Nr. 43. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. blank thihabok ci21. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblaff. Die Infertions- Gebühr dit beträgt für die sechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg.. für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Kiantschon- Jammer. Sonnabend, den 20. Februar 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. aus China abgezogen feien, so deshalb, weil sie auf den Philippinen Sympathie der Bevölkerung für die Socialdemokratie hervor. Eine ein Heer hätten und keinen Angriff auf ihre Küsten zu fürchten neue Geheimdruckerei der russischen focialdemokratischen Partei hat brauchten. bereits ihre Thätigkeit begonnen. Die Gruzier nehmen an der BeSeit den Tagen, da sich die Völker Europas unter dem militärisch zu„ rechtfertigen" und bestritt im besonderen, daß die kratie verbreitet einen Aufruf in Maffen, in dem zum General. Der General Sigt b. Armin versuchte die Besatzungsbrigade wegung regen Anteil. Die neugegründete armenische Socialdemo Kommando des Weltmarschalls Waldersee zu dem glorreichen Kreuz- Bezahlung der Offiziere und Mannschaften das Notwendige überzuge gegen die Hunnen vereinigten, befißen wir in Deutschland die steige. Wian fei jest schon bestrebt, die Ablösungen zu vermindern streit aufgefordert wird. Diese revolutionäre Bewegung am Anfänge einer Kolonialarmee: ost asiatische Besagungs- und die Mannschaften zu längeren Kapitulationen zu ver- Stautafus hat eine nicht zu unterschäßende Bedeutung. Die brigade genannt. Im Verein mit englischen, französischen, anlassen. Ihm schloß sich später der Kriegsminister b. Einem an: gruzischen Bergbölfer haben ja seit jeher der russischen Eroberungsjapanischen und italienischen Truppen halten deutsche Soldaten die Das Leben sei in Ostasien sehr teuer, die gesellschaftlichen politik bei der Verteidigung der Selbständigkeit ihres Landes chinesische Provinz Tschili besetzt, ,, um einem Verpflichtungen und der kameradschaftliche Verkehr mit Offizieren tapferen und hartnäckigen bewaffneten Widerstand geleistet. AußerWiederausbruch von Wirren" zu begegnen. Für diese Besatzungs- fremder Truppen tofteten sehr viel Geld: da die Leibesübungen dem ist zu bedenken, daß Baku an einem Punkt gelegen ist, der bei truppe müssen die deutschen Reichsbürger alljährlich vier- unbedingt notwendig feien, müßten sich die Offiziere neben der Uniform der Aufrollung der armenischen Frage in der Türkei eine eminente noch teuere Sportanzüge halten; um Sprachen zu lernen, mußten zehn Millionen Mark aufbringen, eine Summe, deren Höhe fie teueren Sprachunterricht nehmen. Wenn die Theuerungs- strategische Bedeutung besitzt. nicht nur in unfren Reihen Befremden und Unwillen erregt hat. zulage verringert würde, dann sei es unmöglich, daß die Offiziere Selbst aus Sibirien, dem großen Gefängnis, kommen NachDie Forderung der Regierung ist bisher als ein Bauschale be- Ersparnisse machten, und das wünsche mancher Offizier. Der er- richten, die für das Zarat recht bedenklich sind. Wir haben schon handelt worden; im letzten Jahre strich die Budgetkommission wähnte Pferdetransport fei nicht lediglich zu Verfuchszweden gemacht vor längerer Zeit gemeldet, daß sich in Sibirien eine revolutionäre und, ihr folgend, der Reichstag 3 Millionen der Forderung ab, worden, sondern auch deshalb, weil man in China Schundpreise für Organisation aus den politischen Verbannten und aus den Industries um dadurch der Regierung zu erkennen zu geben, daß das die überflüssigen Pferde geboten habe. Arbeitern gebildet habe. Wie weit die revolutionäre Agitation vor Barlament eine sparsame Wirtschaft und demnächstige Auflösung alle Klagen über die ostasiatische Brigade als begründet an hofs Vorsteher aus dem Gouvernement Tomst nach DftEin offenes Wort sprach der Abg. Dr. Arendt( f.). Er nahm geschritten ist, dafür zeugt die Thatsache, daß zuletzt ein Bahnder Besatzungsbrigade wünsche. Die Bedeutung dieser Demonstration und meinte, die Schäden lägen am System. Wir müßten Wir müßten wurde freilich alsbald dadurch wieder vernichtet, daß der Centrums- eine Kolonialarmee schaffen. Die zahlreichen Aufgaben, die an uns Sibirien verbannt wurde, weil er öffentlich Nieder mit dem führer Dr. Spahn der Regierung sagte, es sei nicht so böse gemeint; heranträten, machten das zur zwingenden Notwendigkeit. Jeßt seien an 3arismus!" gerufen hatte. In Tomsk wurden lezihin 30 bis tvenn sie mehr Geld, als bewilligt wurde, gebrauche, so solle sie es der Erpedition nach Südwest afrika drei Verwaltungen beteiligt, 40 Personen eingeferfert. Die Regierung greift auch hier zu dem nur ruhig ausgeben, denn die Indemnität werde ihr das Parlament das Durcheinander sei unerträglich und werde durch Schaffung einer bewährten Mittel, die Arbeiterbewegung von ihrem Wege durch Vergerne gewähren. Das hat sich die Regierung denn auch wohl ge- Kolonialarmee aus der Welt gebracht. Gerade vom Standpunkte anstaltung von Judenmezeleien abzulenken. Ein solcher merkt und die nicht bewilligten 3 Millionen Mart, bis auf einen der Sparsamkeit aus sei sein Vorschlag der beste. Versuch in Tomst scheiterte an dem festen Widerstand der ArbeiterKleinen Rest, schlankweg ausgegeben. schaft. Die Regierung weist nun aus Tomst und Jatutst In diesem Jahre nun giebt sich ein Teil der bürgerlichen Die Worte des Abg. Arendt zeigen, wohin die Neise geht. Nur Hunderte von jüdischen Familien aus, die damit schutzlos dem Elend Parteien in der Budgetkommission des Reichstages den muß er erst einen suchen, der ihm glaubt, daß durch die überliefert werden. Schein, als wolle er den gesteigerten China- Verlust in etwas ernst- Schaffung einer Kolonialarmee die Zustände besser würden. Und nur allzu selbstverständlich ist es, daß es in dem alten haftere Kritik umsetzen. Aber der Regierung erscheint der Das gerade Gegenteil ist der Fall. Da diese Angelegenheit revolutionären Herd in Russisch- Polen in der Arbeiterrussisch- japanische Strieg als neues Moment, um die Notwendig vermutlich beim Kolonialetat noch ausgiebiger behandelt wird, schaft und in der Bauernschaft förmlich gärt. Die„ patriotische" keit" der Brigade zu behaupten, und die Getreuen der so wird sich dann Gelegenheit finden, darauf noch näher Kundgebung, die etwa 100 russische Beamtensöhne in Warschau Kolonialpolitik steuern auf die endgültige Einführung einer einzugehen. Für heute wollen wir nur feststellen, daß die jetzige veranstaltet haben, hat die Bevölkerung vollständig überrascht. dauernden Kolonialarmee. Kritik der bürgerlichen Parteien der Ausdruck des ostasiatischen Kazenjammers ist, der sie nicht betroffen hätte, wenn sie nicht früher alle Vorhersagungen der Socialdemokratie in den Wind geschlagen hätten. Es wird uns über die Beratung der Budgetkommission vom Freitag berichtet: Graf Oriola( natl.) erklärte die Burückziehung der deutschen Truppen bei der jezigen Lage in Ostasien als unmöglich, auch Ersparnisse ließen sich faum erzielen. Die völlige Belanglosigkeit feiner Ausführungen über die poliKrieg dem Kriege! tiſche Lage und die Aussichten in Ostasien ſuchte der Staatssekretär Krieg der zarischen Selbstherrschaft! Stimmung v. Nichthofen dadurch zu verdecken, daß er um ihre Geheim- Krieg haltung bat; er könne übrigens, fo meinte er, in der Beurteilung der politischen Lage dem leitenden Staatsmanne" nicht vor greifen.( Leitender Staatsmann"? Scheint auf Bülow zu gehen! D. Red.) " Vor aus der Aristokratie haben bereits Warschau verlassen. einigen Tagen haben massenhafte Verhaftungen stattgefunden. Eine jüdische Arbeiterversammlung von etwa 60 Personen wurde festgenonumen, weiter wurden zahlreiche Gymnasiasten und Handelsschüler verhaftet, ferner Leute aus der Fachintelligenz, darunter mehrere Frauen. Um so größer ist die Empörung dagegen. Die Studentenschaft der Warschauer Universität plant eine große Kundgebung gegen die Regierung. Die Warschauer Arbeiter sind fest entschlossen, eine zweite Demonstration dieser Art auf den Straßen von Warschau nicht zuzulassen. Die Nachrichten von den japanischen Erfolgen wurden von der Warschauer Bevölkerung mit einer Begeisterung sondergleichen aufgenommen. Diese hat in in den polnischent aristokratischen Kreisen eine wahre Panik hervorgerufen. Die traditionellen Barens Das ist die Stimmung der weitesten Kreise in Rußland, die diener fürchten nicht nur antizarische, sondern vor allem dem Barismus immer drohender wird. In letzter Zeit hat sich der socialistische Arbeiterunruhen. Zahlreiche Personen Zündstoff gegen die zarische Regierung in gewaltiger Menge an Einen lebhaften Ton schlug der Abg. Paasche in seiner Stritit gesammelt. Drud erzeugt Gegendruck und die russischen Revoan: Die 600 Mann Reserve für die 1600 Mann der Brigade, die lutionäre bleiben die Antwort nicht schuldig. Die Thatsachen, in Kiautschou ständen, bezögen ihre Kriegsgebührnisse für nichts und die hierfür sprechen, häufen sich täglich derartig an, daß wir nur die wieder nichts; der Gouverneur wisse mit dieser Truppe gar nichts allerivichtigsten mitteilen fönnen. anzufangen. In diesem Jahre seien vermutlich nicht nur Selbst in den adligen und in den großbürgerlichen Kreisen, die die gestrichenen drei Millionen, sondern noch vielmehr aus in den Landschaften vertreten sind, machte sich seit längerer Zeit eine gegeben worden. Lediglich zum Versuches 8wede eines habe man 260 Pferde Deutschland Opposition gegen die Regierung geltend. Die liberalen Landschaften aus Ostasien nach transportiert; überhaupt seien die Transportkosten fabelhaft versuchten vor allem auf dem Schulgebiet einige Reformen durch hoch. Alle zwei Jahre würde die Mannschaft abgelöst und das zuführen. Man entließ die Geistlichen aus dem Lehramt und setzte tofte pro Kopf jedesmal 675 Mart. Die taum zu verantwortende junge Lehrer ein. In Twer führte die Angelegenheit zu einem Verschwendung müsse ein Ende nehmen angesichts der Lage Konflikt. Die Regierung löfte einfach die Landschaft auf, hob das unfrer Finanzen. Die Wahrung des Budgetrechts des Wahlrecht für drei Jahre auf und ließ die Landschaft Reichstags erheische eine Einzelberatung der Positionen; dabei durch ernannte Vertreter weiter wirken". Außerdem wurde tönne man auch untersuchen, was es mit den vielen Beamten dem Gouverneur die Befugnis zugesprochen, die Mitglieder der Landauf sich habe; man habe sogar Garnisonbauschreiber" bei der Brigade. Unerhört sei auch, daß man jetzt das Reich mit 40 000 m. Transportkosten für die Frauen verheirateter Offiziere belasten wolle. Dazu liege für das Reich gar feine Beranlaffung vor. Nachdem der Geheimrat Twele einige Andeutungen über die mutmaßliche Höhe der in diesem Jahre vorgenommenen Etatsüberschreitungen gemacht hatte, fragte der Abg. Miller- Fulda, wie lange der jezige Zustand noch dauern solle? Bisher habe man darüber und über die internationalen Abmachungen nur allgemeine Redensarten schaft einfach aus dem Bezirk zu verbannen. Die Landschaft in Moskau wurde, als sie in einer unterthänigen Adresse auch die Durchführung von Reformen forderte, kurzerhand aufgehoben. Jetzt geht das Ministerium daran, die minimalen Befugnisse der adligen Landschaften auf den Nullpunkt zu beschränken. Die Opposition hier gegen wächst in den beteiligten Kreisen ständig. Und auch innerhalb der Völkerschaften, in deren Mitte bisher " gehört. Ebenso über die Interessen, die Deutschland in China zu fein größerer Widerstand gegen die zarische Regierung zu bemerken berteidigen habe. Auffallend sei doch, daß die Amerikaner ihre Truppen längst aus China zurüdgezogen hätten; es scheine war, entwickelt sich jetzt eine prächtige socialdemokratische Volks ihm, als ob die Deutschen die Polizeitruppen für die ganze Welt ab- bewegung. In den baltischen Provinzen waren es bisher die Letten, geben sollten und als ob sie überall dabei sein welche dem Zarismus keine Schwierigkeiten bereiteten und auch von müßten, wo etwas los wäre. Er habe das Bedürfnis, der Regierung mit Vorliebe als Sturmbod gegen die deutsche Beeinmal frei von der Leber weg zu reden; auch wenn die Besagungs- völkerung der Provinz ausgenutzt wurden. Jetzt ist es ganz anders. brigade bielleicht in acht oder zehn Jahren" wieder In vielen Tausenden von Exemplaren wurde bei der letzten Ausaufgelöst werde, so bestände doch die Belastung des Reiches durch hebung ein Aufruf des Revolutionären Vereins der den Pensionsetat fort; schon 1901 feien dafür 360 000 m. gezahlt worden, 1902: 1047 000 9., 1903: 1528 000 m. und für 1904 feien e fruten" verbreitet, der gegen den Militarismus gerichtet ist und in 1 872 000. gefordert. Das sei dem Rufe:„ Nieder mit dem Absolutismus" ausflingt. eine erschreckende Steigerung; in zehn Jahren würde bei gleicher Pro- Aehnliche Aufrufe werden an die ländliche Bevölkerung verbreitet greffion der Pensionsetat für Ostasien fast zehn Millionen und sind von dem„ Landarbeiter- Komitee der lettischen SocialMart betragen. Die Hälfte der Mannschaften fäme invalide demokratie" unterzeichnet. In Mittau hat eine große Straßenzurück, die Mehrzahl von diesen Pensionsanwärtern sei syphilitisch demonstration gegen die Renierung stattgefunden, die von einer zerrüttet. Das gäbe einen düsteren Ausblick auf die Zukunft. Es Kompagnie Soldaten auseinander gesprengt wurde. In Riga fanden wäre besser, wir wären niemals nach Ostasien gegangen. Das ganze wiederholt Demonstrationen anläßlich der Begräbnisse der Genossen Unternehmen sei ohne Zustimmung des Reichstags entriert worden statt, besonders bei dem Leichenzuge eines von Polizisten und am liebsten möchte er gar nichts bewilligen.( Er thut es aber doch 1 D. Red.) Die Transportkosten seien haarsträubend: getöteten Arbeiters. Die socialdemokratische Bewegung jeder Mann foste über 1000 Mart, die Offiziere noch dehnt sich immer mehr auf die Dörfer aus. viel mehr; in Ostasien verursache uns jeder Mann pro Jahr netto Noch viel lebhafter tritt die Bevölkerung in den Kreisen auf, 5000 Mart Kosten. Der zweijährige Wechsel der Mannschaften sei die von der socialdemokratischen Bewegung schon seit langem berührt viel zu teuer, man solle wenigstens die Kapitulationen auf längere find. In Baku, dem bekannten Ort der Petroleumfabrikation, in Zeit abschließen. Die Pensionen dürften nicht auf den ordentlichen dem im vorigen Jahre mehr denn eine Gewehrsalve gegen die streifenden Etat abgeschoben werden, damit man immer sehen könne, was die Arbeiter frachte, entwickeln die Parteigenossen jegt eine fieberhafte ostasiatische Geschichte dem Reiche kostet. Bergeblich versuchte der Staatssekretär v. Richthofen diese Thätigkeit. Vor kurzem wurde die geheime socialdemokratische Druderei Anflagen zu erschüttern; die Vertretung Deutschlands sei seinen von der Gendarmerie gefaßt, wobei einige Genossen verhaftet wurden. Interessen angemessen, Deutschland sei keineswegs überall dabei, die Im Theater wurden lezzthin Aufrufe verbreitet, die mit dem Rufe: Berpflichtung zur Aufrechterhaltung der oftasiatischen Besatzungs- Nieder mit dem Absolutismus!" schlossen. Die fortbrigade feizeitlich nicht beschränkt; wenn die Amerikaner währenden Verhaftungen rufen das lebhafteste Interesse und die Nach neuesten Meldungen von Personen, die Warschau kürzlich verlassen haben, mehren sich die Verhaftungen alltäglich. Es giebt fast keine Familie, die nicht von einer Haussuchung oder einer Ber haftung betroffen wäre, die nicht irgend einen Angehörigen in der Citadelle hätte. Das Spißelsystem ist derart entwickelt worden, daß eine verdächtige Person von drei Spigeln bewacht wird. Schließlich wollen wir wieder die Stimme eines russischen socialistischen Organs anführen, welche eine wertvolle Ergänzung der vorstehenden Thatsachen bildet. Es ist die soeben erschienene Nummer der„ Rewolucionnaja Roffia", des Organs der revolutionären Socialisten, aus deren prächtigem Artikel über den Strieg wir nachstehendes hervorheben: " Bei dieser ganzen Drgie der Zerstörung in beiden Ländern werden nur zwei harmonische Stimmen vernehmbar, die aber durch den Kanonendonner, die Schüsse der Schnellgewehre, das Acchzen der Verwundeten und Sterbenden und die Zeitungslügen übertönt werden." Die zwei Stimmen seien die der japanischen und der russischen Socialdemokratie. Nachdem der Artikel die Stellungnahme der japanischen Genossen hervorgehoben hat, wird fortgefahren: Wir russische Socialdemokraten find getreu den Grundsägen der internationalen Socialdemokratie gegen jeden Krieg und umso mehr gegen einen Krieg, welcher wie der gegenwärtige durch die abenteuerliche und verbrecherische Politit der zarischen Regierung hervorgerufen worden ist. Die russische Regierung hat die Menschheit mit der Komödie der Haager Konferenz ich am= Ios betrügend die Politik des Raubes fortgefeßt; die Regierung hat das Vermögen des Volkes gedankenlos verpulvert und nun ist fie bereit, ebenso gedankenlos das Blut des Volkes zu vergießen. Und für dieses größte Verbrechen an dem Rußland der Arbeiter, an dem Rußland des Volkes, brandmarken wir das zarische Rußland samt aller feiner freiwilligen und bestochenen„ patriotischen" Verteidiger. Hierin sind wir eins mit dem ganzen denkenden, von wilden Instinkten unberührten Rußland. Aber die zarische Stimme hat sich für die Krieg ausgesprochenund die Stimme des Voltes hat feiner gehört. Aller geseglichen Mittel beraubt, um die zarischen Anschläge gegen den Frieden und das Wohlergehen des Volkes zu hemmen, konnten wir das, was geschehen ist, nicht verhindern. Unfre ganze Seele legen wir ab in dem leidenschaftlichen Ruf an alle unfre Genossen: Im Namen des Volkes, im Namen der Arbeiter Nußlands, im Namen der Menschlichkeit unerbittlicher Krieg dem Kriege! unerbittlicher Krieg dem Schuldigen des Absolutismus!" Möge das Blut, das in diesem Zusammenstoß der Völker vergossen wird, auf sein Haupt fallen! Möge der Absolutismus in den Strömen von Blut ersticken! Nieder mit dem Absolutismus! Hoch der Voltswille!" Jaurès Neutralitätsklausel. Saint- Etienne, 17. Februar.( Eig. Ber.) Am Sonnabend wird die Beratung fortgesetzt. Deutfches Reich. auf Port Arthur habe seitens der Japaner stattgefunden. Die des Reichstags hat er, wie er ausdrücklich erklärte, nur für japanische Flotte bombardierte den Hafen und die Festungswerte, feine eigne Person gerichtet die Zulassung des Differenz Das von Jaurès im Namen der Kommission vorgeschlagene während andre Schiffe nördlich von Port Arthur einwandes für Personen mit nicht mehr als 3000-5000 Wt. M. versuchten, Truppen zu landen. Das ( und von ihm verfaßte) Manifest sollte die gefährliche Improvisation" habe vier Stimden gedauert. Das Resultat sei bisher noch nicht Gefecht Einkommen vor. der Pariser Delegierten ersetzen, die eine kurze Protestresolution bekannt. Weiter wird aus Tschifu berichtet, Chinesen behaupten, in gegen den Krieg beantragt hatten, worin der proletarische Stand- Port Arthur sei eine Feuersbrunst ausgebrochen. Bei einem Seepunkt schlecht und recht zum Ausdruck gebracht wurde auch dem Barismus gegenüber. Das Manifest Jaurès bewegt sich durchweg Russen in Brand geschossen. gefecht vor Port Arthur seien zwei japanische Kriegsschiffe von den im Rahmen der bürgerlichen Friedensliga- Auffassung beziehungsweise -speciell in Bezug auf Frankreich und die russische Allianz- im Rahmen der bürgerlich demokratischen Kritif. Vergebens sucht man im ellenlangen Manifest nach einer schärferen Andeutung auf die Schuld des Barismus am Striege, auf seine Friedens konferenz Bosse oder gar erst auf die Gefahr, die er für den internationalen Socialismus bildet. Dafür bemüht sich Jaurès, die segensreichen Wirkungen der Friedenspropaganda herauszustreichen, trotz des blutigen Dementis des folgenschweren ostasiatischen Strieges. 4 auch nur kennt...." Beginn der Landkämpfe am Yalu- Fluß. Paris, 19. Februar. Aus Tschemulpo wird berichtet: Am PaluFluß fand ein Vorpostengefecht statt. Die Russen stießen hierbei auf bedeutende japanische Streitkräfte und mußten sich zurückziehen. Politifche Uebersicht. Berlin, den 19. Februar. Reichstag. Die russisch- administrative Politik der preußischen Regierung, die in dem polnischen Ansiedelungs- Gefeßentwurf den Gipfel dreifter Mißachtung der Grundrechte des Staates und des Reiches erreicht, findet bisher in der bürgerlichen Bresse keine Beachtung, obwohl hier doch wahrlich Anlaß zu gemeinsamem, schärfstem Protest wäre. Nur die Centrumsblätter schließen sich unsrer Kritik an. Die ,, Germania" schreibt: „ Wäre es nicht einfacher und deutlicher gewesen, im§ 15b offen herauszusagen:„ Den Polen soll die Ansiedelung in den Provinzen Bosen und Westpreußen versagt werden?" Denn darauf läuft doch diese ganze Ausnahmebestimmung im§ 15b des neuen Gejezzentwurfs hinaus. Ist aber diese Ausnahmebestimmung mit der Verfassung bereinbar? Der Verfasser der Begründung geht über diese Frage schweigend hinweg. Und doch kann es teinem Zweifel unterliegen, daß der§ 15b mit der Verfassung in Widerspruch steht, insbesondere mit dem Grundsatze des Artikels 4 der preußischen Verfassung:„ Alle Preußen sind vor dem Geseze gleich." In diesem Grundrecht der preußischen Verfassung werden die bürgerlichen Rechte vom Staate unterschiedslos jedem Staatsangehörigen wegen seiner rechtlichen Eigenschaft als Teilnehmer der Staatsgenossenschaft gewährt"( Die Verfassungsurkunde für den Preußischen Staat, Kommentar von Dr. E. Schwarz S. 50) und ferner kommt hier Artikel 3 Absatz 1 der Reichs- Verfassung in Betracht, wonach das Reichs- Indigenat den Angehörigen eines Bundesstaats ein Grundrecht gewährt zum„ festen Wohnsiz, zum Gewerbebetriebe, zu öffentlichen Aemtern, zur Eriverbung von Grundstücken, zur Erlangung des Staatsbürgerrechts und zum Genusse aller sonstigen bürgerlichen Rechte." Ferner heißt es in Art. 3 Abs. 2: ein Deutscher darf in der Ausübung dieser Befugnis durch die Obrigkeit seiner Heimat oder durch die Obrigkeit cines andren Bundesstaates beschränkt werden." Wenn also den Polen in den Provinzen Posen und Westpreußen durch eine Ausnahmebestimmung das allen Preußen zustehende Recht zur Erwerbung von Grundstücken verwehrt werden soll, wenn die bürgerlichen Rechte in dieser Hinsicht für die Polen aufgehoben oder von dem Gutdünken eines Beamten abhängig gemacht werden sollen, so ist das eine verfassungswidrige Rechtsbeschränkung. " Recht muß Recht bleiben, ruft die Germania" aus. Sehr schön. Aber nachdem das Centrum erkannt hat, daß das preußische Gesetz das Reichsrecht auf das schnödeste verlegt, ist mit solchen Deklamationen nichts gethan. Das Manifest wird mit diefen Säßen eingeleitet:„ Der zwischen Rußland und Japan ausgebrochene Krieg beweist wieder einmal, daß im gegenwärtigen Zustand der Welt und der Gesellschaft der Frieden schwankend und stets bedroht ist. Das fapitalistische Regime, Herr v. Ger Ia ch gab heute dem Staatssekretär Kraetke welches zugleich Klaffengegenfäße und Rivalitäten von nach dem die erwartete Antwort auf seine neulichen Anzapfungen. Profit wütend jagenden Menschengruppen erzeugt, enthält zahlreiche Wahrscheinlich fühlte sich das jetzige Mitglied der freisinnigen Konflikts- und Kriegsfeime, oder vielmehr es stellt dar eine Vereinigung als ganz besonders schlauer national- socialer permanente und chronische Kriegs- und Konfliktsmöglichkeit. Es wäre Taftifer, als er nicht unbedingt Rede und Koalitionsfreiheit daher eine Tollheit zu glauben, daß es genüge, die Schönheit des für die Postbeamten forderte, sondern ganz bescheiden um die Friedens zu proklamieren und schiedsgerichtliche Institutionen anzus bahnen. Außerderdem und vor allem muß noch das organisierte gütige Erlaubnis des gnädigen Herrn Kraetke für einen loyalen Broletariat der ganzen Welt durch Erhebung einer weiten gemein- Verband der unteren Postbeamten bat. famen Forderung ein Gegengewicht bilden gegen die versteckten oder Aber die kraftvollen reaktionären Instinkte dieses Kollegen offenen Kriegsträfte, die der Kapitalismus in seinem Schoße birgt. des Grafen Posadowsky ließen sich nicht einschläfern. DaDie socialistische Harmonie der menschlichen Interessen muß den durch daß Herr v. Gerlach einmal die Postbeamten auf den gewaltsamen Zusammenstoß der kapitalistischen Konkurrenz ersetzen, Schutz des Reichstages verwiesen hat, hat er die Autorität des um auf der Welt den Frieden und die Gerechtigkeit zu sichern. Herrn Staatssekretärs untergraben und sich für alle Zeiten Und es ist die wesentliche und permanente Pflicht des Proletariats, um dessen Gunst gebracht. Jedenfalls gab dieser Angriff Herrn national und international hinreichende Macht( un suffisant pouvoir) zu erringen, um den Frieden unter den Kraette eine schöne Gelegenheit, den vollen Umfang seiner Menschen festlegen zu können. Wenn der Krieg im Regime des absolutistischen Neigungen zu zeigen. Schon die SelbstStapitalismus, der Konkurrenz und des Profits eine chronische Mög- verständlichkeit, mit der er die ungeheuerlichsten Maßregeln lichkeit und eine stete Versuchung ist, so ist er doch keine un- verteidigte und empfahl, waren überaus charakteristisch.„ Von erbittliche Fatalität. Schon jett hängt es von der Einsicht einem Koalitionsrecht der Postbeamten fann überhaupt nicht der Völker, von der Weisheit der durch das Proletariat beeinflußten die Rede sein."„ Die Teilnahme an aufhebenden VersammDemokratien ab, die Konflikte zu verhindern oder wenigstens ihre lungen fann den Postbeamten nicht gestattet werden." Für Wirkungen einzudämmen." Lezteres in Bezug auf den ostasiatischen Krieg zu erreichen, so Herrn Kraetfe ist es auch ganz natürlich, daß man einen Beheißt es weiter, das wäre ein hervorragendes Interesse der Welt, amten aus dem Dienste jagt, der die unanfechtbare Wahrheit Frankreichs, des universellen und französischen Proletariats". Die ausgesprochen hat, daß bei der schmählich geringen Besoldung französischen Socialisten wären in einer besonders schwierigen Lage der Hilfsbeamten diese auf ein Schmalzbrot als Mittagbrot wegen der Geheimthuerei der französischen Diplomatie in Bezug auf angewiesen seien. Natürlich fand Herr Kraette, besonders wo die russische Alliance, die zu entschleiern sich die socialistische Partei er gegen Herrn v. Gerlach persönlich ausfallend wurde, die seit zehn Jahren vergeblich bemühe:„ Wir protestieren wieder ein- lebhafte Zustimmung der bürgerlichen Parteien, die freisinnige mal gegen die unerträgliche, allen Grundsägen des öffentlichen Rechts Vereinigung ausgenommen. Aber zu lauten Jubelrufen Hier ist die Grenze des zu Duldenden erreicht. So darf es in einer Demokratie widersprechende Anmaßung, das Land int Lebensfragen zu binden, ohne daß es dazu einwilligt, ja, ohne daß steigerten sich Beifall und Begeisterung der Rechten erst, als nicht weiter gehen. Wozu ist das Centrum die regierende Partei im es die in seinem Namen willkürlich übernommenen Verpflichtungen Herr Kopsch im Auftrage des Abgeordneten Richter gegen Reich, wenn es seine Macht nicht anwendet, um die Regierung zur Herrn v. Gerlach loszog. Der rüde Ton, den Herr Kopsch an- Gefeßlichkeit, zur Achtung der Grundrechte zu zwingen. Das Centrum Die diplomatische Geheimthuerei habe zweierlei verderbliche schlug, und die ständigen Verdächtigungen des Herrn v. Gerlach mache einmal Ernst. Der Anlaß ist wahrlich wichtig genug, einen Folgen gezeitigt. Erstens habe sie der chauvinistischen Demagogie als einen ehemaligen Antisemiten sichern diesem die wichtigeren kann es nicht geben. Es verweigere in St eichstag ermöglicht, an die Alliance Revanchehoffnungen zu knüpfen und so Sympathie aller anständigen Leute, so fern sie auch seiner dem Reich die Mittel so lange, bis die verbündeten Regierungen das Bolt im reaktionären Interesse irrezuführen. Zweitens habe die politischen Meinung stehen mögen. Eine harmlose, beiläufig die Minister der Scherlschen Sparlotterie zwingen, ihren Einbruch Alliance unter dem Schuß des Dunkels aus Europa nach Asien übertragen werden können. Ursprünglich habe sie nur für den Fall eines gemachte Bemerkung des Herrn v. Gerlach über die Frei- in das Reichsrecht aufzugeben und zu fühnen. Gäbe es ein MinisterAngriffs durch zwei europäische Mächte wegen europäischer Interessen finnige Zeitung" hatte den neuen Reftor aller Deutschen Verantwortlichkeits- Gesetz, so müßte gegen das Ministerium die gegolten. Nun aber sei die Alliance durch einen„ diplomatischen herausgefordert: Er schüttelte" Herrn v. Gerlach so gründlich Anllage erhoben werden! Staatsstreich" nach Asien verpflanzt worden zum größten Vorteil ab, daß der Präsident seinen heiligen Eifer zügeln mußte. Rußlands nnd zum größten Nachteil und zur schwersten Gefährdung Dabei predigte er die Weisheit, daß die Socialdemokraten Eine offenbar irrige Russen- Meldung Frankreichs". Herrn v. Gerlach wegen seines Socialismus und die Liberalen verbreitet die Königsberger Hartungsche Zeitung". Nach einer ihr Weiter bespricht das Manifest die Tragweite der franko- russischen ihn wegen seines Liberalismus nicht mögen. Den sachlichen aus Berlin zugegangenen Mitteilung sollen Abmachung von 1902 in Bezug auf Ostasien. Diese enthalte feines Unterschied zwischen den beiden Richtungen der freisinnigen Massenausweisungen russischer Staatsangehöriger wegs irgendwelche Verpflichtung für Frankreich, in Ostasien zu inter- Parteien venieren. Trotzdem aber suchten unvorsichtige oder perfide" Leute, Parteien präzisierte Herr Kopsch dahin, daß Herr v. Gerlach seitens der preußischen Behörden beabsichtigt sein. Diese jener Abmachung einen Sinn zu unterschieben, der über ihre wirt nach unten hetzen, seine Partei nach oben" überzeugen wolle. Ausweisungen sollen gewissermaßen als Antwort auf die Beschwerden" liche diplomatische Bedeutung weit hinausgehe. Frankreich müßte Tiefer fann der unentwegte Liberalismus nicht finfen! Selbst dienen, mit denen sich russische Studenten neuerdings an einen Teil demnach, ohne Rücksicht auf jede präcise vertragliche Bestimmung, Herr Stöcker ist für diese Art„ freisinniger" Abgeordneter der Preise gewandt hatten. Die Minister des Innern und der Justiz in allen Fällen und mit allen Mitteln die verbündete Regierung schon ein„ verehrter Sollege" geworden. Der ehemalige Hof- follen dann ihr Vorgehen mit umfangreichem Material vertreten unterſtügen. prediger hat seit dem Frankfurter Kongreß neue Hoffnung auf wollen. Nach einem Hinweis auf die großen Dienste, die Frankreich die„ Gesundung Deutschlands" gefaßt: er träumt wieder von Daß die preußischen Minister auf die gegen ihre Behörden ers bereits der russischen Bolitik in Ostasien geleistet hat, betont das großen christlich- socialen Arbeiterverbänden, mit denen er die hobenen Anklagen antworten, ist sehr erforderlich. Es scheint nur, Manifest die schwere Gefahr eines Zusammenstoßes zwischen Frank- Socialdemokratie überwinden will. Mit diesem edlen Hinter- daß ihre Antwort sich in das Dreillaffen- Parlament flüchten wird reich und England: Die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen Frankreich und England ist also der beste Schutz für den gedanken begeisterte er sich auch heute für das Koalitionsrecht und dem Reichstag ausweichen will, wo doch die Anschuldigungen erhoben wurden. Weltfrieden und eine notwendige Bürgschaft für die Civilisation. der Postbeamten. Diejenigen, die Unglaublich aber ist es zunächst, daß die Minister als Antwort über die seit einigen Jahren gemachten Vor und nach diesen Zwischenfällen brachte eine Menge Bemühungen zu Gunsten des Friedens spotten, vergessen oder von Abgeordneten zum großen Teil nur allzu berechtigte Be- auf die sehr gemäßigt gehaltene Abwehr, zu der sich die russische geben sich den Anschein zu vergessen, daß, wenn der russisch- japanische schwerden und Abänderungsvorschläge in Bezug auf den Post- Studentenschaft durch die falschen und beleidigenden Aeußerungen Serieg Europa in einem Konfliktszustand, England und Frankreich in betrieb vor. Besonders bemerkenswert sind die Mitteilungen des Staatssekretärs v. Richthofen genötigt sah, den niedrigsten einem Zustand gegenseitigen Mißtrauens überrascht hätte, ganz unsres Genossen Zubeil über die elenden postalischen Verhält- Rache att planen tönnten. Nicht allein die empörende ungerechtig Europa jetzt in Flammen stände. Es iſt die Friedenspropaganda, nisse in Johannisthal. Der Staatssekretär stellte nur eine feit eines solchen, jeder sachlichen Begründung entbehrenden Berdie Propaganda des Schiedsgerichtswesens und des herzlichen einzige Reform in Aussicht. Er will das Bestellgeld in den fahrens wird die Miniſter hindern, sondern auch die Erkenntnis, daß Frankreich wolle den Frieden. Niemand werde es wagen, offen Städten nicht billiger sein lassen, als das auf dem Lande. ein derartiger schmachvoller Racheakt im deutschen Volke sowie im und direkt diesem Willen entgegenzuhandeln. Die Gefahr liege in Ganz leise deutete er auch an, daß die Verwaltung im Inter- Reichstage eine Stimmung hervorrufen müßte, vor der auch preußische versteckten Intriguen, in der tendenziösen Stimmungsmache seitens esse gesicherter Ueberschüsse den billigen Ortsverfehr abschaffen Minister zurückschrecken. der Presse, die darauf abziele, Frankreich allmählich zu einer möchte. Wie harmonisch paßt das zu seiner Rückständigkeit triegerischen Einmischung vorzubereiten:„ Wir warnen", so schließt auf dem Gebiete der Socialpolitik! das Manifest, das Proletariat, die Socialisten, alle Franzosen, die um Frankreich besorgt sind, vor allen Uebereilungen und allen Lücken. Wir wollen den Frieden aufrecht erhalten und sichern und wir werden jeder offenen oder versteckten Striegspolitit eine fluge und unabänderliche Festigkeit entgegensegen. Wir erklären wieder einmal den Krieg dem Kriege, dieser letzten Diversion und legten Hoffnung der Realtion. Und im befestigten Frieden wollen wir am notwendigen Werk der socialen Gerechtigkeit arbeiten." Uebereinkommens, die den Krieg hat eindämmen können. Abgeordnetenhaus. " Die Wahlreform in Bayern. Der gehaussuchte Geistliche. Die preußische Polenpolitik schont selbst nicht die sonst so imiggeliebten edelsten Herren der Kirche. So be richtet die„ Volks- Zeitung" aus Pofen, daß dort bei dem Geistlichen Rat los eine Haussuchung veranstaltet wurde. Die Polizei ver langte Einsicht in die Bibliothet des tatholischen Das Abgeordnetenhaus hat am Freitag die Generaldebatte ehrlingsvereins, dessen Patron der Geistliche Klos ist. Da zum Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung beendet und fich die Bibliothek nicht in der Privatwohnung des Geistlichen Nats das Gehalt des Ministers bewilligt. Noch einmal wiederholten befand, sondern im katholischen Vereinshause neben der Dominikanerdie Redner der verschiedensten Parteien ihre Vorschläge zur firche, so wurde auch dort Haussuchung abgehalten. Wie der Hebung des Mittelstandes, noch einmal ergingen sie sich in lang. Dziennik Poznansti" mitteilt, war die Haussuchung so gründlich, Jaurès Manifest läuft also nicht auf die Forderung einer atmigen Betrachtungen darüber, was das Anwachsen der daß auch alte Protokollbücher, die Vereinsjagungen usw. durchsucht wurden. Gesucht wurde nach dem polnischen Turnerliederbuche, Kündigung der russisch- französischen Alliance überhaupt hinaus, Socialdemokratie verursacht habe. Bemerkenswert ist einzig das im Verlage von Biedermann erschienen ist. Gefunden wurde sondern nur auf Beobachtung stritter Neutralität und allein eine Rede des Ministers Möller über die Konflikte nichts. während des Krieges. Es ist deshalb unso unverständlicher, zwischen Aerzten und Krankenkassen. So sehr sich der Minister daß nach Pariser Telegrammen die radikale( bürgerliche) Linke Möller bemühte, den Schein der Unparteilichkeit zu erwecken, Die Kammer der Abgeordneten begann am Freitag durch das Manifest in so große Aufregung verfekt worden ist. ließ er doch durchblicken, daß er auf Seiten der Aerzte stehe, Diese Kammergruppe habe beschlossen, für den Fall, daß Jaurès auf deren Privatbriefe er sich zum Teil stützt. Die ganze Be- die zweite Beratung der Wahlreform- Borlage. Ruedorffer be die Frage des Russenbündnisses in der Kammer zur Sprache bringe, wegung betrachte er als eine Rendantenfrage. nicht als eine richtete über die Verhandlungen im Ausschusse; bei denselben hatten Liberale und Socialdemokraten gegen das Centrum verlangt, daß eine Tagesordnung anzunehmen, welche erklärel, daß Frank- Frage der Kassen, und er hat die untergeordneten Organe die Bestimmung des Entwurfs über den Wahlmodus, wonach eine reich unter allen Umständen dem Bündnis treu angewiesen, bei drohenden Aerztestreiks rechtzeitig einzugreifen. Drittelmehrheit genügt, beseitigt und absolute Mehrheit vor bleibe und Rußland in wärmster Freundschaft Das wichtige Kapitel der Gewerbe- Inspektion wurde in geschrieben werde. Ferner forderten bezüglich der Wahlkreis- Einanhänge. Diese Tagesordnung werde der demokratischen Ver- knapp 5 Minuten erledigt. Ein Redner ersuchte den Minister, teilung, die bisher durch Verordnung geregelt wurde, nun aber einigung und der radikal- socialistischen Linken mitgeteilt werden, die Gewerberäte besser zu befolden, ein andrer forderte für eine ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes werden soll, Liberale damit sie ihr beitreten. Sie solle der Beschluß des ganzen Stadt seines Wahlkreises eine besondere Inspektion, und damit und Bauernbündler Aenderungen bezüglich mehrerer Wahlfreife. Blods, mit Ausnahme der Socialisten werden. war die Debatte erschöpft. Selbst die Freisinnigen, die in den Der Minister des Innern Freiherr v. Feiligsch erklärte, die Die Haltung der radikalen Linken errege bei den Nationalisten letzten Jahren wenigstens den schwachen Ansatz zu einer Reform Staatsregierung erachte die Annahme der nach den vom Landtage Yauten Jubel, fie fähen den Block bereits gespalten und unsrer Gewerbe- Inspektion gemacht hatten, indem sie die An- einmittig beschlossenen Grundsäßen ausgearbeiteten Vorlage ein schließlich der Wahlkreis- Einteilung für dringend wünschenswert. das kabinett Combes gestürzt. stellung von Assistenten aus dem Arbeiterstande und die Hinzu- Sie lehne jede Verantwortung für ein etwaiges Scheitern des GesetzWir glauben, daß die russophilen Heißsporne der Linken doch ziehung von Frauen in vermehrter Anzahl verlangten, entwurfs ab. Im Falle der Ablehnung des Entwurfs würde die ivohl noch etwas Wasser in den Wutti ihrer unbedingten" Russen- schwiegen sich diesmal aus. Die Wahlen sind ja vorüber. Regierung sich der unangenehmen Aufgabe einer Wahlkreis- Einteilung begeisterung gießen werden. Haben die französischen großen und kleinen Den Schluß der Sigung bildete eine Börsendebatte, die wieder unterziehen müssen. Dem allgemeinen Wunsche nach Bildung Stapitalisten auch Rußland 6-7 Milliarden leichtsinnigerweise durch den Abg. Deser( frs. Vp.) eingeleitet wurde. Minister fleinerer Wahlkreise würde auch bei einer fünftigen Wahlkreisgepumpt ein Weltkrieg wäre doch eine nicht minder kostspielige Möller stellte eine Aenderung des Börsengesetzes( Verbot Einteilung im Rahmen des jetzt geltenden Gesetzes Rechnung geAffaire. Wahrscheinlich wird man, wenn man die Sache beschlafen des Differenzeinwandes) in Aussicht, erklärte aber, daß von tragen werden. Geiger( C.): Der Entwurf ist das Produkt des Kompromisses, hat, das wahrlich nicht egtreme Manifest Jaurès wesentlich fühler einer Aufhebung des Verbots des Terminhandels, die der freian dem wir festhalten. Wenn wir den Entwurf damit retten beurteilen. sinnige Redner im Verein mit einer Beseitigung des Differenz- tönnten, daß wir bezüglich des Artikels 14 den Wünschen der Ein neuer Angriff auf Port Arthur? einwandes gefordert hatte, nicht die Rede sein kann. Abg. Frhr. Liberalen auf absolute Mehrheit nachgeben, so würden wir dies London, 19. Februar. Aus Tschifu wird gemeldet, eine daselbst v. 3edlitz( frk.) schlug im Einverständnis mit seinen Opfer bringen, aber jetzt verlangen die Liberalen die Aenderung der eingetroffene chinesische Barke berichtet: Ein vierter Angriff Fraktionsfreunden feine Angriffe gegen die Socialpolitik| Wahlkreis- Einteilung als Hauptfache. In diesem Punkte können wir Von den unter einen Umständen eine Renderung zulaffen. Die Liberalen geführt werde. Es habe ihn sehr gewundert und auf- gewesen sei, eventuell ein drudfertiges Eremplar der inkriminierten wollen nur die Forterhaltung ihrer bisherigen Privilegien. Wenn geregt, daß der Minister den Brief amtlich be- Nummer in seine Wohnung kommen zu lassen und dann vielleicht das Gesetz wegen dieses Punktes nicht die erforderliche Zweidrittel- handelte und weitergab. Das sei sonst nie vorgekommen. durch telegraphische Anweisung die Verbreitung zu verhindern. Er Mehrheit findet, wird das Volk wissen, daß die Liberalen aus poli- Seine Absicht sei nicht gewesen, irgendwelche Unter- beantrage Freisprechung. tischem Eigennutz ihm die sonstigen Errungenschaften des neuen Wahl- i u chung herbeizuführen, sondern er habe den Brief vertraulich Der Reichsanwalt trat diesen Darlegungen entgegen. Die gesetzes nicht gönnten. überreicht, damit er( Pichler) nicht veranlaßt werde, den Fall in der vom Landgericht ausgesprochene Verantwortlichkeit Hellmanns Hammerschmidt( liberal) führt aus, in der Erklärung des Deffentlichkeit zu behandeln und nach beiden Seiten Unannehmlich sei zu Recht angenommen worden, auch sonst enthalte das Urteil Staatsministeriums kann ein großer Teil des Volkes nichts sehen teiten heraufzubeschwören. Der Brief sei von Eras für weder Mängel noch widersprüche. Wer über einen andern als eine vollständige Kapitulation des Gesamtministeriums vor dem ihn persönlich geschrieben worden und er habe Dinge zur Sprache bringe, wie es in dieser Notiz geschehen sei, Centrum.( Lärm). Der Wunsch, das Portefeuille zu behalten, war vorher dem Eras mit teiner Silbe davon etwas werfe einen Matel auf ihn. Die§§ 185 und 186 des Strafgesetzschwerer als die Rücksicht auf die Vergangenheit. Der Minister ist erwähnt, daß er davon irgend welchen Gebrauch buchs seien hier nur von nebensächlicher Bedeutung, maßgebend sei dem Ansturm der Ultramontanen nicht gewachsen. Noch 1899 machen werde.„ Von uns Abgeordneten werden derartige Fälle der§ 95 des Strafgesetzbuchs, der§ 186 fonnte mit in Betracht geerklärte Freiherr v. Feilitzsch, die jetzt geltende Wahlkreis- häufig so behandelt"( das mag vielleicht für das Centrum gelten. zogen werden, weil die Mitteilung an Dritte ergangen sei. Der Einteilung sei gerecht. Heute dagegen finden wir größtes Entgegen- D. Ber.) und das wird auch von der Regierung so ge- Reichsanwalt stellte dann Betrachtungen über das Leserpublikum an kommen gegen das Centrum. Die neue Wahlkreis- Einteilung ist nur wünscht, die froh ist, wenn wir nicht gleich öffent- in dem Sinne, wie es das Landgericht gethan hat. Der Vordereine Festlegung der ultramontanen Mehrheit im Landtag. Das- lich mit einer Anfrage kommen, sondern vorher den Ver- richter habe mit Recht gesagt, die große Menge der Zeitungsleſer Gesamtminifterium ist mit fliegenden Fahnen ins Lager der Ultra- fuch machen, die Sache in vertraulicher Form zu erledigen." mußte die Notiz in landläufigem Sinne auffassen. Und für dieſes montanen übergegangen. Wir aber wollen bei dieser dauernden Die Sache habe in Regierungskreisen Aussehen erregt, weil Bublikum sei die Notiz auch berechnet gewesen, und sei von ihm auch Festseßung der Centrumsherrschaft nicht mitwirken, es bei den andren Ministern auch nicht vorkomme, daß derartige im Sinne des Makels verstanden worden. Er. beantrage die Verselbst wenn eine Regierung bereit ist, im Falle der Ablehnung des vertrauliche Mitteilungen amtlich behandelt werden. Die den Unter- werfung der Revision. Gesetzes eine Wahlkreis- Einteilung zu liefern, welche die andren offizier beleidigenden Ausdrücke habe er nicht so streng aufgefaßt wie der Das Urteil lautete: Die Revision wird verworfen. In der BeParteien an die Wand drückt. Das Gesamtministerium wirft dem Unteroffizier, der als ungebildeter Mensch keine Anung von solchen gründung wird hervorgehoben, daß der Gerichtshof den Darlegungen Liberalismus den Fehdehandschuh hin. Wir nehmen ihn auf. Redner Fällen habe. Dieser verlange mit militärischer Genauigkeit die Er- des Reichsanwalts gefolgt sei. Widersprüche in der von der Verlegt sodann dar, weshalb die Liberalen die absolute Mehrheit füllung des Dienstes, während ein gebildeter Mann im Bewußtsein teidigung gerügten Art seien in dem Urteil des Vorderrichters nicht statt der relativen verlangen. Hammerschmidt bespricht fort- eines solchen Defektes ganz anders urteile. Auf den Einwurf eines enthalten. fahrend den Antrag des Reichsrates Grafen Moy auf Wahlrechts- Kriegsgerichtsrats, daß sich der Kriegsminister doch nur bei den betr. beschränkung der Geistlichen. Diesen Antrag Der Freisinn und die Stichwahl in Eschwege. nur auf die Vorgesetzten informieren könne, antwortete Dr. Pichler, daß er dies Geistlichen zu beschränken, halte er für ein Ausnahmegesetz und nicht in amtlicher Form zu thun brauche.( Vorsitzender: Etwas Jm Wahlkreise Eschwege- Schmalkalden ist die Freisinnige Vollskönne ihm nicht zustimmen, obgleich selbst viele katholische Geistliche andres giebt es nicht!) Dr. Pichler: Ja gewiß giebt es das, es ist partei aus der Stichwahl gefallen. Der Entscheidungskampf findet den Rückzug der Geistlichen aus der politischen Arena verlangten. ein Unterschied, ob ein gewöhnlicher Mensch mit einer Klage an eine Be- zwischen der Socialdemokratie und den Antisemiten statt. Unfre Der Versuch, Mittel gegen solche Uebergriffe zu finden, sei berechtigt, hörde herantritt, oder ob ein Abgeordneter als solcher sich an den Minister Partei ist den Antisemiten um fast 1300 Stimmen voraus, fie ers aber der Antrag Moy jei unannehmbar. Zum Schlusse polemisiert wendet. Verhandlungsleiter: Nach§ 197 des Militär- Strafgesetz- hielt im ersten Wahlgange 5826 Stimmen, der Antisemit Raab Redner nochmals lebhaft gegen das Centrum und gegen die dauernde buches wäre der Minister sogar strafbar, wenn er die Verfolgung 4550 Stimmen. Die 3525 Stimmen des freikonservativen KandiFestlegung der Centrumsmehrheit im bayrischen Landtag. strafbarer Handlungen seiner Untergebenen vorfäßlich unterläßt daten werden vollzählig dem Antisemiten zufallen. Der Minister Freiherr v. Feiligich spricht sein Erstaunen Dr. Pichler: Das ist ganz etwas andres. Es ist mir bekannt, 4083 Stimmen des Freisimms wird es abhängen, ob der Wahlkreis darüber aus, daß Abg. Hammerschmidt aus der Regierungs- daß in einem noch viel schlimmeren Falle der Kriegsminister die Sache nochmals einem agrarischen und reaktionären Antisemitismus anheimerklärung solche Folgerungen ziche. Die Erklärung bezwecke nur unter der Hand erledigte. Verhandlungsleiter: Haben Sie dem fällt oder der Socialdemokratie. Die Weser Zeitung", ein Organ zu zeigen, daß die Regierung für ein eventuelles Scheitern Herrn Minister gesagt, daß Sie ihm die Mitteilung vertraulich der Freifinnigen Vereinigung, das nicht auf dem Barthſchen Flügel des ganzen Gefeßes feine Verantwortung treffe; die Regierung halte machen?- Dr. Bichler: Das weiß ich nicht mehr, doch das versteht dieser Partei steht, giebt ihren Gesinnungsverwandten diesen Ratfich an die früheren Beschlüsse des Landtages. Man könne ihr daher sich von selbst. Oberstabsarzt Dr. Lirich hat die Arme schlag: nicht den Vorwurf machen, im Dienste der Centrumspartei zu stehen des Angeklagten Gras mit den Röntgenstrahlen durchleuchtet oder vor ihr kapituliert zu haben. Mit einer Wahlkreis Einteilung und feine Anhaltspunkte gefunden, daß früher die Knochen gebrochen alle zufrieden zu stellen, sei überhaupt unmöglich. Weiterberatung waren. Die beiden Vorderarme seien lediglich morgen. nach auswärts verbogen gewesen. Eras habe auch Das Ende des Differenzeinwandes. In der heutigen Sigung handen gewesen. über Kopfschmerzen geflagt, ein geistiger Defekt sei jedoch nicht vorZeuge Centrums- Abgeordneter Dr. Hauber des Abgeordnetenhauses benutzte der Abg. Deser beim Titel„ Staats- schließt aus dem Briefe, den Gras schrieb, daß er abnorm erregt kommissar der Berliner Börse" die Gelegenheit, den Handelsminister gewesen sein muß. Mit absoluter Sicherheit fönne ein 21 Jahre zur Aeußerung über die Börsengesetreform herauszufordern. Die zurückliegender Knochenbruch mittels Durchstrahlung nicht fest- soll, dann müssen die freisinnigen Parteien so verfahren, wie die lange Excellenz erflärte, daß in der demnächst dem Reichstage zu- gestellt werden. Die Eltern des Angeklagten deponierten überein- Weser- Zeitung" fordert. Bisher aber hat die Freisinnige gehenden Vorlage, die Erhebung des Differenzeinwandes abgeschafft einstimmend, daß ihr Sohn in früher Jugend den linken Arm Bolts partei noch nicht ein Wort verlauten lassen, welche Losung Will diese Partei die neue werden würde, während eine Wiederzulassung des Terminhandels gebrochen und am rechten Arm eine stärkere Vers sie ihren Anhängern vorschlagen will. für Industriewerte nicht in Aussicht genommen sei, auch nicht für sowohl als auch der Unteroffizier Jena wußten selbstverständlich mann in den Reichstag sendet? legung erlitten habe. Der Instruktionsoffizier Graf La Rosé Schuld auf sich nehmen, daß sie einen Antisemiten und Zollwucherdie beschränkte Gruppe der sogenannten Montanaktien. nichts von einer vorschriftswidrigen Behandlung. Letterer hat, wie Die Reform läuft also wieder auf eine halbe Maßregel hinaus. cr sagte, den Einjährigen Eras ertra ererziert, um ihn Freiherr v. Heyl hatte in seinem mißglückten Versuch, die Der Differenzeinwand hat allerdings zu derartigen widerlichen Er- nachzubringen". Oberstabsarzt Dr. Friedrich bekundet, daß Thätigkeit der Socialdemokratie zu verunglimpfen, unter andren scheinungen geführt, daß er sich nicht gut mehr aufrecht erhalten nach dem Zeugnis des Dr. Gözz Eras thatsächlich geistig erkrankt unrichtigkeiten auch falsche Angaben über die Steuergeseßentwürfe läßt, trotzdem war er bisher immerhin dasjenige Mittel, das noch war. Er selbst habe den Angeklagten im Januar beobachtet. Eras unsres Parteigenossen Ernst in Zürich gemacht. Wie uns beam meisten die Spekulationssucht zügelte. Fällt er, dann hat die verfiel öfters in Muskelkrampf, der etwa eine halbe Stunde andauerte. fannt wird, hat Regierungsrat Ernst dem Reichstags- Abgeordneten Aufrechterhaltung des Terminhandels- Verbots für Industrie- Aftien Eine Simulation ist ausgeschloffen. Aber trotzdem ist die Zurechnungs- b. Heyl nunmehr Aufklärungen zugehen lassen, durch welche die kaum noch einen Zweck, da dann nach Beseitigung der heute drohenden fähigkeit nicht gänzlich ausgeschlossen, doch müsse dies beim Urteil unrichtigkeit der Behauptungen Heyls über die Steuergesezentwürfe faum noch einen Zweck, da dann nach Beseitigung der heute drohenden milder berücksichtigt werden. Wegen seiner früheren Geistesfrankheit müsse erwiesen wird. Herr Heyl zu Herrnsheim ist aufgefordert worden, Gefahr das Verbot noch häufiger umgangen werden wird als jetzt.der Angeklagte dauernd aus dem Heere ausgeschlossen werden. Kriegs- feinen Irrtum vor dem Reichstage zuzugestehen. Wir erwarten, Eine Mittelmeerreise will der Kaiser im nächsten Monat gerichtsrat Binder hielt die Anklage im vollen Umfange aufrecht und be- daß Herr v. Hehl dieses Zugeständnis mit möglichster Beschleunigung unternehmen, jedoch nur dann, wenn wie die„ Kölnische 3tg." antragte acht Monate Gefängnis und Versetzung in die zweite Klaffe ablegen wird. beruhigend hinzufügt wenn nicht ungewöhnlich wichtige politische des Soldatenstandes. Das Urteil lautete für Eras auf vier WoEreignisse ihn daran hindern sollten." nate Gefänguis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Was ist ungewöhnlich wichtig?" -Staatsmittel für Arbeiterwohnungen. Dem Abgeordnetenhause ist ein Gefeßentwurf zugegangen, durch den die Regierung zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind und von gering besoldeten Staatsbeamten einen Kredit von 15 Millionen verlangt. Im ganzen find für den genannten Zwed bisher 44 Millionen zur Verfügung gestellt worden. Diese Summe ist so gut wie erschöpft. Es sind verwendet für eigne Bauten 272 Millionen und zu Darlehen an Genossenschaften und dergleichen 164 Millionen. Der Hauptanteil davon entfällt auf die Eisenbahnverwaltung; in geringerem Maße sind die Bauverwaltung, die Bergverwaltung und die Verwaltung des Innern daran beteiligt. Die Hinterthüren des Centrums. Wenn nun auch der Wahlkreis für die Freisinnigen verloren ist, so brauchen damit noch nicht notgedrungen die Antisemiten bei der Stichwahl den Sieg davonzutragen, wenn die freifinnigen Wähler, vor die Entscheidung zwischen den Kandidaten der schwärzesten Reaktion und der äußersten Linfen gestellt, resolut die antiquierten Vorurteile über Bord werfen und für den Socialdemokraten stimmen." Wenn der Name Freisinn noch den geringsten Sinn haben Ausland. Bom Freibeuter zum Premierminister. Herr Abg. Pichler hatte, wohl in der Voraussicht, daß ihm in diesem Prozesse teine besonderen Lorbeeren blühen würden, sofort ministers Sprigg, der demissionierte, durch Berufung des nach seiner Zeugenaussage den Saal verlassen. So weit unser Münchener Berichterstatter. Der Prozeß, der an den Fall Rehbein erinnert, zeigt, mit welcher Geläufigkeit, aber auch mit welcher Gewissenhaftigkeit das Centrum die Hinterthüren der Ministerien benutzt. Es ist unverantwortlich, daß Herr Pichler, der doch ein Politiker fein will, den Soldatenbrief auslieferte und er hätte sich das Verfabren unfres mit Zeugniszwang bestraften Genossen Rehbein zum Muster nehmen sollen, der es strikte ablehnte, ein solches Beweis dokument der Militärbehörde auszuliefern. Nach einer Kapstädter Meldung ist an Stelle des PremierGouverneurs der bekannte Jameson getreten. Jameson war bekanntlich der Handlanger Cecil Rhodes, als welcher er in den ersten Tagen des Jahres 1896 in Transvaal einfiel, um die Uitlander zu einem Aufstand gegen die BoerenRegierung zu veranlassen. Der Putsch mißglückte bekanntlich volls ständig. Jameson wurde samt seiner Söldner- Truppe gefangen. Nach England ausgeliefert, wurde er dort pro forma zu 15 Monaten Haft verurteilt, die er aber niemals verbüßte. " Daß Cecil Rhodes im Einverständnis mit Chamberlain handelte, ist selbstverständs lich. Nach dem Fehlschlagen des Coups wusch natürlich die englische Aber so groß die Leichtfertigkeit des Centrumsführers gewesen Regierung ihre Hände in Unschuld. Chamberlain nannte in einem ist, so ist das Verhalten des Kriegsministers nicht minder schlimm. amtlichen Blaubuch Jameson einen Freibeuter". Nun ist der Der Brief war ihm offenbar vertraulich mitgeteilt worden, damit Freibeuter zum Minister avanciert! er unter der Hand dem Schüßling Pichlers beispringe. Der Herr benutzte aber dieses Schriftstück, um dem Beschwerde führenden Soldaten einen Strick zu drehen. Unser Münchener Berichterstatter fündigt denn auch für die Beratung des Militäretats im bayrischen Landtag„ ein wenig erfreu liches Nachspiel für den Herrn Kriegsminister" an. Hus Induftrie und Dandel. Bilanz der Berliner Bank. Die von der Berliner Bank veröffentlichte Jahresrechnung zeigt, daß zwar das Geschäft des Instituts sich im letzten Jahre etwas Aber der Fall zeigt auch, wie richtig die Socialdemokratie ausgedehnt hat, der Gewinn aber, wenn man die stärkere Abhandelt, wenn sie es ablehnt, Aufforderungen von Regierungs- schreibung mit in Betracht zieht, auf demselben Niveau stehen gevertretern, vorgetragene Beschwerden durch Auslieferung von blieben ist. Nach dem Bericht der Verwaltung ergiebt das GewinnDokumenten zu beweisen, zu entsprechen. Der Majestätsbeleidigungs- Brozen, München, 18. Februar.( Eig. Ver.) Durch die Judiskretion des Abgeordneten Dr. Pichler mußte am Donnerstag der Einjährig- Freiwillige des Infanterie- Leibregiments Rechtspraktikant Josef Eras aus Deigesburg auf der Anklagebant des Serieg 3 gerichts der ersten Division Plaz nehmen. Eras, ein etwas fchwächlicher Mensch, machte schon vor seinem am 1. Oktober 1903 erfolgten Dienſteintritt erfolglos Versuche, vom Militärdienst befreit zu werden. Nach seinem Diensteintritt meldete er fich wiederholt zum Arzt, gab an, Schmerzen im Rücken und am linken Arme zu verspüren, die er darauf zurückführte, daß er in früher Jugend einmal beide Armie gebrochen habe. Vom Arzte immer wieder zum Dienste zurück geschickt, schrieb er an den Abgeordneten Dr. Pichler und Verlustconto einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre von einen Brief, in dem er dem Abgeordneten sein Leid flagte, daß 127 325 M. einen Bruttogetvinn von 3 754 983 m.( 3 632 291 m. er von dem Unteroffizier Jena extra egerziert und chikaniert werde, im Vorjahre). Davon entfallen auf Wechsel- und Zinsenconto obwohl er nicht im stande sei, die Uebungen so mitzumachen wie 1 866 501 M.( 1 832 167.). Provisionsconto 846 728 M. die andern, da er sich in der Jugend beide Arme gebrochen habe. der im September v. J. durch die Verhaftung von drei Redakteuren( 824 767 M.), Effekten- und Konsortialconto 493 606 M.( 447 684 Dr. Pichler hatte nichts Eiligeres zu thun, als diesen Brief und eines Metteurs gegen die Leipziger, Muldenthaler Mark), Coupons- und Sortenconto 14 854 M.( 12 434 M.), gelegentlich einer Sigung des bayrischen Landtages dem Kriegs- und Altenburger Volkszeitung eingeleitet worden, stand Depositenkasse und Kommandite nach Absetzung der Spesen derselben minister v. Asch einzuhändigen mit der Folge, daß gegen den am Freitag vor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts als 405 967 M.( 383 629 M.). Nach Abzug der Verwaltungskosten Beschwerdeführer, der sich in allzu großer Vertrauensseligkeit an den Revisionsinstanz zur Verhandlung. Das Landgericht Leipzig hatte von 778 457.( 751 410 M.), der Steuern von 138 994 c. Centrums- Abgeordneten Bichler wandte, Untersuchung wegen ver- die Redakteure Lüttich, Schöpflin und Hellmann wegen( 88 828 M.), der Abschreibung auf dubiöse Forderungen 94 121 M. leumderischer Beleidigung eines Borgesetzten und Vorschützens von Majestätsbeleidigung zu 6 bezw. 4 und 3 Monaten Gefängnis ver-( 88 084 M.) und einer Extra- Abschreibung auf Effekten- und Gebrechen eingeleitet wurde. urteilt. Gegen Schöpflin ruht auf Beschluß des Reichstags das Verfahren Konsortialconto von 500 000 m. verbleibt ein verfügbarer ReinDer Angeklagte Eras, der schon in der Vornntersuchung seine An- vorläufig. Herr R.-A. Dr. Druder ging ausführlich auf die Urteils gewinn von 2 243 409 M.( 2003 968 m.). Auf Antrag der gaben erheblich einschränkte, verteidigte sich damit, daß er begründung ein. Der Vorderrichter habe selbst ausgeführt, der Inhalt Direktion wurde beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, infolge seiner förperlichen Schwäche vom Arzte zur Berück- der Notiz sei an sich harmlos so wie die Notiz in Wiener Zeitungen die Verteilung einer Dividende von 4 Proz. sichtigung empfohlen worden war. Nichtsdestoweniger habe er enthalten war, aber in der„ Volkszeitung" trete der Kaiser in den( 3½ Proz.) zu genehmigen, dem Reservefonds 105 804 M. am Querbaum zehnmal auf- und abspringen müssen, das ihm Vordergrund. Und hier komme num in Frage, wie die Volks-( 93 617 m.), dem Beamtenpensions- und Unterstüßungsfonds die Hand geblutet habe. Am 10. November, dem Tage, zeitungs"-Notiz auf die Leser gewirkt habe. Das Landgericht habe 25 000 M.( 25 000 M.) zuzuführen, auf das Geschäftshaus einen an dem er dem Abg. Dr. Pichler den für ihn verhängnisvollen Brief mun vier Arten von Zeitungslesern konstruiert, nämlich ruhig denkende Betrag von 51 645 M.( 89 089 M.) abzuschreiben und den nach geschrieben habe, sei er eine halbe Stunde lang mit Chargierübungen Leser, fritisch lesende Leser, urteilsfähige und urteilslose Leser. Das Abzug der statuten- und vertragsmäßigen Tantiemen verbleibenden geplagt worden, so daß er schließlich nicht mehr konnte. Das sei Landgericht sagte weiter, der ruhige und urteilsfähige Leser werde Rest von 164 010 m.( 127 325 M.) auf neue Rechnung vornach seiner Meinung Chifane, wenn er auch dem Unteroffizier fein in einer Mitteilung, daß irgend jemand einen unehelichen Bruder zutragen. die urteilslosen Leser strafrechtliches Verschulden zur Last legen wolle. Mit der Stelle im habe, feinen Makel erblicken, während Briefe, die Sache an geeigneter Stelle zur Würdigung zu unter- und diese bilden die Masse aller Zeitungsleser breiten", wollte er gesagt haben, daß Abg. Dr. Pichler einen in Makel darin sehe, wenn jemand einen solchen Bruder habe. folchen Dingen erfahrenen Kollegen befragen möge. Von seinen hier fehle die Feststellung, was der Inhalt der Notiz iſt, Eltern will Eras erfahren haben, daß er im Alter von drei Jahren dafür habe das Landgericht die Wirkung auf das Publikum den Vordergrund gerüdt. Die Notiz sei also beide Arme gebrochen habe; davon habe er bei der Aushebung in er beim Ererzieren Schmerzen ver- Vorderrichter unter dem Gesichtspunkt betrachtet und beurteilt nichts gesagt, erst als spürte, habe er sich gemeldet. worden, wie sie angeblich vom urteilslosen Publikum betrachtet und Der Zeuge Abg. Dr. Pichler deponierte, daß Eras eines beurteilt werde. Die Notiz sei nicht geeignet, den Kaiser zu beleidigen, Lages im November in sein Zimmer im Landtage gekommen wie ja auch das Landgericht selbst betone, daß das Vorhanden sei und ihm seine Beschwerden vorgetragen habe. Er habe sein eines unehelichen Bruders ein Makel nicht sei. Die Beleidigung dem Eras erwidert, daß er bon militärischen Dingen würde nur dann vorliegen, wenn in der Notiz gesagt worden wäre, nichts verstehe, daß er aber bereit sei, sich der Sache anzunehmen. der Kaiser habe Kenntnis von dem Dasein des angeblichen Bruders Doch möge Eras seine Beschwerden schriftlich niederlegen, damit ihm gehabt, und ihn trotzdem in einem Krankenhaus sterben lassen. Ber Als er am andern Ausführlich besprach der Verteidiger dann noch die ( Pichler) nichts aus dem Gedächtnis komme. Genossen Hellmann, dem das LandTage den Brief von Eras bekommen habe, habe er die Sache dem antwortlichkeit des Kriegsminister erzählt und diesem dann den Brief übergeben, gericht als wahr unterstellt, daß er zur fraglichen Zeit nicht damit er nicht darauf vergesse(!!) Dies geschehe sehr häufig, in den Redaktionsräumen sich aufgehalten habe. Das Landgericht vertraulich mit dem habe aber trotzdem die Verantwortlichkeit Hellmanns ausgesprochen, man bespreche die Angelegenheit Minister, herbei weil z. B. Hellmann nicht nachgewiesen habe, daß es ihm unmöglich auf solchem Wege Abhilfe damit " einen bom Das Bilanzconto pro 31. Dezember 1903 stellt sich wie folgt: Aktiva. Kassenbestand, Reichsbank, KassenKassenbestand, Reichsbank, Kassenverein Coupons und Sorten. Guthaben bei Banken Wechselbestand Effekten Beteiligungsconto abzüglich Extraabschreibung. Reportierte Effekten Kommanditeinlagen Debitoren: a) gedeckte b) ungedeckte Aval- Debitoren. • • 11 630 189 M. " 9 718 322 21 338 511 M. 1903 1902 4 017 830. 3 819 763 M. • 466 680 2 375 625 16 479 770 401 971 " " 2 572 999 17 " 16 032 287 " " 11 887 265 " 8 235 670 " 500 000 " 20 838 511 8 129 732 2 000 000 " 8048 677 " " 2 000 000 " " 39 115 996 32 679 683 " " 10 473 928 7 988 257 2 4 210 082 3 650 064 U Attienkapital Passiva. · Referbefonds. Accept- Verpflichtungen Aval- Verpflichtungen Kreditoren in laufender Rechnung davon auf feste Termine 28 410 379 M. 42 000 000. 42 000 000 m. 8 305 077 " 17 044 221 3.211 459 15 540 052 " " 4 210 082 41 858 344 3 650 064 11 " 33 480 012 % U " Die Beteiligungen der Bank sehen sich zusammen aus: 511 290 M. Beteiligungen an Deutschen Staats- und KommunalAnleihen, 579 009 M. an ausländischen Staatsanleihen und andren fest verzinslichen Werten, 373 575 M. an Eisenbahn- und Bankaftien, 3 887 104 M. an Terraintverten 4 357 343 M. an industriellen Werten einschließlich der Beteiligung der Bank von 2 800 000 m. an der Eisenbahnbau- Gesellschaft Becker u. Co., G. m. b. H. Die eignen Effekten der Bank seßen sich zusammen aus 1 891 231 M. Deutschen Staats- und Kommunal- Anleihen in 21 Gattungen, 2 351 926 m. ausländischen Staatsanleihen und andren fest verzinslichen Werten in 45 Gattungen, 2 277 499 m. Eisenbahn, Bank- und Versicherungsattien in 24 Gattungen, 5 109 531 M. Industrie- Aktien in 88 Gattungen. . T. fonnte als Andreherin sofort bei der Firma Pf. in 1 1. Einräumung eines Retentions- und Pfandrechts der Kaffe an Arbeit treten. Lentzen verweigerte die Ausstellung der Bauschalsumme für Arzthonorar, bis feststehe, daß keine lebereines Scheines. bürdung der Kasse durch den Aufwand für Krankengeld und Arznei Zu der Andreherin A. Sch. hatte der Spinner von der Firma vorliege. H. Sch. geschickt, ob sie arbeiten wolle, dann fönnte sie sofort anfangen. Er habe schon mit Herrn Sch. Rüdsprache genommen, fie folle sich einen Schein auf dem Bureau ausstellen lassen. 2. verweigerte die Ausstellung. Die Arbeiterin muß daher, weil es die Herren so haben wollen, weiter feiern. Der Weber R. B. hat am 12. Februar im Arbeitsnachweis bureau um Arbeit vorgesprochen. Lengen erklärte, er tönne mit feinem früheren Chef, Herrn B. H., nicht telephonisch sprechen, doch Arbeit sei borhanden. Er solle zu H. gehen und fragen, ob er ihn freigebe. B. hat dann ein Zeugnis von Herrn H. erhalten. Als er mit dem Zeugnis im Arbeitsnachweisbureau erschien, wurde ihm bedeutet, daß es für ihn feine Arbeit gebe. Jm„ Crimmitschauer Anzeiger" veröffentlichen die Unternehmer, deren Organ das Blatt ist, unter der Maske einer Ausgesperrten ein Eingefandt", in welchem dem Verbande ungenügende Unterstügung nachgesagt wird. Es heißt in demselben: " .... " „ Wir müssen in Arbeit treten, wo es ist, denn mit den 8 M. Unterstügung fann man nicht auskommen Daraus macht das„ Leipziger Tageblatt" und sogar die„ Nordd. gem. 8tg." druckt das unbesehen nach: 2. Berechtigung der Kasse, die Zulassung eines Arztes zur Kassen pragis solange bis zur Dauer eines Jahres zu verweigern, als in demjenigen Teile des Kaffengebietes, in welchem der Bewerber wohnt oder sich niederzulassen gedenkt, eine hinreichende Anzahl von Kassenärzten bereits vorhanden ist und in einer andern Gegend ein Mangel an Sassenärzten besteht. 3. Einrechnung der den neu angeworbenen Distriktsärzten versprochenen Gehalte in die ad 1) gedachte Pauschalsumme. 4. Erhöhung des Firums an Arzthonorar für jedes Kassens mitglied von 4% auf 6 M. Ueber diese vier Punkte haben die Aerzte einer- und der Kassenvorstand andrerseits in folgender Weise Beschluß gefaßt: Die Aerzte hatten beschlossen: zu 1. und 2. Annahme der gemachten Vorschläge; Diftriftsärzten abgeschlossenen Verträge wieder auflösen werde; zu 3. Ablehnung in der Erwartung, daß die Kaffe die mit zu 4. Bereitwilligkeit zu wesentlichen Zugeständnissen. Wegfall der Extravergütungen bei Festsetzung des Honorarfigums auf 8 M. pro Mitglied. Der Kaffenvorstand Wie im vorigen hat auch in diesem letzten Geschäftsjahre die Berliner Bank versucht, die Schläge, die ihr die Krisis des Jahres 1901 gebracht hat, zu überwinden und an ihrer Konsolidation zu arbeiten. Das ist ihr auch bis zu einem gewissen Grade gelungen, doch kann im ganzen der Erfolg nur als ziemlich mäßig gelten. Die andrerfeits erklärte in einer längeren Eingabe, er müsse befürchten, Zunahme der Kreditoren um über acht Millionen Mark bekundet" Unter den Zurückgebliebenen wächst die Erbittering gegen die daß durch die vorgeschlagenen Abmachungen ein dauernder Friede eine entschiedene Festigung des Vertrauens zu der Leitung des Streitführer, zumal da der Textilarbeiterverband jetzt folchen nicht erzielt werde. Unter diesen Umständen müsse er die gemachten Instituts, doch haben die dadurch der Bank zugeflossenen reicheren Familienvätern, deren Frauen Arbeit gefunden haben, nur noch Vorschläge zur Zeit und zwar schon aus dem Grunde ablehnen, weil Mittel nur eine geringe Steigerung des Gewinnerirages gebracht, 8 M. Unterſtügung die Woche zahlt, die bisher bewilligten 2 M. zu einem Eingehen auf dieſelben seiner Ansicht nach die Zustimmung ba, wie die Abrechnung erweist, der Bruttogewinn nur um rund Wochenzuschuß aber streicht."- Ungefähr das Gegenteil davon ist der Generalversammlung nicht zu umgehen sei. 122 000 M. über die vorjährige Ziffer hinausgeht. An diesem wahr. Nicht herabgesetzt, sondern erhöht find in letzter Zeit Mehrertrag ist trotz des höheren Diskonts im letzten Jahr das Die Krankenversicherung in Berlin. Wechsel- und Zinsenconto nur mit ca. 34 000 m., das Provisions- die Unterstützungssäße, und zwar um 2 M. für Verheiratete, deren conto mit 22 000 m., das Effekten und Stonfortialconto mit Frauen keine Arbeit finden und auch nicht unterstützungsberechtigt verficherung im Jahre 1901 seien einige allgemein intereffierende Nach der foeben erschienenen ausführlichen Statistik der Krankens 46 000 m. beteiligt, während weitere ca. 22 000 m. auf die find. An Unterstützung erhalten: die Ledigen 8 M., die Angaben über die Verhältnisse in Berlin mitgeteilt. Es waren im Depositenkassen und Kommanditen entfallen. Verheirateten ohne Kinder, deren Frauen Unter- Jahresdurchschnitt 155 Stassen mit 557 571 Versicherten vorhanden, Wenn trotz dieser geringen Mehreinnahme und der erhöhten stützung beziehen oder arbeiten, 11 M., diejenigen aber, darunter 169 805 weibliche Personen. Nur 16 der vorhandenen Berwaltungskosten( ungefähr 27 000 m. mehr) sowie der ge- deren Frauen weder arbeiten noch Unterstützung beziehen, erhalten Kaffen dehnten ihre Thätigkeit über den Gemeindebezirk hinaus ftiegenen Steuerausgaben( 58 000 m. mehr) nach der Rechnung 13 M. Außerdem werden noch für jedes Kind aus. Die Mehrzahl der Versicherten, nämlich 370 791, gehörte der Bank der Reingewinn sich um 240 000 W. höher ſtellt und von 75 Bf. gezahlt. Unter den noch Ausgesperrten sind hunderte. den 55 Orts- Krankenkassen an und von den weiblichen sogar der diesem 4 Proz. Dividende verteilt werden können, so ist dieses statt 700 000 m. auf Effettenconto) und durch den Wegfall der tommt. Es ist deshalb eine bodenlose Unverschämtheit, wenn be- liche und 32 weibliche Personen an. In 46 Betriebskaffen befanden Resultat lediglich durch die geringen Abschreibungen( 500 000 m. deren Unterstügung dem früher verdienten Lohne annähernd gleich allergrößte Teil, nämlich 138 408. Der Gemeinde- Strankenversicherung der Stadt Berlin gehörten am 31. Dezember 1901 nur noch 22 männ den Angestellten zustehenden Tantiemen erreicht. Die Bant- bauptet wird, der Verband habe bezüglich der Unterstützung sich durchschnittlich 104 189 Versicherte, darunter 16 043 weibliche. berwaltung hat nämlich ihre Angestellten au nicht Wort gehalten und die Gemaßregelten würden nicht genügend Innungstaisen gab es 20 mit 49 570 Mitgliedern, unter ihnen beranlassen gewußt, schriftlich auf ihre entschädigt. Tantiemen Ansprüch für das Jahr 1903 8 11 berzichten. Manchem dürfte dieser Verzicht sicherlich nicht leicht fie fich richtet, wird bei geeigneter Zeit zu Tage tommen. Unzufriedenheit herrscht in Crimmitschau natürlich. Gegen wen geworden sein. Hoffentlich ist durch die erneute Abschreibung von einer halben Million auf Effekten und Beteiligungen, die mehr als den ganzen Gewinn des Effektencontos verschluckt, endlich der Effektenbesis auf feinen effektiven Wert herabgesetzt. Auch die Flüssigkeit der Mittel läkt, wie die Bilang zeigt, manches zu wünschen übrig und ist entschieden ungünstiger, als am Schlusse des Jahres 1902. Gewerkschaftliches. auf dem es heißt: Berlin und Umgegend. 9935 weibliche. Bei sämtlichen Versicherten tamen insgesamt 224 120 Erkrankungsfälle vor, wovon 66 436 auf die weiblichen Mitglieder entfielen. Auf 100 durchschnittlich vorhandene Mitglieder kommen danach 40,2 Er tranfimgsfälle; auf 100 männliche aber 40,7 und auf 100 weibliche mur 39,1. Die Zahl der Krankheitstage betrug 5 705 218, fo baß auf 100 Mitglieder 1023,2 Krankheitstage entfallen. Die weiblichen Mitnämlich auf 100 männliche Mitglieder 998,4 und auf 100 weibliche glieder waren durchschnittlich länger frank wie die männlichen; es tommen Lohnbewegung der Fliesenleger Hilfsarbeiter. In einer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung teilte die Streifleitung mit, willigt haben, während 49 Arbeiter sich im Streit befinden. Im daß bis jetzt sieben Firmen mit 56 Arbeitern die Forderungen beganzen mögen etwa 150 Hilfsarbeiter in der Fliesenleger- Branche 1080 Strankheitstage. beschäftigt sein. Die Streilleitung hat das Gewerbegericht als Ginigungsamt angerufen und die Versammlung ernannte ihre Vertreter zur Führung der Verhandlungen. Welche Stellung die Unternehmer hinsichtlich der Verhandlung vor dem Einigungsamt einnehmen, ist noch nicht bekannt. Bei den Ortskaffen tamen auf 100 Mitglieder 1058,8 Strank beitstage, bei den Betriebskassen 1133,3, und bei den Jnnungs tassen 776,9. Sterbefälle tamen bei sämtlichen Kaffen 4443 bor. Der Rachefeldzug der Crimmitschauer Unternehmer. Die Einnahmen sämtlicher Kassen betrugen 18 096 195 m., baDie„ Herren im Hause" zu Crimmitschau sezen ihr sittlich sich die Maschinenarbeiter und Bautischler im Streit. Die Kameraden versicherung 21 954 M. und aus Eintrittsgeldern 207 955 M. Achtung, Zimmerer! Bei Küfter, Greifswalderstraße, befinden von aus Beiträgen 14 098 812 M., aus Busatbeiträgen für Familieneinwandfreies" Vorgehen ungescheut fort. Dem Herrn Bürgermeister werden ersucht, die Streifenden dadurch zu unterstützen, daß sie Die Ausgaben betrugen 17 379 171 M., davon für ärztliche Be wurde sein Gehalt erhöht, die Arbeiter fliegen auf die Straße. Die Arbeiten und Hilfeleistungen an den Maschinen verweigern, ebenso handlung 1854 512 M., für Arznei und sonstige Heilmittel Maßregelung ist nach dem Schema des Kühnemänner- Verbandes in keine Tischlerarbeiten anfertigen. Entgegengesettenfalls ersuchen wir 2133 667 M., Krankengeld an Mitglieder 6716 571 M., an An ein System gebracht. In jeder Fabrik ist ein Plakat angeschlagen, unser Bureau, Dragonerstr. 15, Telephon- Amt III, 5028, zu benach- gehörige 175 957 W., an Wöchnerinnen 162 181 M., Sterbegeld richtigen. Der Vorstand des Vereins der Zimmerer. 413 321 M., Anstaltskosten 2051 795 M., Refonvalescentenpflege 1005 M., Verwaltungskosten 794 714 m., persönliche und fächs ,, Arbeitsuchende müssen mit einem in der Arbeitsnachweis- Achtung, Glasbläser! Infolge von Lohndifferenzen legten die fiche 272 197 M. Berlin nimmt unter allen Bundesstaaten stelle in Crimmitschau ausgestellten Arbeits nach weisschein gesamten Glasbläser und Bläserinnen am 8. Februar bei der Firma und preußischen Provinzen darin eine auffällige Ausnahmes versehen sein. Die Arbeitsscheine werden nur unter Vorlegung Heinz, Neue Hochstr. 2. die Arbeit nieder. Heinz hatte am 7. De stellung ein, daß die Ausgaben für Arznei und Heilmittel erheblich der Kündigungsscheine bezw. des letzten Entlassungsscheines oder zember 1903 den vom Verband ausgearbeiteten Lohntarif anerkannt höher sind wie die Arztkosten. Nur noch Schaumburg- Lippe hat ein des vorschriftsmäßig ausgefüllten Arbeitsbuches kostenfrei aus- und sich durch Unterschrift verpflichtet, den Lohn zu zahlen. Nach ähnli hes Verhältnis, in allen übrigen Gebieten sind diese Ausgaben gestellt." faum zehn Wochen ändert der Herr aber seine schriftliche und münd- geringer und zum Teil sogar sehr erheblich geringer wie die ArztNach einer Eingabe, welche die Ausgesperrten überflüssigerweise liche Zusage und hat allen Glasbläsern eine 25prozentige Lohn- fosten. Das günstigste Verhältnis hat darin Lübed, wo auf an den Stadtrat gemacht haben, spielt sich bei einer Nachfrage nach reduktion angekündigt. Sämtliche Arbeiter haben den Betrieb ver- 120 692 M. Arztkosten nur 48 768 M. Arzneitosten kommen. Arbeit auf diesem sogenannten Arbeitsnachweis, in Wirklichkeit lassen und hoffen, daß, wenn fein Zuzug entsteht, der Unternehmer Auf ein Mitglied berechnet betrugen: die Beiträge einschließlich Arbeitermaßregelungs- Bureau, folgende Scene ab. Der Arbeiter nachgeben muß. Ganz besonders machen wir es allen Glasbläsern Zufaßbeiträgen und Eintrittsgeldern 25.70 M., Arztkosten 3,33 M., muß seinen Kündigungs- oder Entlassungsschein vorlegen. Herr zu meiden. Alle Unterhandlungen, die feitens des Verbandes ein- 12,36 M., Anstaltskosten 3,68 M., Wöchnerinnen- Unterstüßung, in Thüringen zur Pflicht, so lange die Differenzen bestehen, Berlin Arzneifoften 3.83 M., Kranfengeld an Mitglieder und Angehörige Lengen, der Sekretär des Bureaus, schlägt mun fein Buch nach geleitet sind, hat Herr Heinz abgelehnt. Ebenso hat er dem Sterbegeld und Rekonvalescentenpflege 1,03 M., Verwaltungsfoften und entscheidet nun nach seinen Notizen, ob er dem Arbeiter Arbeit Gewerbegericht, welches die Arbeiter anriefen, mitgeteilt, daß er zu 1,91 M. Die Verwaltungskosten sind in Berlin sehr hoch, was sich zuweisen solle oder nicht. Hat er feinen Vermerk in seinem Buche, teiner Unterhandlung erscheinen werde. aus der Zersplitterung des hiesigen Kassenwesens mit erklärt; dann frägt er bei dem früheren Arbeitgeber des Arbeiters an, ob Achtung, Glasschleifer! Bei der Firma Schulze u. Jost, sie werden nur noch von Hamburg übertroffen, wo auf den Kopf dieser ihn losgiebt". weil die Firma schon seit ca. zwei Jahren fortwährend Teen 25,25 M., Arzttoften 3,08 m., Arznei 3,98 M., Krankengeld 11,55 W., Friedrichstr. 16, haben sämtliche Glasschleifer die Arbeit niedergelegt, 2,25 M. entfallen. Arbeiter Bei den Ortstassen tamen auf ein Mitglied: Beiträge entläßt, sowie die Arbeit etwas naẞließ. Zu wiederholten Malen nahm die Leitung der Organisation Veranlassung, bei der Firma Anstaltstoften 3,93 M. Die übrigen Krankheitskosten 1,10 m., Ver vorstellig zu werden, die Arbeitszeit zu verkürzen, wenn die Arbeit waltungstosten 2,26 M. Betriebstassen auf ein Mitglied: Beiträge 31,41 M., nachläßt. Die Kollegen. welche bei der Firma in Arbeit standen, verlangten dies ebenfalls. Als nun vor 6 Wochen die Leitung wieder deshalb Arzt 4,81 M., Arznei 4,22 M., Krankengeld 17,41 M., Anstaltsborstellig wurde, gab die Firma am nächsten Sonnabend der Organi- tosten 3,17 M., foustige Krankheitskosten 1,09 M., Verwaltungskosten fation Antwort, indem sie acht Glasschleifer auf die 0,39 m. Straße warf. Als darauf diese Woche die Firma vom Arbeits- Innungstaffen auf ein Mitglied: Beiträge 20,69 M., Arzt nachweis Arbeitskräfte verlangte, wurde ihr die Frage vorgelegt, ob 2,11 M., Arznei 2,58 M., Krankengeld 9,21 M., Anstaltstoften 4,12 M., M. fie gewillt sei, nochmals in Unterhandlungen zu treten. Die Firma sonstige Krankheitsfoften 0,64 M., Verwaltungskosten 2,21 m. Sämtliche Kaffen Berlins hatten am Schlusse 1901 zusammen gab darauf keine Antwort, suchte aber in der Bolts- Zeitung" bereits Glasschleifer; ein flarer Beweis, daß die Firma es zum Bruch treiben einen Attivüberschuß von 11 924 788 m. wollte. Als dann am Donnerstag Hausdiener angelernt werden sollten, legten sämtliche Glasschleifer die Arbeit nieder. aufnahme verhindert wurden. Bahllos sind die Fälle, in welchen so Arbeiter an der ArbeitsDer Weber V. K. sollte bei der Firma H. Sch. zur Aushilfe arbeiten. Als er mit der Arbeit beginnen wollte, sollte er erst einen Schein vom Arbeitsnachweisbureau beibringen. Die Aushändigung eines Scheines wurde ihm auf dem Bureau verweigert. Er mußte deshalb aufs Arbeiten berzichten, ob wohl er teine Arbeit hatte und gern arbeiten wollte. Der Weber K. H. war nach dem Arbeitsnachweisbureau gegangen und erhielt nach Einsicht in den Entlassungsschein die Mitteilung, daß es für ihn feine Arbeit gebe. H. ging nun auf gut Glück nach Arbeit und erhielt auch solche bei der Firma K., sollte jedoch einen Schein vom Bureau beibringen, daß sein früherer Arbeitgeber ihn freigebe. Herr Lengen erklärte diesem, obwohl der Arbeiter darauf hinwies, daß er Arbeit habe: Für Sie giebt es teine!" Auf seine Frage: Hier werden wohl schwarze Listen" geführt?", hatte dieser Mann die Antwort: Ich lasse mich nicht ausfragen, ich bin Beamter, das mache ich, wie ich will." " Der Weber E. Sch. war bei der Firma F. E. am 11. Februar auf unbestimmte Zeit in Arbeit getreten. Der Meister forderte ihn am Nachmittag in der dritten Stunde auf, fich einen Schein zu holen, sonst tönne er nicht weiterarbeiten. Die Bescheini gung wurde ihm berweigert. Der Mann mußte bummeln, ob er wollte oder nicht. Der Weber H. F. fonnte zu jeder Zeit bei der Firma E. Sch. in Arbeit treten, wenn er einen Schein vom Arbeitsnachweisbureau ausgestellt beibringe. Die Ausstellung der Bescheinigung wurde ihm verweigert. Scheines. Die Werkstelle ist streng zu meiden. " Zum Bautischlerstreit in Steglitz und der Umgegend wird gemeldet, daß gestern zwei weitere Firmen den vorgelegten Nettoaren schriftlich anerkannt haben. In diesen beiden Betrieben fommen 16 Bautischler und 2 Einfeger in Betracht. Insgesamt bei fieben Firmen mit 63 Streifenden ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Soziales. Aerzte und Krankenkassen. Ueber den Stand des Leipziger Konflikts wird gemeldet: Der Vorstand der Leipziger Orts- Krankenkasse hat sich im Streite M. S. sollte ebenfalls bei der Firma N. in Arbeit treten mit den Aerzten grundsätzlich mit den den streitenden Teilen von nach Beibringung einer Bescheinigung. Die Bescheinigung wurde der Leipziger Kreishauptmannschaft neuerdings unterbreiteten berweigert. Einigungsvorschlägen einverstanden erklärt. Der Vorstand bezeichnet Der Weber G. F. batte bei der Firma G. Pf. Arbeit er die Vorschläge als durchaus geeignete Grundlage für ein neues halten. Auch hier verweigerte Herr Lenzen die Ausstellung eines Vertragsverhältnis. Er ging dabei von der Voraussetzung aus, daß die Kreishauptmannschaft damit einverstanden sei, daß die Verträge A. S. Hatte bei der Firma W. Arbeit nach Beibringung einer mit den inzwischen von auswärts herangezogenen Aerzten im vollen Bescheinigung. Die Ausstellung wurde verweigert. Der Weber M. W. hatte bei zwei Firmen Arbeit erhalten: Umfange aufrecht erhalten werden, und daß diesen Aerzten in feiner bet G. Pf. und F. W. Er fonnte aber die Arbeit nicht annehmen, Weise ein Verzicht auf ihre Vertragsrechte zugemutet werden dürfe. da man die Ausstellung einer Bescheinigung im Arbeitsnachweis- Die Aerzte haben schon zu den ersten Einigungsvorschlägen bureau verweigerte. erflärt, daß sie in die Erfüllung der Verträge mit den neu Der Weber G. H. sollte bei der Firma G. Pf. in Arbeit hinzugezogenen Aerzten nicht einwilligen wollen. Die Situation treten. Der Fabrikant nahm ihm den Entlassungsschein ab. Er wird vermutlich ähnlich wie in Köln: wenn sich die Kaffe den ärztsollte sich einen Schein vom Arbeitsnachweisbureau geben lassen. Hier wurde ihm die Aushändigung eiges Schemes verweigert. 2. B. hat bei der Firma H. N. Arbeit versprochen erhalten; er sollte nach dem Arbeitsnachweisbureau gehen und einen Schein holen. Bei seiner Nachfrage wurde ihm die Aushändigung des Scheines mit dem Hinweis verweigert, er müsse noch ein paar Wochen warten. Verantwo. Redakteur: Julius Kalisti, Berlin. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Reichstags- Nachwahl im Kreise Schmalkalden- Eschwege. Eschwege, 19. Februar.( W. 2. B.) T. Bei der Reichstages erfaßwahl im 4. Heffen- Nassauischen Wahlkreis erhielten Bigarren fabrikant Wilhelm Hugo, Cassel( foc.) 5837, Porzellanmaler Friedrich Raab- Hamburg( deutsch- social) 4552, Wolfsschullehrer Otto Merten Berlin( freis. Bp.) 4089, Gutsbesizer Hermann v. Chriften- Werleshausen( Freitons.) 8519 Stimmen. Es hat Stichwahl zwischen Hugo und Raab stattzufinden. Stichwahlen zur Hamburger Bürgerschaftswahl. Hamburg, 19. Februar.( W. T. B.) Die bei der Bürgerschaftswahl am 12. d. M. erforderlich gewordenen sechs Stichwahlen haben heute unter sehr starker Wahlbeteiligung, die in einzelnen Bezirken 98 Proz. erreichte, stattgefunden. In säntlichen sechs Bezirken haben die bürgerlichen Parteien über die Socialdemokraten gefiegt. Hererokrieg. Berlin, 19. Februar.( W. T. B.) Gouverneur Leutwein telegraphiert unter dem heutigen Tage, daß am 16. Februar eine Abteilung Matrosen und Schußtruppen unter Kapitänlieutenant Gygas am Lievenberg, nordöstlich Otjimbingwe in Richtung auf GroßBarmen ein Gefecht hatte. Diesseits sind als Verlust gemeldet ein Tcter, ein Verwundeter, deren Namen folgen werden. Der Gegner, dessen Verluste unbekannt sind, wurde zurückgeworfen. London, 19. Februar.( Unterhaus.) Kair Hardie beantragte ein Amendement zur Adresse, in dem das Bedauern ausgedrückt wird, daß mit Rüdsicht auf die sich aus dem Arbeits. manger ergebende Not tein Arbeitsministerium geschaffen worden ist, um dem Arbeitsmangel werksam zu begegnen. Das Amendement wurde mit 281 gegen 151 Stimmen abgelehnt. Im Laufe der Debatte erklärte der Präsident des Lokalverwaltungsamts Long, die Regierung habe die Notwendigkeit eines besonderen Arbeitsministeriums nicht angesehen. Die Adresse wurde darauf angenommen. Hierzu 2 Beilagen, lichen Forderungen fügt, dann entsteht eine„ Ginigung"; fügt sie sich nicht, dann hängt alles von der Entschließung der Aufsichtsbehörde ab. Greift diese in einem den Aerzten günstigen Sinne in den Streit ein, dann haben die Aerzte einen herrlichen Sieg" erfochten. Wie die neuen Vorschläge der Kreishauptmannschaft lauten, ist noch nicht bekannt. Die vordem gemachten waren: Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 43. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sombend, 20. februar 1904. 37. Sigung. Freitag, 19. februar 1904, 1 hr. Am Bundesratstische: Kraetfe. Abg. v. Gerlach( Hosp. d. Frs. Vg.): bandes? " Redakteure " Ich bitte nun den Herrn Staatssekretär, mir einmal rein[ Nichtgewährung der Ostmarkenzulagen dürfen nicht politische, sondern vernunftgemäß die Gründe für das Verbot des Post- Unter- nur rein sachliche Gründe maßgebend sein. beamten Verbandes anzugeben. Herr v. Podbielsli hat es Abg. Prinz Schönaich- Carolath( Hosp. der Natl.): Jn Deutsch ja einfach als Willensaft hingestellt. Der Staatssekretär land ist es doch mit dem Postbetrieb am besten bestellt. An der meinte, Boftunterbeamten- Verbände dürften sich nur auf Be- Riviera z. B. ist es viel primitiver. Wir haben in jedem kleinen Die zweite Lesung des Post Etats wird fortgesetzt beim Titel zirke erstrecken, innerhalb deren die Leute sich kennten. Kennen sich Ort ein Bostamt. Ich freue mich über die vermehrte Anstellung von Die zweite Lesung des Post- Etats wird fortgesetzt beim Titel etwa die 7500 Mitglieder des bayrischen Bostunterbeamten- Ver- Frauen. Im Spreewald muß der telephonische Verkehr weiter ausStaatssekretär. Dazu ist neu eingegangen eine Resolution Erz- Redner der Rechten haben sich nicht gegen den allgemeinen PostDas ist doch eine ganz unhaltbare Ansicht. Auch die gestaltet werden. Abg. Dr. Stöcker( wildk.): Mir sind zwei Zuschriften von berger( C.):„ den Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sorge zu unterbeamten- Verband erklärt. Wieder befindet sich der Herr Staats- Unterbeamten zugegangen, die beide die Bildung eines tragen, daß für das Reichspostgebiet neben den Bostanweisungs- fekretär in völliger Jfolierung. Das muß doch schließlich Eindruck über das ganze Reich sich erstredenden UnterKartons auch Postanweisungs- Karten eingeführt werden". auf ihn machen. Den Poftunterbeamten muß endlich das doch in beamtenvereins für notwendig erklären im InterAbg. Zubeil( Soc.): erster Linie ideale Recht der Koalition gegeben werden. Daß heute die esse der christlich nationalen Arbeiterbewegung. Jit dem Berliner Vororte Johannisthal, der ettva 3000 Unzufriedenheit unter den Unterbeamten immer mehr zunimmt, Dadurch würde die Socialdemokratie nicht gestärkt, sondern im Einwohner zählt und eine große industrielle Zukunft hat, besteht erkennt z. B. für die Eisenbahner der Eisenbahndirektor de Terra in Gegenteil ein Mittel geboten werden gegen die Verführung durch tein Poftamt, sondern nur eine Postagentur, die in einem einer Arbeit Im Zeichen des Verkehrs" an. Unser Ziel ist der die Socialdemokratie. Ich glaube nicht, daß der socialdemokratische einzigen einfenftrigen Raum eines Restaurationsgebäudes unter- Friede zwischen Unterbeamten und Postverwaltung, aber wir müssen Geist schon tief in die Kreise der Postbeamten eingedrungen ist. gebracht ist. Die Beleuchtung ist so schlecht, daß abends niemand kämpfen, um ihn durchzusetzen!( Bravo! links.) In Bayern und Württemberg hat man keine schlechten ErDer Sort schreiben oder lesen kann. Schreibgelegenheit giebt Staatssekretär Kraetke: fahrungen mit den Unterbeamten Verbänden gemacht. es gar nicht. Die einlaufenden Depeschen werden telephonisch Herr de Terra sagt auch, daß die Beamtenverbände nicht die Regierungsdirektor Conrad sagte im bayrischen Landtag, mit weiter gegeben. Der Telephonschrank ist in einem so schlechten Unzufriedenheit schüren und ihre Ziele nicht mit allen Mitteln zu Die Organisation der Postbeamten ist nicht nur eine Gefahr, sondern Verbänden sei leichter zu verhandeln als mit Massen. Zustande, daß jedes telephonierte Wort vom Publikum gehört erreichen suchen dürfen. Alle diese Vereine haben das Ziel, die werden fann. Aber nicht nur das Depeschen Autorität zu untergraben, und das hat Herr auch eine Hoffnung. geheimnis wird verlegt, berlegt, sondern das v. Gerlach auch gethan.( Unruhe links.) Er ist sogar nicht Die Sonntagsruhe muß strenger durchgeführt Briefgeheimnis, denn die Briefe werden an einem davor zurückgeschreckt, in Hamburg zu sagen:„ Der Staats- werden. Ich werde mich nicht eher zufrieden geben, als bis daß das Restaurationstische abgestempelt, an dem gleich- fekretär wird es nicht wagen, irgend etwas zu unter- Raffeln der Gepäckwagen am Sonntagmorgen aufgehört hat( Bravo! zeitig das Publikum beim Biere sigt. Die nehmen, denn der Reichstag trete zusammen." rechts). Dem Volke ist Sonntagsruhe gleichbedeutend mit SonntagsPostbeamten haben durchschnittlich 80 durchschnittlich 80 Stunden wöchentliche( hört! hört! rechts.) In dieser Weise den Chef einer großen Ver- heiligung. Nicht nur die Behörden, sondern auch die Geschäfte Dienstzeit. Die Einwohnerschaft hat sich mit einer Bittschrift um waltung der Feigheit und der Unehrlichkeit zu zeihen, das müssen uns in unserem Bestreben unterstützen. Viele jüdische Geschäfte Verbesserung der Verhältnisse an die Postverwaltung gewandt. bedeutet doch eine Untergrabung der Autorität. Sieht lehnen es ab, vom Freitagabend bis Sonnabendabend von der Post Unter den unterzeichnen befindet sich auch der Ortsvorsteher. Eine Herr v. Gerlach das nicht ein, so kann ich mich mit ihm nicht mehr behelligt zu werden. Dann können sie auch bis zum Montag Besserung der Verhältnisse ist dringend notwendig. Passende Räume darüber unterhalten, was angemessen und was schicklich ist.( Leb- warten. Sehr richtig! rechts.) find jeden Augenblick in Johannisthal zu haben. hafte Zustimmung rechts.) Der Postbote" wirft Die Dienst alterszulagen der Landbriefträger müßten Redner bemängelt im weiteren, daß die den Postbeamten zu- dauernd aufreizen d. Ich lasse den Unterbeamten von 50 Mart auf 75 Mark erhöht werden; ihre wöchent stehende Urlaubszeit ihnen nicht gewährt werde. Die Gehälter gern foviel Freiheit, als mit ihrer Staatsstellung vereinbar liche Dienstzeit sollte höchftens 60 Stunden betragen. Ich behalte und Ortszulagen der unteren Postbeamten sind voll ist, aber so lange von andrer Seite die Begehrlichkeit und In- mir vor, weitere Wünsche der Postbeamten bei den einzelnen Titeln kommen unzureichend; wenn sie heiraten, läßt die Post sich einen fubordination geschürt wird, so lange werden Sie mich nie auf dieser vorzubringen.( Lebhafter Beifall rechts.) Revers ausstellen, daß die Post sie nicht zu unterstügen verpflichtet Seite finden.( Sehr gut! rechts.) Der„ Postbote" schrieb z. B. am Abg. Kopsch( frs. Vp.): sei, wenn sie in Not geraten. Wahrscheinlich sollen die Leute sich 26. Juni 1903, die Vorgesetzten könnten, obgleich auch sie einen festen gar nicht verheiraten. Im Intereffe eines guten Familienlebens, das Stundenplan hätten, kommen und gehen, wann sie wollten. Die polemik fortzuspinnen, die zur Fortsetzung der Verhandlungen nichts Es war bisher nicht Sitte in diesem hohen Hause, RedakteurSie( nach rechts) ja so hoch schätzen, müssen die Mittagspausen Zustände würden sich nur durch einestontrolle von unten beiträgt. Wenn alle Abgeordneten, die täglich in der Zeitung des der Briefträger beffer geregelt werden. Die jetzigen Zu- bessern. Das bedeutet doch die Auflösung unfrer ganzen Herrn v. Gerlach angegriffen werden, in dieser breiten Weise hier stände sind daran schuld, daß die Postbeamten vielfach unter Magen- 3 ustände.( Sehr richtig! rechts.) Natürlich findet das den Beifall antworten wollten, würde der Gang der Verhandlungen noch wejentfrankheiten leiden. Zu Weihnachten und Neujahr werden unge- der Linken. zählte Ueberstunden geleistet, aber entgegen den Bräuchen der gesamten daraus hervor, daß der Abg. Singer ihn verteidigt. Ich habe das ich schleppender werden als jetzt. Aber die andern Kollegen, die an sind, können Wert und Selbst= Industrien vom Staate nicht bezahlt. Die Postillone müssen jetzt Borgehen des Oberpostdirektors in Hamburg nicht nur gebilligt, einschäßung der eignen Persönlichkeit mit Herrn den ganzen Tag in durchnäßten Kleidern ihren Dienst verrichten; sie sondern ich habe selbst darauf hingewirkt, daß er so vorgehe, nicht v. Gerlach nicht tonturrieren.( Große Heiterkeit und brauchen während der Fahrten einen Schutz von oben. etiva um Furcht zu erzeugen, sondern um die Unterbeamten Zustimmung rechts.) Der Artikel der Freisinnigen Zeitung", auf Die Ausgabe für atvedmäßige Mäntel wird bei dem Millionen- Etat davor zu bewahren, daß sie derartigen Einflüsterungen ben Herr v. Gerlach Bezug nahm, war notwendig gegenüber dem wohl nicht zu groß sein. Möge der Staatssekretär beffer für seine zum Opfer fallen und sich behördlichen Maßregelungen aus einen Artikel der Berliner Zeitung" mit der Aufschrift Herr Beamten sorgen!( Bravo! bei den Socialdemokraten.) jezzen. In jener Versammlung hat ein Unterbeamter v. Gerlach und die Postunterbeamten", einem Artikel, der sich dermaßen ausgelassen, daß gegen ihn eingeschritten ben allerneuesten Stern des allerneuesten Sibe Im Laufe der letzten Woche sind mir so viele Beschwerden aus sondern es geschieht alles ganz offen. Ich bin auch nicht bei der Freifinnigen Volkspartei und rechts.) Unser Artikel war werden mußte. Es ist keine geheime Verfügung erlassen worden, ralismus ins hellste Licht seyen sollte.( Heiterkeit Den Kreisen der Postbeamten zugegangen, daß ich eine Obstruktions- gegen alle Unterbeamte, die in jener Versammlung gesprochen notwendig auch gegenüber den Poftunterbeamten. rede halten müßte, um nur die ganz sicherlich berechtigten vorzubringen. haben, eingeschritten, sondern nur gegen jenen, der sich nicht scheute Herr v. Gerlach hatte behauptet, daß die bürgerlichen Parteien Und die Obstruktionsreden spare ich mir doch für den Notfall auf zu sagen:" Ich bin in der Lage gewesen, als Hilfsunterbeamter diefen gegenüber ihrer Pflicht nicht nachgekommen wären. Die PoftunterIch will deshalb zu den übrigen Gegenständen nur kurze Bemer- tatt eines warmen Mittagsmahls Brot mit Schmalz effen beamten sind aber auf das Wohlwollen aller bürgerlichen Barteien fungen machen und ausführlicher nur über das Koalitionsrecht sprechen. zu müssen. Ich habe mich geschämt und bin deshalb in eine angewiesen und wir haben uns jedes Jahr redliche Mühe gegeben, ihre Die Wohnungsgeldzuschüsse der Beamten sind viel zu gering be- einfame Straße gegangen, um mein Essen zu verzehren, die Post Stellung aufzubessern. Allerdings sind wir mit der großen Mehrheit messen. In der untersten Klasse beträgt der Zuschuß 72 M. Darüber verwaltung hat sich nicht gescheut, mich so zu bezahlen." des hohen Hauses davon überzeugt, daß diese Aufbesserung nicht durch find mir Beschwerden, besonders aus den dunklen Kreisen des Ostens Man mag über die Bezahlung unsrer Beamten denken, wie man eten nach unten, sondern durch Ueberzengen nach oben erreicht wird. zugegangen.( Lachen und Zurufe rechts.) Im Vergleich zum Westen will scheinen mir jedenfalls die Kreise des Ostens dunkel zu fein, in denen üblich sind wir richten uns nach den Säßen, die allgemein( Lebhafter Beifall bei der Freifinnigen Volkspartei und rechts, große bie Rittergutsbefizer überwiegen.( Erneutes Gelächter rechts. so würden doch nicht so viele Entlassene flehentlich um ihre wiederaber, wenn die Gehälter gar jo jämmerlich wären, Unruhe links.) Auch heute war wieder die Tendenz der Gerlachschen Burufe: Sie stammen ja selbst aus diesem Milieu!) Jawohl, aber anstellung bitten und Sie( nach links) würden diese Bitten nicht Lande draußen macht man leider nicht den gehörigen Unterschied Ausführungen: Die Vorgesetzten taugen nichts!" Im ich habe mich davon emancipiert.( Rufe rechts: Bravo! Sehr gut!) unterstützen. Auch Leute in hohen Stellungen haben sich wohl ein zwischen Vertretern der Freifsinnigen Bolkspartei und denen der Die Herren haben eifrig versucht, mich zu halten, aber es ist ihnen mal mit einer Stulle als Mittagmahl begnügen müffen, das ist doch Freifinnigen Vereinigung, zu der Herr v. Gerlach jest ja gehört. nicht gelungen. teine Schande!( Lebhafte Zustimmung rechts.) Weiter empfinden es die Unterbeamten geradezu als ein schreiendes Unrecht, daß die Wohnungsgeldfäße für die ich bin sehr zufrieden, daß ich mich nicht in seiner Gesellschaft be- wendig, wie sie Herr Brömel im Abgeordnetenhause Herr v. Gerlach hat von meiner folierung gesprochen. Nun, Deshalb mußte Herr v. Gerlach als nicht zu uns gehörig gekenn zeichnet werden. Es war dieselbe Abschüttelung nothöheren Beamten prozentualiter biel günstiger finde.( Bravo! rechts.) Herr v. Gerlach hat das Koalitionsrecht für gegenüber den Heyereien des Pfarrers Naumann in der„ Hilfe" vorformuliert find als die für die unteren. Es stuft sich, wenn wir die Beamten gefordert. Daß davon nicht die Rede sein kann, hat nehmen mußte. Herr v. Gerlach ist ja neulich von seinen politischen Stlaffe A als Einheit anfegen, der Wohnungsgeldzuschuß prozentualiter gestern schon Herr Schrader nachgewiesen, weil es sich hier um Freunden, den Herren Graf Reventlow und Liebermann v. Sonnens bis zu der untersten Klasse ab. Bei den oberen Beamten von Beamte und nicht unt Arbeiter handelt. 1 auf 0,40, bei den Unterbeamten von 1 auf 0,25. Dabei v. Gerlach: ( Abgeordneter berg, kräftig abgeschüttelt worden. Die Form der Abschüttelung 3 handelt sich itm das freie hätten doch die Unterbeamten bei ihren geringen Gehältern und Versammlungsrecht!) Die Ausübung des Vereins- und Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend): Herr Abgeordneter, das Wohnungsgeld viel nötiger. Diese Ungerechtigkeit muß aus der Versammlungsrechts unterliegt den Schranken, die sich aus ich bitte Sie, nicht immer das Wort„ Abschüttelung" zu gebrauchen. Welt geschafft werden. Die Unterbeamten sehen darin ein Zeichen, der Dienstpflicht der Beamten ergeben. Die Teilnahme an Ver-( Große Heiterkeit.) daß das Wohl der oberen Beamten der Postverwaltung viel mehr einen und Versammlungen, die die Disciplin untergraben, kan den am Herzen liegt als ihr eignes. Beamten nicht gestattet werden. Auf diesem Standpunkt stehe ich Darüber, daß die Nachtdienststunden besonders entschädigt werden und werde ich stehen bleiben.( Lebhafter Beifall rechts.) Die Form der Ablehnung war ja etwas sonderbar, aber die Herren werden wissen, was ihren politischen Freunden zukommt. müssen, ist sich erfreulicherweise der Reichstag von Herrn Dröscher Abg. Blell( frf. Vp.): Meinen vorjährigen Antrag auf Eins( Große Heiterfeit rechts und ständig wachsende Unruhe links.) Genau bis zu Herrn Singer einig. Der Staatssekretär befindet sich hier in einer führung der Postanweisungscouverts sind seitdem im Centrum und so wie die Herren von der äußersten Linten nichts von Jiolation, die feineswegs splendid ist. Die Postbeamten haben doch wäh- im Handelstag wertvolle Bundesgenossen entstanden; ich hoffe also, dem socialen Liberalismus des Herrn v. Gerlach wissen wollen, rend des Nachtdienstes bare Ausgaben, für die sie gar keine Vergütigung daß er nach dem Muster Württembergs im ganzen Reiche zur Durch- weil sie sehen, daß es nur auf ein Stimmenwerben auf ihre Kosten bekommen. Wenn z. B. die De chiffreure im Auswärtigen führung gelangen wird. Die Vorschriften über die Beförderung von herauskommt, genau so wenig wollen wir etwas von diesem socialen Amt für den Nachtdienst besondre Entichädigungen Drudschriften sind sehr kompliziert; mant follte allgemein Liberalismus wissen. Ich habe diese Ausführungen in voller bekommen, so muß das den Postbeamten billig sein. fünf fünf geschriebene geschriebene Worte zulassen. Das Uebersenden der Uebereinstimmung mit allen meinen politischen Freunden gemacht.( VielWeiter sind mir viele Klagen entgegengetönt darüber, daß die gesamten Korrespondenz an den Vertreter oder Reisenden faches Hört! hört! und lebhafter Beifall rechts.) Aus unsrer allgemeinen gehobenen Stellen nach Gunst vergeben werden. Juristisch läßt sich eines Hauses in Sammelbriefen muß im Interesse des Anerkennung, daß eine Aufbesserung der Gehälter notwendig ist, mag das ja nicht beweisen, aber es ist die allgemeine Ansicht unter den Verkehrs unbeschränkt zulässig fein. Wenn diese die Korrespondenz der Herr Staatssekretär eine Lehre ziehen. Ebenso einmütig stehen Beamten. Das kann der Postverivaltung nicht angenehm fein. Es dann weiter versenden, so geschieht das nicht um Porto zu hinter wir gegenüber dem Bestreben, das Vereins- und Versammlungsrecht müßte eine besondre Kategorie gehobener Beamten geschaffen ziehen, sondern damit der Vertreter die Korrespondenz des Hauses der Postbeamten einzuschränken. Ich unterschreibe in dieser Hinsicht werden, an die ganz bestimmte Anforderungen gestellt werden müßten. kennen lernt. Redner bittet zum Schluß, neben Steglik auch Südende die Ausführungen der Kollegen Eickhoff. Gröber und Störfer. Gleich Die Dienstzeit der Postbeamten ist vielfach zu lang; als Beispiel in den Ortsverkehr einzubeziehen.( Bravo! links.) dem Kollegen Stöcker hielte ich es für das beste, wenn die Vorberweise ich nur auf das Postamt Berlin 62. Die freie Fahrt auf Staatssekretär Kraette: Die Einzahlungen auf Briefe haben gesetzten selbst als Freunde und Berater ihrer Untergebenen in die den Straßenbahnen, die in Bayern längst eingeführt ist, wäre für schwere Nachteile für die Schnelligkeit und Sicherheit des Betriebes. Versammlungen gingen. die Beamten, die weit draußen wohnen, eine bedeutende Erleichte Zu dem Fall, den Abg. Singer gestern vortrug, bemerke ich, daß der Den Wunsch auf Vorlegung einer Statistit über die tägliche rung. Ueber das Koalitionsrecht der Beamten hat der Staats- Kriegerverein feineswegs Portofreiheit hatte. Was den deutsch- Dienstzeit der Postbeamten möchte ich unterstützen. Die jetzige fekretär geglaubt, sehr leicht hinweggehen zu können. Aber daß ein niederländischen Postverein betrifft, so hat die dortige Poftverwaltung Dienstzeit- 60-70 Stunden wöchentlich ist zu reichlich. Auch Socialdemokrat für jemand oder für eine Sache eingetreten ist, ist uns erklärt, daß sie den Zeitpunkt zum Abschluß einer Post- der Sonntagsdienst sollte soweit wie möglich eingeschränkt werden. doch höchstens noch für die Kreisblätter ein Grund, sie abzuthun. Tonvention für noch nicht gekommen halte. Ein Ausschluß der Jn der Bemessung der Urlaubszeit bestehen Verschiedenheiten, Ich bin überzeugt, daß Herr Singer objektiv genug gewesen wäre, Beförderung von Paketen durch Schnellzüge fann mur aus infolgedessen sich leicht der eine Beamte gegen den andern zurückden Staatssekretär auch dann zu tadeln, wenn er eine Verfamm- lokalen oder betriebstechnischen Gründen in einzelnen Fällen gesetzt fühlt. Zu Anfang Juli suchte nach den Hamburger lung des Grafen Limburg- Stirum über den Nußen des Zolltarifs erfolgt sein. Der neue Fernsprechgebühren- Tarif fann jetzt Neuesten Nachrichten" ein Boftbeamter wegen eines Lungenspizen# Vereins1 " Abg. Kopsch( fortfahrend): für die Lebenshaltung der Postbeamten verboten hätte. Ich nicht schon wieder ermäßigt werden. Auch ein weiteres Entgegen- Katarrhs um Urlaub nach. Erst im Oktober wurde ihm dieser Urlaub hatte übrigens nicht das Unglüd, daß Herr Singer mein kommen in der Beförderung von Druckschriften ist nicht angezeigt. gewährt! Das ist der Bureaukratismus in der schönsten Form. Fürsprecher, sondern den, daß er Ihr Ankläger war.! Abg. Roeren( C.) tritt für die Resolution seiner Partei ein, die In die Personalaften muß den Beamten Einsicht gewährt werden, Nun hat zivar ein Berliner Blatt meine Versammlung eine ständige Statistik über die Löhne und Arbeitszeit und eine damit eventuell unrichtigkeiten und falsche Auffassungen berichtigt als demagogisch bezeichnet, aber dieses Blatt, das täglich durchschnitt erhöhte Berücksichtigung der religiösen Ortsgebräuche fordert. werden können. Im allgemeinen verdient unsre Postverwaltung lich 1 bis 17 Angriffe auf mich bringt, tann ich nicht als objektiv Bei der Postverwaltung herrscht jetzt eine Geheimniskrämerei, durchaus den Ruhm, den sie in der Welt genießt.( Bravo! lints.) betrachten. Die Berliner Beamtenzeitung" hat demgegenüber meine die die Beamten verbittert. Deshalb ist eine offizielle Ausführungen als außerordentlich gemäßigt anerkannt. Ich habe Darlegung der Lebensverhältnisse der Postbeamten geboten. Wenn Abg. Dasbach( C.): Ich halte die Uebersetzungsstellen für ganz diese Versammlung nur auf Drängen der Postbeamten einberufen. die massenhaften Ansichtskarten, die beim Oster- und Pfingstfest ver- polnischer Sprache die Worte enthält:" An den Herrn Erzüberflüffig. Ich habe hier ein Couvert, das zunächst in Vor der Versammlung in Hamburg hat ja die dortige Ober- Post fandt werden, etwas später zur Beförderung kommen, so wäre das polnischer Sprache die Worte enthält: An den Herrn Erzdirektion mit dem Reichspostamt telephonisch unterhandelt. Danach fein Unglück. Zum Schluß wendet sich Redner gegen das Institut subjunge hätte den Brief ohne weiteres richtig bischof" dann kommt der Name: Florian Stablewski. Jeder wurde die bekannte Verfügung erlassen, die durch die Kommentare der gehobenen Stellen und betont, daß die Unterbeamten mit den im bischöflichen Palais abgegeben, aber die Post sandte ihn zuder einzelnen Bostvorsteher bedenklicher wurde. Auf dem Postamt 21 gegenwärtigen Gehältern auch bei bescheidensten Ansprüchen nicht nächst auf die Uebersetzungsstelle! Die Post sollte sich nicht von der ist sogar der Besuch der Versammlung direkt verboten worden. In auskommen können. Die Postunterbeamten hätten auch volles Ver- antipolnischen Chikanierungspolitik ins Schlepptau nehmen nächst auf die Uebersetzungsstelle! Die Bost follte sich nicht von der der Versammlung erschienen auch einige höhere Beamten, wahr trauen zum Staatssekretär.( Beifall im Centrum.) fcheinlich aus Interesse an meinen Ausführungen. Man hielt die Sache offenbar für so wichtig, daß man die Beamten, angenehm berührt, ich werde ihm nach Möglichkeit entsprechen. Die ärgerte, fämen keine polnischen Adressen mehr.( Heiterfeit.) Wir Staatssekretär Rractke: Durch dieses Vertrauen fühle ich mich lassen. Heute schreiben viele Polen die Adressen polnisch, weil sie wissen, die Post ärgert sich darüber. Wenn die Post sich nicht die nicht Dienst hatten, besonders aufs Postamt bestellte. gehobenen Stellen werden keineswegs nach persönlichen Sonder- wünschen die Portofreiheit für Briefe und Pakete, die Soldaten in Sonderärgerte, kämen keine polnischen Adressen mehr.( Heiterfeit.) Ein Beamter wurde durch Telegramm aufs Poftamt berufen und interessen der Amtsvorsteher, sondern lediglich nach der Fähigkeit der die Heimat senden. In der steten Berührung mit der Heimat liegt so noch rechtzeitig für meine Versammlung geweckt.( Heiterkeit.) Beamten verliehen. Daß unwichtige Druckfachen von der Sonntags Einen Grund zu diesem Vorgehen habe ich der Postbehörde bestellung auszuschließen sind, habe ich schon früher betont. Es ist ein ethisches Moment. nicht gegeben. Ich habe weder die Beamten noch den jegigen mein Ziel, die Härten der Bestellgebühren auf dem platten Lande zu Staatssekretär Kraette: Briefe aus dem Auslande in fremden Staatssekretär angegriffen, ich habe ihn sogar teilweise in Schuß beseitigen.( Beifall rechts.) Sprachen erledigen wir, so gut es möglich ist. Das sind Einzelgenommen.( Heiterfeit.) Freilich, Herrn v. Podbielski habe ich Abg. v. Gersdorff( f.): Die Form der gestrigen Rede des Fürsten fälle. Die polnischen Briefadressen aber stellen Chikanen Sar, scharf angegriffen. Leider habe ich nur Herrn Kraette zu günstig Radziwill war maßvoll; sie stach wohlthuend ab von den polnischen die der Post bereitet werden. Man hat geglaubt, man fönne beurteilt. Anklagen, die wir sonst gewöhnt sind. Für die Gewährung oder die deutsche Postverwaltung zwingen, die polnischen Briefe zu befördern. Darin liegt eine Herausforderung. Sonnabend 1 Uhr. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. 23. Sigung, Freitag, 19. Februar 1904, 11 Uhr. Am Ministertische: Möller. Die zweite Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung wird beim Titel„ Ministergehalt" fortgesetzt. Minister Möller: Es fet Die Porto in dem Vertrage, daß der Regierungspräsident berechtigt sein soll,| Beamten in großen und Kleinen Orten stattfinde. freiheit für Sendungen, die von von den Soldaten abgesandt die Säße nach Bedürfnis herab- oder heraufzuseßen, kann nur eine vielleicht unmöglich, in den kleinen Städten auch Vertrauens werden, hat früher bestanden. Sie ist aber wieder abgeschafft worden, Notbestimmung sein, sonst würde sie einen direkten Eingriff in die ärzte anzustellen, wohl aber sei möglich, daß man die Kosten der weil man damit traurige Erfahrungen gemacht hat. Ein, Soldaten- Selbstverwaltung der Kassen bedenten. Ich bitte den Herrn Minister, ärztlichen Hilfe auf die Postkasse übernähme. Abg. Müllers paket" erwies sich z. B. als von einer Witwe abgesandt und enthielt dafür zu sorgen, daß die Aerztefrage gefeßlich geregelt wird.( Bravo! Sagan wies auf die Einrichtung der Bahnärzte hin, die wohl auch zivei Damenhüte, eine Tüllhaube und ein Haarband.( Große im Centrum.) von der Postverwaltung nachgeahmt werden könne. Abg. Gröber Heiterkeit.) Es ergeben sich also da große Schwierigkeiten. regte an, ob die Postverwaltung nicht in kleinen Städten mit andren Ich sehe auch nicht recht ein, inwiefern der Soldat Es wäre sehr wünschenswert gewesen, wenn auch die Aerztefrage Behörden ein Abkommen treffen könne, wonach ein Arzt den Unterso viele Pakete abzusenden hat. Daß er welche bekommt, wünschen bei der letzten Novelle des Krankenkassen- Gesetzes geregelt worden beamten aller dieser Behörden koſtenlos zur Verfügung stehe. wir alle.( Heiterfeit.) Ich möchte vorschlagen, es bei dem bestehenden wäre. Diese Regelung ist angesichts des tief bedauerlichen Zwie- Ein Vertreter der Reichs- Postverwaltung ging näher auf die Zustand zu belassen. spalts der Aerzte und Krankenkassen eine dringende. Die freie Arzt- Institution der Postvertrauensärzte ein und gab zu erwägen, daß wahl halte ich mit gewissen Beschränkungen auch für notwendig. Was die den Postunterbeamten am Size der Vertrauensärzte für ihre den Kölner Streit betrifft, so sind Vertretungen beider Parteien bei Person gewährte Vergünstigung kostenloser ärztlicher Versorgung auf mir gewesen, jede hat der andern die Schuld beigemessen, daß eine das ganze Reichs- Postgebiet ausgedehnt, erhebliche finanzielle AufVerständigung nicht zu erzielen war. Der Meinung des Herrn Vor- wendungen erfordere. Abg. v. Richthofen tritt auch für die kosten redners, daß in Streitfällen früher eingegriffen werden muß, bin lose ärztliche Fürsorge für die Poftunterbeamten im ganzen Reiche ein. ich auch und es ergeht in diesen Tagen ein Erlaß an die Regierungs- Abg. Singer bittet, daß für den nächsten Etat eine Nachweisung präsidenten, der ihnen nach dieser Richtung Anweisungen giebt. Ich vorgelegt werde, aus der sich ergiebt, in welchem Dienstalter die hoffe, daß dieser Erlaß dahin wirken wird, ähnliche Vorgänge wie in Unterbeamten in die sogenannten gehobenen Stellen eingereiht sind. Köln zu verhindern. An eine Beschränkung der Selbstverwaltung Der Referent beantragt, die Petition zur Berücksichtigung zu überder Kassen denken wir nicht, ebensowenig wie eine solche in Köln weisen, was mit großer Mehrheit angenommen wird. Hierauf erfolgte die Beratung des Ctats der ostasiatischen Bes Abg. Hammer( f.): Herr Rosenow erklärte den Grafen Posa- erfolgt ist. Dem Gedanken, daß nur Meister Lehrlinge ausbilden dowsky für eine Autorität auf dem Gebiete des Handwerkerichuzes. dürfen, haben sich die Regierungen bisher ablehnend gegenüber- fagungsbrigade, die wir an andrer Stelle des Blattes behandelt haben. Das muß ich entschieden bestreiten. Graf Posadowsky ist nur Autorität gestellt. auf dem Gebiete des Arbeiter, aber nicht des Arbeitgeberschutzes. Er Abg. Dr. Arendt( ft.) Entschädigung unschuldig Verhafteter. Mit auffälliger Hart hat kein Geld für eine Handwerker- Enquete und kein Geld polemisiert gegen den Abg. Trimborn. Die socialdemokratischen näckigkeit traten auch gestern die Regierungsvertreter in der Komfür die Versicherung der Kleingewerbetreibenden. Die Witwen- Stimmen hätten sich, abgesehen von Sachsen, am meisten in der missionssigung jeder Erweiterung der Entschädigungspflicht entgegen. und Waisenversicherung müßte im im Reichstage von unsrer Domäne des Centrums, am Rhein, vermehrt. Socialpolitik wollen Staatssekretär Nieberding wiederholte die Drohung, das ganze Gesez Fraktion abgelehnt werden, wenn sie nicht auch auf diese Klein- wir auch, aber wir wünschen nicht das Liebäugeln mit der Social- werde scheitern, wenn die Regierungsvorlage dahin geändert werde, gewerbetreibenden ausgedehnt wird. demokratie. daß auch die im Vorverfahren aus der Haft Entlassenen Entschädigung sollten fordern dürfen. Abg. Bargmann( frs. Vp.) betonte das Recht des Reichstages, ihm zugegangene Regierungsentwürfe nach feinen Wünschen zu ändern und hielt die socialdemokratische Fassung des ersten Absatzes in§ 1 für die glücklichste. Die Abgg. Burlage und Schmidt- Warburg( C.) hoben hervor, daß auch die kurzen, unschuldig erlittenen Untersuchungshaften schwere Schädigungen nach sich ziehen könnten. Erkläre der Staatssekretär, die Erweiterung des Entschädigungsrechtes mache die Vorlage der Regierung unannehm bar, so werde der Reichstag fich fragen, ob für ihn ein Gesetz an nehmbar sei, das die Entschädigungsfrage so einseitig und ungerecht regele wie der Entwurf. に In den Handwerkerkammern sollen die kleinen Leute majorisiert werden. Das ist unrichtig, wohl aber trifft dies zu für die Handelsfammern. In der Handelskammer in Berlin, zu deren Errichtung die Freisinnigen erst durch den Herrn Minister gezwungen werden mußten, sigen nur zwei kleine Kaufleute. Abg. Brömel( frs. Vg.): Abg. Felisch( f.): Wenn auch die Freisinnigen nicht die Vorfrucht der Socialdemofratie find, so unterscheidet sich doch Freisinn und Socialdemokratie sehr wenig.( Lachen links.) Alles, was die Konservativen bisher an gesetzgeberischen Maßnahmen für das Handwerk vorgeschlagen haben, erinnert mich an im das Wort jenes Wanderlehrers des Bundes der Landwirte in Bezug auf das beste Heilmittel für die Landwirtschaft: Mist, Mist und noch einmal Mist; ich kann Ihnen diesen Mist nicht warm genug ans Herz Legen.( Große Heiterkeit.) Die Maßnahmen zum Schuße des Handwerks Der Vorwurf des Borredners gegenüber der Berliner Handelshaben bisher nur die Socialdemokratie gefördert.( Widerspruch rechts.) kammer war durchaus unberechtigt. Die geringe Anzahl kleiner Kaufleute in dieser Kammer ist lediglich auf die vollkommene Teilnahmslosigkeit der kleinen Kaufleute bei den Wahlen zurückzuführen; ste betrug nur 1 Prozent. Minister Möller: Die Handwerkerkammern sind nicht so unthätig, wie man es hinstellt, sie haben insbesondere auf dem Gebiete der Ausbildung des Handwerks viel gethan. Mit der Enquete für Preußen vorzugehen, halten wir nicht für praktisch, zumal ich die feste Hoffnung habe, daß im nächsten Jahre in den Reichsetat die nötigen Mittel eingestellt werden. Ein Schlußantrag wird angenommen. Persönlich erklärt Der Titel„ Minister" wird hierauf bewilligt. Beim Titel" Staatsfommissar der Börse" erörtert Abg. Deser( Hosp. d. freis. Vp.) " Abg. v. Zedli: Ich habe nie gewünscht, daß die Socialdemokratie Landtage vertreten sei, sondern der Sinn meiner von Herrn Wiemer citierten Aeußerung im„ Tag" war mehr historischer Art. Ich bedauerte, daß man nicht so lebhafte Debatten haben könne wie im Reichstag, besonders auch im Hinblick auf die im vorigen Landtag Frohme( Scc.): Es ist die höchste Zeit, daß dem willkürlichen Erlaß von Haftbefehlen durch Staatsanwalte Einhalt gethan meiner Angaben bestätigt. geistig und sonst schwach vertretene Linke.( Heiterkeit rechts.) Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): Herr v. Zedlitz hat die Richtigkeit wird. In Göttingen ist gegen den Verleger der„ Göttinger Zeitung", Was seine Bemerkung über das Auf- der mit dem Göttinger Amtsblatt" in Differenzen geraten war, treten der Linken im vorigen Landtag betrifft, so hat er sich in dem gegen den jedoch nicht das mindeſte vorlag, vom Staatsanwalt, ihm nahestehenden Organ seiner Zeit anders geäußert. einem jungen Assessor, ein Haftbefehl beantragt, und nur durch Abg. Hammer( f.): Ich habe in meiner ersten Rede einen einen alten, vernünftigen Amtsrichter ist der Haftbefehl verAngriff auf die Linke gemacht. worden. Gleich darauf fam Herr Brömel weigert Das hat trots Göttinger Amtsblatt" und begann seine Nede mit Mist.( Große Heiterkeit.) Darauf habe dem durch durch die Veröffentlichung, gegen den Verleger der ich dann geantwortet. " Göttinger Zeitung" habe ein Haftbefehl erlassen werden sollen, seinen Konkurrenten geschäftlich schwer geschädigt. Auf Berliner feine Beschwerde wurde dem Geschädigten die Antwort, der Staatss anwalt sei„ disciplinarisch" zur Verantwortung gezogen worden. Das genüge nicht. Wenn einer der Regierungskommissare so leichthin die Kursstürze am 8. und 9. Februar und im Anschluß daran die von„ kleinen Fällen" gesprochen habe, die nicht entschädigt zu werden brauchten, so dürfe nicht außer acht gelassen werden, Reformbedürftigkeit der deutschen Börsengesetzgebung. Redner tritt für Wiederzulassung des Terminhandels ein, deſſen Verbot der day auch diese angeblich„ kleinen Fälle" den Betroffenen Hauptgrund für die Schwäche der deutschen Börsen bildet. Das schwere seelische Qualen und Vermögensschädigungen bereiten Verbot ist zu eilfertig erlassen worden. können. Abgeordneter Stadthagen( Soc.): Der Staatssekretär hat Grade durch das Verbot ist erst eine wilde Spekulation eingetreten. darauf hingewiesen, daß vor 20 Jahren die hervorragendsten Juristen Angelockt durch die Kurssprünge des Reichstages dieselbe Stellung eingenommen haben, die der Ents werden die Spekulanten, abEr hat aber vergessen hinzuzufügen, daß im das geschreckt wird solide Publikum. Als Abg. Hammer( f.): das jetzige wurf einnimmt. Die schwache Wahlbeteiligung der einen Leute an den Handels- Börsengesetz noch nicht bestand, blieben bei ähnlichen friegerischen Princip der Reichstag schon damals unire weitergehende Die schwache Wahlbeteiligung der kleinen Leute an den Handels- Berwicklungen unsre deutschen Börsen fast unberührt. Deutschland Forderung anerkannt hat. Seitdem haben die Staatsanwalte kammer- Wahlen liegt einfach daran, daß diese kleinen Leute bei dem als kapitalarmes Land ist besonders darauf angewiesen, sich die durch ihr Vorgehen sehr dazu beigetragen, daß das allgemeine jezigen Wahlsystem keine Aussicht haben, genügend vertreten zu sein. denkbar beste Organisation für den Weltmarkt zu schaffen. Das Rechtsempfinden nunmehr die Entschädigung für jede unschuldig Daß die Großtaufleute die Interessen der kleinen vertreten ist aus- Börsengesetz hat nur den Großbanken genügt, besonders aber die erlittene Untersuchungshaft fordert. Schließlich fand unter Ablehnung geschloffen. Herrn Brömel möchte ich bemerken, daß Mist nicht nur Provinzbanfiers geschädigt. Nur das Ausland hat Vorteil von der socialdemokratischen Anträge§ 1 Absatz 1 in folgender Faſſung ein landwirtschaftliches Produkt ist, sondern auch in Reden manchmal unfrem Börsengefeß gehabt. Die Zeit zur Wiederaufhebung des einstimmige Annahme: Abg. Rosenow( frs. Vp.): Wir wollen den Handwerkerstand gesund und stark machen von innen heraus. Herrn Hammer möchte ich bemerken: Ich kann es nur mit Freuden begrüßen, daß schon vor 40 Jahren die Freisinnigen den gesunden Gedanken der Beschaffung billiger Lebensmittel vertreten haben.( Sehr richtig! links.) zu finden ist.( Heiterkeit rechts.) Präsident v. Kröcher: Terminhandelsverbots ist gekommen. Die Reform muß außerdem den Differenzeinwand beseitigen. Der Minister hat ein BörsenHerr Abgeordneter, solche Bemerkungen dürfen Sie doch hier reformgesetz ausgearbeitet. Warum ist es noch nicht dem Neichstage nicht machen; ich rufe Sie dafür zur Ordnung! vorgelegt worden. Hoffentlich geschieht dies num recht bald. Abg. Hammer( fortfahrend): Wir sind auf dem richtigen Wege, nicht Sie( nach links). Sie bedauern, daß durch diese Genossenschaften der Großhandel ausgeschieden wird, wir freuen uns darüber.( Bravo! rechts.) Abg. Goldschmidt( frs. Vp.): " Minister Möller sagt eine Förderung der Winterschulen zu. Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): Handelsminister Möller: Vielleicht ist es Personen, die im Strafverfahren freigesprochen oder außer Verfolgung gesetzt sind, können für erlittene Untersuchungshaft Entschädigung aus der Staatskasse verlangen, wenn das Verfahren ihre Unschuld ergeben hat; Unschuld liegt auch dann vor, wenn fein dringender Verdacht mehr besteht. Der Untersuchungshaft steht gleich die vorläufige Festnahme und die Vorführung. Somit sind gegen den Willen der Regierung auch solche Fälle zu entschädigen, in denen bereits durch den Staatsanwalt im Vorverfahren die Entlassung aus der Haft verfügt werden mußte. Nächste Sigung Donnerstag, den 25. Februar. Kaufmannsgerichte. Die Börsengesetnovelle ist in der Thronrede angekündigt und sie wird dem Reichstage vorgelegt werden. Wenn es bis jetzt noch nicht geschehen ist, so liegt das an der Geschäftslage des Reichstages, der trog aller langen Reden, die gehalten werden, doch das Bestreben hat, den Etat rechtzeitig zu erledigen. Die Vorlage soll die Erhebung Nicht wir sind die Vorfrucht der Socialdemokratie, sondern die des Differenzeinwandes für unzulässig erklären. Dagegen kann ich Konservativen, indem sie das Handwerk in trügerische Hoffnungen eine Wiederzulassung des Terminhandels nicht in Aussicht stellen. Man Die Beratung über die Zulassung der Rechts. einwiegen, bis die Handwerker dann schließlich in der Verzweiflung darf nicht die notwendigste Reform gefährden dadurch, daß man zu viel anwalte und Erhöhung der Berufungssumme zur Socialdemokratie übergehen. Durch Ihre verkehrte Bollpolitik fordert und deshalb will auch ich mir bei der Vorlage die Einschränkung wurde am 19. Februar fortgesetzt. Trimborn( C.) stellte, bersteuern Sie den Handwerkern die Rohstoffe( Sehr richtig! links.) auferlegen. Der Vorwurf des Herrn Vorredners, daß die ,, Norddeutsche amendiert von Semler( natl.), folgenden Antrag:" Rechtsanwalte und erschweren ihnen die Konkurrenz.. Unsern Standpunkt, den wir Allgemeine Zeitung" das Publikum über die Kriegsaussichten ge- und Personen, welche als Angestellte von Vereinen oder sonst das seit jeher vertreten haben, hat neuerdings auch Herr Jacobstötter in täuscht habe, ist unberechtigt. Der Korrespondent dieses Blattes ist Verhandeln vor Gericht geschäftsmäßig betreiben, werden als der Kreuz- Zeitung" verteidigt. Herr Jacobsfötter erkannte auch an, ebenso überrascht gewesen durch den Ausbruch des Krieges wie der Prozeßbevollmächtigte oder Beistände vor dem Kaufmannsgerichte daß die Forderung des Befähigungsnachweises für das Handwerk Kommandant von Port Arthur.( Heiterkeit. Sehr richtig! rechts.) nicht zugelassen. Sie können vom Vorsitzenden auf Antrag einer nicht mehr zeitgemäß sei. Der letzte Handwerkertag hat diese Abg. Frhr. v. Zedlitz( fk.): Partei zugelassen werden bei glaubhaft gemachter Verhinderung der Forderung überhaupt keiner Erörterung mehr für wert erachtet. Es ist Thatsache, daß unsre Börsen am 8. und 9. Februar nicht Partei sowie bei besonderer Schwierigkeit des Falles." Abg. Dr. v. Wohna( frk.) Semmler( natl.) will die Anwalie ausgeschlossen wissen, dies sei funktioniert haben. Der Hauptgrund für diese traurige Erscheinung wünscht systematische Einrichtung von technischen Winterschulen für liegt meiner Ansicht nach in dem Verbote des Terminhandels für eine Konsequenz der Einrichtung der Gerichte als sociale Institution. Im Handelsprozeß kommen so viel intime Dinge zur Sprache, daß das Handwerk. Die Freisinnigen, die sich als Freunde des Hand- Industrie- und Montanwerte. Ich bin für eine Wiederwerks ausgeben, sind in der That die besten Freunde der Social- zulassung Diese würde der des Terminhandels, eine große Geneigtheit zu Vergleichen bestehe. ebenio wie für d die Un= demokratie. Nach einem Versammlungsbericht der Bossischen zulässigkeit der Erhebung des Differenzeinwandes. Der Staat Anwalt stören. Den Anwalten liege auch nicht viel an den weil die Gebühren nicht den Verlust an Zeitung" soll eine der Koryphäen der Freisinnigen in Berlin es hat das Recht der Aufsicht, Mißbräuche und Auswüchse müssen Bagatellprozessen, bedauert haben, daß fein Socialdemokrat in den Landtag gekommen beseitigt werden, aber berechtigte Formen des Handels dürfen nicht der Vertretung ausgeschlossen wissen, weil dadurch agitatorisch Zeit ersezen. Er wolle aber auch die Vereinsvorstände von sei.( Widerspruch bei den Freisinnigen.) gefährdet werden. Die Spefulation ist auf das Cassagefchäft die Prozeßführung ausgenutzt würde. Ebenso wolle er die gedrängt worden. Die Kursfchwankungen find dadurch immer größer winkelfonfulenten ausgeschlossen wissen. Lipinski( Soc.): Bei geworden. Der Zweck des Verbots des Terminhandels in Industrieund Montanwerten war eine Eindämmung der Spekulation, dieser den Amtsgerichten habe sich trop Vorschrift der mündlichen Verhand3wed hat sich nicht erfüllt. Man muß also an Stelle des lung der Grundsatz ausgebildet, Klagen durch Schriftsäße einzuleiten und durchzuführen. Lasse man die Anwalte zu, so werde dieser Grundsatz auch untauglichen ein taugliches Mittel setzen. Eingang bei den Kaufmannsgerichten erlangen. Hierdurch, sowie durch das hinzuziehen von Anwalten werde das Verfahren nur verschleppt und nicht gefördert. Durch den Ausschluß der Anwalte bei den Gewerbes gerichten haben sich Unzuträglichkeiten für den Prozeß nicht ergeben. des Staatssekretärs v. Posadowsky sei zu weit, nach ihr wäre jeder Die Auslegung des Begriffs geschäftsmäßiges Verhandeln" seitens Angestellte einer Organisation von der Prozeßvertretung aus geschlossen. Trimborn( C.) ist für den Ausschluß der Anwalte, weil ohne Verschulden der Anwalte Vertagungen eintreten müssen, der Prozeß also verschleppt wird. in besonderen Fällen foll die Vertretung der Partei zugelassen werden, was sein Antrag erreichen wolle. Der§ 52 des Gewerbegerichts- Gesezes gebe eine Handhabe, die Kosten herabzumindern. Preußischer Vertreter Dr. Habicht und Bundesrats. bevollmächtigter Delbrück plaidieren für Zulassung der Antvalte, Die Budgetkommission des Reichstags unterbrach am Freitag die ebenso Dove( frs. Vg.) und Müller- Meiningen. Singer( Soc.): Den Herrn Minister möchte ich bitten, daß die Be- noch nicht beendete Beratung des Militär- Etats, um zunächst die Die Handlungsgehilfen und ein Teil der Prinzipale petitionieren richte der Handwerkerkammern uns leichter zugängig gemacht noch nicht erledigten Petitionen zum Post- Etat aufzu- gegen Zulassung der Anwalte, fie müssen ihre Interessen doch besser würden. Wünschenswert wäre es auch, wenn diese Berichte etwas arbeiten. Es handelt sich zumeist um Klagen verschiedener Beamten- fennen als wie die Herren am grünen Tisch. Dove und Müller einheitlicher abgefaßt würden, damit Vergleiche besser zu ziehen fategorien, die sowohl in der Kommission, als auch im Plenum schon seien gegen den Ausschluß, weil sie im Princip gegen das ganze Der Antrag Trimborn sei eine Halbheit, die Sehr wichtig wäre eine Bestimmung, wonach nur derjenige früher behandelt worden sind. Hervorgehoben sei eine Petition der Post- Gesetz feien. Handwerker Lehrlinge ausbilden darf, der selbst die Meisterprüfung unterbeamten, die nach einer tadellosen Dienstzeit bei lebensläng- volle Stonsequenz ziehe der socialdemokratische Antrag. Der zweite abgelegt hat. Redner geht des weiteren auf den Kölner Aerztestreit licher Anstellung den Titel Oberschaffner zu erhalten wünschen. Zu Saß der Trimbornschen Antrages bringe die Gerichtsvorsitzenden in ein. Der Regierungspräsident hat formell den Streik beendet das gleich wird in dieser Petition darum gebeten, daß auch für eine schiefe Lage zu den Antvalten, verzögere den Prozeß. Die Ers durch, daß er selbst einen Vertrag mit den Aerzten abschloß. Ich die Postunterbeamten in kleinen Städten die Kosten ärztlicher höhung der Berrufungssumme sei notwendig, weil die Summe für halte das Eingreifen des Regierungspräsidenten für formell und auch Konsultationen von der Verwaltung getragen werden, wie die Zuständigkeit erhöht worden sei. Der materiell berechtigt, da thatsächlich ein Notstand für die Kassenmitglieder das in größeren Städten schon jetzt der Fall sei. Staatssekretär v. Posadowsky giebt noch einmal eine, diess vorlag. Db aber alle einzelnen Maßnahmen richtig waren, das lasse ich Vertreter der Regierung erflärte das damit, daß mal eingehende Deklaration des Begriffes geschäftsmäßiges Vers dahingestellt sein. Vor allem hätte man vielleicht früher eingreifen in den gr Städten die Verwaltung Vertrauensärzte habe; da handeln". Geschäftsmäßig verhandeln iei, wenn jemand die Vertretung fönnen. Man hätte dann auch die Frist von 48 Stunden für die sei es de Anterbeamten gestattet, die ärztliche Hilfe bei diesen vor Gericht zu einem wesentlichen Teil seiner Lebensaufgabe oder Krankenkassen etwas verlängern können; dann hätte das ganze Vor- unentgeltlich in Anspruch zu nehmen. Abg. Singer stellte fest, seiner Berufsthätigkeit oder seiner Amtsthätigkeit mache. Eine gehen nicht so den Eindruck des Gewaltsamen gemacht. Die Klausel daß hier eine nicht zu rechtfertigende Unterscheidung zwischen den andre Erklärung könne er nicht geben, wenn er sich mit Jacob Von der Aeußerung eines Mitgliedes unsrer Partei, die Herr b. Wohna erwähnte, ist mir nichts bekannt. Das Bedauern, daß tein Socialdemokrat im Landtag ist, würde doch schließlich nur dem ein taugliches Mittel, wenn man Leute, die nur ein geringes Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit entsprechen. Uebrigens hat Frei- Einkommen haben, den Differenzeinwand machen läßt. Die Banten herr v. Zedlik, der Parteigenosse des Herrn v. Woyna, am 25. No- würden dann mit diesen Leuten überhaupt keine Spekulationsgeschäfte bember vorigen Jahres im einen Artikel ver- machen und damit wäre viel erreicht. Wenn sich der Gesetzgeber in öffentlicht, in dem er es im Interesse der Verhandlungent des Ab- einer Maßregel geirrt hat, dann muß aber möglichst schnell Remedur geordnetenhauses sehr beklagte, daß keine Socialdemokraten hier ver- eintreten. Der Terminhandel muß so bald als möglich wieder zutreten seien.( Lebhaftes hört! hört!) Es kann also aus solchen gelassen werden. Aeußerungen niemals gefolgert werden, daß wir besondere Freunde der Socialdemokraten feien. Abg. Trimborn( C.): Das Centrum wird in seiner bisherigen Socialpolitik unentwegt fortfahren und auch die Zusammenstellung verschiedener unsrer Namen mit Herrn Singer wird uns daran nicht irre machen. Die Handwerkerkammern müssen immer weiter ausgebildet werden, auch könnte der Verkehr der Regierung mit diesen Kammern ein regerer werden. find. Hierauf wird die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr Schluß 4 Uhr. vertagt. Parlamentarifches. Nur Grimm nicht in Widerspruch fezen wolle. Herbert( Soc.) hebt hervor, daß die Gewerbegerichte ebenfalls gegen Zulassung der Anwalte find, die Ursprünglichkeit der Verhandlung selbst dürfe nicht durch dritte störend beeinträchtigt werden. In der Abstimmung wurde der Antrag der Socialdemokraten Nichtzulassung der Anwalte gegen deren Stimmen abgelehnt. Der erste Absatz des Antrags Trimborn einstimmig, der zweite Say mit 10 gegen 7 Stimmen angenommen. Berufungssumme auf 500 M. zu erhöhen, wurde gegen Der Antrag die die Stimmen der Socialdemokraten abgelehnt. Der dritte Absatz des§ 15 wurde redaktionell geändert und dann der ganze§ 15 angenommen. zutrugen. Die der Würde des Gotteshauses zuivider- Selbstmord eines Bantiers. Nach dem„ Kl. J." hat sich der laufenden Auftritte, sowie der große Andrang erklären sich nur Fondsmaller May H. Meyer in seiner Wohnung im Grunewald das durch die Neugierde, die alle Schranten der Ord- Leben genommen. Meyer, ein Mann in der Mitte der fünfziger nung und der guten Sitte durchbrach. Die mir Jahre, war eine der markantesten Persönlichkeiten der Berliner Börse, gemachten Vorwürfe fallen auf die Urheber selbst zurück." an der er sich dem Vermittelungsgeschäft, speciell in Kreditaktien, Aus der Darstellung des Küsters geht mit aller Deutlichkeit widmete. Es steht fest, daß umfangreiche Spekulationsverluste ihn hervor, daß beileibe keine unter dem„ verrohenden“ Einfluß der in den Tod getrieben haben, doch weiß man 3: 3. noch nicht, in aus den angeblich besten Gesellschaftsschichten den von ihm ge- gesetzes geweigert haben, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Meher Socialdemokratie stehenden Arbeiter, sondern Herren und Damen wieweit eigne Operationen die Verluste herbeigeführt haben. Es verlautet, daß ein Teil seiner Klienten sich im Schuße des Börsenschilderten Unfug verübt haben. Bis jetzt haben wir noch nicht war Besitzer einer prächtigen Villa im Grunewald und galt für bemerkt, daß die Blätter, die aus Anlaß der Bernaner Angelegenheit überaus vermögend. Sein tragisches Ende ist eine Folge der in so hübsch Empörung markierten, sich ob der hier von dem Kirchen- den letzten Tagen eingetretenen Stursrückgänge an der Berliner beamten so anschaulich geschilderten Entweihung eines Gotteshauses| Börse. Berliner Partei- Angelegenheiten. sonderlich entrüstet hätten. Rummelsburg. Die Genossen werden ersucht, sich Sonntagvormittag Punkt 8 Uhr in folgenden Lokalen zur Flugblatt berbreitung einfinden zu wollen: Tempel, Alt- Borhagen 56; Werner, Schillerstr. 24; Burgenger, Kantstr. 44; Toens, Goethestraße Ede Santstraße; Jage, Prinz Albertstr. 13/14; Otto Wenger, Neue Prinz Albertstr. 17. Der Vorstand. V = Am Teltowkanal sind die Arbeiten bereits wieder im vollen Parteigenossen des zweiten Wahlkreises. Um in unserm Kreise Aus der Magistratssitzung vom Freitag. Eine Erweiterung der Gange. Bei Kohlhasenbrück wird jetzt die mitten im Wasser der Teltebecke erbaute Feldbahn beseitigt. Sobald dies geschehen ist, eine Agitation zu entfalten, welche bezweckt, neue Mitglieder für polizeilichen Funktionen des Wagistrats steht bevor. Die auf die den Wahlverein und Abonnenten für den Vorwärts" zu gewinnen, Be- und Entwässerung der städtischen Grundstücke bezüglichen polizei wird die sich in Windungen dahinziehende Teltebede gänzlich zufindet morgen, Sonntag vormittag 8 Uhr, eine Flugblatt: lichen Funktionen beabsichtigt der Oberbürgermeister bezw. der geschüttet. Interessant sind auch die Erdarbeiten auf einem großen Berliner Magistrat zu übernehmen. Diese Erweiterung der polizei- abgeholzten Terrain zwischen Albrechts- Teerofen und dem EisenbahnBerbeitung statt. Wir ersuchen die Genossen, sich in den be- lichen Funktionen des Berliner Magistrats ist schon aus dem Grunde damm der Berlin- Potsdamer Bahn. Metertief hat man dort den fannten Stellen zahlreich einzufinden. Der Vorstand und die Vertrauensleute. von Wert, weil die Entwässerung der Grundstücke schon seit längerer weißen Sand, der zu Anschüttungen beim Teltowkanal gebraucht Zeit in den Händen der städtischen Verwaltung liegt. Der Magistrat wurde, abgefahren und statt dessen den Moorboden des TeltebeckeBernsdorf. Am Sonntagnachmittag 2 Uhr findet in Zernsdorf hat der lebernahme dieser polizeilichen Funktionen zugestimmt und thales dorthin gebracht. Auf dieser Moorkultur fproßen bereis grüne eine Volksversammlung mit dem Thema„ Die Gemeinderats- wird der Stadtverordneten- Versammlung eine besondere Vorlage zu- Grashalme empor und an Stelle des einstigen Waldes wird bald wahlen" statt. An demselben Tage abends 7 Uhr wird in Schenken- gehen lassen. Die Aufsicht soll von der örtlichen Polizeibehörde aus- fruchtbares Ackerland auf diesem Gelände zu sehen sein. dorf bei Königs- Wusterhausen mit dem Thema„ Die politischen geführt werden. Wegen Nichtgrüßens stellte am Donnerstagabend in der BelleMachtmittel des Proletariats" eine Volksversammlung abgehalten, Gesindebelohnungs- und Unterstützungsfonds. Der Stadts alliancestraße ein jüngerer Offizier der Schutztruppe einen Mann in der auch die Gründung eines Wahlvereins auf der Tagesordnung verordnete Rechtsanwalt Ullstein hat mit seinen Freunden zum vom Train zur Rede, fragte ihn nach Namen und Compagnie und steht. Für beide Versammlungen hat der Reichstags- Abgeordnete Stadthaushalts Etat des Gesindebelohnungs- und Unterstüßungs- entließ ihn mit der Bemerkung, fich am andern Morgen um 10 1hr Frizz Zubeil das Referat übernommen. fonds für das Etatsjahr 1904 folgenden Antrag bei der Stadt in der Wachtstube zu melden. Kurze Zeit nach diesem Vorfall stellte verordneten Versammlung eingebracht:„ Die Versammlung ersucht derfelbe Offizier zwei Dragoner, die ihn übersehen hatten, in gleicher Ober- Schöneweide. Die Genossen werden aufgefordert, sich zu den Magistrat, mit den zuständigen Staatsbehörden in Verbindung Weise. Aus der Menschenmenge, die sich angesammelt hatte, wurden ber am Sonntagmorgen 7½ 1hr vom Reſtaurant Kaufholt, Wil- dahin zu treten, daß der§ 3 des Statuts der Belohnungs- und Aeußerungen des Unwillens laut, da die Leute den Offizier, der helminenhofstraße 18, aus stattfindenden Handzettel- Ver- Unterstügungsanstalt für das Gesinde in Berlin aufgehoben oder daß auf die Straßenbahn wartete, beim besten Willen nicht sehen breitung recht zahlreich und pünktlich einzufinden. von der Erhebung der in diesem Paragraphen gedachten Entrichtung konnten. Der Vertrauensmann. von je fünf Silbergroschen für jeden Dienstantritt und für jeden Friedrichsfelde. Sonntag früh findet zur Agitation für die Dienstwechsel in Zukunft Abstand genommen werde." Durch fünf Messerstiche verlegt wurde in der vorlegten Nacht Gemeindewahl eine Flugblattverbreitung statt. Treffein Mann, der zu früher Morgenstunde von einem Schutzmann vor punkt bei Losse, Luisenstr. 20, in Karlshorst bei Kupsch, Tresckow- Der Minimallohn der städtischen Arbeiter. Es wird uns ge- dem Hause Gartenstraße 18 aufgefunden wurde. In ihm wurde der Allee. schrieben: Als der Stadtv. Singer in der letzten Stadtverordneten- Bahnarbeiter Otto Wage aus der Marienstraße 8 ermittelt. Zunächst Sigung in durchaus zutreffender Weise den merkwürdigen Zustand erhielt er auf der Unfallstation IX einen Verband und wurde dann in einem Koppschen Wagen nach der Charité gebracht. Die Messerkritisierte, daß trotz des Beschlusses des Magistrats, den städtischen stiche, die Kopf und Arme aufwiesen, will Wage von Zuhältern in Arbeitern einen Anfangslohn von 3,50 M. zu gewähren, doch noch einer Wirtschaft der Gartenstraße erhalten haben. Betriebe vorhanden sind, die diese bescheidene Summe nicht zahlen, bezweifelte Oberbürgermeister Kirschner diese Thatsache. Er Unternehmungsgeist. Zwei junge Lebemänner wurden gestern vom Lehrter Bahnhof fort festgenommen. Einem Kriminalbeamten bat darum, ihm solche Fälle mitzuteilen. Genosse Singer wies auf war aufgefallen, daß zwei junge Burschen im Wartefaal des Bahndie Parkarbeiter hin, die nach Ansicht des Oberbürgermeisters keine hofes sich reichlich auftragen ließen, sich in der Rolle kleiner Krösusse Bollarbeiter sind. Es erscheint äußerst bedauerlich, daß die Park- gefielen und auch offen zeigten, daß sie eine bei ihnen sonst nicht verwaltung immer wieder den Anschein zu erwecken sucht, als ob nur übliche Summe Geldes besaßen. Der Kriminalbeamte mußte sie bei alte und schwächliche von der Armenverwaltung überwiesene Arbeiter der Einnahme von Leckerbissen stören und nahm sie mit nach der in den städtischen Parks Beschäftigung fänden. Das ist nicht der Fall. Polizeiwache. Hier entpuppten sich die beiden als der KaufmannsEs werden besonders im Frühjahr Leute eingestellt, die sich im Voll- lehrling Wilhelm Hallkamp und der Laufbursche Friedrich Lotte aus besige ihrer Kräfte befinden, wenn auch die Not sie dazu getrieben Bielefeld. Sie gestanden ein, die Reise mit einer unterschlagenen hat, diese Arbeit anzunehmen. Aber auch die älteren Leute müssen Summe von 300 M. unternommen zu haben. ein ganz reelles Tagewerk für ihren Lohn leisten. Die Arbeitszeit beginnt um 6 Uhr morgens und endet in der Zeit vom 1. April bis Als Bei den Abgeordnetenwahlen im November vorigen Jahres 15. September 7 Uhr abends, von da bis 1. Oktober 6½ Uhr, bis die Kirche zu Bernau von amtswegen als Wahllokal bereit gestellt zum 15. Oktober 6 Uhr, bis 1. November 5 Uhr, bis 14. Februar war, erhob sich in der konservativen Presse ein heilloses Geschrei. 5 Uhr und dann steigt sie wieder bis 7 Uhr. Die Mehrheit der Der Umstand, daß konservative, freifinnige und socialdemokratische Arbeiter rechnet mit einer 13 stündigen Arbeitszeit, da die Mittags- die beiden Männer auf Posten blieben, rief die Portiersfrau, Wähler in dem einen Punkt einig waren, daß die zu profanen zeit als Ruhepause kaum erheblich in Betracht kommt. Um 5 Uhr die inzwischen hinzugekommen war, einen Schutzmann herbei, die gelang, Einbrecher festzunehmen. Zweden bereitgestellte Kirche für den Tag der Wahl auch ihres firch- früh muß der Parkarbeiter seine Wohnung verlassen und spät abends mit dessen Hilfe als der Beanite blank 80g, in ihr lichen Charakters entkleidet sei, hatte selbstverständlich zur Folge, daß fommt er erst wieder nach Hause. Daß für eine solche Thätigkeit Diese ergaben sich, Auf dem Wege nach dem Polizeibureau versuchte während der langen Wahlhandlung von den Wahlmännern ohne die Bezahlung von 3,50 M. nicht glänzend ist, sollten sich auch die Schicksal. Unterschied der Parteistellung gegessen, getrunken und geraucht wurde. Herren der Verwaltung sagen. Auf dem Schlacht- und Vieh- einer der Einbrecher in der Barutherstraße zu entfliehen, wurde Konservativen Blättern fiel es nun bei, deswegen von Kirchenhofe wird der verfügte Anfangslohn auch nicht bezahlt. Dort jedoch sofort wieder ergriffen und gefesselt. Auf der Wache in der schändung zu reden, und zwar in dem Sinne, daß sie bestand unter dem früheren Direktor das Verhältnis, daß nur neun ihren Kirchenschändenden" Parteigenossen stillschweigend Absolution Stunden gearbeitet, dafür aber 3,50 M. an Tagelohn gezahlt erteilten, die socialdemokratischen Wähler jedoch in ihrem Gerechtigkeits- wurden. Die neue Direktion hat eine Aenderung insofern vorgefühl der Polizei denunzierten. Diese kerndeutsche Leistung der genommen, daß jetzt Stundenlöhne gezahlt werden und die Konservativen Blätter batte denn auch die Wirkung, daß der Minister Arbeiter dabei nur auf 3,15 M. zu stehen kommen. Und es sind eine Untersuchung der Angelegenheit versprach, von deren Er- deren nicht wenige, die mummehr hoffentlich in den Genuß des gebnis jedoch bis jetzt kein Sterbenswort an die Deffentlichkeit ge= Minimallohnes kommen. Die Stadt Berlin sollte endlich einmal drungen ist. dafür sorgen, daß die Beschlüsse der städtischen Kollegien bei den Betriebsleitern die nötige Beachtung finden. Blankenfelde. Wahlverein Bezirk Bankow. Die erste Mitglieder- Versammlung hierselbst findet am Sonntagnachmittag 4 Uhr im Lofal von Tinius statt. Genosse Davidsohn- Berlin referiert über „ Die Einführung in die Gedankenwelt der Socialdemokratie". Zahl reicher Besuch der Mitglieder, auch aus den Nachbarorten, wird erwartet. Bernauer : Lokales. Bernau und Berlin. den aus " Abgefaßte Einbrecher. Gestern abend in der zehnten Stunde bemerkte der Schlossermeister Mürr, Nostizstr. 56, daß auf dem vers schlossenen Hofe des Hauses, nahe seiner Werkstatt, fremde Leute umberliefen. Er holte einen Hausbewohner, den Konditor Sch., und beide gingen mit brennender Laterne auf den Hof, wo sich die drei Eindringlinge hinter Eisenplatten zu verstecken suchten. Während es Teltowerstraße, wohin man die drei Burschen gebracht hatte, wurden sie als der Hausdiener Friedrich Böser, Kutscher Gustav Kantof und Buchbinder Alfred Juppa, sämtlich im Alter von 18-21 Jahren stehend, festgestellt. Man fand bei ihnen eine größere Anzahl Dietriche und Schlüssel sowie Zangen, Schraubenzieher und einen geladenen Revolver. Der Lese- und Diskutierklub Moabit veranstaltet morgen Sonntag im neuerbauten zweiten Saal der Brauerei Bazenhofer, Turmstr. 26 einen kleinen Kunstabend, an welchem Herr Dr. Alberty und hervor ragende Künstler mitwirken. Der Eintrittspreis beträgt 25% 3f. Anfang 6 Uhr. " Warum wir diese Sache wieder aufrühren? Nun, weil in den Tetzten Tagen sich in der vornehmsten Kirche Berlins, der durch die Für Aerzte und Publikum ist eine Entscheidung des Amtsgerichts, weggemeißelte Kamels- Inschrift berühmt gewordenen Kaiser die in den„ BI. f. Rechtspfl." ausführlich mitgeteilt wird, von Freie Fortbildungskurse für Arbeiter, veranstaltet von ber Wilhelm Gedächtniskirche, während einer firchlichen Hand- Interesse. Zu einem Arzt fam ein Bote mit der Bestellung, er möge Wildenschaft, Technische Hochschule, Berlin. Mittwoch, den 24. Fe Lung Scenen ereignet haben, die im Gegensatz zu sofort zu einer Entbindung kommen. Der Arzt war nicht zu Hause, bruar, abends 8 Uhr, wird Herr cand. med. Edwin Bab über:„ Das der Bote war damit zufrieden, daß er telephonisch gerufen werden Gehirn als Sitz der Geistesthätigkeit" in der Aula der Charlotten nach Kirchenschändung Vorgängen wirklich sollte und nahm die Instrumente des Arztes gleich mit. Der Arzt burger Ober- Realschule sprechen. Eintrittskarten zu 10 f. sehen. Und diese die Kirche entwürdigenden Vorgänge find herbei- begab sich auf die telephonische Benachrichtigung seiner Ehefrau( Abonnement auf sämtliche Vorträge 50 Pf.) find an der Abendkasse geführt worden von Damen und Herren, die auch der böseste Wille mittels Droschte nach seiner Wohnung, als er aber dort angelangt erhältlich. nicht mit der Socialdemokratie in Beziehung bringen kann. Der und eben im Begriffe war, sich zu der Entbindung zu begeben, er Die Zählung der Sonnenscheinstunden, eine für Berlin bereits Fall liegt so: Vor einigen Tagen hat die bekannte am königlichen schien der Bote wieder und bestellte ihn unter Zurückbringung seiner seit längerer Zeit eingerichtete, aber bisher noch wenig beachtete Schauspielhause engagierte Tragödin Fräulein Rosa Poppe Hochzeit Instrumente ab. Der Arzt verlangte darauf die angemessene Ge- meteorologische Beobachtung, sucht das von den Aeltesten der Kaufgefeiert. Ein Vorgang, der die Deffentlichkeit verteufelt wenig an bühr für einen dringenden Besuch, und da sie verweigert wurde, wurde mannschaft herausgegebene Berliner Jahrbuch für Handel und Ingeht, der aber doch vorher von der Berliner Klatschpresse unter An- er klagbar. Er ist vom Gericht abgewiesen worden. Das Gericht dustrie"( Berlin, Verlag von Georg Reimer) unter dem Gesichtsgabe von Ort, Tag und Stunde, wann die Trauung stattfinde, führt in den Gründen aus, daß der Arzt in diesem Falle überhaupt punkte der Wichtigkeit für die Berichterstattung über das gewerbpubliziert worden war. Die Folge war, daß zur bekanntgegebenen nicht die ganze Vergütung für einen dringenden Besuch hätte liche Leben zu würdigen. Für die im Freien arbeitenden Gewerbe verlangen können, sondern nur einen seinen bisherigen Leistungen giebt die Zahl der Sonnenscheinstunden, wenn auch nicht genau, Zeit die gelangweilten alten Weiber Berlins ohne Unterschied des entsprechenden Teil der Vergütung. Der Arzt habe mum aber, als so doch einigermaßen die größere oder geringere Gunst der WitteGeschlechts und Alters sich nach der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche, ihm die Auffündigung erklärt wurde, nichts weiter gethan, als sich rung für den Aufenthalt im Freien an, da man im allgemeinen als dem Ort der Trauung, auf die Strümpfe machten. Was mum von seinem Aufenthaltsorte in seine Wohnung zurückbegeben. Dies wohl annehmen kann, daß die Dauer des Sonnenscheins ein ungeschah, das mögen unsre Leser und Leserinnen aus einer Zuschrift fei aber kein Teil der dem Beklagten zu leistenden Dienste, in erster gefähres Maß auch für die sonstigen einschlägigen Bedingungen entnehmen, die der Küster der erwähnten Kirche, Herr C, vom Orde, Reihe nicht, weil dem Arzte für den Weg zum Patienten innerhalb abgiebt. Der Bericht läßt es dahingestellt, ob dieses Mittel der Charakterisierung für gerade um sich der gegen ihn erhobenen Angriffe zu erwehren, dem„ Berl. feines Wohnortes überhaupt in Gemäßheit von Abschnitt B Nr. 16 das Berichtsfahr 1903 der Gebührenordnung für approbierte Aerzte und Zahnärzte vom zutrifft. Denn in diesem war die Zahl der Sonnenscheinstunden mit Börsen- Courier" zusendet: 16. Mai 1896 eine Vergütung nicht zusteht, womit anerkannt ist, 1487 im Vergleich zu einem neunjährigen Durchschnitt von 1626 nicht Es ließ sich natürlich nicht im entferntesten vorhersehen, daß daß dies im Verhältnis zwischen Arzt und Patienten noch kein Teil gerade groß, während die gewerbliche Entwicklung ein ziemlich ein solch' ungeheurer Andrang zur Trauung sein würde. Schließlich der ärztlichen Dienstleistungen ist. günstiges Bild zeigt. Aber höchst bemerkenswert ist die Vergleichung ist doch der Bekanntenkreis des Fräulein Boppe als Mitgliedes der ärztlichen Dienstleistungen ist. des königlichen Schauspielhauses, dessen Pforten sich nur den Die elektrische Hoch- und Untergrundbahn hat eine erhebliche der vorangegangenen Jahre, in denen die Zahl der Sonnenscheinbesseren, begüterten Bevölkerungsklassen öffnen, auch be- Vermehrung ihrer Betriebsmittel eintreten lassen. Es sind ins- stunden betrug: 1895: 1789; 1896: 1619; 1897: 1557; 1898: 1417; grenzt, zumal dem Mittelstande wohl die Zeit gefehlt haben besondere eine größere Zahl von Zügen eingestellt worden, die aus 1899: 1524; 1900: 1748; 1901: 1864; 1902: 1629. Sie bringt mit dürfte, der Trauung beizuwohnen. Die Polizei ist gleichwohl von vier Wagen bestehen. An Stelle von einigen wenigen Vierwagen- einer Ziffer zum Ausdruck, in wie hohem Maße gerade während der mir auf die Trauung aufmerksam gemacht worden. Die geringe zügen find jetzt deren sieben vorhanden. Die Züge bestehen bekannt- kritischen Jahre die Gunst der Witterung uns zu Hilfe fam. In Zahl der Schuhleute erklärt sich daraus, daß auch die Polizei lich aus zwei Motorwagen 3. Klasse und je einem Beiwagen 3. und den günstigen Jahren ging die Jahl der Sonnenscheinstunden zurück einen derartigen Andrang zu einer Trauung für unmöglich 2. Klasse. Die vierwagenzüge dienen in erster Linie zur Be-( bis zum Jahre 1898). Von da ab stieg fie und erreichte in dem hielt. Nun zu den Eintrittskarten. Nach eigner Angabe hat wältigung des Sonntagsverkehrs. Sie laufen dann regelmäßig schlimmsten Jahre der Krisis, 1901, ihren Höhepunkt. Herr Dr. Leva 400 Karten ausgegeben. Er wünschte aber, daß zwischen der Ost- und Weststrecke über den Potsdamer Plaz. Zur jeder freie Plazz besetzt würde. Es blieben also noch Zeit dieses stärksten Betriebes sind dann nicht weniger als 17 Büge 1400 Bläge verfügbar. Beim Deffnen der Thüren um unterwegs. Jeder der Vierwagenzüge bietet ungefähr für 300 Berein früheres Deffnen der Kirche war nicht sonen Raum. Rechnet man für die Dreiwagenzüge 220 Pläge, so Ueber die Schulverhältnisse in Rigdorf ergiebt der Verwaltungsmöglich, weil noch eine Gesangprobe zur Trauung stattfand vermag die Hochbahn gleichzeitig 4000-4500 Personen zu befördern. bericht des Magistrats folgendes. Es sind in der Stadt vorhanden stand das Publikum wie eine Mauer bis auf den Fahrdamm. Auch zu den Stunden des stärksten Verkehrs an den Wochentagen 20 Gemeindeschulen, darunter 2 katholische. 19 find in städtischen Durch das Drängen der Hinterstehenden wurden die Bordersten werden die Vierwagenzüge eingestellt. Es ist dies insbesondere der Schulgebäuden untergebracht, eine befindet sich in Mietsräumen hineingestoßen, die Kirchendiener beiseite gedrängt. Die Fall in den ersten Morgenstunden und abends zwischen 4-8 Uhr. eines Privathauses. Am 1. Januar 1903 bestanden 17 Rettoren nach außen sich öffnenden Kirchenthüren konnten nicht mehr Die Ausstattung der neuen Beiwagen entspricht der bisherigen. stellen, 211 Lehrerstellen, 23 Lehrerinnenstellen und 9 Handarbeitss geschlossen werden. Die zum Abgrenzen der für die mit Karten Der Bahnhofsaffiftent auf dem Stadtbahnhofe Börse Hugo Lehrerinnenstellen. Dazu kommen 4 ständige Hilfslehrerinnen. Hinzu versehenen Personen bereit gehaltenen Plätze bestimmten, fünf Spielmann, der, wie gemeldet, gestern flüchtig geworden, ist bereits famen am 1. April 1903 6 Lehrer und 4 Lehrerinnen und am Centimeter starken Taue wurden niedergetreten, zerin sicherem Gewahrsam. Die von Spielmann veruntreute Summe 1. Oftober 1903 6 Lehrer und 2 Lehrerinnen, sowie eine technische fchnitten. Zur Befriedigung der Neugierde kletterte das dürfte wohl nicht so groß sein, wie ursprünglich angenommen wurde, Lehrerin. Bublifum auf die Bänke, auf die Lehnen und Fenster und 6000 M. Taunt übersteigen. Spielmann wurde am Donnerstag- Die Zahl der Kinder, die die hiesigen Gemeindeschulen vor brüstungen, die zerstörte Politur der Bänke bezeugt nachmittag in einem Wirtshaus am Monbijouplay, wo er auch früher der Aufnahme am 1. April 1903 besuchten, betrug rund 16 600, während Als es gelang, die Thüren zu schließen, harrten noch zu verkehren pflegte, von Kriminalbeamten angetroffen und fest sie sich am 31. Dezember 1903 auf rund 18 300 belief. Es war Tausende draußen, durch Anklopfen und Lärmen die genommen. Er bestreitet, das fehlende Geld der Kasse entnommen mithin eine Zunahme von 1700 Kindern zu verzeichnen. Von den Feier stören d. Jeder Versuch, in der Kirche Ordnung zu zu haben und giebt an, daß es ihm gestohlen wurde. Da er aus Kindern waren vor dem 1. April 1903 Knaben 8215, Mädchen 8385, schaffen, war vergeblich: Was wir entzwei machen, eignen Mitteln nicht im stande gewesen sei, Deckung zu schaffen, sei am 31. Dezember Knaben 9050, Mädchen 9250. bezahlen wir", war auf Bitten wie Befehlen die Antwort.... er fopflos geworden und plantos umhergelaufen. er topflos geworden und planlos umhergelaufen. Seine Aussage 1. April 1903 vorhanden gewesenen 16 600 Schulkinder wurden in 238 Klassenräumen und die am Das ganze Verhalten des Publikums erinnerte start an die wurde vorläufig durch nichts unterstützt, so daß er in Untersuchungs- 294 lassen und Scenen, die sich bei den Trauungen reicher Erbinnen in Amerifa haft genommen wurde. 131. Dezember 1903 vorhanden gewefenen 18 300 Schulkinder in 4 Uhr es. ... " Aus den Nachbarorten. Die vor dem standen, unterrichtet. " 317 Klaffent, für die auch nur 238 Klaffenräume zur Verfügung| Aufsatz Die Entwicklung der Geschoßzünder in ter preußischen tiefe unzählbaren Mengen an Liebesgaben einem würdigeren, vor ( Das ergiebt eine unangenehm große Armee."" Ein subjektives Verfahren konnte nicht statthaben, weil der allen Dingen uns näher liegenden Zwecke zuwenden. Nun warten Zahl fliegender" Klassen.) Vor dem famen auf eine Lehrkraft 1. April 1903 Verfasser inzwischen geisteskrank geworden sein soll. Für die gestrige die„ Notleidenden", die den nicht organisierten Arbeiter zurückzuhalten im Durchschnitt 63 Kinder, Verhandlung wurde die Deffentlichkeit ausgeschlossen und auf Grund beschließen, um nur ja den höchsten Tageslohn" herauszupressen, auf eine Klasse im Durchschnitt 56,4 Kinder. Am Schluffe des§ 175 des Gerichtsverfassungs- Gesezes den Anwesenden ein auf die Hamburger Tausendmartscheine, um mit deren Hilfe- das desselben Jahres( 31. Dezember 1903) war das Verhältnis un- Schweigegebot erteilt. Als Zeuge und Sachverständiger war Oberst- socialdemokratische Blatt zu fundieren!" günstiger: pro Lehrkraft 64,7, pro Klasse 57,7 Kinder. Für das lieutenant Kronisch, als Interessenten die Inhaber der Mittlerschen Treffend bemerkt das Hamburger Echo" dazu: Wir wissen den nächste Jahr ist die Neueinrichtung von 2 Rettorstellen, 17 Lehrer- Sofbuchhandlung geladen. Das Urteil wurde öffentlich verkündet. Merger der Hamburger Nachrichten" vollauf zu würdigen. Aber stellen und einer Lehrerinnenstelle( technischer Unterricht) beschlossen Ge lautete auf Einziehung der Schrift, da die Publikation geeignet wie heißt es doch in dem patriotischen Sang?„ Der König rief worden. Die Stellen der vier ständigen Hilfslehrerinnen sollen zum sei, die Sicherheit des Reiches zu gefährden. und alle, alle kamen!" Daß die Leute von Aalesund sich 1. April aufgehoben und mit fest angestellten Lehrerinnen bejezt nicht? = werden. Als technischer Beirat des Magistrats fungierte, wie bisher, reisende Gustav Meding bei Ausübung seines Geschäfts in An Recht, und die Geber waren gewiß uneigennützig- oder Frauenhilfe. Schwindelhafte Kniffe hat der Buchhandlungs- nach ihrem Gutfinden einzurichten gedenken, ist doch nur ihr gutes der Kreis- Schulinspektor Schulrat Anders. Ende des Jahres 1903 wurde der Kursus für Kinder mit Sprachstörung wiederholt. Es nahmen wendung gebracht und wurde dafür gestern vor dem Schöffengericht 30 Kinder teil. Durch den etwa ein Bierteljahr dauernden Kurjus ſollen des Amtsgerichts I zur Verantwortung gezogen. Er vertrieb im Unter dem Titel Neutralitäts Erklärung" veröffentlicht der Sprachgebrechen der Stinder soweit beseitigt werden, daß eine ungestörte August v. J. für eine Berliner Buchhandlung ein„ Die Kreuzzüge" dänische Satiriker Carl Ewald in der Kopenhagener Zeitung, Politiken" betiteltes Wert. Zu diesem Zweck war er mit gedruckten Formularen folgende Skizze: Teilnahme am Unterricht erfolgen kann. Der Turnunterricht in St. Petrus trat vor Gottes Thron und erstattete Bericht über den Volksschulen hatte darunter zu leiden, daß für die gesamten ausgerüstet und wandte sich damit an einflußreiche Personen mit der Volksschulen nur zwei Turnhallen zur Verfügung standen. Um dem Bitte, durch ihren Namen das Gelingen des Unternehmens zu fördern. den russisch- japanischen Krieg. dringenden Bedürfnis abzuhelfen, ist für das laufende Winterhalbjahr bas lehrreichste und zur Zefire vortrefflich geeignet sei. Zum Knie und rang die Hände. Es war in den Zetteln ausgeführt, daß das Werk nächst der Bibel Als er zu Ende war, stürzte der russische Engel auf die die Turnhalle des Turnvereins Jahn zum Schülerturnen gemietet Schluß hieß es, daß 10 Proz. des Reingewinnes zu irgend einem wohlworden.( Bekanntlich sparen Magistrat und Stadtverordnetemnehrheit| " Hilf den Russent, o Herr! den rechtgläubigen Ruffen!" bat er. entgegen den Wünschen der socialdemokratischen Frattion an Turn- thätigen Zweck festgesezt feien, dessen Bestimmung dem betreffenden Der Zar wird Dich preisen in St. Petersburg, wird vor Dir hallen und Aulen, wo es fich" nur" um Volksschulen handelt.) Die Ausfertiger des Formulars überlassen bleibe. Meding wandte sich knieen in Moskau und sich vor Dir auf sein Angesicht werfen in Jugendspiele der Boltsschüler, die bereits in den Vorjahren ab- zunächst an den Pfarrer Kaiser in Zehlendorf, der feinen Namen Rasan!" gehalten wurden, find im verflossenen Sommer unter Zeitung von Reingewinns für den Verein für Frauenhilfe" in Zehlendorf be- finnische Engel und erhob sein dunkles, thränenfeuchtes Antlig. " Zerschmettere die grausamen, ungerechten Russen 1" bat der fortgesezt rung wurden im Sommer zwei Leiter der Jugendspiele auf bewog namentlich die Frauen durch die Vorspiegelung, daß jede Herrn:„ Stehe den Russen bei, sonst macht Frankreich bankrott 1" stimmte. Meding ging dann zu mehreren Gemeindemitgliedern und Der französische Engel flüsterte in das rechte Ohr des Kosten der Stadtgemeinde gefundenen Kongreß für Volts- und Jugendspiele entsandt. Dame, die das Werk kaufe, Mitglied des Vereins für Frauen- Der englische Engel neigte sich gegen das linke Ohr des Um dem durch das außerordentlich starke Anwachsen der Schülerzahl hilfe" werde, zur Annahme des Buches. Dasselbe Manöver Herrn:„ Laß die Japaner weitersiegen, damit wir nicht in die ( 1701 Schüler im letzten Jahr) eintretenden Mangel an Schulklassen führte er in Schwargendorf aus, nachdem er auch hier den Pfarrer zwangslage kommen, ihnen beistehen zu müssen!" zu begegnen, haben die städtischen Körperschaften beschlossen, daß Unterschriften der Pastoren benutzte er zum Kundenfang, indem er Engel aus der Tiefe ſeines Herzens. Weichbrod zum Unterschreiben des Zettels überredet hatte. Die Stürze sie alle beide ins Verderben!" seufzte der chinesische außer dem Schulhause am Herzbergplatz, welches voraussichtlich am den Anschein erweckte, als ob er direkt im Auftrage der Geistlichen 1. Oktober dieses Jahres mit 40 Klassenräumen seiner Bestimmung fäme.- Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten des Betrugs für übergeben werden kann, noch der Bau ziveier weiterer Schulhäuser fofort in Angriff genommen werden soll. Der Bau dieser beiden überführt und beantragte gegen ihn eine Gefängnisstrafe von neun an der Weise- bezw. Fontanestraße und an der Elbestraße belegenen Monaten. Der Gerichtshof ging über diesen Antrag noch hinaus Schulhäuser soll derart gefördert werden, daß das eine Schulhaus und verurteilte den Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis im Jahre 1905 und das andre im Jahre 1906 in Gebrauch genonimen bei sofortiger Verhaftung. werden kann. dem in Dresden statt Nofig find die Volksschulverhältnisse in Rigdorf nach dem Bericht nun gerade nicht. " " " nicht." " Wo ist der japanische Engel?" fragte Gott.„ Ich sehe ihn „ Er ist in den Krieg gegangen," sagte St. Petrus.„ Er liegt jetzt im Anschlage und schießt auf Port Arthur." Gott sah von dem einen zum andern. Dann flog ein Lächeln über sein unergründliches Angesicht. " St. Petrus, höre!" jagte er. Wir werden uns neutral verhalten!" Briefkaften der Redaktion. A. 2., Steglit. Nach der heut geltenden Auffassung schützt die Jms blieben. = Hellas in Berlin. Nikolaus Phacis und Nikolaus 8nakris sind die Namen zweier Kaufleute aus Griechenland, welche vor etwa Jahresfrist das Deutsche Reich heimsuchten, um hier in verschiedenen Schöneberg. Zum 1. Juli d. J. wird voraussichtlich die größeren Städten die Juwelen- und Goldwarenhändler durch raffiniert ausgeführte Diebstähle zu brandschaßen. In Leipzig, 26 Millionen- Anleihe, nachdem die staatliche Genehmigung bis dahin Berlin und Hamburg hatten sie bereits ihren Zweck erreicht und munität den Abgeordneten nicht vor Verbüßung von Strafen, zu denen er erfolgt ist, zur Ausgabe gelangen. Es sollen daraus für die Hochsich dann nach Wien gewandt, wo sie die bereits erbeuteten Wertstücke rechtsträftig verurteilt ist. Das Mandat wäre also ohne Bertretung gebauverwaltung allein( einschließlich des Betrages der Anleihe von 1902) fünf Millionen verwandt werden. Hiervon entfallen auf berfilbern wollten. Hierbei wurden sie festgenommen und zunächst 3. 2. 56. 1867 im konstituierenden Reichstag war der Kreis Hagendie dritte Nate zum Bau des Krankenhauses 2600 000 M., für den nach Hamburg zurückgebracht, um hier wegen der begangenen Dieb- Schwelm durch das altliberale Centrum, und zwar durch v. Vinde vertreten; Bau der katholischen Volksschule in der Berchtesgadenerstraße als stäble zur Verantwortung gezogen zu werden. Sie wurden zu je seit dem ordentlichen norddeutschen Reichstag 1867 stegte stets die Fortschritts Rest 260 000 M., des Werner Siemens= drei Jahren Buchthaus verurteilt. Gestern erschienen Realgymnasiums( Baudie partei, und zwar zuerst Harfort. Seit 1874 Eugen der Große. Kurz: beiden Griechen bor der nennten Straffammer des Land V. 67 t. altl. C. f. o. 67 F. Vertretung 1867 im tonstituierenden foftenreft) 420 000 Mark, der Volksbadeanstalt 240 000 Mart, gerichts I Berlin. Sie sollen hier in einem Juwelierladen einen Reichstag durch altliberales Centrum, ſeit der Zeit des ordentligen für ein Feuerwehrgebäude in der Speyererstraße sind außerdem Brillantring zum Werte von 1200 M. entwendet haben. Da die norddeutschen Reichstags durch Fortschritt. Das ist allerdings eine Geheim270 000., für den Neubau der höheren Töchterschule( 1. Rate) Angeklagten der deutschen Sprache völlig unkundig sind, so mußte zeichen- Formel, die sehr kurz, aber für das größere Bublifum absolut un 300 000 M., den Neubau einer Gemeinde- Doppelschule auf dem Südverständlich ist. Fragen Sie fünftig lieber bei dem Verleger von Kürschners gelände( 1. Rate) 400 000 m. und für Bauarbeiten an der Hohen beide unter den lebhaftesten Gesten, daß sie so unschuldig feien wie bemessenen Zeit. mit Hilfe eines Dolmetschers verhandelt werden. Eie behaupteten Handbuch Deutscher Reichstag" dirett an in Berücksichtigung unsrer inapp zollern- und der Gemeindeschule in der Feurigstraße 13 520 M. Die Sonne am Himmel, sie würden schwer vom Schicksal verfolgt, Zustande. B. P. Fleisch, Pilze, Fische, besonders in geräuchertem angesetzt. A. 3. 10. Erkundigen Sie sich nach allem: 1. Entbindungs daß sie überall für Diebe gehalten würden. Sie feien ehrliche anstalt Am Urban. 2. Charité, Schumannstr. 21/22. Danzig. Es geht Wilmersdorf. Für das Etatsjahr 1904 gelangen folgende Steuer- Juwelenhändler und die bei ihnen gefundenen Steine feien ihr uns ähnlich wie Ihnen selbst, da alles gleichsam in der Luft schwebt und fäge zur Hebung: An Gemeinde- Einkommensteuer 90 Broz. Zuschlag ehrlich erworbenes Eigentum. Durch die Beweisaufnahme wurde jeder feste Stützpunkt fehlt. Da es sich nun um eine ultramontan- tlerifale zur Staatseinkommensteuer, einschließlich der Kreissteuer; an Ge- festgestellt, daß beide Angeklagte zugleich den Laden betreten eußerung handelt, so werden Sie ziemlich sicher Auskunft erhalten ent werbesteuer 90 Proz. der veranlagten Beträge; an Gemeinde- Grund- und durch Zeichen zu erkennen gegeben hatten, daß fie einen weder durch die„ Rheinische Zeitung" in Köln, Ursulaplay 6, oder durch die Bolts- Zeitung" in Düsseldorf, Benratherstraße 6, welch lettere einen steuer 0,2 Proz. des gemeinen Wertes der bebauten und unbebauten Ring zu kaufen beabsichtigten. Der Verkäufer hatte die Hände Specialisten für derartige Fälle in ihrem Redaktionsstab befibt. Grundstücke an Umsatzsteuer 1 Proz. beim Wechsel des Eigentums der Fremden nicht aus den Augen gelaffen, aber dennoch mußte 9t. 23.( 65.) 1. Berein gegen Berarmung, Deutscher Dom, Gendarmen von Immobilien; an Hundesteuer für jeden Lurushund 20 M. Die einer von ihnen es verstanden haben, einen wertvollen Ring ver- martt. 2. Frauenverein, Borsib. Frau J. Salomonsohn, Charlottenburg, Kreissteuern sind in dem Voranschlag des Jahres 1904 mit schwinden zu lassen. Die Besucher entfernten sich schließlich, ohne Hardenbergstr. 18. Ferner im Berliner Rathause: Bürger- Rettungsinstitut, 500 000 M. in Ansatz gebracht worden. H. Sch. Seit 1891, wo sie etwas zu faufen. Als der Juwelier dann das Fehlen des Ringes Friedrich Wilhelmsanstalt für Arbeitsame und Biederseeſtiftung. und 3. F. 10 413 M. betrugen, find fie um das 50fache gestiegen. Central- Auskunftsstelle für Auswanderer und Kolonisation, feststellte, fiel ihm ein, daß einer der Besucher einmal eine Frage an hier, Schellingstr. 4. R. G. Nein. A. B. 1. Die Sache ist etwas Die elektrischen Versuchsfahrten auf der Vorortstrede Nieder- ihn gerichtet und dadurch seine Aufmerksamkeit für einen Augenblick dunkel. 2. Lassen Sie den Rest von einem Juwelier in einem größeren von seinem Genossen abgelenkt hatte. Dieser Zeitpunkt mußte zur Goldwarengeschäft prüfen. Schöne weide- Spindlersfeld, welche der Untersuchung dienen sollen, ob und in welcher Weise man tünftig auf der Stadt Begehung des Diebstahls benutzt worden sein. Der Staatsanwalt Berliner Tageblatt". 2. Ja, versuchen Sie es. Würzburg. 1. Nein. beantragte eine Zusatzstrafe von je einem Jahre Zuchthaus, der 2. Wenden Sie sich an den Vorstand. M. B.( 100) und Fruchtstr. und Ringbahn den elektrischen Betrieb wird einführen können, find, Gerichtshof belies es mit Rücksicht darauf, daß das frühere Straf- Herr Eugen Simanowsky, Hochstr. 46, wird Ihnen gern Auskunft geben. twie gemeldet, vor einiger Zeit wieder mit Erfolg aufgenommen Stendal. Nein! Husaren- Regiment Nr. 10. G. G. 1. Am 1. Mai worden. Gestern nahmen der Präsident der königl. Eisenbahn- maß bei Mitverurteilung dieses Falles nicht erheblich höher ausS. 54. Sprechen Sie doch deswegen direktion Berlin, Wirki. Geh. Ober- Regierungsrat Kranold und der gefallen wäre, bei einer Zusatzstrafe von je sechs Monaten 1890. 2. Am 1. Oftober 1890. gelegentlich in der Buchhandlung Vorwärts vor. Bescheid er. Decernent für die elektrische Zugförderung, Geh. Baurat Bock, an Zuchthaus. halten Sie wohl auch mündlich durch Herrn Lammé, Konsumverein StreuzSergstraße 36. L. ist Vorsitzender der Arbeiter- Bildungsschule. B. B. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Februtar, vorm. 8 Ub, Nein. R. R. Ja. Rina. 1. Ja. 2. Rein. Kalender. Der in der Schul- Aula, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. Freireligiöse ruffische, julianische, um 14 Tage hinter dem unsern, dem gregorianischen, Vorlesung. Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Bortrag bes Frl. zurüd. Sibirien. Der Zarewitsch ist der russische Stronpring. da Altmann:„ Michael Servet, das Brandopfer des„ protestantischen Roms". Prügelpädagoge. Er schlägt sieben Teufel hinein, wenn er einen einzigen Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 22. d. Mts., heraushauen will. pünktlich abends 8%, Uhr, im großen Saale des Central- Klubhauses, Am stönigsgraben 14a: Beschließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Weiße Quittung legitimiert. einigen Fahrten zwischen Nieder Schöneweide und Spindlersfeld teil. Es wird dem Vernehmen nach beabsichtigt, nach Fertigstellung eines zweiten Motorwagens demnächst einen ganzen Zug auf der bezeichneten Strecke zu befördern, um weitere Versuchsergebnisse im Betriebe zu gewinnen. Diese Versuchszüge sollen an der Spitze und am Schlusse aus je einem Motorwagen und dazwischen aus einem bis drei gewöhnlichen Personenwagen gebildet werden. 5. 2.( 1868.) 1.„ Boffische Zeitung" oder Juriftifcher Teil. M. S. Die juristische Sprechstunde findet taglich mit Ausnahme des Sonnabends on 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. R. G. 777. Unbegrenzt. A. B. 1000. Ja. Straßburg A. und Salle 37. 1. Erbe ist der überlebende Gatte und die Eltern des Ver storbenen. Errichten Sie ein Teftament, so empfiehlt es sich, die Eltern auf das Pflichtteil zu sehen. 2. Solche Schule temnen wir nicht. Welche Rechte und Pflichten einer Staffe und deren Mitgliedern zustehen, läßt sich ohne Einsicht in die Statuten nicht sagen. So weit ersichtlich, handelt es sich um eine jener leistungsunfähigen fleinen Kaffen, deren Dasein allenfalls für die Beschung irgend eines Bostens von Erheblichkeit ist und deren Ber schwinden im Interesse der Mitglieder liegt. Filiale Charlottenburg: In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrich- Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntagvormittag 10%, Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:" Unive geistigen Borjahren: 1. Gustav Adolf Wislicenus. Damen und Herren haben freien Butritt. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( G.. 29, Füllale Berlin 3): Mitglieder- Bersammlung am Sonnabend, den 20. Februar, abends 9 Uhr, bei Bergener, Reichenbergerstraße 157. Filiale Berlin 4. Sonntag, den 21. d. Mis., vormittags 10 Uhr, Mitglieder berjammlung bei Merkowski, Andreasstraße 26. außerordentliche Mitglieder Versammlung am Sonnabend, den 20. februar, abends 8 Uhr, im Volkshaus, Rosinenstr. 3. Tagesordnung: Aufstellung eines Delegierten zur diesjährigen Generalversammlung. Vermischtes. 105, S. Th., R. 74. ollen Sie aus der Landeskirche austreten, so teilen Sie Ihre Absicht schriftlich dem Amtsgericht mit, melden sich innerhalb 4-6 Wochen nach Eingang Ihrer Mitteilung auf dem Amtsgericht und erklären dort Ihren Aus. fritt zu gerichtlichem Protokoll. Vorladung erhalten Sie nicht, Sie müssen also ohne Einladung rechtzeitig das Gericht aufsuchen, jeder( Mann, Frau, über 14 Jahre altes Kind) muß für sich den Austritt erklären; ein andrer tritt nicht für ihn ein. Sostenpunkt für Austritt 3 M. und etwa 50 Pf. Schreibgebühr, für eine besondere Ausfertigung über Ihren Austritt noch mals 3 M. Marktpreise von Berlin am 18. Februar 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue D.- Ctr. Beizen, gut D.- Ctr. 17,05 17,03 Rindfleisch, Keule 1 kg bo. Bauch Roggen, gut Schweinefleisch Grünaus Dorfjubiläum. Grünau besteht am 20. Februar d. J. 150 Jahre als Dorf. Als„ Kolonie" war es durch König Friedrich II. in Bezirk des Amtes Köpenick unweit des Forsthauses Steinbinde bereits im Jahre 1749 gegründet worden, aber erst 1754 wurde es unterm 20. Februar zum Dorf erhoben und erhielt den Namen Grüne Aue". Es hatte zunächst nur vier Hofstellen; anfänglich waren sogar nur drei geplant gewesen. Im ersten Jahre nach der Gründung der Kolonie faßen auf diesen vier Höfen, die sich an der jezigen Friedrichstraße entlang von der Kurfürsten- bis zur Bahnhofstraße hinziehen, die Kolonisten Libbold, Lamers( Lahmert), Fuchs, König. Auf dem ersten und dem dritten Grundstück werden heute Gastwirtschaften betrieben. Das zweite und das bierte bestehen noch jezt als dörfliche Gehöfte, wenn auch in veränderter Gestalt, und sie sind bis in die Gegen wart im Besitz der Familien Lahmert und König geblieben. Zu den vier ältesten Gehöften tamen später ein Wohnhaus für einen Hirten, ein kleines Büdnerhaus für eine Tagelöhnerfamilie, ein Für die Abgebrannten in Aalesund hat der Münchener Magistrat, großes Büdnerhaus für vier Tagelöhnerfamilien. Noch am Ausgang nachdem sich vorher ein Hilfskomitee unter dem Vorsitz des ersten des 18. Jahrhunderts waren nicht mehr als diese sieben Wohnhäuser Bürgermeisters, Hofrat v. Borscht, gebildet hatte, die Summe nebst Scheunen und Ställen vorhanden. Erhalten ist aus jenen An- bon 3000 M. bewilligt. Im Gemeindekollegium wandte sich Gemeindefängen Grünaus nur noch das große Büdnerhaus an der Friedrich- Bevollmächtigter Raith( Soc.) gegen den Magistratsbeschluß, indem straße. Das alte, 1768 fertig gewordene Gebäude ist heute eine er sich entschieden dagegen verwahrte, daß die Gemeinde, die für die Die vier Wohnungen des nur Arbeitslosen in München fast nichts übrig hatte, für solche Zwecke bauliche Merkwürdigkeit. Mittel aufwende. Das Komitee möge doch an die Wohlthätigkeit der einem Erdgeschoß bestehenden Fachwerkbaues lagen um gemeinsame Küche herum, die den Mittelpunkt bildete. Die Bevölkerung appellieren. Der Magistratsbeschluß wurde denn auch bier Hausviertel hatten aber verschiedene Befiger und wurden mit 21 gegen 17 Stimmen abgelehnt. jedes für sich bererbt oder verkauft. Dieser Zustand besteht Das verruchte Aalesund. Die auf Anregung des deutschen noch jetzt, nur daß im Jahre 1873 einer der Besizer, Kaisers ins Werk gesetzte Hilfsaktion für Aalesund wird jetzt von der Zimmermeister Behling, unter Aufhebung der Küchengemeinschaft den Abgebrannten zu geradezu unerhörten Zwecken, nämlich zur sein Hausviertel abgebrochen und dafür einen massiven zwei- Errichtung des socialdemokratischen Butunftsstaates geschossigen Bau mit feftem Dach aufgeführt hat. Die drei andren ausgenutzt. Die Hamb. Nachr.", die von Anfang an für die mit Biertel sehen heute noch aus wie vor hundert und mehr Jahren. so großem Geräusch in Scene gefeyte Hilfsexpedition keinerlei Erbsen Sie liegen noch unter dem alten, gemeinsamen Strohdach, zu dent Schivärmerei an den Tag legten, schreiben: das neu erbaute Viertel einen sonderbaren Gegensatz bildet. Be-„ Auch eine Aalesund- Reminiscenz! Wie die norwegische Zeitung Linsen fizerin und Bewohnerin des einen der drei erhalten gebliebenen Morgenbladet" mitzuteilen weiß, fand am letzten Sonntag in Viertel dieses jegt ältesten Grünauer Hauses ist die Witive Genzler, Aalesund eine Arbeiter Maffenversammlung statt. Man faßte die gegenwärtig die älteste Frau in Grünan ist. Mutter Gengler" eine Resolution, die die augenblickliche Bildung von Fachwurde geboren im Jahre 1819 und wohnt in dem Büdnerhause seit vereinen erstrebt, um dem Zuströmen von fremden, nicht 1839, wo ihr Vater das betreffende Viertel erwarb. organisierten Arbeitern entgegenzuarbeiten und damit den höchsten Tageslohn aufrecht zu erhalten. Ferner forderte man die augenblickliche Errichtung von kommunalen Arbeiter Stattonen häusern und beschloß eine socialdemokratische Zeitung herauszugeben. Die Hamburger Komitees, die, wenn wir uns nicht täuschen, an demselben Tage ihre Sammlungen für " Gerichts- Zeitung. aus eine " P 0 17,01 16,99 Hammelfleisch Butter Gier mittel 7,00 5,00 1,80 1,20 gering 16,97 16,95 " 1,40 1,10 " 13,20 13,18 " 1,60 1,00 " mittel gering Kalbfleisch 13,16 13,14 1,80 1,20 " " 13,12 13,10 " 1,80 1,20 + Berfte, gut 13,80 12,90 2,60 2,00 " mittel 12,80 11,90 60 Stud 5,00 3,00 " gering 11,80 11,00 Starpfen 1 kg 2,40 1,20 " thafer, gut 15,40 14,50 Aale 3,00 1,40 " mittel 14,40 13,50 Bander 3,00 1,20 " gering 13,40 12,50 Hechte 2,40 1,20 Barsche 1,80 0,80 3,00 1,40 1,40 0,80 Heu " Speisebohnen " * ab Bahn. 4,00 3,50 7,20 5,00 Schleie 40,00 28,00 Bleie 50,00 26,00 Strebje 60,00 20,00 † frei Bagen und ab Bahn. per Schod 15,00 3,00 Witterungsübersicht vom 19. Februar 1904, morgens 8 1hr. Berlin Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° 9. Stationen Barometer ſtand mm Wind Bunipia Windstärke Better 15° E. 4°. I -bebedt 12 0 Haparanda 754 Still 753 NW 2 bedeckt 1 Betersburg 753 SD 752 WN3 bededt 1 Cort 2 halb bd. 1 Aberdeen 3Schnee-1 Baris 2 wolfig 1 bedeat 756 N 764 762 N 1 bedeckt 2wollent 0 Ein Major als Berräter militärischer Geheimnisse. Ein objektives die Notleidenden" schlossen, an welchem die„ Notleidenden" die Swinemde. 749 NW 4 bedeckt Berfahren auf Grund des§ 1 des Gesetzes vom 3. Juli 1893 Gründung einer socialdemokratischen Zeitung beschlossen, hätten viel- Hamburg ( Berrat militärischer Geheimnisse) beschäftigte gestern leicht recht gut daran gethan, ihr Ohr unfren Ausführungen nicht zu Frantj.a.M. 758 W die 10. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Land- verschließen. Wir haben deutlich genug gesagt, daß dem Notstand München gerichtsdirektors Hoeppner. Die Anflage vertrat Staatsanwalt dort oben durch die reichen Gaben des Kaisers, der Hamburg Bien 755 28 Beed, die Verteidigung führten Justizrat Dr. Lisco und Rechts- Amerika- Linie und des Bremer Lloy, abgesehen von der skandinavi Wetter- Prognose für Sonnabend, den 20. Februar 1904. antalt Dr. Meyerstein. Es handelte sich um einen in der fchen Unterstützung, vollauf Abhilfe gethan worden sei und Zunächst auflärend, ein wenig fälter, bei mäßigen westlichen Winden; Striegstechnischen Zeitschrift" vom Major a. D. Albert Schlegel daß man recht vernünftig handelte, wollte man dieſe enormen später wieder geringe Grivärmung und Trübung ohne erhebliche Niederin Königsberg i. Pr. veröffentlichten, durch eine Abbildung illustrierten Summen hat doch Hamburg allein 150 000 M. aufgebracht schläge. Berliner Betterbureau Verantw. Redakteur: Julius Kalisti, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 43. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 20. februar 1904. Der Kongreß von Saint- Etienne. Dritter Verhandlungstag. Vormittag Sigung. 9% Uhr. Vorsitzender Gérard Seine- et- Dife. Auf Antrag der Mandatsprüfungs- Kommission werden die Mandate ber Savoie- Föderation für gültig, die der Boucluse- Förderation für ungültig erklärt. Leştere hat keine Beiträge entrichtet. Von der ersteren wird erwartet, daß sie die rückständigen Beiträge noch einzahlen wird. Kommunalprogramm. Partei Drgan. 0 An der Debatte beteiligen sich Rouanet, Longuet, handelte, daß ein früherer Kavallerie- Offizier und ein sechzehn Ubry, Renaudel, Jaurès und andre. jähriger Junge ihn plump dupieren konnten und daß ebenfalls die Renaudel beantragt, auf jeden Fall, gleichviet, ob die Gräfin Hazfeld tros ihres Geizes von ihren politischen Kreaturen Saint- Etienne, 16. Februar.( Eig. Ber.) Frage vom Kongreß beraten wird oder nicht, die Fraktion zu ver- schamlos beschwindelt wurde? Auf der Hintertreppe des Hauses mögen pflichten, für feinen Gesezentwurf über die schiedsgerichtliche Dienstbote und Bortier solche Neuigkeiten fichernd durchhecheln, aber Zu Jaurės Organisationsvorschlägen ist berichtigend nach- Regelung von Streiks zu votieren, bis ein Parteitag hierüber ent- follte es wirklich einen Socialdemokraten geben, der sich dadurch zutragen, daß die vierteljährliche Berichterstattung der Kammer- schieden hat. Jaurès bemerkt, daß der betreffende Gesezentwurf seinen Lassalle verekeln ließe? fraktion nicht vor den einzelnen Föderationen, sondern vor großen sicher im Laufe des Jahres nicht zur Beratung komme. Zudem Regionaltongressen stattzufinden hätte. Zu diesem Zwecke bedeute Renaudels Antrag eine diftatorische Bindung der Kammer- ein und zwar mit dem Vorsatz, sowohl die Schilderungen Bernsteins Nun geht Vahlteich weiter auf die politische Wirksamkeit Lassalles wäre das Land in etwa vier Regionen zu teilen mit Paris, Lyon, fraktion und somit eine vorausnehmende Entscheidung der noch nicht in dessen Vorrede zur Gesamtausgabe von Lassalles Werken, ins Marseille und Bordeaux als Mittelpunkten. beratenen Statutenrevisionsfrage bezüglich der Stellung der besondere aber die von Mehring in der„ Geschichte der deutschen Fraktion. Socialdemokratie" gegebene Charakteristik da, wo es nötig sei, richtig Schließlich wird der Punkt einstimmig einem Referendum der zu stellen. Bahlteich hat sich 1864 mit Lassalle überworfen; Föderationen unterbreitet, wobei die Föderationen binnen drei weshalb, ift denen, die mit der Geschichte der Partei Monaten dem Interföderalen Komitee das Ergebnis der Abstimmung vertraut find, einigermaßen bekannt. Er soll unfertwegen alle Ursache gehabt haben, sich von Lassalle getränkt mitzuteilen haben. zu fühlen. Aber einigen historischen Sinn für die Bedeutung unsres Borkämpfers hätte er fich denn doch zueignen müssen. In Auf Antrag der Kommission wird ohne Debatte beschlossen, verflossen sind, hat die deutsche Socialdemokratie sich von dem naiven den vierzig Jahren, die seit dem Tode des großen Agitators das Juterföderale Komitee zu beauftragen, die Frage zu prüfen Heroenfultus freigemacht, der Lassalle zu einem Sektenheiligen und dem nächsten Kongreß einen bezüglichen praktischen Vorschlag zu werden ließ, und kein Bibelglaube verpflichtet uns mehr auf Lajfaltes Schriften. Aber hat das Offene Antwortschreiben, haben die andren Nach Erledigung in langer Debatte falles wird der Bericht der Agitationstommission weniger für die Jahrhunderte geschrieben? Die Person des Mannes, eines lokalen Streit- Agitationsbroschüren darum an inneren Wert eingebüßt, sind erstattet. Der Bericht flagt über den Geldmangel, der die Agitation dem wir diese Geistesgaben verdanken, steht uns mit all ihren fie darum weniger eine Quelle der Belehrung und Erquickung, hemmt. Auf den Antrag der Kommission wird im Princip" be- dem wir diese Geistesgaben verdanken, steht uns mit all ihren Menschlichkeiten, nicht minder auf hohem Postament wie die Goethes schlossen, eine specielle Agitationskommission zu schaffen. Der Finanzbericht des Interföderalen Stomitees zeigt eine und Heines, deren Privatleben ja ebenfalls so manchen braven Budel traurige Finanzlage. Zur Deckung der Ausgaben für 1903 und des zum Snurren bringt. Nun kommt unser Vahlteich und beweist von seinem Deficits von 1902( ein Schuldenbetrag von 3724 Fr. 50 Cts.) wäre für unsre Bewegung sind, vor der niemals eindringlich genug geeine Einnahme von etwa 6200 gr. erforderlich gewesen. Das Deficit warnt werden kann". Nicht Pflichtgefühl und Liebe zu den Unter ist aber Ende 1903 auf 6066,50 gr. gestiegen. Die Zahl der gelöften drückten haben Lassalle auf die politische Bahn gedrängt, sondern Jahres- Mitgliedskarten ist gegenüber dem Vorjahre gefunken, und 3var von 11 000 auf etwa 8500, trotzdem die Zahl der Föderationen unbändiger Ehrgeiz, der nach Befriedigung um jeden Preis strebend, und die Zahl der Mitglieder einiger Föderationen gestiegen ist. Zur sich in der gewagtesten Konjetturalpolitik verliert und zur Anwendung Abhilfe werden vorgeschlagen, den Preis der Jahres- Mitgliedskarte jedes Mittels bereit ist". Und als dann die hunderttausend Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins von 50 auf 30 Centimes herabzusetzen, ferner Parteimarken auszugeben, die den Föderationen zu fünf Centimes zu verkaufen wären, nicht einstellen, als eine Enttäuschung über die andre kommt, da denkt Lassalle daran, sich und die von ihm ins Leben gerufene wobei ein Drittel des Erlöses aus dem Markeuverkauf einer speciellen Arbeiterbewegung der preußischen Regierung mit Haut und Haar zu Agitationstasse zuzuführen wäre. Die Vorschläge werden in Verbindung mit der Statutenfrage Das ist der Wahlteichsche Laffalle. überantworten, einen ungeheuren, schmählichen Verrat zu verüben. Der Programmentwurf wurde vom Gemeinderats- Kongreß ( Baris, 10. und 11. Januar 1904) ausgearbeitet. Die Frage eines dem Programm vorauszuschickenden Principienerflärung wurde dem Barteitag vorbehalten. Die Kommission beantragt und der Kongres votiert nach Anhörung des Kommissionsberichts folgende Prin cipien erklärung: " Da die kommunale Macht eines der Mittel ist, um das vom Tours- Kongres festgelegte socialistische Ideal verwirklichen zu helfen, so ist die socialistische Partei verpflichtet, diese Verwirklichung vorzubereiten, indem sie auf dem kommunalen Gebiete und im Rahmen der kommunalen Befugnisse für die Abschaffung der Ungleichheit und der Ungerechtigkeit arbeitet. " Gemäß den Beschlüssen des Tours- Kongresses erklärt die socialistische Partei, die geistige, politische, civile und ökonomische Befreiung des Proletariats anzuftreben und tritt zu diesem Zwede für folgende Grundsäge ein: " Internationale Verständigung und Aktion der Arbeiter; politische und ökonomische Organisation des Proletariats in einer Klaffenpartei zum Zwecke der Eroberung der öffentlichen Macht und der Vergesellschaftlichung der Produktions- und Austauschmittel, das heißt der Umwandlung der kapitalistischen in eine kollektivistische oder tommunistische Gesellschaft." 9 machen. beraten werden. = Statutenänderung. fich Ganz seltsam berührt es, wenn der Verfasser der Broschüre dann weiter dem Manne, der das allgemeine gleiche Wahlrecht der Arbeiterschaft prophezeit, der die preußische Fortschrittspartei in den Tagen, wo sie sich im höchsten Glanze spreizte, in ihrer ganzen aufgeblafenen Hohlheit durchschaut hat, wenn Bahlteich diesem mit wahrhaft prophetischem Blick begabten Denker politische Kurzsichtig feit vorwirft. In Bahlteichs Augen war die Brüskierung der Forts schrittspartei bedenklich und politisch unklug, und nicht für sondern gegen Lassalle führt er die bekannte Stelle aus der Ronsdorfer Rede an: Und wenn wir Flintenschüsse mit Herrn von Bismarck wechselten, so würde die Gerechtigkeit erfordern, noch während der Salven einzugestehen: er ist ein Mann, jene( die Fortschrittler) aber sind alte Weiber!" Mit dem bescheidenen Sinn, der sich gegen die Lassallesche Herrschsucht und Eitelkeit in so wohlthuenden Gegensatz stellt, sagt Vahlteich so ziemlich am Schluß seiner Broschüre: „ Ich war der Einzige, der Lassalles Charakter richtig beurteilen fonnte, der seine Eitelfeit, seinen Ehrgeiz und seine Herrschsucht fannte, denn alle die Quellen, die uns heute so eingehend Aufschluß über ihn geben, waren damals noch nicht erschlossen; ich war auch der Einzige auf unsrer Seite, der wußte, daß er ein Bündnis mit Bismard geschlossen, oder, was dahingestellt sein mag, gesucht hatte." Der letzte Abfaz wiederholt wörtlich die Schluß- Erklärung des Zours- Brogramms. Der Programmentwurf des Gemeinderats Kongresses ist von der Kommission nur in einigen nebenfächlichen Bunkten abgeändert Die Statutentommission ist noch immer nicht fertig. Der wichtigste bezw. ergänzt worden. Im folgenden die Hauptforderungen Streitpunkt( über die Stellung des Komitees und der Fraktion) ist des Programms, das in sechs Abteilungen zerfällt. noch nicht erledigt. I. Auf politischem Gebiete: Kommunale Autonomie, AusUm Zeit zu gewinnen, werden nun zunächst die bereits vordehnung des Rechtes der Gemeinden, internationale Vereinigungen liegenden Aenderungsanträge der Kommission beraten. Sie beziehen zu bilden, Referendum, Bezahlung der gemeinderätlichen Funktionen. fich auf untergeordnete Punkte. II. Auf ökonomischem Gebiete: Kommunalisierung der Zum Artikel 15 der Statuten wird ein Zusatz votiert, wonach die öffentlichen Dienste gemeindlichen Charakters: der Verkehrsmittel, Gemeindewahl- Kandidaten verpflichtet werden, die Principien- Erder Beleuchtung, der Wasserversorgung usw., Schaffung von kom flärung des Kommunalprogramms als Blakat anzuschlagen. Was das munalen Fleischereien, Bäckereien und Getreidemühlen. Achtstunden- Kommunalprogramm selbst betrifft, so kann es auf Wunsch der tag für alle kommunalen Angestellten und Arbeiter sowie ein Kandidaten nur teilweise affichiert werden, und zwar unter Wegwöchentlicher Ruhetag und ein Minimallohn auf den von den Ge- laffung derjenigen Forderungen, die in der gegebenen Gemeinde wertschaften der Region festzustellenden Grundlagen. Verbot des entweder bereits verwirklicht worden oder undurchführbar sind. Zwischenunternehmertums. Ernennung von Inspektoren durch die Zum Artikel 28 beantragt ein Delegierter von Saint- Etienne, Gemeinderäte auf Vorschlag der Gewerkschaften zum Zwecke der selbst ein Arbeiter, daß das Interföderale Komitee auch in dringenden Aufsicht über die Durchführung der Schußbestimmungen zu Streifangelegenheiten" keinen Redner zu entsenden berechtigt wäre, Gunsten der Arbeiter. Alferspensionen für die kommunalen Ar- ohne sich vorher mit der betreffenden Föderation verständigt zu beiter. Beffere Bedingungen für die mit Gemeindearbeiten betrauten haben. Begründung: Es gebe mehr Streifs, die gegen gewählte BeProduktivgenossenschaften socialistischen Charakters. Abschaffung der hörden, darunter gegen socialistische Gemeinderäte gerichtet seien, als privaten Arbeitsnachweisbureaus und Schaffung von unentgeltlichen Streits gegen Unternehmer. Der Antragsteller hat im Auge die feindtommunalen Nachweisbureaus unter der Kontrolle der Arbeitsbörsen felige Stellung der socialrevolutionären Gewerkschaftler gegen die So finden wir denn am Schluß der Broschüre einen gar stattoder der Gewerkschaften. Subventionen an die Arbeitsbörsen, an ministeriellen Socialisten, wie dies namentlich auch in Saint- Etienne lichen Scheiterhaufen zusammengetragen. Ist das ein Verdienst des tie Gewerkschaften und die gewerkschaftlichen Arbeitslosentassen im der Fall. Es entspinnt sich hierüber eine lebhafte Debatte. Bulegt Verfassers? war gewiß eine weise Einrichtung bei Verhältnis zur Zahl der beitragleistenden Mitglieder. wird beschlossen, daß in Streitfällen, gemäß den alten Statuten, den alten Römern, daß sie dem siegreichen Feldherrn beim III. Auf finanziellem Gebiete: Abschaffung der Octrois auf Verlangen der Streikenden zwar Parteiredner ohne weiteres zu Triumph zurufen ließen: Bedente, daß Du ein Mensch bist!" ( Konsumsteuern). Entlastung der kleinen Mieter von der Mobiliar- entfenden sind, daß aber die Redner an Ort und Stelle sich zuerst Aber die Person, die im Namen des Voltes diese fteuer. Kommunale Feuerversicherung. Progressive Erbschafts- mit der lokalen Föderation oder Gruppe verständigen müssen. Gewissenspflicht zu üben hatte, stand nicht gerade an hoher Stelle: steuer u. a. m. Der Punkt: Kontrolle über die Presse" erledigt sich Es war der servus publicus, der öffentliche Sklave. IV. Unterricht: Unentgeltlicher und weltlicher Unterricht in dadurch, daß die Partei feine eignen Breßorgane besigt. Es wird Durch manche Unannehmlichkeit werden unsre Parteigenossen sich allen Unterrichtsstufen und Schaffung von Gewerbeschulen. Schul- daher nur ein Wunsch" votiert betreffs der Mitarbeit von beim Lesen der Vahlteichschen Broschüre hindurchzuwinden haben. bücher, Bekleidung der Schulkinder, unentgeltliche Lieferung des Parteimitgliedern an nichtsocialistischen Organen. Der Dennoch widerraten wir ihnen nicht, sie sich anzuschaffen. Schon zu Schulzeugs, Subventionierung des Fortbildungsunterrichts u. a. m. Berichterstatter legt dar, daß in einigen Fällen Artikel von Anfang erwähnten wir, daß sie zur Beurteilung der deutschen V. Sociale Solidarität: Geldunterstützung zu Hause socialistischen Abgeordneten in nichtsocialistischen Zeitungen nachgedruckt Arbeiterschaft in die Mitte des verflossenen Jahrhunders fultur für die Bedürftigen( Greise, Kranke, Arbeitsunfähige, Arbeitslose). worden seien, die sonst die betreffende Lokalorganisation der Partei geschichtlich wertvolle Daten Daten bringt. Besondere Beachtung Verweltlichung sämtlicher Asyle und Spitäler. Unentgeltliche ärzt- bekämpften. Der votierte Wunsch" lautet:„ Die Schriffteller der Partei, verdient aber δας Kapitel:„ Die erste Opposition gegen liche Pflege und Arznei. Mietszins Unterstützung, kommunale die in nicht ausschließlich socialistischen Zeitungen schreiben, mögen die Lassalle im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein". Hierin Kinder- Bewahranstalten u. a. m. nötigen Vorsichtsmaßnahmen treffen und namentlich bei den Organi- findet sich mancher Beitag, manches Dokument bon zeits fationen der beteiligten Regionen Erfundigungen einholen, damit geschichtlichem Wert; überhaupt ist dieser ganze Teil des Buches fo ihre Mitarbeit an jenen Zeitungen nicht zum Nachteil der Interessen angelegt, daß er durch historische Bedeutsamkeit für diese und jene der socialistischen Partei verwertet werden kann." mit Indignation gelesene Seite entschädigt. Und schließlich weiß die Nach längerer Debatte über einzelne Punkte wird das Programm von fünf Frank wird im Princip" angenommen. Die Verpflichtung der Deputierten zu einem monatlichen Beitrag deutsche Arbeiterschaft ja auch zu sicher, was sie an ihrem Lassalle hat, als daß das Bild dieses Mannes durch Vahlteichs Broschüre Die Programmtommiffion beantragt ferner in Bezug auf Nach Erledigung einiger weiterer Anträge und Wünsche schließt sonderlich getrübt werden könnte. W. S. kommunale Wahlbündnisse: Im ersten Wahlgang ist, soweit die Sigung um 7 Uhr. es die Umstände gestatten, selbständig vorzugehen; für den zweiten Die Frage über die Stellung des Interföderalen Komitees und Wahlgang find Bündnisse mit entschiedenen Republikanern zulässig der Kammerfraktion wird in einer Abendsigung beraten nach Einholung des Gutachtens der Föderation. Die Beratung werden. dieses Antrages wird verschoben, um den Mitgliedern der Statutentommission, die ihre Arbeit noch nicht beendet hat, die Beteiligung an der Debatte zu ermöglichen. VI. Hygiene: Bau von billigen hygienischen Wohnungen, Sanitäre Wohnungs-, Werkstätten- und Nahrungsmittel- Inspektion. Abschaffung der„ Sittenpolizei". angenommen. * Die socialistische Einigkeit. " Litterarisches. Ferdinand Lassalle und die Anfänge der deutschen bewegung. Bon Julius Vahlteich. Verlag von G. Birk u. Co. in München. Preis 1 M. Es handelt sich um einen Antrag der Auvergne- Föderation, der die Einigkeit mit der revolutionär- socialistischen Parteiorganisation ( P. S. de F.) bezweckt. Ein ganz aussichts- und zweckloser Antrag Es ist ein häßliches Wort, daß kein Großer in den Augen seines in der gegenwärtigen Situation. Die Kommission konstatiert das Kammerbieners ein Held ist. Häßlich nicht des Großen wegen und in ihrem Bericht, der einige polemische Spigen gegen die auch nicht, weil es diesem Wort an Wahrheit gebricht, sondern deshalb, P. S. de F. enthält und mit platonischen Einigkeitswünschen schließt. weil so leicht keinem auf der Lebensbühne die Rolle des Kammerdieners Ein Delegierter der Auvergne Föderation begründet turz einen Wunsch", das Interföderale Romitee möge Schritte zur Annäherung mit der andren Partei vornehmen. Nach kurzer Debatte wird der Kommissionsbericht einstimmig angenommen. " V " Verfammlungen. " Vierter Wahlkreis( Südost). Der socialdemokratische Wahlverein hielt am Dienstag in der Drachenburg" eine gutbesuchte Versamm lung ab. Zunächst ehrten die Anwesenden das Ableben dreier Mit glieder sowie des Abgeordneten Rosenow durch Erheben von den Arbeiter- lägen. Alsdann sprach Genosse Dr. Alberth über„ Die Kulturfchmach in Preußen und den Socialismus in Rußland". Anknüpfend an die jüngst im Reichstage und in der socialdemokratischen Presse behandelten Maßnahmen der preußischen Bolizeiorgane gegen ruffifche Staatsangehörige gab Redner ein großzügiges Bild von der bisherigen Entwicklung der freiheitlichen Bewegung im Reiche der Knute. Gr schilderte dann detailliert die opferreiche Thätigkeit der russischen fahren der russischen Polizei- und Justizbehörden ihnen gegenüber und Socialisten, die Schwierigkeit der Agitation, das barbarische Vers die Leiden und Qualen der um ihrer Ideale willen Gingeferferten und Ver bannten. Der Vortragende kam zu dem Schluß, daß mit der zunehmenden Industriealisierung Rußlands auch die socialistische Bewegung dafelbft gefinnungsverwandten Preußen geschehen ist. Jeder freiheitliebende stetige Fortschritte machen wird, gleichwie das in dem Rußland so Mensch aber werde den ruffischen Revolutionären in ihrem schweren Kampfe gegen den kulturwidrigen zaristischen Absolutismus vollste Sympathie bezeugen. Von einer Debatte über den mit lebhaftem Beifall begleiteten Vortrag wurde Abstand genommen. behagt. Daher verwahren wir uns auch formell dagegen, dem früheren Sekretär Laffalles, unfrem jest in Amerika weilenden Parteigenossen Wahlteich diese Rolle zuzuschieben. Aber des Eindrucks können wir uns nicht erwehren, daß Bahlteich den Mann, dem die deutsche Arbeiterschaft unendlich viel zu verdanken hat, von einem GesichtsHaltung der Partei in den Senatswahlen. punkt aus betrachtet, der noch unter dem der persönlichen Gehässig Die Föderation von Indre- et- Loire beantragt, jede Beteiligung feit liegt. Bevor Parteigenoffe in feiner Schrift an den Senatswahlen zu verbieten, da eine solche der Programm- auf die Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeiterforderung auf Abschaffung des Senats widerspreche. Auf Antrag vereins und die Wirksamkeit Laffalles eingeht, bringt er der Kommission wird die Frage ohne Debatte dem nächsten Kongreß eine Art Autobiographie und schildert anschaulich das überwiesen. jammervolle Dasein, das er als Schuhmachergeselle auf Die Frage des Altohol monopols wird den Föderationen der Wanderschaft und auf Herbergen hat burchtosten müssen. Bierter Wahlkreis( Often). Am Dienstag hielt der Wahlverein zum Studium überwiesen. Dieser Teil der Broschüre ist kulturhistorisch wertvoll, und in im Andreassaal eine Mitgliederversammlung ab. Nach der Eröffnung Schluß der Sigung 121 Uhr. lebendiger Darstellung führt der Verfasser den Unterschied des derselben gedachte der Vorsitzende Litfin des Ablebens des Genossen Arbeiterdafeins von damals und heute dem Leser vor Augen. Rosenow sowie der verstorbenen Vereinsmitglieder Kulick und Timm. Aber wenn Vahlteich sich nun weiter an die Schilderung Lassalles Sodann hielt Genoffe Ströbel einen Vortrag über den russischDie schiedsgerichtliche Regelung von Streits heranmacht, fo fommt uns nicht aus dem Sinn, daß er den Kämpfer japanischen Krieg. Lebhaften Beifall fanden seine Schlußausführungen, erregt eine längere lebhafte Debatte über die Vorfrage, ob dieser und Denker mit den Augen des Schuhmachers betrachtet. Nicht des welche dahin gingen, daß unsre Sympathien auf seiten Japans stehen Punkt der Tagesordnung zu beraten ist oder nicht, obwohl Schuhmachers von heute, der im Befreiungskampf des Proletariats nicht müssen, denn eine Niederlage Rußlands würde die Folge haben, Kommission mit dem Bericht und Resolutions- Entwurf minder seinen Mann steht wie der Arbeiter andren Berufes, sondern daß politische Reformen im Innern des Zarenreiches durchbereits fertig ist. Es handelt sich um den bekannten des Zunftgesellen der fünfziger und sechziger Jahre, dem es schiver geführt werden, daß Rußlands Einfluß nach außen geschwächt Gesezentwurf Millerands über obligatorische Schiedsgerichte bei wird, sich über den Herbergshorizont hinaus zu erheben. Es und es seiner Stellung als Hort der Reaktion in Europa Streits, der im Laufe des Jahres zur Verhandlung fommen dürfte. soll zehnmal alles richtig sein, was Vahlteich aus dem für immer entkleidet werde. Der Vorsitzende schloß die Die Linke will es berhindern, daß die Kammerfraktion den Mille- Privatleben Lassalles erzählt. Aber was zum Teufel tommt es für Versammlung mit einigen geschäftlichen Mitteilungen. randschen Entwurf votiert, der bekanntlich von den franzöfifchen die Beurteilung der Wirksamkeit dieses Mannes in Betracht, wenn legten Versammlung sind dem Verein 57 neue Mitglieder beigetreten. Gewerkschaften verworfen wurde. Die Kommission des Kongreffes wir vernehmen, daß seine Diners teuer zu stehen kamen, daß er sich Die Vereinsversammlungen sollen jest wieder, soweit kein unvorherhat im Sinne der Linken entschieden. Die Rechte verlangt dagegen von seiner Köchin tyrannisieren ließ, daß er deren Mann hingegen, gesehenes Hindernis eintritt, regelmäßig am ersten Dienstag jeden die Ueberweisung der Frage an die Föderationen zum Studium. der ebenfalls in seinen Diensten stand, zuweilen en canaille be- Monats abgehalten und pünktlich um 19 Uhr eröffnet werden. die Nachmittagssigung. 2, Uhr. Ich habe mich nur dagegen gewandt, daß Genosse Fülle bei seiner Berichterstattung durch falsche Behauptungen Stimmung zu machen suchte gegen eine Forderung, die nicht nur ich, sondern auch der Parteivorstand und die Geschäftsleitung für berechtigt hielten. K. Wenzel. Entgegnung. Genosse Fülle hält sich unnötigerweise über eine| trägen, welche Genosse Ströbel bei den Stuffateuren zu sämtliche Brauereien gefandt und auch den Ring davon in Kenntnis Anmaßung" von mir auf, die ich mir gar nicht angemaßt" habe; halten gedenkt. Eine Diskussion über den Vortrag wurde gesezt hat. Er sei schon jetzt in der Lage, einige Schreiben der nicht etwa aus schuldigem Respekt davor, daß Genosse Fülle Mitglied nicht beliebt. Unter Gewerkschaftliches teilte der Vorsitzende mit, daß Brauereien sowie des Vorsißenden des Brauereiringes als Antwort der Preßkommission ist, sondern weil ich nicht so thöricht bin, nach die Stuffateure in Bosen in Streit getreten seien und Buzug deshalb vorzulesen. Dieselben besagten sämtlich gleichmäßig, daß die drücklichste Verwahrung" gegen seine Berichterstattung im fernzuhalten ist. Im weiteren gab der Vorsitzende Krebs einen Böttcher sich etwas gedulden möchten, bis der Ring seinen Beschluß zweiten Wahlkreise einzulegen. furzen Bericht über die Thätigkeit der Bauarbeiterschutz- Kommission gefaßt hat, welcher dem Vorsitzenden des Verbandes alsdann mitim letzten Jahre, und wurde derselbe alsdann auch für geteilt werden soll. Einige Brauereiböttcher erklärten, daß andieses Jahr wieder in die Kommission gewählt. Einem scheinend der Lohnzulage teine großen Hindernisse im Wege stehen; längst gehegten Bedürfnis Rechnung zu tragen, erhält jetzt jeder auch über den Neunstundentag ließe sich mit den Arbeitgebern ein Kollege bei seiner Meldung als arbeitslos einen Schein, auf welchem Wort sprechen, besonders aber wegen des Arbeitsbegins um 7 Uhr das Datum des Beginns der Arbeitslosigkeit angegeben ist. Dieser morgens. Es wurde beschlossen, sofort eine Mitgliederversammlung Schein muß dann bei Annahme von Arbeit vom Arbeitsnachweis, einzuberufen, wenn das Antwortschreiben des Brauereiringes einHolzarbeiter- Verband. In der am Mittwoch abgehaltenen oder, falls die Arbeit anderweitig erlangt worden, von dem be- gelaufen ist. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Vertrauensmänner Versammlung teilte Arbeits- treffenden Arbeitgeber mit Datum und Namen versehen Verhältnisse der Faßfabrik von Wördel in Spandau einer scharfen vermittler Maaß mit, daß seit der letzten Zusammenkunft der werden, worauf dann gegen Vorzeigen dieses Scheines im Kritik unterzogen. Vertrauensleute 28 Werkstattdifferenzen im Bureau ge- Verbandsbureau oder beim Kassierer die Arbeitslosenmarken ber- Eine öffentliche Versammlung aller in der Schuhwaren- Industrie meldet wurden. Es handelte sich dabei teils um die Abwehr von abfolgt werden. Die Mitteilung, daß der„ Lokalverband der beschäftigten Personen fand am 17. Februar in den Residenzsälen Abzügen oder Maßregelungen, teils um die Einführung der Lohn Stuffateure" alias Freie Vereinigung" ins Gewerkschafts- Landsbergerstraße, statt. Herrmann referierte über die Besicherung. In einem Falle, und zwar bei der Firma Küster tommt tartell aufgenommen worden ist, fand erst wenig Glauben, deutung des bevorstehenden Heimarbeiterschutz- Kongresses für das ein Sympathieſtreik zu Gunsten der Holzbearbeitungs- Maschinen- erregte aber nach Bestätigung der Thatsache allgemeine und lebhaft Schuhmachergewerbe. Er stellte fest, daß gerade infolge der Heimarbeiter in Frage. Lettere waren wegen Einführung der 52stündigen fundgegebne Entrüstung. Obgleich dem Vorsitzenden der hiesigen arbeit die Löhne in verschiedenen Branchen des Berufs sehr herunterArbeitszeit anstatt der bisherigen 54stündigen in den Ausstand ge- Filiale von dem Vertreter der Lokalorganisationen, Genossen Hingegangen seien. Der eigentliche Herd der Heimarbeit sei in der Ball-, treten, und nun verlangte die Firmo von den übrigen Holzarbeitern, richsen, versprochen worden, für den Fall, daß der Lokalverband Filz- und Reiseschuhfabrikation zu finden, wo der Lohnrückgang daß sie mit Arbeitswilligen zusammenarbeiten sollten. In Anbetracht der Stuffateure die Angliederung an das Gewerkschaftskartell be- horrend sei. Auf dem Gebiete der Börsen- und Marktarbeit sei inder Gefährlichkeit des Berufs verweigerten die Holzarbeiter jedoch antragen sollte, die Einwendungen des Centralverbandes vorher zu folge der Entwicklung der Technik die Heimindustrie zurückgegangen. das Zusammenarbeiten mit den ungeübten Arbeitswilligen, weshalb hören, ist legterem feinerlei Mitteilung zugegangen. Auf einem noch Sie wäre hier längst verschwunden, wenn nicht immer noch durch erstere sämtlich entlassen wurden. Mehrere der erwähnten Diffe- maligen sofortigen Protest nach der erfolgten Angliederung war nach größtmöglichste Ausbeutung der Arbeitskräfte, die hausindustriell her= renzen find bereits zu Gunsten der Arbeiter beendet, die übrigen 8 Tagen noch keine Antwort eingelaufen. Es soll nun versucht werden, gestellte Ware der mechanisch gefertigten Konkurrenz machte. Habe schweben noch. Auch hierbei macht sich wieder der bekannte Sekretär in einer öffentlichen Versammlung die Parteien zum Reden zu zwingen, die mechanische Fabrikation auch zum Teil die Heimarbeit in der Meinecke vom Innungsnachweis in seiner Art bemerkbar, indem er denn es ist doch unglaublich, wenn eine in der gesamten Berliner Schuhindustrie aufgehoben, so habe sie auf der andern Seite wieder an die Unternehmer Arbeitswillige liefert und die Kontrollposten des Gewerkschaftsbewegung sattsam bekannte, mit dem Gelde der Unter- neue geschaffen. Die Kleinunternehmer, die finanziell nicht fähig Verbandes den Polizeiorganen denunziert. Bezüglich der günstig nehmer gegründete Arbeitswilligen- Organisation so nolens volens in feien, die neuesten Maschinen einzuführen, suchten sich der schärferen verlaufenen Lohnbewegung der Einseher berichtete Maaß, daß den Schoß eines sich auf socialdemokratischen Boden stellenden Stonkurrenz der kapitalfräftigeren Unternehmer durch Herabsetzung gegenwärtig Verhandlungen schweben über den Abschluß eines Gewerkschaftskartells aufgenommen wird. Daß die Personen der Fabrikationskosten zu erwehren und drängen zu diesem Zwecke regulären Tarifvertrages. Die allgemeinen Bestimmungen desselben in der früheren Freien Vereinigung und dem jezigen Lokalverband ihre Arbeiter nach Möglichkeit zur Heimarbeit. Weber, Grunow, find bereits zu beiderseitiger Zufriedenheit festgelegt, dagegen ist über dieselben sind, wenn auch der Vorstand anders zusammengesezt Tiehe, Werner, Krause, Walter, Hildebrandt die Einzelpositionen noch kein vollkommenes Einverständnis erzielt. ist, mußte den maßgebenden Personen bekannt sein. Im schilderten die schon vom Referenten behandelten Zustände an der Bei dem Bericht über den jetzigen Streit in den Vororten empfahl weiteren Verlauf der Versammlung wurde den Kollegen ge- Hand von besonderen Beispielen und traten u. a. für die AusGlocke, die Kollegen der Vororte möchten sich bei einem zu- raten, im Falle der Nichtinnehaltung des Tarifs seitens der breitung der Organisation ein. Bilder schrecklichen Elends wurden fünftigen aktiven Vorgehen mit den Berliner Kollegen ins Ein- Arbeitgeber sich ihr Necht getrost auf dem Gewerbegericht zu entrollt. Eine vom Referenten vorgeschlagene Resolution wurde einvernehmen setzen, weil diese bei solchem Streit doch ebenfalls start holen, da dort der Tarif die Unterlage bei Lohnstreitigkeiten bildet. stimmig angenommen. Die Delegationen zum Kongreß sind seitens in Mitleidenschaft gezogen würden. Sodann berichtete Io de Das Verbandsbureau befindet sich jetzt N. 37, Straßburgerstr. 17. des Verbandes erfolgt. Der zweite Punkt der Tagesordnung: Die über, die Verhandlungen betreffs Gründung einer Schlichtung 3- Telephon Amt III, 1447. Lohnabzüge bei den Börsen- Filzschuhfabrikanten usw." wurde bis zur tommission. Am Dienstag hat wiederum eine gemeinsame nächsten Versammlung vertagt. Die Sperre bei Kusche besteht Sigung der Arbeitnehmer- und Arbeitgeber- Vertreter dieserhalb stattDie Portefeniller und der Heimarbeiterschuh. In einer gut unverändert fort, wenn auch die Kollegen das Streikpostenstehen ein gefunden, um die Kompetenzen der eventuell zu bildenden Kommission besuchten öffentlichen Portefeuiller- Versammlung, die am Mittwoch in gestellt haben. abzugrenzen. Hiebei haben die Verbandsvertreter mit Entschiedenheit Graumanns Festsälen tagte, hielt Frau Dr. Lily Braun einen Lichtenberg. Die Versammlung des Socialdemokratischen Wahl darauf gedrungen, auch die Regelung der Arbeitsna chVortrag über: Die Notwendigkeit des Heimarbeiter= weis Frage der Kommission zu unterstellen, weil andernfalls schuhe s. Die Referentin erwähnte u. a., daß es hinsichtlich der vereins nahm am 16. Februar den Bericht der socialistischen und besonders im Hinblick auf die ständig wiederkehrenden, höchst Ledergalanterie- Branche an genauen Angaben über die Ausdehnung Gemeindevertreter entgegen und erklärte sich mit deren Thätigkeit widerwärtigen Vorkommnisse vor dem Innungsnachweis an ein der Heimarbeit mangelt. Das, was sich in den Veröffentlichungen einverstanden. Der Bericht lehnte sich an die einzelnen Punkte des gedeihliches Wirken der Kommission nicht zu denken sei. Um nun des Vereins für Socialpolitit vorfindet, ist ungenügend und bezieht socialistischen Kommunalwahlprogramms an und ließ erkennen, daß eine fest umrissene Grundlage für die Aufgaben der Kommission zu sich übrigens nur auf Berlin, läßt jedoch erkennen, daß die Heim- die Thätigkeit unsrer Vertreter nicht ganz erfolglos gewesen sein fann. Der Bericht soll in einer öffentlichen Versammlung schaffen, legten die Verbandsvertreter den Arbeitgebern folgende Re- arbeit in diesem Beruf sehr ausgedehnt und in der Zunahme begriffen solution vor: In der Besprechung der bevorstehenden ist. Am Schlusse des Vortrages unterbreitete die Referentin der Ver- wiederholt werden. " Die versammelten Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sammlung die, in der bereits bekannten und in Nummer 31 des Gewerbegerichts Wahlen wurden einzelne„ Rechtssprüche" der= Am 1. und 2. März von der Berliner Holzindustrie erkennen die Notwendigkeit der Einsetzung Vorwärts" abgedruckten Resolution zusammengefaßten Vorschläge. selben einer Kritik unterzogen. von Höflich die einer gemeinsamen Kommission zur Schlichtung von Streitigkeiten Sie fanden allgemeine Billigung. Der Vortrag wurde mit lebhaftem 6 bis 8 Uhr abends finden im Lokale im Holzgewerbe an. Zur Aufgabe der Kommission soll gehören: Beifall aufgenommen. In der Diskussion wurde u. a. auf die von Wahlen zur Generalversammlung der hiesigen Orts- Krankenkasse Die Regelung von Differenzen in den Werkstätten, Einigung über Heimarbeitern der Portefeuillebranche betriebene Lehrlings- statt. Auch hierzu wurde lebhaftere Agitation in den Interessentenden Arbeitsnachweis und Herstellung eines Einvernehmens bei ausbeutung hingewiesen. freisen empfohlen und Beteiligung erwartet. Am Schluß der VerEs kommt häufig vor, daß junge Streitigkeiten von principieller Bedeutung. Die anwesenden Ver- Leute, gleich nachdem sie ausgelernt haben, Leute, die oftmals nur fammlung wurde noch gegen die Liebedienerei der Regierung Rußtreter beschließen, dieser Kommission eine Geschäftsordnung zu auf einen einzigen Artikel eingearbeitet sind, sich als Heimarbeiter land gegenüber Protest erhoben und das Spigelwesen gekennzeichnet. geben und wählen zur Ausarbeitung derselben von jeder Partei etablieren und bald darauf auch noch Lehrlinge annehmen. Selbstzwei Vertreter." verständlich kann von einer wirklichen Ausbildung im Beruf hier keine Diese Resolution wurde in der Sigung von sämtlichen Ver- Rede sein. Auch gegen diesen Auswuchs der Heimarbeit scheinen tretern acceptiert; infolgedessen soll demnächst eine Geschäftsordnung gesetzliche Maßnahmen notwendig. Der Vorsitzende gab bekannt, für die Schlichtungskommission ausgearbeitet werden, die der daß die Ortsverwaltung der hiesigen Zahlstelle des Portefeuillernächsten Vertrauensmänner- Versammlung zur eventuellen Genehmi- Verbandes Hennig als Telegierten zum HeimarbeiterschutzKongreß ernannt hat. Ferner wird der Verbandsvorstand 3 Delegierte gung vorgelegt wird. zum Kongreß entsenden. Vor Erledigung dieser Gewerkschaftsangelegenheiten hatte der Reichstags- Abgeordnete to bert Schmidt einen beifällig aufgenommenen, höchst instruktiven Vortrag über die praktische Anwendung der Kranken-, Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetze gehalten. " Grünau. Am Sonntag, den 31. Januar, tagte im Saale des Herrn Duchauffour eine stark besuchte öffentliche GemeindewählerVersammlung, in der Genosse Wetter in vortrefflicher Weise unser Gemeindeprogramm entrollte. Die Diskussion, in der auch die örtlichen Mißstände start kritisiert wurden, war eine sehr interessante. Sehr kritisiert wurde besonders, daß noch immer fein genügender Schuß in der Uferstraße ist, wo im vorigen Jahre ein Fuhrwerk ins folge Ortsunkenntnis des Lenkers in die Dahme hineinfuhr, ein Unfall, bei dem Pferde und Besizer hilflos ertrinken mußten, ist Die Böttcher befaßten sich am Sonntag in einer öffentlichen immer noch nur durch die in keiner Weise schußbietende Sette geVersammlung mit der Wahl eines Delegierten zum Heimarbeiter- sperrt, so daß ein gleicher Unglücksfall sich jeden Tag wiederholen kann. schuh- Kongreß und der Lohnbewegung in den Brauereien. Herr Auch wunderte man sich sehr, daß die Grundsteinlegung zu einer Bäge leitete die Versammlung durch einen Vortrag über die Ent- Kirche am Orte so sehr beschleunigt wird, obgleich am Orte wirklich In einer Mitgliederversammlung des Centralverbandes der stehung des Weltalls ein, wofür ihm ein reicher Beifall zu teil kein Bedürfnis dafür vorhanden ist. Ms Kandidat der dritten Klasse Stuffateure hielt Genosse Ströbel am Montag einen sehr bei wurde. Als Delegierter zum Heimarbeiterschuß- Kongreß wurde wurde Genosse E. Neyen aufgestellt. Unter Verschiedenem wurde fällig aufgenommenen Vortrag über:" Der Staat und seine Ent- se I apsch us gewählt. Zu der Lohnbewegung in den Brauereien auch der Antrag auf Einberufung einer öffentlichen Versamm mg wicklung". Es ist dieses der Anfang eines Cyklus von fünf Vor- teilte der Vorsitzende mit, daß er am 10. d. Mts. die Tarife an angenommen, welche sich mit dem Kirchenbau am Orte beschäftigen soll. für die nächste Uummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Inserate Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, 20. Februar. Anfang 72 Uhr: Neues Königl. Opern Theater. Geschlossen. Schauspielhaus. Die Braut von Messina. Deutsches. Nobella d'Andrea. Berliner. Maria Theresia. Lessing. Zapfenstreich. Westen. Templer und Jüdin.( Anfang 7 Uhr) Neues. Minna von Barnhelm. Residenz. Der feusche Casimir. Borher: Die Empfehlung. Central. Das Schwalbennest. Belle Alliance. Götterweiber. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Kinder der Excellenz. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) König Lear. Luijen. Der Veilchenfresser. Kleines. Elektra. Trianon. Madame X. Carl Weiß. Der Bettelstudent von Berlin. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Casino. Wie einft im Mai. Badefuren. Metropol. III. Maskenball. Apollo. Frühlingsluft. Blütenhochzeit. Specialitäten. Winter- Garten. Cléo de Mérode. Specialitäten. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Der Erdball als Träger des Lebens. Um 4 Uhr( kleine Preise): An den Seen Oberitaliens. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Müller: ,, Die Vernichtung der Pflanzenstoffe." ,, Vom Leben, zum Tode." 99\ Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Ein Naturwunder: Die bildschönen HerkulesBrüder Der Indianer- Riese Mianko Karoo. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Reichshallen. Stettiner Sänger Minna von Barnhelm. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Passage Theater. To- To. Fred Edlawi. Specialitäten. Anf. 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Um 4 Uhr: An den Seen OberItaliens. Hörsaal: Prof. Dr. Müller: Die Bernichtung der Pflanzenstoffe. Bom Leben zum Tode. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Anfang 7 Uhr. Morgen: Medea. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 11 hr: Die Kinder der Excellenz. Lustspiel in 4 Aufzügen von E. v. Wolzogen u. W. Schumann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Sonntagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Montagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Anf. 7 Uhr. Direttion Jean Kren Zum 172. Male: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: König Lear. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vasantasena. Sonntagabend 8 Uhr: Der Compagnon. Montagabend 8 Uhr: König Lear. Belle- Alliance- Theater. Belle- Alliancestr. 7/8. Amt VI 283. und Alfred Schönfeld. Anj. 7, Uhr. Heute und folgende Tage: ORIGINAL SINGER Die Expedition. Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! 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Abends 7%, Uhr: Der Bettelstudent von Berlin. Deutsch- Amerikanisches Theater. W. Noacks Theater. Heute: Zum Schumann. 178. Heute Sonnabend, den 20. Februar, abends 72 Uhr: Außerordentlich große Vorstellung. Der berühmte Sechser- Zug und die elektrischen Spiegelterrassen, des Direktors Alb. Schumann. Hrn. 25 Abeffinier- Lowen des Dun. Eeth. Dreffierte Ziere bes Clown Gontard. Die große Ausstattungs. Babel. Jahrtausende. Pantomime Eine Wanderung durch 8 Sonntagnachmittag: Kunst und Liebe. Zum Schluß die RiesenBonbonniere und der beliebte Bonbonregen. Luisen- Theater. Residenz- Theater Abends 8 Uhr: Kleines Theater. Der Veilchenfrefer. Unter den Linden 44. Elektra. Anfang 8 Uhr. Morgen: Nachtasyl. Sonntagnachmittag: Minna von Barnhelm. Abends: Eine leichte Person. Montag: Die relegierten Studenten. Dienstag: Sean. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Eine leichte Person. Direktion S. Lautenburg. Abends 7%, Uhr: Male: Anfang 8 Uhr. Ende 10 Ühr 30 Min. GASTSPIEL A d. Philipp. Uebern grossen TEICH. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Heute wegen Privatfestlichkeit geschlossen. Sonntag: Graf Essex. Anf. 7 Uhr. Montag: Die Dame in Trauer. Trianon- Theater. SteidlGeorgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Madame X. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." Gebrüder Linienstrasse 132 Theater Oranienburger Thor. Gänzlich neues Programm. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf.( Borbert. 40 P1.) Casino- Theater. Fröbels Allerlei- Theater Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 72. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Die fomische Operette Sonntagnachmittag 5 Uhr: DieEmpfehlung. Die Cirkusfee. Norddeutsche Sänger. Abends 8 Uhr: Der keufche Cafimir. 92 Uhr: Borh. Das glänz. Februarprogramm. Sonntagnachm. 4 Uhr: Vertauschte Sohn. Vorstellung Grosser Ball. Entree 30 Bf. Sperrfis 50 Pf. Montag: Goethe- Ensemble. Theater. Borstellung. Freitanz. IX. Berliner Saison. Cirkus Busch. Gala- Parade- Abend. Zum erstenmal: Eine Wiener Damenkapelle höchst tomisches Intermezzo von fämtlichen Clowns. Fr. Martha Mohnke, Schulreiterin. Mue. de Holstein, Schulreiterin. Nur noch wenige Tage: Wunder- Dressur des Mr. Richard Sawade mit seinen wilden Königstigern. Nur noch wenige Tage. Zum 59. Male: Aus den Alpen. Bemerkenswert: Deutscher Metallarbeiter- Verband. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Sonntag, den 21. Februar 1904, vormittags 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114: General Versammlung Tages Ordnung: 1. Jahresbericht der Ortsverwaltung, Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des 1. Bevollmächtigten, des 2. Kaffierers, eines Revisors sowie zweier Beisizer. 4. Neuwahl von vier Bureaubeamfen. 5. An die Verwaltung gelangte Anträge. 111/ 17* DOhne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die für den 21. d. Mts. festgesetzte Morgensprache der Schraubendreher fällt aus. Die Ortsverwaltung. D. O. Der Automobilsturz. Herrnfeld- Bernhard Rose- Theater Centralverband deutscher Brauerei- Arbeiter Dir. Busch mit seinen Meisterschafts- Dressuren. Sonntag, den 21. Febr.: Zwei Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr: Berliner Winterfreuden. Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Frühlingsluft mit dem Blütenhochzeit. Ballett 9-11 Uhr: Die erstklassigen Specialitäten. Robert Steidl. X Joscarys. Drei Zagas. X Morris Cronin. Martin Kettner. X Quartett Legay. 10% Ubr: ??? Nordimi??? der Mann mit den Wundermuskeln. Messters Kosmograph. Neue Bilder. Sonntag, den 21. Febr., nachm. 3 Uhr: Lysistrata. Passage- Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. To- To der mysteriöse Zitherspieler. Fred Edlawi der beste Verwandlungskünstler. Sonnabend, den 27. Februar: Gr. Artisten- und Künstler- Ballfest. Anfang Theater. Sonntags Gesundbrunnen, Badstraße 58. 8 Uhr. 7 Uhr. Heute: Keine Vorstellung. Die anerkannt erfolgreichste Novität Morgen Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 3 Uhr: Nur eine Nacht! rei Paar Schuhe. 2 Afte aus einer Ehe. Komödie von A. und D. Herrnfeld mit den Prachtfiguren Willi Waldheim... Donat Herrnfeld. Tuschek. Dambitsch. Anton Herrnfeld. Ferd. Grünecker. Ferner: Das neue FebruarKünstler- Programm. Lyrico Quartett, Italienisches OpernEnsemble. 5 Schwestern Longonells in ihren Orig. Gefängen u. Tänzen. Marka Freya. Hilda Stadthagen. Bendix ats ,, Monna Vanna". 99 Vorverkauf 11-2 Uhr. 8765 ,, Pas de Deux" getanzt von Sign. Fiorentini u. Sgr. Cerutti. Kaufmann- Truppe Weibl. Radfahrer. Sisters Moulier Reckturnerinnen. Abends 7 Uhr: Die Seemannsbraut. Volksstück in 3 Atten v. Stinde- Engels. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Sanssouci. Kottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Dienstags: Theaterabend. Vorzugskarten gültig. Dienstag, den 23. Februar:„ Ein Mann aus dem Volfe." Im Verlage von G. Birk& Co., München, erschien und durch alle Buchhandlungen und Kolporteure ist zu beziehen: | Zweigverein Berlin Sektion I( Brauer). Sonntag, den 21. Februar, nachm. 2 Uhr, im Gewerkshaftshause, Engel- lifer 15( großer Saal): Vereins- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Die Anträge des Hauptvorstandes betr. Anstellung von besoldeten Gau- und Lokalbeamten und Erweiterung der Krankenunterstügung. 3. Bericht der Agitationskommission und eventuelle Neuwahl derselben. 4. Innere Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. 41/2 Verband der Möbelpolierer. Hente abend 8-10 Uhr in sämtlichen Zahlstellen: Ausgabe der Jahresberichte und neuen Mitgliedsbücher. Montag, den 22. Februar, abends 8%, Uhr: Verband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 17. Februar verstarb unser Mitglied Reinhold Mäuseler ( Novalisstr. 13) im 37. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 22 Uhr von der Charité aus nach dem CharitéFriedhof in der Müllerstraße statt. 162/5 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 18. d. M. verstarb nach kurzem Krankenlager an der Diphtherie unser unvergeßlicher Sohn Willi Haase im sechsten Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet 19145 Walter Haase. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 2 Uhr auf dem Friedhof der Thomas- Gemeinde statt. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Metalldrücker 19116 Robert Feind am 18. d. Mts., 11, Uhr, sanft entschlafen ist. Zwei Versammlungen. admittag 5% br, 1. Lichtenberg, Friedrich Karlstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stoll. C. Wermuth über:„ Die französische Revolution bon 1789". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. 2. Berlin SO., Admiralstr. 18c. Ordnung: Die Beerdigung findet SonntagUhr, von der Leichenhalle der Heilige KreuzGemeinde in Mariendorf aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. 145/12 Orts Krankenkasse der Vortrag des Herrn Rechtsanwalt W. Heine über:„ Das geltende Gelb- u. Zinngießer. Strafrecht, mit besonderer Berücksichtigung der gewerkschaftlichen Interessen". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 4. Verschiedenes. Sonnabend, den 5. März, in Kellers Festsälen, Roppenstr. 29: Masken- Ball. Brothers Damm Exentric Akrobaten. Die Opfer der Kaserne Billets a 50 Pf. find bei den Zahlstellen- Kassierern zu haben. Der Vorstand. Paul Batty O'Neil und Torp Dressierte Bären. Excentrics. Dora Keplinger Sängerin vom k. k. priv. Theater a. d. Wien. Costantino Bernardi In einer Komödie mit 9 Personen v. Bernardi állein dargestellt. ,, Nach dem Zapfenstreich." Georg Hartmann Zauberkünstler. Eintritt 5, reservierte Terrasse 10 M. Billets bei A. Wertheim, Invaliden dank, Künstlerdank und Passage- Theater. von Hudolf Krafft fr. bayr. Oberlieutenant a. D. 96 S. Brosch. 50 Pf. Achtung! 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Kenntnisnahme, daß mein Lofal ab heute der organifierten Arbeiterschaft zu Versammlungen, Vereinsfestlichkeiten 2c. zur Verfügung steht. Ich werde bemüht sein, stets für gute Speisen und Getränke Sorge zu tragen. Mein Saal, ca. 1000 Personen fassend, sowie meine 3 8immer, je ca. 60-75 Personen fassend, bringe ich den geehrten Gewerks schaften, Vereinen 2c. in Erinnerung. Um gütigen Zuspruch bittet 42982* A. Freyer. Alle Herren! Die General- Persammlung der Vertreter für die Mitglieder der Drts Krantentaffe der Gelb- und Binngießer findet am Sonntag, den 28. Februar cr., vormittags 10 Uhr, Sa im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3, statt, wozu die Vertreter der Arbeitnehmer hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Vore lage und Abnahme der Jahresrechnung pro 1903. 3. Bericht des Rechnungsausschusses und Decharges Erteilung. 4. Verschiedenes. Berlin, den 19. Februar 1904. 19175 Der Vorstand. Möbel- Fabrik ,, Stern" Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 6. März 1904, vormittags 9 Uhr: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Geschäftsjahr 2. Wahl des Vorstandes und 1903. Wegen Räumung meines grossen Lagers fertiger Garderobe: uffichtsrats. 3. Verschiedenes. Schnell- Verkauf nur moderner und eleganter Die Bilanz liegt zur Einsichtnahme für die Genossen im Geschäftslotal Markusstr. 18 aus. Der Vorstand. Felzer. Korneth. 19215 Palast- Theater>>>> Hofjäger- Palast Herren- Bekleidung HALTAS Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Heute abend 8 Uhr: Großer Bodbier Jubel und Trubel. Grosse Extravorstellung. Goldener Boden. Riefen- Specialitäten- Brogramm. Nach der Vorstellung: Familien- Tanzkränzchen. Die drei schneidigsten Tanzpaare werden prämiiert. Stein Toilettenzwang Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Ende??? Sonntagnachm.: Keine Vorstellung. Sonntagabend: Goldener Boden. Zanz 11 Uhr. 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