Kr. 75. flboniMtnentS'Bedlnaungen» HBottnetnentS> Preis prSnmnerando i Merteljührl. 3,30 Mk,. monatl, l.10 M5. wöchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nulnmer S Pfg. Sonntags. nunnner mit illustrierter Sonntags- BeUage.Die Reu« Welt' Ii) Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat: Eingetragen in die Post-ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn S Mari, für da» übrige Ausland 3 Mark pro Monat. «iNKlnt täglich außer Montag». Verlinev Volktsblakk. 21. Jahrs» Die Tnlertlons-Gebüftr deirAgt für die sechsgespaltene Kolon«. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BereinS- und VersaminlungS-Anzeigen 23 Pfg. „Kleine Hnzeigen", das erste(fett. gedrulkte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 3 Pfg. Worte über 13 Suchstaben zühlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müflen bis 5 Uhr nachmittags Inder Expedition abgegeben werden. Die Expeditton ist an Wochen- tagen btS 1 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittag» geöffnet. Telegramm. Adresse: „SozIaliUiiiokrat Rtrlla". Zcntralorgan der foztaldetn okrati f chcn Partei Deutfchlands. Redaktion: SM. 68, Lindenetraese 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. D'enstag, den 29. März 1904. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1981. Das oberschlesische Himmelreich. Die tolle Polenpolitik der preußischen Regierung hat die ge- hätschelte regierende Partei, das Centrum, und mehr noch, die der herrschenden Reaktion als Schutztruppe willkommene Organisation der edelsten Herren der katholischen Kirche, in eine schwere Nieder- läge geführt. Wäre nicht auch die Regierung Leidtragende dieser moralischen Katastrophe, die der Kopp-Prozeß bedeutet, und vermöchte jemand auf den wahnsinnigen Gedanken zu geraten, daß diese Regierung der Herren Bülow, Hamnierstein, Rheinbaben weite Kulturziele in kluger, vorausschauender Berechnung verfolge, so möchte man fast meinen, sie habe diese tolle Politik der polnischen Kaninchenjagd— die freilich nur eine Sonntagsjagd bleiben wird— nur deshalb begonnen, um den übermächtigen Klerikalismus zu spalten und zu brechen. Indessen, das war nicht die Absicht. Die Regierung ist in denlober,chlesischen Zusammenbruch getappt, wie die Patrouille des Major von Glasenapp in das Blutbad von Owikokorero. Der sinnlose HakatiSmuZ hat Oberschlesien dem nationalen Polentum erobert. Das Centrum geriet durch diesen plötzlich aus- gebrochenen germanisatorischen Verfolgungswahn zwischen zwei Feuer. Als politische Organisation der katholischen Kirche mußte es die Einheit zwischen den polnischen und deutschen Katholiken aufrecht zu erhalten suchen. Als regierende Partei durste sie die herrschende antipolnische Politik nicht anders bekämpfen wie durch laue wirkungs- lose Kritik, während sie doch die Macht gehabt hätte, sie zu v e r- hindern, wenn sie gewollt hätte; damit steilich hätte das Centrum dann die Regierungsfähigkeit verloren. So wurde das Centrum in Oberschlesien zur Trägerin der preußischen Regierungspolitik— der Fürstbischof Kopp ist ja seit jeher der Vertrauensmann Berlins— und geriet folglich in Konflikt mit dem Polentum. Während es durch seine Regierungs- gönnerschast�der heiligen katholischen Kirche zu nützen trachtete, spaltete es in Wirklichkeit die katholische Macht in Oberschlesien, ge- fährvete seinen eignen Einfluß aufs schwerste und führte schließlich zuZljenen furchtbaren Bloßstellungen der Pfäfferei, die der Kopp- Prozeß aufgezeigt hat. Zugleich aber hat die Regierung, die, in ihrein blinden und wahllosen Taumel einer reakttonären Selbst- erhaltung um jeden Preis, so gierig um die Gunst der katholischen Kirche buhlte, diese Autorität durch die Wirkungen ihrer Polenpolitik in den Fundamenten erschüttert. Das schlesische Nationalgericht, Backobst mit Klößen, nennt man da? schlesische Himmelreich. In dem 0 b e r schlefischen Himmelreich wurde die religiöse Leibspeise infolge des herrschenden Germani- sattonSfurors und der in selbstzerstörender Zweideutigkeit sich äußernden Centrumspolitik der mittleren Linie zersetzt. DaS Backobst rebellierte gegen die Klöße. Die schmackhafte Einheit des Glaubens ging in verwirrende und vergiftende Gärung über. Indem der katholische Klerus OberschlesienS den Weg zum Himmel- reich über die königlich preußische CentrumSpolittk als den einzig möglichen proklamierte, indem er die Bethätigung des rechten Glaubens allein in dem Eidschwur auf Letocha festsetzte, empörte'er die gleich treuen und gläubigen Anhänger der Kirche, die da meinten, sie könnten auch auf polnisch recht gut und vielleicht besser ins Himmelreich kommen. Mit jenem pfäffischen Fanatismus, der der katholischen Klerisei stets eigen gewesen ist, stürzten sich die Kapläne in den Kampf um die centrumsdeutsche echte Offenbarung wider den polnischen Ketzerglauben. Wie sollten in solchem Wirrwarr die Gläubigen sich zurecht finden? Wie konnten die harmlosen Gemüter es fassen, daß man als guter Katholik dennoch in der Hölle braten müsse, nur weil man dem Herrgott a la Korfanth diente, während ein Stimmzettel für Letocha den Weg zum Paradiese sicherte? DaS waren unlösbare Konflikte, an denen auch der Witz eines Scholastikers von Fach ratlos werden mußte. Wir haben in der Prozegverhandlung gesehen, in welch naiver Weise die Gläubigen sich aus den Schwierigkeiten zogen. Die Ab- solution mußten sie haben. Nattonalpolen wollten sie aber auch sein, so belogen sie— Material stir eine künftige Beichte— den Geistlichen oder sie überlisteten ihn. Sie versprachen, das Teufelsblatt Korfantys nicht zu lesen, und lasen eS doch, oder ließen es durch— ihre Frau abonnieren. Man darf wohl aus diesem Verfahren schließen, daß die Kraft religiöser Verttefung nicht immer ebenso bedeutend ist wie die Macht äußerlicher gesellschaftlicher Wohlanständigkeit und der Zwang der geschäftlichen Rücksichten. Gegen den pfäffischen TerrorismuS wehrte man sich durch Neine religiöse Mogeleien. Der begehrte Glaubensartikel wurde durch Vorspiegelung falscher Thatsachen erworben und die Stellvertreter Gottes, weil sie nun einmal den Weg zum Himmelreich versperrten, in der Notwehr ein wenig heftig übers geweihte Ohr gehauen. Für jedes ernste religiöse Empfinden müssen die geistlichen Zwangsvollstreckungen, die von oberschlesischem Klerus um der preußischen Centtumspolitik willen ausgeführt wurden, widersinnig und widerwärtig erscheinen. Aber mit dem liberalen Geschrei über den Mißbrauch der Kanzel ist nichts gethan. Denn was jene ober- schlefischen CentrumSlapläne thaten, ist im Grunde nur eine An- Wendung des katholischen GrundprincipS. Das ist ja der durchgängige WesenSzug aller' bürgerlichen Richtungen, daß sich keine zu den Grundsätzen zu bekennen wagt, die sie in Wirklichkeit haben. Sie kämpfen nur mit Vor- wänden und gegen Schatten. Die katholische Kirche— das ist ihr Lebensprincip— muß beanspruchen, den ganzen Menschen autoritär und dogmatisch zu beherrschen. Sie muß ihn in allen seinen privaten Handlungen leiten, sie regelt selbst sein intimstes Empfindungsleben, sie ist natürlich da umsomehr auch Herrin über die öffentlich-staatliche Thätigkeit des Gläubigen. Ohne diesen universalen Anspruch auf Herz und Hirn, auf Seele und Leib fällt der Klerikalismus zusammen, würde er sich selbst aufgeben. Aus diesem Urprincip der katholischen Kirche aber folgt, daß sie auch Herrin über den Staat, daß sie letzte Instanz und höchste Autorität der menschlichen Gesellschaft sein muß. Weil aber dieser Anspruch ,'on keinem modernen Staat, und wäre er noch so rück- ständig, gebildet werden kann, darum muß die im Centrum als Aktionspartei organisierte Kirche das thun, tvas fälschlich immer der Socialdemokratte vorgeworfen wird, sie muß ihr Wesen verleugnen und ihre Ziele verschleiern. Insgeheim steilich arbeitet man so, wie es die Natur des Klerikalismus erfordert, mit allen Mitteln scheinreligiöser Tortur, die durch ein weit ausgebildetes System gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Terrorismus unterstützt wird. Nur schwört man's ab. Als der„Vorwärts" während der Reichstagswahlbewegungen des letzten Jahres einige Fälle von politischer Ausbeutung des Beichtstuhls erwähnte, keifte die „Germania" über steche Verleumdung und schamlosen Schwindel. Seit dem Beuthener Prozeß Hilst kein Leugnen mehr, man würde ja auch nur sich selbst verleugnen. Das Centtum steht und fällt mit dem System der religiösen Tortur, die durch Staatsprivilegien be- günstigt und autorisiert wird. Beuthen hat lediglich verraten, was ist und was immer sein muß. Ebenso heuchlerisch und armselig verhält sich der Liberalismus. Er begnügt sich wieder, von Mißbräuchen und Auswüchsen zu reden. Er will dem Wolf freundlich zureden, daß er doch ein Lamm sein möchte. Die entartete Bourgeoisie bedarf eben auch der Kirche im Kampf gegen das Proletariat und darum denkt sie gar nicht daran, ernstlich liberal zu sein, die Trennung von Staat und Kirche, die Verweltlichung der Schule zu erringen. Im Gegenteil: Der Liberalismus wünscht im Grunde nur, die Kirche möge sich nicht allzu schlimm kompromittieren, sie möge ihr geheimes Wesen nicht zum öffentlichen Skandal bethätigen, damit sie eben ihre Herrschaft behaupten könne. Im Namen der Freiheit kämpfen Liberale wie Klerikale gleichermaßen um die Erhaltung des Himmelreiches, damit die Massen ihr Erdenrecht verlieren. Die Staatsgewalt aber hat nicht einmal Neigung, gegen die„Mißbräuche" des klerikalen Systems diejenigen Mittel an- zuwenden, die ihr zu Gebote stehen. Kein Zweifel, daß jene geistlichen Wahlagitatoren des Centtums gegen den Kanzel- Paragraphen gefehlt haben, den Z 130a des Strafgesetzbuches, der mit Sttafen bis zu zwei Jahren Gefängnis denjenigen Geistlichen bedroht, der„in einer Kirche oder an einem andren zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte vor Mehreren Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Er- örterung macht". Wir sind die letzten, die der Anwendung dieses Paragraphen das Wort reden. Aber wir gedenken doch der Opfer dieser Pfaffenagitation, jener unglücklichen Proletarier aus Laura- Hütte, über die mehr als hundert Jahre Zuchthaus von der Staatsgewalt verhängt worden sind, während die wirklichen Schul- digen frei ausgehen werden. So will es das gleiche Recht, so will es die Staatsraison. Ueber den Ausgang des Prozesses wird uns aus Beuthen von einem Teilnehmer der Gerichtsverhandlung geschrieben: Man war allgemein auf eine harte Verurteilung deS An- geklagten v. Wolski gefaßt und diese wäre ja auch, trotz der über- wältigenden Resultate der Beweisaufnahme zu Gunsten des An- geklagten zweifellos erfolgt, da das Gericht bei Ablehnung der von der Verteidigung gestellten Beweisanträge seinen Standpunkt schon dahin präcisiert hatte, daß nach Ansicht des Gerichts die gesamte katholische Geistlichkeit Oberschlesiens angegriffen und beleidigt sei, der Wahrheitsbeweis dafür, daß ein Teil dieser Geistlichkeit in der behaupteten verwerflichen Weise handelte, die Bestrafung also nicht verhindern konnte. Eine geschickte Benutzung prozessualer Vor- schriften ermöglichte der Verteidigung trotzdem die beabsichtigte Beweisführung, während andrerseits die Beschlußfassung desGerichts derAnklage- behörde die Hände band, so daß die von der Staatsanwaltschaft angekündigte nachträgliche Ladung der Geistlichen zum dritten Ver- handlungStage gar nicht zulässig war und in der That unter- blieben ist. Der Aerger des Staatsanwalts über die verfehlte Prozeßführung, welche der Staatsanwalt zunächst durchaus billigte, klang denn auch deutlich aus den Ausführungen desselben am letzten Tage heraus. Die Zurücknahme des Strafantrags durch Kardinal Kopp überhob die Staatsanwaltschaft der Notwendigkeit, die begangenen Fehler offen einzugestehen. Auf die oberschlesische Bevölkerung hat die Maßnahme des Kirchenfürsten den stärksten Eindruck gemacht— allerdings nicht zum Vorteile der katholischen Geistlichkeit, sondern zunächst zu dem der nationalpolnischen Bewegung. Die Autorität der sonst un- bedingt herrschenden Pfarrer und Kapläne hat einen schweren Stoß erhalten. DaS zeigte deutlich das Verhalten der allen Erwerbsständen angehörenden Zeugen und Zu- Hörer. Viel mehr noch wie die Zurückziehung deS Strafantrages hat steilich das unerhört terroristische Vorgehen jener Geistlichen selbst gegen bisher treue Kinder der Kirche zersetzend auf den moralischen Einfluß und die früher fast unbeschränkte Macht der Geistliche» über die Gemüter gewirkt. Und hieraus wird keines- Wegs die national-polnische Bewegung, sondern die Socialdemokratte die Früchte ernten. Was der Socialdemokratte hier in jahrzehnte- langer mühsamster Arbeit kaum gelungen wäre, das hat das brutale Wüten einer Anzahl kurzsichtiger Pfaffen im vermeintlichen Interesse der Centrumspartei in Monaten fertig gebracht: tausende f bisher gläubiger, geduldiger Schafe zu Feinden einer Kirche zu machen, deren berufene Vertteter die berechttgten nattonalen und politischen Interessen eben dieser Schafe mit Füßen traten. Tiefe Entrüstung und ehrlicher Schrecken erfaßten den übrigens gut evangelischen Gerichtsvorsitzenden Landgerichtsdirektor Dr. Pilling angesichts der Auffassung der meisten Zeugen von der religiösen wie moralischen Bedeutung der Beichte. Von all den Zeugen. Männern wie Frauen, die über Vorgänge aus dem Beichtstuhl aus- sagen sollten, hatte nur ein einziger religiöse Bedenken gegen solche Mitteilungen. Und ebenso war nur ein Zeuge in der Lage, unter seinem Eide zu erklären, daß er das dem Beichtvater gegebene Ver« sprechen, das polnische Blatt nicht mehr zu lesen, auch gehalten habe. Den andren erschien es meist ganz selbstverständlich, daß sie jenes Versprechen nicht hielten, ja daß sie dem Priester in der Beichte selbst vorlogen, sie hielten das verpönte Blatt garnicht, nur um keine Scheerereien wegen der hergebrachter Weise nun doch einmal nöttgen „Vergebung der Sünden" zu haben. Und bei diesen Zeugen handelte es sich keineswegs um schon glaubenslos gewordene Jndustrieprole- tarier, sondern meist um Bauern und Handwerker aus entlegenen Landbezirken des Kreises Pleß je. Der Kardinal Kopp-Prozeß giebt uns eine Anzahl neuer scharfer Waffen im Kampfe gegen den Todfeind der Socialdemokratte, das Centrum. * Ueber dem Zusammenbruch der preußischen Klerisei und der regierenden Centrumspolitik in Oberschlesien triumphiert nun der radikalste Nationalpole Korfanth— als Retter der bedrohten Kirche. Wegen dieses Verdienstes mag ihm nun auch die Regierung Absolution erteilen! Die„Germania" aber, das offizielle Organ des Centrums, bringt es fertig, ihre Leser mit keiner Silbe zu unterrichten. was denn eigentlich in Beuthen vor- gegangen ist; dafür gestaltet sie— man sollte so grotesken Schwindel nicht für möglich halten— die mit Beihilfe Korfantys geglückte jähe Flucht deS Fürstbischofs Kopp aus der Oeffentlichkeit zu einem, allerdings arg verspäteten Akt christlicher Barmherzigkeit für die armen, reuig zerknirschten polnischen Pretzsllnder. So feige verrät die„Germania" den mit„Rotzlöffeln" um sich schlagenden Helden« kämpf der oberschlesischen Klerisei um das allein sittlich berechttgte Centrums-Himmelreich I_ Ein neuer Angriff ans Port Arthur. Vice-Admiral M a k a r 0 w telegraphiert dem Kaiser aus Port Arthur vom 27. März: Ich berichte allerunterthänigst, daß heute nacht 2 Uhr der Feind einen zweiten Versuch gemacht hat, den Ein- gang der inneren Reede zu sperren. Zu diesem Zwecke entsandte er vier große Handelsdampfer, begleitet von sechs Torpedobooten, zum Eingang. Die feindlichen Schiffe wurden rechtzeittg im Lichte der Scheinwerfer bemerkt und von den Batterien sowie den Wacht- schiffen„Bobr" und„Otwaschny" beschossen. Um einem Durch« bruche der feindlichen Schiffe zu begegnen, trat der Kom- Mandant des Wacht- Torpedobootes„Ssilnv", Lieutenant Krinitzki, dem Feinde entgegen und zerstörte durch einen Torpedo den Bug des vorderen j apanischen Dampfers. Dieser wandte sich nun rechts; ihm folgten zwei andre Dampfer, sodaß alle drei mehr rechts vom Eingang auf Land gerieten. Der vierte Dampfer ging links und sank ebenfalls seit« wärts des Fahrwassers. Das Torpedoboot„Ssilny" nahm nun den Kampf mit den sechs feindlichen Torpedobooten auf; dabei wurden der Ingenieur und sechs Mann getötet, der Kommandant und 12 Matrosen verwundet. Am Morgen kamen feindliche Linienschiffe und eine Abteilung Kreuzer in Sicht. Ich ging mit der mir an- verttauten Flotte dem Feinde entgegen. Der zweite Versuch der Japaner, den Eingang von Port Arthur zu versperren, ist. dank der energischen Abwehr durch die See- und Landstreitträfte, ebenso wie der erste mißglückt; der Eingang zum Hafen ist vollkommen frei ge- blieben. Amtlich wird ferner gemeldet: Vice-Admiral Makarow hat an den Kaiser aus Port Arthur vom gesttigen Tage folgendes Telegramm gesandt: Ich melde allerunterthänigst, daß sich der Feind zurückgezogen hat. worauf ich mit der Flotte in den Hafen zurückgekehrt bin. Das Torpedoboot„Ssilny". das infolge einer Beschädigung seiner Maschine durch ein feind« liches Geschoß in der Nacht auf eine Sandbank aufgelaufen war. ist flottgemacht worden und dank der Energie der Besatzung in den Hafen eingelaufen. Der Kommandeur Krinitzki, der am Arm leicht verwundet worden ist. hatte seinen Posten nicht verlassen. Auf den Brandern befanden sich Höllenmaschinen, deren Drähte von Scharfschützen durchschnitten wurden. Die Lieutenants Kedrow und Asariew und der Fähnrich Pilsudsky gingen auf meinen Befehl an Bord eines der Dampfer, durchschnitten die elek- irischen Leitungsdrähte und löschten das Feuer, welches dem Feinde den Hafeneingang hatte beleuchten sollen. Auf der Reede fand sich morgens ein schwimmendes Torpedo mit einer Höllenmaschine, die flücklicherweise beseitigt wurde. Bei einer Besichtigung stellte man fest, daß die Dampfer, die als Brander gedient hatten, nicht alt ind. Sie sind 2000 Tonnen groß und mit kleinkalibriger Artillerie ausgerüstet. Einen Teil'der Dampfer werde ich für Hafenzwecke verwenden. Ueber den Kampf, der sich in der vergangenen Nacht vor Port Arthur abspielte, berichtet der Kommandant von Port Arthur, Generallieutenant Ssmirnow, in einem Telegramm an den Kaiser ausführlicher, wie folgt: In der Nacht auf heute machten die Japaner, nachdem der Mond aufgegangen war, einen Versuch, den Hafenausgangzll versperren, wozu sie vier Brander in Begleitung einer TorpedobootSflotille entsandten. Gegen 2'/. Uhr wurde von den Wachtschiffen und Batterien die An- Näherung der feindlichen Schiffe bemerkt, auf welche sie ein heftiges Feuer eröffneten. Vor den Blandem fuhren die Torpedoboote und in bedeutender Entfernung folgten größere Schiffe, Weichs auf die Festung zu feuern Kegannen, um dadurch die Aktion der Brander und Torpedoboote zu unterstützen. Infolge des starken Artilleriefeuers und des kühnen Vorgehens unsrer Torpedo- boote erreichten die Brander den Hafeneinqang nicht. Zwei Brander gerieten am Goldenen Berge auf ein Riff, einer ging, von einem Torpedo eines unsrer Torpedoboote getroffen, hinter den beiden ersten unter; der vierte stieß mit dem Bug an einen früher gesunkenen japanischen Dampfer bei Majatshny Gorod und ging ebenfalls unter. Der H a f e» e i n g a n g i st frei geblieben. Auf den ge- sunkenen Dampfern wurden Hotchkitz-Schnellfeuergesch ü'tz e jnnzolligen Kalibers gefunden, aus denen auf unsre Torpedoboote gefeuert worden war. Von jedem der gesunkenen schiffe war eine Schaluppe zur Rettung der Besatzung ausgesetzt Worden. Nur eine dieser Schaluppen scheint sich gerettet zu haben. Gegen 4 Uhr morgens zogen sich die feindlichen Torpedoboote zurück und die Kanonade verstummte. Der Kommandierende Admiral Makarow begab sich sofort in einem Dampfkntter auf die Reede, um die gesunkenen feindlichen Schiffe in Augenschein zu nehmen. Morgens 5 Uhr wurden in südlicher Richtung von Port Arthur feindliche Torpedoboote bemerkt, auf welche d i e B a tterien zu feuern begannen. Gegen 6 Uhr erschien am Horizonte ein feindliches Geschwader. Unser Geschwader ging ihm entgegen. Die Batterien eröffneten um G'/a Uhr das Feuer. Die Kanonade der Schiffe und Batterien wurde jedoch bald eingestellt, da das japanische Geschwader sich südostwärts zu entfernen begann, offenbar eincni Kampfe aus- weichend. Gegen 10 Uhr verschwand das feindliche Geschwader am Horizont. Der Kriegszustand für Niutschwang erklärt. Niutschwang, 28. März.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Die Konsuln und Ausländer wurden gestern abend vom Befehl des Statthalters Alexejew in Kenntnis gesetzt, daß Niutschwang sich jetzt im K r i e g s z u st a n d e be- finde, und daß sie ohne Ausnahme den Special-Verfügungen unterworfen seien; daß der Export von Kricgskonterbande ein- schließlich Bohnen, andrer Nahrungsmittel und Bohnenkuchen ver- boten sei, wenn nicht eine Summe deponiert werde, in gleicher Höhe wie der Wert der Ladung, als Garantie dafür, daß die Ladung nachher nicht von einem neutralen Hafen nach Japan oder Korea verschifft werde. Das hemmt in Wirklichkeit jeden Handel in Niutschwang; fünf Dampfer, welche außerhalb des Hafens heute an- kamen, und zahlreiche andre, die hier füllig sind, werden nicht im stände sein, Ladung einzunehmen. Die Konsuln telegraphieren an ihre resp. Regierungen um Instruktion. politiscke(lebersiebt. Berlin, den 28. März. Trinksprüche. Der deutsche Kaiser ist auf der Mittelmeer-Reise, die ihn zunächst über Spanien führte, in den letzten Tagen in Italien angelangt, wo er mit Victor Emanuel zusammentraf. Bei einem gemeinsamen Diner wurden die üblichen Trinksprüche ausgebracht, die auch den Dreibund in den Bereich des Toastierens brachten. Victor Emanuel brachte folgenden Trinkspruch aus: „Indem ich Eure Majestät begrüße, gebe ich der Freude Aus- druck, welche ich beim Wiedersehen Eurer Majestät empfinde. In Eurer V? a j e st ä t erkenne ich und mein Volk den treuen und sicheren Freund. Die Bande, welche glücklicherweise seit so vielen Jahren unsre beiden Staaten unter sich und mit dem gemeinsamen Verbündeten vereinigen, loaren bis jetzt das stärkste Bollwerk des Friedens von Europa. Diese Bande müssen neu belebt lv erden durch das Ver- trauen auf den Bund und durch die Gefühle unsrer Völker, welche, in der Vergangenheit durch die Aehn- lichkeit der nationalen politischen Ziele'zusammenführt, jetzt beseelt sind von gleichem Sweben nach einer Zukunft des friedlichen Fort- schrittes. Mit diesen Gefühlen trinke ich auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin, der ganzen kaiserlichen Familie und der ruhmreichen deutschen Nation." Der deutsche Kaiser erwiderte den Toast mit folgenden Worten: „Wenn auch, um von harter Arbeit auszuruhen, mein Weg mich an die herrlichen Gestade des schönen Vaterlandes Euerer Majestät geführt hat, so folge ich dabei doch auch zu gleicher Zeit dem Zuge meines Herzens, welches inich lvic alle meine Lands- leute immer wieder zu dein gastfreien und sympathischen italienischen Volke zurückführt. Ich habe heute die Ehre, zum erstenmal Euere Majestät auf dem Boden eines deutschen Kriegs- schiffes zu begrüßen, und ich thue das mit einem Herzen voll Dank für den schönen und herzlichen Willkommen, den Euere Majestät mir soeben ausgedrückt haben. Der Dreibund- Ged-anke ist fest und sicher lin die Seelen von Euer Majestät llnterthanen eingegraben; und der Bmrd, den unsre erlauchten Vorfahren mit dem erhabenen Haupte des Hauses Habsburg geschlossen haben, ist zum Segen für unsre beiden Völker, für die Völker des Dreibundes und für ganz Europa geworden. Er ist ein fe st eS Bollwerk des Friede irs geworden, unter dessen Schutz sich die Nationen in fortschreitender und fried- licher Entwicklung befunden haben, von der wir auch hier in der schönen Stadt Neapel herrlichste Zeugnisse sehen." In wenigen Tagen wird auch der Präsident der französischen Republik Italien einen offiziellen Frcundschaftsbesuch abstatten. Wahrscheinlich werden dann ähnliche Toaste ausgebrachr werden, die die Verbindung der beiden romanischen Nationen als Garantie der Erhaltung dc-s europäischen Friedens feiern werden. Der Dreibund wird dadurch nicht gestört werden, denn nach Bülows südlich tolerantem Bonmot darf der Ehegatte nicht gleich sauer dazu sehen, wenn die Ehegattin einmal mit einem Haussteund eine Exwa- tour walzt. Diplomaten-Politik ist hohe Politik, die Politik der Toaste aller- höchste Polittk. Trotzdem empfindet die Socialdemokratie vor � solch allerhöchster Politik nicht den Respekt, den die bürgerlichen Preß- auguren zu bekunden pflegen. Böten solche Fürstenbesuche wirklich die ihnen in Toaste»nachgesagten Friedensgarantien, so wäre der Dreibund überhaupt überflüssig. Denn ähnliche Friedensbeteuerungen, wie sie zwischen dem italienischen und dem deutschen Monarchen ge- lauscht worden sind, sind ja schon früher zwischen dem deutschen Kaiser und dem Zaren getauscht worden. Und trotzdem soll der Dreibund ja dem Zweibund die Wage halten! Nicht Fürstenverbrüderung sichert den Frieden der Nationen, sondern der Mangel unausgleichbarer Konflikte. Solche Konflikte liegen weder zwischen Deutschland und Italien, noch zwischen Italien und Frankreich vor. Deshalb mag, trotz gewisser Reibungs- flächen zwischen Italien und Oesterreich, der Dreibund noch fort- dauern und als Hort des Friedens gepriesen werden. Eine wahr- hafte Friedensgarantie vermag erst die Solidarität der Nationen zu bilden, wie sie einzig der Socialismus zu begründen vermag!— Die Begründung der Novelle zum ReichS-Stempelgcsed. Die„Rordd. Allgemeine Zeitung" läßt ihrer Veröffentlichung der dem Reichstage zugegangenen Novelle zum Börsensteuergesetz in letzter Nummer die offizielle Begründung folgen, die, wie es bei der Art der Materie ziemlich selbstverständlich ist, nichts Neues bietet, sondern nur in sorgfälttgercr Abwägung und gemäßigterer Form die Argumente wiederholt, die verschiedentlich aus Bank- und Börsen- kreisen gegen das Börsensteuergesetz erhoben Ivorden sind, nur daß die Begründung der Regierung in Rücksicht auf die Agrarier noch mehr das durch die bisherigen Stencrrnckgänge geschädigte Interesse der Reichskasse in den Vordergrund schiebt. Fast alle Ausführungen sind der Arbitrage, die als„eine Thättgkeit von allgemein anerkannter ivirschaftlicher Bedentting" bezeichnet wird, und der Rückwirkung ihrer Abnahme auf die Steuererträge ge- widmet. So heißt es z. B. gleich zu Anfang: „Die wenig erfreuliche Gestaltung der Börsenberhältnisse in den letzten Jahren, die zu der Einbringung des dem Reichstag unter dem 19. Februar 1904 vorgelegten Entwurf» eines Gesetzes betreffend die Acnderimg des Abschnitts IV des Börsengesetzes geführt hat, ist� auch auf das Steueraufkommen von Wertpapieren und Anschaffungsgeschäften derart von Einfluß gewesen, daß der von den Stempelerhöhungen des Gesetzes vom 14. Juni 1900 erwartete Mehrertrag nicht eingetteten, teilweise sogar statt dessen eine Mindereinnahme zu verzeichnen gewesen ist. Letzteres tritt namentlich zu Tage, wenn man das Rechnungsjahr 1900, in dessen zweites Viertel die Stcuererhöhung fiel, als unregelmäßig ausscheidet und den durchschnittlichen Ertrag der Jahre vor- und nachher mit- einander vergleicht. Es ergiebt sich dann, trotz einer außergewöhn- lich starken Versteuerung ausländischer StaatSanleihe-Papiere im Jahre 1902, für den Durchschnitt der Rechnungsjahre 1901/02 eine Stempeleinnahme von nur 17 886 000 Mark für Wertpapiere und 13 421 000 Mark für Anschaffungsgeschäfte gegen 18 190 000 Mark für Wertpapiere und 14 266 000 Mark für Anschaffungsgeschäfte in den Jahren 1898/99. Bei Mitberückiichtigung des Rechnungsjahres 1903 gestaltet sich das Bild zum Teil noch ungünsttger. Dieses Jahr hat in den Monaten April bis Dezember eine Einnahme von 9 590 000 beziehungsweise 9 972 000 Mark ergeben. Er- gänzt man den abgelaufenen Zeitraum auf ein volles Jahr, indem man für die fehlenden drei Monate die entsprechenden Ziffern aus dem Vorjahre einsetzt, so errechnet sich für 1903 eine Jahreseinnahme uon 13 998 000 M. für Wertpapiere und 14 262 000 M. für An- schaffungsgcschäste oder für den Durchschnitt der Jahre 1901/1903 nur 16 590 000 M. für Wertpapiere und 13 702 000 M. für An- schaffungsgeschäste. Wenn die Einnahme an Reichsstempelabgabe in den Rechnungsjahren 1893 bis 1903 bezüglich des Gesamtertrages dennoch eine nicht unbeträchtliche Steigerung ausweist, so ist dies fast ausschließlich auf die Stempeleinnahme aus den Staatslotterien zurückzuführen. Als Ursache der Abnahme des Börsenverkehrs und damit des Steueraufkommens wird in den beteiligten Kreisen neben dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergange und dem Einfluß des Börsengesetzes auch die Erhöhung der Reichsstcmpelabgabe im Jahre 1900 angesehen, und es kann wohl ohne weiteres als richtig zugegeben werden, daß eine starke Mehrbelastung der Börse, die schon an sich leicht verkchrshemmend wirkt, namentlich unter dem gleichzeitigen Drucke sinkender Konjunktur eine Einschränkung der Geschäfte zur Folge haben muß." Nach einigen weiteren Ausführungen über den Rückgang des Arbitrierverkehrs heißt es dann weiter: „Eine Statistik der Arbittagegeschäfte besteht seit 1895, indem nach den Gesetzen von 1894 und 1900 derjenige Teil des Anschaffungs- stempels, welcher über ein Zehntel vom Tausend hinausgeht, der arbitrierenden Partei erstattet wird, und die einzelnen Geschäfte zu diesem Zwecke der Steuerbehörde nachgewiesen werden müssen. Diese Erstattungen bettugen nun 1895........... 127 000 M. 1896........... 64 000„ 1897........... 52 000„ 1898........... 52 000„ 1899............ 42 000„ 1900........... 44 000„ 1901........... 50 000„ 1902........... 55 000„ 1903........... 53 000„ (9 Monate, auf ein volles Jahr ergänzt.) Der bei Vorberatung des Gesetzes vom 27. April 1894 in der Reichstags-Kommission gehegte Wunich, den Arbitricrverkehr in dem früheren Umfang auftecht zu erhalten, hat sich hiernach nicht erfüllt. Ter Jahrcsbetrag der Vergütungen ist von 127 000 M. im Jahre 1895 auf weniger als ein Drittel dieser Summe im Jahre 1899 herab- gegangen und hat sich auch nach 1900, obwohl durch die Gesetz- gebung dieses Jahres der Vergütungssatz für einen Teil der in Be- kracht kommenden Geschäfte verdoppelt wurde, nur auf 50 000 bis 55 000 M. gehoben, so daß man den Stimmen nicht unrecht geben kann, die ein baldiges völliges Verschwinden dieses für den inter- nattonalen Zahlungsausgleich kaum entbehrlichen Geschäftszweigs vorhersagen." Eine Aufhebung der Abgabe von ausländischen Wertpapieren, so wird dann behauptet, sei jedoch nicht möglich, wenn anch zu- gegeben werden müsse, daß„daß der Ausfall am Wert- stempel bis zu einem gewissen Grade durch eine M e h r e i n n a h in e an II m s a tz st e m p e l ausgeglichen werde"; denn aus nationalen Gesichtspunkten sei es nicht an- gängig, die aus dem Auslände auf den deurschen Markt kommenden Aktien und Schuldverschreibungen steuerfrei zu lassen, während die inländischen Werte gleicher Art einer Abgabe unter- lägen. Deshalb könne nur von einer Erleichterung der Steuer- erhebung die Rede sein, und diese Erleichterung bestehe darin, daß der Abgabenbettag für die in deutschen Besitz gelangenden Stücke von den— ausländischen oder inländischen— Interessenten im ganzen gezahlt und dafür von der Versteuerung des einzelnen Stückes bei Einführung in den Verkehr des Inlandes abgesehen wird. Eine recht eigenartige Argumentation, die sich als ein völliger Rückzug der Regierung von dem früher von ihr eingenommenen Standpunkt darstellt. Allerdings die vollen Konsequenzen wagt sie aus Furcht vor dem Geschrei auch heute noch nicht aus ihrer eignen Begründung zu ziehen.—_ Der Fall Nasi vor der italienischen Kammer. Rom. den 24. März.(Eig. Ber.) Einstimmig hat das italienische Parlament heute die Einsetzung einer Erhebungsiommission über die Vewaltung des öffentlichen Unterrichtswesens in den Jahren 1901 bis 1903 be- schloffen. Vor einem„überfüllten Hause", das merkwürdig von der Oede der letzten Wochen abstach, hat Bissolati folgende Tagesordnung begründet: Die Kammer beschließt nach Kenntnisnahme des Referats Saporitos und des Votums des Ausschusses der Budgetkommission, einem Komitee von 5 Abgeordneten die Fortführung der Erhebungen des Ausschusses über daS Konsumtionsbudget des öffentlichen Unterrichts in den Jahren 1901—1903 zu übertragen und bettaut den Kammer- Präsidenten mit der Ernennung dieses Komitees. Rettungsversuche lvurden keine gemacht, nur versuchte Nasi, eine eigne Tagesordnung durchzubringen, die ohne Bezugnahme auf dies Referat Saporitos die Erhebungskonimission einsetzte. Mit einer an moral msanity grenzenden Frechheit erklärte Nasi, er sähe dem Lauf der Dinge mit Ruhe entgegen, da er sich nichts vorzuwerfen habe. Als er gewahr wurde, daß er nur bitter wenig Gegenliebe fand, zog er seine TageS- ordnung zurück. Es wurde nur gemurmelt und kommentiert; applaudiert hat keiner. Ein zweiter zaghafter Versuch, dem über Bord ge- worfenen zu helfen, wurde von M a r i n i a z z i gemacht, der der Er- Hebungskommission keinen Zeitpunkt für ihre Berichterstattung fest- gesetzt sehen wollte. Die Kammer nahm aber mit großer Mehrheit den Zusatzantrag Ei ccotti an, der als Termin für die Vorlegung des Berichts der Erhebungskommission den 31. Mai festsetzt. Jetzt steht nun der Antrag der Staatsanwaltschaft bevor, gegen den Abgeordneten Nasi auf Grund der ihm im Bericht Saporitos zur Last gelegten gemeinen Verbrechen vorzugehen. Bissolati hat die Notwendigkeit, die gerichtliche Voruntersuchung Hand in Hand mit der Parlamentsenquete vorgehen zu lassen, mit großer Energie betont. In der That liegt die Gefahr vor, daß ohne gerichtliche Beschlagnahmung der Dokumente die corxora reati unterschlagen werden. Am Schluß der Kammersitzung verkündete Biancheri die Namen der Abgeordneten, auf die seine Wahl gefallen ist. Es sind B e r e n i n i(Soc.), Cappelli Gorio, Chiupussi (ministerielle Linke) und Guicciardini(Sonninianer). Eine Sitzung, in der das Parlament einstimmig die Tages- ordnung eines Socialisten annahm, ist übrigen? ein Unikum in der parlamentarischen Geschichte Italiens.— Deutfcheo Reich. Die Schandwirtschaft der Händler im Herero-Land beleuchtet kraß ein Bericht des Majors Leutlvein vom 2. Januar 189S. den die„National-Zeitung" veröffentlicht. In dem Bericht heißt es: „Es werden Schulden eingeklagt, die bereits zehn bis fünfzehn Jahre zurückdatieren. Da es ganz un- möglich ist, deren Richtigkeit zu kontrollieren, während die Eingeborenen zwar auch Genaues nicht mehr wissen, aber ehrlich genug sind, nicht in Abrede zu stellen, daß sie in der fraglichen Zeit mit dem betreffenden Händler überhaupt Geschäfte gemacht hätten. Um nur ein Beispiel zu erwähnen, so wurde das jetzige Stations- haus in Bethanien seiner Zeit seitens des dorttgen Kapitäns einem englischen Händler für 6000 M. zum Verkauf angeboten. Sofort hatte der letztere zur Deckung des Kauf- Preises eine alte Schuld von gleicher Höhe zur Hand. Als dann die Regierung den Kaufpreis für zu niedrig erklärte und den- selben auf 20 000 M. festsetzte, präsentierte der Händler eine weitere alte Schnldforderung von 14 000 M." Die„National-Zeitnng" fügt diesem Bericht hinzu:„An- merkung für die Herren Socialdemokraten: Der Händler war in diesem Fall ein englischer Händler." Wir hatten das auch ohne diese Anmerkung dem Bericht Leutweins zu entnehmen vermocht. Es war diesmal ein Eng- länder; aber Leutwein erklärt doch selbst, nur ein Beispiel anführen zu wollen. Im übrigen aber spricht er allgemein von dieser lukrattven Händlerpraxis, unkontrollierbare Schulden einzu- klagen! Und da der Haß der Hercros, die doch am besten wissen mußten, wer sie am s ch l i m m st en auswucherte, sich in erster Linie, ja sogar fast ausschließlich, gegen die deutschen Händler Achtete, wird wohl auch die„National-Zeitung" einzusehen nicht umhin können, daß auch die deutschen Händler, und gerade sie in erster Linie, mit den Hereros übel umgesprungen sein müssen I— Eine Ausdehnung der Feme des vornehmsten Rocks wird in der„Post" wegen des Falles Baudissin dringend empfohlen. Dem Blatt wird von militärischer Seite geschrieben: Der Umstand, daß gegen den Verfaffer der„Erstklassigen Menschen" nicht ehrengerichtlich eingeschritten wird, dient der socialdemokratischen und sonstigen militärfeindlichen Presse als willkommene Unterlage für die Unterstellung der Ungangbarkeit dieses Weges, lveil das genannte� Buch eine lvahrheitsgetreue Schilderung der Verhältnisse innerhalb des Offiziercorps, besonders der Garde-Regimenter enthalte. Der Weg wäre seitens der_ Militärbehörde schon längst beschritten worden, stände nicht ein unübersteigliches Hindernis entgegen— daß nämlich der Obcrlieutenant a. D. Graf von Baudissin nicht mehr den Ehrengerichten untersteht. Nach 8 4 der allerhöchsten, jedermann zugänglichen Verordnung über die Ehren- gerichte vom 2. Juni 1374 sind denselben nur diejenigen Offiziere a. D. unterworfen, welchen das Recht zum Tragen der Uniform verliehen worden ist. Dies trifft bei dem Grafen Baudissin nicht zu. Nun tritt bei den ehrengerichtlichen Bestimmungen folgendes, leider jetzt recht bedeutsam gewordenes Verhältnis ein: Ein die Berechtigung zum Tragen der Uniform besitzender Offizier a. D. kann nach 8 51,6 der Verordnung wegen ehrenrühriger Vergehen schwerwiegendster Art mit Entfernung aus dem O f f i z i e r s st a n d e besttaft werden. Dies schließt nach 8 63 nicht nur den V e r l u st der Uniform, sondern auch des Offizierstitcls in sich. Einen milderen Spruch hätte wohl kein deutsches Osfizicrcorps einer derartig unerhörten, durch und durch unwahre» Schmähschrift wie den„Erstklassigen Menschen" gegenüber der allerhöchsten Bcsiätignng unterbreitet. Demgegenüber sind die ohne Uniform verabschiedeten Offiziere günstiger gestellt. Lediglich um ehrenrühriger Handlungen willen kann ihnen der Offizierstitel nicht genommen werden. Für sie giebt erst der Zusammenstosi mit dem bürgerlichen Reichs- Sttafgesetzbuch—§8 31 bis 34— die Handhabe hierzu. Da aber das Recht zum Tragen der Uniform nur infolge der Teil- nähme an einem Feldzuge oder nach langjähriger Vorwurfs- fteier Dienstzeit gewährt wird, so befindet sich gerade der jünger verabschiedete, weniger gereifte und leichter ent- gleisende Teil in der unangreifbaren Stellung. So ist es also nur zu erklärlich, daß Männern, deren unehrenhafte Handlungs- weise mit dem Geist und den Anschauungen im Offiziercorps in grellem Widerspruch steht, der Name als Offizier belassen werden inuß. Die„militärische Seite" macht deshab den Vorschlag, daß künftig gegen alle Offiziere durch ein Osfizierschrengericht auf Ausstoßung aus d e m O f f i z i e r s st a n d e erkannt werden müsse. Was durch eine solche Ausdehnung der ehrengerichtlichen Offiziers- feine dem Volke gegenüber geändert werden könnte, ist uns nicht recht verständlich. Wenn ein Offiziersehrengericht den Grafen Baudissin des Rechtes, den vornehmsten Rock zu ttagen, für verlustig erklären würde, so würde das Publikum darin nicht eine Wiedcrlegung der Baudissinschen Darstellung erblicken, sondern lediglich die Aktion eines aus falschem Standcsbewußtsein befangencii Tribunals. Würde doch das Offiziers-Ehrengericht nur als Ver- treterin des angeklagten Offiziercorps gelten! Inzwischen ist gegen den Verfasser der„Erstklassigen Menschen" auf Grund der 8§ 185, 194, 196, 200, 40(wegen Beleidigung, Beleidigung von Mitgliedern der bewaffneten Macht, speciell öffeni- licher Beleidigung, Anklage vor dem bürgerlichen Gericht er- hoben worden. Man scheint also, wie im Fall Bilse, die Absicht vou Porträtähnlichkeit entdeckt zuhaben und nun beweisen zu wollen, daß die Porträts nicht naturgetreu wiedergegeben sind.— Dem christlich-socialen Rcichstags-Abgcordneten Dr. Burkhardt ist an Gerichtsstelle ein Zeugnis ausgestellt worden, das er sich nicht an den Spiegel stecken wird, das aber dem Specialfreund Stöckers noch oft vor Augen gehalten werden dürfte. Der fromme Ex- apotheker hatte den Redakteur des nationallibcralen„Herborner Tageblattes" wegen Beleidigung verklagt und erzielte auch die Ver- urteilung zu 80 M. Geldstrafe vor dem Schöffengericht. Aber weit schmerzlicher, wie dem Zeitungsmenschen die 80 M. Sttafe, dürfte dem frommen Kläger die Ausschaltung eines besiimniten Teils seines Klageantrags gewesen sein. Der beklagte Redakteur hatte dem Dr. Burkhardt u. a. vorgeworfen, er habe an der Hand einer viel besprochenen Rede seines nationallibcralen Vorgängers im Mandate wissentlich unwahre Behauptungen verbreitet. Da der Beklagte nach dieser Richttmg hin einen schlüssigen Wahrheitsbeweis führte, wurde er wegen dieser angeblichen Beleidigung freigesprochen. Das Gericht sprach ausdrücklich aus: eS sei das gute Siecht der Gegner Burkhardts gewesen, das Verfahren des letzteren als nicht aufrichtig zu kennzeichnen. Die Herren Gerstenbcrger und Burkhardt sollten sich als Inhaber gerichtlicher Atteste für bekundete außerordentliche Wahrheitsliebe neben einander setzen.—_ Der Fall Eras-Pichler vor dem Obcr-Kriegsgericht. München, 27. März.(Eig. Ber.) Die Berufung des Einjährig-Freiwilligen E r a s vom Infanterie- Leibrcgiment, der wegen verleumderischer Beleidigung eines Vor- gesetzten, falscher Anschuldigung und Vorschützens von Gebrechen vom Kriegsgericht zu vier Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse deS Soldatenstandes verurteilt wurde, kommt morgen vor dem Ober-Kricgsgericht zur Verhandlung. Die Sache verdient schon aus dem Grunde allgemeine Beachtung, weil es der bayrische Kriegsminister für notwendig befunden hat, noch vor der Erledigung des ordentlichen gerichtlichen Verfahren» in öffentlicher Parlamcntssitzung Stellung zu nehmen und unter heftigen Schmähungen den Stab über Eras zu brechen. Dazu kommt noch. daß sich inzwischen verschiedene Behauptungen des Angeklagten. denen man vor der ersten Instanz keinen Glauben beimaß, als richtig'erwiesen haben, so daß jetzt selbst in militärischen Kreisen die Anschauung besteht, Eras müsse freigesprochen werden. Unter solchen Umständen wird es doppelt interessant sein, zu sehen, welchen Einfluß die vorzeitige Stellungnahme des Kricgsministers auf die militärische Rechtspflege hat. Ueber die Verhandlung vom Montag wird dem„B. T." tele- graphiert: In der Berufungsverhandlung Eras hielt der Centrums- Abgeordnete Dr. P i ch l e r seinen Standpunkt, daß der Kriegsminister die ganze Angelegenheit nur vertraulich habe behandeln dürfen, aufrecht. Dagegen trat er hinsichtlich des Vor- Wurfes, der Kriegsminister habe in einem schwereren Falle die Sache unter der Hand erledigt, einen eigentümlichen Rückzug an. Er habe nunmehr erfahren, daß in dem angezogenen Falle der Kriegsminister nach der ganzen Lage keinen Anlaß gehabt habe, die Sache zu er- ledigen; er bäte, ihn über diesen Punkt der weiteren Aussage zu überheben, damit die von ihm heute als Zeuge zu machende Aus- sage nicht gegen ihn als Angeklagten in dem Beleidigungsprozetz verwendet werden könne, den der Kriegsminister gegen ihn an- gekündigt habe.— Wegen Majestätsdeleidigulig erhielt der wandernde Handwerls- geselle Starus aus Haynau in Schlesien sieben Monate Gefängnis. Die beleidigende Aeußerung ist zu einer Anzahl Zechgenossen beim Streit um Militärfragen in einem Gasthause gefallen.— Husland. England. Ardeiter- Demonstration. London, 26. März. sEig. Ber.) Die seit Wochen vorbereitete Demonstration gegen die Chinesen-Einfuhr nach Südafrika fand heute statt. Die Demonstration bestand aus liberalen, gewerkschaft- lichen und socialistischen Organisationen, die mit ihren Fahnen und Musikkapellen durch die belebtesten Straßen Londons nach dein Hyde-Park zogen. Die Prozession war nicht erfolgreich. Im Zuge marschierten ungefähr 4060 Personen, denen sich im Hyde-Park, wo 14 Wagen als Tribünen aufgestellt waren, noch etwa 6000 Personen anschlössen. Von den Rednern hatte John Burns den meisten Zu- spruch; um seine Tribüne waren etwa 40lX) Personen versammelt. Vor Schluß des Meetings wurde folgende Resolution verlesen und angenommen: »Diese Massenversammlung, die sich aus Vertretern aller Schichten der Londoner Bevölkerung zusammensetzt, protestiert nach- drücklich gegen die Handlung der Regierung, indem sie die Erlaubnis erteilte, kontraktlich gebundene und sklavenartigen Bedingungen unter- worfcne chinesische Arbeiter nach Südafrika einzuführen. Wir fordern die Regierung auf, die neue Kolonie gegen die Gier der Kapitalisten zu schützen sowie das britische Reich gegen Entwürdigung." Von der Tribüne der Socialdemokratischen Föderation wurde noch folgende Zusatzresolution verlesen: »Indem wir uns dem Protest gegen die Chinesen-Einfuhr an- schließen,� erkennen wir an, daß die Handlungsweise der Regierung die logische Folge einer gesellschaftlichen Ordnung ist, in der die Produktionsmittel im Besitze einer Klasse sind,' die sie in ihrem eignen Interesse benutzt und der übrigen Menschheit Versklavung und Degradation bringt. Diese Versammlung ist deshalb der Ansicht, daß das Ziel der Arbeiter aller Länder sein mutz, ihre Befreiung aus der Sklaverei des modernen Kapitalismus durch die Vergesell- schaftung aller Produktionsmittel zu erlangen."—- Die Nachwahl in Zschopau-Marienberg. Ueber das Wahlergebnis im 20. sächsischen Kreise liegen bereits eine größere Anzahl Meinungsäußerungen in der Parteipresse vor, die wir auszugsweise mitteilen. Hören wir zunächst die nächst- beteiligten sächsischen Blätter. Die„Chemnitzer Volks- stimme" schreibt vorläufig nur dies: „Die Erklärung/zprozentige Anleihe im Betrage von 60 Millionen Mark aiiSgegeben wird. Die Anleihe, bestehend aus 40 Millionen Eisenbahn-Obligationen und allgemeinen Staats- obligatioen ist vom bekannten Bayernkonsortium'fest übernommen worden und dürste demnächst zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden. Rahden sWestfaken). 28. März.(Amtliche Meldung.) Auf dem Bahnhof Rahden ist heute 1 Uhr 30 Minuten nachmittags ein Güterzug auf eine rangierende Abteilung eines andren Güterzuges aufgefahren. Zwei Lokomotiven und fünf Wagen sind beträchtlich beschädigt. Der Betrieb wird anstecht erhalten. Ver- mcintliche Ursache des Unfalles: Ueberfahren des auf Halt stehenden BahnhofsabschlnßsignalS durch den Lokomottvführer des ZugeS 9671. Lohnbewegung des technischen Bühnenpersonals. Wien, den 28. März.(B. H.) Das technische Personal des hiesigen Hof-Opernha»ses und des Hofburg-Theaters beabsichttgt, in den Stteik zu ttetcn, falls die bereits vor längerer Zeit der Generaldirektton überreichten Forderungen nicht sofort bewilligt würden. Budapest, 23. März.(B. H.) Der seit vier Wochen dauernde Makerstteik ist durch Bewilligung einiger Forderungen der Gehilfen beigelegt worden. Auch der Schneiderstreil geht seinem Ende ent- legen, nachdem viele Gehilfen heute die Arbeit wieder aufgenommen >aben._____ Kampf um den Zchnswndcntag. Paris, 28. März.(B. H.) In Roubaix und Umgegend durch- ziehen die Streikenden die Straßen. Ueberall sind umfassende Sicherheitsmaßregeln gettoffen. In Roubaix selbst befinden sich 4000 Mann Truppen und 150 Gendarmen. Roubaix, 28. März, nachm...> in der Versammlung allseitig auf das höchste bedauert, daß infolge der Ansprüche des CentralverbandeS, die als„egoistische Propaganda" für einen einzelnen Verband gekennzeichnet wurden, ein? geschlossene Einheit der Arbeitgeber Deutschlands unmöglich gemacht worden sei. Angesichts dieser Thatsache wurde eS denn auch mehr- fach zum Ausdruck gebracht, daß die Verantwortung für diesen beklagenswerten Gang der Dinge ausschließlich der Leitung des CentralverbandeS deutscher Industrieller zuzuschreiben sei. Die An- gelcgenheit wird voraussichtlich noch weitere Kreise ziehen. Berlin und Qmgegentl. Achtung, Metallformer und Gicßcrei-Arbcitcr! Der Streik bei Knoll, Linienstraße, dauert unverändert fort. Alle Versuche, eine Verständigung herbeizuführen, sind bis jetzt gescheitert. Wie unS mitgeteilt wird, hat auch die Vertrauenskommission der Vereinigung der Metallwaren-Fabrikanten sich mit der Sache beschäftigt, und zwar hat sie anerkannt, daß die Forderungen der Arbeiter nicht unberechtigt sind, sich aber doch nicht dazu verstehen können, die Forderungen zu bewilligen. Zweifellos nach dem Grundsatz, daß die Arbeiter Forderungen, gleichviel welcher Art. überhaupt nicht stellen dürfen. Unseren Streikposten wird durch Beauftragte der Finna gesagt, daß, wenn bis Donnerstag, den 31. d. Mts., die Sache nicht erledigt ist, eine Aussperrung, die erste nach den ueucn Satzungen, erfolgen soll. Was an diesen Mitteilungen wahr ist, läßt sich im Augenblick nicht kontrollieren. Jedenfalls lassen die Streikenden sich durch diese Drohung nicht einschüchtern. Wenn es den Herren beliebt, die neuen Bestimmungen praktisch zu erproben, wir werden sie nicht daran hindern. Greift uns der Kiihncntänner-Verband an. er soll uns schlagfertig finden. Bezüglich des Verhaltens der SchntzmannSposten haben wir bis jetzt keinen Grund zur Klage. ES ist bis jetzt noch keine Sistierung vorgekommen l natürlich haben unsre Posten dazu, trotz der zweifel- los beabsichtigten Provozierung durch Arbeitswillige, keine Ver- anlassung gegeben. Kollegen allerorts! Haltet den Zuzug nach diesem Betriebe fern. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltuug Berlin. Tie Bergolder Berlins find in eine Lohnbewegung eingetreten. Hervorgegangen ist dieselbe aus den Differenzen in der Fabrik Methlow Co.(Berlin). Dieselben entstanden dadurch, daß eine be- stimmte Sorte Leisten bedeutend unter dem in andern Fabriken be- zahlten Preise gemacht werden sollte. Ein Vergolder, der dies ver- weigerte, wurde auf der Stelle entlassen. Die in der Fabrik be- schäftigten Arbeiter lvählten hierauf eine Kommission, welche mit dem Inhaber der Firma, Herrn Meier, unterhandeln sollte. Derselbe ließ sich aber auf nichts ein. Tarauf legten sämtliche dort beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit nieder und stellten im Ein- Verständnis mit der Organisation folgende Forderungen: 1. Be- willigung des geforderten Preises. 2. Wiedcreinstellung des Gemaß- regelten. 3. Einen Prozentaufschlag für einzelne schlecht bezahlte Sorten. 4. Abschaffung des schlechten Materials. 5. Niemand darf wegen zuviel Materialverbrauch einlassen tverden, und jeder hat so viel zu bekommen, als er braucht. S. Anständige Behandlung. 7. Für alle Leisten, welche zum Fertigmachen außer dem Hause ge- geben werden, mutz derselbe Preis gezahlt werden, als wenn die- selben in der eignen Fabrik oder Werkstatt hergestellt werden.— Diese Forderungen sind der Fabrikanten-Vereinigung unterbreitet worden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Vergolder, die am 25. März tagte, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die sich mit dem Vorgehen der Meihlowschen Vergolder einverstanden erklärt und die Durchführung der obigen Forderung verlangt. Die Sattler hatten, wie in ihrer letzten Mitgliederversammlung mitgeteilt wurde, durch den Gesellenausschuß bei der Innung einen Antrag auf Eirichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises ein- gebracht. Derselbe wurde von den Meistern rundweg abgelehnt. ' Achtung, Grünau! Seit Sonnabend, den 26. März 1M3, befinden sich die Arbeiter der Chemischen Fabrik von LandShoff u. Meyer im Ausstand. Wiederholte Maßregelungen von Vertrauensleuten und Auöschußmitgliederit und die Vorlegung eines Lohntarifs, welchen die Arbeiter nicht annehmen konnten, sind die Ursachen des Aus- standes. Die Firma bietet jetzt den Arbeitswilligen 10 Proz. Lohn- aufschlag. Wir bitten alle Arbeiter den Zuzug fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Deurlcbes Reich. Eiit Bäckerstreik ist in Kiel ausgebrochen. In der Versamm- lung, die den Streik beschloß, waren von 240 in Kiel und Umgegend beschäftigten Bäckern 200 anwesend. Der Streikbeschluß kam mit sämtlichen gegen acht Stimmen zu stände. Es arbeiten jetzt schon 133 Gesellen(also mehr als die Hälfte) in 45 Betrieben zu den neuen Bedingungen. Das Koalitionsrecht in Breslau. Der Vorsitzende des BreSlauer Zweigvereins vom Centralverband der Handlungsgehilfen und -Gehilfinnen war in ein kaufmännisches Komptoir eingetreten, um zu rügen, daß dort am Sonntagvormittag zur Kirchzeit gearbeitet wurde. Wegen Hausfriedensbruch erhielt er 20 M. Geldstrafe, das OberlaudeSgericht bestätigte jetzt diese Strafe.— DaS ist der Schutz der Arbetterschutz-Gesetze l Die Deutsche Metallarbeitcr-Gewrrtschaft wurde von uns in der Mittwoch-Numnier voriger Woche als„Lokal"-Orgauisation bezeichnet. Die Leitung der Organisation legt Wert auf die Feststellung, daß die Gewerkschaft central organisiert sei. Das ist richtig. Die Metallarbeiter- Gewerkschaft hat sich aber den von den so- genannten lokalorganisierten Gewerkschaften geschaffenen Jitstitutionen angeschlossen und Handelt mit diesen gemeinsam. Zur Sitttation in Crimmitschau. Nachdem das gewaltige Ringen um die Verkürzung der Arbeits- zeit durch den Beschluß der Arbeiter, den Kamps abzubrechen, beendet worden ist, läßt daS Unternehmertum dem noch ausgesperrten Teil der Arbeiter seine ganze Macht fühlen. Man treibt die noch auS- gesperrten Arbeiter von Fabrik zu Fabrik, ohne daß dieselben Arbeit erhalten, und dabei versuchen die Unternehmer noch inuner, aus Bayern und Böhmen fremde Arbeiter herbeizuziehen. Arbeiter allerorts I Haltet Zuzug nach Crintmitschau fem. Noch sind 400 Personen ausgesperrt, von denen 250 Familienväter sind. Meidet Crimmitschau! Hualand. Die Aussperrung in der Diamantindustrie. Am Freitag ist Jef Grocsser endlich wieder aus seiner frei- willigen Verbmmung nach Antwerpen zurückgekehrt, während das andre Borstandsmitglied des Antwerpener Diamantarbeiter- Verbandes, Jan Bartels sich noch im Gesäitgnis befindet. Wahrscheinlich werden nun in Antwerpen Verhandlungen mit den Arbeit- gebcrn stattfinden. Durch die Posten des Verbandes wurde festgestellt, daß zur Zeit in den Fabriken in Antwerpen 105 Schleifer und 60 Vcrstellcr arbeiten, worunter ungefähr 30 Selbständige und cbensoviele Brüder und andre Familienmitglieder der Selbständigen sind. Da die Posten nur diejenigen als Selbständige oder Vertreter von Selbständigen gezählt haben, die ihnen als solche bekannt waren, so sind diese Zahlen jedenfalls nicht zu hoch gerechnet. Uebrigens mag darmt erinnert werden, daß, als die Antwerpener Diamant- arbeiter im Jahre 1300 für den Achtstuitdcntag streikten und die Fabriken nach Verlauf von drei Wollten wieder eröffnet nnirden, die Unternehmer ant ersten Tage meldeten, es wären 1873 Arbeiter ans Werk gegangen, was am andem Tage widerlegt wurde, indem gegen 3000 Diamantarbeiter an der Strcikoersammlung und dem darauf folgenden Demonstrationszug teilnahmen.— Aehnlich wie damals wird es wohl auch jetzt mit den Angaben der Unternehmer be- stellt sein. In A m st e r d a m sieht sich die Juweliersvcreinigung. nachdem sie die Vermittlung des Ministers abgelehnt hat, genötigt, für Unter- stützung der durch die Aussperrung in Not geratenen Juweliere und Fabrikbesitzer zu sorgen, und hat zu diesem Zweck eitte Kommission zur Sammlung von Unterstützungsgeldern eingesetzt. Ein allgemeiner Webermisstnnd hat gestern in Roubaix seinen Anfang genommen. ES Handell sich um Differenzen, die aus Anlaß der Durchführung des Millerandschen Gesetzentwurfes über die Ver- kürzung der Arbeitszeit entstanden sind. Bekanntlich kam es aus demselben Anlaß im Vorjahre schon einmal zum Ausstand. 6erttner Partei-�ngelegenkeiten. Schöneberg. Am ersten Osterfciertage veranstaltet der Wahl- verein ein Vereinövergnügen im Obstschen Lokale unter Mitwirkung der Gesellschaft S t r z e l e>v i c z. Entree 30 Pf., Anfang 6 Uhr abends. (Siehe Inserat in der Freitagnummer.) Johannisthal. Morgen, Mittwoch, den 30. März, nachmittags von 4>/z bis 7 Uhr finden im Lokale„Lindenhof", Friedrichstraße 61, die Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung statt. Der socialdemokratische Kandidat ist der Former G u st a v Radumke. Pflicht aller Parteigenosien ist es. dafür zu sorgen, daß unser Kandidat mit möglichst großer Stimmenzahl gewählt wird, damit auch das dritte Mandat der III. Abteilung in den Besitz der Socialdemokratie gelangt.— Heute, Dienstag, abends 8 Uhr. findet im Lokal von Heuneberg, Friedrichstraße 10, eine V e r s a m in l u n g statt, welche sich mit der bevorstehenden Wahl beschäftigt und in welcher unsre Vertreter über ihre Thätigkeit in der Ge- meindevertretung Bericht erstatten. Zahlreiches Erscheinen der Genossen ist Pflicht._______ Lokales. Wo die Stadt Berlin ihre Geisteskranken unterbringt! Mit dem„Gemeindeblatt" des Magistrats ist jetzt der von der Deputation für die städtische Jrrenpflege zusammengestellte Bericht üb�r das Etatöjahr 1902 ausgegeben worden. DaS„Etatsjahr 1902" endete am 31. März 1903. Der Bericht hat also ein volles Jahr gebraucht, um zur Veröffentlichung reis zu werden. Warum das Opus nicht früher fertiggestellt bezw. veröffentlicht werden konnte, daS ist auch eines jener Rätsel und Geheimnisse, an denen unsre vortreffliche Berliner Gemeindeverwaltung so überreich ist. Der Bericht besteht, wie üblich, aus den Sonderbcrichten der einzelnen Anstaltsdirektionen und einem Vorwort der Deputation. Das Borwort bringt diesmal eine kleine Ueberraschung. Es wird darin von den Beratungen erzählt, die über die Vermehrung der Anstalten zur Unterbringung von Geisteskranken gepflogen worden sind. Angeführt ist eine Klage darüber, daß infolge des bestehenden Platzmangels„eine große Zahl Geisteskranker in Privat- Irrenanstalten untergebracht werden m u ß". Die Leistungen der Privatanstalten seien nun„selbst- verständlich geringer als die der städtischen Hauptanstalten", man könne daher nur ruhige, uttbestrafte Kranke in den Privatanstalten unterbringen:„Dadurch leiden aber die Hauptanstalten sehr; durch die Anhäufung schwieriger, bestrafter Kranken wird ihre Wirksamkeit ernstlich in Frage gestellt und ihre Leistungsfähigkeit herabgemindert." Solche Geständnisse suchte man sonst vergeblich in den Berichten der Jrrenpflege-Deputation. Aber die Dinge sind allmählich so arg geworden, daß man eS nicht mehr umgehen kann, sich auch an dieser Stelle dazu zu äußern. Der Verfasser des Berichts ist fteilich nicht verlegen um eine Erklärung dieser Folgen älterer Unterlassungssünden. Er sagt, die Verzögeruitg des Ankaufs des Rieselgutes Buch, auf dessen Gebiet die eine Irrenanstalt errichtet wird, sei schuld an dem eingetretenen Mangel. Nur wundert unS, daß nicht auch noch der langsam bauende Baurat wieder als Sündenbock herhalten muß. Wer zwischen den Zahlen zu lesen versteht, dem geben die statistischen Uebersichten der Sonderberichte ein anschauliches Bild der Misere, die in unsrem städtischen Jrrenwesen eingerissen ist, weil der„solid und sparsam" wirtschaftende Freisinn zu spät an die Vermehrung der Jrrenan st alten herangegangen ist. Die auf Herrn Eugen Richters Grundsätze eingeschworenen „guten Hausväter" unsrer Stadtgcmeinde haben eS dahin kommen lassen, daß jetzt nur noch drei Fünftel aller in städtischer Jrrenpflege befindlichen Kranken in den eignen Anstalten der Stadt verpflegt werden können. Zwei Fünftel befinden sich in Privatanstalten beziehungsweise in Familienpflcge. Ende März 1903 waren es rund 2500 Personen, die diese minderwertige Pflege genossen, und seitdem ist ihre Zahl noch weiter um mehrere Hundert gestiegen. Von den Leistungen der Privatanstalten giebt der Berilbt, wie oben bemerkt, selber zu, daß sie„selbstverständlich ge- riitger" sind als die der städtischen Anstalten. Ueber die Familien- pflege schweigt man. Wir wollen verraten, daß ihre Leistungen „selbstverständlich" noch sehr viel geringer als die geringen Leistungen der Privatanstalten sind. Der Specialbericht über Dalldorf liefert übrigens hierzu noch eine zahlenmäßige Illustration, die von besonderem Interesse ist. Er weist nach, daß die Zahl der von dieser Anstalt an Privatanstaltcn überwiesenen Kranken wieder größer geworden ist und fügt hinzu: „Sehr beträchtlich ist die Zahl der Kranken, die zurückverlegt werden mußten; sie stellt sich auf 17,7 Proz. der überhaupt dorthin über- wiesenen Kranken." Zurückverlegt werden„mußten"?? Warum wohl? Auch darüber klagt dieser Bericht, daß die Zahl der in Familienpflege befindlichen Kranken„sich recht vermehrt" habe. Hier sei das Verhältnis der in die Anstalt wieder zurückgenommenen Kranken zu den aus- gegebenen bei den Frauen wie 1: 2, bei den Männern etwas kleiner. 1: 2, das ist wie 60: 100, da? heißt 50 Proz. Das ist so unerhört hoch, daß wir fast einen Druckfehler vermuten möchten. Bei der Lektüre dieses Berichtes wird mancher freisinnige Stadtverordnete wünschen, daß die Mitteilung solcher Zahlen künftig unterbleibe. Empört wird mancher ausrufen:„Ist denn kein Fischbeck da, der solche Veröffentlichungen ver- hindert?!" Ja. es ist wirklich ein Jammer, daß man nicht auch den Direktoren der städtischen Anstalten den Einblick in ihre eigne Ver- waltung wehren kann, daß man mit ihnen nicht uinspringen kann wie mit socialdemokratischen Stadtverordneten, die über die Ver- waltung, der sie angehören, an den„Vorlvärts" berichten. In der Stadtverordnetcn-Versainmlung hat einmal ein freisinniger Stadt- verordneter über den Direktor einer städtischen Anstalt, mit dem er unzufrieden sein zu müssen glaubte, die Aeußerung gethan, wenn er„Magistrat wäre", würde er solchen Direktor.rausschmeißen" (wörtlich, aber im Stenogramm geändert). Wer weiß, was geschähe, wenn auch noch der Mann„Magistrat wäre"! In der gestrigen Sitzung der Deputation für die städtischen Gaswerke kam unter dem Vorsitz des Stadtrats N a m s l a u die in letzter Zeit mehrfach in der Presse besprochene Angelegenheit bezüglich des Ersatzes der gußeisernen Anschlnßrohre durch schmiede- eiserne zur Sprache. Aus Anlaß eines besonderen Unglücksfalls durch Bruch eines gußeisernen Verbin dungsrohres infolge einer Senkung deS Mauerwerks war die Auswechselung der alten guß- eisernen Gasrohre gegen schmiedeciserne angeregt ivorden. Die Deputation hat beschlossen, in dieser Sache eine öffentliche Bekannt- machung zu crlasien. Ferner wurde von der Deputation beschlossen, die beiden Museiimsbrücken zur Verbindung der Straße Am Kupfergraben mit der Oranienburger- bezw. Krausnickstraße, auf denen daS Kaiser Friedrich-Denkmal errichtet werden soll, mit zehn Bogenlampen, die sowohl die Brücken als auch die Spree und den Kupfergraben beleuchten sollen, zu schmücken. Die Lampen sollen nicht an besonderen Masten, sondern an Pfeilern montiert werden. Ueber die Beleuchtung des Humboldthains ist mehrfach Klage geführt worden. Die Deputation hat gestern beschlossen, außer den schon vorhandenen Winterlampen noch acht elektrische Bogenlampen während der üblichen Brennzcit, d. h. die halbe Nacht, im Betrieb zu lassen. Die Enthüllungen über die Geflingenen-Behandlung in Plötzensee Iverdeit in der„Zeit am Montag" fortgesetzt. Wiederum entrollen sich Bilder, die das Blut erstarren machen. Mit mechanischer Ruhe werden die Leiden selbst todkranker Personen durch Disciplinarstrafen entsetzlich verschärft. Der begutachtende Arzt, in diesem Falle ein Dr. Pfleger, hielt in seinem Irrtum den Vollzug solcher Straf- Verschärfungen mit derartiger Selbstverständlichkeit für angebracht, daß er in dem weltbekannten Mustergefängnis den Spitznamen Dr. U n b e d e n t l i ch führen soll. Bon den Personalakten mehrerer Personen wollen wir die eines gefangenen Italieners, Namens Angeli, wiedergeben: Anzeige. Plötzensee, 15. 1V, 01. Nach einer Anzeige deS Aufsehers Lück- mann hatte gestern der Strafgefangene Angeli in gröblicher, ekel- erregender Weise seinen Arbeitsplatz durch Ausspucken verunreinigt. Auf den Befehl, seinen Platz zu reinigen, mußte er mehreremale aufgefordert werden. Nun fing p. Angeli an zu schimpfen und war nicht zur Ruhe zu bringen trotz wiederholten Verbots. Derselbe wurde auf Station 10(Arrest) isoliert. gez. Hirschlinger, Oberaufseher. Angeli ist aestättdig; er wird bestraft, weil er den Befehl eines Beamten nicht sofort und ohne Widerrede ausgeführt, sondern trotz lviederholten Verbots geschimpft und räsonniert hat, nach einmaliger Vorbestrafung aus ähnlicher Veranlassung, mit einsamer Ein- s P e r r u n g auf 7 Tage, geschärft durch Entziehung der ArbeitS-Lektiire und des BettlagerS, ferner durch Beschränkung der Kost auf Wasser und Brot. I- V. Freiherr v. Maltzan, Polizei-Jnspektor. Herrn Medizinalrat Dr. Pfleger. Unbedenklich. gez. Dr. Pfleger. Vollstreckt vom 15.-22. 10. 01. Pl. 14. 10. 01. Die Strafgefangenen Marguardt und Echan führen Beschwerde über ihren Mitgefangenen Slngeli. Hirschlinger. Oberanfseher. Schau. Marquardt, Neumann, Teil k. erklären: Wir schlafen und arbeiten mit Angeli zusammen. Durch seinen Husten, der schon seit Wochen dauert, und den starken und auch blutigen Auswurf desselben lvird uns das Essen und der Aufenthalt verekelt, auch fürchten wir Ansteckung. Angeli soll brustkrank sein und dadurch seine Mitgefangenen bei Tag und Nacht belästigen. Herrn Med. Rat Dr. Pfleger zur gefl. Untersuchung bez. Auf nahine des A. im Lazarett. I. V. Freiherr v. Maltzzan, Polizei-Jnspektor. Es liegt keine Veranlassung vor, den A. ins Lazarett zu nehmen. gez. Dr. Pfleger. Diese Eintragung des Dr. Pfleger ist vom 24. 10. Ol. datiert. Am 31. 10. 01 brach Angeli zusammen und mutzte ins Lazarett getragen werden. Am 2. Februar 1902 war er tot. Der Unglückliche war. wie bemerkt, ein Italiener; er ver- stand nur wenig Deutsch und war wegen Körperverletzung bestraft worden. Diese SchreckenSbilder sollten nicht allein die Regierung, sondern auch den Aerztestand beschäftigen. In neuerer Zeit war die Berliner Aerztekammcr mit Feuereifer dabei, nicht approbierte Personen, die etwa als Naturheilkundige praktizierten, der Kur- pfuicherei zu bezichrigen und in Fällen, wo ein von ihnen be- handclter Kranker nach ihrer, der Kammer Meinung infolge nn- sachgemätzcr Behandlung schwere Schädigungen seiner Gesundheit erlitt oder starb, die Heilkundigen bei der Staatsanwaltschaft zu denunzieren. Wenn die Denunziationen auch nicht immer einen angenehmen Beigeschmack hatten, so wollen wir heute doch nichts gegen diese Art des Kampfes sagen, iveil wir einmal annehmen wollen, datz keine andre Triebfeder als die unausgesetzte Sorge um das Wohl der leidenden Menschheit die Aerztekammer in den Kampf getrieben hat. Tie mit amtlichem Eharakicr ausgestattete Organisation der Aerzte würde sich ein hohes Verdienst erlvcrben und zugleich ihre Unparteilichkeit dokumentieren, wenn sie auf Grund der in der„Zeit am Montag" veröffentlichten Aktenstücke auch den Gefängnisarzt Herrn Dr. Pfleger vor ihr Forum ziehen wollte. Um so besser für diesen Arzt und auch für die Gcfängnisvcrwaltung, »venu der Herr ans einer solchen streng unparteiischen Untersuchung völlig gerechtfertigt hervorgeht. Zu den Veröffentlichungen der Aktenstücke selbst sei noch bemerkt, datz Herr Redakteur Schneidt mitteilt, er sei in einem aus Anlatz der Veröffentlichungen eingeleiteten Verfahren gegen Unbekannt an einem Tage zweimal vernommen worden, als er sich kürzlich im Gefängnis zu Tegel aufhielt. Ebenso sei in der Sache bei ihm erfolglos gehaussucht worden. In einem Bortrage über KrankenhauS-Fürsorge Berlins und der Bororte, den Geh. Medizinalrat Prof. Dr. G u t t st a d t kürzlich im Haus- und Grundbesitzcrverein in Westende hielt, hat der Vortragende einige allgemein interessierende Anregungeir gegeben. Nach einem Bericht des„Grundeigentums" hat er u. a. darauf hingewiesen, datz in Wien Kaiser Josef das grotze Allgemeine Krankenhaus gegründet hat, das gleichzeitig auch die Armenpflege besorgt. Ein bestimmter Prozentsatz vom Octroi sei ftir das Krankenhaus bestimmt, auch Zuschläge zu der Besteuerung der Hinterlassenschaften. Die Stadt Wien bezahle für Gemeindekranke täglich 1 Gulden und habe bei der Eingemeindung die bestehenden Krankenhäuser übernommen und volle Einheitlichkeit eingeführt. Es sei zu wünschen, datz bei uns ähnlich verfahren werde. Charlottenburg, Rirdorf, Schöneberg und der Kreis Teltoiv bauen Krankenhäuser und stürzen sich in grotze Ausgaben, die steigen werden wie in Berlin. Eine Einheitlich- ke.itauf diesem Gebiete lietze sich schaffen durch Zuschläge zur Erbschaftssteuer oder Belastung des steuerfreien Nachlasses irnd Verwaltung durch gemeinsame Krankenhaus-Behörden. Reben einer einheitlichen Leitung für alle Krankenhäuser sei auch die Einrichtung und Abhaltung von sogenannten Amts tagen zu empfehlen. Ein höherer VerwaltungSbeaniter müsse mit den zuständigen Acrztcn und Beamten im Krankenhanse zu bestimmter Zeit den Kranken Ge- legenheit geben, ihm etwaige Wünsche und Beschwerden vorzutragen. Diese Einrichtung werde sicherlich von segensreichem Erfolge begleitet sein und im Sinne der Krankenhaus-Fürsorge liegen.— Schlietzlich sprach sich Geh. Rat G u t t st a d t auch gegen die Matzregcl aus, wonach die von autzerhalb nach Berlin kommenden Kranken die vollen Selbstkosten zahlen sollen. Berlin mühte eS als ein nobile officium ansehen, hier nicht so schroff�die Kostenfrage in den Vorder- grund zu stellen. Als vornehmste Stadt des Reiches habe Berlin auch gegen die nicht ganz armen Bewohner in der Provinz gewisse Pflichten, und sein Ansehen erfordere es, datz diese Pflichten ohne eine allzu ängstliche Rücksichtnahme auf die finanzielle Seite erfüllt würden. Gegen den Mißbrauch von Gehciinmittcln richtet sich eine neue Polizeivcrordnnng für den Landespolizeibczirk Berlin, die zum 1. April in Kraft gesetzt werden wird. Die Polizeiverordnung führt 95 der bekanntesten, meist durch Reklame vertriebenen Heilmittel auf. Genannt werden z. B. Corpulin, Elirir Godineau, Gehöröl, Wcidcmanns Knöterichthee, Pastor Königs Nerven- stärker, Pain- Expellcr, Alberts Remedy. Sauerstoffpräparat: der Sauerstoff-Heilanstalt Vitafer, Brands Schweizerpillen, Richters Stomakal, Mariani Bin, Heilmittel des Grafen Matte!. Die öffentliche Ankündigung oder Anpreisung aller der genannten Mittel wird verboten. Die Gefätze und die äntzeren Umhüllungen, in denen diese Mittel abgegeben werden, müssen mit einer Inschrift versehen sein, die den Namen des Mittels oder die Firma des Verfertigers deutlich ersehen lätzt. Autzerdem mutz die In- schrift auf den Gefätzen oder den äutzeren Umhüllungen den Namen oder die Firma des Geschäfts, wo das Mittel verabfolgt wird, und die Höhe des Abgabepreises enthalten; diese Bestimmung findet auf den Grotzhandel keine Anwendung. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 M. bedroht. Erstklassige Menschen. Erbauliche Zustände deckte ein Civilprozetz I auf, der gegenwärtig bei dem Landgericht I Berlin schwebt. Der Freiherr v. H... berg stand als Lieutenant bei einem Infanterie- Regiment in Prenzlau. Da er weniger in seiner„kleinen Gannson", als in Berliner Nachtlokalen sichtbar war, stieg seine chronische Geld- Verlegenheit bald ins Ungemessene. Um sich über Wasser zu halten. machte er zusammen mit einen, vorbestraften Agenten L. die gewagtesten Geschäfte. So spiegelte er einer hiesigen grotzen Autoniobilfirma vor, er brauche ein Automobil, um in der Garnison, in der er sich tödlich langweile. spazieren zu fahren. Der Vertreter der Firma fuhr das Kauf- objekt, ein Automobil im Werte von 3500 M., zusammen mit dem Agenten L. selbst nach Prenzlau, erhielt aber hier von H. und dem inzwischen wegen Fälschung von Parolebüchern bestraften Lieutenant v. K. nur wertlose Wechsel statt Barzahlung. Selbstverständlich sah die Firma Roh und Reiter niemals wieder. Frhr. v. H. fuhr sofort nach Berlin und verkaufte das Automobil für einen Spottpreis an einen Herrn B. in der Fasanenstratze.— Noch eigenartiger ist der Pferdehändler H. Wagen und Pferd losgeworden. Frhr. v. H. gab dem Agenten L., der in diesen Dingen bewandert ist, einen Wechsel, um darauf GKd zu machen. L. kaufte von dem Pferdehändler H. Dogcart und Pferd und gab den Wechsel in Zahlung. Dann versetzte er Wagen und �'erd, ohne von dem Erlöse dem Freihern, v. H. etwas abzugeben. ccdierte nun seinen Anspruch aus diesem Geschäfle ftir eine Schuld dem Restaurateur K. Dieser wurde nun in dem obenerwähnten Prozesse durch den Rechtsanwalt Walter Bahn gegen den Agenten L. und den Pfandgläubigcr auf Herausgabe von Pferd und Wagen klagbar. Freiherr v. H. hat sich inzwischen unter Hinterlassung vielerleid- tragender Gläubiger nach Brasilien begeben. Sittlichkeit unter Studenten. Ans Antrag der sechs Studenten: Walter Götze, K. Lange, B. Senkpiel, W. Jacobi, Hans Heinze und Hans Wrcde— zumeist Mitglieder eines studentischen SittlichkeitS- Vereins— hat die Staatsanwaltschaft gegen das Wissenschaft- N ch- h um a n i t ä r e Komitee, das unter Leitung von Dr. M. Hirschfeld sieht, Anklage erhoben wegen einer statisttschen Enquete, welche das Komitee veranstaltet hat, um den Prozentsatz der Homosexuellen zu ermitteln. Die Anklagebehörde erblickt in dem Rundschreiben, welches die hauptsächlich aus Aerzten bestehende statistische Kommission des Komitees verfaßt und versandt hat, eine Beleidigung der Befragten sowie eine Verbreitung unzüchtiger Schriftem Man darf auf den Ausgang des Prozesses um so ge- spannter sein, als von 2090 angeftagten Studenten über 1750 völlig korrekt geantwortet haben und das Ergebnis dieser und ähnlicher Erhebungen, welches zur Zeit bearbeitet wird, von hohem wissen- schaftlichen Werte ist. Die Ninmiersntten. Ein neuer Borstoß gegen das Wohnen der städtischen Lehrer und Beamten in den Vororten soll von den Haus- besitzen! versucht werden. Der Bund der Berliner Grund- b e s i tz e r- B e r e i n e hat die Absendung einer neuen Petition an den Magistrat und die Stadtverordnetcn-Versammlung, sowie an den Oberbürgermeister in Dieser Angelegenheil beschlossen, in welcher auf die Schädigung des Stadlsäckels, der Grundbesitzer und Gewerbe- treibenden durch das zahlreiche Auswärtswohnen der Berliner städtischen Lehrer hingewiesen werden soll. Die Petenten legen der Eingabe eine Statistik zu Grunde, nach welcher 17 Proz. der Gemcindeschullehrer, 34 Proz. der Realschullehrer und 44 Proz. der Gymnasiallehrer in den Vororten wohnen und verlangen, datz seitens der städtischen Behörden die Erlaubnis hierzu nur in seltenen, wirklich begründeten Ausnahmefällen erteilt werde. Direktor Jessen von der I. Handiverkerschule in der Lindenstrahe und Mitglied des Kuratoriums der städtischen Fortbildungsschule für Taubstumme ist am Montag früh plötzlich g e st o r b e n. Die Kirche im Zeiche» des Verkehrs. Der alte Dreifaltigkeits- Kirchhof vor dem Potsdamer Bahnhof, ein Verkehrshindernis ersten Ranges, soll bekanntlich recht bald verslbwindcn. Der Gemeinde- Kirchenrat macht aber Schwierigkeiten. Durch die im Jahre 1809 festgelegte Fluchtlinie der Königgrätzerstratze fft nur eine Fläche von 115 Ouadratmetcr des alten Kirchhofes zur Straße bestimmt worden. Der Polizeipräsident hält in Uebereinstimmung mit dem Magisttat die Freilegung dieser Fläche, die unmittelbar an die Äöniggrätzer- stratze grenzt, im Interesse des allgemeinen Straßenverkehrs für dringend erforderlich und hat seine Genehnngung zur Abkürzung der noch bis zum Jahre 1913 laufenden Liegefrist für diesen Teil des Kirchhofs erteilt. Die vom Gemeindekirchenrat der Dreifaltigkeits- kirche hiergegen eingelegte Beschwerde ist vom Kultusminister ab- schlägig beichieden worden. Die Verhandlungen wegen freihändigen Erwerbes der Fläche sind ohne Ergebnis geblieben. Der Gemeinde- kirchenrat war zur Abgabe einer Forderung nicht zu bewegen. Der Magistrat hat deshalb beschlossen, die qu. Fläche von 110 Quadrat- meter im Enleignungsverfahren zu erwerben, wozu die Stadt- verordneten- Versammlung ihre Zustimmung geben mutz. Leider wird dadurch nicht allzu viel gewonnen, weil dann der größte Teil des Kirchhofs immer noch bis 1913 in seinem jetzigen Zustande liegen bleiben mutz. Ein Hehlernest, in dem besonders„wilde Männer" mit ihren Freundinnen einen Unterschlupf fanden, hat die Kriminalpolizei in der Grotzen Frankfurtcrslratze gestern ausgehoben. Ein alter Zucht- Häusler S t e i n i ck e hatte dort, obwohl er unverheiratet ist, eine ziemlich grotze Wohnung gemietet. Zu ihm kamen viele Verbrecher, die als gcisteSttank in Herzberge untergebracht und als„gebessert" entlassen waren, und verttautcn ihm ihre Beute zum„Verschärfen" oder zum Ausbewahren an. Steinicke gewährte ihnen auch Kost und Unterkommen und berechnete dafür einen erheblichen Anteil vom Erlös für die Ausbeute. Zu seinen engeren Freunden gehörte der „Kürassier-Gustav", ein früherer Schlächicr Gustav Schmidt, der bei den Brandenburger Kürassieren gedient hat und schon geraume Zeit verrückt ist. Eine Lasterschnle. Wegen Kuppelei ist die Eheftau des früheren Landmessers Bäckner aus der Linkstr. 30 verhastet worden. Das Ehe- paar bewohnt seit drei Jahren die Hälfte des zweiten Stockwerks. Die Frau zeigte öffentlich an, datz sie junge Mädchen unentgeltlich Manicure lehre. Es meldeten sich auch viele Mädchen, die diese Gelegenheit nicht versäumen wollten, aber nur die hübscheren kamen an. Mit der Ausbildung wurde es nicht so genau genommen, als besonders wichtig aber wurde den Schülerinnen empfohlen, den Herren recht liebenswürdig zu begegnen. Dann würden sie schon bezahlen, auch wenn die Manimre noch nicht so ganz vollendet ausfallen sollte. In Wirklichkeit war die„Manicure" nur ein Mittel zum Zweck. Die Mädchen, die auf das Angebot ein- gingen, waren bald dort, wo Frau Bäckner sie haben wollte. Die gewissenlose Frau besorgte das Einkassieren für alle„Leistungen" ihrer Angestellten selbst, den Mädchen gab sie nur einen kleinen Teil als Entfchädigung ab. Das„Geschäft" ging lange gut. Endlich aber schlug ein Mädchen, das auf das Ansinnen der Frau nicht ein- gehen wollte, den richttgcn Weg ein, indem es Anzeige erstattete. Nun wurde das Treiben behördlich beobachtet, und das Ergebnis war derartig, datz man Frau B. fesMahm und in Untersuchungshaft setzte. Der Ehemann wurde ebenfalls eingezogen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Wieder ein Rangierer getötet. Der 36 Jahre alte Rangierer Ludivig Zillinski aus der Warschauerftr. 20 war seit fünf Jahren auf dem Ostbahnhof an der Warschauer Brücke beschäftigt. In der Nacht zu gestern wollte er zwei Wagen eines Güterzuges, der zusamniengestelll wurde, aneinander koppeln. Plötzlich hörten andre Rangierer ihn laut aufschreien und fanden ihn zwischen beiden Wagen auf dem Geleise liegend. Er hatte schwere Quetschungen am Halse und andern Körperteilen und starb nach kurzer Zeit auf der Unfallstelle. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Leiche und ließ sie nach dem Schauhause bringen. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau mit zwei Kindern im Alter von sechs und vier Jahren. Nach einigen Unterschlagungen ist ein jugendlicher Abenteurer durchgebrannt. Der 13 Jahre alte Schlächtergeselle Oskar Krüger. der seit einem Jahre in der Grotzschlächterei seiner Tante in der Samariterstratze 21 beschäftigt war, hatte durch Lesen von allerhand Geschichten einen so starken Hang zum Abenteurer bekommen, datz es ihn schlietzlich in Berlin nicht länger hielt. Nachdem er bei mehreren Kunden geliefert und den Betrag der Rechiinng eingezogen hatte, machte er sich am Sonnabend aus dem Staube. Wahrscheinlich hat er den Weg nach Hamburg eingeschlagen, um von dort auf See zu gehen. Ter Laiidstraßcnschrcckcn. Sonntagabend gegen 71i'-2 Uhr wurde, wie uns nntgeteilt wird, der Werkmeister Schaumburg aus Steglitz auf der Berliner Chaussee in Klein-Glienicke bei Potsdam von einem Berliner Automobilfahrer überfahren und so schwer ver- letzt, datz er im Potsdamer Ärankenhause, wohin man ihn schaffte, bald darauf verstarb. Auf drin Hciimvcg au-Z einer Gesellschaft ist am Sonntag der 56 Jahre alte Landgerichtsrat Otto Weber gestorben, der seit 30 Jahren am Landgericht II angestellt war und als Junggeselle in der Linkstr. 26 wohnte. Auf dem Rückweg von Charlottenburg brach er W/n Uhr abends in der Rotunde auf dem Lützowplatz zusammen. Ein Arzt, der schleimigst gerufen wurde, wollte ihn mit einer Droschke »ach dem Elisabcth-Kraiikcnhause bringe», als man aber dort mit ihm ankam, war er schon tot. Die Leiche wurde von der Revierpolizci beschlagnahmt und zur Feststellung der Todesursache nach dem Schau- Hause gebracht._ Ter Unterricht an der städtischen höheren Wedeschule, Markus- stratze 49, umfatzt Abend- und Tagesschulen und beginnt am Donnerstag, den 7. April d. I. Tie Tagesschule ist eingeteilt in sieben Kurse: Musterzeichnen, kaufmännischer Kursus, Konfektion, Posamentier- und Besatzkonfettion. Hand- und Maschinenftickerei, Wirkerei und Strickerei sowie Färberei. Im Berliner Zoologischen Garten befindet sich seit kurzem eine S ch n u r r b a r t- M e e r k a tz e, ein noch junges, reizendes Geschöpf, das in Gesellschaft zweier Kapuzineraffen einen Käfig des neuen Affenhauses bcivohnt. Dieser Dkeerkatzenart, die nur selten aus West- afrika, wo sie beheimatet ist, nach Europa gelangt, verleiht ihre auf- fallende Gesichtsfärbung etwas ungemein Drolliges. Die weißen Ränder der verhältnismäßig grotzen Ohren und noch mehr die ab- gesetzt weiße Oberlippe in dem bläulich angelaufenen Gesichte stehen im merkwürdigen Gegensatz zu der sonst dunklen Farbe, und die schlanke Figur mit den zierlichen Gliedmatzen, verbunden mit dem sanften, zutraulichen Wesen gewinnen dem Tiere, das eine interessante Bereicherung des Äffenbestandes des Gartens darstellt, rasch Freunde._____ Bus den Nachbarorten. Bei der Gemcindewahl in Schenkendorf haben unsre Partei- genossen einen glänzenden Sieg erfochten. Unser Kandidat Wilhelm C o l b e r g erhielt 38 Stimmen, während der bürger- liche Kandidat Pätsch nur vier Stimmen erhielt. Dieser erste Sieg der Parteigenossen am Orte ist um so höher anzuschlagen, als die Zeit für die Wahlhandlung so ungünstig wie nur möglich, näm- lich auf 1"/j bis 23/4 Uhr nachmittags angesetzt war. Ein tödlicher Bauunfall ereignete sich auf dem vom Bamneister Supke in der Kaiser-Allee 213/14 zu Wilmersdorf aufgeftihrlen Neubau. Es sollte die Rüstung im Treppenhause der vierten Etage abgerissen werden. Hierbei war in jeder Etage ein Arbeiter an- gestellt, um die schweren Rüstbretter nach unten zu befördern. Einem der Arbeiter fehlte es an Kraft, die Bretter so lange zu halten, bis sein Kollege zugefaßt hatte; es kam hinzu, datz weder durch Deckung noch durch Anschleifnng eine Vorsichtsmatzregel getroffen war, und so geschah eS, datz der Lehrling Pa ttncr von einem Rüstbrett mit solcher Wucht gegen den Kopf getroffen wurde, datz er den Ver- letzungen auf dem Transport nach dein Krankenhause erlag. Der Verunglückte stand im letzten Jahre in der Lehre und seine Eltern hatten grotze Hoffnungen auf ihn gesetzt. Steglitz. Die Etatsberatung bildete den einzigen Tages- ordnungspnnkt der letzten Gemein devertreter-Sitzung, und diese Arbeit wurde in einem Zeitraum von zwei Stunden erledigt. Die finanzielle Lage unsrer Gemeinde hat sich so günstig gestaltet, datz abermals eine Herabsetzung der Gemcindc-Einkommcnsteuer um 10 Proz., also von 125 auf 115 Proz., erfolgen konnte; den Haus- bcfitzern wurde autzerdenr durch Herabsetzung der Kanalisations- gebühren von 2 auf 1 Proz. eine wesentliche Aufbesserung ihrer kümmerlichen Lebenshaltung beschert: sie haben in diesem Jahre 38 000 M. mehr zu verzehren, ohne datz sie deshalb in eine„Lohn.- beweguilg" einzutreten brauchen. Der durch diese Beschlüsse bedingte Einnahme-Ausfall wurde durch weise Sparsamkeit an andre» Stellen wieder ausgeglichen. So wurde z. B. der Antrag,„für die Oberlehrer an den höherei« Schulen den Wohnungsgeld-Zuschutz von 660 auf 800 Marl und das Grundgehalt der technischen und Volks schul- Lehrer von 1300 auf 1400 M. zu erhöhen", gegen 6 Stinunen abgelehnt; die Lehrer erhielten vorläufig nur einen Wechsel auf den 1. April 1905 und die Schmeichclworte, datz man ihnen so viel Idealismus zuttaue, daß sie wegen Verweigerung„der paar Mark" ihre Arbeitsfreudigkeit nicht verlieren würden. Auch die Errichwng einer Badeanstalt wurde„für die nächsten Jahre" zurückgestellt. Wenn man bedenkt, datz heutzutage fast alle Wohnungen mit iniiidestens drei Zimmern Badceinrichtung haben, Steglitz nur etwa eine Stunde von Berlin entfernt liegt, wo es einige Bade» anstalten gicbt, und unser Dorf erst ca. 26 000 Einwohner hat, so wird man den Gemeindcvertrctern recht geben müssen, datz eine Badeanstalt vorläufig noch nicht nötig ist, und datz sie ihrer Pflicht vollauf dadurch genügt haben, datz sie den in den Etat emaestelllen Mitgliederbeitrag an die Deutsche Gesellschaft für Volks- b ä d e r in Höhe von 20 M. anstandslos bewilligten. Freisinnige Lrhrcrfreiindlichkeit. In der Geineindevertretung zu Lichtenberg äußerte sich der freisinnige Herr P I o n z über den Schuletat, nachdem vorher der schüchterne Versuch gemacht worden war, über die Frage der Lehrergehälter in geheimer Sitzung zu verhandeln. Dies mißlang allerdings, da unsre Parteigenossen widersprachen. Der Regierung, so meinte Herr Plonz, müsse gezeigt werden, datz die Genieindeverttetung Rückgrat habe; man müsse Obstruktion gegen jede Forderung machen, die auf Vermehrung der Lehrkräfte hinauslaufe und so die Regierung zwingen, der Gemeinde die Schullasten abzunchnen. So lange dies Ziel nicht erreicht sei, sollte die Gemeindevertretung auch die Erhöhung der AlterSzulagen von 200 auf 250 Mark ablehnen; wenn er aber dem Kompromitzvorschlag der Etatskommission zustimine, der eine Erhöhung um 25 Mark vor- sehe, verlange er drei Jahre Ruhe. Die Fortbildungsschule habe noch Zeit, die vorgesehenen Klassen für Minderbegabte seien einer Modeforderung zuzuschreiben, gegen die sich die Eltern ver- wahren sollten. Unter den Schullastcn leide der Grundbesitz vor- nehmlich. Unsre Parteigenossen wiesen diesen freisinnigen Anschauungen gegenüber daraufhin, daß nicht allein 23 fliegende Klassen am Orte seien, sondern datz man auch die Normalfrequenz der Klassen bei weitem überschritten habe; eine Reihe Klassen sei ohne Lehrer und es fehle jede Vertretung. Die sprungweise Schaffung neuer Lehrerstellen sei eine Folge der sich liberal nennenden Kommunal« Politik, die darauf beruhe, datz man aus Obstruktion auch die not- w e n d i g st e n Lehrkräfte verweigere. Obstruktion hätte man bei andren, notwendigen Gelegenheiten tteiben sollen. Soweit der Zweckverband mir Berlin in Frage stehe, sei darauf hinzuweisen, datz in der Reichshauptstadt gerade die herrschenden Freunde des Herrn Plonz keinen Finger rührten, um den bestehenden Miß- ständen abzuhelfen. Unsre Parteigenossen traten mit Energie dafür ein, datz die Lehrergehälter erhöht, die Fortbildungsschule und die Klassen für Minderbegabte geschaffen und die Schulhöfe als Spielplätze fteigegeben werden. Sie erzielten den Erfolg, daß die Alterszulage um 25 M. erhöht, das Grundgehalt der Lehrerin auf 1100 M., die Mietsentschädigung der Rektoren von 600 auf 700 M. angesetzt wurde. Bon den verlangten Lehrerstellen wurden zwei zum 1. April bewilligt. Gebührende Würdigung fand die Anregung des Herrn Plonz, wonach die unverheirateten Lehrer gehalten sein iolle», die nicht mit Möbeln versehenen Giebelzimmer des Schul- hauseS in der Dorfstratze zu mieten. Vortragsabend. Heute(Dienstag) abend 9 Uhr findet km Luisen- städtischen KonzerthauS, Alte Jakobstr. 37, ein Vortragsabend statt, aus welchem Scnna Hoy über„Die Liebe im Menschen"(Camille Lemonnicr) sprechen wird. Im nachjolgenden künstlerischen Teil wirken nnt: Kapell- meistcr Leonhardt(Klavier); Geige: S. CzeSlar(Kiniawski, Chopin« Sarasate, Schubert): Gesang: Maria Meyer(Dagner, Lasly. Rubinstein): Rccitation: Erich Burger. Kaschka Prawitz, Peter Hille.— Eintritt 10 Pf. (einige reservierte Plätze 1 58.). Kaufmännische Kranken- und Sterbekasie von 1888(E. H. 71.) SO. 16, Neanderstr. 4. Dienstag, den 29. März er abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jalobstr. 89: Sitzung. Marktpreise von Berlin am 26. Mär, 1904 nrtrfi ffrmittclunaen des fest. PollzeiprästdlumS. Kartoiseln.neueD.-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Lauch. Schweinefleisch» Kalbfleisch, Hammelfleisch Bntter "Welzen, gut D.-Ctr. mittel gering »Roggen, gnt mittel gering fGcifte, gut , miltcl gering sHaser. gut mittel gering Richisttoh Heu Erbsen SpeisebohnM Linsen » ab Bahn. t jrci Wage» und ab Bah». Eier Karpfen Aal- Zander Hechte Barsche Schlei« Bleie Krebs« 60 Stück 1 kg per Schock 8.00 1,80 1,40 1,60 1,80 1,80 2,60 4,00 2,40 3,00 3,00 2,20 2,00 3,00 1,40 15,00 6.00 1,20 1,10 1,00 1,20 1,20 2,00 2,80 1,20 1.40 1,20 1.20 0,80 1,40 0,80 3,00 ßncftaften der Redaktion. �urt XII. 1. fi. XII. von Schweden. 2. Wortwörtlich: Denn ttta n ch c r Mann wüßte, wer vi a n ch e r Mann war', thät mancher Mann manch� cm Mann manchmal mehr Ehr'.— K.K. Nein! — E. 100. Sonnabend.— Heilstätte. Stellen Sie Antrag bei dem Vorstand der Vcriicherungskaisc. Naher« Auskunst durch Herrn Simanowski, Hochstr. IS.— �iisilierstrasie. Auskunst darüber wie vorher unter„Heil- stätlc".— Bundist. Senden Sie Ihre A.-Ouittung ein, geben Sie Chiffre an und wiederholen Sie Ihre Fragen.— H. S. Das ersahren Sie durch jeden Slationsvorsteber, beziehungsweise direkt durch die Bahnverwaltuuz. — Rheine. F. Üastzillc starb t!t. August 1864 in Gens.— Z. Z. Nein. - K. G. ÜOI.— Auskunst darüber Sickingenstr. 7 durch das Bureau der Bauaenoiscnschast. Ferner: Wenden Sie sich in der Trinkgcldsrage an Herrn Saffenbach, Gewerkschastshaus, Engel-Ufer tö.— Düffeldorf. (Wette.) Sie sind im Unrecht. Gilt als einer der höchsten Festtage. Die Arbeit ruht.— Mcuthen. Broschüre kostet 2 M...Korrespondenzblatt" können Sie bei der Post abonnieren zu 1,50 M. pro Quartal.— P. R. Ja.- M.». 1. Ja. 2. Ja.— Kohn. 1. Klein. 2. Ja. 3. Nein.- 31. G. Der Ort ist von Ihnen unrichtig angegeben.— G. M. Billig und schlecht.— Tempora. Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen. Wetter-Prognosc für Dienstag, den SS. März ISOl. Trocken und vorwiegend heiter, nachts leichter Frost, am Mittag ziemlich warm bei frischen nördöstlichen Winden. Berliner Wetterb ureau. WitterungSüberficht vom S8. März 1904. morgens 8 Uhr. ü». -7 —5 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. UKeater. Dienstag, den 29. März. Anfang 71/, Uhr: Opernhaus. Lrphcus und Eurydikc. Schauspielhaus. Egmont. Deutsches. Rose Bernd. Berliner. Zaza. Lessing. Zapfenstreich. Westen. Der Pvstillon von Leu- jumcau. Nencs. Minna von Barnhclm. Residenz. Der keusche Casimir. Vor- her: Die Empschlung. Central. Das Schwalbennest. Belle- Alliancc. Göttcrwcibcr. Thalia. Der Hochtourist. Ansang 8 Uhr: Schiller«.(Wallner- Theater.) Uriel Acosla. Schiller W.(Fricdrich-Wilhelmstädt.) Die Wildente. Kleines. Nachtasyl. Luisen. Der Kaufmann von Venedig. Trianon. Das eiste Gebot.— Der Dieb. Carl Weist. Ein Mädchen aus dem Volke. Deutsch- 3luierikanisches. Uebcr'n großen Teich. Gebr. Hcrrufcld. Nur eine Nacht. Wintcr-Garte». Ivette Guilbcrt. Costanline Bcrnardi. Spcciali- täten. tvietropol. Ein tolles Jahr. Easino. Walden- Gastspiel. Raub der Sabincrinncn. Apollo. Frühlingslust. Blüten« Hochzeit. Speeialitäten. Reichshallen. Stcttiner Sänger. Poffage-Theater. Caicedo. Spccia- litäten. Ansang 5 Uhr. Urania. Taubenstrastc 48/40. Um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Um» Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Jnvalideuftraste 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis ll Uhr. Um 8 Uhr: I. Hoellwg:„Die opeltral-Analyse der Gestirne. eentr a!-Diester. Heilte VL Uhr: Letzte Auffuhrung: Igy �Das Schwalbennest. Operette in 3Akten vonM. Ordonneau. Mnfik von Henry Hcrblay. i Donnerstag u. Sonnabend abends Vj, Uhr: Dio Glocken von Corneville. Romantische Operette in 3 Akten. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a— 5. Minna von Barnhelm. Ansang 71/, Uhr. Morgen: Camllda._ Luisen-Theater. Zum erstenmal: lefMZnvlnisMU IM- Ansang 8 Uhr.-MV Mittwoch: Der Verschwender. Donnerstag: Der Veilchensreffer. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Das Käthchca von Hcitbronn._ Rkjibtllj-Thtiltn DirekNon S. Lautenburg. Zlbends Vlt Uhr: Die Stupf eblung. Abends 8 Uhr: Der keiOt Cnjimir. Dienstag, den 5. April: E r st e S Gastspiel von Adolf Sonnenthal: Xathnn.___ Metropol-Theater Zum 18. Male: tin tolles Jahr. Gr. dramatisch-satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. In Leone gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 1. Bild: Am Kleinkindersee. Bild: Was giobt's Neues. 3] Bild: Das Ordensfest. i. Bild: Der neue Zapfenstreich (Farodie). 5 Bild: Briefe, die ihn erreichten (Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Donnerstag, den 31. März und Sonnabend, den 2. April: Jfleiit Iieopold. Ostersonntag und Ostermontag und die folgenden Tage: Ein tolles Jahr Schiller- Theater. Schiller-Thenter O. (Wallncr-Thcatcr). Dienstagabend 8 Uhr: Uriel Acosta. Tvauerspiel in 5 Auszügen von Karl Gutzkow. Mittwochabend 8 Ubr: Der ETeck anf der Ehr". Schlllcr-Thcnter M. (Fricdrich-WilhclmstädtischcS Tbeatcr). Diciistagabend 8 Uhr: I>Ie IVildente. Schauspiel in 5 Ausz. v. Henrik Ibsen. Mittwochabend 8 Uhr: Zum erstenmal:»er Geizige. Hieraus zuin erstenmal: Der cinscbildetc Kranke. Thalia-Theater. Belle-Ältiänce-Theater. DreSdcnersw. 72/73. Zimt IV 4440. Ans. 7% Uhr. Direktion Jean Kren Heute Dienstag w. morgen Mittwoch Der Hochtonrist mit vollsläud. iicucii Gesaiigscinlage» An allen drei Qfterseiertagen, nach- miitags 3'/. Ubr: Gdartexs Tante. Bclle-Alliancestr. 7/8. A,nt Vl 283. und Alired Sobönleld. Ans. 7'/. Uhr. Heute Dienstag u. morgen Mittwoch: Götterweiber. AuSstatt.-Poffe mit Gesang und Tanz. Sonntagiiachm. 3 Uhr bei kl. Preisen: IMe Räulter.- UM" JSfur noch 8 Cagc.___ Cirkus Sehumann. Heute Dienstag, den 20. März 1904. abends 71/, Uhr: Andaliisig:. in spanischer Schule, gcritten vongrl. vor» Schuinann. Serpentine zu Pscrde von Vallv. Cake Walk zu Pferde von Geschwister U««r». . Angabt Eattrell mit seinen dressierten Hunden. Die Löwenherde des Herrn Jnl. Seeth. Ereres Skremka9 w ihrer Wunderarbeit. Habel. Die Pracht, der Untergang u. die Wiedererweckung des Weltreiches _ von Babylon. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Um 4 Uhr(kleine Preise); Von der Zugspitze zum Watzmann. Sternwarte Um 8 Uhr: J. Hoelling: Die Spektral-Analyse der Gestirne. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Afrika in Berlin!!! T unesen-T ruppe. Ciroftae Völkerschnu. Die achttnen Harems- Damen In Tnnis. HEUTE: 217. AUFFÜHRUNG. Anfangs Uhr. Endo 10 Uhr 30. Deutsch- Amerikanisches THEATER KDpnickerstrasse 67. Jeden Abend: Gastsp. Ad. Philipp Uebem eR088EX TEICH. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nsclrtsszfl- _■ Anfang 8 Uhr. Morgen: Elcktra. Trianon-Theater. Georgenstrage. zwischen Friedrich- und Univerfitätsswage. Das elfte Gebot. Hieraus: Dct Dieb. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag:„Madame X." Passage-Theater. Anfang Sonnt. 3, Wochentags 5 Uhr. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Ganz Berlin schreit vor Lachen bei dem Redestreit der beiden teindlichen Improvisatoren Holländer».Sleinitz. 14 erstklassige Nummern. Gchrildcr Herrnfeld- 7A- Theater, Heute und solgcude Tage das Herrufeldsche tLcnsalionsstuck Ztur eine MW! Zwei Akte aus einer Ehe. Vorher: Kflnsttler-Tcll u. a. Bcndlx und Edi Stadler. Dienstag, den 3. April, (3. Osterseicrtag! Premiere von Im anderQ Morgen! Nachspiel zu.Nur eine Stacht". Komödie von?l. und D. Herrnseld. Ipeiie-ThBatBr. TrühUngslufi 9'/.— U Uhr: Die grandiosen März° Speeialitäten und„Hagdulena", die Schlaftänzerin. 1. Osterleierlag, nachm. 3 Uhr, zum vorlotztcnmal: Frühlingsluft. Abends: Premiere: Elebeagöttcr. 2. Oslerfeiertag, nachm. 3 Uhr, zum leztenmal: Frühlingsluft. Abends: I.icbeHgttttcr._ I. Direktion: Robert Gill. Brunncnntrattne 16. Heute geschloffen! Wiedereröffnung: Am ernten Osterrelertag. An alle» drei Feiertagen: i!rlZ85k5e8tvo?5tk!lungen! Lasino-Tkeater. Loihringerstr. 37. Ans. 8, Sonnt. VI? Bis Mittwoch.- Oer Raub der 8ab!nor!nnon. Donnerstag und Sonnabend: t'Wie einst Im Mal." An allen Feiertagen: Der Raub der Sabinertnnen. BainM Rose-Theater Gesundbrunnen. Badstr. 58. Während der Eharwoche i <»e»ehl«>»«en k Sonntag, 3. April(l. Osterscicrtag): Oer Raub der 8ab!nsrinnon. Anfang 8 Uhr. Montag. 4. April(2. Ostcrfeiertag): ?eohschulze. Ansang 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Orosser Ball. Carl Weiss-Theater. Graste Frautfurter Strohe 132. Vorletzte Vorstellung unter Direktion ___ Carl Weist._ gV Zum letztenmal: Ein Mädchen aus dem Volke. Voilsstück nut Gesang in 3 Alten (5 Bildern) von Scppi J. Simonsohn u. E. Nitlerscldt. Mustl v. A. Wicher. Ansang 8 Uhr. Morgen: B e n e f i z für Frl. Mitti Wichmann: Die«Innefraa von Orleans. IX. Berliner Saison. $leidl-/ghTlieater Linien- strasse 132 Oranienburger Thor. Morgen Mittwoch, den 30. März: ibsHs-Vörsleli ber„Frltz Stcldl-Sönger" Königstadt-Kasino Holzmarktstr. 72, Ecke Sllcxanderstraße. Grosso Extra-Vorslellunnen. Vom Dienstag, den 29. Zltörz bis Sonnabend, den 2. April: Traum der Rose. Liederspielin l Akt. Der Kapitän. Seemannskoinödle in t Akt. Austreten sämtlicher Speeialitäten mit Ernni Sobnnski. Ansang der Vorstellung 8 Uhr. Cirkus Busch. Große internationale Ningkampf-Konkurrenz � um die Weltmeisterschaft.— Die 24 besten Ringer der Welt. Es treten in Konkurrenz: t. Böbnnek(Berlin) gegen Alnmble de la Calmette. Omer de Bouillon(Belgien) gegen Koepell(Berti»). Sauerer(München) gegen Cleni. le Terrassler(Belgien). i 4. Heinrieh Ebcrle gegen Charles Bernard(Schweiz) Das letzte Wort!!! Än Sehieile nl lodessprung inTempom Bär als Kuustrcitor. vorgcsührt von Herrn Bnttz'. Palast-Theater Burgstrnste 22, früher Feen-Palast. Abends 8 Uhr: Zankteufeieksn. Upcrette v. Linderer. Musik v. Kolle, Abends 9 Uhr: Phänomenale Speeialitäten. Abends 1t) Uhr: Oer Muckebold. Bis 2. April geschloffen. Sonntag, den 3. April er.: Zwei graste Borftellungcu. Letzte Vorstellungen. YvettB Guilhert Paulton u. Doley KomischeRadfahrer Karnavals-GeisterTanz-Divertissem. Imro Fox Zauberkünstler Leo Billward Komischer Jongleur Madeleine Noc6 Sängerin Prosper-Truppe Akrobaten. Gosiantlno Bernardi V erwandlungsschauspieler Lony Elastisch-equilibr. Akt. The Seidoms Plast. Darstellungen. Biograph. Reichs hall cn Stettiner Sänger Zum S chlusi: Neu! Cirkus Lenz und CirkuS Pusch. Ätllbflei-telei' früher Puhlmann,, Sehiinhauser Altea 148. Heute Dienstag: Zlsrdnrger Sänger Nach der Vorstellung: Frei-Xanz. Ans. 8'/. Uhr. Eintritt 30Ps. VorzugSkarten sind gültig. 8 a ii 8 8 c ii c 1. Kollbuscr Thor— Stat. der Hochbahn. Heute Dienstag: Letzte Vorstellung vor Ostern: ' Karsreitcig geschlossen leHail Schauspiel in 4 Alten von Roderich Bencdix. An allen 3 Ostcrseiertagen: Vi rosse Extra-Verstellungen. Gelegenheitskäufe in Damen- Konfektion!' Kostüme von 12 M, 50 Pf. an» Palclots von 7 M. 50 Pf. an i Röcke von 3 W. 60 Pf. an 1 Reisemutter spottbillig Oatnenmäntei- Fabrik; Taubenstr. SO, I. Etage.) 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Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 2'/, Uhr von der Leichenhalle des alten Matthäi- Kirchhoss, Groffgörschenstrasie, auS statt. 253/3 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstanck. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme nnd zahlreichen Kranzspenden bei der Be- »rdigung meiner lieben Tochter, unsrer Schwester und Schwägerin Anna Hans sagen wir allen Verwandten und Be- kannten, sowie den Kolleginnen und Kollegen der A. E.-G. unser» herz» lichslen Dank. 46772 Familie Hans. Für die herzliche Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Be- erdigung meines lieben Mannes und guten Baters Heinrich Eltner sage» allen Verivandten und Be» kannten, seinen Kollegen, den an» gestellten Herren der Firma Delbrück, Leo u. Co., dem Lotterievereir.Hoff. nung", serner dem Gesang- und Musik- verein sär den schönen Gesang bei der Leichenfeier unsren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Wwe. Auguste Eituer geb. HSuslee. Orts-Krankenkasse der Uadler u.Siebmacher. Von Sonnabend, den 2. April er., befindet sich das Kassenlokal Hussitenstr. 57. vorn 1 Dr. Am Sonnabend, den 2. April, bleibt das Kasjenlokal wegen Umzugs ge» schloffen. Berlin, den 29. März 1904. 272/6 Der Vorstand. SHnhner, kerngesund, jetzt fleißig legend, verkaust P. Wegner, Berlin. Mariannenstr. 34. Dr. Simmel, �nzE; Epeelalarzt für s76/l6« Hunt- nnd Harnleiden. 10—2,5—7.«onntagS 10—12 2—4. jlpothekez.goIdenenjlilIer Alexandrinenstr. 41.* Hämorrhoidallikör a Flasche t Mark, 7 Flaschen 6 Mark. Mehrere hundert Parzellen, 6 bis 10 M. p. ri-Rutc, mit und ohne Wald, neue Villenkolonie, 2'/, Meile vom Centrum Berlins, ff. Boden, vert.«ehnls. Rixdorf, Lenaujtr. 12.* MMMMMMM« Ol Inventur- Ö Rabatt »af cMb Persel Teppich und handseknüpf Smyrna, inaisc türkische Fflbnki sj'ssih«. Eil Ii Oranienstr, 158, � Selten günstige Kaufgelegenheit. ' rwowowwooownww ww J Jtobeiter � Konsum-Vereine BTorden: Slwiuemiinderftr. 44. SHorinerstr. 4k. Buttmanuftr. IS. Willdenowftr. 30. Gartenstr. 3. noablt: WIelefstr. 31. Emdenerstr. 43. Pavelbergerstr. 6. Rostockcrstr. 21. Schlächterei: Wittstockerstr. 8. Nordosten: WinSftr. 64. Outen> «belingstr. 14. Krautstr. 7. Llcbigftr. 7. Zorndorferstr. 62. Münchebergerstr. 32. die auf dem Boden des Centralverbandes stehen. Kauft nur in den nachstehenden Verkaufsstellen: Oftten. Ttralauer Allee 20 A, Südosten: Tornuerstr. 10. Pücklerste. 31. Falckeusteinftr. 6. ssorsterstr. 4. Michaelskirchplatz 4. CrUnkramgesohäfte s Forfterstr. 20. Glogauersir. 3. Milchgeschäft: Glogauerstr. 27. Bäckereien, Konditoreien, Niederlagen; Liegniherfir. 22. Korsterstr. 20. Admiralfir. 37. Reichenbergerstr. 138. Görlttzerstr. 68. Glogauerstr. 28. Ratiborstr. 2. Falckeilfteiustr. 31. Schlächtereien: Glogauerstr. 28. �alckeusteiiiftr. 18. Lieguitzerstr. 24. Mauteuffelslr. 33. Zkaliuerstr. 81. Oppeluerstr. 28. Stiden: Gräfestr. 10. Kottbuser Tamm S. Bäckereien: Gräfestr. 12. Gräfestr. 33. Schlächterei: Gräfestr. 13. Sfidtvesten: Slrubtstr. 3. Südwesten: Hagelebergerstr. 20. Schöneberg: Apostel Paulusstr. 27. Gothenstr. 1. Qhnrlottenbnrg: Wilmcrsdorfcrstr. 27. Tauroggeuerftr. 10. PotSdamerstr. 12. Steglitz!. Am Markt 2. «ross-Uchtertelde: Dnrerstr. 37. Tempclhof: Berlinerstr. 76. Britz: Werderftr. 33. Kixdorf: Zietenstr. 31. obrechtstr. 82. Rofenstr. 4. Bäckereien: SteiumeUstr. 120. Kalkstr. 3. KirchHofstr. 2. Schlächterei: Kottvuser TammOO. Treptow- Bnnmschnlenweg: Baumschuleustr. 36. Ober-Schöneweld«: Edisouftr. 4. .lohnnnlsthnl: Köpu Icker-, Ecke Friedrichstraste. RiiiiimelHbarg: Türrschmidtstr. 6. Frledrichsberg- l-ichtenberg: Mainzerstr. 4. Frankfurter Chaussee 48/49. Vea-Idehtenberg I Wilhelmstr. 9. Weissensee S triedrichftr. 12. anghansftr. 60. Adlershof j Hackelbergftr. 29. Alt-Glienicke i Köpnickerstr. 32. Friedrichshagen i Friedrichftr. 98. Erkner: Königstraste. Spandan: Jüdenftr. 9. Mittelstr. 13. Tegel t Schlieperstr. 2. 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Einzelausgaben: Neber Berfassnngswesen.— Was nun?— Macht und Recht. -.35 M. Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine Verteidigungsrede.— ,30 M. Meine Assisen-Rebe, gehalten vor den Geschworenen zu tdüssel- dorf am 3. Mai 1849 gegen bte Anklage, die Bürger zur Bewaffnung gegen die känig- liche Gewalt aufgereizt zn haben.—,40 M. Arbeitervrogramm.—.15 M. Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen. -.60 M. Der Lassallesche Kriminalprozest. II. und III.—.50 M. Offenes Antwortschreiben an das Centralkomitee znr Berufung eines Allgemeinen deutsche» Arbeiterkongresses zu Leipzig. Neu« Auslage.—,20 M. Die Feste, die Presse und der traukfurter Abgeordnetentag. rei Symptom» des öfsentlicheii Geiste»-,23 Dt. An die Arbeiter Berlins. Eine Ansprache.—,20 M. Der Hochverrats- Prozest wider gerd. Lassalle.—.40 M. Klein« Aussätze:—.15 M. Die Agitation deS Allgeiueiueu Deutschen Arbeitervereins uud das Versprechen des König» von Preusten.—,25 M. Herr«astiat-Schnlze v. Deliüsch oder Kapital und Arbeit. 1,— M. Herr Julian Schmidt, der Sit- terarhiftorikrr.—.75 21. Borrede zum System der er- wordenen Rechte.—.20 M. Franz von Sickinge«. 2— M. Seltene Gelegenheit! Nur kurze Zeit! Räumungs=Verkaui der ans der Konlcui'slnasse Rosenthaler Str. 60 Avanti I Etage der fi. Levg, Qoldschmidt% Co., Keine'schen Konkursmasse stammenden und andrer Ware«. Rosenthaler Str. 60 I. Etage Avanti Ein"""" Ein llN.._.. Eine graste Partie, bestehend in 4öS Frnhjahrs-Ueberziehern, jetzt herabgesetzte Ein kaveling, bestehend in tf»« Herren-Nock-Anzügen, zu dem jetzt herabgesetzi Ein Posten Herren-Joppe» und Jacketts aller Sorten zum herabgesetzten Pre« Eine graste Partie, 1364 Jünglings- und Burschen-Anzüge zu dem bedeutend herabgesetzten Preis... I von M. 4 an«. h. Ein Posten, 1000 Knaben-Anzüge zu den noch nie dagewesenen Preisen.............. von M. 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Hasenheide 58.—.Edelweiß", Lippkc, Mclchiorstraße 15. —„Echo", Mündncr, Linienstr. 19.—„Myrthenblättcr", Spät, Georgenlirchstraße 65.—„Rote Nelke II" Rosin, Ruppincrstraße 42.— „Vorwärts IV", Schulze, Rathenow, Jägcrstraßc.—„Alpenglocke", Gold, Große Franksurterstr. 133.—„Weddinger Harmonie", Milbrodt, Müllerstr. 7.—„Vorwärts IUI", Schurbaum. Marwitz in der Mark. —„Sangeslust II", Hoffmann, Pasewalkerftr. 3.—„Weiße Rose I", Schiller, Reinickendorf, Provinzstr. 72.—„Arbeiter-Maibund", Hicmke, Nowawes, Wallstr. 55.—„Kreuzberger Harmonie", Rabe. Mchtcstr. 29.— „Nord-Ost", Konradt, Zorndorserstr. 6.—„Freie Feldblume", BiallahS, Skalitzerstr. 51/52.—„Einig", Lietz.Markusstr.lS.—„Schneeglöckchen II", Pots- dam, Glaser, Kaiser Wilhelmstr. 33.—„Textilia". Wctzcl, Wranaelstr. 136.— „Alpenröslew", Hilgenseid, Bergstr. 60.—„Kupferschmiede", Feind, Wein- ftraße 11.—„Frohsinn I", RummelSburg, Beutling, Goethe- u. Kantstraßen- Ecke.—„Vorioärts IX", Eharlottenburg. Säernicke. Bismarckstr. 34.— „FreiheitSklänge". Weihnacht, Grünstr. 21.—„Rosenthaler Vorstadt", «cheffler, Pappel-Allee 3/4.—„Zukunft I". Steglitz. Schellhase, Ahorn- ftraße 15».—„Concordia", Lier, Alte Jakobstraße 119.—„Rosenrot", Pörnich, Schwedenstraße IIa.— Männer-Gcsangverein„Vorwärts X", Nauen, Paul Schulz, Chausicestraße.—„Ober-Schöneweider Liedertafel", Kaufhold, Wilhelminenhosstraße 18.—„Georginia", Balzer, Grünauer- ftraße 14.—„Verband deutscher Gastwirtsgchilsen", An der Stadt- bahn 39 I.—„Walküre", Tiedcmann. Wcißenburgerstr. 49.— Gcwerlschast der Maler Berlins, Eonradt, Luisen-User 51.—„Arbeiterverein Adlershos", Fechner, Oppenftraß« 56.—„Fortschritt", Borchardt, Köpnickerstr. 158.— Gesangverein„Lerche", Ouosnick, ivtargarderstr. 3.—„Freie Sänger", Zernsdorf b. Königswusterhausen, Schulz.—„Lied hoch", Prietz, Veteranen- ftraße 18.—„Frohsinn", Zehdenick, Bebbermin, Poststraße.—„Frohsinn", Adlershos, Rohde, Helbigstr. 30.—„Frisch aus", Maaß, Brunncnstr. 96.— „Maurer", Wilmersdorf, Bcrlinerstv. 40.—„Sängerslust", Werder, Koch, Fisch erstraßc.—„Frohsinn", Zehdenick, Schlegel, Möltkestraße. Arbeiter-Raucherbund Berlins und der llmgegend. Aenderungcn im VercinSkalendcr sind zu richten an Awert Liebctrau, Berlin, Putbuscr- ftraße 44, IV.—„Eldorado", BelS, Grüner Weg 120.—„Zlmbalema", Forstersir. 19, Uckel.—„Neuer Berliner Rauchklub", Reichenberger- ftraße 146, Beckmann.—„Domingo", Waldemarftraße 16, Rohloff.— „Neuer Hain", Langenbeckstr. 7, Tcchtmcier.—„Blütendust", Cothenius- ftraße 8, Fcdtke.—„Ruhiga", Britzcrstr. 46. Herzog.—.Pscisenkopl'. Falkenstein ftr. 5, Gonell.—„Gemütlichkeit I", Manteufsclftr. 101, Gläser.— „Gloria", Schulz, Panlslr. 3b.— Neuekwors, Fricdrichstr. 5�—„Tabak zur Asche", „Blaue Wolke IV", Putbuserstr. 25.—„Kein SEcit", Tilsitcrstv. 32, Schmidt. —„Veilchenblau", WinSstr. 56, Düffcrt.—„Geranium", Gras, Löwcstt. 8. —„Seegras", Liegnitzcrstr. 18, Manegold.—„Volldamps", Münchc- bcrgerstraße 8, Wachs.—„Victoria", Heiler, Borhagenerstraße 21. „Edelweiß", Steglitz, Letz, Florastr. 2. Zulunsl", Neu-Weißensee,l'■ Ungar, Tauroggerstr. 10.—„Weichseldust III", Schultz, Neu-'Wcißenscch Sedanstr. 24.—„Grüner Hain", Rott, Straßmannstr. 23.—„Weichseldust", Krabbenhöst, Köstinerstraße 3.—„Feste Männer", Prosen, Marstr. 13e.— „Epcclsior", Eilscrt, Lübbenerstr. 23.—„Einsach", Link. Wrangelstraße 86.— „Gesundbrunnen", Scllerstr. 14.—„Fidcle Brüder", Littauersir. 14.— „Dcwcts Eiserne Pfeife", Engter, Schulitr. 5.—„Feste Brüder Moabit", Schötz. Bremcrstr. 71.—„Rauchlos", Rirdorf, Stein, Ziethenstr. 3.—„Un- verzagt". Gruber, Friedenstraße, Ecke Koppcnstraße.—„Freie Stunde". Krundmann. Pücklerilr. 18.—„Maryland", Soll, Kastanien-Allee 75.— „Freiheit", Bieber, Straßmannstr. 27.—„Freie Männer", Steglitz, Kramer, Markstemstr. 2.—„Osten", Rcnzichauscn, ProSkaucrstr. 27—„Bulgarien", Marth, Frucht ftr. 69.—„Blaue Wolke ll". Fromm, Zorndorserstr 44.— „Geknickte Rippe", Krüger, Andreasstr. 42.—„Lange Pseise Moabit", Strößel, Huttcnstr. 8. Zlrbeiter-Turnerbuud. Dienstag und Freitag: Turnverein„Fichte", Berlin, abends 3— 10 Uhr: 2. Männerabt.: Skalitzerstr. 55/56; 4. Männerabt.: Moabit, Siemcnsstr. 20; 5. Männcrabt.: Waltslr. 16: 6. Männerabt.; Stallschrciberstr. 54; 9. Männerabt.: Müllerstr. 168; 10. Männerabt.: Peters- burgerstraße 4; 11. Männerabt.: Fürbringcrstraße 33; 1. Lchrlingsabt.: Friedenstr. 37; 3. Lehrlingsabt.: Bocckhstr. 17,20; 6. Lchrlingsabtcilung: Reichcnbcrgerftr. 67/70; 8. Jugendabt.: Höchstestr. 36/37; 1. Damen- abteilung: Marianncn-User Iv. 2. Damenabt.: Ackerstt. 67; 3. Schüler- abteilung: Moabit, tsiemensstr. 20.—„Arbcitcr-Turnvecreiu Neu-Weißensee" im Prälaten, Lchdcrstr. 122.„Freie Turncrschast Swalau-Rummelsburg". Bon 7—>/z9 Uhr sür Zöglinge; von'/zg— 11 Uhr: Männer- Abteilung, Rummelshurger VolkSgarten, Hauptstr. 4. Arbeiter-Schwimmerbund. Anjragen an F. Menschet, Neu-Weißensee, LanghanSstr. 114. Swends 7'/, Uhr.„Neptun", Seebad Weißensec.— „Gut Naß", Volks-Badeanstalt, Turmstr. 85».—„Hellas", Dienstag und Freiing, Stralauer Allee 5. Arbeite rbeiter-Radfahrcrbund„Solidarität". Gau 9(Prov. Branden- bürg.) Alle Zuschriften und Ansraaen, den Bund betreffend, sind zu richten an den Gau-Vorsitzcnden Karl Fischer, Berlin XIV.. Waldstt. 8. Arb.-Rads.- Verein„Rirdorf", Bergstraße 151/152.—„Vorwärts", WilmcrSdors, Berlinerstr. 40.—„Norden 1900", Pankstr. 32 ck.—„Voran I", Dienstag nach dem 15., Landsberger- Allee 40/41.—„Frisch aus", Dienstag nach dem 1. und 15., Baumschulenweg, Baumschulcnstr. 14.—„Stern", Luckenwalde, bel Helau.—„Stern", nach dem 1. und 15. bei Jordan, Alt- Landsberg.—„Komet", Ripdorf, Karlsgartenstr. 6/10.—„Germania", Wollersdors-Stolpbrück, nach dem 1. bei Lehmann. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Schöneberger Theater» verein, Wilhelmshof, Ebersstraße 81.— Arbeiter-Theatervere!«„Vorwärts", Otto Bachgänger, Swinemünderftr. 34.— Sängerchor H des„Ber» lincr Spar- und Bauvercin", GcnossenschaslshauS Schrcinerstr. 70.— Gesangverein„Thalysia", Friedrichstr. 211.— Privat-Theatergesellschaft „Brandenburgia", Englischer Hof, Neue Roßstraße 3.— Zither- verein„Einigkeit", Mariannenslraße 19.— Schachvercin„Namenlos", Elisabethstr. 30.—„Neuer Berliner Schachklub", Stralaucrstr. 4.— Mund» Harmonika-Vercin„Symphonie", Müllerstr. 11.— Männergesangvcrein „Lorbeerkranz", Kürsten, Oranicustr. 190.—„Radrcnnkluo Seeadler, Berlin 1902", Zimmermann, Pappel-Allee 27.— Tambourverein„Wirbel", Jostpstr. 8. Arbeiter- Skatbund Berlins und Umgegend. Zuschriften sind zu richten an Oucnkcrt, Marsiliusstr. 15 II.„Freiheit", Bergcmann, Gericht- straße 43—„Hoher Norden", Härder, Stargarderstt. 13.—„Unverdrossen", Putbuserstr. 83. Vermischtes. Unwetter und Erdbeben. Ein Sturm hat in den Staaten zwischen Michigan und T e n n e s s e e großen Schaden angerichtet. Wie der„Franks. ZFg." aus New Uork vom Sonntag gemeldet wird, haben in Mexiko während zweier Tage Erdbeben stattgefunden, an- scheinend infolge der Thätigkeit des Vulkans Colima. in dessen Um- gebung der Schaden zur Zeit erheblich ist.— Ueber das U n» iv e t t e r, das die Insel R 6 u n i o n, wie schon kurz gemeldet, heimgesucht bat. wird uns Hamburg noch gedrahtet, daß einer dortigen Ausfuhrfirma aus Sansibar gekabelt worden ist, daß die Insel Rvunion durch Sturmwetter gänzlich zerstört sei, die Haupt- stadt St. Denis sei verheert, viele öffentliche Gebäude seien beschädigt und die Umgebung verwüstet; unter den Inselbewohnern herrsche Hungersnot, da Lebensmittel fehlen und auch Kleidung. Dampfer aus Mauritius brachten die erste Hilfe. Die Ernte sei gänzlich ver- nichtet, hauptsächlich die Zuckerrohr-, Tabak- und Kaffeepflanzungen. Der Schaden wird auf zwanzig Millionen Mark geschätzt. Gegen neunzig Personen sind umgekommen darunter dreizehn Weiße. Neber ein Eiscnbahnunglnck wird aus Budapest berichtet: Auf einem dem Jndustrie-Etablisscment Willgerodt in Szudrics sBiharer Komitat) gehörigen Gleis entgleisten mehrere Waggons. Zwei Arbeiter wurden getötet, vier schwer verletzt. Billigste, beste Herren-Hüte Garantie- Hüte Berliner Bank. Bilanz per Sl. Degeniber 1903. 190 In allen Farben. Form E. Vorzüglich haltbare Filz-Hüte unter Garantie der Tragbarkeit, in 5 Formen. da M. Filz-HOte Weiche Formen. Moderne Farben 6.-, 4.25, 2.90 I M, 90 Filz- HDte Weiche Formen, ft In glatt oder tlan.mö I »25 oder floconne#. 6.—, 3.50, 2.90 M- Fllz-HOte Steife Formen. Erprobte Fabrikate 6.—, 4.25, 3.75, 2.50 I M. 90 Leinene Kragen iso imMaBscbstteniK(liier- Hemden am In II nraestm Fassons I I In neunten Fassons I I mit prima Leinen-Ein-/ Jta V. Duaend....Im. dts'U Dutzend.... I M. aau......... fc M. 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HO 842 80t"W Gewinn- nnd Vcrln.t-Conto 1901t. Debet. Verwaltungskosten; Gehalte, Steuern, Reisekosten, Miete, Porti. Depeschen, Stempel etc. Abschreibung auf Effekten- und Beteiligungs-Conto..... Abschreibung auf Conto-Corrent- Conto.......... Reingewinn......... Kredit. Gewinnvortrag aus 1902.... Gewinn aus: Zinsen und Wechseln.... EUekten- und Konsortial- Beteiligungen..... Provisionen........ Coupons und Sorten.... den Depositenkassen und der Kommanditc...... M. 127 325 1 866 501 493 606 840 728 14 b„' 405 967 Pf. 84 59 04 46 Berlin, den 31. Dezember 1903. Berliner Bank. Der Anfhlchtsrat. Die Direktion. Lucas, Vorsitzender. Chramhach. Simon. Traube. Die auf 4 Proz. festgesetzte Dividende gelangt gegen Einlieferung des Dividendenscheines pro 1903 mit M. 48,— bei der Ocsellnehaftskansc in Berlin sowie bei den bekannten Zahlstellen zur Auszahlung. Die Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit der Firma resp dem Namen des Einreichers zu versehen. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Bilderrahmenmacher nnd alle in Koldleikenfabttben dtschäst. fjoliarbfitfr. Dienstag- 29. März, abends 8'U Uhr, bei Voigt, Ritterftr. 73: Versammlung. Da die Tagesordnung sehr wichtig, ist bollzähiigcs Erscheinen notwendig. 8t/9_ Der Obmann. Ungewitters Kautabak ist als bester seit 40 Jahren in Berlin bekannt und gern gekaust. Verlangt UngeussiHers Kautabak. Zu haben in Cigarren-Specialgeschästen. 44702* " Hdr«:,er Frllz Hämmerer, Berlin, Franktiirter Äliee 38. Jüügrgrelsehlössclten. Da? herrlichst gelegene Etablissement an Oberspree und Müggelsee, am Wald und alten Baumbestand, für größere und llcinc Gcsellschaslen, Vereine?c. bestens empfohlen. Vorzügliche Küche zu soliden Preisen, feinste Viere und Weine._ 856*_ A. Endrigat. Personen- Dampfer bcvmiclct sehr billig für Restaurant und Seebad Müagelwcrder mit Biber- ifch bei Rabnsdors und Umgegend. Abfahrt Michacwrücke. Keddigs Reederei: Restaur. 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Wir geben hierdurch bctamit, dag die Mittwoch, den 30. Mai, angesetzte öffentliche Verfammlnng des Personals der Kranken- und Irrenhäuser Berlins und Umgegend Nicht NOII lttl§ cinberusen worden ist. Gleichwohl wird unser Verbands-Vorstand in dieser Perlammlung vertreten sein. Zugleich geben wir nnsrcn Mitgliedern bekannt, daß wir auf die Angriffe auf unsre Organi- sation in der Stadtverordneten- Versammlung vom 10. März d. Z. auS- jührlich in einer Denkschrift antworten werden. Ferner ist unsrerseits zur Sicherung des Koalitionsrechts, um das es sich in erster Linie handelt, eine große allgenieine Versammlung aller städtischen Arbeiter und Angestellten für die nächste Zeit anberaumt. Nähere Bclanntmachungen folgen noch. 288/7 Der Berbands-Vorstand. I. A.: Ar. �aerseli. Lecke Uhr zu reinigen kostet bei mir unter Garantie nur' 1,50 HU., anffcr Bruch. Kleine Rcpara- turcn billiger. 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