Nr. 45. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Russenparlament. Dienstag, den 23. Februar 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Der Justizminister teilte über die Vorgeschichte des weiß man feit seiner Märchensammlung über die Mißgriffe der Königsberger Prozesses mit, daß die preußische Regierung von sich Bolizei". Damals war es ihm gelungen, unter Aufgebot des ge= felbst aus, als ihr der„ Schriftenschmuggel" bekannt wurde, bei der samten Verwaltungsapparats ein Aftenmaterial zusammenzutragen, Der Gendarmeriedienst, den Breußen russischen Behörde den Strafantrag nachgesucht habe; wer die ein- in dem faft jede Behauptung das Gegenteil der Wahrheit war. Rußland leistet, muß jedem Preußen heimische Regierung auf den ihr bis dahin unbekannten Schriften- Selbst zu der Verbreitung der ärgften Verdächtigung einer Frau mußten die Schamröte ins Gesicht treiben. verkehr aufmerksam gemacht, ließ der Minister im Dunkeln. Es ist den unglücklichen Minister diese fatalen„ Atten" verleiten. Indem ( Waldeck im preußischen Ab- also zu vermuten, daß es seine Freunde, die russischen Polizisten, ge- wir uns die nähere Auseinandersetzung vorbehalten, stellen wir schon geordnetenhause 18. Febr. 1863.) wefen sind, die ihn über die Notwendigkeit aufgeklärt haben, dem heute fest, daß jede der von socialdemokratischer Seite Das Reich Väterchens hat feinen Anlaß mehr, sich über den Absolutismus einen Liebesdienst zu eriveisen. Dann gab der Minister behaupteten Thatsachen durchaus richtig ist, und daß Mangel eines Parlaments zu beklagen. 8war innerhalb seiner zum erstenmal Mitteilungen aus den Königsberger Prozeßaften. Bis des Ministers Widerlegungsversuche eben den Wert- Hammersteineignen Grenzen hält es das Wagnis für zu gefährlich, weil die ges jetzt ein ungeheuerliches Verfahren wußten die Angeklagten scher Aften haben. bildeten Russen am Ende leicht eine antiabsolutistische Politik treiben und ihr Verteidiger überhaupt noch nicht, wodurch eigentlich gefündigt Trotzdem war, wie wir eingangs schon sagten, Herr Deser, tönnten. Darum verlegte es seine parlamentarische Vertretung ins fein foll. Dafür hat mun der Justizminister öffentlich sich, vor dem der Demokrat, vollständig überzeugt. Um die geistige Höhe dieses benachbarte Preußen, wo es sicher ist, unter der Knute des Drei ordentlichen Gerichtsverfahren, durch eine gefeßlich ver Frankfurter Boltsmannes aus der großen Eschenheimergasse zu ers tlassensystems eine Kammer zu finden, die den ausschweifendsten An- botene Mitteilung aus den Aften für die Schuld der An- messen, sei nur noch das Geständnis erwähnt: es habe einen sprüchen des Barismus genügt. Hier, im preußischen Abgeordneten- geklagten berbürgt, offenbar, um die ostpreußischen Richter zu er- tiefen Eindruck auf ihn gemacht, daß die Minister festgestellt hause, find Regierung und Barteien einig darin, die heiligsten Güter mahnen, eine befonders tapfere Probe ihrer Unabhängig hätten, daß niemals ein Russe sich über Rechtsverlegungen bei der des Absolutismus gegen alle wefteuropäische Rebellion zu verteidigen. teit zu liefern. Daß die Angeklagten, die ruffische Schriften preußischen Behörde beklagt habe:" Wer nicht sein Recht sucht, der Seiner Majestät des Baren allergetreuestes Parlament das ist das verbreitet haben, irgendwie über den Inhalt etwas gewußt verdient teine Unterstüßung". Welches Uebermaß von demokratischer preußische Abgeordnetenhaus. haben, das vermochte auch Herr Schönstedt nicht zu behaupten. Einfalt! Russen werden in Preußen angewiefen, bei den Beschützern Die Reichstagsdebatten über die preußisch- ruffifche Ausweisungs-, Aber er bestritt, daß der Inhalt der Schriften so harmlos der russischen Spizel Hilfe gegen sie zu suchen. Offenbar Spitzel- und Schergenpolitik im Reichstag hatten der Reichsregierung sei, wie im Reichstag dargestellt. Zwar gab er auch zu, daß will Herr Defer den Russen in Preußen einen Weg zeigen, wie eine der bernichtendsten Niederlagen bereitet. Unter der Wucht der der größte Teil der Schriften im üblichen socialdemokratischen fie sich am sich ersten lästig machen können. Mit dem socialdemokratischen Anklagen hatten sich auch die bürgerlichen Geleise sich bewegten, aber es feien auch Schriften gefunden worden demokratischen Hospitanten der Freifinnigen Volkspartei wetteiferte Parteien das allgemeine Wahlrecht schärft die Gewissen! zur terroristischer Art, die zum Königsmord auffordern, und dann Herr Peltasohn von der Freisinnigen Vereinigung, der in einer Verurteilung der offiziellen Russenschande herbeigelassen; mur der verlas er aus solchen Schriften ein paar Citate, die durchaus furzen Erklärung das Bedürfnis fühlte, feinen Freund Schrader Führer der Konservativen hatte sich einen Verlegenheitssag ab- russisch- preußischer Spizelphantasie Ehre machen würden. Denn gegen das Mißverständnis zu verteidigen, als ob er im Reichstag gerungen. Die zunächst verantwortlichen preußischen Bundesrats- wirtliche Terroristen würden schwerlich ihre Propaganda der That liberale Anschauungen vertreten hätte. Daß der liberale Friedberg mitglieber jedoch hätten es vorgezogen, in einem Ueberschuß von Mut mit solchen blutrünstigen Tiraden ankündigen. Es ist von durchaus von den ministeriellen Erklärungen befriedigt war, versteht den Verhandlungen fern zu bleiben, weil ihnen die Akustik des unsrer Seite behauptet worden, daß es sich lediglich um Verbreitung sich am Rande. allgemeinen Wahlrechts unbehaglich war; als die Herren noch Corps socialdemokratischer und liberaler Schriften gehandelt haben könne; In die Coulissen des ganzen Anarchistenrummels führten dam studenten waren, hatten sie das Verfahren, sich dem Gegner zu das hat der Minister für den größeren Teil zugestanden. Wenn sich aber der konservative e ydebrand von der Lafa, der mit entziehen, Kneifen" genannt. num wirklich auch ein paar Schriften jener Art vorgefunden haben wahrhaft orientalischem Feuer für ein Ausnahmegesetz gegen die sollten, so interessiert uns nur die Frage: wer diese Schriften unter Socialdemokratie fuchtelte, und der unvermeidliche freifonservative die socialdemokratischen geschmuggelt hat? Hier sind unsaubere Spizel Bost" 3edlitz. Gleichermaßen forderten sie die preußische Res hände thätig. Wir wissen, daß die russischen Socialdemokraten, die zu gierung auf, die Konsequenzen zu ziehen aus ihrer Feststellung", deutschen Socialdemokraten Beziehungen unterhalten, jene Tattit ver- daß zwischen Anarchisten, Terroristen und Socialdemokraten kein werfen, und deutsche Socialdemokraten haben nicht die mindeste Unterschied sei. Und damit ist ja der Zweck der Uebung verraten. Neigung, jene thörichten Aufrufe zu verbreiten. Sind derartige Herr v. Bedlitz brachte es auch fertig, aus dem Umstande, daß in Exemplare wirklich bei den Angeklagten aufgefunden, so würde gerade einer russischen Schrift zum Barenmorde aufgefordert wird, die dieser Umstand beweisen, daß sie keine Ahnung von dem Inhalt Folgerung zu ziehen, daß man nun endlich mit der Social hatten und im Vertrauen auf die ihnen bekannten Anschauungen politit im Reiche aufhören müsse, die nur ein Schlupfwinkel befreundeter socialdemokratischer Russen auch die von Spizelhand für die anarchistische Socialdemokratie sei. Herr v. Jedlig ist zu eingeschmuggelten Schriften annahmen. gierig und unruhig, um ein guter Geschäftsmann zu sein. Er verDie preußischen Minister der Justiz und des Innern, die Herren Schönstedt und Hannnerstein sind doch so weit in der Intelligenz vorgeschritten, daß fie eingesehen haben, es sei vorteilhafter, Schlachten zu kämpfen, ohne daß sie durch Gegner in ihren Siegen gestört würden. Noch intelligenter war freilich der im Reich und in Preußen zugleich verantwortliche Reichskanzler- Ministerpräsident, der weder im Reichstag noch im preußischen Abgeordnetenhause erschien, um die bor der ganzen Kulturwelt gebrandmarkte offizielle preußische Protektion des russischen Spizelwesens und die selbst in der russischen Geschichte Preußens unerhörte Verfolgung eigner Staatsangehöriger zur höheren Ehre des Kosakentums zu verteidigen; das überläßt er feinen Handlangern. " Aber man gewinnt aus dem Schluß der Rede Schönstedts den rät immer das Spiel. Wir verstehen übrigens nicht, warum gerade Am Montag bei Gelegenheit des Justizetats ging die sorgfältig Eindrud, als ob die Aktion wirklich nicht nur um Rußlands er sich immer über die Unzuverlässigkeit der socialdemokratischen vorbereitete Protestdemonstration des preußisch- russischen Abgeordneten willen begonnen worden, wäre, sondern daß es sich auch um Presse beklagt. Der Honorar- Intriguant der" Post" hat doch die hauses gegen den Reichstag in Scene. Es war von vornherein klar, daß einen echt russischen Anschlag gegen die deutsche sociale töbliche Zuverlässigkeit der socialdemokratischen Nachrichten am eignen die Mehrheit des Hauses mit Begeisterung die Gelegenheit wahrnehmen und politische Freiheitsbewegung handelt. Denn nachdem Herr Leibe verspürt. Es ist aber charakteristisch für die gesellschaftliche würde, ihre Väterchengesinnung zu beweisen. Das Oftelbiertum, das im Schönstedt ein Schauergemälde von der anarchistischen Gefahr Toleranz der erstklassigen Menschen, deren Geschäftsintereffen jener Abgeordnetenhaus vorwiegt, fühlt ja durchaus russisch. Es würde entworfen, versuchte er den Eindruck zu erweden, als ob der geheime Bedlig vertritt, daß sie anscheinend an seiner auf jedem Gebiete mit Freuden eine Angliederung des Landes östlich der Elbe an Ruß- Obere dieser blutigen anarchistischen Verschwörung die- Central bethätigten Rududsmoral teinerlei Anstoß nehmen. land aufnehmen, und wenn unsre Junker einmal vor die Wahl ge- leitung der deutschen Socialdemokratie wäre. Es Die deutsche Socialdemokratie hat weder bishet durch ein Wort, stellt würden, zwischen einer deutschen Demokratie und einer russischen würde ein vergebliches Bemühen sein, in die Köpfe eines Schönstedt noch durch eine That einen Anlaß zu der Profitlogik der preußischen Annexion zu wählen, so würden sie vor keinem Hochverrat zurück- oder Hammerstein die fundamentalen Unterschiede zwischen Anarchis- Russen gegeben. Ihre Beziehungen zum Anarchismus bestehen schrecken, um die Auslieferung Ostelbiens an Rußland zu bewirken, mus und Socialismus hineinzubringen. Auch dafür braucht ein darin, daß sie dies Gespenst für immer aus Deutschland ge= genau so, wie ihre Vorfahren einst die preußischen Festungen an preußischer Minister kein Verständnis zu haben, daß es die Pflicht scheucht haben. Dagegen haben wir jüngst einen grauenhaften Napoleon verraten haben. Das Verhalten der Konservativen war auch jedes anständigen Liberalen sein müßte, die russischen Fall von Königsschlächterei wirklich erlebt in Belgrad. also selbstverständlich. Dagegen verblüffte, trop aller trüben Er- Freiheitskämpfer zu unterſtügen. Jeder Liberale, und selbstverständ- Diese von Rußland protegierten Königsmörder waren Offiziere. fahrungen, doch die jämmerliche Würdelosigkeit der drei liberalen Parteien, lich auch jeder Socialdemokrat hat das Recht und die Kulturpflicht, Will man also Schlußfolgerungen, wie sie im Abgeordnetenhaus verinsbesondere des Freisinns. Kaum hatten die Minister Schönstedt Aufklärungsschriften, die in Deutschland erlaubt sind, wie immer zu sucht wurden, auf irgend wie reale Erscheinungen gründen, so verund Hammerstein ihre russische Lektion aufgefagt, da betrat der verbreiten; auch die Vorstandsmitglieder der deutschen Social lange man unverzüglich ein Ausnahmegesetz gegen die anarchistische Frankfurter Demokrat Deser, Redakteur der leitenden" demokratie könnten das thun. Um aber die anarchistischen Wahn- Armee".. " B Zur Protest- Aktion der russischen Socialisten gegen den Krieg. der " Frankfurter Beitung", die Tribüne, um zu erklären, vorstellungen des Herrn Schönstedt, der offenbar unter der ewigen Feig, aber doch flüger als die andern, verhielt sich das Centrum. daß er mun seine Anschauungen völlig revidiert hätte; die Regierung russischen Spizelreportage gelitten hat, ein für allemal zu zerstören, Es zog das Schweigen vor. Es will erst die Antwort hätte sich ganz korrekt verhalten. Dann kamen etliche Vorbehalte, stellen wir fest, daß der Vorstand der deutschen Socialdemokratie Wahrheit abwarten, die im Russenparlament nichts zu suchen hat, die aber nicht hinderten, daß sowohl der konservative Redner wie bisher weder direkt noch indirekt etwas mit der Herstellung oder der sondern in der deutschen Volksvertretung. Und diese Antwort der Justizminister dem Demokraten hohes Lob zollten, in einer An- Verbreitung russischer socialdemokratischer Schriften zu thun gehabt wird gegeben werden, und die preußischen Minister werden sie hören, gelegenheit, die gerade für die Demokratie eine Brincipienfrage hat. Er beansprucht an sich, wie wir wiederholen, das durchaus ge- so sehr sie sich in die Rückenfalten russischer Uniformen verkriechen allerersten und allerernstesten Ranges ist. Es scheint, als ob der fezliche Recht, sich an der Aufklärung des russischen Voltes zu be mögen. Liberalismus auch in seiner demokratischen Spielart durch seine teiligen, und nur um der Wahrheit willen ist die vorstehende nachBörsenschmerzen vollständig erschöpft ist. Seitdem die frechen drückliche Erklärung abzugeben. Die Scharfmacher, die einen blödJapaner es gewagt, durch ihre friegerische Aktion die Börsen- finnigen Anarchistenschrecken zu inscenieren suchen, um Wucherzölle ,, terte" zu erschüttern, ist auch die Demokratie russen- und Arbeiterknebelung gegen das deutsche Proletariat durchfanatisch geworden und sie betrachtet offenbar jeden Russen, zusetzen, werden also mit dem Schwindel russischer Spizel keine der durch seine Auflehnung gegen den Barismus die nationale Geschäfte machen. Paris, 21. Februar.( Eig. Ber.). Die hiesige Gruppe der socialKraft schwächt" für einen Umstürzler der Börsenpapiere, für einen Auf Schönstedts russische Fanfare gegen die deutsche Arbeiter demokratischen Arbeiterpartei Rußlands hat eine Protestversammlung Terroristen der Spekulation und Anarchisten der Kurse. betwegung folgte eine endlose Nede Hammersteins. Sie war auf gegen den oftasiatischen Krieg veranstaltet, die einen glänzenden VerAls Prologus in der sibirischen Protestpoffe fungierte der der Tribüne nur schlecht zu verstehen, und wir werden uns mit ihr lauf nahm. Den Vorsitz führte Genosse Leo Deutsch, der 1901 nationalliberale Profeffor Friedberg. Wie behauptet wird, hat mit aller wünschenswerten Deutlichkeit beschäftigen, wenn das nach sechzehn Jahren Katorga und Verbannung aus Sibirien enter zuvor den Grafen Bülow besucht und sich dort die Infcenierungs- Stenogramm vorliegt. Für heute nur ein paar Bemerkungen. Herr tommene alte Revolutionär. Als Redner beteiligten sich die Gemittel geholt. Er that also in seiner bestellten Anfrage" so, als ob v. Hammerstein unterstrich zunächst die nicht einmal bei wilden noffen Blechanoff, der die Erlaubnis zu einem atvei die im Reichstag erhobenen Antlagen gegen die preußischen Gen- Völkern geltende Auffassung des Gastrechts, die im Reichstage Herr wöchentlichen Aufenthalt in Paris erhalten, Brace, Delegierter darmeriedienste für Rußland sein liberales Gewiffen aufs Tiefste er- v. Richthofen vertrat, daß es das Recht der preußischen Behörde sei, des Parteivorstandes der P. S. de F., Rubanowitsch( von der schüttert hätten natürlich nur zu dem Zwed, um nach den mini- Ausländer über die Grenze zu beseitigen, die man für die richtige Partei der Socialisten- Revolutionäre), Magimoff( bom jüdischen steriellen Aufklärungen beglüdt gestehen zu können, nun tönne er halte. Insbesondere stellte er fest, daß Anarchisten" stets Arbeiterbunde), Stritschewsky, Newforoff, der bulgarische die Vorwürfe nicht mehr aufrecht erhalten, es sei alles in bester über die Grenze des Landes gebracht würde, das ihre Heimat ist. Genosse Ratowsky und andre. Die Leitgedanken der mit Drdnung, nur socialdemokratische Berleumdungen hätten die Auf- Was unter einem Anarchisten zu verstehen sei entscheidet die stürmischem und einmütigem Beifall aufgenommenen Neden find in russische Polizei. Um dieses jeden Patrioten mit tiefstem Born er- folgender per Acclamation votierten Resolution zusammengefaßt Herr Schönstedt, der Justizprophet des zweierlei Rechts, füllende Geständnis noch zu überbieten, verteidigte Herr v. Hammer- worden: hatte den Ehrgeiz, seine sich dem Ende zuneigende Laufbahn mit stein auch die russische Spigelwirtschaft im eignen Lande. Dann einer besonderen Leistung zu schließen. Er hatte sich mit seinem versuchte Herr v. Hammerstein in einer langen Aufzählung die im Kollegen Hammerstein die ehrenvolle Aufgabe in der Weife geteilt, Reichstage und in der socialdemokratischen Preise vorgebrachten daß er zum erstenmal Mitteilungen über den Königsberger Hoch- Einzelfälle zu entkräften; ja, er hatte den Mut, den socialdemo berrats Prozeß machte, während es dem Minister des Innern vor- fratischen Rednern im Reichstage Klatsch und Flunkerei vorbehalten war, die preußische Spigel- und Ausweisungspolitit au zuwerfen wohlweislich in Abwesenheit der also Geschmähten! Was es mit den Hammersteinschen Aften auf sich hat, regung beranlagt. berteidigen. " " „ Gemäß der Resolution des Internationalen Kongresses von Brugelles 1901 ist der Krieg eine unvermeidliche Folge der Ausbeutung einer Klasse durch die andre, auf der die kapitalistische Gesellschaft beruht. Die Versammlung erblickt daher in der Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung und im Siege des Socialismus die einzige fefte Bürgschaft des Völkerfriedens und verpflichtet sich, für diesen Sieg mit allen ihr zugänglichen Mitteln mitzuwirken. " Der infolge der erwähnten Ursache stets unsichere inter- Gestern, am Montag, eröffnete die Börse jedoch bereits wieder| Die Forderungen der Liberalen bezüglich der Wahlkreis- Einteilung nationale Frieden wird noch unsicherer gemacht durch die Er- mit einer nicht unbeträchtlichen Erholung der Kurse, da das Syndikat und der absoluten Mehrheit sind das Minimum deffen, was wir veroberungspolitik des russischen Zarismus, die auch den gegenwärtigen der Kammer der Agents de change alle Verkäufe verhinderte, welche langen müssen. Ehrhart( Soc.) bekämpft das Verhalten der Libe Konflikt mit Japan verursacht hat. Welches auch der Ausgang dieses Konfliktes sein mag, wird nicht von effektiven Titres begleitet waren oder zur Lösung beer in den beiden friegführenden Ländern jedenfalls zur Erstarkung stehender Haussepoſitionen dienten. des Militarismus und des Chauvinismus führen nebst allen sich daraus ergebenden schädlichen Folgen für ihr wirtschaftliches und ihr Kulturleben. " 1 Politifche Ueberlicht. Berlin, den 22. Februar. Der Reichstag ralen, deren Vorschläge zur Wahlkreis- Einteilung ungerecht seien. Was die Liberalen über die Wirkung des neuen Wahlgefeges voraussagen, sei unrichtig; seine Partei habe das Ministerium früher oft in schärfster Weise bekämpft, aber in der Wahlgefeßfrage und in der Frage der Wahlkreiseinteilung lasse sie dem Ministerium Gerechtig feit widerfahren und bedauere, daß der Mandatshunger einer Partei " Der russische Zarismus, der sich stets mit seiner militärischen das ganze Gesetz zu Falle bringe. Die Liberalen haben in allen Macht brüstete, hat sich unfähig gezeigt, das Land zu verteidigen, deutschen Bundesstaaten die schlechtesten Wahlsysteme verteidigt. In nachdem er es dem Ungemach des Krieges ausgeliefert hat durch Bayern würden die Liberalen bei den nächsten Wahlen schlecht abseine eigne räuberische auswärtige Politik. erledigte in seiner heutigen Sigung den Rest des Postetats schneiden. Das Volk werde die Liberalen verfluchen, weil sie ihm ein " Indem die Versammlung gegen den gegenwärtigen Krieg vollständig. protestiert in solidarischer Gesinnung mit den japanischen Genossen, Wünschen einzelner Beamtenkategorien verhandelt. So traten Zunächst wurde noch über eine Anzahl von freiheitlicheres Wahlrecht vorenthielten. Ministerpräsident Freiherr v. Podewils: Jetzt wird mir die bereits ihrerseits gegen den japanischen Nationalismus protestiert die freiſinnigen Abgeordneten Eickhoff und Müller- vorgeworfen, daß ich bei einem Besuche, welchen mir einige haben und noch protestieren, erachtet sie den Kampf gegen den Müller- borgeworfen, Centrums- Abgeordnete gemacht haben, vor ihnen vollständig kapiAbsolutismus für eine Pflicht jedes russischen Bürgers, dem die Sagan für die Wünsche der höheren Beamten ein, tuliert und völlig vergessen hätte, daß Bayern ein monarchistischer Kulturentwicklung seines Landes und die Interessen des Völker in deren Namen sie so wichtige Forderungen stellten, Staat ist. Ich habe thatsächlich eine Unterredung mit jenen friedens teuer sind, und erklärt sich solidarisch mit den Befreiungs- wie die Ersetzung des Titels Rechnungsrat" durch Centrumsabgeordneten gehabt, aber an demselben Lage habe ich bestrebungen des klassenbewußten Proletariats von Rußland, in Postrat", während unser Genosse Singer Wünsche und auch den Abg. Dr. Casselmann um eine Besprechung gebeten; welchem sie die wichtigste revolutionäre Kraft erblickt, die im stande Beschwerden der Unterbeamten vorbrachte. Er machte ins- das ist am Vorabend einer so wichtigen Beratung doch ganz ist, das Land von der Plage des Absolutismus zu befreien. besondere auf die unbefriedigende Lage der Telephonistinnen, natürlich. Der Minister betont ferner, daß die Regierungs" Zugleich spricht die Versammlung die feste Gewißheit aus, die viel unter Nervenkrankheiten zu leiden haben, und auf die erklärung keine Drohung enthalte. Wenn das Wahlgesetz falle, daß der gegenwärtige Krieg, welches auch sein Ausgang sein mag, mangelhafte Durchführung der Sonntagsruhe aufmerksam. es sei nicht nötig, daß die alte Wahlkreiseinteilung bleibe; müſſen die Wahlen nach dem alten Gesez stattfinden. Aber der Zersetzung der zarischen Selbstherrschaft einen neuen Anstoß geben und dadurch auch den Vormarsch des internationalen Socia- Gleich ihm brachte Abg. v. Gerlach einige Beschwerden der wir haben gerade bei den jetzigen Verhandlungen des Wahllismus beschleunigen wird." Unterbeamten zur Sprache, während die Nationalliberalen, wie gesetzes so viele Erfahrungen über die Notwendigkeit einer in ihrem Namen Dr. Pa zig erklärte, sich als große Geister Reform gemacht, daß die Regierung diese allseitig gewünschten Im Laufe der Versammlung verlas Genosse Plechanoff um dergleichen Kleinigkeiten nicht fümmern wollen. Der Verbesserungen wohl ihrerseits vornehmen muß. Die Regierung einen Brief aus Moskau, der. die dortigen Staatssekretär, der sich auch heute durchaus ablehnend thut daher nur ihre Pflicht und geht dabei objektiv und gerecht vor. patriotischen" Rundgebungen als eine Polizei- verhielt, zeigte sich natürlich ganz unfreiwillig insofern von einer Bedrohung oder Beleidigung einer Partei durch unsre ma che bezeichnet:.... Entgegen den offiziellen Zeitungs- von der besseren Seite, als er es für natürlich erklärte, daß Erklärung kann keine Rede sein. versicherungen, die von„ Tausenden" von Teilnehmern der Kund- die Postbeamten sich an den Genossen Singer als ihren Für gebungen sprechen, beteiligten sich daran bisher ein durchaus gering- sprecher" wenden. fügiges Häuflein des städtischen Janhagels( 200 bis Eine lebhaftere Debatte sette bei der Ostmarkenzulage 300 Mann) und umgekleideter Polizisten. Zuerst fanden und bei der Forderung einer Telegraphenverbindung in Ostdie Kundgebungen nur des Abends statt, heute aber, den 31. Januar afrika ein. Die Ostmarkenzulage war schon von der Budget( alten Stils) am Tage. Da konnte man mun besonders deutlich den kommission gestrichen worden. Heute forderten die Konserjämmerlichen Charakter der Mache und das vervativen ihre Wiedereinstellung. Die Debatte bewegte sich in ächtliche Verhalten aller Schichten der städtischen den altbekannten Linien. Bevölkerung zu derselben wahrnehmen. Nach allen Anzeichen Genosse Singer stellte den Gebrauch der Muttersprache Zu welchem Resultat die Beratungen führen werden, läßt sich wird das Ganze künstlich gefördert von der Polizei und den als ein heiliges Grundrecht jedes Volkes, also auch der Polen heute noch schwer sagen. Das Centrum und die Socialdemokraten Verwaltungsbehörden. Was daraus werden mag, ist schwer zu hin, und bezeichnete eine Politik, die im letzten Grunde die treten geschlossen für die Vorlage ein, auch der Demokrat Köhl und fagen..." Bolen hinaustreiben und vernichten wolle, als ebenso brutal der Bauernbündler Lut werden dafür stimmen, so daß zur Erreichung wie thöricht. Mit aller Deutlichkeit wies Singer die anmaß der nötigen Zweidrittelmehrheit nur noch wenige Stimmen fehlen. liche Forderung der Rechten, der Reichstag müsse dem Bei- Nun hat gestern auch der in der Pfalz gewählte liberale Landwirtes Ueber das Seegefecht bei Tschemulpo spiel des preußischen Dreiklassenwahl- Parlaments in irgend bündler Gebhart erklärt, er werde wahrscheinlich dem Geſetz liegt nunmehr ein Telegramm des Staatsrats a to low aus einer Beziehung folgen, zurück. Im Gegenteil, gerade eine zustimmen und einige weitere pfälzische liberale Abgeordnete Shanghai vor, aus dem nur die Mitteilungen über die japanisch en Demonstration gegen den durch das Wahlsystem gefälschten im Stiche lassen werden. Unter solchen Umständen steht die Entsind hinreichend verdächtig, daß sie ihre Fraktion eventuell ,, Volkswillen" des Landtags soll die Ablehnung der Regierungsscheidung auf Spiz und Knopf und kann von einem Zufall abs vorlage durch den Reichstag sein. Verluste neu sind. Sie lauten: China dankt für russische Polizeidienste. # Die Geschäftslage des Reichstags. bor, ablehne, da die ländliche Bevölkerung gegenüber den Städten nicht Abg. Nißler( frs. Vg.) legt dar, daß seine Partei das Gesetz hinreichende Berücksichtigung fände. Den Vorteil von dem Gesetz hätten hauptsächlich die Socialdemokraten. Die Regierung beuge sich jetzt immer mehr vor dem Centrum. In protestantischen Kreisen sei eine wachsende Erbitterung wahrzunehmen. left and Dienstag Weiterberatung. Unser Münchener Korrespondent schreibt uns über die Aussichten der Wahlrechtsvorlage: hängen. An dem Kampf hatten auf japanischer Seite teilgenommen die Kreuzer Asama"," Naniwa", Takatschiho"," Tschijoda“,„ Akashi" Dieses Schicksal wurde ihr auch zu teil, trotzdem Herr Kommt die Wahlreform zu Fall, so haben wir mit einer neuen und Niitata". Es wurde festgestellt, daß das Feuer der russischen Straette es noch mit der Harmilosigkeit versuchte, die wider Wahlkreiseinteilung zu rechnen. Unser Genosse Segis hat es Schiffe ein Torpedoboot zum Sinten brachte und den Kreuzer ,, Asama" gestern geradezu als eine Selbstverständlichkeit bezeichnet, daß die zwang, das Feuer im vorderen Drehturm ein- ruflichen Ostmarkenzulagen" unpolitisch" zu verteidigen. zustellen. Auf dem, Asama" wurde auch die Kommando- Bei den einmaligen Ausgaben unternahm Herr Dr. Spahn Regierung unter solchen Umständen eine Neueinteilung vornimmt, brüde zerstört. Gegen Abend fant der„ Takatschiho". Am vom Centrum ein niedliches Ueberrumpelungsmanöver. Da die uns allzu große Vorteile nicht bringen, auf keinen Fall aber Es ist selbstunfre bisherige Situation verschlechtern kann. nächsten Morgen gab auf der Reede der japanische Kreuzer Asama" die Budgetkommission eine für Ost Afrika geforderte 80 Tote und Verwundete an Bord eines Transportschiffes." Telegraphenlinie abgelehnt hatte, schlug er auf einmal verständlich, daß bei dieser Gelegenheit nicht nur eine ganze Anzahl von Wahlkreisen, sondern namentlich auch von Urwahlbezirken Die Lage in Port Arthur. in Uebereinstimmung mit der Regierung eine verkleinert beziehungsweise reguliert wird. Denn wird einstandre Linie zu bewilligen. Aber der schlaue Plan mißlang. weilen wenigstens der skandalöse Zustand beseitigt, daß in Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Jingkau: Der Reutersche Korrespondent besuchte mit besonderer Erlaubnis des Generals Die ganze Position muß noch einmal an die Budgetkommission Arbeiterbezirken auf 7000 Seelen 3 Wahlmänner und in VillenPflug unter offizieller Begleitung Port Arthur, zurückgehen. Glücklicher als Herr Spahn war Herr Kraette. vierteln auf 1200 Seelen 7 Wahlmänner kommen. Müssen die nächsten Wahlen noch unter dem alten Gesetz vollwo, wie er berichtet, weniger als dreißig Prozent der Er benußte einen Augenblick schwächster Besetzung des Hauses, Einwohner zurückgeblieben feien. Auch von den um die Behauptung aufzustellen, daß der von unsrem Genossen 3ogen werden, so befände sich der Liberalismus in der denkbar unförderung auf der Eisenbahn gehe sehr gut von Briefgeheimnisses nicht auf Wahrheit beruhe. Die gebührende die Quittung dafür, daß er das Volk wieder um sein Wahlrecht Zurückgebliebenen beabsichtigten noch viele fortzugehen. Die Be- Haase bei der Russen- Debatte vorgebrachte Fall der Verlegung des günstigsten Lage. Die wahlfreisgeometrischen Kunststücke, denen er so manches feiner Mandate zu verdanken hat, wären beseitigt und statten. Die Brüden und Kanäle würden start Antwort, die er so zunächst vermied, wird ihm nicht erspart geprellt habe, wird nicht ausbleiben. Die Liberalen haben sich bewacht. Die Lebensbedingungen in Port Arthur seien dadurch bleiben. gründlich in eine Sackgasse verrannt und finden keinen Ausweg gemildert, daß die Behörden die Preise für Nahrungsmittel festgesett Dann ging die Debatte des Postetats glatt zu Ende. mehr, bei dem sie nicht Haare lassen müssen. Daß sie darüber ein hätten. Eine Menge Nahrungsmittel würde nach Port Arthur geEs erweckt schickt, welches nach Aussagen der Russen für zwei Jahre damit ver- Morgen soll der Etat des Reichs- Eisenbahnamtes in Angriff Mordsgeschrei erheben, ist menschlich ganz begreiflich. aber nirgends Mitleid. forgt sei. Obwohl die Behörden die Liuntunghäfen wieder geöffnet genommen werden. hätten, würden weitere Anfünfte nicht erwartet, da die Japaner den Friedensvorbereitung im Eisenbahnkrieg. Im Ministerium der Meerbusen beherrschten und die Russen jeden Fremden als öffentlichen Arbeiten traten am Montag Vertreter der ReichsSpion behandelten. Das elfte Regiment habe am 16. d. Mts. Der Seniorentonvent des Reichstags hatte Montag eine Eisenbahnverwaltung und der Einzelstaaten zusammen, um über Niutschwang verlassen und sei am 17. in Taschitschao angekommen. Besprechung bei dem Präsidenten, in der die Geschäftslage beraten Vereinfachungen in der Leitung des GüterWenn das zehnte Regiment in der Nähe von Kiaochau, das neunte in wurde. verkehrs zu beraten. Unter- Staatssekretär Fled führt aus: der Gegend von Laicheng und das zwölfte in Liaojang angelangt Es stehen vor den Osterferien dem Reichstage nur noch„ Man Klage über zu weit getriebene Ausnutzung der eignen feien, beabsichtige man gleichzeitig den parallelen 27 Beratungstage zur Verfügung und in dieser Zeit sollen, abgesehen Linien, über einen maßlosen Wettbewerb zwischen Aufmarsch gegen den Yalu vorzunehmen. Auch von den für die Generaldiskussion der dritten Beratung in Aussicht den Staatsbahnen, ja über eine Vergewaltigung der Schwächeren von Mukden aus schiebe General Pflug Truppen genommenen drei Tage sämtliche noch ausstehenden Etats in zweiter durch die Stärkeren. Wenn auch solche Vorstellungen der Wirkgegen den alu vor. Inzwischen bereite er alles vor, um Lesung erledigt werden. Der Präsident erklärte es bei dieser Ge- lichkeit wenig entsprechen und übertrieben seien, so werde man die Eisenbahn und die nördliche Küste des Liautungbusens in Ver- schäftslage für sehr zweifelhaft, ob der Etat bis zum 23. März doch bei objektiver Betrachtung der Verhältnisse nicht verkennen teidigungsbereitschaft zu setzen. Währenddessen würden eiligst Ver- dem letzten Sitzungstage vor Ostern- fertig gestellt werden kann. fönnen, daß sich eine Vereinfachung, ja auch eine Verbesserung stärkungen herangezogen. Wie es heiße, sei Artillerie in großer Zahl Nach Meinung des Präsidenten könne dieses erstrebens- auf diesem schwierigen Gebiete wohl erzielen lasse. Eine Nach auf dem Wege von Rußland nach dem fernen Dsten. werte Ziel nur erreicht werden, wenn eine starke Ein- prüfung der Vereinbarungen über die Leitung des Verkehrs, die zum schränkung der Nedelust eintritt. Um das zu erreichen, richtete Teil noch einer vergangenen Zeit mit andern Anschauungen der Präsident einen warmen Appell an den guten Willen aller angehören, erscheine daher wohl angezeigt. Der sach Parteien. verständigen Prüfung der Versammelten werde es unterAußer dem Etat soll vor Ostern nur noch das Gesetz betreffend liegen, ob man nicht in der That mit der Ausnutzung der den zeitweiligen Schuß von Erfindungen, Patenten, Mustern usw. in eignen Linien, mit der Aufnahme des Wettbewerbs hie und Beratung genommen werden. da zu weit gegangen, ob nicht auch ohne angemessenen Gewinn UmDie Börsenvorlage sowie die Vorlage, welche eine Zinsgarantie wege gefahren werden, nicht aus Betriebs-, sondern lediglich aus für die Afritabahn verlangt, werden erst nach Ostern in Angriff ge- Wettbewerbsrücksichten. Die Untersuchung werde darauf zu richten nommen. sein, ob sich nicht unter Einschränkung des Wettbewerbs, durch eine Von verschiedenen Seiten wurde auf die Ursachen der geschäft planmäßige Zusammenfassung des vielfach zersplitterten Verkehrs lichen Situation hingewiesen( späte Einberufung des Reichstages; und durch die Auswahl der leistungsfähigsten Linie eine wirtDiätenlosigkeit; Einbringung der vielen Etatsrefolutionen). Eschaftliche Betriebsführung im Jnteresse aller Beteiligten wurde der Wunsch ausgesprochen, daß der Etat recht ermöglichen lasse." Die Pariser Börsenpanik. zeitig fertig gestellt werden fönnte eine ZuficheJustiz in Oberschlesien. Gegen einen großpolnischen BreßWie die Berliner hat nun auch die Pariser Börse ihren großen rung dafür, daß die Etatsreden so eingeschränkt werden, Strach gehabt. Nachdem schon am Donnerstag und Freitag voriger um dieses Biel zu erreichen vermochte jedoch niemand zu geben. Sünder sprach das Landgericht in Beuthen, wie uns von dort Woche sich verschiedene heftige Stöße bemerkbar gemacht hatten, Der Präsident hatte für den Fall er nicht Gewißheit dafür bekäme, berichtet wird, dieser Tage ein rechtlich ganz absonderliches Urteil aus. Der verantwortliche Redakteur des Gornoslazat"( Obertam am Sonnabend die langzurückgedrängte Angst vor dem Aus- daß die Fraktionen sich rednerisch einschränken werden, davon gebruch eines allgemeinen Weltkrieges explosiv zum Ausbruch. Aufsprochen, den Reichskanzler von der event. Notwendigkeit der Einbringung Schlesier) Zietak und der Geschäftsleiter desselben Blattes Kowalczyk eines Notgefeges zu verständigen, um den Eintritt der Etatslosigkeit sollten einen wegen feiner politischen Thätigkeit sehr bekannten die Nachricht einer teilweisen Mobilisierung Spaniens und eines am 1. April zu vermeiden. Weit einer nochmaligen Bitte, ihn in dem Centrumsgeistlichen, den Erzpriester Schmidt beleidigt haben. Der zwischen dieser Macht und England bestehenden Geheimvertrages Bestreben, den Etat rechtzeitig fertigzustellen, zu unterstützen, wurde Briefter hatte eines Tages irrtümlich statt einer von einem polnischen ging die Menge zu einem wilden Angebot in den verschiedenen aus- die Beratung des Seniorenkonvents geschlossen. Frauen- Lesezirkel bestellten Messe eine Totenmesse gelesen, was die entrüsteten Bolinnen als beabsichtigte Verhöhnung ihrer Bestrebungen ländischen Rentenpapieren vor, das, von der Baissespekulation nach ansahen. Herr Schmidt und mit ihm der Staatsanwalt fanden in Kräften geschürt, bald zu einer Deroute führte, wie sie die Pariser der an dem Vorgange geübten Kritik des„ Gornostazak" den Vorwurf, Börse seit dem großen Krach der Union Générale am 19. Januar München, 22. Februar. Kammer der Abgeordneten. Bei der der Geistliche habe aus politischem Haß Mißbrauch mit der„ heiligen 1882 nicht mehr gesehen hat. Der Markt geriet derartig aus dem fortgefeßten Beratung der Wahlreform- Vorlage erklärt Wagner, Messe" getrieben. Dafür wollte der Staatsanwalt den„ eigentlichen Gleichgewicht, daß bald kaum noch Käufer vorhanden waren und das die liberale Partei bekämpft die Socialdemokraten, welche früher Redakteur" Kowalczyk mit einem Jahre, den„ Sizredakteur" Angebot ganz einseitig das Feld behauptete, so daß selbst relativ ge- jeden Kompromiß verspottet, sich aber dann mit der aller- Bietat mit zwei Monaten Gefängnis bestraft wissen. Vom Gericht ringe Verkaufsorders in den besten Werten mehrprozentige Kurs- hätten keine poſitive Arbeit geleistet, wohl aber dafür gesorgt, daß erforderlichen Fähigkeiten befize. Das hatte ein als Sachverständiger realtionärsten Partei verbündet hätten. Die Socialdemokraten wurde Zietat freigesprochen, weil er nicht die für einen Redakteur stürze bewirkten. Am heftigsten wurden die Rentenwerte geworfen, da- bas Centrum im bayrischen Landtage die Majorität erhielt. in Preßfachen gewiß sehr erfahrener Dolmetscher der polnischen Die Liberalen dagegen hätten an allen großen freiheitlichen, Sprache begutachtet. Das Gericht nahm auch nicht als erwiesen neben besonders französische Bank und Eisenbahnattien. socialpolitischen und wirtschaftlichen Gesetzen mitgewirkt. Der an, daß der andre Angeklagte, Kowalczyk, Redakteur des Blattes Das Charakteristische aber ist, daß nicht nur die fremden, vorliegende Entwurf sichere dem Centrum unbedingt 83 von den war und die Aufnahme des Artikels veranlaßte, sah ihn jedoch als sondern selbst die französische Rente weit stärker abfielen, vorgesehenen 163 Sigen, erfülle auch sonst nicht alle freiheitlichen Verleger und Verbreiter des Blattes ant. ist geschäftlicher Leiter als die russischen. Denn während der Rückgang für Hoffnungen, trozdem gäben die Socialdemokraten jest ihre früheren des genossenschaftlichen Unternehmens und verurteilte ihn daher französische Rente 1 Proz, für Italiener 24 Proz., für Spanier Forderungen auf und sicherten dem Centrum eine dauernde Mehr wegen Fahrlässigkeit nach§ 21 des Preßgesetzes zu sechs 51 Proz., für neue Türken 2½ Proz., Portugiesen 2 Broz, heit. Bleibt die relative Mehrheit im Gesez, so gewinnt das Centrum Monaten Gefängnis! Den Antrag des Berteidigers, Beweis Argentinier und Brafilianer 3 Proz. betrug, wichen die ver- au jenen 83 Mandaten noch weitere 12 Size dauernd; wir be- darüber zu erheben, daß zwei andre von ihm namhaft gemachte fämpfen die Wahlf eis- Einteilung nicht aus fleinlicher Mandats- Redakteure des Blattes die Aufnahme des inkriminierten Artikels schiedenen russischen Anleihen nur um etwa 1 Proz.; eine Thatsache, hascherei, sondern weil wir die großen Gefahren einer dauernden veranlaßten, lehnte das Gericht ab. die fich daraus erklärt, daß die Großfinanz, die sich sonst sehr bei Centrumsherrschaft tennen. Die Regierungserklärung wurde verden Käufen zurückhielt, bei den russischen Werten mehrmals eingriff. anlaßt durch eine Centrumsdeputation beim Ministerpräsidenten; Ein neues Zeichen dafür, wie sehr sie sich in den russischen Papieren diese Regierungserklärung war eine Drohung gegen uns, sie war Berufung des Dber Postprattikanten Richard Wagner engagiert fühlt. eine Kapitulation vor dem Centrum, eine Beleidigung unsrer Partei. I in Hanau verworfen, gegen den am 24. Dezember vorigen Jahres Die japanische Regierung hat Nachrichten aus Beting erhalten, wonach der Statthalter Alege je w während seines Aufenthaltrs in Mukden die chinesischen Truppen aufforderte, die Eisenbahn zu bewachen, um eine Unterbrechung des Vertehrs zu verhindern. Die Chinesen weigerten sich und erbaten Instruktionen aus Peking. Die chinesische Regierung lehnte dies ab und befahl Alexejew zu erklären, daß, da Rußland sich darauf berufen hätte, daß die Chinesen unfähig wären, die Eisenbahn in Friedenszeiten zu bewachen, Rußland nicht darauf rechnen könnte, daß China fie in Kriegszeiten bewache. Bayrische Wahlfragen. Leipzig, 22. Februar. Der kaiserliche Disciplinarhof hat dic Aus Hessen wird uns geschrieben: In Mainz fand am 20. d. M. eine Versammlung von Vertretern der an der Aufrechterhaltung der indirekten Abgaben Abgaben auf Lebensmittel interessierten Stadtgemeinden" statt. Die illustre Versammlung tagte unter dem Vorfize des Dresdener Oberbürgermeisters Beutler. Es wurde beschlossen, eine Eingabe an den Bundesrat zu richten, in der um die Beseitigung des§ 13 des Bolltarifgesezes oder wenigstens um Verlängerung der Frist, während der Brot und Fleisch mit Steuer belegt werden dürfen, versucht werden soll. Dieselbe Eingabe soll an den Reichstag gerichtet werden. Die Naivetät, mit der dieselben Herren, die seiner Beit gegen den agrarischen Lebensmittelwucher protestierten, jetzt die indirekte Besteuerung der Lebensmittel durch die Stadtverwaltungen weiter gesichert wissen wollen, ist geradezu rührend. von der Disciplinarkammer in Kassel auf Amtsentsegung sich gestern morgen in den Räumen der Deutschen Bank zu einer| beiterfreund". Minister Möller hat erklärt, er verkenne nicht, daß ohne Pension erkannt worden war, weil er in einer öffentlichen Konferenz einzufinden, um zu erwägen, in welcher Weise auf eine bei dem Kölner Aerztestreit gewisse Härten borgekommen sind". Versammlung ein Hoch auf die Socialdemokratie ausgebracht hatte. Beruhigung des Marktes hingewirkt werden könne. Wie verlautet, und in dem Erlaß, den Herr Möller am Sonnabend an die preußis Dieser Ausgang der Berufung war vorauszusehen, und unser wurde als eines der Mitel empfohlen, bei der Prolongierung der schen Regierungspräsidenten versandt hat, hat er ausdrücklich in Parteigenosse Wagner beabsichtigte lediglich die ausdrückliche Fest- Engagements den Kunden gegenüber möglichst rücksichtsvoll zu verschrieben:" Die Kassen, die sich über das Eingreifen der Behörden Bezug auf die Vorgänge in Mühlhausen( Thüringen) und Köln ge= stellung, daß im Reichs- Postdienste wie in andren Reichs- und fahren. Ueber die weiteren Beschlüsse ist nichts bekannt, doch fiel bei mir beschwert haben, haben nicht mit Unrecht darauf hingewiesen, Staatsverwaltungen Meinungsfreiheit nicht besteht, sondern die be- heute mittag an der Börse auf, daß die Bankfinanz auf verschiedenen daß zu dem Zeitpunkte, wo die zwangsweise Anstellung weiterer stimmte politische Gesinnung der sogenannten„ Staatserhaltung" ges Gebieten durch ziemlich beträchtliche Käufe intervenierte. Die Kaffenärzte angedroht worden sei, durch die inzwischen eingetretene fordert wird. Wagner ist bereits seit Monaten Mitglied der Re- Haltung der Börse war denn auch heute eine entschieden festere als Vermehrung der Kassenärzte der Notstand in der ärztlichen Behanddaktion der Leipziger Volkszeitung".am Sonnabend. Auf mehreren Märkten, vornehmlich dem Bank- lung der erkrankten Kassenmitglieder in der Hauptsache gehoben, attienmarkt traten kleine Erholungen ein; nur auf dem Kassa- jedenfalls aber gegenüber dem Tage, an dem die bisherigen Aerzte ihre Thätigkeit eingestellt hätten, wesentlich abgeschwächt gewesen Industriemarkt überwogen bei weitem die Kursrüdgänge. sei. Auch sei die gestellte Frist so kurz bemessen worden, daß jede Auf dem Getreidemarkt übt der ausgebrochene japanisch- russische Möglichkeit zur Gewinnung weiterer Aerzte Strieg eine anhaltende preissteigernde Wirkung aus. Gestern stiegen von vornherein ausgeschlossen gewesen sei." Der am hiesigen Produktenmarkt die Preise für Weizen je nach Qualität Minister giebt hier offen zu, daß zur Zeit der Androhung, erst recht wieder um 3 bis 5 M., für Roggen um 2 bis 3 M. pro Tonne, da die also zur Zeit der Durchführung der Regierungsmaßnahmen, das vorhandene Kauflust alles aufnahm, was im Lieferungshandel an heißt der völligen Auslieferung der Kölner Kassen an den Aerztediesen Getreidearten angeboten wurde. Märkischer Weizen per Mai verein, ein ärztlicher Notstand für die Mitglieder nicht mehr bestand, stellte sich auf 185,50-186,50, per Juli auf 186,50-188,00 m., daß er in der Hauptsache gehoben" war. Damit sind die MaßRoggen per Mai auf 145,50-146,50 m. Den hiesigen Kom- nahmen der Kölner Regierung als total unzulässig anerkannt. Herr missionsfirmen waren aus der Provinz bedeutende Kaufaufträge zu- Möller hat dann weiter ausgesprochen, er hoffe, daß die erregten gegangen. Auch für russische Rechnung wurden Käufe vorgenommen. Wogen der öffentlichen Meinung in Köln sich wieder beruhigen Ein neues Falliment in Bremen. Noch bildet der eigenartige werden". Das werden sie, Herr Minister, nicht eher thun, als Fall des Hauses Lürman u. Sohn das allgemeine Tagesgespräch in Selbstverwaltungsrecht wiedergegeben ist. Das ist nach dem Verlauf bis die Vergewaltigung rüdgängig gemacht und den Kassen das bolle Bremen und schon folgt ihr die Pleite einer andren bekannten Firma. der Kölner Versammlung vom Sonntag flarer als je. Die KassenWie von Bremen gemeldet wird, hat heute dort die Getreidefirma Im hessischen Landtag kam es am 19. d. Mts. zu einem Johann Lahusen Konkurs angemeldet. Der Inhaber ist zur Zeit ab- mitglieder sind entschlossen, den Kampf für ihr Recht noch weit Zwischenfall, der allgemeines Interesse verdient und zweifellos noch wesend. Den Aktiven von 200 000 mart sollen energischer und vor allem systematischer als bisher zu führen. Das war der Grundton aller Reden. unabsehbare Folgen haben wird. Steht da der nationalliberale Abg. Passiven von 1 Million gegenüberstehen. Beteiligt Reichert auf und verliest eine von 13 weiteren Abgeordneten unters find hiesige, inländische und amerikanische Getreidefirmen sowie einige er falsch unterrichtet worden ist. Die weiteren Ausführungen des Ministers zeigen, daß Er sagte:„ Die Säße, zeichnete Anfrage", in der es also heißt; auswärtige Bantiers. " Für die Eisenbahnlinie Buzbach- Rich ist seiner Zeit ein die in dem Vertrage den Aerzten durch den RegierungsStaatsbeitrag von 20000 m. pro Kilometer bewilligt Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft. In der gestrigen präsidenten von Köln zugebilligt worden sind, erscheinen im ersten worden. Nach umlaufenden Gerüchten soll der Abgeordnete, Aufsichtsrats- Sizung wurde der Rechnungsabschluß für das letzte Augenblick sehr hoch. Sie sind mir auch sehr hoch erschienen: Säße der seiner Zeit für diese Linie lebhaft eingetreten ist, für die Pari- Jahr vorgelegt. Er ergiebt einen Bruttogewinn von 2 942 268 M. von 5 M. für das Einzelmitglied und von 15 M. für die Familie. Unterbringung nicht börsengängiger Prioritäten im Wert von circa 3u Abschreibungen werden 1 658 948 m. verwandt. Von dem ver- Aber es ist wohl zu berücksichtigen, daß die früheren Säße natur94 Proz. bei den beteiligten Gemeinden eine Provision bleibenden Reingewinn von 1 283 319 M. werden dem Dispositions- gemäß eine weitere Steigerung erfahren mußten, nachdem die Mehrbon ca. 33000 M. von dem Betriebsunternehmer erhalten fonds 25 600 M. und einem neu zu bildenden Unterstüßungsfonds leistungen, die in der vorjährigen Krankenkassen- Novelle bewilligt Der Minister wvies besonders auf die haben. Wäre das Gerücht war, so würde das zeigen, daß der 100 000 M. überwiesen. Nach Abzug der Tantiemen an Aufsichtsrat, wurden, beschlossen waren." Staatszuschuß ohne Notwendigkeit bewilligt worden wäre. Wir Beamte und Angestellte von 83 000 20. gelangen 14 Proz.( i. V. Erhöhung der Unterstützungsdauer von 13 auf 26 Wochen hin, die fragen daher an, was der Großh. Regierung über diese Angelegen- 6 Proz.) Dividende zur Verteilung. 612 639 M. werden auf neue auch die ärztlichen Leistungen entsprechend erhöhe. Demgegenüber ist festzustellen, daß die 26wöchige Unterstützungsdauer fast durchweg heit bekannt ist." Rechnung vorgetragen. bei den in Betracht kommenden Kassen schon längst vorbanden ist, eine Erhöhung der ärztlichen Leistungen also nicht Ein Banamino in Hessen. Und siehe da! Während der Verlesung dieser Aufrage erhob fich der freisinnige antisemitische Abgeordnete Jou- Bußbach vom Seffel des Gesetzgebers und verschwand von der Bildfläche. Herr Jouzz war früher Bürgermeister von Bußbach und eine der stärksten Säulen des Freisinns Eugen Richterscher Observanz in Oberheffen. Er war freisinniger ,, Vertrauensmann" für den Bezirk Buzzbach und wäre für sein Leben gern Landtags- Abgeordneter geworden. Aber dazu hatte er wenig Aussichten, weil der Freisin in Oberhessen dem Bankrott immer näher fam. Und Herr Jouzz wußte sich zu helfen. Geht's nicht mit der Judenschutztruppe", wie der Freifinn von den Antisemiten in Oberhessen genannt wurde, dann geht's vielleicht mit den Judenfressern. Und richtig, es ging. Herr Jouzz, der freisinnige Bürgermeister und Kaufmann, machte das Wahlgeschäft mit den Antisemiten. So wurde er hessischer Gesetzgeber und einflußreicher Mann. Vermutlich ist aber jetzt der Einfluß ein wenig durch Locht.Partei- Nachrichten. Zur russischen Finanzlage. Die russische offiziöse Presse arbeitet mit aller Straft daran, die Finanzlage Rußlands als recht günstig hinzustellen, und diese Mache findet in einem Teil der nichtrussischen Bresse willige Unterstüßung. Einen viel benußten Anlaß für diese Stimmungsmache liefert die Ersetzung des bisherigen Finanzministers Pleske durch den Reichssekretär Kotowzew, dem bedeutendsten früheren Mitarbeiter Wittes. So schreibt z. B. die Now. Wremja": " eintritt. Die Resolution, die die Kölner Versammlung mit allen gegen eine Stimme beschloß, hat diesen Wortlaut: sind. Es den „ Die von der Kartellkommission der Gewerkschaften Kölns einberufene Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden. Die Versammlung erblickt in den von den " Rußland ist in finanzieller Beziehung noch niemals so kriegs- Behörden gegen die Krankenkassen Kölns verübten Maßnahmen eine bereit gewesen wie jest. Bei den ungeheuren Goldvorräten, über fortlaufende Reihe von Ungerechtigkeiten. die Rußland verfügt, liegt nicht die geringste Notwendigkeit vor, trifft nicht zu, daß zu der Zeit, als die Regierung eingriff, für die auswärts das Geld zum Kriege zu suchen. Unser Budget hat eine Kölner Krankenkassen im allgemeinen ein Aerztemangel bestand; die Orts- Krankenkassen waren zu dieser Zeit genügend mit solche Elastizität gewonnen, daß es die Deckung großer militärischer Aerzten bersehen. Diese Thatsache wird von den Kölner Ausgaben aus den laufenden Mitteln ermöglicht hat. Im Laufe des letzten Dezenniums hat sich unser Budget mehr als verdoppelt. Die Aerzten und Behörden gefliffentlich übergangen; auch Abgeordneter Ausgaben sind seit 1893 fast genau um eine Milliarde gestiegen. Trimborn und Handelsminister Möller erwähnen sie in der Sizung Neben den übrigen Ausgaben wuchsen auch die militärischen, und des Abgeordnetenhauses vom 19. Februar nicht, ein Beweis, daß zwar die des Kriegsministeriums von 237 auf 361, die des Marine- fie über die Sachlage nur ungenügend unterrichtet worden fein Die Regierung hatte infolgedessen Recht, ministeriums von 51 auf 113 Millionen. Es versteht sich von selbst, den Orts- Krankenkassen die Bedingungen der Kölner Aerzte daß von diesen ungeheuren Mitteln des Militärressorts nicht aufzuzwingen; sie hatte zweitens Als Reichstagskandidat für die am 18. März stattfindende Nach wenig zur Erhöhung unsrer Kriegsbereitschaft verausgabt wurde.... Ortstassen mit fein Recht, die von den wahl im 20. fächsischen Reichstags- Wahlkreise an neuen Aerzten geschlossenen Verträge Außerdem kann man in diesem Budget eine sehr solide Reserve an Stelle des verstorbenen Genossen Rosenow wurde in einer Partei- freien Mitteln für die Bedürfnisse der Kriegszeit finden. Vor allem aufzuheben, und sie hatte drittens kein Recht, den Apotheken die bersammlung in Gelenau am Sonntag Genosse Göhre auf- haben wir den freien Barbestand des Staatsschazes, der sich am Ausfertigung der von den neuen Aerzten verordneten Rezepte zu Diesen Teil der Versammlung, dem ein Vortrag des Vorsitzenden und Dezember ist er infolge des Ueberschusses der Erträge über die Gunsten der Kölner Aerzte, die um so weniger gerechtgestellt. Die Aufstellung. ging nicht ohne Widerspruch vor sich. Ueber 1. November 1903 auf 312 Millionen Rubel belief. Im November untersagen. Die Versammlung erblickt in dem Vorgehen der Regierung gegen die Krankenkassen eine Parteinahme zu des Centralfomitees, Genossen Sin dermann, über die bevor budgetmäßige Veranschlagung noch um wenigstens 20 Millionen fertigt ist, da die Aerzte jedes Entgegenkommen feitens der Krankenstehende Wahl vorausgegangen war, wird berichtet: Rubel gewachsen( in den ersten zehn Monaten betrug dieser Ueber- tassen beharrlich abgelehnt und zum Teil, soweit sie von den Kassen Der Vorsitzende Spindler- 3fchopau teilte mit, daß die Partei- schuß 121 Millionen Rubel). Zu Beginn dieses Jahres betrug bis über den 1. Januar verpflichtet waren, ihren Kontratt genossen des 20. Wahlkreises fast einstimmig Göhre als Kandidaten der freie Barbestand des Staatsschazes folglich 332 Millionen borgeschlagen hätten und daß der Kreisvorstand diese Kandidatur Rubel. Hiervon sind allerdings für die außerordentlichen Aus- gebrochen haben, also gerade sie bestrebt gewesen sind, ebenfalls empfehle. Weiter gab er die Vorschläge des Agitations- gaben dieses Jahres, das heißt ausschließlich für den Eisenbahnbau, unter Vertragsbruch einen Notstand herbeikomitees bekannt, das eine Anzahl andrer Parteigenossen für die 196 Millionen Rubel bestimmt, in der Kriegszeit muß aber ohne Kölner Krankenkassen eine jährliche Mehrbelastung zuführen. Die Maßnahmen der Behörden bedeuten für die Kandidatur empfohlen hatte. Sindermann Dresden ersuchte die Versammlung, von der Beifel der Bau neuer Bahnen auf Rechnung des Staates eingestellt von 200 000 m. und die völlige Vernichtung des werden, wodurch im außerordentlichen Budget gegen 75 Millionen Selbstverwaltungsrechtes auf fünf Jahre hinaus. Rubel erspart werden. Außerdem kann auch die Beendigung der Aus Gründen der Gerechtigkeit, aus Achtung vor dem Gesetz und bereits im Bau begriffenen Bahnen, mit Ausnahme der strategischen, im Interesse der Strankenkassen protestiert die Versammlung auf das sozusagen verzögert werden, was die Möglichkeit eröffnen würde, die hierzu ausgeworfenen Kredite ungefähr um die Hälfte zu kürzen. Ohne unbedeutendere Kürzungen in Betracht zu ziehen, die am außerordentlichen Budget noch vorgenommen werden könnten, hätten wir also 100 Millionen Rubel, die dem freien Barbestande zugeführt werden könnten, so daß dieser auf 236 Millionen Rubel stiege." Der neue stellvertretende Finanzminister Kokowzew hat damit sein Amt begonnen, überall möglichste Einschränkung der Ausgaben, soweit diese nicht Kriegszwecken dienen, anzuordnen. Nach der Birsch. Wjedomosti" soll die Erteilung von Darlehen an private Bahnen, wofür im letzten Budget 63 Millionen Rubel ausgeworfen waren, eingestellt werden. Gleichzeitig arbeit die Reichskontrolle an einer Durchsicht sämtlicher Ausgabe- Etats, um zu prüfen, wo Eine schränkungen stattfinden können. Kandidatur Göhres abzusehen, da dieser durch die gänzlich übereilte Niederlegung des Mandats für den 15. Kreis gezeigt habe, daß er noch nicht die nötige Festigkeit befigt, und daß es ihm nüßlich wäre, erst einige Jahre Truppendienst wie die andren Parteigenossen thun zu müssen, ehe man ihn zu dem höchsten Amte berufe, das Bartei und Volk zu vergeben haben. Der Parteivorstand habe sich gegen die Kandidatur Göhres erklärt, ebenfo, und zwar einstimmig, das Centralfomitee und sämtliche Agitationskomitees Sachsens. Zu berücksichtigen sei auch der allgemeine Unwille in der Partei darüber, daß jungen, kaum in die Partei hineingeschneiten Akademikern Abgeordnetenmandate verschafft werden, obwohl es genug Barteigenoffen giebt, die im Dienste für die Arbeiterbewegung ergraut sind und in den schlimmsten Tagen treu für sie gekämpft und gelitten haben. Bon fast allen Rednern aus dem 20. Kreise wurde demgegen über erklärt, daß man Göhre als Kandidaten haben wolle.( Wie mitgeteilt wurde, haben 30 Orte die Kandidatur Göhre verlangt.) Das einzige, was man Göhre vorhalte, sei die übereilte Mandatsniederlegung. Dieser Fehler habe aber seinen Grund in dem hochentwickelten Ehrgefühl Göhres. Er werde den Fehler nicht zum zweitenmal begehen, diese Zusicherung habe man. Göhre sei Parteigenoffe, habe also auch die Rechte eines solchen, er habe das Vertrauen der Parteigenossen und der Voltsmassen des Kreises und auch die Fähigkeit zum Abgeordneten. Nichts könne und werde die Parteigenossen des 20. Kreises hindern, ihn als Kandidaten aufzustellen. Nach sehr langer Erörterung, wobei auch Genosse Sindermann wiederholt das Wort ergriff, um energisch den Standpunkt der leitenden Kreise der Partei geltend zu machen, wurde abgestimmt. Der Vorschlag des Vorstandes der Partei im 20. Kreise wurde gegen wenige Stimmen angenommen. Damit waren die andren Vorschläge gefallen. " " entschiedenste gegen das Vorgehen der Regierung; sie begrüßt es, daß die behördlichen Maßnahmen im Verwaltungsstreit- Verfahren angefochten werden sollen. vor dem Regierungspräsidenten statt. Der Regierungspräsident wies In Magdeburg finden gegenwärtig Einigungsverhandlungen darauf hin, daß die Entlassung des Rendanten Wendtland nicht in Aerzten geltend gemachten Gründen nicht gestatte. Die Aerzte verlangen Frage kommen könne, weil sein Vertrag das aus den von den beshalb, daß die Beleidigungen, die Wendtland ihnen zugefügt damit bei einer Wiederholung die ordnungsmäßige Entlassung als Amtsvergehen" protokollarisch festgestellt werden, möglich werde. Die Stellungnahme des Kassenvorstandes zu diesem Verlangen ist noch nicht bekannt. habe, " Die Kaffe sucht sich der ärztlichen Forderungen dadurch zu er wehren, daß sie die Mitglieder anweist, nur 40 der bisherigen 120 Aerzte zu fonfultieren, wodurch die andren 80 natürlich von dem Segen der freien Arztwahl ausgeschlossen werden. Dieses Mittel wird auch in Berliner Rassenkreisen erwogen für den Fall, daß der Kampf hier atut werden sollte. bom 15. Juni 1899 zu Geldstrafen verurteilt. Die Verordnung bedroht die Eltern mit Strafe, die nicht für den regelmäßigen Befuch der Schule durch ihre Kinder sorgen. Das Landgericht als Berufungsinstanz bestätigte die Verurteilung und ging davon aus, daß unter den Begriff der Schule auch Schulfeiern und Schulfeste fielen. Das Kammergericht berwarf die hiergegen eingelegte Revision mit folgender Begründung: Schulfeiern, die einen erzieherischen Charakter haben, seien dem Schulunterricht gleich zu achten. Da nun hier feststehe, daß unter den im Walde arrangierten Spielen sich auch Turnspiele befanden, so hätte der Angeklagte die Kinder nicht zurückhalten dürfen, sondern sie zu dem Schulfest schicken müssen. Er sei somit zu Recht bestraft. Lohndrückerei des Stahltrusts. Bekanntlich hat der amerikanische Stahltrust die Löhne seiner Arbeiter in den letzten Monaten mehrfach herabgefeßt, zum Teil um 25 Proz.; nur den Arbeitern, die dem Verbande der Vereinigten Eisen-, Stahl- und Zinn- Arbeiter angehören, fonnten feine Abzüge gemacht werden, da der Trust mit diesem Verbande einen ihn bindenden Lohntontrakt abgeschlossen hat, Schulfeiern und Schulunterricht. Am Schulfest der Stadtschule der noch bis Ende Juli dieses Jahres läuft. Wie die„ New Yorker Handelszeitung" meldet, ist jedoch jetzt die Geschäftsleitung der in Reihen, das im Stadtwalde stattfand, hatte ein Herr Komorowski Stahlforporation zu dem Entschlusse gelangt, von dem Verbande fich seine fünf schulpflichtigen Kinder nicht teilnehmen lassen. Er wurde gänzlich loszusagen. Mit dem 30. Juni cr. läuft das Jahr ab, für deshalb wegen lebertretung einer Regierungs- Polizeiberordnung welches mit dem genannten Verbande für einen Teil der StahltrustFabriken bestimmte Lohnraten vereinbart sind, und beabsichtigt die Geschäftsleitung der Gesellschaft dann, die Vereinbarung nicht wieder Zur Ausführung des Planes wurden von der Gezu erneuern. schäftsleitung schon seit Anfang dieses Jahres Vorbereitungen getroffen und in den Warenmagazinen große Vorräte von fertiger Ware Bon der Parteipreffe. Die Pfälzische Post" teilt mit: aufgehäuft, um die Konsumenten mit folcher auch während der Zeit Unter dem Namen Gerisch u. Co. hat sich hier am Montag eine versorgen zu können, während welcher sich der voraussichtliche Kampf offene Handelsgesellschaft gebildet mit dem Zwecke, Buchdruckerei und mit den organisierten Arbeitern abspielen wird. In der Hauptsache Beitungsverlag zu betreiben. Der Handelsgesellschaft gehören an: find es Arbeiter der Weiß- und Stahlblechfabriken des Stahltrusts, Die Genossen F. J. Ehrhart, Jakob Binder und Emil Gerisch von welche dem Verbande angehören. hier, fowie Genosse Alwin Gerisch von Berlin. Die Gesellschaft ist gestern ins Handelsregister eingetragen worden. Der Verlag unfres Organs, der Pfälzischen Post", ist in den Besitz der Gesellschaft übergegangen und erscheint heute bereits unter der neuen Firma, Einen Kindesunterschiebungs- Prozeß hat jezt auch KönigsMit der Errichtung dieser Handelsgesellschaft ist der erste Schritt zur völligen Abtrennung der Pfälzer Bost" von unsrem Mannheimer In Köln fand am Sonntag im Saale des Kolosseums" eine berg gehabt. Vor der dortigen Straffammer stand am Sonnabend Bruderverlag gethan. Wir hoffen, daß sich bis zu dem gesteckten Voltsversammlung statt, die sich mit den Maßnahmen der Regierung die 41 Jahre alte Arbeiterfrau B., angeflagt der Kindesunterschiebung Termin der gänzlichen Uebersiedelung in der Pfalz alles wie seither und den Reden des Abgeordneten Trimborn und des Handelsministers in zwei Fällen. Nach ihrem eignen, im vollen Umfange abgelegten so auch bis zum Ende in gegenseitigem Einverständnis vollzieht, so Möller im preußischen Abgeordnetenhause in Sachen des Kölner Geständnis wurde sie von ihrem 29 Jahre alten Ehemann deshalb daß die Pfälzer Genossen wie unsre Mannheimer Freunde auch beim Aerztestreits befaßte. Es wird uns dazu geschrieben: Herr Trim schlecht behandelt, weil ihre Ehe kinderlos war. Nur um den endgültigen Scheiden mit Vergnügen auf die langjährige Bundes- born, der Socialpolitiker des Centrums, hat sich am Freitag im ehelichen Frieden herzustellen, besorgte sie sich im Juli 1902 aus dem treue zurückblicken können. Das seitherige Verhältnis des Gau- Abgeordnetenhause mit nicht nennenswerten Ginschränkungen auf Entbindungsinstitut ein neugeborenes uneheliches Kind, um, wie sie vorstandes zu unsrem Partei- Organ erfährt durch die angeführten die Seite der Kölner Regierung gestellt und deren Eingreifen für dert angab, es als ihr eignes zu erziehen. Der Mutter des Kindes formell und materiell berechtigt" erklärt. Man tann nur Neuerungen feinerlei Aenderungen. an gab sie einen falschen Namen und eine falsche Adresse an. Das Kind Verlag der Pfälzischen Post", Gerisch u. Co. nehmen, daß Herr Trimborn in gröblichster Verkennung feiner gab die Frau ihrem Manne gegenüber für ihr eheliches aus. Pflicht als Boltsvertreter sich über die wirkliche Sachlage in Köln Ehemann glaubte das auch, meldete das Kind als sein eignes auf gar nicht oder nur durch die Aerzte hat informieren lassen, was um dem Standesamt an und ließ es auch später taufen. Nach drei Aus Induſtrie und Handel. so schlimmer ist, als Herr Trimborn der Vertreter von Köln Monaten starb das fleine Wesen eines natürlichen Todes, ohne daß ist und dort seinen Wohnsit hat. Nicht einmal Handels- die richtige Mutter des Kindes seinen Aufenthaltsort erfahren hatte. Börse und Bankfinanz. Die unsichere Haltung der Berliner minister Möller, der doch wegen seiner arbeiterfeindlichen Die Angeflagte beschloß, nun wieder Ersatz zu schaffen. Durch Börse in letzter Zeit, die am Sonnabend einen neuen Kurssturz und scharfmacherischen Neigungen bekannt ist, ist in seiner Rede so ein Inserat suchte sie ein Kind als ihr eignes anzunehmen. herbeiführte, hat die Leiter der hiesigen großen Banten veranlaßt, I weit gegangen, wie der ultramontane Socialpolitiker" und" Ar- einem unverehelichten Mädchen, dem sie auch wieder einen falschen Soziales. Aerzte und Krankenkassen. " " V Gerichts- Zeitung. Von Nmnen ncmnts, erhielt sie am 22. April 1903 ein 14 Tage alteS Kind, welches sie sofort mit nach Hause nahm. Dort versteckte sie es vor ihrem Manne bis zum andren Abend. Als ihr Mann von der Arbeit kam, erzählte sie ihm, daß sie im Laufe des Tages ein Kind geboren habe. Der Mann glaubte das wieder. Er besorgte die An- Meldung auf dem Standesamt und ließ das Kind auch wieder prompt in der Kirche taufen. Da traf eines Tages die Mutter des Kindes, welche es lange vergebens gesucht hatte, die Angeklagte und stellte sie zur Rede. Anfangs leugnete sie. Später jedoch gestand sie auf der Polizei den Besitz des Kindes ein. Dabei kam denn auch die erste Kindesunterschiebun.' ans Licht. Diese zweite ÄcWiipulation hätte übrigens für die Mutter des zweiten Kindes sehr- leicht verhängnisvoll werden können. Bald darauf, als sie ihr Kind der Angeklagten gegeben hatte, wurde ein totes neugeborenes Kind im Festungsgraben gefunden. Weil das Mädchen den Aufenthalt ihres Kindes nicht angeben konnte und weil man ihr begreiflicherweise nicht glaubte, daß jemand ein Kind an- nehmen werde, ohne seine richtige Adresse zu nennen, kam das Mädchen in den Verdacht des KindcsmordeS. Unter diesem Verdacht hat es vier Tage in Untersuchung gesessen. Die ärztliche Unter- suchung des aufgefundenen KindeS hob den Verdacht dann auf. Tie Angeklagte wurde zu sechsMonaten Gefängnis verurteilt. Wie es ihr gelungen war, ihrem Manne sowie ihrer ganzen Um- gcbung eine nicht vorhandene Schwangerschaft vorzutäuschen, blieb unaufgeklärt. Ein Nachspiel zum Metallarbeiterstreik. Zur Zeit des Metall- arbeiterstreiks im November v. I. arbeiteten die Schlosser Jungblut und Hönich aus Rixdorf in der von den Arbeitern gesperrten Stabernakschen Fabrik in Tempelhof. Eines Tages beschwerten sich die Genannte» bei ihrem Arbeitgeber, daß sie fortgesetzt von Mit- gliedern des Metallarbeiter-Verbandes, die in der nahen Pulzschen Fabrik beschäftigt waren, sowohl auf der Eisenbahnfahrt von und nach Rixdorf, wie auch vor dem Fabrikeingang durch anzügliche Redensarten beleidigt wurden. Auf eine Anzeige des Fabrikherrn traf am Abend des 24. November ein Polizeibeamter in Civil auf dem Tempelhofer Bahnhof ein und setzte sich mit Jnngblut und Hönich in ein Coupe, in welchem der Kunstschlosser Gustav Fischer mit mehreren Kollegen schon vorher Platz genommen hatte. Die Fahrt ging ohne jede Belästigung der„Arbeitswilligen" von statten. Bei Ankunft auf Bahnhof Hcrmannstraße verließ der Beamte den Zug und ihm folgten seine Schützlinge auf dem Fuße, als plötzlich Jung- blut, schon auf dem Trittbrett stehend, den Beamten zurückrief und die Feststellung Fischers verlangte, weil dieser ihm beim Aussteigen die Worte„Lump" und„Strolch" nachgerufen habe. Obgleich keiner der übrigen Insassen die beleidigenden Worte gehört hatte, wurde Fischer doch wegen Beleidigung angeklagt und in der letzten Sitzung des Rirdorfer Schöffengerichts zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Wegen thätlicher Beleidigung seines Dienstmädchens stand gestern der Fabrikbesitzer Hermann Cohn in Dcutsch-Wilinersdorf vor der Strafkammer des Landgerichts II. Das Schöffengericht hatte ihn am 4. Dezember zu einem Monat Gefängnis ver» urteilt, weil es für erwiesen hielt, daß er in der Nacht vom 6. zum 7. Juli sein noch nicht 16 Jahre alteS Dienstmädchen mit unanständigen Zumutungen belästigt und es unsittlich berührt habe. Das Mädchen ist am nächsten Tage aus den Dienst gegangen und seine Eltern haben den Strafantrag gestellt. Der Angeklagte hatte die That bestritten, der Gerichtshof hielt aber seine Schuld für erwiesen, da drei andre ehemalige Dienstmädchen des Angeklagten bekundeten, daß sie ganz gleiche Attacken von diesem auszuhalte» gehabt hätten. In der gestrigen Verhandlung in der Berufungs- Instanz berief sich Rechtsanwalt Dr. Werthauer auf mehrere Entlastungszeugen, namentlich auch zum Beweise dafür, daß das Mädchen nicht ohne weiteres glaubwürdig sei. Das Gericht hatte nach nochmaliger umfangreicher Beweisaufnahme keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten und hielt eine schwere Strafe für geboten, da das Mädchen noch nicht 16 Jahre alt sei und es sich hier um den Dienstherrn handle, der zur Aufrechterhaltung der Zucht und Sitte seines Hauses besonders berufen sei. Die Berufung wurde daher verworfen. Sirben Wochen unschuldig in Untersuchungshaft hat der Hotel-Hausdiener Emil Fischler zubringen müssen. Durch eine eigentümliche Verkettung von Umständen war der Angeklagte, welcher gestern der siebenten Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt wurde, in den Verdacht des schweren Diebstahls geraten. Wie der ISjährige Milchjunge Thiel, der als Belastungszeuge auf- trat, bekundete, war er am 60. Januar des Morgens früh nach dem Geschäft gegangen. Als er die Voltastraße passierte, habe er schon in einiger Entfernung bemerkt, daß zwei Männer sich an der Laden- thür des Schlächtermeisters Böhringer zu schaffen machten. Einer von ihnen habe ein Gitter, welches vor der Ladenthür lag, hoch- gehoben. sei durch die entstandene Oeffnung in den Keller hinabgesttegen und nach einigen Minuten mit einem Arm voll Würste wieder emporgeklettert. Der andere habe sich dabei so vor die Gitteröfinung gestellt, daß er den Eingesttegenen deckte. Als der Zeuge den Thatort erreicht hatte, seien die beiden Männer schleunigst davongegangen. Er sei ihnen gefolgt, um sie einem Schutzmann zu übergeben, sobald sich Gelegenheit dazu bot. Bald darauf sei ein Schutzmann durch eine Seitenstraße gekommen. er habe ihn herangewinkt, auf die beiden vor ihnen gebenden Männer gezeigt und von dem Diebstahl erzählt, den sie ausgeführt. Der Schutzmann sei hinter den beiden Männern hergelaufen. Als diese sahen, daß sie verfolgt wurden, sei derjenige, der die Wurst trug, davongelaufen, der Angeklagte habe sich ruhig fest- nehmen lassen. Der letztere versicherte im Termin seine völlige Unschuld und gab eine ganz andre Schilderung des Sachverhalts. Auch er sei des Weges gekommen und habe bemerkt, daß ein Mann sich in auffälliger Weise an dem Gitter vor der Thür zu schaffen machte und dann in den Keller hinunterstiea. Er habe sich dann allerdings in gebückter Stellung vor die Oeffnung gestellt, um zu sehen, was der Mann da unten machte. Er bemertte, daß dieser mittels eines mit einem Haken versehenen Stockes eine Wurst nach der andren von einer der Querleisten abhob und sie neben sich legte. Er habe nun heruntergerufen:„Hier giebt es wohl billige Wurst, kann man nicht welche abkriegen?" Der Mann im Keller habe mit dem Stock nach ihm geschlagen und gedroht:„Machen Sie daß siefortkommen.sonst—" Gleich darauf sei der Dieb mit einerAn- zahl Würste emporgekrochen und er fei ihm auf den Fersen gefolgt, um ihn einem Schutzmann zu übergeben. Anstatt des ThäterS sei er nun verhastet worden. Nach der umfangreichen Beweisaufnahme führte der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Davidsohn, aus, daß hier Aussage gegen Auslage stehe, es liege keine Veranlassung vor, dem unbescholtenen An- geklagten weniger Glauben zu schenken, als den vielleicht unsicheren Wahrnehmungen des ISjährigen Zeugen; er meine nicht, daß auf dessen Aussage hin eine Verurreilung werde erfolgen können. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an irnd fällte ein freisprechendes Urteil._ GcwcrhlchaftUdKa. Kirche und Streik. Das Verhalten der Geistlichen in Crimmitschau gelegentlich der dortigen Aussperrung hat innerhalb der Kirche einen Meinungsstreit darüber entfacht, wie die Geistlichkeit sich den Lohnkämpfen der Arbeiter- schaff gegenüber zu verhalten hat. Die Antwort der Crimmiffchauer Arbeiter auf das Verbot der Weihnachtsfeier durch Austritt aus der Landeskirche hat offenbar auf die Gemüter der Geistlichkeit erschreckend gewirft. Man fürchtet in den Kreisen, welche sich noch nicht zu der Anschauung durchgerungen haben, daß die Kirche ein Institut des Klassenstaates sein soll, daß die Arbeiterschaft sich ihr abwenden werde, und diese Furcht veranlaßt einen Teil der Geistlichkeit, die Forderungen der Arbeiter und ihre Kampfmittel objektiv zu erörtern._ Verantiv. Redakteur: Julius Kaliski, Berlin. Inseratenteil verantw. Eine der ersten Antworten auS kirchlichen Kreisen auf den Brief deS Herrn Pfarrer Schink in der„Christlichen Welt" war die von 12 Personen, meist Geistlichen, in Glauchau angenommene Resolution, in der erklärt wurde, daß die Auffasiung dieses geistliche» Herrn keineswegs in allen evangelisch- kirchlichen Kreisen Sachsens geteilt werde. Jetzt hat sich in der„Meeraner Zeitung" der dortige Pastor Sammler über die Frage des Streiks ausgelassen. Er sagt darüber: „Ilm was handelt sich's in einem Streik? Um Güter ver- schieden«! Art: bei den Angrfffsstreiks um besseren Lohn. Ver- kürzung der Arbeitszeit oder um die Forderung der Arbeiter, in gewissen Fabrikverwaltungsfragcn mitsprechen zu dürfen; bei den Abwehrstreiks handelt sich's darum, eine Minderung des Lohnes bezw. eine Verlängerung der Arbeitszeit zu hindern oder um das Koalitionsrecht der Arbeiter und die Arbeiter zu schützen. Möglich sind Streiks aus andren Anlässen, die ich nicht kenne. Was läßt sich vom christlichen Standpunkt zu diesen Forde- rungcn sagen? Erstlich: eine Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage ist jedem zu gönnen. Jeder sucht sein Einkommen zu er- höhen, der Fürst sowohl wie der Minister, der Beamte und der Ge- schästsmann. Sollte beim Jndustric-Arbeiter dieses Sweben allein zu tadeln sein? Aber man sagt: Ja, eben dieses Streben nach Geld ist zu verwerfen. Aber dann verurteile man dies Streben bei allen. Aber kann dies Streben nach höherem Einkommen nicht auch andren Gründen entspringen,? Z. B. der Fürsorge für die Familie, dem Streben nach besserer Bildung und rmderm? Dann wäre dieses Stneben sittliche Pflicht, und ein Unterlassen dieser Pflicht wäre sittlich zu tadeln. Auch das Streben nach Verkürzung der Arbeitszeit ich nicht ohne weiteres zu verwerfen. Neben den Arbeitern, die doch am besten wissen müssen, wo sie der Schuh drückt, dürfen wir doch auch den Hvgienikcrn einigen Glauben schenken, die behaupten, daß in ge- wissen Betrieben überlange Arbeitszeit an der Maschine gesundheits- schädliche Folgen hat. Die Ethiker aber weisen uns darauf hin, wie durch die Industrie vielfach das Familienleben geschädigt worden ist. Was für Hausfrauen können aus Mädchen werden, die vom 14. Lebensjahre ab in die Fabrik gehen? WaS wird mis den Kindern, deren Mütter in die Fabrik gehen müssen? Ferner, wenn bei manchen Streiks Forderungen nach Mit- beteiligung an gewissen Fabrikverwaltungsfragen erhoben werden, so ist das vom Standpunkt vieler Arbeitgeber eine Unverschämtheit, nach dem Satze vom Herr bleiben wollen im eignen Hause. Aber manche Fabrikanten haben ein gewissermaßen konstitutionelles System in ihren Bettieben eingeführt, in Deutschland sowohl als besonders in Amerika, und haben meist keine schlechten Erfahrungen dabei ge- macht. Und wenn Fürsten herabsteigen mußten von der Höhe ihres Absolutismus und Parlamente neben sicb haben, wenn Pastoren Kirchenvorstände neben sich erstehen sehen, warum soll allein in der Industrie das absolute Regiment dauern? Ueber die Gründe der Abwehrstteiks kann ich mich kürzer fassen. Ist das Streben nach höherem Lohn und nach Verkürzung der Arbeitszeit unter gewissen Voraussetzungen sittlich zu rechtfertigen, so ist es natürlich umgekehrt auch, wenn Arbeiter sich einer Ver- Minderung des Lohnes und einer Heraufsetzung der Arbeitszeit zu widersetzen suchen. Was aber das Eintteten der Arbeiter für ihr Koalitionsrecht und für ihre Führer betrifft, so muß ich sagen: Christlich ist es, dem Bruder in der Not beizustehen. Wenn Arbeiter das einsehe» und zusamenstehen, so ist das christlich, sie mögen es eingestehen oder nicht. Und wenn sie einstehen für ihre Führer, so ist solches Benehmen zu achten. Unsittlich wäre es. wenn sie ihre Führer in der Not verlassen wollten; es wäre so ehrlos, wie der Soldat, der im Kampfe seinen Offizier verläßt, gleichviel ob dieser Offizier ein Ehrenmann ist oder das Gegenteil. Im Kampfe gilt allein Treue. Wir kommen zur zweiten Frage: Ist der Sttcik das richtige Mttel, um im allgemeinen richtige Forderungen durchzusetzen? Stteik ist offener Kampf, Unterbrechung des friedlichen Zu- sammenarbeitenS zusamengehöriger Teile eines Ganzen. Christliche Sittlichkeit aber hat nur ein Ideal: Friedliches Zusammenarbeiten aller Kräfte im Organismus der Menschbeit. Von diesem letzten Ziele aus bettachtet ist der Stteik ein Uebel, das überwunden werden muß. Solange wir aber noch unvollkommene und werdende Menschen sind, werden StteikZ so gut wie Kriege dauern. Aber hinarbeiten müssen wir auf dieses Ziel friedlichen Zusammenarbeitens. Und hier muß die Thätigkeit der Kirche vor allem einsetzen. Denn sie ist die Gemeinschaft, die über den Parteien steht und der Arbeitgeber wie Arbeitnehmer angehören.' Die Vorschläge, Streiks zu verhüten, sind die bekannten: Mahnung zum Nachgehen bei den Unternehmern und zum Maßhalten in ben Forderungen bei den Arbeitern." Es gehört ein nicht zu gering zu veranschlagender Mut dazu. in Deutschland als Geistlicher mit solchen Anschauungen an die Oeffentlichkeit zu treten. Die Spuren erschrecken. Bisher ist es in Deutschland noch keinem ehrlichen Geistlichen gelungen. erfolgreich wider den Stachel zu lecken, der unmer wieder antteibt, den Kirchenkarren im Geleise des Kapitalismus zu bewege». Und die Crimmitschauer und Meeraner Fabrikanten sind wahrlich die letzten, die irgend jemandem, ob Geistlicher oder Arbeiter, eine eigne Meinung gestatten. Gegen die Geistlichen, welche die Glauchauer Resolutton unter- schrieben, soll auf Veranlassung der Crimmitschauer Fabrikanten vom Kultusministerium ein Disciplinar- verfahren eingeleitet worden sein. Das heißt doch rund und nett: Vom ch r i st l i ch e n Stand- Punkt mögen die Forderungen der Arbeiterschaft berechtigt sein, vom Standpunft der Landeskirche sind sie es nicht I— Und da wundert man sich, wenn die Arbeiter der Kirche den Rücken kehren I Berlin und Umgegend. Die Bautischler in Weißens« reichten gestern ihren Meistern einen Nettotarif ein. veutkcbes Reidt. Der 8. Bcrvandstag des Hafenarbeiter-Verbandes begann am gestrigen Montag in Hamburg. Nach dein Bericht des Vorstandes, der gedruckt vorlag, waren am Schlüsse 1901 vorhanden 14 560 Mitglieder gegen 16 461 am Schlüsse 1903, oder unter statutarisch zulässiger Zuzählung der mit Beittägen Rück- ständigen 19 777. Neugegründst resp. errichtet wurden 15 Mitglied- schaftcn; übergetreten sind die bisher lokalorganisierten Binnen- schisfer(Matrosen) am Rhein und die Bretterträger Berlins. Auf- gelöst haben sich drei Mitgliedschaften. Die Schauerleute in Lübeck haben einen Lokalvrrein gegründet, was um so mehr bedauert wird, als es sich um eine der ältesten Mitgliedschaften handelt. Im Netze-, Warthe- und Oderdistrikt wird der Verband von den Kricgettereinen bekämpft. Das System der Bezirksleiter für die Binnenschiffer hat sich bewährt, weniger die Agitationskommissionien, was an der Ueber- lastung und Abhängigkeit der Beteiligten liegt. Die Zahl der Streiks bettug in den beiden Berichtsjahren 16, beteiligt waren daran 4200 Personen. Interessant war besonders der Streik der Netze- flößer, an sich ein Unikum, weil die beteiligten 1150 Personen in 120 verschiedenen Ortschaften der Provinzen Posen, Brandenburg, Preußen wohnen. Er endete erfolgreich mit dem Abschluß eines Tarifvertrages auf drei Jahre. Die Aussperrung in Bremerhaven ist noch in aller Gedächtnis. In einer Reihe von Mitgliedschaften ist es gelungen, die Lohn- und ArbestSverhÄtnisse zu regeln, neue Verträge abzuschließen. Maßregelungen zu verhüten usw.. ohne daß es deS Streiks bedurfte. Die Bureau-Arbeiten des Hauptvorstandcs vermehrten sich erheblich, um 63 Proz. Der Bericht der Hauptkasie zeigt für 1902 eine Bilanz von 199 199,35 M., für 1903 eine solche von 255292.26 M., der der Mitgliedschaffen eine solche von 68328.92 M. bezw. 78 145.51 M. Die Hauptkasie hatte am Berichtsschluffe 80 081.33 M.. die Mitgliedschaften 27 233,03 M. Kasseubestand. An Krankeu-Uuterstützung zahlte die Hauptkaffe 82 728,45 M.. dazu die Mitgliedschaften 4354,43 M. An Unterstützungen aller Art Th. Glocke, Berlin. Drrck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt wuvden aus centralen und lokalen Mitteln 22 702,95 M. gewährt. Das Berbandsorgan kostete 8440,30 M. An Gehältern wurden gezahlt 18 665,80 M. Für Agitation wurden 15 494,63 M. aus- gewandt. Die Revisoren berichten, daß Bücher, Kaffe und Belege bei jeder Gelegenheit in bester Ordnung befunden wurden. Dem Verbandstage liegen 94 Abänderungsanträge zum Statut, zum Streik- und Rechtsschutzreglemcnt und 33 allgemeine Anträge vor. Unter letzteren sei hervorgehoben ein solcher, welcher den Zu- sammenschluß mit dem Transportarbeiter- Verbände bezweckt._ Budde will es! Zweihundertachtundsechzig Eisenbahn- Vereine der preußisch- hessischen Staatseisenbahnen mit 170 000 Mitgliedern haben sich am Sonnabend in Kassel zu einem Verbände vereinigt, der neben der Pflege der Zusammengehörigkeit der Eisenbahn- Vereine und ihrer Mitglieder sich die Aufgabe stellt, zur Ergänzung der Pensionsbezüge, der Alters- und Invaliden- renten, der Krankengelder sowie der Witwen- und Waisenbezüge besondere Hilfskassen zu errichten. Der neu gegründete Verband telegraphierte an den Staats- minister Budde und an den Kaiser. Der Streik der Ellrich« Gipsarbciter hat nun auch nach Nieder- sachSwerder übergegriffen. ES stehen in zehn Werken ungefähr 450 Arbeiter aus. Aus dem ganzen Kreise ist Gendarmerie zu- saminengezogen, die jedoch nichts zu lhun findet. Die Ursache deS Streiks ist nach der„Thüringer Tribüne" folgende: Bor ungefähr sieben Monaten unternahm der Gauleiter der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Martini die Agitation unter obengenannten Arbeitern, dieselbe gestaltete sich so, daß heute 95 Proz. dem Verbände angehören. Infolge dieser regen Entwicklung traten die Arbeitgeber ihrerseits zusammen und gründeten ebenfalls einen Verband unter der Firma„Arbeitgeber- verband der Harzer Gipswerke, Ellrich und Umgegend". Bis dato hatten noch keine Maßregelungen seitens der Unter- nehiner stattgefunden; dieses änderte sich aber mit der Gründung des Unternchmerverbandes, indem fortgesetzt Entlassungen einzelner Arbeiter auf Grund der Zugehörigkeit zum Verbände vorgenommen wurden. Der Verband ließ sich dadurch nicht provozieren, sondern unterstützte die Betreffenden, ruhig avwartend, bis er glaubte, ge- eignete Maßregeln treffen zu können. Dies schien den Herren Unter- nchmern zu lange zu dauern. Der Besitzer der Julius-Hütte, Julius Bergmann, verlangte von seinen Arbeitern, daß dieselben, seit ungefähr 14 üagen bis drei Wochen, bis abends 10 Uhr arbeiten sollten. Wer die schwere, sowie schmutzige, allen hygienischen Anforderungen ent- behrende Beschäftigung kennt, wird wissen, was dieses für die Arbeiter bei einem Stundenlohn von. sage und schreibe, 16 bis 23 Pf. be- deutet. Auch dieses wurde noch hingenommen. Da wurde am Sonnabend, den 13. d. M., verlangt, bis 11 und 12 Uhr nachts zu arbeiten. Darauf besprachen sich die Arbeiter, daß eine derartige Forderung an ihre Kräfte denn doch zu weit gehe. Es wurden zwei Mann beauftragt, nnt der Firma Rücksprache um Abschaffung der überaus lange» Ärbeitszeit zu nehmen, und diese erhielten die lakonische Antwort:„Wenn es Euch nicht paßt, könnt Ihr gehen!" und beide erhielten die Entlassung. Dies schlug allerdings dem Faß de» Boden aus. Jetzt verlangten die Arbeiter des genannten Werkes Wiedereinstellung der zwei Entlassenen. Die Antwort war:„Wem's nicht paßt, kann gehen, Ihr könnt alle gehen". Wollten die Arbeiter sich nicht blamieren, mußten sie sich mit den Entlassenen solidarisch erklären und die Arbeit niederlegen. Um diesem Spiel der Arbeit- geber ein Ende zu machen, wurde am Sonntag, den 14. Februar, die Forderung formuliert und am Montagmorgen den gesamten Unternehmer« unterbreitet mit der Bitte, bis Mittwochmittag 12 Uhr sich zn erklären. Zwei weitere Finnen stellten ihre Arbeiter vor die Alternattve, entweder zu Kreuze zu kriechen oder ebenfalls zu gehen; letzteres geschah. In den übrigen Werken ist noch kerne Erklärung erfolgt. Zuzug von Damenschneidern ist von Mannheim fernzuhalten. Besonders wird gewarnt vor der Firma Ott, die in auswärtigen Blättern Arbeiter anzulocken sucht. Busland. Die Aussperrung in der Diamantindustrie. Von den Mitgliedern des Allgemeinen Niederländischen Diamant- arbeiter-VerbandeS find, wie die ani Freitag vorgenommene Zählung ergeben hat, 5600 ausgesperrt. Wie viele von den Mitgliedern der Bcudcrorganisation ausgesperrt sind, darüber liegt noch keine genaue Mitteilung vor. Durch bürgerliche Blätter wird gemeldet, daß von den unorganisierten Arbeitern der Firma ASscher etwa 20 Lehr« linge angenommen worden seien. Ob daS wirllich der Kall tst, konnte jedoch nicht festgestellt werden. In Antwerpen stehen jetzt 430 Mühlen zu den Bedingungen des Antwerpener Diamantarbeiter-VerbandeS zur Verfiigung. Diese Mühlen sind fast alle besetzt. Wahrscheinlich wird cS notwendig werden, Tag- und Nachtschicht einzuführen. Zu den Fabriken, wo weiter gearbeitet wird, ist noch eine, die 65 Mann beschäftigt, hinzu- gekommen. Mit mehreren andern Fabrikanten wird über Wieder- eröffnung der Fabriken verhandelt.— Die Haltung der Sttcikenden ist musterhaft. Mit der Auszahlung von Unterstützung soll in dieser Woche begoimen werden. Letzte JNfaebnehten und Depefeben. Unterhaus. London, 22. Februar.(W. T. B.) Unterstaatssekretär deS Aeußern Carl Percy erklärt Heute nochmals aufs nachdrücklichste daS Gerücht für falsch, daß die Japaner Wechaiwci als Operationsbasis benutzt hätten. Der englische Admiral auf der chinesischen Siatton habe der Regierung berichtet, daß die japmiischcn Kriegsschiffe bei ihrer Fahrt nach Port Arthur nr Weihaiwci nicht einmal gesichtet wurden und daß seit dem August vorigen Jahres, wo zwei japanische Fahrzeuge einen Höflichkeitsbesuch von kurzer Dauer in Wcihailvci abstatteten, keine japanischen Kriegsschiffe mehr den Platz aufsuchten. Kischinew, 22. Februar.(W. T. B.) Heute begann hier die Verhandlung von fünf noch unerledigten Anklagen im Zusammen- hange mit den Ausschreitungen gegen die Juden im April vorigen Jahres._ Italienische Deputiertenkammer. Rom, 22. Februar.(W. T. 23.) S a n t i n i bringt eine Interpellation ein, welches Vorgehen die Regierung bei dem russisch- japanischen Kampfe eingeschlagen habe oder einzuschlagen beabsichttge im höheren Interesse des Friedens, zum Schutze der italienischen Untcrthanen und des italienischen Handels und zur Verteidigung des berechtigten Einflusses Italiens aus die internationale Politik.— M i n i st c r des Aeußern Tittoni erklärt darauf, er könne nur auf die Reuttalitäts-Erklärung Italiens verweisen; der Minister legt entschiedene Verwahrung gegen Aeußerungen SantiniS ein. die nicht im Einflang mit den zwischen Italien und Rußland bestehenden Beziehungen ständen, die die freundschaftlichsten seien und welche Italien unverändert erhalten wolle.(Beifall.) Magdeburg, 22. Februar.(B. H.) Der hiesige Aerzte- st r e i k ist beendet. Die Kassenärzte nehmen morgen ihre Thätig- keit als solche wieder auf. Tientsin, 22. Februar.(Meldung deS„Reuterschen Bureaus".) Bis jetzt ist die angekündigte Entsendung kaiserlich chinesischer Truppen von hier nach der Grenze nickt erfolgt. Als wahrscheinlicher Grund wird angesehen, daß Rußland sich weigere, Gewähr zu leisten, daß die Gegend am Liau-Flusse, falls es dort zu FeinseliGkeitcn kommt, als neutral angesehen werde. Paul Singer L-Co., Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhalttwgSblatt Nr. 45. 21. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 39. Sigung. Montag, 22. februar 1904, 1 Uhr. Am Bundesratstische: raette. Dienstag, 23. februar 1904. würde eine Diskrepanz zwischen Reichstag und preußi- Rechte dieses Hauses die Regierung zu einer illoyalen Handlung schem Landtag hervorgerufen werden, die sehr nachteilig wirken aufreizen will, kann ich mir nicht denken. Jedenfalls werden wir müßte. Meine politischen Freunde werden, wie in der Kommission, uns wegen dieser Perspektive nicht einen Augenblick bedenken, die so auch jetzt für den Kommissionsantrag stimmen. Wir sehen Forderung abzulehnen. Gegen diefe Bewilligung durch den Landtag in diesen Zulagen nur ein Glied in der Kette der würde sich ein Sturm der Entrüstung erheben. Wenn wir eine Die Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgeordneten preußischen Polenpolitik, die wir stets bekämpft haben. Politik der Bosheit betrieben, könnten wir nur die Annahme der VorDie Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgeordneten Die im Osten betriebene Schulpolitik hat die bisher tönigstrene lage wünschen, denn sie wird auch unter den Beamten eine so große Krösell( Antis.), Fusangel( C.) und Gerstenberger( C.) wegen Uebertretung der preußischen Verordnung über das Vereins- oberschlesische Bevölkerung großenteis in das polnische Lager Unzufriedenheit erregen, daß den Parteien, die sie jetzt befürworten, getrieben. Auch die Ansiedelungspolitik im Osten bekämpfen die Luft daran vergehen dürfte. Gerade dem Frieden im Osten und Versammlungsrecht und Beleidigung wird nicht erteilt. Darauf wird die zweite Beratung des Reichshaushalts- Etats wir. Die Widerruflichkeit der Zulagen würde für die Beamten eine dienen wir durch Verweigerung der Vorlage. Und jeder, der beim Etat der Reichspost- und Telegraphen- Ver- stete Quelle der Angst sein. Aber auch wenn die Widerruflichkeit der den Frieden wünscht, muß mit uns die preußische Bulagen gestrichen würde, so würden wir trotzdem gegen die Zulagen Politit bekämpfen, die gar teine großen Biele waltung fortgesetzt. mur mehr hat, sondern noch einzelne Bersönlichkeiten Abg. Eidhoff( frj. Bp.) verlangt für die Geheimen expedierenden stimmen. Sekretäre den Titel„ Postrat". Der jezige Titel„ Rechnungsrat" von den Polen verlangt, dann gäbe es feinen Stampf in den östlichen daß Abg. v. Stauby( f.): Wenn das erfüllt würde, was Herr Frißen mit Nadelstichen traktiert. Die Angriffe find so frivol, die Polen fich wie ein Mann dagegen er= sei angesichts der höheren Vorbildung dieser Beamten irreführend. Sie Provinzen mehr. Soll ich aber Herrn Frißen daran erinnern, daß heben müssen. müssen ihre„ heiligsten heiligsten Güter", die Ferner fragt Abg. Eidhoff an, was mit den auf Bostpacket- Adressen die polnische Agitation sich auf Oberschlesien gestürzt hat, ja, Muttersprache, wahren. Wenn man an die Nichtbestellung der Briefe und befindlichen, zum Teil recht wertvollen Marken geschieht. Staatssekretär Kractte erwidert, daß sie zum Tausche zwecks fogar auf das evangelische, königstreue Mafuren? Die öffentliche Ordnung, an das Verbot der polnischen Sprache in den Prozessen denkt, so wirkt es Vervollständigung des Postmuseums verwendet werden. die durch die polnische Agitation gestört wird, muß aufrecht erhalten geradezu komisch, wenn von feiten der Regierung behauptet wird, die Die nächsten aufgerufenen Redner Kröfell( Antif.), Werner( Antis.) werden. Die vorliegende Forderung aber ist keine politische, sondern Bolen chifanierten die Deutschen. Umgekehrt ist es der Fall. Und Die nächsten aufgerufenen Redner Kröſell( Antis.), Werner( Antis.) eine sachlich- finanzielle. In Preußen waren die Ostmarkenzulagen weil die Vorlage ein Glied in der Kette dieser Chikanen ist, darum und Dasbach( C.) find nicht anwesend.( Heiterkeit.) Abg. Pasig, der mit dem Rufe ist auch nicht da" empfangen eine politische Forderung( Aha! bei den Polen), die Forderung für werden meine Freunde sie ablehnen.( Lebhafter Beifall bei den wird, verzichtet aufs Wort. die Postbeamten hier im Reichstag bildet nur die finanzielle Kon- Socialdemokraten.) Die Abgg. Eickhoff und Müller- Sagan( frs. Vp.) verlangen beffere sequenz davon. Herr Frigen sprach von einer„ Diskrepanz" zwischen Abg. Dr. Sattler( natl.): Jch leugne feineswegs, daß Wohnungen und höhere Entschädigungen für die in den Kolonien Landtag und Reichstag, die durch die Uebernahme der Zulagen für diese Forderung eine Folge der preußischen PolenWohnungen und höhere Entschädigungen für die in den Kolonien die Posibeamten auf den preußischen Etat entstehen würde. Besteht politik ist, die wir stets unterstützen werden. Jetzt verfolgt die beschäftigten Telegraphenbeamten. Staatssetretär Kraetke: Ich weiß nicht, ob die Vorredner mit aber denn leine Diskrepanz, wenn, wie jetzt, der Reichstag den Ver- Regierung eine fräftige tonfequente Abwehrpolitik gegen die polnische dem Hinweis auf die zerrüttete Gesundheit der in den Tropen be- fuch macht, den Landtag zu desavouieren?( Große Unruhe und Agitation, die sich längst bemerkbar gemacht hat, ehe die preußische Regierung ihre Maßnahmen ergriff. Die Selbstbesinnung des schäftigt geweſenen Beamten auf meine eigne Abbruchsbedürftigkeit Widerspruch im Centrum und links.) hinweisen wollten.( Heiterkeit.) Jedenfalls freue ich mich, daß gerade Wir wissen alle, wohin die polnische Bewegung zielt. Deutschtums ist erst die Reaktion auf diese nationalpolnische BeCentrum die beschuldigt ein Mitglied dieſer Partei für Erhöhung der Kolonialheutige der wegung. Bolenpolitik Die Regierung erfüllt nur ihre Pflicht, wenn sie dagegen Härte. aufgaben eintritt.( Seiterfeit.) Ist aber je ein größerer Mißerfolg erzielt worden das Deutschtum stützt. Bei dem Titel: Post- und Telegraphengehilfinnen weist als ihn das Centrum mit seiner polenfreundlichen Haltung erzielt Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Wir stimmen nur Abg. Singer( Soc.) auf die schon im Vorjahr von ihm gerügte hat. Ein polnisches Blatt hat die Wahl Korfantys in Schrimm- dann für die Vorlage, wenn das Wort„ widerruflich" gestrichen wird. Abg. Singer( Soc.) auf die schon im Vorjahr von ihm gerügte Schroda als fräftigsten Faustschlag ins Gesicht des Centrums be- Sonst müssen wir uns gegen die Zulagen erklären.( Bravo! bei den übermäßig lange Arbeitszeit dieser Beamtinnen hin, die zu schweren zeichnet.( Unruhe im Centrum.) Aufhebende Phrasen ohne Inhalt Antisemiten.) Krankheiten, insbesondere der Nerven führe, und verlangt statistische Krankheiten, insbesondere der Nerven führe, und verlangt statistische und schwere Beleidigungen jedes preußischen Gefühls haben zu der Auskunft über diese Verhältnisse. Dabei hätte in einem Falle von Abg, Gamp( Rp.): Ich muß doch Verwahrung dagegen einlegen, achtzehn angestellten Damen nur eine Entschädigung für die Zeit der bölligen Einigkeit meiner Fraktion in dieser Frage geführt. Wir daß Herr Singer sich für berechtigt hält, für die Würde der PostKrankheit erhalten, viele wurden einfach entlassen. Selbst wollen im Osten ein starkes Deutschtum, an das beamten im Osten einzutreten. Die Beamten wünschen die Ostmarkenacht Stunden Dienstzeit seien bei so nerventeine Agitation herantommen tann.( Bravo! rechts.) Zulagen und werden sich eine Wahrung ihrer Würde durch Herrn zerrüttender Arbeit zu viel. Auch sei es peinlich für die Vorredners nur anschließen. Von allen Parteien ist anerkannt worden. Herr v. Jazdzewski wird mir zugestehen, daß ich nie zu den Bolen Staatssekretär Kraette: Ich kann mich dem warmen Appell des Singer nicht gefallen lassen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Damen, daß sie, wenn sie ihren Platz verließen, den Grund dafür daß die Beamten in den östlichen Provinzen sich in einer schwierigen fämpfern gehört habe auf einen Bettel schreiben müßten. -, ich bin eine sehr friedliche Natur.( Große Unterstaatssekretär Sydow verteidigt die Verwaltungspraris. Lage befinden, und daß es notwendig ist, dort vorzügliches Personal Seiterfeit.) Aber warum schreiben die Polen Adressen, die der Seien die Damen nicht entschädigt worden, so seien sie nur zu verwenden. Bei den Post- und Telegraphenbeamten handelt deutsche Postbeamte mit dem besten Willen nicht verstehen es sich doch wirklich nicht um politische Beamte. Ihre Lage tann? für den Telegraphendienst unbrauchbar, sonst aber in ihrer Erwerbs- ist schwieriger als die der preußischen Beamten, weil sie Namen werden in ganz unverständlicher Weise polonisiert. Es liegt ( Unruhe und Widerspruch bei den Polen.) fähigkeit nicht beeinträchtigt. Man werde dahin streben, nach einer auf mehr fleine Ortschaften verteilt sind, weil die preußischen doch auf der Hand, daß der Postdienst im Osten zwei- oder dreimal kurzen Probezeit die Damen mit Anspruch auf Unfall- und Krankheits- Beamten die Zulage beziehen und weil es gar nicht anders möglich io schwer ist als der Dienst in andern Gegenden. Sie( zu ber entschädigung fest anzustellen. Die Arbeitszeit betrage durchschnitt- ist, als daß daraufhin höhere Preise gefordert werden. In manchen Polen) sollten doch dankbar dafür sein, daß Sie die besten Postlich knapp sieben Stunden. Die Beamten bekommen Abg. Müller- Sagan( frf. Bp.) verlangt Vereinfachungen im Gegenden ist der Einkauf von Lebensmitteln und das Mieten von beamten bekommen sollen.( Heiterkeit.) Telephonanruf, um den Dienst der Telephoniſtinnen zu erleichtern. unmöglich. Dabei beschäftigen wir jetzt zahlreiche Assistenten, die gegen die Polen sind.( Schallendes Gelächter b. d. Polen und links.) Wohnungen ihnen ohne Kenntnis der polnischen Sprache geradezu die Zulage, damit sie möglichst liebenswürdig und zuvorkommend Aus dem Schweigen des Staatssekretärs über den Titel„ Rechnungs- auf Mietswohnungen angewiesen find. rat" schließe ich, daß er unsrer Anregung zustimmt. Sie haben in den letzten Die Ostmarken- Zulagen sind durchaus berechtigt. Im Westen haben Staatssekretär Kractte bittet, aus seinem Schweigen keine Schlüffe die Beamten alle Annehmlichkeiten: schöne Gegend und schöne Weine.( Große Heiterkeit.) Nehmen Sie die Forderung an!( Beizu ziehen.( Heiterkeit.) Abg. v. Gerlach( frs. Vg.) bringt Beschwerden der Rohrpostfall rechts.) apparat- Schaffner darüber vor, daß sie nicht zu den gehobenen Stellen zugelassen werden. Tagen so vielfach Ihr warmes Herz für die Post- und Telegraphenbeamten befundet. Trotzdem die Zulage nur widerruflich sein soll, bitten die Postbeamten um sie. Sie sehen also keine Gefahr in der widerruflichkeit dieser Zulage. Deutsche Abg. Dove( fri. Vg.): Meine Freunde werden gegen die ZuAbg. v. Jazdzewski( Pole): Ich wundere mich, daß die konfer- lagen stimmen, gleichviel ob sie widerruflich oder unwiderruflich sind. Abg. Singer( Soc.) teilt mit, daß ihm von sehr vielen vative Frattion gerade den Abg. v. Stauby zum Redner bestimmt war werden wir für den Antrag Liebermann stimmen, uns aber Abg. Singer( Soc.) teilt mit, daß ihm von sehr vielen Beamten das als Maximum der Sonntagsruhe bezeichnet worden hat; ſein Mund überfließt von Freundlichkeit, aber seine That ist zu dadurch nicht veranlaffen laffen, für die Etatsposition einzutreten. Beamten das als Maximum der Sonntagsruhe bezeichnet worden jeder Unterdrückung der Polen jederzeit bereit. Die preußische Re- Die Ostmarken- Zulagen bringen das Princip: do ut facias" in sei, was der Staatssekretär als Minimum bezeichnet habe, namentlich die Freigabe jebes vierten Sonntag 8. gierung war nie schwankend in der Polenpolitik: Troy aller Wider- die Beamtenschaft hinein. Dagegen legen wir Verwahrung ein. Unter Hinweis auf das Berliner Postamt 19 ersucht Redner den Staats- prüche in den Mitteln war ihr Ziel immer dasselbe. Um so sonder( Bravo! links.) barer berührt es, wenn man diese Ostmarken- Zulage als unpolitisch Damit schließt die Diskussion. Der Eventual- Antrag Liebera sekretär, sich von der Durchführung seiner allgemeinen Vorschriften hinstellen will. Im Vorjahre hat im Landtag die freifonfer- mann v. Sonnenberg wird angenommen, die Regierungszu überzeugen. Abg. Müller- Sagan( fri. Vp.) bittet auch die Diensträume und bative Partei ebenso wie die Regierung diese Zulagen als forderungen int Titel 29b und 29c aber entsprechend dent Wohnungen der Beamten bei allen neuen Postbauten in die Central- politisch bezeichnet; jetzt im Reichstage will man entgegen Kommissionsantrag abgelehnt. Für die Bewilligung stimmen heizung einzubeziehen. Redner regt an, allen Unterbeamten fosten fetretär tann doch nicht verlangen, daß der Reichstag die Rouseden amtlichen Motiven diesen Charakter verwischen. Der Staats- Konservative, Reichspartei und Nationalliberale. lose ärztliche Behandlung zu teil werden zu lassen. Staatssekretär Straette: Ich wünschte, ich hätte keine Central- quenzen einer Politik zieht, die er in seiner Mehrheit als ganz verheizung; aber im allgemeinen werden jetzt auch die Dienstwohnungen fehlt und unheilvoll betrachtet. damit versehen. Daß die Abgg. v. Gerlach und Singer Briefe der Postbeamten bekommen, wundert mich nicht; bei jeder kleinig- Die Polenpolitik der preußischen Regierung erfirebt in ihrer feit benten sich eben gewisse Beamte, wir haben neuesten Entwicklungsphase nicht mehr und nicht weniger, als die im Reichstage Fürsprecher. Bei den Bestimmungen über Polen aus dem Lande hinauszuwerfen. Das jezt im Sonntagsruhe und Arbeitszeit darf man nicht schematisieren. preußischen Abgeordnetenhause eingegangene Ansiedelungsgesetz trägt Abg. Böckler( Antis.) begrüßt die Erhöhung der Gehälter der biefen Stempel einer Ausnahmegesetzgebung in schärffter Weise. Aber Landbriefträger, will aber von vornherein Einspruch dagegen erheben, diese Politik wird nicht eher ein Ende nehmen, als bis sich die daß bei einer späteren allgemeinen Gehaltserhöhung der Postbeamten preußische Regierung von der Dummheit dieser Politik überdie Landbriefträger übergangen würden. Besonders im Osten zeugt hat. bildeten die Landbriefträger einen wichtigen Kulturfaktor, der Dienst sei äußerst schwierig. Abg. Dr. Bazig( natl.) erklärt, daß seine Freunde auf die Geltend machung einzelner Beamtenwünsche verzichten, weil daraus auf die Bevorzugung einer Beamtenkategorie von der andren geschlossen werden könne. Hoffentlich würde diese Zurückhaltung im Lande nicht mißverstanden werden. Abg. Singer( Soc.): Beim Titel„ Posthilfsstellen" bemängelt Abg. v. Gerlach( Hosp. d. frs. Vg.), daß im Bezirk Kaffel Postboten, die seit 1899 beschäftigt find, noch heute einen Tagelohn von 1,80 M. bekommen.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Es läge im Interesse der Postverwaltung selbst, daß solche Leute nach jahrelanger Thätigkeit fest angestellt werden. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel De dung von Verlusten am Eigentum der Post rügt Abg. Erzberger( C.), daß vielfach Postbeamten für Verlust der Bost erfaßpflichtig gemacht würden, obwohl sie gar kein Verschulden an dem Verlust treffe. Abg. Dr. Spahn( C.) befürwortet diesen Antrag. Die Begründung der Regierung, daß die von Süden und Norden durch Deutsch- Westafrika geplante Telegraphenlinie der Transcontinental Telegraph Company Ujiji erreicht habe und daß der Anschluß des deutschen Telegraphenneges nunmehr mit thunlichster Beschleunigung hergestellt werden müsse, ist nicht stichhaltig. Diese Politik muß inner mehr die Erbitterung der Staatssekretär Straette erwidert, daß die Reichspoftverwaltung Polen erregen. Herr v. Tiedemann fuchte flugerweise die Frage mur gegen Beamte vorgehe, wenn wirklich ein Verschulden derselben der Dftmartenzulagen des politischen Charakters zu entkleiden. Aber vorliege. Jeder Fall werde eingehend geprüft. jederman hier im Hause sieht doch ein, daß die Zulagen eine Der Titel wird bewilligt; ebenso der Nest der fort. politische Tendenz haben. Die Unterbeamten sollen durch wider- dauernden Ausgaben. ruflich gegebene Zulagen in den Dienst einer bestimmten politischen Es folgen die einmaligen Ausgaben. Richtung gezwungen werden. Wer dem Wunsche der Regierung Für die Herstellung einer Telegraphenlinie im Innern Abg. Eickhoff( frf. Wp.): Ich möchte bitten, im nächsten Jahre in Bezug auf die Behandlung des polnischen Publikums nicht von Deutsch- Dstafrika von Tabora nach Ujiji( Fortsetzung der bereits die Stellenzulagen für Assistenten entsprechend der Vermehrung dieser nachkommt, setzt sich der Gefahr aus, daß ihm die Zulage bestehenden Linie von Dar- es- Salaam über Mpapua nach Tabora) Beamten zu vermehren, damit diese Beamtenklasse wieder auf den wieder entzogen wird. In dieser Widerruflichkeit liegt werden als erste Rate 300 000 m. gefordert. Stand von 1890 tomme, wo auf jeden Assistenten durchschnittlich ein ein ganz raffiniertes System( Sehr richtig! bei den Socialdemo Die Kommission beantragt die Forderung zu streichen. Betrag von 10,29 M. entfiel. Auch für die Bureau- und Rechnungs- fraten.), das noch viel schlimmer ist, als die Zulage an sich. Dadurch beamten II. Klasse müßten die Stellenzulagen vermehrt werden. bringen Sie in das Beamtencorps den Geist der Korruption hinein. Titel 29b:" Bu widerruflichen, nichtpensionsfähigen Gehalts( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Die Beamten werden zu zulagen an die in der Provinz Posen und den gemischt der Auffassung erzogen, daß sie nicht nur ihre Pflicht zu erfüllen, sprachigen Kreisen Westpreußen angestellten mittleren Stanzlei- fondern auch die jeweilige Politit der Regierung zu und Unterbeamten sowie zu widerruflichen Pensionszulagen für die unterstügen haben. Daß eine Vorlage mit folcher Tendenz in diesen Landesteilen angestellt gewefenen und dort verbleibenden und solcher Wirkung von uns nicht gebilligt werden kann, Staatssekretär Kractke: Ich möchte das Haus bitten, wenu Beamten dieser Kategorien 539 100 M( Dstmarkenzulagen") versteht sich ganz von selbst. Der Staatssekretär verteidigte die gegenwärtig teine Neigung bestehen sollte zur Belvilligung der Linie und Titel 29c: Zu Erziehungsbeihilfen an höhere Beamte in der Zulagen damit, daß die den preußischen Beamten bereits gewährten Tabora- ljiji, denselben Betrag von 300 000 M. zur Herstellung der Provinz Bosen und den gemischtsprachigen Kreisen der Provinz Ostmarkenzulagen die Preise der Lebensmittel und der Wohnungen Telegraphenlinie Tabora- Mwausa zu bewilligen. Westpreußen 6000 M." beantragt die Stommission zu streichen. vertenert hätten. Wenn das die Wirkung einer Zulage wäre( Buruf Abg. Dr. Spahu( C.): Nach den Ausführungen des StaatsEin Antrag v. Normann( t) will die Regierungsvorlage rechts: Hat er garnicht gefagt!), so dürften wir niemals einem fekretärs beantrage ich unter der ausdrücklichen Voraussetzung, daß wieder herstellen und die Titel 29b und 29e bewilligen. Beamten eine Zulage gewähren, denn dann hätten die Beamten damit auf die Linie Tabora- Ujiji verzichtet wird, im Dispositiv Abg. v. Tiedemann( Np.): Es handelt sich hier um keine nichts davon. Das, was der Staatssekretär über die wirtschaftliche des Etats einzustellen, statt: nach Ujiji" über St. Michael nach politische Frage, sondern um eine Frage der ausgleichenden Lage der Beamten in den östlichen Provinzen gefagt hat, trifft auf Mwaufa" und mit dieser Aenderung die Pofition anzunehmen. Gerechtigkeit. Sämtliche Regierungs-, Gerichts, Steuer- und alle Beamteft zu und müßte konsequenteriveise dazu führen, Abg. Dr. Sattler( natl.) beantragt die Position mit dem Eisenbahnbeamte in Bosen und Westpreußen erhalten die Zulagen, daß der Staatssekretär beim Reichsschatzfefretär gulagen für sämtliche Antrage Spahn nur die Postbeamten nicht. Das ist auf die Dauer nicht haltbar, Unterbeamte der Post durchsetzte.( Sehr richtig! bei den Social- zu verweisen. zumal gerade die Postbeamten am meisten unter der Ungunft der Ver- demokraten.) Wir werden stets bereit sein, den Unterbeamten Zulagen Der Antrag Dr. Sattler wird nach längerer Geschäftsordnungshältnisse im Dften zu leiden haben. Eine forrumpierende Wirkung der für das zu gewähren, was sie dienstlich zu leisten haben und ihr Debatte angenommen. Der Rest der einmaligen Ausgaben ohne Ofimarten- Bulagen vermag ich nicht einzusehen. Es liegt uns ein Antrag Einkommen in ein gerechtes Verhältnis zu dem zu setzen, was sie für Debatte bewilligt. Liebermann v. Sonnenberg auf Streichung des Worts widerruf ihre Familie brauchen, aber zulagen, die der Würde der Beamten felbft Bei den Einnahmen bittet lichen" vor. Ich selbst hatte die Absicht, einen solchen Antrag ein- widersprechen, fönnen wir nicht billigen. Nach den Worten des Herrn Abg. Singer( Soc.) den Staatssekretär, den Krantentaffen zubringen, habe aber davon abgesehen, weil meine politischen v. Tiedemann müßte der Reichstag alles das nachmachen, was dieselben postalischen Erleichterungen zu teil werden zu laſſen Freunde wie auch die Deutschkonservativen Bedenten in der Preußen ihm vormacht.( Buruf: Diäten! Heiterkeit.) Ja, bei den wie den Berufsgenossenschaften und den VersicherungsRichtung hatten, daß durch diesen Antrag die Disparität Diäten haben die Herren Konservativen es keineswegs so eilig, anstalten. zwischen Reichs- und preußischen Beamten auf einem Breußen zu folgen. an die Kommission zurückAbg. Gröber( C.) befürwortet nochmals die Resolution Erzberger andren Gebiete wiederhergestellt würde. Ich werde Wie viele Bestrebungen, die Lage der Reichsbeamten aufzubeffern, auf Portofreiheit der Soldatenpakete. deshalb mit meinen politischen Freunden gegen den Antrag find nicht schon an der Berufung auf Preußen gescheitert! Staatssekretär Straette erklärt, auf seinem ablehnenden Liebermann stimmen. Sollten die Titel abgelehnt werden, und wenn man uns droht mit einer Diskrepanz zwischen Reichstag Standpunkt verharren zu müssen. so bitte ich den Reichskanzler, sich mit dem preußischen Minister- und Landtag, so kann sich der Reichstag eines solchen Verbrechens Abg. Guenter( natl.) wünscht Ermäßigungen im Fernsprech präsidenten dahin zu verständigen, daß bei der Vorlegung des ruhig schuldig machen. Ja, gerade der Zweck dieser Ablehnung verkehr. nächsten preußischen Etats die Zulagen der Postbeamten und der besteht darin, den Landtag zu desavonieren, ihm zu zeigen, daß Unterstaatssekretär Sydow rechtfertigt das jeßige Gebührenübrigen Reichsbeamten auf den preußischen Etat übernommen die Wehrheit dieses Hauses mit der chifanösen Polenpolitit des system. Der Einheitstarif tönne taum herabgesetzt werden. Gewisse werden. Das ist nichts so Außergewöhnliches: im vorigen preußischen preußischen Landtages und der preußischen Regierung nicht ein- fleine Unebenheiten müsse man mit in den Kauf nehmen. Etat wurden für die erste Einrichtung der Garnisonen Breschen und verstanden ist.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Wenn die ver- Die Einnahmen werden bewilligt, die Centrumsresolution Schrimm 2 900 000 m. bewilligt. Ich bitte um Wiederherstellung bündeten Regterungen darin willigten, daß die Ausgaben, die der auf Portofreiheit der Soldatenpakete angenommen. der Regierungsvorlage.( Beifall rechts.) Reichstag ausdrücklich abgelehnt hat, in den preußischen Etat ein- Staatssekretär Kraette: Der Abg. Haase hat jüngst Beamten der Abg. Frigen- Düsseldorf( C.): Ich bitte den Neichskanzler, diefem gestellt werden, würden sie sich einer illoyalen Handlung Reichs- Postverwaltung vorgeworfen, daß fie das Briefgeheimnis Wunsche des Herrn v. Tiedemann nicht zu entsprechen. Dadurch schuldig machen.( Sehr gut bei den Socialdemokraten.) Daß die verlegen. Es ist damals von meinem Kollegen vom Auswärtigen Schluß 6 Uhr. Gewerkschaftliches. V 00 3029 2,55. 2838 10,-. 2846 1,-. 2860 5,25. 3043 6,15. 98542,-. Aus der Frauenbewegung. Steglis. Im Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglitz und Umgegend hielt Donnerstag, den 18. Februar, Herr Walded Manasse einen Vortrag über„ Nathan der Weise". Großen Beifall erntete der Redner von den zahlreichen Anwesenden für den interessanten Vortrag. Es wird auf die Wanderversammlung, welche Donnerstag, den 3. März, in Friedenau bei Grube, Kaiser- Allee, stattfindet, aufmerksam gemacht. In derselben wird Frau Dr. Zepler einen Vortrag halten. Baumschulenweg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schöne bergs und Umgegend hält Donnerstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, im Lokal von Christ, Marienthalerstraße, Ece Ernſtſtraße, eine Wanderversammlung ab. Herr Dr. Alfred Bernstein wird über Die Aufgaben der Gemeinde auf dem Gebiet der Gesundheitspflege" referieren. Herren und Damen als Gäste sehr willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. " Verfammlungen. In einer polnischen Volksversammlung, die am Sonntagnachmittag in den Arminhallen" stattfand, wurde nach dem Referat des Genossen Georg Ha ase und kurzer Diskussion, an welcher sich die Genofien Biniszkiewicz, Golibrodi und Berfus beteiligten, nachstehende Resolution unter stürmischem Beifall einstimmig angenommen: „ Der Entwurf einer Novelle des preußischen Versammlungsrechts, welcher den Gebrauch der polnischen Sprache in öffentlichen Versammlungen verbietet und damit die Versammlungsfreiheit der polnischen Bevölkerung aufhebt, ist ein Ausnahmegesez, gegen welches wir mit Entrüstung protestieren. 77 3,20. polnisch ist. Die preußische Politik ist die Politik der Klaffenherrschaft, die 98 2,85. 5501 1,80. vor allem gegen die arbeitenden Klassen gerichtet ist. 5403 2,05. Angesichts dessen verwerfen wir mit Entrüstung die Politik der eine Politik, 70 1,65. polnischen Fraktion im Reichstag und im Landtag 35 0,80. Die durch Demut, Unterwürfigkeit und den Ausgleichgedanken gegen0,80. über der preußischen Regierung gekennzeichnet ist. Amte den Herren anheimgestellt worden, diese Angelegenheit| 7,05. 5883 1,80, 5864 9,90. 6863 7,60. 5861 10,40. 5854 2,60. 5980 4,50. 12inberg 6,10. Durch M. 18,65. Unter Arbeitsbrüdern Fallenhagen 7,80. bei der Beratung des Postetats zur Sprache zu bringen. Ich habe 5956 10,80. Wahlfreis Nieder- Barnim( Bezirk Lichtenberg) auf Gef. d. D. 11.30. Arbeiter der Firma Siemens u. Schudert- Berte, Charbis jetzt darauf gewartet, daß die Herren derartige Fälle vor- Listen: 2411 7,70. 2413 7,70. 2414 6,05. 2415 2,45. 2416 3,- 2422 lottenburg 254,30( darunter Blodwert 91,25 M.) Gesammelt d. F. Kant brächten. Ich konstatiere, daß das nicht geschehen ist. Ich habe 12,85. 2423 2, 2428 1,40. 2429 4,55. 2436 2,85. 2487 5,16. 2438 0,50. 6. D. Dietz 19,35. D. Tatusch 2,-. Puter d. Wilde 6,45. Ges. durch Ermittelungen anstellen lassen, ob irgend ein 2547 1,80. 2552 1,55. 2673 2,20. 2682 9,30. 2683 7,75. 2685, Maler v. Herzog 2439 8,15. 2441 13,- 2443 3,75. 2445 5,- 2535 11,45. 2546 4,10. Scharrnberg 17,65. Handlungsgehilfen d. Udo 13,50. b) Sonstige 8uweisungen: Rutenits Stammgäste, AltFall von Verlegung des Briefgeheimnisses durch( dar. a. Annchens Sparkasse 50 Bf.) 24,65. 2695 1,35. 2696 7,55. 2697 4,50. 2736 2,15. Moabit 50 6,50. Wustender F. u. C. C. Hamburg 3,50. Durch Schmidt von Beamte oder unterbeamte vorliegt, und da hat sich Fünfter Wahlkreis auf Listen, 3. Rate: 2801 2,80. 2804 1,40. Uhlig 0,50. In Summa 437,45 M. Bereits quittiert 3277,71 M. Gesamtsumme ergeben, daß kein Anlaß zu einer derartigen Be- 2805 2,-. 2808 1,20. 2809 5,55. 2811 1,10. 2812 14,-. 2815 3, schuldigung vorliegt.( Hört! hört! rechts.) 2820 1,-. 2823 5,60. 2826 2,50. 2830 6,70. 2831 2,20. 2832 10,10. 2833 36,-. 3715,16 M. 2835 7,35. 2836 6,40. 2837 4,30. 2839 12,75. Die Petitionen zum Bostetat( Berichterstatter Dr. Müller- 2834 10,-. Wir ersuchen die Inhaber von Listen, schleunigst bei F. Jost, Wall2840 2,25. 2842 9,70. 2843 2,30. 2844 3,05. 2847 4,80. ftraße 68, abzurechnen. Die Veröffentlichung der Restanten erfolgt am Sagan) werden entsprechend den Kommissionsbeschlüssen erledigt. 2848 2,50. 2849 9,85. 2850 3,04. 2853 6,90. 2861 5,90. 29. Februar d. J. Damit ist die zweite Lesung des Postetats beendet. Der Etat 2869 11,60. 2872 7,15. 2877 4,50. 2879 2,90. 2880-80. 2887 20,70. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschafts. der Reichsdruckerei wird debattelos in zweiter Lesung erledigt. 2888 11,75. 2895-80. 2896 3,05. 2897 10,50. 2898 19,40. 2900 28,60. tommission. Darauf vertagt sich das Haus. 2902 4,65. 2909( gesammelt in Rigdorf) 11,75. 2913 Arbeiter v. Bechstein, Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Etat des Reichs- Eisen- Johannisstraße( dabei Verlobung von Else u. Karl) 3. Rate 38,85. bahnamts.) 2915 8,80. 2924 1,05. 2926 6,- 2929 2, 2934-, 50. 2936-, 50. 2937-, 50. 2938 14,25. 2939 1,40. 2944 1,30. 2947 4,75. 2948 5,45. 2950 6,50. 2953 1,-. 2956 2,80. 2957 4,70. 2958 2,95. 2961 4,35. 2962 5,15. 2963 5,20. 2964 7,95. 2965 5,60. 2967 9,80. 2978 1, 2984 9,55. 2991 19,55. 2997 4,70. 2998 6,30. 2999 39,55. 8953, Vorposten in Feindesland 11,25. 8954 0,70. 8955 3,50. Für die Opfer der Aussperrung in Crimmitschau gingen bei der 8956 9,60. 8957, Bergnügungsverein Teutonia 9,35. 8958 7,20. 8959 1, Berliner Gewerkschaftstommission folgende Beiträge ein: 8961 2,06. 8962, 4. Rate, Treppengeländer- Fabrit Schmidt u. Co. 16,10. Ges. b. Sauer, Grünauerstr. 9, Rote Straßenbahner der Großen 5,65. 8963 13,75. 8964 2,20. 8974 4,40. 8976 19,60. 8978 6,50. 8979 4,20. Sonnemann 4,20. D. G. Wachow 1,95. Von Mielici 5,95. May Robert 8981 3,65. 8982 3,70. 8983 11, 8984 3,80. 8989 12,05. 8990 10,55. 4,15. Dittmars Möbelfabrik 7. Rate 6,50. Durch Dumte 10,55. Stamm 8992, Arbeiter der Schuhfabrik Sally Rosenberg 19,25. 9000 3,50. 11 701, gäste von Baum, Wrangelstraße, 6. Rate 4,-. Neumann und Hahn 1,-. Cigarettenarbeiter v. Nicolopulos 13,20. 11 704, Geschäftsvergnügen d. Firma Töpfer Bau Schent, Hohenlohestraße 4,65. Liste 12 971 3,20. Riste 6314. u. B. 12,55. 11 705 2,90. 11 706, gesammelt bei Zopf 5,70. 11 706 11,75. 11 708 3,50. 11 709 4,30. 11 710 6,65. 11 711 1,- 11 712 2, ( Erster Wahlkreis) 1,55. Raucherbund durch Hermann, Oppelnerstraße 11,25. 11 721 4,40. 11 722 5,-. 11 723 2,10. 11 724, Firma T. 5., Abteilung Augustin, Lindenstraße 4,50. Töpfer Bau Millionenschmidt, Westend, Knobelsdorffstr. 6,30. Hilfsarb. Druckerei Woche" 9. Rate 10,35. G. Lehmann Schraubendreherei 36,80. 11 727 10,-. 11 728 2,90. 11 731 2,15. 11 744 5,60. Brauer vom Böhmischen Brauhaus 2. Rate 4,65. Parkettleger 21,60. 11 754 8,80. 11 755 0,50. 11 756 1,- 11 757 0,30. 11 758 0,40. 11 763 8, von Kuhnert und Kühne 15,40. Ferd. Schmidt, Schliemannstraße 5,10. Dritter Wahlkreis auf Listen: 3028, gesammelt durch Helpapp 9,75. Erster Wahlkreis, Hanjaviertel( dar. vom Vergnügen in den Spreehallen) 3030, gesammelt durch Buchholz, Alexandrinenstraße 20,15. 3057 9,80. 3088 3,14. 3182 11,10. 3. Rate 33,56. Engmann 2, E. G. H. 7,-. Tischlerei Werner, Königs- 3047 5,55. 3055 6,90. 3056 5,80. bergerstr. 6,10. Restaurant Räther 2, Runder Tisch Berlichingenstr. 4,95. 3192 5,85. 3197, gesammelt„ Turnverein Treptow" 8,60. 3203 11,65. 3204 Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs Durch H. Schuster 364,76. Paul Bartsch, Neto York 104,13. Bolfsverein 3,45. 3215, gesammelt von Arbeitern der Firma Sandahl u. Lehmann 9,30. Oberstein d. H. Moosmann 24,40. Parteibuchhandlung und Gewerkschafts- 3222 1,75. 3253 10,15. 3260 10,15. 3277 2,40. 3281 3,30. 3283 3,90. und Umgegend hielt Dienstag, den 16. Februar, im Lolale von fartell Spandau 57,60. Arbeiter- Radfahrverein„ Oberfpree", 1. Rate 10,- 3287 9,- 3290, gesammelt durch Nielsen 10,-. 3293, gesammelt bei 2. Krüger, Grunewaldstr. 110, feine regelmäßige Versammlung ab. Oberschöneweide d. Kaufholt auf Listen 66,30. Sammlung bürgerlicher Frister u. Roßmann, Saal 37 15,75. 3294 7,50. 3300 3,30. 11924, ge- Herr Schriftsteller H. Baege hielt einen Vortrag über die VolksFrauen, übermittelt durch E. 2. 56,20. Berband der Fabrik-, Land- sammelt durch Götte 3,50. 11940, Tischlerei Siemens u. Halske, Berliner schule. Der Referent erntete für seine Ausführungen reichen Beifall. und Hissarbeiter, Schwedt a. D. 9,75. Durch die Welt am Montag" 10,- Bert, 7. Rate 19,- 3013 0,45. 3023 6,45. 3040 6,45. 3011 7,15. 3042, Die Versammlung beschloß, Montag, den 29. Februar, im Klubhause, Firma Dr. M. Lewy d. Angern 6,75. Buchdruckerei Brüdmann 2, Arbeiter von Baruch u. Co., Abt. Theater- Dekoration 16,10. 3044 15,65. 3045 3,95. 3046 10,10. 3096 2,70. 3099 6,20. 3100 5,35. Hauptstr. 5/6, eine Wanderversammlung abzuhalten, in welcher Herr Gebr. Ernst 0,50. Stabernad, Tempelhof, Gürtlersaal, 3. Rate 7,45. Schleifer, 2. Rate 3,25. Fünf Kupferschmiede 4,50. Möbelfabrik Groschfus 3101 11,15. 3152 1,90. 3153 1,50. 3155 6,30. 3165, gesammelt durch Dr. Max Alberth einen Vortrag über Lessing mit Recitation Carl Conrad und Georg Lorenz 24,50. 3167 5,40. 56,50. Frau Wiechmann 0,20. R. 1,-. Durch die Vertrauenspersonen 3201 13,80. halten wird. 59 13,-. 3263 7,-. 3202 8,65. 3210 5,60. 60 14,90. d. A. E.-G., Ackerstr., auf Listen: 12358 24,30. 3264 4,25. 3289 1,50. 3285 7,05. Arbeiter der 1. Firma Czarnidau Biedermann 19,30. 61 5,- 64 25,30. 65 19,25. 1795 1,20. 8444 0,50. 52 39,- 58 24,- 3291, A. F. 4, Aht. Karrenberg 4,-. P. Weicher 3,65. Thomas 3,50. A. Obst Se ch ster Wahlkreis auf Listen: 5229 17,25. 32 5,95. 61 16,45. 89 2,80. 46 Clogowski u. Co., 14,90. P. Funt 10,35. Mühlenarb. d. Rode, Oranienburg 3,55. Werkstatt 5352 3,90. 5433 2,30. 39 2,65. 40 0,50. 41 1, Dreger 1,-. Verband des techn. Bühnenpersonals( dar. Herold auf Listen Chauffeeftr. 80a 10,50. 5384 7,35. 9756 7,35. 65 7,05. 68 7,90. 82 4,65. 5,20) 39,80. Dähne 4,-. Berband d. städtischen Arbeiter d. Dittmer 21,65. 97 9,75. 9800 8,35. 05 1,50. 16 4,80. 27, 31. Rate Graphische KunstDito. 25,85. Meinholz 6,-. Arb. v. Weber u. Co., 8. Rate 13,35. Bom anstalt Otto Schloß 16,95. 28 2,20. 37, Bierprozente der Tischlerei Mayer, Personal der Buchdruckereien:" Deutsche Warte", 10. Rate 14,20. A. Haus- Neue Jakobstr. 8 28,75 38 7,95. 9917 0,50. 22 1,-. 23 3,-. 51 7,40. 52 1,40. mann 2,80. Th. Kaiser, Stempelfabr. 3,15. W. Möser 19,45. Stern 2,10. 53 5,45. 55 4,65. 5486 8,90. 5506 2,20. 28 2, 34 2,30. Volks- Zeitung" 19,45. Faujad 8,85. S. u. H., Stadtgesch., Saal 33 13,80. 38 5,05. 9612 4,50. 25 0,75. 26 3,20. 30 2,45. 31 11,80. 33 6,85. 363, Sparverein Hufeisen" 22,05. Firma Paalzow 2,45. Mieles 5,-. Central 37 14,50. 40 3, 56 1,20. 59 4,05. 72 2,25. 73 5,50. 76 1,75. 83 1,65. Verb. d. Civilmusiker, Berlin 7,50. Tertilarb.- Verband, Verwaltung Berlin 86 5,80. 87 0,30. 88 7,30. 89 7,05. 90 2,75. 93 1,70. 9711 9,85. 13 9,80. 17 0,90. auf Listen 216,85. Werkstatt Dreger 0,85. Freireligiöse Mädchen 3,-Gesundbrunnen: 4640 2,50. 53 9,35. 55 4,05. 57( Dar. v. Lotterieverein 50 6, Central- Verband der Bureau- Angestellten, Berlin, auf Listen 29,45. offnung" 5,-) 9,10. 64 3,15. 87 5,60. 88 4,90. 4746 16,05. 55 6,70. 61 3,90. Personal des Kaiser Friedrich Kinder Krankenhauses 6,90. 96 3,10. 97 6,-. 4832 7,50. 39 17,30. 61 3,20. Theater95 0,50. 5705 7,30. verein" Pegasus" von der Vorstellung bei Wernau, 25. Januar 92,50. 91 3,40. 93 5,50. 39 1,40. 42 3,50. 43 16,50. Benno Maaß 5, Wilmersdorf 2,40. Personal v. Schlei- Stefani, 3. State 56 7,50. 59 2,20. 61 4,45. 69 6,15. 83( durch Ziegler zwei Freunde im Wir verurteilen ferner mit der größten Entschiedenheit den 7,20. Liste 11 530, R., 4. Rate 29,60. Stiftenfabr. R. Funt, Dranienstraße Centrum 5,95). 86 2,92 6, 5800 Mundharmonika- Berein„ Tremolo" Entwurf des Parzellationsgesetzes für Bosen und Westpreußen als 1,85. Joh. Michaelis 3,30. Fibner 4, Möbelfabr. Köhlert 8,10. 3 Liften 5,80. 9009 2,20. 48 13,35. 49 11,80, 56, Buchdruckerei B. Greve 15,15. eines Ausnahmegesetzes gegen die polnische Bevölkerung, welches der durch Faber 11,85. Wenzel 6,65. Möbelfabr. Seifert u. Wolff, Fruchtstraße 69 19,80. 71 13,90. 4647 2,85. 98 4, 4700-50. 08 2, 16 11, 63 50. Verfassung widerspricht. 14,95. Verb. d. Glasarb., 2 Listen 16,40. Arbeiter v. E. Vogler, Bier- 17 6,15. 4819 10,40. 21 3,10. 25 9,95. 29 12,05. 54 6,55. 5734, Arb. von Breest u. Comp. 11,- 37 1,-. Diese Entwürfe entsprechen der allgemeinen Richtung der preußiprozente 10, Liste 11 474, Perl-, 50. Vergolder v. Andrae d. W. Schulz 82 3,30: 83 13,45. einer Politik 50 20, 7,05. Liste 8307, Fechner 1,25. D. Specht 4,30. Sigung d. Sattler 2,10. 71 5,65. 72 8,10. 80 12,40. 87 4,75. 9007, Maschinenfabrit schen Politik gegenüber der polnischen Bevölkerung 7,05. 1818 u. 1819 14,40. 11 5,70. Auf Listen 1585, 18 7,50. 66 17,65. Vogel, Andreashof D. Streich 2,-. Einige 72 3,05 der Ausnahmegesetze, der ungleichen und ungerechten Behandlung 29 6,10. 31 0,50. 5107 8,60. Stralau 33 7,90. 60 13,45. Textilarbeiter aus 7,90. 216. Gaft, Frankfurter Asee 90 3,20. der polnischen Bevölkerung und der Verfolgung alles dessen, was 5278 5,-. 5380 4,55. 17,20. 5434 4,55. 9553 4,40. 71 7,40. D. Schamicke 3,60. Malerfranzel 3,10. Frau D. H. i. B. 3,-. 74 2,10. 5233 14,90. 74 9,25. 62 0,70. 47 8,65. Tischlerei Kaiser, Kreuzbergstraße, 6. State 10,-. Theaterverein Thalia II", 59 1,80. 9769 4,55. 79 13,85. 81 2,70. 90 5,80. 2. Rate 5,- Verband. Wäschebranche 23,55. Durch Anders 3,55. Durch 5444 4,65. 45 10,-. Brunschwitz 4,70. Liste 1615, Goyer 10,50. Burkhardt, 2 Listen 5,85. Drei 9835 1,95. 22 7,50. 04 6,75. 9954 4,15. 60 3,35. 9647 2,30. 05 3,90. 40 11,25. 41 1,-. 47 2,30. 5309 2, 7 3,45. Listen ges. Sparrstr. 1 10,60. Rohrleger u. Helfer von Nahrun u. Betsch, 3. State 10.83. Strüger, Wrangelstr. 12 3,90. Verband der Stickereibranche 9701 3,20. 02 2,60. 24 4,90. 23 1,-. 12 7, 04 3,10. 05 99 2,-. 9624 5,55. 34 1,90. 55 0,50. 69 17,85. 74 1,10. 6,70. Frieda Erfurth 6,65. Lederwarenfabrik S. Hirsch 7,55. Arbeiter von Schwechten 9,65. Goldleistenfabrik Stubig u. Imberg, 6. Rate 12,-. Stein- 5101 7,80. 43 4,90. 47 1,-. 48 durch Radloff 5,60. hauer 28,30. Listen 14 397, 98, 12 561, 62 55,40. Durch Enders 2,10. 61 1,-. 91 4,90. 9574 3,60. 62 Firma Vor allem brandmarken wir mit Verachtung Liſten 11 634 u. 35 23,80. Broschürenüberschuß 1,35. Von Töpfern durch Maeder 3,55. 83 10,70. 87 2,50. 92 durch Wagner 4,95. δας Schweigen der polnischen Fraktion bei Gerlach 4,-. Verband der Barbiere, zwei Listen 10,95. Durch Wedding: 4395, Steinmetzen und Bildhauer vom Neubau des Herrenhauses, Liesegang 3,25. Verbad der Schmiede( auf Listen) 53,30. Durch Leipzigerstraße 5,30. 5685 11,10( darunter vom Neubau des Krankenhauses der Beratung der socialdemokratischen InterKab 4,25. Masch.- Arb. der Automobilfabr. Ober- Schöneweide, 6. Nate Seestraße durch Rosenberg 4,80) 11,10. 5689, Silvesterfeier bei P. Abend- pellation über die russische Spigelwirtschaft in 10 037, Deutschland im Reichstage 9312, Buberkolonne Bastian durch Wegner 11,60. ein Schweigen, welches teils durch 36,15. Masch.- Arb. d. M. W. A. E.-G., Ober- Schöneweide 11,55. Holzarb. Adlershof auf Listen Nr.: 8037 8,35. 39 10,15. 44 5,90. 12 153 5,55. 54 A. E.-G., Abt. Stod 17,55. 4572, gesammelt bei M. Hasse u. Co., Alter das Gefühl der Furcht, teils auch durch Sympathie gegen 2,95. 56 4,10. 57 3, 58 4,40. Strolchabend. E.-G., Ackerstraße, Bau 21,70. 5629, Maschinenfabrik Karl Flohr, Dreherei II 10,80. 4570 über der finsteren und barbarischen Macht des russischen Barats ers 5616 4, 17 6,20. 21 2,50. 95 3,35. 9315 3,90. Saal 19 14,50. Tischlerei Gebr. Faul, Hagelsbergerstraße 17,50." Buchbinderei 14, 71 2,60. H. Reiß d. Landgraf, 4. Rate 13,45. J. Paradies, 3 Listen 39,36. Masch. 16 1,18 8,90. 90 10,85. 10 044 19,50. 45 1,35. 4316 5,85. 19 4,50. zeugt wird. Listen 11 561 und 12 707 21,65. Fabrik Lilienthal 11,35. 94 7,60. 4413 3,60. 92 5,-. Mar Hecht, Greifenhagenerstraße 18,20. Tischlerei A. Kussin, 11. Rate 13,35. Berbans 93 5,15. 4506 4,- 15 3,55. 17 2,- 19 4,40. 37 4,25. 88 3,40. 89 der Bauarbeiter Schmargendorfs 4,90. Socialdemokratischer Wahl- 1,15. 5624 2,95. 40 3,70. 45 14,95. 46 10,50. 47 9,90. 48 6,20. 50 7,30. verein Zernsdorf, Listen Nr.: 7805 1,30. 7 1,40. 8 9,70. 9 9,60. 74 1,70. 88 4,70. 9307 1,70. 11 20,05. 26 1, 28 3,- 29 5,25. 32 Familie C. Tiek 2,15. Central- Stranken- u. Sterbefasse d.' Wagenbauer 0,70. 33 12,36 7,85. 37 15,30. 39 8,- 58 6,35. 71 9,10. 84 3,75. Berlin II 10,- Durch d." Welt am Montag" 3,-. Theaterver. Frankoni 85 2,80. 86 4,75. 87 10,85. 88 0,75. 99 0,65. 9400 1,25. 10 001 1,60. 04 2,65. N" 25,- D. Mewes 11, D. Reichert 1,75. Qifte 12380 1,-." Geburts- 17 3,10. 19 13,30. 22 3,90 35 1,-. 36 1,25. 38 2,10. 39 2,25. 40 4,45. 42 6,65. 78 3,40. 3996 4,40. 4028 6,15. 55 13,-. 67 tagsfeier b. Kohlschütter 1,50. Buchbinderei Schubert( außer Einigen) 10,55. Moabit. 3817 1, 10,25. 75 8,40. 9212 2,-. 13,95. 14 2,55. 16 11,50. 19 29,-. Angesichts dessen haben wir die Kunde von den Niederlagen der Bers. d. Krankenhaus Friedrichshain, 2. Rate 16,40. Gürtler u. Klempner v. W. Gerhardt, 2 Rate 9,55. D. Lezien 74,65. Rifte 12730 0,75. A. E.-G. 24 4,95. 46,50. 50 5,95. 53 7,- 54 1,- 3825 2,10. räuberischen russischen Politit im fernen Osten mit unverhohlener 4068 16,95. 98 5,20. 9203, Union 10,25. 10, Union 33,90. Aderstraße, Lager I, 5. Rate 45,- Kommission der Steinbildhauer 14,54. 50 2,20. Liste 6388 d. Petermann 2,50. 3 Freunde a. d. Freischüt 3,-. Möbelfabrit 28 10,- 29 12,75. 36 19,45. 39 15,30. 55, Union 12,15. 56, Union 19,50. Begeisterung aufgenommen. Wir hegen den heißen Wunsch, daß die Groschkus 57,50. Buchdruckerei Kenickmeyer 4,50. D. A. Mielert 4,30. M. S. Rosenthaler Vorstadt. 4902 5,25. 09 10,-. 11 5,55. 16 6,50. 31 1,55. Macht des russischen Despotismus gänzlich zu Grunde gerichtet 32 5,95. 92 8,05. 95 16,80. 5012 1,80. 14 3,70. 38 4,05. 49 2,85. 3,50. D. Kurzhals 1,60. Monteure Heife 12,05. Gäste b. Boß 1,20. Burkhardt 4,25. werde. Unfre glühendste Sympathie übersenden wir unsern 52 5, 54, Bau Chausseestr. 53 10,70. 57 58 26, 7,-. Frau Ihrer auf Listen gesammelt 35,-. Tapeziererwerkstatt Brandt, 4. Rate 59 3,25. 71 1,55. 5601 10,50. 02 19,55. 03 6,25. 8,60. Liste 8683 4,60. Schiller- Theater N. d. Gößte 9,10. Tertilarbeiter04 18,05. Brüdern in ganz Rußland, vor allem den unermüdlichen Kämpfern der 9103 3,90. 09 23,65. 40 27,40. 56 5,10. 58 8,- 60 10,85. Berband Filiale II. Berlin auf Listen( darunter Metallwarenfabrik Arndt u. 100 polnischen socialistischen Partei, die um die Freiheit, Unabhängigkeit 61 3,70. 63, Bau Kabler 11. Co., Reinickendorf- West Markus 20,-) 237,77. Alfred Schlachter 3,-. Sammlung bürgerl. Frauen d. A. S. 72,-. D. Fauth, Wetzlar a. d. L. 14,46. Gesangverein Arbeiter- 4930 14,40. 33 12,75. 34 9,35. 37 1,40. 71 4,75. 96 14,30. 98 6,05. und den Wohlstand des Volkes mit der barbarischen Macht des Maibund", Nowawes 18,- Personal d. Jrrenanstalt Herzberge u. d. Meives 5003 1,60. 29 2, 55 0,50. 63 1, 65 7,- 69 8, Barismus kämpfen." 19,55. Elende v. Messingwert Reinickendorf 4,80. Munition a. d. Seutscher 3,30. 80 3,84 7,80. 9110 6,65. 27 0,50. 32 4,45. 38 0,70. 43 0,50. burg v. A. Schwarz 2,25. Munition a. d. Basewalkerstraße durch Menzel 74 1,90. 75 2,50. 77 2,25. Oranienburger Borstadt: 4124 2,45. 29 5,65. Die Gruppe der Rabisputer hielt am 17. Februar ihre regel6,55. Lotterieverein" Fortuna" 3,50. Bwei Listen durch Spiedermann 3,30. 32 8,55. 37 8,75. 38 2,20. 42 7,50. 60, Steyling u. Thomas 9,05. 63 mäßige Mitgliederversammlung in den Arminhallen ab. Für die von Runge 6,20. Durch Bechert 4,-. Bon Quentert u. Ernst 11,45. 5,80. 68 4,30. 71 4,25. 72 6,95. 73 2,25. 79, Pianofabrit von Hirschfeld, D. Richter 0,45. D. Gebauer 5,40. v. Limburg 0,50. Verein d. Chemi- Eisenbahnstr. 19 14,55. 83 1,86 0,80. 87, Stranzüberschuß Otto Weiß Einführung der Einheitsmarke sprach sich Ernst Kliem aus. Er habe sich in der Vorstandssitzung vom 16. d. Mis. überzeugt, daß die graphie, 3 Listen 94,75. D. Riege 3,25. Buchdrucker M. Müller, Nachweis 1,50. 4230 11,50. 39 5,10. 56 4,60. 62 0,95. 72 1,50. 99 7,50. Beuthstr., 4,05. Hundrieser 3,35. Lijte 12 353 12,90. Centralverband der A. E.-G., Brunnenstr., Anterbau 15,-. 10, dsgl. f. 3 16,70. 61 8,80. 62 1,70. Einführung der Einheitsmarte eine Notwendigkeit geworden ist. Ein 21, Antrag in diesem Sinne fand einstimmige Annahme. Nach Ers Maurer Schwedt a. D. 20,-. Kronleuchterfabr. Niemann u. Co., 7. Rate 66 3,10. 70 10,- 73 2,70. 174 4, 83 4,05. 86 4,50. 9502 3,-. 22 desgl. 8,35. 23 desgl 16,50. 24 desgl. ledigung mehrerer beruflicher Streitfälle wurde hierauf folgender 13,55. G. Wachau 4,10. Liste 11 437 1,-. Gewerkschaftskartell Rummels-. E.-G. Brunnenstr. 12,30. burg auf Liſten 70,32. Kammmacher 5,55. Techn. Bühnenpersonal d. 21,05. 25 desgl. 12,80. 41 desgl. 24,65. 42 desgl. 14,75. 43 desgl. 21,35. Antrag gestellt: Die Kollegen verpflichten sich, das Handwerksze 47 desgl. 15,35. 10 101 6,95. Gößte 9,25. Radlinger 0,70. Glasarb.- Verband 3 Listen 9,10. 45 desgl. 7, 46 desgl. 17,60. Marmornur wie bisher während der Arbeitszeit von einem Bud 17 1,-. 24 6,75. 28, Drüder von F. F. A. Schulze 10,60. 29 0,50. arbeiter Berlins, 7. Rate 61,65.„ Neues Leben", Chicago, 16,67. 39 2,05. 40 4,85. Verb. d. Buchdrucker, Bossen, 20,15. 4119 4,80. 22 1,95. 78 11,55. 4255 1,20. zum andern zu tragen, denn das Tragen desselben sei auch eine für Egert, Charlottenburg, 16,30. 30 8,20. 35 2,90. 54, gej. durch Schwarzburger 11,25. den Unternehmer geleistete Arbeit und daher von ihm zu bezahlen. A. Stein, S. D. 13,30. Centr.- Verb. d. Bildhauer, Danzig 14,10. Tischlerei 9417 3,15. 24 0,50. 32 1, Unter Verschiedenem 9520, A. E.-G. Brunnenstr. 11,05. 30 0,90. 40 4,50. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 2. Stussin, 12. Rate 11,75. Stammgäste v. Porscheng, Frankfurter Allee 18,70. 81 4,80. 10 121, gesammelt durch Rudolf Dchs wurde bemängelt, daß die Versammlungskontroll- Stempel noch nicht Raffelt 1,10. Lithographen von Littauer u. Boysen, 3. Rate 15,85. Bon 44, A. E.-G. Brunnenstr. 6,75. 23 7,10. 25 2,95. 35 2,15. 37 0,25. 38 5,84. angewendet werden. Arbeitern bei Borsig, auf Listen 180,87. Lifte 12 395 d. Horn 5,60. Centr. 13,70. Beeskow Stortow Charlotten Verb. d. Handels- u. Transport- Arbeiter, Berlin I, auf Listen 8608 5,45. ab Ikreis Teltow Letztes Wort. Nachdem Genosse Fülle zuerst versucht hatt 9 1,20. 10 1,70. 16,50. 18 2,-. 22 Geschäftsdiener b. Wertheim, burg, d. Eberhardt auf Listen 500,-, darunter die nachfolgenden EinzelOranienftr. 11, Sparver. Fröhliche Weihnachten" b. Eisbeinessen b. posten: Pianomech. Fabr. v. Beetz 3. Rate 12,35. J. C. Pfaff Saal 3 12,20. meine Verwahrung gegen seine Art der Berichterstattung zunäch Fünf Seker a. d. wissensch. Ecke der D. als eine Anmaßung" und jeßt gnädigst nur noch als ungebetene Schüße 6,60. Geburtstagsfeier Sturfürstenstr. 101 2,-. Hilfsarb. d. Accidenz Bersonal v. Braß u. Hertslet 12, druckerei v. Mosse 9 ,. D. Henkel 11,90. Liste 6992 d. A. Schulz 20,57. Gej. B. u. K. Bossen u. andere 9,30. Perf. d. Druckerei Reimer Trebbin 20,45. Censur" hinzustellen, will er mich jetzt vor das Forum der Preßi. Schanklokal b. Böhm, Grerzierstr. 2 3,20. Bon A. Krause, Hussitenstr. 4,05. Bahnhofsbau Zehlendorf- West 21,50. Bau Fritsche Kaiser Plaz 2. Rate 25,-fommission schleppen, wohl in der Meinung, für mich als Angestellter A. C. M. Mannheim 3,-. Von einer Abendunterhaltung b. internation. Frau Lüdke Chltbg. Wilmersdorferstraße 11,05. Bau Banget 14,20. Bau des„ Vorwärts" sei die Breßkommission der ordentliche Gerichtsstand, Arbeitervereins Bern 173,06. Liſte 1878 per Einschreiben 1,35. Vierter Boigt Kurfürstendamm 3. Rate( ohne Ginen) 4,45. Bom Weihnachtsbergber auch über die Grenzen der Redefreiheit im Wahlverein zu ent d. Plättereibefizer 8,-. Verschiedene Tintenfulis 9,-. Bau Wahlkreis, Ost, auf Listen( dar. Lifte 11 835 20,20, Arb. d. Betriebsinsp. 8,95. Aktien- Gesellschaft für Bauaus scheiden hat. Ich lehne diese Einladung höflichst ab, denn ich habe Berlin I 5,-) 389,27. Erster Berliner Wahlkreis 12,20. Erster Berl. Kaiser Friedrichstraße 27 Bau Alexandrinenstraße 50 durch nicht gegen den Beschluß der Preßkommission Verwahrung eingelegt, Wahlkreis auf Riften: 12 508 8,10. 12 501, Druckerei Liebheit u. Thiesen, führungen Tischlerei d. G. 17,55. 5. Rate 16,90. 12 504, Tischfabr. Richter, Rüdersdorferstr. 26( außer einem), Biek 10,35. Arb. d. Chem. Fabr. vorm. Schering, Charlottenburg 5,20. fondern gegen bestimmte falsche Behauptungen des Genossen Fülle Damit Genosse Fülle aber nicht 3. Rate 25,- 12 502 5,70. 3 5,25, 5 3,50. 6 4,85. 7 1,20. 11 812 9,30. Bon d. Buchbinder- Bers., Zahlstelle Charlottenburg 10,-. Einige Studenten bei der Berichterstattung. 6324 38,70. 11 810 2,60. 6337 8,40. 40 2,45. 41 8,40. 43 2,30. 44 4,85. der techn. Hochschule 5,75. Wahlverein Schöneberg: Liſten 7605 8,85. 11 2,75. glaubt, ich wolle mich überhaupt meinem Richter entziehen, verrate 48 5,15. 52 15,60. 17 7,10. 25, Geburtstag von Moll 11,15. 33 4,30. 35 13,25. 39 1,40. ich ihm, daß mein ordentlicher Gerichtsstand der Wahlverein Groß62 0,20. 64 6,95. 65 2,85. 66 3,10. 40 16,55. 49 6,50. 52 10,60. 56, aus einer Musterwerkstatt 12,- 58 9, K. Wenzel. Hollandmorit, Suhl 5,-. Berlin W., Chiffre H. P. B. 62 9, 65, Tischlerei Pacebusch, 2. Rate 7,30. 66 2,65. 73, Tischlerei Lichterfelde ist. 78, d. Weller 10,90. 83 13,15. 86, Buchdruckerei Potsdam. Die Protestversammlung gegen den Russenfurs war 3weiter Berliner Reichstagswahlkreis: auf Listen: Badebusch, 3. Rate 5,25. 89 7,70. 91 9,75. 92 13, bon 250 Personen besucht. Dr. M. Alberty hielt das Referat. 2. Borchardt, 5. Rate 4,-. 87 7,75. 88 6, 6011 7,60. 6012 2,60. 6013 3,50. 6014 6,60. 6015 3,60. 6016 4,80. 94 Tischlerei Wegener, Wilmersdorf, In flammenden Worten legte Redner Protest ein gegen das scham6026 8,-. 6028 7,60. 6031, gesammelt bei Baruch, Alte Jakobstraße 93 Gasanft. Schmargendorf 17,15. 4. Rate 26,40. 95 6,20. 96 4,15. 97, Berl. Vororts- Elektricitätswerke, ( dar. v. Kowalt 1,-) 4,35. 6040 2,75. 6210 4,-. 5992 12,30. 5999 1,-. 6002 17,60. 5842 8,80. 5822 3,70. 5814 6,10. 6041 0,80. 6043 4,10. Steglit 10,98 6,05. 7700 3, 7865 Tischlerei Wegener, Wilmersdorf, Lose Treiben der russischen Polizeispiel und ihrer Helfershelfer in Preußen- Deutschland. Die Resolution wurde einstimmig anges 6045 2,30. 6089 1,30. 6243 5, 12512 2,80. 6220 2,40. 5906 2,95. 5. Rate 21,95. 6212 5,25. 5959 6, 5979 3,5977, v. b. Stutschern u. Hai Swerfern Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. des Berliner Spediteur Vereins 6,70. 12517 3,-. 6187 4,50. Johannisthal. Mittwochabend 8 Uhr findet bei Henneberg, Friedrich 6173, Pianofabrik Neufeld 3,60. 6169 2,- 6166 8,-. 6165 Bei der Charlottenburger Gewerkschafts Kommission gingen straße 10, eine öffentliche Bersammlung für Männer und Frauen 9,95. 6164 3,10. 6175 18,70. 6266, Arbeiter und Maurer Baut Neu- weitere Beiträge für Crimmitschau ein: statt, in der Reichstags- Abgeordneter v. Elm einen Vortrag über: Das mann, Martin Lutherstr. 76 9,85. 6263 2,45. 6260, Arbeiter der englischen a) Auf Listen: Gesammelt durch Eide 13,25. Durch Brühl 9,35. Genossenschaftswesen" halten wird. Um rege Beteiligung wird Der Wahlverein. Gasmaschinenfabrit Mariendorf, 5. Rate 96,- 6208 5,50. 6203 4,75. 5888| Schneider durch Hurol 15,75. Schloffer b. Golde u. Räbel 25,50. Ges. d. I gebeten. . 54 12,50. M 56 7,25. 60 4,40. 67 6,90. 61 1,60. 70 25,35. 5,-. roth 5,75. 79 13,05. 82 3,05. 57 11,70. 62 11,-. 68 12,20. 90 5,50. 41 26,55. M 9 0 9861 4,25. 78 1,35. 79 9409, 16 2,50. Schließlich erklären wir wiederholt: Das russische Zarat ist der schlimmste, gefährlichste und barbarischte Feind des ganzen polnischen Volkes und jedes Gedankens der Freiheit, des Fortschritts und der Demokratie. Das russische Zarat bedrückt das polnische Volk wie alle Nußland bewohnenden Völker, indem es cle Wolfs bestrebungen mit der Kugel, den Bajonetten, der Knute, mit Gefängnis und Sibirien zu Boden stampft. nommen. III. Wahlkreis. Verband der Wäsche- und Krawattenbranche Dienstag, den 23. Februar, abends 8½½ Uhr: Versammlung des Wahlvereins in Frankes Festsälen, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Schöpflin: Der Krieg in Oftafien". Diskussion. Zahlreicher Besuch erwünscht. Gäste willkommen. Donnerstag, 25. Februar: Zahlabend in den bekannten Lokalen. 240/ 4* Der Vorstand. Achtung! 5. Wahlkreis! Achtung! Deutschlands.( Filiale Berlin.) Mittwoch, den 24. Februar 1904, pünktlich abends 8, Uhr Fortsetzung der General- Versammlung in den Luna- Sälen, Neue Königstr. 7. Tages- Ordnung: 1. Wahl der örtlichen Verwaltung. 2. Beratung des Verbands- Statuts. 3. Abrechnung von der lezten Urania- Borstellung. 4. Wahl eines ständigen Bergnügungs- Komitees. 5. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Aus obiger sehr wichtigen Tagesordnung erfeht Ihr, daß das Erscheinen in dieser Versammlung Pflicht eines jeden ist. Wir bitten, den erhaltenen Statutenentwurf mitzubringen. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlak. Dienstag, den 23. februar, abends 8 Uhr, andstall Man beachte§ 7 des Statuts. im Schweizergarten, Königsthor( Friedrichshain): tisz Die Ortsverwaltung. J. A.: P. Keller, Borsitzender, Greifswalderstr. 218. Sonnabend, den 27. Februar 1904: Volks- Versammlung. Grosses Kostümfest ang Tagesordnung: 1. Alkoholismus und Klassenkampf. Referent: Genosse Dr. Frölich aus Wien. 2. Distuffion.barten Bahlreiches Erscheinen erwarten 217/1 Die Vertrauensleute. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. end Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr: Zwei Versammlungen 1. Wedding: Kösliner Hof", Köslinerstr. 8. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Wetzker über:" Das Verbrechen und seine Bekämpfung." 2. Diskussion. 2. Rosenthaler Vorstadt: Bei Hensel, Invalidenstr. 1a. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Bartels über:„ Entwidlung des Socialismus von der Utopie zur Wissenschaft." 2. Diskussion. In beiden Versammlungen haben Gäste, auch Damen, Zutritt. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der nächste Zahlabend am Mittwoch, den 9. März, stattfindet. 246/9 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain. Ein Sommertag in Buddewitz. Der Saal ist festlich dekoriert. J Um Mitternacht: Gastspiel des Cirkus Sardadelli. Sensationell! Noch nie dagewesen! Sprung über 12 Pferde durch'n Reifen. 38 Pierrot- Quadrille" ララ ausgeführt von 16 Stindern. Ferner: Auftreten der sehr beliebten urkomischen Buddewitzer Sänger- Gesellschaft. Auf dem Festplate: Rutschbahn, Riesenfernrohr, Würfel-, Gurken-, Scbiessbuden sowie andre Lustbarkeiten. Dem Fest entsprechende Kopfbedeckungen find am Plake. WAS IST EUREKA? Antwort siehe Rückseite! Steinarbeiter! Donnerstag, 25. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 172/ 6* 1. Anträge und Delegiertenwahl zum Verbandstag. 2. Bericht der Ohne Lohntommmission über die Verhandlungen mit der Innung. Mitgliedsbuch kein Stimmrecht. Da jedenfalls wichtige Beschlüsse gefaßt werden, erwartet zahlreichen Besuch Die Ortsverwaltung. Fliesenleger- Hilfsarbeiter! Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl. fostümen zu erscheinen. Die Teilnehmer werden gebeten, in möglichst originellen Sommer- Dienstag, 23. Februar, abends 7 Uhr, in den Industrie- Festsälen, Beuthstr. 20: Anfang 8 Uhr 59 Minuten. Eintritt, Mark. Gruppen- Versammlung der Fliesenleger- Hilfsarbeiter. Tages- Ordnung: 1. Der Stand unsrer Bewegung und unsre weitere Stellungnahme. Gesperrt find die Firmen Villeroy& Boch; E. Ende; Rosenfeld& Co. Greifswalderstr. 218, v. 2 Tr., Starl Ed, Kastanien- Allee 56, v. 4 Tr., Frau Billets find bei den nachfolgenden Komitee- Mitgliedern: Paul Keller, Hahnhold, Oderbergerstr. 37, v. 1 Tr., Mar Zemke, Neu- Weißensee, Wilhelmstraße 47a, v. 1 Tr., Max Stanowsky, Höchstestr. 48, H. 1 Tr., Emil Rubfopf, 2. Berschiedenes. Straußbergerstr. 13, v. 2 Tr., Paul Rezlaff, Straußbergerstr. 2, v. 4 Tr.; ferner bei Gue, Königsbergerstr. 24, Hergt, Landwehrstr. 1, Mündner, Linien- und Bielski& Co. straße 19, bei den Borstandsmitgliedern, den Vertrauenspersonen und Bahlstellen zu haben. 251/2 Sonntag, den 27. März 1904, nachmittags 1 Uhr: Atung! Einsetzer. Atung! Urania- Vorstellung Heute, Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr: o Taubenstraße 47/ 48.19mut: Ausserordentliche Versammlung„ Die deutsche Ostseeküste von den Wanderdünen der organisierten Einseher Berlins u. Umgeg. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal IV. Tages Ordnung: 1. Bericht der Verhandlungskommission über das Ergebnis der Tarifgemeinschaft mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. bis zum Alsensund." Billets a 60 Pfennig sind in allen bekannten Stellen zu haben. Die Ortsverwaltung. J. A.: Paul Keller, Borfißender, Greifswalderstr. 218. Das Erscheinen aller Fliesenleger- Hilfsarbeiter ist erforderlich. Die Ortsverwaltung. 3. A.: Karl Heidemann. Achtung! Achtung! Bauhandwerker. = Seit dem 16. d. M. stehen die Fliesenleger Hilfsarbeiter in einer Lohnbewegung. Alle Versuche seitens der Organisation, auf gütlichem Wege eine Regelung der Sache herbeizuführen, lehnte die 32/15 Mehrheit der Arbeitgeber entschieden ab. Da nun ein Teil der Arbeitgeber die Forderung der Arbeiter bereits unterschriftlich anerkannt hat, so hat die Organisation rote Mitgliedsbuch jeder Organisation legitimiert. Chne Verein für sociales Genossenschaftswesen. Arbeitsberechtigungskarten ausgegeben. dasselbe kein Eintritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. um 7 Uhr. Die Kommission erscheint Der Obmann. Bezirk Friedrichsberg. Dienstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr präcise: Versammlung im Englischen Hof, Nene Rofstr. 3. Tages- Ordnung: Achtung! Bautischler. Adtung! Die Organisation des Berliner Konsumvereinswefens. wird, arbeitet entgegen den Forderungen der Streifenden und läßt Heute, Dienstag, den 23. Februar, abends 62 Uhr: Wir richten deshalb das Ersuchen an die organisierten Arbeiter der Bauberufe, uns in diesem Kampfe zu unterstützen, indem sie die auf den Bauten beschäftigten Fliesenleger Hilfsarbeiter nach der Berechtigungskarte befragen. 286/16 Jeder Fliesenleger- Hilfsarbeiter, der ohne diese Karte angetroffen Die Kapitalbeschaffung. Referenten die Herren Steinschneider und Mücke. sich somit als Arbeitwilliger benutzen. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung Gäste sind willkommen. des Verbandes der Baus, Erd: und gewerblichen Hilfsarbeiter. Wir bringen zur Kenntnis, daß die diesjährige 20316 Ordentliche Bantischler Versammlung Fachverein der Tischler Berlins und Umgegend. bci Lutterbüse, Friedrich 11. Die Kollegen, die in Friedrichsberg arbeiten, sind hierdurch besonders eingeladen. befannt gemacht. Die Tagesordnung wird in der Versammlung [ 79/14] Die Kommiffion. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr: Branchen- Versammlung der Drechsler im Gewerkschaftshause( Saal VIII), Engel- llfer 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Stusche. 5 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Mittwoch, den 24. Februar 1904, abends 8 Uhr: Mitglieder- Verfammlung im Fürstenhof", Köpnickerstraße Nr. 137. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Friedländer: Brener. 2. Diskussion. Es ist Pflicht eines jeden Vereinskollegen mit seiner Frau zu erscheinen. Gäste haben Zutritt! Der Vorstand. 186/8 Branche der Modell- Fabriktischler. Central- Verband der Maurer etc. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Wollheim: Flüssige Luft". 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Donnerstag, den 25. Februar, abends 8%, Uhr: Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 24. Februar 1904, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: General- Verfammlung Die Kommission. für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer, sowie der Sektion der Putzer und der Sektion der Gips- und Cementbranche, gleichzeitig der Gruppe der Fliesenleger. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1903. 2. Wahl der Delegierten zu der am 6. März stattfindenden Gaukonferenz. 3. Diskussion über die zur Zweigvereins- Berwaltung vor Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Um regen Besuch ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Branchen- Versammlung der Stellmacherlagenen Standidaten. 91801810 bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wollheim: Lebenshaltung und Menschenrecht". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kommiffion. Achtung! Achtung! 136/ 20* Central- Verband der Zimmerer Zablftelle Berlin und Umgegend. Dienstag, den 23. Februar 1904, abends 8% Uhr: Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 32. in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13.: Fernsprecher: Amt 4, Nr. 2789. Donnerstag, den 25, Februar, abend8 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Generalversammlung am Sonntag, den 6. März 1904, in unsrem Geschäftslotal Grüner Weg 56( Fabrikgebäude) parterre, ftattfindet. Zages Ordnung: 1. Borlage des Jahresabschlusses. 2. Meuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. 3. Statutenänderung. 4. Anträge. 5. Geschäftliches. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand Genossenschafts- Tischlerei Ostend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) Paul Lehmann, H. Breitbarth, Geschäftsführer. Kassierer. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Bilanz den Genossen in unfrem Comptoir, Grüner Weg 56, zur Einsicht vorliegt. G D. D. esichtspickel, Mitesser, Haut- u. Nasenröte, Hautunreinigkeiten, Sommersprossen, Leberflecke, Muttermale Gesichtswarzen etc. werden unter Garantie durch glänzend bewährte Specialmittel beseitigt. Preis nebst wissenschaftl. Ratgeber über rationelle Schönheitspflege M. 2,50., 12jähriger Erfolg. Otto Reichel, Berlin 32, Eisenbahnstrasse, 4. Volks- Versammlung. Grosse ausserordentliche Versammlung 550. 2ages Drdnung: Unfre Waffen im Befreiungskampfe des Proletariats". Referent: Reichstags Abgeordneter v. Elm. Diskussion. 106/5 aller Bezirks- Zahlstellen Berlins und der Vororte. 0 Zages Ordnung: Wir ersuchen unsre Mitglieder dringend, recht pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. 3..: W. Witt. Albrechts Bäckereien: Am Mittwoch, den 3. März, spricht Genoſſin Steinbach- Hamburg Die Socialpolitik im Deutschen Reiche. Referent Reichstags- Abgeordneter August Bebel. rangelſtraße 9, Krautstraße 19, im„ Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstr. 42. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. 254/5 Die Tuchfabrik- Niederlage Koch& Seeland Berlin C., Ross- Strasse 2 Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Püdlerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. verkauft spottbillig direkt an Private Herren- Stoffe für Anzüge, Paletots, Kinderanzüge etc. Damen- Kostümstoffe. Damen- Tuche, feinste Glanzware. EUREKA ist und bleibt die Krone aller WASCHMITTEL! Nur 150 jede Uhro bei mir zu reparieren u. reinigen unter Garantie des Gutgehens( ohne Bruch), kleine Reparaturen billiger. Grosse Auswahl in Uhren u. Goldwaren zu billigsten Preisen. Goldene Damen- Remontoir, 10 Steine, v. 18,-, Goldene Herren- Doppelkapsel- Remontoir v. 50,-, Silberne Remontoir v. 9,-, Regulateure, Freischwinger, Wecker- u. Wanduhren. Goldene Herrenu. Damen- Ketten, Ringe, Schmucksachen in modernsten Façons für jeden Geschmack. 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II. und III. -, 50. Offenes Antwortschreiben an das Centralfomitee zur Berufung eines Allgemeinen deutschen Arbeiterkongreffes zu Leipzig. Neue Auflage. 20 M. Die Feste, die Presse und der Frankfurter Abgeordnetentag. Drei Symptome des öffentlichen Geistes 25 M. Au die Arbeiter Berlins. Eine Ansprache. <-, 20 M. Der Hochverrats: Prozek wider Ferd. Lassalle. Kleine Aufsätze: Arbeiterprogramm. -40 M. -, 15 M. Die Agitation des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und das Versprechen des Königs von 25 M. Preußen. Herr Baftint Schulze v. Delikich oder Kapital und Arbeit. 1,- M. Herr Julian Schmidt, der Litterarhistoriker. Vorrede zum System worbenen Rechte. Franz von Sickingen. M. Schulmeister Schneidermeister. Anzüge nach Mass von 25 Mk. Kleine Anzeigen. Gelegenheitskäufe: Paletots, An age, Hofen, Koffer, Harmonita, Betten, Geigen spottbillig. Lude, Dranienftraße 131. 2015b* Operngläser, Steffel, Revolver, Teschings, Reißzeuge, Bithern, Schirme spottbillig. 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Auf Antrag des Abgeordneten Dr. Friedberg( natl.), der die Regierung wegen des Königsberger Geheimbund- Prozesses interpellieren will, wird zunächst hierüber die Debatte eröffnet. Abg. Dr. Friedberg( natl.): " " alten Geleise socialdemokratischer Aufklärungen, die seitens gegen welche die Untersuchung ausgedehnt ist, im ganzen sind es der preußischen Behörden zu beanstanden feine gesegliche 12 oder 13, gehören der socialdemokratischen Partei Handhabe gegeben ist. Ein andrer, auch nicht geringer Teil, war an, derjenigen Partei, die sonst immer bestrebt ist, zwischen sich zweifellos der russischen Regierung gegenüber hochverräterisch und und dem Anarchismus einen dicken Strich zu ziehen, die sehr weit anarchistisch. Im Reichstag hat der Abg. Haase behauptet, daß der abrückt von den Anarchisten, sie in ihren öffentlichen Erklärungen ihm offenbar bekannte Absender der Schriften ein maßvoller, der verleugnet und, wie sie meint, am besten zur Bekämpfung des Propaganda der That und dem Terror entschieden ablehnend gegen- Anarchismus fähig ist. Es sind also nur Socialdemokraten, überstehender junger Mann sei. Ich werde Ihnen den Inhalt der nur Genossen, die bei der ganzen Angelegenheit beteiligt sind. Es Schriften zum Teil mitteilen und ich glaube, daß Sie dann ist eine Korrespondenz beschlagnahmt worden, aus der mit ziemlich in die Charakteristik des Abgeordneten Haase über die hohem Grade von Wahrscheinlichkeit der Schluß Es wurden zunächst in Königsberg bei einem gewissen Nawogroßzki von der Socialdemokratie als Barieisache behandelt wird und daß Person des Absenders nicht vollständig einstimmen werden. gezogen werden kann, daß dieser ganze Schriftenfchmuggel 93 Exemplare einer Schrift beschlagnahmt, die von einem Herrn in sogar die Centralleitung in Berlin der Sache nicht vollständig Zürich an ihn gesandt sein sollten. Da heißt es unter der Ueber- fernsteht.( Erneures Hört! hört!) Der Minister verliest eine Die Borgänge im Reichstage am 19. Januar geben mir schrift Wiedergeburt des Revolutionismus in Anzahl von Briefen aus dieser Korrespondenz. Bei einem gewissen Veranlassung, auch hier im Landtage diese Sache zur Sprache Rußland" am Eingange:" Wenn auch die Gegner des Terro- Ehrenpfort fand eine Haussuchung statt und sind dort Briefe ges zu bringen. Im Reichstage hat man es sich etwas leicht gemacht. ris mus es für nötig halten, gegen ihn anzufämpfen, so dürfen funden worden, von denen Ehrenpfort behauptet, daß sie nicht Im Königsberger Prozeß lag ein Strafantrag der wir doch keine Stunde und keinen Tag in diesem Kampfe von ihm herrühren. Es ist auch in hohem Grade wahrscheinrussischen Regierung nicht vor; er ist erst später nach nach laffen, der zum Begräbnis der gegenwärtigen lich, daß diese Aussage zutrifft, daß die Briefe einen andern zum dem Beginn des Prozesses extrahiert worden, wenn man den Ver- politischen Ordnung und Gründung einer neuen Verfasser haben. Wenn aber gesagt wird, diese Briefe seien von sicherungen der socialdemokratischen Interpellanten glauben darf. führt. Das ist das Ziel, welches der Terror verfolgt. Hat einem Polizeispiel angefertigt, so fehlt dafür jede Grundlage und Aus Entgegenkommen gegen Rußland sind Reichsdeutsche in den einmal die Agitation unter den Massen begonnen, so ist seine Rolle nach dem Protokoll hat auch Ehrenpfort selbst dies nicht Anklagezustand und in Untersuchungshaft genommen worden. Aus erfüllt. Ob der Terror dann seine Eigenschaft behält oder etwas behauptet. Ein Brief ist ganz interessant, weil er für den Berhandlungen im Reichstage ist weiter hervorgegangen, daß anderm Plaz macht, darüber mag die Zukunft entscheiden. Weder die Disciplin in der Socialdemokratie einen Beleg bietet. cine Reihe russischer Polizeispiel hier bei uns umher schnüffeln, nach ein Zaun von Bajonetten, noch die Ruten der Gendarmen, Von einem Redakteur der Königsberger Volkszeitung" ist an einen allen Russen, nicht bloß nach solchen, die als Anarchisten gelten. Alles noch das Geheul der Unterthanen, noch die Autorität andren Genossen ein Brief gerichtet worden, worin ihm Vorwürfe dies soll geschehen sein, ohne daß unsre Justizverwaltung und des Baren werden auf die dunkle Masse des Boltes gemacht werden wegen der Behandlung eines Koffers mit Papieren, unser Ministerium des Innern eingeschritten wären. Auch unsre wirken. Nichts tann sie sie bewahren bor der daß er von den russischen Genossen Geld hätte haben wollen usw., Post- und Telegraphenbeamten sollen bestochen sein und das Brief- blutigen Vergeltung, welche der Terror an kurz, daß er das Vertrauen, das die Partei ihm entgegengebracht geheimnis verlegt haben. Es klingt geradezu unglaublich, le gander II. genommen hat.( Hört! hört!) Bildet also hätte, schwer gemißbraucht habe. Es heißt dann weiter in diesem wenn man alle diese Dinge hört. Auch unsre eignen Bolizei- Organe ein Centralarbeiter- Komitee der ruffischen socialdemokratischen Partei Briefe:„ Wir also die Königsberger Leute nehmen an, sollen in unerhörter Weise Haussuchungen unter Verletzung der Gesetzes- 1. für planmäßige Leitung der Bewegung; 2. für Ausnutzung der daß Sie aus Not gehandelt haben, und aus diesem bestimmungen vorgenommen haben. Ausweisungen sind ohne jeden Gärung und 3. zur Organisation eines systematischen Terrors als Grunde ſehen wir davon ab, Ihren Ausschluß aus Grund verfügt, so z. B. gegen Dr. Wieczislaw. Ich glaube, es besonderes indikatives Mittel zur Bewegung der Massen." An der Partei gu beantragen; aber wir müssen Sie in ist kaum glaublich, daß fremde Agenten staatliche Funktionen aus- andern Stellen heißt es: Gehen wir über zur Darlegung einer Zukunft für dauernd ungeeignet zur Betreibung bon üben, Berbrechen und Vergehen begehen, ohne als lästige Aus- Beweisführung über unsre Ansichten über den Terror oder genauer Parteigeschäften erachten." Der Mann wird also in Acht und Bann länder ausgewiesen zu werden. Auf alle die Vorgänge im über den politischen Mord und fragen wir: Sind sie erforder- gethan, aber er fliegt doch noch nicht hinaus.( Heiterkeit.) Später Reichstage ist der Staatssekretär des Auswärtigen lich im gegenwärtigen Kampfe des Proletariats, so fann nach unfrer hat er sich wohl über diese Disciplinarmaßregel beschwert und, wie Amts nur mit wenigen Worten eingegangen. Ich mache Ihnen Ansicht die Antwort eine Bejahung sein. Plechanow fagt, in jedem es scheint, Gnade gefunden vor dem Parteivorstande. In einem daraus teinen Vorwur f. Wir müssen uns im Gegenteil da- Socialdemokraten müsse ein Stück eines Terroristen oder eines andren Briefe, der auch die russische Angelegenheit behandelt, wird gegen verwahren, daß im Reichstag Dinge behandelt werden, Robespierre steden. Ich bin auch der Meinung, aber einem Genossen geschrieben, daß er in allem, was er thue, als Verdie in den preußischen Landtag gehören. Ich halte es ich ziehe es vor, daß Nikolaus II. nicht durch trauensmann der Partei handele. Das ist also die Art für eine Pflicht der Regierung Gelegenheit zu geben, sich hier an die Kugel stirbt, sondern auf dem Schafott. wie die deutschen Socialdemokraten mit den tompetenter Stelle über diese Vorgänge zu äußern. Ich hoffe, daß Db er nun auf dem schmußigen Laftwagen dahin geschleppt wird russischen Anarchisten verkehrt haben. Es handelt diese Erklärung so ausfallen wird, daß wir alle die Maßnahmen der oder ob er auf der Straße baumelt oder ob endet wie Ludwig der sich nicht um Dienste, die die deutsche Regierung Rußland geleistet Regierung billigen und gegen die agitatorische Ausnutzung diefer Sechzehnte, das ist Sache der Zukunft. Bei demselben Herrn hat, sondern um bewußte oder unbewußte Dienste der deutschen Vorgänge durch die Socialdemokratie ankämpfen können.( Beifall.) Nawogroßfi in Königsberg wurde eine Schrift beschlagnahmt, Socialdemokratie gegenüber den russischen Anarchisten.( Lebhafter „ Voltsfreiheit oder der Boltsbeglüder" herausgegeben Beifall rechts.) Justizminister Dr. Schönstedt: von der Gruppe der Volksbeglücker. Da heißt es:„ Das hat der Volkswille Minister Frhr. v. Hammerstein: Ich bin dem Abg. Dr. Friedberg dankbar dafür, daß er der Ne- vorzüglich verstanden und das bildet sein Hauptverdienst in der Ich habe die Mitteilungen und Erklärungen des Justizministers gierung Gelegenheit giebt, gegenüber den Angriffen, die in Bezug Geschichte, die Bestimmung des Vollstreckungssystems, noch zu ergänzen und bedaure, wenn ich Ihre Zeit etwas länger in auf den Königsberger sogenannten Geheimbund- Prozeß und auf die das dahin geht, den Zaren hinzurichten. Ohne Kampf mit dem Anspruch nehmen muß. Es ist der preußischen Regierung bekannt, Behandlung russischer Staatsbürger durch die preußische Polizei im Zaren kann es in Rußland keinen ernsten politischen Kampf geben. daß sich in Deutschland ein Angestellter der russischen Botschaft aufReichstag und demnächst in der socialdemokratischen Presse Der Kampf muß gipfeln im Zarenmord und wenn nötig in einer hält, welcher den speciellen Auftrag hat, das Verhalten verdächtiger erhoben find daß er mir mir Gelegenheit giebt, ganzen Reihe von Barenmorden und einem systematischen politischen russischer Anarchisten zu beobachten. Es ist der preußischen Regierung diesen Angriffen gegenüber den Sachverhalt an der- Terror. Das muß unser Programm des Minimums sein." Dann eine nicht bekannt, daß eine Ueberwachung preußischer Unterjenigen Stelle tlarzustellen, an welcher allein die Ste- andre Stelle:„ Es muß viel Brennstoff unter den Arbeitern angehäuft sein, thanen durch diese russischen Beamten stattgefunden hat, und gierung als verpflichtet angesehen werden kann, sich zu äußern daß wir mun den Aufruf zum aktiven revolutionären Kampf hineintragen. e benso wenig ist es mir bekannt, daß dieser russiche Beamte und zu verantworten. Mit vollem Recht hat der Abg. Friedberg Das Volk muß gewappnet werden, nicht nur mit Büchern, sondern Agenten unterhält, die in Deutschland lebende Russen zu hervorgehoben, daß in der Verhandlung vom 19. Januar im Reichs- auch mit denjenigen Dingen, die die Volksmassen wirklich zu einer Verbrechen zu bestimmen versucht haben. Wie gesagt, ich weiß von tage die Vorgänge, die den Gegenstand der Interpellation bildeten, drohenden Gefahr machen. Eine zweite Beschlagnahme fand bei diesen Agenten nichts. Im Reichstage hat der Abg. Bebel als äußerst harmlos hingestellt wurden, so daß es nicht zu begreifen einem Arbeiter Kley in Memel statt. Da heißt es unter der dagegen protestiert, daß es sich bei den Russen um Personen handelt, wäre, wie die preußischen Justizbehörden von Amtswegen einzugreifen, Ueberschrift Nieder mit dem 3aren". Der Gedanke der Ver- die zu Gewaltthätigkeiten geneigt sind. Vielleicht ist die Verhaftungen und Haussuchungen zu veranstalten Anlaß gehabt nichtung des Baren ist natürlich richtig. Schüiffe find erforderlich, Auffassung des Herrn Bebel über den Begriff des Anarchismus von hätten. Gewiß hat der Abg. Haase, der als Verteidiger an dem sonst fängt die Gesellschaft von neuem an zu zaudern. Her dem meinigen durchaus verschieden. Herr Bebel sagt, das Rönigsberger Prozeß der Angelegenheit besonders nahesteht und mit dem alten Terrorismus des Blutes und find ganz harmlose Menschen, fie wollen in durchaus sicherlich von seinem Standpunkt aus recht wohl der Nache. Schläge, Schläge brauchen wir von allen Seiten. Ich loyaler Weise die Schäden und Auswüchse Rußlands bekämpfen. informiert war oder wenigstens es sein konnte, alles gethan, erinnere an das Wort des verstorbenen Stepniat:„ Wir find Ich kann dem gegenüber mitteilen, daß selbst die Anarchisten von um die Sache als möglichst unbedeutend hinzustellen, so daß die Revolutionäre, nicht nur durch Voltserhebungen, sondern auch mit dieser Stritit des Abg. Bebel nichts wissen wollen, wie aus den Ausöffentliche Meinung sehr leicht zu einer falschen Auffassung gelangen Militärverschwörungen, nächtlichen leberfällen der Paläste, mit führungen des anarchistischen Organs hervorgeht. In einer VerBomben und Dynamit. Unfre Kampfesweise ist die Revolution in fammlung hat Frau lara Zetkin den polnischen und Auch andre Herren im Reichstage haben sich dieser Auffassung diesem Sinne, wir wenden uns an die in Rußland arbeitenden russischen Revolutionären die Grüße der Social angeschlossen. Der Abg. Haase hat hervorgehoben, daß die Schrift, evolutionäre, so schnell als möglich müssen sie den Weg bedemokraten übermittelt, und in ihrer Resolution die um deren Unterdrückung es sich von russischer Seite handelte, durch schreiten der Schelliatoff, Perowskaja usw." Ich be- Verantwortung für das Vorgehen der polnischen und aus harmlosen Inhalts gewesen sei, daß die Annahme, sie sei ho ch- merke, daß es sich um den bekannten Schelliakoff handelt, russischen Revolutionäre unter anderm auch Ihnen, meine berräterischen oder anarchistischen Inhalts gewesen, der an drei Attentaten auf Alexander II. beteiligt war, Herren, zugeschoben; es ist der Satz aufgenommen, daß schon durch die Person des Absenders ausgeschlossen und Berowskaja war an zwei Attentaten beteiligt, beide sind am gebrandmarkt werden muß der moralische und politische erscheine, der ein harmloser junger Mann sei und ein entschiedener gleichen Tage hingerichtet. An andrer Stelle heißt es: Der Hinblick Verfall des deutschen Bürgertums, dessen Feigheit und Verrat Gegner der Propaganda der That. Der Abg. Bebel hat dann ge- auf den früheren systematischen Terror muß uns beleben, die an den Idealen des Liberalismus an den Vorgängen schuld ist. sagt, daß, wenn es sich um Anarchisten handle, doch zunächst Attentate im Winterpalast, die Explosionen, die Zarenmorde. Auf Also Sie, meine Herren, die Sie die Vertretung des deutschen einmal Anarchisten da sein müßten, und sogar ein Mit zum direkten Angriff mit bewaffneter Hand wider den Zaren Bürgertums in seiner Gesamtheit bilden, empfangen dieses Urteil glied der deutschfreisinnigen Partei, ich glaube der Abg. Schrader, Nikolaus II.! Wir rufen dazu auf. Nehmt Revolver und Bomben in aus dem Munde der Genoffin Zetkin. Es ist selbstverständlich Pflicht hat seine Meinung dahin ausgesprochen, daß die Anarchisten im die Hand und nehmt so den Kampf gegen das jezige reaktionäre der Deutschen, gegen die russischen Anarchisten vorzugehen. Der russischen Sinne nicht zu verwechseln seien mit andern Anarchisten. System auf; man muß sie zum Bittern bringen. Tod Nikolaus II., Justizminister hat ja über den Inhalt der in Königsberg zu Tage ( Lachen rechts.) Als Anarchist werde in Rußland jeder betrachtet, Tod allen Reaktionären! Es lebe die Volksfreiheit!" getretenen revolutionären Tendenzen Ihnen hier Aufklärung gegeben der mit den bestehenden Zuständen nicht zufrieden Nun haben am Freitag in Berlin eine Reihe bon und hat bewiesen, daß es ihnen auf die Aufregung der Massen, sei. Dem gegenüber lege ich Wert darauf, so weit es möglich ist, Voltsversammlungen stattgefunden, in denen mit der be- oder, um den technischen Ausdruck zu gebrauchen, auf den terror, nach Lage der Verhältnisse, die sich allerdings im Stadium der kannten Einstimmigkeit eine große Resolution angenommen worden auf das Vorgehen mit Gewalt ankommt. Das ist das Ziel der gerichtlichen Boruntersuchung befinden und bezüglich ist, die auch den Say enthält:„ Die Versammlung protestiert das socialdemokratischen Revolutionäre, also der Anarchisten. beren ich mir daher eine gewisse Zurückhaltung hier auferlegen muß, gegen, daß deutsche Staatsbürger in Deutschland verfolgt werden, In einer Schrift, die wir fanden, waren die Mittel angegeben, wenigstens in großen Zügen den Sachverhalt flarzulegen. weil sie an der Aufklärung des russischen Voltes mitarbeiten( Lachen mit denen die Revolution arbeiten könne. Da hieß es, lediglich der Was die Thätigkeit der Polizei betrifft, so wird der Minister rechts), und und daß gegenüber der ruffifchen Regierung von Terrorismus werde eine wirksame Waffe bieten, die Todesstrafe des Innern die nötigen Auftlärungen geben. Die preußischen Behörden um Stellung eines Strafantrages ersucht müsse an allen vollzogen werden, welche der AusSache hat folgendermaßen begonnen: Im Herbst vorigen Jahres, wird. Ich habe eine Probe aus den Schriften verlesen. breitung der Ideen hinderlich seien. Auf diese Art ich glaube im Oktober, tam es zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft Das nennen die Socialdemokraten Mitarbeit an der Aufklärung des müßten alle mit Grauen erfüllt werden, die Gendarmen, Gouver in tönigsberg, daß in verschiedenen Städten Ostpreußens an der ruffischen Boltes! Ich nenne es Aufreizung zum Fürstenmord, zur neure und Minister. Die Großfürsten und der Bar müßten russischen Grenze bedeutende Mengen bon Schriften in Revolution, zum Umsturz der bestehenden Gewalt.( Sehr richtig! aus dem Wege geräumt werden, erst dann werde eine Aenderussischer und lettischer Sprache aufgestapelt waren, welche rechts.) Wenn solche Dinge vorliegen, dann ist der Thatbestand rung der politischen Verhältnisse eintreten. Aehnlichen Inhalt bestimmt waren, über die Grenze zu gehen. Eine Ein- der§§ 102/103 des Strafgesetzbuchs: Aufreizung zum Hochverrat hatte eine Gedichtjammlung, die begann mit den ficht in die einzelnen Schriften ließ fofort erkennen, gegen befreundete Mächte, Majestätsbeleidigung gegenüber aus- Worten: Boran zum blutigen Kampf! Endlich wurde. bazz sie zum Teil hochberräterischen, beziehungsweise wärtigen Fürsten gegeben. Die Verfolgung hängt allerdings von noch ein kleines Wert gefunden, das ausschließlich eine Anweisung anarchistischen Inhalts waren. Es bestand infolge ver der Stellung des Strafantrages ab. Was den letzteren an über Vorbereitungen zur Revolution und anarchistischen Anschlägen schiedener Umstände der dringende Verdacht, daß dieser geht, so hat zunächst der russische Generalkonsul mit enthielt. Solche Leute will tein Kulturstaat.( Sehr Schriftenvertrieb nach Rußland nicht etwas Neues war, geteilt, daß nach Maßgabe der russischen Gejet richtig! rechts.) Solche Leute muß man nicht nur zu entfernen sondern daß er schon seit Jahren von der Schweiz, besonders gebung die Gegenseitigkeit berbürgt sei. Num suchen, sondern auch nicht andern Staaten zuführen, sondern auf von Zürich aus in systematischer Weise teils auf dem See- fommt ferner hinzu, daß, wenn allerdings auch der Antrag direktem Wege nach ihrer Heimat zurückbefördern. Das, gestehe ich, wege, teils auf dem Landwege durch verschiedene Vertrauensmänner auch noch nicht eingelaufen war, doch auf Grund der Reichs- Straf- geschieht im gemeinsamen Interesse aller Staaten der gesamten betrieben wird, die Bücher an russische Agenten weiter abgeben. prozeßordnung die vorläufige Festnahme und Berhaftung auch vor bürgerlichen Gesellschaft. Ich will bemerken, daß sonst bei Diese Angelegenheit hatte sich der Kenntnis der Behörden bis dahin der Stellung des Antrages zulässig ist. Der Richter, der den Haft- Ausweisungen den Wünschen der betreffenden Personen, über welche vollständig entzogen. Es ergab sich aus verschiedenen Anzeichen, befehl erläßt, hat nur dem Antragsberechtigten sofort Kenntnis da Grenze ste Deutschland verlassen wollen, nach Möglichkeit entsprochen deren nähere Ausführung mir wohl erlassen werden kann, die Sache von zu geben. Es wurde also der Haftbefehl, der schon vorlag, wird. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes hat im Reichstag ist nicht nur von der russischen, sondern auch von der preußischen wegen Teilnahme an einer verbotenen Verbindung nun schon vollständig richtig erklärt, daß es in das Belieben jedes Staates Regierung als geheim behandelt, es ergab sich also, daß Ded- auf die Vergehen aus§ 102, 103 des Reichs- Strafgesetzbuches ausgestellt sei, diejenige Grenze zu wählen, welche der Staat für die adressen vorhanden waren, und daß alles geschehen war, um das gedehnt. Von der Verhaftung ist mir Mitteilung gemacht, genau den richtige halte. Ich persönlich glaube auch, daß nur die ausweisende Bekanntwerden dieser Dinge vor den preußischen Behörden zu verhüten. Vorschriften entsprechend wurde an mich berichtet, zum Zwecke der Ju- Behörde richtig erkennen fann, wohin der Betreffende abzuschieben Der Staatsanwalt in Königsberg glaubte deshalb zu der Annahme be- tenntnissetung der russischen Regierung. Ich habe die Sache ist. Es muß der ausweisenden Behörde überlassen sein, ob sie die rechtigt zu sein, daß es sich um eine geheime Verbindung handelt, die ihre pflichtgemäß weitergegeben an das Auswärtige Amt. Die russische betreffende Person unmittelbar entfernen will, oder ob sie durch Thätigkeit vor der Regierung geheim zu halten gewillt sei und nach Regierung hat den Antrag gestellt und durch ihren Botschafter noch unmittelbaren 8wang, durch Androhung ihn veranlassen will, der Richtung hin fich zur Geheimhaltung verbunden habe. Die mals ausdrücklich erklären lassen, daß Gegenseitigkeit verbürgt sei. das Land zu verlassen. Bei uns in Preußen ist es die Regel, daß Staatsanwaltschaft erkannte deshalb den Thatbestand des§ 128 des Es schwebt die gerichtliche Voruntersuchung und die sämtlichen Be- bei Ausweisung mittels Zwangsandrohung der Ausgewiesene das Strafgesetzbuches als vorliegend und auf Grund dieses Paragraphen teiligten erfreuen sich der Schutzmittel, die in Preußen einem An- Land verlassen kann an der ihm zusagenden Grenze. Ebenso findet Teitete sie die Untersuchung gegen die Personen ein, bei denen solche geschuldigten zu teil werden. Sei der Ausgang der Untersuchung die zwangsweise Entfernung über die Grenze an derjenigen Grenze Echriften gefunden worden waren bezw. von denen ihr bekannt war, wie er wolle, unter feinen Umständen kann den preußischen Behörden statt, die der Ausgewiesene wünscht. Andrerseits hat aber auch der daß sie an dem Vertrieb beteiligt waren. der Vorwurf gemacht werden, daß sie pflichtwidrig oder gar ent- Staat, welcher ausweist, die Verpflichtung, darau zu denken, daß die Es wurden Haussuchungen vorgenommen und eine Reihe solcher gegen dem Gesetz gehandelt hätten oder daß sie der russischen Re- Gefahr der Zurückweisung besteht. In diesem Falle muß die ausBücher, teils in russischer, teils lettischer Sprache gefunden. Man gierung Schergendienste geleistet hätten. weisende Behörde natürlich unweigerlich über die Grenze des Heimathat sich, um den Inhalt der Schriftstücke zu studieren, an Ueberseber Der Kampf gegen den Anarchismus ist eine gemeinsame An- staates ausweisen. gewandt. Das war teine leichte Aufgabe, da es sehr schwer ist, gelegenheit aller civilisierten Staaten, und wenn die Staaten sich Von dieser Regel giebt es nur eine Ausnahme, die die Ju der Bekämpfung der einen lettischen Uebersetzer zu finden. Und diese gewaltige nicht hilfreiche Hand leisten, werden wir einer solchen Bewegung Anarchistengefahr mit sich bringt. Arbeit ist auch bis jept noch nicht vollständig nicht Herr werden.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Nun möchte ich noch Anarchisten fühlen sich alle Staaten folidarisch. Daher erfolgt bei beendet. Es ergab sich, daß die Schriften sehr verschieden sind. kurz erwähnen, welche Personen es nun eigentlich waren, die sich an Anarchisten die Ausweisung stets nach dem Heimatsstaat. Das beruht Ein Teil, vielleicht der größte Teil bewegt sich nur im dem russischen Schriftenfchmuggel beteiligten. Die sämtlichen Personen, I zum Teil auf besonderen Berabredungen, zum Teil auch auf dem tonnte. gleichen Empfinden aller Staaten, die solche Elements einem dritten Staate nicht zuführen wollen. Die Zurückweisung an der Grenze erfolgt, wenn sie notwendig ist, selbstverständlich über die Grenze, über welche die Personen gekommen sind. In den Reichstags- Verhandlungen und in den sich anschließenden Artikeln socialdemo- fiatischer Blätter und andrer Zeitungen ist eine große Anzahl von Fällen angeführt, in welchen sich russische Agenten in Deutschland amtliche Rechte angemaßt haben. Es ist selbstverständlich, daß amtliches Ein- schreiten russischer Agenten in Deutschland vollständig ausgeschlossen ist, und daß jeder Versuch, sich solche Hohcitsrcchte anzumaßen, unbedingt Remedur erfordert und schärfste Ahndung findet. Ich bin auch fest überzeugt, daß in einem solchen Falle die russische Botschaft alsbald Abhilfe schaffen würde. Nötigeiifalls würde in einem solchen Falle auch die kgl. Staatsregierung sich nicht scheuen, sofort einzugreifen. Es scheint mir deshalb von vornherein sehr zweifelhaft, ob die von den HerrenHaase und Bebel angeftihrten„Thatsachen" wirklich bei e l n e r g e n a u e il U n t e r s u ch u n g st a n d h a l t e n würden. Ich habe deshalb alle Mitteilungen, die hierüber in der Presse gemacht wurden, von vornherein als Flunkerei und Klatsch angesehen. Davon hat mich auch nicht die Manier des Abg. Bebel abbringen können, der mit Emphase erklärte, diese Fälle ieien nachgewiesen. Ja, ich verstehe unter Nachweisung etwas ganz andres, als daß irgend eine Person solche Sachen erzählt. Wenn es sich lediglich um Erzählungen handelte, so wären für den Abg. Bebel ja auch die berühmten Thaten des Freiherrn v. Münchhausen sämtlich nach- gewiesene Thaten.(Heiterkeit.) Bei der Untersuchung hat sich nun herausgestellt, daß vielfach die angegebenen N ächst b e t e i l i g ten von d e n S a ch e n s e l b st gar nichts mehr wußten; weiter, daß ein großer Teil der angeführten Fälle soweit zurückliegt, daß sich überhaupt nichts mehr erniitteln läßt. Mehrfach sind die Personen, um die es sich handelte, längst aus dem Lande verschwunden. Ueber die einzelnen Fälle kann ich folgende Mitteilungen machen. Die Abgg. Bebel und Haase haben sich in erster Linie immer auf den Fall d e's Dr. Wetscheslaff berufen. Der Abg. Bebel ist dabei sehr inkonsequent gewesen. Einmal hat er behauptet, die deutsche Polizei sei in diesem Fall der elendeste Hand- langer der russischen Polizei gewesen. Kaum fiinf Minuten später wirft er dann aber der preußischen Regierung vor, daß sie den Dr. Wetscheslaff ausgewiesen habe, obwohl ihm von der russischen Regierung der Aufenthalt in Deutschland erlaubt war. Ich verstehe das nicht. Das ist doch gerade ein Beweis dafür, daß die preußische Re- gierung lediglich nach eignem Ermessen die Ausweisung verfügt und nicht etwa der rufsischen Handlangerdienste geleistet hat. Die materiellen Gründe für die Ausweisung sind darin zu finden, daß der Dr. Wetscheslaff uns eine unangenehme Persönlichkeit war, die uns lästig wurde. Es ist dem Herr» übrigens nur gesagt, daß er ausgewiesen werden würde, wenn er bis zu dem und dem Tage nicht das Gebiet verlassen hätte. Es ist ihm inzwischen sogar der Aufenthalt um mehrere Wochen verlängert worden. Angesichts dieser Thatsachen bringt es Abg. Bebel fertig, im Reichstag zu behaupten, der Herr hätte keine Auskunft geben können, weil er ja ausgewiesen sei. Ich bemerke noch ausdrücklich, daß der Herr sich zur Zeit der Reichstagsverhandlungen auf freiem Fuße befand und mit meinem Referenten unterhandelte, ob er nicht noch ein paar Wochen länger in Deutschland bleiben könne.(Heiterkeit.) Zur Be- griindung der Ausweisung brauche ich wohl hier nichts zu sagen. Es handelt sich lediglich darum, daß die Legi- timation, die nach den Rußland gegenüber er- forderlichen patzrechtlichen Vorschriften er- forderlich i st, nicht genügte. Es ist im Reichstage weiter davon gesprochen worden, daß in H e r m s d o r f in dieser Sache ein Einbruch verübtwordensei. Diese Einbruchsgeschichte ist sehr breitgetreten worden. Ich kann heute nur hier feststellen, daß die Frnu vom Hanse ausdrücklich erklärt hat, sie wüßte von der ganzen Geschichte nichts. Alle Angaben, die darüber gemacht seien, waren ihr zin- bekannt. Nun hat Abg. Bebel in dieser Angelegenheit erklärt, die Frau habe eine wahre Aussage nicht gemacht aus Angst, daß ihrem Manne Unrecht geschehe. Der preußische Beamte, der darüber ver- nominen ist, bleibt aber dabei, daß die Frau ausdrücklich erklärt habe, sie höre jetzt von der ganzen Geschichte zum erstenmal. Abgeordneter Bebel hat uns auf den Rechtsauwalt verwiesen und gesagt, der wäre bereit, wenn er ermächtigt würde, Auskunft zu erteilen. Dieser Rechtsanwalt ist Dr. Liebknecht. Auch er hat mir jede Aus- kunft verweigert und erklärt, er werde sich nicht vernehmen lassen. Wenn ich aber irgend einen Beamten zu ihm schicke» wolle, würde er vielleicht bereit sein, irgend eine Auskiinft zu erteilen. Ich kann in der Einbruchssache heute hier nur sage»: Die preußische Behörde ist nicht die Stelle, die verpflichtet ist, zu dem Rechtsanwalt des angeblich Geschädigten zu gehen, um Erkundiguiigen einzuziehen. Damit'ist dieser Fall wohl erledigt. Es ist jedenfalls nirgends fest- gestellt, daß ein Agent irgend etwas Derartiges unternommen hat, wie es ihm vom Abg. Bebel im Reichstage vorgeworfen ist. Wenn der Herr Dr. Wetscheslaff und Genossen die Sache selbst näher aufzuklären wüßten, würden sie wohl mit ihrem Materiale hervorgetreten sein. Ich komme dann zu dem zweiten Hauptfalle, den der Abgeordnete Haase im Reichstage angeführt hat. Ein Briefträger sollte bestochen sein und der ruftischen Polizei einen Brief übergeben haben» die russische Polizei sollte diesen geöffnet, vom Inhalte Kenntnis genommen und dann wieder geschloffen haben. Es wurden zunächst in dieser An- gelegenheit in Charlottenburg Ermittelungen angestellt, die aber resultatlos verliefen. Da wurde in einem Artikel des„Vorwärts" mitgeteilt, daß der Fall sich in Königsberg ereignet habe. Nach- dem auch dort die Polizei nichts ermittelt hatte, hat die Staats- a n w a l t s ch a f t in Königsberg ein Verfahren gegen lln- bekannt eingeleitet, in dem sie den Abg. Haase vernommen hat. Der Abgeordnete Haase hat dabei aber versagt, er hat erklärt, darüber keine Auskunft geben zu können. Auch diese im Reichstag aufgestellte Behauptung war also vollständig un- substantiiert. Im Reichstag ist sodann besprochen, daß am lö. Februar 1902 und am 25. Februar 1902 russische Studenten aus Verlangen der russischen Polizei ausgewiesen feien. Die Aus- Weisung am 15. Februar ist ohne jedes Zuthun der russischen Polizei erfolgt, weil diese russisch-polnischen Studenten sich sehr unwürdig benommen hatten. Sie hatten in der Universität eine Demonstration unternommen, die von den akademischen Behörden im Disciplinar- Wege geahndet war. Wir hatten deshalb die Pflicht, diese Leute auszuweisen, da sie bei uns die Gastfreundschaft mißbraucht hätten. Daß die russischen Behörden gegen sie nichts einzuwenden hatten, konnte dabei nicht in Rücksicht gezogen werden, da das uns nichts umgeht. Ein weiterer Fall: Am 4. Februar wurde die Alarmnachricht in die Zeitungen gesetzt, daß zehn russische Deserteure verhaftet und den russischen Behörden ausgeliefert worden seien. Sie sind weder verhaftet noch ausgeliefert worden. Das Ganze ist nichts als eine i n f a m e L ü g e, die man gemacht hat, um die preußische Polizei zu diskreditieren.— Redner geht auf die übrigen im Reichstag vorgebrachten Fälle ein und sucht nachzuweisen, daß sie teils unrichtig dargestellt seien, teils auf Erfindung beruhten. Insbesondere habe es sich auch in allen Fällen, wo von russischen Agenten gesprochen sei, nicht um solche gehandelt. Bezüglich der russischen Studenten bemerkt der Mnister noch, daß sie sich hier vollständiger Freiheit erfreuten, daß sie aber sich vielfach gemüßigt fühlten, trotz ihrer jungen Jahre selbst in die Politik einzugreifen. Angesichts dieser Thatsnche sei es ganz gerechtfertigt, daß man mit der Univcrsitätsbehörde vereinbart habe, sich gegenseitig auf solche Studenten anfiiierksam zu machen, die sich in dieser Art aufführten. Der Minister schließt: Nach dem Vorgetragenen frage ich: Was komnit heraus ans all' den Angriffen?— Rein gar nichts, trotz des großen Apparates, den die socialdemokratische Partei in Bewegung gesetzt hat. Die deutsche Socialdemokratie hat sich auch diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihren staatsfeindlichen Charakter zu zeigen.(Sehr richtig I) Die vorhin verlesene Resolution ist durchaus antimonarchisch und revolutionär. Die deutsche Polizei geht aus der Sache blank hervor und sie wird fortfahren, ihr wachsames Auge auf alle Bestrebungen von In- ländern und Ausländern zu richten, die den Frieden des Staates «ntergrabrn s sie wird den anarchistischen und revolutionäre» Hand- lungen und den Vorbereitungen dazu, mögen sie sich nun gegen den eignen Staat oder gegen fremde Staaten' richten, mit allen gesetz- lichen Mitteln entgegentreten und sie mit Gottes Hilfe unterdrücken. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Oeser(fts. Vp.): Ich hätte doch gewünscht, daß die Erklärung der preußischen Regicrung schon ftühzeitiger, bei Gelegenheit der Interpellation im Reichstage, erfolgt wäre. Im übrigen hat uns die Erklärung im allgemeinen befriedigt. Den tiefsten Eindruck hat es wohl gemacht, daß von feiten derer, die die Anschuldigung jetzt erheben, in den einzelnen Fällen früher nicht Beschwerde geführt worden ist. Fraglich ist es, ob die Aeußerungen des Herrn Justizministers über den Königsberger Geheimbuiidsprozeß nicht angesichts des noch schwebenden Prozeßverfahrens etwas zu weit gingen. Was die Handhabung der Ausweisungspolizei und Fremdenpolizei betrifft, so hat der Herr Minister die einzelnen Fälle zu widerlegen versucht, und es ist ihm im großen und ganzen auch gelungen. Er hat uns dabei auch Mitteilungen gemacht über die Grundsätze, nach denen Ausweisungen vorgenommen werden. Sie erinnern sich, daß bei Gelegenheit der Interpellation im Reichstag nichts so beunruhigend gewirkt und die Entrüstung weiter Kreise hervorgerufen hat, als die Mitteilung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts Über die Handhabung der Ausweisungspolizei in Preußen. Aus den Darlegungen des Herrn Ministers haben wir nun mit Genugthuung entnehmen können, daß in der Hauptsache demjenigen, der aus irgend einem Grunde aus Preußen ausgewiesen wird, es frei steht, die Grenze zu wählen, über die er Preußen verlassen will. Eine principielle Ausnahme hat der Minister gemacht für Anarchisten. Wir haben nicht Neigung, uns für Leute zu erwärmen und besonders ins Zeug zu legen, die blutige Verbrechen begangen haben oder be- gehen wolle». Der Terror steht im Widerspruch mit jeder ver- nünftigen Politik, ist eine Gefahr für die Kultur und stärkt nur die reaktionären Gelüste. Eine große Gefahr liegt aber in der Auslegung des Begriffs„Anarchist". Ich fürchte, man wird nur allzu bereit sein. jeden Russen, der sich irgend mißliebig gemacht hat, ohne weiteres als A n a r ch i st e n anzusehen, abgesehen davon, daß es auch Anarchisten giebt, die durchaus nicht Anhänger des Terror sind, sondern die persönlich durchaus ehrenwert sind und von einer hohen Auffassung aus die Zusammenhänge des Weltganzen beurleilen. Ich erinnere nur an Leo Tolstoj und Egidh. Es ist doch außer- ordentlich gefährlich, wenn jeder, der eine Umänderung der inneren politischen Zustände Rußlands anstrebt, schon als Anarchist verschreien wird. Peter v. S t r u w e hat in Nummer 5 der„Freistatt" in einem Artikel:„Die russischen Anarchisten" dargelegt, daß drei Strömlingen in Rußland vorhanden sind. Er bestreitet, daß es Überhaupt Anarchisten im polizeitechnischen Sinne dort giebt. Er unterscheidet Socialdemok raten, die den Terror nicht perhorreseieren, Socialdemokraten, die ihn grund- fätzlich verwerfen, und russische Liberale. Man kann es auch durchaus verstehen, daß in einem absolut regierten Laude Strömungen und Kräfte erwachen müssen, die eine Aenderung erstreben im Jnter- esse der Kultur, des wirtschaftlichen Fortschritts des Landes selbst. daß da hochstehende Cbaraktere. durchaus einwandfreie Leute aus glühendstem Patriotismus heraus eine andre Staatsverfassung herbei- führen wollen, bei der sie mit teilnehmen können, um bessere Zustände zu fchaffen. Es ist auch klar, daß diese Personen je nach Temperament mit dem Milieu, aus dem sie hervorgegangen sind, sich in ver- schiedene Richtungen teilen werden. Wer entscheidet mm darüber, zu welcher jeder einzelne der sich in Deutschland aufhaltenden Russen gehört? Jeder Russe, der im Ausland lebt und irgendwelche politischen Interessen hat, wird der russischen Polizei leicht als Anarchist erscheinen. Russische politische Bestrebungen sind innere Angelegen- Heitel! Rußlands, die uns als solche nichis angehen.(Oho! rechts.) Daß es russischen Agenten gestattet ist, in Preußen eine gewisse UeberwachiingSthätigkeit ausznüdrn, hat der Herr Minister zugegeben. Er hat gesagt, ob man russischerseits mit preußischen Detektivbureaus in Verbindung getreten sei, wisse er nicht; es scheint fast der Fall zu sein. Alle derartigen Thätigkeiten sind Ein- griffe in die Oberhoheit Preußens. Wir haben keine Veranlassung, einem fremden Staate derartige Rechte einzuräumen, sondern müssen uns auf Mitteilungen beschränken. Wenn Ausländer strafbare Handlimgen begehen, so sollen sie von preußischen Richtern mit allen bei uns bestehenden Rechtsgarantien abgeurteilt werden.— Der deutsch-russische Auslieferungsvertrag hat, als er 1884 dem Reichs- tage vorgelegt wurde, einen derartigen Entrüstungssturm entfesselt, daß Fürst Bismarck ihn zurückzog. Er ist dann 1885 von Preußen und von Bayern mit Rußlan dabgeschlosicn worden. Dieser Vertrag verpflichtet Preußen in weitgehendster Weise gegenüber Rußland zur Auslieferung aller Personen, die Rußland irgendwie an- schuldigt, es ist ausdrücklich betont, daß der politische Charakter eines Vergehens kein Hindernis der Auslieferung bildet. Es ist dies der schlimmste Bertrag in Bezug aus die Auslieferung, der überhaupt existiert. Die Ausweisunge» mir Auslieferung an Rußland können schließlich in jedem Falle stattfinden, denn jeder verdächtige Russe wird leicht als Anarchist an- gesehen werden. Darin liegt eine außerordentliche Gefahr, und wenn wir uns daran erinnern, welches Schicksal die Ausgewiesenen in Rußland erwartet, so werden wir wünschen, daß hier größere Rechtsgarantien geschaffen werden, als heute vorhanden sind. Als im Jahre 1870/71 ein russischer Geist- sicher wegen angeblicher nihilistischer Bestrebungen ausgewiesen und über die russische Grenze gebracht wurde, erregte dies einen derartige» Sturm der Entrüstung, daß die Äomniissio» dieses hohen a u s e s geradezu einstimmig beschloß, an die Staatsrcgierung das isuchen zu richten, diese Ausweisung rückgängig zu machet» und den Mann wieder aus Rußland zurückzuholen. Das Plenum beschloß dann in diesem Sinne. Sie ersehen daraus, wie empfindlich man damals in dieser Beziehung war. Sic werden sich erinnern, daß ein ganz ähnlicher Fall vor kurzem in Italien passiert ist. Es ist im Reichstag auch darauf hingewiesen, daß wir von Rußland nicht immer so freundlich behandelt werden, wie wir uns Rußland gegen- über erweisen.'Im Handelsvertrag mit Rußland ist bestimmt, daß iiiisre Geschäftsreisenden das Recht haben, Rußland zu besuchen und dort Geschäfte zu machen. Dieses Recht wird aber von feiten Rußlands auf �Mitglieder der christlichen Konfession beschränkt, während die Juden schlechter behandelt werden. Wir müssen verlangen, daß jeder Reisende nur als Deutscher für Rußland in Betracht kommt. Gegen Massenausweisungen russischer und galizischer Arbeiter hat übrigens gerade die Rechte dieses Hauses seiner Zeit Stellung genommen. Wir wünschen, daß Preußen in jeder Beziehung als Rechts- und Kulturstaat dasteht, wir verlangen, daß man friedlichen Ausländern das Gastrecht gewährleistet und daß der Auslieferungsvertrag von 1885 beseitigt wird.(Lebhaftes Bravo! links.) Abg. Dr. v. Heydebrand und der Las«(natl.): Ich glaube, wir können es der Regierung überlassen, zu ent- scheid e'n. wer ist Anarchist und wer nicht. Wir wissen, daß das Leute sind, die den Umsturz mit den Mitteln der Gewalt und des Schreckens zum Ziele haben. Daß sich die Grenzen zwischen den Socialdemokraten und den Anarchisten sehr schwer ziehen lassen, wissen wir genau. Es ist ein Verdienst der heutigen Verhandlungen, klar bewiesen zu haben, wie diese Parteien ineinander übergreifen. Ich kann nicht umhin, mein Erstaunen darüber auszusprechen, daß die social- demokratischen Versamnilungen in den letzten Tagen, wo über diese anarchistischen und hochverräterischen� Dinge ge- sprachen wurde, erlaubt worden sind. Ich kann nur ftagen, wo ist die Ueberwachung gewesen, als die Resolutionen angenommen wurden. Wir haben selbst deutsche Agenten im Auslände, die die deutschen Anarchisten überwachen. Wir wollen nicht so lange warten, bis das Dach uns über dem Haupte brennt.(Lebhafter Beifall rechts.) Wir wollen uns gegen die Anarchisten wehren. Das ist der Standpunkt des gesunden Menschenverstaiides, des natürlichen Rechts. Von diesem Standpunkte werden wir uns in keiner Weise abbringen lassen. Ich freue mich, daß die Staatsregicrung in allen ihren Organen von dem unbedingten Willen beseelt ist, die anarchissische und socialistische Bewegung mit allen nur möglichen, aber gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen.(Lebhafter Beifall.) Wir müssen die Hand ankeejen, ehe ein Unglück geschehen ist. Wir sind der Ueberzeugung, daß die Staats- reg'ierung bei dem Standpunkt, den sie heute vertritt, die preußische Volksvertretimg unbedingt aus ihrer Seite haben wird.(Lebhafter Beifall.) Abg. Peltasohn(fts. Vg.): Aus den Worten des Justtzministers klang es, als ob der Abg. Schräder, mein Frakttonsgenosse im Reichs- tage, die Ansicht des Abg. Hanse in der Russeninterpellatton geteilt habe. Gegen diese Auffassung möchte ich Verwahrung einlegen. Nach dem, was hier erklärt ist, stehe ich nicht an, zu erklären, daß ein Grund zum Einschreiten aus§ 128 des Reichs-Sttafgesetzbuchs vorlag. Ich kann mich im übrigen nur den Ausführungen des Abg. Oeser anschließen. Justizminister Dr. Schönstedt: Es hat mir fern gelegen, den Abg. Schräder auch nur in einer Beziehung mit dem Abg. Haase zu identifizieren. Ich wollte nur antworten, daß der Abg. Schräder die Sache zu harnilos aufgefaßt hat. Im übrigen weiß ich den Unterschied zwischen dem Abg. Schräder und dem Abg. Haase wohl zu würdigen. Auch ich freue mich über den sachlichen Ton, in dem der Abg. Oescr sich geäußert hat. Ich möchte auf seine Aeußerung aber erwidern, daß ich über den Königsberger Fall nur in einer ge- wissen Notlage mich geäußert habe. Daß bei einer strafrechtlichen Untersuchung dem Ausländer dieselben Rechte wie dem Inländer zu- stehen, ist nach unsren Gesetzen selbstverständlich. Abg. Freiherr v. Zedlitz(ftk.): Ich erkenne an, daß es richttg gewesen ist. diese Angelegenheit hier zur Sprache zu bringen, denn hier liegt die Verantwortung. Ich erkenne auch das Verhalten der Justiz- und politischen Behörden nach dem Ergebnis der Untersuchung als vollkommen gerechtfertigt an. Die Angriffe der Socialdemokratie in dieser Sache stellen sich dar als Flunkereien der schlimmsten Art. Es liegt System in der Sache und diese Methode kann nicht genug stigmatisiert werden. Die Socialdemokratie wird, wenn, was Gott verhüten möge, wir in ernste Verwickeliiugen kommen, sich nicht aus unsrer Seite befinden, sondern mit Gewalt ihre revolutionären Ideen zur Geltung bringen.(Sehr wahr! rechts.) Aber immer schafft man neue Organisationen, in die die Socialdemokratie sich einnisten kann. Diese Bahnen der Socialpolitik erhöhen das Ansehen und das Prestige der Socialdemokratie bei den großen Massen. Es ist psychologisch durchaus verkehrt, die Socialdemokratie mit den Arbeiter- interessen z» identifizieren. Der Glaube an die Macht der Social- demokratie stärkt ihren Einfluß. Auch die heutige Verhandlung hat die Gefährlichkeit der socialdemokratische» Bewegung erwiesen und fordert uns dringend auf, wachsam zu sein und alle Kraft zusammen- zunehmen, die Socialdemokratie nicht zur Macht werden zu lassen, sondern sie zu vernichten.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Fricdbcrg(natl.): Es ist der Staatsregicrung gelungen, alle Vorwürfe, die ihr im Reichstage gemacht sind, zu entkräften. Daß der Herr Minister auf den Königsberger Fall auch materiell eingehen mußte, war nach Lage der Sache geboten. Es hat mich besonders interessiert, daß alle die Vorwürfe, die innerhalb und außerhalb diei'es Hauses erhoben sind, von Socialdemokraten ausgehen. Der Minister des Innern hat mit Energie erklärt, daß russische Beamten sich bei uns keine staatlichen Funktionen angemaßt haben. Ich freue micki außerordentlich über diese Erklärung. Auch der Umstand, daß keine Beschwerde von Russen, die bei uns leben, an den Minister ge- langt ist. hat mich merkwürdig berührt. Typisch für das Verhallen der Socialdemokraten ist die Haltung des Rechtsanwalts Haase. Er verdächtigt erst und verweigert dann. Rede und Antwort zu geben. Der Hei'r Minister des Innern hat uns Auskunft über die Grund- sätze, nach denen wir ausweisen, gegeben. Wir weisen nur Anarchisten nach Rußland aus. Wir haben es' bei der Reichstags-Jnterpellation mit einer großen Phantasie-Arbeit der Socialdemokraten zu thun gehabt.(Lebhafter Beifall.) Die Phantasie des Abg. Bebel ist ja bekannt; er macht Elefanten aus Mücken. Es kommt bei der heuttgen Verhandlung aber darauf an. den vernünftigen und gesunden Elementen unsres Vaterlandes die Ueberzeugung beizubringen, daß uusre Regierung nach Recht und Gerechtigkeit verfährt. Diese Ueberzeugung iverdcn Sie aus der heutigen Verhandlung gewinnen. (Beifall.) Die Diskussion über die Russen-Affaire schließt hiermit. Es folgen die Einnahmen. Bei Tit. 1„Kosten" erklärt auf eine Anregung des Berichterstatters Abg. Dr. Am Zchnhoff>>> Hofjäger- Palast<<< Neu! Neu! Hasenheide Felsenkeller beide 52-53. Heute sowie täglich: 52-53. Grosser Bockbier- Rummel 42932* Sehenswert! Von der Bellealliancestr. 98 verzogen Stettin. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Diet' Verlag), ist uns soeben die Nr. 5 des 14. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Es stehet ihnen nicht an! Die Hausindustrie und die sociale GesetzDie roten Bürgerschaftswahlen in Hamburg. Bon gebung. Bon ad. br. Zur Geschichte der Kinderschutzgesetzgebung II. Bon W. D. Louise Bieb. Aus der Bewegung. Feuilleton: Bertha. Von Guy de Maupassant. Deutsch von Wilhelm Thal.( Fortsetzung.) Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Gewerkschaftliche Arbeiterinnen- Organisation. Socialistische Frauenbewegung im Ausland.- Weibliche Fabrikinspektoren. Bereinsrecht der Frauen. Frauenbewegung. 4 Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis viertelfährlich ohne Bestellgeld 55 Bf., unter Kreuzband 85 Pf. Der Wahre Jacob hat soeben die fünfte Nummer seines 21. Jahrgangs erscheinen lassen. Aus dem Inhalt derselben heben wir die beiden farbigen Bilder hervor„ Centrum und Wurmkrankheit" und" Militärische Auffassung", ferner die Illustrationen„ Die macedonische Frage und die Mächte"," Anerkennung"," Festspiele"," Nach Vorbeifahrt des Hofzuges", „ Weltpolitif", Die Minister haben einen sehr schweren Bosten", Sein Programm"," In der Wohlthätigteitsvorstellung". Außerdem enthält die Nummer ein Porträt unfres zu früh verstorbenen Parteigenossen& mil Rosenow nebst Nachruf für denselben. Der textliche Teil der Nummer bringt sodann die Gedichte Eine Eheirrung"," Konstitutionell"," Väterchens Gebet vor der Schlacht"," Die Champagnerfüllerin"( illustriert),„ Mein Deutschland"," Bedenkliche Beiten", und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons„ Der Pfennig" und" Hamborgsches". Der Preis der zwölf Seiten starken Nummer ist zehn Pfennig. Filialen Berlin. Mass- Anzüge Mass- Paletots 24 und 30 Mark Unter Garantie des tadellosen Sitzes bei peinlichst gewissenhafter Anprobe liefere ich von prima Partie- Stoffresten mit guten Zuthaten Anzüge nach Mass zu obigen Preisen. Indem gewesene Angestellte sich speciell auf mein gutes Renommee stützen, mache ich darauf aufmerksam im Interesse des werten Publikums, sich direkt zu wenden an 4274L* Sonnenschein Herren- Moden Chausseestr. 54 I Andreas- Garten Andreas Straße 26. bei freiem Entree. Kleine und große Säle zu VersammSonntags: GR. 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Bericht der Branchenvertretung und Arbeitsvermittlung. Ein Lustspiel in 5 Aufzügen von 2. Neuwahl des Branchenvertreters, der Agitationskommission und der G. E. Lessing. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 25. Febr.: Lenore. Palast- Theater Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Heute und folgende Tage 82 Uhr: Goldene Berge. Boffe mit Gesang in 4 Aften von Ely und Werel. Musik von Fr. Brandt. Vorher Konzert und im Specialitätenteil: Les Raffaëls, Duo- Landschaftsmaler. Lilli Eriston, Gesangs- und TanzSoubrette. Mr. C. Jörgensen, Mimifer. Die Familie Humbert. Arbeitsvermittler. 3. Unsere Gummiarbeiterkonferenz. 4. Berschiedenes. 111/20 Die Ortsverwaltung. Orts Krankenkasse für den Gemeindebezirk WINE ARTEN Lichtenberg. $ 3 8 765 Pas de Deux" getanzt von Sign. Fiorentini u. Sgr. Cerutti. Kaufmann- Truppe Weibl. Radfahrer. Sisters Moulier Reckturnerinnen. Brothers Damm Excentric Akrobat. Paul Batty Dressierte Bären. O' Neil und Torp Excentrics. o. c. Shields, Excentrique- Nongteur. 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Mit dem Inkrafttreten der neuen Sagungen ist in Gemäßheit des§ 71 bsag A derselben die Neuwahl der Delegierten ur Generalversammlung erforderlich geworden. 1. Zu wählen find durch die Kaffenmitglieder zufolge des§ 51 der Kassenjagungen 61 Delegierte und 30 Erfah männer. Wähler und wahlberechtigt sind nur Mitglieder, die großjährig und im Bes fize der bürgerlichen Ehrenrechte sind. 2. Durch die Herren Arbeitgeber find zu wählen für je 200 beschäftigte Staffenmitglieder, für welche erſtere Beiträge aus eignen Mitteln zahlen, je 1 Delegierter, zusammen 29 Delegierte. Jeder Arbeitgeber, welcher Beiträge aus eignen Mitteln leistet, führt bei der Wahl eine Stimme. Zur Vornahme der Wahlen laden wir die Staffenmitglieder und die Herren Arbeitgeber hiermit er gebenft ein. Humoristisches Konzert Die Staffe und Bockbierfest. Die Kaffenmitglieder, welche in den Betrieben beschäftigt sind, die östlich des Straßenzuges: Gürtelstraße, Dorfstraße, Weißenseer Weg ( ausschließlich der drei genannten Straßen) belegen sind und die in Entree 30 Bf., im Vorverkauf 20 Bf. Wilhelmsberg beschäftigten, Bruch- Pollmann Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tanz. empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, bilden die erste Wahl- Abteilung und wählen am Dienstag, den 1. März 1904, abends von 6-8 Uhr. Die Kaffenmitglieder, welche in den Betrieben die Sonntag, den 28. Febr., nachm. 3 Uhr: Fröbels Allerlei- Theater Baustellen parzellen) Suspensors, fomie sämtliche Artikel zet Surfte in der Gürteltae Trianon- Theater. Deutsch- Amerikanisches Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich. Heute: Zum 181. Male: Köpnickerstrasse 67. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr 30 Min. GASTSPIEL A d. Philipp. Uebern grossen und Universitätsstraße. Madame X. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." TEICH. SteidlResidenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Abends 7 Uhr: Die Empfehlung. Abends 8 Uhr: Linienstrasse 132 Theater Oranienburger Thor. Gänzlich neues Programm. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf.( Vorvert. 40 Pi.) Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Sonntags 8 Uhr. 7 Uhr. Die anerkannt erfolgreichste Novität Der keufche Cafimir. Metropol- Theater Durchlaucht Radieschen! Nur eine Nacht! Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Morgen: Elektra. Reichshallen Stettiner Sänger Zum Schluß neu: Die Berliner bei den Hereros. Anfang: Bochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. 2 Atte aus einer Che. Stomödie bon A. und D. Herrnfeld mit den Prachtfiguren Willi Waldheim Donat Herrnfeld. Tuschek Anton Herrnfeld. Dambitsch. Ferd. Grünecker. Ferner: Das neue FebruarKünstler- Programm. Lyrico- Quartett, Italienisches Opern Ensemble. 5 Schwestern Longonells in ihren Drig.- Gefängen u. Tänzen. 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Die Wahlen finden an allen drei Tagen in der Glashalle des " Schwarzen Adlers"( Höflich), Frankfurter Chauffee 120 statt. Bu wählen sind: durch die erste Wahl- Abteilung 38 Delegierte und 19 Erfah männer, durch die zweite Wahl- Abteilung 23 Delegierte und 11 Erfa männer, von den Arbeitgebern 29 Dele gierte. Die Bahlhandlungen für die Kaffenmitglieder werden von dem 1. Bor fizenden Herrn P. Levyn geleitet, während die Wahlhandlung für die Herren Arbeitgeber von dem 2. Bor fizenden, Herrn G. Groß, geleitet wird. Mis Legitimation wird das Quittungsbuch gefordert und ersuchen wir die Herren Arbeitgeber dieses abgestempelt Ben Kaffenmitgliedern zu diesem Bwed auszufolgen. Der Kassenvorstand. P. Levyn, Borsigender. Gänsefedern 60 Pf. pr.Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänferupf m. 2.00, beffere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. beste fchneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3.50, weiße böhm. 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Anwesend waren o 1 Delegierte, außerdem Vertreter der Geschäftsleitung, des Aus- schusses, der Geschäftskommission der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, der lokalistischen Maurer und Bauarbeiter.— Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung der vom Geschästsleiter T h. Fischer erstattete Bericht, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Ein Blick aus die Situation der einzelnen Organisationen der Vereinigung könne den Anschein erwecken, als sei ein Stillstand ein- getreten. Das treffe jedoch für die Gesamtorganisation nicht zu. Der Zusammenschluß der lokalen Zimmererorganisationen zu der gegenwärtigen Vereinigung sei vor fünf Jahren unter erheblichen Sckwierigkeiten erfolgt, man habe sowohl mit dem Widerstande der andren gewerkschaftlichen Richtung, wie auch der Parteiorgane— der „Vorwärts" uehme in dieser Hinsicht eine vorwurfsfreie Haltung ein— zu rechnen. Trotz dieser Schwierigkeiten habe die Organisation seit ihrem Bestehen stetige Fortschritte gemacht. Es gehörten ihr an: Im Jahre 1899: 19 Vereine mit 1736 Mitgliedern. „ 1900: 16„ 1990 .. 1901: 22„ 2058 „ 1902: 26..„ 2114 „ 1903; 29..„ 2232 Im vergangenen Jahre sind 3 Vereine eingegangen, es sind also nur 26. die Mitgliederzahl ist aber auf 2232 stehen geblieben. Da die Organisation sich meist auf kleinere Orte erstreckt, so sei die Mit- gliederzahl der einzelnen Vereine nicht groß, aber die Organisation werde weitere Fortschritte machen.(Aus dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht geht hervor, daß Berlin und die Vororte die größte Mitgliederzahl aufweisen, nämlich 1639 im 4. Quartal 1903. 20 Orte der Provinz Brandenburg zeigen Mitgliederzahlen von 4 bis 55. Von weiter entfernten Orten sind aufgeführt Halle a. S. mit 120, Hamburg mit 14, München mit 17, Quedlinburg mit 17 Mitgliedern.) Ferner führte der Redner aus. daß die Organisation für Streik- Unterstützungen ausgegeben hat: Für die eigne, für andre Organisationen. 1899: 3 108,60 M. 5 217,80 M. 1900: 1 701.03.. 7 698,00, 1901: 2 802,15„ 5 828,50„ 1902; 12 224,00„ 3 010,96.. 1903: 9 558,28„ 3 131,00„ In den Jahren 1902 und 1903 wurden 14 Lohnbewegungen geführt; davon endeten 3 mit vollem, 3 mit teilweisem Erfolge, 2 mit einem Vergleich, 3 mit dem Abschluß eines Tarifvertrages, 3 ohne Erfolg.— Der Redner wies auf die starke Entwicklung der Unternehmer-Organisattonen hin. Dadurch sei die Position der Arbeiter-Organisationen im wirtschaftlichen Kampfe eine andre ge- worden wie früher; es sei Vorsicht geboten, ruhige aber kräftige Agitation und Stärkung der Geldmittel. Aus dem Geschäftsbericht sei noch erwähnt das Ergebnis der Arbeitslosenzählung im Jahre 1903. Im 1. Quartal waren bei 2100 Mitgliedern 2408 Wochen Arbeitslosigkeit und 760 Wochen Krankheit zu verzeichnen, im 2. Quartal bei 2186 Mitgliedern 1381 Arbeitslofigkeits-, 517 Krankheitswochen, im 3. Quartal bei 2209 Mitgliedern 318 Arbeitslofigkeits-, 368 Krankheitswochen, im 4. Quartal bei 2232 Mitgliedern 1150 Arbeitslosigkeits-, 586 Krank- hestswochen.— Das Vermögen der Vereinigung betrug am Schlüsse des Jahres 1903 in den Organisationen 38 352,37 M., bei der Ge- schäftsleitung 4395,67 M. Den Bericht des Ausschusses erstattete Czeminski. Er gab hauptsächlich einen Ueberblick über die zu Gunsten der Vereinigung entfaltete Agitation Juppenlatz, der als erster Diskussionsredner sprach, stimmt dem günstigen Urteil Fischers über die Haltung des„Vorwärts" gegenüber der lokalistischen Richtung nicht zu. Der„Vorwärts" stehe unter der Fuchtel der Centralverbände.(Vielseitiges lebhaftes: Sehr richtig!) Ter heilige Stuhl sei wohl nur deshalb von Ham- bürg nach Berlin verlegt worden, um nicht nur den„Vorwärts", sondern auch die Parteileitung im Sinne der Centralverbände zu beeinflussen.— Im weiteren bezog sich die Diskussion, an der sich viele Redner beteiligten, auf die Verhältnisse in den einzelnen Orten, die Mittel zur Entfaltung einer wirksamen Agitation, Reibereien zwischen den beiden entgegenstehenden Organisationen und dergleichen mehr. Erwähnt wurde noch, daß die Hamburger Mitgliedschaft tvegen Nachlässigkeit gestrichen worden ist, und die dortigen Mitglieder als Einzelmitglieder der Pereinigung angehören. Nach Beendigung der Diskussion beschloß die Konferenz: Die Summe, welche noch zum Gavcrntiefonds der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften zu zahlen ist, auf alle Vereine der Zimmerer verteilt zu erheben und der Geschäftskommission zu überweisen.— Die Reste, welche drei Ver- eine dem Umlagefonds der Vereinigung der Zimmerer schulden (insgesamt 288,38 M.). zu erlassen.— Die Geschäftsleitung und der Ausschuß wurden einstimmig entlastet. Dte Sitzung am Montag begann mit der Behandlung des zweiten Punktes der Tagesordnung: Presse. Ter Referent Juppenlatz sprach sich im allgemeinen anerkennend über die Haltung der„Einigkeit" aus, sie sorge ja für Aufklärung, aber, da si� das Organ von 23 Berufen ist, sei sie nicht in der Lage, die Interessen der Zimmerer so wahrzunehmen, wie es gewünscht werden müsse; insbesondere habe die„Einigkeit" nicht den Raum zur Verfügung, um Angriffen des Verbandes in so ausgiebiger Weise entgegen zu treten, wie es das Interesse der Vereinigung erfordere. Aus diesen Gründen empfahl der Referent die Schaffung eines eignen Organs der Vereinigung der Zimmerer.— Ter Korreferent P ä s e l e r trat der Gründung eines eignen Blattes entgegen, weil ein solches teurer sein würde wie die„Einigkeit", und weil diese auch die Interessen der Zimmerer genügend vertrete. Wenn es sich um die Schaffung eines Organs handelte, welches besser wäre wie die„Einigkeit", dann würde Redner dafür sein; wenn das neue Blatt aber lediglich auf den Verband schimpfen solle, dann sei er dagegen. Zur Abwehr von Angriffen würde die„Einigkeit", wenn es notwendig ist, auch den erforderlichen Raum zur Verfügung stellen.— Kater, als Vertreter der Redaktion der„Einiglest" und der Geschästskommission, führte aus: Wenn die Zimmerer die„Einiglest" nicht mehr als ihr Organ halten, dann würde infolge des finanziellen Ausfalles das Erscheinen des Blattes in dem bisherigen Umfange in Frage gestellt. Das Abgehen der Zimmerer von der„Einigkeit" würde gegen einen Kongreßbeschluß verstoßen, und deshalb müsse die Geschäftskommission dagegen sein.— Th. Fischer sagte unter anderm: Zarte Rück- sichten auf die„Einigkeit" durften nicht hindern, auszusprechen, daß es Mit der„Einigkeit" so nicht weiter gehen könne, wie es jetzt sei. Im Interesse der Agitation müsse es hinsichtlich der Presse anders werden. Wenn die Agitation unter den indifferenten, noch nicht organisierten Kameraden Fortschritte machen solle, dann müsse eist- weder ein eignes Blatt geschaffen werden oder die„Einiglest" müsse den Zimmerern mehr Raum zur Verfügung stellen. Man könne nicht verlangen, daß die Interessen der Vereinigung der Zimmerer ver- nachlässigt werden, nur um die„Einigkeit" in der bisherigen Form zu erhalten. Es müsse auch gesagt werden, daß die Haltung der Redaktion der„Einigkeit" schon öfter berechtigten Unwillen hervor- gerufen habe, so ein Arttkel„Intellektuelle und Proletariat", be- sonders aber der bekannte Tenunziantenartikel. Wir sind nicht willens, unter den Dummheiten der Redaktton mitzuleiden und uns deswegen herabsetzen zu lassen. Weiter führte der Redner aus, daß die Schaffung eines eignen Organs nicht gegen Kongrehbcschlüsse verstoße. Er sei aber dafür, daß die„Einigkeit" jetzt noch bei- behalten toerde, aber die Redaktion müsse die bindende Zusage ab- geben, daß die Geschäftsleitung der Zimmerer die Angelegenheiten ihres Berufs selber bearbeiten und in der ihr geeignet erscheinenden Form und Ausdehnung in der„Einigtest" zur Veröffentlichung bringen könne.— Die weitere Diskussion bewegte sich vorwiegend im Sinne der letzten Ausführungen Fischers. Kater bemerkte noch, daß die Redaktion der„Einigkeit" die Wünsche der Zimmerer stets in weitestem Maße berücksichtigt habe, und daß es auch in Zukunft so bleiben werde.— Nach Schluß der Diskussion wurde die von Juppen- latz bemitragte Gründung eines eignen Blattes mit großer Mehrhest abgelehnt und ein Beschlutz gefaßt, welcher die Geschäftsleitung be- austragt, die für die Zimmerer wichtigen Fragen möglichst regel- mäßig in besonderen Artikeln zu behandeln und in der„Einigkeit" zu veröffentlichen. Zu diesem Zweck sollen die Vorstände der ein- zelnen Organisationen geeignetes Material an die Geschäftsleitung senden. Die Vormittagssitzung endete mit einem von Dohms er- statteten Bericht über den 6. Kongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, dem eine kurze Diskussion folgte. Auf eine Anfrage, wie es mit den vom Parteivorstande eingeleiteten Ver- Handlungen zwecks Einigung der beiden gewerkschaftlichen Richtungen steht, bemerkte Kater, daß eine neue Verhandlung am 13. März statt- findet, und daß für die Vertreter der Freien Vereinigung nur die vom 6. Kongreß angenommene Resolution maßgebend fei. Von einer Einigung auf einer andren Grundlage, von einer Unterwerfung unter die andre Richtung könne keine Rede sein.— In demselben Sinne äußerte sich Fischer zur Einigungsfrage. Er betonte, daß er im Prinzip für die Einigung sei, jedoch nur im Sinne der Beschlüsse des 6. Kongresses. Man toerde natürlich an den Verhandlungen teil- nehmen und abwarten, was dabei herauskommt.— Die Konferenz erklärte sich mit den Beschküssen des 6. Kongresses einverstanden. In der Nachmittagssitzung referierte G r a m a n n- Halle über die Bauarbeiterschutz-Gesetzgebung in Deutschland. Er führte aus: Die bestehenden Unfallverhütungs-Vorschriften und Verordnungen bieten, weil sie nicht ausreichend befolgt werden, keine genügende Garantie für den Schutz der Bauarbeiter. Es nüisse eine reichsgesetzliche Regelung des Bauarbeiterschutzes gefordert werden und zwar in dem Sinne, der in dem von der social- demokrattschen Reichstagsftaktion eingebrachten Gesetzentwurf zum Ausdruck kommt. Der Referent beantragte eine Resolution, welche die Annahme dieses Gesetzentwurfes durch Reichstag und Bundesrat fordert.— Nach kurzer zustimmender Aussprache wurde die Resolutton angenommen. Hierauf folgte eine längere Beratung des Negulattvs der Organi- satton. Dasselbe wurde in der bisherigen Fassung mit einigen nicht erheblichen Aenderungen angenommen. Ferner wurde eine Reihe von Anträgen, welche für die Oeffentlichkeit kein Interesse haben, erledigt. Ein von Juppenlatz gestellter Antrag, den internationalen socialisti- schen Kongreß in Amsterdam durch einen Delegierten zu beschicken, wurde abgelehnt und statt dessen beschlossen, die Geschästskommission der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften zu ersuchen, ihrer- seits zu dem internattonalen Kongreß Stellung zu nehmen.— Ein von Halle a. S. gestellter Anttag: den Geschäftsleiter der Vereini- gung als besoldeten Beamten anzustellen, wurde mit 32 gegen 2 Stimmen angenommen.— Als Sitz der Geschäftsleitung wurde Berlin wieder bestimmt und Th. Fsicher als Geschäftsführer mit einem Monatsgehalt von 160 M. gewählt.— Um 9 Uhr abends war die Konserenz beendet. berliner Partei Angelegenheiten. Erster Wahlkreis. Donnerstag, abends 8'/.> Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Ver- sammlung des Wahlvereins statt. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Georg Schöpflin über:„Der Krieg in O st a s i e n". Diskussion.— Gäste willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag, abends 8'/z Uhr, findet im Schweizer Garten, Am Königsthor, eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse Dr. Fröhlich aus Wien über„Alkoholismus und Klassenkampf" spricht. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. Spandau. Am Mittwoch, den 24. d. M., abends 8 Uhr. in Köpnicks Saal(Flora), Pichelsdörferftr. 39: Volksversammlung. Tagesordnung: Vorttag des Reichstags-Abgeordneten Z u b e i l über:„Das Urteil der Spandauer Arbeiter über den neuesten Kosakenkurs in Preußen". Köpenick. Der Wahlverein hält heute Dienstag, abends 8 Uhr- im Lokal„Kaiserhof" seine V e r e i n s v e r s a m m l u n g ab, in der unsre Stadtverordneten Bericht über ihre Thättgkeit im Stadt- Parlament erstatten. Auch über die Maifeier soll in dieser Ver- sammlung verhandelt werden. Lokales. Ein Irrsinniger im Kerker. Als Gegenstück zu der Angelegenheit des Prinzen Arenberg, des nunmehr für geisteskrank erklärten Mörders, veröffentlicht der Schriftsteller Karl S ch n e i d t in der„Zeit a.n Montag" eine An- zahl Aktenstücke, welche darthun, daß die Blutlhat an dem Justtzrat Levy im Oktober 1896 wewgstens von einem der jugendlichen Teilnehmer im geistig unzurechnungsfähigen Zustande begangen worden ist. Die beiden Mörder, Werner und Grosse, sind am 1. Dezember 1896 zu je 15 Jahren Gefängnis, also der höchsten in diesem Falle in Betracht kommenden Sttase verurteilt worden; be- sonderes Aufsehen erregte in der Verhandlung das Verhalten der Verteidigung. Einer der Herren Offizialverteidiger sah seine Aufgabe darin, daß er eS ein Unglück nannte, feinen Klienten ver- teidigen zu müssen; er bezeichnete den Hungerlohn von 25 Mark für den Monat, den der junge Mann als Schreiber von Levy er- halten hatte, als völlig genügend, hotte kein Wort des Tadels für die sittlichen Gefahren, denen der Ermordete ihn dadurch ausgesetzt hatte, daß er ihn die schlimmsten Dinge aus Ehescheidungsprozessen abschreiben ließ, und ersuchte gleich dem Staatsanwalt den Gerichts- hos, aus die höchste Strafe zu erkennen. Der Rechtsanwaltsschrelber Werner ist, wenn wir nicht irren, im Gefängnis gestorben, der Schlosserlehrling Grosse aber leidet seit über fünf Jahren an Verfolgungswahnsinn und befindet fich, wie das erwähnte Montagsblatt meldet, trotz alledem noch hinter den Kcrkernianern von Plötzensee. Das Blatt bringt u. a. ein Aktenstück, worin der Anstaltsdirektor W i r t h schon begründete Zweifel an der geisttaen Zurechnungsfähigkeit des jungen Grosse äußert. Auf Veranlassung des Anstaltsarztes Dr. B a e r ist der Kranke dann im Lazarett beobachtet worden; weitere Aktenstücke be- richten von Selbstmordversuchen, die der junge Mensch verübt hat. Kennzeichnend für die Behandlung, die diesem Ge- fangenen zu teil wird, ist besonders folgende: „Gehorsam st e Meldung": Am 22. 1. 00, nachmittags, erschienen die Mutter und der Bruder des Strafgefangenen Willy Grosse— 2410— zur Sprechstunde mit demselben. Da p. Grosse sich seit Sonntag auf meinen Befehl in der T o b z e l l e befindet, weil er an zwei aufeinander folgenden Tagen die Fenster seiner Arrestzelle zerschlagen hatte, und vom Arzt noch nicht wieder entlassen war, so untersagte ich die Vorführung desselben zur Sprech- stunde. Darauf ließen sich seine Angehöttgen bei mir vormelden und stellten mich wegen dieser und andrer ihrem Sohn bezw. Bruder gegenüber ergriffenen Maßregeln in einer geradezu unverschämten Weise zur Rede. Besonders der Bruder Arthur trug ein Benehmen zur Schau, welches mich aus die Vermutung brachte, es mit einem ganz verbissenen Social- demokraten zu thun zu haben. Ich bin der festen Ueber- zeugung, daß Mutter und Bruder den allerschlechteften.Einfluß aus den Strafgefangenen Grosse ausüben, und bitte daher die könig- liche Direktion, diesem den Verkehr mit seinen Angehörigen bis auf weiteres nicht zu gestatten, da sie ihn gegen die Ge- fängnisverwaltung austeizen und das Wenige an Reue, was Grosse in guten Stunden über seine That empfindet, vernichten, indem sie ihn als Epileptiker, als nicht verantwortlich für dieselbe hinstelle». Pl. 23. 1. 1900. Freiherr v. Maltzahn, Polizei-Jnspektor. Auf diesen Bericht hin wurde dann wirklich vom Direktor verfügt, daß dem Willy Grosse bis auf weiteres keine Unterredung mehr mit seiner Mutter und seinen Brüdern gestattet sein solle! Am 20. Juli 1900 erklärte der Anstaltsarzt abermals den Grosse ftir geistig nicht gesund. Zum Ueberfluß werden in dem Montagsblatt noch zwei Briefe des Grosse abgedruckt, die zur Evidenz darthun, daß ein Irrsinniger sie geschrieben hat. Dafür, daß der junge Mensch schon die Blutthat nicht im Zustande geistiger Zurechnungsfähigkeit begangen hat, scheint auch noch der Umstand zu sprechen, daß sein Vater an Säuferwahnsinn gestorhen und er selbst Epileptiker ist, Trotz solcher erdrückenden Beweise für die geistige UnzurechnungS- fähigkeit des Unglücklichen schmachtet dieser heute noch hinter Kerker- mauern und ist der strengen Gesängnisdisciplin unterworfen, die an ihm Verfehlungen, für die er nicht verantwortlich gemacht werden kann, mit den üblichen harten Strafen sühnt. Auch heute noch scheint man sich in Plötzensee dem Grosse gegen- über von den unglaublichen Anschauungen des Inspektors Freiherrn v. Maltzahn leiten zu lassen, der der Socialdemokratte in seiner Un- schuld eines der ehrenvoll st en Zeugnisse ausstellt, indem er den Bruder des Verurteilten deshalb für einen„ganz ver- bifsenen Socialdemokraten" hält, weil er in seiner Verzweiflung zu erreichen trachtet, daß Recht Recht bleibe, daß ein Irrsinniger auch als Irrsinniger behandelt und der in diesem Falle doppelt qualvollen Gesängnisdisciplin entrissen werde. Die Auf- deckung dieses Falles ist ein Verdienst der„Zeit am Montag". Wird die Veröffentlichung wenigstens die Folge haben, daß der geisteskranke Grosse dahin gebracht wird, wohin er gehört, nämlich ins Irrenhaus, und daß nian an zuständiger Stelle sich damit be- schäftigt, ob es denn angängig ist. daß Beamte von der Art des Freiherrn v. Maltzahn noch ferner folgenschwere Urtefle über irrsinnige Gefangene abgeben?_ Die Schule zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen, die von der Stadt Berlin im Krankenhause Moabit eingerichtet ist, wird am I.März eröffnet. Die Anmeldung zur Aufnahme geschieht durch schriftlichen Anttag und persönliche Vorstellung bei der Direttion des Krankenhauses Moabit(Turmstr. 21), die über Gehalts- und Pensions- Verhältnisse usw. Auskunft giebt. Den an die Direktion zu richtenden Ausnahme-Anträgen find beizufügen ein Geburts- zeugnis, ein ärztliches Gesundheitszeugnis und ein Jmpfzeugrns, ein von der Bewerberin selber verfaßter und von ihr selber ge- schriebener Lebenslauf, ein von der Ortsbehörde ausgestelltes Führungs- zeugnis. Die Krankenhaus- Deputation des Magistrats macht das jetzt bekannt. Sie fügt auch die„Bedingungen für die Auf- nähme" hinzu und nennt als solche: unbescholtener Ruf, Alter nicht unter 20 Jahre und nicht über 35 Jahre, guter Gesundheitszustand, ausreichende allgemeine Bildung. Merkwürdigerweise sind hier nicht mit aufgeführt die„be- besonderen Bestimmungen", die nicht minder wichtig sind als die allgemeinen Aufnahmebedingungen. Wir wollen die Haupt- sächlichsten davon hierhersetzen, damit jede Bewerberin weiß, woran sie ist. Beim Einttitt in die Pflegerinnenschule muß die Schülerin sich schrist- lich verpflichten, nach Ablauf des ihrer Ausbildung gewidmeten Jahres noch fernere drei Jahre der städttschen Schwesternschaft anzugehören. Zur Sicherung dieser Verpflichtung hat die Schülerin beim Eintritt in die Schule eine Kaution 200 M. zu leisten, deren Zinsen ihr zu? stehen. Die Kaution verjährt, wenn die Schülerin ausscheidet, ohne zu kündigen. Ausscheiden darf die Schülerin nur in der ersten Hälfte des Lehrjahres und nur nach vierzehntägiger Kündigung; nur in diesem Falle erhält sie ihre Kautton zurück. Nachher giebt es kein Kündigen und Ausscheiden mehr bis zum Ablauf des vierten Jahres. Wer vorher geht, verliert die 200 M. Die Direktion kann die Schülerin jederzeit und die ausgebildete Schwester nach dreimonattger Kündigung entlassen, wenn sie sie für ungeeignet hält; in beiden Fällen wird die Kautton zurückgezahlt. Bei der Beratung der Satzungen für die Pflegerinnenschule sind diese und noch einige andre„besondere Bestimmungen" von der socialdemokratischen Stadtverordneten« Fraktion bekämpft worden, aber die Freisinnigen haben nichts gegen solche Aufnahme- Erschwerung und nichts gegen die Ungerechtigkeit solcher Verträge einzuwenden gehabt. Man rechnet darauf, daß auch aus der minder bemittelten Bevölkerung sich Mädchen zur Aufnahme melden werden. An Befähigung dürste es hier nicht fehlen, und Volksschulbildung genügt. Aber für die Mädchen aus unbemittelten Familien, nicht nur aus den Familien der Arbeiter, sondern auch der kleinen Gewerbetreibenden und der kleinen Beamten, wird namentttch die 200 Mark-Kautton oft ein Hindernis sein, in die Schule einzutreten. Tuierkulose-Stcrdlichkeit in Charlottenburg und Berlin. DaS statistische Amt der Stadt Charlottenburg veröffentlicht interessante Daten über den Unterschied der Tuberkulose-Sterblichkeit der beiden Nachbarstädte. Auf 10000 Einwohner kamen Stcrbefälle an Lungenschwindsucht Jahr in Berlin in Charlottenburg 1890... 26,10 19,64 91... 27,91 15.42 92... 25.09 15,89 93... 26.66 18,62 94... 23.19 12.55 95... 23,42 14,08 96... 21,92 13,00 97... 21,01 13,20 98,.. 20,02 11,57 99... 21,91 14,00 1900... 23,31 12,28 01... 21,89 12,58 02.., 20,45 14,53 1903...... 13,02 Im Durchschnitt der genannten Jahre betrug die Sterblichkeit auf 10 000 in Berlin 23,45, in Charlottenburg 14,31, im Durchschnitt der Jahre 1890/96 in Berlin 25,13, in Charlottenburg 15,60, im Durchschnitt der Jahre 1897/1902 in Berlin 21,43, in Charlotten- bürg 13,03. In beiden Städten ist also die Tuberkulose-Sterblichkeit zurückgegangen. Den großen Unterschied in der Sterblichkeit führt das Statistische Amt in erster Reihe auf die verschiedene Zusammen- setzung der Bevölkerung beider Städte zurück. Während bei der letzten Volkszählung die abhängigen, in Handel und Gewerbe be- schäftigten Personen mit ihren Angehörigen in Berlin 53 Proz. der Bevölkerung ausmachten, betrug die Zahl für Charlottenburg nur 84,2 Proz. Auch die günstigeren Wohnungsverhältnisse in Char- lottenburg, das alte Wohnviertel wie Berlin so gut wie gar nicht besitzt, sollen nicht ohne Einfluß sein. Das dürste aber nur auf die Gesamtsterblichkeit zutteffen; ein 500 bis 600 Mark. richtiges Bild gewinnt man erst, wenn man die einzelnen Stadt-| Schlüssel zu den Büffettkassen und erbeutete daselbst rund hundert I zwar eisfrei, stellentveise ist der Fluß aber noch mit Eis bedeckt, viertel in Betracht zieht. Ob die eigentlichen Arbeiterviertel Char- Mart. Dann stieg der verwegene Mensch zu den Räumen des auch schwimmen große Eisstücke auf der Oberfläche des Wassers. Tottenburgs, wo das System der Mietstaserne herrscht, dann auch fünften Stocks empor, die den angestellten Geschäftsdamen als Der Kahn füllte sich nun plötzlich mit Wasser, das durch eine von noch günstiger stehen als die Berliner Arbeiterviertel, erscheint Wohnung dienen. Die Thür war nicht verschlossen und er betrat Eisschollen verursachte Deffnung mit großer Schnellig zweifelhaft. Endlich spielen auch die Altersklassen, aus denen sich leise den Raum, in dem vier Mädchen schliefen. Trotzdem erwachten feit eindrang; die Bemühungen der Bemannung, das FahrFie Bevölkernng zusammensetzt, eine Rolle. Jedenfalls liegen die zwei von ihnen, bemerkten auch den Mann, waren aber vor Schreck zeng zu retten, waren erfolglos. Es sant auf der Höhe von Verhältnisse in Charlottenburg viel günstiger als in Berlin, und es wie gebannt, so daß sie keinen Laut von sich zu geben und kein Heiligensee mitsamt der Ladung; die Mannschaft rettete nur das ist nur zu begrüßen, daß die Armendirektion erklärt, soweit das Glied zu rühren wagten. Sie sahen in dem Dämmerlicht, wie der nackte Leben. durch die ihr zu Gebote stehenden Maßnahmen möglich ist, auf eine Einbrecher bei jedem Mädchen unter das Kopfkissen fühlte, auch an weitere Herabminderung der Sterblichkeit hinwirken zu wollen. Auch den Fußenden der Betten forschte, um Geld oder Wertsachen auf- in Kottbus zu Weihnachten geleistet. Ein postalisches Schildbürgerstückchen hat sich die Postverwaltung die Stadt Berlin sollte diesem Zweige der öffentlichen Armenpflege zustöbern. Schließlich durchforschte er noch die Kleider vor den Adressaten erhielten am 22. Dezember zwar Begleitadressen mit dem Etwa 20-30 verschiedene größere Aufmerksamkeit widmen. Betten. Seiner Frechheit setzte er die Krone auf, indem er ein vor- vielversprechenden Anbei" ausgehändigt, das erwartete Paket blieb gefundenes Schreibzeug benutzte, um auf einen Zettel die Worte hin- aber aus. Schließlich reklamierten die in ihrer Hoffnung Getäuschten Der Etatsausschuß erledigte gestern abend eine Anzahl Kleinerer zuwerfen: Schließt Eure Bude möglichst besser zu. Domschüß, bei der Postverwaltung die angekündigten Sendungen. Trotz aller Etats. Zu einer längeren Debatte gab der Etat der Desinfektions- Räuberhauptmann." Nachdem er sich dann von der Thürschwelle Nachforschungen blieben aber die Pakete verschwunden und so mußte anstalt Beranlassung. Hier wurde zunächst von unsrer Seite auf die aus vergewissert hatte, daß die Mädchen noch ruhig in den Betten sich die Postverwaltung wohl oder übel bequemen, Schadensersat für die Desinfektoren geltende Instruktion hingewiesen und betont, lagen, verschwand er und entkam bei der Angst der überraschten zu leisten. Man spricht von einer Entschädigungssumme von daß dieselbe beim besten Willen gar nicht eingehalten werden könne Mädchen ungehindert. und zu lebertretungen herausfordere. Mindestens sieben Stunden, Als einzige Möglichkeit, wo die Sen wurde Feuerbericht. Während die Wehr in den vorhergehenden Wochen bungen geblieben sein könnten, vielfach aber länger seien die Arbeiter unterwegs, ohne irgend fast jeden Tag über ein Dußend Alarmierungen zu verzeichnen wahrscheinlich bei Hannover beim Brande eines Postbahnwagens angegeben, daß sie etwas genießen zu dürfen. Wird dem Direktor hinterbracht, daß hatte, hat sie sich in den letzten vier Tagen einer großen Ruhe mitverbrannt seien. ein Arbeiter auf einige Minuten ein Lokal betreten habe, um ein erfreuen können. Nach Annahme der Postverwaltung mußten Glas Bier zu trinken oder etwas zu essen, so folgt die Entlassung feuerfrei. Im Laufe des Sonntags erfolgten auch nur zwei Alarme. Weg über Hannover nehmen!! Bom Donnerstag bis Sonnabend war Berlin also die Pakete aus den verschiedensten Windrichtungen alle ihren Vor etlichen Tagen hat nun die auf dem Fuß. Der Magistratsvertreter verteidigte die Instruktion In der Neuen Königstraße 60 war in einem Steller allerlei Gerümpel, Affaire eine überraschende Aufklärung gefunden. Es erschien der mit dem Bemerken, daß es nicht anders ginge, wolle man den Zweck alter Hausrat und Verpackungsmaterial in Brand geraten, der Oberpostinspektor aus Frankfurt a. D., um den hiesigen Postbetrieb der Desinfektion nicht vereiteln. Ein praktisches Ergebnis hatte die indes noch im Entstehen unterdrückt werden konnte. Kurz darauf zu inspizieren. Unter andern besichtigte er auch die Wagenremise, Weiter lag zu diesem Etat eine von socialdemokratischer Seite möbeln wurde auch der Fußboden beschädigt. kam in der Fruchtstraße 53 in einer Küche Feuer aus. Neben Küchen- wo er einen Paketwagen sich vorfahren ließ, um denselben auf seine Brauchbarkeit zu prüfen. Er ließ sich den Schlüssel holen und befahl, gestellte Resolution vor, die Versammlung möge beschließen, die möbeln wurde auch der Fußboden beschädigt. Wohnungsdesinfektion vom Jahre 1905 ab unentgeltlich zu machen. den Wagen aufzuschließen. Was tam zum Vorschein? Die berEs wurde dargelegt, daß die unentgeltlichkeit für unser Gesundheits im Cirkus Schumann Aufsehen erregte, ist gestorben. An der Der Chimpanse Consul, deffen Intelligenz seit einigen Wochen mißten Pakete!" Tableau. wesen förderlich erscheine. Klage doch der Verwaltungsbericht des Magistrats selber, daß die Hinterhausbewohner- und das sind doch Schwindsucht, wie gemeldet wird; er war tuberkulös und konnte das die ärmeren Klassen gewöhnlich erst auf polizeiliche Auf- rauhe Winterwetter nicht vertragen. Auch sein leidenschaftliches forderung desinficieren lassen. In finanzieller Beziehung falle die Cigarrenrauchen mag das Ende beschleunigt haben; kam doch hinzu, Ausgabe nicht ins Gewicht; seien doch im Jahre 1902 nur 23 446 m. baß dieser Trick in den Vorstellungen des Tieres viel Aufsehen ereingenommen worden und müsse ein großer Teil der Kosten regte. Der Chimpanse gehörte der Serpentintänzerin Loie Fuller zu niedergeschlagen werden. Dagegen wurde geltend gemacht, daß dann eigen, die ihn für die Kleinigkeit von 400 M. für jede Vorstellung alle Wohlhabenden weiter vermietet hatte. von den Kosten befreit seien. Das Resultat Ablehnung wie in früheren Fällen. Am 114. Beobachtungsabend des Vereins von Freunden Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag, den Mindestlohn der Des- der Treptow Sternwarte Mittwoch, den 24. Februar, infektoren, die noch 3,30 resp. 3,40 m. beziehen, auf 3,50 festzusetzen. abends 8 Uhr, findet zunächst ein Vortrag von Herrn Dr. Walter Eigentlich hätte es gar keines Antrages bedürfen müssen, da der Vieweg im Hörsaal des Chemischen Instituts, NW. Bunsenstr. 1, Oberbürgermeister in der letzten Etatsberatung bestritten hatte, daß über„ Die Bestandteile unsrer Atmosphäre nach den neuesten Vollarbeiter in städtischen Betrieben unter dem Mindestlohn von Forschungen" statt. Der Vortrag wird von zahlreichen Experimenten 3,50 beschäftigt würden; wenn man es fönne, solle man ihm die begleitet über: Flüssige und feste Kohlensäure; komprimierten SauerFälle nur namhaft machen, damit er Abhilfe schaffen könne. stoff; Berbrennen von Phosphor in Sauerstoff; Isolierung von Stickstoff in Luft; Kalfstickstoff; Flüssige Luft. Außerdem ist den Mitgliedern die Beobachtung des Mondes mit dem großen Fernrohr während der ganzen Woche freigegeben. Gäste haben zu dem Vortrag Zutritt. Debatte nicht. auch war Die Uebernahme des Rettungswesens in eigne Verwaltung wurde für dringend erachtet und vom Magistrat gewünscht, dieser Sache baldigst näher zu treten. Beim Etat der Straßenreinigung wurde von einer Seite die Bitte ausgesprochen, im nächsten Etat eine Lohnerhöhung der Straßenreiniger wohlwollend in Erwägung zu ziehen. = Theater. Für die zu Gunsten Karl Swobodas heute abend im Neuen königlichen Opern- Theater stattfindende Vorstellung haben außer den bereits genannten Künstlern noch Fräulein v. Mahburg, Herr Boettcher und Werrack vom königlichen Schauspielhaus ihre Weit wirkung in dem zur Aufführung gelangenden Fuldaschen Lustspiel " Unter vier Augen" zugesagt. Außerdem Konzert und Urlaub nach Bapfenstreich" mit ersten Kräften der königlichen Oper. Billets bei Bote u. Bock und an der Abendkasse. " Briefkaften der Redaktion. N. W. 68. 5,40 M. Müssen Sie darum aber die Zeitung bemühen? Zwei Wettende. Die Eisenbahnfahrt dritter Klasse nach Stettin loftet Die städtische Waisenverwaltung nimmt nur Kinder auf, die ganz oder halb verwaist find oder wegen Abwesenheit, Verhaftung, Krankheit, Armut der Eltern ohne Pflege find. Für die Pflege gegen Entgelt sind die Haltefrauen da, deren Verzeichnis das Polizeipräsidium mitteilt. Fragen Sie dort mündlich an. Abonnent Rostock. Bödiker, Reichs- Versicherungsgesetzgebung. 1,70 M. portofrei von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Juriftifcher Teil. beantworten. 1 Schmidt, Stettin. 1. Die unbefugte Führung des Ministertitels ift strafbar. 2. Es kann sowohl Unterschlagung wie Wucher als vorliegend erachtet werden. 3. Die Klage hätte Aussicht auf Erfolg.- Hellfeier. ohne Darlegung des Sachverhalts find nublos. 2. Ein flagbares Recht be 1. Wenn der Zweck dem Gefeß entspricht, ja. Allgemeine Anfragen steht nicht. B. 12, R. 2. 39, G. 87. Zur Heirat Volljähriger sind die Militärpapiere und die Geburtsurkunde des Mannes sowie die Geburtsurkunde der Braut dem Standesbeamten vorzulegen. Volljährig ist, wer das 21. Lebensjahr vollendet hat. Die persönliche Anmeldung beim Standesbeamten durch einen der Verlobten vor dem Aufgebot, das in Preußen in der Regel 14 Tage auszuhängen hat, kann vom Standesbeamten verlangt werden und ist zweckmäßig. E. B. 1. und 2. Nein. C. 23. 33. 1. Wenden Sie sich an Ihren Krankenkassen- Borstand. Der Etat der Standesämter gab Veranlassung zu dem Hinweis, daß es angebracht sei, von den Standesbeamten ein Benehmen zu 2. Ohne Kenntnis des Wortlauts der Statuten ist Ihre Frage nicht zu verlangen, das dem Afte der Eheschließung ein etwas feierlicheres darauf beruhen, daß ein Ghevertrag vorgelegen hat, oder daß der eine 28. 1. Die verschiedene Art der Nachlaßregulierung tann Gepräge gäbe. Jetzt komme man sich öfter vor, als wenn man zu Todesfall vor 1900, der andre nach 1900 fich ereignet hat. 2. Das hängt einent Termin vorgeladen wäre. Das sei allerdings kein Wunder, von dem getroffenen Abkommen ab: in der Regel ist nur etwa verwaltetes wenn man bedenke, daß vielfach pensionierte Offiziere zum StandesBargeld zu verzinsen. Das„ Trinkgeld" hätten Sie direkt dem Vorstand beamten als die geeignetsten Personen befunden würden. Eine entüberweisen sollen. Moi 5. Eine Rüderstattung findet nicht statt. M. M. Lichtenberg. 1. u. 2. Für Ihre Schulden haftet Ihr Mann in sprechende Resolution soll der Versammlung vorgeschlagen werden. Tolstoj ist der nächste Volkskunstabend der Stadt Charlotten der Regel nicht. Haben Sie einen Vertrag geschlossen, so haben Sie ihn zu Bom Berliner Krankenhaus- Elend. Dringend gewarnt werden burg am 28. Februar, abends 7 Uhr, im Kaiser Friedrich- Gym- erfüllen. 3. Es ist ein eigenhändig ge- und unterschriebenes Testament Frauen, sich auf gutes Glück hin nach der Entbindungs- nasium, Savignyplay, gewidmet. Erste Kräfte haben ihre Mitwirkung erforderlich. T. in B. Das Militärgericht läßt nur bestimmte Anwalte Wenden Sie sich an die dortige anstalt der Charité zu begeben. Die Anstalt ist immer noch für diesen Abend zugesagt, der außer einem Vortrag über den zu, deren Namen veröffentlicht werden. überfüllt und muß alle Gesuche um Aufnahme abweisen. Unbedingt Dichter Bruchstücke aus seinen volkstümlichen Werken, wie: Kreuzer- Militärbehörde mit einer Anfrage: uns find die Namen nicht bekannt. Hugo 88. Haben Sie den Thatbestand gekannt, so kann Strafbarkeit nötig ist, daß sich die Angehörigen solcher Frauen erst durch den sonate, Auferstehung, Scenen aus dem Drama Die Macht der angenommen werden.- 105 5. P. Lehnen Sie Zahlung ab. Sie find Fernsprecher erkundigen, bevor sie die Charité aufsuchen. Die Finsternis", auch Gedichte und weniger bekannte Erzählungen bringt. zu solcher nicht verpflichtet. M. G. 1. Sit nichts andres vereinbart, so Zurüdweisung von Frauen, namentlich von solchen aus den Vor- um den Abend abwechslungsreicher zu gestalten, werden auch Lieder- ist die Kündigungsfrist für ein Dienstmädchen sechs Wochen zum Duartals. orten, kann zu ernsten Mißhelligkeiten führen. Dichtungen von dem Vater Tolstojs in Kompositionen von ersten. Die Kündigungsfrist für eine gewerbliche Arbeiterin beträgt, falls Tschaikowski sowie andere russische Volkslieder gesungen werden. nichts Gegenteiliges vereinbart ist, 14 Tage. Ihre Anfrage läßt weder erKarten à 0,50 m., einige reservierte Reihen à 1,00 M. find in allen fennen, welche Stellung das Mädchen einnimmt, noch ob und welche Abrede A. 5. 194. Da Sie nicht durch Weiterzahlung des größeren Buchhandlungen Charlottenburgs sowie im Verein zur getroffen ist. Förderung der Kunst, Albrechtstraße 11, und Bloch, Brüderstraße 1, Sassenbeitrages Selbstversicherer geworden sind, so haftet leider weder die Staffe zu haben. noch die Herrschaft.- Oekonomie. Sie find frankenkassenversicherungspflichtig. Erbe 100. Die Kinder erben in den Nachlaß der Mutter. Das Grundstück gehört nicht zum Nachlaß, da es dem Vater gehört. H. Sch. 100. Bahlung wird weder für ein empfangenes noch für ein nicht empfangenes Abendmahl gefordert. Sie irren sich. Es wird die Forderung Kirche austreten. Zum Ausstoßen aus der Kirche ist ein Pfarrer feineswegs berechtigt. 393. Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Breitestraße 24b oder Reichs- Versicherungsamt, Königin Augustastraße. E. J. 10. Es läßt sich nur mit Zustimmung des Polizeipräsidenten der Name des Knaben ändern. Die Genehmigung macht 50 Mart Kosten und ändert an den forstigen Rechtsverhältnissen des Knaben nicht. Zmedmäßiger ist der Versuch, das Kind zu adoptieren. Dies kann mit Einwilligung des Amtsgerichts erfolgen. B. M. 17. 1. Ja. 2. Nein. J. G. 25. 1. Dafür giebt es teine Frist. 2. Bis zum 28. Jahre. im 1. Wahlbezirk 1 Arbeitgeber und 1 Arbeitnehmer.( Der barten Weise zu leisten. Hat eine Vereinbarung nicht stattgefunden, so ist Arbeitnehmer ist als Erfahmann für einen ausgeschiedenen Beisiger die Gesamtsumme zu zahlen. Der Gläubiger braucht sich Ratenzahlungen Sch. T. Sind Ratenzahlungen vereinbart, so sind diese in der vereinzu wählen. Seine Wahlzeit läuft nur bis zum 1. April 1906.) nicht gefallen zu lassen. A. S. W. 76. 1.- 3. Das von Ihnen ents den 4 Arbeitnehmern ist einer als Ersagmann zu wählen. Seine im 2. Wahlbezirk 1 Arbeitgeber und 4 Arbeitnehmer.( Unterworfene Testament wäre ungültig. Ein Testament fann eigenhändig geWahlzeit läuft nur bis zum 1. April 1906.) Aus den Nachbarorten. In Rigdorf finden die Gewerbegerichtswahlen statt der Stirchensteuer sein. Kirchensteuer ist zu zahlen, falls Sie nicht aus der Der Selbstmord eines Kavallerie- Offiziers wird uns aus der Luisenstraße 22 gemeldet. Dort wohnte der 27 Jahre alte Oberlieutenant v. Wength und Petershehyde, der vom Magdeburgischen Husarenregiment Nr. 10 in Stendal zu einem Kursus der Kavallerie- Abteilung der Militär- Telegraphenschule in der Köpnickerstraße abtommandiert war. Am vergangenen Mittwoch war er in der Reitbahn gestürzt und gegen eine Säule gefallen. Am Sonnabend schickte der Oberlieutenant um 3/46 Uhr abends seinen Burschen fort. Dieser fand, als er um 127 Uhr wieder zurückkehrte, seinen und zwar Herrn tot auf dem Sofa liegen, einen Revolver, aus dem er sich in die rechte Schläfe geschossen hatte, neben ihm. Der aus der Nachbarschaft in der Charitéstraße gerufene Oberarzt Döring fonnte nicht mehr helfen. Die Leiche wurde nach dem GarnisonIazarett I gebracht und beschlagnahmt. Es wird berichtet, daß der Offizier durch den Sturz geistig gelitten habe. Bei einem Rettungsversuch ertrunken. Am Sonntagmorgen um 9% Uhr befand sich der 21jährige Füsilier Fricke von der 11. Compagnie des 2. Garde- Regiments 3. F. auf dem Wege zu der Woh nung seines Hauptmanns Siegmundshof 20, wo er als gelernter Kellner bei einer Familienfeier verwandt werden sollte. Als er an die Lichtensteinbrücke tam, sprang ein junges Mädchen in den Landwehrkanal. Der Soldat warf Seitengewehr und Uniformrod ab und sprang dem Mädchen nach, das unter der Brücke hindurch nach der Schleuse zu getrieben wurde. Er hatte die um Hilfe Schreiende noch nicht erreicht, als er, wie das Mädchen vor den Augen mehrerer Zuschauer versanten. Schiffer fanden nach einigen Stunden die Leiche des Mädchens. für Arbeitgeber am Mittwoch, den 24. Februar, und für Arbeitnehmer am Donnerstag, den 25. Februar, von mittags 12 bis 8 Uhr abends in den aus 16 Stadtverordneten Wahlbezirken gebildeten vier Gewerbegerichts- Wahlbezirken. Es sind zu wählen: erhalten. = und unterschrieben sein und braucht dem Gericht nicht übergeben zu werden, mittel gering " auf 109. Nein. | " * Roggen, gut 17,50 17,45 17,40 17,35 13,40 群 mittel gering " † Gerfte, gut indfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 7,00 5,00 1,80 1,20 " 1,40 1,10 " 1,60 1,00 " 1,80 1,20 1,80 1,20 2,60 2,00 Hafer, gut mittel gering mittel Eier Karpfen Aale Bander 60 Stud 5,00 3,00 1 kg 2,40 1,20 3,00 1,40 3,00 1,20 " gering Hechte 2,40 1,20 Barsche 1,80 0,80 " " 7,40 5,00 " 40,00 28,00 " 50,00 26,00 Schleie Bleie Krebse 3,00 1,40 1,40 0,80 14,00 13,10 13,00 12,10 12,00 11,10 15,50 14,60 14,50 13,60 13,50 12,70 3,82 3,32 muß aber bestimmte Erbeinfeßungen enthalten und darf die Pflichtteilsim 3. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber und 2 Arbeitnehmer, berechtigten nicht verletzen. Ihr Entwurf läßt weder flar erkennen, wer im 4. Wahlbezirk 2 Arbeitgeber und 3 Arbeitnehmer. Erbe sein soll, noch zu welchem Teile, und trifft Beschränkungen, die der Erbe nicht zu respektieren braucht. Beispiele für Testamente finden Sie Seite 238 Charlottenburg. Die Arbeitslosen 3ählung findet und 239 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in heute statt. Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß jeder den öffentlichen Bibliotheken aus. 4. Seite 293-330 des Arbeiterrechts". Arbeitslose männlichen und weiblichen Geschlechts eine Zählfarte A. K. 79. Ihre Absicht, aus der Landeskirche auszutreten, teilen Sie Bewaffneten Widerstand versuchte eine Einbrecherbande bei ihrer auszufüllen und im Laufe des Tages in eine der Urnen zu werfen schriftlich dem Amtsgericht Ihres Wohnfißes mit. Innerhalb vier bis sechs Wochen nach Eingang Ihrer Zuschrift haben Sie ohne Ladung Festnahme durch die Polizei. Seit einiger Zeit hatte die Kriminal- hat, die im Rathause, Lüpowerstr. 11/12; im Arbeitsnachweis, Kirch- dem Gericht zu gerichtlichem Brotokoll Ihren Austritt zu erklären. Koſtenpolizei den 25jährigen Karl Bauer, den gleichaltrigen Afrobaten straße 10; in der Orts- Krankenkasse, Rosinenstr. 3; in den Geschäfts- punkt: etwa 50 Pi. Schreibtosten und 3 M. Gebühren. Verlangen Gie Wilhelm Fleischer und den 26 Jahre alten Klempner Willy Rubin, und Potsdamerstr. 12; im Feuerwehr- Depot, Rankestr. 10; im das abermals 3 M., eine Protokolls abschrift genügt. stellen des Konsumvereins: Tauroggenerstr. 10, Wilmersdorferstr. 27 eine Ausfertigung Ihres Austritts oder des Protokolls, jo toftet die sämtlich bei dem als Hehler verdächtigten Handelsmann Koch in der Linienstraße wohnten, scharf beobachtet. Die Bande, deren Mit Bürgerhause, Sophie Charlottenstr. 115 und im Statistischen Amt, der Linienstraße wohnten, scharf beobachtet. Die Bande, deren Mit Berlinerstr. 71, aufgestellt sind. An diesen neun Stellen können glieder tagsüber in eleganten Anzügen, Ladstiefeln und Zylindern Arbeitslose, die eine Zählfarte nicht haben, heute noch Zählkarten Weizen, gut D.- Str. 17,60 17,55 Startoffeln, neue D.- Str. Marktpreise von Berlin am 20. Februar 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. auftraten, sollte wegen Einbruchsdiebstähle im Hansaviertel am Abend in der Lothringerstraße 65 festgenommen werden. Den Fleischer faßte man bei einem Stelldichein mit einem Mädchen ab; er griff die Urnen nach dem Statistischen Amt gebracht, wo das Resultat erUm 6 Uhr wird die Zählung geschlossen; um diese Zeit werden zum Revolver, wurde aber rechtzeitig entwaffnet. Bauer wurde in mittelt werden soll. einem Barbierladen, den er aufgesucht hatte, von den Beamten Aus Schöneberg wird uns geschrieben: Nachdem die bürgerliche überrascht. Rubin wurde beim Abendbrot gestört; er feuerte aus feinem Revolver drei Schüsse auf die Beamten ab, zwei Kugeln Mehrheit im Stadtparlament entgegen allen rechtlichen Vorausstreiften die Kleidung der Angegriffenen, die dritte Kugel ging fegungen das Mandat des Genossen Wollermann im 7. Bezirk fehl. Mit einem vierten Schuß verlegte sich Rubin am Kopf. R. für ungültig erklärt hat, fangen die Gegner aller Schattierungen wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Hehler Koch wurde eben- bereits an, ihre Fühler auszustrecken, um den Socialdemokraten den falls verhaftet. bisherigen Sitz wieder zu entreißen. Sie glauben auch, das Mandat an einen bekannten früheren Stadtverordneten schon vergeben" zu Richtstroh Ein alberner Unfug. Unter der Androhung eines Familien- können. An den Parteigenoffen liegt es deshalb, rechtzeitig auf dem eu mordes wurde gegen den Propst Malew von der ruffischen Botschaft Bosten zu sein, unsomehr, als die Festsetzung der Nachwahl durch Erbsen An der Hecke, die den Garten des den Magistrat nicht lange auf sich warten lassen wird. ein Erpressungsversuch verübt. Speisebohnen Propstes in der russischen Kolonie zu Tegel nach der Straße zu abLinsen schließt, wurde ein Brief an einer in die Augen fallenden Stelle be- Dezimierung unsrer Fraktion würde den Gegnern nur hämische festigt, der die Aufschrift trug:. Au den Propst Malzew von der bedurfte, um unsre Parteigenossen rechtzeitig auf dem Plan zu Freude bereiten, und so hoffen wir, daß es nur dieses Hinweises russischen Botschaft". Das mit Bleistift abgefaßte Schreiben forderte sehen. den Geistlichen auf, an einem bestimmten Grabhügel des dem Garten gegenüberliegenden Friedhofes der russischen Kolonie die Summe von 250 M. niederzulegen. Für den Fall, daß der Propst dies unterlassen oder der Polizei von dem Brief Kenntnis zu geben wagen würde, würden die bis an die Zähne mit Revolvern und Dolchen bewaffneten Ueber ein furchtbares Betriebsunglück wird aus Posen berichtet: fünf Mann sein Haus in Brand seßen und ihn und feine Familie Am Sonnabendabend wurden in der Präparierkammer der vergiften. Der Drohbrief, der die Zeichnung eines Totenkopfes ent- Chemischen Fabrik Aktiengesellschaft, vorm. Moritz Milch, ein Arbeiter Sinembe. 748 Degen hielt, trug die Unterschrift:" Fünf Räuber". Der Geistliche überHamburg 23 gab das Schreiben dem Amtsvorsteher in Tegel, der die Berliner getötet und drei betäubt vorgefunden. Als Ursache werden die aus Berlin Kriminalpolizei in Kenntnis ſetzte. dem Kessel zu früh abgelassenen Dämpfe bezeichnet. Die Unter Frantj.a.M. 756 SW München 759 SW 4 bededt Der Einbrecher im Schlafzimmer. Durch ein Fenster über ein fuchung ist eingeleitet. 759 WSW 2wolfig Glasdach hinweg gelangte in der Nacht zum Sonntag ein Einbrecher Ein Schiffsuntergang auf der Havel. Der Schleppdampfer Wetter- Prognose für Dienstag, den 23. Februar 1904. in die Konditorei ,, Edelweiß" in der Mohrenstraße, nachdem er einen Friz" wollte ein mit 1000 Glasballons Schwefelsäure beladenes Etwas fühler, zeitweise heiter, jedoch veränderlich mit geringen NiederLichtreflektor berbogen hatte. Aus dem Comptoir holte er die Fahrzeug von Oranienburg nach Berlin holen. Die Fahrstraße ist schlägen und mäßigen westlichen Winden. Vermischtes. Eine * ab Bahn. 60,00 25,00 † frei Wagen und ab Bahn. per Schod 15,00 3,00 Witterungsübersicht vom 22. Februar 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometer. stand mm 75123 Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 2 Haparanda 747 Still Better Temp. n. C. 260= 0| bededt-8 4 4 moltig 3 wolfig 7 bededt 6 Paris 6 Petersburg 747 NND 7 Cort 8 Aberdeen 1 bedeckt -4 765 WNW 1 bedeckt 76228 7 8 Verantw. Redakteur: Julius Kaliski, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 8