Nr. 41. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. 911 Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für bie fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die russischen Revolutionäre über den Krieg. Donnerstag, den 18. Februar 1904. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 17. Februar. Der Reichstag neuerlichen Torpedoboots- Angriff auf Port Arthur vom 14. Februar: Infolge eines starken Schneesturmes erreichten nur ztvei japanische Fahrzeuge den Eingang des Hafens, und selbst diese griffen einzeln an. Man glaubt, daß ein Kriegsschiff von einem Torpedo getroffen ist. Der Torpedoboots Zerstörer Asagiri" kam um 3 Uhr morgens an und erhielt heftiges Feuer von den BeWir haben bereits in unfrem gestrigen Artikel darauf hin- feftigungen und den feindlichen Wachtschiffen. Er schoß mehrere gewiesen, daß die schwungvollen russischen Nachrichten über die Torpedos ab, deren Resultat unbekannt geblieben ist, und unterhielt Reichsschulden- Ordnung in dritter Lesung einstimmig an. " patriotischen Kundgebungen" für den Strieg eben offizielles Ma chein heftiges Feuer auf die Wachtschiffe, bis sich die letzteren zurückwerk sind. Die weitesten russischen Kreise, besonders aber die zogen. Torpedoboots- Zerstörer Hagatori" traf um 5 Uhr morgens freiheitsliebenden Schichten des Volkes, denken gar nicht daran, der dicht bei dem Eingang zum Hafen ein, traf auf zwei Striegsschiffe, russischen Regierung für die Anzettelung des Krieges zuzujauchzen. beren Namen unbekannt find, und schoß auf eins einen Torpedo ab, Mit voller Entschlossenheit schleudern sie der Regierung den Vorwurf der auch explodierte. ins Gesicht, daß ihre- der Regierung- Raubpolitik die Wirren des Krieges hervorgerufen habe. Mit voller Klarheit erklären sie, daß die russische Revolution sich durch den Chauvinismus nicht mehr unterdrücken lasse und das ist das allerwichtigste sie brücken unverhohlen ihre Meinung dahin aus, daß das Barat eine Niederlage brauche, damit die Knuten herrschaft zu Grunde gerichtet werde. Die letzten Stimmen der socialistischen Organe, die allerdings noch vor dem Kriegsausbruche geschrieben sind, gehen vor allem von noch vor dem Kriegsausbruche geschrieben sind, gehen vor allem von dem socialistischen Standpunkte der principiellen Gegnerschaft gegen den Krieg überhaupt aus. " Aus einem längeren Artikel der Jskra", des Centralorgans der russischen Socialdemokratie, heben wir Nachstehendes hervor. Die „ Jakra" vergleicht die Politik des Zarats mit der Handlungsweise eines waghalsigen Kartenspiels. Die„ Jskra" fährt fort: großen moralischen Eindruck auf den Feind gemacht habe. Admiral Togo berichtet, daß dieser Angriff sicher einen Die Wladiwostok- Flotte. London, 17. Februar. Ein Telegramm des Daily Chronicle" aus Tokio vom 15. d. Mts. besagt, daß japanische Torpedobootszerstörer an der Nordwestküste von Japan auf der Suche seien nach dem russischen Wladiwostok- Geschwader. Wie" Daily Telegraph" über Shanghai aus Tokio von gestern gemeldet wird, will man dort wissen, daß die russischen Kreuzer Bogatyr"," Gromobei“,„ Roffija“ und„ Surik“ nach Władiwostot zurückgekehrt seien. nahm in seiner heutigen Sizung zunächst die Novelle zur Der Centrumsabgeordnete v. Strombed, der schon bei der früheren Beratung staatsrechtliche und finanztechnische Bedenken gegen die Vorlage erhoben hatte, beruhigte sein juristisches Gewissen durch die Vorlegung von drei umfangreichen Zusatz- und Abänderungsparagraphen; doch zog er sie nach guter alter Centrumssitte beim Eintritt in die Verhandlung zurück. Sie werden nun in den Aften des Reichstags ruhen; vielleicht beruft sich dann nach Jahren eines schönen Tages das Centrum auf sie. Etat des Reichsamtes des Innern weiter zu beraten. Und so Jedenfalls kam das Haus auf diese Weise bald dazu, den schnell wie er an die Reihe gekommen war, wurde er auch erledigt. Nur zu einem Punkte, dem Reichszuschuß zum Bau kleiner Wohnungen für untere Beamte und Staatsarbeiter, London, 17. Februar. Dem Reuterschen Bureau" wird über haltslos an, daß diese Reichsbeihilfe an Bauvereine und BauNew York aus Tokio von gestern gemeldet: Flüchtlinge erklären, daß genossenschaften ein Mittel wenn auch nur ein Palliativla diwostot nicht darauf vorbereitet iei, einem mittel der bürgerlichen GesellschaftAngriffe Widerstand zu leisten. Es feien dort weder zu lindern. Nur muß dafür gesorgt werden, daß mit diesem sei, die Wohnungsnot Torpedos noch Minen vorhanden und zehn Torpedo boote " Möge jede Entfendung von Truppen, jebe Handlung, die nördlich vom Valu- Flusse zusammenzuziehen, da sie dort den Haupt- damit erbauten Gebäude dauernd Eigentum der Genossenschaft vom Eise eingeschlossen. Die Ruffen führen fort, Truppen Gelde nicht neue Hausbesitzer gezüchtet werden, sondern daß die mit den Kriegsvorbereitungen verbunden ist, jeder aus diesem zusammenstoß mit den Japanern erwarteten und fürchteten, daß der bleiben; auch darf der Staat nicht etwa den Versuch machen, Anlaß veranstaltete Gottesdienst, jedes Wort der bestochenen Versuch gemacht werden würde, die Verbindung zwischen mit Hilfe dieser Wohnungen die Freiheit der Arbeiter, inschauvinistischen Presse- möge alles das Volk veranlassen, gegen Port Arthur und Wlabiwostot abzuschneiden. besondere ihre Freizügigkeit, noch mehr zu beschränken. Die die Diebereien der Selbstherrschaft zu protestieren. Japanische Vorbereitungen zum Einfall in die Mandschurei. Gelder der Landes- Versicherungsanstalten, die für diesen Wir stehen schon in der revolutionären Epoche, deren Hereinbrechen Petersburg, 17. Febr. Der„ Russischen Telegr.- Agentur" wird aus die verdächtigen Hände der Unternehmer gelangen. Jedendie gedankenlose Politik des Absolutismus so beschleunigt hat." Zweck ebenfalls erhebliche Mittel aufwenden, dürfen nicht in Und dieser revolutionäre Geist werde nicht aufgehalten durch die Port Arthur von heute gemeldet: Nach dem Kampfe bei Port falls ruß der Reichstag volle Klarheit über die Verwendung Listige zarische Politit, welche einerseits die Komödie von Haag ver- Arthur hat sich das japanische Geschwader mit einem Verluste von der ausgegebenen Summen haben und scharfe Kontrolle üben. anstaltet hat, andrerseits aber durch die Raubpolitik im Often und drei Schiffen nach dem Süden und nach Zichemulpo zurückgezogen. Den Ausführungen des Genossen Singer schloß sich für burch Hätscheln der chauvinistischen Gefühle die Bourgoiste für sich In Gensan( Ostküste Koreas) sind gegen 60 000 Mann( Japaner) das Centrum Herr Kirsch an, der, eine Anregung Singers gewinnen und im Volfe treuunterthänige Gefühle schaffen wolle. zufammengezogen worden, welche dazu bestimmt sind, in die weiter ausbauend, davor warnte, durch sociale, gut gemeinte In ähnlicher Weise schreibt die„ Rewolucjonnaja Mandschurei einzurücken. Fortgesetzt treffen Truppen ein. Unfre Maßnahmen die Grundrente noch weiter zu steigern. Auch Russija", das Drgan der revolutionären Socialisten. Angesichts Mobilisierung geht vorzüglich vor fich. In der Feftung Port Arthur Graf Posadowsky erkannte die Ausführungen unsres ist der Belagerungszustand erklärt worden. Der Komutandant Genossen in vollem Umfange als berechtigt an und versprach, General Stoessel hat an die Bevölkerung eine beruhigende Kund- zur besseren Uebersicht über die bisherigen Leiſtungen nach machung erlassen. Paris, 17. Februar. Die„ Agence Havas" meldet aus Tokio zulegen. Nur der socialliberale" Herr Schrader brachte Paris, 17. Februar. Die„ Agence Havas" meldet aus Tokio Ostern eine ausführliche Denkschrift dem Reichstage vorvon heute: Drei Transportschiffe, auf welchen sich Kulis in diese schöne Harmonie einen Mißton. Echt manchesterlich und Kriegsmaterial befanden, gingen vergangene Woche von erklärte er das Steigen der Mieten für gerechtfertigt durch die agafati ab und löschten die Ladung in Tschemulpo. Acht höheren Maurer- und sonstigen Arbeiterlöhne. Damit schloß Dampfer mit Truppen und eine Anzahl andrer Fahrzeuge mit Kriegs- die Debatte über das Ressort des Grafen Posadowsky. Nach material gingen gleichfalls mit der Bestimmung für die Westküste 15 langausgedehnten Sigungstagen war das Reichsamt des von Korea ab. Kavalleriepatrouillen wurden bereits Innern erledigt, und das Haus konnte sich dem Post- Etat in Widschu gelandet. des Krieges erklärt das Blatt: " Wir fordern unsere Genossen auf, mit verdoppelten Kräften in Stadt und Land die Agitation zu führen, welche dem Volte darüber die Augen öffnet, wie die Regierung sich im fernen Osten anschide, mit dem Blut des Volkes die dynastischen Interessen der Romanows und das Geldinteresse der russischen Bourgeoisie zu befriedigen. Die Staatspatrioten festen ihre Hoffnung darauf, daß die Menge, die Straße sich leicht vom Blut berauschen „ Thut Euer Wert der Menschenfeindschaft- Ihr Kanibalen des nationalen Chauvinismus! Thut es aber hütet Euch bor der Abrechnung! Ihr hofft, daß mit Eurem marktschreierischen Patriotismus das Dröhnen der Revolution verstummen wird?" Laffe. Und die Antwort auf die Frage giebt das Blatt am Schluffe des Artikels mit den Worten: Anstatt Eure Herrschaft zu verlängern, werdet Ihr nur die Abrechnung mit ihr beschleunigen." Und in der Annahme, daß der Krieg mit einer Niederlage wie der Krimkrieg enden werde, glaubt das Blatt, daß er zu einem tragischen Finale des russischen Absolutismus" werde. das Das Organ der russischen Konstitutionellen, Dswobozbenie", spricht in einem längeren Artikel die Meinung aus, daß der Kriegsausbruch die Lügenhaftigkeit der Politik des russischen Absolutismus vor aller Welt klar offenbaren werde. Der Artikel ist überschrieben:" Nun haben sie genug gelogen." Das Blatt schreibt: " Das offizielle Rußland hat vor der ganzen Welt systematisch gelogen, es hat unnötig, ungefchickt und kindisch gelogen: aus dem Munde des Herrn von Plehte hat es gelogen, daß in FinnLand alles in Ordnung ist; es hat offiziell gelogen, daß an der Rischiniwer Mezelei der gemeine Böbel und die Juden selbst schuldig waren. Und um die Welt nicht vergessen zu machen wie die russische Regierung beschaffen ist, erhält Rußland erlassen: zuwenden. Der Herrgott und die gerechte Sache. In der Generaldiskussion kamen heute nur das Centrum Der Statthalter Alege jew hat folgenden Befehr und die Socialdemokratie zum Wort. Die Richtung der Neden des Herrn Gröber und unsres Genossen Singer war Heldenmütige Armee und Flotte, die ihr mir allerhöchst an- ziemlich dieselbe, wenn auch natürlich unsre Frattion mit weit vertraut worden seid! Jetzt, wo der Blick des Kaisers, Rußlands größerer Schärfe und Energie für die berechtigten Forde und der Welt auf uns gerichtet ist, müssen wir daran denken, daß rungen der Unterbeamten, der Post- und Telegraphenarbeiter uns die heilige Pflicht obliegt, den Kaiser und das Vaterland zu eintritt. Den Ausgangspunkt für die Debatte über die schützen. Rußland ist groß und mächtig. Wenn unser Feind materielle Lage dieser Arbeiterschichten bildete die Resolution start ist, muß uns dieses neue Kräfte und die Macht des Centrums, die eine beffere Durchführung der Sonntagsgeben, ihn zu bekämpfen. Groß ist der Geist der russischen ruhe fordert. Sonntags- und Nachtruhe der Postbeamten sind Soldaten und Matrosen. Unfre Armee und Marine tennen viele ruhmvolle Namen, welche uns als Beispiel in dieser Minute dienen müssen. Unser Herrgott, welcher stets die gerechte Sache begünstigt hat, thut es auch jetzt. Vereinigen wir uns für den weiteren Kampf. Es soll ein jeder seine Geistesruhe bewahren, um besser seine Pflicht zu erfüllen und auf die Hilfe des Allmächtigen hoffend, thue jeder mann seine Arbeit, sich daran erinnernd, daß das Gebet zu Gott und der Dienst für den Kaiser nie verloren sind. Es lebe der Kaiser, das Vaterland! Gott mit uns! Hurra! Der Befehl wird die gesunkenen und kampfunfähig gemachten Der Befehl wird die gesunkenen und kampfunfähig gemachten Kriegsschiffe nicht wieder flott machen! " Große Rosinen Rußlands. Der Frankfurter Beitung" wird aus Petersburg in Paris, Berlin, Rom, Sofia in seinem Solde Spigel, gemeldet: Rußland rüftet gegen England! General Sherimedjem von den asiatischen Truppen ist vom Baren empfangen worden und welche in Berlin mittels falscher Schlüssel einbrechen, nach Asien abgereist. Nach abfolut berläßlichen Informationen bedie von dem Tische des bulgarischen Fürsten wichtige Dokumente steht hier die Entschlossenheit, in Tibet keine Schwäche zu zeigen. stehlen, die in ganz Europa hinter den russischen Socialisten unter dem Vorwand des Anarchismus herjagen. Dem russischen Zaren wird jetzt keiner mehr Glauben schenken!" Und nun, nach alledem bürde sich die russische Regierung die Schande auf, daß sie, die Veranstalterin der Haager Konferenz, einen blutigen Krieg hervorruft. So ist die Stimmung der freiheitlich denkenden Streise in Rußland, und das ist gerade das Umgekehrte von dem, was der offizielle Draht meldet. Aus Warschau wird gemeldet: Die Kriegsvorbereitungen der russischen Regierung sind fieberhaft. In diesen Tagen hat man fast alle jüngeren Aerzte und auch einige mittleren Alters Truppe eingezogen. Die Aerzte sollen schon am Freitag nach dem Kriegsschauplatz abreisen. * zur Ein neuer Torpedo- Angriff auf Port Arthur. New York, 17. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Eine Depesche aus Tokio berichtet über einen Die Situation ist sehr ernst. heute nur sehr mangelhaft durchgeführt, die Besoldung vieler Beamten ist trotz der stark und überall gestiegenen Bedürfnisse dieselbe wie in den siebziger Jahren, der WohnungsgeldBuschuß vollkommen unzureichend. Der Grund zu diesem verwerflichen System ist das Streben nach Plusmacherei, die Sucht nach möglichst großen Ueberschüssen; das muß im letzten Grunde die Beamten, die nicht im stande find, ihre Familien zu ernähren, in Versuchung führen, sich an den Geldern zu bergreifen, die in so großer Menge täglich durch ihre Hand gehen. Noch schlimmer als die schlechte materielle Lage ist die entwürdigende fociale Stellung, in der die Postbeamten gehalten werden. Die staatsbürgerlichen Grundrechte werden ihnen versagt, und man scheut selbst vor der Lächerlichkeit nicht zurück, Beamte zu disciplinieren, die nur mit Socialdemo traten verkehrt haben. Man verbietet den Postbeamten sogar, die von Herrn v. Gerlach einberufenen Versammlungen zu besuchen. Dafür gewährt die Postverwaltung den Kriegerbereinen Portofreiheit. Durch die Einrichtung der„ gehobenen Stellen" fördert man die Liebedienerei vor den Vorgesetzten. Durch solche Maßnahmen und tausend andre, die Genosse Singer der Verwaltung zum Vorwurf machen kann, tötet man systematisch jede Arbeits- und Berufsfreudigkeit der Beamten. Die Kölnische Zeitung" schreibt augenscheinlich inspiriert, es errege Aufsehen, daß die Frage, ob der japanisch- russische Krieg eine Rückivirkung auf Balkanverhältnisse haben werde, gerade von Frankreich aus in einer für Rußlands Ansehen absprechenden Weise behandelt wird. Es zeuge von einer Unterschäzung der russischen Macht, wenn man, wie" Temps" versuche, Rußland aus der aktiven Orientpolitik auszuschalten. Der Krieg würde niemals einen solch bedeutenden Teil der russischen Heeres- Unstimmigkeiten könnten im Laufe der Zeit ausgeglichen Herr raette findet alles aufs beste eingerichtet, kleine Betracht täme. In Sofia feien seitens Rußlands Erklärungen ab- werden. Sachlich brachte er zur Verteidigung natürlich gar gegeben worden, die erkennen lassen, daß Rußland absolut nicht ge- nichts vor. Die Beschwerden der Beamten sind ihm Auswillt sei, sich auf dem Balkan in die zweite Linie schieben zu lassen. brüche des Neides oder Folgen der Verhetzung. Das Angeblicher Neutralitätsbruch Deutschlands. Koalitionsrecht weigert er seinen Untergebenen und die Gebaltsaufbesserung sagt er zu, nur vergißt er den Termin dafür anzugeben. Bezeichnend für die Gehälter, die gezahlt werden, ist seine Aeußerung, bei besonderer Honorierung der Nachtarbeit würden sich die Beamten so darum reißen, daß fie frühzeitig invalide würden. So sieht es in einem Musterbetrieb aus! Nach einem Telegramm der„ Daily Mail" aus Hamburg gab die deutsche Regierung die Erlaubnis zur Durchfahrt der ruffischen Flotte durch den Kaiser Wilhelm- Kanal. Das Blatt hält diese Maß nahme für einen offenbaren Neutralitätsbruch Deutschlands. Die Meldung ist zweifellos erfunden. re Morgen wird die Postverwaltung wohl auch von bürger- I wenn die Ansiedlungen außerhalb des Ortes errichtet würden. In Gefunden wurden Nummern des' ,, Memeler Dampfboot",„ Königs licher Seite scharf angegriffen werden: Herr Kraette wird folchen Fällen genügt daher die baupolizeiliche Prüfung keineswegs berger Bolts- Beitung",„ Ostpreußischer Landbote"," Missionsfriedens weiter Spießruten laufen. zur Wahrung der öffentlichen Interessen". bote", Berliner Tageblatt", sowie ein Band Romane, zwei Gesangbücher Gemeint ist augenscheinlich der Zufluß von polnischen und eine Bibel. In Bommelsvitte hat diese Haussuchung allgemeines Kopfschütteln erregt. Genosse Tiedeck betreibt die Fischerei seit Preußische Mittelstandsretterei. Menschen. Diese germanisatorische" Tendenz belundet dann unverhüllt vielen Jahren auf dem Haff, sowie auf hoher See. Von seiner Die Reaktionäre im preußischen Landtage sind mit dem der§ 15b, der bestimmt, daß die Ansiedelungsgenehmigung im Gemeinde, die ihn in den Gemeinderat gewählt hat, ist er allgemein erst vor drei Jahren geschaffenen Warenhaussteuer- Geltungsgebiete des Gesetzes betreffend die Förderung deutscher An- geachtet wegen feines offenen ehrlichen Charakters. Daß er mit Gesetz nicht zufrieden. Diese gewaltsame Maßnahme hat siedelungen in den Provinzen Westpreußen und Posen vom 26. April Leib und Seele Socialdemokrat ist, hat er noch nie verheimlicht. den gewünschten Zweck nicht erreicht, sie hat weder die Waren- 1886 zu versagen sei, so lange nicht eine Bescheinigung des Vor- Er ist stolz darauf. Jezt wird wie bei einem gemeinen Spizbuben häuser zu erdrosseln, noch das Entstehen neuer Warenhäuser fikenden der Ansiedelungskommission vorliege, daß die Ansiedelung bei ihm Haussuchung gehalten, aus Liebe zu Rußland. zu verhindern oder dem Mittelstande zu helfen vermocht. Aus mit den Zielen des bezeichneten Gesetzes nicht im Widerspruch stehe. Zu einer gewaltigen Protestkundgebung gegen die Russens diesem Grunde hatte die konservativ- flerifale Mehrheit des Diese Bestimmung wird wie folgt begründet: Abgeordnetenhauses zum Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung unter Führung des Abgeordneten Fuchs( C.) den Antrag gestellt, die Regierung noch in dieser Session um Vorlegung eines Gefeßentwurfs zur Abänderung des Warenhaussteuer- Gesetzes in der Richtung zu ersuchen, daß dadurch ein wirksamer Schutz des Mittelstandes gegen die ihm durch das Vordrängen der Warenhäuser drohende Gefahr der Warenhäuſer gegeben ist. In Verbindung damit wurde ein Antrag Fund( Frs. Vg.) und Genossen beraten, der die Regierung um eine Abänderung des Gewerbesteuer- Gesetzes insofern ersucht, daß unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerflassen erleichtert und bei Berechnung des Betriebs- und Anlagekapitals die Abzugsfähigkeit der Kapitalschulden gewährleistet wird. wirtschaft im Deutschen Reiche kam es am Montag in " Eines wirksamen Schutzes gegen Gefährdungen durch unein- Königsberg in einer Volksversammlung, in der Reichstagsgeschränkte Gründung neuer Ansiedelungen, als er im allgemeinen Abgeordneter Genosse Ha ase über„ Russische Spigel in Deutscherforderlich ist und als ausreichend angesehen werden kann, bedürfen land" referierte. In einer glänzenden Rede brandmarkte Redner die besonderen stattlichen Interessen, denen die nach dem Gesetze den Russenkurs und ging ausführlich auf die Königsberger Geheimbom 26. April 1886, betreffend die Beförderung deutscher Ansiede bündelei, Hochverrats- und Zarenbeleidigungs- Affaire ein. Am lungen in den Provinzen Westpreußen und Posen eingeleitete Schlusse des Vortrages wurde unter lautem Beifall eine entsprechende Ansiedelungspolitik des Staates dient. Die Erreichung der Ziele Resolution einstimmig angenommen. dieser Politit, die Wirkung der ungewöhnlich hohen Opfer, Auf unbestimmte Zeit vertagt! Vor der Straffammer des Landwelche der Staat für sie bringt, dürfen nicht gehemmt oder in Frage gestellt werden durch die rührige und ständig anwachsende gerichts Beuthen sollte am Freitag, den 19. Februar, der vielden Redakteur des des„ Gornoslazat" Ansiedelungsthätigkeit von andrer Seite, deren Ziel die Durch- besprochene Prozeß gegen freuzung oder deren Erfolg eine Lähmung der staatlichen An- Kowalczyk wegen angeblicher Beleidigung des Kardinals Kopp und siedelungspolitik ist. it. Die zur Durchführung dieser Politik berufene der Die Beleidigungen wurden in der stritit, des bekannten gesamten oberschlesischen katholischen Geistlichkeit verhandelt Behörde muß mit Befugnissen ausgestattet werden, welche eine Gewähr dafür bieten, daß im Bereich ihrer amtlichen Wirksamkeit Stoppschen Hirtenbriefes zur Reichstagswahl und des daraus entalle Ansiedelungsunternehmungen daraufhin geprüft werden können, springenden Verhaltens des Klerus gefunden. ie uns nun telegraphisch gemeldet wird, ist der Prozeß in ob ihre Ausführung mit den Bielen des staatlichen Ansiedelungs- letzter Stunde auf unbestimmte Zeit vertagt worden. werkes unverträglich ist, und daß Ansiedelungen, bei welchen diese inde auf unb Frage bejaht werden muß, unterbleiben," Die Debatte, die mit der Ueberweisung beider Anträge an die verstärkte Kommission für Handel und Gewerbe endete, unterschied sich nur darin von den üblichen Debatten über die In dieser Begründung wird mit brutaler Offenheit der GrundRettung des Mittelstandes, daß der freifonservative Ab- fatz verkündigt, daß der preußische Staat den Weg beschreitet, den geordnete Graf Moltke im Gegensatz zu seiner Fraktion sehr Erwerb von Eigentum nicht nur den Beschränkungen zu unterverständige Ansichten gegen die Warenhaussteuer entwickelte. werfen, die für alle gleichmäßig gelten sollen, sondern daß es Im übrigen zeigten die konservativen und Centrumsredner, in das Belieben ciner interessierten Verwaltungsbehörde gestellt daß sie nichts hinzugelernt haben und nach wie vor der wirt wird, einem Teil der Staatsbürger den Erwerb von Besitz un schaftlichen Entwicklung gewaltsam Einhalt gebieten zu können möglich zu machen. In dieser Tendenz liegt das Ungeheuerliche glarben. Der Minister Möller sprach sich gegen eine dieses gesetzgeberischen Versuchs, der in die Zeit der Ghetto- Politik Aenderung des Gesetzes aus, da dasselbe erst kurze Zeit in und des bürgerlichen Todes zurückführt. Geltung sei; er ließ aber durchblicken, daß er an diesem Kinde der Gesetzgebung feine große Freude hat. Auch der Antrag Fund hat nach den Erklärungen des Regierungsvertreters keine Aussicht auf Annahme. Am Donnerstag wird die Beratung des Handels- Etats fortgesetzt mit einem Antrag, der sich gegen den geringen Schutz der Gastwirtsgehilfen richtet. * * Deutschen Reich. noomian Der bürgerliche Tod". Ein unveräußerliches Grundrecht befähigt jeden Staatsbürger, Eigentum und Vermögen jeglicher Art zu erwerben und zu besitzen. Durch Artikel 10 der preußischen Verfassung ist auch ausdrücklich die barbarische Strafe des„ bürgerlichen Todes" aufgehoben worden, die bei den schwersten Verbrechen das völlige Erlöschen der bürgerlichen Rechtsfähigkeit verfügt, also auch das Recht, Besitz zu erwerben, beseitigt. Den Geist dieser alten Strafe atmet ein Gesetzentwurf, der Heute dem preußischen Herrenhause zugegangen ist und der in der skandalösen Geschichte der preußischen Politik einen weiteren schmachvollen Vergewaltigungsaft bedeutet. Die besagte Strafe des bürgerlichen Todes wird aber hier nicht über besonders schwere Verbrecher verhängt, sondern über eine ganze Kategorie von Staatsbürgern, die sich in nichts gegen die Geseze vergangen haben, deren ganzes Verbrechen darin besteht, daß sie von polnischer Herkunft find. Unter dem Titel„ Entwurf eines Gesetzes betreffend die Gründung neuer Ansiedelungen in den Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Bosen, Schlesien, Sachsen und Westfalen" ist abgesehen bont andren realtionär agrarischen Aenderungen Ausnahmegefeß gegen die Polen dem Landtage unterbreitet worden, das in der Tendenz thatsächlich auf nichts weiter hinausläuft, als auf den verfassungswidrigen Versuch, die Bolen am Eriverb von Besitz zu hindern, und über sie, die nichts berbrochen, die unerlaubte Strafe des bürgerlichen Todes zu ver hängen. = ein Es war die bekannte Wirkung der germanisierenden Ansiedelungspolitik, daß sie die Ausbreitung des Polentums gewaltig förderte. Gegenüber der germanisierenden Landbank wurde eine polnische Landbank gegründet, die mit größerem Erfolg als die durch den Halbmilliardenfonds der germanisierenden Korruption die Anfiedelung von Bolen bewirkte. Es klang wie Wahnsinn, als gegenüber dieser Erscheinung ein schneidiger Assessor des Germanisierens in einer unglaublichen Broschüre einfach die Radikalkur vorschlug, die Erwerbung von Landbesitz seitens der Polen zu vereiteln. So toll dieser Vorschlag anmutete, es ist nichts so toll, daß man seine Verwirklichung für unmöglich halten sollte, und der jetzige Entwurf der preußischen Regierung versucht in der That, den Landerwerb der Polen durch Eingriff in die Gesetzgebung so weit wie möglich zu berhindern. " " Ballestrem der Agrarier. Bon der schlesisch- russischen Grenze. Der Krieg unsres liebenswürdigen russischen Freundes mit Japan Die russischen übt auch in den Grenzverhältnissen seine Wirkung. heimliche Sachsengängerei, die gegenwärtig sehr eifrig betrieben wird, Grenzposten wurden erheblich verstärkt, befonders um die zu verhindern. In jeder Nacht werden junge Männer, die heimlich nach Deutschland entweichen wollen und zu diesem Zwecke auch ein Durchschwimmen der eisig kalten Grenzflüsse nicht fürchten, von den Grenzsoldaten verfolgt und oft durch eine Kugel zur Strecke gebracht. Die Sachsengängerei jüngerer Männer soll in Rücksicht auf den Krieg in diesem Jahre von Rußland verboten worden sein, zur Verzweiflung hunderttausender russischer Proletarier, die daheim nicht Arbeit und Brot finden. Auch die Furcht vor Einstellung in das Heer läßt viele junge Leute alle Gefahr beim Grenzübergang verachten. Auf dem Festmahl des Landwirtschaftsrats hatte Graf Ballestrem auf die drei Vorsigenden der hochagrarischen Körperschaft getoastet. Auch aus andern Gründen werden übrigens die Truppen in den Die Germania" teilt jetzt den Toast im Wortlaut mit. Es zeigt russischen Grenzgarnisonen erheblich verstärkt, so dieser Tage erst fich, in welchem Maße der außerhalb der Parteien stehende Präsident die Garnison Bendzin um 400 Kofcken. Man befürchtet nämlich des Reichstages sich zum Agrariertum bekennt. Er sagte it. a.: im stark industriellen Sosnowiczer Bezirk Arbeiterumrithen. Dess , M. H. Ich fühle mich doch immer als Landwirt. Ich besitze halb ziehen Tag und Nacht Patrouillen durch die Gegend, um alle so manchen Ar, und darauf wächst oder wächst nicht so mancher etwa bemerkbaren„ Ruhestörungen" sofort zu beseitigen. Ansammlungen Halm. Also insofern bin ich auch mit meiner ganzen von mehr wie fünf Personen werden sofort mit der Knute ausein Existenz an die Landwirtschaft gefesselt, und deshalb andergetrieben, überhaupt in echt russischer Weise gegen jeden irgend Aber wie Verdächtigen vorgegangen. fühle ich mit Ihnen Ihre Freuden und Ihre Leiden. gejagt, ich spreche hier nicht als Landwirt, sondern als Eine andre Wirkung des russisch- japanischen Krieges ist das Bräsident des Reichstages. Ihr verehrter erster Herr Vorsitzender Berbot der Ausfuhr von Eiern aus Rußland. Die Ausfuhr russischer hat uns zwei Ströme vorgeführt, welche verheerend in das Land Gier bedeutete bisher einen wichtigen Handelsartikel für den schlesischeingedrungen sind. Der eine dieser Ströme ging nach den Natur- russischen Grenzdistrikt. In den Wintermonaten passierten den Bahngefeßen stromab und verheerte die blühenden Provinzen von hof Myslowiz täglich 40-50 Waggons russischer Eier, die zum Schlesien, Brandenburg und Pommern. Die fgl. Staatsregierung Teil bis in die deutschen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven hat bereits Vorsorge getroffen, daß, soweit es in der Menschen- geführt wurden. möglichkeit liegt, fünftig solche Verheerungen ausgeschlossen bleiben sollen. Da ich auch die Ehre habe, Mitglied des preußischen Landtags zu sein, so kann ich nur sagen, daß der preußische Landtag gewiß diesen Intentionen der kgl. Staatsregierung nachkommen gegen Ausländer besonders scharf vor. Die im Industriebezirk wird und alles bewilligen wird, was zu diesem Zwed notwendig wohnenden Ausländer müssen allesamt ihre Legitimationspapiere ist.( Beifall.) Der andre Strom, der Deutschland und die deutsche vorlegen und müssen, wo diese nach Ansicht der Polizei nicht ausLandwirtschaft geschädigt hat, der ging contra naturam stromauf. reichen, binnen kurzem das Fehlende, meist Paß und Heimats ( Heiterkeit.) Das war der häßliche Strom, auf dem das schein, nachliefern, wenn sie nicht ausgewiesen werden wollen. Getreide aus überseeischen Ländern in großen Massen stromauf Eine ganze Anzahl Personen, die der Polizei aus politischen oder gebracht wurde und unsre Landwirtschaft schädigte, indem sie unser andren Gründen mißfallen, sind ausgewiesen worden, selbst wenn unter großer Mühe und saurem Schiveiß gewonnenes Getreide im Die preußische Polizei in Oberschlesien geht gegenwärtig Preise warf. Der Herr Reichskanzler hat ja auch in Aussicht ge- ihre Papiere zu Ausstellungen feinen Anlaß gegeben haben. stellt, daß gegen diesen verherenden Strom ein Damm gebaut werden soll. Und die Bauleute sind schon dabei, das Neue Gefechte im Herero- Lande. sind die Herren, die in fremden Ländern jetzt um die Gouverneur Leutwein meldet unter dem 16. Februar: Das sind die Bauleute, die Die unter dem Befehl des Oberlieutenants von Winckler stehende Handelsverträge verhandeln. den Grund zu diesem Bau legen. Aber es gehören noch Abteilung hat auf dem Marsche nach Gobabis am 11. Februar andre Bauleute dazu, wenn die Handelsverträge geschlossen die Werft Ausis überfallen und zahlreiches Vieh erbeutet. find, dann müssen sie auch angenommen werden, und Der Feind hatte mehrere Tote. Diesseits verwundet dann kommen meine Bauleute, der Reichstag.( Heiterkeit.) Interoffizier Bredow, Neiter Liebe. Eine Aber ich glaube, meine verehrten Herren Berufsgenossen, auf den Sicherungsabteilung der Compagnie Fischel vom Reichstag können Sie sich verlassen, denn wenn die neuen Handels- Marine- Infanterie- Bataillon wurde auf dem Marsche nach Seeis verträge landwirtschaftsfreundlich auch dann überfallen, der Angriff wurde indes mit einem diesseitigen Berluft werden sie meines Erachtens vom Reichstag sicher an von drei Toten und zwei Verwundeten abgewiesen, deren Namen mir genommen werden. Wenn sie aber nicht landwirt noch nicht von der zuständigen Kommandostelle gemeldet sind und fchaftlich sein sollten, dann freilich wäre die Sache die später folgen werden. zweifelhaft.( Bravo!) Also, meine Herren, von parlaDem Tag" wird aus Okahandja vom 16. Februar gementarischer Seite steht weder im preußischen Landtage noch im meldet: deutschen Reichstage etwas entgegen, daß diese beiden großen Heute von 9 Uhr morgens ab wird vorschreitendes Dämme aufgebaut werden.( Bravo!) Meine Herren, es ist für Geschützfeuer aus der Richtung Otjimbingwe nach mich etwas ganz besonders Erfreuliches, zu sehen, wie Reichs- Barmen zu gehört. Das Feuer stammt vermutlich von der tag und deutscher Landwirtschaftsrat zusammen Solonne des Kapitän lieutenants Gygas her, bei der sich harmonieren." auch die Oberlieutenants Kuhn und Ritter von der Schußtruppe befinden. Es ist nicht erforderlich, gegen die volksverderblichen Ansichten, denen Graf Ballestrem huldigt, zu sprechen, und es mag in dieser Hinsicht die eine Bemerkung genügen, daß die Getreideeinfuhr den Ballestrem anscheinend doch nicht in dem Maße geschädigt hat, um mit seiner ganzen Existenz an die Landwirtschaft gefesselten" Grafen es als gerechtfertigt erscheinen zu lassen, daß hinter erhöhten Zolldämmen die Lebenshaltung von Millionen deutscher Arbeiter und Konsumenten verringert werden müßte. " Ausland. Frankreich. Das Recht der Ansiedelung unterliegt schon jetzt bedeutenden gesetzlichen Beschränkungen, und die Socialdemokratie leugnet zuletzt die Verpflichtung, im Allgemeininteresse solche Beschränkungen zu versuchen; das Ideal der absoluten Freiheit ist kein socialistisches Princip. Aber es muß sich wirklich um die Rücksicht auf ein Allgemeininteresse handeln und es bedeutet die völlige Vernichtung der Grundlagen jeder staatsbürgerlichen Verfassung, tvenn gegen eine bestimmte Art von Staatsbürgern derartige Beschränfungen versucht werden, die für andre nicht gelten. Wenn früher den Das Mitglied des Reichstages, das zum Präsidenten erwählt Gefeßentwurf eingebracht, welcher Gesetzliche Minimallöhne. Sir Charles Dilfe hat einen Juden der Erwerb von Landbesitz verboten war, so wird jetzt wird, verläßt die Fraktion, der er angehört; Graf Ballestrem ist paritätischen Lohnboards vorsieht. Es soll dem Minister des Innern die Einsetzung bon das Gleiche gegenüber den Polen erstrebt. Natürlich, ist das nicht nicht Mitglied der Centrumspartei. Es soll bekundet werden, daß direkt möglich, so wählt man Umwege. Aber dieses indirekte und der Präsident unparteiisch über den Parteien waltet. Der Toast im nicht völlig zum Ziel führende Verfahren, für die Polen das An- Landwirtschaftsrat aber verrät, daß Graf Ballestrem nicht befähigt siedelungsrecht zu erschweren oder zu vereiteln, ist genau so schlimm und nicht gewillt ist, die Präsidentenwürde über die Fraktion und schlimmer als ein offenes Verbot. Es bedeutet im Princip des Agrariertums und Zollwuchers zu erheben. die Aufhebung der staatsbürgerlichen Gleichheit, die Ausschließung von Millionen von Staatsbürgern aus ihren verfassungsmäßigen is part Russendienst? Grenoble, 15. Februar. Etwa 2000 2andleute der Ortschaft Livet et Gavet und andrer benachbarter Dörfer, die sich durch die eben fertiggestellten elektrishen Anlagen von Grenoble Interessant ist im Festspruch des Grafen Ballestrem nicht die geschädigt fühlen, versuchten gestern die Arbeiter, die die Anschauung, die er vorträgt denn er teilt sie mit der Menge Drähte legen sollten, zu vertreiben. Es kam zu einem gu feiner Standes- und Besizesgenossen- sondern daß er in seiner sammenstoß, wobei mehrere Personen verleşt Eigenschaft als Präsident des Reichstages das extrem- agrarische Be- wurden; fünf wurden verhaftet, doch bald wieder auf freien Fuß fenntnis ablegt und die Zusage leistet, daß im Reichstage nur solche gesetzt. Handelsverträge zur Annahme gelangen werden, die den Zollwucher England. endgültig vollenden. Grundrechten. " überlassen bleiben, zu bestimmen, in welchen Gewerben derartige, aus Unternehmern und Arbeitern zusammengefeßte und durch einen vom Minister ernannten unparteiischen Vorsitzenden ergänzte Lohnkommissionen in Wirksamkeit zu treten haben. Vor allem sollen diejenigen Gewerbe, in denen das Schwizsystem gebräuchlich ist, solche Lohnkommissionen erhalten. Vorgeschlagen wird, den Fabrikinspektoren das Recht zu verleihen, die von den Kommissionen festgesetzten Lohnsätze zu erzwingen. Rußland. Die Königsberger Staatsanwaltschaft betreibt Die Handhaben für diese Tendenzen bieten im wesentlichen zwei noch immer ihr Ermittelungsverfahren gegen die preußischen„ HochBestimmungen. Bisher bedurfte es feiner behördlichen Erlaubnis verräter" wider Rußland. Statt von einer Anklageeröffnung, durch Glückliche Flucht. Dem Genossen Czerniawski gelang es, aus für Ansiedelungen, welche innerhalb einer geschlossenen Ortschaft be- die endlich den seit vier Monaten in Untersuchungshaft Eingekerkerten dem Jenissei- Gouvernement in Sibirien zu entfliehen. C. wurde wenigstens Klarheit über das gegen sie eingeleitete Verfahren wird, gründet werden, sofern der gefeßlich festgelegte Bebauungsplan inne- vernehmen wir immer wieder nur von neuen Ermittelungen und wegen„ politischer Umtriebe" im September 1902 verhaftet, saß gegen gehalten wurde. Jetzt bestimmt nun ein neuer§ 13a: Haussuchungen. 10 Monate im X. Pavillon( der zur Aufnahme der politischen Ge„ Die Ansiedelungsgenehmigung ist ferner in allen Fällen Stürzlich wurde, wie die Königsberger Bolfsztg." mitteilt, bon fangenen bestimmte Flügel der Warschauer Citadelle) und wurde erforderlich, wenn innerhalb einer im Zusammenhange gebauten zwei Gendarmen in Bommelsbitte, einem Vorort von Memel, hierauf nach Sibirien verschickt, um dort sein Urteil abzuwarten. Ortschaft infolge oder zum Zwecke der Aufteilung eines Landgutes bei dem Fischerwirt Genossen Tiedeck eine Haussuchung vor- Das Urteil traf ein und lautete auf vier Jahre Ostsibirien; der Voll oder eines Teiles eines solchen in mehrere ländliche Stellen ein genommen. Im Auftrage der Königsberger Staatsanwaltschaft durch- streckung hat sich C. durch die Flucht zu entziehen gewußt. Wohnhaus errichtet, oder ein vorhandenes Gebäude zum Wohn- suchten die beiden Gendarmen, zu denen sich auch noch der Dorferefutor gesellte, alle Behältnisse des Genossen Tiedeck. Kleiderhause eingerichtet werden soll." Senator Mare Hanna, berühmt als„ Präsidentennacher" und schränke, Betten und sogar die Matragen wurden zwischen den Sprungfedern genau revidiert. Kammern, Sveicher, auch solche, die republikanischer Parteiführer, ist am Montagabend gestorben. Marc in der Nachbarschaft zum Aufbewahren von Fischereinezzen gemietet Hanna, 1837 geboren, begann als kleiner Kaufmann, um zu waren, wurden durchsucht. Sogar die im Freien stehenden Neunaugen- finanzieller und politischer Macht emporzuſteigen. Seit den 80er förbe verschonte man mit der Durchsuchung nicht." Jahren bethätigte er sich auf politischem Gebiete. Wiederholt wurde Die Begründung" des Entwurfs beschränkt sich für diese Bestimmung einfach auf die Bemerkung, daß bei solchen Aufteilungen ,, durch den dadurch verursachten Zufluß von Menschen die öffentlich rechtlichen Verhältnisse in derselben Weise beeinflußt werden, wie Amerika. er gum Delegierten für den republikanischen Nationalkonvent gewählt, der den Präsidentschaftskandidaten zu ernennen hatte. 1896 wurde er zum Vorsigenden des republikanischen Wahlfomitees gewählt. McKinleys Wahl zum Präsidenten war zum guten Teil sein Werk. Marc Hanna half zwar der Goldwährung in der republikanischen Partei zur Anerkennung, allein er war auch ein enragierter Schutzöllner und intimer Lancierer der Trust Magnaten. = = Parlamentarifches. " Aus der „ Hierher ist auf dem Etappenwege der an der deutschen Grenze in Thorn verhaftete Nachmanson mit feinem Genossen gebracht worden. Nachmanson ist auf drei Jahre nach dem östlichen Sibirien verbannt." Gewerkschaftliches. Christliche Gewerkschaften und Zünftlertum. der Redakteur Die Bethätigung in der Wirklichkeit nimmt den in den christlichen Gewerkschaften organisierten Arbeitern eine Illusion nach der andern. Wenn man es auch nicht geradezu eingesteht, so ist doch die schöne Lehre von der Harmonie der Interessen der Unternehmer und Arbeiter in der christlichen Gewerkschaftsbewegung so gut wie abgethan. Mit dürren Worten haben christliche Gewerkschaftsleiter bereits des öfteren den Klassenkampf au predigen sich genötigt gesehen. Und in der jüngsten Nummer des Blattes des christlichen Maler- und Anstreicher Verbandes, dem„ Deutschen Maler", geht in einer Auseinandersetzung mit dem Organ der katholischen Gesellenvereine, dem„ Kolpings- Blatt", dem Befähigungsnachweis und der Meisterprüfung zu Leibe. Das Gewerkschaftsblatt bestreitet, daß diese dem Gesellen heutigen Tages noch viel helfen könnten; gegen das Großmeistertum und das Kapital ſei der Anfänger machtlos; Meisterbrief und praktische Kenntnisse nützten ihm da nichts; im allgemeinen müsse der Geselle sich damit ab beiierer Lohn- und Arbeitsverhältnisse hinzufinden, stets Gefelle zu bleiben; daraus ergebe sich für die Gesellenvereinsmitglieder die Aufgabe, auf die Erringung arbeiten. Dann heißt es in dem Artikel: Jugend mit den revolutionären Jdeen der klassischen Philosophen voll- 1 bundes in Litauen, Polen und Nußland, Bringen unter dem fog. Heute ist das anders geworden. Das Bürgertum ist feist, faul 1. Oktober 1903 folgende Korrespondenz aus Witebsk: und feige geworden. Universität wie Schule haben sich in Institute zur Erhaltung der bestehenden Ordnung gewandelt: das brauchte uns nicht erst der Fall Arons zu lehren. Milch der frommen Denkungsart entströmt den Brüsten der alma mater. Königlich preußische, königlich sächsische, großherzoglich badische usw. Unterthanen will man Das hat die preußische Polizei auf dem Getvissen. Wie be erziehen, könglich preußische, föniglich sächsische, großherzoglich richtete doch die Thorner Presse" vom 20. Januar dieses Jahres? badische usw. Wissenschaft wird verzapft, und da unser Staat nichts Vom Kaiser von Rußland ist verliehen worden dem Oberwachtfann ohne Polizei, so sind die Universitäten, die einstigen Stätten meister Niederhaus in Thorn die große goldene Medaille am Bande der Freiheit, auf denen blasphemischer Weise noch heute der Herr- des Stanislaus- Ordens". Mit wieviel Jahren Sibirien wird diese liche Polizei und Philister trotzende Ruf Burschen heraus!" er- Ordensauszeichnung verdient sein? I Budgetkommission. In der Budgetkommission des Reichstages schallt, zu Departements der politischen Polizei geworden. Nicht wurden am Mittwoch die Beratungen über den Militär- Etat fort lange, daß die Selbständigkeit der Universitätsgerichtsbarkeit gesetzt. Da durch Zeitungsmeldungen und Resolutionen aus Metall- bis auf einen lächerlichen Nest beseitigt worden ist. arbeiter Versammlungen bekannt geworden war, daß in der Universitätspolizei könnte ihrem formalen Gehalt nach immer noch Kruppschen Kanonenfabrik zu Essen schon seit einiger Zeit unausgesetzt etwas gemacht werden; aber man will gar nicht selbständig sein, und auch Sonntags gearbeitet wird, so fragte Abg. Müller- Fulda man wirft sich mit Freuden in die Arme des Herrn von Borries an, ob etwa schon an dem neuen Feldartillerie- Geschütz gearbeitet werde. Der Kriegsminister verneinte diese Frage: es handle sich wie einstens des Herrn von Windheim, und der VII. Abteilung des vielmehr um die beschleunigte Herstellung der schon bewilligten Berliner Polizeipräsidiums oder wie an den andren Universitäten die schweren Feldhaubize. Das allgemeine Kriegsdepartement habe in zuständige Polizeibehörde zu bezeichnen wäre. Und da die deutsche Abwesenheit seines Chefs die Genehmigung zur Vornahme der Polizei heute in inniger Verbindung mit der russischen Polizei steht, Sonntagsarbeit erteilt, das Kriegsministerium habe davon nichts so haben wir das Facit, daß deutsche Universitäten auch dem Einfluß gewußt und würde eine solche Genehmigung auch nicht erteilt haben. der russischen Polizei unterstehen. Beachtenswert ist, daß in der Aus den Angaben des Abg. Müller- Fulda erhellte, wie es mit der eindrucksvollen Reichstags- Diskussion über das russische Spigelwesen Praxis der„ arbeiterfreundlichen" Firma Krupp bestellt ist: die Sonntagsarbeit beginnt danach schon um 5 Uhr morgens; wer auch nicht eine Partei außer der Socialdemokratie ein Wort des tommt, verspätet Tadels über die unwürdige Blutsbruderschaft zwischen Universität muß nicht nur eine Mark Strafe zahlen, sondern geht auch des Zuschlags zur Sonntagsarbeit und politischer Polizei gefunden hat, die uns übrigens auch aus berlustig! Da auch kein Wechsel eingeführt ist, so müssen die Arbeiter Alt- Heidelberg der Feinen" gemeldet wird. drei Wochen hintereinander ihren Sonntag opfern. Um einem solchen Hier noch einiges Material zu diesem Kapitel: Mißbrauch kapitalistischer Uebermacht vorzubeugen, beantragte das Richthofen erklärte im März 1903, ihm sei von irgendwelchen Centrum eine einstimmig angenommene Resolution, wonach hinfort Abmachungen mit den Universitätsbehörden in Bezug auf die russibei Vergebung von Geschüßaufträgen, Aufträgen für Artilleriematerial und andre Waffen dem Lieferanten die Bedingung der Einhaltung schen Studenten nichts bekannt, ohne seine Kenntnis aber könne der gesetzlichen Sonntagsruhe auferlegt wird; Ausnahmen sollen nur nichts Derartiges bestehen. Uns genügt die Thatsache, daß die direft genehmigt werden und auch dann so gestaltet werden, daß Polizei jeden gewünschten Dienst leisten; natürlich auch vice versa. vom Kriegsminister oder dem Staatssekretär des Reichs- Marineamts Universitätsbehörden mit der Polizei Hand in Hand gehen und der den Arbeitern der Kirchenbesuch ermöglicht bleibt. Die Vertreter Man darf nicht denken, daß sie sich ihres Vorgehens etwa des Centrums begründeten diese Resolution ausschließlich mit dem schämten. Sie haben offenbar das Gefühl für ihr Thun ganz und Hinweise auf die religiösen Bedürfnisse der Arbeiterschaft; für unsre gar verloren; mit der Zeit stumpft man eben ab. Einige Fälle Vertreter waren die socialpolitischen Gründe für Einhaltung der etwa aus dem Jahre 1902, die uns mitgeteilt worden sind, zeigen, Sonntagsruhe bei ihrer Zustimmung maßgebend. Angemerkt zu daß damals die Universitätsbeamten noch verlegen zu werden werden verdient die Bemerkung des Abg. Müller- Fulda, daß man in Essen sage, für die Firma Krupp gäbe es teine ge= pflegten, wenn man fie darauf festnagelte, daß sie die seglichen Bestimmungen. Papiere der russischen Studenten dem Polizeipräsidium übersandt Für die Unteroffiziere in den Reichslanden werden alljährlich hatten. Heute ist das anders. Heute wird dem russischen Studenten 425 000 M. Zulagen gefordert, weil bei dem Gegensatz, der dort einfach ganz offen ins Gesicht gesagt, er müsse sich etwas früher zwischen Militär und Civilbevölkerung bestehe, eine finanzielle Auf- melden, weil die Papiere erst nach dem Polizeipräsidium geschickt besserung der Unteroffiziere notwendig erscheine. Der Referent, werden müssen. Gewisse Rücksichten verhindern uns, hier auf einen Abg. Roeren, fragte an, ob sich denn diese Verhältnisse noch nicht petuniären Mißstand hinzuweisen, der sich in Anknüpfung an diese gebessert hätten. Der Kriegsminister erklärte, die Rekrutierungsverhältnisse lassen zur Zeit eine Aufhebung dieser Zulagen nicht an- Erschwerung der Immatrikulation neuestens leider herausgebildet gängig erscheinen. Man mache jetzt Versuche, die in Elsaß- Lothringen hat. Es kommt zuweilen vor, daß ein Student, dem zunächst die liegenden Regimenter zu 25 Proz. aus der dortigen Bevölkerung zu Immatrikulation verweigert war, nach einem oder einigen Semestern rekrutieren; wenn der Versuch glücke, könne man auch auf Zugang zu den zum Studium zugelassen wird, wobei ihm aber regelmäßig der Rat Unteroffizierstellen aus der dortigen Bevölkerung rechnen und dann mit auf den Weg gegeben wird, ja niemals wieder mit„ verdächtigen" könnten die Zulagen wegfallen. Abg. Gröber behauptete, aus eigener Personen zu verkehren. Erfahrung zu wissen, daß die Gegensätze zwischen Militär und Civil Das nennt man doch noch akademische Freiheit! Dereinstens im Elsaß nicht so schroff seien; besonders der weibliche Teil der galt von den Universitäten, was von den Stänten galt:„ die Luft Bevölkerung habe schon bald nach dem Kriege vielfach zarte Be- machte frei". Heute macht die Luft unfrei. Der russische Student ziehungen mit den Soldaten angeknüpft und mit ihnen Fühlung Achtung! Gipsbildhauer und Anträger! Jufolge Lohndifferenzen gewonnen. Die Wunden, die der Krieg gerissen, müßten erst ver- steht unter Polizei- Aufsicht wie der Zuhälter, wie der Land- legten bei der Firma Schaffer( Brasch Nachfolger) am Bau des narben, dann aber könne man die Zulagen streichen. Nach längerer streicher, und zwar ohne daß irgend eine Behörde einen Finger für Landgerichts, Neue Friedrichstraße, sechs Kollegen die Arbeit nieder. Diskussion wurde der Titel bewilligt. Von einer 10 Millionen- Forderung für Erneuerung des schweren sicherte, ihm habe es in der ganzen Welt nirgends so gut gefallen, zu meiden. ihn rührt. Wenn Herr v. Richthofen im Reichstag jüngst ver- Die Werkstatt ist von den Kollegen der Stuckbranche bis auf weiteres Die Ortsverwaltung. Feldartillerie- Materials wurden, wie im Vorjahre, trotz lebhaften wie in Deutschland und Preußen, so glauben wir ihm das aufs Zur Achtstundenbewegung der Relief, Bunt- und Golddrucks Widerspruchs der Heeresverwaltung 2 Millionen gestrichen. Bei der Diskussion über Titel 91 der einmaligen Ausgaben, der v. Richthofen ist, beweist, daß es auch das gelobte Land eines rückWort; aber gerade, daß Preußen das gelobte Land des Herrn graveure erhalten wir vom Deutschen Graveurverein folgende eine Summe von 400 000 M. zur Verbesserung der Maschinerie in Berichtigung. Wir erklären hiermit, daß von einem Siege der Graveurgehilfenschaft bezüglich des Achtstundentages keine Rede den staatlichen Waffenfabriken fordert, wurden die Verhandlungen ständigen, kulturwidrigen Polizeigeistes ist. sein kann. abgebrochen und auf Donnerstag vertagt. " 1 -Denunziationen an die russische Polizei. Wahlprüfungs- Kommission. Die Kommission stellte am Mittwoch 15. Februar 1902 aus der Schmulfowstischen Gastwirtschaft, die Fälle Zu diesem Thema sind die Fälle jener Massenverhaftung vom die Berichte fest über die Wahlen: Dietrich( f.), Wahlkreis RuppinTemplin( Beweiserhebungen über amtliche Wahlbeeinflussungen) und Kugel und Buchholz, sowie Paschkowski( Krassifoff) bekannt. Ferner Bartling( natl.), Wahlkreis Wiesbaden- Rheingau( Gültigkeits- haben wir den Fall des Studenten B. und seiner Begleiterin ererklärung.) Dann fährt fie in der Prüfung der Wahl des wähnt. Ganz Gleichartiges ist schon vor zwei Jahren einem Konservativen v. Brodhausen, Wahlkreis Belgard- Dramburg- russischen Studenten geschehen, der auf Denunziation von Berlin Schievelbein fort. Die gestern bereits gemeldeten Vorkommnisse bei her( den Grenzbeamten war nämlich die Berliner Adresse des lich gehalten, daß beschlossen wird, Beweis darüber zu er Leibesvifitation unterzogen wurde. Möglich freilich, daß in diesem der Wahl werden von der Mehrheit der Kommission für so wesent- Studenten bekannt) an der Grenze einer langwierigen, chikanösen vorsteher die Anweisung erging, die Ver- Falle auch ein russischer Spigel seine Hand im Werke gehabt hat. breitung socialdemokratischer Flugblätter und Herr v. Richthofen als Jongleur" oder„ Ausweisung, Stimmzettel zu verhindern. Die Gültigkeitserklärung Die Gültigkeitserklärung der Wahl wird bis dahin ausgefeßt, ferner soll schriftlicher Bericht an das Plenum erstattet werden. heben, ob vom Landratsamt an die Gemeinde= = nicht Auslieferung". in Das Standesbewußtsein zu pflegen, haben die Gesellenvereine sich zur Aufgabe gestellt; auch wir halten viel darauf, mur mit dem Unterschiede, daß der Geselle zum Gesellen und der Meister zum Meisterstand gehört und beide ihre Standesinteressen zu vertreten haben. Eine Vers wischung dieser Gegensätze ist stets und wird auch für die Folge zum Schaden der Gehilfen seinen Aus= gang nehmen. Man soll den Gesellen nicht immer auf die zukünftige Meisterschaft hinweisen, sondern ihn darauf aufmerksam machen, daß er als Gefelle die Pflicht hat, sich eine geregelte Arbeitszeit und einen guten ausreichenden Lohn zu verschaffen." Wie man sieht, dringt der Geist der modernen Arbeiterbewegung die christliche Gewerkschaftsbewegung ein. Die Erkenntnis des proletarischen Klasseninteresses nimmt unter den dem Centrum noch ergebenen Arbeitern täglich zu, und eines Tages werden sie die trügerischen Vorspiegelungen der Centrumsdemagogie in ihrer ganzen Falschheit erkennen. Berlin und amgegend. Diese Arbeitszeit haben nur ca. 12-15 Arbeitgeber bewilligt, welche noch nicht unsrer Organisation beigetreten sind; weitere ca. 300 Firmen erkennen diese Forderung der Gehilfenschaft überhaupt nicht an. Die Organisation der selbständigen Graveure und Eiseleure Berlin. Die Berichtigung, deren Aufnahme von uns unter Hinweis auf den § 11 des Preßgesetzes gefordert wurde, bezieht sich auf einen Bericht, den wir in unsrer Nummer vom 12. d. M. brachten. Wir haben dieselbe selben wird ausdrücklich gesagt, daß zwar die größeren Firmen aufgenommen, obgleich wir nicht finden können, daß dieselbe im Widerspruch zu den Mitteilungen des Berichtes steht, denn in dembewilligt haben, daß dies aber bei einer Reihe kleiner Firmen noch nicht der Fall sei. Im Bantischler- Streit in Steglit und Umgegend ist eine AendeDas tollste Stück hat Herr v. Richthofen am 19. Januar 1904 die Forderung bewilligt und den Tarif unterschrieben haben. Der rung insofern eingetreten, als drei Firmen mit insgesamt 23 Gesellen Dann geht die Kommission zur Prüfung der Wahl Münchgeleistet, indem er die denkwürdigen Worte aussprach:" Es ist nicht Tischlermeister Lobs( Lankwig) verlangte von der Herberge zur Ferber( natl.), Wahlkreis of Münchberg( Oberfranken) über. möglich, russische Anarchisten anderswohin als an die russische Heimat 10 tüchtige Tischlergesellen, obgleich er sonst nur 6 beschäftigt. Bei der Stichwahl erhielt Münch Ferber 12 605 Stimmen, der Grenze zu bringen. Glauben Sie, daß es einem dritten Nachbar- Am 16. Februar fand in Lichterfelde eine Mitglieder- Versammlung socialdemokratische Kandidat Stüdlen 12259 Stimmen, die staate Vergnügen macht, uns ausgewiesene Anarchisten abzunehmen... des Holzarbeiter Verbandes statt, welche von über 200 Kollegen Majorität des ersteren beträgt also 310 Stimmen. Das Pro Wir fassen die Leute an, wo sie unbequem werden, und werden sie besucht war. Die Stimmung der Streifenden ist eine gute und wird tokoll des Wahlkommissars sowie ein socialdemo fratischer Protest gegen die Wahl enthalten eine Reihe von über die Grenze bringen, die wir für die richtigste halten." noch dadurch erhöht, daß die meisten in Betracht kommenden EinVerstößen, die zu einem Teil von der Kommission für so wichtig er- Erfreulicherweise ist dieser unerhörten Auffassung selbst der Ab- setzer sich mit den Streikenden solidarisch erklärt und die Arbeit achtet werden, daß zunächst Beweiserhebungen niedergelegt haben. an- geordnete Spahn entgegengetreten, und Herr v. Richthofen hat sich, gestellt werden sollen und die Wahl beanstandet wird. einzig in der Gesellschaft des Herrn v. Normann, von allen andren In zehn Ortschaften soll Beweis darüber erhoben werden, ob Parteien verlassen sehen müssen. Gemeindediener im Auftrage von Bürgermeistern und Gemeindeborstehern Flugblätter und Stimmzettel für Münch Ferber an die Wähler vor den Wahllokalen verteilt, sowie Seine Auffassung ist aber auch gar zu originell. Eine Auslieferung liegt nach ihm im Falle a la Kalajew um deswillen nicht Gülzow, Steglitz, Martsteinstr. 1. Dortselbst im Restaurant Kramer Sämtliche Zuschriften und Anfragen sind zu richten an Paul ( Telephon: Amt Steglitz 191) befindet sich das Streifbureau. Deutsches Reich. Achtung, Nagelschmiede! Die Nagelschmiede und Maschinendie Behandlung seitens des Werkführers viel zu wünschen übrig läßt, getreten. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, weil einerseits andrerseits jedoch ist am 25. Januar dieses Jahres durch Anschlag in der Fabrit eine Bekanntmachung erlassen, welche geradezu rigorose Strafen vorsicht. So werden z. B. auf 100 Nägel, wenn diefelben um 2-3 Nägel zu schwer find, 5-30 Pf. in Abzug gebracht. Dabei ist bei der Bemessung der Strafen jedwede Kontrolle der Arbeiter unmöglich. Die Arbeiter haben bereits zu diesem Gebahren der Firma Stellung genommen und eine Kommission mit ihrer Vertretung beauftragt. Die Forderungen sind: 1. Beginn der Arbeitszeit um 6 Uhr morgens. 2. Burückziehung vorstehender Bekanntmachung. 3. Die Mittagsstunde von 1 auf 1 Stunde zu verlängern. Außerdem sollten noch einige andere Mißstände beseitigt werden. in einzelnen Orten von Haus zu Haus ausgetragen haben. n vor, weil ja ein förmliches Auslieferungsverfahren nicht voran fteller der Hufnagelfabrik in Bergedorf sind in den Ausstand tein gegangen Das steht etwa Wahllokal die Stimmzettel ins Couvert; in Fagmannsreuth fertigung einer Hinrichtung ohne richterliches Urteil durch den Hin war der Jiolierraum ungenügend, die Wähler konnten beobachtet weis, es sei ja eben keine Hinrichtung, da ein richterliches Urteil werden, außerdem befanden sich mehrere Wähler zugleich hinter dem nicht vorliege. Um so schlimmer, sagen wir, dann ist es eben ein Wandschirm; in Rehau steckten mehrere Wähler die Couverts selbst Mord. Um so schlimmer, müssen wir sagen, sind diese in der Form der in die Wahlurne; in Dörnthal lagen Stimmzettel für Ausweisungen erfolgten Auslieferungen, weil sie eben nicht in der Münch Ferber im Wahllokal aus über all diese Fälle Form und unter den Garantien der Auslieferung erfolgen. Gewiß follen Beweiserhebungen veranstaltet werden. Eine weitere Anzahl im Protest behaupteter widergefeßlicher Handlungen wurden von der Kom- find sie keine Auslieferungen im juristisch- technischen Sinne, sie sind mission nicht für genügend substantiiert befunden. Dagegen diskutierte die schlimmer als Auslieferungen, sie sind administrative Vollstreckungen Kommission lebhaft über die vielfach behauptete unzulänglichkeit der von Auslieferungsbeschlüssen, die niemals ergangen sind; sie sind Wahlurnen, die eine Kontrolle darüber, wie die Wähler gestimmt Hinrichtungen ohne Urteil. haben, ermöglichten. Die Kommission beabsichtigt, nach der Fest- Wir wollen zu den verschiedenen in die Deffentlichkeit gedrungenen stellung gleicher Vorkommnisse in andren Wahlkreisen, zu der Frage Fällen solcher Anweisungen( hierher gehört insbesondere auch der principiell Stellung zu nehmen, vorläufig soll in einzelnen der be- Fall Wetscheslaff, bei dem es allerdings beim Versuch geblieben ist) haupteten Fälle Beweiserhebung über die stattgehabte Kontrolle an- noch einen hinzufügen. Es ist der Fall unfres Genossen Lyfsit, gestellt werden. Nächste Sigung: Donnerstag. Freiwild. Diese durchaus geringen Forderungen wurden von der Direktion abgelehnt. Mit dem Vertreter der Organisation zu verhandeln lehnten die Herren ebenfalls ab, worauf insgesamt 63 Kollegen die Arbeit niederlegten. Die Arbeiter find sämtlich organisiert. 3uzug ist deshalb nach dort streng fern zu halten. Alle Anfragen sind an den Vorsitzenden des Verbandes der Schmiede: F. Lange, Hamburg, Uhlenhorst, Herderstr. 2, zu richten. der im Oktober 1901 in Hamburg verhaftet und demnächst den russischen Gendarmen an der Grenze übergeben worden ist. Lyffit, dem es gelungen war, aus Nishny- Himst in Sibirien zu entkonunen, wohin er wegen seiner angeblichen Beteiligung an einer socialistischen Verbindung 1899 verbannt worden war, wurde sofort wieder nach IV.( Schluß.) Irkutsk und sodann auf dem Etappenwege nach Wiljnist gebracht. Universitäten als Departements der politischen Polizei. Ein erneuter verzweifelter Fluchtversuch, den er im Mai 1902 unter- Arbeit eingestellt, da der in Betracht kommende Unternehmer auch Steinseher. In Oschersleben haben die Steinfeßer die Eine Republik der Geister nannten sich einstens stolz die deut nahm, mißlang, und noch heute schmachtet er im Gefängnis. dies Jahr wieder sogenannten Winterlohn, d. h. 5-10 Pf. weniger schen Universitäten; gegen den Ultramontanismus fiel noch vor Daß im August 1908 zwei Russen, darunter ein gewisser Stundenlohn als sonst üblich zahlen will. Damit sind die Steinwenigen Jahren aus dem Munde eines preußischen Professors das Nachmanson( oder Nochimsohn) aus Thorn nach Rußland ausgewiesen seger nicht einverstanden. Alle Ausständigen sind organisiert. ZuWort von der„ voraussetzungslosen Wissenschaft"; ein Asyl für und an der Grenze in die Hände der russischen Schergen geliefert zug ist fernzuhalten. politische Unabhängigkeit, eine Pflanzstätte auch des politischen worden sind, ist vom Genossen Haase am 19. Januar 1904 im Die Schneider in Frankfurt a. M. beauftragten in einer Fortschritts war in der idealistischen Jünglingszeit unfres Bürger- Reichstag gestreift worden. Die„ Letzten Nachrichten", herausgegeben Versammlung ihrer Ortsverwaltung, mit dem Arbeitgeber- Verbande tums die alma mater, an deren Brüsten sich die freiheitsbegeisterte vom Ausländischen Komitee des Allgemeinen jüdischen Arbeiter- zwecks Schaffung einer Tarifgemeinschaft in Unterhandlung zu treten. Crimmitschau nach der Aussperrung. Achtung! Organisierte Arbeiter allerorts I Noch immer sind in Crimmitschau über 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt. Die Unternehmer versuchen trotzdem noch fremde Arbeitswillige hereinzuziehen. Arbeiter allcrwärts: Meidet Crimmitschau! * UnS geht eine genaue Aufstellung darüber zu, in welcher Weise die Crimmitschauer Fabrikanten nach Beendigung des Kampfes durch Heranziehung fremder Arbeitskräfte ihre Friedensliebe be- thätigen. Die Finnen Zeiner u. Schumann, Christof Händel und Grimm u. Albrecht leisteten sich einen Massentransport von 79 Personen. Dieselben wurden auf zwei Möbelwagen und einem Kreinser nach den Fabriken transportiert. Es wurden weiter heran- geschafft: ftir die Firma I. B. Birkner 12 Personen: für die Bunt- Weberei fünf Familien, zusammen 18 Personen: für Paul Hoff- mann 2: für E. O. Zöffel 2: für H. Schönfeld 6: für F. Meid- miiller 2: für C. Böttcher 1; unbekannt für welche Firmen zu- sainmen 22 Personen. Insgesamt sind nach Beendigung der Bewegung noch 114 Per- sonen, darunter 15 Kinder im Alter von 1—6 Jahren nach Crim- mitschau geschafft worden. In einer Volksversammlung in Großenhain, in welcher über das Thema:„Warum wurde in Crimmitschau der Kampf ab- gebrochen und was lehrt er uns", verhandelt wurde, sprach sich in der Diskussion Herr Diakonus Gay u. a. ungefähr folgender- maßen aus:„Die Haltung des Pfarrers Schink in Crimmitschau während des Kampfes sei nicht korrekt gewesen: er hätte sich neutral verhalten müssen. Durch dieses Hervortreten zu Gunsten des Unter- nehmertums sei das Ansehen der Geistlichen in Ge- fahr gekommen.... Es sei für eine» Geistlichen unmöglich, sich auf die Seite der vom Unternehmertum Unterdrückten und Ent- rechteten zu stellen, ohne Gefahr zu laufen, selbst die Existenz auf das Spiel zu scheu. Ein Geistlicher müsse sich vollständig neutral verhalten, auch dann, wenn die Erkenntnis vorhanden ist, daß das Unrecht auf der Seite der Unternehmer zu suchen ist." Wenn Christus ebenso vorsichtig geivesen wäre wie seine Nach- folger, dann hätte man ihn nicht ans Kreuz geschlagen. Hustancl. Die Differenzen in der Diamautindustrie. Der niederländische Ministerpräsident und Minister des Innern, Dr. Kuyper, hat am Montag dem Allgemeinen Niederländischen Diamantarbeiter- Verband, der Diamantarbeiter- Abteilung des „Patrimonium" und ebenso der Amsterdamer Juweliers-Vereinigung folgendes Telegramm gesandt:„Mit Freuden vernahm ich, daß nun bereits beiderseits ein Schritt zu gegenseitiger Annäherung gethan worden ist. Wenn dieser Schritt durch einen zweiten ergänzt ivürde, könnte vielleicht der Weg zur Lösung der Differenzen er- schlössen sein und vielem Elend vorgebeugt werden. Soweit man beiderseits der Meinung ist, daß dies von Obrigkeitswegen befördert werden kann, bin ich gern bereit, hierzu mitzuwirken." Die Vertreter der Arbeiterorganisationen P o I a k und D o u w e s antworteten telegraphisch hierauf:„Mit Dank für das bewiesene Interesse haben wir die Ehre Euer Excellenz mitzuteilen, daß nach unsrer Meinung eine Lösung der schwebenden Differenzen durch Auftreten von Obrigkeitswegen befördert werden könnte, und wir gerne bereit sind, die dazu nötigen Schritte zu thun." Die Juwelier-Vcreinigung hat nach Empfang von KllyperS Telegramm beschlossen, die bereits früher geplante Aussperrung bis auf Mittwochnacht 12 Uhr hinauszuschieben, und sich telegraphisch bereit erklärt, dem Minister Aufklärungen zugeben. Eine Deputation der Juweliere wurde bereits am Mittwochnachmittag vom Minister empfangen.— Inzwischen hat sich die Allssperrung in Amsterdam am Montag und Dienstag noch iveiter ausgedehnt. Ueber die Situation in Antwerpen wird folgendes berichtet: Genaue Angaben über den Stand der Aussperrung zu machen, war in diesen Tagen nicht möglich, weil in Antwerpen der Karneval stattfindet und in der ersten Hälfte der Woche allgemein gefeiert wird. Erst ain Donnerstag beginnt die Arbeit wieder. Ain vergangenen Sonn- abend war es eine Anzahl Juweliere mit zusammen 620 Arbeitern, die die Bedingungen des Verbandes unterzeichnet hat. Außerdem haben verschiedene Juweliere, darunter große Arbeitgeber, um Verhandlung nachgesucht. Alle Juweliere, die jetzt arbeiten lassen, thun es unter der Voraussetzung, daß, wenn 1600 Mann wieder an der Arbeit sind, die Arbeitsbedingungen des Verbandes durchgeführt werden. Nach Berichten bürgerlicher Blätter sollten diejenigen Arbeitgeber, die die Bedinguilgen des Verbandes unterzeichnet haben, größtenteils Zwischenmeister sein, die ihre Arbeit erst von den Juwelieren erhalten. Dazu wird seitens der Vertreter des Antwerpener Diamantarbeiter- Verbandes bemerkt:„Anfänglich ließen wir auch Zwischenmeister unterzeichnen, bemerkten aber am Donnerstag, daß die Juweliere dies dazu ausnutzten, die vor- haiidene Arbeit fertig machen zu lassen. Die Anzahl Arbeiter, wofür bis zu dem Tage unterschrieben war, ging weit über 1000. Am Freitag haben wir dann beschlossen, daß nur die Juweliere zur Unterschrift zugelassen werden sollen, und Sonnabend hatten diese für eine Gesamtzahl von 620 Arbeitern unterzeichnet." Die Lohnbewegung der Buchdrucker und verwandter Berufs- genossen in Amsterdam. Die Arbeitskammer für die Druckereibetriebe in Amsterdam hat nun einen Versöhuungsrat ernannt, der über einen Ausgleich der Differenzen zwischen den Prinzipalen und Ge- Hilfen beraten soll. Dieser Versöhnungsrat besteht aus drei Prinzi- palen, drei Gehilfen, einem außerhalb der Parteien stehenden Vor- sitzenden und seinem Stellvertreter.— Die„Kombination de« christlichen typographischen Vereinigungen hat dieser Tage ein Schreiben an die Organisation der Prinzipale gerichtet, worin sie die Prinzipale ersucht, ihren ablehnenden Beschluß nochmals zu prüfen und sich zu Verhandlungen mit den Arbeiter- Organisationen zu entschließen. Antwort wird vor dem 15. März gewünscht.— Die„Christlichen" wollen sich jetzt also ebensowenig wie die der allgemeinen Föderation angeschlossenen Organisationen mit dem ablehnenden Bescheid der Prinzipale zufrieden aeben. Die der Föderasion ebenfalls angeschlossenen Buchbinder, denen die Buchbindermeister ebensowenig wie die Druckereibesitzer auf die Forderungen geantwortet haben, befaßten sich kürzlich mit der Lohnbewegung in einer öffentlichen Versamm- •lung, wo die vielen Mißstände ihres Berufs, die erbärmlichen Löhne, die Lehrlingsausbeutung, die Schäden der Hausarbeit usw. besprochen wurden._ Versammlungen. Schutz vor der Heimarbeit! Ueber dieses Thema sprach Frau Dr. Lily Braun in einer vom Gewerkschaftskartell einberufenen öffentlichen Versammlung, die am Montag in Kellers Festsälen stattfand. Die Ausführungen der Referentin gipfelten in den Vorschlägen, die in der bereits am 22. Januar von der Delegeliertenversammlung des Gewerkschastskartells gutgeheißenen Resolution dargelegt sind. Nachdem in der Diskussion noch einige Fälle schändlicher Ausbeutung aus der Konfekttonsindustrie besprochen worden waren, nahm die Versammlung jene Resolution(abgedruckt in Nummer 31 des „Vorwärts") einsttmmig an und beauftragte das Bureau, sie dem bevorstehenden Heimarbeiterschutz-Kongreß zu übermitteln. Als Delegierten zu diesem Kongreß wählte die Versammlung den Kon- fekttonsarbeiter Michel. Ueber die beide» Tarifverträge der Berliner Fliesenleger diskutterte lebhast am 11. Februar eine öffentliche Fliesenleger-Versammlung, welche von der in der letzten Versammlung angegriffenen„Freien Vereinigung der Fliesenleger" einberufen worden war, an der aber auch die Mitglieder des Fachvcreins der Fliesenleger von Berlin und Umgegend und die Mitglieder der Fliesenleger-Sektion des Maurerverbands teilnahmen. Im Bureau der Versammlung waren alle drei Organisationen vertreten. Reetz von der Freien Vereinigung referierte. Er und in der folgenden Debatte namentlich G ü s ch e, Schwarz, Kliemann-c. wiesen die Vorwürfe zurück, die der Freien Vereinigung wegen des Abschlusses ihres Tarifvertrages mit den größeren Firmen Rosenfeld, Villeroy u. Voch, Endes und G. Siebke gemacht worden sind. Sie bestritten, daß ihr jetziger neuer Vertrag so minderwertig sei, wie er von den Vertretern der beiden andren Organisationen hingestellt werde. Im vorigen Sommer hätten sie den von der Sektton des Verbandes und dem Verein der Fliesenleger gemeinsam unternommenen Streik nicht mit- gemacht, weil sie einen noch bis zum Februar laufenden Vertrag mit den genannten großen Firmen hatten. Sie wären aber doch bereit geivesen, wegen derselben Forderungen mit ihren Kontrahenten zu verhandeln und hätten das nur unterlassen, weil über ihre Köpfe hinweg über die genannten Firmen plötzlich die Sperre verhängt worden sei.— Puttlitz und Wegner(Verein der Fliesenleger) sowie Winzler(Verband der Maurer) blieben jedoch dabei, daß die „Freie Vereinigung" bei Neuabschluß ihres Vertrages mit Rosenfeld, Villeroy und Boch, Endes sowie Siebke auf keinen Fall sich hätten mit weniger zufrieden geben dürfen, als was jene beiden Organi- sationen im Sommer erkämpft bezw. in ihrem gemeinsamen Ver- trage mit den 13 andern Firmen niedergelegt hätten. Sie hätten vor allem auf die allgemeine Festlegung des Stundenlohns von 80 Pf.(abgesehen von absoluten Neulingen im Fliesenleger- beruf) bestehen und eventuell dafür kämpfen müssen. Der Unter- stützung der Kollegen aus dem„Verein der Fliesenleger" und aus dem Verbände wären sie sicher gewesen. Es bedeute eine große Schädigung der allgemeinen Interessen der Fliesenleger, daß sie den großen Firmen den Vierstufenlohn(72>/z, 75, 771/2 und 80 Pf., je nach der Beschäftigungsdauer' im Fliesenlegerberuf) zugestanden, wonach 80 Pf. erst erhalte, wer schon vier Jahre lang Fliesen verlegt habe.— Winzler bezeichnete das Herabgehen unter die Arbeitsbedingungen der übrigen Kollegen als einen Verrat an diesen, dessen Folgen sich bei schwächerer Konjunktur um so mehr zeigen würden, als er gerade den kapital- kräftigen Firmen zu gute komme. Puttlitz sprach die Erwartung aus, daß die Kollegen von der„Freien Vereinigung" ihr Unrecht doch noch mal einsehen würden und es dann zu einer Einigung käme. Reetz betonte in seinem Schlußwort, daß dies möglich wäre, wenn der Verein der Fließenleger, von dem sich die„Freie Vereinigung" abgezweigt hat, andre Bahnen einschlüge.— Mit 77 gegen 75 Stimmen wurde folgende Resolution angenommen:„Die Versammlung bedauert das Verhalten der in der„Freien Vereinigung" organisierten Kollegen, indem diese mit drei Firmen einen Vertrag aufs neue vereinbart hat, der minderwertiger ist als der zwischen dem Fliesenleger-Verein und der Sektion des Manrerverbandes einerseits und 13 Firmen andrerseits Bestehende Tarif. Die Versammlung erwartet von den Mitgliedern des obigen Vereins, daß sie endlich ihr die Arbeiterbewegung schädigendes Treiben aufgeben und sich den Bestrebungen der im Verein der Fliesenleger und der im Verbände organisierten Kollegen anschließt. Die Versammlung kann die Freie Vereinigung als zeitgemäße Organisation nicht ansehen und hofft, daß deren Mitglieder sich den anderswo Organisierten bald anschließen, um ein einheitliches Vorgehen gegen das Unternehmertum zu ermöglichen." Crntralverband der Töpfer. Die Filiale Berlin dieses Ver- bandes hielt am Freitag in Kellers Festsälen ihre General- Versammlung ab. Der Rechenschaftsbericht für das Jahr 1903 lag in einer 33 Seiten umfassenden Druckschrist vor. Darin wird zunächst über die Kämpfe um den Arbeitsnachweis ausführlich berichtet. Bekanntlich wurde der paritätische Arbeitsnachweis für das Töpfergewerbe im Frühjahr vorigen Jahres von der Innung boykottiert und aufgehoben. Die Gehilfen beschlossen jedoch, den Arbeitsnachweis durch ihre Organisation obligatorisch weiter zu führen. Die Meister gründeten sich auch einen eignen Nachweis, was sie durch Säulenanschlag bekanntgaben, hatten jedoch keinen Erfolg mit ihrer Gründung, während der Nachweis der Gehilfen so gut florierte, daß zwei Tage nach seiner Gründung die vorhanden gewesenen einige Hundert Arbeitslosen sämtlich untergebracht waren. Der Jahresbericht über den Arbeitsnachweis ergiebt, daß in den Monaten Mai. Juni, September. November und Dezember die Nachfrage nach Arbeitskräften größer lvar als das Angebot, wo- gegen in den übrigen sieben Monaten das Angebot mehr oder weniger großer lvar als die Nachfrage. Im ganzen wurden 7777 Meldungen von Arbeitslosen eingetragen, verlangt wurden 8359 Gehilfen, also 582 mehr als sich gemeldet hatten. Im ersten Vierteljahr war die Konjunktur, wie immer in dieser Jahreszeit, leine gute; zeitweise waren über 700 Arbeitslose eingezeichnet. Im übrigen hat sich durch den geregelten Arbeitsnachweis die Dauer der Arbeitslosigkeit für einzelne Arbeiter vermindert. In früheren Jahren waren viele ununterbrochen 8, 10, einige sogar bis 14 Wochen arbeitslos, im verflossenen Jahre aber betrug die höchste ununterbrochene Dauer der Arbeitslosigkeit nur fünf Wochen. Zur Arbeitsniederlegung bei einzelnen Arbeitgebern kam es im verflossenen Jahre acht mal. In sehr vielen Fällen wurden die Vertreter der Organisatton zur Schlichtung von Differenzen herangezogen. Als Vorarbeit zur Lohn- bcwegung und um die ungeheuerlichen, von Unternehmerseite und von der.'Deutschen Tageszeitung" in die Welt gesetzten Angaben über unmäßig hohen Arbeitsverdienst der Töpfergesellen zu widerlegen, wurde eine Lohnstatistik aufgenommen: und zwar wurden, um möglichst zuverlässiges Material zu erhalten, die Bauvertrauens- männer beauftragt, für einen bestimmten Zeittaum an jedem Sonn- abend die Löhne der einzelnen Kollegen in einen Fragebogen einzu- wagen. Die hieraus gewonnene Stattstik, die sich auf die Monate Mai und Juni und auf 91 Bauten, wo 1190 Töpfer beschäfttgt waren, erstreckt, ergiebt, daß Wochenverdienste von 60 bis 65 Mk. und darüber nur sehr selten zu verzeichnen waren, daß daneben aber auch solche von unter 20 Mk. vorkamen, was von den Meistern, wenn es sich um Lohnentschädigungsklagen handelt, ja auch zugegeben wird. Die Lohnbewegung selbst war, trotzdem es anläßlich der Sweiks in Velten und Fürstenwalde schien, als wollten die Unternehmer«inen Vernichtungskrieg gegen den Töpferverband führen, von Erfolg begleitet. Es kam ein neuer, in einzelnen Posittonen verbesserter Tarif zu stände, der bis zum 31. Dezember 1905 gelten soll.— Rechtsschutz wurde im Berichtsjahr an zwei Mitglieder wegen Lohnstreittgkeiten gewährt. In beiden Fällen wurden die Arbeitgeber verurteilt: ebenso in einem dritten Fall, der noch vom Vorjahre schwebte. Für sechs Mitglieder. die wegen Nötigung und Erpressung zu Gefängnisstrafen verurteilt waren, wurde beim Reichsgericht Revision eingelegt, jedoch ohne Erfolg.— Am 1. Mai war wie im vorhergehenden Jahre die Arbeitsruhe allgemein.— Die Filiale hatte am Jahresschluß 1989 Mitglieder.— Die Jahresabrechnung für 1903 weist hinsichtlich der Verbandskasse die Bilanzsumme von 45 606,33 M. auf. An die Hauptkasse wurden in bar 27 780 M. abgeliefert. Für Krankenunterstützung wurden 3744.75 M., für Streik- und Gemaßregelten-Unterstützung 2254 M. ausgegeben. Die Abrechnung der Lokalkaffe schließt mit der Bilanzsumme von 63 999,75 M. An die Hauptkasse wurden als Streikunterstützung 35 384,05 M. aus der Lokalkasse abgeliefert. Zum Streik in Dresden wurden 1000 M. gegeben. Die Lokalkasse hatte am Jahresschluß 23 805,65 M. Bestand. Ueber den Jahresbericht und die Abrechnung wurde in der Generalversammlung eingehend diskutiert. Die Debatte, die sich wesentlich auf interne Angelegenheiten der Organisation bezog, wurde schließlich auf eine der nächsten Versammlungen vertagt.— Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorfitzender Richard Hagen, 2. Max Kemnitz: 1. Kassierer Hermann John, 2. Max Böhm; Schriftführer Rudolf Schmidt: Beisitzer Hermann G e r l a ch und R e i n k e. Als Revisor wurde Böhm- Hammel gewählt. Der Berband der Bauarbeiter(Zahlstelle Berlin) hielt am Sonn- tag bei Buggenhagen seine ordentliche Generalversammlung ab. Nachdem die Anwesenden das Ableben sechs verstorbener Mitglieder sowie des Genossen Rosenow durch Erheben von den Plätzen geehrl hatten, verlas der Kassierer Böttcher die Abrechnung vom 4. Quartal v. I. Mit Einschluß des KassenbestandeZ hatte die Zahlstelle eine Ein« nähme von 84 165,43 M. und eine Ausgabe von 32 989,17 M., so daß ein Bestand von 51 176,26 M. verblieb. Sodann erläuterten Böttcher und H e i d e m a n n den kürzlich herausgegebenen Ge« schäftsbcricht für das Jahr 1903. Anknüpfend an den Uebertritt dcrRabitz- spanner in den Maurerverband bemerkte Heidemann, daß, wenn ähnliche Verschmelzungen sich wiederholen sollten, es besser wäre, anstatt der bestehenden verschiedenen Berufsverbände im Baugewerbe einen einzigen großen Jndustrieverband zu gründen. Er teilte ferner noch mit, daß dieFliesen leger- Hilfsarbeiter, sowie die Fahrstuhlarbeiter demnächst in eine Lohnbewegung einzutreten gedenken: die erforderlichen Vorarbeiten dazu seien bereits ganz oder teilweise erledigt. In der lebhaften Diskussion ging u. a. Schmidt auf den Tarifvertrag der Bauarbeiter ein, wobei er besonders hervorhob, daß die Accordarbeiter nach den jetzigen Tarif- sätzen billiger arbeiten müßten wie früher: nur die Lohnarbeiter hätten einen kleinen Vorteil von dem Vertrage gehabt. Er empfahl, bei künftigen Tarifverhandlungen den Forderungen der Accordarbeiter in höherem Maße gerecht zu werden. Nach Schluß der Debatte wurde dem Kassierer einstimmig Dccharge erteilt. Die alsdann vorgenommenen Ergänzungswahlen hatten folgendes Er- gebnis: 2. Bevollmächtigter K r i e b o w; Revisoren Silberbach, B r e n s i ck e und Mücke; Beschwerdekommission Krieger, Mundkowski, Eichel, Behnicke und Schulz. Der Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend hielt am Sonntag eine außerordentliche Versammlung ab, die hauptsächlich den Zweck hatte. Stellung zu der am 21. und 22. Februar statt- findenden Konferenz der Vereinigung der Zimmerer Deutschlandszu nehmen. Der Gcschäftsleiter Th. F i s ch e r, der zu diesem Punkt referierte, gab zunächst eine kurze Uebersicht über die Ent- Wicklung der Vereinigung, der jetzt 26 Vereine mit ca. 2200 Mit- gliedern angehören. Der Redner besprach sodann die Auf- gaben der Konferenz. Unter anderm würde dort auch über Erhöhung der Beiträge verhandelt werden, die nach dem jetzt geltenden Statut in den einzelnen Vereinen pro Jahr nicht unter einem halben Wochenlohn betragen sollen. Es sei jedoch noch nicht gesagt, daß die geplante Erhöhung auch für Berlin in Betracht kommen werde. Zum Punkt„Presse" bemerkte der Redner, daß für den Gedanken, ein eignes Organ der Ver- einigung zu gründen, keine große Sympathie vorhanden wäre; jedoch müsse dafür gesorgt werden, Mittel und Wege zu finden, um die besonderen Berufsinteressen der Zimmerer in der „Einigkeit" mehr als bisher zur Geltung zu bringen. Die Konferenz wird sich außerdem auch mit der Bauarbciterschutz-Gcsetzgebung bc- fassen.— Sodann wurde über Anträge zur Konferenz beraten. Ein Antrag: Die Konferenz möge beschließen, daß, wenn jemals wieder von der socialdemokrattschcn Partei Aufforderungen zu einer Einigung mit den Centralverbänden ausgehen sollten, sie rundweg abzulehnen, wurde gegen wenige Stimmen verworfen. Als Delegierte zur Konferenz wurden Hoff und P ä s l e r ge- wählt; als Delegierte der Zahlstellen der Vororte sind Börnicke, Liesegang, Jäckel und W a s ch u l e w s ki gewählt. Außerdem beschloß die Versammlung, daß die Rechtsichutz- Kommission in Zukunft aus dem Vorsitzenden de? Vereins, dem GeschästSleiter der Vereinigung und einem zu wählenden Mitglied bestehen soll. Neben I uppenlatz und Fischer wurde Lau in die Kommission gewählt._ Letzte JVTacbncbtcn und Depefeben« Der Leipziger Acrztekonflikt. Leipzig, 17. Februar.(Privatdcpcsche des„Vorwärts".) Die Einigungsverhandlungen zwischen der Kasse und den Aerztcn, die am Montagabend endgültig gescheitert waren, sind wiederum auf- genommen. Die Regierung berief Vertreter beider Parteien heute zu einer nochmaligen Verhandlung ein, welche heute abend unter dem Vorsitz des königlichen Kreishauptmanns stattfand und zu dem Resultat führte, daß beide Parteien eine nochmalige Beschlußfassung über die Regierungsanträge herbeiführen werden. Sowohl der Kassenvorstand wie die Aerzteschast beriefen bereits für morgen abend die entscheidenden Sitzungen ein. Russisches. Petersburg, 17. Februar. Der Russischen Telcgraphen-Agcntur wird aus Port Artur vom heuttgen Tage gemeldet: Die Stadt ist ruhig, die Truppen haben ihre Stellungen inne. Es verlautet. Juanschikai haben den Truppen die Neutralität Chinas mitgeteilt und ein kleines Detachcment zum Schutze der chinesisch-mandschurischen Grenze entsandt.— Ferner heißt es, die Japaner hetzten die Chunchusen mit Hilfe von Geld auf, die Eisenbahn in der Mandschurei zu beschädigen.— Die Mobilisierung macht ausgezeichnete Fortschritte; dem Statthalter Alexcjew gehen aus allen Teilen Rußlands Glück-- wunsch-Telegramme zu. Am Jalu ist alles ruhig. Unterhaus. London, 17. Februar. Unterstaatssekretär des Aeußern Perch erklärt, der Regierung sei nichts davon bekannt, daß die russische oder die japanische Regierung irgend eine Erklärung darüber ab- gegeben habe, ob Kohle als KriegSkonterbandc angesehen werde.— Im weiteren Verlaufe der Sitzung entspinnt sich eine längere Debatte über einen von Samuel zu dem Adreßentwurf eingebrachten Anttag, in welchem gegen die Einführung chinesischer Arbeitskräfte nach Transvaal Widerspruch erhoben wird. Die Weltausstellung und der ostasiatifche Krieg. London, 17. Februar. Dem„Reuterschen Bureau" wird aus St. Louis gemeldet, Rußland habe seine Absicht, sich an der Weltausstellung zu beteiligen, aufgegeben. Der japanische Vertreter habe sofort, als er davon hörte, gebeten. daß der Rußland zugebilligte Raum noch als Zusatzraum für die japanische Aus st ellung bewilligt werde. Der Angriff gegen Port Arthur. London, 17. Februar. Nach einem Telegramm der„Saint James Gazette" aus Kobe bestätigt eine amtliche Bekannt- machung, daß die japanischen Torpedoboote am Sonntag früh einen neuen Angriff gegen Port Arthur unternahmen und em im Hafen liegendes russisches Wachtschiff sowie ein außerhalb desselben be- findliches Schiff mit Torpedos beschossen. Es wird hinzugefügt, daß die japanischen Schiffe sich unbeschädigt zurückzogen. Port Arthur, 17. Februar.(Meldung der Russischen Telegraphen- Agentur.) Bei dem am 9. Februar stattgehabten Gefecht schlug ein Zwölfzoll-Geschoß auf dem Dampfer„Kasan" der Freiwilligen Flotte am Oberbord ein und verursachte ein unbedeutendes Feuer. Es ist kein Verlust an Mannschaften und nur ein geringer Material- schaden entstanden. Nach einer!v Mitteilung des„Ostasiattschen Lloyd" sollen sich die Japaner in Saseho und Kure, ferner im Norden der Bucht von Hiroschima sowie in Dokohama und Matsuda concentrieren. Tokio, 17. Februar. Von amtlicher Stelle wird berichtet: Es gelang der japanischen Torpedojäger-Flottille während eines schweren Schneesturmes sich am 13. Febniar Port Arthur zu nähern. Am Morgen des 14. um 3 Uhr fuhr der„Asagiri" durch das Feuer der Fortsund des russischen Geschwaders hindurch auf die russischen Schiffe zu und gab einen Torpedoschuß ab. Nachdem es einen russischen Avifo vernichtet hatte, kehrte das japanische Schiff glücklich zurück. Ferner entdeckte der Torpedojäger„Hagatori" gegen 5 Uhr desfelben Morgens zwei russische Schiffe, welche dicht beim Hafeneingang lagen. Trotz des Feuers des Feindes gelang es ihm, eines dieser Schiffe mit einem Torpedo zu treffen, dessen Explosion man beobachtete. Auch dieses Schiff kehrte heil zurück. ffiiKBÖJp, Btldafteuri Julius KulMt Berlin. Inseratenteil vercmtw.t Th.Glecke, Berlin. Krück u. Perlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt PaulSmger ScCo.,BeclinLV/. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 41. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. 35. Sigung. Mittwoch, 17. Februar 1904, 1 hr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Freiherr b. Stengel Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lesung der Novelle zur Reichsschuldenordnung. der Novelle verlangt. erklärt genommen. " Abg. Singer( Soc.): Donnerstag, 18. Februar 1904. so weit es bis dahin möglich ist, werde ich alles Material beifügen, Verwaltung Front machen wollen. Die Stellung der das zur Beurteilung der einzelnen Fälle erwünscht ist. Ob die Unterbeamten ist doch nur durch die Reichsregierung im Verein mit Dentschrift so weit fertig gestellt werden kann, daß ein Vergleich Ihnen verbessert worden. Jetzt geht ein Abgeordneter hinaus, ruft zwischen den Mietspreisen der Genossenschaft und denen der freien Versammlungen zusammen und sagt:„ Die Verwaltung taugt nichts, Wohnhäuser möglich ist, kann ich noch nicht voraussagen. Jeden ihr müßt euch selbst helfen." Sollen die Unterbeamten falls wird sie so eingehend sein, daß über alle einschlägigen sich in der Stimmung zusammenschließen, daß sie auf die Behörden Bravo.) Fragen vollkommen Rechenschaft geben wird.( Lebhaftes, allseitiges einen Drud ausüben wollen? Kann der Chef einer Verwaltung dann die Disciplin aufrecht erhalten? Unfre Erfahrungen sind nicht Abg. Kirsch( C.): derart, daß wir Ihren Anregungen folgen könnten. Meine Dazu liegt vor ein sehr ausgedehnter Antrag des Abgeordneten Ich denke auch der Abg. Singer wird von dieser Antwort beb. Strombeck( C.), der in drei Teilen mannigfache Aenderungen friedigt sein. Die Entscheidung, ob einer Baugenossenschaft Unter- beschäftigten ist 86,9 zu 13,1, bei den Unterbeamten 72,8 zu 27,2. Das Verhältnis der festangestellten Beamten zu den diätarisch Eine Generaldebatte findet nicht statt. In der Specialdiskussion schaft am Rhein hat nur einen Teil des von der Stadtgemeinde dem Ausfall eines Gramens vergeben. Durch solche Examina wird Die gehobenen Stellungen wollte auch der Vorredner nicht nach stügungen gewährt werden sollen, ist sehr schwierig. Eine GenossenAbg. v. Strombeck( C.): Auf den Wunsch meiner politischen billig erworbenen Geländes bebaut, den andern mit hohem nichts erreicht. Anstatt daß die Unterbeamten dem Staate dankbar Freunde ziehe ich meinen Antrag zurück.( Heiterkeit und Beifall.) Spekulationsnugen verkauft.( hört! hört! bei den sind, daß in dem lezten Jahre für 9000 Unterbeamte bessere StelSocialdemokraten.) An Private sollten, Die Novelle wird unverändert in der Gesamtabstimmung an Darlehen überhaupt nicht gegeben werden; sie sind der Gefahr Einwendungen, die nur dem Neid entspringen.( Lautes Lachen wie schon bisher, lungen geschaffen worden sind, kommen sie mit allen möglichen des Spekulationstriebes Darauf wird die ziveite Lesung des Etats des Reichsamts des noch weit mehr ausgefeßt, als bei den Socialdemokraten.) Jawohl, einer gönnt es dem andern nicht. die Genossenschaften. Innern fortgesetzt beim Extraordinarinm, Titel 22 a und folgende. statistischen Wünsche be- Haben wir denn das nicht schon immer? Der Sekretär wird OberBeim Titel zur Förderung der Herstellung geeigneter Leinziehen sich hauptsächlich darauf, daß die Mieten der Häuser im postsekretär ohne Examen. Aber bei den Unterbeamten könnten die wohnungen für Arbeiter und gering befoldete Beamte in Reichs- können, ob nicht mehr als eine Verzinsung und Ersatz der Auslagen( Heiterkeit.) Es kommt nicht fowohl auf Kenntnisse als auf praktischer einzelnen und ganzen mitgeteilt werden, damit wir tontrollieren Engel kommen und aussuchen, und würden's doch keinem recht machen. betrieben durch Gewährung von Darlehen an Bauvereine, von den Genossenschaften herausgewirtschaftet wird. Ferner darauf, Sinn an. Sie können ja auf den Bahnhöfen beobachten, wie wichtig Baugenossenschaften usw. ,, sowie zum Erwerb geeigneten festzustellen, wie hoch der an jede einzelne Baugenossenschaft im folche gehobene Stellungen z. B. bei Expedition der Briefsäcke find. Baugeländes 5 Millionen Mark" nimmt das Wort Iganzen gegebene Betrag ist. Ich fürchte nur, daß die Genossen- In der Gehaltsfrage schließe ich mich ganz dem Vorschaften mit der Zeit auf den Stand der ortsüblichen Mieten herauf- redner an. Schon der vorliegende Etat zeigt Ihnen, daß In der Kommission bestanden Meinungsverschiedenheiten darüber, gehen werden; die umgekehrte Entwicklung, das Sinken der orts- es gelungen ist, gerade für die schlechtest bezahlten Landob das Reich auch solche Baugenossenschaften mit Mitteln unterſtügen üblichen Mieten, halte ich bei den gegenwärtigen Machtverhältnissen briefträger Verbesserungen einzuführen. Wir müssen da auch auf solle, die Häuser errichten, welche in den Besitz von Privaten über- für ausgeschlossen.( Beifall im Centrum.) die Gehälter der preußischen Unterbeamten Rücksicht nehmen. Bei gehen. Das ist bisher schon in nicht fleinem Umfange geschehen, ft. a. dem Reinigen der Briefkästen durch Unterbeamte kann ich nichts Abg. Schrader( frf. Vgg.): Gleich dem Abg. Singer wünsche ich Entehrendes finden. Wenn wir fremde Personen die Briefkästen durch die Braunschweigische Baugenossenschaft, den Arbeiterbauverein eine möglichst genaue Darlegung über die Verwendung auch der auch innerlich reinigen lassen, ist das Briefgeheimnis nicht mehr in Herne, die Bauvereine in Königsberg und Posen. Der Arbeiter Gelder der Landes- Versicherungsanstalten. Leider fördern diese nur genügend geschützt. Genau so gut wie der Soldat sein Gewehr, Bauberein in Herne hat 488 Häuser gebaut, die in Privatbesib im Westen Deutschlands den Hausbau in erheblichem Maße. Die oder die Angestellten in Privatbetrieben, z. B. bei den Banken, übergegangen sind. Es muß gefragt werden, ob das Reich Mieten sind in der That sehr gestiegen durch die Kosten der Bau- müssen auch die Briefträger solch kleine Verrichtungen übernehmen. Mittel zur Verfügung stellen darf, um den Privaterwerb von Häusern Materialien und Ausführung, ein Beweis dafür, wie viel Die Arbeitszeit läßt sich nicht gleichartig regeln, zu unterstützen. Die öffentlichen Mittel des Reiches sind nach meiner beffer es den Arbeitern jetzt geht als vor 15 Jahren. Meinung nicht dazu da, um Hausbesitzer zu züchten. Bergessen Sie gestiegenen Mieten sind nur die Konsequenz davon. Die die Anstrengung ist eine ganz verschiedene. Jedenfalls nicht, daß der größte Teil der öffentlichen Mittel aus den Zöllen richtungen der Häuser sind gleichfalls bedeutend kostspieliger Die Ein- haben wir die Marima und Minima festgesetzt. und Verbrauchssteuern genommen wird, daß also die Armen den geworden. Herr Singer meint, erst im socialdemokratischen Aber so lange bei uns noch am Sonntag Eisenbahnen gehen, werden Ich bin ein großer Freund der Sonntagsruhe. größten Teil dieser Mittel aufbringen. Das Reich follte nur Zukunftsstaat werde der Wohnungsnot ein Ende gemacht werden. wir wohl den Postbetrieb am Sonntag nicht ganz aufheben können. folche Baugenossenschaften unterstützen, die die Häuser bauen Das kann man um so leichter sagen, als ja die Herren sich davon Der Telegraphenbetrieb kann auch nicht unterbrochen werden. Man und in ihrem Besiz behalten und sie nur vermieten. Dispensieren, uns zu sagen, wie es denn im Zukunftsstaat aussehen hat nun gesagt:„ Erhebt doch höhere Gebühren am Sonntag!" Aber Die Notwendigkeit der Aufwendung von Reichsmitteln zur Milderung foll.( Sehr gut!) Wenn die Genossenschaften billig bauen wollen, das wäre eine Bevorzugung der wohlhabenden Klasse. Die Reichsdes Wohnungselends der im Reichsbetriebe beschäftigten Arbeiter so können sie nicht besser bauen, als es thatsächlich geschieht. Daß Postverwaltung ist bestrebt, soviel wie möglich den Wünschen auf und kleinen Beamten wird meist zunächst aus dem Mangel an das Reich in eigner Regie baut, halte ich nicht für wünschenswert. Wahrung der Sonntagsruhe zu entsprechen. Wir lassen soviel wie geeigneten Wohnungen hergeleitet. Ein fast noch wichtigeres Moment Es soll das den Baugenossenschaften überlassen. Wir erreichen das möglich Beamte am Sonntag frei. aber spielt die Thatsache, daß die Arbeiter und kleinen Beamten durch, wenn auch keine Beseitigung, so doch eine Milderung des meist gar nicht in der Lage sind, eine ihren Bedürfnissen Wohnungselends.( Bravo! links.) Es ist eine böse Eigenschaft des Post- und Telegraphenbetriebes, entsprechende Wohnung zu bezahlen. Die heutige Gesell- Damit schließt die Diskussion, der Titel wird bewilligt, fuchen nun den Nachtdienst den Beamten dadurch schmackhafter zu daß der Nachtdienst nicht entbehrt werden kann. Wir schaft wird diese Mißstände nie völlig beseitigen, aber auch ebenso debattelos die Einnahmen. Damit ist der Etat des Reichs- machen, daß wir die nächtlichen Dienststunden anderthalbfach rechnen. durch Balliativmittel, wie die Unterstüßung der Baugenossen- amts des Innern( abgesehen von einigen nachträglich der Budget- Dadurch entsteht eine bedeutende Erleichterung für die Beamten. schaften, läßt sich innerhalb der heutigen Wirtschaftsordnung fommission überwiesenen Teilen) erledigt. manches erreichen. Wir dürfen aber nur solche Baugenossenschaften Eine besondere Honorierung der Nachtstunden würde zu Mißständen Es folgt der Post- Etat. unterstützen, bei denen die Mietspreise nur festgesezt werden nach führen. Die Beamten würden sich um den Nachtdienst reißen und Zum Titel„ Staatssekretär liegen zwei Refolutionen des infolge der lleberanstrengung durch zu vieles nächtliche Arbeiten früh Maßgabe der Verzinsung des Baukapitals und der Kosten der In- Centrums vor, in denen 1. der Reichskanzler um eine eingehende zeitig pensioniert werden müssen. standhaltung, bei denen somit der Faktor des materiellen Nußens Nachweisung über die tägliche Dienstzeit, die Sonntagsdes Besizers aus den Mietspreisen ausgeschaltet ist. Andernfallsruhe, insbesondere die Ruhe am Sonntagvormittag, die RuheAbg. Singer( Soc.): dienten ja diese Aufwendungen des Reiches wieder einer Steigerung tage und den Erholungsurlaub der mittleren und minderen eine Folge der fistalischen Plusmacherei im Postbetrieb. Die meisten Klagen der Postbeamten find im letzten Grunde der Grundrente. Weiter möchte ich die Regierung um eine Erklärung Beamten ersucht wird und Die Gra in dem Sinne bitten, daß die Arbeiter und kleinen Beamten, die diefe Wohnungen mieten, durch die Mietsverträge nicht in ruhe der Postbeamten Anwendung auch auf diejenigen tirch2. gewünscht wird, daß die Bestimmungen über die Sonntags- zielung eines möglichst hohen Ueberschusses ist für den Staatssekretär das erstrebenswerteste Ziel. der Freiheit ihrer Bewegung und ihrer Ent- lichen Feiertage finden sollen, welche am Drt des Postamts mir weitere Erörterungen, u. a. über die Ost marken zulagen, Ich will heute nur auf allgemeine Fragen eingehen und behalte schließungen irgendwie eingeschränkt werden. von der Mehrheit der Bevölkerung gefeiert werden. In der Privatindustrie enthalten ja diese Verträge vielfach Ferner liegt eine Resolution der Freisinnigen Volks- für die Specialdiskussion vor. Ich möchte anknüpfen an die Bestimmung, daß das Aufgeben der die so partei vor, die den Reichskanzler ersucht, dem Reichstage alljährlich die schon im vorigen Jahre besprochene Verleihung des Titels ,, Ober" fortige Räumung der Wohnung zur Folge hat. Dadurch eine lebersicht über die Krankheits- und Todesursachen der Beamten Diese Abzeichen sollen eine Belohnung für 15 jährige tabellose Dienſtund der sogenannten Schulterabzeichen an die Unterbeamten. kommen die Arbeiter in die völlige Botmäßigkeit der Unter- und Unterbeamten der Neichspoſt- und Telegraphenverwaltung nach seit darstellen, und man brauchte vielleicht nichts dagegen zu sagen, nehmer. Ein elfaß- lothringischer Sachverständiger mußte auch zu den verschiedenen Kategorien getrennt, vorzulegen. gestehen, daß die Industrie mit dergleichen Wohlfahrtseinrichtungen wenn nicht die damit Begnadeten auch noch das Vergnügen hätten, selbst die allerbesten Geschäfte macht. Wo aber die Reichsregierung die Abzeichen selbst zu bezahlen. Man hat den Leuten 3,20 Mart und der Reichstag Einfluß hat, dürfen solche Verträge nicht ge- Ich möchte hinweisen auf den außerordentlich hohen Prozentsatz für die Abzeichen vom Gehalt abgezogen, während eine Berliner schlossen werden. Es muß eine Kündigungsfrist vereinbart von Erkrankungen der Postbeamten. Welcher Zusammenhang be- Firma dieselben Schnüre für nur 80 Pfennig liefert! Viele Beamte terben, die etwa mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses forre- steht zwischen diesen Erkrankungen und den Dienstpflichten fassen die Verleihung so auf, daß sie zwar das Recht, aber spondiert und jedenfalls den Arbeitern Zeit läßt, sich eine neue der Forst- und Telegraphenbeamten. Es kommt da zunächst die nicht die Pflicht haben, sich die Sachen zu beschaffen und Wohnung zu suchen. Weiter ist in der Kommission die Thatsache Tange Dienstzeit in Frage. Die Postbeamten haben oft 60 bis fie anzulegen. Zum mindesten aber follte die Postgestreift worden, daß eine Reihe von Landes- Versicherungsanstalten 69 Stunden Dienstzeit in der Woche. Eine Statistik darüber cristiert verwaltung den Beamten die Abzeichen zum billigstent Gelder zur Förderung des Baues von Arbeiterwohnungen hergeben. noch nicht; sie ist aber dringend notwendig. Besonders über die Preise berechnen. Der Staatssekretär vermißt die Dankbarkeit Im allgemeinen will ich dagegen nichts sagen, aber jedenfalls müssen Länge der Nachtdienstzeit wie des Sonntagsdienstes muß Klarheit der Unterbeamten für die von seiner Verwaltung neugeschaffenen doch die gesetzgebenden Körperschaften in die Lage kommen, die geschaffen werden. Ich bitte deshalb, unsrer darauf gerichteten Reso- Stellen. Dafür sind die Unterbeamten keineswegs undankbar. Sie Dinge genau tennen zu lernen und gegenüber Ünzuträglichkeiten lution zuzustimmen. Der Staatssekretär sollte felbft im Interesse seiner empfinden nur die Art, wie diese gehobenen Stellen verliehen werden, ihren Einfluß geltend zu machen. Bis jetzt sind schon 103 Millionen Beamten eine solche Statistik wünschen. Und er sollte sich die weitere sehr schmerzlich. Die Beschwerden kommen von so viel Seiten, daß Mart aus Mitteln der Landes- Versicherungsanstalten für solche Zwede Frage vorlegen: ist eine solche Ausdehnung des Sonntagsdienstes, wir gar nicht bezweifeln können, daß diese gehobenen Stellen nach verivendet worden. Ich bitte den Staatssekretär, uns alljährlich eine wie sie noch immer besteht, wirklich wirtschaftlich notwendig? Willtür und Lanne der Borgesetzten verliehen werden als Belohnung Zusammenstellung darüber in Form einer Denkschrift zugänglich zu Die früher herrschende Ansicht, daß die Sonntagsruhe im Postbetrieb für diejenigen, die sich als Hausdiener und Hausmädchen machen. Daraus müßten wir die Art der Verwendung dieser Gelder Handel und Gewerbe schwer schädigen müsse, ist doch längst wider der Vorsteher gebrauchen lassen. Stann der Staatssekretär genau kennen lernen. Mir ist erzählt worden, daß eine Landes- legt. Diejenigen Postbeamten, die am Sonntag nicht ganz frei ge- oder auch 1111 ein Oberpostdirektor dafür einstehen, einstehen, daß Versicherungsanstalt einem Großgrundbesitzer im Osten erhebliche habt haben, müssen dafür einen vollen freien Tag im Laufe der dies Recht der Vorgesetzten, zit lohnen und zu strafen, Summen zur Verfügung gestellt hat, damit er Arbeiterwohnungen Woche bekommen. Das ist ein natürliches Recht des menschlichen nicht misbraucht wird? Irgendwelches System muß in dic errichten fann; auch Privatindustrielle haben solche Mittel erhalten. Störpers. Noch eins: mir sind Klagen zugegangen, daß die Post- Bergebung dieser Stellen hineingebracht werden. Wenn folche Unterstützungen überhaupt erfolgen dürfen, so müssen beamten es peinlich empfinden, in Uniform die Briefkästen usw. In Bezug auf die Gehaltsfrage hat der Staatssekretär mit sie doch jedenfalls an die Bedingungen geknüpft werden, die wir für reinigen zu müssen. Das könnte doch eine Waschfrau auch machen. einem klaren Rein" geantwortet. Aber auch Herrn Gröbers Hindie Errichtung und Vermietung solcher Arbeiterwohnungen für not- Wenn wir die finanzielle Krise überwunden haben werden, wird weis auf die bisherige schlechte Finanzlage tann ich nicht gelten wendig halten.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) eine allgemeine Revision der Gehälter der Postbeamten vor- laffen. In den siebziger Jahren hatten die Unterbeamten ein genommen werden müssen. Die bisherige Gehaltsregulierung bot Anfangsgehalt von 300 Thalern, in den achtziger Jahren wurde es viele Härten und Ungerechtigkeiten. An der Erhöhung der Gehälter auf 800 Mark herabgesetzt und 1899 wieder auf 900 Mark erhöht. Der Grundsatz für die Verwaltung der Gelder ist die Erreichung des müssen nicht nur die oberen und mittleren, sondern auch die kleinen Das war die Zulage!( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) dauernden socialpolitischen Zwedes. Dieser kann selbstverständlich nur Postbeamten teilnehmen. Diese kleinen Bostbeamten werden in Gegenüber den gesteigerten Preisen auf allen Gebieten und den erreicht werden, wenn das Reich Eigentümer von Grund und Boden Württemberg und Bayern besser bezahlt als im Reichs- Postgebiet. gesteigerten Ansprüchen auch der Reichsverwaltung zum Beispiel, wie bleibt und die Genossen nicht Eigentümer der Häuser werden, sondern Die Reichspost aber sollte doch mit gutem Beispiel vorangehen; fie in Bezug auf die Kleidung der Unterbeamten ist eine nur zur Miete darin wohnen und die Mieten so bemessen werden, fann's am besten und sie soll's am besten. Es sind auch Klagen fofortige Gehaltsaufbefferung unter allen Umständen dringend notdaß sie die Kosten nur um ein Geringes übersteigen. Nach diesen laut geworden wegen der sog.„ gehobenen Stellen". Wer es verwendig. Dazu kommen die Klagen über mangelhaften und Grundsägen ist bei der Vergebung der Gelder verfahren worden, stehe, sich beim Postvorsteher lieb Kind zu machen, der habe eher unzureichenden Wohnungsgeld zuschuß. Wir haben ja mit Ausnahme von nur zwei Fällen, bei Genossenschaften, die bereits Aussicht, für solche gehobene Stelle empfohlen zu werden, als andre vorhin über Arbeiter und Beamtenwohnungen beraten, aber das das System eingeführt hatten, die Häuser ihren Mitgliedern zum ebenso tüchtige Beamte. Es muß eine möglichst objektive Abgrenzung Gros der Beamten kann mit den Wohnungsgeldzuschüssen nicht ausEigentum zu überlassen und bei denen es nicht mehr geändert derjenigen Beamten versucht werden, die in die gehobenen Stellen fommen, sondern muß noch einen großen Teil des Gehaltes für die Wohnungsmiete ausgeben. Daher ist. die früher unbedingte EhrlichHier im Hause ist ja gelvünscht worden, daß beide Wege ge- Ich komme auf das Koalitionsrecht der Postbeamten. Den feit der Beamten in Frage gekommen angesichts der Unmöglichkeit, gangen werden sollen. Ich aber bin der Ansicht, daß nur bei dem Post assistenten hat man nach langem Stampfe gestattet, fich und die Familie zu ernähren. Auf Preußen können wir nicht System der Mietswohnungen dauernd der socialpolitische Zweck er einen über das ganze Reich sich erstreckenden Verband zu bilden. warten, das Reich muß mit gutem Beispiel vorangehen und von dem reicht werden kann, und daß nur wenn dringende Gründe vorliegen, Die Poftunterbeamten aber haben dies Recht nicht. Wie rechtfertigt leinlichen Fistalismus absehen, von dem in Preußen ausgegangen von diesem System abgetvichen werden darf. Herr Singer hat die Postverwaltung diese verschiedene Behandlung? Sie sagt, wird, wo man für alles Geld hat, außer für Kulturzwecke.( Dho! weiterhin auf die Freiheit der Arbeiter hingewiefen. Die Verträge wegen der Verschiedenartigkeit der Verhältnific Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Auch Preußens mit ihren Mitgliedern schließen nicht wir, sondern die Genossenschaft, dürfe sich ein solcher Unterbeamtenverein nicht über die Grenzen Unterbeamte bedürfen dringend der Gehaltsaufbesserung. aber die Freiheit des Arbeiters in allen übrigen Lebensbeziehungen eines Ober- Postdirektionsbezirks hinaus erftreden. Das läßt sich Ich komme nunmehr zur Stellung des Staatssekretärs zum soll in keiner Weise irgendwie beschränkt werden. Seine Witwe und nicht aufrecht erhalten. hat man denn so schlechte Erfahrungen Koalitionsrecht der Beamten. Ich kann ihm das Zeugnis nicht verTochter können nach seinem Tode im Hause wohnen bleiben. Wenn gemacht? In Bayern und Württemberg haben die über den ganzen fagen, daß er sich auf diesem Gebiete ganz reaktionär entwickelt hat, Wohnungen für neue Arbeiter dringend gebraucht werden, so wird Staat sich erstreckenden Unterbeamtenvereine sich gut bewährt. Und er hat seine Marschroute so nach rechts gewandt, daß ein Unterdem bisherigen Besizer reichlich Zeit gelassen, eine andre Wohnung eine Ausdehnung der Organisation der Unterbeamten über das schied zwischen einem strammen Polizeimenschen und ihm kaum mehr und andre Beschäftigung zu suchen. Wir wollen, daß die ganzen ganze Reich kann der Verwaltung selbst nur nützlich sein.( Beifall zu entdecken ist, seine Anschauungen über das Koalitionsrecht der Genossenschaften, die wir unterstügen, so verwaltet werden, daß die im Centrum.) Arbeiter ihre Wohnung wirklich als Wohlthat betrachten. Staatsfelretär im Reichspostamt Kraetke: werden konnte. Staatssekretär Graf Posadowsky: Auf die Hergabe der Darlehen der Landes- Versicherungsanstalten einrüden sollen. Abg. Gröber( C.): Beamten erinnern vielmehr an russische Zustände.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär meinte, in Süddeutschland sei das Verhältnis der Beamten zu der Postbehörde haben wir keinen Einfluß. Bei den hier vorgetragenen Fällen wird Ich stimme mit dem Vorredner darin überein, daß ein solcher ein andres. Es mag ja sein, daß die süddeutsche gemütes sich immer darum handeln, ob das Darlehen eine bloße Verband sehr nüßlich wirken kan 11. Ich stimme ihm auch darin liche Aussprache dem Herrn Staatssekretär besser behagt Sapitalsanlage sein soll dann muß es sicher gestellt bei, daß die Verhältnisse in Süddeutschland ganz anders liegen. als der norddeutsche Ton; aber es kommt doch in diesen sein und wir haben keinen Anlaß zum Einschreiten, oder ob es aus Nach Ihren( zum Abg. Gröber) eignen Ausführungen müssen gelvijie Dingen nicht auf den Ton an, sondern darauf, was die Leute focialpolitischen Gründen hergegeben worden ist, dann können wir gleichartige Interessen vorliegen. Die Leute müssen sich näher stehen eigentlich wollen. Der Herr Staatssekretär wird auch nicht bes prüfen, ob die socialpolitischen Voraussetzungen vorliegen. und beurteilen können, ob die Forderungen überhaupt haupten können, daß der Postunterbeamten Verein Nach Ostern hoffe ich, dem hohen Hause eine Denkschrift darüber berechtigt find. In Süddeutschland ist infolge seiner geringen Aus- es in seinen Verhandlungen mit der Postbehörde an Höflichkeit vorzulegen, was in den andern Bundesstaaten zur Verbesserung der dehnung diese Möglichkeit vorhanden. Wir aber haben mit den über das hat fehlen laffen, er war ja sogar bereit, auf jede Selbständigkeit Arbeiterwohnungen geschehen ist und was von den Landes- ganze Reich ausgedehnten Vereinen leine guten Erfahrungen gemacht. zu verzichten, wenn man ihn nur bestehen ließ. Für eine UnVersicherungsanstalten in dieser Richtung bisher geleistet worden ist; Die jetzigen Bestrebungen gehen von denen aus, die gegen die botmäßigteit oder mangelndes Entgegenkommen dieses Vereins hat 0 Staatssekretär Kractke: der Herr Staatssekretär feinerlei Beweise erbracht. Herr| beamten wollen nicht nur gute Bezahlung, sondern auch eine Be- Der wirkliche Mittelstand, das ist die große Masse der Kons Strätte sagte, die Unterbeamten machten Front gegen die Ber- Handlung, die in dem Postbeamten den Staatsbürger achtet. Und fumenten, und diese werden durch die Warenhäuser nicht geschädigt. waltung, er könne sie nicht kommandieren; Dazu allerdings gründet der wird mißachtet, solange die Verwaltung den heute hier aus- Man spricht von der Rücksicht auf das Großkapital. Die Aftiensich kein solcher Verein, um das Kommando des Herrn Staats- gesprochenen Grundsäzen des Herrn Kraette folgt.) Beifall bei den gesellschaften sind doch aber nichts als der Zusammenschluß der sekretärs entgegenzunehmen, sondern um die wirtschaftlichen Interessen Socialdemokraten.) fleinen Kapitalisten. Der Frankfurter Detaillistenverein hat sich 1900 feiner Mitglieder zu vertreten.( Sehr richtig! bei d. Soc.)- Herr Strätke gegen die Warenhaus- Steuer ausgesprochen.( Hört! hört! links.) hat in ziemlich unverblümter Weise einem Reichstags- Abgeordneten, Für die Harmlosigkeit des Vorgehens des Herrn Warum geht es denn heute dem Mittelstande so schlecht? Den Urwomit er offenbar Herrn v. Gerlach meinte, vorgeworfen, daß er v. Gerlach ist der beste Beweis, daß sich Herr Singer sachen sollte man nachgehen, anstatt mit einer verkehrten Steuerdie Postbeamten aufhehe. Er scheint zu glauben, daß die Poſt- seiner angenommen hat.( Unruhe bei den Socialdemo- Gesetzgebung zu operieren. Eine Fülle von kleinen Leuten machen verwaltung das Licht der Deffentlichkeit zu scheuen habe( Sehr gut! fraten, Sehr richtig! rechts.) heute einen Laden, ein Geschäft auf, ohne genügendes Kapital zu bei den Socialdemokraten.), daß man nicht von ihr sprechen dürfe, Die Worte, daß die gehobenen Stellen nur nach Gunst verteilt befizen. Die Waren werden vom Fabrikanten geborgt und nach weil doch nichts Gutes von ihr zu melden sei. Wo nimmt er das werden( Abg. Singer: Habe ich nicht gefagt!), hat Herr Singer einigen Jahren geht dann das Geschäft wieder ein. Diese kleinen Recht her, seinen Unterbeamten zu verbieten außerhalb der Dienst- leichtsinnig ausgesprochen. Die Entscheidung geht von der Leute schleudern am meisten mit den Preisen, die Warenhäuſer nicht. zeit dahin zu gehen, wohin sie wollen? Sind denn die Postbeamten Oberpostdirektion aus. Man fann uns nicht Plusmacherei( Oho! im Centrum.) Gewiß, fie verkaufen billiger, aber durchaus Sklaven, die mit ihrer Anstellung das Recht, eine selbständige vorwerfen, wenn von 23 Millionen Mehreinnahmen 13,8 Millionen legal. Wie können sie unter dem Preise verkaufen, da sie doch Meinung zu haben, verkaufen?! Der Herr Staatssekretär wird sich im Interesse der Beamten verwendet werden. Die verdienen und weiter bestehen!( Sehr richtig! links.) Der Geist auch vom Herrn Reichskanzler nicht verbieten lassen, Versammlungen Ligen und Schnüre haben die Beamten sehr dieser ganzen Steuergesetzgebung ist ein fleinlicher Geist, der nicht erfreut, sie find auch nichts rein Aeußerliches, sondern auf der Höhe der Zeit steht.( Bravo! links.) Die Besteuerung nach für den Dienst notwendig, damit jeder Beamte weiß, an wen er sich dem Umsatz, statt nach dem Ertrag, ist ein Grundsatz, dem zu wenden hat.- Die Dienststunden- Festsetzung läßt sich nicht meine Freunde nie zustimmen werden. Genau in demselben schematisieren. Ueberlastet sind die Beamten nicht. Sinne hat sich gestern im Berein der Steuer und WirtschaftsAbg. Dr. Pasig( natt.) fordert eine Reform der Wohnungsgeld- reformer" mein Kollege Jacobskötter ausgesprochen. Er hat auch die Warenhaus- Steuer für vollkommen unwirksam erklärt. In dem zuschüsse und der Dienstalterszulagen der Postbeamten. gleichen Sinne äußert sich in einer Denkschrift mit aller Schärfe Darauf vertagt sich das Haus. Persönlich bemerkt die braunschweigische Regierung. Herr Fuchs hat Abg. Singer: Die Wette, die ich mit dem Herrn Staatssekretär geschäfte zu besteuern. Wohin soll das führen? Sie müssen dann leise den Wunsch durchklingen lassen, auch die großen Specialwurde. Die Beamten wurden darin hingewiesen auf einen Erlaß einging, bezog sich nicht auf die Art der Verteilung gehobener alle Großbetriebe besteuern und wir kommen schließlich, wie in den vom 25. Juli 1898, der es als unstatthaft bezeichnet, daß Postbeamte 200 Mart Gehaltszulage mehr erfreut ist, als über Sonderbesteuerung des Großgrundbesizes.( Große Heiterkeit und sehr vom 25. Juli 1898, der es als unstatthaft bezeichnet, daß Postbeamte Stellungen, sondern darauf, daß sicher jeder Beamte über Motiven zur Warenhaussteuer- Vorlage angedeutet ist, zu einer Versammlungen besuchen, in denen agitatorisch und aufreizend die 2000 Organe der Reichsregierung und insbesondere die vorgesezten Behörden herabgesetzt werden, um dadurch das einmütige, vertrauensvolle Zusammenhalten der Beamtenschaft zu untergraben, und ferner auf einen Erlaß vom 25. Mai 1899, der gegen die Ausdehnung der Postbeamten- Vereine über mehrere Postdirektionsbezirke Stellung genommen hat. zu besuchen, die er will, und was ihm recht ist, ist seinen Unterbeamten billig.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Nach den Anschauungen, die der Herr Staatssekretär kundgegeben hat, ist es ja nicht wunderbar, daß die nachgeordneten Beamten in dieselbe Kerbe hauen, um sich sein Lob zu erwerben. So ist z. B. in Hamburg von der Ober- Postdirektion, als bekannt wurde, daß Herr v. Gerlach wie in Berlin, so auch dort Versammlungen der Post Unterbeamten einberief mit dem Thema:" Die Lage der Unterbeamten und der Wohnungsgeldzuschuß", den Beamten ein Erlaß zugegangen, in dem ihnen der Besuch dieser Versammlungen verboten Lizen und Schnüre. Nächste Sizung: Donnerstag 1 Uhr.( Fortsetzung der heutigen gut! links.) Schluß 5 Uhr. Beratung.) Abgeordnetenbaus. " Noch wenige Worte zu unsrem Antrag. Er zeigt gegenüber dem ungerechten Weg, den der Centrumsantrag einschlägt, den Weg der Gerechtigkeit.( Sehr gut! links.) Da die Gemeinden mit der Reform der Gewerbesteuer nicht vorangehen, soll der Staat die Initiative ergreifen. Durch eine scharfe Progression können Sie nicht nur dieselben Ergebnisse wie durch ein Sondergesetz erzielen, Sigung, Mittwoch, 17. Februar 1904, 11 Uhr. sondern auch eine durchaus gerechte Steuer.( Lebh. Beifall links.) Am Ministertische: Möller. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkt Ein Kommissar des Finanzministeriums: Die Gewerbesteuer ist hauptsächlich wegen ihrer Schwankungen als Gemeindesteuer un brauchbar. Andrerseits können die Gemeinden auf Grund ihrer genaueren Kenntnis lokaler Verhältnisse besondere Gewerbes steuern einführen. Das würden Sie unterbinden, wenn Sie jetzt das Gewerbesteuer- Gesez reformierten. Wenn bei der Gewerbesteuer die Schulden abgezogen werden sollten, so würden z. B. die Haus- und Grundbesizer das gleiche mit Recht fordern; das hieße alle Realsteuern aufheben. Die Progression nimmt schon jetzt die größeren Betriebe scharf mit. Abg. Fuchs hat gesagt, die Gewerbefreiheit sei für ihn kein unantastbares Heiligtum. Aber sie ist reichsgesehlich garantiert. Mag Herr Fuchs feine Agitation zunächst in das Reich verlegen! ( Sehr richtig! links.) Hierauf wird die zweite Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung fortgesetzt. Der Rest der Einnahmen wird debattelos erledigt. Es folgen die fortdauernden Ausgaben, Titel Abg. Eckert( ff.) feiert den Mittelstand in Stadt und Land als Bollwerk gegen die Socialdemokratie. Die Erwartungen, die Auf Antrag des Abg. v. 3edlitz( freik.) werden zunächst die man an das Gesetz vom 18. Juli 1900 geknüpft hat, haben sich nicht Anträge Funt- Deser und Genossen und Fuchs und Genossen gesondert erfüllt. Die Erklärung des Herrn Ministers hat uns wenig beraten. befriedigt. Wir sehen in den Warenhäusern nicht die VerDie Abgg. Funt Deser( frs. Vp.) beantragen: förperung der Intelligenz, sondern die rücksichtslose Ausbeutung der Die tönigliche Staatsregierung zu ersuchen, alsbald einen Uebermacht des Kapitals.( Sehr richtig! rechts.) Der Antrag Fund Gefeßentwurf zur Abänderung des Gewerbesteuer- ist mir nicht recht klar geworden, soweit er eine progressive GeGesezes vom 14. Juni 1891 vorzulegen, durch welchen unter staltung der Gewerbesteuer verlangt. Eine solche Progression haben progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen ivir ja bereits, oder wollen die Herren etwa, daß die Gewerbeerleichtert und bei Berechnung des Betriebs- und Anlagekapitals die steuer nicht mehr durch die Gemeinde, sondern durch Abzugsfähigkeit der Kapitalsschulden gewährleistet wird. den Staat und noch progressiver wie jezt erhoben wird! Den zweite Teil des Antrags Funds lehnen wir rundweg ab, doch werden wir der Kommissionsberatung zustimmen. Der Antrag der Abgg. Fuchs und Gen.( C.) lautet: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die königliche Staatsregierung zu ersuchen, noch in dieser Session einen Gefeßentwurf zwecks Abänderung des Gefezes vom 18. Juli 1900, die Besteuerung der Warenhäuser betreffend, dahingehend vorzulegen, daß dadurch ein wirksamer Schutz des Mittelstandes gegen die ihm durch das Vordrängen der Waren häuser drohende Gefahr gegeben ist. Abg. Hausmann( natl.): Wir dürfen uns nicht dadurch beeinflussen lassen, daß einige wenige Warenhäuser florieren, wir müssen die weitere Entwicklung abwarten, ehe wir das bestehende Gesetz wieder ändern. Ich will auf die ganze Materie nicht so eingehen wie Herr Funck, weil ich mit dem Herrn Handelsminister jede Aenderung der bestehenden Geseze für verfrüht halte. Die Regierung bitte ich, die Förderung der kleinen Gewerbetreibenden fortgefeßt im Auge zu behalten. Die Folge dieses Erlasses war, daß viele Unterbeamten der Versammlung fernblieben. In der Versammlung ist behauptet 21. worden, daß das Gehalt und der Wohnungsgeld- Zuschuß der Unterbeamten unzureichend seien. Davon erwartete also der Staatssekretär eine aufreizende Wirkung! Wer sind denn die wahren Ver- Abg. Goldschmidt( freis. Vp.): Nach dem unkorrigierten Stenoanlasser dieser aufreizenden Wirkung, die Unterbeamten, die die gramm hat der Herr Abg. Kunze in einer der letzten Sizungen, thatsächlichen Verhältnisse feſtſtellen, oder die Verwaltung, die so wo meine Wiedergabe seiner Worte lebhaft bestritten wurde, gesagt: niedrige Gehälter und Wohnungsgeld- Zuschüsse zahlt, daß sie von der Was machen sich die Leute daraus, wenn sie mal eingesperrt werden, Erwähnung dieser Thatsache eine aufreizende Wirkung erwartet? fie bekommen dann Essen, ohne zu arbeiten. Ich hatte damals Herrn ( Sehr gut bei den Socialdemokraten.) Kunze concediert, daß sich diese Worte dem Sinne der Rede nach nicht Seit einer Reihe von Jahren müssen wir immer wieder allgemein auf die ländlichen Arbeiter beziehen konnten. Trotzdem über diese Dinge sprechen, und die Diskussion wird nicht lautet das gedruckte Stenogramm:" Was machen sich diese letteren eher aus dem Reichstage verschwinden, als bis den Unterbeamten Leute daraus" usw. Ich stelle das hiermit fest, da meine Erwiderung das Recht zu teil geworden ist, das ihnen auf Grund ihrer staats- dadurch ganz unverständlich wird. bürgerlichen Eigenschaft gebührt, das Recht, sich zu koalieren, Vereine zu bilden, in Bersammlungen zu gehen und dort im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, die für sie wie für alle andern gelten, das zu sagen, was sie für notwendig erachten.( Sehr richtig! bei den Ministergehalt. Socialdemokraten.) So wie der Assistentenverband, festhaltend an den ihm garantierten Rechten, im Vertrauen auf den Reichstag den Sieg erfochten hat, so werden auch die Unterbeamten mit der Zeit zu ihrem Rechte kommen, zumal außer uns, die wir uns jahrelang allein um diese Dinge bekümmert haben( Unruhe und Widerspruch im Centrum) nun auch das Centrum sich dieser Forderung etwas energischer annehmen zu wollen scheint.( Zurufe: Centrum.) Wir freuen uns darüber und hoffen mit Ihrer Hilfe den Postboten die ihnen zustehenden Rechte erkämpfen zu können. Daran erkennen Sie wieder einmal unsre Selbstlosigkeit!( Lachen im Centrum.) Man scheint in der Postverwaltung eine Todesangst davor zu haben, daß ein Unterbeamter mit einem Socialdemokraten auch nur entfernt zu thun hat. Diese Angst artet oft geradezu in Lächerlichkeit aus. In Hamburg wurde ein Postbeamter zu zehn Mart Geldstrafe und Bersekung in ein andres Amt mit demselben Rang verurteilt, weil er seinen Stiefsohn, einen Cigarren arbeiter, den er auf der Straße traf, begleitend, etwa zehn Minuten lang neben einem Arbeiterfestzuge hergegangen war; ein Kollege hatte ihn trotz seiner Civilkleidung erkannt und Abg. Fuchs( C.) Unser Antrag ging feiner Zeit über das jetzt denunziert. Die eingeleitete Untersuchung richtete sich auf Dienst- geltende Gesez zur Besteuerung der Warenhäuser erheblich hinaus. entlassung oder Versegung. Kann man sich etwas Lächerlicheres, Die Regierung hat die großen Specialgeschäfte aus Abg. Hammer( t.) betont, daß er nur für seine Person Kleinlicheres denken? Solche Dinge sezen nur die Verwaltung in genommen, die wir auch besteuern wollten. Es spreche. Ich bestreite, daß es die hohe Intelligenz ist, welche die den Augen der Unterbeamten herab. Der Socialdemokratie kommeu kommen auch nach dem Gesetz nicht 2 Proz., sondern in der That Warenhausbefizer zu ihren Erfolgen führt; in der That iſt es Sie mit solchen Mittelchen nicht bei, sondern Sie erziehen nur höchstens 1 Proz. des Umsatzes der Warenhäuser zur Besteuerung. lediglich die Macht des Kapitals. Seit Miquels Tode hat der MittelHeuchler, Sie erziehen Leute, die jede Berufsfreudigkeit und Der Rückgang der Steuer beweist nach meiner Meinung nichts für stand seine beste Stüße verloren. Die Warenhaussteuer, wie sie heute jedes Vertrauen zu ihren Vorgesetzten verloren haben. ihre günstige Wirkung, sondern er beweist nur, daß sich besteht, taugt absolut nichts, sie wirkt nicht und wird abIch will nicht weiter auf Einzelheiten eingehen; aber es liegen schon die Warenhäuser verstanden haben, auf die Steuer gewälzt auf die Fabrikanten.( Hört! hört! links.) Ja hört! hört! wieder Beschwerden vom Postamt I in Hannover über dessen Vor- einzurichten. Das Gesetz ist nicht im stande gewesen, Das ist sehr billig. Das haben wir schon damals gewußt, das steher vor. Wenn die Beamten nicht bei ihrer Aussage die Rache der Entwicklung der Warenhäuser entgegenzuwirken, im einzig wirfjame Mittel ist eine Branchensteuer. Zudem fehlt es an des Vorgesetzten fürchten müßten, würde der Staatssekretär ein Bild Gegenteil hat die Bestimmung, daß über eine bestimmte jeder wirksamen Kontrolle. erhalten, das ihn selbst veranlassen dürfte, Remedur zu schaffen. Summe hinaus teine Steuer mehr erhoben wird, Redner spricht sich des weiteren gegen die Förderung der Konsum. Die Telephonarbeiter verlangen mit Recht Anrechnung ihrer die Warenhäuser gerade veranlaßt, ihren Umsatz nach Möglichkeit aus- vereine durch königliche Beamte aus. früheren Dienstzeit, wenn sie nachher als Unterbeamite anges zudehnen. Der Ruf nach Einschränkung dieser ruinösen Konkurrenz Abg. Defer( frs. Vp.): In Sachsen hat die Umsatzsteuer stellt werden. Nach einigen mir vorliegenden Briefen scheint ist daher im Mittelstande immer lauter geworden. Die 89 besteuerten ebenso wenig gewirkt wie bei uns. Durch das Gesetz sind die Post im Dienste der Kriegervereine zu stehen. Diese Warenhäuser haben durchschnittlich 10 Mill. M. Umsatz,-wir wissen, die Warenhäuser direkt bevorzugt. Sie können der jeweiligen KonBriefe, durch die Mitglieder von Kriegervereinen daß einzelne Warenhäuser in Berlin 32 Mill. M. Umsatz haben. Nach meiner junktur folgend, jeden Artikel aufnehmen. Thut das ein Specialwegen socialdemokratischer Gesinnung aus Berechnung werden etwa 3000 kleine Geschäftsleute dadurch ihrer geschäft, so läuft es Gefahr, als Warenhaus Steuern zahlen zu geschlossen werden, tragen die Aufschrift Eingeschrieben" Existenz beraubt. Wollen wir dieser Entwicklung ernstlich steuern, müssen. Es ist also in seiner Konkurrenzfähigkeit unterbunden. und auch die entsprechenden Zettel. Sie( nach rechts) freuen sich so müssen wir energisch vorgehen und den ganzen Umsatz aller( Sehr richtig! links.) schon wieder, daß Socialdemokraten aus Kriegervereinen aus- Warenhäuser besteuern. Lieber die Erdrosselung einiger weniger Wertheim müßte eigentlich den Antragstellern einen Lorbeergeschlossen worden sind. Auch unsrer Meinung nach haben sie gar Betriebe, als die Gefährdung des ganzen Mittelstandes! franz widmen, denn dadurch, daß man die Entwicklung der Kleinen nichts darin zu suchen.( Sehr richtig! rechts.) Also, diese Briefe Handelsminister Möller: Das Ober- Verwaltungsgericht hat in Geschäfte zu Warenhäusern unterbindet, schafft man für die befind zwar eingeschrieben, tragen aber kein Porto. Ich werde dem einem Erkenntnis bereits darauf hingewiesen, daß es nicht zulässig stehenden Warenhäuser direkt ein Monopol.( Sehr richtig! links.) Staatssekretär nachher die Briefe übergeben. Es scheint, als ob da wäre, in einem Einzelstaat ein Gesetz zu erlassen, das eine Er- Die schlechte Lage der kleinen Gewerbetreibenden ist vor allem auf Dinge passiert sind, die mit der Postordnung nicht in Einklang zu drosselung der Warenhäuser zur Folge hat. Es kann sich also nicht die Ueberfüllung ihres Berufs und darauf zurückzuführen, daß bringen sind. Dieser Art von Wohlthätigkeit muß ein Ende gemacht um eine Beseitigung der Warenhäuser in Preußen handeln, viele Leute ohne die genügenden Vorkenntnisse in sondern nur darum, welche einzelne Bestimmungen des den Beruf eintreten.( Sehr richtig! links.) Die Tendenz Ich wende mich zu den Resolutionen. Ich bin überzeugt, daß Gesezes abzuändern wären. Dafür ist aber meines Erachtens der Ausschaltung des Zwischenhandels ist bei den Warenhäusern Verwaltungsschwierigkeiten bei der Durchführung der Sonntagsruhe die Zeit noch nicht gekommen, da das Gesetz noch zu so gut wie bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften der Fall. gar nicht bestehen. Jedenfalls steht die Sicherung der Ruhe- furze Zeit in Kraft ist. Die Wirkung des Gesetzes ist Gegen die letzteren haben aber die Herren auf der Rechten nichts zeit der Beamten viel höher, als eine kleine Un- zweifellos die gewesen, daß die großen allgemeinen einzuwenden. Das ist widerspruchsvoll und ungerecht. bequemlichkeit der Verwaltung. Der Staatssekretär Warenhäuser sich vermindert haben, daß sich dagegen Ein Regierungskommissar erividert dem Abg. Defer, die Restellt sich jedes Jahr der Sonntagsruhe außerordentlich sympathisch die ganz großen Specialgeschäfte ausgedehnt gierung wolle die Umgestaltung der Gewerbesteuer den Gemeinden gegenüber, aber für die Durchführung sorgt er nicht genügend. Kein haben und daß auch die Warenhäuser dazu übergegangen sind, sich überlassen. Er seze sich damit keineswegs in Widerspruch mit Herrn Fortschritt im Laufe der Jahre ist durch die Bereitwilligkeit oder aus mehr in große Specialgeschäfte umzuwandeln. Ich glaube, es v. Miquel. Die Gemeinden hätten auch vielfach die Steuer zu der Initiative seiner Verwaltung entsprungen.( Sehr gut! bei den ist ein vergebliches Bemühen, dieser Bewegung Gunsten der unteren Stufen abgeändert. Socialdemokraten.) Eine höhere Gebühr für die Briefe, die am Sonn- vollständig Einhalt zu thun. Ich muß es auch aus Abg. Cahensly( C.): Die jetzige Warenhaussteuer genüge nicht, tag bestellt werden, zu erheben, halte auch ich für falsch. Das wäre sprechen, daß ich es für ein durchaus verkehrtes Princip halten würde, wie die Erfahrung gelehrt habe. Sie müsse so hoch werden, daß die eine Bevorzugung derer, denen es aufs Geld nicht ankommt. Viel wenn man dazu übergehen sollte, die Intelligenz zu besteuern und Fabrikanten sie nicht mehr zu übernehmen in der Lage sind. Wir verrichtiger ist, den Beamten, die Sonntagsdienst haben, einen zu bedrücken.( hört! hört! beim Centrum. Sehr richtig! links.) langen eine Vorlage, die einen stärkeren prohibitiven Charakter hat. bollkommen freien Tag in der Woche zu geben. Im Abg. Fund( frs. Vp.): Die Folgen einer solchen Gesezesmacherei, Im Staatsinteresse liegt die Selbständig- Erhaltung der Gewerbes Laufe der Zeit muß natürlich jeder Beamte wegen der allgemeinen wie das Warenhaussteuergeset ist, bestehen darin, daß jezt der Abtreibenden. Die Gewerbesteuer ist verbesserungsbedürftig. Den AnVergnügungen auch einmal Sonntags frei haben. Der Unterschied geordnete Fuchs geradezu die Erdrosselung der Warenhäuser fordert. trag Fund- Deser wollen wir der Handelskommission überweisen. zwischen Nachtwache und Nachtdienst läßt sich nicht aufrecht erhalten.( Man hat wieder das Gespenst des Wachstums der social- Abg. Graf Moltke( ft.) hält die Abneigung gegen die WarenIn jedem Falle verlieren die Beamten ihre Nachtruhe. Die Ent- demokratischen Stimmen heraufbeschworen. Neulich sollte häuser für berechtigt, aber sie seien doch ein notwendiges scheidung über die freien Tage darf nicht den einzelnen Postämtern eine Erschwerung im Viehverkehr dazu geeignet sein, den Produkt der heutigen Entwicklung. Auf dem Wege der Warenüberlassen werden, sondern muß durch eine generelle Ver- Stimmenzuwachs der Socialdemokratie zu erklären.( Heiterkeit.) haus- Besteuerung fortzufahren, halte er für außerst bedenklich. fügung des Staatssekretärs geregelt werden. Ebenso die Frage des Die technische Durchführung der Steuer hat unendlich viel Schwierig Man solle sich hüten, einen solchen schwerwiegenden Antrag, wie den Urlaubs. Es hört sich ja ganz schön an:" So und so viel keiten gemacht. Wenn sich Herr Fuchs Jim Ministerium erkundigen des Centrums in Faschingsstimmung zu erledigen. Der AscherProzent der Beamten haben in diesem Jahre Urlaub gehabt", aber möchte, wie da Verordnungen über Verordnungen erlassen werden mittwoch werde dann nachfolgen. der wird nur nach der Gunst des Vorgesetzten verteilt. Die Leute, mußten, so würde er sein blaues Wunder erleben. Die Steuer Abg. Brömel( fri. Bg.): Der Vorredner hat so ausgezeichnet werden. deren Urlaub am Sonntag abläuft, müssen sich schon einen Tag trifft ja aber in der That gar nicht die Warenhäuser. Sie gegen den Antrag des Centrums gesprochen, daß wir ihm für die vorher bei ihrem Vorgesetzten melden.( hört! hört! bei den Social wird von diesen, wie wir das vorausgesagt haben, auf die dabei bekundete Unabhängigkeit der Gefimmung nur dankbar sein demokraten.) Fabrikanten abgewälzt.( Sehr richtig! links.) Darüber können. Man sollte wirklich nicht mit ebenso unreifen wie schwerDie socialen Wohlthaten, die der Reichstag den Postbeamten liegen schriftliche Beweise, Verträge vor( Sehr wiegenden Anträgen kommen. Wir können Sie nur bitten, den zudenkt, scheitern zum großen Teil an der ablehnenden Haltung richtig! links), Sie( zum Centrum) schädigen also also nicht Antrag Fuchs abzulehnen. der Reichs- Postverwaltung. Der Hinweis auf irgendwelche Besserung die Warenhäuser durch Ihre Politit, sondern die sogenannte nationale Ein Antrag, die Debatte zu schließen, wird hierauf ans an irgend einem Punkte tann darüber nicht hinwegtäuschen, daß Arbeit. Die Warenhäuser sind vor allem für die sogenannten genommen. noch sehr viele Mißstände bestehen, die dringend der Massenartikel da, die Lurus- und Kunstartikel bleiben den Special- Die Anträge Fuchs und Gen. und Defer- Fund werden hierauf Abhilfe bedürfen. Je mehr sich die Verkehrsthätigkeit aus- geschäften. Diese Massenartikel sind die Warenhäuser aber in der der durch sieben Mitglieder verstärkten Handelskommission über dehnt, je mehr die Reichspost an Einnahmen gewinnt, desto höher That im stande billiger zu liefern und das liegt doch im Inter- wiesen. ist das Maß ihrer Verpflichtung, für die Reichs- Postbeamten esse der Konsumenten. Weiter haben die Warenhäuser eine Auf Antrag des Abg. Frhrn. v. Jedlig vertagt sich das Haus. in finanzieller und socialer Hinsicht würdige Zustände zu ganze Reihe von Industriezweigen neu gefchaffen, Präsident v. Kröcher stellt unter lebhafter Opposition seitens schaffen, die ihre Berufs- und Arbeitsfreudigkeit erhalten. Die Post- sie haben den Konsum auf ganz neue Gebiete ausgedehnt. der Mitglieder für die nächste Zeit die Abhaltung von #bendsizungen in Aussicht. Morgen werde er schon die erste Abendsigung vorzuschlagen genötigt sein.( Lebhafte Unruhe.) Nächste Sigung: Donnerstag 11 Uhr.( Fortsetzung der heutigen Etatsberatung.) Schluß gegen 4 Uhr. Aus Induftrie und Dandel. doch diese Geschäfte sicherlich irgendwie in den Geschäftsbüchern ge- nicht allein vertritt, wenn sie auch vielleicht nicht immer bucht sind. Ein neuer Beitrag für die Notwendigkeit einer Reform so schroff ausgesprochen wird. Nun sind wir gewiß die Letzten, des Aufsichtsratswesens. die den Aerzten das Recht zur Forderung genügender nun " Große Leipziger Straßenbahn. In der heutigen Aufsichtsrats- Bezahlung abfprechen wollten. Bei der Form der Honorierung fizung der Großen Leipziger Straßenbahn wurde beschlossen, der jedoch, welche die Aerzte anstreben, wird man nie zu einer Einigung auf den 12. März einzuberufenden Generalversammlung die Ver- darüber kommen, welche Höhe des Honorars den Leistungen entteilung einer Dividende von 7 Prozent( gegen 5 Prozent im spricht. Es wird zwar die gesetzliche Mindesttare genannt, doch das Vorjahre) vorzuschlagen. ist eine ganz willkürlich gewählte Grenze. Bei wohlhabenden und Reichsschatzscheine oder neue Reichsanleihe. Die seit einigen Eine Losschwindel- Organisation. Aus Wien wird eine Schwindel- reichen Patienten geht die Bezahlung darüber oft weit Wochen vielerörterte Frage, ob es in Anbetracht der häufigen und affaire berichtet, die sämtliche Losbesizer interessieren dürfte. Ein hinaus und beträgt das Vielfache der Tare. Ist das relativ beträchtlichen Kursschwankungen der dreiprozentigen Reichs- östreichischer Provinzkaufmann nimmt bei einer genauen Revision eine den Leistungen entsprechende Bezahlung oder ist anleihe und der Preußischen Konsols nicht vorteilhafter sei, die zur ſeiner Loſe wahr, daß eines seiner Serbenlose, das er schon der die Taye überschreitende Betrag ein Trinkgeld? Man kann hier anleihe und der Preußischen Konsols nicht vorteilhafter sei, die zur seit vielen Jahren besitzt, vor ungefähr vier Jahren mit einem nicht einwenden, daß es sich um eine der Zahlungsfähigkeit des Begleichung des Reichs- Haushaltsetats erforderlichen 214 Millionen Mark nebst den zur Einlösung kommenden ca. 40 Millionen Mark durch die ihm befreundete Großhandelsfirma Russo den Patienten entsprechende" und darum überhaupt entsprechende" Mark nebst den zur Einlösung kommenden ca. 40 Millionen Mark Haupttreffer von 75 000 Fr. gezogen worden sei. Er will nicht einwenden, daß es sich um eine der Zahlungsfähigkeit des Schatzscheinen aus dem Jahre 1900 erforderlichen Mittel durch Auf- Haupttreffer in Belgrad eintassieren lassen, doch der ver- Honorierung handelt, denn dann müßte ja das Argument auch nach nahme einer neuen Anleihe oder durch Ausgabe von Reichs- mittelnden Firma wird seitens des serbischen Finanz- unten gelten. Eine Einigung über die berechtigte Höhe der schatzscheinen aufzubringen, ist nach„ authentischen Informa- ministeriums mitgeteilt, daß über das betreffende Los Honorierung läßt sich nur auf der Grundlage erreichen, tionen" der„ Vossischen Zeitung" bon der Reichs- Finanz- auf Verlangen eines amerikanischen Serben Pawlowics daß dem Arzte ein standesgemäßes Gesamteinkommen garantiert bei Das ist aber niemals verwaltung zu Gunsten der Begebung von Reichsschatzscheinen ent- aus Washington seit geraumer Zeit das Amortisationsverfahren wird. der freien Arztwahl schieden worden. Wie das Blatt erfährt, beabsichtigt die Regierung, brochenen Besitz seines Loses seit mindestens acht Jahren dokumenta- thätig, als notwendig sind, so daß selbst bei ganz gleicher Verteilung eingeleitet ſei. Da der östreichische Provinzkaufmann den ununter- möglich; erstens eingeleitet sei. Da der östreichische Provinzkaufmann den ununter- möglich; erstens find da viel mehr Aerzte in Kassenpragis die in diesem Jahre fälligen 40 Millionen Mark vierprozentiger risch nachweisen kann, entsendet die Firma Russo einen Delegierten thätig, als notwendig sind, so daß selbst bei ganz gleicher Verteilung Schatzanweisungen des Reiches vom Jahre 1900 auf 3 Proz. zu nach Belgrad, welchem mitgeteilt wird, daß Herr Pawlowics noch des Honorars für feinen Arzt ein ausreichendes Gesamteinkommen fonvertieren. Auch zwecks Deckung des neuen Geldbedarfs des die Amortisation vier andrer mit fleineren Treffern gezogenen aus Kaffenpraris zu erreichen ist, und zweitens ist eine ganz gleiche Reiches wird man sich zur Ausgabe von Reichsschatzscheinen beziv. Serbenlose eingeleitet habe. Die serbische Regierung könne nach dem Verteilung des Honorars ausgeschlossen. Gerade bei freier Arzt-Schazanweisungen entschließen. Hierbei dürfte die Ansicht derer Gesetze nichts andres thun, als Herrn Pawlowics aufzufordern, fein wahl wird immer der größere Teil der Aerzte( und vor allen durchdringen, die für die Ausgabe von Schahanweisungen zum Eigentumsrecht an dem Lose binnen zwei Monaten nach Verständigung Dingen wird das die anständigen Aerzte treffen) nur wenige Mark Privatdiskont der Börse plaidieren; man würde diese aber mit einer von der Anfechtung der Amortisation zu beweisen. Dieser Beweis im Jahre von den Kassen beziehen, während die fagen wir längeren Umlaufsfrist als der bisher üblichen ausstatten. dürfte ihm freilich gegenüber dem Zeugnis des Destreichers schwer geschäftskundigeren sich große Einkommen machen. Die Notlage fallen. Die serbische Regierung sprach ihr Bedauern darüber aus, standes Vom rheinisch- westfälischen Kohlenmarkt. Die von rheinischen daß der Delegierte nicht einige Tage früher gekommen sei; man habe des Aerzte st and es kann durch die Stassen niemals beseitigt Blättern zu Anfang dieses Monats ausgesprochene Hoffnung, daß eben jetzt einem andren Serben, der in New York wohne, werden, gleichviel, welches System der ärztlichen Versorgung man die in der zweiten Hälfte des Januar eingetretene Abnahme der nach Ablauf der Amortisationsfrist einen Haupttreffer von 100000 Fr. auch einführt. Nachfrage nach Kohlen, und zwar sowohl nach Industrie als nach ausbezahlt. Hätte man schon damals Beweise für die Gristenz eines Eine standesgemäß bezahlte Arztstelle ist beim städtischen KrankenHausbrandtohlen, im Februar wieder einem stärkeren Begehr weichen organisierten Schwindels in der Hand gehabt, so würde man sich die RechtsEs soll ein Assistenzarzt anwerde, hat sich bisher nur in sehr mäßigem Grade erfüllt. Aller- titel des New Yorker Serbên doch genauer angesehen haben. Auch Hause in Wiesbaden zu besetzen. dings ist der Absatz wieder etwas lebhafter geworden; aber diese die Amortisationsfrist für das oben erwähnte Los wäre in sechs gestellt werden, dem freie Station ganz wie den DienstZunahme erklärt sich nicht aus einer Steigerung des inländischen Monaten abgelaufen, und der östreichische Kaufmann hätte dann boten und 600 Mark bares Geld für ein Jahr geboten Bedarfs, sondern aus einer Besserung der Schiffahrtsverhältnisse das Nachsehen gehabt. wird, genau 11,50 M. für eine Woche. Das reicht jedesmal zu einem billigen Sonntagsvergnügen. Die schlechten Kranken des Rheins, die gestattete, daß die in Rheinhäfen zum Transport Auf diese Art ist der Beweis geliefert, daß in Amerika eine lagernden Mengen in stärkerem Maße zur Verladung gebracht förmliche Organisation besteht, welche die unbehobenen Treffer auf und zugleich die Kohlenegporte nach Holland und Belgien wieder Grund eines sehr einfachen und wenig riskanten Schwindels an sich eifriger aufgenommen werden konnten. zu bringen fucht. Die Verzeichnisse der nicht behobenen Treffer Am rosigsten schildert die jetzige Lage die„ Rheinisch- Westfälische werden bekanntlich veröffentlicht und müssen veröffentlicht werden, Zeitung", das bekannte Zechenblatt, das, wenn es auch den Rückgang um die fäumigen Eigentümer aufmerksam zu machen. Das amerides Kohlenverbrauchs nicht zu leugnen vermag, doch eine bedeutende tanische Schwindelkonsortium notiert diese Restanten und läßt die Besserung des Absages im Vergleich zum Januar behauptet. bereits gezogenen Lose durch verschiedene möglichst unauffällige Personen als verloren anmelden und amortisieren. " Soziales. Aerzte und Krankenkassen. " Die Versendungen der Ruhrzechen an Kohlen, Coats und Steinkohlenbriketts," schreibt das Blatt, sind in der ersten Hälfte des laufenden Monats wieder recht erhebliche gewesen, obdie Witterung gleich dem Absatz durchaus nicht günstig tvar. Abermals wurden die Verladungen in der gleichen Zeit des Vorjahres beträchlich überholt. Während die höchste Tagesleistung in der Zeit vom 1. bis 15. Februar v. J. nur 17 508 Doppelwagen In der hier erscheinenden Deutschen medizinischen Presse" ausmachte, stellte sich solche in der entsprechenden Zeit laufenden Jahres wendet sich Dr. med. K. Gumpert ganz entschieden gegen den auf 20 050 Doppelwagen, oder um 14,5 Proz. höher. Die Bestände, Unfug, den die ärztlichen Standesorganisationen jetzt gegenüber den welche aus dem vorigen Monat übernommen wurden, konnten dank Krankenkassen mit der Forderung der freien Arztwahl treiben. Er dem eingetretenen günstigen Rheinwaſſerſtand in den ersten Tagen weist mit Recht darauf hin, daß es nicht einzusehen sei, warum eine des Februar wieder abgestoßen werden. Allerdings hat es sich nicht menschenwürdige Behandlung der Kassenkranken nicht ebenso gut vermeiden lassen, daß sich inzwischen auf den meisten Zechen wieder Vorräte in den einzelnen Sorten gesammelt haben. Teils ist dies darauf zurückzuführen, Saß die Zechen ihre Förderung ungeachtet der vorgesehenen Einschränkung allzu sehr betreiben, teils darauf, daß in den letzten Tagen sämtliche Kipper in den Rheinhäfen wegen Hochwasser für weitere Lieferungen gesperrt worden sind. Immerhin waren in der ersten an= möglich sei bei einer Auswahl unter einer kleineren Zahl Aerzte, anstatt wie in Berlin unter tausenden. Noch niemals habe man versucht, das Princip der freien Arztwahl auf BerufsgenossenschaftsStranke auszudehnen. „ Nach den Worten und Schriften der Freiwahl Heißsporne sichert lediglich die unbeschränkte freie Arztwahl den Aerzten eine ausreichende der Rassen! Die bayerischen Fabrik- Inspektoren haben an die Arbeiterorganisationen Fragebogen versendet, in denen um Angaben über die Arbeitslosigkeit im verflossenen Jahre und über die Thätigkeit der ge= werkschaftlichen Arbeitsnachweise gebeten wird. Die gewonnenen Resultate werden zusammengestellt und in den FabrikinspektorenBerichten veröffentlicht. Ferner wird eine Erhebung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie veranstaltet werden, wie dies schon in den verschiedenen andren Industrien( Mühlen- und Brauereigetverbe usw.) geschah, und wobei beachtenswerte Resultate erzielt wurden. Arbeitsleistung und Lohnvereinbarung. Der Unternehmer B. hatte einem Gehilfen 36 M. Lohn zugesagt, diesen Lohn aber nur einmal während des dreiwöchentlichen Arbeitsverhältnisses gezahlt. Für die beiden andern Wochen erhielt der Gehilfe, der gekündigt hatte, nur 24 M., was der Arbeitgeber mit den Leistungen, die war damit aber nicht einverstanden und klagte beim Gewerbegericht hinter seiner Erwartung zurückstanden, rechtfertigte. Der Arbeiter auf Zahlung der Minderbeträge von je 12 M. für die zweite und dritte Woche. Der Beklagte machte dagegen auch vor Gericht geltend, daß er die 36 M. dem Kläger in der ersten Woche nur gezahlt habe, indem er hoffte, Kläger werde sich mehr einarbeiten. Die Kammer 8 des Gewerbegerichts verurteilte jedoch den Beklagten zur Zahlung der 24 M. mit der Begründung, daß der Wochenlohn von 36 M., wenn er, wie hier, vereinbart war, auch für die vertragswährend der Kündigungszeit eigenmächtig einen niedrigeren Lohn, als vereinbart, zahlen dürfen, bloß weil der Arbeiter sich nicht seinen Erwartungen gemäß einarbeitete. Die Herabsehung des Lohnes hätte nur mit gegenseitigem Einverständnis erfolgen können. sehr umfangreiche, da die Verfrachtungen nicht allein nach dem das Jdeale Minimalfätze der Tage nahe heranzukommen. mäßige Zeit gezahlt werden mußte. Auf keinen Fall hätte Beklagter Mittelrhein, sondern auch nach dem Oberrhein bis Kehl und Straßburg, wofür die Schiffahrt lange Zeit geschlossen war, wieder aufgenommen werden konnten.. rechnen ist." Thatsächlich ist dies ganz anders. In Berlin giebt es eine BetriebsStrantentasse, welche einige allgemeine Aerzte mit festem Gehalt, einige Specialärzte gegen Quartalsbons mit festem Entgelte( pro Bon 3,60 M.) angestellt hat. Bei der ersten Kategorie entfällt auf die Einzelleistung mindestens der tagmäßige Betrag. " Handwerksrettung. Aehnlich wie die Breslauer rettet auch die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf das Handwerk. Der Etat diefer Stammer für 1902/1903 weist 88 900 M. Einnahme und Ausgabe nach. Davon wurden zur" Hebung des Handwerks" 9860 M. berwendet, alles übrige ging auf Verwaltungs- und Repräsentationstosten auf. Achtung! Die zu heute, den 18. Februar, angefette Bolts versammlung im Swinemünder Gesellschafts. haus findet nicht statt. Aus der Frauenbewegung. Der Abruf in Hausbrandkohlen hat infolge der milden Witterung eine weitere Abnahme erfahren, dagegen halten sich die Anforderungen der Industrie ausgenommen Coats auf gleicher Höhe, wie im Vormonat. Leider hat das Coatsgeschäft eine weitere Ginbuße er- Die Betriebs Krankenkasse der Berliner Straßenbahn hat jetzt litten, da die 20 prozentige Produktions- Einschränkung in diesem eine Reihe von Aerzten angestellt, unter welche sie pro Kopf und Monat kaum ausreichen wird. Daß dieser Saz bald eine Herab- Jahr der Angehörigen 3,50 m. verteilt; dabei erlischt die Zugehörigsegung erfährt, ist vorläufig nicht anzunehmen, da einerseits sich für einen besseren Abruf der Werke Anzeichen nicht bemerkbar feit zu der Betriebs- Krankenkasse für die Angehörigen mit dem Tage machen, andrerseits in diesem Jahre infolge Neubaues von Coats- der Entlassung des Mitgliedes. öfen mit einem erheblichen Anwachsen der Beteiligungsziffern zu Wenn also Kassen, ohne sich dem Freiwahlsystem strittester Observanz zuzuwenden, ihren Aerzten so verbesserte Honorare Die Arbeitslosigkeit in Norwegen ist in diesem Winter so groß, Entschieden ungünstiger faßt ein längerer Situationsbericht der gewähren können: so ist es sehr begreiflich, daß sie sich gegen daß der Staat sich genötigt sieht, Maßregeln dagegen zu ergreifen. Kölnischen Volkszeitung" vom 15. d. M. die Lage des Kohlen- Manipulationen wehren, die dahin zielen, die freie Arztwahl gefeßz- Auf Vorschlag des zur Untersuchung der Frage der Arbeitslosigkeit marktes auf: lich einzuführen versteht sich für die Arbeiterkassen, an Beamten- eingesetzten Specialkomitees bewilligte das Storthing am Sonnabend " In unsrem letzten Bericht über den rheinisch- westfälischen lassen wagt sich der Enthusiasmus der Unentwegten und Biel- e instimmig 40 000 kronen für Bahnbauarbeiten, die von Kohlenmarkt deuteten wir bereits darauf hin, daß die Stimmung bewußten nicht heran. Man kann es also sehr wohl verstehen, den Arbeitslosen sofort in Angriff genommen werden sollen. Außerdes Marktes nachzugeben scheine, und daß die Anzeichen sich mehrten, daß der Rückgang im Eisengewerbe auch die bisher beob- warum die Kassen mit freier Arztwahl sowie die mit dem Verein dem wurde beschlossen, daß den Arbeitslosen auf den Staatsbahnen achtete gute Haltung des Kohlengetverbes zu beeinträchtigen Berliner Kassenärzte Paktierenden lezthin allen Aerzten ein Manifest freie Fahrt nach den Orten gewährt wird, wo Aussicht auf Arbeit vorhanden ist. beginne. Was wir damals andeuteten, ist in dem Zeit hingeschickt haben, in dem sie gegen die von den Aerzten ausabschnitt, über welchen wir heute zu berichten haben, zur Gewißheit gehenden Eingriffe in die Selbstverwaltung der Kassen lebhaft progeworden; denn in der Berichtszeit stand der Kohlenmarkt schon testieren." bollständig im Zeichen des Rückganges, und auch heute noch ist Ausficht auf baldige Wiederbelebung nicht vorhanden. Der inEine Versammlung der hiesigen Aerzte fand am Dienstagländische Kohlenverbrauch ist zurückgegangen: das Kohlensyndikat abend wieder im Langenbeckhause statt. Sie galt der Propaganda scheut sich aber anscheinend, eine größere Einschränkung der Förderung vorzuschreiben; denn es würde dadurch unzweifelhaft den Un- für die Unterzeichnung der Ehrenscheine. Von den etwa 4600 Aerzten, willen der erst kürzlich angegliederten, bisher freien Zechen erregen, die in Berlin und der Provinz Brandenburg wohnen, haben erst welche so wie so schon anfangen einzusehen, daß sie durch zwischen 600 und 700 die Scheine unterschrieben. Viele Aerzte beVerein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Sonnabend, Begebung ihrer Freiheit ihres besten Besitztums fich entäußert fürchten mit Recht, daß sie sich durch unterzeichnung der Ehrenscheine den 20. Februar, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Komhaben. Die heute geltende 20 prozentige Einschränkung der auf etwas verpflichten, dessen Tragweite gar nicht abzusehen ist. mandantenstraße 20, fünftes Stiftungsfest. Unter gütiger MitFörderung wird im Monat Januar wohl ganz in Anspruch ge deshalb war die Versammlung einberufen worden, irrigen Auf- wirkung des Musikdirektors Hollfelder, der Konzertfängerin Frau nommen worden sein; daß dieselbe aber nicht ausreicht, sieht das fassungen und Mißverständnissen", wie Sanitätsrat Kähler sagte, Bankenin- Aderhold, des Schuspielers Richard Leopold vom Kleinen Syndikat wohl ein; denn es bestürmt die weniger leistungsfähigen Zechen geradezu, die Förderung freiwillig über die vorgeschriebene entgegenzutreten. Es handle sich nur darum, sagte er, dort die freie Theater. Billets a 30 Pf. zu haben bei Frau Panzéram, PappelGrenze hinaus einzuschränken. Zechen, welche mit hohen Selbst- Arztwahl einzuführen, wo die Mehrheit der beteiligten Aerzte sie Allee 128, 1 Tr., Frau Klotsch, Koppenstraße 81, 4 Tr., Frau Franke, foften arbeiten, finden sich dazu bereit; denn das Syndilat vergütet wollen, und sie dort zu erhalten, wo sie besteht( auch wo die be- Moabit, Gozkowsthstraße 13, Frau Bachau, Hussitenstraße 3, Frau Um recht rege Beteiligung bittet bekanntlich für jede Tonne Minderförderung 1,50 M." teiligten Aerzte etwa mit ihrer Beseitigung einverstanden wären. Sulide, Prinzenstraße 102. Der Vorstand. Deshalb legt der Ehrenschein Reichsbank. Wie schon gestern hat auch heute wieder die Reichs- Redaktion des Vorwärts".) Deshalb bank für 20 Millionen Mark per 2. April fällige Reichsschat- den Aerzten die Verpflichtung auf, feinen Vertrag einzugehen, der anweisungen an der Börse zum Privatdisfont verkauft, der unter Bestimmungen enthält, durch welche die freie Arztwahl ausgeschlossen Damit wird, da dem dem Einfluß dieser Begebung um 4 Proz., also auf 3 Proz. oder deren Einführung verhindert wird. stieg. Die Unterbringung vollzog sich recht flott. Als Käufer traten Verein Berliner Kassenärzte die Unterzeichnung ihrer bisherigen wiederum verschiedene der hiesigen großen Banken sowie vor allem Verträge nur noch auf ein Jahr gestattet werden soll, zudie Preußische Centralgenossenschaftstasse auf. Nach ihrem Ausweis per 15. Februar hat die Reichsbank in der gegeben, daß man in Berlin und der Provinz Brandenburg legten Woche für ungefähr 102 Millionen Mark Schatzscheine von nach längstens einem Jahre die freie Arztwahl einführen will. der Reichsfinanzverwaltung übernommen, so daß sich an jenem Dabei behauptete Herr Kähler, es sei nicht wahr, Dabei behauptete Gems in Berlin m die freie Arztwahl in Berlin im Fluge und mit Termin ihr Bestand auf 153 Millionen Mark stellte. Sonderbare Geschäftspraktiken. Aus Dresden wird eine neue Gewalt einführen wolle. Ob die Kaffen sich das gefallen lassen wollen, davon war natürlich keine Rede. Aufsehen erregende Standalaffaire berichtet. Der Direktor der Es wurden dann noch eine Anzahl anfeuernder Ansprachen gedortigen Fabrik photographischer Apparate vormals R. Hüttig u. Sohn, Herr Carl Hüttig, hat für seine private Beteiligung an verschiedenen halten und schließlich eine Resolution angenommen, die den Aerzten Geschäftsunternehmungen Mittel der Gesellschaft in An- die Unterzeichnung des Ehrenscheines empfiehlt. Die Resolution war es unmöglich beantragt worden von dem Vertreter des Aerztevereinsbundes spruch genommen und Verluste erlitten, die machen, für das Jahr 1903 auf die Aktien der Gesellschaft eine Dr. Windels. Dividende zu verteilen. Bisher und noch bis in die allerneueste Aus der Debatte erwähnen wir eine Aeußerung des Professors Beit hinein ist die Dividende auf 8 Broz. geschäßt worden. Be- Thieme aus Kottbus, der nach Mugdanschem Rezept gegen die fonders start soll Hüttig bei der Möbelfabrik Engelmann u. Schneider, Kassen donnerte. Der Herr meinte, man halte den Aerzteforde Dr. Simmel, Seilnahme und die reichen Kranz die bereits seit mehreren Monaten im Konkurs liegt, und bei der rungen entgegen, daß die kassen sie nicht erfüllen könnten und daran Dresdener Monopol- Kontrollkassen- Gesellschaft beteiligt sein. Das Sonderbarste an diesem Falle aber ist, daß kein Mitglied zu Grunde gehen müßten. Das könne den Aerzten aber egal sein, des Aufsichtsrats von diesen Privatgeschäften des Herrn Direktors sie verlangten unter allen Umständen eine ihren Leistungen ent- 10-2,5-7. Sonntags 10-12 2-4 sage ich meinen innigsten Dant. mit dem Vermögen seiner Firma das geringste gemertt hat, obgleich sprechende Bezahlung. Eine Auffassung, die Herr Thieme ja " Central- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Nachruf. Am 11. d. Mts. verstarb in der Heilstätte Grabowsee nach langen Leiden unser langjähriges, treues Mitglied, der Modelleur Alfred Erdmann + im Alter von 29 Jahren. ihm Ein ehrendes Andenken bewahrt 23/8 Die Verwaltungsstelle Berlin. PrinzenSpecialarzt für[ 70/ 13* Hant- und Harnleiden. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Am Montag, den 15. Februar, verstarb unser Mitglied, der Kolporteur Albert Telge. Ehre seinem Andenken! 67/7 Die Ortsverwaltung I. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster spenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes 18765 Paul Heise Witwe Franziska Heise. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 18. Februar. Anfang 7%, Uhr: Neues Königl. Opern Theater. Geschlossen. Schauspielhaus. Stabale und Liebe. Deutsches. Der einsame Beg. Berliner. Stella und Antonie. Leffing. Zapfenstreich. Westen. Die Colombine. Die Tante Schläft. Neues. Schwester Beatrig. Vorher: Der Schlachtententer. Refibenz. Der feusche Casimir. Bor her: Die Empfehlung. Central. Das Schwalbennest. Belle Alliance. Götteriveiber. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) 9 Die Kinder der Ercellenz. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Lustspiel in 4 Aufzügen von E. v. Bolzogen u. W. Schumann. Freitagabend 8 Ubr: Die Kinder der Excellenz. Sonnabendabend 8 U br: Die Kinder der Excellenz. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Ant TV 4440. Anf. 8 Uhr. Direktion Jean Kren Zum 171. Male: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: König Lear. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Freitagabend 8 Uhr: König Lear. Sonnabendabend 8 Uhr: König Lear. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Gala- Abend. Nur noch einige Male: Wunder Dressur des e. Richard Sawade mit feinen wilden Königstigern. Direktor Busch: 2 Berserhengste. Mlle. do Holstein mit ihrem Belle- Alliance- Theater. irländischen Springpferd„ Milton". Belle Allianceftr. 7/8. 9mit VI 283. und Alfred Schönfeld. Anf. 7% Uhr. Heute und folgende Tage: Der Hochtourist. Götterweiber. Freitag: Lektes Gaftspiel von Isadora Duncan. Sonntagnachm. 3%, Uhr: Charleys Tante. Ausstatt. Boffe mit Gefang und Zanz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Cirkus Schumann. Zum Besten der Krankenküche Brüderstr. 10 heute Donnerstag, den 18. Februar, 7, 1hr abends: Bum 57. Male: Aus den Alpen. Bemerkenswert: Der Automobilsturz. Palast- Theater Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Seute abend 8% 11hr: Goldener Bodent. Schiller N.( Friedrich- Bilheimstädt.) Grosse Extra- Fest- Vorstellung. Mr. C. Jörgensen, Mimifer. König Lear. Luisen. Das Käthchen von Heilbronn. Thalia. Der Hochtourist. Kleines. Elektra. Trianon. Madame X. Carl Weiß. Der Bettelstudent von Berlin. Deutsch Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Cafino. Wie einst im Mai. BadeLuren. Reichshallen. Stettiner Sänger. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Baffage Theater. To- To. Fred Edlaivi. Specialitäten. Anf. 5 ihr. Metropol. Durchlaucht Radieschen. Apollo. Frühlingsluft. BlütenHochzeit. Specialitäten. Winter- Garten. Oléo de Mérode. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Hörsaal: Dr. Schwahn: Gletscher und Eiszeit. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater. Täglich 7, Uhr: Das Schwalbenneft. Operette in 3 Affen v. M. Ordonneau. Musik von Henry Herblay. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Stinder Borstellung. Halbe Preise. Der ge ftiefelte Kater. Märchenspiel mit Gefang und Tanz in 4 Bildern. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Schwester Beatrix. Borher: Der Schlachtenfenker. Anfang 7%, Uhr. Freitag zum erstenmal: Medea. Luisen- Theater. Abends 8 1hr: Sport- Programm. Zu dieser Vorstellung ladet ergebenit ein Das Festkomitee: Ihre Durchlaucht Herzogin von Ratibor, Ehren- Borsigende. Unter den Linden 78. Frau Anna vom Rath, Vorsitzende, Victoriaftr. 6. Boffe mit Gesang in 4 Aften v. Ely und Werel. Mufit von Fr. Brandt. Am Specialitätenteil: Les Raffaels, Duo- Landschaftsmaler. Grete Walter, Soubretten- Diva. 0. C. Schields. Grentrique- Jongleur. Signora Ernesto mit ihrem mysteriösen Elefanten. Morgen abend 8 Uhr: Ertra- EliteBorstellung. Wilhelm Tell. Orts- Krankenkasse ber Messerschmiede, Schwertfeger und Verfertiger chirurgischer Juftrumente zu Berlin. Die zweite Abänderung zum revi dierten Statut ist laut Beschluß vom 26. Januar 1904 burd) ben Bezirksausichuß genehmigt worden. Die betreffenden Abänderungen werden als Nachtrag den Mitgliedern zugestellt werden. Berlin, den 18. Februar 1904. 271/5 Der Vorstand. Gesellschaftshaus Ostend. Memelerstr. 67. Die Expedition. Soweit Vorrat reicht: InventurAusnahmepreis! Reichgestickte abgeortieren Erster Diterfeiertag noch frei! München, crichien und burch atic passte Verlage von& Co., Buchhandlungen und Kolporteure ist zu beziehen: Die Opfer der Kaserne vott Rudolf Krafft fr. bayr. Oberlieutenant a. D. 96 S. Brosch. 50 Pf. Die Schrift des bekannten MilitärSchriftstellers enthält eine Fülle von Material gegen den Militarismus und über die Soldatenmishandlungen. Demnächst erscheint: Julius Vahlteich: Halbe Kaffenpreise: Ferd. Lassalle Sonnabendabend: Goldener Boden. Freie Volksbühne. Steidl Sonntag, den 21. Februar, nachm. 24 Uhr: Metropol Theater 5./6. Abteilung: 228/7 Medea. Lessing Theater 10./11. Abteilung: Der Meineidbauer. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Gebrüder Urania. HerrnfeldTaubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Der Erdball als Träger des Lebens. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Schwahn: ,, Gletscher und Eiszeit." Sternwarte Invaliden. str. 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. 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Anfang 8 Uhr. DieEmpfehlung. Morgen: Nachtasyl. 8: Der keufche Cafimir, Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Metropol- Theater adame X. Durchlaucht Radieschen! Ausstattungsposse mit Gesang. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 20. Februar: III. u. letzter Metropol- Theaterball. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 18. Februar: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Drei Paar Schuhe. Lebensbild mit Ges. in 3 Abteilungen und einem Vorspiel. Musik v. Conradi. Anjang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Die neue Sensation Berlins: To To der mysteriöse Zitherspieler. Fred Edlawi der beste Verwandlungskünstler. 14 erstklassige Nummern. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr: Der Bettelstudent von Berlin, Gesangspoffe in 5 Bildern v. G. Braun und. Busse. Morgen: Der Bettelstudent v. Berlin. Sonnabendnachm. 4 Uhr: KinderVorstellung: Die sieben Raben. Fröbels Allerlel- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser flüce 148. Sonntagnachmittag 5 Uhr: Norddeutsche Sänger. Nach der Vorstellung um 10 Uhr: Grosser Ball. Entree 30 Bf. Sperrfis 50 Bf. Montag: Goethe- Ensemble. Theater Vorstellung. Freitanz. Reichshallen Holzmarktftr. 72, Ede Alexanderstraße. Täglich: Franz Sobanski. Neu! The Byrons, Flimm u. Flumm, Eugen Nigthon. Die Februar- Specialitäten. Neu! Der Onkel kommt. Neu! Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tanz. Neue Welt Hasenbeide 108/114. ( Arnold Scholz.) Jeden Donnerstag: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Mutterliebe. Original- Volksstück m. Gesang in 4 Akten von Willbrandt. Nach der Vorstellung: Familienkränzchen. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pi. Vorzugskarten hab. Gültigkeit. Stettiner Sänger Künstl Zähne Zum Schluß neu: Die Berliner bei den Hereros. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. tadellese Ausführung von 3- MK.Plomben v.2 Mk.an. 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Wahlkreis: Leopold Liepmann, Linienstr. 242 I. Leo Zucht, Landwehrstr. 39, vorn IL 6, Wahlkreis(Moabit): Karl Fischer. Waldstr. 8. (Wcddmg und Oranienburger Vorstadt): Eugen Ernst. A-kerstr. 62. II. (Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen): Adam Vitt- dorf, Fehrbellinerstr. 2S. (Schönhauser Vorstadt): Karl Mars, Kastanien-Allee 96. Ricdcr-Barnim: Georg Freiwaldt, Pankow, Florastr. 36. Teltow-Breskow: Paul Hirsch, Charlottenbmg, Rosinenstr. 3. Emil Boeske, Rixdorf, Kopfstr. 28. Für dir Fraueu Berlins: Frau M. Wengels, Gr. Frankfurterstratze 133. Frau Lutz, Waterloo-llfer 9, Laden. Frau B a u s ch k e, Rostockerstr. 43, Ouergebäude I. Frau Wulff, Rostockerstr. 9, Hof parterre. Ottilie Baader, Blücher- strotze 49, Hof II. Teltow-BeeSkow: Frau Marie Thiel, Tempelhof, Friedrich Wilhelm- stratze 17. 0. Preßkommissioa: J. Wahlkreis: Fritz Kubat, Jakobikirchstr. 2. Rich. Strehl, Swinemünderstr. 118 I. 2. Wahlkreis: Albrecht Fülle, Mariendorferstr. 1, vorn I. Julius Meyer, Urbanstr. 131, vorn IV. 3. Wahlkreis: AdolsWuschick, Oranienstr. 177, vorn III bei Benko. Karl Gehrmann, Naunynstr. 22. 4. Wahlkreis(Osten): Otto Büchner, AndreaSstr. 75, vorn IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Mermuth, Sorauerstr. 21. 5. Wahlkreis: Willy Friedländer, Elsasserstr. 25 DL Otto Wels, Grcifswalderstr. 45 IV. 3. Wahlkreis: Richard Klose, Lortzingstr. 23. Hans Weber, Rodenburgstr. 40. YNeder-Barnim: Oswald Grauer, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 197. Emil Schumann, Weitzensec, Lehdcrstr. 5. Teltov-Beeskow: Otto Hoppe, Rirdorf, Berlinerstr. 14. Karl Boxheimer, Grotz-Lichterfelde-Lankwitz, Siemens- stratze 31. C. Lokalkommissio«: ,1. Wahlkreis: Jakob Ege, Rotzstr. 23. Karl Woldt, Kanonierstr. 13. 2. Wahlkreis: Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Albert Eifenhauer, Äottbuser Damm 36/37. 3. Wahlkreis: Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, vorn IV. Karl Heise, Josefstr. 11, Hof IV. 4. Wahlkreis(Osten): Fritz Zimmermann, Zorndorferstr. 47. Theodor Rahn, Zorndorferstr. 58. 4. Wahlkreis(Südosten): Wilh. S edler. Lausitzerstr. 14 m. Wilh. Hauschildt, Falckensteinstr. 6 1. b. Wahlkreis:Friedrich Schütz. Winsstr. 12. Julius Stange, Kastanien-Allee 23. 8. Wahlkreis: Adalbert Schütz, Beusselstr. 25.(Moabit.) Richard Thiel. Chauss'eestr. 63/69,(fiir Oranienburger Vorstadt mti> Wedding). F ü rstenberg, Putbuserstr. 16(für Rosenthaler Borstadt und Gesundbrunnen). Wenzel. Schliemannstr. 43,(für Schönhauser Vorstadt). Nieder-Baruim: Robert Riek, Rummelsburg, Kantstr. 22. Teltow Beeskow: H e r m. Schliebitz, Britz, Jahnstr. 3. Alle Zusendmigen m Lokalmigelegenheiteu sind an Wilhelm Hinz, L. 14, Prinzensir. 66. vorn IV. zu richten. D. Agitatioaskommission für die Provinz Brandeaborga 1, Wahlkreis: Albin Schuster, Stratzmannstr. 2. 2. Wahlkreis: Fritz Zinke. Reichenbergerftr. 128. 3. Wahlkreis: Karl Dimmick, Luisen-Ufer 11. 4. Wahlkreis(Osten): Jean Jansen, Landsberger Allee 143, linker Seitenflügel IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Scholz, Wrangelstr. 110. 5. Wahlkreis: Georg Davidsohn, Heinersdorferstr. 8 IV. 6. Wahlkreis: GustavLaukant, Voltastr. 45. Paul Dobrilow, Oderbergerstr. 27. Nieder-Barui«: A. Taubmann. Neu-Weitzensee, Elsatzstr. 15» Telww-BeeSko«: Karl Fischer, Schöneberg, Gothenstr. 36. E. Borsiliendc der Wahlvercinc: 1. Wahlkreis: Gustav Seiler. Manteuffelstr. 8. 2. Wahlkreis: Herrn. Werner. Mittenwalderstr. 30. 3. Wahlkreis: Stephan Fritz. Oranienstr. 157, IV. 4. Wahlkreis(Osten): Paul Litfin, Warschauerstr. 61. v. part. 4. Wahlkreis(Südosten): Paul Hoffmann. Oppelnerstr. 21. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Landwehrstr. 39, II. 6. Wahlkreis: Wilh. Freythaler. Gartenplatz 1. Central-Wahlvercin für Teltow-Breskow: Paul Hirsch, Chor- lottenburg, Rosinenstr. 3. Der Kongreß von Saint-Etienne. Saint-Etienne. 15. Februar.(Eig. Ber.) Zweiter Berhandluugstag. Bormittag-Sitzung. 9>/s Uhr. Borsitz: Baudot- Albi. Die Debatte über die Statutenänderung wird fortgesetzt. Nadi, Delegierter der Föderation von Dröme und Ardöche: Die Kammerfraktion vernachlässigt die Propaganda in der Provinz. Wir wollen nicht, wie uns entgegengehalten wird, die Deputierten zu„Dienstboten" machen. Aber die Gesamtpartei soll die Leitung besorgen. Keine Ersetzung der Fraktion durch ein centralistisches Komitee! DaS Komitee soll die treue und ständige Vertretung der Föderationen sein. In der Provinz ist man weit entfernt von Streitgelüften. Man will vor allem die Agitation gut besorgt wissen. Die talentvollen Führer meinen, sie hätten eine Menge An- Hänger für die Partei gewonnen. Irrtum! ES ist ihre hervorragende Person, die eine Anziehungskrast ausübt. Die so gewonnenen An- Hänger würden die Partei verlassen, wenn die glänzenden ChefS fort wären. Das socialistische Bewutztsein ist unter den Genossen noch sehr oberflächlich. Zum Schlutz schlägt Redner vor zwei Resolutionen: t. Das Jnterföderale Komitee soll, in ständiger Verbindung mit den Föde- rationen, in der Zwischenzeit zwischen den Parteitagen die Partei verwalten, die Agitation regeln, die von seinen Mitgliedern und von den Deputierten zu bethätigen ist. und im Falle wichtiger und dringender Ereignisse die nötigen Entscheidungen treffen, für die er vor dem Parteitag verantwortlich ist. Für alle das Parteileben interessierende Fragen hat das Komitee das Recht, ein Referendum anzuordnen. 2. Jeder Erwählte der Partei, Deputierter oder Senator, ist verpflichtet, wenn dazu von den Föderationen auf- gefordert, einmal im Jahre in jeder Föderation einen Vortrag ab- zuhalten. Das Komitee hat darüber zu wachen. Der Parteitag ent- scheidet über die Fälle, in denen die Erwählten ihren Agitations- Verpflichtungen nicht nachkommen.(Beifall.) Vorsitzender verliest zwei Begriitzungen aus der Provinz und eine Begrüßung der czecho-flavischen Soeialdemokratie. C o u t a n t- Seine tritt für die Statutenänderung ein. Bisher herrscht Anarchie. Das Komitee selbst hat sich in eine Pflanzstätte von„Unterdcputierten" verwandelt. Niemand will Disciplin halten. Rouanets Wahlkomitee hat die Zahlung der Beiträge eingestellt wegen der Ausschlietzung Millerands. Jean Lo,lguet- Paris: Bor allen: ist der gründliche Unter- schied zu betonen zwischen der bürgerlichen und der socialistischen Auffassung von der Rolle der Abgeordneten. Redner erinnert an die Forniel der Internationalen Arbeiterassociation: die ökonomische Befreiung ist das Ziel, dem die politische Aktion als Mittel unter- geordnet werden muh. Die Aktion der socialistischen Abgeordneten hat zur Vorbedingung die Organisation des Proletariats. Die Un- abhängigkeit der Fraktion steht in: Widerspruch mit dem Socialismus. Hierüber ist man in den socialistischen Parteien aller Länder einig. Redner bespricht die Organisation der Parteileitung und der Kontrolle in Belgien, Deutschland und Italien. Nichts von alleden: existiert in unsrer Partei. Einerseits denken zahlreiche Elemente, datz der Deputierte einzig die unförmige, ungegliederte Masse der Wähler zu vertreten hat. Anderseits dauerten die diktatorischen Ueberlicferungen der alten Sonderorganisationen(Guesdisten und Blanquisten) fort. Beides widerspricht in gleicher Weise dem proletarischen Princip. Redner erinnert an die Geschichte des früheren General- komitees, das das Kontrollrecht mitzbräuchlich ausübte. Seit Tours aber ist man in den entgegengesetzten und noch schlimmeren Mitzbrauch verfallen. Die P. S. F. ist keine Partei, sondern ein zusammenhangloses Gemengsel(coknis). Die Fraktion leidet unter der Korruption des parlamentarischen Milieus.(Briand ruft: Was die Deputierten korrumpiert, das sind die Gesuche unl Gewährung von Tabakverkaufs- Bureaus, die so zahlreich an die Deputierten aus den Reihen der Partei herangehen.) Diese Gesuche, antwortet Longuet, kommen nicht aus der socialrstischen Masse, sondern von streberisihen Politikastern. Briand selbst hatte seiner Zeit im Generalkomitee über die Couloir-Korruption geklagt. Es handelt sich nicht darum, dem Jnterföderalen Komitee das Recht zu geben, die einzelnen Abstimmungen der Deputierten zu diktieren, sondern sie zu kontrollieren. Briands Einwand, datz die A b st i m m u n g e n ja bekannt wären, ist hinfällig. Wie viele Parteigenossen lesen denn das„Journal Officiel"? Das einzige als socialfftisch geltende Organ, die„P e t i t R ö p u b I i q ue", hat z. B. M i l l e r a n d s Votum gegen die A b r ü st u n g verschwiegen, so datz dieses ohne die Einmischung der Seine- Föderation der Masse der Genossen unbekannt geblieben wäre. Die Statutenänderung ist notwendig auch in: Interesse der Einigung sämtlicher stanzösischen Socialisten. Der linke Flügel der P. S. F. hofft noch immer auf diese Einigung. Und deshalb bleibt er in dieser Partei in der Hoffnung, seinen Ideen zum Siege zu verhelfen. Würde er die P. S. F. verlassen, so gäbe es kein Gegengewicht mehr gegen die Rechte und die socialistische Einigung würde unmöglich werden. Redner protestiert in diesen: Zusammenhang unter dem Beifall der Linken gegen das Verfahren des Abg. Rouanet, der in seinem Fraktionsbericht den aus der Partei ausgeschlossenen Millerand als„Genossen", einen Jules Guesde aber als„Hern:" anredet. Zum Schlutz warnt er vor vagen Ausgleichsresolutionen, wenn auch die Linke nicht an der buchstäblichen Fassung ihres Entwurfes klebe. Die Partei hat genug unter derartigen Ausgleichen gelitten. In Bordeaux wurde Mllerand nur durch eine Gimstminderheit ge- rettet, aber trotzdem konnte er nachher sagen, der Bordeaux-Kongretz hätte seine Taktik gebilligt. In den neuen Statuten ist der enge Zusammenhang zwischen Fraktion und Partei und das Kontrollrecht des Jnterföderalen Komitees klar festzulegen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Fournier- Nin:es tritt für die Austcchtcrhaltung des Status quo ein im Interesse der Würde und der Aktion der Deputierten. UcbrigenS beschwert er sich über die ungleiche Ver- teilung der Arbeiten innerhalb der Fraktion. Einzelne Deputierten dürfen nicht das Monopol der parlamentarischen Bethätigung haben. (Abg. Deville protestiert gegen die letzten Worte.) Uhry- Paris wendet sich zunächst gegen Rouanets Frakttons- bericht, insofern dieser das Zehnstundcntags-Gesetz uneingeschränkt als einen enormen Fortschritt feiert. In Wirklichkeit hat das Kassationsgericht die entscheidende Bestimmung jenes Gesetzes über die„gemischten Betriebe"(mit männlichem, weiblichen: und mmder- jährigem Personal) derart ausgelegt, datz das ganze Gesetz in den meisten Fällen nicht anwendbar ist. Das wird im letzten Jnspektionsbericht konstatiert. Ueber die Statutenstage spricht Redner im Sinne Longucts und kritisiert an einzelnen Beispielen die teils kleinbürgerliche, teils allgemein opportunistische Haltung der Fraktion, die auf eigene proletarische Forderungen verzichtet, aus Furcht, die Keinen Reformen zu gefährden, die von der Bourgeoisie gewährt werden. Abg. Rouanet: Die Anhänger der Statutenänderung haben drei Argumente ins Feld geführt: 1. ES giebt keine Kontrolle über die Fraktion, die so den Zusammenhang mit der Partei verliert; 2. die Fraktion beteiligt sich nicht himeichend an der Agitation; 3. das entscheidende Argument wurde von Longuet vorgebracht, der sich auf die socialistischen Principien berief. Alle Argumente sind hinfällig. Gewiß könnte die Fraktion für die Agitation mehr thun. Wenn sie aber nicht allen Rednergesuchen gerecht werden kann, so, weil gewöhnlich dieselben Redner verlangt werden. Die betreffenden Ab- geordneten mühten stets auf AgitatwnSreisen sein, wollten sie allen Einladungen der Föderationen folgen. Uebrigens� ist auch das Jnterföderale Komitee nicht ohne Fehl. Hat nicht ein Mitglied der Agitationskommission demissioniert, weil er immer allein zur Äommissionssitzung erschien?(Ein Delegierter ruft: Die Kommission wurde nutzlos, weil die Fraktton die Gesuche um Redner nachlässig behandelt.)— Aber die Deputierten haben doch im Auf- trage des Komitees agitiert. Ferner ist es verfehlt, einen Unterschied zwischen den Mitgliedern deS Komitees und denen der Fraktion zu machen, jene über diese zu stellen. Die Verschiedenheiten in der Abstimmung ändern nichts an der Einheitlichkeit der Auf- fassung der Fraktion. Beweis: kein Deputierter denkt daran, die abweichende Abstimmung eines Kollegen zu tadeln. Die (linksstehende) Minderheit will ihre Auffassung der Fraktion auf- zwingen. Das ist unzulässig. Die Fraktion fuht auf dem Boden des Tours-Vrogramms. Demgemäß hat sie eine andre Auffassung vom Klassenkampfe, als die revolutionären Nur-Gewerkschastler. Die Kon- scquenzen der Denkweise der Linken führen zur Verneinung der parla- mentarischen Aktion. Couloir-Jntriguen giebt es nicht nur im Parlament, sondern auch in derArbestsbörse, wo eine Minderheit sich des Rechtes be- mächtigt hat, im Namen der Arbeiterklasse zu sprechen. Longucts Standpunkt würde im Falle seiner Verwirklichung eine Minderheit an die Spitze der Partei stellen und die revolutionäre Nurgcwerk- schastlerei förder::, deren Kraft und Bedeutung übrigens überschätzt wird. Die vorgeschlagene Statutenänderung würde Zwist säen in den Reihen der Partei. Die Kontrolle seitens des Komitees würde auf die Kontrolle seitens einzelner Födcrationssckretäre hinauslaufen. DaS Komitee würde ein„Senat" darstellen mit einen: noch viel be- schränkteren Wahlrecht als der französische Senat. Die Linke weiß, daß im Komitee die Pariser �herrschen, Elemente, die einem überhitzten Revolutionarismus huldigen. Daher ihr Berlangen nach der Komiteekontrolle über die Fraktion. Der Hinweis auf die ausländischen Parteien beweist nichts. Die französischen Verhältnisse sind eigenartig. Die Uebertragung der ausländffchcn Orgauisations- Methoden würden den französischen Socialismus gefährden. Zum Schlutz verteidigt Redner die ehrliche Haltung den Fraktion, die von jeder heuchlerischen und demagogischen Ueberangebots-Taktik srei sei, und ergeht sich in heftigen Ausfällen gegen die revolutionär- socialistische Fraktion.(Lebhafter Beifall rechts.) Schlutz der Vormittagssitzung 121/2 Uhr. NachmittagS-Sitzung. 2'/z Uhr. Begrüßungsschreiben sind eingelaufen von der holländischen Soeialdemokratie, vom Sekretär des Internationalen sooialistischen Bureaus, von der ungarischen Soeialdemokratie und vom Genossen P s a n n k u ch. Das letztere Schreiben lautet: „Werte Genossen! Für die Uebersendnng der Tagesordnung Ihres VI. Kongresses besten Dank. Ihren Verhandlungen, die wir mit großem Interesse verfolgen, wünschen wir den besten Erfolg. Insbesondere würde cS uns freuen, wenn Punkt VII der Tagesordnung eine für alle Be- teiligten zufriedenstellende Lösung finden würde. Denn nur in der Einigkeit der Partei liegt die Garantie für den siegreichen Vor- marsch des Proletariats und des Erfolgs unsrer Ideen. Mit brüderlichem Gruß W. Pfannkuch.' Debatte über die Statutenänderung. (Fortsetzung.) Robeillard, Vertreter der Föderation von Anjou und Poitou, legt dar, datz seine Föderation sich für die Statuten- änderung ausgesprochen hat, insbesondere für den einen Artikel 22, betreffend die Leitung der Partei durch das Jnterföderale Komitee, in Verbindung mit der weiteren Aenderung(Artikel 25), der für die Mitglieder des Komitees einen Alterszensus von 26 Jahren und eine mindestens dreijährige Parteizugehörigkeit vorschreibt, um so die Sachkundigkeit des Komitees zu verbürgen. In der Fraktion sind die Geister geteilt(Proteste rechts). Wir haben das heute morgen(vom Abg. Fournier) gehört. Die Komitee- Kontrolle kann dagegen Abhilfe schaffen. Abg. Briand hat sich über die Gesuche um Vergünstigungen beschwert, die an die Fraktion seitens der Genossen herangehen. Wir in Anjou haben uns an die Fraktion gewendet mit einem Gesuch nm Rückgängigmachen eines behördlichen Willküraktes, aber wir habe: keine Antwort erhalten. Seit vier oder fünf Kongressen vertröstet man unsre Föderation, datz die Parteizustände sich später bessern würden. Wir sehen aber immer noch keine Besserung. Der Einwand(der Rechten), datz das Komitee selbst in keinerlei Fühlung mit den Föderationen stände, bedeutet gerade die Verurteilung der alten Tours-Statuten. Diese sind eben zu ändern in: Sinne datz die Föderation ihre Vertreter aus ihrer eignen Mitte, nicht unter den Parisern zu wählen hat. In Anjou handeln wir bereits demgemäß. Sämtliche Föderationen könnten es ebenso machen. Es kommt nicht auf den Buchstaben des Statutenentwurfs an. Man mag das Wort„Kontrolle" oder„Zusammenwirken" gebrauchen. aber das bisherige Verhältnis zwischen Komitee und Fraktion mutz geändert werden. Augagneur, Maire von Lyon: Die Rhone-Föderation hak sich gegen die Statutenänderung ausgesprochen. Die Uneinigkeit innerhalb der Fraktion bedeutet nichts, in allen Menschcnaruppen giebt es Reibungen. Die Agitatton wird auch ohne Dazwischenkunft deS Jnterföderalen Komitees besorgt. Die Fraktton hat sich vor allem den parlamentarischen Arbeiten zu widmen. Ucbrigens ist die Agitation des Komitees nicht immer emwandsftei. Redner verweist auf den Fall, der den letzten Punkt der Tagesordnung bildet. Das Komitee hat nur die Korrespondenz aus dem Lande zu empfangen. (Isolierter Beifall links und Rufe:„Briefkasten!"> Das Komitee ist unfähig, die Föderationen zu vertreten, da diese wegen der Entfernung von Paris sich nicht durch eigne Leute vertreten lassen können. Die Leitungsbefugnisse des Komitees würden zum Abfall der Föderattonen führen.(Proteste und Rufe;„Erpressung 1"), denn einige wenige Pariser würden über die Partei herrschen. Aucouturier spricht im Namen der Südwest-Föderatton gegen die Statutenänderung und schließt sich der Beweisführung des Vorredners an: Die Arbeiter brauchen Reformen und die Fraktion kann sie erlangen. Die Fraktton hat im Parlament zu wirken. V a r e d e- Ardennes. Redakteur des dorttgen Wochenblattes: Bisher wurden alle Fragen in den Kongressen durch das Talent einiger Redner entschieden. In Lyon(1901) wurden durch das Talent Briands, in Bordeaux wurde dank dem Talent JaursS' eine zweideutige Resolution durchgesetzt. Die einfachen Dele- gierten werden verächtlich behandelt.(Proteste rechts.) Das muß einmal ausgesprochen werden. Die Fraktion gebraucht das Wort„Leitung" nicht, aber sie übt die Leitung thatsächlich aus. Vor drei Jahren hatte Briand in den Ardennen die rote Fahne verherrlicht, kürzlich aber verherrlichte Abg. Deville in Sedan die dreifarbige Fahne. (Lebhaste Proteste links und Rufe:„Hoch dieJnternattonale!") Derartige Widersprüche wirken auf die Genossen verwirrend. Wenn das Komitee bisher so schlecht Ivar, so, weil seine Zusammensetzung von der„Petite Röpublique" und ihren Leuten bestimmt wurde. Die Föderationen können und müssen sich durch eigne Delegierte im Komitee vertreten lassen. Das Komitee braucht nicht öfter zusammenzutreten als einmal in zwei oder drei Monaten, um die großen principiellen und taktischen Fragen zu beraten. Es handelt sich nicht un: eine alltägliche Chikanierung der Fraktton, sondern um F e st s e tz u n g allgemeiner R i ch t u n g s l i n i e n. Redner beantragt eine entsprechende Resolution, worin u. a. verlangt wird, datz die Deputierten die socialistische Dokttin in der Kammer zu bekräftigen haben, und dem Komitee die Aufgabe anvertraut wird, über die Wahrung der socialistischen Grundsätze durch die Fraktion zu wachen, ohne sich in ihre alltäglichen Abstimmungen einzumischen, bis über letzteren Punkt nicht anders entschieden worden ist.(Beifall links.) Copigneaux- Paris spricht für die Statutenänderung. Die Gemeinderatsmitglieder verdienen den gleichen Vorwurf wie die Deputterten in Bezug auf mangelhafte Agitation. Die erstereu haben gleichfalls ihre Wahlrücksichten und begehen manche Unter« lassung, aus Furcht, den Präfekten zu erzürnen, der ibrer Wieder. Wahl schaden könnte. Weiter wendet sich Redner, ein Gewerkschaftler, gegen das auf Unkenntnis beruhende Urteil Rouanets über die social» revoluttonäre Gewerkschaftsorganisation. An der anttparlamen» tarischen Takttk dieser Orgamsatton ist die Fraktton mitschuldig. Redner erinnert an die wegen parlamentarischer Rücksichten erfolgte Weigerung der Fraktton. eine Jnterpellatton über die behördlichen Schuhriegeleien gegenüber der Gewerkschaft der kommunalen Arbeiter einzubringen, die mit der Auflösung bedroht werden.(Uhr y': Das Kabinett Casimir Parier wurde wegen einer ähnlichen Handlung gestürzt infolge einer socialistischen Interpellation.) Die Arbeiter verlassen immer mehr die Parte:. Sie denken, daß die Frattion sich von dem socialisttschen Ge:st abwendet. So, wenn Abg. Deville für die Beibehaltung der Truppen in Stteikgebieten, oder wenn ein andrer Deputterter für die Verfolgung des anti- militaristtschen Handbuches votiert. Die Arbeiter ohne Unterschied der Richtung betrachten Deville nicht mehr als Socialisten. Da aber die Fraktion ihn für einen ausgezeichneten Socialisten hält. so schadet das ihr im ganzen. Redner schließt unter lebhaftem Beifall der Linken mit einer Mahnung, die Einheit der Partei-Aktton zu sichem, andernfalls würde die Partei zu Gnmde gehen. Partei- Nachrichten. Genosse Schippel schreibt uns: Dem Genossen Rühle gegenüber kann ich nur bemerken, daß ch bis in die letzten Tage hinein von ihm niemals ein Wort des Bedenkens oder Widerspruchs oder gar der Entrüstung zu hören bekommen habe. Sonst würde ich sofort Gelegenheit genommen haben, etwaige irrige Auffassungen richtig zu stellen. Die h. w. Einsendung am Dienstag( Variationen und Thema) sollte ja wohl ein Wit sein. Ich vermisse zwar bei den Bariationen" jede Analogie und jedes tertium comparationis mit dem von mir angeschlagenen Thema". Aber es war Fasching und ich achte die Narrenfreiheit. Mar Schipper. Genosse Schippel hat eine glückliche Natur. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. h. w. Einnahme, 625 867 M. Zuschuß. So billig, wie jetzt, wird natürlich sind verschieden und werden durch Plakate in Krankenkaffen, Fabriken, die Gemeinde nicht mehr davonkommen, wenn einmal die beabsichtigte Wirtschaften usw. bekannt gegeben. Reform des Fortbildungswesens durchgeführt ist. Einsam gestorben ist die an der Börse sehr bekannte 80jährige Witwe Wilhelmine Wandel, die im Keller des Hauses Wendingerstraße 15 wohnte. Sie besorgte 33 Jahre lang die Reinigung der Börse und befand sich seit einem Jahre im Ruhestand. Ihren Unterhalt bestritt sie aus unterstützungen, die ihr von der Börse zuflossen, Seit vier Tagen hatte sie wie von einem städtischen Armengeld. niemand im Hause gesehen, so daß die Polizei gestern durch einen Schlosser die Wohnung öffnen ließ. Man fand die Greifin, nur mit einem Hemd bekleidet, tot auf dem Fußboden liegen. Erheblich geschädigt wurde eine arme Bermieterin in ber Köpnickerstraße durch ein Schwindlerpaar, dessen gemeinsames Das gewerbliche Fachschulwesen hat in Berlin in den letzten Arbeiten selbst aufmerksame Leute täuschen kann. Der etwa 28jährige, Jahren eine große Ausdehnung erlangt. Im Jahre 1880 wurde dunkelblonde, mittelgroße Mann mietete ein Zimmer. Wie er bereits die I. Handwerkerschule nur von 447 Schülern besucht. Bei der Er- angekündigt hatte, erschien eine angebliche Schneiderfrau mit einem richtung der II. Handwerkerschule im Jahre 1892 betrug die Zahl neuen Anzuge für ihn. Er nahm den Karton in Empfang, und beider schon 2593 und ist seitdem auf 4723 gestiegen, wozu noch während die Anprobe vorgenommen wurde, verblieb die Schneider35 Personen hinzugerechnet werden müssen, die in der Fachschule für frau bei der Vermieterin. Nach einiger Zeit erschien der Mieter Elektrotechnik in der I. Handwerkerschule aufgenommen worden in seinem alten Anzug und gab der Schneiderfrau den sind. Die Fach- und Maurer, Karton Fortbildungsschule für mit dem Bemerken zurück, day der Anzug Zimmerer und und Dachdecker begann 1882 mit 34 Schülern, nicht passe und daher geändert werden müsse. Bald nach der Heute ist die Zahl auf 566 gestiegen. Die städtische Webe- Schneiderfrau entfernte auch er sich. Abends bemerkte die Verschule wurde 1882 mit 190 Schülern eröffnet, jetzt wird sie schon mieterin die Bescherung. Die Schneiderfrau, die Helferin des Die Landesversammlung der socialdemokratischen Partei Sachsens von 300 Personen besucht. Als im Jahre 1882 die Berliner Tischler- Mannes, hatte ihm einen leeren Karton gebracht, die wirtin befindet am 5. April in Chemnitz statt. Landtags- Wahlrecht und schule eröffnet wurde, meldeten sich 99 Schüler, jetzt sind schon 1373 schäftigt und so Gelegenheit gegeben, daß er verschiedene wertvolle Gemeindewahlen stehen auf der Tagesordnung. verzeichnet. Ein Jahr später begann die Baugewerksschule mit Sachen, wie eine Uhr und Wäschestücke, bequem einpacken und unter 103 Schülern, sie hat heute 260 Schüler. Im Jahre 1886 wurden den Augen der bestohlenen Frau aus der Wohnung schaffen lassen konnte. Nicht bestätigt wurden wiederum, wie das„ Nordd. Volksblatt" die Fachschulen für Sattler und Maler mit 70, beziehungsweise Der Mann hatte gekräuseltes Haar, einen schwarzen Schnurrbart, berichtet, die in der letzten Gemeinderatssigung in Oldenburg 191 Schülern errichtet. Diese haben sich inzwischen auf 180 ein volles Gesicht und trug einen dunklen Jackettanzug und einen gewählten beiden Beigeordneten Hug und Duden aus den vom beziehungsweise 300 vermehrt. Ein Jahr darauf kamen die schwarzen steifen Hut. Die Frau, etwa 21 Jahre alt, ist etwas Ministerium früher geltend gemachten Gründen. Während also die Fachschulen für Friseure und Barbiere, Schornsteinfeger größer als der Mann und trug einen schwarzen Rock, ein schwarzes Gewählten das volle Vertrauen der Einwohnerschaft und der und Glaser hinzu, deren Schülerzahl von 312, 84 und 26 auf 520, Jackett und einen schwarzen Hut. Gemeindevertretung haben, ja als Amtsrats- Mitglieder und Landtags- beziv. 85 und 230 gestiegen ist. 1888 wurde die Fachschule für Abgeordnete zu hohen Ehrenstellen erhoben worden, werden sie vom Schuhmacher mit 247 Schülern eröffnet. Der Besuch stieg auf 282 Kaufmann und frühere Lehrer Walter Büttner, der aus Magdeburg Nach Unterschlagung von 10 000 m. flüchtig ist der 33 Jahre alte Ministeriumt als Bürger zweiter Klasse behandelt. im Jahre 1893 und ist seitdem auf 223 zurückgegangen. 1889 tamen die Schulen für Schmiede und Tapezierer hinzu. Eröffnet stammt, in Stettin bedienstet war und vor etwa 8 Tagen in Berlin wurden diese mit 104, bezw. 87 Schülern. Heute sind es 150 Schmiede gesehen wurde. Vielleicht hat er sich nach seiner Geburtsstadt Die öffentlich bemerkbare Arbeit. begeben. und 342 Tapezierer. 1890 wurden wieder Fachschulen für KorbMehrere Parteigenossen, die zur Zeit der Reichstagswahlen an macher und Buchbinder mit 30 bezw. 18 Schülern eingerichtet. Die Zahl einem Sonntage Wahlflugblätter und Stimmzettel in den Häusern der Korbmacher ist inzwischen auf 16 zurückgegangen, dagegen die eines Oberdorfes verteilt hatten, sollten die Verfrommungs- Ver- der Buchbinder auf 185 gestiegen. Im Jahre 1891 wurde die Gärtnerordnung des Oberpräsidenten durch Verrichtung einer Sonntags schule mit 73 Schülern eröffnet, jetzt wird sie von 120 Schülern besucht. nicht zulässigen öffentlich bemerkbaren Arbeit" übertreten haben. Der Gewerbesaal wurde 1892 mit 998 Schülern eröffnet, diese Sie wurden jedoch in zweiter Instanz vom Landgericht freigesprochen, Bahl ist im letzten Winterhalbjahr auf 2390 gewachsen. Die Zahl weil eine öffentlich bemerkbare Arbeit im Sinne der Verordnung der Schüler der Stell- und Rademacherſchule ist dagegen seit dem nicht vorliege. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, das Jahre 1892 um 9 auf 63 gefallen. Im Jahre 1893 folgte die ErKammergericht verwarf aber das Rechtsmittel mit folgender richtung der Schulen für Buchdrucker und Schneider mit 350 bezw. Begründung: Allerdings sei im Landgerichts- Urteil dunkel der Satz: 260 Schülern. Jezt zählen diese Schulen schon 895 und 364 Per- Aus Not. Mit ihrem Kinde verschwunden ist seit dem letzten Das Herumtragen und Verteilen der Flugblätter und Stimmzettel fonen. Dann folgten die Schule der Photographen 1896 mit 42 Freitag die 30 Jahre alte Fabritarbeiterin Martha Nowakowska, die tönne als Geschäft, nicht aber als Arbeit angesehen werden, die und der Töpfer mit 90 Schülern. Erstere hat jest 130 Schüler und seit einem halben Jahre bei der Witwe Döring in der Georgenkirchgeeignet sei, die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage zu lettere 170 Besucher. Den Schluß bilden die Klempner, deren straße 65 wohnte. Am Donnerstag wurde sie mit ihrem 12 Tage stören. Diese Dunkelheit genüge aber nicht, die Vorentscheidung Schule 1899 mit 83 Schülern den Unterricht begann. Heute besitzt alten Töchterchen Klara aus der Entbindungsanstalt entlassen. aufzuheben, denn an andrer Stelle habe das Landgericht Guben diese Schule schon 300. Die Ausgaben für dieje 25 Schulen be- Mittel besaß sie nicht und Arbeit hatte sie nicht. Im Bewußt deutlich gesagt, daß hier bei dem Herumtragen der Flugblätter und laufen sich auf 950 703 M., die Einnahmen aus Schulgeld, Zuschüssen sein dessen, daß es ihr unmöglich sei, für ihr Kind zu Stimmzettel teine Anstrengung in die äußere Erscheinung des Staates usw. 324 836 M., so daß ein Zuschuß von 625 867 M. jorgen, hatte sie die Aeußerung gethan, daß sie in der getreten fei. Damit fehle aber eines der wesentlichsten Merkmale von seiten der Stadt Berlin erforderlich sind. Verzweiflung das Verbrechen eines Mordes und eines Selbstmordes einer Arbeit" im Sinne der Verordnung. Schon deshalb rechtDie Vermehrung der Selbstmorde in Berlin, die sich in den auf sich nehmen würde. Als legten Rettungsanter betrachtete sie die fertige sich die Freisprechung. letzten Jahren bemerkbar gemacht hatte, hat auch im Jahre 1903 noch dem Berlassen ihrer Wohnung nannte sie als Ziel ihres Ganges ein Möglichkeit, das Kleine in einem Waisenhaus unterzubringen. fortgedauert und ist wieder recht beträchtlich gewesen. Nachdem die zweite Hälfte der neunziger Jahre eine erhebliche Verminderung der Stift in der Kaiserstraße, wo sie das Kind abzugeben gedenke, dann Im Stift ist sie Berliner Partei- Angelegenbeiten. Sterbefälle durch Selbstmord gebracht hatte, wurden aus den Jahren werde sie zurückkehren, um sich Arbeit zu ſuchen. 1900, 1901, 1902, 1903 in rascher Zunahme 434, 525, 564, 601 nicht gewesen, anderswo ist feine Spur von ihr ermittelt. Frau D. Zur Lokalliste! Berlin VI. Wahlkreis. Das Lokal Moabiter Selbstmorde gemeldet. Die wirkliche Zahl der Selbstmorde wird nimmt daher als sicher an, daß das unglückliche Mädchen das Kind Schüßenhaus" in Plößensee steht jetzt der Arbeiterschaft wahrscheinlich noch höher sein als die der hierüber eingegangenen und sich selbst umgebracht habe. zu Versammlungen 2c. zur Verfügung. Folgende Meldungen, aber das Zunahmeverhältnis der letzten Jahre dürfte Durch eine brave That wurde am Montagabend um 6½ Uhr Vereine veranstalten Bergnügungen in Lokalen auch durch diese vermutlich unvollständigen Meldungen annähernd die 13 ährige Tochter Margarete des Geschäftsreisenden Müller aus deren Säle der Arbeiterschaft zu Versamm richtig beleuchtet werden. Von 1900 bis 1903 vermehrten sich die der Chauffeeftr. 4 vom Tode des Ertrinkens gerettet. Am HeckmannIungen 2c. nicht zur Verfügung stehen. Berlin.: Gesang- Selbstmordmeldungen um 38 v. H., während in derselben Zeit die Ufer, Ecke der Schlesischenstraße, hörte ein Buchbinder gellende Hilfeberein Immergrün" am 20. Februar in Wolters Krystall- durchschnittliche Bevölkerungszahl Berlins nur um 3 v. H. wuchs rufe und sah ein Kind im Wasser treiben. Er sprang hinein und Balast", Elsasserstraße 10. Pfeifenklub Waldknafter" am( von 1 864 214 auf 1931 701). Auf je 100 000 Perfonen der rettete es unter Beihilfe von Schiffern und Polizei, wie der Polizei20. Februar im Lokal Hermannshof", Beusselstr. 9. Durchschnittsbevölkerung kamen im Jahre 1900 erst 23 Selbstmord- bericht kurz mitteilt. Das Kind gab zunächst an, daß es in das Privat- Theaterverein„ Berolina" am Sonnabend, den 5. März, im meldungen, im Jahre 1903 dagegen bereits 31 Selbstmord- Wasser gestoßen sei, rief dann aber seufzend:" Mag, mein May!" Artushof". Perlebergerstr. 26. meldungen. und teilte weiter mit, daß es ein Verhältnis mit einem 15jährigen Tertianer habe, das verklatscht worden sei. Wenn der Stiefvater Mariendorf. Gesangverein Frohsinn" am 20. Februar im von der Reise zurückkehre, würde es Schläge geben. Restaurant Wiegandt, Dorfstr. 1. Sollten zu obigen Vergnügen Billets angeboten werden, so ist es Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters, dieselben streng zurückzuweisen. Die Lokalkommission. Lokales. " " Das Schulwesen im Stadthaushalts- Etat für 1904. Unter den ,, Kulturaufgaben", die eine Kommune zu erfüllen hat, steht an erster Stelle die Förderung des Schulwesens. Berlin will im Jahre 1904 für die Schulen 23 871 575 M. ausgeben. Da hier nur 3 247 505 M. Einnahme erwartet werden, so sind aus dem Stadtfädel 20 624 070 M. zuzuschießen. Von den Wortführern des Berliner Freifinns wurde früher mit Stolz auf solche Zahlen hingewiesen; heute klagen sie nur noch über ihre Höhe. bis 69! " er bereits mit dem Stadtrat NamesIau Rücksprache genommen, Bei In begreiflicher Aufregung befinden sich die älteren städtischen Gasarbeiter der Anstalt Gitschinerstraße über das Bestreben der Auf bedenkliche Zustände in einem öffentlichen Vergnügungsa dortigen Direktion, Arbeiter, die das Mißgeschick haben, öfter zu lokal läßt ein Bericht schließen, den die Wilmersd. Nachr." bera erkranken, nicht wieder einzustellen. Wiederholt ist es in der letzten öffentlichen: Zu recht turbulenten Scenen fam es in den außer Zeit vorgekommen, daß man diesen in den städtischen Diensten alt ordentlich engen Garderobenräumen der Prachtsäle des Westens in und grau gewordenen Leuten bei ihrer Gesundung einfach empfiehlt, der Spichernstraße 3. Eine Wohlthätigkeitsveranstaltung der sich pensionieren zu lassen, da sie infolge einer Direktions- Schöneberger Lehrerschaft zum Besten der Ferienkolonien hatte an verfügung nicht wieder eingestellt werden sollten. Nun wäre dagegen zweitausend Menschen nach dort geführt, die stundenlang in dev nichts einzuwenden, wenn ein Arbeiter, der für den schweren Dienst einzigen Garderobe in drangvoll fürchterlicher Enge warten mußten, in der Gasanstalt nicht mehr brauchbar erscheint, in einem leichteren bis sie ihre Mäntel und Hüte abgeben konnten. Viele machten wieder untergebracht würde oder auch seine Pensionierung erhielte. Aber leider Kehrt, nachdem ihnen thatsächlich die Kleider vom Leibe gerissen geschieht das häufig nicht und zwar weil der seitens der Stadt mit waren, während andre ohnmächtig ins Freie geführt werden mußten. dem Gutachten betraute Arzt ganz andre Auffassungen über die Bei der Aufführung im Festsaale, in dem die Zuschauer Kopf an Kopf Arbeitsunfähigkeit" hat und die Pensionierung nicht aussprechen standen, wirften 300 Kinder mit. Wäre auf der Bühne ein Feuer fann. Der Betriebsleiter hält den Mann für nicht arbeits ausgebrochen, dann wäre eine Katastrophe eingetreten, die der in fähig", der Arzt für nicht arbeitsunfähig", und die Chitago an Furchtbarkeit nichts nachgegeben hätte. Als die Festteil andren Verwaltungen lehnen es ab, solchen Arbeiter zu beschäftigen. nehmer den Saal durch den einen einzigen Ausgang, den er hat, Was fängt er an? Ersparnisse zu machen, war nicht möglich; die verließen, wiederholten sich die widerwärtigen Vorkommnisse in dem Daß die Gemeindeschulen allein vier Fünftel des Zu- Privatindustrie dankt für ausgemerkelte Arbeiter und so bleibt nur fleinen, engen Garderobenraume und allseitig wurden dem Ausdruck schusses erfordern, verdrießt sie besonders. Sie betrachten das als der Weg an die Armendirektion übrig, ein Weg, der vielen Arbeitern des Bedauerns fräftige Worte geliehen, daß die bessere Gesellschaft ein„ Geschenk", das der ärmeren Bevölkerung gemacht wird; manch sehr schwer fällt. Dieser Zustand ist umso eigentümlicher, als in einer Schönebergs wegen Mangel an einem großen Saal nach der Spichern einer von ihnen sieht ja noch heute im Volksschulwesen ein Stück im Jahre 1902 erlassenen Verfügung besonders darauf hingewiesen wurde, straße wandern müsse. Armenpflege, zu der es früher thatsächlich gerechnet wurde. daß bei erlangter Dienstfähigkeit die Wiedereinstellung erfolgen soll. Der Die Gemeindeschulen stehen diesmal im Stadthaushalts- Etat Verwaltungsdirektor Fürst hat seiner Zeit den Stadtv. Wurm ge der Handelsstätte Belle- Alliance in der Lindenstraße gerufen, weil Feuerbericht. Gestern nachmittag 2 Uhr wurde die Wehr nach mit 16 472 947 M. Ausgabe. Die Einnahme wird auf nur beten, den in einer Protestversammlung vereinten Gasarbeitern mit dort in einem Parfümeriewaren- Geschäft Säcke und Lumpen in Brand 104 950 m. geschätzt, mithin sind 16 367 997 M. Zuschuß zu diese Verfügungen und Versicherungen haben nicht vermocht, einzelne der Belle- Allianceftr. 76 in einem Keller in Flammen auf, während geraten waren. Allerlei Gerümpel, Kisten usw. gingen abends in leisten. Neues ist sonst hier nicht zu melden. Gegen das Vorjahr Dirigenten davon abzuhalten, in dieser den Intentionen der Ver- in der Winterfeldtstr. 21 im vierten Stock ein Wohnungsbrand abwächst die Ausgabe wieder um 692 363 Mr., aber das Mehr erklärt waltungsbehörde nicht entsprechenden Weise zu verfahren. Gegen sich im wesentlichen aus der geplanten, dem Bevölkerungszuwachs diese unverständlichen Maßnahmen, die am Dienstag in einer Vereins- gelöscht werden mußte. In der Kastanien- Allee 13/14 brannte alter Vereins- Hausrat und Verpackungsmaterial. Etwas später kam in der Steins entsprechenden Vermehrung der Klassen um 150, der Schulen um 8. versammlung der städtischen Arbeiter besprochen wurden, soll Ver- Hausrat und Verpackungsmaterial. Etwas später kam in der Steins Bei dieser Vermehrung sollen wieder, wie im Vorjahr, die unteren wahrung bei den städtischen Kollegien eingelegt werden, wenn es straße 28 in einem Kellerverschlage Feuer aus, das Bretter, Stroh 2c. erfaßte, aber in furzer Zeit erstickt werden konnte. Außerdem hatte Klaffen unberücksichtigt bleiben, so daß hier auf einen nennenswerten nicht gelingt, den jetzigen Zustand zu beseitigen. Stadtv. Schubert, die Wehr in den letzten 24 Stunden noch von verschiedenen andren Rüdgang ihrer noch immer unerhört hohen Frequenz- in Klaffe VIII der in der Versammlung aniveſend war, machte die Mitteilung, daß Stellen Alarmierungen zu verzeichnen, die indes auf ganz geringnach wie vor nicht zu rechnen ist. Als Stadtschulrat der eine eingehende Prüfung der Angelegenheit zugesagt habe. fügige Anlässe zurückzuführen waren. Gerstenberg sein Amt angetreten hatte, erklärte er in einer Lehrer- Man möge auf diese Antwort warten, che weitere Schritte unter- Im Kasino Theater ist die Operette eingefehrt. Der Kapellmeister versammlung, er halte es für richtig, die Marimalfrequenz der nommen werden. des Hauses hat zu einem zweiaftigen Liederspiel„ Die Cirkusfee" untersten Klassenstufe auf 40 zu bemessen und zu diesem Zweck je 2 unterste Klassen in je 3 zu zerlegen. Ein Gedanke, von dem man Die Rettungsgeräte an den hiesigen öffentlichen Wasserläufen eine recht ansprechende Musik geschrieben. Es läßt sich ja nicht leider seitdem nichts mehr gehört hat! Auch der Mißstand, daß zahl- sind im Jahre 1903 in 21 Fällen zur Rettung Ertrinkender in An- leugnen, daß der Komponist sich hier und da an ein populäres Vors reiche Schulen sich vorläufig mit Mietsräumen begnügen müssen, Außerdem sind die Rettungsgeräte elfmal zur Bergung von im ſeinerseits wieder nicht verſchmäht hat, in fremden Gehegen Studien wendung gekommen und zwar sechzehnmal mit, fünfmal ohne Erfolg. bild, nämlich an unsern göttergleichen Paul Linde anlehnt, der ja nimmt noch nicht ab, sondern wird durch die notwendig gewordene Wasser treibenden Leichen benutzt worden. An Geräten waren vor- 3u treiben. Aber die Hauptsache war geſtern, daß die Musik ein= Vermehrung der Schulen wieder noch verschlimmert. Für 1904 wird handen: 19 Rettungsfähne, 27 Rettungsringe und 26 Rettungsbälle. ebenso popular werden wie das hochberühmte Lied von der Brunnenschmeichelnde Melodien enthielt, die gewiß im Norden Berlins bald die Fertigstellung von zwei Doppelschulhäusern und einer Schulbarackengruppe erwartet; was darüber ist, muß wieder in gemietete Die Central- Kommission der Krankenkassen Berlins und der Vor- straße. Auch das Libretto sieht den schönen Sachen, die wir im orte läßt auch in diesem Jahre und zwar in der Zeit vom Apollo- Theater bewundern, ähnlich. Die Cirkusfee ist eigentlich eine Wohnhäuser gesteckt werden. Mit mehr Grund kann die Gemeinde stolz sein auf ihr 18. Februar bis Ende März 1904, mit Hilfe von Professoren und Baronin, die nicht minder aus Liebe zur Kunst als aus Liebe zu höheres Schulwesen; denn hier läßt sie sich nicht lumpen. Aerzten 12 Kurse hygienischer Vorträge in Berlin und der Vororte einem wunderhübschen Stallmeister sich ihr täglich Brot in der abhalten. Jeder dieser Kurse besteht aus fünf Vorträgen, welche die Manege verdient. Auch als sie durch einen Erbschaftsprozeß zu Im Etat für 1904 stehen die Realschulen mit 1323 885 M. Aus- verschiedensten Erkrankungen behandeln und sich über die Ernährung Geld kommt und ihre hochnäßige Verwandtschaft blamiert dasteht, gabe, 485 917 M. Einnahme, 837 968 M. Zuschuß, die Gymnasien, sowie selbst über die Kochkunst verbreiten. Die Vorträge sollen bleibt sie in sittsamer Bescheidenheit der Kunst und dem Liebsten treu. Real Gymnasien, Ober- Realschulen mit 3 338 855 M. Ausgabe, hauptsächlich die arbeitende Bevölkerung über Entstehung und Ver- In einem Stück mit solchem Inhalt läßt sich die in Berliner 1 534 885 M. Einnahme, 1 803 970 m. Zuschuß, die höheren Mädchen- hütung von Krankheiten aufklären und belehren. Sie finden abends Theatern unerläßliche Sentimentalität in schiveren Mengen verwenden. schulen mit 730 489 M. Ausgabe, 559 540 M. Einnahme, 170 949 m. 8 Uhr in den Aulen der städtischen Gemeindeschulen statt und Werden die zu Thränen rührenden Scenen dann geschickt von heiteren Zuschuß. Trotz Schulgeldzahlung müssen, wie man sieht, auch hier sind vollständig unentgeltlich. Eintrittskarten sind nicht erforderlich, abgelöst, dann haben Verfasser und Künstler gewonnenes Spiel beim sondern es hat jedermann freien Zutritt. Einzelne Vorträge Bublifumt. Genug, die Operette schlug durch und an dem Erfolg Zuschüsse geleistet werden. Sie find in der Summe sehr viel geringer werden auch nur für Frauen und Mädchen abgehalten. Den sind nicht minder die Autoren als die Künstler beteiligt, die ohne als bei den Gemeindeschulen, aber pro Schüler sind sie zum ersten allgemeinen Vortrag hält Herr Dr. med. t. Fröhlich aus Unterschied brav auf dem Posten waren. mindesten bei den Gymnasien, Real- Gymnasien, Ober- Realschulen Wien heute, Donnerstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr, im Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Der Unterricht in Socials und Realschulen sehr viel höher als dort. Wir haben aber noch Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Das Thema lautet:" Die Be- Gesetzgebung fällt der Versammlungen wegen aus. Wird niemals gehört, daß die freisinnige Krämerweisheit auch hier von deutung der Alkoholfrage für die Krankenkassen". Alsdann beginnen später nachgeholt. einem„ Geschenk" gesprochen hätte. die Vorträge für Berlin am Donnerstag, den 25. Februar in Neue Bahnen will die Stadt Berlin im Fortbildungs- folgenden Schulen: Wrangelstr. 128, Keibelstr. 31/32, Quizowstraße 115 und Schönhauser Allee 166; am Freitag, den wefen einschlagen, aber auch im Jahre 1904 kann daraus wieder 26. Februar: Gneisenaustr. 7, Tilsiterstr. 4/5 und Bankstr. 8; für Die Nowaweser Kirchhofsschänder, die inhaftierten Arbeiter New noch nichts werden. Die obligatorische Fortbildungsschule" steckt Schöneberg: Dienstag, den 23. Februar: Feurigstr. 61/62; für mann und Hein, werden sich wegen ihrer ruchlosen Thaten am noch im Stadium der Vorberatungen wer weiß, wann sie kommt! Rigdorf: Mittwoch, den 24. Februar: Kaiser Friedrichstr. 104; für 2. März vor der Potsdamer Straffammer zu verantworten haben. In dem neuen Etat find angesetzt für den Fortbildungsunterricht Lichtenberg: Donnerstag, den 25. Februar: Kronprinzenstr. 10; für Die Verhandlung wird nur von kurzer Dauer sein, da die Auge554 900 M. Ausgabe, 71 000 m. Einnahme, 483 900 M. Zuschuß; Neu- Weißensee: Donnerstag, den 25. Februar: Langhansstr. 120 und flagten im Großen und Ganzen geständig sind und nur von den für den gewerblichen Unterricht 950 703 m. Ausgabe, 324 836 M. für Pantow: Freitag, den 26. Februar: Schmidstr. 11. Die Themata Einzelheiten wegen Trunkenheit nichts mehr wissen wollen. = V Aus den Nachbarorten. num Gerichts- Zeitung. in einem Schlußivort, daß der Artifel über den Breslauer Fall nur ,, Ein alter Veteran, Feind der roten Farbe, sucht, um der Schlußstein einer Reihe Kampfartikel gegen die Institution der seine Not zu lindern, bei reichen edeldenkenden Menschen sofort eine Wegen Beleidigung durch die Presse Sittenpolizei gewesen sei, die er als eine Art geheimer Wehme be- Stelle als Aufseher, Portier oder Wächter. Off. u. C. 3103 Grp. d. An zwei Fällen hatte sich gestern der Schriftsteller Karl Schneidt kämpfe. Diese Art des geheimen Verfahrens, welches ganz selbständig Bl. erbeten". Jedenfalls versteht es der geriebene Inserent, sich der Zeits vor der siebenten Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten. von der Polizei gewissermaßen beim Frühstück erledigt werde, müsse Jedermann empören. Der Gerichtshof hielt nach beiden Richtungen strömung anzupassen. Ob er aber dadurch, daß er mit der roten In dem ersten Falle handelt es sich um einen angeblichen Mißgriff hin Beleidigungen, aber nur im Sinne des§ 185 für vorlieger be auf dem Kriegsfuße lebt, die Herzen der Edeldenkenden rühren der Breslauer Polizei, der seiner Zeit die Deffentlichkeit war aber der Meinung, daß die Strafe nicht hart ausfallen braud... wird, ist eine zweite Frage. Wir würden empfehlen, der originelle beſchäftigt hat. Am 26. Februar v. J. brachten Breslauer Zeitungen da beide hier in Frage stehenden Fälle wohl die Kritik herausfordern Inferent veröffentlichte die Annonce in einer spanischen Zeitung, einen Bericht über eine Sitzung des dortigen Stadtausschusses. fonnten. Das Urteil lautete auf 100 M. Geldstrafe für den Breslauer vielleicht findet sich dort ein Torero, der den rotfeindlichen Veteran Danach hatte der Stadtausschuß über einen Fall der Verweigerung und 200 M. für den Schwöllmer Fall, insgesamt auf 300 Mart zu einem Festspiel in die Arena fordert. Geldstrafe eventuell 30 Tage Gefängnis und Publikationsbefugnis für die Beleidigten. " " Ein Dynamitattentat. Der Bergarbeiter Czhchezzly und die Ar beiter Draga und Sobik, sämtlich aus Smollna im Kreise Rybnik, sprengten eine Schleuse des Naczinnabaches mittels Dynamit in die Ruft. Hierauf wollten sie das Haus, in dem der Maschinenmeister Babel und der Inspektor Schuster wohnen, in die Luft sprengen, wurden aber ertappt, ehe sie ihre verbrecherische Absicht ausführen Arbeiter- Rififo. Wie die„ Kölnische Volkszeitung" aus Dortmund Briefkaften der Redaktion. von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. werden. 2,10 M. der Schankkonzession durch die Polizei zu befinden, der wie folgt geschildert wurde: Ein angesehener Breslauer Bürger, Hausbefizer und Inhaber mehrerer Ehrenämter, sei um die Schankkonzession für ein in einem seiner Häuser belegenes Lokal eingekommen, die Polizei habe Eine Anzahl Freisprechungen von Streitposten erfolgte gestern diese aber verweigert unter dem Hinweise darauf, daß die Frau durch die achte Straftaminer des Landgerichts I. Es handelte sich des Hausbesizers als Mädchen Gewerbsunzucht getrieben, unter um zehn Mitglieder des Metallarbeiter- Verbandes, die teils an dem fittenpolizeilcher Kontrolle gestanden habe und auch mit einem Tage Gürtler- und Drückerstreik, teils an den Streits in der Huttenstraße konnten, und alle drei verhaftet. Haft bestraft worden sei. Nach dem Bericht der Breslauer Zeitungen und bei der Firma Hartung beteiligt waren. Sie alle hatten StreitHabe der Rechtsanwalt Schreiber, der Vertreter des Hausbesizers, posten gestanden, waren dabei von Schuhleuten fortgewiesen und auf vor dem Stadtausschusse ausgeführt, daß die Frau niemals Gewerbs- Grund der Straßenordnung mit Strafmandaten von je 30 M. beglückt von heute meldet, stürzten in Schacht 3 der Zeche„ Königsborn" unzucht betrieben und auch niemals unter Kontrolle gestanden habe. worden. Wie üblich, hatten sie richterliche Entscheidung beantragt, jedoch zwei Bergleute ab und blieben tot. Sie sei als Mädchen allerdings einmal denunziert und vor den war das Schöffengericht bei der Mehrheit zu einer Verurteilung gekommen. Polizeiwachtmeister Hofmann geladen worden. Dieser habe ihr auf Bei der schwankenden Spruchpraris der Gerichte hat sich in Berlin den Kopf zugesagt, daß sie gewerbsmäßig Unzucht treibe, sie habe es schon die Gewohnheit eingebürgert, daß bei Streitfachen die meisten entschieden bestritten, sei in höchster Erregung in Weinen und erstinstanzlichen Urteile angefochten werden. Bei Freisprechungen J. Sch- lz. Silberwert noch nicht ganz 3 Mark. Münzsammler R. 6. Ja, die Reichsbank beleiht die ge Schluchzen ausgebrochen und habe dann auf Geheiß des Beamten ein legt nämlich die Staatsanwaltschaft Berufung ein und bei Ver- zahlen jedoch bedeutend mehr. Schriftstück unterzeichnet, ohne zu wissen, was sie unterschrieb. Sie wertes. Friedr. M. 1 Gold- Yen: 4,20 M.; 1 Silber- Yen fei wegen des ihr widerfahrenen Unrechts so empört und verschämt urteilungen thun dies die betreffenden Arbeiter. Die Straffammer nannten russischen Eisenbahn- Prioritäten, aber nur mit 50 Broz. des Kurs. als Berufungsinstanz erhob num in allen Fällen Beweis darüber, gewesen, daß sie, um nicht für eine Sittendirne zu gelten, schleunigst ob bei den Streiks Ausschreitungen irgendwelcher Art oder Bes Juriftifcher Teil. Breslau verlassen und ihren Wohnsiz anderswohin verlegt habe. Täftigungen Arbeitswilliger usw. vorgekommen seien. Auf Grund der Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Die Frau sei aber zwei Jahre lang unschuldig in der Liste der Sitten- Beweisaufnahme kam das Gericht jedoch zu der Ueberzeugung, daß dirnen geführt worden. Falsch sei es auch, daß die Frau einen bei diesen Streits absolut nichts vorgefallen ist, was A. R. Als Destreicher müssen Sie ein Zeugnis Ihrer Heimatsbehörde Tag Haft erhalten habe, vielmehr habe sie der betreffende Kriminal- ben polizeilichen Organen berechtigten Anlaß zu den fraglichen beibringen, daß der von Ihnen beabsichtigten Berheiratung nach öftreichischem beamte ohne Vorliegen eines polizeilichen Strafbefehls eigenmächtig Maßnahmen gegen die Streitposten hätte geben können. Das Gesetz nichts im Wege steht. Wenden Sie sich an den Botschafter oder das auf einen Tag in Arrest geschickt. Der Bericht schloß mit der Mit2. 50. Fordern Sie den Wirt schriftlich auf, Gericht nahm im Gegenteil als erwiesen an, daß die Konsulat Thres Landes. teilung, daß der Stadtausschuß die Konzession ohne weiteres erteilt polizeilichen Maßregeln lediglich deshalb er beseitigen, drohen Sie, nach fruchtloſem Ablauf der Frist, die Schäden auf innerhalb einer von Ihnen zu sehenden angemessenen Frist die Schäden zu habe. Diese Vorgänge machte der Angeklagte Schneidt zum folgt seien, 1 m Sas Streitposten stehen an Kosten des Wirtes beseitigen zu lassen und führen Sie Ihre Drohung aus. Gegenstand einer kritischen Betrachtung in einem Weibliches Frei- ich zu verhindern, Frei- ich zu verhindern, was natürlich geseßlich M. 77, G. 5. Nein. 5. F. 20, Müller, Schmargendorf. Ja. wild" überschriebenen Artikel der Welt am Montag" vom 2. März unzulässig ist. Soweit die beiden Fälle des HartungJ. S. 17. Eine zweite Ehe ist nur zulässig, wenn Ihnen von Ihrer vorigen Jahres. Der Angeklagte bestritt die Absicht der Beleidigung, fchen Streits in Frage kamen, stellte das Gericht fest, daß östreichischen Behörde bescheinigt wird, daß Ihrer Heirat nichts im Wege verivies darauf, daß er sich auf die Berichte der Breslauer Zeitungen die dort angeblich erfolgten Ausschreitungen, wonach ein Mit steht. Eine solche Bescheinigung kann Ihnen nach Lage der jezigen öfte gestützt habe und berief sich auf den als Sachverständigen geladenen glied der Streifleitung den Arbeitswilligen Arbeitsscheine des Metall- reichischen Gesetzgebung vor dem Tode Ihrer ersten grau nicht erteilt Redakteur Dr. Paul Liman von den„ Leipziger N. Nachr." darüber, industriellen- Verbandes abgenommen haben sollte, auf einer irrigen etwa sechs Wochen berechtigt( abzüglich der Krankengelder), die Rechts, M. 41. In der Regel ist eine Anspruch für die Dauer von daß es Gepflogenheit in der Presse sei, solche Berichte, die in unver- Mitteilung der Fabrikleitung beruhten, also auch dort keine rechtliche verhältnisse eines Arbeiters find ungünstiger. P. K., Schliemann: fänglichen Zeitungen erscheinen, zum Ausgangspunkt von Be- Handhabe zur Fortweisung und Sistierung der Streikposten gegeben straße 5. Sie müssen ein Gesuch an die Schuldeputation richten. sprechungen zu machen, ohne daß es möglich sei, die Richtigkeit der war. Aus diesen Gründen lautete das Urteil für sämtliche An- Tangermünde. Kaffee, Thee, Selter, Limonade u. dgl. H. A. 3. gemeldeten Vorgänge nachzuprüfen. Dr. Liman bestätigte dies geklagte auf Freisprechung. Es müßte Todeserklärung hinter dem Verschollenen erfolgen; erst dann in einem längeren Gutachten. Zur Verlesung brachte der Vorerlischt das Erbrecht. M. R. 100. Schlafburschen, die Monatszins Arbeite Wegen Beleidigung des Armenarztes Dr. B. war der Arbeiter zahlen, ist bis am 15. zum Ersten zu fündigen. Ebenso steht es mit dem fißende eine in der„ Breslauer 8tg." seiner Zeit veröffentlichte Erflärung des Rechtsanwalts Schreiber, in welcher dieser kundgab, daß Karl Möller vom Schöffengericht zu einem Monat Ge- Kündigungsrecht der Schlafburschen. Die Kündigung kann zu jeder Tages E. 2. Ein Verein, er sich durch Einsichtnahme in die Polizeiakten davon überzeugt habe, fängnis verurteilt worden. Da ihm das Strafmaß zu hoch erschien, zeit, nicht nur bis 12 Uhr, ausgesprochen werden. daß die Inhaftierung der Frau M. auf Grund eines ihr verlesenen nahm er die Berufungsinstanz in Anspruch. Im gestrigen Termin der das Recht auf Unterstüßung in Krankheitsfällen normiert, bedarf Strafbefehls stattgefunden habe, der Vorwurf der unberechtigten Ver- gab der Benge Dr. B. folgende Darstellung des Sachverhalts: Der polizeilicher Genehmigung. Wird kein Recht normiert, so ist eine Genehmi Haftung deshalb mit Bedauern zurückgenommen werden müsse, daß Angeklagte sei eines Tages zu ihm gekommen und habe sich eine sung nicht erforderlich. Man kann durch demokratische Organisation statt eines flagbaren Individualrechts gerechtere Durchführung des gemeinsamen aber auch die Frau sich selbst protokollarisch der Uebertretung fitten Bescheinigung erbeten, daß er nicht völlig erwerbsfähig sei, er brauche Zweds durchsetzen. 2. S. N. 1000. Leider steht dem Mädchen feinerlei polizeilicher Vorschriften schuldig bekannt, sie sich also das, was ihr das Attest, um sein Gesuch um eine Armenunterstüßung zu be- Recht zu, da fie weder frankenversicherungspflichtig war, noch in dem Hause 2. M. 2. 53. Eine Klage hätte widerfahren, durch ihr Verhalten selbst zugezogen habe. Der Vor- gründen. Der Zeuge habe dies abgelehnt und hinzugefügt, daß der der Herrschaft aufgenommen war. figende, Landgerichtsrat Mrocze ck verlas den Inhalt der auf diesen Bittsteller nur infolge überreichlichen Alkoholgenusses entfräftet sei. wenig Aussicht auf Erfolg. Allein eine Aussprache dürfte zum Ziel führen. Sch. 16. Die Frage, ob? wie lange? usw. einem Schlafburschen der Fall bezüglichen Atten der Breslauer Polizei. Es ging daraus her- Der Angeklagte habe sich darauf bei der Armendirektion über ihn Hausschlüssel zu verabsolgen ist, hängt von der Vereinbarung der Parteien vor, daß von irgendwelchen Anzeigenden schon im Jahre 1893 und beschwert, aber einen ablehnenden Bescheid erhalten. Dies möge ab. Gelegenheit, die Schlafstelle aufzusuchen, muß natürlich dem Schlaf1894 gegen die damals als Kellnerin und später als Schneiderin sich den Angeklagten wohl mit Groll gegen ihn erfüllt haben. Dieser burschen gegeben werden. Es ist ein Frrtum anzunehmen, daß ein Geset ernährende jetzige Frau M. Beschwerden über ihr sittliches Verhalten sei einige Zeit darauf wieder, diesmal in Begleitung feines sieben über die tausend Folgen, die aus einem Vertrage folgen, fich auslaffe bei der Polizei eingegangen waren. Sie war mehrfach vor die jährigen Töchterchens, zu ihm gekommen. Er habe jetzt ein Attest oder auslassen könne. Rigdorf 101. Schulverfäumnisstrafe fann nach Bolizei geladen worden, hatte die gegen sie erhobenen Vorwürfe ent- verlangt, auf Grund dessen sein Kind Aufnahme in der dem Gesetz nur eintreten, wenn der Schulbesuch durch Nachlässigkeit der fönnte. Der Beuge Habe Eltern unterblieben ist. War Ihr Kind nachweislich krant, so sind Sie nicht schieden bestritten und war zweimal verwarnt worden. Dann ist im Irrenanstalt Dalldorf finden Jahre 1896 gegen sie von einem Severin Tannhäuser eine Anzeige erklärt, auch dies Attest nicht so ohne weiteres ausstellen zu können. strafbar, können mit Aussicht auf Erfolg Rechtsmittel einlegen. Die unter erstattet worden, infolge deren sie wieder vor die Polizei geladen Die Behauptung des Angeklagten, daß er gesagt habe, die Krank- lassene rechtzeitige Entschuldigung ist nicht strafbar. Die Grundlage für Verordnungen über Schulverfäumnisstrafen bietet§ 48 II, 12 A. L.-R. wurde. Die Aften ergeben ferner, daß sie am 30. März 1896 ein heit seiner Tochter sei auf seine Trunfsucht zurückzuführen, fei un D. 29. G. 1. und 2. D. W. E. 1. und 2. Ja. Bei Lohnpfändungen für Alimente außer Protokoll unterschrieben hat, wonach sie sich der gewerbsmäßigen Un- wahr. Der Angeklagte habe nun laut gerufen: Die Armen- ehelicher Stinder ist auf Beschwerde des Schuldners oder auf Klage seiner sucht schuldig bekannte, ferner ein Schriftstück unterzeichnet hat, welches direktion und die Vorsteher sind eben solche Hallunken wie Sie!" Familienmitglieder so viel freizulassen, als zu seinem notdürftigen und dem den gegen sie ergangenen Strafbefehl und die Erklärung, daß sie sich Im Vorzimmer habe der Angeklagte die Faust erhoben und gerufen: standesmäßigen Unterhalt der Seinigen gehört. Welcher Betrag danach ihm Auf zu verbleiben hat, ist im Streitfall auf die Beschwerde der Klage unter dabei beruhige, enthielt und daß ihr auch die Mitteilung gemacht Sie Hallunke, ich schlage Ihnen einen gegen den Kopf!" - 1000. Nein. worden ist, daß sie nun unter Kontrolle stehe und die ihr verlesenen Grund dieses Thatbestandes fand sich der Gerichtshof nicht ver- Berücksichtigung aller konkreten Verhältnisse zu entscheiden. Paulke. Ihrer Braut durften nur für zwei Monate die Beiträge abs Vorschriften für Sittenmädchen zu befolgen habe. Diese drei Atte anlaßt, das vom Vorderrichter erkannte Strafmaß zu ermäßigen, es S. W. 80. Ift nichts andres vereinbart, so beträgt gezogen werden. scheinen ohne Unterbrechung hinter einander vor sich gegangen zu soll bei einem Monat Gefängnis verbleiben. die Sündigungsfrist für gewerbliche Arbeiter 14 Tage.-W. S. 15. Das sein. Die als Zeugin vorgeladene Frau M. bestritt unter ihrem Berhalten Ihrer Mieterin ist dem Gesetz gegenüber einwandslos und kann Trauthahn. Ihre KündigungsEide, daß sie sich jemals der gewerblichen Unzucht hingegeben habe. Sie nicht in Ungelegenheiten bringen. Bei den gegen sie ergangenen Denunziationen aus den Jahren 1893 frist als Handlungsgehilfe iſt mangels andrer Vereinbarung sechs Wochen und 1894 habe es sich um falsche Anzeigen mißgünstiger oder rach: füchtiger Personen gehandelt. Bei ihrer Vorladung vor die Polizei am 30. März 1896 habe sie sich in der höchsten Aufregung befunden, Der Polizeiwachtmeister Hofman habe sie scharf angefahren und ihr entschiedenes Bestreiten ihrer angeblichen Verfehlungen nicht gelten A. 77. 1. Wohnungen müssen zu angemessener Zeit zur Besichtigung Lassen. Er habe von ihr verlangt, daß sie einige ihr vorgelegte freigestellt werden. Fehlt es an einer Vereinbarung, so entscheidet auf An Groß- Lichterfelde. Die am Mittwoch stattgefundene Versammlung rufen das Gericht darüber, welche Zeit angemessen ist. In Berlin pflegt die Schriftstücke unterschreibe und als sie sich dessen geweigert, habe er ihr des socialdemokratischen Wahlvereins Groß- Lichterfelde war Beit von 9 bis 5 Uhr wochentags und von 9 bis 12 Uhr Sonntags als an gedroht, daß er sie sofort einsperren und ins Gefängnis abführen sehr gut besucht. Nach einem kurzen dem verstorbenen Genossen gemessen erachtet zu werden. 2. Ja.-A. N. 99. 1. bis 3. Das im GrundTassen werde, er habe 6 Wochen Gefängnis ihr angedroht und da habe Rosenow gewidmeten Nachruf chrte die Versammlung das An- buch eingetragene Recht bleibt für den Fall eines Verkaufs bestehen. 4. Absie unterschrieben, was er unterschrieben haben wollte, ohne zu wissen, denken des Toten in üblicher Weise. Den Bericht über die schrift können Sie beantragen. Schreibgebühren betragen 10 Pf. für die Seite. was in den Papieren stand. Jedenfalls sei nicht wahr, was sie in Generalversammlung des Kreises gaben die Genossen Wetter und G. R. 100. 1. Nur wenn Sie nachweisen können, daß die ihrer Angst unterschrieben habe. Bolizeiwachtmeister Hofmann und Borheimer. Die darauf folgende Diskussion war sehr leb- Unfallfolgen nach dem legten Erkenntnis schlimmere geworden sind, hat ein neuer Antrag Aussicht auf Erfolg. 2. Lassen Sie sich vollstreckbares Cr trat dieser Darstellung ganz entschieden entgegen. Er habe der haft. Genosse Wenzel erklärte sich mit der Resolution bezüglich fenntnis geben und beauftragen Sie einen Gerichtsvollzieher mit der Boll. Zeugin, die auf Grund des gegen sie vorliegenden Materials vor der Stellung der Fraktion gegenüber des geforderten Kolonialkredits streckung. Ihre Mutter hat nichts zu befürchten. 6. O. 8901. Nein. geladen worden war, gesagt, wessen sie beschuldigt werde, und sie wegen des Herero- Aufstandes durchaus einverstanden. Wenn in J. F. Benden Sie sich an die Zollbehörde mit dem Antrag, die habe, nachdem er ihr vorgehalten, daß es besser wäre, die Be- einer Versammlung des Charlottenburger Wahlvereins die Kompetenz Sachen als Aussteuergegenstände zollfrei einzulassen. schuldigungen zuzugeben, wenn sie richtig wären, zugestanden, in den der Generalversammlung zur Diskussion und Annahme einer solchen Mit dem Widerruf von Weihnachtsgeschenken gegenüber dem Gesinde ver letzten drei Monaten Getverbsunzucht getrieben zu haben. Richtig sei, Resolution bestritten worden sei, so berühre dies merkwürdig. Zum hält es sich im Gebiete der altpreußischen Gesinde- Ordnung folgendermaßen: daß die Zeugin zuerst sich geweigert habe, das Schriftstück mit dem Punkt Bericht der Preßkommission legte Redner nachdrücklichst Ver- Wirklich gegebene Weihnachtsgeschenke können auf den Lohn angerechnet werden, wenn der Dienstvertrag im Laufe des Jahres( also wenn der Strafbefehl zu unterschreiben, es sei auch möglich, daß er ihr gesagt wahrung ein gegen die Art und Weise, in welcher Genosse Fülle in Gesindevertrag am 1. April begann, bis zum 1. April) durch Schuld des habe: er würde die Sache dann ans Gericht schicken und da fönnte seiner Eigenschaft als Preßkommissionsmitglied in einer öffent- Gesindes wieder aufgehoben wird. Anzurechnen ist nur das noch Vores ihr vielleicht schlechter ergehen. Er bestreite aber entschieden, daßlichen Parteiversammlung des zweiten Berliner Wahlkreises über handene. Nach freilich bestrittener Ansicht muß der Widerruf des Geschenks eine Pression auf sie bezüglich der Unterzeichnung der Schriftstücke die Ablehnung einer Gehaltserhöhung des Expeditionspersonals Be- durch Zustellung eines vom Gerichtsvollzieher zuzustellenden Schriftstücks erfolgen. ausgeübt worden sei. Er habe das Protokoll, den Strafbefehl über einen Tag Haft genau und deutlich vorgelesen, der Zeugin auch gesagt, daß damit die Stellung unter Kontrolle verbunden sei; sie habe auch alles verstanden und ihre Unterschriften geleistet. " Soweit der erste Fall. Infriminiert war ferner ein Artikel der 2 a. M." unter der Ueberschrift Kulturbild aus SachsenAltenburg". Durch diesen Artikel fühlt sich das Schöffengericht in Schwöllm beleidigt und der Landgerichtspräsident, an den das Berliner Polizeipräsidium die betr. Nummer der„ W. a. M." geschickt hatte, hat den Strafantrag gestellt. Auf Grund eines Zeitungsberichtes wurde in dem Artikel mitgeteilt, daß das Schöffengericht einen Rittergutspächter, der einen alten Mann, der für sich und seine Familie von einem abgeernteten Startoffelfelde übrig gebliebene Kartoffeln auf fuchte, aufs brutalste gemißhandelt hätte, mit der unglaublich milden Strafe von 20 M. belegt, wogegen ein im Zuschauerraum anwesender Arbeiter sofort auf 24 Stunden ins Loch gesteckt worden sei, weil bei Verkündung des Urteils seinen Lippen der Ausruf Ach!" entflogen fei. Der Artikel kritisierte diese Rechtsprechung als völlig unver ständlich und meinte, daß durch solche Urteilssprüche der Vorstellung von dem zweierlei Recht" in bedenklicher Weise Vorschub geleistet werde. " Es wurde hierzu das Urteil des Schöffengerichts in Schwöllm und das Protokoll über die Sizung verlesen. Daraus geht hervor, daß das Schöffengericht den damaligen Angeklagten wegen vorgetommener fast bandenmäßig betriebener umfangreicher Kartoffeldiebstähle erhebliche Milderungsgründe zugebilligt hatte. Ein Oberlieutenant der Schuttruppe v. Müller stand gestern wegen Urkundenfälschung vor dem Kriegsgericht der I. Gardedivision. Er wurde für schuldig befunden und zu einem Jahr Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt. Verfammlungen. zum Quartalsersten. Da Sie zu vorübergehender Aushilfe angenommen waren, so war die Vereinbarung täglicher Kündigungsmöglichkeit zulässig, galt aber nur für längstens drei Monate. Nachdem diese Zeit ohne ausa drückliche andre Vereinbarung über Kündigungsfrist verflossen ist, steht 23. M. 1000. Nein. Ihnen die sechswöchentliche Kündigungsfrist zu. richtet erstattet habe. Es sei nicht wahr, daß die Angestellten der Expedition eine größere Pauschalforderung" gestellt hätten. Nachdem den Kollegen in der Buchhandlung eine Zulage gewährt worden, habe der Parteivorstand auch eine solche für die Expedition* Weizen, gut D.- Ctr. 17,00 16,94 mittel bei der Preßkommission beantragt. In der einen Sigung derselben gering sei der Vorstands- Vorschlag auch angenommen, in der zweiten 17 " " Otto Lewerenz. Marktpreise von Berlin am 16. Februar 1904 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Sammelfleisch Butter Eter Karpfen Aale 7,00| 5,00 1,80 1,20 1,40 1,10 16,88 16,82 " 16,76 16,70 " " 13,25 13,22 " 1,60 1,00 " 13,19 13,16 1,80 1,20 " gering " 13,13 13,10 1,80 1,20 " 13,80 12,90 2,60 2,00 " mittel 12,80 11,90 60 Stüd 5,00 3,00 " gering 11,80 10,90 1 kg 2,40 1,20 " 15,40 14,40 3,00 1,40 " mittel 14,30 13,40 Bander " 3,00 1,20 " gering 13,30 12,40 Hechte 2,40 1,20 " " 3,82 3,32 Barsche " 1,80 0,80 " 7,20 4,80 Schleie " 3,00 1,40 " 40,00 28,00 Bleie 1,40 0,80 " " 50,00 26,00 Krebse 60,00 20,00 per Schod 15,00 3,00 thafer, gut Nichtstroh Heu dagegen abgelehnt worden mit einer einzigen Ausnahme. Nun* Roggen, gut mittel habe der Parteivorstand seinerseits die einem Angestellten zugesprochene Zulage abgelehnt, weil er der Gehaltserhöhung eines+ Gerfte, gut einzelnen nicht zustimmen könne. Wenn Genosse Fülle in jener Versammlung davon sprach, die Genossen wollten nicht einen Direktor oder Chefredakteur mit 15 000 oder 16 000 m. Gehalt ausstatten", so müssen solche Redensarten bei den Genossen, die mit den Verhältnissen nicht vertraut seien, allerdings ganz eigentümliche Vorstellungen erwecken. In Wahrheit handle es sich bei der abgelehnten Vorlage des Parteivorstandes um netto 40 deutsche Reichspfennige Erbsen pro Tag! Soviel zu dieser vom Genossen Fülle vor das Forum der Speisebohnen Deffentlichkeit gebrachten Angelegenheit. Eine längere Debatte Linsen entspann sich über den bei der Generalversammlung eingebrachten Antrag, daß jeder Genosse sich dem Wahlverein seines Wohnortes anschließen müsse. Daran beteiligten sich die Genossen Wester, Ott, Senst, Kersting, Bogheimer, Frotsch, Wenzel und Plaz. Man war allgemein der Ansicht, daß die bisherige Lösung der Frage eine unbefriedigende sei. Als Bezirksführer Stationen für den ersten Bezirk wurde Genosse Wissussek, für den fünften Bezirk Genosse Therow gewählt. Nachdem noch zu eifriger Agitation für die Gemeindewahlen aufgefordert worden, erfolgte Schluß der Versammlung. Staatsanwaltschaftsrat Ellendt plaidierte in beiden Fällen für schuldig und beantragte drei Monate Gefängnis und Publitationsbefugnis für die Beleidigten. Justizrat Dr. Friedmann bestritt das Vorliegen einer Beleidigung im zweiten Falle und machte bezüglich des Breslauer Falles den Schutz des§ 193 für den Angeklagten geltend. Selbst wenn alles wahr sein sollte, was in den polizeilichen Aften stehe, habe das Verfahren, durch welches eine weibliche Person im Handumdrehen und ohne kontradiktorisches Verfahren zur Dirne gestempelt werden konnte, die Empörung des An- des getlagten heraufbeschwören können. Der Angeklagte versicherte Vermischtes. Ein Feind der roten Farbe. Aus Halle wird uns geschrieben: Wozu jetzt die rote Farbe herhalten muß, ergiebt ein Inserat General- Anzeigers", das der Originalität wegen der weiteren Deffentlichkeit unterbreitet sei. Es lautet: " * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 17. Februar 1904, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind richtung Stinemde. 747 SD Hamburg 741 D Berlin 746 SSD Frantj.a.M. 740 SD München 745 SD Wien Windstärke Better Temp. n. 6. 5° C. 4° R. 3halb bd.- 1 3 bedeckt 2wollig Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Haparanda 749 ND Wetter Temp. n. 6. 2Schnee- 17 2Schnee 741 NW 73923 3 heiter 5 halb bd. 0 Petersburg 740' 0 Cort 2 Regen 2 Aberdeen 2 wolfig-1 Paris 749 S 1 wolfig Wetter- Prognose für Donnerstag, den 18. Februar 1904. Borwiegend frübe, zunächst etwas wärmer, mit leichten Regenfällen und ziemlich starken südwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Donnerstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr finden für Berlin und Umgegend Protest- Versammlungen = in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. → லக்கு க்ம் Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. Dresdener Kafino, Dresdenerstr. 96. ( Südoff): Urania, Wrangelstr. 11. ( Oft): Brauerei Friedrichshain, Am Königsthor. Schützenhaus, Linienstr. 5. 2. " 3. " 4. " 5. " 6. " Berliner Prater, Kastanien- Allee 8/9. Weimanns Volksgarten, Badstr. 56. Eiskeller, Chausseestr. 88. Brauerei Pakenhofer, Turmstr. 25/26. Schöneberg: Obst's Festfäle, Meininger- u. Martin Lutherstraßen- Ecke. Wilmersdorf: Wittes Volksgarten, Berlinerstr. 40. Rixdorf: Victoria- Säle, Hermannstr. 49/50. Rummelsburg: Café Bellevue, Hauptstr. 1. Tages- Ordnung: Russische Polizei in Deutschland. Referenten: Genossen Bartels, Bernstein, R. Fischer, Förster, Gradnauer, Haase, Kaliski, Ledebour, Liebknecht, Pfannkuch, Scheidemann, Singer, Wurm, Zubeil. Um zahlreichen Besuch bitten 209/13 Die socialdemokratischen Vertrauensleute. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Burean: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Sonntag, den 21. Februar 1904, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt", Hasenheide 108-114: General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Jahresbericht der Ortsverwaltung, Kassenbericht und Bericht der Revisorent. 2. Diskussion. 8. Neuwahl des 1. Bevollmächtigten, des 2. Kassierers, cines Revisors sowie zweier Beisiger. 4. Neuwahl von vier Bureaubeamten. 5. An die Verwaltung gelangte Anträge. DOhne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die für den 21. d. Mts. festgesetzte Morgensprache der Schraubendreher fällt aus. Jedes 5 Wort: Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. + 37* Borjährige Herrenanzüge, Winter baletots, Beinkleider, aus feinsten Maßftoijen spottbillig täglich, Sonntagsverkauf. Deutsches Bersandhaus, Bägerstraße 63, I. 20838 = 111/ 17* Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Freitag, den 19. Februar 1904, abends 8%, Uhr: Zwei Volksversammlungen in den Arminiushallen, Bremerstr. 70/71 ( Referentin: Genoffin Steinbach- Hamburg) und in Weimanns Volksgarten, Badstrasse ( Referent: Reichstags- Abgeordneter v. Elm). 2ages Ordnung: unsre Waffen im Befreiungskampfe des Proletariats". Diskussion. 106/2 NB. Die zu heute angejezte Volksversammlung im " Swinemünder Gesellschaftshaus" fällt aus. Am Dienstag, den 23. Februar, spricht Reichstags- Wbgeordneter v. Glut in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13. Ilm zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 21. Februar, abends 7 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. R. Steiner über: Kants weltgeschichtliche Stellung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I. Nach dem Vortrage: 4/9 Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. inkl. Garderobe. Fliesenleger- Hilfsarbeiter. Verband der Bau, Erd: u. gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschlands. Gruppen- Versammlung der Fliesenleger- Hilfsarbeiter Donnerstag, 18. Februar, abends 7, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Seitenflügel II, Saal 8. Tages Drdnung: 1. Der Stand der Lohnbewegung und unsre weitere Stellungnahme. 2. Berbandsangelegenheiten. 32/13 Das Erscheinen aller Fliesenleger- Hilfsarbeiter ist erforderlich. Die Verbandsleitung. J. A.: Karl Heidemann. Achtung! Achtung! Bauhandwerker. = Seit dem 16. d. M. stehen die Fliesenleger Hilfsarbeiter in einer Lohnbewegung. Alle Versuche seitens der Organisation, auf gütlichem Wege eine Regelung der Sache herbeizuführen, lehnte die Mehrheit der Arbeitgeber entschieden ab. 32/14 Da nun ein Teil der Arbeitgeber die Forderung der Arbeiter bereits unterschriftlich anerkannt hat, so hat die Organisation rote Arbeitsberechtigungskarten ausgegeben. Wir richten deshalb das Ersuchen an die organisierten Arbeiter der Bauberufe, uns in diesem Stampfe zu unterstützen, indem sie die auf den Bauten beschäftigten Fliesenleger Hilfsarbeiter nach der Berechtigungskarte befragen. Jeder Fliesenleger- Hilfsarbeiter, der ohne diese Karte angetroffen wird, arbeitet entgegen den Forderungen der Streifenden, und läßt fich somit als Arbeitwilliger benutzen. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter. Graumanns Festsäle und Garten, Nauuguftraße Nr. 27. Sonntag, den 6. März cr., frei geworden. Sonntage und Sonnabende im April und Mai noch zu vergeben. Gustav Graumann. D. O. 38232* Kleine Anzeigen. Steppdecken Ausverkauf wegen Umzug Grüneriveg 5. 15615* Verschiedenes. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Rechtsbureau( Allerander- Play!) 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Redakteur: Julius Kalisti, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 18645