Nr. 145. Grfchett täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertels fährlich 8,80 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nammer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mit.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betttzelle oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fa Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Seen pred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illuftrirten Sonntagsbeilage ,, Neue Welt". Freitag, den 24. Juni 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. werden, so wird man die ftereotype Antwort erhalten: geführt, ein ganzer Romplex zusammenwirkender Ursachen. " Jm Grunde nur Einer John Burns. Bon den Dieselben bestehen in der Beschaffenheit des englischen Wahl wenigen Sozialisten, die sonst noch kandidiren, tönnen rechts, in der Beschaffenheit der bürgerlichen Parteien, in der Bum Quartalswechsel eröffnen wir ein neues Abonnement vielleicht noch zwei oder drei den Blah behaupten, die Geschichte der Lehteren und damit des ganzen englischen auf den Aussichten der Anderen aber find mehr oder minder Parlamentarismus überhaupt, und in den burch negative." diefe erzeugten politischen Ueberlieferungen. Diese Antwort, bie, ich wiederhole es, geradezu eins Die politischen Ueberlieferungen das ist ein Rapitel ftimmig von allen sachverständigen Sozialisten gegeben von nicht zu unterschäßender Tragweite. Bähe, an ganze wird, wird manchem Leser des Vorwärts" un- Epochen in der Stufenleiter der ökonomischen Entwickelung erwartet tommen. Der große Aufschwung der Ar- anpassungsfähige und darum um so langlebigere Gesellen, beiterbewegung seit 1889, die Abstimmungen der werden sie aus Produkten bestimmter Klaffenkämpfe zu Be Gewerkschaftstongresse, die gewaltigen Demonftrationen stimmern der Form, in der sich die neuen Klassentämpfe im Hyde Park- alles das sollte teine nachhaltigere Wir- abspielen, aus Wirkungen zu Ursachen, zum Herübergreifen Unfer Blatt ist das Zentralorgan der deutschen Sozial- tung auf die englischen Arbeiter ausgeübt haben? Wofür der Vergangenheit in die Verhältnisse der Gegenwart, je Demokratie. Jeber Genoffe und vor allem jeber Berliner wäre denn die ganze Agitation der Sozialisten gewesen? nachdem lähmend oder fördernd, belebend oder Leben ent Genoffe muß es als seine Pflicht betrachten, das Bentralorgan Und wie lange wird man noch zu warten haben, bis Eng- ziehend. feiner Bartei zu halten. Die Unterstügung der gegnerischen, auch land endlich einmal in Bezug auf den Sozialismus mit dem der sogenannten parteilosen Presse heißt im Kampfe dem eigenen Feinde die Munition liefern. Festland gleichen Schritt hält? Auf unsern Feuilleton heil wird besondere Sorgfalt verwandt werden. Außer einem Roman aus dem Franzöfifchen: Schlagende Wetter, In der That, das Resultat scheint entmuthigend. Aber es scheint nur und ist es nicht wirklich. Es besagt ledig. lich, daß der Weg der sozialistischen Bewegung vorerst noch das Leben, Ringen und Sterben des Bergmanns schildernd, Bewegung nicht oder nur in jener geringen Stärke vor ein anderer ist als auf dem Festlande, aber nicht, daß diese handen, in welcher fie voraussichtlich im englischen Parla ment vertreten sein wird. werden wir unter andern auch den trefflichen Roman: Die Waffen nieder", von Freifrau von Suttner, unferen Lesern vorführen. Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mart 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements sum Preise von 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652.) Wir ersuchen unsere Boftabonnenten höflichft, das Abonnement rechtzeitig( mehrere Tage vor Onartalsschluß) aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleidet. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bu den Wahlen in England. Deutschlands politische Ueberlieferungen find die Ge schichte der politischen Niederlagen seines Bürgerthums tein Wunder, daß sie dem Aufkommen der proletarischen Parteien sich günstig erweisen mußten. Englands politische Ueberlieferungen sind die Geschichte der Siege seines fchen Parteien, unter ihrer Herrschaft aufzukommen. Bürgerthums- daher die Schwierigkeit für die proletari Das politische Leben Englands ist auf den Kampf zweier großer Parteien um die Herrschaft im Staate zu Ich will teine Schönfärberei treiben. Es wäre müßig, geschnitten. Diese beiden Parteien find nicht stets bie zu bestreiten, daß ohne die Spaltungen unter den hiesigen gleichen geblieben, fie haben sich beide im Laufe der Zeiten, Sozialisten, ohne verhängnißvolle Fehler in der Taktik, die Wahl- unter der Wirkung der Veränderungen in den ökonomischen aussichten immerhin bessere sein tönnten als sie jezt sind. Aber Verhältnissen, gehäutet, ihre Programme haben sich ver Fehler find anderswo auch gemacht worden, und selbst als schoben, aber die Form des Rampfes ist die alte geblieben, fie gespalten waren, haben die deutschen Sozialdemokraten nur im Laufe der Zeit um so schärfer ausgeprägt. Alle beffere Wahlerfolge erzielt als heute die englischen Sozia Parteibildungen, bie neben diesen zwei großen Parteien auf liften. Die Erklärung, warum die Wahlaussichten der eng tauchten, sind bisher stets von der einen oder der anderen lischen Sozialisten so gering find, ist also nicht ausschließ derselben nach etlicher Zeit absorbirt worden bie lich bei diesen zu suchen. Wiederholt habe ich her vorjenige von ihnen, die zu solcher Absorbirung un gehoben, daß, was ihren Eifer in Bezug auf die Agitation fähig wäre, würde damit überhaupt herrschafts, anbetrifft, fie meines Erachtens hinter den Sozialisten feines b. h. Lebensunfähig werden. Absorbiren heißt aber Landes zurückſtehen. Sie thun ihr Möglichstes, um den in der Politik zugleich anpassen, und so ist für die beiden großen Ansprüchen gerecht zu werden, welche die Vertreter rivalisirenden Parteien Herrschaftsbedingung ihre Anpassungseiner neuen Bewegung zu erfüllen haben, und die gerade fähigkeit, ihre Elastizität, ihre Fähigkeit zu lernen und zu infolge der größeren politischen Freiheit in England größer vergessen. Auf die Weise bleiben die Parteinamen, aber find als in anderen Ländern. Ein bischen Unterdrückung die Bedeutung derselben wechselt. Die Ronservativen brüsten würde uns ein gutes Stück vorwärts bringen," hört man deshalb sich heute, und mit Recht, daß fie jetzt die Grundfäße ver auch nicht selten englischeSozialisten sich äußern, und insofern auch treten, die der Liberalismus in seiner besseren, d. h. seiner nicht ganz mitUnrecht, als der Druck von oben den Gegendruck von ultra- manchesterlichen Zeit vertreten habe, die Liberalen von unten mindestens erheblich konzentriren würde. Und die heute dagegen bilden ein Ronglomerat von Reformern der Konzentration ist es, woran es heute vor Allem fehlt. Die verschiedensten Gattung. Worin jedoch beide Parteien sich Bewegung ist da, sie hat die Massen erfaßt, aber sie bildet gleich geblieben sind, bas ist, daß sie im Wesentlichen Par noch nicht ein großes Netz von Flüssen, das sich zu einem teien der besitzenden Klassen sind. großen Strom vereinigt, sondern verliert sich in einer Reihe London, ben 20. Juni 1892. neben einander laufender Kanäle sie geht fast ausschließWenn man irgend einem, mit den Verhältnissen des lich in die Breite. Landes vertrauten englischen Sozialisten die Frage vorlegt, Es ist aber nicht nur der Mangel politischen Druckes, wieviel sozialistische Arbeiterkandidaten bei der bevorstehenden der die Konzentration der sozialistischen Bewegung in Eng Neuwahl des Parlaments sichere Aussicht haben, gewählt zu land aufhält, sondern, wie ich schon des Defteren ausI. Feuilleton. Magbrudt verboten.) Am Webstuhl der Zeit. ( 145 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern Ich sprach oben von dem Fehlen der politischen Unter brückung in England, das gilt aber nur von der direkten Unterdrückung. Indirekt find genug Leute- Arbeiter in England unterdrückt, insofern fie des Stimmrechts zum Parlament beraubt sind. Dasselbe ist vom allgemeinen gleichen Wahl- und Stimmrecht noch immer so weit entfernt, daß etwa seitigung eines Uebels, einer Krankheit bei Einzelnen eine aber es geht nicht, es fehlt an den allerdürftigsten Mitteln. Erhöhung des Glücks für die Gesammtheit einschließt. Aber fürchterlichere Uebel, als sie je durch die Natur erzeugt wurden, hat die Menschheit durch die Menschen zu erleiden gehabt, wie ja fchon Sophokles so erhaben ausruft: Vieles Schreckliche giebt's, doch nichts Schrecklicheres als den Menschen." Der Mann muß einen Brotherrn suchen, der ihm die Werkstätte bietet, in der er zwar seine Kraft verwerthen tann, aber nur soviel erhält, als da hilft vor'm Hungertode zu schüßen, während der Gewinn in die Taschen bes Rapitalisten fällt, der bei allen passenden Gelegenheiten diese freiwillige Stlaverei noch besser auszunuzen sucht. Das Mädchen muß in den Dienst oder in die Fabrit; ist es hübsch, so fällt es nach kurzem Kampfe zwischen dem Stolz der Entbehrung und den Lockungen einer erträglicheren Existenz der Wolluft jener selben Privilegirten zum Opfer; ein Bon den alten Zeiten, da triegerische Stämme die Ur bewohner des Landes überwältigten, ihre Güter in Besitz nahmen, sie zu fortdauernder Sklaverei zwangen, eine Form, von A. Otto Walster. die in der Neger- Sklaverei eine Verjüngung in chriftlicher In einem gewiffen Sinne haben sie freilich auch Beit erfuhr, in der Leibeigenschaft und Hörigkeit nur den neuer Tribut und der schmerzlichste, welchen die Klasse der ganz Recht; denn wenn die Regierung die Benachthei- Namen wechselte und die in unseren Zeiten in der Unterdrückung Enterbten dem Kapitale und seinen Anhängseln darzubringen ligung einer Klaffe von Staatsangehörigen durch eine andere und Aussaugung der großen Masse der Befiglofen fortlebt, hat. Die Ehen sogar werden dem Arbeiter nicht nur durch nicht bulbete, wie sie es auch nicht sollte, und wenn sie ist der größte Jammer, bas größte Leid dem Armen durch die materielle Noth, sondern auch noch durch scheinbar ver len mit gleichem Maße diente, dann wäre auch Bieles eine vom Glüde mehr begünstigten Mitmenschen zugefügt nünftige Gefeßesbestimmungen erschwert, welche nur bie nicht möglich, was jetzt beklagt wird. worden. Das Kind des Armen findet schon häufig teine Prostitution und das Ronfubinat zur Folge haben, denn Und was find denn nun die beklagteften Uebelftände Wiege; unter ungenügender Nahrung und Pflege, materiell eine Grenze findet an den starren Gesezen der Natur jebe im Bolle, Herr Doktor, bamit ich einen Haltepunkt gewinne?" und geiftig, ja auch fittlich genommen, wächst es auf, muß Bolizeimacht; wie schon Schiller sagt: Majestät," rief Lange, und seine Wangen färbten sich schon mit 4 und 5 Jahren etwas thun, um nicht ganz obber wider seinen Willen sich einstellenden Aufregung; unnüz zu leben, um einen Theil der Arbeitslaft enn wir vor Menschen vorübergehen, welche von der tragen, die auf den Schultern der Eltern ruht; Mutter Natur stiefmütterlich ausgestattet wurden, an unheil- mit 6 und 7 Jahren sieht man die schwächlichen Mädchen, das nach dem sogenannten Fehltritt hilflos in der baren Uebeln und Gebrechen leiden, dann zieht sich unser Kinder schon sich mit den jüngern Geschwistern herum- Welt herumirrt, zur Pflicht, das Kleine zu ernähren, macht Herz trampfhaft zusammen; wir suchen dem Armen, schleppen, wobei so viele verkrüppeln; sie genießen man es ihm zum Verbrechen, wenn es in seiner Ver. können, Erleichterungen zu schaffen; einen Unterricht, der im späteren Alter nirgends ausreicht. zweiflung dieser verzweifelten Welt ein unglückliches Opfer die Wissenschaft studirt Tag und Nacht, um Heilmittel Das Kind wird aus der Schule entlassen; es möchte einem mehr entzieht, richtet man, als gräßlichste Fronie auf alle aber doch wenigstens Linderungsmittel aufzufinden, und hat Berufe folgen, zu dem es sich hingezogen fühlt; es hat die Begriffe von Humanität, Kindesmörderinnen auf immer zu fie eins, wenn auch nur ein kleines gefunden, dann ruft eine Kenntnisse nicht, vielleicht auch nur die Mittel nicht, denn Grunde, begräbt sie in den fluchbeladenen Zuchthäusern, den freudige Welt dem Entdecker oder Erfinder im Namen der es muß sofort seinen Unterhalt zum wenigft.n theilweise Folterstätten der Neuzeit." Menschheit einen Glückwünsch zu, denn da fühlen Alle, daß verdienen. Nun ist es erwachsen, nun hat es vielleicht Sie malen, Herr Doktor, in sehr grellen Farben", die Mühen und Anstrengungen die Kraft rief der König mit deutlich zu Tage tretender Erregtheit. müssen gegen die feindlichen Naturmächte, daß die Be- gewonnen, um sich einen eigenen Herd zu gründen, Aber mit nicht zu grellen, seien Ew. Majestät ver viel wir Etwas will er fein Eigen nennen, Oder der Mensch wird morden und brennen. Und doch, Majestät, macht man es so einem unglücklichen zweiundeinehalbe Million erwachsener englischer Arbeiter kein Wahlrecht haben. Mit richtiger Logit hat aber die englische Sprache für den Besitz des Wahlrechts ein Wort, das zugleich Befreiung heißt, nämlich ,, Franchise". Wer nicht das Recht besigt, bei der Wahl der Volksvertreter feine Stimme in die Waagschale zu werfen, ist nicht frei. Er hat bei der Entscheidung über die Frage seines persön lichen Wohls, soweit die Gesetzgebung auf dasselbe Einfluß hat, nicht mitzusprechen. Königlich preußischen Minifterium für Handel und Gewerbe| Revolutionsgnaden, von Bollesgnaden. Und weiß König um Lohmann, der Regierungsrath im töniglich bayerischen berto, wie der Großoheim seines taiserlichen Gastgebers, König Minifterium des Innern Rasp, der Regierungsrath im Friedrich Wilhelm IV, solche Kronen genannt hat?„ Reifen töniglich fächsischen Minifterium des Innern Morgenstern, von Dred und Betten", denen der Ludergeruch der der Ober- Regierungsrath im föniglich württembergischen Revolution" anhängt. Unter den Arbeitern, die gestern mit Ministerium von Schicker, der Vorstand der großherzoglich badischen Fabritinspektion, Ober Regierungsrath Dr. Wörris zuschauten, war gewiß Reiner, der den bleichen Umberto be Er tann ja hoffer, sowie die Reichstags- Abgeordneten Biehl, Dr. Hart- neidete, gewiß Mancher, der ihn bemitleidete. mann, Dr. Hirsch, Size, Schippel und Siegle waren voll- Nichts dafür, daß er der Sobn seines Vaters ist, und daß zählig erschienen. sein Vater fich zum König von Italien gemacht hat. Ein Als Kommissar des Reichetanglers wohnt der Geheime bornenvolles Amt- und eine Dornentrone. Wie's enden Regierungsrath Dr. Wilhelmi, als Kommiffar des Ministers wird? Qui vivra verra- wer's erlebt, wird's sehen. Und für Handel und Gewerbe der Regierungsassessor Dönhoff den wer rechnet richtiger: der glaubt, der Dreibund werde das Rönigreich Italien stützen, oder der glaubt, das Königreich Italien werde den Dreibund stützen? Sigungen bei. Die Tagesordnung ist folgende: Inzwischen gähren und toben die Leidenschaften im Rönigreich Italien, wilder und wilder lobert der Parteigeist empor, und ingrimmiger von Tag zu Tag wird der Rampf der Parteien im Königreich Italien und um's Königreich Italien. Diesen 2-2 Millionen stimmrechtsloser( disfranchised) englischer Arbeiter stehen gegen 32 bis 4 Millionen englischer Arbeiter gegenüber, die im Besitze des Stimmrechts find. Aber die freie Benutzung desselben ist ihnen noch auf mancherlei Art und Weise verkümmert. Vor allem durch 1. Anhörung der Kommission über die Geschäftsordnung. die Bestimmung des englischen Gesetzes, daß jeder Kandidat 2. Gutachtliche Aeußerung der Rommission über Erbeim amtlichen Wahlvorsteher angemeldet werden und bei hebungen in Betreff der Arbeitszeit im Bäckerei- und Konditorei der Anmeldung einen, manchmal bis zu 1000 Pfund Ster- Gewerbe, im Müllergewerbe und im Handelsgewerbe.ling( 20 000 Mart) sich belaufenden Garantiebetrag für die amtlichen Wahlkosten hinterlegen muß, die ihm auf Das Abgeordnetenhaus gab heute, der Noth mehr Rechnung gesetzt werden, gleichviel ob er gewählt wird gehorchend als dem eigenen Triebe, seine Zustimmung zu oder nicht). Und gerade die Wahlkreise, in denen die den Abänderungen, welche das Herrenhaus an dem KleinGegen die Freizügigkeit läuft das Agrarierthum, Arbeiterwähler start vertreten sind, sind oft die theuersten. bahnen- Gesez angebracht hatte. Hierauf hielt das Herren welches sich billige Arbeitsfräfte erhalten und darum die Ferner sind auch, trotz der Wahlreform von 1884, die Wahl- haus noch eine kurze Sigung; und nun fonnte nach Landbevölkerung an die Scholle zu fesseln wünscht, seit freise selbst noch sehr ungleich, so daß z. B. 57 Wahlkreise 3 Uhr Nachmittags in gemeinsamer Sigung beider Bestehen des Freizügigkeitsgefeßes Sturm. Bisher ohne mit einer Bevölkerungszahl von zusammen 4 588 937 Seelen Häuser der Schluß des Landtags formell erklärt Erfolg. Jezt heißt es aber, der Bundesrath habe eine 60 Abgeordnete wählen, während 55 andere Wahlkreise mit werden. Umarbeitung des betr. Gesetzes ins Auge gefaßt und wolle den Herren Junkern entgegen kommen. Unmöglich ist's leider nicht. Es gilt also, auf der Hut zu sein. Der chriftliche Glaube, an dem die Menschheit Jahr taufende festgehalten, habe Nichts gebeffert. So lange ber Arbeiterstand am Glauben festhalte, würden die Kapitalisten fagen, unfer Weizen blüht, und weiter einen färglichen Lohn zahlen. Mit all' dem Singen und Beten werbe ber Arbeiter seine Lage nicht verbeffern; die Hauptsache sei die Magenfrage. einer Bevölkerungszahl von zusammen nur 1 407 817 Seelen Die Stimme des Volts. Wenn die Stimme des ebenfalls 60 Abgeordnete wählen. Die ersteren, schlecht Be- Bolts" bei jedem beliebigen Schauspiel auf der Straße er rüdsichtigten, find in ihrer Mehrheit Arbeiterbezirke, bie tönte, wie der Bismarck- Ring nach der alten Bismarc'schen Christenthum und soziale Frage. In einer BergLetteren, übermäßig Vertretenen, neben irischen Wahlkreisen, Reptiltradition behauptet, dann hätte allerdings die Stimme arbeiter- Versammlung zu Effen( am 19. d. Mts.) sagte der die durch die große Auswanderung entvölkert sind, Billen- des Volks für den Er- Hausmeier der Hohenzollern ent- Borsigende Schröder in seinem Bericht über den Londoner Borstädte, Badeorte u. f. w. Schließlich werden noch durch schieden, denn etliche tausend Antisemiten, Bunft- Kongreß nach dem Bericht der Kölnischen Volkszeitung" die Verlegung der Wahlen auf Wochentage sehr viele zöpfe und Schienenflicker haben sich dieser Tage heiser ge- gegen Angriffe von chriftlich- sozialer Seite: Arbeiter in ihrem Stimmrecht geschmälert. Grade in schrien zum Lob und Preis des Ex- Hausmeiers. Aber dann England, wo das System der Arbeiterhäuser so ausgebildet ist, muß der Bismarck- Ring, wenn er konsequent sein will, wohnen mehr als anderwärts die Arbeiter in den großen auch zugeben, daß der König von Italien in der Städten oft meilenweit von ihrem Arbeitsplate entfernt. deutschen Reichshauptstadt hundertmal mehr Freunde Allerdings währt der Wahlakt länger als z. B. in Deutsch hat, als der Ex- Hausmeier, denn mindestens hundertLand bis Abends 8 Uhr aber viele Arbeiter kehren mal mehr Menschen haben gestern dem bleichen Umberto in doch zu spät heim, um an ihm theilzunehmen, zumal die der deutschen Reichshauptstadt zugejubelt, als vorige Woche Wahlbistritte infolge des Rottagesystems oft ziemlich aus dem Ex- Hausmeier am Anhaltischen Bahnhof. gedehnt sind. Was es bedeutet, ob die Wahl an einem Der bleiche Umberto! Db er dran gedacht hat, Werktag oder Ruhetag stattfindet, haben die letzten Lonbaß die Hauptstadt des Deutschen Reichs auch boner Grafschaftsraths- Wahlen gezeigt, die an einem Sonn die Hauptstadt der deutschen Sozialdemokratie abend stattfanden. Der Sonnabend aber ist in England ist, halber Ruhetag, und so wurden denn auch bedeutend mehr der Mehrzahl Stimmen abgegeben als bei der früheren Wahl, und zwar faft ausschließlich infolge größerer Betheiligung der Arbeiterklasse. Politische Uebersicht. Berlin, den 23. Juni. Die Kommiffion für Arbeiterstatistik. Der Reichs. Anzeiger" meldet heute: Die auf Grund des Regulativs vom 1. April d. J. er richtete Rommission für Arbeiterstatistik trat heute unter dem Borsige des Unter- Staatssekretärs Dr. von Rottenburg im Reichstags- Gebäude zu ihrer ersten Sigung zusammen.( Siehe Parlamentarisches.) Vor dem Beginn der Sigung wurden die Mitglieder ber Kommission von dem Staatssekretär des Junern, Staatsminister Dr. von Bötticher begrüßt, welcher in furzen Worten auf die Bedeutung der neuen Einrichtung hinwies und ben bevorstehenden Verhandlungen einen ersprießlichen Erfolg wünschte. HauptstadtHierzu bemerkt die Redaktion des ultramontanen Blattes: Diese Leistung Schröder's dürfte den vertrauensseligen Bergleuten wohl die Augen über die letzten Biele bes unter Schröder's Leitung stehenden Verbandes öffnen. Entfrembung Bewohner Sozialdemokraten und daß die vom christlichen Glauben und Zuführung zur Sozialdemokratie find, d. h. Menschen, ist es vor Allem, was Schröder offenbar anstrebt. die weder für Dreibünde noch Zweibünde schwärmen, die Glaubt die Redaktion der Kölnischen Volkszeitung", Gleichheit alles bessen erstreben, was Menschenantlig trägt, vom Beten würde ein Arbeiter satt? Arm ist schon und den Fürsten nur nach seinem menschlichen Werth Mancher davon geworden. beurtheilen, wie jeden anderen Sterblichen? Jedenfalls ist dem so, die gestrige Straßenkundgebung war nicht die Polizei- Borsehung. Die Namen„ Jean" und„ Louis" Stimme des Bolts, und noch hundert Mal weniger war die gefallen dem Landrath des Kreises Hagen, einem Herrn Stimme des Bolts das Brüllen der Pflastertreter, Antisemiten von Hinnen, nicht. Uns auch nicht; nicht weil fie uns und sonstigen Statisten und Werkzeuge des Bismarc- Baare patriotisch" wären benn in einem Namen tann fein Ringes. Recht gedankenvoll sah ber bleiche Umberto brein. Patriotismus ftecken und folglich auch kein Unpatriotismus Ob er wohl dachte, daß daheim in seinem schönen auch nicht, weil sie undeutsch" wären, denn gut neun Italien, im Garten der Hesperiden, wo die Gold Behntel unserer gebräuchlichen Rufnamen find ebenso uns orangen glühen, in diesem irdischen Paradies- Millionen deutsch, ja noch viel undeutscher, denn Jean und Louis find von Menschen dem fürchterlichsten Elend verfallen sind, doch blos Umformungen echt deutscher Namen. Aber es Hunderttausende an der fürchterlichsten aller Hunger scheint uns geschmacklos, in Deutschland einem Rinde einen Frankheiten dahinfiechen, an der Pellagra, die dem deutschen Namen in französischer Gewandung zu geben langsam, zollweise Absterbenden das Leben zu einer hölli- ebenso geschmacklos, wie weiland die lateinische Gewandung scheren Hölle macht, als Dante in feiner Göttlichen Ko- deutscher Namen in früheren Zeiten war. Doch warum mödie geträumt? Und ob er wohl dachte, wie die Hunderte zerbricht der Herr Landrath sich den Kopf der Eltern, die von Millionen Mark, die von seinem hungernden Bolt auf nach einem Namen für ein Kind suchen? Wir bächten, gebracht werden müffen für Soldaten, Kriegsschiffe, Flinten, für einen Landrath gäbe es andere, wichtigere Dinge. Und Kanonen, Hofstaat und königliche Brunkreisen wie sie biefe Jean- und Louisfrage überließe er wirklich besser dem ausreichen würden, um Millionen von Menschen glücklich zu Schulmeister. machen? Die Kommissionsmitglieder: der Unter- Staatssekretär im " Dies ist auch der Grund, warum in England bei allen Parteien fogen. Zählfandidaturen viel weniger häufig find als Die heffische Kammer lehnte gestern die von dem Es sind schlimme Zeiten, nicht blos für die Völker, Ausschuß beantragte Erhöhung des großherzoglichen Gehalts auf dem Festlande. Eine Partei, die im Voraus sicher ist, geauf 1 265 000 Mart jährlich mit 27 gegen 19 Stimmen schlagen zu werden, verzichtet lieber ganz auf den Stampf, als auch für die Könige. Ob wohl Einem der Tausende von daß sie neben den Ausgaben für die Wahlagitation auch noch die Arbeitern, die, wenn auch nur unfreiwillig, zuschauten, ab. Das war tapfer. Nahm dann aber gleich darauf mit amtlichen Wahltoften auf sich nähme. Wird dann an dem dafür der Wunsch gekommen ist, mit dem bleichen 31 gegen 15 Stimmen den Minoritätsantrag an. Das festgefeßten Tage nur ein einziger Randidat angemeldet, fo gilt Umberto zu tauschen? Wohl kaum. Die Tage find war nicht tapfer. Denn der Minoritätsantrag bedeutet berselbe ohne jeden weiteren Wahlakt für gewählt. Bei der hinter uns und tehren nicht wieder 100 bic ebenfalls eine enorme Gehaltserhöhung legten allgemeinen Wahl( 1886) war dies in nicht weniger als Kronen Glück brachten und Macht. Die legitimen Kronen auf 1 200 000. Die„ runde Summe" hat also gefiegt. Nur wo Einer, dem es auf's Geld nicht ankommt, die Wahl von Gottes Gnaden und die revolutionären Barrikadenals Sport betreibt, oder in ganz speziellen Fällen, wo es fich fronen. Eine Barrikadenkrone, wie die des französischen um bestimmte Demonftrationen handelt, werden auch in hoff- Bürgerkönigs, ist die Krone Umberto's, allerdings nicht dem trauensmann Bismard's und einen der Regiffeure des jetzt nungslosen Fällen Kandidaten angemeldet. Buchstaben nach, aber eine revolutionäre, eine Krone von sich abspielenden Bismard- Spektakels, schreibt die„ Deutsche 227 Wahlkreisen der Fall. von 1 096 228 Nette Gesellschaft. Ueber Meding, den Ver Volkes vortraten. fichert. Nur wer es durchlebt, kann es faffen. Ein alter Alles aufbietet, um seine Stellung zu erhalten, ist wenigstens dürfen", bemerkte Fraut, daß das, was in diesem Augens deutscher Rechtsgrundlag sagt:„ Es soll ein Jeber nur erklärlich; der Staat aber, der eine Einrichtung für alle blick gesagt werden kann, so ziemlich auch gesagt worden ist." durch Seinesgleichen gerichtet werden." Hier aber läßt man Staatsangehörigen sein soll, von Allen gestüßt nnd erhalten Der Monarch trat mit einer leichten Berbeugung zurück trodene Juristen urtheilen, die vielleicht als flotte Studenten wird, dürfte wenigstens die Glücklichen nicht durch besonderen und besprach sich eine kleine Weile mit seinen Räthen, die selbst solche Arme unglücklich gemacht, und die zum Wenig- Schutz noch besonders beglücken, den Unterdrückten nicht noch hierauf zugleich mit ihm wieder nach den Wortführern des sten nicht fühlen können, wie solchen Unglücklichen zu Muthe mehr drücken oder drücken lassen." war; oder man läßt Geschworene aus der Bourgeois Und das ist nach Ihrer Meinung doch der Fall?" Meine Herren", begann ber Rönig, nachdem ich erfahren, laffe zusammentreten, welche ja längst nur gewohnt sind, Nach der Meinung der ganzen Welt, Majestät. Die- daß Ihr bewaffnetes Auftreten nicht gegen die Monarchie ben Arbeiter wie eine Waare anzusehen, ihn rücksichtslos zu jenigen, welche es selbst thun, lachen, wenn ein Lustspiel überhaupt, sondern nur gegen ein Sie bebrohendes Regierungs. verbrauchen, und läßt sie über solche Opfer unserer dichter die Wettern- und Basenwirthschaft und das" Eine system gerichtet war, ich meinerseits das Ministerium, sozialen Berhältnisse richten, was natürlich stets mit Sand wäscht die andere" geißelt, aber die Wirthschaft geht welches den Frieden in meinem Lande nicht zu erhalten ber ben Bourgeois eigenthümlichen moralischen" Ent- nichtsdestoweniger zum Schaden aller fähigen und auf- gewußt hat, noch heute zu entlassen entschlossen bin und den rüftung geschieht. Welche moralische Berworfenheit strebenden Geister weiter. Und alles dieses ist nicht so schlimm, ersten Schritt hierzu bereits gethan habe, Ihnen auch das von so einem Geschöpfe, von so einer„ unnatürlichen Mutter", wie die Wuth, mit der eine große Anzahl von Staatsbeamten bindende Versprechen geben kann, daß alle Bedürfnisse und nicht ihr Herzblut und ihr Leben hinzugeben, um ein Alles verfolgt, was eine friedliche Lösung der mit unerbittlicher Wünsche einer wohlwollenden und gründlichen Prüfung Ausbeutungsobjekt für den Kapitalisten oder einen zu Macht herantretenden sozialen Frage im Auge hat. Ich unterzogen werden sollen, so sehe ich mich veranlaßt, St fünftigen Striegsknecht und Schlächter für seine Kriege groß- erinnere an die Glückwünsche, die Deffen harren, der einem aufzufordern, die Waffen niederzulegen, ba ich mit meinen zuziehen! Auch die Geschworenengerichte sind eine Institution, Naturübel gegenüber eine Heilung oder Linderung findet; Unterthanen in Waffen nicht eingehender unterhandeln und sahen einander an. Der König unterbrach endlich das verlegene Schweigen, für deren Erfämpfung die Liberalen zu begeistern wußten, wer Gleiches auf sozialem Gebiete erstrebt, der ist der tann". und doch bezweckten sie damit weiter nichts, als richterliche Gegenstand heftigster Berfolgung von Seiten ganzer Stände Die Mitglieder der revolutionären Regierung ver Befugnisse für sich allein zu gewinnen, denn der Arbeiter und von Seiten der Regierungsgewalt obendrein. Als wenn harrten eine Weile ftumm wird nicht Geschworener. Wenn aber bei Krisen, welche nicht Alles kommen müßte, was kommen soll! Hier in Der Monarch sah betroffen und mit mit argwöhnischen unternehmende Fabrikanten selbst heraufgeführt haben, Hunderte diesem Falle hat man sogar unsere Berathungen verboten, Bliden auf fie; auch Herr von Hohenhausen löfte und Tausende von Arbeiterfamilien dem langsamen Hunger- unsere Bresse unterdrückt, hier ist man so weit gegangen, sich von der Gruppe der übrigen Räthe und trat in tobe preisgegeben werden, dann ist es kein Verbrechen, dann von Arbeitern gegründete Etablissements zu schließen, hat lebhaftester Erregung einen Schritt näher. heißt es eiserne Nothwendigkeit". Und darum ist und bleibt die man das Privateigenthum von Arbeitern, während man Grundforderung des Volkes, die nie aufhören wird gestellt zu sonst so großes Gewicht auf den Schutz des Privateigenwerden, bis sie erfüllt ist: Befreiung der Arbeitskraft der thums legt, auf die skandalöseste, rechtsloseste Weise beNation von der Sklaverei des Kapitals und gleiches Recht schädigt. Und darum ist, verzweifelnd an jeder friedlichen bindende Zusagen mitnehmen wollen, bevor Sie die Waffen für Alle, weil Alle, der Arbeiter in erster Reihe, zur Er- Lösung, der Arbeiter auf die Barrikaden gestiegen, um das niederzulegen sich entschließen, die Sie mit ziemlichem haltung und zum Gedeihen des Staates beitragen. Ent- Leyte, was er noch hat, sein Leben einzusehen, das unter Glück geführt. Wollen Sie mir Ihre Wünsche hierüber weder man sagt, die Welt ist an die geringe Bahl Derer solchen Umständen für ihn keinen Werth mehr haben kann. mittheilen?" weggegeben, welche durch ein bloßes Glück in Besitz der Erdengüter gekommen, und für Euch Andere ist keine Wahl, ift nur Sklaverei, oder man gesteht allen Erdenbürgern das Recht auf eine menschenwürdige Existenz zu. Im ersteren Falle bleibt das Menschenleben ein Lotteriespiel, in welchem Millionen mit Nieten, Hunderttausende mit kleinen Treffern und wenige Taufende mit immer größeren oder sogar fabelhaften Gewinnen herumlaufen. Daß der Beglückte M Entschuldigen Ew. Majestät meine unumwundene Ausein andersetzung, aber Ew. Majestät hatten es befohlen." Sie sind zu Ende, Herr Doktor?" " Ich glaube das Wichtigste berührt zu haben." " Entschuldigen Sie mich einen Augenblick, meine Herren; oder hat Giner von Ihnen den Darlegungen des Herrn Dr. Lange etwas nachzutragen?" Berzeihen Sie mir, Majestät", sprach endlich Lange, nachdem er eine Weile nach Fassung gerungen, mit einiger maßen festem Tone, wenn meine, unsere Antwort anders ausfällt, als Sie jedenfalls erwarteten. Es ist wahr, auf unserem Programm stand ursprünglich der Kampf gegen das Königthum von Gottes Gnaden, gegen die Staatsform " Ich glaube im Namen meiner Kollegen versichern zu Hoffnung, es würde sich unser Programm im Rahmen des DoM. Zeiwng" von Hannover, daS Haupt- Welfenorgan, dem das ganze, diesen Biedermann betreffende Material bekannt und zugänglich ist, als Antwort auf den, in unserer vorletzten Nummer von uns erwähnten Brief Meding's, wie folgt: „So gefällt er unS, der„Kgl. RegierungS- rath a. D." Nachdem er, während er im Dienste und Gehalte Cr. Majestät deS König? Georg stand» auf Bismarck's Einladung nach Berlin reiste und von diesem Geld annahm, und nach- dem er vor, inigen Jahren Brief«, die König Georg vertraullch an ihn gerichtet hatte, dem Fürsten Bismarck auslieferte: fehlte nur noch die„Welfenkanaille", um das Bild des Meving in seiner ganzen Natürlichkeit er« kennen zu lassen. Wenn Meding der Beschuldigung gegenüber, er Hab« die Legion mit ins Leben gerufen, um dir Beschlagnahme des Welfenfonds zu ermöglichen, sich aufs Leugnen verlegt, so ist von ihm nichts Anderes zu erwarten, nur sollte er dann auch so klug sein, nicht von seiner„Pensionirung* zu sprechen, denn bekanntlich ist Preußen nicht so dumm, Jemandem Pension zu zahlen, der ihm keine Dienste geleistet hat, vielweniaer aber noch Einem, der, wenigstens dem Scheine nach, gegen Preußen arbeitete. Daß die geleisteten Dienst« aber sehr erheblicher Natur gewesen sein dürften, zeigt die Höhe der Pension: 9000 Mark. Meding verschweigt, daß gerade er es gewesen ist, der die Legion zusammenhalten wollt«, als i h r e A u f l ö s un g beschlossen war, und er lügt, wenn er behauptet, die einzelnen Emigranten hätten nach Amerika verschickt werden sollen. Es wurde den Eiiiigranten völlig freigestellt, wohin sie gehen wollten, und so haben sie sich denn auch zum Theil nach Oesterreich, nach Amerika und in die Heimath begeben, während Andere vorzogen, in Frankreich zu bleiben. Meding wider- setzte sich der Auslösung der Legion; er wollte sie geschloffen behalten, und zwar, wie er sagte,„nach den hoch und gesund gelegenen Gebieten von Algerien" über- führen, so daß Se. Majestät der König sich veranlaßt sah, durch die Anweisung eineS Aufenthalts rn der Schweiz Meding unschädlich zu machen. Und merkwürdig: geradein diesem Augenblick«, als Meding den Preußen keine Dienste mehr leisten konnte, fanden sich der„große Kanzler" und der Preuße Di«ding, und auf die Verwendung deZ Ersteren dokumentirte sich dann die„hochherzige Großmuth" des Königs Wilhelm I. welche darin bestand, dem„Blutsanger" Meding jährlich 3009 Thaler aus dem beschlagnahmten Ver- mögen des welfischen Königshauses zu be- willigen. Daraus ergiebt sich auch, was es mit dem„voll- kommen öffentlichen Akt" der„Pensionirung" auf sich hat. Der Akt war so„öffentlich", daß die Quittungen über den Empfang der„Pen- sionen" alljährlich durch Feuer vernichtet wurden. In der Abonnementseinladung de?„Berliner Tage« b l a t t" war vor einigen Tagen zu lesen:„Irrlichter, Roman von Gregor Samara w.„Irrlichter" nennt in diesem Roman der bekannte Autor jene Gestalten, die über dem stagnirenden Sumpf» der Berliner Gesellschaft schweben. DaS frivole Leben und Treiben gewisser Kreis«. welche am Totalisator wie im Börsenspiel die Befriedi- gung ihrer Niedern Leidenschaften finden, schildert Eamarow als feiner Kenner der großen Welt in mächtigen Strichen und brennenden Farben. Aber nicht nur in den Abgrund führt uns der Dichter, er zeigt uns auch sympathische Gestalten, die auf der Menschheit Höhen wandeln." So die Reklame. HerrMeding alsVerfasfer eine? Sitten« romanS, im„Berliner Tageblatt"— ja, so gefällt unS der„Kgl. Reglerungsrath a. D." Wir gratuliren Bismarck und dem Bismarck-Ring zu diesem„nationalen",„patriotischen",„christlich-germauischen" Kollegen, und dem„Berliner Tageblatt" arbeiter.— zu seinem Mit- Slntisemitischer Unfug. Wir sind nicht schwachnervig, allein das müssen wir doch sagen, daß es kein Vergnügen ist beim Passiren der Friedrichstraße Spießruthen lausen zu müssen zwischen unsiathigen und grotesk- ekelhaften Photo« graphien einerseits und einem halben Dutzend Dienst- Männer anderseits, welche die unfläthigsten, ekelhaftesten Rufe auSbrüllen und E,nem unfläthige, ekelhafte Bro- schüren und unfläthige, ekelhaft« Bilder vor dem Gesicht herumschwenken— jede Broschüre und jedes Bild eine un« fläthige, ekelhafte Beschimpfung der Juden, und«ine un- monarchischen Staates nach und nach, schrittweise verwirk- lichen lassen, wenn nur von der monarchischen Regierung die ewigen Prinzipien der Gerechtigkeit gegenüber allen Staatsangehörigen anerkannt und zur Geltung gebracht würden. Ich meinerseits hielt dies auch bi« zum letzten Augenblick noch für möglich und hege das größte Zutrauen zu Ew. Majestät aufrichtiger Gesinnung, sowie wir wohl Alle die größte Achtung vor Ew. Majestät Tugenden und wohl- wollendem Herzen besitzen. Aber Ew. Majestät sind sterb- lich, wie wir Alle; ein Tag stellt plötzlich dem Volk eine andere Persönlichkeit, die es regieren soll, gegenüber, und wenn wir dem Königthum nicht alle Befugnisse abschneiden, die sein wirkliches Wesen ausmachen und ohne welche Nie- wand König fem möchte, so hören die Zweifel nicht auf, die Befürchtungen und die Aussichten auf neue Kämpfe. Die Geschichte der Monarchien liefert hierüber ausreichende Erfahrungen; und da eS nun einmal dahin ge- konimen, da unS im Namen des Königs die unerhörtesten Mißhandlungen angcthan wurden, nachdem Arbeiterblut 'in Strömen durch die Soldaten Ew. Majestät ver- gössen worden, wie sollten wir es vor unseren Mit- kämpfern verantworten können, wollten wir uns zu einer Nachgiebigkeit verstehen, die unS unter Umständen zum Ver- brechen angerechnet werden könnte?" „So sprechen Sie eS ans, meine Herren, Sie wollen Republik; das heißt Fortsetzung des Kampfes bis zur Ver- nichtung des eines Theiles?" sprach der König im sichtlichen Zorn. „Sie ließen mich Andere» erwarten bei unserer Unter- redung." rief Herr von Hohenhausen, nicht minder erregt näher tretend. »Sie thun mir Unrecht, Erzellenz", entgegnete Lange, froh, sich an eine minder betheiligte Person wenden zu ionnen;„ich sprach genau dasselbe zu Ihnen, waS ich soeben «r. Majestät erklärte. Die Ereignisse haben jene Ze,t, ur der wir unsere Ansichten austauschten, vollständig über- holt; ich sprach von dem, was wir ursprünglich erstrebten, "nd sprach auch nur für mich, wie ich Ihnen anS- (Fortsetzung folgt.) �"cklich bemerkte fläthige, ekelhaste Aufreizung zum Haß und zur Verachtung der jüdischen Mitbürger. Das ist zweifellos ein Unfug, und zweifellos auch ein gemeinschädlicher Unfug. Denn hat irgend Jemand ein empfängliches Naturell für solch« giftige Schmutzkost und dazu die nöthige Rohheit, mit dem nöthlgen Muth, die Gedanken in Thaten umzusetzen, dann schlägt er die Juden todt, wo sich eine Gelegenheit findet, wie dieS W e tz e l gethan hat, der ohne die antisemitischen Lehren vcrmuthlich heute noch am Leben wäre. Nun fällt es uns aber nicht ein, nach der Polizei zu rufen, daß diese dem Unfug steuere. Wir verlangen bloS, daß die Behörden allen übrigen Parteien die- selbe Freiheit gewähren, wie sie den Herren Antisemiten gewährt wird. Man würde dann mit dwsem Gesindel sehr bald fertig werden, und es sollte keinen Schaden mehr thun. Das Gefährliche und das tief Beschämende dieses Un« fugs ist. daß er ein Monopol der Antisemiten ist, daß diese die Straße für sich in Anspruch nehmen, daß sie straflos thun können, waS nach den bisherigen Erfahrungen keine andere Partei wagen darf. Oder würde es etwa nicht sofortiges Einschreiten der Behörden zur Folge haben, wenn von jüdischer, muhamcdanischer oder atheistischer Seite über Chriilenthum und Christen in derselben Weise gesprochen würde, wie in diesen antisemitischen Schriften über Juden- thum und Juden? Also nicht nach Polizei rufen wir, wie daS fortschrittliche Philisterthum— wir verlangen nur gleichen Wind und gleiche Sonne— gleiches Recht für Alle. Haben wir gleiches Recht, dann soll eine lustige Hetzjagd aus die Juden- Hetzer beginnen, so lustig und kräftig, daß die Hetzer bald überall hinausgehetzt sind, und Deutschland sauber ist von dieser abscheulichen Plage.— Afrikanisches. Die Niederlage der Bülow« schen Expedition wird jetzt amtlich bestätigt. Bülow selbst ist gefallen.— Der internationale Lockspitzel. Aus Krakau wird telegraphirt: Dem„Kurier PolSki" zufolg« gestand der in Lemberg wegen Dynamitankaufes verhaftete polnisch« Journalist Hendigery, gegen Bezahlung»n russischen Diensten gestanden, galizische und russische Polen als Revolutionär« denunzirt und zur Bekräftigung dieser Angebereien«inen Bialaer Arbeiter beredet zu haben, eine Drinamilbomb« zu werfen. Nähere Angaben über die Herkunft Hendigery's fehlen noch. So wird'S gemacht. Fürst Bismarck hat seinen Meding, der Hoch- und LandcSvcrrath betreiben muß, um einen Millionenfang zu ermöglichen,— seine Jhring-Mahlow, Haupt, Schmidt und Konsorten, die in Dynamit machen müssen; der belgische Bernaert seinen Pourbaix, der fran- zösische Constans seinen Ravachol; die englische Polizei ihre O'Donnovan Rossa und Komp., die spanische ihren Diunoz und die Russen jetzt ihren Hendigery. Glaubt man jedoch nicht, daß die russische Polizei da» Spiel erst gelernt hätte! Sie kannte es schon zu Anfang dieses Jahrhunderts— sie war thatsächlich die erste, die diese infamen Praktiken dem Franzosen Fouchö ablernte,— und die russischen Nihilisten wissen, daß von den zahlreichen ausgesucht„revolutionär" thuenden„Nihilisten", die blas Dynaniit reden, neun Zehntel Spitzel der dritten Abtheilung sind, die übrigen polternde Lassen.— Trikupis, der Sieger bei den letzten Wahlen in r i e ch e n l a n d, hat den SiegeSpreiS eingeheimst und ist Minister geworden. Wann kommt nun die Reihe wieder an Delyannis?— Zu spät aufgestauden. Die englischen Kon- servativen mit den ihnen verbündeten liberalen„Unionisten" haben ihre Wahlprogramme bereits fix und fertig. Der alte Gladstone arbeitet noch an seinem. Er hat in seinem Leben schon so viel Wahlpragramme gemacht in allen Farben und Schattirungen, daß er sich schwer in den alten zurecht findet, und auch schwer etwas Neues findet.— Im Uevrigen verweisen wir bezüglich des Wahlkampfes in England auf unseren heutigen Artikel, dem ein zweiter folgen wird.— Zur amerikanische« Präsidentenwahl. Cleve- l a n d ist, wie wir erwarteten, gleich im ersten Wahlgang von der demokratischen Konvention zum Kandidaten für die Präsidentschaft ausgestellt worden.— Dnrlamenksbevirhko. Abgeordnetenhaus. 79. Sitzung v o in 23. I u n i. 12 U h r. Am Ministertische: Thielen und Kommiffarien. Die Abgg. Spahn und I m>v a l l e haden wegen ihrer Ernennung zu Ober-LandesgerichtS-Räthen ihr Mandat nieder- gelegt. Die beiden Häuser beS Landtags sind durch das Staats- Ministerium zu«iiier vereinigten Sitzung beider Häuser hehufS Schlusses der Session im Avgeordnetenhause aus heute 3 Uhr Nachmittags geladen. Aus der Tagesordnung steht die wiederholt« Berathung deS von dem Herrenhaus« abgeänderten Gesetzes, betreffend die Kleinbahnen. Abg. Rickert bemängelt, daß nach den getroffenen Dis- Positionen dem Hause trotz der wesentlichen vom Herrenhaus« be- schlossenen Abänderungen keine Zeit mehr gelassen sei, eine gründliche Prüsnng des Streitpunktes vorzunehmen. Für 12 Uhr sei die Plenarsitzung, für 3 Uhr bereits die gemeinschaftliche Sitzung zum Schluß der Session anberaumt. Solche Dis- Positionen können nicht zur wirklichen Förderung der Geschäfte beitragen. Die vom Herrenhaus« getroffene Abänderung sei nur die Folg« der Beschliißunsähigkeil, unter der das Herrenhaus gestern in Anwesenheit von nur öS Mitgliedern das Gesetz be- rathen habe. In Zukunft sollte man sich allerseits bemühen, den Landtag mit solchen zweckwidrigen Dispositionen zu verschonen; man sollte dem dringenden Verlangen des Reichstages nachgeben und denselben schon Mitte Oktober berufen, dann werde von selbst ein großer Theil der Unannehmlichkeiten wegsallen, unter denen jetzt der Landtag zu leiden habe. Abg. Hammacher: Bei der gestrigen Debatte hat ein Mit- glied des andcren HauseS davon gesprochen, daß das Herrenhaus durch die„Rücksichtslosigkeit" deS anderen Hauses der Vorlage gegenüber in eine Zwangslage gebracht worden sei. Ich weise diesen Vorwurf als unberechtigt zurück.(Zustimmung.) Die Aenderungen des Herrenhauses in§ 21 sind nicht derart, daß sie irgend ein Bedenken gegen sich hätten; bedenklicher aber ist die Aenderung des ß 30, welche das Erwerbsrecht des Staates wieder von der Beschränkung besreit, die wir dort eingesügt hatten. so' sehr auf spitze Auffassung als trn Sinn« und Geiste der geführten Im Interesse de» Zustandekommens deS Gesetz«? bin ich abe> bereit, auf diese Einschränkung zu verzichten. Minister Thielen: Nach der jetzigen Fassung de?§ 30 kann der Staat nur dann die betreffenden Kleinbahnen erwerben, wenn nach Entscheidung des Ctaatsministeriums dieselbe»ine solche Bedeutung gewonnen hat, daß sie als Theil des allgemeinen Eisenbahnnetzes zu betrachten ist; sie kann also nur aus allgemeinen, Verkehrs- oder strategischen Rücksichten erworben werden, nicht aber können lediglich fiskalische Rücksichten für den Erwerb maß- gebend sein. In demselben Sinne habe ich mich im Herrenhaus« ausgesprochen. Die Bedenken, welche jetzt für das Herrenhaus noch übrig sind, dürften nicht so durchschlagender Natur sein, um das HauS zur Ablehnung der ganzen Vorlage zu veranlaffen. ES kommt hier wirtlich nicht anf eine Ausführung desselben Verhandlungen an. Abg. Lieber(Z.): Die Erklärung deS Minister? über§ 30 könne alS beruhigend angesehen werden, so lange und so weit eS sich um den jetzigen Minister und die jetzige Staatsregierung handelt. Aber wenn man 22 Jahre im Parlamente ist und die verschiedensten Wechselfälle und Wandlungen des öffent« lichen Lebens durchgemacht hat, kann man unmöglich den Ausdruck des Wohlwollens und das Versprechen loyaler Handhabung seitens eines einzelnen Ministers als Ausgleich für mangelnde gesetzlich« Vorschriften ansehen. Namentlich bezüglich der Wetterführung des Baues von Selundär- bahnen muß man diesem Gesetze gegenüber von den eigenthüm» lichsten Bedenken deschlichen werden. Wenn der Staat»6 hoc leistungsunsühia geworden ist müßte man gerade daraus sinnen, einen Weg zu flnoen, der dem Privaliapital ermöglichte, an seine Stelle zu treten. Diesen Weg hat unS das Herrenhaus durch die Streichung der Klausel aus tz 30 wieder verlegt. Die eigenthüm- liche Taktik, welche uns jetzt in die Zwangslage gebracht hat, kann auch ich nur bedauerlich finden; ein Haus wie das unsrige, welches mit hingebendem Fleiß an diesem Gesetz gearbeitet hat. hätte man in eine solche Lag« nicht bringen sollen. Wären wir weniger gute Freunde des Gesetzes, als wir es sind, so würden auch wir eine namentliche Abstimmung beantragen und dann könnte sich für das Scheitern des Gesetzes der Minister bei den sogenannten Freunden des Gesetzes im Herrenhause bedanken. Ich muß gegen tz 30 stimmen. Abg. Graf Limburg-Sttrn«: Wir sind nicht berechtigt, an der Art, wie das andere HauS seine Geschäfte erledigen will, Kritik zu üben. Situationen wie die heutige«rieben wir fast am Ende jeder einzigen Session. Dem ß 30 nach den früheren Beschlüssen des Abgeordnetenhauses haben wir nie eine besondere Bedeutung beigelegt, wir haben gegen die Fassung gestimmt, auf welche die Mehrheit so großen Werth legte und wir treten aern dem Herrenhausbeschluß, welcher im Wesentlichen die Vorlag« wiederherstellt, bei. Das Privattapital hat auch so Gelegenheit, sich an der Herstellung von Kleinbahnen zu betheiligen. Abg. von Tiedemann-Bomst: Di« Aenderung deS Herrenhauses trn§ 21 hat nur den Zweck, all« Refaktien zu verhüten; damit können wir uns nur einverstanden erklären. Auch die Gestaltung des tz 30 erregt uns keine Bedenken, auch nicht mit Rücksicht auf einen etwaigen Ministerwechsel. Wir werden für die Vorlage in der Fassung des anderen Hauses stimmen. Damit schließt die Generaldislusston. In der Spezialdiskusston werden die ßtz 1—20 ohne Diskussion angenommen. Desgleichen tz 21 in der Fassung des Herrenhauses. ebenso tztz 22-29. tz 30 wird gegen die Stimmen deS Zentrum? und einiger ! freisinniger angenommen, ebenso der Rest des Gesetze? und chließlich bat ganze Gesetz gegen wenige Stimmen. Es folgen Kommissionsberichle über Petitionen. Die Stadt Erfurt und ihr sich anschließend 132 Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern wenden sich an das Haus mit folgender Bitte: Diesen Stadtgemeinden sowie allen anderen Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern zur Deckung der ihnen infolge der sozialreformatorischen Gesetze erwachsenden Ausgaben einen Zu- schuß aus Staatsmitteln zu gewähren, welcher den auf den Kopf der Bevölkerung entfallenden durch diese Gesetze veranlaßt«» Kosten- aufwänden entspricht. Die Gcnieindekommission beantragt die Petition der Staats- regierung als Material für die in Vorbereitung befindliche weitere Reform der Landes« und der Kommunalsleuern zu über- weffen. Ohne Debatte beschließt daS HauS demgemäß. Der Lehrer Kaiser und Genossen in Wiesbaden, Biebrich und anderen Orten beantragen, den wissenschaftlichen Lehrern an den Realanstalten des vormaligen Herzoglhums Nassau da? Anrecht auf Versorgung ihrer Hinterbliebenen aus dem vormalS nassauischen Zentralsonds zur Unterstützung der Wittwen und Waisen der Real- und Elementarlehrer wiederum zuzuerkennen. Die Unterrichtskommisston schlägt Uebergang zur Tages- ordnung vor. Der KommissionSantrag wird angenommen. Ebenso geht daS Haus über d:e Petition deS ordentlichen Lehrers RemmeS in Saarlonis um Anerlennung seines Rechtes als vollberechtigter Lehrer des ProgymnasiumS und Gewährung von Wohnungsgeld- Zuschuß zur Tagesordnung über. Der Kircheuvorstand der katholischen Gemeinde Keppel (Kreis Siegen) bittet das Haus, dahin wirken zu wollen, daß die Beitrüge aus dem Stiftsfouds Keppel an den dortigen katholischen Pfarrsonds, wie es vom Jahre 1317 bis 1373 geschehen, wieder gezahlt werden. Die PetitionZkommisston beantragt Ueberweisung zur Er- wägung; ein Antrag aus Ueberweisung zur Berücksichtigung ist in der Kommission mit allen gegen öStiinmen abgelehnt worden. Abg. Lieder nimmt den letzteren Antrag im Plenum wieder auf. Das Haus tritt jedoch dem Kommissionsantrag bei. Der Bericht der Justizkommission über die Petition des Dr. Stolp in Charlottendurg und des Vorstandes des deutschen Bundes für Bodenbesitz-Resorm, betr. die Einräumung eines Vor- rechts für Forderungen aus Arbeiten oder Lieserungen für Reu- bauten, wird auf Antrag des Abg. Grasen Limburg von der Tagesordnung abgesetzt. Damit ist die heutige Tagesordnung erschöpft. Schluß!->/« Uhr. Vnrffnmenknrisickjes. Die Kommission für Arbeiter-Statistik hat gestern Adlheilungssaale v deS Reichstages ihre erste Sitzung abgehalten. Dieselbe wurde unter Anwesenheit sämmtlicher zwölf Mitglieder durch den Staatssekretär von Bötticher mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Die Berathung erstreckt« sich zunächst auf die Geschäftsordnung. Dieselbe ist von uns bereits rn einer früheren Nummer zur Kenntniß der Leser gebracht. Die vierzehn Paragraphen wurden ohne nennensiverihe Aenderung an- gepomme». Im Verlaufe der Dislusston wurde konstatirt, daß der Kommission das Recht zustehe, ihre Berufung zu einer be« stimmten Zeit durch Mehrheilebeschluß zu beantragen. Wenn die Regierung diesem Wunsche aber keine Folg, giedt, dann ist eS auch noch so. Das Recht der Antragstellung wurde den Koni- niissioiismitgliedern aus praktischen Rückstchten nicht zugestanden. Die Verhandlungen sollen öffentlich sein, wem» die Kom- Mission nicht anders beschließt. Es wurde auch der Wunsch aus« gesprochen, ohne daß er Widerspruch fand, daß die Prolotolle. Gutachten jc. der Kommission den Rcichstagsmitgliedern mit- getheilt werden. Für die nicht in Berlin wohnhasten Mitglieder wurden Reisekosten und Tagegelder in der Höhe von 15 M. festgesetzt. In die eigentlichen Arbeiten trat die Kommisston ein mit der Berathung über die„Erhebungen bezüglich der Arbeits- zeit ic. im Bäcker- und Konditoreigewerbe". Für den Inhalt der Juferate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 24. Juni. Deutsches Theater. Don Carlos. Berliner Theater. Narcis. Achtung! Achtung! 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 26. Juni 1892: Großes sozialdemokr. Sommerfest im Konzertpark Viktoria, Frankfurter Alee 72, Hoffnung( Friedrichsberg). Friedrich- Wilhelmäädt. Cheater. Konzert, Spezialitäten- Borstellung. Sm großen Ball. Die Fledermaus. Oftend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Hierauf: Die juten Flinten oder Hirsch in der Zanz ftunde. Chomas Cheater. Mamzelle Nitouche. Achtung! Schloßbrauerei Schöneberg. Sonntag, den 26. Juni 1892: Achtung! Großes Sommerfest beßehend in Vokal- Konzert veranstaltet vom 495/2 unter Mitwirtung der Gesangvereine Männerchor St. Urban und Gesangverein Rothe Nelke unter Mitwirkung der Gesangb. Freiheit I, Harmonie( Tempelhof), Kreuzberger Herren, welche am Ball theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 hr. Harmonie, Frühlingslust, Froh- Hoffnung, Liedertafel Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Grosse Fackelpolonaise. Westend und Phönix( Mitgl. des Arb.- Sängerb.) Billets à 20 Bf. find zu haben bei R. Wengels, Roppenfiraße 41; unter Leitung des Dirigenten Herrn Dillenberger. Saale: H. Baumgarten, Bofenerstr. 4, 8 r. und in den mit Blafaten belegten Hand- Munk von Mitgliedern d. Freien Vereinig. der Zivil- serufsmusikes Lungen. Das Komitee. Sellealliance- Theater. Der Rafino Achtung! Ball. # roll's Cheater. Die Maccabäer. Adelph Grant- heater. Die Wett schwimmerinnen. 6. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, 26. Juni, Nachmittags 2 Uhr: unter Leitung des Dirigenten Herrn I auke. Während und nach dem Ronzert im Saal: BALL. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programm 20 Pr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Raffeeta che ist von 2 Uhr ab geöffnet.- gillets von oben angeführten Bereinen haben Giltigkeit. Das Komitee. B. Grosses sozialdem. Volksfest ahv. d. Musikinstrumenten- Arbeiter. Sanfmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. in ben Lakalen: Berl. Sommer- Theater 1. Jägerhaus, Schönhauser Allee; 2. Knebel, Badftr. 58; ( Bock- Brauerai, Tempelhofer Burg) 3. Knappe, Müllerstraße; 4. Böttcher, Seeschlößchen Freitag, den 24. Juni: in Reinickendorf. Grosse Vorstellung. Wirkung mehrerer bewährter Geſaugvereine( M. b. H.-B.). Festrede. Lebende Bilder. Vorträge. 1. Theil: Gr. Specialitäten- Vorstellung. Sonnabend, den 25. Juni, Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Keller, Bergstraße Nr. 68: Vereins- Versammlung. Zagesordnung: 1. Bortrag.( Referent wird in der Bersammlung bekannt gemacht.) 2. Distuffion. 8. Bereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Die Abrechnung vom Maskenball findet am 19. Juli ftatt Den Genoffen des 6. Wahlkreises zur Mittheilung, daß die Feier auf 2. Theil: Zwölf Midchen in Uni- dem Brocken, Tegeler Chauffee, Umstände halber nicht stattfinden kann, sondern 436/11 form. Vaudeville- Burleske in in ben oben angeführten Lofalen stattfindet. 1 Akt von L. Angely. Musik Die Billets haben, wie bei der Maifeier, xu allen vier Achtung! von verschieden. Komponisten. Lekalen Giltigkeit, sodass mit einem Billet alle vier Lokale 8. Theil: Specialitäten 1. Ranges. besucht werden können. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen 475/5 der Najaden, grosses Balletdivertissement, ausgeführt von dem aus 20 Damen bestehenden Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 71 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 5000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Achtung! Das Romites. Maurer. Achtung! der Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 26. Juni, Vorm. 9%, Uhr, Passage- in der„ Aktien- Brauerel Friedrichshain"( vorm. Lips). Panopticum. 1. Weiterer Bericht über den Stand der jekigen Lohnbewegung und New! Tagesordnung: Stellungnahme zu derselben. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. NB. Gleichzeitig machen wir alle Kollegen nochmals darauf aufmertHer Borstand. Achtung! Deffentliche Versammlung in Salzbearbeitungs- Fabriken beſääftigten Arbeiter ( Maschinenarbeiter, Rutscher, Play- Arbeiter) am Sonntag, den 26. Juni, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Klein, Schönleinstrasse No. 6. Zagesordnung: 1. Unser Berhalten zu bem neugegründeten Arbeitsnachweis in ber Böchstraße. 2. Berschiedenes. Der Inhaber obigen Nachweises ist hiermit höflicht eingeladen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. P. Koboldt, Grünanerftr. 10. Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der in der utfabrikation Blaue Grotte fam, daß sämmtliche Borkommniffe in der jezigen Lohnbewegung, slettel, ob ber von den Kollegen auf den Bauten geforderte Stundenlohn bewilligt mit Waffer, Rähnen u. oder nicht bewilligt worden ist, an das jezige Bureau der Lohnbewegung, beschäftigten Arbeiterinnen Berl. Beleuchtungseffekten. Gipsstraße 3, fchriftlich oder mündlich einzureichen ist. und Umgegend Auch ift feder Kollege verpflichtet, zu der jetzigen Lohnbewegung, gleidh- am Sonnabend, ben 25. Juni, Abends Eine Kriminal- wiel, ob er diefer oder jener, oder gar temer Organisation angehört, zum 8 Uhr, im Reftaurant von Kuhlmey, Generalfonds der Berliner Maurer beigufteuern. geschichte Neu! in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Die gesammelten Gelder sind an das Burzan, Gipate. 3, ober an die gewählten Vertrauensmänner abzuliefern. Ebendaselbst find Eammelliften in Empfang zu nehmen. Das Bureau her Lohnbewegung. J. M.: Wihelm Roll, Stalizerftr. 88, Dietrich und Behigolski. Panoptikum. Achtung! Zimmerleute! Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Victoria- Brauerei. Zühowtraße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer 428/11 Schönhauser Allee 28. 2ages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Distuffion. Nach der Versammlung gemuthliches Belsammensein. Bahlreiches Erscheinen erwünscht. Gäfte sehr willkommen. 406/6 Der Vorstand. Achtung! Der Beutral- Arbeitsnachweis des Verbandes aller in der MetallGroße öffentliche Versammlung Industrie beschäft. Arbeiter der Zimmerlente Berlins und Umgegend am Sonntag, den 26. Juni, Vormittags 10 Uhr, bei Norbert, Beuthstr. 21. Zages Drdnung: 458/6 1. Berichterstattung über die Thätigkeit der Lohnkommission von Läglich Sonnabends): tommiffion. Juni 1891-92. 2. Abrechnung vom 2. Quartal 1892. 8. Neuwahl der LohnStettiner Neuwahl wegen recht gut befucht wird, bitten wir um zahlreiches Erscheinen. Kameraben, da es höchft nothwendig ist, daß diefe Bersammlung der Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 U. Entree 50 Pfg. Die Lohnkommission. Fachu. d. Tischler( Norden). Versammlung Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Platate) am Montag, ben 27. Juni, Abbs. 8 Uhr, im Weddingpark, Müllerftr. 178. Moabiter Gesellschaftshaus, 2. Täglich: Gr. Konzert, Theater and Spezialitäten. Alt- Moabit 80/81. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 80 Pfg. Hellmuth Peters. Franz Beyer, Billigste Bezugsquelle Berlin N., Chauffeeftr. 103. für Wein, Liqueure, Rum, Cognac, Fruchtsäfte. 2594L Reinickendorf. Den Reinickendorf besuchenden Ge noffen empfehle ich mein Restaurant mit schattigem Garten und Regelbahn. Emil Kirsch, Residenzfir. 20. ftraße 23. Tagesordnung: 818/5 Distuffion. S. Bahl eines Schriftführers. 4. Berschiedenes. 1. Bortrag über: Die französische Revolution. Referent Herr Schöpfe. 8. NB. Ersuche die Kollegen recht zahlreich in der Versammlung zu erscheinen Der Bevollmächtigte. und die Säumigen dazu aufzurütteln, Berband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 26. Juni d. J., Vormittags präz. 10 Uhr: Groke Versammlung der Eisen- und Metalldreher, sowie Bohrer, Hobler und Stosser im Sokale des Herrn Rehlitz, Bergstraße 12. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Sparfeldt über: Freiland", ein sozialistischer Roman. 2. Distuffion. 8. Verschiedenes. Jeder Kollege ist verpflichtet, in dieser Bersammlung au erscheinen. Gäste willkommen. 479/7 Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. Bekanntmachung. 466/6 Kranken- und Begräbnißkaffe ber Bau- und Fabritarbeiter Berlins. ( Eing. Hilfskaffe Nr. 18.) Sonntag, den 3. Juli, Borm. 11 Uhr: Generalversammlung in Sager's Lotal, Grüner Weg Nr. 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom aweiten Quartal. 2. Innere Kassens angelegenheiten. 8. Berschiedenes. 126/14 Der Vorstand. 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Arbeitgebern wie Arbeitneh mern zur Benuzung beftens empfohlen. Der Vorstand. 479/8 Der Brotverkauf von der Genossen schafts- Bäckerei befindet sich beim Senoffen August Weiss, Bions. tirchftrake 32. Arbeitsmarkt. 690b Gefangverein sucht für Sonnabends einen tüchtigen Dirigenten. Offerten an G. Schwabethal, Forsterstr. 36, . 1 Tr. 663b 691b Zum Prophet Saison- Ausverkauf: Hochf. kompl. Anz. jezt v. 10 M. an. Salon- Anzüge "" 15 Eleg. Gesellsch. Ang. 24 Baletots Bellerine- Baletots Staubmantel 8 12 09 2 2 11/2 8 • " . 2 . 糖 Hosen bis z. d. eleg. Piqués u. Wasch- West. Burschen- Anzüge Knaben- Anzüge Anaben- Anzüge von den einfachften bis zu den eleganteften in Waschstoffen, Tuchen, Cheviot, Rammgarn 2c. von nur einer Mark pro Stück an. Leinens, Luftres und Wasch- Anzüge, fowie einzelne Joppen, Hosen 2c. für Herren und Knaben zu noch nie das Dreher, Gürtler oder chirurgische gewefenen Breifen. Wir bemerken, Juftrumentenmacher. Für eine auswärtige, fleine, aber gut eingerichtete Dreherei chirurgischer Hart gummis and Metall- Artikel wird eine Bersönlichkeit gesucht, welche in Ordnung zu halten. Es werden Zeugnisse aufweisen können, berücks Da mit der 27. Beitragswoche der Unterstützungs- felbft tüchtig mitarbeiten muß und im verein und seine Krankenkasse aufhört zu existiren, so Stande ist, eine Anzahl Arbeiter zu Bereinszimmer( 50 Perf.) Simeon werden die Kollegen darauf aufmersam gemacht, daß ihnen beaufsichtigen, sowie die Werkzeuge zc. 26048 in dem neugegründeten Zentralverein der Bildhauer aber nur ganz folide, tüchtige Arbeiter, Vereinszimmer von 25-100 Per fonen sind noch einige Tage in der Deutschlands nur dann die im Unterstützungsvercin bezw. welche über bisherige Thätigkeit beste Woche zu vergeben Elisabethkirch Krankenkasse geleisteten Beiträge angerechnet werden, wenn ichtigt. Berheirathete erhalten den straße 14 b. Nicolay. sie dieselben bis zur 27. Woche( 2. Juli) bezahlt haben Borzug. Offerten sind zu richten unter Allen Genoffen empf und innerhalb 8 Tagen nach Schluß dem neuen Verein Expedition von Haasenstein& Vogler Chiffre J. 61434a an die Annoncen25741 beitreten. A.-G. in Frankfurt a. M. Der Vorstand. NB. Am Sonntag, den 26. Juni, findet ein Besuch des Botanischen Knopf- Fraiser aur gütigen Beachtung. C. Klotz. dafelbft. Damen nehmen daran Theil. 460/4 Müllerstraße, Tegeler Chauffee.[ 26142 Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW', Beuthstraße 2. 6706 bei Ausflügen nach Buckow meinen 688b Buckow. Gasthof zur Märkischen Schweiz Gartens feitens des Vereins statt. Versammlung 1/210 Uhr vor dem Eingang verlangen Lebach& Co., Ende 2616L daß wir in Bezug auf große Auswahl und Billigkeit der Preise von feinem hiesigen Geschäft erreicht werden können. Berlins gräftes und billigstes Benfektionshaus Zum Prophet Welthans fertig. Herrenund Knaben- Garderobe, 1.Gt. am Dönhoffplatz, 1. t. EckeLeipziger- u.Kommandantenstr. NO Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme. E Elektrische Beleuchtung. Sonntags bis Abends geöffnet. Gierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 145. Rommunales. • Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 23. Juni Nachmittags 5 Uhr. Der Ausschuß zur Vorbereitung der Neuwahl des ersten Bürgermeisters, eines befoldeten Stadtraths und acht unbefoldeter Stabträthe ift gewählt und hat sich konstituirt: Borsigende Dr. Stryd, Dr. Langerhans. Freitag, den 24. Juni 1892. 9. Jahrg. treten, weil sie nicht davor geschüßt werden können, daß ihnen forderungen der Zeit und der Gesundheitspflege verstoße. Herr so schandbare Worte dort in die Ohren gebrüllt werden. Es handelt sich lediglich um die Beseitigung eines schändlichen Mißbrauchs. Darauf wird die Debatte geschlossen. Antragsteller Friedemann wendet fich im Schlußwort gegen den Vertreter des Antisemitismus, der soeben gesprochen und sich damit ausdrücklich in Gegensatz zu den Ausführungen der Staatsbürger- Zeitung" gestellt habe, die eine Schamverlegung in der Ausrufung der Broschüre nicht erkennen tönne. Der Antrag wird angenommen. --Spinola wendete damals ein, daß es sich in der Hauptsache um Prostituirte und Zuhälter handle. Wenige Tage nachher haben fämmtliche geschlechtskrante Männer der Charitee in einem Stadto. Bortmann glaubt, daß die Polizei in der That Schreiben an unser Partei Organ mit ihren sämmtlichen noch teine Kenntniß habe von dem Unfug, der mit dem Wort Unterschriften gegen diese Bezichtigung profeftirt, fie Judenbordelle" in den Hauptstraßen Berlins seit Wochen ge- wären feine Buhälter, sondern ehrliche Arbeiter und außers trieben werde, und tritt für die Annahme des Antrags ein. dem haben fie alle Angaben bezüglich der Mißhandlungen 2c. Stadtv. Prezel: Ich unterschreibe die prinzipiellen Aus- bestätigt.( Unruhe und Unterbrechungen; Vorsteher Stryd hält führungen des Herrn Singer durchaus. Wenn aber Herr Singer diese Ausführungen für nicht zur Vorlage gehörig und bittet den Bum 33. Stiftungsfefte des Berliner Handwerkervereins bei dieser Gelegenheit dem Christenthum eins auswischen wollte, Redner, zur Sache zu sprechen.)- Heute scheint nun der Magiftrat am 25. Juni wird eine Deputation von vier Mitgliedern ent- so muß ich dagegen protestiren. Es wird hier Chriftenthum und umgekehrt wie früher eine Verpflichtung zur Aufnahme gerade fendet werden. Deutschthum verwechselt. Das Christenthum wird unausgeseht den Prostituirten gegenüber zu empfinden, für welche doch Staat Bon den Stadtvv. Friedemann und 51 Genoffen ist folgender von der Judenpreffe, namentlich zu den Feiertagen, schmählich und Charitee zu sorgen haben. Die Gorge für die Prostituirten dringliche Antrag eingebracht: verunglimpft. Das Judenthum muß nicht als Religion, sondern nimmt die Stadt der Charitee ab, eine recht unnöthige Liebens Die Versammlung ersucht den Magiftrat, mit dem als Nation behandelt werden.( Gelächter.) würdigkeit; wozu die Stadt aber verpflichtet ist, zur Sorge für Polizeipräsidium in Verbindung zu treten, um der Beläftigung die nicht zur Prostitution zu rechnenden geschlechtskranken Frauen, des Publikums durch Verbreiten schamverlegender Schriften dem tommt sie nicht nach! Es ist schwer, teine Satire darauf auf den Straßen der Stadt zu steuern. zu schreiben. Statt einer Vorlage, welche den Geschlechtskranken Der Antrag wird vor den übrigen Gegenständen verhandelt. in allen städtischen Krankenhäusern Aufnahme gewährt, legt man Antragsteller Stadtv. Friedemann: Daß der Antrag uns ein absolut ungenügendes Provisorium vor. Die medizinische nicht schon vor acht Tagen eingebracht wurde, tönnte auffallen. Gesellschaft hat im Anschluß an eine Debatte über dieses Thema Wir haben damit gezögert, weil wir nicht glaubten, daß die eine Kommission eingesetzt, welche sicher zu dem Resultat tommen Polizei von ihren Befugnissen überhaupt keinen Gebrauch machen Für die X. höhere Bürgerschule foll nach dem wird, daß die Stadt eine derartige Berpflichtung zur Aufnahme würde, um zum Schuß der öffentlichen Sittlichkeit einzuschreiten. Magiftratsvorschlage das Grundstück Auguftstraße 21 zum Preise hat. Unter häufigen Unterbrechungen und Schlußrufen aus Nur darum handelt es sich für uns, nicht um Unterdrückung der von 350 000 M. angekauft werden. Der niedergesetzte Ausschuß der Versammlung geht Redner auf die Art des heutigen Vers Agitation irgend einer gegnerischen Partei. Diese Agitation richtet hat die Vorlage mit allen gegen eine Stimme angenommen. fahrens näher ein und führt u. A. einen Fall an, in dem er die fich selbst; dem Talmudauszug, der verbreitet wird, ist das Brand- Die Versammlung genehmigt die Vorlage ohne Diskussion. Aufnahme eines syphilitischen Kranten in ein Krankenhaus nur mal einer gemeinen Fälschung gerichtlich und durch christliche Ueber die Verwendung der dem Verein Berliner durch Angabe einer falschen Diagnose erreichen konnte Gelehrte aufgedrückt worden. Jezt aber wird die Scham unserer Künstler für die internationale Runftausstellung von 1891( Bewegung und Zurufe). Es ist sehr bedauerlich, daß die Frauen und Töchter durch die Ausbietung einer gewissen Broschüre von der Stadt gewährten Beihilfe von 100 000 m. hat der städtischen Behörden derart uns zwingen, zu lügen( erneute auf das Gröblichfte infultirt, und dagegen müssen wir protestiren. zur Borberathung der betreffenden Magiftratsvorlage eingefeßte Burufe). In der Aerztekammer ist ja am 28. Mai bereits eine Wir verlangen nicht, daß die Schrift tonfiszirt werde, die bezüg- Ausschuß berathen und mit 5 gegen 5 Stimmen folgenden Be- ganz ähnliche These angenommen worden; überall sonst außer liche offiziöse Polizeinotig war sehr überflüssig; wir verlangen, schluß gefaßt: in Berlin macht man einen solchen Unterschied bei der Aufnahme daß die schamlose Verbreitung, die Art und Weise des Ausrufens Die dem Verein Berliner Künstler als Garantiefonds nicht. Schädigungen durch Uebertragung und Ansteckung find diefer Schandschrift von der Polizei nicht ferner geduldet werde. gewährten aber nicht verwendeten 100 000 m. nebst den nicht nachgewiesen, wie Autoritäten in Frankreich und Amerika Es handelt sich hier um groben Unfug, und diesem gegenüber aufgelaufenen und noch auflaufenden Zinsen demselben als bezeugen.( Wiederholte Unterbrechungen und Schlußrufe.) hat die Polizei bisher ihre Pflicht nicht erfüllt noch dazu in Beihilfe zur Erbauung eines Künstlerhauses und mit der Namens meiner Freunde erkläre ich, daß wir im Hinblick auf die einer Zeit, wo die Regierung für die Sittlichkeit und Frömmig Berpflichtung, es nur zu diesem Zwecke zu verwenden, großen gesundheitlichen Nachtheile u. f. w., ganz wie es in der teit allerorten und bei jeder Gelegenheit sich einlegt. Der Polizei- eigenthümlich zu überweisen. Diese Bewilligung erlischt Barlage heißt, es ablehnen, solche provisorische Hilfe zu schaffen, präsident ist offenbar von diesem Unfug gar nicht unterrichtet jedoch und das Kapital ist an die Stadtgemeinde daß wir vielmehr die sofortige Freigabe der sämmtlichen städtis ( Widerspruch und Heiterkeit); um so schleuniger muß der Magistrat zurückzuzahlen, sofern bis zum 1. Januar 1900 nicht mit schen Krankenhäuser verlangen. sich mit ihm wegen Beseitigung des Unfugs in Verbindung setzen. dem Bau begonnen ist. Bürgermeister 3elle: Der Magistrat theilt die Ansichten des Redners vollkommen und hat bereits im Sinne des Antrags einen Beschluß gefaßt, das Polizeipräsidium auf diesen Unfug und auf einen ferneren Unfug aufmerksam zu machen, der mit gewiffen Plataten an den öffentlichen Anschlagfäulen getrieben werde.( Beifall.) und . Der Ausschuß war einstimmig für die Ueberweisung der ges dachten Summe an den Verein unter leichteren Bedingungen, als fie der Magistratsantrag vorgeschlagen hatte. Insbesondere foll von jeder Eintragung von Beschränkungen in das Grundbuch Abstand genommen und auch der Zinsbetrag dem Verein überlassen werden. Nach einem Antrage Langerhans soll die Summe aus dem Depofitum der Reichsbank zurückgezahlt und vom Magistrat zinsbar angelegt werden. rampung der Burgstraße genehmigten Projekts geschehenden Niveauveränderung der Burgstraße, einschließlich der aus früheren Er. fenntnissen ihnen zustehenden und noch nicht durch Zahlung getilgten Ansprüche, für befriedigt erklären. Stadtv. Hütt beantragt, die Vergleichssumme auf 36 000 M. zu ermäßigen; Stadtv. Sachs Il empfiehlt den Beitritt zu der Vorlage, da die Eigenthümer gar nicht daran dächten, auf eine geringere Entschädigung sich einzulassen. Zur Beseitigung des gegenwärtigen provisorischen Zustandes vor den betr. Grund ftüden sei die Stadt ohne Weiteres verpflichtet. Stadtrath traßmann: Einem notorisch vorhandenen Nothstande gegenüber muß die Stadt, wenn auch juridisch nicht dazu verpflichtet, entgegenkommen, und so hat sie zuerst 60, dann 100, jetzt 130 Betten für diesen Zweck hergegeben. Stadtv. Virchow: Die medizinische Gesellschaft wird ja nächstens ihre Entschlüsse fassen. Herr Badet will mehr und nimmt deshalb das Weniger nicht, das verstehe ich nicht ganz. In der medizinischen Gesellschaft hat uns Herr Badet dargelegt, daß auch bezüglich der Syphilis die Verhältnisse erst anders werden tönnten, wenn der sozialistische Staat eingeführt ist. Wenn er dieser Ansicht ist, sollte er uns hier doch nicht lange Reden halten, dazu sind dann andere Orte geeigneter. Wir tönnen uns doch nur innerhalb der durch die äußeren Verhält niffe gegebenen Grenzen bewegen; hat der Staat die Syphilis burch die Rabinetsordre von 1885 für seine Domäne erklärt, fo tönnen wir doch nicht anerkennen, bas eine Berpflichtung der Stadt bestehe, ihre Krankenhäuser alle den Syphilitischen zu öffuen. Herr Badet sollte die Vorlage doch auch als Mensch, nicht blos als Sozialist betrachten( Heiterkeit). Nachdem noch Stadtv. Langerhans die Borlage ems pfohlen, wird durch einen Schlußantrag dem Stadtv. Babet das Wort abgeschnitten und die Vorlage angenommen. Bei der Besprechung des Schreibens des Magiftrats, worin derselbe ablehnt, sich zur Zeit auf die Verbreiterung der Rosens straße einzulaffen, wird von dem Magistratsvertreter die Ein bringung einer Vorlage zur Verbreiterung der Neuen Friedrichftraße unter Beseitigung ber Schmalen Gaffe für die nächste Beit angekündigt. Stadtv. Singer: Ich brauche wohl nicht zu verfichern, daß ich materiell mit dem Antrage einverstanden bin. Der Ans tragsteller hat in der Beurtheilung des Vorganges selbst voll- Nach längerer Debatte, an der sich die Stadtov. Meyer I, tommen Recht, und ich habe nur die Hoffnung, daß die beiden Horwis, Kyllmann und Langerhans betheiligen, wird Fürstinnen, welche geftern die Linden entlang gefahren find, dieses der Ausschußantrag mit dem Antrage Langerhans angenommen. ominöfe Wort nicht haben in ihren Ohren klingen hören. Viel Die Projekte zu den Bauten eines Ochsens und Pferdeftalles leicht hätten sonst diese Damen auch ihre Gatten nach der Be- nebft Scheune und Remise, eines Schweineftalles, eines Geflügel deutung des Wortes gefragt, und damit wäre vielleicht in die haufes und eines Rubftalles auf dem Gutshofe der Frrenanstalt Feierlichkeit, welche gestern in gewissen Kreisen ftattfand, ein Herzberge bei Lichtenberg werden nebst den bea. Roftenanschlägen gewiffer Miston hineingekommen.( Sehr gut!) Gs versteht sich genehmigt und die Bautoften mit im Ganzen 66 400 M. auf die ganz von selbst, daß jeder anständige Mensch, gleichviel zu welcher für die Gesammtanlage bewilligten Geldmittel angewiesen. Bartei er zählt, mit Etel erfüllt wird vor der Unfläthigkeit, die Die Vorlage, betreffend die Aufgabe eines auf dem Grund fich auf der Straße breit macht. Wenn ich trotzdem gegen den ftück Dorotheenstr. 23 eingetragenen Durchgangsrechts, beantragt Antrag bin, so geschieht das deshalb, weil meiner Meinung nach der Ausschuß abzulehnen und in einer Resolution den Magiftrat zu hohe Interessen auf dem Spiele stehen, die mir nicht rathsam zu ersuchen, in nochmalige Unterhandlungen mit dem Dom erscheinen lassen, daß die städtischen Behörden gelegentlich dieses Kirchenkollegium zu treten und die Löschung des DurchgangsUnfugs nach der Polizei rufen. Die Thatsache, daß der Magistrat rechts von der Erklärung der Domgemeinde abhängig zu machen, entschloffen ist, bei der Polizei Schritte wegen der Blafate zu daß fie auf das Fensterrecht verzichtet. thun, begrüße ich mit Freude; es scheint mir dies noch viel Der Ausschußantrag wird ohne Debatte angenommen. wichtiger zu sein. Wenn in Berlin und Deutschland ein Mit den Eigenthümern des Grundstücks Burg ft r. 18/ 18a Mensch es wagte, nur den tausendften Theil dessen an soll nach dem Magiftratsantrage, den der niedergefeßte Ausschuß Schändlichkeit und Gemeinheit, was auf diesen Plataten nach zweimaliger Berathung mit Mehrheit angenommen hat, Die Vorlage, betreffend das zwischen Berlin und Charlotten in Versammlungen gegen das Judenthum geleistet eine Vereinbarung dahin getroffen werden, daß ihnen noch burg bezüglich der Raiserin Augusta- Allee, des Charlottenburgerwird, gegen das Christenthum auszusprechen, Deutschland 42 000 M. gezahlt werden, wenn sie sich wegen aller entstandenen und des Salzufers, der Bayreuther- und Lutherstraße u. f. w. zu hätte nicht Staatsanwälte und Polizeibehörden genug, um diesen oder noch entstehenden Ansprüche aus der infolge Anlegung der treffenden Abkommen wird einem Ausschusse von 15 Personen Verbrecher sofort beim Schopfe zu fassen.( Bustimmung.) Das Kaiser Wilhelm- Straße und Kaiser Wilhelm- Brücke geschehenen überwiesen, ebenso der Antrag Salge, betreffend die Verbreites ist der Kernpunkt der Sache. Die Frage ist nicht dazu geeignet, oder in Zukunft bei Durchführung des polizeilich für die An- rung und Regulirung der Mühlenstraße zwischen dem Rummels wegen dieser armseligen Ausrufer die Polizei in Anspruch zu burger Play und der Warschauerstraße. nehmen. Diese Leute sind ja doch dieselben, die die rothe Nach Erledigung einiger weiterer fleinerer Berathungsgegens Nummer der sozialdemokratischen Wochenschrift zum 18. März, stände schließt die Sigung um 8 Uhr. die die Festschrift zum 1. Mai, die die Nachtausgabe der Freifinnigen Zeitung" ausrufen, deren Erwerb es ist, derartige Sachen au folportiren. Sie müssen schon andere Adressen und andere Personen suchen, wenn Ihr Born richtig treffen soll. Andererseits haben wir doch wirklich Grund, auch nicht bei einer folchen Gelegenheit die Preßfreiheit, eins der höchsten Wolfsrechte, preiszugeben. Gegen diesen Unfug muß das Bolt fich felbft schüßen; läßt es sich gefallen, in dieser Weise haranguirt zu Den Polizeipräsidenten v. Richthofen wollen bie bürger werden, dann ist teine Polizei, und wäre es selbst die Berliner, lichen Blätter von seinem Plage fortgraulen. Seit einigen Tagen bie ja jubem soviel mit Absperrungsmaßregeln zu thun hat, zu Die Vorlage, betr. die Erwerbung von provisorischem Vor- begegnet man in jeder bürgerlichen Zeitung der Nachricht, daß helfen im Stande, da hilft blos Lynchjustiz. Wenn man unseren gartenland vor dem Grundstück Schwedterstr. 238 wird an der Polizeipräsident zurücktreten wolle und daß für ihn bereits Damen nicht zumuthen darf, sich gegen solche Attentate zu ver- genommen. ein Nachfolger gefunden sei. Herrn v. Richthofen wird ein langes theidigen, so muß das übrige Publikum Bublitum einschreiten. Nach Mitteilung des Magiftrats treten vom 1. Januar 1893 Sündenregister vorgehalten über alles das, was der Polizei unter Wir leiden doch außerdem genug unter den Kautschuf einige Ermäßigungen des Zarifs der Berliner seinem Regime" nicht gelungen ist, wieviel Morde nicht entdeckt, Baragraphen Der Gesetzgebung; wie glühende Born Elektrizitätswerte für die Lieferung von elektrischem wieviel Diebstähle nicht ermittelt worden sind u. s. w. Man artitel hat nicht die freisinnige preffe gegen die Anwendung Strom ein. U. a. soll die jährliche Grundtage für solche Ab- macht ohne viel Federlesens Herrn v. Richthofen für Alles verdes Groben Unfug- Paragraphen geschleudert! Mit Ihrem Antrag nehmer, welche die Beschaffung der elektrischen Lampen und deren antwortlich, was Schlimmes in Berlin paffirt ist. fordern Sie den Magistrat auf, auf die Vermehrung der Kautschut Wartung selbst übernehmen, pro Bogenlampe 15, pro Glüh- Unsere Leser werden uns sicher nicht im Berdacht Paragraphen hinzuwirken. Man soll auch die Brüderie nicht zu lampe 2 M. betragen. haben, als ob wir uns zu Bertheidigern des Polizeis weit treiben. Wenn es in die Hände der Polizei gelegt wird, präsidenten aufwerfen wollten. Uns fann es gleich sein, zu entscheider, ob in solchen Schriften die Scham verlegt wird ob Herr von Müller oder Herr von Schulze im Bolizeioder nicht, dann kommen Sie vielleicht in einiger Zeit aus dem palaft am Alexanderplas thront. Wir fämpfen nicht gegen Regen in die Trause, dann werden vielleicht Schriften verboten, die Beamten, sondern gegen das System der Polizei. In der in denen Sie Schamverlegungen nicht sehen. So häßlich und Der Antrag auf Ausschußberathung wird abgelehnt, die Ver- Anzapfung des Herrn von Richthofen zeigt sich aber die ganze nieberträchtig es ist, wenn anständige Damen und Kinder mit fammlung nimmt lediglich von der Vorlage Kenntniß. Perfidie der bürgerlichen Presse, und lediglich mit dieser wollen solchen etelhaften Dingen in Berührung gebracht werden, so ist Die Vorlage, betr. die Aufnahme zweier Straßen 7a und 7b wir uns beschäftigen. Diese Breßmenschen der kapitalistischen bas eben eine Blüthe dieser Sumpf- und Mistpflanze, zu der der in Abtheilung des Bebauungsplans( an der Tegelerstraße) wird Gesellschaft leben nämlich der Einbildung, daß ihnen von Feder Antifemitismus einmal emporgewachsen ist. Dagegen läßt sich einem Ausschusse von 10 Mitgliedern überwiesen. mann bei jeder Gelegenheit eine Extrawurst gebraten werden nicht anders einwirken, als daß Jeder in seinem Kreise mit allen Nach einem ferneren Antrage des Magistrats soll die Ver- muß. Sie erachten es mit ihrer Würde unvereinbar, wenn sie Straten die Unfittlichkeit und Schändlichkeit des Antisemitismus fammlung den ihr vorgelegten Boranschlag für den Betrieb einer jo behandelt werden, wie jeder andere Sterbliche. Der Polizei nachweist. Dieser Partei aber dadurch nüßen, daß man, was Silsstation für syphilitische Weiber im Hospitale präsident, unbekannt mit der Arroganz dieser Soldſchreiber, hatte man verachtet, burch die Polizei beseitigen lassen wil, dazu kann des Arbeitshauses zu Rummels burg pro 1. April 1892/93 es fofort mit den Zeilenschindern verdorben, als er sein Amt ich mich nicht entschließen, weil ich auf dem Grundfah Gleiches genehmigen. Es ist dafür ein Zuschuß von 68 844 M. erforderlich. übernahm. Diese ließen sich hiervon nichts merken, fie tagbuckfelten Recht für Alle" beharre, weil ich nicht wünsche, daß unsere Preß- Stadtv. 3 adet: Mit Genugthuung und Verwunderung vorn und fraßfußten hinten. Im Uebrigen aber warteten fie und Versammlungsfreiheit noch mehr unter die Dittatur und lefe ich in der Begründung der Vorlage: Im Hinblick auf die nur auf eine Gelegenheit, um Revanche nehmen zu können. Diskretion der Polizei gestellt wird, weil ich also den Antrag ansehe großen gesundheitlichen Nachtheile, welche" die Abweifung und daß sich eine solche sehr oft findet, wenn als einen Schlag gegen die Voltsrechte, die ich hier vertrete. Freilassung als geschlechtstrant erkannter Weiber für unsere fehnsüchtig erwartet, ergiebt jest wieder die Notiz über die Amts( Zustimmung und widerspruch.) Stadt zur Folge haben muß, sahen wir uns gezwungen, die müdigkeit des Polizeipräsidenten. Als das Sozialistengeset in Unter Ablehnung des Antrags Hütt wird die Borlage ge nehmigt. Stadtv. Prezel beantragt Ausschußberathung; Stadtv. Schwalbe bemerkt dagegen, daß die Stadt durch den Vertrag mit der Gesellschaft gebunden sei und eine Beschlußfassung gar nicht erfolgen tönne. Tokales. man fte Stadtv. Barth: Wir verlangen auch gleiches Recht für Hilfsstation im städtischen Obdach noch im Dezember v. J. auf schönster Blüthe stand und die Maßregelungen Tag für Tag era Ale, und wollen daher, daß alle gleichmäßig gefaßt werden, die 130 Betten zu vermehren." Es ist hier also ein Wandel der An- folgten, hat sich die bürgerliche Breffe gar nicht darum gekümmert, in gleicher Weise die Schamhaftigkeit verlegen. Um die Preß- schauungen eingetreten, ein unverkennbarer Fortschritt gegen die ob Der oder Jener an die Spitze des Berliner Polizeiweſens freiheit, die wir alle hochhalten, handelt es sich hier gar nicht. Stellungnahme des Magistrats noch vor wenigen Wochen. Bei ftand. Die Sozialistenbat paßte eben in den Kram der bürgerBenn Jemand auf öffentlichen Straßen Unrath ausschüttet, wird der Statsberathung babe ich auf die bezüglich der Aufnahme von lichen Blätter. Jest müssen sich dieselben behelsen mit 2 amenjeder anständige Mensch die Polizei rusen, um diesen Menschen Geschlechtskranken herrschenden Mißstände hingewiefen und eine tationen über Straßenabsperrungen, versagte Bau- Erlaubnisse, bei Seite zu schaffen. Dier handelt es sich um geinigen Unrath. Berpflichtung der Stadt zur Aufnahme aller Geschlechtstranten aufgeschriebene Droschkentutscher, geplünderte Holzpläge u. 1. 1. Lehnt die Polizei ein Einschreiten ab, dann wird man auf andere behauptet, welche nicht zur Prostitution rechnen. Damals wollte Die Anrempelungen des Polizeigräsidenten find auch gar nicht Wittel finnen, vielleicht Lafeln anbringen, welche anständige der Magistratsvertreter nichts davon wiffen, obgleich ich betonte, ernst zu nehmen, sobald nur ben bürgerlichen Zeilenschindern Frauen davor warnen, diesen Theil der Friedrichstraße zu be- daß die Charitee in der Behandlung der Kranten gegen die An- größere Konzessionen gemacht werden, dann wird das Zoblieb auf die Tüchtigkeit des humanen, liebenswürdigen, von allen bureaukratischen Anwandlungen freien" Polizeichefs von Neuem angestimmt werden. Amtes. " = " lage. Biele erlöfte noch vor Erreichung des Reiseziele der Tod welcher Strafthat fünf Personen, die Ehefrauen Martha Bohn, von den Leiden. Die Ueberlebenden erwartete ein furchtbares Therese mir und Ottilie Beckmann, die unverehelichte Loos. Von dem ersten Wochenlohn wurden ohne Weiteres bie Margarethe Reismann und der Schlächtermeister Wilhelm Die Verhaftung der genannten Kosten der ihnen versprochenen„ freien Reise" abgezogen, so daß Brauer betheiligt waren. Sum Oberbürgermeister von Berlin ist auch der frei- der Nest kaum zum Lebensunterhalt für zwei Tage ausreichte. Personen erregte derzeit bedeutendes Aufsehen, Brauer wurde finnige Reichstags Abgeordnete und Oberbürgermeister von Wohnen mußten die Leute in einigen Ställen, welche faum ge- gegen eine Raution von 60 000 M. wieder aus der Haft ent Danzig, Herr Baumbach, in Aussicht genommen. Die Frage, nügend Schuh vor den Unbilden der Witterung boten. Die laffen. Die Angeklagte Reizmann stand in den Diensten des ob er eine auf ihn fallende Wahl annehme, soll ihm in zarter Nahrung war miserabel, die Schweine in Pommern bekommen Schlächtermeisters Brauers, welcher zu ihr in ein intimes BerRücksicht auf seine Danziger Bürger erspart werden, damit er, besseres Futter, als die deutschen Arbeiter in Brasilien. Inner- hältniß trat. Er war beschuldigt, ihr 1000 m. gegeben zu haben, falls er in Berlin nicht gewählt würde, sich immer noch auf sein halb Jahresfrist habe das große Sterben unter den fraftlosen um die Folgen des Verhältnisses zu beseitigen, zur Erreichung warmes Herz für Danzigs Wohl berufen fönne, das ihn auch Gestalten derart aufgeräumt, daß etwa fünfzig Wittwen die dieses Swedes follen ihr die drei mitangeklagten Frauen be dann verhindert hätte, fich von Danzig zu trennen, selbst wenn Rückreise antreten konnten. Dieselben haben erklärt, lieber sterben hilflich gewesen sein. man ihn zum Berliner Oberbürgermeister berufen hätte. In zu wollen, als noch länger diefe Qualen aushalten. Sie bettelten Die Berhandlung, welche unter Ausschluß der Deffents Herrn Baumbach würde Berlin einen guten Griff machen: wenn sich durch bis nach Bahnhof Ruhleben, von wo aus für den lichkeit stattfand, endete mit der Verurtheilung sämmtlicher AnHerr von Fordenbeck schon keinen Nothstand fah, so wird es weitertransport nach der früheren Heimath der Aermften geflagten. Brauer wurde zu drei Monaten, die Reiz Herr Baumbach noch weniger. Er, der als Pandrath von Sorge getragen wurde. Dort erwartet sie das 2003 der Gemeinde- mann zu fech 3 Monaten, die Beckmann zu einem Jahre Sonneberg in der Hausarbeit und der Kinderarbeit einen Segen armen. Gefängniß, die beiden Frauen Bohn und Mir wurden zu erblickte, und die Fürsorge für die Arbeiter in dem Umstande je einem Jahre Zuchthaus verurtheilt. sah, daß, wie er fagte, die Hohenzollernprinzen alle ein Einem frechen Gaunerpaar ist die hiesige Postbehörde Handwert lernen, er ist wirklich der berufene Nachfolger Forden- zum Opfer gefallen. Auf dem Haupt- Poftamt in der Königstraße Ein tribes Sittenbild bot eine Verhandlung, welche bed's. Er ist auch derjenige, welcher am würdigsten wäre, die lief am Sonnabend voriger Woche aus Grünberg in Schlesien gestern vor der ersten Straftammer des Landgerichts I stattfand. Richter'sche Spar- Agnes zur Gattin und Oberbürgermeisterin zu ein Telegramm der dortigen Postanstalt ein, nach welchem die Aus der Untersuchungshaft wurde der Apothekenprovifor Sugo erheben. Summe von 1000 Mart an den Kaufmann Griebner, Hotel Bielte vorgeführt, welcher wiederholter schwerer SittlichkeitsGermania, am Bahnhof Alexanderplatz in Berlin auszuzablen verbrechen beschuldigt war. Bielfe wohnte bei einer Wittwe, Herr Engen Richter lann das Denunziren ebenso wenig fei. Der mit der Ausführung dieses Auftrages betraute Gil- welche zwei Mädchen im Alter von 9 und 11 Jahren besaß. Tassen, wie die Kaye das Mausen. Jetzt aber ist der eble Bostbote fand den G. in obigem Hotel auch vor. Als er das Beide Kinder sind von ihm gemißbraucht worden, eins derselben Ritter damit doch einmal hineingefallen und das ging so zu: Zimmer des Adressaten, eines etwa 28jährigen Mannes betrat, bat nach dem Krankenhause gebracht werden müffen. Der In der Ahlwardt- Affäre hatte die Staatsbürger Beitung" ben fand er denselben mit verbundenem Kopf und infolge dessen Gerichtshof belegte den Angeklagten mit vier Jahren ZuchtWortlaut der gerichtlichen Beschlüsse veröffentlicht, welche zur unfenntlichen Gesichtszügen vor. G. trat dem Beamten lebhaft haus und fünfjährigem Ehrverlust. Entlassung Ahlwardt's aus der Haft gegen Stellung einer Raution mit den Worten entgegen:" Sie bringen mir wohl die tausend führten. Die gesammte Presse nahm natürlich von dieser Ver- Mart aus Grünberg?" und setzte alsdann noch hinzu, daß ihm Die Ermordung zweier Reisebegleiterinnen. öffentlichung Notiz und druckte den Wortlaut der Beschlüffe ganz sein Geld alle geworden sei und die obige Summe von vor dem Schwurgericht. oder auszugsweise nach. Das that auch die ehrenwerthe Frei seinem Vater herrühre. A13 nun am Montag mit der Magdeburg, den 23. Juni 1892. finnige Zeitung" des beaven Herrn Richter. Einige Tage später fälligen Post aus Grünberg die Anweisungen zu dem Während die ungeheuerlichen Verbrechen der Dienstmädchens erhob dieselbe plöglich ein furchtbares Geschrei, zeigte mit dem Gelde nicht eintrafen, wurde sofort an die dortige Ver- Mörder Schneider in Wien noch allgemeine Aufregung vers Finger nach der Staatsbürger Beitung" und rief dem Staatsanwalt waltung depeschirt, und schon nach kurzer Zeit traf die Antwort ursachten, wurde es ruchbar, daß diese graußigen Mordthaten im zu: Auf zur Heße gegen die Staatsbürger Beitung". Diese durfte ein, daß am Sonnabend dort überhaupt teine telegraphische Post- Herzen Deutschlands Nachahmung gefunden haben, nur mit dem die Beschlüsse gar nicht veröffentlichen, das ist ein Verstoß gegen anweisung nach der Hauptpost Berlin aufgenommen resp. ab- Unterschiede, daß die Mörder sich nicht, wie in Defterreich, arme § 17 des Preßgefehes, welcher ganz ausdrücklich verbietet, daß gegangen sei. Die nun sofort angestellten Ermittelungen ergaben, Dienstmädchen als Opfer außersehen hatten, sondern Zöchter Beschlüsse der Gerichte veröffentlicht werden dürfen, sobald das daß der angebliche Kaufmann G. in obigem Hotel am Freitag wohlhabender Eltern, da sie von diefen eine größere Ausbeute Verfahren nicht abgeschlossen ist oder sobald diese Beschlüsse in Abend eingetroffen sei, fich fofort nach seinem Bimmer begeben erhofften. Am 21. November v. J. fand man in der Neuhaldens. öffentlicher Sigung verfündet worden sind. Also, Herr Staats- babe, weil er sich nicht recht wohl fühle", und daffelbe erst am lebener Forst den oberflächlich verscharrten topflofen Rumpf einer anwalt, erscheinen Sie auf der Bildfläche und walten Sie Ihres Sonnabend wieder verließ, bald nachdem sich der Postbeamte ent- bis aufs Hemd entkleideten weiblichen Leiche. Einige Tage dars fernt hatte. Der Schwindler bezahlte noch seine Rechnung und auf wurde auch, nicht weit von der Stelle, wo der Rumpf ge Der Staatsanwalt that denn auch Herrn Richter diesen Ge- trat alsdann seine Weiterreife an. Ferner ist inzwischen er- legen, der dazu gehörige Kopf verscharrt aufgefunden. fallen, er erhob Anklage gegen die„ Staatsbürger Beitung" und mittelt, daß ein Kaufmann G. in Grünberg überhaupt nicht wurde sehr bald festgestellt, daß die Ermordete die unverehelichte ließ die betreffenden Nummern mit Beschlag belegen. Aber mit wohnt, und ist daher kaum ein Zweifel, daß ein ganz unerhörter Emma Kasten aus Minden war. Diese hat sich bis zum diefer einen Beitung begnügte sich der Staatsanwalt nicht, er Betrug und zwar höchst wahrscheinlich durch Postbeamte verübt 21. Mai v. J. bei Verwandien hierfelbft aufgehalten. An letzterem ging gegen sämmtliche Berliner Blätter vor, auch gegen die, welche worden ist. Tage war sie infolge einer Beitungsannonce durch eine Stellenver die Beschlüsse nur im Auszug wiedergegeben hatten. So kam mittlerin als Reisebegleiterin engagirt worden. Mit letzterer hatte sie es, daß in die Redaktionen sämmtlicher hiesiger Zeitungen bie Zu dem Artikel Mysteriöser Todesfall" in Nr. 142 ich noch am Abend des 21. Mai angeblich nach Neuhaldensleben gerichtlichen Vorladungen flatterten, welche die Berantwortlichen" wird uns von den Angehörigen berichtigend mitgetheilt, daß der begeben, seit dieser Zeit aber nichts von sich hören laffen. Die gen Moabit zitirten zu einer Vernehmung in dem Vor- Unter- Berstorbene, welcher ca. 8 Jahre fehr nervenleidend war und des Behörden forschten nach der Stellenvermittlerin, die wie behauptet fuchungstermin. Da traten nach einander an der Börsen halb mit ängstlicher Vorsicht und Sorgfalt behandelt wurde, fich wurde, stets in Begleitung eines Mannes gesehen worden ist. Courier", die„ National- Zeitung", das„ Kleine Journal", die erhängt hat. Deshalb wurde die Leiche zum Zwecke der Unter- Am 8. Januar d. J. gelang es auch, die„ Stellenvermittlerin" in Tägliche Rundschau", die" Berliner Zeitung" u. f. w. Die fuchung nach der Morgue geschafft. Die an diesen Todesfall Denabrück zu verhaften. Es war dies die unverehelichte " Freifinnige Zeitung" wird natürlich auch an die Reihe kommen fich anschließenden Klatschereien" werden als völlig grundlos Schneiderin Dorothea Buntrod aus Holzminden, und das ist der Humor davon. Dann hätte nämlich der Ober- bezeichnet. die feit einiger Zeit in Osnabrück wohnte, und hier an junge Denunziant Richter sein eigenes Blättchen denunzirt, und gerade bei ihm träte der erschwerende Umstand hinzu, daß er sich der Mädchen gegen ein Honorar vou monatlich 15 M. Unterricht im Einen graufigen Selbstmordverfuch machte der 16jährige Buschneiden ertheilte. Die Buntrod leugnete anfänglich, an ihrer Strafbarkeit der Publitation bewußt gewesen. Maschinisten Lehrling B., welcher in der Verlags- Buchhandlung Schuld war jedoch kein Zweifel, benn sie trug nicht nur Kleider von Friedrichs u. Komp. in Stellung ist. B. war schon wiederAhlwardt soll, wie die Freifinnige Zeitung" meldet, am bolt tagelang nicht in dem Geschäft erschienen und mußte öfters der Ermordeten, man fand auch eine große Anzahl der der un Donnerstag Mittag wiederum verhaftet und in das Untersuchungs- durch seinen Lehrherrn geholt werden. Geit Sonntag war B. glücklichen Staften geraubten Kleidungsstücke, sowie die der Raften gefängniß zu Moabit eingeliefert worden sein. Das Kammer- abermals verschwunden, kam weder nach dem Geschäft noch nach gehörige Uhr, Stoffer u. f. w. bei ihr vor. Ferner wurde ein Brief bei der Buntrock vorgefunden, aus dem hervorging, baß gericht habe den Beschluß der Strafkammer, wonach Ahlwardt der elterlichen Wohnung und ließ sich in der letzteren erst vor der bereits erwähnte männliche Begleiter und Mitthäter der be gegen eine Raution von 10000 m. neulich auf freien Fuß gefeht gestern wieder blicken, wohin inzwischen eine Nachricht des Chefs reits mehrfach bestrafte Agent Friz Erbe aus Burgstall wurde, aufgehoben. Wir können einen solchen Beschluß absolut gekommen war, nach welcher dem Burschen die polizeiliche war. Bon letzterem war gerade am 8. Januar ein Brief aus nicht billigen. Nach unferer Ansicht liegt fein Grund vor, den Zurückführung nach der Werkstatt angedroht wurde. Dies setzte Bielefeld an die Buntrock eingetroffen, in welchem er der Mann derselben Vergünstigung verlustig zu machen, die so den Lehrling derartig in Aufregung, daß er wieder aus der felben mittheilte, daß er ins Ausland flüchten wolle. ziemlich jedem andern Untersuchungsgefangenen gewährt wird, elterlichen Wohnung entlief, nach dem Binetaplah eilte und dort Sofort begab sich Kriminalkommissar Schmidt aus Magde wenn er reich ist, also die Rautionssumme aus eigener Tasche zahlen ein Meffer mehrmals in die Brust unterhalb des Herzens ftieß burg, der auch die Buntrock veehaftet hatte, nach Bieles fann. Aylwardt ist allerdings arm, aber daraus zu folgern, daß und sich so derartig schwere Verlegungen beibrachte, daß er be- feld. Dort gelang es dem Beamten, den Erbe in einer Gast Vertreter der nichtsbefizenden Klaffen schärfstens protestiren, gleich- Mann von Polizeibeamten aufgefunden und nach dem Lazarus- fich die Bunfrock zu einem Geständniß. Sie gab an: Sie sei am giltig wie wir sonst zu Ahlwardt und seinem Treiben stehen. Im Krankenhause geschafft. Spätabende des 21. Mai mit der Raften durch den Neuhaldens Uebrigen dürften die sich gegenseitig aufhebenden Richtersprüche in Sachen der Berhaftung Ahlmardt's schwerlich dazu beitragen, an fer eine Polizeibericht. Am 22. d. M. Bormittags wurde auf dem lebener Forst gegangen, um angeblich bas junge Mädchen zu den Respekt vor der Richterweisheit besonders zu heben. Wer Grundfiüct an der Ecke der Quizon und Berlebergerstraße die ihrer Herrschaft zu führen. Mitten im Walde habe sich Erbe zu aus diesen Vorgängen Augen ziehen wird, das ist einzig der Leiche eines neugeborenen Rindes aufgefunden. Vor dem Hause ihnen gefellt. Dieser habe dem jungen Mädchen plöglich eine Antisemitismus und speziell Aylwardt felbst, der auf dem besten Cuvryftr. 36 wurde ein vierjähriges Mädchen von einem Bier- Bindfadenschlinge über den Kopf geworfen, demselben damit die Wege dazu ist, für gewisse Kreise ein Nationalheiliger zu werden. wagen überfahren und auf der Stelle getödtet. Gegenüber dem Keble zugeschnürt, um das Mädchen am Schreien zu verhindern. Daß dagegen das Vertrauen zu der Vortrefflichkeit der Löwe'schen Grundstück Luisen Ufer 81 stürzte Nachmittags ein unbekannter Alsdann habe er dem Mädchen mit einem Meffer den Kopf vom " Judenflinten", durch die neueste Berhaftung Ahlwardt's gehoben Mann, der auf dem Geländer gesessen hatte und anscheinend Rumpfe getrennt. Hierauf hätten sie beide die Leiche bis aufs werde, das erlauben wir uns bis auf Weiteres noch zu bezweifeln. eingeschlafen war, in den Luifenstädtischen Kanal, wurde jedoch Hemd enikleidet und dieselbe etwa einen Fuß tief in die Erde noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhaufe vergraben. Man vermuthet nämlich, daß Füchse den Leichnam Aus der Zeit des Ausstandes der Buchdrucker am Urban gebracht. Als der Milchpächter Busch mit einem gewittert und denselben bloßgelegt haben, ein Umstand, der nach gehilfen". Unter dieser Ueberschrift brachten wir in Nr. 141 leeren Zeiterwagen die Müllerstraße entlang fuhr, gingen die Verlauf eines halben Jahres zur Entdeckung der graufigen eine Gerichtsverhandlung. Zu derfelben wird uns bemerkt, daß Pferde durch und wurden vor dem Hause Nr. 56 von einem Schutz- Mordthat geführt hat. Nachdem die Buntrod diese That zu der Angeklagte nicht Emil sondern Hermann Heinsdorf heiße. mann aufgehalten. Bald darauf scheuten die Pferde jedoch wieder gestanden, gelangte man zu der Wermuthung, daß das Verbrecher Der Namen des Denunzianten sei 2 ugla, der als Schlosser in und rannten nach der unbenannten Straße 46 au. Beim Ein paar noch weitere Unthaten begangen haben dürfte. Sehr balb der Löwe'schen Fabrik in Martinikenfelde arbeite. In dem be- biegen in diese Straße wurde Lusch vom Wagen geschleudert, traf auch bei der Magdeburger Staatsanwaltschaft aus Hameln treffenden Falle hatte der Schlosser Heinsdorf seinem Arbeits- gerieth unter die Räder und erlitt einen Rippenbruch. Beim die Nachricht ein, daß vor Jahresfrist die siebzehnjährige follegen Lusta eine Sammelliste für die streikenden Buchdrucker Baden in der Babe Anstalt Vor dem Stralauer Thor 5 wurde Tochter des früheren Hotelbesizers Klages in Hameln fich infolge vorgelegt; diefer hieß ihn jedoch für ihn zeichnen. Als H. nun ein elfjähriger Knabe vom Herzschlage getroffen und verstarb einer Beitungsannonce nach Hannover begeben habe, um von am Sonnabend den Luhta aufforderte, den gezeichneten Beitrag fofort. Als der Schloffer Maucinta mit einem Mitarbeiter dort, behuss Antritts einer durch eine Stellenvermittlerin ihr vers von 50 Pf. zu zahlen, lehnte 2. dies in höhnischer Weise ab. zusammen einen Flügel des eisernen Thorweges eines Hauses am schafften Stelle als Reisebegleiterin bei einer nach Italien reifenden Hierauf legte ihm Seinsdorf wegen seines Benehmens eine ihn Friedrich- Karl- User ausheben wollte, schlug dieser um und fiel Herrschaft nach Köln zu fahren. Die Stellenvermittlerin hatte sich in derber Weise charakterisirende Benennung bei, wegen deren auf den Maucinka, der infolge dessen anscheinend schwere innere in ihren Briefen Anna Blume genannt. Von der Dora Klages Lutta ihn beim Staatsanwalt denunzirte. Dieser glaubte im Werlegungen erlitt und nach der Charitee gebracht werden mußte. habe man feit ihrer Abreise von Hameln nicht die geringste Nach öffentlichen Intereffe, ftatt den Denunzianten auf die Privatllage Auf dem Potsdamerplatz wurde Abends ein Pferdehändler richt erhalten, die sorgfältigsten Nachforschungen seien bisher ohne zu verweisen, felbst Anklage erheben zu müssen, deren Resultat von einer Rutsche überfahren und am Kopfe bedeutend verletzt. Erfolg geblieben. Sofort angestellte Grmittelungen ergaben, zwar die Verurtheilung H.'s wegen Beleidigung zu einer Geld- In der Nacht zum 23. d. M. wurde ein Arbeiter vor dem Grund- daß der von der Stellenvermittlerin Anna Blume an die Klages ftrafe war, wobei aber der Borsigende des Gerichts das Berhalten füice Staligerstr. 54 mit einer, anscheinend von einem Falle her geschriebene Brief zweifellos von der Hand der Buntrod ges bes Luzta einer scharfen mißbilligenden Beurtheilung unterzog. rührenden Berlegung am Bein aufgefunden und nach dem Kranken- fchrieben war. Auch einige der Klages gehörige Sachen wurden haufe am Urban gebracht. bei der Buntrock vorgefunden. Nach längerem Zeugnen ge and die ,, Opfer der Arbeit" verdienen nicht bloß diejenigen ArBuntrock, daß sie, in Gemeinschaft mit Erbe, auch die Stlages ab beiter genannt zu werden, die bei Ausübung ihres Berufs durch Unfälle zu Schaden kommen oder den Tod erleiden, sondern auch geschlachtet und beraubt habe. Sie habe, nach Verabredung mit Erbe, im August 1890 in Hannover in eine bortige Beitung eine diejenigen, welche an sogenannten Berufskrankheiten zu Grunde Anzeige einrücken lassen, worin sie für eine tranfliche Dame eine gehen. Die furchtbafte unter allen Berufskrankheiten ist immer Aus der Zahl der sich meldenden Be wieder die Lungenschwindsucht, die mit Recht Proletarierkrantwerberinnen habe sie mit Erbe sich diejenige ausgewählt, beit" genannt wird. Wie start diefelbe beispielsweise unter den nur Im Thomas- Theater trat Frau Jlla v. Palmay, bie bisher die ihnen anscheinend die beste Beute versprach. Am 25. Auguft Angehörigen bes Bergolbergewerbes aufräumt, ergiebt sich aus batte, in einer zweiten Gaſtrolle in der Operette„ Mamzelle fahren. Den här ich ausgegebenen lezten Jahresrechnung der„ Orts Nitouche auf. Hier fonnte sich der schalthajte Sumor und die de Strantentasse ber Vergolder und Berufsgenossen zu Berlin". Da sprühende Zebensluft, die Naivetät und der Uebermuth und alle Nachdem sie die Billets zur Eisenbahnfahrt gelöst und Stach farben unter 14 eines natürlichen Todes Gestorbenen allein Die tausenden Wandlungen und lebergänge einer leichtlebigen 12 an Zungenleiben und Lungenschwindsucht. Das Durchschnitts- Mädchennatur in der Künstlerin zeigen, und das geschah auch während dieser Zeit habe Grbe in nächster Nähe auf der Tauch ganz unbemerkt in das Koupee gestiegen. In Eschede angelangt, alter betrug bei den Zungenleidenben 31, bei den Lungen überall mit Frische und Anmuth. Unf den Inhalt der Operette gelaten.gbann fei fie mit der Klages in der Richtung nett schwindsüchtigen 22 Jahre. Hier muß man eigentlich schon mehr einzugehen, wollen wir uns versagen. Um die Rolle der Frau Bohe gegangen. Inzwischen war der Abend hereingedament von einem unnatürlichen Zode sprechen. v. Palmay dreht sich die ganze Handlung. Das gefüllte Haus und in der Dunkelheit glaubte sie( die Buntrock) vom richtigen S Theater. -gejaus.ie Auf dem Auswandererbahnhof in Ruhleben entrollte sollte ihr denn auch den lautesten Beifall. Das Gastspiel der Weg abgekommen zu sein. Sie habe nun die Klages veranlaßt, fich dieser Tage ein Bild des schrecklichsten Glends. Etwa Frau v. Palmay follte bereits am Freitag beendet werden, der auszuruhen bis Jemand fommen würde, um sie auf den richtigen 50 Wittwen und Waisen waren angekommen aus Brasilien, nur Beifall jedoch, ben die Operette und das Spiel der Gastin er- Weg zu bringen. Gehr bald sei auch Erbe des Weges gekommen mit dem Nothdürftigsten bekleidet, aller Mittel entblößt. Der rangen, hat die Künstlerin bewogen, ihr Auftreten bis zum Diefer, der gethan habe, als tenne er die Buntrock nicht, habe Zustand ber unglücklichen war ein derartiger, daß der dienst nächsten Montag auszubehnen. Von den übrigen Mitspielern den richtigen Fußsteig gezeigt und sei auch zur Gesellschaft" habende Gendarm und einige Personen, welche zufällig anwesend verdienen noch die Herren Georg be Der unter waren, ihre wenigen Groschen zusammenlegten, um den bis zum ber unter dem Namen Floribor zugleich Operetten Erfolge er gefallen. Gie( die Buntrod) habe bem jungen Mädchen ein Lu Stelett abgemagerten Weibern und Kindern etwas Brot und ringt, Herr Fernant und Herr Berend hervorgehoben zu in den Mund gestopft, um es am Schreien zu verhindern, als Wurst kaufen zu können. Die armen Frauen erzählten ihre werden. dann habe Erbe dem Mädchen mit einem Schlächtermeffer den Leidensgeschichte: Im Laufe des vorigen Jahres waren etwa Kopf abgeschnitten. Während hierauf Erbe mit einem mit 100 Familien aus der Provinz Posen durch Auswanderungs gebrachten Spaten ein Loch gegraben, habe sie die Ermordete agenten zur Auswanderung nach Brasilien veranlaßt worden. Sie machten ihr Hab und Gut zu Gelde und traten mit den Buntrock hatte auch die Stelle ziemlich genau angegeben, enttleidet. Sie hätten dann den Leichnam vergraben.- Die besten Hoffnungen die Reise über das große Wasser an. wo der Leichnam liegen sollte, da aber gerade Schnee ihrer Ankunft in dem gelobten Lande" waren die Baarmittel Die vorgeftrige Schwurgerichtsfihung des Landgerichts I lag und das Grbreich gefroren war, fo mußte von einer fo Die Nach ber Unglücklichen bereits erschöpft, und schon auf der dehnte sich bis gegen Mitternacht aus. Es handelte fich um fortigen Nachgrabung Abstand genommen werden. Weiterreise in das Innere geriethen fie in eine schreckliche Noth- eine Antiage wegen Werbrechens gegen das teimende Leben, an richt, daß in dem Walde zwischen Lohe und Eſchede der Beichnam Bei Gerichts- Beifung. j*tf<$Qrtt sei. hatte sich aber mit BlitzeZeile durch alle benach- n£k®r'Waf'cn verbreitet. Zlanm war die Schneedecke vom Erdboden verschwunden, so wurde von vielen Personen nach der Reiche gesucht. Zu den eifrigsten Suchern gehörte der Landbrief- träger EggerS, der am Nachmittage des 17. März d. I. auf dem Wege zwischen� Eschede und Lohe unter zwei großen Bäumen eine kleine Erhöhung entdeckte. Im Verein mit einem Gendarmen trug Eggers den verdächtigen Erdhügel ab und fand unter dem- selben den Leichnam der Klages. Letzterer war vollständig zu einem Klumpen zusammengedrückt und lag in einem etwa ein Meter tiefen Loche verscharrt. Anscheinend haben die Mörder »hr Opfer mit den Füßen in daS Loch getreten. Der vollständig entkleideten Leiche fehlte der Kops; dieser wurde einige Tage spater, gänzlich verwest, 25 Schritte weiter in einer alten Fuchs- röhre gefunden. Auch die Fetzen einer Blouse, die die Ermordete getragen, und ein Haarzopf lagen in der Nähe der Leiche. Obwohl Erbe noch immer beharrlich jede Betheiligung an den Mordthaten in Abrede stellt, so hat sich dieser dennoch heute, tn Gemeinschaft mit der Bunlrock, vor dem Schwurgericht des hiesigen königlichen Landgerichts wegen zweifachen Mordes und schweren Raubes zu verantworten. Schon in frühester Morgenstunde drängt eine unendliche Menschenmenge nach dem Gerichtsgebäud«. Es sind jedoch, da der Zuhörerraum nur etwa für 60 Personen Raum bietet, nur an eine Anzahl distinguirler Persönlichkeiten Eintrittskarten aus- gegeben worden. Man bemerkt im Zuhörerraum mehrere Stabs- Offiziere. Den Vertretern der Presse hat der Präsident des Schwur-Gerichtshofes, Landgerichlsralh Polte sehr gute Plätze angewiesen. Wenn man den Schwurgerichlssaal betritt, so glaubt wan zunächst auf einen Trödelmarkt zu kommen. Eine unend- liche Menge von Gegenständen, die sämmtlich den ermordeten Mädchen geraubt worden sind, ist vor dem Richtertische auf- gestellt. Den Gerichtshof bilden: Landgerichtsrath Polte (Präsident) und Landgerichtsrath Starke und Landrichter Arnold (Beisitzende). Die öffentliche Anklagebehörde vertritt der Erste Staatsanwalt am hiesigen Landgericht Maizier, die Vertheidignng führen, und zwar als Offizialvertheidiger: Rechtsanwalt Leist für die Buntrock und Rechtsanwalt Gutsche für Erbe. Als Gerichts- schreiberfungirt Aktur Ungnad. Gegen S>/s Uhr Vormittags werden die Angeklagten unter starker polizeilicher Bedeckung in den Saal geführt. Die Buntrock ist eine mittelgroße, schlanke, brünette Frau von angenehmem Aeußeren. Erbe, der, als er die Änklagebank betritt, sich sofort in eine Ecke drückt, ist ebenfalls«in mittel- großer, schlanker Mann mit nicht unangenehmen Gestchtszügen. Die Buntrock ist am IS. Mai 1856 zu Holzminden geboren. Erbe ist am 25. Mai 1855 zu Burgstall, Kreis Wolmtrstedt, geboren; beide sind evanoelischer Konfession. Zwischen den Angeklagten nehmen zwei Gefangenenaufseher Platz. Erbe wurde an den Händen gefesselt auf die Anklagebank geführt, auf Anordnung des Präsidenten werden jedoch demselben die Ketten abgenommen. Nach Bildung der Geschworenenbank u. s. w. giebt die Buntrock auf Befragen an. daß ihr Vater in Holzminden ein Tapezier» und Möbelgeschäft besaß, das jetzt ihr Bruder innehabe. Die Bunlrock ist bisher noch unbestraft. Erbe dagegen ist bereits im Jahre 1874 wegen Betruges und später vielfach wegen Urkundenfälschung, Münzverbrechens u. s. w. zum Theil mit langjährigem Zuchthaus bestraft. Erbe, der früher Glaser ge- wesen, war schon einmal verheirathet, seine Frau hat sich aber nach zweijähriger Ehe von ihm scheiden lassen. Dieser Ehe ist ein Kmd entsprossen, das jedoch gestorben ist.— Die Bnntrock giebt aus Befragen deS Präsidenten an, daß sie im Jahre 138g den Erbe in Hannover kennen gelernt habe. Ihre Mutter sei sehr früh gestorben, sie habe dieselbe nicht gekannt, auch ihre Stiesmutter, von der sie erzogen worden, sei schon vor vielen Jahren gestorben, so daß sie eine weibliche Pflege eigentlich nicht kennen gelernt habe. Sie sei anfänglich Dienstmädchen gewesen, habe be» verschiedenen Herrschaften in Hannover gedient und habe alsdann bei ihrer älteren Schwester das Zuschneiden gelernt. Im Jahre 1889 sei ihre ältere Schwester nach Amerika gegangen. Auch ihr ältester Bruder sei seit einigen Jahren in Anierika. Sie habe noch zivei Brüder, von denen der zweitälteste Albert in Holzminden das vom Vater betriebene Tapezier- und Möbel- gesqäft inne hat. Ihr Vater wohne bei Albert. Er besitze nur so viel Vermögen, um gerade leben zu können. Sie sci vom Hause weggegangen, weil sie sich mit ihrer Schwägerin nicht habe verlragen können. Auch vom Bater sei sie in Uu- frieden geschieden. Im Jahr« 13vg habe Erbe mittelst Zeitungs- Annonce eme Frau gesucht. Sie habe sich daraufhin ge- meldet und so haben sie beide sofort beschlossen, sich zu heirathen. Die Heirath sei jedoch unterblieben, da ihre Angehörigen dies nicht zugaben. Sie habe aber mit Erbe zusammengelebt und habe auch im August 1890 ein Kind geboren, dessen Aater Erbe gewesen sei. Das Kind sei bald nach der Geburt gestorben. Sie habe anfänglich nicht gewußt, daß Erbe, der zur Zeit als Glaser arbeitete, bestrast sei. Als sie ei erfahren, habe sie sich von Erbe bereits Mutter gefühlt. Anfang 1891 sei sie nach Magdeburg gekommen.— Es wird alsdann der Anklagebeschluß verlesen.— Präs.: Buntrock, bekennen Sie sich schuldig?— Angekl.: Ja.— Präs.: Haben Sie sich von Anfang an schuldig bekannt? — Angekl.: Ja.— Präs.: Sie haben auch von Anfang an Sesagt, daß Erbe die Mordthaten ausgeführt hat?— Angekl.: !a.— Präs.: Wann kamen Sie nach Magdeburg?— An» geklagt«: Im Oktober 1890.— Präs.: Sie haben nun im hiesigen„General-Anzeiger" ein Inserat einrücken lassen, wonach Sie für eine Herrschaft eine Reisebegleiterin suchten?—An« geklagte: Ja.— P r ä f.: Daraufhin hat sich die Emma Kasten gemeldet, mit der sie am Abende des 2l. Mai durch den Neuhaldenslebener Wald gegangen sind. In Ihrer Gesellschaft befand sich Erbe?— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie haben nun über die Mordthaten die verschiedensten Angaben gemacht, erzählen Sie nun einmal in möglichst ausführlicher Weise, wie Sie es gemacht haben.— Angekl.: Ich erinnere mich nicht mehr, es ist so gewesen, wie es in den Akten steht.— Präs.: Nehmen Sie einmal Ihr Gedächtniß etwas zu Hilfe, ich werde Sie dabei unterstützen. Sie haben, als Sie mit der Kasten durch den Wald gingen, derselben plötzlich diesen Block, den Sie vorher mit Wolle umwickelt hatten, in den Mund gestopft?— An- g e k l.: Ja.— P r ä f.: Wo umwickelten St« den Block mit Wolle.— Angekl.: Im Walde.— Präs.: Konnte das die Kasten sehen.— Angekl.: Nein, ich ging während dieser Zeit hinter der Aasten.— Präs.: Nim, ließ sich denn die Kasten so gutwillig den Block in den Mund stopfen?— Angekl.: Ja.— Präs.: Hat die Kasten sich garnicht gewehrt, es war doch ein sehr starkes Mädchen.— Angekl.: Sie hat sich aber nicht gewehrt.— Präs.: Sehen Sie sich doch einmal die Photographie an, war da? die Kasten?— Angekl.: Ich weiß das nicht mehr.— Präs.: Sie haben doch mehrfach mit dem Mädchen gesprochen?— Angekl.: Ich kann mich ans das Aussehen des MädchenS nicht mehr besinnen.— Der Präsident läßt die Photographie auf der Geschworenenbank kur» siren.— Präs.: Haben Sie die Kasten nicht vorher betäubt?— Angekl.: Nein.— Präs.: Bei Erbe sind bei seiner Per» Haftung«ine ganze Reihe von Fläschchen mit allen möglichen Chemikalien vorgefunden worden, sollte Erbe nicht auch Ehloro- form bei sich gehabt und da? Mädchen betäubt haben?— Angekl.: Nein!— P r ä s.: Sie sagten. Erbe habe mit den, Mädchen geschäkert?— A n g» k l.: Erbe wollte nur haben, daß die Kasten sich aus die Erde legen sollte, damit er ihr den Hals untersuchen könne.— Präs.: Hat sich Erbe der Kasten gegenüber nicht als Arzt ausgegeben, damit er sie untersuchen könne?— Angekl.: Jawohl, aber blos den Hals wollte er ihr unter» suchen.— Präs.: Hat daS Mädchen sich den HalS untersuchen lassen?—Angekl.: Ja.— P r ä f.: WaS mag Erbe damit bezweckt haben?— Angekl.: Er wollte sich unter» richten, wo die Schlagader sitzt.— Präs.: Haben Sie der «asten, als Sie Ihr den Block m den Mund stopften, nicht die Zähne zerbrochen?— Angekl.: Nein.— Präs.: Als die «asten nun den Block im Munde hatte, was machte alsdann Erbe?— Angekk.:Er öffnete daS Messer und schnitt der Kasten den Hals ab.— Präs.: Es war dies das Messer hier?— A n g e r l.: Ja.— Der Präsident läßt das Messer, ein großeS Taschenmesser mit schwarzer Klinge, den Geschworenen zeigen.— Präs.: Erbe durchschnitt der Kasten die Schlagader? — Angekl.: Ja.— Präs.: Das Blut muß infolge dessen heftig gespritzt haben?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Als nun die Kasten todt war, was thaten Sie da?— Angekl.: Ich entkleidete die Leiche.— Präs.: Half Ihnen Erbe dabei? — Angekl.: Nein.— Präs.: Eine Leiche zu entkleiden, ist doch sehr schwer, soll Ihnen Erbe nicht dabei geholfen haben?— Angekl.: Nein.— Präs.: Die Kasten muß doch ziemlich schwer gewesen sein, der Photographie nach zu urtheilen, muß die Kasten mindestens 150 Pfund gewogen haben? — Angekl.: Ich Hab« aber die Kasten allein aus» gekleidet.— Präs.: Was machte Erbe währenddessen? — Angekl.: Der grub ein Loch, um die Leiche zu ver» graben.— Präs.: Mit diesem Spaten?— Angekl.: Ja.— Präs.: Den Spaten führte Erbe bei sich?— A n g e k l.: Ja. — Präs.: Sie haben die Leiche bis aufs Hemd entkleidet?— — Angekl.: Jawohl.— Präs.: Das Kleid, das die Er- mordete trug, haben Sie, als Sie verhaftet wurden, noch ge- tragen?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Paßte Ihnen denn das Kleid?— Angekl.: Nein, ich machte es mir zurecht.— Präs.: Es war Ihnen wohl zu weit?— Angekl.: Jawohl. — Präs.: Die Kasten hatte auch eine goldene Uhr mit Kette bei sich?— Angekl.: Ja.— Präs.: Hatte die Kasten auch viel Geld bei sich?— Angekl.: Nein.— Präs.: Die An- gehörigen der Kasten behaupten, daß letztere etwa 90 M. bei sich hatte.— Angekl.: Das kann sein.— Präs.: Erbe hat der Leiche, ehe er sie vergrub. den Kops und die Beine abgeschnitten?— Ä n g e k l.: Ja.—Präs.: Halfen Sie die Leiche vergraben?— A n g e k l.: Ja.— Präs.: Die Hände der Leiche waren mit Stricken befestigt, sollten Sie das Mädchen, ehe Sie demselben den Block in den Mund stopften, nicht die Hände zusammengebunden haben?— Angekl.: Nein.— Es soll nun des Näheren die Art der Zerstückelung der Leiche erörtert werden. Der Gerichtshof be- schließt während dieser Erörterung, aus Gründen der öffentlichen Sittlichkeit, die Oessentlichkeit auszuschließen. Auch die Vertreter der Presse müssen den Saal verlassen.(Fortsetzung folgt.) Soziole Lleberstchl. Achtung, Maurer! Auf dem Bau Eberswalderstraße 13, beim Bau-Unternehmer Bereu dt. stellten am 23. Juni sämmtlich« Kollegen, 26 an der Zahl, die Arbeit ein, weil der Stundenlohn nicht auf 55 Pf. erhöht wurde. Ueber den Bau ist die Sperre verhängt. Berlin. Das Bureau der Lohnbewegung. I. A.: Wilhelm Roll. VKrsa>»r»nltlngen. Die Stichwahle» zwischen gegnerischen Kandidaten beschäftigten am 21. Juni eine Versammlung des VI. sozialdemokratischen Wahlvereins, die in der Kronen- brauerei Alt- Moabit Nr. 47/43 tagte. Zunächst vertheidigte Dr. Lütgen au seine am 25. Mai in einer Versammlung von Genossen des V. Wahlkreises angenommen« Resolution: „1. Die Verstärkung der sozialen Gegensätze, die zunehmende Arbeitslosigkeit, die wachsende Ausdeutung des Proletariats, die fortschreitende Proletarisirung der Miltelschichten bewirken. daß der Kampf zwischen Kapital und Arbeit immer mehr zum Gegen- stände und Mittelpunkte der gesummten Politik der Gegenwart wird, daß der Begriff der bürgerlichen, formalen Demokratie immer inhaltsloser wird, und daß die Gegenparteien sich immer mehr einander anähnlichcn. Die Haltung der deutschsreisinnigen Parte, in de» Wahlrechts-Fragen. in der Echulfrage, gegenüber der Entschädigung der Reichsunmittelbaren und gegenüber der Verfolgung politischer Vergehen beweift, trotz des häufig geschickt gewahrten gegentheiligen Scheines, daß diese Partei den letzten Rest demokratischer Grundsätze dem kapitalistischen Interesse zum Opfer gebracht hat. Da es eine bürgerliche Demokratie in Deutschland nicht mehr giebt, so fällt die alte Richtschnur der Sozialdemokratie, die bürgerliche Demokratie behufs Beschleuni- gung der gesellschaftlichen Entwiclelung zu unterstütze», künstig von selbst fort. 2. Bei der Thatsache, daß die deutschen Arbeiter in Stich- wählen regelmäßig im Sinne des kleineren Hebels oder behufs Abwendung der unmittelbar größeren Gefahr ihre Stimme ao- gegeben haben, würde die Direktive allgimeiner Stimmenthaltung bei Stichwahlen wahrscheinlich sehr wenig befolgt werden und daher ein politischer Fehler sein. 3. Die Parteiversammlung des 5. Berliner ReichstagS-Wahl- kreises macht der Sefammtpartei den Vorschlag, dem Grandsatze zuzustimmen, daß bei Stichwahlen gegnerische Kandidaten, welche sich für das Achtstundengesetz zu stimme» verpsiichlen, unterstützt werden. 4. DaS Verhalten der deutschfreisinnigen Partei gegenüber der Sozialdemolratie ist bei dem abhängigen Verhältinß, in welchem sie zu dieser steht, ein unziemliches; besonders ist zu rügen, daß sie die Unanständigkeilen ihres Hanptwortsührers Eugen Richter duldet." Redner wies zunächst auf da? arbeiterfeindliche Verhalten der Deutschsreisinnigen hin, die in den Reichstag zun» großen Theile regelmäßig infolge der Unterstützung der Sozialdemokraten ge- wählt worden�seien. Aus dein Umstände, daß die Parteigenossen bisher jedes Mal an den Stichwahlen zwischen gegnerischen Kandidaten sich bethriligt haben, auch als 1887 der St. Gallener Kongreß gerade das Gegentheil beschlossen halte, folgerte Dr. Lütgenau, daß die Partei eine derartige Betheiligung überhaupt für zweckdienlich halte, und daß daher der Parteitag zu einem Votum gegen die Betheiligung der Parteigenossen an Stichwahlen unter gegnerischen Kandidaten nicht kommen könne. Liege die Sache aber so, dann sei es erwünscht, daß die Partei sich von den gegnerischen Kandidaten, welche ihre Unterstützung erhalten, Kon- zessionen machen lasse, und er schlage vor, dem Gegner dann daS Versprechen abzuverlangen, daß er für den Achtstundentag ein- treten werde; natürlich würde man auch darauf zu sehen haben, daß die Aufhebung der Getreidezöll«, Ausrechterhaltung des all- gemeinen, geheimen Wahlrechts nnd andere wichtige Forderungen in dem betressenden bürgerlichen Kandidaten keinen Gegner haben. Da eine Neuwahl vielleicht schon in diesem Jahre bevorstehe, falls nämlich die zu erwartende Militärvorlage abgelehnt werde, so empfehle es sich, daß zu der angeregten Frage schon der nächste Parteitag Stellung nehme und dw Parteigenossen selbst sich vorher darüber aussprechen. Die Verkürzung der Arbeitszeit nun liege im Jnteresfe der Arbeiter, sei aber nicht nothwendig ein Nachtheil deS Kapitals. Daher sei es wohl möglich, auch Kandidaten der bürgerlichen Parteien dafür zu gewinnen; gelinge das, so treibe man dadurch einen Keil in die bürgerlichen Parteien. Schon die bloße Aufstellung der Forderung unsererseits veranlasse die Gegner, Stellung dazu zu nehmen, was wieder dazu führe, daß die hinter ihnen herlaufenden Arbeiter mit der Frage befaßt werden. Diesen können wir dann vorhalten, daß wir st e t s für die Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten sind, was uns, welche Stellung auch der Gegner nimmt, agitatorisch dienlich sein wird. Gebe aber der Gegner daS verlangte Versprechen und halte es dann nicht, so verliere er an Kredit und könne das nächste Mal nicht wiedergewählt werden. Es sei nicht richtig, daß von einer Stellungnahme der Parteigenossen, wie er, Redner, sie vorschlage, nur die gegnerischen Parteim den Nutzen haben würden, sondern es handele sich nur um unser Interesse um Geltendmachung eines Einflusses, den wir haben. Der Korreferent Stadtverordneter V o g t h e rr führte hierauf gegen den Vorschlag Lülgenau's Folgendes aus: Wir haben keine Veranlassung, unS mit der Entwickelung und Taktik unserer Gegner zu befassen, sondern wir haben Stellung dazu zu nehmen: Wie stehen wir unfern Gegnern gegenüber? Welches würden die praktischen, die erzieherischen Wirkungen für unsere f artei sei», wenn ferner derartige Resolutionen gefaßt würden? r warne nachdrucklich vor Unterschätzung der Forderung des Achtstundentages, die zu unseren hervorragendsten Forderungen gehöre. Auch sei es nicht richtig, schon Jahre vorher damit bei unseren Gegnern Hausiren zu gehen und ihnen zu sagen: Seht, ihr könnt in den Reichstag kommen, wenn ihr diese Forderung unterstützt. Die Stellungnahme unserer Gegner zu der einen oder anderen Frage unseres Programms tverde sich stets nur »ach der Aussicht richten,«in Reichstagsmandat zu erlangen. Wir haben aber nicht zu fragen, was den Gegnern von unserevt Programm gefällt, sondern— im Falle der Stichwahl— was uns an ihnen gefällt. Es gäbe sehr wohl Angehörig« der Bourgeoisie, denen die Vortheile bekannt sind, welche die Verkürzung der Arbeitszeit auch dem Kapital bietet, und die aus diesem Grunde, wenn die Arbeiter dazu drängen, für den gesetzlichen vlormalarbeitstag ein- treten, um nachher mit Heuchlerw.asle von ihrer arbeiterfreund- lichen Gesinnung zu sprechen. Aber die Leute wissen auch, daß durch eine Verkürzung der Arbeitszeit die Arbeiterklasse wider- standefähiger wird, und daS spreche bei der Bourgeoisie ebenso viel gegen den Achtstundentag, wie der persönliche Profit für denselben. Indessen,»volle oieser Polizei- und Militärstaat sich erhalten, so müsse er schon um der Wehrhaftigkeit willen zur gesetzlichen Verkürzung der Arbeitszeit gelangen. Wie erschreckend die Wirkung der zu wenig eingeschränkten Ausbeutung der Arbeiter ist, zeigte Redner an einigen Daten aus Oesterreich. Danach sind in Böhmen von 10 000 Wehrpflichtigen in den letzten Jahren nur etwa 450 diensttauglich geivesen und in der Stadt Reichenberg gar nur ca. 230. Der Militärftaat müsse also ganz von selbst dazu kommen, die Arbeiter zu schonen. Nun habe der Vorredner selbst gesagt, daß er den Versprechungen der Gegner keinen Glauben schenke, ja, waS habe denn ein solches Ver- sprechen dann überhaupt für einen Zweck? Wir stellen gegen Abgab« desselben Monate lang vorher schon den Gegnern Unterstützung in Aussicht, während wir überzeugt sind, daß wir durch dte eigene Kraft der Arbeiterschaft die Ver- wirklichung jener Forderung erreichen. Wenn nun auch aus dem Wortlaut« der Resolution Lülgenau's schon hervorgehe, daß die Bestimmung über eine solche Frage nicht von einem einzelneu Wahlkreise, sondern von dem Parteitage auszugehen hat, so habe ein derartiger Beschluß, wie er im fünften Wahlkreise gefaßt worden ist, doch mindestens die Folge, daß der betreffende Wahl- kreis sich mit dem Prinzip einverstanden erklärt. Bon der dadurch übernommenen Verbindlichkeit komme der fünfte Wahlkreis nicht frei, so lange er sich nicht selbst davon befteie. Diese Stellungnahme sei aber dasselbe, wie wenn ein Militärftaat etwa drei Monate vor einem Kriege seinen Feldzugsplan bekannt mache, um seinem Feinde zu zeigen, in welchen Winkel er sich stecken müsse, wenn er sich sichern wolle. Ued« daS Verhalten bei den Stichwahlen müsse auch in Zukunft wie bisher von Fall zu Fall entschieden werden. Die bisherige Stellung- nähme der Partei bei den Stichwahlen zeige, daß die Partei selbst stets im Augenblicke richtig erkannt hat, was für uns von Wichtigkeit war. Wozu uns also so lange vorher binden? Wir müssen ungesesselt in die Zukunft marschiren. Wollen wir auf de» Parteitag Einfluß üben, dann darf das nicht in der Weise geschehen, daß ein Theil der Partei sich schon vor- her«ngagirt. Wir haben am Anfang des Wahlkampfes als die feste, untheilbare Sozialdemokratie in die Schranken zu treten. die ihre Forderungen diktirt, aber nicht anbietet, die nicht paktirt, ffondern, wenn die Gegner ihre Unterstützung haben wollen, ab- wartet, was sie ihr bieten. Redner bittet um Annahme feiner Resolution, daß wir in den Wahlkampf gehen als starke, prin- zipteufeste, untheilbare und hoffentlich unbesiegbare Sozial- demotratie. Die Resolution Vogtherr lautet: .Die Versammlung vermag sich der in einer Versammlung deS V. Wahlkreises gefaßten Resolution, betreffend die Stellung. nähme bei Stichwahlen, nicht nnzuschließen, sie erklärt vielmehr, daß eS tallisch falsch ist, die Partei oder einzelne Wahlkreise in ihrem Verhalten bei Stichwahlen auf lange Zeit im Voraus zu binden, u»d daß es überhaupt Sache deS Parteitages ist, in dieser Frage den zeitweiligen Verhältnissen entsprechend zu ent- scheiden." Dazu war folgendes Amendement eingelaufen: „Insbesondere lehnt die Versammlung es ab, den Partei- genossen zu empfehlen, diejenigen Kandidaten bei einer etwaigen Stichwahl zu trnlerstützen, die für den Achtstundentag einzutreten versprechen, da sie nach dem bisherigen Verhalten der einzelnen belrofsene» Kandidaten der Meinung ist, daß dieses bloße Ein- treten für einzelne Programmpuukt« nur Kompromisse bedeutet, die grundsätzlich abzulehnen sind." Dr. Lütgenau beantragte Annahme feiner im 5. Wahl- kreis« angenommenen Resolution, die er folgendermaßen sormulirte: „Die heutige Versammlung des Wahlvereins für den sechsten Beritner ReichstagS-Wahlkreis ist nicht der Ansicht, daß Stimm- enthaltung bei Stichwahlen zwischen gegnerischen Kandidaten immer im Interesse der Arbeilerllasse und der Partei ist. Sie hält dafür, daß solche gegnerische Kandidaten unterstützt werden. sollen, welche außer korreklen Abstimmungen bei den wichtigen obschwcbenden Fragen für ein Achtstundengesetz zu stimme» sich verpflichten. Selbstverständlich gehört die Entscheidung hierüber dem Parteitage." Herr Marten beantragte zu beschließen: „In Erwägung, daß die Verstärkung der sozialen Gegensätze, die zunehmende Arbeitslosigkeit, die wachsende Ausbeutung deS Proletariats durch die bestehende kapitalistische Herrschast be- wirken, daß der Kampf zwischen Kapital und Arbeit sich immer mehr verschärft, die Interessen der Arbeiter von allen Parteien immer mehr unterdrück! werden, weist die Sozialdemokratie jeden Kom- promiß mit anderen Parteien zurück und empfiehlt den Genosse», bei Stichwahlen, wo sich zivei bürgerliche Kandidaten gegenüberstehen, strenge Wahlenthaltung." Die Versammlung vertagte wegen der vorgerückten Stund« die Diskussion aus die nächste Zusammenkunst unv ging, nachdem noch über die Frage, od Personen, welche nicht zur Sozialdemo» kratie gehören, an der Debatte sich betheiligen dürsen, diskutirt worden war, ohne daß ein Beschluß darüber gefaßt wurde, mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie auseinander. Die Genossenschaftsbäckerei hielt am 22. Juni ein» außer- ordentliche Generalversammlung ab. in der es sich vornehmlich um die Amtsniederlegung von sechs Aufstchtsraths-Mitgliedern und die entsprechende Neuwahl handelte. Im Anschluß an das Protokoll der vorigen Generalversammlung, in welcher beschlossen war, daß die Versammlungen hinfort am Sonntag stattfinden sollen, protcstirte Herr Pfeiffer gegen diese aus einen Mittwoch einberufene Versammlung. Das Protckoll wurde genehmigt und hieraus zu- nächst eine zwischen Aufsichtsralh und Geschäftsführung gewechselte Korrespondenz verlesen. Tie sechs Anfsichlsralhs- Mitglieder H. G r a s h o l d. R. K n n I e l. C. G ä d i ck e. E. Pfeiffer, Karl Klein und Karl M a h l i tz haben am 17. Juni in einem Schreiben an den Vorstand erklärt, daß sie„sich veranlaßt sehen, ihr Amt niederzulegen, weil sie mit einem derartigen Vorstande nicht mehr zusammen- arbeilen können, und ersuchen, eine Generalversammlung einzuberufen." Hierauf hat am 19. Juni in einem Schreiben an die genannten„früheren Mitglieder des Ausflchtsraths" der V o r st a n d dieselben nach Verwahrung gegen einige in dem empfangenen Brief« enthaltene Vorwürfe ausgefordert, sämmtlich« eingegangene Maträge, Gefuche, Bächer und fouftige Bermögens es war fei, baß mei affichtsrathomiglieber Herr Bachmann um bet Koch. erder Bend, Jebe os, bet. tit gris, Saunynstraße ss, bei Bubell Belten, bet Schröder. Blaue Schlette, in Karthaus Moabit", gegenstände der Genossenschaft an das Mitglied bes Aufsichtsraths Barleben erfucht hätten, erklärte biefer, bas sei nur scherzweise( Buyer), Seydelstraße 30. - Baiglöden, Sochftr. 82a, bet ette.- Gemethliteit Spielermann oder an ben Borstand, die Herren Caspar und Lazarus, gemeint gewefen; jedenfalls habe er tein Darlehen gewährt, Balme, in felbft abzuführen. Der Borstand gab darauf am nächsten Tage, wovon man sich aus seinen Büchern überzeugen fönne. Auf Bantow, Mühlenftr. 24, bet Stöhr. Borwärts,( Gem. Chor), Rieders Montag, in der Expedition des Borwärts" ein Inferat auf, in das Verlangen, Namen zu nennen, theilte Herr Lazarus, Schönwetbe, bet Siebenbaum. Sänger grethett, Naunynftr. 43, welchem die außerordentliche Generalversammlung auf Mittwoch, Rassirer, mit, Herr Kunkel habe sich in großer Verlegenheit wahrheit, an der Zwölf- Apofteltirche 7b, bei Framte. bet Fröhlich. Morgenroth 4, Röpnid bet Wiedemann in Adlershof. den 23. Juni, einberufen wurde. Die obengenannten sechs amts-( bevorstehende Ermission 2c.) befunden und habe deshalb eine scher Gefangverein, Lichtenbergerftr. 21, bei Seife. müden Aufsichtsraths. Mitglieder inhibirten aber per Telephon Frage in dem erwähnten Sinne an Herrn Lachmann gestellt. Am Wilhelmshavenerstraße 23, bet Brosch. Collegia, Beughofftraße 8, die Aufnahme des Juferats, wovon sie dann auch dem Vor- Zage darauf habe aber Herr Pfeiffer um die doppelte Summe Bund der geselligen Arbeitervereins Berlins und Umgegend. ftande Mittheilung machten. Dieser veranlaßte am Dienstag die( 400 Mart) für seine Beitung bei Herrn Lachmann nachgesucht. Alle Buschriften find zu fenden an Max Geng, Berlin, Belforterstraße 26, 1. Einrückung der Annonce, indem er jenen 6 Aufsichtsraths Die Versammlung nimmt sodann einen Antrag, die von Herrn Berein Boruffia bei Feldhahn, Weidenweg 12( Uebungsstunde).-Lambrin Freitag: Grüne anne bei Leßner, Martusstraße 8. Tambours Mitgliedern die Berechtigung zu ihrer Einmischung bestritt, Scholz erwähnten Mehlproben untersuchen zu lassen, an und Berein Ruf bei Sperling, Infelftr. 1( Uebungsstunde). Tambourverein da sie ihr Amt ja bereits niedergelegt hätten. Herr Gras überweist einen weiteren, Herrn Rothhahn, welcher vom Auf- Wirbel bet Mühle, Gartenftr. 62( Uebungsstunde). hold erklärte nun in der Versammlung, daß fie erst in der fichtsrath als Buchhalter engagirt, auf Betreiben Des Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang verein union, abends Uhr, Berliner Bodbrauerei. Quartettverein Generalversammlung wirklich niederlegen wollten. Ihr Schreiben Raffirers Herrn Lazarus wegen zu jugendlichen Alters( Roth webbing, abends 8 Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35. Männerchor babe nur den Zweck gehabt, den Vorstand zur Einberufung hahn ift 21 Jahre alt) nicht eingestellt worden ist, eine albesraufen, Abend's Uhr, bet Betat, Martgrafenfir. 87. Brivats dieser zu veranlassen. Sie hätten die Einberufung der Generalfleine Entschädigung zu gewähren, dem neuen Aufsichtsrath. Theaterverein Crescendo, Abends Uhr, bet Schulz, Buttbuferstr. 35. versammlung bann verhindern wollen, weil lestere nicht, wie Musttvereta Zusch, Freitag Abend» Uhr, Restaurant Rebelin, Sanges ( Wir bringen vorstehenden ausführlichen Bericht, weil wir traße 108.- Buchbinber Männerchor, abends Uhr, Restaurant der oben erwähnte Beschluß es fordert, auf einen Sonntag an- wiffen, daß ein großer Theil unserer Leser sich für die Genossenschafts- Richter, Alte Jafobfir. 68. beraumt war. Herr Spielermann erflärte hiergegen, daß bäckerei intereffirt. Daß Vorgänge, wie diese Versammlung, dem turnt Freitag und Dienstag bend von-10% ühr in der Turnhalle bes Berliner Turngen offenfaft. Die erfte Männerabtheilung die sechs Herren in der betreffenden Aufsichtsraths- Sigung be- Unternehmen nicht förderlich find, ist wohl nicht blos unsere Lessing- Gymnaftums Banffir.-10. Zurnverein Gesundbrunnen schloffen hätten, überhaupt nichts mehr für die Genossenschaft zu Meinung. Ob etwas gebessert wird, wenn alle Vierteljahre die bte 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turns thun, und der Borstand fügte hinzu, daß der neue Aufsichtsrath Leiter des Geschäftes gewechselt werden, darf wohl billig balle des Leffing- Gymnasiums, Bantfir. 9-10. so schnell wie möglich gewählt werden müßte, da die bezweifelt werden. Bergnügungsverein Esperance, Abends Uhr, Rofenthalerstr. 11-13, Man übe bei der Auswahl der im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, abenb Uhr, bet Brauns, Genossenschaft ohne einen solchen nicht existiren lönne. Die Amts- leitenden Personen und auch für den Aufsichtsrath die nöthige Drantenftr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphta, Abends sy br nieberlegung motivirt Herr Runkel mit dem Widerstand, welchen Borsicht, dann aber laffe man sich nicht durch die Klagen jedes Abend s ühr im teftaurant Solsbächer, Dreifeftr. 8. bet Ritter, Mauerftr. 86. Unterhaltungsriub Schiller, jeben Freitag ber Borstand den Beschlüssen des Aufsichtsrathes entgegengefest beliebigen Unzufriedenen in Aufregung verfehen. Die Genoffens habe, mit der Strafversehung eines Bäckerei Arbeiters( Scholz), fchaft befindet sich erst im Stadium der ersten Entwickelung, und der in einer Bersammlung gegen den Borstand gesprochen habe, daß dabei Fehler und Irrthümer mit unterlaufen, ist ebenso mit ber Nichtbezahlung der Bäckerei Arbeiter für den zweiten felbstverständlich als lange Bersammlungsreden daran schwerlich Pfingstfeiertag und mit unpassendem Benehmen des Vorstandes etwas bessern werden. Daß die in solchen Geschäften beschäf gegen die Bäckerei Arbeiter. Herr Gaspar, der Geschäftsführer, tigten Arbeiter ihre Pflicht genau so zu erfüllen haben, wie dies berichtet, die Beschlüsse des Aufsichtsraths, welche der Vorstand nicht in einem ordentlichen Privatgeschäft zu geschehen hat, versteht ausgeführt habe, feien gegen das Interesse der Genossenschaft gewesen. sich am Rande. Die Arbeiter haben ein echt auf möglichst anRavachol wurde vom Schwurgericht Montbrison zum Zobe Die Bäder, die Berweise erhalten hätten, hätten schlecht ge- ständige Behandlung und auf eine Entlohnung so gut wie sie verurtheilt, seine Mitangeklagten Beala und Soubere frei baden. Båder Schola sei in die Versammlung gegangen, während unter den gegebenen Verhältnissen und unter Berücksichtigung der gesprochen. er hätte arbeiten sollen, und habe von seinem Vorhaben den durch die Konkurrenz geschaffenen Lage möglich ist. Dafür übernehmen Postdieb. Jn Mainz wurde ber Boftgehilfe D. Winbeder Geschäftsführer vorher nicht benachrichtigt. Die Bäcker hätten die Arbeiter auch die Pflicht, die Interessen des Geschäfts wahrzu- verhaftet, welcher Werthbriefe im Betrage von annähernd fich einmal geweigert, beim Meblabladen zu helfen, als es nehmen und ihre Arbeitsleistung so zu erfüllen, wie es billiger 20 000 m. unterschlagen hat. Bei der Festnahme fand man in regnete! Auf eine Anfrage, ob die schlechte Qualität ber Brote Weise verlangt werden kann. Daß ohne Disziplin und Ordnung seinen Hosen noch 15 000 m. eingenäht, während das übrige Geld an der Arbeit, an dem Ofen oder an dem Material liege, ant dieses Geschäft so wenig wie irgend ein anderes auskommen kann, bereits berjubelt war. wortete ber Geschäftsführer, bas liege an allen drei ift flar. Dieses Alles sollen sich sämmtliche Betheiligte vor Augen Nachiehen der Offizierdegzeffe. Setonbelieutenant von Umständen, besonders aber an bem schlechten Sauer. halten und besonders auch die Redner in den Versammlungen nicht ucius wurde wegen der bekannten Borfälle in Mainz vom Den zweiten Pfingstfeiertag habe der Borstand des vergeffen, bann werden spätere Berichte über dieselben Militärgericht zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt und scheidet bie Bäcker manchmal ein anderes halb nicht bezahlen wollen, weil die Die Mutter des von dem Lieute - und, wie wir hoffen, erfreulicheres Bild bieten. aus dem Militärstand aus. in sechs Lagen auch fieben Schichten arbeiten und dann auch Ueber die Pumpversuche der beiden nunmehr zurück- nant v. Salisch in Koblenz im Streit erstochenen Weimann, für sieben Tage bezahlt erhalten. Herr Scholz, Bäckereiarbeiter, getretenen Aufsichtsräthe brauchen wir wohl weiter fein Wort Frau Wittwe Weimann, hat der Frankfurter Beitung" jufolge erklärte: Als er in die Versammlung gegangen, um Namens zu verlieren. Wir müßten die Berliner Arbeiter schlecht fennen, gegen die Mutter des Lieutenants eine Zivilflage auf Bahlung feiner Kollegen Mängel tlar zu legen, habe er einen anderen wenn wir uns in der Annahme täuschten, daß die genannten einer bedeutenden Entschädigungssumme angeftrengt und mit der Kollegen ersucht, für ihn zu arbeiten, was diefer auch gethan Herren sobald nicht wieder in die Lage kommen werden, Ver- Führung dieses Prozesses den Rechtsanwalt Munckel in Berlin habe. Der Geschäftsführer habe nur mit einem Lieferanten ab- trauensposten der Arbeiterschaft übernehmen zu müssen. beauftragt. geschloffen und deshalb sei das Mehl nicht immer gut. Die erste Lieferung fei gut gewejen, aber nachher hätten sie anderes Mehl erhalten, D. R. d. B.) Vermischtes. Aus dem Gerichtsgefängnißfe in Stuttgart ist ein ge fährlicher Verbrecher Namens Melter entwichen, der in München 8 Jahre Zuchthaus erhielt und wegen in Cannstatt begangenen Diebstahls nach Stuttgart eingeliefert war. Melter erbrach drei Thüren; als Dietrich benutzte er den Drahtverschluß einer Bierflasche. Depeschen. erstrebenswerth, allein die völlige Erlösung der Arbeiterklaffe ( Depeschen des Bureau Herold.) werde nur durch die Abschaffung der tapitalistischen Produktionsweise wie dies auch in unserem Programm ausgedrückt sei- Bergarbeiter- Berbandes findet wegen Saalverweigerung nicht am Bochum, 23. Juni. Die Generalversammlung des deutschen herbeigeführt. Paul Rosenthal 24., sondern am 31. Juli statt. bei dem sie erst hätten probiren müssen, wie es zu behandeln sei. Daß Berichtigung. Im Bersammlungsbericht der Textil. beim Probiren dann auch schlechtes Brot unterlaufe, sei selbst- arbeiter muß es heißen: Zum Schluß der Versammlung wurde verständlich. Sie hätten dem Geschäftsführer gesagt, das Mehl auf die ungestempelten Listen der Schwelmer( nicht Rixdorfer) sei nicht reines Roggenmehl, sondern es sei auch Weizen darunter. streitenden Bandweber hingewiesen und gewünscht, daß dieselben Herr Gafpar habe darauf erwidert, er werde Proben nehmen und nach Berathung des Zentralvorstandes und Ausschusses von dendas Wiehl amtlich untersuchen lassen. Die Proben habe er auch felben abgestempelt werden. genommen, aber untersuchen lassen habe er sie bis heute Berichtigung. Im Bericht über die letzte Versammlung noch nicht. Der Geschäftsführer habe einen ihm von Herrn des Wahlvereins für den zweiten Reichstags- Wahlkreis( Nr. 144 Bubeil empfohlenen Bäder eingestellt, der schon sechs Jahre des Vorwärts") ist gefagt, daß ich die Nüglichkeit der Verlang nicht mehr sein Handwerkt betreibe, sondern so lange türzung der Arbeitszeit unterschäßt hätte. Das ist nicht zu( Wolff's Telegraphen- Bureau.) in der Fabrit gearbeitet habe; ber sei seinem Fache treffend. Gegenüber den Auslassungen des Genossen Siegerift, Bamberg, 28. Juni. Die hiesige Straflammer verurtheilte nicht gewachsen. Schließlich habe der Geschäftsführer die anderen ber in der Verwirklichung des Achtstundentags eine bedeutende in der Berhandlung wegen des Gggolsheimer Eisenbahnunglücs Arbeiter ersucht, auf ihn, den Reduer, zu achten, und ihm zu Etappe zur Lösung der sozialen Frage" erblickte, fowie gegenüber ben Expeditor Tremer zu drei Monaten und den Wechselwärter hinterbringen, was er, Schola, rede. Herr 8ubeil führt aus, dem Ausspruch des Genossen Klein: Die Durchführung des Knorr von Eggolsheim zu einem Monat Gefängniß. Der Bahnbas innerhalb des Betriebes felbstverständlich auf Ordnung, ge- Achtftunbentags bedeute einen Schlag ins Herz des meister von Forchheim, Brafter, wurde freigesprochen. fehen werden müffe. Done solche lönne tein Geschäft existiren. Kapitalismus habe ich ausgeführt, das man mit Bern, 23. Juni. Der Ständerath hat das Uebereinkommen Schola babe mit einer Bertretung in ber Nachtschicht einen Ar- biefen Auslaffungen weit über das Biel gefchoffen fei; mit dem Deutschen Reiche, betr. ben Schutz des gewerblichen beiter aus der Tagschicht beauftragt, der infolge beffen 18 Stunden die Forderung der achtftündigen Arbeitszeit wäre gewis Eigenthums, ebenfalls einstimmig genehmigt. hinter einander babe arbeiten müffen. Sätte er bagegen recht zeitig bem Borftand Mittheilung gemacht, so hätte für die Nacht eix arbeitslofer Rollege eingestellt werden können. Der seinem Fache nicht gewachsene Bäder habe deshalb sechs Jahre in der Fabrit arbeiten müssen, weil ihn wegen der von ihm entfalteten Agitation tein Bäckermeister mehr habe einstellen wollen. Diesem Mann sollte Gelegenheit gegeben werden, wieder in sein Handmert hineinzukommen. Im Uebrigen sei es nicht richtig, wenn behauptet werde, dieser Mann habe in der Manteuffelstraße das Brot verdorben. Daß die Leitung noch Mängel aufweise, das zeige auch das Gerede von dem Defizit und die Thatsache, daß bie Bücher heute noch nicht in Ordnung find. Diese Uebelstände wünsche auch er beseitigt au sehen und rathe daher, eventuell auch den Vorstand abzusehen. Die Die Debatte wurde hierauf einstweilen geschlossen und zur geheimen Neu wahl von sechs Aufsichtsraths Mitgliedern Briefkaffen der Redaktion. geschritten, aus der folgende Herren hervorgingen: Frizz Krügeruhr, bei Wienecke, Alte Jatobftr. 83: Bersammlung. Bortrag des Herrn M. B. 100. Er braucht die Unterstützungsbedürftigkeit ( mit 190 Stimmen), Grube( 180), Gumpel( 191), Samedi( 158), Jabn über„ Die Charttfienbewegung in England". Stevein ber Berliner Schirmmacher. Engel( 184) und Richter( 188). Während dieses Resultat fests abends 9% Uhr, im Restaurant Trieschmann, Jüdenstraße 16: General Sonnabend, ben 25. b. m., nicht nachzuweisen. gestellt wurde, überwies die Bersammlung fämmtliche eingelaufene verfammlung. N. 23. Das Glas muß bis an den Aichstrich gefüllt Beschwerdeschriften, von denen eine verlesen worden war, dem neuen Schule, Sagelsbergerfir. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); üb Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% thr: Sab werden. Aufsichtsrathe. Auf eine Anfrage: Welche Berechtigung hatte faute, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); ft in den Apotheken giebt es nicht. 2. W. 160. Eine gefehliche Beschränkung der Arbeitszeit Herr Kattein, zu sagen, daß Herr Lachmann nicht reines Roggenmehlule, Mattusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nordliefere?" erklärte Herr Rattein, daß er in dieser positiven Form In allen Behrfächern, mit Ausnahme von Mathematik und Buchführung, haben die eingesandte Frage dem Rechtsanwalt übersandt. Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); Bhyftologte. F. B. Brieflich beantworten wir solche Fragen nicht. Wir die Aeußerung wohl nicht gethan habe. Herr La co mann betonnen Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, einmertte, er ftebe mit dem ganzen Rapital, bas er von der Ge- treten. S Nr. 29) Samburg. Filtale Berlin 6. Algemeine Branken- und Sterbekaffe ber Metallarbeiter( G. 8. Sonnabend, den 25. Junt, Abends 8 Uhr, bet Galla, Bergfic. 36: Mitglieder- Bersammlung, Stimahl. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Rictallarbeiter( E. 8. Filtale Berlin 7. Sonnabend, den 25. Junt, Abends r. 29) Hamburg. 8 Uhr, bet Handle( Bahlstelle), Lindowerftr. 23: Bersammlung. Kandidaten Stichwahl. Allgemeine Kranken- und Sterbekalle ber Metallarbeiter( E. B. Nr. 29) Samburg. Sonnabend, den 25. Junt, Abends 8 Uhr, bet Wife, Hochstr. 32a: Mitglieder- Bersammlung. Stichwabi. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. Nr. 29) Hamburg. Filiale Berlin 9. Sonntag, den 26. b. W., bei Viect, Siemensstr. 18: Mitglieder- Bersammlung. Stichwahl der Delegirten zur General- Versammlung. Sachverein der Uhrmacher ete. Sonnabend, den 25. Juni, Abends Filiale Berlin 8. nossenschaft zu bekommen habe, bafür ein, baß er reines Wiehl bei Grube, Marienborferfir. 10. Sels- und Fiskntirklubs. Freitag. Rari art, bends ay uhr, liefere. Er bitte, sofort eine Rommiffion zu wählen, welche von bem vorhandenen Mehl Broben ziehe, um dies untersuchen zu laffen. Wäre es nicht reines Roggenmehl, so würde er gegen bie Mühlen, bie es ihm geliefert, vorgehen. Auf eine Anfrage, ob Bochum, 23. Juni. Auf der Beche Dannenbaum ist ein Pumpengestränge gebrochen. Infolge dieser Betriebsstörung feiert die Belegschaft seit einigen Tagen, wahrscheinlich bis zum 1. Juli. München, 23. Juni. Das Münchener Fremdenblatt" ( Organ der bayerischen Zentrumspartei) protestirt scharf gegen die beabsichtigten Bismarckdemonftrationen. Briefkaffen der Expedition. Betten, bet F. Rising, Bülowftr. 62. Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend. Freitag. Uebungs unbe bends Uhr. Aufnahme von Weitgliedern. Raifer'fcher fraße 14, bet Nitolay.- Borwärts 1, 6.D. Adalbertstraße 21, bet Roll. Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet kuhimen. Nord, ElifabethG. Henoch, Dresden- Renstadt. 8,95 M. erhalten und an ummes' fcher Gefangverein, bet tempel, Langeftraße 5. Bu- Rellner, Rigdorf, abgeführt. Gute Küche. Empfehle mein Garten- Restaurant für Gesellschaften und Vereine. Badeanstalt und Kegelbahn. Gustav Schöne, Gastwirth, Rüdersdorf, Karlstraße 8, 2549L] Bierverlag. 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