Nr. 66. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25019 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Revolution. In den Heldengräbern von Berlin, Wien und Paris liegt ein alter Jrrtum begraben. Freitag, den 18. März 1904. und Phantasten wirkende Kräfte einer geschichtlichen Notwendigkeit gewesen und Bahnbrecher einer neuen Zeit. In den Heldengräbern von Berlin, Wien und Paris liegt ein alter Jrrtum begraben, aber aus ihnen erhebt sich auch eine neue lebendige Wahrheit. Aus dem großen Sllavenfriedhof der Erde heben fich leuchtend ihre schlichten Zeichen hervor, Wegweiser des Lebens und der Freiheit. Politische Ueberficht. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Marine- Etat. Nach der Erledigung der Herero- Borlage nahm der Reichstag den Marine Etat in Angriff. Die Generaldebatte beim Gehalt des Staatssekretärs scheint sich diesmal in engeren Grenzen zu halten. Bebel brachte ganz kurz das Urteil des Kieler Obers Kriegsgerichts gegen Hüssener zur Sprache, das sich in seiner, dem Volksgefühl unverständlichen Milde so auffällig von den drakonischen Verurteilungen gemeiner Soldaten durch andre Kriegsgerichte unters scheidet. Herr v. Tirpitz lehnte zwar eine Kritik des Kieler Spruches ab, indirekt aber übte auch er eine leise Kritik, indem er sein eignes Urteil über die That des Hüssener, das viel schärfer ausgefallen war, als das der Kieler Richter, ausdrücklich aufrecht erhielt. Die gottgegebene Erbweisheit des Feudalismus hatte sich den Notwendigkeiten der kapitalistischen Entwicklung nicht anzupassen verstanden. Die bürgerliche Aufklärung hatte die Säulen zerschmettert, auf denen der politische Bau der Welt ruhte, und die Vernunft meldete ihren Anspruch auf schrankenlose Herrschaft an. In dem Berlin, den 17. März. Glauben an die angeborene Bernunft, den souverän gestaltenden Geist liegt das Wesen des bürgerlichen Revolutionarismus und Eine Anfrage. Den breitesten Raum in der Diskussion nahm eine Häfelei der bürgerlichen Revolutionstechnik, die die proletarische Kommune noch fast ebenso gut beherrscht wie die Februarrevolution und die Der Offiziosus der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zwischen den Abgeordneten Gamp und Gothein über den Wert hat jüngst, in der Angelegenheit der Reichstags- oder Unwert deutscher Büchsenkonserven in Anspruch. Der Marinefleinbürgerlichen Märzaufstände von Berlin und Wien. waltung feine amerikanischen Konserven kaufe. Er mußte dabei aber Erkenntnis der Geseze alles menschlichen Geschehens, sondern instintt- sucht, als sei er in die Auffassungen und die Absichten des Reichs- zugeben, daß die deutschen Konserven noch nicht die Haltbarkeit der Nicht die sorgfältige Erwägung der Machtverhältnisse, nicht die auflösungspläne, den Anschein zu erweden ber- fekretär teilte dabei zur Freude der Agrarier mit, daß seine Vermäßige Vorgänge, die sich unter der Schwelle des Bewußtseins voll- fanzlers Grafen Bülow durchaus eingeweiht. zogen, wurden die Geburtshelfer diefer Epoche. Das unvollendete Wir richten daher an den Offiziofus diese Frage: Ist Der Rest der Verhandlungen wurde durch die Erörterung von Gebäude der politischen Logik krönte vorschnell ein dunkles poetisches ihm bekannt, daß eine große Papierfabrik Mitteldeutschlands Specialwünschen ausgefüllt. Herr Dr. Semler machte sich dabei Empfinden, die Begeisterung drängte nach der Straße. vor kurzem den Auftrag erhalten hat, das zur Anfertigung zum Anwalt der Wilhelmshavener Hausagrarier, denen die Konkurrenz von Wahlcouverts erforderliche Papier fertigzustellen? ber vom Staat unterstützten Baugenossenschaft unbequem ist. ist ihm bekannt, daß die Ausführung dieses Auftrages als sehr eilig angeordnet worden ist und daß die betreffende Papierfabrik mit Anspannung aller Kräfte dem Auftrag bereits nachgekommen ist? Das Verständnis für den Zusammenhang thatsächlicher, d. h. vor allem wirtschaftlicher Verhältnisse mit den politischen Zuständen und Möglichkeiten konnte nicht bestehen, wo der rohe Stoff als Wachs in den Händen der politischen Vernunft galt. Der Stoff aber rächte sich für diese Verkennung mit Pulver und Blei, und an der Stelle des frei waltenden Wolfsgeistes etablierten sich der Terror der Gegenrevolution und der blauen Republik. Der Strom des„ Boltsgeistes" aber hatte sich inzwischen in die gemächlich fließenden Gewässer einer rechnerisch falten bürgerlichen Zweckpolitik und den gewaltigen Hauptstrom eines proletarisch- revolutionären Klassen bewußtseins geschieden. " Wenn der Offiziofus zur Beantwortung dieser Anfrage Erkundigung einholt, wird er gut thun, auch darüber hinaus bollständige Mitteilung über alle die weiteren Maßnahmen und Aufträge zu erbitten, die zur Vorbereitung allgemeiner Reichstagswahlen getroffen worden sind. Patriotischer Tropenkoller. amerikanischen erreichten. Morgen geht die Debatte weiter. Vorher soll die Lesung des Notgefezes zum Etat vorgenommen werden, das nach franzöfifchem Muster die Bewilligung von zwei provisorischen Zwölfteln für April und Mai vorfieht, weil die späte Einberufung des Hauses die rechtzeitige Fertigstellung des Etats in diesem Jahre verhindert hat. Wie es heißt, soll die Osterpause schon am Sonnabend beginnen. Jesuitentater! Jm Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag der Kulturkampf zwischen Nationalliberalen und Centrum in etwas Seit dem Falle der Kommune ist in der Welt, vor allem in heftigerer Weise als am Tage vorher gepaukt. Vielleicht war diese Mitteleuropa und allen voran in Deutschland eine neue Bewegung " Kampfesstimmung" nur eine Nachwirkung von der Weinprobe am erwachsen, die die lebhafteste Verwunderung der alten Revolutionäre ebenso wohl wie der jungen Reaktionäre erweckt hat. Diese Be Die Nachtragsforderungen für Bewältigung des Herero- Aufstandes Abend vorher, bei der nicht weniger als 100 verschiedene Sorten wegung ist revolutionär und hat doch keine Barrikaden ge- führten am Donnerstag im Reichstag zu bedeutsamen Debatten. ungerechnet die notleidenden Stachelbeerweine des Herrn Gamp baut, feine Tyrannenmorde geplant und vorbereitet und mit der Bedeutsam allerdings nur durch die Kraft der socialdemokratischen getoftet werden mußten. Heute sah" man denn erschreckt je nachregulären Macht noch keinen Flintenschuß getauscht. Wer deutet Auffassung, zu der die bürgerliche Barbarei und Gedankenarmut dem Jefuiten" oder„ Liberale". Die Nationalliberalen schickten solches Wunder? Während die Anhänger der alten Revolutions aller bürgerlichen Parteien in schneidendem Kontrast stand. Beber ihren bewährten Kämpen, den Abg. v. Eynern ins Feld, der mit idee in dieser Bewegung immer mehr und mehr bloß eine erflärte in knapper, wirksamer Rede, daß die Partei nunmehr die ungewohnter Schärfe nicht nur gegen die Jesuiten loszog, vor denen Reformbewegung" zu erbliden wähnen, glaubt das reaktionäre Forderungen ablehne, nachdem es sich unzweifelhaft herausgestellt er, nach seinem eignen Eingeständnis, eine heillose Angst empfindet, Philifterium jeden Tag von ihr einen gewaltsamen Handstreich habe, daß es sich um einen Verzweiflungskampf der durch schamlose sondern auch die Konzessionspolitik der Regierung einer abfälligen erwarten zu müssen, ja, es ersehnt ihn sogar, so lange es noch hofft, Händlerpolitik ausgebeuteten„ Wilden" handle. Gegen das Material Stritit unterzog. Man hörte aus seinen Worten deutlich die Klage daß die Perkussionsgewehre nach vorne losgehen würden. Bebels konnte von keiner Seite auch nur der geringste Widerspruch erhoben darüber heraus, daß Graf Bülow statt mit den Nationalliberalen Welcher Irrtum! Pulver und Blei, Standrecht und Belagerungs- werden. Man gewann aus den Debatten vielmehr den Eindruck, mit dem Centrum seine Schachergeschäfte macht. Allzu tragisch darf zustand waren probate Mittel gegen eine Revolution, die sich die als ob die Dinge noch unendlich schlimmer ständen, als die schwär man seine Kapuzinade gegen die schwarzen Brüder nicht nehmen, absolute Gesetzgeberin der Menschheit wähnte, sie vermögen aber zesten Schilderungen vernuuten lassen. Der Kolonialdirektor Stübel die Wut der Nationalliberalen auf das Centrum dauert in jeder nichts gegen die Revolution, die ihr eignes Gesez ertannt erklärte, man sei noch immer auf Zeitungsberichte angewiesen, man Session genau drei Tage; dann versöhnen sie sich wieder, um hat, das große Gesetz des geschichtlichen Werdeganges, das über fönne nicht klar sehen! Ja, werden denn an das Kolonialamt keine gemeinsam die idealen Güter der Nation" zu retten, oder richtiger den Gesetzen und über den Gesetzgebern steht, das weder durch einen Berichte erstattet? Wir vermuten, daß solche Berichte eriftieren, nur gesagt, um volksfeindliche und voltsausbeuterische Pläne zu zarischen Ufas, noch durch einen westeuropäischen Parlaments- eignen sie sich offenbar nicht zur Veröffentlichung. Wenigstens schien schmieden. Uebrigens thäten die Nationalliberalen besser, statt fortbeschluß aufgehoben oder abgeändert werden kann. Die neue aus verlegen stammelnden Worten des Herrn Stübel, gesetzt auf die Jesuiten zu schimpfen, praktische Politik zu treiben. Revolution ist sich dessen bewußt, daß ihr Sieg oder Untergang der Fehler" der Kolonialpolitik zugab, hervorzugehen, daß die Wie steht es z. B. mit einem Antrage auf Verweltlichung nicht von der Behauptung einer Barrikade abhängt, sondern Kulturpioniere arg gewütet haben müssen. Offenbar verfolgt der der Schule? vielmehr von der Standfestigkeit, mit der sie sich in menschlichen Gouverneur von Südwestafrika eine verständige Politik, ist aber Gehirnen zu behaupten versteht, sie weiß, daß sie nicht das Produkt ohnmächtig gegen die Beutewut, gegen den Tropenkoller der aneiner überragenden Einzelvernunft sein kann, die mit Krone und gesiedelten Abenteurer. den Nach einer kurzen Rede des Kultusministers Studt, der sachlich nichts zu sagen wußte und infolgedessen sich nur mit der Person des Abg. Eynern beschäftigte, trat Abg. Bachem auf den Plan, um Scepter der Welt spielt, sondern nur das Endergebnis der Massen- Auch den bürgerlichen Parteien war nicht wohl bei der Sache. der erstaunten Welt zu beweisen, daß die Regierung dem vernunft, die aus den Thatsachen des socialen Lebens ihren Inhalt Es kam teine Hurra- Stimmung zu stande, so sehr man sich bemühte. Centrum keinerlei Konzessionen machen, daß sie ihm nicht erhält und mit der fortschreitenden notwendigen Entwicklung der Man flüchtete hinter die patriotische Verlegenheitsphrase: jetzt sei entgegenkommt, sondern ihm nur Gerechtigkeit widerfahren lasse. Herr Thatsachen notwendig immer mehr von revolutionären Spannungen teine Zeit zur Kritik. Für die geistige Höhe der bürgerlichen Parteien Bachem findet es nicht hübsch, daß man die Regierung wegen ihrer erfüllt wird. genügt festzustellen, daß Herr Arendt die nationale Ehre" gegen Abstimmung über das Jesuitengesetz im Bundesrat interpelliert. Es ist niemals ein müßigerer Scholastenstreit geführt worden Bebel verteidigte und der antisemitische Graf Reventlow höchft Dadurch könnte der Gedanke des föderativen Staates gefährdet als der um Evolution oder Revolution. Die neue Erkenntnis, gräfliche Späße über die schwarzen Bestien" zum besten gab; ge- werden. Diese Gefahr besteht natürlich nur, wenn es sich um firchendie Unverstand dogmatisch schilt, hat alle politischen Dogmen auf- rade diesem Herrn aber sei dankbar verziehen, denn er hat sich ein politische Forderungen des Centrums handelt. Als der Wuchertarif gelöst, das Dogma der regierenden Erbweisheit sowohl wie das großes Verdienst um die Socialdemokratie erworben, weil er ihr auf der Tagesordnung stand, da hat dasselbe Centrum die Regierung wegen ihrer Abstimmung im Bundesrat nicht nur wiederholt interDogma von der Unabschaffbarkeit der Armut und das Dogma von rechtzeitig abtrinnig wurde. der ewigen Notwendigkeit bestehender Eigentumsformen. Während der Weil man nichts gegen Bebel zu sagen wußte, wiederholte man pelliert, sondern sogar sie durch Anträge scharf zu machen gesucht. bürgerliche Revolutionarismus bekümmert nach seinem Rechte fragte die Bülowschen Mätzchen von den Lobreden auf die Wilden. Nun Indessen, die Jesuitenmoral ist ja jeztreichsfähig. Am Freitag wird die Beratung des Kultus- Etats fort und es aus einem geheimnisvollen Naturrecht ableiten zu können hatte Bebel mit keinem Worte die Hereros günstig beurteilt, vielglaubte, hat sie alle Begriffe von Recht und Unrecht, Gut und Böse mehr sie als ein Volt auf tiefster Kulturstufe angenommen. gesetzt. in den Fluß der Entwicklung gestellt und fragt nur mehr nach Macht Vielleicht hat er sogar zu ungünstig über die Hereros geurteilt. Das Schönheitspflaster des Wuchertarifs. und Ohnmacht, Nutzen und Schaden. Sicher ist ja, daß die wildesten Kannibalen an Verruchtheit nicht wett Die Fortsetzung der von der Budgetkommission des Reichstags Eine solche Umwälzung der politischen Gedankenwelt ist ihrem eifern können mit jener raffinierten Bestialität, mit der die europäi- angesponnenen Generaldebatte über den Centrumsantrag auf VorBesen nach revolutionär, nicht weil sie das Voll in besinnungslose schen Kolonialpolitiker ſeit jeher gegen Naturvölker vorgegangen sind. lage von allerlei finanzstatistischen Materials zum Gefeßentwurf Straßenschlachten triebe, sondern weil sie es von diesen zurückhält. Wie jämmerlich ist's, wie kindisch- albern, daß erwachsene Männer über die Reform des Reichsfinanzwesens förderte, wie der Bericht lehrt In keinem Augenblick der Weltgeschichte ist die Spannkraft der an- im Reichstag jedesmal, wenn die deutsche Politik Birren hervor( f. Parlamentarisches), noch mancherlei Jntereffantes zu tage. Das gehäuften revolutionären Energien größer gewefen als in dem ruft, sich nicht damit begnügen, die Mittel zu bewilligen, um die Centrum beteuerte, daß es gar nicht daran denke, die ganze Vorlage zu gegenwärtigen, in keinem Augenblid aber auch ist es für herrschende armen Opfer dieser Politik zu vernichten, sondern sie auch im Neu- Falle zu bringen, aber es werde sich wohl ein an drer Weg finden, um Klaffen unmöglicher gewesen, durch Häufung der Gewaltthaten diese ruppiner Bilderbogenstil oder auch im Geiſte der niedrigsten das von der Regierung erstrebte Biel zu erreichen; vor allem wolle Energien zur vorzeitigen Entladung zu bringen als in diesem. Kolportageromane beschimpfen! Bald sind es gelbe Bestien" es die in Konsequenz der Regierungsvorlage notwendig werdenden Sprecht Ihr uns das Recht ab, uns Revolutionäre zu nennen, heute telegraphiert man ihnen wieder evige Freundschaft; bald neuen Steuern vermeiden. Der Reichsschatzsekretär verwahrte weil wir unsre Felder nicht mit Blut gedüngt, unfren Kriegswagen redet man von schwarzen Bestien". Gelegentlich legt man auch sich zwar dagegen, neue Stenerpläne in der Tiefe seines Busens zu nicht über Menschenleiber geführt haben? Wohl, wir erkennen gerne der deutschen proletarischen„ Bestie den Baum" an, wie das vor bergen, gab dann aber eine Erklärung ab, die nicht scharf genug an, daß die Launen fürstlicher Maitreffen, die Bänkereien eitler einem Jahre gefordert wurde. Selbst Herr Stöcker wehrte sich hervorgehoben werden kann, indem er mit runden und netten Worten Clanhäuptlinge, daß der Profit der Krämer- und die Gloire der gegen diese unflätigkeiten und verherrlichte sogar geradezu fagte, daß an eine Durchführung der lex Trim. Kriegerkafte die Welt so dicht mit Leichen besäet haben, daß die Hereros. born ohne nene Stenern allerdings nicht zu denken wir diesen ihren Ruhm schwerlich jemals zu erreichen vermöchten. Auf die Frage Bebels, ob auch in Südwestafrika kein Bardon sei, denn die Aufwendungen von ungefähr 50 Millionen Mark Die Revolution ist aber nicht der Mord, sondern der Kampf gegeben würde, antwortete der Stolonialdirektor so unklar, daß würden in die Reichsfinanzen eine Lüde schaffen, die natürlich gegen den Mord; es ist wahrhaftig nicht ihre Schuld, wenn er man annehmen muß, daß die Nachricht wenigstens für die der Reichstag ausfüllen müsse. Neue Steuern bedeuten aber neue zeitweilig mit jenen barbarischen Mitteln geführt werden mußte, die indirekte Steuern, da Herr v. Stengel ja noch am Tage vorher zu gebrauchen die Herrscher ihre Sklaven lehrten. dargelegt hatte, daß auf absehbare Zeiten hinaus an die Einführung von direkten Reichssteuern gar kein Gedanke sein könne. Jene, die in eine Schlacht gingen, in die sie nicht der König und das Vaterland, sondern der eigne Antrieb und die Ehre der Menschheit gerufen hatten, sind aber auch als Frrende, als Schwärmer Männer zutrifft. Der Nachtrags- Etat wurde der Budgetfommission über wiesen, wo man von dem patriotischen Tropenkoller unsrer Kulturpioniere noch Näheres hören dürfte. Was heißt das alles? Die als Schönheitspflästerchen dem Zollwucher- Gesetz aufgepappte Witwen- und Waisenversicherung aus den Erträgniffen eines Teiles der Zollerhöhungen ist bereits aufgegeben| Die Hereros sollen bekanntlich Frauen und Kinder in weil sein proletarisch- demagogischer Zuschnitt auf die Dauer notworden noch ehe sie das Licht der Welt erblickte! In der Zoll- scheußlichster Weise ermordet haben. Hören wir, was der Missionar wendig zur Ochlokratie( Pöbelherrschaft) führen muß." tommission sagte seinerzeit der Centrums- Abgeordnete Trimborn, Olpp vom 9. Februar aus Dtjimbingwe berichtet: der§ 15 des Gesetzes( Witten- und Waisenversicherung) folle die Arbeiter mit dent Tarife aussöhnen. Er wiederholte damit nur, was in der ersten Lesung des Zolltarif Gefeßentwurfs der Abg. Herold im Plenum des Reichstags ausgeführt hatte:„ Wir haben fest und bestimmt erklärt, daß die Mehreinnahmen aus den Agrarzöllen für sociale Zwecke verwendet werden sollen, und in erster Linie ist hier die Witwen und Waisenversorgung ins Auge gefaßt worden." Was ist aus diesen Versprechungen, aus diesen Vorspiegelungen geworden! Schritt um Schritt ist das Centrum zurückgetichen, als die Sache ernst wurde; bei der zweiten Lesung in der Kommission fiel es schon fast völlig um und strich nicht nur die Zölle für Gerste, Hafer, Butter, Eier und Käse aus dem§ 15, sondern wälzte auch noch das Risiko schwankender Einnahmen von der Reichskasse ganz und gar auf die Versorgungskasse für die Witwen und Waisen ab. Nach dem Wortlaute des Gesetzes fehlt jede nötige feste Unterlage für diese Versicherung. Am 21. November 1902 ng. Ami gab Herr Trimborn dem Werke dann in der Begründung seines Verschlechterungsantrages den Todesstoß, indem er sagte:„ Ich muß erklären, daß im Kreise meiner Freunde lebhafte Bedenken obwalten, die Landwirtschaft und das Handwerk mit neuen Beiträgen für eine Witwen- und Waisenversorgung zu belasten". Es blieb nur noch der Name ein Mittel, um Dumme einzufangen. Unbedingt und mit allen Konsequenzen verteidigt Prof. Hermann ,, Allmählich bekam das Missionshaus immer mehr Gäste, ein Cohen- Marburg das Wahlrecht. Cohen, der Freund, Nachfolger Engländer Dickson mit seiner jungen Frau, ein Däne Namens und Nachlaßverwalter Friedrich Albert Langes, einer der wenigen Dittmer und vier Boeren. Herr Dittmer hatte sehr für sein systematischen Denker unsrer Zeit, begründet das Wahlrecht in den Leben zu fürchten, nur weil er für einen Deutschen galt. tiefsten Wurzeln des Staatsbegriffs. Der Staatswille vollzieht sich Immer wieder wurden Martens und Brockmann gefragt, ob er nicht unmittelbar in den Gesetzen, die er erläßt; sondern er hat nicht Deutscher sei. Endlich beruhigten sich die Eingeborenen. seine Quelle und seinen Grund in einem fundamentalen Rechte, Weiter kam am Mittwochabend( 13. Januar) noch Frau Külbel welches zum Inhalt hat die Konstituierung des Staates und durch aus Dviombo mit ihrem zweijährigen Kinde auf dem diese die Begründung des Rechts. Dieses fundamentale Recht, in Rüden, das Kleid mit Blut bespritzt. Die Hereros selber welchem der Wille des Staates sich ursprünglich vollzieht, ist das brachten sie. Man hatte ihren Mann getötet, das Vich Wahlrecht. Es ist das Recht, welches den Staat konstituiert". Dann weggenommen und das Haus verbrannt. Frau Külbel hatte an widerlegt Cohen die„ Gegenfragen" wie folgt: Immerhin: nach dem Wortlaute des Zolltarifgesetzes würden auch heute noch 50-60 Millionen Mark für die Witwen und Waisen aus der Zollerhöhung gerettet werden, nicht genug, um den vorgegebenen großen Zweck zu erfüllen, aber doch ein Stück Geld, das den Klauen des Militarismus entrissen wäre. Jetzt wird der ganze Plan falten Herzens geköpft. Der Schazsekretär hat die Mehrerträge des Bollwuchers bereits estomptiert und will feinen Pfennig davon herausgeben. Wenn die Witwen und Waisen der Hungerleider versorgt werden sollen, dann mögen die Hungerleider dafür steuern! So will es die neudeutsche Socialpolitik. Vom§ 15 des Zolltarif- Gesetzes aber heißt es: der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen. Schönheitspflästerchen ist abgerissen und in seiner ganzen gräßlichen Häßlichkeit erscheint das grinsende Gesicht brutaler Interessenpolitik. Pardon wird nicht gegeben. Das Als Genosse Bebel heute im Reichstag bei der Verhandlung über die neuen Herero- Kredite auch die beiden Soldatenbriefe erwähnte, in denen behauptet wurde, daß es den Soldaten ber= boten sei, Pardon zu geben, erklärte der Direktor des Kolonialamts Dr. Stübel, daß er unmöglich glauben tönne, daß die Soldaten inhuman vorgehen könnten, jedenfalls liege noch kein Beweis vor, daß sie selbst derartigen„ Anregungen" Folge geben würden. Es ist uns völlig unbegreiflich, wie der Regierungsbertreter eine derartige Ausrede gebrauchen konnte, beweisen doch gerade die beiden Soldatenbriefe eine Auffassung ihres Rächeramtes, daß unbedingt angenommen werden muß, daß sie im gegebenen Falle thatsächlich alles niederschießen werden, was ihnen vor die Flinte tommt. Der Optimismus des Kolonialdirektors ist also geradezu unbegreiflich. Will man denn warten, bis die Brief schreiber ihre Absichten in die That umgescht haben werden?! Kopf und Schulter zwei Streifschüsse erhalten, worüber fich die Leute nachher bei ihr entschuldigt haben; denn, so hatten fic gesagt, sie wollten keine wehrlosen Frauen töten. Am 14. kam dann noch eine Frau Bremen aus Otjozonjati mit ihren fünf Kindern. Auch sie war von den Hereros zur Missionsstation geschickt worden; ja man hatte ihr sogar geia ma stattet, eine ganze Anzahl von Kühen und er 200 Stück Kleinvich mitzunehmen; sie ist eine Bastard und aus dem Lande ge= bürtig. Ihren Mann hatte man allerdings auch sehr übel behandelt. Man hatte ihn gebunden, bis aufs Unterzeug entkleidet und in diesem Zustand eine Nacht und einen halben Tag liegen lassen, ehe man ihn tötete. Außer ihm waren noch vier andre Weiße in Otjozonjati ermordet worden..." Unter anderm erzählt der Missionar dann, daß, als eine Anzahl Eingeborener eine drohende Haltung eingenommen habe, der ebenfalls am Aufstand beteiligte Hererokapitän Johannes ihm und seinen Schutzbefohlenen zu Hilfe gekommen sei! Des weiteren heißt es in dem Bericht: " Missionar Brockmann sah, wie die Leute in den Store ( eines Herrn Martens) stürzten, Frauen und Kinder mit Bündeln auf dem Kopf wieder aus ihm herauskamen und der Werft zueiſten. Der Store wurde geplündert. Eben wollte Brockmann zum Store gehen, als er sah, wie der Besitzer, Herr Martens, von 8-10 Hereros eskortiert, aufs Missionshaus zukam und von seinen Begleitern dort abgeliefert wurde. Martens er zählte nun dem Missionar, was geschehen: Es sei auf einmal eine große Anzahl Leute gekommen, Johannes, der Kapitän, an der Spizze, und hätten ihm gesagt: es sei jezt Krieg, us auszuräumen, fie feien gekommen, fein Haus auszuräumen, er solle sich aber still verhalten und nichts an rühren, Widerstand würde sein Verderben sein. Es solle ihm persönlich nichts geschehen; sie würden ihn zu seiner Sicherheit ins Missionshaus bringen. Martens hatte stets die Eingeborenen sehr human behandelt und war bei ihnen beliebt. Zudem galt er für einen Engländer, da er gut englisch spricht. Beides hat ihm das Leben gerettet. Denn von Anfang an wat die Parole ausgegeben, Missionaren, Frauen und Kindern, Boeren und Engländern folle kein Leid geschehen; so sei es eine Bestimmung Samuel Mahareros." deutschen Kulturpionieren vom Schlage des Dr. Baumgart, der Welche Idealgestalten sind diese Hereros doch gegenüber Im übrigen aber liegen, und das muß doch auch Herrn sich damit brüstet, Verwundete taltblütig abgeschlachtet zu haben. Dr. Stübel bereits bekannt geworden sein, Beweise dafür Und vor allen Dingen: Die Erzählungen von der Grausamkeit bor, daß von unfren südwestafrikanischen Mannschaften das Nicht- der Hereros, die Frauen und Kinder abgeschlachtet hätten, erweisen Pardon- Geben bereits praktisch geübt worden ist. Die„ Leipziger sich in allen diesen, den einzig kontrollierbaren Fällen als Lügen! Neueste Nachrichten" veröffentlichten neulich Briefe des Tier- Daß die Schauergeschichten von gevierteilten Frauen arztes Dr. Baumgart in Windhut vom 10. Januar resp. auf frecher Erfindung beruhen, beweist folgende Stelle des Berichts: " So nahm er( Missionar Brockmann) dann mit schwerem dem 21. Januar, die heute auch von den„ Berliner Neueste NachHerzen Abschied von seiner ihm lieb gewordenen Arbeitsstätte und richten" abgedruckt werden, der wiederholt hervorhebt, daß alle Hereros, langte mit seinen Schußbefohlenen nach achtstündiger, beschwerdie ihnen in die Hände gefallen seien, niedergemacht worden seien. licher Fußwanderung bei Anbruch der Nacht in Okahandja an, Der Briefschreiber rühmt sich in diesem Dokument der furchtbaren ohne unterwegs auch nur einem einzigen Herero zu begegnen. Verrohung kolonialer Kriegsführung, selbst mehrere Verwundete und Auf der Militärstation erregten sie allgemeines Wehrlose vollends zum Tode befördert zu haben. Aufsehen, da man sie schon für tot gehalten hatte. Frau Bilet und Schwester sollten sogar in vier Teile auseinandergeschnitten und ihr Fleisch auf die Büsche gehängt worden sein. So hatte man erzählt." In den Briefen des akademisch gebildeten Herrn heißt es wörtlich: " Die Erbitterung hier ist sehr groß; keiner giebt Bardon, alles wird niedergeschossen.. ,, Unterschiede in der intellektuellen und moralischen Gleich wertigkeit, welche die Anteilnahme an der Konstituierung des Staatswillens beschränken könnten, sind nicht anzuerkennen. Das Rechtssubjekt ist als solches intellektuell und moralisch gleichwertig. Die intellektuelle Gleichheit bedeutet die Gleichartigkeit und Normalität. Sie ist unbedingte Präsumtion. Sie könnte sonst auch schwerlich durch den Census ersezt werden. Auch dürfte die politische Intellettualität kein sehr geeigneter Gegenstand für eine Staatsprüfung sein. Sogar moralisch sind alle alle Staatsbürger gleichwertig. Moralische Wertunterschiede sollte auch der Richter nicht machen; so wenig als der Psychiater dies thut. Das Rechtssubjekt beruht auf seiner geistigen Normalität. In dieser ist für unser menschliches Wissen die moralische eingeschlossen. Auch die herrschenden Klassen haben keine geringere moralische Qualität, wenngleich fie eine ausgiebigere politische Veranlassung zum Unrecht besitzen. Dhnehin ist durch die Wissenschaft und Philosophie diese Ün gleichheit im Rechtsgefühle einigermaßen ausgeglichen. Von Klügeren und Besseren", von„ Minderwertigen" beim Wahlrechte zu reden, ist nicht gerechtfertigt. Die Minderwertigen find doch der allgemeinen Wehrpflicht würdig. Sie sollen doch, als und zwar nicht als Söldner, den Staat verteidigen, ihr Vaterland. Der Staat des Vaterlands darf keinen Unterschied machen zwischen der gleichen Wehrpflicht und dem gleichen Wahlrecht. Das Wahlrecht unterscheidet den Wehrpflichtigen vom Söldner. Die milderen Einwendungen haben Sie nicht erwähnt, wie die Unterschiede in der politischen Reife. Das ist der grundsätzliche Irrtum, daß der Mensch reif und selbständig werden könnte auf anderm Wege als durch seine selbständige Mitwirkung am Stante, und in erster Linie an der Mitwirkung des Staatswillens. Es ist dies die größte Gefahr, welche durch die gangbare Vorstellung von der Religion herbeigeführt wird, als ob sie allein, ohne Recht und Staat, den Menschen zur sittlichen Mündigkeit zu bringen vermöchte. Das gleiche Wahlrecht ist das exakte Mittel der fittlichen Volkserziehung. Schließlich muß ich sagen, daß diese Fragen nicht als Antinomien angesehen werden müssen, da sie nicht innere Widersprüche des vernünftigen Denkens darlegen, sondern auf dem Widerspruch zwischen dem Rechte der Verfassung und dem Unrecht der Praxis, welche dermaliges positives Recht ist, beruhen." Auch der dänische Ethiker Professor Höffding in Kopenhagen verteidigt das Wahlrecht:„ Nur durch Freiheit kann ein Volk zur Freiheit erzogen werden." Wenn man den klassenkampf nicht durch Bürgerkrieg". Abstimmung entscheidet, dann ist kein andrer Ausweg als der Professor Natorp in Marburg, der verdiente Socialpädagoge, erachtet das Wahlrecht als eine unabweisliche Forderung", insbesondere als eine unabweisliche Konsequenz der allgemeinen Wehrpflicht". Er bestreitet, daß die Klügeren und Besseren durch die Masse der Minderwertigen unterdrüdt werden. Die Klügeren und Besseren mögen nur ihre höhere intellektuelle und moralische Kraft einsezen für die allgemeinen Interessen der Nation und nicht ausschließlich für ihre persönlichen oder bloßen Berufsinteressen, so werden sie gerade unter dem allgemeinen Wahlrecht nicht unterdrückt. Nettungslos aber werden sie unterdrückt, wenn es ihnen nicht freisteht, ihre politische Ueberzeugung in voller Unabhängigfeit zu vertreten, wozu eben das allgemeine Wahlrecht die erite unerläßliche Voraussetzung ist." Eine gesunde ökonomische Grundlage des socialen Lebens sei die erste Boraussetzung zu allem Weiteren, also die Vertretung des ökonomischen Interesses der bisher niedergedrückten Volksklassen das erste, dringlichste Erfordernis." Außerdem gebe es gar feinen Nicht minder erlogen sind die Beschuldigungen der Missionare einwandfreien Maßstab des intellektuellen und moralischen Wertes. in Okahandja, aus deren Haus auf die Kaserne geschossen Welche Intelligenz und moralische Qualität darf sich auf die Höhe worden sein sollte. Missionar Diehl berichtet darüber unterm stellen, über das Vorhandensein oder Fehlen der zu sinngemäßer 23. Januar aus Okahandja: Ausübung des Wahlrechts erforderlichen Intelligenz und Moral bei „ Unser Haus lag ganz aus der Schußlinie, und kein Schuß den Einzelnen und gar bei ganzen Volksklassen maßgeblich zu ent scheiden" ist aus demselben noch aus nächster Nähe gefallen. Nur die Natorp erklärt die politische Entrechtung der unteren lassen als Kirche, die eine nette Entfernung, ganz in gerader Richtung zur die denkbar schärfste Herausforderung zur Revolution.„ Ernst zu Kaserne liegt, war besezt von einigen Hereros. nehmen ist ein dahin zielendes Bestreben wirklich nur dann, wenn Da trat einer von diesen vor die Kirchenthür, damit eben die Revolution, als willkommener Vorwand zur gewalt schimpfte laut und rief nach der Kaserne hin: Was hat Euch dies Haus da unten und der Makonge( Missionar) gethan, daß Ihr mit Absicht immer dahin schießt? Hier schießt her, hier find wir!" Und damit riß er seinen Rock auf und zeigte auf seine Brust...." " Inzwischen haben wir Streifpatrouillen auf die verwüsteten Farmen unternommen, da sah es noch entsetzlicher als in Gam mams aus; alles war kurz und klein geschlagen, selbst das Linoleum haben sie herausgerissen und in Stücke zerschnitten. Das waren die Farmen Abrahams, Kays und Hoffnung. Auf letterer trafen wir Feinde. Kollege Nassau führte die Umgehungspatrouille, Lieutenant Mundt den Haupttrupp, zusammen waren wir etwa 30 Mann. Als wir die Feinde sahen und sie merkten, daß wir angreifen wollten, rissen sie aus und wir in gestrecktem Galopp hinterher. Schnell warfen sie ihre Bündel fort, und wer ein Gewehr hatte, schoß auf uns, die andern Tiefen. Die Hauptmasse konnten wir abschneiden und in wenigen Minuten hatten wir etwa 14 Herero erschossen und erschlagen. Einem habe ich den Weg abgeschnitten, gerade als er einen von Wir müssen gestehen, dieser Herero ist uns zwanzigmal mehr unfren angreifen wollte, der alle Schüsse verschossen hatte und auf dem aufgeregten Pferde nicht mehr laden konnte. Gerade wollte wert, als der Junker Graf Reventlow, der in Südwestafrika„ cin er ihn vom Pferde reißen, da sah er mich gegen ihn heran- bißchen Schrecken" verbreitet zu sehen wünscht und die Regierung galoppieren, riß aus und verstedte sich im Ge- ermahnte, nicht für allzu große Humanität der Kriegsführung zu büsch. Schon hatte er zwei Schuß aus meiner forgen! Browning Pistole erhalten, dann sprang ich vom Gaule runter und schlug ihm mit einem erbeuteten Gewehr so lange auf den Schädel, bis Gewehr und Schädel kaput waren. Einem andren ritt ich nach, mußte durch angestantes Dammwasser y " Deutsches Reich. Professoren- Gutachten über das Wahlrecht. schwimmen, verwundete ihn durch einen Gewehr= Die Ethische Kultur" hat eine Umfrage über das allgemeine, schuß und zwei Pistolenschüsse, konnte ihn aber in dem gleiche und direkte Wahlrecht veranstaltet. Beantwortet werden sollten argen Buschwerk nicht finden, so gut hatte er sich verkrochen; drei„ Antinomieen"( Denkwidersprüche). aber genug hatte er auch. Noch einen dritten, der sich I. Drei Fragen. verwundet in einen Busch verkrochen hatte, 1. Ist ein Bürger persönlich frei und mit andern rechtsgleich, entdeckte ich und gab ihm zwei Pistolenschüsse, da kam noch ein wenn er auf das Gesez, dem er gehorchen soll, nicht gleichen Einandrer dazu und zerschmetterte ihm mit einer Flintenkugel den fluß üben darf, wie andre? Schädel. Als ich mich umfah, war ich den Ausreißern so weit 2. Ist ein Rechtsstaat möglich, ohne daß persönliche Freiheit und gefolgt, daß ich die andern weit hinten sah, und mich schnell Rechtsgleichheit herrschen? in Sicherheit bringen mußte. II. Drei Gegenfragen. Ich hörte dann, daß 3. Ist es moralisch zulässig, eine Verfassung dem Namen nach noch mancher erwischt war, auf unsrer Seite fein auf legterem Grundsatz aufzubauen, in der That aber nicht die Verlust. Meinem Nachbarn war das Pferd verwundet und mitonsequenz des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts zu ziehen? einem Sprung setzte es den Reiter ab und lief davon, zum Glück ohne großen Schaden angerichtet zu haben. Ein Kerl hatte sich bis an den Hals ins Wasser gelegt und hinterm Busch versteckt und tot gestellt. Als die Unsrigen auf ihn zukamen, schoß er noch, schon war auch er geliefert, Pardon wird nicht gegeben, alles muß dran glauben." Sollte nun Herr Dr. Stübel noch immer daran zweifeln, daß es nötig ist, sofort telegraphisch die strikteste Anweisung zu geben, daß Wehrlose und Verwundete nicht nach Arenbergscher Methode abzu schlachten sind? " Lügen über die Hereros. 1. Können Menschen, die nicht intellektuell und moralisch gleichwertig sind, gleichwertig an der Gesetzgebung zusammentvirken? 2. Jit es also moralisch zulässig, den Grundsatz der Freiheit und Rechtsgleichheit bei einem Wahlrecht, das die Klügeren und Besseren durch die Masse der Minderwertigen unterdrückt, zur Durchführung zu bringen? 3. Ist ein Rechtsstaat überhaupt nur möglich, so lange die Masse der Bevölkerung das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht nicht zur Herstellung wirklicher Frei heit, sondern nur zur Durchsetzung ihrer Interessen benugt? III. Schlußfrage: Der Reichsbote" veröffentlicht heute abend mehrere Berichte Wie sind diese Antinomieen praktisch miteinander in Einklang zu von Missionaren aus Otjimbing we und Okahandja, fetzen? die beweisen, daß die Schauergeschichten über die Grausam Herr Eduard v. Hartmann, Hauptmann des Denkens a. D., der feiten der Hereros sowohl wie über die verräterische Haltung Unbewußte der Philosophie kommandiert ebenso schneidig wie ein der Missionare erlogen find. fach: Das gleiche Wahlrecht aller ist das schlechteste aller möglichen, samen Unterdrückung der unteren Volfsklassen, bewußt angestrebt wird." Das Grundmittel aber, eine sinngemäße Ausführung des Wahlrechts herbeizuführen ist:„ daß dem ganzen Volfe, bis zum letzten Manne, eine allgemeine und bürgerliche Erziehung auf streng gleichheitlicher und autonomer Grundlage zu teil wird". Staatsrechtlich unzulässig. In der Donnerstags- Sigung des Abgeordnetenhauses ist die Frage aufgeworfen worden, ob die Form, in der die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengejeges geschehen ist, staatsrechtlich zulässig ist. In der That ist das vom Reichskanzler eingeschlagene Verfahren nicht nur anfechtbar und bedenklich, soudern unhaltbar und verfassungswidrig. Die" Post" führt aus, daß im Bundesrat die Frage sorgfältig erwogen worden sei, ob die Zustimmung des Bundesrats zu einem Beschluß des Reichstages, den dieser in der vorigen LegisIaturperiode gefaßt hat, staatsrechtlich angängig ist. Bundesrat habe die Zulässigkeit bejaht und zwar auf Grund folgender Erwägungen: Nach der Praxis des Reiches gilt der Grundfah, daß uns erledigte Angelegenheiten nicht von einer Session in die andre übergehen, zwar ausnahmslos für alle im Reichstage selbst nicht erledigten Angelegenheiten. Dagegen gilt dieser Grundsatz, soweit es sich um die Beschlußfassung des Bundesrats über von dem Reichstage angenommene Gesezentwürfe handelt, zwar als Regel, aber als eine Regel, von welcher unter besonderen 11mständen Ausnahmen zulässig sind. Thatsächlich hat denn auch der Bundesrat bereits in einer ganzen Reihe von Fällen im Reichstage angenommenen Gesezen erst nach Beginn der nächsten Reichstags- Session zugestimmt, und die so zustande gekommenen Gefeße bestehen in unbestrittener Rechtskraft. In dem vorliegenden Falle lag um so weniger Grund vor, diesen Präcedenzfällen nicht zu folgen, als die Zusammenfegung des Reichstages fich gegenüber der vorigen Legislatur periode nicht erheblich geändert hat, mithin mit unbedingter Sicherheit anzunehmen ist, daß die große Mehrheit des Reichstages auch gegenwärtig die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengefeßes wünscht. Diese Auffassungen sind ganz unzutreffend. Es wird ganz grund- und beweislos behauptet, daß unter besonderen Umständen Ausnahmen zulässig seien. Ganz unbeträchtlich ist für die rechtliche Beurteilung, ob der Reichstag in seiner jetzigen Zusammensetzung ebenso über eine gefeggeberische Angelegenheit denkt wie der vorhergehende. Und vor allem ist der entscheidende Unterschied übersehen, ob es sich nur um eine neue Session desselben Reichstages, oder um einen neuen Reichstag handelt. Wenn die Reichsverfassung auch nicht ausdrüdlich das Verfahren, das der Bundesrat eingeschlagen, ausschließt, so verstößt Der beschlagnahmte Simplicissimus". Korea als kriegführende Macht. bieses Verfahren boch zweifellos gegen den flaren Sinn] Leipzig, 17. März. Das Reichsgericht verwarf die sind westlich vom Jalu teine Japaner gesehen der Verfassung. Es kann nicht angehen, daß der Bundesrat Revision des Redakteurs Hans Biermann- Oldenburg, der worden. Beschlüsse des Reichstages unter Umständen viele Jahre hindurch am 21. November vorigen Jahres vom dortigen Landgericht wegen liegen läßt, um ihnen dann, vielleicht unter gänzlich veränderten Verhält- Beleidigung des Ministers Ruhstrat zu zehn Monaten Gefängnis Söul, 16. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Der nissen und entgegen der Meinung des mittlerweile bestehenden Reichstages, verurteilt war. zuzustimmen und sie in Kraft zu setzen. Die Verfassung fordert, foreanische Handelsvorstand in Kjöngjöng am Tjumenfluß erhielt daß Beschlüsse des Reichstages, wenn sie bis zu Beginn einer neuen Dem Redakteur des eine Mitteilung vom russischen General in Wladivostok, in welcher Legislaturperiode nicht die Zustimmung des Bundesrats gefunden" Simplicissimus", Ludwig Thoma, ist der Beschluß des Gerichts dieser ihn benachrichtigt, daß, da Korea sich Japan angeschlossen Legislaturperiode nicht die Zustimmung des Bundesrats gefunden zugesandt, wonach die Beschlagnahme der Centrumsnummer des habe, Rußland ersteres als triegführend anſehe.- Demgemäß haben, als erledigt gelten müssen. Wigblattes aufrechterhalten, die Anklage eines Vergehens wider werden 2000 Mann toreanischer Truppen, die jetzt in Söul stehen, Es wäre staatsrechtlich notwendig gewesen, daß der Reichskanzler, die Religion aber fallen gelassen wird, weil in subjektiver nächste Woche nach dem Norden gesandt werden. Die Japaner um den§ 2 aufzuheben, einen entsprechenden Gesezentwurf dem Beziehung fich der. Thatbestand einer strafbaren Handlung nicht nach- stellten endgültig fest, daß eine große Truppenmacht russischer jezigen Reichstage vorgelegt hätte. weisen lasse. Es fehle ein hinreichender Verdachtsgrund, daß sich die Feldartillerie am Nordufer des Jaluflusses Erdwerke aufwerfe. Angeklagten des beschimpfenden Charakters ihrer Kundgebung bewußt gewesen seien. Ein russischer Vorstoß. " Seid unterthan der Obrigkeit! Am Vorabend des 18. März widmet die Voffische Zeitung" dem„ Vorwärts" einen Leitartikel, um zu beweisen, daß sie die russischen Studenten wohl beraten, während die Socialdemokratie sie ins Unglück gestürzt hätte. Salbungsvoll schreibt das Organ des freigesinnten Bürgertums: Ausland. Englische Meinungsfreiheit. V Tokio, 17. März.( Laffan" Meldung.) Ein amtliches Telegramm aus Söul meldet: Eine 1500 Mann starte russische Kavallerie Abteilung machte zwischen Wiju und Wyöngyang einen plöglichen Vorsto ß. 200 Reiter Wir aber bellagen das Schicksal der Schwärmer, die einer London, 14. März. Vor wenigen Tagen wurde vor dem Ge- gingen bis zum Seisenko- Flusse vor und feuerten auf die Japaner ungewissen Zukunft entgegengehen und vielleicht in Jahr und Tag schworenengericht in Leeds ein Prozeß zwischen einem gewissen am andern Ufer. Die Japaner erwiderten das Feuer nicht. bitter bereuen, daß sie sich zu Kundgebungen hinreißen ließen, die John William Stell und einem Zeitungsverleger ausgefochten. Stell ihnen die Ausweifung und unter Umständen ein hartes Los für hatte sich durch eine Notiz in der Scarborough Post" beleidigt ge Der Krieg und die russischen Liberalen. ihr ganzes Leben einträgt. Und deshalb glauben wir nicht, in die fühlt. Während des Prozesses wurden einige Briefe verlesen, die studierende Jugend in Rußland immer kräftiger den Protest gegen Während die Socialdemokratie und die von ihr beeinflußte focialdemokratische Heze gegen die Regierung einstimmen, sondern Stell an König Eduard VII. gerichtet hatte. Einer dieser Briefe ben Krieg erhebt und immer energischer die aufgewühlten Geister fühlt. Während des Prozesses wurden einige Briefe verlesen, die Nein, Fremde, die unsre Gäste sind, müssen sich schweigend alle lautete: Beschimpfungen gefallen lassen. Solche Herausforderungen", wie eine Verteidigung gegen ministerielle Schmähungen kann sich die Regierung des Deutschen Reiches nicht gefallen lassen. ihr Milde und Nachsicht empfehlen zu sollen." Und 1848 gab dieselbe Vossische Zeitung" ein Extrablatt der Freude heraus, als sich die Fremden und Ausländer" sogar revolutionär erfrechten, anstatt sich hübsch still zu verhalten, nicht zu muden und die Obrigkeit allerunterthänigst um etmas Fortschritt zu bitten. Ach, schon Heine sang, als Herivegh aus Preußen ausgewiesen wurde: Doch als der holde Rausch entwich Mein teurer Freund, du warst betroffen Das Bolt, wie fazenjämmerlich, Das eben noch so schon besoffen. Ein schimpfender Bedientenschwarm, Und faule Aepfel statt der Kränze An jeder Seite ein Gendarm, Freisteht endlich dir die Grenze. Der Bedientenschwarm schreibt seitdem in sehr manierlichem Leitartikel für die liberale Presse. bornehmen Ton Die erstklassigen Menschen" untereinander. Vor dem Kriegsgericht in Pirna wurden am Mittwochnachmittag jene mit standesgemäßen Schießereien verbundenen Eheirrungen en gros verhandelt, welche Pirnas Garnison interessant gemacht haben. Der Verhandlungstag war sehr geheim gehalten worden. Nur zwei Dresdener Berichterstatter, die lediglich durch Zufall den Tag erfahren hatten, bildeten die Zuhörerschaft. " " 11 An Seine Majestät den König! Hiermit schicke ich Ihnen auf den Kampf wider den Absolutismus richtet, zeigt sich, daß der An Seine Majestät den König! Hiermit schicke ich Ihnen Liberalismus wieder einmal gründlich versagt. Es konnte scheinen, die Vorladungen zurück, die ich wegen Steuerverweigerung erhalten habe. Ich werde keinen Pfennig zahlen, bis Sie mir nicht daß in den letzten Jahren unter dem Einfluß des Erwachens der Arbeiterdas Vermögen zurüderstatten, das Sie mir geraubt haben. An bewegung auch durch die, liberale Gesellschaft" ein verheißendes Revival brutaler unverschämtheit, an gemeiner Feigheit, an Verlogenheit ging. Die von P. v. Struve gegründete Dswoboshdenje" befleißigte und Ungerechtigkeit stehen Sie und Ihre Diener einzigartig da." fich, eine„ würdige", aber ernste Bewegung der„ Väter", d. h. der Wegen derartiger Briefe wurde Stell von der Scarborough älteren Generation der russischen Gesellschaft ins Leben zu rufen. Post" eine komische Person genannt. Stell fühlte sich beleidigt und Nun aber genügte der erste heftige Wind des Chauvinismus, der flagte. Die Geschworenen sprachen den Verleger frei, da sie seine durch den Krieg entfesselt wurde, um diese tapfere Gesellschaft der Bezeichnung für gerechtfertigt hielten. Stell wurde natürlich wegen liberalen Mannesseelen erbärmlich zu fniden. Die litterarischen Majestätsbeleidigung nicht angeklagt. Der Richter sagte ihm nur: Führer des russischen Liberalismus, wie der Redakteur des„ Europäischen Mein Herr, Jhr Benehmen ist wahrhaft schändlich." Und damit Boten", Stasijulewitsch, wie Arisenjem, prostituieren sich durch die Teilwar die Sache abgethan. Dem Namen nach zu urteilen, ist der nahme an der Ueberreichung der allerunterthänigsten Adresse" an den furiose Briefschreiber entweder Deutscher oder Holländer. Selbst- ,, bergötterten Monarchen" und lassen sich, zusammen mit Vertretern redend ist niemand eingefallen, von fremden Schnorrern zu fabeln. des foeben vom v. Plehwe gemaßregelten liberalen Semstwo Troß dieser großen Meinungsfreiheit hat der König von England von Twer, zur Audienz beim Zaren führen durch denselben weniger Feinde als irgend ein Monarch Europas. Ja, Eduard VII. v. Blehive, durch den Arrangeur des Kischinewer Massacre! Der ist in seinem Reiche ungemein populär und vor Attentaten absolut Leader des Liberalismus aber, P. v. Strube, verfällt demgegenüber sicher. auf einen noch gescheiteren Gedanken, indem er in einem speciellen Offenen Briefe an die russische studierende Jugend den Kultus der zarischen Armee zu propagieren sucht.„ Es ist russischen Männer, die freie Bürger eines freien Landes sein wollen, abnorm und schandbar ruft Herr Struve- daß diejenigen gegenüber der bewaffneten Macht der Nation(!) nichts andres empfinden, als Furcht und Mißtrauen. Mit diesem abnormen Zus England. Das Unterhaus für das Frauenstimmrecht. rechts auf Frauen nahm gestern, wie aus London berichtet wird, das Einen Beschlußantrag zu Gunsten der Ausdehnung des Stimmenglische Unterhaus mit 182 gegen 68 Stimmen an. Rußland. " das Als Angeklagte waren erschienen: 1. Theodor August Krohn, Oberlieutenant und Regimentsadjutant im 5. Feldartillerie- letzten Tagen ist von der Socialdemokratie Russisch- Bolens und wärtigen Augenblid. Ist es nicht merkwürdig, daß die Russisch- Polen. Warschau, 14. März.( Eig. Ber.) In den ſtand kann und muß aufgeräumt werden, gerade im gegenRegiment Nr. 64; 1873 als Sohn des Konsuls und Kaufmanns Krohn Littauens ein Flugblatt aus Anlaß des Krieges verbreitet worden, Russen bis jetzt nicht verstehen und sich nicht entschließen können, zu in Lübeck geboren, trat er 1894 als Fahnenjunker ein, wurde 1895 das unter der Arbeiterschaft sehr gute Aufnahme gefunden hat, von rufen:„ Es lebe die Armee"? Die Armee ist doch nur das Volk in Lieutenant und 1901 Oberlieutenant. 2. May Aler Bag, Lieute der bürgerlichen Gesellschaft dagegen mit Mißtrauen begegnet wurde. Waffen." Bis jetzt war es das Monopol der vernant im 8. Feldartillerie- Regiment Nr. 18 in Wurzen; 1882 als Das Flugblatt analysiert den Hintergrund des Krieges, die aus- ächtlichsten reaktionären Bresse in Rußland, den Kultus der Sohn des jest in Chemnik wohnenden Rentiers Bar in Bochum ge- beuterische zarische Bolitik, konstatiert die bisherige Blamage des zarischen Armee boren, traf 1901 als Fähnrich ein und wurde 1902 Lieutenant. Barismus im Kriege, und weist die polnischen Arbeiter dringend auf Volt in Waffen" der Liebe zu verbreiten und die Kosaken als 3. Karl Alfred Gerlach, bisher Lieutenant im 5. Feldartillerie ihre politische Aufgabe hin: gemeinsam mit dem russischen Prole- Bevölkerung zu empfehlen, jetzt übernimmt der von ihnen massakrierten Regiment Nr. 64( jetzt aus dem Heere entlassen); 1883 in 3örbi tariat den Krieg zum verdoppelten Kampfe gegen den Absolutismus im Dienste des Zarentums- der russische Liberalismus. Aber nicht diese Aufgabe bei Weißenfels geboren als Sohn des dort wohnenden Ritterguts- auszunuzen. besizers, trat 1902 als Fahnenjunker ein, wurde 1903 Lieutenant. genug Herr v. Struve empfiehlt der studierenden Jugend nicht nur, 4. Eduard Albert Rudolf Korn, bisher Lieutenant im 5. FeldPetersburg.( Eig. Ber.) Die höheren Frauenkurse waren in zur Losung ihrer patriotischen Manifestationen den Ruf:„ Es lebe artillerie- Regiment Nr. 64 in Pirna( jekt aus dem Heere entlassen). folge des stürmischen Protestes der Hörerinnen gegen die in ihrem die Armee!" zu machen, sondern er warnt dringend vor der von der Storn ist 1880 als Sohn eines Fabrifbesikers zu Leipzig geboren, Namen von der Direktion gefälschte patriotische Adreſſe an den Socialdemokratie ausgegebenen Losung:„ Nieder mit dem Absolutis trat 1901 als Fahnenjunker ein und wurde 1902 Lieutenant. Baren geschlossen. Jetzt sind die Kurse wieder geöffnet worden 5. Walter Richard Ernst Heinrich Sulzberger, Oberlieutenant aber nur für die Handvoll politisch unverdächtiger“ und„ gesinnungs- mus!" Man dürfe neben den Hochs auf die Kosaken mur rufen: im 2. Feldartillerie- Regiment Nr. 28 zu Birna; 1874 als Sohn tüchtiger" Hörerinnen, die unter Vorzeigung von Einlaßtarten zu" Es lebe Rußland"(!!) oder:" Es lebe die Freiheit", aber eines Dresdener Kaufmanns geboren, wurde 1894 Fahnenjunker, gelassen werden. ja nichts mehr:" In diesem schwierigen Augenblick", heißt 1895 Lieutenant und 1901 Oberlieutenant. Dieser Offizier ist eine große Anzahl Flugblätter aus Anlaß des Krieges verbreitet. und Kriegerische Losungen, denn jetzt ist es nötig, daß wir Die Socialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands hat bereits es wörtlich, sind unpassend und unerwünscht andre schärfere wegen Kartelltragens angeklagt. Während der Erörterung der Vorgänge, die zu den Zweikämpfen Die einzelnen Lokalkomitees der Partei in Odessa, Berditschew, uns mit festem Fuß auf den gemeinsamen Boden stellen, der für geführt haben, war die Deffentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlich Batum, Kiew, Charkow, Rostow, Mariupol, Moskau, Homel u. a. alle Russen geschaffen worden ist durch das nationale Unglück- den keit und militärischer Interessen ausgeschloffen. Ueber die Zwei- haben jedes für sich mehrere Flugblätter in Zehntausenden von Krieg.- Ihr müßt schonend und taktvoll dem gedankenlosen kämpfe machte der Oberlieutenant Krohn folgende Angaben: Er habe Eremplaren verbreitet, in denen der Krieg von verschiedenen Seiten drei Zweikämpfe ausgefochten und zwar mit dem Lieutenant Gerlach beleuchtet wird. Außerdem hat die Redaktion des Centralorgans Patriotismus eurer Kollegen begegnen." Und für den äußersten am 7. Januar, mit Bag am 9. und mit Storn am 10. Januar d. J. der Partei, Jstra" von sich aus als Vorlage für die Komitees Fall, wenn die demonstrierende patriotische Jugend von dem„ Bolt Beim ersten Duell erhielt Lieutenant Gerlach einen Schuß in den zum Abdruck und zur Verbreitung folgende Flugschriften heraus- in Waffen", bulgo von der Nahajka massatriert werden sollte, erlaubt Oberarm. Er strauchelte und fiel zu Boden. Die Verlegung ist gegeben:" An das gesamte arbeitende Volt"," Der internationale der Leader des Liberalismus auch dann noch ja nicht„ Nieder mit noch nicht vollständig geheilt, der Arm noch nicht gebrauchsfähig. Die Gendarm"," An alle Soldaten der Landwehr"," Krieg dem Kriege!" dem Absolutismus" zu rufen, sondern höchstens etwa„ Nieder mit andern Zweikämpfe verliefen unblutig. Lieutenant Storn behauptete, und Weshalb muß der russische Soldat sein Leben in die Schanze v. Blehwe!"„ Das wird maßvoller sein und zielficher" fügt er er habe dreimal absichtlich in die Luft geschossen, um den Gegner zu fchlagen?" hinzu. schonen. Er habe den Kampf als Sühne für seine That betrachtet. Sämtliche übrigen Angeklagten geben zu, die Absicht gehabt zu haben, fich zu treffen. Ob dabei jemand getötet würde, habe sich keiner borher überlegt. In geheimer Sigung erfolgt dann die Vernehmung des Hauptmanns Dammüller, der seinen Kameraden Oberlieutenant Krohn von der„ Eheirrung" seiner Gattin in Kenntnis sette. Nach einstündiger Beratung verkündete der Gerichtshof folgendes Urteil: Es werden verurteilt Oberlieutenant Krohn wegen Herausforderung zum Zweikampfe in 3 Fällen zu 4 Monaten, Lieutenant Bag zu 6 Monaten, Lieutenant Gerlach zu 2 Jahren, Lieutenant Korn zu 1 Jahr 3 Monaten und Oberlieutenant Sulzberger wegen Kartelltragens zu 2 Tagen Festungshaft. Während der Urteilsbegründung war die Deffentlichkeit wiederum teilweise ausgeschlossen. Die Bestien" gaben Pardon! Der National- Beitung" ist folgende Buschrift der Rheinischen Missionsgesellschaft zugegangen: „ Keiner unfrer Missionare hat nach den uns zugegangenen Nachrichten je etwas gethan, was auch nur im entferntesten solche schwere Anschuldigung rechtfertigen könnte. Wohl aber haben Dukende von Flüchtlingen in unfren Missionshäusern Schuß und Zuflucht gesucht und gefunden. Was mit den Missionshäusern etwa nach dem Abzug der Missionare hier und da von den Hereros geschehen ist, wissen wir natürlich nicht." Die Bestien", deren nach dem Zeugnis des Tierarztes Dr. Baumgart tein Pardon gegeben wurde, die, einerlei ob fie bewaffnet oder unbewaffnet, schuldig oder unschuldig waren, aus nahmslos niedergemetzelt wurden, haben also ein Asylrecht anerkannt, haben Pardon gegeben! " " Zeitungseinfuhrverbot in Finnland. Nach einer Meldung von Es ist gut, daß man im Auslande weiß, daß demnach im Kampfe Rigaus Bureau aus Helsingfors hat die zur leberwachung der Breffe mit dem Absolutismus auch in Rußland nunmehr die Socialdemo eingesetzte Behörde die Einfuhr von 18 schwedischen Zeitungen und tratie, die Arbeiterklasse allein in Betracht kommt. Zeitschriften verboten, darunter die vier socialdemokratischen " Social- Demokraten" aus Stockholm,„ Ny Tyd" aus Göteborg, Nya Samhället" und" Folkebladet"; ferner die Einfuhr von drei norwegischen Blättern, darunter Socialdemokraten" aus Seri stiania, und schließlich die Einfuhr von Social Demotraten" und von„ Politiken" aus Kopenhagen. " " Unser Kopenhagener Bruderorgan bemerkt dazu:" Nun sollen wir also nach Finnland eingeschmuggelt werden, gerade so wie wir schon seit langem nach Rußland eingeschmuggelt werden." Partei- Nachrichten. Totenliste der Partei. Ein langjähriger braver Parteigenosse, der erste Hauptkassierer der Central- Stranfen- und Sterbekasse der Tischler, Louis Jacobs, ist in Hamburg gestorben. Jacobs war am 23. April 1847 in Wolfenbüttel geboren, lernte als Tischler Zur Begründung des Einfuhrverbots wird in dem vom 5. März und schloß sich schon in jungen Jahren der Partei, und zwar in datierten Cirkular der Presseverwaltung in Helsingfors gesagt: In Braunschweig, als überaus thätiges Mitglied an, wie er auch in der einer Menge im Auslande erscheinender Blätter und Zeitungen Gewerkschaftsbewegung eine rege Thätigkeit entfaltete. Im Herbst fänden sich häufig tendenziöse Artikel und Notizen, die äußerst kränkend 1883 wurde er nach Hamburg berufen, um die Stelle des Redakteurs für das Kaiserreich Rußland wären und nicht mit der Wahrheit an der damaligen Neuen Tischlerzeitung", jezigen Holzarbeiter übereinstimmten, oft auch von der hohen Person des Kaisers Beitung", zu übernehmen. Diesen Posten vertauschte er am handelten. 1. Februar 1888 mit dem eines zweiten Hauptkassierers an der obengenannten Krankenkasse, um dann am 1. Oftober 1890, als der erste Hauptkassierer, der auch schon seit mehreren Jahren verstorbene Wilhelm Gramm, sein Amt niederlegte, an dessen Stelle zu treten. Neben seiner Berufsthätigkeit bekleidete er in Partei und Gewerkschaft verschiedene Vertrauensämter. Ein russischer Torpedojäger in die Luft geflogen. Beim Einfahren in den Hafen von Port Arthur stieß gestern, wie dem„ Tag" gemeldet wird, der russische Torpedojäger Story" auf eine Mine, die von ihrem Blaze abgetrieben war, und flog in die Luft. Nur vier Leute von der Befagung wurden gerettet. Wir verzeichnen über die Lage in Ostasien ferner folgende Privattelegramme: Die ruffische Flotte ausgelaufen? Tokio, 17. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das Tofio, 17. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das Marineamt hat die Mitteilung erhalten, daß sieben ruſſiſche Schiffe gesichtet worden seien, welche Port Lazarew, nördlich von Gensan, passierten. Von der koreanischen Grenze. In St. Ingbert( Saarrebier) starb im Alter von 77 Jahren der Parteigenosse ugo Dullens. Seit mehr als 20 Jahren ist er im Saargebiet thätig gewesen, weit über die Grenzen älteren Parteigenoffen im Reiche geben, die dem tapferen Genossen feiner Wirksamkeit hinaus war er bekannt, und es dürfte wenig der nicht die Hand gedrückt. In den Streifen seiner Genossen genoß er das größte Vertrauen und schon seit Jahren bekleidete er den Posten als Stassierer des Socialdemokratischen Beveins St. Ingbert. war er delegiert und dürfte somit auch bei unsren ausländischen nach den internationalen Stongreffen Zürich, Paris, London usw. Parteigenossen kein Fremder sein. Durch sein einfaches, schlichtes Wesen erwarb er sich die Achtung aller Parteigenossen. Auch Auch in Frantfurt a. M. starb ein alter Kämpfer in der Person des Schneiders Josef Heger. Der 62 Jahre alte Ver storbene hat namentlich in den Zeiten des Socialistengesetzes eine ers folgreiche Thätigkeit für Partei und Gewerkschaft geleistet. Nur Strankheit zwang ihn seit Jahren, seine öffentliche Thätigkeit einzuSächsische Jesuitendebatte. Aus Dresden wird vom 17. März berichtet: In der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages be antwortete heute der Kultusminister Dr. b. Seydewis die von fast sämtlichen Mitgliedern der Kammer unterzeichnete Interpellation wegen der Stellung der Regierung zur Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes. Der Minister erklärte unter lebhaften Bravorufen Niutschwang, 16. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) der Kammermitglieder, daß die sächsischen Stimmen im Bundesrate von authentischer Seite wird berichtet, daß eine beträchtliche russische gegen die Aufhebung des§ 2 abgegeben worden seien und daß Streitmacht eine wertvolle strategische Stellung in Die Regierung der Anschauung sei, daß die Bestimmung in dem Para- der befestigten Stadt Aschangan, bis wohin die schränken. graphen 56 Absah 2 der sächsischen Verfassungs Japaner in dem chinesisch- japanischen Kriege borgerüdt waren, ein- Jn New York starb vor einiger Zeit der Cigarrenmacher urkunde:„ Es dürfen weder neue Klöster errichtet, noch Jesuiten genommen haben. Eingeborene, welche Fönghwangschöng bis zum Arnold, der 1848 in Stötterig bei Leipzig geboren wurde. Arnold ober irgend ein andrer geistlicher Orden jemals im Lande aufge: 12. d. M. verlassen haben und deren Aussagen glaubwürdig find, nahm hervorragenden Anteil an der socialistischen. Bewegung, er nommen werden" durch die Aufhebung des§ 2 nicht berührt werde. bringen die Bestätigung der Meldung, daß die stand damals auf seiten der Lassalleaner und hat alle kämpfe bis Es sei ganz natürlich, daß die sächsischen Minister, die sämtlich auptmacht der Russen, welche am Jalu zu zur Vereinigung der beiden Fraktionen mitgemacht. Später wirtie evangelischen Bekenntnisses seien und daher das Bekenntnis der großen fammengezogen war, jest den Fluß überschritten er in Erfurt, in Görlitz mit August Zwiebler, in Spremberg, StuttMehrheit des sächsischen Voltes teilten, gegen die Aufhebung des und fleine Truppentorper in Antung, Tschiu- gart und in andren Städten für die Biele des Socialismus. Unterm § 2 des Jesuitengesetzes sich erklären müßten, daß dieses Vorgehen der lientscheng und andren Orten zur Bewachung Socialiſtengesetz wurde er aus dem nördlichen Belagerungsgebiet Minister aber auch die volle Zustimmung des Königs des Flusses zurüdgelassen hat. Vor 14 Tagen sind ausgewiesen, worauf er nach Amerika ging. Auch dort hat er seinen gefunden habe. japanische Aufklärungstruppen in Antung gewesen, seitdem Anteil an der Arbeiterbewegung genommen. <£tn Vorkämpfer der belgischen Socialdemo- rratie, Massart, ist vor einigen Tagen in I o l i m o n t ge- storben. Massart ist aus dem Volke hervorgegangen, er war Schmied. trat 1869 zur Socialdemokratie über und hat seitdem für dieselbe gewirkt. Er ist Begründer und war bis zu seinem Tode der Leiter der Genossenschast„Le Progres" in Jolimont. Die 1886 gegründete Genossenschaft zählt jetzt 15 000 Mitglieder, hat Volkshäufer in fiinf Orten errichtet, besitzt eigne Bäckereien, eine Schlächterei, eine Brauerei und drei Apotheken. Massart war Schöffe, Gemeinderat. Provinzialrat und gehörte sest vielen Jahren dem Generalrat der Arbeiterpartei an._ Sozialea. Eine neue Bauarbeiterschutz-Berordnung ist am 11. März in Baden herausgekommen. Noch am 8. März sprach im Landtag Genosse Abg. Horst über die dringende Not- wendigkeit von allgemeinen Bauarbeiterschutz-Bcstimmungen und drei Tage später erblickte die schon vom 29. Februar datierte Verordnung das Licht der Oeffentlichkeit. Die Verordnung ist ziemlich umfangreich. Die wichtigsten Be- stimmungen seien kurz skizziert. Die Vorschriften zur Ver- hü t u n g von Unfällen bestimmen u. a.: Abbruchs arbeiten dürfen nur unter sachverständiger Leitung erfolgen; Umwerfen von Wänden und Schornsteinen ist nur ausnahmsweise gestattet, Sprengungen dürfen ohne behördliche Genehmigung überhaupt nicht vorgenommen werden. Ferner ist verboten, Arbeiter bei Abbruchs- arbeiten so zu beschäftigen, daß sie ungeschützt übereinander stehen. Den Gefahren bei Ausschachtungen zc. soll begegnet werden durch Anordnung von Absteiftmgen oder Abböschungen. Brunnen- schächte müssen, ausgenommen in standfestem Gebirge, bei größerer Tiefe als l'/z Meter ausgeschalt werden. In Brunnenanlagen, Abortgruben und Kanäle darf erst eingestiegen werden, nachdem festgestellt ist. daß in der Grube genug Sauerstoff zum Atmen vor- Händen ist. Kalkgruben und sonstige Löcher auf dem Bauplatz müssen überdeckt sein. Die Bestimmungen über die Gerüste sind sehr ausführlich; eZ wird verlangt: gutes Material, sachverständiger Aufbau, ordent- liche Versteifung. Abdeckung, Schutzgeländer oder Brustwehr, 30 Centi- meter hohe Bordbretter, die sich an die Abdeckung anschließen. Genist- bocke im Innern des Baues sollen nur ausnahmsweise zugelassen werden; die Aufstellung mehrerer Bockgeriiste übereinander ist verboten. Hänge- oder Rahmengerüste sind nur für kleinere Reparaturen zu- lässig. Diese wie die sog. fliegenden Gerüste sind mit Rücklehnen zu versehen. Geflickte Leitern dürfen nicht zur Verwendung koimnen, auch dürfen keine Sprossen fehlen und die Sprossen sich nickt drehen. Die Leitern sind gegen Durchbiegen und seitliches Schwanken abzu- steifen. Zum Materialtransport dürfen Leitern nicht benutzt werden. Alle Oeffnungen im Bau find abzudecken. Bei Dacharbeiten ist erhöhter Schutz angeordnet durch Anbringung von starken mit hoher Bordwand oder Lehne verseheneu Fanggerüsten. Weitere Sicherungsvorschriften betreffen die Sicherung des Fugangs zum Bau, die Aufzüge, Beleuchtung der Zugänge sc. Bei Dunkelheit ist den Arbeitern das Betreten der nicht hell erleuchteten Teile des Baues überhaupt verboten. An Hochbauten soll, abgesehen von Jnnenarbeiten, bei künstlichem Licht in der Regel nicht gearbeitet werden. Bei Frost oder Schnecwetter muß alles mit Sand bestreut werden; bei Glatteis dürfen Bauarbeiten nur an solchen Stellen vorgenommen werden, an denen eine Gefahr für die am Bau beschäftigten Personen ausgeschlossen ist. Dem Schutze der Gesundheit will die Verordnung dienen durch generelle Anordnung von Baubuden. Auf jeder größeren Hochbaustelle ist vom Beginn der Arbeit bis zur Benutzbarkeit der Räume selbst für die Arbeiter zur Benutzung während der Arbeitspausen, zum Schutze gegen der Unbilden der Witterung, sowie zur Aufbewahrung von Kleiden,. Lebensmitteln und Eßgeschirr ein allseitig dicht umschlossener, mit Fenstern genügend versehener, lüftbarer und dicht überdachter Unter- kunftsraum zu schaffen. Die Baubude soll mindestens 2,2 Meter hoch und so groß sein, daß auf jeden Arbeiter 5/4 Quadratmeter Bodenfläche kommen; sie soll festen Dielenfußboden haben, in der kälteren Jahreszeit heizbar sein, in reinlichem Znstande erhalten iverden und darf nicht zur Aufbewahrung von Werkzeugen und Baumaterial benutzt werden. Auf Bauhöfen und Werkplätzen sind ebenfalls solche Baubuden zu errichten. Weitere Aufmerksamkeit widmet die Verordnung den Aborten. Auf 25 Arbeiter muß ein, mit Tonnen oder fester Grube versehener Abort vorhanden sein. Wo Frauen beschäftigt werden, sind die Aborte für die Geschlechter getrennt anzulegen. Der Inhalt der Grube oder Tonne ist täglich mit Erde oder einem andern Streu- mittel zu bedecken. Be, großen Bauten ist auch ein Pissoir anzubringen. Zum Schutze der Gesundheit wird ferner angeordnet, daß, um die Entwicklung von Staub zu verhüten, der Bauschutt zu begießen ist. Im Innern der Bauten darf nur durchnäßter Schutt herabgeworfen werden. Die Baupolizei- behörde kann anordnen, daß in der kalten Jahreszeit T h ü r e n und Fensteröffnungen provisorisch geschlossen werden. Die Verwendung von über Rahmen gespanntem Jutestoff oder Segel- tuch zum Schließen der Fensteröffmmgen ist zulässig. C o a k s- öfen und Coakskörbe sind in Räumen, wo Arbeiter thätig sind, nur dann zulässig, wenn sie mit einem ins Freie führenden Gasabzug versehen sind. Der Genutz von Bier oder andren geistigen Getränken außerhalb der Arbeitspausen ist auf Bauten verboten. Angetrunkene Arbeiter sind nicht zur Arbeit zuzulassen. Ebenso dürfen Arbeiter, welche mit Schwindel, Fallsucht, Kräinpfen, Schwerhörigkeit oder starker Kurzsichttgkeit behaftet sind, auf Gerüsten und sonstigen ge- jährlichen Stellen nicht beschäfttgt werden. Auf jeder Bau- und größeren Arbeitsstelle ist gutes Trink- Wasser bereit zu halten; wo das nicht möglich ist, kann der Bau- Unternehmer angehalten werden, andre Getränke, Kaffee, Thee oder Mineralwasser bereit zu halten. Bei Bauten, die von den Wohn- statten der Arbeiter weit entfernt liegen, kann die Behörde Speise- w ä r m e- E i n r i ch t u n g e n für die Arbeiter verlangen. Für Waschgelegenheit auf jedem Bau ist zu sorgen. Auch mutz Verbandsstoff zu Notverbänden auf jedem Bau sein". In kleineren Städten und Landgen, einden kann die untere Verwaltungsbehörde von der Befolgung einzelner der vorstehenden Bestimmungen befreien. Andrerseits können bei besonderen Bauten noch weitergehende Anordnungen erlassen werden. Im übrigen muß die Bauarbeiterschutz-Berordnung auf den Bauten aushängen oder zur Einficht aufliegen. Die Bauiontrolle kommt in der neuen Verordnung am schlechtesten weg. Gegen die staatliche Organisation der Bau- kontrolle wehrt man sich mit Händen und Füßen; sie ist ganz in die Hände der Gemeindeverwaltungen gegeben und dort haben die kapitalistischen Bau-Jnteressenten selbst zu bestimmen. Natürlich wird darauf gesehen, daß die Baukontrolle niemand weh thut. So wird auch die neue Bestimmung über die Bauaufsicht ohne Bedeutung bleiben. Der Gemeinderat soll, so- ' weit es nach den örtlichen Verhältnissen zur Erreichung wirksamen Arbeiterschutzcs und geordneter Zustände auf den Bau- und Arbeits- stellen geboten ist, der OrtS-Baukommission einen oder mehrere Sachverständige als Bauaufseher beigeben. Zu Bau- aufsehern sind solche Personen zu berufen, welche durch fach- liche Vorbildung oder durch längere Thätigkeit bei Bauarbeiten die nötigen Kenntnisse besitzen. Die Bauaufseher dürfen weder ein eignes Baugeschäft beweiben, noch in einem Privatarbeits- Verhältnis stehen. Die Baukontrolle soll endlich im Benehmen mit der Benifsgenossenschast stehen.— Alles in allem genommen bedeutet wohl die Verordmmg einen kleinen Schritt vorwärts, sie zeigt den guten Willen zu helfen, aber der Mut fehlt, dem Willen Geltung Berantw. Redakteur: Paul Büttner. Berlin. Inseratenteil veraniw. zu verschaffen. Das zeigt sich vei oen cvchutzbestinmmngen auf Schritt und Tritt— überall„kann" und„soll",.überall die diskretionäre Befugnis der Behörden, alles zu geben oder alles zu nehmen I Das zeigt sich ganz besonders aber in der Baukonttolle, ohne welche ein wirklicher Bauarbeiterschutz nicht denkbar ist. Die Rücksicht auf das „platte Land", als dessen Schützer das Centrum der Regierung drohend gegenübersteht, die Rücksicht auf das Kapital überhaupt, hinderten die Regierung, ganze Arbeit zu machen. Es wird nichts übrig bleiben, als die mangelnde Kontrolle durch S e l b st h i l f e zu ersetzen. Schwache Anhaltspunkte zur Or- ganisation dieser Selbsthilfe sind durch die Verordnung selbst gegeben. So verpflichtet der Z 1 auch die Arbeiter, ihre Aufmerksamkeit darauf gerichtet zu halten, daß Unglücksfälle auf der Arbeitsstelle oder in deren Gefahrenbereich sowie Schädigungen der Gesundheit der Arbeiter vermieden werden. Und K 11 Absatz 3 verpflichtet die Arbeiter, das Rüstungsmaterial sorgfältig zu prüfen und von den Mängeln dem Unternehmer Anzeige zu erstatten. Eine gründliche Abrechnung mit Mngdan hielten am Mittwochabend die Vorstandsmitglieder und Rendanten der Görlitzer Kranken- kassen unter Anwesenheit von Mitgliedern aller politischen Parteien. Im Bureau der Versammlung saßen neben einem socialdemo- kratischen Töpfer und einem freisinnigen Handlungsgehilfen ein nationalliberaler Stadtverordneter und ein konservativer Landtags- wahlmann. In einer scharfen Resolution, die laut Beschluß der Sitzung dem Bureau des Reichstages übermittelt wird, erklärten die Versammelten, daß der Abg. Mugdan kein Recht hatte, am 26. Januar er. im Reichstage zu behaupten, daß er als Vertreter seines Wahlkreises spreche, während er die allereinscitigste Jntereffen- Vertretung zu Gunsten der Aerzte betrieb. Auch einer der Wahl- adjutanten Mugdans, ein ftcisinniger Cigarrenfabrikbesitzer, sprach sich gegen Mugdans Haltung in der Aerzte- und Kassenfrage aus. Die Görlitzer erwarten, daß Herr Mugdan jetzt eine Versammlung der Görlitzer Kassenmitglieder einberuft gegen die Vorstände und Rendanten. Wird das, Herr Dottor? SewerKlcKaftlidKa. (Siehe auch 2. Beilage.) Berlin und Qrngcgcnd. Die Lohnbewegung der Geschirrsattler. Am Mittwoch tagte im „Englischen Hof" eine gut besuchte Branchenversammlung der Ge- schirrsattler, um über die Antwort der Meister auf die am 1. März eingereichten Forderungen zu beraten. Wie der Referent Weyher mitteilte, hatten es die Meister jedoch noch nicht für nötig erachtet, der Lohnkommission oder dem Gesellenausschuß irgend welche Antwort zukommen zu lassen. In der neusten Nummer der„Deutschen Sattler- zeitung" ist aber der Bericht über eine Jnnungsversammluug vom 19. Februar erschienen, der die Stellung der Innung einigermaßen kennzeichner. Der Obermeister Zehle erklärte in dieser Bersamm- lung, daß es unmöglich sei,„bei dem trüben Geschäftsgang und den hohen Lederpreisen die durch nichts motivierten Forderungen auf Er- höhung der Löhne zu bewilligen." Es sprachen sich dann, wie berichtet wird, alle Meister entschieden gegen die„thörichte" Forderung von Minimallöhuen für Ausgekernte und Ungeübte aus; ferner redete man davon, daß die einzelnen Meister Wechsel hinterlegen sollten. „um einen durch nichts motivierten Streik solidarisch zu begegnen". einem gewissen Gegensatz hierzu steht es, daß die Jnnungsversamm- ung dann einstimmig der im Lktoberquartal gelvählten Kommission die„Befugnis" übertrug, mit der Lohnkommission der Gesellen zu verhandeln, von welcher Befugnis die Kommission der Innung bisher jedoch noch keinen Gebrauch gemacht hat). Sonderbar ist es, daß die Jnnungsverscnnmlung ebenso einstimmig den Wunsch äußerte, die Innung oder der B e r b a n d(gemeint kann hier nur der Sattler- verband sein) möge dem Publikum durch Tages- oder Fachzeitungen bekannt geben, daß die bedeutende Steigerung der Ledcrpreise und die Erhöhung der Arbeitslöhne einen Aufschlag für fertige Sattlerarbeiten von ca. 10 Proz. er- orderlich mache.— Wie die, unter teilweise geradezu ganz erbarm- lichen Löhnen leidenden Gehilfen für eine noch nicht zugestandene und gewissermaßen abgelehnte Lohnerhöhung den Meistern behilflich sein sollen, einen Preisaufschlag durchzusetzen, ist durchaus unvcr- ständlich, zumal da, als die Innung diese Beschlüsse faßte, die Foderungen der Gehilfen noch gar nicht eingereicht waren. Obgleich nun die Innung nicht einmal so viel Anstand bewiesen hat. auf die Forderungen der Gehilfen zu antworten, beschloß die Branchenversammlung noch einen Versuch zur friedlichen Regelung zu machen, und zwar durch Anrufung des Einigungs- amtes des G« Werbegerichts. Auf Vorschlag von Sassen- dach wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung, von der Absicht ausgehend, gleich wie in der Taschen- und Kofferbranche auch in der Geschirrbranche einen in beiderseitigem Interesse liegenden, für längere Zeit geltenden Arbeits- vertrag festzulegen, beschließt, zu diesem Zwecke die Vermittlung des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts anzurufen,— Der Beschluß darüber, ob dort, wo die aufgestellten Forderungen nicht bewilligt werden, die Arbeit niedergelegt werden soll, wird so lange zurückgestellt, bis das Resultat der Verhandlung vorliegt." Achtung. Holzbearbeitnngsmaschinen-Arbeiter! Sämtliche von der Firma Küster, Greifswalderstraße. kommende Maschinenarbeit ist zurückzuweisen, da die Kollegen dort im Streik stehen wegen Ver- kürzung der Arbeitszeit. Vorkommenden Falles ist dein Borstand sofort Meldung zu machen. Ter Vorstand. Der Bantischlerstreik von Stcglitz-Groß-Lichterfelde, welcher sich bereits auf die fünfte Woche erstreckt, dauert unverändert fort. Die Arbeitgeber hatten die Einigungsversuche der Koinmission zurück- gelviesen, jedenfalls in der Hoffnung, genügend Arbeitswillige Heranziehen zu können, wozu sie sich auch die allererdenklichste Mühe gaben. Den Trick, welchen die Arbeitgeber gebrauchen, um die Arbeitswilligen zu fangen, ist immer wieder der alte. Sie spiegeln denselben vor, es sei schon alles bewilligt, müssen aber meistens die Erfahrung machen, daß die Zugereisten von den Streikenden eines andern belehrt werden und dann vor den Werkstätten meistens wieder Kehrt machen. Das Streikkomitee ersucht die Kollegen aller- orts, derartigen Lockungen nicht Folge zu leisten, bis der Streik offiziell für beendet erklärt wird. Berichttgung. In dem gestrigen Bericht über die Böttcher- Versammlung ist infolge Druckfehlers bei Wiedergabe des Beschlusses aus„zeitliche Bind u n g" eine zeitliche Bedingung" geworden. Es muß heißen, daß beschloffen sei: die Bedingungen des Vertrages mit der Maßgabe anzunehmen, daß jede zeitliche Bindung ausge- schloffen werde. Deutltbta Reich. Zur Schneidcrbcwegung. Der Stteik in Magdeburg hat, wie unS ein Privattelegramm meldet, mit einem vollen Er- folge der Arbeiter geendet. Sämtliche 500 Stteikcnden haben die Arbeit wieder aufgenommen.— Der Stteik in Plauen ist nach einwöchentlicher Dauer durch Vereinbarung vor dem Gewerbegericht beigelegt.— In den Unterweser-Orten ist bisher von 15 Firmen der vorgelegte Tarif bewilligt. Der Zuzug von Schneidern ist von Bremerhaven, Gee st e münde und Lehe streng fernzuhalten. Die Tapezierer haben in Hannover ebenfalls einen Sieg davongetragen. In der gemeinsamen Sitzung erkannte der Sprecher der Meister, Herr Heims, die neunstündige Arbeitszeit als durch- aus notwendig und berechtigt an; es sei die Schuld der Gehilfen, daß diese noch nicht überall durchgeführt sei. Nur an den geforderten Löhnen machte er verschiedene Aussetzungen und wünschte u. a. nicht einen Minimal-« sondern einen N o r m a I l o h n. Demgegemiber hielten die Gehilfen an ihrer Forderung fest, erklärten sich indessen mit einer Aendcrung der Forderung betreffend : Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Accordarbeit dahin einverstanden, daß den Gehilfen bei außerordentlichen in Accord vergebenen Arbeiten und bei ordnungsmäßiger Thätigkeit der ihnen sonst zustehende Wochen« lohn garantiert wird. Die Gehilfen erklärten bei dieser Gelegenheit. daß sie mit der ganzen Kraft ihrer Organisatton dafür eintreten würden, daß die A c c o r d a r b e i t, zu der man oft durch die bittere Not gezwungen sei, aus den Werkstätten schwinde. Sofort nach Ostern werde man scharf dahinter greifen, wie man auch alles aufbieten werde, um die Geschäfte zu zwingen, ihre Gehilfen in ordentlichen, den sanitären Anforderungen ge- nügenden Werkstätten und nicht in licht- und lustlosen, dumpfen Kellerräumen und staubigen Buden arbeiten zu lassen, wo für Hungerlöhue täglich zwei bis drei Matratzen zu- sammengeschlagen würden. Dann werde auch der ordentliche Arbeit- geber vor der billigen Schmutzkonkurrenz geschützt. Der Arbeiter verdiene mehr, und davon profitiere wieder der Kaufmann. So sorgten also die Gehilfen ebenfalls für den Mittelstand. Das fand bei den Jnnungsmeistern solchen Beifall, daß sie kurzerhand alle Forderungen der Gehilfen en dloc annahmen. Die Lohnkommission mußte versprechen, binnen Jahresfrist für die Abschaffung der Accord- arbeit zu sorgen. Der Stteik der Maler und Anstteicher der Neptun-Werft in Rostock hat mit einem teilweisen Erfolge der Streikenden geendet. letzte JVaebnebten und Depelcben* Reichstags-Ersatzwahl. Posen, 17. März.(W. T. B.) Für den bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Schrimm-Schroda gewählten Polen Chlapowski sind dem„Posener Tageblatt" zufolge 12 330 Stimmen abgegeben worden, während der deutsche Kandidat v. Günther 3401 Stimmen erhielt. Zum Versammlungsrecht der Frauen. Braunschweig, 17. März.(B. H.) Der Landtag nahm heute nachmittag eine Vorlage an, wonach den Frauen die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen gestattet ist, soweit sich dieselben nicht mit politischen Angelegenheiten befassen. Bisher war im Herzogtum Braunschweig den Frauen die Teilnahme an Versammlungen über- Haupt verboten._ Verkehrswesen in Bayern. München, 17. März.(W. T. B.) Der Abgeordnetenkammer ging heute ein Gesetzentwurf zu, welcher für den Bau von 30 Lokal- bahnen im rechtsrheinischen Bayern und in der Pfalz insgesamt 38 700 000 M. fordert.__ Jaurtzs gegen Millerand. Paris, 17. März.(W. T. B.) Millerand(Socialist) interpelliert über die Verzögerung, die der Finanzministcr Rouvier der KommiffimiLberatung der Votlage betteffend die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter bereite. Redner beschuldigt den Ministerpräsidenten Combes, daß er seine Kraft ganz auf den jtanpf gegen die Orden beschränke, und die Mehrheit, daß sie keine sociale Sieform zu stände bringe.(Heftige Unterbrechungen auf der äußersten Linken.) Ministerpräsident Combes erwidert, er sei ernstlich gewillt, das Invalide»,- versicherungs-Gcfctz zur Abstimmung zu bringen. Er zählt sodann. die seit seinem Amtsawritt angenommenen socialen Gesetze auf und setzt hinzu, die heutige Interpellation stelle zweifellos eine gegen die Regierung in ihrem Kampfe gegen die Orden gerichtete Diversion dar. Millerand bringt hierauf eine Tagesordnur»g ein, welch« die Regierung auffovderr, mit der Deputiertelnkammev zusammen- zuarbeiten, um das Arbeiter-Jnvaliditätsgesetz zu staube zu bringen. (Bewegung.) Hierauf ergreift Jaures das Wort. I a u r e s fragt Millerand, ob er der Sache der Arbeiter zu dienen glaube, wenn er so handle, loie er es thue, und wirft»hin vor, daß er den» Lande das Signal zur Entmutigung gebe. Es sei ein schlechtes Verfahren, wem, man gegen die Politik der Regierung in einem A»lgenblick Widerspruch erhebe, wo alle Kräfte der Reattion sich gegen dieselbe erheben. Er müsie daher Millerand den Vorw»lrf machen, daß eine Majorität zertriiinmern wolle,»velche man niemals unter ander». Umständen iviederfinden werde. 31! i l l er a n d erwidert hierauf, es sei Zeit, die Mehrheit an die Interessen des Landes und der Rep»iblik zu mahnen. Schließlich bringt Bienvenu Martin(radikaler Republikaner) eine Tagesordnung ein, welche die Erklärungen der Regierung billigt und das Verttemen zu ihrer Thatkraft ausspricht, daß sie das Werk der Laicificrung und der socialen Aktion durchführen werde,_ gleichzeitig lehnt die Tagesordnung jeden weiteren Zusatz ab. Diese Tagesordnung wird von» Hause mit 234 gegen 265 Stimmen angenommen. Deutsche Soclalgesetzgebung vor der italienischen Kammer. Rom, 17. März.ve>»n die italienischen Arbeiter während der Zeit ihrer Beschäftigung wie die deutschen Beittäge leisteten, so könnten sie hinterher mfolge ihrer nur zeitweisen Beschäftigung doch nicht in den Genuß der Rente tteten. Infolge- desfen müsse mau auf einem andren Wege Wandel schaffen, und darauf zielten die Bemühungen der Regierung auch hin. (Beifall.) Der Schatzminister Luzzatti giebt zu diesem Punkt noch die Erklärung ab, daß bei den.bezüglicken Verhandlungen, die in, Gange seien, die Hinweise Cabrinis in Bettacht gezogen würden. (Beifall.)__ Zum russisch-japlmischcn Krieg. Tschisu. 17. März.(Meldung des„Reuterschen BureauS'.) Eine briefliche Meldung aus Port Arthur besagt, daß die Besatzung dieses Platzes 2500 Mann stark sei. Ferner wird berichtet, daß der Ober- kommandierende General Kuropatkin sein Hauptquartier in Liaujang aufschlagen werde. Petersburg, 17. März.(W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Der Beamte für die diplomatischen Angelegenheiten beim Statt- Halter Alerejew telegraphiert aus Port Arthur von gestern: Die Meldimg englischer und englisch-chinesischer Zeitungen, Port Arthur sei von den Japanern besetzt, stehe in Flammen und werde von den Einwohnern verlassen und ähnliches, sind reinste Erfindungen. Außer fünf Toten und der Beschädigungen einiger Häuser hat das Bombar- dement vom 10. d. M. keine Folgen gehabt. Tokio, 17. März.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Man nimmt hier an, daß der einzige neue Zoll, welchen die Regie- rung zur Befriedigung der Kriegsausgaben zu erheben beabsichttgt, auf Zucker gelegt werden soll. Die in Aussicht genommenen Sätze sind die folgenden: Für Holländisch Standard Nr. 1 ein Den für 100 K»nS<601 Gramm), Holländisch Standard Nr. 2 ein Den 40«en für 100 KinS. Holländisch Standard Nr. 3 drei Den acht Sen, Holländisch� Standard Nr. 4 vier Den 30 Sen. Sofern mcht Kon- ventional-Tarife dem entgegenstehen, wird vermutlich auch em Zoll auf wollene Stoffe gelegt werden.— Paul Singer LlCo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungstlatt Nr. 66. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. Freitag, 18. März 1904. " Regiment zu empören. Viele Maßregeln der Regierung haben die Blätter können sich die Schonung dieser Missionare nur dadurch er Unzufriedenheit der Bevölkerung feit geraumer Zeit aufs höchste ge- flären, daß sie zu Gunsten der Hereros gegen Deutsche Partei steigert; besonders hat weiter das Verhalten der europäischen Händler ergriffen haben. Das ist natürlich undenkbar und ausgeschlossen. 60. Sigung. Donnerstag, 17. März 1904, 1 hr. die Eingeborenen zum Aufstand getrieben. In der Kölnischen Ich bin überzeugt, daß diese Missionare nicht aufreizend, sondern Am Tische des Bundesrats: Dr. Stübel, v. Tirpib. Volkszeitung" wurde in einem Artikel vom 20. Januar darauf hin- mildernd auf die Hereros getvirkt haben. Wenn es ihnen trotzdem Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des gewiesen, daß die Händler vielfach aus Elementen von sehr zweifel- nicht gelang, den Aufstand zu verhüten, so zeigt das nur, wie gut 3weiten Nachtrags- und Ergänzungsetats für Süd- haftem Charakter bestehen. Die Händler schwazen den Hereros man verstanden hat, Zoin und Empörung der Eingeborenen zu wecken. alle möglichen Waren westafrita. zu den ungeheuerlichsten Preisen Daß die Hereros sich irgendwo in einer Kirche verschanzt haben, ist Abg. Dr. Spahn( C.): Dem ersten Nachtrags- und Ergänzungs- auf und nehmen schließlich von den Eingeborenen als Bezahlung das doch kein Vorwurf gegen die Missionare. Jeder vernünftige Mensch etat von 3 Millionen ist bald ein zweiter, der 9 Millionen fordert, Bieh zu Schleuderpreisen, so daß sie also einen doppelten Gewinn muß sich doch sagen, daß die Schwarzen genau wie die Europäer gefolgt. Daher halten wir es doch für richtig, eine Vorberatung haben. Durch eine Verordnung der Kolonialverwaltung vom 1. April beim Kampfe Deckung suchen. Am schlimmsten aber und geradezu ungeheuerlich ist, was man Dieses Etats in der Budgetkommission vorzunehmen. Die vorigen Jahres wurde die Verjährungsfrist für Forderungen der Beratung könnte ja morgen in der Kommission erfolgen, so daß Hereros auf ein Jahr herabgesetzt. Im Kolonialrat sollen Stimmen nach Niederwerfung des Aufstandes mit den Hereros vorhat. In das Plenum rechtzeitig die Etats erledigen kann. Eine Ueber- gegen diese Maßnahmen laut geworden sein. Leider hat man diesen einer Versammlung des Berliner nationalliberalen Ver weisung an die Kommission empfiehlt sich schon deshalb, da für die Rat nicht befolgt. Man hat seitens des Kolonialrates wohl ge- eins erklärte der Syndikus der South West Africa Company, Eisenbahn Swakopmund- Windhut eine Summe als erste Rate ge- glaubt mit einer solchen Maßnahme zu Gunsten der Eingeborenen Dr. Roth, man müsse dann jede Sentimentalität bei Seite Lassen fordert wird. Besonders wird auch die Frage zu prüfen sein, die zu handeln. Die Wirkung ist aber selbstverständlich eine ent- und schonungslos vorgehen.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) zum erstenmal hier auftritt, ob eine Entschädigung an die durch den gegengefegte gewesen, denn nun hat das blutsaugerische Volk Dann müsse es heißen: Landgraf, werde hart!" Dieser Aufunfrer Kolonie zu der Händler die armen Hereros in ihren Klauen. Sie hatten nichts stand würde Voraußerordentlichem Herero- Aufstand geschädigten Weißen zu zahlen ist. gereichen; denn nach feiner Beendigung würde Abg. Stockmann( Np.) zur Geschäftsordnung: Im Namen der Eiligeres zu thun, als fofort alle ihre Forderungen geltend zu teil δας nötige Land zur Verfügung Budgetfommission möchte ich bitten, den Antrag Spahn dahin zu machen. 126 000 Eintreibe- Formulare sollen seit diesem Erlaß in endlich den Ansiedlern erweitern, daß der ganze Etat für Südwestafrika der Kommission der Kolonie gedruckt sein.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) gestellt werden. Es gehört die vollendete Herzlosigkeit eines modernen überwiesen wird, damit diese den Haupt- Etat in Verbindung mit Da mußten sich die Hereros allerdings sagen, daß es offenbar auf Kolonialpolitikers dazu, sich über einen solchen Aufstand zu freuen. den Ergänzungs- und Nachtrags- Etats beraten kann. ihren Untergang abgesehen sei. Auch die Rechtspflege läßt in der Was kommt es auf die gefallenen Menschen an! Die Hauptsache Kolonie außerordentlich viel zu wünschen übrig. Ein großer Teil ist, daß Gelegenheit gefunden wird, die Eingeborenen auf die Snie Abg. Bebel( Soc.): der Ansiedler sieht auf die Eingeborenen mit Verachtung herab; sie zu zwingen, ihnen ihr Eigentum zu nehmen, sie zu bestrafen. Noch Swakopmunder Als am letzten Montag der Kolonialdirektor diesen neuen Nach erblicken in ihnen eine untergeordnete Masse und behandeln sie bar- deutlicher heißt es in einem Artikel der trags- Etat ankündigte und zu gleicher Zeit in Aussicht stellte, daß barisch und unmenschlich. Ich erinnere nur an den Fall Zeitung", ein so milder Vertrag, wie der mit den Bondelweitere Forderungen für Verstärkungen der Schußtruppe folgen Arenberg. Dazu kommt ein unglückseliger bis ins Lächer- zwarts dürfe mit den Hereros nicht geschlossen werden.„ Hier würden, da war zum erstenmal der deutsche Reichstag in der Lage, liche gehender Bureaukratismus. Was muß ein Volf kann nur die vollständige Auflösung des gesamten Voltes als ausdie Kosten des Kolonial Etats von einer Seite zu betrachten, die wie die Hereros denken, wenn man ihnen, die feit Jahr- reichende Sühne für die zahllosen Greuelthaten, für die angesehen werden." er bisher nicht gewohnt war. Aber ich fürchte, es wird keines- hunderten vollständig frei auf ihrem Grund und Boden saßen und sinnlose Zerstörung deutschen Kapitals das die Jagd als ihr angebornes Recht ansahen, vorschreibt, daß sie Ach Kapital! Das ist dem Herero ein vollständig wegs das legte Malfein. Er will nur den fremden Eroberer, Die Kosten, die hier gefordert werden, find über alles Erwarten die Jagd auf Schakale und Panther nur mit Jagdscheinen aus- fremder Begriff. groß. Ich habe mich über die finanziellen Wirkungen des Herero- gerüstet ausüben dürfen!( Große Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) den Vernichter seiner Existenz beseitigen. Aber dieser Auslassung ist Aufstandes nie getäuscht und schon am 14. Januar ausgesprochen, Durch alle diese Maßnahmen wurden die Hereros zum Aufstand ge- in zahlreichen bürgerlichen Zeitungen Deutschlands zugestimmt worden. daß sehr bedeutende Nachforderungen kommen würden. Ich glaube, drängt. Daß sie nun den Krieg entsprechend ihres niedrigen Kultur- Man will die vollständige Bernichtung und Auflösung jener Bölterdas Reich kann sehr froh sein, wenn die Kosten des Aufstandes standes führen, ist selbstverständlich. Dennoch wird uns gemeldet, schaft. Mit derartigen Zielen wollen wir nichts zu thun haben. Jegt und seiner Nachwirtungen mit 50 Millionen Mart abgemacht werden. daß fie die Frauen verschonen. Frauen der Hereros, die ist unser Standpunkt ganz klar gegeben: wir haben diesem Etat ein ( Oho! rechts.) Bisher sind 12 Millionen gefordert, die Kosten für in die Hände der Europäer fallen, dürfte es wohl flares, deutliches Nein entgegenzustellen!( Lebhafter Beifall bei den die jetzt herausgehenden Truppen dürften gleich hoch sein. Eine sehr faum so ergehen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Socialdemokraten.) bedeutende Verstärkung der Schutztruppe wird auch nach Nieder- Diese Schonung der Frauen hängt wohl mit den Resten des alten schlagung des Aufstandes stattfinden. Die Kosten für die Wieder- Mutterrechts zusammen, das bei den Hereros noch gilt und ihnen Abg. Patig( natt.): Es ist ein großer Vorteil, daß bei den Herstellung zerstörten Staatseigentums lassen sich noch gar nicht die Tötung einer Frau als das höchste Verbrechen erscheinen läßt. Hereros feine Zeitungen erscheinen und sie von der eben gehaltenen übersehen, und auch die Anforderungen in Bezug auf die Ent Auf keinen Fall aber dürfte die Kriegsführung der Europäer eine Rede keine Kenntnis erhalten. Von unsrem patriotischen Standpunkt fchädigung der Ansiedler sind mit dem jezigen Nachtragsetat noch ähnliche sein wie die dieser auf der niedrigsten Kulturstufe stehenden aus können wir diese Rede nur als höchst bedauerlich erklären. nicht abgemacht, denn schon spricht man in den Organen der Kolonial- Hereros. In dieser Beziehung müssen wir von der Kolonial-( Lachen bei den Socialdemokraten. Lebhafte Zustimmung rechts und schwärmer von 6-8 Millionen Mark. Die finanziellen Verpflichtungen verwaltung Aufklärung darüber verlangen, ob die brieflichen bei den Nationalliberalen.) Wir haben das gute Gewissen, in Afrika des Reiches werden sich also über eine unabsehbare Reihe Meldungen von Angehörigen der Schutztruppe richtig sind, wonach eine Kulturaufgabe zu erfüllen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) bon Jahren erstreden, und die Summe von 50 Millionen neuerdings der Befehl ergangen sein soll, überhaupt keine Gefangenen Den Aufständischen muß zum Bewußtsein gebracht werden, daß Mart ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen. mehr zu machen, sondern alles was schwarze Farbe hat, nieder- fie sich einer wirklichen Macht gegenüber befinden. Das ist notDas haben viele Leute, die der Kolonialpolitik bisher zuzufchießen.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Freilich, wendig im Interesse des Friedens unsrer übrigen Schutzgeftimmt haben, nicht vorausgesehen. Wie schon jetzt bei unsern beim China Feldzuge erging ja auch der Befehl gebiet und im Interesse unsres Ansehens als Kolonialmacht den oftafiatischen Unternehmungen wird man auch hier allmählich zur Gefangene werden nicht gemacht; hier aber follen selbst übrigen Kolonialmächten gegenüber.( Lachen bei den Socialdemo Erkenntnis kommen, daß die Kosten in keinem Berhältnis zu dem Frauen und Kinder getötet werden. Eine solche Kampfesweise wäre fraten.) Ursprünglich wollte Herr Bebel sich die Entscheidung in der möglichen Erfolg stehen. nicht nur barbarisch, sondern bestialisch und müßte den aller ganzen Frage vorbehalten. Seine Fraktion enthielt sich beim ersten Ich bin nun nicht in der Lage, über diese neue Forderung fo energischten Proteft jedes gesitteten Menschen herausfordern.( Sehr Nachtrags- Etat der Abstimmung. Aber schon damals war ein Teil schnell hinwegzugehen wie die Vorredner. Denn ich halte es geradezu richtig! bei den Socialdemokraten.) Ich glaube vorläufig noch nicht, der politischen Freunde des Herrn Bebel so flug, wie er es heute zu für unsre Schuldigkeit, angesichts solcher Forderungen nach den Ur- daß ein derartiger Befehl erlassen ist trotz der Erfahrungen, die wir sein glaubt, und trat für die sofortige Ablehnung der Forderung Jezt, nachdem die Aktion begonnen hat, versagt fachen des Aufstandes zu fragen. Bei dem ersten Nachtragsetat habe im Chinafeldzuge gemacht haben. Die Haltung eines Teiles der ein. ich schon die Vermutung ausgesprochen, daß die Schuld auf deutscher deutschen kolonialfreundlichen Bresse läßt befürchten, daß man auch die Socialdemokratie mit einem Male ihre Mitwirkung und stellt Seite liegen dürfte. Sollen wir Heute ja ist nun unzweifelhaft geworden, eine derartige Willfür gegen die Hereros durchaus am Plaze finden uns anheim was denn eigentlich zu thun? daß der Aufstand feine Ursache in hohem Grade darin hat, daß die würde. Nun ist durch briefliche Mitteilungen bekannt geworden, alle unsre Arbeiten dort im Stich lassen und den liebenswürdigen Hereros von ihrem Grund und Boden verdrängt werden sollten, daß daß die Hereros nicht nur Frauen, sondern auch Missionare geschont Hereros, von denen Herr Bebel nur gutes gehört hat, unser ganzes fie vor der Alternative standen, entweder das Land zu verlassen, haben. Bei Gelegenheit des chinesischen Feldzuges habe ich in der Schutzgebiet übergeben? Einmal nennt Herr Bebel die Hereros ein er sie wieder als Wilde, die nicht das seit Jahrhunderten ihr eigen war oder zur Empörung zu schärfften Weise mich gegen die Haltung der Missionare in China Bolk, dann bezeichnet zu lösen greifen. Nach dem Urteil der maßgebenden Preffe, nach dem Urteil ausgesprochen, soweit dieselbe dazu beigetragen hat, den Boger- einmal wissen, daß man sich einen Jagdschein zu aller Kenner von Land und Leuten unterliegt es gar keinem Zweifel, aufstand hervorzurufen. Wenn aber hier die Missionare geschont hat.( Heiterfeit bei den Nationalliberalen.) Wir haben gegenüber daß es es sich um einen Verzweiflungsakt handelt, hervor- werden, so kann man doch daraus schließen, daß sie die Hereros dem vorliegenden Etat als bürgerliche Partei dafür zu sorgen, daß gerufen durch die sichere Aussicht auf den Verlust der menschenfreundlich behandelt haben, und das würde ich Deutschland als junge Kolonialmacht nicht solche Fehler begeht, wie gesamten Existenz. Hat doch ein Teil der Kolonialpolitiker ihnen sehr hoch anrechnen. Wenn ich auch Atheist bin, so fie England als alte Kolonialmacht bei den Zulufriegen zuerst bes Direkt auf die Bersflavung der Hereros hingearbeitet. leide ich doch nicht an Pfaffenkoller. Es giebt derartige Leute, gangen hat. Die notwendigen Mittel müssen bewilligt werden, um Bei jedem andern Volle würde ein solcher Aufstand als heroismus, besonders in der liberalen Preffe.( Sehr richtig! bei den die energische planmäßige Niederwerfung des Aufstandes zu ermög als patriotische That gefeiert werden. Den Hereros aber rechnet Socialdemokraten.) Dort finden wir Auslassungen, in denen die lichen. Die vollkommene Entwaffnung der liebenswürdigen Hereros, man es zum Verbrechen an, daß fie wagen, sich gegen das deutsche Missionare fast des Vaterlandsverrates beschuldigt werden. Diese die angeblich alle Frauen und Missionare schonen, ist eine der wichtigsten bestand dann das Gefecht bon vorteilhaft auszeichnen. In der That hat Sigel namentlich den und Durlach, wo er Zur badischen Revolutionsgeschichte. Berlauf des Doppeltreffens von Waghäusel und Wiesenthal, über die günstige Boſition geschickt zu benutzen verſtand und den Preußen existierten, wohl zum erstenmal flar und übersichtlich geschildert. " Das bedeutendste militärische Wert über den badischen Feldzug, das von konservativer Seite ausging von den Berichten des Militär- Wochenblattes" und der kleinen Schrift eines Hessischen Offiziers sehen wir ab war bisher das dem damaligen Prinzen von Preußen, späteren Kaiser Wilhelm I. gewidmete Wert: Tagebuch über die Ereignisse in der Pfalz und in Baden im Jahre 1849. Bon Oberstlieutenant Starost e. Potsdam 1852." -O " Im Gefecht von Durlach war es der wohl kaum über 500 Mann starken und aus minderwertigen Scharen zusammengesetzten Arrieregarde unter Becker gelungen, durch das Gelände allerdings sehr begünstigt, die preußische erste Division etwa drei Stunden lang aufzuhalten und sogar das Eingreifen der dritten und vierten nötig zu machen."*) Die Litteratur über die beiden Jahre des Sturmes und Dranges, das bisher nur sehr verworrene und widersprechende Darstellungen schwere Verluste zufügte. Voß sagt darüber: 1848 und 1849, nimmt immer noch zu, obschon die in Geschichts schreibung und Unterricht herrschende Richtung ihr möglichstes thut, um die Bedeutung jener so bewegten Zeit abzuschwächen. Das Durch schnitts- Philistertum von heute, das zu träge war, sich selbständig über jene Zeit zu unterrichten, und das diese Trägheit auf seinen Nachivuchs vererbt hat, sieht das„ tolle Jahr" nur als eine Reihe von Straßentrawallen und Kazenmusifen an. Die Arbeiter haben immer ein großes Interesse für jene Boltsbewegung gezeigt, die in Deutschland ein ganz neues politisches Leben geschaffen hat. Das zeigte sich auch in der großen Verbreitung meines Werkes über die deutsche Revolution von 1848 und 1849. Die Arbeiter sind es fast allein, die das Andenken der Vorkämpfer für bürgerliche Freiheit noch in Ehren halten. Dies Buch ist militärisch wertvoll wegen seiner Details in Bezug auf die beiderseitigen Operationen. Dagegen stroßt es von Gehäffigkeiten und Entstellungen, namentlich wenn von den Freischaren mit Selapphut und roter Feder" die Rede ist. Staroste läßt die badischen Truppen fast immer fliehen, selbst da, wo er ihre Erfolge nicht leugnen fann. Seine Darstellung der Neckargefechte vom 15. und 16. Juni 1849, bei denen die badische Revolutionsarmee siegreich blieb, liest sich, als wenn die badischen Truppen fliehend den Feind geworfen hätten. Gegenüber den Verleumdungen, welche die fiegreiche Reaktion über die Unterlegenen ausgegossen hat, bricht sich die historische Wahrheit wie immer schließlich Bahn. Servile Professoren und bramarbasierende Militärs haben ja zahlreich ihre Federn in Gift und Galle getaucht, um die Besiegten lächerlich und verächtlich erscheinen Generalmajor v. Voß kommt in seiner Darstellung zu ganz zu laffen. Dies geschah insbesondere in Bezug auf eine der inter- andern Resultaten, als die übrigen tonfervativen und reaktionären essantesten Episoden der großen Bewegung, den Mai- Aufstand von Schriftsteller und hat das ehrliche Bestreben, durch gewissenhaftes 1849 in der Pfalz und in Baden. Vor kurzem hat nun eine Publi- Durchforschen und Vergleichen des vorliegenden historischen Materials fation aus der Feder eines höheren preußischen Offiziers die zur Wahrheit zu gelangen. Das muß anerkannt werden. Litteratur über jene Zeit vermehrt.") Die Kritik des Generalmajors v. Voß richtet sich, was sehr Beckers militärische Leistungen sind mehrfach von seinen Gegnern anerkannt worden. In der Darstellung der Gefechte am Neckar und an der Murg wird von Voß der tapfere Widerstand der badischen Truppen anerkannt; auch von den Volkswehren wird nicht so wegwerfend gesprochen wie in andren Werken. Namentlich wird stets die Tüchtigkeit und Tapferkeit der badischen Artillerie betont, was übrigens auch in andren reaktionären Werken geschehen ist. Das Resultat der ganzen Untersuchung ist schließlich, ohne daß der Verfasser freilich es direkt ausspricht: Der Feldzug von 1849 in Baden war feine, lächerliche„ große Retirade" der badischen Armee, keine stete feige Flucht der Freis scharen und Volkswehren, wie es so oft dargestellt worden, sondern im ganzen ein tapferer Stampf gegen eine lebermacht, bei dem die allgemeinen Verhältnisse einen Sieg der badischen Erhebung nicht zuließen. Noch ein Wort über das öftere Niedermachen von badischen Ges fangenen, das von Staroste mehrfach erzählt und als gerechtfertigt bes Generalmajor b. Voß leugnet diese Grausam In diesem Buche zeigt sich, daß auch in lonservativen Streifen, zu bemerken ist, mit großem Freimut gegen die Führung der trachtet wird. denen der Verfasser angehört, nunmehr die Erscheinungen und Er- preußischen und Reichstruppen, die gegen Baden zu Felde feiten nicht, aber auch er sucht sie zu rechtfertigen. Er sagt:„ Seit eignisse jener Zeit fühler und objektiver beurteilt werden. Das Werk zogen. Bei all seiner unbegrenzten Verehrung für den da- Jahresfrist hatten die Truppen die ärgsten Beschimpfungen, ist ein rein militärisches; die politischen Fragen jener Zeit werden maligen Prinzen von Preußen deckt er die Fehler der Verführungsversuche und heimtückische Angriffe von revolutionärer mir selten gestreift, dann aber natürlich in konservativem, respektive tommandierenden Generale rüdsichtslos auf. Die preußischen Generale Seite zu ertragen gehabt; wer will es ihnen verargen, daß sie dann, reaktionärem Sinne. In der Beurteilung der militärischen v. d. Gröben und v. Hirschfeldt und Reichsgeneral v. Beuder er wenn endlich die Zeit zum Losschlagen gekommen war, mit solchen Leistungen des badischen Revolutionsheeres standen sich die demo- scheinen als Strategen ziemlich niedriger Gattung. Ohnehin war es Gegnern nicht immer ganz säuberlich umgingen? Diese Verhältniffe fratischen und die konservativen Elemente sehr schroff gegenüber; teine besondere Heldenthat, mit drei Armeecorps in der Stärke von muß man berücksichtigen, wenn man nicht verschweigen darf, daß bei die letzteren waren gewohnt, die Haltung der badischen Linientruppen zusammen 60 000 Mann und mit 125 Geschüßen einen Aufstand den ersten anstrengenden Märschen mehrfach mangelhafte Marsch sowie der Volkswehren und Freischaren in durchaus wegwerfender niederzuwerfen, der über höchstens 30 000 Mann mit 70 Geschützen ordnung, Eigenmächtigkeiten bei der Einquartierung und Beitreibung Weise zu behandeln. Im Meherschen Lerifon z. B. schreibt irgend verfügte, wobei die Linie etwa 14 000 Mann zählte. Dabei muß in ernſtes Einschreiten der höheren Borgesezten erforderten und daß in ein Schriftgelehrter, in dem entscheidenden Treffen von Waghäusel Anschlag gebracht werden, daß der Verrat in der badischen Be- den ersten Gefechten vereinzelt Ausschreitungen gegen Gefangene und fei die gesamte 12 000 Mann starte badische Revolutionsarmee von wegung eine größere Rolle spielte, als gewöhnlich angenommen wird. gegen Privateigentum vortamen." vier preußischen Bataillonen und einer halben Batterie in die Flucht Generalmajor von Boß verkennt nicht die Schwierigkeiten, die Das Niederstoßen und Niederschießen von Gefangenen kam geschlagen worden. Solche Lügen ließen sich aus der zahlreichen entstehen müssen, wenn in einem Lande eine Revolution alle Ver- während des ganzen Feldzuges vor, wie Staroste angiebt, und nicht Litteratur über jenen Feldzug ins Unabsehbare anführen; indessen hältnisse aufgelöst hat und wenn zugleich gegen einen überlegenen nur vereinzelt. Nach der Logit des Generalmajors v. Voß wären muß bemerkt werden, daß auch demokratische Historiker start auf- Feind zu Felde gezogen werden soll. Die badische Armee hatte die badischen Revolutionäre berechtigt gewesen, für die Hinrichtung geschnitten haben, manchmal sogar sehr start. faum 14 Tage Beit, sich auf die ersten Kämpfe vorzubereiten. Unter von Robert Blum an den Gefangenen, unter denen sich der Die im Jahre 1902 von mir herausgegebenen Denkwürdigkeiten solchen Umständen bedeutet es sehr viel, daß sie einem so über- preußische Major spätere General- v. Sindersin und der des Generals Franz Sigel haben manches neue Licht in ber- legenen Feinde vier Wochen lang Widerstand leisten konnte. Der medlenburgische Hauptmann v. Klein befanden, Rache zu nehmen. nach der berlorenen Schlacht bon schiedene dunkle Partien des badischen Revolutionsfeldzuges ge- Rückzug Waghäusel Die badischen Revolutionäre dachten anders; sie behandelten die den Neckar und bon δα an bracht. Generalmajor v. Boß hat die„ Denkwürdigkeiten" für seine an die Murglinie zwischen Gefangenen trop der Grausamkeiten des Gegners anständig und das wird vielfach als ein macht ihnen alle Ehre. Darstellung benußt und bemerkt, daß sich gegenüber andren demo- drei feindliche Armeecorps hindurch Berlin, im Februar 1904. Wilhelm Blos. fratischen Schriftstellern Siegels Aufzeichnungen durch größere strategisches Meisterstück angesehen; er war jedenfalls eine der Wahrheitsliebe und ein verhältnismäßig objektives Urteil" fühnsten Thaten des Generals Mieroslaw sti, dessen Feldherrntalent von Bog anerkannt wird. Auch Sigel läßt er Gerechtigkeit*) Die Gefechte von Waghäusel und Durlach haben ber *) Der Feldzug in der Pfalz und in Baden im Jahre 1849. widerfahren und namentlich auch unfrem Parteigenossen, dem bor- preußischen Armee für Durlach bezeugt dies ein GeneralmajorBearbeitet von Wilhelm v. Boß, Generalmajor z. D. Mit trefflichen Johann Philipp Beder, der erst die badischen Volts- teine Lorbeeren gebracht. Dennoch hat man es für gut befunden, und dann die V. Division fommandierte. Becker zwei Straßen zwischen Schöneberg und Friedenau" Waghäuseler 18 Startenstizzen im Text und auf Beilagen, 1 Uebersichtskarte und wehren 1 Gefechtsplan. Berlin 1908, Verlag von N. Eisenschmidt, bedte mit viel Mut und Umsicht den gefährlichen Rückzug Straße" und" Durlacher Straße" zu benennen. worden wären. Gouverneur in Kolonialdirektor Dr. Stübel: " Abg. Bebel( Soc.): wenn wollte Nach der herrschenden Mode hat man dann auch wieder den 3ukunftsstaat herangezogen. Herr Dr. Arendt hat mich gefragt, was ich als Kolonialdirektor thun würde. Wie können Sie nur eine so einfältige Frage an mich richten?( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Schleppen Sie doch nicht immer den Zukunftsstaat heran! Ich könnte nur wiederholen, was ich gestern in der Budgetfommission gesagt habe.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Herr Dr. Pasig meinte, die bürgerlichen Parteien sollten alles thun, um den Eindruck meiner Rede im Auslande zu verwischen. Sorgen Sie lieber dafür, daß wir kein Material bekommen, um die bestehenden Zustände diskreditieren zu können.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Abg. Dr. Stöcker( wildk.): Aufgaben unsrer Verwaltung; ebenso eine strenge Kontrolle über| Leute entschädigt werden, die durch ihr Verhalten selbst zum Aus- Stelle, das wüste Leben der Männer gegenüber den Hererofrauen" unterbricht der Redner die Vorlesung und sagt zur Mehrheit den Waffenverkauf. Scheint es doch so, als wenn die vorliegenden bruch des Aufstandes beigetragen haben.( Bravo! links.) Schwierigkeiten gerade durch den weitgehenden Waffenverkauf erzeugt Abg. Dr. Arendt( Rp.): Die Ausführungen der beiden Herren gewandt: Da haben Sie es, da haben Sie den Grund zu jenen Vorredner haben gezeigt, daß sie mit uns einig sind, im gegen- fcheußlichen Borgängen!( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Was der Reichsbote" hier schreibt, übertrifft alles, was ich ausMeine Partei ist mit dem Antrage Stockmann einverstanden, wärtigen Augenblick für die Ehre des deutschen Namens wünscht aber, daß der vorliegende Nachtrags- Etat noch erledigt einzutreten. Eine Kritik der Kolonialverwaltung erscheint uns gesprochen habe, und die gut unterrichteten Gewährsmänner des wird, bevor wir in die Ferien gehen. Vorläufig sind jetzt nicht am Blaze, wir behalten sie uns für die Zukunft vor. Die Blattes bestätigen alles, was über die Schandwirtschaft der Weißen zwei Millionen Mark vorgesehen wie ich hoffe nicht zur Ent- Ausführungen Bebels dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Was in Südwestafrika gesagt worden ist. Mehrere Redner haben sich schädigung, sondern nur zur Gewährung von Notstands hätte Herr Bebel gethan, wenn unter der Herrschaft veranlaßt gesehen, die weißen Elemente in Afrika gegen uns in Schuh krediten an die Ansiedler, die sie in bessern Zeiten wieder zurück- des Zukunftsstaates der Aufstand der Hereros ausgebrochen zu nehmen. Ich habe aber mit all der Reserve, die der Gegenstand zuzahlen haben. Ohne weiteres Entschädigung zu gewähren, trage wäre. Hätte er ruhig die Weißen ermorden notwendig macht, gesprochen und ausdrücklich„ Ein Teil der Weißen" ich Bedenken. Die Kriegsentschädigung, die in Geld oder in natura lassen? Charakteristisch war es, daß Herr Bebel trotz seiner Er- gefagt. Das wäre ein schönes Stück, wenn im Deutschen Reichstage von dem unterworfenen Stamm zu leisten ist, wird dem Reiche die fahrungen mit dem Tuckerbrief und andren auf bloße Brief der das Geld der Steuerzahler zu verwalten hat, nicht einmal Mittel ersetzen, die es jetzt aufwendet. nachrichten hin die größten Grausamkeiten deutscher Soldaten gesagt werden dürfte, was für das erste beste Zeitungsblatt als Auf eine Kritit der Verwaltung in Südwest- Afrika und ihrer für durchaus glaubhaft hielt. Für mich ist es selbst selbstverständlich gilt. Wenn Sie die Kritik nicht üben wollen, so militärischen Maßnahmen will ich jetzt nicht eingehen. Gouverneur verständlich, daß deutsche Soldaten Humanität üben.( Sehr ist das Ihre Sache, wir haben einen andern Standpunkt und werden Leutwein steht an der Spitze der fämpfenden Truppen und setzt richtig! rechts.) Herr Bebel behauptete, den Herero- Frauen wäre es uns von Ihnen auch keine Vorschriften machen lassen.( Sehr richtig! alles daran, den Aufstand niederzuwerfen. Da geht es nicht an, in deutscher Gefangenschaft schlechter gegangen als den deutschen bei den Socialdemokraten.) Herr Arendt meinte, daß er es nach der jest an ihm Kritik zu üben, die seinem Ansehen bei den Truppen Frauen bei den Hereros. Mir fehlt der parlamentarische Ausdruck, Stellung ansrer Freunde draußen im Lande vorausgesehen hätte, schädlich sein würde. Auch später wird es gut sein, diese Kritik nur um eine solche Beschimpfung der Deutschen durch einen deutschen daß wir gegen diese neue Forderung stimmen würden. Ich habe in der Kommission zu üben. Wir haben die moralische Ver- Volksvertreter richtig zu kennzeichnen. Draußen im Lande wird aber kein Hehl daraus gemacht, daß wir schon bei der ersten AbDie Mehrheit unsrer pflichtung, unsern Ansiedlern und Unternehmungsgesellschaften man schon den richtigen Ausdruck dafür finden.( Bravo! rechts.) Stimmung geteilter Meinung waren. aus Gewissenhaftigkeit der Stimme fräftigen Beistand zu leisten. Bebel hat alle Elemente, die nach Die Auswanderer sollen nach Herrn Bebel in der Mehrzahl zweifel- Fraktion wollte sich nur die Dinge erst genauer kennen zu lernen. unfern Schutzgebieten gehen, zu diskreditieren versucht, als wollten sie hafte Elemente sein. Gewiß giebt es sittlich Minderwertige überall, enthalten, dort nicht arbeiten, sondern durch Räubereien Millionen erwerben fogar in der Socialdemokratie, der größte Teil der Aus- Jetzt nachdem zwei Monate ins Land gegangen sind, wissen wir mit und dann mit dem Raub zurückkehren. Dagegen erheben wir vom wanderer aber geht aus rein idealen Motiven in die Sicherheit( Zurufe bei den Nationalliberalen: Aus Zeitungen! Aus kulturellen und patriotischen Standpunkt aus Protest. Alle bürger- Kolonien.( Sehr richtig! rechts.) Herr Spahn hat Bedenken ge- der Kölnischen Zeitung"!)... Ja, diese Verachtung gegen die lichen Parteien sollten einig sein, um den schlimmen Eindruck zu veräußert über die Entschädigung von 2 Millionen Mark für die Presse! Die zeigt, wie dieser Liberalismus mit wischen, den zur Schädigung unsres kolonialen Ansehens die Rede Farmer. Der Ausdruck Entschädigung ist sehr unglücklich gewählt. jedem Tage tiefer sintt.( Stürmisches Sehr wahr! bei den des Herrn Bebel hervorrufen mußte.( Bravo! bei den National- Diese Summe ist unbedingt nötig, damit die Kolonie nicht dauernd Socialdemokraten.) Für mich hat eine Notiz in einer Zeitung genau in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit geschädigt wird. Die denselben Wert, wie die in einem wissenschaftlichen Buche, wenn die liberalen.) Kommissionsberatung halten auch wir für richtig.( Bravo! rechts.) Thatsachen richtig wiedergegeben sind. Glauben Sie denn, Herr Graf Die Kameruner Geschüße waren zu entbehren. Wir hatten das Abg. Graf Reventlow( Ant.): Auch wir stimmen für die leber- Oriola, daß der Berichterstatter der Kölnischen Zeitung" Lügen ver Dann setzen Sie sich mit Ihrem Parteiblatte größte Juteresse daran, alle zur Verfügung stehenden Waffen nach weisung an die Budgetkommission. Herrn Bebels Standpunkt ist arbeitet? und machen Sie mir keine Vorwürfe, Südwestafrita zu schaffen. Was weiter die vom Vorredner mit recht eigenartig. Er schilderte das Unwesen der Händler und sagte auseinander Ich also fagen, wir daß Erkenntnis großem Wohlwollen zur Sprache gebrachte Entschädigungsfrage dann, wenn solche Händler in die Hände der Hereros fallen, werden ich mich auf Ihr Parteiblatt berufe. jegt zur gekommen anlangt, fo hat die Kolonialverwaltung die moralische fie entsprechend bestraft." Wie sieht diese entsprechende Bestrafung mur die Schuld daß an dem Aufstande auf deutscher aus? einen Baum alt und auch gebunden und find, Verpflichtung, und die Der Händler wird den Billigkeit spricht dafür, dann bont den mit geschädigten Kolonisten zu Hilfe zu kommen. jungen Damen der Hereros 3lvei Seite liegt. Volksversammlungs- Beschlüsse haben mich nie in meiner In welcher Steinen bearbeitet uw. Wenn Herr Bebel das eine Meinung beirren können, ich habe mehr als einmal der Majorität Form das geschehen wird, läßt sich erst entscheiden, wenn Berichte vom Gouverneur vorliegen werden. Auf die Aeußerungen entsprechende Bestrafung" nennt, so liegt darin der psychologische Trotz geboten. des Herrn Abg. Bebel will ich nur wenige Worte erwidern. Die Schlüssel für seine übrigen uns sonst unbegreiflichen Ausführungen. Zeit zur Erörterung der Schuldfrage halte ich noch nicht für ge-( Heiterkeit rechts.) Zunächst wird es jetzt darauf ankommen, ein flein tommen. Die einen behaupten, das weiße Element sei zu hart mit wenig Schrecken in der Kolonie zu verbreiten. Wir üben gewiß den Eingeborenen verfahren, andre wieder behaupten, daß der Humanität andern Menschen gegenüber, aber ich möchte der Kolonialseinen Maßnahmen zu milde gewesen sei. verwaltung doch anheim geben, nicht allzu viel Humanität gegen Ich meine, daß es sich bei dem Aufstande um einen elementaren blutdürftige Bestien in Menschengestalt zu üben.( Bravo! rechts.) Ausbruch handelt, der sich nur mit einer Ueberschwemmung oder mit einer Feuersbrunst vergleichen läßt. Daß selbstverständlich auch auf verschiedenen Seiten Fehler gemacht worden sind( Ruf bei den Social Eine Reihe von Rednern hat erklärt, es sei jetzt nicht an der demokraten: Na also!), liegt in der Schwäche der menschlichen Zeit, über die Ursachen des Krieges sich zu unterhalten. Wenn es Natur begründet.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Den Stab über sich um einen Krieg mit irgend einem Nachbarstaat handelte, wäre die kolonialverwaltung zu brechen, weil sie eine kurze Verjährungsfrist dieser Standpunkt ja verständlich, aber die Hereros lesen doch keine für Kreditgeschäfte mit den Hereros eingeführt hat, läßt sich nicht recht- Beitungen und auf den Gang der Dinge in Südwestafrika hat unsre Der Abg. Bebel ist nicht berufen, die Ehre Deutschlands und fertigen. Der Gouverneur von Südwestafrika hatte beantragt, die Käufe Debatte hier doch keinen Einfluß. In Wahrheit liegt die Sache so: zwischen weißen Händlern und Hereros auf die Basis des Bar- Sie wollen der Erörterung der Ursachen des Aufstandes aus dem der deutschen Armee zu wahren. Wir fühlen wohl alle, daß es ein geschäfts zu stellen. Aber innerhalb des Kolonialrates erhoben sich Wege gehen.( Lebhaftes Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Unglück ist, wenn man in der Kolonialpolitik gezwungen ist, mit den Bedenken dagegen, und es war nicht möglich, eine Verordnung zu Von wem follen wir denn Aufklärung erhalten? Von der Reichs- Naturvölkern Krieg zu führen. Denn das ist der Hauptsegen der erlassen, die auf diesem Wege die unzweifelhaft vorhandenen Wiß- regierung, die selbst Partei in der Sache ist? Angesichts der That Kolonialpolitik, daß wir die Heidenvölker von den vernichtenden stände abstellte. Sollten wir es deshalb aufgeben, weiteren Schäden sache, daß die gesamte deutsche Presse seit Wochen über diese Ursachen Kriegen mit ihren Nachbarn befreien. Diefen Segen haben aud) vorzubeugen? Eine solche Maßregel würde sich vom Standpunkte geschrieben hat, wäre es doch mehr wie sonderbar, wenn der deutsche die Hereros erfahren. Das Gouvernement Leutwein hat sich die der Humanität wie jeglicher Verwaltungsgrundsäge aus nicht Reichstag einer solchen Grörterung einfach aus dem Wege ginge. größte Mühe gegeben, friegerische Verwickelungen fernzuhalten. haben rechtfertigen Lassen. Deshalb wählten wir den Das hieße Vogelstraußpolitit treiben. Man will der Untersuchung wäre die Leutweinsche Politit in der Landfrage und in der HändlerMittelweg der kurzen Verjährungsfristen. Wenn nicht andre aus dem Wege gehen, weil man genau weiß, daß wir nicht mit frage durchgedrungen, wäre sie nicht von den Einflüssen der Händler Umstände eingegriffen hätten, hätte das sicherlich nicht zum ( Sehr wahr! bei den Socialdemo- durchkreuzt worden, ich glaube, der Krieg mit den Hereros Ehren dabei bestehen würden. Der Kolonialdirektor erklärte den Aufstand aus der wäre uns eripart geblieben. Es läßt sich aber nicht Aufstand führen fönnen. Eine Zustruktion, daß feine Gefangenen fraten.) gemacht und daß jeder Schwarze niedergemacht werden solle, ist ganz Schwäche der menschlichen Natur. Solche Phrasen haben wir ja leugnen, daß auch die Hereros Schuld an den Zuständen tragen. Daß wir feine Die Missionare haben sich die größte Mühe gegeben, sie von den bestimmt nicht ergangen. Für die Erschießung von Frauen und im Reichstag jezt schon zum Ueberfluß gehört. Kindern liegt nicht der leiseste Anhalt vor. Authentische Nachrichten vollkommenen Menschen sind, wissen wir alle, und darüber wahnsinnigen Handelsgeschäften abzubringen. Ergreifende Aufrufe haben nicht zu streiten. Aber fehlen in dieser Beziehung jedenfalls vollständig. Der deutsche brauchen wir man gestehe offen sie an sie gerichtet, sich doch nicht mit sehenden Augen zu ruinieren. daß Fehler gemacht sind, die hätten Charakter ist überhaupt nicht zu Grausamkeiten oder Roheiten geneigt. ein, vermieden Wie der Vater dem Kinde haben sie ihnen geraten, diese Handelswerden fönnen und Und wenn von irgend jemand auf irgend einem Wege Anregungen daß sie gemacht sind von denen, geschäfte zu meiden. Man kann sagen, die Hereros find fchwache die als Leiter der Geschäfte berufen waren, gekommen wären, sich gegen die Humanität zu vergehen, so hätten darüber zu Leute, sind Kinder, die sich der Tragweite ihrer Handlungen nicht ( Sehr richtig! bei den Social- bewußt sind; es ist Pflicht der Regierung sie zu schüßen. Es dürfte aber die Soldaten dem noch nicht Folge gegeben. Daß Herr Bebel sich wachen, daß sie vermieden werden. ohne weiteres auf die Seite der Hereros stellt, ist uns ja nicht uner- demokraten.) Der Kolonialdirektor will die Kreditverordnung nicht wenig nügen, jegt eine große Untersuchung über wartet. Für ihre Roheiten hat er nur Entschuldigungen, für die als ernsten Grund zum Aufstand angesehen wissen. Aber eine ganze die Ursachen des Herero- Aufstandes zu eröffnen. angeblichen oder auch nur vermuteten Grausamkeiten der Deutschen Reihe von Personen, die besser damit vertraut sind, sagen, daß die Wenn der Aufstand niedergeworfen ist, werden auch sehr viele auf dieser findet er die schärfsten Worte. Dagegen lege ich an dieser Stelle Mißstimmung, die natürlich bei den Hereros schon lange vorhanden Seite beim Kolonialetat zu einer sehr ernsthaften Kritik bereit sein. schärfsten Protest ein. Die Mehrheit des deutschen Volkes fordert, war, danach zum Ausbruch kam. Ich habe schon betont, daß die An die Formel: Pardon wird nicht gegeben, glaube ich nicht. daß der Aufstand mit allen Mitteln niedergeworfen und durch Ent- Reichsregierung die Wirkung weder vorausgesehen noch gewollt hat. Unser Heer benimmt sich nobel im Feindesland; das haben mir Troy des Krieges waffnung der Eingeborenen Zustände geschaffen werden, die eine Aber sie ist eingetreten und war eine wesentliche Ursache zum Auf- gegenüber auch Franzosen anerkannt. daß im verflossenen Winter Bürfen wir auch die Hereros nicht als Bestien bes Wiederholung unmöglich machen. Ich wiederhole: der Aufstand stand. Gewiß hat mitgewirkt, daß im wird niedergeworfen werden trotz des Widerspruchs der äußersten ein Hauptteil der Schustruppe nach dem Süden abgezogen handeln. Es ist eine Thatsache, daß sie noch keinem Missionar Aber das beweist doch mur, daß die Hereros ein Haar gekrümmt haben. Das beweist, welche Vertrauensstellung Linken. Unfre Forderungen werden in diesem Hause eine große war. nicht so blöde sind, wie man glaubt, und sich auch die Missionare bei den Hereros genießen. Es würde sich überhaupt Mehrheit finden.( Lebhaftes Bravo!) auf den Krieg verstehen. Ich habe nie behauptet, sondern empfehlen, den Missionaren, die Land und Leute kennen, mehr EinAbg. v. Normann( k.): Wir werden den Vorschlägen der Herren mur gefragt, ob Frauen und Kinder der Hereros niedergemacht fluß in der Kolonialverwaltung einzuräumen. Redner erzählt Dr. Spahn und Dr. Stockmann zustimmen. Eine Krifit der Kolonial- wurden, wie es in Soldatenbriefen behauptet wurde. Besonders einen Fall, wo auf Einwirten eines Missionars der verwaltung in Südwestafrika und der zur Niederwerfung des Auf- mißtrauisch hat auch gemacht, daß man zwar viel von gefangenemerero Häuptling Jeremias dem bedrängten standes ergriffenen Maßregeln behalten wir uns vor, bis wir in der Vieh, aber nie von gefangenen Menschen in den Kriegsberichten Frankenbergschen Detachement den Rückzug ge Budgetkommission die nötigen Aufklärungen erhalten haben. Wir gelesen hat. Sind denn bisher nur Leichen in die Hände der stattet hat. Hier haben die Hereros offenbar menschlich gehandelt. protestiren aber mit Entschiedenheit gegen das Loblied auf die Deutschen gefallen? War jeder gleich durch den ersten Schuß ge- Geschlechtliche Schandthaten werden leider immer dort begangen, wo Hereros, das der Abg. Bebel hier gesungen hat. Wir tötet? In den bürgerlichen Zeitungen, die die Soldatenbriefe ver- Weiße mit Schwarzen in Berührung kommen. Ich muß aber bebedauern es auf das tiefste, daß im deutschen Reichs- öffentlicht haben, sind ja die Schreiber mit Namen genannt. Wie streiten, daß die christlichen Hereros sich an den Grausamkeiten betage solche Reden gehalten werden konnten, während die können diese Soldaten in so flipp und klarer Weise ihren Anteiligen. Also man sollte die Kritik auf beiden Seiten mildern. Der deutschen Truppen Blut und Leben für ihr Vaterland einsehen. gehörigen das schreiben, wenn sie in der That keine Order zum Krieg ist einmal da und er wird siegreich geführt werden. Bewaff ( Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte. Abg. Bebel: Ich Morden bekommen haben? Ich konstatiere, daß ich es gern annehme, nung wird man später nur einem Teil der Hereros gestatten können, habe nicht eine Silbe zum Lobe der Hereros daß von hier aus fein derartiger Befehl ergangen ist. Aber in Südwest- aber recht- und eigentumslos machen darf man sie nicht. Die Ent gejagt!) afrifa seitens der untergeordneten Organe könnten solche Fehler schädigungen für die Weißen müssen wir reichlich bemessen und Abg. Richter( frs. Vp.): begangen sein. Hier ist Deutschland in viel höherem Maße mit dürfen dabei auch die Missionen nicht vergessen. Die Engländer Wir können zu dem Ergänzungsetat jetzt noch keine Stellung seiner Ehre engagiert, als sonst irgendwo bei dem ganzen Aufstand. segen den Naturvölkern einen Vertrauensmann, eine Art tribunus nehmen, ebenso wenig zur Frage der Entschädigung der Farmer. Bei Die Regierung ist verpflichtet, über diese Anschuldigungen deutscher plebis, an die Seite. Vielleicht ist das nachahmenswert.( Bravo! Ich hätte an Stelle des der Untersuchung der kolonialen Verwaltung in Südwestafrika Soldaten Untersuchungen anzustellen. werden wir uns jedenfalls nicht mit der philosophischen Kolonialdirektors sofort telegraphische Erkundigungen eingezogen. In Abg. Dr. Semler( natl.): Als Herr Bebel von unsrer Seite Betrachtung über die Schwäche der menschlichen Natur und allen Kämpfen, die die Natur von Rebellentämpfen haben, wird nicht mit der naturhistorischen über die Elementarereignisse ganz gewohnheitsmäßig mit besonderer Grausamkeit vorgegangen. unterbrochen wurde, rief er emphatisch aus: Darf ich nicht sagen, wie Feuersbrunst und Wasserschaden abspeisen laffen.( Sehr So war es beim Wai- Aufstand in Dresden, bei der Pariser was in allen Zeitungen gestanden hat?" Ich bin allerdings der gut! links.) An diese eingehenden Untersuchungen über den Aufstand Kommune, türzlich im Chinafrieg, und so ist es jetzt wieder bei den Meinung, daß ein deutscher Reichstagsabgeordneter ganz andre Aufmuß auch die über die Kolonialverwaltung in Südwestafrika über- Hereros, wo noch obendrein die Verachtung der Rasse dazu kommt. gaben hat, als die Zeitungen.( Sehr richtig! bei den Natl.) Redner Aber man verfahre erklärt, seine Partei verzichte nur für den Augenblick auf eine Kritik haupt anknüpfen, und von dieser Prüfung wird unsre künftige Gewiß muß man den Aufstand niederwerfen. wenn das nicht leerer Schall der Zustände in Südwestafrika. Stellung zu unsrer südwestafrikanischen Kolonie abhängen. Der gegen- als Kulturmensch und Christ, Abg. Graf Reventlow( Wirtschaftl. Vereinigung): Herr Bebel wärtige Augenblick aber, wo unsre Truppen im Kampfe stehen, wo sie und Heuchelei sein soll!( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) ihr Blut und Leben für das Vaterland hingeben, ist nicht geeignet Ich habe gar nicht daran gedacht, die Kriegsführung der Hereros zu sagte, die Grausamkeiten, die die Hereros gegen weiße Händler be zu derartigen Verhandlungen, nicht geeignet zu Anklagereden gegen verteidigen; ich habe nur darauf hingewiesen, daß sie durch seine gingen, würden auch in spanischen Gefängnissen an politischen die Kolonialverwaltung und zu Schußreden für die niedere Stulturstufe erklärt wird. Graf Reventlow hat es für Gefangenen berübt. Aber hat er diese Grausamkeiten gegen GeHereros.( Unruhe bei den Socialdemokraten.) Jezt handelt es notwendig erachtet, auf gewisse Prozeduren hinzuweisen, die mit den fangene nicht wahrscheinlich heftig verdammt? Es wundert mich, sich nur darum, Leben und Eigentum unsrer deutschen Landsleute gefangenen deutschen Männern in Gegenwart der Herero Mädchen daß ein deutscher Barlamentarier hier als Vorkämpfer der wilden, ficher zu stellen. Wenn das in einigen Wochen erreicht ist, werden vorgenommen worden sein sollen. Da erinnere ich ihn nur daran, barbarischen Hereros auftritt. Möge doch Herr Bebel selbst zu den wir rückhaltlofer und nach den Erklärungen in der Kommission mit daß ich vor acht Jahren in diesem Hause eine gleiche Prozedur Hereros, die jest in etwas übertriebener Weife größerer Sachkenntnis diese Fragen erörtern können.( Lebhafter erwähnte, die in dem allerchriftlichsten Staate Spanien, in Montjuich, 3ukunftsstaat spielen, gehen und sie zu einem edlen, Beifall bei den Freisinnigen und rechts.) in genau ebenso grausamer Weise an Anarchisten verübt worden ist, harmonischen Volf erziehen!( Sehr gut! rechts.) Selbst wenn ihm Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß ein Gesegentwurf, und erst vor wenigen Wochen haben wir gehört, daß dieselbe das gelingen sollte, fürchte ich, er würde auf dem ersten Parteibetreffend die vorläufige Regelung des Etats für die Monate Avril scheußliche Prozedur in einem andern Gefängnis Spaniens tag eine entsprechende Bestrafung" erleiden.( Stürmische Heiterkeit an politischen Gefangenen verübt worden ist. Die europäischen rechts.) und Mai 1904, eingegangen ist und behält sich vor, am Schluffe der Christen haben also den Hereros diese Kulturmethode gelehrt.( Sehr Sigung darauf zurückzukommen. richtig! bei den Socialdemokraten.) In Europa werden solche Abg. Schrader( frf. Vg.): Mit der geschäftlichen Behandlung Barbareien begangen. des Nachtrags- Etats sind wir einverstanden. Der Krieg muß mit Wir werden in der Budgetkommission leine weiteren Aufklärungen aller Energie geführt werden, da kann es auf etwas mehr oder weniger erhalten; mehr als hier werden wir auch da nicht hören. Trotzdem nicht ankommen. Zu einer Kritik der Ursachen des Krieges und der find wir damit einverstanden, daß die Vorlage zur näheren Prüfung Ich muß noch einmal auf den Fall Hüffener zurüdkommen ganzen Verwaltung liegt jest teine Möglichkeit vor, so lange das dahin verwiesen wird. es ist sehr charakteristisch. Material nicht vorliegt. Die Kolonialverwaltung sollte genaue Graf Reventlow hat besonders auf das psychologische Moment( Unruhe bei den Nationalliberalen.) Informationen über die Verhältnisse der Kolonie einziehen. Daß hingewiesen, daß wir das Deutschtum vor dem Auslande dis- daß die Herren von der nationalliberalen Partei diesen Fall wollen. Der Herr Staatssekretär hat ja unfre Soldaten einem Aufstande gegenüber nicht mit besonderer Milde kreditieren. Da will ich Ihnen nur vorlesen, was der„ Reichsbegraben wissen das Verhalten Hüsseners auf das schärffte verfahren, liegt nahe. Es wären daher Instruktionen dahin not- bote" sagt, der natürlich über die Angriffe auf die Missionare damals wendig, daß vor allem gegen Frauen und Kinder mit der nötigen entrüstet ist.( Redner verliest die bekannte Auslassung des urteilt. Ich muß aber doch konstatieren, daß das Urteil der die von den Humanität vorgegangen wird. Eine Entschädigung der Farmer Reichsboten", Socialdemokraten mit vielfach legten Instanz, des Ober- Kriegsgerichts in schreiendem Widerspruch wird.) Bei der nicht nur zu der damaligen Auffassung des Reichstages, sondern auch scheint mir moralische Pflicht der Verwaltung, freilich dürfen nicht wiederholtem Hört! hört!" begleitet rechts.) Damit schließt die Debatte. Die Nachtrags- und Ergänzungs- Etats werden an die Budget fommission verwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Marine Etats. Abg. Bebel( Soc.): bers " Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel: Der Verfammlungen. Der Krieg in Ostasien und die Interessen des Proletariats. Am Mittwoch sprach Genossin Klara 3ettin in einer von. zu der Auffassung der ungeheuren Mehrheit des deutschen Voltes| ihm vom Centrum vorgelegten Fragen werde beantworten fönnen; und er sich strafbar gemacht hätte, falls er sich seinen Kameraden steht. Schon das erste Urteil auf vier Jahre Gefängnis mit Degra- die Abgg. Paasche und Bebel hätten sie richtig charakterisiert. Die nicht angeschlossen hätte, liege eine Dienstverlegung vor. Die Kom dation fand in weitesten Streifen lebhaften Widerspruch. Die Ueber- Antragsteller wären gewiß nicht ohne Hintergedanken gewesen, als mission beschloß, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung raschung wurde aber noch viel größer, als das Ober- Kriegsgericht sie den Antrag stellten. Bei großen Vorlagen, bei denen neue zu überweisen. Hüffener nur mit zwei Jahren sieben Tagen Festungshaft ohne Steuern in Frage kämen, müßte man freilich genaue Aufstellungen Degradation bestrafte. Der nationalliberale„ Hannoversche Courier" verlangen, aber das sei ja hier gar nicht der Fall. Das Budgetrecht war geradezu außer sich über dics Urteil und führte aus, wenn das des Reichstags sei allerdings erheblich tangiert: hier sei sorgsame Urteil vor den Wahlen erfolgt wäre, so wäre die Folge Prüfung am Plazze. Auch das Verhältnis von Reich zu Einzelein weiteres Dußend socialdemokratischer Wahlfiege gewesen. staaten werde berührt. Gegen den§ 3 des Entwurfs hätten die Aehnlich sprachen sich der Hamburgische Correspondent" imd Konservativen starke Bedenken. Abg. Müller Fulda meinte, es andre Blätter aus. Ich will zum Vergleich mit dieser milden sei kein ungewöhnlicher Fall, bei einer wichtigen Vorlage eine Reihe der weiblichen Vertrauensperson einberufenen, im Schönhauser VolksBestrafung eines moralisch wenig qualifizierten Offiziers von Fragen zu stellen; daß sie schriftlich eingereicht wurden, garten abgehaltenen, stark besuchten Volksversammlung über das ge= nur ein Urteil heranziehen. Das Kriegsgericht zu Hannover ver- erleichtere gewiß die Verhandlungen. Die Fragen bezögen sich nannte Thema. urteilte den Musketier Lindemann aus Braunschweig zu sechs Jahren, selbstverständlich nur auf das, was man in seiner die gesamte Stulturivelt leidenschaftlich gespannt den Vorgängen in Mit vollem Recht sagte die Rednerin folgt einen Kameraden desselben zu fieben Jahren Zuchthaus, weil sie Gestaltung überschauen tönne; für Heer und Marine Citasien, dem Ringen zweier Staaten, von denen der eine den Absogemeinschaftlich in einer Wirtschaft in trunkenem zu feien Faktoren gegeben, aus denen fich die Ausgabe in den nächsten lutismus mit all seinen Gräueln, der andre einen geil aufgeschossenen stande einen Sergeanten geprügelt hatten.( Hört! fünf bis zehn Jahren übeschlagen lasse; ebenso bei der Invaliditäts- Kapitalismus mit all seinen Schrecken repräsentiert. Es ist auch ge= hört! bei den Socialdemokraten.) Das sind solch' furchtbare Wider- versicherung. Auch im Jahre 1892 seien nicht nur 26 Fragen rechtfertigt, daß das Proletariat diesen Kampf nach seiner Wirkung sprüche, daß sie dem Volle mit allen juristischen Spigfindigkeiten vorgelegt worden, sondern man habe sogar noch eine Subkommission auf Rußland ivertet. Geht Rußland geschwächt aus dem Kriege hernicht plausibel gemacht werden können. Uns wird immer vor mit sehr detaillierten Aufgaben gebildet. Das Verlangen der geworfen, daß wir Heer und Marine diskreditieren. Aber nicht wir Centrumsvertreter, fei also nicht ungewöhnlich; es könne teine fendern es wird auch die Bahn frei für den Befreiungskampf des vor, so verliert nicht nur die europäische Reaktion ihre stärkste Stüße, diskreditieren, sondern wenn eine Diskreditierung eintritt, so durch Re de davon sein, daß das Centrum die ganze russischen Proletariats, und die Erfolge der russischen Arbeiter würden das Material, das uns vorliegt.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Vorlage von vornherein ablehnen wolle. wieder fördernd wirken auf die proletarische Bewegung in Westeuropa. Staatssekretär v. Tirpit: Ueber den Fall Hüffener habe ich§ 3 der Vorlage geſtalte die Finanzen zunächst ungünstiger, weil Der russische Despotismus ist nicht der allein Schuldige an dem der Rückgriff mich bereits im vorigen Jahre ausgelassen und habe davon nichts auf die Einzelstaaten unmöglich gemacht Ausbruch des Krieges. Der letzte Grund desselben liegt vielmehr in zurückzunehmen. Das Urteil des Kriegsgerichts lautet:„ Der An- werde; ohne neue Einnahmen sei die Vorlage nicht durchführbar. der Entwicklung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse. Von diesem geklagte wird wegen vorschriftswidriger Behandlung eines Unter- Aus dem Zolltarif erwarte man ja mun freilich erhebliche Mehr- Gesichtspunkt aus haben die Vorgänge in Ostafien ein erhebliches gebenen, vorsätzlicher Mißhandlung desselben mit tödlichem Ausgang, destens müßte ein Bild der Finanzgestaltung auf fünf Jahre in Bezug auf den Balfan aufzugeben genötigt war, mußte es bemüht einnahmen; sie zu schäßen sei schwer, aber nicht unmöglich. Min Interesse für das Proletariat. Nachdem Rußland seine Pläne in rechtlichem Zusammenhang mit rechtswidrigem Gebrauch seiner Waffe verurteilt." Das Kriegsgericht hat mildernde Umstände an- hinaus gegeben werden. Wenn der Schatzsekretär sich um die Ant- sein, sich in Asien auszudehnen, und hier durch seine Raub- und Ergenommen, die in dem thatlichen Angriff auf den woen bemühe, dann sei Aussicht vorhanden, daß etwas zu stande oberungspolitik ein durch Schutzölle abgeschlossenes festes Absatzgebiet Angeklagten und in der Gehorsamsverweigerung liegen. Tomme, to as vielleicht nicht der Vorlage entspreche, für seine Industrie zu schaffen. Die Raub- und Eroberungspolitik Dadurch ist der Angeklagte erregt worden. Im übrigen steht mir aber doch dem Interesse des Reiches diene. mußte natürlich zu Zusammenstößen. führen. Daß jetzt der Zueine Erörterung über ein friegsgerichtliches Urteil nicht zu. Der Schatzsekretär v. Stengel gab zu, daß auch früher ähn- sammenstoß mit Japan erfolgte, hat darin seine Ursache, daß Japan, Abg. Dr. Semler( natl.): Leider hat die Budgetkommission am liche Fragen gestellt worden seien, aber nur, wenn es sich um neue da es seit kurzem in die Reihe der kapitalistischen Staaten eingeMarine- Etat zahlreiche Abstriche gemacht. Darunter leidet besonders Forderungen oder neue Steuern gehandelt habe. Gerade diese Vor- treten ist, ebenfalls das Bedürfnis hat, sich auszudehnen, und daß die Stadt Wilhelmshaven, die ganz auf die Marine angewiesen ist. lage wolle aber keines von beiden. Die Vorlage folle lediglich der von Japan nach europäischem Muster eingeführte Militarismus Man beschwert sich in Wilhelmshaven besonders darüber, daß die den Reichshaushalt durchsichtiger gestalten und eine ausgiebigere Busammenstöße mit andern Staaten unvermeidlich macht. Korea ist Schiffe des Nordsee- Geschwaders zum Teil dauernd in Kiel Aufent> Schuldentilgung ermöglichen. Dazu sei schließlich kein großes für das Ausdehnungsbedürfnis Japans das nächstgelegene Gebiet, halt nehmen. Eine wahre Flucht der Beamten nach Kiel hat statt- ſtatiſtiſches Material nötig, aber man werde doch alles was möglich und so erfolgte dort der Zusammenstoß mit Rußland. Das Ringen gefunden. In Wilhelmshaven stehen viele Wohnungen leer. sei, liefern. Abg. Dr. Paasche wollte an Stelle der Detailfragen um die Vorherrschaft in Ostasien ist nicht auf die beiden kriegführenStaatssekretär v. Tirpit: Die Marineverwaltung hat ein leb- Müller- Fuldas einige generelle Fragen setzen. Abg. Spahn be- den Mächte beschränkt. Hinter Rußland stehen Frankreich und haftes Interesse für Wilhelmshaven. Nach langjährigen Verhand- merkte, die Fragen dienten dem Zwecke, den der Schatzsekretär für Deutschland, hinter Japan aber England und die Vereinigten Staaten. lungen habe ich beim Reichsschazamt eine Vermehrung der Mittel die Vorlage reklamiert hätte: Klarheit über den Stand des Reichs- Es handelt sich also um einen Konflikt, an dem die ganze Kulturivelt für Wilhelmshaven erreicht. Aber es scheint dort ein wenig der haushalts. Daher sei der Versuch, die einzelnen Fragen zu interessiert ist. Während des Krieges werden die an ihm nicht beteiligten Appetit beim Essen gekommen zu sein. eleminieren, zurückzuweisen. Mächte eine wohlwollende Neutralität" bewahren, aber nach dem Was den§ 3 der Vorlage anlange, so dürfe man nicht vergessen, Striege, zu wessen Gunsten er auch entschieden zu werden mag, werden daß ein einzelstaatlicher Minister schon gesagt habe, bom nächsten sie in Aftion treten, um sowohl Rußland wie Japan zu hindern, Die Gehaltsnormierung der Staatsbeamten ist 1897 abge- Jahre ab würden keine Matrikularbeiträge mehr erhoben werden; sich in Asien, auszudehnen, denn die genannten Mächte beanspruchen schlossen. Seitdem sind darüber hinaus Aufbesserungen nur noch das sei nicht angängig. Was der Staatssekretär wolle, könne das Gebiet um den Stillen Ozean für ihre eigne kapitalistische Ausgewährt, um Härten auszugleichen oder um organisatorische Aende man vielleicht auf einem andern Wege erreichen. beutung. Der Serieg in Ostasien ist also ein Kampf um die Vorrungen herbeizuführen. Ich nehme es den Beamten nicht übel, Die Verhältnisse hätten sich seit Erlaß der Clausula Frandenſtein herrschaft über die Länder des Stillen Ozeans. Das ist eine ebenso wenn sie weitere Wünsche haben, und den Abgeordneten allerdings geändert, aber an dem Princip müsse man dennoch fest- naturnotwendige wie bedeutungsvolle Phase in der Entwicklung des nicht, wenn sie den Wünschen ein williges Ohr leihen. Aber das halten und das Budgetrecht des Reichstags sorgfältig schonen. Daher Kapitalismus. Wenn das Gebiet des Stillen Ozeans erst im Besiz hat doch auch seine Bedenken. Es werden dadurch falsche Hoffnungen sei eine genaue Prüfung der Wirkungen des§ 1 der Vorlage auf des modernen Kapitalismus ist, dann ist für ihn eine weitere Auss erregt. Die Finanzverhältnisse des Reiches sind das Budgetrecht notwendig. Abg. v. Richthofen meinte, man dehnung unmöglich, es muß dann der Augenblick kommen, wo die schlecht, eine Zuschußanleihe ist notwendig. Zunächst müssen wir müsse einem solchen Antrage auf Ergänzung des Materials immer kapitalistische Produktion feinen ausreichenden Markt mehr hat. Das unsre Finanzen in Ordnung bringen und die Zuschußanleihe be- beistimmen. Abg. Spec trat für den Antrag Spahn- Müller ein bedeutet den Zusammenbruch des Kapitalismus und den Anbruch ſeitigen. Ich bitte, Petitionen auf Beamtengehalts- Erhöhungen und polemisierte gegen die Auffassung des Abg. v. Staudy, die Vor- der Herrschaft des Proletariats, den Socialismus.- Die Rednerin der Regierung nicht gegen ihren Widerspruch zur Berücksichtigung zu Tage habe lediglich formales Interesse. Die Konsequenz führte weiter aus, daß der Uebergang der europäischen Staaten von überweisen.us dieser Vorlage werde die Schaffung neuer Steuern sein: der Politik des Freihandels und des friedlichen Wettbewerbes zum Abg. Gamp( Rp.) schließt sich dem Bedauern des Abg. Semler man könne ohne neue Steuern nicht die Einzelstaaten von allem Schutzoll und zur Macht- und Gewaltpolitik dadurch begründet ist, über die Abstriche der Budgetkommission beim Marine- Etat an. Risiko entlasten; das habe auch der sächsische Finanz- daß der Kapitalismus den Boden unter seinen Füßen wanken fühlt, Herr Gothein behauptete fürzlich die Marine beziehe nach minister schon ausgesprochen. Der Sch as sekretär wandte und daß die bedeutendsten Industrieverbände sich deshalb ein festwie vor amerikanisches Corned beef, weil sie gutes fich gegen die Bemerkung, daß durch§ 3 das Interesse der Einzelstaaten begrenztes Abfaßgebiet zu schaffen suchen. Um die letzte Phase deutsches Büchsenfleisch nicht bekommen könne. Herr Gothein berief an einer sparsamen Wirtschaft aufgehoben werde. Abg. Gröber der Ausdehnung kapitalistischer Ausbeutung sind in lezter Beit eine fich auf einen Bericht über eine landwirtschaftliche Ausstellung in polemisierte gegen Abg. Paasche, der für sich behauptete, er habe Reihe barbarischer Stämpfe ausgefochten worden: Der Krieg zwischen Hannover. Der Verfasser dieses Berichtes, Profeffor Lehmann, erklärt nicht gesagt, das Centrum wolle die Vorlage unmöglich machen; er China und Japan, zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien, aber selbst, daß Herr Gothein diesen Bericht gefälscht habe. empfehle nochmals seinen Vermittelungsantrag. Bebel habe sich zwischen England und Transvaal, dann der Zug der europäischen Herr Gothein behauptete, es feien zahlreiche Cornedbeefproben ver- gestern zu Unrecht auf ihn berufen, als er die Frage des Reichsdorben gewesen. Er hat verschwiegen, daß von 14 ausstellenden Firmen fanzlers nach der Organisation des Zukunftsstaates ironisierte. Die Mächte gegen den Boreraufstand in China und jetzt der russischjapanische Feldzug. Wenn uns gesagt wird, der Kapitalismus sei nur 4 an diesen verdorbenen Proben beteiligt waren.( Hört! hört! beiden Dinge ließen sich nicht vergleichen. Abg. Müller- Fulda so ein friedlicher Gefelle, den wir durch unser Auftreten nicht stören rechts.) Viele ausstellende Firmen haben Preise bekommen.( Abg. Gothein wies darauf hin, daß zwischen den Regierungen Meinungsverschieden dürfen, um ohne Katastrophe vom Kapitalismus zum Socialismus ruft: 1903?) Ja, ja 1903, Herr Gothein, jetzt kommt es heiten darüber beständen, ob neue Steuern nötig seien oder nicht; heraus, daß Sie den Bericht gar nicht gelesen haben.( Große da müsse also durch specialisierte Fragen Klarheit geschaffen werden. zu kommen, so zeigen uns die Vorgänge in Ostasien, diese blutigen Statastrophen, daß die Katastrophentheorie durchaus richtig ist. Seiterkeit.) Es wird immer schöner mit Ihnen.( Erneute Heiter- bg. Bebel wandte sich gegen Abg. Paasche: die damaligen Fragen zu der barbarischen Weltpolitit des Kapitalismus gefellt sich im eignen Im übrigen ist es klar, daß das Verbot der Einfuhr Bülows waren viel detaillierter, als Paasche hier dargestellt habe, Lande eine reaktionäre Socialpolitik und das Bestreben, den Rechtsamerikanischen Büchsenfleisches auch für die deutsche Marineverwaltung 3. B. wer Reichskanzler werden solle usw. Die Gestaltung eines Staatsboden, auf dem das Proletariat seinen Emanzipationskampf ausfechten gilt. Diese ist also gar nicht berechtigt, amerikanisches Büchsenfleisch wesens hänge von den Machtverhältnissen der einzelnen Faktoren ab. tann, einzuengen. Angesichts dieser Thatsachen wäre nichts vers Ueberhaupt würden die Gegner um so weniger etwas vom Staatsfeiretär v. Tirpit: Herr Gamp hat ganz zutreffend gesagt, Bufunftsstaate wissen wollen, je schöner wir ihn darstellten. hängnisvoller, als wenn das Proletariat seine Hoffnung auf eine friedliche Entwicklung vom Kapitalismus zum Socialismus sehen daß die verwaltung nach den Gesetzen gar nicht in der Lage Nachdem das Centrum die Tragweite der Frage eingeschränkt würde. So sehr wir auch eine friedliche Entwicklung wünschen, sei, ausländische Konserven zu verwenden. Thatsächlich werden denn hätte, beſtehe für uns kein Anlaß mehr, dagegen zu stimmen. es kommt doch die Zeit, wo das Proletariat die Zügel der politischen von der Marineverwaltung auch nur inländische konserven Der Schassefretär gab zu, daß der sächsische Finanzminister Macht ergreifen muß, welche die herrschenden Klassen nicht freiwillig beschafft.( Bravo! rechts.) Dieſem ſtelle ich das Zeugnis aus, auf die Wahrscheinlichkeit der Einführung neuer Steuern in aus der Hand geben werden. Gewiß ist es gefährlich, sich provo= daß sie an sich durchaus brauchbar gewesen sind und daß sich Konsequenz der Vorlage hingewiesen habe, das habe er aber nur zieren zu lassen, aber es ist ebenso gefährlich, den gegenwärtigen Die verbündeten Regierungen ihre Qualität immer mehr gebessert hat.( Hört! hört! rechts) auf eigene and gethan. Der einzige Wunsch, der noch übrig bleibt ist, daß auf wollten erst die Wirkung des Zolltarifs abwarten und könnten dann Machthabern zu sagen: Schlagt nur auf uns ein wie Ihr wollt, wir die Dauer die Haltbarkeit noch größer werden sich erst ein Bild von der Sachlage machen. Vielleicht würden die halten still. Die Ansichten, die Genoffe David in dieser Hinsicht ( Hört! hört! lint 3. Heiterkeit.) Allerdings Aufwendungen für die Lex Trimborn( Witwen und vertritt, sind nichts andres als die Sklavenmoral, welche Tolstoij lehrt. Wir werden nicht um jeden Preis eine gewaltsame Auseinandermüssen wir mit einer Haltbarkeit von 4 bis 5 Jahren rechnen. Waisenversorgung) im Betrage von rund 50 Millionen eine fezung mit den herrschenden Gewalten suchen, aber wir werden auch ( hört!.hört! rechts. Große Heiterkeit.) Die wird unsre Industrie Lücke schaffen, für deren Ausfüllung dann natürlich der Reichstag nicht die Faust in der Tasche verbergen. Wenn der alte Rechtsboden, sorgen müsse, da man das nicht den Einzelstaaten im auf dem wir kämpfen, zertrümmert wird, dann müssen wir uns einen gewiß auch noch erreichen.( hört! hört! rechts.) Abg. Gothein( frs. Vg.): Meine Citate über die Ausstellung von 2e ge der Matrikularbeiträge zumuten dürfe. neuen Rechtsboden suchen, und da kommt der politische Streit in 1903-1904 habe ich gar nicht erwähnt; sie stammten allerdings aus Der Antrag des Centrums wurde darauf angenommen; Frage. Es gilt, das Klaffenbewußtsein des Proletariats zu weden einer Zeitung nicht aus einer socialdemokratischen und die Verhandlungen über die Regierungsvorlage bleiben bis nach und zu stärken, das Proletariat so zu erziehen, daß es sich durch den zwar aus einem Artikel, der von einem Großgrund- dem Eingange der Druckschriften vertagt. befizer und großen Viehzüchter, einem Mitgliede Der Etat des Bankwesens wurde nach der Vorlage genehmigt. gewaltthätigen Charakter der kapitalistischen Entwicklung nicht provo= der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft ge- Am Freitag letzte Sigung der Budgetkommission vor den Oster- friecht. Wir rufen den Herrschenden zu: Lernt, Ihr seid gewarnt! läßt, daß es aber auch nicht furchtsam in ein Mauſeloch schrieben war, also aus einer Quelle, die ich für durchaus ein- ferien. Den Kämpfern für eine bessere Zukunft aber sagen wir: Wisset, daß wandsfrei zu halten hatte. Und sie war auch einwandsfrei, denn Die Petitionskommission des Reichstages verhandelte am Ihr eine Macht seid und vertraut Eurer Kraft! Bereit sein ist was Herr Gamp anführte, bezog sich im wesentlichen darauf, daß Mittwoch über eine Petition des früheren Kesselschmiedes Satorius alles! ich dies und jenes nicht citiierte. Ich konnte aber doch nicht den in Obergrüne um Gewährung einer Militärinvalidenpension. Betent Mit stürmischem Beifall nahm die Versammlung den inhaltganzen Bericht vorlesen; ich habe citiert, daß die ausgefeßten Preise behauptet, infolge einet militärischen Dienstübung als Reservist sich reichen eineinhalbstündigen Vortrag entgegen. Zum Schluß brachte für Cornedbeef infolge des Widerspruchs der Marineverwaltung nicht ein Lungenleiden zugezogen zu haben. Er giebt u. a. an, daß er die Vorsitzende, Frau Bauschke, ein Hoch auf die Socialdemokratie verteilt werden konnten und daß es noch nicht gelungen ist, ein dem an einem Tage während seiner Einberufung 16 bis 17 Stunden aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte und mit Hochamerikanischen gleichwertiges Produkt im Inlande zu erzielen. Das Dienstübung gehabt habe. Nach Beendigung der Uebung habe er rufen auf die Genossin Zetkin antwortete. war das wesentliche. Im übrigen habe ich durchaus an- fich frant gemeldet. Sein Arbeitgeber, bei dem Petent erkannt, daß die deutschen Konservenfabriken für die Armee- vor Einberufung zur Uebung zehn Jahre als Reffelund Manöverkonserven Gutes geleistet haben. Die Angriffe des schmied beschäftigt war, bestätigt, daß Satorius nach Rückkehr Charlottenburg. Eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung Herrn Gamp gegen mich waren also in keiner Weise haltbar. von der militärischen Uebung unfähig war, seine Berufsthätigkeit des Centralverbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Ich möchte weiter auf die Submissionen der Marineverwaltung fortzusetzen. Er hatte sich 2-3 Wochen in der Kesselschmiede ver- tagte am Sonntag, den 6. März, im Volkshause. Nach einem gut für Del eingehen. Dellieferungen werden in beschränkter Sub- geblich bemüht, seine alte Arbeit weiter zu verrichten, mußte aber aufgenommenen Vortrag des Kollegen Nürnberg über den Einmission vergeben. Dagegen habe ich nichts. Aber bei einer solchen feinen Beruf seines leidenden Gesundheitszustandes wegen aufgeben. fluß der gewerkschaftlichen Organisation auf die politische und sociale müßten jedenfalls die Lieferungen an den Mindestfordernden vergeben Seine wiederholten Gesuche an die Militärbehörden um Gewährung Gesetzgebung wurde in eine Aussprache mit dem Vorstand des werden. Das ist in einem Falle nicht geschehen, obgleich die mindest- einer Invalidenpension find abgewiesen worden. Der zur Beratung Asphalteur- Vereins eingetreten. Derselbe beschwerte sich darüber, fordernde Firma bereits früher Del zur vollen Zufriedenheit geliefert hatte. zugezogene Regierungskommissar bestritt, daß 16-17stündige täg daß der Handels- und Transportarbeiter- Verband eine Agitation Im Interesse der Sparsamkeit und einer wirtschaftlichen Verwaltung liche llebungen beim Militär vorkommen. Obwohl der Petent acht- unter den Asphaltarbeitern entfaltet hätte, indem die Arbeiter der follte der Zuschlag bei beschränkten Submissionen stets an den mal ärztlich untersucht worden sei, habe der Nachweis einer Dienst- Firma Jese rich im Transportarbeiter- Verband Aufnahme geMindestfordernden vergeben werden.( Bravo! links.) beschädigung nicht erbracht werden können. Die Kommission beschloß, funden hätten. Demgegenüber wurde festgestellt, daß eine Agitation die Petition dem Reichstanzler zur Erwägung zu überweisen. unter den Arbeitern der Firma Jeserich nicht entfaltet worden ist, Der Landwirt Ludwig in Großneuhausen petitioniert ebenfalls sondern daß die Leute auf Veranlassung der organisierten Kutscher um Gewährung einer Invalidenunterſtügung. Er wurde 1869 zur ivegen der neu herausgegebenen Arbeitsordnung zu dem TransportAbleistung seiner militärischen Dienstpflicht einem Regiment in arbeiter- Verband gekommen seien. Es wurde noch betont, daß, wenn Eisenach überwiesen. Am Tage seiner Vereidigung wurde er mit der Asphalteur- Verband an den Transportarbeiter- Verband wegen andern Kameraden kommandiert, einen Spaziergang zur Besichtigung Abgabe der Leute herantreten sollte, dieser bereit sei, in Unterhandder Wartburg zu unternehmen. Als die Soldaten einen schmalen lungen zu treten. Ein diesbezüglicher Antrag lag nicht vor und Fußpfad passierten, bog einer derselben, um den Durchgang frei war somit dieser Punkt erledigt. Ein Antrag, den Märzgefallenen zumachen, einen Dornenzweig zurück. diesen los- einen Kranz zu spenden, wurde einstimmig angenommen. Ferner ließ, sprang der Zweig dem hinter dem betreffenden Soldaten wurde bekannt gegeben, daß die grünen Kontrollfarten ausgegeben gehenden Ludwig ins Auge, und zwar so unglücklich, daß werden, und der Wunsch geäußert, die Bauarbeiter aller Branchen 2. den Verlust des Auges zu beklagen hatte. Er wurde als dienst- mögen sich dieselben von den an die Bauten kommenden Kutschern untauglich entlassen. Sein Zustand hat sich, da jezt auch das andre vorzeigen lassen. Weiter wurde bekannt gemacht, daß das Bureau Auge erkrankt ist, sehr verschlimmert. Die Gesuche des Petenten ab 1. April Rosinenftr. 12 a, Portal III( Quergeb.), part., sich um Invalidenunterstützung sind von der Militärverwaltung ab- befindet und dasselbe wochentags von 10-12 Uhr morgens und von Die Budgetfommission des Reichstags septe am Donnerstag gewiesen worden, da nach ihrer Ansicht der Petent sich die Ver- 3-8 Uhr abends geöffnet ist. Am Schlusse wurde das Andenken des zunächst die Generaldebatte über die Finanzreform Vorlage legung nicht im Dienst zugezogen hat. Die Kommission war andrer verstorbenen Genossen Rosenow sowie des Mitgliedes Wilhelm fort. Abg. v. Staudy meinte, daß der Staatssekretär faum die Meinung; da der Petent zu dem Spaziergange kommandiert wurde Drehen in der üblichen Weise geehrt. feit rechts.) zu kaufen.( Bravo! rechts.) 11 Abg. Fürst zu Dohna- Schlobitten( f.) wünscht im Intereffe der Marinerekrutierung Fürsorge der Regierung für die Hafffischer und bittet um Berücksichtigung der in seinem Wahlkreise liegenden Hafenstadt Pillau seitens der Marinebertvaltung. Staatssekretär v. Tirpit: Ich fürchte, in der nächsten Zeit werden wir für Billau nichts thun können. Es liegt vorläufig kein Bedürfnis seitens der Marine dazu vor. Dagegen werden wir gern alles für die Hafffischer thun, was möglich ist. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr.( Vorher: Notgesetz zum Etat in erster und eventuell weiter Lefung.) Schluß 6 Uhr. Darlamentarisches. V Als er Heute Freitag giebt es wieder Fris Blut- u. rische ber Wurst bekannter tabellofer Qualität. Rich. Augustin, Lindenstr. 69. Hof parterre. Borwärts"-Haus. Frühstücks- und Mittagstisch. Sizungszimmer.* Ziehung 14., 15. und 16. April Marienburg Porto u. 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Das gilt sowohl von den katholischen wie von den evangelischen Schülervereinen, Freitag, 18. März 1904. ( Unruhe im Centrum.) Jetzt ist das durchlöchert worden, was die beruhen. Nur der ist ein moderner Mensch, der das einsieht. weise Fürsorge des alten Kaisers geschaffen hat! Noch Caprivi Die Gerechtigkeit ist das Fundament des modernen Staates, lassen erklärte, die preußischen Stimmen im Bundesrate würden gegen die Sie sie auch auf diesem Gebiete walten.( Lebhafter, sich wiederholender Aufhebung des Jesuitengefeges abgegeben werden. Jetzt ist es dem Beifall im Centrum.) Grafen Bülow nach langen Mühen gelungen, eine Mehrheit im Bundesrate für die Aufhebung des§ 2 zu ſtande zu bringen. Ein b. Eynern, Graf Moltke und Dr. Bachem wird die WeiterNach einigen persönlichen Bemerkungen der Abgg. Dr. Borsch, Jahr hat der Reichskanzler dazu gebraucht! Das evangelische Volk möchte gern wissen, wie der summus episcopus der evangelischen beratung auf Freitag 11 Uhr vertagt. Kirche sich zu dieser Frage gestellt hat.( Unruhe.) Schluß 4 Uhr. Präsident v. Kröcher: Ich bitte, die Person Sr. Majestät des Kaisers nicht in die Debatte zu ziehen. Abg. v. Eynern: Ich habe den Kaiser nicht genannt Präsident v. Kröcher: Kommunales. Stadtverordneten- Bersammlung. 11. Sigung vom Donnerstag, den 17. März 1904, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung gegen Daß der summus episcopus und der König von Preußen das- 6 Uhr. felbe sind, das wissen wir doch alle, und das wissen Sie auch! Abg. v. Eynern: Die Versammlung setzt die Beratung des StadthaushaltsEtats für 1904 fort bei dem Specialetat für die Gemeindeschulen, Ich möchte über den Stand der Schulgesetzgebung im allgemeinen sprechen. Die Schulgesetzgebung scheint einem Stillstand verfallen zu sein. Ein allgemeines Schulgesetz, wie es die Konservativen und das Centrumi wünschen, wollen wir nicht, wohl aber eine Regelung der Verhältnisse durch Special geseze. Zur Durchführung dieser Regelung scheint mir die Trennung der Medizinalabteilung vom Kultusministerium notwendig zu fein; die Schaffung eines besonderen Unterrichts- Bisher mußten die Jesuiten vorsichtig sein. Jetzt brauchen sie über den Stadtv. Giese am Schluffe der Dienstag- Sigung bereits ministeriums ist für uns eine Frage von hoher Bedeutung. Das das nicht mehr. Das lehrt die Nede des Jesuiten v. Berlichingen, referiert hat. dringlichste Gesetz ist ein Schul unterhaltungs- Geses. Ist der sich selbst als der aufgehobene§ 2 bezeichnet hat.( Abg. Porsch Dazu liegt vor der Autrag Antrid n. Gen., den Magistrat zu es nicht möglich, das Material der Schulunterhaltungs- Statistit von ruft: Das ist kein Jesuit!) Herr Porsch, Sie können nicht alle ersuchen, Vorkehrungen zu treffen, daß die für die Gemeindeschulen 1899 den Abgeordneten zugänglich zu machen? Die Gehälter Jesuiten kennen!( Große Heiterkeit.) Bie will man nach Aufhebung notwendigen Lehrmittel auf Rosten der Stadt beschafft und den der Volksschullehrer sind oft unerträglich niedrig, des§ 2 die Anstellung von Jesuiten an höheren Lehranstalten Schülern vom 1. April 1905 unentgeltlich berabfolgt werden. besonders in den Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und hindern?( Gelächter im Centrum.) Man hat uns die„ nationalen Der Etatsausschuß hat den Antrag abgelehnt, ist auch über die Daher verstummen denn auch nie die Klagen über Jesuiten" als Bundesgenossen gegen die Socialdemokratie empfohlen. Betition des Berliner Lehrervereins um Erhöhung des Grundgehalts den Lehrermangel auf dem Lande, was wiederum zu einer Nationale Jesuiten sind aber noch nie vorgekommen.( Heiterfeit.) und der Mietsentschädigung zur Tagesordnung übergegangen. Von Disparität zwischen den Schulen auf dem Lande und denen in Die Jesuiten verstehen ihr Geschäft! Die werden Gesellschaften den Stadtvv. Deutsch und Preuß( soc. Fortschr.) wird beantragt, diese der Stadt führen muß. mit beschränkter Haftung bilden, um in Deutschland thätig sein zu Betition dem Magistrat zur Berüdiichtigung zu überweisen. Es ist ferner im Laufe der letzten Jahre vielfach als notwendig fönnen. Stadtv. Rosenow( N. L.) befürwortet einen Antrag Goldschmidt bezeichnet worden eine gefegliche Regelung der Schul- Ich bedaure, daß Graf Bülow nicht antvesend ist. Er hat gestern auf leberweisung zur erneuten Erwägung. Ein Teil seiner pflicht, so besonders von der gesamten Linken dieses Hauses. Es den Anschein erweckt, daß nationalliberale Abgeordnete deswegen Freunde werde allerdings auch für leberweisung zur Berücksichtigung sollte so bald wie möglich ein derartiges Gesetz dem Landtage für Aufhebung des§ 2 gestimmt hätten, weil sie annahmen, stimmen. Die Lehrergehaltsfrage werde doch nicht zur Ruhe kommen, vorgelegt werden. daß die Regierung darauf nicht eingehen würde. Das ist der Vor- bis den berechtigten Ansprüchen der Lehrer, insbesondere auch be Ich komme noch auf einen Ministerialerlaß, worin unter Be- wurf der reservatio mentalis! Der Reichskanzler hat für diese züglich einer ausreichenden Mietsentschädigung genügt sei. Die Ges rufung auf eine Verfügung von 1817 der Staatsbehörde weitgehende Behauptung nur unbeglaubigte Zeitungsgerüchte angeführt. So winnung eines durchweg tüchtigen Lehrerpersonals hänge notwendig Rechte zugeschrieben werden in Bezug auf die Beaufsichtigung fämpft Herr Bebel!( Große Ünruhe.) So lange der Reichskanzler auch von der Zubilligung eines angemessenen zeitgemäßen Grundder Verwendung der Schulräumlichkeiten. Das ist ein nicht in der Lage ist, die einzelnen Abgeordneten, die er meint, mit gehalts ab. Eingriff in die Selbstverwaltung namentlich der Namen zu bezeichnen, so lange müffen wir zu unsrem Bedauern fest- Stadtv. Dr. Preuß schließt sich diesen Ausführungen durchweg städtischen Kommunalverwaltungen. Die Städte thun stellen- und ich sage das im Auftrage meiner politischen Freunde an und weist außerdem darauf hin, daß im Landtage gerade von weit mehr, als von ihnen verlangt werden kann, durch Errichtung daß er sich zum Verbreiter verlegender Aeußerungen gegen unire freifinniger Seite eine folche angemessene Grundgehalts- Erhöhung von Sing-, Zeichensälen, von Turnhallen, Badeeinrichtungen usw. Aber Partei gemacht hat und daß wir diese Stampfesweise für bedauerlich für die Boltsschullehrer gefordert worden sei und es der solcher Eingriff würde ihre Freudigkeit lähmen. Schulräumlichkeiten erachten.( Lebhafte Zustimmung bei den Nationalliberalen). Wenn Stadt Berlin doch nicht wohl anstehe, davon eine Ausnahme zu werden außer zu ihren eigentlichen Zweden manchmal zu wissenschaftlichen der Reichskanzler den Bundesratsbeschluß auf Aufhebung des§ 2 machen. Daß die Mietsentschädigung den heutigen Berliner MietsVorträgen oder Sizungen gemeinnütziger Körperschaften benugt; zu wieder rückgängig machte, so wird er bei uns dafür ein verständnis- preisen gegenüber durchaus nicht mehr hinreiche, sei notorisch. Auch politischen Versammlungen sollen sie allerdings nicht dienen. volles, einmütiges Entgegenkommen finden.( Große Unruhe und um die unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel werde die Stadt Es ist mithin noch auf vielen Gebieten Wandel zu schaffen. Lachen im Centrum.) Ja: der Frage der Rückgängigmachung wird schließlich nicht herumkommen. Im Ausschusse sei eine Anregung, Wir haben in Preußen die besten Schulen, aber die schlechteste Schul- Graf Bülow wegen der staatsrechtlichen Bedenken doch wohl näher- die Schulzimmer mit künstlerischem Wandschmuck auf städtische Kosten gesetzgebung!( Beifall links.) treten müssen. Darf man einen Reichstagsbeschluß auf Lager halten zu versehen, mit dem seltsamen Argument abgewiesen worden, daß Abg. Eruft( frf. Vg.): und ihn ausführen, wenn es cinem paßt, selbst wenn inzwischen ein dadurch die Aufmertfamkeit der Kinder abgelenkt werde.( Heiterkeit.) andrer Reichstag gewählt worden ist? Darüber sind die Staats- Geschehe das etwa nicht, wenn der Wandschmuck von privater Seite Rechter Hand, linter Hand- alles vertauscht, so muß man rechtslehrer sehr verschiedener Meinung. Ich von den gestrigen Verhandlungen ausrufen. Der Stultusminister daß der Evangelische Bund eine machtvolle Stimme gegen die thätigkeit des Rettors Ropich zur Sprache gekommen und es sind freue mich, bezahlt werde? Im Ausschusse sei auch die agitatorische Reiseerschien Arm in Arm mit dem Centrum, um die Aufhebung des§2 Aufhebung des§ 2 erhoben hat.( Große Unruhe im Centrum.) Der nach dem Protokoll befriedigende Aufklärungen" erfolgt. Stönnen des Jesuitengesetzes gegen die Evangelischen zu verteidigen. Zweifel- Evangelische Bund wurde 1887 gegründet, als Windthorst das freche wir darüber nichts Näheres erfahren? los hat die Aufhebung des§ 2 in evangelischen Kreisen Erregung Wort gesprochen hatte:„ Der Papft allein regiert die Welt!"( Stür hervorgerufen, und es besteht vielfach die Befürchtung, daß eine mische Unruhe und Entrüstung im Centrum. Rufe: Pfui! Pfui!) Störung des tonfessionellen Friedens eintreten könnte. Aber andrer seits ist doch die evangelische Kirche stark genug, um den etwaigen Präsident v. Kröcher: Folgen der Aufhebung des§ 2 des Jesuitengefeßes gewachsen zu sein, und vom Standpunkt der Parität aus begrüßen wir die Auf hebung, für die meine Freunde bekanntlich auch stets eingetreten find. Minister Dr. Studt: Ich bitte, gegen ein verstorbenen Mitglied dieses Hauses nicht solche beleidigenden Aeußerungen zu gebrauchen.( Lebhaftes Bravo! im Centrum.) Abg. v. Eynern: Ich habe Herrn Windthorst nicht beleidigen wollen. Präsident v. Kröcher: Abg. v. Eynern: ein Die Zahl der Lehrer in den gemischtsprachigen Landesteilen ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Ueber die Lehrergehälter wird sich das Haus ja später noch eingehend unterhalten. Bei allem Halten Sie es für keine Beleidigung, zu sagen, er habe Wohlwollen für die Lehrer muß man aber der Frage der Gehalts- freches" Wort gesagt?( Buruf im Centrum: Gemeinheit!) aufbefferung wegen der schlechten finanziellen Lage der Gemeinden vorsichtig gegenüber treten. Es würde sich dabei um eine Zahl von 300 000 Lehrern handeln. Durch die Befürwortung unerfüübarer Das Centrum macht der Regierung Konzeffionen, die keine find. Wünsche schwächt man die Dienstfreudigkeit der Lehrer. Was den vom Abg. Kopsch bemängelten Erlaß anlangt, so hat die Kultusverwaltung die Beobachtung gemacht, daß Schulräume vielfach zu Zweden benutzt worden sind, die den Zwecken der Schule direkt zuwiderlaufen. Daher wurde der Erlaß veröffentlicht, wonach die Verwendung der Schulräume unter Aufsicht gestellt wird. Abg. Stychel( Pole): Es werden immer unerfüllbare Bedingungen daran geknüpft, fo die Witwen- und Waisenversicherung beim Zolltarif. Ich glaube nicht an eigentliche Abmachungen zwischen Regierung und Centrum. Mehr schuld als die Regierung aber sind doch die Parteien im Lande. Wie hetzt der Bund der Landwirte gegen die Nationalliberalen, die alte Kartellpartei der Konservativen! Wenn diese Verhältniffe nicht anders werden, so wird der römische Einfluß immer größer werden und wir werden dagegen machtlos fein. Kultusminister Dr. Studt: Die gegenwärtige Schulpolitik der Regierung vergiftet das Es kommen bei der Frage auch unfre auswärtigen Beziehungen Innerste der Kinderherzen. Der gegenwärtige Staat hält nicht in Betracht. Die uns alliierte italienische Regierung bekämpft ben mehr das, was uns früher aus Königsmund versprochen worden ist. Ultramontanismus, Graf Bülow fällt ihr bei diesem Kampf in den Den polnischen Gymnasiasten wird die Beschäftigung mit polnischer Arm! Das Wahrzeichen der Macht des Ultramontanismus ist die Geschichte, Litteratur und selbst der Gebrauch der polnischen Sprache preußische Gesandtschaft am Vatikan. Keinere evangelische Macht verboten. Der Deutsche lernt in feiner Jugend: Muttersprache, hat beim päpstlichen Stuhl eine Gesandtschaft. Mutterlaut, wie so wonnesam, so traut!" Der Pole aber soll seine Zum Schluß ein Wort zur Versöhnung.( Lachen im Centrum.) Muttersprache vergessen. Gerade die edelsten Elemente der polnischen Um im Frieden mit unsren katholischen Mitbürgern leben zu können, Jugend werden dadurch in ihren idealen Zielen gehemmt. Auch aus deswegen wollen wir keine Jesuiten und keine Marianischen Konden höheren Mädchenschulen wird unsre Sprache immer mehr ver- gregationen.( Lebhaftes Bravo! bei den Nationalliberalen.) drängt. Selbst unser Alphabet gilt als staatsgefährlich! Nicht einmal im Religionsunterricht dürfen wir unsre Muttersprache sprechen! Polnische Lehrer werden in jeder Weise bevormundet, in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt. Aber die preußische Polenpolitik wird nichts erreichen, die Polen werden nur um so bewußter zum Widerstand geeint! Machen Sie sich darüber feine Illusionen. Die Polen werden nicht mürbe, sie bleiben, was sie sind!( Bravo! bei den Polen.) Abg. v. Pappenheim( zur Geschäftsordnung): Obgleich wir beschlossen haben, alle Materien, die zur Specialdiskussion gehören, jest wegzulassen, hat Herr Stychel unsre Geduld in der unerhörtesten Weise in Anspruch genommen!( Oho! bei den Polen.) Präfident v. Krücher: meinem " Stadtv. Singer( Soc.): Der Majorität dieser Versammlung hat es nicht gefallen, einen der Freunde des Herrn Preuß in den Etatsausschuß zu wählen. Wir, die wir in den Etatsausschuß hinhalten; es wurde mitgeteilt, daß Herr Kopfch die Vertretungskosten eingelassen werden( Heiterkeit.), wir haben die Aufklärung" er für Verhinderung außerhalb der parlamentarischen Thätigkeit selbst zahlt. Daß eine solche Thätigkeit von der Verwaltung nicht ge duldet werden follte, lag feineswegs in den Worten des Kollegen Preuß; aber draußen könnte ein folcher Schluß vielleicht gezogen werden. Ich möchte meinerseits erklären, daß wir es für ein Recht geben, und ich bin sehr befriedigt, daß die Verwaltung unsrer Beamten halten, ihrer politischen Meinung Ausdruck zu ein Hindernis nicht in den Weg legt. Auch bezüglich der Kostendeckung ist der richtige Weg gewählt worden. Ich habe nur den dringenden Wunsch, daß der Magistrat in Bezug auf die politische Richtung der Beamten keinen Unterschied macht, umſomehr als die neulichen Ausführungen des Oberbürgermeisters die Vermutung nahe legen fönnten, daß bei socialdemokratischer Ueberzeugung vielleicht mit anderm Maße gemessen würde, als bei der freisinnigen, die zu Bedauern hier noch die Mehrheit hat.( Heiter feit.) Die Lehrerpétition bitten auch wir bitten auch wir dem Magistrat zur Berüdfichtigung zu überweisen; das entspricht einfach unfrer stets eingenommenen principiellen Haltung. Ich habe die Resolution beantragt, den Magistrat zu ersuchen, den Lehrern und Lehrerinnen der Nebenklassen für Schwachsinnige auch Die Betreffenden beziehen eine Zulage von 300 M., aber die an fie ferner die Pflichtstunden wöchentlich um vier Stunden zu ermäßigen. gestellten Anforderungen sind auch erheblich höher als bei ihren Kollegen. Der Unterricht der bedauernswerten schwachsinnigen Gefchöpfe ist ein sehr schwieriger und erfordert ein überreiches Maß an Geduld. Dafür ist eine Erleichterung ihrer schuldienſtlichen Thätigkeit auch sehr am Blaze; die Ermäßigung der Pflichtſtunden war eine sehr richtige Maßregel. Inzwischen haben sich ihre Dienstaufgaben noch vermehrt; die Klassen sind nicht mehr mit 12, fondern mit 20 Schülern besetzt. Eine weitere Vermehrung der Arbeit liegt in der Meine Verwaltung hat an der Verstümmeling" des Jesuiten- Erhöhung der Stundenzahl von 14 auf 18-20 in der Woche. Eine gefeges keinerlei Anteil. Wäre dies der Fall, so würde ich die Ver- Verfügung der Schulinspektoren stellt den Lehrern ferner die Aufantwortung für den gesetzgeberischen Aft der Aufhebung des§ 2 des gabe, die Kinder auch möglichst bei ihren häuslichen Arbeiten usw. Jesuitengeiezes selbstverständlich voll übernehmen. Die Form der zu beaufsichtigen und mit den Eltern zu diesem Zweck in Verbindung Vorrede überhebt mich einer näheren Antwort. Ich bedauere, daß sich zu treten. Diese Lehrer und Lehrerinnen müssen auch besondere Herr v. Eynern bemüßigt gefühlt hat, den abwesenden Minister- Sturse zur besseren Befähigung für diesen Unterricht auf ihre Kosten präsidenten in solcher Weise anzugreifen und sich auf das auswärtige durchmachen. Jetzt will die Schulverwaltung die Ermäßigung der Gebiet zu wagen in einer dem vaterländischen Interesse nicht Pflichtstunden auf zwei herabsetzen. Das tönnen wir nicht billigen. dienenden Weise.( Lebhafter Beifall im Centrum.) Ebenso unsachlich Ich schlage nicht eine Erhöhung der Etatssumme vor, um nicht die waren feine Ausführungen über die Marianischen Kongregationen. Doktorfrage aufzurollen, ob die Versammlung zur Erhöhung der Auf fachliche Ausführungen werde ich stets gern sachlich antworten. Ausgaben im Etat berechtigt ist. Ich halte dieses Necht für ziveifellos, aber um nicht diese beiden Fragen zu vermischen, wählte ich den Abg. Dr. Badjem( C.): Weg der Resolution. Wir sind durchbrungen von der Bedeutung Wie der Kultusminister, so muß auch ich den Ton bes der Lehrerschaft für unser heranwachsendes Geschlecht, das föstlichste, was Abg. v. Ehnern bedauern. Auf diese Weise wird es begreiflich, daß die Stadt befizt; aber die schwierigste Aufgabe haben diejenigen Lehrer Katholiken und Protestanten sich nicht verstehen. Redner bestreitet, und Lehrerinnen zu erfüllen, welche die Schwachsinnigen auf ein daß Windthorst den Ausdruck gebraucht habe, v. Ehnern citiert hat.( Abg. v. Eynern ruft: Er ist auf Stadtschulrat Gerstenberg: Ich weiß nichts davon, daß Herr dem Katholikentag in Münster im Jahre 1885 gefallen!) Kopsch zu Agitationsreisen Urlaub bekommen hat; einmal hat er Nach der heutigen Rede verdient Herr b. Eynern kaum mehr den 14 Tage zu einer Pfingstreise Urlaub gehabt, die. Vertretungskosten Der Reichskanzler hat sich gestern einen ganz unrichtigen Haden- Namen eines liberalen Mannes. In der Jesuitenfrage steht das dafür hat er richtig erstattet. Die Frage, ob Urlaub an städtische berg und eine ganz falsche nationalliberale Partei konstruiert.( Seiter ganze Wolf hinter uns. Der Jesuitenorden ist kein Kampforden. Beamte zu Agitationszwecken zu erteilen ist, ist zu verneinen. Wenn feit und Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Dr. Borsch fagte, Wir Katholiken sind seit der Reformation andre geworden und die aber jemand als Kandidat in Aussicht genommen ist, wird es Sache die Jesuiten nähmen eine Sonderstellung innerhalb des Katholicismus Protestanten auch. Wir billigen nicht alles, was damals gegen die der Behörden fein, zu ermitteln, ob Urlaub für solche Reifen erteilt ein. Aber find fie deswegen weniger gefährlich?( Gr. Unruhe i. C.). Alle Reformation geschah. Eine ganz ungewöhnliche Erscheinung sind die werden kann. Was die Resolution Singer betrifft, so ist die Einrichtung Revolutionen find zunächst von Minoritäten, von energischen, rüdjichts- Interpellationen in den Einzellandtagen über die Abstimmung der mit den vier Stunden vor einem Jahr nur vorübergehend eingeführt Losen Friedensstörern angestiftet worden.( Erneute große Unruhe im einzelnen Staaten im Bundesrat. Dabei kann der föderative worden, sie sollte feineswegs eine dauernde sein. Ueber die Pflicht Centrum.) hat doch selbst ein unfehlbarer Papst den Jesuitenorden Charakter unfres deutschen Staatswesens nur Schaden leiden.( Sehr stunden find jetzt feste gleichmäßige Normen eingeführt worden. Die als gefährlich aufgehoben! Der Kultusminister hat in feinen richtig! im Centrum.) Organisation der Rebentlaffen ist keine definitive. Der Durchschnitt Forschungen über die Marianischen Kongregationen nicht sehr tief Redner polemisiert gegen die gestrige Rede des Abg. Graf in diesen Klassen beträgt 14, bei den Normalklassen 47; die Lehrer gegraben. Dr. Porsch meinte, wir verständen die Marianischen Kon- Moltke. Ueber die Jesuiten selbst kursiert das tollste Zeug. Jegt, der letzteren haben auch sehr viel Korrekturen, die bei den Schwachgregationen gar nicht, sonst müßten wir katholisch werden. Also wo man sie wieder im Lande wird sehen können, wird man eine sinnigen wegfallen. Die besonderen Kurse sind mir als Zwangsentweder die Regierung hat nicht gewußt, was die Marianischen bessere Meinung von ihnen belommen. Man hat gesagt,§ 1 darf furse nicht befannt; ein Anspruch kann darauf nicht begründet werden. Kongregationen find, als sie sie zuließ, oder sie hat es gewußt und nie und nimmer aufgehoben werden. Ich hoffe, es wird mit der Für die Nebenklassen muß auch sehr viel ausgegeben werden; der fie muß jetzt die Konsequenzen ziehen.( Große Heiterfeit.) Beit mit dem§ 1 gehen, wie es mit dem§ 2 gegangen ist. Warum Normalschüler tostet uns 74, der der Nebenklassen 257 M. Wir Was die Jesuiten sind, weiß jedes Kind. Sie haben stets dem Rad der Zeit in die Speichen fallen und die tulturelle Fort: werden aufsteigende Klaffen einrichten und dann werden wir erst zur Zersetzung der nationalen Bande beigetragen.( Oho! im entwicklung hemmen?( Lachen links.) ( Oho! im entwicklung hemmen?( Lachen links.) Wir Katholiken sind viel zu den 20 Schülern pro Klasse gelangen, von denen Herr Singer Centrum.) Das hat Bismard und der alte Kaiser Wilhelm I. modernere Menschen( Erneutes Lachen) in Bezug auf die Gleich- sprach. Das können Sie doch nicht sagen, Herr v. Pappenheim!( Große Heiterkeit.) Abg. Stychel: Es war mein Recht, die allgemeinen Gesichtspunkte vorzutragen, die ich berührt habe.( Lebhafte Rufe: Sehr richtig! bei den Polen.) Abg. v. Eynern( natl.): Herr höheres Niveau bringen follen.( Beifall.) felbft anerkannt. Friedrich Wilhelm I. nannte die Jesuiten Teufel, berechtigung der Konfeffionen, die Gleichberechtigung aller Staats- Stadtv. Ewald( Soc.): Daß unser Antrag auf unentgeltliche die viel Böses wirken und im Lande nicht geduldet werden dürfen. bürger. Der moderne Staat kann nur auf Rechtsgleichheit Lieferung der Lehrmittel so alt geworden ist, ist nicht unsre Schuld, die Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Stadtv. Rosenow polemisiert gegen die Ausführungen des Stadtverordneten Wallach. Stadtv. Ewald: Ich habe vorhin nicht etwa fagen wollen, daß Herr Eugen Richter im neuesten ABC- Buche sich in der Richtung unsres Antrages geäußert hätte. Ich habe nicht die Gewohnheit, einen Abwesenden zu beleidigen, und eine Beleidigung wäre es gewesen, wenn ich Herrn Richter solcher liberalen Anwandlung für fähig hielte.( Oho! und Unruhe.) Vers Die sondern Jhre, weil Sie ihn immer abgelehnt haben. Andre Orte, 1 zur Annahme gelangt; der sociale Zug der heutigen Zeit wird sich| 15. März nicht unwesentlich gehoben. Nach dem Situationsbericht die mit Berlin nicht konkurrieren können, haben diese Einrichtung auch auf diesem Gebiete durchringen. Die Ehre der Eltern, auch der der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" wurden im März, auf den längst eingeführt, so Fürth 1900, Gießen 1901, Zürich 1903, Mülhausen. bemittelten, wird doch auch durch die Unentgeltlichkeit des Unterrichts Arbeitstag berechnet, täalich 19 062 Doppelwaggons versandt, Auch in Holland werden die Lehrmittel unentgeltlich berabfolgt. nicht beeinträchtigt. Bezüglich meiner Resolution hat der Schulrat während in der zweiten Hälfte des Februar mur 18 114 DoppelIn Charlottenburg hat in legten Winter Leider beruht die sind. frei Gerstenberg mit feinem Wort die beabsichtigte Herabseßung von vier waggons erreicht worden finnige Partei einen gleichen Antrag befürwortet, nur durch Wider- auf zwei Stunden motiviert. Die Lehrer berlangen ja nur die Bei- anlassung für den Mehrverfandt nicht auf den verstärkten spruch des Oberbürgermeisters ist der Antrag abgelehnt worden. Sie behaltung des jezigen Zustandes. Wenn eine Neuorganisation nötig Bestellungen der Industrie, sondern in der Hauptsache darauf, daß die setzen fich mit Ihren Parteifreunden in Charlottenburg vollständig wird, so muß es doch bis dahin bei der jetzigen Einrichtung bleiben. Schiffahrt auf dem Rhein wieder in vollem Umfange aufgenommen in Widerspruch, und ein Ausspruch Ihres Generaliffimus Eugen Ist aber die Finanzlage ausschlaggebend gewesen, so ist es geradezu werden konnte. Ferner wollen die süddeutschen Abnehmer, die von Richter in der neuesten Auflage des" A B C- Buches" bewegt sich in unwürdig, an dieser Stelle 10 000 M. abzuknapfen. dem am 1. April in Thätigkeit kommenden Kohlencomptoir eine derselben Richtung. Unfre Forderung ist keine specifisch socialistische, Stadtv. Goldschmidt( N. L.) ist durch den Oberbürgermeister Preiserhöhung erwarten, von den heutigen, billigeren Preisen prosondern schon im Gegenwartsstaate durchführbar; sie ist ein notwendiges nicht von der Unannehmbarkeit seines Antrages überzeugt worden. fitieren und nehmen deshalb möglichst große Mengen herein. Ebenso Korrelat zum Schulzwang. Die ärmere Bevölkerung Berlins empfindet die Weiter bestreitet er, daß Eugen Richter sich mit den Freifinnigen in beziehen die süddeutschen Vrikettwerke, deren Vorräte wegen der geheutige unentgeltliche Verabfolgung von Lehrmitteln als Almofen; Widerspruch gesetzt habe. schlossenen Schiffahrt eingegangen waren, erhebliche Quantitäten es kommen da Nechercheure zu den Eltern der betreffenden Kinder, Stadtv. Zubeil( Soc.): Das Grundgehalt unsrer jungen Lehrer Feinkohlen, so daß diese Sorte den Markt augenblicklich nicht drückt. und wenn der Gerichtsvollzieher noch nicht die letzte Kommode oder ist zu niedrig; ein junger Mann muß mindestens 80 W. an Miete Von den über die Rheinhäfen zur Verfrachtung gelangenden Mengen das letzte Spind abgepfändet hat( Große Unruhe) jawohl, Sie und Beköstigung pro Monat ausgeben und es bleiben ihm für alle geht also der größte Teil nach Süddeutschland, wenn auch die Verfönnten mir ja auch entgegenhalten, daß die 80 000 m. noch nicht andern Bedürfnisse auch nur etwas über 20 M., das ist zu wenig. ladungen nach Holland und Belgien wieder flotter geworden sind. verbraucht sind wenn es also noch einigermaßen anständig Gewiß, er ist noch unfertig, aber durch die Heirat erlangt er auch Im großen und ganzen haben sich die Verhältnisse auf dem in der Wohnung aussieht, dann wird die unentgeltliche noch feine größere Festigkeit; und er muß doch in den jungen Jahren Kohlenmarkte gebessert, so daß Feierschichten wegen Absazmangels Lieferung nicht nicht empfohlen.( Widerspruch.) Ich weiß, daß sich Lehrmittel jeder Art anschaffen, um später ein fertiger Mensch bisher nicht eingelegt zu werden brauchten. Allerdings sind kleinere es so ist; ich bekümmere mich auch darum. Die Leute zu sein. Die heutige Art der unentgeltlichen Lieferung der Lehr- Stodungen infolge vereinzelt aufgetretenen Wagenmangels vorscheuen sich, in der Schule fagen zu lassen, daß sie die unentgeltliche mittel, die Handhabung derselben durch die Rettoren, drückt den gekommen, indessen sind diese ohne Bedeutung geblieben. Lieferung haben wollen; nicht jeder mag sich ein Almofen bieten Empfängern den Stempel der Armut auf und trägt ihnen noch Bestände auf Waggons haben sich auf den meisten Zechen erheblich laisen. Ein solches Verfahren wirkt auf die Eltern wie auf die Spott und Hohn seitens der Mitschüler ein. vermindert, eine Ausnahme hiervon machen jedoch die MagerfohlenKinder deprimierend und demoralisierend. So mancher Familienvater Bechen, die fortgesetzt unter sehr ungünstigen Verhältnissen arbeiten. Icgt fich lieber die größte Entbehrung auf.( Wachsende Unruhe.) Wenn Sie sich was erzählen, dann brauche ich Ihnen nichts zu erzählen.( Heiterkeit; Glocke des Vorstehers.) Für den Arbeiter, der mit großer Familie bloß 3 M. pro Tag verdient, besonders bei den vielen Umschulungen, bei der Verschiedenheit der Lehrmittel in den verschiedenen Schulen, bedeutet diese Frage ein Kapital.( Burufe.) Sie wissen nichts von Armut und Not, Sie können sich das nicht vorstellen; Ihre Kinder besuchen die höheren Schulen, für die die Stadt viel höhere Zuschüsse Teistet. Berlin hat bloß Angst vor der Maßregel, um nicht der Socialdemokratie einen Dienst zu leisten. Dabei thäte sich Berlin damit nur selbst einen Gefallen. Sie beschweren sich über Unbildung und Ungezogenheit der Handwerker- und Arbeiterfinder, und es giebt viele, die nicht ordentlich lesen und schreiben können, aber Sie tragen selbst die Schuld daran, weil sie den Kindern die Lehrmittel vorenthalten. Jch predige hier tauben Ohren( Zuden Magistrat zu ersuchen, vom 1. April 1905 ab das Schulstimmung); aber über kurz oder lang werden Sie selbst erkennen, geld für neu aufzunehmende Kinder, deren Eltern auswärts daß es so nicht mehr weiter geht.( Beifall bei den Socialdemokraten) wohnen, von 200 auf 450 M. zu erhöhen. Stadtv. Sonnenfeld( A. L.): Ich hoffe, daß der Antrag noch Ohne Debatte wird die Resolution abgelehnt, der Etat geein sehr hohes Alter erreichen wird; ich hoffe, daß er auf absehbare nehmigt. Zeit abgelehnt werden wird. Gewiß muß jeder Schüler Lehrmittel An den Etat der Blindenanstalt nebst Betrieb der haben; aber auf öffentliche Kosten kann sie nur der bekommen, der Beschäftigungsanstalt hat sich im Ausschuß keine Debatte geknüpft. sie sich selbst nicht verschaffen fann.( Zustimmung.) Es giebt feinen Auch die Etats für das Fortbildungs- und das Gewerb Schüler ohne Lehrmittel in Berlin; daß Leute eristieren, die liche Unterrichtswesen find unverändert geblieben. nicht ordentlich lesen und schreiben können, hängt nicht mit Der letztere Specialetat wird mit einer Aenderung im Regulativ den Lehrmitteln zusammen. Das Citat aus dem ABC- Buch stimmt der Fachschule für Klempner angenommen, wonach mit Rücksicht auf nicht; es wird dort die betr. Auffassung nicht etwa als die des den großen Andrang zu derselben das Semester- Schulgeld für LehrAbg. Richter hingestellt. Eine Dringlichkeit für Erhöhung des linge auf 3, für Gesellen auf 5 M. festgesetzt wird und beim Beginn Grundgehalts liegt zur Zeit nicht vor, wohl aber für die Miets- des Unterrichts zu entrichten ist. entschädigung. Eine Wohnung von drei bis vier Zimmern foſtet in Berlin im Durchschnitt 750 W., der Betrag der Entschädigung ist nur 648 M. Das Gesetz spricht den Lehrern bolle Mietsentschädigung zu, und auch die Schuldeputation hat eine Erhöhung empfohlen. Ich stimme für den Antrag Goldschmidt. Die verschiedene Abstufung nach Dienstalter und Gehalt wäre als in vielen Städten bewährt dem heutigen Zustand vorzuziehen. Stadtschulrat Gerstenberg: Die Schulverwaltung hat nach Durch führung des neuen Lehrplanes für Vereinfachung der Lehrmittel gesorgt, im ganzen kosten die gedruckten Lehrmittel für einen Schüler, auf acht Jahre verteilt, eine Kleinigkeit über 10 Mark. Stadtv. Goldschmidt: Diese Art der Aufklärung eines Mißberständnisses muß ich doch für unfair erklären. In der Abstimmung werden sämtliche gestellten Anträge abgelehnt; der Etat der Gemeindeschulen wird unverändert genehmigt. Zum Etat der Taubftummenschule schlägt der Ausschuß folgende Resolution vor: Vor der Beratung des Armenetats tritt Beschlußunfähigkeit ein, die Fortsetzung der Etatsberatung wird zunächst in einer Extrafizung am Montag erfolgen. Schluß 9 Uhr. Ein Abkommen der Berliner Konfektionsstoff- Grossisten. Dem Accordierungsunwesen in der Berliner Konfektionsbranche zu wehren, haben 17 der angesehensten Berliner Engrosfirmen unter sich ein Abkommen geschlossen, das sie verpflichtet, teinem außergerichtlichen Accorde zuzustimmen, bei dem eine geringere Quote als 50 Proz. geboten wird. Auch einem Zwangsvergleiche unter 50 Proz. und einer Liquidation, die weniger als 50 Broz. ergiebt, darf nicht zugestimmt werden. Diese schwerwiegenden Beschlüsse sind, wie der„ Konfektionär" berichtet, erst nach eingehenden, das Für und Wider in jeder Beziehung würdigenden Beratungen gefaßt worden. Das Hauptbedenken, das man einer derartigen principiellen Bindung entgegenstellte, war vor allem, daß die schematische Behandlung jedes einzelnen Falles und quote festzulegen, den Konventionsmitgliedern häufig eher Schaden der Zwang, sich auf eine bestimmte, immerhin ziemlich hohe Mindest als Nußen bringen fönne. Die Konfektionsstoff- Grossisten haben aber nach reiflicher Erwägung aller Zweifelsfragen die Vorteile des Abkommens für größer gehalten als seine Nachteile. Es soll durch dieses Abkommen vornehmlich der leichtsinngen Weiterführung der nicht bestandsfähigen Geschäfte der Konfettionsbranche vorgebeugt werden. Die Inhaber solcher Geschäfte, die mit durch Konventions- oder Vereinsbestimmungen gebundenen Liefe ranten arbeiten und bei denen solche Lieferanten vielleicht Hauptgläubiger sind, wissen jetzt genau, daß sie, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten, einen Accord unter 50 Prozent in feinem Falle durchbringen. Sie müssen unweigerlich den Konkurs anmelden, wenn das Gebot von 50 Prozent nicht erreicht werden kann. So steht der drohende Konkurs als Schreckgespenst vor allen Firmen, die sich geschäftlich auf abschüssiger Bahn befinden, und sie ver meiden es daher allermeist, um dem Konkurse zu entgehen, ihr Ges schäft vollständig herunterzuwirtschaften, sondern melden sich nach Erkenntnis ihrer schwachen Position früher bei ihren Gläubigern, zu einer Zeit, wo noch eine gewisse annehmbare Quote in der Masse liegt. Dampfschiffahrts- Gesellschaft Stern", Berlin. Die Einnahme beträgt 446 665 M., der Betriebsgewinn 163 912 M. Nach Abschreibungen 2c. bleibt ein Reingewinn von 16 000, von dem 2 Proz. Dividende verteilt werden. Gewerkschaftliches. Husland. Die Aussperrung in der Diamantindustrie. - Schuhmacherfireits in Schweden. Sämtliche Arbeiter der AttienAus Induftrie und Handel. Eine Folge der Produktionseinschränkungs- Politik des Kohlensyndikats. Die Lobredner der Kartelle wissen diesen allerlei günstige Einflüsse auf das gesamte Wirtschaftsleben nachzurühmen: die Verringerung oder gar die Beseitigung der Krisen, Ermäßigung der Stadtv. Wallach( A. L.): Es handelt sich bei der Lehrmittel- Produktionskosten und als deren Folge ein Sinfen der Preise, gleichfreiheit nicht um eine politische, sondern um eine rein fommunale mäßige sichere Beschäftigung des vorhandenen Arbeiterstammes, Frage. Der Antrag Antrick wie der Antrag Singer haben bereits Steigerung der Löhne und noch sonst allerlei. Soweit sich an dem berechtigte Burüdweisung erfahren. In der Debatte über die Lehrer- Wirken der seit längerer Zeit in Deutschland bestehenden Syndikate ver- Gelegentlich eines am Dienstag in Antwerpen für die Streifengehälter hat man heute das Gefechtsfeld völlig verschoben. Das Lehrer- folgen läßt, hat sich bisher von diesen angeblichen nüzlichen Einflüssen des den abgehaltenen Konzertes sprach Romeo über den Stand des Streifs. Besoldungsgesetz von 1897 war doch auf die Provinz zugeschnitten, wo Syndikatswesens nichts gezeigt. Weder hat die Absatzpolitik der Syndikate Er erinnerte daran, daß er vor Beginn des Streiks die Diamantgräuliche Verhältnisse herrschten; für Berlin bedeutete es nur eine For dem Ausbruch der letzten Wirtschaftskrise zu wehren vermocht, arbeiter warnte, der Kampf werde monatlang dauern; aber nach der malität. Trotzdem haben wir die Gehälter wesentlich erhöhen müssen und im Gegenteil, gerade die Eiſenindustrie, die nächst der Kohlenindustrie Abstimmung der Versammlung der Arbeitgeber am letzten Freitag, nun sollen wir das nach sieben Jahren abermals thun? Geändert die am besten syndicierte ist, wurde am schwersten von ihr heim- wo 63 Neigung zeigten, wieder arbeiten zu lassen, sei darin eine Verhaben sich seit 1898 nur die Berliner Finanzen; die sind viel gesucht; noch haben die Kartelle den Arbeitern eine gleichmäßige änderung eingetreten; nun könne der Kampf höchstens schlechter geworden. Beschäftigung gesichert. Die Löhne sind allerdings in den kartellierten noch ein paar Wochen dauern. Seien die Fabriken erst Stadiv. Caffel( A. L.) ist mit vielen Ausführungen des Vor- Industriezweigen teilweise während der Jahre 1896/1900 gestiegen, einmal geöffnet und die Unternehmer fönnten keine Arbeiter kriegen, redners einverstanden. Nach seiner Darstellung ist die Gehalts- aber nicht infolge der Syndikatspolitik, sondern infolge der starken dann wäre der Stampf bald beendet. Steiner folle in einer ordnung jetzt den Verhältnissen durchaus entsprechend; eine Nachfrage nach Arbeitskräften während der Periode der Hoch- Fabrik mit Lehrlingen und zehnstündiger ArErhöhung des Grundgehalts würde höchstens die Alterszulagen fonjunktur, wie sich denn auch leicht nachweisen läßt, daß in nicht beitszeit anfangen. Der Verbandsvorstand beabsichtigt schmälern. Das Wohnungsgeld aber hält er mit Sonnenfeld für fartellierten industriellen Branchen die Lohnsteigerungen während eine Erhöhung der Unterstützungen bei den Mitgliedern zu beantragen, nicht mehr genügend. Der Privaterwerb der Lehrer fönne jener Zeit vielfach noch weit beträchtlicher gewesen sind, da die Zahl der Arbeitenden sich beständig vermehrt. In der vorigen hier trotz Wallach nicht in Betracht kommen. Die Erhöhung auf als in den Syndikatsgruppen. Dagegen lassen zwei Erfolge Woche wurden in Antwerpen an 1300 Ausständige 12 000 Frank 750 M. fei eine Forderung der Gerechtigkeit. Man solle also den der Syndikatspolitik sich nicht abstreiten: eine Erhöhung der ausbezahlt. Der Allgemeine Rat der belgischen Arbeiterpartei hat Antrag Goldschmidt annehmen. Der Antrag Preuß würde bei Er- Preise und des Unternehmergewinnes: beide sind aber sicher nicht in den Parteizeitungen einen Aufruf zur Unterstützung der Aushöhung des Grundgehalts 700 000 M. Mehrbelastung verursachen geeignet, der Arbeiterschaft das Syndikatsivesen schmackhafter zu ständigen in Antwerpen erlassen. Die Fabrifbefizer in Antwerpen und dieses Geld sei im Stadtsäckel nicht vorhanden. Die Lehrmittel- machen. Die Steigerung der Profitrate gehört zweifellos nicht zu haben am Dienstag eine Versammlung abgehalten, um über Wiederfrage betreffend, unterschreibt Redner die Ausführungen des Stadtv. den Zielen der Arbeiter. eröffnung der Fabriken zu beschließen. Sie wollen jedoch erst abSonnenfeld. Doch ganz abgesehen von diesem Resultat der Syndikatspolitik warten, ob in der am Mittwoch wieder eröffneten Fabrik" De Oberbürgermeister Kirschner: Für die Erhöhung des Grund- ergeben sich auch sonst manche Nachteile für die Arbeiterschaft. So Eendracht" viele Arbeiter die Arbeit aufnehmen. gehaltes habe ich die geringsten Sympathien. Die Lehrer kommen hat z. B. die Festsetzung der Beteiligungsziffer in der letzten mit 20-21 Jahren in Dienst; sie bekommen mit dem 25. Jahre Beit vielfach die großen leistungsfähigen rheinisch- west1848 W., mit 28 Jahren 2048 M. Ein Mann, der mit 20 bis fälischen SyndikatsZechen, die sich in der Ausbeutung 21 Jahren eintritt, ist noch kein fertiger Mensch, er fann ihrer Stohlengruben beschränkt fühlten, dazu veranlaßt, minder gesellschaft Beyers Stofabrik in Stocholm befinden sich noch nicht das Gehalt eines Mannes mit eignem Hausstand be- leistungsfähige Zechen aufzukaufen, um diese dann ganz oder im Streik. Ebenso haben die Arbeiter aller drei Schuhanspruchen, für ihn reichen 1392 Mark aus. Wenn die Lehrer in teilweise stillzufeßen und deren Beteiligungsziffer auf ihre beffer fabriken in Derebro die Arbeit niedergelegt. Dort sowohl ihrer Petition den Vergleich mit den Bureau- Anwärtern und Bureau- rentierenden Gruben zu übertragen. Die Folge ist, daß in den wie in Stockholm handelt es sich um Lohnfragen. Die Streits umBeamten ziehen, so wird doch übersehen, daß diese erst mit etwa fleinen Ortschaften, wo solche Stillſetzungen vorgenommen worden, fassen zusammen ca. 500 Personen. In einer Fabrik in Derebro ist dreißig Jahren zur festen Anstellung mit 1900 Mart kommen und alsbald die bisherige Belegschaft abgelohnt und teilweise zum Ab- es dieser Tage zu einer Einigung gekommen; im übrigen weigern dann oft schon eine große Familie haben. Daß Berlin eine gefeß wandern gezwungen wird. Ein solches Schicksal droht auch der im sich die Unternehmer, mit dem Schuharbeiter- Verband zu verhandeln. liche Pflicht habe, die volle Mietsentschädigung zu gewähren, ist Steelener Bezirk( Landkreis Essen) gelegenen Zeche Eiberg", der nicht die Auffaffung des Magistrats. Die Stompensation für eine von der Gewerkschaft der Zeche" Ewald" ein vorteilhaftes Ankaufs relativ geringe Mietsentschädigung liegt in den außergebot gemacht worden ist, das voraussichtlich angenommen werden ordentlich günstigen Alterszulagen, die über die Erfordernisse dürfte.„ Kommt der Verkauf der Zeche Eiberg", schreibt dazu die des Gesezes sehr weit hinausgehen. Den Weg der Abstufung der Steeler Zeitung", zu stande, was nach Lage der Sache kaum noch Mietsentschädigung halte ich für ungangbar; namentlich hat die zu bezweifeln ist, so wird in dem Wirtschaftsleben des hiesigen BeVorschrift des eignen Hausstandes für die Praxis höchst bedenkliche zirks eine Kalamität von recht ernster Natur eintreten, denn mit " Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle für Arbeits. Erscheinungen gezeitigt. Da hatte plößlich diefer und jener Lehrer dem befürchteten Ankauf ist ein vollständiges Erliegen des Werkes marit- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). einen eignen Hausstand; der eine nahm die Schwester, der andre verbunden. Mit dem Ankauf ist weniger die Erwerbung des Zechen- Die als Drgan des Verbandes deutscher Arbeitsnachweiſe" erscheinende die Tante zu sich, der dritte schaffte sich eine Haushälterin an eigentums beabsichtigt als die Erlangung der außerordentlich hohen Beitschrift enthält in Nr. 12 des 7. Jahrganges unter anderm: Rundschau ( Heiterkeit), die aber eventuell im Nebenhause wohnte usw. Dem Förderungs- Beteiligungsziffer, die„ Eiberg" beim Syndikat hat. über die Lage des Arbeitsmarktes. Allgemeines: Heimarbeiterschutz- Kongreß. allen fann die Verwaltung nicht nachgehen. Wenn Sie Nach erfolgtem Ankauf könnte also Ewald" auf seinen Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Schiffbau( Geschäftsgang auf die Mietsentschädigung mit dem Alter steigen lassen wollen, Schächten die Menge Kohlen mehr fördern, die bisher den Wersten in Kiel, Bremerhaven, Hamburg und Flensburg); Tertilgewerbe ( Die Strije im italienischen Seidengewerbe); Bekleidung( Zunahme der Aufgut, wir ziehen das damn von den Alterszulagen wieder ab. Eiberg" zu fördern berechtigt war. Da aber für Gas( Große Heiterkeit.) Erhöhen Sie das Dienſteinkommen der Lehrer, fohlen ein entschieden höherer Preis erzielt wird als für die aufträge in den Schuhfabriken. Schleppender Geschäftsgang in der handwerks. mäßigen Schuhmacherei); Graphische Gewerbe( Günstige Beschäftigungs. so müssen Sie auch mit den Beamtengehältern nachfolgen. Darum Giberg" gewonnenen Magerkohlen, ist es wohl begreiflich, wenn die verhältnisse im Statistisches Monatsmaterial: Better fann ich mich auch nicht für die Anträge Preuß und Goldschmidt neue Gesellschaft den Betrieb auf" Eiberg" einstellt. Giebt die Ge- bericht. Arbeitsnachweise. Streitverzeichnis für Deutschland, Destreich erwärmen. Deshalb wird ja natürlich die Erhöhungsfrage nicht für werkenversammlung am 28. d. M. die erforderliche Zustimmung, fo Ungarn, Schweiz. Verwaltung der Arbeitsnachweise: Paritätischer CentralSachsenstiftung. immer bei feite geschoben.( Beifall.) werden mit dem 1. Juli viele hundert Bergleute Arbeitsnachweis für das Fleischergewerbe in Berlin. Stadtv. Singer: Der Hinweis auf diese Konsequenz ist gegen und eine Menge Beamte ohne Beschäftigung und Aufhebung der Anstalt für Arbeitsnachweisung beim Armendirektorium in in Leipzig. Arbeitslosigkeit: Arbeitslosen- Meldung in Charlottenburg. jebe Gehaltserhöhung überhaupt verwertbar. Es kommt lediglich auf Verdienst sein. Aber auch unter der übrigen Bevölkerung Mitteilungen aus deutschen Arbeitsnachweis- Verbänden: a) Amtliche Bedie Berechtigung eines erhobenen Anspruches an. Wir werden event. mit der politischen Gemeinde Eiberg hat eine begreifliche Aufregung tanntmachung: Verband deutscher Arbeitsnachweise. Amtliche Bekannt demselben Pflichtbewußtsein auch prüfen, ob andre Beamtenkategorien Platz gegriffen. Manche Gewerbetreibende, manche Hausbesitzer, machung. b) Sonstige Mitteilungen: Verband deutscher Arbeitsnachweiſe. Gehaltserhöhungen erfahren müssen. Thatsächlich haben uns in der fehen, falls die Außerbetriebsegung der Zeche wirklich erfolgt, ihrem Rundschreiben betreffend die Errichtung allgemeiner öffentlicher ArbeitsLehrerbesoldung andre Städte überflügelt. Wenn auch die Alters- sicheren Ruin entgegen. Mit der Außerbetriebsegung der Zeche nachweise.- Verband zur Förderung des Arbeitsnachweises im Regierungs. stala in Berlin günstig ist, ungünstig ist das Grundgehalt, noch um" Eiberg" wird aber auch die in Ueberruhr belegene Beche„ Charlotte" bezirk Düsseldorf. Jahresversammlung. günstiger die Mietsentschädigung. Das Gesetz schreibt principiell die zum Erliegen gebracht. Die Grubenwasser von„ Charlotte" werden B. Carneri. Der moderne Mensch. Bersuche über Lebensführung Gewährung der vollen Mietsentschädigung vor, die einschränkende jegt in der Hauptsache von„ Eiberg" gehoben, da das Pumpwert auf Breis 1 M. Emil Strauß Verlag( A. Kröner) Stuttgart. Bestimmung in dem betreffenden Passus, wonach in der Regel" der" Charlotte" nicht vermag, die großen Wassermassen allein zu be- Otto Reutter. Driginal- Couplets und Vorträge. Preis 1 M. MühlBetrag einen gewissen Prozentsatz des Gehalts darstellen soll, gilt wältigen. Wird also die Wasserförderung auf„ Eiberg" eingestellt, hausen i. Th. Berlag von G. Danner. für Berlin nicht. Wir werden nach wie vor für Berücksichtigung so ist die naturgemäße Folge, daß die Grubenbaue auf„ Charlotte" H. zu Vientorff. Berhängnis. Preis broschiert 4 M. Berlag von stimmen, wenn ich auch nicht so naiv bin, zu glauben, daß erfäufen und wiederum einige hundert Bergleute auf die Straße Rich. Sattler, Braunschweig. 1904. dann der Magistrat nachgeben wird. Wir haben in diefer gesezt werden. Dieselbe Befürchtung hat man in Bezug auf die 2,40 M. Friedrich Emil Berthes, Gotha. 1904. Beziehung den Magistrat genügend kennen gelernt. Aber Beche Heinrich", die mit„ Charlotte" ebenfalls durchschlägig sein soll". die Zeit ist nicht fern, 100 auch der Magistrat den realen Verhältnissen wird Rechnung tragen müssen. Unser Antrag Rheinisch westfälischer Kohlenmarkt. Im Vergleich zur letzten wegen der Lehrmittelfreiheit wird so lange gestellt werden, bis er Hälfte des Februar hat sich der Kohlenabsag in der Zeit vom 1. bis " Die schwedischen Schuhmacher( Handarbeiter) stehen außerdem vor Landskrona, Karlsham, Oskarsham, Roneby, Nybro, Vesteraas und Lohnbewegungen in Stockholm, Norrköping, Karlskrona, Jönköping. Eingegangene Druckschriften. Gustav Koepper. Handwerks Art- Handwerks Recht. Preis broschiert Die Ohrenkrankheiten: Schwerhörigkeit, Ohrensausen und ihre Heilung, unter Berücksichtigung der Massagemethode des Dr. Marage nebst Anhang über Hals- und Rajenkrankheiten. Von Dr. Totanus, Dhrenarzt. 1,20 M. Verlag von Edmund Demme, Leipzig. " Marktpreise von Berlin am 16. März 1904 gut D.- Ctr.| 17,35 17,32| Startoffeln, neue D.- Etr. nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. 17,29 17,26 Rindfleisch, Keule 1 kg do. 17,23 17,20 Bauch 13,00 Schweinefleisch Kalbfleisch Werde gesund!" Zeitschrift für Volksgesundheitspflege. Heraus-| aber nur dann, wenn nachgewiesen wird, daß solche Personen während| zulässig, daß Sie allein, aber auch daß Sie und Ihre Frau das Kind gegeben von Dr. med. G. Liebe. 3. Heft 1904. Preis 25 Pf. Verlag der den oben erwähnten Zeitpunkte( 1. 1. 1891 oder 4. 1. 1892 oder adoptieren. N. S. 39. Zunächst müssen Sie bei Streitigkeiten mit Th. Krische, Erlangen. 2. 7. 1894 oder 1. 1. 1900) unmittelbar vorangegangenen drei Jahre einer hiesigen Zwangskasse sich an die Gewerbe- Deputation wenden. Professor Dr. W. Rein in Jena. Die ethischen Forderungen zum berufsmäßig, wenn auch nicht ununterbrochen, eine Beschäftigung gehabt Gegen deren Entscheidung ist Berufung an das Amtsgericht usw. zuläſſig. wirtschaftlichen Leben der Gegenwart. Zweite Auflage. Preis 85 Pf. haben, die verficherungspflichtig gewesen wäre, wenn schon damals die Druderei und Verlag Gebauer- Schwetschke, Halle a. S. Versicherungspflicht eingeführt gewesen wäre. Dieser oft schwer zu führende Nachweis ist jedoch erlassen, wenn für die betreffende Person innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem erwähnten Zeitpunkt eine die Versicherungspflicht* Weizen, begründende Beschäftigung für die Dauer von mindestens 200 Wochen bestanden hat. Selbstmord. Selbstmord wurde infolge firchlicher Bestrebungen seit etwa dem 17. Jahrhundert mit entehrendem Begräbnis, Erefution gegen den Leichnam, Einziehung eines Erbschaftsteils in einigen* Roggen, gut deutschen Ländern bestraft. Seit dem bayrischen Strafgesetzbuch von 1813 kennt ein deutsches Strafgesetzbuch Strafen gegen Selbstmörder nicht mehr. Anstistung und Beihilfe zum Selbstmord wurde bis zur Einführung des Reichs- Strafgesetzbuches in mehreren deutschen Ländern mit Strafe bedroht, so in Braunschweig, Thüringen, Baden, Sachsen. Das Reichs- Strafgesetzbuch tennt derlei als Strafihat nicht. Dadurch ich aber die Frage nicht entschieden, ob nicht unter Umständen in einer Anstiftung zur Selbstmord Word oder ein andres Delift( z. B. Erpressung) liegen kann. Nach zutreffender Ansicht ist diese Frage zu bejahen. it bas Die Lungenschwindsucht, ihre Heilstätten und ihre Heilung. Bon Dr. Karl Petermann, Beſiker der Lungenheilanstalt in Schloß Röteln a. Rh. Leipzig. Verlag von Edmund Demme. Preis 1 M. Wie sollen wir leben? Von Heinrich Müller, Wien. Leipzig. Verlag bon Edmund Demme. Preis 75 Pf. Das Land ohne Armut. Einfachste und sicherste Lösung der Arbeiterfrage. Von Dr. Christian Labor. Leipzig. Verlag von Edmund Demme. Preis 1 M. 2. O. Weber. Mixed pickles. Gereimte Satiren. Berlin. Verlag von Karl Freund. Preis 2 M. Briefkaften der Redaktion. A.. 6. 1. Courtage nennt man die Vermittlergebühr der Mafler. An der Berliner Börſe find ½ pro Mille üblich. 2. Couvertiert bedeutet in diesem Falle gedeckt". R. A. 48. Die lekte Cholera- Epidemie brach in Hamburg im August 1892 aus. Juriftifcher Ceil. Wenn " † Gerste, gut " 7,50 6,00 mittel 1,80 1,20 # gering 1,40 1,10 " " 1,60 1,00 " " mittel 1,80 1,20 . " gering Hammelfleisch 1,80 1,20 " " 14,40 13,30 Butter 2,80 2,00 # mittel " gering 13,20 12,10 12,00 11,00 15,30 14,30 " mittel n gering 14,20 13,30 13,20 12,30 Eier Starpfen Aale Bander 60 Stüd 4,00 3,00 1 kg 2,40 1,20 3,00 1,40 2,80 1,20 Hechte 2,20 1,20 B " 4,00 3,50 Barsche 1,80 0,80 " 7,00 4,80 Schlete Bleie 40,00 28,00 3,00 1,40 1,40 0,80 per Schod 15,00 3,00 thafer, gut Richtstroh 100 Rieger. Wenn aus dem Vertrage nicht das Gegenteil erhellteu oder wenn nicht ein Vorbehalt gemacht ist: nein. Otto Karl. In fünf Erbsen Jahren, der Strafantrag muß aber innerhalb drei Monaten nach Kenntnis Speisebohnen von der That gestellt werden. M. M. Nein. G. 5. 5. Linsen zur Zeit der Lieferung Ihnen bekannt war, daß Zahlungsunfähigkeit vorliegt, so kann in der erfolgten und vereinbarten Aufrechnung eine ungültige and strafbare Bevorzugung vor den übrigen Gläubigern erblickt Steuer 96. Nein, Sie müssen aber ausdrücklich die Ver23. R., Lortzingstraße. Für Elsaß- Lothringen " 50,00 26,00 Krebse 60,00 25,00 * ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 17. März 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer ſtand mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. C. 15° C. 4° N. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende bon 7 bis 91/2 Uhr abends statt. Geöffnet: Uhr. Wadwick. Eine Klage wegen Geschäftsschädigung auf Schadensersatz gegen den Unternehmer ist nicht ohne Aussicht auf Erfolg. N. 80. Die werden. Frage, wie viel Marken jemand geklebt haben muß, um Altersrente zu erhältnisse Harlegen. halten, ist von Fall zu Fall zu berechnen. Die Voraussetzungen besteht noch ein ganzes Bündel alter specieller Strafgeseze insbesondere auf für Erlangung der Altersrente sind, daß der Betreffende: dem Gebiet des Vereins- und Versammlungsrechts. E. J. 77. Auf1. das 70. Lebensjahr vollendet hat, 2. eine Wartezeit von mindestens wärterinnen invaliden, nicht kranken- versicherungspflichtig. find 1200 Beitragswochen hindurch versichert gewesen ist. Die Länge Humboldthain 190. Zur kaufmännischen Buchführung sind Sie nicht ver der Wartezeit ift für diejenigen Versicherten herab pflichtet. Bei der Reklamation ist jede Art Beweis für Ihre Behauptung gefekt, welche zu der Beit, als die Versicherungspflicht für zulässig. 3wedmäßig( auch für den Zweck der Steurreklamation) ist eine ihren Berufszweig in Kraft trat für die Hausgewerbetreibenden kaufmännische Buchführung auch für fleinere Geschäfte stets. 199. Nein. Swinemde. 769 DED der Tabakindustrie ist dieser Zeitpunkt der 4. Januar 1892, für die der Chr. Pf., Kreuzigerstr. 28. Db Sie ein Anrecht auf Rückzahlung Hamburg 767 D Tertilindustrie der 2. Juli 1894, für Werkmeister, Lehrer, Techniker, Erzieher haben, eventuell gegen wen ist ohne Einsicht in Ihren Vertrag nicht zu 2 halb bd. 2 Aberdeen und ähnliche Angestellte der 1. Januar 1900, für alle übrigen beantworten. 5. N. 70. Sie können Ihren Zweck nur durch einen Franks.a.M. 761 N 6 bedeckt 1 Paris Gattungen Versicherungspflichtiger der 1. Januar Adoptionsvertrag erreichen. Die Zustimmung des Vormundes und der München 765 Still 1891, das vierzigste Lebensjahr vollendet haben. Bei diesen werden Mutter zu diesem Vertrage genügt nicht. Es muß die Genehmigung des Wien Nebel 3 nämlich für jedes volle Jahr, um welches ihr Lebensalter zu diesem Zeit- Vormundschaftsgerichts hinzutreten, überdies müßten Sie um Dispens von Wetter- Prognose für Freitag, den 18. März 1904. punkte das vollendete 40. Jahr überstiegen hat, 40 Wochen und für den dem Alterserfordernis( mindestens fünfzig Jahre alt soll in der Regel der Trocken und vorwiegend heiter, jedoch fühl bei ziemlich scharfen öftüberschießenden Teil eines solchen Jahres die weiteren Wochen, jedoch Adoptivvater sein) einkommen. Der Kostenpunkt beträgt 50 M. Durch den lichen Winden. nicht mehr als 40, abgerechnet. Diese Abkürzung der Wartezeit erfolgt Adoptionsvertrag erhält das Kind alle Rechte eines ehelichen. Es ist Berliner etterbureau. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 18. März. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Fidelio. Leonore"( Nr. 3.) Duvertüre Schauspielhaus. Gyges und sein Ring. Neues Königl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Der einsame Weg. Berliner. Maria Theresia. Leffing. Zapfenstreich. Westen. Der Barbier von Sevilla. Neues. Candida. Residenz. Der feusche Casimir. Borher: Die Empfehlung. Central. Die Fledermaus. Belle Alliance. Götterweiber. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: 9 Schiller O.( Wallner Theater.) Die Wildente. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Lumpacivagabundus. Kleines. Nachtashl Luisen. Die Kohlenschulz'n von Berlin. Trianon. Das elfte Gebot. Der Dieb. Carl Weiß. Zwei Frauen. Hierauf: Zapfenstreich. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Gebr. Herrufeld. Nur eine Nacht. Casino. Der Raub der Sabine rinnen. Specialitäten. Winter- Garten. Yvette Guilbert. Costantine Bernardi. täten. Apollo. Frühlingsluft. Specialt Blüten hochzeit. Specialitäten. Metropol. Ein tolles Jahr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Caicedo. Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Maßmann. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater, Schiffbauerdamm 4a- 5. Candida. Anfang 7% Uhr. Morgen zum erstenmal: Königsrecht. Central- Theater. Heute Fest- Vorstellung zu Gunsten des Unterstützungsvereins für Bühnenkünstler. 72 Uhr: Die Fledermaus. Operette in 3 Aften von J. Strauß. Morgen nachmittag 4 Uhr, halbe Breise, Kindervorstellung: Der ge ftiefelte Kater. Abends 7 Das Schwalbenneft. Uhr: Residenz- Theater Direktion S. Lautenburg. Abends 7 Uhr: Die Empfehlung. Abends 8 Uhr: Der keufche Cafimir. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrichund Universitätsstraße. Das elfte Gebot. Hierauf Der Dieb. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: ,, Biscotte." Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Die Wildente. Schauspiel in 5 Aufz. v. Henrik Ibsen. Sonnabendabend 8 Uhr: König Lear. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wallensteins Tod. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Metropol- Theater Zum 7. Male: Berlin 768 D 759 D 2 wolfen!-1 Haparanda 75628 2 Dunst 1 Petersburg 769 N 3 wolfig- 0 Cort 4 bededt 1wolfen!-15 זייר? 二 758M 1wollent- 1 Cirkus Busch. Große internationale Lumpacivagabundus. Ein tolles Jahr. Ringkampf- Konkurrenz Bauberposse mit Gesang in 3 Aufzügen Gr. dramatisch- satirische Revue unter dem Ehren- Protektorat des Herrn Professors Reinhold Begas. von Johann Nestroh. Sonnabendabend 8 Uhr: Die Wildente. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Pauline. in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. Es treten in Sonkurrenz: 1. Dirk van den Berg( Holland) gegen Witt( Berlin). In Scene gesetzt vom Direktor 2. Theo Lemmerz( Köln) gegen Clement le Terrassier( Belgien). 3. Heinr. Eberle( Deutschland) gegen Paul le Meunier( Frankreich). Richard Schultz. 1. Bild: Am Kindersee. 2. Bild: Was giebt's denn Neues. Belle- Alliance- Theater. 3. Bild: Das Ördensfest. Belle- Allianceftr. 7/8. Amt VI 283. 4. Bild: Der neue Zapfenstreich Anf. 7%, Uhr. Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Anj. 7 Uhr.( Parodie). Zum 200. und letzten Male: Der Hochtouriſt. Täglich: Götterweiber. Guido Thielscher in der Titelrolle. Ausstatt.- Bosse mit Gesang und Tanz. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Charleys Tante. 5. Bild: Briefe, die ihn erreichten ( Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonntagnachm. 3 Uhr bei fl. Breisen: HEUTE: Die Waise aus Lowood. Cirkus Schumann. 204. Heute Freitag, den 18. März 1904, abends 7½ Uhr: Zum drittenmal! Zum drittenmal! AUFFÜHRUNG. Miss Wilmington in the flying Ton! Kein Looping! Kein Hooping! Keine Schleifenfahrt! Kein letztes Wort! Tatos. DeutschAmerikanisches THEATER in einem empo. Reu!!! Das letzte Wort!!! Neu!!! Miss Jackson Schleife und Todessprung Der Bär als Kunstreiter. Außerdem: Gala- Programm. Bum 86. Mat: Aus den Alpen. Bemerkenswert: Der Automobilsturz. Reichshallen Stettiner Sänger Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Köpnickerstrasse 67. Zapfenstreich. Jeden Abend: Gastsp. Ad. Philipp Uebern GROSSEN Anfang 8 Uhr. TEICH. Ende 10 Uhr 30. Parodistische kleine Garnisonposse mit Gesang von Eva Bairlein. Borher: 3wei Frauen. Anfang 8 Uhr. Morgen dieselbe Borst. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Frau Holle. und doch die grösste Sensation Casino- Theater. W. Noacks Theater. der Gegenwart. Qußerdem: Frères Skremka, Die hervorragenden Künstler. Herr Jul. Seeth mit seinen 25 Kaiser- Löwen. Babel. Größte Ausstattungs- Pantomime der Gegenwart. Sonntagnachmittag die neue komische Pantomime Robert und Bertram. Ein Kind frei. Urania. Luisen- Theater. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann. Abends 8 Uhr: Die Kohlenschulz'n von Berlin. Sonnabend: Philippine Welser. Sonntagnachmittag: Romeo und Abends: Egmont. Montag: Philippine Welfer. Sternwarte validen- Sulia. str. 57/62. Apollo- Theater. CASTANS PANOPTICUM 8 Uhr: Friedrichstr. 165. 8 Uhr Frühlingsluft mit dem Blütenhochzeit. Ballett Uhr: Das grandiose Afrika in Berlin!!! Marz- Specialitäten- Programm. Tunesen- Truppe. Grosse Völkerschau. Die schönen HaremsDamen in Tunis. Sonntag, den 20. März, nachm. 3 Uhr: Ermässigte Preise. Lysistrata u. Specialitäten. Kasseneröffnung nachmittags 2 Uhr. Anfang nachmittags 3 Uhr. Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 Der Raub der Sabinerinnen. Brannenstrasse 16. Kaiserl. ruff. offchaufp., fr. Mitglied Von Stufe Strije: Max Walden a. G. des Schiller- Theaters. Borher: Das brill. März- Programm. Die beste Dress.- Nummer: Der Weltfriede. Sonntagnachm. 4 Uhr: ,, Die Cirkusfee." Zum legtenmal: on zu Stufe. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. SteidlUnter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Morgen: Des Pastors Rieke. Entree 30 Pf. Theater Oranienburger Thor. Linienstrasse 132 Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Letzter Monat vor ihrer Gastspielreise nach Rußland die vorzüglichen Berliner Prater Fritz Steidl- Sänger. Kastanien- Allee 7-9. Freitag, den 18. März 1904: Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Don Cäsar bon Bazan. Komödie in 5 Alten n. d. Franzöfifchen. Anfang 8 Uhr. Montag, den 21. März: Auf eigenen Füssen. Marke Salamander d Stammhaus: Friedrichstr. 221. Die besten Stiefel für Herren und Damen und Einheitspreis: Mark 12.50 Rudolf Moos Königstrasse 47 ( Ecke Hoher Steinweg). Neu eröffnet! Die Berliner bei den Hereros. Burleste von Meyfel. Ansang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater früher Buhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntag 5%, Uhr: Harburger Sänger Nach d. Vorst. um 10 Uhr: Gr. Extra- Tanz. Eintritt 30 Pf., Sperrsit 50 Pf. Mont.: Burmeisters Goethe- Ensemble. 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März, abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Zages Drdnung: Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Gustav Wirsing am 1. Volksurteil über Gerichtsurteil. Referent: Reichstags- Abg. Paul Singer. Freitag, ben 18. März, nachu. Schmucksachen zu bill. Preisen. 2. Diskussion. 3. Aufstellung des Kandidaten für die bevorstehende Neuwahl. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der, Vertrauensmann. 219/10 Vereinigung der Zimmerer Deutschl. Sedjfter Wahlkreis. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III, 5028. Anfang Theater. Sonntags Sonntag, den 20. März, vormittags pünktlich 10 Uhr, in den Uhr. Industrie- Festfälen, Beuthstraße 20: Heute und folgende Tage: Das Herrnfeldsche Sensationsstüc Nur eine Nacht! Zwei Atte aus einer Ehe. Vorher: Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: Vollständig neuer Künstlerteil: fes 1. Berichterstattung von der fünften Konferenz. 2. Wahl des Aus3. Vortrag des Genossen Kaliski über: Märzfämpfe. Schröder u. Denter, Zanz- Stavitaturen. 4. Stellungnahme zum 1. Mai. 5. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Erna Ernani, Bortragssoubrette. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Martin Vallée, Humorist. Mitglieder. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Liedersängerin. 257/4 Hilda Stadthagen, Bendix als Monna Vanna. Edi Stadler, Mpen- Jodler- Phänomen. Billet- Vorverkauf 11-2 Uhr. Palast- Theater Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Grosse Extra- Elite- Vorstellung. Ultimo. Lustspiel in 5 Aften v. G. v. Moser. Rebrecht Schlegel: Dir. R. Winkler. Zum Besten für den Denkmalfonds Gustav v. Mosers. ( Nur zwei Aufführungen.) Morgen Sonnabend 8 Uhr: Zankteufelchen. Die phänomenalen Specialitäten. Der Muckebold. Sonntagnachm. 3 Uhr: Die AnnaLiese. Abends 8 Uhr: Das extra grossartige März- Programm. WINCT ORTEN WMC! Keine erhöhten Preise! Yvette Guilbert Paulton u. Doley Komische Radfahrer Karnevals- GeisterTanz- Divertissem. Imro Fox Zauberkünstler. Leo Billward Komischer Jongleur Der Vorstand. Central- Verband der Dachdecker Filiale Berlin. ( Schönhauser Vorstadt.) Sonntag, den 20. März, abends 6 1hr, im" Jägerhans", Schönhauser Allee 103: am 15. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet mittags 42 Uhr vom Trauerhause Dunderstraße 72 aus nach dem Friedhofe der Gethsemane- Gemeinde in Nieder- Schönhausen ftatt. 113/3 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Versammlung für Männer und Frauen. Central- Verband der Maurer Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle über: Breußen in Deutschland voran, Deutschland in der Welt voran!" 2. Diskussion. Nachdem: Gemütliches Beisammensein. 219/7 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. VI. Wahlkreis! Sonntag, den 20. März 1904, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Sonntag, den 20. März, vormittags 10 Uhr, Weinfir. 11 vei Feind: Versammlung für Männer und Frauen. Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Diskussion über die Verhandlungen des Verbandstages. 2. Stellungnahme zum Streiffonds. 3. Wahl der Delegierten zum Gautag und Wahl eines Beitungsspediteurs. 4. Stellungnahme zum 1. Mai. 5. VerbandsAugelegenheiten. 84/5 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen L. Bartels über:" Karl Marx' ökonomische Lehren". 2. Diskussion. Nachdem: Gemütliches Beisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/ 8* Der Vertrauensmann. Tischler- Verein zu Berlin. Volks- Versammlung Sonnabend, den 19. März, abends 8%, 1hr, Melchiorstraße 15: Versammlung. Tages Ordnung: Bortrag des Herrn Saffenbach:„ Die englische eGewerkschaftsbewegung". Erledigung eines Unterstügungsgesuches. Ausgabe der Billets zur Soiree am ersten Osterfeiertag abends in Kliems Festsälen, Hasenheide 13. Der Vorstand. Heute, Freitag, den 18. März, abends 9 Uhr, im Luisen städtischen Konzerthause, Alte Jacobstraße 37. Tagesordnung: 1. Und nun: Mandelstamm und Silberfarb