Nr. 97. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 I., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Auf Befehl des Kaisers. Aus Wien wird uns vom 24. cr. geschrieben: πο noch und des Dienstag, den 26. April 1904. δας Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. tommt, tommt, daß bei einer einer partiellen Mobilisierung hochfahrend befehlen, waren drei Tage lang in demütige Bitt daß nicht die volle, nur die„ teilweise Ergänzung" steller verwandelt. Und Bitten und Drohungen, Gewalt und Heeres angeordnet wurde, wird wohl auch die Versprechungen, alles war zum gleichen Zwede aufgeboten: die Armeeverwaltung nicht bestreiten wollen Gesetz Feiernden zu veranlassen, die Arbeit wieder zu leisten, ohne welche Mit Hilfe Seiner Majestät des Kaisers Franz Joseph wird der ausdrücklich vorschreibt, daß die Heranziehung in der Reihenfolge der ganze Organismus der kapitalistischen Ordnung stillsteht; den Streit der ungarischen Eisenbahner besiegt werden. Nachdem sich die der Assentjahrgänge, vom jüngsten angefangen, zu erfolgen hat. Arm zu rühren, ohne dessen Kraft alles stockt und verdorrt! BielStreitenden in wahrhaft bewunderungswerter Kraft weder von der Da aber die volle Ergänzung" nicht angeordnet wurde, so war es leicht wären die Streifenden besser beraten gewesen, wenn sie anzweifelhaften Milde der ungarischen Regierung verlocken lassen auch unzulässig wenn da überhaupt etwas zulässig war die genommen hätten, was zu steigern sie doch nicht vermögend waren; tvollten, noch von der zweifellosen Brutalität des Grafen Tisza ein- Reihenfolge der Affentjahrgänge zu verlassen und die nötigen Eisen- wenn sie den Kampf in der vollen Einheit des Entschlusses beendigt schüchten ließen, hat die ungarische Staatsgewalt zu einer ebenso bahner aus allen Jahrgängen abzufangen. Freilich, diese hätten. Aber wird das Schauspiel dieser gewaltigen Energie nicht unerhörten wie ungesetzlichen Gewaltthat gegriffen: es wurden einfach Brutalität, die in Staaten mit ernsten Volksparlamenten nie gewagt noch eindrucksvoller, wenn die gesamte staatliche Macht aufgeboten alle Eisenbahner, die sich in militärischem worden wäre, liegt in dem 3 wede dieser Einberufung: in der werden muß, um den troßigen Sinn zu beugen, der gegen den unDienstverhältnis befinden, zur Fahne" ein Zuweisung der unter dem Vorwande der Ergänzung dankbaren Staat, gegen die schnöde Gesellschaft in hellem Aufruhr berufen und zur Dienstleistung bei den unga- bes Heeres Einberufenen für den Dienst der Eisenbahnen. Die steht? Das war ja tein bloßer Streit, tas war eine Erhebung rischen Staatsbahnen„ befohlen". Man wird in kann mit dem Geseze natürlich nicht verglichen und nicht und in Wahrheit: die Geister werden sich erheben und die Europa die Weisheit dieses Destreich- Ungarn billigerweise an- gemessen werden, denn für diese Unthat ist im Wehrgesetz( und arbeitenden Menschen werden sich aufrichten an diesem stolzen Ausstaunen müssen, dessen Gesetze so vortrefflich eingerichtet natürlich auch in keinem andern Gesetz) auch nicht die geringste druck von Selbstgefühl und Kraft, von sittlicher Energie und männ find, daß schon im Jahre 1889 so alt ist das Handhabe, nicht der entfernteste Anhalt vorhanden. Das ist aber licher Tapferkeit! Der Streit wird tiefe Furchen ziehen im socialen geltende Wehrgesetz die Möglichkeit eines Eisenbahnerstreiks nicht mehr Auslegung von Gesetzen, das ist einfach Gewalt. Der Kaiser und politischen Gefüge des Ungarstaates und seine Nachwirkungen vorhergesehen und die nötige Abhilfe" vorbereitet wurde. Aber hat ebensowenig das Recht, die streikenden Eisenbahner zur Aufnahme werden größer sein als das Zwerggeschlecht der Herrschenden ahnt. das Erstaunen wäre wenig am Blaze, denn jener kaiserliche„ Befehl", der Arbeit zu zwingen, als er die Befugnis hat, einen die Arbeit Der Streit der Eisenbahner ist das Fiasko des Reder von dem ungarischen Honvedminister gegengekennzeichnet ist und verlassenden Schneidergehilfen zum Bleiben zu veranlassen; die Be- gierens in Ungarn. Damit fein Jrrtum entstehe, muß man also von der Regierung zu verantworten sein wird, ist nicht rufung darauf, daß die Streikenden Reservisten sind, ist einfach es ganz deutlich sagen: die Streitenden sind keine Socialdemo weniger als ein Rechtsbruch schlimmster Art. Wenn derartiges ein ein Unsinn. Wenn man sich also in Europa über etwas zu wundern fraten. Sehr im Gegenteil; seinen letzten Kongreß hat der die BeBezirkshauptmann wagen wollte, so müßte man ihn in Disciplinar- hat, so über die Dreiftigkeit, mit welcher in Destreich- Ungarn grund- wegung leitende Landesverband eröffnet mit einem Hoch auf den untersuchung setzen; in diesem Staate der Schlamperei schweigt aber legende Geseze gebeugt werden können und über die Kritiflosigkeit König, und beschlossen mit einem Telegramm an das Hoflager in die Kritik völlig, wenn die Gewaltthat als„ Befeht" des Kaisers auf der Zeitungen, die sich solche unverhüllte Gesezbrüche als„ Befehle" Wien. Heute dürfte es freilich anders sein; zu dynastischen tritt, dem man offenbar die geheimnisvolle Berechtigung zuschreibt, aufschwatzen lassen. Dvationen werden die„ befohlenen" Eisenbahner gerade nicht geneigt zu verordnen was er mag und zu verfügen was er will. Damit sein und auch Klassenbewußtsein dürfte ihnen der Streit eingepaukt im Auslande kein Mißverständnis entstehe und man nicht etwa haben. Der Streik der Beamten, der patriotischen und zur„ Treue" meine, daß es die Gesetze in Destreich gestatten, streikende bereidigten Beamten, ist eine Frucht jenes ungarischen Regierens, das alle Staatsbürger unter die militärische Fuchtel zu stellen, so muß die socialen Bedürfnisse mißachtet und seine Aufgabe ausschließlich Rechtslage deutlich auseinandergesetzt werden. darin sieht, den staatsrechtlichen und nationalen„ Glanz" des A " tennt kein Vereins- und kein Versammlungsrecht, hat für Zeitungen Rautionen und sein Wahlrecht ist ebenso engherzig wie korrupt. Ungarn lebt auf dem Fuße eines reichen und mächtigen Großstaates und jährlich verlassen hunderttausend Menschen die Scholle, die sie nicht mehr ernährt. Die grenzenlose Ber diesem Regieren seinen Charakter und aus dem dumpfen Grolle der Enterbten, der fressenden Erbitterung der Ausgestoßenen ist dieser Streit entstanden, der Europa die richtige Kenntnis von dem ungarischen Globus so überraschend vermittelt hat. * Daß die jedes Menschengefühl aufpeitschende, im tiefsten Wesen unsittliche Maßregel auch ganz undurchführbar ist, das wissen die Verantwortlichen freilich sehr gut; sie meinen auch nicht, damit Eisenbahner zu bekommen, der eigentliche Zweck des Gewalt streiches ist vielmehr der, die Kämpfenden einzuschüchtern, Es ist auch in Destreich- Ungarn so wie in der ganzen Welt: zu entmutigen, in ihre geschlossenen Reihen Verwirrung zu Magyarenstaates zu mehren. Die Oligarchie, die in dem Budadaß das Verhältnis des Bürgers zur militärischen Dienstpflicht durch tragen. Sie ist nicht durchführbar, weil sie eben teine pester Reichstag die Zügel führt unbeeinflußt von der in den Geseze bestimmt wird. Die sagenhafte Kommandogewalt, vor militärische Maßnahme ist und zur Rekrutierung von Streit- inneren Angelegenheiten Ungarns ganz ohnmächtigen Krone und welcher der Spießbürger so eifrig erschreckt zurückweicht- namentlich brechern die militärischen Einrichtungen noch nicht geeignet find. durch den Wahlcenfus von der Einwirkung der breiten Massen bewenn sie ihm in dem Kasernenausdruck Befeht" entgegentritt Die Armee hält die Reservisten in Evidenz und fordert sie nach ihrer freit die versteht unter dem Staat, unter der Nation mur sich hat mit der Frage, welche militärischen Lasten den Staatsbürgern Dienstpflicht; einen Kataster der Berufe oder Branchenangehörigkeit und die Interessen dieser schmalen Oberschichte der Gesellschaft. obliegen, gar nichts zu thun; darüber kann der Kaiser„ Befehle" der Reservisten tennt sie natürlich nicht. Deshalb ist es auch un- Während sich die herrschende Klasse bereichert und Macht und Befik nur erlassen, insoweit ihn das Gesetz dazu ermächtigt. Das möglich, die Reservisten, welche Eisenbahner sind, einzuberufen in ihrer Hand konzentriert, verkommt das Volt, verarmt es politisch Befehlsrecht des„ allerhöchsten Kriegsherrn" ist da gar nichts andres man weiß das ja nicht und kennt sie nicht, sondern es werden, und social. Auch politisch, denn das gelobte Land aller Freiheiten als die Verordnungsgewalt des Ministers: Ausfluß und Wirkung wie gestern in Budapest bei der Auseinandertreibung des Streit des Gesetzes. Es ist also schon deshalb ein wahrer Unfug, daß der lagers- einfach die Streifenden abgegangen und gefragt, ob sie Befehl" es unterläßt, die Gesetzstelle zu nennen, auf deren Grund Soldaten sind. Die Gewaltthätigkeit der Maßregel ist eben so arg, er erlassen wird; aber der Mangel ist kein Zufall, denn man braucht daß sie selbst die militärische Form sprengt: man beruft" das Gesetz nur zu lesen, um zu sehen, welch verwegene nicht Reservisten ein, sondern fängt Streitende ab. " Interpretation" da versucht wird. Das Wehrgesetz, welches In dem lieben Ungarn, dem Lande der Freiheit und des na chlässigung aller focialen Bedürfnisse giebt in Destreich und in Ungarn Ungarn dasselbe ist erklärt Liberalismus, geht es jetzt zu wie in einem Kriege, nur wird nicht nämlich, daß die Einberufung der Reserve, auf den Kriegs- Jagd gemacht auf den Feind, sondern auf eigne Staatsbürger. Es stand" nur mittels eines Befehls des Kaisers stimmt dazu, daß sich die Eisenbahner, um den militärischen Häfchern vollzogen werden kann; es bezeichnet also lediglich die Form, in zu entgehen, berbergen wie einst im heiligen römischen Reich, welcher diese Einberufung durchgeführt wird. Daß damit nicht wenn ein geliebter Landesvater die Unterthanen ans Ausland vergefagt ist, der Kaiser könne die Reserve einberufen, wann er wolle, kaufen wollte. Ganz genau so denn der Unterschied, daß der Die Gewaltpolitik der Regierung. liegt auf der Hand; Vorausfegung für diese Einberufung ist, ungarische Landesvater die Unterthanen" nicht an England verdaß der Friedensstand der Armee nicht ausreicht, die der Armee kauft, sondern der brutalen Verfolgung der Staatsbahnen überliefert, fitionsparteien bestehende Deputation begab sich heute Budapest, 24. April. Eine aus Mitgliedern aller Oppo zugewiesenen Aufgaben zu bewältigen. Daß unter diesen Aufgaben ist recht gering. Wie im Kriege geht es zu, und deshalb hat Staiser fitionsparteien bestehende Deputation begab sich heute zum Handelsminister v. Hieronymi, um dessen Antwort auch in Destreich nicht die Leistung von Streifbrecherdiensten steht Franz Joseph wohl den„ Kriegsstand" proklamiert. bezüglich der Beendigung des Eisenbahner- Streits zu hören. Der und daß auch in Ungarn Soldaten und Offiziere nicht die Pflicht Wenn der Streit der ungarischen Eisenbahner ein Lohnkampf, Minister erklärte, die Streifenden hätten die ihnen von der Nehaben, im Frieden Züge zu führen und Fahrkarten zu verkaufen, ein Ausstand wäre, wie sie die kapitalistische Entwicklung hervor gierung gestellte Frist ungenügt verstreichen lassen; von einer braucht wohl nicht versichert zu werden. Die Armee ist, nach dem bringt, so könnte nicht geleugnet werden, daß er, der bei besonnener Amnestie oder einem Zugeständnis in der Gehaltsfrage könne Geseze, zur Verteidigung der Monarchie gegen äußere Feinde und Erwägung aller Thatsachen geradezu glänzend gewonnen worden wäre, nunmehr keine Rede sein. Abgeordneter Graf Theodor zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Innern verloren gegangen ist. Verloren deshalb, weil er nicht durch den freien Batthyany bemerkte, er müsse die Haltung der Re bestimmt". Da, soviel weiß, man gierung berurteilen. Der Minister entgegnete, gerade die Destreich Ungarn Entschluß der Streifenden beendigt wird, sondern unter dem eden Batthyanys hätten die Eisenbahner in ihrem Widerstand beso derzeit in keinen Krieg verwickelt ist, nur Drucke der Verfolgungen und Drohungen mehr oder minder stärkt. Die Abgeordneten Bisontai und Bazsonyi teilten dem Minister die berühmte Ordnung und und Sicherheit. Man hat zwar zusammenbricht. Zwar an Erfolgen fehlte es den mit, daß die Socialisten einen allgemeinen Ausstand zu proflamieren nicht gehört, daß sie irgendwie oder irgendwo gestört worden ist, Streifenden nicht und die wahre Bilanz des des Kampfes beabsichtigen.(?) aber wenn das auch der Fall wäre, so würden die viermalhundert wird zweifellos die volle Durchsetzung aller Budapest, 24. April. Auf Verfügung des Untersuchungsrichters, tausend Soldaten zur Bezwingung des„ inneren Feindes" wohl noch Forderungen sein. Die Lektion dieses Streits wird in der die Verhaftung der 13 Mitglieder des Streiffomitees wegen auslangen. Man versteht nun die Spiegelfechterei: in Ungarn Ungarn nicht vergessen werden; und mit der hochmütigen Abweisung Aufreizung angeordnet hat, begab sich heute abend eine starte braucht man Eisenbahner und der„ Befehl" behauptet, man und Mißachtung der Forderungen dieser staatlichen Beamten und Polizei- Abteilung nach dem Demokratentlub, wo brauche Soldaten. Aber daß man Soldaten nicht braucht, geht Arbeiter, welche mehr noch als die trostlose Lage der Eisenbahn- sich das Streitkomitee befindet. Der Präsident des Klubs, ja schlagend daraus hervor, daß man die Einberufenen Angestellten ihn hervorgerufen hat, wird er gründlich und für immer Eindringen der Polizei, erklärte jedoch schließlich, der Gewalt abgeordneter Bazsonyi, erhob Einspruch gegen das nicht als Golbaten verwendet. Indem also der Befehl aufgeräumt haben. Die Gehaltsvorlage wird wesentlich verbessert weichen zu wollen. Von ben 13 Mitghedern des Streitfomitees die Einberufung auf den Kriegsstand verfügt, behauptet er, die werden; dafür wird auch die Opposition sorgen, die es sehr gut be waren nur drei anwesend, die für verhaftet erklärt und auf Soldaten des Friedensstandes reichten nicht aus, die der Armee griffen hat, daß in seinem antisocialen Geist das Ministerium Tisza die Oberstadthauptmannschaft gebracht wurden. Da das Publikum gesetzlich zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Indem er aber das die schwächste Seite und den dankbarsten Angriffspunkt bietet. Die auf der Straße vor dem Demokratenflub gegen die Polizei behauptet, Iügter was jedoch in Befehlen, die der Kaiser er- Herren Tisza und Hieronymi werden auch keine Versammlungen Schmährufe ausstieß, ließ der Polizeichef die Straße läßt und die eine Regierung verantwortet, doch auch in Destreich mehr verbieten; wie immer der formale Abschluß des Kampfes sein räumen, wobei mehrere Personen verhaftet wurden. Als der AbUngarn nicht vorkommen sollte. wird: man wird sich hüten, noch einmal so zu provozieren, wie es geordnete Lengyel bei einer Verhaftung sich ins Mittel legen Der Kaiser hat also absolut kein Recht gehabt, die Reserve in der halbjährigen„ Vertröstung" der petitionierenden Eisen- wollte, wurde er, obgleich er fich als Abgeordneter legitimierte, gleichfalls für verhaftet erklärt und nach dem Polizeibureau des einzuberufen weil eben die hierfür vom Geseze aufgestellte bahner unzähligemal geschehen ist. Und wenn auch die Regierung 6. Bezirks gebracht, von wo er jedoch nach einem Verhör wieder Voraussetzung mangelt-: wie man sie aber einberufen im Augenblicke mit Rache und Verfolgung droht, und wenn entlassen wurde. hat, ist wieder ein Gesetzesbruch von Anfang bis zu Ende. auch Herr Tisza zu allem eher neigt wie zur Milde und Budapest, 25. April. Ein offigelles Rommuniqué be Auf Befehl des Kaisers, sagt bas Gesetz, tann die Noblesse: die Furcht, den Stachel noch mehr zu verschärfen, wird vor sagt, daß der Eisenbahnerstreit thatsächlich beendet Reserve des Heeres zur teilweisen oder vollen Ergänzung des Heeres Maßregelungen und Verfolgungen abhalten und die allgemeine sei und daß von heute ab von Budapest sämtliche Personen- und auf den Kriegsstand einberufen werden. Die Reserve des Straflosigkeit, die als Preis für die Aufnahme der Arbeit angeboten Güterzüge abgehen werden. Da die Regierung die Führer der Streit Die bewegung für alles verantwortlich macht, wurden sämtliche Mitglieder Heeres: woraus besteht sie? Aus Reservisten, die sich nicht ward, wird auch jetzt nicht verweigert werden können. teilen nach ihren bürgerlichen Berufen, sondern nach der Dauer der Streifenden werden aber nicht allein sehr wesentliche materielle des Streitkomitees verhaftet. In einer gestern abend abgebaltenen Konferenz fämtlicher Oppositionsparteien Dienstpflicht: nach Jahrgängen. Der Kaiser kann also die Erfolge erreichen; auch der moralische Erfolg, für unklare und un- wurde beschlossen, die Regierung im Abgeordnetenhause wegen ganze Reserve einberufen, alle Jahrgänge; oder einen Teil, einige gefestigte Elemente eine der wichtigsten Bedingungen organisatorischer ihrer unpatriotischen Haltung aufs heftigste anzugreifen, da bei einigem Jahrgänge. Aber er kann nur Jahrgänge einberufen, nicht Entwicklung, steht voll auf ihrer Seite. Obwohl der Streit betvert- guten Willen der Streit hätte vermieden werden können. Arbeitsbranchen, denn die Armee hat es nur mit Reservisten, stelligt wurde mit Außerachtlassung vertragsmäßiger Verpflichtungen, Bertagung des ungarischen Abgeordnetenhauses. - bleibt nicht mit Eisenbahnern oder Schustern oder Beamten zu thun. Die trotzdem er der Bevölkerung die schwersten Opfer auferlegte, so war Auf die Anfündigung des scharfen Protestes der OppositionsEinberufung aller Reservisten, die im von Dienste ungarischen Eisen- die Regierung, durch sein geradezu furchtbares Gewicht und durch den parteien hat die Regierung ebenfalls mit einem Gewaltatt, der bahnen stehen- denn so ist die Einberufung auf den Kriegs- Drud der öffentlichen Meinung, doch gezwungen, mit den Streifenden Bertagung des Abgeordnetenhauses, geantwortet. Ein Telegramm Stand" erfolgt ist also ein unverhüllter Rechtsbruch. Wozu als einer Macht zu verhandeln; die Minister, die sonst besagt: Wie versichert wird, verkehren schon heute sämtliche Eisenbahnzüge fahrplanmäßig mit Ausnahme einzelner Nachtschnellzüge. Bei der Eisenbahndirektion Berlin Preußisches Abgeordnetenhaus. Deutfchen Reich. Patriarchalisches Regiment. regelung. Mit drei Millionen„ Wohlfahrt" lassen sich diese gerechten und dringenden Ansprüche nicht abkaufen. Budapest, 25. April. Das Abgeordnetenhaus ist durch ein könig- liche Neuerung, da bisher wohl das Deutsche Reich Schulden liches Handschreiben vertagt worden. machte und nicht gar zu wenig aber die Kolonien nicht Ein Aufruf an die Streikenden. selbständig Anleihen aufnehmen konnten. Natürlich ist das Auf seiner Mittelmeerfahrt scheint Wilhelm II. von dem Budapest, 25. April.( W. T. B.) Im Namen des Komitees Ganze eine leere Formalie, da das Reich auch hier vor der Die Nachricht hat der Ausständigen wird an die Eisenbahn Antraurigen Notwendigkeit steht, Zinsen und Kapital garantieren ungarischen Eisenbahnerstreit gehört zu haben. gestellten eine Proklamation gerichtet werden, zu müssen. Aus diesem Grunde wandte sich Genosse offenbar großen Eindruck auf ihn gemacht und sofort telegraphierte fofort die Arbeit wieder aufzunehmen, um nicht eine Ledebour und bon der Freisinnigen Volkspartei er nach Berlin, die Minister sollten drei Millionen für Arbeiterweitere Verschärfung der Maßregeln der Regierung herauf zu Dr. Müller- Sagan gegen die Vorlage, während die Wohlfahrtszwecke im Eisenbahngebiet ausgeben. beschwören. übrigen Parteien, einschließlich des Centrums- Abgeordneten Es ist gewiß eine erfreuliche Wirkung des Streits der ungarischen Das ba ch, sich ihr freundlich gegenüberstellten. Eisenbahner, da sie den preußischen Kollegen zu einer Ertragabe Indessen ist die Summe im Die Debatte, die wesentlich neue Gesichtspunkte nicht bot, von drei Millionen verholfen haben. zog sich bis nach 6 Uhr hin, so daß das Haus mit der Be- Verhältnis zum Eisenbahnetat außerordentlich niedrig und geringer war heute Montag, bis Mittag, eine offizielle Bestätigung ratung der Börsengesetze nicht mehr beginnen wollte. Vor als die Bausumme für das Schloß in Posen. Für drei Millionen der Beendigung des Eisenbahner- Ausstandes in Ungarn noch diesen steht auch morgen noch die dritte Lesung des Ab- läßt sich noch keine Wohlfahrt" erwirken. Außerdem liegt den nicht eingegangen. Im Gegenteil bestehen die bisher ankommens über internationales Privatrecht und die zweite preußischen Eisenbahnern nicht so wohl an„ Wohlfahrt", als an der geordneten Betriebsbeschränkungen nicht nur fort, sondern sind vielmehr noch verschärft worden. Es wird darüber aus Wien folgendes Lesung der Novelle zum Krankenfürsorge- Gesez für Gewährung ihrer politischen und socialen Rechte. Sie verlangen einmal telegraphisch mitgeteilt: Seeleute auf der Tagesordnung. Zu diesem hat unsre das freie Koalitionsrecht, das ihnen Herr Budde verweigert, sie fordern Die für den Verkehr mit Ungarn getroffenen Anordnungen Fraktion eine Anzahl von Abänderungsanträgen eingebracht. auskömmliche Löhne, geringere Arbeitszeit und verständige Arbeitsgelten auch für die orientalischen Eisenbahnen. Frachtgüter nach Fiume, Station der östreichischen Südbahn, werden nicht übernommen; im Rollen befindliche Güter find, ebenso, wie dies hinAber das Drei- Millionen- Telegramm aus dem Mittelmeer ist sichtlich der ungarischen Staatsbahnen auch zu geschehen hat, aufzuhalten und den Absendern zur Verfügung zu stellen. Der Das Abgeordnetenhaus hat am Montag die dritte Lesung bedeutsamer durch die Art, wie gegeben wird, als durch das Maß dessen, was gegeben wird. Wir befinden uns in Preußen am Ende Personenverkehr mit Fiume hat ebenfalls beschränkt werden müssen. des Staatshaushalts- Etats fortgesetzt. Lebensmittel können nach Fiume nur als Gilgut angenommen und Eine längere Debatte rief der Etat der Eisenbahn der Etatsberatung. Die Minister haben wie üblich beschworen, daß abgesandt werden. Dagegen bleibt die Annahme und Weiterverwaltung hervor. Minister Budde, der jetzt anscheinend sie mit warmem Herzen alles für die Arbeiter und Beamten gethan Auf einmal ereignet beförderung anderen Eilgutes dorthin sistiert. Auch die tele- der oberste Vertreter des neuesten socialpolitischen Kurses in haben, was in ihren Kräften stand. Und graphische Verständigung mit den Stationen der ungarischen Preußen ist, kündigte bei dieser Gelegenheit eine plötzliche sich in Ungarn eine stürmische Eisenbahnerbewegung. Staatsbahn, einschließlich Best, stößt noch auf Schwierigkeiten, da Socialreform" an. Er ist telegraphisch vom König von unvermutet trifft der telegraphische Befehl des Kaisers ein: her Bahntelegraph zum größten Teil noch immer unbesezt ist. Preußen ermächtigt worden, vom Landtage drei Millionen drei Millionen für Eisenbahner! Die bahnamtliche Verständigung ist nur unter Zuhilfenahme des Ein tonstitutionell empfindendes Ministerium würde es abReichstelegraphen möglich. zur Förderung der Wohlfahrtseinrichtungen der Eisenbahner zu erbitten, und schon in einigen Tage wird dem Hause eine lehnen, einen solchen Auftrag auszuführen, der doch nichts anderes Großwardein, 25. April. 15 000 organisierte Arbeiter entsprechende Vorlage zugehen. Ferner wird die Regierung bedeutet, als daß die Regierung vorher sträflich ihre Pflicht traten heute in den Ausstand und zwangen die die demnächst zu gründende zu gründende Zuschuß- Pensionskasse des versäumt, die Arbeiterwohlfahrt" nicht in dem Umfange betrieben So hofft Herr Budde, habe, der möglich gewesen wäre. Herr Budde war weit davon Ladenbesizer, die Läden zu schließen. Die Aus- Eisenbahner- Verbandes unterstützen. ständigen bezogen ein Lager, das von Militär durch kleine Geschenke sich ein gefügiges Heer von entfernt, so zu empfinden. Sobald das Telegramm ankam, zerbrachen sich sofort die Geheimräte die Köpfe, wie die beschlossenen drei Arbeitern und Beamten zu schaffen und den umzingelt ist. strebungen der Eisenbahner, aus eigner Kraft ihre Lage zu Millionen zu verwenden seien und Herr Budde gab in der MontagsGroßwardein, 24. April.( Meldung des„ Ungarischen Telegraphen- verbessern, entgegentreten zu können. Wie so viele vor ihm, fizung des Abgeordnetenhauses nicht etwa seine Demission, sondern Korrespondenz- Bureaus".) In dem Marktfleden Elesd verso wird auch er die Erfahrung machen, daß er durch solche er teilte glückstrahlend mit, welche telegraphische Kunde ihn getroffen hinderten Socialisten Mitglieder der Unabhängig Mittel das Klassenbewußtsein seiner Arbeiter nicht unter- habe; schon in den nächsten Tagen würde die telegraphisch angewiesene Vorlage dem Hause vorgelegt werden. teits Partei eine Versammlung abzuhalten. Während drücken kann. Von derlei Umständen hängt es ab, ob bei uns die Angestellten die Gendarmerie die Ordnung herstellte, erschoß ein Socialist Interessant war die Mitteilung, daß die Bahnärzte in den Gendarmerie Wachtmeister. Die Gendarmerie gab Düsseldorf und Elberfeld, denen wegen Meinungs- eines Staatsbetriebes drei Millionen mehr oder weniger erhalten! hierauf eine Salve, wodurch 23 Personen getötet und gegen 40 verschiedenheiten über die Arztfrage gekündigt ist, inzwischen Der Kaiser hätte ja auch 50, 100 Millionen telegraphisch zur Verschwer verwundet wurden. Von Großwardein ist Militär requiriert zu Kreuze gekrochen sind und ihre Forderung der freien fügung stellen können, es wäre sicherlich nicht zu viel gewesen und Arztwahl gegenüber den Krankenkassen der staatlichen Betriebe wäre dann wohl auch plötzlich erschwinglich geworden. Wenn denn fallen gelassen haben. Warum hat die Regierung Herrn schon einmal patriarchalisch regiert wird, so kann man nur bedauern, Budde nicht gezwungen, die worden. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 24. April. Kolonialbahnen. " Wieder eine Extratour. " " Eine regierte Regierung. der Als nach dem 16. Juni 1903 die sächsische Regierung im zum auf dem hiesigen Marktplatz eine blutige Rauferei. Militar zuerkennen? Wie überall im preußischen Staate, so wird auch Sollten preußische Minister aber sich wieder einmal auf die Unmöglichkeit" herausreden, gewisse Forderungen trieb die Menge auseinander; 40 Personen wurden verhaftet. Juwieweit diese Ausstände und Polizeibrutalitäten mit dem hier mit zweierlei Maß gemessen. Der Etat der Bauberwaltung gab Herrn Felisch Staatsarbeiter und Unterbeamten zu erfüllen, so wird man sie Wolfffchen Bureaus nicht hervor. Es scheint aber, als ob die Polizei Baugewerbe zu fordern. Eisenbahnerstreik zusammenhängen, geht aus diesen Depeschen des( fons.) Anlaß, wiederum den Befähigungsnachweis für das einfach fragen, ob sie denn erst wieder auf ein Telegramm Der konservative Scharfmacher warten sollen. Freilich könnte man bei dieser Auffassung von den bei ihrem gewaltsamen Vorgehen förmlich von einer Raserei er- bestritt, daß die Zahl der Unfälle im Baugewerbe Aufgaben eines Ministers das Geld ſparen, das für ihn ausgegeben griffen worden wäre. unverhältnismäßig hoch seien und bezeichnete unter Ausfällen wird. Nach telegraphischen Anweisungen eines Monarchen regieren gegen den angeblich von den organisierten Arbeitern geübten kann auch jeder Ministerialbote. Dazu bedarf es keiner verantwort Terrorismus die Kontrolle der Bauarbeiter als ausreichend. lichen Staatsmänner". Onkel Felisch will keine Bautenkontrolleure, da seiner Ansicht nach schon heute der Unternehmer nicht Herr im Hause ist. Und in demselben Atemzuge, in dem er seine arbeiterfeindliche Rede hielt, wagte er es, von sich zu behaupten, daß er sein ersten Wahlschreck die Notwendigkeit einer Milderung des DreitlassenIn den seltsamsten Formen wird das deutsche Volk zu ganzes Leben für die Durchführung der socialen Gesetze eingesetzt unrechts bei den Landtagswahlen zugestand, erwachte bald der Gunsten einer aussichtslosen Kolonialpolitik geschröpft. habe. Beim Etat des Abgeordnetenhauses wehrte tonservative Widerstand. Die sächsischen Konservativen Gleich zwei Vorlagen für Eisenbahnen, von denen die eine sich der nationalliberale Abgeordnete Berndt gegen den unter der Führung von Mehnert und Opitz find die verbissensten in Ostafrika von Dar- es- Salam nach Mrogord, die andre in entseglichen Verdacht, er habe auch nur über die Ortho- unter allen fonservativen Voltsfeinden. Für diese Politiker der Logo von Lome nach Polimbe gehen soll, beschäftigten am graphie des Throns" einen Witz zu machen sich er- Gewaltthätigkeit bedeuten socialdemokratische Siege und gewaltige Montag den Reichstag. Die ostafrikanische Bahn soll von einer frecht. Der Vorwärts" hatte darauf hingewiesen, daß eine Volksproteste nicht eine Mahnung zur Umkehr, sondern zu Kapitalistengesellschaft gebaut werden. Doch garantiert das Aeußerung, die in den Parlamentsberichten der Zeitungen um so mehr troßköpfigem Beharren im Unrecht. Während die sächsische Regierung selbst, und zwar nicht Reich für die nächsten 87 Jahre eine Verzinsung von 3 Proz. wieder gegeben war, in amtlichen Stenogramm weggelassen aut f Wunsch des Königs selbst, ein und die Amortisation des Kapitals mit 20 Proz. Aufschlag, worden sei. Herr Berndt erklärte dagegen, daß er überhaupt mindesten d. h. so, daß für je 100 M. Anlage 120 M. gezahlt werden. nicht gesagt habe, daß der Thron immer etwas voraus haben gewisses Einlenken für unvermeidlich hielt, wenn nicht der Oppofition Ein Risiko tragen also die Geldgeber nicht. Trotzdem erhalten müsse, sogar in der Orthographie. Danach ist also offenbar die fortdauernd neue Nahrung zugeführt werden sollte, erklärt die fie 460 000 Hektar Landes in unmittelbarer Nähe der Bahn Journalistentribüne so frevelhaft gewesen, einem national- onservative Hofratsilique, welche das Regiment führt: nach eigner Wahl zum Geschenk, außerdem einige Monopole liberalen Abgeordneten einen With anzudichten. Je unzufriedener sich das Volk in den Reichstagswahlen bekundet auf Mineraliengewinnung und dergleichen mehr. Die jähr- Beim Etat der Justizverwaltung vertagte sich das hat, um so besser ist es, wenigstens in den Landesfragen hinter den liche Summe, die Deutschland dafür aufzubringen haben wird, Haus, um in einer Abendsigung den Etat weiter zu beraten. Mauern des Wahlunrechts sicher zu fizzen. Als die Regierungsfoll 637 000 m. betragen. Doch ist natürlich noch gar nicht Der Präsident will auf alle Fälle bis Dienstag den Etat er denkschrift zur Wahlrechtsreform veröffentlicht wurde, war ihr Gesicher, ob das vorgesehene Anlagekapital von 18% Millionen ledigt haben. schick schon entschieden: die Konservativen lassen feinerlei Reform zu. Das Ministerium Metsch hat sich im Klassenwahlausreichen wird. Zudem ist, wie von den Freunden der Vorlage, unter anderm von Dr. Arendt, ganz unumwunden Unrecht, das es im Jahre 1896 schuf, selbst verfangen. Die zugegeben wurde, eine ganz bedeutende Verlängerung der Bahn bis zu den ostafrikanischen Seen geplant. Graf Bülow, der Kanzler des Deutschen Reiches, hat Glück. bezweckte Hinausweisung der Socialdemokratie aus dem Landtage schlug um in die Zweidrittel- Majorität der Konfer Der Kolonialdirektor Dr. Stübel begründete die Vor- Wenn er wieder einmal nach den auswärtigen Beziehungen gefragt vativen. Für diese Partei giebt es nun feinerlei Gründe des StaatsTage mit dem Mangel jeglicher Verkehrsmittel in Ostafrika, in- werden sollte, so wird er mit noch größerem Stolz als das letzte wohles, wie sie selbst die reaktionärste Regierung nicht völlig außer dem die Viehseuchen auch den Wagenverkehr unmöglich machen, al fonstatieren können, daß der Starke am mächtigsten allein sei, mit der Unfruchtbarkeit des Küstenlandes und mit der Not- und daß übrigens der Wert der Bündnisse, die wir mit andern acht lassen kann, sie kennt nur das eigne Herrschaftsinteresse. Für diese Partei und dies ist ein wertvoller Beitrag zur Beurteilung wendigkeit, Aufständen vorzubeugen. Man kann nicht sagen, Staaten haben, nicht sowohl in den freundschaftlichen Beziehungen des tonservativen Monarchismus- existiert aber daß diese Begründung eine große Vorliebe für die kolonialen mit uns bestehen, sondern vielmehr darin, daß sie ihrerseits mit ebenso wenig das Interesse des sonst so laut gefeierten andern Ländern möglichst intim seien. Unternehmungen zu erwerben geeignet ist. Der deutsche Kaiser hat seine Gesundheitsfahrt im Mittelmeer ange stammten Königshauses. Infolgedessen war auch bei den Kolonialschwärmern die Der König von Sachsen wurde, wie bekannt, tief Stimmung feine allzu rosige. Der Vicepräsident Graf dazu benutzt, um die Könige von Spanien und Italien zu besuchen betroffen durch den erbitterten Ausdruck der Stimmung des Volfes, Stolberg- Wernigerode warf als Redner der konservativen oder sich von ihnen besuchen zu lassen. Selbst der allezeit hösisch das er als„ sein Volk" ansah. Auch wenn seine Ratgeber es ihm Partei die Frage auf, ob es für Deutschland nicht vernüftiger überschwängliche offiziöse Telegraph hat über diese Begegnungen nicht gesagt hätten, daß in Sachsen noch niemals die Gleichgültigkeit gewesen wäre, niemals Kolonien zu erwerben. Nur, weil wir nichts als ein paar frostige Kumdgebungen stilisieren können. fie mal haben, will er sie behalten und logischerweise möglichst Während Wilhelm II. noch an der italienischen Küste weilte, asächsischen Staate so weite Kreise des Volkes ergriffen hat als jest, so konnte er als sehen der Mensch diese Thatsache sich doch Geld hineinstecken. Begeistert für die Vorlage war eigentlich fam Herr Loubet und die Pariſer Stadträte nach Italien. In nicht verhehlen. Er steht daher- und mit einiger Berechtigung nur der Abg. Schwarze- Lippstadt, der die vergnügliche Catania war der deutsche Kaiser gleichzeitig mit den Franzosen. in der Wahlreform ein Mittel, mindestens die weitere Steigerung Behauptung machte, man könne in Ostafrika alle Produkte der Der socialistische Bürgermeister von Catania, unser Genosse Defelice, des Unwillens zu hemmen. Doch des Monarchen Wünsche und Welt ziehen. Von unsrer Seite übte Genosse Ledebour soll eine Einladung des Kaisers abgelehnt haben und statt deſſen Soffnungen haben für die konservative Partei feinerlei scharfe Kritik an der Verwendung von Steuerzahlergeld für mit den radikalen Stadträten von Paris beisammen gewesen sein. Bedeutung, da sie ihren Partei- Interessen nicht durchaus entUnd nun ist Herr Loubet in Rom! So sehr sich die deutschen sprechen. Wie die preußischen Junker dem preußischen König die derartige Zwecke. Wenn wirklich das Land irgend welche Aussichten böte, so würde natürlich Privatkapital sich bei den bürgerlichen Blätter bemühen, die Farben der Empfangsdemonstra- Kanalvorlage zerrissen, so zerreißen die sächsischen Konservativen dem großen Liebesgaben an Grundbesitz verschenkt wird ein tionen abzudämpfen, kein Zweifel, in dieſen französisch- italienischen sächsischen König die Wahlgesetz- Borlage! leicht für das Verbrüderungsfesten weht wirklich etwas wie volkstümliche BeGebiet von der fünffachen Größe Rügens In Sachsen regiert nicht die Regierung, in Sachsen gelten nicht es Wenn aber, wie thatsäch geisterung, so wenig die Geſchicke der Völker auch in solchen Feſten die Wünsche des Königs. Trumpf ist die konservative Unternehmen finden. der entschieden werden. Es ist der Bund der Demokratien, der Parteiherrschaft, die sich aufbaut auf der Vergewaltigung der Fall, durchaus unfruchtbar iſt, darf Staat sein Geld erst recht nicht dafür ausgeben. in diesem Besuch besiegelt wird, es ist die antiklerikale Gegen die Vorlage wandten sich auch der Abg. Dasbach( C.) Politik des regierenden französischen Kabinetis, die in Italien auf des ganzen Volkes durch das Dreitlassenwahl- Unrecht. für seine Person und der Abg. Dr. Müller- Sagan für die richtige Freundschaft findet. Dagegen kann der monarchistisch- Klerikale Freifinnige Volkspartei. Der Nationalliberale Dr. Paasche, Junkerstaat, der durch den deutschen Staiſer repräsentiert wird, keine Der Freikonservative Graf Arnim und Herr Schrader echten Gefühle der Sympathie in der italienischen Demokratie ervon der Freisinnigen Vereinigung traten dafür ein und wecken. Es ist nicht wahr, daß es der Neid der Völker ist, der wurden nur durch einen fleinen Zwist getrennt: ob Deutschland isoliert; nicht unfre Ma cht erweckt dem offiziellen bauen Deutschland Haß, sondern jenes weltpolitisch unruhig schweifende, Bahn breit- oder schmalspurig Aus den Reden der Anhänger mag noch das Zu- prahlerische, unzuverlässige System kulturfeindlicher Rückständigkeit, geständnis hervorgehoben werden, daß man zur Abwechselung das in niemandem ein warmnes Gefühl der Neigung aufkommen läßt. jetzt Südwestafrifa als aussichtslose Sandwüste bezeichnete. Mit Soldaten und Panzerschiffen, mit Junkern und Pfaffen lassen sich Wenn die neuen Forderungen für Südwestafrika kommen, wird keine Freunde gewinnen. Graf Bülow, der Unerschütterliche, wird auch ob der neuesten Extraman's umgekehrt lesen. Schließlich ging die Vorlage zur Vortour Italiens feinen roten Kopf friegen. Er kann sich ja noch immer beratung an die Budgetkommission. darauf berufen, daß es uns, wie unlustig immer, den Pflicht tanzahlgesetz, bedeutet eine einstimmige und glatte Ablehnung nicht weigert. lich man follte. die Derselben Kommission wurde auch die Vorbereitung des Gefeßentwurfs zur Aufnahme einer Anleihe für das Schutzgebiei Togo überwiesen. Es handelt sich um eine finanzrecht* * Ueber die Beschlüsse der zur Beratung der Wahlreformvorlage eingesetzten Deputation der zweiten Kammer, die wir unter den Telegrammen der Sonntagsnummer kurz mitteilten, wird uns aus Dresden noch geschrieben: Seitdem bekannt geworden war, daß dem Abg. Opiz die Berichterstattung von der Deputation übertragen worden war, war damit zu rechnen, daß die Ansichten des Erzreaktionärs in der Gesetzgebungs- Deputation durchgedrungen seien. Der Beschluß der Gesamtbeputation, die Regierungsvorschläge- die bekanntlich auf Ersetzung des indirekten Dreitlassen- Wahlrechts durch direkte Klassenwahlen und Ergänzung derselben durch berufsständische Wahlen hinausliefen ( im Telegramm hieß scien teine brauchbare Unterlage ein es irrtümlich keine unbrauchbare Vorlage) für Was die in eine Mehrheit( zehn der Regierungsvorschläge. konservative Abgeordnete) und eine Minderheit( vier nationalneues liberale Abgeordnete) geteilte Deputation sonst noch an Anträgen beschloh, läuft auf eine Empfehlung des Plural Wahlrechts hinaus, wobei in den Anträgen der Mehrheit die Frage der öffent- lichen Wahl absichtlich offen gelassen worden ist. Die Anträge der Mehrheit besagen auch nnr, daß die Regierung das in der Denk- schrift bereits vorgelegte Material durch weitere statistische Unterlagen über die Wirkungen eines Pluralwahlsystems bei dem aber ebenfalls „genügende Sicherung gegen die Ueberflutung der Kammer mit staatsfeindlichen Elementen ge- boten wird", ergänzen soll. Die eingezogenen Vorschläge sollen, soweit sie auf ein Pluralwahlsystem, gerichtet sind, der Re- gierung als Material für einen zukünftigen Gesetzentwurf vorgelegt werden. Dieser Antrag, der zweifellos im Landtage an- genommen werden wird, ist vollständig nichtssagend. Die Minderheit der Deputation hat—und das ist charakteristisch für diesen Nationalliberalismus— an die Spitze ihrer Anträge die Er- klärung gestellt, das allgemeine, gleicheWahlrecht seimit dem Staats Wohle nicht vereinbar. Im übrigen besagt der Minderheitsantrag, die Regierung solle dem n ä ch st e n Land- tage einen Gesetzentwurf vorlegen, in welchem die bestehende in- direkte Klassenwahl durch direkte Wahlen aller Wahlberechtigten unter Gewährung von Znsatz stimmen(Pluralwahl) ersetzt wird. Auherdem spricht sich die Minderheit ausdrücklich gegen die öffentliche Wahl und Wahlzwang aus. Es ist kaum anzunehmen, dah die Regierung nach der in Aussicht stehenden Annahme des Mehrheitsantrages im Plenum des Landtages gar nichts mehr in der Wahlrechtssache thun werde. Viel ist allerdings nicht von der Regierung zu erwarten, ja es ist sehr fraglich, ob ein neuer Wahlgesetzenlwurf besser sein wird wie das Dreiklassen-Wahlrecht, aber unthätig wird die Regierung nicht bleiben können, nachdem sie selbst das Dreiklassen-Wahlrecht als ein Unrecht charakterisiert hat. Es ist mit einiger Wahrscheinlichkeit im nächsten Landtage auf einen Gesetzentwurf mit dem Plural-Wahl- system zu rechnen. Wie der aussehen wird, ist freilich eine andre Frage. Die Arbeiter haben jedenfalls von der Wahlrechtsreform gar nichts zu erwarten. Es müssen noch mehr Nackenschläge, wie der vom lö. Juni komnien, che die Macht dieser reaktionären Jnteressenclique, die sich hinter dem Damm des Drciklassen- Wahlrechts spreizt, erschüttert wird. Dazu ist die größte Energie und Geschlossenheit der sächsischen Socialdeniokratie nötig. Die Volksbewegung gegen das Wahlunrecht und die konservative Reaktionsherrschaft.mutz höher und höher schwellen I—_ Die staatliche Spielförderung soll nicht nur durch das neue preußische Lotteriegesetz. sondern auch durch das dem Reichstage zu- gegangene Gesetz, betreffend die Wetten bei öffentlich der- anstalteten Pferderennen, betrieben werden. Die Erhöhung der Totalisatorsteuer im Jahre 1900 hat den Vorteil gehabt, daß das überwuchernde Wettspiel am Totalisator eingeschränkt wurde. Jetzt soll„im Interesse der Landcspferdezucht" dieser Vorteil wieder preisgegeben werden, es soll die Hälfte der Reichs- einnahmen aus Lotterie-Einsätzen den staatlich gestatteten Weit- unternehmungs-Vereinen„zur Verwendung für Zwecke der Landes- Pferdezucht" überwiesen werden. So wird trotz der finanziellen Mitzlage des Reichs ein Teil der Stempelsteuererträge wieder heraus- gegeben. So wird zugleich die Ausführung einer staatlichen Aufgabe mit dem Wettlaster zusanimengekuppclt, das schwache Charaktere lockt und Menschenleben zu Grunde richtet. Preußen und das Reich beeifern sich, den Ruhm von Monacco zu erwerben.— Studenten und Arbeiter. Aus Jena wird uns geschrieben: Die idyllische Universitätsstadt Jena hat in letzter Zeit durch ihre wüsten Studentenausschreitungen wieder viel von sich reden gemacht. Aber mögen es die Studenten noch so toll treiben, der mildernde Umstand der„akademischen Freiheit" sorgt stets dafür. daß sie mit leicht erträglichen Strafen davonkommen. Die„Karriöre" wird nach Möglichkeit geschont. Polizei und Gericht stehen bei der feudalen Studentenschast in bestem Ansehen. Damit sich aber die Arbeiter über mangelnde Auf- merksamkeit nicht beschweren können, erteilte der Gemeindevorstand dem Maifestkomitee auf das Gesuch um Erlaubnis zur Veranstaltung eines Umzuges den folgenden liebenswürdigen Bescheid: Der Gemcindevorstand der Residenz- und Universitätsstadt Jena. Jena, 23. April 1904. Gesch.-Nr. P. 1427. Die Erlaubnis zu dem Umzug mit Musik am 1. Mai kann aus dringenden Gründen des öffentlichen Wohls nicht gegeben werden; der Umzug wird vielmehr verboten und jedem, der sich etwa an einem solchen Umzug beteiligt, eine Geldstrafe von IS Mark angedroht. Dr. Wagner, H. Bürgermeister. Die Ordnung ist dadurch auf Grund des Polizeigesetzes vom 7. Januar 18S4 wieder hergestellt oder doch vor einer bösen Er- schütterung bewahrt. Wie aber das öffentliche Wohl in Jena in der That beschaffen ist, kann man angesichts des obigen Verbots an folgender Mitteilung des„Jenaer Volksblattes" ermessen: Vor einigen Tagen hatten die„Teutonen" eine größere Festlich- keit; viele„alte Herren" waren herbeigeeilt und den Traditionen ent- sprechend gingen die Wogen der Fidelitas bis tief in die Nacht hinein sehr'hoch. Natürlich wurde auch des würdigen Hanftied lDenkmal deS Begründers der Universität auf dem Marktplatz) ge- dacht, und alsbald zog die ganze Korona, etwa 50—69 junge und alte bemooste Häupter. Arm in Arm vom„Weimarischen Hos" nach dem Marktplatz. Am nötigen Radau fehlte es nicht; voran die kläffenden Hunde, wetteifernd mit der Kraft der Bierkehlen, die gar »milchen Schläfer in seiner Ruhe störte». Und der Sprecher der stöhlichen Schar bewies in seiner Ansprache, daß er über gute Stimmbänder verfügte. Dann wurde wieder singend der Rückzug nach den gastlichen Hallen augetreten; laut klappernd schlugen die Bierkannen den Takt, die Köter thaten das ihrige, die gestörten Bürger schloffen ihre Fenster—— und von weitem schaute die heilige Hermandad friedlich zu.... Das waren freilich Studenten... auch ist das Bild nicht neu.... Hifdland. Das englische Gcwerkschaftsrccht. London 23. April. Von Zeit zu Zeit wurde an dieser Stelle ans die durch den Taff-Vale-Entscheid geschaffene Lage des englischen Gcwerkschaftsrechts hingewiesen, ebenso wurden die Schritte besprochen, die die Trades-Unionisten unternahmen, um ihre Rechte zu behaupten. Neben der Gründung einer unabhängigen politischen Arbeiterpartei (Labour Representation Committee) legten sie dem Parlamente eine kurze Vorlage vor. die den Zweck hatte, das Picketingrccht zu sichern und die kollektive Verantwortlichkeit, die ihnen durch den Taff- Vale- Entscheid auferlegt wurde, zu beseitigen. Eine der- artige Vorlage kam am 3. Mai 1903 zur parlamentarischen Ver- Handlung, wurde aber in der zweiten Lesung abgelehnt. Der im September 1903 stattgefundene Trades-Unions-Kongreß beauftragte indes das Parlamentarische Komitee, eine neue Vorlage zu ent- werfen. Die Vorlage wurde ausgearbeitet und erhielt den Titel: Drackes Unions and Dralles Dispute Bill, Vorlage betreffend Gewerkschaften und gewerbliche Streitigkeiten. Sie lautete: „I. Während der Einleitung und Fortsetzung einer gewerblichen Streitigkeit soll es einer oder mehreren Personen, die im Nanien einer Trades-Union oder einer andren Verbindung handeln, gestattet sein, sich neben einem Hause oder Platze aufzuhalten, um Mit- teilungen zu empfangen oder zumachen, oder um in stiedlicher Weise eine Person zu überreden, zu arbeiten oder nicht zu arbeiten, oder um alle diese Zwecke auszuführen; solche Handlungen, wenn ohne Gewalt ausgeführt, sollen nicht als Bewachen und Besetzen im Sinne des siebenten Abschnittes des Gesetzes, betr. Verschwörung und Eigentumsschutz vom Jahre 187S betrachtet werden. „II. Ein Uebereinkommen oder eine Verbindung von zwei oder mehreren Personen, um eine Handlung auszuführen oder ausführen zu lassen zwecks Einleitung oder Förderung einer gewerblichen Streitigkeit, soll nicht klagbar sein, wenn eine solche Handlung, von einer einzigen Person ausgeführt, nicht klagbar ist. „HI. Eine Trades-Union oder Verbindung darf ans Ersatz von Schäden, die von Mitgliedern der Trades-Union oder Verbindung verursacht wurden, nicht angeklagt werden, außer wenn nachgewiesen wird, daß diese Mitglieder der Trades-Union oder Verbindung im Sinne und unter der Autorität der Statuten der Trades-Union oder der Verbindung gehandelt haben." Der Sinn dieser Vorlage ist klar. Die Gewerkschaften wollten ihr Picketingrecht und ihre Fonds schützen, eben Klagen wegen Ver- schwörung unmöglich machen. Die Vorlage wurde vor etwa zwei Monaten eingebracht und zum erstenmal gelesen. Gestern kam sie zur zlveiten Lesung und von der ganzen liberalen Partei, den Nationalisten(irischen Ab- geordneten) und selbstredend von den Arbeiter-Abgeordneten unter- stützt. Der Premierminister sprach gegen die Vorlage, jedoch wollte er sie zu keiner Parteiftage machen und stellte es seinen Anhängern anheim, nach ihrem Gutdünken zu stimmen. Das Resultat war: 228 Stimmen für, 199 gegen die Vorlage, die'demnach mit einer Mehrheit von 39 Stimmen in zweiter Lesung angenonunen wurde. Dies ist ohne Zweifel ein bedeutender parlamentarischer Sieg der Gewerkschaften, jedoch wird der Sieg nur ein moralischer bleiben, wenn die Arbeiter in ihrer Agitation nachlassen. Denn es ist noch unbestimmt, wann die Vorlage zur Kommissionsberatung kommt und wie sie aus dieser Beratung hervorgehen wird. Schließ- lich ist noch mit dem Oberhaus zu rechnen. Wie gesagt, es hängt von den Trades-Unionisten ab, ihren moralischen Sieg zu einem wirk- licheir zu machen.—_ Dänemark. Das Priigelgesetz ist gescheitert, wenigstens für dieses Jahr, und der allgemeinen Lage nach zu urteilen, wird es wohl überhaupt nicht zu stände kommen. Die Reichstagssession ist am Sonnabend ge- schlössen worden, nachdem eine Sitzung des Staatsrats am Freitag den Beschluß hierzu gefaßt hatte. Wie verlautet, hat der Finanz- minister Hage in der Sitzung, die fünf Stunden dauerte, die Situation scharf kritisiert, unterstützt von dem Marineminister Jöhnke und dem Ministerpräsidenten Deuutzer. Alberti und seine Anhänger blieben bei der Abstimmung in der Minderheit. Der Justizminister hat damit eine schwere Niederlage erlitten. Hatte er doch alles auf- geboten, um das Gesetz noch in dieser Session zustande zu bringen I Und wie siegessicher Alberti war, das zeigt folgende Bemerkung, die er bei der ersten Lesung des Prügelgesetzes gegenüber unserm Ge- nossen Borgbjerg macht, der sich über die Hast beschwerte, womit man den Entwurf durchzubringen suchte. „Ich", sagte Alberti,„habe keinerlei Schritte unternommen, um die Behandlung der Sache hier im Thing zu beschleunigen. Nach meiner Meinung war das auch nicht notwendig, weil der Gesetzentwurf auf so guter Grundlage ruht, daß er wohl seinen Siegesgang durch beide Abteilungen des Reichstags gehen w i r d." Von der Bevölkerung Kopenhagens wurde die Nachricht vom Schluß der Reichstagssession und von der Niederlage Albertis mit großer Freude aufgenommen. Wo man die socialdemokratischcn Reichstags-Abgeordneten begegnete, wurden sie aufs herzlichste beglückwünscht zu diesem Sieg, der wesentlich der energischen Opposition und unermüdlichen Agitation der Socialdemokratie zu danken ist. Ebenso wurde lebhafte Anerkennung den radikalen Ab- geordneten zu teil, die sich nicht den Wünschen des Justizministers gefügt hatten und nicht zu Verrätern an den Grundsätzen ihrer Partei geworden waren. Der„Prügelausschuß" des Landsthings hatte seit seiner Er- nennung am 9. April fast an jedem Wochentage Sitzung abgehalten und war mit seinen Beratungen so weit gekommen, daß ani Sonn- abend mit dem Justizminister über die gewünschten Aenderungen konferiert werden sollte und im Laufe der nächsten Woche die Er- ledigung der Arbeit zu erwarten war. Da traf die Mitteilung vom Schluß der Reichstagssession ein, wonach selbstverständlich auch die Sitzungen des Ausschusses geschloffen wurden. Selbstverständlich wird auf Grund der scharfen Gegensätze im Ministerium von einer Ministerkrise gesprochen. Was dabei heraus- kommt, ob Alberti auf Grund seiner geringen Prügclmajorität im Folkething es mit der Bildung eines moderaten Ministeriums ver- suchen wird, oder ob der Riß wieder künstlich geflickt wird, ist nicht vorauszusehen.— Afrika. Alarmnachrichten aus Transvaal. In dem Gebiet von Lehden- bürg(Nordost-Transvaal) soll, wie der Johannesburger„Daily Mail"- Korrespondent kabelt, entgegen den in der Oeffentlichkcit verbreiteten Meldungen ein wahres Schreckensregiment herrschen, woran die Gefangennahme der unter der Führung eines gewissen Durant stehenden kleinen Bande nicht viel geändert habe. Alle waffenfähigen Männer in Leydenburg haben sich bewaffnet und ein Fort gebaut, in welches das Bargeld aus der Bank jeden Abend in Sicherheit gebracht wird. Die Zugangsstraßen zur Stadt werden ebenso Wiedas improvisierte Fort scharf bewacht, um Ueberraschungen zu verhindern. Die bis jetzt verhafteten Leute haben sich auf Viehdiebstahl und die Beraubung von Kaffern beschränkt, doch scheint es sich um Größeres zu handeln, denn das ganze Land ist in Unruhe. Die National Scouts(Boeren, die auf feiten der Engländer gekämpft haben) werden bei jeder Gelegenheit be- schimpft und bedroht. Es ist bekannt, daß die Boeren große Vorräte an Waffen und Munition unmittelbar nördlich von Leydenburg vergruben, als General Buller die Konimandos über das Ge- birge drängte. Kürzlich soll ein Geschütz ausgegraben worden sein. Die Bürger unterstützen die Konstabler, und man glaubt, daß die ge- troffenen Vorbereitungen drohende Gefahren abgewendet haben. Johannesburg, 23. April.(Meldung des Reuterschcn Bureaus.) General Botha hielt heute nachmittag eine Ansprache, in welcher er betonte, daß beileinemeinzigenderBurgher dieAb ficht be st än de, einen Auf st and hervorzurufen. Es sei eine Beleidigung, zu behaupten, daß man am Vor- abend eines Aufftandes stände. Die B u r g h e r hofften vielmehr, durch ihre Zusammenkünste die Hände der Regierung zu kräftigen. Australien. Der Führer der Arbeiterpartei in Australien, W a t s o n, der nach der Niederlage Beakins zur Bildung des Bundesministeriums berufen worden ist, hat erklärt, daß, wenn das Mutterland konkrete Vorschläge für Vorzugszölle machen würde, diese eine höfliche und volle Erwägung erhalten würden, daß aber die Tariffrage unter dem gegen- wältigen Parlament nicht angeschnitten werden könne. Persönlich ist Watson der Ansicht, daß der Vorzugshandel sich noch in einem nebelhaften Stadium befindet. Watson, der selber das Schatzamt zu übernehmen gedenkt, versichert, daß er Gegner weiterer Anleihen und leichtfertiger Ausgaben sei. Die Kühle und Mäßigung dieses Arbeiterministers finden allgemeine Anerkennung.— Vorn ostasiatischen Kriegsschauplatz Russische Grostspurigkeit. Port Arthur, 24. April.(Meldung der„Russischen Telegraphen« Agentur".) Der Eingang des Hafens ist vollständig frei. Der Untergang der„Petropawlowsk" wird ein- stimmig alstragischerZufall bezeichnet, der nicht im geringsten den Gang des Feldzuges beeinflussen und die Chancen Rußlands bezüglich eines glänzenden endgültigen Erfolges der russischen Flotte ändern kann. Den gemachten Wahr- nehmungen zufolge kehren die Angriffe der Japaner alle zwei Wochen wieder und werden vorher durch Chinesen angekündigt, welche dienötigen Informationen von den Japanern erhalten haben; außerdem erscheinen Dampfer mit englischen Korrespondenten. Der jüngst angehaltene unter englischer Flagge fahrende Dampfer mit dem Korrespondenten der„Daily News" an Bord wurde unter der Bedingung freigegeben, sich nicht mehr unfern Küsten zu nähern. Bei jedem neuen Bom- bardement feuern die Japaner weniger entschieden und bleiben außerhalb des Feuers unsrer Batterien, mit welchen sie sich nicht in einen Wettkampf einzulassen wagen. Beim Bombardement vom 15. April hat eins ihrer neuenSchiffe„Nischin" oder„Kassuga" st ark gelitten und ist ein Kreuzer gesunken.(?) Die Japaner schweigen hartnäckig über ihre Verluste. Nach den jüngsten Nachrichten spannt Japan feine letzten Kräfte zur Fortsetzung des Krieges an, die Geldmittel gehen zu Ende, während Rußland noch nicht einmal die Offensive er griffen h a t. Am Halu nichts Neues. Petersburg, 25. April.(Meldung der„Russischen Tclegr.-Agentur".) Nach einein Telegramm des Generals Pflug aus Port Arthur vom 24. April entbehrt die Meldung der„Morning Post", daß die I a p a n e r den I alu überschritten hätten, jeder Begründung. Söul, 23. April.(Meldung des„Reuterschen Bureaus". Die japa- nischen Linien erstrecken sich 30 Meilen längs des Dalu, von Jongampho bis 10 Meilen oberhalb Widschus. Die Russen haben ihre stärkste Stellung bei Antung, der Tiger-Hügcl ist der Schlüssel derselben. Mehrere Inseln, eine oberhalb und zwei unterhalb Widschus, er- leichtern einen Angriff, da sie der Artillerie einen Stützpunkt bei der Deckung einer Ueberfchreitung des Flusses bieten. Die Japaner landen Truppen und errichten in Huangtschuan unterhalb Jongamphos Bauten. Das Landvolk am Nordufer des Dalu verkauft Vieh und Mundvorräte an die Russen. Mehrere koreanische Offiziere, die ver- dächtig sind, den Russen als Spione gedient zu haben, sind verhaftet worden. Englische Vermittelungsabsichtcn? Der„Vossischen Zeitung" wird aus London vom 25. April geschrieben: Der Petersburger Berichterstatter des„Daily Expreß" depeschiert, der Ankunft des neuen britischen Botschafters H a r d i n g e werde in Petersburg mit großer Erwartung entgegen- gesehen, weil in Amtskreisen bekannt sei, daß er der Ueber- mitteler eines wichtigen Schreibens des Königs Eduard an den Zaren sei.„Ich bin in der Lage — so meldet der Berichterstatter— mitzuteilen, daß der Brief sich mit der Frage einer Vermittelung zwischen Ruß- land und Japan befaßt. Es ist der aufrichtige Wunsch des Königs, eine solche Vermittelnng sicher zustellen, sobald der geeignete Augenblick hierfür eintritt. Man darf nicht annehmen, daß der König sich selbst als Vermittler erbiete, auch ist die Zeit für eine Erfolg versprechende Einmischung noch nicht reif. Doch hat der König durch sorgfältige Umfrage und aus Unterhaltungen mit führenden Diplomaten in Kopenhagen und London erkundet, daß Rußland geneigt sei, die Vermittelungsftage zu erörtern und bestimmten Vorschlägen Ge- hör zu leihen, wenn der geeignete Augenblick hierzu eintritt, d. h. wenn Rußland einen großen Waffenerfolg zu Lande errungen haben wird. Wenn dieser Moment gekommen sein wird, ist es die Absicht des Königs, die Dien st e der britische» Diplomatie anzubieten zum Zwecke der Erlangung eines geeigneten Vermittlers, nämlich eines Monarchen, der beiden Mächten genehm wäre. Das jetzige Vorgehen des5königS bezwecke, die Gesinnungen des Zaren und der russischen Regierung über den Gegenstand genau kennen zu lernen, um über ein be- stimmtes Vermittelungsverfahren bei günstiger Gelegenheit schlüssig zu werden._ Hus Induftrie und Handel. Die Export-Regelung des Stahlwerksvervandcs. Während der Vorläufer des Stahlwerksverbandes, der frühere Halbzeugverband, den ihnen angehörenden Werken für ihren Export nach dem Auslande keinerlei Vorschriften machte, hat sich bekanntlich der neugegründete Stahlwerksverband auch die Regelung des Absatzes seiner Mitglieder nach dem Auslande zur Aufgabe gestellt. Diese Aufgabe sieht er nicht darin, den Stahlmassenexport, den die deutschen Werke in den letzten Jahren nach dem Auslande, besonders nach England betrieben und durch welchen sie die Stahlpreise in England weit unter den Stand der deutschen Inlands- preise herabgedrückt haben, entsprechend der Nachfrage auf dem englischen Markt einzuschränken und dadurch die niedrigen Export- preise wieder zum Steigen zu bringen. Die Verwaltung des Stahl- werks-Verbaudes versteht vielmehr unter der Expört-Regelung lediglich die Erhöhung der Exportpreise, und als Mittel zu diesem Zweck eine Vereinbarung mit den englischen und amerikanischen Fabrikanten über die Einhaltung bestimmter Normalpreise bei den Stahlangcboten auf dem englischen Markt. Thatsächlich hat denn auch in den letzten Wochen die Leitung des Stahlwerks- Verbandes wiederholt versucht, mit den großen englischen und amerikanischen Stahlwerken zu einer Verständigung über die Hochhaltung der Stahlpreise auf dem englischen Markte zu gelangen, und zwar, wie deutsche Unternehmcrblätter zu melden wußten, mit entschiedenem Erfolg. Allerdings seien, so hieß es, bestimmte Preis- Vereinbarungen nicht getroffen, wohl aber hätten die verschiedenen Jnteressentengruppen Fühlung miteinander genommen, die eine spätere Verständigung sichere.' Wesentlich anders lautet dagegen das Urteil der aus den Kreisen der englischen Stahlproduzenten inspirierten englischen Preffe. So schreibt z. B. die„St. James Gazette":„Nicht eine einzige bedeutende britische Stahlfirma hat sich näher mit der Frage der Regulierung der Exportpreise befaßt, und Firmen wie Guest Keen and Nettlefolds, Hcad Wrightson and Co., Dorman Long and Co. wissen überhaupt nichts von Verhandlungen hierüber. Aus amerika- nischer Quelle erfahren wir dagegen, daß der deutsche Stahlwerks- verband einen Fühler ausgestreckt hat, um festzustellen, ob die amerikanischen Firmen sich auf die Erwägung von Preisvereinbarungen für den Export einlassen würden. Es ist hier ein offenes Geheimnis, daß der deutsche einheimische Markt sich in nichts weniger als gesunder Lage befindet, und der Wettbewerb Deutschlands um Lieferungen nach England ist so erheblich, daß die deutschen Firmen dabei Verluste erleiden; sie würden sich deshalb gern mit dem Stahltrust und mit andren amerikanischen Firmen verständigen. Aber die Auf- nahnre durch die Amerikaner ist eine kühle ge- ivesen, und es soll keine Aussicht auf eine Ver- ständigung bestehen. Britische Firmen dürften überhaupt nicht angegangen worden sein. Jegliches Arrangement, das der britischen Industrie Genüge thäte, müßte zum Schaden der deutschen Industrie gereichen, die den englischen Markt nur durch Unterbietung der einheimischen Werke be- hauptet._ Der rheinisch-westfälische Kohlenbergbau und der Rhein-Elbe-Kanal. Zu den industriellen Werken, die von einer Wasserstraßen- Verbindung zwischen Rhein � und Elbe den größten Nutzen haben würden, gehören die rheinisch-westfälischen Kohlenbergwerke. Schon unter den heutigen relativ ungünstigen Frachtverkehrsverhältnissen hochachtungsvoll Der Vorstand des Verbandes der Bäcker Deutschlands ( Mitgliedschaft Berlin) J. A.: Karl Heßschold. hat bie westfälische Kohle ihr Abfaßgebiet östlich der Elbe| In der Hoffnung, daß diese Antwort eine alle Beteiligte zufrieden- I treten. Buzug ist fernzuhalten. in den letzten Jahren wesentlich erweitert und aus manchen stellende sein möge, zeichnen Abdruck gebeten. Gegenden, die einst ausschließlich der schlesischen Kohle gehörten, diese mehr und mehr hinausgedrängt. Außerdem aber würde die Verbilligung der Fracht nach Hamburg der westfälischen Kohle gestatten, dort in stärkerem Maße als bisher mit der englischen in Wettbewerb zu treten. Die Vorlage der Regierung, die nur die Verlängerung des Ems- Dortmund- Kanals bis Hannover statt bis zur Elbe fordert, hat deshalb auch die Grubenverwaltungen Westfalens start verschnupft: eine Thatsache, die deutlich in dem foeben erschienenen Jahresbericht des Vereins für die bergbaulichen An Interessen des Oberbergamts- Bezirks Dortmund zum Ausdruck kommt. Es heißt nämlich in diesem Bericht: Der Gesellen- Ausschuß der Bäcker- Innung Konkordia". Hierauf lief von der Germania"-Innung folgende Antwort ein: Bäckerinnung zu Berlin. JP Alle Arbeiterblätter werden um Der Streit der Maler und Weißbinder in Frankfurt a. M. dauert weiter. Die Freie Vereinigung der Maler- und Weißbindermeister verharrt auf ihrem, bereits vor dem Streit gemachten Angebot und brach weitere Verhandlungen ab. 100 Firmen mit 700 Gehilfen haben die Forderungen bereits anerkannt. Darunter befinden sich 10 Firmen mit 200 Gehilfen, die der Arbeitgeberorganis fation angehören. 500 Gehilfen befinden sich noch im Ausstande, 200 find Berlin, den 21. April 1904. den Gesellen- Ausschuß der Bäderinnung zu Berlin abgereist und anderweitig untergebracht. Die Arbeitgeber suchen die anderweitig untergebrachten wieder aus der Arbeit zu bringen, indem zu Händen des Altgesellen Herrn Hagemeister, hier. sie sich an die betreffenden Unternehmer wandten, die sich vom Streit Wir bestätigen hiermit den Empfang der Zuschrift vom 16. April fomitee Gehilfen holten, mit dem Ersuchen, diese Gehilfen wieder zu Wir vermögen nicht einzusehen, welche Gründe die Staats- 1904 nebst der Resolution vom 11. bezw. 12. April cr. und haben entlassen, sie hatten aber dabei wenig Glück. Die Situation für die regierung zu einer derartigen Gestaltung der Vorlage veranlaßt von dem Inhalt derselben pflichtgemäß Kenntnis genommen. haben. Früher bestand ein Hauptargument gegen die von uns ver- eine Erörterung der in Ihrer Resolution zum Ausdruck gebrachten nehmer suchen in den verschiedenen Tagesblättern und sogar in der In Streifenden ist die denkbar günstigste. Die Arbeit drängt sehr, die Untertretene Berbindung des Ruhrreviers mit dem Rhein in dem Hin Anschauungen einzutreten bezw. den Versuch einer Wiederlegung der Schwäbischen Tagwacht" Gehilfen. Der Zuzug ist daher auch weise, daß das ausländische Getreide auf diesem Wege weiter in den felben zu machen, müssen wir, weil völlig aussichtlos, uns versagen, fernerhin streng fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter Bezirk eindringen könnte, als das bei dem jetzt notwendigen Um- zumal durch die, in der außerordentlichen Generalversammlung der werden um Nachdruck gebeten. schlag in Duisburg oder Ruhrort geschehen würde. Wenn dem Innungsmitglieder am 13. April cr. mit allen gegen eine Stimme Kanal zum Rhein diese Bedeutung beigemessen und damit angenommene Resolution, die von uns, Ihren Forderungen gegenüber Die Stuffateure Nürnbergs stehen in einer Lohnbewegung, die im Sinne der Kanalgegner das landwirtschaftliche Interesse ge- einzunehmende Stellung genau präcisiert ist. aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen zum Streik führen schädigt wird, so muß sehr in Frage gestellt werden, об Wir lehnen es deshalb strikte ab, einem Tarifvertrag zwischen wird. Schon vor mehreren Monaten haben sie den Unternehmern dies nicht, objektiv betrachtet, in einem viel höheren Maße Meistern und Gesellen zuzustimmen, nicht nur weil wir einen solchen einen Tarif unterbreitet und Verhandlungen nachgesucht, wurden geschieht, tenn man den landwirtschaftlich hochentwickelten bei der Vielgestaltung der Berliner Betriebsverhältnisse für undurch jedoch immer hingehalten. Nunmehr haben die Unternehmer ihrer Gebieten der Provinz Sachsen und den mit der Elbe durch Wasser- führbar, sondern in seiner letzten Konsequenz auch beiden Teilen, feits den Gehilfen Bedingungen gestellt, die Verschlechterungen der straßen verbundenen öftlichen Gebietsteilen der Monarchie die ihnen Meistern und Gesellen, für unheilvoll und alles andre, nur nicht den bestehenden Verhältnisse herbeiführen würden und auf keinen Fall durch eine durchgehende Verbindung gewährte Möglichkeit entzieht, Frieden bringend erachten müssen; damit erübrigt sich die Beant- von den Gehilfen anerkannt werden können. Der Organisation geihre Produktion auf dem wegen seiner Billigkeit agrarischerseits per- wortung der beiden andren Fragen. hören 280 Mitglieder an. Zuzug ist streng fernzuhalten. horreszierten Wasserweg zu den Hauptverbrauchsstätten des Westens zu schaffen. Auch steht zu befürchten, daß mit der Wahl von Hannover als Endpunkt des Kanals die seiner Zeit für die Mittellandkanal- Vorlage warm eingetretene bremische Unterstützung in Wegfall kommen wird. Bremen ist trotz aller seiner Bemühungen um die Förderung seiner Schiffahrt gegen Hamburg durch die geringe Gunst seiner natürlichen Verhältnisse und demzufolge durch die bisherige Entwicklung zurückgeblieben. Hamburg erfreut sich zweifellos auch durch den Nord- Ostsee- und den Elbe- Trave- Kanal- der größten Vorteile für seinen Handel, zum Teil unter diretter Einbuße seiner minder glücklichen Wettbewerbshäfen an der Nord- und Ostsee. Es ist recht charakteristisch für die in unfren großgewerblichen Kreisen übliche Kasuisterei, daß das Schiffahrtsinteresse Bremens in ben Vordergrund geschoben wird. In Wirklichkeit handelt es sich für die Zechenbefizer weit weniger um die bremischen Interessen als um ihre eignen. W Fette Dividende. Der Reingewinn der Höchster Farbwerke vorm. Meister, Lucius u. Brüning beträgt für das Jahr 1903 nach Abschreibungen in Höhe von 2 521 339 m.( im Vorjahre 2 297 546 Mark) 5 095 791 M.( 4 570 004 m.). Als Dividende werden 20 Proz. in Vorschlag gebracht. Die Lage des amerikanischen Eisenmarktes, die in den letzten Wochen als recht günstig geschildert wurde, hat sich nach den neuesten Nachrichten der Fachblätter wieder verschlechtert. Nach der Meldung des Londoner Ironmonger" hat z. B. die Nachfrage nach Eisen und Stahl merklich nachgelassen. Die Preise haben denn auch eine schwache Tendenz, obgleich fie nominell unverändert find. In Bezug auf die Entwicklung im zweiten Semester des laufenden Jahres herrscht teine große Zuversicht, wenngleich die Möglichkeit einer späteren Besserung vorhanden ist. Eine gute Ernte, eine günstige Entwicklung des Geldmarktes und zufriedenstellende politische Berhält nisse unter den großen europäischen Mächten würden natürlich den Eisenmarkt in günstiger Weise beeinflussen.( Vergleiche die Darlegung der Verhältnisse im Wirtschaftlichen Wochenbericht der letzten Sonntags- Nummer.) Bezüglich berechtigten andren Wünschen der bei unsern Mitgliedern in Arbeit ſtehenden Gesellen, sind wir nach wie vor gern Letzte Nachrichten und Depefchen. bereit, mit dem Gesellen- Ausschuß der Bäckerinnung zu Berlin in Unterhandlung zu treten und zeichnen mit dieser Versicherung hochachtungsvoll Der Vorstand der Bäckerinnung zu Berlin. J. Bernard, Obermeister. Preußisches Abgeordnetenhaus. In der heutigen Abendsizung wurde die Beratung des Justizetats fortgesetzt. Abg. Maltewis( f.) beantragt Streichung des Postens für Errichtung eines Gefängnisses in Gollnow.- Abgeordneter Rosenow( frf. Bp.) fordert Neuregelung des Anzeigenwesens bei öffentlichen Zwangsversteigerungen; ferner, daß von der vorzeitigen Entlassung zu Gefängnis Verurteilter häufiger Gebrauch gemacht vorzeitiger Entlassung feine Rede sein fann, lettere lann nur Herr Bernard hat schon gelernt, etwas höflicher zu sein. Die Tarif- Feindschaft dieser social rückständigen Innungen richtet sich ja in den Augen der anständigen Welt selbst. Wir konnten in den nächsten Tagen nochmals darauf zurüd. Die heute in Kellers Festwerde. sälen tagende Versammlung nimmt zu dieser Antwort Stellung. Vorher tagt die Vertrauensmänner- Bersammlung des Verbandes. Berlin und amgegend. Der Justizminister Schönstedt erklärt, daß von einem Recht unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände ein treten. Die Gerichtsvollzieher seien angewiesen, die Versteigerungsanzeigen in den gelesensten Blättern zu veröffentlichen. Der Antrag Malkewitz wird abgelehnt. Zur Lage des Eisenbahnerstreiks. Die Verlängerung des Tarifvertrages der Bauarbeiter stand auf der Tagesordnung einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung der Zahlstelle Berlin des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Eisenhandelsgesellschaft m. b. H., Berlin. Schon vor längerer Silfsarbeiter.- Zunächst erstattete der Staffierer Böttcher die Beim Etat des Ministeriums des Innern wünscht Zeit verlautete, daß eine Reihe oberschlesischer Eisenwerke eine Abrechnung vom 1. Quartal d. J. Zu einem Bestande von Abg. Gamp( frt.) bei Gewährung des Ehrensoldes an Veteranen Geſellſchaft zum gemeinschaftlichen Einkauf von Alteifen zu gründen 51 176,20. tommt eine Einnahme von 23 325,90 M., dem steht möglichst Milde walten zu laſſen. beabsichtigen. Diese Gesellschaft hat sich jetzt in Berlin mit einem eine Ausgabe von 21 383,47 M. gegenüber, so daß ein Bestand von Minister Frhr. b. Hammerstein sagt wohlwollende Bes Attientapital von 1 Million Mark gebildet. Ihr gehören an die Ver- 53 118,65 m. bleibt.- Ueber die Tarifverhandlungen, welche in der rücksichtigung zu. einigte Königs- und Laurahütte, die Bismarckhütte, die Oberschlesische Schlichtungskommission gepflogen wurden, berichtete Heidemann: Sodann wendet sich Abg. Dr. Caffel( frf. Bp.) gegen die vom Eisenindustrie- Attiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb in Der gegenwärtige Tarifvertrag, welcher Gleiwitz, die Oberschlesische Eisenbahnbedarfs Attiengesellschaft in abläuft, fett folgende Löhne feft: am 1. Mai d. J. Abg. b. Zedlig bei der zweiten Beratung aufgestellten Behauptungen, Für gewöhnliche Bau- daß die freisinnigen Kommunalverwaltungen Parteipolitit treiben. Friedenshütte, die Kattowitzer Attiengesellschaft für Bergbau und arbeiter 45 Bf., Stallschläger und Wasserträger 50 Pf., Kalt- und Abg. Schiffer( natl.) stellt fest, daß in zwei Jahren 70 PolizeiEisenhüttenbetrieb in Kattowitz, das Eisen- und Stahlwerk Bethlen Steinträger 65 Pf. Mit Rücksicht darauf, daß die Löhne der Maurer verordnungen in Preußen vom Kammer- und Ober- VerwaltungsFalva Attiengesellschaft in Schwientochlowitz, die Huldschinskysche seit dem 1. April d. J. vertragsmäßig um 2½ Pf. erhöht worden gericht für ungültig erklärt wurden. Hüttenwerke Aktiengesellschaft in Gleiwiß, die A. Borsig Berg und find, beantragen die Bertreter der Bauarbeiter in der Kommission, Minister Frhr. v. Hammerstein giebt dies zu, stellt aber in AbHüttenverwaltung in Borsigwert, A. Schoenawa in Hoffnungshütte baß bei einer Verlängerung des Vertrages die Löhne der Bau- rede, daß sich die Polizeibehörden mutwillig über bestehende Rechtsund Ganz u. Co. Aktiengesellschaft in Ratibor. arbeiter gleichfalls um 2, f. für jede der drei Kategorien erhöht grundsäße hintvegfeßen. Schluß 10 Uhr. Nächste Sigung morgen 11 Uhr. Weiterwerden. Für die Accordträger wurde beantragt, den Preis für das Tragen im Kellergeschoß auf 3 M. zu erhöhen und keine Raution beratung des Etats, vorher Antrag Savigny betr. Stilllegung mehr einzubehalten. Die Vertreter der Arbeitgeber beantragen das von Bergwerksgruben. gegen, daß die gegenwärtigen Stundenlöhne um 2½ Pf. herab Budapest, 25. April.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Hier ist gesezt werden. Sie begründeten diesen Antrag damit, daß die Wohnungsmieten in Berlin und den Vororten herabgegangen ein allgemeiner Streit der Kutscher ausgebrochen. Hilfe ist feien und die Bauarbeiter deshalb billiger arbeiten könnten. Die dringend nötig. Sendungen find zu richten an die„ Volksstimme" Vertreter der Arbeiter erklärten, daß sie über diesen Antrag gar nicht( Schönherr), Joseph- Ring 18. diskutieren fönnten. Darauf erklärte der Wortführer der Arbeitgeber, feine Kollegen in der Kommission seien für eine Verlängerung des Vertrages auf ein Jahr unter Beibehaltung der gegenwärtigen Budapest, 25. April.( B. H.) Die Situation bleibt fortgesetzt Löhne von 45, 50 und 65 Pf. Die Vertreter der Arbeiter erklärten sich hochgespannt. Heute Abend halten sämtliche Parteien des Abschließlich mit der Beibehaltung dieser Lohnfäße einverstanden unter geordnetenhauses Konferenz ab, um zu der Lage Stellung zu nehmen. der Voraussetzung, daß der Vertrag auf zwei Jahre verlängert wird Falls die Socialisten den Generalstreit für das ganze Land pround am 1. April 1905 die Lohnerhöhung um 2½ Pf. eintritt. Dar- flamieren sollten, wird die Regierung mit der Verhängung auf wollten aber die Unternehmer nicht eingehen und hielten des Ausnahmezustandes antworten. an der Bedingung fest: Verlängerung des gegenwärtigen Vertrages Budapest, 25. April.( W. T. B.) Die Staatsanwaltschaft hat auf ein Jahr. Nachdem in der Kommission keine Einigung erzielt gegen die sieben verhafteten Mitglieder des Streiffomitees Anklage werden konnte, sollte nunmehr die Mitgliederversammlung darüber wegen Aufforderung zur Verweigerung der Amtspflichten erhoben. entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen der Vertrag zu ber- Der Ingenieur Komlossi, welcher auch Mitglied des Streiffomitees längern ist. Die Versammlung diskutierte lange und eingehend ist, hat sich selbst gestellt, der Beamte Potincze wurde verhaftet. über diese Angelegenheit. Die meisten Redner vertraten den Stand- Ferner wurden 39 Beamte des Nakospalotaer Rangierbahnhofes, punkt, daß man einer Verlängerung des Vertrages ohne gleichzeitige welcher den Ausgangspunkt des Ausstandes bildete, der StaatsLohnerhöhung nicht zustimmen könne. Wenn eine Verbesserung anwaltschaft vorgeführt. nicht zu erlangen sei, dann brauche man überhaupt Die Bäckerinnung als Tarifgegner. teinen Vertrag. Die Kommission machte ihrerseits keine Vorschläge, jedoch vertrat Heidemann persönlich die Ansicht, daß es mit Rücksicht Auf Beschluß der außerordentlichen Verbandsversammlung auf die gegenwärtige Situation zu empfehlen sei, wenn die Versandte der Vorstand des Verbandes folgendes Schreiben an beide sammlung einer Verlängerung des Vertrages auf zwei Jahre zu Innungen: stimmte unter der Bedingung, daß vom 1. Mai 1905 ab für alle Berlin, den 16. 4. 1904. Auf eine Anfrage über die Lage der Baumwollenindustrie führt Lohnarbeiter eine Lohnerhöhung von 21%, Pf. eintritt. Heidemann An den löbl. Vorstand der Bäckerinnung zu Berlin. stellte auch einen Antrag in diesem Sinne, der aber abgelehnt wurde. Ministerpräsident Balfour aus, die Regierung wende dieser Frage Im Auftrage der außerordentlichen Verbandsversammlung vom Die Versammlung beschloß, die Arbeitgeber zu ersuchen, den be- ihre Aufmerksamkeit zu, habe aber Bedenken, ob es zweckmäßig sei, über die Spekulationen in Baumwolle eine internationale Konferenz 12. April 1904, die von weit über 2000 Mitgliedern unsres Ber- stehenden Vertrag bis zum 15. Mai d. J. zu verlängern. bandes besucht war, richten die Unterzeichneten höflichst folgendes 6. Mai sollen zwei Versammlungen einberufen werden, in denen nach England einzuberufen, weil es zweifelhaft sei, ob man durch die Schreiben an die verehrliche Innung. eine Urabstimmung über die Vertragsverlängerung vorzunehmen ist. Geseßgebung irgend etwas gutes erreichen werde. Allerdings gebe es wahrscheinlich viele Punkte, in welchen die englischen BaumwollenZum Streit der Kupferschmiede der Chemischen Fabrik auf Attien fabrikanten mit denjenigen des Kontinents gemeinsame Interessen ( vorm. E. Schering) ist mitzuteilen, daß sich bis zum Montag, den hätten, und wenn eine weitere Untersuchung diese Ansicht bethätigen 25. April, nur ein Streifbrecher, Namens Nitsche, welcher bis vor follte, würde die Regierung alles mögliche thum, um einen Meinungsacht Tagen als Nietenwarmmacher bei der Firma Borsig arbeitete, austausch zwischen den verschiedenen Zweigen der Industrie in Engangefunden hat. Obgleich derselbe von seinen Kollegen als minder- land und auf dem Kontinent zu fördern. wertiger Arbeiter eingeschätzt wird, ist er in diesem Falle als Rausreißer sehr willkommen. Von den drei Klempnern im Geschäft Leipzig, 25. April.( W. T. B.) Das Reichsgericht hat das Müllerstr. 170/171, Mitglieder des Metallarbeiter- Verbandes, hat Urteil des Schwurgerichts in Naumburg, durch welches der Bankier sich einer bereit gefunden, Rohrarbeiten, welche sonst nicht von ihm Friz Prange aus Weißenfels durch Depotunterschlagungen in sechs verlangt, sondern von Kupferschmieden gemacht wurden, anzu- Fällen zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verfertigen. Desgleichen ein organisierter Rohrleger, welcher daselbst urteilt wurde, in der Revisionsinstanz aufgehoben. für 45 Pf. die Stunde arbeitet. Die Firma Lenz hatte die Absicht, Gewerkschaftliches. Troß der abweisenden Antwort der Innungen, die gerade nicht von allzu großer Friedensliebe zeugte, war die Versammlung doch der Meinung, nochmals zu versuchen, die Innung von ihrem unhaltbaren, furzsichtigen Standpunkte abzubringen. Auch die GefellenAusschüsse find der Meinung, daß es weder ihre Aufgabe ist, noch in ihrer Macht liegt, Tarifverträge abzuschließen, und wirksam für deren Einhaltung Sorge zu tragen. Dieser Aufgabe sind einzig und allein die Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, also Innungen und deutscher Bäckerverband, gewachsen. Nur diese haben die hierzu nötige Macht, das Ansehen und den Einfluß unter den Bäckermeistern bezw. Bäckergesellen. Es entstehen deshalb nur drei Fragen, die wir höflichst bitten, beantworten zu wollen: 1. Ist die„ Bäckerinnung zu Berlin" gefvillt, einem Tarif vertrag zwischen Meistern und Gesellen zuzustimmen? 2. Wenn ja, will sie mit dem deutschen Bäckerverbande, der allseitig anerkannten Vertretung der Gesellenschaft( ebenso wie die Münchener Meisterschaft), einen solchen Tarif abschließen? 3. Wenn Frage 2 verneint wird, wie denken sich dann die Innungen überhaupt einen solchen Tarifvertrag? Mit wem wollen fie Verträge schließen, nachdem die Gesellenausschüsse selbst erklärt haben, dazu nicht qualifiziert zu sein, und deshalb nur im Auftrage unfres Verbandes handeln zu wollen? Der deutsche Bäckerverband, der in Berlin weit über 2000 Mitglieder zählt, ist die allseitig anerkannte Vertretung der Gesellenschaft, in ihm sind auch die sämtlichen Gesellen- Ausschußmitglieder organisiert. Wir legen nunmehr dem Jnnungsvorstande nochmals dringend nahe, die dargebotene Hand nicht zurück zu weisen, sondern im Intereffe beider Teile einen verständigen Ausgleich herbeiführen zu helfen. Nicht allein den Gesellen, die( das betonen wir nochmals ausdrücklich), nur im Streit das letzte, verzweifelte Mittel erblicken, sondern auch der Meisterschaft würde ein solcher Kampf schwere Opfer fosten. Für manchen Kleinen Meister wird der Streik vielleicht eine Existenzfrage sein. Zum Englisches Unterhans. Brodrick erklärt, die Tibet- Expedition rücke nicht über Ghangtse London, 25. April.( W. T. B.) Der Staatssekretär für Indien hinaus vor. Vom Dalai Lama sei keine Antwort eingegangen. ihre Stupferschmiede als Monteure zu Schering zu schicken, welches Baris, 25. April.( W. T. B.) Der Akademiker Oftabe Gréard Anfinnen jedoch von diesen abgelehnt wurde. Ebenso weigerten fich ist heute gestorben. zwei Schlosser, welche schon längere Zeit bei Lenz mit dem Aufstellen Toulon, 25. April.( W. T. W.) Drei Kriegsschiffe sind wegen von chemischen Apparaten beschäftigt werden; nur ein Zinngießer des Ausstandes in Marseille dorthin und nach Nizza entsendet fand sich bereit, den Versuch zu machen, die streifenden Kupferschmiede worden, um den Postdienst mit Algier, Tunis und Korsika zu verzu ersetzen. Er wurde beauftragt, einen Kupferteffel zu platieren. sehen. In dieser Arbeit schien er nicht firm zu sein und zog es deshalb vor, London, 25. April. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus zu seinem hilfsbereiten Chef zurückzukehren. Ende vergangener Woche Petersburg: Zwei als chinesische Bettler verkleidete Japaner versuchten erschien im Lokal- Anzeiger" eine Annonce, nach welcher Kupfer- den General Kuropatkin bei dessen jüngstem Besuche in Niutschtvang schmiede( Nichtverbändler) verlangt wurden. Offerten unter Poſt- zu ermorden. Es gelang ihnen, sich Kuropatkin zu nähern. Einer der amt 39 abzugeben. Es wird vermutet, daß die Annonce von Schering beiden Kosaden in Kuropatkins Begleitung bemerkte, wie einer der ausging. Wir ersuchen alle Kollegen, bei solchen Offerten vorsichtig Männer die Hand ins Kleid stedte, worauf er ihn zu Boden schlug. zu sein und sich nicht für Schering anwerben zu lassen. Die Rohr- Man durchsuchte die Männer, welche falsche Böpfe trugen, und fand leger und Klempner ersuchen wir, Solidarität zu üben, wie solche Meffer in ihrem Befiz. von seiten der Kupferschmiede beim Rohrlegerstreit geübt worden ist. Die Firma Heckmann, Görliber Ufer 9, hat am Sonnabend, den Zokio, 25. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) 23. April, ihren Kupferschmieden den Minimallohn des neuen Tarifs russische Wladiwostok- Geschwader ist nach langer Zeit der Unthätigkeit genährt, so daß nur noch bei der Firma Schering Differenzen wegen heute früh plöglich vor Genfan erschienen, wo es den 1600 Tonnen desselben bestehen. großen japanischen Handelsdampfer, Gocho- Maru" in Grund bohrte. Ein heute von Gensan abgesandtes furzes Telegramm befagt, daß drei russische Strenger in den Hafen eingelaufen seien und sich zur Zeit der Aufgabe des Telegramms dort noch befunden hätten. Die Ankunft der Schiffe habe in der ohne Schutz befindlichen japanischen Kolonie große Bestürzung hervorgerufen. Hier glaubt man, daß die Bewegung der Schiffe in der Hoffnung erfolgt sei, unbeschützte japanische Transportschiffe wegzunehmen. Man vermutet, daß die Schiffe nicht lange in Gensan geblieben seien. Achtung, Metallarbeiter! Sämtliche Kollegen der Firma„ Regina", Große Frankfurterstr. 118, haben wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. Buzug ist fernzuhalten. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltung Berlin. Deutsches Reich. Wir ersuchen deshalb höflichst und dringend, bis spätestens Sonntag, 24. April cr., an die Adresse Karl Hezschold, Rheinsbergerstr. 17, geft. Antwort auf die oben gestellten drei Fragen sowie die Ansicht der berehrlichen Innung über die in diesem Schreiben und den bei- Die Polsterer und Dekorateure zu Hagen in Westfalen find, Tiegenden Resolutionen niedergelegten Grundfäße gelangen zu laffen. I wie man uns von dort telegraphisch meldet, in einen Ausstand geDas Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 97. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 75. Sigung. Montag, den 25. April 1904, nachmittags 1 hr. зи Dienstag, 26. April 1904. haben. So hat z. B. Destreich gar feine Kolonien. Das Wichtigste zur Förderung der Kolonien ist, daß wir die. Die Reibungsflächen mit andern Regierungen, mit andern See- Neger kultivieren und an Arbeit gewöhnen. Sehr ent mächten würden vermindert, unsre Politik könnte sich in ruhigeren wicklungsfähig ist die Baumwollproduktion in Ostafrika. Redner Bahnen bewegen, wenn wir uns nicht um jeden Kanonenschuß in legt einige Proben solcher Baumivolle auf den Tisch des Hauses Transvaal aufregen brauchten. Wir hätten auch sehr gut an der nieder. Die Bahn würde bedeutende Ersparnisse bringen; vor allem Flotte sparen können( hört! hört! bei den Social- würden sich die Transportkosten ganz erheblich vermindern. GeStübel, demokraten.), aber die Entwicklung ist eben eine andre gewesen. wundert habe ich mich, daß die Schmalspurbreite anstatt der KapWir haben die Kolonien, und was sollen wir nun spurbreite für die Bahn gewählt ist. Dies haben nicht einmal die Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Lesung des Gesetz- Erwerbung waren und auch heute noch im Grunde ihres mit der breiteren Spurweite viel leistungsfähiger sein würde. mit ihnen anfangen? Diejenigen, die damals Gegner ihrer Gegner der Bahn bisher verlangt. Zweifellos ist, daß die Bahn entwurfes betreffend Uebernahme einer Garantie des Reiches in Herzens gegen sie sind, werden auch nicht der Ansicht sein, Mögen die Herren uns den Dampf bewilligen, dann werden wir Bezug auf eine Eisenbahn von Daressalam nach Mrogoro. Saß wir fie beräußern sollen. Die am wenigsten folonial- schon vorwärts kommen.( Bravo! rechts.) Am Bundesratstische: Kolonialdirektor Dr. Stengel und Freiherr v. Richthofen. Kolonialdirektor Dr. Stübel: h. " Abg. Dr. Müller- Sagan( Frf. Vp.): 1901 " reichen als Abg. Dr. Paasche( natl.): freundliche Partei, die Socialdemokratie, würde doch auch nicht den Die verbündeten Regierungen haben die Vorlage, die aus der Antrag stellen, daß wir die Kolonien verkaufen sollen. Wenn wir Die traurige Finanzlage ist uns gewiß allen bekannt; trotzdem borjährigen Legislaturperiode liegen geblieben ist, wieder eingebracht, sie also behalten wollen, fo müssen wir sie in andrer Weise nußbar weil sie den Bau dieser Bahn für eine unbedingte Notwendigkeit für machen als bisher, denn der bisherige Zustand ist sehr aber halten wir es für absolut notwendig, diese Bahn unerfreulich.( Lebhaftes allgemeines Sehr wahr" 1) Wir zu bauen, die in der That geeignet ist, Deutsch- Ostafrika wirts die wirtschaftliche Entwickelung unsres oftafrikanischen Schutzgebietes müssen jährlich viele Millionen ausgeben und erleben wenig Freude schaftlich und kulturell zu heben.( Sehr richtig! bei den Nationalansehen. Eine Abänderung ist insofern vorgenommen worden, als die zu erbauende Eisenbahn, an den Kolonien.( Jronisches Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) liberalen.) Wir haben die Sllaberei in der Kolonie abgeschafft und für die eine Spurweite bon 1,06 Meter vorgesehen war, nunmehr eine Darum aber müssen wir für die Kolonien mehr thun, oder auf sie die kulturelle Entwicklung angebahnt. Jetzt dürfen wir nicht auf Spurs bleiben. Es mangelt in Deutschverzichten. Das Hauptmoment für die wirtschaftliche Entwicklung ist halbem Wege stehen weite von 0,75 Meter erhalten soll. Wir sehen, daß dem Verkehrs- nun das Verkehrswesen; am besten wäre natürlich ein Ostafrika an Bugtieren, die große Lasten auf weite Reiſen bedürfnis des Schutzgebietes auch durch eine Eisenbahn mit geringerer iffbarer Fluß.( Buruf bei den Socialdemokraten: Kanal befördern können; daher ist die Bahn eine dringende Notwendigkeit. Spurweite genügt werden würde. Auch der Gouverneur des Schutz vorlage!- Große Heiterkeit.) Aber leider haben wir wir sind in eine Zeit kolonialpolitischen Niederganges hineingeraten; gebietes hat sich mit der geringeren Spurweite einverstanden erklärt. Nach den nicht. Ich bedauere, daß die Regierung jetzt nicht ein- denn die Produkte der Kolonien sind alle in unerhörtestem Maße sachverständigem Urteil würden dadurch die Baukosten um 1, d. 5. fach die Beschlüsse der vorjährigen Budgetfommission vor- im Preise gefallen. Die Finanzkreise, die die Bahn bauen wollen, das Kapital auf 1834 Millionen und die vom Reiche zu garantierende Zinssumme auf 636 000 m. herabgesezt werden. Ich weiß, daß die gelegt hat, denen damals auch Herr Müller- Fulda zugestimmt hat. find fapitalkräftig und haben ein Interesse daran, daß das im Sie werden ihrergewählte engere Spurtveite für viele Mitglieder des Hauses ein Stein Dann wäre eine weitere Kommissionsberatung überflüssig gewesen. Bahnbau investierte Kapital nicht verloren geht. des Anstoßes sein wird. Auch wir betrachten sie lediglich als eine Noch mehr wie die Aenderung der Vorlage bedauern wir, daß fie feits alles thun, um den Unternehmungsgeist in der Kolonie zu ( Sehr richtig! fördern. Es wäre richtiger, eine Bahn mit breiterer Spurweite Konzession an die Finanzlage des Reiches und die Sparsamkeit auf Wunsch der Bankinstitute geändert worden ist.( Sehr richtig! fördern. geplante schmalspurige Bahn, deren dieses hohen Hauses. Sollten wir uns geirrt haben, sollte der winnen. Schon mit Rücksicht auf die Erfahrungen Englands und Herstellung billiger, rechts.) Die Gegner wird man durch diese Ersparnis auch nicht ge- zu bauen, deren Betrieb aber unstreitig teurer Reichstag freigiebiger sein, als wir es in folonialen Dingen von ihm den eventuellen Anschluß unsrer Bahnen an das englische Eisenbahnund die bei gesteigertem Verkehr nicht ausgewohnt sind, so würden wir gern eine größere Spurtveite acceptieren. würde. Da können die 100 000 M., die das Jedenfalls hoffe ich auf eine Einigung in der Kommission. ne bitte ich Sie, die alten Beschlüsse der Budgetkommission wieder Reich mehr an Binsgarantie jährlich zu zahlen hätte, nicht in BeBevor ich das Schicksal der Vorlage in Ihre Hand lege, möchte ich aufzunehmen.( Bravo! rechts.) tracht kommen. Es bleibt in der Kommission ernsthaft zu erwägen, noch einmal Ihre Aufmerksamkeit auf die Bedeutung lenken, die ob wir nicht doch den Vertrag ändern und lieber die breit diese Bahn für unsere Kolonie hat. Ostafrika ist zweimal so groß Der Kolonialdirektor hat sich heute mit derselben Entschiedenheit fpurige Bahn bauen lassen sollen. Neben dem Bahnbau wie Deutschland. Von Natur mit Verkehrsmitteln stiefmütterlich für eine schmalspurige Bahn ausgesprochen wie 1901 für eine breit muß für gute Kommunikationswege im Innern gesorgt werden. ausgestattet, bietet es uns nicht einmal die Verkehrsmittel zweiten ſpurige. Ueber den Grund dieser Sinnesänderung erfahren wir( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Ranges. Denn der Verkehr mit Wagen und Zugtieren wird durch nichts. So einfach fönnen wir uns doch mit der Meinung" des Abg. Schrader( frs. Vg.): die schweren Viehfeuchen unmöglich gemacht, die in dem Küstenstrich Kolonialdirektors nicht abfinden lassen. Jetzt spricht man von den herrschen. Wenn es in unserer Zeit überhaupt schwer möglich ist, 20 Proz. Ersparnis, damals erklärte man, daß eine Wer sich an die früheren Verhandlungen über den Bahnbau ein so großes Gebiet ohne Eisenbahnen zu erschließen, so ist es in schmalspurige Bahn überhaupt nicht auf Einnahmen zu rechnen hätte. erinnert, wird einigermaßen erstaunt sein. Während früher heftiger bisher nur ein Redner diesem Falle ganz unmöglich. Der Landstrich an der Küste ist Der gegenwärtige Moment ist wohl der ungeeignetste für diese Widerstand laut wurde, hat heute nicht hervorragend fruchtbar; wertvollere Kulturen laffen Vorlage. Abgesehen von den sehr ungünstigen allgemeinen Finanz- gegen die Vorlage gesprochen. Allerdings ist der Umstand in Bes fich nur in den Gebirgsländern ziehen, in denen verhältnissen sollte doch ber herero- Aufstand uns ber tracht zu ziehen, daß zwei gewichtige Gegner des Projekts heute reichlichere Niederschläge fallen. Ferner ist der Küstenstrich durch die anlassen, jede neue Belastung des Reiches zu verfehlen, der Abg. Nichter und der Abg. Bebel, der heute verhindert jahrhundertlange Sklavenjagden der Araber start entbölfert. Die weigern und jedes neue Unternehmen von weit ist, hier zu sein. Wir werden aber die Reden wohl noch bei andrer einzige bestehende Kleinbahn, die wir dort haben, hat die Absatz- tragender Bedeutung in unsern Kolonien vor- Gelegenheit zu hören bekommen. Zwei Einwände sind nun erhoben Einmal der principielle, daß aus unsern Kolonien doch gelegenheit schon bedeutend verbessert. Man wird gegen den Ent- Täufig zu unterlassen. Wir haben uns bisher einer Kritik worden. wurf einwenden, daß Ostafrika ein wüftes Land ist, aus dem nichts der Vorgänge in Südwestafrika enthalten. Aber sicherlich wird es nichts wird. Nun wissen wir, daß im Lande zwar weite Strecken wüst herauszuholen ist. Gewiß macht es vielfach noch den Eindruck eines später die Pflicht des hohen Hauses sein, mit aller Sorgfalt und sind; die meisten aber sind gesunder Entwicklung durchaus fähig. Wollen armen Landes, aber weder Klima noch Bodenbeschaffenheit stehen Gewissenhaftigkeit zu prüfen, inwieweit unfre Kolonialverwaltung wir sie aber intensiv entwickeln, so daß Plantagenbau und Landeiner unbegrenzten Zunahme der Bevölkerung und dem wirtschaft- schuld an den Unruhen ist. Ich will nur auf einen Sag wirtschaft betrieben werden können, nicht nur Viehzucht wie in Südlichen Aufschwung des Landes entgegen. Hervorragende Sachkenner, aus den rheinischen Missionsberichten hinweisen, in dem westafrika, so müssen wir Bahnen bauen, und es war wie Professor Hans Meyer, haben sich in diesem Sinne geäußert. der Regierung vorgeworfen wird, daß sie die materiellen, ein großer Fehler, daß wir sie nicht schon vor acht Jahren gebaut Auch eine Petition der deutschen Baumwoll- egoistischen Interessen den allgemeinen, menschlichen Grundsätzen haben. Und da sollten wir uns von dem praktischen Bedenken, der fabritanten tritt lebhaft für die Bahn ein. Die ameri- der Sittlichkeit übergeordnet habe. Auch von verschiedenen Seiten, schlechten Finanzlage, zurückhalten lassen?! In den ersten drei tanische Baumwollproduktion tann von Jahr die bereit sind, jede Forderung für die Kolonien zu bewilligen, ist Jahren zahlt die Reichstaffe ja sowieso nichts, was nicht wieder zu Jahr weniger den deutschen Markt versorgen. das Kolonialsystem gegeißelt worden. Da müssen wir uns boch zurückgezahlt würde.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Und wenn Die deutsche Baumwollindustrie müßte ihre wirklich fragen, ob es stch empfiehlt, weiter extensive Kolonial- wir mit der geringen Spurtveite auf lange Zeit auskommen Für den gegenwärtigen Fabriken schließen, wenn nicht bald neue Baumwoll- wirtschaft zu treiben, Bahnen zu bauen und zu versuchen, wirt- fönnen, so wollen wir doch die nehmen. quellen eröffnet werden. Immer mehr gestaltet sich der Bezug schaftliche Betriebe in ihrer Nähe zu errichten, oder ob nicht vielmehr Verkehr brauchen wir noch keine 0,75 Meter Spurtveite. Entscheidend Zum Schluß der Baumwolle zu einer gewissen wirtschaftlichen Machtfrage. eine intensive stolonialwirtschaft anzubahnen ist. Ich sehe jetzt ist übrigens die Frage der Spurweite für mich nicht. Die deutschen Baumwollfabrikanten haben ihre Abhängigkeit von den ganz ab von der grundsäßlich ablehnenden Haltung, die wir zu noch ein Wort über die Produkte, die wir dorther beziehen können. amerikanischen Produzenten schon hart genug genug büßen müssen. aller Kolonialpolitit, soweit Afrifa in Frage tommt, einnehmen. Die Neger find bereits an Landwirtschaft gewöhnt, und zwischen den Da ist es fluge Pflicht, weiteren Schäden schon jetzt vor- Aber auch vom anderen Standpunkte aus muß ich den jezigen einzelnen Teilen des Landes selbst wird ein reger Austausch der zubeugen. Wenn aber von den 250 Millionen, die für Baumwolle Augenblick für den unzweckmäßigsten erachten. Seitdem die Waren stattfinden können. Jedenfalls hoffe ich, daß wir in der jährlich von uns an Amerifa gezahlt werden, nur ein geringer Teil Vorlage uns zum letzten Mal beschäftigte, ist der Kurs Kommission zu einer Einigung und zur Annahme der Vorlage geauf unfre Solonien entfiele, so wäre das wesentlicher Vorteil. Die der deutschen Staatspapiere um weitere 3 Prozent gefunten. Der langen.( Bravo! rechts und bei der Freisinnigen Vereinigung.) Bahn ist ferner nötig zur Aufrechterhaltung der Reichskredit wird durch die Uebernahme der Garantie ebenso Ruhe und Ordnung in den Kolonien. Es entspricht dem belastet, wie durch die direkte Ausgabe von Reichskonsols! Princip der Wirtschaftlichkeit in den Schuggebieten, möglichst fleine Verpflichtet doch die jetzige Vorlage nicht nur dazu, den Anteilseignern gebaut werden, aber sehr viel dagegen, daß sie auf Kosten der deutschen Wir haben gar nichts dagegen, daß in Dstafrika Bahnen Militärmacht mit möglichst großer Beweglichkeit zu halten, ein Princip, der zu begründenden Gesellschaft Binsen zu zahlen, sondern auch gebaut werden, aber sehr viel dagegen, daß fie auf Kosten der deutschen das die englischen Minister in Presse und Parlament stets verfochten haben. dazu, das Anlagekapital au amortifieren und zwar 20 Broz, über hinaus. Bei uns in Deutschland sind wir ja für den Staatsbetrieb Steuerzahler gebaut werden, und darauf kommt diese Borlage doch Hätten wir in Südwestafrika eine entsprechende Eisenbahnlinie den Nominalbetrag. Dabei ist es nach den Erfahrungen mit den der Eisenbahnen, aber in Afrika liegen die Verhältnisse doch so, daß gehabt, so hätten die nach dem Süden abgegangenen Truppen in afrikanischen Bahnen noch sehr zweifelhaft, ob das veranschlagte in den dortigen„ blühenden Gefilden" nach unsrer Ansicht der Bahneinem Tage im Norden sein können. Den Hereros wäre es nie Anlagefapital ausreichend sein wird. Ueber die Rentabilität der Bau ganz unrentabel ist. Den enthusiastischen Versicherungen von eingefallen sich zu erheben, und wir hätten Millionen gespart. Die Bahn sagt die Deutsche Bank in ihrem Prospekt, daß 10 Jahre Freunden kolonialer Unternehmungen stehen wir außerordentlich in Südwestafrika vorhandene Eisenbahn hat zur Einschränkung des erforderlich feien, um diejenigen Unternehmungen an teptisch gegenüber. Wenn wirklich die Versicherung des Abg. Schwarze Aufstandes wesentlich beigetragen und leistet uns bei seiner Nieder- die Bahn heranzuziehen, die ihr eine entsprechende wahr ist, daß man dort alles mögliche bauen tönnte, so bin ich feſt werfung die besten Dienste. Die Eisenbahn in Ostafrita ist auch Alimentierung mit Frachten sichern tönnten. So in sanitärer Beziehung von hoher Bedeutung, da fie in oft man von uns verlangt, bedeutende Summen in Afrika hinein- überzeugt, daß die Unternehmer, die Kapitalisten in Deutschland, wenigen Stunden aus dem ungesunden Küstenstrich in gesunde zustecken, kommt immer die Redensart von der Fruchtbarkeit des ben Bahnbau und den Plantagenbetrieb in Ostafrika, drängen so außerordentlich lukrativen Geschäft Geschäft wie Gebirgsgegenden führen würde. Auch hat sich kein Miffionar gegen Landes.( Sehr richtig! links.) Wir können uns ja nur schwer ein würden, ohne daß das Geld ihnen von Reichswegen gegeben werden den Bau der Eisenbahn erklärt. Die Rentabilität der Bahn läßt sich Bild davon machen, aber thatsächlich ist die Gegend doch sehr schwach muß. Und wenn die Herren Schwarze und v. Arnim wirklich so zahlenmäßig natürlich nicht beweisen. Aber auch bei uns in Deutsch bevölkert, und die bisherigen Kulturversuche haben zu dauernd be überzeugt find von der außerordentlich wirtschaftlichen Entland gab es vor 70, 80 Jahren Leute, die ausrechneten, daß friedigem Resultate nicht geführt. sich die deutschen Eisenbahnen nie rentieren würden. Hätten Sind wir wirklich in der Lage, für den Bau einer solchen Bahn wicklungsfähigkeit Dftafritas, so mögen sie den Bauber ihrer wir den Bau der deutschen Eisenbahnen vom Rentabilitäts- Gelder zu bewilligen in einer Zeit, wo von einer kolonialfreundlichen einmal an die Börse sund die Handelskammern gehen. Graf Armin Beredsamkeit auf die Kapitalisten wirten lassen und nachweis abhängig gemacht, dann würden wir mit dem Eisen- Partei eine Interpellation eingebracht werden muß, um die Pensions wies darauf hin, daß die Handelskammer sich bereit erklärt hätte, bahnbau in Deutschland heute noch zu beginnen haben. Auch gesetzgebung für Offiziere zu beschleunigen, wo dringende Wünsche an dem Bahnbau mitzuwirken. Wozu? Alle diese Kapazitäten aus die Finanzlage unfres ostafrikanischen Schutzgebietes würde auf Erhöhung von Beamtengehältern zurückgestellt werden müssen dem Handelsgewerbe strengen nicht selbst ihre Sträfte an, sondern durch den Eisenbahnbau indirekt gefördert werden. Die wirtschaft mit Rüdficht auf die ungünstige Finanzlage? Wenn die Bahn wollen nur dazu mitwirken, um den deutschen Reichstag und liche Entwicklung der Kolonie würde erhöhte Einnahmen aus Böllen wirklich rentabel ist, wozu dann die Garantie des Reiches?( Sehr die. deutsche Reichsregierung zu veranlassen, daß sie das und Steuern bringen. Der Bahnbau würde auch auf militärischem richtig! links.) Ich betrachte es als selbstverständlich, daß die Vor- Geld dafür hergeben; denn nach dem vorgelegten Gefeßentwurf wird Gebiet zu Ersparnissen führen. Der Gouverneur berechnet, daß wir lage in der Budgetkommission auf das forg: bas Geld zwar von den Kapitalisten aufgebracht, aber sie erhalten durch den Bahnbau mindestens eine Schutztruppencompagnie, das fältigste beraten wird. Der Herr Kolonialdirektor verwies find 118000 Mart jährlich, erfparen würden. Was die darauf, daß die Vorlage schon wiederholt den Reichstag be- die Zinsen und eine Rückzahlung mit 20 Prozent Buschlag garantiert, finanzielle Belastung des Reiches anlangt, fo fommt eine Garantie fchäftigt hat, ich hoffe, daß er sie auch wiederholt begraben wird. haben also überhaupt kein Rijito, sondern bekommen ihr Geld ficher für Zinsen und die Amortisationsquote in Höhe von 636 000 Mt.( Bravo! links.) Abg. Schwarze Lippstadt( C.): fich au einem Abg. Ledebour( Soc.): zurück. Außerdem wird dieser Eisenbahngesellschaft noch ein enormes Landgebiet geschenlt; sie erhält für jedes Stilometer Eisenbahn auf die Zeit von 87 Jahren in Betracht. Die erstmalige Ver2000 Hektar Land in unmittelbarer Nähe der Bahn. Sie selbst darf pflichtung würde aber erst im Jahre 1908 eintreten. Nach 25 bis Diesem Schlußwunsche des Herrn Vorredners kann ich mich nicht sich das Land aussuchen, vorausgesetzt, daß die deutsche Reichs30 Jahren würde die Stentabilität der Bahn eintreten und damit die anschließen. Herr Müller Sagan hat zwar selbst eine intensive regierung es nicht schon vorher für sich in Beschlag, genommen hat. Bahlungsverbindlichkeit des Reiches ganz aufhören. Die Bahn soll stolonialpolitik befürwortet, aber gerade dieser Bahnbau, den er er- 3m ganzen find es also 460 000 Heftar, die dieser Eisenbahneine Länge von 230 Kilometer erhalten; fie wird fruchtbare wähnt, ist dazu bestimmt, der extensiven Kolonialpolitit, mit der wir Gesellschaft als Geschenk überwiesen werden. Da kommen wir auf Länder aufschließen und die kulturfähigen Hochländer mit der Küfte gründlich Fiasko gemacht haben, ein Ende zu machen.( Sehr richtig! den Kern der Sache. Es ist teine Eisenbahn- Gesellschaft, sondern verbinden. Die Vorlage hat aber noch eine weitere Bedeutung. Gs im Centrum.) Die Verhältnisse liegen dort außerordentlich eine Landspekulations- Gesellschaft. Wenn man dieser Gesellschaft wird damit der Anfang gemacht, daß sich das deutsche stapital mehr günstig für einen Bahnbau. Wir begrüßen die Vor 460 000 ettar als Locmittel giebt, dann sollte man doch eigentlich als bisher an der Aufschließung der Kolonien beteiligt. Findet das lage als ersten Schritt in der neuen era, die der erwarten, daß sie selbst die Eisenbahn in Scene fett ohne ReichsKapital dabei seinen Vorteil, so wird fünftig feine Binsgarantie Serr Reichskanaler neulich als Folge des Aufstandes garantie, noch dazu in einer so entwidlungsfähigen Gegend, wie fie mehr notwendig sein, um es anzuloden. Nur wenn wir die Ver- in Südwestafrita ankündigte. Statt für die Sandwüfte Graf Arnim geschildert hat. Nach Ablauf der Konzession geht das fehrsverhältnisse verbessern, besteht die Möglichkeit, daß Ostafrika Südwestafrika hätte man das Geld beffer für Ostafrika verwandt. gesamte Unternehmen schuldenfrei auf das Reich über, aber aus einer Belastung für uns eine Stüße für die wirtschaftliche Welt- Ostafrita ist von eminenter Fruchtbarkeit, wir können dort alles bas geschenkte Land bleibt der Gesellschaft zur freien stellung Deutschlands werden wird.( Bravo! rechts.) ziehen, was wir wollen. Die bisherige Art der Kolonisation Dst Verfügung. Aus all diesen Gründen halten wir es für absolut unAbg. Graf Stolberg- Wernigerode( f.): afritas war verkehrt. Man hat nur Militärstationen gebaut, aber zulässig, daß der Reichstag zum Projekt seine Zustimmung giebt und Ich bin ein Kolonialschwärmer. Meine politischen richtig! im Centrum.) Die Engländer haben eine Eisenbahn von für die innere Kolonisation des Landes ist nichts geschehen.( Sehr werden dagegen stimmen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Freunde find wie ich immer bemüht gewefen, alle Kolonialforde Mombassa nach dem Victoria- Nianzafee gebaut, die weit über noch keine Stellung genommen, ich spreche also nur für meine Person. Abg. Dasbach( C.): Die Centrumsfraktion hat zu dieser Frage rungen ruhig, nüchtern und objektiv zit behandeln. Wir stehen jest 100 Millionen gekostet hat. Die Engländer wissen, was sie thun Es ist früher stets behauptet worden, daß die Bahn überhaupt nur mitten in dem südwestafrikanischen Aufstand, der außerordent- und werfen kein Geld fort. Ihr Bahnbau leitet den gesamten rentabel werden könnte, wenn sie zu der sogenannten Centralbahn liche Stoft en verursacht. Wenn in einem solchen Augenblick eine Handel des Nyassasee von Ostafrika ab. Dagegen fann uns nur rentabel werden könnte, wenn sie zu der sogenannten Centralbahn Kosten derartige Vorlage tommt, liegt es fich die prin der projektierte Bahnbau helfen.( Bravo! im Centrum.) ausgebaut würde. Erst später ist man auf die jezt projettierte Küstenbahn cipielle Frage vorzulegen: Wollen wir Rolonien oder gekommen. Daher sind wir mit Recht dem neuen Projekt gegenüber nicht? Viele Leute behaupten, es tväre besser gewesen, Abg. Graf Arnim( Np.): Das Bild, das der Herr Vorredner vorsichtig. Es wäre ja sehr schön, wenn die deutsche Baumwoll wenn Deutschland überhaupt nicht Kolonien erworben von der für den Bahnbau in Betracht kommenden Gegend ent- Industrie ihre Baumivolle aus einer deutschen Kolonie beziehen hätte.( Sehr richtig! im Centrum.) Unter den bewährten Diplo warf, war sehr zutreffend und sehr überzeugend. Wenn Herr Müller- tönnte, bisher aber hat diese Industrie noch feinen Finger gerührt, maten der alten Schule giebt es Männer, die die lebhaftesten Be- Sagan auf die schlechte Finanzlage hinwies, so hat er übersehen, um etwas für die Entwicklung der Kolonie zn thun; Sie können sich denken gegen die Erwerbung von Solonien gehabt haben. Als wir daß nach dieser Vorlage das Reich ja erst 1908 zu zahlen hat. ja wegen des Widerstandes der Branntweinbrenner nicht einmal die ersten Wirren in Samoa hatten, meinte ein Diplomat unfrer Möge Herr Müller- Sagan für das recht baldige Infrafttreten des entschließen, die Verbreitung der Branniveinpest in den Kolonien zu alten Schule: Wenn doch dieses unglückselige Samoa nie entbedt neuen Bolltarifs eintreten, dann wird sich die Finanzlage des Reiches verhindern. Glauben Sie doch nicht, daß Sie uns mit der billigeren worden wäre." Es ist für ein großes Reich nicht erforderlich, Kolonien bald bessern. und bequemeren Transportmöglichkeit für Missionare töbern könne::. Venus! Wir werden die Vorlage in der Kommission sehr gründlich prüfen. I französischen und englischen Kolonien abgezogen werden soll. Das y Der Süddeutsche Postillon" sendet uns seine Mainummer 1904 ( Vereinzeltes Bravo! im Centrum.) ist notwendig, auch wenn der Bahn in den ersten Jahren ein Ein farbenfrischer, von M. Engert gezeichneter Titel fündet die Maienfreude, Abg. Dr. Arendt( Rp.): Bei den ausgezeichneten Ausführungen Deficit in Aussicht stünde. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Die das wiedererwachende Leben. Dem Leitgedicht Zum ersten Mai" folgen des Abg. Schwarze sah ich ihn schon im Geiste als Lokomotivführer in Südwestafrika gewonnenen Erfahrungen werden von uns beim gut gespiste Maigedanken, denen vom bekannten Unbekannten 2. R.: D bon Dar- es- salam abfahren; leider ist seitdem der Abg. Dasbach als Bahnbau nugbringend verwendet werden.( Bravo! rechts.) Maiseufzer, und später noch zwei gute Sprüche mit hübschen Bremser aufgetreten.( Heiterkeit.) Mit der Fortsetzung zu den Seen Vignetten geschmückt sich anreihen. Zwei Leipziger Socialistengräber" hat er recht und unrecht. Geplant wird sie aber doch nur, im Falle schaftsskizze, die über die Lage der beiden Gräber leichtfaßliche Aufklärung überschreibt sich ein Artikel, der die † Genossen Dr. Bruno Schoenlant und Manfred Wittich feiert. An der Spike desselben befindet sich eine Landdieser ehrliche Versuch einer Teilbahn gelingt. Abg. Ledebour tadelte die Landkonzeffionen; aber entweder hat er mit der Auffassung giebt. Gin Doppelbild verewigt die wohlgetroffenen Abbildungen der von recht, daß das Land wertlos ist, dann schaden sie nichts, oder das Land wird Gewinn bringen, dann schadet uns die Zinsgarantie nichts, hat nur formelle Bedeutung. Es ist fo Bismarck oder Laffalle? Bon Politikus. Preis 80 Pf. Görlik 1904. Rudolf Dülfer. notwendig. Principiell find wir nicht gegen den Bau der Bahn, Abg. Dasbach( C.): Wir halten eine Kommissionsberatung für halten aber eventuell eine andre Tracierung der Bahn für notwendig. dem Bildhauer Heinrich Mah, von dem auch das Denkmal Wilhelm LiebAbg. Staudy( f.) schließt sich dem Antrag auf Kommissions- tnechts stammt, meisterhaft ausgeführten Denkmale mit den lebenswahren beratung an. Meine Freunde sind von der Notwendigkeit überzeugt, Bildnissen der hervorragenden Kämpfer. Kleinen Schnikeln folgt eine luftige ja schade, daß gerade, wo Südwestafrika sich mit Hilfe der Bahn wir die großen Summen, die uns jetzt der Aufstand in Südwest- das Porträt Louise Michel mit dem Gedichte: Un die Lebende. Der„ Süddie Verkehrswege auch in der Kolonie Togo zu verbessern. Hätten Erzählung„ Der erste Mai in Sumsenhausen" von Ludwig Bratsch, ferner günstiger zu entwideln begann, der Aufstand ausbrach. Ich glaube afrika kostet, für die Entwicklung der Kolonie und die Verbesserung Das farbige Schlußbild befaßt sich mit Eugen Richter und seiner deutsche Postillon" ließ in seiner legten Nummer ebenfalls die Louise sterben. aber, daß er mit gerade dieser Entwicklung sehr viel enger zusammen der Verkehrsmittel dort aufgewandt, so könnte jetzt nicht von einer Beitungsgründerei. Die Nummer fostet 10 Pfennig, auf Kunstdruckpapier hängt als mit der Habsucht der Händler, die eine löbliche Rolle in den Debatten spielt. Tief bedauerlich ist, sollten wir uns für die anderen Kolonien zu Nuze machen. Sandwüste gesprochen werden. Die Erfahrungen in Südwestafrika 25 Pfennig. daß die Kolonialvertaltung aus falscher Sparsamteit die Spurweite geändert und Kommissionsberatung dadurch notwendig ( Bravo rechts.) gemacht hat. Und diese Verspleppung und Gefährdung der Reichsschatsekretär Frhr. v. Stengel. Unfre Kolonien besitzen wichtigen Vorlage nur deshalb, weil die von der Bankfirma prote- für sich keine völkerrechtliche Persönlichkeit, aber sie besitzen eine gierte Bahnbaugesellschaft auf 0,75 Meter- Bahnen besser eingerichtet eigene vermögensrechtliche Persönlichkeit. Dies drückt sich auch aus in ist als auf die Stapfpurbahnen.( hört! hört!) Ich hoffe, daß nach den alljährlichen Haushalten, wir für die Schutzgebiete Beseitigung dieses Fehlers die Vorlage noch in dieser Session ver- bewilligen, sie stehen mit dem allgemeinen Reichshaushalt nur noch abschiedet wird.( Bravo! rechts.) durch die Reichszuschüsse in Verbindung. Durch die in der Vorlage Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Vorwürfe des Abg. Dr. geforderte Anleihe wird zum erstenmale von einer Bestimmung des Arendt find gänzlich unberechtigt. Bei der Wahl der Spurweite Gesetzes vom 30. März 1892 in Bezug auf die Finanzwirtschaft der haben wir uns in feiner Weise von den Interessen irgend einer Kolonien Gebrauch gemacht, ein grundsätzlicher Wechsel in der FinanzBahnbaugesellschaft leiten lassen, wir wollten die Annahme der Vor- politik des Reiches liegt also nicht vor. Die Aufnahme einer An-* Weizen, gut D.- Ctr. 17,50| 17,48 lage nur erleichtern. leihe wurde notwendig, da es nicht möglich war, das Privatkapital für das Projekt zu gewinnen, auch nicht unter Gewährung einer Binsgarantie durch das Reich. die Rechenschaftsbericht der Drtskrankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe für das Jahr 1903. Berlin 1904. Drud: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 69. " " Marktpreise von Berlin am 23. April 1904 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch mittel " 17,46 17,44 " 17,42 17,40 13,05 13,03 gering * Roggen, gut + Gerfte, gut # Abg. Ledebour( Soc.): Wir können uns für diese Anleihe ebenso wenig erwärmen, wie für die vorige Vorlage. Wenn schließlich die Kolonie die Zinsen der Anleihe nicht zahlen kann, Wenn schließlich die Kolonie die Zinsen der Anleihe nicht zahlen kann, so wird das Reich doch Zuschüsse leisten müssen. Argumenten aus dem Aufstande in Südwestafrika sollte man thafer, gut uns nicht tommen. Wenn auch durch Südwestganz Mit den 13,01 12,99 Butter Eier 8,00 6,00 1,80 1,20 " 1,40 1,10 " 1,60 1,00 mittel 10 D 1,80 1,20 gering " " mittel gering " 13 mittel " 12,97 12,95 14,20 13,10 13,00 11,90 11,80 10,80 15,00 14,10 14,00 13,10 1,80 1,20 " 2,60 2,00 60 Stud 3,60 2,60 Karpfen Aale 1 kg 2,00 1,20 3,00 1,40 Bander 3,00 1,20 gering " 13,00 12,10 Hechte 2,20 1,20 " " 4,32 3,66 Barsche " 2,00 0,80 7,40 5,00 Schleie 3,00 1,40 40,00 28,00 Bleie 1,40 0,80 " " 50,00 26,00 60,00 25,00 Krebse per Schod 15,00 3,00 Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.): Herr Dr. Arendt ist mit der ihm eigenen Großspurigkeit für die breitspurige Bahn eingetreten. ( Heiterkeit). Es ist aber selbstverständlich, daß wir möglichst billig wirtschaften. Tragisch ist sein Vorwurf gegen den Kolonialdirektor jedenfalls nicht zu nehmen, da fast alle andern Parteien sich mit der Spurtveite einverstanden erklärt haben. Der Unterschied zwischen Herrn Schrader und mir liegt darin, daß ich meine, man darf nicht solche Aufwendungen auf Kosten der Steuerzahler machen. 06 das in Form bon direkten Ausgaben oder einer Garantie geschieht, bleibt sich in letzter Linie ganz gleich. Herr Schrader meinte, die Eisenbahn würde zur Beseitigung von Krankheiten bei tragen. Umgekehrt kann ich als Biologe auch sagen, daß fie mög licherweise auch zur Ausbreitung von Krankheiten führen kann. Ist nicht die Reblaus zum größten Teil durch Verkehrsmittel verbreitet worden? Was die Versorgung unsrer Spinner mit Baumwolle betrifft, so ist es zweifelhaft, ob die dortige Baumwolle sich für unsre Industrie überhaupt eignet. Jedenfalls wird jeder Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Vp.): Für diese Vorlage gilt unFabrikant, ohne zu fragen, ob die Baumwolle aus einem deutschen gefähr dasselbe, wie von der ersten, die uns heute beschäftigt hat, es Ein Schutzgebiet oder einer andern Kolonie kommt, da seine Ware ist derselbe Faden, nur eine andre Nummer.( Heiterkeit.) taufen, wo er sie am besten und billigsten bekommt.( Sehr richtig! Kolonialfreund, Herr v. Staudy, hat erklärt, eine Reichsanleihe würde entschieden beanstandet werden. Deshalb versucht man es lints.) Abg. Schrader( frf. Vgg.): Wir sind für die Reichsgarantie, hier mit einer neuen Form, die ja auch Geld bringt.( Heiterkeit.) nicht weil die Kolonie schon jetzt besonders günstig entwickelt ist, Bir müssen sparsam wirtschaften, müssen jeden Groschen umdrehen, sondern damit sie sich in absehbarer Zukunft günstig entwickelt. Die da die Reichsmittel durch indirekte Steuern von den Wermsten mit Reichsgarantie ist eine traurige Notwendigkeit. Nach dem Verlauf aufgebracht werden. Auch diese Vorlage ist eine Gefahr für unsre der Debatte glaube ich, daß die Aussichten für das Zustandebringen der Finanzen.( Bravo! links.) Garantie weit günstiger sind als früher. Ich habe früher aus den einen Kolonialsport, sondern um eine wirklich wertvolle Kolonie. Es Abg. Dr. Paasche( natl.): Es handelt sich hier doch nicht um Kreisen des Centrums teine so warme Befürwortung wie heute geist nötig, noch ein Wort über die Notwendigkeit der Eisenbahn zu hört, und der Widerspruch des Herrn Dasbach schien mir auch nicht verlieren. so böse gemeint. Von Spekulationsanläufen, von denen Abg. Ledebour Das angekaufte Terrain liegt Abg. Ledebour( Soc.): Herr Dr. Arendt meinte, die Garantie gesprochen hat, ist nicht die Rede. sei nötig, weil das Kapital sonst nicht zu beschaffen 5-6 Kilometer von der Trace der Bahn entfernt. Ich trete im fei. Das bestreite ich nicht, aber ich bestreite, daß die deutschen Namen meiner Freunde aufs wärmste für die Vorlage ein.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Steuerzahler nötig haben, Kapital für derartige 3wvede zu be- bei den Nationalliberalen.) schaffen. Wenn die Entwicklungsmöglichkeit nur halbwegs so ist, wie fie geschildert wird, so hätte doch die Regierung den Versuch machen müssen, mit dem Geschenk von 460 000 Hektar Landes das Privatkapital heranzulocken. Vor allem hätte die Baumwollindustrie, von der heute gesagt wurde, sie müßte die Fabriken schließen und die Arbeiter entlassen, wenn sie nicht aus Ostafrika Baumwolle bekäme, sich an diesen Versuchen beteiligen müssen, und das sind sehr kapitalfräftige Leute. Entweder sind die Verhältnisse wirklich so günstig, wie man fie uns schildert, dann ist die Garantie nicht nötig, oder sie find ungünstig, dann ist es weggeworfenes Geld und es ist ungeheuer lich, den deutschen Steuerzahlern diese Garantie zuzumuten.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) afrifa eine Eisenbahn gegangen wäre, so hätten die Ma chi- Richtstroh nationen der Händler die Eingeborenen doch zum en Aufstand getrieben.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Erbsen andeutete, die Landspekulanten schon jetzt auf diesen Bahnbau ihre Linsen Uns macht vor allem die Thatsache bedenklich, daß wie Herr Dasbach Speisebohnen * ab Bahn. Mezze ausgelegt haben. Mögen die Spekulanten allein das Risiko † frei Wagen und ab Bahn. tragen. Die Steuerzahler sollte man mit solchen Ausgaben nicht behelligen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die erste Beratung. Die Vorlage wird der Budgettommission überwiesen. Es folgt die erste Beratung eines Gesezentwurfs betr. die Aufnahme einer Anleihe für das Schuhgebiet Togo zum Zweck des Baues einer Eisenbahn von Lome nach Palimbe. Kolonialdirektor Dr. Stübel: Unterstaatssekretär Frhr. v. Stengel: Wenn das Reich von vornherein den vorgeschlagenen Weg betritt, so ist das unter allen Verhältnissen, selbst unter den ungünstigsten, besser als wenn gleich von vornherein die ganze Last auf den Reichshaushalt übernommen wird. Es hat mich lebhaft gewundert, daß der Abg. Müller jetzt Bedenken gegen den§ 4 des Gesetzes von 1892 geltend macht, denn gerade seine Fraktion unter Führung des Abg. Richter hat ja seiner Beit bei den Verhandlungen in der Budgetkommission an der Abfassung dieses Paragraphen mitgewirkt. Zum Schlusse giebt der Staatssekretär eine kurze finanztechnische Begründung der Vorlage, wie sie bereits von Dr. Stübel gegeben worden ist. Abg. Müller- Sagan( frf. Vp.) fann nur fonstatieren, daß der Staatssekretär sich widersprechend über die Prosperität des Schutzgebiets geäußert habe. Wenn jetzt auch Togo für ein paar Jahre günstig abgeschlossen hat, so bin ich doch sicher, daß in den nächsten Jahren neue Forderungen kommen werden. Das Schutzgebiet, das sich selbständig behauptet, möchte ich erst auf den Tisch des Hauses niedergelegt sehen.( Heiterkeit.) Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die verbündeten Regierungen treten mit diesem Gesetzentwurf Nach einigen polemischen Bemerkungen des Abg. Dr. Arendt an das hohe Haus zum erstenmal mit dem Verlangen heran, die schließt die Diskussion. Die Vorlage wird der Budgetkommission Mittel für eine Kolonie durch eine 31/ prozentige Anleihe von acht überwiesen. Millionen Mark mit Reichsgarantie aufzubringen und damit in die Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht deutschen Finanzen ein neues Moment einzuführen. Diesem Entschluß 1. die dritte Beratung des Gesezentwurfs betreffend das interliegen Erwägungen schwer wiegender Natur zu Grunde. Die bisherige nationale Privatrecht, 2. zweite Beratung der Novelle zum KrankenPraris des Bahnbaues in den Kolonien hat zwar einen unverkennbaren fürsorgegesetz für Seeleute, 3. erste Beratung der Börsengeſetznovelle. Vorteil.( Aber sie stellt an die finanziellen Kräfte der Schutzgebiete AnSchluß 6 Uhr. forderungen, denen diese unmöglich gewachsen sind, sie zwingt auch das Reich zu fortwährenden erheblichen Zuschüssen und läßt eine gedeihliche Fortführung des Eisenbahnbaues nicht aufkommen. Es ist nicht einzusehen, warum gerade den deutschen Schußgebieten der Weg der Anleihe zu diesem Zweck verschlossen bleiben soll, wo doch die großen Kolonialstaaten England und Frankreich diesen Weg aus- Den Rechtsanwalt und ultramontanen Landtags- Abgeordneten giebig benutzt haben. Diese Kolonialanleihe fann feinen schwerwiegenden Bedenken begegnen, wenn das Schutzgebiet nach dem v. Brentano in Offenbach soll der Genosse Adelung in Mainz, Stande seiner Finanzen die Verzinsung und Amortisation der Anleihe Redakteur unfres Mainzer Parteiblattes, beleidigt haben. Brentano aus den eigenen Einnahmen aufzubringen in der Lage ist. Togo hatte als Vertreter eines katholischen Geistlichen, der den Redakteur hat unter den deutschen Kolonien von jeher eine bevorzugte Stellung des Offenbacher Tageblattes" wegen Beleidigung verklagt hatte, die eingenommen. Einen Reichszuschuß hat es überhaupt nur für vier Borstrafen des Redakteurs als erschwerend hervorgehoben und damit Jahre beansprucht. Dieser Zuschuß ist im wesentlichen zu produktiven die Höhe ſeines Strafantrages begründet. Dies hatte Adelung Anlagen verwendet worden. Seit 1902 ist Togo selbständig. Dieses unter Hinweis auf die Thätigkeit Brentanos als Politiker abfällig Resultat wird nicht etwa vorangehenden besonders günstigen Um- fritisiert. Brentano flagte deswegen und erzielte die Verurteilung ständen verdankt, sondern beruht auf der Thatsache, daß das Land Adelungs zu 150 M. Geldstrafe. unter deutscher Verwaltung in einen Zustand ruhiger und gesunder Entwicklung gelangt ist. สิน Eingegangene Druckschriften. Der Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Unfren Kollegen zur Nachricht, daß am Sonntag, den 24. 6. M. unser treuer Verbandskollege Gustav Renndorf am im Alter von 26 Jahren an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. d. M., nachmittags 5%, Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes in Westend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung aller Kollegen bittef 143/1 Die Verbandsleitung. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten nebst Verwandten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser herzensguter, aufopfernder Bater, Schwieger- und Großvater, Bruder, Onkel und Schwager, der Töpfermeister Adolf David im Alter von 55 Jahren am Sonnabend, den 23. April, abends 10 Uhr, nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. April, nachm. 4 Uhr, bom Trauerhause Stral sunderstr. 22 aus nach dem Elisabeth- Kirchhof, Prinzen- Allee, statt. Die trauernde Witwe Luise David, geb. Theimer, nebst Kindern. 8085 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Drücker Julius Behr am 22. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag den 26. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Pius Kirchhofes in Wilhelmsberg statt. Rege Beteiligung erwartet 114/16 Die Ortsverwaltung. 5 Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am Freitag, den 22. April, verstarb der Kollege Karl Senf. Centralverein für alle in der Hutu. Filzwaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Ernst Glaubitz am Sonnabend verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhofs ( Weißenseer Weg) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 294/6 Der Vorstand. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Specialarzt für[ 86/15 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. 534 Pfund Brot Badware 5 Stück 10% ẞf. C Albrechts 50P. Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Püdlerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Kurbad Landhaus Eberswalde( Mark). 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" " 60 Eine erhebliche Steigerung der Ausgaben wird nicht mehr stattfinden. Die Zinsen und Amortisation der Anleihe sollen vor allem Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das durch eine allgemeine Erhöhung der Eingangszölle auf ca. 10 Proz. 30. Heft des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben des Wertes aufgebracht werden. Am meisten werden die wir hervor: Maifest und Militarismus. Die Ursachen der letzten Streits Spirituosen herangezogen. Man fucht die Togo Anleihe und Aussperrungen. Von Karl Legien. Der neunzehnte Kongreß der unter diskreditieren Hinweis auf den mißglückten belgischen Arbeiterpartei. Von Emil Housiaur. Der zehnte Parteitag Von W. H. Bliegen. Versuch, eine Anleihe für das Schutzgebiet Kamerun aufzunehmen. der niederländischen Socialdemokratie. Das Kartell Ein Vergleich zwischen den gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen Barteitag von Bologna. Von Oda Olberg- Lerda( Nom). Literarische Rundschau: Hans der Buchhändler. Bon Gerhard Hildebrand. von Kamerun im Jahre 1892 und denen von Togo im Jahre 1904 ist absolut unmöglich. Was die Form der Anleihe anlangt, so wären Röppe, Die Reichsfinanzreform. Von gj Die" Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchdrei Wege denkbar gewesen: 1. Eine Reichsanleihe, welche die er- handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro forderliche Summe mit Verzinsung und Amortisation der Kolonie Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal zur Verfügung stellte; 2. eine Anleiheaufnahme durch das Schutzgebiet abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. felbft unter eigener Garantie; 3. eine Reichsanleihe unter Neichsgarantie, Von den„ Dokumenten des Socialismus", herausgegeben von ivie fie vorliegt. Die verbündeten Regierungen haben den letzten Weg beschritten. Dafür war die Erwägung bestimmend, daß nach den Ed. Bernstein,( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 3. Hest des eingeholten Sachverständigen- Gutachten diese Form der Anleihe am IV. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: billigsten stehen würde und sie den Interessen des Schutz- I. Kritische Bibliographie des Socialismus. II. Aus der Geschichte des Socialismus. Ein Vorläufer des kommunistischen Manifestes. Aus einer gebietes Zum Schluß möchte ich Enquete über die politischen Differenzen des heutigen Socialismus( Schluß). meisten entspricht. noch auf die Notwendigkeit des alsbaldigen Baues einer Eisen- III. Urfunden des Socialismus. Socialistische Manifeste zum Russischbahn von Lome nach Balim begründen. Sie soll vor allem Sapanischen Krieg. 1. Die russische socialdemokratische Arbeiterpartei. der Hebung der Baumwollfultur dienen, damit Togo auf diesem Ge- L. Bem muß man helfen? II. Der internationale Gendarm. Das Manifeſt Kranz- und Blumenbinderei biete mit dem Weltmarkt konkurrenzfähig wird. Der deutschen der englischen Gewerkschaften gegen den zollpolitischen Imperialismus. Baumwollindustrie wird dadurch die Aussicht eröffnet, in Zukunft bom IV. Der Socialismus in den Zeitschriften. von Robert Meyer, Paul Klähn, ChausseeDie Dokumente des Socialismus" erscheinen monatlich einmal und Bezug ausländischer Baumwolle unabhängig zu werden. Durch den durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und zum Preise Transport von Arbeitskräften wird sich erst eine rationelle Ausnutzung der ind 225 M. pro Quartal su beziehen. Das oportere our Mariannen- Straße 2. Dr. Schünemann schon bestehenden Plantagen ermöglichen lassen. Die ganze geographische In der Zeitungspreisliste der Postanstalten sind die" Dokumente" unter Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- Specialarzt für Hant, Harn nud Lage von Togo, das eines benugbaren Flußlaufes entbehrt, erfordert Nr. 2206 eingetragen, jedoch ist bei der Post nur Quartals- Abonnement Arrangements, Bouquets, Guirlanden Frauenleiden, Seydelstr. 9. dringend eine Bahn, wenn nicht der Verkehr durch die benachbarten zulässig. usw. werden fein u. preiswert geliefert 12-3, 6-8, Sonnt. 9-11 am " Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. April, nachm. 4 Uhr, vom Krankenhause am Urban nach dem Kreuz- Kirchhof, Marien: dorf, statt. Der Vorstand. 141/9 * Speck, mag. Pfd. 65 Pf., bei 5 Pfd. 60 fetter 65 Landschinken in ganz. u. halb." 95 Delikatesschinken o. Knochen, 105 Braunschweiger Mettwurst" 90 Thüringer Rotwurst Hallesche Zwiebelwurft ff. Leberwurft Pommersche Fleischwurst Polnische und Mettwurst Echt Bommersche Schlack: wurst und Salami " 50 " 50 90 " 90 2 65 95 Str. 27. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 26. April. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Barbier von Se villa. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Opernhaus. Göz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Rose Bernd. Berliner. Baza. Lessing. Zapfenstreich. Westen. Der Bettelstudent. Meues. Minna von Barnhelm. Residenz. Der Teusche Kafimir. Borher: Die Empfehlung. Central. Der Sonnenvogel. Belle Alliance. Freut Euch des Lebens. Thalia. Der Hochtourist. Anfang 8 Uhr: 5 Schiller O.( Wallner Theater.) Der Geizige. Hierauf: Der ein gebildete Stranke. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Das grobe Hemd. Kleines. Des Pastors Rieke. Luisen. Das Milchmädchen von Schöneberg. Trianon. Das elfte Gebot. Hierauf: Der Dieb. Carl Weiß. Onkel Bräfig. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Gebr. Herrnfeld. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Metropol. Ein tolles Jahr. Cafino. Husarenliebe. Bärtliche Verwandte. Anfang 72 Uhr. Palast. Die Liebe im Edhause. Die Weber. Winter- Garten. Specialitäten. Apollo. Liebesgötter. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Aus dem Haushalt der freien Natur. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Um 8 Uhr Hoelling:„ Das Ge samtbild des Weltalls." Central- Theater. Läglich 7, Uhr: Novität: Gastspiel Paula Worm. Der Sonnenvogel. Dperette in 3 Aften v. V. Holländer. Morgen und folgende Lage: Der Sonnenvogel. Sonntagnachmittag: Wahrheit. Abends: Der Sonnenvogel.. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Minna von Barnhelm. Anfang 7%, Uhr. Morgen: Kabale und Liebe. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Das Milchmädchen von Schöneberg. Mittwoch: Sappho. Donnerstag: Das Käthchen von Heilbronn. Freitag: Der Kaufmann v. Benedig. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Das grobe Hemd. Mittwoch abend 8 Uhr: Lumpacivagabundus. Donnerstagabend 8 Uhr: Haus Rosenhagen. Dienstagabend 8 Uhr: Der Geizige. Hierauf: Der eingeb. Kranke. Mittwochabend 8 Uhr: Haus Rosenhagen. Donnerstagabend 8 Uhr: Lumpacivagabundus. Thalia- Theater. Belle Alliancestr. 7/8. Amt VI 283. Dresdenerstr. 72/73. Amt IV 4440. Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Anf. 72 Uhr. Anf. 7%, Uhr. Wegen des Umbaues Schluß der Heute und folgende Tage: Saison am 1. Mai. Palast- Theater Passage- Theater. Burgstraße 22, früher Feen- Palast. Heute sowie folgende Tage: Die Liebe im Eckhause. Lustspiel in 2 Aften von Co 3 mar. Sm pyramidalen Specialitätenteil: Miss Stoers, die musikalische Laube. Emmeline Hochberg, Vortr.- Soubrette. Deamando und Anni, Belle- Alliance- Theater. atrobat. equilibriſtiſcher Melange- Aft. Nur noch 7 Borstellungen. Freut Euch des Lebens. Der Hochtourist. Große Ausst.- Poſſe m. Gesang u. Tanz Sonntagnachm. Charleys Tante Sonntagnachm. 3 Uhr: Othello. in 3 Aften. Schluss der Saison am 3. Mai. Cirkus Busch. Abends 7, Uhr: Benefiz- Abend für den beliebten Gigerl- Clown Alfred Daniels. Der Benefiziant als Ringkämpfer, als Magnetiseur, als Direktor uſw. Fortsetzung der Großen internationalen Ringkampf- Konkurrenz unter dem Ehrenprotektorat des Herrn Professors Dr. Begas. Beginn gegen 83%, Uhr. Aimable de la Calmette( Frankreich) gegen Peyrouse( Spanien) und Entscheidungskampf zwischen Heinr. Eberle( Deutschl.) und Omer de Bouillon( Belgien). DF Auftreten des Monsieur Morok. Das Tollkühnste auf dem Gebiete des Radfahrsports: Der Saltomortale mit dem Zweirad. Ferner: Zum 126. Male: Bemerkenswert: Aus den Alpen. Der Automobilstarz. Donnerstag, 28. April: Benefiz- Abend für die Clowns Gebr. Fratellini. Brauerei Friedrichshain früher Lipps( Defonom: E. Niemann) am Königsthor. Grösster Konzertsaal Berlins. Heute Dienstag: Walzer- Abend veranstaltet von aus Johann Strauss wien Dirigent der k. u. k. östreichischen Hofballmusik mit seiner gesamten Kapelle. Anfang 8, Uhr. Entree 50 Pf. Reserv. Pl. 1,00. Morgen: Populäres Konzert von Johann Strauss. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Aus dem Haushalt der freien Natur. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. 8 Uhr Herr Hoelling: ,, Das Gesamtbild des Weltalls." CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Letzte Woche der Kleines Theater. Unter den Linden 44. Des Pastors Rieke. Anfang 8 Uhr. Morgen: Elektra. Märtyrer. Gebrüder HerrnfeldTheater. Nur noch drei Aufführungen der großen Herrnfeld- Schlager Tunesen- Truppe. Nur eine Nacht! ( Afrika in Berlin!) Grosse Völkerschau. Die schönen HaremsDamen aus Tunis. Sonnabend: Lekte Vorstellung Anfang 8 Uhr! in dieser Saison: Das Milchmädchen von Schöneberg. Sonnabend: Zum Residenz- Theater 250. Heute 72 Uhr: Die Empfehlung. 8 Uhr: Male. DeutschAmerikanisches THEATER Köpnickerstrasse 67. Jeden Abend: Gastsp. Ad. Philipp Uebern GROSSEN 2 Afte aus einer Ehe, und Am andern Morgen! Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit den Autoren in den Hauptrollen. Schluß der diesjährigen Spielsaison: Donnerstag, 28. April, wegen Gesamt- Gastspiel des HerrnfeldTheaters in Köln a. Rh. 216 7. Mai: Gaftſpiel der Legernfeer. Carl Weiss- Theater. TEICH. Bürgerliches Schauspielhaus. Frankfurterstr. 132. königl. Der kenfche Cafimir. Trianon- Theater.apie bes tamiat Sofighauspielers Mittwoch zum erstenmal: Die 300 Tage.( L'enfant du miracle.) Schwant in 3 Aften von Georgenstraße, zwischen Friedrich. und Universitätsstraße. Abends 8 Uhr: Baul Gavault R. Charvey. Das elfte Gebot. Deutsch von Alfred Halm. Metropol- Theater Zum 43. Male: Ein tolles Jahr. Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Hierauf: Der Dieb. Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Phänomenale Specialitäten. Musik von Victor Hollaender. 84: Die Sensations- Novität: In Scene gesetzt vom Direktor Liebesgötter. Richard Schultz. 1. Bild: Am Kleinkindersee. 2. Bild: Was giebt's Neues. 3. Bild: Das Ordensfest. 4. Bild: Der neue Zapfenstreich ( Parodie). Im dritten Bild: Der Götterzug und die grandiose Apotheose. 5. Bild: Briefe, die ihn erreichten Casino- Theater. ( Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Steffen Langer aus Glogau oder: Der Zar und der Seiler. Boltsitud v. Charlotte Birch- feiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Heute Dienstag: Abschieds- Benefiz der Lothringerstr. 37. Anf. 8, Sonnt. 7/2 8 Uhr: Husarenliebe." 82: Das brillante April- Programm. Markert, fr. am Lessing- Theater 2c. 9 Uhr: Zärtliche Verwandte. Sonntagnachmittag 4 Uhr: ,, Hotel Klingebusch." Auftreten der neuen Specialitäten. Emil Richard: Onkel Bräsig. Lebensbild in 5 Atten nach Fritz Reuters Ut mine Stromtid". Anfang 8 Uhr. Morgen: Die beiden Reichenmüller. Die Weber. Charaktergemälde mit Musik von W. Gerice. Schluß der Saison: Sonnabend, den 30. April 1904. Reichshallen Stettiner Sänger Zum Schluß: Neu! Cirkus Lenz und Cirkus Busch. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Jeden Abend 10 Uhr: Grosse internationale teppdecken Step Ringkampf- Gelegenheitskauf. Konkurrenz. 20 preisgekrönte Ringkämpfer. Oskar Fürst Lina Goltz Humorist. Soubrette. 14 erstklassige Nummern. Sanssouci. Sottbuser Thor- Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz. Dienstag, den 26. April: Letzter Theaterabend. Ein geadelter Kaufmann. Boltsstück in 5 Aften. Wollatlas, alle Farben 4.85 Similiseide, 6.00 Normalalle Farben Schlafdecken 2,00, 3,00 SpecialHaus M. Emil Lefèvre, Berlin Oranienstrasse 158. S., So Ig. Vor. frei g. Nchn. v. 381 A. 2 echte 50 Brathc. u. marinierte! 1 Ds. Delsard., Pfd. Lachs u. 30 Goldspbüll. FischereiErp. E. Degener, Swinemünde. F. 71. Riefer Rauchale, ca. 4 J. Georg Simon 8. Reinickendorferstrasse 8. Grösstes Bekleidungshaus des Nordens von Berlin. 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April: Der Mann mit der eisernen Maske. WING BARTEN 76 5 Kellino- Truppe Italienische Akrob. Paul Conchas In seiner Scene im Bivouak. Springer. Helene Land Vortrags- Soubrette. Königstadt- Kasino Robinson Baker- Trio Holzmarktstr. 72, Ede Alleganderstraße. Nur noch bis 30. b. Mts. Curt Moreno, Ada Thomsen, Marga Plessner, Gustav Isano, Bruno Gaffron fowie: Ein sauberes Kleeblatt. Bosse in 1 Alt. auftreten b. Franz Sobanski. Harburger Sänger. E. und C. Bernhardy( Bersuchung Sonntag des Eremiten). Mittwoch, Sonnabend, Eintritt 30 Pf. nach der Vorstellung: Tanz. Nach der Vorstellung: BF Frei- Tanz. Anfang 8 Uhr. Costantino Bernardi Verwandlungsschauspieler Humorist. Siegwart Gentes Orfords Wunder- Elefanten. Peschkoff- Truppe Russische Tänzer. Die Blumenkönigin Tanzdivertissem. Biograph. Hausvogteiplatz 11, II. Et. ( Ecke der Jerusalemerstraße.) Auch Sonntags geöffnet! Brauerei Germania Fernsprecher VII. 2645. Aktien- Gesellschaft Frankfurter Allee 53. 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Vortrag des Reichs. tags- Abgeordneten Genossen Wolfgang Heine. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Der Vertrauensmann. Damen haben auf der Galerie Zutritt. Zahlreichen Besuch der Mitglieder erwartet Der Vorstand. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Baudert über: ,, Hundert Jahre Mitglieder werden in der Versammlung, jeden zweiten Mittwoch im deutscher Dichtung". 2. Diskussion. Monat auf dem Zahlabende, sowie in den folgenden Zahlstellen aufUm zahlreichen Besuch ersucht genommen: Gottfried Schulz, Admiralstr. 40a( Rottbuser Blab). Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. Martin Mescha, Adalbertstr. 24, Eingang Engel- User. Emil Götte, Brandenburgstr. 18. Adolf Flick, Simeonstr. 23. Ernst Lier, Alte Jakobstr. 119. Franz Krüger, Naunynstr. 54. 240/10 Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Mittwoch, den 27. April, abends 8%, Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Heute Dienstag, abends pünktlich 9 Uhr, im Luisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37: Oeffentliche Versammlung. Lages Drdnung: 1. Schüßling des Reichskanzlers. Russische und deutsche Verhältnisse. Referent: Senna Hoy. 2. Freie Diskussion. Männer und Frauen eingeladen. Zu den Unkosten 10 Pf. Die Redaktion des ,, Kampf". 289/8 Lächerlich!! 48932* billig verkaufen wir unsre eleganten Herren- Anzüge, für die Wäschefabrikation. Am Freitag, d. 29. April d. J., abends 7 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandanten straße 20, die 273/16 39. ordentliche General- Versammlung der Orts Krankenkaffe für die Wäschefabrikation statt, zu welcher hiermit die für die Jahre 1902/04 gewählten Vertreter eingeladen werden. Dieselben er halten noch besondere Einladungsfarten, die beim Betreten des Saales als Ausweis dienen. Tages- Ordnung: 1. Erstattung des Jahresberichtes. 2. Beschlußfassung über die Ab3. Genehmigung der vom Borstande beschloffenen Erhöhung des Arzthonorars auf 4,00 m. pro Jahr und Mitglied. Frühjahrs- Paletots, nahme der Rechnung des Jahres 1903. Hosen in neu, General- Versammlung Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen. Garderobe referre Tages- Ordnung: 1. Sassenbericht vom ersten Quartal. 2. Bericht des Borstandes, des Arbeitsvermittlers imd der Kontrollkommissionen. 3. Anträge. 4. Berbandsangelegenheiten. Gintritt nur mit Mitgliedsbuch. Bahlreiches Erscheinen erwartet 82/19 Die Ortsverwaltung. Branche der Modell- und Fabriktischler. Dienstag, den 26. b. Mts., abends 81 Uhr: Branchen- Versammlung in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 6. Tages- Drdnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Dr. Südekum: Der moderne Arbeitsvertrag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! Sonntag, den 1. Mai, mittags 12 Uhr: Oeffentliche Verfammlung 4 im Saale der„ Menen Welt", Hasenheide. Tages Ordnung: Die Bedeutung des ersten Mai. Reichstags- Abgeordneter Dr. Bernstein. pünktlich eröffnet. Referent: Die Versammlung wird Der Einberufer. Sonntag, den 1. Mai 1904, vorm. 11 1hr, bei Fri½ Wilke, Brunnenstr. 188( nahe dem Rosenthaler Thor): sowie getragene zu Preisen von 8., 10. 12. bis 25 mr. Monats- Abonnementssachen Oeffentliche Verfammlung und( an feinste Herrschaften verlichen), Mai- Feier. Tages Ordnung: domala Bortrag des Stadtverordneten Emil Basner über: Die Bedeutung des ersten Mai. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen 187/5 Die Vertrauensleute: Wilhelm Börner und Karl Butry. für jede Figur( spec. Bauch) passend, zu spottbilligen Breisen. Hauptgeschäft J. Wand, Prinzenstr. 17, a. d. Wasserthorstr. 2.Gesch. Gr.Frankfurterstr. 116. Sonntags 7-10, 12-2 Uhr. Achtung! Werder a. H.A. Die Genossen veranstalten die diesjährige Maifeier E 4. Beantwortung aller derjenigen Anfragen, die im allgemeinen Inter effe ber Staffe liegen und bis zum 28. d. M. mündlich oder schriftlich an den unterzeichneten Vorsitzenden ge richtet werden. 5. Verschiedenes. Berlin, den 14. April 1904. Der Vorstand der Orts- Krankentasse für die Wäschefabrikation. F. Frankfurther, Borsitzender, Meyerbeerstr. 1-4. Pergandé Dampf- Färberei u. chem. Waschanstalt im Kochschen Lokal, Fischerstr. 98. Morgens von 6 Uhr an Konzert und Gesang. Um 8% Uhr Versammlung. NachWir wollen mittags 3 Uhr Konzert. Bon abends 8 Uhr ab Ball. besonders die Genossen, welche zur Baumblüte nach Werder kommen, darauf Damenkleider hinweisen. 289/7 Die Gewerkschaftskommission. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Restaurant Pferdebucht Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Mittwoch, den 27. April, abends 8 Uhr, in Graumanus Festsälen, Naunyn- Straße Nr. 27: Versammlung der Schnittarbeiter, sowie sämtl. in der Metall- Industrie beschäftigten Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Cohen über:" Wie können die ungelernten Arbeiter und Arbeiterinnen ihre Lage verbessern." 2. Diskussion. 3. Wahl der engeren Kommission. 4. Berbandsangelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen! Liegt Euch daran, Eure so überaus traurige Lage zu verbessern, so erscheint in Massen in dieser Versammlung. Niemand darf fernbleiben. Die Mißstände in den einzelnen Fabriken werden ebenfalls zur Sprache gebracht. Mittwoch, 27. April, abends 8 Uhr, in Buggenhagens Saal, Morisplay: Metallarbeiter- Versammlung für die Bezirke Südosten, Süden u. Centrum Zages Drdnung: 1. Leben und Leiden im Zuchthaus und Strafgefängnis." Referent: Kollege Pawlowitsch. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 27. April, abends 812 Uhr, im Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45: Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Davidsohn über:" Weretfchagin". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 114/15 Achtung! Die Ortsverwaltung. Rohrer. Achtung! Mittwoch, den 27. April, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 270: Oeffentliche Versammlung der Rohrer Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Die Lohnbrüderei bei der Firma Stahl und wie stellt sich die neue Vereinigung dazu. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes einzelnen Rohrers zu erscheinen. 289/2 Der Vertrauensmann. Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes Berlin. zu Mittwoch, den 27. April 1904, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: General- Versammlung der Vertreter der Kaffenmitglieder und Arbeitgeber. Zages Ordnung: 1. Vorlegung des Verwaltungsberichts und Rechnungsabschlusses pro 1903. 2. Bericht der Prüfungskommission und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Kassenmitglieder des Rechnungsausschusses. 4. Wahl eines Borstandsmitgliedes aus der Gruppe der Arbeitgeber an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Saffe. 5. Beratung und Beschlußfassung über die mit den Stassenbeamten abzuschließenden Verträge. 6. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 42 bes Stassenstatuts. 7. Bericht über den Stand der Aerztefrage und weitere Beschlußfassung zu derfelben. 4645 Der Vorstand: A. Daehne, Borf. A. Kelpin, Schriftf. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer). Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ebbinfee. Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Bereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Stegelbahnen, große Staffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. bei Köpenick empfiehlt sich den Vereinen, Parteien, Gewerkschaften, Gesellschaften, Fabriken und Schulen bestens. Buss' Salon Herrenanzug Neberzieher färbt in allen Farben: reinigt: • • 3,00 Mart. 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Die Staatseisenbahnverwaltung hat die volle Berechtigung und Verpflichtung. ihren Angestellten für ihre Wohlfahrtseinrichtungen weitere Zuschüsse zu gewähren. Ich hoffe auf eine allseitige Bustimmung zu der bevorstehenden Vorlage, die Ihnen in den nächsten Tagen zugehen wird. Damit glaube ich auf dem Gebiete der socialen Wohlfahrtspflege gethan zu haben, was in meinen Kräften liegt.( Lebhafter Beifall.) Beim Etat der Bauverwaltung beantragt Abg. Dasbach( C.) tadelt das Verhalten des Geheimrats Hilgert gegenüber katholischen Bergarbeitern im Saarrevier. Er habe auch Forderung einer neuen Stelle für einen vortragenden Rat wieder Abg. Friedberg( natl.) die in der zweiten Lesung abgelehnte dem Centrum allgemein Mangel an nationaler Gesinnung vorherzustellen. geworfen. Bergrat Adam sei bersetzt worden, weil er die Wahl des Beim Etat des Abgeordnetenhauses fommt Abg. Brieze nicht genügend gefördert habe. Handelsminister Möller erklärt, daß ihm das bezügliche Material nicht vorliege, er werde aber alsbald Erkundigungen einziehen. Wenn der Bergrat Hilgers dem Centrum wirklich einen Mangel an nationaler Gesinnung vorgeworfen haben sollte, so würde er eine solche Aeußerung für höchst ungehörig halten. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird der Etat bewilligt. Es folgt der Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung. Abg. Nosenow( frs. Vp.): Weite Kreise der Industrie find beunruhigt über eine Verfügung des Polizeipräsidenten von Potsdam, der im Wege der Landespolizei- Verordnung von Fabriken einen Wasserzins für den Verbrauch von Wasser aus Flußläufen erhoben hat. Es ist dagegen remonstriert worden und ich bitte den Herrn Minister um Auskunft, wie die Rechtslage auf diesem Gebiete ist. Eine solche Erhebung von Gebühren für den Gebrauch von Wasser, das früher tostenlos war, wäre eine überaus lästige und erschwerende Belastung für die Industrie. Abg. Dr. Bundt( natl.) auf seine Rede in der zweiten Lesung zurück, die er über die Rechtschreibung hielt. Der Vorwärts" habe ihn wegen dieser Rede angegriffen und behauptet, er habe den hochverräterischen Satz ausgesprochen: Warum folle in Bezug auf Anwendung des„ h der Thron eine Ausnahme machen. Der Vorwärts" habe behauptet, daß diefer Satz im Stenogramm weggeblieben sei. Er müsse konstatieren, daß er diesen Sah überhaupt nicht gesprochen habe und lege zum Beweise das ursprüngliche Stenogramm auf den Tisch des Hauses nieder.( Nuf: Ja nicht vorlesen! Große Seiterkeit.) Die Behauptung des Vorwärts" sei also völlig aus der Luft gegriffen. Beim Etat der Justizverwaltung beklagt sich Potsdamer Gefängnis und wünscht einen Neubau. Abg. Eckert( freitons.) über die mangelhaften Verhältnisse im man habe aber noch feinen geeigneten Blas gefunden. Hoffentlich Justizminister Dr. Schönstedt erkennt das Bedürfnis an, tönne schon im nächsten Etat ein entsprechender Titel eingesetzt werden. füllt habe. Weiter fragt Redner an, ob die Antworten der über den Umfang des Flaschenbierhandels Befragten bereits eingegangen seien. Ein Regierungskommissar erwidert auf die Anfrage betreffend Abg. Dr. Mizerski( Bole) beschwert sich über das chilanöfe Verhalten Erhebung von Wasserzins: Die Verordnung des Polizeipräsidenten von Behörden, namentlich Standesbeamten, die verlangen, daß die von Potsdam sei nur für seinen Bezirk ergangen. Die Handels- eingetragen werden. Als Grundlage für ihr Verhalten diene den Polnischen Namen verdeutscht und in deutscher Schreibweise in die Aften fammer von Berlin sei dagegen vorstellig geworden und infolge- Beamten ein Ministerialerlaß vom Jahre 1898. Redner kommt auf dessen hätten eingehende Erörterungen der beteiligten Minister fiber diesen Gegenstand stattgefunden. Dabei habe sich ein Ein- das Ansiedelungsgeset zu sprechen und bedauert, daß auch der Justiz verständnis darüber ergeben, daß es nicht zulässig fet, im Wege schieden der Verfassung widerstreite. Gerade der Justizminister habe minister seinen Namen unter diese Vorlage gesezt habe, die entder landespolizeilichen Verordnung einen derartigen Wasserzins zu die Pflicht, alle Vorlagen daraufhin zu prüfen, ob sie mit der Vererheben. Der Regierungspräsident in Potsdam sei daher veranlaßt worden, die Verordnung zurückzunehmen. Eine andere Frage sei, ob fassung in Einklang stehen, und er könne ihm den Vorwuf nicht ein Realrecht des Staates an Wasserläufen thatsächlich bestehe. ersparen, daß er beim Ansiedelungsgesetz diese Pflicht nicht er Sollte also die Domänenverivaltung an der Ansicht festhalten, daß Justizminister Schönstedt erwidert dem Vorredner, daß die Novelle ein Wafferzins in Potsdam zu erheben sei, so würde es den zum Ansiedelungsgesetz eine Vorlage des gesamten Staatsministeriums Interessenten überlassen bleiben, im Civilrechtswege diese Frage ei. Er lehne es ab, hier beim Etat der Justizverwaltung darauf zur prinzipiellen Entscheidung zu bringen. Handelsminister Möller erklärt, daß die Antworten in Bezug einzugehen und sich mit ihm über die Frage der Verfassungsmäßigkeit ber Vorlage auseinanderzusetzen. auf den Umfang des Flaschenbierhandels noch nicht vollständig einWas die vom Vorrebner angeregte Frage der Verdeutschung polgelaufen seien. darüber stattgefunden, ob die Bestimmungen des 1898er Grlasses nischer Namen anlange, so haben im Staatsministerium Verhandlungen irgendwie chifanös gehandhabt würden. Provinzial- und Gerichtsbehörden in Posen in Verbindung gefeßt Er habe sich mit den und Berichte eingefordert. Die Verhandlungen seien aber noch nicht zum Abschluß gelangt. v. Krö cher abgebrochen und auf abends 128 Uhr vertagt. Hierauf werden die Verhandlungen auf Vorschlag des Präsidenten Schluß 4 Uhr. Abg. Rosenow( frs. Vp.) bittet dringend, die Frage des Wasser zinses noch einmal im Staatsministerium zu prüfen. Es hätten sich bisher bei der zinsfreien Entnahme von Wasser durch Fabriken nicht die geringsten Mißstände ergeben. Ein Regierungskommissar erwidert, daß einstweilen nicht daran gedacht werde, allgemein über das ganze Staatsgebiet Wafferzins zu erheben. Es handelt sich darum, die Frage principiell zum Austrag zu bringen, ob die Domänenverwaltung zu einer solchen Erhebung berechtigt ist. Selbstverständlich würde davon nur Gebrauch gemacht werden, falls durch überflüssige Entnahme von Wasser erhebliche öffentliche Mißstände entständen, was bisher nicht der Fall gewesen sei. Der Etat wird betvilligt. Beim Etat des Eisenbahnministeriums bringt Abg. Eckels( natl.) verschiedene Berliner Wünsche vor betreffend bessere und direkte Zugverbindungen nach Potsdam, Beförderung von Fahrrädern 2c. Eisenbahnminister Budde: Es war notwendig, die Fern geleise der Stadtbahn entlasten und zu Soziales. Aerzte und Krankenkassen. Ferner den Vorstand zu beauftragen, nach günstigen Quartalsabschlüssen die Abänderung des§ 13 des Stassenstatuts auf die Tagesordnung der nächsten ordentlichen Generalversammlung zu setzen, und so den Mitgliedern im Erkrankungsfalle höhere Unterstützungen zu gewähren. Der zweite Vorsitzende Kollege Büchner gab alsdann der Verfammlung einen anschaulichen Bericht über den Krantentassen- Kongreß zu Leipzig, speciell über die zur Zeit noch in verschiedenen Städten schwebende Arztfrage. Dann besprach der Redner das Verhalten des Kritik. Hierzu wurde nachstehende Resolution einstimmig ange= Herrn Dr. Mugdan im Reichstag, und unterzog es einer herben nommen: " Die heute im Dresdener Garten versammelten Mitglieder der Ortskrankenkasse der Schlosser und verwandten Gewerbe protestieren und weisen den Vorwurf, welchen Herr Dr. Mugdan im Reichstag gegen die Kassenvertaltungen erhoben hat, daß diese im Gegensatz zu den Mitgliedern in der Frage der Arztversorgung einen andern Standpunkt einnehmen, mit Entschiedenheit zurück. Die heutige Versammlung erflärt sich mit den Maßnahmen des Borstandes und des Gewerks- Krankenvereins zur zivedmäßigen Festlegung der bestehenden Arztversorgung durch langjährige Verträge einverstanden. Die Versammlung protestiert energisch gegen die den Thatsachen nicht entsprechende Behauptung des Dr. Mugdan, daß die Kassen für socialhygienische Verbesserungen nur Worte be fizen, und fennzeichnet die Ausführungen des genannten Herren in der Kassenfrage als unerwiesene Unterstellungen, die geeignet sind, das Selbstverwaltungsrecht zu schädigen." Ein schauberhaftes Urteil. • Ein Schultnabe aus Neuth im sächsischen Vogtlande, 14 Jahre alt, schlich sich in die offene Kirche in Bad Elster ein, erbrach eine Sammelbüchse und stahl daraus 24 Pfennige. fängnis verurteilt I Vom Landgericht Plauen wurde er dafür zu sechs Monaten GeGiebt es außer den Richtern, die es fällten, noch einen Menschen, der dieses Urteil für gerecht hält? Gesetzlicher Lehrlingsschuk im Kanton Basel. D er= Unser Genosse Regierungsrath Wullschleger in Basel hat als Chef des Departements des Innern den Entwurf zu einem Lehrlingsnicht besteht. Der Entivurf umfaßt eine sehr umfangreiche Bes gründung, in der die Gesetzgebung des In- und Auslandes Beridgefek ausgearbeitet, da ein solches gegenwärtig in diesem Kanton fichtigung gefunden hat. Dem Geseze werden alle Lehrlinge beider Geschlechter in gewerblichen und taufmännischen Betrieben, sowie wenn sich aus Lehrwerkstätten unterstellt, Leute auch junge in Fabriken, Unternehmern das Recht des Lehrlingshaltens auf eine Dauer bis der Gesamtheit der Anstellings- Bedingungen ein Lehrverhältnis ergiebt. Unter gewiffen Bedingungen kann den eingestellt werden. Jeder Lehrling ist zur Eintragung in das amtzu 10 Jahren entzogen werden. Unter 14 Jahren darf kein Lehrling liche Lehrlingsregister anzumelden und in jedem Falle ein schriftlicher Dauer der Lehrzeit, der Probezeit und der täglichen Arbeitszeit sowie auf Lehrbertrag zwischen den Beteiligten abzuschließen, der sich auf die die beiderseitigen Bergütungen zu erftreden hat. Borgeschrieben sind ferner humane Behandlung und, insofern der Lehrling in der Familie des Meisters lebt, ausreichende Ernährung und anständige Beherbergung fotvie Pflege im Erkrankungsfalle. Der Besuch der Fortbildungs-, Ergänzungs- und beruflichen Fachkurse sowie die Teilnahme an den Lehrlingsprüfungen wird obligatorisch erklärt. Zum Besuch der Religionsstunden( eine Konzession an das in Basel wuchernde Muckertum), soivie zur Ausführung der In Solingen hat am 22. April eine von der Aufsichts- Prüfungsarbeiten ist die nötige Zeit während den Arbeitsstunden Behörde berufene Generalversammlung der Allgemeinen Orts- dem Lehrling freizugeben. Für einzelne Berufsarten kann es find fehr Krankenkasse stattgefunden. der Regierungsrat Der Vertreter der Aufsichtsbehörde die Lehrlingsprüfungen obligatorisch erhebliche Mittel aufgewendet worden, um dies durchführen beantragte in deren Namen die Erhöhung der Kassenbeiträge auf täglich und 60 Stunden wöchentlich festgesetzt. Die Nachtarbeit flären. Die Arbeitszeit wird auf zehn Stunden zu tönnen. Jm Osten der Stadtbahn ist ein Stadtbahn ist ein besonderer 31 Prozent des ortsüblichen Tagelohnes, das sind 60 f. für er Tunnel gebaut worden und so erreicht worden, daß eine Gruppe von wachsene männliche, 36 Pf. für erwachsene weibliche, 30 Pf. für ist nur in denjenigen Gewerben zulässig, die dem täglichen Bedarfe Vorortzügen auf das Stadtbahngeleise verlegt werden konnten. Das jugendliche männliche und 24 Pf. für jugendliche weibliche Mitglieder dienen oder bei denen fie die Natur des Betriebes erfordert. Die bienen oder bei denen sie die Natur des Betriebes erfordert. Die war im Interesse der Betriebssicherheit nötig. Sobald ich die von pro Woche. Die Generalversammlung lehnte nach erregter Debatte Arbeits- und Schlafräume der Lehrlinge unterſtehen der Stontrolle dem Herrn Vorredner vorgebrachten Beschwerden hörte, habe ich die diesen Antrag einstimmig ab. der Gewerbe Jnspektion und Sanitätspolizei. Vorbehalten bleibt Direktion von Berlin aufgefordert, zu thun, was möglich war. Es über die die Aufstellung von Bestimmungen Dauer Der Auch ein zweiter Antrag der Auffichtsbehörde auf eine geringere ist jetzt ein Umsteigen der Personen in Charlottenburg möglich, Erhöhung der Beiträge wurde gegen die Stimmen der Unternehmer- Lehrzeit und die in einem Betriebe autläffige Maximal ebenso wird die Umladung eingeschriebenen Gepäcks dort stattfinden. vertreter abgelehnt. zahl von Lehrlingen. Zur Mitwirkung bei ber AufAuch die Passagiere mit Handgepäck lönnen dort umsteigen. Ich Darauf erklärte der Vertreter der Aufsichtsbehörde, daß er nun- ficht über die Durchführung des Lehrlingsgesetzes wird dent habe ferner Anordnung getroffen, daß auf den Bahnhöfen Friedrich mehr neben den Funktionen des Kassenvorstandes auch die der Departement des Innern eine Kommission mit dem Namen straße und Charlottenburg Gepäckträger zur Verfügung stehen. Es Generalversammlung übernehme und gleichzeitig die General Lehrlingspatronat" beigegeben, die aus zwölf Mitgliedern besteht, giebt im preußischen Staate wenig Stäbte, die so günstige Bug- versammlung schließe. wovon wenigstens zwei weibliche und je vier Vertreter der Arbeiter berbindungen haben wie gerade Potsdam. Aus der Mitte der Arbeitervertreter war erklärt worden, daß und der Unternehmer sein sollen. Um unbemittelte befähigte junge Abg. Mary( C.) wünscht vermehrte Sonntagsruhe für das sie hauptsächlich deswegen alle Anträge der Aufsichtsbehörde ab- Handwerker, Techniker und Kaufleute, welche die Lehrlingsprüfung Stations und Zugpersonal. die durch ihr Eingreifen verfahrene Lage tragen zu helfen. lehnten, weil sie nicht gewillt feien, dieser die Verantwortung für mit ausgezeichnetem Erfolge bestanden, können zum Zwecke der weiteren Ausbildung in Fachschulen, Werkstätten, Handelshochschulen usw. Stipendien bewilligt werden. Die Mitglieder des Lehrlingspatronats erhalten für jede Sigung eine Entschädigung von 2 Fr., desgleichen Die Leipziger Ortstasse hat eine Betition bei ihren Mit- werden sie für besondere Funktionen entschädigt. 8ur Durchführung gliedern für Beibehaltung des Distriktsarztsystems in Umlauf gefeßt. des Gesetzes wird dem Gewerbe- Inspektorat ein weiterer Gehilfe Innerhalb drei Tagen wurden darauf 65 258 Unterschriften ab- beigegeben. Die Uebertretung der Vorschriften des Gesetzes wird Minister Budde: Ich habe weder die Absicht noch das Recht, gegeben. Noch steht circa die Hälfte der ausgegebenen Listen aus. mit Geld- oder Haftstrafe gebüßt. gegen diese Bäckerei vorzugehen. Es ist allerdings mein dringender Der Distriktsarzt Dr. Braemer ist unter Berufung auf§ 626 Der Gesezentwurf bietet nicht nur mit der endlichen formellen Wunsch, daß so wenig wie möglich derartige Anstalten errichtet B. G.-B.( dringlicher Grund) von seinem Vertrage zurückgetreten. Regelung des bisher ausschließlich der privaten Vereinbarung überwerden, die den Mittelstand schädigen können. Es würde niemand Auch die Distriktsärzte Frey und Allot machen in den„ Leipziger laffenen Lehrlingswesens einen Fortschritt, sondern auch mit zahlmehr freuen als mich, wenn die Anstalt liquidieren würde. Ich kann N. N." bekannt, daß sie von ihrem Vertrage zurückgetreten feien. reichen Specialbestimmungen, die ein schäzbares Stück Arbeiterschutz meinen Untergebenen aber nicht verwehren, das Brot zu effen, was Das, Vaterland", das Drgan des tonservativen Landes- und Socialpolitik darstellen. ihnen am besten schmeckt und am billigsten ist. Ueberhaupt bin ich vereins für Sachsen, schreibt: tein Sachverständiger für Brot, sondern eher für Moselwein. Wir stehen vollständig auf seiten der Aerzte und achten es auch ( Heiterkeit.) für geboten, daß diese es ablehnen, sich unter das Joch der vielfach und Köln in Düsseldorf die Bahnärzte ihre Stellungen bei den Betriebs- damit ihre wirtschaftliche, geistige und politische Selbstständigkeit trantentassen fündigen mußten, resp. Bahnärzte entlassen worden seien. aufzugeben. Bei aller Sympathie aber und gerade wegen dieser, Minister Budde erklärt, er würde sich sehr freuen, wenn der die wir für die Aerzte haben, möchten wir ihnen doch raten, den Streit der Aerzte mit den Krankenkassen in Düsseldorf beigelegt Bogen nicht zu straff zu spannen und nicht auf der Erfüllung auch würde. Da nun die Aerzte ihren Standpunkt der freien Arztwahl ihrer letzten Forderungen, so berechtigt sie auch sein mögen, zu be dem Staate gegenüber aufgegeben haben, werde ein Friede bald zu stehen, sondern, wenn sich ihnen die Möglichkeit zu einem ehrenbollen stande kommen. Vergleiche bietet, einen solchen nicht zurückzuweisen. Der Zeitpunkt Abg. Dr. Wiemer( frf. Bp.) fordert von der Regierung die zum Abschlusse eines solchen erscheint uns gerade jetzt nicht unweitere Unterſtügung der beiden bestehenden Genesungsheime für günstig." Eisenbahnarbeiter. Minister Budde: Minister Budde: Es ist mein Bestreben, die Diensteinteilungen, die von den Direktionsvorständen herausgegeben werden, fortgesetzt im Sinne des Herrn Vorredners zu prüfen. Abg. Dr. Schröder( natl.) führt Beschwerde über die Er richtung einer Konsumgenossenschafts- Bäckerei der Eisenbahner in Raffel. Abg. Dr. Fervers( C.) findet es feltsam, daß im Gegensatz zu von der Socialdemokratie beherrschten Krankenkaſſen zu beugen Berliner Partei- Angelegenbeiten. Dritter Wahlkreis. Heute abend 8 Uhr im großen Saale des Gewerkschaftshauses: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht und Abrechnung vom letzten Quartal. 2. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Wolfgang Seine. 3. Dis fussion. 4. Verschiedenes. Damen haben auf der Galerie Zutritt. Der Vorstand. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Nieder- Schönhausen. Die morgen stattfindende Ersatzwahl zur Gemeindevertretung verlangt, daß die politisch organisterten Genossen ihre volle Schuldigkeit thun. Die Scharte vom 16. März muß ausgewegt werden. Die bürgerlichen Parteien haben diesmal verschiedene Kandidaten aufgestellt; sie werden also ihre Stimmenzahl zersplittern. Da heißt es doppelt achtgeben. Bu einer Stichwahl Von der Generalversammlung der hiesigen Ortskrankenkasse der Es sind bereits Untersuchungen angestellt worden, ob es möglich Schlosser usw., die am 20. April tagte, geht uns folgender Bericht ist, diesen Genesungsheimen weitere Zuschüsse zu geben. Schreiberhau zur Veröffentlichung zu: hat gezeigt, was geleistet werden kann, wenn ein Einvernehmen Nach Erledigung einiger Statutenabänderungen und Bericht ber zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern besteht. Es können dort Kommission zur Prüfung der Rechnung des vergangenen Jahres tam zwischen unserm Kandidaten und einem der bürgerlichen Parteien über 220 Stranke aufgenommen werden. Die Pensionskassen die Versammlung auch auf die zwangsweise Erhöhung der Stassen barf es erst gar nicht kommen. Gleich im ersten Wahlgange müssen wir der Arbeiter, wie fie unter Mitwirkung der Eisenbahn beiträge durch den Oberpräsidenten zu sprechen. Sämtliche Redner verwaltung zu stande gekommen sind, betrachte ich als sprachen ihr Erstaunen aus, daß die Beiträge eine so horrende siegen. Deshalb hat jeder Einzelne von uns in seinem engeren glänzenden Erfolg der Hohenzollernschen Socialgesetzgebung. Steigerung erhalten, besonders da doch der Jahresabschluß ein Kreise zu agitieren; es muß dafür gesorgt werden, daß Säumigkeit Dann habe ich eine Mitteilung zu machen, die für die Eisenbahner günstiger genannt werden muß, und deshalb auch gar fein Grund zu und Indifferentismus uns nicht auch diesmal wieder den Sieg bervon größter Bedeutung sein wird. Eine Depesche Sr. Majestät des diefer Verfügung vorgelegen hat. eiteln. Gleichzeitig sei auch noch einmal auf die heutige BoltsKönigs ermächtigt den Herrn Finanzminister und mich, dem hohen Hierzu war folgende Resolution eingelaufen und angenommen: versammlung in Wenzels Lindengarten" hingewiesen, in der Hause eine Vorlage zu machen, durch die wir den Eisenbahnern drei" Die heute stattfindende Generalversammlung der Orts- Nedakteur Paul John über unsre kommunalen Forderungen in Millionen Mart spenden, um auf dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrt frankenkasse der Schlosser und verwandten Gewerbe nimmt Kenntnis der Gemeinde" referieren wird. Parteigenossen, sorgt für zahlreichen weiter vorzugehen.( Lebhaftes Bravo!) Am 7. März d. J. habe ich von der Zurücknahme der Verfügung des Herrn Oberpräsidenten Besuch! nater dem bollen Beifall des Hauses mitgeteilt, daß am 26. Februar in Kaffel ein Eisenbahnarbeiter Verband gegründet worden ist, der den Zweck hat, burch Selbsthilfe, Versicherung und Gründung von entsprechenden Einrichtungen zu erreichen, daß die verwaltungsmäßigen und gefegmäßigen Strankengelder eine entsprechende Erhöhung erfahren. Der Eisenbahnerverband wird im nächsten Monat zusammentreten, um eine Zuschußkrankenkasse zu gründen. Auch bom Dezember 1903. Die heutige Generalversammlung steht noch heute auf dem Standpunkt daß die damalige Verfügung nach genauer Prüfung der Bücher und Rechnungsbeläge zu Unrecht geschehen ist, und beschließt, um nicht vielleicht in fürzerer Zeit wiederum unliebsante Aufregungen auffommen zu lassen, es bei den erhöhten Beiträgen zu belassen. " Köpenick. Der Wahlverein hält heute seine Vereinsversammlung im Wilhelmsgarten ab. Genosse Baege spricht über„ Babel und Bibel". Anfang 8 Uhr. Lobaled. Abschied von der Freiheit. Die lieben Leute, die eine socialdemokratische Mausenmgsfrage aufgerollt haben und tiefgründig ertüfteln, wann der große Moment eintritt, wo das Salz der socialdemokratischen Programmforderungen sich im bürgerlichen Haferbrei auflöst, diese Leute würden sich über die Grundlosigkeit ihrer Hoffnungen klar werden, wenn sie Umschau halten und ihre ebenso eifrigen wie ungeschickten Küchenchefs bei der Arbeit betrachten wollten. Doch gehen wir vom Bilde zur Wirklichkeit über. Wer gut bürgerlich im Sinne der heutigen Ordnung seine Pflicht thut, dem bleibt der Lohn nicht aus. Als besserer Beamter wird er Ritter des rothen Adlerordens vierter oder gar dritter Klasse, als Unter- nehmer Kommerzienrat, als Schullehrer. Organ der Vollziehnngs- behörde oder Jhring- Mahlow Inhaber des Allgemeinen Ehren- Zeichens. Aber auch uns Socialdemokraten gegenüber geizt der Staat nicht mit Zeichen der Anerkennung. Allerdings sehen diese anders aus als die erwähnten„Kinderspielzeuge"! wer als„Ordnungs- feind" und Kllnder der Wahrheit tapfer auf dem Posten ist, wird dies am ehesten durch seine Verurteilung zu etlichen Monaten Gefängnis gewahr. Das ist zwar ein ganz ander Ding als ein Orden, aber es wird in unsren Reihen auch gewürdigt, imd wer einmal zu der höchsten Ehre gelangt ist, die der heutige Staat an Social- demokraten zu vergeben hat, der entgeht ebenso wenig dem Schicksal, beim vollen Glase gefeiert zu werden, wie in der bürgerlichen Ge- scllschaft der neugebackene Ritter pp. So war denn auch am Abend ein Kreis von Parteigenossen und Genossinnen versammelt, um unsren beiden Kollegen Leid und K a l i s k i vor ihrein Eintritt ins Gefängnis zu Tegel die üblichen na, sagen wir—- Glückwünsche darzubringen. Mit ihnen hat die deutsche Gerechtigkeit, welche die genannten Ehrungen zu vergeben hat, es besonders gut gemeint, lieber Leid ist eine Gesamtstrafe von 13 Monaten Gefängnis verhängt worden, über Kaliski eine solche von acht Monaten. Der aus Anlaß der Kaiserinsel-Affaire mit so ausgezeichnetem Glück unter Dach und Fach gebrachte Majestätsbeleidigungsprozeß und der Prozeß. der sich an die Aufdeckung der oberschlesischen Wahlungeheuerlichkeiten knüpfte, waren im wesentlichen die Ursachen, daß deutsche Richter die erwähnten Verurteilungen aussprachen. So lange es noch möglich ist, daß an Socialdemokraten, die unerschrocken ihre Pflicht thuu, derartiges geschieht, so lange sollten die Mauserungsphantasten ihre Weisheit für sich behalten. Wie man auch über die deutsche Justiz denken niag, die eine Anerkennung muß man ihr zollen, daß sie eine klarere Anschauung über das Wesen der Social- demokratie hat als jene Politiker, daß sie die socialdemokratische Gefahr erkennt und weiß, daß unsre Mauserung erst eintritt, wenn die uns von der Geschichte vorgezeichnete Aufgabe gelöst, wenn die lapitalistische Ordnung der Dinge durch die socialistische ersetzt ist. In diesem Sinne hielten sich denn auch die Ansprachen, die an die beiden Opfer der deutschen Justiz gerichtet wurden und die Er- widerungen unsrer Gefängniskaudidaten. Dieser Stimmung schlössen sich auch die Gesangsvorträge an, die die„Thpographia", wohl die hervorragendste Liedertafel in der Berliner Arbeiterschaft, den beiden Scheidenden widmete. Es ist ja gewiß nichts Leichtes, die Entbehrungen, die graue Monotonie des deutschen Ge- fängnisdaseins zu ertragen. Nur wer selber das Leben hinter Eisen- gittern durchkostet hat, weiß erst, welche Energie dazu gehört, sich den Einwirkungen der vielen häßlichen Eindrücke zu entziehen. Ueberwunden werden kann das Gefängniselend nur von dem, der von dem unerschütterlichen Bewußtsein durchdrungen ist, daß das ntannhafte Eintreten für eilten großen, siegreichen Gedanken ihn in den Kerker geführt hat, den die Gewißheit beseelt, daß das von ihm gebrachte Opfer werbend wirkt und dem für die Befteiung der Menschheit kämpfenden Heere tausende, zchntausende neuer Streiter zuführt. Wer als Socialdemokrat ins Gefängnis geht, geht als Sieger ins Gefängnis, stolz erhobenen Hauptes. Und so sind denn unsre Abschiedsfeiern frei von aller Kopfhängerci und Sentimentalität. Der Humor wirst seine Sonnenstrahlen auf die Opfer und jeder ihnen dargebrachte Händedruck spricht die Ueberzengung aus, daß sie bei ihrer Rückkehr in die Freiheit, die Verwirklichung der Idee, für die sie leiden, abermals um ein gutes Stück gefördert sehen. Unser Kollege Leid ist am Montag nach der Strafanstalt in Tegel gegangen, Kalisli wird diese Redakteursheimstätte in den nächsten Tagen aufsuchen. Wie erinnerlich, ist Leid vor Monaten in der Kaiserinselsache wegen Fluchtverdachts auf vierzehn Tage in Untersuchungshaft genommen worden, trotz der ja auch wohl deut- scheu Richtern bekannten Thatsache, daß noch nie ein„Vorwärts"- Redakteur vor der deutschen' Justiz ausgerückt ist. Von beiden Kollegen nehmen wir hier noch einmal mit dem Wunsch Abschied, daß sie die harte Haft ohne allzu großen Schaden an der Ge- sundheit überstehen und als die tapferen Soldaten, die sie bis dahin waren, einst wieder in die Reihen unsrer Armee eintreten mögen! Handwerkskammer zu Berlin. Alljährlich einmal hält die Handwerkskammer eine Volks- Versammlung ab. Bei dieser Gelegenheit könnte die Oeffentlichleit erfahren, waS der Vorstand der Kammer zur Förderung des Hand- Werks gethan hat, falls derartige Thaten zu verzeichnen waren und falls die auf Grund des JnnungsgesctzeS geschaffenen Institutionen zur Förderung der Interessen des Handwerks überhaupt etwas zu thun in der Lage wären. Was man in der am Montag abgehaltenen Volksversammlung der Handwerkskammer über die Leistungen des Vorstandes erfuhr, war denn auch recht wenig. Der Vorstand hat sich die Regelung des Lehrlings- Wesens besonders angelegen sein lassen. Im Gebiet der Kammer sind 1000 Beauftragte der Innungen eingesetzt, um eine Kontrolle nach der Richtung hin auszuüben, ob ein Meister zu viele Lehrlinge hält, ob Lehrverträge abgeschlossen sind, und ob die Ausgelernten auch die Gesellenprüfung ablegen. Das ist gewiß nicht viel'für die Interessen der Lehrlinge, aber selbst diese dürft, ge Kon- trolle konnte, loie der Kammer-Sekretär im Geschäftsbericht sagte. nur mangelhaft durchgeführt werden, erstens weil es an auS- reichendeiMrästen fehlt, und ferner, weil viele Obermeister in der Durchführung dieser Kontrolle einen überflüssigen B n r e a u k r a t i s m u S sehen. Die einzige positive Leistung, welche der Kammervorstand im Interesse seiner Mitglieder durchgeführt hat, ist die Einrichtung von M e i st e r k u r s e n. in denen Unterweisung erteilt wird in Buchführung und allgen, einer Geschäftskunde. Gesetzeskunde sowie Zuschneide-Unlerricht für Schneider und Schuhmacher. Diese Einrichluiigen sind jedoch erst ein Versuch. Interessant ist ein Blick in den Haushaltungsplan der Handwerks- kammer. Bei einem Gesamtetat von 82 950 M. erfordert das Bureau einen Aufwand von 39 850 M.; davon entfallen 28 650 M. auf Gehälter, wovon der Sekretär 6500 M.. der wissenschaftliche Hilfsarbeiter 3000 M.. der expedierende Sekretär 2800 M. bezieht. Für persönliche Ausgaben d« Vorstandsmitglieder-c. sind 3050 M. ausgeworfen, für Reisekosten und Tagegelder 4000 M., für Gesellen- und Meisterprüfungen 11000 M.. für die Meisterkurse soime Bei- Hilfen für Fach- und Fortbildungsschulen 10 300 M., für Diplome und Meisterbriefe 200 3)1., und zur Förderung sonssiger Aufgaben der Handwerkskammer 4000 M. In der Debatte über den Haushaltungsplan bemängelte ein auswärtiger Meister die hohen Kosten des B e a m t e n- a p p a r a t s; schließlich wurde aber der Etat genehmigt, ja man belastete ihn noch etwas mehr, indem man den Vorstands- Mitgliedern auf ihren Antrag höhere Diäten und Reisekosten be- willigte. Auf die Führung des Meistertitels haben die JnnungS- schwärmer von jeher eiry großes Gewicht gelegt. Die Erwerbung dieses Titels durch die vorgeschriebenen Meisterprllftmgen macht viel Umstände und Kosten, ohne daß er seinem Träger irgend einen Vorteil bringt. Es werden deshalb nur wenige Meister- Prüfungen abgelegt. Um den geprüften Meistern greifbare Borteile zu verschaffen und einen stärkeren Andrang zu den Meisterprüfungen zu erzielen, nahm die Versammlung einen Antrag des Obermeisters B e r n a r d au, welcher eine Acndcrung der Gesetzgebung dahin fordert, daß das Recht, Lehrlinge zu halten, nur den geprüften Meistern zustehen soll, und daß die Meisterprüfungen durch die be- währten Innungen unter Mitwirkung der Handwerkskammer vor- genommen werden. Die Fortsetzung der vorerst versuchsweise eingerichteten Meister- kurse fand die Billigung der Versammlung. Der Obermeister der Schnhmacher-Jnmmg verspricht sich von dieser Einrichtung einen Erfolg, auf den allerdings nur jemand rechnen kann, der mit seinen Anschauungen um ein Jahrhundert hinter der Gegenwart zurück- geblieben ist. Recht hat der Obermeister ja darin, daß es heut nicht viele Schuhmachermeister giebt, die einen gut passenden Stiefel an- fertigen können. Mag auch sein, daß die Teilnahme an einem Meisterkursus den Schuhmacher befähigt, seine Mitmenschen tadellos zu beschuhen; aber das ist der jjroße Irrtum des Obermeisters, daß er glaubt, die Käufer fertiger Stiefeln würden dann zur Bestellung von Maßarbeit zurückkehren. Solche Anschauung erklärt sich Wohl bei einem Obermeister, sie kann aber nicht Wirklichkeit werden, so- lange der Handwerksmeister nicht im stände ist, in jeder Hinsicht— auch im Preise— mit der Maschinenarbeit zu konkurrieren. DaS ist eS auch, woran alle Bestrebungen zur Rettung des Handwerks— mögen sie auch noch so gut gemeint sein— scheitern müssen. Das Kuratorium des städtischen Obdachs und des Arbeitshauses hatte am Montag ein Sitzung, in welcher außer einer Reihe Ver- waltungsangelegenheiten, zum zweitenmal, eine recht kleinlickie Sache zur Sprache kam. Der Oberarzt im Rummelsburger Arbeitshaufe ersucht, daß in der Anstalt ein zweites Frühstück gegen Bezahlung verabfolgt werden soll, da das Mitbringen von Eßware besonders im Sommer verboten und in der Nachbarschaft nichts zu haben sei. Auf Anregung von socialdemokratischer Seite soll, unter Zustimmung zum Gesuch, künftig das Frühstück unentgeltlich gereicht, d. h. in den Etat mit aufgenommen werden. Der Punkt 4 der Tagesordnung: ,. A nderweitige Einteilung des Verwaltungs- dien st eS im Obdach" tvurde auf Antrag des Genossen Hoffmann von der Tagesordnung abgesetzt; letzterer beantragte, daß die alten Organisntionsstatuten erst abschriftlich den KuratoriumSmitgliedcrn zugestellt werden, damit dieselben in der Lage sind, Vergleiche zu ziehen. Auf wiederholte Beschwerde Hoffmanns wegen des zu späten Herauslassens derjenigen Obdachlosen des nächtlichen Obdachs, welche zur Arbeit gehen wollen, teilte der Vorsitzende Stadtrat Fischbeck mit, daß jetzt Vorsorge getroffen ist, daß diejenigen Leute, welche sich abends melden, in einem besonderen Saal untergebracht werden und frühzeitig zur Entlassung kommen. Auf Beschwerde wegen der großen Anzahl Wanzen sei durch Ausbrühen der Pritschen mit heißem Wasser Abhilfe zu schaffen versucht worden, leider nicht mit gewünschtem Erfolg. Im Sommer soll wieder ein allgemeiner Feldzng gegen dieses„Rotwild" beginnen, bis dahin müssen die Aermsten der Armen sich noch weiter plagen lassen. DaS Ausbrennen der Schlafdecken soll insofern, nach Angaben Hoffmanns und Augustins zum Teil zloecklos sein, als die Decken in Ballen zusammengelegt, nach Bestätigung des Stadtrats Fischbeck 20 Stück, und so in den Ofen gelangen, wobei die in der Mitte liegenden Decken nicht in dem Maße von der Hitze getroffen werden, daß daS Ungeziefer vernichtet wird. Hierüber sollen Sach- verständige gehört und event. Wandel geschaffen werden. Nach einem Protest unsrer Genossen gegen die willkürlichen Aendernngen der festgesetzten Revisionen durch Stadtrat Fischbeck, zu welchen sich dieser berechtigt hält, wurde die Sitzung geschlossen. Merkwürdiges aus den städtischen Heilanstalten. Wer sich in eine der städtischen Heilanstalten bcgiebt oder einen Angehörigen darin unterbringt, der muß sich auf mancherlei gefaßt machen. Zahlreich sind die merkwürdigen, unbegreiflich erscheinenden Vorkommnisse, die aus den Krankenhäusern und Irrenanstalten unsrer Stadt bekannt geworden sind. Der„Vorwärts" hat im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von schlimmen Fällen veröffentlicht, die mit Recht Entrüstung hervorgerufen haben; die schlimmsten werden unseni Lesern noch in frischer Erinnerung sein. Heute haben wir nun aus einer dieser Anstalten etwas mitzuteilen, was bei dem Unbeteiligten vielleicht nur Heiterkeit wecken wird. Die davon betroffene Person ist aber auch durch dieses Vorkommnis recht peinlich berührt worden. Ein Brauereikutscher O. hatte am 10. März seine kranke Frau in das städtische Krankenhaus am F r i e d r i ch s h a i n ge- bracht. Um nicht seines Wahlrechts verlustig zu gehen, hatte er so- gleich bei der Aufnahme für die ersten 30 Verpflcgungstage einen Kostenvorschuß von 73 Mark(pro Tag 2,50 Markj eingezahlt. Noch vor Ablauf dieser 30 Tage, in der Nacht vom 3. zum 4. April, starb die Kranke. Durch amtliches Schreiben der Kramenhaus-Direktion, das noch am 4. April einging, wurde O. davon benachrichtigt. Herr O. ließ die Leiche aus dem Krankenhause abholen und sie am 7. April beerdigen. Da die Verstorbene nur 23 Tage in der Anstalt verpilegt worden war, so wurden dem Mann von dem eingezahlten Kosienvorschuß noch 12,30 Mark für fünf nicht geleistete Verpflegungstage zurück- gezahlt. Die traurige Angelegenheit schien hiermit erledigt, als O. am 18. April, 14 Tage nach dem Tode seiner Frau, zu seiner großen Ueberraschung aus dem städtischen K o st e n e i n z i e h u n g s- Bureau ein vom 16. April datiertes Schreiben erhielt, das also lautete:„Der für Ihre Ehefrau(folgt der Name), welche am 10. März 1904 in das städtische Krankenhaus Friedrichshain auf- genommen ist, bisher eingezahlte Kostenvorschuß von 73 Mark deckt die Kosten bis zum 8. April 1904. Da die Fortsetzung der Ver- pflegung über diesen Termin hinaus notwendig geworden ist, ersuchen wir Sie, einen weiteren Vorschuß von 73 Mark im Kraukenhause einzuzahlen! andernfalls muß Armenpflege eingeleitet werden." Selbstverständlich liegt hier ein Versehen vor, daS entweder auf dem Bureau des Krankenhauses Friedrichshain oder auf dem Kosten- einziehungS-Vureau gemacht worden ist. Die Sache ist zwar, wenn die Folgen berücksichtigt werden, bei weitem nicht so schlimm wie die andren Mißgriffe, über die wir aus städtischen Kranken- und Irren- anstalten zu berichten gehabt haben, die Beerdigung verstorbener Patienten ohne Wissen der Angehörigen, die rafthe Ausweisung Kranker wegen geringer Ucbertretungcn, und so weiter. An sich sit aber auch dieser Fall ein starkes Stück, und er wirft auf die in der städtischen Verwaltung herrschende Ordnung ein eigenartiges Licht. Der Jnsclspricher, dessen Ankauf und Abbruch vom Magistrat und Stadtverordneten-Ausschuß beschlossen worden ist, war vor 100 Jahren Eigentum der Stadt Berlin. Das Grundstück wurde 1819 für 26 655 Thalcr 18 Groschen an den Staat verkauft und 1823 zum Preise von 60 000 Thaler vom KriegSministerium zurück- erworben. Ein Jahr darauf wurde dann das Grundstück zum Selbst- kostenpreise an die Berliner Kaufmannschaft wieder verkauft. Jetzt hat die Stadt es für den Preis von 30� Millionen Mark erstanden, das heißt, für den achtzehnfachen Preis. Den jetzigen Besitzern soll das Grundstück 2'/3 Millionen Mark kosten, sie würden demnach einen recht netten Nutzen von 730 000 M. einstreichen, also ein gutes Ge- schüft machen. Abermals ist der Staat gerettet worden. In der Druckerei unsres Parteigenossen Görke in Charlottenbur� sowohl wie auch in der Wohnung des Genossen Strczelewicz in Pankow fand eine Haussuchung nach der Liedersammlung statt, die von der Sängergcsellschaft Strczelewicz herausgegeben ist. Während in Ptr'ow 146 Exemplare des sechsten Heftes dieser Sammlung kon- fiSziert wurden, war das Resultat der Haussuchung bei Görke gleich Null. Beide Parteigenossen sollen sich, wie es heißt, wegen angeb- lichen Vergehens gegen den Religionsparagraphen des Strafgesetz» buches zu verantworten haben. Auslegung der Gcwcrbcstcuerrolle. Gemäß der Vorschrift im § 31 des Gewerbesteuer-Gesetzes vom 24. Juni 1891 wird die für das Steuerjahr vom 1. April 1904 bis 31. März 1903 festgesetzte Gewerbesteuerrolle bis einschließlich 30. April d. I. täglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags in dem Bureau der Steuer- dcputation des Magistrats, Abteilung I, Poststr. 16, 1 Treppe, unter Aufsicht der dazu bestellten Beamten öffentlich ausliegen. Die Ein- ficht in die Steuerrolle ist nur den Steuerpflichtigen des Veranlagungs- bezirkes gestattet. Graf Pückler vor Gericht. Graf Pückler begab sich gestern in Begleittmg des Oberinspektors des Glogauer Gefängnisses, daS seit einigen Tagen Pücklers Domizil war, auf das Gericht in G l o g a u, wo er sich vor der Sttafkammer wegen Beleidigung des Haltestellen- Vorstehers zu Klein-Tschirne zu verantworten hatte. Die Beleidigung war in einem Schreiben Pücklers an die Posener Eiscnbahndireklion enthalten, in dem unter anderm gesagt wurde, der Vorsteher mache einen verbummelten und schlappen Eindruck und sei nicht geeignet, seine Stellung zu versehen. Der Staatsanwalt beanttagie iov M. Geldstrafe. Graf Pückler und sein Verteidiger beantragten Freisprechung. Graf Pückler sagte unter anderm: Er sei 17 mal auf der Anklagebank gewesen, aber die Behandlung, die ihm hier in Glogau zu teil werde, wäre ganz unwürdig. In ganz Deutsch- land würde man darüber reden. Hunderttausend Reichsfeinde würden mehr entstehen. Er ziehe jetzt mit sckmrfem Schwert gegen die Be- Hörden und die Regierung los. Gras Pückler wurde zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Pfingst- Sondcrzüge werden in diesem Jahre von Berlin nach Dresden- S ch a n d a u(Sächsische Schweiz), nach dem Riesen- gebirge(Hirschberg, Schmiedeberg, Petersdorf ec.) und nach Hamburg- Altona(mit Anschluß nach Kiel, Glückstadt, Helgoland, Westerland ec.) zur Beförderung gelangen. Die Sonderzüge, zu denen, wie in den Vorjahren, Fahrkarten zu ermäßigten Preisen aus- gegeben werden, gehen am Sonnabend vor dem Pfingstfest, 21. Mai, ab und zwar: die Sonderzüge nach der Sächsischen Schweiz vom hiesigen Anhalter Bahnhofe um 2 Uhr 10 Minuten, die nach dem Riesengebirge vom Görlitzer Bahnhose um 8 Uhr 12 Minuten vor- mittags und die nach Hamburg-Altona:c. vom Lehrter Bahnhofe 3 Uhr 20 Minuten nachmittags bezw. 10 Uhr 26 Minuten abends. Die genauen Fahrpläne werden noch bekannt gegeben. Es tritt bei diesen Sonderzüge» zum erstenmale die neue Einrichttmg in Kraft, nach welcher, wie gemeldet, die Fahrkarten nur am Schalter der A u s g a n g s st a t i' o n zu haben sind, im vorliegenden Falle also am Anhalter, Görlitzer bezw. Lehrter Bahnhofe. Zweitausend Landwehrmäuner, darunter 600 Berliner, werden am 27. ds. Mts. beim 4. Armeecorps zu einer vierzehn- tägigen Hebung eingezogen. Transporteure vom 147. Infanterie- Regiment ttasen gestern hier ein. um die Berliner morgen ihren Standorten zuzuführen. Jedes Infanterie- Regiment des Corps stellt eine Landwehrcompagnie zusammen. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem elektrischen Sttaßen- bahnwagen und einer Gas spritze der Feuerwehr erfolgte Montag gegen Abend an der Kreuzung der Jerusalemer- und Schützensiratze. Hierbei zog sich der Fahrer Lehmann von der Gasspritze eine schwere Beinverletzung zu. Die Spritze kam vom Depot aus der Mauerstraße und befand sich aus dem Wege zur Hauptfcuerlvache in der Lindenstraße. Obgleich nur im gemäßigten Trabe gefahren und auch fortwährend geläutet wurde, kam es doch beim Uebergang über die Jerusalemcrstraße zu einer Karambolage mit dem elektrischen Straßenbahnwagen 2083 der Linie Moabit— Görlitzer Bahnhof. Der Anprall war so heftig, daß die 43 Centner wiegende Spritze samt der Mannschaft im Kreise herumgedreht wurde und der Straßenbahnwagen aus den Schienen sprang. Die auf der Spritze sitzenden Mannschaften mit dem Brandmeister Duva hatten sich noch rechtzeitig kramfthaft festgehalten, mir der Fahrer Lehmann wurde in weitem Bogen auf das Straßenpflastcr geworfen. Hierbei wurde ihm eine Kniescheibe sehr schwer verletzt, auch zog er sich durch den Sturz noch Verstauchungen zu. Er wurde zunächst nach der Hauptwache gebracht. Die Pferde waren durch den Zu« sannnenstoß so eingeschüchtert, daß sie nicht wieder anziehen wollten. so daß sie vielleicht für den Feuerwehrdienst untauglich geworden sind. Ein Rad der Gasspritze wurde vollständig zertrümmert. Während der durch den Unfall herbeigeführten Verkehrsstörung mußten die vom Dönhoffsplatz kommenden Straßenbahnwagen einst- weiten durch die Lindenstraße abgelenkt werden. Wie uns mitgeteilt wird, soll die Schuld den Feuerwehrkntschcr insoweit treffen, als er erst kurz vor der Kreuzung das Signal abgegeben hat. Ein Unhold wurde am Sonntagnachmittag in der Naunhnstraße festgenommen. Der Maler Victor Gurski aus der Oranienstraße 187 stand schon länger im Verdacht, ein gefährlicher Freund kleiner Mädchen zu sein. Schon im Jahre 1901 war er einmal verhastet, mußte aber wieder entlassen werden, weil das Belastungsmaterial nicht ausreichte. Am Sonntag wurde er auf frischer That ertappt. Ein Junge beobachtete ihn auf der Treppe und benachrichttgte die Mutter des Mädchens. Als diese nun kam, lief Gurski davon, um sich in einer Schankwirtschaft zu verbergen. Die Frau verfolgte ihn aber und ließ ihn sestnehmen. Am 19. dieses Monats ver- suchte er sein lichtscheues Treiben mit einem Kinde, das vorher schon gewarnt war und schreiend entfloh. Leider wurde in diesem Falle keine Anzeige erstattet. Wahrscheinlich ist das auch in andren Fällen noch unterblieben; denn bei seiner Festnahme zeigte sich, daß die ganze Äinderschar, die sich ansammelte, den Unhold kannte. Ans der Straße schwer verunglückt sind der 31 Jahre'alte Metall- schleifer Paul H o r ch e r t aus der Mcmelerstr. 63 und der 18jährige Maurer Emil E i cki st e d t aus der Ebcrtystr. 2. Horchert glitt beim Ueberschreitcn des Fahrdammes an der Ecke der Memelerstraße und der Frankfurter Allee vor einem Straßenbahnwagen aus, fiel hin und wurde ungefähr 30 Schritte weit geschleift. Er zog sich einen Oberarmbruch und Quetschungen des Brustkastens und der Beine zu. Eichstcdt glitt, als er Arm in Arm mit einem Arbeitsgenossen vom Mittagessen nach seinem Bauplatz am Südufer 22 gehen wollte, aus dem Bürgersteige aus, schlug mit dem Kopfl auf die Bordschwelle auf und blieb mit einer schweren Gehirnerschütterung bewußtlos liegen. Die Verunglückten wurden mit Lückschen Rettungswagen nach den Krankenhäusern am Friedrichshain und in Moabit gebracht. Die Einbrüche in Schulen haben nach der Festnahme des Geigen- diebes noch nicht aufgehört. Aus dem Dorothcenftädtischen Real- gymnasium wurden zwei Schreibmaschinen im Werte von 800 M., die der kaufmännischen Fortbildungsschule gehören, gestohlen. Der Dieb versetzte sie auf gefälschte Papiere, nach denen er sie bei Frister u. Roßmann gekauft hätte. Die Papiere lauten auf den Namen eines Kaufmanns Max Blumenreich. Die Kriminalpolizei ermittelte die Maschinen, beschlagnahmte sie und stellte sie der Eigen- tümerin wieder zu. In des Waldes tiefsten Gründen. Von der Berliner Kriminal- Polizei wurde eine Räuberhöhle in der Tegeler Forst ausgehoben. Vor einigen Tagen wurden in der Weinmeisterstraße zwei Einbrecher festgenommen, während ein dritter entkam. Der eine ist ein Schlosser Julius Plath, der andre nannte sich Schiffer Sydow. Bei diesem fand mau Papiere auf den Namen Walthcr, und als man ihn des- halb beim Erkennungsdienst maß. ergab sich, daß er ein von der Staatsanwaltschaft wegen eines Diebstahls in Stetttn längst ge- suchter ehemaliger Mattose Karl Meyer ist. Wo er wohne, wollte Meyer durchaus nicht sagen, Plath aber gab schließ- lich an, daß er mit Meyer und mit Dorn, einem dritten im Bunde, seit Jahr und Tag in einer Höhle in der Tegeler F o r st in der Tiefe des Gendarmenweges gehaust habe. Am Sonnabend fuhren nun Kriminalbeamte mit Plath nach der Heide hinaus und ließen sich nach der Behausung der Verbrecher führen. Sie bildete eine Höhle in einer dichten Schonung. Nur «in schmaler Pfad, den die Bewohner durch Zurechtziehen der Zweige hinter sich jedesmal wieder verbargen, führte zu ihr. Eine Bande von einigen zwanzig Strolchen und Frauenzimmern, die in die Nähe des Verstecks erst neugierig herankam, stob auseinander, sobald sie den ihr bekannten Plath gefesselt ininitten der fremden Männer sah. Nachdem die Beamten mit ihrem Führer in gebückter Haltung das Gestrüpp durchschritten hatte», kamen sie an einen engen Eingang, durch den sie sich nur auf dem Bauch liegend in die Höhle hineinschieben konnten. Diese war in die Erde eingegraben und mit dichtem Gezweig überdacht. Das geräumige Zimmer war mit Stroh, Blättern, Moos, gestohlenen Teppichen, Decken und Säcken ausgelegt und zum Lager» bequem hergerichtet. Eine grobe Eisenplatte diente als Unterlage für eine Feucrstelle, auf der die Verbrecher mit Wasser aus dem nahen Kanal kochte». Der Rauchabzug war kaum zu sehen. In der Höhle fanden die Kriminalbeamten den entkommenen dritten Ein- brecher,� einen früheren Arbeiter Arthur Necker. Die Frauenzimmer, die sonst mit den Verbrechern zusammen hausten, waren ausgegangen und nicht zu finden. Die Höhle barg eine Unmenge gestohlener Sachen, meistens minderwertige, die die Verbrecher niibt sofort vor- schärfen konnten. Sie rühren aus 30 verschiedenen Diebstählen her. Meyer hatte sich außerdem in den Räumen eine Fabrik für falsche Ausweispapiere eingerichtet, mit denen er in den Kaschemmen einen schwunghaften Handel trieb. Zur Besinnung gckoumie». Der S e I b st m o r d v e r s u ch eines Liebespaares wird von Grünau gemeldet. Mit der Angabe, ihr Bräutigam, der Drogist Karl Anton, habe sich in der. Dahme ertränkt und sie habe darauf Gift genomnien, Ivandte sich am Sonn- tag ein Mädchen aus Berlin, Helene Kramte, an einen Villenbesitzer beim Wendenschlosi. Aerzte stellten fest, daß das Mädchen sich mit einer ätzenden Flüssigkeit eine Verbrennung des Mundes und der Rachenhöhle zugezogen hatte, und veranlatzten nach Ver- abreichung der ersten Hilfe dessen Ueberführung in das Köpenicker Krankenhaus. Der Bräutigam hat sich aber nicht ertränkt. Er kehrte gestern nach seiner Wohnung in der Kleinen Alexanderstrasse zurück und erklärte seiner Wirtin, daß er Gelenk- rheumatismus habe, und legte sich ins Bett. Als nun die Frau von der Vergiftung des Mädchens Kenntnis erhielt und ihn zur Rede stellte, erzählte er, daß er ebenfalls Höllenstein genommen habe. Mit verbranntem Munde sei er nach dem Wasser gelaufen und bei dem Versuche, von einem Kahne aus mit dem Hut Wasser zu schöpfen, in die Dahme gefallen, aus der er sich gerettet habe. Der junge Mann, der über die Veranlassung zu dem Vergiftungsversuch ebenso- wenig Auskunst geben will wie seine Geliebte, muhte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. Sein Zustand ist aber nicht gefährlich. Feuerbericht. Nur wenig Alarmierungen hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. In der Nacht zum Montag wurde sie nach der Müllerstr. 166 gerufen, weil hier bald nach Mitternacht dichter Rauch aus dem Boden drang. Es brannte der Fußboden, allerlei Gerumpel und Verpackungsmaterial, doch konnte die Gefahr in kurzer Zeit beseitigt werden. Die nähere Unter- suchung des Brandherdes ergab, daß hier vorsätzliche Brandstiftung vorlag._ Die Polizei ist verständigt worden, um die weitere Unter- suchung in betreff des Thäters zu führen. Vormittags S Uhr hatte der 17. Löschzug längere Zeit in der Alexandrinenstr. 112 zu thun, um einen großen Schornsteinbrand zu beobachten. Gegen Mittag mußte der Mannschaftswagen desselben Lvschzuges nach der Runge- straße ausrücken. Hier galt es, ein gestürztes Pferd wieder auf die Beine zu bringen. Im übrigen hatte die Wehr in der Zwischenzeit verhältnismäßig wenig zu thun. Nur noch einige ganz unbedeutende Brände kamen zur Meldung, die ein sonderliches Eingreifen nicht erforderten._ Ein BolkSlieder-Konzert gab es Sonntagmittag 12 Uhr im Eirkus Busch. Es wurde von dem sehr starken Chor der Berliner Liedertafel ausgeführt und erzielte unter der Leitung des Herrn Chormeisters Zander eine imposante Wirkimg. Der Vortrag war tadellos und kam in dem akustisch gar nicht üblen Llaum durchaus zur Geltung. Aber auf die Dauer wird einem selbst Kaviar be- schwerlich,' und hintereinander dreißig Lieder anzuhören, ist für den Konzertbesucher eine Leistung. Wir stellen uns vor, daß auch die Sänger und ihr Dirigent das Empfinden gehabt haben müssen, quantttattv ein bißchen viel geboten zu haben; die Hälfte der Nummern wäre bei künftigen Gelegenheiten auch genug. Unter den vielen bekannten Liedem gefielen vor allem Silchers„Aennchen von Tharau" und„Es geht bei gedämpfter Trommel Klang". Die oberen Galerien waren von Gemcindeschülern und Schülerinnen besetzt; da aber auch auf den unteren Rängen und in den Logen nur wenige Plätze leer waren, so wird der gute Zweck des Unter- nehmens, dem Verein„Kinderhort" eine ordentliche Eirniahme zu verschaffen, voll erreicht worden sein. Theater. Im Central-Theater findet am Sonntag, den 1. Mai, nachnuttags 3 Uhr, eine interessante Premiere statt. Es gelangt zur ersten Aufführung das Schauspiel„Wahrheit" von Fritz Oswald Bilse, Verfasser de» bekannten Romans„Aus einer kleinen Garnison".— Im Bürgerlichen Schau spielhanse(Carl Weiß-Theater) hat das Gastspiel des württcmbergischen Schauspielers Emil Richard einen solchen Erfolg zu verzeichnen, daß die Direktion bemüht gewesen ist, Idas Gastspiel noch auf einige Tage zu ver- längern. So gelangt am Mittwoch die Posse„Die beiden R e i ch e n m n l l e r" von Anton Anno, mit Emil Richard als Träger der Haupttolle, zur Aufführung. Am Dienstag geht„Onkel B r ä s i g" zum letztenmal in Scene.— L. Köhlers Bauerntheater aus Tegernsee beginnt am 7. Mai ein zweimonatliches Gast- spiel im Gebrüder Hcrrnfeld-Theater. Bereits vor vier Jahren gastierten die Tegernseer im Bellealliancc-Thcater längere Zeit mit Erfolg._ Huö den Nachbarorten. Ein schanriger Fund ist im Grunewald gemacht worden. Spaziergänger, die sich auf dem Wege von der Station Grunewald nach Schildhorn befanden, erblickten abseits vom Fußsteige einen Pappkästen, der verschnürt war. Sie öffneten ihn und fanden darin die Arme und ein Bein eines kleinen Kindes. Ihren Fund gaben die Spaziergänger einem Gendarm, der die Gliedmaßen nach der Leichenhalle des Sclbstmörder-Friedhoses bei Schildhoyr schaffte. Eine Schießerei zwischen Bogeldicbcn und einem Gendarm gab eS Sonntagmorgen um O'/.j Uhr auf der Chaussee zwischen Lichtenrade und B u ck o w. Der Gendarm des zuletzt genannten Ortes war in Civilkleidung auf einer Streife begriffen und traf drei Personen bei der Vogelstellerei an. Als er ihnen zurief, stehen zu bleiben, fiel als Antwort ein Schuß, der den Gendarm an der rechten Hand verwundete. Im selben Augenblick hatte aber auch der Gendarm seinen Revolver abgefeuert und nach seiner Behaupttmg einen der Vogelsteller an der Hüfte getroffen. Während dieser Mann zusammensank, liefen seine beiden Begleiter davon und ent- kamen. Der Gendarm machte sich trotz seiner Verletzung auf den Weg nach Buckow, um von dort ein Fuhrwerk für den Transport des verwundeten Fremden herbeizuschaffen; als er jedoch nach einer Weile mit dem Wagen zurückkam. tvar auch der dritte Vogeldieb verschwunden. Nun begann anscheinend eine allgemeine Razzia; in Lichtenrade erhielten die Wirte Weisung, alle Fremden der Behörde anzuzeigen, die wie der Verwundete einen grauen Anzug trugen. Dieser Weisung fiel auch .ein Steinmetz aus Dahlwitz zum Opfer, der in Birkholz Holz ein- gekaust hatte und nun in der erwähnten Angelegenheit ein scharfes Verhör zu bestehen hatte. Erst als die Beamten sich genau über- zeugt hatten, daß die Kleidung des Steinmetzen nicht von Schüssen durchlöchert war. wurde er freigelassen. Die drei Vogeldiebe hat man bis jetzt noch nicht entdeckt. Johannisthal. Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer findet heute Abend S'/a Uhr bei S e n f t l e b e n statt. Herr Dr. Röder spricht über das Thema: Die Frau bei Krank- heitsfällen in der Familie. Die Berfammlung sollte bereits am vorigen Dienstag bei Krause stattfinden, wurde aber aus„bau- polizeilichen" Gründen verboten. Reinickendorf. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurden zunächst die neugewählten Vertreter in ihr Amt eingeführt. Zum Vorsitzenden des Gewerbegerichts wurde der Amtsvorsteher Wilke wiedergewählt. Dann wurde beschlossen, in Rücksicht auf die steigende Bevölkerungszahl(der Ort hat fast 20 060 Einwohner) und nur den Zuzug des zahlungsfähigen Publikums zu begünstigen, zum 1. April 1965 ein Realgymnasium nebst Vorschule zu errichten. Während sonst die idyllische Ruhe im Dorfparlament durch nichts gestört wird, kam es hierbei zu einer lebhaften Aussprache. Unsre Genossen Schilling und Ohl forderten in erster Linie die bessere Gestaltung der Gemeindeschule. Der Amtsvorsteher hält es für selbstverständlich, daß nicht mehr wie 46 Kinder in einer Klasse des Realgymnasiums untergebracht werden. Für die Neberfüllung der Volksschulklassen (70 Kinder) Abhilfe zu schaffen: ja, wer soll denn da die Steuern zahlen? Unsre Genossen gaben die treffende Antwort: Die Steuer- zahler, die auch die Kosten des Realgymnasiums decken. Ein Unfall ereignete sich am Sonnabend ans dem Neubau Badensche Straße 26 zu Wilmersdorf. Der aus Dänemark gcbiirtige Holzmaler Ibsen stürzte beim Glasieren eine Etage ab und blieb mit gebrochenein Arm und inneren Verletzungen unten liegen. Obgleich der Maurerpolier den Unfall sofort telephonisch meldete, erschien doch erst nach etlicher Zeit ein Polizeidiener, um danach zu fragen, ob der Verunglückte auch einer Krankenkasse an- gehöre und die Bestellung eines Transportwagens notwendig wäre. Es dauerte über eine Stunde, bis der Verletzte nach dem Elisabeth- Krankenhause befördert werden konnte. Er ist verheiratet und hat seine Wohnung in der Togostraße. 6mcbt9-Zeitutic{. Tu hast mich zu Grunde gerichtet... Einen etwas romantischen Hintergrund hatte die Verhandlung gegen den 2vjährigen Handlungs- gehilfen Wilhelm Schmidt, welcher sich gestern vor der 16. Straf- kammer des Landgerichts I wegen Unterschlagung und versuchter Erpressung zu verantworten hatte. Ter Angeklagte war bei einer Firma in Stuttgart mit einem Gehalt von 166 M. monatlich angestellt. Er hatte das Unglück, sich in ein dortiges Mädchen, welches unter sittenpolizeilicher Kontrolle stand, sterblich zu ver- lieben. Er brachte ihm Opfer über Opfer, um Nebenbuhler aus dem Felde zu schlagen. Zu diesen gehörte auch ein junger Lieutenant. Ter Angeklagte blieb Sieger, brachte aber Opfer, die seine Zukunft völlig ruinierten. Er unterschlug seinem Chef nach und nach 2566 M., die er in kurzer Zeit mit der Geliebten verpraßte. Als dies Vergehen entdeckt wurde, gelang es seinen armen Eltern mit Mühe und Not, 3666 M. aufzutreiben. Sie deckten damit die be- gangene Unterschlagung und mit dem Rest schickten sie den hoffnungs- vollen Sprößling nach Amerika. Diesem gefiel es drüben nicht, er kehrte nach acht Wochen zurück und tauchte in Berlin auf. Hier geriet er bald in bittere Not. Nun richtete er an den Lieutenant, seinen früheren Nebenbuhler, einen recht thörichten Brief, ttr behauptete, daß er seinetwegen gewaltige Opfer habe bringen müssen und sogar zum Verbrecher geworden wäre. Er sei jetzt in Not und verlange von ihm Hilfe. Wenn der Adreffat ihm nicht innerhalb drei Tagen 266 M. sende, so werde er unter die Schriftsteller gehen und einen Roman ä la Bilse verfassen, der aber noch weit mehr Aufsehen er- regen würde wie dieser. Er kenne die Intimitäten, die zwischen dem Lieutenant und noch andren von dessen Kameraden und dem Mädchen bestanden hätten, genau und werde alles unter Namensnennung veröffentlichen. Schicke der Lieutenant das Geld nicht, so werde das erste fertige Exemplar an dessen Regimentskommandeur abgehen, und mit der Laufbahn des Lieutenants sowie noch einiger andrer werde es ein Ende haben.— Ter Bedrohte erstattete Anzeige. Im Termin gestand der Angeklagte ein, daß er furchtbar thöricht gehandelt, aber die Not habe ihn dazu getrieben. Ter Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstmfe von neun Monaten, der Verteidiger, Rechtsanwalt Ulrich, bat mit Rücksicht auf die tiefe Reue des jugendlichen Sünders sowie auf die kaum glaubliche Dummheit, mit der der Erpressungs- versuch begangen, um ein möglichst mildes Strafmaß. Der Gerichts- Hof beließ es bei acht Wochen Gefängnis, wovon zwei Wochen durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Der Bürgcrmcisterösohn als Weichensteller. Eine ungewöhnliche Laufbahn hat der Weichensteller Karl Jordan durchgemacht, der wegen Unterschlagung in, Amte gestern vor der vierte Straf- kammer des Landgerichts II stand. Der 25jährige bisher unbescholtene Angeklagte stammt aus einer achtbaren Familie, sein Vater war ftiiher Oberlieutenant und später Bürgermeister. Der Angeklagte hat das Abiturienten-Examen gemacht und seiner Militärpflicht als Einjährig- Freiwilliger genügt. Da starb sein Vater und da Ver- mögen nicht vorhanden war, geriet er in eine üble Lage. Er be- warb sich bei der königlichen Eisenbahndirektion um eine Anstellung und wurde auch nach der Probedienstzeit im September 1962 als Weichensteller eingestellt. Er führte sich anfänglich auch zur vollen Zufticdenheit seiner Vorgesetzten und wurde bald zum Vor- bereitungsdienst als Weichensteller erster Klasse herangezogen. Er geriet dann in leichtsinnige Gesellschaft und die Folge war, daß man ihn von diesem Vorbereitungsdienst wieder zurückzog. Zu den dienstlichen Obliegenheiten des Angeklagten gehörte auch der Dienst an der Fahrkarten- Ausgabe in den Bahnhöfen Rummclsburg-Ost und Karlshorst. Bei einer Revision wurde in der vom Angeklagten verwalteten Kasse ein Manko von 216 M. entdeckt. Er war geständig, zlvei Hundertmarkscheine unter- schlagen zu haben, die er zur Deckung alter Schulden verwendet haben will. Der Gerichtshof verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von einem Jahre. Ein Brausebad. Ein Kampf zwischen Mieter und Vermieter lag einer Anklage wegen versuchter Nöttgung und wörtlicher und thätlicher Beleidigung zu Grunde, die gestern den Hausbesitzer Hendryck aus Rixdorf, dessen Portier Barths und den Friseur Paul S ch u l z e vor die 4. Strafkammer des Langerichts II führte. Der Kampf tobte in dem dem ersten Angeklagten gehörigen Hause Münchenerstraße 20, in welchem der Friseur Schulze einen Laden inne hatte. Wegen unpünktlicher Mietszahlung kam es mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Vermieter und schließlich zu einer Räumungs- klage, die noch nicht rechtskräftig entschieden war. Am 16. November vorigen Jahres erschien bei Herrn Schulze ein Schlossermeister im Auftrage des Hauswirts, der den Auftrag erhalten hatte, die etwas defekte Ladenthür des Friseurs herauszuheben und zu reparieren. Dies geschah, die Sache nahm aber eine so eigenartige Wendung, daß der Angeklagte Schulze annahm, es läge gegen ihn ein abgekartetes Spiel vor, das den Zweck hatte, ihn unsanft aus dem Hause hinaus zu bugsieren. Als der Schlossermeister die Thür aus- gehoben hatte, und auf kurze Zeit nach Hause gegangen war, um einige Nägel zu holen, nahm der Angeklagte Hendryck die Thür weg und brachte sie zu sich in Gewahrsam. Das war das Signal zu leb- hasten Protesten des Friseurs, der dem Hauslvart gebot, die Thür stehen zu lassen, die sein Eigentum sei, so lange er die Wohnung inne habe. Der Wirt erwiderte, er solle nur seine Miete erst be- zahlen; es kam zu gegenseittgen Schimpfworten und Schulze fchlug Herrn Hendryck mit der Faust gegen die Sttrn, so daß das Auge an- schwoll. Seine Thür erhielt er aber nicht wieder. Er wußte sich zu helfen. Da das Wetter so kalt war, daß er nicht darauf rechnen konnte, im offenen Laden Kunden frisieren oder barbieren zu können, hob er einfach eine hintere Korridorthür aus und hängte sie, obgleich sie weder oben noch unten paßte, vor dem Laden aus und vernagelte sie. Mit großen Buchstaben malte er darauf semen Namen, fügte einen großen Pfeil und die Worte hinzu:„ Eingang d ort", um s einen Künden anzudeuten, daß sie von hinten in den Laden kommen könnten. Nim trat der Portier in Aktion, er wischte die Inschrift auf Geheiß dcS Haus- besitzers von der Thür ab und es kam wieder zu einem heftigen Auftritt. Der Friseur erneuerte die Inschrift und als Barths am nächsten Tage wieder daran ging, sie auszulöschen, erhielt er plötzlich ein recht unbequemes Sturzbad. Der Friseur Schulze hatte ein Hausgerät, welches in diskreter Weise unter dem Bett zu stehen pflegt, ergriffen und den eklen Inhalt auf seinen Gegner aus- gegossen, so daß dieser in nicht sehr angenehmem Duft dastand.— Die Beweisaufnahme ergab den geschilderten Thatbestand. Der Gerichtshof erteilte die Strafen derart, daß er den Angeklagten H e n d r y ck zu 30 M., B a r t h s zu 10 M., Schulze zu 30 M. Geldstrafe verurteilte. Garantiert reine Salamiwurst zum Preise von 64 M. den Centner, also das Pfund für 64 Pf., hatte im März dieses Jahres der Wurst- fabrikant Otto Koch den Wiederverkäufern in den Fachblättern an- geboten. Die„Allgem. Fleischer-Ztg." nahm Veranlassung, in ihrer Nr. 37 von diesem Jahre darauf hinzuweisen, daß es ganz unmög- lich sei, bei den bestehenden Fleischpreisen ein einwandsfreies Fabrikat herzustellen und ließ durchblicken, daß vielleicht Pferdefleisch dazu verwendet werde. Das Geschäftsgebahren Kochs wurde als schädigend für das Fleischergewerbe bezeichnet. Koch strengte gegen den verantwortlichen Redakteur der„Allgm. Fleischer-Ztg." Gustav Kunkel, die Privat-Beleidigungsklage an, welche gestern vor dem Schöffengericht zur Verhandlung gelangte. Er behauptete, daß er sogenanntes Faßfleisch verarbeite, d. h. Fleisch, welches zerstückelt aus dem Auslande eingeführt und hier tierärztlich untersucht werde. Er bezahle es mit 33. M. den Centner und könne daher gut den Centner Wurst mit 64 M. verkaufen.— Die Sachverständigen, Altmeister Thomas und Fleischenneister Koch, begutachteten, daß sie das „Faßfleisch" nicht kennten; sie sowie jeder reelle Schlächter ver- arbeiteten zu Salamiwurst nur hier geschlachtetes Rindfleisch, wofür sie einen Preis zahlen müßten, der zwischen 70 und 75 Mark schwanke. Von ihrem Standpunkte aus müßten sie das Faß- fleisch als minderwertig und das Geschäftsgebahren des Klägers als schädigend bezeichnen. Der Gerichtshof nahm von jeder weiteren Beweisaufnahme Abstand. Während der Beistand des Klägers, Rechtsanwalt Graps, die Bestrafung des Beklagten beantragte, wies der Verteidiger, Justizrat Bernstein, darauf hin, daß die„Allgemeine Fleischer-Zeitung", das größte Fachblatt der Welt, die Interessen der gesamten Angehörigen des FleischereigewerbeS wahrzunehmen habe und zugleich dem Publikum einen Dienst er- weise, wenn eS Schäden aufdecke, wie es im vorliegenden Fall ge« schehen sei. Er halte den Beweis der Wahrheit für erbracht und beantrage deshalb Freisprechung. Der Gerichtshof trat diesen Ausführungen bei und erkannte auf kostenpflichttge Abweisung des Klägers. Gültigkeit der Waffenschein-Vcrordnungen. Polizeiverordnungen. die das Waffenführen vom Besitz eines behördlichen Waffenscheins abhängig machen und es den Händlern verbieten, an Leute ohne Waffenschein Waffen und Munirion zu verkaufen, sind jetzt auch von, Ober-Verwaltungsgericht für gültig erklärt worden. Das Gericht billigte eine polizeiliche Verfügung, durch die einem Waffenhändler aufgegeben worden war. ein Schild vom Ladencingang zu entfernen. das die Aufschrift enthielt:„Hier lverden Waffen und Munition ohne Waffenschein abgegeben." Versammlungen. Eine allgemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer, die sehr zahlreich besucht war, fand am Sonntag im Gewerkschaftshause statt. Der wichtigste Gegenstand der Verhandlungen war die Be- ratung über einen Nachtrag zu dem mit den Arbeit- gebern geschlossenen Tarifvertrag. Hierbei kommt hauptsächlich der Punkt 15 in Betracht, der in der vorgeschlagenen Fassung wie folgt lautet: „Wenn in einem Betriebe, der einer der vier Vereinigungen nicht angehört, die Arbeit zwecks Durchführung des Lohntarifs niedergelegt wird, so verpflichten sich diese Vereinigungen, nach- dem der Obmann der Arbeitgeber in der Schlichtungskommission festgestellt hat, daß in der betreffenden Werkstätte der zu Recht bestehende Lohntarif that- sächlich nicht innegehalten wird, ihre Arbeitsnachweise anzuweisen. dem betreffenden Arbeitgeber keine Arbeitskräfte zuzuweisen." Da diese Bestimmung keinerlei Gctoähr dafür bietet, daß in solchen Fällen die Weigerung der Arbeitsvermittelung auch recht» zeitig geschieht und nicht erst, nachdem dem Arbeitgeber bereits die nötigen Arbeitskräfte zugewiesen wurden, beauftragte die Ver- sammlung einstimmig die Mitglieder der Schlichtungskommission, eine Sitzung der Schlichtungskommission zu veranlassen, um eine zweckentsprechende Abänderung herbeizuführen.— Ferner wies der Bevollmächtigte Wiese nthal darauf hin, daß die R o h r l e g e r- Innung ihren Arbeitsnachweis nach der Dresdener st raße verlegen und mit dem bekannttn Nachweis der Scharfmacher vereinigen will, wodurch das System der schwarzen Listen auch für das Rohrlegergewerbe eingeführt werden würde. Die Versammlung beauftragte einstimmig den Gesellenausschuß der Innung, in der am 29. April stattfindenden Generalversammlung der Innung, wo über diese Sache verhandelt werden soll, Protest gegen einen Anschluß oder ein Kartellverhältnis der Innung zu der Freien Vereinigung der Berliner Gas- und Wasserindustricllen, den Arbeitst Nachweis betreffend, zu erheben. Sodann befaßte sich die Versammlung mit der Vorberatung zu der auf den 15. Mai einberufenen Konferenz der Rohr- leger Deutschlands. Wiesenthal legte hierzu einen Tarif- entwurf vor, der der Konferenz zur Grundlage dienen, jedoch zuvor noch von der Agitationskommission unter Hinzuziehung einiger er- fahrener Kollegen geprüft werden soll. Als Delegierte wurden ein Wasser-, ein Heizungsrohrlegcr und ein Helfer gewählt. Die Versammlung beschloß außerdem, bei der nächsten General- Versammlung der Verwaltungsstelle Berlin des Metallarbeiter- Verbandes zu beantragen, daß drei bis vier Kollegen auf vier Wochen probeweise mit der Ausübung einer Baukontrolle betraut werden. Folgende Zuschrift geht uns zwecks Veröffentlichung zu: In Ihrer Nummer vom letzten Sonnabend wurde ein Bericht über den außer- ordentlichen Delegiertentag der Möbclpolierer gebracht, in welchem es hieß:„Auf der Tagesordnung stand als einziger Punkt Wahl des ersten und zweiten Vorsitzenden". Hierbei wurde gesagt:„Schulz hatte auf eine Wiederwahl verzichtet".— Ich bemerke hierzu, nicht allein der ersteVorsitzendc Schulz, sondern auch der zweite, der ich bisher war, hatte auf eine Neulvahl verzichtet und dies auch dem Vorstande unter Darlegung der Gründe schriftlich vorher angezeigt. Ich sehe mich zu dieser Erklärung veranlaßt, weil aus der erwähnten Nummer geschlossen werden kann, daß irgend etwas vorgekommen sein könnte. was eine Nicht-Wiederwahl meiner Person rechtfertigen, könnte, Achtungsvoll R. Sttamm. Deutsche Gesellschaft für ethische Kulttir.(Mteilung Berlin.) Dienstag, den 26. April, abends 3'/, Uhr, im Bürgersaal des Rathauses: Vortrag des Herrn Professor Dr. Bruno Meyer über:„Moderne Monumentalkunst in Berlin." Kaufmännische Kranken- und Sterbekasse von 188S(E. H. 71.) Dienstag, den 26, April er., abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jalobstt. 39: Sitzung, Wttterungsübersicht vom 25. April 1904. morgen» 8 Uhr. Wetter-Prognose für DienStag. den 26. April 1904. Etwas kühler, oiclsach heiter, aber veränderlich mit leichten Rege» sällen und ziemlich lebhasten westlichen Winden. Berliner Wetterburea«. Herren- Stoffe Verkauf direkt an Private! Warum Herrengarderobe fertig kaufen? Warum nach einem winzigen Prübchen Herrenstoffe von ausserhalb beziehen? kann sich ein Jeder bei uns Herren- Stoffe Ohne Kaufzwang für Anzüge, Paletots, Kinder- Anzüge usw. im Stück ansehen und sich von der Billigkeit überzeugen. Verkauf direkt an Private! Damentuche, Damenkostümstoffe! Billardtuche, Pulttuche. 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