Nr. 147. «tfdjrtn«,»glich auter Montag». Preis pränumerando: Bterlel- jährlich»,so Mark, monattich >.io Ml, wöchentlich 23 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer s Psg. Sonntag»-Nummer mit illustr. Sonntag»-Betlage«Neue Well" 10 Pfg. Poft-Zldonneinent: »,Zo Mt.pro Quartal. Unter Kreuz- band: Deutschland u. Oesterreich- Ungarn 2 Ml., für das übrige Ausland z Ml.pr.Monat. üingelr. in der Post- Zeitung»- P.eisltste für I3»2 unter Nr. esse. 9. Jahrg. gnferttont-Eebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petitzetle oder deren Raum so Psg., für Berein«- und «erfammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis« Uhr Nachmittags in der Krpedition abgegeben werden. Die eipcdttion ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn- und Festtagen bis» Uhr Vor- mittags geöffnet. F»r«sPr»ch-Zinschl«tt »mt I. Ztr. 418«. Verllner VolKsblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wedaktion: 8V. 19. ZSeuth-Straße 2. Expedition: 8 V. 19, ZZeuth-Straße 3. AböMleuiellts-AkladUg. Zum Quartalswechsel eröffnen wir ein neues Abonnement aus den „Vorwärts" Nerltnev Vollrsl»l«kk mit der illustrirten Sonntagsbeilage „Neue Welt". Unser Blatt ist das Zentralorgan der deutsche« Sozialdemokratie. Jeder Genosse und vor allem jeder Berliner Genosse muß es als seine Pflicht betrachten, das Zentralorgan seiner Partei zu halten. Die Unterstützung der gegnerischen, auch der sogenannten parteilosen Preffe heißt im Kampfe dem eigenen Feinde die Munition liefern. Auf unfern Feuilleton-Theil wird besondere Sorgfalt verwandt werden. Außer einem Roman auS dem Französischen: Schlagende Wetter, das L»ben, Ringen und Sterben des Bergmanns schildernd werden wir unter andern auch den trefflichen Roman: „Die Waffen nieder", von Freifrau von Suttner, unseren Lesern vorführen. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Erprdition, Keuthjtr. ä, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von l Merk 1l> Wulst stti ins KM. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 8.30 M. für das Gnartal entgegen.(Eingetragen in der Post-Zeitungs-Preisliste für 1892 unter Nr. 6652.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonne« ment rechtzeitig(mehrere Tage vor Qnartalsschluß) aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleidet. Die Redaktion und Expedition des „Norwärto" Krrliner Nolksblatt. Das Wlcne Ccltcl des DeakfrhfveMnns. Nicht ein tragischer Sturz vom Gipfel der Macht herab in das Nichts ist's, an den wir dachten, als wir diese In« schrift erwählten. Wie kann von tragischem Sturz die Rede sein, wo der Gipfel der Macht niemals erstiegen war? Das sieche, schwächliche, ängstliche Kind eines Kompromisses demo- kratischcn Wollens und Nichtkönnens mit manchesterlichem Feuilleko«. raihdrua o erboten.) (147 Am Wedsttihl der Zeit. Zeitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto W a l st e r. .Nein, Freund Iwan, daran soll's gewiß nicht fehlen, dazu ist uns das verflossene Blut doch zu.theuer gewesen. Habicht und ich haben eine ganze Nacht zusammcngesessen, um ein ausreichendes System der Kontrolle selbst für den abgelegensten Ort festzustellen. „Es geht besser mit Streit?� „Es hat mit ihm keine Gefahr, obwohl er noch am Wundfieber leidet. Er und unser Freund Lange befinden sich in demselben Zimmer und ziemlich in demselben Zu- stände." „Und unser armer Philosoph?* „Es mag ihm übel genug zu Muthe sein, denn wie wir ein Augenzeuge versichert, hat sich der tolle Mensch, nachdem er bereits einen Schuß in den Rücken erhalten, in's Handgemenge gestürzt, wobei ihm die Grenadiere gehörig Zugesetzt haben. Und zum Ueberfluß hat ihn auch noch ein «trahl der großen Dampfspritze getroffen." »Haben Sie ihn denn nicht besucht?' fragte Olga ver- wundert. ..»Ich war erst in der halben Stadt herum, um zu er- fahren, wohin er eigentlich gekommen. Endlich dachte ich kissais faire, laissez aller— eine Partei, die niemals an der Herrschaft war, niemals an die Herrschaft kommen wird, bietet der Deutschfreisinn in seinem Falle nichts Großes, das uns an den Zusammenbruch der stolzen Prunk- Herrlichkeit eines asiatischen Despoten erinnern könnte. Allein auch auf platter Erde, in einem Morast, kann man zu Fall kommen, und die Worte, welche der zitternde Belsazar an der Marmorwand seines Palastes las, sie bilden die passendste Inschrift für eine Partei, die hoffnungslos im Morast steckt und mit einem jeden Versuche, sich heraus zu arbeiten, ihre Lage nur verschlimmert. Inschrift und Grabschrist. Auch Lebende können schon eine Grabschrift haben, und machen sie selbst sich keine, so kann ein Anderer sie machen. Diene Tekel Upharsin— das heißt aus deutsch, genau dem Sinne nach: geprüft, gewogen, gerichtet— gewogen und zu leicht befunden; und darum ventrtheilt! Dem zitternden Belsazar haben Priester die Grab- schrift geschrieben. Die Fortschrittspartei hat sie sich selber geschrieben— durch eine lange Kette von Hand- langen, die den Prinzipien der Demokratie in's Gesicht schlugen— und schließlich durch den Alles krönenden Prinzipienverrath in Sachen der Ahlwardt'schen") Schmutz- broschüre. Die Partei, welche der Sozialdemokratie, wenn diese staatlichen Schutz für den Schwachen gegen den Starken verlangte, höhnend vorwarf, sie rufe nach der Polizei— sie ruft jetzt verzweiflungsvoll nach der Polizei. Unser sogenannter Ruf nach der Polizei war, ist und bleibt die Forderung staatlichen, gesellschaftlichen Schutzes für das Individuum, das in seiner Freiheit und seinem Recht durch Andere bedroht wird— und die„Polizei", welche w i r„anrufen", ist nur das ausführende Organ einer Kulturpflicht, die jede Gesellschaft gesitteter Menschen gegen jedes einzelne ihrer Mitglieder zu erfüllen bat. Die Polize» aber, welche der Deutschsreisinn in toller Verletzung aller politischen Grundsätze, zu denen er sich bisher bekannte, jetzt fordert, soll ihm einen un- bequemen politischen Gegner vom Halse schaffen. Es ist nicht die Wohlfahrts- und Sicherheitspolizei, an die er sich wendet, und die ihre vollste Berechtigung hat — wenn sie auch heutzutage ihre Funktionen nur höchst mangelhaft ausübt—, nein, es ist die politische Polizei, die er anruft, d i e Polizei, gegen deren Existenz der Liberalismus, so lange er bestand, angekämpft hat, weil sie ein Werk des Despotismus ist, und die Unter- drückung der Freiheit zum Zweck hat. Der Deutschfreisinn nach der Polizei rufend zum Schutz vor einem politischen Gegner, der ein politisches Recht ausnutzt— daS ist jammervoll, das ist mehr als ein Prinzipienverrath, das ist die Bankrotterklärung. ITims Poloniae! Wohl sagt der Deutschfreisinn, der seine Schmach zu *) Der Verfasser der„Judenbordelle" soll, wie wir nach- träglich erfahren, nicht Ahlwardt, sondern ein noch unter diesem stehendes Individuum sein. Red. d.„V." an seine Wohnung in der Vorstadt, und erfuhr, daß er in der That sich dahin habe tragen lassen. Aber an einen Bestich war nicht zu denken; er hatte seine zwanzig Mann Leibwache mitgenommen und auf's Strengste befohlen, Niemanden, es möge kommen, wer da wolle, bei ihm ein- zulassen. Obgleich ich mich nun aus das Recht alter Freund- schaft und neuer intimer Kampfgenossenschaft berief, fand ich doch in dem Hauskommandanten Erich Schlegel einen unerbittlichen Hausdrachen, vor dem ich das Feld räumen mußte." „Schöne Geschichten macht dieser Mensch," rief das Mädchen,„nian wird gar nicht fertig, sich über ihn zu ärgern. Aber diesmal soll ihm sein Eigensinn nicht durch- gehen. Er ist im Stande und stirbt verlassen wie eine Katze im Winkel, und dann heißt es, wir hätten ihn ohne Pflege gelassen. Erlaubst Du, Mama, daß ich einmal nach dem Rechten sehe?" „Ich weiß doch nicht.....• meinte Frau von Sokolow zögernd. „Lassen Sie Olga gehen, beste Mutter," bat Iwan,„wir müssen uns um unsere Freunde trotz ihres Weizerns kümmern, zumal wenn sie so zugerichtet sind, wie unser armer Philosoph." „Wollen Sie meine Tochter begleiten?" fragte Frau von Sokolow, sich an Frank wendend. „Mit dem größten Vergnügen," erklärte dieser, und bald eilten Beide der abgelegenen Wohüung des Ver- mundeten zu. Erich Schlegel trat ihnen auch diesmal entgegen, er trug noch immer die rothe Schleife und den Degen, die ihn während deS Kampfes alS Hauptmann ausgezeichnet hatten. ahnen beginnt: es handelt sich hier nicht um eine politische trinzipienfrage,— der öffentliche Anstand ist im piel, nicht die Preßfreiheit. Doch lassen wir, um nicht ungerecht zu erscheinen, den Hauptvertreter des Polizei- treisinns, Herrn Eugen Richter, seine Sache in seiner eigenen Zeise vertreten. In der heutigen Nummer der„Freisinnigen Zeitung" sagt Herr Eugen Richter mit Bezug aus den Friedemann'schen Antrag: Daß die Sozialdemokraten sich gegen den Antrag wenden würden, hatte schon der„Vorwärts" am Donnerstag Morgen angekündigt. Der Antrag Friedeinann, so lesen wir im „Vorwärts",«müsse gewiß allen politisch anständig Denkenden unwürdig erscheinen. Man sehe, wie„heruntergekommen der Freisinn unter der Richter'schen Führung sei." In der Stadt» verordneten-Versammlung hielt es freilich Stadtv. Singer nicht für angezeigt, denselben Ton anzuschlagen. Er meinte sogar, daß, wenn von den Schändlichkeiten und Gemeinheiten, die dem Judenthum durch die Anschlagsäulen vorgeworfen würden, auch nur der tausendste Theil gegen das Christenthum versucht würde, es nicht Staatsanwälte genug geben würde, um solche Verbrecher beim Schopf zu fassen.— Gegen diese Anschlag» säulen aber hatte sich ja eben vorher die Erklärung des Bürgermeisters Zelle gewendet. Herr Singer meinte auch, die Verkäufer dieser Broschüren seien dieselben, welche auch die „Freistnnige Zeitung"„ausschrien" und die sozialdemokratische Maifest-Nummer vertrieben. Wir haben noch niemals wahr» genommen, daß die„Freisinnige Zeitung" auch von Personen auf den Straßen vertrieben wird, die solche Broschüren an- bieten. Aber selbst das„Ausschreien" auch nur des Titels der „Freisinnigen Zeitung" ist wiederholt Kolporteuren untersagt worden. Hier aber handelt es sich nicht nur um Schreien an sich, sondern um das Ausschreien anstößiger, schäm- loser Namen. Mit der Preßfreiheit hat dies so wenig ge» mein, wie das Erscheinen in unanständiger Kleid ung auf der Straße die Bekleidungsfreiheit berührt. Dadurch, daß anstößige Bezeichnungen sich auch zugleich als Titelruf auf einer Broschüre befinden, ist noch kein Borrecht herzuleiten, solche Werte äuszuschreien. Die Begriffsverwirrung in der Verwechslung mit der Preßfreiheit versuchte Stadtv. Barth Herrn Singer noch ausdrücklich klar zu machen. Folgen wir Herrn Eu�en Richter und dem Deutsch- Freifinnn in die Schlupfwinkel ihrer Logik. Also nicht daß eine Schrift gegen die Juden öffentlich ausgerufen wird, ist es, was den Freisinn in Harnisch gebracht hat. Was ihn wild macht, ist, daß sein Schamgefühl ver- letzt wird, daß sein keusches Ohr durch„anstößige, schamlose Namen" belästigt wird. Wer lacht da nicht? Wir haben vorgestern schon gesagt: auch uns sind diese antisemitischen Zotereien und Unfläthereien ein Ekel, und für die Pickenbach, Licbermann, Stäcker und Konsorten hat kein Deutschfreisinniger eine tiefere Verachtung als wir, aber ist das ein Grund, die Polizei anzurufen?„Schamlos und anstößig!" Ja, weiß denn der Deutschfreisinn nicht, daß dies Rubriken sind, unter die Alles gebracht werden kann? Und schon gebracht worden ist? Hat der Deutschfreisinn die zimperliche Adelheid vergessen, die ihren, nach schäumender Jugend im Alter fromm gewordenen „Diese Dame verlangt den Kranken zu sehen," er- klärte Frank auf die verwunderte Frage des strengen Wächters. „Gnädiges Fräulein, es thut mir unendlich leid, daß ich Ihrem Wunsche entgegen sein muß, aber ich habe die allerstrengsten Befehle." „Was gehen mich Ihre Befehle an, Herr Schlegel, wir sind viel ältere Freunde des Kranken und haben das Recht und die Pflicht, uns um ihn zu bekümmern." „Aber wenn er doch befohlen hat?" „Ei was, er hat befohlen, nachdem er vier- und fünffach verwundet war, und so ein Verivundeter ist gar nicht zu- rechnungsfähig, er hat zu folgen und nicht zu befehlen. Ich werde mich also nicht darum kümmern, verstehen Sie, und nehme im Uebrigen alle Verantwortung auf mich. Das, denk' ich, wird Ihnen genügen, und nun führen Sie uns hinein." „Ich will es auf Ihre Verantwortung wagen, gnädiges Fräulein; Herr Frank, Sie werden mir's hoffentlich de- zeugen, daß ich nicht anders konnte." „Ohne Sorge," erwiderte dieser, und nunmehr führte Erich den Besuch nach dem oberen Stockwerk in ein Zimmer, welches durch grünseidene Vorhänge in ein angenehmes Halbdunkel gebracht war, in dem nur eine Anzahl ver- theilter Gips- und Alabasterfiguren schimmerten. Aus einer Art Feldbett, von stählernen Bändern und Federn ge- arbeitet, über welche man nur eine Decke gebreitet, lag der Bewohner des Hauses schlummernd, in ein rothwollenes Hemd mit weiten türkischen Beinkleidern gekleidet, und nur zur Hälfte mit einer leichten Decke bedeckt, deren anderer Theil auf den getäfelten Boden herabhing. Das Gesicht des Kranken war marmorbleich, so auch („rechter Haild, linker Hand Alles vertauscht" habenden) Gemahl zu einem Fcldzuge gegen die„anstößige, schamlose" Natur des Menschenlcibcs und der Menschengestalt ans- hetzte? Ist nicht jedes Wort der Kritik am Christenthum, an EtaatS- und Gescllschaftseinrichtungcu, an der Monarchie, am Privateigenthnni in den Augen der Zions-, Thron und MammonSmächtcr etwas„Schamloses" nnd„An- stößiges"? Wo soll da die Grenze sein? Wo fängt da«„Schanilose' nnd„Anstößige" an und wo hört es auf? Was gicot es überhaupt in der politischen Welt, daS nicht in den Augen des Einen oder Anderen„schamlos" und „anstößig" wäre? Uns ist außerordentlich viel, das heute in Staat nnd Gesellschaft prunkt, herrscht und sich spreizt, „schamlos" und„anstößig", und darunter auch sehr vieles, das der Deutschfreisinn thut und hoch hält, und das von Engen Richter verherrlicht wird. Und wir sind anderer- seits überzeugt, daß Herr Engen Richter nebst deutsch- freisinnigem Anhang uns sehr häufig„schamlos" und„an- stößig" finden. Ist das jedoch ein Grund, daß wir die Polizei gegen einander anrufen? Ten Reaktionären mag das anstehen— den Siöckern, Muckern, Antisemiten und Kreuzrittern. Mit ihrer Weltanschauung ist es im Einklang. Allein der Welt- anschanung des Liberalismus ist es diametral entgegengesetzt, und der Deutschfrcisinu, welcher die Polizei zum Schutz vor einem Ahlwardt und Konsorten anruft, hat an sich den poli- tischen Harakiri*) vollzogen— er hat aufgehört, als Partei zu sein. Geprüft, gewogen, gerichtet. Mene Tekel Upharsin. Und auf den Grabstein schreiben wir nach alter Sitte die Todesursache, oder richtiger den Todesanlaß bezeichnend: Hier liegt der Deutschfreisinn. Er ist über die Ahlwardt'schen Judenflinten gestolpert und hat in den Ahlwardt'schen Judenbordellcn den letzten Seufzer ausgestoßen. Heiliger Stöcker. bitt' für ihn!- Volitisilhe ItclrcLiniit. Berlin, den 25. Juni. Kapitalistische Bilder aus der Gegenwart. Der preußische Fabrikinspektor Dr. Sprenger in Magdeburg ist einer derjenigen Aufsichtsbeamten, der auch für seinen soeben erschienenen Jahresbericht über 1891 eine möglichst genaue Zählung der in seinem Bezirke beschäftigten Arbeiter vor- genommen hat. Er theilt nun folgendes Ergebniß mit: „Was die Arbeiterinnen und Arbeiter im Allgemeinen an- geht, so wurden 1891 in 4350 gewerblichen Anlagen des Regierungsbezirks 61 847 männliche und 7179 weibliche, zusammen 69 096 erwachsene Arbeiter beschäftigt. Die Zahl der Anlagen ist um'288, die Zahl der Arbeiler um 413 gefallen. Der Rückgang trifft namentlich die Arbeiterinnen. Es arbeiteten in Fabriken 891 Arbeiterinnen weniger, hin- gegen 478 Arbeiter mehr als im Jahre 1890. Aber oiese Zahlen geben nicht die ganze Wahr- he it. Sie beziehen sich auf Erhebungen vom September und Oktober. Nach dieser Zeit aber sind infolge eines ziemlich allgemeinen geschäftlichen Rückganges noch viele Arbeiter entlassen worden." Heber die wirthschastlichen und sittlichen Zustände der Arbeiterbevölkerung, über Wohl- fahrtsrinrichtungen». läßt sich der Bericht also vernehmen: „Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter im Jahre 1891 war infolge des allgemeinen Niederganges der Jnvustrie, nament- lich gegen das Ende des Jahres, erheblich ungünstiger als im Vorjahre. Die Zuckerfabriken wurden bei Beginn der Kampagne von Arbeitsuchenden überlaufen." Und daran schließen sich folgende Angaben:„An jugendlichen Arbeitern wurden im Jahre 1891 beschäftigt 4069 männliche, 819 weibliche von 14 bis 16 Jahren, zusammen 4888 gegen 4501 im Vorjahre, und 29 männliche, 11 weibliche Kinder von 12 bis 14 Jahren, zusanunen 40 Kinder gegen 102 im Jahre 1890. i.D i e Zahl der jugendlichen Arbeiter hat demnach gegen ') Harakiri', zu deutsch die glückliche Beförderung— ins Jenseits— nennen die Japaner den kunstvollen Bauchschnitt, vermittelst dessen die vornehmen Japanesen, wenn sie in Ungnade gefallen oder in sonstige Schwulitäten gerathru sind, sich freiwillig dem irdischen Jammerlhal entrücken. die Hände, welche lose auf' der Decke ruhten. Neben dem Bette stand ein Tischchen mit einigen Medikamenten, Leineilzeng und einem Pokale. Au seiner Rechten herab hing eine Kliugelschnur, bequem zur Hand. Im Uebrigen war keilte Spur von einem pflegenden Wesen zu erkenne«. Frank rollte für Olga einen Lehnsessel herbei, auf dem sie, mit dem Gesicht nach dem Kranken geivendet, Platz nahm, während er selbst an's Fenster trat. Lautlose Stille herrschte in der Stube, wie im ganzen Hause; man ver- nahm kaum etwas Anderes, als den Pendelschlag einer Waitduhr im benachbarten Zimmer. „Er hat einen sehr gesunden Schlaf", meinte das Mädchen endlich flüsternd;„der niuß ihn über kurz oder lang wieder vollständig herstellen. Er scheint auch so weit mit allem Röthigen versehen zu sein, und wenn wir mit dem Arzt gesprochen haben, können wir ihn, wie ich glaube, getrost wieder verlassen." Aber so leise die Worte auch gesprochen, mochten sie doch die Gehörnerven des Kranken berührt haben, denn er schlug die Augen auf und starrte seinen Besuch mit einem ruhige», fragenden Blick an. Endlich öffneten sich seine bleichen Lippen und flüsterten schwach die Worte: „Sie kommen zu zeitig, gnädiges Fräulein; ich kann Sie noch nicht weiter begleite»... die Reise... die Er- müdung... ach, nur noch eine einzige Viertelstunde." Damit hatte er schon wieder die Augen geschlossen. Olga blickte verivundert zu Frank herüber und fragte: „Was ist das? Träumte er oder wachte er?' „Es wird wohl Beides gewesen sein; wahrscheinlich hat er von Ihnen geträumt und Sie dann wirklich ge- sehen." „Wir wollen noch ein Weilchen warten, oder wollen Sie nach dem Arzte schicken?" „Ich werde nach dem Arzte sehen," erwiderte dieser und kehrte bald niit dernselbe» zurück. „Wie geht es mit dem Verwundeten?" fragte Olga. „Ucberraschend gut, er hat meine kühnsten Hoffnungen übertroffen. Bei den» muß jedes Glied ein Körper für sich sein, sonst wäre es gar nicht möglich, daß bei so viel 1890 u m 387. zugenommen, währe nd die Ge- s ach? mtzahl der erivachsenen Arbeiter ab- g e n o m ln e n hat. Im vergangenen Jahre kamen auf 69 439 erivachsene Arbeiter 4501 jugendliche, oder 6,48 pCt., 1891 auf 69 026 erwachsene 4888 jugendliche Arbeiter oder 7,08 pCt." Deutlicher kann die ganze Verfahrenheit des kapitalistischen Wirthschaftssystems nicht zum Ausdruck kommen als hier. Roth und Glend unter der erwachsenen Arbeiterbevölkermlg auf der einen und Zunahme der jugeud- lichen Fabrikarbeiter auf der anderen Seite— o heilige Bourgeoisie!— Dcutschfreislnniges. Mit dem jälnmerlichen Ge- bahren des Tentschfreisinns in der Judenbvrdell-Frage be- schästigt sich unser Leitartikel. Wie ivir nachträglich sehen, sucht ein liberales Blatt das Vorgehen der schwachnervigen Herren damit zu rechtfertigen, daß es den Verkauf der antisemitischen Broschüren in der Straße als einen „Unfug" bezeichnet, der im Interesse des Verkehrs nicht geduldet rverden dürfe. Aber hat das Blatt sich denn auch die Konseauenzen überlegt? Hat es sich überlegt, daß mit demselben Recht das Verbot des Straßcilverkaufs aller Zeitungen, sowie aller Straßenaufzüge und aller Volks- Versammlungen, die große Menschenmengen zusaminenführe??, erfolgen kann, ulid gerechtfertigt ist? 0 si tacuisses!— Was ist eine Weltanschauung? Die„Kölnische Volkszcitnng" führte neulich aus, daß die Sozialdemokratie eine Weltanschauung sei, und daß gegen Weltanschauungen mit Polizei sich nichts ausrichten lasse. Das hat daS amt- liche Zentralorgan der sächsischen Regierung, Groß-Korn- wuchere? und Judenhetzer: die„Leipziger Zeitung" in grimmigen Zorn versetzt— die Sozialdemokratie sei keine Weltanschauung, weil sie sich gegen die bestehende Welt- ordnung wende. Das heißt mit anderen Worte??, eine Weltanschauung hat n??r der, welcher sich auf den Boden der bestehenden Weltord??ung stellt, sie lobt und im?erhalb ihres Rahmens seii?e Mitlnenschen bemogelt, bcstiehlt, todt- schlägt. De??n das Alles gehört zur bestehenden Weltordnung.— Pindter'sches Blech. In der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" schreibt der berüchtigte Doppel- ofsiziosus in e?ner„Schlußbetrachtung zu dem italienischen Königsbesuch': Wenn wir den Eindruck zusammenfassen sollen, welchen alle aus Deutschland. Italien und Oesterreich-Uugarn vor- liegenden Kundgebungen hervorbringen müssen, so erscheinen dieselben wie ein erneutes eininüthiges Plebiszit der drei Reiche zur Bestätigung einer Politik des Friedens auf der unerschütterlichen Grundlage einer tiefgebenden Gemeinsamkeit der staatlichen Interessen und jener still aber sicher wirkenden Macht eines regen geistigen und materiellen Güteraustausches, durch welchen die völkerverknüpsenden Bande täglich enger und fester geschlungen werden. Tie Straßenansammlungen einer schaulustigen Menge ein Plebiszit! Das ist köstlich!— Ter Bismarck-Nadau wird lustig fortgesetzt. Die Familie des Ex-Ha?lsmelers thäte wirklich gut, auf den„Chef" ein aufmerksames Auge zu haben, sonst könnte es ihm leicht passiren, daß er mit der Polizei in Konflikt käme, nicht mit der politischen, sondern mit der Straßenpolizei, die keinen Spektakel und keine Exzesse dulden soll. Doch die Polizei hat offenbar Ordre erhalten, gege?i den„ollen Mann, der nichts to seggen hat", recht nachsichtig zu sein. In seinem neuesten Interview schimpft er, wie immer, rohrspatzenlnäßig aus die jetzige Reichsregierung und sucht seine Nachfolger als Stümper h???zustellen, die, verglichen mit ihn?, gar nichts geleistet hätten, gar nichts zu leisten verstünden. Sie hätten Deutschland in die ungünstigsten auswärtigen Beziehungen gebracht:c. Das ist nun ein ui?verschä?ntes Selbstlob, das nicht blas stinkt, strndern dein Urheber auch das Bra??dmal der Lüge auf die eiserne Stirn drückt. Die beste Kritik einer Politik— das hat der Ex- Hausmeier selbst in früheren Zeiten öfters gesagt— liegt in dem Erfolg. Und der Erfolg der ausivärtigen Politik liegt in der Friedlichkeit der internationalen Lage. Nun ist aber die internationale Lage jetzt— wie Jedermann weiß, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören— bei Weitem friedlicher als unter dem Radau- bruder Bismarck, der durch seine Rowdypolitik nach Westen und Wunden der Mensch verhältnißmäßig gesund sein kann. Er trnckt einen Trank, den er sich selbst hat brauen lassen und läßt sich von mir nur verbinden." Inzwischen hatte der Kranke die Augen wieder geöffnet, er langte nach dem Pokale, den ih?n Olga hilfreich an den Mund brachte. Nachdein er getrunken, rötheten sich seine Wangen etivas und er mei??te: „Sind Sie denn in Wirklichkeit da, Fräulein Olga?" „Ich denke, das könnten Sie sehen", erwiderte diese lachend. „Ich dachte, ich hätte nur geträumt." „Wie steht es denn mit Ihnen?" „O, ganz leidlich; der Schmerz ist nicht arg; Zahn- schmerzen sind schlimmer." „Und Ihr Kops?" „Nun, der hat ein Weilchen gebrummt, daß es eine Art hatte, aber jetzt hat er glückticheriveise ausgebrummt. Ich habeeinen dicken Schädel, Gott sei Dank, ein a??derer hätt's wahrscheinlich nicht ausgehalten. Aber«in Kopf, der Hegel's und Herbart's Philosophie zugleich aushallen konnte, muß schon von beso??derer Sorte sein. Doch ich habe mich noch nicht ei???nal für die Ehre Ihres Besuches bedankt." „Das lassen Sie auch, lveni? ich bitten darf, unterwegs, denn ich?veiß ja viel zu gut, wie entschieden Sie diese Ehre von sich abzuhalten versucht habe??." „Wie lneinen Sie das, Fräulein?" „Haben Sie etwa nicht dem Erich Schlegel strengen Befehl gegeben. Niemanden zu Ihnen hereinzulassen, so daß mau die furchtbarsten Drohul?gen ausstoßen mußte, um ihn zur Raison zu bmgen?" „Run, da bin ich weniger sch??ld, als die Auffassung meines Wächters. Als ich mich nämlich aus dem Kampfe, in dem ich nichts mehr nütze?var, nach Hause tragen ließ, gedachte ich einen langen Schlaf zu thun und gab Befehl, daß man mich zzicht stören lassen sollte. Und dieser Me??sch ist darauf hin in? Staude, mir bis an's Ende meiner Tage jeden Besuch zu verscheuchen,??nd noch dazu einen so liebensivürdigen. Aber sagen Sie mir, haben wir de??n noch RevoU?lion, oder ist sie schon zu Ende?" (Fortsetzung folgt.) 1 sein bauchrutschendes Wettkriechen nach Osten die Welt fortwährend beunruhigte, und das Deutsche Reich dort ver- haßt, hier verachtet machte. Wir sind sicherlich über den Verdacht erHabe??, der Politik des Herrn Caprivi Weihrauch streuen zu wollen, so viel steht aber fest: seine ausivärtige Politik war bisher ungleich friedlicher, a??ständiger und— wenn der Erfolg nicht im Krakehl besteht— erfolgreicher als die des Vorgängers. Also hübsch bescheiden. Lüge, Fälschung, Gewaltthat ist weder staatsmännischer Geist noch Genialität. Bei besagtem Interview hatte Bismarck auch die ui?« glückliche Idee, seil? Nichterscheinen im Reichstag rechtfertigen zu wollen. Er hätte ä visiäro«mverte— mit offenem Visir — die Rcichsregierung bekämpfen müssen— und das habe er, als treuer Vasall, nicht gekoilnt. Unverschämte Heuchelei. Der treue Vasall, der zu skrupulös ist, offen seine Nach- folgcr a?lzugreifen, bewirft sie alltäglich aus feigem Hinter- halt lnit Koth. Pfui! Wir wollen dem Ex-Hausmeier sagen, lvarum er nicht in den Reichstag gekomlnen ist: wäre er ä visiere ouverte gekommen, dann hätten auch die An- gegriffenen?nit offenem V i sir gegen ihn kämpfen, mld gar manches e??thüllen müssen, das der Ex-Hausmeier allen Grund hat der Oeffentlichkeit zu entziehen. Er hat Furcht. Beiläufig bemerkt, sind die ausivärtigen Blätter, die noch für Bismarck einen kleinen Rest voi? Achtung hatten, dllrch dessen würdeloses und kleinlich gehässiges Treiben aus seii?er ordillär demagogischen Agitationsreise, mit Ekel erfüllt ivordeil. Diesem Ekel giebt z. B. ein Leitartikel des Loildoner„Standard" sehr kräftigen Ausdruck. Wir er- ivähnen dies, weil der Bismarckring auf die Presse des Auslandes sein Hauptaugenmerk gerichtet hat, und in ihr, die mit den deutschen Verhältnissen naturgemäß nicht genau vertraut ist, seine KuckukS- und Reklame-Eler mit Vorliebe ablegt.— Der Exodus der Jude»— das heißt zu Deutsch: der Auszug der Killder Israels, aber ein neuer Auszug— nicht aus Egypten, sondern aus Rußland— eln moderner Auszug— das zweite Buch Moses auf Aktien— der Auszug durch eine Aktiengesellschaft mit Börseugeldern — das ist das längste Kind der Muse des Baron Hirsch. Er habe mit der russischen Regierung— so hieb es schon vor Wochen— einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem er sich verpflichtete,, binnen 26 Jahren— also von jetzt bis zum Jahre 1917— drei Millionen zweihundert und fünfzig Tausend Jllden alls Rußland nach Amerika übcrz??- führei?. Noch dieses Jahr will die Aktiengesellschaft, die über 50 Millionen Francs(40 Millionen Mark) verfügen soll, 25 000 russische Juden nach Argentinien exportiren und deportire??. Nach den neuesten Berichten ist der Vertrag wirklich abgeschloffen worden— ein Beweis, daß die russische Regierung den Verstand verloren hat. Oder macht sie ein Geschäft? Das Projekts ist einfach unsinnig, l?nd gerade seiner Unsinnigkeit lvegen haben wir es früher nicht erwähnt. Allein, die Billigung durch den Zaren ist ein immerhin bedeutsames Symptom politischer Zerrüttung, zu dessen Erwähnung wir verpflichtet sind.— „Zar-Befreier"— das ist, wie wir hören, der Titel, nach welchem der jetzige Zar geizt. Er will ein Zar-Befreier in dem Sinn sein, daß er, wie lveiland sein Vater die Leib- eigenen— fragt nur llicht wie?—, so seine Völker befreit, zum Beispiel die Kalmücken. Selne Völker, nicht sein Volk, denn dieses sucht er nach wie vor in Ketten zu halten. Jndeß— auch dies wird ihm nicht mehr lange gelingen. Und?nit seiner Zarschaft ist es bereits so?veit gekommei?, daß der Zar, der in seinem Lande nur ein Gefangener ist, selbst einen Befreier braucht— einen r i ch- t i g e n„Zar-Befreier".— Der Staatsbankrott Portugals, schreibt man uns, den unsere Agrarier im„Deutschen Wochenblatt" als eine Folge der Goldwährungs-Politik hinstellen möchten, während er in Wahrheit das Wert einer Ba??de von geiviffeulosen Beutel- schneidern ist, die während der letzten Jahre in den höchsten Aemtern des La??des thätig war u??d unter dem Deckmantel der Legalität ein Raubsyste?n gemeinster Art betrieb,— dieser Ba?ikrott liegt unseren Kap?lalisten fortgesetzt schwer im Magen. Es giebt kaum ein Land in Europa, daS nicht von Portugal angepumpt worden wäre, und Deutschland kann noch von Glück sagen, daß eS ihm erst seit vier bis fünf Jahren vergönnt war, dem Duodezstaat Gelder zu leihen, alS sich auS England und Frankreich absolut Nicht? mehr auspressen ließ. Daß überhaupt in den letzten Jahren, da die Zahlungsunfähigkeit Portugals?veltbekannt war, noch Hun- derte von Millionen Mark nach Portugal gesendet werden konn« teu, das verdankt Deutschland der Intervention der D a r m« städter Bank(weiche als eine dex ersten Banken einen guten Ruf im Lande hatte) und der Thäligkeit einer Meute blutsaugelider Abenteurer, welche im Auftrage der sich schnell ablösenden Riinister Geld um jeden Preis erschwindelten. In den letzten Jahren namentlich sah man zweifelhafte Gestalten in den KontorS zweifelhafter Bank- Häuser dritten und vierten Grades herumlungern und alle möglichen Nonvaleurs(Nichtiverthe) gegen Baargeld ver- setzen, unter Bedingungen, die einein vernunftbegabten Menschen sofort klar machen mußten, daß hier der Hehler für den Stehler Uilterhaildle. Das„hineingelegte" Publikum mag sich nun für den Denkzettel bei den Zwischengliedern bedanken, auf deren Autorität hin eS das blanke Gold einer Rotte Schwindler auslieferte. Den vermittelnden Finanziers aber sollte für die Zukunft wenigstens das Hand- iverk gelegt iverdeu, indem man sie für die Richtigkeit der Angaben der Emissioilsprojekte haftbar macht. Noch nie vorher wohl ist in den Anualen der Finanz- geschichte ein so skandalöser und brutaler Vertragsbruch«??- gesühnt zu verzeichl?en gewesen, wie gegenwärtig in Portugal. Nachdem das Raubgesindel Jahrzehute hindurch frech ge- stöhlen hat, macht es sich jetzt noch über die Vertraueiis- seligkeit der Gläubiger lustig. Ein dem Mi??isterpräs?dei?ten Portugals nahestehendes Blatt schreibt nämlich: „Unendlich komisch ist das Schauspiel, welches eine gewisse ausivärtige Presse bietet in ihren Angriffen gegen die portugiesische Regierung, welche durch»inen Akt der Energie, wie er leider in Zeilen, wie den jetzigen, selten ist, und der einstimmigen Erklärung der öffentlichen Meinung Folge leistend, das schamlos» Ueb e reinkommen weit von sich geschleudert hat. das man?lnS aufzwingen wollte l»nd da» mit der beabsichtigten Anleihe eine wahre nationale Kalamität bilden würde. In ihren illegitimen Interessen sind die blut- saugenden Finanziers zu Tode verletzt durch den patrro- tischen Entschluß der portugiesischen Regierung, und bnno vor Wuth, weil fie die begehrte Beute sich entschlüpfen sehen. wsultiren sie uns, die Zeile zu b Franken u» wil dem«vre ziveiflimgZgeheul in den Spalten der Zeitungen, welche sich eine Einnahmequelle geschaffen hatten mit ihren Thrünen hungriger Krokodile. Wir haben das so erwartet. Die portugiesische Nation hegt die tiesste und souveränste Verachtung für alle diese lächerlichen Kunstslücke und ChamäleonZpossen nachgemachter Entrüstung, mit denen die Herren Finanziers, nachdem sie das Land erbärmlich au?- gesogen, jetzt der Welt«ine international« Komödie in grimmigen Wuthkrämpfen vorspielen, während sie die Spitze des Stiefels noch schmerzlich fühlen, mit dem man sie weit hinaus geschmisfen hat. Fahret nur fort, uns zu insultiren, mit den, Geld, das Ihr unter Thränen aus Eurer Tasche, die wir Euch gesllllt haben, zieht, aber erweist uns den Gefallen und stellt Euch auf die Zehenspitzen, damit Ihr auch zu denen, die Ihr insulttren wollt, hinaufsehen könnt!" Und das große Deutsche geeinigte Reich, sowie die gprranäs rsxuUigus lassen sich diesen Hohn gefallen, lassen Milliarden mühsam gesparten Geldes durch einen Federstrich dieser Hochstapler vernichten. Hat man denn die Zuchthäuser nur für die kleinen Verbrecher, während man die großen Schufte lausen läßt?— In Belgien machen unsere Genossen sich keine Jllu- sionen; sie wissen, daß es gewaltiger Kraftanstrengungen bedarf, um das allgemeine Wahlrecht durchzusetzen. Nach der Berechnung eines belgischen Blattes, der„Meuse", sind in der neuen Kammer blos 22 Freunde des allgemeinen Wahlrechts: 20 Liberale und 2 Klerikale; und sind von den 60 liberalen Abgeordneten 37 entschiedene Gegner des allgemeinen Stimmrechts. Bis jetzt liegen fünf An- träge für das neu in die Verfassung einzuführende Wahl- system vor: 1. Uneingeschränktes allgemeines Stimmrecht, 2. durch bestimmte Bedingungen eingeschränktes allgemeines Stimmrecht, Antrag der Mehrheit der Liberalen, 3. Okku- pations- oder Hausstands-Wahlrecht, welches Regierung und Klerikale beantragen, 4. Herabsetzung des Zensus und Fähigkeits- Wahlrecht, Antrag fcer doktrinär liberalen Lütticher Deputirten, und 6. einfache Herabsetzung des Zensus. Zur Annahme eines Verfassungsantrages gehört be- kannllich eine Zweidrittel-Mehrheit. Eine solche ist keinem der vorliegenden Anträge gesichert. Entscheiden wird der .Druck von Außen".— Das Gladstoue'sche Wahlmanifest lautet zwar nicht genau so, wie nach dem gestern mitgetheilten Telegramm geschlossen werden mußte, es ist aber von demselben im Ganzen korrekt wiedergegeben worden. Der auswärtigen Politik, welche die schwache Seite Gladstone's ist, wird gar keine Erwähnung gethan. Und diese Unterlassungssünde — die jedoch ihre sehr guten Gründe hat— ist natürlich den Tones Wasser auf die Mühle. Die Freunde Gladstone's sind in arger Verlegenheit. Einer der bekanntesten meinte, wenn dieser ans Ruder komme, dann werde er die Politik Salisbury'S fortsetzen, was die natürliche Antwort hervor- rief: Dann behalten wir Salisbury am Besten.— Die Kommisston für Arbeiterstotistik. 1. und 2. Sitzung vom 23. und 24. Juni 1392. Ueber die ersten beiden Sitzungen ist wenig zu berichten. Sie wurden ausgefüllt mit der Berathung der Geschäfts- o r d n u n g, die nichts Besonderes dielet— und mit der Fest- stelluug der Fragen an die Bäcker und an die H a n d l u n g s- Gehilfen. Auch diese Fragebogen gaben wohl zu vielen Dctail-Erörte- tun gen, aber zu keinen besonderen prinzipiellen Auseinander- letzungen Anlast, nachdem festgesetzt war, dast man über Vor» arbeiten zu§ 120« der Gewerbe-Ordnung(Rege- .ung der Arbeitszeit in den durch lange Arbeitszeit besonders bedrückten Gewerben) nicht hinaus gehen wolle, vorläufig und im Allgemeinen wenigstens. Damit war die Thätigkeit der Kom- Mission noch enger begrenzt, wie in dem.Regulativ" des Reichs- kanzlers— was den statistischen Ausnahmen freilich eine größere Genauigkeit geben könnte, aber ihren Werth, selbst für die Gesetzgebung und vollends erst für die Erweiterung unserer Kenntnisse der sozialen Zustände, so ziemlich aus«in Minimum reduzirt. Wir bringen die Fragebogen demnächst zum Abdruck und werden dabei auf Einzelnes zu sprechen kommen. 3. Sitzung Sonnabend, den 2v. Juni, vormittags. Verhandlung über den Müller- Fragebogen. Referent: von Scheel(Direktor des statistischen Amtes d«S Reiches). Korreferent: Abg. Dr. Hirsch. Nach dem Entwurf sollt« nur die Getreidemüllerei untersucht werden; es stellte stch nun heraus. daß vielfach ganz analoge Verhältnisse vorliegen für Sägemühlen. Oelmühlen, u. f. f. Andererseits wurde gegen die Einbeziehung der Sägemühlen geltend gemacht, daß zahllose Landwirth- schafts- Betriebe, Spielwaaren- Fabriken, Holzstoff- Fabriken, Möbel- Fabriken und so weiter mit Sägewerten verbun- de» sind und durch ihre Hinzufügung da? ganze Bild der Arbeits- Verhältnisse verschieben würden. Man entschied stch dann für die Milderückstchtigung aller Mühlen, die Haupt betriebe stnd. Als man dann die Fragebogen wenigstens für die Getreide- Müllerei fertigzustellen suchte, erhoben sich in der Formulirung der Fragen solche Schwierigkeiten, daß man den Fragebogen in das Reichsamt des Innern zur Umarbeitung zurückverwies. Er wird nun, gemeinsam mit den Fragen für andere Zweig« der Müllerei, im Herbst wieder an das Tageslicht kommen. Nachmittags. Die Versendung der Fragebogen an sämmtllche Bäckerei betriebe Deutschlands und an sämmtliche offenen Ladengeschäfte der fünf bezeichneten Branchen hielt man für unmöglich, schon wegen des Zeilraums, den die Verarbeitung erfordern würde. Nach welchem Prinzip sollen nun die Stich- proben vorgenommen werden? Hier rächt sich, daß man überall in Deutschland die Arbeiterorganisationen zurückgedrängt und auch für keine Arbeitervertrelimgen wie gewählte Arbeit«- lnniuiern gesorgt hat. Es mag ja im Prinzip anerkennenswerth sein, daß die Komnnssion entschied, die Hälfte der Fragebogen solle immer den Arbeitgebern und die andere Hälfte den Arbeitern zugehen. Um diesen Grundsatz leidlich gerecht durchzuführen, hätte man offenbar der sachkundigen Vermcktelung und Mithilfe der Unter- nehiner- und Arbeiterorganisationen bedurft. Letztere stnd aber nur in schwachen Ansätzen an wenigen Orlen vorhanden und so kam man denn bald zu dem in Teutschland üblichen Ausweg: die unteren Venvallungsbehörden werden die Bogen an den Mann bringen— wahrscheinlich aber niemalt an den rechten. In einzelnen Bezirken der Großstädte sollen all« Betriebe mit einem Fragebogen bedacht werden— immer in der«inen Hülste der Betriebe die Arbeiter, in der andnen Hälft« die Unternehmer — im Reichs- und Landesdurchschnitt etwa 10 pCt. der Betriebe, unter möglichster Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Groß-, Mittel-, Kleinstädten u. f. f. Etwa 20 000 Fragebogen werden so in die Welt gehen und die Arbeit« wnden in einigen Wochen (wahrscheinlich Monaten) sehen können, an wen sie ge- langen. Für die großstädtischen Bezirke, in denen Betrieb um Betrieb gefragt««den soll, mag die Sache noch gehen; im Großen und Ganzen wird es sich«mpfehlen, die Fragebogen in allen Arbeiterblättern zu publiziren und wo es»ölhig scheint und geht, eine gewerkschaftliche Beantwortung dieser Fragen zu veranlassen. Der Vergleich dieser ilichtoffiziellen gewerkschaftlichen Statistik mit der offiziellen wird sicherlich am besten zeigen, ob die Reichskoinniission— bei allem guten Willen— ans dem rechten Wege war. Tarauf und auf alles Weitere kommen wir in der nächsten Nummer zu sprechen. Varkeinacktvickiken. Zur Beachtung! Das auf Beschluß der Berliner Partei Konferenz gewählte Agitationskomitee für die Pro- v i n z B r a n d e n b u r g hat sich konstituirt und hält bis aus Weiteres regelmäßig jeden Mittwoch. Abends 3'/« Uhr, bei Leopold, Margrafenstr. 83, Berlin, seine Sitzungen ab. Wir ersuchen nunmehr im Interesse einer prompten Er- ledigung der Geschäfte, alle diesbezüglichen Zuschriften an Otto Anlrick, Berlin W, Steinmetzstr. 60, zu richte», und zwar so zeitig, daß dieselben noch in der folgenden Sitzung erledigt werden können. I. A.: Otto Antrick, Berlin, Steinmetzstr. 60. Alle Proviiizialblätter werden um Abdruck gebeten. Für daS erledigte NeichStagS-Mandat Herford-Halle hat die in Herford abgehallene sozialdemokratische Konserenz den Parteigenossen Z w i e n e r aus Bielefeld wieder als Kan- didaten aufgestellt. Derselbe hat die Kandidatur angenommeii. Die Agitation ist in folgendtr Weise geregelt worden: Die Her- f o r d e r Genossen besuchen folgende Ortschaften: Herford, tiddenhausen, Oldinghausen, Diebrock, Eikum, Laar, Stedefreund, lverdifsen, Falkendiek, Schwarzenmoor, Schweicheln und Gundern, Eilshausen, Lippinghausen, Oetinghausen und Herringhausen. Die B ü n d« r Genossen haben sich folgend« Orte vordehallen: Bünde, Hunnebrock, Hüffen, Werffen, Ahle, Holsen, Muckam, Ennigloh, Dünne, Spradow, Besenkamp, Stift Quernheim und Rehmerloh, Quernheim selbst und Rlosterbauerschaft, Amt Röding- hausen, Westkilver, Ostkilver, Schwennigdorf und Bieren. Den Vlothoer Genoffen wurden folgende Orte zugetheilt: Vlotho, Vonnebera, Hollwiesen, Steinbrünndorf, Valderf, Wehrendorf; die Ortschaften Exter und Solterwisch wollen die Herforder und V o l th o« r zusammen bearbeiten; die Orte Hochfeld, Mennighüffen, Mellbergen, Deppenbrock und Jöllenbeck, Bischofshagen, Lohn« und Grimminghausen haben die Rehmer Genossen übernommen. Von Spenge aus wird Lenzinghausen, Häver und Aschen, Wallenbrück, Bardüttingdorf, Dreien- und Westerenger mit Flugschrislen««sehen werden. Die Genossen von Enger übernehmen: Belke. Steinbeck, Pödinghausen und Siele. Die Gegend um Südlengern wie Obernbeck und Rittergut Beck, Ublenburg, Kirchlengern, Häver und Sleinlake wird von den Genossen aus Südlengern besucht. Die Bielefelder u»d Brackwede! Genossen besorgen den Bezirk Hall« und die umliegenden Ortschaften. Sozial» Itekrevstrhk. Aufruf! Die bedrückte Lag« der Tadakarbeit« Deutschland?, sowie die immer mehr erforderlichen Kämpfe zur Erhaltung der Existenz waren maßgebend, daß die letzt« Generalversamm- lung des Unterftützungsvereins deutscher Tabakj« arbeiter den Beschluß herbeigeführt hat, für die Tabakindustri««ine Schutzmarke einiu- führen. Auf das Solidaritätsgefühl aller Genoffen»nd Mit- arbeiter uns stützend, erhoffen wir einen günstigen Erfolg für unsere Branche. Wir ersuchen daher alle Genossen und Mit arbeiter, uns in unserem Bestreben zur Verbesserung unserer äußerst schlechten Lage unterstützen zu wollen und nur solche mit unserer Schutzmarke versehene Waare zu entnehmen. Bedingung«» für die Verabfolgung der Schutzmark«. l. Fabrikanten und Gesellschaften, welche die Schutzmarke führen wollen, dürfen nur Tabakarbeiter und Arbeiterinnen be schäftigen, welche der betreffenden Organisation angehören. Die Fabrikanten haben ihre sämmtlichen Fabrikate mit der Schutz- marke zu versehen und dürfen andere von ihnen nicht verfertigte Maaren nicht in den Handel bringen. 2. Die Fabrikanten müssen die nach Ort und Verhältnissen von dem Verein iestgesetzten Arbeitslöhne zahlen und ist für weitere Festsetzung der Löhne, beziehentlich des Ortszuschlags, von Seiten des Vorstandes«ine Lohntabelle für ganz Deutschland aufzustellen, gleichviel welch« Art der Beschäftigung in Frage kommt, doch muß der Lohn für Ztga«enarb«tter wenigsten? 3 M. inkl. Wickel betragen. ö. Die Fabrikräilme müssen d« bundeSräthlichen Bestimmung mindestens entsprechen. 4. Hausarbeit darf nicht ausgegeben werden. An Tabak- arbeil«, die deS AbendS nach Feierabend für sich fabriziren, werden keine Schutzmarken verabreicht. 6. Klein« Fabrikanten, welche leine Arbeit« beschäftigen, erhalten nur für die von ihnen selbst angeferliaien Wanten, und zwar in Höhe bis zu 3000 pro Woche, die Schutzmarke, wenn dieselben Mitglied dn Organisation sind, und habe» dieselben die vom Vorstände zum Zweck« der Kontrolle ausgestellten Schemas gewissenhaft(über die von ihnen fertig gestellten Waaren Aus- lunst gebend) auszufüllen. 6. Händler, welch« Waaren mit der Schutzmarke führen, dürfen neben diesen keine andere Waare in den Verkauf bringen. 7. Die Schutzmarke wird den Fabrikanten zum Preise von I Pf. pro Stück verabfolgt und haben die Fabrikanten vi« Schutz- marke mit ihrem Stempel zu versehen. Verlust der Schutzmarke. Der Verlust der Schutzmarke wird v«fügt und«miß Mibedingt eintreten bei denen, die a) zu anderen, als bei ihnen hergestellten, Waaren die Schutz- marke benutzen; b) wer dieselbe an andere Fabrikanten oder Händler abgiebt; c) wer den festgesetzten Bedingungen entgegen handelt oder dieselben zu umgehen sucht; wer überhaupt irgend welchen Miß- brauch damit treibt. Die Entziehung der Schutzmarke kann je nach dem Vergehen auf Dauer oder auf eine bestimmte Zeit verfügt werden. Allgemeine Be st im münzen. Dn Vorstand ist verpflichter, für Einführung der Schutzmarke in allen Arbeiterblättern fortgesetzt Propaganda zu mache».. Demselben wird es ferner zur Pflicht gemacht, in den größeren Jndustriebezirken sofort eine rege Agitation in Angriff zu nehmen. Die Bevollmächtigten stnd verpflichtet, allmonatlich«inen Bericht über die Ausdehnung und den Schutzmarke an den Vorstand„ auf Grund jener Berichte vierteljährlich eine liedersicht im»Gel werkschafter" zu veröffentlichen. Die Einführung der Schutzmarke erfolgt am 1. Oktober d. I. Händlern ist es gestattet, sofern sie noch Waare auf Lager haben, dieselbe bis zum 1. Januar 1893 ohne Schutzmark« zu verkaufen. Der Fabrikant muß, wenn er die Schutzmarke«inführen will, seinen etwaigen Lagerbestand angeben. Die Arbeiter, welch« bei Fabrikanten od« Gesellschaften be- schästigt sind, welche Schutzmarke» beziehen» find angewiese», in und den Umfang der Kontroll- zu liesern; derselbe ist gehalten, die Statistikbücher über Preise, Zahl, Arbeitstage und Arbeits- stunden die nöthigen Angaben zu machen. Die Bandrollen sind auf 14 Tage im Voraus zu liefern und haben diese die Bevoll- mächtigten an den betreffenden Ort zu besorgen. Alle arbeiterfreundllche Blätter werden um ge?. AüahJ des Vorstehenden gebeten. Bremen, im Juni 1892. Der Vor st and des Unter st ützungsv«k»iNtz deutscher Tabakarbeiter. (Wir bemerken zu diesem Reglement für die Ausgab« de» Schutzmarke ausdrücklich, daß es sich dabei nicht ilin einen Akt der sozialdemokratischen Partei, sondern um den Beschluß einer Gewerkschaft handelt, die in der Schutzmarke ein sichereres Mittel als im Streik zc. erblickt, die Arbeitsbedingungen für den Arbeiter befriedigend zu gestalten. Wir sind keine Gegner dies« Idee. Weder hinsichtlich des Nutzens noch betreffs des eventuellen Schadens derselben läßt sich generell aburtheilen, ebenso- wenig wie das beim Streik und anderen Mitteln der Fall sein kann. Wir können uns daher den Gegnern der Schutzmarke nicht anschließen. Bezüglich des Reglements ist unsere persönliche An- ficht, daß der erste Theil des§ 1 in sein« jetzigen Fassung ein Unrecht gegen diejenigen Arbeit« ist, welche aus irgend einem Grunde aus der Organisation ausgeschloffen worden sind oder ihr aus irgend welchem Grunde wirklich nicht angehören können und daß der zweite Theil deS§ 1 zu einer Beschränkung der Konsumenten führen kann, welche die Durchführung des Schutz, marken-Systems von vornherein illusorisch machen. Redaktion des„Vor wärt s".) Zur Beachtung! Die Filiale Mannheim der Zentral« Kranken- und Sterbekaffe der Tischler und anderer gewerb- licher Arbeit« hat, wie die Mannheiiner„Volksstimme" mit- theilt, in ibrer letzten Generalversammlung sich mit der Halle- scheu Generalversammluiig der Gesammtkasse bezüglich des_ aus Vorstand den Antrag zu stellen, dnselde solle über die Frage des Fortbestehens oder der Umwandlung der Kasse in«ine Zu- schlißkasse eine Urabstimmung der Mitglieder ver- anstalten oder im Fall« der Ablehnung dieses Antrages die Frage nochmals einer außerordentlichen Gen«alverfammlung unterbreiten. Die Mannheimer„Volksstimme"«sucht die Partei- blätt«, von dem Antrage der Mannheim« Filiale Kenntniß nehmen zu wollen. Ter Ausstand der spauische« Telegrapheubedieustete» ist beendet. Ter zweite Kongreß der Textilarbeiter Oesterreichs wird zu Weihnachten in Reichenberg i. B. abgehalten, wenn sich die Mehrzahl der östemtchischen Textilarbeiter für diesen Vorschlag ausspricht, d« von einer am 7. Juni in Wien statt- gehabten Konferenz gemacht wurde. Außer Neichenberg wurden als geeignete Orte noch genannt Brünn, Jägerndorf, Asch und Sternberg. Der Streik der Eiseubal,«-Angestellten in V a l l a d o l i d (Spanien), von dem wir vor kurzem berichteten, dauert fort. Die Arbeiter verlangen die Entfernung eines Ingenieurs, der sich durch sein« Maßnahmen besonders verhaßt gemacht hat. Jn Bareelona, sowie in allen umliegenden kleineren Städten streiken die Weber. Die Web« stnd in Spanien die am beste« organistcten Arbeit« und besitzen gut gefüllt« Kassen. Diese Organisation lahm zu legen, liegt augenscheinlich in d« Absicht der Unternehmer. Tie Arbeitsbörse« gewinnen in Frankreich eine immer größere Ausdehnung. In Grenoble, einer bedeutenden Industriestadt, ist auf Antrag der sozialistischen Stadtverordneten beschlossen worden, eine Ardeitsbörse ins Leben zu rufen, während in C a h o r s«ine solche«öffnet wurde. Mit diesen ist die Zahl der Arbeitsbörsen auf 28 gestiegen, von denen mehrere wie z. B. die Paris«, Filialen haben. ©»»tdifs-Beifunii; Die vor dem Schwurgericht hiesigen Landgerichts geführte Verhandlung gegen Frau Globig und Genossen wegen betrüge- rischen Bankerotts zc., welche am Freitag ihren Anfang nahm, kam erst Sonnabend Nachmittag zu Ende. Entsprechend dem Wahrspruche der Geschworenen verurtheilte der Gerichtshof die Angeklagte Globig zu 1 Jahr 3 Monaten Gesängniß, den Ehemann derselben zu 1 Jahr Gesängniß unter An« rechnung von je 8 Monaten Untersuchungshast. Di« drei übrigen Angeklagten wurden fteigesprochen. DaS Gewerbegericht t» Mainz hat ein für alle Arbeit« bedeutsames Urtheil gefällt. Dn Klage lag folgend« Thatbestand zu Grund«. Gegen«inen Druckneibesttzer hatte ein Buchdruck« eine Klag« angestrengt auf Zahlung von 46 M. Lohnentschädi- gung wegen Entlassung ohne Kündigung. Der Beklagte gab die kündigungslose Entlassung zu, bestritt jedoch, zu einer Eni- schädigung verpflichtet zu sein. Er beschäftige nämlich in seinem Geschäft vrinzipiell keine Gehilfen, welche dem Unter- stützungsverein Deutscher Buchdrucker angehören. Er habe dies auch dem Kläger beim Engagement mitgetheilt, worauf der- selbe«klärt hätte, er sei nicht Mitglied des Verein?, nur in dieser Voraussetzung habe er ihn engagirt. Bei Einführung ein« neuen Arbeitsordnung jedoch, in welch« obig« Vorbehalt Aufnahm« gefunden und in welch« die eventuell« Müglted- chaft mit sofortiger Entlassung bedroht sei, habe der Kläger ein« Unterschrift verweigert, indem er eingestand, dem Interstützungsverein als Mitglied anzugehören; hterauf sei seine soforttge Entlassung erfolgt. Der Kläger gab unumwunden zu, Mitglied des Verbandes zu sein und auch, daß er bei Eintritt in das Geschäft bereits Mitglied war. gab auch zu, daß er von der Gepflogenheit des Geschäfts, Verbandsmitglieder nicht zu be- schäftigen, unterrichtet worden sei und auf Befragen seine Mitgliedschaft verleugnet habe, er bestritt aber ganz entschieden, daß ihm für solchen Fall die sofortige Eni- lassung angedroht worden sei. Seine Entlassung ohne Kündigung dürfe deshalb nicht«folgen, weil durch sein Verhallen nach de» Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung kein Grund zur sofortigen Entlassung vorliege. Das Gericht, welches die Urtheilsverkündi-� ung auf acht Tage aussetzte, hat entschieden, daß der beklagte Suchdriickereibcsitzer dem klagenden Schriftsetzer die geforderte Eutschädigung zu zahlen habe. Das Urtheil stützt sich ans fol- gende Gründe: Die Ableugnung des Klägers, daß er Mitglied des Unterstützungsvereins set, könne an sich einen Grund zu so- sortiger Entlassung nicht bilden, weil die in Abrede ge- stellte Thatsache als rein äußerlich« Natur auf das Arbeitsverhältnis! einen Einfluß nickt ausüben konnte(in der That hatte dasselbe 3V» Monate ohne Störung bestanden); auch die Thätigkeit und Leistung deS Klägers konnte durch feine Mitgliedschaft ebensowenig beeinflußt werden, wie die Ansprüche des Beklagten an die Leistungen des Klägers. Selbst dann, wenn die unwahre Angabe des Klägers ein Grund u sofortiger Entlassung hätte bilden können, so mußte dies im lZoraus vereinbart werden und die Einstellung in die Arbeit nur unter dem ausdrücklichen Vorbehalt«folgen, daß die sofortige Entlassung eintreten werde, sobald sich seine Eigenschaft als Ver- einsmitglied herausstelle. Da eine derartige Vereinbarung weder behauptet noch zu beweisen sei, so habe die kündigungslose Eni- lassung des Klägers als»u Unrecht«rsolgt angesehen w«rd«« s«. Für den Inhalt der Inserate über- nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüberkeinerleiVerantwortung. Theater. 'aflno. Sonntag, den 26. Juni. Deutsches Theater. Das Urbild der Tartüffe. Montag: Faust. Kerliner Theater. Narciß. Montag: Dieselbe Borstellung. Frirdrich-lUilhelmitiidt. Theater. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. vsteud-Theater. Der Glöckner von Nvtre-Dame. Hierauf: Die Kell- nerinnen von Berlin. Zum Schluß: Die juten Flinten. Thomas- Theater. Mcnnzelle Nitouche. Montag: Dieselbe Borstellu, Kelleallianer-Tlieater. Der Ball. Hohe Gäste. KroU's Theater. Der Postillon von Lonjuniean. Montag: Die Zauberflöte. Adolph v-rnlt-Theater. Die Weit- schwiminerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kanfmann's Uaristö. Spezialitäten- Vorstellung._ Berl. Sommer-Theater (Bock• Brauerei, Tezupelbofor Berg) Sountag, den 26. Juni: 1. Theil; Specialitäten 1. Ranges. Gesohw. Neumann, Trio.(Neu,) 2. Theil: Zwölf Mädchen in Uniform. Yaudeville- Burleske in 1 Akt von L. Angely. 3. Theil: Hermann und Dorothea. Posse mit Gesang in I Akt von Woihranch. 4. Theil: Gr. Specialitäten-Torstel- lano. Zum Schluss: Der Zauberbrnnnen der Najaden, grosses Ballet- divertissement, ausgeführt von dem aus 20 Damen bestehenden Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts BVs Uhr, der Vorstellung Ö'/g Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Morgen: Grosse Vorstellung. Fassage- Panopticum. Neu I Blaue Grotte mit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu I Eine Kriminal- geschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikums keöftet voll 9 Uhr Morgevs bis 19 Uhr Abends. Mooblttr isestilslhastshalls, Alt-Moabit 80/81. »äglich: Gr. Koiljkrt, Theoter Anfang 4 Uhr.' Entree 30 Pfg. 22391. Uellmutd?etsr8. Viktoria-Brauerei. Lühow-Straße 111/112. Im Konzertgarten: K e u t e sowie täglich (Sonnabends ausgeschl.): 8tettmer Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 7 Uhr- Entree öO Psg- Vorverkauf-Billets heute keine Giltigkeit. Aktien- Brauerei Friedrichs- hain am Königsthor. oente, Sonntag: krasses Insirumeulal- Fanzert �V. Bäiime. Ansang 4'/, Uhr.[26181. Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Jeden Freitag: Gr.Militär-Frel-Konzert. BereinSzimmer(SO Perf.) Simeon- straße 23. 2604L Td. Xeller's Uoijsger, UssenksiUe, Krrgmau»-Ktrahru- Eche. Heute, Sonntag, den 26. Juni 1892: � Großes Garten-Konzert. Im großen Saale: Marionrtteir-Theater. Uolksbelultignnge».«Sil» Anfang 4 Nhr. Eutree 15 Pf., vorher 10 Pf. HrSKIiel,. Mittwoch, 29. Juni: 3. grohrs Kinderfest mit Cratis-Uerloofnng. LergLeliloss-Lrauerei UaselldaiSe. Wöll. Jeden Sonntag: Von 4 Uhr Nachm. ad: Konzert, Spezialitäten, Ball. IW Das Liebesabenteuer im Carte», große Pantomime.'MB Kaffceküche, Puppentheater, 3 Rutschbahnen, Volkc-belustigungen. M cliampetre. Grosses Feuerwerk. Cntree 25 Pf., Killet» im Lkorverhanf 20 Pf. Mittwoch: Kinderfest. Hauptgewinn: Lebende» Schaf. Donnerstag: Zum 1. Male: Uachtfest in Japan mit Fenerwerlr. Kliem's Volksgarten, Haseuhaide No. 14. Sonnabend, den 9. Juli 1892: Zur Feier bes t Ttistlillgs-Feftes beö Zeil iral- Verbandes tZeutsvke� IVisu�en, �'�1'..'!" Großes Kommer-Fest verbunden mit Oonoert, Theater, Ball u. f. w. Unter Mitwirkung der Gesangvereine Cemiithlichkeit u. Frühiingslnst (Mitglieder des Arbeiler-Sängerbundcs). 382/8 Prolog, gcsprod)en vom Kollegen H. Schigoloky. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche geöffnet von 3 Uhr. Einlaßkarten mit Programm sind bei den Komitee-Mitgliedern und den mit Plakaten versehenen Lokalen zu haben. Bas Komitee. yyNeue Weit", Hasenhaide. Sonnabend, den 2. Juli 1892: Großes Kommer- Fest der Vereinigung der Drechsler Deutschlands (Ortsverwaltung Berlin). Grosses Konzert und Ball. Knftretrn fämmtlicher Spezialitäten de« Etablissements. Drei Kindertheater- Vorstellungen. Monstre-Fenerwerk bei einbrechender Dunkelheit. Den geehrten Damen ist die Kaffee- Küche von 3V, Uhr an geöffnet. Killet« im Norverbauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Kollegen und Genossen sind hiermit freundlichst eingeladen. 138/20 Bas Komitee. Billets sind zu haben in den Zahlstellen der„Vereinigung der Drechsler" und der„Hilsskasse der Drechsler"; bei G. Scholz, Admiralstr. 40 (Zig-Gesch.); W. Schweizer, Cily-Passage(Zig.-Gesch.): k. Bernäl, Neue Sd,önhauserstr. 18(Ztg.- Gesch.); Fahrenwaldt, Koltbuser Dam..: 14(Zig.- Gesch.); Schonheim, Grüfestr. 9(Zig.-Gesch.); W. Gampe, Landsbergerstr. 57 (Rest.); 0. Klein, Schönleinstr. 6(Rest.); Grabe, Mariendorferstr. 10(Rest.); A. Kehr, Köpnickerslr. 126(Hut- Geschäft); bei den Kollegen v. Bischer, Schlesischestr. 5. H. III.; Trolle, Grüner Weg 19 v. I.; Klotsch, Koppenstraße 73, Quergeb. III.; bei den Komitee- Mitgliedern Banmberg, Gräfe* straße 10, III.; Germey, Gneisenaustr. 63, Quergeb. IV., und in den mit Plakaten belegten Geschästen. Aktien-Brauerei Friedrichshain. Bor dem Königsthor,(trüder I-ips). Bor dem Königsthor. Montag, den 27. Juni 1892: I. Stistmigsftst der 457/3 Freien Uereinig. d. ZivU-Kernfsmnstker Berlins und Umgegend. Grosses Doppel-BConzert ausgeführt von 2 Musik-Korps der Freien Vereinigung unter Leitung der Dirigenten®. Hchonert und ffi. Graß und unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine(Mitglieder des Arbeiler-Sängerbundes) unter Leitung ihres Dirigenten. Schnl?. Korreferent Regierungsbaumeister Keßler. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Arbeiter in der Stockbranche ist Ehrensache. 478/6 Die Dertrauensleute. Sozialdemokratischer Wahlverew für den 4. Kerl. Neichstags-Wahlkreis. Bienstag, dm 28 Juni, Abends 3 i Uhr, im Lokale des Herrn Hreuer, Croke Frankfurterstraße 74: yersammBung. Tages-Ordnung: Vortrag, Diskussion, Verschiedenes. 337/19 Uer Verstand. Achtung! Achtung! 4. Berl. Reichstags-Wahlkreis. Sountag, den 26. Jnni 1892: Großes sozioldemokr. Sommerfest im Konzertpark Kiktoria, Kaillftrter Allee 72, unter Mitwirkung der G e s a n gv er e i n e Wännerchor St. Llrba» und Koffnnng I(Friedrichsberg). 391/5 Kflnzeri, Spezialilaten-Borstekililg. 3©aff: n Voll. terren, welche am Ball theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. te Kaffceküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Grosse Fackelpolonaise. Sillets ä 20 Pf. sind zu haben bei B. Wengeis, Koppenstrafte 41» H. Bannigarten, Posenerstr. 4, 3 Tr. und in den mit Plakaten belegten Hand- lungen._ Das Komiker.__ Sozialdemokratischer Wafflverein für den 6. Kerl. Keichstags-Wahlkreis. Bienstacj, den 28. Juni, Abends 81, Uhr, in„Schwarz mn tlrr's Salon", Kolbrrgrr Strahr Ur. 23: Mff"-Mg Tages-Ordnung: 1. Diskussion über: Die Stellung der Sozialdemokratie zu Stickiivahlen zwischen gegnerischen Kandidaten. 2. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes. 3. Fragekasten.. 424/6 Da bei der großen Zahl der zur Diskussion vorgemeldeten Redner die Versammlung sich lange ausdehnen dürfte, wird dieselbe präzise 8'/, Mhr eröffnet. Gäste haben Zutritt. Ber Vorstand. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, 2«. Jnni, Nachmittags 2 Ilhr: Krasses sozialdem. Volksfest Itt den Lokalen: 1..Jägerhans, Schönhauser Allee; 2. Knebel, Badstr. 58; 3. Knappe, Müllerstraße; 4. Böttcher, Seeschlößchen in Reinickendorf. Unter Mitwirkung mehrerer bewährter Gefaugvereine(M. d. A.-B.). Festrede. Lebende Bilder. Vorträge. Den Genossen des 6. Wahlkreises zur Mittheilung, daß die Feier auf dem Brocken, Tegeler Chaussee, Umstände halber nickit stattfinden kann, sondern in den oben angeführten Lokalen stattfindet. Bio Billets Kaden, wie dei der Maiteier, au allen vier Lokalrn Giltigkeit, sodass mit einem Billet alle vier Lokale besucht werden können. Die Billets sind bei den Vertrauensleuten und in den mit Plakaten belegten� Handlungen zu haben. ie Kafseekü' 475/6 Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest nicht statt. _ Da» Komitee. Gauvereiu Berliner Bildhauer. Bekanntmachung. Ta mit der 27. Beitragswoche der Unterstützungsverein und seine Krankenkasse aufhört zu existiren, so werden die Kollegen darauf aufmerksam gemacht, daß ihnen in dein neugegründeten Zrntratverein der Sitdhaner Deutschland» nur dann die im Unterstützungsverein bez. Krankenkasse ge- leisteten Beiträge angerechnet werden, wenn sie dieselben bis zur 27. Woche (2. Juli) bezahlt haben und innerhalb 8 Tagen nach Sdffuß dem neuen Verein beitreten. Dienstag, den 28. Juni, Annenstr. 16: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 460/5 Auflösung de» Dereiuv. Ber Verstand. Das diesjährige Sommerfest mit bekanntem reichhaltig. Programm: Gr. AllPhrilllg: Fest der Kleopatra, Konsert, Auftreten sämmtl. Spezialitäten, Gr. Kriltant- Feuerwerk, Sommernacht«- Kall, findet am 9. Juli, Auf. Nachmittags 4 Uhr, in der Neuen Welt. Hasenhaide 103. statt.— Billets ä 40 Pf. sind zu haben tut Vereinslokal, Aunenstraße 16, sowie bei den Kollegen hange, Solmsstr. 21, Hof 4 Tr., und Stötzer, Lausitzerplatz 17. Freunde und Gönner sind hiermit ergebeitst eingeladen.___ Achtung! Konigsbank, Grosse Frankfurter Strasse No. U7 Sonntag, den 10, Inli 1892; II. Stiftungs-Fest des Vereins Deutscher Schnljmacher (Zahlstelle Berlin) bestehend in Vccal» u. Instrumental-Concert ausgeführt von Bernfsmusikern. Unter Mitwirkung des Gesangvereins„Kornblnme", Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes, unter Leitung seines Dirigenten Herrn F. Patfcha». WM" F'esfr'sißss Zill Saale: Großer Kall. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Programme sind zu haben im Berkehrslokal bei Herrn Gründet, Dresdenerstr. 116, und bei den Kollegen Papke, Manteaffelstr. 31, Keller; A. Fleischer, Höchstestr. 11, II.; Lenz, Auguststr. 3a, Hof prt.; Körtet, Forsterstr. 7, Keller, und in allen mit Plakaten belegten Lokalen. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 294/6- Bas Komitee. KL. Bei ungünstiger Witterung findet das Zionzert im Saale statr. Verantwortlicher Redakteur: August Euders in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW', Beuthstrafte 2, Hierzu zwei Beilageu. 1. Beilage zum„Vomärts" Berliner Volksblatt. Zir. 147. Sonutag, de» 26|u»i 1892. 9. Jahrg. Bitte. Alle Parteigenossinnen, welche Einladungen des omerikanischen Fraueukomitees zum � h i c a g o e r Weltaus- fj.�ilungs-Knngreß erhalten haben, werden gebeten, ihre Adresien zum Zweck gemeinsamer Besprechung einer der Uuter- zelchueten mitzulheilen: Ottilie Baader, Weberstraße Nr. 24. Hof I. Ieik«>rg. Wegen«tne» schwere» Sittlichkcitsve, brechen» stand gestern der 26 jährige Restaurateur Fritz E l S n e r vor der ß. Strafkammer des Landgerichts I. Wie aus der Urtheils- Verkündigung hervorging, hatte der Angeklagte das I2jährige Töchterchen eines benachbarten Ehepaares verlockt, mit ihm eine Droschkensahrt zu unternehmen. Das Kind kam in einem Zu- ?tande zurück, daß es den Eltern auffallen mußte. Es gestand chließlich ein, was mit ihm geschehen war, wollte den Thäter aber nicht nennen, da derselbe ihm eingeschärft hatte, es würde streng bestrast werden. Als der Vater des gemißbrauchten Kindes erklärte, daß er dann selbst ins Gefängniß gebracht werden würde, nannte das Kind den Thäter. Dieser bestritt einfach die Angaben des Kindes und blieb auch in der Verhandlung bei seinem Leugnen. Es stellte sich heraus, daß er dem Vater des Kindes 1000 M. gegen eine Bescheinigung geboten hatte, worin seine völlige Unschuld anerkannt wurde. Das gemißbrauchte Kind ist mit einer ansteckenden Krankheit behastet worden. Der Gerichts- Hof hatte keinen Zweifel an der Scduld des Angeklagten, sondern verurtheilte denselben zu drei Jahren Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust. Eine Anklage wegen Betrüge? wurde gestern vor der 125. Abtheilung des Schöffengerichts gegen de» Fuhrmann August Günther verhandelt. Der Angeklagte hatte im ver- floffenen Winter verschiedene Aufträge übernommen, die bei ver städtischen Gasanstalt gekauften Mengen Koaks nach der Wohnung der Käufer zu fahren. Er sah dabei, daß bei der Gasanstalt reichlich gemeffen wurde. Er nahm nicht nur den zUederschuß für sich von der Ladung ab, sondern noch etwas mehr, flo daß seine Auftraggeber Mindermaß erhielten. Sie gingen von der Annahme aus, daß sie durch Angestellte der Gasanstalt ge- schädigt worden seien, bis die unreelle Handlungsweise des An- -.geklagten an's Tageslicht kam. Während der Staatsanwalt gegen 'denselben 10 Tage Gefängniß beantragte, erkannte der Gerichts- ihof bei der Gemeingefährlichkeit, die in dem Thun des Angeklagten liege, auf 14 Tage Gefängniß. Vevsam mUm ge»t. In einer großen öffentlichen Versammlung aller in ver Seifenindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sprach am 19. Juni Genosse Sieger ist über das Thema:.Die Arbeiter im Kampfe mit dem Kapital", am Schluß seiner Ausführungen die Amvesenden auffordernd, sich einer Organisation anzuschließen. Nachdem Kolleg- Schüler einen warmen Appell an die Versainmelten gerichtet hatte, der bestehenden freien Vereinigung der Seifensieder und Berufsgenossen beizutreten, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Slrbeiterbewegung geschlossen. Nach der Versammlung fand ein gemüthliches Beisaininensein nebst Tanz statt, welches die Theilnehmer in harmonischer Ein- tracht die ernste Seit« deS Lebens auf einige Stunden vergeffen machte. Ii« der Stuckatenr-Aersammluttg am 20. Juni wurde «ine nenngliedrige Konnnission zur Ausarbeitung resp. Um- arbeituna eines LohntariseS eingesetzt. Der Vertrauensinann Kleinert widerrief dann seine im.Bau Handwerker" veröffentlichte Bekannt- machung, wonach die Kollegen Klemm und Punkowski aus Breslau angeblich bei der gesperrten Firma Dammrich u. Komp. arbeiten sollten. Am 27. Juni findet bei Deigmüller, Alt» Jakob- praße 48 a, eine öffentliche Versammlung statt. In der Sitzung der Freien Bereiiiignng der Graveure «ud Ziseleure am 20. Juni wurde beschlossen, die vom Vor- stand wegen der Maifest-Zeichen ausgearbeitete Beschwerde an den Parteivorstand abzusenden. Der Punkt Vorderathung der gestellten Anträge zur Generalversammlung" führte zu einer leb- haften Diskussion. BilletS zur Kunstausstellung sind zum Preise von 25 Pf. beim Kollegen Uhrbach, Grünauerstr. I, zu haben. Im Berel« der gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins »nd Umgegend hielt«enoss, Ad. Thal letzthin einen Vortrag, wofür ihm reicher Beifall zu Theil wurde. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Otto Schulze, W. Arndt, P, N e u m a n n. In nächster Zeit wird eine Versammlung statt- finden, in welcher die Agitationskommisfion Bericht erstattet. In Schöneberg hörte am 19. Juni eine Vereins- versaintnlnng der bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Schöneberg und Umgegend einen Vortrag des Genossen Dr. Wolfs über.Die Geschichte der Ehe und die Stellung der Frau in der Vergangenheit" mit Beifall an und beschloß im Weiteren, daß beim Tode jedes Kollegen ein Kranz zu spenden ist und bei der Beerdigung mindestens ein Vorstandsmitglied anwesend sein soll, das den Kranz zu tragen hat. Dann tadelte Klinge, daß verschiedene Kollegen nicht 9 Stunden, sondern sogar 13—14 Stunden täglich arbeilen, wodurch einerseits die Löhne herabgedrückt werden und anderseits die ohnehin große Reserve-Armee der hungernden und darbenden Arbeitslosen noch mehr anschwillt. Die Versammlung schloß mit einem Hoch ans das Gedeihen des Vereins und einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Kosialdimokratlschrr gtft- n»d Di»k»tirl>lul>..Kpinom". Sonntag, Nachmittags« Uhr,«erilnS-B-rsammlung bei Herrn Tripte, Reichenderger- straßo«7. «harlattendurg. Montag, den-7. Junt,«bentS Uhr, in der Sambrinus-Braueret, Wailstr.* Versammlung. Vortrag de««e- nassen Dr. Zadel. ti-»d»>»an»schaft der Kchledwig-Kdistelner>» Kerlin. Sonntag, den 26, Juni, Margens e Uhr: Sihuna in Happoldt't Brauerei, Hasenbaide. AUgeinein» Kranken- und Sterbekass» der tztletallarbeiter. IS. H. Nr. 29, Hamburg.) Filiale«harlottenburg. Montag, den 27. Juni, Abend« » Uhr, bei Müller, viostnenstr. t. Mitglieder-Versammlung. Wahl der Ort«- verwallung. «beat-r.«nd Pergniignugsuerein„ZrMng Z", Sonntag, 2«. Junt, Abends>i Uhr, tn Lehman»'» Nesmurant, Al-randrinenstr.»o: Sihuna. Arbeitrr-Kitdungaschnte. Tonnlag VounUtag 10— 12 Ulli: Arminballen, Konnnandantenftr. 20: Unterricht tn der Nationalökonomie.— Montag Abend«— lojj Uhr! Süd-Schule, Hagelsbergerslr.«3: Unterricht in Deutsch(obere«): Eüd-Ostschule, Netchendergerslr. 133: Unterricht in Rechnen; O sl- S ch u l e, Martusstr. 31: Unterricht in Buchsührung! Nord- Schul«, Müllerslraße>79a l Unterricht tn Buchsührung. In allen Lehr- fächern, mit Ausnahme Maihemattt und Buchführung, lönnen noch Schüler und Schulerinnen, auch seht im Lause de« Semesters, eintreten. HoiiatdemoKratilch» Zese-«nd piakutirklub». Konntag«. Mar ttauser, Nachmittag»» Uhr. Tchneetovpe, Nosttzstr. 29. Arbeiter-Sängerbund Kertin« und ßlnigegend. Konntag von 2—4 Uhr: Uebung«stunde. Ausnahme neuer Mitglieder.—»eiangverein der Li ia« arbetler zu Stralau.Vorwärts 7" Rummeltburg, bei Borg- mann. Arbeiter-Kängerbnnd Kerlin« und Zlmgegend. Montag, Abend« 9 Uhr l Ucbungsstunde. Ausnahme neuer Mitglieder.— Norddeutsche S ch l c i I e, Naununstr.«« bei Zubeil.— Liederluft, Fichtestr. 29 bei Krösche. — Ltedertasel der Maler und verw. Berufsge». Annenftraße l« bei Shrenberg.— Moabtter Ltedertasel,«rmintuthallen.— Harmonie 2 Landsbergerstrabe Nr.»1 bei Musehold.— Donblüthe, Wvrliherstr. 68 bei Doltsdorf.— B l ü t h e, Prenjlauer-Allee 2« bei Riedel. — Säugerchor der Shtrurgtschen Branche, Alte Schönhauser- strabe Nr.«» bei Reimann.— Morgenroth 2, Shartottendurg, Bitmarckhöhe, Wtlmersdorferstr.»0.— Sängergrub, Frtedrtchshagen bei Blaut.— Froh' Hoffnung der Zimmerer Berlin West.— Sletchhett, Pappel-Allee 3— 1 det Kruse.— L vra 2, Sharlolteu- bürg,«Harlottenburger-Ufer»b bei Benztn.— Sängerhatn, Retchen- bergerstr. 21 bei Pätzhold.— Lotosblume,«leine Kurstraße 10 bei Kanzow.— L i c d e« sre th eit II, Etraußberg, im Restaurant Krüger.— Fr 0 h e H 0 fsn u n g(der Zimmerer Berlin West), Kulmstraße 3» bei Raumann.— Mnrthenblätter, Belforterftroße l», bei Schneider.— Felsen b nr g. Koppenstr.«3c.— Brüderschaft(Hausdiener), Fischer- siraße«>.— S ü d> O sl 2, fiuuvqftr. 4«, bei Seidler.— Sangetdlüthen, Koppenftr. 86, bei Keller. Knud der geselligen Arbeitervereine Kerlin» nnd zlmgegen». (Alle Zuschriften, den Bund der gesellige» Arbeitervereine belrestend, sind zu richten an Mar fflcntz, Berlin VI. Belsorlerftr. 26, 1 Dr) Hönning; Dheaterveretn Borussia bei Olkert, Zeughofstraße«.— Seselliger verein Neue Welt bei Strohschänt, Rylestr. 4».— Theater- und Vergnügung«- verein Elmenhorst bei«rüger, DreSdenerstr. 105(vor dem I. und 1«. jeden Monat»).— Durnveretn.Ficht e", Lichtenberg, Schäljel'» Seefchlößchen(.Zum hungrigen Wolf"). Nachmittag« von«—« Uhr: Boltsrhümltche« Turnen.— Theaterverein.Barzanlrta" det Hartmann, Danziger» und Hagenauer- straßen-Scke. Tambourverein Ruf bei Sperling, Jnselstr. l(Sitzung nach dem l. und Ii). Turnverein Fichte, von 4—6 Uhr tn Schottel'» Seeschiößchen (Hungriger Wolf), tn Ächtenderg. Ranchllub Blaue Quaste, Mücke, Wöhlerstr.». Knnd der yrs-Uigcn Arbeiterverein» Kerlin« nnd tzlmgegend. Montag: Thcalervere.n Proletariat bei Köhn, Naununstr.»3.— Theaterverein LoutsenstädttscherHumor, Manteufselstr.« bei Schröder. — Nanchklub Blaue Quaste. Wöhlerlstr. 2 bei Mücke.— Prtrat-Theater- gesellschast Lustspiel, Sisenbahnstr. 20 bei Etegmund.— BerguugungS- verein Alpenveilchen, Straußderaergerstr. 3 bei Birk«. Gesang-, Anru- und geseUio» Pereine. Sonntag. Prival-Theater- gescllschaft Walhalla, jeden Sonntag Nachmittag« Uhr Restaurant Lautenbach, Cuvrystraße 77.— Privat-Theatergclellschaft Prectosa jeden Sonntag 4 Uhr bei Foge,»öpenickerstr. i»i.— Thealer- und Vergnügung»- verein Harleltn, heul« Nachmlltag» Uhr bei Bade, Zeughofstraße 8.— Theaterverein Eoncordia Zeughofstraße 8 bei Koch. BergnügungZverein Nord, Nachmlltag«« Uhr Fennstr.« bei Krüger.— Bergniigungsveretn Sermania, alle l« Tag« Verfammtung Anten- strafte 160. Tambour- und Vergnügung« vereinur Besp'.echuna voii Angeleaenbeiie» allgemeinen Jnleresfe»»nr Verfügung; sie wahrt sich aber gietchiettig dagegen, mit dem Inhalt desselben tdenitstiirt ,n werden. Achtung, Arbeiter von Rixdorf und Umgegend! Unterzeichnete Koinmisston ersucht die Genossen, ihren Bedarf nur ans den betreffenden Zigarrengeschäften zu entnehmen, welche den Tabakarbeitern den gerechten Lohn zahlen. Es sind dies folgenve: Gras, Herrmannstr. 6. Hermann, Richardplatz 10. Kails. Bergstr. 2l. Müller. Knescbeckftr. 9. Prillwitz, Berg- siraße 140. Schneider, Berlinerstr. 70. Schuster, Berlinerstr. 49. Walter, Steininetzstr. 33. Die Kommission bittet die Genoffen von Rixdorf und Um- gegend, diesen Ausruf überall bekannt zn geben. Alle Anfrage» event. Berichtigungen sind zn adressiren an Karl Frese, Ziethen- straße 62; Otto Aldurg, Göthestr. 1; August Gräsel, Treptower- siraße 5. Kommission für öffentliche Angelegenheiten der Tabakarbeiter Rixdorf».'_ Merarisches. Sozialpolitisches Centralblatt(herausgegeben von Dr. e i n r i ch Braun. Verlag von I. G n t t e n t a g in Berlin). ie soeben erschienene Nuinmer 26 enthält u. A.: Das Kor- porationSrecht und die Gewerkvereine in Deutschland. Von Dr. Arthur Cohen.— Die smiialpolitischen Aufgaben der deutschen Gemeindeverwaltungen. Von Dr. Max Quarck.— Die Gruben- katastrophe in Przidram. Bon Dr. Leo Verkauf.— Konimission für Arbeilsstatislik.— Amtliche Erbebungen über Arbsiislosigkeit. — Der Achtstundentag in Australien.— Zum Koalttionsrechtder Arbeiter in Deutschland.— Sonntagsruh« für da» Handels- gewerb« in Berlin.— Arbeiterschutz-Vorschriften für Fell- zurichtereien.— Ausdehnung der Krankenversicherung durch OrtS- statnt.— Rechnungsergebnisse der staatlichen Unfallversicherung in Niederöslerreich.— Zur Frage der Arbeiterversicherung in England.— Wohnungssiatistik in Worms.— Wohnungszustände in Frankfurt a. M.— Literatur.— Eingesendete Schriften. Bei der Redaktion eingegangene Schriften: Karl Bleibtrcu. Von Dr. Karl Biesenthal. Verlag von Wilhelm Friedrich, Leipzig. Anleitung z»r Verminderung der Arzneikosten bei de« Krankheiten. Von Dr. med. F. Landmann in Barmen(im Selbstverlag). Vermiftszkesi Arbeiterriffko. Im neuen Schacht der Mengeder Bergwerksgesellschaft ertranken zwei Schachthauer. Bei der Fronleichnams-Prozessiou in Elsoff(Lahn- gebiet) sprang beim Schießen ein Böller, ein sogenannter Katzenkopf. Während das größere Stück einen Schornstein ein- schlug, trafen drei kleinere Stücke einen 16jährigen Burschen und zerschmetterten ihm den Kopf bis zur Unkenntlichkeit. Der Thurmhelm der neuen katholischen Kirche in S 0- l i n g e n ist vom Sturm umgeworfen worden. Verletzt wurde Niemand. Der starke Sturm am Freitag hat in den Haffs zahl- reiche Schiffsunfälle verursacht. Im Kurischen Hoff kenterte ein Fischerboot; die Fischer sind ertrunken. Im Frischen Haff wurde ein Fischerboot von den Wellen über einen Damm geschleudert, wo es zerschellte. Die Obsternte Königsbergs ist fast vollständig vernichtet. Eine Falschtniinzerbande, welche namentlich falsche Silber- gülden angefertigt und verausgabt halte, wurde in Chemnitz verhaftet. Zum Tode durch de» Strang verurtheilte das Ins- b r u ck e r Schwurgericht den aus Woringen in Bayern gebürtigen 28 Jahre alten Müllergehilfen Georg Schalk, welcher in der Nacht zum 24. Mai den Bäcker König in Bicheldach bei Reutte auf dem Heimwege vom Wirthshause meuchlings erstochen hatte, weil der Letztere ihm seine Tochter, eine Lehramts- Kandidatin, nicht zur Frau geben wollte. Anton Ronacher, der Direktor des bekannten Wiener Ver- gnügungsetablissements, ist am Freitag im Atter von 52 Jahren in Wien verstorben. AuS den Ferienkolonien. Eine Reihe von Soldaten« M i ß h a n d l u n g e n kamen am Tonner�ag vor dem Militär- Bezirksgericht in München zur Verhandlung. Angeklagt waren die Unteroffiziere Kunder und Benedens und der Sergeant tiedler vom Eisenbahn-Bataillon. Dieselben ließen wiederholt bendi von 6— 9 Uhr eine Anzahl der ihnen unterstellten Rekruten wegen geringfügiger Vergeben oder Fehler im Dienst 20 bis 200 Mal Kiliebeug« mit Gewehrstrecken, zumeist auf einem Stuhle stehend, machen. Auch Schläge und Stöße erhielten die Soldaten. Trotzdem der Soldat Grauer nach längerem Praktiziren der Kniebeuge erklärte, er könue nicht mehr, wurde ihm von seinem Unteroffizier besohlen, sie weiter zu üben. Grauer hat infolge dieser BeHand- lung eine Nervenzeirung und Lähmung deS Zwerchfells davon- getragen, ist nun vollständig arbeitsunfähig uno deshalb mit einer inonatlichen Pension von— 32 M., vorläufig auf zwei Jahre entlassen. Der Sergeant Fiedler schickte einmal den Grauer, nachdem sich wahrscheinlich sein Leiden schon entwickelt hatte, dreimal nacheinander vom dritten Stock in die Kantine hinab und als Grauer heftig athmend— es war bereits unregelmäßige Respirationslhätigkeit eingetreten— zurückkehrte, befahl er ihm, anders zu athmen. Als Grauer erwiderte, er könne nicht ander? athmen, gab ihm Fiedler Schläge über den Rücken mit dem Aus« klopser«nd einen Stoß unter das Kinn, daß Blut aus dem Munde drang. Einem Soldaten, der das Bett einmal benetzte» sagte Fiedler, wenn er es' nochmals thue, werbe er aufgehenkt. Als der Solbat die Frage Fiedler's, ob er wisse, wie das thue, verneinte, befestigte Fiedler eine Schnur am Lampenhaken, ließ den Soldaten auf einen Stuhl steigen, machte eine Schlinge in die Schnur, legte die Schlinge um den Hals des Soldaten und befahl diesem Kniebeuge zu machen, so daß sich die Schnur jedes Mal zusammenzog. Zuletzt befahl er dem Soldaten, mit ver Schlinge um den Hals vom Stuhl herabzuspringen, was dieser jedoch in seiner Angst zu thun sich weigerte. Die Zeugen, sämmtlich aktive Soldaten, sagten sehr vorsichtig und ängstlich aus. Einer der angeklagten Unleroffiziere meinte, mit ihm sei es als Soldat auch so gemacht worden; im Uebrigen wollten sie die Sache nur als„Hebungen" angesehen haben. Die Geschichte mit dem Hänge- versuch bezeichnete Fiedler nur als Scherz und das Gericht faßte die Sache auch so auf. Merkwürdiger Weise war aber der Soldat, mit dem der Hängeversuch gemacht wurde, nicht persön- lich als Zeuge geladen, sondern es wurde nur sein« proto- kollarische Aussage verlesen. Auch der unglückliche Grauer war nicht anwesend. Er soll vor acht Tagen in seine HeumUh entlassen worden sein. Das Urtheil lautete im Sinne der Verweijung gegen BenedenS auf 3 Monate, gegen Fiedler auf I Monat 24 Tage Gekängniß, gegen Kunder auf 8 Tage Arrest. In Be- treff der Hänge-Uebung erfolgte Freisprechung.' Bezüglich der Kniebeuge und des Gewehrslreckens erwies es sich als günstig für die Angeklagten, daß es ordnunge mäßigt Hebungen waren!!! Auö dem Zarenreich. Wie den„Times" aus Petersburg gemeldet wird, befürchtet man den Ausbruch einer Hunger-noly in sieden der Gouvernements, welch« vorige» Jahr schon von der Mißernte heinigesucht worden waren. Eisenbahnuuglllck. Bon Philadelphia au? fuhr am Freitag Abend O1� Hhr ein Eisenbahnzug in zwei Adtheilungen nach dem Westen. Der erst« Theil kam um 1 Uhr in Harrisburg an; der zweite Theil, welcher unmittelbar folgte, fuhr auf den Vorzug auf und zertrümmerte zwei Wagen desselben, wodurch mehrere Personen getödtet und etwa 40 verwundet sein sollen- Man schreibt die Schuld au der Katastrophe dem Jrrlhum ei»e» Weichenstellers zu. Schensälige Behandluitg eines Dienstboten. S" Nievern halte, wie dem„Rhein. Kourier" geschrieven wird, ein Mädchen gekündigt und war im Begriffe, seine Sachen zu packen, als sein seitheriger Herr ihm vorwarf, es habe ihn de-' stöhle». Als sich das Mädchen gegen diesen Vorwurf vertheidigts'! und auf einer Durchsuchung seiner Habseligkeiten bestand, nu)� handelte es der„Herr" in entsetzenerregender Weise, warf e» zu Boden, kniete auf daS Mädchen nieder, schlug ihm die f ein und fügte ihm noch weitere schwere Verletzungen zu. Auf da? Hilfegeschrei eilten die Nachbarsleut« aus das betreffend« Haus zu, fanden aber die HauSthür«— bei einem Geschäftshaus« sehr auffällig— verschlosien. Als ihnen endlich geöffnet wurde, sagte der„Hausherr", das Mädchen sei gefallen, und habe stai dadurch verletzt. Das 16 Jahre alte Mädchen schwebt in Leven»" gefahr. Die gerichtliche Hnlersuchung ist im Gang,. VtiiefTmlteu dev Dodttütton. Fr. Gl. Wegen des Gottesdienstes kann Ihnen der Polizei- lteulenant dl« Abhaltung des Konzertes in den Abendstunden von 6— 7 Hhr Nicht untersagt haben. Da es sich nm ein Konzert, das heute(Sonntag) stattfinden soll, handelt, so hätten S>« 1°' fort sich persönlich an die höher« Behörde wend«« s»üea. Püta' vraphen. die nicht existiren, können wir Ihnen nicht nennen. Wenden Sie sich sofort an das Polizeipräsidium, und eventuell nehmen Sie Rücksprache mit den Verlrauensmännern Ihres Kreises. Bei solchen Dingen darf man die Beine nicht schonen. Gustav Hanau. Da Ihr Schreiben des Stempels der Organisation crmangelt und wir Sie nicht kennen, so kann von Ihrer Mitthcilung bis auf Weiteres nicht Notiz genommen werden. Groh-Lichterfclde. Auf Derartiges könne» wir uns nicht einlassen. Berlin Ik. Allerdings werden Sie bestraft, wenn Sie gegen Jemanden eine beleidigende Beschuldigung, wie die eines Dieb- stahl», aussprechen, ohne sie beweisen zu können. 9). 1. Der überlebende Ehegatte erbt auch in diesem Falle nur die Hälfte des beiderseitigen Vermögens, und nur bei der Bertheilung der anderen Halste unter den Kindern kommen die denselben gegebenen Ausstattungen:c. in Betracht. P. E. Lesen Sie doch Ihren Miethskontrakt. In demselben haben Sie höchst wahrscheinlich die Haftung für alle durch Ihre Angehörigen verursachten Beschädigungen übernommen. Abonneuti» R. Sie können sofort auf Zahlung des Ihnen zukommenden Arbeitslohnes klagen. P. S. Kommen Sie Nachmittags in der Zeit von 4—7 in die Revallion. A. I. I. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht ist öffentlich, wie bei allen anderen Gerichten. Doch wird dieses Prinzip durch die Bestimmung der Kriminal-Prozeßordnung stark geschädigt, wonach das Gericht für die Verhandlung oder einen Theil derselben die Oeffeutlichkeit ausschließen kann, wenn sie eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder der Sittlichkeit besorgen läßt. Da nun der Begriff der Gefährdung der öffentlichen Ordnung sehr vieldeutig ist, so geschieht es bei Hochverrathsprozessen vielfach, daß die Oeffeutlichkeit ausgeschlossen wird. 2. In der Regel werden die § engen nicht nach ihren Vorstrafen gefragt; doch kann diese rage an sie gestellt werden. Charlotteuburg. Wenn Sie im Termin nicht erscheinen, so wird Ihre Klage abgewiesen und werden Sie zur Tragung der Kosten, einschließlich derer des gegnerischen Anwalts ver- urtheilt. Lohnarrest ist aber deswegen nicht zulässig. L. S., Johannisthal. Die Kündigung vom l. Juli zum 1. Oktober ist zulässig. Wir ralhen Ihnen aber, den Kündigungs- brief schon einige Tage vor dem 1. Juli abzuschicken. D. 67. Wenn nicht ausgemacht, daß Sie die Kleider in die Wohnung des Bestellers zu liefern haben, oder dies bei früheren Bestellungen so gehandhabt worden ist, so brauchen Sie die Kleider nur in ihrer Wohnung anprobiren zu lassen, können aber sofort Zahlung verlangen und brauchen vorher die Mit- nähme der Kleider nicht zu dulden. O. B. 157. Ob ein Unterschied zwischen„zeitlebens und lebenslänglich Zuchthaus' ist? Das Gesetz braucht nur den Aus- druck lebenslängliche Zuchthausstrafe, und diese dauert allerdings zeitlebens. F. B. Ihre Anfrage hinsichtlich der Lebensversicherung ist nicht recht klar. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. L. R. 00. Wenn Sie auf Wochenlohn angestellt sind, kann Ihnen für die Feiertage nichts abgezogen werden. Klagen müssen Sie bei der Gewerbedeputalion. B. 16. Sie können durch Hast bis zu 6 Monaten zur Leistung des Offenbarungseides gezwungen werden. Wenn Sie deshalb verhaftet worden sind, so können Sie sich jederzeit zur Eidesleistung vorführen lassen und müssen nachher sofort ent lassen werden. Eine fernere Verhaftung ist in der Regel un- zulässig. Die Leistung des Offenbarungseides sowie die wegen dessen Nichtleistung erfolgte Verhaftung hat auf das Wahlrecht keinen Einfluß. H. F. 1666. 1. Ein Kind, das Ihrer Frau während der Ehe geboren ist, gilt als Ihr Kind, wenn Sie nicht einen sogen. Jllegitimitätsprozeß gegen das Kind siegreich durchführen. Die Klage muß innerhalb eines Jahres, nachdem der Ehemann von der Geburt Kenntniß erhalten hat, beim Landgericht durch einen Anwalt angestrengt werden. Das Nähere erfahren Sie beim Anwalt. 2. Wenn die Geschästsutensilien sich zur Zeit des Ver- kanfes an Sie schon in den jetzigen Geschäftsräumen befanden, so unterliegen dieselben trotz des Verkaufes dem gesetzlichen Pfandrecht des Wirthes. C. M. 5. 1. Wenn Sie Unannehmlichkeiten vermeiden wollen, so erheben Sie Einrede. 2. Ob ein Vormund dem Mündel die Zinsen vorenthalten kann? Vorenthalten nicht, er muß sie ihm l» Anrechnung bringen. Ob er sie ihm regelmäßig aus- zahlen muß? Nun, es giebt Kinder, die Millionen besitzen, ohne daß man ihnen die Verwendung über die ganzen Zinsen giebt. Solche Fragen sind nicht so allgemein zu beantworten. G. A. 3666. Da müssen Sie Ilagen und selbstverständlich wird der Rechtsanwalt in dieser Sache Borschuß verlangen, zu- mal der Prozeß im günstigsten Falle höchst umständlich sein wird. Jedenfalls wird er mehr kosten als'/u von einem 3000 Mark- Lotteriegewinn. C. W., Sora«. An den von Ihrem Schlafburscheu aus Leihkontrakt entnommenen Sachen steht Ihnen ein Zurück- behaltungsrecht nicht zu. Geben Sie dieselben dem Abzahlung-« geschäfl auf dessen Verlangen heraus. C. P. 166. Die Mutter muß bei dem zuständigen Vor- mundschaftsrichter unter Darlegung der Gründe die Ernennung eines anderen Vormundes beantragen. Das geschieht am besten schriftlich und thut sie auch gut, wenn sie außerdem auch münd- lich mit dem Vormundschaftsrichter Rücksprache nimmt. Bernauerstr. 166. Der Mann muß seiner geschiedenen Frau, da er schuldiger Theil ist, lebenslänglich standesgemäße Alimente zahlen. Auch die bei der Frau besindlichen Kinder können solche Alimente verlangen und eventuell durch einen ihnen vom Vormundschastsgericht zu bestellenden Spezialpfleger ein« klagen. Wegen letzterer Alimente ist sogar Lohnarrest zi- lässig. S. H. Piicklerstr. Lassen Sie es ruhig auf die Klage an- komme». C. B. 34. Der Vater der unehelichen Mutter ist der ge- schliche Vormund des Kindes seiner Tochter. Nur aus ganz wichtigen Gründen, zum Beispiel wenn der Vater zur Führung der Vormundschaft unfähig ist, wird ein anderer Vormund vom Gericht bestellt. K. Restaurateur:„Hat Herr Neindel bei der Enthauptung den Frack ausgezogen oder nicht?' Solche Frage müssen Sie an Redaktionen solcher Blätter richten, die auf die Klatschsucht ihrer Abonnenten spekuliren. W. F. Röhl, Leipzig. Jeden Sonnabend steht in den Vereinsnachrichlen die Aoress« des deutschen sozialdemokratischen LeseNubs. Diese ist Clttfö de la Nouvelle Posta, Ecke der Bue Montmartre, Eingang Eue Etienne Marcel. W. A. I. Tie Schankkonzession wird nur persönlich er- theilt. Aus der zeitlich früheren Einreichung des Gesuchs geht noch kein Vorrecht hervor. Das eine Gesuch kann in acht Tagen schon geivährt werden, während Andere wer»elf rvu lang» darauf zu warten haben.„ C. H. Sie sind in jedem Fall verpflichtet, d,e Muthe pränumerando weiter zu zahlen. Sie können vom Wirthe ver- langen, daß er die Wohnung in Stand setzen lasse. Wenn es nicht anders abgemacht ist, branchen Sie erst am 1. Juli zum 1. Oktober zu kündigen. C. B. Sie müssen den Kontrakt aushalten. F. K. l) Eine Strafe auf Festungshast oder Gefängniß bis zu 2 Jahren verjährt in 5 Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Tage, an welchem das Urtheil rechtskräftig geworden ist. Jede auf Vollstreckung der Strafe gerichtete Handlung der Bollstreckungsbehörde(Steckbrief:c.) unterbricht die Verjährung, d. h. es bedarf einer anderen fünfjährigen Frist zur Verzähruug. 2) Wegen dieser Strafe liefert Amerika nicht aus. R. i« Pf. Unter den angegebenen Umständen sind Sie, Ihre Frau und Ihr einer Schwager nicht zur Unterstützung ver- pflichtet. Nehmen Sie einen Anwalt in Mainz an, dem Sie die- selbe Information geben wollen; auch lassen Sie den Einwand der Unzuständigkeit des dortigen Gerichts erheben. 2. Zur Impfung Ihrer Kinder können Sie durch wiederholte Geldstrafen angehalten werden. A. Z. Ob der Staat eine Prämie von 1 Million Mark auf die Erfindung eines Perpetuum mobile ausgesetzt hat? Nein, aber er giebt einer Anzahl Personen, die sich um diese Erfindung bemühten, Unterkunft in Dalldorf und ähnlichen Orten.— D er Sohn ist in erster Linie verpflichtet, den Vater zu unter.» stützen, und hat also erst in letzter Reihe Anspruch auf En. schädigung. Abonnenten R., Schönhauser Allee. Der Pfandschein den Ihnen der saubere Herr gab, dient nur znr Sicherung. Si. können aber s o s o»t auf Zahlung der Schuld für die geliefert'» Arbeit oder Waar« klagen. Vviefkafien dvv Expediüon- L. Wir können uns unter keinen Umständen darauf cin> lassen, Inserate oder Juseratenänderungen per Telephon entgegenzunehmen, vielmehr müssen solche schriftlich bei uns eingereicht werden. Unliebsame Vorkommnisse in dieser Beziehung veranlassen uns zur strikten Einhaltung dieses Standpunkts. Dezaelssyen. (Wolff'S Telegraphen-Bureau.) Magdeburg» 2S. Juni. Der Mordprozeß Erbe-Buntrock ist aus nächsten Mittwoch 4 Uhr Nachmittag vertagt worden, da der Angeklagte Erbe die Ladung von drei Zeugen, welche sein Alibi beweisen sollen, beantragt hat. Wie», 2S. Juni. Der Reichs rathS-Abgeordnet« Herbst ist heute S Uhr Nachmittags gestorben. Bologna, 25. Juni. Die Rettungsarbeiten bei den ein« gestürzten Häusern in Montesasso sind durch die Gefahr eines neuerlichen Euisturzes erschwert. Von 31 Verschütteten sind bis 3 Uhr Nachmittags 25 herausgezogen worden, darunter 7 Todte und S Lerivundete, von denen sich 3 in Lebensgefahr befinden. Hcrmüll Wahn-Park __ Rudersdorferstr. 71_ B9~ am KüstrinerPlatz.*WB Bequemste Verbindung. Fahrvcrbindung nach allen Richtungen. Kapellmeister Fr. Völkerling. Artist. Leiter Gnst. Gross. Täglich: Große« Garten Konzert und Speziatitäten-Korstellung. Sonntags u. Mittwochs: Austreten v. DKe Sisters Poncberry's auf dem 100 Fuß hohen und 200 Fuß langen Thurmseil. Eutree Sonntags 20 Pf., an den Wochentagen gänzlich frei. 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H, Ooang, Vollshumorist und Verfasser zeitgemäßer Satire», S6., ZUariaiinenstralie Ur. 16. EL. Sollten etwaige Verleumdungen über mich, sowie über meine Familie noch Jemand zu Ohren kommen, so bitte mir dasselbe schriftlich zukommen zu lassen. 2L20L Achtung I Kein Lacken. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanische Tabake. Rtppentabak 2 Pfd. 60 Pfg 17854 A. F. Dinstage, _ Kotlbuferstr. 4, Hof part. F Meißner, Uhrmacher, reparirl und reinigt alle Arten Uhren für I M., mit neuer Feder einsetzen 1,50 M. Reichenbergernr. 137, Ecke Lai-sitzerstraß«. Kein Laden. 724b -Elegante Herren- j Anzüge, sowie Damenkleiäer nur nach Maass, billigst, auch gegen Thellzahlung.[26221 1 jOraniensti*. 123, l.| I itflt Vttifi. Der feine 25531, Vereins-Abzeichen. x Stempel-, r �Schablonen-, ScliUder� Gravirung tob Ineohriften etc. Franz Beyer, Kertin N.t Ehausseestr. 103. 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Deutscher Tischler-Verband (Zahlstelle Berlin Süd-Ost). Am Montag, den A7. Inni, Abends 8Vs Zihr, in Klein's Festsälen lKoffmann), Granienstrake 180(parterre): WW Versammlung. Tages-Ordnung: I. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenominen. Zahlreiches Erscheinen erwartet 464/10__ Die Ortsirerwaltung._ Fachv. der Tischler sÄß). Montag, den S7. d. M.. Abend» 8V- Uhr. im Vereinshouse Südost, Waldemarstraße Nr. 75: MIT Versammlung. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Herrn Julin» Türk über:„Der Kampf gegen das Verbrechen." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Zu zahlreichem und pünktlichem Besuch ladet ein 413/16 Der Kevollmächtigte. Fach it. d. Tischler(HMj. Versammlung am Montag, den 27. Jirni, Abds. 8V2 Uhr, im Weddingpark, Müllerstr. 178. Tagesordnung: 313 5 1. Vortrag über: Die französische Revolution. Referent Herr Schöpke. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Verschiedenes. NB. Ersuche die Kollegen recht zahlreich in der Versammlung zu erscheinen und die Säumigen dazu aufzurütteln._ Der Kevollmiichtigte. Arbeiter Kildungsschnle Lü-I.OsK-ve-ii'K. SSr GvoHe VevfQttttttlnng �3S Sonntag, den 26. Juni, A b e n d s 6 Uh r, in Beuerstein's Lokal, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: Vortrag über das Planeten-System. Referent: Herr Uädrr. Diskussion. Verschiedenes. Nachher: Gesellig»» Krisaniniensein nnd Tan?. 438/7 Die SekuI-HOininis.ion. Arbeiter- Dildnngsschnle Am Montag, den 27. Rosenthalerstraße 33 im oberen luni, Abends 8 Uhr. wird in dem Lokale Saale Herr Dr. Pinn über: Staat und Kirche im Mittelalter" sprechen/ als Fortsetzung einer Reihe von Vorträgen über:.Die wichtigsten Epochen aus der Geschichte." Gaste zahlen 10 Pf. Enttee.� VorBtandj 488/8 Echischo G-seUschast. Sonntag, den 26. Juni, Abends 8 Uhr, im großen Saal« der ArminhaUen, Kommandantenstrai?« Ur. 80: Vortrag des Herrn Dr. Borchardt über:.S pi n o z a' s W e l t a n s ch a»t u n§." Nachher: Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste— Damen und Herren— sehr willkominen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersanimlung statt. 438/14 Den Vorstand. 0#ffentliche Schneider- u. Schneiderinnen-Versammlung am Montag, den 27. Juni, Abends 8'/, Uhr, ln den nArminhalien", Kommandantenstra... No. 20. Tagesordnung: 1. Jahresbericht über die Thätigkeit des Arbeitsnachweis- und Aus- kunfts-Bureaus. Berichterstatter: I. Timm. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 180/3 4. Wahl eines Delegirten zur Streik-Kontrollkommission. 6. Wahl eines Mitgliedes zur Agitationskommission. Die Kollegen und Kolleginnen werden aufgefordert, zahlreich zu er- scheinen._ Die Agitationekommission. Achtung I Achtung I Verein zur Regelung der geiverblilheu Verhiiltnijse der Töpfer Berlins uud Umgegend. Mittwoch, de« 80. Juni 1808, Abend» 6 Zlbr. im Lokale de» Herrn Philipp, Kosenthalerstr. 38: Lrdentl. Mitglieder-Versamuilmig. Tages-Ordnung: I. Vortrag über:..Die Schädlichkeit der heutigen Wirthschafta- weise für die Arbeiter". 2. Wahl eines Beisitzers. 3. Neuwahl der Hilfskassirer für die Zahlstellen: Osten, Moabit, Steglitz, Pankow nnd Weiöensee. 4. Antrag aus Vervollständigung der Bibliothek. ö. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet 448/13__ Der Vorstand. Schloßbrauern Schimeberg. Sonntag, den SS. Inni 18SS: Großes Kommerfest bestehend in ES Vokal-Konzert SS veranstaltet vom_ 495/2 Gesangverein Rothe Nelke unter Mitwirkung der Gesangv. rreiheit I, Harmonie(Tempelhof), Kreuzberger Harmonie, Frühlingslust, Froh-Hoffnung, Liedertafel Westend und Phönix(Mitgl. des Arb.-Sängerb.) unter Leitung des Dirigenten Herrn Dillenherger. Mnstk von Mitgliedern d. Freie» Vereinig. der Zivil-Kernfsmustker unter Leitung de» Dirigenten Herr» Jan k e. Während und nach dem Konzert im Saal: MM- BALL. LMstl Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programm 80 Pf. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet.— Oillet» von oben- angeführten Vereinen haben Giltigkeit. Dan Xomitoe. Pankow-Nieder-Schönhausen. Sonntag, den 86, Juni, Nachmittags l1/2 Uhr, Gr. UolbsverfammUmg in Dorohardt's Voreinshan», Pankow, Schulzestr. 27. Tages-Ordnung: I. Die Frau und der Sozialismus. Referentin Frl. Ottilie Kader. 2. Bericht der Lokalkommission.— Parteigenossen, erscheint recht zahlreich! 484/3 Der Einberufer. EOV Die Mitglieder der Berliner Lokalkommission sind hiermit er- gebenst eingeladen. ZUHersIwk und Umgegend! IIIS der sozialdemokratischen Partei am Dienstag, den 88. Inni, Abend» 8'/» Uhr, im Lokal» de» Herrn Th. Wiedemann. Tagesordnuug: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten«ax Schipel über:„Die Zünftler nnd Jnnungsmeister in Deutschland." 2. Diskussion. 3. Ersatzwahl der Lokalkommission. 422/16__ Der Vertrauensmann. WBST Köpenick. AHe üfeiitltdje für Köpenick nnd Umgegend. in Adlershol bei Th. Wiedemann am Mittwoch, den 80. Juni, Abend» 8Vs Uhr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen?an1 John: Die Sozialdemokratie und die wirthsckastliche Lage. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlnng statt. 422/17 er Vertrauensmann. ECSpenick. Sonnabend, den 2. Juli, Abends 8 Übe», im Lokale der Herren Wiedemann u.' Manofski zu Adlershof II. SUttungsFesK des Arbeitervereins für Köpenick u. Ving., bestehend in Kcnncrt, Festrede und Tanz, sowie unter gütiger Mitwirkung des Arbeiter-Gesangvereins Horgenroth 4 (Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes). Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Billets sind an den Zahlstellen und beim Vorstand zu haben. 4S3/2 Um recht zahlreichen Besuch bittet vor Vorstand. Verband deutscher Seid- n. Silberarbeiter «Nd»erw. Kerufsgenoste«(Zahlstelle Kerlin). Montag, den 27. Juni, Abends 3�/e Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener st r. 45: MitgUeder-Uersammlmtg. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Eodlenzer:„Die Chartisten- Bewegung in England". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Aufuahme neuer Mitglieder. Gäste, sowie unsere Berufsgenossinnen stets willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 183/12 Der Vorstand. NB. Am Sonnabend, den 9. Juli, findet unser Sommerfest in Th. Keller's Hofjäger(Hasenhaide) statt. Der Ueberschuß ist für kranke Kollegen bestimmt. Billets ä 30 Pf. sind bei allen Werkstatts-Delegirten, sowie im Arbeitsnachweis beim Kollegen Reich«, Prinzksstnnenstr. 31, zu haben. Achtung! Schuhmacher! ,,Elysium"y Landsberger Allee 39— 41. Montag, de» 11. Juli 1808: Großes Sommerfest Ks Vereins zur Aahrg. I Znterejsen der Schuhmacher Von 3 Uhr ab: Grosses Garten-KonzertZ unter Mitwirkung des Gesangvereins„Freier Sängerchor".— Volk«- Kelustignnge« aller Art.— Bei einbrechender Dunkelheit Kinder- Fachelzug, Konbonregen, sowie grohe» Feuerwerk. Um recht zahlreiches Erscheinen der Kollegen und Genossen ersucht 278/4 Da» Komitee. Billets k 25 Pfg. sind zu haben bei Pluschke, Wilsnackerstr. 42; Sünder- mann, Franzstr. 3, Hof 4 Tr.; Mak, Pritzwalkerstr. 6, 4 Tr.; Landgraf, Neuenburgerstr. 17; Jätschmann, Oranienstr. 175, vorn 3 Tr.: Mehr, Eisen- bahnstrabe 29, Hos 1 Tr.; Tomatschek, Georgenkirchstr. 57, Hof 4 Tr. Kerren, die am Tanz theilnehmen, zahle« 50 Pf.«ach. ZtiitrMruüken-il.Sterbekliisel sttTöMWl.ChMttllbg.)' Dien st ag, den 23. Juni, Avends 7 Uhr, in der G a m b r i n u s- B r a u e r e i, Wallstr. 46. Vvnssmmlung. Das Erscheinen sämmllicher Mit- glieder ist erwünscht. 313/20 Der Vorstand. Ehrenerklärung. Die Beleidigung, welche dem Kauf- mann Herrn E. Crosinsky, Swine- münderstr. 29, am 8. d. M. zugefügt, nehme ich zurück und erklär« denselben als Ehrenmann. 713b Frau Paul, Swinemünderstr. 85. Die Beleidigung, die ich Hrn. Baller und Sohn zugefügt habe, nehme ich zurück 778b Beyer. inell sämmtl. Systeme ans Theilzahlung, gegen Kasse hoher Rabatt. Garantie 5 Jahre. Wring- Maschinen 16 M. 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Frankfurter Allee-Ecke. Die Tagesordnung wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht. Um zahlreiche» Besuch bittet 797b Der Vorstand. Kenoßenslhafts-Drulkerei, Eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht zu S o l i n g e u. Ausserordentliche General- Versammlung am Sonntag, den 24. Juli 1392. Zweck: Anträge von Genossen. Colingen, den 24. Juni 1392. Der Aufsichtsrath. Verein dentilher Slhuhinacher Filiale Kerlin. Versammlung am blontag, den 27. Juni, Ab. 3�e Uhr, bei Gründe!, Dresdenersir. 116. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Lother. 2. Diskussion. 294/7 3. Verschiedenes und Fragekasten. Kolleginnen und Kollegen haben Zu- tritt. ver BeTollmächtigte. Generalversammlung der Fr. Vereichung h. Stiseußeier und Kerufsgenossen am Hcntag, den 27. Juni, Ab. 8V« Uhr, bei Uölllg, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Zahnarzt ltebert Volt über:„Die Geschichte der Ehe und die Stellung der Frau in der Vergangenheit". 2. Diskussion. 3. Ent- richlung der Monatsbeiträge. Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. Ersatz- wähl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht der Mitglieder pünktlich zu erscheinen. 467/4 Die Einladungen zu den Mitglieder- Versammlungen werden von jetzt ab am Sonntag vor der Versammlung im „Vorwärts" bekannt gemacht. Xentral-Xranhenlaisse der Tabakarbeiter Berlin II. D i e n st a g, den 23. Juni 1392, Abends 8'/s Uhr. bei N ic o l a y(früher Kilian), Elisabethkirchstr. 14. Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: Anträge zur Ge- neral- Versammlung in Braunschweig- Wahl eines Abgeordneten zu derselben. Verschiedenes. 303/20 Di» GetoverwaltunS-� freie Liedertafel (gegr. 17. Juni 1892). Der von Mitgliedern der„Freien Vereinigung der Kaufleute" gegründet« Gesang-Uerein hat sich unter obigem Namen kon« stituirt. Die nächste Zusammenkunft der Mitglieder findet bei Uodenbnrg, Kommandantenstr. 10/11, Freilag, den 1. Juli. Avends 9 Uhr. statt. Stimm- begabte Parteigenossen, welche sich dem Vereine anschließen wollen, find ww- kommen. 177/20 I. A. der„Freien Liedertafel": S. Lehmann, Oranienstraße Nr. 4a. Verantwortlicher Redakteur August EnderS in Berlin Druck und Verlag von Mar Beding in Berlin SW., Beuchstraße 2-