Nr. 149. Gefcheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertels jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's. Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterretchUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Sern fprech- Anschlug: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" Berliner Volksblaff Mittwoch, den 29. Juni 1892. 4. mit Manufaktur- und Schnittwaren, 5. mit gemischten Waaren. " Nachdem die Fragebogen fertiggestellt sind, wird es eine Bum Quartalswechsel eröffnen wir ein neues Abonnement Hauptaufgabe der dadurch berührten Arbeiter sein, die Ausauf den wahl der Stichproben" nicht allzusehr verunglücken zu lassen. Am leichtesten wird das in den Großstädten sein. In den Städten mit über 100 000 Einwohnern soll systematisch Betrieb um Betrieb gefragt werden, abwechselnd immer in dem einen Betrieb der Arbeitgeber, in dem anderen die Gehilfen. Um die Mühe der Verarbeitung der Fragebogen jedoch nicht allzusehr anschwellen zu lassen, können in den Großstädten auch einzelne, geographisch abgegrenzte Bezirke dieser Detailuntersuchung unterworfen werden also: in Berlin ein paar Bezirke der Arbeitelviertel und sagen wir ein Bezirk des aristokratischen Westens hier verschiedene Arbeitsverhältnisse vermuthet. je nachdem man mit der illuftrirten Sonntagsbeilage ,, Neue Welt". Unser Blatt ist das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie. Jeder Genosse und vor allem jeder Berliner Genoffe muß es als seine Pflicht betrachten, das Zentralorgan feiner Partei zu halten. Die Unterstützung der gegnerischen, auch der sogenannten parteilosen Presse heißt im Kampfe dem eigenen Feinde die Munition liefern. Auf unsern Feuilleton- heil wird besondere Sorgfalt verwandt werden. Außer einem Roman aus dem Französischen: Schlagende Wetter, das Leben, Ringen und Sterben des Bergmanns fchildernd ,, Die Waffen nieder", von Freifrau von Suttner, unseren Lesern vorführen. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum 1 Mart 10 Pfennige frei ins Haus. werden wir unter andern auch den trefflichen Roman: monatlichen Preise von aum Preise von Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 Wir ersuchen unsere Bostabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig( mehrere Tage vor Quartalsschluß) aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes feine Unterbrechung erleidet. unter Nr. 6652.) Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Arbeiter und die ReichsStatistik. Die erste Untersuchung der deutschen Reichskommission für Arbeiterstatistik" betrifft bekanntlich das Bäckerei gewerbe und ferner die Ladengeschäfte für den Handel 1. mit landwirthschaftlichen Produkten( Milch, Butter, Käse, Obst, Südfrüchten u. f. m.), 2. mit Kolonial, Eß- und Trinkwaaren, 8. mit Zabat und Zigarren, Feuilleton. Nadbrud verboten.] Am Webstuhl der Zeit. [ 149 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Vielfach jedoch könnten die Unternehmer wohl darauf hinwirken, und in kleineren Drten, wo nur ein paar Betriebe für die Befragung ausgewählt werden, ist sicher viel Schönfärberei zu erwarten, schon darum, weil die Behörden sich mit Vorliebe an die solidesten" und" respektabelsten" Geschäfte wenden und die schlimmsten Schindbuden und Knochenmühlen außer Acht lassen werden. Wir würden daher den Arbeitern( Bäckern und Handlungsgehilfen) anempfehlen, wo es möglich ist, öffentliche Bersammlungen einzuberufen und sich über die Auswahl der Bezirke und alles Weitere auszusprechen. Ein zu erwählendes Komitee hätte dann mit den Bes bindung mit einem gleichen Komitee der Unternehmerhörden in Verbindung zu treten, um eventuell in Verüber die Vertheilung der Fragebogen und über die etwa auszuwählenden Bezirke der Detailuntersuchung gehört zu Die Bäcker und Handlungsgehilfen von Berlin, Ham- werden. burg, Breslau, München, Dresden, Leipzig, Königsberg Wo die Behörden offen ersichtlich parteiisch vorgehen, u. f. w. sollten sich nun zunächst darüber schlüssig werden, hätte das Komitee nach Kräften für eine Gegens welche Bezirke ihnen zur Feststellung von Mißständen st a ti stik zu sorgen. Es steht nichts im Wege, die Frage( bezüglich der Arbeitszeit!) etwa besonderes geeignet er bogen nachzudrucken und ausfüllen zu lassen. viertel wie einfach Straßenzüge sein. Es hindert z. B. herein die Thätigkeit der Reichskommission lahmzulegen. scheinen. Diese Bezirke können ebensogut Häuser und Stadt- Wir machen diese Vorschläge nicht, um etwa von vorn beim Ladengeschäft in Berlin gar nichts, eine Wir hoffen vielmehr auf eine gegenseitige billige BerUntersuchung aller Läden speziell in der Leipziger, ständigung und hegen alsdann keinen Zweifel, daß gerade Friedrich, Brunnen, Dranien, Prinzenstraße vorzunehmen. Die Arbeiter am eifrigsten und ehrlichsten Auskunft ertheilen Bezirke auszuwählen. Es mag das freilich Manchem un- Mißständen nichts zu fürchten, höchstens eine fünftige Natürlich ist die Hauptsache dabei, die ungünstigsten werden; sie allein haben ja bei der Konstatirung von begreiflich erscheinen, der einen richtigen statistischen Durch Befferung zu erwarten. Wir wollen nur verhüten, daß die schnitt" für alle Verhältnisse gesichert sehen will. Indeß Kommission durch die unglückliche Entscheidung über die ist ein solcher Durchschnitt für die jetzt beliebte Arbeiter Vertheilung der Fragebogen zum Gegentheil dessen wird, statistik ziemlich gleichgiltig. Diese Statistik ist lediglich was sie werden sollte: zu einem Hemmschuh, statt zu einem eine Vorarbeit für die Entscheidung, ob für die Bäckerei Förderungsmittel der Fortbildung des Arbeiterschutes. und die Ladengeschäfte etwa die zulässigen Marimalarbeits- Wie schwierig für die Kommission die Entscheidung zeiten gesetzlich vorzuschreiben sind, hierfür genügt es zu dieser Frage war, übersehen wir dabei in keiner Weise, konstatiren, daß in tausenden von Fällen die Länge der und auch an ihrem guten Willen zu zweifeln, haben wir Arbeitszeit von Gehilfen und Lehrlingen( männlichen und vorläufig weiter keinen Grund. Die befugten fachkundigen weiblichen) eine menschenunwürdige, oft geradezu mörderische Vermittler einer wirklich werthvollen Arbeitsstatistik find offenist. Auch über diejenigen Unternehmungen, welche ein gesetz- bar die Arbeiterorganisationen oder gewählte Arbeitervertre geberisches Einschreiten zunächst nicht erfordern, mehr wie tungen, wie Arbeiterkammern für Bezirke, Provinzen und heute zu wissen, ist gewiß für eine wirkliche, um- schließlich für das Reich. Da diese Voraussetzungen bei uns fassende Sozialstatistik sehr wünschenswerth, würde aber fehlen, so schlug der Abg. Schippel vor, man solle für ausbei der ganzen Tendenz der jetzigen Statistik eher Schaden giebigste Verbreitung der Fragen durch die Presse sorgen und zu wie Nutzen stiften. Man kümmert sich doch, wenn man die möglichst zahlreicher Beantwortung auffordern; Fragebogen Gefährlichkeit einer Bahnhofs- Einrichtung oder eines Eisen- hätten alsdann jedem Interessenten nach Belieben zur Verbahn- Straßenübergangs untersuchen will, auch nicht um die fügung gestellt werden müssen; Sache der Fachpresse, der Zahl der glücklich der Gefahr Entschlüpften, sondern ledig- vorhandenen Gewerkschaften, Agitationskomitees u. s. w. lich um die Zahl ber Todten und Verstümmelten. wäre es weiter gewesen, überall, wo besonders scheußliche was Auch die Auswahl derjenigen Hälfte der Betriebe, für Arbeitszustände bekannt sind, zur Beantwortung anzufeuern welche die Arbeitgeber Fragebogen erhalten sollen, tönnte und dabei mit Rath und That zur Seite zu stehen leicht das Ergebniß der ganzen Untersuchung zu Ungunsten natürlich nicht ausgeschlossen hätte, daß für einzelne Bezirke der Arbeiter verschieben. Vielfach, besonders in Großstädten, eine Detailstatistik, Betrieb um Betrieb, vorgenommen kennen, um etwa in Betrieben mit schlechten Zuständen mög in der Liste der Orte und Bezirke ausgefüllt hätte. Jeden werden die Behörden die Arbeitsverhältnisse ja viel zu wenig worden wäre, und daß man nachträglich allzu große Lücken lichst die schönfärbenden Inhaber, in Betrieben mit besseren falls wäre hierbei eine Lückenhaftigkeit immer noch eher Verhältnissen die Arbeiter als Auskunftspersonen zu wählen. zu fürchten gewesen wie eine Ueberfluthung mit statistischem seinem treuen Diener manchen Liebesdienst zu vergelten, abendlich Lustspiele, Trauerspiele und selbst Opern womit alsbald der Stand seiner Finanzen wieder auf die giebt, bei denen er die Arien in Begleitung des Triangels vorige Höhe oder Tiefe gebracht wurde. Dagegen ist es ihm fingt, beziehentlich pfeift, alle unbequemen Rezitative aber, eine erhebende Genugthuung, so ganz incognito, vom gleichwie die Duette, Terzette u. s. w. spricht. Dieses Spiel Wechselarrest aus, seine ehemaligen Kameraden geschlagen und die Vorbereitungen dazu lassen ihn die Zeit vergeffen. zu haben, ja seine Vorgesetzten, wenn er sich's richtiger Das Puppentheater ist ihm auch eine kleine Einnahmequelle fagen will. Indessen ist er unter dem Eindrucke der Ideen, zur Deckung seiner geringen Bedürfnisse geworden, denn er welche nach und nach in diesem Kreise herrschend geworden, verkauft die Billets zu einem Groschen das Stück, ist aber jeht mehr für friedlichere Feldzüge begeistert. nicht farg mit Freibillets da, wo es nöthig ist. Die RevoHerr Musselich lebt still und gedrückt dahin; der Tod lution hatte ihm einen schlimmen Querstrich gemacht in seines alten Geschäftsfreundes Seidenspinner, der nichts in feine Kombinationen, denn er war in seinen immer In der Ede am Ofen, über seinen Kalender gebückt, seiner Lage geändert hat, da Herr Mensch sich noch feine kühner werdenden Plänen bis dahin gestiegen, die den er jetzt indeffen, nach so langem Gebrauche, wohl mehr Beit genommen, zu untersuchen, wie eigentlich die Geschäfte sämmtlichen historischen Stücke Shakespeare's in der Reihenaus alter Gewohnheit, denn aus Mißbegierde vornimmt, seines Onfels gehen, erinnert ihn täglich an den seinigen; folge hintereinander vorzuführen, hatte sich mit den Vorfizt Abraham Mofes Levy. Der alte Israelit ist, wie die es fehlt ihm ja nicht an Zeit, solchen Gedanken nach- bereitungen dazu sogar in Kosten gestürzt, in Schulden konnte anderen Drei behaupten, seinem Tode nahe, denn bei der zuhängen, und die Rückblicke auf sein Leben sind nicht man sagen, und nun ein Publikum von drei Mann, unter allgemeinen Geldklemme, die unter den Anwesenden herrscht dazu geeignet, besondere freudige Gefühle aufkommen denen zwei zahlungsunfähig waren, während der dritte, und die man dadurch noch verschlimmert hatte, daß man zu laffen. Sieht er den Offizier, so hat er nur der Ifraelit, der als Kassirer und Billeteinnehmer ge auf Kosten der Lichtkasse ein Viertel Loos der Landes das Bild vom Leben eines Menschen, dessen Existenz von wohnheitsmäßig ein Freibillet genoß, so wie so nicht zu Lotterie spielte, damals freilich in Rücksicht auf den blühen Leuten, wie er selbst einer gewesen, ruinirt worden, und rechnen war. den Stand der Kasse und den fast täglich sich ereignenden hätte nicht das besondere Verhältniß, in welches er zu Frant Welche Fülle von Freuden sah man da abgeschnitten, Ein und Abgang von Gästen, ließ er sich's beifallen, getreten, ihm schützend zur Seite gestanden, seine soziale zu denen sich noch regelmäßig die vom Lieutenant Sommer zuweilen ein Zehngroschenstück zum Besten zu geben; eine Stellung in dieser Gesellschaft wäre eine noch weit des Morgens nach der Aufführung geschriebenen, beim Freigebigkeit, die früher niemals an ihm bemerkt worden. weniger erfreuliche gewesen, als sie sich in Wirklichkeit ge- Nachmittagskaffee vorgelesenen Rezensionen zu gefellen " Ich kann's ja doch nicht mitnehmen," sprach er bei staltet hatte. pflegten, denen Molinaro mit lebhaftestem Eifer lauschte, solchen Spenden, mit einem Seufzer, und erregte dadurch In stiller Ergebung in das Leben, welches ihm hier zumal sie gelegentlich die Quintessenz dessen enthielten, was nur noch mehr Erstaunen. aufgegangen, bringt als der Vierte auch der Künstler der im Geheimen versammelte ästhetische Rath über die Der Lieutenant Sommer hat zwar für Ausarbeitung Molinaro seine Tage zu. Auch ihn hat die Noth erfinde- Darstellungen geurtheilt hatte. eines Feldzugsplans aus der Revolutionskasse das verlangte risch gemacht; mittels gesammelter Beiträge und unter dem So waren denn einige Tage in dumpfem Dahinvegetiren Honorar von 100 Thalern in Gold doppelt ausgezahlt er Beistande geschickter Schicksalsgenossen ist es ihm gelungen, vorübergegangen, selbst die einsamen Proben machten demt halten; aber er bedurfte neuer Kleidung, sowie einiger ein kleines Theater mit Puppen herzustellen, auf dem er, theilnahmsbedürftigen Künstler kein Vergnügen mehr, und Werte zu seinen Studien, und benutzte die Gelegenheit, wenn nicht besondere Umstände es verhindern, all wenn wir ihn an diesem Nachmittage in lebhafterer Er Material; die Erfahrungen bei den gewerkschaftlichen Sta- tistlken legen das wenigstens nahe. Vielleicht hätten die rinnen Backer m e i st e r meistens geschwiegen, thcils aus Scham, thcils aus GleichgUtigkeit; von den Arbeitern hätten wohl hauptsächlich diejenigen sich gemeldet, die„etwas auf dem Herzen haben". Aus dem obenerwähnten Grunde sind letztere aber gerade die werthvollen Auskunftspersonen bei derartigen Untersuchungen. . So aber jagte man dem Phantom einer objektiven „Durchschnittsstatistik" nach Stichproben nach und wollte womöglich jedes Oertchen gleich berücksichtigen und kam so folgerichtig zur Vertheilung der Fragebogen nach— dem weisen Ermessen der Polizei. Nach der Zahl der Betriebe erhalten Preußen, Bayern, Sachsen so und so viele Fragebogen; letztere sind von den Landes- regierungen wieder an die Ortschaften verschiedener Größe ungefähr nach der Zahl der Betriebe weiter zu vertheilen; und im Orte selber hat die Polizei abwechselnd gleichviel Unternehmern und gleichviel Gehilfen— im Ganzen etwa einem Zehntel der Betriebe— Fragebogen nach Gntdünken zukommen zn lassen. Der Schutzmann wird nieistens den Bogen bringen und ihn nach acht Tagen wieder abholen. Wenn man so sehr von der Einsicht der Polizei auch in die Ar- beitsznstände der Bäckereien und Ladengeschäfte überzeugt ist, so muß es eigentlich als Lücke zu diesem schön ausgeklügelten System erscheinen, daß die Polizei nicht auch gleich die Fragebogen ausfüllt oder doch korrigirt. Wir hoffen jedoch noch imnier, besonders für die Groß- städte, daß die Behörden dieses Verfahren, das für die Arbeiter sehr viel Komisches und auch wieder Be- leidigendcs hat, nicht befolgen werden. Wir sehen gar kein Bedenken dagegen, mit einer Kommission der Arbeiter berathend zu verhandeln und diese Kommission zu- gleich— wie die freiwilligen Zähler bei der Volkszählung— mit der Erledigung der Umfrage bei den Arbeitern zu be- trauen; sie würde zugleich viel dazu beitragen, daß die immerhin verwickelten Fragen überall richtig verstanden werden. Selbstverständlich werden diese Arbeiter es als eine Ehrenpflicht betrachten, jeden Kollegen von unwahren Antworten abzuhalten; bei ihrer Sachkenntniß werden sie das zweifellos auch am besten können. In England und Amerika wendet man sich bei den arbeitsstatistischen Aufnahmen hervorragend an die Arbeiter- organisationen um ihre Mithilfe. In der Schweiz ist das Arbeitersekretariat überhaupt ein Organ des„Arbeiter- bundeS". Auch für den Werth der jetzt in Deutschland ge- planten Untersuchung wird die Stellung zu den Arbeiter- organisationen entscheidend sein*). Volikisihe MeverNckt. Berlin, den 23. Juni. DaS Molochspiel. Jetzt sind es sogar„b l o s dreißig Millionen das Jahr mehr"— nicht mit- gerechnet die einmaligen Ausgaben, die sich natürlich— nach früheren Mustern— in die Hunderte von Millionen belausen werden, ja, wenn man die verhältnißmäßig größere Ausdehnung der letzt in Vorbereitung befindlichen„Reform" erwägt— in die Milliarden. Eine wissentliche Lüge ist diese Notiz so wenig wie die anderen. Die Herren, deren Aufgabe es ist, dem deutschen Michel diese gigantische Pille einzugeben, sind sich noch nicht klar, wie sie die Pille um- hüllen und wie sie den unglücklichen Patienten dazu bringen wollen, sie hinuuterzuwürgen.— Vom Zukunftskrieg. Die„Kreuz- Zeitung* bringt heute einen langen Leitartikel„über die Verwundungen in den zukünftigen Kriegen". Sie beginnt mit dem naiv- wahren Satz:„Es giebt wohl für die Soldaten und deren Angehörige kaum ein interessanteres Kapitel"— was wir gern glauben—, und schließt mit dem beruhigenden Satz: „Wenn nicht Alles täuscht, werden die Gesammt- Verl» st e geringer sein, als in allen •) Die Fragebogen werden frühestens in etwa ö Wochen zur Ausgabe gelangen; bis dahin müßte die Verständigung zwischen BeHorden und Arbeitern schon erfolgt sein, da für die Be- antwortung nur etwa 8 Tage bleiben. regung finden, so rührt es daher, weil Riemer mit der ge- helmmßvollsten Miene, die er nur anzunehmen verstand, einen neuen, hier schon wohlbekannten Zuwachs angemeldet hat, dessen Namen er noch verschweigen müsse. Wie die Spargelspitzen nach einem warmen Regen, schössen nach dieser Anmeldung dem Mimen Pläne und Ent- würfte im Kopfe empor, und er äußert das Resultat der- selben in den plötzlich ansgestoßenen Worten: „Wie wär' es, meine Herren, wenn wir zu Ehren de? neuen Ankömmlings für heute Abend eine Festvorstellung ansetzten?" „Schöne Veranlassung zu einer Festvorstellung," murmelte der Osfizter. „Warum nicht? ernst ist da? Leben, heiter die Kunst! Wenn ich nur wüßte, ob der neue Ankömniling etwas Moneten besitzt. Ich habe den„Sommernachtstraum" für meine Bühne bearbeitet, aber ich müßte für einen Groschen bengalisches Feuer dazu verwenden." „Ich werde gehen hente auf den ersten Platz," erklärte der Jftaelit,„und werde zahlen zwei Groschen." „Ei, Herr Levy, Sie sind ja außerordentlich freigebig geworden," meinte Mnsselich, die Augen weit aufreißend. „Wenn man soll haben das Geld, kann man es finden im Schlafe und in der Lotterie; wenn man's soll ver- lieren, verliert man's beim Hungern und Lungern, wie Sie selber sind ein lebendiges Beispiel hierzu, Herr Musselich." „Es ist wahr, sehr wahr," versetzte dieser seufzend und starrte wieder nach den» rothen Dache des gegenüber liegen- den Hansflügels. »Also, es gilt, Herr Levy, Sie nehmen ein Billet für zwei Groschen und decken die Kosten der Festvorstellung damlt?" „Aber wer mag dieser neue Ankömmling sein, wenn es ein SÖ5'fmutet von uns ist?" fragte der Lieutenant. „Wer soll es sein, wahrscheinlich der unglückliche Musiker Hennchen."! meinte Molinaro. „Nicht möglich, dessen Wechsel ist bezahlt." „Sein Wechsel ist vezahlt, sa, und der dicke fette Wirth �zur goldenen Henne" hat infolge des Zeitungsartikels ans früheren Kriegen. Nichts wird bekanntlich so heiß gegessen, wie eS gekocht." Und niemals ist unverschämter gelogen worden, als mit diesem letzteren Satz der„Kreuz-Zeitung". Mögen die Wunden durch die neuen Geschosse auch wirklich so„glatt" und so schmerzlos und so gutartig sein, wie die„Kreuz- eitung" uns vorreden will— nach diesen jetzt modischen chönfärbereien müßte es ein wahres Pläsir sein, an- und todtgeschossen zu werden—, um die Thatsache ist doch nicht herumzukommen, daß im Zukunfts- kriege drei- und viermal so viel Menschen mit einander kämpfen, als in den größten der früheren Kriege, daß die Waffen drei- und viermal so mörderisch sind, und daß die Kriege, weil die Zahl der Kampffähigen eine drei- und vier- mal größere, auch von entsprechend größerer Dauer sein werden— einer Dauer, die nur durch die absolute Erschöpfung des einen der beiden oder beider Gegner infolge von Blutverlust oder Hnngersnoth begrenzt wird. Dem frivolen Schönfärbeversuch der„Kreuz-Zeitnng" wollen wir einen Artikel entgegensetzen, in welchem ein öfter- r e i ch i s ch e r Militär, der kein Schönfärber ist, die Greuel des Zukunftskrieges mit möglichster Sachlichkeit schildert. Ter Verfasser kommt zu dem Schlüsse, daß für die Greuel des Zukunstskrieges eine besondere„moralische" Er- ziehung der Soldaten nöthig ist, weil viel mehr Muth als bisher nothwendig sein wird, um die Schrecknisse des rauchlosen, all seine Gräßlichkeiten dem Blick darbietenden Schlachtfeldes zu ertragen. In dem Artikel, welcher vom„Pesther Lloyd"D(Sithe Nr. 120) veröffentlicht wird, heißt es u. A.: „Die Form, in welcher die Truppe an den Feind gebracht wird, ist Sache der Leitung, Verluste werden dabei immer stattfinden und der moralische Gehalt in der Truppe wird entscheiden, welchen Einfluß diese Verluste auf die Gefechtskraft der Abtheilung ausüben. Dies ist der Probirstein für den inneren Werth der Truppe, und mit Berücksichtigung des un- geheuren Einflusses, welchen die moralischen Faktoren auf den Krieger ausüben, schrieb Scharnhorst, vor den napoleonischen Freiheitskriegen, den ewig wahren Grundsatz:„Die Truppe muß so erzogen werden, daß sie zu sterben wisse, nicht aber, wie sie das Sterben vermeide." Hierin liegt das Alpha und Omega der moralischen Er- ziehung. Truppen, die nach diesem Grundsatze erzogen sind, füllen die Blätter der Weltgeschichte mit ihren Heldenthaten. Solche Truppen waren die 300 Spartaner bei den Thermo- pylen, die gallischen Legionen Cäsar's, die Eisenseiten Crom- well's und die Garde Napoleon's. Freilich waren die moralischen Einflüsse des Kampfes früher bedeutend geringer als heutzutage. Bis vor wenigen Jahren begann der eigentliche Kampf erst auf 200 bis 300 Meter vom Gegner. Bis dahin hatte die Truppe gar keine oder nur sehr geringe Verluste, die Abtheilungen waren geschlossen, meist in Kolonnen, welche Formation für den moralischen Schwäch- ling eine wahre Zwangsjacke bildete; die Offiziere vor und hinter der Front und an den Flügeln hatten die Truppen voll- kommen in ihrer Hand, und sie führten sie bis an den Feind. Die Masse folgte willig dem Impulse der Führer. Die höher veranlagte Natur derselben unterjochte, man könnte sagen, hypnotisirte sie, und riß sie mit sich. Man kann wohl ruhig sagen, der größere Theil der Heldenthaten entsprang diesem Eindruck, und diese Thatsache ist sehr wichtig, denn, wie wir nach- weisen wollen, fallen diese unterstützenden Momente in den Zukunftskriegen weg. In den nächsten Kämpfen wird das Artilleriefeuer auf 4000 Meter, das Jnfanteriefeuer auf 2000 Meter schon beginnen; und gleichzeitig damit beginnt auch der Verbrauch der moralischen Kräfte. Die Rasanz der Flugbahnen, die enorme Durchschlags- kraft der neuen Geschosse zwingen im Jnfanteriesener gebieterisch zur Auflösung. In dem Maße als die Einwirkung der Führer schwindet, wird die Todesgefahr immer größer. In dünnen Linien liegt die Infanterie der feindlichen Stellung gegenüber. Nirgends eine geschlossene Abtheilung, bei deren Anblick sich der schwankende Muth des Mannes wieder festigen könnte; die Reserven sind des feindlichen FeuerS wegen so weit zurückgehalten, daß der Kämpfende nichts von ihnen er- blickt. Unwiderstehlich packt ihn das Gefühl der Verlassenheit, er hält sich für verloren. In das Heulen und Zischen der Geschützprojektile mischt sich das dumpfe, unaufhörliche Schwirren der Jnsanteriegeschosse, begleitet von dem Stöhnen und Jammern der tödtlich Verwun- deten, zeitweilig übertönt v o n d e m h erzz er- reißenden Aufschrei eines Verstümmelten... Blut, nichts als Blut, wohin der Mann blickt; längst schon ist das Kommando, welchem er bisher in mechanischer Gewohnheit gefolgt, verstummt, die Führer sind gefallen, der Feder Frank» einen Schlaganfall vor Aerger bekommen. Und als er nach seiner Genesung beim ersten Austern- frühstück mit Burgunder oder etwas Aehnlichem sitzt, schlagen ihm die Aufständischen die Fensterladen ein, worüber er so erschrickt, daß er einen zweiten Schlaganfall bekommt und des Todes verbleicht. Traure um ihn, wer mit ihm gefrühstückt hat; die Welt ist um einen dicken Mann ärmer." Also sprach Molinaro mit Salbung, als draußen die Klingel ertönte und bald darauf das heiter lachende Gesicht Frank's durch die halbgeöffnete Thür lugte. Alle sprangen auf und gaben ihr höchstes Erstannen zu erkennen. „Guten Tag, meine Herren", rief der Ankömmling. „Ich erlasse Ihnen sämrnthche Aufragen, die so deutlich auf Ihrem Gesichte ausgesprochen sind; ich will Ihnen lieber gleich Alles von selber sagen. Ich komme, weil ich — zunächst nicht anders konnte. Mein Gläubiger, oder vielmehr der Agent meines Gläubigers, oder noch besser gesagt, der Agent meines verstorbenen Herrn Gläubigers hat wahrscheinlich gedacht, daß ich ihn über der Revolution ganz und gar vergessen, und darin hat er vollständig recht gedacht. Um nun aber zu beweisen, daß von seiner Seite das keineswegs der Fall sei, was ich ihm sonst gern von ganzem Herzen nachgesehen hätte, schickt er mir zwei der berühmtesten Solofängcr aus den Hals. Nun hatte ich allerdings die Mittel zu bezahlen, ich habe sie auch bei mir, aber ich erinnerte mich, daß ich Ihne» schon längst einen Besuch schuldig sei, dachte also, du mußt die Gelegenheit benutzen, um hinaufzukommen, sonst wird's möglicherweise noch lange nicht oder aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht, und so wanderte ich mit. Sie können sich denken, mit welchen Augen ich unten in der Gerichtsstube an- gesehen wurde! und wer mich am allcrunaernstcn sah, war jedenfalls unser gestrenger Wachtmeister. Der Undankbare! Nun, vielleicht gingen seine Gedanken den Weg: Wenn er sogar dem ganzen Staat gegenüber Rebellion zu machen wagt, was wird er hier erst thim V Aber der gelbsüchtige Gerichtsrath mochte auch denken: Warte, Dich wollen wir ' zwicken." der letzte Faden, der die Kämpfer zusammenhielt, ist zerrissen, sie sind allein, auf sich selbst angewiesen... Lassen wir den Vorhang fallen. Die„moralischen Faktoren", welche der Verfasser in echt militärischem Geiste verlangt, sind, daß der Soldat„zu sterben wisse", und es als eine Ehre betrachte, von einem unsichtbaren Feind aus fabelhafter Entfernung mit tödtlichen Waffen beschossen zu werden. Jedenfalls hat aber der Mann recht: Die Todesgefahr ist eine weit größere.— Meine Pflicht ist Schweigen, sagte der„treue Vasall", als er vor 14 Tagen auf seine Agitationsreise auszog, und um zu beweisen, wie ernst es ihm ist mit der Pflicht und mit seinem Wort, hat er seitdem mindestens ein Dutzend Reden gehalten— allerdings Bier-, Wein- und Schnapsreden. Wer die Wirkungen des Alkohols in seinen verschiedenen Gestalten und Abstufungen kennt, wird jeoe der treuen Vasallenreden mit Leichtigkeit in die richtige Kategorie einreihen können. Von einigen unserer Leser wird der Wunsch ausgesprochen, wir möchten die Reden doch im„Vorwärts" veröffentlichen, und zwar als„Vermischtes". Jndeß dazu sind sie nicht interessant und unterhaltend genug. Einen Augenblick hatten wir die Absicht, die treuen Vasallen- Ergüsse als„Material" für zukünftige Möglichkeiten(Cr- örterungen im Reichstage:c.) zum Abdruck zu bringen, in- deß der alkoholistische Geist trat nach dem ersten Reisetag so allgewaltig zu Tage, daß die Möglichkeiten, an die wir dachten, unmöglich geworden ist. Es ist nicht möglich, dieses boshafte''Altweiber-Gewäsch und-Geklatsch ernst zu nehmen. Ja hätte die Schwatzhaftigkeit etwas Neues ge- sagt! Aber das Alles haben wir schon zwanzig Mal in den„Hamburger Nachrichten" und anderen Organen des Friedrichsruher„Rings" gelesen— nur minus des alkoho- listischen Duftes. Und dieser hat wahrlich keine An- ziehungskraft— außer für gleich gesinnte Seelen. Wenn Herr von Caprivi seinen schimpfenden Vor- gänger und dessen Thun und Treiben betrachtet, denkt er vielleicht an die alten Spartaner, die ihre Sklaven zuweilen betrunken machten zum abschreckenden Beispiel. Er hat alle Ursache, mit den Leistungen des getreuen Vasallen zufrieden zu sein. Mit Ausnahme der Schienenflicker, Groß Kornwucherer, Millionäre und derer, die es werden möchten, giebt eS in Deutschland jetzt Nie- manden mehr, der sich nicht sagte: zur Ehre und zum Wohle unseres! Landes war es nothwendig, daß dieser Mann unschädlich gemacht wurde. Aber der„Volksjubel" in Dresden, Wien, München? Mache und Lüge— nichts weiter. Wir haben von all diesen Orten Berichte, und eS erhellt aus ihnen, daß eS nur eine Clique war, die den Radau veranstaltete, und daß das Volk mit dem„Jubel" entweder nichts zu thun hatte, oder sehr kräftig sein Mißfallen bekundete. Jndeß wir stehen ab von der Veröffentlichung dieser Briefe. Die Sache ist zu unbedeutend.— Einen kleinen Scherz hat Herr Caprivi sich allerdings mit seinem Vorgänger erlaubt. Er läßt in der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung" einen Bismarefschen Erlaß aus dem Jahre 1882 veröffentlichen, welcher zeigt, daß der Hausmeier blos seine Kreaturen anstellte und syste- matisch Slreber züchtete. Doch das ist nichts Neues. Und in der Veröffentlichung dieses Erlasses können wir blos einen freundlichen Wink erblicken, daß mit ernsteren Akten- stücken gedient werden kann. Ob Bismarck den Wink ver- stehen wird? Oder ob er das Tänzlein wagt, zu welchem sein Nachfolger ihn einladet?— Die Cholera ist bereits in Rußland— daS unterliegt keinem Zweifel mehr—; sie hat den Kaukasus über- schritten, in Tiflis bereits festen Fuß gefaßt und an ver- schiedenen Orten in Südrußland sich gezeigt. Statt Sicher- heitsmaßregeln zu ergreifen, schweigt die russische Regierung die Cholera todt und verbietet die Absendung von Depeschen, welche die Wahrheit mittheilen. Da der Boden durch die Sungersnoth mit ihrem Gefolge von Hungerpest und anderen euchen ausS Beste vorbereitet ist, so wird die Cholera sehr rasch Rußland durchschritten haben und an unseren Grenzen erscheinen. Es ist dringend nothwendig, daß die Regierungen des zivilisirten Europa sich zu gemeinsamem Vorgehen zu- sammeuthun, um die russische Regierung zu wirksamen gesundhcitspoliznlichen Sichcrhcitsmaßregeln zu zwingen. „Und nun sind Sie also wieder da?" rief Molinaro. „Wie Sie sehen. Und nun, was giebt's Neues? Die Gesellschaft ist nicht zahlreich, wie es scheint?' „Nein, da? ist sie nicht, aber nichtsdestoweniger haben sich die Genüsse hier um ein Bedeutendes vermehrt, indem ich, was wohl selten einem Gaste hier oben geboten worden, im Stande bin,. Ihnen eine Festvorstellung zu widmen, den Shakespeare'schcn„Sommernachtstraum' mit bengalischer Beleuchtung." „Für einen Groschen," fügte der Lieutenant hinzu. „Kann ich Armeen aus der Erde stampfen, Wächst mir ein Kornfeld auf der flachen Hand?" rief der Mime grimmig,„kann ich etwas dafür, daß ich so viele Freibillets anstheilen muß?" „Ich fühle den Stich," entgegnete der Lieutenant,„aber Ich werde zahlen, wenn ich König bin!" Der Mime fühlte sich durch dieses Zitat geschlagen und verstummte. Frank aber, nachdem er dem würdigen Levy die Hand gedrückt, wandte sich an den verdutzten Musselich und sprach: „Nun, mein verehrter Herr Schwiegervater in-wo. tä) wollte Ihnen mittheilen, daß ich, nachdem die wichtigsten Staatsgcschäfte besorgt sind, die Absicht habe, Ihre Tochter, unter Voraussetzung Ihrer Einwilligung nämlich,.iu 14 Tagen zu heirathen. In dieser Zeit müssen Sie frei sein, denn ohne Hochzeitsvater keine Hochzeit." „Ich kann keine Hochzeit ausrichten, ich bin ein ganz rninirter Mann", seufzte Musselich. „Ach, daS bilden Sie sich nur ein. Sie muffen wissen, daß Ihr Gläubiger aus unglücklicher Liebe des Todes ver- blichen ist."., „Ja, Seidenspinner todt?" rief Mnsselich nin wehmüthigem Tone.„Aber waS hilft mir das, sein Erve wird nicht besser sein." „Gut, daß der Erbe daS nicht hört, der würde Ihnen eine schöne Predigt halten. Sie irren sich, sage ich Ihnen, der Erbe ist ein Mensch, heißt auch Mensch, ist außerden selbst hier oben gewesen als Wechselinhaftat, und Kl- waS das Allermeiste sagen will, einer meiner beste' Freunde. Er wird billig mit Ihnen abrechnen, daraus Durch seinm Schmutz und seine Seuchen ist daS zarische Rußland eine noch größere Gefahr für die Knlturwelt als durch seine barbarisch- anarchistische Raub- und Mord- Politik.— Em Gesetz gege« daSTuell wird jetzt in Frank- «eich geplant. Der Senator Lecomte hat einen Gesetzentwurf angekündigt, dahin gehend,'daß daS Duell mit Gefängniß von 1 Monat bis einem Jahr und mit einer Geldbuße von 100 bis 2000 FrcS. zu bestrafen ist. Der Urheber einer Verwundung im Duell soll mit 2 Monaten bis 2 Jahren Gefängniß und 200 bis 5000 Frcs. Geldbuße; der Urheber einer tödlichen Verwundung im Duell mit 1 Jahr bis 3 Jahren Gefängniß und 500 bis 10 000 Frcs. Geldbuße belegt werden. Die Absicht mag ganz gut sein, der Zweck wird aber nicht erreicht werden. Durch Gesetze läßt sich dem Duell- Unfug nicht steuern— das hat man in Frank- reich, wo zu Zeiten sogar schon die Todes- strafe auf dem Duelliren stand, zur Genüge erfahren. Und auch wir in Deutschland wissen em Liedchen davon zu singen. Was nutzt Bestrafung des Duells, wenn das barbarische Vorurtheil noch herrscht, ein Duell sei etwas Ehrenvolles, ja ein Erforderniß der Ehre? Oder gar, wenn, wie das bei uns der Fall ist, das Duelliren trotz des gesetzlichen Verbots in gewissen, und zwar den einflußreichsten, wenn auch kulturell rückständigen Kreisen als gesellschaftliche Pflicht gilt, so daß, wer dieser Pflicht nicht genügt, seine Kaste verliert? Ein solcher Widersinn, wie in Deutschland, wo der Offizier kassirt wird, welcher das Gesetz beobachtet und sich nicht ducllirt, ist zwar in Frankreich nicht möglich, allein so lange die öffentliche Meinung das Duell nicht nur billigt, sondern selbst mit einer gewissen Gloriole(Ruhmes-Heiligenschein) umgiebt, ist auch an das Erlöschen der ebenso rohen als einfältigen Sitte nicht zu denken. England ist das einzige Kulturland, in welchem alle Klassen der Bevölkerung sich auf diese Höhe empor- geschwungen haben. Kein vernünftiger, wir meinen: im Besitz seiner S Sinne befindlicher Mensch wird in England eine Herausforderung ergehen lasien. Keiner eine annehmen. Und das gilt vom Militär genau so, wie vom Zivil. Tapferkeit und Muth, beiläufig sehr ordinäre Eigenschaften, die jeder Hund und Hahn in höherem Maße hat, als der Mensch— wir sprechen von dem gemeinen animalischen Muth, der hier in Frage kommt— sind den Engländern noch niemals abgesprochen worden, und was insbesondere die englischen Soldaten und Offiziere betrifft, so haben sie sicherlich so viel Beweise von Tapferkeit und Muth gegeben, wie die Soldaten und Offiziere irgend einer Armee, in der die Duellpest noch grassirt. In England ist das Duell lächerlich und verächtlich geworden. Und ehe es in Frank- reich und Deutschland so weit ist, wird auch hier das Duell nicht ausgerottet werden.— Der zehnte Nationalkongrest der französischen Arbeiterpartei(Marxisten) wird vom 24. bis 27. Sep- tember ds. Js. in Marseille abgehalten werden. Die Tagesordnung desselben lautet vorläufig folgendermaßen: 1. Bericht des Nationalrathes über seine Thätigkeit während des Jahres 1891/92 und die Lage der Partei. 2. Der' internationale Kongreß zu Zürich. 3. Die sozialistischen Gemeinden und das Lyoner Pro- gramm. 4. Propaganda und Organisation der Partei auf dem Lande.— Seelenverwandtschaft..Immer derselbe feste und strahlende Blick, immer dasselbe räthselhafte Lächeln!" So schreibt der„Temps*, das leitende Organ der s r a n, ö- fischen Bourgeoisie, über— R a v a ch ol. Wie sehr imponirt doch der herrschenden Klasse im Grunde ihres Herzens dieser Mann, den man nun wegen fünffachen Mordes, Grabschändung u. s. w. zum Tode vcrurtheilt hat. Welche Bewunderung flößt der Bourgeoisie bei aller Furcht die anarchistische Taktik ein, für die das organisirte und klassenbewußte Proletariat schon längst nur ein verächtliches Achselzucken übrig hat.— Polizei-Anarchistisches. Die Pariser Polizei will jetzt die Urheber der Explosion des Cafo Very entdeckt haben, oder hat sie entdeckt, wenn man das Wort.entdeckt" nicht allzu ernst nehmen will. Daß diese Explosion keine direkte Polizei- können Sie sich verlassen, und durch dieses merkivürdige Stückchen von Verwandtschaft und Erbschaft bin ich selbst der Schuldner dieses Mensch oder Menschen geworden, so wie Sie es sind, Herr Sommer, und Sie, Herr Molinaro." .Und somit würde bald auch meine Freiheitsstunde schlagen?" rief der Mime bewegt,.und ich würde singen können wie Winsaniello: Leb' wohl, du stille Hütte?" „Und wird denn der Herr Mensch, welcher ist der Erbe von Herrn Seidenspinner, fortsetzen das Geschäft, oder wird er sich setzen zur Ruhe?" fragte der würdige Israelit. „Wird sich setzen zur Ruhe auf jeden Fall, Herr Levy, denn er hat genug für seine Bedürfnisse." .Muß haben ein schönes Geld, ein sehr schönes Geld." Das können Sie sich denken, die Revolution allein kostet ihm wohl gegen 80 000 Thalcr.",,... „Gott der Gerechte, wie kann Einer umgehen so leicht- sinnig mit dem sauer erworbenen Geld! Aber wenn das Geschäft steht so, werde ich auch nicht bleiben hier. Bin ich doch nur gewesen der Agent des Herrn Seidenspinner, um zu sehen, ob ist zu machen ein Geschäft mit jungen, reichen und leichtsinnigen Herren, welche kommen leicht hier herauf." „Und da haben Sie sich so lange hier oben einsperren lassen?" „Kann ich's haben besser wie hier? Spare ich nicht hier Wohnung, Heizung und Licht, habe mein Essen so billig wie unten. Alles in Allem 9 Groschen den Tag, und fitze mitten im Geschäft?" „Schöne Geschichten, schöne Entdeckungen! und zu allem diesen ist das Gericht gut genug", rief Frank.„Aber jetzt, mein lieber Herr Schwiegervater in spe, noch eine wichtige Mittheilung; wissen Sie schon, daß Dr. RaffniauS durchgebrannt ist?" „Nicht möglich! Die schöne Praxis! ach, das kann ja gar nicht sein." „Können Sie sich nicht erinnern, daß der verstorbene Howald ein Testament durch Raffmaus aufnehmen ließ?" „Ja, ja, ich erinnere mich; es war vor vier Jahren." mache sein konnte, wie die Ravachol'schen Dynamitstreiche, war von vornherein klar. Auf der anderen Seite unterlag es für uns keinem Zweifel, daß Polizeispitzel, wenigstens indirekt, ihre Hände im Spiel hatten. Und dies ist jetzt an den Tag gekommen. Die Urheber der Explosion sind ein gewisser Bricou und Frau, die beide verhastet sind, nebst zwei in England befindlichen Anarchisten Namens Fran?ois und Meunier, die wahrscheinlich inzwischen von der englischen Polizei dingfest gemacht sind. Wohlan,„Kompagnon" Bricou, einer der grimmigsten Bourgeoisvertilger, ein Eisen- fresser, dem Nichts„revolutionär" genug war, hat im Gefängniß ein vollständiges Geständniß abgelegt, und— um diese praktische Feigheit mit seinem theoretischen Berserkermuth in einigen Einklang zu bringen, hat„Kompagnon" Bricou, den„wilden Mann" gespielt und sich emige grausige Selbmordversuche geleistet, die jedoch nachträglich als Komödie erkannt worden sind. Kurz,„Kompagnon" Bricou ist ein Komödiant, und auch sein„Anarchismus" war Komödie, oder deutlicher ausgedrückt, Spitzelarbeit! Nur daß er, wie wir das gleich zu Anfang vermutheten, einmal nicht nach Instruktion gehandelt, das heißt, Etwas gethan hat, was zwar im Geiste seiner Rolle war, jedoch in diesem speziellen Fall seinen Auftraggebern nicht in den Kram paßte.— „Ein Attentat",„ein teuflisches Attentat" nennen liberale Blätter den weiblichen Brotwurf, durch welchen Gladstone am Auge getroffen wurde. Das ist eine lächer- liche Uebertreibung. Man wird uns gewiß zutrauen, daß wir derartige schlagende und werfende Gründe mißbilligen, und, wenn wir in der Lage gewesen wären, unsere Hand zwischen die Brotkruste und Gladstone gehalten hätten, allein solche drastische Argumente sind in jeder englischen Wahl gebräuchlich. Ans Apfelsinenschalen, Kartoffeln, Kohlstrünke, faule Eier und Aehnliches muß jeder Kandidat gesaßt sein, eine Brotkruste(es soll nach einer anderen Version sogar Lebkuchen gewesen sein) ist noch ein relativ anständiges Ge- schoß— das Pech ist blos, daß die Brotkruste das Auge traf, was doch unzweifelhaft nur ein fataler Zufall. Die Sache ist bedauerlich, bietet jedoch keinen Grund zur Ent- rüstung. Uebrigens ist Gladstone durch den Wurf bisher nicht am Agitiren verhindert worden.— Japan zivilisirt sich. Die japanische Regierung ver- langt von den Kammern einen Kredit von 22xl\ Millionen Dollars, d. h. nahezu 100 Millionen Mark. Nach deutschen Begriffen allerdings eine Kleinigkeit. Jndeß, das ist ja auch nur der Ansang. Und, wie oie Lateiner sagen: lacilis descensus Avemi— leicht ist der Weg zur Hölle, zum ■Militarismus und zum Staatsbankrott.— Zum Züricher internationalen Kongreß. Das revolutionäre Zentralkomitee von Paris(d. h. die„blan- quistische" Frattion der französischen Sozialdemokratie) hat bereits verschiedene Vorschläge für die Tagesordnung des nächsten internationalen Kongresses gemacht. Zunächst er- nenert es den Antrag, den der Brüsseler Kongreß vertagt hat, es sollen alle sozialistischen Fraktionen, die nach Zürich ihre Vertreter schicken und mit den Beschlüssen des Kon- gresses einverstanden sind, einen gemeinsamen Namen an- nehmen. Als solchen schlägt man vor: Internationale sozialistische Partei. Die Annahme dieses'Antrags, der anscheinend nur eine äußere Form betrifft, kann für Frankreich speziell eine gewisse praktische Bedeutung er- langen. Gerade weil die Unterschiede zwischen den einzelnen sozialistischen Fraktionen nur äußerlicher Natur sind, wie der Brüsseler Kongreß klar und deutlich bewies, deshalb bedeutet die Annahme eines gemernsamen Namens einen weiteren Schritt zur thatsächlichen Einigung.— Der zweite Vorschlag geht darauf hinaus, die Feier des e r st e n Mai gleichzeitig zu einer Kundgebung für den Welt- frieden zu gestalten, wie das schon in diesem Jahre in Frankreich der Fall gewesen ist.— Ter dritte Antrag will von Neuem bekräftigt wissen, daß die erste Pflicht dcS Proletariats und der erste Schritt zu seiner Befreiung und zur Enteignung der Bourgeoisie die Eroberung der politischen Herrschaft ist.— Der vierte Antrag endlich will die Schweizer Orga- nisations-Kommission damit beauftragen, die Beschlüsse des Kongresses zur Ausführung zu bringen; die Schweizer sollen besonders den Auftrag erhalten, die Verbindungen der Nun, dieses Testament sollte er in einem Exemplar im Rathhaus depouiren." „Und das hat er nicht gethan?" „Hat er nicht gethan, sondern ein solches Testament beharrlich abgeleugnet, bis man in seiner Expedition Nachforschung hielt und im Dokumeutenschrank das Testa- ment fand." „Merkwürdig, ich dachte mir immer, er hätte eS an den jungen Howald verkauft." „Das hat er auch gethan, aber es war nicht das Original. Ihr Nachfolger, Habicht, der übrigens ein aus- gezeichnetes Kerlchen ist, war der ganzen Sache schon längst aus der Spur, er hat hinter'm Rücken von Raffmaus den Schrank von seinem Bruder ösfuen lassen, hat das Papier herausgenommen, zweimal meisterhaft kopirt, einen Abdruck vom Siegel in Gips genommen, um es auch den Kopien mittheilen zu könncn, eine Kopie wieder in das Fach ge- bracht, welche an den jungen Howald, ohne daß Ihr Prinzipal die Verwechselung merkte, verkauft wurde, und später, als Raffmaus mit der ge- richtlichen Durchsuchung bedroht war, das Original wieder hineinpraktizirt, so daß es gefunden wurde." „Nun, da haben wir'S; ich habe diesem Habicht nie getraut." „In schlechten Unternehmungen durfte man ihm nicht trauen, wohl aber in allen guten, und das hat sein Gutes. Uebrigens hat er sie gründlich an Raffmaus gerächt, das mag Ihnen zur Genuglhuung gereichen." „Es thut mir aber doch leid um den Mannf er wußte das Geschäft so gut zu leiten, und ich habe so viel« Jahre mit ihm gearbeitet." „Nun, dann bedauern Sie ihn, Sie werden so wie so der Einzige in diesen Bedauern sein. Wissen Sie übrigens, daß der Möbelfabrikant Rollfuß von unserem Freunde Streit einen tüchtigen Säbelhieb bekommen hat, der ihm unter Anderem das eine Ohr gründlich abgehauen hat?" „Um den Menschen ist's nicht schade," meinte Mu sselich. „Sehen Sie, daS ist hübsch, da sind wir doch schon einzelnen nationalen Arbeitssekretariate unter einander zu vermitteln und zu suchen, die internationale Organisation der sozialistischen Partei und des Proletariats vorzubereiten, wenn nicht zu verwirklichen.— Was den zweiten und dritten Antrag betrifft, so wird deren Annahme nur aussprechen, was in Deutschland bereits thatsächlich besteht. Der 1. Mai war uns von Anfang an ein Welt- Friedenssest; und die Eroberung der politischen Macht galt uns, seit es eine deutsche Sozialdemokratie giebt, als ein selbstverständliches Ziel. Für die Arbeiter anderer Länder wird es freilich von Nutzen sein, wenn dies aus- drücklich ausgesprochen wird, und zwar von der höchsten Autorität der sozialdemokratischen Bewegung: dem inter- nationalen Arbeiterkongreß.— Verrkeinerztivichken. In Herford wurde am Sonntag das s o z i a l d e m o- kratische Zentral-Wahlkomitee für die im Kreise Herford-Halle bevorstehende Reichstags-Wahl gewählt. Vor- sitzender desselben ist der Parteigenosse Posor, Herford, Berger- rhormauer 232. An denselben sind alle die Wahl detreffenden Sendungen zu adressiren. In der gegnerischen Presse wird aus der vortrefflichen Or- ganisation, welche die Parteigenossen jenes Wahlkreises zwecks der Agitation für die Wahl schufen, gefolgert, daß die sozial- demokratische Partei die„außerordentlichsten Anstrengungen" mache, um den Wahlkreis zu erobern. Dem gegenüber ist zu be- tonen, daß die Agitation sich genau in denselben Bahnen bewegt, wie sie überall in den Wahlkreisen, wo unsere Partei bereits einigermaßen festen Fuß gefaßt hat, bei Wahlen eingeschlagen werden. »» NnS Kiel wird dem„Hamburger Echo" berichtet:„In ca. zwölftausend Exemplaren verbreiteten am Sonntag Morgen die Kieler Parteigenossen ein Flugblatt, betitelt:„An die Ein- wohner. Kiels." Sich auf die vom Bezirks-Ausschuß bestätigte Erhöhung des Wahlzensus und den daraus entstandenen B e r l u st des Bürgerrechts für ca. 3000 Bürger stützend, wendet sich die Schrift in scharfer Sprache gegen die freisinnige Partei und deren. Vertreter im Stadtverordneten- Kollegium, ohne deren Mitwirkung niemals einem Kieler Bürger das Wahlrecht hätte genommen werden können. An der Hand der in den letzten zwei Jahren im Stadtverordneten-Kollegium erledigten Vorlagen führt der Verfasser seinen Lesern vor Augen, wie die freisinnigen Stadt- verordneten stets„das gleiche Recht für Alle" handhabten und schließt mit der Aufforderung an die Handwerker und Arbeiter, durch desto, eifrigere Betheiligung an den Reichstags-Wahlen für die Beseitigung der freisinnigen Tartüffs aus dem gesetzgebenden Körper Sarge zu tragen, dann würden sie auch bald aus der Gemeindeverwaltung verschwinden. Erst dann würde eintreten, was die Vertreter der sozialdemokratischen Partei stets in der aufrichtigsten Weise erstrebt hätten, was der deutsche Freisinn aber schon lauge zu einer jammervollen Phrase herabgewürdigt hat, nämlich ein„gleiches Recht für Alle"! Das Flugblatt ent- spricht in seiner Sprache der hier am Orte herrschenden Er- bilterung und wird deshalb auch seinen Zweck nicht versehlen. In der am 24. Juni stattgehabten gemeinschaftlichen Sitzung der Kieler Stadtkollegien stimmten vier Stadtverordnete für den Ausschluß des sozialdemokratischen Stadtverordneten Brodhuhn. welcher noch auf Grund des früheren, niedrigeren Zensus gewählt ist. Die Mitglieder des Magistrats stimmten für Entlassung. Die Sache kommt deshalb nochmals zur Verhandlung. In Burg fand am 25.* Juni eine seh, stark besuchte öffentliche sozialdemokratische Versammlung statt, in welcher nach einem Reserar« des Genossen L ü l g e u a u- Berlin einstimmig ein Antrag angenommen wurde, nach welchem alle Schrille gethan werde» sollen, um die Einführung eines Gewerbegerichts in Burg durchzusetzen. Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit den Zuständen in einer dortigen Fabrik und mit der Lokal- frage, in welcher energisch an das Soliöarilätsgefiihl der Arbeiter appcllirt wurde. «» Bei der GemeinderathS-Wahl in Dietzenbach(Hessen) wurden von den drei Kandidaten, welche die Arbeiter ausgestellt hatten, zwei gewählt, während der dritte nur mit iveuigen Stimmen hinter seinem Gegner zurückblieb. *« NuS der badischen Kammer scheiden von SS Abgeordneten am 1. Juli nächsten Jahres 31 aus, darunter 18 Liberale, 1 Demokrat, 1 Freisinniger, 1 Konservativer und 10 Zentrums- mannen. »» Todtenliste der Partei:'Verstorben in Hannover der Gastivirth Heinrich Eickhoff. einmal einer Meinung. Aber wie ich sehe, sitzen Sie hier Alle im Trocknen, es fehlt wohl sehr an Moneten?" „Lcergebrannt ist die Stätte," versicherte der Mime. „Nun, dann werde ich in die Bresche treten. Aber horch! da tönt die Glocke, sollten wir neuen Zuwachs be- kommen?" „Hurrah!" rief der Lieutenant,„unser Viertelloos hat gewonnen, es ist der Lotterie-Kollektenr!" „Haben Sie denn gespielt?" frug Frank verwundert. „Jawohl, und zwar mit der Bestimmung, daß der Ge- winn unter die gerade in Wechselhaft Beftiidliche» vertheilt werden soll. Sie gewinnen also mit." „Aber ich habe ja nichts dazu gegeben?" „Dafür haben Viele gegeben, die jetzt abgegangen sind und Nichts bekommen." „Nun, da geht es mir ja gerade wie dem alten Mütterchen, das immer nach ihrem Gewinn fragte, obwohl sie nie spielte, und endlich doch gewann, weil ein Menschen- freund heimlich für sie ein Loos bezahlt hatte." Es war in der That der Lotterie- Kollekteur, der jetzt eintrat und mit freudestrahlendem Blick rief: „Meine Herren, ein großes Glück für Sie Alle, habe ich Ihnen zu verkündigen. Was geben Sie mir dafür?" „Hundert Thaler!" rief der Lieutenant kühn. „Ein Prozent!" sprach Levy bedächtiger. „Das eine Prozent wäre mir lieber," erklärt« der Kollekteur,„soll ich's haben?" „Zugeslanden," riefen Alle, und nnnl fragte der Kollekteur, indem er die Liste hervorzog: „24 809?" „Das stimmt," erklärte Levy, der hastig das Loos her- vorgezogen hatte. „Die Nummer hat das große LooS, von dem als vierter Theil 62 000 Thaler 23 Groschen und 6 Pfennige auf Ihren Antheil fallen." (Fortsetzung folgt.) Für den Juhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum Neue Welt. Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Große öffentliche Versammlung. Jeden Mittwoch: aller in Buchbindereien, Album-, Karton-, Lederwaaren-, gegenüber keinerlei Verantwortung. Kinderfest mit Gratis- Verloosung, Sauptgewinn: Luxus- Papier- und Glacé- Karton- Papierfabriken beſchäft. Theater: Mittwoch, den 29. Juni. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Berliner Theater. Marciß. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Oftend Theater. Bei Bismarck. Hierauf: Die Kellnerinnen von Berlin. Zum Schluß: Die juten Flinten. Thomas Theater. Mamzelle Nitouche. Bellealliance- Theater. Der RasinoBall. Hohe Gäfte. Kroll's Theater. Martha. Adolph Ernst- Theater. Die Wettschwimmerinnen. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg) Mittwoch, den 29. Juni: lebendes Schaf. Bonbonregen, Puppentheater, Staugenklettern, Wettlaufen, Fackelzug. Bon 4 Uhr Nachmittags ab: Konzert u. Komiker- Vorstellung. Entree Grwachsene 15 Pf., Kinder 10 Pf., die Müke, Geschenk u. Freiloos erhalten. Donnerstag: Nachtfest in Japan mit Monstre- Feuerwerk. Th. Keller's Hofjäger, 823b Arbeiter und Arbeiterinnen am Mittwoch, den 29. Juni, Abends präc. 8 Uhr, in Mundt's Salon, Köpnickerstraße 100. Tages Ordnung: J 1. Arbeiterbewegungen und Organisationen". Referent: ReichstagsAbgeordneter J. Auer. 2. In welcher Weise gestalten wir in Zukunft unsere Organisation? 3. Verschiedenes. Hasenhaide, in dieser Bersammlung zu erscheinen, da die zu fassenden Beschlüffe von Kollegen und Kolleginnen! Es wird Euch Allen zur Pflicht gemacht, Mit follegialischem Gruß 267/8 Adolf Riese, Schönleinstr. 17. H. Greifenberg, Gräfeftr. 9. Bergmann- Straßen- Wichtigkeit sind. Edhe. Heute, Mittwoch, den 29. Juni 1892: Drittes großes Kinder- Feft mit Gratis- Verloosung, Bonbonregen, Sackhüpfen, Hahnenschlag etc. Großes Militär- Konzert. Im großen Saale: Ball. Marionetten- Theater- Vorstell. Volksbeluftigungen. Abends: Großer Fackelzug und bengalische Beleuchtung. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf. Kinderbillets nur a. d. Raffe. A. Frölich. Achtung, Kupferschmiede! Deffentliche Versammlung mit Damen am Sonnabend, den 2. Juli, Abends 81/2 Uhr, bei Feindt, Weinstraße 11. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Hoffmann. 2. Stand des Unterstühungsfonds. 3. Wahl von Revisoren und Delegirten zur Streit- Kontrollkommission. 4. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 811 b Der Einberufor. Arbeiter- Bildungs- Schule. Glasarbeiter- Genossenschaft Lehrplan für das III. Quartal 1892. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von Grosse Vorstellung. 8 bis 10% Uhr Abends. 1. Theil: Specialitäten 1. Ranges. 2. Theil: Zwölf Mädchen in Uniform. Vaudeville- Burleske in 1 Akt von L. Angely. * Montag 3. Theil: Geschw. Laura, Amelie Dienstag und Gisela Neumann, Gebrüder Mittwoch. Mathias, Gebrüder Schwarz. do. Zum Schluss: Der Zauberbrunnen Donnerstag der Najaden, grosses Ballet- do. divertissement mit Wunder- Freitag. Fontaine, 5 Solo- Tänzerinnen, do. 20 Damen Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7/8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten * Sonnabend die gedeckten Hallen Schutz für Montag ca. 3000 Personen. Täglich: Grosse Vorstellung. Dienstag * do. Sonnabend, den 2. Juli: Mittwoch Zweites Nordschule. Müllerstr. 179a, Buchführung. Geschichte( mittl.). . · Deutsch( ob.). Rechnen. Deutsch( mittl.). Chemie. · 9 Deutsch( unt.). Donnerstag. Sommernachts- Fest.reitag Sonnabend Italienische Nacht. Passage** Physiologie. Ostschule. Markusstr. 31. Buchführung. Phyfiologie. Deutsch( mittl.). Rechnen. Geschichte( mittl.). . Deutsch( unt.). Südschule. Hagelsbergerstr. 43. Deutsch( ob.). Deutsch( mittl.). Geschichte( neu). Rechnen. Buchführung( doppelte). Deutsch( unt.). Süd- Ostschule. Reichenbergerstr. 133. Rechnen. Deutsch( mittl.). Mathematit. Deutsch( ob.). Geschichte( alt). Deutsch( unt.). Buchführung. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle vier Saulen: an jedem Sonntag Bormittags 10-12 Uhr: National- Oekonomie in den Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. In alle Lehrfächer mit Ausnahme Buchführung und Mathematik Panopticum. tonnen noch Schüler und Schülerinnen eintreten. Neu! Blaue Grotte mit Waffer, Rähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. * Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder tann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Bf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Bahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Bf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 48. * Börner, Rifterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116, Klein, Schönleinstr. 6. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. Kehr, Köpnickerstr. 126. Geöffnet von 9 Uhr Morgens Schulz, Admiralftr. 40 a. bis 10 Uhr Abends. Victoria- Brauerei. Zühowstraße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer Läglich Sonnabends): Stettiner Sänger. Stets wechselnd. Program. Anfang 8 Uhr Sonntags 7 U Entree 50 Pfg Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate) Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynftr. 86. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. * Pafforke, Junkerstr. 1. Goepel, Raybachstr. 1. " Antrick, Steinmegftr. 60. Flick, Simeonftr. 28. 0. Ostschule, Markusstr. 81. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74. Radke, Rrautstr. 48. 488/9 " Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. C. " Berndt, Alte Schönhauferstr. 18. Kuhlmey, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerftr. 179a. Krause, Pappel- Allee 3/4. Abraham, Straßburgerstr. 5. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44. Raabe, Ruppinerstr. 42. * Scholz, Kastanien- Allee 85. NO. * Gumpel, Barnimftr. 42. Drescher, Linienftr. 50. NW. * Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Der Vorstand. Große Versammlung ( E. G. m. b. H.) Bergedorf. Siermit geben wir die Sammelstellen bekannt, wo Beitrittserklärungen entgegengenommen werden: Fritz Zubeil, Naunguftr. 86. Berlin. C. Zimmermann, Neue Maaßenftr. 1. L. Ehrenberg, Annenftr. 14. H. Kruse, Pappel- Allee 8/4, P. Fiedler, Rastanien- Allee 50/51, M. Grändel, Dresdenerstr. 116. J. Henke, Blumenstr. 38. W. Schmidt, Gastwirth, Wrangelstraße. Rielicke, Müllerstr. 38/34, H. Wibbing, Spreeftr. 10. 2638L Zahlreiche Betheiligung erwartet Friedrichshagen. C. Maiwald, Scharrnweberstr. 22. Rummelsburg. Th. Ritter, Rantstr. 6. Stralau. Gastwirth Krause. Der Vorstand. E. Würfel. Albert Gebel. W. Stille. Siebenter Nachtrag| Verlagsbuchhandlung zum Statut ber Orts- Krankenkaffe ber Schneider zu Berlin Dom 7. November 1884. Artikel I. Die§§ 35 und 63 des Statuts wer den wie folgt abgeändert und ergänzt: § 35. Für jedes Kaffenmitglied wird ein Quittungsbuch mit einem Abdruck dieses Statuts ausgefertigt, welches eine An gabe über die Höhe der Beiträge und der eintretendenfalls zu gewährenden Unterstüßungen enthält. Dasselbe wird bei der ersten Beitragszahlung, sofern dieselbe durch den Arbeitgeber erfolgt, diefem, andernfalls dem Kaffenmitgliede eingehändigt. Hinsichtlich der für verpflichtete Mitglieder von den Arbeitgebern gezahlten Beiträge wird den Letzteren von der Kaffe besondere verbindliche Quittung ertheilt. Den freiwilligen Mitgliedern wird durch Abstempelung im Quittungsbuch über die gezahlten Beiträge verbindlich quittirt. Raffenmitgliedern, für welche die Einzahlung der Beiträge durch die Arbeitgeber erfolgt, ist die im Absatz 3 diefes Paragraphen bezeichnete Quittung auf Verlangen bei jeder Lohnzahlung zur Einsicht vorzulegen. Das Statut mit Quittungsbuch ist den Kaffenmitgliedern beim Ausscheiden aus der Beschäftigung auszuhändigen. § 63. bes „ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstr. 2. Von folgenden Lieferungswerken find die Fortsegungen erschienen: Heft 20 von Ferd. Lasalle's Reden u. Schriften, herausgegeben von Ed. BernsteinLondon. Preis pro Heft 20 Pf. Heft 13 von Die Deutsche Revolution. Geschichte der deutschen Bewegung von 1848 u. 1849. Von Wilhelm Blos. Preis pro Heft( alle 14 Zage) 20 Pf. Nr. 39 ( 10. Jahrgang, II. Band) von Die Neue Beit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Erscheint wöchentlich. Preis pro Heft 20 Pf. Nr. 13 von Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen d. Arbeiterinnen. Heraus gegeben von Emma Ihrer Belten. Redaktion: Klara Bettin- Stuttgart. Erscheint alle 14 Tage, Preis pro Nummer 10 Pf. Nr. 26 von Alle die Kaffe betreffenden Bekannt- Sozialpolitisches Centralblatt machungen, insbesondere die Einladungen zu Wahl- und Generalversammlungen, die Bekanntmachungen über Statuten- Veränderungen, über Aenderungen in der Höhe der Bei= Moabiter Gesellschaftshaus, des Allg. Arbeiter- Vereins Berlins u. Umg. träge und Leiſtungen, in der ZuſammenAlt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L Bei der Verloosung am 26. b. M. im Ronzertpart Bittoria" find die Gewinne auf Nr. 722, 181, 17, 586, 51, 415, 61 bei Otto Frante, Frankfurter Allee 128, IV, abzuholen. 8206 Bei der Verloosung am 27. Juni bei Lips find die Num mern 59 und 178 abzuholen. 26392 Carl Scholz, Wrangelftr. 32. Folgende Gewinne sind von der Verloosung beim Arbeiter- Sommerfest in Knebel's Lokal, Gesundbrunnen, noch abzuholen: 116, 192, 123, 491, 464, 479, 82. Ein Tuch und Handschuhe gefunden. Abzuholen, bei Hermann Raschke, Wiesenstr. 8. Kinderwagen. Größtes Lager Berlins Andreasßtr.23.H.p. 4 am Mittwoch, den 29. Juni 1892, im Lokale des Herrn W. Gründel, Dresdenerstraße Nr. 116. Lages Ordnung: 1. Annahme von Statuten. 2. Rechnungslegung der AgitationsKommission. 3. Soll die Agitations- Rommission noch länger in Thätigkeit bleiben? 4. Berschiedenes. Der provisorische Vorstand. 497/1 Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Boltsblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 20 der Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Kolporteure entgegen. sehung des Vorstandes, sowie über die Melde- und Zahlstellen werden bis zu anderweiter Beschlußnahme der Generalversammlung in der„ Volts- 3tg." und im Vorwärts" erlassen. Artikel II. Die vorstehende Abänderung des Statuts tritt mit dem Tage, an welchem sie dem Kaffenvorstande, vom Bezirks Ausschuß genehmigt, zugestellt wird, in Kraft. 726b Berlin, den 15. März 1892. Der Vorstand der Orts Krankenkasse der Schneider zu Berlin. C. Adler. Borsigender. R. Schütz. Schriftführer. Herausgeber: Dr. Heinrich BraunBerlin.( Inhalt: Auffäße über Soziale Wirthschaftspolitik und -Statistit, Arbeiterzustände, politische und gewerkschaftl. Arbeiterbewegung und Arbeiterschutz Gesetzgebung, Handwerkerfragen, Gewerbe- Inspektion, Wohnungszustände und Gesetzgebung 2c.) Erscheint wöchent lich. Preis pro Nummer 25 Bf. Heft 8 von Eine Welt- u. Lebensanschauung für das Volk, mit besonderer Berücksichtigung der wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Von J. G. Vogt.( Erstes Buch: Die menschlichen Triebe.) Bu beziehen durch die Expedition Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 3. bes Alle Buchhandlungen, Rolporteure Vorstehender Nachtrag wird hier- stellungen auf obige Lieferungswerke und Zeitungsspediteure nehmen Be durch genehmigt. Berlin, den 25. Mai 1892. Der Bezirks- Ausschuß. Kayser. entgegen. Wiederverkäufern Rabatt. Bei Aufträgen von Auswärts bitten wir um gleichzeitige Einsendung des Verloren am Sonnabend, den Betrages( Porto extra). 25. d. M. eine Remontoir- Uhr von Stephanstraße bis Bahnhof Bellevue Freunden und Genossen empfehle oder Charlottenburg. Gegen Belohnung meine Cigarren eigen abzugeben Stephanstraße 54, H. 3 Tr. bei Herrklog. tation. 830b 522b] C. Reinicke, Manteuffelstr. 9. Verantwortlicher Redakteur Auguft Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Dierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 149. Mittwoch, den 29. Inni 1893. 9. Jahrg. griffe ans Frankreich. 24. Juni 1892. Die sozialistischen Gemeindevertreter, denen man zumuthete. am Tage nach der Wahl auf ihre Mandate zu verzichten, haben nicht gezaudert und bald gezeigt, was sie können, und die Bour- geoisie sieht nun zu ihrer größten Ueberraschung. daß sie wissen, was sie wollen, und ihre Sache verstehen. Das Programm des Lyoner Kongresses, daZ den Lesern des „Vorwärts" seinerzeit hier vorgelegt wurde, ist aus dem Wege verwirklicht zu werden. Ein ferneres gutes Vorzeichen, daZ auf die Regierung nicht wenig beunruhigend wirkt, liegt vor in der engen Verbindung der verschiedenen(31) sozialistischen Gemeindevertretungen unter- einander: Gleichlautende Resolutionen werden gleichzeitig in allen Städten gefaßt, wo die Unsrigen die Majorität haben. Wie zu erwarten war, galt der erste Ruf— mochte er auch nach den bestehenden Gesetzen unzulässig sein—, den die sozialistischen Gemeinderäthe in das Land hinausschickten, Euline und seiner sofortigen Freilassung—; unnöthig zu erwähnen. daß die Prä- selten ihre bereitwilligst erfüllte Pflicht darin erblickten, diese Beschlüsse augenblicklich für null und nichtig zu erklären. Im Norden hat der Präfekt Veil. Durand, einer der Mitschuldigen von Fourmies, das Signal zum Kampfe gegen den ganz sozia- liftischen Gemeinderath von Roubaix und fernen Bürgermeister, unfern Freund Carelle, gegeben. Jndeß die Sozialisten hatten nichts Anderes erwartet, und nachdem sie so ihre erste Pflicht erfüllt hatten, begannen sie den ersten Artikel des Lyoner Konzresses. nach welchem die Stadt- Verwaltung den Schülern der städtischen Schulen die Nahrung liefern soll. energisch in die Hand zu nehmen. Unser Freund Lepers hat bei dem Munizipalrath von Roubaix beantragt, zu dieser Reform eine beträchtliche Anleihe aufzunehmen. Die bisher von der in kapitalistischen Händen befindlichen Stadt Roubaix diesem Zwecke gewidmete Summe betrug 60 000 Frks. Die Sozialisten haben sie auf 200 000 Frks. erhöht. Natürlich schreien nun die bürgerlichen Kreise Zeter ob dieser Vergeudung städtischer Gelder und petitioniren ohne Unterlaß an den Minister um die Auflösung des Rothes. Aber da alle von dem Lyoner Kongresse geforderten Re formen völlig gesetzlich und schon jetzt durchsetzbar sind, so ist die Regierung in großer Verlegenheit, besonders angesichts eines Gegners, der ihr nicht den geringsten Vorwand für eine Auf- lösung zu geben gesonnen ist. Man hat oft gesagt, Paris habe zu allen Zeiten in Frankreich an der Spitze aller Volksbewegungen marschirt— doch unsere Sozialisten in der Provinz werden in Kurzem den Gemeinderath der Riesenstadt überflügeln und in Frankreich wie in Deutschland wird die hauptstädtisch« Verwaltung durch die Provinz dem Sozialismus gewonnen werden. Auch was die Frage des gesetzlichen Arbeitstages anlangt, haben die sozialistischen Gemeindevertreter seine Einführung für alle städtischen Arbeiten beschlossen und es bleibt hier nur noch die Entscheidung der Regierung abzuwarten. Doch kämpft die sozialistische Partei nicht minder un- ermüdlich wie in den Gemeinden, im Parlamente. Genosse Lafargue, der bei seiner AgitationStournee diesbezügliches Material in allen Theilen Frankreichs gesammelt hatte, brachte die „Notre-dame de l'Ulsine"(heilige Mutter Gottes der Werkstatt), eine über das ganze Land ausgedehnte Unternehmervereinigung, die die Arbeiter zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten zu zwingen bezweckt, vor der Kammer zur Sprache. Im Unterschiede von den Radikalen, die hier nur eine Frage des Antiklerikalismus und eine Gelegenheil,„Pfaffen auf- zuspeisen" sehen, theilte der sozialistische Abgeordnete seine Hiebe nach rechts und nach links aus und verschonte die Protestanten so wenig, wie die Katholiken oder die Juden. Der radikale Deputirte des Nordens, Moreau, der, ängstlich bedacht sich von seinen Kollegen nicht verdunkeln zu lassen, einen kleinen Vor- sprung gewonnen hatte, setzte vermöge der republikanischen Majorität einen Beschluß durch, der die Vereinigung„Notre Dame de l'Usine" verurtheilte, aber nicht etwa als einen Aus- wuchs des Unternehmerlhums, sondern als einen Mißbrauch des Katholizismus. Man setzte alles daran, Lafargue, der sich in der Kammer einer sehr mäßigen Beliebtheit erfreut, zu hindern,„mit den Füßen in die Schüssel zu treten", wie der volksthümliche Ausdruck lautet, d. h. den Bourgeoisbrei zu versalzen, aber es war zu spät: Die Frage war einmal von dem ökonomischen und sozialen ins religiöse Gebiet hinübergespielt und man mußte wohl oder übel die Diskussion auf einen späteren Zeitpunkt ver- schieben. Die sozialistische Arbeiterpartei hat, wie man sehen kann, seit einiger Zeit recht beträchtliche Fortschritte in Frankreich ge- macht und ihr Marsch auf das Terrain der Politik wirkt in den, denkbar stärksten Maße revolutionirend.— Der Aufforderung, die der„Vorwärts" an uns ergehen ließ, als Antwort auf die Adresse, die unsere Partei nach den Wahlen an ihn sandte, der Aufforderung gemeinsam, einig mit allen anderen sozialistischen Fraktionen die Waffen zu ergreisen, ist seit dem Brüsseler Kongreß nachgekommen worden. Alle, die den Beschlüssen deS letzten Kongresses zustimmen, sind schon allein durch diese Thatsache unsere Waffenbrüder, so- daß die sozialistischen Parteien anderer Länder jetzt mit uns billigeriveise zufrieden sein können. B, pnfkciunrftvirfjteu. A» der Parteikonferenz für den 9. badischen Reichstags- Wahlkreis, welche vorvergangenen Sonntag in D u r 1 a ch statv- fand, nahm eine Anzahl Parteigenossen aus Durlach, Pforzheim und Umgebung lheil. Ferner war der Reichstags-Abgeordnete Bios anwesend. Die Aussichten sind nach den gegebenen Schil- derungen in diesem Wahlkreise für unser- Partei sehr günstig. Bezüglich der Agitation wurde beschlossen, ein gut ausgearbeitetes und besonders für die Landbevölkerung leicht verständliches Flug- blatt zu verbreiten. Auch sollen in Zukunft zahlreichere Ver- sammlungen stattsinden; Genosse Bios erklärte sich zur Abhaltung derselben bereit. Zwecks besserer Organisation sollen in jedem Ort. wo kein Wahlverein besteht, ein oder mehrere Vertrauens- männer ernannt iverden. Jedes Frühjahr soll eine Wahlkreis- Konferenz stattfinden, und jedes Spätjahr eine Vertrauensmänner- Konferenz. Außerdem wurde beschlossen, daß die Landesorgani- sation dem Wahlkreis«ine größere Anfmerksamkeit zuwenden solle. Genosse K a 1 n b a ch aus Karlsruhe erklärte sich bereit, in nahe gelegenen Orten des Wahlkreises bei der Agitation mitzu- wirken, was seitens der Parteigenossen des 9. Wahlkreises durch Mitwirkung im 10. Wahlkreis ausgeglichen wird. Fiskalischer Boykott. Fünfzig von der M i l i t ä r- B e- Hörde boykottirte Chemnitzer Gastwirthschasten, Produkten- Handlungen:c. bringt der„Chemnitzer Beobachter" den Arbeitern zur Kenntniß. Durch diesen Boykott sollen die Soldaten vor den sozialdemokratischen Ideen behütet werden— mit welchem„Er- folge" pfeifen ja die Spatzen von allen Dächern. Gegen jene Sorte des Boykotts nun hat die bürgerliche Ge- sellschaft nichts einzuwenden, und wenn auch Eugen Richter, des- wegen angezapft, stets mit frommem Augenaufschlage behauptet, er billige den fiskalischen Boykott ebensowenig wie den„sozial- demokratischen", so weiß alle Welt, daß sie von den Versiche- rungen dieses freisinnigen Stöcker's nicht mehr zu halten hat, als von den Versicherungen des echten. »« Ter sächsische» Gemeindevertretertag, welcher seitens sozialdemokratischer Gemeinderathsmitglieder einberufen worden ist,' trat am 26. Juni in Hohenstein-Ernstrhal zu- sammen. Es haben sich 140 Vertreter aus den verschiedensten Theilen des Landes eingefunden, von denen mehrere von Ge- meinderathskollegien delegirt sind. *• Sozialdemokratische Presse. Das in Plauen erscheinende „Vogtlänvische Volksblatt" wird vom 1. Juli ab unter dem Titel„Sächsisches Volksblatt" herausgegeben. Es ist Parteiorgan für den 13., 22. und 23. sächsischen Reichstags- Wahlkreis. »» TaS schweizerische Parteikomitee beantragte nach Unter- suchung des Streites, welchen der Journalist E n d e r l i mit Robert Seidel, dem Redakteur der Züricher„Arbeiterstimme" führt, bei der Züricher Mitgliedschaft die Ausschließung Enderli's aus der Partei. «» Polizeiliches, Gerichtliches re. — AuS dem gastlichen Sachsen. Der Steinmetz Novotney, österreichischer Staatsangehöriger. bisher in Laubegast wohnhaft, Mitglied des dortigen sozialdemokratischen Arbeitervereins, erhielt am Freitag von der königl. Amtshaupt- Mannschaft Dresden-Neustadt den Befehl, Sachsen und das Bundesgebiet binnen dreimal vierundzwanzig Stunden zu ver- lassen. — Wegen Beleidigungfvon Kriegervereinlern hat der Redakteur Osterburg von der Halberstädtcr„Sonntagszeitung" 300 M. Geldstrafe zu bezahlen oder einen Monat Gesängniß zu ver- büßen. — Dem Reichsiags-Abgeordneten August Heine in Halber st adt war nach Schluß der Reichstagssession eine An- klage zugegangen, laut welcher er durch einen in Eichstedt am 20. September 1891 gehaltenen Vortrag zu Gewaltthätigkeiten aufgereizt und Staatseinrichtungen durch Verbreitung entstellter Thatsachen verächtlich gemacht, kurz gegen die tz§ 130 und 131 des Strafgesetz-Buchs verstoßen haben sollte. Auf eine umfassende Erwiderung gegen den Strasantrag nebst Beweisanträgen des Angeklagten ist demselben nun dieser Tage folgende Zustellung zugegangen: „Beschluß. In der Strafsache gegen den Hutfabrikanten August Heine, hier, wegen Vergehens gegen§§ 130, 131 des Strafgesetz-Buchs wird die Eröffnung des Hauptverfahrens ab- g el e h n t, da 1. in der Bezeichnung der Großgrundbesitzer und Zuckerfabrik-Besitzer als„Räuber",„Blutsauger" und„Aus- beuter" eine öffentlich« Anreizung verschiedener Klassen der Be- völkerung zu Gewaltthätigkeiten nicht gefunden werden kann. 2. bei den ungenügenden Feststellungen über den Wortlaut der inkriminirten Rede des Angeschuldigten und über den Zusammen- hang der einzelnen Stellen derselben eine Absicht desselben, Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen, nicht mit hinreichender Bestimmtheit zu Tage getreten ist; auch nicht zur Genüge erhellt, daß der Angeschuldigte Kennt- »iß oder auch nur das Bewußtsein von der Erdichtung bezw. Entstellung der von ihm behaupteten Thatsachen gehabt hat. Die Kosten des Verfahrens werden der Staatskasse auferlegt. Halber. stadt, den 16. Mai 1892. Königliches Landgericht. Strafkammer. gez. Heldberg. Neblung. Leue." — In Burg wurden die Parteigenossen K. Pohlmann und Steiger wegen Beleidigung der Polizei zu 50 bezw. 75 M. Geldstraf« verurtheilt. Sie hatten in einer Versammlung erklärt, daß die Polizeibehörde die Saalinhaber unterdrücke resp. dahin beeinflusse, daß sie ihre Säle zu sozialdemokratischen Versamm- lungen nicht hergäben. Der Wahrheitsbeweis dieser Thatsachen gelang ihnen indeß nicht, da die beiden als Zeugen vernommenen Saalinhaber Schuhmann und Lorenz sich nicht mehr erinnern konnten, derartige Aeußerungen zu den Angeklagten resp. ihren Entlastungszeugen gethan zu haben. — Wie der in S o n n e b e r g erscheinende„Thüringer Volks- freund" mittheilt, hat dessen früherer Redakteur August Burk- Hardt wegen einer Erkrankung, die er sich— wie er vermuthet — in einem Gesängniß durch Ansteckung zugezogen hat, den Reichs- tags- Abgeordneten Rechtsanwalt Stadthagen mit einer Klage gegen den preußischen Fiskus beauftragt. — In Schwinde a. d. Elbe, 16. hannoverscher Wahlkreis (Lüneburg- Winsen) sollte am 26. Juni eine Volksversammlung im Wohngebäude des Arbeiters Lühmann stattfinden, weil ein anderes Lokal für die Versammlung nicht zu bekommen war. Der Landrath verbot jedoch die Versammlung, weil das Wohnhaus des Arbeiters zur Abhaltung einer solchen aus baupolizeilichen Gründen ungeeignet wäre. — Die in Solingen erscheinende„Bergische A r b e i t e r st i m m e" sollte die dortige Ziegeleiftrma E. Küllen- berg in einem Artikel beleidigt haben, worin die Behandlung der jugendlichen Arbeiter scharf kritisirt war. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Redakteur, Reichstags- Abgeordneten Schumacher, 30 M. Geld- bezw. 5 Tage Gefängnißstrafe, das Elberselder Gericht erkannte jedoch auf kostenlose Frei- sprechuna. In dem Artikel war u. A. mitgetheilt, daß ein Junge, welcher kaum das 15. Lebensjahr zurückgelegt hat. jeden Tag von Morgens 4»/, bis Abends 8>/- Uhr harte Arbeit verrichten müsse, daß die Arbeit für eine Anzahl anderer, aus Oberschlesien ein- geführter 17—13 jähriger Burschen viel zu anstrengend sei, was man an den glanzlosen Augen und den abgehärmten Gestalten dieser Armen sehen könne; ferner bekämen dieselben feit ihrem Dortsein fast ohne Ausnahme jeden Mittag Erbsen und Abends Reis zur Mahlzeit, so daß sie nicht einmal etwas Abwechselung in der Kost bei ihrer eintönigen und geistesmordenden Beschäfti- gung hätten. Der Staatsanwalt entgegnete u. A., die minder- jährigen Arbeiter Hütten aus freien Stücken die lange Arbeitszeit gewählt, und der Abgeordnete Schumacher wolle keine Schutz- gesetze, sondern nur Haß schüren. Tarauf entzog der Präsident dem Staatsanwalt das Wort mit der Bemerkung, er dulde nicht, daß er den Angeklagten beleidige. — Nach dem bayerischen Vereinsgesetz dürfen in Versammlungen höchstens zwei Polizeibeamte gesandt werde». In einer sozialdemokratischen Versammlung zu K e m p t e n, die am 1. Mai stattfand, waren aber deren fünf in amtlicher Eigenschaft erschienen. Auf die Beschwerde darüber erklärte der Magistrat u. A., die Sorge für Ausrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung sei„etwas von der Ueberwachung einer politischen Versammlung Getrenntes; hierzu können und müssen so viele Polizei-Organe abgeordnet werden, als eben erforderlich zu sein scheinen". Unsere Kemptener Genossen waren nicht der- selben Meinung, sondern sie gingen an die Regierung von Schwaben und Neuburg und diese wie» daraus de» Kemptener Magistrat an, in Zukunft bei Volksversammlungen von der Auf- stellung von Schutzmannschaften im Versammlungsraum über- Haupt abzusehen, insofern nicht außergewöhnliche Vorkommnisse oder Verhältnisse ein Abweichen von dieser Regel als nothwendig erscheinen ließen. Zu letzterer Eventualität bieten sozialdemo- kratische Versammlungen bekanntlich keinen Anlaß. Doketles. Der SO. deutsche Aerztetag, der am 27. Juni in Leipzig zusammengetreten ist und auf welchem 149 Vereine mit 10 600 Stimmen durch etwa 100 Delegirte vertreten sind, zeigt so recht, wie auch die Aerzte in ihrer Majorität ganz aus den Stand- punkt der ausbeutenden Bourgeoisie, ja noch tiefer aus den des kleinbürgerlichen Jnnungszopsthums herabgesunken sind. Es zeigte sich dies recht deutlich bei der Äerathung der Vorschläge des Geschäftsausschusses für die„Beziehungen der Aerzte zu den Berussgenossenschasten." Diese Berufsgenossenschaften, denen die Unfallversicherung übertragen ist, sind nur reine, unvermischte Unternehmerverbände. Sie stehen den Arbeitern als Partei gegenüber, und ihre„Vertrauensärzte" sind von ihnen besoldete und abhängige Aerzte. Daß der Aerztetag die Unabhängigkeit der Aerzte, ihre Vertrauensstellung ohne Unterschied des Standes und der Partei betonen sollte, ist freilich kaum zu erwarten. Es ist'auch nicht einmal zur Sprache gekommen. Tie Aerzte scheinen mit der abhängigen Stellung von Bediensteten der Unternehmer-Genossenschaft ganz zufrieden zu sein, haben gegen dieselbe nichts einzuwenden, wenn sie nur für sich persön- lich etliche Vortheile aus derselben ziehen. Unter den Forderungen des Aerztetages finden wir auch folgende:„In den Vorständen der Berufsgenossenschaften und deren Sektionen, sowie im Reichs- Versicherungs-Amte sollte ein Arzt Sitz und Stimme haben." Wir befürworteten letzteres selbst, doch möchten wir uns sehr da- gegen verwahren, den Arzt des Reichsverstcherungs-Amts mit denen der Berufsgenossenschaften zu konfundiren oder gar aus deren Kreise zu nehmen. Das würde das Reichsversicherungs-Amt aus der Vertrauensstellung, die es bisher einnimmt, herabziehen. TaS Polizeipräsidium hat der„Verl. Ztg." zufolge die vom Magistrat gemachten Abänderungs-Vorschläge zu der neuen Polizeiverordnung, betreffend die Kellnerinnen in Schanklokale» abgelehnt. Die Ferien der hiesigen Gemeindeschulen und Privat-Elementarschulen sind für die zweite Hälfte dieses Jahres festgesetzt, wie folgt: die S o m m e r f e r i e n: Schulschluß: Freitag, den 8. Juli, nach Schluß des Nachmittags-Unterrichts: Beginn des Unterrichts: Montag, den 8. August; die Michaelisferien: Schluß des Sommerhalbjahrs: Freitag, den 30. September; Beginn des Winterhalbjahres: Donnerstag, den 13. Oktober; und die W e i h n a ch t s f e r i e n: Schulschluh: Mittwoch, den 21. Dezember; Beginn des Unterrichts: Donnerstag, den 5. Januar 1393. Die Sportfexerei hat am Sonntag wieder in vollster Blüthe gestanden. In Halensee Radfahrer, in Grünau Ruderer, in Hamburg Derby-Rennen. Für die Arbeiter sind Sport- Vergnügungen unerreichbare Sachen, sie sind nur vorhanden für die Leute, welche es„dazu haben". Die Arbeiter werden höchstens als Statisten zugelassen, wenn sie das Geld für den letzten Platz zahlen können. Die große Mehrzahl kann und will das nicht, und so ist es am besten, wenn die Bourgeoisie ihre Wettfahrten und Wettlaufen ganz unter sich feiert. Das Radfahren und Rudern sind im Vergleich zu den Pferderennen noch immer harmlose Vergnügungen. Ohne eine gute Dosis Fexerei geht es natürlich auch dabei nicht ab, man „verleiht" den Siegern Medaillen und Orden, aber das sind eben nur Spekulationen auf die menschliche Eitelkeit, ohne welche es heutzutage nicht mehr abgeht. Bei den Pferderennen aber ist der Ausschlag gebende Faktor die Spekulation aus die Gewinnsucht der urtheilslosen Menge. Die„Hebung der Pferdezucht" ist nur ein Aushängeschild, die Hauptsache ist der Totalisator. Von all den Gevattern Schuster, Schneider, Handschuhmacher, Schlächter, Bäcker und Budiker kümmert sich kemer auch nur einen Pfiffer- ling um die Pferdezucht und deren Hebung. Die Leute sind vom Splelteasel erfaßt, sie wollen„setzen" und wetten und möglichst hohe Gewinne mit nach Hause schleppen. Es wirkt geradezu komisch, wenn die strenge Justiz des Klassenstaates einen kleinen Buchmacher beim Kragen nimmt und dem Gericht über- antwortet, nachdem sie vorher zu dem Aufstellen des Totalisators ganz feierlich Ja und Amen gesagt hat. Und dann kommen die tugendsamen Leute und wollen den gläubigen Schafen einreden, daß nur durch Arbeit, nochmals Arbeit und immer noch einmal Arbeit der Mensch sich erhalten könne. Das gilt für Hunderttausende und Millionen, aber es gilt nicht für die Tausende, welcher den Besitz an sich gebracht haben. Die haben nicht nöthig zu arbeiten, dazu halten sie sich ihre Leute. Es verschlägt wenig, wenn diese Bevorzugten das Gold, was ihnen ihr« Arbeiter in einer Woche verdienen, in einer Viertelstunde am Totalisator ver- spielen. Die Arbeiter verdienen ihnen ja in der kommenden Woche von Neuem schönes blankes Gold.... Wenn aber einer oder der andere der Gevatter Budiker sich beim Totalisatorspiel ruinirt, so werden wir uns die Haare des- halb nicht ausreißen. Es giebt dann wieder einen Proletarier mehr, den unsere vorzügliche Gesellschaftsordnung selbst ge- züchtet hat. Die Gesellschaft, welche sich auf den Rennplätzen zusammen findet, ist gemischt in des Wortes wirklichster Bedeutung. Buch- macher und Bauernsänger bekunden ihr Interesse an der„He- bung der Pferdezucht" ebenso gut wie Freiherrn, Baron«, Grasen und weitere Geistesheroen. Natürlich herrscht das zweierlei Tuch vor, und der Lieutenant, welcher sein Pferd am kunst- gerechtesten zu Tode gehetzt hat, wird als Held des Tages ge- feiert. Die Rennfexerei hat auch seine„Giggerln" gezeitigt, welche zu den Bornirlesten der Bornirten ihrer Gattung zu rechnen sind. Diese Kerls sehen aus. als ob sie direkt dem Affenhaus des Zoologischen Gartens entsprungen wären. Diese ganze RenngeseUschasl ist eine Zierde des Staates,— wer sehen will, was sür Menschenmaterial der Klassenstaat hervor- gebracht hat, der muß einen Rennplatz besuchen. Es ist wirklich und wahrhastig ein Genuß! Arbeiter-VildiingSschnle. Sonntag, den 26. d. M., unter«. nahm die Nordschule ihren lang geplanten Ausflug. Schon am frühen Morgen waren die ersten Theilnehmer von Bahnhof Wedding nach Westend abgefahren. Am Spandauer Bock rastete man ein wenig und nahm die ersten Nachzügler in Empfang. I» recht stattlicher Zahl ging's hinein in den grünen Wald, dessen Sonntagsstille durch Gesänge bald heiterer, bald ernsterer Natur durchaus nicht beeinträchtigt erschien. In Wilhelmshöhe, wo Mittagsrast gehalten wurde, verstand es Herr Ludwig, selbst Schüler der Nordschule, in kräftigen, kernigen Worten die Bedeutung der Arbeiler-Bildungsschnle klar zu legen. Mer aber die Woche über in enger Stube festgebannt ist und| wobei er sich einen Armbruch zuzog. Ebenso verunglückte am schränkung, daß sie die falsche Aussage widerrufen hat, bevor in dumpfem Fabriksaal hart arbeiten muß, will auch ordentlich Sonnabend ein Schaffner der Linie Weidendammer Brücke- Ge- eine Untersuchung gegen sie eingeleitet und bevor ein Rechtsdie frische Waldesluft genießen. Darum wurde bald der 28ald sundbrunnen, indem er bei der Ausgabe von Fahrscheinen in der nachtheil für einen Andern aus der falschen Aussage entstanden wieder aufgesucht. Hier beluftigte sich Jung und Alt an allerlei Pantstraße von dem Laufbrett des Sommerwagens hinunterfiel war(§ 158 St.-G.-B.). Der Gerichtshof beschloß demgemäß, die munteren Spielen, die Herr Dr. Kantrowicz trefflich anzuregen und sich eine starke Kopfverlegung und Bruch des Daumens der Zeugin vorläufig festzunehmen. wußte. Auch der Gesang wurde nicht vergessen und mancher rechten Hand zuzog. In allen drei Fällen mußten die Beamten Bourgeois, der neugierig stehen blieb, war ordentlich erstaunt, sich dienstunfähig melden. daß es auch noch andere Volkslieder" gäbe, als„ Im Grunewald ist Holzauktion". Im April d. J. erschien in einer hiesigen Beitung die Mittheilung, daß es dem Thierschutzverein gelungen sei, im Interesse Der Strafprozeß gegen den Kaufmann Abrahamsohn, der Pferde und deren Besitzer eine dankenswerthe Neuerung zu Aber ein kleiner Mißton sollte nicht ausbleiben. In Schild. welcher wegen Ausbleibens des angeblich geschädigten Grafen erzielen. Es sei nämlich den Führern von Arbeitswagen, welche horn verlangte einer der Theilnehmer zufällig von dem Kellner von Gersdorff vor einiger Zeit vertagt werden mußte, wird sich halbe Tage lang auf der Straße zu bewegen haben, gestattet die Erkennungskarte. Dieser erklärte, daß der Wirth fie ihm ab am 6. Juli in Moabit weiter verhandelt werden. Der worden, ihre Pferde in den Nebenstraßen zu füttern. Der Biergenommen hätte. Der Wirth bestätigte dies auch, indem er noch Graf von Gersdorff, Mitglied des preußischen Abfahrer 28. machte von dieser angeblichen Erlaubniß Gebrauch und hinzufügte, in seinem Lokale hätte er nur Leute von guter Ge- geordnetenhauses und der freifonservativen Fraktion, wollte von erhielt ein Strafmandat über drei Mart. Er beantragte richterfinnung". Der Herr Wirth heißt Quittmann. Auch wir waren Abrahamsohn betrogen sein und bei der Verhandlung stellte liche Entscheidung und unterbreitete gestern der 131. Abtheilung alsbald mit ihm quitt, und damit er über unsere gute Ge- es sich heraus, daß der Graf von Gersdorff selbst ein ganz ge- des Schöffengerichts die betreffende Zeitung und beantragte seine finnung" durchaus nicht im Zweifel sei, verließen wir unter Ab- miegter Geschäftsmann ist, aus dem man allein ganz gut zehn Freisprechung. Der Vorsitzende rieth dem Angeklagten, seinen fingen der Arbeiter- Marseillaise seinen Garten. Juden machen könnte. Einspruch zurückzunehmen, da die betreffende Mittheilung nicht auf Wahrheit beruhe. Die vom Polizeipräsidium erlassene Ver fet bisher nicht aufgehoben worden. Der Angeklagte zog es vor fügung, wonach es verboten ist, Pferde auf der Straße zu füttern, feinen Einspruch zurückzuziehen. Erst in später Abendstunde trennten sich die Theilnehmer wohl alle mit dem Bewußtsein, einen recht vergnügten Sonntag verlebt zu haben und mit dem Wunsch, daß bald ein zweiter Ausflug folge. Ans Bromberg geht uns die Nachricht zu, daß bei der dortigen Post aus Berlin Geldbeträge eingegangen wären, welche für die streikenden Flößer bestimmt seien, aber wegen ungenügender Adresfirung nicht ausgefolgt werden könnten. Für den Fall, daß diefe Nachricht zutreffend sein sollte, ersuchen wir die Absender der Gelder, sich bei uns zu melden. " Polizeibehörde. Auf der Nordring- Station Zentral- Biehhof beEin seltsamer Vorfall beschäftigt seit gestern Abend die tieg gestern Abend um 8/48 Uhr ein etwa 30 jähriger Mann ein Roupee dritter Klasse des in der Richtung Stralau Rummelsburg fälligen Stadtzuges. Kaum hatte der Train die Station ver- Dem Jrrthum eines Schreibsachverständigen wäre gestern laffen, als der Fremde plötzlich zusammenbrach und besinnungslos beinahe wieder eine Angeklagte zum Opfer gefallen. Unter der im Wagen liegen blieb. Alle Bemühungen der Mitfahrenden, den Anklage der Beleidigung und der versuchten Erpressung wurde Bewustlosen in's Leben zurückzurufen, blieben erfolglos. Auf vor der 8. Straffammer hiesigen Landgerichts I eine Frau St. der Station Alexanderplatz wurde der Frembe, der feinerlei zur Berantwortung gezogen, welche beschuldigt wurde, sich durch Papiere bei sich führte, aus dem Wagen gehoben und auf polizei- eine Poftfarte gegen einen Mann Namens Sperling vergangen liche Anordnung, da es auch bei Anwendung ärztlicher Hilfe zu haben. Die Angeklagte bestritt, die inkriminirte Karte geDie Rechtsverhältnisse, welche infolge der neuen Polizei- nicht gelang, den Leblofen zu erwecken, nach dem Krankenhause schrieben zu haben, das Gegentheil wurde jedoch durch den Schreibverordnung über die in den Schanklokalen anzubringenden Friedrichshain gebracht. Ob sich der Unbekannte etwa vergiftet fachverständigen Herrn Altrichter bekundet und dieses sachver Spülvorrichtungen zwischen den Gastwirthen und den hat, konnte noch nicht festgestellt werden. ständige Gutachten überzeugend begründet. Das letztere Vermiethern entstehen, haben in den betheiligten Kreisen vielfache Polizeibericht. Am 26. d. M. Vormittags wurde ein stützte sich auf zahlreiche Charakteristika, welche sich bei Zweifel hervorgerufen, zu deren Beseitigung das Grund- Gjähriges Mädchen vor dem Hause Quisenstr. 12 von einem der Schriftvergleichung herausgestellt haben besonders auch eigenthum" folgende Gesichtspunkte hervorhebt: Der Ver miether hat gefeßlich die Verpflichtung, die Wohnung während weirad überfahren und am Hinterkopfe so schwer verletzt, daß auf den Umstand, daß die Angeklagte beim Diftat den Spreling" verwandelt hatte, wie es nach der Charitee gebracht werden mußte. Am 27. b. m. Namen Sperling" in Spreling" der ganzen kontrattmäßigen Zeit in brauchbarem Zustande zu Morgens wurde im Thiergarten, nahe dem Großen Stern, die dies auch bei der Adreſſe auf der Postkarte der Fall erhalten. Ist also der Raum zum Betriebe der Gastwirthschaft Leiche eines unbekannten, etwa 30jähriges Mannes aufgefunden. Dr. Straßmann gelungen, die wirkliche Schreiberin der Karte war. Im legten Augenblicke war es dem Bertheidiger gemiethet, so muß derselbe während der ganzen Bertragsdauer Anscheinend liegt Selbstmord vor.- Gegenüber dem Grundstück Dr. Straßmann gelungen, die wirkliche Schreiberin der Karte von solcher Beschaffenheit sein, daß auch die Gastwirthschaft bort Kielerstr. 13 war ein 8jähriges Mädchen in den Spandauer zu ermitteln und sie gestern dem Gerichtshofe vorzuführen. Diese betrieben werden kann. Da nun in Zukunft ein Lotal, welches Schifffahrtskanal gefallen. Die Mutter sprang ihm nach, und Entlastungszeugin beschwor denn auch, daß sie die Postkarte ge der Spülvorrichtung ermangelt, zu einem solchen Betriebe nicht mehr brauchbar ist, so hat der Vermiether auf Grund seiner geriethen beide in Lebensgefahr. Sie wurden jedoch durch den schrieben und dieses Zeugniß stand auch nicht in Widerspruch mit gefeßlichen Unterhaltungspflicht bie polizeilich vorgeschriebene Knabe unter einen Rollwagen und wurde durch Ueberfahren so Beugin in der That Beranlassung gehabt hatte, die betr. Karte Arbeiter Kretschmer gerettet. Nachmittags gerieth ein 2jähriger den thatsächlichen Umständen, welche darauf hindeuteten, daß die Spülvorrichtung auf seine Kosten herzustellen. Anderen schwer verlegt, daß er bald darauf verſtarb.- Un ber Gefe der zu schreiben. Nach diesem Gide gewann der Gerichtshof die falls steht dem Miether das Recht zu, vom Miethsvertrage Straße Unter den Linden und der Charlottenstraße stürzte ein Ueberzeugung, daß die Angeklagte nicht die Schreiberin der Karte zurückzutreten und Schadensersatz zu beanspruchen; oder er kann Soldat mit dem Pferde und erlitt eine bedeutende Verlegung am gewesen ist und sprach die Angeklagte frei. auch die Spülvorrichtung selbst ausführen lassen und den Erfaß Kopfe. Abends wurde eine 69jährige Frau vor dem Hause der verwendeten Roften vom Vermiether beanspruchen. Auch die Brunnenstraße 20 von einer übermäßig schnell fahrenden Droschte waltung stand gestern der Redakteur der StaatsbürgerWegen Beleidigung von Mitgliedern der Justizver. Kosten des durch die Spülung bedingten Mehrverbrauchs an überfahren und anscheinend innerlich verlegt. In der Nacht Beitung", Dr. Otto Bachler, vor der zweiten Straftammer Wasser dürften dem Vermiether zur Last fallen. Ginmal ist es auin ohne Aufstellung eines besonderen Wassermessers unmöglich, den zum 28. d. M. wurde ein Schreiber in seiner Wohnung, am hiesigen Landgerichts I. Inkriminirt war ein Artikel in Nr. 111 ohne Aufstellung eines besonderen Wassermessers unmöglich, den Luifenplay, erhängt vorgefunden. Er hatte sich außerdem die ber Staatsbürger- Beitung" unter der Ueberschrift Altpreußische Mehrverbrauch ziffermäßig zu berechnen. Dann aber bleibt zu Bulsader am Arm geöffnet. Am 27. d. M. und in der darauf- Traditionen und Judenthum", welcher sich mit den Ergebnissen Dann aber bleibt zu berücksichtigen, daß dem Gastwirth der Wasserverbrauch zu folgenden Nacht fanden vier Brände statt. seinen wirthschaftlichen und gewerblichen Zweden tontraktmäßig gestattet find, ohne daß ihm bis zur Wasser- Verschwendung" irgend welche Schranken gezogen sind. Wenn nun die neue Polizeiverordnung dem Gastwirthe zur Pflicht macht, die Gläser in anderer Weise als bisher zu spülen, so ist dies lediglich eine feinen Gewerbebetrieb treffende Maßregel, welche das Kontraktverhältniß zwischen dem Vermiether und dem Gastwirth nicht berührt. Wir geben hier nur die Ansicht des" Grundeigenthums" wieder. Die Frage wegen der Kosten der Spülvorrichtung mag dort richtig beantwortet sein, soweit es sich um einen neuen Miethsvertrag handelt; anders dürfte es aber wohl liegen, wo ein Miethsverhältniß bereits besteht. ge Gerichts- Beitung. an die des bekannten Prozesses Fischer- Selten Affeffor Gerschel beschäftigte. Der Artifel ging von dem Irrthum aus, daß der Assessor Gerschel nach dem Bekanntwerden der Stellenjagd, um welche es fich bei dem Prozesse handelte, mit der kommissarischen Verwaltung der Amtsrichterstelle in Köpenick betraut worden sei. An diesen Irrthum knüpften sich Betrachtungen über den Prozeß Manche und altpreußische Traditionen, und der Justizminister stellte den Strafantrag. Der Angeklagte bestritt, daß die Ausführungen des Artikels fich gegen bas Beamtenthum richteten, der Staatsanwalt war aber anderer Meinung und beantragte 600 m. Geldbuße event. 60 Tage Gefängniß. Das Urtheil lautete auf 500 M. Geldstrafe event. 50 Tage Gefängniß. Soziale tebericht. Zum Prozesse Heinze meldet uns unser Gerichtsberichts erstatter, baß er in einer formellen Eingabe dem Gerichtshofe das Gefuch unterbreitet hatte, von der dem Kollegium zustehen den Befugniß, trotz des generellen Ausschlusses der Oeffentlichkeit einzelne Bersonen zuzulassen( wie dies beispielsweise bei dem Prozesse Gräf f. 3. der Fall war), Gebrauch zu machen und ihm Ein Berliner Uhrmachergehilfe, der sich auf eine den Zutritt zu den Verhandlungen zu gestatten. Das Gesuch Annonce nach Prenzlau gemeldet hatte, erhielt von einem dor- war mit dem Hinweise auf das große öffentliche Interesse betigen Uhrenfabrikanten folgenden Brief:... Ich will Sie um- gründet, welches gerade diefer Prozeß errege, es wurde jede gehend engagiren. Meine Bedingungen find folgende: 1. Roft Garantie geboten, daß durch die Mittheilungen die Sittlichkeit in teiner Beziehung gefährdet, und Logis außer dem Hause. 2. Salair pro Monat 60-75 m. Preffe 3. Bollständiges Werkzeug. 4. Steinlöcher faffen tönnen auf dem vielmehr jedes anstößige Wort vermieden werden folle schließlich wurden die Worte herangezogen, mit An die Stuckateure, Gipser und verwandten Burin flxe. 5. Sämmtliche andere Ausdehnungen darauf machen und Berufsgenossen. tönnen. 6. Drehstuhl mit Schwungrad befigen. 7. Wälzmaschine welchen der Borsigende bei der vorigen Verhandlung den AusRollegen! Am 15., 16. und 17. August findet in genau fennen.... 9. Sämmtliche feine Eindrehungen machen schluß der Deffentlichkeit ablehnte, indem er sagte: Der Gerichtsfönnen. Außerdem stets unter Aufsicht arbeiten, förperlich ge hof ist mit der Staatsanwaltschaft der Ansicht, daß der Schaden Stuttgart der britte Rongreß statt. Wir ersuchen ( Wie funterbunt der Mann alles durcheinanderwirft! für das allgemeine Rechtsbewußtsein und die Rechtspflege, welcher Euch, ungefäumt die Wahl der Delegirten vorzunehmen und uns 11. Gesund sein( also von doppelter Gesundheit muß der junge durch eine Verhandlung bei verschlossenen Thüren entstehen würde, sobald wie möglich das Resultat mitzutheilen. Kollegen in jenen Mann fein), und im Fall einer Vertretung höflich und freundlich größer sein würde, als der etwa der Sittlichkeit drohende Schaden." Städten, welche zu klein sind, als daß selbständig ein Delegirter gegen die Kundschaft. 12. Moralisches, gesittetes Betragen außer Das Gesuch ist Gegenstand eines Gerichtsbeschlusses geworden, durch geschickt werden fönnte, thun gut, sich mit Kollegen anderer, nicht dem Hause ist selbstverständlich Ehrenfache. Meine Gehilfen waren welchen daffelbe abgelehnt wurde. Der Ausschluß der Deffentlichkeit zu entfernter Städte ins Einvernehmen zu sehen, um gemeinftets längere Jahre bei mir, fönnen in jeder Beziehung wird übrigens fo strenge gehandhabt, daß auch den Gerichtspersonen, fchaftlich mit denselben einen Delegirten zu wählen. Die Verlernen, und sind, wenn brauchbar, unabhängig."( Was Mitgliedern der Staatsanwaltschaft 2c. der Zutritt zu den Ver- inittelung übernehmen wir gerne. Kollegen! Es ist nothwendig, daß der diesjährige mag der Mann sich bei dem Tetzten Worte handlungen verfagt wird. Am ersten Verhandlungstage dauerte Zwei dacht haben?) Trotz der„ verlockenden" Offerte hat bie Sigung bis um 5% Uhr. Frau Heinze hat mit wenigen Rongreß so zahlreich wie möglich beschickt wird. der Prenzlauer Uhrenfabrikant teine Antwort auf seinen Unterbrechungen den Verhandlungen folgen können, doch muß sie Punkte sind es vor Allem, die den Kongreß beschäf Brief erhalten. Wie ,, anspruchsvoll" doch doch heutzutage sich mehrfach durch Kaffee, Milch zc. stärken; sie hat auch tigen werden, nämlich die Organisation und die Preffe. sogar die Uhrmachergehilfen sind! Die möchten Bier trinken, Sommertoilette angelegt und die blaue Trikottaille mit einer Es ist unsere Pflicht, diese beiden Punkte zur Zufriedenheit aller halten eine ftete Aufsicht für unnöthig und glauben schließlich, dünnen Rattuntaille vertauscht. Am ersten Tage find 16 Beugen Kollegen zu regeln, damit Friede unter den Kollegen herrscht. auch ohne Fabrikantenaufsicht und Kontraktvorschrift ein gesittetes vernommen worden, deren Befundungen sich nur auf den Ueber die Bedeutung des Rongresses brauchen wir Euch wohl Betragen haben zu können. Halt, so weit sind wir in Prenzlau objektiven Thatbestand, den Befund der Leiche des Nachtwächters Nichts mehr zu sagen, nur auf Gins wollen wir aufmerksam noch nicht. In Prenzlau fennen wir auch die" Trennung des Braun, die Wahrnehmung der in der Umgebung der Elisabeth machen, nämlich auf den Versuch der Unternehmer, die FrauenArbeiters von feinem Arbeitsmittel" noch nicht, von der die firche wohnenden Personen am Morgen nach der Mord- arbeit in unserem Beruf lediglich zu dem Zweck einzuführen, um Dem Sozialdemokraten faseln. Hier hat der Arbeiter noch sein eigenes nacht 2c. bezogen. Vernehmen nach spielte sich billige und gefügige Arbeitskräfte zu haben. Es kann nicht unfere wie das Aufgabe sein, die Frau zu verhindern, in unserem Beruf mit der Verhandlung fast ebenso ab, Werkzeug. Daß trotzdem das Produkt seiner Arbeit dem Unter dieser Theil nehmer gehört, ist in der Ordnung, denn man beachte die Gegen- vorige Mal; die Angeklagten verharren bei ihrem Leugnen thätig zu sein, aber wohl ist es unsere Aufgabe, die furchtbaren leistung des Unternehmers! Derselbe garantirt dem Arbeiter für und blieben babei, weder an dem beabsichtigten Einbruch in die Folgen zu verhüten, welche die Frauenarbeit sonst überall da gute, fogar doppelte, eiserne Gesundheit, so lange er bei ihm in Elifabethkirche noch an der Ermordung des Nachtwächters Braun nach sich zieht, wo die Frau im Ronkurrenstampfe mit dem Wir müssen die Frau mit in unsere Arbeit ist; denn sobald er frank wird, entläßt er ihn. Drum betheiligt gewefen zu sein. Gegen Schluß der Sigung foll Rechts- Manne auftritt. und lettere so kräftig so träftig wie gieb Dir Müh, nach Prenzlau zu tommen, doch sorge, daß Du anwalt Dr. Eoßmann den Antrag gestellt haben, die Anklage Organisation aufnehmen daß wir wir im Stande find, der nicht entlassen wirst! wegen des versuchten schweren Diebstahls fallen zu laffen. Er möglich ausbauen, gehörig entgegen zu treten. Der dies beantragte speziell Beweisaufnahme darüber, daß der verstorbene Lohnbrückerei Anatol Durow, der durch seine überraschenden Erfolge in Untersuchungsrichter, Landgerichts- Rath Hollmann, auf jährige Kongreß muß es sich zur Aufgabe machen, die Organi der Dreffur von Ratten, Schweinen zc. auch in Berlin bekannte Grund der von ihm und der Kriminalpolizei ermittelten That fationsfrage endgiltig zu regeln, damit die Organisation fich russische Klown, sitzt zur Zeit im Moabiter Untersuchungs- Ge fachen f. 3. zu der vollen Ueberzeugung gekommen war, daß es träftigen und ausdehnen kann, dazu gehört, daß die Kollegen fängniß. Gestern sollte Durow vertragsmäßig zum ersten Male fich bei der Ermordung des Braun gar nicht um einen Konflikt Deutschlands alle durch Delegirte auf dem Kongreß vertreten in einem Pariser Birtus auftreten. Er befand sich in voriger beffelben mit Einbrechern handelte. Der Gerichtshof stellte diesen find. Wir ersuchen Euch nochmals, so früh wie möglich die Wahl Woche auf der Reise von Petersburg nach Paris. Auf einer Antrag vorläufig zurück.- Gestern begann die Vernehmung des vorzunehmen und das Resultat uns mitzutheilen. russisch- preußischen Grenzstation gab es einen längeren Aufent- Angeklagten, die mehrere Stunden währte. Mit kollegialem Gruß halt, die Paffagiere der 1. und 2. Wagenklaffe unterhielten sich Die Agitationstommission im Wartesaal, dabei machte Durow über den deutschen Kaiser Wegen Sachbeschädigung war der Tischler Sentebrecht Studateure, Gipfer u. f. w. Deutschland 3. Bemerkungen, die zur Folge hatten, daß Durow bei der Ankunft vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 20 m. verurtheilt J. A.: J. Sittenfeld, in Berlin auf Bahnhof Friedrichstraße wegen Verdachts der worden. Er mußte im Herbst vor. Js. die von ihm innegehabte Hamburg, Wandsbecker Chauffee 134, Haus 1 pt. Majestätsbeleidigung verhaftet wurde. Wohnung räumen. Als der Wirth nach dem Auszuge des An- Briefe und Sendungen find an obige Adresse zu richten. getlagten die leeren Räume besichtigte, bemerkte er, daß derselbe Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge Der mit 15 000 Mart flüchtig gewordene Kaffenbote ein böses Andenken hinterlassen. Die Wände der Wohnstube beten. Hentschel hat sich noch bis gestern in Berlin aufgehalten: am waren überall mit einer dunklen ähenden Flüssigkeit besprißt, die Montag früh um 5 Uhr erschien er plötzlich in feiner Wohnung sich bei näherer Untersuchung als Möbelpolitur erwies. Die Mannheim. Von den streifenden Arbeitern der Flink'schen und suchte seine inzwischen wieder aus der Haft entlassene Frau Tapeten haben durch neue ersetzt werden müssen. Daß der An- Eisengießerei haben nach Beendigung des Streits nur zu einer gemeinschaftlichen Flucht zu überreden, was jedoch von geklagte der Thäter gewesen, fonnte trotz seines Leugnens nicht 21 am Sonnabend, 19. Juni, die Arbeit wieder aufnehmen Frau H. abgelehnt wurde. Gin Angestellter der geschädigten zweifelhaft sein. Der Staatsanwalt hielt bei der Bösartigkeit tönnen, weil bie Bläge durch verschiedene Streitbrecher besetzt Firma, August Burg, welcher von dem Aufenthalt des Defran der Handlungsweise eine Geldstrafe auch nicht für ausreichend, sind und infolge ber 14tägigen Aussperrung manche Bestellung danten in feiner Wohnung erfahren hatte, begab fich fofort nach er legte deshalb gegen das schöffengerichtliche Erkenntniß Berufung zurückging! Es sind deshalb noch immer 11 Former, 3 Stern dem La!. Polizeipräsidium, um sich die Hilfe der Kriminalbehörde ein und beantragte im gestrigen Termine vor der zweiten Justang macher, 8 Schloffer und 8 Gußputer zu unterſtügen. Wir bitten zu erbitten, jedoch fonnte seinem Ansuchen, die sofortige Auf eine Woche Gefängniß. Der Gerichtshof bestätigte indessen das den Zuzug streng fernzuhalten, damit der Sieg auch vollständig nahme der Verfolgung des Flüchtigen, nicht stattgegeben werden, erste Urtheil. weil zur Zeit fein Kommissar in Präsidium anwesend war. Im Auftrage der Rommission: Leichtsinniges Umgehen mit dem Beugeneibe hat für eine Durch Abstürzen von den Sommerwagen der Großen gestern vor der zweiten Straftammer hiesigen Landgerichts I. Alle Sendungen find zu richten an Jakob UIImer, Kleine Berliner Pferde Eisenbahn sind in den letzten Tagen drei vernommene Beugin böse Folgen gehabt. In einem Ruppelei Waldstadtstraße 20. Schaffner zum Theil sehr erheblich verlegt worden. So verun- prozesse wurde eine unverebelichte Schwelafeger vernommen und Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten giücfte am Donnerstag voriger Woche ein Schaffner der Ringbahn- gab eine der angeklagten Rupplerin günftige Aussage unter ihrem linic, als er beim Kassiren das Laufbrett des Wagens entlang- Eide ab. Als der Gerichtshof aus dem Berathungszimmer zurück- In Mannheim batte die Firma Merle u. Harts schritt, in der Friedenstraße durch Absturz und erlitt anscheinend tehrte, um das Urtheil zu verkünden, trat die Beugin noch ein mann etwa 1%, Eugens Arbeiter fündigungslos ent innere Verlegungen. Am Freitag wurde ein Schaffner derfelben mal vor und erklärte, daß fie die unwahrheit mit ihrem Eide lassen. Die Acheuer wandten fidh an das Gewerbegericht und Linie, an der Brandenburgstraße, wie bereits furz erwähnt, durch bekräftigt habe. Der Gerichtshof hielt hiernach die Beugin des diefes verurtheilte tie Firma zur Zahlung eines vollen Wochen den Sturm vom Trittbrett des Sommerwagens herabgerissen, wissentlichen Meineides für dringend verdächtig, mit der Ein- lohnes an jeden der Entlassenen. der unser wird! A. AuII. Der Streft der Flößer in Bromberg foll, wie die freilich wird es trotz der Schußmarte folche Geschäfte meiden, Breslauer Volkswacht" mittheilt, durch ein Kompromiß be- jebenfalls läßt es sich durch dieselbe nicht hindern, dann dort zu endet sein. taufen, wo ihm Gutes preiswerth geboten wird. Redaktion des Borwärts"." In Elberfeld haben 11 Brauer der Brauerei Bidüler die Arbeit niedergelegt, weil zwei Kollegen wegen ihrer Thätigkeit für den Brauerverband entlassen worden waren. In Frankfurt a. M. ftreifen die meisten Brauer der Brauerei Jung, weil die Firma sich weigert, dieselben Gehilfenforderungen zu bewilligen, welche andere dortige Brauereien bereits bewilligt haben. Ferner haben sämmtliche Brauer und Arbeiter der Brauerei Effighaus die Arbeit niebergelegt, weil die von ihnen vorgelegte Arbeitsordnung nicht bewilligt wurde. Es wird um Fernhaltung des Zuzugs ersucht. In Gaffen find die Former, wie ein neuerdings ein gegangener Bericht besagt, trotz der Lohnreduzirungen von 15 bis 20 pet. nicht in den Ausstand getreten, weil sie bei der großen Bahl der nichtorganisirten und arbeitslosen Kollegen auf einen günstigen Ausgang des Kampfes nicht rechnen konnten. Trotzdem ersuchen die Genoffen in Gaffen den Zuzug von Formern fern zuhalten, um ihnen den Widerstand gegen weitere Verschlechterung ihrer Lebenshaltung nicht zu erschweren. Versammlungen. in der Proving die Agitation eine sehr schwierige war. Im Ganzen ift vom 1. Juli 1891 bis 25. Juni 1892 704 Personen der verschiedenen Branchen Arbeit nachgewiefen worden. Als ein besonderer Vortheil der in Rebe stehenden Einrichtungen wurden die Erfolge geschildert, welche in Bezug auf§ 120 a der Gewerbe- Ordnung, betreffend die Beschaffenheit der Werkstätten 2c., erzielt worden find. Der Gewerberath Herr Stülpnagel habe sich den Be schwerden der Agitationsfommission gegenüber sehr entgegentommend gezeigt, und so seien bereits in mehreren Fällen un gefunde Werkstätten durch die Behörde geschlossen worden. Auch Arbeiter- Bildungsschule. In der Versammlung, welche habe eine in diesem Sinne abgefaßte Beitungsnotiz, welche die und Unternehmer vor den Nachstellungen am 20. d. M., Rosenthalerstr. 88, abgehalten wurde, hielt Herr Schneidermeister Dr. Binn den fünften Zyklusvortrag aus den Hauptepochen der Agitationstommiffion warnte, fehr günstig gewirkt, so mit dem bisher Erreichten immerhin zufrieden der Geschichte. Der Vortragende konnte diesmal über Muhamed daß man und seine Lehre sprechen, da das Material der Byllus- Bor- fein könne. In der Diskussion bemängelten die Herren Wiese träge bis dahin schon behandelt worden ist. Mit der Ge- mann und Kuhlick die Organisation. Die Herren Schmidt, fchichte des Mittelalters gedenkt der Vortragende ungefähr Schwarz, Hentschel, Täterow und Timm traten Mitte Juli abzuschließen. Nach dem Vortrage, welchem ihnen in gebührender Weise entgegen. Der vorgerückten Zeit wohlverdienter Beifall folgte, wurden eine Anzahl eingelaufener wegen mußte die Erledigung der übrigen Punkte der TagesFragen vom Referenten zur Aufklärung der Fragesteller beant- ordnung( Kaffenbericht und Wahl je eines Mitgliedes zur Agiwortet. Wie immer so auch diesmal war das Interesse der Ver- tationstommiffion und Berliner Streit- Kontrollkommission) bis zu fammlung am Vortrage ein reges. einer nächsten Versammlung vertagt werden. Die außeroadertliche Mitgliederversammlung der Eine öffentliche Bädergefellen- Versammlung ver Zentral Kranten- und Sterbefasse der Tischler handelte gestern Nachmittag in Joel's Salon über die Zustände Die Arbeiter der Torfftren- Fabrik von Gebrüder u. a. gewerblicher Arbeiter Zahlstelle Weißenfee, in der Genoffenschaftsbäckerei. Die Versammlung war von zirka Meyer u. Komp. in Mo3lesfehn haben, wie die Bremer welche am 23. Juni stattfand, faßte nach eingehender Debatte 600 Personen besucht, von denen die meisten Bäckergesellen waren. Bürgerzeitung" berichtet, zum größten Theil die Arbeit wieder über die Beschlüsse der XII. Generalversammlung einstimmig Die Verhandlungen verliefen theilweise sehr stürmisch und aufgenommen, die Arbeitsordnung jedoch nicht unterschrieben. folgende Resolution: endeten erst gegen 9 Uhr Abends mit der Annahme einer Behuss Agitation begaben sich neulich Sonntags brei Olden Resolution, wonach der Aufsichtsrath der Genossenschaftsbäckerei burger Parteigenoffen nach den Kolonien am Hunte- Ems- Kanal, ersucht wird, bei Anstellung von Bäckergesellen nur diejenigen woselbst fie Zeitungen 2c. verbreiteten. Die Verhältnisse in diesen zu berücksichtigen, welche dem Verbande der Bäckergesellen anDistrikten find theilweise jammervoll und die Leute nicht im gehören und von diesem empfohlen werden. Stande, sich Zeitungen zu halten, was dem Unternehmerthum natürlich nur angenehm ist, da die Aufklärung unter solchen Verhältnissen schwer sich Bahn bricht. Die Oldenburger wollen daher jetzt regelmäßig Agitationstouren nach jenen Distritten unternehmen und daselbst ge lesene Literatur verbreiten. In Nürnberg steht in der Red'schen Fabrik ein Streit der Former in Aussicht, weil Akkordarbeit eingeführt werden foll. Die dortige Kommission der Former ersucht deshalb um Fernhaltung des Zuzugs. Der Schneiderstreit in St. Gallen dauert fort. Im Anfang betrug die Zahl der Ausständigen 80, jetzt aber nur noch 40. Die Unverheiratheten sind abgereist; die noch Ausständigen find meist verheirathet. Die Aufstellung einer Statistik über die Wohnungsverhältnisse der Fabrik und gewerblichen Ar beiter haben die Stadtverordneten von Worms beschlossen. Es soll festgestellt werden, wie viel Flächen- und Kubikraum auf jedes Zimmer, auf jede Wohnung, wie viel auf den Kopf der Bevölkerung nach dem Alter von 10 bis 14, von 14 und mehr Jahren fommen u. s. w. würde. " Die Versammlung protestirt gegen den Beschluß der General versammlung, die Prinzipienfrage betreffend, ob die Kaffe als bem§ 75 des Gefezes genügend bestehen bleiben foll", indem fie der Ansicht ist, daß bei Abstimmung über eine Frage von so weitgehender Bedeutung das Verhältniß von 39 gegen 38 Stimmen als Stimmengleichheit zu betrachten ist und maßgebende Majorität gelten kann. Die Versammlung ist ferner der Ansicht, daß über die Prinzipienfrage eine Abstimmung sämmtlicher Mitglieder hätte herbeigeführt werden müssen, da die Generalversammlung über diese Frage bei der Stimmengleichheit sich nicht zu einigen ver mochte; um so mehr als bereits vor Zusammentritt berselben von den verschiedensten Seiten und mit vollem Rechte eine solche gefordert wurde. Des gleichen giebt die Versammlung ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß sich auf der Generalversammlung nicht Männer fanden, welche gegen einen derartigen Abstimmungs- Modus Protest erhoben. Die versammelten Mitglieder der Bahlstelle Weißenfee fordern nunmehr alle prinzipiellen Mitglieder der Kasse auf, sich diesem Brotest anzuschließen und beim Vorstand eine außerordentliche Generalversammlung nach Maßgabe des§ 26 Abs. 2 des Statuts zu beantragen." Rigdorf. Die Freie Vereinigung der Bauund gewerblichen Hilfsarbeiter von Rigdorf und Umgegend beschloß in ihrer letzten Monatsversammlung, das Stiftungsfest am Sonnabend, den 9. Juli 1892, in Hoffmann's Salon, Bergstr. 183, zu feiern. ben 29. Junt, Abends 8% uhr, Sizung mit Damen im Vereinslokal ArminSallen, Kommandantenſtr. 20. gandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: SüdSchule, Sagelsbergerfir. 43: Unterricht in Geschichte( neu); Süd- Ostschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( oberes), Dft= culé, Martusfir, 81: Unterricht in Deutsch( mittel); Nord- Schule, Müllerstraße 179 a: Unterricht in Deutsch( oberes); Rechnen. Doberstein. - и Theater Verein Vergnügungsverein Rauchflub Theater- und Vergnügungs1 schriften find zu richten an War Geng, Berlin N, Belforterstr. 26, 1 Tr.) Mittwoch: Berein Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 35a. und Bergnügungsverein Bultania, bet Täger, Gartenstr. 13/14. Kreuzfibel, bet Gumlich, Reichenbergerfir. 149. Nord bei Schupte, Schul- und Reinickendorferstraßen- Ecte. Sellblau bet Fitd, Simonftr. 23. berein Durch Nacht zum zicht, bet Jubeil, Naunynftr. 36. Sumoristischer Berein Bipifar, bet ströfche, Fichtestraße Nr. 29. klub u ftige Brüber, bet Lucwald, Wianteuffelstr. 46. Touristentlub Nachtfalter, bet Burmann, Frankfurter Allee 56 Buschelgrün, bet Fürstenau, Reichenberger- und Manteuffelstraßen( Sigung nach dem 15. feden Monats). Rauchtlub Eiferne Pfeife, bet Soffmann, Triftstraße 1.- Theater- und Artistenklub Jugendfraft 2 Arbeiter- Tambourverein Bor= bet Werner, einftr. 2.( Uebungsstube.) wärts bei tober, Hermann- und Wanzlichstraßen- Ecke( Nixdorf.) TheaterGeselliger Berein limbim, bet Bredlow, Bülowstr. 65. Ecte. PollackStatklub In allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Vereinte raft, Abend Johann Jacoby, bet Otto 8% Uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Thierbach, Schwebterstr. 44. Seine, jeben Mittwoch vor dem 1. und 15. jeben Monats, Abends 8 Uhr, bei Bechlin, Hornstr. 9. Gesund - Gletch= brunnen, abends 8% Uhr, bei Saferland, Bellermannftr. 87. heit, Abends 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstr. 7. Emanzipation, Abends 8 Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenstr. 6. Seine, Nixdorf, Nord, Abends 8% Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Herrmannstraßen- Ecke. Die Zahlstelle Berlin des Unterstügungsvereine jeden Mittwoch 8% Uhr, bei Bernh. Raabe, Ruppiner- und SchönholzerstraßenDeutscher Tabakarbeiter hielt am 22. Juni eine gut besuchte scte.-Otto Reimer jeben Mittwoch bei A. Brosch, WilhelmshavnerVersammlung ab, um den Bericht ihrer Delegirten über die Straße 23. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen Man schreibt uns:„ In Nummer 147 des„ Borwärts" be- Halberstädter Generalversammlung entgegen zu nehmen. Kollege im Bereinstatender sind zu richten an Friedrich tortum, Manteuffelstr. 70. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. Uebungsfindet sich ein Aufruf vom Vorstand des Unterstügungsvereins örner gab zunächst an der Hand des Geschäftsberichts eine Liedesfreiheit, Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser= beutscher Zabalarbeiter, über die Einführung der Schuhmarte in Uebersicht über den Stand des Vereins, woraus hervorging, daß fiunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Straße 22-23, Böhow's Braueret. Hilaritas, Hochstraße 32 a, bet der Tabakindustrie. Die Redaktion des Vorwärts" giebt am die ungünstige wirthschaftliche Lage nicht ohne Einfluß auf die Blumenstraße 38, bei Sente. Echo1 Deutsche Eiche, Blumenstraße 46, bet Went. Schlusse dieses Aufrufs ihre Ansicht fund, welche uns veranlaßt, Entwickelung des Vereins geblieben ist. Die Mitgliederzahl fant wilte. Berche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beithierzu Stellung zu nehmen. Auf die erste Bemerkung der von 18 400 im Jahre 1890 auf 14 000 gegenwärtig. Nicht un- Bantow, Schulzesir. 27. Gesangverein der Steinmeyen, Johannisstr. 20, bei Müller. Männer- Gesangverein der Kürschner, D. B. D. Br. Berlin, Neue Redaktion des Vorwärts" diene zur Antwort, daß den Befür- wesentlich wird die Ausbreitung des Vereins erschwert durch die seis Steinnette, Röslinerstraße 17, bet wortern der Schußmarte es niemals eingefallen ist, diese als noch immer vorkommenden Anklagen, sei es, daß man den Friedrichstraße 44, bet Stöllig. Lyra 1, Raupachstraße 6, bei Stachel. Euphonia, bei einen Ausfluß der sozialdemokratischen Parteithätigkeit dar- Verein zu einer Versicherungsanstalt stempeln oder anderer- endt. ihn für einen politischen Verein erklären will. Sermann, Elifabethstr. 30.- and in Sand 1, Mariannenfir. 31-32, bet Schneeglöd chen 1, Rottbuser Damm 39, bet Jacob. zustellen. Wir betrachten sie nur als ein rein gewerkschaftliches feits auch bei allen Anklagen in letter Instanz Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommuitation 16, bet Rampfmittel. Die weiteren Auslaffungen der Red. d. Borwärts" Wenn Unverbroffen, Abends 8% Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. Rütli, übergehen wir und wenden uns zu den Ausstellungen, welche die ein freisprechendes Urtheil gefällt wurde, so ist doch durch die Glaser. - Flöter'scher Gesangverein, Stoppenstraße 43c, bet Lorenz. Redaktion zu§ 1 gemacht hat. Betreffs des ersten Theils des Kosten dieser Prozesse, die in den wenigsten Fällen zurückerstattet Friedenau im Kurhaus.-Borwärts 5, Friedrichshagen, Nunbtheil, bei Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierstr. 38, bet Gee§ 1 hätten wir zu bemerken, daß laut Statut aus dem Verein Jene wurden, die Kaffe start beeinträchtigt worden. Zu der eigent- erche. Lorbeertranz, Barnimsir. 16, bei Heindorf. Südost 1, ausgeschloffen werden, welche denfelben in betrügerischer Weise lichen Thätigkeit der Generalversammlung übergehend, hob felbt. Soffnung, Friedrichsberg, Friedrich starlstraße 84, bet Schulze. Bothe Nette, Schöneberg, Golzoder als Streitbrecher geschädigt haben. Ferner bitten wir die Redner hervor, daß die Zahl der gestellten Anträge diesmal eine Röpniderftr. 191, Restaurant. bet Siegeler. Freiheit, Moabit, Kronenbrauerei, R. d.„ V." um Aufklärung, welche Arbeiter unserer Organisation überaus große gewesen sei; von derselben habe der seitens der Straße 43, 47-49. Steinfeger Sängerchor, Kastanienaus irgend welchen Gründen wirklich nicht angehören fönnen", Berliner Mitglieder auf Einführung einer Arbeiter- Schuhmarke Alt- Moabit Allee 28 bet Maiwald. Offenbacher Gängerfranz, Drantenba beispielsweise Arbeitslose und Krante von der Zahlung der gestellte Antrag auf der Generalversammlung das regfte Intereffe raße 158, Böge. Gefangverein der Kupferschmiede, WeinVergißmeinnicht, Schulstraße 29, im WeddingBeiträge fuspendirt sind. Betreffs des zweiten Theils des ans für sich gehabt. Mit besonderer Genugthung fouftatire er, daß fraße 11 bet geinb. Brandenburger Männer Gesangverein in Branden gefochtenen Paragraphen, müssen wir unter allen Umständen be- die vorher so leidenschaftlich gewefene Polemit im Gewerk- Kasino. Mannesmuth, Mauerstraße 3, bet burg, Mengert's Boltsgarten. und jetzt einer ruhigen sachlichen Diskussion Arbeiter= Concordia", Gitschinerstr. 92, bei A. Royl. Ramm. tonen, daß wir nicht zugeben fönnen, wenn nicht das ganze schafter" jezt einer Der Berliner Antrag sei schließlich Gefangverein Brig", Briß, Werderstraße bei Schöneberg. System der Schuhmarke illusorisch gemacht werden soll, dem Plaz gemacht habe. " Deutscher Männersang", Belforterstr. 15, bei Schneider. Fabrikanten und Händler zu gestatten, Waaren ohne Schuhmarke mit 34 gegen 13 Stimmen angenommen worden und die Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8u zu führen, wodurch dem Schwindel Thor und Thür geöffnet Generalversammlung habe zur Durchführung dieses Beschlusses Im Besonderen würde es sich empfehlen, daß die das bekannte Reglement festgesetzt( siehe Nummer 147 des VorR. d." B." den Kampf in dieser Sache der Gewerkschaft allein wärts"). Der zweite Delegirte, Kollege Stahl, hob hervor, daß es nicht möglich war, die Bedingungen für Einführung der überläßt. Die Bevollmächtigten der 3ahlstelle Berlina. Schutzmarke nur nach den Wünschen der Berliner Kollegen zu Wir haben zu dieser Erwiderung zu bemerken: Wenn ein formuliren, und gab sich der Hoffnung hin, daß alle von wirt licher Solidarität durchdrungenen Arbeiter nunmehr das Ihrige Zabafarbeiter wegen Kassenfchädigung oder wegen Streifbruchs aus der Gewerkschaft ausgeschlossen worden ist, so hat man noch keinerlei um Erfolg dieser Maßregel beitragen würden. In der lebhaften Recht, ihn aus dem Berufe zu stoßen, wie es die Konsequenz Debatte, die sich bis nach Mitternacht ausdehnte, stimmten in der Schutzmarken- Angelegenheit einige Redner der Generalversamm der Bestimmung ist, wonach die Kontrollmarke nur jenen Fabri- lung völlig zu, während andere ihren Unwillen darüber kund fanten gegeben wird, welche lediglich Mitglieder der Organisation gaben, daß nicht einmal das von ihnen gewünschte Uebergangsbeschäftigen. Schließt man solche Leute aus, so wird man wahr- stadium geschaffen worden sei, wodurch auf eine bestimmte Zeit scheinlich auch in der Mehrzahl der Fälle solche Kollegen, welche hinaus der jo hart um sein Brot kämpfende Tabatarbeiter schwer fich Betrügereien oder Streifbruch zu schulden kommen ließen, geschädigt wäre. Der vorgerückten Zeit halber mußte die Debatte nicht als Mitglieder aufnehmen. Damit ist u. A. die Frage abgebrochen werden und man beschloß, in der demnächst statt beantwortet, aus welchem Grunde jemand der Organisation findenden Versammlung des Weiteren darüber zu berathen, wie wirklich nicht angehören könne. Was die Bestimmung anbelangt, eine wirksame Agitation in Bezug auf die Kontroll- Schuhmarke daß die Fabrikanten keine anderen Waaren führen dürfen, als die mit ins Leben gerufen werden kann. Kontrollmarken versehenen, so meinen die Berliner Bevoll mächtigten, daß fie darauf nicht verzichten könnten. Nun, wenn In der am 25. Juni stattgehabten man das nicht fann, was wir übrigens bezweifeln, so ist eben Generalversammlung des Arbeiter Bildungsverein 3 Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bet Der Konsument benachtheiligt, und der hat auch ein Recht zu für Friedrichshagen und Umgegend erstattete der Reeck, Lothringerstr. 94. Theaterverein Bultania Abends 9 Uhr bet verlangen, daß auf ihn Rücksicht genommen wird. Den naiven Vorsitzende Bericht über die Thätigkeit des Vereins im letzten Zäger, Gartenstr. 13/14. Rath der Bevollmächtigten, wir follten den Kampf betreffs der halben Jahre. Während desselben sind fünf Versammlungen ab- Geselliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Grünftraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener Schuhmarke den Gewerkschaften allein überlassen, müssen wir gehalten worden, in welchen theilweise politische und geschichtliche Garten, Dresdenerfiraße 45. Kreuafidet, bet Gumitch, Reichenbergerhöflich aber bestimmt deshalb zurückweisen, weil es bei der Durch Vorträge gehalten wurden. Der am 13. Februar abgehaltene straße 149. TouristenFidele Brüder, bet H. Mrose, Lachmannstr. 5.führung gewerkschaftlicher Forderungen, zu welchen die ganze Maskenball war gut besucht und ist zu Aller Zufriedenheit aus verein Fret Beg", Abend 9 Uhr bei Reez, Michaelstirchstr. 39. Rauchtlub Ro o chloch, Abends 9 Uhr, bei tierstein, Admiralstr. 33. Die Maifeier wurde in diesem Jahre der Agitation Rauchflub& affalle, Abends, bet Lock, Friedrichsbergerfir. 11. Arbeiterschaft herangezogen wird, selbstverständlich Pflicht gefallen. Rauchtlub der sozialdemokratischen Presse ist, auf mangelhafte Dispositionen wegen nicht im Orte, sondern außerhalb und zwar in Wolters- Rothe Mette, bei Steuer, Weinstr. 22.- Humoristischer Rauch= aufmerksam zu machen. Wir wissen, so gut wie die Herren dorfer Schleuse gefeiert. Der Kassenbericht ergab folgen- tub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerfir. 42. Rauch flub SansRauchflub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr, bet Einsender jener Erklärung, daß die Gewerkschaften von ihrem Stand des: Einnahme: 103,61 M.; die Ausgabe 64,65 M.; Be- fouci, Boechstraße 51.Späth, Weinfir. 28. Rauchtlub Grüne Qua ste, Abends 9 Uhr, bet punkte aus logischerweise zu der Zwangsdoktrin kommen, zumal ftand 38,96 M. er Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Bultan, Abends 9 Uhr bei In den Vorstand wurden folgende Genossen gewählt: Ahmer Gräfeftr. 82. Rauchklub Goldene Quaste", Abends 9 Uhr wenn sie sich als Selbstzweck und nicht als das, was sie sind, theilt. als Mittel zum Zweck betrachten, aber diese Logik der Gewerf 1. Vorsitzender Hermann Sonnenburg, 2. Vorsitzender Karl bei Muß, Joftyfir. 8. Rauchflub gut gefinnter Freunde, Abends schaften steht mit den Interessen der Allgemeinheit im 28ider- stöbler, 1. Kassirer Max Wartmann, 2. Kassirer Otto Waffer- und Inselstraßen- Ecke beim Restaurateur Sperling Abends 9 Uhr. spruch. Warum giebt man nicht die Kontrollmarke ohne Ein- oct, 1. Schriftführer Karl Knappe, 2. Schriftführer Wilhelm Rauch flub Borwärts ED.", jeden Mittwoch Waldemarstr. 74 bet George. schränkung allen jenen Fabrikanten, welche ihre Tabakarbeiter in Duhr, Beisiger: Karl Maiwald, Reinhold Krüger, Bühnenverband Othello, Abends Uhr, Restaurant. Lothringer der vorgeschriebenen Weise ordentlich bezahlen und gut behandeln, Hermann Schend. Sur Verstärkung der Bibliothet wurden ftraße 101. wie das zu fordern die Gewerkschaften voll berechtigt find To M. bewilligt. Hierauf wurde beschlossen, das zweijährige Wenn das der Fabrifant thut, aber seiner Kunden wegen irgend Stiftungsfest zu feiern, und man wählte als Komitee hierzu die Ge eine Sorte Waaren führen muß, trotzdem deren Hersteller sich nossen Wartmann, Bock, Gecke, Benat, Knappe, König, Rose. Ein die vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen noch nicht verschafft Antrag, die Diskutirs und Leseabende wieder einzuführen, wurde haben, warum soll jener Fabrikant, der das in der Regel angenommen. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dem schwerlich ändern tönnen wird, die Schutzmarke nicht Wunsche, daß der Verein in Zukunft immer mehr zunehmen und bekommen, obwohl er sich seinem Personal gegenüber nichts ein jedes Mitglied für denselben agitiren möge. zu schulden kommen läßt?- Unferer persönlichen Ansicht nach wird die Schuh In einer öffentlichen Versammlung der Schneider und und wir sprechen nur für uns selbst marte weit eher ein wirkliches Hilfsmittel im wirthschaftlichen Schneiderinnen am 27. Juni erstattete Herr Timm den JahresRampfe werden, wenn man sich der überflüssigen und schädlichen bericht über das Arbeitsnachweis und Auskunftsbureau. Redner industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen vom Zwangsbestimmungen entschlägt, unter deren unfreundlichen ist nach den hier gemachten Erfahrungen zu der Ueberzeugung 24. d. M. wird gesagt, daß ich mich der Vereinigung der Freien VerAufpizien jetzt die Schuhmarte eingeführt wird. Man gebe bie gekommen, daß in Anbetracht ber hier herrschenden Arbeits bes Fachvereins der Buchbinder und Schußmarte schlechtweg jedem Fabrikanten, der nachweislich vermittlungs Verhältnisse, insbesondere bezüglich der Mäntel einigung deswegen entgegenftellte, weil ich wüßte, was Löhne, Arbeitszeit und gebührliche Behandlung der Arbeiter wie näherinnen und der Damenkonfektion, wo die Hausindustrie vor- wir haben, und nicht, was wir bekämen. Das ist nicht richtig. vorgeschrieben einhält und mache die Namen diefer Fabritanten wiegend ist, ein Arbeitsnachweis als verfehlt betrachtet werden Ich bin für Alles, was einer Erneuerung refp. Befferung der gewerkgenügend bekannt. Das Publikum wird diese Geschäfte un- fann, da er die Kosten der Einrichtung nicht deckt. Besser be- schaftlichen Bewegung entspricht, vollständig eingenommen. Hier zweifelhaft in erster Linie berücksichtigen, sofern es in denselben währt habe sich das Auskunftsbureau in Sachen des Rechts- in diesem Falle aber, und das habe ich in der letzten Versammgute Waare au angemessenen Preisen bekommt; ist dies letztere schußzes und der Invalidenversicherung. Eine Statistit fonnte im lung deutlich genug gefagt, haben wir mit einer Erneuerung nicht der Fall, erhält es für schweres Geld schlechte Waare, dann vorigen Jahre leider noch nicht vorgenommen werden, da besonders I nichts zu thun, sondern mit einer Erweiterung. Ich sehe es Friedrichshagen. % = Dem Raffirer wurde Decharge verein Proletariat bei Rühn, Naunynstr. 38. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gefangverein nospe, Abends 9 Uhr, tm Restaurant Wahlstatt, Belle- Allianceftraße. Mufitverein Borwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Große FrantfurterRestaurant Kayser, Stalizerſtr. 22. straße 99, 1 Tr. Männer- Gefangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuff elfir. 9. Kraftfurnverein Jugendtraft, jeben Mittwoch und Sonnabend 9-11 Uhr Abends bet Lade, Beughofstr. 8. Turnverein Gesund= brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends in der Zurnhalle, Freienwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, Abends& Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstr. 78a. 8 Uhr bei Neumann, Höchftestr. 28. Rauchklub Schmotes Werte, Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, bem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. In einem Berichte der Versammlung der in der Papier nicht ein, baß sich zwei Bereine auflösen, um ganz baffelbe wieder mitgehen. Auch bort sagt man ihm nicht, weshalb er fiftirt| geftatten, baß er fich auf einen Augenblid nach dem Höfe zu gründen, was der eine berselben ist. Ich bin dafür, daß der worden; obwohl er fich über seine Persönlichkeit auszuweisen begäbe, was ihm auch schließlich erlaubt wurde. Kurze Zeit Verein, der sich am praktischsten bewährt hat, anerkannt wird, vermag, und tro feines energifchen Broteftes und des Ver- darauf fehrte er fofort zurück und ersuchte mit ruhiger Miene und sich der Andere dem Ersteren anzuschließen hat. Ob nun langens, mindestens vor den Polizeidirektor geführt zu werden, den Polizeikommissar, sofort einen Priester herbeirufen zu laffen, diefer oder jener Verein schon längere oder fürzere Beit wird er ohne Weiteres eingesperrt und dort von früh 9 bis er hätte fich foeben mit Strychnin vergiftet und wollte vor seinem besteht, hat nach meiner Meinung mit der Bewegung nichts Abends 6 Uhr festgehalten. Dann wird er wieder entlassen, ohne Tode noch die Beichte ablegen. Anfangs glaubte man, der Gezu thun. Hoffentlich bin ich jest verstanden worden, und daß er ein Verhör bestanden oder auch nur den geringsten Auf- fangene scherze nur, als er aber blaß wurde und zu wanken bewerde diese meine Ansicht auch weiter zu vertheidigen wiffen. schluß über den Grund zu seiner Verhaftung erhalten hätte. Der gann, wurden in aller Gile ein Priester und ein Arzt zur Stelle Nebenbei will ich bemerken, daß Kollege Meier nicht gegen mich, also Behandelte vermag fich durchaus nicht zu erklären, wie er geholt. Seinen letzten Wunsch vermochte dem Unglücklichen der sondern für mich eingetreten ist. zu diesem etwas eigenthümlichen Vergnügen gekommen." Priester zu erfüllen, dagegen erwies sich jede ärztliche Hilfe als M. Treu, Große Frankfurterstr. 59. Literarisches. In Chemnih wurde am Montag Nachmittag an der erfolglos. Bald nach Ankunft des Arztes verstarb der Verhaftete vierzigjährigen Wittwe Walther von ihrem früheren Logismann unter entsetzlichen Qualen. Wie man annimmt, hatte sich das Schlögel aus Böhmen ein Raubmordversuch verübt. Die Wittwe Gift in einer Pille befunden, die sich erst nach einiger Zeit im wurde hierbei am Kopf mittelst eines Hammers sehr schwer ver- Magen auflöfte und es somit dem Selbstmörder ermöglichte, fast letzt. Der Raubmörder ist in Haft. noch eine halbe Stunde zu leben, ehe die schließliche Wirkung eintrat. In Lügel- Koblenz brannten die großen Holzschuppen der Firma Douqué und Aldenhoven, sowie die benachbarte Schneidemühle von Erlemann und das Kohlenlager von Mohr nieder. Der Schaden beträgt mindestens 84 000 M. Es liegt wieder Brandstiftung vor. Seit einigen Monaten ist dies der zwölfte Brand in Lüzel- Koblenz. Hinrichtung. Der vom hiesigen und Magdeburger Schwurs Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schönlant. 80, 64 Geiten. Preis geb. 10 Pf. Berlin 1892. Verlag des Vorwärts", Berliner Volksblatt. In diefer Schrift wird vom Genossen Kautsky der erste Theil des Erfurter Programms, die Prinzipienerklärung, erläutert. In gericht zum Tode verartheilte Arbeiter Hoffmann aus Wilkau Petersburg, 28. Juni. Nach hier eingegangenen, den Zeitden Kapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Kapitalist und bei Glogau ist am Dienstag früh in Posen durch den Scharf- raum vom 6. bis 10. d. Mts. umfassenden Nachrichten find in Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung richter Reindel hingerichtet worden. Hoffmann hatte im Juli Dzisat( Turkestan) in den Hofpitälern 130 Personen an der des Proletariats, der Sozialismus find die sozialdemokratischen 1890 im benachbarten Dorfe Wilda den elfjährigen Sohn des Cholera gestorben, auch in Raahka( Transkaspien) nimmt die Grundfäße populär- wissenschaftlich niedergelegt. Im zweiten Schriftsetzers Berner und im August 1890 in der Nähe von Epidemie größeren Umfang an. In Schucha wurde bei drei aus Hauptabschnitt bespricht Genoffe Schönlant jene Programm- Magdeburg den vierzehnjährigen Maurerfohn Neubauer ermordet Batu eingetroffenen Personen am 13. d. M. eine leichte Form forderungen, die von dem flaffenbewußten Proletariat als Mittel und die Leichen auf scheußliche Weise verstümmelt. der Cholera konstatirt. In Baku wurden am 14. d. Mis. in aufgefaßt werden, um das schließliche Biel, die sozialistischEine Soldatenmißhandlung meldet die, Thüringer Tribüne" das Cholerahospital 35 Personen neu aufgenommen. Von der organifirte Gesellschaft, zu erreichen. Alle Parteigenoffen, die für aus Erfurt. In der Kaserne am Petersberg ist der von Falken gesammten Anzahl der Kranten find 2 genesen und 18 gestorben. unsere Bestrebungen thätig fein wollen, sollten sich den Maffen- gebürtige Soldat Hun stod der 5. Kompagnie des 71. Regiments 84 Personen liegen noch an der Cholera darnieder. vertrieb dieser Broschüre besonders angelegen sein lassen, da durch vom Unteroffizier Franke mit der Fauft derart an den Kopf und diese Schrift die Möglichkeit noch leichter gegeben ist, Anhänger ins Gesicht geschlagen und dann mit dem Kopf an die Wand gefür unsere Sache zu gewinnen. Der Preis ist so niedrig gestellt, stoßen worden, daß er schwer frant dem Lazareth übergeben daß sich ausnahmslos Jeder das Schriftchen anschaffen kann. werden mußte. Hunstock ist der einzige Sohn einer armen franten litten. Wittwe und bei seinen Kameraden wie auch Vorgesetzten gut geChicago und die Columbische Wettausstellung 1893. Berlin, Walther und Apolant. 1. Auf der Eisenbahn verunglückt. Am Montag Abend Die beschreibende Darstellung der Stadt, ihres Verkehrs, fuhr, wie das Berliner Tageblatt" berichtet, der Leipziger Kofferihrer Industrie, ihrer Gebäude und namentlich der Gebäude und fabrikant Paul Krentel in einem Roupee mit dem Lithographen der Anordnung der Ausstellung erzeugt ebenso interessante wie Tamm von Magdeburg nach Leipzig zurück. Der Schaffner fand ftaunenswerthe Eindrücke. Von der Bevölkerung( ca. 11/4 Millionen) in Röthen Alles in Ordnung, in Niemburg jedoch die Koupeethür ift beinahe ein Drittel( 384 958) in Deutschland geboren; fast alle offen, Tamm schlief, Krenkel fehlte. Von Halle aus wurde sofort zivilifirte Nationen find vertreten. Schon darum ist der Ort am der Vorfall gemeldet und die Strecke abgesucht, wobei man geeignetsten zu einer möglichst innigen und kulturfördernden Be- Krenkel vollständig verstümmelt auffand. rührung zwischen den Völkern, besonders zwischen Amerikanern und Deutschen. Die Beschreibung der einzelnen Hallen und Gebäude, aus der wir Einzelnes mitzutheilen uns aus räumlichen Mücksichten verfagen müssen, ruft die Ueberzeugung hervor, daß hier mit einem erstaunlich praktischen Verständniß Dispositionen getroffen worden sind, wie sonst nirgendwo in der Welt vorher. Wer die Ausstellung besuchen will, kann das mit Zustimmung des Reichskommissars herausgegebene Büchlein, das 95 Seiten umfaßt und zahlreiche Abbildungen enthält, nicht entbehren, und auch jedem Andern, der Interesse an der Ausstellung nimmt, wird es willkommen sein. L. Vermischkes. Eingestellter Prozeß. Die gegen den Begründer des Zeitungsmuseums, Herrn D. v. Fordenbed in Aachen, eingeleitete Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung ist( eingestellt worden. Wie man sich erinnert, hatte die Sache feine weitere Unterlage, als daß in dem Zeitungsmuseum unter den anderen Blättern auch ein amerikanisches Preßerzeugniß ausgelegen hatte, das die angebliche Majestätsbeleidigung enthielt. Ein Leser lohnte die Gastfreundschaft des unentgeltlich zugänglichen Museums mit der Anzeige beim Staatsanwalt. " London, 28. Juni. Das„ Reuter'sche Bureau" veröffentlicht eine Meldung der in Allahabad erscheinenden Beitung Bioner", nach welcher der Emir von Afghanistan in den jüngsten Gefechten mit den aufständischen Hazaras 1500 Zodte und Ver roundete verloren haben soll. ( Depeschen des Bureau Herold.) nach dreitägiger Verhandlung den Proviantamts- Rendanten Gleis Justerburg, 28. Juni. Das Schwurgericht verurtheilte aus Stallupönen wegen Unterschlagung von 15 000 Mt. au vier Jahren Zuchthaus. hörde die Lodzer Fabrikanten an, Beamte und Arbeiter deutscher Wien, 28. Juni. Polnischen Blättern zufolge wies die Bes Herkunft schleunigst zu entlassen. Wien, 28. Juni. Von den in die Flecktyphus- Bezirke delegirten Aerzten erlagen 16 der Seuche. Werkstätten sind ausständig geworden. Barcelona, 28. Juni. Die Arbeiter der hiesigen Appretur Briefkaffen der Redaktion. Frau Sch. Sie müssen sich bei der Aufsichtsbehörde der Orts- Krantentaffe, also beim Magistrat, beschweren. N. D. Der Prinzipal kann Ihnen den betreffenden Gegenstand nur zum Selbstkostenpreis anrechnen. Einen besonderen Rechtsanwalt können wir Ihnen für eine bloße Beleidigungslage nicht empfehlen. Jm Adreßbuch finden Sie hunderte RechtsAnwälte angegeben, so daß Sie Auswahl genug haben. Ein geistlicher Sünder. Am Mittwoch Abend verhafteten, wie das B. T." schreibt, in Brüssel zwei Polizeisergeanten einen elegant gekleideten Herrn von etwa 30 Jahren, der sich öffent: lich eines Vergehens gegen die Sittlichkeit schuldig gemacht hatte. Auf dem Polizeikommissariat gab derfelbe an, Richard zu heißen und in Paris wohnhaft zu sein; beim G. J. Die Dienstmädchen der Gastwirthe, wenn sie nicht Durchsuchen seiner Kleider fand man indessen Papiere, welche auf ausschließlich für den Privathaushalt des Wirths beschäftigt sind, Ueber einen fonderbaren Polizeiakt berichtet die Sächs. den Namen J. de Roust, geboren zu Orleans im Jahre 1857, müssen in der Krankenkasse versichert sein. Arb. 3tg.". Ein Einwohner Dresdens, der am Sonntag Vor- französischer Priester, Sekretär des Bisthums von M. J. Ordentlich Deutsch, Englisch, Französisch, Stenos mittag in Geschäften ruhig seines Weges ging, wird plöglich von Tunis und Prälat Sr. Heiligkeit des Papstes, graphie Berichterstattung für Beitungen und Beitschriften. einem auf ihn zukommenden Polizisten in Zivil angehalten und lauteten, und nunmehr gab der Verhaftete zu, daß seine erste Einfache und doppelte Buchführung, wobei auch Kenntniß des nach feinem Namen gefragt. Nachdem er denselben genannt, Angabe eine falsche gewesen und er in Wirklichkeit dieser Englischen und Französischen nichts schadet Buchhaltung. forbert ihn der Beamte auf, mit zur Wache zu gehen. Auf seine J. de Rouft sei. Als man den Gefangenen in Untersuchungshaft Wenden Sie sich an ein dortiges oder Frankfurter Blatt bezw. an Frage: warum? wird ihm keinerlei Erklärung, er muß einfach abführen wollte, bat berselbe flehentlich den Kommissar, ihm zu ein solides taufmännisches Geschäft. 1 Brauerei Beruffia, Niederschöneweide, Johannisthal, Oberspree. Unserm Freund und Genoffen Anton Werner Jeden Sonntag und Mittwoch: Gr. Militärkonzert u. Ballum 24. Wiegenfeste ein brausendes Kaffeeküche ist geöffnet. [ 2560L] Fr. Dolinski. J. Semmel, praft. Zahn- Arzt, 2245L Oranienstr. 55, Moritzplatz. Spr. 9-1, 3-5. In der Poliklinik: für Unbemittelte 1-3, 5--6 Nachm.( fünft!. Zähne 2 Mark). Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Porträts bewährter sozialistischer Führer( Laalle, Mars. A.) in Bigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manschettenknöpfen, Stöden, Brochen. Büsten. En gros. En détail. 2274 L B. Günzel, Brunnenstr. 157, am Rosenthaler Thor. C. Königsfeld, Uhren- u. 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Heseler thätig) haben fämmtliche Kollegen( 9) die Arbeit wegen nicht Bezahlung des Lohutarifs niedergelegt. 448/14 Der Vorstand. Genossen und Kollegen des 6. Berliner Wahlkreises. Mr. 142 mache ich bekannt, daß ich von Bezugnehmend auf die Annonce in 1. Juli 1892 fämmtliche Arbeiterblätter verbreite. Vom 15. Juli findet der Verkauf Müller- und LindowerStraße bei Krause, sowie Reinickendorfer- u.Lindowerstraße( Wedding833b Die Pfeifenbrüder der Eifernen Pfeife. Fachver. der Tischler. Bahnhof statt. 8226 u. H. M. G. R. G. Danksagung. Beerdigung meines geliebten Sohnes, Für die rege Theilnahme bei der des Steindruckers Richard Feuer, fage ich den Vereinen, Freunden und Befannten meinen herzlichsten Dank. 8215 Wwe. Fener. Dr. Hoesch, homöopath. Arat, Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 Eine Tischlerei für Bau- und Ge schäftseinrichtungen ist frankheitshalber zu verkaufen. Bu erfragen in der Erp. d. Bl. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. 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