Nr. 143. Grfchetnt täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertels jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Wr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 fg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags= Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter treuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Bettungs- Pretstifte für 1892 unter Nr. 6662. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für dte fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und' Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer. müssen bis 4 Uhr Nachmittags in. der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund gefttagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Sern sprech- Anschluss. Amt I, r. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die neue GewerbeordnungsNovelle und die Paschawirthschaft des Unternehmerthums. Mittwoch, den 22. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bie aber die neue Ordnung dazu beitrug, fast überall enthalten die§§ 119a, 124b und 184, welche die die bestehenden Fabrikordnungen zu verschlechtern, so hat Einbehaltung verdienten Lohnes im Falle des Rontrattbruchs man auch andere Bestimmungen der neuen Gewerbeordnung regeln. Die Angriffe richteten fich damals hauptsächlich dazu benutzt, um, theilweise unter dem Mäntelchen der Hu- einmal gegen die ausnahmegesetzlichen Bestimmungen an manität und des Wohlwollens für die Arbeiter, fich aus fich, dann gegen den Mißbrauch, den die Unternehmerschaft der Mitte der Arbeiter ein Organ zu schaffen, das wider mit dem Begriff des Kontraktbruchs und der Provokation Ms die neue Gewerbeordnungs- Novelle im vorigen sie selbst benutzt wird. Wir meinen die vielberufenen dazu treiben würden. Die Wirklichkeit, wie sie sich jetzt Jahre im Reichstag berathen wurde, haben die sozial- Arbeiterausschüsse in den Betrieben. darstellt, hat aber die schlimmsten Voraussehungen über demokratischen Vertreter bei einer ganzen Reihe von Be- War das ein Entrüftungsgegacker, als sozialdemokratischer troffen. Auch hier mag ein Fall als Beispiel dienen. ftimmungen mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die seits diese Einrichtung verworfen wurde, weil sie für die Ein Arbeiter im Krupp'schen Betrieb fährt eines Sonn felben nur zu neuen Knebelungsmitteln gegen die Arbeiter Arbeiter ein vollständig werthloses, ja unter Umständen abends nach der mehrere Meilen entfernten Heimath zu klaffe werden würden, und in vollständig richtiger Erschädliches Institut sei, ein Institut, das nur so funttionire feiner Familie. Auf der Heimreise begegnet ihm das fenntniß des Werthes der ganzen Novelle, stimmte schließ wie der Unternehmer wünsche. Von der äußersten Rechten Malheur, daß ihm die Hand gequetscht wird, was ihn lich die sozialdemokratische Fraktion geschloffen gegen das bis zu den deutschfreisinnigen Harmonie- Aposteln auf der zwingt, mehrere Tage zu Hause zu bleiben, bis die Hand Gesek. Linken erhob sich der lebhaftefte Widerspruch gegen solche wieder arbeitsfähig ist. Als er dann zurückkehrt, wird ihm Wie richtig diese gegnerischerseits heftig angegriffene frivole Berdächtigungen", die nur darauf gemünzt feien, eröffnet, daß er nicht nur aus der Arbeit entlassen Saltung war, zeigt sich mit jedem Tage mehr. Im Leit ben Klaffengegensatz zwischen Arbeitern und Unternehmern sei, sondern daß er auch wegen kontratt artitel der Donnerstagnummer des Vorwärts" ist bereits zu erweitern. bruchs den Lohn von sechs Arbeitsschichten darauf hingewiesen worden, wie die Bestimmungen der Nun, wie fich die Dinge in der Praxis gestalteten, verliere.(§ 134 der Gewerbe- Ordnung.) Der Arbeiter, Gewerbeordnungs. Novelle über bie Fabrikordnungen dafür einige Beispiele. In Schöneberg bei Berlin läßt die ganz entsegt über dieses Verfahren, wendet sich an die nur dazu benutzt wurden, bie alten Fabrik Firma Pfeifer u. Truckmüller einen Arbeiter- Ausschuß Werksverwaltung und bittet unter Darlegung der VorOrdnungen zu verschlechtern und sie zu wahren wählen. Die Kandidaten für denselben fommnisse um Auszahlung seines sauer verdienten Lohnes. Buchthaus Drdnungen für die Arbeiter umzubilden. werden aber auf dem Romtoir festgesetzt. Er wird abgewiesen und erfährt bei der Abrechnung noch In einer ganzen Zahl von Fabriken hat diese Ver- Es kommt zur Wahl, und als sich eine Anzahl Stimmzettel den Hohn, daß er nach Rückbehaltung des Lohnes für sechs schlechterung der Fabrifordnungen zu lebhaften Kämpfen finden, die auf andere Kandidaten lauten, werden Arbeitstage und nach Abzug der fälligen Kranken- und zwischen Unternehmern und Arbeitern geführt und sogar eine dieselben für ungiltig erflärt. Man wird Invaliditäts- Kassenbeiträge eigentlich der Firma Reihe von Arbeitseinstellungen zur Folge gehabt, die wie zugeben, diese bourgeoise Art, die Wahlfreiheit zu hand- Krupp noch so und so viel Groschenschulde, vorauszusehen war, bei dem ungünstigen Stande der Er- haben, steht einzig da und ist selbst noch von feiner die man ihm aber erlassen wolle. werbsverhältnisse meist mit einer Niederlage der Arbeiter bespotischen Regierung erreicht, geschweige übertroffen worden. Wenn der preußische Handelsminister und seine sozial Ein anderer Fall betrifft eine Fabrit in einem süd- reformerischen Geheimräthe den in loderndem Borne über endeten. Hier haben also die neuen gewerbegesetzlichen Be- deutschen Industrieorte. Dort warnt der Fabrikant feine das ihm widerfahrene Unrecht geschriebenen Brief des so stimmungen statt den Frieden und die Versöhnung zwischen Arbeiter davor, einen unserer Genossen, der bei ihm in Arbeit geschädigten Arbeiters gelesen hätten, den er an uns sandte, Unternehmern und Arbeitern herbeizuführen, wie die Lob- stand, in den Arbeiterausschuß zu wählen. Als aber die sie würden sich vor ihrem eigenen Wert betreuzigt haben. rebner des neuen Gesetzes behaupteten, den Krieg erzeugt und Arbeiter sich an diese Warnung nicht fehren, wird der Was nutt in einem solchen Falle der Nath dem Ar bie bestehende Kluft nur erweitert. Boll Ingrimm und Erwider den Willen des Fabrikanten Gewählte entlassen. beiter, an das Gewerbegericht zu gehen, wenn ein solches bitterung fügen fich die Arbeiter dem Bwang der Umstände, Das sind zwei Fälle, die nicht vereinzelt, sondern die nicht existirt oder nur aus Kreaturen der allmächtigen, fest entschlossen, bei günstiger Gelegenheit den Kampf wider typisch find, wie ähnli che Nachrichten aus anderen Orten, alles beherrschenden Firma zusammengesetzt ist? Wehe ihre Beiniger wieder aufzunehmen. die in der Arbeiterpreffe mitgetheilt wurden, beweisen. den Arbeiter- Beisigern, die in einem solchen Gericht Wurden die Fabrikordnungen, nachdem die Arbeiter Stimmte doch selbst Freiherr von Stumm den sozialdemo- gegen die die Interessen der Firma vertretenden Beamten ihre Wünsche in Bezug auf dieselben vorgebracht, von den fratischen Vertretern bei, als diese auf die vollständige stimmen würden. Ob aber die ordentlichen Gerichte, bei Gewerbegerichten geprüft und genehmigt, wie es die sozial- Werthlosigkeit dieser Arbeiterausschüsse hinwiesen und er- denen ein hilf- und mittelloser Arbeiter sich schwer Naths demokratischen Vertreter wollten, dann war die Garantie flärten, daß jedes unbequeme Mitglied eines solchen Aus- erholen kann, in den Industrie- Königreichen Krupp, Stumm gegeben, daß die Arbeiter zu ihrem Rechte tamen. So sind schusses unrettbar der Maßregelung des Fabrikpaschas ver- und tutti quanti immer rein objektive Organe sind, darüber fie durch die Scheinbestimmungen nur geschädigt worden und falle. Herr v. Stumm gab diese Zustimmung, nicht weil wollen wir schweigen. erleben, daß die Gesetzgebung, die man zu ihrem Schuße er die Unabhängigkeit ber Arbeiterausschüsse nach Unser Urtheil ift: die Sozialreform hat jämmerlich zu erlassen vorgab, zu einem neuen Mittel ihrer Vergewalti- Möglichkeit sichern wollte, sondern der Bankrott gemacht, wie auch noch die Verordnungen über die gung gemacht wird. absolute Herrscher in seinem Reich, auch den Schein eines Sonntagsruhe beweisen. Die Staatsgewalt, die den Versuch Die deutsche Bourgeoisie hat bei dieser Gelegenheit in seiner Selbstherrlichkeit beschränkten industriellen Feudal zu machen schien, wider die Klaffen, deren Interessens ihren Klaffencharakter in der offenften aber auch in der herrn vermeiden wollte. Und in der That, uns ist diese vertreterin sie ist, zu löken, ist vor geben diesen Klassen schamlosesten Weise offenbart, und hat damit mehr zur brutale Ehrlichkeit lieber, als die heuchlerische Maste der unterlegen und in die Stellung eines VerwaltungsKlärung der Situation beigetragen, als tausend sozialdemo- Arbeiterfreundlichkeit, die man dem neuen Gesetze vorausschusses der herrschenden Klaffen zurückgedrängt worden. tratische Agitatoren mit ihren Steden vermöchten. Das ist gebunden. Der Industrie Feudalismus und die mit ihm vers ein Gewinn, den die Sozialdemokratie mühelos einheimst, Andere Bestimmungen in der neuen Gewerbe- Ordnung, bündete große und kleine Bourgeoisie haben auf der ganzen ein Vortheil, den ihre erbittertsten Feinde wider ihren Willen die ebenfalls schon im Reichstag den heftigsten Widerspruch Linie gefiegt. Von einer Weiterentwickelung dieser Gesetz ihr zugefügt. hervorriefen und zu einem erbitterten Rampf führten, gebung zu Gunsten der Arbeiter will die Bourgeoisie nichts Feuilleton. Macbrud verboten.) [ 143 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. weil er, " Herr Findeisen scheint nicht beffer weggekommen zu fein, wie Sie." Ein schlechter Trost für mich, der ich ihn hineingeritten habe." " ment nicht gleich wagen, auch wird man die Residenz nicht ohne Noth zusammenschießen wollen, man wird also warten, bis die Truppen aus der Stadt hinaus gedrängt find und inzwischen nur bei einer passenden Gelegenheit Es ist uns Allen nicht besonders ergangen; Findeisen, einzugreifen suchen. Dann aber ist die Infanterie unser armer Freund, hat auf lange Zeit genug, wenn nicht zur Deckung disponibel und eine Erstürmung durch für immer; Iwan weiß noch gar nicht recht, wo es ihm Truppen, wie wir sie haben, fast unmöglich." überall fehlt oder zu viel ist, und so ist's mit Streit, der Ich theile Ihre Ansichten vollständig, Herr Jwan, allerdings behauptet, daß ihm seine Wunden nichts thun, aber" Sie gehen ganz und gar von der Ansicht aus, daß wie ich mit größerer Gewißheit von mir sagen kann," be- diese Artillerie dem Feinde gehört?" richtete Frant. Wie es scheint, wird es hier zu einer Schlacht kommen?" Artilleriften? Auch ich hoffe etwas von diesen Männern; Sie hoffen auf die uns geneigten Gesinnungen der " Nun, es hat im Grunde genommen mehr genügt als gefchabet, wie es bei dieser Art von Kampf ja jeder Zeit frug Streit herantretend. eine trampfhaft- energische Anstrengung thun muß. Aber, Aller- Wahrscheinlichkeit nach; doch möchte ich hier aber banen sie nicht zu viel darauf. Glauben Sie mir, es mein werther Mitkämpfer, Eines fann ich Ihnen, bei aller den Angriff abwarten, weil bei dieser Stellung alle Vor- hält furchtbar schwer, die eisernen Bande der Disziplin, Anerkennung Ihres opfers und todesmuthigen Mitwirkens theile des Angriffs verloren gehen, außerdem der Angriff namentlich bei begonnenem Rampfe, zu brechen." für unsere gute Sache doch sagen, eine Kugel vor den Kopf ordentliche Opfer tosten würde. Meinen Sie nicht auch, Ohne Furcht; ich bin ein alter Soldat, und weiß von uns aus, wäre Ihnen sicher gewesen, hätten Sie uns Herr Jwan?" die Schwierigkeiten zu würdigen. Heute Nacht tamen durch Ihren eigenmächtigen Schritt einen wirklichen Nach- Ganz gewiß," erwiderte dieser, zumal, weil man 12 Unteroffiziere aus allen Batterien zu mir und gelobten theil zugezogen, denn der Krieg ist kein Kinderspiel und ein nicht weiß, wie viele Geschüße der Gegner maskirt. Dort mir im Namen ihrer meisten Kameraden, daß sie keinen Schuß Bürgerkrieg erst recht nicht. Im Uebrigen haben Sie ja oben auf der Höhe, dent' ich, wird es bald laut werden. gegen das Volk abgeben würden, es sei denn zum Schein. wohl Ihre Strafe von anderer Seite empfangen, denn wie So viel ich ersehen kann, haben sie da acht vollständige Im gegebenen Falle würden sie persönlich das Signal zum es scheint, ist Ihnen die Sache nicht gut bekommen?" Batterien, welche im Stande sind, die ganze Stadt zu einem Uebertritt geben. Ich kenne diese Leute, sie waren meine " Für einige Zeit werde ich wohl besorgt sein; es ist großen Grabmonumente für uns zu machen, hinauf gebracht. Mitarbeiter, theilweise meine Lehrlinge, und einige waren heute mein Bechtag, ich war gestern zu übermüthig. Bech Sie würden mit furchtbaren Opfern erstürmt werden müssen, meine Kameraden bei der Armee, die während unserer war es, daß ich aus Versehen meine erste Wunde in den und ich weiß nicht, ob wir nicht besser das Opfer früher Dienstzeit mit mir revolutionäre strategische Studien Rücken bekam, dabei konnte ich mich unmöglich be- gebracht hätten, hätte es einen auch noch so blutigen machten. Ich weiß, auf wen ich da zu rechnen habe, fie ruhigen. Und mein Freund Findeisen, der mir wie Kampf mit der Infanterie und Kavallerie, welche sie deckten, wissen, wen sie an mir haben. Sobald dort oben vom ein Rettungsengel auf dem Dache erscheint und dem gekostet. Auch der Kampfplan unseres Freundes Sommer Jakoberthurm die weiße Fahne weht, richten diese bie ich zurufe, daß ich Durst habe, gießt mir eine Brühe macht es uns ganz besonders zur Aufgabe, eine Besetzung weiße Fahne auf ihrer Höhe auf und machen ihre herunter, die mir den ganzen Rücken verbrüht hat. Dem dieser Höhe durch Artillerie mit allen Witteln zu verhindern. Offiziere unschädlich. Für diesen Fall ist dann ge Von dem Augenblicke an werde ich's wieder sagen, wenn ich wieder einmal Durst be- So lange die Truppen uns allenthalben in der Stadt so sorgt. wo die weiße tommen sollte." nahe stehen, wie jetzt, wird man allerdings ein Bombarde- Fahne weht, stehen 5000 unserer Leute bereit, den Berg wiffen, von allen Seiten schreit fie: es ist genug, und Bewilligung von blog" 1 200 000 m. geftimmt. Dieser| gemordet wird." Und so weiter, bremst nach Kräften. wenn Herr Jhring Sonderling ist jedenfalls ein Freund runder Summen. In Mahlow mit der Abfassung des interessanten Schriftstückes Dieselbe Klaffe, deren wissenschaftliche Vertreter noch der Kammer werden die Nationalliberalen für, die Sozial- betraut gewesen wäre, hätte er es nicht besser machen heute dem gestürzten feudalen Königthum seine Kurzsichtig- demokraten und einige Freifinnige und Ultramontane gegen können. Es fehlt Nichts, was einem Angstmeier die Haare feit vorwerfen und daraus die Rechtmäßigkeit seines Sturzes die beantragte Maßregel stimmen, der die Mehrheit ge- zu Berge treiben kann, und die deutschen Bourgeoisblätter herleiten, begreift nicht, daß sie dieselben Wege wandelt und sichert scheint. - mit demselben Erfolg. werden es ihren entsetzten Lesern wohl auch demnächst in seiner Das mene tekel upharsin ist nicht nur für die Könige dem Moniteur Baare's, hätte die Beschlußkammer des frantirten Rouverts, was eine sehr beträchtliche Ausgabe Baare. Nach der Rheinisch- Westfälischen Beitung", beiläufig in 3000 Exemplaren verbreitet, die meisten in ganzen Fürchterlichkeit serviren. Das Schriftstück wurde geschrieben. Landgerichts Essen die Anklage gegen Baare und Genossen erheischte. Sintemalen nun aber die Herren Anarchisten abgelehnt. Ift's möglich? von sich aus über so gut wie feine Geldmittel verfügen, ,, Bismarck's Triumphzug" nennt Tante Voß die dagegen notorisch recht wohlhabende Freunde haben, so ver Demonstrationen der Schienenflicker, Zunftzöpfe und Juden- steht es sich von selbst, daß es die wohlhabenden Freunde hezzer zu Gunsten ihres Chefs- und diese Reklame für waren, welche das interessante Schriftstück verbreiteten. den Ex- Hausmeier macht das Fortschrittblatt blos, um den Wer diese Freunde find, das hat ja der Pariser Polizeijetzigen Kanzler zu ärgern, weil er fein Fortschrittsministerium präfekt Andrieux ausgeplaudert. Und wir wußten und berufen hat. Begreift Tante denn nicht, daß der Haß, mit wissen es auch ohne ihn. dem die Bismarck- Baare- Ackermann- Gesellschaft den Herrn von Caprivi beehrt, für diesen ein Ehrentitel ist? Leider sein einziger. Politische Uebersicht. Berlin, den 21. Juni. Die Ausschüffe des Bundesraths für Handel und Verkehr haben heute über den Gesezentwurf, betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeit berathen. Sie sollen dem Bundesrath die unveränderte Annahme der Vorlage empfohlen haben. " -T Der Ausschuß für das Preßgefeh nahm die Erklärungen des Justizministers Ricard entgegen, welche eine Ber ständigung der Kammer mit der Regierung voraussehen lassen. Ricard erklärte sich nämlich bereit, aus dem Entwurf die Be stimmung zu entfernen, welche der Regierung das Recht giebt, im Falle der Aufreizung zu Verbrechen gegen die Sicherheit des Staats" zu vorgängiger Verhaftung der Angeklagten zu schreiten. In den neuen Bestimmungen soll also nur von der Aufreizung zu gemeinen Verbrechen, denen die Dynamit Attentate gleichgeachtet werden, die Rede sein, es sei denn, daß die Kammer ein von Jos. Reinach angekündigtes Amendement annähme, welches jenen Verbrechen die Aufreizung zu Ver brechen gegen die äußere Sicherheit des Staats" hinzufügt." Mit besagter Menderung wäre gar nichts gebessert. Das Ravachol- Gefen zur Knebelung der Breffe ift von der französischen Kammer einem Ausschuß( auf parlamentsdeutsch: Kommission) übergeben worden, der jetzt Die Landtagssession wird diese Woche geschlossen Nette Gesellschaft. Das Reptil Meding soll bei an dem Regierungs- Entwurf herumquacksalbert. In der werden. Die verstärkte Kommission des Herrenhauses Organisirung des neuesten Bismard- Rummels hervorragend Rammer wie im Ausschuß wurden allerhand Bedenken gegen für Eisenbahn- Angelegenheiten hat den Gesezentwurf über thätig sein, obgleich es durch die Geständnisse seines Chefs den Regierungs- Entwurf geltend gemacht. Man schreibt Kleinbahnen und Privat- Anschlußbahnen arg belastet worden ist. Der Bursche hat an die" Germania" aber jetzt: ( Bahnen unterster Ordnung) anzunehmen beschlossen mit geschrieben, er habe die Welfenlegion nicht gegründet, um der Maßgabe, daß im§ 21 der zweite Absatz:" Die an seinem würdigen Brotherrn einen Grund zur Konfiszirung gesezten Beförderungspreise haben gleichmäßig für alle Per- des Welfenfonds zu geben. Die Germania" erhält aber fonen und Güter Anwendung zu finden" fortfällt. Es die Anklagen aufrecht, und wir wissen aus bester Quelle, fragt sich nun, ob das Abgeordnetenhaus mit dieser daß die Germania" Recht hat. Wieviel Lo ck- und sonstige Aenderung sich einverstanden erklärt. Dann bedarf es nur Spigel bei Bismarck's Triumphzug" außer Meding noch noch einer Sigung. thätig gewesen sein mögen? An der Berliner Radau- Vorstellung waren mindestens drei Dutzend betheiligt. Die große Militärvorlage hängt dräuend am Himmel wie eine Wetterwolfe und wie eine Wetterwolfe Afrikanische Post- Hiobspoft. Wieder eine deutsche verändert sie fortwährend ihre Gestalt. Nach der" Post" soll Expedition geschlagen und halb aufgerieben und zwar der Friedenspräsenzstand um 63 000 Mann und das ordents die Expedition, welche einen afrikanischen Stamm für das liche Militärbudget um 60 Millionen erhöht werden, und Verbrechen, sich nicht von fremden Eindringlingen ausbeuten es soll eine Vermehrung des Ausbildungspersonals sowie und beherrschen zu lassen, vernichten" sollte. Wir schrieben Die Grenzlinie zwischen politischen und gemeinen Verbrechen der einzustellenden Rekruten geplant sein. Die" Post" schreibt gleich, mit dem Vernichten" sei es nicht so leicht, und die ist so biegsam, daß mit einiger Geschicklichkeit aus jedem in dieser Beziehung: Sache habe ihre zwei Seiten. Wieder und wieder aber politischen ein gemeines und aus jedem gemeinen ein politi " Die bevorstehende Vermehrung des Ausbildungs- müssen wir fragen: sind denn die Lehren der Erfahrung sches Verbrechen zu machen ist. Da giebt's fein Rompromiffeln personals wird Gelegenheit geben, für die Kriegsformationen nur dazu da, um nicht beachtet zu werden? Wie lange und Feilschen der ganze Gefeßentwurf ist ein Attentat der Infanterie, die jetzt in Reserve, in Landwehr-, in soll dieses trostlose Berlier- und Verierspiel noch dauern? auf die Preßfreiheit, und wenn die französische Kammer Ersatz- und Landsturmtruppen bestehen, zunächst wenigstens und wenn der Unverstand der Spieler kein Ende hat, giebt diese schmachvolle Errungenschaft der Ravachol- Periode nicht embryonisch, einen Kern zu schaffen, der die Stämme der es dann nicht wenigstens ein Ende für die Geduld des in Fezzen zerrissen den Ministern vor die Füße wirft, beeigentlichen Armee von den zahlreichen und höchst störenden Volkes? deckt sie sich mit ewiger Schande. Abgaben von attivem Personal im Kriegsfalle möglichst befreit. Entsprechend den seit 1887 in Frankreich bestehenden Beitungs"-Urtheil der französische Stöcker, Drumont, ,, Rein fittlicher Verleumder" ist nach dem Kreuz- Die italienische Krisis. Da unser Korrespondent, Romplementärtadres der französischen Infanterie für die den dessen Gesundheit zu unserer und gewiß aller Genoffen Kern der Reserveregimenter bildenden 4. Bataillone der der vorige Woche in Paris wegen antisemitischer Verleum- Freude fich rasch bessert noch nicht in der Lage ist, uns Linienregimenter erwarten wir die Neubildung einer Art dung zu einer ziemlich schweren, aber voll verdienten Strafe einen Bericht zu schicken, so wollen wir als Ersas einen von Stamm oder Kadre- Bataillonen bei den verurtheilt worden ist. Die Kreuz- 3tg." hat Recht, Drumont recht unterrichtenden Brief des italienischen Korrespondenten 178 Infanterie Regimentern des deutschen wie übrigens, wenn wir uns nicht sehr irren, nach all in Italien veröffentlichen. Der Brief, der das Datum trägt: ist tein sittlicher, sondern ein unfittlicher Berleumder, der bürgerlich- demokratischen Züricher Boft" über die Lage Heeres, aber im Gegensatz zur bisherigen Gepflogenheit Frankreichs, mit einem nach Umständen zu bemessenden gemein menschlichem Uebereinkommen alle Verleumder es Mailand, den 16. Juni, lautet wie folgt: Mannschaftsetats außerdem eine weitere Etatserhöhung der find. Dieses allgemein menschliche Uebereinkommen scheint bereits bestehenden, noch nicht damit bedachten Bataillone eigenthümlicher und bezeichnender Weise der„ Kreuz- Zeitung" der Infanterie und Jäger." ganz unbekannt gewesen zu sein. Andere Blätter bringen andere Mittheilungen. Da einerseits in den maßgebenden Kreisen" das strengste Ge- der Bourgeoisie wird jezt in Montbrison, einem französischen Reklame für Ravachol. Den neuesten Schuhheiligen heimniß gewahrt wird, andererseits für die Offiziösen ein Landstädtchen, der Prozeß gemacht wegen Mordes, fehr lebhaftes Bedürfniß vorhanden ist, das Publikum irre zu Raubes, Diebstahls, Grabschändung und anderer gleich führen, so find all diese Mittheilungen mit größtem Mißtrauen revolutionärer" Verbrechen. Das bietet den Gesellschaftszu betrachten. Nur Eins wissen wir: es wird ein fühner rettern natürlich eine sehr gute Gelegenheit, die anarchistische Griff" fein, den der heißhungrige Moloch diesmal thut, ein Polizeitrommel zu rühren und die Gelegenheit ist denn Bühner und ein gewaltig umfassender Griff, denn auch benutzt worden. Wie wir französischen Blättern entMoloch weiß, daß es aller menschlichen Berechnung nach nehmen, hat man in Montbrison ein Flugblatt vertheilt, der legte große Griff sein wird, der ihm vom Schicksal das allen Anforderungen der politischen Gruselkunft entgewährt ist. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in einer Beit fieberhafter Abwirthschaftung spricht. und auch Moloch ift des morgigen Tages nicht sicher. Die Bourgeoisie ist im Begriff, einen scheußlichen Meuchelmord zu begehen. Duldet es nicht, Ihr Fürstliche Gehaltserhöhung. Der junge Groß- Arbeiter, Ihr Armen! Es ist Einer von Euch, herzog von Hessen tann bekanntlich mit den 1096 228 den fie morden will. Es heißt von ihm: er habe Mart jährlich, wie sie der verstorbene Großherzog bezog, gemordet, geraubt, Gräber geschändet. Ja, er hat das nicht auskommen er glaubt, unter 1265 000 M. nicht Alles gethan. Aber wen hat er gemordet? Bourgeois! standesgemäß leben zu können, verlangt also eine Zulage en hat er beraubt? Bourgeois. Wessen Grab von 168 772 M. Der Kammerausschuß hat mit allen gegen hat er geschändet? Eines Bourgeois'! Er hat seine 1 Stimme fich für Bewilligung der ganzen Mehrforderung Klasse an den Reichen gerächt. Er ist Euer Vorkämpfer. ausgesprochen, das eine dissentirende Mitglied für die Ahmt sein Beispiel nach! Duldet nicht, daß er hinauf zu stürmen und der Artillerie als Bedeckung zu Oberkommandanten zu entdecken, der inzwischen auf ihn zu dienen, sollte sie von der Infanterie bedroht werden." geritten fam. Das giebt der Sache freilich ein ganz anderes Gesicht," Sie haben gewiß geahnt, daß die Schlacht beginnen da ist die Frage gelöst. Aber wäre es nicht besser, einen soll," rief ihm Letterer entgegen. oder den anderen der bereits übergangenen Infanteristen So ist's, und ich komme, sie zu verhindern, denn der hinaufzuschicken? Das Mechanische allein genügt mir Feins will einen sechsstündigen Waffenstillstand, um die nicht, ein menschlicher Bote ist mir lieber, als das schönste Entschließungen des Königs abzuwarten. Wenn nach Signal." Ihrer Ansicht unsere Stellung das zuläßt, müssen wir Auch dafür ist gesorgt; wir schicken einen Vertrauenses thun, um unnöthiges Blutvergießen zu verhindern." mann als vermeintliche Ordonnanz eines Kommandeurs." Es hat nichts Bedenkliches; unsere Stellung ist vorAber dann ist ja der Sieg schon entschieden?" trefflich, unsere Leute bedürfen der Ruhe und Stärkung, und Er ist entschieben; denn die Provinzen sind alarmirt, die errungenen Erfolge werden inzwischen keine Abspannung die Landbevölkerung unterbricht alle Verbindungen und hält den militärischen Zuzug mit Gewalt ab." Da möchten wir doch aus dieser Stellung heraus. Der Insurrektion ist jede Ruhe gefährlich." " Ich bin derselben Ansicht und würde unsere Leute zurückziehen, wenn das überhaupt ginge. Aber ich ziehe unvermerkt unsere beweglichen Schanzen heran und denke damit den Feind in die ungünstige Lage zu bringen, in die er uns durch sein überlegenes Geschütz hier gebracht hat." " Das ist wahr, das muß ihn auch zum Rückzuge zwingen." Die Truppen machten jetzt eine ruhige Bewegung nach vorwärts, und die Arbeiter blickten auf ihren Anführer, der 3 einen aufmerksamen Blick auf die Bewegung des Feindes warf und zu den Freunden sagte: " Lassen Sie die Post verrammeln und unterstützen Sie uns durch ein lebhaftes Feuer. Ich werde zugleich von allen Straßen vorrücken lassen, denn wir haben jetzt Leute in Masse hinter uns." Damit warf er sein Roß herum und wollte sich zu den Seinigen zurückbegeben, als sich die Reihen derselben öffneten und unter lautem Hurrah derfelben Dr. Lange, gefolgt von Reinisch, hervorsprengte. zulaffen." Die Stärkung bereitet Herr Mandel in umfassender Weise vor. Und haben Sie zu unserer Sicherstellung irgend welche Maßregel zu verlangen?" Reine, als daß beide Theile in ihren Stellungen verbleiben." Auch die Reihen der Truppen öffneten sich jetzt und ließen den kommandirenden General mit einigen Adjutanten hervorsprengen. Haben Sie keinen Adjutanten, Herr Wießner?" fragte Lange. Keinen als Herrn Jwan. Herr Jwan, sind Sie noch einer Unterhandlung fähig?" Kopf wie gar nicht zu beschreiben, ich falle um." " Nicht kapabel," erwiderte dieser, mir brummt der " Freiwilliger vor!" rief Wießner. Frank meldete sich. Die politische Aufregung der letzten Wochen hat nunmehr ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Die Rammer geftand dem Ministerium Giolitti fechs Monate provisorische Amts führung zu, und somit ist dem Lande wenigstens der Alp vom Herzen genommen worden, binnen einem Jahre ein viertes Ministerium erdulden zu müssen. Zum ersten Male nach den Tagen des Transformismus" unter Depretis, Crispi und Rudini haben wir nun wieder eine ausgesprochene Partei regierung. Das Ministerium Giolitti gehört ganz der Linfen an, und die nächste bemerkenswerthe Folge davon wird sein, daß bei der schon eröffneten Wahltampagne der streng monarchischen Rechten die Unterstützung der Regierung fehlen wird. Männer wie Chimirri, De Zerbi, Bonghi, der Freund der Königin, in der Opposition und Republikaner wie Musst, Fortis, Barzilai als Stüßen des Gouvernements! " Rechter Hand, linter Hand, Beides vertauscht", deutlicher fonnte sich die Konfusion im politischen Getriebe nicht ausprägen, als durch diese Gruppirungen. Binnen wenigen Tagen wird sich die Rammer vertagen, obgleich eine Reihe der wichtigsten, vornehmlich handels politischen Gefeße der Erledigung harren; gleich darauf wird die Auflösung durch das Ministerium ausgesprochen, und Ende Oftober geht's an die Neuwahlen; dann wird ein Frosch Mäusetrieg entbrennen, wie ihn Italien wohl noch niemals gesehen hat. Apostel jeden Bekenntnisses werden das politisch müde Land durchwandern und durch tönende Worte dasselbe aufzurichten versuchen, im Uebrigen wohl wissend, daß sie allesammt an feinen Leiden gleich schuldig den Anderen zu Fuße fah, gleich vom Pferde stieg und den Zügel an den Arm nahm. Die Beiden begrüßten sich durch Salutiren mit dem Degen, worauf der Offizier bemerkte: Se. Exzellenz bieten sechsstündige Waffenruhe mit Verbleiben sämmtlicher Mannschaften in ihren Stellungen. Wir find's zufrieden," erklärte Streit. " Nach sechs Stunden: Kündigung auf diesem Plate oder Verlängerung der Waffenruhe." Angenommen. " In fünf Minuten werden Sie dieses Abkommen von Sr. Grzellenz unterzeichnet schriftlich in Empfang nehmen tönnen." " Ich werde dasselbe veranlassen." Darf ich um Ihren Namen bitten?" Advokat Streit." " Und jetzt ein wirklicher Streiter. Entschuldigen Sie, mein Name ist von Stauffen." Der Dichter?" " Nur Dilettant. Ich habe die Ehre." „ Ich gleichfalls." In fünf Minuten wurde das schriftliche Abkommen ausgetauscht, nach dessen Durchsicht fich Beide zu den Ihrigen zurückbegaben. Die Kämpfer legten ihre Waffen bei Seite und wendeten sich der erwünschten Ruhe und Erquickung zu. Achtzehntes Kapitel. Der König und sein Volt. visorischen Regierung," bemerkte Lange. Sie nicht, Herr Frank, Sie sind Mitglied der pro- wir auf eine demselben vorausgehende Begebenheit zurüc Zum Verständniß des eben berichteten Ereignisses müffen kommen. Bereits nach der Erstürmung des Zeughauses und " Sist ja wahr," erwiderte dieser lachend, man ver- der Besetzung des Marktes war der kommandirende General gißt das zu leicht, zumal wenn man nicht einmal Zeit ge- zum Ministerpräsidenten gekommen und hatte demselben die habt, seine Regierung anzutreten." Jetzt ertönte von drüben ein Hornsignal, und ein Adjutant, welcher ein weißes Tuch an seiner Degenspitze befestigte, ritt vor. höchst überraschende Botschaft gebracht: theilung machen, daß wir einige Aussicht haben, geschlagen " Exzellenz, ich muß Ihnen die unangenehme Mitzu zu werden." " Unmöglich!" rief Raffmaus und vermochte dem entLange hatte fein von der Sonne stark gebräuntes Geficht infolge der erhaltenen Wunde mit einem weißen Streit meldete sich und wurde mit Dant angenommen. Zuche verbunden und mußte die Hand vor die Stirn bringen, Er befestigte gleichfalls das Zeichen des Friedens an seinem um trotz der entgegenscheinenden Sonnenstrahlen den Degen, worauf er dem Offizier entgegen ging, der, als er behalten. sind. Recht« und Anke haben abwechselnd und zusammen die Süßigkeiten der Herrschaft gekostet, und Beide haben gleich- mäßig gesündigt durch ihren Großmachtskitzel, ihre liolonialpolitik und wahnsinnige Schulden- und Steuertreiberei. Und in jedem Lager ver- hehlt man sich nicht, daß es unmöglich mehr so weiter geht und neue Abgaben nicht mehr heraus- zupressen sind, da in dem ausgesogenen Lande j«des sch ärfere An sp a n n en der Steuer- kraft den Ertrag verringert. Aber sie denken Alle, Alle: Einstweilen hält das Eis noch! Der konservative Finanzminister Colombo mußte weichen, als er entschieden Ersparnisse im Militäretat verlangte, und Herr Giolitti hat soeben eine neue Vermehrung der Schuldenlast angekündigt, indem er den Bedarf für die Eisenbahnbauten durch eine neue Anleihe aufzubringen gedenkt. Was dem Lande bevorsteht unter dem neuen Ministerium der Linken, sagte der radikale Fortis recht drastisch in einer von der Linken, der Hälfte der äußersten Linken und einigen Angehörigen der Rechten mit Beifall aufgenommenen Rede. Er fürchte sich nicht vor neuen Steuern, erklärte er, und werde eher für solche stimmen, als daß er die militärische Kraft des Landes schwächen helfe. Und seinen andersdenkenden Genossen von der äußersten Linken rief er zu, daß wenn ihr Ideal, die Auflösung des Dreibundes, ver« wirklicht werden sollte, die militärische Macht Italiens erst recht der Kräftigung bedürfe. Und darin hatte Fortis nur zu sehr recht. Die ausgesprochene Gier dieser Herren nach Trient und Trieft ist eine Ironie auf iede Politik der wirlhschaftlichen und finanziellen Wiedererstarkung Italiens. Mag Cavalotti mit dem der Opposition treu gebliebenen Reste der äußersten Linken auch noch so laut ins Horn der Opposition stoßen: Auflösung der Tripelallianz. Verminderung der Heeres- lasten, organische Reformen, keine neuen Steuern,— man weiß nur allzugut, daß auch dieses an inneren Widersprüchen über- reiche Programm die Schmerzen nicht stillt. Und somit bleibtAlles beim schönen Alten. Das Land schleppt sich weiter in vollständiger Apathie, die Geschästspolitiker deklamiren weiter und theilen sich die Beute. Daß unter solchen Umständen eine gesunde Entwickelung nicht möglich ist. ist klar. Der Kampf um die Herrschaft im Staate und um die Ausbeutung spitzt sich auf einen reinen Personen streit zu. Männer der Linken, wie CriSpi und Nicotera. bekämpfen sich unter einander und befehden wieder ihren Parteigenossen Giolitti, wenn dieser am Ruder ist; Colombo und Vonghi von der Rechten fallen hinwieder ihren Parteigenossen Rudini an, weil sie's selber nach dem Fauteuil gelüstet.„Für die Besserstellung des Proletariats haben wir bisher Nichts gethan", gestand Fortis in der Kammer; doch unterließ er hinzuzufügen, daß nunmehr, da ein Ministerium nach seinem Herzen am Ruder ist. in dieser Hinsicht Etwas geschehen werde. Gelangen Machtfragen zur Erörterung, dann sind die Herren zur Stelle, die Kammer gefüllt fast bis auf den letzten Platz, handelt es sich um Dinge, welche all« Kreise im höchsten Grade berühren, wie beispielsweise den Handels- vertrag mit der Schweiz, zieren fünfzig Abgeordnete den Saal. ArmeS Italien! Ja, armes Italien! Ehe daS Volk sich ermannt und diesem widerlichen Hexenspuk für immer ein Ende macht, ist kein« Besserung zu erwarten. Die Kammer, die aus Zensuswahlen hervorgeht, vertritt nur eine winzige Minderheit: die herrschenden Klassen und den korruptesten Theil der Bevölkerung. Das arbeitende Volk ist von den Wahlen und der Regierung ausgeschlossen und hat nur die paar aus einigen radikalen Kreisen geschickten Sozialisten zu Vertretern. Die schlimmste Folge der Dreibund-Politik ist. daß der Chauvinismus gepflegt wurde, und zwar ein Chauvinismus der sich— jedenfalls zur großen Enttäuschung der Drei- bunds-Polittkcr— nicht gegen Frankreich, sondern— in Form des JrredentismuS— gegen Oe st erreich kehrt.— Sl* Die konstituirende belgische Kammer, welche da? evisionSwerk zu vollbringen, nebenbei aber auch den Staatshaushalt für das nächste Jahr zu regeln hat, ist auf den 12. Juli einberufen.— Der englische Wahlkampf nimmt bis jetzt einen fiir die Liberalen sehr ungünstigen Verlauf, waS von niiß- vergnügten Liberalen dem alten Gladstone ins Schnldbuch geschrieben wird. Mit Unreckt. Wir sind gewiß keine Freunde des»großen Windbeutels" mit seiner öligen Pfaffensophistik und Advokatenrabulistik, und wir wollen anch die groben Fehler nicht leugnen, die er gerade in letzter Zeit begangen hat, aber auch wenn irgeud ein anderer der liberalen Führer an der Spitze der Partei stände und ein klügerer als sie alle zusammen genommen, so würden die als General? Ich bitte Sie, solchen Falle aus dein Staate »Und doch ist es so." »Und das sagen Sie was sollte denn in einem werden?" Der General zuckte mit den Achseln und meinte: »Das zu überlegen ist nicht meine Sache; ich bin nicht Minister und nicht Staatsrath. Ich habe meine Befehle erwartet und nach Kräften ausgeführt." »Wir hatten das beste Vertrauen zu Ihrer Energie und Fähigkeit." „An denen Sie hoffentlich jetzt nicht zweifeln?" »Es fällt mir schwer, indessen..." „Ich will Ihnen sagen, woran es liegt. Zunächst war Ihre Polizei ganz miserabel bestellt; die großartigen Vorbereitungen sind nicht in Erfahrung gebracht, oder sie sind unterschätzt worden. Statt mit 20- bis 25 000 Arbeitern, haben wir eS mit vielleicht 40 000 zu thun, was im Straßenkamps einen Unterschied macht, zumal wenn die Kavallerie die Umgegend nicht beherrschen kann. Nun kommen außer der Teufelei mit den beweglichen Barrikaden, an die kein Mensch gedacht, ein kolossales Bollwerk aus rohen Eisenkörperu auf einer Unzahl von kleinen Rädern, die sich lenken lassen, Handgranaten, Raketen, Fledermäuse, Schlangen, Nitroglycerinbomben, Tynamitkapseln, Dampf- spritzen und was weiß ich Alles. Die ganze Affäre ist noch glimpflich abgelaufen; aber, wenn es so fortgeht, gicbt es einen Vcrnichtungskampf, bei dem nicht viel von nur und weinen Leuten, ja von uns allen übrig bleiben wird." „Und was, tueinen Sie, ist unter solchen Umständen »u thun?" „Das Beste ist unbestritten, von unserem Standpunkte aus gesehen, ich ziehe alle Truppen nach dem Westen auf die Höhen und setze mich in Verbindung mit den Truppen, die hierher dirigirt werden können. Und, wenn es so sein «all, kann die Stadt bombardirt werden." »Das sind schlimme Aussichten; hätte ich das ahnen sonnen, würde ich die Arbeiter hingehalten haben, bis wir xm Stande waren, alle Maßregeln auszuführen, ohne daß uuch nur eine Idee von Insurrektion gefaßt werden konnte." (Fortsetzung folgt.) Chancen der Liberalen keine besseren sein. Napoleon hat einmal gesagt: Das Unglück ist eine Eigenschaft. Das Pech, von dem die liberale Partei jetzt verfolgt wird, ist jedenfalls eine Eigenschaft— das heißt kein Zufall, sondern die natürliche Folge ihres innersten Wesens. Sie hat kein Programm— und sie hat kein Ziel, für welches die Masse des Volkes sich begeistern kann. Alles, waS sie auf dem Gebiet der inneren Politik den Wählern bietet, das bieten auch die Tories. Und was die Tories nicht bieten können und wo- mit die Massen zu fangen wären, ein sozialistisches Programm — das können die Whigs so wenig bieten wie die Tories, oder anders ausgedrückt: die Liberalen so wenig wie die Konservativen. So bleibt den Liberalen denn als Wahl- schlachtroß nichts als die irische Frage— und das ist ein sehr bockbeiniges Schlachtroß, das schon manchen Reiter ab- geworfen hat.— Die Auflösung de? Unterhauses erfolgt am 28. d. Mts. Die Wahlen in London und anderen Städten werden am 4. oder 5. Juli beginnen und nicht an einem Sonnabend vorgenommen werden. Die Tories haben sich diesen kleinen Vortheil nicht entgehe» lassen.— Russisches. Die Aufhebung des Ausfuhrverbots für Getreide ist erfolgt. Schwindel.— Nach einer Verfügung des Generalgouvcrncurs von Polen müssen sämmtliche Meister und Obermeister in den Fabriken, die des Russischen nicht mächtig sind, bis zum 1. Januar 1893 entlassen werden. Wird den großen Krach nicht verhindern.— Zur amerikanischen Präsidentenwahl. Heute tritt die demokratische Konvention in Chicago zusammen. An der Ernennung Cleveland's zum Kandidaten ist kaum zu zweifeln, zumal einer der Kandidatschafts- Kandidaten, Palmer, der die demokratischen Stimmen des sehr einflußreichen Staats Illinois(mit der Hauptstadt Chicago) auf sich vereinigte, zu Cleveland's Gunsten zurückgetreten ist. Dieser hat jetzt nur noch einen Gegenkandidaten, Hill aus New-Iork. Jedenfalls herrscht unter den Demokraten größere Einigkeit, als unter den Republikanern und— sie haben einen besseren Ruf. Die Demokraten sind nämlich seit Abschaffung der Sklaverei in den KOer Jahren blos einmal auf vier Jahre ain Ruder gewesen, und zwar unter Cleveland, der persönlich für einen ehrlichen Mann gilt, und sie haben in diesen vier Jahren natürlich nicht so viel stehlen können, wie die Republikaner in 24 Jahren. Und daß sie weniger Gelegenheit zum Stehlen gehabt(»Gelegen- heit. macht Diebe"),— das kommt ihnen jetzt zu Statten,— wie das Gleiche den Republikanern zu Statten kommen würde, wenn das amerikanische Volk fünf oder sechs Mal hinter einander Demokraten wählte. Nun— hoffentlich wird bald mit der ganzen»demokratischen" und«repu- blikanischen" Geschäftspolitik aufgeräumt.— Der„Frankfurter Zeitung" haben wir Unrecht gethan mit unserer Notiz:„Volkspartciliche Ungezogenheit." Die Bemerkung, auf welche wir reagirten, war ein Zitat aus dem„Leipziger Tageblatt", und das Mißverständniß, welches wir bedauern, würde nicht vorgekommen sein, wenn in der„Frankfutter Zeitung" die betreffende Stelle mit Anführungszeichen versehen gewesen wäre.— Veuckeinarftvicktten. Die Sirsch-Tunckeriauer Cannstatts stellten vorige Woche, wie die„Schwöb. Tagwacht" in Nr. 139 meldet, Kandidaten für die bevorstehenden Gewerbegerichts- Wahlen auf. Es soll dabei betont worden sein, daß die Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine nicht gegen ihr„Prinzip" verstoßen, wenn sie Mitglieder des evangelischen Arbeitervereins ausstellten, nur müsse das geheim geschehen, da man sich öffentlich mit dem letztere» Verein blamiren würde! Zn einer kleinen' Sozialistendebatte kam es, wie das „Hamburger Echo" berichtet, am 12. Juni auf dein zu Ahrens- dur g stattgehabten Gautage des s ü d o st- h o l st e i n i s ch e n Tnrngaues. Aus der Tagesordnung stand als erster Punkt: „Vorlegung des Gesuchs der Wandsbecker Turnerschaft von 1881 um Aufnahme in den südost-holsteinischen Gau." Da nach An- ficht einiger Delegirtcr dieser Verein sich jedoch politisch hervor- getban(die Mitglied» haben nämlich das schwere Verbrechen begangen, ihre hungernden Arbeitsbrüder durch Geldbeträge zu unterstützen), beantragte Kneese-Wandsbek, die Turnerschaft nicht aufzunehmen, denn in Turnvereinen dürfe nicht Politik ge- trieben werden. Seitens des anwesenden Vertreters d» Wands- beker Tnrnerschaft wurde Knecse darauf aufmerksam ge- macht, daß zwischen Politik und Gewerkschaftsbewegung doch ein großer Unterschied bestehe; Knees« könne diese beiden Theile wohl nicht unterscheiden. Gauschrift- und Kassen- wart Quellmalz bat daraus die Vertreter des Wandsbecker Turnerbundcs, künftig dafür zu sorgen, daß ihr Verein sich ferner nicht mehr an der S e d a u f e i« r betheiligen möge, denn die Theilnahme an solchen Festen sei doch sicherlich auch politisch. Im Tone tiefster Entrüstung entgegnete darauf Herr Knecse, daß dies patriotisch gehandelt sei! Es ist dies das alte Lied: Die Politik der„Rcichötreuen" ist Patriotismus,— treten aber die Arbeiter für ihre darbenden Brüder ein, so ist das in den Augen der herrschenden Gesellschaft ein Verbrechen, welches natürlich bei jeder ersten besten Gelegenheit gerügt werden muß. Trotz der Gegenrede des Herrn Knecse wurde die Wandsbecker Turnerschast in den Gau aufgenommen. � In Hannover feierte vorigen Sonntag der„Bund der ver- einigten Arbeiterliedertafeln von Hannover und Umgegend" sein erstes Sängerfest. Es waren nicht weniger als d2 Vereine vertreten. Die Feier verlief bestens. •• Sächsisches. Alle drei Mitglieder des Chemnitzer sozialdeinokracischen Agitationskomitees haben folgendes Schreiben zugeschickt erhalten: „Nachdem hier bekannt geworden ist, daß Sie nebst zwei anderen Personen ein„Agitationskomitee" gebildet haben, das Letztere auch laut eines in Nr. 88 des„Beobachter" enthallene» und von Hermann Albert unterschriebenen Aufrufs in Thätigkeit getreten ist, und da dieses Komitee als ein Verein im Sinne von � 19 des Gesetzes vom 22. November 1850 anzusehen ist, so wird Ihnen hiermit aufgegeben, die in Absatz 2 des vorbezeichneten Gcsetzesparagrapden vorgeschriebenen Anzeigen alSbald bei Ver- meidung Ihrer Bestrafung nach§ 33 des vorgedachten Gesetzes anher zu erstatten. Chemnitz, am 14. Juni 1892. Das Polizei-Amt. Siebdrat." Dem gegenüber stützen sich die Chemnitzer Parteigenossen auf ein Urtheil des Oberlandesgerichts, laut welchem ein Komitee von 3 Personen kein politischer Verein ist. In Piuueberg wurden bei der Nachwahl zum Gewerbe« g e r i ch t in der Klasse der Unternehmerbeisttzer Tischlermeister H. Rehm und in der Klasse der Arbeiterbeisitzer Tischler F. Klaus gewählt. Beide sind Mitglieder der sozialdemokratischen Partei. »» AuS New-Dork wird uns geschrieben: Die von der New- Jork» Sektion der sozialistischen Arbeiterpartei in Gemeinschaft mit der Central Labor Föderation angeregte Konferenz zur Bk- rathung und Beschließung über die Einsetzung eines int er- nationalen Korrespondenz-Bureau's ist auf den 27. Juli nach Pittsburg einberufen worden. Die hiesige„Fede- ration of Labor" hat charakteristischer Weise das betr. Einladungs- schreiben ack»cta gelegt.— Wie aus einzelnen Notizen in v»schiedenen Arbeiterblättern Deutschlands hervorgehl, faßt man drüben theilweife die neuerliche Bewegung hier so aus, als ob es sich dabei darum handelte, die „leidige Politik", welche„schon so viel Unheil" angestiftet habe, aus den Gewerkschasts-Organisationen zu verbannen. Dies ist die Darstellung der Sache sowohl seitens d»„konservativen" wie der„gewerkschaftlich-anarchistischen" Führer. Sie ist aber durchaus unrichtig. Dies ist schon aus salzendem Paragraphen deS für den geplanten hiesigen neuen Zentralkörper angenomme- nen Statuts d« Central Labor Union ersichtlich, welcher von keiner Seite beanstandet wurde, während man den Para- graphen strich, welcher die Lostrennung von den kapi- talistischen Parteien vorschreibt; jener Paragraph, welcher über das„Gesetzgebungs-Komitee" handelt, lautet:„Artikel VIII,§ 10. Das Gesetzgebungs-Komitee soll alle Angelegenheiten, welche gesetzgeberische Aktion erfordern, unter sich haben; Gesetzes- vorlagen, welche es für die Arbeiterinteressen nölhig erachtet, ab- fassen, dieselben der Central Labor Union zur Gutheißung vorlegen und, wenn gutgeheißen, in Gemeinschaft mit dem Rechtskomitee deren juristisch korrekte Abfassung und Einreichung in der Legislatur veranlassen."— ES sei noch bemerkt, daß sich Komitee'? obiger Art in allen geiverkschaftlichen Zentralkörpern des Landes befinden, mit Ausnahme derjenigen, welche auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, die ab» noch dünn gesäet sind und von den Führern des „Pure and Simple Trades Unionism" offen od» heimlich de- fehdet werden.— Merkwürdige Dinge erlebt man hier: der bekannt« Echilh- mach» Knoke auS Frankfurt a. M., der nach fein» Herkunft inS anarchistische Lager übrrschivenkte, ist jetzt unter die S p i r i- tisten gegangen! Todteuliste der Partei.'In Bremen ist der Zigarren- mach» L. Jörgensen nach zehnmonatlichem Krankenlag» in seinem 36. Lebensjahr gestorben. Derselbe wurde 1883 auf Grund des Sozialistengesetzes aus Hamburg und dann als„lästiger" Aus- länder— er war Däne— aus Preußen ausgewiesen, weShalb er nach Bremen übersiedelte. PolizeilicheS.'GerichtNch-S. — In Uetersen wurde d» Partelgenoss« Bogt vom Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung d» dortigen Polizei zu 20 M. Geldstrafe verurlheilt, weil er— was er bestritt— in ein» Versammlung nach dem Bericht des überwachenden Gendarmen gesagt haben soll, die Maifei» würde trotz aller .�Chikanen" der Polizeibehörde abgehalten werden. Der Amts- änwalt hatte 14 Tage Gesängniß beantragt. D» desselben Ver- gehens Mitangeklagte Parteigenosse Vehrs aus Heitgraben wurde freigesprochen, weck er über die Maifei» nachweislich gar nicht gesprochen hatte. Der Amtsanwatt sordette selbst dt« Frei- �— Die Kieler Strafkamm» verurtheilte am 14. Juni den Tischler C. G i b s o n, früher in Kiel, jetzt in Hamburg wohn- hast, wegen Gotteslästerung zu drei Monaten Gesängniß. Das Vergehen soll in einer vor zwei Jahren in Neumühlen statt- gehabten Versammlung der Freidenker begangen worden sein, in welcher Frau Wilhclmi das Referat hatte und ein Kandidat der Theologie sowie Gibson sich an der Diskusston betheiligten. Auf eine Denunziation hin wurden wegen ihrer Aeußeruugen Frau Wilhelmi, Gibson und einige andere Personen unter Anklage gestellt. Belastungszeuge war jener Kandidat. Frau Wilhelmi ist im Berufungdtermin am 8. Januar freigesprochen worden. Gibson war damals wegen Mangels an Reisegeld nicht erschienen, weshalb das Gencht seine zwangsweise Vorführung zum nächsten Termine beschloß, welche am 14. Juni, wo Gibson verurtheilt wurde, auch vollzogen worden ist. — Eine Verhandlung von hervorragendem Interesse war eS, in welcher der Parteigenosse Franz Schneider aus Ottensen von der ersten Slrafkammn des A l t o n a e r Landgerichts zu drei Monaten Gesängniß verurlheilt wurde. Das „Hamburger Echo" berichtet darüber:„Schneid» war wegen Beleidigung, begangen durch die Presse, angeNagt. In der von ihm für kurze Zeit in Vertretung für den in Strafhaft befindlichen Redakteur redigirten„Norddeutschen VolkS-Zeitung" erschien eine Korrespondenz aus Kiel. in welcher die Thatsache mitgetheilt wurde, daß der Schreib» auf der kaiserlichen Werst in Kiel, W.Rüting, seinen eigenen Bruder, der vom Militär deserlirt war, d e n u n z i r t hatte. Dies« Mittheilung war mit ein» scharfen Kritik der Handlungsweise deS genannten Schreibers begleitet. Letzterer fühlte sich durch die Kritik beleidigt und stellte Strafantrag. Die Sache wurde als im öffent- lichen Interesse liegend von der Staatsanwaltschaft in die Hand genommen.(!!!) Schneider behauptet, daß er weder die Kor- respondenz verfaßt, nach darin etwas Anstößiges gefunden, noch die Absicht gehabt habe, den Rüting beleidigen zu wollen. Der als Zeuge vernommene Rüting giebt die in der Korrespondenz behaupteten Thatsachcn zu. Sein Bruder sei vom Militär deserlirt und habe bald darauf zwei Briefe an ihn ge- schrieben. Den Aufenthalt seines Bruders habe et der Militärverwaltung verrathen. Sein Brud» sei daraufhin gefaßt und zu sieben Monaten Festungshaft und Degradirung in dir zweite Milttärllasse ver- urtheilt worden. Durch die geübte Kritik fühle» sich um so mehr beleidigt, als er seinen Bruder nur deshalb vnrathen habe, weil er sich gedacht, die Strafe w»d« nicht so hoch aussallen. Der Staatsauwalt beantragt die bereits mitgetheilt« Straf« und meint, daß dieselbe deshalb etwas höher bemessen werden mußte, weil die ganze Haltung der in Frage stehenden Zeitung in militärischen Dingen eine häßliche Gegnerschaft(jegen das Bestehende zeige. Der Beitheiviger Dr. Türkheim plädirt für Freisprechung des Angeklagten, weil in der Korrespondenz die Grenzen berechtigter Kritik nicht überschritte» seien. Daß ein Bruder den anderen denunzire. sei das Unnatürlichste, was man sich denken könne. Solche Handlungsweise gelt« in der öffentlichen Meinung als moralisch verwerflich. Wenn das Ehrengericht deutscher Rechts- anwälte eL als für moralisch verwerflich erklärt habe, wenn ein Anwalt den anderen denunzire, so müsse man annehmen, daß in juristischen Kreisen üb» die Denunziation eines Bruder? gegen den anderen ein gleiches Urtheil gefällt würde. Gesetzlich zur Denunziation verpflichtet mar Rüting nicht, wenn er auch Beamter sei. Daß er den Aufenthalt seines Bruders verrathen habe, nur um Letzteren zu schütze», sei ihm nicht zu glauben. Es bestand nun weder ein liioralischer Zwang, noch eine gesetzliche Pflicht der Denunziation, und so mußte er sich auch eine scharfe Kritik gefallen lassen. Wenn der Staatsanwalt die Gesammthaltung der Zeitung in militärischen Dingen bei der Strafausmessung mit in Betracht gezogen wissen wolle, so sei in d» Beweisauf- nähme von d» Gesammthaltung nichts bekannt geworden und im vorliegenden Falle handle es sich nicht um'Militärsachen, sondern um die Kritik eines Bruders, der seinen Bruder denunzirt habe. Er beantrage, wenn keine Freisprechung erfolgen könne, auf eine ganz niedrige Geldstrafe erkennen zu wollen. Das Ge» ttcht hat sich den Ansichten des Bercheidigers nicht angeschlossen. sondern wie mitgetheilt erkannt." Für den Inhalt der Inferate über Neue Welt. Ditto Attien- Branerei Friedrichshain. Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Jeden Mittwoch: nügliche und werth. Vor dem Königsthor.( früher Lips). Vor dem Königsthor. nimmt die Redaktion dem Bublifum Kinderfest mit Gratisverloosung, volle Gewinne gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 22. Juni. Berliner Theater. Narcis. Deutsches Theater. Stella. Die Mitschuldigen. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Die Fledermaus. Oftend- Theater. Die Rellnerinnen Bonbonregen, Puppentheater, Stangenklettern, Wettlaufen, Fackelzug. Bon 4 Uhr Konzert und Komiker- Vorstellung. Nachm. ab: 657b Entree für Erwachsene 15 Pf., Kinder 10 Pf., bie Mühe, Geschenk und 1 Freiloos gratis erhalten. Donnerstag: Monstre- Feuerwerk der Herren Leidhnik und Ban. Hasenhaide, Bergmann- StraßenGake. Th. Keller's Hofjäger, Sente, Mittwoch, den 22. Juni 1892: von Berlin. Hierauf: Die juten Drittes gr. Kinderfest mit Gratisverloosung. stunde. Thomas Theater. Mamfelle Nitouche. Bellralliance- Theater. Der KasinoBall. Kroll's Theater. Die Maktabäer. Adolph Ernst- Theater. GroßWien. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Berl. Sommer- Theater BO ( Beck Brauerei, Tempelhofer Berg) Mittwoch, den 22. Juni: Bonbonregen, Sackhüpfen, Sahnenschlag etc. Großes Garten- Konzert. Im großen Saale: Ball. Marionetten- Theater. Volksbeluftigungen. Abends: Großer Fackelzug und bengalische Beleuchtung. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf. Rinderbillets nur an der Raffe. Achtung! A. Fröhlich. Achtung! 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 26. Juni 1892: Großes sozialdemokr. Sommerfest Gr. Gala- Vorstellung in Konzertpark Viktoria, Frankfurter Allee 72, u. Italienische Nacht. 1. Theil: Specialitäten I. Ranges. Gastspiel der französischen Lieder- u. Walzersängerin Mue. Valeria Pasqual. Gastspiel der Original- Burleske- Excentrics: 3 Gebr. Mathias. 2. Theil: Zwölf Mädchen in Uniform. Vaudeville- Burleske in 1 Akt von L. Angely. Musik von verschieden. Komponisten. unter Mitwirtung der Gesangvereine Männerchor St. Urban und Hoffnung( Friedrichsberg). 391/5 Saale: Konzert, Spezialitäten- Borstellung. Im großen Ball. Herren, welche an Ball theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Grosse Fackelpolonaise. Billets à 20 Pf. find zu haben bei R. Wengels, Roppenstraße 41; H. Baumgarten, Bofenerstr. 4, 3 Tr. und in den mit Plakaten belegten Handlungen. Das Komitee. Inscenirt von Paul Pauly. Achtung! 8. Theil: Specialitäten- Vorstellung. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen der Najaden, grosses Balletdivertissement, ausgeführt von dem aus 20 Damen bestehenden Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 71 Uhr. 11 Uhr: Sommernachts- Ball. Morgen: Grosse Vorstellung. PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte mit Wasser, Rähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Victoria- Brauerei. Lühowstraße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer Lüglich Sonnabends): Stettiner Sänger. Montag, den 27. Juni 1892: 1. Stiftungsfest der 457/8 Freien Vereinig. d. Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Grosses Doppel- Konzert ausgeführt von 2 Mufil- Korps der Freien Vereinigung unter Zeitung der Dirigenten G. Schonert und G. Grak und unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitglieder bez Arbeiter- Sängerbundes) unter Beitung Festrede gehalten vom Stadtverordneten Fritz Zubeil. Während und nach dem Konzert: Grand Ball. Bei eintretender Dunkelheit große Fackelpolonaise, wozu jedes Kind eine Stodlaterne gratis erhält. Borfigftr. 81a; G. Grass, Aderfir. 120; P. Blanschefsky, Straffunderftr. 52; Programme find bei nachstehenden Mitgliedern zu haben: C. Böhm, H. Soppe, Reichenbergerstr. 158; W. Schulz, Ackerftr. 36; A. Kessler, Laufiger firaße 51; E. Vogel, Röpenickerftr. 173; G. Gartmann, Weberstr. 58, sowie bei allen mit Plakaten belegten Geschäften. Das Komitee. Polnischer Sozialisten- Verein. Sonntag, 26. Juni, in Friedrichshagen( Müggelschlösschen b. Cybulsky): Sommer- Fest. Entree für Männer 50 Pf., Frauen frei. Abfahrt 8 Uhr früh vom Schlesischen Bahnhof. Reisebillet 20 f. Um zahlreiche Theilnahme ersucht 251/7 Das Komitee. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. Außerord. General- Versammlung am Mittwoch, den 22. Juni, Abends 8½ Uhr, 6. Wahlkreis. Achtung! im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-12. Sonntag, 26. Juni, Nachmittags 2 Uhr: Grosses sozialdem. Volksfestes in den Lokalen: 1. Jägerhaus, Schönhauser Allee; 2. Knebel, Badftr. 58 i 3. Knappe, Müllerstraße; 4. Böttcher, Seeschlößchen in Reinickendorf. Unter Mitwirkung mehrerer bewährter Geſaugvereine( M. d. A.-B.). Festrede. Lebende Bilder. Vorträge. Den Genoffen des 6. Wahlkreises zur Mittheilung, daß die Feier auf dem Brocken, Tegeler Chaussee, Umstände halber nicht stattfinden kann, sondern in den oben angeführten Lokalen stattfindet. Die Billets haben, wie bei der Maifeier, zu allen vier Lokalen Giltigkeit, sodass mit einem Billet alle vier Lokale besucht werden können. 475/5 Das Romites. Verein zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer Berlins u. Umgegend. Donnerstag, den 23. Juni 1892, Abends 6 Uhr: I. Wander- Versammlung BS in Charlottenburg Gambrinus- Brauerei, Wallstraße Nr. 46. Zages Ordnung: 1. Der politische und wirthschaftliche Rampf und die Stellung beider zu einander. 2. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Sonntag, den 26. Juni 1892, Vormittags 101 Uhr: II. Wander- Versammlung Ms in Weissensee Wilhelmstr. 24, Ecke der Charlottenburgerstraße, Restaurant Grams. Lages Ordnung: 1. Warum gründen die Arbeiter Fach- Organisationen? 2. Errichtung Stets wechselnd. einer Zahlstelle und Vorschläge zu einem Hilfstaffirer. 3. Verschiedenes. Programm. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder in beiden Bersammlungen ist Anfang 8 Uhr. unbedingt nothwendig. Sonntags 7 u. 448/12 Entree 50 Pfg. à Plakate) Der Vorstand. Wochentagsbillets& 40 f.( S. Mtatato Verein der Sattler u. Fachgenossen. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L Neue Welt, Hafenhaide 108. Sonnabend, den 16. Juli, Montag, Dampfer- Partie nach Schmöckwit am Sonntag, 17. Juli. Abfahrt: Morg. 6, Uhr von der Jannowitz- Brücke. Billets sind in der Versammlung am Mittwoch, den 22., Abends 81/2 Uhr, im Klubhaus", Annenstr. 16 und bei den Kollegen Marste, Lübenerstr. 24; Schwarzer, Alexandrinenftr. 87, 1 Tr. und Schreiber, [ 661b] Ackerstr. 48, zu haben. Der Vorstand. Fachverein d. Tischler( Often). Versammlung ben 15. Auguft, für Arbeitervereine am Mittwoch, den 22. Juni, Ab. 8 Uhr, in Haberecht's großem Gaal unter günstigen Bedingungen noch frei. 668b A. Bethge, Delonom. Franz Beyer, Berlin N., Chauffeestr. 103. Billigste Bezugsquelle für Wein, Liqueure, Rum, Cognac, Fruchtsäfte. 2594L Graupapagei, sprechend, junge Staare, Amfeln, Drosseln zum Anlernen, Kreuzschnabel, Wachteln billig. 667 b Schnelle, Invalidenstr. 7. Große Frankfurterstr. 30. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Freiheit und Autorität. Referent Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 418/4 Der Bevollmächtigte. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Arbeiter- Bildungsschule, Nordschule. Grosser Ausflug nach den Pichelsbergen und Schildhorn am Sonntag, den 26. Juni. Zages Ordnung: 1. Erfahwahl von 6 Aufsichtsrathsmitgliedern, welche ihr Amt nieber gelegt haben. 2. Erledigung der Anträge und Gesuche. 3. Verschiedenes. Durch unberechtigtes Eingreifen des früheren Aufsichtsrathsmitgliedes Rarl Klein ist die Aufnahme dieses Inserats in ber geftrigen Nummer des Vorwärts" unterblieben und bitten wir um zahl reiches Erscheinen der Genossen. Der Vorstand. 95/20 Brot Genoffenschafts- Kranken- u. aus der Genossenschafts- Kranken- u. Sterbekasse Kaffee, roba geti order Berl. Hausdiener. züglicher Qualität, Hochfeine Tafel- Grasbutter, tägl. frisch, à Psd. 1-1,10 m., empfiehlt A. Fiebach, Choriner- Straße Nr. 65a, Ecke Schwedterstraße. 2587L Verkaufe befferes Borkostgesch., Laden, Schöne Wohnung( Moabit), Anzahlung 600 Mt., fof. Siegfried, Postamt Telegramm- Adresse: Waffengötz, Berlin. H. Götz& Co., Waffenfabrikanten. Berlin, Friedrichstr. 208. Revolver 5 bis 75 M.( Specialität). Teschins( grösst. Sortim.) Gewehrform. M. 6,50 bis M. 50.Luftgewehre( schönes Geschenk) für Bolzen u. Kugeln 8 bis 35 M. Jagdearabin. Schrot u.Kug. v.14 M. an Centralfeuer- Doppelflinten Ia im Schuss M. 34,- bis M. 250,-. 3jähr. 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Dis fuffion eventuell Wahl einer Statuten berathungs- Rommission. 5. Fragetaften. Quittungsbuch legitimirt. 655b Der Vorstand: Albert Kessler. Zentral- Kranken- u.Sterbelasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin C. Donnerstag, den 23. Juni 1892, Abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung in Habel's Brauerei, Bergmann- Straße Nr. 5-7. Tages- Ordnung: 1. Festsetzung der Gehälter und Ver gütigung an die Ortsbeamten. 2. Wahl der gesammten Ortsverwaltung und Beitragssammler. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Bu zahlreichem u. pünktlichem Befuch 808/15 labet ein Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Bildungsschule Ost- Bezirk. Bon der Berloosung beim Waldfeft im Müggelschlößchen sind die Gewinne, die auf folgende Loosnummern fielen, noch nicht abgeholt: Str. 102, 50, 247, 893, 227, 154, 172, 52. Dieselben können beim Schulwart, Markusstr. 31, 4 Tr., gegen Vorzeigung der Loose in Empfang genommen werden. Die Schulkommission. 653b Achtung! Allen Freunden und Genoffen aur Nachricht, daß ich meinen Genoffens schafts Brotverkauf Strelitzer und Elifabethkirchstraßen- Ede eröffnet habe. Bitte um Zuspruch. Paul Joof 9 Möbl. Schlafft.( fep. Eing.) für zwei Herren Pallisadenſtr. 84., v. 3 Tr. bei Rurnapp. Arbeitsmarkt. Arbeits- Nachweis 654 b für alle bei Holzbearbeitungs- Maschinen 650 b beschäftigten Arbeiter und Kutscher bei Nemling, Böchstr. 36. Einpacker auf Goldleisten verl 631M] E. Weidig, Wienerstr. 9. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 143. Tokales. Proletarierkinder haben nur Werth, wenn sie sich zu Ausbeutungsobjekten eignen. Go lange sie noch flein und arbeitsunfähig sind, gelten fie der Gesellschaft als eine überflüssige Last, und oft genug sehen auch die Eltern, durch Noth und Elend bart geworden, in ihnen nur unnüße Effer. Sie sind ihnen ein Hinderniß im Kampf ums tägliche Brot, besonders, wenn sie außer der Ehe geboren find. Eines unehelichen Kindes sucht sich so manche Mutter auf jede mögliche Weise zu entledigen, und wenn man ihr das Kind nicht abkauft, so verschenkt sie es einfach. Die Dienstagsnummer des Berliner Sofal Anzeiger" enthält wieder zwei Annoncen, in denen Kinder, von denen das eine fogar schon 5 Jahre alt ist, umsonst angeboten werden. Allem Anscheine nach handelt es sich in diesen beiden Fällen, denen fast täglich gleiche Fälle angereiht werden könnten, nicht einmal um außereheliche Kinder. Den Verkauften oder Verschenkten gereicht es oft zum Heil, wenn sie in andere Hände übergehen. Sie entgehen auf diese Weise dem elenden Dasein, das die Eltern führen. Zuweilen aber harrt dieser Kinder auch ein trauriges Schicksal. Sie werden von einer gewiffen Sorte Ausbeuter, der im Prinzip die gesammte Ausbeuterklasse nicht viel nachsteht, zum Handeln, Betteln und Stehlen erzogen und müssen den Ertrag ihrer Arbeit" abliefern, um dafür die elendeste Beköstigung und obendrein noch eine unmenschliche Behandlung zu erhalten. Aus diesen Kreisen rekrutirt sich später ein großer Theil der Gewohnheitsverbrecher, die dann die gegen die Proletarierkinder verübten Sünden der Gesellschaft an dieser selbst rächen. " = " Mittwoch, den 22. Juni 1892. 9. Jahrg. schaft zu fröhnen, an die Spree gezogen zu sein. Die Paffionen davon. Auf sein Hilfegefchrei tamen der Vater und der Boots des Herrn Krüger scheinen aber auch von anderer Beschaffenheit mann herbei und unternahmen Rettungsversuche, aber ohne Ers gewesen zu sein, denn K. wurde am Sonnabend Abend auf An- folg. Morgens 30g man( so berichtet der" A. f. d.§.") die frag der Berliner Kriminalpolizei von der Köpnicker Behörde Mutter nebst einem Kind, das sie fest in den Armen hielt, aus verhaftet und es stellte sich heraus, daß der Rentier der Chef dem Wasser. Schröder hatte mit der Frau in glücklicher Ehe ge einer Diebesbande gewesen, die in den öftlichen Stadttheilen ihr lebt. Es sind noch fünf Kinder am Leben. Unwesen trieb. Allem Anschein nach ist K. der Boden in Berlin au heiß geworden und nach alter Verbrecherpraris hat er es vorgezogen, in einen der Vororte zu übersiedeln. Bei der fofort vorgenommenen Haussuchung ist das gesammte Diebeshandwerkzeug des R. im Ofen gefunden worden. Inhalt: er -O Gerichts- Beifung. Der Apotheker Heinrich Unkraut wurde heute der Polizeibericht. Am 20. d. Mts. vergiftete fich ein Rauf mann in seiner Wohnung in der Kommandantenstraße mittelst Blausäure. Vor dem Hause Friedrichstraße 104a wurde Vor mittags ein 90 jähriger Gutsbesißer von einer Droschke überfahren und so bedeutend am Kopfe verlegt, daß er nach der Charitee Die vollzogene Hinrichtung Wehel's wurde bereits gebracht werden mußte. Nachmittags gerieth ein 8jähriger Dienstag Vormittag um 9 Uhr durch Plakate an den Anschlag- Knabe vor dem Hause Weberftr. 42 unter die Räder eines Arbeitsfäulen amtlich bekannt gemacht. Diefelben hatten folgenden wagens und erlitt einen Schädelbruch. In der Nacht zum 21. b. Mts. brach in der Fabrit der Aftien- Gesellschaft für Bau wehel ist durch Urtheil des tgl. Schwurgerichts bei dem Land- geschoß und im 1. Stock belegene Drechslerei und Fraiserei, sowie Betanntmachung. Der Kommis Ernst Wilhelm Gustav Ausführungen Genthinerstr. 3 Feuer aus, wodurch die im Erds gericht II zu Berlin vom 2. Februar 1892, weil er zu Spandau ein großer Schuppen ganz und der Keller, der 2. Stock und das in der Nacht zum 24. August 1891 durch ein und dieselbe Dachgeschoß zum Theil zerstört wurden. Ein Oberfeuermann Handlung: 1. den Kaufmann Siegfried Hirschfeld vorfäßlich und ein Feuermann erlitten durch Glas leichte Schnittwunden an getödtet hat, und teberlegung ansgeführt hat; 2. mit Gewalt gegen die Person Schneidergeschäft ein kleiner Brand statt. zwar, indem diefe Tödtung mit den Händen. Außerdem fand in der Wrangelstr. 2 in einem des Kaufmanns Siegfried Hirschfeld demselben fremde bewegliche Sachen, nämlich eine demselben gehörige goldene Uhr nebst Rette und ein demselben gehöriges Packet mit Kupons und Talons zu Werthpapieren im Werthe von ungefähr 3742 Mt. 18 Pfennigen und einen demselben gehörigen Baarbetrag von ungefähr 3000 Mark in der Absicht weggenommen hat, sich diese fremde Sachen rechtswidrig zuzueignen, und zwar A. indem er bei Begehung Den Direktionen der Militärwerkstätten in Spandau der That Waffen bei sich führte; B. indem durch die gegen den ist vom Kriegsministerium die Anweisung zugegangen, bei Kaufmann Siegfried Hirschfeld verübte Gewalt der Tod desselben siebenten Straftammer des Landgerichts I. vorgeführt, um fich etwaigen Entlaffungen den Arbeitern gegenüber die vierzehn verursacht worden ist, wegen Mordes und schweren Raubes nach tägige Kündigung in Anwendung zu bringen, damit den-§§ 211, 249, 250 ad 1, 251 und 73 des Reichs- Strafgesehbuchs wegen verschiedener Betrugsfälle zu verantworten. Im März 1890 SS war der Angeklagte täglicher Besucher eines Restaurants am felben Gelegenheit gegeben werde, sich inzwischen nach einer neuen zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ver- Dranienburger Thor. Er hatte sich bald mit den Stammgästen Beschäftigung umzusehen. Bisher tonnten die Arbeiter sofort urtheilt worden. Das Urtheil hat die Rechtskraft beschritten. bekannt gemacht. Mit Vorliebe erzählte er denselben, daß er entlassen werden. Denselben ist es aber auch fünftighin gestattet, Nachdem durch Allerhöchsten Erlaß vom 15. Juni 1892 bestimmt durch Zufall in den Besitz eines Mittels gelangt sei, welches faft die Arbeit sofort aufzugeben, sobald sie anderswo ein besseres worden ist, daß der Gerechtigkeit freier Lauf zu lassen sei, ist das unfehlbar gegen Diphtherie wirke. Innerhalb weniger Jahre Fortkommen finden können. Todesurtheil heute durch die Enthauptung des Berurtheilten im könne er, der jeht arm sei, als Millionär auf Gummirädern Hofe des Strafgefängnisses au Plößensee vollstreckt worden. Der Bundesrath hat in seiner Sizung vom 25. Mai d. J. Berlin, 21. Juni 1892. Der Erste Staatsanwalt bei dem königl. bas Mittel, dem er den Namen„ Anti- Diphtherin" zu geben fahren, wenn er einen Mann fände, der mit ihm zusammen beschlossen, dem Innungs Verbande Bund deutscher Landgericht II. Lademann." Sattlers, Riemer und Täschner Innungen gedenke, in großartigem Maßstabe vertreiben wollte. Der An in Berlin auf Grund des§ 104 h der Gewerbe Ordnung die Wezel wird von der Presse zum Helden des Tages gemacht. geklagte behauptete ferner, daß sein Mittel im Augusta- Hospital Fähigkeit beizulegen, unter seinem Namen Rechte, insbesondere Was er in den letzten 24 Stunden gethan und gesagt, was er versucht werde und daß die Kaiserin Friedrich sich für dasselbe Eigenthum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu er- gegessen und getrunken, die Wize, die er gemacht, alles dieses interesfire. Er zeigte dann auch ein aus dem Kabinet der Kaiserin werben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und wird mit der größten Ausführlichkeit geschildert. Seine Ruhe stammendes Antwortschreiben vor, in welchem ihm anheimgegeben verklagt zu werden. und Geistesgegenwart bis unmittelbar vor dem schrecklichen Augen- wird, sein Mittel den Vorständen der Krantenanstalten zur blick der Hinrichtung werden verherrlicht, mit einem wahren Prüfung anzubieten. Alle diese Angaben machten in einigen Glorienschein wird er umgeben, gleichsam zum Helden gestempelt. seiner Zuhörer die Lust rege, sich an der so glänzend Das ist der sittliche Einfluß, den die Todesstrafe üben soll geschilderten Spekulation zu betheiligen. Ein Bau- UnterDie Brutalisirung wird nur durch dieselbe gefördert. Welch ein nehmer ließ sich herbei, dem Angeklagten 500 m. zu Gewinn für den christlichen Staat! leihen, wogegen der Letztere versprach, nach 6 Monaten das Doppelte dieser Summe zurückzuzahlen. Ein Kaufmann betheiligte sich an dem Unternehmen mit 200 M. Schließlich ges lang es dem Angeklagten, in der Person eines jungen Chemiters einen Sozius zu finden, der seine Stellung aufgab, um fich ganz dem neuen Geschäfte zu widmen. Er machte eine Geschäfts- Einlage in Höhe von 10 000 m., wovon der Angeklagte für sich als Erfinderlohn" 500 m. beanspruchte. Erfinderlohn" 500 m. beanspruchte. Dann wurde mit der Fabrikation des Mittels begonnen und in furzer Zeit wurden 3000 m. für Beitungs- Annoncen ansgegeben. Dann machte bie Polizei den Fabrikanten aber einen Strich durch die Rechnung, fie verbot das Annonciren, weil das Anti- Diphterin" ein Ge heimmittel sei. Der bisher erfolgte Absah war auch taum der Rede werth, der Rompagnon fab balb ein, daß es mit dem Millionärwerden gute Wege habe; er nahm das in der In der Nacht am Dienstag ist auf dem Grundstück Geschäftstasse noch vorhandene Geld an sich und löste das GeGenthierstr. 3, Nebenhaus von dem fistalischen Gebäude, in sellschafts- Verhältniß. Die Anflage nahm nun an, daß der Anwelchem sich die Bureaus und die Intendantur des General- Die Gesuchten sind sämmtlich Zeugen, welche bereits in geflagte als Apotheker das Verbot des Polizei- Präsidiums vorausKommandos des 3. Armee- Korps befinden, ein größerer Brand zum der ersten Verhandlung dieser sensationellen Mordsache vernommen fehen mußte und daß er ebenfalls wußte, daß das von ihm Ausbruch gekommen. Besagtes Grundstück hat einen beträcht worden sind. König ist seiner Beit Kalfaktor in Plößensee ge- erfundene Mittel keineswegs die Wirkung hatte, die er demselben lichen Flächenraum, nach der Straße zu wird es durch ein vier- wesen und bei der ersten Verhandlung über die Aeußerungen der zuschrieb. Der medizinische Sachverständige Dr. Straßmann beStöckiges Wohnhaus abgeschlossen; rechtwinklig zu demselben er Frau Heinze bezüglich der„ Kohlrübe" ihres Ehemannes ver- gutachtete im Termine, daß das Mittel des Angeklagten nur hebt sich auf dem Hinterterrain rechter Hand, durch einen größeren nommen worden.- Wilhelm Blaßmann ist derjenige Beuge, eine Lösung von Chlorkali mit einem geringen Busah von EisenZwischenraum davon getrennt, ein dreistöckiges Fabrikgebäude, welchen Heinze beschuldigt hatte, mit dem Braun'schen Morde in chlorid sei. Das Mittel möge bei Beginn von diphtherischen Halswelches mit den Werkstätten der bedeutenden Wunschel'schen Verbindung zu stehen und vor welchem der Wächter Braun an- frankheiten unter Umständen zweckmäßig sein, es sei aber alt und Fabrit für Bau- Ausführungen besezt ist; an das Fabrikgebäude geblich eine besondere Angst gehabt haben soll. Scheib ge- allbekannt und fein Arzt würde dafür die Bezeichnung„ Anti lehnen sich niedrige, leicht aufgeführte Baulichkeiten an, die als hört zu den ehemaligen Mitgefangenen des Heinze in Plötzensee, Diphtherin" für berechtigt halten. Der Angeklagte gab zu, daß Holzschuppen und Stallungen dienen; ein gegenüber liegender zu welchem der Leitere wiederholt ausführliche Schilderungen er das Mittel für 11 Bf. herstellen könne, er wollte es den ApoSchuppen birgt ebenfalls Holzmaterial und auch die Hinter- von den Vorgängen in der Mordnacht gemacht hat. Auch Karl thefern als Wiederverkäufern für 65 Pf. liefern und das Publikum flucht wird als Holzlagerplaz für die beträchtlichen Vor- Strey, ist ein ehemaliger Mitgefangener, welcher in der Bor- folle dafür eine Mark zahlen. Er blieb dabei, daß er von der räthe des Etablissements benutzt, so daß hier des Feuer- untersuchung schwer belastende Aussagen gemacht hatte, bei der unfehlbarkeit des Mittels überzeugt fei, ein Arzt in Königstein gefährlichen genug geboten wurde. Die Feuermeldung hat Hauptverhandlung aber sehr unsicher und zurückhaltend war und habe es gelegentlich einer Epidemie mit großem Erfolge an anscheinend lange auf sich warten laffen, und als die erste durch erst nach ernstlichen Vorhaltungen sich herbeiließ, seine schweren gewandt. Während der Staatsanwalt aus der Beweisaufnahme den öffentlichen Feuermelder am Magdeburgerplatz um 12 Uhr Beschuldigungen zu wiederholen.- Die schließlich gesuchte Beugin die Ueberzeugung gewann, daß der Angeklagte falsche Thatsachen 17 Min. erfolgte, fchloffen sich derselben innerhalb weniger Dito war nur darüber vernommen worden, ob Heinze im Besitz vorgefpiegelt, begro. wahre Thatfachen unterdrückt habe und dess Minuten vier weitere Alarmirungen, wovon je zwei durch öffent von Schnupftaback gewesen ist. halb gegen ihn eine Gefängnißftrafe von 1 Jahr 9 Monaten liche Feuermelder, bezw. Polizei- Heviere übermittelt wurden, an. und zweijährigen Ehrverlust beantragte, fällte der Gerichtshof ein freisprechendes Urtheil, da die Annahme nicht ausgeschlossen sei, daß der Angeklagte im guten Glauben gehandelt habe. Noch nicht 25 Pfennig für eine Stunde Arbeit bietet ein Herr Kay, Lothringerstr. 62, der in der Dienstagnummer der Boffischen Zeitung" annoncirt: Nachhilfe gesucht, täglich zwei Stunden. Honorar monatlich 12 Mart." Rechnet man den Monat zu 26 Wochentagen, so macht das 52 Arbeitsstunden, also pro Stunde ein Lohn pardon! ein Honorar von 23 Pfennig. Der Erfte Staatsanwalt beim Landgericht I. erläßt heute Natürlich finden sich dafür immer noch ein halbes Hundert folgenden Zeugen Aufruf an den öffentlichen Anschlag Gymnafiaften, Studenten, Kandidaten u. f. w., welche froh find, faulen:" In der Straffache wider die Zöpfer einge'schen daß sie überhaupt eine Unterrichtsstelle bekommen. Bollte man Eheleute wegen Ermordung des Nachtwächters Braun ersuche ich, es versuchen, diefen Herren flarzumachen, daß sie Proletarier mir sofort die Wohnungen der nachbenannten, bis jest nicht erfind, wie jeder andere Arbeiter, daß fie genau so ausgebeutet mittelten Beugen anzuzeigen: 1. Arbeiter Otto Rönig, geboren werden, wie selbst die elendest bezahlten aller Industrie- Arbeiter, den 26. August 1863, au Sanbau; 2. Steinfeger Wilhelm Blaßbann würden fie Einen groß ansehen. Sie zählen sich, den mann, geboren den 15. April 1846, zu Berlin; 3. Arbeiter Her Schmachtriemen immer noch enger zuziehend, nach wie vor zur mann Scheib, geboren den 7. März 1860, zu Potsdam; 4. Maler Elite der Gesellschaft" und marschiren stolz mit der Bourgeoisie, Karl Stren, geboren den 13. September 1852, zu angerin; bie folche Narren braucht, um sich gerade durch fie ihre Herr 5. unverehelichte Johanna Otto, geboren den 20. Mai 1860, zu schaft und ihre Existenz sichern helfen zu lassen. Görlig. Zugleich werden die Genannten aufgefordert, in dem am Montag, den 27. d. M. Vormittags 91/2 Uhr vor dem Schwurgericht Alt- Moabit 11, Zimmer 64, anstehenden Termine als Beugen zu erscheinen". Bu diefer Zeit gab auch schon ein mächtiger Feuerschein weithin Arbeiterrifiko. Gestern Abend in der neunten Stunde Kunde von dem Brande. Als die ersten Abtheilungen der Feuer- stürzte ein Arbeiter, der bei der zu Ehren des Königs von Italien wehr eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus sämmtlichen vorgenommenen Ausschmückung der Schloßbrücke beschäftigt war, Fenstern des Erdgeschosses und der ersten Etage die Fraiferei fammt einem Theile der Dekorationen in die Spree. Zum Glüc Um Diehstähle in mindestens 150 Fällen und Behlerei und die Drechslerwerkstätten enthaltend weit heraus, was zur waren Schiffer zur Hand, die ihn mittelst eines Rahnes retteten. handelte es sich bei einer Anklage, welche die II. Straftammer Folge gehabt hatte, daß auch der Eingangs erwähnte angrenzende Wie wir hören, hat der Arbeiter trotz feiner durchnäßten Kleidung hiesigen Landgerichts I gestern gegen den Rangirer Franz Schuppen mit seinem Inhalte an Hölzern ergriffen worden die Arbeit sofort wieder aufgenommen. Frant, den Arbeiter Robert Liedtke, den Rangirer Adolf war und in seinem ganzen Umfange in Flammen stand. Troyke und die verehelichte Rangirer Therese Frant zu vers Zur Bekämpfung des Brandes stand dem Feuerwehr- Zu einer blutigen Schlägerei auf einem Pferdebahn- handeln hatte. Die drei ersten Angeklagten waren auf dem Kommando ein stattlicher Löschtrain zur Verfügung, der Wagen der Linie Weißensee- Moltenmarkt tam es Montag Abend biefigen Anhalter Bahnhofe beschäftigt und arbeiteten zusammen in bei den für den Angriff nicht ungünstigen Berhältnissen in der Nähe des 18. Polizeireviers in der Neuen Königstraße. einer Kolonne. Bei Gelegenheit ihrer Arbeit, wenn sie Nachts in ausgiebigstem Maße Berwendung finden konnte. Von der Einer der Passagiere, der Hausdiener Marquardt, war mit dem Eisenbahnwagen rangirten, haben sie wiederholt Blomben von GüterGenthinerstraße aus wurden fünf Rohrleitungen von großen Schaffner des Fahrscheins wegen in Streit gerathen und wurde wagen gelöst und verschiedene Gegenstände, wie Handschuhe, Wolle, Handdruckspritzen vorgenommen, zwei Dampfsprigen waren am schließlich von dem Beamten aufgefordert, den Wagen zu ver- Phantasteförbchen, Haarneße, Barchent zc. gestohlen. Frank hat außer Schöneberger bezw. Lugow- User postirt und wirkten mit je einer laffen. M. weigerte sich aber diesem Verlangen nachzukommen dem mindestens 150 andere Diebstähle begangen, indem er fast täglich, Schlauchleitung vom Hinterterrain des Grundstücks aus gegen und mußte gewaltsam hinunterbefördert werden. Dies erregte die namentlich jedesmal wenn er Nachtdienst hatte, von dem zur den Brandherd. Einem weiteren Umfichgreifen des Brandes Wuth des M. derartig, daß er mit seinem mit Blei gefüllten Heizung der Backwagen auf dem Anhalter Bahnhofe vorhandenen wurde damit von vornherein ein Ziel gefeßt und thatsächlich ist Spazierstock auf die auf dem Perron stehenden Passagiere blind- Kohlenvorrath Preß- und Steinkohlen stahl und mit nach Hause berfelte über seinen ursprünglichen Herd nicht hinausgekommen, lings einhieb. Einer der Angegriffenen erfaßte nun den„ eifernen nahm. Er benutte dazu einen fleinen Handkoffer, in welchem wenn es auch nicht zu verhindern war, daß infolge Uebertragung Weichensteller", und versezte damit dem Hausdiener einen er sich Nahrungsmittel für den Nachtdienst mitnahm und welchen burch die Transmission die Arbeitsräume im Keller und in der derartigen Hieb über den Kopf, daß M. eine bis auf den Schädel- er mit Kohlen gefüllt nach Hause brachte. Frant hat 2. Etage, sowie das Dach durch das Feuer gelitten haben. Voll- fnochen durchgehende 10 Zentimeter lange Wunde erlitt. In die sämmtlichen gestohlenen Sachen seiner mit ihm noch ſtändig aus- bezw. niedergebrannt fino die Werkstätten im Erd- diesem Augenblick wollte der an dem Streit gänzlich unbetheiligte nicht lange Beit verheiratheten Ehefrau übergeben, welche geschoß und in der 1. Etage, sowie der angrenzende große Arbeiter Schädel den Wagen verlassen, als der blutüberströmte sich durch deren Annahme der Hehlerei schuldig ge Schuppen, dagegen find die übrigen Anbauten und das Holzlager Hausbiener mit dem Stock wieder zuschlug und dieser Sieb, mit macht hatte. Der Staatsanwalt beantragte, obgleich gänzlich erhalten geblieben. Am Dienstag Morgen 7 Uhr fonnte aller Wucht geführt, traf den Sch. derartig auf das rechte Hand- die Angeklagten bis dahin völlig unbescholten waren, gegen nach Zurücklassung einer Brandwache der letzte Löschzug die gelent, daß der Arbeiter bewußtlos vor Schmerz vom Wagen Frank 2 Jahre Zuchthaus, gegen Liedtke und Brandstätte verlassen. Ueber die Entstehung des Brandes war herabstürzte. Nur durch rechtzeitiges Hinzuspringen mehrerer Troyke je 2 Jahre Gefängniß und gegen Frau Frank bis jetzt Berläßliches nicht zu ermitteln. Bon den Feuerwehr- Personen gelang es den Sch. vor dem Ueberfahrenwerden zu 6 Monate Gefängniß. Dem Ersuchen des Rechtsanwalts Mannschaften erlitten 1 Oberfeuermann und 1 Feuermann leichte schützen. Beide Werletzte mußten sofort die Hilfe der Sanitäts- Schwindt um Ermäßigung dieser Strafen entsprach der GeSchnittwunden an den Händen durch Glassplitter. wache am Prenzlauer Thor in Anspruch nehmen, Beide dürften richtshof und setzte dieselben auf 2 Jahre Gefängniß, je 11/2 Jahre für längere Zeit arbeitsunfähig bleiben. und 3 Monate Gefängniß fest. Ein gefährlicher Verbrecher, das Haupt einer Berliner Spitzbubenbande, ist dieser Tage in Köpnick verhaftet worden. Bei Nieder- Neuendorf hat sich in der Nacht zum Montag Bu 15 Jahren Zuchthaus hat die 2. Straffammer hiedie Ehefrau des Steinschiffers Schröder aus Schmachtenhagen figen Landgerichts 1. gestern einen alten Einbrecher, den Tischler Rrüger" mit Frau und Tochter niedergelassen, der mit seiner von dem vor Anker liegenden Fahrzeuge ihres Mannes mit und Maler Emil Hermann Ludwig Bed verurtheilt. Der vielFamilie nur für Natur" zu schwärmen schien und bei den Haus- zweien ihrer Kinder, einen zweijährigen und einem fechsjährigen, fach vorbestrafte Angeklagte hatte im Jahre 1888 ſeine lette bewohnern einen durchaus guten Eindruck, machte, umsomehr, als in die Havel gestürzt. Alle drei ertranten. Ein vierjähriger 8 jährige Zuchthausstrafe verbüßt und hielt sich seitdem theils in st, ein passionirter Angler war und angab, um dieser Leiden- Knabe, den die Mutter auch noch mit sich reißen wollte, lief Deutschland, theils im Auslande auf. Im Dezember 1891 ift et aus dem Berufsgenossen, theilzunehmen an dem Kampf für unsere gerechte Sache, eingedent der Worte:„ Einzeln sind wir Nichts, ver: einigt Alles". In der öffentlichen Versammlung der Haus- und Geschäfts diener Berlins vom 9. Mai 1892 wurde nach Annahme folgender Resolution die unterzeichnete Kommission gewählt. Resolution: nach Berlin zurückgekehrt, hat sich hier unangemeldet aufgehalten Verhandlung gegen ihn zu vertagen bis ein Bescheid der Staats- nehmer fiegreich entgegen treten zu können, ist es pflicht aller und nur von dem Ertrage von Diebstählen gelebt, von denen anwaltschaft erfolgt sei. Der Gerichtshof beschloß nach diesem fünf bekannt geworden sind. Beck, welcher mit allen Diebeskniffen Antrage und vertagte die Verhandlung. und Diebeswerkzeugen genau Bescheid weiß und verschlossene Wohnungs- und Schrankthüren im Handumdrehen öffnet, hat bei Aus dem Reichs- Versicherungsamt. In einer Reihe einzelnen dieser Einbrüche eine Beute von mehreren hundert neuerer Retursentscheidungen hat das Reichs- Versicherungsamt Mart gemacht. Er wußte fich Monate lang vor der Anlaß genommen, die Voraussetzungen, unter denen ein fest Polizei in der Wohnung, die er von seinem Freunde, dem gestellter Leistenbruch als die nach dem Unfall- Versicherungsgesetz Tapezirer Willy Winter gemiethet hatte, zu verbergen. Winter zu entschädigende Folge eines Betriebsunfalles anzuerkennen ist, Die heutige öffentliche Versammlung der Hausdiener Berlins verbarg Bed's sämmtliches Diebeshandwertszeug, Schlüssel, mit thunlichster Schärfe zu bestimmen. Hiernach muß einerseits erklärt, für eine Bentralorganisation in ihrem Beruf vorläufig Dietriche, Feilen, Stemmeisen, Stechbeutel, Blendlaterne 2c. in ein Unfall im gesetzlichen Sinne vorliegen. Der Bruchaustritt nicht eintreten zu können, da die Hausdiener und Berufsgenossen den Federn eines Sophas; in die Winter'sche Wohnung wurden muß also ein zeitlich bestimmtes, in plöglicher Entwickelung sich in den weitaus meisten Städten Deutschlands überhaupt nicht auch die gestohlenen Sachen zunächst gebracht und als daselbst vollziehendes Ereigniß darstellen. Andererseits darf dieser Unfall organisirt sind. Auf Grund dessen beschließt die Versammlung, am 12. April eine Haussuchung abgehalten wurde, fand man nicht lediglich zeitlich und örtlich, sondern er muß ursächlich mit die Lokalorganisation vorläufig beizubehalten, ferner eine eine ganze Reihe von offenbar aus Diebstählen herrührenden einem versicherungspflichtigen Betriebe im Zusammenhange stehen Agitationskommission von fünf Mitgliedern zu wählen, welche Sachen vor. Winter stand deshalb wegen Begünstigung und und zwar dergestalt, daß der Bruchaustritt im Anschluß an beauftragt wird: Hehlerei neben dem alten Einbrecher vor der Straffammer und eine schwere törperliche Anstrengung erfolgt, welche zugleich über 1. mit den Kollegen Deutschlands in Verbindung zu treten wurde zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Den Angeklagten den Rahmen der gewöhnlichen Betriebsart hinausgeht. Es hieße behufs Einführung eines Vertrauensmänner- Systems, 8ed traf, wie schon oben erwähnt, eine Zuchthausstrafe wenn ihnen Leistenbrüche, die bei natürlich erweiterter Bruchstelle spätestens im September d. J. stattzufinden hat, den Berufsgenossenschaften ein ungebührliches Risiko aufbürden, 2. zu diesem Zwede eine Konferenz einzuberufen, welche von 15 Jahren. schon im Anschluß an die geringeren Anstrengungen des täglichen Unter der Anklage des versuchten Mordes stand Lebens auszutreten geneigt sind, stets dann zur Entschädigung ganisationen der Hausdiener und Berufsgenossen bestehen, solche 3. dafür Sorge zu tragen, daß überall, wo noch feine Dr gestern der Arbeiter Hermann Schwän vor dem Schwurgericht angewiesen würden, wenn der Bruch infolge einer nicht größeren ins Leben gerufen werden." Des Landgerichts I. Der pensionirte Schußmann Bogel ist Anstrengung im Betriebe, oder zwar infolge einer schweren Eigenthümer des Hauses Sorauerstr. 25. In dem Keller dieses Arbeit, die aber dem mit der Bruchanlage behafteten Arbeiter zeichnete Kommission an alle Berufsgenossen Deutschlands die Kollegen! Im Anschluß an diefe Resolution richtet unter Hauses betrieb der Angeklagte ein Kohlengeschäft. Er konnte geläufig ist, herantritt. Sind die angegebenen Voraussetzungen Forderung, überall, wo irgend möglich, öffentliche Versamm den Miethspreis nicht zahlen und wurde von Herrn Vogel auf fämmtlich erfüllt, so ist die Entschädigungspflicht der zuständigen lungen einzuberufen, die Organisationsfrage zu besprechen und Räumung der Wohnung verklagt. Die Klage hatte auch Erfolg, Berufsgenossenschaft begründet. Freilich muß aber der Nachweis, daß Delegirte zur Beschickung der Berliner Konferenz zu wählen. die Konsequenzen brauchten jedoch nicht gezogen zu ein Unfall sich ereignet hat, bei der nahe liegenden Möglichkeit Diese werden ersucht, sich vom Bureau der betreffenden Ver werden, da sich Bogel auf Ersuchen des Angeklagten dazu einer allmäligen Entwickelung der Bruchanlage zum Bruchleiden sammlung ein Mandat ausfertigen zu lassen, und ihre Adresse so verstand, denfelben gegen Zahlung der rückständigen Miethe und wenigstens insoweit strenge geführt werden, daß eine dem vollen, bald als möglich an den Unterzeichneten gelangen zu lassen, fo das Versprechen aufünftiger prompter Miethszahlung ferner zwingenden Nachweise sich möglichst nähernde Häufung von wie mitzutheilen, wie stark die Kollegen vertreten sind. Kollegen wohnen zu lassen. Das Versprechen wurde jedoch nicht gehalten Wahrscheinlichkeiten stattfindet. und Berufsgenossen, welchen es nicht möglich ist, Versammlungen und so tam es zu einer Mobiliarpfändung, bei welcher der AnDer Arbeiter Anton Frieside erlitt einen Leistenbruch einzuberufen, die aber Lust und Liebe haben, den Verhandlungen getlagte fehr aufgeregt gewesen sein und wiederholt geäußert bei der Thätigkeit im versicherungspflichtigen Betriebe. Er wurde beizuwohnen, würden auf ihren Antrag Karten zugehen, welche haben soll: Wir beide sprechen uns noch!" Am 16. Februar mit der Aufstellung eines zwei Meter hohen und 1/2 Bentner zur Theilnahme berechtigen. verlangte er von Vogel di Freigabe der Sachen, dieser schweren, mit einer Holzbohle versehenen Dampfrohres auf ein beanspruchte aber vorher die Quittung des Gerichtsvollziehers Saugerahr, welches einen Fuß hoch Die Kommission hat beschlossen, die Konferenz am Sonntag, über geleiftete Zahlung. Der Angeklagte beschaffte diese Quittung, hervorragte, Boden den 11. September 1892, von Morgens 8 Uhr ab in Berlin, betraut. Dabei trotzdem aber verweigerte Bogel die Freigabe der Sachen, gu. 30g er fich den Bruch Berliner Ressource, Stallschreiberstr. 43, stattfinden zu lassen, und Die Für diese gerade weil er auf Grund des Kontraktes Miethe bis April anstrengende Bauchmuskeln 1. Situationsbericht. besonders schlägt folgende Tagesordnung vor: Arbeit hätten nach Ansicht des Reichs 2. Welche Organisationsform ist für uns die befte? 3. Regelung verlangte. Der Angeklagte kam dann Abends noch einmal Versicherungsamtes billigerweise mehrere Arbeiter angestellt werden der Agitation. 4. Stellungnahme zu unserer Presse. wieder und verlangte die Herausgabe eines Handwagen und müssen, während sie unbestritten dem Berlegten allein oblag. Die Wie Ihr Alle hieraus erfeht, ist die Tagesordnung eine sehr zweier Betten und als auch dieses verweigert wurde, zog er Kraftanstrengung, welcher der Kläger sich unterziehen mußte, ging wichtige und es thut dringend noth, die Verhältnisse in unserem unter dem Rufe:„ Ich habe mit meinem Leben abgeschlossen" bei dieser Sachlage über das Maß der üblichen Betriebsarbeit Berufe zu klären. Wir hoffen, daß die Beschlüsse der Konferenz plöglich einen Revolver aus der Tasche und schoß aus unmittel- hinaus. Der als Folge dieser Anstrengung erwiesene Bruch stellt uns, sowie allen Berufsgenossen zum Segen gereichen werden, und barer Nähe auf Vogel los. Die Schrotladung traf Vogel in den also einen Betriebsunfall dar. deshalb rufen wir Euch nochmals zu: Betheiligt Euch zahlreich Leib, die Kleider desselben geriethen in Brand und der Schuß verunfachte eine tellergroße Wundfläche. Das Hilfegeſchrei der hinzu Arbeiter zusammen einen schweren Balken über unebenes Erdreich ferenz sind zu richten an J. A.: H. Pinzer, Berlin, KurfürftenDer Arbeiter Heinrich Fenste hatte mit einem anderen an der Beschickung der Konferenz! Alle Anfragen und sonstigen Sendungen bezüglich der Kon gefprungenen Frau Bogel lockte bald andere Personen herbei und als der ihn verhaftende Schuhmann ihm Borhaltungen übertragen. Dabei fam er unvermuthet auf eine höher gelegene ferenz sind zu richten an J. A.: H. Pinzer, Berlin, Kurfürstenfeine Rohheit machte, erwiderte er trozig:" Das ist mir ganz ganze Gewicht des Baltens auf ihm allein. Stelle des Bodens. Infolgedessen lastete plöglich das straße 6. egal! Mit meinem Leben habe ich abgeschlossen!" Die Anklage- fofort auf, ließ den Balken los und äußerte zu dem andern Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. behörde zog aus diesen Vorgängen den Schluß, daß der An- Arbeiter, er habe Schmerzen im Leibe. Auch diesen Borgang abzugs von 15-20 pet. zum Ausstand gekommen. Da ein großer In Gaffen in der Laufis find die Former wegen Lohns getlagte ben wohlüberlegten Blan verfolgt habe, den Bogel zu hat das Reichs- Versicherungsamt für einen versicherungspflichtigen Theil der schlesischen Former( nach den Berichten) den Hirsch tödten und stüßt sich dabei wesentlich auf die wiederholten drohen Betriebsunfall erklärt. den Aeußerungen desselben. Der Angeklagte behauptete dagegen, Dunder'schen Gewerkvereinen angehört, so wird den im Ausstand unter Widerspruch des Ehepaares Bogel, daß er von dem legteren Der durch einen Bruch heimgesuchte Arbeiter Karl Rühle befindlichen Genoffen der Kampf äußerst erschwert und ist Zuzug mißhandelt worden sei und dabei losgeschossen habe, lediglich um erhält Unfallrente. Er zog sich am 10. März d. J. den Bruch unter allen Umständen fernzuhalten. feine Gegner einzuschüchtern. Um dies plausibler zu machen, au, als er einen mit Kohlen gefüllten Eisenbahnwagen, der durch führte er dem Gerichtshof einige Miether des Vogel'schen das Aufstoßen mehrerer anderer Wagen in sehr schnelle Bewegung Hauses vor, welche von dem dort herrschenden Verhältniß gekommen war, mit einem Holzscheit plößlich und gewaltsam auf zwischen Wirth und Miether ein höchst unfreundliches Bild enthalten und zurückstoßen wollte. Infolge dieser ungewöhnlichen warfen. Der Angeklagte ging sogar so weit, zu behaupten, daß und heftigen, über den Nahmen der üblichen Betriebsarbeit der Kontrakt, auf welchen sich Bogel bezüglich seiner Miethe- hinausgehenden Anstrengung entstand das Bruchleiden. forderung ftüßte, von ihm gar nicht unterschrieben sei, da er überhaupt nicht schreiben könne. Aus diesem Grunde will er haften Erklärung seiner Mitarbeiter bereits längere Zeit mit Der Arbeiter Heinrich Rollfuß hatte nach der glaubauch den ihm angebotenen Kassirerposten im Theaterverein ihnen gemeinschaftlich gearbeitet, ohne je über Bruchbeschwerden " Carmen Sylva" nicht haben annehmen können. Bogel dagegen au lagen. Erst an dem Unfalltage hat er plöglich bei der Arbeit blieb dabei, daß der Kontrakt von dem Angeklagten eigenhändig über Schmerzen am Unterleibe geklagt und, nachdem er sofort die unterschrieben worden sei. Der Staatsanwalt beantragte schmerzhafte Stelle besichtigt hatte, zeigte er alsbald den Mit Das Schuldig im Sinne der Anklage, N.-A. Dr. Ladewig plädirte arbeitern, daß er an der linken Seite des Unterleibes eine weiche Dagegen auf Freisprechung aus dem Gesichtspunkte der Nothwehr. Erhöhung in Form eines Taubeneis hatte. Schon am nächsten Die Schneider St. Gallens, welche sich wegen 15 pro Die Geschworenen erklärten nach längerer Berathung den An- Tage stellte der Arzt einen fintsseitigen Leistenbruch fest und führte sentiger 2ohnreduktion im Ausstande befinden, flagen getlagten nur der Körperverlegung mittelst einer Schußwaffe für diesen Bruch auf die am Tage vorher verrichtete Betriebsarbeit über starken Buzug aus Deutschland. Es ist daher ernste Pflicht des Gerichtshofes lautete auf 1 Jahr 3 Monate Gefängniß unter daß der Leistenbruch des Klägers in der That bei dem haben, noch mehr als bisher darauf hinzuwirken, daß die reifen. Anrechnung von 3 Monaten auf die Untersuchungshaft. Dem von ihm angegebenen Vorgange entstanden ist. Es tommt aber ben Schneider St. Gallen bis auf Weiteres meiden. Außerdem Zeugen Vogel wurde der Anspruch auf eine Buße in Höhe von hinzu, daß die damalige Thätigkeit des Klägers, das Losstechen bitten die Ausständigen um materielle Unterstügung. 30 M. zugesprochen. von Füllmassen, nach der eingehenden Darstellung, welche der eidlich vernommene Sachverständige von ihr gegeben hat, immerhin als eine schwere törperliche Arbeit anzusehen ist. Er schrie In Bromberg befinden sich die an der 9. Schleuse bes schäftigten Arbeiter der Bromberger Schlepp schifffahrts. Attiengesellschaft im Streit. Die Brauer der Binding'schen Brauerei in Frant furt a. M. haben durch geschlossenes Vorgehen erreicht, daß um 2 und den übrigen derselbe um 4 M. wöchentlich erhöht Denjenigen von ihnen, welche in der Brauerei logiren, der Lohn wurde. Infolge dessen kam es nicht zum Streit. Der Streit beim Hofschuhmacher Waninger in München ist zu Gunsten der Arbeiter beigelegt. Quittung über bei der Generalfommiffion der Gewerk Ju Steglih wurde am 13. November v. J. der auf dem schaften Deutschlands in der Zeit vom 19. Mai bis 16. Juni Steglitzer Bahnhof verunglückte Arbeiter Burkhart beerdigt. 1892 eingegangene Gelder. Diterburg, Gewerkschaften( Maisonds) Eine Anzahl Genossen nahmen an dem Leichenbegängniß Theil, Entscheidungen des Reichsgerichts. Die im§ 21 des 42,50. Breslau, Tischlerverband, Ueberschuß vom Narrenfest 25, darunter die Genoffen Sudrow, Kiefer und Gülzow. Diese sind Reichs- Preßgesetzes bei einem fahrlässigen Preßdelikt vorgesehene Hirschfelde, Sachsen( Maifonds) 10,-. Quartalsbeitrag( 1. Quart. angeklagt, eine Rede am Grabe, eine öffentliche Bersammlung Befreiung des Nachmannes durch Nachweisung des 1892) des Verbandes der Seiler, Reepschläger u. f. w. 13,20. und einen öffentlichen Aufzug gehalten zu haben. Bei der Vormannes findet, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, I. Straf- Quartalsbeitrag( 2. Quart. 1892) des Verbandes der Schiffs, Gerichtsverhandlung stellte es sich heraus, daß die Reden darin fenats, vom 21. März 1892, auch dann statt, wenn nicht der Nach- zimmerer 56,90. Hamburg, E. Guirand 2,- Quartalsbeitrag bestanden haben, daß die Angeklagten, als fie in üblicher mann selbst diesen Nachweis erbringt, sondern das Gericht( 1. und 2. Quart. 1892) des Verbandes der Glasarbeiter 120, Weise drei Hände voll Sand in die Gruft warfen, auf anderem Wege den Vormann ermittelt. Auch wird der Frankfurt a. M., Verband der Gold- und Silberarbeiter 13,80. fagten: Ruhe sanft, Genosse!" Die anderen Ber Nachmann von der Bestrafung befreit, wenn 3. 3. des Nachweises Hamburg- St. Pauli, Liederkranz von 1888" 20,- Quartals gehen wurden in dem gewährten Leichengefolge erblickt. Verjährung der Strafverfolgung des Bormannes eingetreten ist. beitrag( 2. Quart. 1892) des Verbandes der Bau- Arbeiter 77,10. Der als Zeuge erschienene Gendarm erklärte, daß er vom Das Spielen mit einer Flinte in einem öffentlichen Bergedorf, Verband der Schneider und Schneiderinnen, Uebers Amtsvorsteher zu diesem außergewöhnlichen Begräbniß geschickt Schanklokal und das Anlegen derselben auf daß daselbst be schuß vom Ostervergnügen 15,-. Hamburg, von Berkaufsstellen sei, weil auf dem Friedhose immer Rosen gestohlen und die An- findliche Publikum ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, Inhabern der Zabalarbeiter Genossenschaft 50,- Quartals. Tagen vernichtet wurden. Diese Aussage erregte laute Seiterteit, I. Straffenats, vom 24. März 1892, als grober Unfug zu beitrag( 2. Quart. 1892) des Verbandes der Metallarbeiter 400, ob der Befürchtung, daß im November Rosen vom Friedhof ge- bestrafen, wenn auch der Thäter die ernstliche Absicht zu schießen Hamburg, Kümmelüberschuß am Bau Hobrecht, Conventstraße 27, stohlen werden könnten. Das außergewöhnliche Begräbniß garnicht gehabt hat. erblickte der Gendarm darin, daß der Verstorbene Sozialdemokrat Pforzheim, vereinigte Fachvereine 20, gewesen und ebenso auch die Theilnehmer, welche dem Arbeiter A. Dammann, Raffirer, Bildungsverein angehörten. Der Staatsanwalt beantragte gegen Hamburg, Zollvereins- Niederlage, Wilhelmstr. 13, 1 r. Gülzow 3 M., gegen Sudrow und Riefer, je 8 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof sprach die Angeklagten frei. Die Kosten wurden Gegenwartsbild and der bürgerlichen Gesellschaft. der Staatstaffe auferlegt. Mannheim, 17. Juni. In T 5 Nr. 11 lebte in der legten Beit als selbständiger Kleinmeister der Korb- und Stuhlmacher Georg Seemann. Schlecht und recht, wie es bei dem niedergehenden Handwerte sich noch machen ließ, brachte er seine Familie, die aus Vater, Mutter und 6 Kindern bestand, mit seiner Hände Arbeit durch, bis das„ Unglück" über ihn hereinbrach. Seine Frau starb nach etwa neunmonatlichem Krankenlager und furge Soziale Itebersicht. V Eine Mittheilung aus Breslau, welche in der Nummer des Kleinen Journal" vom 5. März d. J. veröffentlicht wurde, Aufruf an alle im Handelsgewerbe hat dem Redakteur des genannten Blattes, Richard Saling, beschäftigten Arbeiter, Handlungsgehilfen, Hausdiener, eine Anklage wegen Beleidigung durch die Presse zugezogen, Backer, Markthelfer und Berufsgenossen. welche am Montag vor der dritten Straffammer des Land- gewerbe bei einer täglichen Arbeitszeit von 12-17 Stunden und Zeit darauf legte er sich selbst und ist nun in der 16. Woche Kollegen! Die elende Art, wie die Arbeiter im Handelsgerichts I gegen ihn verhandelt werden sollte. In dem Artikel einem wöchentlichen Zohn von 12-18 M. unter den beutigen frant. Um wenigstens für seine Kinder noch einigermaßen forget wurde mitgetheilt, daß das Haus des Kaufmanns Sittner in wirthschaftlichen Verhältnissen gezwungen find, oft mit einer au fönnen, ging er nicht ins Krankenhaus, sondern schleppte fich Breslau Borkommnissen standalöser Art als Schlupfwinkel gedient zahlreichen Familie ihr Leben zu fristen, auf der anderen Geite mühsam fort und suchte ihnen zu essen zu verschaffen. Doch habe. Unter der Begünstigung der Frau Sittner feien dort die Sucht vieler Unternehmer, die Lebenslage der Arbeiter noch bald waren fogar Brot und Kartoffeln ein feltener Artifel Personen beiderlei Geschlechts aus den besten Kreisen Breslau's mehr zu verschlechtern; das Alles wird Euch Allen klar sein. auch mit dem Miethzins blieb er im Rückstand. Am vergangener zusammengekommen, Frau Sittner sei wegen Ruppelci in Haft An der Zeit ist es, diesem Treiben einen starken Damm unserer Sonnabend hatte die Schuld so etwa 25 M. erreicht. Das bie genommen worden und ihr Ehemann habe einen Gelbst seits entgegen zu stellen. mordversuch gemacht. Der Inhalt dieser Notiz foll Die Sittner'schen Eheleute auf Guer wohl bedacht? Bir erinnern Euch nur an den Be- feinen 6 Stindern auf die Straße. Und nirgends fand der Be nicht auf Wahrheit beruhen. dem Hausherrn, Buchbindermeister Krebs, zu viel. Er setzte die Kollegen und Berufsgenossen! Wie sind denn die Unternehmer hatten sich dem öffentlichen Berfahren als Nebenklager an- schluß der Berliner Spediteure, welche sich durch ihre Bereinigung bauernswerthe Unterkunft. Sein Hausrath wurde in das Blatte gefchloffen und wurden durch den Rechtsanwalt Dr. Sello ver gegen Strafe verpflichteten, ben Hausdienern fernerhin die spital geschafft und treten. Der Angeklagte gab an, daß ihm die Mittheilung aus Stolligelder nicht zu gewähren. Auch wird Euch das Spiel der Kühne verwahrt. Dort einstweilen in einem Winkel Breslau von durchaus glaubwürdiger Seite zugegangen sei. In männer und Konsorten wohl noch genügend im Gedächtniß K 4, 1, neben der bie Familie in besseren Beiten neut Der sechs Kinder erbarmte sich eine Frau in Breslau seien die erwähnten Vorkommnisse das Tagesgespräch sein. Und, Kollegen, wie sieht es denn unter den uns nächst Jahre lang gewohnt hatte. gewesen und auch hier an der Börse wie an anderen öffentiebenden Berufsgenoffen, den Raufleuten, aus? Sind diese nicht zwei Tage obdachlos umher und nächtete in einem GisenbahnDer Mann selbst aber irrte lichen Orten habe man darüber als erwiesene Thatsachen ge- in derselben traurigen Lage wie wir, indem sie teine geregelte Wagen der Mannheim- Heidelberger Nebenbahn. Die drei nächsten Arbeitszeit, feine Sonntagsruhe und zumeist nur einen monat- Tage gewährte ihm der Wirth des Gasthauses zur Bentralisation Rechtsanwalt Dr. Sello bat demgegenüber feftaufstellen, daß lichen Gehalt von 50-75 M. haben? Wir verweisen Guch in unentgeltliche Unterkunft. Mann und Kinder hungern. Denn die auch nicht in einer einzigen Breslauer Zeitung eine derartige Mit dieser Beziehung auf den Aufruf der Kaufleute im„ Borwärts" arme Frau, welche die Kinder in ihre Obhut genommen, thut theilung gemacht worden. Es wurde ferner eine Auskunft des vom 14. Juni cr., fowie auf die Statistit der Berliner Haus- beinahe schon mehr, als in ihren Kräften steht, wenn sie ihnen Breslauer Polizeipräsidiums verlesen, wonach der dortigen Behörde biener in ihrer Fachzeitung Die Einigkeit" vom 11. Juni cr. Obdach gewährt. Vorgestern erhielt der Kranke von irgend von den erwähnten standalösen Vorgängen Nichts bekannt sei. Gegen alle diese Uebelfiände Front zu machen, ist unsere welcher Seite 70 Pf. geschenkt. Dafür kaufte er für 32 Pfennige Der Angefchuldigte gab zu, daß er in Betreff der behaupteten heiligste Pflicht; dies kann aber nur geschehen, wenn wir eine Brot und 5 Pfund Kartoffeln um 25 Biennige. Das war die Berhaftung der Frau Sittner, sowie des Selbstmordverfuchs ihres einheitliche, auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Tagesnahrung für 7 Berfonen. 10 Bjennige opferte er als Ehemannes falsch berichtet worden sei, hielt dagegen den übrigen stehende, fefte zielbewußte Organisation schaffen, um mit der an- gläubiger Katholik dazu, daß sein ältestes Kind gestern die Front Inhalt des Artikels aufrecht. Er hat auch, um die Wahrheit deren Arbeiterschaft Schulter an Schulter uns beffere Lebens- leichnamsfeier in der Kirche mitmachen konnte. Vielleicht hofft festzustellen, bei der Breslauer Staatsanwaltschaft eine Anzeige und Arbeitsbedingungen zu erkämpfen. Um aber etwas Großes er dadurch die Aufmerksamkeit der Heiligen auf sich zu fenten. wegen Ruppelei gegen Frau Sittner gemacht und beantragte, die und Ganzes zu schaffen und der Ausbeutungswuth der Unter-( Mannheimer Voltsstimme", Nr. 140 vom 17. Juni 1892.) sprochen. " " Die Attiengesellschaften Schleswig- Holsteins repräsen- Unabhängiger" Namens Wendisch das Wort, um sich in einer mit denselben oder noch geringeren Mitteln abhalten. Namentlich tiren nach einer Rieler Meldung, die in der Nordd. Allg. 3tg." Reihe von Anklagen gegen die Genossen Bebel und Singer zu wurde gewünscht, daß die Frage der endgiltigen Verschmelzung reproduzirt ift, gegenwärtig ein Attienkapital von 103 496 025. ergehen, die nach seiner Meinung sich eine Reihe von Prinzipien- genauer geprüft und auf die Tagesordnung der demnächst stattDarauf sind eingezahlt 95 558 525 m. Die durchschnittliche verstößen" hätten zu schulden tommen lassen. Auch erklärte er findenden Versammlungen der einzelnen Filialen gesetzt werde, Dividende nach dem letzten bekannt gewordenen Abschlusse be- sich gegen den Parlamentarismus; als ihm aber zugerufen um den dabei betheiligten Einzelbranchen genügend Zeit zu eintrug 7,8 pt. Die Schiffsbau- Anstalten, Docs 2c. partizipiren wurde, was sie denn wollten und wie sie ihr Ziel zu verwirt- gehender Erörterung zu laffen. Ein dementsprechender Antrag: baran mit einem volleingezahlten Aktienkapital von 15 085 000 m. lichen gedächten, erklärte er, das hier nicht sagen zu können; eine Die Tagesordnung an die einzelnen Filialen zur nochmaligen durchschnittliche Dividende 6,7 pct., die Schifffahrts- Gesellschaften Aeußerung, die ungeheure Heiterfeit erregte. Die Genoffen Bebel Berathung zurück zu verweisen, wurde gegen wenige Stimmen mit einem solchen von 6 808 500 m., worauf 6 233 500 M. ein- und Siegerist antworteten dem Herrn Unabhängigen so, daß er angenommen. Am 10. Juli findet eine gemeinschaftliche Herrengezahlt sind, durchschnittliche Dividende 4,5 pet. zum weiteren Wortnehmen die Luft verlor. Als Genosse und Damenpartie sämmtlicher Filialen nach Adlershof statt. Bebel ihn auf die Widersprüche aufmerksam machte, Lokal: Wiedemann u. Manofsky. Genauere Mittheilung erfolgt Ueber unglaublich verlotterte Wohnungsverhältniffe in denen er sich zu den Aeußerungen von Auerbach, Werner, später im Textilarbeiter", fowie im Vorwärts". Zum Schluß wurde in einer Versammlung der organisirten Schuhmacher Wildberger befinde, rief er, die gingen ihn nichts an", worauf der Versammlung wurde auf die ungenauen Stempel der Listen Frankfurts a. M. berichtet. Ein Gehilfe warf die Frage auf, Genosse Bebel erwiderte, die Unabhängigkeit der Unabhängigen für die Rixdorfer Weber hingewiesen und gewünscht, daß sämmtob es den Meistern gestattet sei, drei Personen in einem Bett gehe also so weit, daß Einer den Anderen verleugne, weil Jeder liche ausgegebene Liften sofort abgeftempelt werden mögen, da schlafen zu lassen. Sämmtliche Redner konstatirten darauf, wie die etwas Anderes wolle. Beranlaßt durch einige Aeußerungen dieselben sonst vielfach zurückgewiesen würden. Frankfurter Boltsstimme" in Nr. 142 vom 19. Juni 1892 mit Siegerift's ergriff auch der Unabhängige Birch das Wort, um theilt, daß diefes nicht vereinzelt vorfäme, sondern daß das sich gegen die angeblichen Verleumdungen Siegerist's zu ver Eine Versammlung der Drechsler und Berufsgenossen Zusammenschlafen bei den meisten Schuhmachern vorherrschend theidigen, bei welcher Gelegenheit er( Birch) sich in einer Art Deutschlands( Ortsverwaltung Berlin) hörte am 20. Juni einen sei, und dazu noch in Winkeln, die jeder Beschreibung spotten." Giertanz bewegte und that, als gehöre er zur Partei. Dem trat Vortrag des Herrn Dr. Pinn über Soziale Zustände im AlterDer Vorstand der Gehilfenorganisation wird nun die Sanitäts- Genosse Bebel energisch entgegen: Was Siegerist heute gegen thum" mit allgemeinem Beifall an. Dann legte Kollege Dost behörde um gründliche Revision der Schlaf- und Arbeitsräume Birch gesagt, sei offenbar wahr; Birch sei notorisch ein Gegner fein Amt als Bevollmächtigter nieder, da er bereits Delegirter der Schuhmacher angehen. der Partei und es sei nichts als Heuchelei, wenn er sich jetzt vor der Streif- Kontroll- und Mitglied der Agitationskommission sei. noch Siegerist, Stießenbober und Schäffer der Freithaler zum zweiten Bevollmächtigten, ferner den Kolder Versammlung als Parteigenosse gerire. Im Weiteren traten Man wählte darauf die Kollegen Klotsch zum ersten und Opposition entgegen. Die Gegner waren so niedergedonnert, daß legen Frey zum ersten Beisiger und in die Rechtschutzkommission sie nicht einmal stimmten, denn folgende Resolution wurde ein- die Kollegen Oster und Schneider. Am 2. Juli findet in stimmig angenommen: der Neuen Welt( Hasenhaide) das Sommerfest statt. Die nächste Versammlung wird am 18. Juli, Annenstr. 16, abgehalten. Der Jahresbericht des Altenburger Fabrik- Inspektors wirft, wie die„ Kölnische Zeitung" mittheilt, auf die Lage der Industrie des Herzogthums ein recht trübes Licht. In den meisten Fabrikationszweigen mangelte es an genügender Be schäftigung, so daß vielfach, um eine Lohnherabsetzung oder Arbeiter- Entlaffung zu vermeiden, mit vertürzter Schichtzeit ges arbeitet werden mußte. Der Geschäftsgang im Ziegeleigewerbe war infolge des übermäßigen Wettbewerbs und der flauen Bau: thätigkeit ganz besonders schlecht. Die Eisenberger Wurstfabrikation flagte über mangelnden Absatz in den besseren Sorten. In der Textil- Industrie waren nur wenige Webereien vollauf beschäftigt. Nur die Steinnuß- Knopf- Fabritation hatte reichliche Aufträge, doch beeinträchtigten auch hier die erhöhten Preise des Noh materials und der zunehmende Wettbewerb den Ertrag in hohem Maße. Aehnliches gilt für fast alle übrigen Industriezweige. aus Ruttka geschrieben: Landemannschaft der Schleswig- Holsteiner u Serlin. Mittwoch, Freie Vereinigung fämmtlicher in der Papierindustrie beschäftigt. Bersammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow Die heute in der Gambrinus- Brauerei tagende öffentliche Beeskow- Charlottenburg erklärt sich mit den Ausführungen des den 22. b. W., Abends 8% Uhr, im Vereinslotal, Arminhallen, KommandantenGenossen Bebel voll und ganz einverstanden und ist der Meinung, firaße: Sigung mit Damen, daß nur auf dem Boden des Parteiprogramms, und zwar durch Arbeiter und Arbeiterinnen Serline und mgegend. Mittwoch, den die Ueberführung der Arbeitsmittel in die Hände der Gesellschaft 22. Junt, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Infelir. 10: Bersammlung. Die Befreiung der Arbeiterklasse herbeigeführt werden kann. Die Bortrag der Genoſſin Ottilie Baader über: Bersammlung verpflichtet sich, bei jeder Gelegenheit für die Ber- Brau breitung der sozialdemokratischen Lehren einzutreten." Alsdann schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie, in das die Anwesenden begeistert einstimmten, die Versammlung. Die Gleichberechtigung ber Verein ehemaliger Sad- Schmiedeberger und Umgegend( Provinz Eachfen). Mittwoch, den 22. bd. W., Abends 8 Uhr, bet Pannier( Leonhard's Bierhaus), Stralauerftr. 55: Sigung. Diener. Kaffenlotal: Neue Friedrichstr. 44, bet Möllig. Sigung jeben MittKranken- und Sterbe- interstützungskaffe der Berliner Daus: woch, Abends 8% Uhr. Straße 28. " Gleich Emanzipation, Liebesfreiheit, Deutsche Eich e, Blumenstraße 46, bet Went. bet Siegeler. 47-49. Echo 1 Mannesmurth, Mauerstraße 3, bet Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu Die Lage der Dach und Schieferdecker Böhmens ist, wie der Algemeinen Dachdecker- Zeitung" von dort berichtet Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Bereinte raft, bend wird, eine äußerst traurige. Von einer geregelten Arbeitszeit ist im Westen( Königshof) eine gut besuchte öffentliche Versammlung jeden Monats, Abends 8% Uhr, bet Bechlin, Hornfir. 9.Die Butzer Berlins und Umgegend hielten am 20. b. M. 8 Uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bei Otto Thierbach, Schwebterfir. 44.- Beine, jeben Mittwoch vor dem 1. unb 15. auch nicht im Entferntesten die Rede. Denn kaum ist der Zag ab. Dieselbe folgte mit großem Intereffe einem sozialpolitischen brunnen, Abends 8½ Uhr, bei Saferland, Bellermann an Gesund= angebrochen 4 Uhr Morgens so beginnt die Arbeit und dauert bis 1/29 Uhr Abends, mit einer Unterbrechung von nur Vortrage des Stadto. Vogtherr und ging sodann ohne Dis- bett, bends 8% Ubr bei Schönemann, Stalizerstr. 7.- Seine, Rigdorf, 11 Stunden, wovon 1 Stunde auf die Mittagspause entfällt. Referent zu diesem Punkte war Kollege Dähne. Derfelbe ver- jeden wittwoch 8% Uhr, bei Bernh. Naabe, Ruppiner- und Schönholzerstraßentuffion zur Erörterung der Verhältnisse im Gewerbe über. bends 8% Uhr, bet Wagner, Alte Schüßenſtr. 6. Abends 8 Uhr, bet Beiler, Knesebeck- und Herrmannstraßen- Ece. Nord, Der Lohn für diese 16stündige Arbeitszeit beträgt, wenn es gut urtheilte in scharfer Weise das Puzmeister- System, welches jetzt Gee. - Otto Reimer jeden Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavnergeht, 9 bis 91/2 fl., im besten Falle was indessen sehr selten in der Weise ausarte, daß am legten Sonnabend Kollegen mit oorkommt 10 fl. pro Woche. Dieser Lohn wird indessen nur drei Mark pro Tag ausgelohnt worden seien. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen in den Sommermonaten verdient. Von demselben soll der Ar durchaus nothwendig, daß sich alle Kollegen wieder in geschlossenen Er hielt es für im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. beiter mit seiner Familie leben und soviel für den Winter, wo Reihen in der Organisation zusammenfinden. Kollege Buch funde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungsleine Arbeit ist, zurücklegen, daß er nicht zu hungern braucht. bola fritisirte gleichfalls die torrumpirten wirthschaftlichen Ver- Blumenftrag, Bobo's Bra Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser= Wie dies möglich ist, darüber schweigen sich die Herren Meister hältnisse und empfahl den Beitritt zum Verbande der deutschen Wilte. Straße 22-23, Bögow's Brauerei. Silaritas, Hochstraße 32 a, bei aus, doch wissen sie sehr viel zu räfonniren über die Arbeiter, Maurer, damit die frühere Position wieder eingenommen werden Bantow, Schulzeitt. 27. erche, Bernauerstr. 72, Reſtaurant zum Beitdie nicht genug" friegen können, sofern dieselben danach streben, tönne. Das Gleiche wurde auch von anderen Rednern befür sei Gesangverein der Steinmegen, Johannisstr. 20, bet Müller. beffere Berhältnisse für sich zu schaffen. Männer- Besangverein der Kürschner, D. B. D. Br. Berlin, Neue wortet. Allgemein schilderte man die Verhältnisse im Gewerbe Friedrichstraße 44, bei Röllig. Steinnelte, Röslinerstraße 17, bei So wurde mitgetheilt, daß auf dem Wendt. Lyra 1, Raupachstraße 6, bei Stachel. Euphonia, bet Ueber die Korruption, welche unter dem ungarischen als sehr traurige. Beamtenthum auftritt, wird der Budapester Arbeiterpresse Rafernenbau in Meabit Kollegen für fünf Tage Arbeit Hermann, Elifabethstr. 30.- and in hand 1, Martannenſtr. 81-32, bei Doberstein. Schneeglöckchen 1, Rottbuser Damm 89, bei Jacob. neunzehn Mark Lohn erhalten hätten. Der dortige Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger ommuitation 16, bet Unverbroffen, abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindowerfir. 26. Eine fchmähliche Illustration zu den vielgerühmten freis Putzmeister soll den inneren Buzz für 17 Pf. pro Meter über Glafer. Rütli, heitlichen Zuständen" Ungarns bildet das Kapitel von der nommen haben! In der Verbandsorganisation wurde das Mittel töter'scher Gefangverein, Koppenfiraße 48c, bei Boreng. Friedenau im Kurhaus.-Worwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Beamten- Korruption und die Drangfalirung von Staatsbürgern, zur Beseitigung mancher Mißstände erblickt und erging demLerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierstr. 38, bei SeeLorbeertranz, Barninijir. 16, bei Heindorf. Südost 1, die sich der Willtür und den Erpressungen der mit Amtsgewalt zufolge an die Fernstehenden die dringende Aufforderung, dem feldt. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich belleideten frechen Bursche widersetzen. Ein solches Exemplar Verbande beizutreten, sowie an Alle die Ermahnung, den 3pnickerstr. 191, Restaurant. Startstraße 34, bei Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golzbesitzen wir in hiesiger Gegend in dem Szucsaner Notar Emerich Egoismus fallen und mehr Solidarität walten zu lassen. Gerade Straße Freiheit, Moabit, Stronenbrauerei, Steinfeger Sängerchor, SaftantenBladar, gegen den endlich die Disziplinaruntersuchung ein in der Zeit der Krisen müffe die Organisation mit aller Kraft Alt- Moabit Offenbacher Sängertranz, Draniengeleitet wurde, nachdem gegen ihn von Seite einer Privatperson hochgehalten werden. Ueber die Verhältnisse auf dem Kasernen- Allee 28 bet Maiwald. Straße 153, bei Göze. Gesangverein der Kupferschmiede, WeinSie Anzeige an das Ministerium des Innern erstattet rourde. Von dem bau in Moabit sollen genaue Informationen eingezogen werden; traße 11 bei Feind. Bergismeinnicht, Schulstraße 29, im Webbinglangen Sündenregifter des Bladar wollen wir nur einiges als Stich der Bertrauensmann hat das Weitere zu veranlaffen. Ferner stafino. Brandenburger Männer Gesangverein in Branden= probe erwähnen. Im Juni v. J. forderte er von mehr als wurde aufgefordert, die Listen der Unterstützungskommission der burg, Mengert's Boltsgarten. Ramm. Concordia", Gitschinerftr. 92, bet. oy I. Arbetter100 Personen je 3 fl.„ Feuerwehr- Steuer" mit der Vorspiegelung, Buzer nicht zurückzuweisen. Nachdem noch verschiedene gewerb- Gesangverein„ Bris", Bris, Werderstraße bei Schöneberg. daß diese neue Steuer vom Minister eingeführt" fei! Kurz liche Angelegenheiten erörtert und das am 9. Juli statthabende Deutider Männerfang", Belforter fir. 15, bei Schneider. darauf, am 11. September, bedrohte er die Frau des Josef Chila Stiftungsfest der Verbandsfiliale der Pußer in Erinnerung gefchriften find zu richten an war Geng, Berlin N, Belforterstr. 26, 1£ r.) mit Erschießen; am 13. September beschwindelte er den Schneider- bracht worden war, wurde aufgefordert, an der achttägigen Lohn mittwoch: Berein Fribolin, bet Wolff, Brunnenstr. 35a. Theater gehilfen Ignaz Murecet in einer Militärangelegenheit um 150 fl.; zahlung festzuhalten.( Kollege Däumig ist vierzehntägige Lohn- und Bergnügungsverein Bultanta, bet Tager, Gartenstr. 37/38. am 14. September lockte er durch eine betrügerische Manipulation zahlung eingegangen, bei demselben arbeiten gegen 20 Kollegen.) reus fibel, bet Gumlich, Reichenbergerfir. 149. mit Biebpässen während des Jahrmarktes vielen Bauern Beträge Ferner wurde mitgetheilt, daß den streifenden Webern in Rigdorf Beltblau bei glid, Simonfir. 23.-- Geselliger Verein Waldesgrün, Don 1,50-2 fl. heraus; mehrere Personen übervortheilte er im aus dem Generalfonds 50 M. überwiesen worden sind.. Steueramt um Beträge von 2,50-5 fl.; von Männern, die Sol- Eine Verbands. Versammlung der in Holz- Bergnügungsverein Azalie ,," Bu den 3 Raben", Michael- Brücke 1. daten waren, forderte er die Bezahlung der Militärtage. Die bearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen Ehefrau eines gewissen Maslat, die dem Vladar die Militärtage beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen für ihren Mann erlegte, vergewaltigte dieser Unhold in der Deutschland 3, Berlin, Filiale II N, nahm am 14. Juni Kanzlei. Dafür erließ er dem Manne die Militärtare. Dieses einen Vortrag des Genoffen Jakobey über das Thema: Fattum wollte der Untersuchungsrichter nicht zu Protokoll nehmen, welchen Werth hat die gewerkschaftliche Organisation für die was auch so Manches zu denken giebt. Doch genug der Auf- Arbeiterschaft?" mit großem Beifall entgegen. An der Diskussion zählungen; fügen wir noch hinzu, daß die Szucsaner Beamten betheiligte fich Kollege RübI, welcher ausführte, daß der ihren fauberen Kollegen Bladar zu vertheidigen suchen und daß Arbeiter an seiner üblen Lage häufig selber schuld sei; dies be8. B. der Richter Johann Belacit sich gelegentlich äußerte, er Pfeife auf Gesetz und Regierung". Was geschähe einem Ar- wieſen die in einer Fabrit in der Mühlenstraße beschäftigten Rollegen, welche zwölf Stunden und darüber arbeiten müssen, beiter, wenn er so spräche? Und solche Leute dürfen es wagen, ehrliche Arbeiter zu bedrohen, wie der Bladar von denen aber trotzdem feiner dazu zu bewegen sei, fich dem Verbande anzuschließen. Dann verlas der Vorsitzende die letzte ertlärte, er werde alle Arbeiter der Ruttfaer der Kaschau Oberberger Bahn wie Hunde von der Generalfommission Deutschlands betreffs der Marken. Abrechnung vom Hauptvorstande und gleichzeitig ein Schreiben Werkstätten aus dem Orte jagen", weil diese feinen Erpressungen Wider Von der Beschaffung der Protokolle des Halberstädter Rongresses stand entgegen fetzten. Man drohte allen Jenen, welche das seitens der Filiale wurde Abstand genommen, da dieselben am Treiben des Richters und des Notars einer Kritik unterzogen, Ort ebenfalls für den Preis von 20 Pf. pro Stück zu haben mit Berhaftung durch die Gendarmen. Auch der Ruttkaer Notar feien. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Kollegen, die Garten, Dresdenerstraße 45. Rreusfibel, bei Gumlich, Reichenbergerbei solchen Zuständen, die überall im Lande gang und gäbe find.§§ 5 und 6 sorgfältig zu studiren. Die Billets zu der am 10. Juli verein Frei Weg", Abend 9 Uhr bei Reez, Michaelstirchstr. 89. haben keinen Grund, stolz zu sein und patriotisch an fühlen, som rege Betheiligung an der Partie ersucht. Die nächste Verlange alles Recht mit Füßen getreten wird. Bom feigen Bürger- fammlung findet am 19. Juli statt. thum ist keine Abhilfe zu erwarten. Soll es besser werden, dann muß die Arbeiterklasse mit der ganzen Wucht einer unaufhörlichen regen Agitation Alles aufbieten, um politische Rechte zu erlangen und dadurch diese Schändlichkeiten zu beseitigen." einmal Eine öffentliche Versammlung der Stellmacher, Schmiede, Lacirer und Sattler hörte am 16. Juni einen Vortrag des Reichstags- Abgeordneten May Schippel über die Bedeutung der gewerkschaftlichen Bewegung und spendete dem Redner lebhaften Beifall. Eine Resolution, die sich mit den Aug In der Landwirthschaft Belgiens find, wie der Boff. führungen desselben einverstanden erklärt, fand einstimmige An3tg." berichtet wird, nach den jezt veröffentlichten Ergebnissen nahme. In der Diskussion wurde gewünscht, man solle in den der amtlichen Zählung von 1890 insgesammt 1 199 819 Personen ablvereinen immer wieder darauf aufmerksam machen, daß beschäftigt, darunter 982 124 Familienmitglieder und 217 195 jeder Barteigenosse sich auch der Gewerkschaft seines Berufes ans landwirthschaftliche Arbeiter und Arbeiterinnen; 21,77 pt. der zuschließen habe. In nächster Zeit wird eine gleiche VersammBevölkerung widmen sich der Landwirthschaft. Der durchschnittlung behufs Wahl einer Agitationsfommission abgehalten. liche Lohn beträgt für männliche Arbeiter ohne Ernährung flagt wurde, daß zu der langen Arbeitszeit, die in jenen Gewerben 2,40 Fr., mit Ernährung 1,25 Fr., und für die Arbeiterinnen üblich, sich selbst in Berlin noch vielfach Sonntagsarbeit geselle. ohne Ernährung 1,21 Fr., mit Ernährung 0,71 Fr. Auf 6472 845 in den Rataster eingetragene Parzellen tommen 910 396 So foll 3. B., wie mitgetheilt wurde, bei Bank in der Seydellandwirthschaftliche Betriebe, von denen 472 471 ein halbes Heftar ftraße jeden Sonntag gearbeitet werden. und weniger Ausdehnung hatten, Der Gesammtwerth der landwirthschaftlichen Produktion ist auf 1 650 976 374 r. abgefchätzt. Belgien hat 378 457 Heftar Haide, Baumschulen, Obstgärten und 489 423 Hektar Wald. Bes In der Branchen- Versammlung der Mechaniker, welche 1 86. Berein Bergnügungsverein Nord bei Schupfe, Schul- und Reinickendorferstraßen- Ecke. Rauchflub bei Mebelin, Langefir. 108( alle 14 Tage), Theater- und Bergnügungsverein Durch Nacht zum Licht, bet Bubeil, Naunynstr. Humoristischer Berein Pipifar, bet Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. Ge= felliger Berein limbim, bet Bredlow, Bülowftr. 65. Pollack- Klub uige Brüder, bei Lucewald, Manteuffelstr. 46.- Statflub Buschel= acht fatter, bei König, Koppenſtr. 67. grün, Reichenberger- und Manteuffelstraßen- Ece. Touristentlub bei Hoffmann, Triftstraße 1. Rauchtlub Eiferne Pfeife, Theaterverein Jugendkraft a bet Ritter, Mauerfir. 86. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwady. Gefangverein nospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Allianceſtraße. mustverein Borwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Große Frankfurterftraße 99, 1 r. Männer- Befangverein a Ibiapelle a, Abends o Uhr, Restaurant Kayser, Stalizerftr. 22. Turnverein Hoffnung, abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelfir. 9.Kraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und SonnTurnverein Gesund= abend 9-11 Uhr abends bei Bade, Beughofftr. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr abends in der Turnhalle, Fretenwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerfir. 78a. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 0% Uhr bet Täger, Gartenstr. 13/14. Reect, Lothringerfir. 94. Theaterverein Bultania Abends 9 Uhr bet Geselliger Vergnügungsverein Regta, Abends Uhr, im Restaurant Sommer, Grünstraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener 149. Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannftr. 5.- TouristenRauchklub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei sterstein, Admiralftr. 33. Rauchflub Rauchttub& affalle, Abends, bei Lock, Friedrichsbergerfir. 11. Rothe Nelte, bei Steuer, Weinstr. 22.- Sumoristischer Rauch= tlub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görlitzerstr. 42. Rauch flub Sanssouci, Boechstraße 51. Rauchtlub Vorwärts Südost, bet Bogel, Sorauerstraße Nr. 13. Rauchtlub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr, bei Späth, einstr. 28. Rauchtlub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchtlub Bultan, Abends 9 Uhr bet Ahmer Gräfeftr. 82. Rauchklub Goldene Quaste", Abends 9 Uhr bei Muß, Joftystr. 8.- RauchtIub gutgefinnter Freunde, Abends 8 Uhr bet Neumann, Höchftestr. 28.- Rauchklub Schmotes Werte, Rauchflub Vorwärts GD.", jeden Mittwoch Waldemarstr. 74 bet Grupe, Waffer und Inselstraßen- Ecke beim Restaurateur Sperling Abends 9 Uhr. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Bothringerftraße 101. Vermischhikes. Der Majestätsbeleidigungs- Prozeß gegen den Redakteur am 16. b. M. abgehalten wurde, sprach Herr Berndt über: Karl Julius Prätorius in Alzey, welcher anfänglich am „ Die Pariser Kommune". Die Versammlung folgte den Aus: 3. Juni vor der Straftammer zu Mainz zur Berhandlung kommen führungen des Referenten mit Interesse. Im Weiteren machte sollte, dann auf den 14. Juni vertagt wurde, ist abermals, diesmal Kollege Neumann auf das am 16. Juli in Treptow stattfindende auf unbestimmte Beit, vertagt. Sommervergnügen besonders aufmerksam und forderte zu reger In Bamberg hat am 21. Juni die gerichtliche Verhandlung Betheiligung daran auf. über das Eggolsheimer Bahnunglück begonnen. Wegen Bergehens des schweren Handfriedensbruchs Eine Versammlung der Tegtilarbeiter, welche am in idealer Konkurrenz mit leichter Körperverlegung wurden in 20. Juni über die Verschmelzung der gegenwärtig in Berlin be- Speyer Lieutenant Hopffner zu zehn Tagen Gefängniß, Lieutestehenden drei Filialen verhandelte, tam noch zu feinem end- nant Rabung zu sieben Tagen Gefängniß und Tragung fämmtCharlottenburg. In der Versammlung des Wahlvereins giltigen Beschluß. In der sehr eingehenden und lebhaften Dis- licher Roften verurtheilt. am 14. b. M., die außergewöhnlich start besucht war, sprach Ge- fuffion, an welcher sich namentlich die Herren Lehmann, Der Orts- und Amtsvorsteher Rud. noffe Bebel über:" Unsere Lage". Vor Eintritt in die Tages- Rohleber, Reichelt, Pinn und der Vorsitzende für, Sinsch in Trittau, welcher zugleich Standesbeamter, Kom ordnung wies der Vorsitzende Genosse Beyer auf die Bedeutung Herr en els gegen die Verschmelzung der Filialen aus miffarius der Landes- Brandkasse, Administrator der Spar- und und die Ziele des Wahlvereins hin und forderte die Anwesenden Sprachen, wurde u. 2. die Schwerfälligkeit der gegenwärtigen Leibtaffe, Kreistags- Abgeordneter und last not least- ein auf, dem Vereine beizutreten. Alsdann hielt Genoffe Bebel Agitation betont. Während bei dem gegenwärtigen System großer Sozialistenfresser war, hat großartige Unterschlagungen feinen Bortrag, der mit dem lebhaftesten Beifall aufgenommen mehrere schwach besuchte Versammlungen viel Roften verursachen, verübt und sich, als er entlarot war, dem Richter durch Selbstwurde. In der dem Vortrag folgenden Distuffton nahm ein tönne man später größere Versammlungen mit guten Vorträgen mord entzogen. Er bezog, wie man uns aus Oldesloe schreibt, Versammlungen. Wieder Einer. 4000 M. Dienfteinkommen; die Höhe der unterschlagenen Gumme| lang an nervöser Berftimmung und beshalb läßt er fich auf In Wilbel ist ber ifraelitische Gemeindevorsteher Sigm ift bis jetzt auf 60 000. feftgestellt. Alle von ihm verwaltet folche Dinge am Liebsten gar nicht ein. Er scheint immer in Strauß wegen Werdacht des Meineids verhaftet worden. gewefenen öffentlichen Raffen waren leer; auch Privatleute der Furcht zu leben, durch solche außeretatsmäßige Aus- Ein frecher Straßenraub wurde, wie aus Dbligs ge darunter Bauern die ihm Geld anvertraut hatten, betrog er gaben eine Berrüttung feiner Bermögensverhältnisse, wie melbet wird, im Hackhauser Walde an einem reifenden Hand mit gleicher Unparteilichkeit. Ein Dheim von ihm, der ihm es vor fünfzig Jahren schon ein Mal im Hause Odescalchi werker verübt. Mehrere Strauchdiebe überfielen den Handwerker 30 000 M. in Verwahrung gegeben, wird wahrscheinlich Alles der Fall war, herbeizuführen. Damals war ein Theil des Grund- und nahmen ihm, nachdem sie ihn vorher durchgeprügelt hatten, verlieren. Selbst das Strychnin, mit dem fich hinsch vergiftete, befizes der Odescalchi den Torlonia verpfändet und konnte nur das Wenige, was er besaß, ab. Nur Hose und Hemd ließen sie hat er gestohlen. Kurz, der Mann gehörte zu jenen Ordnungs" durch die Heirath des Vaters von Don Baldassare mit einer dem Armen. Die Strolche sind verhaftet. brüdern, von welchen einst der Offenburger Boltsfreund" sagte, Branica, die 50 Millionen Heirathsgut hatte, furz vor dem Ver- In Piacenza wurde der Fürst Alessandro Porta wer die Sozialdemokratie mit besonderer Heftigkeit verfolge, mit falltag ausgelöst werden. Vielleicht stammt auch aus jener Beit puglia wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. Die Polizei dem tönne es nicht richtig unter dem Brusttuche" stehen. die Paffion zu möglichst ökonomischer Lebensführung. Kurzum, hatte Mühe, die wüthende Boltsmenge zurückzudrängen, welche Ueber einen taum glaublichen Vorfall wurde der Fürst Odescalchi trug den Brief der römischen Anarchisten zur an dem Fürsten Lynchjustiz üben wollte. Mannheimer Boltsstimme" aus Käferthal Folgendes mit- Polizei, welche vier Mann in der Nähe der verabredeten Stelle Ein schwerer Unfall ereignete sich nach einer Meldung aus getheilt: verbarg, an welcher der Sekretär des Fürsten ein Päckchen, natür- Breft an Bord des Kreuzers Dupuy de Lome". Die Dedplatte " Vor einigen Tagen lub unfer Herr Bürgermeister den lich ohne Geld, verbarg. Nach längerem Harren famen zwei des Dampfteffels gab unter dem Druck des Dampfes nach, fo Maurer H. Schlechter vor das Bürgermeisteramt und verurtheilte junge Leute angefahren, die genau an der im Briese angegebenen daß letterer in den Feuerraum eindrang. Sechszehn Arbeiter ihn zu einem Lage Haft, weil derfelbe an einigen Sonn- Stelle Halt machten und nach dem Gelde zu suchen begannen. Die trugen schwere Brandwunden davon, jedoch hofft man dieselben tagen, jo auch am Pfingstfonntage mit seiner Frau in Ber- Polizei hatte wenig Mühe, ihrer habhaft zu werden, sie versuchten zu retten. Der Kreuzer mußte auf die Rhede zurückkehren. fammlungen gelaufen fei und seine 6 Kinder zwar, sich mit Revolvern zu vertheidigen, wurden aber rechtzeitig allein zu Hause gelaffen habe. Der Sachverhalt ist entwaffnet. Auf der Quäftur erklärten fie, Anarchisten zu sein folgender. Schlechter ift Mitglied der freireligiösen Ge- und geftanden, den Brief im Intereffe ihrer Partei geschrieben zu meinde in Mannheim und ging mit seiner Frau einige haben. Interessant ist, daß die Beiden zu Denen gehörten, die Male in die Vorträge derselben. Er fam also in seiner vor dem ersten Mai auf Befehl des Minifters als anarchistischer Weise seinem religiösen Bedürfniffe nach, wie es ein Anwandlungen verdächtig verhaftet, aber mit den übrigen wenige guter Katholik oder ein guter Protestant auch thut. Die Tage darauf entlassen wurden, weil zu ihrer Verhaftung kein Ueberwachung seiner jüngeren Rinder übertrug er den älteren, Anlaß war. Sie sind natürlich auch heute keine Anarchisten, wovon das altefte nahezu 18 Jahre alt, also wohl im Stande fondern dumme Teufel, die sich einbildeten, Baldassare Odescalchi ift, auf einige Stunden die Obsorge für seine jüngeren Geschwister werde sich durch ihre Drohung veranlaßt fühlen, fich von einer zu übernehmen. Aber das paßte wohl irgend einem guten halben Million Lire au trennen! fatholischen Chriften nicht. Er denunzirte den freireligiösen Reger beim Bürgermeister und dieser sprach die obengenannte Haft aus. Als ein Mann, der mit sich reden läßt, nahm er zwar nachträglich die Strafe zurück, weil der Bestrafte sich dieselbe nicht gefallen ließ, doch mußte dieser versprechen, daß es nicht mehr vorkommen dürfe." Anderer wurde am Gefäß getroffen, ein dritter in den Unterleib und ein Vierter in den Arm. Diesen Empfang hatten die Vollzieher ihrer Hache nicht erwartet und es entstand ein großer Spektakel, bis Licht gemacht und der Schaden befehen werden konnte. Die Wunden sollen nicht so ganz einfacher Natur sein, so daß sofort ein Arzt herbeigerufen werden mußte, der alsbald die nothwendigen Berbände anlegte. Sprecisaal. te Rebattion stellt die Benugung des Sprechfaals, soweit der Baum dafür abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von angelegenheiten allgemeines Intereffes sur Verfügung; fte wahrt sich aber gleichzeitig bagegen, mit bent Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Achtung, Arbeiter Bildungsschule! Der Borstand hat die Absicht, für die Versammlungen der Arbeiter- Bildungsschule einen Referenten- Nachweis einzurichten, der Anfang September d. J. ins Leben treten soll und worüber seiner Zeit Näheres bekannt gegeben wird. Obgleich der Arbeiter- Bildungsschule in ihren Lehrern und einer Anzahl befähigter Schüler Vortragende zur Verfügung stehen, wäre es doch erwünscht, wenn diese Bahl durch die Bes theiligung auch solcher Kräfte, die bei der Schule bisher noch teine lehrende Thätigkeit ausübten, vermehrt würde.. Es werden daher Alle, Herren und Damen, die sich fähig fühlen, Vorträge zu halten und bereit sind, ihr Wissen und ihre hätigkeit in den Dienft einer guten Sache, der Aufklärung und Belehrung des Voltes, zu stellen, aufgefordert, ihre Adressen nebft Angabe schon ausgearbeiteter Vortragsthemen und sonstiger Be dingungen, sowie der zur Verfügung stehenden Tage dem Vors ftand der Arbeiter Bildungsschule, 3. H. des ersten Vorsitzenden, H. Mattutat, SO. Wrangelftr. 124, einzureichen. Der Vorstand. Depeschen. Aus der Ferienkolonie. Die„ Mind. 3tg." vom 16. Juni bringt aus Minden folgenden Bericht: Bei der vierten Kompagnie des 15. Infanterie- Regiments fand, wie verlautet, in der Nacht vom Montag auf Dienstag ein„ Nachtgefecht" statt, welches drei Mann theils schwer verwundet nach dem Lazareth, zwei Mann ins Revier und einen Mann nach dem Militärarresthause Die Mannheimer Boltsstimme" giebt's dem Herrn Bürger lieferte. Wir geben den Vorgang unter Reserve wieder, wie er meifter treffend, indem sie schreibt: Wie würde sich die Sache uns von mehreren Seiten mitgetheilt worden ist. Ein Soldat der wohl verhalten, wenn die beklagten Eheleute anstatt in die frei- vierten Rompagnie, angeblich ein Mindener, hatte sich im Dienste religiöse Gemeinde in die tatholische Kirche gingen? Und ein fleines Bergehen( angeblich Ausbleiben nach Zapfenstreich) zu noch eins, Herr Bürgermeister, wie verhält es sich an Wochen Schulden kommen laffen, das nicht allein für ihn, sondern auch tagen? Da müffen die älteren Kinder in die Schule, Vater und für seine Korporalschaft zur Folge hatte, daß etwas stärker geMutter aber haben bei dem gegenwärtigen wirthschaft- bimft" werden mußte. Hierüber aufgebracht, beschloffen einige lichen Rothstand vom frühen Morgen bis in die fintende ältere Mannschaften, den Urheber einmal zu füfiliren", das Nacht sich auswärts auf der Arbeit abzuschinden und heißt, mit den Klopfpeitschen zu verfohlen. Von dieser liebensabzuradern, um nur das nöthige Brot für ihre Kinder zu erwürdigen Absicht seiner Kameraden hatte der Bedrohte Wind werben, die unterdessen fast vollständig sich selbst überlassen bekommen und bereitete sich zum würdigen" Empfang derbleiben. Ist da der Vater gezwungen, für seine Kinder selben vor. Zu diesem Zwecke band er sich Abends, als Alles von seinem Hungerlohne eine Wartefrau zu halten oder zur Klappe" mußte, ein großes Taschenmesser, an welchem muß die Frau zu Hause bleiben und dadurch das Ein- er die Klinge festgestellt hatte, an die Hand fest. Gegen Tommen in der Familie so schmälern, daß es nicht mehr zu Brot Morgen, als die Bude" noch dunkel, schlichen sich auf leisen und Kartoffeln langt? Wie viele Kinderkleine Kinder, Herr Sohlen die Rächer an das Bett des Opfers. Allein sie hatten Bürgermeister, denn die größeren sind in der Schule sind sich, find fich, als fie annahmen, dasselbe schliefe, arg getäuscht. da allein zu Hause und wir haben noch nie gehört, daß Sie Offenen Auges, zum Empfange bereit, lag der Mann da. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) da jemals ftrafend eingeschritten sind. Aber freilich, sobald der Bei dem Versuche, ihm die Decke über den Kopf zu ziehen Brüffel, 21. Juni. Bei den heute stattgehabten Stich Dienst für das Rapital beginnt, hat die behördliche Fürsorge und dann loszuprügeln, bekamen die Angreifer fofort fühlbare wahlen wurden in Wtons, Nivelles sämmtliche liberale Kandidaten für die Kinder aufzuhören. Der Herr Bürgermeister in Antwort. Einer erhielt einen Schnitt in die Halspartie, ein gewählt, in Tournai und Charleroi wurden je drei liberale Käferthal würde sich um die Menschheit sehr verdient machen, Kandidaten in die Repräsentantenkammer gewählt; in Soignies wenn er in seiner Gemeinde ein Mittel fände, geeignet, die soziale und Tournai wurde je ein Kleritaler in den Senat und in Lage derselben so zu heben, daß in keiner Familie mehr Vater Verviers und Charleroi je ein Klerikaler in die Repräsentantenund Mutter zugleich auswärts arbeiten müssen, sondern daß tammer gewählt. Das Gesammtresultat ergiebt nunmehr für die wenigstens die Mutter ihre ganze Kraft den Kindern widmen Liberalen 60 Size in der Kammer und 30 Size im Senate, für tönnte. Aber von diesem lobenswerthen Zustande ist Käferthal die Kleritalen 92 Size in der Kammer und 46 im Senate. weit entfernt. Nicht nur in Arbeiterfamilien, nein, sogar in sehr Montbrison, 21. Juni. Ravachol und zwei Mitangeklagte vielen Bauernhäusern geschieht es, namentlich zur Zeit der Be Ans Schlesien wird der Köln. 3tg." berichtet: In den beffelben erschienen heute vor dem hiesigen Schwurgericht. Den stellung der Felder, daß die Kinder halbe Tage unbeaufsichtigt letzten Tagen sind über unsere Proving Gewitter, begleitet Angeklagten wird zur Laft gelegt, in verschiedenen Orten des zu Hause find, weil auch der Kleinbauer bereits in eine Lage von orfanartigen Stürmen und verbeerenden Departements Loire 5 Morde begangen zu haben. Die Polizei herabgedrückt ist, in der er sich Tag und Nacht bei Weib und Bagelschlägen niedergegangen. In Slupia bei Bitfchen hat ausgedehnte Vorsichtsmaßregeln getroffen. Ravachol gefteht Rind Schinden und plagen muß, um neben dem täglichen Brot traf der Blitz einen Leiterwagen mit Insassen. Drei Arbeiter zu, einen der Morde ausgeführt zu haben. feinem Ader nur noch die Staats- und Gemeindefteuer ab- und die Pferde wurden getödtet, zwei Arbeiter verlegt. In ( Depeschen des Bureau Herold.) zuringen. Möge es dem Herrn Bürgermeister gelingen, diese Sophienthal bei Ronstadt tödtete der Blig inmitten einer weidentraurige Thatsache aus der Welt zu schaffen und für das Wohl den Heerde drei Rühe und betäubte den Hirten. In Löschwiz Reichenberg i. 8., 21. Juni. Der Streil der Glasarbeiter der Kinder während der Woche zu sorgen, dann reden wir erst bei Raudten wurden die neunzehnjährige Tochter des Guts des Jfergebirges umfaßt infolge neuerlichen Zutritts verschiedener weiter über die Pflichten der Eltern." befizers Leuschner und ein Gutsarbeiter, die vom Felbe heim- Ortschaften zum Ausstand 5000 Arbeiter. Die Wurzelsdorfer Ueber einen angeblichen., Anarchiftenftreich" wurde der lehrten, vom Blig erschlagen. In dem unweit Moischnit ge- und Schenkenhahner Arbeiter haben gleichfalls ihren Anschluß Frankfurter Beitung" aus Rom geschrieben: Fürst Baldassare legenen Grenzdorf Gniazdow afcherte ein durch Bligschlag erklärt Odescalchi erhielt vor einigen Tagen ein Briefchen, in dem ihm entstandenes Feuer eine Wirthschaft ein. Hagel bis zur in liebenswürdigfter Weise die Alternative gestellt wurde, ent- Größe von Enteneiern vernichtete die Feldmarken Ludwigsthal, weder eine halbe Million an einer bestimmten Stelle der Bia Psar, Lubschau, Woischnik, Lohna und Schwientwoda vollständig. Nomentana zu hinterlegen, oder fich seinen Palazzo mit Dynamit Gin vom Unwetter auf freiem Felde überraschter Mann wurde von Briefkaffen der Redaktion. in die Luft sprengen zu laffen. Don Baldassare tonnte über dem Hagel ganz wund geschlagen. In der Gegend von Kattowiz, M. A. Reichstags- Abgeordneter Stadthagen befindet sich Diejenigen, die ihn vor diese Alternative ftellten, nicht recht Antonienhütte, Königshütte tobten das Gewitter und der Hagel heute in Dresden, wo er die Bertheidigung des wegen angeblicher Be böse werden, denn der Brief war in fast brüderlichem Ton ge- nicht minder. Auf der Grube der Antonienhütte wurden von den leidigung des sächsischen Landtags angeklagten Rebafteurs der halten. Die Anrede lautete Lieber Baldaffare" und das Brieftaubeneiergroßen Hagelstücken mehr als 800 Fensterscheiben ein-" Sächsischen Arbeiter- Beitung" zu führen hat. Wir konnten des chen schloß mit der herzerquickenden Versicherung, daß die Anar- geschlagen. Die Getreidefelder von Bielschowis, Antonienhütte, halb Ihrem Wunsche nicht nachfommen. chisten und Dynamitarden von Rom" den Empfänger herzlich grüßen. Neudorf, Kochlowitz und Bykowine sind völlig vernichtet. In Stud. med. Politische Versammlungen fönnen in Preußen Es ist nicht zu leugnen, in liebenswürdigerer Weise können derartige dem eben genannten Kochlowis, wo gerade Ablaßfeft war, wurGeschäfte nicht eingeleitet werden, und vielleicht hätte sich den die dort aufgestellten Verkaufsbuden vom Sturmwind um der liebe Balthasar" in Würdigung dieses Umstandes dazu vergestürzt und die Waaren vom Hochwasser fortgeriffen. In Bawlau standen, mit den Briefschreibern in Verhandlung zu treten, wenn wurden die dreizehnjährige Tochter des Bauern Wylezych uud er sich nicht so entseglich schwer selbst von dem kleinsten zwei Rühe vom Bliz erschlagen. Auch Mittelschlesien hat vom Partitelchen seines Besizes trennte. Don Baldaffare gilt für Unwetter schwer zu leiden gehabt. Die Feldmarken Tunkendorf, den reichsten Mann in Rom, aber auch für den sagen wir Jauernic, Bunzelwitz, Königszelt haben durch Hagelschlag min ökonomischften. Er ist Fürst des h. römischen Reiches, Magnat deftens 75 pet. der Gesammternte eingebüßt, ebenso hat der Hagel von Ungarn, Herzog von Syrmien, Besizer von, glaube ich, in den Ortschaften Oppau und Kunzendorf( Kreis Landeshut) arg vierzig Ortschaften. Seine Standesgenoffen schäben ihn auf gehauft. Hier find die Saaten glatt zu Boden gedrückt und 100 Millionen, andere gehen darüber noch hinaus und Beeren- und Rernobft abgeschlagen. treffen damit vielleicht das Richtige, denn seinen Besitz zu Christoph Columbus soll nach einem Schriftftück, daß man mehren, bildet den Inhalt feines Lebens. In diesem im Archiv der Madrider Akademie für Geschichtsschreibung aufStreben hat er unter Anderem in feinem Palazzo am Corso ein gefunden haben will, nicht in Genua, sondern in Savona geboren Geschäft etablirt, in dem er die Weine seiner ungarischen Be- fein. Das Schriftstück soll eine bezügliche Erklärung feines Sohnes fizungen verkaufen läßt und zwar von einem feschen Wiener Diego enthalten. Mädel, das früher in ungarisches Nationaltoftüm geftedt war. Für einen solchen Mann ist das Anfinnen, eine halbe Million zu opfern, fein Spaß mehr. Wenn ihm für einen wohlthätigen Bwed 10 Lire abgeknöpft werden, leidet Sereniffimus einen Tag Adalbertstr. 8. Die Mörder des Bahn- Assistenten Geißler, der in Breslau in der Nacht zum 7. Juni ermordet wurde, Schuhmacher Maiwald und Lithograph Brachmann, sind in Sommerfeld ver haftet worden. Adalbertstr. 8.1 Restaurant, Garten und Kegelbahn empfiehlt Freunden und Befannnten Chr. Sauermann. Frei- Konzert. Dienstag und Donnerstag: Friedrichshagen. 2 Regelbahnen noch zu vergeben. Gute Küche etc. etc. 668b Restaurant Gesellschaftshaus", empfiehlt den Besuchern seine schattigen Vor- u. Hintergärten, Saal, 2 Regel bahnen, Billard 2c., Kaffeeküche à Ltr. 60 Pf. einer frol. Benuzung. P. Jlges. Allen Genoffen bringe meine Wurst- und FleischSandlung in freundl. Erinnerung. Mein Prinzip: Gute Waare u. streng reelle Bedienung. Wilh. Arndt. 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Solche Borkommnisse sind im Fach- oder Gewerkschaftsverein oder in öffent lichen Fachversammlungen zur Sprache zu bringen und werden von dort aus auch berichtet. P. G. 55. Die vor dem Austritt des Baters aus der Kirche geborenen Kinder müssen selbst ihren Austritt erklären und fönnen dieses erst nach vollendetem 14. Lebensjahre. Frit Voß. Gehört nicht in den redaktionellen, sondern in den Inseratentheil. Dinslaken. Dr. Lux Sozialpolitisches Handbuch erscheint Mitte nächsten Monat im Verlag des Borwärts". Pfandleihe. Wenden Sie sich zunächst an die Polizei. Vereinszimmer( 50 Pers.) Simeons 26042 Empfehle den Genossen meinen Bier Allen Freunden und Genoffen zur Verlag; liefere pünktlich in Fabriken straße 23. Nachricht, daß mein heißgeliebter Mann und zu allen häuslichen Festlichkeiten Gustav Selchow nach kurzen für 3 m. 40 fleine oder 20 große Große helle Räume, besonders zur schweren Leiden entschlafen ist. Die Weißen oder 36 Bairische. 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