Nr. 151. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Biertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisitfte für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sern sprech- Anschluß: Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Freitag, den 1. Juli 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. kapitalistische Entwickelung proletarisirte Bauer und in welcher Weise die Plutokratie, und speziell Handwerker herangeholt. Ihm wird die blutsaugerische das Judenthum, wenn ihm der Kampf in einer Wirkung des Kapitals dort in grellen Farben gemalt, wo Weise angesagt wird, wie man es von manchen Seiten zu Bum Quartalswechsel eröffnen wir ein neues Abonnement sich das Kapital zufällig in den Händen von Israeliten wünschen scheint, gerade Denen Waffen in die Hände zu auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntagsbeilage Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652.) Die Redaktion und Expedition des " " befindet; daß das Kapital in christlichen und feudalen spielen versteht, welche die Auflösung der gegebenen und Händen ganz dieselben zersetzenden Einflüsse ausübt, wird verfassungsmäßig zu Recht bestehenden Verhältnisse bes dem Kleinbürger verschwiegen, der nun als Stimmvieh für treiben. So möchte es leicht kommen, daß bei Anwendung die Reaktion dient. Die Sache dauert so lange, bis der einer falschen Strategie und Taktik die Verfolgung des Mittelstand und das Kleinbürgerthum durch die Sozial- Materialismus zu Resultaten führt, die man weder wollen demokratie über ihre Klassenlage aufgeklärt aufgeklärt werden kann, noch vorhersehen mag." Daß der offiziöse Artikelund begreifen, daß ihr Interesse mit demjenigen der schreiber der Sozialdemokratie unterschiebt, sie spekulire Arbeiter gleich ist. Diese Aufklärung macht Riesen- auf die Waffen", die ihr die Plutokratie", das„ Judenschritte. Die Hälfte der kleinen Handwerksmeister ist thum", liefern, ist eine jener dummen Niederträchtigkeiten, bereits sozialdemokratisch, die Bauern folgen nach. Die durch welche jeder Offiziosus seinen Befähigungsnachweis Aufnahme des Antisemitismus in das tonservative Partei- erbringen muß; daß er im anderen Theile seines Artikels gramm ist der letzte Versuch, eine verlorene Sache zu retten. die christliche Sozialreform", unter welcher der AntiDer Bauer und Handwerker, dem die eine Kapitalistent lasse semitismus so üppig in die Halme schießen konnte, als so nachdrücklich als sein natürlicher Feind geschildert worden Gegenprogramm gegen den Antisemitismus aufstellt, ist eine ist, begreift schnell, daß das nur eine Halbheit war. Er unfreiwillig humoristische Leistung und Geschichtsfälschung, braucht nur noch einen Schritt zu thun, um den ganzen die keines Kommentars bedarf; dankenswerth aber ist es, Kapitalismus als seinen Feind zu erkennen. Und dann ist wie er als höchsten Grundsatz richtiger Strategie und er Sozialdemokrat. Taktik" die Rücksicht auf die Machtstellung der Wunderbar malt sich nun diese Entwickelung in den Plutokratie" proklamirt. In diesem Punkte ist ift er Spalten der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Der ehrlich. Das ist und bleibt die höchste bürgerliche pfiffig- dumme Offiziosus sieht die Sache gerade vom verkehrten Regierungsweisheit, der sich auch der thatkräftigste moderne Ende. Er merkt zwar Etwas von der revolutionirenden Staatenlenker unterwerfen muß: es ist flug, sich mit dem 群 ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wirkung der antisemitischen Agitation, aber er fürchtet, das Geldsack zu vertragen. Nicht deshalb ist gegen den AntiRegierung und Plutokratie. jüdische Kapital möchte dem Radikalismus in die Arme semitismus Front zu machen, weil er ein Hohn auf alle getrieben werden, wenn der Antisemitismus bei den staats- Kultur und Humanität, auch den geistigen und politischen erhaltenden" Parteien die Oberhand gewänne. Rothschild Fortschritt darstellt sondern deshalb, weil man„ Einsicht als Nährvater der sozialdemokratischen Parteikaffe dieses in die praktischen Nothwendigkeiten der Zeit" haben muß: Der Appell, den die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Gespenst steht grauenerregend vor seinen Augen. Er schreibt: es lebe der Kapitalismus! dieser Tage in einem Leitartikel an die Konservativen ge- Noch verfolgen ganze Parteien, wie die sozialdemokratische, Diese Bankrotterklärung der Staatsgewalt gegenüber richtet hat und der die staatshaltenden" Parteien vor dem die anderen und die bürgerliche Gesellschaft überhaupt mit der Geldmacht durch einen doppelt geaichteu Offiziosus ge= Antisemitismus warnen soll, den sie eben in ihr Programm blindem Haffe. Dies kann aber zu allerletzt für diejenigen hört zu den interessantesten Vorkommnissen der neueren aufnehmen wollen, ist ein Meisterstück von offiziöser Albern- Parteigruppen einen Grund abgeben, auch ihrerseits Entwickelung. Die Sozialdemokratie kann nur dankend darheit und Dreist igkeit zugleich. Der Artikelschreiber muß dem Haß oder der daraus entspringenden Hezze irgend über quittiren. das Muster eines pfiffig- dummen offiziösen Soldschreibers sein, welchen Raum, sei es in der Idee oder in der Wirklichsonst könnte er nicht solchen Schwulst schreiben und gleich- teit, zu gewähren, die sich von Anfang an mit Begeiste zeitig solche gouvernementale Geheimnisse ausplaudern. rung zu einem Programm bekannt haben, welches auch Die Konservativen wollen ihr Programm revidiren dann keiner Revision bedürfen wird, wenn die augenblicklich und die Verbohrtesten unter ihnen die Gelegenheit benußen, maßgebenden Parteiprogramme längst anderen das Recht nünftige Mensch weiß, wie das zusammenhängt. Dem sich eine Einigung über diesen Punkt herstellen lassen möchte, Berlin, den 30. Juni. Junter als Vertreter des feudalen Landkapital- Befizzes ist um so weniger wird man darauf sich steifen wollen, daß Katholisches Junkerblech. Den protestantischen das mobile Geldkapital ein Greuel, seitdem es sich in Handel man seiner Betheiligung an dem Kampfe gegen den Ma- Juntern, dern angeborenes und anerzogenes Talent für die und Industrie auf dieselbe Machtstufe emporgeschwungen terialismus der Zeit dadurch politisch gerecht werden könnte, Nichtintelligenz vom alten Wagener( Dummerwig) so bat, wie das Junkerthum. Deshalb der offene und versteckte daß man ihn so aufzufassen gestattet, als ob sich der Madrastisch charakterisirt worden ist, wird von ihren katholischen Aerger der Junkerkreise über das städtische Parvenuthum; terialismus bezwingen lasse, indem unter jener Devise Sturm Standesgenossen in diesem Punkte eine erfolgreiche Konund da die geschäftliche Rührigkeit der betheiligten Israeliten gegen die Machtstellung bestimmter Kreise, der sogenannten kurrenz gemacht. So verzapfte zum Beispiel ein katholischer Ein solches Sturmlaufen Junker am 26. d. M. auf dem Verbandsfest der katholischen diesen einen guten Theil des beweglichen Kapitals verschafft Plutokratie, gelaufen werde. hat, deshalb die junkerliche Wuth gegen die" Semiten". gehört mit zu den letzten Idealen der Sozialdemo- Vereine Dortmunds" folgende Weisheit: Die Racenfrage" ist nur das Mäntelchen, mit dem der kratie. Diese aber ist flug genug, um mit den Realiwirthschaftliche Gegensatz verkleidet wird. Und als Vor- täten des Lebens so zu rechnen, wie es ihren Zielen am spann wird dann noch der kleine Mann, der durch die besten entspricht. Die Sozialdemokratie weiß ganz genau, die Judenfrage ins Parteiprogramm zu bringen. Jeder ver- der Zeitlichkeit abgetreten haben dürften( 19). Je leichter Politische Ueberlicht. Feuillefont. Nachdruck verboten.) Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. Einleitung. Die schwarze Erde. [ 1 „ Katholisch leben heißt auch, den Versuchungen der Sozialdemokratie entgegentreten. Jm innersten Kern ist ihr Kampf gegen Gott, die Religion und besonders gegen die katholische sie voll Maden findet. Der Titan, der die Erde öffnete, dem der Dunst der Schluchten entquillt. Hier ist es, wo würde überzeugt sein, daß sie von Menschen aufgezehrt wird. die Bergleute einsteigen, und hier wird auch die Steinkohle Die Arbeit der Berglente gleicht in der That der der ans Tageslicht gefördert. Darüber, einige Meter in der Maden, und doch ist sie eine gewaltige Arbeit. Die Hebung Höhe, umgiebt im Umkreis eine Balkendecke die Deffnung der Steinkohlen erweckt, wie man in den Kohlenrevieren des Schachtes. Oberhalb dieser Balkendecke, ganz in der wahrnehmen kann, Traum- und Zaubervorstellungen. Wenn Höhe, nahe an den Dachziegeln, wickelt ein folossales Rad man da einmal eindringt, bis tief hinein in die Schächte bis in die Tiefen des Schachtes zwei Seile ab, welche sich und Stollen, so gelangt man zu einem unendlichen System so schnell bewegen, daß sie wie zwei Nebelbänder erscheinen. darmähnlicher Erdröhren, eben jenen Stollen, welche man Dieses schwindelerregende, bewegliche Band hat 20 Zentidurch Grubenbrunnen erreicht, die einen Durchmesser von meter Breite, 5 Zentimeter Dicke und 200 Meter Länge. zuweilen 2 Lachtern( 4 Metern) haben, und eine Tiefe, Es ist von Eisen oder von Aloefasern, die in welche oft 2000 Fuß übersteigt. Von hier unten muß die ein einziges Stück zusammengewebt find; es wiegt Kohle zu Tage gefördert werden. Zu diesem Zwecke wird 10 000 Kilo und reißt mitunter entzwei. An vier Ketten Von dem kleinen Fenster des Eisenbahnwagens aus, in eine Wlaschine mehr als 600 Meter tief unter die Erde trägt es einen eisernen Behälter von 40 Seetonnen Inhalt, dem wir gewiffe Gegenden des Hennegau paffiren, erschließen versenkt, um die Kohle zu heben. Dabei ist es nothwendig, der gehalten wird von einem einzigen Ringe. Morgens sich unfren Augen wunderbare Landschaftsgemälde. Große die Arbeitspläge mit athembarer Luft zu versehen, deshalb und Abends fahren die Bergleute in diesem käfigartigen Wälder fliegen unter dem düstren Himmel dahin und in reichen offene Luftschächte bis auf den Grund, die sich bis Behälter entweder ein oder kehren darin von der Schicht ihrem weiten geheimnißvollen Dunkel tauchen einsam zu den in Angriff genommenen Stollen erstrecken, und in zurück. Außerdem dient derselbe noch während des Tages schwarze Gebäude auf, deren Fenstern, die so hoch sind, wie denen sich Ventilatoren befinden, welche die für das Leben und die ganze Nacht hindurch dazu, Steinkohle, Wasser und die der Paläste, am Tage Rauch und Nachts Feuer der Bergleute erforderliche Luft bis in die Tiefe der Berg- Gestein herauf zu befördern. Er geht, kommt, erhebt sich, entströmt. taucht unter und macht eine fortwährende Fahrt von der Das ist das Land der Steinkohlen, und hier sind die Von außen gesehen gleichen sich die in den Wäldern Höhe in die Tiefe auf eine senkrechte Entfernung von faft Kohlengruben. In seiner geologischen Formation zeigt sich um Charleroi und Fontaine l'Eveque zerstreuten Stein- einer Viertelmeile mit einer Geschwindigkeit von 30 Kiloa dieser Landstrich wie ein riesiges gelbes Zeichenblatt, das fohlen Bergwerke in hohem Grade. Ein umfangreicher metern die Stunde. Man bedenke die Macht der diese gewaltigen Werkzeuge nach allen Richtungen hin von gewaltigen Schattenstrichen Biegelbau in Gestalt eines einstöckigen Hauses schützt den durchfurcht ist. Diese Schattenstriche sind die Kohlenadern, Eingang der Grube vor Wind und Wetter und dient als treibenden Zurüftung! Wenn man unter das hohe äußere die in verschiedenen Tiefen eingesprengt sind und zwischen Maschinenraum. Das ganze Junere ist in einem Augen- Schutzdach des Bergwerks tritt, bleibt man erstaunt und den über einander lagernden Erdschichten dahinlaufen. blick zu überschauen. Kein Zwischengelaß trennt das Erd- verwirrt stehen vor dem mächtigen Gesammteindruck der Wenn man durch einen Beilhieb, so wie es dereinst durch geschoß vom Dache. Breite Fenster gestatten dem Tageslicht ineinander sagten Balken, der außergewöhnlich großen jene fagenhaften Degenstöße geschah, hier hätte die Erdkugel freien Eintritt. An einem der äußersten Enden des Ge- Räder, der riesigen Hebel und vor dem ruhelosen Treiben spalten fönnen, so hätten sich viele dieser Gesteinsadern aus- bäudes umgiebt eine Umzäunung von starken Balken, welche der Arbeit und der Arbeiter, und man wird betäubt von Geräusch des Eisens. gehölt und bewohnt erwiesen. Man würde dann dasselbe zahlreich in gehörigen Zwischenräumen von einarber an dem tönenden Fürchterliche entdecken, was man sieht, wenn man eine Frucht öffnet und gebracht sind, die Mündung eines ungeheuren Schachtes, Maschinen, alle glänzend von Kupfer und Stahl werke hinabführen. Kirche gerichtet. Der Sah, Religion sei Privatsache, ist für den Bauernfang eingerichtet. Im Zukunftsstaate wird es keine Religion und feine Geistlichen mehr geben. Jawohl, so steht es in Bebel's Buch„ Die Frau". Es giebt auch keine Pflichten mehr der Eltern gegen die Kinder und der Kinder gegen die Eltern, kein Familienband mehr, weil es keine Ehe mehr giebt. Es giebt nichts Herabwürdigenderes für die Frau, die durch die Kirche gehoben worden ist, als der Zukunftsstaat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was ein vierzehnstündiger Arbeitstag ist, aber die Freiheit im Zukunftsstaat führt zu der Arbeit wie im Zuchthaus und zu einer Sllaverei, wie sie noch nie bestanden hat." Daß der Redner, der sich doch wahrhaftig auf den Bauernfang versteht, wie wenige Andere er heißt nämlich Freiherr von Schorlemer- Alft- von Bauernfang spricht, das zeugt allerdings von einem Muth, der, wenn auch sehr schlecht angewandt, uns doch einen gewissen Respekt einflößt. Wir erwidern Herrn v. Schorlemer es ist zwar eine Retourfutsche, aber die Wahrheit: seine Religion, d. h. das demagogische Zeug, das er den Leuten als Religion" auftischt, um sie für seine sehr weltlichen und materialistischen" Junker intereffen zu gewinnen, ist Bauernfang, regelrechter, gemeiner Bauernfang. Ob es im Zukunftsstaat eine Religion geben wird, das wissen wir nicht wir wissen blos, daß wir sie m Gegenwartsstaat bisher vergeblich gesucht haben. Daß die Menschen, wenn sie zur Bernunft gekommen sind, keine Geistlichen mehr brauchen werden so wenig wie sie Junker, Fabrikanten, Landräthe, Generale, Admirale, Marschälle und Aehnliches dann brauchen werden das ist allerdings unsere feste Ueberzeugung, und gerade weil wir dieser Meinung sind, trachten wir eifrigst nach dem Zutunftsstaat. Und wenn Herr von Schorlemer vor dem Buchthaus so große Angst hat, wie er thut, nun dann sorge er vor Allem dafür, daß die Zuchthäuser des Gegenwartsstaats beseitigt werden. Hat er das fertig gebracht, so ist er im Zukunftsstaat. Und braucht keine 14 Stunden zu arbeiten, der arme Mann. Und dieser Herr von Schorlemer- Alst gilt für ein großes Licht unter seines Gleichen, für den gescheitesten der fatholischen Junker! Der Papierkrieg zwischen den zwei Kanzlern scheint nicht gefährlicher werden zu wollen, als weiland der Kartoffelfrieg zwischen den Desterreichern und Preußen. Das Couche! welches Herr von Caprivi dem Chef des edlen Tyras und der edlen Tyrasgesellschaft in den Spalten der Norddeutschen" zurief, scheint seine Wirkung gethan zu haben. Chef und Tyras mucksen sich nicht; und die Tyrasgesellschaft hält zitternd den Athem an. " Herrn von Caprivi kann das nur angenehm sein. Die berühmte Bier, Wein- und Schnapsreise hat dem Sätularmenschen" eine so ausgezeichnete Gelegenheit zur Entfaltung feines wirklichen innersten Wesens gegeben, und er hat die Gelegenheit so gut benußt und die ganze Größe seiner Kleinheit, seine Unwahrheit, seinen Hochmuth, seine Rachsucht, seinen Unpatriotismus der Welt der Nichteingeweihten so rücksichtslos und mit so durchschlagendem Erfolg offenbart, daß eine gründlichere Selbsthinrichtung einfach unbenkbar ist. Ein ernsthaftes Vorgehen gegen den so tief Gefallenen könnte durch Zuführung eines tragischen Moments eine Art moralischer Auferstehung bewerkstelligen. Und das wäre wirklich zu viel Ehre für diesen keifenden Heroftrat.Das einzige Attenstück aus diesem Papierkrieg ist das vorerwähnte Caprivi'sche Couche! in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", und da es eine gewiffe zeitgeschichtliche Bedeutung hat, theilen wir den betreffenden Artikel, der auch dadurch ein gewisses Interesse erlangt, daß er alle halbwegs erwähnenswerthen Schimpfereien des Tyraschefs wiedergiebt, nachstehend in seinen Hauptstellen mit: Eines Tages hat Fürst Bismarc sich der Gewißheit vermessen, daß niemals er, der die Aufgabe des Regierens mit ihren unendlichen Mühen durchgekostet, einem Nachfolger Schwierigkeiten bereiten werde. Damals war es nämlich des Fürsten Lieblingswort, das er auch immer wieder in die Zeitungen brachte es tönne ihm nichts Willkommeneres geschehen, als bald einen Nachfolger zu erhalten, er sei des Regierens müde, tönne die Last faum noch tragen, nur die Rücksicht auf den alten Kaiser halte ihn noch im Amt u. s. w. Hatte er etwa nicht Grund, sich jener Worte jetzt zu erinnern? Wir wußten längst, daß der Fürst behauptet, durch seinen Rücktritt von der Staatsleitung sei eine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Rußland herbeigeführt worden. Als der Unterredner des Fürsten ihn fragt, durch welche besonderen Thatsachen denn nach des Fürsten Rücktritt die ungünstige Veränderung in den deutsch- russischen Beziehungen eingetreten, da antwortet der Fürst, daß mit seinem Rücktritt der persönliche Einfluß auf den Kaiser von Rußland geschwunden, dessen persönliches Vertrauen der Fürst beseffen habe. Hier liegt eine der seltsamsten Selbst. täuschungen vor. Wer war genöthigt, das Vertheidigungsbündniß gegen Rußland im Jahre 1879 mit Desterreich zu schließen? Fürst Bismarck! Wer hat im Jahre 1887 die Lombardirung der russischen Staatspapiere durch die deutsche Reichsbank verboten? Fürst Bis mard! Das mißliche Verhältniß zu Rußland ist die Erbschaft, die Fürst Bismarck seinem Nachfolger hinter Iaffen. Sollte aber hiergegen der Fürst behaupten, durch seine Unterredungen mit dem Kaiser von Rußland im Herbst 1887 und im Herbst 1889 habe er jedes Mißtrauen und jede Verftimmung auf russischer Seite beseitigt, so möge er sich doch die russischen Zeitungen vom Anfang des Jahres 1891 vorlegen laffen. Ohne Ausnahme haben diese Zeitungen das Jahr 1890 als ein glückliches für Rußland gepriesen, weil es die Entfernung des Fürsten Bismarck aus seinem hohen Amt gebracht habe. Einige Aenderungen dieser Ansicht haben die seitdem ununterbrochen fortgesetzten Bemühungen des Fürsten, sich als den wärmsten Freund Rußlands hinzustellen, allerdings zu Wege gebracht. Aber im„ Grashdanin", einem Blatt, das, wie uns oft versichert worden, jeden Tag auf dem Arbeitstisch des russischen Raisers liegt und auch von der faiferlichen Familie gelesen wird, in diesem Blatt lesen wir noch an 18. Juni( 6. Juni a. St.) folgendes in einem Artikel, der die Ueberschrift trägt Drei Etappen": H „ Im gegenwärtigen Augenblick, wo Deutschland sich vielleicht am Vorabend einer entfeßlichen Katastrophe befindet, die es den direkten Folgen der Bismarck'schen Politik verdanken wird, ist es angezeigt, einen Rückblick auf diese Politik zu werfen. Es war dem Fürsten nicht beschieden," heißt es am Schluffe, Rußland seine Dankbarkeit auf die felbe Weise zu bezeigen, wie er sie 1866 Desterreich für seine Hilfe im dänischen Krieg und 1870 Frankreich für seine Neutralität im öfterreichischen Krieg bezeigt hatte, aber einige Vorbereitungsmaßregeln dazu hatte er bereits getroffen." Ein Zeugniß persönlichen Vertrauens angesehener Kreise Rußlands auf die ehrliche Russenfreundlichkeit des Fürsten Bismarck vermögen wir aus diesen Worten nicht herauszulesen. Aber vielleicht sagt der Fürst von solchen Aeußerungen, sie haben lediglich den Werth der Druckerschwärze, und er verlasse sich auf sein persönliches Verhältniß zum Kaiser Alexander. Wie nun, wenn entgegengesette 3eugnisse, die mehr als den Werth von Druckerschwärze haben, von ruffifcher Seite vorliegen. follten, allerdings nicht der Deffentlichkeit, die aber eines Tages an das Licht der Deffent: lich teit treten tönnten! Welches würde dann das Urtheil der Deffentlichkeit sein über den Scharfblick eines Staatsmannes, dessen sicherer Blick bisher den Völkern Europas für unübertroffen galt? Dor ver beschäftigen brauchen. Aber wiederum wird die Ehrfurcht dem Kaiser durch die vollkommen willkürliche Behauptung verlegt, der storbene Windhorst könne feine seine vor der Entlassungsfrife gethane Aeußerung, daß General von Caprivi der Nachfolger sein werde, nur aus dem Munde des Kaisers gehabt haben. Die Aeußerung Windthorst's ist unbeglaubigt, und der verstorbene Zentrumsführer war andererseits ein Mann, der Vieles vorauszusehen glaubte, was ihm aus keinem Munde verbürgt worden. Wenn dann sogar behauptet wird, der Kaiser habe den Fürsten unter Gründen der Gesundheitsschonung von Berlin und von dem lebendigen Zusammenhange der Dinge ferngehalten, so werden Alle, die diesen Dingen nahe gestanden, mit Schrecken erkennen, daß die Erinnerungen des Fürsten bereits anfangen, fich völlig zu verwirren. Auf einmal behauptet der Fürst, es sei feineswegs sein Bedürfniß und sein Wunsch gewesen, daß er so oft und so lange von Berlin abwesend war. Wie oft hat er nicht öffentlich und vor aller Welt diese Abwesenheit mit seinem Gesundheitszustand begründet? Es ist ein Anblick ohne Beispiel, daß ein Staatsmann und Held den größten Beitrag leistet zur Er füllung der theuersten, aber fur unerreichbar gehaltenen Wünsche feines Boltes, daß er dann aber, weil er nicht der Führer feines Werkes geblieben, Alles thut, um die Führung zu vereiteln und das Wert der Zerstörung aus= zusehen. Ein Mann, der solches unternimmt, tann allerbings sich der gewaltigen Stärke seiner Stellung bewußt sein, Ihn angreifen in seinen Fehlern und seinem verderblichen Beginnen, heißt einen großen Nationalbesitz, den eine bis zum Ende bewährte Meisterschaft darstellen würde, antasten und vielleicht der Vernichtung preisgeben. Deno die Mehrheit der Völker, vor Allem die uns nicht wohlwollenden Nationen, würden in dem Angriff auf den Thäter mit einem Schein von Recht auch die Preisgebung seiner Schöpfung sehen. So stehen die Männer, denen die ehrenvolle Berufung zu Theil geworden, das Werk des Fürsten Bismarck fortzuführen, vor der Aufgabe, ihre Arbeit vor allem zu schüßen vor dem Mann, deffen Schöpfung sie erhalten sollen. Es ist eine peinliche Wahl für einen Zugführer, entweder den Zug über die Hindernisse brausen zu lassen, die von dem früheren Führer auf die Schienen geworfen werden, damit aber den Bug der Zerschellung auszusetzen, oder die Hindernisse fortzuschleudern, und damit einen Mann zu treffen, der die lentbare Kraft erst geschaffen. Diese Wahl zu vermeiden, ist der Selbstbeherrschung der leitenden Männer bis jegt gelungen. Es scheint, daß der Fürst durch eine immer weiter getriebene Rücksichtslosigkeit die leitenden Männer dazu zwingen will, den Kampf gegen ihn aufzunehmen. Niemand fann den Umfang des Schadens ermessen, den der Fürst dem eigenen Baterlande zuzufügen willens ist. Niemand kennt die Waffen, die er glauben mag, bereit zu haben; aber die Pflicht, die höchsten Güter der deutschen Nation auch gegen den Mann zu vertheidigen, der diese Güter einst am meisten gefördert, darf von den Führern des Staates weder verkannt, noch zurückgewiesen werden. Das ist sehr deutlich; und die boshaften Schmeicheleien In seiner alkoholistischen Redseligkeit hat der ExHausmeier noch Vieles gesagt, was im Couche- Artikel der Norddeutschen" nicht berücksichtigt ist, aber es ist auch keiner Berücksichtigung werth. Wenn dann aber des Fürsten Rath nach seiner eigenen Ansicht dem Deutschen Reich so unentbehrlich ist, so lag seinem österreichischen Unterredner in der That die Frage nahe, warum der Fürst nicht in den Reichstag gehe? Die seltsame am Schluß müssen in das Herz des Mannes, der diese Antwort lautet: weil er dann die jetzige Regierung en visière öffentliche Züchtigung denn das ist es sich zugezogen ouverte angreifen müsse. Wir sollten denken, wenn das Visir hat, wie Dolche eingebohrt haben. vor einem Vertreter des österreichischen Journalismus und durch biefen vor dem österreichischen Publikum und weiterhin, vor aller Welt aufgezogen worden, so hat die Scheu vor dem offenen Visir an jedem anderen Orte feinen Sinn mehr. Ist der Fürst nicht bereits der Chef der Opposition", oder wem ist diese Opposition noch Geheimniß? Weiterhin sagt der Fürst zur Rechtfertigung seiner Enthaltung, die ihm, soviel wir wissen, von maßgebender Stelle noch nicht schwer gemacht worden ist, der Wagen der deutschen Politik sei einmal auf ein falsches Geleise geführt und diesen Wagen nun mehr, immer ausweichend, auf Nebengeleise zu lenten, sei nicht feine Sache. Dagegen scheint es die Sache des Fürsten zu sein, die schwierige Lenkung des Wagens durch gewaltsam erregtes Mißtrauen in der Führung bei Freund und Feind mit allen Kräften zu gefährden. " Unwissenheit warf Bismarck den deutschen Regierungs- Beamten vor, welche die letzten Handelsverträge abgeschlossen. Wir haben keine Veranlassung, für die Beamten der Regierung, die jedenfalls zum großen Theile uns feindlich gesinnt sind, eine Lauze zu brechen, und bei der jämmerlichen, unpraktischen, die Charakterpflege gänzlich vernachlässigenden oder gar den Charakter systematisch zer störenden Erziehung, welche die für den Staatsdienst sich vorOb dies wohl patriotisch ist? bereitende Jugend unserer höheren Stände" empfängt, halten Gine Aeußerung des Fürsten Bismarck, welche den wir es auch für sehr wahrscheinlich, daß der Vorwurf nicht Raifer unmittelbar beschuldigt, bereits im Herbst grundlos war. Allein, daß unsere" höhere" Jugend so elend 1889 von der Absicht, den Fürsten Bismarck zu erzogen wird, daß Charakter und praktischer Sinn ihr so entlassen, den Kaiser von Rußland unter- wenig eigen sind, ist ist keines anderen Menschen Schuld richtet zu haben, widerstrebt so sehr dem auch nur annähernd in gleich hohem Grade, wie monarchischen Gefühl, daß wir dabei nicht des Fürsten Bismarck, der fast 30 Jahre lang mit eiserner verweilen mögen. Aber Alles, was der Fürst in dem Konsequenz den Zweck verfolgt hat, das geistige und fittliche Wiener Gespräch gesagt, wird überboten durch einen Artikel Niveau unseres Boltes herabzudrücken, und die Jugend des der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vom 26. Juni. Wiederum wird der Fürst hier redend eingeführt gegenüber Proletariats zu stumpfem Gehorsam, die der Bourgeoisie einem seiner Gäfte in Friedrichsruh, der weiter nicht bezeichnet und des Adels zur Verachtung des Jdeals und der Wissenwird. Die abfälligen Urtheile über den gegenwärtigen Reichs- schaft, zu niedriger Habsucht und brutalem Streberthum zu fanzler find so wenig unerwartet, daß sie uns hier nicht zu erziehen. deren Röhren hier und da wie zu sehr an wir fangen schon an, uns darüber zu wundern, daß steinertem Gewölk ähnlich, das auf uns laftet mie ein Gewittergespannte Muskeln hervorragen, stöhnen und ächzen furcht- wir stille stehen; da erscheint der Schacht urplößlich himmel. Man begegnet Pferdeställen, die in Gesteinsschichten gebar. Eiserne Rähne fahren am Ende gewaltiger Seile in blutroth erleuchtet. Nun entfliehen die Wände der Schlucht graben, Stütereien, die in Höhlen eingerichtet sind; man geht bei den Abgrund und von Minute zu Minute hört man trotz über unserem Haupte, und wir befinden uns einen Moment Pferden vorüber, deren Augen, weil sie hier unten nicht des Getöses eine Glocke ertönen. Das ist das Signal, durch darauf am Eingange eines mit trüben Lampen erleuchteten geübt und gebraucht werden, von Generation zu Generation welches sich die Bergleute in der Tiefe mit denen über Tage Tummels. Sogleich erfassen die Schlepper der Tiefe jenen fich mehr schließen und erlöschen. Man überschreitet Kreuzverständigen, und diese Glocke, welche oberhalb der Erde er eigenthümlichen fahrenden Kasten, in welchem man zusammen- wege, lichte Stellen, weit ausgedehnte Hallen mit wie tönt, läutet man in der Tiefe des Schachtes. gelauert sitzt, und ziehen ihn aus dem eisernen käfigartigen Diamanten funkelnden Kohlensplittern. Manchmal kann Früher, um das Jahr 1830, fannte man diese eisernen Behälter. Nun erhebt man sich, setzt den Fuß wieder auf man sich zwischen der doppelten Reihe von Birkenstüßen Fahrstühle noch nicht und das, was man nennt den Bug", feste Erde. Man ist in zwei Minuten 800 Meter tief versetzt glauben auf den Pfad eines verzauberten Waldes, oder so zu sagen die Korporalschaft der Arbeiter, welche hinabgefahren, und ganz verdugt schaut man sich um. in den Schatten eines schwarzen Hochwaldes, und von da Morgens und Abends zu einer bestimmten Stunde hinab- Alles um uns her zeugt von regem Leben. Biele Lichter hört man die Steinkohlenstücke in den Adern herunterkollern, steigt, erreichte die Stollen durch Leitern. Heute versammeln erglänzen, man schreit, man ertheilt Befehle, und undeut- wie das Wasser in den Gießbächen zu Thale strömt. In sich zur Stunde der Anfahrt zur Schicht die Bergleute dicht liche Umrisse von Menschengestalten tauchen auf an Wagen, diesen vulkanischen Tiefen erscheint alles umwoben und zusammengedrängt in fauernder Stellung auf dem Boden welche wiederum von undentlichen Pferdegestalten gezogen idealifirt von einem unheimlich düstern Zauber. Die Bergder fleinen Waggons, alles unter einander, Männer, werden. leute, die im Tageslicht häßlich sind, tragen in dieser Mädchen und Kinder. Die Schlepper über Tage rollen Ein Bergwerk ist eine Welt. Es hat zwei, drei, ja Finsterniß eine Art Schönheit zur Schau. Die halbnackten diefe Waggons in den käfigartigen eisernen Behälter und vier Stockwerke; Tunnels, welche man in der Bergmanns- Mädchen erscheinen im matten Widerschein der Grubenbald schwebt das gewaltige Gefüge aus Eisen über dem offenen sprache Stollen nennt, gehen von den Schächten aus, die lampen wie Werke der Bildhauerkunst. Die Männer, die Schlund, während man durch dessen Gitterstäbe die schwarzen sie in verschiedener Höhe durchbrechen, und dringen tief in in den dunklen Höhlen hingestreckt sind, wo sie das Gestein Gestalten mit den glänzend weißen Augensternen erblicken kann. die Erde hinein. Dann und wann schimmert an den Seiten- zerstäuben, ähneln bei den Reflexen und Strahlen ihrer Dann senkt es sich, hebt sich, zaudert einen Augenblick, wie ein wänden das schwarze Gestein mit glimmerartigem Glanze. Lampen den Bildsäulen der Märtyrer in den Katakomben. Stein am Ende einer Schleuder und dann versinkt es mit Das sind die Erzgänge, welche die Grubenarbeiter gegraben, Und wenn man nicht stehen bleibt bei dem, was man im rapider Geschwindigkeit in die Tiefe des Schachtes. die Adern, welche sie ausgehöhlt haben, und die Galerien Augenblick der Gegenwart sieht, wenn man nach dem forscht, Wenn man solch eine schwindelerregende Niederfahrt bilden, die wieder bis zum ersten Stollen reichen, gleich wie was war, in dem was ist, wenn man weiß, daß die Steinmitmacht, hat man eine unerwartete Empfindung. die Straßen, die nach den Boulevards führen. Eine solche tohle nichts ist, als der verkohlte Rückstand von Urwäldern, Man glaubt plötzlich stille zu stehen; es erscheint einem, Ader läuft häufig wagerecht dahin, jedoch mitunter auch fast daß diese ganze unterirdische Welt das Beinhaus ist eines als ob man ruhig über dem Abgrunde schwebe. Ein an- fentrecht. Sie ähnelt dann einem Schornsteine und man sagt strahlenden Weltgebäudes, das begraben ward unter alten genehmes Bittern überkommt uns und wenn man bei dem daher, daß sie aufgerichtet sei. Es ist ein wunderliches Ding Anschwemmungen; dann ersteht, wenn wir nun, nachdem Scheine einer Lampe versucht, die Seitenwände des Schachtes solch ein Weg durch diese unterirdischen Steinhöhlen, die wir das erkannt, nachdenken, in unserer Phantasie in weiter zu unterscheiden, sieht man nichts als dichte wirbelude fich bald rechts, bald links hinziehen, bald einen Bogen be- Ferne unter diesem unterirdischen Bau und dunkler als er, Nacht. Man hat das Gefühl, als ob die Dhren verstopft schreiben, bald ansteigen, bald sich wieder senken und dann auf dem Grunde dieses Grabes und noch düsterer als alle wären, und wie durch einen fremdartigen Gegensatz wird auch im Zickzack dahingehen. Man ftüßt sie mit jungen Gräber, eine lichtvolle Erscheinung. alles um einen herum finster und man vernimmt nur ein Baumstämmen und oft sind sie so niedrig, daß die Berg- Hier ist's, wo tausende von Jahrhunderten unserem fernes, geheimnißvolles Klingen. leute sie nur auf dem Bauche friechend passiren können. Geistesauge sich darbieten und zum ersten Male die Kind Die eigene Stimme nimmt, man weiß nicht weshalb, Bei jedem Schritt wächst in der Tiefe dieser Gänge und heit der Natur erblühte. Die Erde bildet ein riesiges Inseleinen angenehmen krystallhellen Ton an, der so erschallt, Tunnels die staunende Bewunderung des Beschauers. Die meer, in dem jede Jusel ein Gehölz war, ein Garten oder als fäme er nicht mehr aus dem eigenen Munde, sondern Temperatur ist schwül, die Atmosphäre feucht und die Wöl- eine Baumgruppe. Die Flüsse fließen über weiche Erdaus weiter Ferne. Der Schluchtendunst hüllt uns ein, das bungen sind ungleich, niedrig, grau, stellenweise wie mit teppiche; die sumpfgeschwängerten Wiesen wogen im Wasser Licht erblaßt, die heiße Luft wirkt bedrückend, und Beva und mit Narben von Grubenlöchern bedeckt, ver- auf und ab. ( Fortsetzung folgt.) Eigentum des Vorstan ur SPD" Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 151. Kommunales. % Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 30. Juni Nachmittags 5 Uhr. Eingegangen ist bei der Versammlung u. A. die Einladung zum Bundesschießen in Genua. In den Ausschuß zur Prüfung der Beschwerden und Einsprüche gegen die Wählerlisten werden die Stadtvv. Reich now und Löbel als Erfahmänner gewählt. Freitag, den 1. Juli 1892. 9. Jahrg. " legt wird, daß das Gehalt alle Ausgaben des Oberbürger- meindeschulen am 1. Mai 1892 übersandt. Danach bes meisters zu decken hat, daß durch die Nichtbewilligung besonderer stehen 3. 3. 195 Schulen mit 3247 Klassen. Eingeschult sind Repräsentationskosten ausgesprochen wird, daß die Versammlung 177 456 Kinder, davon 87 521 Knaben, 89 935 Madchen. Die nicht den Wunsch hat, außerhalb des Rahmens ihrer Dis- Gesammtfassungskraft aller vorhandenen Klassenräume beträgt fussionen wichtige Angelegenheiten besprochen und verhandelt zu 198 058 Pläge. Die durchschnittliche Besetzung einer Klasse be fehen. Wir haben keinen Grund, darauf zu dringen, daß der trug am 1. Mai c. 54,65 gegen 54,70 am 1. November 1891. Oberbürgermeister anders repräsentirt als bei der Bürgerschaft; und 54,78 am 1. Mai 1801. Am 1. Mai 1892 waren 644 wie sein Verhältniß zu außerhalb der Stadt stehenden Ge- Knaben und 534 Mädchen gleich 1178 Kinder mehr eingeschult walten ist, kann der Stadt ziemlich gleichgiltig sein.( Leb- als im vorhergehenden Semester. Die Zahl der überzähligen hafter Widerspruch.) Wenn Sie von vornherein die Noth-( fliegenden) Klassen ging von 90 auf 84 zurück. wendigkeit von Repräsentationsgeldern anerkennen, dann Auf die am 10. März bei Berathung des Stadthaushalts Der zur Vorbereitung der Neuwahl bes erst en werden außerhalb der Kreise der städtischen Verwaltung Etats für 1892/93 beschlossene Resolution: Die VersammBürgermeisters und der Neuwahl von acht Stadträthen Dinge vorbereitet werden, welche nachher wie schon mehrmals lung ersucht den Magistrat mit den Arbeiten zur Herstellung des niedergesezte Ausschuß erstattet heute mündlichen Bericht und zu recht unerquicklichen Debatten in diesem Saale Anlaß Hafens am Urban möglichst schnell vorzugehen" benachrichtigt macht bezüglich der Gehaltsfestseßung für den ersteren den Vor- geben. Findet etwa gar die Anschauung des Herrn Selle in der der Magistrat die Versammlung unterm 21. Juni, daß mit den fchlag, daß das Gehalt auf 30 000 m. einschließlich der Re- Mehrheit Antlang, so tann, wenn die Einschaltung heute ab- qu. Arbeiten bereits begonnen worden ist. präsentationstoften" normirt werde. Mit dem letzteren Zusage gelehnt wird, in furzer Zeit ein Antrag auf Bewilligung solcher Die Versammlung nimmt ohne Debatte von dieser Mitfoll angedeutet werden, daß für die mit der Stellung als solcher Gelder kommen, über den dann die Freiheit der Entscheidung theilung Kenntniß. verbundenen Ausgaben eine Vergütung nicht besonders gewährt sehr erschwert ist. Ich werde hiernach gegen die vom Ausschusse Mit der widerruflichen Ueberlassung eines Theiles des zu werden soll, während der Ausschuß es aber gleichzeitig im Intereffe beantragte höhere Summe, aber für die Einschaltung stimmen. dem Gemeindeschul- Grundstück Kurfürstenstr. 141 gehörigen Turn der Stadt für sehr wünschenswerth hält, daß der erste Bürger- Vorsteher Stryck: Die Ausschüsse haben nach§ 13 der plates an die Feuerwehr zur Vergrößerung der Räume meister Berlins auch wirklich repräsentire. Gegen einen Antrag, Geschäftsordnung volle Freiheit, den Druck der Protokolle zu beder Feuerwache an der Zwölf Aposteltirche 7c dem fünftigen Oberbürgermeister außer 30 000 m. Gehalt noch schließen oder nicht. und d erklärt sich die Versammlung einverstanden. 6000 M. für Repräsentation zu gewähren, hat sich der Ausschuß ausgesprochen. Stadtv. Selle bringt einen Antrag ein, der dem letzt erwähnten entspricht. Der Antragsteller ist der Meinung, daß fich seit 1890, wo anläßlich der Wiederwahl Forckenbeck's das Gehalt auf 30 000 m. intl. 6000 m. persönliche Zulage normirt wurde, die Verhältnisse sehr erheblich geändert haben( Zwischenruf: Nothstand! Heiterkeit), weil es sich um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit handele und weil erst in jüngster Zeit dem Oberbürgermeister von Breslau das Gehalt auf 25 000 m. erhöht worden sei, dem Berliner Oberbürgermeister auch eine Dienst wohnung mit Mobiliarausstattung, dem Grundstock zur Repräsentation, nicht wie bei den hohen Staatsbeamten, zur Verfügung stehe Stadtv. Langerhans würde es für ungerecht halten, dem neuen Stadtoberhaupt ein höheres Gehalt zu bewilligen, als Forckenbeck, der doch der Versammlung durchaus genügte, während feiner ganzen Amtsdauer bezogen. Eine Dienstwohnung mit Mobiliar hätten nur die Minister. Die Worte„ einschließlich der Repräsentationstosten" wünscht Redner gestrichen zu sehen. Der persönliche Verkehr mit den Staats- und sonstigen Behörden zum Zwecke der Förderung der städtischen Interessen werde von jedem Oberbürgermeister ohnehin wahrgenommen werden; die ausdrückliche Aufnahme der Worte in die Berufung möchte aber zu Mißverständnissen führen. Mit Gehaltserhöhungen für die höheren und höchsten Beamten habe man in heutiger Zeit besonders vorfichtig zu sein. Stadtv. Meyer II. weift darauf hin, daß in der Normirung des Gehalts auf 30 000 m. schon eine Erhöhung um 6000 m. gegen den Beschluß von 1890 liegt. Eine Zulage fönne ja später jederzeit bewilligt werden, wenn die Verhältnisse sich dazu eignen. Stadtv. Singer: Ich bin verwundert darüber, daß der Ausschuß entgegen der sonstigen Gepflogenheit feinen gedruckten Bericht erstattet hat. Das Fehlen eines Protokolls halte ich für einen Mangel und frage zunächst, ob bestimmte Gründe dafür vorgelegen haben. Was die Sache selbst betrifft, so ist es ja ganz interessant, wenn die Mitglieder darüber streiten, ob der neue Oberbürgermeister 30 000 oder 36 000 m. Gehalt haben muß, wenn Herr Selle in eine Klage ausbricht über den Noth stand, in den ein Oberbürgermeister mit einem so geringen Gehalt von 30 000 M. gerathen muß. Nach meiner Auffaffung ist augenblicklich nicht der geringste Grund, die Stala zu verlassen, welche bis vor 2 Jahren maßgebend gewesen ist. Die Verhält niffe haben sich nach meiner Meinung seitdem nicht geändert. Es ist kein Anlaß vorhanden, den Oberbürgermeister so immens aus den anderen Gehältern der Magistratsmitglieder herauszuheben. Hauptsächlich aber muß ich mich für die vom Ausschuß beantragte Einschaltung aussprechen. Im Gegensatz zu Herrn Langerhans halte ich diese Einschaltung für Berlin für durchaus nothwendig. Wenn man die Repräsentation für nothwendig hält, um neben den formellen fachlichen Verhandlungen den Weg der Verständigung zu gehen, so halte ich es für unheilvoll für die Stadt, wenn ein solcher Weg eingeschlagen wird. Solche Wege führen zum Parquet der Höfe, fie führen zu Dingen, mit welchen der Oberbürgermeister nicht in dem Maße zu thun haben soll, wie einige Mitglieder zu wünschen scheinen. Es wird für die Stadt sehr gut sein, wenn Nachdruck darauf geAm Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. [ 151 Stadtv. Singer: Das habe ich nicht bestritten; ich kenne den§ 13; der Herr Vorsteher mag mir schon glauben, daß ich in Bezug auf Kenntniß der Geschäftsordnung vielleicht selbst mit ihm fonfurrire.( Unruhe und Widerspruch.) Vorsteher Stryck bleibt dabei, daß Stadtv. Singer eine Verpflichtung des Ausschusses statuirt habe. " Der Antrag Selle wird abgelehnt, der Ausschußantrag unter Streichung der Worte einschließlich der Repräsentationstosten" angenommen. Betreffs des Erwerbes des Grundstückes Breitestr. 21, welches von der früheren Eigenthümerin, der Wadzeck- Anstalt, dem Magiftrat zum Kauf für 860 000 m. angeboten, vor der Ent scheidung der Gemeindebehörden aber für den Preis von 370 000 m. anderweit veräußert worden war, empfiehlt der Ausschuß nach erneuter Berathung folgende Beschlußfassung: Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß die Stadtgemeinde als Käuferin in die Rechte und Pflichten des seitens des Kaufmanns Louis Oppenheim und der Wadzeck- Anstalt über das Grundstück geschlossenen Vertrages vom 6. April cr. eintritt und auf Grund dieses Vertrages a) das Grundstück für 370 000 m. erwirbt, b) die von Oppenheim verauslagten Stempel- und Notariatsgebühren mit 3754,90 M. erstattet. Gleichzeitig ersucht die Versammlung den Magiftrat, mit dem Besitzer des Nachbargrundstücks Breitestr. 22 wegen Erwerbung desselben in Verhandlung zu treten. Die Versammlung spricht hierbei dem Magistrat ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, daß in der wichtigen und als eilig anzusehenden Verkaufsangelegenheit, betreffend das Grundstück Breitestr. 21, eine unliebsame Verzögerung stattgefunden hat. Die Versammlung fann es ferner nicht unterlassen, ihr Mißfallen darüber auszudrücken, daß das von der WadzeckAnstalt dem Magistrat gegenüber beobachtete Verfahren nicht als ein solches angesehen werden kann, wie es einer Behörde gegenüber üblich zu sein pflegt. = Behufs Freilegung der Petersburgerstraße vom Platz N bis zur Frankfurter Allee sollen die erforderlichen im Privatbesih befindlichen Flächen von 3059 resp. 4985 qm im Wege der Enteignung erworben werden. Eventuell soll das dem Hoflieferanten Schulz gehörige Terrain von 3059 Quadrat metern freihändig erworben werden, wenn dies zu einem Preise von 22 M. für den Quadratmeter geschehen kann. Bei der Berathung des Etats hatte die Versammlung auch eine Resolution gefaßt, in der sie den Magistrat wiederholt ers suchte, ihr baldigst eine Vorlage, betreffend die Umgestaltung der Straße Unter den Linden", zukommen zu lassen. Der Magistrat theilt mit, daß er die hierüber angeknüpften Verhandlungen mit dem Polizeipräsidium zur Zeit abgebrochen habe, da Letzteres Forderungen gestellt hat, welche nach der Ansicht des Magistrats die Erhaltung der vorhandenen doppelten Baumreihe unmöglich machen. Es sei indeß nicht ausgeschlossen, daß die Verhandlungen unter Zuziehung von Vertretern noch anderer Behörden bezw. Interessenten wieder aufgenommen werden. Auf Antrag Giese- Hermes wird beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, der Versammlung das gesammte Attenmaterial über die bezüglichen Verhandlungen zugänglich zu machen. Das Projekt und der mit 250 000 m. abschließende Kostens anschlag für den Erweiterungsbau des Hauses Post= straße 16 werden genehmigt, desgleichen das Projekt einer Wasch anstalt auf dem Grundstück des Städtischen Obdachs. Mit den Maurer- und Zimmerarbeiten für den Erweiterungsbau des Gebäudes für nächtlich Obdachlose soll begonnen werden, fo= bald der bezügliche Kostenanschlag von der Baudeputation genehmigt ist. Die vorgelegten Entwürfe zu den beiden Schulgebäuden, dem Lehrerwohnhause und der Turnhalle auf dem Schulgrund= stücke in der Stephanstraße werden genehmigt und die erste Baurathe mit 100 000 m. zur Verfügung gestellt. Zur Herstellung eines Plan- und Kartenwerts über die Markthallen nebst einer Beschreibung derselben beantragt der Magistrat die Bewilligung der Mittel bis zum Betrage vom 5000 m. aus dem Erneuerungs- und Ergänzungsfonds der Markthallen- Verwaltung. Nach kurzer Debatte, in welcher Stadtv. Jacobi für mildernde Umstände gegenüber der Wadzeck- Anstalt plädirt, Stadtv. Die Vorlage wird ohne Debatte genehmigt. Meyer I die Ertheilung von Rügen Seitens der Versammlung Auf Antrag des Magistrats willigt die Versammlung in die an den Magistrat als dem Interesse des guten Einvernehmens Aufhebung der mit den Restaurateuren Sadewater und Hartmann der beiden Schwesterbehörden nicht angemessen bezeichnet und die über die Verpachtung der Restaurationen in den Hoffnung ausspricht, der Magistrat werde auch ohnedics um die Markthallen X( Arminiusplay) und XI( Marheineckeplay) Abstellung von Mißständen nach Art des getadelten sich be- abgeschlossenen Verträge. Beide Pächter haben sich in ihren Ermühen, lehnt die Versammlung die beiden letzten Absätze des Aus- wartungen bezüglich des Geschäfts in den genannten Lokalen geschußantrages ab, stimmt im Uebrigen aber demselben zu. täuscht, da die Hallen von Händlern nur schwach besetzt sind Zur Herrichtung einer Kohlenniederlage und eines An- und vom Publikum nur wenig besucht werden, die Restaurationen schlußgeleises für unmittelbaren Kohlenbezug bei der Frren- auch vom umwohnenden Publikum feinen Zuspruch erhalten. anstalt zu Dalldorf an der gleichnamigen Haltestelle der Die Bachtsummen betragen( inkl. der Miethe für die zugehörigen neuen Bahnstrecke Schönholz- Cremmen hatte der Magistrat die Wohnungen) 10 900 refp. 7350 m. Es soll nunmehr eine anderBewilligung von 53 950. beantragt. weite Bachtausschreibung statthaben. Die Vorlage war einem Ausschusse übergeben worden, welcher heute Bericht erstattet und dem Magistratsvorschlage die Zustimmung zu ertheilen empfiehlt. Die schon für 1891/92 beabsichtigte Aspha Itirung der Sofjäger und der Brücken- Allee im Thiergarten hat bisher nicht ausgeführt werden können, da die mit der königDie Versammlung tritt dem Ausschußantrage ohne Debatte bei. lichen Thiergarten- Verwaltung über eine mit der Asphaltirung Zur Kenntnißnahme hat der Magistrat der Versammlung zu verbindende ordnungsmäßige Entwässerung der Hofsjäger- Allee eine Vorlage, betr. die Frequenz in den Berliner Geeröffneten Verhandlungen an dem Uebermaß der von jener VerUnd dann sank er zurück, einige schwache Athemzüge Aber noch eine andere Feier sollte den Todestag dieses das Gesicht wandte sich zur Seite, und die besorgten Opfers im Freiheitskampfe in seiner Bedeutung erheben und Freunde erkannten beim Nähertreten, daß der Geist in ihn zu einem ewigen Gedenktage für die Bevölkerung des der Hülle erloschen. Landes gestalten. Die telegraphischen Berichte, welche am Gesegnet sei Dein Andenken im Namen der Freiheit, Abend aus allen Theilen des Landes in der Hauptstadt „ Um Gott, welcher Gedanke", rief der Verwundete, für die Du starbst. Und nun lebe fort in der Freiheit, wie zusammenströmten, ließen feinen Zweifel bezüglich der That indem er fast noch bleicher wurde, als er es infolge seiner Du in unserem Gedächtniß weiter lebst," sprach Lange, indem sache übrig, daß die am selben Tage stattgehabten Wahlen kaum halb geheilten Wunden geworden war; wie kommst er einen Abschiedskuß auf die kalte Stirne des abgeschiedenen Du in solchen Augenblicken auf solche Fragen?" " Du quälst mich, Streit; ich frage Dich, ob Du sie lieben fannst?" Freundes drückte. um die Mädchen zu benachrichtigen, die bleich und still So thaten auch die Anderen. Dann ging Frank hinaus, Elise drückte ihm die Augen zu. hereintraten. * * „ Wer könnte sie sehen, ohne sie zu lieben." Sieh', ich sage Dir das, weil ich weiß, daß sie Dir seit dem Prozesse sehr zugethan, und Ihr möchtet Euch Drei Tage später leerte sich die Stadt, mu einem nie vielleicht nun seltener sehen und auseinander kommen, wie gesehenen Leichenzuge zu folgen. Auf dem prachtvollen Sarges schon mit Vielen geschehen. Und ich möchte so tuche lagen die Schärpe und der Degen, die der Verewigte ein Kleinod, das ich nicht mehr begleiten kann, recht gern in seinem letzten Kampfe getragen. in guten Händen sehen. Es wird mir so viel leichter um's Herz, recht leicht; Du wirst sie ansprechen, sobald es geht fie ist so zurückhaltend, es ist ihre Art, und darum wird sie leicht verkannt. Du versprichst mir's?" " Ich verspreche Dir's; aber mein Herz will brechen. Mein Gott, wir hätten so glücklich sein können." " eine entschiedene Majorität für die Sache der Sozialdemokratie ergeben hatten. Infolge der großartigen Bes bis spät in ihren Versammlungslokalen geblieben, kaum deutung der Wahl waren die Bürger aller Parteischattirungen aber war das Resultat soweit bekannt gegeben, daß ein Zweifel nicht mehr obwalten konnte, begann sich die Stadt in später Stunde wie von selbst zu illuminiren, und das Komitee der sozialdemokratischen Partei ließ noch in der letzten Extra- Ausgabe des Bolksblatt" alle Freunde der Freiheit, Gerechtigkeit und Volkswohlfahrt" auf den folgenden Sonntag zu einem Friedens- und Freiheitsfeste nach Hasselbach und Bleichungen einladen. Schlußkapitel. Das Volksfest. Aber einmal die Waffen und die Schärpen angelegt. Wießner, Aber auch die übrigen Führer im Kampfe hatten noch der Oberkommandant, in der Blouse, mit blankem Säbel voran, hinter ihm die Anderen, die Gefunden und die Verwundeten, dann Erich Schlegel neben einem Träger des Eine prachtvolle Sonne ging am Morgen des großen rothen Banners, an der Spitze einer Schaar von 120 Voltsfestes über der in majestätischer Ruhe daliegenden Das scheint nur so... das ist nur eine Frage flüchtiger mit Gewehren bewaffneten Arbeitern, und dann der un- Hauptstadt auf, die, wie eine stolze, selbstbewußte Schöne, Zeit... so oft Ihr an mich denkt, bin ich bei Euch, besser geheuere Zug von wenigstens zwanzigtausend Leidtragenden. zu sagen schien: Schmückt mich, wie Ihr wollt, Ihr werdet als so... O, Jammer... ich plauderte noch gern mit Die Wachen traten in's Gewehr, wo nur der Zug vor- mich doch schwerlich schöner machen, als ich bin." Euch nur einige Minuten... aber es ist gut Jwan, überzog. mein Freund... zürne nicht, wenn mir Elise die Augen zuman hatte sie doch geschmückt mit Kränzen und Guirlanden, Und als der Sarg hinabgelassen war, trat Lange an mit bunten Teppichen und wehenden Fahnen. Und als das brückt Mensch, Deine Hand, Waffengefährte Du die offene Gruft und sprach: oder ich, es war so weit.. hehre Himmelslicht herauf kam und der kühlen Erde wie vom Dache oben... Du " Freunde, Genossen! einer schlummernden Braut den wallenden Nebelschleier, in wirst mehr können, als ich... Lange, glaub' mir, das Nicht vieler Worte bedarf's für Den, den seine Thaten den sie sich gehüllt, troß allen Sträubens wegtüßte, wie Sterben ist leicht für uns... ach so leicht... so himm- loben. Der Freiheit eine Gasse! war sein Spruch, und mit erschien sie da mit einem Male im rosigen Schimmer der lisch... hört Ihr...?" Jugend, geschmückt mit Millionen frisch funkelnder Diamanten, Smaragden und Perlen, die in den Blättern funkelten, in den Gräsern und in den Blumen, die noch einmal so stolz, wie sonst, das Köpfchen hoben und wie nach Bewunderern ihrer Schönheit sich umschauten. Ein heftiger Blutstrom unterbrach die weitere Rede des Kranken, aber er schien ihn auch mächtig erleichtert zu haben, denn seine Züge verklärten sich in himmlischer Freude. Er erhob sich auf einer Hand, blickte frei und heiter um sich und rief; " D, es ist schön!" ihm fiel er. Und wie der Pulverdampf die krante Luft verjagt, so mög' er über dieses Grab hinaus in's weite Land luftreinigend hinüberstreifen und Alle mahnen, so zu thun, wie er!" Achtung! Fertig! Fener!" kommandirte Wießner mit hocherhobenem Degen, und dreimal dröhnte die Salve über's Grab. Freilich sind es nicht mehr die ersten duftigen Blumen des Frühlings, nicht das schüchterne Veilchen, nicht die " J " Bading, Werkabtheilung.. 1002,80 m. „ Vorwärts" 2123,35 Ullstein, Werkabtheilung 1411,30 m. Berliner Zeitung" 1751,50 waltung gestellten Anforderungen an die Stadtgemeinde zunächst| Kirche gehen und fleißig beten und sich kafteien. Die national- Summe von weit über 30 000 m. genannt welche Waare gescheitert sind. Um den Bau der Pferdebahn Moabit- Süßow- liberalen Profitwütheriche hätten das ganze Gesetz am liebsten jedoch am hiesigen Plate als unmodern sehr schwer verkäuflich plah nicht noch länger aufzuhalten die städtischerseits für wieder in den Papierkorb versenkt, wo er am tiefsten ist. war. In den letzten Monaten hielt die Firma mit Einkäufen Diefen Bau gegebenen Bedingungsvorschriften datiren bereits vom Ob sich die Hoffnung der Konservativen erfüllen wird, wird sehr zurück und erzielte so eine Räumung des Waarenlagers zu 31. Januar 1887, beantragt der Magistrat, von der Asphal sich ja zeigen. Wir glauben's nicht! Und selbst wenn der eine Breisen, die jedoch keineswegs Schleuderpreise genannt werden tirung bis auf Weiteres Abstand zu nehmen; die Geleise sollen oder der andere arbeitsfreie Gehilfe in die Kirche gehen sollte, tönnen. Die noch vorhandenen Bestände sind im Vergleich zu unter Befestigung ihrer Flächen mit provisorischem Steinpflaster so sind wir ihm deshalb auch nicht gram. Jeder fann seinen den Passiven, deren Höhe noch gar nicht festgestellt werden kann, in die jetzt dort befindliche Chauffee eingelegt werden. freien Sonntag feiern wie er will, für uns ist es die Haupt- sehr unbedeutend. Ueber den Verbleib der beiden Flüchtlinge Nachdem Stadtv. Kalisch seiner Entrüstung über die un- fache, daß er nicht mehr Arbeitsskave ist. verlautet noch nichts Näheres. würdige" Art, in welcher in dieser Frage die Stadtverwaltung von der Thiergarten- Verwaltung behandelt worden sei, Ausdruck Wie die ,, Berliner Zeitung" flunkert. Sie bringt Mit- Bezüglich des flüchtigen Kaffenboten Hentschel erfahren gegeben, wird die Vorlage angenommen. theilungen aus der Abrechnung über den Buchdruckerstreit. Jn wir noch, daß die Untersuchung in dieser Angelegenheit einen Aus Anlaß der bevorstehenden Eröffnung der zweiten der wirklichen Abrechnung steht als von Buchdruckern ver- großen Umfang anzunehmen scheint. Es stellt sich jetzt heraus, Städtischen Frrenanstalt Herzberge bei Lichtenberg beabsichtigt ber einnahmt: daß der Defraudant ganz nach dem Muster des Millionendiebes Magistrat cine Neuregelung des Aufnahmeverfahrens Bauktassirers Jäger in Frankfurt a. M. einen Theil der gestohlenen für Geistestrante und des Verhältnisses der Stadtgemeinde Gelder an verschiedenen Stellen niedergelegt hat. Die aufzur Charite e herbeizuführen. Zunächst ersucht der Magistrat gefundenen 3800 M. hatte H. mehreren Verwandten in kleineren um die Ermächtigung, das seit 1879 bestehende Bertragsverhält Beträgen zugestellt, welche dann die Summen nach der Wohnung niß mit der Charitee dergestalt zu kündigen, daß dasselbe etwa Aus dieser Abrechnung theilt nun die„ Berliner Zeitung" mit, des H. fandten. Es konnte jedoch bei den betheiligten Personen mit dem Zeitpunkt der Eröffnung der zweiten Anstalt in Fort- daß vom Vorwärts" 2123 M., von der Berliner Zeitung" die Mitwissenschaft an der Unterschlagung nicht nachgewiesen fall kommt und daß von da ab regelmäßig und vorbehaltlich der 3162 M. eingekommen sind. Von der Bading'schen Druckerei wer werden und befinden sich dieselben auf freiem Fuße, wie auch die aus der Kabinetsordre von 1835 der Stadt gegen die Charitee den die Beiträge der Werkabtheilung nicht gezählt, von der Kousine des H., Fräulein St., wieder aus der Haft entlaffen zustehenden Rechte unmittelbare Aufnahme der der Stadtgemeinde Müstein'schen Druckerei aber die der Werkabtheilung der Zeitung worden ist. Die Belohnung für die Festnahme des H. ist jetzt zur Fürsorge anheimfallenden Geisteskranken in die städtischen Anzugerechnet. Go will bie„ Berl. 3tg." den Arbeitern imponiren. Dabei von der geschädigten Firma von 200 auf 500 M. erhöht worden stalten stattfindet. Ferner soll die Stadt zum Zweck der Ver- find die 3126 M. der Bading'schen Druckerei von einem Personal und ist die von dem Flüchtigen gemachte Beschreibung noch dahin theilung der Geisteskranken auf die beiden Anstalten nach von 45 Arbeitern, die 3162 M. der Ulstein'schen Druckerei zu ergänzen, baß H. ziemlich breitschultrig gebaut ist, einen Polizeirevieren und Armen- Kommissionsbezirken in einen Auf von einem Personal von 74 Arbeitern aufgebracht. Die„ Berliner Schwankenden Gang und sogenannte O- Beine hat. Allem Annahmebezirk für Dalldorf und einen für Lichtenberg getheilt Beitung" will den Schein erregen, als ob die Haltung ihres schein nach dürfte sich Hentschel noch in Berlin aufhalten. werden. In dringenden Fällen, wo die Polizei oder die Aerzte Blattes etwas mit der Stellung ihrer Arbeiter in der Druckerei den sofortigen Transport nach Dalldorf oder Lichtenberg als gemein hat. Wir haben in den Druckereien der tonfervativsten unthunlich bezeichnen, sollen die Krankenhäuser am Friedrichs- Blätter oft ein vollständiges sozialdemokratisches Geger- und hain und am Urban auch Geisteskranken vorläufig Aufnahme ge- Druckerpersonal, und so kommt es denn auch, daß konservative Arbeiter. Das ist sowohl der Gesinnung der dort beschäftigten Blätter oft obenan stehen in den Beiträgen für die kämpfenden Arbeiter zu danken, als auch theilweise dem Umstande, daß oft sehr konfervative Buchdruckereibesiger den Arbeitern freiere Beweging laffen, als es bei dem Groß der fortschrittlich- freisinnigen Blätter der Fall ist. währen. Die Aussicht über das gesammte Frrenwesen verbleibt einst weilen bent um einen Stadtrath und drei Stadtverordnete bezw. Bürgerbeputirte zu verstärkenden Kuratorium für die Dalldorfer Anstalt. Die vom Polizeipräsidium gegen die Umgebung der Charitee als Vorstation geltend gemachten Einwendungen hält der Magistrat nicht für stichhaltig. Stadto. Hermes hofft, daß es auch nach dem neuen Berfahren möglich sein werde, das Bedürfniß der Charitee für ihre tlinischen Zwecke auf diesem Gebiete zu befriedigen, und daß die städtische Verwaltung bezüglichen Wünschen der Charitee- Direktion so weit als nur irgend möglich entgegentommen werde. Darauf wird die Vorlage ohne weitere Debatte angenommen. Schluß 7 Uhr. Tokales. Der nächste Sonntag steht unter dem Zeichen der Sonntags ruhe. Die Prinzipale" sehen mit Angst und Bittern den Sonntag kommen, von welchent ab sie nicht mehr frei und ohne jede Kontrolle über die Arbeitskraft der von ihnen Beschäftigten verfügen fönnen. Eie meinen, das Ende der Welt sei gekommen, weil sie ihren Leuten bis zu einem gewissen Grade Sonntagsruhe gewähren müffen. Sie haben ihrer Kundschaft schon weiblich bange gemacht, wie es dann werden würde" und sie selbst jammern, als ob sie am Spieße stäfen, weil sie sich einbilden, ihrem wirthschaftlichen Ruin entgegen zu gehen. Natürlich ist das Alles die pure Angst, welche dem Gefühl entspringt, daß gehen könnten. ihnen vielleicht an den Sonntagen einige Mark Einnahme entEs wird trok der verlängerten Sonntagsruhe Alles im Geleife bleiben. Weber das Publikum, noch die Prinzipale werden auch nur im Geringsten darunter zu leiden haben, daß die Angestellten des Sonntags nur drei Stunden noch zu arbeiten haben. Und daß die letzteren den übrigen Theil des Sonntags nicht bei Dressel zubringen, dafür bürgt ihr Gehalt", das in seiner ganzen monatlichen Höhe für ein Frühstück knapp Langen würde. " Nach einer kurzen Schwindlerlaufbahn, berichtet die Bossische Zeitung", ist hier der Inhaber des Jukasfogeschäftes Energie", J. Abrahamsohn, durchgegangen. Abrahamsohn, der Breslau begründet hatte, tam vor sechs Wochen nach Berlin und por ungefähr sechs Monaten oder einem Jahr sein Inkasso- Geschäft oder Auskunftsbüreau mit dem hochtönenden Namen in und miethete sich in der Spandauerstr. 26 einige Zimmer, die er mit Stühlen und Tischen nothdürftig zum Komptor aufputzte. Darauf eröffnete er das Geschäft damit, daß er sich zwei junge Leute engagirte, von denen der eine 300, der andere 400 M. Dr. Paul Förster läßt in der Staatsbürger Zeitung" Bürgschaft hinterlegen mußte. Runden stellten sich nur sehr eine Erklärung los, in welcher er fagt:" Ich habe meinen Ab- wenige ein; einige tamen aber doch und traten als Abonnenten schied als Hauptmann der Landwehr schon vor mehreren Jahren der Energie" nach Hinterlegung von je 20 m. in geschäftliche auf mein Gesuch erhalten; derfelbe kann mir also jetzt nicht erst Beziehungen zu Abrahamsohn. Diefer lebte, wie sich herausertheilt werden". Herr Dr. Förster hat Wochen hindurch sich den gestellt hat, nur von den bei ihm hinterlegten Bürgs Frithum gefallen lassen, wenn nicht selbst herbeigeführt, daß er schaftsgeldern, letzten Sonnabend erzählte selbst noch Landwehroffizier sei, als er erflärte, er würde nicht seinem Personal, daß er nach Hamburg reisen müsse, um dort die Verantwortung übernehmen, seine Soldaten mit Judenflinten" eine größere Summe, er sprach von 10 000 M., einzuziehen. gegen den Feind zu führen. Herr Förster wendet sich auch gegen Seitdem hat Abrahamson nichts wieder von sich sehen lassen und den„ Vorwärts" mit folgenden Bemerkungen: jetzt wird er von der Kriminalpolizei gesucht. In seinem Kontor" und am er Das Andenken meines Bruders wird in einem Auf- find keine Gelder vorgefunden worden, und die ganze Einrichtung sate des Berliner Vorwärts" vom 26. Juni in ver- ift teine 10 M. werth. In Breslau hatte Abrahamsohn in leumderischer und gehässigfter Weise beschimpft, und andere feinem Hauptgeschäfte" mehrere junge Leute beschäftigt, denen Zeitungen drucken einzelne Stellen daraus mit Behagen er zusammen 2700 M. Bürgschaft abgeschwindelt hatte, und diese ab. Gegenüber dem, was der natürlich namenlose Schreiber Leute sind auch um ihr Geld geprellt worden. Die Behauptung diefes verleumderischen Nachrufes mittheilt, verweise ich Abrahamsohns, daß er mit der Einkassirung von 10 000 M. in auf das, was von meinem Bruder selbst, wie von vielen Hamburg betraut worden sei, ist jedenfalls eine Finte gewesen, andern mit den Berhältnissen bekannten Personen über die es ihm ermöglichen sollte, über den Sonntag einen Vorsprung ihn und seine Kolonie Neu- Germania in Paraguay ge- zu gewinnen. Abrahamisohn ist erst 24 Jahre alt und hat in schrieben worden ist. Auf eine weitere ausführliche Ehren- Breslau seine Verlobte zurückgelassen. rettung so I chen Angriffen gegenüber verzichte ich; nur das eine bemerke ich noch, daß der namenlose Einsender in Betreff des Todes meines Bruders eine unbegründete Vermuthung oder ein längst abgethanes Gerücht dreist als feststehende Thatsache ausspricht." Mit hochfahrenden Phrasen und Echimpfereien wird das Gesagte nicht widerlegt. Was der Bruder des Dr. Förster und dessen Freunde über ihre Gründung ausposaunt und renommirt haben, ist doch gewiß fein Beweis gegen das that fächliche Fiasto derfelben, das so viele vertrauensvolle Menschen ins Glend gestürzt hat. Unser Gewährsmann wird dem Herrn Paul Förster auch des Weiteren dienen. Von Herrn H. W. Fischer( Sprit Fabrik, Krausenstraße) erhalten wir folgende Bufchrift: Unter der Spigmarke Eine Untersuchung wegen nur, A Von dem Gerüst des Reichstagsgebäudes an der der Siegessäule zugekehrten Seite ist gestern Nachmittag der 44 Jahre Er war alte Zimmermann Lewandowsky herabgestürzt. ungefähr in Höhe des Daches beim Abbruch des Gerüftes be= schäftigt, muß hierbei einen Fehltritt gethan haben und stürzte fo unglücklich, daß er mit dem Kopfe auf eine am Erdboden liegende eiserne Schiene aufschlug. 2., welcher noch lebend nach der Charitee befördert wurde, starb alsbald infolge des erlittenen Schädelbruches. Einen Selbstmord verübte am Dienstag der 32 jährige Kellner Freudenberg. F. war als Hauskellner in dem bekannten Konzert- und Vergnügungslokal von Schwarz in der Frankfurter Chaussee in Stellung und gerieth am Montag mit einem ebenfalls dort beschäftigten Lohnfellner in Differenzen. Der Streit Die Ausführungsbestimmungen des Gesetzes lassen den Beech felfälschung" gelangte vor einigen Tagen eine Notiz wurde jedoch bald von Herrn Sch., dem Lokalinhaber geschlichtet, hörden wieder einmal weiten Spielraum. Im Regierungsbezirk zur Veröffentlichung, nach welcher der Juhaber einer hiesigen ber, weil sich&. im Unrecht befand, demselben eine Rüge ers Potsdam barf von 61/2 Bormittags bis 1, Uhr Nach Spritfabrit einen auf eine hiesige Kornbranntwein Brennerei theilte. Am Abend dieses Tages äußerte sich der junge Mann, mittags gearbeitet werden bei einer zweistündigen Pause, in Berlin dürfen die Gehilfen nicht vor 7 Uhr früh und nicht mehr gezogenen, am 10. November 1891 fälligen, über 5262,50 m. daß, falls der Alte ihn noch mal ausschimpfen würde, er Herrn Diese verfängliche lautenden Wechsel gefälscht habe und daß Ersterer, sowie dessen Sch. und dann sich selbst tödten werde. nach 2 Uhr Mittags beschäftigt werden. Grenzverhältnissen zwischen Berlin und zwischen den Vororten Prokurist, wegen dieser Fälschung in Untersuchungshaft genommen, bracht und er stellte den F. deshalb zur Rebe und erklärte dem Bei den verzwickten Aeußerung feines Angestellten wurde dem bedrohten Wirth hinteraus derselben aber nach Stellung einer nicht unbedeutenden wird's da mancherlei Kollusion geben. Das wird sich aber Kaution wieder entlassen worden sind. Diese Notiz ent- Stellner, er werde die Polizei auf ihn aufmerksam machen. F. hat mit der Zeit auch legen. Die Hauptsache ist die, daß die Gehilfen spricht in ihrem wesentlichsten Theile nicht der Wahrheit. nunmehr gefürchtet, daß sein Chef die Drohung wahrmachen. nicht auch noch an Sonntagen die schrankenlose Ausnugung ihrer Arbeitskraft sich gefallen lassen müssen. einer Konkurrenzfirma, gegen welche bereits ein Verfahren durch den Kopf, die den sofortigen Tod des Kellners zur Folge Richtig ist daß auf eine falsche Denunziation werde; er begab sich am Dienstag Morgen nach dem Bodenraum des Restaurationsgebäudes und jagte sich dort eine Kugel Bekanntlich hatte die sozialdemokratische Fraktion im Reichs- anhängig gemacht worden ist, die genannten Personen a m tage viel weiter gehende Anträge gestellt, die Bourgeoisie war 13. Mär 3 cr., also vor 3/2 Monaten, in Untersuchungshaft hatte. Die Leiche wurde nach der Morgue geschafft. aber nicht zu bewegen, mehr zu bewilligen, als eben bewilligt Selbstmord. Ein Student, Namens Charles Heuer, erschoß worden ist, und das ging noch mit Ach und Krach. Die Konser- genommen, demnächst aber gegen eine geringe Kaution wieder vativen stimmten überhaupt nur zu, weil sie sich einbildeten, die entlassen worden sind. Nachdem zwei unverdächtige Zeugen die sich am Mittwoch Nachmittag im Wartesalon 2. Klasse in der von der Sonntagsarbeit befreiten Leute würden dann nach der befundet haben und nachdem die ordnungsmäßige Buchung dieses aus, und mit dem Rufe: Silentium, nun geht's los", hielt er Echtheit der angeblich gefälschten Unterschrift Friedrichstraße. Er ließ sich einen Cognac geben, trant denselben Wechsels nachgewiesen worden, ist die Untersuchung einen Revolver vor den Mund und drückte ab. Da er noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er nach der Klinik geschafft, schlichte Primel oder die zarte Rose, das ewig erröthende bereits am 5. April cr. gefchloffen worden. Die in derselben Angelegenheit später gebrachte Mittheilung, wo er alsbald verstarb, Sinnbild der ersten Liebe; buntfarbiger, glänzender, die daß in der gedachten Spritfabrit eine Haus such ung stattAugen bestechender sieht man die hohe Feuerlilie, die au- gefunden habe, entbehrt jeder Unterlage, wie es auch unrichtig spruchsvolle Sonnenblume, das leichtfertige und buntfarbige ist, daß von dem Inhaber der Firma ein ordnungswidriges Geschlecht der Winden, die tausend Abarten der Aftern oder Börsenspiel getrieben worden ist. Chrysanthemums, dazwischen die in glühenderer Sinnlichkeit prangende Blume, die der Volksmund wegen ihres heißen Roths„ brennende Liebe" nennt, und neben ihr in sanfterer Schönheit Braut im Haar". Bei einbrechender Dunkelheit fleißig der Tanz gepflegt wurde. Gerichts- Beifung. Polizeibericht. Am 29. v. Mts. Nachmittags versuchte ein junger Mann im Wartesaal des Bahnhofs Friedrichstraße fich durch einen Schuß in den Kopf das Leben zu nehmen, er wurde noch lebend nach der Universitätsklinik gebracht, verstarb Arbeiterfest. Am Sonntag, den 26. Juni, veranstaltete der jedoch daselbst bald darauf. sozialdemokratische Agitationsklub Osten- Berlin Abends wurde ein Kellner in der ein großes Wohnung seiner Geliebten in der Stallschreiberstraße erhängt Sommerfest. Schon um 2 Uhr sah man Tausende von Genossen vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden vier kleine und Freunden dem Garten des Konzert- Parks Victoria, Frankfurter Brände statt. Welch' duftiges Wehen, welch' luftiges Rauschen an Allee, zuströmen. Um 4 Uhr sah man sich bereits genöthigt, einem Morgen, der einem schönen Tage entgegenträumt, Tische und Stühle aus anderen Lokalen heranzuholen. Das zumal für das Herz des Menschen, und wie nun erst, wenn Konzert hatte ein sehr reichhaltiges Programm. Die Gesangvereine dieser Tag ein zum fröhlichen Feste bestimmter Sonntag St. Urban und Hoffnung- Friedrichsberg trugen zur Verschönerung ift! Die Herzen werden so offen und frei, daß sich über des wahrhaft imposanten Familien- Arbeiterfestes mit ihrem Gedie Lippen drängt, was Monate, Jahre vielleicht verfang bei, auch fehlten Künstler- Spezialitäten nicht, welche die Ge Im Prozeß Heinze scheint der vorgestrige und der gestrige schwiegen wurde, und ein fröhliches Menschen- Angesicht ruft müther in spannender Heiterkeit hielten; während im Saale bas andere hervor, wie eine Kerze hundert Kerzen anzuzünden fah man hunderte Kinder mit Fackeln sich im Garten tummeln. Tag zu den kritischen" für Frau Heinze gehört zu haben. Wie vermag. Der fröhliche, genossenschaftliche Geist imponirte selbst Gegnern wir vernehmen, ist an diesen beiden Tagen die Zeugenvernehmung Die innere Stadt freilich liegt still und stumm; sie der Arbeitersache, die ihre Bewunderung über solch herrliches nur auf wenige Personen beschränkt geblieben, von denen eine Frau Schmidt, eine Frau Hagemann und eine Frau Cohn ist auch nur an vereinzelten Stellen geschmückt und trägt Sommerfest aussprachen. die beiden Angeklagten schiver belasteten. Namentlich war nur den gewöhnlichen Schmuck des Sonntags: Ordnung, Die beiden ehemaligen Gesinnungsgenoffen, Rechts- dies bei der leztgenannten Beugin der Fall. Frau Cohn sitzt Ruhe und Sauberkeit; defto festlicher aber schauen die anwalt Stein und Rettor Ahlwardt wohnen im Untersuchungs- gegenwärtig im Buchthause zu Jauer, welches bekanntlich hauptStraßen der Vorstadt drein, die ohnehin im grünen Schmuck gefängnisse Wand an Wand nebeneinander. Bekanntlich hat fächlich zur Aufnahme Strafgefangenen jüdischen Glaubens dient. Am letzten der Natur prangen und nun hinzugefügt haben, was nur Rechtsanwalt Stein ge gen Rektor Ahlwardt eine Privatklage erNeujahrstage hielt der hinzuzufügen war. Die ärmfte Hütte erscheint nicht ohne hoben, weil derselbe von ihm behauptet hat, er habe sich seinen jüdische Kultusbeamte& eibel daselbst mit den Gefangenen eine so ein Fähnchen, die Blumentöpfe find alle dem Blicke von Gesinnungswechsel mit 30 000 m. bezahlen lassen. Ahlwardt Andacht ab und wandte sich namentlich an Diejenigen, deren Außen zugewendet und wo nichts Anderes grüßt, so doch dagegen hat wegen der in der Stein'schen Broschüre wider ihn Entlaffung in Kurzem bevorstand, mit ermahnenden Worten ein grüner Kranz, eine Guirlande von Eichenlaub und Wald- erhobenen Beschuldigungen Widerklage erhoben. Kürzlich ließ der warnte er dieselben vor einem Rückfall in Schlechtigkeiten. Er betreffende Richter die Parteien aus dem Gefängnisse vorführen, berührte dabei auch die entsetzlichen Dinge, welche ber Prozeß der Früh Morgens schon trägt Jedes das Festgewand, das um Ginigungsversuche anzustellen. Dieselben scheiterten aber an Frau Dr. Prager und der Heinze'schen Eheleute ans Tageslicht gebracht habe. Unmittelbar darauf meldete sich Frau Cohn, welche schwer frank ist und den Tod vor Augen hat und immer festlich aussieht, sei's noch so einfach, und die ent- dem Widerstande der Betheiligten. daß sprechende Kleidung des Geistes: Festtagsstimmung! So Von der Pelzwaaren Firma Lieber u. Maraffe find erklärte dem Kultusbeamten, fie fich gedrungen vorbereitet vernimmt man die erste laute Stimme von die Inhaber des Geschäftes durchgegangen. Bei ihrer Flucht fühle, etwas mitzutheilen, was auf den Prozeß Heinze Bezug Außen, den Ton der mächtigen Glocke; doch ruft sie nicht sollen sie nur sehr geringe Baarmittel mit sich genommen haben. habe und vielleicht geeignet sei, den Verdacht von Unschuldigen zur Andacht in der düsteren Kirche, sondern kündet nur, Das Geschäft ging früher sehr gut und war der Umsatz, den die zu nehmen und die wirklich Schuldigen ihrer Bestrafung zudaß eben ein liebendes Paar, entschlossen, von da an des Firma erzielte, ein sehr bedeutender; Verluste, welche 2. und M. zuführen. Sie erzählte dann, daß fie längere Zeit mit Frau an der Börse in den letzten Jahren erlitten, dürften wohl den Heinze im Gefängniß zusammengesessen und daß diese ihr einLebens Lust und Weh gemeinsam zu tragen, sich Treue ge: Hauptgrund zum Bankrott der Firma gegeben haben, dazu kam gehende Mittheilungen darüber gemacht habe, wie der Nachtlobt hat für dieses kurze Leben und vielleicht bis in alle noch, daß eine verfehlte Spekulation in Belzwaaren, die dadurch wächter Braun um's Leben gekommen. Sie habe speziell Ewigkeit. entstand, daß die Geschäftsinhaber einen sehr großen Poften Belze Folgendes erzählt: In der Mordnacht habe sie sich mit einem ( Fortsetzung folgt.) in voriger Saison von Auswärts bezogen, es wird uns eine Manne in den Parkanlagen vor der Elisabethkirche umher blumen. von Und wie groß ist nicht die Unwissenheit Bismarc's p Ein belgischer Bergarbeiter- Kongreß wird am selbst in seinem eigenen Fach: der auswärtigen Politit, Eröffnungstage der neuen Kammer in Brüssel zugewesen, wenn er einmal die ausgetretenen Pfade verließ? sammentreten, und über die Mittel zur Erlangung des allWir wollen blos an das Bischen Herzegowina" gemeinen Wahlrechts berathen. erinnern, das in Wirklichkeit nichts weniger war als die große orientalische Frage, und an den Schwabenstreich mit den Samoa- Inseln, von denen der größte Staatsmann des Jahrhunderts" nicht einmal wußte, daß fie in der Machtsphäre der amerikanischen Republik liegen. Die Reichstags- Erfahwahl in Halle- Herford ist auf den 1. September angesetzt worden. Thaten sehen" will das Leipziger Tageblatt" oder doch wenigstens, nach dem„ Leipziger Tageblatt"," bie Welt" Dieses Blatt, welches vermuthlich von sich denkt: Die Welt bin ich", schreibt in Bezug auf den" Bapierkrieg" zwischen Bismarck und Caprivi: " Der unfruchtbare und die widerwärtigsten Auswüchse zeitigenden Zeitungspolemit ist genug und übergenug- die Welt will endlich Thaten sehen." darauf, eine Vorarbeit zu liefern für die Ein. führung eines Marimalarbeitstage 3." " Kann man sich eine frechere Fälschung denken! Und dieselbe Zeitung, welche mit den Mitteln der Lüge und Fälschung unseren streng sachlichen Artikel zu bekämpfen Norwegen und Schweden sind bekanntlich durch eine sucht, will der Sozialdemokratie die Verantwortung aufsogenannte Personalunion vereinigt, d. h. es sind zwei selbst- bürden, wenn die ganze statistische Aufnahme verpfuscht ständige Staaten, die aber einen gemeinsamen Fürsten haben. wird"? Herr Eugen Richter, dessen bornirte Feindschaft Diefes etwas unklare Verhältniß ist den Norwegern, die der gegen jeden gesetzlichen Arbeiterschutz so tief sigt, daß er in Mehrzahl nach republikanisch gesinnt sind, schon seit Langem diesem Kampfe sogar Hand in Hand mit Bismarck ging, läftig. Der Ruf nach Aufhebung der Personalunion ist als Vertreter der Interessen der Bäckergesellen und Handimmer lauter und Reibungen sind immer häufiger geworden. Lungs- Gehilfen gegen die bösen Sozialdemokraten Wie uns ein Telegramm meldet, hat das der Personalunion lacht da nicht? günstige Ministerium Steen infolge einer solchen Reibung seine Entlassung nehmen müssen. Was nun geschehen wird, ist noch nicht abzusehen. Jedenfalls ist die Trennung nur eine Frage der Zeit, und da Norwegen eine durch und durch demokratische Verfassung hat, so braucht es zur Re publit nur eines kleinen Schrittes. Parteinachrichten. * wer Mit dem Einfluß der englischen Wahlen auf die Luckenwalde. Die Vertrauensmänner event. sonstige ParteiAlso wohl den Staatsanwalt, der den treuen Basallen auswärtige Bolitik beschäftigen die deutschen Zeitungen fich genossen des Wahlkreises Jüterbog udenwalde. beim Kragen packt und arnimt? Sonst ist das„ Leipziger fortwährend ziemlich viel; die englischen Zeitungen dagegen 3auch- Belzig werden hiermit ersucht, behufs umfassender Tageblatt" nicht so thatendürftig und vor dem Staatsanwalt, gar nicht, sie denken nicht an einen derartigen Einfluß und Durchführung der Landagitation dem unterzeichneten Vertrauensmann der hiesigen Parteigenossen ihre Adressen mitzutheilen. wenn er den Winkelmann und sonstigen Winkel- und Bieder- kennen ihn auch nicht. Wir bemerkten schon früher, daß mann der hiesigen Parteigenoffen ihre Adressen mitzutheilen. Alex. Sailer, Friedrichstr. 24. männern des Bismarckrings zu Leibe geht, hat es einen in England, trotz der sogenannten„ parlamentarischen Reheiligen Respekt. gierung", die Politif eine weit kontinuirlichere und stetigere Aufruf an die Parteigenoffen der Provinz Sachsen Uebrigens enthält es in derselben Nummer einen der ist, als z. B. in Deutschland und namentlich unter dem und Anhalt, bekannten von byzantinischer Gözenverehrung triefenden Fürsten Bismard. Die Regierung des Landes wird sei Laut Beschluß des Provinzialtages für die Provinz Sachsen Artikel zum Preis des großen Millionärzüchters und Häupt- fie fonservativ oder liberal- aus der herrschenden Klasse und Anhalt vom 5. Juni d. J. iſt in öffentlicher( von ca. 1400 lings der Schienenfälscher. Es zeigt dies die Verwirrung, genommen, deren Ansichten über die Interessen Englands, Personen besuchter) Bolksversammlung in Salle a. S. eine breiwelche die Bismarck'sche Bier, Wein- und Schnapsreise in 8. h. die eigenen Klasseninteressen, in liberalem Gewand gliedrige Agitationstommiffion gewählt worden. den Schädeln der Nationalliberalen angerichtet. Ach zwei dieselben sind wie in konservativem. So wenig der Tory Fähnig, pr. Adr. Genossenschafts- Buchdruckerei in alle a. S. Alle Brief, Geld- 2c. Sendungen laffe man an Alfred Seelen wohnen in ihrer Brust". Salisbury sich dem Dreibunde anschließen fonnte, gelangen. Zwei Knechtseelen zwei Knechtseligkeiten, von denen wird der Liberale Gladstone sich dem Zweibunde Vor allen Dingen ist es nothwendig, daß alle Vertrauensdie eine auf dem Bauch liegt vor dem größten Mann des anschließen können. Die Engländer wollen vor Allem männer der Provinz Sachsen und Anhalt ihre Adressen umJahrhunderts, unter dem am ungenirtesten gestohlen wurde Frieden haben; in einem Krieg zwischen Frankreich und gehend einfenden, um mit ihnen die nothwendigsten Vereinbarungen und die zweite auf dem Bauch vor den herrschenden Ge- Deutschland würden ihre Sympathien vollständig gleich ver- treffen und ihnen später das betr. Flugblatt zur Berbreitung walten, ängstlich ſpähend, ob die andere Knechtseele nicht theilt und würde vollständige Einstimmigkeit darüber be- zukommen laffen zu können. In der vom Provinzialtage ange= nommenen Resolution wurde eine prozentuale Beisteuer der Blize" anziehen könne. Nichts ergöglicher als dieser Zwie Politik. Verändert wäre die Sachlage, wenn Rußland einzelnen Orte refp. Kreiſe erwähnt; diese Angelegenheit foll durch Zirkular geregelt werden. Das Komitee ersucht ferner die spalt der( nationalliberalen) Natur", die als Hurrahkanaille auf den Plan träte. England wird stets auf der Genossen, welche im Stande sind, Referate zu halten, ihre Adressen Bismarck Hoch brüllt, und, sobald sie merkt, daß dies der anderen Seite sein wie Rußland- ob der englische mit Angabe der ihnen passendsten Tage( und Referate) einzuhohen Obrigkeit des Tages nicht gefällt, flugs in das Ministerpräsident Gladstone heißt oder Salisbury. Würde senden, damit bei Berlangen der einzelnen Orte refp. Kreise nach Mausloch friecht. seinen persönlichen Neigungen folgend Referenten fofort Regelung geschaffen werden fann. Ueber Unter diesen zwei- oder dreitausend Bismarckanbetern England auf Seiten Rußlands zu bringen versuchen, so eine einheitliche Entschädigung für die Referenten soll ebenfalls ( den Chorus der Mitschreier zählen wir nicht), die in Berlin, würde er, ehe er mit dem Versuch weit gekommen, durch das obengenannte Birkular die Meinung aller Parteigenossen eingeholt werden. Auskunft über alle betr. Angelegenheiten wird Dresden, Wien, München und Augsburg zusammengetrommelt elementarfräftig aus Amt und Würden geworfen sein. wurden, ist nicht einer, der nicht kreidebleich würde, wenn Darin liegt das Beruhigende der Situation. Frank burch oben angegebene Geschäftsstelle bereitwilligst und schnellstens er eine Vorladung vor Gericht erhielte, um sich gegen die reich allein kann uns nicht angreifen, auch wenn es wollte Anklage der Vorbereitung des Hochverraths zu verantwas sicherlich bei der ungeheuren Masse der Bevölkerung worten. Und für bismard'sche Staatsanwälte wäre die Er nicht der Fall ist; und greift es zusammen mit Rußland hebung und Begründung einer solchen Anklage wider uns an, so wird England auf unsere Seite gedrängt. Bismarck und Genossen" eine Kleinigkeit. Gladstone die beste und einträglichste ertheilt. Ferner beschloß der Provinzialtag einstimmig, die Genossen in Halle und dem Saalfreis im Bierboykott, welcher zur Erringung von Versammlungssälen auf dem Lande nothwendig wurde, zu unterstützen. Deshalb ersuchen wir alle Parteigenossen, durch Nichttrinken von Bier aus boykottirten Brauereien mit beizutragen, daß der Sieg der Sozialdemokratie nicht dem Kapitalismus zufällt! Bontottirt sind die Rauchfuß'sche, Schulze'sche, Bauer'sche, Freyberg'sche, Schneider'ſche( Inh. Morrel) und Hallesche Attienbrauerei. Das Komitee spricht den Wunsch aus, von allen die Agitation betreffenden Vorkommniffen unterrichtet zu werden, um am Schlusse des Geschäftsjahres einen übersichtlichen Bericht geben zu tönnen. Mit fozialdemokratischem Gruß Das Agitationstomitee für die Proving Sachsen und Anhalt. Döring. Groß. Jähnig. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Wegen Aufreizung der Arbeiter zum Klaffenkampfe hatte Non olet. Das Geld riecht nicht so sagte der hänger, die Liberalen, eine tonservative Rednertribüne geGladstone ift gerächt. In Sheffield haben seine Anrömische Kaiser vor 1800 Jahren; so haben seitdem sehr stürmt, und verschiedene der Gegner, die sich das nicht ruhig Biele gefagt und gedacht auch Raiser und Könige; und gefallen ließen, erbärmlich durchgebläut. Der große alte so denken jetzt sehr Biele, wenn sie es auch nicht mehr Mann" kann nun mit doppelt erleichtertem Herzen auf die sagen, denn wir leben im Zeitalter der politischen Heuchelei, wo man Alles thun, aber Nichts beim richtigen Namen" gottlosen, barbarischen Konservativen" schimpfen. nennen darf-; und so denkt auch Väterchen, der Billige Arbeit, das ist überall die Losung de Bar und Selbstherrscher aller Neußen. Rapitals. In Deutschland holt die Bourgeoisie sich Bekanntlich ist der Mann in argen Finanznöthen Schweden, Italiener, Böhmen und Sachsengänger aus den natürlich nicht für seine Person und nachdem die Eng- östlichen Provinzen; in Frankreich: Italiener, Belgier und länder, Franzosen und Deutschen ihm mit seinen Bump Deutsche; in England: Franzosen und Deutsche; in Schnorrereien den Stuhl vor die Thüre gesetzt haben, Amerika: Deutsche, Franzosen, Schweden und Chinesen. sich am 21. Juni Reichstags- Abgeordneter Schultze vor der ist Holland in Noth. Woher Geld nehmen? Nach Afrika werden jetzt von unseren Kolonialpolitikern Königsberger Straffammer Straffammer zu verantworten. Im Der gewöhnliche philisterhafte Zusatz: und nicht stehlen", Kulis eingeführt, meil die Negersklaverei durch die Oktober 1890, furz bevor derselbe eine einmonatliche Gefängnißexistirt nicht für das moskowitische Knutenthum, das über neidischen Engländer unmöglich gemacht worden ist; und strafe antrat, hielt er in einer Arbeiterversammlung eine Rede, derartige Sentimentalitäten erhaben ist, und nicht blos sehr aus Queensland in Australien wird jetzt den Bourgeois- die eine leidenschaftliche Form gehabt haben soll. Die Anklage gern gestohlenes Geld nimmt, sondern auch Geld sogar blättern geschrieben( d. d. 16. Mai): machte ihm zum Vorwurf, u. A. gesagt zu haben:" Das Banner felber gern stiehlt. Also Väterchen soll der Kreuz- Zeitung" Das Parlament hat in seiner soeben beendeten Session ein der Tyrannei muß stürzen", sowie: Wir wollen nicht, daß unsere zufolge auf ein geniales Auskunftsmittel verfallen sein. Gesetz von weittragender Bedeutung für Australien geschaffen: Frauen und Töchter zur Unterhaltung der Söhne der befizenDie feine Judenschnüffelnase des Herrn von und zu HammerSchulze erklärte, und so weiter. die Pacific Island Labourers Bill"( Kanaka- Arbeiter- Vorlage) den Klassen dienen" stein hat folgenden Blan" gewittert: ist mit 32 gegen 7 Stimmen angenommen worden. Damit ist die Arbeiter im Gegentheil aur Ruhe und Besonnenheit aufvorläufig eine Frage erledigt, welche die gesammte Bevölkerung gefordert, sowie den geistigen Rampf gemeint zu haben, und lange Zeit tief erregt hat. Man hofft von der Wieder- stützte sich auf eine Reihe zitirter Säge, aus denen dies hervoreinführung der Südsee- Infulaner eine Neubelebung unserer gehe, sowie auf Ergebnisse der Wissenschaft, die er wiederholt Zuckerindustrie, welche gegenwärtig vollständig daniederliegt; angeführt hätte; übrigens sei die Meinung selbstverständlich haltdie Ursache dieses Niederganges glaubt man in der ungleich los, daß nur auf dem Wege des blutigen Kampfes etwas zu er theureren Arbeit der Weißen zu finden, die gleichzeitig in ihrem Werthe durch geringere Widerstandsfähigkeit der Eurapäer gegen das Klima beeinträchtigt wird. " 1 Rußland braucht dringend Geld, fann es aber nirgends mehr bekommen, nicht einmal in Paris. Wie, wenn man es mit 3ugeständnissen" an die Juden ver suchte? Sollte das nicht einen Anstoß geben, der sich an allen Börsen Europas unwiderstehlich fühlbar machte? Für den Erfolg kann zwar Niemand einstehen; ein gutes" Geschäft würden die Börsen auch mit einem judenfeindlichen Rußland machen, ein schlechtes" lehnen sie vielleicht einem judenfreundlichen gegenüber ab. Vielleicht aber vielleicht auch nicht. tigung " " " Die Kanalen" find die Südsee- Insulaner, die, ehe sie Es täme immer darauf an, was man zu bieten hätte, zu bieten von der europäischen Kultur beleckt worden, bei herrlichem bereit wäre. Mit der bürgerlichen Gleichberech Klima und in reicher Natur, ein paradiesisches Leben ließe sich am Ende doch noch etwas ausrichten, selbst heute noch, wo die Welt sehr blasirt geworden ist. Daß führten. Damit ist's nun vorbei. Der Moloch Kapital hat Alexander III. sich zu etwas derartigem ohne die äußerste ihre billige Arbeitskraft" entdeckt, und nun werden sie Noth entschließen sollte, glaubt freilich Reiner, der ihn kennt. unter das Foch der Lohnsklaverei gezwungen, die nach Eugen Wer weiß aber, ob diese äußerste Noth nicht bald an die Richter die höchste Freiheit ist. Thüre klopft. Der nächste Herbst wird viel entscheiden. Also die Kreuz- Zeitung" meint," Bäterchen" werde, Nun nachdem es die Juden Jahre lang auf's Härteste Der Freisinuigen 3tg." ist unser Leitartikel in perfolgt und erst jetzt noch mit" Baron" Hirsch ein- jeden- der Nr. 149 über die Reichskommission für Arbeiterfalls auch ganz einträgliches Judenexportgeschäft ab- statistit" natürlich nicht nach Wunsch ausgefallen. Das geschlossen hat, sich eines Tages plötzlich als Judenfreund tönnte uns nun sehr gleichgiltig sein, denn um der Zu aufspielen und den Juden die„ bürgerliche Gleichberechti- stimmung des Entdeckers der„ Spar- Agnes" willen schreiben gung" gewähren, wir unsere Artifel nicht. Etwas anderes aber ist es, wenn gegen flingende Münze. neu ist der Plan jedenfalls nicht. Im Mittel- das freifinnige Blatt auch diese Gelegenheit nicht vorüberalter wurden sämmtliche Fürsten- Anleihen auf diese Art gehen lassen kaun, ohne sich einer direkten Fälschung schuldig in Szene gefeßt: erst schlug man ein paar hundert Juden zu machen. In unserem Artikel heißt es: todt, und dann machte man bei den Ueberlebenden ein Zwangs anlehen, das niemals zurückgezahlt wurde, wofür sie jedoch das Versprechen erhielten, nicht todtgeschlagen zu werden bis auf Weiteres." Bäterchen" würde daher nur nach betannten Mustern arbeiten. Gelingen wird der Plan allerdings wohl schwerlich, denn wenn auch dem Bäterchen" das Geld nicht riecht, so riecht doch Väterchen den Juden vielleicht nicht gut genug- er ist bei den Geldleuten in gar schlechtem Geruch, und in Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf. " Natürlich ist die Hauptsache dabei, die ungünstigsten Be zirke auszuwählen. Es mag das freilich Manchem unbegreiflich erscheinen, der einen richtigen statistischen" Durchschnitt" für alle Verhältnisse gesichert sehen will. Judeß ist ein solcher Durchschnitt für die jetzt beliebte Arbeiterstatistit ziemlich gleichgiltig. Diese Statistik ist lediglich eine Vorarbeit Die Bäckerei об Entscheidung, für und die Ladengeschäfte etwa die zulässigen Marimal- Arbeits zeiten gesetzlich vorzuschreiben sind, hierfür genügt es zu fonftatiren, daß in tausenden von Fällen die Länge der Arbeitszeit von Gehilfen und Lehrlingen( männlichen und weiblichen) eine menschenunwürdige, oft geradezu mörderische ist." für die Diese Säge, aus denen kein ehrlicher Leser etwas " reichen sei. Der Staatsanwalt hielt die Anklage im vollen Umfange aufrecht und beantragte 6 Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof tonnte jedoch nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß Schulze die Absicht und das Bewußtsein gehabt habe, den öffentlichen Frieden zu gefährden beziv. verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander aufzureizen, und so erfolgte die Freisprechung. Briefkasten der Redaktion. Wrangelfte. Sie erhalten am besten Auskunft durch das Sebeammeninstitut in der Charitee. 2. 2. Sie sind nicht vom Kontrakt schon dadurch entbunden, daß der Wirth Ihre Wohnung anderen Personen 3 miethen anbietet. Alter Abonnent 100. Wir sind nicht dazu da, privaten Klatschereien nachzuspüren. Zwei Wettende. Leipzig ist die zweitgrößte Stadt Deutscheine weit größere Einwohnerschaft. lands. Hamburg zählt, wenn man die Vororte zurechnet, freilich A. B. Die Fragen sind zum Theil unverständlich. Fragen Sie einmal mündlich an. 2. B., Denk. Briefe innerhalb des Stadtkreises Berlin foften ebenso wie die Briefe im ganzen Reichspost- Bezirke 10 Pfg. O. M. 40. Dem Gläubiger gegenüber sind Sie als Kompagnon mit haftbar. Sie mögen mit Ihrem Kompagnon Abmachungen zu Ihrer Sicherung treffen, diese haben aber Dritten gegenüber keine Geltung. 23. R. 100. Mit Ihrer Frage müssen Sie sich an den Parteivorstand wenden. R. St. Derartige allgemeine Beschwerden kommen uns zu Hunderten und find allgemein bekannt. Wenn wir einmal, wie bei der Notiz aus der Landwehrübung in Frankfurt a. D., einen bestimmten fonkreten Fall erwähnen, so geschieht es nur, wenn Gewiß ist ,, daß Väterchen sich à tout prix Geld verschaffen muß und daß die absolute Zaraaherrlichkeit dem nächst an den Kapitalismus versteigert werden muß- auf Anderes herausfinden wird, als daß der Verfasser der An- wir ganz bestimmtes Beweismaterial haben. In dem erwähnten Abbruch. vor sicht Ausdruck geben will, daß das Ergebniß der Statistik Fall haben wir eine ganze Anzahl Zeugen, von denen wir das Material für die Entscheidung der Frage liefern soll, Mehrere persönlich vernommen haben. Solche Zuschriften wie Polizei- Anarchistisches. In Belgien soll den ob für die Bäckereien und Ladengeschäfte etwa die Be- die Ihrige find uns zwar auch erwünscht, aber verwerthen fönnen wir sie nur im Zusammenhange mit den übrigen den ben legten Wahlen gefangenen Anarchisten" der ſtimmung des§ 120e Al. III der Gewerbe- Ordnung( den Militarismus charakterisirenden Mittheilungen. Prozeß gemacht werden. Das ist sehr fühn, aber auch sehr sogenannten sanitären Maximal- Arbeitstag betreffend) in A. 2. Sie mußten sofort bei der Steuerbehörde Beschwerde unflug. Anwendung zu bringen sei, lügt die Freifinnige Beitung" führen. Außerdem mußten Sie auf die Grekution gefaßt sein, da Die französische Polizei ist flüger; sie hat die in nachstehender Weise um: der Steuerbote doch bereits früher bei Ihnen erschienen war. Berüber des Attentats auf das Café Béry entspringen Der„ Vorwärts" erklärt jetzt, es müsse die Hauptsache C. J., Müllerstraße. So wie der Vertrag in rechtsgiltiger, Lassen, zum Ingrimm der ins Geheimniß nicht eingeweihten sein," die ungünstigsten Bezirke auszuwählen. Denn es tomme Form geschlossen, gilt er. Die Kündigung richtet sich nach dem Spießburger. nicht auf einen richtigen statistischen Durchschnitt an, sondern Bertrag. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 1. Juli. Berliner Theater. Narciß. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der luftige Krieg. Oftend- Theater. Die Kellnerinnen von Berlin. Zum Schluß: Die juten Flinten. Thomas Theater. Mamzelle Nitouche. Bellealliance- Theater. Gefährliche Mädchen. Kroll's Theater. Die Hugenotten. Achtung! Achtung! Schlossbrauerei Schöneberg. adverein der Holz- und Bretterträger Sonntag, den 3. Juli 1892: Grosses Sommerfest arrangirt vom Arbeiter- Bildungsverein von Schöneberg bestehend in Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung am Sonntag, den 3. Juli 1892, Vormittags 10 Uhr, Oranienstr. No. 180., Tagesordnung: 178/151 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Allen Freunden und Kollegen zur Nachricht, daß unser treues Mitglied Robert Karnal und Kollege Großem Vokal- und Instrumental- Konzert. nach langen schweren Leiden am Dienstag entschlafen ift. Die Beerdigung Unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine: Rothe Nelke( Schöneberg), Harmonie, Frühlingsluft, Froh- Hoffnung, Wahrheit, Kreuzberger Harmonie, Waldkapelle, Phönis, Freiheit I, Liedertafel Westend( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes), über 250 Sänger, unter Leitung des Dirigenten Herrn V. Dillenberger. Adolph Ernst- Theater. Die Wett- Die Musik wird ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker schwimmerinnen. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg) Freitag, den 1. Juli: 1. Theil: Specialitäten 1. Ranges. 2. Theil: Hermann und Dorothea. unter Leitung des Herrn G. Janke. Aufführung von lebenden Bildern. Bon 2 Uhr ab: Großes Kaffeekochen. Um 9 Uhr: Große FackelPolonaise, wozu jedes Kind beim Eingang eine Stocklaterne gratis erhält. Bon 6 Uhr ab im Saale Tanz. Anfang 4 Uhr Nachmittags. Programm 25 Bf. findet am Sonntag Nachmittag 4 Uhr vom städtischen Krankenhause am Urban aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Zentralverband der deutschen Maurer und verw. Berufsgen., Zahlstelle I Berlin( Puzer). Sonntag, den 3. Juli, Vormittags 11 Uhr, Dresdenerstraße 96: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 482/2 1. Wahl der Delegirten zum ersten Verbandstag. 2. Verschiedenes und Fragetaften. Alle Kollegen, welche dem Raffirer ihre Wohnung betreffs Zusendung Versammlung zu thun. Der Bevollmächtigte. Zu diesem Sommerfest werden die Berliner Genossen ganz des„ Grundsteins noch nicht angegeben haben, werden ersucht, dieſes in der besonders eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Posse mit Gesang in 1 Akt Programms find vorher in allen mit Blakaten belegten Handlungen, von D. Kalisch u. E. Weihrauch. fowie in Schöneberg in folgenden Lokalen zu haben: Röhl, Grunewald8. Theil: Specialitäten- Vorstellung. ftraße 120, Siegelar, Holzftr. 48, a be, Hauptstr. 57, Papier, HauptGeschw. Laura, Amelie und straße Ecke Atazienstraße. Gisela Neumann, Gesangs- Trio, 451/4 Fischer und Blum, gen. Schwach und Schwächer, beliebte kom. Gesangs- Duettisten, Zum Schluss: Der Zauberbrunnen der Najaden, grosses Balletdivertissement mit WunderFontaine, 5 Solo- Tänzerinnen, 20 Damen Corps de Ballet. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7/2 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Täglich: Grosse Vorstellung. Sonnabend, den 2. Juli: Gala- Wohlthätigkeits- Vorst. Sommernachts- Fest. Italienische Nacht, SommernachtsBall, zum Besten des Nationalbanks für Veteranen. Siehe den großen Säulenanfchlag. PassageDas Komitee. Sonnabend, den 16. Juli 1892: Großartig. italienischer Wasser- Korso verbunden mit Sommernachts- Ball in der Borussia- Brauerei zu Nieder- Schönweide arrangirt vom Arbeiter- Gesangverein ,, Nord" ( Mitglied des Arbeiter- Sänger- Bundes). PROGRAMM. Abfahrt Abends 9 Uhr von der Jannowiß- Brücke mit Musit. Erster Landungspunkt: Boruffia- Brauerei". Dafelbst in den beiden feenhaft erleuchteten Sälen Grand bal paré. Jm elektrisch erleuchteten Garten Großes Konzert. Die Zwischenpausen werden durch Gesang vom Verein und Solovorträge Panopticum. ausgefüllt. Die romantisch gelegenen Grotten stehen zur Verfügung.) Neu! Um 1 Uhr Grosse Fest- Polonaise Blaue Grotte verbunden mit grossartigem Fackelzug durch Säle u. Garten. mit Waffer, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Von 3-5 Uhr grosses Kaffeekochen. Alsdann um 5 Uhr Weiterfahrt nach dem Müggelsee. Dafelbst findet der Waffer- Rorso statt, zu welchem jeder Dame ein schönes RosenBouquet gratis verabreicht wird. Zweiter Landungspunkt: Restaurant Seeschlösschen( Friedrichshagen) bei Schulze. Wem's schmeckt, der frühstückt. Nachdem im Walde: Gemüthliche Vergnügungen, große Auftion u. f. 1. Rückfahrt 9 Uhr Morgens. Fahrscheine für Herren intl. Tanz 1 M. Fahrscheine für Damen 75 Pf. Raffeetochen à Liter 70 Pf. Castan's Panoptikum. 49/5 Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Victoria- Brauerei. Lühowstraße 111/112. Im Konzertgarten: Freitag, 1. Juli: Gr. Doppel- Konzert gegeben von den Die Musik wird von Berufsmusikern ausgeführt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. NB. Fahrscheine sind im jetzigen Vereinslokal, Elisabethkirchstr. 14 bel Nicolay, und im Restaurant B. Raabe, Ruppinerstr. 42( Schönholzerstrassen- Ecke), zu haben. Achtung! I Verein der Bau- Anschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 3. Juli, Vormittags 10% Uhr, bei Pyrtek, Gipsstr. 3: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl des ersten Schriftführers. 4. Antrag Jüling u. Gen. 5. Verschiedenes und Frage faften. Die Dampferpartie findet am 18. Juli nach Friedrichshagen( Seefchlößchen) statt. Abfahrt präzise 7 Uhr von der Jannowiß- Brücke. Billets find bei den Komiteemitgliedern und Herrn G. Opaz, Restaurateur, Sebastianstraße 50, zu haben. Der Vorstand. 181/8 Fachverein der Tischler. Versammlung am Montag, den 4. Juli 1892, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Das älteste Leben der Welt. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Montag, den 18. Juli, im Elysium, Landsberger Allee 40: 413/9 12. Stiftungsfest bes Fachvereins der Tischler. Billets à 25 Pf. find in allen Zahlstellen des Vereins zu haben. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Verein der Einsetzer( Tischler). Sonntag, den 3. Juli, Vormitt. 10 Uhr, Neue Friedrichstraße 44: Ordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Raffen und Revisionsbericht. 2. Aufnahme von Mitgliedern. 8. Wahl Achtung! Möller's Volks- Garten. Achtung! der Arbeitsvermittlungs- Rommiſſion. 4. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. Wilmersdorf. Sonntag, den 10. Juli 1892: Grosses Sommer- Fest Arrangirt von den verbunden mit Konzert und Gefang. Gesangvereinen ,, Hoffnung" und ,, Dorfglödlein" Stettiner unter gefälliger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitgl. des Arb.-S.-B.). Entree à Person 25 Pf. Kinder frei. Anfang 4 Uhr. Bei eintretender Dunkelheit: F Fackel Polonaise. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Sängern u. b. gesammt. 495/3 Kapelle d.Hrn. A. Müller aus Friedenau. Nach dem Konzert im Saale: Familien- Tanzkränzchen. Das Komitee. 5. Vorstandsantrag. 6. Fortsetzung der Berlesung event. Abänderung von Beschlüssen. 7. Verschiedenes und Fragekasten. 146/16 Benno Misch, Vorsitzender, Schwedterstr. 237. Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 24. Juli d. J., findet eine Partie per Bahn nach Stolpe( Restaur. Fichtenhain) statt. Die Karten, welche zu dieser Partie ausgegeben werden, berechtigen zur Hin- und Rückfahrt, und werden dieselben gegen Hin- und Retourbillets auf dem Bahnhof umgetauscht; auch werden zu gleicher Beit Abzeichen verabreicht, wir bitten dieselben so tragen, daß sind. Vergnügungsverein ,, Amor II". Erwachſene 1, M., für Kinder äver å Jahre 40 Dr. Sonntag, den 3. Juli, Nachm. 4 Uhr, bei Knebel, Badstr. 58: Barten für 4 Um recht Betheiligung Das Komitee. NB. Auf Folgendes wird ganz besonders aufmerksam gemacht: Von Anf. 1/28 Uhr. Entree 50 Bf Grosse Theater Vorstellung der Bahn mit Mufit nach dem Garten des Lokals, später mit Musik nach der Billets à 40 Pf.( S. Plakate.) Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Konzert. Tanzkränzchen. Täglich: Gr. Konzert, Theater Beitrag 10 Pr. Der Vorstand. Entree 30 Pfg. und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Herren- Partie Haide, und während des Aufenthaltes in der Haide Musit. Außerdem ist 855b dafür Sorge getragen, daß auch bei ungünstiger Witterung die werthen Theilnehmer ein leichtes, bequemes Unterkommen haben. Für Tanz und einige andere Beluftigungen haben die Träger von Abzeichen nichts zu entrichten. W Wagen sind reservirt. Abfahrt vom Nordbahnhof Bernauer- und Schwedterstr.- Ede Morgens um 7 Uhr 20 Minuten. 146/17 Hellmuth Peters. des Gesangvereins ,, Vorwärts"( Stralau- Rummelsburg) am Sonntag, den 3. Juli, Morgens 6 Uhr. Altes Schützenhaus, Linienstr. 5, Treffpunkt bei Herrn Borchmann, Hauptstraße Nr. 11. ( neu renovirt) empfiehlt sich den werthen 495/4 Vereinen zu allen Festlichkeiten, sowie Bersammlungen. 819 b Caspar's Weiss- und Bairisch Bier- Lokal m. Garten empfehle allen Freunden und Genossen. Frühstück, Mittag- und Abendtisch. J. B.: Sbresny, Bernauerstr. 72. Buckow. bei Allen Genossen empf. Der Vorstand. Verband der Sattler und Tapezirer. Große Versammlung Sonnabend, den 2. Juli, Abends 9 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstrasse 83. Zages Ordnung: M 1. Vortrag von Fräulein Wabnitz über:" Gottes- und Königsidee." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, besonders Damen, sehr willkommen. ■ bei Ausflügen nach 266/2 Buckow meinen 2574L Der Vorstand. ab eine Hierdurch erlaube ich mir meiner geehrten Nachbarschaft, sowie meinen werthen Kunden die höfliche Mittheilung zu machen, daß ich vom 1. Jult cr. Kolonialwaaren-, Wein- u. Buffer- Handlung Bernauerstrasse 73, Ecke Ruppinerstrasse, eröffnet habe. Gestützt auf eine langjährige Thätigkeit in dieser Branche und durch den denkbar günstigsten Einkauf sämmtlicher Waaren bin ich in der Lage, meiner geehrten Kundschaft das Billigste und Beste zu bieten. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet mit Hochachtung 858 b Franz Cholojewski, Bernauerstr. 73. Empfehle mein Garten- Restaurant für Gesellschaften Gasthof zur Märkischen Schweiz reiche Wohnungen, 2 Stuben u. Küche, Neue Hochstr. 35. Hof. 2 Stuben u. Stiche, Neue Hochstr. 35. und Vereine. Badeanstalt und Kegelbahn. Gute Küche. 2644L 25491] Gustav Schöne, Gastwirth, Büdersdorf, Karlstraße 8, zur gütigen Beachtung. C. Klotz. Alle mit separatem Corridor. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW', Beuthstraße 2. ( vormals Wwe. Erpel). Hierzu eine Beilage. 4 Uebrigens fann jetzt der Erfolg nicht ausbleiben, indem ja die hiesigen Führer des Verbandes auch ihre Truppen mobilisirt haben, so daß die Vertreter des Geldsacks von zwei Seiten an gegriffen werden. famnilung. treten. Gemüthlichteit getrieben, während thr Ehemann und ein gewiffer Willy Rohl in der öffentliche Maurerversammlung einstimmig angenommene Refo- schließen, wie es in Nr. 10 bes, Rorrespondenzblattes der GeneralNähe sich befanden. Der Wächter Braun habe ihr Vorhaltungen lution, wonach für Verwirklichung der bisher gefaßten Beschlüsse tommiffion" angeregt wurde, und dann mit auf die ,, Neue Tischlerüber ihr Treiben in den Parkanlagen gemacht und sie für ver- auch ferner energisch eingetreten werden soll, bis auf allen Bauten Zeitung" abonniren. Die Diskussion war eine sehr lebhafte. haftet erklärt. Als fie daraufhin einen Schrei ausgestoßen, feien mindestens ein Stundenlohn von 55 Pf. gezahlt wird, fordern Ein definitiver Beschluß fonnte jedoch nicht gefaßt werden, da Heinze und Kohl herbeigestürmt, hätten mit dem Wächter Streit wir alle Kollegen Berlins und Umgegend hiermit auf, wo es über die Angelegenheit die Urabstimmung zu entscheiden hat. angefangen und denselben schließlich zu Boden geschlagen. Als noch nicht geschehen ist, die Lohnforderungslisten zu benußen und Es wurden folgende zwei Resolutionen angenommen: er bewegungslos dagelegen, habe sie die beiden Männer auf an die Unternehmer mit einer von den Kollegen des betreffenden 1. Die Versammlung erklärt sich mit dem Flugblatt von gefordert, schleunigst fortzueilen, diefelben hätten es aber für besser Baues zu vereinbarenden Forderung heranzutreten. Wird die Hamburg- Altona einverstanden und spricht sich für die Abgehalten, denselben an dem Riemen feines Schlüffelbundes auf- Forderung abgeschlagen und sind die Kollegen gewillt, die Sperre fchaffung der" Solidarität" aus. Von einem bestimmten Organ zuhängen, um so den Anschein zu erwecken, als ob ein Selbstmord zu verhängen, so haben laut Versammlungsbeschluß sich die wird vorläufig" Abstand genommen, da erst die Urabstimmung vorläge. So weit gingen die Bekundungen der Frau Cohn, Kollegen, bevor sie zur Sperre greifen, mit dem Bureau zu ver- darüber Klarheit schaffen kann. welche sie dem Kultusbeamten Feibel machte und später zu gericht- ständigen, damit planloses Handeln vermieden, falls aber die Sperre 2. Die Versammlung erklärt sich mit der Abschaffung des lichem Protokoll wiederholte. Der Willy Kohl ist schon in der verhängt wird, dieselbe auch siegreich durchgeführt werden kann. Es wöchentlichen Organs einverstanden, und sympatisirt für ein ersten Verhandlung einmal vorgekommen. Damals nannte der zeugt von aufopfernder Ueberzeugungstreue, daß viele Kollegen, Organ, welches alle 4 Wochen erscheint. Chef der Kriminalpolizei, Graf Püdler, diesen Namen unter Den- welche für die Allgemeinheit eintraten, auf Unterstüßung ver- Zum zweiten Verbandskassirer wurde Kollege Donat ge jenigen, welche ursprünglich der That verdächtig erschienen, bei zichteten. Wir sind aber der Ansicht, und die Versammlung vom wählt. Kollege Späthe unterzog den Indifferentismus der denen sich der Verdacht aber nicht bestätigt habe. Dieser Kohl 23. Juni beschloß auch demgemäß, daß alle Kollegen, welche für Vergolderinnen einer scharfen Kritit. Trotzdem man die Statuten befand sich längere Zeit in Dalldorf, war dann wieder einige die Allgemeinheit eintreten und infolge der Sperre Lohn- geändert habe, um mit den Bergolderinnen im Verband Schulter Zeit auf freien Fuß und war am dritten Tage der damaligen verluste haben, wiederum von der Allgemeinheit annähernd an Schulter für Besserung der Verhältnisse fämpfen zu können, Verhandlung wieder nach Dalldorf gebracht worden. Seitdem ist schablos gehalten werden müffen; wird eine Sperre fiegreich ge- verharrten sie im Indifferentismus, obgleich der größte Theil er wieder aus der Anstalt entlassen worden, seine Entmündigung wonnen, so werden unsere Forderungen auf 20 anderen Bauten von ihnen zu Hungerlöhnen arbeite. Der Redner forderte nochdauert aber noch fort. Damals behauptete die Bertheidigung, daß Kohl, in Güte bewilligt. mals die Vergolderinnen zu zahlreichem Beitritt und zum Beauf dessen Mittheilungen der von der Kriminalpolizei gegen Heinze's Sammelt daher auf allen Bauten fleißig zum Generalfonds fuche der Versammlungen auf, andernfalls sie es sich selbst zuverfolgte Verdacht theilweise beruht, einmal geäußert habe: ich der Maurer. Seht Euch aber auch die Euch vorgelegten Sammel- zufchreiben hätten, wenn durch ihren Indifferentismus der Verlaffe Euch nach Dalldorf bringen, da hat man's gut, da fann liften genau an, wenn Ihr wollt, daß der Betrag zur Förderung band in Frage gestellt werde und sie von den Leistenvergoldern man Jogar Billard spielen." Genug, derselbe Kohl ist es, welchen unserer Lohnbewegung verwandt werden soll. Jm Weiteren wieder wie früher behandelt würden. die Heinze in ihren Mittheilungen an die Cohn der Mitthäter- tönnen wir berichten, daß unsere Lohnbewegung Fortschritte Pommern- Vereinigung Berlin. Freitag, den 1. Juli, Abends 9 Uhr, schaft an dem Morde beschuldigte. Die Beugin Cohn ist auch macht, so daß das Resultat der bewilligten Zulagen die dafür in den Residenz- Sallen, Friedrichstraße 111: Außerordentliche Generalverjebt noch schwer lungentrant; sie wurde aus dem Lazareth des gebrachten Opfer reichlich aufwiegt. Gefängnisses in den Gerichtssaal geleitet und machte hier ihre Verein der Rügenwalder am Sonnabend, den 2. Juli, Abends 8% Uhr, Leipzigerstr. 134. Aussagen unter sichtlicher förperlicher Anstrengung. Auch gestern Sozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenwiederholte sie die Mittheilungen, welche ihr die Heinze gemacht, berg, Schweinit, Torgau und Liebenwerda. Bersammlung am Freitag, genau so, wie oben angegeben, und das Zeugniß dieser, offenbar den 1. Jult, Abends 8% Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße 20, Gartenfaal. dem Tode verfallenen Person, welche versicherte, daß sie durchweg Ob das Verhalten der Verbandsführer in der Bewegung ein Polnische Sozialisten. Deffentliche Versammlung am Sonntag, den die Wahrheit sage, schien auf die Geschworenen einen nachhaltigen förderndes ist, das ist jedoch eine andere Frage, deren Beurthei- 3. Juli, Vormittags 11 Uhr, im Saale des Herrn Deigmüller, Alte JakobEindruck zu machen. Frau Heinze gerieth ob dieses Zeugnisses lung wir allen Genossen überlassen. straße 48a. Tagesordnung: Welche Aufgabe hat die polnische sozialistische Bewegung? in die gewaltigste Aufregung und brach wiederholt in Weinen Die Maurer Berlins und Umgegend werden wissen, ob sie Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Süleaus, dem freilich sehr bald ein höhnisches Lachen folgte. Sie er- nach den von 65 Verbandskollegen oder von 2000 für die Be- Schule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Südtlärte Alles für eitel Hirngespinnste und behauptete, daß sie der wegung kämpfenden Genossen gefaßten Beschlüssen zu kämpfen Schule, Markusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); NordOftschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); OstZeugin nur wiederholt Mittheilung von ihren Vernehmungen haben. Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie. und von dem gemacht habe, was von den verschiedensten Ferner können wir noch berichten, daß ein Polizeibeamter n allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, Seiten gegen sie vorgebracht worden sei. Das habe die für den Baumeister Berndt in der Eberswalderstraße eingetreten tonnen Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, einZeugin verwechselt. Der Angeklagte Heinze, welcher ist, indem derselbe auf Ersuchen des Materialienverwalters des Lese- und Diskutirhlubs. Freitag. Karl Mart, Abends 8% Uhr, während der ber ganzen Verhandlung eine trogige Steif- betreffenden Baues einen„ Miffethäter", welcher, fußend auf§ 152 bet Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bet F. Kiging, Bülowstr. 52. nackigkeit zur Schau trägt, hatte für diese ganzen Befundungen der Gewerbeordnung, glaubte dazu berechtigt zu sein, dafür ein- stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. UebungsRaiser'icher nur ein verächtliches Lächeln und erklärte von einer That, die er zutreten, daß benannter Meister 55 Pf. Stundenlohn bewillige, männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Nord, Elisabeth= mit Willy Kohl ausgeübt hätte, Nichts zu wissen. Zu der Zeugin aus der Restauration heraus, wo der betreffende Kollege sein ftraße 14, bet Nitolay.- Vorwärts i, S.D. Adalbertstraße 21, bet Roll. Cohn kommen nun aber noch die schon genannten Zeuginnen Frühstück einzunehmen beabsichtigte, zur Wache sistirte, von wo binder Männerchor Berlins, Alte Játobstraße 66, bet A. Richter summer's cher Gesangverein, bei Tempel, Langestraße 65. Buch= Hagemann und Schmidt, welche bezeugten, daß Frau Heinze auch er nach dreistündigem sicherem Aufenthalt wieder entlassen wurde. Maiglöckchen, Hochstr. 82a, bei Wilke. ihnen ganz ähnliche Mittheilungen gemacht habe, in denen sie Während seines Aufenthalts auf der Wache fand sich noch( Putzer), Seydelstraße 30. Fris, Naunynstraße 86, bet Bubell. sogar theilweise noch weiter gegangen sei. So soll sie der einen die Frau eines Kollegen ein, welche, ihre Leiden klagend, eine Bantow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr. Vorwärts 6,( Gem. Chor), NiederPalme, in Belten bet Schröder. Blaue Schleife, Beugin erzählt haben, daß sie es gewesen, welche dem Nacht- Bescheinigung, ins Asyl gehen zu dürfen, beanspruchte, die Schönweide, bet Siebenbaum.- Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, wächter Schnupftabat in das Gesicht geworfen, der anderen ihr gewährt und noch dazu der Rath ertheilt wurde, daß doch bei Fröhlich. Morgenroth 4, Röpnic bei Wiebeinann in Adlershof. Zengin soll sie noch gesagt haben: sie seien Karthaus= am Orte ihr Mann auf den Bau Eberswalderstraße 18 bei Baumeister ahrheit, an der Zwölf- Apostelkirche 7b, bei Framte. fcher Gefangverein, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise., Moabit", der That so lange verblieben, bis der Wächter ganz Berndt arbeiten gehen solle, wenn erforderlich, würde man ihm wilhelm shavenerstraße 23, bet Brosch. Collegia, Beughofstraße 8, falt gewesen sei. Als sie den Ort verlassen wollte, polizeilichen Schutz angedeihen laffen. bei Koch habe sie gesehen, daß ihr Rock am unteren Rande mit Blut be Der polizeiliche Schuh ist unseres Erachtens vollständig über: Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. schmutzt gewesen sei und sie habe alle Mühe gehabt, die Blutflecke flüssig, indem wir es jedem Kollegen überlaffen, es mit sich selbst so schnell als möglich wieder zu entfernen. Auch diese Zeugnisse abzumachen, ob er sich als Streitbrecher will gebrauchen laffen. erklärte Frau Heinze für ersonnen oder doch mindestens für Ent- Jedenfalls hat der Herr Wachtmeister nicht im höheren Auftrage stellungen ihrer Mittheilungen. Thatsache ist, daß der besagte gehandelt. Oder hat man wieder an höherer Stelle geklagt, daß Willy Kohl früher auch in der Charitee vielfach davon aus eigener Kraft" die Maurer nicht zu bestegen sind? Wir phantasirt hat, daß er an der Ermordung an der Ermordung des Wächters bitten um Auskunft! Braun betheiligt sei. Die Vertheidigung berief sich aber Gleichzeitig ersuchen wir aber alle Kollegen, in der fachlichsten auf das Guten des Oberarztes und Dozenten Dr. aber festesten Weise für den Fortgang unserer Lohnbewegung Siemerling darüber, daß diese Gelbstbeschuldigungen treten und der Polizei jede Arbeit zu ersparen. nur den Werth von Halluzinationen eines Geisteskranken haben. Auf Antrag der Ber: hehigung wurde sodann der in der Adolfstraße wohnende Willy Kohl durch den Kriminalkommissarius Keßmann herbeigeholt. An dem Säbel des Nachtwächters Braun sind betanntlich auch einige Menschenhaare am Blute flebend vorgefunden. Es ist schon früher festgestellt worden, daß diese Haare weder dem Kopfe des Ehemanns Heinze, noch demjenigen der Ehefrau entstammten. Um den Belastungen der Beuginnen Cohn und Schdit zu begegnen, hat die Vertheidigung Aus Cöslin wird uns gemeldet, daß die Justiz behörde Abend s úhr im Restaurant Holzbächer, Dreisestr. 3. ein Interesse daran, nachzuweisen, daß die betreffenden in den Abwehrstreit der dortigen Maurer eingreift und Haare auch nicht von Kohl herrührten. Medizinalrath die Wirkung desselben abzuschwächen versucht, indem sie die BeDr. Long wurde deshalb an Ort und Stelle damit betraut, dem schäftigung von Strafgefangenen aus dem dortigen Rohl einige Haare abzuschneiden und dieselben zu untersuchen. Bentralgefängnisse bei Bau- Arbeiten gestattet. In der bezüglichen Der Inhalt der von dem Vorsitzenden verlesenen kommissarischen Buschrift heißt es weiter: Unserer Meinung nach steht ein solches Ausfage des Zeugen Just in Chicago deckt sich mit der gestern Berfahren nicht einmal im Einklang mit den gefeßlichen Bestim barüber erschienenen Zeitungsnotiz. Außer zwei überhaupt nicht mungen. Jeder im Bauhandwerk beschäftigte Arbeiter muß, so- Ueber die Nothlage der Landwirthschaft wird der„ Boltsauffindbaren Personen hat der Zeuge Just noch den Möbelpolirer bald ihm bei Ausführung solcher Arbeiten ein Unfall zustößt, doch Beitung" geschrieben: Eine treffliche Illustration zu dem Glend Bellevue und einen gewissen Randel als die Thäter bezeichnet. wohl unbedingt ein Recht auf Gewährung einer Unfallrente der„ nothleidenden Landwirthe", besonders bei uns im Often, Bellevue wird voraussichtlich morgen vernommen; auf ihn trifft haben, denn dieses hat die Gesezgebung durch das Unfallversiche wird durch den Bau und die Einweihung des Kreishauses für die Beschuldigung feineswegs zu. Randel dagegen hat bereits rungsgesetz beabsichtigt. Freie Arbeiter sind auch diesbezüglich den Kreis Ronis geliefert. Der Bau, welcher nach seiner Vollunter Berufung auf verschiedene Kriminalbeamte fein Alibi durch den Eintritt in die Unfallversicherung sicher gestellt und endung, wie das Konizer Tageblatt" schreibt, einen impofanten, in ganz charakteristischer Weise nachweisen fönnen. Interessant erhalten eventuell Rente von der Berufsgenossenschaft. Straf- großartigen und namentlich im Innern einen luxuriösen, dabei ist, daß von Bürgern der Rosenthaler Vorstadt bei dem Vor- gefangene werden jedoch, wie das in einem Spezialfalle( Moabit) aber äußerst gediegenen Eindruck macht," war auf 100 000 m. figenden Beschwerde über den Ausschluß der Deffentlichkeit ge- ergangene Ministerialreftript vom 2. Dezember 1884 ausführt, veranschlagt. Da sich im Laufe des Baues diese Summe als führt worden ist. In der betreffenden Eingabe wird darauf hin- nicht in die Unfallversicherung aufgenommen. Die den Straf zu niedrig erwies, bewilligte der Kreisausschuß weitere 50 000 M., gewiesen, daß gerade die Bewohner des Stadtheils, in welchem gefangenen bei Ausführung von Bau- Arbeiten zustoßenden Un- so daß das Gebäude 150 000 m. tostet. Die feierliche Eindie dunkle That vollbracht worden, ein lebhaftes Intereffe an fälle sind deshalb durch die Justizverwaltung zu entschädigen weihung desselben fand 26. Juni in Gegenwart einer völligen Klarlegung der letteren haben. Frau Heinze, welche aber für diesen Zweck einen Fonds nicht zur Verfügung des Oberpräsidenten von Goßler und vieler Gäste statt. welche während der Verhandlung viel Kaffee und Limonade zu haben dürfte. Wir haben uns deshalb veranlaßt gesehen, unter Dem Weiheatte folgte ein Festmahl, gestiftet vom Kreisfich nimmt, hatte gestern starkes Erbrechen im Sigungsfaale und Mittheilung über unsere Lage und die Ursachen unseres Streits ausschusse, folgender Speisefolge: Schildkrötensuppe, mußte von dem Vorsitzenden ernstlich ermahnt werden, sich den Herrn Justizminister auf die Angelegenheit aufmerksam zu Karpfen blau, Rindelenden, junge Hühner mit Trüffeln, Krebse zusammen zu nehmen oder rechtzeitig um eine Pause zu bitten. machen und denselben zu bitten, schleunigst Remedur schaffen zu und Hummer, Rehbraten, frischer Stangenfpargel, Gis, Gewollen. Unser Schreiben ging am 22. d3. Mts. an den Herrn frorenes mit Früchten, Butter und Käse, Kaffee dazu Sekt in Justizminister ab, eine Aenderung ist jedoch bis heute( 27. Juni) Fülle... ja, die Noth ist groß!"- Die Behauptung, meint die nicht erfolgt." Bolts- Beitung", daß das lukullische Einweihungsmahl vom Kreisausschusse gestiftet" worden sei, ist hoffentlich so zu verstehen, daß die Mitglieder des Ausschusses es sich einzeln zur Ehre angerechnet haben, die Kosten des Mahles aus ihren privaten Mitteln zu decken. Das luxuriöse Kreishaus selbst beruht jedenfalls auf dem Segen der Ueberweisungen aus der lex Huene, ist also mit den Geldern erbaut, welche aus der Tasche des Konsumenten in Form der Getreidezölle in die Kreise abfließen, nachdem die Herren Großgrundbesitzer ihren persönlichen Vortheil aus der Getreidezollpolitik bereits auf direktem Wege eingeheimft haben. une Buschriften find zu senden an War Gens, Berlin, Belforterstraße 26, 1. reitag: Bergnügungsverein Grüne Tanne bei Raiser, Martusstr. 8. Tambour- Berein orussia bei Zeichniß, Königsbergerstr, 24( UebungsTambourverein ſtunde). Tambour- Berein de uf bet Sperling, Infelſtr. 1. Wirbel bei Müller, Gartenstr. 52.- Theaterverein Acacte in Hoffmann's Festfälen, Oranienftr. 180. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GesangQuartettverein verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Männerchor Wedding, Abends sy Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35. Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bei Weigt, Martgrafenſtr. 87.- Privateinzu- Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Buttbuferstr. 85. Musikvereiu Tusch, Freitag Abend 9 Uhr, Restaurant Nebelin, Langestraße 108. Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von.8%-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9X Uhr, bet Brauns, Oranienstr. 183 p.- Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, bet Ritter, Mauerstr. 86. Unterhaltungstlub Schiller, jeden Freitag Um eine genaue Uebersicht über die bisher erzielten Errungen- Richter, Alte Jatobftr. 68. schaften zu haben, fordern wir alle Kollegen auf, dem Bureau mündlich oder schriftlich mitzutheilen, ob und wie viel Lohnsulage feit dem Eintreten in unsere Lohnbewegung auf diesem oder jenem Bau erreicht wurde. Das Bureau zur Leitung der ohnbewegung. 2. Dietrich. 28. 11. Ein verhängnißvoller Mikgriff lag einer Antlage wegen fahrlässiger Körperverlegung zu Grunde, welche heute vor der I. Straffammer des Landgerichts I gegen den Droguisten Hans Wir legen im Anschluß an vorstehende Mittheilung gegen das Rapell verhandelt wurde. In das Geschäft des Angeklagten Verfahren der erwähnten Gefängnißverwaltung schärfstens Protest tam am 10. Dezember v. J. ein junger Mensch, der eine Kleinig ein und erklären, daß es unserer Ansicht nach Pflicht des Justizteit faufte. Rapell behauptet, gerade guter Laune gewesen zu sein. minifteriums ist, in diesem dringenden Falle seine Entschließung Er habe dem Kunden deshalb einen Schnaps angeboten. Raum fofort zu treffen. Jedenfalls sind die Gefangenen nicht dazu hatte dieser das Getränk im Munde, als er es voll Ekel und da, um den Arbeitern die Arbeitsbedingungen herabdrücken zu Unbehagen wieder ausspie. Der Schnaps hatte nicht nur einen helfen und sie dem Unternehmerthum gegenüber widerstands abscheulichen Geschmack, sondern auch eine so äßende Wirkung, unfähig zu machen. daß der junge Mensch sofort zum Arzt eilen müßte. Die ganze Mundhöhle war ihm verbrannt, er ist eine Woche lang arbeitsunfähig gewesen. im Wesentlichen Es stellte sich heraus, daß der Schnaps aus einer Mischung von Spiritus Versammlungen. " Vermischtes. mit Eine schreckliche That wird aus dem Orte Fuerdorf bei Ebenhausen( Unterfranken) gemeldet. Die start dem Trunk und Salmiatgeist bestanden hatte. Anfangs ging man ergebene Dekonomen- Ehefrau Warmuth hat ihren Mann, mit von der Annahme aus, daß ber Angeklagte sich dem sie Tags über beim Heu- Einfahren Differenzen gehabt, im einen schlechten Scherz mit dem Kunden erlaubt habe, der In der letzten Monatsversammlung der Vergolder Schlafe mit einein Holzbeil erschlagen. Erst früh, als die Kinder Beweis einer Vorsätzlichkeit hat sich aber nicht erbringen lassen. und Bergolderinnen Berlins referirte Rollege Baul ihren Bater zur Arbeit wecken wollten, wurde der Mord entDer Angeklagte erklärte, daß er eine Mischung von Spiritus und Höpfner über das von den Hamburg- Altonaer Kollegen heraus- deckt. Die Frau ist verhaftet. Salmiafgeist in die Schnapsflasche gethan, um diefelbe zu reinigen. gegebene Flugblatt, betreffend das Verbandsorgan, die In Heilbronn ist die 13 Jahre alte Louise Bödinger Er habe die Flasche einstweilen an ihrem gewöhnlichen Play Solidarität". Das Flugblatt betrifft in der Hauptsache die von Gibensbach, Oberamt Brackenheim, wegen des Verbrechens stehen lassen, und bei Benutzung derselben nicht daran gedacht, Sr. 13 der Solidarität", in welcher der Halberstädter Gewert- des versuchten Words zu 2 Jahren und 6 Monaten Gefängniß daß sie einen anderen Inhalt wie gewöhnlich enthielt. Der An- schafts- Kongreß besprochen wird. Die bezüglichen Artikel seien in verurtheilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gegeklagte blieb bei dieser Erklärung, trotzdem er auf das Unglaub einer sehr verlegenden Form geschrieben und hätten darum den fängnißstrafe von 3 Jahren beantragt. Die Angeflagte hat, um würdige derselben hingewiesen wurde. Der medizinische Sach- Anstoß zu jenem Flugblatt gegeben. In Nr. 17 der„ Solidarität" aus dem Dienst zu kommen, in der Absicht, das ihr verständige begutachtete, daß der Genuß von Salmiatgeist, wie beschwerten sich ebenfalls die Leipziger Kollegen über die Art und zur Wartung anvertraut gewefene vier Monate alte Kind der im vorliegenden Falle beinahe geschehen wäre, eine heftige Magen- Weise, wie Redakteur Keßler gegen die Vervände zu Felde ziehe, Dienstherrschaft zu tödten, an zwei Tagen 5. Bohnen, 5 Steckentzündung hätte hervorrufen können. Der Staatsanwalt bean- und verlangten gleichfalls die Abschaffung der Solidarität" ale nadeln und eine Nähnadel dem Kind in den Mund gebracht. tragte eine Geldstrafe von 300 M., der Gerichtshof ging über Verbandsorgan. Man könne es dem Genossen Reßler nicht ver- Das Kind hat zwar die Gegenstände verschluckt, doch sind dieden Antrag noch hinaus, indem er auf 500 M. erkannte. Denten, wenn er in einem von ihm redigirten Blatte seine selben ohne Schaden anzurichten, abgegangen. Meinung zum Ausdruck bringe, aber man halte ihn nicht für un- In dem Emsflusse bei Warendorf sind, wie die„ Köln. fehlbar und es könne auch Niemand leugnen, daß Kritiken, wie Bolts- Zeitung" meldet, am Mittwoch Abend ein junger Mann die in Rede stehenden, in den Gewerken zu Streitigkeiten führen und fünf Mädchen durch das Leckwerden des Schiffes, auf müßten, wie es z. B. hier der Fall sei. Die Kollegen von Ham- welchem sie sich befanden, ertrunken; zwei Personen wurden ge burg hätten nun eine Ürabstimmung darüber beantragt, ob die rettet. Soziale Ltebersicht. An die Maurer Berlins und Umgegend. Unter Hinweis auf die am Sonntag, den 25. Juni, in der Brauerei Friedrichshain stattgehabte, von 2000 Kollegen besuchte ,, Solidarität" beibehalten werden solle oder nicht. Die Gründung Ungeheure Meugen Maifäfer haben im Landkreise einer eigenen Zeitung sei unmöglich und die Verschmelzung mit Sana u große Verheerungen angerichtet. den Malern auch nicht zu empfehlen. Kollege Höpfner machte Bajuvarische Militärgerichts Rechtspflege. Der Ges deshalb den Vorschlag, man solle sich der Holzindustrie an- freite des 6. Infanterieregiments Andr. Wankerl, welcher der erschwerten Körperlegung angeklagt war, wurde vom Militär- bleiben werden. Bei Eisgang in der Elbe werden die SchnellBriefkaffen der Redaktion. Bezirksgericht Würzburg freigesprochen. Derselbe war beschuldigt, dampfer von Nordenham expedirt werden. am 3. Mai 1. J. im Gasthaus zum goldenen Ritter in Amberg Chriftiania, 30. Juni. Das Präsidium des Storthings Quittung. Bom Genossen Jähnig, Genossenschaftsbuch dem Gefreiten Donhauser seiner Kompagnie nach vorgängigem überreichte heute dem Könige eine Adresse, in welcher dem Be- druckerei Halle a. G. habe ich für den Weberstreit in Rigdorf Wortwechsel mit einem steinernen Litertrug einen Schlag auf den dauern darüber Ausdruck gegeben wird, daß der König den 63 M. 39 Pf. erhalten. Das Geld ist in der Expedition dieses Kopf versetzt zu haben, daß der Krug in Stücke ging( der Kopf, Beschluß des Storthing, betreffend die Errichtung eines Blattes, Beuthstraße 3, abzuholen. echt altbayerisches Gewächs, blieb ganz) und Donhauser eine eigenen norwegischen Konsulatswesens nicht habe sank- Indem ich dankend quittire W. Liebknecht. Wunde bei fünftägiger Krankheit und Dienstunfähigkeit davon- tioniren wollen, wodurch die Demission des Ministe- H. Scheidewig, Altona. Da wir die Richtigkeit Ihrer trug. Die Freisprechung erfolgte, da die Geschworenen den riums verursacht worden sei. Die Adresse schließt Angaben nicht kontrolliren können, wollen Sie dieselben durch Litertrug nicht als gefährliches Werkzeug er mit dem Ersuchen, der König möge um des Vaterlandes, des die Organisation Ihres Berufs uns mittheilen laffen. achteten und wegen leichter Rörperverlegung ein Strafantrag nicht Königthums und der Union willen den Beschluß des Storthing gestellt war. fanttioniren und dadurch die Demission des Rabinets, das einzig und allein gegenwärtig das Bertrauen des Storthing besige, verhindern. Man erwartet eine schriftliche Antwort des Königs. Depeschen. " Petersburg, 30. Juni. Nach Meldungen aus Batu dauern die Cholera- Erkrankungen fort; in Astrachan selbst ist tein Cholerafall vorgekommen, nur auf den auf der Rhede angehaltenen Schiffen tamen einige Erkrankungen vor. Briefkaffen der Expedition. O. Ch. in Vevey. Jst leider vergriffen. M. G. in W. Lindenstr. 44. H. K. 8. Das Inserat toftet 7,20 m. B. Melcher, Wien. Ein Abonnement per Kreuzband nach Desterreich kostet 2,00 m. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Hamburg, 30. Juni. Die Hamburgische Börsenhalle" bestätigt die Nachricht, daß die Schnelldampfer der HamburgAmerikanischen Packetfahrt- Attiengesellschaft im nächsten Winter Pest, 30. Juni. In Dszlany( Romitat Bars) wurden nicht, wie sonst, aus dem Dienst treten, sondern in regelmäßiger gestern 142 Wohnhäuser sammt den Nebengebäuden durch eine Fachverein der Müller und Mühlenarbeiter. Vers Fahrt zwischen Hamburg und New- York einerseits und zwischen Feuersbrunst zerstört. Zwei Menschen sind bei dem Brande ums sammlungsanzeigen für den Vereinskalender sind an die Redaktion New- York und Genua, sowie Neapel andererseits beschäftigt Leben gekommen und 80 Familien brot- und obdachlos geworden. zu senden. ,, Zum Prophet" Welthaus in fertigen Herren- u. Knaben1. Etage Garderoben am Dönhoffplatz 1. Etage Ecke Leipziger- und Kommandantenstraße. 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Juni cr. verstarb unser Mitim Lokale des Herrn Deigmüller, A Jakobstrasse 48a: glied, der Steindrucker " 1 Vereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Staatssozialismus in der Sozialdemokratie." Referent Herr Wilhelm Werner. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Gewinne, die auf Loosnummer 247 und 267 am Sommerfest fielen, find beim Kollegen Sparfeld, Lübbenerstr. 21, abzuholen. 436/12 Der Vorstand. Otto Rosenberg. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Juli cr., Nachm. 5 Uhr, von der Kgl. Charitee aus nach dem N. ElifabethKirchhof, Gesundbrunnen, statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 857 b Nachruf. Am 28. Juni cr. verstarb nach kurzem, Mitarbeiter, der Steindrucker Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter aber schwerem Leiden unſer Kollege und Berlins und Umgegend. Sonntag, den 8. Juli 1892, Vormittags präzise 10 Uhr: Große Versammlung der Feilenhauer bei Meissner, Gartenstraße Nr. 162. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 3. Definitive Regelung des alten Vereinsmaterials. 4. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen muß es sein, für den größten Besuch dieser Versammlung Sorge zu tragen. Gäste sind willkommen. 479/10 Der Vorstand. Otto Rosenberg. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 2. Juli cr., Nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Charitee aus nach dem Elisabeth- Kirchhof, PrinzenAllee, statt. Wir werden demselben ein treues Andenken bewahren. Das Personal 8626 der Kutner n. Berger'schen Anstalt. Ehrenerklärung. Ich nehme meine Wörter, die ich den Bau- Arbeiter, Bekanntmachung. Fachver. der Müller n. Mühlen- Berlin Oft, Friedrichsberg und RumFünfter Nachtrag zu dem Statut Arbeiter Berlins u. Umgegend.melburg, ausgestoßen habe, zurück, und Orts- Krankenkasse des Bimmerer- Gewerbes zu Berlin vom 28. Oftober 1884. Der§ 24 wird verändert und erhält folgende Fassung: Die wöchentlichen Kassenbeiträge betragen: 1. Für Zimmergefellen( I.SI.) 0,54 M. Versammlung am Sonntag, den 3. Juli cr., Vormittags 91/2 Uhr. in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Um zahlreiches Erscheinen wird fucht. Gäste willkommen. 240/3 Der Vorstand. erkläre Vorstand für einen reellen 856 b und gewissenhaften. Friedrich Schwimmer, Friedrichsberg, Straße 31 Nr. 19. Die Beleidigung gegen den Statklub er- Kreuz- Solo" nehme ich hiermit zurück. 864 b Busanni. Tüchtige Weißbier- Trinker tönnen sich melden bei Vater Jahn, 551b 2. Für Tage- Arbeiter, welche im Genossenschafts- Bäderei für Boffenerstraße 6. . Berlin und Umgegend # Zimmerergewerbe beschäftigt find ( II. Klaffe 0,42 M. 3. Für Mitglieder unter 16 Jahren Eingetr. Gen.m.beschr.Haftpflicht. und für Lehrlinge. 0,24 M. Sämmtliche Berkaufsstellen Inhaber Berlin, den 9. Mai 1892. werden hiermit aufgefordert, behufs gez. C. Plötz, gez. O. König, Regelung des Brotverkaufs, ihre Adressen Vorsitzender, Schriftführer. schriftlich mit Angabe, wie viel Brot fie bis jetzt durchschnittlich täglich erhalten haben und wie viel sie gebrauchen fönnen, binnen drei Tagen bei dem Unterzeichneten einzureichen; wer sich in der oben angegebenen Frist nicht gemeldet hat, kann nicht mehr berück fichtigt werden. Vorstehender Nachtrag wird mit der Maßgabe hierdurch genehmigt, daß des selbe erst drei Wochen nach erfolgter Zustellung an den Kassenvorstand in 860b Kraft tritt. Berlin, den 15. Juni 1892, L. S. Der Bezirks- Ausschuß. gez. Kayser. Der Aufsichtsrath. Vereinszimmer( 56 Pers.) Simeonftraße 28. 26042 Möbel- Aufbewahrung Transport Verpacku Achien- Gesellschaft für Möbeltransportu.Aufbewahrung Landers Onne Umladung BERLIN.S.D. Köpnicken Sha Nº 127. J. M.: Spiekermann, Martustr. 6. Kinderwagen. Andreasfr. 23.§.p. Einem geehrten Publikum und unserer Freie Bereinigung d. Zimmerer werthen Stundschaft erlauben wir uns Alte Stiefeln für Herren u. Damen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 3. Juli 1892: Vormittags 10 Uhr, bei Wendt, Röslinerstraße Nr. 17: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Wirthschaftliche oder politische Macht?" Ref. W. Werner. 2. Freie Diskussion. 3. Vereins- AnGen. 669b ganz ergebenst bekannt zu machen, daß unsere Geschäfte der Sonntagsruhe Linienstraße 6. wegen des Sonntags nur von 61/2 bis 81/2 Uhr früh und von 10/2 bis 11/2 Uhr reichen Genoffen, zum Ankaufe eines Ein alter Parteigenosse bittet einen Mittags geöffnet sind. Wir bitten ein mühlenanwesens 5000 M. gegen gegeehrtes Bublifum, uns wie bisher auch ferner mit ihrem werthen Besuch zu benügende Sicherheit zu leihen. Briefe dieses Blattes. ehren und ihren Bedarf möglichst vorher erbitte unter K. R. an die Expedition zu besorgen, da uns, wie schon angeben, nur Schachten E. Strauss, Schneidermitr., Stunden Verkaufszeit bleibt. 865 b gelegenheiten. 4. Verschiedenes. Gäste sehr willkommen. Die Mit- Die Zigarrenfabrikanten und glieder werden dringend gebeten, recht Händler von Rigdorf und Brit. zahlreich zu erscheinen. 861b Der Vorstand. Friedrichshagen- Kl.- Schönebeck. Sonntag, den 3. Juli, Nachm. 5 Uhr, im Restaur. Grätz( Klein Schönebeck): Große Volks- Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1832 L Sophabezüge Reste in Rips, Damast, Granit, u. bunt. Stoff, 859 b Blumenftr. 46, part.,[ 2508L empfiehlt sich zur Anfert. eleg. HerrenGarderoben. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager v. Stoffen in grosser, geschmackvoller Auswahl. Roulante Zahlungsbedingungen! Kl. Wirthschaft ist Umz. h. bill. zu verk. Admiralstr. 12, v. 4 Tr. bei Strohtmeier. zu 55, 60, 65 straße 24 bei Berning. 854 b Möbl. Schlafft. f. Hrn., sep. Ging., Waldemarstr. 28, nahe am Oranienplat, bei Wolf. Buil helèvre, Oranienstr. 158. Prächtiger. Dennigsdorfer Emil Proben franko! 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Stadthagen über: Wer dem Arbeiter den Lohn nicht giebt, der ist ein Staare, allein freffend, 1,50, junge Bluthund. 2. Diskussion. 3. Ver Amseln, Drosseln, Wachteln, Singlerchen, Kreuzschnabel, Zeifige billig. schiedenes. 484/4 Alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Umgegend sind zu dieser Versammlung eingeladen. Der Vertrauensmann: Fr. Schlehuber, Scharnweberstraße 4. Achtung, Metallarbeiter! 866b Schuelle, Invalidenstr. 7. Bitte lesen Sie! Jedem, der billig und gut kaufen will empfehle mein febr reichhaltiges Lager von circa 1000 Sommer- Paletots, Die Werkstatts Vertrauensleute des 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquetts, Hosen, Westen etc. Verbandes aller in der Metall- Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Industrie besch. Arbeiter Berlins und Umgegend, welche zum Bezirk Norden u. Westen" gehören, werden ersucht, sich am Sonnabend, ben 2. Juli d. J., Abends präz. einzufinden. Bünktliches und ab 1/29 Uhr, bei Tauschel, Grenzstraße 4, reiches Erscheinen ist nothwendig. Der Vorstand. 479/9 Betten, Wäsche, Stiefel, Hüte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkeel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, Schneidermeister, 127Sfalizerſtraße 127. 8446 Möbl. Schlafft., sep., f. 2 anft. Herren f. 8 M. Wrangelstr. 136, v. 3 Tr. r.[ 812b Frol. Schlafft. für Herren Stalizerstraße 128, 2. of 1 Tr. bei Ruppelt. Arbeitsmarkt. Eine tüchtige und ordentliche Tischarbeiterin, die gut arbeiten fann auf Möbelposamenten, besonders in Quasten, findet dauernde Stellung. Näheres bei P. B. Borgström's Posamentenfabrik, Helsingborg in Schweden. 2643L Versilberinnen auf Goldleisten verlangt Werkmeister, Schmidtstr. 8a. Kravatten! 851 b Wer lehrt einem jungen Mädchen das Zusammensetzen von faltigen Schleifen? Offert. mit Preisangabe unter B. 100 Postamt Pücklerstraße postlagernd. Bestellungen nach Maaß werden gut und billig ausgeführt. 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