Nr. 51. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 1. März 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Vorpostengefechte auf Korea. Socialdemokratie die Spigelüberführung für die Behörden leisten Das Geständnis des Russentums. solle, während die Behörden die von uns deutlichst gewiesenen Spuren der Spigelschufte fühlen Sinnes unverfolgt lassen. Er verSeit zwei Jahren mehrten sich die Anzeichen, daß preußische wahrte eindringlich die russischen Studenten gegen die Vorwürfe, Der Russischen Telegraphen- Agentur wird aus Behörden die russische Regierung in ihren Bestrebungen bedienen, die Herr v. Hammerstein wegen ihrer Protesterklärung erhoben Lianjang vom Sonntag gemeldet: Chinesen vom Jalufluß be die russische Freiheitsbewegung zu unterdrücken. Der Fall der Frau hatte, die eine notwendige Folge der Beleidigungen seitens richten, daß ein russisches berittenes Avantgarde= Sugel, die unschuldig fast ein Jahr lang in russischen Gefängnissen v. Richthofen war und die das lobenswerte Ehrgefühl der russischen Detachement etwa 200 Werst jenseits des Flusses nach Korea gehalten wurde, gab den ersten Anlaß zum Einschreiten der Social Jugend beweist, die auf die Gefahr der Ausweisung hin tapfer hinein vorgeritten und mit einer japanischen Abteilung zusammen Demokratie; im März vorigen Jahres wurde dann im Reichstage handelt. In wuchtigen Schlägen geißelte Bebel die konservativen flohen unter Zurüdlassung von Pferden, die ihnen von Kojaken abgestoßen ist. Die Japaner wurden zurückgeworfen und über die Auslieferung des Studenten Kalajew und die Polizei- Parteien und die Regierungen, die durch Russendienst die preußische genommen wurden. General Linewitsch ließ der berittenen Unterwürfigkeit der deutschen Universitäten Klage geführt. Der Ver- Reaktion zu stüßen beabsichtigen. Krampfhaft unwahre Lachversuche Abteilung ein Infanterie corps auf dem Fuße folgen, treter der Regierungen suchte diese Klagen abzuwehren, indem er der Rechten bewiesen nur, wie sehr die Schläge trafen. um sich in Nord- Korea festzusetzen. die Vorkommnisse als möglichst harmlos darstellte; mit Ent- Während Bebels Rede war der Reichskanzler erschienen. Von amtlicher japanischer Seite wird mitgeteilt, daß rüstung wies er den Vorwurf ab, daß Liebesdienste Er hatte empfunden, daß die Minister rednerischer Beihilfe bedurften, am Sonntagmorgen um 9 Uhr eine osakenabteilung bis für Rußland besorgt werden. Aber seitdem und offenbar in und kein Zweifel, daß ihm an höherer Stelle nahegelegt war, die auf 700 meter an Pingyang beranritt, sich aber vor demselben Maße, Dem„ Daily in dem in Rußland japanischem Infanterie feuer zurückzog. die Furcht vor Ruffenpolitik vor dem Reichstage zu retten. Graf Bülow hat zur Erpreß" wird dazu aus Tschemulpo telegraphiert: Eine Schwadron der wachsenden Voltsbewegung stieg, häuften und verschärften sich die Rechtfertigung des Russenkurses nicht ein Wort neues ge- Stofafen traf aus der Richtung von Anju kommend auf der Straße Thatsachen der preußischen Bedientenhaftigkeit. Sie erreichten ihren bracht, das Neue und allerdings Entscheidende seiner Rede nach Söul auf eine Abteilung japanischer Infanterie, der die Nähe Gipfel in dem unfäglichen Strafverfahren gegen preußische Staats- beruhte in der Bestimmtheit und Schärfe des Russen des Feindes durch Vorpostenmeldungen bekannt war. Die Japaner bürger in Königsberg wegen Hochverrat gegen Rußland und Be- geständnisses. eröffneten ein Gewehrfeuer auf die avancierende russische Kavalleries leidigung des Baren. Als die Socialdemokratie diese ungeheuerlichen Zur Begründung des Russendienstes wiederholte Graf Bülow Abteilung, worauf diese alsbald Kehrt machte. Dinge vor den Reichstag brachte, versuchte zunächst wiederum der nur, was schon immer alle Reaktionszeitungen und alle Ministerreden Die japanische Juvasionsarmee auf Korea. Staatssekretär v. Richthofen Ablenkung und Ableugnung, berschritt erfüllte, es handle sich um die internationale Abwehr des Anaber zugleich zu heftigen Bedrohungen der in Deutschland lebenden ar chismus. Der Reichskanzler zählte alle Attentate auf, die in graphen- Agentur".) Ungeachtet des Sturmes in der vorigen Nacht Port Arthur, 29. Februar.( Meldung der„ Russischen TeleAusländer, die nicht nur ausgewiesen werden sollen, wenn sie sich neuerer Zeit geschehen sind, und fügte hinzu, daß in den letzten fünf wurden, Gerüchten zufolge, am Horizont die Lichter japanischer Auf„ lästig machen", die sich auch gefallen lassen müssen, an diejenige Grenze Jahren überhaupt nur drei" notorische Anarchisten" über die klärungsschiffe bemerkt. Courrier de Tientsin" meldet, gebracht zu werden, die der Regierung beliebe. russische Grenze ausgewiesen seien. Gerade die Attentate der Ver- trotz der Maßnahmen der Japaner, ihre Verluste zu verheimlichen, Da die Mehrheit des Reichstages die Haltung des Herrn gangenheit beweisen aber die völlige Unmöglichkeit, durch Polizei- sei doch zuverlässig bekannt, daß das Panzerschiff Jashima" und die v. Richthofen verwarf und. nun die preußischen Minister zu spionage solche Ereignisse zu hindern. Am wenigsten ist die Russen- Kreuzer Dsama" Osama" und" Tokiwa" beschädigt wurden und nach nächst im Verstec des Abgeordnetenhauses Polizei und Justiz bespizzelung und die preußische Ausweisungspolitik dazu geeignet, Nagajati bugsiert werden mußten. Ferner meldet das Blatt, daß zu rechtfertigen versuchten, trieb die Angelegenheit zur endlichen gründ- da der Verzweifelte, der unter Aufopferung seines Lebens zur absichtigten, in die Mandschurei einzubringen. Der Anmarsch der 60 000 Japaner in Gensan zusammengezogen seien, welche be= lichen Auseinandersetzung und Klärung. Die Frage war gestellt: Gewaltthat schreitet, seinen Entschluß durchaus individuell faßt. chinesischen Truppen zur Grenze sei angeblich auf den 5. März verSind die Thatsachen des Russendienstes zusammenhanglose Einzel- und so weit Russen sich in Deutschland aufhielten, die dann in hinesischen Truppen zur Grenze sei angeblich auf den 5. März ber unternehmungen untergeordneter Behörden und wird die Reichs- ihrer Heimat zum Terror griffen, hat die Polizeikunst versagt, regierung zur Umkehr rufen? Oder beruht die Ausländerhezze auf während sie Bedeutendes leistete in der Chikanierung und Vereinem von oben gebilligten und geleiteten System? Ist die neue jagung von Unschuldigen. Heilige Alliance nicht nur Vermutung, sondern Wirklichkeit? schoben worden. " " Times" beziffern die bis jetzt bei Tschemulpo gelandeten japanischen Truppen auf 20 000 Mann. Darin seien enthalten: die zwölfte Division und ein Teil der zweiten. Die Garde fehle noch. Die Artillerie bestehe bisher aus sechs Batterien der zwölften Division, und zwar Gebirgsgeschützen, die von je fünf Ponies geogen werden. Zur Abkürzung des Marsches, und zwar um etwa Truppen gelandet, wenn auch in geringerer Bahl, um von dort fünf Tage, würden auch bei Haiju( nordwestlich von Tschemulpo) nordwärts auf Hwangju vorzugehen. Man fönne anJedenfalls aber ist durch den Reichskanzler mun festgestellt, daß thatsächlich in drei Fällen Russen über die russische Grenze ausDie Klärung ist erfolgt. Schon durch die Geständnisse des gewiesen" worden sind. Es sollen notorische Anarchisten" gewesen preußischen Justizministers am Sonnabend und in vollem Umfange fein. Woher weiß dies der Reichskanzler? Hätten sie in Deutscham Montag durch den Reichskanzler selbst. Da die beste land irgend etwas Strafbares begangen, so wären sie dem deutschen Politik bleibi, festzustellen was ist, so hat die Social- Gesetz verfallen gewesen; der Fall lag mithin nicht vor. Sie hatten nehmen, daß bereits achttausend Japaner mit demokratie beste Politik geleistet, sie hat durch alle Versuche also wohl anarchistische Gesinnungen". Wenn es wirklich erwiesen einigen Geschüßen zwischen Söul und Pingyang der Vertuschung und Bestreitung hindurch die Wirklichkeit des wäre, daß die Ausgewiesen dem Terror huldigten, so ist dies ständen, wo eine japanische Vorhut von 150 Mann systematischen und aus politischen Gründen erfolgenden Russendienstes angesichts der namenlos furchtbaren Zustände in Ruß- chon angelangt fei. Der russische Vormarsch lasse sich be der preußischen und der Reichsbehörden festgestellt. Die Kultur- land, angesichts des russischen Terrorismus von oben feines bequem am Telegraphen ablesen, insofern sich die Telegraphen welt weiß, woran sie ist. wegs Grind, sie zu vervehmen und an Rußland auszuliefern die Russen vorgerückt seien. Schon am 24. stand ein russischer vorverbindung von Söul nach Norden immer um so viel verkürze, wie In einer sehr langen, bewegten Sigung des Reichstages wurde in der Art der Ausweisung. Aber sind denn auch nur die geschobener Posten in einer mutmaßlichen Stärke von 40 Mann diese Klärung erreicht. Graf Bülow hatte jüngst scherzend sich zum terroristischen Gesinnungen" festgestellt? Wahrscheinlich zählt zu 20 Meilen nördlich von Pingyang bei Sunan. Koreanische Berichte russischen Atavismus bekannt, er erschien im Reichstage, um den drei Ausgewiesenen, von denen Graf Bülow sprach, auch jener geben die Anzahl der russischen Truppen, die bis zum 21. die Grenze in brutaler Thatsächlichkeit den Rückfall in die sibirische Barbarei Salajew, der im Herbst 1902 an die russische Grenze geschleppt überschritten hatten, auf 3000 an, von denen 1000 bei Wiju, 1000 als höchstes Princip der modernsten deutschen Reichspolitik zu ver- wurde und der angeblich anarchistische Litteratur bei sich geführt bei Kasan, der Rest über das Land verstreut stehen. haben soll. Es ist aber schon früher mitgeteilt worden, daß Kalajew, nachdem er einige Monate in russischen Gefängnissen geschmachtet hat, selbst von der russischen Behörde als harmloser Mensch erkannt und freigelassen worden ist! Tünden. * Kriegsstimmung in Oestreich. Zunächst kamen die Redner aus dem Hause zum Wort. Daß Herr Normann für die Konservativen und Herr Kardorff für Aus Wien wird uns vom 28. Februar geschrieben: Von oie Reichspartei uneingeschränktes Russentum reden würden, war irgendwelcher gemeinschaftlichen Ansicht kann in Destreich natürlich selbstverständlich. Ihm schloß sich Herr Dr. Sattler an, der nicht Zur schmählichen Auslieferungsthat fügte Graf Bülow das nicht gesprochen werden, wo sich die Anschauungen nicht allein nach anbefähigt wäre, die Rolle des Ministers v. Hammerstein zu führen, schmählichere Princip des systematischen Russen den Klassen, sondern auch nach den Nationalitäten sondern. Was oer alle unbequemen Thatsachen nicht sieht, der jede Regierungs- dienstes. Da ihm irrtümlich Bismard als Vorbild tapferer die offiziellen Streife betrifft, so sind sie natürlich auch in der Hofburg maßnahme bewundert. Kritische Stellung zur preußischen Russen- Politik gegenüber Rußland vorgehalten wurde, berief er sich gerade streng" neutral": das heißt äußerlich von peinlichster Korrektheit be politik nahmen die andern Parteien ein: die Abgeordneten Müller auf Bismard und, um diese Berufung zu begründen, enthüllte er aus flissen und innerlich den russischen Waffen alles mögliche Schlimme Veeiningen und Schrader schlossen sich, wenn auch unter mancherlei den Akten des Auswärtigen Amtes Mitteilungen, die den wünschend. Wohl stellt man sich so, als würde man Rußland eine Einschränkungen, in vieler Hinsicht der socialdemokratischen Anflage preußischen Russendienst vollständiger und erschreckender offenbaren, rasche Beendigung feines ostasiatischen Abenteuers gönnen, weil man an, und Herr Spahn wiederholte im wesentlichen seine schon am als er selbst von uns vermutet werden konnte. Indem sich Graf Bülow feine Mithilfe zur Bändigung der Wirren am Balkan braucht; aber 19. Januar ausgesprochene Auffassung. Herr Dr. Spahn verhielt die Geheimnoten des Fürsten Bismarck aus den achtziger Jahren darüber ist man sich am Ballplazze doch nicht unklar, daß Europas sich zwar in der Form äußerst entgegenkommend und mild zur atavistisch aneignete, bestätigte er die lange bestrittenen und damit in allererster Reihe Destreichs Ruhe um so getvisser verStuffenregierung, sprach er doch von seiner Uebereinstimmung mit Anschuldigungen, die wir erhoben haben. Wie Bismarck, so betreibt bürgt ist, je mehr Rußland in Asien in Fährnisse gerät und je den Ministern, aber in der Sache bestand er doch auf einer Be- Graf Bülow aus politischen Gründen das Entgegenkommen an den stärker sein Selbstbewußtsein durch Japan gedemütigt wird. handlung der Ausländer, die der von der Regierung vertretenen Barismus; Gefälligkeiten sollen erwiesen, nach besonderen Wünschen Budem würde ein Sieg Rußlands, und gar ein müheloser, nicht Anschaumg entgegengesetzt ist. Er forderte, daß der Ausländer soll in Petersburg geforscht werden, um das Vertrauen des Baren ohne Rückwirkung auf die inneren Verhältnisse Destreichs bleiben: ivenn dann ausgewiesen werden solle, fich zu gewinnen. Nur der eine Zug ist neu im Russenprogramm der indem er die Slaven zu Ansprüchen anregen würde, die das schwache gegen unsre Gesezze vergeht, nicht aber sollen Bülow Staatskunst: Bismarck diente Rußland aus Gründen der Gefüge des staatlichen Verbandes weder zu befriedigen, noch ausfremde Gesetzgebungen maßgebend sein. Er forderte auswärtigen Politit, Bülow aber zugleich und in besonderem Maße, zuhalten vermöchte. Natürlich wirkt auch in Deftreich gegen diese forgfame Bewachung fremder Polizei Agenten. Er lehnte um in Rußland eine Rückversicherung für den Bestand der preußischen politische Erkenntnis das, was man kurz Dynastensolidarität nennen die Ausweisung an eine bestimmte Grenze ab und verlangte Reaktion zu sichern. Graf Bülow hat unverhohlen die Solidarität fann die den Mikado eben nicht inbegreift, wohl aber den Moskowiter, die Neugestaltung des reaktionären russisch- preußischen Auslieferungs- der osteuropäischen Untultur proklamiert! den man so oft Bruder genannt und mit dem man Umarmungen bertrages. Graf Bülow hat dann sofort Zeugnis abgelegt, wie die russische getauscht. Infolgedessen sind die Zeitungen, die mit dem Auswärtigen Zwischen diesen Reden ergänzten und vermehrten die Minister Solidarität den deutschen Charakter hebt. Er hat in dem milden Amt nur die leisesten Beziehungen unterhalten und das ist in diosturen Hammerstein und Schönstedt ihre Abgeordneten- Protest der russischen Studenten, den Herr b. Hammerstein kurz Destreich so ziemlich die ganze deutsch- liberale Presse- von einer haus- Unbeholfenheiten. Auch im späteren Verlauf der Debatte zubor als die That unreifer junger Leute beiseite schieben pollte, Burückhaltung, von einer" Objektivität", die hart an Gesinnungsum dies sogleich abzuthun erfreuten sie noch wiederholt den plötzlich gefährliche Auflehmung erkannt und er leistete das Helden- losigkeit grenzt. Der Krieg reduciert sich da auf ein strategisches Problem; Neichstag mit geistigen Leistungen, wie sie im Dreiflaffen- Parlament stück, den Studenten die Ausweisung anzudrohen. Er vervoll- daß in ihm auch ein Stück Kulturfrage enthalten ist, kommt diesen gezüchtet werden. Man mag zugestehen, daß sich mit Menschen- ständigte die erhebende That des modernen Staatsmannes, indem er„ Neutralen" nicht in den Sinn. material von der Hammerstein Art teine andre Politik treiben läßt den Ton anstimmte, durch den Ahlwardt rednerische Triumphe zu als jene der starken Nerven, die Herr v. Kröcher näher bezeichnet ernten pflegt. nur = er = Während sich nun die deutsche Bourgeoisie in eine mehr oder minder künstliche Zurückhaltung gedrängt sieht, nehmen die chauvinistihat. Mit Herrn v. Hammerstein und nicht minder mit Herrn Unfre Parteigenossen Haase und Bebel haben die nun zu schen Elemente der slavischen Völkerschaften leidenschaftlich ParteiSchönstedt zu diskutieren ist keine erfreuliche Aufgabe, sie hören gestandene Russenschmach gebrandmarkt. Aus ihrer Empörung für die Russen natürlich, von denen sich ihre Bedeutung für Welt nicht und verstehen nicht, was der Gegner sagt, sie wiederholen flammte die Scham, das Heimatland der revolutionären Dichtung und Geschichte ableitet. So hat Herr Dr. Kramarsch, der„ ausdas längst Widerlegte und nennen sich dann Sieger des Schlachtfeldes. und der weltumwandelnden Philosophie wiederum einer Politik der wärtige" Politiker des Jungczechentums, in der östreichischen DeleGenosse Bebel hatte zunächst die undankbare Aufgabe, die reaktionären Schmach preisgegeben zu sehen, wie es sie nur in den gation den Segen Gottes" für die russischen Waffen erfleht und Verwirrung der Thatsachen, welche die Minister am Sonnabend an- Beiten der tiefsten Erniedrigung erdulden mußte. das„ tückische Japan" mit einer zelotischen Verfluchung belegt, wie gerichtet hatten, wieder zu lösen. Er ging das ganze Material Bebel schloß seine letzte Rede mit der Ueberzeugung, der focial- fie in dem Jargon des Jungezechentums sonst nur denen zu teil nochmals gründlich durch, präcisierte die Thatsachen, fügte mancherlei demokratische Angriff werde dennoch den Erfolg haben, daß die Re- wird, die sich herausnehmen, seinen Parteibedürfnissen hindernd im wichtige Ergänzungen hinzu und behandelte den politischen Sinn der gierung in der Uebung des russischen Liebesdienstes Zurüdhaltung Wege zu stehen. Noch toller treibt es die Prager Presse und die Auseinandersetzung. Zum Königsberger Prozeß wies er die große üben müsse. Wir wünschen, daß der Protest der europäischen von ihr kommandierte Stadtversammlung, die leßthin einen BittWahrscheinlichkeit nach, daß Spigel ihre Hand im Spiel hatten. Er Deffentlichkeit diese Zuversicht bestätigt gegen den Willen der gottesdienst arrangierte, der sich dann in Straßendemonstrationen zeigte die Sonderbarkeit der ministeriellen Zumutung, daß die Aussenregierung, die Preußen und Deutschland beherrscht! fortsette, die, wie stadtüüblich, damit endeten, daß deutsche Studenten -G irgendwo geprügelt wurden. Weniger komödiantenhaft, aber dennoch offenkundig für das russische ,, Brudervolt" ist die Stimmung bei den andren Nationalitäten mit Ausnahme natürlich der Polen, die zwar in ihren bürgerlichen Schichten mit dem Zaren schon längst Frieden gemacht haben, zu Jubelhymnen aber dennoch nicht die Courage finden. So bietet das Bürgertum in Destreich allerdings als einheitliche Klasse nur in der Obstruktion anzutreffen ein buntes Bild aller Stimmungen. Die fanatischesten Freunde des Zarismus sind zum Beispiel die Wiener Christlich- Socialen: sie sind von der Kulturmission Rußlands in Kischinew überzeugt und von russischen Siegen erhoffen sie ein großes Judenschlachten in ganz Europa. Dazu gesellen sich die unvermeidlichen Russenferen, die uns Väterchen" und sein Knutenregiment plöglich als Rassengemeinschaft auftischen möchten, und von der„ gelben Gefahr" deklamieren, die uns, soweit sie ernstlich besteht, niemand anders beschert hat als der europäische Kapitalismus. In den unbeeinflußten Schichten des Bürgertums überwiegt natürlich die Sympathie für die couragierten, entschlossenen Japaner und sie leitet richtig, denn die Behendigkeit des gelben Infelvoltes ist ein Ausdruck von Leben, wie das Ungemach und das Ungeschick der Russen nicht minder eine Folge der der Ruffen nicht m Erstarrung ist. " Ueber die Anschauung der Socialdemokratie konnte natürlich nie ein Zweifel obwalten: sie weiß, was auf dem Spiele steht und was der Krieg für ihr Gesamtinteresse bedeutet. Der Haß gegen den Barismus reicht, wie eine gestern in Prag, dem östreichischen Moskau, abgehaltene Versammlung bezeugt, weit hinein in die Intelligenz; was modern denkt, eint sich in dem glühenden Verlangen, daß der Krieg dem eingeklemmten Zarismus den Garaus machen möge. Mit gewohnter Tapferkeit führen sich die czechischen Socialdemofraten auf, die bei ihrer Verurteilung der russischen Despotie die ganze Wut der heimischen Moskowiter zu bekämpfen haben. Wenn es schon ein Verdienst ist, daß man in Frankreich die„ Lockerung" des Bündnisses anzustreben übernimmt, so ist es ein noch weit. größeres, innerhalb eines der Russenmacht so unterthänigen Boltsstammes, wie es die Czechen seit jeher waren, die volle Wahrheit zu sagen: die über den Krieg und nicht minder über das russische Regierungssystem selbst. Politische Uebersicht. Berlin, den 29. Februar. Preußisches Abgeordnetenhaus. Nikolaus II. nicht durch die Kugel stirbt, sondern auf dem Schafott. Db er mm auf dem schmuzigen Lastwagen dahingeschleppt wird, oder ob er auf der Straße baumelt, oder ob er endet wie Ludwig XVI., das ist Sache der Zukunft." In dem Original heißt es aber: Damit sind die Aften des Herrn Schönstedt auch in ihrer lezten Beste geschleift. Man hat sich nicht damit begnügt, unsocialdemo fratische Schriften Socialdemokraten zuzusenden, und man hat auch obendrein die Citate noch gefälscht, um die öffentliche Meinung besser terrorisieren zu können. Welcher Uebersetzer hat denn dieses Meisters ,, Auf einer Versammlung sagte Plechanow, in jedem von uns werk geleistet? Fast gewinnt man den Eindruck, daß diese Fälschung Socialdemokraten steckt und muß ein Stück Terrorismus a la der von Anfang an beabsichtigte Endzweck des ganzen von russischen Robespierre stecken, und fügte hinzu: Ich bin selber Terrorist Agenten inscenierten Rummels war. in der Seele, ich ziehe es aber vor, daß Nikolaus nicht von der Kugel stirbt, sondern auf dem Kasauschen Platz auf dem nicht mehr darauf an, ob terroristische Schriften geschmuggelt, ob Freilich es kommt für die Beurteilung preußischer Politik gar Nach der Rede des Reichskanzlers, Broschüre: die mehr zugegeben hat, als die kühnste socialdemokratische Phantasie ,, Welchen Reichtum von Robespierres haben wir!" und fügt zu behaupten gewagt hätte, steht ja fest: Das Geschwätz von dann hinzu:" In Wahrheit gesagt, wir ziehen gar nichts vor, Terrorismus, Anarchismus, Zarenmord ist nur Vorwand. Worauf wir denken an den Tod Nikolaus überhaupt nicht. es der preußischen Regierung ankommt, ist, zu verhindern, daß der Als Louis Philipp im Jahre 1848 aus Paris in einer Mietkutsche Absolutismus irgend welche Schwächung erfährt. Gegenüber flüchten mußte, da flog fein einziger Stein nach ihm. Das Volk der fulturellen Solidarität Westeuropas hat der Kanzler die war so gutmütig, daß eine Prinzessin das Geschehnis als eine an Interessengemeinschaft Osteuropas proklamiert und mit dem Stolz genehme Abwechslung in dem Hofleben bezeichnete. Schafott." Diese angebliche Aeußerung apostrophiert der Verfasser der Citate gefälscht worden sind. Nikolaus II. in einer Mietkutsche vom Kasanschen oder Semenowschen den Ruhm aufs neue zu verdienen erstrebt, daß Preußen als das Blak abfährt, ob er in einem Wagen unter schmutziger Wäsche ver- Land der Westfalmücken zu gelten habe, die Väterchens Thron noch steckt weggeführt wird wie ein andrer Häuptling der Reaktion schützen, wenn selbst die Ostkalmücken bereits aufgeklärt zu werden während der Revolution, oder ob er in Frauenkleidung wie ein beginnen. So sind allerdings alle anständigen Elemente Westeuropas andrer Magister der Unterjochungskunst flieht, das alles interessiert als Anarchisten anzusehen. Gegenüber diesem Zugeständnis des uns wenig: die Geschichte selbst wird das Schicksal bestimmen. höchsten deutschen Beamten schrumpfen alle socialdemokratischen AnOb das Schafott Ludwigs des Sechzehnten oder der Frauenrod Guizots das ist die Sache der Zukunft, und nicht wir lagen in nichts zusammen. Preußen hat sich selbst sein Jena gehaben mit operettenblutigen Strömen herumschlagen! zusprisen." Fälschung Nr. 3. Der Minister citiert aus der Broschüre Nadeschdins: ,, Weder ein Zaun von Bajonetten noch die Ruten der Gendarmen, noch das Geheul der Unterthanen, noch die Autorität des Zaren werden auf die dunkle Masse des Volkes wirken. Nichts fann sie bewahren vor der blutigen Vergeltung, welche der Terror an Alexander genommen hat.( Hört! hört!) In der Broschüre heißt es aber: " 1 Woher dieser Satz? Deutsches Reich. Bülows Schminkfünfte. Als Graf Bülow am Montag fünf Minuten vor fünf Uhr seine Rede gegen Bebel begann, leitete er sie mit dem ergreifenden Geständnis ein: Vor zwei Stunden habe er telephonisch erfahren, daß Bebel eine donnernde Nede halten wolle, da habe er sich von seinem Krankenlager ers hoben um wie ein Held, der selbst den Tod nicht scheut, unvorbereitet, wie er sich hatte, mit seinem Leibe den Thron Väterchens zu schützen. „ Der Thron des russischen Selbstherrschers wird bei einer starken Gärung in den Massen vor dem revolutionären Rußland in seiner Nacktheit erscheinen; dieser Thron ist kein mit Gold geschmückter Granit, er ist ein vergoldeter Klok, der von Holzwürmern Als wir diese melodramatische Einleitung hörten, wurde es uns zerfreffen ist. Es sind keine gigantischen Anstrengungen nötig, um schwer die Thränen der Rührung zurückzuhalten. Wenn das keine ihn von der Stelle zu bringen er zerfällt in Scherben bei dem heilige Sache war, wenn das den Zaren nicht aufs tiefste von seiner ersten Anprall der Massen. Weder ein Zaun von Bajonetten, noch Freundschaft überzeugte! Graf Bülow eilt, ohne seine Gesundheit die Polizeispigelchen, noch die Geldbeutel der Großkapitalisten, zu schonen, in der Eingebung des Augenblickes auf die Wahlstatt, noch das unterthänige Geheul des Adels, noch die Autorität des im Nachthemde gleichsam, mit ungespültem Munde und ohne Zaren in den dunklen Massen nichts rettet den absolutistischen vollendete Frisur! Mehr kann doch der Zar wahrhaftig nicht von Das Abgeordnetenhaus hat am Montag zunächst den Thron."( Seite 82.) uns verlangen!... Gesetzentwurf betr. die Bewilligung weiterer Etatsmittel zur Keine einzige Zeile spricht vom Zarenmord oder fordert dazu Nun, wenn Graf Bülow wieder solche Inscenierungskünfte auf Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von auf. Im Gegenteil, wie wir gesehen haben, ist der Autor ein wendet, so muß er sich nicht damit begnügen, den ungespülten Staatsarbeitern und gering befoldeten Staatsbeamten Gegner solcher operettenhaften Blutströme". Mund als einzigen Beweis seiner Behauptung aufzuzeigen. Er muß an die Budgetkommission verwiesen. In der kurzen Debatte, Fälschung Nr. 4. Gehen wir zu der Broschüre des andern Ver- sich vor allem hüten, seine Offiziösen vorzubereiten oder wenigstens die voranging, erklärten Redner aller Parteien ihr Einverständnis mit der Vorlage. Der bekannte nationalliberale faſſers über, aus der der Minister folgendes Citat vorzubringen ihnen Schweigen auferlegen. Das unterließ er, und so begab sich das Grubenbaron Abg. Prieze glaubte noch ein übriges thun weiß:" Der Gedanke der Vernichtung des Baren ist natürlich Wunder: Um drei Uhr kam dem Grafen Bülow plöglich der richtig." Gedanke, vom Krankenlager aufzustehen, beim Beginn des zu müssen, indem er den Entwurf als ein Heilmittel gegen Reichstags aber um 14 Uhr war das große die Socialdemokratie anpries. Seine Rede hat weder den Der Verfasser citiert in seiner Broschüre eine Stelle aus einer Ereignis bereits auf der ganzen Journalisten. Vorzug aktuell, noch den wahr zu sein; aktuell deshalb nicht, revolutionären Zeitschrift, in der es heißt, daß die russische revolu- tribüne bekannt! weil das Herrenhausmitglied Graf Hohenthal vor zwei Jahren tionäre Bewegung sich wohl mit der Rolle einer Hebamme nicht Theaterkniffe sind schön, nur muß man dafür sorgen, daß durch das Gleiche in viel schönerer Form gesagt hat, und wahr Der deshalb nicht, weil seit der ersten Bewilligung von Staats- werde begnügen können, da vielleicht eine schwere Geburt bevorsteht, unvorsichtigkeit die beabsichtigte Illusion nicht zerstört wird. mitteln für Beamtenwohnungen im Jahre 1895 die Social- bei der es notwendig sein werde, den Kaiserschnitt vorzunehmen. Freiherr v. Hammerstein, der seine Kapacität durch Citieren demokratie nicht zurückgegangen, sondern bedeutend fort. Bu dieſer Phrase bemerkt der Autor:" Der Gedanke von dem erhärten wollte, äußerte am Montag, in vorsichtiger Ablehnung des Kaiserschnitt ist natürlich richtig. Ein Polizeigehirn hat bei geschichtlichen Urteils, es sei genug, wenn der Kanzler mit seiner geschritten ist. Hierauf begann das Haus die zweite Beratung des Etats dem medizinischen Termin„ Kaiserschnitt" flugs an das Abschneiden Politik den Besten seiner Beit genug gethan habe. Das Citat trifft der Bauberwaltung. Die Debatte drehte fich lediglich des Kaiferkopfs gedacht, und so entstand die schauerlich- blutige infoforn zu, als der„ Geschichtsschreiber" Schiller der Bauverwaltung. Die Debatte drehte sich lediglich um die Verhältnisse auf dem Dortmund- Ems- Kanal sowie um Phrase:" Der Gedanke der Vernichtung des Zaren ist natürlich schrieb Geschichte im revolutionären Sinne mit jenem Komödianten gedacht hat. Aber es paßt des. die Frage der Abgaben auf natürlichen Wasserstraßen. Während die richtig." Stonservativen und das Centrum für die Erhebung von Ge- Und mit solchem Blödsinn erscheint ein Minister vor der Deffent- halb nicht, weil Schiller nur hervorragend gute Schauspieler im bühren eintraten, stellte sich die Linke auf den Standpunkt, lichkeit, und solchem Blödsinn klatscht die„ gebildete Presse" Beifall, Sinne hatte! bemerkt der Gewährsmann der„ L. V." dazu. Bom Strafvollzug gegen Duellmörder. Der Domänenpächter daß eine solche Maßnahme dem Artikel 54 der Reichsverfassung Die nach dem obigen Satz folgende Fortsetzung: Schüsse sind Faltenhagen, der vor ztvei Jahren den Landrat widerspreche. Der Minister Budde begnügte sich mit der ErIlärung, das er auf demselben Boden steht wie der Reichs- erforderlich, sonst fängt die Gesellschaft von neuem an zu zaudern. von Bennigsen im Duell getötet hat und zur Zeit seine kanzler, der sich bekanntlich erst vor wenigen Monaten im Her mit dem alten Terrorismus des Blutes und der Rache". Strafe auf der Festung Weichselmünde verbüßt, stand Reichstage über diese Frage im Sinne der Linken geäußert hat. ist in der Broschüre aus einem kleinen Schriftchen citiert, das vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung seiner Bachmannschaft. Er wurde zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Falfenhagen weigerte Am Dienstag fällt die Sigung mit Rücksicht auf die einen vollständig Unbekannten zum Verfasser hat. sich im September vorigen Jahres nach einer von den Budgetkommission aus. Die Weiterberatung des Etats findet autor, betont es ausdrücklich, daß das Citat nicht Festungsgefangenen veranstalteten fleinen Festlicham Mittwoch statt, und zwar steht zunächst der konservative eine Ansichten wiedergebe, daß zwischen seinen An- feit im dienſtlichen Auftrage bei ihm erschienenen Militärpersonen Wer hier Antrag auf Regelung des Submissionswesens zur Debatte.schauungen und denen des unbekannten Autors ein großer Unter- zu gehorchen, gebrauchte angeblich die Worte: schied" besteht( Seite 21) und an einer andren Stelle sagt Burzew hineintommt, den steche ich über den Haufen" ausdrücklich:„ Wer unsre Schriften gelesen hat, der weiß auch, wie und soll auch gesagt haben:" Von solchen Leuten( er meinte fern wir dem reinen Terrorismus stehen( Seite 12). anscheinend die wachhabenden Soldaten) sei er schon ein. mal bestohlen worden." Fälschung Nr. 5. Der Minister citiert aus einem Artikel Gefälschte Citate. Bisher hatten auch wir angenommen, daß die terroristischen Citate, die Herr Schönstedt im preußischen Abgeordnetenhause vor- Burzews: Da es uns bekannt war, gebracht hatte, wenigstens richtig seien. daß die angeführten Schriften von Eingängern stammen, die feiner politischen Organisation Rußlands angehören, so wären solche Nachbildungen des deutschen bürgerlichen Revolutionismus an sich nicht undenkbar gewesen. Nun ist aber nicht einmal dieser Strohhalm der ministeriellen Anklage echt. Die„ Leipziger Volkszeitung" führt heute den Nachweis, daß die Citate durchweg gefälscht sind, natürlich nicht von ihm, sondern von dem schuldigen Agenten, der die Uebersetzung bewirkt hat. Die Schriften, aus denen der Minister citiert hat, sind„ Die Wiedergeburt des Revolutionismus in Rußland" von L. Nadeschdin. Auf Grund dieses Programms wollte der Verfasser eine neue Gruppe bilden, die aber niemals aus mehr Personen als aus ihm selbst be= standen hat. Die andren Schauercitate finden sich in der Londoner Zeitschrift„ Narodowolcz", von der 1897 vier Nummern erschienen find, die dann unter dem Titel:„ Nieder mit dem Zaren" gesondert herausgegeben worden sind. Auch hier steht nichts hinter dem Verfasser wie er selbst. Nachstehend die Fälschungen, wie sie unser Leipziger Parteiorgan darstellt: Der Minister brachte aus der Broschüre Fälschung Nr. 1. Nadeschdins das folgende Citat vor: „ Wenn auch die Gegner des Terrorismus es für nötig halten, gegen ihn( den Terrorismus) anzufämpfen, so dürfen wir doch feine Stunde und feinen Tag in diesem Kampfe nachlassen, der zum Begräbnis der gegenwärtigen politischen Ordnung und Gründung einer neuen führt." In der Broschüre heißt aber die betreffende Stelle: „ Wenn auch die Gegner des Terrorismus es für nötig halten, gegen ihn anzufämpfen, so werden sie selber doch als argumentum heroicum( Argument mutiger Entschlossenheit) die Notwendigkeit einer verstärkten politischen Agitation in den Maffen anerkennen, und die bescheidene politische Propaganda, die weder Tag noch Stunde weiß, wann ihre Ideale erfüllt werden, wird abgelöst werden durch die unaufhörliche Agitation, die zum Begräbnis der bestehenden politischen Ordnung und zur Bildung einer neuen ruft." ( Seite 81.) Der Autor spricht von der politischen Agitation, nicht bom Terror. Fälschung Nr. 2. Der Minister citiert aus derselben Broschüre Nadefchdins: " Plechanow sagt, in jedem Socialdemokraten müsse ein Stück eines Terroristen oder eines Robespierre steden. Ich bin auch der Meinung( d. h. angeblich der Autor), aber ich siehe es vor, daß Burzew, der „ Das hat der Volkswille vorzüglich verstanden und das bildet sein Hauptverdienst in der Geschichte, die Bestimmung des Vollstreckungssystems, das dahin geht, den garen hin zurichten. Ohne Kampf mit dem 3aren kann es in Rußland keinen ernsten politischen Kampf geben. Der Kampf muß gipfeln im 3arenmord, und, wenn nötig, in einer ganzen Reihe von Zarenmorden und einem systematischen politischen Terror. Das muß unser Programm des Minimums sein." Das Citat ist von Anfang bis zu Ende zusammengefälscht. In dem Artikel heißt es: Alexander III. regierte 14 Jahre und Nikolaus II. schon das siebente Jahr, und das in einer Zeit, wo die Reaktion augen scheinlich den stärksten Widerstand seitens der Revolutionäre hervorrufen und ihr ganzes Kampfesprogramm zu einem Postulat reduzieren mußte: dem Zarenmord, und wenn das nötig erschiene, zu einer ganzen Reihe von Zarenmorden und einem systematischen politischen Terror." Worte an 1 " 1 der Dichter Solange Duellmörder bei ihrer Strafverbüßung folenne Saufgelage veranstalten können, ist natürlich eine Neuregelung des Strafvollzugs, namentlich eine solche für politische Verbrecher" vollständig überflüssig! " Die bayrische Wahlreform gescheitert! München, 29. Februar. Kammer der Abgeordneten. 3u Artikel 14 des Landtagswahl- Gesezentwurfs wurde der erste Absatz eines Antrages Hammerschmidt( lib.), wonach im ersten Wahlgang absolute Mehrheit erforderlich ist, einstimmig angenommen. Dagegen wurde der zweite Absatz, durch den auch für den zweiten Wahlgang absolute Mehrheit gefordert wird, gegen die Stimmen der Liberalen und der Freien Vereinigung abgelehnt. Statt dessen wurde ein Antrag Segis( Soc.) angenommen, wonach im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit ohne Rücksicht auf ihr Verhältnis zur Gesamtzahl der Stimmen entscheidet. Bei der Gesamtabstimmung über das Landtags- Wahlgesetz stimmten 156 Abgeordnete ab. Davon 96 mit Ja ,, nämlich das Centrum, die Socialdemokraten, Abg. Gebhardt( B. d. L.), Abg. Lutz( Fr. Vg.) und Kohl. Dagegen stimmten 60 Abgeordnete, nämlich die Liberalen und die Freie Vereinigung außer Luz. Das Gesetz ist somit, da die erforderliche Zweidrittelmehrheit fehlte, geDer Autor spricht hier seine Verwunderung aus, daß die fallen. Greuel während der Regierungszeit Alexanders III. und des jetzigen Ein neues Gefecht mit den Hereros. Kaisers nicht schon zu den krassesten Formen des Kampfes geführt haben, wo doch diese Greuel so schrecklich gewesen sind. Der Autor 28. Februar: Die Kolonne des Majors v. Eitorff hatte Gouverneur Leutwein meldet in einem Telegramm bom will die Schredensherrschaft des Absolutismus am 25. februar ein zehn stündiges schweres Gefecht an unterstreichen, bei dem Minister erscheint das Citat als ein Aufruf der Wasserstelle Otjihinanaka, fünfzig Kilometer östlich zum Barenmord. Der erste Satz des Citats:„ Das muß unser Programm des Minimums sein"( nämlich der Zarenmord und die Hinrichtung des Zaren) ist aus einem ganz andren Artikel herausgerissen und steht dort im folgenden Zusammenhang:" Als unsre erste Aufgabe erscheint die Vernichtung des 3 arismus ( also des abfolutiſtiſchen Systems). Der Miniſter ſetzt aber statt Barismus"" Bar", und wir haben die blutigste Aufforderung zum Barenmord. Fälschung Nr. 6. Der Minister citiert: Omaruru, gegen zahlreiche und tapfer fechtende Hereros in vorzüg licher Stellung, gegen die Artilleriewirkung unmöglich war. A bends wurde die feindliche Stellung durch Sturm der Compagnie Franke durchbrochen, worauf die Hereros sich in östlicher Richtung zurüdzogen. Berluste des Feindes unbekannt. Erbeutet wurden 500 Stild Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh. Die diesseitigen Verluste find: aus Tot: Oberlieutenant Otto Schulze aus Krosien. Schwer verwundet: Oberlieutenant Freiherr v. Schönau- Wehr, Schußwunde am linken nie. Oberlieutenant Hannemann bom Der Hinblick auf den früheren systematischen Terror muß uns Seebataillon, Lieutenant v. Stülpnagel, beide Schuß durch rechten beleben, die Attentate im Winterpalast, die Explosionen, die Zaren- Oberarm, Gefreiter Vollrath Friedrich Coswig, Kreis morde. Auf zum direkten Angriff mit bewaffneter Hand wider Serbst, Querschuß durch unterliefer, Gefreiter Ernst Binder den Zaren Nikolaus II. Nehmt Revolver und Bomben in die aus Holzgerlingen in Schwaben, Schuß durch linke Lunge und linken Hand und nehmt so den Kampf gegen das jezige reaktionäre Oberarm. System auf; man muß sie zum Bittern bringen. Tod Nikolaus II., Tod allen Reaktionären, es lebe die Volksfreiheit." Dieses Citat ist von Anfang bis zu Ende erdichtet; es findet sich nirgends. Leicht verwundet: Sergeant Bernhard Becker aus Bracupönen, Ditpreußen, Streifschuß an der rechten Bade, Gefreiter Bruno Sputh freiter Reinhold Meusel aus Wald, Streis Zittau( Königreich Sachsen), aus Schönefeld, istreis Leipzig, Streiffchuß am linten Unterarm, Ge Streifschuß am Kopf. 1903 1902 Mart 13 341 718 Unruhen in Kamerun. Im nordwestlichen Kamerun war es un-| entsprechend zugenommen. Er stellt sich auf brutto 37 961 381 M. längst zu einer Erhebung der Croß- Neger gefommen, der der Kolonial- gegen 33 478 395 M. im Vorjahre, und zivar erbrachten: beamte Graf Pückler zum Opfer gefallen war. Eine Straf expedition ist alsbald abgegangen. Inzwischen hat die Erhebung um sich gegriffen. Auf den Niederlassungen der Gesellschaft Nord- WestKamerun" sind drei Angestellte, Namens Küster, Schoof und Schmidt erschossen worden, die Faktoreien wurden geplündert und zerstört. " Es verlautet, daß auch die Station Ossidinge zerstört worden sei, doch liegen hierüber keine amtlichen Meldungen vor. Hoffentlich erfährt man auch etwas Näheres über die Ursachen dieser Eingeborenenerhebung. Ausland. Oestreich- Ungarn. 1 950 160 M. • = 350 565 5 836 939 9 187 257 Zum Schluß seiner Ausführungen teilte er noch mit, daß dem Wahlkomitee eine Reihe Zuschriften aus verschiedenen Orten Sachsens zugegangen seien, die das Verhalten der Agitationskomitees miß billigten. Danach nahm Genoffe Göhre das Wort. Nach dem ausführ lichen Bericht der„ Chemnitzer Volksstimme" geben wir einiges aus feinen Darlegungen wieder. Nachdem er auf die Verhältnisse im Wahlkreise verwiesen und den Genossen des Kreises seinen Dant dafür ausgesprochen, daß sie ihn aufgestellt hatten, begann er, von fich zu sprechen: Wechsel und Zinsen Sorten und Coupons 15 520 358 Effekten und Konsortien. 384 486 6 879 065 Kommanditen und dauernde Beteiligungen Provision. 10 075 978 bei fremden Unternehmungen 5 101 492 4 761 915 Für Gehälter, Gewinn Anteile an Vorstand und Beamte, Vor fünf Jahren bin ich in die Partei hineingekommen. Ich Steuern und sonstige Handlungsunkosten wurden berausgabt habe gearbeitet wie jeder andre. Ich habe mir schnell das Ver 13 159 065 M.( 12 382 460 M.), darunter Steuern, Abgaben usw. trauen der Genossen im 15. Kreise erworben, den wir mit glücklichem Auf Bankgebäude werden 1 036 144 M. gegen Erfolge erobert haben. Dann kam Dresden und die Angriffe auf 902 954 M. im Vorjahre und auf Mobilienconto 242 334 M. gegen meine Person, die ich schon in Dresden zurückzuweisen für nötig hielt. 343 822 M. abgeschrieben. Der Reingewinn beträgt danach Ich glaubte, in Dresden sei alles erledigt, das war nicht der 24 307 600 2. gegen 20 623 536 M. im Vorjahre, davon sollen Fall. Harden fiel mir mit einigen andern in den Rücken. Was 11 Proz. Dividende gleich 16 000 000 m. verteilt und 1 630 760 m. geschah? Anstatt daß uns die Parteipreffe gegen die Angriffe eines ( gegen 1312 353 M. im Vorjahre) der ordentlichen Reserve über- Gegeners beisprang, gab sie unter Führung der Leipziger Voltswiesen werden. Ferner kommen 2 000 000 M. in den Kriegsreserve- zeitung" das Signal wider uns und überhäufte uns mit fonds, so daß 854 259 M.( gegen 783 763 M. im Vorjahre) auf Schmähungen und nur die„ Volfsstimme" hatte Partei für mich er116 400 M. für zurückerstattete Agiofteuer in den ordentlichen Reneue Rechnung vorgetragen werden. Außerdem fließen noch griffen. serbefonds. Die Bilanz zeigt folgende Hauptposten: Aktiva Kaffe, Sorten. Wechsel Prag, 29. Februar. Der Politische Arbeiterklub hielt gestern vormittag auf der Schüßeninsel eine von zweitausend Personen besuchte Versammlung ab, deren Tagesordnung das Thema bildete:" Der russisch- japanische Krieg vom Standpunkte der Socialdemokratie". Gleichzeitig fand in der russischen Kirche ein Gottesdienst statt; vor der Kirche hatten sich fast 2000 Personen angesammelt, meist nationale Arbeiter und Studenten. Nach dem Gottesdienste gelangte ein großer Teil der Menge trok des Einschreitens der Polizei auf den Graben, johlte und sang und nahm eine drohende Haltung ein. Die auf dem Graben promenierenden CouleurStudenten zogen sich auf Veranlassung der Polizei in das Café Continental und in das Deutsche Haus zurück. Die Menge zog johlend und Schmährufe ausstoßend am Deutschen Hause vorbei Guthaben bei auswärtig. Banken zum Nationaltheater, als gerade die Versammlung auf der Schüßen- und Bankiers insel beendet war. Um einen Zusammenstoß zwischen den beiden Report und Darlehen. Parteien zu verhindern, drängte die Polizei die Massen in die Seitengassen. Lombard- Vorschüsse. Trotz der Bemühungen der Polizei fammelte sich die Menge wieder- Effekten holt. Die Kundgebungen dauerten bis 23 Uhr nachmittags. Konsortial- Beteiligungen Fünfzehn Personen, meistens junge Leute, wurden wegen Wider- Kommandit- und dauernde Befeglichkeit verhaftet. Nach der Wiederherstellung der Ordnung be- teiligungen gaben sich die Couleurstudenten unter dem Schutze der Polizei in Debitoren, gedeckte ihre Wohnungen. Frankreich. Oftafien- Rüftungen. Der Dampfer Yunnan", welcher von der französischen Regierung gechartert wurde, trifft am 10. März in Toulon ein und wird 600 Tonnen Munition für Saigon an Bord nehmen, außerdem ein Bataillon Infanterie in Stärke von 500 Mann und ein Bataillon der Kolonialtruppen, im ganzen 1400 Mann, Ende März sollen 1200 Mann folgen, welche zum Schutze der franzöfifchen Kolonien in Ostasien bestimmt sind. England. Der englische Flotten- Etat. ungedeckte Vorschüsse auf Waren Immobilien · Passiva . Kreditoren. Depositen Accepte( Centrale) Accepte( Filialen) Aktienkapital Reserven 1902 M. 75 704 529 333 716 944 1903 11 m. 95 871 745 342 785 945 17 " 43 788 489 " 171 092 674 " " 12 908 723 " " 55 716 401 " " " 33 058 426 " 57 826 690 " " 292 729 777 " " 59 339 213 " " 39 680 697 " " 13 858 787 " " 552 445 807 " " 236 928 574 " " 53 203 063 " " 126 605 003 " " 160 000 000 " " 55 399 695 " 39 369 328 Sollte ich so in den Reichstag hineingehen, so angegriffen, so gebrochen? Da sagte ich mir: nein, so geht es nicht und dann legte ich nieder. Man sagt, ich hätte erst mit den Genossen sprechen sollen. Wohl habe ich mich gefragt, ob ich das thun soll. Aber dann habe ich mir gesagt, wenn du das thust, so sieht das wie Komödie aus und Komödie mache ich nicht. Wie das Urteil darüber ist, das überlasse ich einem jeden. Wenn ich an mich persönlich gedacht hätte, dann hätte ich nicht niedergelegt und konnte heute im Reichstag herumgehen. Ich konnte nichts 169 554 915 Klügeres thun, als daß ich bliebe. Ich habe an mich wahrhaftig nicht gedacht. Daß ich niedergelegt habe, ist als Fehler angesehen worden. 15 087 412 41 245 902 32 355 392 Ich weiß, daß die Majorität des 20. Wahlkreises das als Fehler angesehen und das vor acht Tagen konstatiert hat. Und trot dem haben Sie sich nicht abhalten lassen, mich aufzustellen, und mit 55 849 407 vollem Bewußtsein. Eben darum danke ich Ihnen so herzlich dafür. 247 374 059 Sie haben mir damit ein Zeugnis ausgestellt, daß selbst, wenn die Niederlegung ein Fehler war, dieser troßdem nicht so ernst gewesen ist, daß er dauernde Strafe verdiente, daß er wieder gut gemacht werden fann. 31 156 347 12 987 226 506 998 993 213 477 434 Und Sie haben den Boden bereiten wollen, daß ich wieder ars beiten sollte. In einem Kreise, der viel schwerer ist als der 15., follte ich noch einmal beweisen: der Kerl kann was. 40 580 050 Freilich, das möchte ich auch nicht unerörtert lassen, wie ich 104 721 455 von vornherein zur Kandidatur gestanden habe. Da möchte ich bes 160 000 000 tonen, sofort nach Rosenows Tode bekam ich von anders her die 53 970 941 Buschrift:„ Höre mal, Göhre, das wäre was für Dich." Ich hatte den Die Summe der flüssigen Mittel in ihrem Verhältnis zu den Brief hingelegt und gesagt: Unsinn, wie können die Genossen vom Verbindlichkeiten hat sich demnach im Vergleich zur vorjährigen 20. Kreis daran denten? Ich habe mir aber auch gesagt, du darfst Bilanz etwas verschlechtert, giebt aber zu irgendwelchen Bedenken die Sache in keiner Weise provozieren, in keiner Weise fördern. Um feinen Anlaß. das zu thun, entschloß ich mich, auch beim Begräbnis Rosenows weg20. Streife in Maſſe. aubleiben, weil ich mir sagte, da findest du Genossen aus dem Anfrage. Damals habe ich mit einem fächsischen Reichstagsabges Vor etwa anderthalb Wochen tam aus dem Kreise die offizielle ordneten, nicht mit Schippel, gesprochen, unter welchen Bedingungen ich, wenn die Dinge an mich herantämen, annehmen müßte. Der Genosse sagte mir:" Die Dinge liegen ernst. Wahrscheinlicht, Genosse sagte mir:" Die Dinge liegen ernst. Wahrscheinlich ſt, daß es nichts wird, die Majorität wird gegen Sie fein. Ich entgegnete:„ Wenn aber das umgekehrte sein wird?" Mir wurde ges antwortet:„ Dann rate ich Ihnen, nehmen Sie nicht an, wenn eine beachtenswerte Minorität gegen Sie ist, wenn Sie aber einstimmig oder fast einstimmig verlangt werden, dann müssen Sie annehmen. haben sich nun so abgespielt; ich bin fast einstimmig aufgestellt worden, Das war auch meine Meinung und mein Entschluß. Die Dinge weiß ich auch, daß, von den Vertrauensleuten des 20. Kreiſes alle wenn ich mich recht erinnere mit 696 gegen 4 Stimmen. Dazu Vorsicht angewandt worden ist, um nicht den Eindruck zu erwecken, als sei die Sache eine Mache. Der beste Beweis dafür ist, daß der in war, sondern Sindermann geholt wurde. Aussicht genommene Kandidat bei der Versammlung nicht einmal da London, 27. Februar. Das Marine- Amt veröffentlichte vor drei Tagen den Flotten- Etat für das Finanzjahr 1904/05. Die Gesamtausgaben werden auf 36 889 500 fd. Sterl. veranschlagt, gegen 34 457 500 Pfd. Sterl. im Etat 1903/04. Das Schiffbau- die kürzlich von einer merklichen Besserung des Siegerländer EisenSiegerländer Eisenmarkt. Im Gegensatz zu andren Berichten, Brogramm umfaßt 4 Linienschiffe, einschließlich der zwei Linienschiffe, marktes zu erzählen wußten, meldet die Köln. Zeitung", daß die die England vor einigen Monaten von der chilenischen Regierung Schwäche des Siegerländer Roheisenmarktes anhält. Die Aufträge gekauft hat; dann 4 Panzerfreuzer, 14 Torpedobootszerstörer und in Roheisen sind fast bis auf die Hälfte der vollen Herstellungs10 Unterseeboote. Die Kosten der Neubauten werden sich auf möglichkeit heruntergegangen, und dem entspricht die Einschränkung. in 11 654 176 Pfd. Sterl. belaufen. Das Wachsen der Flottenausgaben Für die kleinen Hütten mit nur einem Hochofen ist dadurch die zeigt folgende Tabelle: Schwierigkeit recht groß geworden, weil sie einen solchen Ausfall an Jahr Arbeit nicht durch ständigen schwächeren Betrieb wieder wett machen fönnen, sondern gezwungen sind, von Zeit zu Zeit den ganzen Betrieb eine Zeitlang still zu legen, um die Vorräte nicht ins unermeßliche wachsen zu lassen. Besser können schon die Sütten mit zwei Defen sich helfen, da sie einen Ofen wenigstens noch ganz aus nüßen fönnen. Ta der Hauptgrund für diese Schwierigkeiten in der Herstellung des eignen Bedarfs durch die rheinisch- westfälischen Hütten liegt, so ist vorläufig noch keine baldige Besserung in der Lage der hiesigen Hochofen- Industrie abzusehen. Pfd. Sterl. Jahr 1895 19 637 000 1900 1896 21 823 000 1901 1897 22 238 000 1802 1898 23 778 000 Pfd. Sterl. 28 791 000 30 875 000 31 255 000 34 457 000 36 889 500 1899 26 594 000 1903 1904 Zur Rechtfertigung dieser wachsenden Lasten sagt das MarineAmt:" Wir sind uns bewußt, daß die Ausgaben, um deren Bewilligung wir das Parlament ersuchen, schwer find. Das Parlament möge indes erwägen, daß die Verantwortlichkeit, die auf dem MarineAmt liegt, ebenfalls schwer ist, indem es die Aufgabe hat, das britische Reich mit einer Flotte zu versorgen, die im stande wäre, einer Kombination von zwei Seemächten entgegenzutreten, dann den britischen Seeverkehr zu schützen und die britische Lebensmittelzufuhr zu sichern. Wir haben es vermieden und werden es auch für die Folge vermeiden, ungebührliche Flottenpläne zu befürworten. Da aber derartige Pläne von andren Mächten angenommen werden, so bleibt uns nichts andres übrig, als sie bei Aufstellung unsres Flottenprogramms zu berücksichtigen." fius u. Co. veröffentlicht für das erste Semester ihres GeschäftsDie Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Paris jahres, das bekanntlich seit der Sanierung vom 1. Juli bis 30. Juni läuft, eine Halbjahrsbilanz, die im Vergleich zu der des Vorjahres eine nicht unbeträchtilche Erhöhung des Gewinnes nachweist. Der Reingewinn beträgt 831 619 M., gegen 685 471 M. in dem gleichen Beitraum des Jahres 1902. Das Binfenfonto erbrachte 806 345 M. ( 654 552 M.), das Disfontkonto 383 255 Mt.( 266 192), das Provisionskonto 275 138 Mt.( 266 805), das Stonto für Beteiligungen 138 272.( 25 701). Die Handlungsunkosten erforderten 435 235 Mart( 381 810). Agitationskomitees gegen seine Kandidatur vor einigen Tagen in den Göhre sprach dann über die Erklärungen, die von den sächsischen sächsischen Parteiblättern veröffentlicht worden sind und ließ durchblicken, daß sie den vorher schon getroffenen Abmachungen widersprächen und fuhr fort: ergeben. Da ist die erste Folge, nachdem nun die Erklärung er Es sind nun die Folgen zu erwägen, die sich aus dieser Situation schienen ist und der Kreis auf seinem Standpunkt beharren wollte, Der Achtstundentag für Berglente. London, 27. Februar. Das ein Parteiffandal ersten Ranges. Es ist sehr leicht möglich, daß es Unterhaus beschäftigte sich gestern etwa 40 Minuten mit der zweiten Bergbau und Gußstahlfabrikation haben in Ichter Zeit mit be- gemacht haben. Wir wollen alles thun, um dies zu verhüten, denn wir Bochumer Gustahlvercin. Seitens des Bochunter Vereins für auch so fommt. Dann ist aber die Sache so, daß wir keinen Standal Lesung der Vorlage betreffend den Achtstundentag für Bergleute. Für die Vorlage sprach der liberale Grundbesitzer Osmond- Williams, nachbarten Zechen Verhandlungen über eine Veräußerung und haben genug gehabt. Seit vorigem Sommer geht die Heße. In Betriebsübertragung der der Ansicht war, daß derartige Forderungen debattelos, an der Gesellschaft stattgefunden. Um diese Verhandlungen zum Ab- die Woge etwas abgeebbt ist, nun die Aussicht, daß es in der Reihe der älteren Kohlenze chen Dresden war ein Höhepunkt, nach Dresden noch einer und jetzt, wo genommen werden müßten, da sie von der öffentlichen Meinung schluß bringen zu fönnen, beruft der Verwaltungsrat auf den weiter geht. vollständig gebilligt werden. Gegen die Vorlage sprach der Berg- 29. März eine außerordentliche Generalversammlung mit der Tages- Wir wollen alles vermeiden, was wir können und wir können arbeiter- Abgeordnete J. Wilson- Durham, der„ den Tag ihrer Annahme als einen der schlimmsten in der Arbeitergeschichte Eng- ordnung ein, ihm die dafür statutengemäß erforderliche Genehmigung nur das eine thun, daß wir in diesem Falle einen Rückzug antreten, lands beklagen würde". Nach einigen Bemerkungen eines fon- zu erteilen. Vornehmlich handelt es sich um die Bechen Hasenwinkel", daß Sie mich meines Wortes entbinden, daß Sie auf meine Kanservativen Abgeordneten wurde die Debatte vertagt und die Vorlage" Engelsburg" und" Steinbant". Als Reflektant tritt, wie die„ Vossische didatur verzichten.( Vielstimmiges Nein!) Nein, sagen Sie, Parteibegraben. Zeitung" zu berichten weiß, der bekannte rheinische Großindustrielle genossen, und Sie sagen es von einem Gesichtspunkt mit gewissem Hugo Stinnes auf. Recht. Der Kreis ist nach socialdemokratischen Gesichtspunkten souverän. Es ist ein Grundrecht, daß jeder Kreis die Entscheidung über seinen Vertreter hat. Aus Induftrie und Handel. " Die Kandidatur im 20. sächsischen Reichstags- Wahlkreise. Das ist richtig, und soviel ich unterrichtet bin über die Stellung Aus dem Ruhrrevier wird uns geschrieben, daß dort trotz der im Parteivorstand und Fraktion, so wird auch an dieses Grundrecht angeblichen Regelung" der Produktion durch das Kohlennicht getastet, wenn Sie bei Ihrem Willen beständen. Aber, ParteiIn der erneuten Parteiversammlung, die am Sonntag in genossen, es giebt neben diesem einen Grundprinzip noch ein andres. fynditat auf einer Zeche Feierschichten eingelegt werden, während Gelenau stattfand, erklärte Genosse Göhre seinen Rüdtritt von Das ist die Einigkeit in der Partei und die Parteieinigkeit verlangt auf andern Gruben in Ueberzeit gearbeitet wird. Es kommt sogar der Kandidatur und empfahl zugleich im Einverständnis mit den gewisse Stonzessionen, gewisse Opfer an dem Recht der Selbständigkeit. vor, daß die Verwaltung einer Gesellschaft für einen Schacht Feier- sächsischen Agitationskomitees den Genoffen Bintan- Leipzig als schichten, für andre Ueberzeitarbeit anordnet. Für heute( Montag) Kandidaten. Und selbst wenn wir glauben, im Rechte zu sein und das Recht Von 35 vertretenen Ortschaften stimmten 25 für durchsetzen wollen, wir dürfen das nicht. Wir müssen das Unrecht find wieder für eine ganze Reihe Schächte Feierschichten angesetzt. Binkau, 6 enthielten sich der Abstimmung und 4 stimmten dagegen. Dann von innen heraus bekämpfen. Jetzt aber haben wir feine Zeit In voriger Woche wurde u. a. gefeiert auf vier Schächten der Somit ist Genosse Binkau als Kandidat des Kreises proklamiert. dazu, jetzt ist der Feind da, jezt müssen wir einig sein, und wenn es Gelsenkirchener Bergwerks- Gesellschaft, auf den Zechen Neumühl", Die Versammlung war ungewöhnlich zahlreich besucht, es waren uns gegen den Strich geht. Wir müssen jetzt fämpfen, unsre Wünsche Zollern",„ Germania"," Massen"," Tremonia“ und„ Scharnhorst" gegen 1000 Parteigenoffen anwesend. Der Vorsitzende der Ver- in ein Grab legen und darum müssen Sie mich begraben. Das ist die Die Unzufriedenheit der Arbeiter über diese Zustände ist natürlich fammlung, Genosse Nie& el Bichopau, leitete die Verhandlungen erste Folge. nicht gering. mit einer Darstellung der Vorgänge ein, die mit der Kandidatur Die zweite Folge ist die, daß der Wahlkampf, wenn wir beJahresabrechnung der Deutschen Bank. Der Bilanz der Göhre im Zusammenhang stehen. Er sprach von den Verhandlungen, harren wie jene, zu einem schlechten Ende führt. Sie( die Agitations= Deutschen Ban! sieht man nicht nur in den Kreisen der hohen Finanz, die zwischen Agitationskomitees und Parteivorstand einerseits und fomitees) haben erklärt, daß sie die äußersten Konsequenzen ziehen. sondern auch in denen der Industrie und des Handels alljährlich dem Wahlkomitee des Kreises und Göhre anderseits stattgefunden Das heißt, während wir kämpfen, werden sie gegen diefen Kampf mit dem höchsten Interesse entgegen; denn in keinem der andren haben und fuhr dann fort: auftreten. Sie werden in der Oeffentlichkeit weitere Schritte thun. großen Bankinstitute fonzentriert sich in gleichem Maße das moderne Wir haben erwartet, daß auch wir unsern Willen noch durch Sie haben ja bereits diese Aeußerung gehört: teinen Mann und Wirtschaftsgetriebe, keine weist deshalb auch in ihrer Abrechnung seben fonnten. Wir haben mit Zähigkeit an unsrer Stellung fest feinen Groschen wollen sie senden. Wenn dies auch bei der Stimmung, so deutlich die jeweilig im Vordergrund stehenden Entwicklungs- gehalten. Wir haben bis zum Schluß erklärt, daß wir das Mandat die weite Streise im großen Erzgebirge ergriffen hat, nicht so tragisch tendenzen nach. Und dazu kommt, daß trob der Schnelligkeit, mit an Göhre abgegeben haben und keinen Schritt zurückweichen werden. zu nehmen wäre, so würde es doch immerhin wieder etwas der die Deutsche Bank seit ihrer Gründung sich ausgebreitet und ein Wenn Göhre heute zurücktritt, dann muß ich dies genau so ver- Schlimmes sein. Stapitalsgebiet nach dem andern ihrem Geschäftskreis eingefügt hat, urteilen, als seine Mandatsniederlegung im 15. Streise. Immer Göhre wies schließlich noch darauf hin, daß er nur zurüdtrete doch ihr Gefüge nichts Ueberhaftetes verrät, sondern der Bau überall wurde uns nur die Mandatsniederlegung Göhres entgegengehalten. im Interesse des Friedens und der Disziplin. Zuletzt erklärte er sich fräftige Verankerungen zeigt. Neben allem Wagemut macht sich in Wir haben dann gestern mit Göhre und Gerisch eine Sigung bereit, bis zum Wahltage im Kreise zu bleiben und agitatorisch mit ihrer Leitung doch auch wieder eine gewisse Bedächtigkeit geltend. gehabt. Wir haben gekämpft bis zum letzten Augenblick, wir haben thätig zu sein. So hat denn auch diesmal wieder die Bant nicht, wie sie bequem mit 3ähigkeit festgehalten an unserm Willen, aber wir haben untergefonnt hätte, 12 Broz. Dividende verteilt, sondern es vorgezogen, liegen müssen. Es ist traurig, das zu konstatieren. Jetzt wird man die Dividende nur auf 11 Proz. wie im vorigen Jahr zu bemessen bei den Gegnern aus der Situation Kapital schlagen. Wenn die und dafür zwei Millionen Mart einer neuen Specialreserve zu- Agitationskomitees dem Gegner Waffen geliefert haben, so haben zuweisen, um gegen Rückschläge aus dem russisch- japanischen Striege sie es jetzt gethan. besser gewappnet zu sein. Allerdings ist die Deutsche Bank auch stärker an den meisten der betroffenen Werte, speciell den türkischen Papieren, beteiligt, als die andern deutschen Großbanken, doch ist immerhin die Vorsicht solcher Extra- Reserveſtellungen in der gegen wärtigen politischen Situation anzuerkennen. Wie bei all den großen Banten, die in diesem Jahre bereits ihre Bilanzaufstellungen veröffentlichten, hat auch bei der Deutschen Bank das Geschäft eine große Ausdehnung erfahren. Der Gesamtumsatz, der im Jahre 1897 noch nicht 40 Milliarden Mark betrug und in 1902 sich auf 56,8 Milliarden belief, hat im letzten Jahre 59,6 Milliarden Mark erreicht. Aber auch der Gewinn hat demEs ist uns der Vorwurf gemacht worden, wir hätten nicht den legalen Weg verfolgt bei der Aufstellung Göhres. Man hat uns ebenso den Vorwurf gemacht, daß wir die Situation nicht übersehen hätten. Wir haben am Begräbnistage Rosenows verschiedene Parteigenoffen in Berlin über Göhre gefragt und die Antwort erhalten, daß Göhre noch ein guter Parteigenosse ist. Er war bei den preußischen Landtagswahlen als Wahlmann, bei den Gemeindewahlen als Standidat aufgestellt. Nun, frage ich, haben wir zweierlei Genossen? Wenn wir so fortfahren in der Partei, so werden wir noch schöne Dinge erleben, dann kam nicht mehr von Einigkeit die Rede sein. = Dem Vortrage folgte eine lange lebhafte Debatte, in der die Genossen Niegel Bichopau, Lehmann- Olbernhau, Philipp- Ehrenfriedersdorf, Schöne- 3fchopau eindringlich rieten, von der Kandidatur Göhre abzusehen. Besonders Nickel und Lehmann ersuchten die Parteigenossen in längeren Ausführungen, im Interesse Göhres von feiner Aufstellung abzusehen, während die Genossen Weigel- Ehrenfriedersdorf, Hänschen- Jahnsbach, Lesch- Dittersdorf, Stolle- Neuhausen, Magirius- schopau, Uhlich Ehrenfriedersdorf, HöferSchlößchen- Borschendorf, Uhlig- Gelenau, Zorn- Thum, Mah- Ehrens friedersdorf, zum Teil wieder Göhre, zum Teil andre Genoffen als Kandidaten vorschlugen. Fast sämtliche Redner wandten sich energisch gegen die Agitationskomitees, vor allem gegen das Chemnizer Somitee. In einem Schlußwort forderte Göhre die Genossen zum einigen Kämpfen auf. " Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Zum Tarifbruch der Buchdruckerei und Annoncenexpedition Haasenstein u. Vogler Wir werden Dir's anstreichen", so daß 3. seine Arbeit verließ und, Resolution verlangt, von der Mehrheit aber abgelehnt. Bon Jahr zur Polizei lief. Zeugen: Der Herr Zimmermann. Alle Entlastungszeugen werden abgelehnt. Der Staatsanwalt: Durch die Zeugenaussagen( nämlich Zimmermanns) ist die Bedrohung erwiesen, ich beantrage für jeden Angeklagten sechs Wochen Gefängnis. Angeklagten sechs Wochen Gefängnis. Der Verteidiger weist auf die Unbescholtenheit der Angeklagten zu Jahr träten Verbesserungen ein, der Lohn steige doch in bestimmten Zeiträumen von selbst. Arbeiterausschüsse für das in Krankenhäusern beschäftigte Personal sollen eingerichtet werden. Die Bestimmungen decken sich mit denen für die Irrenanstalten geltenden und treten am 1.. April in Straft. Einc Nächste Verhandlung: Am 11. März gegen die beiden Beamten bestimmen, aber man könne doch vielleicht bei Ungebühr im ersten Falle es bei einer Androhung bewenden lassen; dann aber müssen mindestens die Angehörigen benachrichtigt werden und nicht dürfe Strafvollzug: Der Vorsitzende des Holzarbeiter- Verbandes ging antwortet wurde, daß Instruktionen nicht vorhanden wären, es ein Kranker Knall und Fall vor die Thür gesezt werden. Gesolle aber der Sache nachgegangen werden; vielleicht nimmt sich die Krankenhaus- Deputation der Sache noch an. Der Umstand, daß der Oberbürgermeister sich bei der Etatsift folgendes zu berichten: Nachdem die Firma in allen sogenannten beratung dahin geäußert hatte, daß das„ lebhafte Bestreben bestehe, arbeiterfreundlichen" Blättern, wie im„ Berliner Lokal- Anzeiger", das männliche Personal möglichst durch weibliches zu ersetzen", gab dem Organ für Jedermann aus dem Volke" 2c. mittels Annoncierens Arbeitskräfte für alle Branchen, aber ohne Erfolg, gesucht hat, hin, verlangt die Vernehmung der Zeugen und erinnert an das unsern Vertretern Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß sich der blieb es dem Gutenberg- Bund vorbehalten, der Firma mit Vorgehen der Aerzte- Organisationen gegen Streifbrecher, das gar Stadtrat für das Krankenhauswesen furz vorher dahin geäußert 15 Arbeitswilligen" unter die Arme zu greifen. Es sind dies die nicht oder sehr milde bestraft wird. habe, daß immer ein gemischtes System geübt werden würde"., Drucker: Bromm, Köller, Dinter, Wannemacher, Nuhland, Jander Das Urteil: Die Bedrohung Arbeitswilliger, die für Ihre Wer habe da eigentlich recht? und Paeschte und die Seger: Ignaz Detand, Gustav Sanabel, Familie sorgen wollen, muß schwer bestraft werden. Nach Ansicht ein Widerspruch nicht bestände. Weibliches Pflegepersonal erscheine Darauf wurde geantwortet, daß zwischen diesen Aeußerungen Emil Dobrick, Karl Lehmann, Emil Helmbold, Karl Linke, Hermann des Gerichtshofes find die Magimalstrafen des§ 153 für für den Krankenhausdienst geeigneter wie männliches; so lange man Märsche und Karl Sommer. Da diese Herren zweifellos aus Un= tenntnis gehandelt, haben, so machen wir sie hier nachdrücklichst auf& älle von grobem Terrorismus noch nicht hoch ersteres nicht genügend erhalte, brauche man männliches. ob und welche Instruktionen folgende Bestimmungen des Kommentars zum Tarif aufmerksam:„ Die genug. Jm vorliegenden Falle sei wegen der Unbescholtenheit der weitere Anfrage ging dahin, ob tariftreuen Firmen sind verpflichtet, nur solche Gehilfen einzustellen, die Angeklagten besondere Milde am Plaze. Paul und Höhnberg er bei Ausweisung Kranter aus den Krankenhäusern bestehen. Es nachweislich aus tariftreuen Druckereien kommen; eine Nicht- halten je einen Monat Gefängnis wegen Bedrohung, Scharfenberg feien Krante, in einem Falle ein Schwerkranker, ausgewiesen beachtung dieser Bestimmung ist einer Tarifverlegung gleich zu achten". 50 M. wegen Beleidigung. worden, ohne sich zu kümmern, was aus den Leuten werde. Wir geben den Herren zu erwägen, daß wir diese Bestimmungen Gewiß habe im Krankenhaus der Arzt und nicht der Patient zu bis zur äußersten Konsequenz überall durchführen werden. Der Borfizende des Berliner Gutenberg- Bundes, August Köhler, des Maurerverbandes. Faktor in der Vaterländischen Verlagsanstalt, der seinen Getreuen zu„ redlicher" Arbeit verhalf, hat es sich damit aber noch nicht genug fein laffen, sondern es übernahm selbst noch einige Arbeiten für am Montag auf drei Monate ins Gefängnis. die Firma Haasenstein u. Vogler und versucht sie in der Vater- am Montag auf drei Monate ins Gefängnis. ländischen Verlagsanstalt herstellen zu lassen. Es ist dies unter andern die Wochenschrift Aideutsche Blätter", außerdem hat die Jm Maurergewerbe zu Harburg ist ein Lohntarif vereinbart Der Etat des Kaiser und Kaiserin Friedrich- Krankenhauses Buchdruckerei Schall in der Mohrenstraße den Druck der Bundes- worden, der vom 1. Juli 1904 bis zum 1. April 1907 gelten soll. wurde einer fürzeren Besprechung unterzogen, wobei von einer Seite zeitung für die Versicherungsbeamten" übernommen. In erster Firma 3war enthält der. Tarif noch einige Benachteiligungen der Arbeiter, bemerkt wurde, daß man außerordentlich vorsichtig sein solle, Sinderarbeiten zum überwiegenden Teil, in legter nur Gutenbergbündler. insofern als zum Beispiel der§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches Strankenhäuser zu bauen. Bekanntlich seien 1/2 Millionen Mark für Die nötigen Schritte sind aber sofort beim Tarifamt unternommen außer Kraft gesetzt ist, wonach dem Arbeiter Anspruch auf Ver- den Bau eines solchen im Osten eingesetzt. Bei Etat der Taubstummenschule gelangte gegen die worden, um Front gegen die Herstellung dieser Streitarbeiten gütung zusteht, wenn er ohne sein Verschulden eine verhältnismäßig in tariftreuen Drudereien zu machen. Außerdem versucht die Firma nicht erhebliche Zeit von der Arbeit fortbleiben muß. Auch ist die socialdemokratischen Stimmen eine Resolution zur Annahme, nach der Haasenstein u. Vogler den vierfarbigen Katalog von Israel, Arbeitszeit an den Sonnabenden gegen bisher um eine halbe Stunde das Schulgeld für auswärts wohnende Kinder vom 1. April 1905 fowie den Ratgeber" in einer andren Berliner Druckerei herstellen verlängert. Im ganzen aber überwiegen die Vorteile des Tarifs von 200 auf 450 W. erhöht werden soll. seine Nachteile. zu lassen. Sollte es der Firma gelingen, andre Druckereien zu ihren Rausreißerdiensten zu gewinnen, so ersuchen wir unsre MitStreit bei der Wohlfahrtsfirma. In vergangener Woche glieder, uns sofort Kenntnis zu geben, damit wir alles weitere ver- wieder mal für die Strupp- gizma die Wohlfahrtstrommel gerührt Letzte Nachrichten und Depefchen. anlassen können. worden. Während man nach außen den Spettafel mit der 100 MarkIn Steglis, dem Stegliter Anzeiger", einer Filiale der Spende für 25 jährige umumterbrochene Dienstzeit inscenierte, gingen Firma, haben gestern ebenfalls sämtliche Arbeiter die Arbeit auf dem Werk den Leuten vielfach die Augen über aus Rührung niedergelegt, nachdem sie in Erfahrung gebracht, daß das über Riesenaccordreißerei. Allein in der Lafettenwerkstatt hat man Tarifamt der deutschen Buchdrucker die Firma Haasenstein n. Vogler so viel abgeztvadt, daß damit die Kosten der„ Ehren"-Spende mehr von der Liste der tariftreuen Firmen gestrichen wie reichlich gedeckt werden. Aus Wohlfahrtsbegeisterung legten über hat. So zeigt sich überall das Zusammengehörigkeitsgefühl der 20 Anstreichergehilfen die Arbeit nieder. Diese Leute arbeiten ausArbeiter, das, verbunden mit der Unterstützung des Tarifamts, dem wärts in Rheinhausen sie erhalten aber Stundenlohn von nur tarifbrecherischen Gebaren des Gutenbergbundes 35-38 Pf. Sonst wird in Essen 40-45 Pf. Stundenlohn gezahlt. das Handwerk bald und endgültig legen wird. Die Firma war so wohlthätig, nun auch soviel zu zahlen, wie jeder kleine Strauter giebt man konnte billiger keine Leute mehr befommen. Crimmitschau nach dem Streit. Aus allem von uns Angeführten geht zur Genüge hervor, daß die Firma in Gemeinschaft mit dem Gutenbergbund wohlüberlegt gehandelt hat und daß der letztere in recht tückischer Weise versuchte, dem Verbande und der Tariforganisation in den Rücken zu fallen. Warten wir es ruhig ab, wie es ihm bekommen wird. Der Vorstand des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Albert Massini, Vorsitzender. Achtung, Metallarbeiter! Am Sonnabend ist in den Betrieben, die zur Vereinigung der Metallwaren- Fabrikanten gehören, ein Auszug aus den Sonderbestimmungen für den Fall eines Streifes ausgehängt worden. Die Kollegen sind von den Fabrikanten aufgefordert worden, sich in die Listen einzeichnen zu lassen, um so zu erkennen zu geben, daß sie nicht organisiert sind. Die so zusammen gefundenen Metallarbeiter sollen gegebenenfalls als Sturmfolonne gegen unfre Organisation benutzt werden und dafür dann einen Judaslohn von 2,50 Mark pro Tag Entschädigung erhalten. Danach steht also fest: Wer sich in die Listen eintragen läßt, erklärt damit, day er gewillt ist, falls die Kühnemänner das verlangen, Verrat an seinen Kollegen zu üben. Die Kühnemänner glauben, für 2,50 M. sind die Berliner Metallarbeiter zu kaufen. Kollegen! Gebt den Herren" die einzig richtige Antwort: Niemand darf unterschreiben! Nähere Anweisung über unser Verhalten werden die Kollegen in den nächsten Tagen erhalten. Deutscher Metallarbeiter Verband. Ortsverwaltung Berlin. Die Zahl der Ausgesperrten betrug am 25. Februar noch 719 Personen; fie geht also langfam, aber sicher zurüid. In der Zeit bom 22. bis zum 27. Februar wurden im ganzen vier Personen von auswärts( Böhmen) herangezogen. Aus dem Reiche des Herrn Köller. Straßburg i. E., 29. Februar.( B. H.) Das reichsländische Minifterium hat die Einführung und die Verbreitung der in Frankreich erschienenen französischen Uebersetzung des Bilseschen Romans aus einer fleinen Garnison" für Elsaß- Lothringen auf Grund des § 2 des reichsländischen Preßgesetzes verboten. " Englisches Unterhaus. London, 29. Februar.( W. T. B.) Unterstaatssekretär Garl Perch erwiderte auf eine Anfrage folgendes: Ein Teil des Forts von Schanhaitwan, der eine Zeitlang, nachdem ihn die Russen geräumt hatten, von französischen Truppen besegt war, ist jetzt von einer Abteilung russischer Soldaten aus Tientsin besetzt, nachdem die Franzosen wieder abgezogen waren. Unterstaatssekretär Pretyman legt das Marinebudget vor und rechtfertigt die erhöhten Ausgaben mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, die englische Flotte auf einem solchen Stande zu erhalten, daß sie den Flotten jeder zwei andrer Dieser Stand, so führt Brethman aus, In der Sonnabend- Verhandlung des königlichen Landgerichts Mächte gewachsen ist. 3wvidau wurde der Vorsitzende des Crimmitschauer Gewertschafts- fann nur an der Zahl der Schlachtschiffe und der Pläne über den Bau fartells, Genoffe Karl Köhler, wegen Aufreizung zum Klassen von solchen erkannt werden. Rußland und andre uns freundschaftlich baz" nach circa fünfstündiger Verhandlung freigesprochen. gesinnte Seemächte sind bei der Aufstellung unsres Flottenprogramms Die Zahl der französischen und Das Vergehen wurde bekanntlich in einem Flugblatt gefunden, das in Rechnung gezogen worden. Genosse Köhler an die Einwohner und die Arbeiterschaft gerichtet der russischen Schlachtschiffe erster und zweiter Klajſe, die gebaut hatte und in dem unter anderm die bildlich gebrauchten Ausdrücke oder im Bau sind, beträgt zusammen 64, die der französischen vortamen:" An die Gewehre!"," Auf die Schanzen!"," Dem Sturm und deutschen Schlachtschiffe zusammen 61, die der englischen 63, entgegen!"" Das Flugblatt war während des Streits herausgegeben so daß Englands Stärke an Schlachtschiffen genau dem oben und fonfisziert worden. Die Freisprechung beweist, daß die Kon- angeführten Grundsatz entspricht. fislation zu Unrecht erfolgte. Achtung, Mechaniker! Der Schriftgießerftreit in Leipzig dauert noch immer fort. Die Firma Julius Klinkhardt sucht tüchtige Feinmechanifer. Aus diesem Anlaß sei darauf hingewiesen, daß es dem Unternehmertum nach 13 wöchentlichem Kampfe nicht gelungen ist, arbeitswillige Schriftgießer zu finden; die Herren suchen deswegen Feinmechaniker, denen man die Rolle von Streitbrechern zumuten will. Husland. In der Debatte über das Marincbudget stellt Herbert Roberts ( Liberal) einen Antrag, in welchem die Regierung aufgefordert wird, mit den großen Seemächten über die Frage in Ver bindung zu treten, ob sie bereit feien, ihre Tottenprogramme zu verringern und ihre Flotte einer ständigen Basis anzupassen. einer ständigen Basis anzupassen. Kriegsminister Arnold Forster erklärt: Wir haben den continentalen Regierungen bereits einen derartigen Vorschlag in der denkbar öffentlichsten Weise gemacht, und zwar that dies Goschen, als er Erster Lord der Admiralität war; und ich habe jetzt in der formellsten Weise das Anerbieten wiederholt, daß die britische Die Aussperrung in der Diamantindustrie. Regierung bereit sei, Vorschläge jeder fremden Macht über die VerNachdem in Antwerpen am Freitag die Einschreibung derjenigen ringerung der Rüstungen zur See in Erwägung zu ziehen. Ich Zu dem Bautischlerstreit von Steglitz und Groß- Lichterfelde ist zu Juweliere, die auf den bis jetzt zu den Bedingungen des Verbandes glaube, daß England in dieser Frage genug gethan hat. Unfre Macht berichten: Die Meister bemühen sich jetzt in erhöhtem Maße Gesellen offen stehenden Fabriken arbeiten laffen wollen, geschlossen wurde, zur See ist eine vitale Notwendigkeit. Es giebt kein einzelnes euroheranzuziehen. Ein Lichterfelder Meister sucht in der„ Brandenburger zeigte sich, daß noch 300 Mühlen unbesetzt blieben, die nun den päisches Land, das nicht, soweit die Gefahr eines Angriffs von EngZeitung" zehn tüchtige Bautischler. Gegen fünf Streifende hat der jenigen Amsterdamer Diamantarbeitern zur Verfügung gestellt land aus in Betracht täme, feine Flotte abschaffen tönnte; aber Borsitzende des Arbeitgeberschutz- Verbandes bereits Slagen wegen werben, die wohl Arbeit haben, aber infolge der Schließung der England selbst könnte in dem Augenblid, wo sein lebergewicht zur Kontrattbruch eingeleitet. Die Verhandlungen sind von den Meistern Fabriken in Amsterdam nicht arbeiten können. Es hat sich auch See dahin ist, einer Invasion ausgesetzt sein. Wir sind immer bereit, abgebrochen, da dieselben nur verhandeln wollen, wenn von den sofort die entsprechende Anzahl zur Uebersiedelung nach Antwerpen alles Vernünftige zu thun, um andre Mächte zu bewegen, daß sie für Gefellen die Forderung„ Bezahlung des Maschinengeldes durch die bereit gefunden. Die Abfahrt wurde auf Montagabend festgesetzt. Die die Verringerung der Rüstungen thätig sind. Der Antrag Roberts wird hierauf mit 174 gegen 122 Stimmen Meister" fallen gelassen wird. Die Fachzeitung der Herren Tischler- Antwerpener Ausständigen wollen die zuziehenden Kollegen in großem Demonstrationszug mit Musik empfangen. Die Zahl der abgelehnt. meister sucht ihre Kollegen dadurch zu unterstüßen, daß sie sämtliche Arbeitenden soll dort bereits das erste Tausend überschritten haben. streifenden Gesellen in der letzten Nummer namhaft gemacht hat. Französische Deputiertenkammer. Die Bautischler allerwärts werden ersucht, Zuzug nach Steglitz und Einem Gerücht zufolge sollen einige der größten Juweliere von Paris, 29. Februar.( W. T. B.) Faure( Nationalist) will über Antwerpen die Absicht haben, im Laufe dieser Woche wieder Arbeit Groß- Lichterfelde streng fernzuhalten. auszugeben. Eine Versammlung von Fabrikbefizern aus Amsterdam den Stand der Marine interpellieren. Ministerpräsident Combe 3 und Antwerpen hat, wie im Handelsblad von Antwerpen" mitgeteilt wünscht, daß die Interpellation verschoben werde. Faure besteht darauf, wird, beschlossen, die Fabriten noch 14 Tage geschlossen zu halten. daß die Besprechung der Interpellation Freitag stattfinde, weist auf die Weiter wird gemeldet, daß in den nächsten Tagen im Beisein des Maßnahmen der andren Mächte in Ostasien hin und erinnert an die Bebelgischen Arbeitsministers Francotte eine Aussprache zwischen Ver- schwerden, die gegen Pelletan von mehreren Blättern erhoben seien. tretern der Arbeiter und der Arbeitgeber stattfinden soll. Ribot( Republikaner) verlangt zu wissen, ob die Regierung eine Kreditforderung einbringen werde. Combes erwidert, die Der Verband der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter Seredite seien nicht notwendig; er habe sich persönlich davon und Unterangestellten hatte nach seiner Abrechnung am Schlusse des vergangenen Jahres 10 397 Mitglieder aufzuweisen. Der Verband, überzeugt, daß die Marine in einem solchen Zustande sei, Aus der Frauenbewegung. daß sie die nationale Sicherheit gewährleisten fönne. Wenn relcher erst 1896 mit ungefähr 150 Mitgliedern ins Leben trat, hat sich in den wenigen Jahren seiner Eristenz ganz bedeutend aus- Zwei Volksversammlungen für Frauen und Mädchen finden im die Regierung feine Kredite verlange, fo fei das nicht des. gebreitet und damit bewiesen, daß auch die Gemeinde- Arbeiter Laufe dieser Woche statt. Genosse Reichstags- Abgeordneter Wurm halb, sie fürchte, sie nicht rechtfertigen zu können, Bringend einer Organisation bedürfen, um ihre wirtschaftlichen spricht am Dienstagabend, 1. März, im„ Märkischen Hof", Admiral- sondern weil sie nicht eine Debatte darüber herbeiführen wolle, Interessen gegenüber den kommunalen Behörden zu wahren.-traße 18c, Genossen Walded Manasse am Mittwoch, 2. März, die nicht gelegen sei.( Beifall.) Ribot führt aus, Combes berReben dem Centralbureau besitzt der Gemeindebetriebsarbeiter in der„ Kronen- Brauerei", Alt- Moabit. Es wird ersucht, für diese weigere dem Parlament das Recht der Kontrolle, indem er Verband besondere Gau- resp. Lokalbureaus in Berlin, Hamburg, Versammlungen lebhaft zu agitieren. Die Vertrauensperson. Dresden und Stuttgart; zwei weitere Sekretariate für Mittel- und Westdeutschland find projektiert. Deutfches Reich. Die Brauer- Zeitung", das Drgan des Central- Verbandes deutscher Brauerei- Arbeiter, hat eine Auflage von 20 000 Eremplaren erreicht. Der Verbandstag des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen findet bom 12.- 14. April in Erfurt statt. Kommunales. behaupte, daß für die Marine fein Grund zu Neuforderungen vorliege. Jaurès( Socialist) unterbricht den Redner und fagt: Sie wollen also den Krieg erklären! ( Heftige Unterbrechungen im Centrum.) Ribot erklärt alsdann, daß die Kredite notwendig feien. Chaumet( Gemäßigtradikal) Der Krankenhaus- Etat war gestern Gegenstand mehrstündiger ist der Ansicht, daß die Budgetkommiffinn eine Enquete über die Ein Verhandlungen des Etatsausschusses. Die sprichwörtlich gewordene Marine einleiten fönnte. Noch ein Nachspiel vom Magdeburger Klempnerstreif, Combes fügt seinen Bemerkungen Klempnergeselle hatte während des Streits hinter einem Arbeits- Krankenhausuot Berlins fand von der Mehrheit ungewollt An- hinzu, daß er nichts für die Marine verlangen werde, aber er beabwilligen ein Schimpfwort hergerufen. Wegen Vergehens gegen§ 153 erkennung in einer Reſolution, nach welcher auswärts orts fichtige, Kredite für die Verteidigung der Kolonien zu fordern. der Gewerbe- Ordnung wurde er zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt. angehörige Krante nur in ganz dringenden Fällen in den Ribot erflärt, er habe so lange fein Vertrauen als der Regierung, Grund: städtischen Krankenhäusern Aufnahme finden sollen, dann aber müsse zu Die Berufungsinstanz erkannte auf Freisprechung. fie nicht ihre fie Es lag nur eine Beleidigung, keine Absicht des Zwanges zur Be- der Selbstkostenpreis, der sich auf 4 bis 5 M. beläuft, in Anrechnung fompromittierenden socialistischen Freunde ber teiligung an den Streit vor. Ein Strafantrag wegen Beleidigung gebracht werden. Eine solche Maßnahme erscheint in feiner Weise leugnen werde. Combes erwidert, daß die Regierung für gerechtfertigt, da auch andre Gemeinden zu gleichen Repreffalien ihre Thaten und ihre Worte einstehe. Doumer( radikal) kündigt war aber nicht gestellt. herausgefordert werden. Darauf wurde auch von socialdemokratischer an, daß die Budgetfommission die Regierung befragen werde, ob sie Seite hingewiesen und betont, daß dieje eigenartige Maßregel ein darauf rechne, Kredite zu verlangen. Sie werde dann sehen, ob sie Die Parteipresse ist aus räumlichen Gründen kaum noch im ganz ungeheuerliches Mittel zur Beseitigung der Notlage bedeute. Von von der Kammer die notwendigen Vollmachten für eine Enquete stande, alle die Breslauer Urteile gegen organisierte Arbeiter zu Anhängern der Resolution wurde hervorgehoben, daß man wohl auch über die Marine verlangen werde.( Bewegung.) Die Interpellation besprechen. Wir fehren deshalb zum früheren Schema zurüd. Am noch nach nach Vollendung des Rudolf Birchow Strankenhauses in Faure wird sodann mit 328 gegen 251 Stimmen vertagt. gleicher Notlage sein würde und sich diese Maßnahme rechtfertige. Sonnabend lam ein neuer Prozeß zur Verhandlung. Ordensfabrikanten. Schützling: Der Maurer Zimmermann, Arbeitswilliger in Bisher hatte man alle Beschwerden über Ueberfüllung unsrer Krankenhäuser mit dem Hinweis auf den Bau in der Seestraße ab- Konstantinopel, 29. Februar.( B. H.) Der Gerichtshof verHamburg und in Breslau. gethan. Die Resolution gelangte gegen die socialdemokratischen urteilte sämtliche wegen des Ordensschwindels Angeklagten zu zehn Angeklagte: 1. Der unorganisierte Maurer Scharfenberg Stimmen zur Annahme. Weiter waren es die Lohn- und Arbeits- Jahren Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Dr. Christof. hat zu dem Arbeitswilligen Mehlhausbruder" gesagt. 2. Die verhältnisse des Warte- und Pflegepersonals, die erörtert wurden. eine früher dem höheren deutschen Richters organisierten Maurer Paul und Höhnberg haben ihn ebenfalls Bon unfren Genossen wurde eine Verbesserung der Löhne und stande angehörige Persönlichkeit, die seit Jahren auf dem Bau„ Streifbrecher, Eisbod, Lump" geheißen und gedroht: Arbeitszeit der betreffenden Arbeiterkategorie in einer diesbezüglichen hier lebt und fürtischer Unterthan geworden ist. Aus der Stadt des Terrors. Verantw. Nedakteur: Julius Kalisti, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gloce, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu. Unterhaltungsblatt S3 Reichstag 45. Sitzung. Montag, 29. Februar 1904, 1 Uhr. Am Tische deZ Bundesrats: Schön st edt, Nieberding, d. H a m m e r st e i n. Die Debatte über die Fremd e n v o l i � ei und den Königs- berger Geheimbundsprozeß wird sortgesetzt. Abg. v. Normann sk.): Wir haben schon früher abgelehnt, uns an der Diskussion über diese Frage zu beteiligen. Jetzt aber, nach- dem die zuständigen Minister im Landtag wie im Reichstag die erforderlichen Ausklärungen und Erklärungen gegeben haben, ist für uns die Sache gänzlich erledigt und ausgeklärt. (Bravo! rechts.) Abg. Dr. Müllcr-Meiningen sfrs. Vp.): So bequem wie der Vorredner kann ich mir die Sache nicht machen. Zwar will auch ich mich in den Kampf der socialdemokratischen Partei- leitung mit den preußischen Behörden nicht einmischen, aber vom Stand- Punkt eines objektiven Zuschauers und des bürgerlichen Liberalismus '.linß ich einige Bedenken gegen die BeHandlungsweise der Frage geltend machen. Ich bedauere, daß die preußischen Minister nicht schon am 19. Januar hier erschienen sind, trotzdem sie wußten, daß ihr Ressort in dieser Weise angegriffen würde und sie über das Material, das der„Vorwärts" einige Tage vorher in etwas bombastischer Weise mitgeteilt harte, unterrichtet waren. Sie haben damals das Feld der Ehre dem Staatssekretär überlassen, der nicht genügend unterrichtet war und dessen Erklärungen daher nicht den gewünschten Eindruck machten. Die Minister haben sich auch vorgestern bei der Rechten gleichsam entschuldigt, daß sie hier im Reichstag sich auf die Diskussion eingelassen haben. Dabei ist die Zuständigkeit des Reichstages in drei Richtungen gegeben, vom Standpunkte der Gerichtsverfassung. des Fremdenverkehrs und der auswärtigen Politik. Das Fern- bleiben der Minister war genau ebenso eine Brüskierung des Reichs- tages, wie damals, als sie bei der Vereinsgesetz- Novelle ihren Partikularismus zeigten. Ihr Verhalten war aber auch poli- tisch kurzsichtig. Die Socialdemokratie konnte ihnen den Vorwurf der Feigheit machen und durch eine wilde, sechs Wochen lange Agitation die Gemüter erregen. Wenn die Minister schon am 19. Januar geantwortet hätten, so bin ich überzeugt, daß die Aufregung in etwas gedämpft worden wäre. So hat man der Socialdemokratie unfreiwillige Schlepperdienste geleistet. Was den Königsberger Geheimbundsprozeß anlangt, so ist hier leider die gute, alte Gewohnheit durchbrochen worden, vor der Urteils- sällung über einen Prozeß sich nicht öffentlich zu äußern. Dieser Fehler ist von beiden Seiten begangen worden. Dabei kann eine wenn auch unbeabsichtigte Einwirkung auf die Richter kaum vermieden werden. Ein Beweis dafür, daß die anarchistischen Schriften von einem Spitzel eingeschmuggelt sind, ist bisher noch nicht erbracht worden. Das müssen auch die Herren von der äußersten Linken einsehen. Ich möchte den Minister fragen, ob den Angeklagten wirklich die Einsicht in die Akten und in die beschlagnahmten Schriften verweigert worden ist. Das wäre sowohl eine Ungerechtigkeit wie eine politische Unklugheit. Darüber sind wohl alle Parteien einig, daß dies geheime Jnquisitions-Borverfahren nicht beibehalten werden kann. Möge der Minister die Refonn deS Strafprozesses, besonders des Vorverfahrens beschleunigen. Ich könnte mir lveitcre Bemerkungen über den Königsberger GeheimbundS-Prozeß schenken(Sehr richtig! rechts), wenn nicht doch einige Momente auch vom Standpunkt des bürgerlichen Liberalismus aus sehr bedenklich wären.(Sehr richtig! links.— Heiterkeit.) Gewiß ist es Sache der Justiz, gegen die Leute vor- zugehen, die durch Fürstenmorde, durch die Propaganda dcr That die Weltgeschichte revidieren wollen. Die Vernichtung solcher Elemente ist nicht nur eine Pflicht der Selbsterhaltung des Staates, sondern auch vom Standpunkte der bürgerlichen Freiheit aus zu begrüßen. Aber es ist doch etwas ganz andres, wenn es sich um S ch w a r m- köpfe philosophischer Richtung handelt, wie man nach den Ausführungen der Minister selbst annehmen muß und vor allen Dingen ist es etwas andres, wenn es sich nicht um schwere hoch- verräterische Verbrechen handelt, sondern um einfache Delikte, um sogenannte Majestätsbeleidigungen. ES scheint mir eines Kulturstaates nicht würdig zu sein» daß die preußische Re- gierung einen Wettlauf eröffnet, un, von der russischen Regierung einen Strafanttag gegen preußische Staatsangehörige zu bekomme». Die Gleichstellung fremder Fürsten mit den einheimischen in Z 103 des Strafgesetzbuches hat etwas Beschämendes und Herabwürdigendes. Dieser Paragraph müßte gestrichen werden. So lange er aber noch besteht, sollte davon der vorsichtigste Gebrauch gemacht werden. Ziehen denn in Wirklichkeit die Staatsanwälte die Konsequenzen aus diesem Paragraphen? Gegen drei serbische Könige wurden die schlimmsten Beleidigungen geschleudert. Es wurden ihnen direkt gemeine Verbrechen vorgeworfen. Der Fürst von Bulgarien wurde in der ganzen deutschen Presse verhöhnt und verlästert: kein Staatsanwalt ist dagegen eingeschritten. Ein König, der erst kürzlich auf Besuch hier am kaiserlichen Hof war(Heiterkeit.) hat zum schärfften Witz und Spott herhalten müssen, der König der Belgier. Hat man hier einen Strafanttag gestellt? Sogar der Leiter der Politik eines Staates, mit dem wir nähere Verbindungen haben, hat zur Zeit des Boerenkriegeg von der deuffchen Presse Sachen zu hören bekommen, die, wenn sie gegen den Zaren gerichtet gewesen wären, höchst wahrscheinlich sehr bald einen Strafantrag hervorgerufen hätten. Warum diese zeitliche Fürsorge gerade für den Leiter der russischen Politik'? Warum diese Fürsorge sür den Herrscher eines Staates, der in einein un- natürlichen Bündnis steht mit dem Feinde der deutschen Politik lest exoehen? Warum diese Fürsorge für den Leiter einer Politik, die die deutschen Ostseeprovinzen russifiziert, die Finnland mit einem Verfaffnngsbruch vergewaltigt und die Kischinewer Greuel noch immer ungesühnt gelassen hat? Der Minister, der da sagt, wir führten hier unsre eigne Sache, täuscht sich sehr über die Stimmung des deutschen Volkes/ Nach den Ausführungen deS Ministers des Innern kann nicht geleugnet werden, daß russische Spitzel eine offizielle Thätigkeit in Teutschland ausüben.(Herr v. Kardorff schüttelt den Kopf.) Die erhobenen Anschuldigungen sind in der That nicht vollkommen un- begründet. Der Minister sagte, eS sei ihm nicht bekannt, daß amt- liche Handlungen ausgeübt worden seien. Das ist keine Widerlegung der socialdemokratischen Behauptungen. Hat der Minister des Innern oll' die Spuren, die im„Vorwärts' angezeigt waren, verfolgt? Ob und in welcher Weise diese positiven Angaben verfolgt worden sind, das mutz uns interessieren. Aber die Ausfiihrungcn des �Ministers waren ein qualifiziertes Geständnis. Sollen wir etwa die Augen zumachen und glauben, daß nur ei» Beaniter der Botschaft die An- archisten überwacht? Das hätte doch gar keinen Zweck. Der Mann hat seine Gehilfen. Dann aber werden auch Inländer über- tvacht, und das wäre nach dem Urteil aller Parteien ein schmählicher Skandal.(Sehr richtig! links.) Da Hilst unS kein:«Mir ist nichts bekannt", da mutz es heißen:„Wir wissen, daß eS solche Spitzel nicht giebt". Herr v. Hammerstein, den man früher gern als„Minister ohne Gründe' bespöttelte, hat sich inzwischen zu einen,»Miinister aus preußischen Gründen" entwickelt. So hat er zweifellos unfern Sprachschatz bereichert. Aber gerade aus „preußischen Gründen" sollte er dafür sorgen, daß eine Praxis aufhört, die zwar nicht ein Verbrechen, wohl aber die Verletzung einer völkerrechtlichen Moral darstellt, ich meine die häufige Verwandlung der Ausweisung in eine form- liche Auslieferung au Rußland. Das häufige.,n der Regel', „vielfach' usw. in der Rede des Ministers zeigt nur, daß auf diesem