Nr.«S. kZdonnemenk-lieSingllngen: MonnementZ- Preis pränumerando 1 Vierteljährl. S,30 SDJf., mono«. 1,10 ZA, wöchentlich 28 Psg. ftei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungar:» 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 21. Jahrg. CridKlnt täglich außer Dlontaas. Vevlinev VolKsblcrkk. Die Inkrfions'Gcbüfir BchSgt für die sechsgespallene Kolonet- zeile oder deren Raum 40 Pfg, für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs-Anzcigcn 23 Pfg. „Kleine Hnseigen", das erste(fettgedruckte) Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 3 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr dormittags geöffnet, Telegramm-Adresse: »SulZliIeiüSliki» BtrÜD". Zcntralorgan der rozialdcmokrati leben Partei Deutfchlands. Redaktion: 831. 68, Lindenstrasse 69. Kernsprecher: Amt FV, Nr. 1983. Sonntag, den IB. März 1904. Expedition: 83l. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Verkröchert. Während die Mehrzahl der Preßorgane'im' ersten Augenblick unsre Mitteilung über den Reichstagsauflösungsplan der Regierung durchaus ungläubig aufnahm, hat mittlerweile bereits die Einsicht Kraft gewonnen, daß wir die Zeichen der Zeit nicht un- richtig gedeutet haben dürften, und das Verhalten des offiziellen Organs der Regierung kann dem Kundigen nur die Nichtigkeit unsrer Nachricht bestätigen. In ihrem heutigen SonntagS-„Rllckblick' beschäftigt sich die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit unsrer Nachricht. Sie tvagt es selbst nicht, die Richtigkeit unsrer Nachricht durch ein klares Wort zu bestreiten, aber sie will den Anschein erwecken, als sei die Nach- richt durchaus unrichtig und erfunden. Es mag sein, daß die Redaktion der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wirklich nichts weiß, wie sie jüngst den Frieden zwischen Rußland und Japan als gesichert verkündete, während bereits die Torpedogeschosse spielten. Wenn das„Berliner Tageblatt" von einem Gerücht in parlamentari- scheu Kreisen spricht, daß der Reichskanzler geäußert habe:„Für ein Regierungsdementi zu dumm", so haben wir allen Anlaß, das parlamentarische Gerücht als grundloses Gerede zu bezeichnen, weil natürlich nicht anzunehmen ist, daß Graf Bülow wider besseres Wissen falsche Behauptungen aufftellt. Die Angelegenheit ist so be- deutsam, daß die Regierung ganz offiziell sich darüber aussprechen muß. Die Unwissenheit der„Nordd. Allg. Ztg." hat zunächst keinerlei Beweiskraft. MS die Socialdcmokratie in den Wahlen am 16. Juni die gewalitigc Anhängerzahl aufbot, die noch niemals auch nur cnt- fenit in irgend einem Lande irgend eine Partei für sich verzeichnet hat, da war die Frage gestellt: Wie sollen die Dinge im Deutscheu Reiche sich weiter gestalten? Wenn auch parlamentarisch eine starke Verschiebung der Partcikräfte nicht eintrat, so konnte dennoch das Schwergewicht der socialdemokratischen Drcimillioncnzahl nicht ohne bedeutsame Wirkungen bleiben. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder entschloß mau sich, dem grollenden Bolköprotest mindestens einige Rechnung zu tragen; oder man sann auf Gelegenheit, die Politik der brutalen Unter- drückung zu entfesseln. Zunächst»tag inan nach dem 16. Juni noch immer zum Versuch einer Politik des Ablvartens geneigt gc- Wesen sein, aber als die Socialdenwkratie in aller Deutlichkeit erklärte, daß sie als Dreimillionen-Partci von ihrer grundsätzlichen - Gegnerschaft gegen das heutige System in keiner Weise abgehen werde, und als die Herrschenden aus Anlaß der Vorgänge inner- halb unsrer Partei günstigere Gelegenheit gegen uns erhalten zu haben sich einbildeten, da erhielt das S ch a r f m a ch e r t u m die Oberhand. Der bisherige Verlauf der Reichstagssession hat unzweifelhaft bewiesen, daß die Reichsregierung ein Entgegenkommen an die Forderungen von Millionen deutscher Wähler ablehnt. Sie sträubt sich, dem zum mächtigen Ausdruck gelangten Willen weitester Volkskreise nach Fortschritt, nach ehrlicher Reform auf allen politischen und wirtschaftlichen Gebieten irgendwie gerecht zu werden. Im Gebiete der Socialpolitik durfte Graf Posado wsky nicht einmal die mindesten Forderungen des ArbeiterschutzeS zu- gestehen, und da er dem Anschein einer Anerkennung der Social- demokratie als Vertretung der Arbeiterinteressen verfiel, wurde er alsbald in die junkerlich-kapitalistische Acht erklärt. Im Heerwesen wurde jede Milderung der bestehenden furchtbaren Ungerechtigkeiten verweigert. In keiner Weise soll eine Politik geübt werden, die, wenn auch noch so allmählich, den Druck der kapitalistischen Zustände erleichtern und die Emporentwicklung der unteren Volksklassen zu Freiheit und Kulturfreudigkeit ermöglichen kann. Vielmehr werden die Absichten der Socialdcmokratie unsinnig verfälscht und auf Grimd toller Beschuldigungen wird die wildeste Hetze gegen unsre Partei losgelassen. Wenn die Social- demokratie Arbeitcrschutz fordert, so ertönt der Schlachtruf: Die Socialdeinokratie will den Umsturz, nieder mit der unfähigen, nmstürzlerischen Socialdeinokratie! Wenn die Socialdcmokratie Soldatenschutz und Recht in der Armee fordert, so ertönt der Schlachtruf: Die Socialdemokratie schändet die Armee, nieder mit der vaterlandsfeindlichen, die heiligsten Güter verderbenden Social- demokratie I Der Weizen der Scharstnacher blüht! Der Lorenz, der Stipendiat der Scharfmacherei, feiert die letzte politische Woche als„eine gute Woche": Der KriegSminister hat sich im Reichstage vortrefflich bewährt, ebenso der bayrische General- major v. EndreS; v. K r ö ch e r hat„eine antisocialdemokratische P r 0 g r a m ni r e d e gehalten, der p 0 l i t i s ch- k l a s s i s ch e B c- d e u t u n g zugesprochen werden kann"; der n a t i 0 n a l l i b e r a l e Abgeordnete Lehmann habe durch seine Rede gegen die Social- demokratie sich ein„hohes Verdienst" erworben; im Abgeordneten- hause habe Minister Budde„der Socialdcmokratie gegenüber eine Stellung eingenommen, die rückhaltlose Anerkennung verdient". Dazu die hetzerischen Aufforderungen zur Gewaltsamkeit gegen die Socialdemokratie in den Reden der Kardorff, der Oldenburg, der Zedlitz und andrer! Kein Tag im Reichstage und im preußischen Junkerparlament ohne den Appell an die Faust. In solche Er- regungen stürzt sich das Scharfmachertum nichtvo nun gefähr. Das Scharfmachertum wittert Morgenluft. Das Scharfniachertmn hat die Reichsregierimg. den Reichskanzler unter seine Macht gedrückt und schreit wild nach entscheidenden Thgten. In demselben Maße, in dem die Regierung den Gedanken der friedlichen Besserungspolitik abschwört, in dem sie der socialen und politischen Vcrkröcherung anheimfällt, in den, selben Maße schreitet die Verkröchening fort. Der Präsident des preußischen Klassen- Parlaments ist in den Reichstag gekomme»,«m die Losung zu geben: Schärft das Schwert gegen die Socialdemokratie I Und nicht allein die starken Männer von Preußen, die Hammerstein und Budde, auch die modernen Staatsmänner im Reiche sind bereit, das Schwert zu schärfen. Die„Bossische Zeitung", welche unsre Nachricht vom Auflösungsplan mit Zurückhaltung bespricht, kann sich der Erkenntnis nicht entziehen, daß unsre Auffassung der allgemeinen politischen Situation Berechtigung hat. Sie führt aus: »Ob diesen Kombinationen irgend welche Thatsachen zu Grunde liegen, läßt sich einstweilen nicht erkennen. Aber sie spiegeln die Auffassung wieder, die sich der Socialdcmokratie von den inner- politischen Verhältnissen aufdrängt. Es läßt sich auch nicht be- streiten, daß diese Auffassung durch zwei Umstände gestützt wird. Das ist einmal die Erkenntnis, daß die Regierung mehr und mehr dein Drängen der Scharfmacher nach- zugeben beginnt und sich auf die Dauer ihren Wünschen schwerlich versagen wird. Graf Caprivi leistete dem Umsturzgeschrei lange Widerstand und gab gleich- wohl schließlich nach. Graf Bülow steht viel besser mit den „starken Männern" von der Rechten als der zweite Kanzler und ivird gar keinen Widerstand leisten, sobald er auf eine Mehrheit rechnen kann. Gestern hat ihn der Abgeordnete, der dem neuem Zolltarif seinen Namen gab, wieder eindringlich crmahnt, von den Worten zu Thaten überzugehen und mit der Socialdemokratie aufzuräumen. Es wird richtig sein, daß der Reichskanzler einer solchen Politik nicht'mehr allzu abgeneigt ist. Sodann aber schätzt die Socialdemokratie das Eentrum ganz richtig ein. Zlvar das Ver- langen nach den Diäten ist:mr Schaumschlägerei; die Tagegelder sind kein ernstes Tauschobjekt...." ES versteht sich, daß unsre Mitteilungen über den Anflösungsplan keineswegs auf bloßen Kombinationen beruhen. Die THat- fachen, die uns bekannt geworden sind, haben uns verpflichtet, der Oeffcntlichkeit Kenntnis zu geben und die Tromincl zu rühren. Irrig ist auch die Annahme, daß die D i ä t e n in diesen Dingen un- lvcsentlich sein müßten. Gerade die Diätcnfrage kann leicht den äußeren Anlaß geben, um die Hetzpolitik des Scharfniachcrtums in Thaten umzu- setzen. Die Nachricht der„Natlib. Corresp.", daßdieDiätenbald bewilligt werden sollen, ist trotz des Widerspruchs der„Post", die alles Interesse hat, die Wahrheit zu verwirren, keineswegs aus der Luft gegriffen. Die»Frankfurter Zeitung" hat recht, daß Graf Bülow sich in aller Stille und nicht ohne Aussicht auf Erfolg um die Ein- führung der Diäten bemüht, da es innner offenkundiger wird, daß das Centrum die glatte Führung der ReichstagS-Geschäste ohne Diäten nicht zu sichern vermag; der Abbruch der heutigen Ver- Handlungen des Reichstages in früher Nachmittagsstunde wird die DiätenauSsichtcn wahrscheinlich noch verbessern. Die Diätenbewilligung hat nur noch ein Hindernis. Diesem Reichstag will man Diäten nicht geben I Wenn es gelingen könnte, durch den wilden UeberrumpelungSstreich einer ReichStagSauflösung und eine Scharfmacherhctze ohne gleichen der Socialdemokratie eine größere Zahl ihrer Mandate abzujagen, dann darf der Reichstag des Diätenlohnes gewiß fein! Vor der Ucberrumpelung aus dem Hinterhalt haben wir jedoch das deutsche Boll durch unsre Veröffentlichung bewahrt! Das neue Seegefecht bei Port Arthur. Petersburg, 11. März. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser von Rußland aus Mulden von heute besagt: Der Kommandant der Flotte, Admiral M a k a r 0 w, meldet aus Port Arthur von gestern: Die sechs Torpedo- boote, welche unter dem Kommando des Kapitäns Matussewitsch in der Nacht vom 10. d. M. in See gegangen waren, stießen auf feindlickie Torpedoboote, die von Kreuzern gefolgt waren. Es kam zu einem h e f t i g e n K a m p f e, in dessen Verlaufe das Torpedo- boot„Vlastny" ein feindliches Torpedoboot durch eine Whitehcadmine zum Sinken brachte. Auf der Rück- fahrt erlitt das vom Lieutenant Serguejew befehligte Torpedoboot „S tc re g ut s ch y" Havarie, verlor seine Maschine und begann zu kentern. Um 8 Uhr früh kehrten 5 Torpedoboote zurück. Als die Lage des„Steregntschy" offenbar kritisch wurde, hißte ich meine Flagge auf dem„Nowil" und eilte ihm zu Hilfe. Aber 5 feindliche Kreuzer umringten unsre Torpedo- boote und das feindliche Panzergeschtvader näherte sich. Es gelang mir nicht, den„Steregntschy" zu retten, welcher sank. Ein Teil der Besatzung geriet in Gefangenschaft, ein Teil ertrank. Von der Besatzung der Schiffe, die an dem Nachtgefechte teilnahmen, wurden e i n Offizier schwer und drei leicht verwundet, zwei Soldaten sind tot, 13 verivllndet. Um Uhr eröffneten 14 feindliche Schiffe, die sich vor Port Anhur gesammelt hatten, ein Bombardemenr auf die Stadt, tvelches bis 1 Uhr nachmittags dauerte. Ich nehme an, daß der Feind hierbei 154 Geschosse zivölfzölligeu Kalibers abfeuerte. Die Beschädigungen der Schiffe sind unbedeutend, die- selben sind alle kampffähig. Unsre Verluste sind: Ein Offizier leicht vertvundet, ein Soldat tot, vier verwundet. Die Erhellung des Kainpfplatzes durch Schein- Werfer gelang sehr gut; wiederholte Salven unsrer Batterien zwangen die Kindlichen Torpedoboote zum Rückzug. DeS Morgens bei Beginn des Bombardements antworteten die Geschütze der Festung auf daS feindliche Feuer. Die Besatzungen aller Schiffe bewiesen große Kaltblütigkeit, auf dem Zwischendeck --------------......(B-r,«;*—. t.-i—"-x 0 tz d e m japanische clitten zu haben. Bei dem Gefecht der Torpedoboote mit den japanischen Kreuzern wurden leicht verwundet Kapitän Matussewitsch, Fähnrich Alexandra iv und Maschini st Blinow, schwer verwundet Fähnrich Zaev(Verlust des rechten AugeS). Der Kommandant von Port Arthur meldet folgende Einzelheiten des Bombardements vom 16. März: Als der Feind das Feuer er- öffnete, antworteten unsre Batterien. Sechs feindliche Schiffe, die hinter dem Leuchtturm Liautschan hielten, schössen aus ihrer geschützten Stellung auf die Festung. Um!>/« Uhr nachmittags hörte das Boinbardement auf. Der Feind gab etwa 266 Schuß ab; ein v 0 n der Batterie Nr. 15 abgefeuertes Geschoß be- schädigte einen japanischen Kreuzer schwer. Das feindliche Bombardement richtete nur unerheblichen Schaden an. Sechs Soldaten ivurden getötet, in der Stadt Ivurden drei Personen getötet und eine schioer v e r>v il n d e t. Nach Meldung des Generals Stössel legten Offiziere und Mannschaften der Strandbatterien musterhafte Beweise von Mut, vollendeter Manneszucht und großer Schießsicherheit ab. Port Arthur, 11. März.(Meldung der Russischen Telegraphen- Agentur.) Durch das Bombardement voin 10. März hat am tueisten die Neustadt gelitten. Durch eine krepierende Granate wurden ein Anwalt, die Tochter eines O b e r st e n und eiue andre Dame getötet. Ferner erlitt ein Chinese den Tod; auch wurden einige Chinesen und ein Kutscher verioundet. Der Kommandant General Stössel und sein Stab entgingen auf der Batterie mit genauer Not der Gefahr, durch Granatsplitter verwundet zu werden. Auf dem Goldenen Berg wurden ein Lieutenant und ein Soldat verwundet und an der elektrischen Schcinwerferstation zwei andre Soldaten. Man sah deutlich(?), wie ein japanisches Panzer- schiff von einem russischen Geschoß getroffen wurde und sich danach langsam entfernte. Die Kanonade war äußerst heftig. Um 12 Uhr 45 Minuten verstummte der Geschützdonner. Heute ist alles ruhig. General Kurapotkin. Petersburg» 12. März. Wie der„Russische Invalide" meldet. empfing General Kurapotkin gestern 86 von dem Stadt- Haupte geführte Stadträte, welche ihin ein Heiligenbild darbrachten, das der General kniend entgegen- nahm. Für die Darbringung dankend, sagte er unter anderm, der Armee stehe eine schwere Arbeit bevor, doch sei sie bereit, ihre ganze Kraft einzusetzen, um das ans sie gesetzte Vertrauen zu bewahrheiten. Er bitte die Vertreter Petersburgs, geduldig und ruhig und mit vollem Vertrauen in die Kraft Rußlands die weiteren Ereignisse abzuwarten. Nach einer andren Meldung soll Kurapotkin von einem „Spaziergang" nach Tokio bramarbasiert haben, den er im Juli anzutreten gedenke. Hoffentlich kommt ihm nichts dazwischen! Neue japanische Truppenlandungen. Loudo», 12. März.„Daily Mail" meldet aus Tschifu von gestern, seit zehn Tagen seien sechzehn japanischeTruppen- trans Porte in einem Hafen an der koreanischen Küste gelandet worden, den die Japaner K a i d s ch u nennen und der etwa zwölf Stunden von Tschemulpo entfernt sei. Der Hafen biete einen hervorragenden Aukeiplatz, habe aber eine sehr gefährliche Einfahrt, weil hohe Felsen dieselbe beengten. Vier japanische Kreuzer und eine Anzahl Torpedoboote lägen nördlich der Einfahrt als Wachtfchiffe. Ein Torpedobootzerstörer sei aufgelaufen, aber nur leicht beschädigt, ein Transportschiff dagegen völlig wrack ge- worden. Seit dem 27. Februar seien zehntausend Japaner in Kaidschu gelandet. Russischer Neutralitätsbruch. Die Russen sollen, nach einer„Laffan"-Meldung, bis Kintschau. das die Niutfch Wang- Eisen bahn beherrscht, vor- gedrungen sein. Nilltschtvang gehört jetzt bereits zur Kriegszone und ist einem japanischen An- griff ausgesetzt. Die Frage der Neutralität Chinas werde nun ernst.' Der Vicekönig von Tschilt, Bnanschikai, sei für eine energische Antwort auf den russischen Protest gegen die Entsendung chinesischer Truppen in der Richtung nach dem Liao. Der Präsident des chinesischen Auswärtigen Amtes, Prinz Tsching, befürwortet ein passives Verhalten Chinas. Russische Kriegsbegeisternng. New-Uork, 11. Mörz(.Laffaii"-Meldung1. 2660 russische Bauern, meistens in jugendlichem Alter stehend, die ihr Vater- land verlassen hatten, um sich der E i n st e l l u n g i n d a s H e e r in O st a s i e n zu entziehen, trafen gestern mit dem Dampfer „Graf Walderscc" hier ein. Die meisten von ihnen haben ihr ge- samtes Eigentum im Stich gelassen. Die Russen ivurden sämtlich in den DetentionSräumen in der Bucht von New-Uork untergebracht, wo sie verbleiben sollen, bis die Erhebungen darüber, ob ihnen die Einwanderung zu gestatten ist, abgeschlossen sind. Die Berpflegung der russischen Krieger. Von unsrem russischen Korrespondenten wird uns geschrieben: Das Bild der Mobilisation der russischen Armee sieht nach unsrcn Privatnachrichte» sehr anders aus, als nach den offiziellen und offiziösen Berichten der zarischen Presse. Um kurz heraus zu sagen: es fehlt so ziemlich an allem, es fehlt an allen Ecken und Enden! Schon vor der grauen- haften Kälte(bis 30 Grad Reaumur!) find die armen Soldaten, die man jetzt herdenweise in den Waggons nach Ostasicn transportiert, nicht entfernt geschützt. Die Waggons sind ungeheizt, entgegen den lügenhaften Versicherungen der Intendantur. Wie es aber um die Verpflegung bestellt ist, erhellt aus der folgenden Mel- dung: Auf den Eisenba'hnstatiouen, wo die Truppen länger Halt (vier Stunden) machen, werden die Läden mit Viktualicn von den Soldaten geplündert. Die Offiziere lehnen es ab. dieser Krawalle Herr zu werden. und geben den Ladeninhabern nur dm Rat, vor Ankunft der Transportzüge die Läden zu schließen. Seit diese Maßregel angewandt wird, werfen sich die stationierenden Soldaten auf umliegende Dörfer und plündern die Häuser der Dorfciiiwohnrr! So überfiel ans der Station S s a s s 0 w 0 im Gouvernement T a m b 0 w eine Soldatenmenge aus 2200 Mann den Dorfmarkt und plünderte alle Marktbuden aus. Die Batiem setzten sich mit Knüppeln zur Wehr und zogen sich zurück erst, als die Patrouillen mit bewaffneter Hand ein- griffen.— In den Stödten gehen die Soldaten vor der Abfahrt betteln. Und, man merke sich wohl: Da-Z passiert alles nicht etwa schon auf dem Kriegsschauplatz oder in dessen Nähe, im fernen Osten, Nein, das Gouvernement Tambotv liegt in i t t e n im c u r o- p ä i s ch e n Rußland, euvas südlicher von Moskau. Der Hunger, die Plünderung, die Bettelei der Soldaten, die Krawalle ereignen sich also gleich zu Beginn der Mobilisation! Wie mag das erst drüben in Ostasien aussehen, und wie wird sich die Verpflegung der armen„Iwans" bei längerer Dauer des Krieges gestalten!— poUtifeKe Oebcrricht. Berlin, den 12. März. Betrogene Betrüger. Das Centrum hatte die Sache doch so klug und geschickt ein- gefädelt. In der Budgetkommission hatte es die Forderung der Re- gierung nach 748 neuen Unteroffizierstellen zu Falle gebracht, um einen Druck auf die Regierung auszuüben, der wohl die Aufhebung des§ 2 des JcsuitcngesctzeS beschleunigt hat. Nun stellten sich— gerade wie gerufen— neue sachliche Momente ein. Das Centrum entdeckte, daß die Unteroffiziere überlastet seien, deswegen die Soldaten mißhandelten, und es schlug nun in» Interesse des„Volkes in Waffen" vor, die Kosten für die Vermehrung der Unteroffiziers- stellen zu bewilligen. Aber nicht etwa für alle, sondern nur für die Truppenteile, bei denen die zweijährige Dienstzeit eingeführt ist. So verlangt es wiederum die volksfrcnudliche Stimmung des Centrums, die bekanntlich und natürlich sein einziger Leitstern in den Fährnissen der hohen Politik ist. „Fein ausgesonnen, Pater Lamormain! Wär' der Gedanke nicht verflucht gescheit, Man wär' versucht, ihn herzlich dumm zu nennen." Von zwei Seiten wurde an diesem herrlichen Kunstwerk Spahnscher Diplomatenkünste herumgezerrt, Graf K anitz war so unhöflich, ihm den Kompromißchlinder einzutreiben und Genosse Ledebour schob die Coulissen weg, hinter denen Herr Spahn in zärtlichem Tete-a-tetc mit dem Kriegsmiuistcr gesessen, so daß jeder sehen konnte, wie bereit das Centrum ist, zwar nicht die ewige Seligkeit, wohl aber alle irdischen Interessen des Volkes zur Er- reichung seiner konfessionellen Ziele zn opfern. Die Konservativen wollen nicht länger das fünfte Rad am parlamentarischen Bewilligungswagen sein. Sie sind eifersüchtig auf die ausschlaggebende Stellung des Centnims und erklärten deshalb heute, nur für die ganze, ungeteilte Regierungsvorlage eintreten zu können. Der nationalliberale Graf O r i o l a stimmte ihm in der ärgerlichen Kulturkanlpfstiinmung zu, in der sich nach dem neuesten Bundesrats- Beschluß die Natiouallibcraleu befinden, und auch Herr Schräder von der Freisinnigen Vereinigung ist so bewilligungS- freudig, daß er je mehr, je lieber Unteroffizicrsstellcn der Regierung präsentieren will. Auf der andern Seite erklärte Genosse Ledebour, daß wir selbstverständlich keinen Grund haben, den Umfall des Centrums mitzumachen. Gegen die Soldatenmitzhaudlungen haben wir bessere Mittel vorgeschlagen als die Vermehrung der Unteroffiziere, und das Ccntrum hat sie abgelehnt. Zu den 30 000 vorhandenen Unteroffizieren noch ein paar Hundert neue hinzuzufügen, ist sicherlich ohne jede Bedeutung für die Bekämpfung der Mißhandlungen. Uebrigens sind alle die vom Centrum jetzt vorgebrachten Argumente von demselben Herrn Gröber, der jetzt mit ihnen den Unifall des Centrums zu rechtfertigen sucht, in der Kommission als unerheblich zurückgewiesen worden. Nebenbei wies Genosse Ledebour in witziger Weise die gestrigen Angriffe des Grafen Oriola auf unsre Partei zurück: der Herr Graf habe in seiner militaristischen.Bewilligungstrance" Aeußerungen von uns bekämpft, die nie gefallen seien. Auch Genosse Bebel, den Herr Schräder durch die Bemerkung herausgefordert hatte, wir müßten für die Regierungsvorlage stimmen, da wir ja„Patrioten" sein wollten, legte noch einmal die principiellen und praktischen Gründe dar, aus denen wir gegen diese Militärfordcrung stimmen müssen. In dieser Zeit, in der man fort- gesetzt die Soldaten mit ihren blauen Bohnen gegen die Arbeiter- bewegung ausspielt, haben wir neben unsrer grundsätzlichen Feind« schaft gegen das Heeres- und Steuersystem doppelten und dreifachen Grund, nichts zu bewilligen. Und wenn die Unteroffiziere wirklich überlastet sind, so entlaste man sie durch Verminderung des mili- tärischen Drills und Abschaffung deS Parademarsches. Noch ehe man zur Abstimmung über die verschiedenen Anträge kam, ereignete sich ein niedlicher Zwischenfall, der die Intimität zwischen Centrum und Regierung scharf beleuchtete. Das Ccntrum hatte in einer Resolution Reichsbcihilfen für die durch EinquartierungS- lasten besonders schwer getroffenen Gemeinden gefordert. Aber der Kriegsminister erklärte, daß ihm der jetzige Zeitpunkt zur Beratung nicht geeignet erscheine. Gehorsam zog Herr Gröber den An- trag zurück. Schon bei der ersten Abstimmung über die Regierungsvorlage blieb das Ergebnis zweifelhaft. Und da die Auszählung Beschluß- Unfähigkeit ergab, mutzte die Sitzung abgebrochen werden. Am Montag wird sich dann zeigen, ob die Rechte auf ihrem Standpiinkt des„Alles oder nichts" beharren wird. Bleibt sie fest, so dürfte sowohl die Rcgierungsforderung, wie der Centrumsantrag fallen und damit die ganze Vermehrung des Unteroffizierpersonals ab- gelehnt werden._ Parforcejagd. Das preußische Abgeordnetenhaus behandelt die sociale Frage nicht beim Ministerium der Socialpolitik, sondem beim P o l i z e i Ministerium. Das kennzeichnet schärfer wie jedes andre Moment die Auffassung des Junkerparlaments. Die tiefftcn, iveltgeschichtlichen Probleme der Kultur sind ihn» Polizcifragen, viel- leicht auch Jagdfragen. Flinte, Säbel und Gummischlauch lösen alle Schwierigkeiten. Die Arenbcrgerei, in politisches System gebracht, das ist die Methode, mit der man im preußischen Landtage den SocialiSmus überwindet; eine Kugel ins Gehirn, und dann mit dem Ladestock in der Hirnmasse herumgerührt, das ist das beste und einzige sociale Rezept der Herren. Die thörichte Frage ob daS Proletariat reif zur politischen Macht sei. beantwortet sich von selbst, wenn man die politische Intelligenz und die moralische Kraft prüft, mit der die herrschende Ordnung von ihren Worfführern„aufrecht erhalten" wird. Mit drei der albernsten hinterpommerschcn Wahlflugblatt-Argumente bestreiten diese Politiker ihre Bedürfnisse. Ausgerüstet mit solcher Einsicht klimmen sie zu den höchsten Stufen des Staates empor, herrschen sie in höchstbezahltcn Sinekuren. Armseliger ist nie eine Klasse gewesen. als die Herren Preußen. Entweder glauben sie an das, was sie sagen, denn spottet ihre Unwissenheit und Urteilslosigkeit jeder Grenze, oder sie sprechen gegen ihre innere Ueberzeugung, dann ist ihre sittliche Bcrtvahrlosung abgrundtief. Es war eine wirkliche Parforcejagd, welche daS preußische Abgeordnetenhaus am Sonnabend bei der Fortsetzung der Beratung des Polizei-EtatZ gegen die Socialdemokratie eröffnete. Die Zedlitz. Loebcll, Strofscr(Sekretär der konservativen Partei) überschlugen sich in wüsten und blöden Hetzereien gegen die Socialdemokratie. Herr v. Zedlitz, der politische Abenteurer, dessen Artikel und Reden nur noch wütende Rache-Akte sind, weil dm Socialdemokratie diesen Biedermann entlarvt hat, spielte bereits mit dem„entscheidenden Augenblick" und hoffte dann den Chef der Polizei auf seinem Posten zu finden. DaS ist nun nichts NeneS. Dagegen ist immerhin noch er- wähnenslvert, daß sich die Redner der Freisinnigen Volkspartei— mit einigen halben und nicht ernst gemeinten Vorbehalten— daß sich die Herren F i s ch b e ck und Cassel geradezu aufdringlich der Regie- rung und der Rechten zn einem Schutz- und Trutzbündnis angetragen haben, wofiir sie dann von den Herren v. Hammerstein und v. Zedlitz über die Maßen wohlwollend behandelt wurden. In einem Augen- blick, lvo das Junkertum offenbar alles in Bewegung setzt, um zu einem Streiche auszuholen, senkt der bürgerliche Liberalismus den gezogenen Degen vor diesem Todfeind auch aller bürgerlichen Kultur und rühmt sich seiner eignen Verdienste um die Bekämpfung der Socialdemokratie. Diese Freisinnigen sprechen nur noch wie fteiwillige Offiziöse. Wenn sie nun vom Junkertum noch ein bißchen Gnadensonne abbekommen, dann sind sie ganz und gar be- friedigt! Eine Nebenerscheinung der Socialistenhetze ist der gestern schon gewürdigte Kampf gegen den Reichstag des allgemeinen Wahlrechts, der Sonnabend fortgesetzt wurde; auch hier war die Verteidigung der Reichsvcrfassung seitens der Liberalen äußerst schwächlich. Wie schon im Herrenhause, berief man sich wieder auf jene BiSmarcksche Kabinettsorder vom 1. Dezember 1885, durch die mit barschen Worten dem Reichstage das Recht abgesprochen wurde, über die preußische AuSweisungSpolitik zu interpellieren. Bismarck begründete damit den verfassungswidrigen Protest gegen den vollkonimen recht- mäßigen Anspruch des Reichstags. Im deutschen Reichstag sei, so führte er aus, der Versuch gemacht, durch eine vorausgesetzte Reichsrcgicrung eine Pression auf den König von Preußen zu Gunsten ausländischer Ansprüche und Interessen herbeizuführen. Wenn dieser Versuch lediglich von Polen, Socialdemokratcn oder Freisinnigen— von deren Seite„unsre Verfassung seit ihrer Geburt sich... nur einer stief- mütterlichen Betrachtung zu erfreuen gehabt hat"— ausgegangen lväre, so hätte man darüber hinweggehen können.„Wenn aber", fuhr Bismarck fort,„eine so gewichtige und angesehene Partei wie das Centrum... eine solche Rcchtsauffassung sich aneignet und unterstützt, so gicbt das der Sache doch ein Gcivicht. dem gegenüber ein voller und formeller Protest wohl angebracht ist". Bei der Etatsberatung verteidigte damals W i n d t h o r st mit aller Entschiedenheit das Recht des Reichstags: die Zuständigkeit des Reichstags ließe sich schon mit dem notwendigen Schutze des Rechtes der Untcrthanen begründen. Dann gehöre die preußische Aus- wcisungspolittk als Frage der auswärtigen Beziehungen in den Reichstag und endlich fei die Zuständigkeit begründet, weil nach der Verfassung Fremdenpolizei und Freizügigkeit dem Reiche über- antwortet seien. In seiner Antwort redete Bismarck um die klare Verfassungsbestimmung fcuilletonistisch herum. Er sprach von dem „unitarischen Konvent", vor dem sich die Bundesfürsten nicht zn ver- antworten hätten. Jetzt hält sich das Centruin zurück. Es hat weder zu dieser Frage, noch zur Socialistenhetze das Wort ergriffen. Es bleibt stumm und vorsichtig, um sich alle Wege offen zu halten. Die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses tragen wesentlich zur Klärung der Situation bei. Das Proletariat hat seine Todfeinde iviedcr einmal ohne MaSke gesehen. Es weiß, daß es nur auf seine eigne Kraft bauen kann; es weiß, daß eS mit jedem Frevel und jedem Wahnsinn zu rechnen hat; die spritzenden, überkochenden Tropfen aus dem reaktionären Hexenkessel dienen ihn: nur als Wecker und Warner. Herr v. Hammcrstein bekam bereits sein Gehakt bewilligt, nach- dem eine endlose Rednerliste durch Debatteschluß erledigt wurde.— Würdiger Protest. Folgende Erklärung ist von 428 in Berlin undsilmgegend wohn- hasten Russen beschlossen worden: „Am 19. Januar dieses Jahres hat der Vertreter der deutschen Reichsregierung, Freiherr v. R i ch t h o f e n, vor der breiten Oeffent- lichkcit des Parlaments zur Rechtfertigung der gegen die hiesigen Russen gerichteten Polizeimaßregeln diese Russen in Bausch und Bogen und damit uns alle als anarchistische Propagandisten der That verdächtigt, und die hiesigen Russinnen eines unsittlichen Lebens- Wandels bezichtigt. Gegen diese schweren Beschuldigungen haben wir uns in einer öffentlichen Erklärung verwahrt. Wir sahen uns zu dieser Erklärung um der Ehre der russischen Frauen, um der geschichtlichen Wahrheit und der Gerechtigkeit willen genötigt. DaS Recht der Verteidigung ist ein natürliches Recht, anerkannt selbst von barbari- scheu Völkerschaften. In der Verhandlung des Reichstages vom 29. Februar dieses Jahres hat nun der deutsche Reichskanzler Graf B ü l o w jene Ab- wehr, jenen Akt uusces natürlichen Rechts als„impertinent", als „Mißbrauch des Gastrechts" bezeichnet, und unS um jener Verteidigung willen die Ausweisung angedroht. Dabei Hai er es unter- nommcn, durch Hinweisung auf die jüdische Abstammung eines Teils der hiesigen Russen antisemitische Vorurteile gegen uns zu entfesseln. GrafiBülow, der höchste Beamte deS Deuffchcn Reiches, hat sich nicht gescheut, uns zu diesem Zweck unter dem Schutz der Immunität als „Schnorrer" zu beschimpfen. Daß die hier lebenden Russen zum überwiegenden Teil jüdischer Abstammung sind, hat, wie dem Grafen Bülow wohlbekannt, seinen Grund in dem besonderen Druck, dem die jüdische Bevölkerung in dem Rußland von Kischinew ausgesetzt ist, und die sie von den höheren Bildungsanstalten der Heimat nahezu ausschließt. Wir bedauern, daß das zwanzigste Jahrhundert im Lande eines Lessing, eines Fichte eine derartige Mißachtung des großen Humanitätsgedankens hat sehen müssen, wie sie in diesen anti- semitischen Ausfällen dcS deutschen Reichskanzlers zu Tage ge- treten sind. Gegenüber der vom deutschen Reichskanzler erhobenen Anklage eines Mißbrauchs deS Gastrechts und gegenüber jenen Beschimpfungen betonen ivir, daß wir uns das Recht zur Abwehr ungerechtfertigter Angriffe nie und nimmer nehmen lassen iverden. Wir bestätigeil daher auch hier auf Grund unsrer täglichen Erfahrung von neuem Punkt für Punkt den Inhalt unsrer früheren Erklärung, insbesondere die Thatsache, daß wir in Deutschland, vor allem in Preußen, allgemein und ohne jede gesetzliche Garantie, einer spccicllen in gröblich beleidigenden Fornien ausgeübten Aufsicht durch deutsche und russische Polizei-Agenten unterstellt sind, und weisen schon mit Rücksicht gerade auf diese Polizei-Aufsicht die Behauptung deS Grafen Bülow, daß die russischen Studenten„in Deutschland mit derselben Liberalität behandelt würden wie die einHein, ischen", als unzutreffend zurück. Wenn Graf Bülow und mit ihm ein Teil der deutschen Oeffent- lichkeit die Auffassung vertritt, daß der Gast sich stumm, ohne das Recht der Verteidigung, vom Gastgeber beleidigen lassen müsse, so ist daS mit unsren Ehr- und Rechtsbcgriffcn unvereinbar. Durch ein kulturwidriges Regierungssystem sind wir aus unsrem Heimatlande verstoßen. Aber auch im Auslande, in daS Ivir in der Hoffnung auf die Solidarität aller Civilisation geflüchtet sind, betrachten wir die Wahrung unsrer Ehre und Menschenwürde als unsre geheiligte Pflicht und sind allesamt bereit, jede sich hieraus ergebende Konseyuenz ans uns zu nehmen. Mag Graf Bülow für sein Vorgehen, das lediglich den Interessen deS russischen Absolutismus, dieses erbarmungslosen Feindes aller Civilisation und freihcit- lichcn Fortentwicklung, dient, die Verantwortung bor der ge» samten Kulturwelt und vor dem Urteilsspruch der Geschichte tragen." Wir fügen hinzu, daß zahlreiche Protesterklärungen ähnlichen Inhalts in letzter Zeit uns seitens der russischen Studentenschaft aus verschiedenen andern deutschen Städten zugegangen sind.— Freisinnige Kolonialhunnen. Das freisinnige„Berliner Tageblatt" ist nunmehr auch in die Reihe jener Äolonial-Freibcuter eingerückt, die die unglückseligen Verwicklungen in Teutsch-Südwestafrika ausschließlich vom Stand- punkte der brutal st en Beute-Politik aus betrachten. An- fangs, als Kolonialfcxe zum Teil sehr zweifelhaften Kalibers erklärten, der Hererokrieg müsse von der Kolonialbcrwaltung zur vollständigen Ausplünderung und Versklavung der niederge- worfencn Eingeborenen ausgenützt werden, da begegnete dieser von uns aufs schärffte gcbrandmarktc Vorschlag auch in der bürg er- l i ch e n Presse mehr oder minder lebhaften moralischen Be- denken. Die Ursachen des Aufstandes, die ungeheuerliche Land- beraubung und wucherische Ausbeutung der Hereros lagen zu klar zu Tage, als daß der besonnenere Teil selbst der Bourgeois- Presse die Kolonialfexe hätte unterstützen können. Trotzdem nun inzwischen erst ein paar Wochen ins Land gegangen sind, glaubt unsre bürgerliche Presse doch bereits, daß G r a S über die unerhörten Sünden unsrer südwcstafrikanischen„Kultur- Pioniere" gewachsen sei. Sie hält es jetzt, trotzdem der unerhörte Vorschlag unsrer Kolomal-Flibustier immer unverfrorener propagiert wird, nicht mehr für nötig, ihn zurückzuweisen. Das edle Mosse- Blatt hat ihn sich sogar bereits völlig zu eigen gemacht, ja es geht in seiner Dreistigkeit so weit, die gewünschte völlige Expropriation der Hereros für die Absicht der Regierung zu erklären! Und weil einzelne Missionsblätter sich diesmal wenigstens der Hereros angenommen haben und deren Ausraubung und Versklavung für ein schreiendes Unrecht zu erklären gewagt haben, pöbelt das noble Freisinnsblatt die Missionare an, die sich„immer mehr als A n w a l t e der s ch w a r z e n P r o s e I y t e n, denn als Verweteo der berechtigten Interessen des eignen Volkstums" fühlten! Das fteisinnige Blatt schreibt dann wörtlich I „In MisnonSzcitschriftcn wird init Stolz darauf hingewiesen. daß die HercroS keinen, Missionar ein Haar gekrümmt hätten. Das ist ein recht kläglicher Stolz. Wie man in den Kreisen der deutschen Kultur- Pioniere Wahl- verein des Kreises, 3. Ausnahme neuer Mitglieder.— Jeder Genosse aus dem Kreise muß in der Versammlung vertreten sein. Allgemeine Familie»-Sterbekasse. Heute Zahltag: Ackerswasje 123 bei Diele von 3—6 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 13. März, vorm. S'l4 Uhr, in der Schul-Aula Kleine Franksurterslr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Um IG/, Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag deS Herrn Pros. Dr. Albert Gehrke:„Staat und Kirche." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Allgemeine Kranken» und Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. 29, Hamburg), Filiale 2. Sonntag, den 13. Mörz, vormittags KP/, Uhr: Mitgliederversammlung im Märkischen Hof, Admiralstr. 18o. Centralverband der Civilmusiker Teutschlands(Ortsverwaltuug Berlin). Dienstagvormittag 11 Uhr bei Wille, Brumienstr. 188: Berfamm- lung. Antwortschreiben des Hauptvorstandes in Sachen des obligatorischen Arbeitsnachweises und Fortsetzung der Beratungen über denselben. Arbeiter-Samariter-Kölonne. Die Uebungsslunde in der Centrale findet nicht morgen, sondern Dienstagabend im Restaurant Dresdener Garten, Tresdenerstr. 15, statt. Vortrag des Zlngenarztes Dr. Cohn über Augenverletzungen. Nachher praktische Hebungen. Gäste willkommen. Neue Teilnehmer können jederzeit an den Uebungsnbenden der Kolonne eintreten. Einwittsgeld sowie Monatsbeiwag 25 Pf. Bibliothek steht den Teilnehmern zur Verfügung. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am Donners- tag, den 19. März, der Tischler KuLtsv Tresckoivstraße 56 sanft entschlafen ist. 2540b Die Beerdigung findet am Montag, den 14. März, nach. mittags 4 Uhr, aus dem Gemeinde- sriedhos in Friedrichsseide statt. -Oskar Schnitze. Maschinen beschäftig. Arbeiter Berlins und Umgegend. Nachruf! Am Sonnabend, den 5. März, ist unser Kollege 75/8 Msv Grundmann aus dem Schlestschen Bahnhos tödlich verunglückt. Ehre seinem Andenken I ver Vorstauek. Danksagung. Für die herzlichen Beweise inniger Teilnahme am Begräbnis meines lieben Mannes, vor allem der Brauerei C. Habel, meinen herzlichsten Dank. Iklllnadctti Pnhlmann nebst Kindcm. 2560b Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen lieben Frau, unsrer herzensguten Mutter, sagen wir allen unsre» tiesgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Mi Hannemann Ä«. Empfehle den Genossen meine ßram- und Ktumenbindem speeiell Vcrcluslerann« 21626' E. Ebel, Ackerslr. 35. Kränze«;J«! F. Jacobilz, fsüppfiiftr. 44. Allen Verwandten und Be- kannten die traurige Mitteilung. daß unsre liebe Mutter, Tante und Großmutter Mine Joswiak nach langen, schweren Leiden am Donnerstagabend 7 Uhr per- ftorbcn ist. Die Beerdigung findet heute Sonnlagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Sebastian- Kirchhoss in Reinickendors aus statt. 4527L Die trauernden Hinterbliebenen. Karl Winzer, Alexanderstr. 27b I. Teilzahlung gestattet. Dr. Schünemann Speeialarzt sür Haut-, Harn- und Frauenleiden. lScvdcUtr. O. V,'/,«-'/3- Sonnt. 9-11 Dr. Simmel, Speeialarzt sür[76/16' Haut and Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2—1 I. Wahlkreis. Montag, den 14. März, abends 8 Uhr, bei D rase l, Neue Friedrichstr. SS: Versammlung äes Aahlvereins. Tages-Ordn litt g: Bortrag des Reichstags-Abgeordneten Bnchwald über; Illllttt Ullll(jlllif ff ßolOHiflltjOll, Diskussion. Zu dieser Versammlung haben Gäste, auch Damen, Zutritt. _ Zu zahlreichem Besuch ladet ein__ Der Vorstand. 236/4 III. Wahlkreis. Dienstag, den 15. März, abends Uhr, in Voigts Festsälc», Ritterstrahe 75: Versammlung des Nahlvereins. Vortrag des Ken. Dr. ZadeF:„Die Aerzte vud die Krankenkassen." Zahlreicher Besuch erwünscht.— Gäste willkommen. 240/7_ Der Vorstand. Hchtung! Hcbtung 1 Soeialdetnokratiseher Verein im S. Berliner Keicbstags-'Wahlkreise. Freitag, den 18. März, abends S'/a Uhr: SMP Versammlung'MK n der Brauerei Schweizergartcn, Neues Königsthor am Friedrichshain. Tages-Ordnung: 1. Weder Jena noch Sedan. Rcscrent: Reichötags- Abgeordneter Genosse t�radnaner. 2. Diskussiion. 245/4 3. Partei- und Vereins-Angelegenheiten. Gäste erwünscht. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Soeialdemokratiseher Vtahlverein für den 6. Berliner Beiehstags-'Wahikreis. Dienstag, den 15. März, abends S'/a Uhr: Zwei Versammlungen: 1. Für Oramtnbnrger Vorstadt: Gartenstraße Nr. 9. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen Bachwald über:„Innere und äußere Kolonisation". 2. Diskussion. 2. Für Moabit: Moabiter Kafiuo, Milsnalkerstr. 63. Tagesordnung: t. Vortrag des Genossen Bartels über:„Karl Marx' ökonomische Lehren". 2. Diskussion. 246/13" Zu beiden Versammlungen haben auch NichtMitglieder sowie auch Damen Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet_ Der Borstand. Mm»! ßenossinnen, Genossen! 2 Voiks-versammllmgen: 1. Montag, den 14. März, abends K'/s Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstrassc SO. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Allgemeinen Heimarbeiterschntz Kongrest. 2. Diskussion. 1/7 2. Mitttvoch, den 1K. März, abendS 8'/, Uhr, im SchOnhanscr Volksgarten, Schönhauser Allee 101/102. TageS-Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Blara Zetkin über:«„Der Krieg in Ostasien und die Interessen des Proletariats". 2. Diskussion, Wir ersuchen, recht rege sür diese Versammlungen zu agitteren! _ Die Vcrtrancnspersonen. Griiieurt, Cistlciirc Krriiiis>>. Umgezeiid. Dienstag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraste Lv: VeffsntUvbv Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Ed. Bernstein:.Die Dynamik des Gewerlschastskanipses". 2. Diskussion. 74/3 Alle Kollegen sind eingeladen. Die Kommission. ts Sektion der Oips- und Ceincntbranche. Gruppe: RabihpuNer und Spanner.- Mittwoch, de» 16. März 1»«4, abends 8'/> Uhr: Kombinierte Mitglieder-Versammlung der beiden Gruppen Rabihputzer und Spanner in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages-Ordnung: 1. Die Schädlichkeit der Accordarbeit in unsrem Berus. 2. Gewerkschastllches. 137/5 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht sämtlicher Rabitzpuber ttnd Rabitzspanner, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Borstand. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin.(Engel-User 15, Zimmer 35.) iMM Tonnerstag, den 17. März 1904, abends 81/, Uhr: Versammlung'MU bei Feuerstci», Alte Jakobstrafke 7S. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Sindermann über: Soi'' Politik und die Entwicklung der Gewerkschaften. 2. Diskussion. Die Kollegen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Gäste willkomi 177/6___ Die Ortsverwaltnne. Innungs- Krankenkasse der «lchr.Zmms Bekanntmachung:. Vom 1. April er. ab besindet sich das Kassenlokal Hollmannstraße 16, rechter Seitenflügel 2 Dr. Dasselbe ist geöffnet von 0—1 Uhr. 271/15 Der Vorstand. Herren-Ciarilerobe Detail-Verkauf zu Engros-Prelsen in der Betriebswerkstätte Kaiserstr. 28, 1 Treppe(kein Laden). Ineug von 12 K. an. 4513L* Höheres technisches Institut Berlin ZiW. 6, Marienstr. 24. Ausbildung von Ingenieuren, Technikern u. Werkmeistern. Tages- n. Abendkurse. Semosteranfang: 12, April.* Kloabit. Mittwoch, den 16. d. M., abends 8'/z Uhr, in den„Arminiushallen", Brcmcrstrahe 72: OeMiede M Siehe Inserat in der Dienstag- Nummer dieses Blattes. 287/11 Der Vorstand der Hansarztkasse Volkswohl. Orts- Krankenkasse der üflöbelpolierer. S o n n t a g, den 20. März 1004, nachmittags 2 Uhr: Genersl-Versanunlung bei Franke, Sebastianstr. 30. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Bericht des Rechnungs-Prüsungs- Ausschusses. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Anträge. 5. Ver- schiedencs. 271/47 Der Vorstand. Herausgeber: Scnna Boy. Nr. 5 staatsanwaltlich konsiscierr. Nr. 6 im Straffenhandel polizeilich verboten. Nr. 6 enthält u. a.:„Zum 18. März 1004", von einem Sohne des Volkes. —„O welche Lust, Preuße zu sein". —„Die Jesuiten kommen!":c.:c. Preis 10 Pf. 4528L Zu haben in allen Buchhandlungen und Zeitungs-Hallen. Achtung! RIXDORF. Achtung: Dienstag, den 13. März 1904, abends 8'/, Uhr: Volksversammlung in den Victoria- Stilen, Hermaimstr. 49. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen HValdeck Hanasse über:„Die Kirche hat einen guten Magen"(Die Kirchen- steuer der Dissidenten). 2. Diskussion. SOSitt» 202/11* AM" Zu dieser Bersammlnng sind die Herren Geistlichen iftltch'"'--- schriftlich eingeladen!___ Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Einbernfer. Sichterfelder Kranken- und Sterbekasse für lämtUche Beruf szvmge. E. H. 54. Tonntag, de» 20. März 1904, vormittags pröeise 10 Uhr, in Berlin, Gewerkschaftöhaus, Engel-User 15(Saal VII): General-Der sammlung. Tages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht des Ausschusses. 3. a) Bericht der Delegierten zur Central-Kommission— Neuwahl, b) Bericht von dem dritten Krankenkassen-Kongreß zu Leipzig. 4. Anträge der örtlichen Ver- walwngen und des Vorstandes. 5. Ergänzungswahlen von Vorstands- und Ausschußmitgliedern. 6. Beschwerden von Mitgliedem. 7. Verschiedenes. Der B o r st a» d. 286/20*_ F. Ceiscn- Kersting, Vorsitzender. Verein deutscher Schuhmacher. Bureau: Wassmannstrasse 10. Geöffnet von 10—1 Uhr vormittags und von 5—8 Uhr nachmittags. Montag, den 14. März, abends 8'/, Uhr, im Rosenthaler Hok, Rosenthalerstraste 12: AllßkMdtllti. Gellttllt-NttsllMillW. Tages-Ordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Provinzialkonferenz der Provinz Branden- bürg und Anträge zu derselben. 2. Bericht und Neuwahl der Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 3. Bericht vom Heimarbeiterschutz- Kongreß. 4. Antrag der Ortsverwaltuna auf Einsetzung einer Beschwerdekommission. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes._ KW- Mitgliedsbuch und Lokalkarte sind am Eingang vorzuzeigen.-WU Die Drtsverwaltung. NB. Vom 1. April ab befindet sich das Bureau Wassmannstr.32a, Hof part. Zu der am 13. März, nachmittags 4 Uhr, staltsindenden Unama-Vcws�ollimg sind noch Billets zu haben._ 160/10 Verband der an Holzbearbeitungs-Maschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Die am Montag, den 14. März 1904, fällige Hitglieder- Versammlnng findet umständehalber nicht statt. 75/9 Der Vorstand. BSUcKui' Achtung! Achtung! Centrat- Verein der deutsehen Sötteher Filiale Berlin. Dienstag, den 15. März, abends 8'/, Uhr, Andreasstraste 2«: t t K II v Ä v»'> Vv r 8» M H1 1 n u K. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlung mit den Brauereien betreffend die Lohn- und Arbeitsbedingungen und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notioendig. 20:2 Der Vorstand. Achtung! Achtung! Orts-Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und vemandter Geiverbe zu Keriin. Mitglieder! In Bezug aus die Einigungsverhandlungen zwischen den Gewerlschasts. organisattonen(unter Leitung des Parteivorstandes), welche heute, Sonntag, den 13. März er., stattfinden, fordern wir alle Genossen auf, dem Drängen der Leitung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Verwaltung Berlin, nicht nachzukommen, um keinen Terrorismus zu begehen, sondern die Kandidatenliste, welche am 7. März er. in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, ausgestellt wurde, die 143 Verbands- und 25 Ge- werkschastsmitglieder enthält, dadurch zu vervollständigen, daß die noch sehlenden 02 Kandidaten nur von feiten der Verbandsmitglieder zu stellen sind. Deutschet Holzarbeiter-Verband. Montag, den 14. März 1904, abends 8 Uhr; Bezirks-Versammlung der Bezirke Sürßen und SUd- Osten im „Märkischen Hof", Admiralstr. 18 c. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Herrn Dr. Albcrty über:„Kunst und Proletariat". 2. Diskussion. 3. Vervandsange- legenheiten.. DUT' Nichtmitglieder und Frauen haben als Gäste freien Zutritt."ME Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Bürsten- und Pinselmacher u.s.w. Achtung! = Ausserordentliche Versammlung= Montag, den 14. März 1904, abends 8Uhr im Gewerkschaftshause, Engel-UferlS. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten <4. SchUpflln. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Kollegen! Zu dieser Versammlung ladet ganz besonders ein Die Branchenkommission. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Charlottenbnrg. Montag, den 14. März 1904, abends 8'U Uhr, im Volkshause. Rosinenstraße 3: 80/11 Ausserordentliche General- Nersammlnng. Tages-Ordnung: 1. Bericht vom Gautag. 2. Welche Vorteile haben die Kollegen durch den Nettotarij? 3. Wahl des Delegierten zum Verbandstag. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist notwendig._ Die Ortsverwaltung. iehlung! Holzarbeiter! Zahlstelle Blxdorf. Dienstag, den 15. d. MtS., abends S1� Uhr: Mrmrbriitlidir©eiifrnl-Nnsnimntmlg bei Thiel, Bergstraße 151—152. Tages-Ordnung: 1. Wahl eines Kandidaten zum Verbandstag. 2. Festsetzung deS Lokaweitrages. 3. Bericht vom Gautag. 4. Wahl einer Arbeitsvermittelungs- Kommission. 5. Verbandsangelegenheiten. 80/10_ Die Ortsverwaltnng. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—6. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Montag, den 14. Mörz, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engel-llfer IS(Saal 4): Versammlung der Metallschleifer, Galvamsenre, Hilfsarbeittr und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion von der letzten Ver- sammlung. 2. V orttag des Genossen Waldeck Manasse über:„Aus dem Leben der Natur". 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Wir erwarten der reichhaltigen und wichtigen TageS- ordnung wegen, daß die Kollegen und Kolleginnen sich recht zahlreich an der Versammlung beteiligen. Auch werden die Kollegen gebeten, ihre Frauen mitzubringen, da die Versammlung sehr interessant werden wird. 112/20_ Die Ortsverwaltnng� Central-Mai der Cttinker Deittlaads Ortsvcrawltung Berlin. Ofrfifmto t Den geehrten Vereinen, Gewerkschaften, Gast- -tUtJUIIID* Wirten ic. hiermit zur Nachricht, daß unser BereinS- lokal sich sieht in der Brunnenstr. 188 beiWiike befindet. In unser»: schweren Kanipse gegen Militär-, Bcanttenmusiker, Lehrlingskapcllc« und Privat- Muslkerbörsen bitten wir, uns durch Musikaufträge im Bedarsssalle zu unterstützen. Die Gefchäftsannahme findet jetzt nur in obengenanntem Lokale in der Zeit von Uhr mittags statt. Wir richten an die geschätzten Bereine-c. das höfliche Ersuchen, von unsrer neue» Adreffe gcsälligst Notiz zu nehmen und etwaige Aufträge nur nach Brunnenstr. 188 bei Wllke zu richten. I. A.: Der Vorstand. k Zahlstelle Kixdorf. Montag, den 14. März, abends 8V3 Uhr: Mitglieder UersammUlng in den„Bictoria-Säleu", Hcrmannstraße Nr. 49. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Haffner über:„Zweck und Ziele der Gewerkschaften". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Oer Eingang ist vorn durchs Lokal.— Rege Beteiligung erwartet 141/5__ Der Vorstand. Wir appellieren an alle Genossen. Weitere Klarlegung erfolgt in der Generalversammlung. 280/4 Die Deutsche Metallarbeiter-Gewerkschaft(Ve rwaltung Berlin). Asphalteure, Pappdachdecker und Hilfsarbeiter. lferbaDiiiierAspbalteure.Päppi]aebiieel(eru.verwaDiiteiilieriifspom Sonnabend, den 19. März 1904: Grosser Wiener Maskenball im Lokale des Herrn Fiebig. Große Frankfurterstr. 28. Katfeepause findet um 1 Uhr statt. Die originellste Herrenmaske, sowie die schönste Damenmaske erhalten je ein wertvolles Präsent gratis. Anfang 8'/, Uhr. Ende??? Billets a 50 Pf. sind in den Zahlstellen, sowie beim Kollegen Borrmann zu haben. Alle Freunde und Gönner ladet ergebenst ein Der Vorstand. vkrhund der Sd/iidkr n. S'djnf ibtriuiicn (filiaU Berlin). Montag, den 14. März 1904, abends 8'/- Uhr: Bezirksversammlung f, d. Süden und Südosten im Saale des Herrn Ewald, Schönleinstraßc 6. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Schriftstellers ZI. H. Barge über:„Die Entstehung des Alten Destaments". 2. Verbandsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zu '"Iste Zutritt. dieser Versammlung haben auch Gä 162/9_ Die Ortsverwaltung. Achtung t Rlldei*■Sport! Achtung! Kerlim Arbtittr-Riidcr-Vmiu„Falk" (Bootshaus Stralau, Tunnelstrasse No. 30). Obiger Verein hat es sich zur Ausgabe gemacht, den Arbeitern und Arbeiterinnen sür einen geringen Beitrag den so beliebten und gesunden Rudersport zu ermöglichen und werden Mitglieder jeden Mittwochabend 9 Uhr, Markusstraffe 47 bei Kaufeldt ausgenommen.— Der wöchentliche Beitrag betrügt für Herren SO Pf., sür Damen SO Pf. 2503b Der Vorstand. ___ I. A.: 0. Rosin, Langenbeckftraße 7. Mittwoch. 16. März, abends 8'/a Uhr, sn Wernaus FestsiUcn, Schwederstraffe 23/24: 287/14 Frauen- V ortras. Rcsercntin: Frau A. Pickel. Thema: 1. Die Erkrankung der Frauenorgane vor und während der Ehe. 2. Deren Heilung aus natur- gemäße Weise.(Ohne Operation.) Es ladet ein Der Berein für Gesundheitspflege. Berlin Norden, Bundes-Nummer 1310. le rückiiiiltlose Anerkennung .nnserer- Fabrikate als durchaus solide und nach jeder Richtung hin zweckmässige Fussbekleidung ist der-beste Beweis für die unerreichte Vollkommenheit unserer Erzeugnisse. Nicht zuletzt haben unsere zeitgemässen de Beweis für die unerreichte Vollkommenheit unserer Erzeugnisse. Nicht zuk tgemassen auffallend billigen Preislagen allgemein derartig hohen Anklang gefunden, dass sich mit Vorliebe das kaufende Publikum unseren weltberühmten Fabrikaten zuwendet Zum Osterfest bieten unsere Läger enorme Auswahl in sämtlichen Neuheiten der Saison. Spedalitat: farbige Scbubtoaren. 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Die nachstehende Tabelle zeigt in der Reihenfolge der Reichstags-Wahlkreise die Zahl der Mitglieder der Organisationen und ihre Entwicklung in den letzten drei Jahren, die Wochenbeiträge, du Zahl der Abonnenten auf die Parteipresse und die bei der Haupt- Wahl 1903 abgegebenen socialdemokratischen Stimmen. Die Gesanitzahl der organisierten Parteigenossen betrug demnach im Jahre 1901: 25 681, 1902: 29 916, 1903: 38 764. Du Parteiblätter hatten zusammen 121 750 Abonnenten bei 441 764 social- demokratischen Reichstagswählern, also fast 28 Proz. der Reichstagswähler. Das ist ein größerer Prozentsatz, wie ihn Berlin auf- zuweisen hat. Hier werden nur etwa 20 Proz. der Reichstagswähler Abonnenten des„Vorwärts" sein, wobei zu beachten ist, daß hier ausschließlich großstädtische Bevölkerung mit erheblich größerem Lese- bedürfnis und zudem durchschnittlich besseren Einkpmmensverhältnifsen in Frage kommt, während in ganz Sachsen ein großer Teil unsrer Wähler auf dem Lande wohnt und teilweise sehr ungünstige Erwerbsverhältnisse hat. Es muß allerdings erwähnt werden, daß im ersten und zweiten Kreise hauptsächlich die Abonnenten eines billigen Wochenblattes, des»Armen Teufel aus der Ober-Lausitz" in Frage kommen. Ueber die Kosten der Reichstagswahl und die Art der Auf' bringung giebt die nachfolgende Tabelle eine gute Ueberficht. Kreis 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 13 19 20 21 22 23 Reichstags- wahlkosten Mk. Pf. 3 759 3 553 6 012 5 564 3 600 6107 4 761 2990 6 696 3 783 9 475 20061 9 749 29 3631 4070— 4 670 3 900— 6 500 3 965 01 3 965 4 816 40 4 816 2 863 41 2422 3 900— 900 2 927 92 1 142 6 96? 58 4 423 4 013 47 4 329 Der Bericht konstattert, Zuschuß zu den Kosten der Der Kreis hat aufgebracht Mk. 2 259 1126 2 553 8164 8 400 6107 4 761 3 490 1546 4 589 2 666 33 357 Pf. Der Kreis hat Zuschuß erfordert Mk. Pf. 1500 2 427 3 454 5150 6 809 6113 440 3000 1 785 2 545 74 1 785 18 27 2 545 31 84—— 316 37 daß vom Parteivorstande nur so viel Reichstagswahl erforderlich war, wie 33 16 88 Der Kreis hatte Uebcrschuß Mk. j Pf. 2600 4 800 500 805 13295 600 2 600 64 94 Sachsen an die Hauptkasse abgeliefert hat. Parteiprcsse. In das Geschäft der„Bielefelder Volks- wacht" ist der Genosse Albert Schmidt aus Magdeburg als Geschäftsführer eingetreten. Die„Pfälzische Post" in L u d w i g s h a f e n hat ein Grundstück zur Errichtung einer eignen Druckerei erworben._ Berliner partel-Hngeleofenbeiten. Genossinnen! Genossen l Montag, den 14. März, abends SVa Uhr, in den Arminhallen, Konrmandantenstt. 20: Bericht- erstattung über den allgemeinen Heimarb eiter-Kongreß. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauensperson. Zur Lokallisle 1 Den Parteigenossen, Gewerkschaften, Vereinen:c. zur Mitteilung, daß nachfolgende Lokale der Arbeiterschaft zu Ver- sammlungen-c. zur Verfügung stehen: Rrinickendorf-Wilhelmsruh: SchützenhauS(Inhaber Gebr. Lehder), Residenzstraße 1—3.— Johailiiisthal: Restaurant Henneberg, Friedrichsttaße 9—10. Die Lokalkomynssion. Erster Wahlkreis. Montagabend 8 Uhr öffentliche Versammlung des Wahlvereins in D r ä s e l s Festsälen, Neue Friedrichstraße 35. Reichstags- Abgeordneter B u ch w a l d spricht über„Innere und äußere Kolonisation." Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Heute, Sonntagabend 7 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Ad. Ritter spricht über:„Der geistige und materielle Schaden der Hausindustrie für das Proletariat". Nachdem: Gemüt- liches Zusammensein. Dienstag, den 15. März, findet in Voigts Festsälen. Ritterstr. 75, eine Wahlvereins-Versammlung statt. Genosse Dr. Zadel spricht .über:„Die Aerzte und die Krankenkassen". Nachher Diskussion. Gäste sind willkommen. Zahlreichen Besuch erwünscht Der Borstand. Britz. Dienstagnachnfittag pünktlich von 1—5 Uhr findet in Bethges Saal die Wahl e.ines Gemeinde-Verordneten statt. Unser Kandidat ist Genosse Franz Kitzing, Rudower- straße 85. Es ist Pflicht eines jeden Wählers, sich an der Wahl zu beteiligen. Der socialdemokratische Wahlverei«. Britz. Montagabend S'/a Uhr bei Püschel. Chausseestr. 97, Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Die Gemeindevertreterwahl. Referent Stadtverordneter Genosse E. Wutzky-Rixdorf. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Lichtenberg. Montagabend 7 Uhr findet eine Flugblatt- Verbreitung statt, an der die Genossen sich zahlreich beteiligen wollen. Treffpunkt die bekannten Bezirkslokale.— Zum Dienstag- abend 8l/g Uhr ist eine öffentliche Versammlung bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120 einberufen, in der der Reichstags- Abgeordnete Molkenbuhr über die Bedeutung der Gewerbe- genchte sprechen wird. Pankow. Mittwoch findet die Gemeinderatswahl statt. Zu dem Zweck findet heute von den bekannten Lokalen eine Flugblattverbreitung statt. Desgleichen morgen Montag zwei Wählerversammlungen: 1. bei Rocycki, Referent: O. Antrick, 2. bei Mendt, Kaiser Friedrichstraße, Referent: Grauer- Lichtenberg. Rummelsburg. Montagnachmittag von 4—8 Uhr finden im Rathause die Wahlen zur Gemeindevertretung statt. Die Genossen werden ersucht, ihr Wahlrecht auszuüben. Das Wahl- komitee hat seinen Sitz während der Wahl im Lokal des Genossen Lindner, Türrschmidtstr. 37. Genossen, welche sich am Nachmittag zur Verfügung stellen wollen, mögen sich daselbst einfinden. Das Wahlkomitee. Schmargendorf. Am Montagabend 7>/z Uhr findet für die Stichwahl zur Gemeindevertretung eine Flugblattverteilung statt. Die Genossen werden ersucht, sich im„Wirts- Haus Schmargendorf" zahlreich einzufinden. Am Mittwoch- abend 8 Uhr wird im gleichen Lokal eine öffentliche Wähler- Versammlung abgehalten. Steglitz. Mittwoch, den 16. März, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung bei Schcllhase. Tagesordnung: Die Stich- wähl im ersten Bezirk. Zossen. Am Mittwoch findet bei Rüffer die Monatsversammlung des Wahlvereins statt. Genosse Katzenstein hält einen Vortrag. lokales. Die königlich privilegierte Berliner Bcrkehrsgefahr. Das Arrangement von Generalversammlungen durch die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn verdient ungeteilten Beifall. Man spielt mit verteilten Rollen, man bestellt Anfragen an Direktton und Aufsichtsrat, die ebenso prompt beantwortet werden, wie sie gestellt waren, kurz alles klappt. Weniger fähige Leute, als es die Leiter der„Großen Berliner" find, würden im Besitz eines gleichen Verkehrsmonopols sicherlich minder erfolgreiche Finanzresultate auch nicht zu befürchten haben und Ivenn in der gestrigen Generalversammlung jedes Opposittönchen im Keime ersttckt wurde, so liegt es nicht etwa daran, daß die führenden Elemente der Straßenbahn irgendwelche Manipulationen zu verdecken haben, sondern nur an ihrer mit der steigenden Macht sich immer erhöhenden krankhaften Feinnerviakeit. Eingeleitet wurden die Verhandlungen mit der devoten Anfrage eines Akttonärs über den Protest der Straßenbahn gegen die Weiter- führung der Hoch- und Untergrundbahn in das Stadtinnere. Herr Ministerialdirektor Dr. Micke erhob sich zu sofottigen Antwort: Die städtische Verkehrsdeputation hat im Dezember vorigen Jahres mitgeteilt, daß bei den mit der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen wegen der Verlängerung bis zun: Spittelmartt geführten Verhandlungen zur Sprache gekommen sei. daß die Große Berliner Straßenbahn berechttgt zu sein glaube, der Genehmigung einer solchen Untergrundbahn seitens der Stadt- gemeinde Berlin zu widersprechen und für den Fall der Genehmigung Schadensersatzansprüche gegen die Stadtgemeinde zu erheben. Zu- gleich wurde die Direktton zu einer Erklärung darüber aufgefordert, ob sie beabsichttge, einen derartigen Anspruch zu erheben, da sie in diesem Falle das streitige Rechtsverhältnis im Wege der Klage fest- stellen wolle. Wir haben darauf erwidert, daß wir weit da- von entfernt sind, der Stadtgemeinde an sich das Recht zu be st reiten, neue Bahnlinien selbst zu bauen oder die kleinbahngesetzliche Zustimmung an Dritte zu erteilen, daß wir dagegen, gestützt au eine Entscheidung des Reichsgerichts vom 28. März 1898, die einen ähnlichen Fall behandelt, auf dem Standpunkt ständen, daß die Stadtgemeinde durch die mit uns ab geschlossenen Verträge sich dieses Rechtes uns gegenüber insoweit begeben habe, als es sich um den Bau und Betrieb von Bahnlinien handle, die geeignet seien, mit den uns vertraglich ein- geräumten Linien in Wettbewerb zu treten. Als Wettbewerbbahnen kämen natürlich nicht nur Flachbahnen, sondern auch solche Linien in Betracht, die die Straßenzüge unter oder über der Fahrbahn benutzen. So mußten wir insbesondere auch eine Untergrundbahn Potsdamer Platz— Spittelmarkt als eine s olcheWettbewerbslinie bezeichnen und deshalb der Zustimmungserteilung widersprechen, auch Schadensersatz-Ansprüche uns vorbehalten. Gegen die in der Stadtverordneten-Versammlung gemachte Unterstellung, daß wir bei unsrem Einspruch wider besseres Wissen gehandelt hätten, müssen wir unbedingt protestieren. In der Ueberzeugung unsres Rechts wurden wir unterstützt durch ein schon vor zwei Jahren erfordertes Gutachten eines namhaften Rechtslehrers, des ordentlichen Professors der juristischen Fakultät in Greifswald Dr. Störk, der auf dem hier in Betracht kommenden Gebiet des preußischen Kleinbahn- rechts als Autorität gilt. Nachdem die Stadt von ihrem Rechte Gebrauch gemacht und richterliche Entscheidung angerufen hat, haben wir in» Interesse des Ansehens unsres Richter- standes von der Anrufung des Publikums als Richterkollegium Ab st and genommen.— Die Akttonäre waren mit dieser um das Richteranschen so überaus besorgten Er- klärung einverstanden. Die Gemeinde Berlin aber hat den eigent- lich nicht mehr notwendigen Beweis der gemeingefährlichen Verkehrs- Herrschast der„Großen Berliner", deren Terrorismus zum Schuld- conto des Kommunalfteisinns gehört, schlagend erhalten. Ebenso schnell und wortlos nahm die Versamnilung den Antrag auf Erhöhung des Akttenkapitals um 14 297 460 M. an, der nur dem "wecke dient, den an sich kärglichen Anteil der Stadt Berlin am eingewinn der Gesellschaft, die in diesem Jahre eine 8prozentige Dividende zahlt, weiter zu kürzen oder ganz zu beseitigen. Doch das fette Wortgerinsel verstummte und sichtbare Unruhe bemächtigte sich der behäbig zufriedenen Aktionäre. Einige Vorstandsmitglieder des Centralverbandes der Handeis-, Transport- und Verkehrsarbeiter hatten sich wie in den Vorjahren hier im Sammelbecken der Dividendenbezieher eingefunden, um an die Scharen jener Männer zu erinnern, deren Interessen man in dieser Gesellschaft sonst nicht gedentt. Sie wagten das Unerhörte, und der- suchten das Unmögliche, durch eine sachliche Darstellung der Arbeits- und Lebensverhältnisse der Straßenbahn-Angestrllten den Anstoß zu einer Verbesserung ihrer Lage zu geben. Rathmann fiihrte aus, daß der Jahresbericht der Gesellschaft, soweit er sich mit den Verhältnissen der Angestellten befaßt und das Wohlwollen der Direktion für die Angestellten ins rechte Licht zu rücken sucht, sehr rosig gefärbt ist. Was zunächst d i e Gehälter betrifft, so beziehe ein Teil der An- ge st eilten noch nicht einmal den für Berlin fest- gesetzten ortsüblichen Tagelohn von 2,90 M. pro Tag. Die llstiindige Arbeitszeit der Schaffner stehe nur auf dem Papier, in Wirklichkeit müßten die Schaffner 12 Stunden und länger Dienst thun. Im Jahresbericht des Vorstandes werde gesagt, daß die Baugenossenschast der Angestellten durch Mittel der Gesellschaft unterstützt werde. Trotz dieser Unterstützung ist so mangelhast gebaut worden, daß sich in dem neuen Wohnhause in Wilmersdorf nasse Wohnungen befinden. (Allgemeines lautes Gelächter.) Weiter fragt der Redner, ob dem Vor- stände bekannt sei, daß der Baumeister des Genossenschastshauses 51 000 M. gerichtlich mit Beschlag belegen ließ und daß der Voranschlag des Baues um 15 000 M. überschritten wurde.(Abermaliges Gelächter.) Als der Redner hierauf bemerkte, daß auf dem Bau Unregelmäßig« keilen vorgekommen sein sollen, war den dividendenheiligsten Empfindungen zu viel geboten; und als sich der Redner vermaß, die Herabsetzung der Dividende von 8 auf 6 Proz. zu verlangen, um den dadurch erzielten Betrag für Lohnerhöhungen und Herab- setzung der Arbeitszeit zu verwenden, da brach jene akttonäre Hysterie aus, die sich in tollem Gelächter unarttkuliertem Wutgebrüll und Empörungsrufen entladet. Der Sturm legte sich, Herr Halberstamm sprach. Dieser Herr, einer der juristischen Vertreter der Gefellschaft, gefiel sich heute in der Rolle des Attionärs. Er ist jung und strebsam und wird nach semer gestrigen Rede Straßenbahnkarricre machen. Im Brustton loyalster Gesinnung wußte er zu erzählen, daß die Löhne gute seien und einer Erhöhung nicht bedürfen. Er ist den sogenannten Wohl- fahrtsbestrebungen nicht zugeneigt, man sieht ja—• meinte er— wohin man damit kommt, es wird immer mehr verlangt. Der zweite Vertreter des Verbandes Schultzki sprach nun im Gegensatz zu der nervös aufgepeitschten Versamnilung in wohlthuender Ruhe. Besonders betonte er, daß in der Geschäftsführung der Gesell- schaft nicht nur die finanziellen Interessen der Aktionäre, sondern auch die wirffchaftlichen Verhältnisse der Angestellten berücksichtigt werden müßten. Für die Angestellten handele es sich um eine Magenfrage, die Akttonäre würden eine geringe Verkürzung der Dividende wohl verschmerzen können. Bei diesen Ausführungen provocierte Halberstamm einen Zwischenfall.„Wo sind denn Ihre Aktien her?" rief er Schultzki zu. worauf dieser kühl bemertte:„Das ist nicht Ihre Sache; das Geld, mit dem wir unsre Aktien erworben haben, ist mindestens so reinlich wie das Kaufgeld Ihrer Aktten." Diese Zurechtweisung mußte selbst der Vorsitzende als berechttgt aner- kennen. Wider jede parlamentarische Regel wurde, nachdem der Schluß der Diskussion beschlossen war, unter Protest von Schultzki, dem Herrn Riinisterialdirektor Micke das Wort erteilt. � Dem Eisend ahnministerium entnommen, eifert der Herr Ministerialdirektor seinem großen Bruder aus der preußischen Verwaltung in Wesen und ToN eifrig nach. Man erhielt denn auch eine Rede im modernsten Budde-Sttl. Im Betriebe der„Großen Berliner" herrscht vollkommenste Zuftiedenheit der Angestellten, die nur durch den Ver- band getrübt wird. Es folgten Eitate aus dem Buddeschen Lexikon. Der Aufhetzung, Erregung von Unzufriedenheit, dem provokatorischen Treiben des Verbandes soll es nicht gelingen, die errungene Ruhe zu stören. Von den 7000 Angestellten hätten 6000 die Fahne des Verbandes verlassen, und sich in die Hut des unter dem Pratronat des Direktoriums stehenden Vereins begeben. An socialpolitischer Fürsorge lasse es die Gefellschaft nicht fehlen, die Arbeikerwohnungcn sind sogar mit Bade- Einrichtung versehen.— Diese Krönung socialpolittscher Arbeit erregte i» der Versammlung staunende Verwunderung und stürnnsch sttmmte man dem Herrn Direktor zu. Es gelang S ch u l z k i, das Wort zu einer persönlichen Bemerkung zu erringen und er führte aus: Herr Direktor Micke habe durchs seine Aus- führungen gezeigt, daß er über die Lohnverhältnisse der Angestellten nicht richtig informiert sei. Der Verband werde das an geeigneter Stelle beweisen. Nur infolge eines wirtschaftlichen Drucks seien die Verbandsmitglieder dem Verein der Angestelle, i beigetreten. Auf die Wohlthättgkeit der Direktton ver- zichtcn die Angestellten gern, wenn ihnen ausreichende Löhne ge- währt werden. Schnell wurde noch die Wahl eines Aufsichtsratsmitgliedes voll- zogen und wiederum wurde ein Ministerialdirektor a. D. ein Herr Möllhausen, dazu auserkoren. Die guten Verbindungen, der Gesell- schaft find verstärkt.— Die Akttonäre werden gut fahren. Berliner Normalzeit. Wenn die beiden Zeiger der Uhr sich auf der Zahl 12 decken, ist es Mittag und Zeit, zum Mittagessen nach Hause zu gehen und so und so viel Minuten früher und später ist es eben so und so viel Zeit früher oder später. Damit ist für viele Menschen das Problem der richtigen Zeit gelöst. Ein großer Teil der Menschheit hat aber ein größeres Interesse, zu wissen, was richttge Zeit ist und diese brauchen für ihre Taschen- oder Hausuhren eine regelmäßige Kon- trolle. Diese geschieht durch ein Vergleichen mit einer Normaluhr. Die Normaluhr zeigt die richtige Sternwartenzeit oder richttger ge- sagt die Zeit, die die Sternwatte auf Grund ihrer Beobachtungen als die richtige ermittelt hat. Der Apparat sieht furchtbar einfach aus und trotzdem würden wir ohne Normaluhren oder ähnliche Em- richtungen eine babylonische Verwirrung der Zeitbegriffe erhalten, da sich diese nur auf ganz unzuverlässige Beobachtungen von Natur- erscheinungen stützen könnte. In Berlin befinden sich sechs Normal- uhren. Diese sind sämtlich mit der Sternwarte am Enckeplatz durch Kabel verbunden und werden von dott aus reguliert und kontrolliert. Es ist natürlich, daß dieses System, obwohl es wohl allgemein an- gewandt wird, immer gewisse Gefahren für den richttgen Gang der Uhren in sich birgt. So kommt cs z. B. vor, daß die Kabel bei den häufigen Straßenarbeiten angeschlagen oder in andrer Weise verletzt werden und infolge dessen ihren Dienst versagen. Die Folge davon ist, daß die Uhr nicht ganz korrekt läuft. Natürlich ist es auch immer mit ziemlichen Schwierigkeiten und besonders mit hohen Kosten ver- knüpft, den Schaden richtig zu stellen. Seit den 30 Jahren, in welchen die Kabel in der Erde ruhen, ist schon manches auf der Ober» fläche geschehen, was man damals nicht voraussehen konnte. So sind Straßen verbreitert worden usw. Das Kabel muß dann erst vor- sichtig durch Bohrungen gesucht lverden, damit man feststellen kann, wo ungefähr der Fehler liegt. Alle diese Schwierigkeiten hatten infolge dessen die maßgebenden städtischen Behörden veranlaßt, cv. am Lützowplatz eine Normaluhr, die durch eine vorzügliche Präcisions- Mechanik im stände war. genauest« Zeit auch ohne die Kabelunter- stützung zu halten, aufzustellen. Man ist jedoch von diesem Plane wieder gänzlich abgekommen und der Lützowplatz wird seiner Zeit eine Normaluhr alten Stiles erhalten. Ueberhaupt wird die Stadt nicht umhin können, noch eine weitere Anzahl von Normaluhren auf- zustellen, denn Berlin ist inzwischen sehr gewachsen und so genügen die vorhandenen Uhren keineswegs mehr dem Bedürfnis. Der oben- genannte Durchschnittsmensch wird das freilich für eine unnütze Aus- gäbe halten, diejenigen Leute aber, die täglich einer Kontrolle be- dürfen, würden einen dahingehenden Beschluß mit Freuden begrüßen und die„reifere" Jugend dürfte wohl auch nicht über eine Ver» mehrung ihrer Treffpunkte böse sein. Wie die Bevölkerungszahl Berlins im Laufe des Jahres wächst, das zu verfolgen, ist nicht ohne Interesse. Das Wachstum ist keines- wegs gleichmäßig. Gewöhnlich beginnen Januar und Februar mit einer mätzigen Bevölkerungszunahme, der März dagegen bringt fast stets eine durch starken Wegzug bewirkte Bevölkerungsabnahme, die manchmal den gesamten Zuwachs aus Februar und Januar wieder aufhebt. Im Apttl pflegt die Bevölkerungszahl infolge zahlreicher Zuzüge wieder beträchtlich zu steigen, doch tritt gegen den Sommer hin eine Verlangsamung ein, und Juni oder Juli bringen nicht selten einen völligen Sttllstand, ja zuweilen sogar eine erneute Be» Völkerungsabnahme. Erst im Spätsommer macht sich wieder eine Beschleunigung des Bcvölkerungswachswms bemerkbar. Der Oktober führt dann ein Heer von Zuziehenden nach Berlin und läßt die B«- Völkerungszahl sprungartig emporschnellen. Auch der November liefert gewöhnlich noch einen anieh»ii.chen Zuwachs, im Dezember ata-tritt B. wiederum eine Verlangsamung, wenn nicht Stillstand, ein. Ein in dieser Hinsicht lehrreiches Bild bot das Wachstum der Bevölkerungs zahl Berlins im Jahre 1903. Der Jahreszuwachs war nach der neuesten Berechnung(berichtigt durch nachträgliche Meldungen) 35 437. aber die einzelnen Monate hatten dt: folgende Zu- bezw. Abnahme der Bevölkerung: Januar-st 4586, Februar-st 2614 März— 7014, April-st 3152, Mai-st 2193, Juni-st 669 Juli-st 319, August-st 3034, September-st 2331, Oktober-st 14 163, November-st 7449, Dezember-st 1400. Das erste Bierteljahr brachte fast keinen Zuwachs(nur-st 186), das zweite rund ein Sechstel des gesamten Jahreszuwachses(-st 6014), das dritte Vierteljahr locnig mehr als ein zweites Sechstel(-st 6225), und erst im vierten Viertel- jähr kam das übrige, fast vier Sechstel hinzu(-st 23 012). Jn> andren Jahren war das Bild nicht ganz ebenso, aber doch ähnlich Der Anteil der. einzelnen Monate am Zuwachs des ganzen Jahres ist wichtig für die Beurteilung der Frage, wann Berlin die zweite Million erreichen kann, an der beim Schluß des Jahres 1903 noch reichlich 44 000 Personen gefehlt hatten. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung vetrefsend B e s ch a f ti gun g s z ei t im Handelsge- werbe. Gemäß Zz 105b Absatz 2, 105e und 41a der Reichs- gewerbe-Ordnung wird für die Stadtkreise Berlin. Charlottenburq. Rixdorf und Schöneberg folgendes bestimmt und hiermit zur öffent- Ilchen Kenntnis gebracht: I. Am ersten Öfter- und Pfingstf eiertage dieses Jahres dürfen im Handelsaewerbe, soweit der Gewerbe- betrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet. Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter nur nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen beschäftigt werden:; a a) im Handel mit Milch, mit Back- und Konditorwaren sowie mit Konfitüren A. in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nach mittags, in Schöneberg während der Zeit von 5 bis 9'/» Uhr vor- mittags und von 11>/g bis 2 Uhr nachmittags: d) im Handel mit Fleischwaren A. in Berlin. Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 5 bis v'st Uhr bor- mittags; c) im Handel mit Kolonialwaren, mit Vorkostwareu, mit Brenn- Materialien, mit Bier und Wein, mit Tabak und Cigarren A. in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 7Vz bis O1/, Uhr vormittags; d) im Handel mit Blumen A. in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nach- mitags, B. in Schöneberg während der Zeit von 7 bis 9'/-. Uhr vor- vormittags und von IIV2 bis 2 Uhr nachmittags; e) im Handel mit Druckschriften auf den Bahnhöfen A. in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 71/? bis 10 Uhr vormittags, B. in Schöneberg während der' Zeit von 7l/g bis O'st Uhr vormittags; f) in der Zeitungsspedition in Berlin, Charlottenburg. Rixdorf und Schöneberg während der Zeit von 4 bis 9 Uhr vormittags. IL Am zweiten Ost er- und P fing st feiertags finden lediglich die allgemeinen Vorschriften über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Anwendlnig. Der Verband der in Gcmeiiidebetricben beschäftigten Arbeiter und Untcrangestcllte» schreibt uns: In der Sitzung des Stadt- Verordneten-Kollegiums vom 10. d. M. hat Herr Oberbürgermeister Kirschner ein Schreiben des unterzeichneten Verbandes zur Verlesung gebracht, das allseitig verurteilt wurde. Herr Oberbürgermeister Kirschner hat aber hierbei nicht mitgeteilt, daß es sich bei den vor- liegenden Fällen nicht um gewöhnliche Entlassungen handelte, ivegen derer sich der Verband engagierte, sondern um Masiregelungen, die vorgenommen wurden, weil die Entlassenen gewerkschaftlich thätig waren. Auch hat Herr Oberbürgermeister Kirschner nicht bekannt gegeben, daß das fragliche Schreiben erst dann an die Verwaltung des Krankenhauses Friedrichshain gerichtet wurde, als diese auf bezügliche schriftliche Anträge kategorisch erklärte, daß sie die Matz- regelungen nicht zurücknehme. Diese Dinge waren Herrn Kirschner vielleicht selbst unbekannt, zu betonen ist noch, daß das Personal zur Wahrung seiner Interessen schärfere Matznahmen von feiten des Ver- bandes forderte und wir Mühe hatten, dasselbe hiervon abzubringe». Dadurch aber, daß diese Umstände dem Stadtverordneten- Kollegium nicht mitgeteilt wurden, konnte dasselbe auch zu keiner richtigen Beurteilung des Falles gelangen. Wir werden daher das fragliche Material, die systematische Bekämpfung unsrer Organisation durch die Verwaltung des Krankenhauses Friedrichshain, zusammen- stellen und es umgehend den kmnpetenten Stellen unterbreiten. Für den Verbands-Vorstand der Gemeindearbeiter: B r. P 0 e r s ch. Uns steht das Materil, von dem der Verbandsvorstaud spricht, fa nicht zur Verfügung, doch glauben wir durchaus an die Ver- sicherung, daß den Verbandsangehörigen Hindernisse in den Weg ge- legt worden sind. Aber in diesem Falle handelt es sich ja um etwas andres, nämlich um eine mit der Bitte um Einstellung der Entlasseneu bezw. Untersuchung des Falles verknüpfte Drohung-gegen die Stadt- gemeinde. Und diese Art des Kampfes ist eben auch von dem social- demokratischen Redner in der Stadtverordneten-Versammlung ver- urteilt worden. Es war auch überflüssig, eine solche Drohung aus- zusprechen, da der Verband ja ohnehin das Recht hat, die Interessen der Mitglieder auf jede ihm passende Weise zu tvahren und wir sind die letzten, die ihm das verübeln würden. Wir glauben kaum. daß die hier veröffentlichte Zuschrift im stände ist, die Meinung der socialdemokratischen Stadtverordneten-Fraktion zu ändern. Die Erhöhung der Kurkostcn für auswärtige Kranke in de» hiesigen Krankenhäusern wird in vielen Vorortgemeinden als eine Art Kriegserklärung betrachtet. Man ist begreiflicherweise wenig er- freut darüber, daß Berlin sich jetzt gegen den Zuzug von Kranken sperrt. In den Gemeindevertreter-Versammlungen wird diese Frage jedenfalls noch zu lebhasten Auseinandersetzungen führen, weil die Sache allerdings für manche arme Gemeinde nach der finanziellen Seite hin von erheblicher Bedeutung ist. Es wird im allgemeinen ausgeführt, daß die Erhebung höherer Sätze von den auswärtigen Patienten dem Allgemeinempfinden nicht entspricht. Im Verkehr mit den Vororten sei Berlin sehr oft auf deren Entgegenkommen an- gewiesen. Der Beschluß wegen der Kurkosten werde sicherlich auf dieses Verhälttns einen erheblichen Einfluß ausüben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß einzelne Orte Repressivmaßregeln ergreifen. Den Hausagrariern verschrieben zu haben scheinen sich die frei- sinnigen Herren Goldschmidt, Kopsch, Rosenow und Dr. Zwick. Das „Grundeigentum" teilt in der letzten Nummer mit, daß der Bund der Berliner Grundbesitzer-Vereine an die erwähnten Landtags- Abgeordneten ein Schreiben gerichtet habe, in dem diesen Herren in Erinnerung gebracht wird, daß sie vor ihrer Wahl zum Abgeordneten die bindende Erklärung abgegeben haben, sich gegen die staatliche Unterstützung der Baugenossenschaften und Beamten- loohnungsvereine aussprechen zu wollen. Der Bund erwartet be- stimmt, daß die Herren Abgeordneten anläßlich der bevorstehenden Beschlußfassung über die beantragten 15 Millionen Mark sich im Landtage gegen die Bewilligung verwenden und auch in diesem Sinne das Wort nehmen werden. Es wäre gar nicht uninteressant zu erfahren, tvelche weiteren„bindenden Erklärungen" die betreffenden Herren den Hausagrariern gegeben haben. Mandelstamm und Silberfarb. Des Reichskanzlers„geistvolle" Bemerkung von den Herren Mandelstamm und Silberfarb fand, wie nicht anders zu erwarten, begeisterten Wiederhall in den Herzen der Antisemiten. Der Kanzler des Deutschen Reiches hat den Antisemiten ruppigster Art willkomniencu AgitationSsioff gwjert.„Mandelstamm und Silberfarb" steht seit jenem Ausspruch des Grasen Bülow als zugkräftiges Thema auf der Tages-Ordnung jeder anti- semitischen Versannnlung. Mit„Mandelstamm und Silber- sarb" hatte Herr Bruhn, der Verleger der„Staatsbürger- Zeitung", auch am Freitag wieder ein paar hundert antisemitischer Gesinnungsgenossen nach der„Tonhalle" gelockt, wo zwei Redakteure der„StaatSbürger-Zeitung", Döring und Kammer, ein unglaublich ödes Gewäsch, nicht nur über„Mandclstamm und Silberfarb", sondern auch über Socialdemokratie und Anarchismus veranstalteten. Was die Herren über das letztere Thema zusammenredeten, war so unglaublich albern und kindisch, doß cS selbst unter den antisemitischen Zuhörern nur wenig Anklang fand.„Mandelstamm und Silberfarb" aber lag dem Verständnis des Publikums näher. Das haben die Leutchen wohl begriffen, daß der Kanzler des Deutschen Reiches sich durch die„geistvolle" Bemerkung über Mandel- stamm und Silberfarb mit den Anlisenüten gewiffermahen ver- brüdert hat. Aber die platonische Freundschastsbekundung genügt ihnen nicht, sie wollen Thatcn sehen. Einer der Referenten sprach es ans, daß sie mehr vom Grafen Bülolv erwarten, als bloß die Offenbarung seiner antisemitischen Gefühle durch Aeußerungen über Mandclstamm und Silberfarb. Der Reichskanzler soll die Ideale der Antisemiten verwirklichen. Er soll der Schlange Socialdemokratie den Kopf zertreten. Der Kopf der Schlange, das ist nach antisemitischem Glauben das Judentum. Ob die Juden nun gehängt, gespießt und gebraten werden sollen, das verrieten die Re- dakteure der„Staatsbürger-Zeitung" nicht. Jedenfalls aber soll das Judentum„vernichtet" werden, und der Reichskanzler, den die Antisemiten als ihren lieben Freund betrachten, soll die„gesetzliche" Grundlage zur Vernichtung des Judentums schaffen. Wenn die Macht des Judentums erst gebrochen ist, dann werden auch— so verkündete es Herr Kammer— die Socialdemokraten treue Staats- bürger werden und mit den Antisemiten Arm in Arm die„nationalen Güter" verteidigen. Dieser und noch manch andrer Unsinn fand den rauschenden Beifall der Versammlung.— Bedauernswerter Reichs- kanzler, der sich solche Freunde erworben hat. Fcrnsprcchgchilfinnen sucht die kaiserliche Ober-Postdirektion Berlin. Es werden in nächster Zeit eine beschränkte Zahl besonders geeigneter Bewerberinnen eingestellt. Erste Voraussetzung ist voll- ständige Gesundheit, die durch einen Vertrauensarzt der Post fest- gestellt wird. Aussicht auf Einstellung haben in erster Linie Be- iverberinnen, welche die höhere Töchterschule absolviert haben. Besondere Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Bewerberinnen müssen aus achtbarer Familie stammen, und. falls sie nicht bei den Eltern wohnen, eine angemessene Unterkunft und Familienanschluß bei Verivandten, näheren Bekannten oder in einem Mädchenheim haben. Sie müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben, dürfen aber nicht älter als 30 Jahre sein. Das Bewerbungsgesuch ist schriftlich an die Ober-Posldirektion zu richten und eine selbstgefertigte Dar- tellung des Lebenslaufes, das Schulentlassungszeugnis sowie der Tauf- oder Geburtsschein beizufügen. Die Bewerberinnen werden dann auf- gefordert, sich bei dem Vorsteher des Postamtes, in dessen Bestell- bezirk ihre Wohnung liegt, persönlich vorzustellen. Geeignete Be- werberinnen werden zunächst als Aushelferinnen im Sommer ein- gestellt, müssen sich aber darauf gefaßt machen, daß ihre Beschäftigung im Winter unterbrochen wird. Während der Ausbildung, die drei bis vier Wochen dauert, erhalten die AnWärterinnen keine Vergütung. Vom Tage der Einstellung als Hilfsarbeiterinnen erhalten sie täglich 2,25 M.. nach zwei Jahren 2,50 M. und nach weiteren zwei Jahren 3 M. Nach etwa neun Jahren werden die Gehilfinnen etatsmäßig angestellt. Sie erhalten ein Anfangsgehalt von 1100 M. jährlich und das gesetzliche Wohnungsgeld, das in Berlin 540 M. beträgt. Das Gehalt steigt von drei zu drei Jahren um je 100 M. bis zum Höchstbetrage von 1500 M. Eine der viele» Hohenzollern Legeudc». Freitag, den 18. März, findet, wie die„Morgenpost" meldet, im Neuen Theater die Premiere des Schauspiels„KöuigSrecht" von W. A. Paap statt, welches die bekannte Historie vom Müller Arnold in Potsdam behandelt. Seiner Zeit hat sich der Verein zur Erforschung der Geschichte Potsdams, dessen früherer Vorsitzender der im Jahre 1880 verstorbene ehemalige Schauspieler Hofrat Schneider war, zur Aufgabe gemacht, in der bekannten Historie vom Müller Arnold die Wahrheit von der Dichtung zu trennen. Die Recherchen beim Kammergericht sowohl wie auch im Ministerium des königlichen Hauses ergaben, daß kein wahres Wort an der Sache sei, wie sie im Volksmunde bekannt ist. Als nun der Hofrat Schneider dem König Wilhelm I. darüber Vortrag hielt und um die Erlaubnis bat, in dem vom Verein all- ährlich herausgegebenen Prospekt der Oeffentlichkeit hiervon Kenntnis zu geben, hat der König den Wunsch ausgesprochen, diese Legende von Sanssouci dem Volke zu erhalten. Die Legende sollte selbstverständlich zu demselben dynastischen Zweck erhalten werden, zu welchem Wilhelm I. nach seinem be- lannteren Ausspruch die Religion dem Volke erhalten wissen wollte. Uebrigens ist die Unrichtigkeit der Historie vom Müller Arnold und dem Kammergericht längst erwiesen. Schon Heinrich Heine bezeichnete sie als preußischen Wind. DaS Leo-Hospiz sollte, wie wir dieser Tage gelegentlich einer Besprechung erwähnten, aus der Lokalliste nicht verzeichnet sein. Das Ivar ein Irrtum. Seit August 1903 ist die Sperre aufgehoben und lvird auch das Lokal in der Lokalliste als ftei aufgeführt. Die Hyänen der Pfandkammer. Schon mehrfach ist über das Treiben des Händlerringes auf der städtischen Psandkammcr geklagt worden, durch dessen Wirken die zwangsweise zur Versteigerung gelangenden Gegenstände zu niedrigen Preisen, weit unter dem Wert zugeschlagen werden müssen. Ein ganz besonders krasser Fall des nichtswürdigen Treibens der Auktionshyänen lag bei einer Zwangs- Versteigerung vor, welche gestern vormittag in der Pfandkammer in der Neuen Schönhauserstr. 17 stattfand.— Es wurde da» Lager einer Fabrik für Sticfelschmiere und Wichse-Ersatz versteigert. Die Gläubiger ließen, um einen höheren Ertrag zu erzielen, die Waren in kleineren Posten verkaufen. Bei der Versteigerung„gingen über hundert Personen mit", das heißt, es wurde ein Ring gebildet, dem über hundert Personen angehörten und die jedenfalls bestrebt waren, sich nicht gegenseitig zu überbieten.— Die Zwangs- Versteigerung brachte insgesamt nur 800 M. ein. Dann begab sich der ganze Ring nach einem Cafs in der Münzstr. 20, woselbst in einem Nebensaale nochmals die Versteigerung, und zwar diesmal des gesamten Lagers vorgenonimen wurde. Zu diesem Zwecke zahlte ein Händler den einzelnen Käufern die in der Pfandkammer verauslagten Beträge zurück.— Bei der neuen Auktion brachte der Posten 1200 M. und der Ueberschuß von 400 M. wurde nun unter den An- gehörigen des Ringes verteilt. Zu diesem Ringe gehören Personen, deren einzige Beschäftigung es ist„mitzugehen", die nie bei der Ver- steigerung bieten und für ihr Schweigen später in der oben ge- schilderten Form entschädigt werden.— Ein solches Treiben ist gewiß sehr bedenklich. Aber was diese unsauberen Menschen im kleinen an Unheil anrichten, verschwindet gegen das, was andere im großen verüben. Selbstmord einer Oberin. In der gestrigen Nacht hat die Oberin des Augustahauses für Privatkrankenpflege in der Vülowstr. 7, Schwester Wanda Ooiellot de Mars ihrem Leben dadurch ein Ende gemacht, daß sie Arsenik in Form von Schweinfurter Grün zu sich nahm und dann einen Schuß aus dem Revolver gegen sich abgab. Sie starb auf dem Wege nach dem Krankenhause. Die-unglückliche Dame hätte heute ihren 41. Geburtstag begehen können. Die Ursache zu diesem Schritt soll zu suchen sein in verschiedenen gegen sie eingereichten Anzeigen, die interne Verhältnisse des Schwesteruheims betrafen. Eine Schwindlerin brandschatzt seit einiger Zeit die Inhaber von Schneiderstubcn für Konfeklions-, Mäntel-, Blusen- und Schürzen- geschäfte. Auf Anzeigen erscheint sie als Bewerberin um Arbeit, weist sich durch einen Mietskontrakt auf ein Haus im Norden der Stadt als eine Frau Schulz aus und nimmt Stoffe zum Ver- arbeiten nach Hause mit. Umsonst warten die Auftraggeber auf die Lieferung der fertigen Arbeit. Frau Schulz unterschlägt die Stoffe, um sie in ihrem eigne» Nutzen zu. verkaufen: ihr Mielsverttag ist gefälscht. Das Trc-oen ist umso verwerflicher, als die Geschädigten durchweg selbst schiver um das tägliche Brot arbeiten müssen. Unter dem Verdacht des Kindesraubes verhaftet wurde eine ganze Zigeunerbandc, die das Havelland und den Zauch-Belziger Kreis durchzog. In der Rietzer Forst bei Treuenbrietzen fand die Verfolgung der Zigeuner statt, wobei einer durch einen Schuß ver- Ivundet und dann noch überrittcn wurde, so daß er mit argen Ver- letzungen nach dem Treuenbrietzener Krankenhaus gebracht werden mußte. Inzwischen ist es gelungen, die übrigen männlichen Mit- glieder der Baiide festzunehmen, während die Frauen und Kinder auf freiem Fuß verblieben und mit ihren sieben Wagen von Ort zu Ort iveiter zogen, da man sie nirgends lange duldete, sondern stets über die Kreisgrenzen abschob. Die Zigeuner sollen das Kind in dem Orte Areilsneft geraubt haben. Wieder ein Kind verbrannt! Die Schlosserfran Grytzka aus der Rnppinerftraße 23 ließ, als sie zum Mittagesjen einholte, ihre drei Kinder von 3'/.,. 2 und 1 Jahren allein in der Wohnung, da sie nur zehn Minuten' ausbleiben wollte. Diese kurze Zeit genügte aber. schweres Unheil anzurichten. Die älteste Tochter Margarete stieg auf den Kindertisch, holte ein Paket Streichhölzer vom Kleiderspnid her- unter und spielte damit so lange, bis die Fenstervorhänge in Brand gerieten. Von diesen übertrug sich das Feuer auf die Kleider der Kleinen. Auf das Geschrei der Kinder eilten Nachbarn zu Hilfe. Auch von der Straße kamen Leute, die den Gardinenbrand gesehen hatten. Als die Feuerwehr erschien, war der Brand schon gelöscht. Die Samariter nahmen sich des schwer verbrannten Kindes an und brachten es nach dem Lazarus-Krankcnhause. Dort starb es aber trotz der sorgfältigsten Pflege._ Marie HolgerS veranstaltet ihren IV. Volkstümlichen Vortrags- Abend Sonntag, den 27. März, abends 7 Uhr, im großen Saale des Gcwerkschaftshauscs, Engel-Ufer 15. Eintrittskarten und Programme zu 30 Pfg. in der Cigarrenhandlung Horsch im Gewerkschastshaus und abends an der Kasse. Der Berliner Zoologische Garten hat dieser Tage von Herrn Gouverneur v. P u t t k a m e r einen Schakal erhalten, der jeden- falls aus dem Hinterlande von Kamerun stammt; genauere Nach- richten stehen noch aus. Das noch junge, schlanke und. zierliche Tier weicht in seiner Färbung erheblich von dem gleichfalls in West-Afrika heimischen Streifenschakal ab, der gleichfalls im kleinen Raubtierhause untergebracht ist, gehört zu einer ganz andren Gruppe und es scheint. daß es Herrn Gouverneur v. Puttkamer geglückt ist, mit diesem Stück den Vertreter einer neuen geographischen Wildhundform nach Europa zu senden. Die Schakale, welche in Figur und Größe etiva zwischen Wolf und Fuchs die Mitte haben, führen durchaus die Lebensweise unsrcs Reinecke, indem sie allerlei kleinem Getier nachstellen; außer- .dem sind sie regelmäßige Gäste an den Ueberresten des Mahles der großen Raubtiere. Im Berliner Aguarium machen manche Erscheinungen auf den Eintritt des Frühlings aufmerksam. Nicht nur, daß die gefiederten Sänger konzertieren und im Hochzeilskleide glänzen, es prangen jetzt auch viele Fische in prächtigen und zu andren Zeiten vermißten Farbentönen, die trägen Kriechtiere und Lurche zeigen lebhaftere Be- wegungen und häuten sich. Den Häutungsprozeß vollführen jetzt nicht bloß die deutschen Arten, sondern auch uordamerikanische, so die im Süßwasserbassin hinterm Affenhause untergebrachten gewaltigen Ochsenfrösche und Rlesensalamander, und ebenso leisten uns jene Süß- Wasserbecken des oberen und unteren Grottenganges, welche mit den reizvollen ausländischen Spielarten des Goldfisches und mit ver- schieden«» nordamerikanischen Barschen und Welsen besetzt wurden, durch ihre schillernde und bewegliche Bewohnerschaft und ihren freudig- .grünen Pflanzenschmuck Ersatz schon für den Vollfrühling. Er- gänzend treten die Seewasserbchälter ein, deren bunte Bevölkerung ausgiebigen Stoff zu reizvollen Beobachtungen bietet. Aua den Nachbarorten. Die Gemeindewahl in Pankow findet am Mittwoch in der Zeit von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 7 Uhr in zwei getrennten Bezirken statt. Der erste Bezirk besteht aus der Breitestraße, Amalicnpark, Damerow-, Mendelstraße, Am Schloßpark, Kavalier-, Schloß-, Park-, Pestalozzi-, Berliner-, Schul- und Maximilianstraßc, Esplanade, Kaiser Friedrich-, Bchnsen-, Turm-, Thal-, Neuniann-, Kurzestraße, Prenzlauer-Chaussee, Mühlen- und Schönholzerstraße. Er wählt im Restaurant Ebersbach,„Kurfürsten- s ä l e", B e r l i n e r str. 102. Der zweite Bezirk besteht aus der Flora-, Hehn-, Görsch-, Gaillard-, Spandauer-. Kreuz-, Wollank-, Schulze-, Brehme-, Nord- bahn-, Schmidt-, Gottschalk-, Stern- und Steegcrstraße. Er wählt ini Restaurant Roczycki, Kreuz str. 3/4. Unsre Kandidaten sind die Genossen Chemigraph W. Kubig und Maler P. F e n g l e r. Bei den Anstrengungen, welche unsre Gegner machen, die Mandate in ihre Hände zu bekommen, ist es nötig, daß jeder unsrer Wähler am Platze ist. Neu-Weißensee. Die nächste Gemcindevertteter-Sitzung findet am Dienstag der folgenden Woche in der ganz außergewöhnlichen Zeit abends 3 Uhr statt und hat sich mit der Wahl eines besoldeten und eines unbesoldeten Schöffen zu beschäftigen. Nicht recht ver- ständlich ist die späte Zeit, in der man gerade diese Sitzung an- beraumt hat, denn man munkelt, daß die Kommission zur Bor- beatung der Wahl des Schöffen, und zwar des besoldeten, sich auf eine bestimmte Person nicht einig wurde. Das Sttmmenverhältnis soll fünf zu vier sein, und deshalb werden der Gemeindeverttetung zwei Kandidaten vorgeschlagen. Damit nun jedem Gemeinde- verordneten Gelegenheit werde, sich an der Wahl zu beteiligen, ist wohl auch die Zeit der Sitzung so spät angesetzt worden. Durch den Eintritt des besoldeten Schöffen in die Gemeindeverttetung hat die dritte Abteilung insofern eine Verschlechterung erfahren, als für die Folge nur noch zwei Unangesessene gewählt werden können anstatt wie bisher drei. Die Vertretung besteht aus 21 Gemeinde- verordneten, 5 Schöffen und dem Vorsteher, gleich 27, durch die Drittelung müssen 18 angesessen und können 9 nichtangesessen sein. Da nun der Vorsteher und der besoldete Schöffe nicht Hausbesitzer sind, so entfallen von den 7 übrig bleibenden Unangesessenen 2 auf die erste, 3 auf die zweite und 2 auf die dritte Abteilung. Wie reaktionär die Besttmmungen der Landgemeinde-Ordnung ausgelegt werden können, ersieht man daraus, daß der Gemeindevorsteher Be- sitzer größerer Ländereien ist, auf denen kein Haus steht, somit gehört er in die Reihe der Unangefessenen. Nieder- Schönhausen. In eigentumlicher Weise rüstet sich der hiesige Amtsvorsteher für die kommende Wahl. Nun ist es gewiß nicht leicht, in das unsinnigste aller Wahlsysteme Sinn und Verstand zu bringen, aber einem so konservativen Mann wie Herrn Molden- Hauer müßte es doch möglich sein, die staatserhaltenden Gesetze der Junker richtig auszulegen. Das geht aber offenbar auch über seine Kräfte. Schon bei Gelegenheit der letzten Landtagswahlen wurde ein socialdemokratifches Wahlmanns-Mandat für Nieder-Schönhausen, das unter der Leitung des Herrn Moldenhauer zu stände gekommen war. in Bernau für ungültig erklärt, Iveil der Amts- bezw. in diesem Fall Wahlvorsteher in ungesetzlicher Weise eine absolute Mehrheit berechnet hatte, wo eine Stichwahl erforderlich gewesen wäre. Und in diesen Tagen giebt Herr Moldenhauer nun bekannt, daß er die Absicht hat. die Abstimmung bei den Gemeindewahlen am nächsten Mittwoch nach Art der Landtagswahlen durch Verlesung der Wähler in der Reihenfolge der Liste vorzunehmen: was wiederum der Landgemeinde-Ordnung nicht entspricht und die Wahl unnötig crfchweren würde, wenn thatsächlich in dieser ungesetzlichen Weise verfahren würde. Sache der hiesigen Wähler wird es sein, am 16. März einige Socialdemokraten in die Gemeindevertretung zu entsenden, danut es in Zukunft dem Amtsvorsteher nicht an fach- kundigem Rat gebricht, der die bestehenden Gesetze—hinter gleich- zeitigem Dringen auf ihre Beseittgung— seinem Verständnis näher bringt.— Friedenau. Die Mschmaschparteien hatten am letzten Witt- woch. im„HohenzollenT- eine„öffentliche" Versammlung einberufe» und hierzu durch Anzeige im Lokalblatt die Wähler dritter Klasse zur bevorstehenden Gcmeindevertreter-Wahl eingeladen� Unter den Wählern muh jedoch eine peinlich genaue Auswahl getroffen worden fein, denn es gelangten nur solche in den Saal, die sich durch vorher übermittelte Einladungskarte legitimieren konnten. Damit auf keinen Fall sich ein„Roter" einschleichen konnte, hatte man zur genauen Kontrolle zwei Civilpersonen und einen Polizeidiener aufgestellt. So kam es denn, bah die Herren ganz unter sich waren. Von ca. 13 Bruiinenstrasse|�r Kohtabak Größte Ausw. Billigste Preise. Guter Brand! 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Im Laufe seiner Ausführungen streifte Redner u.a. auch den russ is ch- j a p ani sch e n Krieg. Er mahnte, alle Nachrichten vom Kriegsschauplatze mit einer gewissen Vorsicht aufzunehmen und den weiteren Verlauf der Dinge in Ostasien in kühler Ruhe abzuwarten. Was die Stelmngnahme der Socialdemokratie in diesem Kriege anbelange, so müsse die Partei von dem Deutschen Reiche strikte Ncutrali- tat verlangen. Das hindere uns aber keineswegs, mit unsrer Sympathie auf feiten der Japaner zu stehen, denn jede Schädigung Rußlands bedeute eine Erleichterung der Völker und einen weiteren Schritt zur Niederzwingung der Reaktion, deren Hort das absolutistische Rußland sei. Auf den Herero-Aufstand eingehend, motivierte Redner die bekannte Stimmenthaltung der Fraktion gelegentlich der damaligen Kreditforderungen; stellt dann aber in Ausficht, daß nunmehr die ferneren Nachforderungen von der Reichsragsfraktion wohl kalt abgelehnt werden würden, nachdem sich gezeigt habe, daß der Aufstand vorwiegend die Folge des selbstsüchtigen Verhaltens der Ansiedler sei und außerdem die Strafexpedition in einen Rachezug ausarte. Zu unsren ümerpolitischen Verhältnissen übergehend, erinnerte der Vortragende an das blamable, von erzreaktionärem Geiste zeugende Verhalten der Regierungsvertreter im Reichstage und Abgeordnetenhause anläßlich der von unsrer Partei auf- gedeckten russischen Spitzelwirtschafi gegenüber den russischen Studenten. Es gewinne den Anschein, als wolle man sich hier den russischen Wünschen möglichst entgegenkommend Verhalten, um auf diese Art beim Abschluß des russischen Handelsvertrages den bisher von Rußland verweigerten Fünfmark-Zoll für die Agrarier zu erschnorren. Mit einem wuchtigen Appell an die Erschienenen, unablässig für die Ausbreitung der socialdemokratischen Ideen thätig zu sein, schloß Redner seine» w't großem Beifall aufgenommenen zweistündigen Vortrag. Unter Verschieoenem teilte der Vorsitzende Litfin mit, daß im letzten Monat 37 neue Mitglieder aufgenommen worden sind; es lverden auch fortgesetzt Agitationsversammlungen in den einzelnen Stadtbezirken abgehalten zur Gewinnung weiterer Mitglieder. So- dann erinnerte er an das Abkommen zwischen der Partei und den Gewerkschaften, die Regelung der beiderseitigen Versammlungstage betreffend: das nähere hierüber soll noch offiziell bekannt gegeben iverden. Eine Reihe von. Anträgen auf Ausschluß einer Anzahl Mtglieder, die bei den letzten Wahlen ihr Stimmrecht nicht auö- geübt hatten, konnte noch nicht zur Erledigung gelangen, da der Vorstand mit den diesbezüglichen Prüstmgen noch nicht zum Abschluß gekommen war._ (Höchen-Spielplan der Berliner Cheatcr. Königliches Opernhaus. Sonntag: Mignon. Montag: Carmen. Dienstag: Die Entsübrung aus dem Serail. Mittwoch: Lohengrin.(An- äng 7 Uhr.) Donnerstag: Die Abreise. OavaUeri«. rnotiean». Puppen- ce. Freitag: Fidelio. Sonnabend: Manon. Sonntag: Die Meister- inger von Nürnberg.(?lnsang 7 Uhr.) Montag: Barbier von Sevilla. Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Götz von Berlichingen. (Ansang 7 Uhr.) Montag: Götz von Berlichingen.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Die Slhnfrau. Mittwoch: Götz von Berlichingen.(Slnsang 7 Uhr.) Donnerstag: Wilhelm Tell. Freitag: Gyges und sein Ring. Sonn- abend: Götz von Berlichingen.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Othello. Montag: König Johann. Fledermaus. ten stmgen. Neues königl. Opern-Theater. Sonntag: Die Fi Montag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Wie die Alte Montag: Geschlossen. Schiller- Theater v.(Wallncr- Theater.) Sonntagnachmittag: Wallensleins Lager. Die Piccolomini.(Anfang I Uhr.) Sonntagabend: Die Wildente. Montag: Die Wildente. Dienstag: Die Wildente. Mitt- woch: König Lear. Donnerstag: Die Wildenlc. Freitag: Die Wild- cnte. Sonnabend: König Lear. Sonntagnachmittag: Wallcnstcins Tod. (Ansang 8 Uhr.) Sonntagabend: Die Räuber. Montag: Der Compagnou. Schiller-Theater(Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag: Lumpacivagabundus. Montag: Lumpacivagabundus. Dienstag: Lumpaci- vagabimdus. Mittwoch: Die Wildente. Donnerstag: Lumpacivagabundus. Freitag: Lumpacivagabundus. Sonnabend: Die Wildente. Sonnlag: Die Wildente. Montag: Die Wildente. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Roscnmontag.(Ansang 2'/, Uhr.) Sonntagabend: Ora et labora. Das Wunder des hl. Antonius. Montag: Novclla d'Andrca. Dienstag: Ora st labora. Das Wunder des hl. Antonius. Mittwoch: Rose Bernd. Donnerstag: Ora st labora. Das Wunder des hl. Antonius. Freitag: Der einsame Weg. Sonnabend: Rose Bernd. Sonntagnachmittag: Die Weber.(Ansang I'/. Uhr.) Sonntag- abend: Ora et labora. Das Wunder des hl. Antonius. Montag: Rose Bernd. Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Götz von Berlichingen. (Ansang S'/z Uhr.) Sonntagabend: Waterkant. Montag: Maria Theresia. Dienstag: Waterkant. Mittwoch: Maria Theresia. Donnerstag: Watcr- lant. Freitag: Maria Theresia. Sonnabend: Waterkant. Sonntagnach- mittag: Ein Wintcrmärchen.(Ansang 2'/, Uhr-) Sonntagabend: Watcr- kant. Montag: Maria Theresia. Lessiug-Theater. Vom Sonntag, den 13. März bis Montag, den 21. März; Zapsenstreich. Neues Theater. Sonntag: Minna von Barnhelm. Montag: Der Strom. Dienstag: Minna von Barnhelm. Mittwoch: Candida. Donners- tag: Minna von Barnhelm. Freitag: Candida. Sonnabend: Königs- recht. Sonntag: Königsrecht. Montag: Candida. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Zar und Zimmer- mann.(Zlnsang 3 Uhr). Sonntagabend: Der Trompeter von Sakkingen. Montag: Der Postillon von Lonjumeau.(Bökel.) Dienstag: Die schöne Helena. Mittwoch: Der Bcttclstudcnt. Donnerstag: Der zerbrochene Krug. Freitag: Der Barbier von Sevilla. Sonnabend: Der Bettel» studcnt. Sonnlagnachmittag: Undinc.(Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Fledermaus. Montag: Der zerbrochene Krug. Luise»- Theater. Sonntagnachmittag: Philippinc Welser.(An- sang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Kohlenschulz'n von Berlin. Montag: Phmppine Weiser. Dienstag: Philippine Weiser. Mittwoch: Uriel Älcosta. Donnerstag: Egmont. Freitag: Die Kohlenschulzw von Berlin. Sonn- abend: Philippine Weiser. Sonntagnachmittag: Romeo und Julia.(An« sang 3 Uhr.) Sonntagabend: Egmont. Montag: Philippine Welser. Residenz- Theater. Sonntagnachinittag: Das große Geheimnis. (Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Empschlung. Der keusche Casimir. Von Montag bis Sonnabend: Die Empschlung. Der keusche Casimir. Sonntagnachmiltag: Lutti.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Em- psehlung. Der keusche Casimir. Montag: Die Empsehlung. Der keusche Casimir. Kleines Theater. Sonntagnachmittag: Kollegen. Liebcsträume. Don Carlos. Serenissimus.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Nachtasyl. Montag: DcS Pastors Ricke. Dienstag: Nachtasnl. Mittwoch: Des Pastors Riele. Donnerstag: Elektro. Freitag: Nachtasyl. Sonnabend: Des Pastors Rieke. Sonntagnachmittag: Schöne Seelen. Don Carlos. Serenissimus n. a. (Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Des Pastors Riete Montag: Nachtasyl. Trianon-Thcater. Sonntagnachmittag: Biscotte.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Madame X. Montag: Madame X. Dienstag: Das elfte Gebot. Der Dieb. Vom Mittwoch bis Sonnabend: Das elfte Gebot. Der Dieb. Sonntagnachmittag: Biscotte.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend: Das eiste Gebot. Der Dieb. Montag: Das eiste Gebot. Der Dieb. Thalia- Theater. Sonntagnachmittag: Charlcys Tante�(Anfang 3'/, Uhr.) Sonntagabend bis Freitag: Der Hochtourist. Sonnabend: Rcsenlanns Rheinsahrt. Sonntagnachmittag: Charlcys Tante.(Ansang 3'/, Uhr.) Sonntagabend und Montag: Resemanns Rheinsahrt. Belle- Alliaucc- Theater. Sonntagnachmittag: Der Pfarrer von Äirchseld.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend bis Sonnabend: Götterweiber. Sonntagnachmittag: Die Waise aus Lowood.(Ansang 3 Uhr.) Sonntag abend und Montag: Götterweiber. Carl Weis?- Theater. Sonntagnachmittag: Ilse Römer.(Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Zwei Frauen. Dienstag bis Freitag: Zwei Frauen. Zapsenstreich. Sonnabendnachmittag: Frau Holle.(Ansang 4 Uhr.) sonnabendabend: Zwei Frauen. Zapfenstreich. Sonntagnach- mittag: Eine Paria.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Zwei Frauen. Zabensweich. Central-Theater. Sonntagnachmittag: Die Puppe.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend bis Donnerstag: Das Schwalbennest. Freitag: Die Fleder- maus. Sonnabendnachmittag: Der gestiefelte Kater.(Ansang 4 Uhr.) Sonnabendabend: Das Schwalbennest. Sonntagnachmittag� Die Fleder- maus.(Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend und Montag: Das Schwalbennest. Teutich-ainerikanischeS Theater. Allabendlich: Ueber'n großen Teich. Slpollo-Theatrr. Sonntagnachmittag: Lysifttata. Nordini. All- abendlich: Frühlingslust. tSebrnvcr Herrnfeld-Theater. Allabendlich: Nur eine Nacht. Mtctropol- Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Wintergarten. Täglich: Specialitäten. Casino- Theater. Sonntagnachmittag: Diebessalle. Badekuren. (Ansang 4 Uhr.) Sonntagabend bis Dienstag: Cirkussee. Vom Mittwoch ab: Walden-Gastipicl. Steidl-Thcater. Limcnstraße(Ecke Fricdrichstraße). Täglich: Das teure Vaterhaus und andre Vorträge. Passagc-Theatcr. Täglich: Caicedo. Urania- Theater. Taubenstraße 48/49. Der Erdball als Träger des Lebens. Mittwoch- und Sonnabcndnachmittag 4 Uhr: Werden uns Ver- gehen im Wcltenraum. Montag, Mittwoch und Freitag: Von der Zugspitze zum Watzmann. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Frühlingstage an der Riviera._ ßrlcfhaften der Redahtion. Zuriftifcbtr Ceti. Die juristische Sprechstunde findet taglich mitZlusnahmc de? Tonnabends Von?>/, biS»>/- Nbr abends statt. Geöffnet:?«Hr. _ N. 74. 1. Nein, Sie können nur einen Gerichtsvollzieher mit der Psändung bcaustragcn. 2. Arnswalde oder Wollcnbcrg meinen Sie.— Willy Tomsch. Verstcherungsp flicht liegt vor. Einer der Leute sollte sich Ihr nick auch cm Recht aus Kündigung steht Ihnen nicht zu. 2. Die Vcrzichtleist: ist ungültig; eine Klage wäre nicht ohne Aussicht aus Erfolg. Ob Anzeige erstatten wollen, steht bei Ihnen.— A. K. 41. Ja.— 4 Raab Behörde haben, daß Ihrer Heirat nach östrcichischem Gesetz nichts im Wege steht. Wenden Sie sich an Ihre hiesige Volschast. 2. Ein Recht auf Naturalisation haben Sie als Ausländer nicht.— X, S). Nein. — P. F., Ripdorf. Eine solche Verpflichtung hat der Wirt nicht.— G. M. 48. S>c brauchen die Schlüssel nicht zum 1. April abzugeben, müssen dem Wirt aber Zutritt zwecks Vermietung, Renovation und der- gleichen verschaffen.— R. W., Neu-Ruppin. Solcher Antrag ist un- zulässig.— H. M. 30. 1. Ein Recht auf die Ocffnung haben Sie nicht, ...� m.x....."»-<■' Verzichtleistung K Ob Sie Stein. DaS Mindestmaß für Zuchthausstrafe ist ein Jahr.— A. 38. Das Mädchen sollte durch Ihren Vormund klagen oder sich zwecks der Klage einen Pfleger bestellen lassen.— X.?). Z. Leider nicht. — M. K. 1. Die M"'mm' b' ob vor 1900 die hierüber nichts. 2. rcem, oie ,/, Uhr: Opernhans. Mignon. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Götz von Ber- lichingcn mit der eisernen Hand. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Königl. Opern< Theater. Die Fledermaus. Deutsches. Oro et labora.— Das Wunder des heiligen An- tonius. Nachm. 2'/, Uhr: Rosenmontag. Montag: bloveUa d1 Andrea. Berliner. Waterkant. Nachm. 2>/, Uhr: Götz von Ber- lichingcn. Blontag: Maria Theresia. Lessing. Zapsenstreich. Montag; Dieselbe Vorstellung. Westen. Der Trompeter von Säl- kingen. Nachm. 3 Uhr: Zar und Zimmer- niann. Montag: Der Postillon von Lon- jumeau. Neues. Minna von Barnhelm. Montag: Der Strom. Residenz. Der keusche Casimir. Vor- her: Die Einpschlung. Nachm. 3 Uhr: Das große Ge- heimnis. Montag: Der keusche Casimir. Vorher: Die Empfehlung. Central. Das Schwaloennest. Nachm. 3 Uhr: Die Puppe. Montag: Das Schwalbennest. Belle- Zllliance. Götterweiber. Nachm. 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchscld. Montag: Götterweiber. Thalia. Der Hochtourist. Nachm. 3'/, Uhr: CharlehZ Tante. Montag: Der Hochtourist. Anfang 3 Uhr: Schiller O.(Wallner- Theater.) Die Wildente. Nachm. 3 Uhr: WallensteinS Lager. Montag: Die Wildente. Schiller»l.(Friedrich-Wilhelmstädt.) Lumpacivagabundus. Nachm. 3 Uhr: Pauline. Montag: Lumpacivagabundus. kleines. Nachtasyl. Nachh.: Kollegen. Don Carlos. Serenissimus. Montag: Des Pastors Rieke. Luisen. Die Kohlenschulz'n von Berlin. Nachm. 3 Uhr: PhiUppine Welser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Trianon. Madame X. Nachm. 3 Uhr: Biscotte. Montag: Madame X. Carl Weift. Zwei Frauen. Nachm. 3 Uhr: Jhe Römer. Montag: Zwei Frauen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gebr. Hcrrnfcld. Nur eine Nacht. Montag: Dieselbe Vorstellung. Easino.�Cirtussee. Nachm. 4 Uhr: Die DiebeSsallc. Badekuren. Montag: CirkuSfee. Winter-Garten. Ivette Guilvert. Costantine Bernardt. Special!- täten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Frühlingslust. Blüten- Hochzeit. Specialitätcn. Montag: Frühlingslust. Blüten- Hochzeit. Specialitätcn. Metropol. Ein tolles Jahr., Ansang 71/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettmer Sänger. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage-Theater. Caicedo. Specla- litäten. Ansang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Urania. Taubenstrafte 48/49. Um 8 Uhr: Der Erdball als Träger des Lebens. Montag: Um 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Jnvalidenstrafte S7/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Wim Theater. Schifsbauerdamm 4a— 5. Minna von Barnhelm. Ansang 71/a Uhr. Morgen: Der Strom._ Rkfihkllj-Tljkllter Direktion S. Lautenburg. WendS VI, Uhr: Dlcempfeblunöf. Abends 8 Uhr: Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: UedestrSume. x Kollegen. Don Carlos-Parodie. Serenissimus-Zwischenspiele. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Morgen: Oes Pastors Rioko. Schiller-Theater. Schiller- Theater O. (Wallncr-Theater). Sonntagnachmittag 3 U h r: tVallensteia« I-ager. In einem Aufzug von Fr. Schiller. Die Picvolomini. In 5 Auszügen von Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: IHe Wildente. Schauspiel in 5 Ausz. v. Henrik Ibsen. Montagabend 8 Uhr: _ Die Wildente. Schiller-Theater Rf. (Friedrich-Wilhelmitädtisches Theater) Sonntagnachmittag 3Uhr: Panline. Berliner Komödie in 3 Akten von Georg Hirschfeld. Veranstaltet von der Neuen srcien Volksbühne. Sonntagabend 8 Uhr: I.nnipacivagabnndns. Zauberposte mit Gesang in 3 Auszügen von Johann Nestroy. Montagabend 8 Uhr: U.nnipacU'axahniidn«. Thalia-Tlieater. Belle-Hliance-TIieater. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Ans. VI, Uhr. Direktion Jean Kren Heute nachmittag 3ll, Uhr: Charieys Tante. Letzte Sonntagsvorst. Z. 49s. Male: Der Hochtourist. Guido Thielscher in der Titelrolle. Bellc-ZlUianccslr. 7/8. Amt VI 283. und Allred Schönfeld. Ans. 71/. Uhr. Heute nachm. 3 Uhr b. kleinen Preisen: „Der Pfarrer von Kirchfeld". Täglich: G ö t t e r w e i b e r. Ausstatt.-Posse mit Gesang und Tanz. Lirkus Sehumann. Heute, Sonntag, den 13. März, nachmittags ll'/s Uhr und abends VI, Uhr: S grosse Vorstellungen. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. Nachmittags zum erstenmal: Robert«nd Bertram ober �aSc|,ufti8en Komische Pantomime in 4 Abteilungen, ausgesührt vom gesamten Personal. Einstudiert von Herrn Hodgini. Musik von A. Iternnck. In beiden Vorstellungen gleich reichhaltiges Programm. M Freres Skremka, bic S�cn Cake Walk zu Pferde von Geschwister Äeer». 35 Löwen'45 des Herrn Jnl.{Seeth. Abends: Babel. Große AilsstattungSvantomime in 11 Abteilungen. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Der Erdball als Träger des Lebens. Montag 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte lnvaliden str. 57/62. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Afrika in Berlin!!! T unesen=T ruppe. Grosse V Ulkcrschan. Die schönen Harems- Damen in Tunis. Central-Theater. Heute nachmittag 3 Uhr, halbe Preise: Die Puppe. Operette in 3 Akten von Audran. Mends VI, Uhr: Das Schwalbennest. Operette in 3 Akten v. M. Ordonneau, Montag u. folgende Tage VI, Uhr: DaS Schwalbennest. Luisen-Theater. Nachmittags; Philippine Welser. Abends 8 Uhr: Die Kohlenschulz'n von Berlin. Montag: Philippine Welser. Dienstag: Philippine Welser. Mittwoch: Uriel Acosta. Donnerstag z. erstenmal: Egmont. Freitag: Die Kohlenschulz'n von Berlin. Sonnabend: Philippine Welser. Apollo-Theater. Nachm. 3 Uhr: Ermässigte Preise. I-ysistrata u. Speclalltäten mit? Kordini?'s Der Mann mit den Wunder- Muskeln! vi, uhr Trtihlingsluft Ballett Blütenhochzeit. O1/«— 11 Uhr: Das grandiose Mürz-Speeialiläten-Prografflin Kasseneröffnung nachmittags 2 Uhr. Anfang nachmittags 3 Uhr. Kasseneroffnung abends 6'l, Uhr. Anfang abends 7'/. Uhr. Trianon-Theater. Georgenstratze, zwischen Friedrich. und Universitätsstraße. Madame K. Ansang 8 Uhr. Sonntagnachm. 3 Uhr:„Biscotte". Dienstag: Das elfte Gebot. Der Dieb. Metropol-Theater Rente Sonntag: Zum zweitenmal: Ein tolles Jahr. Gr. dramatisch-satirische Revue in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. In Scene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 1. Bild: Am Kindersee. 2. Bild: Was giebt's denn Neues. 3. Bild; Das Ordensfest. 4. Bild: Der neue Zapfenstreich (Parodie). 5. Bild: Der Kongress der Denkmäler. 6. Bild: Briefe, die ihn erreichten (BaUett). Anfang'1,8 Uhr. Bauchen überall gestattet. Passage-Theater. Anfang Sonnt. 3, WochentagsSUhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Sensationelles Engagement: Caicedo der berühmte Drahtseilkönig. Das Publikum schreit vor Lachen bei dem Redestreit der beiden feindlichen Improvisatoren Holländer u.Steinitz. 14 neue erstklassige Nummern. Deutsch• Amerikanisches Theater. Köpnickerst. 67. Stat. iannawitzbrücke. Hontng: Souvenier- Vorstellung zum 200. Male: Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. Uebern grossen TEICH. Sonntagnachm. 3 Uhr: UeberDgrossenTeieh Carl Weiss-Theater. Gräfte Frankfurter Strafte 43L. Zwei frauen. Schauspiel in 5 Akten v. E. Borchart. Ansang 8 Uhr. Morgen: Benefiz für Ernst Ritter- feldt. Zum 25. Male: Zwei Frauen. Hieraus zum erstenmal: Zapfen- streich._ I. • aivss viit# iiiwimvi. Direktion: Robert Dill. BrannenntFasise 16. Forbttrbaum und Kettelstab. Ansang 7 Uhr. Entree 30 Ps. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. OebrUder Herrnfeld- Anfang Tht*aff*f sonntags 8 Uhr.> IlCd�er. 7 Uhr. Heute und folgende Tage: Das Herruseldsche Scnfalionsstück Kur eine Kaeht! Zwei Akte aus einer Ehe. Vorher: Vollständig neuer Kilnstleiteit: Schröder u. Oenter, Tanz-Karikaturen. Erna Ernani, Vortragssoubrelte. Martin Vallee, Humorist. Die süssen MdelmDamen-Ges.-Ouart. Bendlx als Monna Tanna. Edi Stadler, Alpen-Jodler-Phänomcn. Billct-Vorv erkauf 11—2 Uhr. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. Auf. 8, Sonnt. V/,. Nur noch bis Dienstag: g' zl Die Cirkusfee. Ab Mittwoch: Gastspiel des Hos- Schauspielers Jlax Waiden. Sonntagnachm. 4 Uhr:„Die Diebes- falle."—„Badekurein"_ Palast-Thealer Burgstrafte 38, früher Feen-Palast. Heute nachmittag 3 Uhr: Grosse Extra-Elite-Vorstellang. Die Waise aus Lowood. Halbe Kassenpreise.~VQi Abends 8 Uhr: Tante Mollig. 10 Uhr: Mampes Flitterwochen Montag und Dienstag: Das phänomenale Märzprogramm. Mittwoch, den 16. März: Benefiz für den Kapellmeister Otto Antonius: Zanktcufelchen. Wunderbare Specialitäten. Vorzugskarteu haben Gültigkeit. �Zrbdter-MdvmgsfchiiU kerlin. Sonntag, den 20. März 1904 im Gcwcrhrcbaftsbaulc(großer Saal), 6iigcl-Clfcr J�o. 15; Volks=Lieder=Abend bestehend in Fest- Vortrag,— Gesang(Solis und Duette). Mitwirkende: Frl. Ella Goede(Alt), Frl. Käthe Albrecht(Sopran), Herr Ernst Heine(Baryton), Herr Kapellmeister Hans Marcuse(Begleitung). Herr Dr. Rudolf Steiner: Fest-Vortrag über„Joh. Gottfr. Herder und das deutsche Volkslied". Billets a 50 Pf. inkl. Programm und Garderobe sind in nachstehenden Zahlstellen der Schule zu haben: Gottfr. Schulz, Ädmiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Demminerstr. 32; Krause, Müllerstr. 7a; Morsch, Engel-Ufer 15. und an der Kasse. Eröffnung 6 Uhr, Beginn 7 Uhr. Bauchen nicht gestattet. Während der Vorträge bleiben die Saalthüren geschlossen. 4/11 CirUus Susch Voranzeige!! _ Grosse internationale Ringkampf-KcmUwrrenz'WE um die IW Meisterschaft der Welt um den Jlk. 6000 Kiegespreis 6000 iflk. man Die bedeutendsten Ringkämpfer Deutschlands(darunter auch verschiedene Berliner), Frankreichs, Hollands, Dänemarks, Schwedens, Belgiens, Italiens, Spaniens, der Schweiz und der Türkei haben sich gemeldet. Die Wettkämpfc nehmen am 17. März ihren Anfang. BerniiardRose-Tlieater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonntag, den 13. März 1904, nachmittags 3 Uhr; per Glockenguß;u Kreslau. Abends 7 Uhr zu Vorzugspreisen: UM», dfip Mohr von völlig. Nach der Vorstellung: Gr. Dali. Morgen Montag, den 14. März, zum erstenmal: Don Däsar von Bazau. Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Sonntag, den 13. März 1904; Bernharil Rose-Theater-EnsEinlile. Per Glockenguß in preslan. Historisches Drama' in 10 Bildern von Psrogner. A ti s a n g 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Dienstag, den 15. März: Maria Magdalena. Sfeidl-�Theater Linien- Oranien- Strasse 132 burger Thor. Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Letzter Monat vor ihrer Gastspielreise nach Ruß- land— die vorzüglichen fnli Bleilll-Batigei'. Keine erhöhten Preise! Yvette Guilbert Paulton u. Doley Komische/Radfahrer Karnevals-GeisterTanz-Divertissem. Imro Fox Zauberkünstler. Leo Billward Komischer Jongleur. Madeleine Nocd Sängerin Prosper-Truppe Akrobaten. Costantine Bernardi V erwandlungsschauspieler. Lony Elastisch-equilibr. Akt. The Seidoms Plast. Darstellungen. Biograph. Reichs hallen Stettiner Sänger Die Berliner bei den Hereros. Burleske von Meysel. llranla. Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Ans. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest- lichkeiten und Versammlungen. 3912L' C. F. Walter. Caf® Meyer Dresdener Strasse 128,29. Kaffee 10 u. 15, Bier, hell u. dunk., 10Ps. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std.40 Ps. Zahlslello der Freien Volktbübne.* Sanssouci. Kottbiiscr Thor— Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag DQffmaaas Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Dienstag, den 15. März zum letztenmal: vie loelilei' desStpngs. Ii Arnold Scholz Hasenheidc As». 108/114. Jeden Sonntag: li-Doppel-M. Nach dem Konzert: rnmnien-Xltadeii. 2 Kall-Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. In den hinteren Sälen von 4 Uhr ab: Grosser Ball bei stark besetztem Orchester. »«««««»»»«««»«»«««» ilGermania Prachtsäle; Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Sonntag: Ansang 6 Uhr. Entree 50 Ps. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Grosser Ball bei stark besetztem Orchester. __ IX. Berliner Saison.> Cirkus Busch. 3 grobe Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr u. abends 7'l, Uhr. Nachm. 4 Uhr: ein Kind frei, In beiden Vorstellungen: «ea! Neu! Das letzte Wort! üliss Jacksons in einem Tempo. vorgeführt von Hr. Dalt�. Riesen-Eisbären des Hr. Roberto. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Winterfreudeu. Abend VI, Uhr zum 81. Male: Aus den Alpen. Bemerkenswert: Der HutomobUsturz. Königstadt'Kasino Holzmarktstr. 72, Ecke NIexandcrstraße. Täglich: Vraa- Hobanskl. Die RUrz-Speclalitaten. Zum Schluß bas Lebensbild Nach Südwest-Afrika. Nach der Vorstellung: Mittwochs, Sonnabends u. Sonntags: Tan«. Alhambra Wallaerthcater-Str. 16. Jeden Sonntag: Grofter Extra- Ball bei doppelt besetztem großen Orchester. Ansang 5 Uhr. Empfehle mein Lokal für Vereine und Versammlungen. 3911L* A. Zumcltat. Swinemünder QeseUachaftshans Ssvinemünderstr. 42. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jeden Dienstag: Große Soiree der NorddeutschenSänger. Säle sür 200— 700 Personen Sonn- abends und Sonntags zu vergeben. Meli' 25126 Panl infartli. Achtung, Pereille! F. Seholz's Festsäle mit Garten u. gr. Theaterbühne 74 Gr. Frankfurterstr. 74 empfiehlt sich d. Vereinen zu Sommer- festen, Thcater-Vorstell. u. andr. Per- gnügungen. Versch. Sonnabende frei. Sonntag: Gr. Ball. Ansang 4 Uhr. Aufruf:: Alle Gastwirte resp. Cigarren- Händler, welche von der Firma Bockow& Blaurock, Landsbcrger- straße 32, durch den Vertreter Emil Brandenburger gelaust haben und Interesse an dem jetzt schwebenden Prozeßverfahren bekunden, werden er- sucht, behufs Rücksprache sich am Donnerstag, den 17. März, im Lokale Bareinz, Pfefferberger Ausschank, Brückenstr. 7, abends 8 Uhr einzufinden. Die Interessenten. Kloster-Garten direkt am Spandaurr Schiffahrtskanal u. am Jnngsernstcg gelegen. Stadt- u. Ringbahn-Verbindung Bahnhos Beusselstraße und der elektrischen Straßenbahn Görlitzer Bahnhos— Plötzcnscc. Jede« J-mf-g: Grosser Ball SÄ&ÜÄ'S Vereinen und Gesellschaften auf das beste empfohlen. Amt 2, Nr. 2694. Jnh.: Wladlslans Pastcrnacbl. Säle, �«"mcn®, mT 4 Vereinszimmer ,u Verlammlunaen und Festlichkeiten. Der kleine Saal ist sonntags bei freiem Orchester an Vereine zu vergeben. 38582' Jeden Sonntag: Großer Ball. Hochachtungsvoll rrttn Solaal-. Hassel�veräer a. d. Oberspree. /■v_ v... ü«; Hrtffpm rVAatfar_ .----------. erze....------- Um freundlichen Zuspruch bittet Jeden Sonntag: Grosser Ball bei vollem Orchester.— Vereinen steht mein Lokal jederzeit zur gefälligen Verfügung� 4203L� "iche Gastav Hempcl. 1«eplmii. 8ade's Volhsgarten Haltestelle d. elektrischen p Strassenbahn(Siemens). | Jeden Somilag: Ball.— Bereinen bestens empfohlen. Amt IV 1278. I Grosse Märzfeier am Sonntag, den 13. März 1S01 in L. Kellers 7estsälen, Koppenstraße Nr. 29 arrangiert von den Parteigenossen des IV. Kreises(Ost). Konzert auagcföbrt vom Neuen Berliner Konzert-Orcbefter unter Leitung des Dirigenten Perm R. Cietz. ♦♦♦♦ Auftreten der Bolkssiinger-Gesellschaft LewandowSky.++** Während des Konzerts im kleinen Saale: nr' rffiWF Xach dem Konzert im grossen Saale: 3�� JL HL in JtA» Via. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 30 Pfennig nach. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Billet SS Pf., an der Kasse 80 Pf. 214/4*- Das Komitee. 6 rosse kreiburger Dombau-Lotterie. Ziehung: 23.-26. März. Haupttr.: 100 000, 40 000, SO 000, 1« 000 M. usw. Kose 3 33 Porto ilud J. Rachor, Liste 30 Pf. Mainz. Soeiatdemokrat. Wahlverein Triedenan. Da dem Wahlverein ein geeignetes Lokal in Friedenau nicht zur Ver- sügung steht, feiert derselbe sein 202/8* PF" Stiftungsfest"WD am Sonnabend. IS. März, in C-rnst Obst's Festsälen, Tchöneberg. Meiningerstr. 8, durch Vokal- und Jnstrumental-Konzert unter Mit- Wirkung des Arbeiter-Gesangvereins„Rote Nelke", Schöneberg(Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes), Festrede, humoristische Vorträge der„Berliner Volksorigmale" Elsholtz und Heckel und des Damendarstellers Herm. Rauch- Berlin.— Nach dem ilonzert� Ball.— Ansang 8 Uhr.— Karten a 30 Ps. find zu haben bei R. Kunkel sen., Rheinstr. 24, und Obst, Schöneberg. _ Der Borstand. Das Komitee. > llolleltteur, Apotheke z.gMenen Wer Alexandrinenstr. 41.* Hämorrhoidallikör a Flasche 1 Mark, 7 Flaschen 6 Mark. 45112* Tritz Koffmatms Restaurant »CHOJKXEBEKCr, Hanptstr. 83 DV Heute. Sonntag, den 13. März 1004: 911 Grosses Wurst-Sssen Geselliger Familien-Aufenthalt. 43242 ES ladet ergebenst ein_ Fritz Hoffmann. frankes Festsäle Sebastianstratze 89. Empfehle Gewerkschaften und vereinen meinen Garten tnit Bühne, 1000 Personen fassend» zu Sommerfesten. IMU- Sonntag, 1. Mai. abendS noch frei."9C Balduin Franke, Sebastianstr. 39. Dampfschiffs-Reederei Ködert Tlsmer Nieder-Schöneweide Teleph. Nr. 14 empfiehlt seine Salon- Dampser den verehrten Vereinen, Gesellschaften, Schule» zc. zu Ausslügen nach der Oberspree zu soliden Preisen.— Näheres zu erfragen im Restaurant G. Bareinz. Brückenftr. 7, Amt IV 4472, von morgens 10 bis abends 9 Uhr. 40472* Pen oerehrten Gewerkschaften, Krankenkassen oder sonMgen Resteltanteu von Bureaus zur Anzeige, dah ich durch Erweiterung meines Lokals vom 1. April ab IWF" mohroro Räume,"9$ jeden Mit separatem Eingang, billig zu vermieten habe. 2457 b* Telephon und elektrische Anlagen stehen zur Verfügung. Karl Patt, Dragonerstr. 15. 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M. 24 410,50 Mobilien-Conto„„„... 17 077,49 ................................ Pserde-Conto................. Geschirr-Conto................. Betleidungs-Conto, nach Abschreibung von M. 315 944,73 Jnventuren-Conto, Bestände von Materialien und Futter. Contocorrent-Conto, Verschiedene Guthaben...... Kassa-Conto, Bar am 31. Dezember 1903...... Conto Kautionen bei Behörden, bei diesen hmterlegt... Effekten- und Dokumente-Conto. Effekten- und Hypotheken- bestände als Anlage des Reservefonds..... und des Bahnkörper-Amortisationsfonds.... Effekten des Beamten-Unterstützungssonds.... Effekten des Veamten-Kautionssonds...... Nicht begebene 3'/zproz. Obligationen..... »„ 4„»...._. 106 230 759,48 £19 694,66 1- 1- 1- 1,— 1- 1896 034,67 8 446 628,47 19 175,27 645 013,06 3 782 115,10 16 440 683,50 22 372,05 268 637,15 313 000,— 380 000,— 133 664 018,41 Aktienkapital-Conlo Passiva. 85 785000,— 3?/, proz. Obligationen-Kapital-Conto......... 4 pröz.„....... Hypotheken-Conto............ Dividenden-Conto. Noch»nbehobene Dividenden 4 proz. Obligationen- Auslosungs- Conto I, Unbehobenr Obligationen und Zinsen. islosungs-C. 1 668 000,— 1 841 000,— 7 264,50 851,- 3'/,proz. Obligationen-Auslosungs-Conlo. Unbehobene Obli- gationen und Zinsen............ g'/z proz. Obligationen-Zinsen-Conto. Zinsen perl. Oktober bis 31. Dezember 1903........... Reservesonds-Conto............... 6 503 483,10 Bahnkörper-Amortisations-Conto.......... 16 655 842,18 Beamten-UnterstützungSsonds-Conto........ Beamten-Kautionen-Conto........... Contoeorrent- Conto. Verschiedene Gläubiger und Bar- Kautionen............... Erneuerungssonds-Conto I........... Erneuerungssonds-Conto II........... Gewinn- und Verlust-Conto. Reingewinn..... 133585,50 73 329,38 22 564,10 268 280,50 5 073 582,92 2 892 678,73 801 012,11 8 244 544,39 138 664018,41 Gewinn* und Verlust-Conto am 31. Dezember 1903. Soll. Hhpotheken-Zinsen-Conto............. K/zproz. Obligationen-Zinsen-Conto......... 4prqz.„........... Gesamt-Abschreibungen.............. Abgaben an die Gemeinden............ Erneuerungssonds-Conto I. Zuweisung aus Betriebs-Einnahmen nach ß 39 des Statuts........ Erneuerungssonds-Conto II. Zuweisung aus 1903... Saldo. Reingewinn...........,.. 79510,08 317 674,88 58 480,— 1 707 432,74 2 176 879,08 1200 000,— 376 000,— 8 244 544,39 14 159 521,17 Haben. Gewinn-Vortrag aus 1902......... i. i Jnteressen-Conto. Eingenommene Zinsen......- Betriebs-Conto sämtlicher Linien: Die Einnahmen betragen... M. 29 521 179,15 Die Ausgaben betragen....„ 15 905 587,22 Bleibt Ueberschub... 27 366,75 516 562,49 13 615 591,93 14 159 521,17 B e r l i n, den 15. Februar 1904. Die Direktion. gez. Dr. Micke, gez. v. Kühlewein. gez. Koehler, gez. Marhold. Nach vorgenommener Prüfung der Belege und Bücher der Gesellschaft bescheinigen wir hiermit die ordnungsmäßige Führung der Bücher und die Uebereinstimmung der vorstehenden Bilanz sowie des Gewinn und Verlust- Contos mit denselben. Die Hevlslons-KommlHslon. geg. 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Mittwoch, den 16, d, M,, findet im„Schönhauser Volksgarten", Schönhauser Allee 161/162, eine Volksversammlung statt, in der Genossin Klara Zetkin über„Der Krieg in Ostasien und die Interessen des Proletariats" sprechen wird, Der Krieg in, fernen Osten steht im Mittelpunkte der öffentlichen Interessen, Die Bourgeoisie reagiert auf die Nach- richten vom Kriegsschauplatze durch Kursschwankungen und Börsen- Paniken, die bürgerliche Presse durch Fälschung der öffentlichen Meinung zu Gunsten des russischen Despotismus. Aufgabe des Proletariats ist es. den Greueln des Militarismus, des systemattschen, massenhaften Menschcnmordens und dem chauvinistischen Geheul des bürgerlichen Mobs die Ideale des Friedens und der inter- nationalen Solidarität, die Ideale der Völkerverbrüderung entgegen zu halten. Ihm fällt es zu, die öffentliche Meinung gegen die Barbarei und ihre Handlanger in Deutschland mobil zu machen. Vor allem aber muh sich das klassenbewußte Proletariat klar werden über die geschichtliche Bedeutung des Krieges in Ostasien, iibcr seine großen socialen Zusammenhänge und seine Folgen. Dieser Krieg markiert eine wichsige Etappe in der großen weltwirtschaftlichen und weltpolittschen Entwicklung, die zum Zusammenbruch des Kapitalismus führt. Darauf soll das Referat hinweisen. Genossinnen! Genossen! Erscheint zahlreich in der Versamm- lung, die eine Kundgebung für den Völker frieden gegen den Krieg und zugleich ein Ausdruck der kritischen, zielbewußten Auffassung der Hocialdemokratie sein soll. Die Bertrauensperson. Rixdorf. Verein gewerblich thäsiger Frauen und Mädchen. Am 2. d. M, fand im Lokal Thiel, Bergstraße 181/152 eine Mitglieder- Versammlung des Vereins statt, Referent Rechtsanwalt Stein- schneider. Thema: Organisation der Konsumvereine, Redner befür- wortete in seinem Vortrage den Wert der Konsumvereine für die Arbeiterschaft und forderte zum Schluß die Anwesenden zum Eintritt in dieselben auf. Nach Erledigung einiger kleiner Angelegenheiten wurde die Versammlung um 11 Uhr geschlossen. Köpeuick. Mittwoch, den 16. März, abend 8 Uhr, findet die Vcreinsversammlung des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins statt und zwar im Lokal Helling, Schönerliuderstr. 5, in Ivelcher Frau Kiesel, Berlin, einen Vortrag über die Frau in der Industrie halten wird. NichtMitglieder und Männer haben als Gäste Zutritt, Witternngsnbcrsicht vom 12. März 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Swinemde, Hamburg Berlin Franks.a.M, München Wien D— 'f 765 NNW 76S WNW 766 NW 767 N 765 Still 765 SB Wetter 2 bedeckt Ibedeckt 2 bedeckt hbedeckt —Schnee 2 bedeckt ess- *'] ZdS Sis- 0 0 0 g — 1 4 Stationen ö S ä s o-e. Saparanda ctersburg Cork ülbcrdeen Paris £ i i« 753 761 768,910 Wetter 4Sd ISd inec ince Swolkenl WS s 5, B l> §« M it —6 —5 -6 Wetter-Prognose für Sonntag, de» JH. März 1904, Ein wenig wärmer, vorherrschend wolkig bei mäßigen westlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge, Lriekkaften der Redabticn. China. Der Reichstags-Abgeordnete A, B. ersucht A. G. itt Sache» R..... ich um Angabe seiner volle» Adresse, da die Mitteilung vom 8. März 1964 sonst völlig wertlos ist. Die Adresse ist am besten dem S e k r e t a r i a t des„Vorwärts", zu Händen des Abgeordneten Ä UN ert, Lindcnstr. 69, zu übersenden. Marktpreise von Berlin am 11. März 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. *We!zen, gut D.-Ctr. 17,30 17,20 mittel. 17,22 17,18 gering„ 17,14 17,10 »Roggen, gut„ 13, tO 13,08 mittel. 13,06 13,04 gering. 13,02 13,— sGerste, gut. 14,40 13,40 mittel. 13,30 12,30 gering, 12,20 11,20 /Hafer, gut, 15,50 14,50 . mittel, 14,10 13,50 gering, 13,40 12,50 Richtstroh. 4,00 3,32 Heu. 7,50 4,80 Erbsen. 40,00 28,00 Speisebohnen„ 50,00 26,00 Linsen. 60,00 25,00 » ab Bahn. f frei Wagen und ab Bahn. Kariosseln, neue D.-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch„ Schweinefleisch„ Kalbfleisch Hammelfleisch„ utter Eier Karpsen Aale Zander t echte arsche Schiere Bleie Krebse 60 Stück 1 dg per Schock 7.50 1,80 1,40 1,60 1,80 1,80 2,80 4,40 2,40 3,00 2,80 2,20 1,80 3,00 1,40 15.00 6.00 1.20 1.10 1.00 1,20 1,20 2,00 3,00 1,20 1,40 ILO 1,20 0,80 1,40 0,80 8,00 Cabliau zum Koclien und Braten sehr zn £iUUl UUU-UiULW-U ÖClil£11 empfehlen ganze Fische ohne Kopf Zo im Anschnitt....... 2S Seelachs pro Pfund........ ÄÄ Pf. im Anschnitt...... Ä8 Pf. Fernsprecher: Amt HI, 8804. 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