Nr. 44. Abonnements- Bedingungen: s Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 m., toöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ido Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Gehaltsaufbefferung auf Umwegen. Die hohe Obrigkeit hat es für nötig gehalten, dem Reichstag einen neuen Servistarif vorzulegen. Soweit die Sache nur auf eine gänzlich unberechtigte Gehaltsaufbesserung der Offiziere vom Hauptmann aufwärts hinausläuft, sei sie dargelegt. Sonntag, den 21. Februar 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. alter 35-43 Jahre) an Gehalt und Wohnungsgeld zuschuß als Haupt- lächerlicher. Das einzige Moment, das sich gegen Japan ausschlachten mann I. Klaffe 4800-4320 2., als Hauptmann II. Atlasse 3600 bis ließe, wäre der Geleitbrief des japanischen Gesandten 3120 M. Hinzu kommen nach dem früheren Servistarif noch 540 an den Grafen Lamsdorff. Aber dieser Brief war eine bis 288 M. Mit 40 Jahren sind die meisten Hauptleute in der private Meinungsäußerung und nur ein Aft tonventioneller I. Klasse. Für einen Mann in diesem Alter ist aber eine Einnahme Höflichkeit. Wenn ihn die schlaue" russische Diplomatie für mehr von 5340-5088 M. gewiß nicht schlecht. gehalten haben sollte, so wäre das ihr eignes Pech. Die vorstehenden Zahlen beweisen zur Genüge, wie im Deutschen Auch diese Spekulation an die Sentimentalität wird erfolglos Die Einnahmen der Offiziere fezen sich für gewöhnlich zusammen Reich mit den Steuergroschen sogar in einer Zeit verfahren wird, in bleiben. Im Gegenteil, jeder neue Versuch, als die verletzte Unschuld aus Gehalt, Wohnungsgeldzuschuß und Servis. Das Gehalt ist je der die Stassen an bedenklicher Ebbe leiden und laufende Ausgaben zu erscheinen, vermag nur die Verachtung einer solch tlägnach den Chargen im ganzen Reich gleich. Ein Major bezieht z. B. durch Anleihen gedeckt werden müssen. Es war nicht der Schatten lichen Heuchelei gegenüber zu steigern! im einstmals so fidelen Forbach gerade so viel Gehalt wie ein einer Notwendigkeit für eine Aenderung des früheren Servistarifs Der erste Zusammenstoß auf dem Festland. Major in Berlin. Wohnungsgeldzuschuß und Servis sind hingegen vorhanden, aber trotzdem bringt man dem Reichstag eine nach Orten wechselnd. Sie sollen nach der Theorie dazu dienen, in solche in Vorschlag. Und der Reichstag? Wird er wiederum ge- gemeldet: Die Mandschureibahn befördert die Militärzüge zu Petersburg, 20. Februar. Aus Port Arthur wird von heute die Bezüge der Offiziere einen beweglichen Faktor zu bringen, horsamst Ja sagen? ben Konzentrierungspunkten ohne jede Schwierigkeit. Gestern der den Preisunterschieden, vor allem dem der Wohnungen, in den Dieses Wirtschaften mit dem Gelde ist dem Gelde ist nur bei dem griff ein osatenpitett auf toreanischem Gebiet verschiedenen Städten des Reichs Rechnung trägt. Zu diesem Zwed indirekten Steuersystem des Reiches, das die Hauptlasten dem eine kleine japanische Abteilung an, welche von wurden die sämtlichen Orte des Reichs, in denen Truppen oder Proletariat auf die Schultern legt, möglich. Müßten die herr- einem Major geführt wurde. Bei den Gefangenen Reichsbehörden sich befinden, in fünf Stlassen, A., I., II., III., IV. schenden Klaffen entsprechend ihrem Besiz mitzahlen, so hätten sie wurden Karten und Dokumente gefunden. Es war dies benannt, eingeteilt. Klaffe A. erhält am meisten, Klasse IV. am die Militärfrömmigkeit sehr schnell satt. Darum muß der Kampf das erste Busammentreffen mit dem Gegner zu wenigsten, die andern Klassen liegen dazwischen. gegen den Militarismus Hand in Hand mit dem Kampf gegen die ande. Die Koreaner legen dem russischen Stab gegenüber eine durchaus freundschaftliche Haltung an den Tag. indirekten Steuern gehen. Wir geben zunächst zwei Tabellen wieder, die die Summen zeigen, welche nach dem Entwurf des neuen Servistarifs fünftig bezahlt werden sollen. Zabelle A. Der Wohnungsgeld- Zuschuß beträgt hiernach für die Servistlassen: A. I. II. III. IV. Mark Mart Mark Mark Mark 1. Divisionskommandeure, Brigadetommandeure und Offiziere in Dienststellungen dieses Ranges. 1500 1200 900 2. Stabsoffiziere mit Regimentstommandeursrang, Kapitäne zur See, Generalärzte 3. Stabsoffiziere, Korvettenkapis täne, Hauptleute, Kapitän Lieutenants, Ober- Stabsärzte, Stabsärzte. 4. Lieutenants und Assistenzärzte 720 600 1200 900 900 720 600 540 900 660 540 480 420 420 270 240 225 216 Tabelle B. Der Selbstmieterservis, unter dem man die Geldvergütung versteht, die die Offiziere und Militärbeamten zur Befriedigung ihrer persönlichen Wohnungsverhältnisse empfangen, soll fünftig in den Orten der Servistlassen betragen: 1. General der Infanterie Kaballerie 2c. 2. Generallieutenant 3. Generalmajor. 4. Oberst 5. Major, Hauptmann • 6. Oberlieutenant, Lieutenant A. I. II. III. IV. Mart Mark Mark Mark Mart 2520 1944 1476 1368 1188 1962 1512 1188 1080 936 1620 1224 936 828 738 1814 972 756 684 594 972 702 576 504 482 540 450 360 306 288 Vor acht Jahren fah diese Serbistabelle aber noch so aus: A. I. II. III. IV. Mark Mart Mark Mark Mark 972 756 684 594 1972 702 576 504 432 Generallieutenant, Generalmajor. 1314 Stabsoffiziere Hauptmann, Dberlieutenant, Lieu • . nant. 540 450 860 806 288 Der neue Servistarif allein würde also den Herren gegen 1896 eine Mehreinnahme bringen von: Generallieutenant Generalmajor Oberst. Majore Hauptleute. Oberlieutenant, Lieutenant A. I. II. III. IV. Mark Mark Mart Mart Mark 648 540 432 396 842 306 252 180 144 144 342 270 180 180 432 252 216 162 198 144 Man sieht, daß die Aufbesserungen, vor allem der GeneralTieutenants, von Belang find. Die Majore, Oberlieutenants und Lieutenants erhalten allerdings nichts, dafür aber bekommen ja die Generäle umsomehr. Den Oberlieutenant und Lieutenant möglichst Inapp zu halten und dafür die Börsen der Generäle zu füllen, war immer beliebt. Ein neuer russischer Rechtfertigungsversuch. " Russisch- offizielle Darstellung der Seeschlacht bei Tschemulpo. Ein Telegramm des Befehlshabers des Kreuzers Wariag", Kapitäns Roudnew, von gestern meldet:„ Der Kreuzer Bariag" und das Hochfeekanonenboot Korejezz" bestanden Der„ Regierungsbote" veröffentlicht folgendes Communiqué: einen Seekampf mit einem aus 6 Kreuzern und 8 Torpedobooten Der Wariag" wurde außer „ Am 16. Januar ging die faiserliche Regierung sofort nach Gefecht gesetzt und lehrte dann mit dem„ Korejet" nach der Reede bestehenden japanischen Geschwader. Eingang der letzten japanischen Vorschläge an deren Prüfung von Tschemulpo zurück; die Befehlshaber beider Schiffe sandten die heran, am 25. desselben Monats erhielt der Gesandte Kurino Besagungen derselben an Bord der vor Tschemulpo liegenden fremden auf seine Anfrage den Bescheid, der Staiser habe die Beratung Streuzer und sprengten darauf ihre Schiffe in die Luft, um sie nicht der Borschläge einer besonderen Kommission über ben Japanern auszuliefern. Kapitän Roudnew meldet sodann die tragen, welche am 28. Januar zusammentrete. Die Ents bereits bekanntgegebenen Verluste von der Besatzung des„ Wariag" schließung des Kaisers werde voraussichtlich nicht vor dem und fügt hinzu, daß der„ Korejet" teine Verluste er 2. Februar erfolgen. An diesem Tage befahl dann der Staiser, den Entwurf endgültiger Instruktionen für den Entwurf endgültiger Instruktionen für den litten habe. Er betont, daß Offiziere und Mannschaften musterrussischen Gesandten in Tokio auf Grundlage der Beratungen hafte Tapferkeit an den Tag gelegt und alle in edler Weise ihre anzufertigen. Am 3. Februar gingen an den Statthalter Pflicht gethan haben. Eine große Erregung Alexejet drei Telegramme ab, welche den vollen Tert des Entwurfs des Abkommens mit Japan, so herrscht in Russisch- Polen. Aus Warschau wird uns geschrieben: wie alle Motive der kaiserlichen Regierung Am Mittwoch versammelte sich eine Volksmenge and Arbeitern, mit einigen Aenderungen der japanischen Vor- Studenten und der Intelligenz vor dem englischen Konsulat und schläge und allgemeine Weisungen für den brachte Hochrufe auf England und Japan aus. russischen Gesandten in Tokio bei der Ueber= Troß wiederholter Aufforderung melden sich keine Freiwilligengabe der Antwort an die japanische Regierung Offiziere. Sie werden ausgelost. Von den Ausgeloften haben drei enthielten. Um Zeit zu sparen, gingen gleiche Tele-- in Verzweiflung darüber, daß sie dem Barismus dienen müssen gramme direkt an Baron von Rosen ab. -durch Selbstmord geendet. „ Die fieberhafte Stimmung in den breiten Massen der polnischen Bevölferung steigert sich immer mehr. 8nr Steigerung biefer Stimmung trägt auch die beginnende Strifis in der Industrie bei. Bei verkürzter Arbeitszeit haben Tausende von Arbeitern berkürzten Lohn. Die Regierung befürchtet die Zuführung revolutionärer Aufrufe durch die Grenze. Der Grenzwachdienst ist bis zum äußersten verschärft worden. In Sosnowiß sind neue Spiel im Hotel Goldfein und überwachen jeden aus Preußen fommenden Zug. Demonstrationen in Moskau. Am 4. Februar, also 48 Stunden vor Empfang der Alle Redaktionen, alle bekannten Persönlichkeiten aus der Meldung über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch polnischen Bevölkerung werden scharf bewacht. Die Briefcenfur wird Japan teilte Graf Lamsdorff dem japanischen Gemit noch nicht dagewesener Schärfe gehandhabt. Deshalb Vorsicht sandten die Absendung der Antwortvorschäge mit Briefen nach Rußland und speciell nach Russisch- Polen! an den Baron v. Rosen mit. Am 5. Februar ging von Die Behörden streuen Nachrichten aus, daß der dem Statthalter die Mitteilung des Barons v. Rosen über den 8ar Reformen zu Gunsten der Polen und eine Vers Empfang der Antwortvorschläge ein. Am 6. Februar, um 4 Uhr fassung durchführen werde. nachmittags, übergab der japanische Gesandte völlig unerwartet Dem Krakauer Partei- Organ, Naprzod" wird unter dem dem Minister des Auswärtigen zwei Noten, bon benen 16. d. M. aus Warschau gemeldet: die erfte ben Abbruch weiterer Verhandlungen meldete, unter dem Vorivand, daß Rußland der Erteilung einer Antwort auf die japanischen Vorschläge ausweiche, während die zweite Note den Abbruch der der diplomatischen Be ziehungen meldete mit dem Hinzufügen, daß der japanische Gefandte mit dem Personal der Gesandtschaft am 10. Februar Petersburg verlassen werde. Diese Noten waren von einem Privatschreiben des japanischen Gesandten an den Grafen Lamsdorff begleitet, in welchem die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Ab= bruch der diplomatischen Beziehungen auf möglichst furze Zeit sich beschränken werde am selben Tage wurden sowohl Statthalter Alegejet wie Baron Rofen In einer Versammlung der Semstwo des Moskauischen Gouverund die russischen Vertreter in Peking und bei den Groß- nements schlug der Vorsitzende, Fürst Troubezzkoi, vor, dem Baren mächten durch dringende Telegramme von dem Abbruch der Be- ein Telegramm, das die allerunterthänigsten Gefühle aussprach, ziehungen mit Japan und von dem kaiserlichen Befehl bezüglich anläßlich des Krieges zu senden. Die Abgeordneten erhoben sich der Abreise des russischen Gesandten aus Tolio in Kenntnis ge- von ihren Blägen, schrien mit offenbarem Widerwillen hurra und setzt. Die erwähnte Cirkulardepeiche legt auch die Verantwortung flatschten in die Hände. Das anwesende Publikum, unter dem viele für alle Folgen der japanischen Regierung auf. Das Telegramm Studenten waren, blieb fizen. Der Abgeordnete Professor Soograf Allegejetos über den Empfang der erwähnten Cirkulardepesche ist begann auf die Studenten einzuschreien und verlangte, daß die bom 5. Februar datiert. Obgleich Abbruch der Be- Namen der anwesenden Studenten notiert würden. Doch die ziehungen durchaus nicht Eröffnung der Feind Studenten und das übrige Publikum blieben sißen, zischten und ver feligteiten bedeutet, berübte die japanische ließen darauf demonstrativ den Saal. Obgleich Soograf die Regierung bereits in der Nacht auf den 9. Februar Studenten um Entschuldigung bat, beschlossen legtere, ihn ausDavon fann gar keine Rede sein. Ein Generallieutenant und sodann im Laufe des 9. und des 10. Februar zupfeifen. Soograf fam ihnen zuvor und meldete, baß er frankheits( Lebensalter 53 bis 60 Jahre) bezieht an Gehalt, Dienstzulage eine ganze Reihe empörender Angriffe auf halber feine Vorlesung nicht halten werde. Es wurde dann be und Wohnungsgeldzuschuß allein je nach der Garnison 18000 russische Striegs- und Handelsschiffe unter Verschlossen, ihn bei der ersten bevorstehenden Vorlesung auszupfeifen. bis 17 400 m. jährlich.( Orte der Serbisklasse III und IV fommen Tepung der Bestimmungen des internationalent Nach der Vorlesung des Professors Kljutschewsti am 12. Februar, für einen Generallieutenant nicht in Betracht). Ein Mann mit Rechts. Der Befehl des Kaisers von Japan betreffend die Er- bei welcher gegen 500 Studenten zugegen waren, schlug eine Gruppe solchen Einnahmen brauchte überhaupt kein Servis mehr. Und flärung des Krieges an Rußland erfolgte erst am 11. Februar." von 20-25 Mann vor, sich den patriotischen Kundgebungen an gewährt man es ihm doch, so würde das frühere Servis mit 1314 Der neue russische Versuch, sich als weißes Unschuldslamm und zuschließen, turbe aber ausgepfiffen. Darauf wurde eine Resolution bis 756 M. doch auch genügen. Aber das Deutsche Reich, das seine Japan als reißenden Wolf darzustellen, wird schwerlich irgend jemand angenommen, die sich gegen die Regierung richtete, welche den Krieg Invaliden hungern läßt, das Schulden über Schulden macht, hat fo Sand in die Augen streuen. Die ganze Darstellung beweist nur die hervorrief, um das Volt von der revolutionären Bewegung ab= zulenten. Ferner wurde den an den patriotischen" Kundgebungen viel Geld, daß es die notleidenden Generallieutenants mit einem Richtigkeit der japanischen Behauptung, daß Rußland mit allen beteiligten Studenten die Verachtung ausgedrückt. Freilich, solcher neuen Servistarif beglückt, der ihnen wieder einige hundert Mart Mitteln die Verhandlungen in die Länge zu ziehen suchte, um seine Studenten giebt es in Moskau nur einige wenige. Bald darauf zog mehr in die Taschen steckt. Ein Generalmajor( Lebensalter Rüstungen inzwischen fortseßen zu können. Denn nahm man sich schon eine Schar bon 200-300 Studenten über die Nifitskaja bis zum 49-56 Jahre) erhält an Gehalt, Dienstzulage, Wohnungsgeldzuschuß mit der Formulierung und Antwort außerordentlich viel Zeit, so ist es Twerský Boulevard, indem sie revolutionäre Lieder fang und Der frühere Serbistarif bewilligte diesen völlig schleierhaft, daß Baron Rosen die Nachricht, die er am Nieder mit dem Absolutismus!"," Nieder mit dem Kriege!" rief. Offizieren noch 1314-684 m.( Drte der Servistlaffe IV fallen 3. Februar erhielt, noch am 6. Februar Japan mitzuteilen nicht für für sie weg.) Somit liegt auch hier nicht der geringste nötig erachtet hatte. Da Graf Lamsdorff Japan bereits am Grund zu einer Erhöhung der Einnahmen vor. Ein Oberst 4. Februar Mitteilung von der erfolgten Absendung der Antwortnote ( Lebensalter 46-52 Jahre) bezieht an Gehalt und Wohnungsgeld gemacht hatte, ist der am 6. Februar erfolgende Abbruch der auschuß 9000-8340 M. Der frühere Servistarif gewährte ihm biplomatischen Beziehungen mur die verdiente Antwort auf außerdem noch 972-504 m., so daß auch hier kein Anlaß zu einer die fortdauernde rüdsichtslose Verschleppung der Aenderung ersichtlich ist. Was die Hauptleute anbelangt, so Berhandlungen. Sind nun die Aufbesserungen nötig? 11 400-10 620 M. Politische Ueberlicht. Berlin, den 20. Februar. Reichstag. In der Sonnabend- Sigung fand der Zwischenfall KopschGerlach eine lebhafte Fortsetzung. Die Ausführungen der wurde ihnen schon vor wenigen Jahren eine wesentliche Erhöhung Der russische Entrüftungsausbruch über die Verlegung des des Gehalts zu teil. Jezt empfängt ein solcher Offizier( Lebenss internationalen Rechts" wird durch seine Wiederholung nur noch Abgeordneten, die sich rein fachlich mit dem Postetat beschäf " " 11 " " aber tigten, fanden nur geringe Aufmerksamkeit und wiederholten hat der Erzbischof den Pfarrer Dr. Oberdörffer, denstische Mehrheit in der II. Kammer zu denken, im wesentlichen nur früher Gesagtes, oder brachten lokale bekannten katholischen Socialpolitiker, eingesetzt, den nämlichen, die bürgerlichen Parteien Parteien werden sich sich schon durch das Beschwerden vor, wie auch unsre Genossen Molkenbuhr und der dieser Tage( siehe den Artikel„ Der Interessenstreit im Centrum" Zukunfts- Schreckbild einschüchtern lassen. Der Anfang zeigt sich Megger für Elberfeld und Finkenwärder bei Hamburg. Be- in Nr. 36 des„ Voriv.") in öffentlicher Versammlung den Konsum schon; sie hatten der Forderung, daß neben den Vertretern der merkenswert unter diesen sachlichen Reden waren nur noch genossenschafts- Gründungen der katholischen Arbeiter entgegengetreten Handels-, Handwerker- und Landwirtschaftskammern auch Vertreter tommender Arbeiterlammern in der Ersten zwei, die des Herrn v. Staud y, der namens der konservativen ist. Die Kölnische Volkszeitung" hat bereits infolge dieses Auf- Rammer sitzen sollten, wohl oder übel zugestimmt. Nut, Partei das Eintreten des Herrn Stöcker für das Vereinsrecht tretens erklärt, daß Pfarrer Oberdörffer socialpolitisch nicht als da die Regierung die I. Sammer als Schutzwall gegen der Postbeamten ablehnte, und die des Centrums- Abgeordneten Vertreter der Centrumsanschaumgen betrachtet werden kann". die Massenherrschaft bellarierte und infolgedessen selbstErzberger. Dieser schloß sich in einer ungemein langen Das Blatt der Herren Bachem stellt sich damit in totalen verständlich auch das Verlangen abwies, Arbeiter Rede fast allen Forderungen an, die Genosse Singer vorgestern Gegensatz zu dem Kardinal Fischer, mit dem es auch sonst hineinzunehmen, gaben sie schleunigst den Gedanken aufgestellt hatte. Nur ist es bei diesem jungen Manne schon schon in Konflikt gekommen ist. Die„ Kölnische Volkszeitung", wieder preis. zur Manier geworden, daß er in jeder Rede die Social- das bedeutendste der deutschen Centrumsblätter, vertritt Der andre wesentliche Bestandteil der Wahlrechts- ,, Reform" ist demokratie angreift. Und so langweilte er denn auch heute das im Gegensatz beispielsweise zur„ Germania“ in dogmatischen, Gegenwärtig ist das Wahlrecht in dirett, aber allgemein, gleich und die Beschränkung des Wahlrechts für die II. Sammer. Haus durch einige recht ungeschickte Ausfälle gegen uns. moralischen, socialpolitischen u. dergl. Dingen einen man gestatte geheim, nur mit den auch im Reichstags- Wahlrecht vorgesehenen Aus Herrn v. Gerlach s Erwiderung auf die gestrigen Grob das Wort liberaleren Standpunkt. Sie ist deshalb vom Kölner Schließungsgründen( Armenunterstützung, Konturs, Unmündigkeit) be heiten des Abg. Stopsch war nicht sehr kraftvoll. Er flammerte Grzbischof bereits, wie unser Kölner Parteiblatt, die Rheinische tastet. In Zukunft soll direkt gewählt werden, aber neben den vorsich an allerhand Einzelheiten und begnügte sich mit einigen Beitung zu berichten weiß, einmal zurechtgewiesen worden. stehend Ausgeschlossenen auch diejenigen kein Wahlrecht haben, die nicht leichten Scherzen, die dem Schildknappen Eugen Richters nicht Stardinal Fischer scheint überhaupt ein strammes Regiment führen mindestens zwei Jahre badische Staatsangehörige sind und ebenso die Haut ritten. Herr Stopsch blieb ganz auf seiner ge- zu wollen. So hat er vor einiger Zeit, als die Gattin des Reichstags- lange in Baden einen Wohnfis haben. Ferner sollen auswohnten geistigen Höhe. Er hielt Herrn v. Gerlach zum Abgeordneten Trimborn und die Gattin eines Köluer Sanitätsrats gefchloffen werden alle Wahlberechtigten, die im Jahre vor der Wahl hundertstenmal seine politischen Wandlungen vor, die einen ultramontanen Franenbund ins Leben gerufen hatten, ber ihre Staats- und Kommunalsteuern nicht pünktlich ihn doch schließlich entrichtet haben. schließlich entgegen der freisinnigen Bolts- sich nicht völlig in den Grenzen des firchlichen Lebens be- Die focialdemokratischen Mitglieder der Verfassungskommission partei immer weiter nach links geführt haben. Den Haupt- wegen sollte, diesen Bund für die Erzdiözese Köln verboten und bekämpften nachdrücklichst diese, sich ausschließlich gegen die Ar trumpf glaubte er damit ausgespielt zu haben, daß er Herrn die Gründerinnen sehr unsanft angelassen. Weiter hat Kardinal beiter richtenden Verschlechterungen des bisherigen Zustandes. v. Gerlach unter dem tosenden Beifall der Rechten der Social- Fischer einer Anzahl Geistlichen das öffentliche Auftreten untersagt, Bergeblich! Das äußerst Erreichbare ist eine Herabsetzung demokratie zuschob. Erst in seiner zweiten Entgegnung fand so auch dem Kaplan Schüller, der für die christlichen gegen die der Staatsangehörigkeits- und Wohnfigfrist auf ein Jahr und Herr v. Gerlach nun den richtigen Ton. Aber auch diesen tatholischen Gewerkschaften eingetreten war. Der Kardinal eine Abschwächung der Steuerrestanten- Bestimmung insofern, daß schärferen Wendungen war von vornherein jede Möglichkeit bekennt sich damit als Gegner der christlichen Gewerkschaften. Der Steuerrückstände infolge unverschuldeter Notlage das Wahlrecht nicht aufheben. der Wirkung abgeschnitten durch die Erklärung, die vorher im Erlaß richtet sich ja nicht ausgesprochen gegen diese, was er auch Dem Centrum und den Nationalliberalen mag der Ausb Namen seiner Fraktion, des weibischen Flügels der freifimigen nicht kann, weil die christlichen Gewerkschaften nicht eigentlich fon I. Stammer auch nicht gelegen kommen, dafür sind ihnen die Partei, Herr Momsen abgegeben hatte. Zunächst wies er fefsionell find. Aber daß die neue Einrichtung auch gegen die christ- realtionären Vorstöße gegen die Arbeiter um so angenehmer. Co jede Verantwortung für Preßerzeugnisse" ab; dann aber lichen Gewerkschaften gemünzt ist, unterliegt faum einem Zweifel. werden sie wohl die Verstärkung der I. Kammer in den Kauf versicherte er im Auftrage und in Uebereinstimmung mit Die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften find zu allermeist nehmen. Herrn v. Gerlach", daß dieser gar nicht daran denke, volle Katholiken, die Führer nahezu ausnahmslos. Es fann also der Koalitionsfreiheit für die Postbeamten zu fordern! Geistlichkeit nicht schiver fallen, ihren Einfluß auf die christlichen Gewerkschaften geltend zu machen. Die letzteren werden sich auf neue Anfeindungen einrichten müssen, die ihnen bei ihrer ohnedics sehr schwachen Konstitution verhängnisvoll werden können. Nach all diesen Dingen darf man sich noch auf interessante Ereignisse im Katholischen Rheinland- Westfalen gefaßt machen. Scharf hob sich gegenüber dieser Schiväche und Halbheit die Straft ab, mit der Genosse Molkenbuhr für das Recht der Postbeamten eintrat. Es war eine beschämende Niederlage für Herrn Kopsch und seinesgleichen, als unser Redner ihm das Antisociale und Antidemokratische seiner Ausführungen vorhielt. Mit ihrem Ueberzeugen nach oben" sind sie weit hinter das Jahr 1848 zurückgeblieben, stehen noch unter den Metternich und Dambach. Die Scheinargumente, mit denen man im Interesse der Disciplin den Postbeamten ihre verfassungsmäßigen Rechte vorenthalten will, die Wortflaubereien und sophistischen Ausreden, mit denen man alle möglichen ungesetzlichen Verordnungen verteidigen will, widerlegte er auf das gründlichste. Mit dieser Rede, die die Sitzung eingeleitet hatte, war alles Wesentliche wieder richtig gestellt. So konnte man heute ruhig die Generaldebatte über den Bostetat schließen sehen. Seine Einzelheiten werden Montag beraten werden. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend in einer ungetvöhnlich langen Sigung den Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung in zweiter Lesung zu Ende beraten. Die Debatte drehte sich zunächst um das Börsengeset. Die Redner der Linken, einschließlich des Abg. v. Eynern( natt.), fordern entschieden die Aufhebung des Verbots des Termin handels, während die Rechte und das Centrum hiervon nichts wissen wollen. Der freikonservative Wortführer Frhr. v. 8edlit steht mit seinem Vorschlag, wenigstens das Verbot des Termin handels in Montan- und Industriepapieren aufzuheben, in feiner Fraktion fast vereinzelt, höchstens hat er noch Herrn b. Kardorff auf seiner Seite. Einen weiten Raum nahm die Diskussion über das Fortbildungs- Schulwesen in Anspruch. Dem Minister Möller wurde von allen Seiten lebhaftester Dank und Anerkennung dafür ausgesprochen, daß in den Etat 400 000 m. mehr für die Fortbildungsschulen eingestellt sind. Daß Preußen trotzdem auf diesem Gebiete noch hinter andren Bundesstaaten zurücksteht, wurde nur nebenbei gestreift. Verschiedentlich wurde auch die obligatorische Fortbildungsschule gefordert. Beint Kapitel„ Porzellanmanufaktur" regte Abg. Goldschmidt( frs. Bp.) die Erteilung eines Sommerurlaubs für alle in der Porzellanmanufaktur beschäftigten Arbeiter sowie eine Reliktenversorgung an. Der Vertreter des Ministers gab die gleiche wohlwollende Antwort wie im vorigen Jahre. Es schweben immer noch Erwägungen. Die Einstellung von 300 000 m. in den Etat zur Förderung der nicht gewerbsmäßigen Arbeitsvermittelung und Rechtsberatung für die minder bemittelten Bevölkerungsfreise gab dem Abg. Dr. Arendt( ft.) Gelegenheit zu einem Vorstoß gegen die Arbeitersekretariate, der so thöricht ist, daß ein Eingehen darauf nicht lohnt. Die Regierung beabsichtigt, staatlich subventionierte Arbeitersekretariate zu fördern, um der- Socialdemokratie das Wasser abzugraben. Wir wünschen lebhaft solche Konkurrenz. Endlich überwies das Haus Endlich überwies das Haus noch einen Antrag Kindler ( frf. Vp.) auf Einrichtung von Meisterkursen und Aus stellungen von im Kleingewerbe verwandten Maschinen und Werkzeugen in jeder Provinz an die Kommission für Handel und Gewerbe. Am Montag beginnt die Beratung des Justiz Etats. Kardinal Fischer. d sid Deutfchen Reich. der Ausbau der In fürzester Frist müssen sich nunmehr, nachdem die Regierung ihr letztes Wort gesprochen, die Parteien entscheiden. Eine Ermahnung an die Herero- Truppen soll von der Militär behörde ergangen sein folgenden Inhalts: „ Es ist den Leuten zur strengsten Pflicht gemacht worden, sich gegen die Eingeborenen keinerlei Noheiten schuldig zu machen, da jeder einzelne Fall mit der größten Strenge des Gesetzes ce ahndet würde. Vor der Rückkehr nach Deutschland unterliegt das gesamte Gepäck der Expedition, auch das der Offiziere, ciner genauen kontrolle, damit kein fremdes Eigentum widerrechtlich entführt wird. Im übrigen ist der Mannschaft anbefohlen worden, sich in Briefen an die Angehörigen der ftrengsten Wahrheit zu befleißigen und feine übertriebenen und aufgebauschten Schilderungen zu geben; derartige Beunruhigungen" feien strafbar und würden ohne Ansehen der Person geahndet werden. Dagegen soll sich jeder Mann nach Möglichkeit genaue Notizen über Greignisse besonderer Art machen, um sie später dem Kommando zur Verfügung zu stellen." Die Wahlrechtsreform in Bayern und Baden. fortgejezten Beratung der Wahlreform- Vorlage führte der AbMünchen, 20. februar. Kammer der Abgeordneten. Vei der geordnete Segis( Soc.) aus: Durch die gestrige Erklärung der Regierung wird unsre Stellung nicht geändert; die Regierungserklärung enthält nur Selbstverständliches. Das Verhalten der Liberalen hat die Regierung gezwungen, solche Erklärung abzugeben. Wir halten es geradezu für eine Pflicht der Regierung, wenn das Es ist sehr gut, daß nach den Erfahrungen beim ChinaGesetz scheitert, die Wahlkreis- Einteilung durch eine Berordnung frieg, die Soldaten angewiesen werden, sich nicht durch jene zu ändern und kleinere Wahlkreise zu schaffen. Auf eine Einigung Methode, die bei den astronomischen Instrumenten in Sanssouci ein des Centrums und der Liberalen über die Wahlkreis- Einteilung ist bleibendes Denimal gefunden hat, verleiten zu lassen. Allerdings auf Jahre hinaus nicht zu rechnen, also muß die Regierung vor ist der Rat, sich des Staufes" von Gegenständen ohne Barzahlung gehen. Wir werden die Regierung unterstüben, zumal da wir gegen zu enthalten, für Afrifa billig, denn die Hereros dürften schwerlid) die Wahlkreis- Ginteilung der Liberalen sehr vorsichtig sein müssen, etwas Mitnehmenswertes besigen, wohingegen China ein Neich der unsre Soften bereichern, nicht auf Stosten des Centrums. Der Redner denn die Liberalen wollen mit ihrer Wahlkreis- Einteilung sich auf Märchenschäße ist. wandte sich sodann in längeren Ausführungen gegen die Liberalen, Sie wird aber hoffentlich nicht so verstanden, daß die Soldaten nun Auch die Mahnung, die Wahrheit zu berichten, ist zweckmäßig. welche nur ein Stonglomerat von allen möglichen nach allen überhaupt die brieflichen Mitteilungen als verboten auffassen. Die Richungen auseinanderstrebenden Elementen feien, entschloffen chinesischen Hummenbriefe sind bisher immer noch das wertvollste hin und herschvantten, in wichtigen Fragen sich mit dem Centrum Material jenes traurigen Rachezuges gewesen und ihre Zuber zu verbünden suchten und das freie Wahlrecht nur dann wollten, lässigkeit ist bisher an feinem einzigen Beispiel gerichtlich erschüttert wenn es ihnen eine Mehrheit bringt. Die Socialdemokraten hätten worden. jahrelang für die Reform des Wahlgefeßes getämpft, sie würden. jetzt der Borlage unter Abänderung des Artikels 14 zustimmen. Patriotismus"," Kultur" und Geldsecsinteressen wissen auch die Seeberger( C.) erflärt, früher feien alle darin einig ge- oberschlesischen Bergwerksbefizer trefflich mit einander zu vereinigen. wesen, daß die jebige Wahlkreis- Geometrie beseitigt werden müsse, Der Vorstand des oberschlesischen Snappschaftsvereins der infolge deren lingerechtigkeit sich namentlich im Vergleich zu den Reichstags- des famojen öffentlichen und indirekten Wahlrechts völlig in den Wahlen gezeigt habe; früher hätten die Liberalen stets die relative Händen der Grubenbarone ist petitioniert beim Landtag gegen Mehrheit gefordert, jept, feit den letzten Reichstags- Wahlen, hätten mehrere Bestimmungen der Regierungsnovelle zum allgemeinen eine Schädigung fosie plöglich ihre Meinung geändert, die Liberalen fürchteten sich vor Berggeje, da diese Bestimmungen wohl der Bergwerksindustrie wie des Deutschtums in dem direkten Wahlrecht, es werde ihnen aber nicht gelingen, ihre Oberschlesien" ablehnende Haltung gegenüber dem Entwurf vor dem Lande zu außerdem noch einen Rückgang der Reichsrats Moh, der eine Ungeheuerlichkeit ersten Ranges sei. rechtfertigen. Redner polemesiert dann gegen den Antrag des Kultur" herbeiführen würden. Diese Gefahren finden die Bergwerfabesizer beziehungsweise ihre getreuen Dienet im KnappschaftsKöhl( Demokrat) führt aus, dem vorliegenden Entwurfe borstande einmal in der von der Novelle beabsichtigten Einhafteten manche Mängel an, aber die Vorteile seien überwiegend. führung der Freizügigkeit der preußischen Berg Es würde den besten Eindruck machen, wenn Bayern mit einem frei- arbeiter und dann in der beabsichtigten Einführung der heitlichen Wahlgesetz vorgehen würde. Die relative Mehrheit müsse geheimen und direkten Wahlen für die knapp die darin be beseitigt werden, da sonst die fleinen Parteien feine Möglichkeit hafts ältesten. Die Freizügigkeit" hätten, auf den Ausfall der Wahlen einzutvirfen. Er stimme daher steht, daß nach der Regierungsvorlage die Bergarbeiter beim Wechsel des Wohnortes nicht mehr ihre Anrechte an ihren für das Gesetz, welches doch einen Fortschritt bedeute. Gebhardt( Bund der Landwirte) bemerkt, das platte Band Snappschaftsverein verlieren, sondern am neuen Aufenthaltsorte habe ein besonderes Interesse an fleinen Wahlfreisen. In den sogleich wieder Mitglieder des dort bestehenden Knappschaftsvereins fünftigen Landtag werde feine Centrumsmehrheit einziehen, wenn werden sollen würde Arbeitermangel schaffen und den Betrieb der nur feine Partei Kompromisse mit dem Centrum abschließe. Die oberschlesischen Werke in Frage stellen, den Arbeitern auch die DurchErklärung der Regierung habe nicht versöhnend gewirkt, sie habe viel führung von Generalstreits" ermöglichen, so daß die Werksbesitzer mehr manche, welche noch schwankten, bestimmt, gegen das Gesetz immer mehr auf den Zuzug ausländischer Arbeiter angewiesen seien. Das können die patriotischen" Bergwerksherren aber nicht ruhig zu stimmen. Kultur gilt ihnen auch in Oberschlesien als das höchste. Daß fie mit ansehen, denn das Deutschtum und die Förderung der lediglich fürchten, durch diese Freizügigkeit ihrer Hände" zur Zahlung höherer Löhne gezwungen zu werden, damit ihnen die Arbeiter nicht ausreißen, fann nur die Verleumdung behaupten, die den Patriotismuis der edlen Herren nicht gelten lassen will. Gesek stimmen, weil dasselbe die ländlichen Wähler zu sehr gegen Abg. Dirr frf. g.) erflärt, seine Partei würde gegen das die großen Städte benachteilige, und weil die Wahlkreis- Einteilung nicht den Interessen des platten Landes entspreche. Hierauf wird die Weiterberatung auf Montag vertagt. Aus Baden wird uns gefchrieben: " und Gegen das dirette und geheime Wahlrecht im Knappschaftsverein find die Herren nach ihrer Petition, weil durch dasselbe nur die Die badische Wahlreform ist in ein neues Stadium getreten. polnische Brovaganda" gefördert, das gedeihliche Arbeiten der Wie hier schon mitgeteilt wurde, zerfällt die von der badischen Knappschaft" aber illusorisch gemacht würde. Also auch hier lediglich Regierung geplante„ Neform" des Wahlrechts und der Verfassung in patriotische" Interessen. Daß der neue, gerechte Wahlmodus der unzwei wesentliche Gruppen: Ausbau der I. Kammer und Beschränkung des allgemeinen Wahlrechts umschräniten Herrschaft der Grubenbarone in der Knappschaft ein Die tirchliche Ueberwachung der katholischen II. Sammer. zu Ende machen und wirkliche Arbeitervertreter an die Stelle der jett Dafür will man dann das Linsengericht der Arbeiter ist von dem Erzbischof von Köln, Kardinal Fischer, in direkten Wahl gewähren. gewählten, von den Herren abhängigen Beamten usw. treten lassen würde, ist natürlich durchaus nicht bestimmend für die Petition, ein vollständiges, straffes System gebracht worden. Die I. Kammer soll zu einem der eigentlichen Volksvertretung sondern einzig der Abschen vor der„ polnischen Propaganda". Die letzte Nummer des Kirchlichen Anzeigers" veröffentlicht einen Erla B, völlig gleichwertigen„ Senat" ausgebaut werden. Während sie heute Der„ patriotischen", den Interessen der Knappen in das Gesicht worin Herr Fischer bekannt macht, daß er einen Diözesan- nur ein sehr problematisches Budgetrecht hat sie fann das von schlagenden Betition des Knappschaftsvorstandes sind auch mehrere Ausschuß eingesezt hat zur Ueberwachung der„ Organisation der der II. Kammer beschlossene Budget nur im Ganzen annehmen lagenden Petition des Knappschaftsvorstandes sind auch mehrere Ausschuß eingesetzt hat zur Ueberwachung der Organisation der oder ablehnen- soll sie in Zukunft volles, über alle einzelnen Mangel an wirklichen Arbeitervertretern im preußischen Landtage oberschlesische Stadtverwaltungen beigetreten. Bei dem völligen Werle christlicher Liebe und socialer Fürsorge". Neben diesem Aus- Positionen des Budgets sich erstreckendes Bestimmungsrecht haben. besteht in der That die Gefahr, daß der konservativen, terifalen schuß wird ein Diözesan- Komitee gebildet, dem Geistliche aus allen Bei Differenzen mit den Beschlüssen der II. Stammer ioll eine ges wie liberalen" Klaffengenossen die oberschlesischen BergwerksGebieten der Erzdiözese Köln angehören, die dem Ausschuß als meinsame Beschlußfassung beider Kammern erfolgen. Damit die Korrespondenten dienen. Die Einrichtung umfaßt das ganze Gebiet I. Stammer bei diefen gemeinsamen Abstimmungen wiederum nicht fälschlich als berufenen Vertreter der Bergarbeiter- Juteressen an magnaten die kultur- und vaterlandsfreundlichen Wünsche des von Köln, Aachen, Düsseldorf, Krefeld, Essen mit zu kurz kommt, soll die Mitgliederzahl nicht unwesentlich erhöht gesehenen oberschlesischen Knappschafts- Borstandes erfüllen und die dem Ruhrgebiet, Elberfeld Barmen, Solingen, Bonn u. a. m. Als Vereine, die überwacht werden sollen, zählt Ausbau des badischen„ Herrenhauses" den größten Anstoß geDie Verfassungskommission der II. Kammer hat nun an diesem einzigen für die Arbeiter wertvollen Bestimmungen der Regierungsvorlage beseitigen. der Erlaß neben den eigentlichen firchlichen Verbindungen auf: die nommen.( Siehe Notiz in Nr. 32 des„ Vorwärts".) Trotzdem wird Die Stichwahl in Eschwege Schmalkalden ist auf den katholischen Gesellenvereine, die vielen Arbeiter die badische Regierung nicht nachgeben. In einer sehr 1. März angesetzt. vereine, die knappenvereine, die kaufmännischen eingehenden Aussprache zwischen Verfassungskommission und Erfatwahl im 20. fächsischen Wahlkreise. Wie das amtliche Vereinigungen", den Volksverein für das katholische Deutsch Regierung erklärte Minister Schenkel, Minister Schenkel, daß die ganze WahlDresdener Journal" meldet, ist die Reichstags- Ersagwahl in dem als gescheitert land, der in der Erzdiözese, in M.- Gladbach, seinen Siz hat, und reform zu betrachten fei, wenn die Erste andren mehr. Es heißt in dem Erlaß: Eine solche Orga- Kammer nicht mit erheblicheren Machtbefugnissen ausgestattet durch den Tod unfres Genossen Rosenow erledigten 20. sächsischen nicht mit erheblicheren Machtbefugnissen ausgestattet ablfreis( Marienberg- Bichopan) auf den 18. März anberaumt befürchtet eine starte nisation im engen Anschluß an die von Gott geschten Oberhirten werde. Die Regierung wird außerdem den schätzenswerten Erfolg haben, daß sichere Irrungen sierung der II. Kammer und sie will, wenn dann eine solche vermieden werden, die bei der fast fieberhaften Thätigkeit, die dermalen Slammer einmal das Budget oder doch wesentliche Positionen Ein geistig minderwertiger Soldat vor dem Kriegsgericht. desselben ablehnen sollte, mit diesem Senat das Budget zu auf diesem Gebiet herrscht, leicht eintreten und dann verhängnisvolle stande bringen. Der Musketier Otto Lange aus Stedten von der 11. Com Folgen haben könnten." Das ist nun zwar selbst vom Etandpunkt der ängstlichsten Re- pagnie des Regiments Nr. 71 in Erfurt hatte sich vor dem StriegsAls Referenten für die gesamte sociale Frage begierung aus sehr schwarz gemalt, denn bei der wirtschaftlichen Ston- gericht der 38. Division in Erfurt wegen Unterschlagung und Be ziehungsweise die socialen Einrichtungen im engeren Sinne" stellation Badens ist noch nicht an eine focialdemokra truges in drei Fällen zu verantworten. Da dem Gericht Zweifel " Demokrati" worden. an ber zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Um die Arbeitskammern. Im badischen Landtag hat die Das Projekt, das Staats arsenal in Neapel der Private aufgestiegen waren, wurde ein Stabsarzt und der Compagniechef des focialdemokratische Fraktion zum Ministerium des Innern eine industrie zu übertragen, hätte schon vor Bettolo bestanden. Was Angeklagten zur Abgabe von Gutachtenzeugnissen geladen. Der Resolution eingebracht, die folgenden Wortlaut hat:" Die zweite die Begünstigung von Bettolos Schwager Shertoli beAngeklagte hat nämlich 1,50 M. in seinem eignen Nugen verwandt, Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, falls im trifft, so hätte dieser während des ersten Ministeriums Bettolo nur die er sich, ohne einen Auftrag dazu zu haben, von der Mutter eines deutschen Reichstag und Bundesrat ein Gesez über Errichtung von Lieferungsaufträge für 106 000 Lire erhalten, während die Firma seiner Kameraden geben ließ. Arbeiterkammern bis zum Zusammentritt des nächsten Landtags Venejioni für mehr als das Doppelte geliefert habe. Und so geht In einem andren Fall hat er sich nicht zu ſtande kommt, oder zu dieser Zeit den gefeßgebenden es weite wiederum ohne Auftrag eines andren Kameraden für diesen von Körperschaften des Reichs ein solcher Gesetzentwurf noch nicht vor- als Nichts, aber auch gar nichts will das Gericht bewiesen gelten lassen, nicht die Beteiligung des dessen Angehörigen Wurst im Werte von einer Mart geben lassen liegt, ihrerseits einen Gefeßentwurf zum Zwecke der Regelung Marineministers an den Börsespielen, nicht die falsche Darstellung und diese dann verzehrt; in drei weiteren Fällen handelt es sich dieser Angelegenheit für das Großherzogtum Baden dem Landtage der Probeversuche von Muggiano( an den Panzerplatten der„ Terni") wiederum um Wurst, die die für einen Kameraden abgeliefert vorzulegen." vor dem Parlament, nicht die Eristenz einer Klique Garroni( Präfett wurde und die er, weil dieser sich in Arrest befand, verzehrte. Der Zu diesem Vorgehen ist die socialdemokratische Fraktion ver von Genua), Bettolo und Co., nicht die politischen Mogeleien, durch Compagniechef des Angeklagten faßt sein Zeugnis dahin zusammen, anlaßt worden durch das Verhalten der Regierung und der bürger- die Bettolo zum zweitenmal ins Marineministerium gelangte. daß der Mann absolut nicht im stande sei, die Tragweite seiner Hand- demokratische Fraktion einen, in alle Details ausgearbeiteten Gesetz- über alle schwierigen Bunkte hinweggeglitten ist, fie lichen Parteien im Landtage 1901/02. Damals brachte die social- Nachdem die Urteilsbegründung so mit mit großer Grazie Iungen zu ermesseu; er sei für einen Auftrag, der ein selbständiges entwurf ein, der eine Arbeitskammer und Arbeitsämter ein Loblied auf Bettolos militärische Tüchtigkeit und persönliche Handeln nur in geringem Maße verlange, nicht zu gebrauchen. Seine für Baden vorsah! Man ging gar nicht auf die Special- Ehrenhaftigkeit, um dann die juristische Seite der Frage zu bes Handlungen, die er begehe, betveisen ihm, daß man es mit einem geistig beratung ein; die Regierung erflärte, fie stehe einer trachten. Das Richterfollegium erklärt, in den behaupteten An nicht normalen Menschen zu thun habe. Er belegte seine Aussage Juteressenvertretung der Arbeiter sehr sympathisch gegen schuldigungen feien alle Elemente einer Verleumdung gegeben. mit einem Beispiel. Der Mann werde demnächst als dienst über, aber im Reichstag sei ie Frage ja bereits anhängig und Ferner handele es sich nicht um eine einmalige, sondern um eine untauglich entlassen werden, vom Dienste sei er ent- Baden könne nicht eingreifen in eine Materie, die bereits für die fortgesette Verleumdung. Als erschwerender Umstand käme die Verbunden, trotzdem habe er die Kaserne verlassen, habe sich dann Reichsgesetzgebung reserviert sei. Den bürgerlichen Parteien war öffentlichung in einer verbreiteten Tageszeitung in Betracht. einige Tage herumgetrieben, sei wieder nach Erfurt gekommen, habe sie schlüpfen konnten, ohne mit ihrem berühmten„ Wohlwollen" für begründung, die Glaubbarkeit der Behauptungen sei nicht besonders durch diese Ausrede ein famoses Hinterthürchen geöffnet, durch das Ueber den guten Glauben Ferris sagt die Urteilssich in eine Kneipe gesetzt, wo seine Kameraden verkehren, die Arbeiter in Widerspruch zu kommen. einleuchtend. Ferner habe Ferri leichtfertig die Behauptungen andrer und sei dann aufgefordert worden, mit nach der Kaserne zu gehen, Diesem schönen Spiel wollen die Socialdemokraten im Badischen Personen übernommen. Uebrigens wäre die subjektive Wahrhaftig was er auch ohne weiteres that. Der Herr Stabsarzt sagt als Landtag nun ein Ende machen. Dieser Tage erklärte der Minister feit bei Verleumdungen nicht strafausschließend, sondern allein strafSachverständiger, daß man hier mit einem Schenkel, daß in einer Kommission des Bundesrats die mildernd. Menschen zu thun habe. der geistig zurüd Frage der Errichtung von Arbeiterkammern gegentvärtig beraten geblieben ist und der ungefähr die geistige Fähigkeit werde. Nun, wenn in zwei Jahren noch nichts bei diesen Voreines 15 bis 18jährigen(?) Jungen hat; das beratungen herausgekommen ist, dann darf man wohl sagen, daß gehe auch aus den unsinnigen Handlungen deutlich hervor. Im im Reichstag und Bundesrat überhaupt nichts daraus wird. übrigen schließe er sich den Ausführungen des Herrn Hauptmanns an. Die Frage, ob der Angeklagte vollständig geistestrant sei, müsse er verneinen, aber ein geistig minderwertiger Mensch ist Das Crimmitschau- Lied der Hilfe", die poetisch lebendige Forde er unzweifelhaft. Der Vertreter der Anklage erkennt die geistige rung des Arbeiter- Koalitionsrechts, fördert noch immer und in heftig steigendem Tempo die freifinnige Befinnung auf das wahre Selbst. Minderwertigkeit als mildernden Umstand an, will Nun erklärt die„ Liberale Korrespondenz", das Organ der Leitung aber aus den letzten Handlungen das Bergehen eines der Freisinnigen Vereinigung, die sociale Hetpoesie offiziell in Acht planmäßigen Betruges erblicken. Er beantragt sieben und Aberacht; folche Gedichte, erklärt sie, entsprächen nicht den in Wochen Gefängnis, will aber von der Verder Freisinnigen Vereinigung herrschenden Ansichten und die Partei segung in die zweite Klasse des Soldatenstand es wünscht für sie nicht verantwortlich gemacht zu werden. Abstand nehmen, weil der Angeklagte ja wegen seiner geistigen Minderwertigkeit entlassen werden wird. Demnächst wird sich dieser geistig minderwertige Soldat auch noch wegen Entfernung von der Truppe zu verantworten haben. es Sonderbare Amtsgepflogenheiten eines Amtsvorstehers. Hetpoefic. Was das Strafausmaß betrifft, so erklärt die Bes gründung, das Gericht hätte das Strafminimum angewendet mit Rücksicht auf die Motive, die nicht persönlicher Gehässigkeit, sondern politischen Zwecken entsprängen. Diese Urteilsbegründung wiederholt in allen juristischen Erwägungen die Ausführungen des Staatsanwaltes. In ihrer Wertung des Beweismaterials muß sie als ungeheuer parteiisch erscheinen: gerade das Kliquenwesen und eine vielverzweigte administrative wißwirtschaft ist aus den Verhandlungen absolut flar bewiesen worden. Das fonnte nur dem entgehen, der es nicht sehen wollte. und in dieser Lage dürften sich die Richter wohl befunden haben. England. Das Oberhaus verwarf den von Lord Crete eingebrachten Beschlußantrag, welcher die Einführung neuer Zölle in In berechtigtem Spott erinnert aber die Kreuz- Zeitung", daß jedem einzelnen Fall an die Genehmigung des der weibliche Freifinn seinen guten Geschmad" erst erblickt habe, Barlaments binden wollte, und nahm den Gegenals der Poet fich an den Fabrikanten bergriff. Gegenüber antrag der Regierung, der die Festlegung einer Richt. den Agrariern erschien diesem Freifinn als erlaubt und vor schnur der Zollpolitik für fünftige Parlamente trefflich, was„ wüfte Heze" wird, sobald es den industriellen ablehnt, mit 98 gegen 47 Stimmen au. Im Laufe der Kapitalismus trifft. So war zu den letzten Wahlen in Blättern der Debatte fezte der Herzog von Devonshire die Gründe Freifinnigen Vereinigung dieses Hetz" gedicht zu lesen: seines Auštritts aus dem Kabinett auseinander und be. Mein Bettler! fämpfte die Handelspolitik der Regierung als unbestimmt und unbefriedigend. Der Minister des Acußern Marquis of Lansdowne gab die Er flärung ab, die Regierung wünsche feine Tarif Feindselig= teiten hervorzurufen, allein wenn die Regierung nicht Vergeltungsmaßnahmen als letztes Hilfsmittel ins Auge fassen könne, würde sie bei handelspolitischen Unterhandlungen ihren Stand nicht zu behaupten vermögen. 2 ( Den Agrariern freundschaftlichst gewidmet.) Handwerker bin ich zieh' im Joch Hab' auch nicht viel zu brechen, Und einen Bettler hab' ich doch Sogar' nen äußerst frechen! Er kommt schon an um's Morgenrot! Greif' ich nach meinem Frühstücksbrot, Da steht er schon Der Herr Baron! Da hält er hin den Deckel: Lad' ab, lad' ab, du Menschensohn Kornzoll für meinen Sädel!" Ich bin ein Tischler, manches Brett Zerschnitten meine Hände. Ich bau die Wiege, bau das Bett Und auch den Sarg am Ende. Jedoch bei Wiege, Bett und Sarg Der Bettler fordert seine Mari, Da steht er schon, Der Herr Baron, Da hält er hin den Deckel: Lad' ab, lad ab, du Menschensohn Holzzoll für meinen Säckel!" b's wird Mittagszeit vorläufig Schluß! Fort leg' ich Säg' und Bohle. Was giebt's? Hei Schweinepöfelfuß Mit schönem Sauerkohle. Doch mach ich meinen Teller leer, So zaubre ich den Bettler her. Da steht er schon, Der Herr Baron, Da hält er hin den Deckel: Amerika. Aus San Domingo wird gemeldet, daß ein amerikanisches Kriegsschiff die Aufständischen bei Bajarite in der Nähe von San Domingo bombardierte und danach Marinesoldaten landete. Partei- Nachrichten. ,, Nieder mit den Socialdemokraten" von Wilhelm Bracke ist soeben in neuer Ueberarbeitung von unsrem Parteiverlage, Buchhandlung Vorwärts, Berlin, herausgegeben.„ Nieder mit den Socialdemokraten" ist eine der ältesten, aber noch immer wirkungsvollen Agitationss broschüren für die ländliche Bevölkerung. Bracke hat die landläufigsten Vorwürfe, die gegen unfre Partei erhoben werden, in volkstümlicher, allgemein verständlicher Weise widerlegt. Die Märchen vom„ Teilen", von der Zerstörung der Familie und Religion", die auch heute noch in entlegenen Gegenden von unsren Gegnern folportiert werden, werden in überzeugenden Worten zurüdgewiesen. Der Einzelpreis ist 10 Pf. An Agitationskomitees, Wahlvereine und Vertrauensleute wird die Agitationsausgabe der Broschüre geliefert: 500 Exemplare für 10 Marf, 1000 Exemplare für 15 Mart, 10 000 Exemplare für 135 Mart. Die Broschüre ist in allen Partei- Buchhandlungen, in Berlin in den Parteispeditionen und in der Buchhandlung Vorwärts zu haben und wird von den Kolporteuren und Zeitungsboten besorgt. Flensburg, 19. Februar.( Orig.- Ver.) Ein eigenartiges Streiflicht auf die deutschen Zustände in NordSchleswig warf eine Verhandlung, die sich heute vor dem hiesigen Landgericht abspielte. Der Amtsvorsteher Winter von Adlerflügel in Scherrebed hatte sich durch einen Artikel beleidigt gefühlt, welcher durch drei Organe der dänischen Protestpartei gegangen war. Dieserhalb standen drei Redakteure auf der Anklagebant. Auch gegen das„ Hamburger Echo" und die„ Schlesw.Holst. Bolts- 3tg." ist wegen desselben Artikels das Strafverfahren eingeleitet worden. In jenen Notizen wurde gegen v. Winter der Vorwurf erhoben, 300 M., die für die Armentafe in Scherrebeck bestimmt waren, nicht abgeliefert zu haben und ferner versucht zu haben, sich weitere 200 M. rechtswidrig anzueiguen. Die Beweisaufnahme ergab folgendes: Der dänische Staatsangehörige, Hofbesitzer Ottesen zu Westerbed hatte mehrfach um seine Niederlassungserlaubnis nachgesucht. Schließlich verwandte fich auf Empfehlung des Pastors v. Fischer- Benzon der Amts vorsteher v. Winter für ihn und die Erlaubnis wurde ihm erteilt. Als ihm v. Winter die Urkunde in Aussicht stellte, fragte er ihn gleichzeitig, ob er nicht ein Scherflein für die Armen opfern wollte. Ottesen war dazu bereit. Einige Tage später sandte der Amtsvorsteher einen Gendarmen zu Ottesen, der ihm mitteilen sollte, daß er die Niederlassungserlaubnis abholen könne. Gleichzeitig hatte derselbe den Auftrag, die Spende auf 500 M. festzusetzen. 300 M., welche für die Armentasse in Scherrebe d bestimmt wurden, sollten gleich gezahlt werden, mit dem Reste von 200 M., den die Armenkasse in Roaggen haben sollte, eile es nicht so sehr. Ottesen brachte die 300 M. und erhielt seine Urkunde. Kaum hatte er das Amtszimmer verlassen, so wandte sich v. Winter an den in seinem Bureau anwesenden Telegraphenbauführer Becker aus Tondern und sagte:„ Bei dem Mann ließ es sich nicht genau feststellen, ob er deutscher oder dänischer Unterthan ist. Dieses Geld haben wir ihm abgeknöpft, es ist für meinen schwarzen Fonds, aus dem bei den Wahlen die Propaganda für die deutsche Sache bezahlt wird." Das Geld zahlte er nicht in die Armentasse ein, sondern er buchte es unter Titel 6 feines Einnahmes journals. Dieser Titel enthält Gelder, die zur freien Ver fügung des Amtsvorstehers stehen. Zu politischen Zweden, erklärte v. Winter, würden daraus keine Gelder entnommen. Später sandte der Amtsvorsteher den Gendarmen nochmals zu Ottesen, um die zweite Rate von 200 m. abzuholen. Der Beamte sagte Heute unter Eid aus, daß er seinen Vorgesezten darauf aufmerksam Die freisinnige Rinnsteinreinigung hat damit aber ihre Ergöß- Januar größere Aufträge ein. Zu Ostern war das Geschäft sehr gemacht habe, daß dieses Geld für No agger bestimmt sei. Darauf antwortete der Amtsvorsteher:„ Das macht nichts, mein lichkeiten noch nicht vollendet. Als erste Führerin der freifinnig flott, es wurde fast ausschließlich auf Bestellung gearbeitet, und der Vereinigten in der Hezze gegen die Heppoesie stand die reisimmige Bedarf konnte nur mit Mühe befriedigt werden. Auf mittlerer Gelb ist alle, ich muß die 200 M. haben.". Der Gendarm ging Beitung". im Grimm wider die Verlegung der Fabrikantenehre Linie hielt sich der Absatz alsdann bis Ende August; man glaubte darauf nach Westerbeck, bekam aber dort von Frau Ottesen die Ant fanden sich Herr Brömel und Herr Richter inbrünstig zusammen. allgemein an ein gutes Herbstgeschäft und hielt den Betrieb mit wort, daß die 200 M. bereits bei dem Pastor zn Roagger eingezahlt Nun ist aber das Gedicht gegen die Agrarier nicht ein Erzeugnis der brauchbaren Arbeitskräften, soweit solche vorhanden waren, aufrecht, worden seien. v. Winter leugnete entschieden, daß ein Fonds für letzten Wahlen, sondern es wurde abgedruckt aus dem früheren um genügendes Lager anzusammeln. Von Anfang September ab politische Zwede bestehe. Er hatte weiter noch einem Privatier, der in Reichsfreund", einem Blatte des Richter- Freisinns. Die on- trat ein großer Begehr zu Tage, der sich täglich steigerte und im den Straßen von Scherrebeck geschossen hatte, einen Denkzettel" in fervativen haben also recht, diesem Freisinn zu spotten. Dem Oktober feinen Höhepunkt erreichte. Um diese Zeit herrschte regste Höhe von 50 M. gegeben. Aber nicht in seiner Eigenschaft als Be- Dichter ist gern erlaubt, wider die Agrarier zu rufen. Doch wenn amter, sondern als Privatmann. Ferner wurde von Zeugen konstatiert, er sich erbreiftet, gegen die geheiligte Fabrikantengewalt zu heben", so find die geschmacklofen Lieder des Ninnsteins würdig. daß der frühere Bureauvorsteher des Amtsvorstehers erflärt hatte, er könne nicht mehr länger mit v. Winter zusammenarbeiten, denn da sei alles Schwindel, Lug und Trug. In seinen Aussagen und auf die Fragen des Gerichtsvorsitzenden und der Verteidiger zeigte v. Winter eine auffällige Gedächtnisschwäche, er vermochte sich auf das meiste nicht mehr zu erinnern. Nach Schluß der Beweisaufnahme zog der Landrat Becherer- Hadersleben, unter Zustimmung des Amtsvorstehers die Strafanträge gegen die drei Redakteure zurüď. Karlsruhe, 20. februar. Heute nachmittag ist nach längerer Krankheit der Finanzminister Dr. Buchenberger ge storben. „ Lad' ab, lad' ab, du Menschensohn, Fleisch zoll für meinen Säckel!" Und so verfolgt mich dieser Taps Ale nimmersatter Fresser. Vor Merger trint ich einen Schnaps, Vielleicht wird mir dann besser. D, weit gefehlt, ich armer Thor Da springt er ja erst recht hervor, Da lacht er schon, Der Herr Baron, Da hält er hin den Deckel! Der Kudud hole den Baron 3ufamt mit seinem Sädel! Ausland. Italien. Die Urteilsbegründung im Prozeß Ferri- Bettolo. " Rom, den 18. Februar.( Eig. Ver.) Gestern abend ist die Urteilsbegründung im Prozeß gegen Ferri bei der Kanzlei des römischen Gerichts niedergelegt worden. Es ist ein endlos langes, 244 Quartseiten umfassendes Dokument. Die Begründung sieht den Hauptpunkt der von Ferri gegen Bettolo erhobenen Anklage in dem dem Erminister gemachten Vorwurf der Unredlichkeit, der seinen prägnantesten Ausdruck in dem Satz findet: Sie sind ein Verschlinger von Millionen. Aus Induftrie und Handel. Die Berliner Möbelindustrie im Jahre 1903. Gegenüber den Ergebnissen des Jahres 1902, das bereits die Anfänge einer wirt schaftlichen Besserung erkennen ließ, hat sich nach dem Jahresbericht der Handelskammer das Möbelgeschäft in 1903 beträchtlich gehoben. Schon zu Beginn 1903 war in fast allen Betrieben eine regere Beschäftigung zu beobachten. Die Vorräte der Kundschaft waren anscheinend nur gering, und da man für den April guten Absatz und Mangel an fertiger Ware erwartete, gingen bereits im geschäftliche Thätigkeit, und mancher Auftrag konnte nicht rechtzeitig zum verabredeten Lieferungstermine erledigt werden. Wenn auch die Nachfrage hinterher langsam abnahm, blieb das Geschäft doch bis zum Jahresschluß befriedigend, ohne daß sich bei den Produzenten, wie dies sonst zu geschehen pflegt, größere Vorräte anhäuften. Nicht unbeträchtliche Aufträge wurden in das neue Jahr hinübergenommen, fie sichern für die ersten Wochen ausreichende Beschäftigung. Namentlich hat sich der Absah nach der Provinz gesteigert; vornehmlich kommen Rheinland und Westfalen in Betracht, infolge des aufschwunges der dortigen Montanindustrie; aber auch die östlichen Provinzen der Monarchie und besonders Schlesien waren guie Abwar befriedigend. nehmer. Das Geschäft nach dem Königreich und der Provinz Sachsen Die Große Berliner Straßenbahn hat, wie wir schon fürzlich mitteilten, im letzten Jahre ein recht gutes Geschäft gemacht. Nach einem Auszug aus ihrem Geschäftsbericht pro 1903, den wir heute zugesandt erhielten, belief sich im vergangenen Jahre ihre Gesamteinnahme einschließlich der auf Betriebsrechnung verbuchten Nebenerträge auf 29 521 179,15 Mart gegen 27 672 000,97 Mart im Jahre 1902 und die Gesamtausgabe auf 15 905 587,22 m. gegen 15 338 376,67 M. im Jahre 1902. Der Prozentsatz der Ausgaben gegenüber den Betriebseinnahmen beträgt 53,88 Proz. gegen 55,41 Proz. im Vorjahre. Der Neingewinn stellt sich einschließlich des Vortrages aus dem Jahre 1902 auf 8 244 544 M. Nach dem Dr. Buchenberger ist erst spät in die staatsmännische Laufbahn Darauf analyfiert die Urteilsbegründung die Mittel, durch die eingetreten. Seine Lebensarbeit war eine wissenschaftliche, er ver- Ferri den Beweis dieser seiner Anklage zu erbringen versuchte, und faßte zahlreiche Studien und Schriften über ökonomische Fragen, unterscheidet hier mehrere Hauptgruppen. Die erste, die die wesentinsbesondere über Agrarpolitik und Finanzpolitik. Er war Mit lichste ist, bezieht sich auf die Thatsachen, durch die dem Privatfläger arbeiter am Schönbergschen Handbuch der politischen Dekonomie nachgewiesen werden sollte, daß er in strafbarer Weise seinen polisowie am Wagnerschen Lehr- und Handbuch der politischen Dekonomie, tischen Einfluß zu privatem Vorteil und zum Nachteil des Staates in dem er in zwei Bänden Agrarwesen und Agrarpolitik, feruer mit geltend gemacht habe. Professor Bücher zusammen, Jagd und Fischerei behandelte. Sonst be- Hier setzt das Dokument mit der Bewilligung der be handelte er hauptsächlich Fragen der badischen Finanzpolitit. Seine Kennt- rühmten 6000 2ire 3ulage ein, die Admiral Accessini Vorschlage der Verwaltung soll davon bekanntlich eine Dividende von niffe auf diesem Gebiete führten seine Berufung als Finanzminister erhalten haben soll, um den 20 Millionen- Kontrakt vom November 8 Proz. auf das 85 785 000 M. betragende Aktienkapital verteilt herbei. 1899 zu ratificieren. Die Urteilsbegründung hält den Beweis nicht werden. Buchenberger war der Professor der mittleren Linie", was ihn für erbracht; die Zulage wurde immer ausgezahlt und nur unter Wie sich aus diesen Ziffern ergiebt, hat die Direktion ihre befähigte, im Reichstag bei Beratung des Bolltarifs als Vertreter Bettolo regelrecht in das Budget als laufende Ausgabe eingetragen. Betriebsuntosten im Verhältnis zur Einnahme nicht unbeträchtlich des fleinbäuerlichen Badens trotz aller Selbsteinwände dennoch für Natürlich hält das Dokument in gleicher Weise für unbewiesen, daß herabgedrückt. In ihrem Bericht heißt es darüber: Der weitere die Wucherzölle einzutreten. der 20 Millionen Vertrag für die Marine ungünstig war. I prozentuale Rüdgang der Betriebsausgaben ist durch die einheitliche Betricbsfuhrung und die damit verbundenen Ersparnisse herbei- geführt worden: die Ausgaben für Futter- und Streumaterial find vis auf 44 700,70 M. gesunken, die Ausgaben für Unterhaltung der Accumulatoren gänzlich weggefallen. Andrerseits find die Ausgaben für die Unterhaltung des Bahnkörpers gestiegen infolge der weiter ?»nehmenden Verwendung des Asphalts zur Straßenpflasterung owie durch Mehraufwendungen für die Unterhaltung der Ober- leitung aus Anlaß umfangreicher Drahtauswechselung und für die Unterhaltung der Unterleitungsstrecken, die bei einer Ausdehnung von nur 3 Kilometer allein cme Ausgabe von 82 570,93 M. erforderte. Ebenso haben sich die Ausgaben für die Unterhaltung der Wagen nach vollständiger Durchführung des elektrischen Betriebe? und nach weiterer Einstellung von 50 für den Sommer- und Winterbetrieb eingerichteten Anhängcwagen ver- größert. Die Mehrausgaben find insbesondere infolge der not- wendigen Erneuerung elektrischer Ausrüstungsteile und der mit den gesteigerten Betriebsleistungen verbundenen erhöhten Abnutzung der Wagen eingetreten. Auf den Bahnlinien der Gesellschaft wurden im Berichtsjahre 312410 000 Personen gegen 294 800 000 Personen im Borjahre be- fördert, somit im Jahre 1903 17 610 000 Personen— 5,97 Proz mehr. Die Einnahme aus der Personenbeförderung betrug 28 888 161,72 M. gegen 27 191 605,57 M. im Jahre 1902, so daß 1 696 556,15 M.—'6,24 Proz. mehr eingenommen worden sind Die durchschnittlich für das Wagenkilometer erzielte Einnahme stellte sich auf 41 Pf. gegen 40 Pf. im Vorjahre. Norddeutsche Bank, Hamburg. Der Bruttogewinn pro 1903 beträgt, wie die Verwaltung mitteilt, 5 575 484 M. s5 483 913M.). Die hauptsächlichsten Gewinnposten betragen auf Zinsen-Conto und Hamburger Wechsel 2 126 947 M.(1 966 144 M.), auf auswärtige Wechsel 851 326 M.(849 244 M.), auf Wertpapiere, Konsortial- und Kommanditbeteiligungen 1 091 630 M.(1 176 914 M.), auf Provisions- Conto 1 464 222 M.(1 455 501 M.). Nach Abzug von Vcrwaltungskosten, Steuern zc. bleiben 4 538 403 M.(4 639 396 M.) Der am 10. März dieses Jahres stattfindenden Generalversammlung soll eine Dividende von 8>/g Proz.(wie i. V.) in Vorschlag gebracht werden. Die Dividende fällt bekanntlich an die Diskonto-Gesellschast, da diese im Besitz sämtlicher Anteile des sich auf 50 Millionen Marl belaufenden Komnianditkapitals ist. Bcrgwerks-Gcscllschaft„Consolidatlon", Schalke. Der Aufsichtsrat der Bergwerks- Aktiengesellschaft„Konsolidation' beschloß in der gestrigen Sitzung, der für den 26. März d. Js. einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 28 Proz. für 1903 vorzuschlagen. Neues Kalisyndikat. Nachdem die älteren Staßfurter Werke jegliche Konzessionen gegenüber den jüngeren Werken abgelehnt haben, wollen jetzt die jüngeren Werke, der„Kux-Jeitung" zufolge, zur Bildung einer selbständigen Organisation schreiten. Die neue Kaliverkaufs-Vereinigung wird ihren Sitz in Hamburg oder Berlin haben. Von mehreren jüngeren Kaliwerken wird geplant, einen Kampffonds anzusammeln. Die Minenmagnaten Transvaals haben ihre Absicht erreicht. Das englische Unterhaus hat die sogenannte„Chinesen-Ordonnanz". d. h. die Erlaubnis zur Einfuhr chinesischer Kulis in Transvaal, angenommen. Der gesetzgebende Rat von Transvaal hatte schon vor längerer Zeit sich für die„Ordonnanz' ausgesprochen; aber da Transvaal keine selbständige, sondern nur eine sogenannte Krön- tolonie ist. stehen dessen Ordonnanzen unter der Kontrolle des englischen Parlaments. In der Adreßdcbatte des englischen Unterhauses stellte H. Samuel ein Amendement gegen die Chinesenverwendung. Die Verteidigung fiel dem Kolonialsekretär Lyttelton zu. Der Minister gab zu, daß der Chinesenimport unerwünscht sei. Aber das Land besitze nicht genügend schwarze Arbeiter und die Einführung von Weißen werde nichts nützen, weil Weiße keine Arbeit thun, die auch von Kaffern verrichtet wird. Nun wäre es denkbar gewesen, daß aus andren Teilen Afrikas Schwarze heranzuziehen seien. That- sächlich habe die Regierung von Transvaal durch daS englische Kolonialamt, das Auswärtige Amt, ja sogar durch die deutsche Re- gü'rung in allen Teilen Afrikas nach Arbeitern suchen lassen, aber vergebens.„Wir haben nun 250 Millionen Pfund(5 Milliarden Mark) ausgegeben und große Opfer für das Land gebracht und es wäre Heuchelei(csnt) und gegen die menschlich« Natur, wenn wir sagen wollten, diese gigantische An- strengung fei bloß für die Boeren gemacht worden, wenn wir unsre eignen Leute„ohne Hilfe und in der Minorität lassen wollten". Bei der Abstimmung wurde das Gesetz mit einer Majorität von 51 Stimmen angenommen. Wenn der Profit in Frage kommt. schwinden eben alle Bedenken. Die Wirkung des kanadischen ZollznschlageS auf die deutsche Einfuhr ist aus den kanadischen Einfuhrlisten der letzten drei Monate des vorigen Jahres ersichtlich. Danach betrug die Einfuhr von Deutschland 1902 1903 Oktober... 935 324 Dollar 609 943 Dollar November.. 655 926„ 392 166„ Dezember.. 789 504„ 353 926 2 380 754 Dollar 1 356 035 Dollar in Kanada beträgt danach Summa Der Rückgang der deutschen Einfuhr 40 Proz._ Soziales. Aerzte und Krankenkassen. Die Aerzte in L e i p z i g halten der Ortskasse gegenüber fest an der Forderung der grundsätzlichen Anerkennung der freien Arztwahl und eines Pauschale von 8 M. Daß der Kassenvorstand nicht daran denkt, die Kaste den Aerzten durch die fteie Arztwahl bedingungslos auszuliefern, geht aus folgendem Inserat hervor, das er jetzt in Leipziger Blättern erläßt: „Nachdem der unterzeichnete Kasscnvorstand eine größere Anzahl Distriktsärzte fest angestellt hat. beabsichtigt er. nunmehr die bereits früher vorgesehenen ärztlichen Beratungsanstalten einzurichten._._ Für diese Anstalten sucht er zum 1. April d. I. eme Anzahl er- fabrene Oberärzte mit einem festen Gehalt von 8000 Mark pr» Jahr unter Ausschluß der Privatprapis, sowie die erforderlichen Assistenten mit einem JahreSgehalt von 3000 M.. deren spätere Anstellung als Distrikts ärzte in Aussicht genommen ist. Reflektanten belieben ihre Bewerbungsschreiben unter Angabe von Referenzen und Beifügung etwaiger Zeugnisabschriften biö 29. d. M. an die Geschäftsstelle der unterzeichneten OrtS-Krankenkasse zu richten.' Die Leipziger Ortskaste ist damit unsreS Erachtens auf dem nch- tigen Wege. Sie behält mit dieser Einrichtung in Verbindung mit der Anstellung von Distriktsärzten, denen sie 6000 M. Einkommen aus Kastenpraxis garantiert, die Verfügung über die Kassenmittel und zahlt doch ärztliche Honorare, von denen kein vernünfttger Mensch behaupten kann, daß sie ungenügend sind. Was speciell die Assistenzärzte betrifft, so ließe sich wohl noch über Zulagen nach längerer Dienstzeit reden. Die Stadt Berlin beispielsweise bezahlt die Assistcnzärte an den städtischen Kranken- Häusern erheblich schlechter. ES kommen in Berlin im ganzen 81 Assistenzärzte in Frage. Sie Emolumente(als Ersatz für gleichmäßig jeder 1500 M. jährlich. ärzte an Krankenhäusern 1020 Dienstzeit bekommen sie 1200 M. In den Irrenanstalten bekommen die 28 Assistenzärzte gleich 1200 M., steigend bis zu 2400 M. Dieses Höchstgehalt von zusammen also 3900 M. ist jedoch erst nach zehnjähriger Dienstzeit zu erreichen. Ganz besonders schlecht sind aber die 6 Assistenzärzte am Kaiser- und Kaiserin Friedrich-Krankenhause bezahlt. Es bekommen nämlich drei von ihnen 750 M. und drei gar nur 500 M. im ganzen also jährlich 2000 Mk. ' Die„Post" behauptet heute— und beruft sich dabei au Posadowsky— bei vielen Kassen erhielten die Rendanten bis 10 000 Mark, ja selbst 17 000 Mark und mehr Gehalt und die Inhaber dieser Stellen seien natürlich Socialdemokraten. Die „Post" hütet sich, eine einzige solche Kaste zu nennen, damit es nicht so leicht wird, die Angaben als das nachzuweisen was sie sind: eine ganz unverschämte Lüge! Der socialdemokrattsche Kampf gegen die Vergewaltigung der Krankenkaffea. Köln, den 20. Februar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Vorstand des Vereins der Industriellen im Regierungsbezirk Köln beschäftigte sich mit den Maßregeln gegen die Krankenkassen in Köln. Der Vorstand gelangte zu der einmütigen Auffassung, daß die von den Kölnischen Mitgliedern deS Vereins unterhaltenen Be- triebskassen, soweit sie mit derselben Anzahl Aerzte, wie vor dem Streik, Verträge abgeschlossen hatten, gegen die Verfügungen des Regierungspräsidenten die Klage beim Oberverwaltungsgericht an- sttengen sollen. Ter Vorstand protestierte ausdrücklich gegen die Versuche, den Widerstand gegen die Regierungsmaßnahmen in der Kassenfrage als parteipolitisch hinzustellen. In dieser Frage bestehe zwischen den Arbeitern und den Arbeitgebern kein Gegensatz. Sie empfinden das Eingreifen der Aufsichtsbehörde als eine bedauerliche Störung der ersprießlichen gemeinsamen Thätigkett der Kassen� organe._ Die neue Konfektionsverordnnng, die heute im„Reicks-Anzeiger" mit dem Datum des 17. Februar veröffentlicht wird, lautet: Wir verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zu stimmung des Bundesrats, auf Grund des§ 154 Abs. 4 der Ge- werbe-Ordnung unter Hinweis auf 8 146 Abs. 1 Ziffer 2,§ 149 Abs. 1 Ziffer 7 a. a. O.. was folgt: Arttkel 1. I. Der 8 1 der kaiserlichen Verordnung, betreffend die Aus dehnung der§§ 135 bis 139,§ 139d der Gewerbeordnung auf die Werkstätten der Kleider- und Wäschekonsektion, vom 31. Mai 1897 (Reichsgcsetzbl. S. 459) erhält folgende Fassung: Die Bestimmungen der 88 135 bis 139, 8 l39b der Ge werbe-Ordnung finden mit den aus dem Folgenden sich ergebenden Abänderungen Anwendung: 1. auf Werkstätten, in welchen die Anfertigung oder Be arbeitung von Männer- und Knabenkleidern(Röcken, Hosen, Westen. Mänteln und dergleichen) im großen erfolgt, 2. auf Werkstätten, in welchen Frauen- und Kinderkleidung (Mäntel, Kleider, Umhänge und dergleichen) im großen oder auf Bestellung nach Mast für den persönlichen Bedarf der Besteller angefertigt oder bearbettet wird, 3. aus Werkstätten, in welchen Frauen- und Kinderhüte be- setzt(garniert) werden, 4. auf Werkstätten, in welchen die Anfertigung oder Be- arbeitung von weißer und bunter Wäsche im großen erfolgt. II. Im 8 3 Abs. 1 treten an Stelle des vierten Satzes folgend« Bestimmungen: Den übrigen jugendlichen Arbeitern muß mindestens mittags eine einstündige sowie vormittags und nachmittags ze eine halbstündige Pause gewährt werden. Eine Vor- und Nachmittags- pause braucht nicht gewährt zu werden, wenn entweder mittags eine einundeinhalbstündigc Pause gewährt wird oder die fügend- lichcn Arbeiter täglich nicht länger als acht Stunden beschäftigt werden und die Dauer ihrer durch eine Pause nicht unterbrochenen Arbeitszeit am Vor- und Nachmittage je vier Stunden nicht übersteigt. III. Der 8 6 Abs. 3 erhält folgende Fassung: Gewerbetreibente, die Arbeiterinnen über sechzehn Jahre auf Grund der vorstehenden Bestimmungen über die im 8 4 Abs. 1. 2 festgesetzte Zeit hinaus beschäftigen, sind verpflichtet, an einer in die Augen fallenden Stelle der Werksiätte eine Tafel auszuhängen, auf der jeder Tag. an dem Ueberarbeit stattfindet, vor Beginn der Ueberarbeit einzutragen ist. IV. Der§ 8 erhält folgende Fassung: Auf Werkstätten, in welchen der Arbeitgeber ausschließlich zu seiner Familie gehörige Personen beschäftigt, finden die vor- stehenden Bestimmungen keine Anwendung. Artikel 2. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Juli 1904 in Kraft. Die fettgedruckten Stellen enthalten die Abänderung gegen die bisherige Begrenzung der Wirksamkeit der Verordnung. Im 8 8 ällt die bisherige Ausnahme zu Gunsten der Werkstätten, in denen die Herstellung der genannten Waren nur gelegentlich erfolgt. Arbcitcrschutz in Glashütten. Zu der unter dieser Uebcrschrift in Nr. 42 des„Vorwärts" enthaltenen Notiz teilt uns Genosse Georg Horn mit, daß die darin erwähnten Flaschenblase- Maschinen in der Nienburger und andern Glashütten noch so un- vollkommen sind, daß sie zur Zeit noch immer nur zu Experimenten benützt werden und für die Produttion noch gar nicht in Betracht kommen. Auf sie darf also noch lange nicht gerechnet werden für die Verhinderung der Krmlkheitsüberttagungen, die eine Folge der gemeinsamen Benutzung der Pfeifenmundstücke sind. Es müssen deS- halb Maßregeln ergriffen werden, die auch bei der zur Zeit allein in Betracht kommenden Hand- oder vielmehr Mundarbeit die An- steckungsgefahren bekämpfen. Der Stadtmagistrat Würzburg wurde von der unterfränlisöben Kreisregierung aufgefordert, ein Gutachten über die Notwendigkeit eines zehnstündigen Maximalarbeitstages für Arbeiterinnen ab- zugeben. Mit der Einholung von Informationen wurde ein Rcchtsrat betraut, der, als richtiger Jurist, sich nicht etwa an die Arbeiterinnen elbst, die doch die zunächst Beteiligten sind, oder an den Fabrik- inspektor, sondern an die— Unternehmer wendete. Selbstverständlich erklärten sich diese Herren gegen die allgemeine Einführung des Zehnstundentages, der allenfalls für verheiratete Arbeiterinnen und olche, die einem selbständigen Haushalt vorstehen müssen, empfehlens- wert sei, nicht aber für jugendliche Arbeiterinnen. Es wird schlank- weg behauptet, daß die letzteren die durch Verkürzung der Arbeits- zeit gewonnene freie Stunde nickt zur Erholung ihres Körpers ver- wenden würden. Der Magistrat machte sich ohne weiteres diese Unternehmeransicht zu eigen und gab sein Gutachten in diesem Sinne ab. Gegen die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit im Fleifchergewerbe macht der Fleifchervcrband(Unternehmer) mobil, indem er eine ent- prechenden Denkschrift an den Beirat für Arbeiterstatistik richtet. Tie bayrischen Fabrikinspektionsberichte für 1903 sind erschienen. Die preußischen Berichte erscheinen in kurzem. 12. Mai 1851 verurteilt, weil er im Juli 1903 ohne Polizei- Erlaubnis in mehreren Gastwirtschaften Plakate für den Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter öffentlich ausgehängt hatte. Das Schöffengericht hatte sich dabei auf eine Ent- scheidunjj des Ober-Berwaltungsgerichts berufen. Das Landgericht aber verwarf mit Recht die Auffassung des Ober- Verwalttingsgerichts, daß die Bestimmung des Rcichs-Preßgesetzes hier in Kraft ttete, die lautet:„Das Recht der Landesgesetzgebung, Vorschriften über das öffentliche Anschlagen usw. von Bekannt- machungen, Plakaten und Auftufen zu erlassen, wird durch dieses Gesetz nicht berührt'. Durch diese Bestimmung werde nicht die Vor- schrift des preußischen Preßgesetzes aufrecht erhalten, nach der polizeiliche Genehmigung nötig sei bei öffentlicher Aushäugung von Plakaten, sondern lediglich festgesetzt, daß das Recht der Bundesstaaten unberührt bleibt, für die Zukunft Gesetze über diese Frage zu erlassen. Die betreffenden Bestimmungen(§8 9 und 10) des preußischen Gesetzes sind als nicht mehr gültig zu erachten. Der Angeklagte wurde freigesprochen, Revision seitens der Staatsanwattschaft wurde nicht eingelegt. Weimar, 20. Februar. Vor der Sttafkammer des hiesigen Land« aerichts fand heute die vom Reichsgericht angeordnete erneute Verhandlung gegen den früheren Ersten Bürgermeister von Eisenach Dr. v. Fewson statt, welcher von der Strafkammer in Eisenach wegen Amtsvergehens zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt war. Der Gerichtshof erkannte heute auf Freisprechung, da dem An- geklagten in objektiver wie subjektiver Hinsicht keine Schuld zuzu« schreiben sei. Versammwngm. erhalten vorweg als sogenannte die Naturalverpflegung) ganz Außerdem erhalten 47 Assistenz- M. Nach anderthalbjähriger Gerichts-Zeitung Rcichs-Prcßgcsrtz und preußisches Preßgesrtz. Ein vemerlens- wertes Urteil fällte kürzlich die 5. Strafkammer deS Berliner Land- gerichtS II in der Frage der öffentlichen Aushängung von Plakaten ohne polizeiliche Genehmigung. Das Schöffengericht zu KönigS-Wustcrhausen hatte unsren Parteigenossen Blaukeiifeld wegen Ueberttetung deS preußischen PrrßgesetzeS vom Eine Mitgliederversammlung deS CentralverbaudeS der Glaser beschloß, bom_ 1. April d. I. ab die Beittäge durch Kassierer ein- ziehen zu lassen. Ferner wurde in Erwägung gezogen, ob es möglich sei, zu der Arbeitslosen-Untcrstützung einen Lokalzuschuß von 3 M. zu gewähren. Der dazu nöttge Fonos soll durch Eehöhung der BeittagSmarke auf 60 Pf. zusammengebracht werden. Der Por- stand wurde beauftragt, diesbezügliche Vorschläge auszuarbeiten und sie der nächsten Versammlung vorzulegen. Der Berein der Bauanschläger hielt am Sonntag. 7. Februar. eine gutbesuchte Versammlung ab. Als Kaffenrevisoren wurden die Kollegen Kretschmer, Wulkow und Wiegand gewählt. Sodann gelangte ein Antrag von W i e g a n d zur Annahme, den Vorstandsmitgliedern zur Deckung eines Teiles ihrer Unloften bei Erscheinen in den Vorstandssttzungen je 30 Pf. pro Sitzung zu ver- giittgen, sowie dem Kassierer ein Mankogeld von 10 M. und dem Schriftführer eine Remuneration von 10 M. für das Jahr 1904 zu zahlen. Günther verlas dann den Bericht der im Metallarbeiter- Verband organisierten Kollegen vom Sonntag, den 10. v. Mts. Um Zwistigkeiten aus dem Wege zu gehen, wurde beschloffen, gar nicht darauf zu reagieren. Schöueberg. Die am Dienstag den 16. d. MtS., ftattgefundcne Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins zu Schöneberg war, vielleicht im Hinblick auf die am Donnerstag stattgcfundene Volksversammlung, nicht besonders besucht. Nach einem kurzen� dem verstorbenen Genossen Rosenow gewidmeten Nachruf ehrre die Versammlung das Andenken des Toten durch Erheben von den Sitzen.— Alsdann ergriff Genosse S. Katzen sie in das Wort zu seinem Vortrage:„Attohol und Arbeiterschaft". In der Dis- kussion ergriff zunächst Genosse Dr. C h a j e s das Wort und meint, daß ein plötzliches Uebergchen zur völligen Abstinenz ein großer Fehler für diejenigen fem würde, welche sich an den Alkoholkonsum gewöhnt hätten. Gerade die Angehörigen derjenigen Berufe, welche in hohen Lufttemperaturen, wie Former, Gießer usw.. arbeiten müssen, sind meistens der allerdings irrigen Meinung, daß der Alkohol kräftige und erfrische. Seiner Meinung nach sei das beste Mittel zur Bekämpfung des Alloholverbrauchs die Errichtung von Arbeiterhäusern, sogenannten Abslinentenheimcn. Auch auf dem Wege der Gesetzgebung sei man in Norwegen zu sehr guten Erfolgen gekommen. Er verspreche sich aber den größten Erfolg von der Aufklärungsarbeit unter der Arbeiterschaft. Genosse G. Hoff- mann richtete an den Referenten einige Fragen, auf welche Genosse M i e t k c, der Vorsitzende des AbstineittenbundeS, antwortete.— Alsdann erstattete Genosse G o l l m i ck den Bericht von der Generai- Versammlung des Kreises.— Zur Aufnahme gelangten 20, zur Abmeldung 23 Genoffen._ Der russisch-japanische Krieg. Chardin, 20. Februar.(W. T. B.) Die Eisenbahn ist fahrbar. Die Japaner, welche die Brücke über den Sungari sprengen wollten, find hingerichtet worden. Es werden Chunchusenbanden unter japanischer Führung bemerkt; die Verfolgung der Banden wurde aufgenommen. Die Bevölkerung der Stadt ist ruhig. Auf der Eisenbahn herrscht lebhafter Verkehr von Truppen- transPorten. Alle japanischen Arbeiter, die auf der Eisenbahnlinie beschäftigt waren, siud geflohen. Die chinesischen Arbeiter haben nach dem chinesischen Neujahr die Arbeit wieder aufgenommen. Russische Freiwillige. Petersburg, 20. Februar. Aus Port Arthur wird von heute ge» meldet: Auf Befehl des Statthalters Alexejew wird ein Freiwilligen- corps zur Verteidigung der Festung formiert. Die Freiwilligen er» halten vom Staat Waffen. Verpflegung und, wenn nötig, Bekleidung Am Horizont zeigen sich zeitweise noch immer feindliche Schiffe Man nimmt an. daß die Japaner nach Port Arthur besttmmte Lebensmittel als absolute Kriegsconterbande betrachten. Nach dem Gefecht vom 9. Februar scheinen sich die Japaner die Aufgabe zu stellen. Port Arthur durch Belagerung zur Ueberaabe zu zwingen. Letzte Nachrichten und DepeFchen. TiSciplinaruntersuchung gegen de» CentrumSagrarier Dr. Heim. München, 20. Februar. Gegen Dr. Heim ist nunmehr seitens feiner vorgesetzten Behörde die Disciplinaruntcrsuchung eingeleitet worden._ Socialistische Kundgebung. Budapest, 20. Februar. Heute versuchten etwa 150 Socialisten infolge einer von dem Ministerpräsidenten erlassenen Verordnung gegen socialistische Versammluiigen vor dem Palais des Minister- vrasidenten eine Kundgebung zu veranstalten. Auf dem Wege dorthin wurden sie von der Polizei aufgehalten, sieben Personen wurden festgenommen und zu polizeilichen Ordnungsstrafen ver- urteilt.. Russische Kampfgenossen. PariS, 20, Februar, Ein Mitarbeiter der„Revue Bleue". Herr von Zenzmoff. berichtet auf Grund von Informationen aus erster Quelle, daß die BeHorden in der Mandschurei 600 C h i n- s e n. au« allerlei Gesindel bestehend, zum Schutze der Bahnlinien angeworben haben. � � v Paris, 20, Straßenbahn-Angestellte, in Straßenbahner Ausftand. Februar. In Lille beschlossen der""" � heute nacht 600 en Ausstand zu treten. Die japanische Anleihe zweimal überzeichnet. Tokio, 20. Februar.(Meldung deS„Reuterschen Bureaus".) Der Vorrat deS Schatzamtes a» altem Gold und Silber ist in der Bank von Japan als Specialreserve hinterlegt worden. Bicomte Doshikawaisl zum Minister des Innern ernannt worden. �Bercmtw. Redakteur: Julius Kaliski, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u, VerlagSanstalt Paul Singer LcCo.,BerlinLW. Hierz»4Btilagenu.UnterhaltungSblatt Nr. 44. 21. Jahrgang. 1. Kkiltze i>cs.Awiirls" Krlim KldsM Sanntag, 21. Februar 1904. l<.eicl)stag. 88. Sitzung. Sonnabend, 20. Februar 1904, 1 Uhr. Am Bundesratstische: K r a e t! e. Die zweite Beratung der Etats der Reichspost- und Telegraphenverwaltung wird beim Titel S t a a r s- selretär fortgesetzt. Abg. Mollenbuhr(Soc.): Als ich mich zum Wort meldete, hatte ich lediglich die Absicht, eine mehr lokale Angelegenheit zur Sprache zu bringen, doch mufc ich nach dem gestrigen Verlauf der Debatte auf einige Aeußerungen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen, zurückkommen. Der Herr Staatssekretär hat wieder einmal recht scharf das Vorgehen der Postbehörde in den polnisch sprechenden Teilen Deutschlands verteidigt. Die Polen sollen a lt g e f a n g e n haben mit der Chikane, und die Post thne ihre Pflicht. Datz die Polen angefangen haben, wird der Herr Staatssekretär allerdings leicht nachweisen können, denn in jenen Gegenden wurde schon polnisch gesprochen, ehe dieselben überhaupt preußisch wurden, und wenn die Leute sidj dort ihrer Muttersprache bedienen, so ist das nur selbstverständlich. Man sollte doch glauben, dah es gar kein natürlicheres Recht eines Menschen giebt als den Gebrauch seiner Muttersprache. Jeder Mensch hat dies Recht genau ebenso, wie er das Recht hat, sich seiner Nase zum Riechen zu bedienen. ES ist ganz unmöglich, eine Volkssprache ausrotten zu wollen. Sollen die Herren, welche die Politik der Regierung verteidigen, etwa glauben, dast wenn 1812 die von den Franzosen besetzten Teile Deutschlands französisch geworden wären, es gelungen wäre, hier die deutsche Sprache auszurotten?(Sehr gut! bei den Social- demokraten.) Man würde sicher heute noch in diesem Gebiete deutsch sprechen. Jeder Deutsche ivird es mit Freude lesen. was Goethe schildert, wie 1770 in Strasburg noch deutsch gesprochen wurde, nachdem diese Stadt schon hundert Jahre französisch gewesen war. Ich erinnere auch an die Bestrebungen im Anfang der 60 er Jahre, Teile von Schleswig- Holstein zu danisieren, die ebenfalls mißlangen. Wenn man aber nun einmal die Muttersprache einem Volke nicht nehmen kann, so ist es durchaus unangebracht, Leute zu belästigen, weil sie eine be- stimmte Sprache haben. Man kann höchstens der Regierung den Vorwurf machen, dah sie eS nicht verstanden hat, den gegebenen Verhältnisien Rechnung zu tragen. In der Schweiz, wo in manchen Gegenden drei Sprachen gesprochen werden, kommt man sehr gut damit auS, ebenso bilden die Deutschen in Amerika deutschsprechende Kolonien, ohne im geringsten belästigt zu werden. Dazu kommt, dah die Post das denkbar ungeeignetste Institut ist, um eine Nationalität auszurotten. Ihre Ausgabe ist, den Verkehr möglichst glatt zu erledigen, und sie sollte einen gewissen Stolz darein setzten, besonders findig zu sein, um auch schwierige Adressen zu befördern. In den polnischen Gebieten aber zeigt die Post im Gegenteil eine gewiffe Virtuosität im Nichtauffinden von Adressen.(Sehr richtig! bei den Polen.) Wenn es so schwierig wäre, Briefe mit zum Teil fremdsprachlichen Adressen zu befördern, in welch schwierige Lage wäre da z. B. ein New Vorker Briefträger! — Nun sucht man aber die Post aus einem Verkehrsinstitut immer mehr zu einer politischen Einrichtung zu machen. Dabei kommt man zu den rückständigsten Anschauungen: Das Koalitions- recht, das allen Arbeitern zusteht, will man den Postbeamten nicht geben. Auch aus den freisinnigen Reihen kamen gestern äuszerst rückständige Ansichten zu Tage. Herr Kopsch sprach nach Herrn Stöcker, von dem wir ja rückständige Ansichten gewohnt sind, gestern aber schien mir doch Herr Stöcker ein Revolutionär im Vergleich zu Herrn Kopsch.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Social- demokraten und Heiterkeit.) Denn dieser ist der Meinung, daß man nicht durch Hetzen nach unten, sondern mir durch Ueberzeugung nach oben bessern könne. Als ich das hörte, glaubte ich mich unbedingt verhört zu haben.(Sehr gut I bei den Socialdemokraten.) D a S hat der Reichstag seit dem Tode Kleist-Retzows nicht gehört. Aber daß diese Aeußerung gerade von einem Freisinnigen stammt, war charakteristisch und zeigte, daß Sie weiter nach rechts herüber gerückt sind, als die schlimmsten Gegner der Frei- finnige» Bolkspartei jemals behauptet haben. Das sind die Grund- sähe der Metternich und Dambach gewesen, als sie die Demagogen verfolgten und die Leute, die von unten aufbessen» wollten, köpfen ließen oder mindestens ins Zuchthaus steckten. Aber das Volk in seiner Allgemeinheit hat sich fem Recht auf den Barrikaden von 1848 erkämpft und damit jene Anschauungen ent- gültig begraben, die heute in der Freisinnigen Volkspartei ihre fröhliche Auferstehung feiern. Danach ist auch Seiner Majestät aller- getrrueste Opposition nicht mehr zulässig, denn jede Opposition wendet sich nach unten.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Aber Herr Kopsch hat die Ansichten„aller seiner Parteigenossen" hier ver- treten' denn der Satz„nicht durch Hetzerei nach unten, sondern durch Ueberzeuqen nach oben".ist in der„Freisinnigen Zeitung" sogar gesperrt gedruckt. Und waS bedeutet denn der Begriff„Hetzerei"? Der ist doch rein subjektiv. Er wird ihn wohl im Sinne der Scharf macherblätter gemeint haben, im Sinne der., H a m- burger Nachrichten", der„Freisinnigen Zeitung" und der P o st'(Große Heiterkeit be, den Socialdemokraten.) Für diese ist schon Hetzerei, wenn man den Leuten sagt, daß sie irgend einen Rechtsanspruch haben._ fi,. Nun wird Herr Kopsch fernen Satz vielleicht auf d,e Postbeamten einschränken wollen, für diese soll man„nicht durch Hetzen nach unten. sondern durch Ueberzeugen nach oben wirken". Wie hat man es denn gemacht, die Leute oben zu überzeugen. Ich erinnere an den 8. Februar 1898. Auch damals stand das Gewalt des Staatssekretärs de? Reichsposta ni tS willigte ihm statt 30 000 ihm zugebilligt werden. ?eit gefunden hätte, an >eamten zu denken. nach oben verbreiten wollte. zur Beratung. Der Reichstag be- Mark 24000 Mark. Der Rest würde wenn man in der Poswerwaltung Zeit gesuiideii" hätte, an die Gehälter der Unter- bea inten zu denken DaS war die„Ueberzrugung" die man ________________(Heiterkeit.) Auch der etwas mattere Satz(Heiterkeit" bei' den�Socialdemokraten) des Staatssekretärs, an ein Koalitionsrecht der Beamten sei nicht zu denken, und die Aus- siihrlmgen des Herrn S ch r a d e r kamen darauf hinaus, daß die Postbeamten kein Koalitionsrecht hätten, weil fi« nicht unter der Gewerbe-Ordnung ständen. Aber der§ 152 der Gewerbe- Ordnung hebt doch nur die Koalitionsverbote siir gewerbliche Arbeiter aus I Bestehen nun solche Koalitionsverbote für die Postbeamten? Reichsgesetzlich sicher nicht! Und wenn die Postverwaltung sie durch Verordnung einführen will, so ist das eine Auflehnung gegen die Reichsgesetze, die sich eine Behörde am»vemgsten zu Schulden kommen lassen sollte.(Sehr richtig l bei den«onaldemo- kraten.) Bei den eigenartigen Verhältnissen der P°st* und Eisen- bahnarbeiter würde«m Streik ja kaum Platz greifen können, weil das ganze Dienstverhältnis unter dem Beamtengesetz steht und die Kündigungsfristen sehr lange stnd. Wohl aber wäre eS möglich, daß die Hilfsarbeiter von allen Rechten der Arbeiter Gebrauch machen könnten. Dagegen verweist man immer auf die DiSeiplin. Giebt es einen großen Betrieb, in dem sie nicht nötig wäre? And doch innpen sich größere Werke damit abfinden, müssen trotz des KoalittonsrechtS die DiSeiplin aufrecht erhalten. Auch die Unter- nehmer wissen ja dann vom Koalitionsrecht Gebrauch zu machen. Die Strafen, womit den Leuten die Ausübung des V e r e i n s- rechts unmöglich gemacht werden soll, sind als gesetzliche nicht zu betrachten. Gesetzliche Strafen sind die Köpfung.ZuchthauS luid Gefängnis. aber nicht die Entlassung. Nach einem Urteil des Bremer Land- aerichtS verstößt eS gegen die guten Sitten, daö öffentliche Recht durch Privatvertrag aufznhrben. Gegen diese guten Sitten verstößt die Postverwaltung beständig. Ganz wie Stumm sagt der Staats- l-kretär- Ich kann doch nicht mit den Organisattonen verhandeln. Ader der englische Postminister thut es, ohne daß der Betrieb darunter �leidet. Das Ziel der Postverwaltung ist, möglichst hohe Ueberschüsse herauszuwirtschasten; das ist der innerste Grund, wes- halb den Beamten das Koalitionsrecht vorenthalten wird. Gerade die Postbeamten stehen mit dem Publikum in innigster Berührung; sie sehen, daß die Arbeiter das Koalittonsrecht haben, und eS muß sie mit besonderer Bitterkeit erfüllen, daß sie, denen ein besonderer Beanitenstolz gepredigt wird, das Koalitionsrecht nicht be- sitzen. Der Herr Staatssekretär hat gemeint, auch hoch- gestellte Beamte hätten sich als junge Leute mit einer Butterstulle als Mittagbrot begnügen müssen. Ich weiß nicht, ob der Herr Staatssekretär persönlich schon einmal in der Lage gewesen ist, bei schwerer Arbeit und größter Sparsamkeit nicht sein Mittagbrot kaufen zu könne». Er würde es dann auch sehr bitter empfunden haben, sich nichts verschaffen zu können, um seinen Körper arbeitsfähig zu erhalten. Ungenügendes Essen erschwert die Pflicht- erfüllung. Der Herr Staatssekretär hat es dem Beamten übel ge- nommen, der in Hamburg erzählt hat, daß er eine Schmalzstulle in einer abgelegenen Straße gegessen habe. Ja, ist eS denn den Beamten verboten, die Wahrheit z u sagen? Sind sie denn gezwungen zu lügen? Wenn ein Beamter sagt, lvas wahr ist, dann ist eS unzulässig, ihn deshalb zu strafen.(Leb- hafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär verkündete, daß er seine Beamten nach den a l l g e ni e i n üblichen Sätzen bezahle. Wonach bemißt er denn die allgemeine Ueblichkeit? Er zahlt doch weniger, als Württemberg und Bayern den Postbeamten zahlen. In New sflork erhält der Ober-Postdirektor sechsmal so viel, als der Briefträger. Wenn bei uns ein ähn- licher Maßstab, ein gewisser Einheitssatz eingeführt würde für die Unterbeamten, und wenn weiter bestimmt würde, daß eine Gehaltserhöhung auch für die höheren Beamten nur durch Er- höhung des Einheitssatzes für die Unterbeamten möglich wäre, dann würde das Verständnis für die traurige Lage der Unterbeamten sehr bald auch de» höheren Beamten aufgehe».(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär weist darauf hin, daß sich die Leute nach Stellungen im Postbetriebe drängten. Diesen Hinweis hat er bereits vorgefunden, die Herren Stephan und Fischer pflegten auch so zu reden. Danach giebt es in der ganzen Welt überhaupt keine schlechte Bezahlung. Giebt es doch nirgends einen Unternehmer, der seine Leute so schlecht entlohnt, daß er überhaupt keine Arbeiter mehr findet. Denn bevor einer vollständig verhungert, bietet er sich zum geringsten Lohn an. Das ist ein Betveis für die schlechte wirtschaftliche Lage unsres Volkes, aber kein Beweis, daß die Beamten bei der Post gut und ausreichend bezahlt werden. Ein öffentlicher Betrieb hat um so weniger das Recht, die Not der Leute, die sich ihm zur Verfügung stellen, in solcher Weise aus- zunützen, als diese nicht eine günstige Konjunktur, wie die übrigen Arbeiter. durch einen Streik ausnutzen können. Er muß seine Angestellten deshalb besser stellen als der Privatbetrieb seine Arbeiter, die daS Koalitionsrecht haben, entlohnt.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Die Dienst- statistik über ine Dienstzeit muß nach der wirklichen Dienstzeit, nicht nach der dienstplanmäßigen, aufgenommen werden, weil der Dienst- plan häufig außer acht gelassen wird. Als die Beamten einer Post- anstatt sich darüber beschwerten, daß der Dienstplan nicht innegehalten wurde, wurde der Dienstplan einfach aus der Packknmmer entfernt. (Heiterkeit.) In der Statistik sollten auch nur solche Pausen als Pausen verzeichnet werden, die eine Stunde dauern. So ist es auch bei der Statistik über die Lage der Konfektionöarbeiter gehandhabt worden. Man sollte sich daran gewöhnen, den Begriff, was Tag- und was Nachtarbeit ist, auch für Beamte nach der Gewerbe-Ordnung zu bestimmen.— Redner führt des weiteren Beschwerde, daß in Elber- selb in der Nordweststadt sich kein einziges Postamt befinde. Bis zu dem Hauptpostamt ist ein halbstündiger Weg. Daher nützt auch die vorgesehene Erweiterung des Hauptpostamts nichts. Der Verkehr in Elberfeld ist kolossal gewachsen. DaS geht schon daraus hervor, daß in Elberfeld.984 000 Pakete befördert wurden, in der größeren Stadt Stettin aber nur 940 000. Besonders die Kleingewerbetreibenden im Nordwestteil Elberfelds leiden unter dem Mangel eines besonderen Postamts, sie müssen heute den weiten Weg von Berg zu Thal zum Hauptpostamt wandern. Man sollte daher auf dem Berge ein neues Postamt errichten, das wäre eine große Erleichterung für die Bevölkerung.(Bravo I bei den Social- demokraten.) Abg. v. JazdzewSki(ipole): Die Ost markenzulagen sind ausgesprochen politischer Tendenz: dochdarübersprechen wir später noch.— Der Herr Staatssekretär sprach von den Ehikanen der polnischen Bevölkerung. Was ist eine Chikane? Eine Chikane ist eine böswillig hervorgerufene Schwierigkeit gegen die von einem andern beabsichtigte Ausführung einer Sache. Solche Ehikanen werden fortgesetzt von der Post gegenüber der polnischen Bevölkerung verübt. Die Ausführungen des Herrn Mollenbuhr in Bezug auf die Behandlung der polnischen Adressen kann ich nur vollständig unter- schreiben. Nach der Postordnung sollen Briefe, die nach den: Ausland gehen, in einer Sprache adressiert werden, die am Bestimmungs- orte bekannt ist. Warum wird nun daS Inland schlechter behandelt als das Ausland? Man kann doch nicht be- streiten, daß in den polnischen Provinzen überwiegend polnisch ge- sprachen wird. Nach den Bestimmungen des Weltpostvereins ist die Post auch verpflichtet, Briefe mit ftemdsprachlicher Adresse zu be- fördern, sobald die Wohnimg des Adressaten klar ersichtlich ist. Diese Bestimmung wird in den polnischen Provinzen fortgesetzt verletzt. In Schroda. wo ich wohne, bin ich der einzige meines Namens und habe ein eignes Fach in der Post. Trotzdem sind Briefe an mich zuerst an das Uebersetzungsbureau nach Posen ge- schickt>v o r d e n. Ich habe darüber ein reichliches Material, das ich dem Herrn Staatssekretär zur Verfügung stelle. Ein Einschreibe- brief mit ganz polnischer Adresse wird in Berlin ohne weiteres auf- genommen, in Posen aber zurückgewiesen. Sind das keine Ehikanen. das ist doch.thörichtl(Sehr wahr! bei den Polen.) Hier sollte der Herr Staatssekretär Remedur schaffen. Aus dem Verhatten der Beamten geht aber hervor, daß geheime Erlasse bestehen, die daS Abnehmen von Briefen mit polnischer Adresse mit Strafe belegen. Warum geht man nicht öffentlich vor?! Wir bemühen uns, der Post den Dienst nach Möglichkeit zu erleichtern, aber vielen Leuten dort ist es gar nicht möglich, die Ortsnamen richtig deutsch zu schreiben. Ich bitte also den Herrn Staatssekretär, daß dem Unwesen der UebersetzungS- bureaus endlich ein Ende gemacht wird.(Bravo! bei den Polen.) Staatssekretär Kraetke: Es handelt sich nicht darum, vereinzelte Briefe von Leuten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, zu befördern. Läge die Sache so, dann hätten sich keine Schwierigkeiten ergeben. Aber nach der Aufforderung, die 1900 in den polnischen Blättern erging: schreibt stets die Adressen polnisch, die Post ist verpflichtet, solche Briefe zu behändigen— schwoll die Zahl der polnisch adressierten Briefe lawinenartig an, so daß die Postbeamten fast ersttckten und die Arbeit nicht bewältigen konnten.(Hört! hört! rechts.) Es kommt durchaus nicht nur auf den Namen und den Bestimmungsort an. Sie wären wohl kaum damit zufrieden, wenn wir alle Briefe an die verschiedenen Schulze in Posen an den einen uns bekannten Schulze schicken würden. Wir müssen daher verlangen, daß auch die näheren Bezeichnungen deutsch geschrieben werden. Von den Konsistorien wird nur die Bezeichnung„portopflichtige Dienstsache" deutsch geschrieben.(Heiterkeit.) Dann folgen lange polnische Litaneien. Eine große Firma lourde aufgefordert, an die Pröpste usw. ihre Preiscourante stets in polnischer Adressierung zu senden, sonst würde sie keine Aufttäge erhalten.(Hört! hört! rechts.) Es ist ein besonderes Verzeichnis zur Polomsierung bekannter deutscher Städte wie Charlottenburg. Altona usw. von den Polen herausgegeben. Wir können aber unsre Beamten nicht eine besondere polnische Geographie lernen lassen, für uns gilt die deutsche Geographie.(Sehr richtig I rechts.)_ Wir kommen den Polen gern entgegen, aber durch solche Herausforde« rungen. durch die man die Post unter das Joch zwingen will (Widerspruch bei den Polen), werden wir uns nicht beeinflussen lassen. (Bravo! rechts.) Abg. Werner(Antis.) wünscht eine Erhöhung des Wohnungsgeild» Zuschusses der Postbeamten. Die Ostmarken-Zulage verwerfe ich. wenn sie widerruflich gegeben werden soll. Statt der Gratifikationen an einzelne Gruppen wäre eine Gehaltsaufbesserung aller Postbeamten anr Platze. In Bezug auf das Verhalten zu den Wiinscheri der Beamtenschaft stelle ich mich auf den Standpunkt des verehrten Kollegen Kopsch: Nicht Hetze nach unten, sondern Ueberzeugung nach oben.(Bravo! bei den Antisemiten.) Abg. Erzberger(C.): Ein Wort zu der gestrigen Debatte zwischen den Herren v. Gerlach und Kopsch. Wenn die männliche und iveibliche Linie des Freisinns eine Erttatour aufführen, so wird deshalb das Centrum keinen roten Kopf gekommen. Und sollte es gar zur Scheidung kommen, so würde die weibliche Linie ja sofort Aufnahme finden in den Hebe- vollen Arnren der Herren Singer �und Bebel(Heiterkeit im Centnum), Unruhe bei den Soc.). Das Schlagwort von der Einigkeit des Liberalismus wird durch diesen Streit jedenfalls wunderbar beleuchtet.— Herr Singer hat behauptet, daß das Centrum erst in der letzten Zeit für die Postbeamten eintrete, und hat sich damit in Widerspruch gesetzt zu seiner eignen Aeußerung vom 28. Februar vor Js. Damals war er so objektiv anzuerkennen, daß auch andre Parteien für die Koalitionsfreiheit der Unterbeamten seit jeher eingetreten seien. Ihm wird auch nicht unbekannt sein, daß besonders die bayrische Fraktion sich stets der Koalitionsfreiheit dieser Beamten entschieden angenommen hat. Wenn wir aber in Süd- deutschland die Beamten aufforderten, sich zu organisieren, dann sind wir gerade in der socialdemokratischen Presse angegriffen worden. (Hört! hört! im Centrum. Zuruf des Abg. Hildenbrand ßSoc.j.) Es handelt sich dabei nicht um eine konfessionelle Vereinigung, Herr Kollege Hildenbrand I In der Sache selbst sind wir mit Herrn Singer also einverstanden. Wenn der Staatssekretär zugab, daß die Postbchörde mit den süddeutschen Vereinen viel besser ausgekommen wäre als mit den norddeutschen, so mag er sich doch einmal die Frage vorlegen, ob das wirklich nur an dem Ver« halte» der Po st unterbeamten gelegen hat. Vielleicht liegt es doch an dem mangelnden Ent- gegen kommen der Behörden in Norddeutschland. Der Staatssekretär sollte einer Verbindung der einzelnen Bereine, einem Verbände über das ganze Reich, nicht länger feindlich gegen- überstehen. Redner fragt an, ob die Postassistenten, die seiner Zeit ihr Ehrenwort gegeben haben, den: Verbände nicht beizutreten, jetzt nach Friedensschluß von diesem entbunden seien. Zur Sonntagsruhe übergehend, frage ich an. wie es mit den 2,8 Proz. der Beamten steht, die nacki der Erklärung des Staats- sekretärs nicht einmal jeden vierten Sonntag frei haben. Vielfach, zum Beispiel in Dortmund, müssen Beantte am Sonntag wegen 1—2 Minuten Arbeitszeit sieben Stunden auf dem Amt sein. Die Resolutionen des CentruinS sind leicht durchführbar. Dem Abänderungsantrag der Nationalliberalen kann ich persönlich zustimmen. Wir hoffen, daß alle Vorgesetzten ihr sociales Gewissen schärfen und den Unterbeamte» die Feier deS Sonntags möglichst wenig verkürzen. Die Wohnungen für Unterveamte sind vielfach zu klein, das Reich hat in den letzten Jahren die Mieten erhöht (Hört! hört! im Centrum und bei den Socialdemokraten); eS ist dringend notwendig, den Wohnungsgeldzuschuß zu erhöhen. Abg. Btetzger(Soc.) führt Beschwerde darüber, daß in Finken- Werder bei Hainburg eine Postagentur in ein Wirtshaus verlegt worden ist. Für viele Leute bedeutet infolge dessen bei ihrer Wirt- schaftlichen Abhängigkeit ein Gang zur Post zugleich einen Gang ins Wirtshaus. Der Herr Staatssekretär sollte die Ober-Postdirektion beauftragen, die Sache in andrer Weise den Wünschen der dortigen Be- völkcrung entsprechend zu regeln. Weiter wird Beschwerde darüber ge- führt, daß man Finkenwcrder das Telegraphenamt genommen und statt dessen eine Fernsprechstellc eingerichtet hat, die bereits um 6 Uhr geschlossen wird. Ich hoffe, es wird nur dieser Anregung be- dürfen, um den Herrn Staatssekretär zu veranlassen, auch diese An- gelegenheit gründlich zu untersuchen.(Bravo! bei den Social- demokraten). Abg. Krösell(Ant.) beklagt sich darüber, daß in Leipzig zu Gunsten der Großindustriellen eine dreimalige Schalteröffnung am Sonntag eingeführt sei. Redner tritt des weiteren für eine Auf- besserung der höheren Postbeamten ein. Abg. Schweickhardt(südd. Vp.) befürwortet die Resolutton Erz» berger auf Portofteiheit der Soldatensendungen. Abg. Dr. Potthoff(frs. Vg.>: Auf die Angriffe des Herrn Kopsch gegen meinen Freund v. Gerlach ivill ich nicht eingehen. Herr v. Gerlach wird ja vielleicht selbst Gelegenheit haben, diese Angriffe zurückzuweisen, und ich habe das Zutrauen. daß er das in genügendem Maße verstehen wird.(Unruhe links. Zuruf bei der Freis. Volkspartei: Na, na I) Ich möchte aber doch meinem lebhaften Bedauern Ausdruck geben über die Angriffe des Abg. Kopsch und über den Ton. dessen er sich bediente.(Zuruf bei der Freisinnigen Volkspartei: Brömel im Abgeordneten- hause!) Damit wird dem Liberalismus und dem Ziele, eine Einigung und Kräftigung des Liberalismus ftir die Zukunft vor- zubereiten, gewiß kein Dienst geleistet. Es gäbe doch für einen stet- sinnigen Reichstags-Abgeordneten wohl höhere Ziele, als daS ohnehin schon so kleine Häuflein der bürgerlichen Linken durch solche gewiß nicht notwendigen Angriffe noch weiter zu schwächen und dadurch auf der rechten Seite deS Hauses Beifall und Schadenfreude zu erregen.(Zustimmung b. d. Freisinnigen Vereinigung.) Die Postbeamten in Waldeck sind besonders ungünstig gestellt. Sie müssen mehr Steuern zahlen als ihre preußischen Kollegen und werden sogar zu Wegebaulasten herangezogen. Auch die Volksschule ist in Waloeck nicht frei. Natürlich können die Gehälter in Waldeck nicht höher bemessen werden als im andren Deutschland, aber man sollte ihnen auf dem Verwaltungswege eine Entschädigung in Form von Teuerungszulagen usw. gewähren. Staatssekretär Kraetke: Die vorgebrachten Wünsche sollen geprüft werden. Stellt sich etwas Ungehöriges heraus, so wird Abhilfe geschafft werden.— � Die Frage des Zeirungstarifs ist seiner Zeit bis ins kleinste geprüft worden, noch im letzten Moment sind die Gebühren ermäßigt worden. Den Sonntagsdienst bemühen wir uns nach Möglichkeit einzuschränken. Abg. v. Gerlach(Hosp. d. frs. Vp.): Ich bin mit dem Herrn Abg. Kopsch vollkommen eines SimieS darin, daß eS nicht erfreulich ist, wenn die Zeit dieses hohen Hauses in Anspruch genommen werden muß, um Preßpolemiken fortzusetzen und persönliche Reibereien auszufechten. Gerade deshalb hatte ich die vorübergehende Erwähnung der„Freisinnigen Zeitung" in eine möglichst harmlose Form gekleidet, indem ich von„einem liberalen Blatte" sprach. Aber diese nebensächliche Erwähnung eines liberalen Blattes— ich sprach nicht einmal von einem„freisinnigen" Blatte (Lachen rechts)— bot Herrn Kopsch die Ivillkommene Gelegenheit, um. wie man sagt, vom Leder zu ziehen.(Heiterkeit.) Ich fand in seinen Ausftihrungen lediglich ein etwas komisches Moment, insofern als er sich die erdenklichste Mühe gab, zu schütteln und zu schütteln, bis ihm der Herr Präsident das Weiterl chütteln untersagte. Daß Herr Erzberger sich bei diesem Streite als tortius gauckens aufspielte, kann ich ihm absolut nicht verdenken. DaS Charakteristtsche aber war. daß während der Ausführungen des Abg. Kopsch gegen mich eine Jubelstimmung auf der rechten Seite herrschte. daß das ausgesprochen wurde, was ihnen auf dem Herzen lag. Selbst bei den Rednern der Rechte» herrscht dort solche Stimmung fast nie. " " ( Abg. Kopfch: Bei Liebermann von Sonnenberg neulich auch.)| Mit solchen wohlgefälligen Aeußerungen fann man allerdings nur p Abg. Herold( C.) erklärt, daß seine politischen Freunde nach Das zeigt, wem mit solchen Angriffen gedient wird. Die Ausdrucks- den Beifall folch bescheiden anspruchsloser Gemüter erregen( Heiter- weisbar grundsätzlich auf dem Boden des Börsengeſetzes ständen. weise vom„ hezen nach unten" ist ja auch die der Rechten. teit), wie sie die Agitatoren des Bundes der Landwirte vor sich Darauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte gegen ( Sehr richtig! links.) Hat man dem Abg. Kopsch haben. Herr Kopsch hat von Zerrbildern" in meiner Zeitung ge- die Nationalliberalen und Freisinnigen angenommen. in der Trakehner Frage nicht ebenso, heßen" vorsprochen. Die sehr interessante Aeußerung vom„ geistigen Eigentum" Der Titel wird bewilligt, ebenso debattelos eine Reihe weiterer geworfen?( Lebhafte Zustimmung rechts; Heiterfeit links.) Die hat er jedenfalls nicht bestritten. Sollte mein Blatt einmal auch Titel. liebenswürdige Art und Weise, in der Herr Kopsch Liebermann ein Berrbild gebracht haben, so würde es sich damit nur als Beim Kapitel ,, Gewerbliches Unterrichtswesen" b. Sonnenberg citierte, geht wohl aus derselben Stimmung hervor, außerordentlich gelehrige Schülerin der Frei- erwidert auf Anregungen der Abgeordneten Bachmann( natl.) und die jezt bei seinen Parteigenossen im Wahltreise finnigen Zeitung" erwiesen haben.( Sehr richtig! bei von Hagen( C.) ein Eschwege Schmalkalden zu herrschen scheint. Das der Freifinnigen Vereinigung.) Wenn Herr Kopsch mich mit Antonius ver- Regierungskommissar, wenn es zu einer allgemeinen Gehaltsist ein Zeichen der Zeit. Die Gegenwartspolitik seiner engeren glichen hat, so bemerke ich, daß ich bisher noch nicht Anlaß gehabt aufbesserung der Beamten komme, sollen die Navigationslehrer dabei Freunde ist in dieser Beziehung viel interessanter als meine Ver- habe, die Worte, mit denen Antonius seine Rede schloß, ihm gegen besonders berücksichtigt werden. gangenheit.( Große Heiterkeit, Zustimmung links.) Der Artikel der über anzuwenden.( Große Heiterkeit.) Ich habe bereits erklärt, daß Abg. Fund( frs. Vp.) wünscht die Errichtung einer Baugewerks Berliner Zeitung" erschien zu einer Zeit, wo ich noch nicht3 mit ihr die Abschüttelungsversuche des Herrn Kopsch überflüssig waren, da schule und einer Maschinenbauschule in Frankfurt a. M. zu thun hatte. Ich hatte also keine Reklame für mich gemacht. ich mit meinen socialen Anschauungen keinen Anlaß hatte, mich auf Minister Möller: Ich erkenne an, daß das Bedürfnis nach BauBei den Bemerkungen über die Werteinschätzung der Redakteure hat einen Baum zu setzen, auf dem so unsociale Früchte getverksschulen noch nicht voll befriedigt ist, und daß wir über furz ja Abg. Kopsch wohl nicht an sich gedacht; er ist ja kein Redakteur. wachsen.( Heiterkeit.) Herr Kopsch Kopsch hat wieder meine oder lang dazu kommen müssen, eine neue Baugewerksschule zu erAber sonst würde er im Wettstreit des Selbstbewußtseins weitaus politische Vergangenheit erwähnt. Mein Ausschluß bom richten. Nun erheben aber Trier und Düsseldorf denselben Anspruch als Erster am Biel anlangen. Er hat ja vor wenigen Tagen in Bunde der Landwirte ist erfolgt, weil ich den Gegensatz zwischen wie Frankfurt. Für Maschinenbauſchulen iſt nicht in demselben Maße einer Versammlung gesagt, er würde den Zeitungen die angebliche Klein- und Großgrunt befiz zu sehr betont habe. Ueber diese Be- ein Bedürfnis vorhanden wie für Baugewerksschulen. Nichtsdestoweniger entstellte Wiedergabe seiner Neden verbieten. Ich werde meine gründung kann ich mich nur freuen. Hätte übrigens der liberale erkenne ich es als einen Mißstand an, daß in der ganzen Provinz Reden als mein geistiges Eigentum erklären" Herr Kopsch es lieber gesehen, wenn ich in den alten Anschauungen Hessen- Najsau keine Maschinenbauschule existiert. Ebenso wie Frank( Stürmische Heiterkeit rechts und bei den Socialdemokraten) und ich geblieben wäre?- Herr Liebermann v. Sonnenberg hat seiner Beit furt bewerben sich eine Reihe andrer Orte der Provinz, wie Fulda will den sehen, der mir mein geistiges Eigentum nimmt."( Wieder ein Verschen gegen mich citiert, das auf die Aenderung meiner und Hersfeld, in dringendster Weise um eine Maschinenbauschule. holte stürmische Heiterfeit. Abg. Hermes: Hat Abg. Kopsch nie ge- politischen Ueberzeugung Bezug nahm. Mir ist auch ein Vers zu Es spricht mancherlei dafür, daß wir bei Errichtung einer Baugewerks fagt) Doch wohl, Herr Abg. Hermes! ich habe zwei Zeugen gegen, ein Vers von Goethe: schule zu einer Großstadt greifen. Bei den Maschinenbauschulen hier, die bereit sind, es eidlich zu erhärten. Seit den Zeiten Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen, tommt es weniger darauf an, daß sie in einer Großstadt errichtet des Demosthenes bis etwa auf Bismarck und Chamberlain Das sind die Weisen; werden, als vielmehr, auf die Nähe großer Industrien. hat man keine derartige Inanspruchnahme des geistigen Eigentums Abg. Böhlendorff( t.) wünscht, daß die Behörden bei fleineren erlebt, wie sie hier erfolgt ist.( Lebhaftes Bravo! bei den Submissionen nicht immer das billigste Angebot Socialdemokraten.) Jeder schätzt sich eben so hoch, wie er sich bevorzugen, sondern mehr nach der Preiswürdigkeit sehen möchten. schäzen muß. Behörden, überteuert zu werden. Die Behörden sind naturgemäß Minister Möller: Manches erklärt sich hier aus der Furcht der nicht bezüglich jeder Lieferung sachverständig. Mein Bestreben geht dahin, daß die Lieferungen möglichst nach sachverständiger Schäzung der Angebote vergeben werden. Abg. von Staudy( tons.): Herr v. Gerlach stellte es so dar, als wären wir mit einem großen Teil seiner Ausführungen einverstanden. Das ist durchaus nicht der Fall.( Lebh. Zustimmung rechts.) Fast bei jedem Jhrer Gedanken( zum Abg. v. Gerlach) stehen wir Ihnen direkt entgegen. Insbesondere widerspreche ich nicht nur im Namen der deutschkonservativen Partei, sondern auch im Namen der deutschena Reichspartei der Forderung, daß den Postbeamten das bolle Koalitions- und Ver fammlungsrecht gegeben werden müsse. Wir stehen ganz im Gegensahe dazu auf dem Standpunkte, den früher Staatssekretär von Podbielski hier klar ausgesprochen hat. Wir hoffen von dem gegenwärtigen Staatssekretär dasselbe.( Sehr richtig! rechts.) Abg. Kopsch( frs. Vp.): Die im Irrtum verharren, Abgeordnetenbaus. Am Ministertische: Möller. Die zweite Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung wird fortgesetzt beim Titel, Staatskommissariat bei der Berliner Börse". Abg. Dr. Zwick( frs. Vp.) hofft, daß die Schwierigkeiten, die in Berlin der Einführung der obligatorischen Fortbildungsschulen entgegenstehen, bald überwunden sein werden, und wünscht staatliche Unterſtüßungen auch für die Haushaltungsschulen. Minister Möller hofft, daß Berlin mit der Zeit zur Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen tomme. Das sind die Narren.( Große Heiterkeit.) Nach einigen weiteren Bemerkungen des Abg. v. Jazdzewski( Pole) schließt die Diskussion. Der Titel„ Staatssekretär" wird bewilligt Um nun von unten nach oben zu gehen, eine möglichst kurze und sämtliche dazu vorliegenden Resolutionen angenommen. Ertviderung auf die Worte des Staatssekretärs.( Heiterkeit.) Er Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( Mündlicher Bericht der Geſagte, wenn er isoliert sei, so sei er glücklicherweise wenigstens nicht schäftsordnungs- Kommission über Einstellung des Strafverfahrens in meiner Gesellschaft.( Sehr richtig! rechts.) Ich werde mich umso gegen die Abgg. Krösell( Antis.), Fusangel( C.), Gerstenberger( C.), leichter mit dieser Thatsache abfinden können, als ich mich in sehr Rest des Postetats, Etat des Reichs- Eisenbahnamtes. Abg. Schaffner( natl.) fordert weiteren Ausbau des obligatorischen guter Gesellschaft befinde, in der Gesellschaft eines sehr großen Teils seiner Schluß 6 Uhr. Fortbildungsschulwesens. Beamten und Unterbeamten, deren Vertrauen mich trösten wird.( HeiterMinister Möller: Wir haben auf diesem Gebiete schon bes feit.) Die Forderung der Unterbeamten, einen allgemeinen Verband deutende Fortschritte gemacht. In diesem Etat sind 400 000 m. begründen zu dürfen, ist noch von keinem Redner in diesem Hause mehr als im Vorjahre eingestellt als Zuschüsse zur Einrichtung und gemißbilligt worden. Diese Einmütigkeit müßte doch den Staatssekretär Unterhaltung von Fortbildungsschulen. Ich erkenne an, daß die veranlassen, den Verband wieder erstehen zu lassen. Er existierte be- 24. Sigung, Sonnabend, 20. februar 1904, 11 Uhr. Fortbildungsschulen in noch höherem Maße obligatorisch werden tanntlich nur von 1898-99 und wurde dann aufgelöst, weil der Vormüssen. Aber man kann das nicht plötzlich für das ganze Land sigende ein angeblich unpassendes Schreiben an die Oberpostdirektion in durchführen. Zahlreiche große Städte ermangeln noch der obligaBraunschweig gerichtet habe. Dabei hatte der Verband vom Standtorischen Fortbildungsschulen, und doch ist es gerade in ihnen punkte der Postverwaltung die aller erstrebenswertesten Ziele: Pflege besonders wichtig, daß die jungen Leute vom abendlichen Wirtshausder Königstreue, Vaterlandsliebe, Geselligkeit und Bildung. Das Abg. Brömel( frf. Bg.): Freiherr v. Bedliß hat" durch seine besuch abgehalten werden. Einzige, was vielleicht bedenklich erscheinen könnte, ist die Bil- gestrige Rede bewiesen, daß er vernünftiger Belehrung doch zugänglich Abg. Lotichius( natl.) hofft, daß im nächsten Etat noch höhere Dung.( Heiterfeit.) Solange die Kardinalforderung des un ist. Er hat eingesehen, daß der panikartige Kurssturz an der Mittel für die Fortbildungsschulen eingestellt werden. Das Biel beschränkten Organisations-, Vereins- und Versammlungsrechtes der Berliner Börse beim Ausbruch des russisch- japanischen Krieges müsse sein, daß das gewerbliche Fortbildungsschulwesen auf der Bostbeamten nicht erfüllt ist, solange werden wir mit unsrer Kritit durch die bestehende Börsen- Gesetzgebung hervor- Basis eines Gesetzes für die ganze Monarchie geregelt werde. nicht aufhören.( Bravo! links.) gerufen ist. Bon den Nachteilen dieser Gesetzgebung werden Minister Möller weist darauf hin, daß zur Ausbildung der Lehrer weniger die großen als gerade die mittleren und kleineren an Fortbildungsschulen in Berlin regelmäßige Kurse eingerichtet Banken getroffen. Daß der Börsenstempel herabgesetzt werden muß, worden sind. wird selbst in Centrumskreisen anerkannt. Die Kölnische Zeitung" Abg. Fund( frs. Bp.): In Frankfurt am Main ist nicht hat sich das Verdienst erworben, die Börsenreform als eine nationale nur für die männlichen Schüler, sondern auch für die in Handel Aufgabe zu charakterisieren. Der Handelsminister sollte seinen Stand- und Gewerbe beschäftigten Mädchen der obligatorische Fortbildungspunkt der Passivität aufgeben.( Bravo! links.) Schulunterricht eingeführt. Wir sind also den Anforderungen des Abg. Fund( fri. Vp.): Auch meine politischen Freunde find von Ministers durchaus nachgekommen. Es dürfte nun auch ein höherer der Antwort des Ministers feineswegs befriedigt. Die Art, wie er zuschuß für das Fortbildungs- Schulwesen der Stadt Frankfurt als gestern diese für unser wirtschaftliches Leben so bedeutungsvolle der bisherige Zuschuß von 25 000 M. angebracht sein. Frankfurt Sache behandelt hat, scheint mir der Sache wenig zu entsprechen. giebt für sein Schulwesen ganz außergewöhnlich hohe Summen aus. Der Minister sprach von einer Reparatur" von Treu und Glauben Minister Möller: Wenn Sie die 400 000 m. mehr bewilligen, im Geschäftsleben. Aber nicht Treu und Glauben bedürfen einer so werden wir auch der Stadt Frankfurt den erforderlichen Zuschuß Reparatur, sondern diese Gesetzgebung, die die unlauteren Elemente bewilligen. geradezu an die Oberfläche gelockt hat. Der Minister hat gesagt, Abg. Ernst( frs. Vg.) schließt sich dem Wunsch auf landesgesetzMeine Worte haben sich nicht gegen die Mitglieder der Frei- daß eine Wiederzulassung des Terminhandels nicht liche Regelung des obligatorischen Fortbildungsschulwesens an. finnigen Bereinigung sondern ausschließlich gegen den zu gewärtigen sei. Das ist der springende Punkt nationalsocialen Herrn v. Gerlach gerichtet. Nach wie der Sache. Der Minister hat die Pflicht, den Gründen der Börsen vor werden wir mit den befreundeten Herren von der freisinnigen panit eingehend nachzuforschen. Vereinigung zusammenarbeiten, wo gemeinsame Interessen vorliegen. Der Reichstag ist ja, wie ich zugebe, einer Reform einer BörsenDem Sage: nicht bezen nach unten, sondern überzeugen nach gefeßgebung nicht allzu günstig gesinnt. Mögen die Herren von der oben" hat Herr Moltenbuhr eine ganz falsche Auslegung gegeben. nationalliberalen Partei hier im Abgeordnetenhause auf Unter hetzen verstehe ich lediglich das Erregen der Leiden- ihre Freunde im Reichstag dahin einwirken, daß diese für eine etwas Abg. Cassel( fri. Vp.): Noch in diesem Jahre wird eine Vorlage schaften in demagogischer Weise, und die Ueberzeugung nach oben schärfere Art der Reformierung eintreten. Fast alles, was gestern an die Berliner Stadtverordneten- Versammlung fommen, um das bezog sich lediglich auf unser Wirken im Parlament. Der Hinweis Herr v. Bedliß gesagt hat. hat auf mich den Eindruck großer Sach- obligatorische Fortbildungsschulwesen zu regeln. Gerade in Berlin auf 1848 ist ganz verfehlt, denn 1848 hatten wir noch kein Parlament. funde und Vorurteilslosigkeit gemacht. Nur der Forderung des macht das besondere Schwierigkeiten. Aber auch hier wird sich das Das Interesse des Gesamtliberalismus liegt uns ebenso am Herzen Frhrn. b. Zedliß, daß der Differenzeinwand für Personen mit nicht Berliner Bürgertum an Opferwilligkeit von niemand übertreffen strebungen abwehren, die mit dem Wesen und dem Ansehen ſprechen. Dadurch würde keine gründliche Sanierung herbeigeführt. sich im Regierungsbezirt Liegnig eine lebhafte Bewegung entwidelt. wie Herrn Dr. Pothoff, aber gerade deshalb mußte ich gewiffe Be- über 5000 M. Einkommen bestehen bleiben solle, muß ich wider- lassen. Abg. Fischbeck( frf. Bp.): Gegen die Handwerkskammern hat die mit indurch des bisherigen Liberalismus nichts gemein haben. richtig! bei der freisinnigen Volkspartei.) Redner erinnert Abg. v. Eynern( nat.): Wenn nach den Erklärungen des Ministers Der Mittelstand sieht immer mehr die Erfolglosigkeit der von der an die gegen gegen Naumann gerichteten Ausführungen des Abg. die Börsennovelle die wichtigste Frage, die Aufhebung des Rechten betriebenen Mittelstandspolitik" ein. Brömel Abg. Wolgast- Kiel( Hosp. d. fri. Vp.) begründet einen Antrag am 9. Februar 1904 im Abgeordnetenhause. Verbots des Terminhandels, ungeregelt läßt, fo Ich habe Herrn v. Gerlach nicht entfernt so start abgelehnt, wie werden die klugen Leute von der Novelle überhaupt nichts seiner Parteifreunde, die Staatsregierung zu ersuchen, in jeder Herr Brömel den Pfarrer Naumann. Herr v. Gerlach hat mich mehr erwarten und sich danach einrichten. Wie bei der Kanal- Provinz Meisterkurse einzurichten und Ausstellungen von im Kleinan die Debatten über Trakehnen erinnert. Das Auftreten der Kon- vorlage, so weicht auch hier die Regierung vor den gewerbe verwendbaren Maschinen und Werkzeugen zu veranstalten. fervativen im preußischen Landtage ist ja nicht übermäßig fonziliant Agrariern mutig zur i d. Ich erinnere an die börsenfeind- Redner wünscht die Unterstützung der Meisterkurse durch die Handwerksgegen uns, aber ich konstatiere, daß gegen mich ein ähnlicher Vorwurf, lichen Aeußerungen des Grafen Reventlow und des Dr. Hahn im kammern auch dann, wenn diese Kurse nur ein Gewerbe umfassen. wie ich ihn gegen Herrn v. Gerlach erhoben habe, von den Konservativen Cirkus Busch. Der jezige Zustand hindert die deutschen Kapitalisten, Es komme nicht so sehr auf die Meisterprüfung an, als darauf, daß nicht laut geworden ist, weil meine Worte nicht dazu an- ihr Geld im Inland anzulegen, und führt viele Millionen dem wirklich ein Meister aus den Krusen hervorgehe. gethan waren, eine derartige Bezeichnung wie Ausland zu.( Beifall bei den Nationalliberalen.) eten" auf sie anzuwenden. Meine Selbsthilfe gegenüber Abg. Graf Limburg- Stirum( t.): Die Schwächung der kleinen Berliner Blättern, die Zerrbilder meiner Reden nach ihrer Tendenz gaben, Bankiers ist keine Folge des Börsengesezes, sondern ein Symptom war notwendig. Nicht, daß ich das Wort„ abschütteln" so oft gebrauchte, unsrer ganzen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Herren weisen auch war komisch, sondern daß diese Manipulation von so verschiedenen darauf hin, daß es der Regierung bei der jetzigen Gesetzgebung fehr Parteien Herrn v. Gerlach gegenüber Platz greifen mußte. Seine schwer sei, Geld für Anleihen zu beschaffen. Aber hat etwa 1866 die Handelsminister Möller erwidert: Gerade die Erwägung, die Wandlungen erinnern an den Vers von Goethe:" Januar, Februar, Börse ihre Aufgabe erfüllt? Nein, damals versagte sie vollständig. März Du bist mein Herz; Juni, Juli, August mir ist nichts( Lebhafte Zustimmung rechts.) Wir werden die Vorlage der Regierung Rechtsberatung von Arbeitern unabhängig von Parteizwecken zu ge mehr bewußt".( Heiterkeit.) Die Wintermonate will Herr v. Ger- prüfen. Eine Parteisache machen wir daraus nicht. Das Verbot stalten, habe ihn zur Einsetzung dieses Titels in den Etat bewogen. lach bei den freisinnigen Parteien zubringen. Eine so große poli- des Termin handels für Getreide hat nach unsrer Ansicht Er werde sich bemühen, den Fonds zu vermehren, da das Bedürfnis tische Wandlungsfähigkeit hat schon Bamberger in prophetischen Worten einen wohlthätigen Einfluß gehabt.( Sehr richtig! rechts.) nach Rechtsbelehrung bei den unbemittelten Bevölkerungsklassen ingekennzeichnet. Jedenfalls wollen wir Herrn v. Gerlach bei seiner Bezüglich des Terminhandels mit andern Werten erivarten wir den folge der Vielfältigkeit der socialen Gesetzgebung stetig wächst. Abg. Goldschmidt( freis. Vp.) tritt für Besserstellung der Arbeiter Durchreise zur Socialdemokratie( Stürmische Unterbrechung und Beweis des Gegenteils.( Beifall rechts.) Lautes Lachen bei den Socialdemokraten) nicht lange aufhalten. Abg. Dr. Arendt( ft.): Auch wir machen aus dieser Frage keine der königlichen Porzellanmanufaktur ein, besonders für stärkere. Glückliche Reise!( Lebhafter Beifall rechts und bei der freisinnigen Parteifrage. Alle meine politischen Freunde sind der Ansicht, daß Urlaubsgewährung. das Verbot des Termin handels für Getreide außerordentlich Bollspartei.) Ein Regierungskommissar sagt wohlwollende Berücksichtigung des Abg. Mommsen( frf. Vg.): Bisher konnten wir es unfrem günstig gewirkt hat und unbedingt aufrecht erhalten letzten Wunsches zu. werden muß. Auch das Verbot des Terminhandels in Beim Extra- Ordinarium wird der vom Abgeordneten Hospitanten und Freunde b. Gerlach überlassen, sich zu wehren. Montanpapieren hat die Spekulation eingeschränkt. Wolgast schon begründete Antrag betreffend die Errichtung von Aber auf diese Rede des Herrn Kopsch muß ich namens meiner Die Ausführungen des Ministers über die Börsennovelle haben Meisterkursen zur Debatte gestellt. politischen Freunde furz erklären, daß wir uns nicht für meine volle Zustimmung gefunden. Die Herren der Linken schieben Handelsminister Möller teilt mit, daß dem Antrag schon irgendwelche Preßerzeugnisse berantwortlich die Panik beim Ausbruch des Krieges auf das Börsengesetz. Aber wesentlich Folge gegeben sei, da für Westfalen in Dortmund ein machen lassen, ich lehne es deshalb ab, mich bei jedem Ausbruch eines Krieges hat es eine Banik gegeben. Wenn Meisterkurs eingerichtet sei, und daß Verhandlungen über Einüber den Inhalt des betreffenden Gedichtes die kleinen Bankiers in der Provinz durch das Börsengefeß an leicht richtung von Meisterkursen mit Sachsen, Brandenburg und andern äußern. Auch unsres Kollegen Brömel Erklärung sinnigen Spekulationen gehindert worden sind, so ist das eine sehr fegens- Provinzen angeknüpft sind. In Ostpreußen und Hannover bestehen hat sich nur auf dieses Gedicht bezogen. Bei seinen reiche Folge des Börsengesetes gewesen. Ich kann dem Minister nur bereits solche Nurse, ebenso in Bosen und im Rheinland. Der Ausführungen über den Postunterbeamten- Verband war jedenfalls danken, daß er hier in vorsichtiger Weise einwirken will. Ich wundere Antrag Kindler ist wohl gegenstandslos geworden.( Beifall.) Herr v. Gerlach nicht nur in vollkommener Uebereinstimmung mit mich, daß die Herren von der Linken das demokratische Princip Der Antrag Kindler wird der Kommission für Handel und uns, sondern auch mit dem Centrum. Nicht Koalitionsrecht für die so wenig anerkennen und vom Minister ein Vorgehen gegen den Gewerbe überwiesen. Beamten, wohl aber freies Vereins- und Versamm Willen der Mehrheit verlangen.( Beifall rechts.) Iungsrecht fordern wir und wir lassen uns keine andre Forderung unterschieben. zu Abg. Frhr. v. Zedlitz( ft.): Auch ich halte das Verbot bes Terminhandels für Getreide für sehr nüglich und Abg. v. Gerlach: Herr Kopsch behauptete, er hätte sich nur gegen wünsche seine Aufrechterhaltung. Eine Aufhebung des mich gewandt, aber mit der Fraktion der Freisinnigen Vereinigung Verbots des Terminhandels für Montanwerke würde gewiß feinesständen seine Parteigenossen in besten Beziehungen. Nun, es wegs alle Mißstände an der Börse beseitigen. Der Kurssturz am trägt jedenfalls nicht dazu bei, diese guten Beziehungen 8. und 9. Februar war zweifellos ein Zeichen der Schwäche, unter zu fördern, wenn in jeder Nummer der Freisinnigen der die Börse heute leidet. Man darf aber den Verkehr doch nur Zeitung" ein so hervorragendes Mitglied unsrer Partei wie aus triftigen Gründen einschränken. Ich bestreite rundweg die BeHerr Dr. Barth in schmählichster Weise angegriffen wird. Herr Hauptung des Dr. Arendt, daß das Verbot des Terminhandels in Kopsch schloß, und damit hatte er wieder den Beifall der Rechten, Montanierten die Spekulation eingeschränkt habe. Nach dem Ausmit der Bemerkung:" Glückliche Reise zur Socialdemokratie!" Es weife des hiesigen Kaffenvereins hat die Spekulation in Montanfcheint ja jezt sein Hauptbestreben zu sein, den und Industriewerten sich in diesem Jahre sogar um das ZweihundertBeifall der Rechten zu erringen. Uebrigens ist diese fache vermehrt! Heute hat das Großkapital das Monopol für die Aeußerung feineswegs sein geistiges Eigentum.( Große Heiterfeit.) Spekulation in Industriepapieren. Die Zahl der Kleinen Banfiers ist Er hat sie außerordentlich oft von Agitatoren des Bundes der Land- rapide zurückgegangen. Alle diese Mißstände heischen dringend eine wirte gehört, soweit sie unterhalb der zweiten Güte standen. Reform der Börsengesetzgebung. Handelsminister Möller will eine Erhöhung der jetzt 100 000 m. betragenden Unterstützung für Veranstaltungen der Handelskammern eintreten laffen. Abg. Arendt( ft.) tvünscht eine Vermehrung der sogenannten Arbeitersekretariate, damit den von der Socialdemokratie eingerichteten Instituten das Wasser abgegraben wird. Nächste Sigung: Montag 11 Uhr. Schluß 5 Uhr. Parlamentarifches. Zum Militär- Etat wird von freisinniger Seite gefordert, daß den Mannschaften des Heeres und der Marine im Falle des Urlaubes freie Reise in die Heimat gewährt werde. Die socialdemokratische Frattion beantragt zu ihrer bereits eingebrachten Resolution über die Soldatenmißhandhandlungen diese Forderung: „ Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: in Ergänzung der alljährlich dem Reichstag zugehenden lebersichten über die Arbeiterverhältnisse der Heeresund Marineverwaltung eine Denkschrift vorzulegen, in der aus den bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Lieferungen mit Unternehmern abgeschlossenen Verträgen die auf Löhne und andre Arbeitsbedingungen fich beziehenden Bestimmungen mitgeteilt werden." Der Kongreß von Saint- Etienne. Saint- Etienne, 16. Februar.( Eig. Ber.) Dritter Verhandlungstag. Abendsizung. Vor dem Beginn der Sigung wurde dem Kongreß ein Ehrenwein von der Loire- Föderation dargeboten, der unter Gesang und Deklamation zugebracht wird. Die Kammerfraktion und das Interföderale Komitee. " Die Fraktionsmitglieder, die gegenwärtig diese Bedingungen nicht erfüllen, werden in den Nationalrat aufgenommen auf ihre Erklärung hin, sich in den nächsten Wahlen gemäß dem Artikel 15 zu verhalten. Der Nationalrat versammelt sich mindestens im Beginn jeder ordentlichen oder außerordentlichen Parlamentssession, oder in dringenden Fällen auf Einberufung seitens der Sekretäre der beiden Gruppen( des Interföderalen Komitees und der Fraktion). Jahresschluß gehörten der Verwaltungsstelle 35 741 Mitglieder( Siz München) angeschlossen haben, kündigten Montag, den an, gegen 30 664 im Jahre 1902. Davon waren: Schlosser und 15. Februar, sämtlichen Werkstättenarbeitern, worauf Maschinenbauer 10 298; Bohrer, Fräser, Hobler usw. 5394; Dreher sämtliche Heimarbeiter sich mit ihren Kollegen solidarisch erklärten 4130; Mechaniker 2510; Klempner 2306; Gürtler 2308; Former und die Kündigung an die Arbeitgeber ebenfalls einreichten. Die 2079; Rohrleger 1309; Metallschleifer 1045 und Arbeite Kündigung erfolgte wegen Ablehnung eines reducierten rinnen 1671. Die übrigen Branchen erreichten im einzelnen zwar Lohntarifs und eines schlechten Arbeitsvertrages. Vor Zuzug nicht die Zahl 1000, bleiben aber meistens im Organisationsverhältnis nach Schw. Gmünd wird gewarnt. keineswegs hinter den größeren Branchen zurück. So zählen an = Organisierten z. B. die Metalldrücker 656, Messer- und ZeugHusland. Die Aussperrung in der Diamantindustrie. schmiede 640, Goldarbeiter 324, Drahtarbeiter 204 usw. Arbeits- Achtung, Steinseher! Nach einem dem Verbandsvorstande der los meldeten sich im vergangenen Jahre insgesamt 13 701 Personen, Steinsetzer zugegangenen Schreiben aus Budapest( Ungarn) befinden das sind fast 4000 mehr wie im Jahre 1902. Dabei war die sich daselbst die organisierten Pflasterer im Lohnkampf. Dieſelben Arbeitsgelegenheit troßdem größer als früher. Die höhere Arbeits- wollten zum ersten Male den Versuch machen, tariflich geregelte lofenzahl rührt lediglich daher, daß mehr wie bisher darauf gedrungen Lohn- und Arbeitsverhältnisse einzuführen, haben jedoch von den wurde, daß sich möglichst alle Arbeitslosen, gleichviel, ob unter- Unternehmern keine Antwort erhalten. Die letzteren drohen, aus Die Statutenkommission ist nach einer Beratung, die den ganzen stüßungsberechtigt oder nicht, im Verbandsbureau zu melden haben. Deutschland Streifbrecher heranzuziehen und behaupten, bereits Tag dauerte, zu einem einstimmigen Beschluß gekommen. Um diese Arbeitslosenunterstüßung wurde an 3863 Mitglieder deutsche Steinfeger engagiert zu haben. Die ungarischen Pflasterer Einstimmigkeit zu feiern, wird für die Abendfizung per Acclamation für die Dauer von insgesamt 87 561 Tagen gezahlt; die Höhe der ersuchen um moralische Unterstützung durch strenge Fernhaltung des ein Präsidium gewählt, in welchem die führenden Vertreter der Unterstüßungssumme belief sich auf 96 649,34 m. Hieran parti- Buzuges. Linken und der Rechten fizen: Cipriani, Borsigender; Jaurès zipieren die Schlosser mit rund 25 000 M., die Klempner und Die Prager Tischler sind seit acht Wochen ausgesperrt, weil die und Renaudel, Beisiger. Dreher mit je 11 000 M., die Nohrleger, Former, Gürtler und Hilfs- Unternehmer ihnen die nach hartem Kampfe errungene neunstündige Der stommiſſionsbeschluß hält den alten Artikel 28 aufrecht, der arbeiter mit je 7-10 000 M., die Chleifer, Mechaniker, Drüder, Arbeitzeit wieder nehmen wollen. Dieſer Lage hat nun die größte dem Interföderalen Komitee nur die Verwaltung der Partei und Hobler und Schmiede mit je 1-3000 m., herunter bis zu den der aussperrenden Firmen, die Firma Baumgarth mit mehr als die Organisation der Propaganda( Agitation) und der Aktion der Ciseleuren mit 48 M. Entsprechend den Unterstüßungsbeträgen 100 Arbeitern, den Kampf aufgegeben und sich mit den Tischlern Partei" anvertraut. Die Leitung der Partei aber wird durch verteilt sich auch die Arbeitslosigkeit auf die verschiedenen Berufe. geeinigt. Der Neunstundentag bleibt bei dieser Firma aufrecht folgenden neuen Artikel geregelt: Vom Arbeitsnachweis der Organisation wurden 4152 Stellen ver- erhalten. Dieser Erfolg ist für die Ausgesperrten von guter Vor„ Was die politische seiſtung der Partei in der Zwischenzeit mittelt, gegen 1890 im Jahre 1902.- Die Frage des Recht 3- bedeutung. zwischen den Parteitagen betrifft, so wird sie unter der Kontrolle der schutes bei sogenannten Streifvergehen hat im vergangenen Jahre Parteitage ausgeübt vom Nationalrat( Conseil National), der eine ganz bedeutende Rolle gespielt. Viele Hunderte von Straf aus dem Interföderalen Komitee und der Kammerfraktion zusammen- mandaten find ergangen, weil die Arbeiter beim Streifpoſtenstehen sich Die Amsterdamer Juweliere haben ihre Drohung ausgeführt; gesetzt ist, welch letztere gemäß dem Artikel 15 der Statuten angeblich gegen die berühmte Straßenordnung vergangen haben ungefähr 6500 Diamantarbeiter wurden auf die Straße geworfen. konstituiert ist( d. H. aus Abgeordneten besteht, die im Wahlkampf sollten. In fast allen Fällen wurde richterliche Entscheidung be- Die Familienangehörigen mitgerechnet, werden durch diese Ausdas Parteiprogramm als Platat angeschlagen haben). antragt, die vielfach bis zu den höchsten Instanzen durchgefochten sperrung ungefähr 30 000 Menschen der Not und Entbehrungen aller werden mußte. Recht häufig ist hierbei durch die Gerichte festgestellt Art preisgegeben. Daß es den Juwelieren bei dieser brutalen Maßworden, daß sich die Polizei mit der Verhängung der Strafmandate regel weniger um die Lehrlingszulassung zu thun ist, als darum, und der fast regelmäßig vorhergegangenen Fortweisung und dem Diamantarbeiter- Verband das Genick zu brechen, wird jetzt auch Sistierung der Streifposten einen unzulässigen Eingriff in das aus von der Unternehmerpresse offen eingestanden. Das konstatiert auch dem Koalitionsrecht fließende Recht des Streifpostenstehens erlaubt der„ Nieuwe Rotterdamsche Courant". Dieses ausgesprochene Unterhatte. Die Berliner Metallarbeiter führen geradezu einen regel- nehmerblatt schreibt wörtlich:" Wohl ist eine gewerbliche Frage, die rechten Gerichtskampf mit der Polizei um das Recht des Streifposten- Lehrlingsregelung, die Veranlassung der Aussperrung, die Ur= stehens, und dieser Kampf hat der Organisation im letzten Jahre sa che aber sitt tiefer, wurzelt in der Macht= nicht weniger wie 34 860 M. gekostet. Da sich die Berliner Polizei frage. Dies zeigt sich in der Abweisung des von den Diamantum alle freisprechenden Gerichtsentscheide aber absolut nicht zu arbeiter- Organisationen angebotenen Vergleichs, die Frage, mittels fümmern scheint, sondern fortwährend neue Strafmandate ergehen Arbitrage regeln zu lassen, durch die Amsterdamer Juweliersläßt, so ist vorläufig noch kein Ende dieses Gerichtskampfes abzusehen. vereinigung. Der Kampf fonnte nicht länger abgewendet werden, Was die Lohnbewegungen anbelangt, so fam es in einer die Kräfte mußten gemessen werden."- Die HandReihe von Betrieben zu Differenzen, die teils mit, teils ohne Erfolg lungsweise der Juweliere wird in dem Antwortschreiben der christfür die Arbeiter endeten. Es wurden aber nicht nur mit verschiedenen lichen Diamantarbeiter vom Batrimonium" auf den AussperrungsEinzelfirmen, sondern auch für ganze Berufe Tarifverträge ge- beschluß wie folgt gekennzeichnet: Mit großem Bedauern, aber mit schlossen, resp. ausgestaltet, so u. a. für die Bauflempner, die Draht- nicht minder tiefer Entrüstung haben wir davon Kenntnis ge= arbeiter, die Rohrleger, die Metallschläger und einen Teil der nommen. Noch immer war unsrerseits gute Hoffnung vorhanden, Gürtler und Drücker. Von den Streiks sind in erster Linie zu nennen: daß solch eine verbrecherische und unverantwortliche der Feilenarbeiterstreit, der Streit bei der Firma Mehlich und der Handlungsweise nicht angewandt werden würde." Wie wenig große Gürtler- und Drückerstreik mit der nachfolgenden Aussperrung. übrigens die Klage der Arbeitgeber über Mangel an Arbeitskräften An Streit und Maßregelungsunterstützung berechtigt ist, zeigt eine Statistik des Diamantarbeiter- Verbandes 3 a h Ite die Organisation im Tezten Jahre über die Zahl der Arbeitslosen während der, seit dem internationalen 693 324,99 M.; davon 468 614,14 M. aus der Hauptkasse und Beschluß, vorläufig feine Lehrlinge mehr zuzulassen, verflossenen 224 710,85 M. aus der Lokalkasse. Die Hauptkasse balancierte in 6 Jahre. Von den Mitgliedern des Algemeinen Niederländischen Einnahme und Ausgabe mit der Summe von 793 842,46 M., und Diamantarbeiter- Verbandes waren im Jahre 1898 durchschnittlich die Lokalkasse mit 656 879,24 M.; lettere weist einen Kassenbestand pro Woche 364 arbeitslos, 1899: 477, 1900: 1841, 1901: 1000, auf von 126 184,22 m. 1902: 772 und 1903: 278. Jm lezten Jahre, 1903, verteilte sich die Arbeitslosigkeit so, daß während 16 Wochen 100-200 Mitglieder arbeitslos waren, 13 Wochen 200-300, 17 Wochen 300-400 und während 6 Wochen 400-600, so daß also zu einzelnen Zeiten im Jahre trotz der verhältnismäßig geringen Durchschnittszahl eine recht große Zahl Arbeitsloser vorhanden war. Die Einigkeit unter den Arbeitgebern scheint übrigens nicht sehr groß zu sein. Wie be richtet wird, laufen beim Verband so viele Anfragen nach Arbeitsfräften ein, daß, wenn nur Mühlen zur Verfügung ständen, fast die Hälfte der Verbandsmitglieder in Arbeit sein könnte. Hälfte der Verbandsmitglieder in Arbeit sein könnte. In Antwerpen dauert der Kampf fort. Tie Parteien stehen einander so entschlossen wie zu Beginn des Kampfes gegenüber. Die große Voltsdiamantschleiferei hat jetzt ebenfalls ihre Fabriken ges schlossen. Dennoch sind immer noch eine große Anzahl Mühlen in Thätigkeit. " Die Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefaßt. Zur Beschlußfähigkeit ist die Anwesenheit mindestens der Hälfte der Mitglieder beider Gruppen erforderlich. Ist die Bedingung der Beschlußfähigkeit nicht erfüllt, so ist das Votum auf eine andre Sigung zu verschieben, in welcher zur Beschlußfähigkeit die Anwesenheit der Hälfte der einen oder der andren Gruppe genügt. " Die Mitglieder der Kammerfraktion dürfen im Interföderalen Komitee nur die Föderation vertreten, von welcher sie( in die Kammer) gewählt wurden. Die Mitglieder der Kammerfraktion, die ins Interföderale Komitee delegiert werden würden, haben im Nationalrat nur eine einzige Stimme. Die Kontrolle wird durch den( neuen) Artikel 37 geregelt( Verpflichtung der Föderationen, über die Beobachtung der Principien und des Programms der Partei und der Beschlüsse der Parteifongresse zu wachen; die Kontrolle über die einzelnen Parteimitglieder steht den Föderationen und den Kongressen zu; Recht der Berufung gegen einen Föderationsbeschluß an den Kongreß). " Der Nationalrat hat am Schluß jeder der drei Parlamentsfeffionen kollektive Berichterstattungen über die Mandatserfüllung ( in der Kammer) zu besorgen, die in verschiedenen von ihm be= stimmten Orten stattfinden. Zum Zweck der Berichterstattung ernennt der Nationalrat eine Delegation, die aus Mitgliedern der Fraktion und des Interföderalen Komitees zu bestehen hat; diese Mitglieder werden dem Nationalrat von jeder der beiden Gruppen bezeichnet. " Diese Berichterstattungen finden statt von den Delegierten der Föderationen, die dem Versammlungsort am nächsten benachbart sind." Der Nationalrat ist beauftragt, die Einzelheiten dieser periodischen Versammlungen zu regeln." Die Sigung beginnt um 11 Uhr. Zunächst verliest Jaurès den Entwurf eines sehr ausführlichen Manifestes über den russisch- japanischen Krieg. Das Manifest wird debattelos unter lebhaftem Beifall einstimmig ifeſt wird debattelos unte botiert. Ducos de la Haille Paris( Linke) berichtet über die Arbeiten der Statutentommission und begründet deren oben angeführten Beschluß, den er als einen„ vermittelnden“ bezeichnet, der beide Tendenzen befriedigen könne. Ferner beantragt die Kommission, die Delegierten der Föde rationen im Interföderalen Somitee mögen allmonatlich einen Bericht über ihre Mandatserfüllung im Organ der von ihnen vertretenen Föderation veröffentlichen, falls ein solches eriſtiert. Die Kommissionsanträge werden ohne Debatte einstimmig votiert. Monsant en ohne D ( Beifall.) Zur Frage der Wahlbündnisse in Gemeindewahlen beantragt die Kommission: Im ersten Wahlgange hat man überall, wo das möglich ist, selbständig vorzugehen; in der Stichwahl find Bündnisse mit linksstehenden Republikanern zulässig. Es entspinnt fich eine längere Debatte zwischen den Anhängern des Kommissionsantrages und dessen Gegnern, welch' letztere für die Hauptwahl unbedingt jedes Bündnis verwerfen. Der Antrag wird mit allen gegen einige Stimmen votiert, nebst einem Zusatz, der die Kandidaten unter allen Umständen verpflichtet, die dem Kommunalprogramm vorangehende Principienerklärung als Plakat zu verwenden. Auf Renaudels Antrag wird dem Interföderalen Komitee empfohlen, in der Frage des zu schaffenden Parteiorgans die Vorbereitung desselben auf genossenschaftlicher Grundlage ins Auge zu fassen, damit die Partei über ein eignes, von Kapitalisten un abhängiges Organ verfüge. Ferner soll das Komitee fördern den bereits vorgenonimenen Versuch, eine Tageszeitung in Rouen auf genossenschaftlicher Grundlage zu schaffen. An die Fliesenleger Berlins und Umgegend. Werte Kollegen! Seit dem 16. d. Mas. befinden sich die Fliesenleger- Hilfsarbeiter in einer Lohnbewegung um die Anerkennung ihres Lohntarifs. Unter zeichneter Borstand fordert nun sämtliche Fliesenleger Berlins und Umgegend auf, die Hilfsarbeiter in ihrem Kampf dadurch zu untersüßen, daß sie jede Zumutung, die Arbeit der Hilfsarbeiter, als Heranschaffen sowie Zubereitung des Materials, selbst zu verrichten, ftreng zurückweisen, und sich von keinem Arbeitswilligen das Material heranschaffen lassen, sondern nur von den Hilfsarbeitern, welche mit einer roten Arbeitsberechtigungskarte versehen sind. Der Vorstand des Fachvereins der Fliesenleger Berlins u. Umgegend. J. A.: Wilhelm Schulz. Achtung, Schuhmacher! Die Sperre über die Filzschuh- Fabrik von Kusche, Büschingstr. 8, dauert unverändert fort. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, den Zuzug nach dieser Fabrik streng fernzuhalten. Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher. Die streitenden Bautischler von Steglit, Lichterfelde, Friedenau und Schmargendorf hielten gestern in Richters Lokal zu Groß Lichterfelde eine Versammlung ab, in welcher sie den Bericht der Kommission entgegennahmen. Es hat wiederum ein Meister mit vier Mann bewilligt. Jusgesamt arbeiten jetzt zu den neuen Bedingungen 67 Man. = Der Verein Volkswohl, Gleditschstr. 49( am Winterfeldtplatz), vermittelt Streitbrecher für die Tischlermeister in Groß- Lichterfelde. Es sei auf diese Art der Förderung des Volkswohls hiermit warnend hingewiesen. Erklärung. In der Nummer des„ Vorwärts" vom 14. februar dieses Jahres haben wir die Behauptung aufgestellt, daß die Firma earl Lerm u. Gebr. Ludewig in ganz Deutschland Nadler, Spinner und Weber sucht. Wir beschränken diese Darstellung dahin, daß wir erklären: " Die Firma hat in den letzten Wochen mur Weber auf 212 Meter breites Gewebe, welche auf Dessauer- und Zweibrückerstühle ein gearbeitet sind, gesucht." Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Deutfches Reich. Der Verband der in der Wäsche- und Krawattenbranche beschäftigten Personen hält seine Generalversammlung zu Ostern im Gewerkschaftshause zu Berlin ab. Holzarbeiter. In der Leistenfabrik von Brockmann in Ellrich bei Nordhausen ist ein Streit ausgebrochen. Ausständig sind gegen wärtig 250 Mann. Zuzug ist streng fernzuhalten. Seitens des Holzarbeiter- Verbandes werden Verhandlungen angebahnt. Nixdorf. Montag öffentliche Versammlung zur Aufstellung der Kandis daten für die Gewerbegerichtswahl. Arbeiter: Samariterkolonne. Morgen Montag, abends 9 Uhr: Uebungsstunde in der Centrale, Dresdenerstr: 45: Vortrag über Transport Verunglückter und Erkrankter. Nachher praktische Uebungen. Gäste will kommen. Neue Mitglieder werden in den Uebungsstunden der Kolonne aufgenommen. Eintrittsgeld sowie Monatsbeitrag 25 Pf. Reichhaltige Bibliothek steht den Teilnehmern zur Verfügung. an Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. ohne Die juristische Sprechstunde findet taglich mit Ausnahme ded Sonnabends bon 7 bis 9½ 11hr abends statt. Geöffnet: 7 1hr. Ihrem Briefwechsel sich flar ergiebt, daß der Chef eine bestimmte Zeit Kirste, Kristiania. Keineswegs. 5. M. 15. Wenn nicht aus garantiert hat, so ist eine Klage leider aussichtslos. M. O. 4, M. 5. Ja. Wartburgplay. Gegen den Acceptanten in der Regel drei Jahre. 146. ft die Wohnung bis zum 1. April unvermietet geblieben, so ist der Wirt mit seiner Forderung im Recht. 101 Zahlen. Daß der Ers zeuger eines außerebelichen Kindes verheiratet ist, ändert an seiner Ber - R. W. 100. pflichtung gegenüber Mutter und Kind nicht das geringste. Die Abfindungssumme gilt nur dann als Abfindung, wenn das Vormundschaftsgericht und der Vormund sich damit einverstanden erklärt haben. F. M. 65. Der Arbeitgeber persönlich haftet nicht. Ihre Frau soll fich an die Stasse und, falls diese ablehnt, an die Gewerbedeputation wenden. 20. H. Sie könnten auf Entfernung der Betreffenden oder auf Aufhebung des Vertrages gegen den Wirt flagen. Emil Ledig. Der Antrag wäre nublos, da vor der Heirat mindestens 200 Marten ge= flebt sein müssen. A. Sch. Beantragen Sie bei dem Vorstand der Be rufsgenossenschaft Unfallrente. Ob die letzte Instanz den Unfall als einen Betriebsunfall anerkennen wird, läßt sich nicht voraussagen. 222 B. Mit dem vollendeten 21. Jahre wird ein Deutscher Unterschied des Geschlechts- großjährig. 23. Der Mann soll ein Testament machen, sonst würde feine Witwe nur 4, der Sohn erben. Mühlbauer. Der Antrag auf Rückerstattung der Hälfte der Klebes Die Malermeister in Hannover haben die Forderungen der Ge- marten ist seitens der jungen Frau innerhalb eines Jahres nach der Heirat Die Loire- Föderation will die socialistischen Abgeordneten verdie untere Verwaltungsbehörde( Berlin: Magiftrat, Brüderstr. 24a, pflichten, den föderalen Wochenblättern zwei Artikel jährlich zu fellen abgelehnt. Um ein„ Entgegenkommen" zu beweisen, eine Stunde Provinz: Landrat) zu richten. Durch Rückerstattung geht man aller An liefern. Der Antrag veranlaßt eine längere Debatte. Die Ab- wollen sie an den Vorabenden der drei hohen Feste rechte an die Versicherung verlustig. Es ist daher in jedem Fall zu prüfen, geordneten Briand und Fournier bekämpfen die Verpflichtung früher aufhören lassen. Also eine Verfürzung der Arbeitszeit um ob es nicht insbesondere mit Rücksicht auf die Möglichkeit der Aufnahme in und die Einseitigkeit des Antrages, der nur die Deputierten zur drei Stunden pro Jahr! eine Heilanstalt zweckmäßiger ist, weiter zu fleben. Ferd. Fiedler Gegen Mitarbeit heranzieht, als ungerecht, erniedrigend und nußlos. Buletzt Der Sängerstreit in Aachen, von dem wir seiner Zeit berichteten, das Urteil des Schiedsgerichts ist Rekurs an das Reichs- Versicherungsamt zulässig. wird der Antrag zurückgezogen und der Kongreß beschließt, die Ge- hat noch Folgen gehabt, die mehr als deutlich zeigen, daß in der Kenntnis des die Zwangserziehung aussprechenden Beschlusses läßt sich ein P. 49. Sie müßten sich an das Vormundschaftsgericht wenden. Ohne noffen einzuladen, durch Vermittelung des Interföderalen Komitees modernen Gesellschaft auch der„ Kunstbetrieb" ganz nach kapitalistischem auf den konkreten Fall bezüglicher Rat nicht erteilen. 3. R. 1. Die Artikel für die Wochenblätter zu liefern. Schema geregelt ist. Herr Opernregisseur Ostar Moor, der den Leistung des Offenbarungseides ist ein rechtliches Hindernis für die AufZum Bunft: Preßtontrolle wird noch beschlossen, daß Versuch machte, zwischen Chorpersonal und Direktion zu vermitteln. itellung als Stadtverordneten- Kandidaten nicht. 2. Die Ehefrau haftet die Parteiſchriftsteller für ihre Thätigkeit individuell unter der Kon- erlaubte sich die Aeußerung:„ Alle Hochachtung, daß für die Schulden ihres Mannes nicht. A. H. Unfall. Einer Operation trolle der Partei stehen, ungeachtet des Umstandes, daß gegenwärtig ber bor so zusammenhält; das sind doch noch sich zu unterziehen sind Sie nicht verpflichtet. Den Antrag auf zubilligung feine Zeitung als offizielles Partei- Drgan anerkannt werden kann. Charaktere!" Diese Aeußerung kam zur Kenntnis der Direktion. einer Unfallrente haben Sie an den Vorstand der Berufsgenossenschaft zu Wegen vorgerückter Nachtstunde wird der Punkt: Internationaler Wie nun der Lokalverband Aachen des Deutschen Chorsänger- VerKongreß zu Amsterdam" von der Tagesordnung abgesetzt und den bandes in der„ Chorverbands- Zeitung" mitteilt, ist Herr Moor O. 3. 100. 1. Ja; erheben Sie Biderflage. 2. Nein. 3. Sie fönnen Föderationskongressen zum Beschluß überwiesen. dafür von der Direktion dadurch gemaßregelt worden, daß man ihn zur Disposition" stellte, d. H. er bezieht seine Gage, wird aber nicht mehr beschäftigt. Die Düsseldorfer Sänger und Sängerinnen, welche in Krefeld in der Oper„ Heimchen am Herde" aushalten, verwahren sich gegen den Vorwurf, Streitbrecherdienste gethan zu haben. Sie hatten feine Ahnung davon, daß ihre Aachener Kollegen den Dienst verweigerten und wußten nicht einmal, welche Direktion in Krefeld spielt. Interessant ist ihre Mitteilung, daß sie a Person 11 M. Diäten erhielten. Die Aachener Sänger streiften, weil man ihnen 5 W. nicht bewilligen wollte. " A Als Tagungsort des nächsten Kongresses wird Rouen bestimmt. Ins internationale socialistische Bureau wird als Delegierter Cipriani, als Ersagmann Jean Longuet gewählt. Der Kongreß wird geschlossen um 1½ Uhr nachts. Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiter- Die Schneider in Schwäbisch Gmünd befinden sich in einer Verbandes konstatiert in ihrem Jahresbericht für 1903 auch Bewegung. Die Arbeitgeber, welche fich organisiert und dem diesmal wieder ein gedeihliches Wachstum der Organisation. Am Algemeinen deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe richten. F. St. So weit ersichtlich wäre eine Slage auf 14tägige Lohnzahlung nicht ohne Aussicht auf Erfolg. 2. W. 1848. Nein. flagen oder das Kind laufen lassen. N. 97. 1. und 2. In fünf bis. zehn Jahren. Militär 1904. 1. Ein Reflamationsgesuch hätte Aus 2. Nicht unerhebliche ficht auf Erfolg, wenn es sofort eingereicht wird. Störperschler.-T. J. Danzig 25. Eine Ehescheidungstlage der Frau hätte Aussicht auf Erfolg. Sie müßte aber innerhalb spätens sechs Monaten nach der Mißhandlung erhoben werden. Zehnjähriger Abonnent.. Schließen Sie einen notariellen oder gerichtlichen Bertrag mit Ihrem Mann. 2. G. 35. Soweit ersichtlich, ist der Anspruch ungerechtfertigt. 2. H. 33. 1. bis 3. Leider ja. Sn. 3. 1. und 2. Leider ja. 3. An das Amtsgericht seines Wohnortes. P. S. 99. Solches Buch ist uns nicht bekannt. C. M. Auffig. Die Betreffende sollte Ablehnung des Vormundes beantragen oder Bestellung eines Pflegers und sich voll stredbare Ausfertigung des gerichtlichen Vergleichs von dem Prozeßgericht erteilen laffen. ExtraWarenhaus Montag Dienstag Preise A. Wertheim Mittwoch Schwarze Kleiderstoffe soweit der Vorrat reich Wäschestoffe Speisekrone. 4 fl., compl. echt m. Bronze u. Auerlicht. Reinwoll. 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Schippe! erklärte darauf(„VorlvärlS", 13. Februars, er könne sich des Wortlauts seines damaligen Gespräches nicht entsinnen, wohl aber habe er in Chemnitz und auch sonst öfters folgende Theorie auf- gestellt: Man kann bei den Getreidezöllen eigentlich nur dort von Wucherzöllcn sprechen, wo sie die Grundrente erhöhen. Das haben selbst die französischen und italienischen Hochzölle nicht bewirkt, sie haben den Grundbesitz nicht bereichert. Schippe! selbst sah davon ab, aus dieser Darlegung Schlüsse zu ziehen. Weniger vorsichtig ist die Chemnitzer„Volksstimme", die aus Schippels Ausführungen jene Konsequenzen folgen, die der- nünftigerwcise daraus gezogen werden müssen. Die„Volksstimme" unterscheidet nach Schippe! bei den Lebens- mittel-Zöllen zwischen Wucher- oder Bereicherungszöllen und Schutz- zollen und bemerkt darüber: „Wir bemerken, daß wir die Lebensmittelzollerhöhungen des neuen Zolltarifs... nicht mehr für Schutzzölle, sondern für Bcreicherungszölle halten und darum gegen sie wäret» und sind.... Natürlich ist auch Schippe! nur dann für Zölle, wenn sie wirklich Schutz-, nicht Be- reicherungszölle sind. Ob ein Zoll jenen oder diesen Charakter hat, darüber kann man und wird man verschiedener Meinung sein, je nachdem man mehr oder weniger Einblick in die thatsächlichen Verhältnisse hat. Dieser Einblick ist bei Schippe! entschieden tiefer, als bei den allermeisten seiner Gegner, und darum hat man jedenfalls Ursache, seine Meinung auch dann zu achten, wenn man nicht mit ihr übereinstimmt." Aber warum diese Achtung auf Schippe! beschränken? Sämt- liche Verfechtung der LebenSmittel-Zölle sind der Uebcrzeugung, daß diese nicht Wucher- oder Bereicherungszölle, sondern Schutzzölle dar- stellen, und vielfach sind sie ersteres auch wirklich nicht in dem von Schippe! dargelegten Sinne. Wenn wir uns auf den Standpunkt der Chemnitzer„Volksstimme" stellen, dürfen wir fteilich Schippe! nicht verurteilen, aber auch nicht den Agrariern mehr kraftvoll ent- gegenlretcn; dann haben wir unsrer Agitation gegen die Lebens- inittel-Zölle einfach das Rückgrat gebrochen. Wie vermöchten wir den Kampf gegen diese Zölle bis aufs äußerste zu führen, wenn wir von der Ansicht ausgingen, man könne über sie auch von unserm Standpuntte aus„verschiedener Meinung" sein, je nachdem man die Verhältnisse besser kenne oder nicht— und gerade diejenigen, die die Verhältnisse am besten verstünden, seien ganz andrer Meinung, als wir. Wir können den Kampf gegen die LebenSmittel-Zölle nur dann energisch führen, wenn wir sie principiell verwerfen; und nur dann, wenn wir berechtigt sind, sie principiell zu ver- werfen, dürfen wir sie entschieden ablehnen. Dagegen müßten wir jedem Genosien seine Haltung fteigeben, wenn wir uns auf die Unterscheidung zwischen Schutzzöllen und Bereicherungs- zöllen für Lebensmittel einließen und die ersteren für berechtigt erklärten. Denn ein strikter Beweis daftir, wo der Schutzzoll auf- hört und der Bereicherungszoll anfängt, wird nie für irgend einen Zoll zu führen sein. Aus unsrem geschlossenen, principiellen Kamps gegen die Gesamtheit der Lebensmittel-Zölle würde dann ein Feilschen und Schachern mit jedem unsrer Abgeordneten um jede einzelne Position des Tarifs. Was soll denn aber eigentlich geschützt werden durch die Lebens- mittel-Zölle? Schippe! sagt eS selbst: die Grundrente. Welche Ursache haben wir, die Grundrente, diese schädlichste und überflüssigste Forin des Mehrwerts, des arbeitslosen Einkommens, zu schützen? Würde es einem Socialdemokratcn jemals einfallen, wenn der durch- schnittliche Zinsfuß von vier auf drei Prozent fällt, Maßregeln zum Schutz des zinstragenden Kapitals und der Auftecht- Haltung des alten Zinsfußes zu fordern? Es wäre in der That unmöglich, Proletariern mit der Zumutung zu kommen, die Grundrente zu schützen, wenn eS nicht schlaue Wortführer der bürgerliche» Oekonomie verstanden hätten, die Grundrente mit der landwirtschaftlichen Prodnkfton zu vermengen. Aber das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Eine hohe Grundrente ist eine Be- lastung der landwirtschaftlichen Produktion, nicht eine Bedingung ihrer Blüte. Je höher die Grundrente, desto höher die Pachtzinsen, die der Pächter zu zahlen hat, desto höher die Kaufsumme des Gutes, die sein Käufer oder Erbe zu erlegen oder zu verzinsen hat, desto geringer die Kapitalmenge, die er dem Betriebe widmen kann. Aber nicht genug, daß Schutz der Grundrente Schutz des unnützesten und schädlichsten arbeitslosen Einkommens bedeutet, er bedeutet auch eine Besteuerung des Proletariats. Die Grundrente kann hoch gehalten werden nur auf Kosten entweder des Arbeitslohnes oder des Kopitalprosits. Wer der Löwenanteil an diesen Kosten wird stets dem Proletariat zufallen. Es ist der schwächere Teil, auf den man alle gesellschaftlichen Lasten am leichtesten abwälzen kann. Und die Konrurrenz mit dem Weltmarkt, auf dem der billigere. nicht durch den Zoll verteuerte Lebensmittelpreis herrscht und wo unsre exportierenden Industrien einen großen Teil ihres Absatzes suchen müssen. drängt den Kapitalisten aufs äußerste, das Lohnniveau im durch Lebensmittel-Zölle belasteten Lande ebenso tief wie im zollfreien Aus- lande zu halten, die Last des Zolls ganz von den Arbeitern tragen zu lassen. Die agrarischen Zölle, ob„Bereicherungs"- oder Schutzzölle, be- deuten stets Hochhaltung der Grundrente und des arbeitslosen Einkommens der Grundbesitzer durch Herabdrückung der Arbeitslöhne. Und darum müssen wir nicht bloß gegen agrarische Bereich erungSzölle, sondern auch gegen agrarische Schutz zölle sein, müssen wir principiell jeden Lebensmitt>.lzoll bekämpfen, wie es die Socialdemokratie auch einmütig seit ihrem Bestehen gethan hat. Wenn die Chemnitzer„Bollsstinnne" in einem früheren Artikel darauf hinwies, ehedem seien die Meinungen über den Zoll in unsrer Partei geteilt gewesen, so vergaß sie zu bemerken, daß das nur für die industriellen Schutzzolle zutrisst, die als ErziehungS- zölle gelten komrten. Für Lebensmittel- Zölle hatte sich in der deutschen Socialdemokratie bisher noch nie eme Stimme erhoben. Das blieb Max Schippe! und seinen Protektoren vorbehalten. Also nochmals: Nicht bloß gegen agrarische Bereicherungszölle, sondern auch gegen agrarische Schutzzölle, gegen jeden Lebensmittel- Zoll müssen wir uns principiell wenden, indem wir nie außer acht lassen, daß sie Mittel sind, dem Grundbesitz arbeitsloses Einkommen auf Kosten des Arbeitslohnes zuzuführen. Die Unterscheidung zwischen Bereicherungs- und Schutzzöllen ist nur eine Tüftelei, die keinen andren Erfolg haben kann, als unsren Ansturm gegen die LebenSmittel-Zölle zu verwirren oder zu lähmen. Und darum ist es nötig, dieser feinen Theorie beizeiten zu Leibe zu gehen, selbst auf die große Gefahr hin, wieder als Querulant ver- schrien zu werden. Ja, in den Augen unsrer Gegner sind wir alle Ouerulanten. K. K a u t S k y. Ks Lswörls" Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 20. Februar 1904. Kapitalistische Jntercssrnkonflikte. Die Shmpathicn der kapitalistischen Presse sür Rutzland.— Japanismus und Mongolenfurcht.— Französisches und deutsches Kapital in Rußland und Japan.— Handclsinteressen.— England und die nordamerikanischc Union in Ostasicn.— Die Stellungnahme der jocialistischcn Arbeiterschaft zum Kamps in Ostasien.— Rußlands finanzieller Rückhalt. Während die Tagespreise ihre Spalten mit unzuverlässigen, sich gegenseitig widersprechenden Telegrammen über die Kampftage in Oslasien füllt und jede Redaktion sich der Konkurrenz wegen ver- pflichtet fühlt, in höherer Strategie zu machen, vollzieht sich unbe- achtet in den von der Großfinanz beeinflußten Blättern eine all- mähliche Schwenkung zu Gunsten Rußlands. Ganz offene Partei- nähme für die russische Annexionspolitik im fernen Osten findet man allerdings nur in der französischen kapitalistischen Presse, für die der„Figaro" den Ton angiebt: aber auch die belgischen und die deutschen Börsenblätter bekunden, wenn sie gleich zu einer offenen Stellungnahme für Rußland noch nicht gelangt sind, in vielen ihrer Auslassungen, besonders so weit diese die russische Finanzlage betreffen, eine zunehmende Sympathie für das Zarenreich. Sogar in englischen Haudelszeitungen stößt man auf Darstellungen, die im Gegensatz zu dem in England zur Zeit grassierenden akuten Gelbfieber eine versteckte Vorliebe für Rußland m seinem Kampfe gegen Japan verraten. Die Motive dieses Verhaltens sind, selbst wo sie sich hinter allerlei ethischen und selektionistischen Rassentheorien verbergen, leicht zu erkennen. Ist man auch keineswegs ein Freund der' russischen Zollpolitik und nimmt die russischen Versicherungen über das Offen- halten der Thür zur Mandschurei nicht recht ernst, so hält man doch fast allgemein in den Handelskreisen, welche die Wirtschasts- Verhältnisse Ostasiens aus eigner geschäftlicher Erfahrung kennen, Japan für einen weit gefährlicheren Handels- und Schiffahrts- konkurrenten als das schwerfällige Zarenreich. Selbst falls die russische Regierung, wenn sie ihre Position in der Mandschurei befestigt hat, dieses Gebiet dem fremden Handel verschließen sollte, erscheint jenen Kreisen, da außer Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika andre Mächte in der Mandschurei nur äußerst wenig kommerziell interessiert sind, solcher Verlust als viel unbedenklicher, denn eine weitere Stärkung der japanischen Handelsposition in Mittel- und Slld-China, hat doch Japan seit seinem letzten Kriege mit China seinen Export nach dem Himmlischen Reich mehr als verdoppelt und seine Handelsflotte erlangt, unter- stützt durch enorme staatliche Subventionen, nicht nur im Gelben und Chinesischen Meer, sondern auch auf dem Jangtsckiang eine stetig steigernde Bedeutung. Die Ansprüche Japans, seine Expansionssucht und sein Einfluß auf China werden aber, so folgert man, durch einen Sieg entschieden eine weitere Förderung erfahren. Es zeigt sich der ganze Widersinn des modernen Kapitalismus in dieser Stellungnahme. Erst wurden die Japaner gewaltsam ihrer Abgeschlossenheit entrissen und ihnen zwangsweise die Segnungen des Kapitalisnms aufgedrängt, und als die Japaner sich dann als gelehrige Schüler erwiese», als sie nicht nur Westeuropa einen Teil I eines WarcnüberschusseS, sondern auch einen Teil seiner überschüssigen bürgerlichen Intelligenzen: Professoren, Ingenieure, Techniker usw. abnahmen, da pnes die liberale Presse in allen Tonarten die wunderbare Anpassungs- und Kulturfähigkeit des japanischen Volkes und zeitweilig kam in der bürgerlichen Littcratur sogar eine geradezu alberne Begeisterung für den„edelsten Sproß der mongolischen Rasse", für die„Engländer des Ostens" oder auch, wie andere sie nannten, die„Preußen Ostasiens" zum Ausbruch. Seit aber der Japaner seine gerühmte Anpassungsfähigkeit dazu benützt, sich der Bevormundung semer europäischen Gönner zu entziehen und auf den ostasiatischen Märkten als deren schlauer Konkurrent aufzutreten, beginnt in der europäischen Handels- bourgeoisie der„Japanismus" merklich abzukühlen. Jetzt wird der Japaner wieder zum rohen„Asiaten", dessen niedrige Instinkte durch die aufgepfropfte Kultur nur leicht übertüncht worden sind. Be- sonders der japanische Kaufmann, der Akindo, wird als gemeiner Betrüger hingestellt. Doch nicht nur diese Furcht vor der gelben Konkurrenz kommt in der Haltung der kapitalistischen Presse zum Kampf in Ostasien zum Ausdruck; einen noch größeren Einfluß übt, wie sich deutlich ergiebt, wenn man die hohen Konnexionen der einzelnen Blätter sich näher ansieht, die Großsinanz. Es ist nicht Russenverehrung allein, auch nicht nur Rücksicht auf den lieben Verbündeten, welche die große französische Presse, nachdem sie anfangs eine gewisse Unentschiedenheit gezeigt hatte, in den letzten beiden Wochen mehr und mehr in eine eifrige Propaganda fiir die russischen Ansprüche in Ostasien hinein- getrieben hat: es ist der Einfluß der Hochfinanz, der in Frankreich— vielleicht mit Ausnahme der nordamerikanischen Union— noch viel weiter reicht als anderSwo f denn bekanntlich sehen sich fast alle großen französischen Zeitungen genötigt, da ihnen die reiche Einnahmequelle aus Annoncen fehlt, sich in den Dienst kapitalistischer Cliquen, meist finanzieller Konsortien, zu stellen. Und die franzö- fische Grohfinanz, ja bis zu gewissem Grade selbst die mittlere und kleine Bourgeoisie— denn nirgends sind die russischen Anleihe- und Eisenbahnwerte so tief in die Kreise der kleinen Kapitalisten eingedrungen wie in Frankreich— sind an dem Siege der Russen in starkem Maße interessiert, da sie im andern Falle mit einer be- trächtlichcn Entwertung ihrer Papiere rechnen müssen. Nach der im vorigen Jahre veranstalteten amtlichen Enquete über die Anlage französischen Kapitals im Auslände betrögt das in Rußland an- gelegte französische Kapital nicht weniger als sieben Milliarden Frank: eine Summe, die sich folgendermaßen zusammensetzt: Französische Handelshäuser in Rußland 49 Mill. Fr. Grundeigentum in Rußland.... 17„„ Banken m Rußland....... 18„„ Industrie-Anlagen, Bergbau.... 792„„ Russische StaatSpapicre...... 6000„ Finnländische StaatSrente..... 90„„ Zus. 6068 Will. Fr. Dagegen belief sich das ftanzösische Kapital, das in Handels- Unternehmungen zu Tokio, Aolohama, Nagasaki und Kobe steckt, nur auf etwa 12 Milllonen Frank. Ebenso hat Belgiens Kapitalistenklaffe sich eine bedeutende Portion russischer Staatspapiere ausgeladen, und außerdem hat sie höchst bedeutende Summen belgischen Kapitals in südnissischen Industrie-Unternehmungen, besonders in der Kohlen- und Eisen- industrie, angelegt. Und nicht viel weniger ist das deutsche Kapital in Rußland interessiert. Leider fehlen darüber genaue, zuverlässige Mitteilungen. Von Sachverständigen wird jedoch die Gesamtsumme auf mindestens drei Milliarden Äark geschätzt; während nach den Angaben der deutschen Konsulate in Japan das gesamte in Japan und Formosa angelegte deutsche Kapital sHandelsunternehmungen, Banken, Kredite, Grundbesitz in den Fremdcn-Niederlassungen und versteckter, auf japanische Namen eingetragener deutscher Grundbesitz außerhalb der Fremden-Niederlassungen) sich Ende 1898 nur auf 65— 70 Millionen Mark belief und sich� seitdem kaum um mehr als 15— 20 Millionen Mark erhöht haben dürften. Dazu kommt das relativ geringe Interesse der deuffchen und französischen Export- Industrie an dem Import Japans. Aus dem deutschen Zollgebiet sind im Jahre 1901 nur für 45,5, in 1902 nur für 49.7 Millionen Mark Waren nach Japan ausgeführt, von Frankreich in den letzten Jahren gar nur für 10 Millionen Frank, so daß der Export nach Japan an der deutschen Gesamtausfuhr nur mit etwa 1 Prozent, an der französischen mit V« Prozent partizipiert. tatag, 21. Februar 1901. Nach Rußland führte dagegen Deutschland m 1902 für ca. 300 Millionen Mark Waren aus, Frankreich für 39 Millionen Frank, oder, wenn man die Ziffern der russischen Handclsstatistik zu Grunde legt, Deutschland für 203, Frankreich für 26 Millionen Rubel. Umgekehrt erfordert das Interesse der englischen und amerika- nischen Kapitalistenklasse den Sieg Japans in Ostasien. Nicht mir befürchtet die englische Bourgeoisie von der Ausdehnung der russischen Macht in Ostasien eine Verengerung ihrer dortigen Absatz- und Kapitalanlagcmärkte, sondern auch den Verlust ihrer rentablen Herr- schaft in Indien. Zudem aber befindet sich der größte Teil der japanischen Anleihewerte in englischen Händen, und der Handel Eng» lands mit Japan, dem der Handelsverkehr Hongkongs mit� dem Mikadoreich hinzugerechnet werden muß. stellte sich nach der japanischen Statistik in 1902 auf 96 Millionen Ueu, also über 200 Millionen Mark. Noch stärker sind die Vereinigten Staaten von Amerika kommerziell in Japan interessiert. Ihr Handel mit Japan hat den Englands längst überflügelt; in 1902 waren sie mit 129 Millionen Den, d. h. mit über einem Viertel an dem gesamten japanischen Außenhandel beteiligt, und dieser Verkehr befindet sich in rascher Steigerung. Sodann aber verlangt das deutliche Ziel der amerikanisch-inrperia- listischen Politik, die"Erringung der Obmacht im Stillen Ocean, die Ausrechterhaltung der sogenannten Integrität Chinas und die Schwächung des europäischen Einflusses, bis der Panama-, vielleicht auch der Nicuragua-Äanal fertig ist, der Ausbau der amerikanischen Flotte das erforderliche Maß erreicht hat und die Befestigung der wichtigsten philippinischen Häfen so weit vorgeschritten ist, daß sie als bequeme Operationsbasis zn dienen vermögen. Diese verschiedenen wirtschaftlichen Interessen sind eS, die in der Stellungnahme der kapitalisttschen Presse zum Kampf im fernen Osten zum Ausdruck kommen, natürlich mehr oder weniger hinter allerlei ethischen Argumenten versteckt. Während auf der ernen Seite vor der„gelben Gefahr" gewarnt und eine seltsame Besorgnis um die Erhaltung der europäischen Kultur geheuchelt wird, staffiert man auf der andren Seite den„little Japs" mit den erhabendsten Eigen- schaften aus, philosophiert von dem berechtigten Lebenstrieb der Völker nach Expansion, der Achtung vor der Selbstbestimmung der Nationen, der Notwendigkeit einer Politik der Offenhaltung der Handels- thore in Ostasien K. Nichts als bürgerlicher Phrascnschwindel zur Vordeckung des nackten JnteressenkampfeS. Man braucht sich nur die kapitalistischen Jntrtguen der nordamerikanischen Union in den süd- amerikanischen Republiken, die Anzettelungen zur Erlangung des Panamakanals, das Verfahren der Hankees gegenüber den Kubanern und den Filippinos anzusehen, um von der amerikanischen Achtung vor der Selbstbestimmung der Völker den richtigen Begriff zu erhalten. Und was das'„Offenhalten der Handclsthür" anbetrifft, so ist es daS erste Bestreben der Amerikaner nach der Eroberung der Philippinen gewesen, dort die Thüre zuzuschlagen. Die Stellungnahme der socialisstschen Arbeiterschaft wird von andern Faktoren bestimmt, als von diesen verschiedenen kapitalistischen Interessen. Für sie handelt es sich einfach um die Frage:„Wessen Sieg liegt im Interesse einer schnelleren frei- heitlichen Entwicklung Westeuropas und Ruß- lands selb st; ist zu erwarten, daß eine Niederlage des russischen Reichs seinen heutigen reaktiv- nären Einfluß im Konzert der europäischen Mächte vernichtet oder schwächt." Und deshalb, weil diese Frage bejaht werden muß, sind die Sympathieen des socialisnschen Proletariats aus seiten Japans, nicht weil die, heute in allen englischen Singspielhallen besungenen Japaner tugendhafter find als die Russen oder weil ihr ExpansionS- trieb berechtigter ist. Dieser Standpunkt aber bedingt keines- wcgs, daß wir nun verpflichtet sind, nach dem Rezept eines Teils der englischen Presse die militärischen und wirtschaftlichen Hilfskräste der Russen zu unterschätzen und die Japans zu überschätzen. Seine mächtige Konnexion mit der europäischen Hochfinanz geben Rußland einen starken finanziellen Rückhalt. Die Finanz hat bei einem Fall Rußlands ungeheure Summen zu verlieren, und ehe sie diese auf- giebt, wird sie sich noch zu manchem ansehnlichem Zuschuß verstehen, wenn auch sicherlich nicht mit heiterer Miene. Tat. Berliner partei-Hncfelegenbeiten» Erster Wahlkreis. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, findet in den Arnnnhallcn. Kommandantenstr. 20, eine große Wahl- Vereins- Versammlung statt, in der Reichstags-Abgeordneter Georg Schöpflin spricht. Um zahlreichen Besuch bittet' Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Dienstagabend 8»/- Uhr in FrankcS Fest- sälen, Sebastianstr. 39: Versammlung des Wahlvercins. TageS- ordnung: Vortrag des Reichstags-Wgeordneten Schöpflin über: „Der Krieg in Ostasien". Diskussion. Zahlreicher Besuch erwünscht. Gäste willkommen. Donnerstag, den 25. Februar: Zahlabend in den bekannten Lokalen. Der Vorstand. Eine Polnische BolkSversainmlung findet heute, Sonntag, nach- mittags 2 Uhr, in den„ A r m i n h a l l e n Kommandantenstr. 20. statt. Genosse Georg H a a s e referiert über die„Preußische Hakatie, die polnische Fraktion und das polnische Volk". Schmargendorf. Dienstag findet im Wirtshaus Schmargendorf. Warnemiiuderstr. 6, eine Volksversammlung statt. Gemeinde- Vertreter Genosse Hoffmann ausNowalves spricht über:»Social- demokratie und Kommunalpolitik". Obrr-Schöneweide. Den Einwohnern zur Nachricht, daß am Montag, den 22. d.M., abends 3stz Uhr, zwei öffentliche Gemeinde- Wähler- Versammlungen stattfinden, die eine in Töpfers Lokal, Siemensstr. 6, Referent: Gcmeindevertreter Gen. Grunow; die andre bei D o b S l a w, Ostend, Referent: Genosse Lang c. Die Genossen lverden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Nirdcr-Schönhauscn. Die Mitglieder- Versammlung des Wahl- Vereins am Dienstag fällt aus. Dafür findet am Mittwoch, den 24. Februar cr.. abends 8>/z Uhr, bei Wenzel, Lindenstrahe 43, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung:„Die Gemeinde- ratswahl". Referent: Stadtv. Genoffe Schubert- Berlin. Dis- kussion. Zahlreicher Besuch wird erwartet. lokales. Ein gutes Beispiel. Wir haben so viel mit der Verbcfferung dcS Diesseits zu thun, daß es schon aus diesem Grunde nicht unsre Sache sein kann, uns mit den auf das Jenseits hinauszielenden Angelegenheiten zu be- fassen und daher sollten wir uns eigentlich auch nicht in eine Frage hineinmischen, die jetzt die evangelische Kirche beschäftigt. Aber da die Aenderung der Abendmahlsfeier, für die jetzt in kirchlichen Kreisen agitiert wird, einen durchaus weltlichen Beweggrund hat. so wollen wir der Frage in Kürze erwähnen. Seit einiger Zeit wird in der evangelischen Kirche, die ja im allgemeinen nicht in dem Ruf steht, Neuerungen besonders grün zu sein, darauf hingewiesen, daß der Gebrauch des gemeinsamen Kelches beim Abendmahl den Be- teiligten schwere gesundheitliche Schädigungen bereiten kann. Es besteht die Gefahr, daß Lupus, Diphtherie und andre ansteckende Krankheiten durch die heute übliche Benutzung des gemeinsamen Kelches von einer Person auf die andre übertragen werden, und in einer Broschüre, die der ArchidiakonuS Scydel von teilen. = der hiesigen Nikolaikirche herausgegeben hat, werden eingehend die 33%, Millionen reduciert; 1886 erschien eine 50 Millionen Anleihe. 11. Jamar begann der neue Roman, der noch jetzt von Heft 1 an gesundheitlichen Bedenken erwogen, die der heutige Nitus mit sich Durch Tilgung ist sie am 1. April 1904 auf 40% Millionen Mark nachbezogen werden kann. Wir empfehlen unsern Lesern das bringen kann. Man darf es dem Verfasser nicht verargen, daß er vermindert. Vier Jahre später mußte eine neue Anleihe in Höhe Abonnement. in Diefer Zeit die Seinen in Beit zuſammenzuhalten trachtet den beshalb von 55 Millionen Mart emittiert werden. Dieſe verminderte, jich durch Amortisation inzwischen auf 494 Millionen Mark. Der Polizeipräsident erläßt folgende Mitteilung: Es wird die Frage erwägt, ob nicht mancher aus Furcht vor Ansteckung der Jahre darauf, 1892, gelangte eine Anleihe von 70 Millionen Mart zur wiederholt davor gewarnt, Mietsverträge über Räume in Abendmahlsfeier fern bleibt. Vorurteilstos erkennt Pastor Seydel Ausgabe. an, daß die katholische Kirche wohl wesentlich aus Rücksicht auf die Millionen Mark zurückgezahlt worden. Von der nächsten Anleihe aus zuschließen, zu welcher die von der Ausfertigung des RohbauVon dieser Anleihe sind inzwischen schon annähernd zehn neuerbauten oder umgebauten Häusern für eine Zeit abs Gesundheit der Gläubigen den Kelch für den Priester reserviert hat. dem Jahre 1898 im Betrage von 60 Millionen Mark Gestorent, nachdem er die rituellen Bedenken gegen eine Reform zu schon etwa 3, Millionen getilgt wordenonen art sind auch Gebrauchsabahlaufende Frist von sechs Monaten für die der neuesten noch nicht verstrichen ist, da die beseitigen gesucht und hierbei sogar den Schulchan- Aruch heran- 228 Millionen- anleihe sollen zunächst rund 36 Millionen Mark Polizei- Organe bor Ablauf dieser Frist das Beziehen gezogen hat, zu dem Schluß, daß mit der bisherigen Art der Kirch- für kämmereibauten und rund 20 Millionen Mart für die fer fraglichen of nicht fömen. lichen Feier gebrochen werden muß. Auf seinen Antrag hin hat der städtischen Werke verausgabt werden. Die erste Serie dieser Anleihe Stimmungen auch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden Kirchenrat von St. Nikolai denn auch beschlossen, daß hinfort bei würde also etwa 62 Millionen Mark umfassen. Außerdem sollen nach wie vor auf Anfragen aus dem Publikum über den vorauss der Abendmahlsfeier jeder Besucher sein besonderes Trinkgeschirr der städtischen Werke aus der neuen Anleihe entnommen werden. ziehungsweise umgebauten Häusern bereitwilligst Auskunft era 5 Millionen Mark zur Erhöhung des Betriebsfonds der Hauptkasse sichtlichen Termin der Beziehbarkeit von Wohnungen in neuen beborgesetzt erhalten soll. Wenn wir dieser kirchlichen Angelegenheit gedenken, so ge- bericht den Zeitungen zugesandt. Die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft hat ihren Jahresschieht es, weil mit der erwähnten Reform auch dem weltlichen der Erklärung, daß die Berfehrsentwicklung im letzten Jahre einen sich vier junge Taugenichtse vereinigt, die unter Anführung des Der Bericht wird eingeleitet mit Diebesromantik. Zu einer Bande mit dem roten Gürtel hatten Leben ein gutes Beispiel gegeben ist. Namentlich in Arbeiterkreisen befriedigenden Verlauf genommen hat. Einige verkehrs- 15 jährigen Karl Pawrowski über den Norden und Osten Berlins ist es noch vielfach Brauch, aus einem gemeinsamen Glase zu trinken; statistische Mitteilungen haben wir bereits am 13. Februar gebracht, und bis nach Rixdorf und Schöneberg ausdehnten. Die beiden spielt doch die große Weiße und der Landwehrtopp in der Berliner und daher wollen wir heute einiges über die Arbeitsverhält 15 Jahre alten Burschen Alexander Manchowski und Karl Mandrella Geselligkeit eine beträchtliche Nolle. Die gesundheitlichen Gefahren, nisse im Betriebe der Gesellschaft veröffentlichen. Der Bericht be- wollten sich Arbeit suchen und trafen bei dieser Gelegenheit mit denen Pastor Schdel durch die erwähnte Reform vorbeugen will, sagt darüber: Bawrowski zusammen, der sie zu einer Bande anwarb. Ihnen bestehen selbstverständlich nicht allein in der Kirche. Den Gastwirten" Für die Unterhaltung und Pflege der Motor- und Anhänge schloß sich noch ein 13jähriger Knabe, ein Sohn anständiger Leute, ist polizeilich vorgeschrieben, daß sie die Gläser jedesmal vor dem wagen auf den Bahnhöfen sowie die Ausbesserung der Wagen in auf Bureden an. Sie verließen das Elternhaus, beschafften sich rote Einschänken auszuspülen haben; dieſe nüßliche Verordnung verfehlt Arbeiter zur Verfügung, denen im Laufe des Berichtsjahres wiederum Ihre Thätigkeit bestand zunächst in Abhängediebstählen, die Beute Einschänken auszuspülen haben; diese nüßliche Verordnung verfehlt der Hauptvertstatt stehen nunmehr nahezu 1300 Handwerker und Gürtel als Abzeichen und nächtigten auf Heuböden und Stähnen. ihren Zweck jedoch bei der Benutzung eines Glases zum gemein- eine nicht unerhebliche Lehnerhöhung zugevilligt werden wurde sofort zu Geld gemacht. Dann aber wurde der Pipifar der samen Gebrauch. Aber auch wenn man ganz sicher ist, daß mang konnte. Auch den übrigen Angestellten haben wir den wirtschaftlichen Bande, Karl Mandrellä, ein kleiner Knirps, zu Beraubungen von uns mang teener mang ist, von dem man bei der dem Landwehr- Verhältnissen entsprechend vom 1. Oktober 1903 ab eine allgemeine Ladenkassen vorgeschickt. Entweder mußte er sich allein einschleichen topp dargebrachten Huldigung Nachteile für die Gesundheit zu er- Aufbesserung der Gehaltsbezüge zuteil werden lassen; durch die oder wenn die Genossen etwas kauften, die stasie bestehlen und gleich warten habe, gebieten dennoch Rücksichten auf die Appetitlichkeit, Mehraufwendung hierfür und für die mit den gestiegenen Betriebs- verschwinden. Gestern wurden sie in einer Herberge an der Börse mit dem alten aber nicht guten Brauch zu brechen und dem von leistungen eingetretene Bermehrung der Betriebsbediensteten haben aufgegriffen. Die drei ältesten wurden dem Richter vorgeführt, der der Kirche gegebenen Beispiel wie gesagt auch im weltlichen Leben sich auch die Ausgaben für Löhne und Gehälter erhöht; sie betragen jüngste Knabe seiner Mutter überliefert. nachzufolgen. Also fort mit dem Landwehrtopp! Für Wohlfahrt seinrichtungen 46,03 Proz. der Gesamtausgabe, gegen 45,73 Proz. im Vorjahre. Von der gesicherten Eristenz. Die Arbeiterin Nowakowska, die zu Gunsten unsres mit ihrem 12 Tage alten Seinde verschwunden war, ist noch am Leben. Personals sind ebenfalls erhebliche Mehraufwendungen gemacht Ihre Bemühungen, das Kind in irgend einem Stift unterzubringen, worden; die Ausgaben auf diesem Titel belaufen sich insgesamt auf waren vergeblich gewesen. Die Aermste war den ganzen Tag ohne 477 851,28." Nahrung umhergelaufen und hatte die Nacht mit ihrem Kinde in Weiter heißt es an andrer Stelle des Berichts:„ Die im Juli einem Neubau zugebracht. Am nächsten Nachmittag waren ihre 1900 für die Altersversorgung der Angestellten der Großen Kräfte völlig erschöpft, und sie brach auf einem Grundstück im Berliner Straßenbahn, Westlichen und Südlichen Verliner Vorort- Norden der Stadt zusammen. Die Polizei brachte die Unglückliche bahn errichtete Ruhegehaltstasse umfaßte am Schlusse des Berichts- fofort nach einem Strankenhause. Das Kind wurde dem städtischen jahres 5234 Mitglieder und besaß ein Gesamtvermögen von Waisenhause übergeben. 2 751 939,59 W.; die Einnahmen betrugen im Jahre 1903 insgesamt aus Beiträgen der Mitglieder 259 542,34 m., aus Ber- Ein Hintertreppen- Schwindler, ein etwa 40 Jahre alter Mann waltungszuschüssen 259 754,20 M., aus Zinsen 97 850,01 m. Wie mit gelblicher Gesichtsfarbe und von unterſeyter Gestalt, hat in in den früheren Jahren haben wir die auf Berbesserung der wirt- guten Häusern bei der Dienerschaft mit Erfolg gearbeitet. schaftlichen Lage gerichteten Bestrebungen des Vereins der kauft Serienloſe, die in Buntdruck hergestellt sind und einem StaatsAngestellten der Großen Berliner Straßenbahn, dem jezt über papier gleichen, mit dem Hinzufügen, daß die Erwerber Mitglieder 6200 Bedienstete als Mitglieder angeboren, auch weiter thatfräftig der Serienlos- Geſellſchaft der internationalen Prämienbank in unterstützt. Tem Verein ist es möglich geworden, ohne erhebliche Amsterdam" würden. Der Preis beträgt 5 M.; jedes Los gewinnt; Erhöhung der Vereinsbeiträge eine interbliebenenfasse der niedrigste Gewinn beträgt 4 M. In einem Falle hat der einzurichten, aus der den Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder Biedermann einem Mädchen, das nicht mehr hatte als 3 M., diese ein Unterstützungsbetrag von 300 bis 400 M. gezahlt wird, nachdem abgenommen, um die fehlenden 2 M. von dem Gewinn abzuziehen. die Gesellschaft sich bereit erklärt hatte, einen gleichen Betrag wie Die Serienlosbanken in Amsterdam und Kopenhagen haben keinen die Mitglieder zu der Kasse zu leisten. Auch die Baugenossen guten Ruf. Der Vertrieb ihrer Lose ist in Deutschland verboten, schaft des Vereins der Angestellten der Großen Berliner Straßen- wenn auch der Aufdruck auf den Losen das Gegenteil behauptet. bahn ist mit unsrer Unterstützung in ihrer Thätigkeit so gefördert worden, daß sie ein Beamtentwohnhaus in Deutsch- Wilmersdorf bereits seit Oftober 1903 in Benugung genommen hat und daß ein zweites Wohnhaus am Hedmann- Ufer im Rohbau hergestellt ist; für die Erbauung eines dritten Hauses ist bereits das Bauland in der Eylauerstraße von der Baugenossenschaft erworben worden." Vielleicht werden aus den Kreisen der Angestellten heraus diese Mitteilungen der Direktion gelegentlich beleuchtet. Das Gesundheitswesen im Stadthaushalts- Etat für 1904. In der ersten Lesung des Stadthaushalts- Etats, die am Donners: tag von der Stadtverordneten- Versammlung in fünfstündiger Sizung bewältigt wurde, wies Genosse Singer unter anderm wieder auf die oft beklagte Rückständigkeit unsres städtischen Gesundheitswesens hin. Oberbürgermeister Kirschner gab eine Antwort, die den in der Berliner Kommunalverwaltung herrschenden Geist und im besonderen die Stellung unsrer städtischen Behörden zu den Fragen der öffent lichen Gesundheitspflege fennzeichnet. Man solle, so sagte er, doch daran denken, wie es früher gewesen. Und von den Heimstätten, deren lleberfüllung Singer als ein Beispiel angeführt hatte, erklärte Herr Kirschner, sie seien doch nur aus reinem Wohlwollen für die ärmere Bevölkerung errichtet worden. Die Berufung auf die noch schlechteren Zustände früherer Zeiten ist ein Eintand von überwältigender Beweistraft. Mit solcher Weisheit fann man natürlich in jeder Frage alle Kritik niederschlagen. Dieses Argument ist aber zugleich so beschämend für den, der es vorbringt, daß heute kaum noch der gewöhnlichste Bierbank politiker in seinem freijinnigen Bezirksverein sich damit auf die Rednerbühne wagt. Doch der Oberbürgermeister der Reichshauptstadt sprach das fläglich kleine Wort gelaffen aus, und die freisinnige Stadtverordneten- Mehrheit schmunzelte Beifall. Eigentlich war ihm der Gedanke schon durch den Führer dieser Mehrheit vorweggenommen worden. Herr Cassel hatte gezeigt, wie die Aufwendungen für das Gesundheitswesen gewachsen sind. Im Jahre 1904 will die Stadt hierfür 9 721 626 M. ausgeben. An Einnahmen werden 2,999 200 27. erwartet, es sind also 6722 426 M. zuzuschießen. Die Aufwendungen haben sich in den letzten zehn Jahren ungefähr verdoppelt- so Herrlich weit hat Berlin es gebracht! Er vers Beim Fensterpagen fand ein Mann seinen Tod. Er sollte im zweiten Stock eines Hauses in der Ackerstraße Fensterscheiben reinigen und war auf einen dreibeinigen Schemel gestiegen, den er auf das Fenstergesims gestellt hatte. Der Schemel schlug um, der Mann fiel auf den Hof hinab und erlitt so schwere Verlegungen, daß er im Lazarus- Krankenhause starb. Trotz aller Warnungen werden immer wieder beim Fensterputzen die notwendigen Vorsichtsmaßregeln verabsäumt. Die Berliner Feuerwehr hat Donnerstag und Freitag nicht einen Brand zu löschen gehabt, was seit längerer Zeit nicht vorgekommen ist " Berlin hat es so weit gebracht, daß unser städtisches Gesundheits- Bemerkenswert sind noch folgende Stellen des Jahresberichts: wesen trotz der Ausgabenverdoppelung zu versumpfen droht. Noch„ Die Tageseinnahme stellte sich im Durchschnitt in 1903 auf immer find wir erst wenig hinausgekommen über eine blobe 79 145,65 m., gegen 74 497,55 W. in 1902, mithin im BerichtsKrantenpflege, die doch nur einen Teil des Gesundheitswesens jahre um 4648,10 M. mehr. Die Einnahme betrug im Tages- Eine etwas unangenehme Begegnung mit einem japanischen bildet. Noch immer gilt es als Hauptsache, Anstalten zur Heilung durchschnitt auf 1 Stilometer Gleis 161,84 9.( 153,92 M.), auf Kragenbären hatte der bekannte Afrikareisende C. G. Schillings, als Stranter zu bauen, und selbst diese Pflicht wird noch lange nicht so ein Wagentilometer 0,41 m.( 0,40 M.) und auf eine Fahrt 4,17 m. er dieser Tage mit dem Direktor Dr. L. Heck dem Cirkus Busch einen erfüllt, daß dem Bedürfnis genügt wäre; noch immer werden die( 3,84 M.). Jm Berichtsjahre wurden im Betriebe 1397 Personen Besuch abstattete. Nach der Vorführung der Raubtiere in der CirkusMaßregeln zur Erhaltung der Gesundheit als ein Lurus betrachtet, leicht, 184 schwer verletzt und 13 Personen getötet. Bon den arena begaben sich die beiden Herren unter Zeitung Sawades in den den man sich nur im bescheidensten Umfang gestatten dürfe. Die insgesamt zu Unfall gekommenen 1594 Personen ist bei 12 getöteten, Stallraum, in dem die Raubtiere untergebracht sind. Herr Schillings. Strankenpflege erfordert allein 8455 804 M. Ausgabe; davon sollen 156 schwer verletzten und 1103 leicht verlegten Personen eignes der sich als Löwenjäger" eines besonderen Rufes erfreut, fonnte cs, 2 205 884 M. durch Einnahme und 6 249 920 m. durch Zuschuß gedeckt Verschulden, bei 19 schwer verlegten und 282 leicht verlegten Ber- obgleich ihm die Tücke der Raubtiere befannt sein mußte, nicht unterwerden. Von diesen Summen kommen auf die Krankenhäuser fonen fremdes Verschulden festgestellt worden; bei 1 getöteten Person, laffen, mit seiner Rechten in den Käfig eines der Kragenbären zu 3 429 580 M. Ausgabe, 1451 820 M. Einnahme, 1977 760 M. Quichuß, 2 Schiverberlebten und 9 Leichtverletzten war tranfheit die Ursache langen und dessen fchwarzes Fell liebfosend zu streicheln. Das nahm auf die Irrenhäuser 5 026 224 M. Ausgabe, 754 064 M. Einnahme, zum Unfall, während in den übrigen 32 Fällen die Ursache ungewiß der heimtückische Japaner aber sehr übel, denn plöglich drehte er sich 4 272 160 M. Buschuß. Für die vorbeugende Gesundheitsblieb. Die im Laufe des Jahres 1903 ausgezahlten Haftpflicht wütend der schmeichelnden Hand zu; sicherlich wären Hand und Arm pflege bleiben da nur 1265 822 M. Ausgabe, die durch 793316 M. abfindungen sowie die Rentenverbindlichkeiten haben zusammen jarg zerfleischt worden, wenn Sawade nicht blitzschnell mit einer Einnahme zum größeren Teil gedeckt werden, so daß nur 472306 M. eine Ausgabe von 220 328,76 m. verursacht. Eisenstange in den Rachen des Japaners gefahren wäre und so das Zuschuß erforderlich sind. Hiervon kommen auf die Badeanstalten 636 942 M. Ausgabe, 518 916 M. Einnahme, 118 026 M. Zufchuß, Zum Umzugstermin. Der Polizeipräsident ersucht um Auf- Unglüd rechtzeitig abgewendet hätte. die Desinfektionsanftaft 161 975 M. Ausgabe, 25 300 m. Einnahme, nahme folgender Erklärung: Aus den Kreisen der Wohnungsmieter 136 675 M. Zuschuß, die Heimstätten nebst Rettungs- und Sanitäts- und der Möbelspediteure sowie in der Presse wird darüber Klage Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute abend 7 Uhr: Borwesen 466 905 M. Ausgabe, 249 100 M. Einnahme, 217 805 M. Bu geführt, daß in der Bekanntmachung des Polizeipräsidenten, betreffend trag des Herrn Dr. Rudolf Steiner über Kants weltschuß. Desinfektionsanstalt und Heimstätten sind die wesentlichsten den nächsten Vierteljahresumzug, vom 10. d. Wis., die Ziehtermine gefchichtliche Stellung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, der neuen Errungenschaften, die im Gesundheitswesen Berlins die für Berlin auf den 2., 5. und 6. April gelegt find. Wenngleich Gaal I. Der Vortrag beginnt pünktlich. legten 25 Jahre uns gebracht haben. Viel ist das nicht; aber früher, diesen Klagen eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen ist, indem Arbeiterschaft, Regierung und Alfohol. Uys wird geschrieben: so sagt Herr Kirschner, hatten wir noch weniger. Die Errichtung thatsächlich mannigfache Störungen und wirtschaftliche Schwierigvon Heimstätten war ja vollends nur ein Aft des Wohlwollens für keiten sich daraus ergeben müssen, daß der Beginn des Umzugs Der Parteigenosse Dr. med. Richard Fröhlich, der auf dem legten die ärmere Bevölkerung". Da ist am Ende das ganze bißchen Ge- zwischen den Charfreitag und das Osterfest und die Sortseyung hinter östreichischen Parteitage in Wien am 14. November 1903 ein großfundheitspflege durch die Gemeinde nicht eine Frucht neuzeitlicher das Osterfest gelegt worden ist, so ist doch nach Lage der Gefeßgebung zügiges Referat über„ Die Arbeiterklasse und Erkenntnis ihrer Notwendigkeit, sondern ein Almosen, das die besitzende eine Regelung dieser Angelegenheit in andrer Weise ausgeschlossen. Alkoholfrage" hielt, befindet sich zur Zeit auf einer mehr Selasse dem Befiglofen aus purer Barmherzigkeit nur um seinetwillen, Das hier in Betracht kommende Gesez vom 30. Juni 1834 bestimmt monatigen Rundreise durch Deutschland, um die Arbeiterschaft zum nicht etwa um ihrer selbst willen gewährt? als Umzugstermine in Fällen, in denen nicht in den Mietsverträgen etwas Besonderes hierüber vereinbart ist, die Vierteljahrsersten. Es Kampfe gegen einen ihrer vielen Feinde, den Alkohol, aufzurufen. In Neisse, Breslau und Dresden haben Centrum und Polizei giebt ferner den Ortsbehörden die Befugnis, bei größeren Wohnungen die gesegliche Räumungsfrist zu verlängern, und ordnet schließlich durch Saalabtreibung nebst angedrohtem Militär- Boykott, Des an, daß an Sonntagen und Feiertagen die Umzugspflicht ruhen soll. nunziation des" läftigen Ausländers", Bersammlungsauflösung, Aus diesem Zusammenhange der durch das Gesez getroffenen Be- Redeverbot und sonstige Maßnahmen in Summa sechs Versamute ſtimmungen ergiebt sich, daß die Polizeibehörde nicht befugt ist, das lungen vereitelt oder gestört. Ruhen der Umzugspflicht für einen Werktag anzuordnen. Während Seit dem 17. Februar weilt Genosse Dr. Fröhlich in Berlin und vor Erlah des Gesetzes, wie die Akten des Polizeipräsidiums ergeben, referiert Abend für Abend in den verschiedensten Stadtteilen und der zwischen dem Charfreitag und dem Osterfest liegende Sonnabend bei ähnlicher Kalenderlage wie der diesjährigen in der Regel Organisationen. Für Dienstag, den 23. d. M. hat der Vertrauensals Umzugstag ausgeschaltet wurde, ist er später fonsequent wie mann der Parteigenoffen des fünften Streises zur Diskussion der jeder andre Werktag behandelt worden, so im Jahre 1858, wo die Alfoholfrage eine Volksversammlung mit Dr. Fröhlich als Referenten Umzugstage auf den 1. April( Grün- Tonnerstag), 3. April( Oster- in den Schweizergarten( am Königsthor) einberufen, zu der Männer Sonnabend) und 6. April fielen, und in den Jahren 1893 und und Frauen Zutritt haben. Es wird hiermit auf diese wichtige und 1899, wo sie übereinstimmend auf den 1. April( Oster- Sonnabend) interessante Versammlung aufmerksam gemacht und um regen Besuch und den 4. und 5. April fielen. gebeten. " Es macht wirklich manchmal den Eindruck, als ob gewisse freisinnige Kommunalpolitiker die gesamte Gemeindeverwaltung mit den Augen eines Armenpflegers ansehen. Da ist dann alles, was zum gemeinen Besten geschieht, ein Almosen für die ärmere Be völkerung. Wenn solche Anschauungen von maßgebender Stelle vorgetragen werden, dann muß man sich nicht wundern, daß wir im Gesundheitswesen nicht vorwärts fommen, daß beispielsweise auf die Schaffung eines städtischen Gesundheitsamtes noch immer nicht zu rechnen ist, weil solche Dinge eben als Lugus" gelten, der über das„ Existenzminimum" einer Kommune hinausgeht. Die älteren Medaillen von wilden Ausstellungen. In der Angelegenheit der Die Schulden der Reichshauptstadt. In der letzten Sigung der Stadtverordneten- Versammlung wurde eine Denkschrift über die Aufnahme, Verwendung und Tilgung der städtischen Anleiheschulden gewünscht. Mit der letzten großen Anleihe in Höhe von 228 Millionen, die noch nicht begeben ist, bestehen zehn verschiedene Stadtanleihen, die sämtlich mit 3 Proz. verzinst werden. Der Nominalwert dieser Schwindelausstellungen ist nach der Zeitschrift Schuh und Leder" daß der Bund dem öffentlichen Auftreten des Herrn v. OppelDie Ortsgruppe Berlin des Arbeiter- Abftinenten- Bundes erklärt, zehn Anleihen beläuft sich auf 606 Millionen Mark. neun Anleihen hatten nur einen Nominalwert von zusammen bor kurzem ein beachtenswertes Urteil gefällt worden. Ein Schuh- Kapstadt völlig fernsteht und jede Verantwortung dafür ablehnen 378 Millionen Mart, wovon 106 043 931 m. inzwischen zurückgezahlt warenhändler Schaps hatte sich wegen unlauteren Wettbewerbes vor muß.( Einstimmiger Beschluß der Mitglieder- Versammlung vom worden sind, so daß nur noch 272 956 069 M. zu tilgen sind. Die Gericht zu verantworten, weil er die auf einer Schwindelausstellung 17. februar.) Anleihe von 1866 im Betrage von neun Millionen Mark ist die älteste erworbene Medaille in seinem Schaufenster angebracht hatte. Nachdem er vom Amtsgericht freigesprochen war, hat die Berufungsinstanz Das Arbeiterinnenheim II, Usedomstr. 7, hält heute abend 6 Uhr und bis auf den Rest von 870 150 M. getilgt. Im Jahre 1906 wird diese ihn verurteilt, die Medaille aus dem Schaufenster zu entfernen und bei freiem Eintritt einen Gesellschaftsabend ab, zu dem Frauen und alte Kriegsanleihe vollständig getilgt sein. Die nächste Anleihe wurde erft 1875 aufgenommen in einer Höhe von 24 Millionen Mark. Diese ich auch in öffentlichen Bekanntmachungen, auf Briefbogen, Geschäfts- Mädchen willkommen find. und Reklamekarten des Gebrauchs der Medaille zu enthalten, bei Summe ist bis auf 1 157 800 M. amortisiert, welcher Betrag am Im großen Theatersaal der Urania in der Taubenstraße hält am 1. April d. J. zurüdgezahlt werden soll. Diese Anleihe verschwindet Vermeidung einer fiskalischen Strafe von 30 Mark( dreißig Mark) Montag Herr Dr. Gazert, der ärztliche Begleiter der Deutschen also schon in Kürze vollständig. Die nächste, dritte Anleihe mußte für jeden Fall der Zuwiderhandlung. Südpolar- Expedition der„ Gauß", einen einmaligen Vortrag Unser schon ein Jahr später( 1876) in Höhe von 30 Millionen Mart auf- Die illustrierte Romanbibliothek In Freien Stunden" ist jetzt Leben im Polareis". An allen übrigen Tagen der Woche wird Von dieser Schuld ist beinahe die Hälfte bis zum 8. Heft erschienen, das heute zur Ausgabe gelangt. Es abends der Vortrag von Wilhelm Bölsche„ Der Erdball als Träger zurückgezahlt worden. Im Jahre 1878 mußte schon wieder eine An- bringt die Fortsetzung des Gerstäckerschen Romans Die Fluß des Lebens" zur Darstellung gelangen. Am Montag, Mittwoch und leihe im Betrage von 35 Millionen Mark aufgenommen werden. piraten des Mississippi" und der spannenden Erzählung„ Gabriel Sonnabend finden Nachmittags- Borstellungen zu ermäßigten Preisen Bon dieser Anleihe sollen in diesem Jahre 1 Million Mark zurück- Lambert, der Galeerensllave" von A. Dumas; sowie eine lustige halten. Im Hörsaal spricht am Mittwoch Herr Hoelling über statt und zwar wird der Vortrag An den Seen Oberitaliens" ge= hat, diese Schuld auf 11 Millionen Mark vermindert. Eine noch Erzählung„ Eine einträgliche Wette". Daneben„ Dies und Jenes"" Klants Theorie des Himmels" und am Freitag Herr Dr. Naß über größere Anleihe von 45 millionen Mark wurde 1882 aufgenommen. Wig und Scherz". Wöchentlich erscheint ein 24 Seiten starkes Heft" Die Glasfabrikation". Der Vortrag„ Nadium" wird am Mittwoch Diese hat sich unter Anrechnung der in den neuen zum Preise von 10 Pf., das in allen Parteispeditionen und in der und Sonnabend im großen Hörsaal der Urania- Sternwarte in der Etat eingestellten Amortisationsrate von 870 000 m. auf rund Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69, zu haben ist. Mit dem Invalidenstraße von Herrn Dr. Donath wiederholt werden. genommen werden. " " Das königliche Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, ver-[ Unternehmens festgestellt werden. Da das Grundstid der Gemeinde sweiflung vom dritten Stockwerk auf die Straße herab. Die Feuer anstaltet in der kommenden Woche abends 8 Uhr folgende öffentliche nichts kostet, würden sich die gesamten Kosten des Baues auf rund wehr erschien sofort, drang troß großer Schwierigkeiten in das Haus Herren und Damen zugängliche Vorträge: Montag, 22., spricht Kustos 60 000 m. stellen. Der Gemeindevorsteher teilt noch mit, daß der ein und rettete eine Anzahl Personen. Um 3 Uhr war das Feuer B. Stahlberg über„ Das Salz des Meeres", mit Demonstrationen; Kreis es ablehnt, die Kaiser Wilhelmstraße auf seine Kosten zu pflastern. bewältigt. Unter den Verletzten befinden sich 6 Feuerwehrleute. Mittwoch, den 24. und Sonnabend, den 27., Geheimrat Körte über Auf Antrag des Gen. Mann wurde den Delegierten zum Kanalisations- Eine weitere Nachricht besagt: Unter den bei dem Feuer in der 3wed und Einrichtung der Leuchtfeuer und Nebelsignale", mit Zweckverband einstimmig empfohlen, bei der Etatsberatung dafür einden Vortragsabenden ſelbſt von 6 Uhr ab im Inſtitut und von Worſtehere verbrannt. Lichtbildern. Einlaßkarten sind von 12 bis 2 Uhr mittags und an zutreten, daß das Gehait des Zweckverbands- Vorsitzenden, des Gemeindes Celluloidfabrik ums Leben gekommenen Personen befinden sich fünf Teitge in Nieder- Schöneweide auf 1000 m. festgefeßt Männer, fünf Frauen und zwei Kinder. Alle sind bis zur Un9 bis 4 Uhr im Deutschen Flotten- Verein, Bernburgerstraße 35, I, wird. Als Gemeindevorsteher bezieht der betreffende außer Dienst fenntlichkeit verbrannt. Außerdem wurden zwei Frauen sterbend erhältlich. wohnung ein Gehalt von 4000 M. Das Amt als Vorsitzender des in das Krankenhaus gebracht. Rigdorf. Fröhliche Kunst" betitelt sich der fünfte volkstümliche 2400 m. jährlich bezahlt, außerdem stehen noch genügend bezahlte Friedrichsschleuse bei Karolinenfiel wurde eine Flaschenpost aufinfte boltstiimfid Zweckverbandes wird ehrenamtlich verwaltet und zur Zeit mit Opfer der See. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet: In Kunstabend am heutigen Sonntag im Realgymnasium. Ginige Hilfskräfte zur Verfügung. Da zudem noch die Gemeinden durch heitere Stücke aus den Komödien Gerhart Hauptmanns„ Der Biber- Sie Ausführung des Kanalisationsprojekts ganz bedeutend belastet gefunden, wonach das Schiff" Ellwangen" mit 24 Mann pelz" und Schluck und Jau" und einzelne Scenen aus Kleists aus Besaßung an der Küste Schleswig- Holsteins untergegangen ist. " Zerbrochenem Krug" werden das Dramatische des Abends, Lilien- werden, so rechtfertigt sich eine Reduzierung des Ehrengehalts. Das Schiff ist jedenfalls den Stürmen zum Opfer gefallen, die in den cron, Falke, Presber werden das Lyrische, Hartleben und Stinde Rigdorf. Auf dem hiesigen Güterbahnhof ist am Donnerstag- letzten Tagen in der Nordsee und dem westlichen Teile der Ostsee das Erzählende an dem Abend vertreten. Lieder von Schumann, abend der 39 Jahre alte Kutscher Gustav Bendisch aus der Kopf- wüteten. Auch im Atlantischen Ozean herrschten in letzter Zeit starke suit you orting and compofitionen von Nüvi füllen den frame come bringt. B. hatte auf dem Güterbahnhof Stürme. Wie aus New York gedrahtet wird, ist der Schnelldampfer musikalischen Teil des Programmis aus. Mitwirkende fino: Steine geladen umb war im Begriff, den Bahnhof mit seinem„ Lahn" vom Norddeutschen Lloyd am Donnerstag mit zwei Tagen Dr. Gustav Manz, Robert Koppel( früher an Wolzogens Theater), Fuhrwerk zu verlassen, als ihm in der Nähe des großen Krahnes Verspätung dort eingetroffen, nachdem er unterwegs schwere Stürme Irma du Motta, Martha Altenberg u. a. Eintrittstarten zu 30 Pf. ein andres Fuhrwert entgegenfam. Bei dem Verfuch auszuweichen, überstanden hatte. Er konnte auf der ganzen Fahrt auch nicht an sind in der Expedition des Vorwärts", Prinz Handjerystraße 7, geriet B. zu dicht an den Krahn und wurde von seinem eignen einem einzigen Tage seine volle Schnelligkeit entwickeln. Dem Kapitän crhältlich. Wagen gegen das Eisengitter des Krahnes gequetscht. Der Unglück- wurden bei der unruhigen Fahrt des Dampfers zwei Rippen ge= Schiller- Theater für Charlottenburg. In der gestrigen außerliche erlitt hierbei lebensgefährliche Verletzungen des Unterleibes brochen, der zweite Offizier erlitt schwere Quetschungen. ordentlichen Magistratssigung wurde der Verkauf des Grunditude to mußte mittels Krankenwagens dem Krankenhaus Bethanien zwischen der Mommsen- und Niebuhrstraße, an der Schlüterstraße zugeführt werden. B. ist verheiratet und Vater von fünf kleinen belegen, in einer Größe von 8157 Quadratmeter zum Preise von Kindern.( " 130 Mart pro Quadratmeter, d. h. also für 1030 000 Mark nehmigt. Auf dieſem Grundſtück soll das Schiller- Theater für Char- Gerichts- Zeitung. Tottenburg erbaut werden. 0208 " Aus Stolp wird über eine Feuersbrun st gemeldet: Das aus staatlichen Mitteln erbaute hiesige Kornlagerhaus ist am 20. zwischen 3 und 4 Uhr morgens, wahrscheinlich infolge Kurzschlusses in der elektrischen Leitung, bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Vier Eisenbahn- Unglück auf der sibirischen Bahn. Während eines heftigen Schneesturmes in der Nacht zum 19. d. Mts. stürzte auf der Transbaikal- Bahn bei der Station Baikal kurz vor dem Passieren eines Militärzuges von den Bergen eine Schneemasse herab; die Lokomotive des Militärzuges fuhr in diese Schneemasse hinein und entgleiste. Bon den in den fünf folgenden Waggons befindlichen Soldaten kam einer ums Leben, fünf wurden schwer und vierzehn leicht verwundet. Am Nachmittag sollte der Verkehr wieder hergestellt sein. Fenersbrunst in Valdivia( Chile). Durch eine Feuersbrunst wurde in der Stadt Baldivia ein Teil der Häuser zerstört. Auch die Wohnung des Gouverners der Provinz ging in Flammen auf; der Gouverneur selbst erlitt keinen Schaden. Ueber einen Theaterbrand wird aus Budapest vom Freitag berichtet: Während der heutigen Vorstellung im neuen Königss Das Theater in der Königsgasse geriet eine Coulisse in Brand. Feuer griff rasch um sich. Des Publikums und der Schauspieler bemächtigte sich eine Panik, doch gelang es der Feuerwehr binnen Es wurde niemand aus dem kurzer Zeit, den Brand zu löschen. Publikum verletzt. 24 Menschen in die Luft geflogen. Auf dem 8 Meilen westlict, von Ogden( Utah) an einer Nebenlinie der Southern Picific Railroad liegenden Bahnhof Jackson sind zwei Wagenladungen Schieß= pulver aufgeflogen. Dabei wurden 24 meist griechische Arbeiter ges tötet, ungefähr ebensoviel verletzt. Das Telegraphenamt wurde zerstört. Eingegangene Druckfchriften. Seidendiebstähle bei der Seidentvarenfirma Geschw. Michels Eine Unthat im Tanzsaal. In Großwardein wurde der bildeten die Grundlage einer Anklage wegen Hehlerei und Diebstahls, Steinmezgehilfe Jakob Rösler von einem Tanzvergnügen verwiesen, Aus den Nachbarorten. die gestern vor der 10. Straffammer des Landgerichts I verhandelt meil et die festgesetzte Eintrittsgebühr von 40 Hllern nicht bezahlen wurde. Angeklagt waren der Handelsmann Albert Schmidt, die wollte. Bei diesem Anlasse entstand ein Wortwechsel, der in ThätAus der Spandauer Stadtverordneten- Versammlung. Zu Hausdiener Reinh. Na al, Heinrich Ebner, Eduard Dambodliteiten ausartete. Schließlich verließ Rößler den Raum, nach= einem neuen Konflikt zwischen unseen Parteigenossen und der bürger- und der Kaufmann Alfred Berche. Der Angeklagte Schmidt dem er noch seine im Saale weilende Geliebte vergeblich zum Mitlichen Mehrheit ob der von dieser bei Beschung der Ausschüsse, Kom- war früher Inhaber eines Wild- und Delikatessen- Geschäfts und be- kommen aufgefordert hatte. In überaus erregter Stimmung begab missionen usw. geübten Willfür tam es wodurch sich unsre Genossen genötigt sahen, um ihrer eignen Selbst- Ein Geschäftslotal besigt er nicht. Ein großer Teil der von ihm in pulbervorrat seines Meisters im Gewicht von ungefähr 2 Kilo um in are 1902 einen Sandel mit Tuch- und Seidenstoffen im Gewicht gesamten Schieß achtung willen, zum zweitenmale in zwei Jahren ihre sämtlichen der lezten Zeit gekauften Waren bestand aus gestohlenem Gut, gramm, füllte diesen in eine Zuckerbüchse und kehrte nach dem GeEs gelang Posten in den Kommissionen, Deputationen usw. nie der das von Hausdienern aus großen Stonfektionsgeschäften entwendet bäude, in der die Tanzunterhaltung stattfand, zurück. zulegen. Von allen Vorlagen des Tages beanspruchte nur die und von ihnen selbst oder durch Helfershelfer zu ihm gebracht ihm, unbemerkt in einen Nebenraum des Tanzfaales einzudringen Angelegenheit mit der Allgemeinen Elettricitäts- worden war. Namentlich waren es Seidenstoffe, die Schmidt, der und die mit Pulver gefüllte Büchse, an die er eine Zunte gelegt Gesellschaft erhöhtes Interesse. Diese Gesellschaft hat nämlich deshalb den Spiznamen Seiden- Albert" führte, in großen Mengen hatte, in den Ofen zu steden. Wenige Minuten später erfolgte ein vor einigen Jahren den Betrieb der elettrischen Straßenbahn von von ihnen erwarb. Die gestohlenen Stoffe verkaufte er vielfach in furchtbarer Krach. Die Wände des Tanzjaales stürzten ein und Der Deutschen Kleinbahn- Gesellschaft und damit gleichzeitig die größeren Partien an Resterhandlungen weiter. Die entwendeten begruben die ahnungslosen Gäste unter ihren Trümmern. bündige Verpflichtung zur Erbauung einer elektrischen Straßenbahn Waren wurden zum großen Teil in einer in der Schüßenstraße Personen wurden getötet, acht andre Personen schwer verletzt. Noch nach dem Spandauer Bock übernommen. Um diese Verpflichtung belegenen Schantoirtschaft verschoben", wo vicle Hausbiener verkehrten. im Laufe der Nacht gelang es, des Thäters habhaft zu werden. fucht sich die Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft nun unter allerlei Schmidt, der sich dem Wirte gegenüber als Schneidermeister ausAusflüchten herumzudrücken, obwohl die im Vertrage vorgesehenen gegeben hatte, war dort ständiger Gast. Der Polizei wurde durch einen Vorbedingungen seitens der Stadt bereits seit zwei Jahren erfüllt Bertrauensmann berichtet, daß in dieser Schankwirtschaft ziemlich 15 000 or giftat fchlägt im bor, der Geſellſchaft bergleich zweise häufig Balete für Schmidt abgegeben würden, die bort nad einiger M. als Beitrag zu den anzubieten, um zur von ihm abgeholt wurden. Die Polizei stellte Beobachtungen fofortigen Inangriffnahme des Banes der Linic, und zwar natürlich an und fand die Nachricht bestätigt. Man paßte eine Beitlang auf durch die Grunewaldstraße- Charlottenburger Chauffee führend, zu das Treiben des Schmidt auf, der in dem Schanklokal mit mehreren veranlassen; andrenfalls soll vertragsgemäß das Schiedsgericht ein Hausdienern in Verbindung stand, und da festgestellt wurde, daß gesetzt werden. Stadiv. Rieger( Soc.) sprach gegen das generöse eine bestimmte Resterhandlung seine Hauptabsatstelle war, so wurde Angebot von 15 000 M., wozu nicht die mindeste Verpflichtung be- dort Haussuchung abgehalten und es gelang, hier und später bei steht, und erklärte sich für Ausführung der Bahn in städtischer Schmidt selbst größere Posten Seiden- und andre Stoffe, die teils Regie. Wäre ein ähnlicher Antrag seiner Freunde vor einigen bei Geschwister Michels, teils bei einer noch nicht ermittelten Firma Jahren angenommen worden, dann gäbe es heute keinen Streit mit gestohlen waren, mit Beschlag zu belegen. Ein Tuchballen ist vom der Allgemeinen Elettricitäts- Gesellschaft. Die Magistratsvorlage Lager der Firma Eduard Ascher u. Co. entwendet worden, ein Bosten wurde unverändert angenommen. Seidenband stammte von der Firma 2. Graf hier. Anscheinend sind Es folgten Ausschußwahlen. In dem äußerst wichtigen Aus- aber noch viel mehr Geschäftshäuser bestohlen worden. Die Firma schuß zur Revision der Geschäftsordnung wollte der Geschwister Michels hat festgestellt, daß allein im Jahre 1903 aus 6. Ausschuß unfren Genossen mir einen Sitz, anstatt der mit dem dem letzten Angeklagten unterstellt gewesenen Lager ungefähr Recht beanspruchten zwei Size, cincäumen, und suchte außerdem 50 bis 60 Stück Seide im Gesamtiverte von etwa 4000 Mart gewieder die Wahl des Genossen Rieger in einen der Ausschüsse zu stohlen worden sind. Berchs hat in einem an die Inhaber der Firma vereiteln, indem er sechs Bürgerliche und den Stadtv. Pieper gerichteten Schreiben zugegeben, daß er für ungefähr 200 M. Seide aus ( Soc.) vorschlug. Dieser wendete sich in kurzer Ausführung gegen seiner Abteilung genommen habe, ohne sie anzuschreiben, leugnet aber, den ungerechtfertigten Standpunkt des 6. Ausschusses und erklärte, bei den Diebstählen beteiligt zu sein und das Gegenteil konnte ihm daß sich seine Freunde eine solche Bergewaltigung nicht länger ge- nicht nachgewiesen werden. Die Anklagebehörde nimmt an, daß ein fallen lassen wollen. Er schlug nochmals den Genossen Rieger großer Teil der Seidenstoffe von Hausdienern, die bei Geschwister bor. In der hierauf stattfindenden Zettelwahl fielen nun unsre Michels in Stellung gewefen sind, gestohlen sein mögen. Die entGenossen gänzlich aus; gewählt wurden sieben Bürgerwendeten Waren hat alsdann Schmidt und zwar durch Vermittelung liche. Für die neun gliedrige gemischte Kommission betreffend des Angeklagten Staal, der früher bei Michels und später in einem Festsetzung des Kaufpreises für das zu veräußernde andren in demselben Hause befindlichen Geschäfte tätig gewesen war, Forstgelände, in welcher unsre Genossen entsprechend ihrer gekauft. Raal hat mindestens 18 Stücke von den gestohlenen Zahl drei Size in Anspruch nahmen und für welche von unsrer Seidenstoffen an Schmidt verkauft. Der Angeklagte Ebner hat ihm Seite die Genossen Ducksch, Scholz und Müller in Vorschlag gebracht 6 Pakete Seidenband à 10 Meter, das Meter zu 3 Mart geliefert, die" Kommunale Praris", Zeitschrift für Kommunalpoliti wurden, präsentierte der 6. Ausschuß überhaupt nur bürger er der Firma 2. Graf, wo er in Diensten stand, gestohlen hatte. und Gemeinde- Socialism us. Herausgeber Dr. Albert Südekun in Berlin. Aus dem Inhalt der soeben erschienenen vierten Nummer des I iche Stadtverordnete, welche denn auch glatt gewählt wurden. Außerdem hat er mehrfach gestohlene Tuchballen für die nicht er vierten Jahrganges heben wir hervor: Cine Abhandlung von Otto Die Herren sind also vollständig unter sich! Unfrer Genossen be- mittelten Diebe an Schmidt verkauft. Auf Grund einer sehr um- Bollender über die Reform des Gemeindewesens in Sachsen. Das Wahlmächtigte sich hierüber eine gelinde Empörung, die sich in kräftigen fangreichen Beweisaufnahme verurteilte der Gerichtshof den Anrecht in Bremen von Heinrich Schulz. Programm der Berliner Social Morten Luft machte, die unserm Genossen Rieger eine Wort geflagten Schmidt zu 1 Jahr 6 Monaten Buchthaus Fortschrittlichen. Neben einem reichen Notizenteil über alle Gebiete des entziehung, zwei Ordnungsrufe und zwei Rügen seitens des sehr unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft, Raal zu Gemeindelebens enthält die Nummer in ihrer technischen Beilage einer. schneidigen stellvertretenden Vorstehers eintrugen. In die gemischte 1 Jahr 2 Monaten en 3uchthaus, wovon gleichfalls 4 Monate Beitrag von H. Grunwald, Baumeister in Bonn, über feuersichere Giete Kommission betreffend Beibehaltung der Stelle eines Magistrats- als berbüßt erachtet wurden, Ebner zu 9 Monaten GeDie Kommunale Bragis" erscheint am 1. und 15. jeden. assessors" wurden gleichfalls nur bürgerliche Stadtfängnis( 1 Monat verbüßt) und Berchs zu 1 Monat Ge- Monats und loftet im Bierteljahr 1,50 M. Das Wonnement ist allen den verordnete gewählt, da unsre Genossen ihren Anspruch auf fängnis. Dambock wurde freigesprochen. jenigen zu empfehlen, die sich für die wichtigen Fragen des Gemeindelebens zwei Size und auf die Wahl Riegers neben dem vom Ein Zusammenstoß auf der Oberspree hat dem Schiffsführer 6. Ausschuß vorgeschlagenen Genossen Ducksch nicht fallen lassen wollten. Unter großem Lärm und unter unaufhörlichem Klingeln Ludwig Müller, der sich gestern vor der ersten Straffammer des Die württembergische Steuerreform und die Socialdemokratie. des Vorstehers, der unsern Genossen am Sprechen verhindern wollte, Landgerichts I zu verantworten hatte, eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung zugezogen. Es war am Spätabend Herausgegeben vom Landesvorstand der Socialdemokraten Württembergs. gab hierauf Stadtv. Pieper namens der socialdemokratischen Fraktion die Erklärung ab, daß sie nach diesem neuesten Willküraft des 25. Juli, als der von dem Angeklagten geführte Stern- Dampfer Preis 50 Bf. Stuttgart 1904. J. H. W. Diet Nachf. Kolonial- Handels.Abrehbuch 1904. 8. Sabrgang. Preis 1,50 M. aus Selbstachtung genötigt sei, sämtliche Posten in den Ver- Oberbürgermeister Zelle" mit einem Verein an Bord von Köpenick Herausgegeben vom Stolonial Wirtschaftlichen Komitee, Berlin, Unter den Es herrschte frohe Linden 40. waltungsdeputationen, Ausschüssen usw. niederzulegen und die Ver- her auf der Oberspree nach Berlin zurückfuhr. antwortung allein der Mehrheit zu überlassen für alle Folgen, die Laune an Bord; für die Festteilnehmer wurde noch ein Fäßchen Bier verzapft und der in Betrieb gefeßte Scheinwerfer beleuchtete daraus entstehen werden. besonders die Ufer und die dort lustwandelnden Liebespärchen. Treptow Baumschulenweg. Zu der im März stattfindenden Zwischen dem alten und dem neuen Gierhäuschen gab es Gemeinderatswahl haben sich unsre Gegner, Freund und Feind" plöglich einen Rud, man hörte lautes Geschrei, und als die Fahr- der Statistik der Verbandskassen für das Jahr 1902. Wien 1903. Hirschenzusammengeschlossen, um mit vereinten Kräften unser Eindringen in gäste nach dem Vorberteil des Schiffes eilten, um zu erfahren, was gaffe 18. Archiv für Rajjen- und Gesellschafts- Biologie einschließlich Rassenbas Gemeinde- Parlament, worauf wir die günstigsten Aussichten passiert sei, stellte es sich heraus, daß der Dampfer auf einen mit und Gesellschafts- Hygiene. 1. Jahrgang, 1. Heft, Sanuar 1904. Jährlich haben, zu verhindern. Sie haben als ihren gemeinsamen Kandidaten Cement beladenen Deckkahn aufgefahren war. Der Führer dieses Heite 20 W. Einzelheft 4 M. Berlag der Archiv- Gesellschaft, Berlin W. 62. einen Herrn Dr. P. Schmidt aufgestellt. Parteigenossen, unser Fahrzeuges, Schiffseigner Lahke, wurde bei dem Anprall über Bord Le Peuple Roi par Th. Darel. Preis 3,20 M. Paris 1904. Kandidat ist der Maler Rob. Gramen z. An uns liegt es nun, geworfen; er geriet unter den Dampfer und wäre, wie er gestern Felix Alcan, Editeur, 108, Boul. St. Germain. diefem Mischmaschkartell am Tage der Wahl eine ganz empfindliche im Termin versicherte, sicherlich nicht mit dem Leben davonNiederlage zu bereiten. Thue jeder seine Pflicht, rüttle jeder die gekommen, wenn er nicht ein jo ausgezeichneter Schwimmer wäre. ihm bekannten Wähler auf, dann muß und wird zweifellos der Sieg Sein Kahn hat durch den Zusammenstoß einen Schaden im Werte von über 300 Mart erlitten, für den er die Stern- Dampfschiffs unſer ſein! singST Das Wahlkomitee. gesellschaft im Wege eines noch schwebenden Civilprozesses Johannisthal. Mit dem Bau eines Gemeindehauses in Anspruch genommen hat. Der Angeklagte bestritt jede Schuld Beschäftigte sich die Gemeindevertretung nochmals eingehend. Die und behauptete, daß er den Kahn bei dem dunklen Wetter nicht habe Offerte der Park- Terrain- Gesellschaft, welche für ein an der Kaiser sehen können, weil der Schiffer an hinteren Teil des Kahnes eine Wilhelmstraße gelegenes Grundstüd 10 000 m. fordert, wurde ab- Laterne nicht angezündet gehabt habe. Zwei seiner Bediensteten begelehnt, da infolge der Eingemeindung forstfiskalischen Terrains zu haupteten dasselbe, während der Kahnschiffer und andre Schiffer, Gemeindezwecken Grundstücke unentgeltlich zur Verfügung stehen. die ihm begegnet waren, versicherten, daß die Laternen gebrannt Außerdem wollten die Trüßschlerschen Erben ein Grundstück am haben. Da auch das Gutachten des kgl. Wasserbau- Inspektors zu Denkmalsplat unentgeltlich hergeben. Die Offerte des Forstfiskus, Ungunsten des Angeklagten ausfiel, so hielt der Gerichtshof die Buddhism. An illustrated quartaly review, vol. I. No. 2. welcher gleichzeitig einen Teil seines Bebauungsplanes mit ein Geuld be letteren für erwiesen und verurteilte ihn zu zwei Wochen Price 3 sh. Printed and published for the International Buddhist Society. By the Hanthawaddy Printing Works. Rangoon, Burma. gereicht hatte, wurde ebenfalls auf Antrag des Genoffen Mann Gefängnis. Verein Frauen- Erwerb. Kalender für das Jahr 1904. Verlag abgelehnt, da sich die Gemeinde unmöglich festlegen könne, bevor des Centralbureaus Berlin W. 66, Leipzigerstraße 128. nicht der ganze Bebauungsplan vorliegt und die Lage des der Monatsschrift für Sociale Medizin. Herausgegeben von Dr. M. Gemeinde nach dem Eingemeindungsvertrage zustehenden Terrains Fürst und Dr. St. Jaffé. I. Band, Heft 5. 12 Heste bilden einen Band. festgestellt ist. In dem vorliegenden Plan war meinde der sogenannte Schlangengrund, ein längs der Görlizer Bahn Eine Explosion in einer Fabrik von Celluloidkämmen verursachte Preis des Bandes 10 M. Jena 1904. Gustav Fischer. 14. Jahresbericht des Arbeiter- Sekretariats Berlin und Kassenbericht 115 S. sich hinziehender Sumpfstreifen angeboten, der aber für die Gemeinde in Paris am Sonnabendmittag 1 Uhr eine Feuersbrunst, durch die der Berliner Gewerkschaftskommission pro 1902. Drud: sehr ungünstig liegt. Für die Annahme dieser Offerte trat nur der 12 Personen getötet und 14 verwundet wurden. Durch C. Janiszewski, Elisabeth- Ufer 29. Gemeindevorsteher ein, während die übrigen Mitglieder der Gemeinde- die Explosion wurden die Nachbargebäude zum Erzittern gebrachtglieder des Verbandes der Steinſezer, Pflasterer und Berufsgenossen Statistisches Merkbüchlein und praktischer Ratgeber für die Mit vertreter mit Ausnahme des Vertreters der Parkgesellschaft sich für und alle Schaufenster derselben zertrümmert. Gleich nach der Deutschlands. Herausgegeben vom Centralvorstand. Berlag: A. Knoll, das Trüßschlersche Angebot erklärten. Die Beseitigung der Schwierig Explosion schlugen helle Flammen aus den Fenstern des Gebäudes, Berlin NW. 21, Waldenferstr. 18. teiten bei Ausführung dieses Planes wegen der zur Zeit noch um in welchem sich die Fabrik befindet, das Haus geriet sofort in Brand, Curt v. François, Major a. D., Staat oder Gesellschaft in unfren Kolonien? Heft X. Sociale Streitfragen von Adolf Damaschte. Preis regulierten Straßen soll im Dispenswege erstrebt werden. Falls dies nicht möglich ist, so soll ein Austausch des Grundstücks mit dem von die darin beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sowie andre Be 50 Pf. Berlag: J. Harrwig Nachf., Berltu SW., Friedrichstr. 16. der Partgesellschaft angebotenen Grundstück erfolgen. An einigen wohner des Hauses stürzten mit brennenden Kleidern unter gellenden vorliegenden Plänen und Berechnungen konnte die Rentabilität des pilferufen auf die Baltone heraus; einige sprangen in der Ver" der GeVermischtes. 6 bauten. Berlin W. 15. interessieren. Probenummern versendet gratis und franco der Berlay Louis Varlez, Ville de Gand. Fonds de Chomage. Rapport 1901-1903. Gand 1908. La Nouvelle imprimerie", Digne des Blanchisseurs, 8. Bericht des Verbandes der Genossenschafts- Krankenkassen Wiens samt Wider das dritte Geschlecht. Hie Europa! Sie Amerika! Aus dem Lande der krassen Utilität. Bon Jul. H. Weft, Ingenieur. Verlag von Franz Sientenroth in Berlin. Preis 1. tonträre Segual- Empfindung.( Nach Frau Marie Anderson.) Zweite, gänz Ein Wort zur Aufklärung über die lich neubearbeitete Ausgabe von Rudolf Quanter. Berlin, Hugo Bermühlers Berlag. C. G. 2. Rääf, Ausgangspunkte für wissenschaftliche Erwägungen bei der Behandlung von Arbeiterfragen. 58 S. Ivar Haeggströms Book fryderi A. B. in Stockholm. 1903. Dr. Anton Nyström, Elsaß- Lothringen und die Möglichkeit einer deutsch- französischen Alliance. Mit einem Vorwort des Abgeordneten A. Millerand- Paris. Preis 2 M. Verlagsbuchhandlung Hermann Walther, Berlin, Kommandantenſtr. 14. 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Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 44. 21. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Arbeitslosenzählung in Charlottenburg. Die Arbeitslosenzählung soll am Dienstag, den 23. Februar, stattfinden, d. h. jeder, der an diesem Tage arbeitslos ist, foll eine Zählfarte ausfüllen und in eine der an den neun bezeichneten Lokalen aufgestellten Urnen werfen. Zum bessern Berständnis drucken wir hier eine vollständig ausgefüllte Zähltarte ab. Zähltarte für Arbeitslose in Charlottenburg. Aufnahme am 28. Februar 1904. 1. Bor und Zuname: Paul Müller 2. Wohnung:( Straße und Nummer) Rosinenstrasse 12 782 3. Seit wann wohnen Sie ständig in Charlottenburg? Seit dem 1 ten Oktober 1898 4. Wie alt find Sie? 36 Jahre. 5. Sind Sie berheiratet? ja Sonntag, 21. Februar 1904. Die Wildente. Donnerstag: Die Kinder der Excellenz. Freitag: Die Frauen. Sonntagnachmittag: Der Liebe Gebot. Sonntagabend und Wildente. Sonnabend: Die Wildente. Sonntagnachmittag: Die Stützen Montag: 8mei Frauen. der Gesellschaft.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Der Compagnon. Central- Theater. Sonntagnachmittag: Die Fledermaus.( Anfang Montag: Der Compagnon. 3 Uhr.) Sonntagabend: Das Schwalbennest. Montag bis Freitag: Das Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag- Schwalbennest. Sonnabendnachmittag: Der geftiefelte Kater.( Anfang nachmittag: Vasantasena.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Der Com- 4 Uhr.) Sonnabendabend: Das Schwalbennest. Sonntagnachmittag: pagnon. Montag: König Lear. Dienstag: König Lear. Mittwoch: Uriel Der Zigeunerbaron.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Das stönig Lear. Sonntagnachmittag: Don Carlos.( Anfang 3 Uhr.) SonntagAcosta. Donnerstag: König Lear. Freitag: Wilhelm Tell. Sonnabend: Schwalbennest. Deutsch- amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n großen Teich. abend: Die Kinder der Excellenz. Montag: König Lear. Apollo Theater. Sonntagnachmittag: Lysistrata. Specialitäten. Alabendlich: Frühlingsluft. Gebrüder Herrnfeld Theater. Allabendlich: Nur eine Nacht. Metropol Theater. Allabendlich: Durchlaucht Radieschen. Cafino Theater. Sonntagnachmittag: Der vertauschte Sohn.( Anfang 4 Uhr.) Allabendlich: Cirtusfee. Steidl Theater. Linienstraße( Ede Friedrichstraße). Täglich: Das teure Baterhaus und andre Vorträge. Anfang 2, Uhr.) Sonntagabend: Der einſame Beg. Montag: ole Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Die versunkene Glocke. Rose Bernd. Dienstag: Fauft. Mittwoch: Novella d'Andrea. Donnerstag: Der einsame Weg. Freitag: Rose Bernd. Sonnabend: Der einsame Weg. Sonntagnachmittag: Johannes.( Anfang 2 Uhr.) Sonntagabend: Novella d'Andrea. Montag: Nose Bernd. Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Alt- Heidelberg.( Anfang 22 Uhr.) Sonntagabend: Waterkant. Montag: Alt- Heidelberg. Dienstag: Waterkant. Mittwoch: Maria Theresia. Donnerstag: Waterkant. Freitag: Maria Theresia. Sonnabend: Waterkant. Sonntagnachmittag: Ueber unsre Kraft. I. Tell.( Anfang 2 Uhr.) Sonntagabend: Waterkant. Montag: Maria Theresia. Leffing- Theater. Bom Sonntag, den 23. Februar bis Montag, den 29. Februar: Zapfenstreich. Neues Theater. Sonntag: Medea. Montag: Minna von Barnhelm. Dienstag: Medea. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Der Schlachtenlenter. Schwester Beatrig. Freitag: Minna von Barnhelm. 6. Falls Sie verheiratet sind, trägt Ihre Ehefrau zum Erwerbe Sonnabend: Logit des Herzens. Schwester Beatrix. Sonntag: Medea. bei? Ja, nein.( Das Richtige unterstreichen.) Montag: Der Strom. 7. Wie viel Kinder haben Sie zu ernähren? 3 Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Der Freischüß.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die schöne Helena. Montag: Die Colombine. 8. Als was waren Sie auf Ihrer letzten Arbeitsstelle be- Die Tante schläft. Dienstag: Der Templer und die Jüdin. Mittwoch: Der fchäftigt? Rohrleger Templer und die Jüdin. Donnerstag: Die Colombine. Die Tante schläft. Freitag: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend: Die schöne Helena. Sonntagnachmittag: Der Troubadour.( Anfang 3 Uhr). Sonntag abend: Der Templer und die Jüdin. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. 9. Seit wann sind Sie arbeitslos? Seit dem 13 ten Februar 1904 10. Wurden Sie arbeitslos wegen eigener Kündigung? Kündigung des Arbeitgebers? ja Krankheit, Unfall, validität nein oder aus welcher andren Ursache? Wegen Mangels an Arbeit nein InBu bemerken ist noch, daß auch die Arbeiterinnen, soweit sie ohne Arbeit sind, solche Zählfarte auszufüllen haben. Da die Karten schon jetzt erhältlich sind, haben mehrere ArbeitsLose sie bereits jegt ausgefüllt und abgeben wollen. Das ist verkehrt; denn wer heute arbeitslos ist, hat möglicherweise am Dienstag wieder Arbeit. Die jetzt schon ausgefüllten Karten konnten daher nicht abgenommen werden. Die betreffenden Arbeitslosen müssen, soweit sie bis Dienstag nicht Arbeit gefunden haben, noch inmal eine Karte ausfüllen und sie in eine der Urnen legen. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königliches Opernhaus. Geschlossen. 59 Baffage- Theater. Täglich: To To. Fred Edlawi. Balast- Theater. Allabendlich: Das Millionenmädel und Specialitäten. Wintergarten. Täglich: Specialitäten. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Montag, Mittwoch und Sonnabendnachmittag 4 Uhr: An den Seen Ober- Italiens. Allabendlich: Der Erdball als Träger des Lebens. Marktpreise von Berlin am 19. Februar 1904 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. * Weizen, gut D.- Ctr. 17,50| 17,40 Startoffeln, neue D- Ctr. mittel 17,42 16,38 gering 17,34 17,30 13,40 13,38 13,36 13,34 " Stalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen 7,00 5,00 " Rindfleisch, Keule 1 kg 1,80 1,20 " Roggen, gut do. Bauch Schweinefleisch 1,40 1,10 " " 1,60 1,00 " mittel 1,80 1,20 " 17 gering " 13,32 13,30 1,80 1,20 " + Gerfte, gut " 14,00 13,10 2,60 2,00 mittel " " 13,00 12,10 60 Stüd 5,00 3,00 gering " thaser, gut " mittel " # 12,00 11,10 15,50 14,50 14,40 13,50 1 kg 2,40 1,20 Aale Bander 3,00 1,40 " 3,00 1,20 gering 13,40 12,50 Hechte 2,40 1,20 " " 3,82 3,50 Barsche 1,80 0,80 " " 7,40 4,80 Schleie 3,00 1,40 " 40,00 28,00 Bleie 1,40 0,80 " 50,00 26,00 Strebje 60,00 20,00 per Sjod 15,00 3,00 fang 3 hr.) Sonntagabend: Eine leichte Person. Montag: Die rele Luisen Theater. Sonntagnachmittag: Minna von Barnhelm.( Angierten Studenten. Dienstag: Kean. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Eine leichte Person. Freitag: Uriel Acosta. Sonnabend: Richtstroh Kean. Sonntagnachmittag: Die goldene Eva.( Anfang 3 Uhr.) Sonntag Heu abend: Uriel Acosta. Montag: Eine leichte Person. Erbsen Residenz- Theater. Sonntagnachmittag: Ein Seitensprung.( Anfang Speisebohnen 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Empfehlung. Der keufche Casimir. Von Linsen * ab Bahn. Montag bis Sonnabend: Die Empfehlung. Der keusche Casimir. Sonntagnachmittag: Ein Seitensprung.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die † frei Wagen und ab Bahn. Empfehlung. Der feusche Cafimir. Montag: Die Empfehlung. Der keusche Cafimir. Kleines Theater. Sonntagnachmittag: Schöne Seelen. Sereniffimus. Don Carlos.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Nachtasyl. Montag: Elettra. Dienstag: Nachtafyl. Mittwoch: Elektra. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Elektra. Sonnabend: Mutter Landstraße. Sonntagnachmittag: Schöne Seelen. Don Carlos. Serenissimus u. a.( Anjang 3 Uhr.) Sonntagabend: Mutter Landstraße. Montag: Elektra. Trianon: Theater. Sonntagnachmittag: Biscotte.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Madame X. Vom Montag bis Sonnabend: Madame X. Sonntagnachmittag: Biscotte.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Madame X. Montag: Madame X. Witterungsübersicht vom 20. Februar 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Welter 3 bedeďt 5Schnee Temp. 1. E. 5° G.= 4º N. Stationen 1 Haparanda 747 Still 1 Petersburg 747 SD 1 Cort 758 WSW Wetter Temp. n. T. bebedt-16 2Schnee-1 4 bedeckt 10 759 SW 3 bedeckt 3 bedeckt 2 Aberdeen 767 23 766 5 heiter 3 Baris 2wolten! 1 765 S 3 Regen 2 Swinembe. 756 23 Thalia Theater. Sonntagnachmittag: Charleys Tante. Sonntag- Hamburg 754 SS Königliches Schauspielhaus. Sonntag: König Heinrich IV. I. Zeil. ( Anjang 7, Uhr.) Montag: Im stillen Gäßchen. Dienstag: Wann wir abend bis Sonnabend: Der Hochtourist. Sonntagnachmittag: Charleys Berlin altern. Die Romantischen. Mittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Zante.( Anfang 32 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Der Hochtourist. Frantf.a.M. 764 S München Belle Alliance Theater. Sonntagnachmittag: Von Stufe zu Stufe. Donnerstag: Göß von Berlichingen. Freitag: Das große Licht. SonnWien abend: Göz von Berlichingen. Sonntag: Göz von Berlichingen. Montag:( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend bis Sonnabend: Götterweiber. Sonntags Maria Stuart. nachmittag: Hofgunst.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Neues fönigl. Opern Theater. Sonntag: Die Zauberflöte. Göfterweiber. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend:, Geschlossen. Carl Weiß Theater. Sonntagnachmittag: Ilse Römer.( Anfang Sonntag: Mignon. Montag: Tannhäuser. 3 Uhr.) Sonntagabend: Der Bettelstudent von Berlin. Montag: Der Alte Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag: Don tommt. Dienstag: Zwei Frauen. Mittwochnachmittag: Wilhelm Tell. Carlos.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Kinder der Ercellenz.( Anfang 4 Uhr.) Mittwochabend bis Freitag: 3wei Frauen. Sonne Montag: Die Kinder der Excellenz. Dienstag: Die Wildente. Mittwoch:| abendnachmittag: Frau Holle.( Anfang 4 Uhr.) Sonnabendabend: Zwei Frühjahr- Paletots. Wetter: Prognose für Sonntag, den 21. Februar 1904. Ein wenig wärmer, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Nieder Schlägen und lebhaften westlichen Winden. Berliner Betterbureau. Frühjahr- Anzüge. Hochschicke Frühjahr- Neuheiten 其 Frühjahr- Paletots Vielseitigste Auswahl in Stoffen u. Fassons 45.-, 39.-, 36.-, 30.-, 8 M. 27-, 24, 21.-, 18.-, 15.-, 12.Frühjahr- Paletots Sonder- Angebot, Gestreif. 18 M. Frühjahr- Raglans Moderne Verarbeitung und neue Stoffe 21 M. 30.-, 24M. für unsere vornehme, wohlfeile Mass- Anfertigung Einsegnungs- Anzüge Reichhaltige Auswahl in den neuesten Moden und ver schiedensten Webarten, sowie Kammgarn, Satin, Cheviot, Ripsgarn, Drapé, Melton etc. 83.-, 30.-, 27., 24.-, 21., 18.-, 15.-, 12.Zur Einsegnung: 950 Wäsche, Hüte, Handschuhe, Taschentücher, Krawatten, F sehr billig. Unterwäsche Jeder Käufer eines Einsegnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. 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SPECIAL- HAUS GRÖSSTEN MAASSSTABES 11 Brückenstrasse 11 Zwischen Jannowitzbrücke u. Köpnickerstr.( Ecke Rungestr. Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstrasse. Am Bürger- Hospital. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 21. Februar. Freie Volksbühne. Nachmittags 2 Uhr: 5./6. Abteil.: Metropol Theater: Medea. 10./11. Abt. Lessing- Theater: Der Meineidbauer. Anfang 7 Uhr: Neues Königl. Opern Theater. Die Zauberflöte. Montag: Geschlossen. Schauspielhaus. König Heinrich IV. I. Teil. Montag: Im stillen Gäßchen. ( Quality- Street.) Deutsches. Der einsame Weg. Nachm. 22 Uhr: Die versunkene Glocke. Montag: Rose Bernd. Berliner. Waterkant. Nachm. 2, Uhr: Alt- Heidelberg. Montag: Alt- Heidelberg. Lessing. Zapfenstreich. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Die schöne Helena. Nachm. 3 Uhr: Der Freischüß. Montag: Colombine. Die Tante schläft. Neues. Medea. Montag: Minna von Barnhelm. Residenz. Der feusche Casimir. Borher: Die Empfehlung. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Ein Seitensprung. Central. Das Schwalbennest. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Das Schwalbenneft. Belle Alliance. Götterweiber. Nachm. 3 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Montag: Götterweiber. Thalia. Der Hochtourist. Nachm. 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Der Hochtourist. Carl Weiß. Der Bettelstudent von Berlin. Nachm. 3 Uhr: Ilse Römer. Montag: Der Alte kommt. Apollo. Frühlingsluft. Blütenhochzeit. Specialitäten. Nachm. 3 Uhr: Lysistrata. Montag: Frühlingsluft. hochzeit. Specialitäten. Blüten Metropol. Durchlaucht Radieschen. Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Waliner Theater.) Die Kinder der Excellenz. Nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Montag: Die Kinder der Excellenz. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Der Compagnon. Nachm. 3 Uhr: Basantasena. Montag: König Lear. Luisen. Eine leichte Person. Nachm. 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Montag: Die relegierten Studenten. Kleines. Nachtasyl. Nachm. 3 Uhr: Schöne Seelen. Don Carlos. Serenissimus u. a. Montag: Elektra. Trianon. Madame X. Nachm. 3 Uhr: Biscotte. Montag: Madame X. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Montag: Dieselbe Borstellung. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Casino. Cirkusfee. Nachm. 4 Uhr: Der vertauschte Sohn. Montag: Die Cirkusfee. Winter- Garten. Cléo de Mérode. Specialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. To- To. Fred Edlawi. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Dramatisches Gedicht in 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Lustspiel in 4 Aufzügen von E. v. Wolzogen u. W. Schumann. Montagabend 8 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Dienstagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Die Wildente. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vasantasena. Drama in 5 Aften nach einer Dichtung des Königs Sudraka. Frei bearbeitet von Emil Bohl. Sonntagabend 8 Uhr: Der Compagnon. Lustspiel in 4 Akten v. Ad. L'Arronge. Montagabend 8 1hr: König Lear. Dienstagabend 8 Uhr: König Lear. Belle- Alliance- Theater. Belle Allianceftr. 7/8. Amt VI 283. Anf. 7 Uhr. Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Anf. 7, Uhr. Heute nachm. 3%, Uhr b. halb. Preisen:| Heute nachm. 3 Uhr b. fleinen Preisen: Charleys Tante. Abends 72 Uhr. Zum 173. Male: Der Hochtourist. Guido Thielscher in der Titelrolle. Gastspiel Grete Gallus. Von Stufe zu Stufe. Täglich abends 72 Uhr: Götterweiber. Montag u. folg. Tage: Der Hochtourist. Ausstatt.- Posse mit Gesang und Tanz. Cirkus Schumann. Heute, Sonntag, nachm. 4 Uhr und ab. 7, Uhr: 2 grosse Gala- Vorstellungen. Nachmittags hat jeder Erwachsene das Recht, ein ihm angehörendes Kind frei einzuführen, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittags neu! Kunst und Liebe. Mimisches Ballett. Zum Schluß: Cake- Walk. Die Riesenbonbonniere und der beliebte Bonbonregen. Außerdem in beiden Vorstellungen: Die beste Löwendressur der Welt! 25 Löwen des Herrn Seeth. Clown Gontards dressierte Tiere. Abends: BABEL. Gine Wanderung durch 8 Jahrtausende. Größte Ausstattungs- Pantomime d. Gegenwart. Urania. Casino- Theater. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Der Erdball als Träger des Lebens. Montag 8 Uhr: Dr. med. Gazert: ,, Unser Leben im Polar- Eis." Um 4 Uhr( kleine Preise): An den Seen Oberitaliens. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Ein Naturwunder: Die bildschönen HerkulesBrüder Der Indianer- Riese Mianko Karoo. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 50 Pfg. Neue Welt. Hasenheide 108/114. Arnold Scholz. Sonntag, den 21. Februar 1904: Bockbier- Jubel- und Truhel- Fest nach Münchner Art. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Rivei Anfang 5 Uhr. Ball- Orchester. Entree 30 Pf. Grosser Ball In den hinteren Sälen von 4 Uhr an: bei stark beseztem Orchester. Germania- Prachtsäle. Chaussee- Strasse 103- Arnold Scholz. Jeden Sonntag: Bamburger Sänger ( Steidl, Wolff). Nach der Soiree: Grosser Ball. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf. Im weißen Saale Grosser Ball. von 5 Uhr ab: Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich und Universitätsstraße. Madame X. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." Carl Weiss- Theater. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 742 Große Frankfurter Straße 132. Die tomische Operette Nachmittags 3 Uhr( Parkett 60 Pf.): Ilse Römer. 912 Uhr: 2 Die Cirkusfee. Borh. Das glänz. Februarprogramm. Sonntagnachm. 4 Uhr: Vertauschte Sohn. Schauspiel in 6 Bildern. Abends 7, Uhr zum legtenmal: Der Bettelstudent von Berlin. Gesangsposse in 5 Bildern v. G. Braun und H. Busse. Morgen: Der Alte kommt. Passage- Theater. W. Noacks Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. To- To der mysteriöse Zitherspieler. Fred Edlawi der beste Verwandlungskünstler. Sonnabend, den 27. Februar: Gr. Artisten- und Künstler- Ballfest. ,, Nach dem Zapfenstreich.' Eintritt 5, reservierte Terrasse 10 M. Billets bei A. Wertheim, Invalidendank, Künstlerdank und Passage- Theater. Gebrüder Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Graf Essex. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. IX. Berliner Saison.. Cirkus Busch. 2 grosse Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr u. abends 7 Uhr. Nachm. 4 Uhr: ein Kind frei, sofern es ein angehöriges der Familie ist; weitere Kinder auf allen Sipplägen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Nur noch wenige Tage: Wunder- Dressur des Mr. Richard Sawade mit seinen Unserm Genossen und Bezirksführer Robert Pose zu seinem heutigen 40. Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch 1 19385 Die Genossen des Bezirks 519. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn 19885 Emil im Alter von 14%, Jahren nach schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle der ZionskirchGemeinde, Nordend, aus statt. Die trauernde Familie Kaschubowski. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle II, Berlin. Am Donnerstag, den 18. Februar cr., starb nach kurzem Leiden unser Kollege Karl Retzlaff im Alter von 28 Jahren an Gehirnschlag. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. cr., nachmittags 2 Uhr, bom Krankenhause Moabit, Birfenstr. 62/63, aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 36/2 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher wilden Königstigern. Teilnahme, fowie für die reichen Auftreten der anerkannt besten Clowns d. Welt. Gobert Belling mit seinem spanischen Stierkampf. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Winterfreuden. Abends 7, Uhr, zum erstenmal: Debüt!!! Le dernier Mot. Die größte Attraktion der Gegenwart. Mr. Lucifer aus Paris. Zum 60. Male: Aus den Alpen. Bemerkenswert: Der Automobilsturz. Nach der Vorstellung: Familienball. Treptow. Montag: Die Dame in Trauer. SteidlLinienstrasse 132 Treptow. Kranzspenden bei der Beerdigung unsrer lieben Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante 16695 Luise Beier sagen wir den Mitgliedern und Kolleginnen des Deutschen Buchbinder Berbandes( Bahlstelle Berlin) unfren innigsten Dant. Die trauernden Eltern und Geschwister. Urania. Wrangelstrasse 10/11. Theater Restaurant Grosser Ball. Oranienburger Thor. Ganzlich neues Program Karpfenteich Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf.( Borverk. 40 ẞf.) Herrnfeld- Fröbels Allerlei- Theater Reichhaltigste Ausstellung der anfang Theater. So an lebenden Seetieren, 8 Uhr. Welt Reptilien etc. Sonntags Die anerkannt erfolgreichste Novität Deutsch- Amerikanisches Theater. Nur eine Nacht! Heute: Zum 179. Male: Köpnickerstrasse 67. Anfang 8 Uhr. 2 Afte 2 Afte aus einer Ehe. Ende 10 Uhr 30 Min. Somödie von A. und D. Herrnfeld GASTSPIEL mit den Prachtfiguren Ad. Philipp. Willi Waldheim... Donat Herrnfeld. Uebern grossen Tuschek Anton Herrnfeld. Ferd. Grünecker. TEICH. Dambitsch Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Abends 7, Uhr: Ferner: Das neue FebruarKünstler- Programm. Lyrico Quartett, Italienisches OpernEnsemble. 5 Schwestern Longonells in ihren Drig.- Gesängen u. Tänzen. Marka Freya. Hilda Stadthagen. Bendix als ,, Monna Vanna". fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntagnachmittag 5 Uhr: Inhaber: Karl Wanzlik. Grösster Saal ca. 900 Personen fassend. Empfehle mich den werten Der Wirt. Norddeutsche Sänger. Vereinen zu allen Festlichkeiten. Nach der Vorstellung um 10 Uhr: Grosser Ball. Entree 30 Pf. Sperrsiz 50 Pj. Montag: Goethe- Ensemble. Theater Borstellung. Freitanz. WINTER CARTEN 8 Pas de Deux" getanzt von Sign. Fiorentini u. Sgr. Cerutti. Kaufmann- Truppe Weibl. Radfahrer. Sisters Moulier Reckturnerinnen. Brothers Damm Exentric Akrobaten. Paul Batty Dressierte Bären. Excentrics. O'Neil und Torp Specialitäten. Anf. 3 Uhr. Die Empfehlung. Montag: Dieselbe Borstellung. Irania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Um 4 Uhr: An den Seen OberItaliens. Abends 8 Uhr: Der kenfche Cafimir. Montes& thr: Dr. med. Gasest: Metropol- Theater 8 Leben im Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Durchlaucht Radieschen! Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Anfang 18 Uhr. Rauchen überall gestattet. Medea. Apollo- Theater. Anfang 7 Uhr. Morgen: Minna von Barnheim. Central- Theater. Heute zwei Borstellungen. Nachmittags 3 Uhr halbe Preise: Die Fledermaus. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Abends 72 Uhr: Das Schwalbennest. Nachmittags 3 Uhr ermässigte Preise: Die besten Specialitäten des grossen Februar- Programms und ??? Nordini??? der Mann mit den Wundermuskeln. Hierauf: Lysistrata. Abends 7, Uhr: Vorverkauf 11-2 Uhr. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonntag, den 21. Februar 1904, 3 Bora Keplinger Sängerin vom k. k. priv. Theater a. d. Wien. Costantino Bernardi In einer Komödie mit 9 Personen v. Bernardi allein dargestellt. Zauberkünstler. Georg Hartmann Drei Baar Schuhe. Athlola& Brada Kraftproduktion. Lebensbild mit Gesang in 3 Atten von Karl Görlik. Abends 7 Uhr: Die Seemannsbraut Cléo de Mérode Biograph. Sanssouci. oder: Adelsstolz und Bürgertum. Morgen Montag auf allgemeinen Rottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Wunsch: Mutterliebe. Anj. 8 Uhr. Mittwoch, den 24. Febr.: Benefiz für den Oberregisseur Heinrich Richter: Lenore oder: Die Grabesbraut. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Sonntag, den 21. Februar: Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Dienstags: Theaterabend. Borzugstarten gültig. Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Dienstag, den 23. Februar:„ Ein Drei Paar Schuhe. Mann aus dem Bolke." 1906b Königstadt- Kasino Holzmarktstr. 72, Ede Alleganderstraße. Täglich: Franz Sobanski. Neu! The Byrons, Flimm u. Flumm, Eugen Nigthon. Die Februar- Specialitäten. Neu! Der Onkel kommt. Nen! Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tanz. Deutscher Hof Luckauerstr. 15. Am Moritzplatz. Heute sowie jeden Sonntag Unterhaltungs- Konzert des 38202* Berliner Tonkünstler- Orchesters Dirigent: Paul Gossen. Anfang 6, Uhr. Kaffenöffn. 5, Uhr. Einlaß 75 Pf. Alhambra Wallnertheater- Str. 15. Jeden Sonntag: Großer Extra: Ball bei doppelt befeptem großen Drchester. Anfang 5 Uhr. Empfehle mein Lofal für Vereine und Versammlungen. 39112* A. Zameitat. Wedding- Park. Sonntag 1. Mai noch frei. Sonnabende n. Sonntage noch frei. 60000 4 Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. 39122* C. F. Walter. Café Meyer Dresdener Strasse 128/29. Kaffee 10 u. 15, Bier, hell u. dunt., 10 Bf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne.+ Neu! Neu! Ges. gesch. Ges. gesch. Raucht Wilhelm Liebknecht- Cigarre. 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Und welche ungeheure Schädigung verursacht derselbe auf die Gesundheit des Volfes. Nur Aufklärung fann auf diesem Gebiete helfen; Verein für Gesundheitspflege des Volkes. Berlin- Moabit. J. A.: G. Gassen, NW., Emdenerstr. 17. deshalb ist der Besuch dieſes lehrreichen Vortrages jedermann zu empfehlen. der Welt, absolut staubsicher, garantiert 2 Jahre ohne Delung laufend, Ia Gummi, 146 M., desgl. mit II. Qualität 1960b Gummi( 1 Jahr Garantie) 140 M. Voran II", Räder mit Doppelglockenlager feme mit Ta Gummi, 138 Mt., ( Maßlager und erftlaffige mit Torpedo- Freilaufnabe mehr 13,50 m. Teilzahlung: Anzahlung 58 M., monatlich 10 M., bei bar keine Ermäßigung. Alte Räder werden in Zahlung genommen. Wer sich durch maritschreierische Reklame verleiten läßt, für einen niedrigeren Preis ein neues Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin- Norden. Freitag, den 26. 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Carl Hintze Pianosur Rifters 120. 4154L* N. 31, Brunnenstrasse No. 1896D 19356 Diskussion. Wahl von Bezirkskassierern. Naturheilv. Reform, Heilanst. Köpnickerstr. 72, Sprechst. 11-2, 6-8. Männer- Vortrag morgen Montag, Moabiter Casino, Wilsnackerstr.63: Verhütung und Heilung von Männerleiden, erklärt an Lichtbern. Referent: praktischer Naturheilkundiger Grundmann. Entree 20 Pf. und Zeitschrift. Abends 8%, Uhr. Central- Kranken- u. SterbeIII. Wahlkreis. Stukkateure, Bauberufe. Lokalorganisationen Berlins kaffe der Tapezierer Denſchl. Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr: Montag, den 22. Februar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal IV: Filiale Berlin I. Montag, den 20. b. Mts., abends 82 Uhr, Simonftr. Versammlung des Wahlvereins Oeffentliche Gewerkschafts- Versammlung life, bet Filk, Ciment 232 M in Frankes Festsälen, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: As was ist das Berliner Gewerkschaftskartell zu betrachten, indem es eine Zages- Ordnung: Vortrag des Reichstags Abgeordneten Streifbrecher- Organisation aufgenommen hat?" Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Schöpflin: Der Krieg in Ostafien". Diskussion. Bahlreicher Bejuch erwünscht. Gäste willkommen. Im Auftrage des Centralverbandes der Stuffateure Deutschlands, Filiale Berlin. Der Einberufer. Donnerstag, 25. Februar: Zahlabend in den bekannten Lotalen. 240/ 4* Achtung! " Der Vorstand. 173/ 3* 5. Wahlkreis! Achtung: Central- Verband der Maurer etc. Dienstag, den 23. februar, abends 8 Uhr, im Schweizergarten, Königsthor( Friedrichshain): Volks- Versammlung. Tagesordnung: 1. Alkoholismus und Klassenkampf. Referent: Genosse Dr. Frölich aus Wien. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwarten 217/1 Die Vertrauensleute. Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 24. Februar 1904, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: General- Verfammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer, sowie der Sektion der Puher und der Sektion der Gips- und Cementbranche, gleichzeitig der Gruppe der Fliesenleger. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1903. 2. Wahl der Delegierten zu der am 6. März stattfindenden Gaukonferenz. 3. Diskussion über die zur Zweigvereins- Berwaltung vorgeschlagenen Kandidaten. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Um regen Besuch ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Achtung! Puker. Achtung! 136/ 20* Sechster Wahlkreis. Dienstag, 23. Februar, abends 7 Uhr, im Rofenthaler Vereinshaud, Rofenthalerfit. 57 ( Schönhauser Vorstadt,) Sonntag, den 21. Februar, abends 6 Uhr, im„ Jägerhaus", Schönhauser Allee 103: Versammlung für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Stadtverordneten Hermann Schubert über: Unfre Boltsschule eine Klaffenschule". 2. Diskussion. Nachdem: Gemütliches Beisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/ 5* Der Vertrauensmann. Socialdemokratischer Wahlverein Baudeputierten- Verfammlung. Ersuchen die Kollegen, dafür Sorge zu tragen, daß jeder Bau vertreten ist. Die zu heut abend angesetzte Versammlung mit Frauen kann Umstände halber nicht stattfinden. 133/7 Die örtliche Verwaltung. H. Neumann. General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1903. 2. Neuwahl des ersten Kassieres. Erscheinen eines jeden Mit gliedes erforderlich. Billigste Bezugsquelle aller Art Musikinstrum. u. Saiten. 177/4 Lederer& Kreinberg Markneukirchen 1/ S. 58. Ihre Instr. s. wirkl. preisw. u. Jederm. zu empfehlen." Chr Parussel Mus- Direct. Preise zahlung. InvalidenZahn- Klinik. beliebige Zeil. Olga Jacobson, strasse 145. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verband der Kürschner Zahlstelle Berlin. Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 1hr, im Alten Schükenhaus, Linienstraße 5: Achtung! Kammmacher! Achtung! Oeffentliche Versammlung für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, 23. Februar, abends präciſe 8% Uhr, im„ Englischen fämtl. Hausindustriellen der Mükenbranche ſowie aller Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr: Zwei Versammlungen 1. Wedding: Kösliner Sof", Köslinerstr. 8. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Wetzker über: Das Verbrechen und seine Bekämpfung." 2. Diskussion. 2. Rosenthaler Vorstadt: Bei Hensel, Snvalidenstr. 1a. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Bartels über:„ Entwidlung des Socialismus von der Utopie zur Wissenschaft." 2. Diskussion. In beiden Versammlungen haben Gäste, auch Damen, Zutritt. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Garten", Alexanderftr. 27 c: Branchen- Versammlung der Kammmacher u. aller in der Celluloid- Haarschmuck branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Branche der Korbmacher. 79/2 Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der nächste Zahlabend am Mittwoch, montag, den 22. Februar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftsden 9. März, stattfindet. 246/9 haufe, Engel- Ufer 15: Kranken- Unterstüßungsbund d. Schneider Versammlung. Dienstag, 23. Februar, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung. # Zages Ordnung: 1. Bericht vom Gautag. 2. Branchen Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Die Rommiffion. in d. Kürschnerbrauche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages Ordnung: Durchführung zu bringen. Referenten: Herr Thomsen und Kollege 1. Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, um den Lohntarif zur Regge. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 102/7 Die Vertragskommission der Selbständigen und des Verbandes. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Zimm. 22, Fernspr.- Amt 4, No. 6076, Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20, gr. Saal. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Gen. Dr. Fröhlich Wien: Tages- Ordnung: 1. Staffenbericht vom vierten Duartal 1904 Branche der Modell- Fabriktischler. Die Alkoholfrage und die moderne Arbeiterbewegung“. 2. Fortsetzung der Diskussion über die Refolutionen betreffend die Angliederung der Stasse an den Verband. 3. Kaffenangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe oder mit über 13 wöchentlichem Rückstande tein Zutritt. 166/1 Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Wahlverein Weissenfee. Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokal Tscheutschler, Langhansstr. 106. Zages Ordnung: Die Entwidlung des Socialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Neferent: Genosse Bartels. Diskussion. Aufnahme neuer Mitglieder. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 18/2 Der Vorstand. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 22. Februar, abends 8, Uhr, bei Graumann, Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Mittwoch, den 24. Februar, abends 8%, Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13: Branchen- Versammlung. 3. Distuffion. 4. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Lages. Drbnung: 1. Bortrag des Genoffen Wollheim: Achtung! Geschirr- Sattler! Achtung! Sufige ut 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Berfäiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Die Kommission. Dienstag, den 23. Februar, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshaufe, Engel- fer 15, Saal 5: Montag, 22. Februar, abends 81 Uhr, im ,, Engl. Hof", Neue Noßstr. 8: Branchen- Versammlung. Branchenversammlung der Parkettbodenleger. Wann reichen wir unsre Forderungen ein?" Tages Drdnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Berschiedenes. 156/9 Jeder Kollege muß zur Stelle sein! Die Branchen- Leitung. Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Adtung! Herren- und Knaben- Atung! Die Branchen- Versammlung findet in diesem Monat nicht statt. Die nächste Branchen Versammlung findet am Montag, den 28. März, statt. Die nächste Vertrauensmänner Versammlung am Mittwoch, den 2. März. Konfektionsschneider u. Schneiderinnen. Montag, den 22. Februar 1904, abends 81 Uhr: Die Kommiffion. Oeffentliche Versammlung Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 8853. 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn H. M. Baege über Ernst Dienstag, den 23. Februar, abends 9 Uhr, in Graumanns Häckels Weltanschauung". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäfte willkommen. Sonntag, den 6. März: Urania- Vorstellung. Zur Aufführung gelangt:" An den Seen Ober- Italiens". Feftjälen, Naunynftr. 27: Versammlung Det ,, Sängerkreis der Musikinstrumenten- Arbeiter der Schnittarbeiter u. aller in der Branche beschäftigten veranstaltet am 2. Ofterfeiertag bei Graumann, Naunhnftr. 27, ein Familien- Kränzchen Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Die Urgeschichte des Menschen. Referent: Schriftsteller M. Schütte. herbunden mit gefanglichen Aufführungen. Billets find in den Ver. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. sammlungen und Zahlstellen zu haben. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 141/3 Rixdorf. Gewerbegerichts- Wahlen. Rixdorf. Montag, den 22. Februar 1904, abends 8 Uhr: Oeffentliche Wähler- Versammlung im Lokale von Thiel, Bergstraße 151/152. Zages Drdnung: Unfre Gewerbegerichts- Wahlen. Aufstellung der Kandidaten. Diskussion. Verschiedenes. Das Gewerkschafts- Kartell. J. A.: Der Ausschuß. 1980b Central- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Engel- Ufer 15, Saal I: Dienstag, den 23. b. M., abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Vereins- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Südekum über: Der moderne Arbeitsvertrag. 3. Ber Gäste willkommen. schiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. im Englischen Garten, Meganderstr. 27c. Zagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Holzhäuser über: Die gewerkschaftliche Drganisation und deren Einfluß auf die Lohn- und Arbeitsverhältniffe". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 162/6 Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer. Achtung! Arbeiter und Arbeiterinnen. Achtung! Montag, den 22. Februar, abends 6% Uhr, in Heinrichs Festfälen, Blücherstraße 61: Große öffentliche Versammlung der Gummiarbeiter und Arbeiterinnen. Tages Drdnung: 1. Die Lage der Gummiarbeiter( Arbeiterinnen). Referent: ReichstagsAbgeordneter E. Warm. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. 19795 Achtung! Elektro- Monteure und Feilenhauer! Kollegen und Kolleginnen! Liegt Euch daran, Eure so überaus traurige Wegen der Generalversammlung fallen die Bersammlungen der Branche Lage zu verbessern, so erscheint in Maffen in dieser Versammlung; niemand für den heutigen Tag aus. Die Versammlung der Feilenhauer ist am barf fernbleiben. Die Mißstände in den einzelnen Fabriten werden ebenfalls 28. Februar. 111/19 zur Sprache gebracht. Die Ortsverwaltung. Der Einberufer: Conrad Bruns, Antonftraße 24. Achtung! Sinsetzer! Achtung! Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, im„ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15, Saal 4: Außerordentliche Versammlung der organisierten Einsetzer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Bericht der Verhandlungskommission über das Ergebnis der Tarifgemeinschaft mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch jeder Organisation legimitiert; ohne dasselbe kein Eintritt. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Die Kommission erscheint um 7 Uhr. 79/13 Der Obmann. Frauen- Vortrag Febr., 8/2 Montag, den 22. brg, Restaurant Weddingpark. Krebs Belche Frauenleiden eigen am 28 meisten zu Referentin: Frau M. Kreiselmaier, Neu- Babelsberg. Eintritt für Mitglieder frei, für Gäfte 20 f. ufto. 286/14 Der Vorstand des Naturheilvereins Charlottenburg- Berlin. Grosse Protest- Volks- Versammlung am Mittwoch, den 24. Februar, abends 1,9 Uhr, bei Buggenhagen am Morigplak( nicht Tonhalle"). 286/15 1. Unfre Brüder unter der Militärfnute. 2. Freie Distuffion. Die Redaktion des„ Kampf": Senna Hoy. Rampf" Nr. 1 polizeilich verboten, Nr. 2 vergriffen, Nr. 3 Heute er fchienen. Heft 10 Pf. Radfahrer- Verein ,, Komet", Rixdorf, 1897. Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität". Am Sonnabend, den 27. Februar 1904, findet unfer diesjähriges Winter- Vergnügen im Restaurant Karlsgarten", Inh. O. Heikhaus, Startsgartenftr. 6-10, statt, unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Süd- Ost II", Berlin ( Mitgl. d. A.-S.-B.), des Kunstmeisterschaftsf. Herrn Rich. Steyer u. Reigenf unfrer Mitglieder, Vorträge, Ball, Festpolonaise mit Ueberraschungen. 19346 Alle umliegenden Bundesvereine sind freundlichst eingeladen. Das Komitee. Verantwo. Redakteur: Julius Kalisti, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 44. 21. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Arbeiterinnen Berlins, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schuße der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. sein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. Sonntag, 21. februar 1904. bildete ein scharf satirisches Märchen Gi- Ga- Got" aus einer Verband der Möbelpolierer. Die am Mittwoch abgehaltene Sammlung von Gustav Falke, dessen prächtiger Humor laute Heiter- außerordentliche Generalversammlung beschloß hinsichtlich der Arteit entfesselte. Die Hörerinnen bekundeten der Vortragenden durch beitslosenunterstützung: Nach einer Mitgliedschaft von 5 Jahren belebhaften Beifall ihre Dankbarkeit für den genußreichen Abend. trägt der Unterstübungssatz 1,75 M., nach 10 Jahren 2 M. pro Die nächste Vereinsversammlung findet am 29. Februar in den Tag. Wer aus einer andern Organisation, welche gleichfalls ArArminhallen, Stommandantenstr. 20, statt. Herr Dr. Conrad Schmidt beitslosenunterstützung gewährt, übertritt, bleibt im Besitz seiner in der früheren Organisation hinsichtlich der Arbeitslosenunterstützung wird über„ Geschichtsauffassungen" referieren. erworbenen Rechte. Bei Ablehnung einer durch den ArbeitsRigdorf: Verein gewerblich thätiger Frauen und Mädchen von nachweis angebotenen Stelle sowie bei Versäumnis der Kontrolle Rixdorf und Umgegend. Die Versammlung findet statt am 24. d. W., sollen für die den Nachweis der Möbelpolierer benutzenden Mitglieder abends 81% Uhr, im Lokal des Herrn Weniger, Briß, Werder des Holzarbeiter- Verbandes die gleichen Nachteile eintreten, wie für straße 27. Tagesordnung: 1. Vortrag: Frauenleben und Leiden. Die Mitglieder des Verbandes der Möbelpolierer. Eine längere 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referent: Herr Otto Grundmann, Tebatte veranlaßte die schon in einer früheren Generalversammlung praktischer Naturheilkundiger. Der Vortrag wird durch vorzügliche erörterte Frage, ob der Verband einen befoldeten Beamten anstellen Projektionsapparate volksverständlich erklärt. In Anbetracht des interessanten Gegenstandes wird um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht. Nur Damen haben als Gäste Zutritt. Der Vorstand. tönnen, " Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonnund Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 52 Uhr verlassen sein. soll. Die Anstellung wurde durch Zettelabstimmung mit 366 gegen Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur 169 Stimmen abgelehnt. Die Versammlung übertrug dem auf 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause fowie je stündiger dem Delegiertentage gewählten Vorstand die Erledigung der Geschäfte Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. für Berlin und Umgegend. In den Ausschuß wurden Fischer, Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges Ver- Die schwedische Vereinigung für politisches Frauenwahlrecht, die Weber, Nitschke, Schmoll und Niese gewählt. Mit der Laffen der Arbeit find z. V.: Unſittliche Angriffe der Unternehmer jetzt in 27 Drtsabteilungen 3400 Mitglieder. In der Stockholmer besteht, wurde Liers betraut. Als Delegierter zum Heimarbeiterdieier Tage zu Stockholm ihre Jahresversammlung abhielt, zählt Vertretung beim Holzarbeiter- Verbande, mit dem ein Kartellverhältnis oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unOrtsabteilung ist die Mitgliederzahl im verflossenen Jahr von 282 schutz- Kongres wurde Reuter gewählt.- Ferner wurde beschlossen, regelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Beauf 1118 angewachſen. Gine lebhafte Organisations- und Agi- daß der Streif bei der Firma Mendelsohn weitergeführt wird. schäftigung usw. Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; sie kann durch gegen- tationethätigkeit wurde im verflossenen Jahr entfaltet. Da es mit Schlußwort. Genosse Wenzel in Groß- Lichterfelde spielt seine feitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen Rücksicht auf den Kampf für das staatsbürgerliche Frauenwahlrecht Nolle als ungebetener Censor unentwegt weiter und behauptet wieder bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. sehr wichtig erscheint, daß die zu den Kommunalwahlen dieses Recht auch ausnugen holt, ich habe gegen seine und der übrigen Erveditionsangestellten Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein berechtigten Frauen Gehaltsaufbesserung durch falsche Behauptungen Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; be- wurden viele verheiratete Frauen, die, obgleich sie selbst zu Steuern beantragte Stimmung zu machen gesucht." sondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge veranlagt waren, nicht in den Listen der Kommunalwähler verzeichnet Ta der Raum des Vorwärts" für die Wenzelschen Verhaben können, find ungefeßlich und zurüdzuweisen. waren, veranlaßt, Beschwerde einzulegen. Der Magistrat Stockholms Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von hat für sein Teil diesen Beschwerden stattgegebeir und veranlaßt, drehungen zu fostbar ist, verzichte ich auf die Fortjehung der mir Anfang März hält die Strafgeldern müssen in der Fabrifordnung, die sichtbar aushängen daß dort die zur Steuer veranlagten verheirateten Frauen in aufgenötigten Polemik an dieser Stelle. die Listen aufgenommen würden. muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der über die Selbsteinschätzungen, wonach Ehemänner ihre Frauen Wenzel schon heute freundlichst ein. Infolge der Bestimmungen Preizkommission ihre reguläre Sizung ab; dazu lade ich Genossen Dort mag er( an richtiger mit einschäßen müssen, ist es übrigens Hygienische und Schuhmaßregeln. den verheirateten Stelle) die volle Schale seines Zornes entleeren, und ich werde( wie Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und Frauen erfchivert, einen eignen Steuerzeitei und damit kommunales gewohnt) aus meinem Herzen keine Mördergrube machen. Albrecht Fülle. zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben Wahlrecht zu erhalten. Die Vereinigung hat nun dafür gesorgt, daß Charlottenburg. Die Bedeutung der Arbeitsa und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute im gegenwärtigen Reichstag eine Interpellation zu dieser Frage Die Zahl der ihr kommunales Wahlrecht Iosen 3ählung lautete das Thema, über das Genosse Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso sind eingebracht wird. ausübenden Frauen ist infolge der Agitation der Schußvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Ver- Molkenbuhr am Donnerstag im Volkshause vor einer von etwa Im Jahre 1903 beteiligten 300-400 Personen besuchten öffentlichen Voltsversammlung sprach). Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umfleiden und einigung erheblich gestiegen. nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter sich von 9539 wahlberechtigten Frauen 972, gleich 10,1 Proz. Die Befämpfung der Arbeitslosigkeit bezeichnete er als eines der getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- an den Wahlen, 1902 von 6843 wahlberechtigten Frauen nur 147, bedeutendsten Probleme für die nächste Zukunft. Um ihr zu be anstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet Bei den diesjährigen Kommunalwahlen in Stockholm sollen in allen Berdoppelung der Löhne wäre der größte Segen für die Induſtrie; gleich 2,1 Broz., und 1900 gar nur 1,8 Proz. der Wählerinnen. gegenen, müßte die Konjumfraft der Massen gehoben werden. Eine Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schutze er- Wahlkreisen eigne Wahlbureaus der Vereinigung für Frauen- Wahl- statt dessen suchen die Unternehmer die Löhne zu drücken und die Dort sollen die Kandidatenlisten aller Lebensmittel werden durch Zölle künstlich verteuert. Auch abgesehen Taffenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten recht eingerichtet werden. Partcien bereit gehalten werden. von einer allgemeinen Erhöhung der Löhne, ließe sich heute schon manches zu einer systematischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit thun; dazu muß man aber vor allen Dingen die Zahl der Arbeitslosen nach ihren Berufen kennen. Einmal, im Jahre 1895, hat das Reich eine solche Zählung veranstaltet, und zwar im Sommer und zu Beginn des Winters. Danach ergaben sich im Durchschnitt 366 000 Arbeitslose mit 109 Millionen arbeitslosen Tagen. Bei einer Unterstützung von 2,00 M. pro Tag wären also 218 Millionen Mark jährlich erforderlich, eine Summe, die nicht zu groß erscheint, wenn man Hunderttausende von Menschen damit arbeitstüchtig ers halten kann. Würden die Zählungen alljährlich wiederholt, so würde man auch auf eine rationellere Verteilung vieler Arbeiten und auf eine Herabsetzung der Arbeitszeit erfolgreicher dringen fönnen, namentlich, wenn die Gesellschaft die Verpflichtung zur Erhaltung der Arbeitslosen hätte. Vereinzelt geht man ja mit regelmäßigen Zählungen vor, so jekt in Charlottenburg. Bei dieser zählung fann man ein flares Bild nur erhalten, wenn alle Arbeitslosen und alle Arbeiter es ernst damit meinen, daß die Arbeitslosigkeit festgestellt werden muß. Je mehr die Arbeitslosen gezählt werden, desto mehr wird man auf Mittel und Wege finnen, wie dem lebel zu steuern ist. Der Reichskanzler hat die Arbeitslosens Versicherung als eine der nächsten Aufgaben der Regierung bezeichnet. Das muß freilich bezweifelt werden; aber sicher ist, daß sie um so schneller kommt, je häufiger die Arbeitslosigkeit festgestellt wird. Hierzu muß die Arbeiterschaft nach Sträften beitragen. Sie trägt dadurch mit dazu bei, das Arbeitshaus und Gefängnis als Heilmittel gegen die Verwüstung der Arbeitskraft zu beseitigen der Diskussion wurde hervorgehoben, daß der Wahlverein, in richtiger Würdigung von der Wichtigkeit der Zählung, beschlossen hat, die Zählkarten durch Austragen von Haus zu Haus zu vers breiten; es wird also jeder Arbeitslose in den Befiß einer Zählfarte gelangen. Sollte sie dennoch dem einen oder andern fehlen, so kann er am Montag und Dienstag an den neun bekannt gemachten Stellen noch Starten in Empfang nehmen. werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Eristenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegenzunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Beschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, Blücher straße 49, Hof II. Frau Bauschke, Rostockerstr. 43, Quergeb. I. Frau Dr. Weyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Luh, Waterloo- Ufer 9, im Laden. Frau Mesch, Lychenerstr. 3, linker Aufg. IV. Frau Tiek, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heidemann, Alte Jakobstr. 108, IV. Frl. Grünberg, Köpniderstr. 8b, IV. Frau Jeetze, Rirdorf, Steinmez straße 120, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg, Wilmersdorfer straße 130. Sprechzeit jeden Mittivochabend von 7-9 Uhr. Gewerkschafts- Burcau, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, im Laden. Vorm. 9-1 und nachm. 6-8 Uhr. Die Gewerbe- Juspektions- Assistentinnen Frl. Reichert, EngelUfer 4, Frl. Kummert, Georgenfirchplatz 21, Fri. v. Bennigsen- Förder, Prinzen- Allee 88, sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag von 7-8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von 9-10 Uhr vormittags zu sprechen. Die Beschwerdekommission der Arbeiterinnen Berlins. Einen besonderen Genuß bereitete am Montag, den 15. Februar, Fräulein Adele Schreiber ihren Hörerinnen im Verein für Frauen und Mädchen der arbeitenden Klassen durch die Veranstaltung eines Märchenabends. Sei das Märchen ein evig neuer, unerschöpflicher Born der Frende für die Phantasie des Kindes, so gäbe es doch auch Märchen für Große, solche, deren tiefen geistigen Gehalt, deren humorvoll ironische Lebens- und Menschenbetrachtung das Kind noch nicht zu begreifen oder voll auszuschöpfen vermag. Gerade die neueste Zeit habe erst diese Form des Märchens reicher entwickelt und manches feine Werkchen dieser Art geschaffen. Die Vortragende hatte vier solcher Märchen für Große ausgewählt, in denen in besonders reizvoller Weise die Phantasie des Dichters den tiefen Lebensernst hinter schalthafter Ironie verbarg, und sie las diese kleinen Meisterwerte so anmutig und humorvoll, daß ihre Hörerinnen mit der lebhaftesten Teil nahme lauschten. Am tiefsten wirkte offenbar das zart poesievolle: „ Woher die kleinen Kinder fommen" von Hugo Salus, in der Dichter dem fragenden Kinde statt der alten Storchenmär das Wunder vom Werden des Menschen offen und hüllenlos, doch in ergreifend immigen Worten erzählt. Den Schluß dem Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Verfammlungen. Die Centralfommission der Krankenkassen hatte zum Donnerstag eine Versammlung der Krankenkassen- Vorstände und Verwaltungsbeamten Berlins und der Vororte nach dem Gewerkschaftshause einberufen, in welcher Herr Dr. med. R. Fröhlich aus Wien über die Bedeutung der Alkoholfrage für die Krankentassen referierte. Der Referent griff in seinem Vortrage etwas weit zurück und zog einen Vergleich auf diesem Gebiet zwischen andren Ländern und Deutschland. Vor 30 Jahren war die Alkoholfrage hauptfächlich eine Schnapsfrage, heute habe sich der Bierkonsum sehr gehoben und spräche in diesem Falle sehr mit. In England war der Schnapsgenuß vor 40 Jahren sehr groß und man trat dem Schnaps fonfum allgemein entgegen, aber in den letzten 10 Jahren habe sich der Verbrauch des Bieres um 30 Broz. und der Schnapsfonsum mit um 10 Proz. gehoben. Das Bier sei jetzt der Schrittmacher für den Schnaps. Ta man an Alfohol gewöhnt, das Geld aber zu Bier nicht ausreiche, greife man zum Schnaps. Referent tommt dann auf die Erkrankungen, welche infolge des Alkoholgenufjes entstehen, zu sprechen. In Deutschland seien in einem Jahre 13 000 Fälle Delirium tremens vorgekommen, ohne die ungeheure Zahl von inneren Erkrankungen an Magen, Leber, Herz und Nieren. In der Schweiz sei eine Todesursachen- Statistik eingeführt, worin der Arzt auch angeben muß, ob der Alkoholgenuß die Todesursache mit veranlaßt hat. Hierbei sei festgestellt, daß bei 10 Proz. der männ lichen Bevölkerung, über 40 Jahre sogar 20 Proz., der Alkoholgenuß mit die Lodesursache gefördert hat. Redner demonstriert an der Hand von Abbildungen, welche von dem Wiener Krankenhaus Professor Dr. Weichselbaum geschaffen sind, die durch den Alkoholgenuß angegriffenen franken Organe gegenüber den gefunden. In München sterben 6 Proz. der Bevölkerung an Herzerkrankungen, an dem sogenannten Fett- oder Bierherzen. In Berlin sind von 100 Gehirnerfrankten, welche einer Jrrenanstalt überlieferct Friedrichsfelde. Am Dienstag hielt der focialdemokratische wurden, 44 Alkoholisten. Ferner weist der Redner auf die vielen Wahlverein für den Bezirk Friedrichsfelde seine Monatsversammlung Verbrechen und Vergehen hin, welche im Uebergenuß des Alkohols ab. Genosse Waldeck Manasse sprach über" Der Kampf ums Der Redner verübt werden. Desgleichen machte er darauf aufmerksam, daß Dasein". erutete für seinen fesselnden Vortrag Unter von reichen Beifall. hier eine Erblichkeit besteht und die Nachkommenschaft Genosse Punkt Verschiedenes gab Alkoholisten sehr für alle Strankheiten disponiert sei. Er betont Pinseler die Abrechnung von der Landtagswahl. Ferner am Schluß, wir müssen uns gegen die Trinkgewohnheiten wenden, teilte die Lokalkommission mit, daß es absolut nicht gelingen will, nicht Mäßigkeit müsse die Parole sein, sondern gänzliche Abstinenz. in den Dörfern einen Saal zu Versammlungen zu erhalten. Die Großer Beifall lohnte den Redner für seinen außerordentlich lehr- Gastwirte weisen auch den Flugblattverteilern die Thür. Besonderes reichen Vortrag. Zum Schluß wurden cine Anzahl Fragen an leistet sich hierin ein Saalbefizer Herr Wernicke in Mahlsdorf, ob den Referenten gestellt, welche derselbe zu aller Zufriedenheit be- gleich dieser Herr schon früher Gastwirt in Berlin war. antwortete. Ein Widerspruch gegen die Ausführungen war aus empfohlen, dieses Rokal, welches dicht am Bahnhof liegt, besonders der zahlreich besuchten Versammlung nicht erfolgt. zu meiden. Kleine Anzeigen. am = Anzeigen für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. billigsten direkt nur beim Schneider- herabgeießt, spottbilligst. Pfandleih- Bilder, Inventur Ausverkauf, Bronzegastronen 16,00. Gaslyren! 1½ meister Fürstenzelt, Rosenthaler straße 15 III. 21178* weg 19. + 47* 42 Frankfurter Allee 10, am Ringbahnhof, Nähmaschinen, ohne Anzahlung, Boche 1,00, gebrauchte 12,00, fofortige Lieferung, Postkarte genügt. 1661b* In Es wurde +18 Winterpaletot, Herrenanzüge, Gardinen, Steppdecken, Tisch- Milchgeschäfts Einrichtungen, Gaskocherhaus! Einloch- Gas- Kanarienhähne, Aufgabe halber, wenig getragene Monatsgarderobe decken, Spottpreise. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1958b