedeln. beugenden Krankenfürsorge ist ja die Herstellung der Gesundheit. Aber schlossen sei und dabei muß man doch das Getreide liften. Die Die Verdienste Deutschlands in der Socialgesetzgebung erkenne ich vorläufig müssen wir uns damit begnügen, daß der tuberkulose Unfälle sind bei den Kleinbauern viel häufiger als bei den Groß- voll an. Man hat mir deshalb neulich zugerufen, ich sollte mich trante Arbeiter ein Jahrzehnt später eriverbsunfähig wird. Darum grundbesißern, die Schußvorrichtungen haben. Die Arbeiter reißen lieber auf die Regierungsbaut seßen. Da size ich noch lieber als bedaure ich mit dem Abg. Trimborn, daß die Selbstversicherung die Schußbleche von den Wellen ab, weil sie ihnen unbequem sind. auf dem Dresdener Parteitag.( Bravo! rechts. Lachen bei den beim Handwerk und bei dem Mittelstande sich so langsam ausdehnt.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Ich habe Ihre Rede schon drei Socialdemokraten.) Vor allem aber darf die Socialreform im InterIch glaube, der Umstand, daß erst nach 500 Wochen das Recht auf mal widerlegt, Herr Molkenbuhr, und muß sie nochmals widerlegen, effe der Gründlichkeit nicht überfstürzt werden.( Aha! bei den Invalidenrente eintritt, ist daran schuld. 500 Beitragswochen weil das Haus ja jetzt neue Mitglieder hat. Socialdemokraten.) Der deutsche Aerztestand, der jetzt nicht nur in a 36 Pf., das find 187 M., eine Ausgabe, die für viele Handwerker Nun ein zweiter Punkt. Sie haben behauptet, daß die Unfall- der socialdemokratischen Presse, sondern auch hier im Hause fortein genügender Grund ist, die Selbstversicherung nicht einzuführen. ziffer von den Jahren 1889 bis 1902 von 6600 auf 57 000 gestiegen gefeßten Verdächtigungen und Verunglimpfungen ausgesetzt ist, wird Deffentliche Vorträge, wie sie Herr Trimborn wünschte, bestehen ist. Wissen Sie denn nicht, daß in den ersten Jahren des Gesetzes sich dadurch nicht beirren lassen, weiter im Sinne der Humanität schon seit einer Reihe von Jahren, aber sie sind nicht durch die zahllose Unfälle nicht zur Anzeige gelangt sind, daß die Judifatur und seiner Wissenschaft für den Ausbau der Socialgesetzgebung zu Arbeitersekretäre eingeführt, Herr Körsten, sondern durch die Berliner des Reichs- Versicherungsamtes im Laufe der Jahre den Begriff der wirken.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Aerzte, und gegen diese haben auch Sie und der Abg. Robert landwirtschaftlichen Unfälle im weitesten Maße ausdehnend interSchmidt sich in dieser Sache gewandt.( Lachen bei den Social- pretiert hat? Wer sich heute in den Finger schneidet, zeigt es an, demokraten.) Die schweren Borwürfe, die Herr Körsten gegen weil er sich mit Recht sagt, man weiß nicht, was daraus werden die Berufsgenossenschaften erhoben hat, unterschreibe ich nicht. fann. Das neue Unfallgesetz vom Jahre 1901 hat den Zweifellos bestehen auch da Mißstände, aber vergessen Sie nicht, was Kreis der Versicherten erheblich ausgedehnt und die landIhr Parteigenosse David neulich über die Krankenkassen gesagt hat, wirtschaftlichen Nebenbetriebe, Brennereien und Mühlen eindaß sie teine Produttivunternehmungen sind. Ebenso bezogen.§ 2 dieser Novelle macht auch die Hauswirtschaftlich liegt es bei den Berufsgenossenschaften.( Zuruf bei den Beschäftigten versicherungspflichtig. Durch die Statuten können nicht. Ich kann den Herrn Abg. Dr. Spahn deshalb nur auf die Socialdemokraten.) Keineswegs! Auch sie sind Verwalter fogar die Unternehmer zur Versicherung herangezogen werden. In schon gestern von mir angegebenen Zahlen verweisen. Wenn er e frember Gelder im Interesse der Kranten.( Abg. welchem Umfange das geschehen ist, weiß ich allerdings nicht. Ich Reichs- Versicherungsamt nachprüfen zu lassen. aber wünscht, will ich noch einmal Veranlassung nehmen, sie im Stadthagen( Soc.) ruft: Nein!) Sie dürfen sich nicht nur vom bitte den Herrn Staatssekretär, in der Statistik der Unfälle, die zu Mitleid leiten lassen, fie müssen sich nach dem Gesetze richten.( Ab- so unrichtigen Schlüssen herausfordert, diejenigen besonders kenntlich Armenverwaltung Regreßansprüche auf UnfallHerr Gamp hat heute einen Fall vorgetragen, in dem eine geordneter Stadthagen( Soc.): Sehr richtig!) Den land= zu machen, bei denen die Arbeitsunfähigkeit mehr als 13 Wochen rente erhob. Wie ich schon dem Abg. Lesche gegenüber aus wirtschaftlichen wie den gewerblichen Berufs- gedauert hat.( Zwischenruf bei den Socialdemokraten: Die gaben genossenschaften kann ich das Zeugnis ausstellen, unsre Zahlen.) Nein, auch die vorübergehenden.( Lautes Lachen einandergesetzt habe, ist ein solcher Anspruch rechtlich daß sie nach Kräften bemüht find, den socialen Sinn bei den Socialdemokraten. nach§ 25 des Unfallversicherungs- Gesezes Abg. Moltenbuhr geht zum bes Gesezes zu erfüllen. Zur Ueberwachung der Unfall- abg. Gamp und zeigt ihm, daß er nur die Zahlen des Abg. Gamp teile ich noch einmal die Zahl der landwirtschaftlichen zulässig. Zur Richtigstellung der statistischen Behauptungen verhütungs- Vorschriften müssen Arbeiter zugezogen werden, besonders für die über 13 Wochen Arbeitsunfähigen ver im Baugewerbe. Noch schärfere Angriffe als gegen die Berufs- lefen hat.) Ich konnte ja nicht wissen, welche Zahlen Sie ver- Unfälle mit, fie betrug 1902 122 522, davon 57 934 entschädigungsgenossenschaften richtete Abg. Körsten gegen die Vertrauensärzte und lesen haben. Aber meinen Vorwurf, daß Sie mit illoyalen Mitteln pflichtig. die Aerzte im allgemeinen. Er selbst wird bei ruhiger Ueberlegung gefämpft haben, muß ich trotzdem aufrecht erhalten.( Lachen und des Reichs- Versicherungsamtes einen Arzt hinzu Es ist der Wunsch ausgesprochen worden, zu den Sitzungen das Unberechtigte seiner Vorwürse einsehen.( Widerspruch des Unruhe bei den Socialdemokraten.) Abg. Körsten.) Der schlimmste Vorwurf, gegen den ich zuziehen. Ich glaube nicht, daß er als Mitglied hinzugezogen unerhörte Beleidigung Des ganzen ärztlichen Standes werden kann, da es sich vorzugsweise um juristische Fragen hier schärffte Verwahrung einlege, war fein Ausspruch, Herr Fräßdorf behauptete neulich, in Dresden seien die Aerzte handelt. Aber ich will erwägen, ob es praktisch wäre, zur Bedaß die Gutachten zu Gunsten der Berufsgenossenschaften mit den figierten Honoraren der Krankenkassen durchans zufrieden. urteilung des Wertes von Gutachten, zur Stellung von Fragen ausfallen müßten. Wer Geld bezahlt", bekommt das Beugnis. Seit zwei Tagen aber geht die Mitteilung durch die Presse, daß an den Kläger und zur Beurteilung seiner Aussagen einen Daran glauben Sie selber nicht, sonst hätten Sie nicht eine Aerzte- gerade in Dresden die Aerzte sich zusammengeschlossen haben und Arzt zur haben und ich will mich darüber des Präsidenten gruppe, der ich selbst sehr nahe stehe, zur Erstattung von Gutachten eine Beseitigung des bestehenden Systems der festen Anstellung verReichs Versicherungsamtes Es find auch volkstümliche für die Arbeiter gewonnen.( Buruf des Abg. Körsten: Seit fechs Tangen. Gegen die Unterstellung des Herrn Mollenbuhr, als ob wir gutachtliches Einvernehmen seßen. Wochen!) Was soll das heißen? Wenn Sie glauben, daß die Aerzte gegen die Kommerzienräte in den Berufsgenossenschaften nicht Vorträge über Berufskrankheiten und allgemeine Hygiene gewünscht Zeugnisse nur für die Arbeiter günstig ausfallen, weil sie Geld be- so rigoros" vorgingen wie angeblich gegen die Arbeiter, muß ich worden. Ich habe solche bereits anläßlich der Ausstellung für ahlen, so nehmen Sie diesen Beugnissen von vornherein jeden Wert. im Namen der Aerzte energisch protestieren. Wir deutschen Aerzte Unfallverhütung in Charlottenburg angeregt. Ich habe auch an( Lautes Lachen bei den Socialdemokraten.) Da tönnen Sie sehen, haben das Kazbuckeln noch nicht gelernt, sondern geben unsre Guts geregt, an der Berliner Universität einen Lehrstuhl für Gewerbes vie fehr Sie durch Vermengung der socialen Fürsorge mit ihren achten frei nach unsrer wissenschaftlichen Ueberzeugung ab. Die frankheiten zu errichten. Die physiologische Erforschung würde für Parteibestrebungen den Arbeitern schaden.( Lachen bei den Social- Anregung des Abg. Trimborn, daß seitens der Versicherungsanstalten auf die Beurteilung der Berufskrankheiten von großem Werte sein. motraten.) Sie sollten als Arbeiterfefretär nichts flärende Vorträge veranstaltet werden möchten, begrüße ich. Hygienische Ob es möglich sein wird, auch die mediko- mechanischen Institute citer thun, als für die Arbeiter forgen, Herr Vorträge haben wir Aerzte, die wir für die freie Arztwahl eintreten, der Universität anzugliedern, kann ich noch nicht übersehen. Sürsten, aber die Socialdemokratie draußen schon längst abgehalten, vielfach in einem bestimmten Turmus. Ich will mich aber darüber mit dem preußischen Kultusminister vers Lassen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Abg. Körsten hat gestern den deutschen Aerztestand in einer Weise ständigen. Ich bin überzeugt, daß unser ganzes Verfahren uls Abg. Dr. Becker- Hessen( natt.): die --Abg. Dr. Spahn( C.) hält gegenüber der gestrigen Richtigstellung durch den Grafen Posadowsky seine Behauptung über die Benachteiligung der katholischen Bevölkerung bei der Hergabe von Darlehen durch die Landesversicherungsanstalten aufrecht. Staatssekretär Graf Pofadowsky: Ueber alles in der Welt läßt sich streiten, nur über Zahlen mit dem in Die Die Vorwürfe, die Abg. Körsten gegen die Berufsgenossenschaften verunglimpft, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Ich wundere bezüglich Festsetung der Rente wesentlich vererhob, find sehr übertrieben. Die Berufsgenossenschaften bedürfen mich wirklich darüber, wie ein socialdemokratischer Abgeordneter einfacht werden muß. Wir haben da einen bureauder Bertrauensärzte. Ich halte es aber auch für richtig, wenn die behaupten fann, unfre fociale Gesetzgebung habe den kratischen Aufbau errichtet, der garnicht im Verhältnis Berlegten sich ihren behandelnden Arzt selbst wählen können. Herr Arbeitern fo gut wie nichts gebracht.. Ein einfacher au seiner Aufgabe steht und dem Rentenempfänger Storsten hätte aber auch erwähnen sollen, daß ein sehr großer Teil Blick in das Statistische Jahrbuch des Deutschen Reiches hätte Herrn nichts nügt. Aber Vorausseßung für jede Reform bleibt die Der Berufsgenossenschaften, namentlich die landwirtschaftlichen Berufs- Körsten eines Besseren belehren können. Es ist geradezu frivol, gründliche Erörterung des Falles in der Zolalinstanz. 2ie jeder, genoffenschaften, gar keine Vertrauensärzte in Anspruch nehmen. Für derartige Behauptungen aufzustellen.( Sehr richtig! bei den National der Jahre lang praktischer Verwaltungsbeamter war, weiß, ffügen Den größten Teil der Versicherten ist der Arzt der Kaffenarzt. Das liberalen.) Sie( zu den Socialdemokraten) beweisen durch solche sich die höheren Instanzen nur auf deren Feststellung. Ich habe ist wieder ein Beweis für die Notwendigkeit der freien Arztwahl Behauptungen nur, daß Sie zwar auf Ihren Arbeiterfekretariaten aber den Eindruck, als ob dort nicht mit der erforderlichen Gründnicht nur für die Krankenversicherung, sondern auch für die Unfall- sehr viel zu hören bekommen, daß Ihnen aber die wirkliche lichkeit verhandelt wird. In lebereinstimmung mit einem Vorredner und Invalidenversicherung. Nur bei freier Arztweht kommen die Fühlung mit dem Volte fehlt.( Lautes Lachen bei den halte auch ich es für berfehlt, bei dem Rentenempfänger Arbeiter zu ihrem Recht. Das sollten auch Sie zu den Social Socialdemokraten.) Ich bin seit 14 Jahren Vertrauensarzt.( Lachen fortgesett den Eindruck zu verstärken, als ob er benach demokraten) einsehen, wenn Sie sich vom Intereffenstandpunkt der und Aha! bei den Socialdemokraten.) Sie lachen zu früh! Es teiligt wäre, das ruft unter Umständen bedenkliche psychologische Saffenbeamten erheben könnten.( Abg. Fräßdorf( Soc.) ruft: geht Ihnen wie Ihren Genossen in meinem Wahlkreis, Erscheinungen hervor. So schreibt in der Zeitschrift für UnfallSorgen Sie doch für die Mittel! Uns solls recht die am Abend des Stichwahltages bereits roten versicherungs- Pragis" ein schiedsgerichtlicher Vorsitzender: sein.) Flaggen zum Zeichen des Sieges gehißt gehißt hatten, und Rentensucht geht in vielen Fällen so weit, daß traumatische Neurose, Herr Körsten hat gestern bei einer großen Anzahl Unfall- die Musik hatte bereits die Backen aufgeblasen, um die socialdemo- feelische Erkrankungen, berlegter ganz unerfüllbare offnungen erweckt. fratische Festhymne zu spielen.( Große Heiterkeit.) In demselben Autosuggestion und Systerie eine wesentliche Verbreitung Er hat sich darüber aufgehalten, daß man dem ärztlichen Moment aber fam die Schreckensnachricht, daß nicht Ihr verehrter erfahren. Darum wäre es für Rentenempfänger doppelt wichtig, Zeugnis zuviel Wert beimesse. In der Praxis liegt aber in vielen Genosse Ulrich, sondern ich 1600 Stimmen Majorität erhalten hatte. das immer neue Hoffnung erweckende Verfahren abzukürzen, wenn Fällen die Sache so, daß die Richter auf das ärztliche Gutachten an-( Buruf bei den Socialdemokraten: Das tommt nicht wieder man sonst völlige Gewähr für gerechte Beurteilung geben kann. Es getiesen sind, und die Frage ist nur, ob die Richter das eine ärzt- bor!) Prophezeien Sie lieber nicht, Herr Bebel hat schlechte Er- find hier vorgestern Vorwürfe gegen eine Heilanstalt in Berlin ers liche Gutachten anerkennen wollen oder ein andres. Die bloße Be- fahrungen damit gemacht.( Sehr gut! bei den Nationalliberalen.) hoben worden. Eine örtliche Prüfung, die ich vor längerer Zeit gutachtung durch die Aerzte genügt nicht, und wenn ich auch nicht so Ich bin Vertrauensarzt der Arbeiter! Die Wahl durch das Reichs- Gefundheitsamt vornehmen ließ, hatte kein günstiges weit gehe, zu verlangen, daß, wie in Destreich, die Aerzte eine hat das bewiesen!( Lachen und Unruhe bei den Socialdemo- Ergebnis. Der Inhaber hat aber gründliche Abhilfe aller Mißstände Stimme im Schiedsgericht haben, so muß ich mich doch darüber kraten.) In dem Drte, in dem ich seit 14 Jahren wohne, haben augesagt. Ich will nach einiger Zeit eine wiederholte Prüfung wundern, daß noch nie ein Arzt als Beisiger ins Reichs- Versicherungs- die socialdemokratischen Stimmen abgenommen, herbeiführen. Von dem Vorsitzenden der nordöstlichen Baugewerks Berufsgenossenschaft ist mir eine Berichtigung zugegangen, daß er amt gewählt worden ist. Alle Interessengruppen find dort vertreten, die nationalen eminent zugenommen. nur die Aerzte nicht. In meiner Heimatstadt Sprendlingen, einem Ort von 4300 Ein- nicht Besizer des Hauses ist, in dem die Anstalt sich befindet. Ich Die gewerblichen Vergiftungen fönnen gar nicht als Unfälle im wohnern, beziehen heute 76 Personen Rente, davon 51 eine Unfall halte mich für verpflichtet, diese Berichtigung eines amtlichen Sinne des Unfallversicherungs- Gesetzes angesehen werden. Das rente, 18 Invaliden- und 7 Altersrente. Die geringe Zahl der Organs der socialen Fürsorge hier zur Kenntnis zu bringen. folgt einfach aus dem Begriff des Unfalls. Das Reichs- Versicherungs- Altersrenten weist auf die günstige Aussicht hin, daß wir diese Rente Abg. Frhr. v. Richthofen- Damsdorf( f.) polemisiert gegen die amt wie das Reichsgericht haben entschieden, daß als ein Unfall nur fünftig schon bei einem Alter von 65 Jahren werden zahlen können. gestrigen Ausführungen des Abg. Schmidt- Elberfeld über den§ 34 eine atute oder doch zeitlich genau begrenzte Verlegung anzusehen Es kommt auf den einzelnen Rentner eine Durchschnittsrente von des Gewerbe- Unfallversicherungsgesetzes betreffend die Ansammlung ist. Allerdings fönnen unter Umständen dieselben Ursachen Unfälle jährlich 240 M., das entspricht einem Kapital von 6000 M. höherer Refervefonds seitens der Berufsgenossenschaften. Die Einund Gewerbekrankheiten herbeiführen. Ich möchte das Reichs- Wer Damit find die Arbeiter auch feineswegs unzufrieden; stimmigkeit, mit der der betreffende Reichstagsbeschluß erfolgt ist, ist ficherungsamt auch bitten, zu prüfen, ob nicht für die Opfer der nur Sie( au den Socialdemokraten) suchen ihnen die fein Beweis dafür, daß alle Berufsgenossenschaften damit einver gewerblichen Vergiftungen eine Fürsorge sich ermöglichen läßt. Ganz unzufriedenheit einzureden!( Große Unruhe und standen wären. Ich unterschreibe jedes Wort zur Ehrenrettung der Die Vertrauensärzte sind mit falsch aber und in hohem Grade betrübend waren die Aus- Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Herr Körsten sprach von so scharf angegriffenen Aerzte. führungen des Abg. Körsten über die Rechtsprechung des Reichs- Ver- einer Holzarbeiter- Versammlung, von deren Teilnehmern 75 Broz. einem Mißtrauen hier behandelt worden, als ob sie Mißtrauens ficherungsamtes in Bezug auf Bruchschäden. Die Rechtsprechung des verstümmelte Hände gehabt hätten. Ja, das ist möglich, wenn man ärzte wären. Nach meiner Erfahrung giebt es unter dem medikoReichs- Versicherungsamts in Bezug auf Bruchschäden ist klassisch. Oft alle diese Verletzten zu einem bestimmten gwed auf einen und den mechanischen Instituten auch vorzügliche Anstalten. Man sollte auc In der Landwirtschaft thun wir, was hat ein Arbeiter fajon jahrelang seinen Bruch, ohne davon zu wissen, selben Ort zusammenruft. Ich habe selbst als Vertrauensarzt zahl- hier nicht verallgemeinern. und erst eine besondere Anstrengung läßt den Schaden fühlbar reiche Verlegungen von Holzarbeitern begutachtet und weiß, daß die wir können, teils aus eignem Interesse, teils aus moralischen Gesichtswerden. Es ist eine Ungerechtigkeit, es so darzustellen, als ob das Verlegten nicht 75 Proz. der Gesamtzahl ausmachen. Ueber die punkten. Wenn aber das moralische Interesse des Einzelnen nicht ausreichen follte, so will ich zugeben, daß der Erlaß von Unfall-| aber die Kosten für Porti und Boten gerade in den fleinen Rentens beamten behandeln die polnischen Arbeiter sehr schlecht und werden berhütungsvorschriften auch für die Landwirtschaft erwünscht ist. fachen, bei 15 Proz. Rente und dergl., unverhältnismäßig gestiegen. nach dem Wort vom„ Befehlen und Gehorchen" wahrscheinlich wahre Abg. Bömelburg( Soc.): Bei der Frage der Unfallverhütung bin ich von A- 3 mit den Schimpforgien liefern. In der Unfallstatistik ist eine übersichtlichere 11%, Millionen Mark, darunter von der Landwirtschaft nur 137 000 27., Socialdemokraten einverstanden. Es geschieht dafür viel zu wenig: Hierauf vertagt sich das Haus. Gliederung erwünscht, damit die Zahlen für die einzelnen werden dafür ausgegeben. Hier muß für Aufklärung gesorgt werden. Persönlich bemerkt Berufe deutlicher hervortreten. Ich möchte den Staatssekretär fragen, wie in Amerika müssen für Arbeiter, die Schutzvorrichtungen erfinden, der Anstalt in der Großbeerenstraße der Vorsitzende der BaugewerksAbg. Körsten( Soc.): Ich habe nicht gesagt, daß der Besizer wann die nächste umfangreiche Bearbeitung der Unfallstatistik vor- Brämien ausgesetzt werden. genommen werden soll. Die lezte ist vorgenommen auf Grund der Berufsgenossenschaft sei, sondern es ist der Vorsitzende der Sektion I, Ergebnisse von 1897 und die nächste ist wahrscheinlich für 1907 ge- hohen Verwaltungskosten, die besonders im Osten un Bei der Invalidenversicherung bedauern wir die Herr Esmann. plant. Ich halte aber eine solche umfangreiche Bearbeitung schon verhältnismäßig hoch sind. Für die freiwillige Versicherung sollte Wahl des Abg. Dr. Braun[ Soc.]. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr.( Wahlprüfungen, u. a. die in Zwischenräumen von fünf Jahren für nötig. Außerdem ist es Fortsetzung der Etatsdringend notwendig, daß das Reichs- Versicherungsamt in der Folge- nach der Anregung meines Kollegen Trimborn mehr agitiert werden. beratung.) zeit der Bearbeitung der jährlichen Unfallstatistit eine für gemeinnüßige Zwecke follten die Landes- Versicherungsanstalten größere Aufmerksamkeit widmet als bisher. noch mehr Geld hergeben, als die 53 Proz. des letzten Jahres. Befonders für gute und billige Wohnungen sollten sie leichter Beträge hergeben. Leider schwankt der Zinsfuß, den sie beanspruchen, zwischen 24 und 44 Proz. Ich komme im allgemeinen auf die Frage der Unfallhäufigkeit und der Unfallverhütung, vornehmlich in den gewerblichen Berufsgenossenschaften. Seit Jahren ist leider eine Vermehrung der Unfälle zu verzeichnen, auch in der Landwirtschaft. Allerdings wenn man die Zahlen des Jahres 1889 mit denen des Jahres 1902 vergleichen will, so muß man zu der Ansicht kommen, daß 1889 das Unfallversicherungs- Gesetz in den Kreisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch wenig bekannt war, daß nicht alle Unfälle zur Anzeige gelangten. Aber auch etwa gegenüber dem Jahre 1897, in dem doch gewiß stabile Verhältnisse eingetreten waren, weist das Jahr 1902 eine wesentliche Steigerung der Unfälle auf. " = Für die Krankenpflege auf dem Lande sind auch die Orden sehr müßlich, die besonders in Württemberg großen Belästigungen ausgesetzt sind. Auch der barmherzige Samaritaner hatte keine Genehmigung vom Bürgermeister.( Sehr gut! im Centrum.) Ueberviel wichtiger als unire ganze Versicherung für Unfallverlegte und haupt haben wir das größte Interesse an der Krankenpflege. Denn Invalide ist die Verhütung der Unfälle und die Abwehr der InAbg. Sachse( Soc.): validität.( Bravo! im Centrum.) die damit ( Buſtimmung beiden Socialdemokraten.) Schluß 6 Uhr. entstellende Irrtümer. # Donnerstags- Sigung des Reichstages befinden sich einige finnIn dem Bericht über die Rede des Abg. Körsten in ber Genosse Körsten bittet uns um folgende Richtigstellung: Jm vorletzten Absatz des Berichtes über seine Rede muß es heißen: Abgeordnetenbaus. einInvalidenkarte für sie nicht geklebt worden ist. Wenn in solchen Oft müssen die Arbeiter nach Jahr und Tag erfahren, daß die die Schiedsgerichte die Anträge stets gebilligt, weil das Verschulden Fällen Anträge auf Gewährung von Invalidenrente vorlagen, haben nicht die Arbeiter, sondern die Unternehmer träfe. Leider hat das Die Abgg. Dr. Becker und Trimborn haben uns gesagt, wie viel im Jahre 1902 auf Grund des Unfallversicherungs- Gesetzes an Reichs- Versicherungsamt den entgegengesezten Standpunkt die Versicherten ausgezahlt worden ist. Diese Summen hören sich versicherung für die fleinen Arbeitgeber. Das nimmt mich wunder Herr Erzberger sprach von den hohen Kosten der Unfall- genommen, weil gleichviel die Karten vollgültig geklebt sein müssen. Ferner muß es zu Beginn des letzten Absages lauten: ja großartig an; die Herren haben aber vergessen mitzuteilen, in von einem Mitgliede des Centrums, das sich immer als welcher Höhe die Rente an die Einzelnen bezahlt worden ist und socialpolitische Partei aufspielt. Eine Geſundung der Verhältnisse müßte sich auf einer Zusammen welch' ungeheure Opfer heute die Industrie von den Arbeitern er- Abg. Trimborn ruft: Er hat es nicht gesagt!) Lesen Sie den hohen Verwaltungskosten verringert werden und den Arbeitern mehr ( Große Unruhe im Centrum. legung der Versicherungsgesetzgebung ausbauen, damit die übermäßig fordert. Seit Bestehen des Unfallversicherungs- Gesezes sind über stenographischen Bericht, er hat es doch gesagt!( Rufe im Centrum: zugewendet werden kann. fünf Millionen Unfälle Versicherter vorgekommen, entschädigungs- Nein!)- Im Interesse der Unfallverhütung ist unbedingt pflichtige Unfälle, also solche, deren Folge eine Dauer von über die Einsetzung von Arbeiterkontrolleuren und die Ausbildung der 13 Wochen hatte, nicht weniger als 1 151 955. Davon hatten zur Arbeiter über die Unfallverhütung in den Fortbildungsschulen. Folge 106 534 den Zeb, 33 378 die dauernde und völlige Erwerbs Von den Aerzten verlangen wir feine Atteste zu Gunsten der Arbeiter, 17. Sigung, Freitag, den 12. Februar 1904, 11 hr. unfähigkeit, 587 051 eine dauernde, teilweise Erwerbsunfähigkeit, wie Herr Dr. Becker es darstellt, sondern objektive wissen= 424 992 eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit. Im Jahre 1902 weist schaftliche Atteste. Die Aerzte, die in Dresden jezt die Beratung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung. Nach Erledigung des Etats der Gestütsverwaltung folgte die die Statistik 488 707 angemeldete Unfälle auf, davon waren Krankenkassen angreifen und herunterzusetzen suchen, find solche, hierbei bringt 121 284 332 pro Tag entschädigungspflichtig; den Tod hatten zur bie nicht von der Krantentasse angestellt sind. Ihre Folge 7975= 22 pro Tag, eine dauernde und völlige Erwerbs- Zahl beträgt 400. Herr Becker hat wieder unsre Partei angegriffen, im Saarrevier höhere Bergbeamte gegen untere Beamte und Abg. Marg( C.) die Wahlbeeinflussungen zur Sprache, die sich unfähigkeit 1435 4 pro Tag, eine dauernde teilweise Erwerbs- anstatt wissenschaftlich unparteiisch zu reden, genau wie früher bei Arbeiter zu Schulden haben kommen lassen. Redner berichtet über unfähigkeit 55 924 153 pro Tag. Die Unfälle in gewerblichen Betrieben sind im letzten Rechnungs- des Socialismus lieber mit Worten zu bekämpfen als die Blattes im Saarrevier, das diese Wahlbeeinflussungen an den Pranger der Debatte über die Wurmkrankheit. Er scheint den großen Wurm drei Beleidigungsprozesse gegen den Redakteur eines katholischen jahr um 3812 gestiegen. Pro Tausend berechnet, ist allerdings Wurmkrankheit durch die That. bei den Bollarbeitern ein fleiner Rückgang zu verzeichnen, demokraten.) ( Sehr gut! bei den Socialgestellt habe. Er stellt fest, daß der Staatsanwalt in diesen drei Herr Becker hält eine Rente von der eigentlich einem Stillstand gleichkommt. Aber an diesem monatlich für 20 Mark Prozessen neun Monate, sechs Monate und drei Monate Gefängnis etwas Leute, Glänzendes. Rückgang find feineswegs alle Berufsgenossenschaften be frieden sind, müssen in einer spottbilligen Gegend wohnen, Braris in Beleidigungsprozessen tenne, Bände. zu beantragt hat. Diese hohen Anträge sprächen für jeden, der die teiligt. gewerblichen Berufsgenossenschaften haben andernfalls müssen sie mit Weib und Kind Hunger leiden. Das Gericht daran mur zehn teil, während neun eine Steigerung auf polemisiert im weiteren gegen die Ausführungen des Abg. Dr. Becker erkannt. In letterem Falle sei die hohe Geldstrafe verhängt worden, Redner habe in den drei Prozessen auf 300, 200 und 900 Mark Geldstrafe weisen. Eine ganz erhebliche Steigerung findet sich im über die ärztlichen Gutachten bei Leistenbrüchen. Baugewerbe, im Bergbau, in der Steinbruch und zeichnet die Behauptung als Unsinn, daß die Aerzte keine leumderische Beleidigung gefunden worden sei. Dr. Becker be= weil in einer Behauptung des inkriminierten Artikels eine ver= Metallindustrie. In den legten sechs Jahren, 1897-1902, tte fte gäben. Jah, wie jeder Arbeitersekretär, könnte Ihnen beeinflussung habe sich der Berginspektor Adams erlaubt. Die Haupts betrug die Steigerung der pro Tausend berechneten Unfallziffern in Taufende von Beispielen anführen, in denen die Arbeiter selbst für festgestellt, daß er gesagt habe, er verlange, daß die Bergarbeiter Es sei der Berufsgruppe Papier und Buchdruckerei" 0,21 Proz., bei der Geld und gute Worte kein Attest bekamen. Holzindustrie 5 Proz., bei der Müllerei, Brennerei- und Brauerei von den Berufsgenossenschaften unabhängig sind, haben nicht treten, wer das nicht könne, fliege.( hört! hört! im Centrum.) Auch Selbst Aerzte, die doch und unteren Beamten für den von ihm empfohlenen Kandidaten einIndustrie 10 Proz., im Bauwesen 11,47 Pro3., beim Bergbau den Mut, ein einwandfreies 11,91 Proz., bei der Speditionslagerei und Fuhrivesen 12,87 Proz., abzugeben. wissenschaftliches Gutachten sonst seien zahlreiche Beeinflussungen festgestellt worden bei der Schiffahrt 14,27 Proz., bei den Gas- und Wasserwerken vorjährigen Jahresbericht des Arbeitersekretariats zu Waldenburg sei, was muß sich erst alles hinter den Kulissen abgespielt haben! Im und man sage sich mit Recht, wenn so viel schon herausgekommen 15,56 Proz., bei der Eisen- und Stahlindustrie 17,38 Proz., bei der in Schlesien wird ausgeführt, daß sich im ganzen niederschlesischen( Sehr richtig! im Centrum und bei den Freisinnigen.) Die Arbeiter Leder- und Bekleidungsindustrie 18,56 Proz., bei der Steinbruch- Kohlenrevier kein einziger Arzt zur Ausstellung eines Gutachtens für find gezwungen worden, dem nationalliberalen Wahlverein beizutreten. industrie 20 Proz., bei der Metall-, Feinmechanik- und Musikbranche einen Arbeiter bereit findet; man müsse nach Breslau fahren, wo Die Gegenseite wird sagen:„ Gefündigt wird auch von Euch!" Es 25,27 Proz. usw. Die höchsten Steigerungsziffern betragen 40-49 Proz. noch ein paar Aerzte Gutachten ausstellten. Auf diese Aus- ist auch festgestellt worden, daß der Pfarrer Didier seinen PfarrDas sind erschreckende Zahlen! Man versucht sich nur heute damit führungen hin schrieben auch die Breslauer Aerzte sofort an tindern gesagt hat, wenn sie nationalliberal wählten, werde er ihnen zu trösten, daß die Unfälle weniger schwer geworden sind. Die Zahl den Sekretär, daß sie von uun an keine Gutachten mehr abgäben. Die Sakramente verweigern.( Hört! hört! bei den Nationalliberalen.) der Unfälle mit tödlichem Ausgang ist glücklicherweise nicht gestiegen,( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Sie waren in einer ärzte Dieser Ausspruch war sehr übereilt und wird von uns sehr bedauert. aber eine Verminderung der schweren Unfälle ist leider nicht ein- lichen Zeitschrift deswegen von ihren Kollegen getreten. Zudem gilt als schwerer Unfall jetzt nur noch, wenn der gegriffen worden.( Erneute Rufe bei den Socialdemokraten. Pfarrer selbst bedauert worden. Böse Folgen hat er auch nicht gean Aber er ist 1896 und 1898 gefallen, nicht vor dieser Wahl, und ist vom Berlegte gänzlich hilflos geworden ist, während früher darin Adolf Hoffmann ruft: Terrorismus!) So weichen habt. eine mildere Praxis herrschte. Ich bin der lezte, der auch ( Lachen bei den Nationalliberalen.) In den Prozessen den Machinationen die Aerzte bor die Bedeutung unsrer socialpolitischen Gesetzgebung des Kapita- find sehr verkennt, lismus viele Arbeiter zurück. Beeinflussungen festgestellt tro worden, zum Schaden der Ebenso find dem aber von einem wirklichen Fortschritt wird man nur reden können, im Ruhrrevier die Aerzte zu zählen, die den Arbeitern die Hände gebunden dem Angeklagten für die Beweiserbringung sechsfach wenn Leben und Gesundheit des Arbeiters erhalten bleibt.( Sehr heute noch Atteste ausstellen. waren. Denn von der Erlaubnis, richtig! bei den Socialdemokraten.) Noch im vorigen Jahre hat das Zeugnis zu verweigern, haben die Beamten auf Grund§ 53 der Die Rente hilft dem Be uns wieder ein Arzt einen Korb gegeben mit der Bemerkung: Strafprozeß- Ordnung den weitesten Gebrauch gemacht. Leider hat troffenen mur über die größten Schwierigkeiten hintveg, aber von Wenn ich weiter wie bisher Atteste ausstelle, so sehe ich meine der Winister dieses System des Berschweigens durch seine Anweisungen einem wirklichen Ersatz für den Verlust ist nicht die Rede. Daß ein Existenz aufs Spiel!"( Lebhaftes Hört! hört! bei den Social- unterstützt, obwohl die Genehmigung nur bersagt werden kann, wenn Jnvalide mit seiner Mente zufrieden ist, ist ein sehr seltener Fall. Auch demokraten.) In den sächsischen Bezirken wird ebenfalls gegen das Staatsinteresse gefährdet ist. Wenn Beamte gröbster Wahlein Unfallrentner erhält nur soviel, als er früher verdiente, als er noch ge- folche humane Aerzte von den Berufsgenossenschaften vorgegangen. beeinflussungen überführt werden, mag ja das Staatswohl gefährdet sunde Glieder hatte. Leider messen alle anderen Parteien der Unfallver- Ich freue mich, daß die Aerzte hier in Berlin dazu übergegangen sein, im Volte aber stellt man das Recht des Angeklagten, ein Recht hütung nur sehr geringe Bedeutung bei. Nur die Socialdemokratie sind ein sogenanntes Gutachtenkollegium zu gründen, um auf Grund zu finden, höher. In Wahrheit wird durch solches Vorgehen das hat stets Vorschläge gemacht, aulegt bei der Revision des Un ihrer wissenschaftlichen Ueberzeugung den Arbeitern Atteste ausstellen Staatswohl nicht gefördert. Der Minister sollte endlich mit eisernem fall- Versicherungsgesetzes, um eine bessere Unfallveru fönnen. hütung herbeizuführen. Leider sind alle unsere Anträge Herr Becker hat sich ja hier wieder als besonderer Arbeiter- Besen dreinfahren und jede Wahlbeeinflussung verhindern.( Beifall Und doch hätte die Regierung allen Anlaß freund aufgespielt. Damit steht sein Wort von einer Ueberim Centrum und links.) zum Einschreiten. Es wird nichts anderes übrig bleiben, stürzung" Handelsminister Möller: Ich habe vor der Wahl einen Erlaß der Socialreform im krassen Widerspruch. als besondere Geseze zur Unfallverhütung zu schaffen. Borerst aber Wort wird ihm sicher Tausende von Arbeiterstimmen kosten aber andrerseits gesagt, daß ich die Ausübung des persönlichen WahlDies an die Beamten gerichtet, sich jeder Beeinflussung zu enthalten, ihnen mußte für bessere Kontrolle gesorgt werden. Die Frage der Unfall und dazu führen, daß er glücklicherweise nicht wieder im rechts ihnen nicht beeinträchtigen werde. Die Verhältnisse im Saara verhütung ist nicht bloß eine Frage der Gesetzgebung, sondern auch Reichstag erscheint. eine Frage der Erziehung. Die Arbeiter, die Unternehmer müssen muß durch Schaffung neuer Das Reichs- Versicherungsamt gebiet haben sich aber so zugespigt, wie es glücklicherweise in wenigen für eine bessere Unfallverhütung erzogen werden. In den Fortbildungs- werden. Um Gotteswillen sollte man nicht etwa dazu übergehen, redner möchte ich doch meinen, daß erhebliche Verfehlungen vorliegen entlastet Gebieten des Vaterlandes der Fall ist. Im Gegensatz zum Vorschulen, in den technischen Lehranstalten muß die Unfallverhütung in noch mehr Fälle als bisher an einem Tage zu erledigen. Durch müssen, wenn Strafen von 200 steigend bis 900 M. ausgesprochen den Lehrplan aufgenommen werden. Die Gewerbe- Inspektoren haben hier§ 69 des Unfallversicherungs- Geseges ist dem Verletzten wenigstens die werden. Was den§ 53 der Strafprozeß- Ordnung anlangt, so möchte ich und da schon belehrende Vorträge vor den Arbeitern gehalten. Diese Möglichkeit gegeben, einen Arzt, der in einem Vertragsverhältnis zu der meinen, daß ich in weitgehendster Weise die Vernehmung der Beamten Vorträge über Gewerbehygiene und Unfallverhütung, wie sie in Berufsgenossenschaft steht, abzulehnen. Bei den Knappschaftstassen ist den gestattet habe, im Gegensatz zum alten preußischen Grundsatz, in Württemberg gehalten werden, sollten überall gehalten werden. Die Verlegten diese Möglichkeit dadurch genommen, daß die Aerzte nicht innere Verwaltungsfachen sich von Gerichten nicht dreinreden zu Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt in Charlottenburg ist ein fleiner formell im Vertragsverhältnis stehen, aber in der That sind sie genau laffen. Das Gericht hat festgestellt, daß der Nachweis systematischer Anfang zur Verbesserung der Unfallverhütungstechnik. Solche so abhängig, wie die Vertrauensärzte der Berufsgenossenschaften. Beeinstussung von oben nicht erbracht sei. Andrerseits sind einzelne Ausstellungen sollten an allen größeren Orten veranstaltet Nach der Statistik haben angeblich die Unfälle mit teilweiser Er- Verfehlungen festgestellt worden und ich werde bestrebt sein, daß werden, um den Arbeitern und Unternehmern überall werbsunfähigkeit zugenommen, diejenigen aber, welche völlige solche Ueberschreitungen der Amtsgewalt fünftighin vermieden werden. Gelegenheit zur Vermehrung ihrer Kenntnisse zu geben. Die Erwerbsunfähigkeit zur Folge hatten, abgenommen. Das ist indes Absendung von 70 Arbeitern aus Baden zur Ausstellung in lediglich ( Beifall.) eine Folge des Vertrauensarztsystems, wie ja Charlottenburg hat 5000 m. gekostet. Es wäre also viel billiger, auch infolge dieser Einrichtung die Abg. Nöchling( natl.): Ich kenne die Verhältnisse in Person im Entschädigungsleistungen Saarrevier sehr genau. Der moralische Sieg war nicht auf seite an den größeren Industriecentren solche ständigen Ausstellungen ein pro Stopf wiederum abgenommen haben. zurichten. Die Ausstellung in Charlottenburg ist unvollständig und schon darauf hingewiesen, daß die Vollrente heute eigentlich nur auf die Bergverwaltung. Bömelburg hat ja der Angeklagten. Die Dasbach- Bresse hetzt in systematischer Weise zu klein. Für die Ausstellung der Bauarbeiter hatte man nicht noch gewährt wird, wenn eine ganz besondere Hilflosigkeit zu feine niedrigere Sprache als diese Presse. In einem der Die Socialdemokraten führen genügend Plaß. Die Ausgaben, die hierfür gemacht werden, fonstatieren ist. Häufig werden die Arbeiter, wenn sie zum Ver- legten Artikel heißt es: von den Groschen armer Arbeiter, die dem kommen der Arbeiterschaft und dem Staate wieder zu gute. Die trauensarzt kommen, der Simulation beschuldigt. In einem nationalliberalen Unfälle werden dadurch bedeutend reduziert; es handelt sich alle wurde ein Bergmann sogar wegen Betruges angeklagt, ob führer Settbatterien aufgefahren.( Große Heiterkeit.) Sämtliche Verein zufließen, werden für die Parteium eine Entlastung der Industrie, bei der die Kosten für gleich zwei Aerzte verschiedener Meinung darüber waren, ob seine 11 die Rente jetzt jährlich 115 Millionen Mark betragen. Wenn alles Erkrankung die Folge eines Unfalls war oder nicht.( Hört! hört! ihrem Eid Bergwerksdirettoren und 22 Obersteiger haben unter Notwendige geschieht, könnten die Unfälle um 10 Broz. und mehr bei Wahlbeeinflussung bestritten. Systematische den Socialdemokraten.)§ 69 verringert werden. des Unfallversicherungs- Beeinflussungen haben also nicht stattgefunden. Allen Arbeitern wäre die Erhaltung ihrer gesetzes muß also ganz anders ausgebaut werden, vielleicht dahin, mögen einzelne Beamte nicht ganz pflichtgemäß gehandelt haben. In einigen Fällen Gesundheit viel wertvoller als etwa eine Erhöhung der daß jeder Arzt verpflichtet ist, dem Verletzten ein Attest auszustellen. Der Fall des Pfarrers Didiers wiegt viel schwerer. minimalen Rente. Die Berufsgenossenschaften haben ihre Zum wenigsten bitte ich, daß die Herren Aerzte dahin wirken, daß Pflicht, für Unfallverhütung zu sorgen, feineswegs erfüllt. Gerade ihre Stollegen den Mut haben, auch bei den Berufsgenossenschaften gesucht. Ist es nicht unerhört, wenn Geheimrat Hilger den Arbeitern Abg. Fuchs( C.): Der Vorredner hat die Sache zu vertuschen bei den Unternehmern ist hier das Reichs Versicherungsamt die freie Arztwahl zu verlangen. auf große Schwierigkeiten gestoßen. The diesen nicht die Unfall bei den Krankenkassen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Hier ist sie viel notwendiger als fagt, es gelte den Kampf gegen die beiden internationalen Parteien, verhütung entzogen wird, wird es nicht besser werden. Ich richte womit das Centrum und die Socialdemokraten gemeint sind! Staatssekretär Graf Posadowsky: Daß die Charlottenburger Das wird von einer Partei gesagt, ohne die heute überhaupt keine an die Regierung die dringende Bitte, einen dahingehenden Gesetzentwurf vorzulegen und bitte die Parteien im Hause, der Unfall- Meine Absicht, erhöhte Mittel zu diesem Zweck einzustellen, scheiterte Ansicht, daß Wahlbeeinflussungen vorgekommen sind. Herr Hilger entwurf vorzulegen und bitte die Parteien im Hause, der Unfall- Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt schon jetzt zu flein ist, gebe ich zu. Politik getrieben werden kann. In ganz Saarbrüden ist man der verhütung auf Grund eines Reichsgefeßes ihre erhöhte Aufmerksam an der Finanzlage. Ein historisches Museum soll die Ausstellung hat gesagt: Wer nicht mitthut, der fliegt! Mir hat ein Beamter feit zuzuwenden.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) nicht werden, sondern eine wechselnde Darstellung der neuesten gesagt: Wenn man in Saarbrücken angestellt werden will, muß Abg. Erzberger( C.): Unfallverhütungs- Vorschriften. Die Kapitalabfindungen werden man vorher einen Kursus in der Schauspielkunst vornehmen. allerdings leicht zu verfehlten wirtschaftlichen Unternehmungen benußt, Liebedienerei wird in der unerhörtesten Weise in Saars sie sollten daher möglichst vermieden werden. Die Berufsgenossen- brücken getrieben. Beweisen wird man manches nicht können, desschaften, besonders die Bauberufsgenossenschaft, sollten ernster mit halb ist es doch wahr. Denn das legte, das Gefühl, daß man weiß, der Unfallverhütung vorgehen. Darüber, daß das Baugewerbe was gewünscht wird bei Vermeidung schwerer Nachteile, läßt sich befonders gefährlich ist, fällt eine Eingabe der nordöstlichen Baus nicht beweisen. Welche Folgen muß dieses Verhalten auf die Dauer Dem Vorredner gebe ich eine bedeutende Steigerung der Unfall- berufsgenossenschaft ein gefährlich- offenherziges Urteil. Wenn man erzeugen! Der Arbeiter fühlt sich rechtlos, fühlt sich in seiner ziffer zu, aber die Rente ist noch stärker gestiegen; es find den einsieht, wie groß die Gefahr bei den jezt aufgeführten großen politischen Freiheit, in seiner politischen Ueberzeugung auf das Arbeitern 807 Millionen Mark zugeflossen. Das sind schwere, Bauten ist, dann müßte man um so ernstlicher an die Unfallverhütung schwerste beschränkt.( Große Unruhe bei den Nationalliberalen.) brückende Lasten für die kleinen Arbeitgeber geworden. Eine Re- herangehen. Geschieht das seitens der Bauberufsgenossenschaft nicht, Handelsminister Möller: Die Ausführungen des Vorredners form in der Richtung, daß die Bedeutung der Lokalinstanz verstärkt so bin ich entschlossen, dem Bundesrat eine Aenderung des Gesetzes waren teine Klarlegung sondern eine einseitige Darstellung. Die werde, würde ich freudig begrüßen. Dadurch würden die Ver- vorzuschlagen, die ihn ermächtigt, in diesem Falle zwangsweise vor- Angriffe gegen die Centrumspartei billige ich nicht, aber für jede waltungskosten sehr vermindert iverden, die jetzt bei den gewerblichen zugehen.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Aeußerung, die ein Beamter in einer Wahlversammlung thut, fann Berufsgenossenschaften 1,05 m. pro Kopf betragen. Zwar werden Abg. Rulersti( Bole): Die Unfallverhütungs- Vorschriften sollten ich nicht verantwortlich gemacht werden. Es ist eine ganz die Vorfizenden nicht mehr so hoch wie früher bezahlt, dafür sind auch in polnischer Sprache erlassen werden. Die Versicherungseinseitige Darstellung, daß nur Beamte weiter kommen im abgelehnt worden. Herr Körsten hat ein falsches Register gezogen, als er den Herrschenden Klassen vorwarf, gut bezahlte Stellen für sich in der Socialversicherung geschaffen zu haben. Gerade die Socialdemokratie hat ihre Anhänger da hineingesetzt. Fragen Sie doch Ihren Genossen Görle in Charlottenburg. Senate eine Saarrebier, die nach oben liebedienern. Es herrscht dort große p Abg. de Witt( C.) begründet den Antrag, daß auch solche bestehe, haben bereits 14 Gerichte die Wahlen eingeführt. Aus den Erregung zwischen den Angehörigen beider politischen Parteien. Ich Personen Entschädigung erhalten sollen, die bereits im Verlauf des Berichten der Gewerbegerichte gehe hervor, daß einmal die Wahlart suche stets zu beruhigen, wenn ein Beamter in seinen Privat- Ermittelungsverfahrens aus der Haft entlassen werden. Nach Mit- sich bewährt habe und auch in den fleineren Orten den verschiedenen äußerungen zu weit geht. Die Aeußerung des Geheimrats Hilger: wer teilung des Staatssekretärs Nieberding handle es sich dabei um etwa Gruppen eine Vertretung gesichert habe. Diese Erfahrungen ernicht mitthut, fliegt, habe ich als sicher gefallen nicht feststellen drei Prozent der Fälle unschuldig Verhafteter. Regierungs- muntern, einen Schritt weiter zu gehen und die Verhältniswahl Tönnen. Sie soll gefallen sein in einer Privatgesellschaft in später kommissar v. Tischendorf meint, dann müsse die Strafprozeß zwingend vorzuschreiben. Stunde nach reichlichem Genuß von Moselwein.( Große Heiterkeit.) Ordnung an mehreren Stellen geändert werden. Das sei zu Auf eine unter solchen Umständen gefallene angebliche Privat- vermeiden. Der vorliegende Entwurf sei genau dem Gesetz von Boden ständen und stellte folgenden Antrag: Trimborn( E.) bemerkte, daß seine Freunde auf demselben äußerung fann ich fein solches Gebäude aufbauen wie Herr Abg. 1898 über die Entschädigung unschuldig Verurteilter nachFuchs. Es geht nicht an, daraus nun einen Terrorismus der gebildet, deshalb solle ein neues Moment nicht mit hereingebracht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl statt derart, daß neben Die Wahl der Beisiger ist unmittelbar und geheim; sie findet. Beamten zu folgern.( Beifall.) werden. Die Fälle, für welche durch den Centrumsantrag die Ent- den Mehrheitsgruppen auch die Minderheitsgruppen entsprechend Hierauf wird die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. schädigung festgelegt werden solle, seien besser durch die Verwaltungs- ihrer Bahl vertreten sind. Schluß 4 Uhr. behörden zu regeln, an die sich der Freigelassene wenden müsse. Hierbei kann die Stimmabgabe auf Vorschlagslisten beschräft Außerdem könne ein Staatsanwalt solche Personen wieder in Unter- werden, die bis zu einem im Statut festgesezten Zeitpunkt vor for suchung nehmen, welche nach ihrer Entlassung vor Beginn des Haupt- Wahl einzureichen sind. verfahrens Entschädigungsansprüche geltend machten. Parlamentarifches. Staatssekretär b. Posadowsky erklärte, daß es die Aufgabe Abg. Schmidt- Marburg( E.) glaubt nicht, daß ein Staatsanwalt der Regierung sei, die Arbeiterbewegung in ruhigere Bahnen zu In der Budgetkommission des Reichstages wurde am Freitag die so willkürlich handeln werde. Geschehe es trotzdem, so gebe es zum lenken, sie aber von der Vertretung ihrer Interessen nicht aus Diskussion über die von Gemeinden gebauten und vom Militärfiskus Glück„ noch Richter in Berlin" und anderwärts. Man tönnte auch zuschließen. Die Erfahrungen über die Verhältniswahl seien aber gemieteten Kasernen zu Ende geführt. Nachdem sich die Debatte eine bestimmte Zeit gefeßlich festlegen, innerhalb derer der Staats- noch zu gering, um über die fakultative Verhältniswahl hinau schließlich immer mehr zu einer Specialerörterung über den vom auwalt feine Voruntersuchung abschließen müsse. Abg. zugehen. Dr. David( Soc.) hob hervor, daß die Konsequenz der Korreferenten beanstandeten Bau einer gemieteten Staferne in Saar- Mommsen( fri. Bg.) begründet den Antrag auf Wegfall der Ausführungen des Staatssekretärs die obligatorische Einführung der brücken zugespigt hatte, wurde dieser Kasernenbau gestrichen. Worte ihre Unschuld ergeben oder". Der Begriff„ Unschuld" sei zu Verhältniswahl sei. Dove( Fr. Vg.) und Müller- Meiningen Sodann wurde folgende Resolution der Abg. Paasche und Genossen flüssig; außerdem fielen doch diese Fälle mit unter die in der letzten erklären sich für die Verhältniswahl. Preußischer Bevollmächtigter einstimmig angenommen: Hälfte des Sazes erwähnten, denn es liege dann eben fein be- v. Meiern giebt zu, daß in Preußen in zwei Fällen, wo die Ver„ Der Neichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu gründeter Verdacht mehr vor. Reg.- Rat v. Tischendorf: hältniswahl eingeführt worden sei, sich bewährt habe. ersuchen, dahin wirken zu wollen, daß in Zukunft Kasernen- Dem aus der Untersuchungshaft Entlassenen wird es lieber Der socialdemokratische Antrag wurde zu Gunsten des Centrums Neubauten und sonstige im Interesse der Heeresverwaltung not- fein, wenn ihm seine Unschuld bestätigt wird, als antrages zurüdggezogen und dann letterer Antrag selbst eins wendige größere Neubauten möglichst nicht durch städtische Ver- wenn nur gesagt wird, es liege gegen ihn fein begründeter Verdacht stimmig angenommen. waltungen, sondern durch das Reich errichtet werden und die mehr vor. Man muß unterscheiden zwischen Unschuld im recht- Das Facit der Beratung war also: Ablehnung der erforderlichen Mittel bei den einmaligen Ausgaben des ordentlichen und im thatsächlichen Sinne. Jm vorliegenden Ent- Wahlübertragung auf Berufsorganisationen lichen Etats angefordert werden." wurf handelt es sich nur um Unschuld im rechtlichen Sinne. und obligatorische Einführung der Proportionals Abg. de Witt( C.) kann nicht für den freisinnigen Antrag wahl. stimmen, da der Reichstag leider an das Gesetz von 1898 gebunden sei und keine derartigen Aenderungen vornehmen dürfe. Abg. Burlage( C.) ist gleichfalls gegen den freisinnigen Antrag, da- in der Schul- Aula, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 14. Februar, vorm. 8 Uhr. Freireligiöje gegen dürfe in der Entschädigungsfrage kein Unterschied gemacht Borlesung. Um 10 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn werden zwischen der Einstellung der Untersuchung vor Eröffnung des Waldeck Manasse:" Weiteres aus dem Talmud." Gäste, Damen und Hauptverfahrens und der Freisprechung im Hauptverfahren. Oft ent- Herren, sehr willkommen. scheide ja mur ein Zufall über die Eröffnung des Hauptverfahrens. Staatssekretär Nieberding: Bei Annahme des Antrages Mommsen würden alle aus rechtlichen Gründen Freigelassenen von der Entschädigung ausgeschlossen werden. Gesez bon 1898 hat der Reichstag Wert gelegt auf die Unterscheidung aur Gedächtnisfeier der hundertjährigen Wiederkehr des Todestages ( Widerspruch.) Im zwischen rechtlicher und thatsächlicher Unschuld. Ebenfalls angenommen wurde eine vom Abg. Speck vorgeschlagene Ergänzung dieser Resolution in folgender Form: " Den Reichskanzler zu ersuchen: 1. vor endgültigem Abschluß von Verträgen, welche Kap. 27 Tit. 11 und Kap. 25 Tit. 5 belasten( Mietsverträge für Kasernen 2c.), die betreffenden Pläne, Kostenanschläge und Vereinbarungen dem Reichstage zur Prüfung und Beschlußfassung vorzulegen; 2. bei allen künftigen Vereinbarungen, die Dienstwohnungen und Kasernen nebst Zubehör und deren mietweise Ueberlassung an die Heeresverwaltung betreffen, dafür zu sorgen, daß sich die Heeresverwaltung das Vorkaufsrecht an den Grundstücken zum Buchwert unter Anrechnung der Amortisation sichert; 3. dem Reichstage in der kommenden Session eine Uebersicht darüber vorzulegen, in welchem Umfange für die in den Jahren 1898 bis 1901 auf Grund der Kap. 25 Tit. 5 und Kap. 27 Tit. 11 hergestellten Dienstwohnungen und Kasernen nebst Zubehör die ursprüngliche Höhe des Kostenvoranschlags überschritten worden ist. Die Kommission vertagte hierauf die weitere Beratung auf Donnerstag. Kaufmannsgerichte. Vermischtes. Ueber ein furchtbares Schiffsunglück wird aus Madrid berichtet: Der englische Dampfer" Yeoman", mit Salz nach Kalkutta unters wegs, ist bei der Ria de Corcubion( Kap Finisterre) gestrandet. Zehn Mann der Besatzung ertranten, 72 Personen werden vermißt. Vier Reisende haben sich gerettet. Die Kantfeier in Königsberg. Die festlichen Veranstaltungen Abg. Stadthagen( Soc.): Bei der jeßigen Fassung des Immanuel Kants begannen gestern vormittag in der Stoa Kantiana. § 1 werden die entschädigt, welche mehr verdächtig waren, also Abordnungen der Stadt, der Provinz sowie des Lehrkörpers der Unigegen welche das Hauptverfahren eröffnet wurde. Dagegen bleiben versität legten dort prächtige Kränze mit Widmungen nieder. Auch ohne Entschädigung solche Personen, welche in so geringem Maße der Kultusminister Dr. Studt sowie der Oberpräsident von Moltke verdächtig waren, daß das Hauptverfahren gar nicht erst eröffnet werden wohnten dem Akte bei. Gegen 10 Uhr fand in Gegenwart des fonnte. Das wäre ein greller Widerspruch. Es müssen aber nicht nur Ministers und der städtischen Behörden unter Teilnahme der MilitärZu einer interessanten Erörterung kam es bei Titel 21( Kap. 27), die auf richterliche Anordnung unschuldig Verhafteten entschädigt und Civilbehörden die Enthüllung der Kant- Gedächtnistafel statt, die Ser von" 1 Manöverkosten" handelt und hierfür etwas über zwei werden, sondern auch die unschuldig Sistierten, die von der Polizei sich an der Weauer des königlichen Schlosses in der Kantstraße, neben Millionen Mark verlangt. Damit sind aber die Kosten der Manöver in Haft genommen und dann nach einigen Tagen wieder entlassen dem Kaiser Wilhelm- Denkmal befindet. Oberbürgermeister Koerte nicht erschöpft, sondern hier werden nur die Beträge für Flur- worden sind, ohne vor den Richter gekommen zu sein. Nicht nur der hielt eine längere Ansprache. Die Tafel trägt als Inschrift Kants beschädigungen, Kochholz, Lagerstroh u. f. w. verrechnet. In den willtür der Staatsanwälte muß entgegen getreten werden, sondern Worte:" Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zuletzten Jahren sind, wie der Korreferent bemerkte, regelmäßig sehr auch der Polizeiwillkür. Die ganze Fassung des§ 1 ist im Ent- nehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender starke Etatüberschreitungen bei diesem Titel zu verzeichnen gewesen wurfe unglücklich; wir schlagen deshalb eine bessere Fassung vor. sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über und er fragte deshalb an, ob das etwa auf besondere Aufwendungen Der Schlußsaz im Entwurf wäre auch nach Annahme des frei- mir und das moralische Gesch in mir." Der Gedächtnisaft in bei Kaiſermanövern, von denen die Presse berichtet hätte, zurück- sinnigen Antrags noch unklar; denn die Frage würde dann immer der Universität begann um 11 Uhr. zuführen sei. General Gallwig gab zu, daß häufig Etat- noch sein, was begründeter Verdacht" sein soll. Unfre Fassung ist von den Frommen im Lande. überschreitungen vorgekommen seien; das liege an den schwankenden weit einfacher und doch erschöpfender. Wer ohne sein Verschulden Aus Bischofswerda in Sadien Sitterungsverhältnissen und an dem Wechsel in den Manöverterrains. verhaftet wurde und dann außer Verfolgung gesetzt wird, soll ein St e cht geht uns eine Klage zu, wonach dort und in der Umgegend vor. Im übrigen begrüße er die Gelegenheit, sich über die letzten Kaiser- auf Entschädigung haben, wenn nicht einer der im§ 2 aufgeführten einiger Zeit ein schwarz gekleideter Herr erschien, der vorgab, von manöver aussprechen zu können. Es sei selbstverständlich, daß zu Fälle vorgelegen hat. Sie wollen die Entschädigung unter vielen der Geistlichkeit und der Kirchenbehörde empfohlen zu sein und dann den den bei Kaisermanövern üblichen Paraden über ein ganzes Armee- Wenn und Aber aus Billigteitsgründen gewähren, wir Frauen an die Männer schien er sich nicht zu wagen ein corps immer einige Vorbereitungen auf dem Baradegelände wollen das Recht auf Entschädigung festlegen. Dem Parallelismus frommes Buch, den sogenannten Hausaltar aufschwagte, das 13 M. getroffen werden müßten; ein Platz für 20-30 000 Mann mit dem Gesetze von 1898 zu Liebe dürfen wir keine verkehrten tosten solle und in Naten von 25 Pf. pro Woche bezahlt werden sei eben nicht überall zu finden. Um nun aber die oft Bestimmungen in dem Entwurf stehen lassen. Der Parallelismus fönne. Dieser Kauf wurde durch Unterschrift eines Kaufscheins sehr hohen Kosten einer Einrichtung im Herbste zu vermeiden, hätten besteht sachlich auch garnicht; denn 1898 handelte es sich um un- perfekt. War aber der Schein, unterschrieben, dann drängte der im letzten Jahre das 4. und 11. Armeecorps schon im Frühjahr den schuldig Verurteilte, bei denen ein regelrechtes, mit Verurteilung schwarze Herr, gleich eine größere Anzahlung- 3 M. und mehrPlatz ausgesucht, die Bauern veranlaßt, Sommerfrüchte zu bauen endendes Verfahren bis zum Ende durchgeführt worden ist, während zu machen, ein Anfinnen, das ihm in vielen Fällen glückte. Der und ihnen nur kleine Entschädigungen dafür zahlen müssen, daß sie es sich hier um Personen handelt, die entweder gleich freigesprochen Beschwerdeführer, der sich an uns wendet, ist der Meinung, daß seine keine Rüben, Blumenpflanzen und dergleichen in jenem Jahre auf werden, oder gegen die das Hauptverfahren gar nicht eröffnet Frau, die das Buch kaufte, übervorteilt worden sei. Das Buch habe den Feldern ziehen konnten. Dadurch sei im Vergleich mit früheren werden konnte. Nur bei Annahme unsres Antrages wird die Frage bei weitem nicht den angegebenen Wert und weigert sich dessen Jahren viel Geld gespart worden. Kein Wort sei wahr an der möglichst vollkommen gelöst. Frau, die noch rückständige Summe zu zahlen. Darauf drohte ihr Meldung, das Terrain sei auf ein Jahr gepachtet geweien, man der Anwalt der Firma, Rechtsanwalt Hanaschte- Berlin, mit Klage. habe es planiert und mit Gras besäet, man habe eine Der Verlag nennt sich Verlagsanstalt christlicher Schriften. Der Menge Obstbäume gefällt, Straßengräben ausgefüllt usw. Für die Firmeninhaber war bis zum 1. Dezember v. J. Richard Devrient, Einrichtung des Plazzes( Ansamen, Walzen 2c.) seien gar feine Elisabeth- Ufer 27, seitdem ist die Firma in den Händen von Heinrich Kosten entstanden, denn der Unternehmer eines Tribünenbaues habe Die Kommission erörterte am 12. Februar die Art des Wahl- Schwarz, Oranienburgerstr. 12. Wir melden den Thatbestand, wic sich verpflichtet gehabt, diese Arbeiten gratis auszuführen; die verfahrens. Die Vorlage enthält im§ 11 folgenden Sat: er uns mitgeteilt wurde, und mögen sich die Lefer ihren Vers dazu Gräben der von der Parade- Aufstellung durchschnittenen Straße seien Durch das Statut kann die Wahl der ersteren Beisiger( Unter- machen. nur auf wenige Meter aufgefüllt worden, in diesen Gräben habe nehmer) einer für den Bezirk bestehenden Vertretung des Handelsdie Postverwaltung überdies ihre Telephon- und Telegraphendrähte standes, die Wahl der letzteren Vertreter( Handlungsgehilfen) den am geborgen gehabt; fünf Obstbäume hätten zwar entfernt werden Size des Gerichts bestehenden Verbänden der Handlungsgehilfen oder müssen, sie seien aber von der Gemeinde Azmanndorf später wieder den zu den Handlungsgehilfen gehörenden Vertretern der bestehenden eingesetzt worden, Kosten seien dadurch nicht entstanden; der Krankenkassen übertragen werden. gesamte Flurschaden habe sich auf nur 16 000 Mark belaufen. Dazu lag ein Antrag der Socialdemokraten vor, diesen Satz zu Was den eignen Weg für den Kaiser von der Bahnstation nach streichen. Lipinski( Soc.) begründete den Antrag und wies dem Paradefelde anlange, so sei ein Pionieroffizier mit der Her- darauf hin, daß die Ausführung der Vorschrift gar nicht möglich sei. Die stellung betraut worden, der freilich insofern seinen Auftrag miß Voraussetzungen für die Vorschrift, der Organisations zwang für Berufs gegend wütete, hat, wie aus Stöln gemeldet wird, zahlreiche Unglüde verstanden habe, als er den Weg schnurgerade anlegte, stait ihn dem vereine oder eine Handlungsgehilfen- Vertretung bestehe nicht. Außer- gegend wütete, hat, wie aus Köln gemeldet wird, zahlreiche UnglücksGelände anzupassen; durch dieses Versehen seien 1432 M. Unkosten dem fördere man gerade den Unfrieden unter den Handlungsgehilfen eines Floßes in den Rhein geweht und kam nicht mehr zum Vorfälle im Gefolge gehabt. Am Oberrhein wurde der Bedienstete entstanden. eines Floßes in den Rhein geweht und kam nicht mehr zum Vor( Diese Darstellung steht mit denen der thüringischen Organisationen, statt ihn zu mindern; den Gemeinden gebe man die schein. Im bergischen Lande sind zahlreiche Schleifereien durch Zeitungen in einem so schroffen Widerspruch, daß diese woht Möglichkeit einer parteiischen Stellungnahme gegen die Gehilfen- Sturm und Hochwasser zerstört worden, so daß der Betrieb eingestellt Beranlassung zu einer Diskussion nehmen werden. Red. d.„ Vorto.") organisationen. Württembergischer Bevollmächtigter von Schicker werden mußte. Im benachbarten Mie 3 dorf stürzte infolge des Abg. Gröber meinte, wenn sich das alles so verhalten habe, dann verteidigte die Vorlage, einmal sei die Bestimmung nicht zwingend Sturmes ein Neubau ein, eine ganze Familie unter den Trümmern hätte die Heeresverwaltung sofort mit einer Berichtigung vorgehen und dann sei die Notwendigkeit der Einführung eines allgemeinen begrabend; das Ehepaar erlitt schwere Verlegungen, desgleichen ein follen; er fragte ferner nach den Gesamtkosten der alljährlichen Wahlrechts nicht in jedem Falle anerkannt. Die Bestimmung sei ein begrabend; das Ehepaar erlitt schwere Verlegungen, desgleichen ein Manöver. Ein General verteidigte die Paraden bei den Kompromißprodukt. Trimborn( C.) trat den Ausführungen Koſtgänger, der erst spät nachts befreit werden konnte. Durch den Manövern und leistete sich dabei die erwähnenswerte Unterscheidung Lipinskis bei und bemerkte, daß es dann nicht ausgeschlossen sei, Einsturz wurden auch mehrere benachbarte kleinere Häuser in Mitunfres Militärs in„, Kerls undOffiziere".( Wie heißt denn dieser daß sich zum Wahlzwecke Vereine ad hoc bilden würden, Der Rhein ist in Köln seit gestern um 1,71 Meter gestiegen. Der leidenschaft gezogen, so daß auch diese dem Einsturz nahe sind. famose General? Red. d.„ Vorw.") General Gallivit bezifferte die Höhe eine ungesunde Erscheinung. Die bei den Gewerbegerichten der in verschiedenen Titeln versteckten Gesamtkosten der Manöver( gegen gewählten Beisitzer hätten ihre Funktionen erfüllt und auch Wasserstand beträgt 5,45 Meter. Infolge fortgesetter Regenfälle die Kosten der Unterhaltung der Truppen in ihren Quartieren) auf die Wahlen würden die Organisationen der Gehilfen stärken. haben Donau, Nedar, Nagold und andre Flüsse an zahl500 000 bis 600 000 Mark für jedes Armeecorps. Die Errichtung Müller- Meiningen wies auf die ablehnende Haltung aller reichen Stellen schon weite Strecken in Württemberg überschytvemunt. der Truppen- lebungspläge habe keine Ermäßigung der Manöver Betenten gegen diese Vorschrift hin. Singer( Soc.) weist darauf ereignisse, die Schaden verursacht haben, vorgekommen. Die Flütse Auch in Portugal sind in den letzten Tagen größere Naturfosten zur Folge gehabt, da dort nur in fleinen Verbänden hin, daß die mittelalterliche Anschauung der Regierung mit der Duro, Mondego und Tajo sind über ihre Ufer getreten. In Oporto geübt werden könne; eine Steigerung der Manöverkosten sei un- Tendenz des Gesezes nicht übereinstimme. Die Wähler seien gar ist eine Person umgekommen. In Caldas de Moledo bei Oporto ist verkennbar. nicht in der Lage, zu bestimmen, welche Organisation die Vertreter Der Titel wurde bewilligt. ernennen soll. Der Wert der Wahl sei doch der, daß Leute des ein Wassersammelbecken geborsten; dabei wurde ein Teil der DuroFortsetzung der Beratung am 16. Februar. gnallst& Vertrauens zu Beisitzern gewählt würden, was so nicht möglich sei. Eisenbahn zerstört. 17 Menschen sind umgekommen. Außerdem habe die Gemeinde es in der Hand, die Wahlkosten auf Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft. Die die Vereine abzuwälzen. Vertreter der Hansestädte Bürgermeister Ein Ehedrama. Der Arbeiter Karl Lengel hat in Stromberg Kommission für Vorberatung des Gefeßentwurfs hielt am Freitag Pauli bemerkt, daß die Bestimmung aufgenommen worden( Ungarn) aus Kränkung über die Untreue feiner Gattin auf fürchterihre erste Sigung ab. Artikel I des Regierungsentwurfes lautet: sei, damit durch die Wahlen das gute Einvernehmen zwischenliche Weise seinem Leben ein Ende gemacht. Er sprang während der Personen, die im Strafverfahren freigesprochen oder durch Unternehmer und Gehilfen nicht gestört werde und der Gegensatz macht wurden, den Ofen zu löschen, konnte man von der Leiche nicht Arbeit in den glühenden Schmelzofen. Obwohl sofort Versuche geBeschluß des Gerichts außer Verfolgung gesetzt sind, können zwischen den Interessen des Groß und Kleinhandels aus einmal mehr die Asche finden. Die Frau Lengels mußte vor der für erlittene Untersuchungshaft Entschädigung aus der Staatstaffe geglichen werde. verlangen, wenn das Verfahren ihre Unschuld ergeben nicht ernennen. Hieber( natl.) hob auch hervor, daß die Partei- ut des Volkes fliehen. Lengel war erst seit wenigen Jahren veroder dargethan hat, daß gegen sie ein begründeter Verdacht nicht kämpfe verstärkt würden. Lipinski( Soc.) wies darauf hin, daß heiratet; er ist Vater eines Kindes. vorliegt. die Vertreter der Regierung selbst der Vorlage den Boden entUeber ein Eisenbahnunglück wird aus München berichtet: Ser Außer dem Verhafteten haben diejenigen, denen gegenüber er zogen hätten. Frankfurter Schnellzug 90, der fahrplanmäßig um 7 1hr 48 Minuten kraft des Gesetzes unterhaltungspflichtig war, Ansprüche auf Ent- Semler( natt.) beantragte zur Vorlage folgenden Zusatz: schädigung. sofern diese Vertretungen des Handelsstandes oder die bestehenden hier eintreffen sollte, kam erst mit mehrstündiger Verspätung auf den Ein Centrumsantrag verlangt Streichung der Worte„ durch Be- Verbände oder Krankenkassen eine Vertretung der Gesamtheit oder in der Entgleisung der letzten 6 Wagen in der Station Tauber Münchener Centralbahnhofe an. Die Verspätung hat ihren Gru> schluß des Gerichts"; die Freifinnigen beantragen außerdem noch die der Mehrzahl der Kaufleute bezw. Handlungsgehilfen sind. Streichung der Worte ihre Unschuld ergeben oder". Ein dritter Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der Konservativen und feld( Mittelfranken) infolge Dammrutsches. Ein Reisender Antrag will dem zweiten Absatz fügen, daß die Entschädigung den Unterstützungsberechtigten dagegen wurde gegen die Stimme des Abg. Semler abgelehnt. recht erhalten. Bei dem Unfall erlitten Verlegungen: J. Wechsle eine Bestimmung hinzu- gegen die Stimme Semlers abgelehnt. Die Regierungsvorlage und zwei Postbedienstete wurden leicht verletzt. Einige andre Per fonen erlitten leichte Kontusionen. Der Betrieb wird eingleisig a auch dann zu gewähren sein soll, wenn der Verhaftete inzwischen Damit war der socialdemokratische Antrag auf Streichung angenommen. London( Quetschwunde an der linken Hand), die Oberbriefträg verstorben ist. Die Socialdemokraten hatten ferner die obligatorische EinDie Socialdemokraten( Frohme, Stadthagen, Thiele) wollen dem führung des Proportional- Wahlrechts beantragt und Klerner und Modes( Armbrüche), Johann Endres und die Gati Absatz 1 folgende Fassung geben: ferner die Möglichkeit anheimgegeben, die Beisigerwahlen der Kauf des Hauptmanns Trieb- Münster, Dr. Tölle- Mühlheim a. Rh. der Schlafwagenfchaffner Ehlers- Köln( Quetschwunden). Personen, gegen welche Untersuchungshaft verhängt war oder mannsgerichte mit denen der Gewerbegerichte zu verbinden. die sistiert worden sind, können Entschädigung beanspruchen, wenn Lipinski( Soc.) begründete den Antrag. Trotzdem die fie rechtskräftig freigesprochen oder außer Verfolgung gesezt sind. Möglichkeit der Verhältniswahl für die Gewerbegerichte erst seit 1900] " Sturmnachrichten. Der Sturm, der am Mittwoch in der Rhein Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker Tollte zur Arbeit die Lederhose Herkules fragen. Allein- Berkauf. 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Mit gelinder Ueverspannung läßt sich sagen, das; Kant die gigantische Gedankenarbeit seiner Kritik aller wissenschaftlichen Er- kenntnis— in elf langen mühseligen Jahren vollkommenen litterarischen Verstummens durchdacht, dann, als jäh die Sorge sich erhob, der Tod könnte den Ertrag vor der Geburt ins Grab nehmen, an der Schwelle des Greisenalters hastend in wenigen Monaten nieder- geschrieben— datz Kant die Kritik der reinen Vernunft entwarf, nicht sowohl um die Gewißheit und die Bedingungen der Mathematik und der mathematischen Naturwissenschast zu erklären, sondern um die Waffe zu schmieden, mittels derer die theologische Meta- Physik für alle Zeiten aus dem Reich der Wissenschaft verjagt werden möchte. Bis Kant war es das Hauptstück der Philosophen, die Ueberlieferungen der jüdisch-christlichen Mythe und Mystik mit den äußeren Mitteln leer formaler Wissenschaftlichkeit zu erhärten. Indem Kant nun bewies, daß eS in Zeit und Raum keinerlei wissenschaftliche Erkenntnis außerhalb der Erfahrung geben könne, vertrieb er die theologische Metaphysik aus Zeit und Raum, er entkleidete die ersonnenen überirdischen Mächte somit aller Möglichkeit in der Natur der Kausalität durch Eingriffe, in der Menschheit durch Offenbarungen zu wirken, und wandelte sie in bloße Ideen— dafür setzte er auch das so schlimm mißverstandene .Ding an sich"—, über die sich nichts beweisen lasse. Aber damit nicht genug. Von der sittlichen Seite angreifend, zerstörte er auch den Geltungswert der theologischen Ideen als Pfadweiserinnen im Bezirk der Vernunft. Er nahm ihnen nicht nur ihren naturwissenschaftlichen, sondern auch ihren moralischen Kredit. Die„Heteronomie" der Sittlichkeit, d. h. die von einer übermenschlichen Macht offenbarten und diktierten Gebote durchaus ablehnend, verkündete er die Autonomie der Moral, in der die Menschheit, die freie Menschheit aus eigner Vernunft und eignem Recht sich die Gesetze ihres Handelns erfindet und über sich stellt. So wurden die metaphysischen Gespinnste ihrem ganzen Inhalt nach in Nichts aufgelöst. Aber Kant ließ, zum Schaden der klaren Einheit seines Systems, hier und da die leeren Hülsen liegen, mit denen dann bis in unsre Zeit ein nachhaltiger Unfug getrieben worden ist. Dennoch kann über die wirkliche Meinung und Absicht Kants kein Zweifel sein. Nur muß man seine Sprache zu lesen verstehen. Jede unfteie Zell schafft sich ihren eigentümlichen Stil. in der die lautere Wahrhaftigkeit der Ueberzeugung init der durch die Zwangsgebote einer unüberwindlichen Gewalt auferlegten Vor- ficht ehrlichen Ausgleich sucht. Kant schrieb unter der C e n s u r! Wenn er überhaupt zum Worte kommen wollte, mutzte er, un- beschadet aller Auftichttgkeit, gewisse stilistische Kautelen gebrauchen, die in der Folge dann zur Ersttckung seiner eigentlichen Meinung gern benutzt wurden. Kant hat zu den größten schöpferischen Ketzern gehört, der vor keiner Konsequenz seines vorwärts stürmenden Denkens zurückbebte. Im verttauten Kreise pflegte er über Welt und Dinge mit äußerster RückHaltlosigkeit zu sprechen. Sein Tisch- fteund Hippel, der Bürgermeister von Königsberg und Verfasser genialischer Einfälle in humoristtscher Romanform, hat diese Gespräche Kants ohne dessen Wissen aufgezeichnet. Als aberHippel starb und seine Erben diese Blätter entdeckten, erschraken sie so sehr über die ver- messene gottlose Kühnheit dieses Revolutionärs— der trotz seines zurückgezogenen Lebens auch ein geistteicher Weltmann. Ivie nur irgend ein Pariser Encyklopädist war— daß sie die Papiere ver- brannten, damit wohl die wichtigste Quelle zur Erkenntnis Kanttschen Wesens zerstörend. Dennoch hat er auch in seinen Schriften die theologische Metaphysik mit einer Rücksichtslosigkeit bekämpft, die noch heute. wo kein Staatsmann als ein Wöllner und kein Fürst als ein Friedrich Wilhelm II gelten möchte, dem Autor leicht Unannehmlich- leiten zuziehen könnte. Was Kant mit gellendem Witz und mit dem ergreifenden tiefen Pathos seiner reinen ivissenschaftlichen und sitt- lichen Weltanschauung über den gleichen Unwert aller Kirchen, vom Fetischismus und Schamancndienst bis zum Papstkult, was er über die Dogmen,„Statuten und Observanzen" der offenbarten Pfaffen- religionen, über Gebet und Wunder geschrieben, macht ihn nicht nur zum bedeutsamsten geistigen Ueberwinder, sondern auch zum wirk- samsten Agitator gegen allen Klerikalismus, in welcher Form er sich immer zeigt. Hundert Jahre nach seinem Tode aber herrscht der Klerikalismus in seinem Vaterland mächttger, denn je zuvor. Seine Bücher sind von der alleinseligmachenden Kirche noch immer verboten. Und Kant wäre ein Herrscher ohne Land, wenn nicht in der proletarischen Be- wegung auch der geistige Befteiungskampf sich zum Siege durch- ringen würde. «« » Die Ethik, durch die Kant der theologischen Metaphysik ihre letzte Zuflucht nahm, ist die dritte That seiner Weltwirksamkeit. Noch ist über sie Streit, und es ist hier nicht möglich, die Fragen irgendwie tiefer zu erörtern. Die Ethik erhebt den Anspruch, nach„Art von Naturgesetzen" einen obersten Grundsatz sittlichen Handelns von unverbrüchlicher Geltung aufzustellen. Er konnte sie deshalb nicht begründen in dem Chaos menschlicher Psychologie, auch nicht in der schwebenden Unsicherheit individueller Glückseligkeit, sondern nur in der festen Form eines letzten Zweckes, eines Endzieles. Kants Sittengesetz der Freiheit ist eine Richtung gebende Aufgabe der Menschheit, es wurzelt in der Humanitätsidee und es hat in nichts seinen Beweis wie in seiner Möglichkeit und Fruchtbarkeit, zum Menschheitsideal zu weisen. Es ist ein Mißverständnis, wenn man Kant gegenüber der Ewigkeit seines Sittengesetzes auf die ewig in Zeiten und Ländern wandelnden Sitten aufmerksam macht. Das wußte Kant auch und in seinem Lieblingsstudium, der Geographie, wies er scharfsimüg auf die Zusammenhänge der Sitten und der physischen Bedingungen hin, unter denen die Völker leben. Die Sittenlehre aber, die in ihrer kausalen Abhängigkeit zu durchforschen ist, nannte er Anthropologie, nicht Ethik. Die Ethik tritt als Gesetzgeber auf. Wie die Menschheit Naturgesetze entdeckt, um die Natur zu bändigen und zu gestalten, so giebt sich die Menschheit für ihr gesellschaftliches Zusammenwirken aus eigner Schöpferkraft eine letzte, oberste Norm. Die Ethik erzeugt das Wert- und ErttwicklungS- gesetz der Gesellschaft nicht aus blauen Wolkenhöhen und auch nicht aus der finnlichen Erfahrung, sondern aus der Vernunft, welche die Tiere zu Menschen macht, indem sie ihnen die Fähigkeit verleiht, sich selbst Knlturzwccke zu setzen. DaS Sittengesctz Kants lautet in seiner fruchtbarsten Formulierimg:„Handle so. daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden andren, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." Dieses Gesetz übersteigt jenen einfachen Moralsatz der Reziprozität, den schon die chinesische Weisheit des Confutse als goldene Moralregel aufftellte: Handle so. wie du willst, daß man dir handle. Das ist Moral zum individuellen Privatgebrauch. Kants Satz dagegen legt die Ks.Fimörts" Menschheitsidee zum Grunde, er will der Kulttirentwicklung der Menschheit die Richtung weisen. Die Ethik Kants ist nur Gesetz, nur„Form" menschlichen Handelns. Lediglich in dieser Beschränkung liegt die Geltung, das Recht und die Fruchtbarkeit des sittlichen Priucips. Verlebe ndige Inhalt, der die Form erfüllt, steht durchaus im F l u ß d e r Geschichte. Und hier weitet sich das Reich der kausalen Er- klärung, hier waltet der Mechanismus der Wirtschaft, hier erweist die gefchichtsmaterialistische Methode ihre unabweisliche Kraft. Die Ethik der Form besagt nichts weiter: Wenn denn die Menschheit eine Kultur will, wenn sie ein Wertmaß der gesellschaftlichen Organisatton braucht, so kann das richtende und sichere Princip nur jener Moralgrundsatz sein. Er verbürgt den Slufstieg der Mensch- heit. Diese Ethik ist also kein Fremdenführer, der moralische Sehens- Würdigkeiten erläutert: sie ist" auch kein Pfaffe, der ewige Gebote inhaltlich und materiell bestimmt, unwandelbar im Namen Gottes befiehlt; sie ist ein Baumeister, der gleichsam die technischen Vor- bedingungen, die Mathematik der Gesellschaft lehrt— das Bauen selbst unterliegt der Kausalität der Geschichte, der Arbeit der Menschheit. Und wäre dies Princip, weil sie nur Form ist, auch leer? Man prüfe jenen Satz an den wirtschaftlich bedingten Klassenkämpfen der Geschichte. Hat nicht stets jede revoluttonäre Klaffe in irgend einer Formel jenes sittliche Programm als Recht und Ziel ihrer Empörung auf ihre Fahne geschrieben? Begrenzt und versteht man den systematischen Wert von Kants Ethik so, dann ist sofort der Irrtum jener Kantianer offenbar, die den Philosophen wegen seiner Ehtik zum Begründer des Socialis- mus machen wollen. Als ewiger Grundsatz aller Sittlichkeit gedacht, kann er logischerweise gar nicht sich in einer bestimmten, zeitlich bedingten Gesellschaftsordnung manifestieren underschöpfen. DieseEthik steht über allen konkreten Gesellschaftsordnungen und sie bedingt an sich keine bestimmte Ordnung. Nur mutz sich jedes Gemeinschaftswesen, wenn anders es sein Kulturrecht erweisen will, an jenem sittlichen Ideal messen. Und so wahr es ist. daß auf der heuttgen Stufe der wirtschaftlich- politischen Entwicklung Kants Ethik nur im Socialismus sich zu ver- wirklichen vermag, so fest steht es, daß Kant keine socialistischcn, sondern liberale Folgerungen aus seiner Ethik zog. Er lebte durchaus in der Weltanschauung der französischen Revolution, welche die Weltanschauung deö Liberalismus, des freien Spiels der Kräfte war, dessen das Bürgerttim bedurfte, um die Fesseln des Feudalis- mus zu sprengen. (Schluß folgt.) lokales. Der Klassen-Erste. Das Messer-Attentat eines Schulknaben gegen seinen Lehrer, über das wir am Freitag berichteten, sollte den Pädagogen zu denken geben. Die erste, nächste Erklärung, nach der in solchem Falle gegriffen zu werden pflegt, ist die, daß man es hier mit einem verwahrlosten Bengel zu thun habe. Doch der elf- jährige Junge stammt aus geordneten Verhältnissen, ist Sohn einer Beamtenwitwe, gilt als fleißig und hat in seiner Klasse den ersten Platz. ES ist wirklich ein Glück, daß er nicht eines Arbeiters Sohn ist. Wäre er's, wie würde man da schreien über die Verwilderung und Verrohung der Jugend, über die Schwächung, die systemattsche Unter- grabung jeder Autorität, über die wilde Zügellosigkeit socialdemo- kratischer Agitatton, deren Wirkung und Frucht in solcher Unthat zu Tage trete. Aber mit diesem Phrasenschatz kommt die Enttüstung der Gutgesinnten diemal nicht ans. Und es ist gut, daß es so ist: denn so kann wenigstens das Urteil über den traurigen Fall nicht gcttübt werden. Wie war es möglich, daß der Junge zum Messer griff und fast ein Totschläger an seinem Lehrer wurde? Anscheinend schlummert in ihm ein Hang zur Gewaltthätigkeit. Eine zweckmäßige, vielleicht unbewußt zweckmäßige Erziehung ließ diese Anlage nicht auf- kommen; und der Hang zur Gewaltthätigkeit blieb verborgen, so lange es am äußern Anlaß fehlte, der ihn wecken konnte. So läuft mancher, der zum Verbrecher„bestimmt" lvar, als korrekter Mensch durch die Welt, weil seiner Verbrechernatur zufällig die Entwicklungsbedingungen gemangelt haben. Auch der bösen Anlage. die in dem elffährigen Gemeindeschüler schlummerte, waren bis dahin durch die geordneten Verhältnisse seiner Familie die Eni- Wicklungsbedingungen entzogen geblieben. Auch bei ihm wäre der Trieb zur Gewaltthätigkeit wohl nie zum Ausbruch gekommen, wenn es dauernd am Anlaß und an der Gelegenheit gefehlt hätte. Aber die Gelegenheit kam, und der Anlaß wurde gegeben— und der ihn gab, war fein eigner Lehrer. Stach den vorliegenden Berichten war der Junge wegen wieder- holt unruhigen Betragens von seinem Lehrer nach erfolgloser Er- Mahnung auf die vorderste Bank gesetzt worden, wo die schlechtesten Schüler sitzen. Der Lehrer versichert, das sei nur geschehen, um ihn besser überwachen zu können. Hat er sich die Frage vorgelegt, wie diese Maßregel auf den Jungen wirken konnte? Es ist immer ein bedenkliches Ding, den Klaffen-Ersten plötzlich zum Klassen-Letzten zu machen, und jeder erfahrene Lehrer muß sich sagen, daß ein solcher Platzwechsel den Ehrgeiz verletzt— den Ehrgeiz, den erst die Schule durch den verwerflichen Brauch, die Kinder nach ihren Leistungen usw. zu rangieren, künstlich entlvickelt und zur Leiden- schaff entfacht. In dem Fall, um den es sich hier handelt, sind die schädlichen Wirkungen eines höchst unpädagogischen Systems durch eine ebenso unpädagogische Einzelhandlung noch gesteigert worden. Man darf geradezu sagen, daß der Junge durch die Schuld der Schule zum„Verbrecher" geworden ist. Die Schule sollte aus mehreren Gründen sich den alten Zopf des Rangierens endlich abschneiden. Es giebt Schulen, die das bereits gethan haben, und sie stehen sich gut dabei. Es geht eben auch so. und sogar besser so! Der Ehrgeiz darf kein Erziehungs- mittel sein. Wir vermögen nicht einzusehen, wie man in unsrer Jugend mit Erfolg da» Pflichtgefühl wecken und bilden will, wenn man alles Denken des Kindes sich auf das„Rauf- oder Runterkommen" richten läßt. Ganz zu schweigen von der Schädigung des kameradschaftlichen Empfindens, von der Förderung unsocialer Triebe, die mit dem Rangieren verknüpft ist! Diese alte schlechte Sitte trägt im übrigen dazu bei, das Verttauen der Kinder zu ihren Lehrern zu mindern und so das Ansehen der Schule zu untergraben, weil sie notwendig Ungerechtigkeiten zur Folge hat. Auch eines Kindes Leistung ist ja aus so vielen und verschiedenen Faktoren zusammengesetzt, daß es oft schwer ist, zu sagen, welche Leistung besser und welche schlechter ist. Eins ist weniger als zwei, das ist wahr: aber soll deshalb die pädagogische Weisheit sich darin erschöpfen, daß ein Junge, der in seiner Arbeit nur einen Fehler macht. Tüchtigeres leistet als ein andrer, dem zwei Fehler der Feder entschlüpfen? Mancher brave Junge, wanches wackere Mädel reibt sich aus in erfolglosem Kampf um den ersten Platz, den ein Sonnabend, 13. Febrvnr IM. andres, glücklicher beanlagtes und in günstigeren Verhältnissen lebendes Kind mühelos und verdienstlos erwirbt. Die ganze Gefahr des Rangierunfugs zeigt sich dann, wenn ein Klassen-Erster dieser Ehre verlustig geht. In der Vorstellung der Kinder besteht zwischen dem Ersten und dem Zweiten keineswegs dasselbe Verhältnis, wie etwa zwischen dem Zweiten und dem Dritten. Für sie handelt es sich um keinen Gradunterschied, sondern um einen Wesensunterschied. Erster oder nicht Erster, das ist hier die Frage. Ein Klassen-Erster, der„runtergekommen" ist—I Der elfjährige Gemeindeschüler Hübner griff bei diesem unerttäglichen Gedanken zum Messer. Welcher Abgrund thut hier sich jäh vor unsren Augen auf! Wird der Schule dieser Vorfall, der so ver- hängnisvoll in die Laufbahn eines iverdendcn Menschen eingreift, ein Fingerzeig und eine Warnung sein? Der Magistrat hat beschlossen, zur Erbauung eines Kranken« h a u s e s der hiesigen jüdischen Gemeinde ein Terrain von 28 00V Quadratmetern zum Preise von 35 M. pro Quadratmeter an der Exercier- und Schulstraße, gegenüber dem jüdischen Siechenhause zu überlassen. Einem Antrage der städtischen Werke, für die Erweitc- rung des Röhrensystems in der Stadt 300 000 M. und zur Reparatur-c. 525 000 M. zu bewilligen, hat der Magisttat zu« gestimmt. Der Stadtverordneten-Bersammlung wird hierüber eine besondere Vorlage zugehen. Der Geburtenüberschuß ist in Berlin im Jahre 1903 geringer gewesen als im vorhergehenden Jahre. Im Jahre 1902 hatte er sZMV betragen, im Jahre 1903 war er nur 15 885, das ist um ziemlich 2800 weniger. Dieser Rückgang erklärt sich daraus, daß im letzten Jahre�die Geburten sich um fast 1700 vermindert und gleichzeitig die Sterbefülle sich um ziemlich 1100 vermehrt haben. Im vorletzten Jahre waren hier 51 202 Kinder geboren worden, aber nur 32 509 Personen gestorben, im letzten Jahre wurden nur 49 511 Kinder geboren und eS starben 33 626 Personen(Totgeborene mitgezählt bei den Geborenen und bei den Gestorbenen). Der Geburtenüberschuß schwankt überhaupt sehr. In den letzten zehn Jahren(1894—1903) war er 16 983, 13 577, 17 730. 18 711, 18 936, 15 174, 14 423, 16 357, 18 633, 15 885. Die Jahre, die in dieser Reihe durch einen hohen Geburten- Überschuß auffallen, hatten eine mäßige Sterblichkeit gehabt, in den Jahren mit geringem Geburtenübcrfchuß waren ungewöhnlich viele Personen gestorben. Nur in 1903 ist für die Verminderung des Geburtenüberschusses die Verminderung der Geburten noch stärker als die Vermehrung der Sterbefälle ins Gewicht gefallen. Da« sociale Elend in agrarischer Beleuchtung. Die„Deutsche Tageszeitung" bindet ihren Lesern folgende Räubergeschichte auf: „Ein Leser unfter Zeitung in der Provinz Posen hatte sich von einem Berliner Verein zur Unterbringung Arbeitsloser einen Kutscher schicken lassen. Dieser Herr, der sogenannte Kutscher nämlich, aß sich— so schreibt unser Leser— den ersten und den zweiten Tag erst mal ordentlich satt und sah sich die Welt an. Am dritten. vierten und fünften Tag blieb er liegen und ließ sich füttern. Den sechsten Tag stand er auf und ging seiner Wege. Die Freude mit' dem Berliner Kutscher hatte nicht lange gedauert, meint unser Gewährsniann.— DaS glauben wir. Und wir meinen, daß der Vorfall zur Warnung dienen sollte. Denn „Arbeeten— is nich: det iS für die Dummen", sagen unsre Berliner „Arbeitslosen". Wir finden es nicht besonders geschmackvoll, die Not der Land» Wirtschaft, um diesen vulgären Ausdruck einmal zu gebrauchen, mit dem Hinweis auf die s e'k t s ch w e l g e n d e n Junker abzuthun. Aber zehnmal eher läßt sich eine derartige Oberflächlichkeit ent- schuldigen als der infame Blödsinn, mit dem das Agrarierblatt feinen Lesern offenbar eine Freude zu bereiten vermeint. Selbst eine so agrarierfreundliche Zeitung wie die„Tägliche Rundschau" lehnt diese Leistung mit dem Hinweis ab, daß es unter den Arbeitslosen viele giebt, die gern arbeiten möchten, aber keine Beschäftigung bekommen. Und die„Deutsche Tageszeitung" weiß selber gut genug, daß eS eine grundlose Verhöhnung des Großstadt-Elends ist, wenn sie den Berliner Arbeitslosen die Sentenz in den Mund legt, daß Arbeiten für die Dummen sei. Vor einiger Zeit brachte das Blatt zum Beispiel einen Lokalartikel, der mit folgenden Worten begann: „Schlimme Zeiten stehen in Berlin den Zehn« taufenden von Arbeitslosen und ihren bedauernswerten Familien noch bevor, wenn, was sehr wahrscheinlich ist, wir einen strengen Winter bekommen und die Arbeitsverhältnisse sich nicht bald wieder bessern. Schon jetzt ist der Notstand bei weitem erheblicher, als es sich äußerlich bemerkbar macht." Dieser Einleitung folgt eine ausführliche Schilderung deS Treibens der Pfandleiher und eine Erklärung für den Hausbettcl, und der Artikel schließt mit den Worten:„In vielen Familien wird es ein trauriges Wcihnachtsfest werden." Wenn der Verfasser dieser Darstellung die Albernheit von vorhin liest, mag er mit dem seligen Sttimm denken: Welch ein Esel hat das nur geschrieben! Moderne Litteratur in der Kaserne. Am gestrigen Freitag hatte sich der Infanterist Waldemar M o w a t i u s wegen Beleidigung eines Vorgesetzten und Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft vor dem hiesigen Kriegsgericht zu verantworten. Der Angeklagte, der früher an einem katholischen Blatte Redakteur war, ist 1902 in die Armee eingetreten. Die Anklage beschuldigt ihn, er habe Sonntag, den 17. Januar, als er einige Minuten zu spät zum Dienst gekommen war, als Grund hierfür loahrheitswidrig an« gegeben, daß er beim Kohlenempfang zugegen gewesen sei. Ferner soll er seinem Vorgesetzten, dem Gefreiten Herrmann, als dieser ihm befahl, ein Klosett zu reinigen, geantwortet haben:„Das t h u e ich nicht am Sonntag". Bei der Wiederholung des Befehls soll er gesagt haben, er werde erst den Lieutenant fragen, ob er verpflichtet sei. diese Arbeit am Sonntag zu verrichten. Die Verhandlung gestaltete sich sehr interessant, da der Angeklagte, Ivas vor Kriegsgerichten bei angeklagten Soldaten wohl äußerst selten vorkommt, sich in lebhafter Weise verteidigte. Auf Befragen des Verhandlungssührers erklärte er. daß ein Dienst für den erwähnten Sonntag nicht angesetzt war. Als der Angeklagte darauf hinwies, daß der Gefreite kein Recht hatte, ihm den Befehl zur Reinigung deö Abortes zu erteilen, ent- gegnete der Verhandlungsführer:„Sie beanspruchen wohl für sich das Recht, über die Berechtigung eines Ihnen vom Vorgesetzten er- teilten Befehls Kritik zu üben? Das giebt es heutzutage nicht und wird es auch nie geben!" Der Feldwebel der Compagnie sagte zu Ungunsten des Angeklagten ails, daß dieser seinen Dienst wider- willig verrichte: auch habe er moderne Litteratur gelesen, die ihm wohl den Kopf verdreht habe.' In seinen Mußestunden habe der Angeklagte geschriftstellert und sich dabei in gehässiger Weise über seine Vorgesetzten geäußert; da aber von diesen Arbeiten nichts veröffentlicht sei, habe man kein Gewicht darauf gelegt. Als der Feldwebel sich anschickte, über die schrift- siellerischen Arbeiten des Angeklagten im einzelnen sein Urteil ab- zugeben, wurde ihm vom Richterttsche aus bedeutet, dies zu lassen. Der Pertreter der Anklage betonte, daß der Angeklagte keine Milde verdiene und beanttagte, insgesamt aufzlvei Monate drei Wochen Gefängnis zu erkennen. DaS Urteil ging weit über diesen Antrag hinaus und lautete auf vier Monate drei Tage Gefängnis. Der Angeklagte wurde auf der Stelle in Haft genommen. Zum Kapitel Mädchenhandel. Vor einiger Zeit teilten wir mit. daß eine Agentin K. aus der Mariendorfersttaße minderjährige weibliche Personen als Sängerinnen engagierte unter Umständen, die der Polizei zum Einschreiten Veranlassung gaben. Frau K.. welche in Haft genommen worden war, mußte wieder auf freien Fuß gesetzt werden, weil die bestehenden Gesetze keine Handhabe zum Vorgeheit gegen die Agentin boten. Den UntersilchnngSaktcn unt Durchlaucht = war ein ausgefüllter Vertrag beigefügt, den Frau K. mit einem statt; zur Aufführung gelangt der Vortrag„ An den Seen Ober-| Bestimmungen hingewiesen, die jedes Agitieren im Wahlraum bers engagierten Mädchen, Fräulein X., abgeschlossen hatte. Diesem Italiens". Im Hörsaale spricht am Dienstag Herr Dr. Donath bieten. Daß gewisse Wähler im Wahllokal öffentlich mit Bier trattiert Schriftstück entnehmen wir folgende bezeichnende Klauseln:§ 1. über„ Das Gesetz von der Erhaltung der Energie"; am Mittwoch wurden und andres mehr, ist natürlich hier belanglos. Natürlich Die Direktion engagiert bei ihrem Unternehmen Fräulein X. für die Herr Dr. Donath über„ Das Auge in physikalischer Beziehung"; am wurden die bürgerlichen Mandate für gültig erklärt und der Protest Zeit vom 1. Januar 1904 bis 1. Januar 1905( Kündigungsfrist Donnerstag Herr Dr. Schwahn über" Gletscher und Eiszeit"; am zurückgewiesen. wurde ausgeschlossen).§ 2. Fräulein X. verpflichtet sich, am Freitag Herr Dr. G. Naß über„ Eisen und Stahl" und am Sonn8. Dezember 1903 in Berlin einzutreffen, Ober- Schöneweide. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in alle Proben mitzumachen, nach von da ab abend Herr Professor Müller über„ Die Vernichtung der Pflanzen- ihrer letzten Sizung mit dem schon erwähnten Antrage, die Summe besten Kräften der Kunst stoffe. Vom Leben zum Tode". und Talente als Sängerin und Tänzerin sich dem obigen Dr. Donath Radium" wird am Freitag, den 19. Februar, abends katholischen Kirche zu bewilligen. Der Referent zu dieser Der Vortrag von Herrn von 110 000 M. zum Bau einer evangelischen und einer Unternehmen zur Verfügung zu stellen, wann, wo und wie es 8 Uhr, im großen Hörsaale der Urania- Sternwarte in der Invaliden- Angelegenheit, Herr Architekt Lehmann, gab dem Antrag nachdas Repertoire erfordert, sowie nach besten Kräften zum Gelingen straße wiederholt. Am Dienstag, den 16. Februar, spricht eben stehende eigenartige Begründung:„ Meine Herren, was soll ich dieser des Kunst- Ensembles mitzuwirken. Fräulein X. stellt für sich Unter- falls im großen Hörsaale der Urania- Sternwarte Monsignore Prof. Sache für eine andre Begründung geben wäsche sowie Strümpfe und Schuhe.( Diese Bestimmung bezieht sich Dr. Cerebotani über„ Neuerungen auf dem Gebiete der Facsimile- nicht, ohne Religion geht es natürlich auf Bühnengarderobe.) Sollte Frau K. ohne Engagement und Typentelegraphie mit und ohne Draht". also stimmen Sie dafür!" Unfre Genossen Lange und sein, so erhält Fräulein X. nur freie Station.§ 3. Für gewissen Grunow begründeten ihren ablehnenden Standpunkt allerdings hafte Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen Fröhliche Kunst lautet das Thema des am Sonntag in der reichhaltiger und brachten die Herren dadurch in Aufregung. Direktion dem Fräulein X. eine monatliche Gage von 30 M., eine Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. zahlt die Hohenzollernschule zu Schöneberg veranstalteten Unterhaltungsabends. Sie wandten sich mit aller Entschiedenheit dagegen, daß in Reise vierter Klasse, die Gage fällt aus, so oft das Mitglied durch solcher Weise das Geld der Gemeinde verbraucht werde. Theater. ein von ihm selbst ausgehendes Hindernis nicht zum Auftreten ge- Schiller- Theater Sonntag, den 14. Februar, im Bürgersaale auf die Frage der Herren an unfre Genossen, was sie anstatt der An dem Karl Hendell- Abend, den das Es fiel ein Zwischenruf aus der zahlreichen Zuhörermenge langt, und an den Tagen, wo durch polizeiliches Verbot nicht gespielt des Rathauses veranstaltet, hält Dr. Rudolf Steiner den ein- Religion geben wollten, der da lautete: Brot1 Diese Bemerkung werden darf.§ 4. Gänzliches Mißfallen, unvorhergesehene Ereignisse oder sonstige Kalamitäten, welche die Auflösung des Unter- leitenden Vortrag. Als Sprecher wirken Miriam Horwis, Albert gab dem Vorsteher Veranlassung, mit Hinausweisung zu drohen. nehmens nach sich ziehen, lösen diesen Vertrag sofort.§ 5. Sollte Steinrück und Oskar Wagner vom Schiller- Theater mit. Die Nach langer Debatte wurden 55 000 m. bewilligt. Fräulein X. diesen Vertrag irgendwie brechen, so verfällt felbe in Gesangsvorträge hat Hjalmar Arlberg übernommen. Eine erregte Debatte entspann sich darüber, ob man die im Bebauungseine fofort nach Wechselrecht zu zahlende Konventionalstrafe von und balletreiche Ausstattungs- Baudeville von Julius Freund wiesenen Kirchenpläge auch den Kirchengemeinden ohne weiteres Radieschen" das heitere gesangs- plan des eingemeindeten Ortsteils vorgesehenen, vom Fiskus über100 M.( Frau St. übernimmt keine Gegenverpflichtung. D. Red.) Der Februar wird mit 28 Tagen berechnet. mit den vielen von Victor Hollaender komponierten Vor- überweisen müßte. Genosse Grunow vertrat im Gegensatz zur Straßenbahn- Statistit. Die sämtlichen Berliner Straßenbahn- abend, im Metropol- Theater zum 100. Male in Scene. tragsschlagern und graziösen Tanznummern geht heute, Sonn- Mehrheit den Standpunkt, daß diese Anschauung nicht zutreffend ist, da sämtliche andern der Gemeinde zugeeigneten Pläge den ihnen beschäftigen zusammen nach den Angaben der Frau v. Hochenburger, fönigliche Schauspielerin, Herr May Grube, bezeichneten Zwecken gemäß verwendet würden. Unverantwortlich Direktionen 8871 Personen. Davon entfallen 7968 auf die Große Dberregisseur der föniglichen Schauspiele, und Herr Arthur Straußned, sei es, diese Plätze den Kirchen kostenlos zu überlassen und zum Berliner Straßenbahn, durch deren Personal auch die Weftliche und königlicher Schauspieler, haben mit Genehmigung der General- Bau der dritten Gemeindeschule vom Privatbesitz für horrendes Geld die Südliche Berliner Vorortbahn betrieben wird. Die Berlin- Intendantur der föniglichen Schauspiele ihre Mitwirkung zu einer einen Bauplatz zu kaufen. Beschlossen wurde, auch dieſe Pläze Charlottenburger Straßenbahn hat ein eignes Personal von 558 Sondervorstellung im Luisen Theater am nächsten Dienstag den Kirchengemeinden fostenlos zu überweisen. Köpfen. Unter der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn find zugefagt, welche anläßlich seiner 40jährigen Bühnenangehörigkeit zum Antrag des liberalen Vereins, die Vertreterzahl von somit 8526 Beamte vereinigt. Die Berliner elektrische Straßenbahn, Besten des Oberregisseurs dieses Theaters, Leonhard Ottomeyer, neun auf achtzehn zu erhöhen, fand ebenfalls größten deren Aktien im Besize der Stadt sind, beschäftigt 305 Beamte, die stattfindet. Zur Aufführung gelangt Faust". Arthur Widerstand der Mehrheit. Unsre Genossen traten energisch für den Straßenbahn nach Hohen- Schönhausen deren 40. Die Gesamtzahl der Schnitzler ist aus Wien eingetroffen, um der heute im Deutschen Antrag ein, der schon einmal von unsrer Seite gestellt, aber abStraßenbahnwagen in Berlin beträgt zur Zeit 2709. Davon find 1575 Theater stattfindenden Uraufführung seines neuen Schauspiels gelehnt worden war. Eine Kommission soll sich mit dem Antrage mit Motoren ausgerüstet, 1134 sind lediglich Anhänger. An Motor- Der einsame Weg" beizuwohnen. wagen zählt die Große Berliner 1289, die Westliche 63, die Südliche 30, die Berlin- Charlottenburger 106, die Städtische 75 und die Schuckertbahn 12. Anhänger besitzt die Große Berliner 870, die Westliche 75, die Charlottenburger 89, die Städtische 85 und die nach Hohen- Schönhausen 15. Von dem Gesamtverkehr des leßten Jahres Friedenan. Der Wahlverein hält am Dienstagabend 82 Uhr mit 581 Millionen Personen entfallen 375 Millionen auf die bei Grube seine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung Straßenbahnen. Die Stadt- und Ringbahn mit 97%, und die stehen: Die bevorstehenden Gemeindewahlen, Wahl eines Schriftshöhung der Kommunalsteuer- Buschläge von 140 Proz. auf 150 Proz. Lichtenberg. Die von einer Lokalforrespondenz gemeldete Er Omnibusse mit 8534 Millionen im letzten Jahre treten dagegen führers, Bibliothekordnung, Verschiedenes. Ausgabe der Billets zum trifft nach Ausweis des ausliegenden Voranschlages zum Etat pro zurüd. Die gesamten Einnahmen der Straßenbahnen haben im Stiftungsfeste. letzten Jahre nahezu 34 Millionen betragen. 1904/5 nicht zu. Auch unter Berücksichtigung der Gehaltserhöhungen für die Gemeindebeamten werden 140 Proz. wie im Vorjahre in Borschlag gebracht. Gesellschaften " Aus den Nachbarorten. Weißensee. Sonntag früh 8 Uhr findet von den bekannten 5 Abteilungslokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, an dieser Arbeit teilzunehmen. Der Vertrauensmann. Der Mordprozeß gegen den Raubmörder Jig Weber alias Lescinski, der in der Rosenthalerstraße die Frau Ludwig erschlug, darauf entfloh und in kalisch ergriffen wurde, findet dort vom 15. März d. J. ab statt. Es wurden 24 Zeugen aus Berlin geladen, darunter Leute aus der Herberge in der Linienstraße, wo Weber Wandrowski aus der Lothringenstr. 34 verhaftet worden. In Neu- Weißensee ist der Bürstenmacher und Organist Eduard unter dem Geburtsnamen seines Opfers Er wird wohnte, beschuldigt, sich an unmündigen Mädchen, die bei ihm Klavierunterricht und auch aus dem Eisengeschäft, wo er das Mordwerkzeug, die nahmen, unfittlich vergangen zu haben. eiserne Schraube, kaufte. Lescinski 1 Der Ein befassen und erwägen, ob bei den im März stattfindenden Wahlen eine Vermehrung der Gemeindeverordneten noch erfolgen kann. In Sachen der Fortbildungsschule wurde mitgeteilt, daß vom Handelsministerium ein neues Normalstatut ausgearbeitet ist, und infolgedessen die ganze, ziemlich erledigte Angelegenheit noch einmal zur Beratung gestellt werden muß. Der Lichtenberg und die Eingemeindungsfrage. Die Gemeindevertretung zu Lichtenberg hat sich in ihrer gestrigen Versammlung mit der Frage beschäftigt, ob es angebracht sei, die Bestrebungen auf Eingemeindung in Berlin fortzusehen oder von neuem bei der Regierung den Antrag auf Verleihung der Stadtrechte an Lichtenberg zu stellen. Bürgermeister Ziethen hielt anläßlich dieser Beratung einen Vortrag Die Gemeinde Einkommensteuer für Charlottenburg. über die zukünftige Gestaltung der Berliner Vororte und die Stellung Seine Aufklärung gefunden hat das Verschwinden eines jungen Magistrat hat folgende Anträge bei der Stadtverordneten- Versammlung der Stadt Berlin zur Eingemeindungsfrage. Die Anregung des Schlächters, des 22 Jahre alten Sohnes Paul der Lohnschlächter gestellt: a) Personen mit einem Einkommen von nicht mehr als Ministers des Innern, die innerhalb der Ringbahn belegenen Ruseckeschen Eheleute aus der Ebertyſtraße 2. Der junge Mann 900 m. werden von der Pflicht, im Rechnungsjahre 1904 Gemeinde- Teile der Vororte zu inkommunalisieren und aus den Reſtbezirken kehrte im Herbst vorigen Jahres aus Amerika in das Elternhaus Einkommensteuer zu zahlen, entbunden; b) die Gemeinde- Einkommen- der Gemeinden Lichtenberg, Rummelsburg und Stralau eine Stadt zurück und ſezte ein früheres Liebesverhältnis, das ev mit der Tochter steuer kommit in Höhe eines Zuschlages von 100 Proz. zur Staats- zu bilden, sei mit Recht von Berlin nicht angenommen worden. eines Schuhmachermeisters aus dem hohen Osten unterhalten hatte, Einkommensteuer zur Erhebung; c) die Gemeinde- Grundsteuer iſt in Auch die Vororte hätten von dieſer Regelung keinen Vorteil, ſehr wieder fort. Zwischen den beiden Liebesleuten wollte sich indes die Höhe von 2,3 vom Tausend des gemeinen Wertes der bebauten und wohl aber verschiedene Nachteile. Der Minister habe nun nach der frühere Innigkeit nicht wieder einfinden. Am 2. November vor. Js. unbebauten Grundstücke und d) die Gemeinde- Gewerbesteuer in ablehnenden Haltung aller Beteiligten Lichtenberg aufgegeben, neue war der junge Rusecke plötzlich ohne Abschied verschwunden und man Höhe von 100 Proz. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer zu er- Borschläge zur Regelung der Angelegenheit zu machen. Er schlage glaubte allgemein, daß er wieder über das Wasser gegangen sei. heben und zwar zu e und d mit der Maßgabe, daß der Ertrag Lichtenberg städtische Verfassung zu geben und das Ausscheiden nun vor, bei der Staatsregierung von neuem den Antrag zu stellent, Gestern morgen nun wurde die Leiche eines jungen Mannes aus der beider Steuern zusammen einem Sage von 150 Proz. der staatlich des Drtes aus dem Kreise Nieder- Barnim zu bestimmen. Spree gelandet, in der der Verschwundene erkannt werden konnte. veranlagten Realsteuern gleichkommt; e) die im Rechnungsjahre 1904 neben möge man jedoch betonen, daß eine Eingemeindung Danach hat er wegen der unglücklichen Wendung seiner Liebschaft aufkommende Warenhaussteuer wird im Rechnungsjahre 1905 zur Lichtenbergs in Berlin eine zwingende Notwendigkeit den Tod im Wasser gesucht. Erleichterung des Gewerbesteuersolls der Gewerbesteuerklasse IV berIm Dienst getötet wurde gestern früh gegen 7 Uhr der wendet; f) die Betriebssteuer wird in Höhe von 100 Proz. der fest- sei, die der Stadtrechtverleihung bald folgen müsse. Er habe in Straßenbahnschaffner Grothe, der auf der Linie Nieder- Schöneweide- gesezten Betriebssteuer erhoben; g) die Gemeinde Umsatzsteuer einer Denkschrift nachgewiesen, daß die östlichen Vorortgemeinden Oberförsterei Köpenick angestellt war. Die Bahn fährt mit zwei kommt in Höhe von 1 Proz. des Umsatzwertes der bebauten und unter den jezt obwaltenden Verhältnissen, dem Bankrott entgegenAnhängern, und für die beiden letzteren ist nur ein Schaffner unbebauten Grundstücke zur Erhebung und h) die nach Maßgabe des gehen. Die Leistungsfähigkeit der Gemeinden sei schon für die bestellt. Gestern früh hatte G. in dem letzten Wagen zu faffieren Gebäudenutzungswertes zu erhebende Kanalisationsgebühr wird auf nächsten zehn Jahre gefährdet. Auf Grund statistischen Materials müsse angefangen und wollte in Ober- Schöneweide den mittleren besteigen, 1 Proz. festgesetzt. er mitteilen, daß in Lichtenberg seit Jahren die Mehreinnahmen an M V Da ohne daß er das Zeichen zum Halten gab, wie ihm vorgeschrieben Steglit. Nach der nunmehr erfolgten Ausschreibung der Geständen. Es sei hieran in erster Linie der Umstand schuld, daß Steuern in gar feinem Verhältnis zu den größer gewordenen Ausgaben war. Dabei trat er fehl und tam so unglücklich zu Fall, daß er meindewahlen find im ganzen, einschließlich des Ersaßmannes das steuerkräftige Bürgertum dauernd nach dem Westen hinströme, von dem dritten Wagen überfahren und getötet wurde. Er hinter- für den freiwillig ausgeschiedenen Genossen Rapp, fieben Vertreter die besiglose Bevölkerung hingegen in den öftlichen Vorortgemeinden läßt eine Frau mit einem Kind. Hoffentlich nimmt die Aufsichts- zu wählen, wovon auf die dritte Klaffe drei entfallen. Es hat zu ansässig werde. behörde Anlaß, nach diesem entsetzlichen Unglück der Betriebsleitung wählen der erste Bezirk( umfassend den Ortsteil: Schloß- und orte zwängen daher zu einer Eingemeindung in Berlin, wie auch Die wirtschaftlichen Verhältnisse der östlichen Vorauf die Finger zu sehen. Es ist ein schlimmes Sparsamkeitssystem, Nebenstraßen, welcher nordwestlich der Berlin- Potsdamer Eisenbahn Berlin auf die Inkommunalisierung der westlichen Vororte drängen das hier geübt wird. belegen ist, mit Ausnahme von Schloßstr. 69 bis inklusive 85, müsse, denn auch die Reichshauptstadt habe unter der ungleichen Der Menschheit Jammer. Auf dem Hausflur Brunnenstraße 28 Kuhligtshof, Bahnhof 1 und 2 und der Albrechtstraße) zwei Ver- Vertretung der Steuerkraft sehr zu leiden. Allen diesen Gründen wurde am Donnerstag die 31 Jahre alte Schlosserfrau Elisabeth treter, einen Eigentümer und einen Mieter, der zweite Bezirk tönne die Staatsregierung sich für die Dauer nicht verschließen, fie Buppe hilflos aufgefunden. Die arme Frau lebt von ihrem in( umfassend den Ortsteil, welcher südöstlich der Eisenbahn belegen ist, müsse vorderhand Lichtenberg die Stadtrechte verleihen und der Reinickendorf wohnenden Ehemann getrennt und hat fein Unter- sowie Schloßstr. 69 bis inklusive 85, Kuhligtshof, Bahnhof 1 und 2 Eingemeindungsfrage gegenüber eine andre Stellung als jetzt eintommen. Die Polizei wurde gerufen und mehrere Schußmänner und die Albrechtstraße) einen Vertreter, welcher ebenfalls Eigen nehmen. trugen die Frau in das in demselben Hause liegende Polizeibureau. tümer sein muß. Der erste Bezirk der dritten Klasse Hier brachte sie unter dem Beistand eines im Samariterdienst ausgebildeten Beamten einen toten Knaben zur Welt. Beide wurden in einem Lückschen Wagen nach der Charitee gebracht. Abermals ein Kind verbrannt. Tödlich verbrannt ist die acht Jahre alte Tochter Agnes der Hausdiener Schubertschen Eheleute aus der Schleiermacherstr. 5. Der Vater war auf seiner Arbeitsstelle, die Mutter hatte einen Gang zu machen und das Kind mit einer vierjährigen Schwester allein gelassen. Agnes Sch. wollte einen Topf vom Herd nehmen. Dabei fing ihre Schürze Feuer, und so gleich stand die ganze Kleidung in Flammen. Auf das Geschrei der Kleinen famen Nachbarn, die das Feuer erstickten und das jüngste Kind in Sicherheit brachten. Agnes starb an den Brandwunden im Krankenhause am Urban. Gerichts- Zeitung. wählt am Montag, den 7. März, von 3-8 Uhr nachmittags im Albrechtshof", der zweite Bezirk zu derselben Zeit in der Turnhalle des Gymnasiums, während die Wähler der 9. März, von 6-7 Uhr, im Rathause ihre Vertreter ernennen". zweiten Klasse am 8. März, von 4-7 Uhr, und die erste Klasse am Der vielgerühmte bürgerliche Gemeinfinn Von einer Wahlbewegung ist in der Deffentlichkeit noch wenig zu die gestern vor der 148. Abteilung des Schöffengerichts am Amtserhielt eine treffliche Illustration durch eine Privatbeleidigungsklage, spüren, denn außer unsrer Wählerversammlung vom letzten Dienstag gericht I gegen den verantwortlichen Redakteur unfres Blattes hat noch keine andre stattgefunden; desto eifriger wird nach unsern alisti verhandelt wurde. Die Fabrikanten Siegfried und Informationen im stillen von den Gegnern gearbeitet. Der Haus- Thedor Simon fühlten sich durch eine Notiz in der Nr. 292 befizer Verein hat sich bereits die Unterstützung des Drts- des Vorwärts" vom vorigen Jahre beleidigt, in der unter der vereins" gesichert, und der kürzlich gegründete„ Kommunal- Verein" mit Spigmarke„ Wucherpraktiken gegen die Stadt Berlin" das Verhalten dem bekannten, Wahlrechts- Verböserer" Fischer an der Spize wird für eine der Privatkläger gegenüber der Stadt Berlin, die von ihnen zur Bereicherung der Kandidatenliste sorgen, wenn es nicht doch noch Ausführung des Brückenbaues in der Grünstraße eine auf ihrem gelingen sollte, ihn vor den Wagen der Hausbefizer zu spannen. Grundstücke Wallstraße 15 ruhende Auslade- Gerechtigkeit erwerben Die Spandauer Fahnenflüchtigen. Von den drei Fahnenflüchtigen, Da es dem neuen Verein gelungen ist, einen Renommier- Arbeiter mußte, kritisiert worden die sich am letzten Sonntag vom dritten Trainbataillon in Spandau zu einem untergeordneten Vorstandsamt zu ergattern, dürfte er die Auslade- Gerechtigkeit nur in Verbindung mit 108 Quadratmeter Die Kläger hatten erklärt, entfernten, ist eine Spur aufgefunden worden. Es waren die Ge- versuchen, unter der Arbeiterschaft Gimpel zu fangen, hoffentlich Straßenland zum Gesamtpreise von 200 000 M. an die Stadt zu freiten Croz und Berner und der Hornist Becker. Die beiden ersteren ohne Erfolg. Der Wahlkampf wird also sehr heiß werden, und veräußern. Diese ungewöhnliche Forderung veranlaßte die StadtTrainsoldaten erschienen alsbald in Begleitung eines Mädchens in unsre Genossen müssen alles aufbieten, um gleich im ersten Wahl- verwaltung, die Kaufsverhandlungen abzubrechen und das Ent einer Schankwirtschaft in der Invalidenstraße und gaben dort ihre gang zu siegen. Die Wahlparole muß lauten: Die dritte Klasse der eignungsverfahren bezüglich der Ausladegerechtigkeit zu verAbsicht zu erkennen, einen Berliner Tanzboden zu besuchen. Zu dem Arbeiterschaft! Zweck vertauschten sie in der Wirtschaft ihre Uniform mit der mitanlassen. Die notwendige Folge war die Verzögerung des Brückens Seine freifinnig- liberale Gesinnungstüchtigkeit hat der Wahlbaues. Der von dem Beklagten geladene Zeuge Magistrats. gebrachten Civilkleidung und gingen fort. Die Uniformstüde ließen prüfungs- Ausschuß im Schöneberger Stadtparlament bewiesen. rat Tech o to bekundete an der Hand seiner Aften, daß die Kläger fie dem Wirt zurück, der schließlich die Sache erfuhr und die Uniformen Als im November vorigen Jahres bei den Stadtverordnetenwahlen erklärt hatten, sie würden an ihrer ursprünglichen Forderung, die herausgab. Ganz geheuer war ihm die Sache gleich anfangs nicht unter anderm im 7. Bezirk zum erstenmal der Socialdemokrat Ausladegerechtigkeit nur in Verbindung mit dem Straßenland und gewesen, da die Soldaten von Auswanderung und Eintritt in die den Bürgerlichen verdrängte, war es zu natürlich, daß darob großer nur zum Preise von 200 000 m. verkaufen zu wollen, jetzt und Holländische Fremdenlegion gesprochen haben. Der jetzige Aufenthalt Merger in ihrem Lager entstand. Man suchte einen Grund zum alle Zeit festhalten. Seiner Meinung sei der Anspruch der Kläger auf ist hier noch nicht bekannt. Protest und siehe da, es fonnte jemand festgestellt werden, der die Ausladegerechtigkeit überhaupt zum mindesten ein sehr zweifelVortrag über Kant in der Treptow- Sternwarte. Daß es Kant wählt hatte. Nach unsren Informationen war der Betreffende schlossen hatte, erklärten sich die Kläger nunmehr bereit, die Ausladenach Schluß der Wahl noch den Wahlraum betreten und ge- hafter. Nachdem der Magistrat das Enteignungsverfahren begelungen ist, neben seinen grundlegenden philosophischen Werken aber schon vorher zur Abgabe feiner Stimme antvesend, und nur gerechtigkeit allein an die Stadt zu überlassen. Sie verlangten zunächst auch eine Entstehungshypothese unsres Planetensystems aufzustellen, das Nachholen einer Legitimation, in welchem der Wahlvorstand fein 15 000 m., nach Ablehnung auch dieses Angebots 10 000 M., um die noch heute von großem Interesse ist, beweist die Vielseitigkeit Bedenken erblickte und ihn zur Wahl zuließ, verursachte den ein- dann zum Schluß die Forderung auf 3000. zu ermäßigen. Zu des Königsberger Philosophen. Am Sonntag, den 14. Februar, gelegten Protest. Trotzdem von einigen Zeugen in der unbestimmtesten diesem Preise hat der Magistrat das Angebot angenommen, um dem nachm. 5 Uhr, wird Direktor Archen hold auf der Treptow Form Aussagen gemacht wurden- es wurde von 10, 15 und 20 ähn- kostspieligen und langwierigen Enteignungsverfahren aus dem Wege Sternwarte über Rants Weltbildungs- Hypothese" unter Vor- lichen widerrechtlichen Stimmabgaben gesprochen, hatte der Ausschuß zu gehen. führung zahlreicher Lichtbilder sprechen. Bei flarem Wetter werden die bei Parlamenten übliche Gepflogenheit, nur die eine festgestellte Der Wert des Grundstücks, einschließlich der Ausladegerechtigkeit mit dem großen Treptower Fernrohr einige Himmelsobjekte unrechtmäßig abgegebene Stimme in Abzug zu bringen, in diesem Falle wird von der Stadtverwaltung auf höchstens 100 000 M. geschätzt. beobachtet, die am besten Kants Ideen illustrieren. Das Thema nicht beibehalten und die Wahl der Genossen Wollermann unter dem Vor einiger Zeit war der Stadt das fragliche Objekt von andrer des 7 Uhr Vortrages lautet:„ Die Auffindung der Sterne und Protest. Masuchs einfach tassiert. Planeten an der Hand der Weltall- Karten." it a fuchs einfach taſſiert. Und dazu zieren noch zwei Seite für 84 000 M. zum Kaufe angeboten worden. Juristen den Ausschuß. Daß das Plenum, vor dem am Montag Im wissenschaftlichen Theater der Urania in der Taubenstraße die Sache zur Verhandlung kommt, anders entfcheiden könnte, ist bei wird der ſcenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag von Wilhelm der gegenwärtigen Zusammensetzung kaum wahrscheinlich. Bölsche„ Der Erdball als Träger des Lebens" in dieser Woche noch Ein andres Bild. Jm vierten Bezirk, wo unsre Kandidaten allabendlich zur Darstellung gelangen. Am Montag, Mittwoch und Obst und Panser infolge der skrupellosesten Agitation der Gegner Sonn..bend finden Nachmittags- Vorstellungen zu ermäßigten Preisen durchfielen, wurde in einem Protest unsrerseits auf die gesetzlichen Recht charakteristisch war der Ausspruch eines der Privattläger: „ Ich kann verlangen soviel ich will, und wenn es eine Million ist." Nebenbei der andre Privatkläger ist Bezirksvorsteher. Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht, als Vertreter des Beflagten, wies in längeren Ausführungen nach, daß die Kläger verfucht hätten, die Zwangslage, in der sich die Stadt ohne Zweifel Das Gericht gewähre dem Beklagten den Schutz des§ 193. Die Kläger haben in der That ihr eignes Interesse über das des Gemeinwohls gesetzt, und ihr späteres Verhalten habe bewiesen, daß ihre anfängliche Forderung nicht haltbar gewesen sei. Berthes. befunden hat, zu benutzen, eine Forderung zu stellen, die in keinem| wissentlich unrichtige Angaben gemacht und d) eine Urkunde gefälscht| nunmehr rechtskräftig ist und die neue Verhandlung vor dem Verhältnis zu dem Werte des Objektes stand. In jedem Falle zu haben. Der Angeklagte ist ein Mann, der mit großer Phantasie Schwurgericht vielleicht überflüssig wird, wenn inzwischen das müsse dem Beklagten der Schutz des§ 193 zugestanden werden. allerlei Gründungen aussinnt. Er hat selbst im Untersuchungs- Tedesurteil vollstreckt wird. Der Beklagte Kalisti erklärte, nach sorgfältiger Prüfung der gefängnis eine Gründungsidee ausgearbeitet, die sich auf Gründung Sachlage die Notiz aufgenommen zu haben, deren Inhalt durch die einer wirtschaftlichen Genossenschaft für Dienstboten und ländliche Briefkaften der Redaktion. Beweisaufnahme vollständig bestätigt sei. Arbeiter bezog. Er war früher Landwirt, dann Milchpächter in Nach kurzer Beratung erkannte das Gericht auf eine Geld- Berlin, Schriftsteller und Redakteur einer Zeitung. Als er aus dem Japan. Neueste Tageskarte von Dstasien. Vom politisch- militärischen strafe von 30 M. event. auf drei Tage Haft. Die Notiz sei in Buchthause kam, suchte er sich eine Stellung zu schaffen und so gründete Standpunkt bearbeitet von B. Langhans. Verlag in Gotha von Justus ihrer Form beleidigend, wobei in Betracht komme, daß durch den er dann das„ Damenheim", welches an sich auf einer gesunden Idee Berstoß gegen die öffentliche Moral, sowie die auffallende Eheirrung, die Monogamie. Hartnädige M. ein Scherz. Der empörende ersten Satz der Notiz der Anschein erweckt werde, als seien für die beruht, die dahin ging, alleinstehenden Damen gesellschaftlichen und in dem treuen Festhalten an der Einzelehe besteht, find natürlich Ausladegerechtigkeit allein 200 000 m. gefordert worden. Familienzusammenhalt zu ermöglichen und ihnen eine gewisse Sicher- ultereien. 5. M. 23. Lesen Sie nach im Berliner Adreßbuch II. Teil, heit zu gewähren, die eine einzelne Dame in der Großstadt nicht S. 83. Stellen Sie da die Sprechstunde fest und tragen Sie Ihre Wünsche hat. Als erste Gründer traten 7 Personen auf, darunter der An- vor. Cholera. Ausbruch der Seuche am 18. August 1892, Ende im geklagte und seine Frau. A. H. Arzt fragen. O. N.( AusInsgesamt beziffert sich der Wert der November des gleichen Jahres. angetauften Grundstücke auf vier Millionen Mark, wozu noch die Wenden Sie sich an Körsten, M. d. R., Engel- Ufer 15. wanderung.) Central- Auskunftsstelle, Schellingstr. 4. Streit.( Zimmerer.) N. S. Jm Adreßspäter für den Herrenklub" angekauften Barzellen kommen. Als buch unter A., E. und W. A. B. Quittung einsenden und Frage wiederder Angeklagte die letzte Entnahme aus der Genossenschaftstasse am holen.- Liberté. Anfragen bei Herrn Eugen Simanowski, hier, Hochstr. 46. 5. Juni 1903 erhalten hatte, erfolgte seine Entlassung, denn es Nochmals„ Reitende Artilleriekaserne". Es ist richtig. Sie lag in war bekannt geworden, daß er schon mit Zuchthaus bestraft war und der Nähe des Oranienburger Thores, etwa Ede der Friedrich- und infolge dessen wurde er von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Hannoverschenstraße. Früher lag hier ungefähr die Kommunikation am Neuen Thor. A... 25. 1. Basallenfürst Gulab Singh. 2. Regierender Herr Oberstlieutenant b. Knobelsdorff, sofort entlassen. Zu Emir Habib Ullah. Tusnelda. F. H. Uns leider nicht bekannt. erwähnen ist noch, daß der Angeklagte in einem gegebenen Falle Obschon man mit Wenn und Aber angeblich alles kann, so sind Sie doch in ein Protokoll einer Vorstandssitung willkürlich abgeändert hat. Wie dem vorliegenden Falle total im Irrtum. P. M. Der Abgeordnete der Vorsitzende hervorhob, ist in einer der Aufsichtsratssitzungen Stolle ist gern bereit, Ihnen nähere Auskunft zu geben. Adressieren Sie des„ Damenheims" festgestellt worden, daß die Genossenschaft durch den Brief nach dem Reichstags- Gebäude am Königsplat K. G.( Wette). willkürliche Entnahme des früheren Direktors Kurze annähernd Die Sache beruht hauptsächlich auf Wahrheit. Alle Geschichtsschreiber stimmen 58 000 M. Schulden habe, für welche die Mitglieder des Aufsichtsrats darin überein. Es handelt sich erstens um Diana von Poitiers, sowie in Höhe von 51 000 M. aufgekommen sind. Herr Oberstlieutenant reitens um Ninon de Lenclos, welch' lettere von 1616 bis 1706 lebte. In b. Knobelsdorff hat diese Summe namens des Aufsichtsrats gegen wähnt:„ Noch in ihrem 90. Jahre war sie jung; aber sie verstand es auch, Eckermanns Gesprächen mit Goethe wird diese bekannte Dame wie folgt er den Angeklagten eingeklagt und gegen diesen ist ein Versäummisurteil sich im Gleichgewicht zu erhalten..., bei diesem ihr eigentümlichen Gleichmut ergangen. Der Herrenklub" ist später in Konkurs geraten, das stets über jeder verzehrenden Leidenschaftlichkeit erhaben bleibend". Konkursverfahren ist aber wegen Mangels an Masse abgelehnt ist es auch, das bekannte Abenteuer mit ihrem Enkel hatte. worden. Marktpreise von Berlin am 11. Februar 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Dynamitgesetz und Reichsgericht. Der seltene Fall, daß ein freigesprochener Angeklagter auf die Revision des Staatsanwalts vom Reichsgericht sofort zu Strafe verurteilt wird, erreignete sich heute. Das Landgericht Aachen hatte am 27. Juli v. J. den Schmied Eugen Fischer von der Anklage des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz freigesprochen und nur wegen Uebertretung einer Polizeiverordnung zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte für einen Unternehmer die Dynamitpatronen an die Arbeiter auszugeben und abends die übrig gebliebenen Patronen zurückzunehmen. Einige der von ihm ausgegebenen Patronen wurden später auf einer Eisenbahnstrecke gefunden und sollten vermutlich zu einem Verbrechen dienen. Das Delikt des Angeklagten wurde von der Anklage darin erblickt, daß er in sein Kontrollbuch nicht die Nummern der Patronen und die Jahreszahl eingetragen hat, so daß nicht festzustellen war, an wen er die fraglichen Patronen ausgegeben hat. Eigentümlicherweise enthielt nun das Buch, welches alle ihm obliegenden Verpflichtungen enthalten sollte, gerade diese Vorschrift nicht. Das Landgericht hat deshalb angenommen, daß der Angeklagte das Vorhandensein eines Thatumstandes, welcher zum gefeßlichen Thatbestande gehört, nicht gekannt hat, und ihn deshalb freigesprochen. Der Staatsanwalt legte Revision ein und legte dar, daß der Irrtum des Angeklagten sich nicht auf einen Thatumstand, sondern auf den Inhalt des Gesezes selbst bezog. Er beantragte deshalb, da Unkenntnis des Gesebes nicht vor Strafe schüßt, die Verurteilung des Angeklagten zu der gefeßlich zulässigen Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis. Der Reichsanwalt trat diesem Antrage bei und das Reichsgericht erfannte dann unter Aufhebung der Geldstrafe und Aufrechterhaltung der thatsächlichen Feststellungen auf drei Monate Ge fängnis. Neben unzähligen andren Dynamitprozessen läßt besonders dieser die Schädlichkeit des bekannten Gelegenheitsgefeßes erkennen. Damenheim und Herrenklub. " Der Angeklagte giebt zu jedem Punkt der Anklage umfangreiche Erklärungen, aus denen hervorgeht, daß nach seiner Meinung beide Gründungen sehr gesunde und vielversprechende Unternehmungen* Weizen, gut D.- Ctr. 16,60 16,56 gewesen, seine Unternehmungen ihm aber über den Kopf gewachsen mittel gering feien und die Interessen des" Damenheims" und des„ Herrenklubs" sich so nahe berührten, daß er bei den vielen Transaktionen, Grund- Roggen, gut stücks- Anfäufen und Grundstücks- Vertauschungen und den berfchiedenen finanziellen Operationen, die sich daraus ergaben, diese Interessen nicht immer genau habe auseinander halten können. Außerdem habe er sich für berechtigt gehalten, Gelder aus der Kasse des„ Damenheims" zu entnehmen. Die Verhandlung wird zwei Sizungstage ausfüllen. + Gerste, gut do. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen 16,52 16,48 16,44 16,40 " 13,00 12,98 " mittel " gering " 12,96 12,94 12,92 12,90 " mittel " gering " mittel 13,80 12,80 12,70 11,80 11,70 10,80 15,40 14,40 14,30 13,30 Bander " gering 13,20 12,30 Hechte " Barsche " " Schleie 40,00 28,00 Bleie " 50,00 26,00 Krebse " 60,00 20,00 + Hafer, gut Richtstroh Aale * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Sie 7,00| 5,00 1,80 1,20 Bauch 1,40 1,10 " 1,60 1,00 " 1,80 1,20 " 1,80 1,10 " 2,60 2,00 60 Stüd 5,00 3,00 1 kg 2,40 1,20 3,00 1,40 " 3,00 1,20 2,40 1,20 1,80 0,80 3,00 1,40 1,40 0,80 per Schod 15,00 3,00 Witterungsübersicht vom 12. Februar 1904, morgens 8 1hr. Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Die Beweisaufnahme, zu welcher zahlreiche Zeugen geladen sind, wird sich über die Einzelheiten der Genossenschafts- Verwaltung, die Hypotheken- und sonstigen Verhältnisse, die bei den Grundstüdse Antäufen obwalteten, die Finanzoperationen des Angeklagten, die Erbsen Buchführung usw. erstrecken. Wir werden, da es sich um eintönige Speisebohnen Der schon angekündigte Prozeß gegen den ehemaligen Direktor Feststellungen von geringerem allgemeinen Interesse handelt, auf Linsen des Damenheims" begann gestern vor der vierten Straffammer des die Beweisaufnahme nur soweit zurückommen, als es für die Beten, als es Landgerichts II. Den Vorsiz führt Landgerichtsdirektor Hoff- urteilung der Sachlage notwendig ist. heinz, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Kühne, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Siegfried Croner. Als Sachverständiger ist gerichtlicher Bücherrevisor Doerd anwesend. Angeklagt ist der Direktor Karl Daniel Otto Kur te aus Neu- Babelsberg, der am 13. August 1903 in Untersuchungshaft genommen worden ist. Er ist 51 Jahre alt und im Jahre 1894 wegen Urkundenfälschung mit 3 Monaten Gefängnis, 1896 wegen schwerer Urkundenfälschung und versuchten Betruges mit 2½ Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust, im Jahre 1897 wegen Betrugs und einfachen Bankrotts zusätzlich mit 9 Monaten Zuchthaus vorbestraft. Er wird beschuldigt: zu Schöneberg in den Jahren 1902 und 1903 durch eine fortgesetzte Handlung a) als Mitglied des Vorstandes der Wohnungsgenossenschaft Damenheim", E. G. m. b. H., absichtlich zum Nachteile der Genossenschaft gehandelt, b) ca. 51 000 M. unter schlagen, c) als Mitglied des Vorstandes der Genossenschaft in seinen Darstellungen über den Stand der Verhältnisse der Genossenschaft " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater Sonnabend, 13. Februar. Anfang 72 Uhr: Neues Königl. Opern Theater. Geschlossen. 9 Schauspielhaus. Wann wir altern. Die Romantischen. Deutsches. Der einsame Weg. Berliner. Waterkant. Leffing. Zapfenstreich. Westen. Colombine. Hierauf: Die Tante schläft. Nenes. Minna von Barnhelm. Residenz. Der feusche Cafimir. Vorher: Die Empfehlung. Central. Das Schwalbenneft. Nachm. 4 Uhr: Der gestiefelte Stater. Belle Alliance. Götterweiber. Anfang 8 Uhr: ( Wallner Theater.) Schiller 0. Hedda Gabler. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Uriel Acosta. Luisen. Die relegierten Studenten. Thalia. Guido Thielscher als Hochtourist. Kleines. Elektra. Trianon. Madame X. Carl Weiß. Der Bettelstudent von Berlin. Nachmittags 4 Uhr: Die wilden Schwäne. Metropol. Durchlaucht Radieschen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Cafino. Wie einst im Mai. Badefuren. Reichshallen. Stettiner Sänger. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Passage Theater. To- To. Fred Edlawi. Specialitäten. Anf. 5 Uhr. Apollo. Frühlingsluft. Blütenhochzeit. Specialitäten. Winter- Garten. Cléo de Mérode. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Im Hörsaal: Ein fonderbarer Mordprozeß. Das Schwurgericht Ham= burg hat am 9. Dezember v. J. den Lumpenhändler Theodor Stationen Weiglin wegen Mordes, versuchten Totschlages und Unterschlagung zum Tode, fünf Jahren sechs Maanaten Zuchthaus und dauerndem Ehrverlust verurteilt. Er hat am Nachmittag des 12. August 1903 einen gewiffen Levy zu töten versucht und ihn am Swinemde. 751 Abend ermordet. Die dem Levy gehörigen Sachen, die er im Befiz Hamburg hatte, hat er sich rechtswidrig angeeignet. Auf die Revision Angeklagten hob gestern das Reichsgericht das Urteil auf, feit es wegen versuchten Totschlages ergangen ist und auf eine Gesamtzuchthausstrafe erkannt hat. Verworfen wurde da= gegen die Revision, soweit sie sich gegen die Verurteilung wegen Mordes richtet. Die Aufhebung erfolgte wegen unrichtiger Frage stellung. Der Fall ist insofern eigenartig, als das Todesurteil i > Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Hedda Gabler. Schauspiel in 4 Aufzügen von Hemrit Ibsen. Deutsch von M. v. Borch. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Compagnon. Sonntagabend 8 Uhr: König Lear. Thalia- Theater. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Uriel Acosta. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Karl Guzkow. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bibliothekar. Sonntagabend 8 Uhr: Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Der Erdball als Träger des Lebens. Hörsaal 8 Uhr: Professor Müller: ,, Die Atmung der Pflanze." Um 4 Uhr: An den Seen Oberitaliens. str. 57/62. Die Kinder der Excellenz. Sternwarte InvalidenBelle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Belle Alliancestr. 7/8. Amt VI 283. Anf. 7%, Uhr. Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Anf. 7% Uhr. Heute und folgende Tage: Heute und folgende Tage: Der Hochtourist. Götterweiber. Guido Thielscher in der Titelrolle. Sonntagnachm. 3 Uhr: Gastspiel des Sonntag 3, Uhr: Charleys Tante. kgl. Schauspielers Hrn. Jos. Nesper: 17. u. 19. Febr.: Isadora Duncan. Die bezähmte Widerspenstige. Cirkus Schumann. Heute Sonnabend, abends 7, Uhr: Nur noch kurze Zeit das einzig und allein dastehende Naturwunder: Consul, der menschliche Chimpanse. Die wunderbar dreff. 25 Löwen des Herrn Seeth. Frl. Dora Schumann, jugendliche Schulreiterin. BABEL. Bänomenale AusstattungsPantomime. Consul, Sonntagnachmittag: der menschliche Chimpanje, 25 Löwen des Herrn Seeth. Bum erstenmal: Kunst und Liebe, mimisches Ballett. Zum Schluß: Cake- Walk. Die Riesenbonbonniere und Der Bonbonregen. Ein Kind frei. Central- Theater. Luisen- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung. Jeder Erwachsene ein sind mit einem Extraplat frei. Halbe Preise. Der geAbends 72 Uhr: stiefelte Kater. Das Schwalbennest. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Bettelstudent. Abends 72 Uhr: Das Schwalbennest. Abends 8 Uhr. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Ein Naturwunder: Die bildschönen HerkulesBrüder Der Indianer- Riese Mianko Karoo. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Parade- Gala- Abend. Nur noch wenige Tage: Die offene Schleife 8 Meter Sprung. Monsieur Satan aus Paris. Nur noch kurze Zeit! Wunder- Dressur des Mr. Richard Sawade mit seinen Die relegierten Studenten. wilden Königstigern. Sonntagnachmittag: Die Waise aus Lowood. Abends zum erstenmal: Minna von Barnhelm. Montag: Der Veilchenfresser. Neues Theater. Refidenz- Theater Schiffbauerdamm 4a- 5. Direktion S. Lautenburg. Abends 7, Uhr: Profeffor Minna von Barnhelm. Die Empfehlung. 8 Uhr. Professor Müller:„ Die Atmung der Pflanze." Anfang 7 Uhr. Nachm. 4 Uhr: An den Seen Morgen: Schwester Beatrix. Der Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Schlachtenlenker. Abends 8 Uhr: Der keufche Cafimir. Metropol- Theater Carl Weiss- Theater. Kleines Theater. Zum 100. Male: Unter den Linden 44. Elektra. Anfang 8 Uhr. Morgen: Nachtasyl. Durchlaucht Radieschen! Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Große Frankfurter Straße 132. Wohlthätigkeits- Vorstellung für den schwer erkrankten Schauspieler und Der Bettelstudent von Berlin. Sänger Theodor Beh: Anfang 8 Uhr. Heute nachmittag 4 Uhr: KinderSchwäne. borstellung 10, 25, 40 Pf.: Die wilden , Ziethen aus dem Busch, große Quadrille, geritten in historischen Uniformen mit 12 Schulpferden. Die berühmten 16 Hengste des Direktors Busch. Fräul. Martha Mohnke, Schulreiterin. Made moiselle de Holstein, Schulreiterin. Sr. Burkhardt- Foottit, Schulreiter. Aus den Alpen. Sonntag 2 Borstellungen, nachm. 4 Uhr, abends 72.Uhr. In beiden Borstell. Die Schleife, Wunderdressur berdreffur ber stönigstiger. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Keine Vorstellung. Morgen Sonntag, den 14. Februar, nachmittags 3 Uhr: Die Schule des Lebens. Abends 7 Uhr: Mutterliebe. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Better Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 1 Haparanda 748 ND 3halb bd. 2 Petersburg 741 D 2 Cort 7beiter 4 wollig 2 bedeckt Wetter Temp. n. 6. 26 of 88 2 bedeckt-17 2 bedeckt 744 SSD 8 Regen 764 SS 3wollen! 2 756 WNW Berlin 755 3 N Franff.a.M. 763 S 3 Aberdeen München 762 S 5 Schnee 1 Paris Bien 757 2 4 Regen Wetter- Prognose für Sonnabend, den 13. Februar 1904. Bunächst tälter, vorwiegend heiter und trocken bei mäßigen westlichen Binden; später wieder zunehmende Erwärmung und Bewölkung. ORIGINAL SINGER NAHMASCHINE Berliner Wetterbureau. Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix höchster Preis der Ausstellung. Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstrasse 92. Apollo- Theater, 8 Uhr: Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7. Nur noch bis inkl. Montag: Frühlingsluft Badekuren. Wie einst im Mai. mit dem Blütenhochzeit. Ballett 9-11 Uhr: Das glänzende Februar- Programm. Dienstag: Premienabend. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Robert Steidl mit neuem Fröbels Allerlei- Theater Repertoir. Joscarys, Akrobaten. Drei Zagas, Luftakt. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntagnachmittag 5 Uhr: Morris Cronin, Jongleur- Akt. Norddeutsche Sänger. Martin Kettner, Humorist. Legays, französische Tänzer. Messters Kosmograph. Neue Bilder. ??? Nordini??? Sonntagnachm. 3 Uhr ermässigte Preise: Lysistrata. Deutsch- Amerikanisches Theater. Heute: Zum 171. Male: Köpnickerstrasse 67. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr 30 Min. GASTSPIEL A d. Philipp. Nach der Vorstellung um 10 Uhr: Grosser Ball. Entree 30 Bi. Sperrsit 50 Bf. Montag: Goethe- Ensemble. Theater Borstellung. Freitanz. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Heute wegen Privatfestlichkeit geschlossen. Uebern grossen TEICH. Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Die neue Sensation Berlins: To To der mysteriöse Zitherspieler. Sonntag: Auf vielseitiges Verlangen: Onkel Bräsig. Anfang 7 Uhr. SteidlLinienstrasse 132 Entree 30 Pf. Theater Oranienburger Thor. Riesenerfolg! Das teure Vaterhaus. Dramolet von Friß Steidl Vollständig neues Programm. Fred Edlawi, Königstadt- Kasino der beste Verwandlungskünstler. 14 erstklassige Nummern. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Holzmarktstr. 72, Ede Meganderstraße. Täglich: Franz Sobanski. Die neuen Specialitäten mit Hedwig Döring. Zum Schluß die Der Polacke. Gesangspoffe Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tanz. Preise Zahn- Klinik. beliebige TeilMadame X. Zahn- Klinik. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." zahlung. InvalidenOlga Jacobson, strasse 145. Herrnfeld- Deuticher Metallarbeiter- Verband. Anfang Theater. Sonntags 8 Uhr. 7 Uhr. Die anerkannt erfolgreichste Novität Burean: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Nur eine Nacht! 2 Afte aus einer Che. Komödie von A. und D. Herrnfeld mit den Brachtfiguren Willi Waldheim... Donat Herrnfeld. Tuschek Dambitsch. Ferner: Anton Herrnfeld. Ferd. Grünecker. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Sonntag, den 14. Februar, vormittags 10 Uhr, in Kellers Festfälen, Koppenstr. 29: Allgemeine Versammlung. Socialdemokrat. Wahlverein L.d.4.Berl. Reichstagswahlkreis. ( Süd- Ost.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Zimmerer August Stösser wohnhaft Bücklerstr. 3 Stadtbezirk 101 gestorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet ant ter: Das neue Februar. Tages- Ordnung: Koalitionsrecht und Koalitionszwang. Referent: Adolf Cohen. Diskuffion. Sonnabend, den 13. d. M., nach Künstler- Programm. Lyrico- Quartett, Italienisches OpernEnsemble. 5 Schwestern Longonells in ihren Orig.- Gefängen ut. Tänzen. Marka Freya. Hilda Stadthagen. Bendix als ,, Monna Vanna". Borverlauf 11-2 Uhr. Palast- Theater Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Heute abend 8%, Uhr: Nur noch einige Male: Das Millionenmädel. Borher Konzert und im Specialitätenteil Signora Ernesto mit ihrem mysteriösen Elefanten. Lilli Eriston, Stostüm- Soubrette. Deamando und Anni, Luft- Kraftakt. Mr. C. Jörgensen, Mimifer. Les Raffaels, Duo- Landschaftsmaler. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Sonntagnachm.: Keine Vorstellung. Sonntagabend 8 Uhr: Sonn Kollegen! Nachdem seit längerer Zeit die Unternehmer in ihren Blättern in systematischer Weise darauf hinarbeiten, uns das bißchen Stoalitionsrecht noch zu nehmen, ist es notwendig, daß wir dazu Stellung nehmen. Um so mehr, als in den lezten Tagen der Gewerkverein der Maschinenbauer und Metallarbeiter in einer Bersammlung seine bekannten Ziraden über den von uns angeblich geübten Terrorismus wieder einmal angestimmt hat. Den Hirsch- Dunderschen soll in dieser Versammlung eine Antwort auf ihre ungerechten und durchaus unberechtigten Angriffe gegeben werden. Deshalb erwarten wir zahlreichen Besuch. 111/ 13* 342/8 mittags um 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Die Statistik ist erschienen und laut Beschluß der Ortsverwaltung im Bureau für Vertrauensleute unengeltlich, für alle Central- Kranken- u. Sterbekasse andren Mitglieder für 25 Pf. pro Stück zu haben. Ohne Mitgliedsbuch wird kein Exemplar verabfolgt. 唯 Îm Buchhandel kostet die Statistik 2 Mark. Die Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Bauarbeiter tung! Berlins und Umgegend. Sonntag, den 14. Februar 1904, vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Fritz Kater. 2. Diskussion. 3. Wie feiern wir den ersten Mai? 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimiert. 31/2 Rohrer. Achtung! Montag, den 15. Februar, abends 8 Uhr, im„ Englischen Garten", Alexanderstraße 27c: Oeffentl. Versammlung der Rohrer Berlins u. Umg. 286/9 Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. Der Vertrauensmann: Gustav Steinecke. Vanarbeiter aller Berufe werden ersucht, die Rohrer auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. der Rohrer, die am Sonntag eine Generalversammlung im Wir machen darauf aufmerksam, daß die Freie Vereinigung " Englischen Garten" abhält, aus Arbeitswilligen besteht und mit unsrem Verein nicht identisch ist. Der Vertrauensmann. Gustav Steinicke, Pflugstr. 17. der Zimmerer Deutschlands. ( Eingeschr. Hilfskasse No. 2.) Allen Kameraden zur Kenntnis, daß unser Mitglied August Stösser plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 259/5 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Central- Verband fangertedung ban: Das Milton Achtung! Vergolder. Achtung! Verband der Möbelpolierer..3immerer Deutſchlands. mädel. Mittwoch, den 15. Februar: Bene iz und Premieren- Vorstellung: Verband der im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter Goldener Boden. WINE BARTEN ,, Pas de Deux getanzt von Sign. Fiorentini u. Sgr. Cerutti. Kaufmann- Truppe Weibl. Radfahrer. Sisters Moulier Reckturnerinnen. Brothers Damm.Exentric Akrobaten. Paul Batty Dressierte Bären. O'Neil und Torp Excentrics. Dora Keplinger Sängerin vom k. k. priv. Theater a. d. Wien Costantino Bernardi In einer Komödie mit 9 Personen v. Bernardi allein dargestellt. Zauberkünstler. Georg Hartmann Athleta& Brada Kraftproduktion. Tanzbilder mit Cléo de Mérode Biograph. Sanssouci. Rottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Dienstag, den 16. Februar: ExtraFastnachts Vorstellung. Ein Mann aus dem Volke. Nach dem: Fastnachts Kränzchen und Vorträge von Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Fastnachtsjubel und Trubel. Entree wie gewöhnlich. Borzugskarten gültig. Reichshallen Stettiner Sänger Zum Schluß neu: und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 15. Februar 1904, abends präcise 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bortrag des Schriftstellers Herrn Baege über: Die Stellung des Menschen in der Natur. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Die Versammlung für den Bezirk Ost fällt aus. Mittwoch, den 17. Februar, abends 81%, Uhr, Koppenstr. 29: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die Arbeitslosen- Unterstügung. 2. Beschlußfaffung über die Anstellung eines Stollegen. 3. Wahl. 4. Anträge: a) Den Heimarbeiterschutz- Kongreß durch einen Delegierten zu beschicken. b) Einen Delegiertentag einzuberufen. 5. Verschiedenes und Ausgabe der Billets( a 50 Bf.) zum Mastenball, welcher am 5. März in 2. Kellers Festjälen, Koppenstr. 29, stattfindet. NB. Sonnabend, den 5. März, findet in den Gesamträumen der D Das Mitgliedsbuch muß an der Kontrolle vorgezeigt werden. Alhambra, Wallnertheaterstraße 15, abends 9%, Uhr, das 14. Stiftungsfest Die Versammlung findet im großen Saale statt. Daselbst Ausgabe der der Filiale Berlin statt, bestehend aus Konzert und Mitwirtung des Berliner Jahresberichte. Da jedes Mitglied ein neues Mitgliedsbuch erhält, werden -rios. Nachdem Ball. Herrenbillets a 50 Bf. inkl. Tanz, Damenbillets bie Stollegen ersucht, recht früh zu erscheinen. a 30 Pf. find bei den Vertrauensleuten sowie Borstandsmitgliedern er 145/9 hältlich. 9. K. Ferner werden diejenigen Kollegen, welche ihre Mitgliedsbücher noch nicht haben umschreiben lassen, ersucht, dies zu thun und die Bücher an den Der Vorstand. Nationale Krankenkasse Borfigenden E. Oehlert einzusenden oder dies burch Berkstatt- Bertrauens- der Deutschen Gold- und Silberarbeiter Leute bewerkstelligen zu lassen. 225/3 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt. Des Maskenballes wegen tassieren die Beitragssammler heute Sonnabend abends von 7 bis 9 Uhr. 79/5 und verwandten Berufsgenossen( E. H.) zu Schw.- Gmünd. Montag, den 15. Februar 1904, abends präcise 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7). Tages- Ordnung: Zahlstelle Berlin u. Umgegend. Hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied August Stösser plößlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend den 13. bs. Mts., nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus statt. 254/3 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am 10. d. M. verstarb nach furzem Leiden unser lieber Freund, der Steinträger 1731b Wilhelm Sorge. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4 Uhr bon der Leichenhalle des Petri- Kirch hofes aus ftatt. Die trauernden Angehörigen und Freunde. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme und für die sehr reichen Stranzspenden bei der Beerdigung 1. Rechenschaftsbericht für das Jahr 1903. 2. Diskussion. 3. Wahl des meines lieben Sohnes, unfres Bruders, Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter Borstandes ze. 4. Berschiedenes. und-Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 14. Februar 1904, mittags 1 Uhr, in Hahns Volts: garten, Hauptstr. 4: Oeffentliche Versammlung für Rummelsburg und Umgegend. Dstar Weiße. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Tagesordnung: 1. In der besten der Welten. Referent: Stollege NB. In der Berjammlung kommen die Mizſtände in den einzelnen Fabriken zur Sprache und erwartet einen zahlreichen Besuch 64/2 Der Einberufer. Sonntag, den 14. Februar 1904, nachm. 3 Uhr, bei Reinhardt, Chanffeeftr. 17: Bezirks- Versammlung für Mariendorf und Umgegend. Tagesordnung: 1. Etwas über Krankenversicherung. Referent: Sollege C. Bruns. 2 Distuffion. 3. Berschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder wird erwartet. Gäste haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Die Berliner bei Achtung! Fliesenleger- Hilfsarbeiter. Achtung! Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. DRESDEN Thüringische Maschinen- u. Fahrrad- fabrik Mühlhausen i.Thür. Abt. 1.Strickmaschinen. Dauerhafte Konstruktion. Katalog u.Offerten gratis u.franco. Vertreter: Albert Homburger Berlin, Spandauer Brücke 2. Hüte in allen Preislagen. R. Weidner, sutmacher, Dresdenerstr. 100, an der Prinzenstrasse. 4120L* Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Montag, den 15. Februar 1904, abends 7 Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung in den Industrie- Festsälen, Beuthstr. 19/20. Zages Ordnung: 32/12 1. Die Antwort der Arbeitgeber auf den von uns eingereichten Lohntarif. 2. Beschlußfassung über den Eintritt in die Bewegung. 3. Berbands. angelegenheiten. Sämtliche Hilfsarbeiter bei Fliesenlegern find hierzu eingeladen. Die Fliesenleger werden ersucht, ihre Hilfsarbeiter auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Die Ortsverwaltung. 3..: Karl Heidemann. Achtung! Achtung! Isolierer u. Rohrumhüller Berlins u. Umg. Sonntag, den 14. Februar, mittags 2, Uhr, im Vereinslokal, Dragoner- Straße 15: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Stellungnahme zum 4. Rongreß in Köln. 2. Anträge und Delegierten wahl. 3. Bericht von der Celler Konferenz. 286/10 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder Ehrenpflicht. Der Vorstand. 3. A.: Karl Kröger. Krieg en Sie Ihr Schuhzeug nicht blank, so nehmen Sie nur Weltlederglanz Karnobin gef. gesch. Das beste was es giebt. Geruchlos! Säurefrei! Stets weiches Leder, kein Brechen. Ueberall erhältlich. 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Bericht der Bertrauensleute und Berschiedenes. 00 Telephon: Amt VII, 4262. 00 Residenz- Festsäle No. 31 Landsbergerstrasse No. 31. Empfehle meine drei eleganten Säle mit grossen Bühnen und elektrischer Beleuchtung zu Hochzeiten, Vereinsund Familien- Festlichkeiten sowie Versammlungen. Vier hochelegante Kegelbahnen und Vereinszimmer sind noch einige Tage in der Woche zu vergeben. Tages- Restaurant zu soliden Preisen empfiehlt Hermann Weber, Besitzer. 000 Pfefferberger Bier! Gute Küche: 000 InventurAusverkauf! Nach beendeter Inventur sind die Preise auf sämtliche Artikel 33%% bis zu herabgesetzt. Dieser Ausverkauf findet nur noch 14 Tage statt. Teppichhaus B. Adler& Co. Königstrasse 20-21, an der Jüdenstrasse, im altbekannten Lokal beim Rathaus. Bon heute ab befindet sich mein Hutfabrik- Comptoir 79/4 41932* C., Neue Friedrich- Str. 81. I ( Ecke König- Strasse). N. Schneidemühl ( früher Kaiser- Str. 25a). Sonntags geöffnet. 42482 werten Kollegen, dem Musikverein und dem Verband unsren innigsten Dant. Familie Lillge. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler und Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. Wir machen hierdurch bekannt, daß die in der Generalversammlung bom 3. September 1903 beschlossene vierte Abänderung zum Statut von der Aufsichtsbehörde genehmigt ist und mit dem 14. Februar 1904 in Straft tritt, sofern nicht bereits durch geset. liche Bestimmungen die Inkrafttretung am 1. Januar erfolgt ist. Die wöchentlichen Beiträge betragen nunmehr vom 14. Fe bruar ab: 1734b 1. für erwachsene männliche Stassen mitglieder ausschließlich der Lehrlinge 63 1. 2. für glieder erwachsene weibliche Mit39 Pi. 3. für männliche Kaffenmitglieder unter 16 Jahren und für Lehr linge 27 f. 4. für weibliche Kassenmitglieder unter 16 Jahren. 21 Pf. Der Vorstand. Emil Röhn, Borsigender. Carl Arndt, Schriftführer. Orts- Krankenkaffe der Buchbinder und verwandten Gewerbe. Wir machen hierdurch bekannt, daß die V. Abänderung des Kassenstatuts, den§ 40 betreffend, genehmigt ist und am Montag, den 15. Februar d. J. in Kraft tritt. Die Abänderung bestimmt, daß die Entschädigung für die Mitglieder des Borstandes statt 1,00 M. nunmehr 1,50 M. für die Sigung beträgt. Druderemplare dieser Abänderung sind in unserm Bureau zu haben. Der Vorstand. Bernh. Jost, Georg Bässler, Borsitzender. Schriftführer. Luisenst. Konzerthaus Alte Jakobstr. 37. T. A. 4, 7687. Palmsonntag frei geworden. Empfehle den geehrten Vereinen meine Sale zu Festlichkeiten, Ver sammlungen. A. Mugfeld. Berantiv. Redakteur: Julius Kalisti, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW