Nr. 113. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28$ fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die erste Million. Sonntag, den 15. Mai 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Bergarbeiter(+ 20 750), Textilarbeiter(+18 644), Fabrifarbeiter buhler gegen die modernen Gewerkschaften werden sie niemals in (+13 667), Holzarbeiter(+ 12 811), Bauarbeiter(+9512), Handels-, Frage kommen. Die übrigen zersplitterten Vereine entbehren mehr Transport- und Verkehrsarbeiter(+8499) und Zimmerer(+7187). oder weniger jeder gewerkschaftlichen Bedeutung. Die freien Gewerks Das Jahr 1903 hat den deutschen Gewerkschaften Diese neun Gewerkschaften verzeichnen allein ein Mehr von 145 851 fchaften allein werden den Strom der gewaltsam borwärts gedrängten einen Aufschwung gebracht, wie feines seiner Vorgänger. Es war Mitgliedern oder Dreiviertel der Gesamtzunahme aller Gewerkschaften. Arbeitermassen aufnehmen, wie sie schon im verflossenen Jahre mehr fein Jahr wirtschaftlicher Prosperität, die die gewerkschaftliche Aktion Ein Blick auf diese Liste zeigt uns, daß es die großen Jnan Mitgliedern neu erwarben, als die freisinnigen und begünstigt, denn die schwachen Anfänge nach dieser Richtung hindustrieverbände und die Verbände der baugewerb- christlichen Gewerkvereine an Mitgliedern behalten fonnten. An bedeuteten höchstens die erste Ueberschreitung des Tiefpunktes der lichen Arbeiter sind, die sich am rührigsten entwickelt haben. dieser Entwicklung werden alle Liebeswerbungen der bürgerlichen industriellen Krisis. Es war auch kein Jahr der friedlichen Ent- Zu den ca. 945 000 Mitgliedern der 61 Gewerkschaften kamen Arbeiterfreunde und alle vaterländischen Arbeiterkongresse widlung, das beweisen die starken Angriffe der Arbeitgeberverbände zu Beginn des Jahres 1904 ca. 1800 Mitglieder des mit der nichts ändern. in zahlreichen Drten. Die Namen Bremerhaven, Iserlohn, Pirmasens, Deutschen Gärtnervereinigung sich verschmelzenden Allgemeinen Der industrielle Aufschwung und die machtvolle Entwicklung Kassel, Köln, Berlin und Crimmitschau bedeuten Schlachtfelder des Deutschen Gärtnervereins, sowie 709 Mitglieder des der General- der Gewerkschaften aber werden das organisierte Unternehmertum wirtschaftlichen Klassenkampfes. Die Gewerkschaften waren also nicht tommission jetzt angeschlossenen Verbandes der Wäschereiarbeiter, hinwiederum zwingen, seine Vergewaltigungspläne zurückzulegen und auf Rosen gebettet; sie haben gekämpft gegen ungünstige Verhältnisse sowie am Schlusse des ersten Quartals der Verband der Portefeuiller fich zunächst die nötigen Arbeitskräfte durch friedliche Tarifund gegen übermächtige Feinde. Und gerade inmitten dieser mit 2447 Mitgliedern hinzu, so daß die heute der Generalfommission vereinbarungen zu sichern. Wie die Arbeiter, so werden auch Rämpfe haben sie einen Zuwachs erreicht, der alle früheren Fort- angehörenden Gewerkschaften am Schluffe des Jahres 1903 circa die Unternehmer erkennen, daß starke Drganisationen ebenso gefähr schritte weit überholt: sie haben sich die erste Mitglieder- 950 000 Mitglieder zählten, gegen das Jahr vorher ein Fortschritt liche Gegner als auch mächtige Bürgen des Friedens sein können Million erkämpft. von nahezu 200 000 Mitglieder. Die ganze Geschichte der und daß mit der höchsten Entfaltung der kriegerischen Streitkräfte Vor uns liegen die Jahresabschlüsse von 60 der 61 Gewerkschafts- deutschen Gewerkschaften hat kein Jahr aufzuweisen, das zugleich die beste Voraussetzung friedlicher Handelspolitik geberbände, die im Jahre 1903 der Generalfommission der Getvert- einen auch nur annähernd großen Zuwachs gebracht hätte. Die geben ist. Im Baugewerbe, das heute noch die meisten schaften Deutschlands angehörten. Sie umfaßten am Jahresschluß größte Zunahme inmitten der vorigen Hochkonjunktur( von 1899 auf Streifs und Aussperrungen zählt, macht diese Tarifpolitik bereits 1902 die Zahl von 752 419 Mitgliedern( die Statistik der General- auf 1900) betrug mur ca. 100 000. Das war der Zeitpunkt, der für die größten örtlichen Fortschritte; die Zeit ist hier nicht mehr fern tommission giebt als Jahres durchschnitts ziffer 733 206 an). die Unternehmer schon mehr die Nachlese des Aufschwunges be- für eine reichsdeutsche oder wenigstens norddeutsche Tarifgemeinschaft. Bis zum Schlusse des vierten Quartals 1903 stieg die Mitgliederzahl deutete. Diesmal befinden wir uns aber erst am Beginn des neuen In der Maschinen- und Metallindustrie sind die tariflichen Anfänge in 60 Verbänden von 746 225 auf 938 776- ein Mehr von Aufschwunges, und schon tritt die Gewerkschaftsbewegung gerüstet freilich noch recht bescheiden; dem vorzüglich ausgebauten Ver 192 551 Mitgliedern oder 25,8 Proz. Der einzig noch fehlende Ber- und schlagfertig auf den Plan, um für die Arbeiter den ge- waltungssystem des Metallarbeiter- Verbandes wird es aber gelingen, band, der der Böttcher, zählte am Ende des Jahres 1902 nur rechten Anteil am Ertrage der Arbeit zu fordern. Der bedeutende in den nächsten Jahren Vertrag an Vertrag zu fügen. Rückständig 6194 Mitglieder oder 0,8 Proz. der Zahl aller Gewerkschafts- Buwachs im vergangenen Jahre läßt auf noch größere Fortschritte sind die Textilindustrie und der Bergbau. Die erforderliche Ents mitglieder. Sein Fehlen kann also das Gesamtergebnis nicht mehr im laufenden Jahre schließen, was durch zahlreiche Anzeichen in der wicklung der Arbeiterorganisationen in diesen Berufen schafft indes wesentlich beeinflussen. Tagespragis der Gewerkschaften bestätigt wird. Ueberall zeigt sich die Vorbedingungen dafür, daß auch hier die Tarifverträge siegreich die regste Agitation und das Vertrauen zur Angriffskraft der Gewerk- ihren Einzug halten werden. In dieser Hinsicht hoffen wir in der schaften ist wieder im Wachsen begriffen. Die Auflagen der obli- nächsten günstigen Wirtschaftsepoche auf bedeutsame Ereignisse. gatorischen Verbandsorgane steigen von Nummer zu Nummer. Erst wenn diese Industrien für die Tarifpolitik der Getvert Mögen die Abschlüsse des ersten Quartals auch, wie alljährlich, schaften gewonnen sind, beginnt die eigentliche Aera der kleine Schwankungen bringen, so ist es doch ganz zweifellos sicher, Gewerkschaften. Sie wird nicht der Abschluß der Kämpfe, daß die freien Gewerkschaften gegenwärtig, in der Mitte des zweiten sondern der Eintritt in den Kampf auf höherer Stufe, auf der Basis Quartals 1904, die erste Mitglieder- Million überschritten anerkannter Gleichberechtigung sein. Unternehmer- und haben. Arbeiterorganisation, beide in höchster Kraftentfaltung an Die nachfolgende Uebersicht stellt die Ziffern aller Gewerkschaften in der Reihenfolge ihrer Mitgliederstärke am Jahresschlusse 1903 dar: Zahl der Mitglieder am Schluffe d. Jahresnahme Gewerkschaft Metallarbeiter. Hafenarbeiter Tabatarbeiter Bäder. Glasarbeiter Lederarbeiter 20 750 18 644 13 667 2753 7187 Eine Million Gewerkschaftskämpfer- welch eine gewaltige gelangt, werden sich mit einander messen, Macht gegen Macht, und nicht inie, die jeden Förderer der Arbeiterbetvegung mit stolzer Genug- minder werden Unternehmer- und Arbeiterklasse auf politischem Gethuung erfüllen muß. Die Zeit liegt gar nicht so weit zurück, wo biete, im Kampfe um die politische Macht, zusammenstoßen. Der weite Arbeiterkreise an einem erfolgreichen Aufkommen der deutschen vehemente Borstoß der Socialdemokratie bei den letzten Gewerkschaftsbewegung zweifelten und der Gedanke an die Million Reichstagswahlen und der über alle Erwartungen große Aufschwung organisierter Arbeiter Englands als ein auf dem zu spät erwachten der Gewerkschaften, beides find hoch bedeutsame Zeichen der Festlande nicht realisierbares Jdeal betrachtet wurde. Ein Jahrzehnt 8 eit, die uns große Umgestaltungen auf wirtschaftlichem und 9512 fchwerer Stämpfe haben genügt, um dieses Ziel zu erreichen, und politischem Gebiete ankündigen. Sie werden ebenso friedlich, wie schon dünkt manchem der erzielte Fortschritt so bedeutungsvoll, daß Klassengegensäglich sein. Es ist bekannt, daß die wirtschaftliche und für das verflossene Dezennium( seit Köln 1893) das Wort vom politische Aktion nicht den gleichen Verlauf zeigen. Die Unter Jahrzehnt der Gewerkschaften geprägt wurde. Die Be- nehmerklasse benugt in der Regel die Zeiten des Wirtschaftswunderung des gewerkschaftlichen Aufschwunges war sicherlich ehrlich aufschwunges, in denen sie der Arbeiterklasse auf gewerkschaftlichem gemeint, aber sie steckte dieser Entwicklung doch ein gar zu kurzes Gebiete Konzessionen machen muß, dazu, um an dieser durch Ziel, denn wenn nicht alle Anzeichen trügen, hat die Aera der politische Reaktion ihr Mütchen zu fühlen. Die 3 419 Gewerkschaftsbewegung in Deutschland eben erst erfolgreich eingesetzt, litterwochen der deutschen Reichs Socialund dem ersten Jahrzehnt werden weitere folgen, die an sichtlichen reform fielen fielen in die Zeit des jähen Niederganges Erfolgen ihre Vorgänger weit überholen. Zwanzig Jahre brauchten der Industrie; in der nachfolgenden Hochsaison träumte die modernen Gewerkschaften, um eine Million Kämpfer ins Feld das Unternehmertum von Zuchthausgeseßen. So ift 2.789 229 2677 1656 564 369 1902 1903 128 842 Maurer 81 223 160 135 104 712 31 293 23 489 Solzarbeiter 70 851 88 662 12 811 Bergarbeiter 48278 69 028 . Tertilarbeiter. 41 591 60 235 Fabritarbeiter. 31 866 45 533 Buchdruder( Verband) 34 588 37 341 Zimmerer 22 811 29 998 Handels, Transportarbeiter 20 912 29 411 Bauarbeiter. 17 593 27 105 Schuhmacher 23 419 26 296 Schneider 18 935 21 724 16.658 19 777 18 040 17 811 Maler. 13 898 17 742 3 844 Brauer 14 257 16 934 Buchbinder 10 698 13 889 3 191 Gemeinde- Arbeiter 6 974 10 393 Lithographen 8104 9.760 Schmiede. 7484 9571 Töpfer 8913 9227 Borzellanarbeiter .8.081 8 613 532 Steinarbeiter ca. 8 000 8.564 Maschinisten 6250 7325 1075 4.897 6062 1165 5 095 5 697 602 Steinsetzer 3995 5035 1040 4580 4949 Tapezierer 4509 4816 307 Hutmacher 3 354 4 171 • Bildhauer 3 797 4003 • Glaser 2807 3 734 927 • Sattler 3 611 3 687 76 Stuffateure 2 679 3 653 974 Dachdecker 3 071 3 543 472 Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 2113 3496 Werftarbeiter 3753 3439 Seeleute. 2484 3270 + Kupferschmiede. 8 297 3205 Mühlenarbeiter 2 098 3 133 Handlungsgehilfen 2024 3 054 Handschuhmacher 2.961 3 040 Gastwirtsgehilfen 2142 2704 Fleischer 1395 2529 Schiffszimmerer 2057 2262 Graveure, Ciseleure 1734 2175 Kürsciner 1 341 1917 Konditoren 982 1 706 724 Bergalder 1477 .1 639 162 Cigarnenfortierer 1152 1391 239 Lagerhalter 941 1 118 177 Buchdruder( Elsaß- Lothringen) 764 842 78 Civilmafifer 591 723 132 Barbiere, Friseure 500 657 157 Gärtner( D. Vgg.) 311 612 301 Bureau- Angestellte 386 414 Formstecher 279 400 Notenstecher. 293 850 304 489 260 Blumenarbeiter Masseure.. . 988 776 817 206 V so werden 1%, Millionen Gewerkschaftsmitglieder die Wut der Scharfmacher zur Raserei steigern. Je friedlicher der wirts schaftliche Horizont scheint, desto gefährlicher drohen politische Unwetter, die übrigens von den berufenen Wetterwarten schon längst signaliert sind. zu stellen, aber von diesen zwanzig Jahren bergingen zehn in es auch für die nächsten Jahre kein Widerspruch, daß das zur den ersten Organisationsversuchen und weitere fünf in dem Bestreben, Tarifvertragspolitik belehrte Unternehmertum versuchen wird, durch in dem eben erst aufgebrochenen Boden sichere Wurzel zu fassen. Erst Ausnahmegeseze die Macht der Arbeiterorganisation au vor fünf Jahren wurde die Zahl von 500000 Mitgliedern überschritten. brechen. Neichten 3 Millionen socialdemokratischer Seitdem hat die gewerkschaftliche Entwicklung erst richtig eingesetzt, Stimmen nicht aus, diesen Gedanken zur That reifen zu lassen, indem die Drganisationen sich die festen Verwaltungsorgane und im Unterstügungswesen die nötigen Stüßpunkte schufen, um die Erfahrungen eines Jahrzehnts zielbewußt zu verwerten. Dank dieser Maßnahmen hatten sie den Erfolg, daß die Fluktuation, die noch inmitten der neunziger Jahre einen beängstigend großen Umfang hatte, mehr und mehr zurückgedrängt wurde und das Vertrauen zur Wir hoffen, daß die Arbeiterklasse, die wirtschaftlich start genug Drganisation selbst dem schärfsten Unternehmerdruck widerstand. So ist, das Unternehmertum in Schranken zu halten, dann auch ihren hatten noch 1902 nicht weniger als 16, dagegen 1908 nur vier Ge- politischen Gegnern gewachsen sein wird. Und sie wird deren 314 wertschaften einen Mitgliederverlust von 864 aufzuweisen. Jedenfalls Angriffe siegreich zurückweisen, wenn sie to a ch fam und einig ist! 786 wird sich der Fortschritt in den nächsten Jahren in ganz andrem 92 Maßstabe bewegen als in den früheren Epochen, und es wird keine 1035 zehn und wahrscheinlich auch keine fünf Jahre bis zur Erreichung der zweiten Million dauern. Die ganze wirtschaftliche Situation legt einen weit rascheren Entwicklungsgang nahe. Die eben beginnende Wirtschaftskonjunktur wird, wenn nicht der ostasiatische 1030 t 79 562 441 Politische Uebersicht. Berlin, den 14. Mai. Der Reichstag 205 Strieg weitere Dimensionen erreicht, noch längere Zeit währen. Die Referben an brauchbaren Arbeitskräften dürften bereits in den hielt auch am Sonnabend noch eine sehr lang aus576 nächsten Jahren erschöpft sein, während die ausländische Zufuhr, be- gedehnte Sigung ab; er wollte das vorliegende Material auffonders jüngerer Kräfte, infolge des russischen Krieges erheblich arbeiten. 57 zurüdgehen dürfte. Das Kinderschutz- Gesetz entzieht der deutschen Zunächst waren von der Etatsberatung her noch zwei Industrie einige Hunderttausende billigster Arbeitskräfte. Die Nachfrage Resolutionen rückständig; die eine, die Milderung der Härten nach Arbeitern wird sich also gewaltig steigern, wodurch die Anziehungs- des Süßstoff- Gesetzes forderte, rief keine Debatte hervor und fraft der Gewerkschaften im analogen Maße wächst. Dazu drängt wurde mit überwiegender Mehrheit angenommen; die andre, die Vervollkommnung der Arbeitgeber- Organisation weite bisher in- die eine Besteuerung auch des Stärtezuckers differente Arbeiterschichten gewaltsam in die Reihen der Gewerk verlangte, ebenso wie jetzt schon der Rübenzucker versteuert 28 fchaften. Die ersten Stadien dieses Prozesses sahen wir schon im ist, führte zu einem merkwürdigen Interessenstreit zwischen den 121 verfloffenen Jahre. Für diese Arbeiterkreise kommen im wesentlichen Zuckerrüben- Interessenten und den kartoffelbauenden Agrariern. nur die freien Gewerkschaften in Betracht; die übrigen Gruppen Für diese trat Herr Gamp mit einem sehr zwingenden 304 haben nennenswerte Fortschritte faum aufzuweisen; ihnen fehlen die Argument ein. Er bot den Abgeordneten schlechten StärkeEinrichtungen, um große Mitgliedermassen dauernd der Organisation zucker zum Kosten, um zu beweisen, wie wenig gefährlich einzugliedern. Die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften sind schon schon jetzt die Konkurrenz dieses Buckers sei. Unfre Partei froh, in drei Jahren um 20 Proz. an Mitgliedern zugenommen zu hatte keinen Grund, sich in den Disput dieser Interessenhaben; die 25,8 Proz. Jahreszunahme der freien Gewerkschaften be- politiker einzumischen. Sie stimmte mit den Freisinnigen und deuten einen viermal so großen Fortschritt. Die christlichen Gewerk- einem Teile der Rechten gegen die neue Steuerforderung, die schaften machten im Berichtsjahre keine Fortschritte. Ihre Werbekraft von der Mehrheit der widerwilligen Regierung aufgedrängt mag darum keineswegs erloschen sein, als ernsthafter Neben werden soll. 229 Insgesamt( außer Böttcher) 746 225 +192 551 An der Zunahme find 56 Organisationen mit einem Mehr von 193 415 beteiligt, während 4( Werftarbeiter, Tabatarbeiter, Masseure und Kupferschmiede) einen Verlust von 864 verzeichnen. Die höchsten Bunahmen hatten die Metallarbeiter(+31 293), Maurer(+ 23 489), Dann folgte eine Reihe von Vorschlägen der Regierung und des Reichstages, die den gemeinsamen Zweck verfolgen, eine Entlastung der Civil- und Strafsenate des Reichsgerichts herbeizuführen. Die Mittel, mit denen die an sich schon nicht sehr dringliche Aufgabe gelöst Iverden soll, die Reichsgerichtsräte von dem einen Urteil, das sie wöchentlich zu erledigen haben, weiter zu entlasten, sind sehr bedenklich. Bei den Strafsenaten soll die Entlastung des Reichsgerichts vor- nehmlich dadurch herbeigeführt Iverden, dah die Zahl der Delikte, die von den Strafkammern den Schöffengerichten zur Aburteilung überwiesen werden können, wesentlich erweitert wird. Dadurch erhält die Staatsanwaltschaft in noch höherem Maße als bisher die Möglichkeit, sich dasjenige Gericht aus- zusuchen, welches ihr am ehesten eine möglichst hohe Bestrafung des Angeklagten zu gewährleisten scheint. Noch roher und mechanischer wird die Zahl der Civil- fachen vermindert, die dem Urteil des Reichsgerichts unter- breitet werden. Die Revisionssumme, d. h. die Summe, von der an eine Revision zulässig ist, wird von 1500 auf 3000 M. heraufgesetzt und dadurch den immerhin weniger bemittelten Schichten eine Rechtsgarantie genommen. Diese Bedenken hob Genosse S t a d t h a g e n in seiner griindlichen Kritik des Entwurfs scharf hervor. Er fand aber nur bei dem Centrums- abgeordneten Schmidt-Warburg Unterstützung, der mit Nach- druck den bürgerlichen Parteien uusociale Gesinnung vorhielt. Aber schon bevor dieser Centrumsredner das Wort ergriff, hatte Herr G a m p, auf den Abgeordneten Schmidt-Warburg hinweisend, von der kritischen Neigung gewisser Centrumsrichter gesprochen, die noch nicht Reichsgerichtsräte sind wie Herr Spahn. Dieser oder vielmehr sein Vertreter Herr Engelen, der sich wiederum als Neffe Windthorsts einführte, steht denn auch mit der Mehrheit der bürgerlichen Parteien auf einem der Vorlage durchaus freundlichen Standpunkte. Immerhin bekam man in der Debatte einige recht nette Einzelheiten aus unserm Rechtsleben zu hören. Die einen behaupteten, die Richter fällten ohne jede Prüfung und Kenntnis der Sachlage ein beliebiges Urteil, wenn sie nur wüßten, daß die Sache nicht revisibel sei. Die andern er- klärten, daß wenn eine. Revision möglich sei, sich die Richter der unteren Instanzen überhaupt keine Mühe gäben. Auch der Abg. Pohl von der freisinnigen Volkspartei erzählte aus dem Leben der Reichsgerichtsräte gar seltsame Sachen. Trotz alledem kann der Staatssekretär Dr. N i e b e r d i n g mit der Aufnahme seiner Vorlage zufrieden sein. Neben einigen überraschenden Bemerkungen, die Frankreich im Gegen- satze zu Deutschland als das Musterland der Gleichheit vor dem Gesetz hinstellten, hatte er die Vorlage mit dem geist- reichen �atz verteidigt, daß der formelle Einfluß des Reichs- gerichts um so größer sei, je geringer die Zahl seiner materiellen Entscheidungen. DaS schien der Mehrheit, auch dem freisinnigen Abgeordneten Dave, so zwingend, daß sie versprachen, der Vorlage ihr Wohlwollen zu spenden. Der Staatssekretär darf mir guter Hoffnung den Beratungen der fiir diesen Gesetzentwurf eingesetzten Ligliedrigen Kommission entgegensehen. Gegen 7 Uhr schloß die Sitzung. Der Reichstag hatte sich durch überaus angestrengte Arbeit in den letzten Tagen seine Pfingstferien voll verdient. Am 7. Juni soll die Be- ratung mit den Gesetzen wieder aufgenommen werden, die inzwischen von den Kommissionen genügend vorbereitet worden sind, zunächst der Novelle zum Münzgesetz und dem Gesetz zur Bekämpfung der Reblaus.— P reichischer Landtag. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Sonnabend eine Reihe kleinerer Vorlagen und setzte sodann die neulich ab- gebrochene Debatte über den Gesetzentwurf, betreffend die Bestrafung des Spiels in nicherpreuffischen Lotterien und des Vertriebes von Losen außerpreußischer Lotterien fort. Nach kurzer Debatte, in der der Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben darauf hinwies, daß eine Reichslotterie keine Aussicht auf Annahme habe, wurde die Vorlage der Justtzkommission überwiesen. Ein Antrag auf Erhöhung des Gehalts der Eisenbahn- betriebs-Sekretäre, die das Haus schon wiederholt beschäftigt hatte, ging an die Budgetkommission, desgleichen ein auch von konservativer, freikonservativer und nationalliberaler Seite unterstützter Antrag Ernst lfrs. Vg.), der eine Erhöhung und Ausdehnung der Ostmarken-Zulage für Lehrer und Lehrerinnen bezweckt. Den Schluß der Sitzung bildete die Beratung von Petitionen und eine Geschäftsordnungs-Debatte über die Be- Handlung der Kanalvorlage; man einigte sich dahin, nur kurze Pfingstferien zu machen, damit womöglich am 1. Juli alle Vorlagen— auch die Kanalvorlage— erledigt sein können. Am Montag stehen kleinere Vorlagen und die 2 e k u n d ä r- bahnvorlage auf der Tagesordnung. �* Das Herrenhaus setzte am Sonnabend die Special- beratung des Etats fort. Die Debatten waren in der Hauptsache Wiederholungen all dessen, was bereits im Äbgeordnetenhause erörtert war. Nur beim Etat des Ministeriums des Innern fand eine längere Auseinander- setzung von Bedeutung statt. Die Vertreter her Städte klagten über die schlechte Finanzlage der meisten Gemeinden und ver- langten eine Reform der �Kommunalsteuergesetze. An und für sich ist gewiß nichts dagegen einzuwenden, ja man kann es sogar als wünschenswert und vielleicht auch als notwendig bezeichnen, daß den Gemeinden� eine größere Steuerautonomie gewährt und ihre Freiheiten, Steuern zu erheben, erweitert werden; aber dagegen, daß die Gemeinde- ausgaben, wie es die Herren Oberbürgermeister verlangten, durch indirekte Steuern gedeckt werden sollen, müssen wir uns auf das entschiedenste erklären. Der bei der Beratung des Zolltarifs angenommene Antrag, in absehbarer Zeit den Gemeinden die Erhebung indirekter Steuern nicht mehr zu gestatten, muß unter allen Umständen aufrecht erhalten werden, wenn anders nicht der unbemittelten Bevölkerung neue unerhörte Lasten aufgebürdet werden sollen. Eine Re- form der Kommunalsteuergesetze darf einzig und allein von socialpolitischen Gesichtspunkten aus betrieben werden. Die Etatsberatung wird am Montag fortgesetzt.— Presst-Praager. Wenn in Deutschland ein Fall Nasi oder Drehfus sich ereignete, so würde er folgenden Verlauf nehmen. Die socialdemokratische Presse erörtert sie, die bürgerliche schweigt sie tot. Die Social- demokratie bringt die Fülle im Reichstage zur Sprache. Die Re- gierung erklärt alles für erlogen. Begeisterte Zustimmung der bürgerlichen Parteien. Hetze gegen die Socialdemokratie. Resultat: Einige socialdemokratische Redakteure wandern ins Gefängnis. Die bürgerliche Deutschlands Presse hat sich nachgeradeszur verkam- mensten in der'Welt entwickelt. Unter dem Schein kleinbürgerlicher Ehr- barkeit hat sie die Kunst des Totschweigens und Lügens zur Meisterschaft herausgebildet. Man verschwendet dabei nicht einmal mehr Geist und Erfindung. Es wird immer die gleiche rohe Schablone benutzt. Der einzige Witz ist, daß diese verworfene Schamlosigkeit sich noch gewohnheitsmäßig über die Lügen und Verleumdungen der Social- demokratie entriistet. Man hat kaum jemals Gelegenheit, mit so mathematischer Sicher- heit die bewußte Korruption der bürgerlichen Presse nachzuweisen, wie in der Angelegenheit des Strafvollzngs. Mit ganz wenigen Ausnähmen wird von diesen sauberen Organen der„öffentlichen Meinung" das Blaue vom Himmel gelogen. Das perverse Ver- halten der bürgerlichen Parteien des Reichstages spiegelt sich würdig in ihrer Presse. Es läßt sich nicht einmal sagen, daß man Urteilslosigkeit als mildernden Umstand geltend machen kann, obwohl das mangelnde Anffassnngsvermögen auch von„Weltblättern" erstaunlich groß ist. So läßt sich z. B. die„Frankfurter Zeitung" aus Berlin das tollste Zeug aufbinden. Danach soll Herr Nieberding erzählt haben: „Es sei leichtherzig von den Antragstellern und ihrem Redner gewesen, daß sie diese Fälle überhaupt kritiklos für wahr gehalten hätten und daß der Redner nicht gewußt oder verschwiegen habe, daß seit 1S97 auf Grund einer Vereinbarung mit den Bundes- regierungen eine Verordnung über die Behandlung der Gefangenen ergangen sei, die die Möglichkeit solcher Fälle ausschließe und auch das Beschwerderecht nach jeder Richtung sichere. Den Dunkelarrest, auf den Dr. Gradnaner sich hauptsächlich berufe, gebe es gar nicht mehr." Das ist noch übernieberdingt! Erstens hat der Staatssekretär gemeint, daß die Verordnungen für die Gefängnisse und Straf- anstaltcn des Ministerimns des Innern vom Jahre 1902 von unserm Redner verschwiegen seien; wir haben gestern schon dargelegt, daß die ganze Rede GradnauerS von dieser neuesten Verordnung aus- gehe. Sodann hat Herr Nieberding natürlich nicht den Unsinn aus- gesprochen, daß es den Dunkelarrest nicht mehr gebe. Er hat aller- dings so gethan, als ob die vorgetragenen Fälle heute nicht mehr möglich seien. Daß auch diese Behauptung des Herrn Nieberding nur auf vollständiger Unkenntnis des heutigen Strafvollzuges beruht, bedarf für Sachkenner keines Beweises. Ueberhaupt hat man ja mit Herrn Nieberding seitens seiner Informatoren ein grausames Spiel getrieben. Selbst das Wasser in Plötzensee mußte der Unglückliche verherrlichen, jenes Wasser. dessen Beschaffenheit längst das Interesse der Fachleute erregt hat; erst im Vorjahre ist in einem Fachblatte eine wissenschaftliche Analyse dieses Wassers— natürlich des nicht für die ReichStagsmehrheit zuvor präparierten WasserS— sondern deS wirklichen Wassers veröffentlicht worden, die wir gelegentlich mit- teilen werden. Der Typ der bewußten böswilligen Verdrehung mag an der „National-Zeitung" studiert werden, die schreibt: „Socialdemokratische Blätter haben in neuerer Zeit allerlei Schauergeschichten über die Behandlung kranker Gefangener erzählt und auch Akten Material veröffentlicht, das die Erzählungen bekräftigen sollte. Es wird eine genaue Untersuchung nötig sein, um festzustellen, ob und was au den Berichten etwa währ ist. Die Antwort, welche der Staatssekretär des Reichs- Justizamtcs Dr. Nieberding dem socialdemokratischen Antragbegründcr dahin zu teil werden ließ, wenn dieser ihm das erforderliche Material beizeiten zur Verfügung gestellt hätte, würde die Reichsverwaltimg gern Rechenschaft gegeben haben, machte den besten Eindruck." Dieser brave Schreiber behauptet also, so dumm zu sein, daß die Ausrede des Herrn Nieberding- den besten Eindruck gemacht habe. Dabei erzählt er unmittelbar vorher, daß das von Herrn Nieberding vermißte Material ja vorher in aller Breite ver- öffentlicht worden ist. Ein paar Stufen tiefer treffen wir die„Germania", die — a la Leo-Hospiz— folgendes Urteil abgießt: „Fast zwei Stunden nahm dieser Redner dem Reichstag weg durch seine Rede, die aus Ausschnitten aus dem„Vorwärts" be- stand. Aber damit fuhr er heute gründlich fest; denn Staats- sekretär Nieberding konnte die Einzelfälle fast durchweg als unwahr oder übertrieben �hinstellen. Man erfuhr auch, welch' sauberer Subjekte sich die Socialdcmokratcn annehmen: Kiuderschänder usw." Wir verpflichten uns, die„Germania", so schwer es uns wird, für ein anständiges Blatt zu erklären, wenn sie uns nur eine einzige Einzelheit, die Herr Nieberding als unwahr oder über- trieben nachgewiesen hat, nennt. Und wir wollen die„Germania" sogar ein kluges und gebildetes Organ schelten, wenn sie uns zeigt, wie wir uns„Kinderschänder"„angenommen" hätten. Die„Ger- mania" will das nämlich von Herrn Nieberding„erfahren" haben. Da die„Germania" den„Vorwärts" sehr genau liest, muß sie schon vor einigen Wochen von uns erfahren haben, welche Delikte die von uns genannten Personen begangen haben; denn wir haben das in aller Offenheit mitgeteilt. Eine schmutzigere Verleumdung läßt sich nicht ausdenken, als diese elende„Gernlania"-Lüge, daß wir, unter Verschweigen der Delikte, uns Kinderschänder an- genommen hätten. Die„Germania" schließt: „Die Niederlage der Socialdemokratie war eine vollständige. Der Pfingstkuchen. den sie sich im Reichstage bereitet haben vor den Ferien, wird nicht sehr munden. So wird die Leicht- gläubigkeit bestraft, die jedem Zuchthäusler vollen Glauben schenkt, um angesehene Ehrenmänner herunterzureißen und die Einrichtungen des Staates zu verunglimpfen!" Wir erlauben uns jeden Zuchthäusler für anständiger zu halten, als die Ehrenmänner, die in dieser nichtsnutzigen Weise die Presse prostituieren. Aber wie ist denn dieser Schwindel möglich, so wird man sagen. Es giebt doch Parlamentsberichte, deren Lektüre sofort dieses Gewebe von Lug und Trug zerreißen muß. O, die Ehrenmänner sind vorsichtig. Sie fälschen aber auch die Parlamentsberichte in der niederträchtigsten Weise. Es ist ja ein selbstverständlicher Notbehelf, daß jedes Partei- Organ aus Raumgründen die Redner seiner Richtung bevorzugen wird. Aber jedes anständige Blatt wird doch— je nach der Wichtig- keit der Materie— versuchen, ein Bild der Verhandlungen zu geben. In diesem Falle handelt eS sich um eine äußerst wichtige Frage, die überhaupt zum erstenmal im deutschen Reichstag systematisch er- örtert worden ist! So urteilsfähig siud selbstverständlich auch die Parlamentsjournalisten, daß sie die Ueberzeugung hatten, hier müßten sie ausführlich berichten. Sie sind für die Fälschungen nicht verantwortlich zu machen. Sie haben einfach den bindenden Befehlen ihrer Unternehmer gehorchen müssen. Daher kommt es, daß z. B. der Parlamentsbericht des Centrums so aussieht: Grad- nauers lange Rede drei inhaltlose Zeilen. Nieberding 22 Zeilen, Spahn, der nur eine kurze Erklärung abgab, 65 Zeilen, und selbst Herrn Mugdans jämmerliche Schimpfereien haben 12 und 6 Zeilen erhalten. So werden ernsteste Kulturfragen aus der Welt gelogen und gefälscht! So wird das Publikum in die Irre geführt. Dieses ganze Gebahren ist aber schließlich nur ein Kapitel von dem Terrorismus der bürgerlichen Parteien, die ihre armen Preß- angestellten zwingen, gegen ihre Ueberzeugung zu schreiben. Ver- antwortlich für diese frivole Korruption der öffentlichen Meinung sind nicht die geistigen Arbeiter, die dess' Lied singen müssen, dess' Brot sie essen, sondern ihre Austraggeber. Jeder Galeerensträfling ist zu beneiden gegenüber diesen für systematische Meinungsfälschung von der Bourgeoisie bezahlten Preßsklaven. Durchwatet man den Morast dieser„Preßstimmen", so gerät man fast in ein Gefühl der Dankbarkeit, daß sogar_ das „Berliner Tageblatt" sich diesmal leidlich aus der Affaire zieht und die Hohlheit der Nieberding-Mugdanschen Koalition gegen die Wahrheit anerkennt. Eine ehrenvolle Ausnahme bildet die Betrachtung des Herrn v. G e r l a ch, der in der„Berliner Zeitung" schreibt: „Der Reichstag hat einen bösen Tag hinter sich. Die social- demokratische Resolution leuchtete in Abgründe des Elends und der Barbarei hinein. Aber die große Mehrheit des Reichstages hielt es für ihre oberste Aufgabe, die leuchtenden Fackeln aus- zulöschen. Wenn die Regierung den 13. Mai 1904 als Anlaß be- nutzt, die längst versprochene reichsgesetzliche Regelung des Straf- Vollzuges auf die lange Bank zu schieben, könnte man ihr nicht einmal einen besonderen Borwurf machen." Auf allen Gebieten ist es längst die höchste Aufgabe der bürgerlichen Parteien wie der bürgerlichen Presse, die Fackeln aus- zulöschen.— � Dcutfches Reich. Frankfurt- Lelms. ITiffte Parteigenossen in Frankfurt- LebuS müssen nochmals in der Stichwahl ringen, die bereits ans den für die Arbeiterschaft ungünstigen 20. Mai, Freitag vor Pfingsten, angesetzt ist.«sie werden in derselben Tapferkeit den Kamps auSfechten, die sie bisher unter schwierigen Verhältnissen bewährt haben. Frankfurt- Lebus zählt zu denjenigen Wahlkreisen, an deren Eroberung vor dem 10. Juni 1903 wenige geglaubt haben. Ohne Zweifel kamen unsrer Partei damals die ungünstigen Kandidaturen der Gegner zu statten, zahlreiche Liberale lehnten ab, dem Bau- meister Fetisch, einem Konservativen der äußersten Richtung. ihre Stimmen zu geben. Es war für uns von vornherein ganz offenbar. daß diesmal der Kampf weit schwieriger sein müsse, da die Konservativen ans einen eignen 5kandidaten verzichteten und eine liberale Sammclkandidatur mit allen Kräften unterstützten: die Aussichtslosigkeit der bündlerisch- antiseniitischen Sonderkandidatur war durch diesen selben Ilmstand von vornherein gegeben. Daher war ein günstigerer Ausfall des ersten Wahlgangs schwerlich zu erwarten. Die Socialdemokratie hat am Freitag 1400 Stimmen weniger erhalten als am 16. Juni 1903, die Gegner zählen 500 Stimmen weniger. 1903 hatte der socialdemokratische Kandidat 12 817 gegen 15 293 gegnerische Stimmen, von denen 8268 auf den konservativen, 7025 ans den liberalen Kandidaten fielen. Jetzt erhielt der socialdemokratische Kandidat, Genosse Dr. Braun, 11416 Stimmen gegen 14 792 gegnerische, von denen 11918 auf den nationalliberalen, Bassermann, 2874 auf den bündlerischen Kandidaten von Jag Witz entfielen. Neben den für uns weit ungünstigeren Kandidaturverhältnissen der Gegner sind als Ursachen! unsres Stimmenrückganges dieselben an- zusehen, die wir bei der Altenburger Nachwahl festgestellt haben. Insbesondere traf unsre Partei wiederum die ganze ll n g u n st der alten W ä H l e r l i st e n. Als im Jahre 1870 durch das Reglement zur Ausführung des Reichstags-Wahlgesetzes festgesetzt wurde, daß bei Ersatzwahlen, die vor Ablauf eines Jahres nach den allgemeinen Wahlen stattfinden, die alten Wählerlisten gelten sollen, da beruhte diese Bestimmung auf der für jene Zeit noch eher berechtigten Annahme, daß in Jahresfrist nur geringe Schwankungen im Wählerstande zu erwarten seien. Da sich seitdem die Fluktuation der Bevölkerung außerordentlich gesteigert hat, ist die Bestimmung zu e i n e ni s ch w e r e n U n r c ch t geworden, das gerade die Partei trifft, deren Anhänger den unbemittelten Klassen angehören, die im heutigen Wirtschaftsgetricbe am meisten von Ort zu' Ort geworfen werden. Unter neuen Wählerlisten wären die letzten Wahlen unzweifelhaft erheblich günstiger für die Social- demokratie ausgefallen. In der S t i di w a h l von 1903 erhielt Fetisch über 1000 Stimmen weniger, als er und der liberale Kandidat im ersten Wahlgange er» halten hatten, nämlich nur 14 204- Stimmen, während der socialdemokratische Kandidat gegenüber der Hauptwahl, insbesondere durch Zuzug linksliberaler Wähler, um fast 1900 Stimmen wuchs und mit 14 685 Stimmen siegte. Es wäre ganz thöricht, wollten wir er- warten, daß dieselben Aussichten diesmal für mffre Partei bestehen. Wir wissen, daß die Bündler bis auf den letzten Mann für Baffer» mann eintreten werden. Das wird unsre Genossen im Wahlkreise nicht hindern, nochmals ihre ganze Schuldigkeit zu t h n n und alle Kraft im Dienste der Partei aufzuwenden. Die Ehre dieses Kampfes gebührt unsren Genossen vollauf, während Herr Bassermann, wenn er siegt, nur durch neue Opferung des mindesten Liberalismus in das Parlament zurückkehren würde. Stur durch die weiteste Unterstützung der äußersten konservativen Reaktion vermag der liberale Führer ein Mandat zu erwerben. Und seltsame Wahlkunststücke des Herrn Bassermann werden uns aus dem Wahl- kreise berichtet; Licbermann v. Souneuberg gab in einer Versammlung dieses Stück zum besten: In Frankfurt hat Herr Basscrmanu der katholischen Geistlichkeit versprochen, er werde für völlig freie Religionsübung der Katholiken eintreten, und daraufhin erreichte er einen Wahlaufruf der Centrumspartei zu seinen Gunsten. I» Müncheberg aber hat derselbe Basiermann dem evangelischen Pfarrer in die Hand versprochen, er werde unbedingt gegen weitere Konzessionen an den Katholizismus stimmen. Das alles hindert die Liebennänner natürlich nicht, in der Stich- wähl für die also gekennzeichneten Baffermänner mit aller Lungen- kraft einzutreten. Der Kandidat der Bündler General v. Jogwitz hat bereits einen Aufruf an seine Wähler erlassen, in dem auf- gefordert wird,„dem Kandidaten aller vereinigten Batcrlandssreunde, Herrn Bassermann" ihre Stimmen zu geben.— Der entrechtete Hausminifier. In derselben Rede, in der der Minister des königlichen Hauses, Herr v. Wedel- Piesdorf im Hcrrenhause den Plan entwickelte, daß man den Arbeitern, die keine direkten Steuern zahlen und noch nicht 3V Jahre zählen, das Wahl- recht entziehen müsse, erklärte cr sich auch gegen das preußische Dreiklassen-Wahlsystcm, das ihm z u plutokratisch sei. Mit Erstaunen vernahm man. wie ein An- Hänger der schwärzesten Reaktion gegen das Wahlrecht eiferte, das der Minister v. H a m m e r st e i n als das beste aller Wahlsysteme gepriesen hatte. Das Rätsel löst sich sehr einfach. Herr v. Wedel, der berufene Retter des Vaterlandes und königliche HauSmimster, hat bei den letzten Landtagswahlen wie Graf B ü l o w, Graf Posadowsky und andre als Wähler dritterKlasse gewählt, während ihm der Hofschlächtermcister Heffter und der Bankier v. Mendels- söhn als„Erstklassige" stolz voranschritten. Kein Wunder, daß Herr v. Wedel gegen ein solches Wahlrecht rebelliert. Würde er keine Steuern zahlen und einer Klasse angehören, deren Mitglieder zahlreich noch vor dem Eintritt des dreißigsten Lebensjahres von einer mörderischen Wirtschaftsordnung dahingerafft werden, jo würde er sicher gegen die Pläne der königlichen Hausministers die rote Fahne der Rebellion erheben. Doch: was er nicht will, was man ihm thu'. fügt er getrost den andern zu!— Centruin und Herrenhaus. Die„Germania" ruft zum Eni- rüstungssturm gegen das Herenhaus auf: „Gegenüber derartigen unglücklichen Entgleisungen im Herrenhause, die übrigens in dieser Frage der Bekämpfung der Social- demokratie und der Abänderung des Reichstags- Wahlrechts nicht mehr neu und darum auch weniger aufregend siud, muß sofort und auf das entschiedenste P r o t e st eingelegt werden. Die einzelnen Redner im Herrenhanse haben alllein die Verantwortung für folche Ausführungen zu tragen, welche der Socialdemokratie eher nützen als schaden." Frommer— Wind! Im Herreuhause sitzen genug Centrums- Mitglieder, z. B. Graf Ballestrem. Die Herren haben aber sämtlich " = Selbstmord wegen Mißhandlung. " Kein töniglicher Brinz gegen die Hereros Ein Blatt meldet: Die Teilnahme des Prinzen würde auch nur den ohnehin so unerhört kostspieligen Feldzug unnötig verteuert haben. " Ausland. Spanien. Parlamentarifches. Die Oftafrika- Bahn. der geschwiegen. Und die„ Germania" erinnert sich doch noch wohl, daß Nachteile aus der Behandlung nicht erwachsen sind und billigt dem gerade gefalle; es sei Zeitverschwendung, sich mit seinen Plänen zu auch Herr Bachem, der Centrum- ,, Demokrat", unlängst im Abgeordneten- Angeklagten mildernde Umstände zu, weil er gereizt gewesen sei und befassen, bevor wenigstens das notwendigste Material zur Be hause das Reichstags- Wahlrecht verurteilt hat! seine Führung mit Recht gut!" bezeichnet ist, und verurteilt ihn urteilung herbeigeschafft worden sei. Abg. Spahn teilte mit, daß er Das Hallesche Kornhaus in der Klemme. Ein äußerst interessanter zu drei Wochen Mittelarrest. Der Vertreter der Anklage hatte fünf als Referent auch nichts von der Aenderung der Trace erfahren habe. Civilprozeß entwickelt sich bei dem Landgericht in Halle, so berichtet Wochen beantragt. Abg. Dr. Dietrich bemängelte ebenfalls, daß über die Aenderung man uns unter dem 11. Mai von dort. Bekanntlich erschien nach der Trace nicht einmal eine Andeutung gemacht Deutsch- Südwestafrika. jeder ungünstigen Nachricht, die von dem Halleschen Kornhaus an worden sei. Der wirtschaftliche Aufschwung der Kolonie sei nur die Deffentlichkeit drang, ein Beschwichtigungsdementi. Jetzt ist nun Hamburg, 14. Mai. Der Dampfer Palatia" der Hamburg- denkbar durch den Bau von Bahnen: entweder müsse man also aber die Gelegenheit geboten, einmal festzustellen, wie das Kornhaus Amerika- Linie wurde von der Reichsregierung für die Beförderung Bahnen bauen oder die Kolonien aufgeben. Abg. Ledebour: steht. Die Genossenschaft flagt gegen einige Mitglieder auf Zahlung eines Teiles der nach Südwestafrika zu entfendenden Verstärkungen Die Aenderung der Trace sei nicht etwa bedeutungslos, wie auch der erhöhten Beträge für die Geschäftsanteile. Die Beklagten werfen gechartert. Der Dampfer wird am 17. Juni mit 39 Offizieren, Abg. Arendt und andre Freunde der Vorlage zugestanden hätten. der Genossenschaft, die schon längere Zeit mit Unterbilanz und mit 671 Mann und 919 Pferden die Ausreise nach Swakopmund antreten. Ueber alle wichtigen Fragen fehle noch jede Auskunft. Der fremdem Getreide spekuliert hätte, Verschleierung vor. Der Kolonialdirektor behauptete, die Tracenänderung liege innerVertreter der Genossenschaft stellt dagegen in Abrede, daß sich das halb der Kompetenz der Verwaltung natürlich mit Genehmigung Kornhaus jemals in einer so prefären Lage befunden hätte. Die des Reichstages. Abg. Richter wies darauf hin, daß es vom Stands Die Nachricht der Dtsch. Kolonialztg.", Prinz Joachim Albrecht punkte des Kolonialdirektors einfacher sei, nicht mit einer Kommission, Civilfammer vertagte den Termin und beschloß, die Direktoren der von Preußen, der Sohn des Regenten von Braunschweig, sondern nur mit den Freunden seiner Projekte zu verhandeln. Genossenschaft als Zeugen zu vernehmen. Auf die Beweiserhebung werde an den Kämpfen gegen die Hereros teil- Früher sei die Centralbahn eine Lebensfrage" gewesen, jetzt sei die darf man gespannt sein. nehmen, trifft, wie wir aus guter Quelle vernehmen, nicht zu. Stichbahn eine Lebensfrage". Von Kennern der Kolonien werde Thatsache ist allerdings, daß der im 28. Lebensjahre stehende behauptet, daß die Erträgnisse des Landes sich überhaupt nicht zum Prinz schon vor einiger Zeit den dringenden Wunsch geäußert Bahntransport eigneten. Abg. Ledebour stellte den Antrag, die Am 25. September v. J. erschoß sich in Hannover der Einhat, in Südwestafrika ein Bataillon zu führen. Der Prinz hat Verhandlungen zu vertagen, bis die vom Kolonialdirektor in Ausjährig Freiwillige Cordes von der 6. Compagnie des sich auch bemüht, diesem Wunsche Geltung zu verschaffen. Wie sicht gestellten Berichte eingegangen feien. Der Vorsitzende Infanterie- Negiements Nr. 73 in demselben Augenblick, als er eine berlautet, soll er am letzten Geburtstage seines Vaters denn auch legte dar, daß die Diskussion nicht definitiv abgeschlossen werde, dreitägige Arreststrafe antreten sollte. Der Selbstmord deffen Genehmigung zur Teilnahme an den füdwestafrikanischen sondern nach den Pfingstferien fortgesetzt werden solle; bis erregte einiges Aufsehen als unser hannoversches Parteiblatt mitKämpfen erhalten haben. An der maßgebenden Stelle dahin könnten alle Wünsche der Kommission befriedigt werden. teilte, daß gegen Cordes im Manöver die unglaublichsten Chikanen stieß er jedoch mit seinem Wunsche auf unüberwindlichen Bei der Frage des Kostenanschlages und der Widerstand. verübt worden sind. Von dem Fähnrich Henniges war er in Finanzierung bemerkte Abg. Müller, daß überhaupt noch gar nichts Sicheres mitgeteilt worden sei: Die Banken wollten anunqualifizierbarer Weise beleidigt worden. Er ließ sich das nicht scheinend einen Gewinn von 3/2 Mill. Mark bei dem Geschäfte machen. gefallen sondern zeigte den Fähnrich an, so daß dieser Geheimrat Dr. Helfferich legte dar, daß ein genauer Kostenbestraft wurde. Seit dieser Zeit hatte Cordes keinen guten Tag anschlag nicht vorgelegt werden könne, weil die Bahn ja noch gar mehr. Man ärgerte ihn auf alle mögliche Weise, ihm wurde der Helm nicht traciert sei. Die Gesellschaft müsse ihr Kapital bedeutend mit Kot gefüllt, die Säbeltroddel gestohlen, die Stiefel und Teile höher ansetzen, als die Baukosten betrügen, um auf alle Fälle gefeines Zeltes entwendet und dergleichen mehr. Die drei Tage Spanische Justiz. Der oberste Gerichtshof hat das Urteil des rüstet zu sein. Der Gewinn der Deutschen Bank, der Diskonto. Arrest erhielt er, weil er dem Hauptmann von Hohnhorst Kriminalgerichts zu Oviedo bestätigt, welches den Genossen gesellschaft bestehe lediglich in dem Kursgewinn an den Anteilen. unrichtigerweise angab, er habe sich das Kopfhaar ent- igil, Redakteur der Aurora Social" zu drei Jahren, Abg. Dr. Dietrich fand, daß das Großfapital hier in der That sprechend dem Befehle schneiden lassen. Vor Antritt der Arrest- sechs Monaten 21 Tagen Gefängnis sowie zu 250 Befetas Opfer zu bringen scheine. Der innere Wert der Anleihe stehe nicht strafe suchte er den Hauptmann auf, um ihn um Verzeihung zu Geldstrafe verurteilt hatte und zwar wegen Verhöhnung der Religion über 95 Proz. Aber der alcatorische Charakter der Anauf Anzeige des Domherrn Arboleya, Redakteur der Zeitung„ El leihe Ser der Sache entspreched. h. die Lotteriechance, bitten. Erlaß der Strafe erwirkte er aber nicht. Wegen Veröffent- Carbayon". Die Staatsretter beglückwünschen sich zu dieser Helden- daß man 120 für 103 M. wiederbekommen könne, werde den Kurs lichung dieser Thatsachen war gegen den Volkswillen" und das that der Reaktion, die unsern mutigen Vorkämpfer auf lange Zeit treiben. Boltsblatt" für Halle ein Strafverfahren eingeleitet, unschädlich gemacht hat. Nach einer kurzen Diskussion vertagte sich die Kommission auf das aber wegen Zurücknahme des Strafantrages seitens des Hauptnächsten Dienstag oder auf den zweiten Tag nach den Ferien. manns v. Hohnhorst und Majors v. Heimburg eingestellt wurde. Rußland. Der„ Volkswille" erhielt aber vom kommandierenden General eine Ausplünderung der finnländischen Staatskasse. Wie„ Rizaus Börsengeseh- Kommission. Zu Beginn der Freitag- Sigung, Berichtigung in der es hieß:„ Daß Leute des älteren Jahrganges Bureau" aus Helsingfors meldet, wurden am 5. Mai auf Befehl des über die wir heute nachträglich berichten, giebt Reichssich während des Manövers Uebergriffe und Quäle Senats fünf Millionen finnländischer Mark von der finnländischen bank- Präsident Koch eine Darstellung geldverteuernden Staatskasse ant die reien gröblichster Art gegen Cordes haben zu Schulden Finanz- Hauptkasse ausbezahlt, und zwar auf Grund Helsingforser der Filiale russischen Wirkungen des Terminhandels- Verbots an Hand der Geldmarkteines statistik der letzten Jahre. tommen lassen, ist bedauerlicherweise durch die Untersuchung fest faiserlichen Börsenkommissar Hemptenmacher Reskripts ant den General Gouverneur gestellt. Da Cordes von diesen Vorgängen in keinem Falle eine 21. April 1904, das so lautet:„ Auf unterthäniges Ansuchen haben geschäfts durch das Kassageschäft, zumal nach Preisgabe auch des vom zeigt an konkreten Fällen, wie in Berlin der Ersatz des Termins Meldung erstattete, kann die Bestrafung der Schuldigen erst wir es für gut befunden, gnädig zu befehlen, daß von den finnischen Stassacontogeschäfts, infolge der Reichsgerichts- Entscheidung, den jezt auf Grund der angestellten Ermittelungen erfolgen." Staatsmitteln zur Bestreitung solcher Ausgaben im finnischen Militär- Geldmarkt erschwert habe. Spekulation sei auch in der Form des Am Mittwoch hatten sich nun vier Reservisten und ein aktiver distrikt, die keinen Aufschub leiden, fünf Millionen finnischer Mark Kassageschäfts sehr wohl möglich. Der Terminhandel wirte je nach Soldat, der zur Aburteilung dem bürgerlichen Gerichte überwiesen als Vorschuß auf den Beitrag ausbezahlt werden, den die finnische den Umständen preisausgleichend oder in gegenteiligem Sinne; im worden ist, vor der Straftammer in Hannover zu verant- Staatsverivaltung zu den militärischen Ausgaben des Kaiserreiches allgemeinen aber preisausgleichend. Das Verbot habe sehr schädigend auf den Handel gewirkt. worten. Einer der Angeklagten war in Untersuchungshaft. Den An- zu leisten hat." Abg. Gamp hält es gar nicht für nützlich, daß die Preisschwankungen ausgeglichen werden. Der Antrag Kaempf, geklagten wurde zur Laft gelegt, Cordes durch mehrere selbständige Handzu§ 50, der das Verbot des Börsenterminhandels in Anteilen von lungen vorfäßlich körperlich mißhandelt zu haben und zwar mittels Bergwerks- und Fabrikunternehmungen gestrichen haben will, wäre gefährlichen Werkzeuges, indem sie ihn beim Ererzieren nur annehmbar, wenn derselbe durch seinen, Gamps Antrag, der die auf der Bult und auf dem Waterlooplaze in das Gesäß ge= Zulassung dieses Handels von der Genehmigung der Vorstände und treten und mit dem Gewehrkolben gestoßen haben Reichstages mit einer kleinen Mehrheit der Bau einer Eisenbahn will, modificiert werde. Bor zwei Jahren wurde in der Budgettommission des Generalversammlungen der betr. Unternehmungen abhängig machen sollen. Die Anflage nahm an, daß diese Mißhandlungen in dem zwischen Daressalam nach Mrogoro in Ostafrika beschlossen; das regierung zustimmen müsse, lasse er fallen. Abg. Colshorn Die Bestimmung, daß die LandesVerstorbenen das Gefühl hervorgebracht haben, er fände bei plenum hat aber dieses Projekt unerledigt gelassen. Die Regierung erklärt sich für den Antrag Kaempf, obwohl er nicht an die stets seinen Kameraden keine Liebe und bei seinen Vorgesetzten vill nun einen neuen Versuch machen im Vertrauen auf die Be- günstige Wirkung des Terminhandels glaube. Die Spekulation feinen Schutz. Damit sei die Ursache zu dem Selbstmorde willigungslust des Centrums. Der Referent Abg. Dr. Spahn habe mit dem Verbot nicht aufgehört. Wer wie die Herren gegeben. Die zur Anklage stehenden Strafthaten sind aber alle trat am Freitag in der Generaldiskussion lebhaft für den Bau der Gamp und Genossen expansive Weltpolitik treiben wolle, geschehen vor dem Manöver und nachdem Cordes die Anzeige gegen Bahn ein und erklärte, daß die geforderte Binsgarantie von dürfe den Kaufmann in seiner Bethätigung nicht einengen. den Fähnrich erstattet hatte. Als Zeugen wurden einige jetzt nicht 686 000 M. pro Jahr zum Teil durch" Ersparnisse in der Verwal- Der Kaufmann, nicht der Assessor, mache die Kolonialpolitit. mehr aktiv dienende Lehrer vernommen. Die Zeugen meinten zum tung" der Kolonie wieder hereingebracht werde. Abg. Bernstein stellt an den Bankpräsidenten Koch die Teil, daß die Mißhandlungen nicht vorsätzlich begangen seien. Mit lichen Interessen bei der neugewählten" Trace ebenso bedeutend feit für die Banten zurückzuführen sei, größere Summen disponibel Auf die Fragen des Abg. Müller Fulda, ob die wirtschaft Anfrage, ob die Versteifung des Geldmarktes auf die Notwendigs bem Gewehrkolben sei Cordes nur beiseite geschoben". Andrerseits seien wie die bei der früheren und ob man das Projekt einer zu halten. Aus der bloßen Hin- und Herschiebung von Geld beim wurde aber festgestellt, daß einer der Angeklagten, Engelke, Cordes Centralbahn definitiv fallen gelassen habe, antwortete der Solonial Rauf erkläre sich das noch nicht. Bankpräsident Koch meint, daß. mit dem Gewehrkolben absichtlich gestoßen, ihn absichtlich mit dem direktor: Die neue" Trace brauche nur einen Gebirgspaß statt letzteres doch der Fall sei.-Handelsminister Möller führt aus, Stiefel in das Gesäß getreten hat und zivar beim zweier zu überschreiten; über die Bevölkerung der von der neuen daß das Börsengesetz im allgemeinen schädlich unzweifelhaft auf unsre Egerzieren und im Korridor der Kaserne. Er Linie durchschnittenen Gebiete könne er leider keine Angaben machen; Volkswirtschaft gewirkt habe. Andrerseits seien es gewisse moralische wurde zu 30 M. Geldstrafe verurteilt, die übrigen aber frei von gewissen Seiten sei befürwortet worden, die Bahn im Gebirge Wirkungen, die die Gefeßgeber seiner Zeit beabsichtigt hätten, um enden zu lassen, das wolle man aber nicht thun; damit wolle man derentwillen die Regierung von einer tiefergreifenden Aenderung zur gesprochen. noch nicht aussprechen, daß man eine Centralbahn wolle, aber man Beit Abstand genommen habe. Die Strafthaten im Manöver find erst nach der Veröffent- wolle fich auch die Möglichkeit eines Weiterbaues nicht abschneiden. lichung im„ Boltswille" festgestellt, die Thäzer sind aber nicht er- Abg. Ledebour meinte, es sei überaus merkwürdig, daß der daß außer den Verwaltungsbehörden eine Dreiviertel- Mehrheit der Ein Antrag Semler will den Antrag Gamp dahin abändern, mittelt. Der Feldwebel Mollenhauer sagte als Zeuge, er Kolonialdirektor auf die einzelnen Fragen des Abg. Müller gar keine Aktieninhaber die Zulassung zum Terminhandel genehmigen müsse. habe von der abscheulichen Beschmutzung des Helmes gleich Antwort habe geben können. Der Kolonialdirektor habe sich auf eine Abg. Kaempf: Die Summen, die die Abwickelung des Kassaeinige Tage nach dem es passiert ist, Kenntnis gehabt! Gemeldet Studienreise berufen,, im Auftrage von Intergeschäfte erfordert, feien so beträchtliche, wie er für seine eigne hat er es aber nicht! Ein andrer Zeuge daß essenten" unternommen worden sei. Das beweise, daß die ganze Bant nachweisen könne, daß dieses Moment zweifellos den Binsfa fagte, man dem Verstorbenen nicht so behandelte, wie die übrigen. Was Vorlage nicht einmal ordentlich vorbereitet worden sei. Das erhöht habe. Der Terminhandel entwickelt sich erst, wenn ein Kolonialamt folle die bevorstehenden Ferien dazu benußen, erst ein größeres Interesse für ein Papier fich bildet, also eine größere Zahl man bei anderen nicht sah, das fand man bei Cordes. Der Grund mal das Material zur Beurteilung des ganzen Projektes zusammen von Personen sich beteiligt, wodurch die Preisbildung eine ge dafür war nach Ansicht des Zeugen, weil er den Fähnrich gemeldet zustellen. Der Kolonialdirettor bemerkte, der Reichstag habe sichertere werde. Die Bestimmung des Antrags Gamp, daß die Mehrhat. Auch der Hauptmann von Hohnhorst scheint gefehen die Mittel zu einer ordentlichen Tracierung feiner Zeit verweigert. Heit der Generalversammlung eines Unternehmens zustimmen müsse, zu haben, daß der Angeklagte Engelke den Cordes ins Gesäß ge- Mit der Ausarbeitung des Projektes habe sich ein Bankenkonsortium wenn das Papier auf Termin gehandelt werden solle, sei undurchs treten hat, denn ein Zeuge befundete, daß der Hauptmann zu befaßt. Die Berlegung der Trace habe er Herrn Müller- Fulda führbar. Abg. Schwarze Lippstedt erklärt für seine Freunde, Engelfe gesagt hat: Wenn Du jemand in den A.... treten lediglich privatim mitgeteilt. Abg. Dr. Sattler: Von der neuen daß sie die Abänderungsanträge mit samt der Vorlage ablehnen. willst, dann thue das nachher! Daß die Aeußerung gerade in Be- Linie erfahre man in dieser Sigung zum erstenmal! Der Kolonial- Abg. Singer: Die Ausführungen der Regierungskommissare laſſen die Ergebnisse der neueren Studienreisen der die nötige Entschiedenheit vermissen. ziehung auf Cordes gethan ist, will der Zeuge nicht behaupten. Bei direktor müsse Wolle man konsequent wie die Aussagen der Zeugen erwiderte, daß die Resultate der neuen Studienreise leider noch beseitigen. Der Terminhandel in Waren sei volkswirtschaftlich notKommission erst zugänglich machen. Der Kolonialdirektor fein, fo jeder Gelegenheit hat man, das Terminhandelsverbot generell ergaben, Cordes gefoppt und Als geärgert. die gar nicht vorlägen! Das Material würde noch vorgelegt wendiger als der in Papieren. Darum sei das Ziel des Antrages Beschmutzung mit dem Helm passiert war, ift gerufen, werden. Abg. Dr. Süd ekum wendet sich mit scharfen Worten Kaempf, den Terminhandel nur für Börsenpapiere zu gestatten, nicht damit sich Cordes ärgern soll:„ Helm her, ich muß gegen die Kolonialverwaltung und gegen ihre leichtfertige Art der zu befürworten, wenn er nicht dahin erweitert werde, daß der sch... Wer aber der Thäter ist, das konnte nicht Vorbereitung der Gesetzesvorlagen. ganze Absatz 2 des§ 50 gestrichen werde. Im übrigen könne er die ermittelt werden. Ein Angeklagter hatte den Cordes deshalb nicht Abg. Graf Arnim: Es sei ja allerdings bedauerlich, daß man Meinung des Abg. Kaempf von dem ethischen Wert der Börse nicht leiden können, weil er, nachdem er kaum erst eingetreten, sich über die Bevölkerung im Bahngebiet nichts wiffe, aber die Neger teilen. Abg. Mommsen erklärt, daß er würden schon an die Bahn ziehen. Abg. Müller Fulda bemerkte, verständlich für die Beseitigung selbst gegen die Angriffe eines älteren Kameraden für die Beseitigung des Verbots auch für den verteidigt habe!! Alles in allem: der Vorsitzende des Ge- die Verlegung der Trace erhalten habe. Die neue Linie erscheine aber absolut unerreichbar sei, so sei doch kein Grund vorhanden, der dag er erst von einem Bahnunternehmer Mitteilungen über Warenterminhandel sei. Da die Beseitigung desselben zur Zeit daß richts hatte wohl das richtige getroffen, als er den einen Zeugen ihm besser als die frühere. Da Anfangspunkt und Endpunkt gleich jetzt eventuell erreichbaren Beseitigung des Verbots für den Effektenfragte: ,, Also Sie meinen, daß mit Cordes Schindluder getrieben ift?" geblieben feien, so sei die Aenderung der Trace gleichgültig. Ab handel entgegenzutreten. Abg. Graf Schwerin glaubt nicht an Merkwürdig bleibt nur, daß man die Thäter für die andren geordneter Richter wies darauf hin, daß früher schon 100 000 M. Die preisausgleichende Wirkung des Terminhandels. Wenn der UmStrafthaten nicht findet. vom Reiche für Borarbeiten bewilligt worden seien. Es sei sehr fat infolge der Börsengefeße zurückgegangen sei, so sei das eine sonderbar, daß die Aenderung der Trace lediglich im Privat- erwünschte und nützliche Wirkung. Die Abstimmung ergiebt Ein„ minder schwerer Fall". gespräch mit Herrn Müller erledigt worden sei. Im Bahn die Ablehnung der Anträge Kaempf, Gamp und Semler. Die Wegen Mißhandlung eines Untergebenen hatte gebiet fomme man auf eine Durchschnittsbevölkerung von Regierungsvorlage bleibt demnach unverändert. Nachste Sizung sich vor dem Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt der frühere circa vier Köpfen auf einen Quadratkilometer. In den unbestimmt. Maurer und jetzige Gefreite Hermann Heß aus Wasungen Missionsberichten könne man ganz andre Schilderungen lesen, als in von der 1. Compagnie des Regiments Nr. 96 in Gotha am Mittwoch den Berichten der Regierung. In dem ganzen Bezirke habe man zu verantworten. Als Korporalschaftsführer sah er eines Morgens zwölf Weiße: fünf Missionare, sechs Schußtruppen- Beamte und vor dem Dienstantritt die Gewehre seiner Korporalschaft nach und einen Händler( 1); Plantagen gäbe es überhaupt nicht. Aus liegen Nachrichten über bedeutendere Zusammenstöße auch heute nicht fand das Gewehr des Musketiers Bark verrostet. Der Angeklagte den Ausführungen des Kolonialdirektors gehe hervor, daß man den vor. In Niutschwang umlaufende Gerüchte, daß bei Liaojang stieß nun den Bark in den Verschlag und versetzte ihm fünf bis sechs Plan der großen Seenbahn nicht aufgegeben habe. Abgeordneter Ohrfeigen, die der Geschlagene dadurch abzuschwächen suchte, daß er Dr. Arendt meinte, man dürfe die Bahn nicht so anlegen, daß ein scharfes Gefecht stattgefunden habe, sind bis jetzt unbestätigt die Hände hoch hielt. Der Gefreite rief nun: Hände weg Kopf man die Weiterentwicklung unmöglich mache. Mit der Bahn solle geblieben. hoch!" und schlug zu. Danach trat er den B. mit dem Fuß, daß er erst nuh bringender Verkehr geschaffen werden; Plantagen würden aus dem Verschlag hinausflog, verfolgte ihn mit einem Stock und dann schon entstehen. Ga wäre wünschenswert gewesen, schlug ihn dreimal damit über den linken Arm. Der Mißhandelte wenn das Kolonialamt landeskundige Hilfsarbeiter der Komfühlte in der Nacht den ihn schmerzenden Arm. Der Gefreite hatte mission zur Verfügung gestellt hätte. Eine Afrikabahn sei aber sein Mütchen noch nicht gekühlt, gab dem B. noch einige Fauft- immer mehr oder minder eine Sache des Vertrauens. Der schläge ins Genick und einige Shrfeigen und warf zweimal mit einem Kolonialdirektor sagte, die Studienreise des BankenSchemel nach ihm, wodurch er einmal getroffen worden sein tonsortium habe nur eine feste Trace gesucht. Wenn die will. Auch rief der Gefreite klopfpeitschen raus, Fenster Mehrheitsparteien wünschten, dann könne man ja auch die zu!", welchem Wunsche aber die übrigen Mannschaften nicht nach alte Trace wählen. Abg. Dr. Südekum stellte die Planlosigkeit famen. Der Angeklagte ist geständig, wollte aber dem B. nur einen im Vorgehen der Regierung ins rechte Licht. Die Kolonialverwaltung Dentzettel geben, im übrigen ihm nicht wehe thun. Das wisse selbst nicht recht, was sie eigentlich wolle. Der KolonialGericht nimmt einen minderschweren Fall( 1) an, da dem Mißhandelten direktor ließe sich ja seine Vorlagen ummodeln, wie es der Kommission den ... " # müſſe man Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz Ueber den Vormarsch der Japaner wird dem Tag" gemeldet: Petersburg, 14. Mai. Die Japaner rücken immer weiter vor, während die Russen in das Innere der Mandschurei zurückgehen und ihre beobachtete Position an der Grenze aufgeben. Täglich wird ein entscheidender großer Kampf erwartet. Gegen Port Arthur haben die Japaner zwei Divisionen aufgestellt, gegen die russische HauptStreitmacht jetzt sieben Liniendivisionen und wahrscheinlich ebenso biel Referbebrigaden. Die sieben Liniendivisionen umfassen 84 Bataillone, 21 Eskadrons, 42 Batterien mit 252 Geschüßen, und 7 Sappeur- Bataillone. Dazu kommen noch 9 Festungs- ArtillerieBataillone. Die japanische Feldarmee beträgt also etwas über 100 000 Mann mit 270 Geschützen. Die sieben Reservebrigaden werden auf 28 Bataillone, 7 Estabrons, 7 Batterien und 3 Compagnien Sappeure, also auf ungefähr 20 000 Mann und 42 Geschüße veranschlagt. General Kuropatkin scheint demgegenüber die Initiative zu einem größeren Kampf den Japanern überlassen und auf der inneren Linie operieren zu wollen. Die Jolierung Port Arthurs. Niutschwang, 14. Mai. Die Japaner fahren fort, Truppen in Bitfewo zu landen. Die Eisenbahnverbindung ist wieder abgeschnitten und die Bahn auf einem Abstand von 17 Meilen zerstört. Die wenigen hier zurückgelaffenen Truppen sind nach dem russischen Lager, drei Meilen östlich von Niutschwang, gebracht worden, das thatsächlich ungeschützt ist. Russische Streifcorps in Korea. Söul, 13. Mai. Hier gehen beständig Berichte ein über weitere Ansammlung von russischen Truppen im Norden bon Korea. Der Gouverneur von Ham- Gyong- do berichtet, daß 2000 Mann in dieser Provinz verteilt seien; 450 in Kjöng- Söng an der Küste, die andren im Innern des Landes lebend; es heißt ferner, daß 700 Mann in Kwichesig nördlich von Chongdschu wären. Aus Induftrie und Handel. A. Riebecksche Montanwerke. In der heute hier in Berlin abgehaltenen Sigung des Aufsichtsrates der A. Riebeckschen Montanwerke, Attiengesellschaft zu Halle a. G., kam die Bilanz für das am 31. März d. J. abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Gewinn- und Verlust- Rechnung zur Vorlage. Der Bruttogewinn beträgt einschließlich des Gewinnvortrages von 78 457,98. 3 442 937,69 M. ( gegen 3 448 780,85 m. bei 84 343,55 M. Vortrag im Vorjahre). Nach Abzug der Geschäftsunkosten und der Abschreibungen( leßtere 997 339,55 M. gegen 955 763,62 M.) verbleibt als Reingewinn 1 776 032,43 M. Es wurde beschlossen, der zum 24. Juni cr. nach Halle a. S. einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 12 Broz.( wie im Vorjahre) vorzuschlagen folvie nach Dotierung des Ertrarefervefonds und nach Abzug der statutenmäßigen Tantiemen den verbleibenden Rest von 72 018,93 Mart auf neue Rechnung vorzutragen. Der bisherige Verlauf des am 1. April begonnenen Geschäftsjahres wurde als recht zufriedenstellend bezeichnet. Bank für Bran- Industrie, Berlin. Der Rechnungsabschluß für das Jahr 1903 ergiebt einen Reingewinn von 527 036 Mark( i. 2 353 786 Mark), aus dem eine Dividende von 51 Proz. gegen 4 Proz im Vorjahre ausgeschüttet werden soll. " heute nicht, was aus ihnen wird, ob sie von der Deutschen Bant mitübernommen werden. Der Bäckerstreik. Wie die Meister Stimmung machen. den Einsendern in jedem Falle persönlich zu antworten, und dankt den Einsendern deshalb auf diesem Wege für ihre lebhafte Anteilnahme an der Bewegung der Bäcker. Noch kurz vor dem Streik versicherten die Innungsführer ihrer Eine Richtigstellung, um die uns die Streifleitung ersucht, bringen Gefolgschaft in stolzer Siegeszuversicht:„ Wir werden den Gesellen wir zur Kenntnis der Interessenten: Herr Hein, einer derjenigen eine Niederlage bereiten, daß wir zehn Jahre Ruhe haben!" Es Bäckermeister, die sich im„ feinen Ton" etwas besonders leisteten, ist anders gekommen, wie die Innungsvorstände dachten. Nicht die wohnt nicht Jagowstraße 10, sondern Jagowstraße 20. Der BäckerGesellen, sondern die Meister haben eine Niederlage erlitten, an die meister, welcher Jagowstraße 10 wohnt, ist nicht an den gekenn sie lange denken werden. Es ist ja begreiflich, daß die Innungs- zeichneten Rüpeleien beteiligt. führer, die ja allein schuld daran sind, daß den Bädermeistern diese Herr Bäckermeister Höselbarth, Pappel- Allee 14, der jetzige Situation bereitet worden ist, das Publikum durch unwahre Zeitungs- Inhaber der ehemals Broffigschen Bäderei, teilt uns mit, daß er nachrichten über die Situation des Kampfes zu täuschen suchten. den Fragebogen der Lohnkommission nicht in der von uns mitgeteilten Diese aus den Innungsbureaus stammende Nachrichten sind aber so Weise beantwortet habe. Die Sendung der Lohnkommission sei an widerfinnig, daß man annehmen muß, die Innungsgrößen haben unter den früheren Inhaber der Bäckerei, Herrn Brossig, adressiert der Wirkung ihres Reinfalles auch noch die letzte Spur von Logit gewesen und von seiner Schwester zurückgewiesen worden, weil diese und flarer Ueberlegung verloren. In einer Zeitungsnotiz, die am glaubte, eine Postsendung nicht annehmen zu dürfen, welche nicht Freitag den Weg vom Innungsbureau in bürgerliche Blätter fand, den Namen des jeßigen Inhabers trug. Ob die Post die Zuſchrift wird dem Publikum u. a. dieser Unsinn aufgetischt: der Streiffommission nun an den Absender zurück oder aber an den Unter dem Boykott seitens des kaufenden Publikums haben die früheren Besizer der Bäckerei weiter beförderte, sei ihm natürlich Bäckermeister im Westen, Centrum und inneren Norden so gut wie unbekannt. Auch er verurteilt, wie Herr Bädermeister Wiene de gar nicht zu leiden. Das Publikum nimmt hier nicht den geringsten in Pankow, diesen Unfug. Anteil am Streif, und so konnten die hier domizilierenden Bäckermeister am Himmelfahrtstage ihren bedrohten Kollegen in den Arbeitervierteln durch Abgabe von Badwaren thatkräftig zur Seite stehen." Die Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Die Berliner Gewerkschaftskommission ersucht uns, den Gewerke schaften und Parteigenossen bekannt zu geben, daß am Mittwoch, den 18. Mai, abends sechs große Volksversammlungen stattfinden, welche sich mit dem Bäckerstreit und den Kundgebungen der Bäcker- Innungen beschäftigen werden. gangen. wieder an= In der That, ein schwer zu lösendes Rätsel. Wo nehmen die Bäckermeister, denen ihre Stunden treu geblieben sind, die Ware her, um denjenigen„ thatkräftig zur Seite zu stehen", von denen das Bublifum nichts faufen will? Und wozu brauchen denn die boykottierten Meister, die ihre Ware selber nicht los werden, noch die that fräftige Unterſtüßung" durch Warenlieferung seitens ihrer Kollegen? Wie man sieht, hat der unerwartete Ausgang des Streits eine Zur Differenz in den Hauptwerkstätten der Großen Berliner heillose Verwirrung in den Köpfen der Innungsführer angerichtet. Straßenbahn. Beschlußgemäß fand gestern abend wieder eine Ver Aber nicht nur durch Unsinn, sondern auch durch unwahrheiten suchten sammlung der Werkstattarbeiter statt, die außerordentlich stark bedie Innungsgrößen Stimung zu machen und die verlorene Pofition fucht war. In derselben wurde folgendes mitgeteilt: Wie vorauswomöglich zu retten. Man verbreitete die Nachricht, daß am geahnt, haben die drei Stommissionsmitglieder des Morgens auf An Donnerstag Hunderte von Arbeitswilligen aus allen Himmels- weisung des Ingenieurs Wilde ihre Entlassung erhalten. richtungen in Berlin eingetroffen feien, und daß weitere Transporte Beim Bekanntwerden dieser Maßregelung bemächtigte sich der ge= von Streifbrechern am Sonntag folgen sollten. Wir haben bereits famten Arbeiter erneut eine große Erbitterung. Etwa 300 an der am Sonnabend mitgeteilt, daß der Zuzug von Arbeitswilligen nur recht Bahl verließen fie ihre Arbeitspläße und gingen nach dem Bureau, dürftig ausgefallen ist. Inzwischen hat die Streifleitung festgestellt, um jetzt den Intentionen der Großen Berliner entsprechend ihre daß im ganzen etwa 100 Arbeitswillige eingetroffen sind, die sich aber Beschwerden persönlich bei dem Ingenieur vorzubringen und ohne Ausnahme den Streifenden angeschlossen haben. Wenn die gleichzeitig gegen die Entlassung der Kommissionsmitglieder zu Meister für Sonntag wirklich noch weiteren Zuzug erwartet haben protestieren. Als Herr Wilke diese Schar seiner bisher so willigen sollten, so dürften sie denselben inzwischen wohl abbestellt haben, denn und geduldigen Leute vor dem Bureau aufmarschieren sah, da bekam nach einer Mitteilung, welche die" Bolts- Beitung" gestern auf Grund er es plößlich mit der Angst. Er war offenbar der Meinung, daß Bankenvereinigung und Bankangestellte. von Informationen aus dem Jnnungsbureau in der Chausseestraße auf dem Hofe ein regelrechtes Revolutionchen zum Ausbruch gekommen sei, und dabei beabsichtigten die Leute absolut nichts andres, Hunderte von Bankbeamten füllten am Freitagabend den großen brachte, halten die beiden Innungen den Streit für beendet. Saal der Arminhallen, um an einer vom Centralverband Innungen scheinen also einzusehen, daß sie besiegt sind, wenn sie es als jeder für sich" seine Wünsche und Beschwerden bei ihrem ge= strengen Vorgesetzten anzubringen, ganz so wie es den Arbeitern der Handlungsgehilfen einberufenen Versammlung teil- auch nicht eingestehen wollen. zunehmen, auf deren Tagesordnung das heute überaus aktuelle immer empfohlen war. Herr Wilfe hatte aber jetzt durchaus nicht Eine Rechtfertigungsschrift der Obermeister. Thema: Bantenfusion und Bantangestellte" stand. Das Referat Getrieben von dem Verlangen, zu vetten was noch zu retten das vielgerühmte geneigte Ohr für jeden Beschwerdeführer", sondern hielt Redakteur Georg Bernhard, der folgendes ausführte: ist, erlassen die Obermeister der beiden Bäder- Innungen im Inseraten- telephonierte, so schnell er irgend konnte, nach der Polizei! Es erMan hat früher über uns gefpottet, als vir anläßlich teil bürgerlicher Blätter eine langatmige Erklärung, die den Zwed ſchien auch bald ein Beamtenaufgebot in Uniform und Civil, doch der Entlassung weniger Bankbeamten auf die allen hat, dem Publikum einzureden, daß die Gefellen eigentlich gar keinen zu thun fand es nichts, denn auf einige beruhigende Worte eines angestellten drohende Gefahr hinwiesen. Man nahm damals Grund zum Streit hatten. Die Erklärung der Obermeister giebt eine Kommissionsmitgliedes waren die Arbeiter wieder an ihre Plätze ge= an, daß es sich um Vorgänge handelte, die mit dem schlechten so unwahre Darstellung des Sachverhalts, daß sie nur von ganz ilke und erklärten sich gern bereit, den weiteren Verlauf der Dinge Geschäftsgang zusammenhingen. Rum, jest ist eine beffere Zeit da. untundigen Lefern bürgerlicher Zeitungen für wahr gehalten werden abzuwarten. Die Kommission begab sich hierauf abermals zum Be Die Kurse heben sich, die Emissionsthätigkeit wird wieder sehr leb- fann. Es wird da behauptet, die Innungen hätten die Verhand- abzuwarten. haft, in den Zeitungen wimmelt es wieder von Prospekten. Und lungen mit den Gehilfen nicht schroff abgelehnt, sie wären vielmehr triebsdirektor Mar hold. Dieser hörte die Leute diesmal etwas gerade in einem solchen Zeitpunkt tritt die graue Sorge an die Anzu Zugeständnissen bereit gewesen, aber die Gesellenausschüsse hätten bereitwilliger an. Er erklärte ihnen dann, die Entlassung der gestellten heran. Die Angestellten der Berliner Bant wissen bis feine Vermittlungsvorschläge annehmen wollen, und so habe die Kommissionsmitglieder sofort Streifleitung die Gesellen bewußt in den Ausstand hineingetrieben. nullien 3u wollen, was auch geschehen ist, und versprach, Das ist die alte Weise, der alte Text, herrührend von den be- daß der Kommission am kommenden Montag Gelegenheit gegeben werden solle, als erkannter Vertretung der Arbeiter die Wünsche und Früher waren die Bantbeamten eine bevorzugte Schar von An- fannten Verfassern. Wie ist denn der Streit entstanden? gestellten, die sich durch specielle Kenntnisse auszeichnen mußten. Mit Die Hauptforderungen der Gesellen sind: Abschaffung von Kost Beschwerden derselben einem Direktionsvertreter gegenüber vorzuder Entwicklung des Großbetriebs im Bankwesen ging bei ihnen und Logis im Hause des Meisters und Gewährung eines Mindest bringen. Herr Marhold erkannte auch die Berechtigung der Bederselbe Prozeß vor sich, welcher den Handwerker in den Maschinen- lohnes von 21-25 Mt. pro Woche. Mit den Vertretern der schwerden, die vielfach schon seit Jahren datieren, größtenteils unumarbeiter verwandelt hat. Das Gros der Bankbeamten übt heute organisierten Bädergesellen lehnten die Innungen von wunden an. Auf Grund dieser Erklärung des Betriebsdirektors be= eine rein maschinelle Thätigkeit aus. Trotzdem hat man bei Ihnen vornherein jebe Unterhandlung ab. Um den Schein schloß die Versammlung, das Resultat der Verhandlungen am den Glauben erweckt und Sie haben es geglaubt daß Sie zu wahren, verhandelten sie zwar mit den Gesellenausschüssen, aber Montag abzuwarten. Sollte jedoch bis Montag mittag die Direktion Beamte mit gesicherter Existenz seien, daß Sie einen bevorzugten Bugeständnisse, die man als solche bezeichnen kann, wurden nicht ge- keine bindende Erklärung bezüglich der Forderungen abgegeben haben, so soll zur Durchführung derselben die Arbeitsniederlegung beStand bilden. Um so härter trifft Sie der jebige Schlag. Die macht. Die Lohnforderung bezeichnete man ohne weiteres als un- fo foll zur Durchführung derselben die Arbeitsniederlegung beFusion ist nichts weiter als fapitalistische Konzentration, welcher man annehmbar. Die Abschaffung von Kost und Logis wollte nur die schlossen werden. Deutfches Reich. fich nicht entgegenstemmen kann. Man kann aber verlangen, daß Stonfordia"-Jnnung, und zwar nur für die verheirateten Gesellen, feine Fusionen gemacht werden, für die nicht eine zwingende Not- bewilligen., Als berechtigt erkannten beide Innungen nur die Forderung Straßenbahnerstreik. Ein Privattelegram m meldet uns wendigkeit vorliegt, und daß dabei Rücksicht genommen wird auf die von je einer freien Nacht an den hohen Festen an, aber eine Garantie aus Crefeld: Die hiesigen Straßenbahner sind ausständig. Der Existenz der Angestellten. Die leitenden Personen der Berliner Bant find nicht von der Schuld freizusprechen, daß sie das Geschäft für die Innehaltung dieses Zugeständnisses wollten die Inmungen Betrieb ruht vollständig. Die Ausständigen verlangen eine Lohnnicht geben. Abgelehnt wurde die Bezahlung der gesetzlich erhöhung. in einer Weise geführt haben, welche schließlich die Bank- welche zulässigen Ueberstunden, die Errichtung eines paritätischen Arbeits- Maurer, Steinhauer und sämtliche Hilfsarbeiter in Nürnberg doch das große Kapital verzinsen mußte zwang, nunmehr nachweises, sowie die Einsetzung einer paritätischen Schlichtungs sind von den Unternehmern ausgesperrt. alle möglichen Geschäfte zu machen. Durch diese Dinge hat fommission. Als einziges Zugeständnis blieben also nur die drei man die Existenz der Bank und der Angestellten auf das Freinächte, jedoch ohne jede Garantie für die Durchführung. In Maurerstreik in Mainz. Schon wieder befinden sich die Mainzer Spiel gesetzt. Der Vorwurf, der dem Aufsichtsrat der Berliner allen andern Punkten erfolgte stritte Ablehnung, so daß Maurer im Ausstand. Bekanntlich nahmen diefelben im vergangenen Bant zu machen ist, lautet, daß er einfach seine Bant an den also die Gesellenbertreter, selbst wenn sie von diesen Forderungen Jahre nach zwölf wöchiger Aussperrung die Arbeit be= Meistbietenden verfchachert hat( Lebhafter Beifall), ohne auf die noch etwas hätten ablassen wollen, gar nicht in die Lage famen, über dingungslos wieder auf. Es war den Unternehmern gelungen, einen Interessen der Angestellten Rücksicht zu nehmen. Wenn es wahr diese Punkte mit den Meistern zu verhandeln. Angesichts dieser bedeutenden Zuzug italienischer Arbeitswilliger zu erhalten. Beim ist, daß die Kommerz- und Diskonto- Bank sich bereit erklärt Thatsachen gehört wirklich ein hoher Grad von fagen wir Unber- Beschüßen" diefer für die Unternehmer so nützlichen Elemente ging hatte, mit der Bank die gesamten Angestellten zu übernehmen daß der Aufsichtsrat der Berliner Bank wegen eines Mehr von frorenheit dazu dem Bublikum einzureden, die Meister wären zu die Mainzer Polizei auf Befehl des Kreisamtes in einer dermaßen daß der Aufsichtsrat der Berliner Bank wegen eines Mehr von Zugeständnissen bereit gewesen. Diese Behauptung ist eine traffe Un- fchroffen und schneidigen Weise gegen das Publikum vor, wie es bis1½ Broz. den Zuschlag der Deutschen Bank- ohne irgend welche wahrheit. In Wirklichkeit verhält es sich so: Die Innungsführer lang in Hessen nicht Sitte war. Die sich durch diese polizeilichen Buficherung für die Angestellten gegeben hat so habe ich dafür haben nicht geglaubt, daß die Bädergesellen den Stampf mit ihnen Uebergriffe entividelnden Voltsaufläufe und Zusammenstöße bildeten leinen parlamentarischen Ausdruck.( Beifall.) wagen würden, sie haben noch viel weniger erwartet, daß diefer nachträglich den Gegenstand vieler Gerichtsverhandlungen. Morgen wird jedenfalls die Fusion der Deutschen Genossenschafts- Stampf eine für die Meister so ungünstige Wendung nehmen würde, Anzahl Personen wurden zu minimalen Strafen verurteilt. bank mit dem Concern der Dresdener Bank beschlossen werden. Es war das Unglück der Genossenschaftsbant, daß sie unter frei und nun, da das unerwartete doch eingetreten ist, suchen die Innungs- Maurer beschlossen nun am vorigen Mittwoch mit 614 gegen 22 finniger Leitung nur die unter freisinniger Obhut befindlichen Ge- führer dem Publikum Sand in die Augen zu streuen, und die Schuld Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen, von Freitag ab in den an dem Streik der Leitung des Bäckerverbandes aufzubürden, die den Streit einzutreten. Die Unternehmer hatten nämlich die ihnen noffenschaften berücksichtigt hat, während sie die aufblühenden Streit nicht beabsichtigt hat, die von Anfang an bemüht war, eine schon im Februar dieses Jahres erneut vorgelegten Forderungen Arbeiter Konsumgenossenschaften Bei liegen ließ. dieser Freisinnsbank hätten sich die Wohlfahrtssorgen" für friedliche Vereinbarung mit den Meistern zu treffen, und die selbst abgelehnt und diese Ablehnung wie folgt begründet:" Da wir im jetzt, die Angestellten zeigen müssen. Davon geschah nichts. Ein Teil icht, wo der Sieg auf ihrer Seite ist, noch zu einem für beide Teile Vorzahre durch den langen Ausstand in so erheblichem der Angestellten wird übernommen werden, der andre wird ab- chrenhaften Frieben bereit ist. Mögen die Obermeister fich drehen Maße geschädigt wurden, find wir in diesem Jahre nicht in der und wenden wie sie wollen, die Thatsache bleibt bestehen, daß nur die Lage, auf Ihre Forderungen eingehen zu können." gefunden". Leitung der Innungen in thörichter Ueberschätzung ihrer Macht und st and befinden sich ca. 800 Maurer; alle Bauten liegen Diesmal ist das Spiel verloren. Aber die eine Lehre müssen in Verkennung der wirklichen Verhältnisse den Kampf, der für sie so still. Die Forderungen der Maurer find im wesentlichen nachfolgende: Sie ziehen: Bantbeamte organisiert Euch! Was haben Für alle Maurer ist ein Mindestlohn von 50 Pf. zu zahlen. Gesellen, welche das 20. Lebensjahr noch nicht überschritten, erIhre Bankbeamtenvereine gethan, um Ihnen in der schweren Be- ungünstig verlief, deranlagt haben. drängnis beizustehen?( Stürmische Zurufe: Gar nichts, sie schlafen!) halten einen Stundenlohn von 40 bis 50 f., je nach Leistung; Was haben diese Vereine anläßlich der Entlassungen in der National Auch gestern umlagerten Bädermeister und Bacwarenhändler unter 40 Pf. darf nicht gezahlt werden. Alle Arbeiten sind im bant gethan?( Buruf: Für die Verbilligung der Theaterbillets bas Streifbureau, um die Forderungen der Gesellen zu unterzeichnen. 8eitlohn auszuführen, jedoch soll bei größeren Arbeiten, ivo ausa gesorgt! Stürmische Heiterkeit.) Die Bankangestellten können Wer dies Drängen und Wogen, diese Jagd nach dem rotberandeten wärtige Konkurrenz zu befürchten ist, Accordarbeit gestattet sein, nur vorwärts kommen im Rahmen der allgemeinen Hand- Plakat und der Legitimationstarte nicht mit angesehen hat, der hält aber nur unter Garantie eines Minimal- Lohnfahes von 55 Pf. pro Bislang war der Stundenlohn in lungsgehilfen, ja noch weiter, nur innerhalb der allgemeinen es nicht für möglich, daß Bäckermeister und Händler sich in solcher Stunde für sämtliche Maurer. Arbeiterbewegung auf Grund der Erkenntnis von der Notwendigkeit Weise vor dem Streifbureau drängen, daß man die Thüren verschließen Mainz 40-45 Pf., während in der Umgegend: Frankfurt, Wiesbaden, des Klassentampfes.( Langanhaltender Beifall.) mußte, um sich vor dem Andrang zu sichern, und die Andrängenden fogar in dem nahe gelegenen Dorfe Kostheim, schon seit langem Löhne nur truppweise einlassen konnte, damit eine geregelte Abfertigung von 45-50 Pf. bezahlt werden. möglich wurde. Bis gestern abend hatten # genommen: beiseite und Weitere Erfolge des Streifs. -0 " Eine Die Im Aus= Letzte Nachrichten und Depeschen. In Wilmersdorf feierte am Sonnabendabend ein junges russisches Baar im Witteschen Lokale, Berlinerstr. 40, unter Teilnahme einiger Landsleute seine Verlobung. Plöglich erschien die Polizei auf der Bildfläche und notierte die Namen der Festteilnehmer und brachte sodann die in ihrem harmlosen Vergnügen Gestörten nach der Charlottenburger Grenze. Wilmersdorf war gerettet. In der Diskussion sprach trotz wiederholter Aufforderung keiner. Schließlich wurde nachstehende Resolution gegen vier Stimmen an mehr als 1500 Bäckermeister die Forderungen unterzeichnet. " Die am Freitag, den 13. Mai cr., in den„ Arminhallen", Kommandantenftr. 20, tagende, zahlreich besuchte Versammlung der Weitere Bewilligungen werden im Laufe des heutigen Tages erBankbeamten Berlins protestiert energisch dagegen, daß bei den in wartet. Zu den neuen Bedingungen arbeiten bis der letzten Zeit beschlossenen Fusionen zwischen fleineren Banken und jetzt etwa 3000 Gefellen. größeren feinerlei Rücksicht auf die Angestellten genommen worden Die Organisation hat unter der Einwirkung des Streits eine beist. Sie protestieren namentlich gegen den Beschluß des Aufsichts- deutende Bunahme von Mitgliedern erfahren. Seit Dienstag rates der Berliner Bank, der eines geringen persönlichen Vorteils wegen nachmittag hat der Verband etwa 800 neue Mitglieder eine für die Beamten günstigere Offerte der Commerzbank abgelehnt aufgenommen. hat. Die Versammlung erkennt, daß die Lage der Angestellten, auch Die Jnnehaltung der Forderungen wird durch ältere, mit entwenn diese nicht stellungslos werden, hierdurch immer schlechter sprechender Legitimation versehene Verbandsmitglieder ausgeübt. werden muß, und daß das einzige Mittel gegen die fortgesetzte Die Stontrolle erstreckt sich besonders darauf, daß die Gesellen nicht Hamburg, 14. Mai.( B. H.) Die Brauereien lehnten die aus Herabdrückung der Gehälter nur in energischem, einmütigem Bu- mehr im Hause des Meisters schlafen. sammenschluß besteht, in einer Organisation, wie sie im Central- Das Interesse, welches die Arbeiterschaft an dem Bäderstreit den Wirtevereinen kommenden Einigungsversuche mit den Streifenden verbande der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands ge- nimmt, zeigt sich unter anderm auch darin, daß der Streifleitung ab. Die Gewerkschaftsfartelle von Hamburg, Altona und Wandsbed geben ist." aus Arbeiterkreisen zahlreiche Zuſchriften zugehen, welche Umgehungen, wollen heute über 28 Bierbrauereien den Bierboykott verhängen. mangelhafte Erfüllungen der Forderungen oder sonstige Unregel Mailand, 14. Mai( B. H.) In der Centralverwaltung der Postmäßigkeiten der Bäckermeister melden. Die Streifleitung berüc sparkassen wurde ein Defizit von 5 Millionen Lire entdeckt. Der fichtigt alle derartige Mitteilungen; sie ist aber nicht in der Lage, Schasminister ordnete eine strenge Revision der Postsparkassen an. Verantw Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Die Resolution soll den beteiligten Bankdirektoren und dem bevorstehenden Bankiertag übermittelt werden. Nr. 113. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. C Sonntag, 15. Mai 1904. ein= anwaltschaft beim Reichsgericht steht, obwohl die Reform einzelnen Es ist ganz sicher richtiger, das Verfahren zu ändern oder eine ihrer Mitglieder zum Nachteile gereichen wird, auf Grund ihrer Teilung der Materien stattfinden zu lassen, als einfach zu sagen, Erfahrungen im allgemeinen Interesse jetzt auf demselben Stand- wer mehr Geld hat, bekommt mehr Recht! Man spricht ja im Volt 91. Sigung. Sonnabend, den 14. Mai 1904, punkt. Das Reichs- Justizamt ist mit den verbündeten Regierungen von Prozessen, die gewonnen, die verloren werden, und schon diese der gleichen Ansicht. nachmittags 1 hr. Ausdrücke weisen darauf hin, daß nach Ansicht des Volkes die RechtsDie entscheidende Frage nicht bloß für die Juristen, sondern pflege eine Art Spiel ist. Die Ausführungen des Herrn Gamp beAm Bundesratstische: Frhr. v. Stengel, Dr. Nieberding. für die Allgemeinheit ist die: Wird der Vorschlag der verbündeten wiesen das heute aufs neue. Aber wenn er verlangt, daß die Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung der Regierungen etwa der Rechtspflege selber zum Nachteile gereichen? Oberlandesgerichts- Räte fich einfach den Ent Resolutionen der Budgetkommission zum Etat der 3ölle und Ber- In vermögensrechtlichen Streitigkeiten sind im Jahre 1901 vom scheidungen des Reichsgerichts fügen, fo fann ich brauchssteuern. Reichsgericht insgesamt 2400 Urteile gefäßt worden. Davon haben ganz und gar nicht mit ihm übereinstimmen. Da tönnte Die Resolutionen lauten: 1. Die verbündeten Regierungen zu er- 79 Proz. auf Burückverweisung der Revision gelautet und in nur man ja ebenso gut ein Reichsgerichts Urteil in fuchen, in Erwähnung zu nehmen, ob und inwieweit die Besteuerung 21 Proz., d. h. in 500 Fällen, ist die Revision von Erfolg gewesen. einen Automaten hineinwerfen und ein fertiges Urteil unten herausdes aus anderen Stoffen als aus Rüben hergestellten Im materiellen Effekt werden zu Gunsten der Revisionsträger noch ziehen.( Heiterkeit.) Wenn die Entlastung notwendig ist, so ist 3uders herbeizuführen ist, sowie ob und in welchem Umfange die weniger Urteile gefällt, weil vielfach nur prozessuale Gründe zur es doch auffallend, daß die Vorlage behauptet, eine Ber Ausführungsbestimmungen zu§ 2 des Zuckersteuergesetzes vom Aufhebung der Entscheidungen des Reichsgerichts führen, wo- mehrung des Nichterpersonals sei nicht möglich, weil nicht 27. Mai 1896 mit Bezug auf die Besteuerung von Rüben- durch die materielle Entscheidung in vielen Fällen nicht genügend Leute die Fähigkeit befäßen, als Reichsrichter zu säften einer Abänderung zu unterziehen sind; angetastet wird. Nach vorsichtiger Schäßung trifft das bei fungieren. Das ist eine Bankrotterklärung der Rechtsprechung, die 2. den Reichskanzler um Auskunft zu ersuchen, ob Fälle vorliegen, 30 Prozent der aufgehobenen Urteile zu. Es blieben also nur ich mit einem gewissen Bergnügen gelesen habe. Es stimmt das in welchen Inländer durch die Ausführung des Süßft off 330 Urteile im Jahre, die eine wirklich materiell andre Entscheidung mit dem überein, was wir wiederholt hier beklagt haben. Ich hoffe, gesezes unverschuldet besonders hart betroffen werden, und, erlangen. Nach dem vorliegenden Gesezentwurf würden davon daß die Kommissionsberatung zu der Erkenntnis führen wird, daß falls solche Fälle festgestellt werden, zu erwägen, ob hier eine 75-80 Prozesse ausscheiden, und um diese dreht sich der ganze der rein mechanische Weg ungangbar ist. Es wären viel wichtigere Erleichterung gewährt werden kann. Streit. Die Frage ist, richtig gestellt, die: Will das hohe Haus an- Fragen der Gerichtsverfassung zu lösen. Schon bei der Revision Abg. Gök v. Olenhusen( Hosp. d. Centr.) begründet die erste erkennen, daß die Schwierigkeit der Geschäftslage beim Reichsgericht der Civilprozeß- Ordnung ist uns versprochen worden, Resolution. Viele Interessenten hätten der Brüsseler Konvention derart ist, daß wir der deutschen Nation zumuten können, in 75 bis heitliche höchste Gerichte für alle Arbeiterfachen zu schaffen. nur unter der Bedingung zugestimmt, daß alle Zuckerfäfte besteuert 80 Fällen auf eine Entscheidung zu Gunsten des Revisionsklägers Da sind weit wichtigere Sachen zu erledigen. Es ist viel wichtiger würden. Das Haus möge ein Herz für die notleidenden Rübenbauer zu verzichten, oder ist der Wert dieser Prozesse, an denen auf diesem Gebiete Einheit zu schaffen, als dafür zu sorgen, ob ein haben.( Bravo! im Centrum.) doch schließlich mir zwei Parteien beteiligt find, so durch- Reichsgerichtsrat ein oder drei Erkenntnisse in der Woche zu machen Abg. Gamp( Rp.): Wenn ein Finanzminister eine neue Steuer- schlagend, daß ein Weiterbestehen der jetzigen Verhältnisse beim hat, denn auf diesem Gebiete giebt es so viel verschiedene Urteile, quelle, die ihm freiwillig dargeboten werde, ablehne, so muß er Reichsgericht dafür in Kauf zu nehmen ist? Nun ist es gar nicht die als es Land-, Amts- und Gewerbegerichte giebt, und dabei handelt zwingende Gründe haben. In der That wird die Besteuerung des Aufgabe des Reichsgerichts, in möglichst vielen Fällen für die es sich dort um viel intrikatere Fragen, weil beim Abschluß von Stärkezuckers nur zu neuer Belastung der Rübenindustrie führen. richtige Anwendung des Rechts zu sorgen. Es soll nur die Kontrolle Verträgen um so niedrige Summen mit größerer Leichtfertigkeit verDer Stärkezucker ist übrigens so wenig süßstoffhaltig, daß er über die Rechtmäßigkeit der Urteile im allgemeinen ausüben. Diese fahren wird. Wir können uns aber auch mit dem Antrag Hageals Konkurrent gar nicht in Betracht kommt. Ich bitte Sie, die Kontrolle wird nicht nur zu Gunsten der Prozesse geübt, die an das mann nicht befreunden. Effektiv erhält dadurch der StaatsResolution abzulehnen; man fann einem Finanzminister gegenüber Reichsgericht gelangen, sondern zu Gunsten aller Prozesse, und aus- anwalt die Auswahl zwischen zwei oder drei Gerichten. Solch nicht vorsichtig genug sein.( Heiterkeit und Beifall.) geübt wird sie auf Kosten der kleinen Schicht, die an den Reichs- fleine Flickarbeit ant der Strafprozeßordnung ist durchaus Abg. Frhr. v. Richthofen( t.): Ich trete als Interessent hier gerichtsprozessen beteiligt ist. Diese Anschauungen sind im ungenügend. Schaffen Sie eine unabhängige Rechtsprechung, schützen nur deshalb für die Resolution ein, weil ich überzeugt bin, daß in Jahre 1876 bei Schaffung der Justizgesetze lebhaft und Sie den Angeklagten vor der Allmacht des Staatsanwalts und der Frage der Stärkezucker- Besteuerung unser Interesse mit dem der unzweideutig betont worden. Darin liegt auch die Hauptaufgabe stärken Sie nicht sein Anklagemonopol. Denken Sie nicht daran, Allgemeinheit übereinstimmt. des Reichsgerichts und ihr Wert für die Nation, nicht in der nur reichen Leuten sogenannte Rechtsmittel zu geben. Es werder Unterstaatssekretär v. Fischer bestreitet, daß ein Bedürfnis nach materiellen Korrektur möglichst vieler Entscheidungen. Jm fich auch andre Wege finden lassen, die nicht auf angebliche Belastung Besteuerung des Zuckers aus Stärke bestehe. Jahre 1901 gab es bei den Amtsgerichten 2012 000 rozeffe, bei des Einzelrichters Rücksicht nehmen, sondern darauf, wie am bester Abg. Bogt- Hall( Wirtsch. Vg.) bedauert, daß die Reichsregierung den Landgerichten 743 000, bei den Ober- Landesgerichten 25 000 und wahres Recht gefunden werden kann. Dann freilich wird man auc in diesem kleinen Mittel zur Hebung der Zuckerindustrie sich weniger beim Reichsgericht 2400 Prozesse. Welche Bedeutung legen Sie die ungelehrten Richter heranziehen und die Herren Reichs. entgegenkommend zeige als die Einzelstaaten. den 70 Úrteilen bei im Verhältnis zu den 3 Millionen gerichtsräte ganz bedeutend entlasten tönnen Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.): Auch wir wünschen, daß ein andrer Urteile? Die Stellung des Reichsgerichts tann( Heiterfeit und Beifall bei den Socialdemokraten.) neuer Geist in die Reichsregierung einziehe. Aber wir sind deshalb nicht schärfer gekennzeichnet werden, als durch diese Zahlen. Abg. Pohl( frf. Bp.): Die Rechtsanwälte, die auf diesen noch teine Zuderagrarier, weil wir überzeugt sind, daß nur durch Bei einer Ueberlastung des Reichsgerichts ist es unter diesen Um Gebiete doch auch Sachverständige sind, haben sich a II Ent steuerung des Zuckers die deutsche Marmeladenindustrie der ständen natürlich, daß die kleineren Sachen zurückstehen müssen hinter gemein gegen diesen Entwurf ausgesprochen. Es hat sogar ausländischen gegenüber konkurrenzfähig werden kann. Wir werden den großen, um der höheren Justanz überhaupt eine fruchtbare geradezu eine Aufregung unter ihnen Platz gegriffen, auch unter gegen die Resolution Nr. 1 und für die Resolution Nr. 2 stimmen. Thätigkeit zu ermöglichen. Das ist ein Opfer, das gebracht werden denen, die politisch zur konservativen oder nationalliberalen Barte ( Bravo! links.) muß, um überhaupt höhere Instanzen im Gebiete der Rechtsprechung sich zählen. Es ist das überhaupt keine politische Vorlage. Aber Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Göz v. Dlenhusen zu haben. In Frankreich, in dem die Gleichheit vor dem Geseze das Reichs- Justizamt hat doch einen sehr schlechten Sinn und Gamp schließt die Diskussion. mehr als in allen Ländern beachtet wird und in dem demokratische für Rechtsgarantien, wenn es darauf hinweist, daß 75 Proz Die Resolution zu 1 wird gegen die Stimmen der Social- Anschauungen das ganze öffentliche Leben beherrschen, ist mit einer der Revisionskläger nur Schaden von der Revision hätten. Di demokraten, der freifinnigen Gruppen, des Abg. Gamp und einiger Strenge auf die Entlastung des obersten Gerichtshofes gesehen worden, Regierung steht auch keineswegs auf diesem Standpunkt. Sie ha Stonservativen angenommen, die Resolution zu 2 beinahe ein- und find soviel Materien zurückgewiesen worden, wie bei uns ganz ihren Beamten das Recht unbeschränkter Revision vorbehalten. Die Stimmig. unerhört erscheinen würde. Frankreichs Kaſſationshof kommt mit Herren Agrarier haben sich in Fragen der Schulabgaben Nächster Punkt der Tagesordnung ist der Gefeßentwurf betreffend 16 Richtern und einem Civilsenat aus. Jeder Richter hat etwa und Kirchen lasten die Revision Revision ausbedungen ohne Menderung der Civilprozeß- Ordnung( Entlastung des 20 Sachen zu erledigen. Wir haben sieben Senate, und trotzdem Rücksicht auf den Wert des Objetts, und Reichsgerichts), der eine beschränkte Revision von 2000, eine unbe- muß jeder Richter mehr wie 50 Sachen behandeln. Darum sind auch fie werden ja nicht wohl so bereitwillig Lasten überschränkte Revision von 3000. an eintreten läßt. Zugleich werden die Urteile des französischen Kassationshofes in der ganzen Welt in nommen haben, sondern das für eine Wohlthat halten. die Fristen für Einlegung einer Beschwerde beim Reichsgericht ver- einer Weise anerkannt, die alle andren Nationen beneiden, und der Beseitigt werden muß der numerus clausus, der Reichsgerichts- Antürzt und zu Notfristen erklärt. In Verbindung hiermit wird ein französische Kaſſationshof hat eine Autorität, der sich kein andrer wälte. Diese 25 alten Herren fühlen sich in innigem Zusammenhang Initiativantrag Hagemann( natl.), Simburg( f.), Prüfchent Gerichtshof außerhalb Frankreichs auch nur entfernt an die Seite mit den Richtern. Man muß oft betteln gehen, um überhaupt eine v. Lindenhofen( Rp.), Dr. Spahn( C.) und Träger( frf. Bp.) ftellen kann. Für Deutschland insbesondere besteht die Gefahr, daß Revision eingelegt zu erhalten. Die Herren löken nicht gegen den beraten. Er erweitert die Kompetenz der Schöffengerichte wir nicht immer Gliterichter genug für unser Reichsgericht Stachel.( Sehr richtig!) Es müssen weiter Fristen gesezt werden, auf einfachen Hausfriedensbruch und einige Fälle der Be- haben werden, wenn wir das in dem Maße weiter aus innerhalb welcher der Anwalt die Revision zu rechtfertigen hat. drohung und des strafbaren Eigennutes sowie auf Dieb- dehnen, sondern zu Kräften zweiter Ordnung greifen müssen. Gerade jetzt, wo alle Fragen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch und stähle und andre Vermögensdelikte, wenn das Objekt unter Solange die Möglichkeit besteht, daß die Richter nicht mehr Zeit den andern modernen Gesetzen noch im Flusse sind, haben wir 150 M. Wert hat( bisher 25 M.). Die Zahl der Wergehen, die die haben, sich mit allgemeinen Fragen zu beschäftigen, die doch ihre praktischen Juristen das größte Interesse daran, daß die RechtStraftammer zur Aburteilung einem Schöffengerichte überweisen Rückwirkung auf eine kräftige lebendige Richterthätigkeit äußern sprechung des Reichsgerichts nicht eingeschränkt wird.( Sehr richtig!) kann, wird bei Vergehen gegen die öffentliche Ordnung, die Sitt- sollen, bleillt die Gefahr bestehen, daß sie untergehen in banaufischer Wir müssen die Rechtsgarantien, die das Reichsgericht bietet, unlichkeit, die Beleidigung, die Körperverlegung, die Nötigung bei straf- Geschäftigkeit, daß die Senate allmählich die Fühlung verlieren, daß geschmälert erhalten.( Bravo links.) barem Eigennuß und gewissen gemeingefährlichen Bergehen erweitert. eine Berrrüttung des obersten Gerichtes entsteht. Ich bitte Sie, unfre Diese Ueberweisung kann stattfinden, wenn die zu erwartende Vorlage in der Kommission wohlwollend zu prüfen. Strafe nicht höher als 6 Monate Gefängnis oder 1500 M. GeldZur Begründung des Initiativantrages erhält das Wort strafe ist bisher 3 Monate und 600 M. Geldstrafe). Beide Geseze Abg. Hagemann( natt.): Wir stehen der Vorlage durchaus sollen schon am Tage der Verkündung in Kraft treten. sympathisch gegenüber. Wir hätten nur gewünscht, daß gleich Abg. Dove( frf. Vg.): Die Vorlage ist mir zu eklektisch. Sie Staatssekretär Dr. Nieberding: Bei den Civilsenaten des Neichs- ganze Arbeit gemacht und die Revisionssumme auf einheitlich nimmt etwas von der Erhöhung der Revisionssumme, etwas bom gerichts vergehen jegt 8 bis 10 Monate, bevor die neu eingehenden 3000 Mart hinaufgefest worden wäre. Difformitätsprincip und etwas von der Vorprüfung der Beschwerden. Sachen zur Verhandlung kommen. Im laufenden Jahre ist eine Abg. Himburg( f.) spricht namens seiner Freunde die Zu- Mir wäre eine durchgreifende Erhöhung der Reweitere erhebliche Vermehrung der Sachen zu ertvarten. Dann Stimmung zu beiden Anträgen aus, und ist insbesondere befriedigt visions summe lieber gewesen. Denn der Wert des Geldes werden die Fristen, bevor die neuen Sachen zur Verhandlung über die Abschaffung des Einspruchs gegen Versäumnisurteile des ist gesunken und im Auslande sind überall weit höhere Säße gekommen, auf 11, ja auf 12 Monate steigen. Am Schluß des letzten Reichsgerichts. Nur die Erhöhung der Reviſionssumme erscheine fordert. Die Gefahr einer Ueberlastung wird auch immer größer. Geschäftsjahres betrug die Zahl der unerledigten Sachen 1915, während ihm vorläufig noch bedenklich. Die Einheitlichkeit der gesamten Rechtsprechung in Deutschland zeigt jährlich 3800 neue Sachen eingehen. Die Hälfte davon geht also Abg. Rintelen( C.) äußert im Namen eines Teils seiner Fraktion auch ihre zwei Seiten; ich habe die größte Achtung vor den Geals unerledigt ins nächste Geschäftsjahr über. Es ist zu befürchten, große Bedenken gegen die Vorlage. Der Staatssekretär hätte richten, die trop dem Reichsgericht ihre Meinung aufrecht erhalten. daß schließlich so viel Sachen aufs neue Geschäftsjahr übertragen die Frage nicht nach focialpolitischen Gesichtspunkten geprüft,( Sehr wahr! bei der Freifinnigen Bereinigung.) Wir sind zu dieser werden müssen, als im Jahre selber neu anhängig gemacht werden. wie es erforderlich sei. Viel besser als diese Herauffezung der Re- Beit auf Flidarbeit angewiesen. Aber wenn wir sie auch machen, Damit wandeln wir in den Spuren des feligen Reichs- Kammer- visionssumme werde eine Aenderung des ganzen Wer- dürfen wir die große Aufgabe nicht aus den Augen verlieren, die gerichts, deffen Thätigkeit, ohne daß seine Mitglieder eine Schuld fahrens wirken. gründliche Reform unsrer Civilprozeß- Ordnung.( Bravo! links.) trifft, einen unauslöschlichen Makel auf die Geschichte der deutschen Abg. Gamp( Rp.): Ich habe mich bisher ziemlich energisch gegen Abg. Schmidt- Warburg( C.): Als 1875 zuerst eine RevisionsRechtspflege geworfen hat. Je mehr die Sachen steigen, desto die Herauffezung der Revisionssumme beim Reichsgericht aus- summe vom Reichstag eingeführt wurde, sagten zwei Ste= länger dauert ihre Erledigung, ein Vorteil für den, der keine gesprochen. Wenn ich mich heute etwas anders ausspreche, so bin gierungsvertreter und ein Konservativer: Damit Aussicht hat, ein besseres Urteil zu erstreiten, und nur deshalb ans ich deshalb noch nicht aus einem Saulus ein Paulus geworden. Aber schaffen fie einen Gerichtshof für Reiche!( Sehr wahr! bei den Reichsgericht geht, um seine Verpflichtung möglichst lange auf- ich kann mich schließlich den Gründen nicht verschließen, die jetzt von Socialdemokraten.) Es thut mir leid, daß heute keiner das dem zuschieben. Das lohnt sich bei manchen Prozessen wahrlich der allen Seiten laut werden: es muß eine Radikaltur unter- Reichstag zugerufen hat; ich bin überzeugt, er würde dann nicht wagen, Mühe. Erst steigen die Sachen, und dann die Zeit der Prozeß- nommen werden, wenn dem Reichsgericht geholfen werden soll. solchen Zustand der Plutokratie noch zu verschlimmern. Heißt das dauer, dann steigert sich der Anreiz zur fiktiven Revision, Ich beschreite den Weg, den die Regierung vorschlägt, sehr ungern. Mittelstandspolitik treiben?( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) damit steigt wieder die Zahl der Sachen und wieder der Neiz und Jedenfalls muß die Vorlage in der Kommission gründlich geprüft hat der Arme 3000 M., hat er auch nur 1500 M. einzulagen? so bewegen wir uns in einem circulus vitiosus mit dem Erfolge, werden. Was hilft dem Armen, wenn das Reichsgericht noch so richtig daß das Reichsgericht seiner Mission entgegen den ehrlichen Leuten Abg. Stadthagen( Soc.): urteilt; das Landgericht, seine höchste Instanz, beharrt möglichst spät zu ihrem Rechte verhilft, während es dem unehrlichen Der Entwurf soll der Verbesserung der Rechtspflege dienen, und auf seinem abweichenden Urteil; er kann sich damit trösten, daß der Manne die Möglichkeit gewährt, sich seinen Verpflichtungen möglichst um diese Verbesserung herbeizuführen, soll die Zahl der Fälle, Reichsgerichtsrat entlastet wird. Redner empfiehlt dann wiederLange zu entziehen. Das ist ein Zustand, der für die Rechtspflege to gelehrte Richter zu entscheiden haben, vermindert werden. einführung der Nichtigkeitsbeschwerde. beschämend und für die Autorität des höchsten Gerichtshofes bedent- Da könnte man ja noch weiter gehen auf diesem Wege und dem Damit schließt die Diskussion. lich ist. Er hat die Regierung veranlaßt, diese Vorlage einzu- Neichsgericht alle Sachen nehmen. Denn der Sinn dieser Besserung Die Vorlage und der Initiativantrag gehen an eine Kommission bringen, obwohl sie sich bewußt ist, welchen Widerstand in ist ja: je weniger gelehrte Richter mit den Rechtssachen zu thun von 21 Mitgliedern. der Boltsvertretung hier zu überwinden ist. 1898 ist ein ähnlicher haben, um so größer ist der Nutzen für die Nechtspflege. Man kann Damit ist die Tagesordnung erledigt. Versuch von uns unternommen worden. Die Kommission stellte sich gewiß auf dem Standpunkt stehen, daß es außerordentlich erwünscht Präsident Graf Ballestrem schlägt vor, die nächste Sizung abdamals auf den Standpunkt der Regierungsvorlage, das Plenum wäre, wenn die gelehrte Rechtspflege überhaupt aufhörte. zuhalten am Dienstag, den 7. Juni, nachmittags 2 Uhr, mit der freilich lehnte den Vorschlag ab aus einem gewissen Optimismus Aber so lange fie besteht, verstehe ich nicht, wie man Tagesordnung: Rechnungssachen; zweite Lesung des Gesezes zur heraus in der Hoffnung, daß fich die Mißstände doch nicht so weiter die Befugnis des obersten Gerichts beschränken und einer ganzen Reihe Bekämpfung der Neblaus; zweite Lesung der Novelle zum Münzgesetz. entwideln würden, wie die Regierung befürchtet hatte. von Leuten die Möglichkeit entziehen kann, bis an dieses oberste Gegen diesen Vorschlag erhebt sich kein Widerspruch. Dieser Optimismus ist durch die Thatsachen gründlich ent Gericht zu gehen. Was zur Entlastung des Reichsgerichts hier vor- Präsident Graf Ballestrem: Ich schließe die Sigung und wünsche täuscht worden. Wir haben aus der Praxis und Wissen geschlagen ist, ist ein durchaus mechanisches, plumpes und plutokratisches den Herren allen eine recht gute Erholungszeit und ein fröhliches schaft heraus gründliche Erwägungen angestellt, ob sich die Lage Mittel. Unfre Einwände sind nicht im geringsten widerlegt. Es ist Pflingstfest!( Bravo 1) des Reichsgerichts auf andrem Wege erleichtern ließe. In- mechanisch und grob, die Revisionssumme von 1500 auf 3000 m. Schluß 684 Uhr. zwischen aber hat sich diese so verschlechtert, daß wir die Verantwort heraufzusetzen. Warum nicht auf 50 000 oder auf 100 000 M. oder lichkeit für die weitere Entwicklung nicht allein tragen wollen, sondern auf eine noch höhere Summe? Kollege Rintelen hat mit vollem an den Reichstag mit der Frage herantreten, ob nicht für Abhilfe Recht auf den antisocialpolitischen Zug der Vorlage aufmerksam gegesorgt werden muß. Wir haben fein andres Mittel gefunden als macht, die gerade die geringen Sachen der Berufung an das Reichsbasjenige, das schon 1898 in Vorschlag gekommen ist, die Erhöhung gericht entziehen will. Die Frage liegt nahe, ob es nicht viel Nachstehend bringen wir die in dem ber Bertsumme für diejenigen Sachen, die aus richtiger wäre, die höheren Sachen ohne Rechtsschutz zu lassen schiedsgerichtlichen Verfahren gegen die Genoffen Reichsgericht überhaupt tommen. Ich bedauere es, daß und die ganz kleinen Sachen zur Entscheidung durch das ReichsBernhard, Göhre und Heine bei dieser Frage überwiegend Juristen sprechen werden Juristen gericht zu bringen, wenn man überhaupt eine Revisionssumme festhaben bekanntlich immer verschiedene Meinungen und find schwer fegen will. In der Vorlage ist die Bestimmung, daß die Zustellung ergangenen Urteile nebst deren Begründung zur Kenntnis der unter einen Hut zu bringen. Ich hoffe aber, daß das Gewicht der der Urteile in ähnlicher Weise, wie bei den Gewerbegerichten, geDarlegungen der verbündeten Regierungen einen Teil der Juristen schehen soll. Hat man sich hier die Organisation der Gewerbe- Einem Wunsche des Vorsitzenden der Schiedsgerichte folgend, mindestens zweifelhaft machen wird, vielleicht auch die Autoritäten, gerichte zum Muster genonumen, so sollte man noch weiter gehen hatten wir die Absicht, die Veröffentlichung der Schiedssprüche erst auf die wir uns berufen können. Das Reichsgericht steht seit und statt der gelehrten Richter Männer aus dem dann vorzunehmen, wenn auch das gegen den Genossen Braun 10 Jahren auf dem Boden, den wir hier betreten. Die Rechts- Erwerbsleben entscheiden lassen. schwebende Verfahren abgeschlossen war. Abg. Engelen( C.): Wir werden die Vorlage, wenn auch ungern, acceptieren müssen. Schon die Begründung macht es uns glaubbaft, daß auf andrem Wege die Entlastung des Reichsgerichts nicht zu erreichen ist. Parteigenoffen. Partei- Nachrichten. * Der Genosse Freiwaldt in Pankoto beantragte beim Vorstand der socialdemokratischen Partei gegen den Genossen G. Bernhard den Ausschluß aus der Partei. Der Parteivorstand berief nach§ 2 des Organisationsstatuts ein Schiedsgericht und überwies diesem die Anklage zur Entscheidung. Wir haben von unfrer Absicht Abstand genommen, da bereits| Neichstagsabgeordneter, den Ausschluß aus der Partei. Der Partet zu thun. Vor dem Gasthause hatte sich inzwischen eine erregte die Parteipreffe Mitteilungen über die Entscheidungen der zum Ab- vorstand berief nach§ 2 des Organisationsstatuts ein Schiedsgericht Menschenmenge eingefunden, die gekommen war, um die Socialdemokraten kennen zu lernen, da sie solch schreckliche Menschen bis fchluß gebrachten Fälle veröffentlicht hat. Es empfiehlt sich deshalb und überwies diesem die Anklage zur Entscheidung. die Veröffentlichung in authentischer Form. Von der Menschenmenge und dem Die Klägerische Partei bestimmte als Schiedsrichter die Genossen her noch nicht gesehen hatten. Geher, Grauer, Maaß und Wels, die angeklagte Partei die Genossen im Wagen sigenden Bauer aus Westerowo begleitet, zogen nun die Der Parteivorstand. Richard Fischer, Stephan Friz, Robert Schmidt und Hermann Wall- Genossen weiter. Als sie an das nächste Gehöft tamen, betrat ein fisch- Dresden. Der Parteivorstand ernannte als Vorsitzenden den Genosse dasselbe, um Zettel zu verteilen. Das war aber für die Genossen H. Diet. Bauern ein Zeichen zum Angriff. Die mit Stöden und Das Urteil wurde am Donnerstag, den 5. Mai 1904, gefällt. atten bewaffneten Männer drängten die andern Genossen E3 lautet: ebenfalls auf das Gehöft und hieben unbarmherzig auf sie ein. Das Schiedsgericht hat sich nicht überzeugen können, daß Nachdem die Bauern ihre Wut gekühlt hatten, ließen sie von den Genossen Genosse Wolfgang Heine sich eines groben Verstoßes gegen die ab. Zwei hatte man so zerschlagen, daß sie ernsthafte Verlegungen Grundsäße des Parteiprogramms, noch einer ehrlosen Handlung erlitten hatten und sich in ärztliche Behandlung begeben mußten. schuldig gemacht hat, der Antrag des Genossen Freiwaldt auf Auch konnten sie am andren Tage nicht zur Arbeit gehen. Wenn Ausschluß des Genossen W. Heine aus der Partei wird hiermit nun aber angenommen wird, daß die Bauern für ihre rohe That abgelehnt. bestraft worden sind, so irrt man sich ganz getvaltig. Die Mißhandelsen wurden dafür aber bestraft. Nach sehr langen Untersuchungen der Justiz" hatten sich fürzlich die mißhandelten Genossen vor dem Schöffengerichte zu Kulm wegen Begründung. gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches, Bedrohung und Beleidigung Das Schiedsgericht einigte sich dahin, die Punkte 1 und 2 der zu verantworten und es wurden auch zwei Genossen zu vierAnklage, die Beschwerde an den Parteivorstand betreffend, aus den zehn Tagen Gefängnis berurteilt. Zwei Genossen Verhandlungen auszuscheiden. Das Recht eines jeden Parteigenossen kamen mit je 24 Mark Geldstrafe davon und zwei wurden freioder auch mehrerer Parteigenossen gemeinsam, sich beschwerdeführend gesprochen. Trotz alledem hat der Amtsanwalt gegen das Urteil an den Parteivorstand zu wenden( in diesem Falle gegen die Haltung noch Berufung eingelegt weil die Strafe zu milde ist. eines offiziellen Parteiorgans), sei zu wahren. Die Klägerische Partei bestimmte als Schiedsrichter die Genossen Geher, Grauer, Maaß und Wels, die angeklagte Partei die Genossen Calmer, Friedländer, Dr. C. Schmidt und Woldersky. Der Parteiborstand ernannte als Vorsitzenden den Genossen H. Dieb. Das Urteil wurde am Dienstag, den 26. April, gefällt. Es Tautet: Das Schiedsgericht ist nicht zu der Ueberzeugung gekommen, daß Genosse Bernhard sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsähe des Parteiprogramms, noch einer ehrlosen Handlung schuldia gemacht hat, der Antrag des Genossen Freiwaldt auf Ausschluß des Genossen Bernhard aus der Partei wird hiermit abgelehnt. Berlin, 26. April 1904. Heinrich Dieb. Richard Calwer. Willy Friedländer. Otto Wels. O. Grauer. Benno Maaß. Friedrich Geyer. Hugo Woldersky. Nicht anwesend war Genosse Dr. C. Schmidt. " Begründung. " " Anklage Nr. 1. Den Artikel Parteimoral" betreffend.. Der in der Zukunft" veröffentlichte Artikel Parteimoral" wurde der Ausgangspunkt einer Bewegung, die den Parteigenossen das Mitarbeiten an bürgerlichen Blättern einschränken sollte. Die Einschränkung ist erfolgt durch Annahme des Antrages 7 auf dem Dresdener Parteitag. Auf dem Dresdener Parteitag gab Genosse Bernhard den Artikel preis. Damit gab Bernhard auch das Zugeständnis ab, daß er sich bei Abfassung des Artikels Parteimoral" in einem Irrtum befunden habe. Der Parteitag nahm von der Erklärung Bernhards Kenntnis. Die Angelegenheit war erledigt. Wenn nun Bernhard nachträglich( in einer Erklärung im Vorwärts" Nr. 225 und in den Sitzungen des Schiedsgerichts) sich auf einen andern Standpunkt stellte, und nur die Form des Artikels, nicht aber den Inhalt preisgegeben haben wollte, so befindet er sich im Widerspruch mit seiner auf dem Parteitag und in einer Berliner Versammlung abgegebenen Erklärung, die klar und unzweideutig den Artikel in Form und Inhalt preisgab.( Protokoll Seite 202, 253, 226/227, 231/232, Nr. 235 d.„ Voriv.") Der Parteitag mußte die vor ihm abgegebene Erklärung auch in diesem Sinne auffassen. Da Bernhard in den Sizungen des Schiedsgerichts entgegen seiner auf dem Parteitag abgegebenen Erklärung, die Deklaration aufrecht erhält, nur die Form, nicht den Inhalt des Artikels preisgegeben zu haben, so erblickt das Schiedsgericht in diesem Widerspruch zwar feine ehrlose Gesinnung, wohl aber eine wenig gefestigte Ueberzeugung. Ein derartiges Verhalten ist geeignet, die Achtung der Parteigenossen vor den Vertretern der Litteratur zu erschüttern. Anklage Nr. 2. Betrifft einen Brief Bernhards an Harden, in welchem es heißt: er( Bernhard) dante Herrn Harden aufrichtig dafür, daß sein Blatt eine Stätte sei, wo man ehrliche Ueberzeugung rücksichtslos zum Ausdruck bringe. Man fönne in der Zukunft" auch den Ansichten Hardens entgegentreten.„ Das geht bei Kautsky schwerer." " mit Das Schiedsgericht gelangte zu der Ueberzeugung, daß die persönliche Meinung Bernhards über die angebliche Intoleranz Kautskys an sich nicht die Bedeutung habe, die ihr von der Anklage beigemessen werde. Zu tadeln sei nur, daß eine derartige Aeußerung einem politischen Gegner gegenüber gemacht worden sei. Anklage 3 und 4. Betrifft die Konspiration und das Komplott, das Genosse Bernhard gemeinsam andren getrieben haben soll, um dem Genossen Mehring die litterarische Thätigkeit in der Partei unmöglich zu machen. Es ist nicht erwiesen, daß Genosse Bernhard gemeinsam mit andern konspiriert und komplottiert hat zu dem Zweck, den Genossen Mehring auf dem Parteitag zu überfallen und dessen litterarische Thätigkeit in der Partei unmöglich zu machen, und zwar 1. durch Vortragen von markanten Stellen aus Mehrings vor ca. 20 und mehr Jahren verfaßten Schriften gegen die Socialdemokratie; 2. durch Vortragen von Stellen aus dem Inhalt einer Postkarte und von Briefen Mehrings an Harden. Unzweifelhaft ist aber, daß durch das Vorgehen Bernhards allein das Ansehen der Partei und einzelner Parteigenossen ernstlich geschädigt wurde. Dem Angeklagten Bernhard gegenüber kommt mildernd in Betracht, daß er sich von Mehring durch dessen Artikel Konzessions= schulzes" schiver gekränkt fühlte. Wollte Genosse Bernhard im Interesse der Partei den Genossen Mehring bekämpfen, so mußte er mit einer Beschwerde au den Parteivorstand gehen und das Ersuchen an diesen stellen, nach§ 2 des Organisationsstatuts zu verfahren. Das wird vom Genossen Bern hard ausdrücklich anerkannt. Das Verhalten Bernhards auf dem Parteitag verdient eine scharfe Rüge. Anklage Nr. 5. Betrifft die angebliche Diktatur Mehrings in der„ Leipziger Volts- Zeitung". Diefe angebliche Diktatur Mehrings wurde von einem Mitgliede des Schiedsgerichts dahin aufgeklärt, daß der Vorgang sich nicht so verhält, wie er in der Anklageschrift geschildert worden sei. An der Entlassung des betreffenden Mitarbeiters hätte Mehring aktiv nicht mitgewirkt. Das sei allerdings erst nachträglich festgestellt worden. Damit nimmt das Schiedsgericht an, daß Bernhard bei seiner Behauptung( Protokoll S. 209) fich in einem entschuldbaren Irrtum Anklage Nr. 6. Vetrifft die Aeußerung Bernhards, daß er, wenn die Mitarbeit an brügerlichen Blättern verboten wird, sein Pseudonym ändern werde". Das Schiedsgericht überzeugte sich, daß die Worte nur im scherzhaften Sinne aufgefaßt werden können. befunden hat. Das Schiedsgericht ist nicht zur Ueberzeugung gelangt, daß § 2, Abs. 1 des Organisationsstatuts auf Genossen Bernhard zur Anwendung kommen kann. Der Beschluß wurde einstimmig gefaßt. Berlin, 26. April 1904. Heinrich Diez. Rich. Calwer. Willy Friedländer. Otto Wels. Hugo Woldersky. O. Grauer. O. Grauer. Benno Maaß. Friedrich Geher. Nicht anwesend: Genosse Dr. E. Schmidt. Berlin, 5. Mai 1904. Otto Wels. O. Grauer. R. Fischer. Hermann Wallfisch. St. Friz. Benno Maaß. Robert Schmidt. F. Geher. Heinrich Diet. Die Punkte 3, 4, 5, 6, 7 werden wie folgt zusammengefaßt: worden. Heine sich von Harden einige Briefe und Karten Mehrings Denes königl. Opern Theater. 3u b. Die Weitergabe der Briefe und Karten an Bernhard stellt Heine so dar, daß er unter dem Eindruck sich befunden habe: hier steht ein Mann, der aufs schwerste angegriffen worden sei, dem mußt Du das Mittel der Verteidigung geben. = D a) Hat Genosse Heine gemeinsam mit andern Vorbereitungen Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. dahingehend getroffen, den Genossen Mehring auf dem Partei- Königliches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hänsel und tage wie es geschehen zu überfallen, um Mehrings Gretel. Sonntagabend: Mignon. Montag: Der Ring des Nibelungen. litterarische Thätigkeit in der Partei unmöglich zu machen? Das Rheingold. Dienstag: Die Walküre. Mittwoch: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag: Siegfried. Freitag: Carmen. Sonnabend: b) Das soll insbesondere dadurch geschehen sein, daß Genosse Götterdämmerung.( Anfang 62 Uhr.) Sonntag: Hänsel und Gretel. Buppenfee. Montag: Tannhäuser. an Harden habe geben lassen, um von deren Inhalt Kenntnis Sonntag: Romeo und Julia. zu nehmen, und endlich nach der Zurückgabe dieser Briefe Montag: Im stillen Gäßchen. Dienstag: Lydia. Mädel sei schlau. Die sie telegraphisch nach Dresden reklamierte. Diese Briefe und Dienstboten. Mittwoch: Egmont.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Die Karten sind von Bernhard gegen Mehring auf dem Parteitage Journalisten. Freitag: Sappho. Sonnabend: Die Fledermaus. Sonntaga ausgespielt worden. nachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Sonntagabend: Die Geisha. 3u a. Mehring konspiriert und komplottiert hat. Heine hatte Kenntnis Es ist nicht erwiesen worden, daß Genosse Heine gegen Montagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Montagabend: Madame Sherry. Schiller Theater 0.( Wallner Theater.) davon, daß Braun z. B. gegen Mehring auf dem Parteitag vorgehen Die Kinder der Erzellenz.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Der Geizige. Sonntagnachmittag: wollte durch Vorbringen von Stellen aus Mehrings vor 20 und Der eingebildete Stranke. Montag: Das grobe Hemd. Dienstag: Das grobe mehr Jahren verfaßten Schriften gegen die Socialdemokratie. Er hat Hemd. Mittwoch: Haus Rosenhagen. Donnerstag: Der Geizige. Der aber ständig abgeraten, dies zu thun, zuletzt noch auf dem Dresdener eingebildete krante. Freitag: Pension Schöller. Sonnabend: Kollege Parteitag. Er( Heine) sei durch das Vorgehen Brauns überrascht Crampton. Sonntagnachmittag: Wilhelm Tell.( Anfang 3 Uhr.) Sonntag abend: Pension Schöller. Montagnachmittag: Der Pfarrer von Kirchfeld. trifft, so glaubt Genoffe Heine, er wäre berechtigt gewesen, sie in nachmittag: Der Pfarrer von Kirchfeld.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Was die telegraphisch reklamierten Briefe Mehrings be-( Anfang 3 Uhr.) Montagabend: Pension Schöller. Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag einem Falle des Angriffs auf ihn( Heine) als Abwehr benutzen zu Pension Schöller. dürfen. Zu dem Zwecke hätte er sie sich kommen lassen. Montag: Pauline. Dienstag: Bauline. Mittwoch: Pension Schöller. Donnerstag: Pension Schöller. Freitag: Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Sonnabend: Pension Schöller. Sonntagnach mittag: Die Kinder der Erzellenz.( Anjang 3 Uhr.) Sonntagabend: Bauline. Montagnachmittag: Die Stüßen der Gesellschaft.( Anfang 3 Uhr.) Montagabend: Pauline. 24, Uhr.) Sonntagabend: Rose Bernd. Deutsches Theater. Sonntagnachmittag: Rosenmontag.( Anfang Bernd. Mittwoch: Der Pfarrer von Kirchfeld. Donnerstag: Die versunkene Montag: Fauft. Dienstag: Rose Glocke. Freitag: Rosenmontag. Sonnabend: Rose Bernd. Sonntagnach mittag: Monna Banna.( Anfang 2%, Uhr.) Sonntagabend: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montagnachmittag: Die versunkene Gloce.( Anfang 22 Uhr.) Montagabend: Novella d'Andrea. 2%, Uhr.) Sonntagabend: Der jüngste Lieutenant. Montag: Berliner Theater. Sonntagnachmittag: Alt- Heidelberg.( Anfang Waterkant. Dienstag: Der jüngste Lieutenant. Mittwoch: Der jüngste Lieutenant. Donnerstag: König Heinrich. Freitag: Maria Theresia. Sonnabend: Es ist festgestellt worden, daß Heine in der betr. Versammlung Der jüngste Lieutenant. Sonntagnachmittag: Alt- Heidelberg.( Anfang die Namen einer Anzahl Genossen( die in der Begründung des Urteils 22 Uhr.) Sonntagabend: Der jüngste Lieutenant. Montag: Waterfant. namentlich aufgeführt sind) nannte, allein nicht in denunziatorischer Leffing- Theater. Sonntag bis Freitag: Zapfenstreich. Sonnabend: Absicht; diese habe Heine ferngelegen. Er habe nur sagen wollen, Ein pietätloser Mensch. Das Fest des St. Matern. Die Lore. Sonntag: Parteiverhältnisse mischen, was nicht als förderlich für die Partei daß auch unter den Radikalen Akademiker seien, die sich in unsre Zapfenstreich. Montag: Ein pietätloser Mensch. Das Fest des St. Matern. Neues Theater. anzusehen sei. Im übrigen erkenne er( Heine) die Internationalität und Melisande. Dienstag: Kabale und Liebe. Sonntag: Kabale und Liebe. Montag: Pelleas Mittwoch: Einen Jur unsrer Bewegung ausdrücklich an. Durch einen Schiedsrichter wurde will er sich machen. Donnerstag: Stabale und Liebe. Freitag, Sonnabend, festgestellt, daß wegen der Aeußerung Heines Beschwerden bei der Sonntag: Einen Jur will er sich machen. Montag: Kabale und Liebe. Parteiinstanz des Wahlkreises nicht erhoben worden sind. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Der Postillon von Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Gasparone. Sonnabend: Don Lonjumeau.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Don Juan. Montag: Don Juan. Dienstag: Die Stumme von Portici. Mittwoch: Gasparone. Juan. Sonntagnachmittag: Undine.( Anfang 3 Uhr.) Der Wildschük. Montagnachmittag: Rigoletto.( Anfang 3 Uhr.) MontagSonntagabend: abend: Gasparone. Das Schiedsgericht erblickt in der Kenntnisnahme der Briefe Mehrings an Harden nichts Bedenkliches, hält es aber in solchen Fällen für recht wünschenswert, daß derartige Materialien dem Parteivorstand vorher zur Kenntnis gegeben werden. Der letzte Punkt der Anklage lautet: Ist Genosse Heine in der Versammlung des III. Wahlfreises in Berlin am 29. September 1903 gegen ausländische Genossen, insbesondere gegen den Genossen. denunziatorisch vor gegangen? " Heines die ihm von der Anklage untergelegte Deutung hervorgerufen Das Schiedsgericht spricht sich dahin aus, daß die Aeußerung hat, obgleich sie nicht so aufzufassen sei. Etwas mehr Vorsicht sei daher dem Genossen Heine anzuraten, schon um seiner selbst willen, als auch, um unsre Partei vor dem Verdacht zu schützen, als lehne fie die Internationalität unsrer Bewegung ab. Das Schiedsgericht ist nicht zu der Ueberzeugung gelangt, daß zur Anwendung kommen kann. Es wurde daher wie vorstehend der§ 2, Abs. 1 des Organisationsstatuts auf den Genossen Heine erkannt. Berlin, 5. Mai 1904. Otto Wels. D. Grauer. F. Geher. Hermann Wallfisch. St. Frik. Benno Maaß. R. Fischer. Robert Schmidt. Heinrich Diez. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. V Die Kreisparteileitung für den Wahlkreis Calbe- Aschersleben macht folgendes bekannt: Parteigenossen! Unser Reichstags Abgeordneter Genoffe Albert Schmidt wird infolge der erheblichen Entfernung seines jetzigen Wohnortes von unserm Wahlkreis und der mit seinem neuen Amt als überbürdung nicht mehr fandidieren. Zwar wird er das Mandat Geschäftsführer des Bielefelder Partei- Organs verbundenen Arbeitsbis zum Ende der Legislaturperiode behalten, obschon er tief bedauert, durch seine jezige Thätigkeit nur in geringem Maße die Möglichkeit zu haben, seinen Pflichten im Reichstage nachzukommen. Bei der nächsten Neuwahl indes tritt Genosse Schmidt nicht mehr als Kandidat auf. Die Lore. Luisen Theater. Geschlossen. Residenz Theater. Allabendlich: Die 300 Tage. Kleines Theater. Sonntag: Fräulein Julie. Montag: Nachtasyl. Donnerstag: Fräulein Julie. Montag: Nachtasyl. Dienstag: Fräulein Julie. Mittwoch: Des Pastors Riefe. Fräulein Julie. Freitag: Nachtasyl. Sonnabend: Fräulein Julie. Sonntag: Trianon- Theater. Bon Sonntag, den 15. Mai, bis auf weiteres täglich: Das elfte Gebot. Der Dieb.( Anfang 8 Uhr.) Belle Alliance Theater. Sonntagnachmittag: Charleys Tante. ( Anfang 3 Uhr.) Allabendlich 72 Uhr: Stam'rad Lehmann. Carl Weiß- Theater. Sonntagnachmittag: Faust.( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Die Logenbrüder. Montag bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend, Sonntag, Montag: Die Löwenbraut. Sonntag- und Montag nachmittag: Die Logenbrüder.( Anfang 3 Uhr.) 8 Central Theater. Sonntagnachmittag: Die Fledermaus.( Anfang 8 Uhr.) Sonntagabend und Montag bis Freitag: Der Sonnenbogel. Sonnabend: Madame Bonivard. Sonntagnachmittag: Minna von Barn Montag ( Anfang 3 Uhr.) Sonntagabend: Madame Bonivard. helm. Minna von Barnhelm.( Anfang 3 Uhr.) Montagabend: nachmittag: Madame Bonivard. Apollo- Theater. Allabendlich: Liebesgötter. Specialitäten. Anfang Uhr, Sonntags 7%, Uhr. Metropol: Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7%, Uhr. Wintergarten. Täglich: Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Sonntagnachmittag: Wie einst im Mai.( Anfang zur Kenntnis der Parteigenoffen bringen, teilen wir gleichzeitig mit, Indem wir dies unter dem Ausdruck lebhaftesten Bedauerns 4 Uhr) Allabendlich: Durch Klippen und Bellen. Berliner Herzen. Baffage- Theater. Corradini. Anjang 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Allabendlich: daß die Aufstellung eines neuen Kandidaten mit Rücksicht auf die Rügen. Anfang 8 Uhr Freitagnachmittag: Bon der Zugspige zum WayDie Insel heutigen Zustände baldmöglichst erfolgen muß und daß dieserhalb mann.( Anjang 4 Uhr.) mit den Bemühungen zur Gewinnung eines geeigneten Kandidaten sofort begonnen wird. Wegen Meineids war in Düsseldorf der Genosse Franz Böttcher unter Anklage gestellt. Die Auflage erfolgte auf die Denunziation des aus der Partei ausgeschlossenen Karl Windhoff. Diese Denunziation spielte eine Rolle in dem Ausschlußverfahren gegen Windhoff. In der Verhandlung am Freitag versagten die gegen Böttcher ins Feld geführten Beweismittel so vollständig, daß nach zweistündiger Beweisaufnahme auf den Rest der Zeugen verzichtet wurde. Böttcher wurde freigesprochen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Wie man in Ostelbien das Recht" pflegt. Marktpreise von Berlin am 13. Mai 1904 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 17,50 17,48 Kartoffeln, neue D.- Ctr. 17,46 17,44 Rindfleisch, Keule 1 kg do. 17,42 17,40 13,00 Schweinefleisch Kalbfleisch " Roggen, gut mittel gering " " " mittel " gering " 14,20 13,10 " † Gerste, gut mittel gering " thafer, gut mittel gering * ab Bahn. Hammelfleisch Butter Eier Karpfen 2,00 1,20 7,00 16,00 1,80 1,20 Bauch" 1,40 1,10 1,60 1,00 " 1,80 1,20 1,80 1,20 " 2,60 2,00 " 60 Stüd 3,60 2,40 1 kg 2,80 1,40 Bander 3,00 1,00 " Hechte 2,20 1,20 " Barsche 2,00 0,80 " 7,20 5,20 Schleie 3,00 1,40 40,00 28,00 Bleie 1,40 0,80 " 50,00 26,00 Strebse per Schod 16,00 3,00 60,00 25,00 13,00 11,90 11,80 10,80 14,80 13,90 13,80 12,90 12,80 12,00 3,82 3,66 † frei Wagen und ab Bahn. Aale Briefkaften der Redaktion. Der Genosse Freiwaldt in Pankow beantragte beim Vorstand der In dem gelobten Lande der Agrarier sind oft socialdemokratische Richtstroh Heu socialdemokratischen Partei gegen den Genossen Paul Göhre den Flugblattverteiler von fanatischen Bauern schwer mißhandelt worden. Erbsen Ausschluß aus der Partei. Der Parteivorstand berief nach§ 2 Sie sind dann noch oft wegen Hausfriedenbruchs usw. zu Gefängnis- Speisebohnen des Organisationsstatuts ein Schiedsgericht und überwies diesem die strafen verurteilt worden. Selten, sehr selten ist ein Staatsanwalt Linjen Anklage zur Entscheidung. auch gegen die Prügelhelden vorgegangen. Geschah das hier und Die flägerische Partei bestimmte als Schiedsrichter die Genossen da, dann wurden sie entweder freigesprochen oder zu geringen GeldGrauer, Wels, Maaß und Geyer, die angeklagte Partei die Genossen strafen verurteilt. Folgender Fall wirft wieder einmal ein grelles Bloch, Dr. David, Edmund Fischer und Thiele. Der Parteivorstand Licht auf die Rechtspflege" in Ostelbien. Am 7. Juni v. J. verernannte als Vorsitzenden den Genossen Diez. breiteten mehrere Genossen in der Umgegend von Kulm Flugblätter und Stimmzettel zu der bevorstehenden Reichstagswahl. In den P. 2. 30. Private Anstalten fordern mehr, in Berlin und wohl Orten Brosowo und Westerowo wurden die Genossen auf Veran- überall. Bliebe also nur eine öffentliche Anstalt, natürlich in Ihrer Stadt laffung einiger Staatsstüßen von den fanatischen Landbewohnern oder Provinz. W. P. 1. Ja. 2. Nein. 3. Täglich. hart bedrängt. Von einem Hofe im letzteren Orte wurden sie unter Flüchen zu empfehlen.- B. v. W. 1. Rein. 2. Ja.. I. Elektrische Straßen Bloch. Ed. David. O. Grauer. Benno Maaß. Td. Thiele. und Schimpfworten des Besizers heruntergejagd und mußten schleunigst bahn Charlottenburg- Spandauer Bod, feit 1883, nur Versuchsftrede, ein Otto Wels. Heinrich Dieß. ins Gasthaus flüchten. Der Besizer konnte sich nicht darüber beruhigen, gerichtet von Siemens u. Halste. Noch früher: Elektrische Straßenbahn in Nicht anwesend: Edmund Fischer. Geher. daß Socialdemokraten es gewagt hatten, in dem friedlichen Orte Groß- Lichterfelde, Ortsteil Ost- Kadettenanstalt, seit 1881 für Personenberkehr, seit 1880 für Materialientransport, von Siemens u. Halste; elektrische Westerowo Flugblätter zu verteilen. Er ließ anspaimen und jagte Rundbahn der Berliner Gewerbe- Ausstellung, 1879, von Siemens u. Halste. mit seinem Gefährt den Genossen nach. Er kam gerade am Gast- 133. Sa Druck. Die Angabe erscheint durchaus torreft. 2. 2.' haus vorbei, als die Genossen heraustraten, um weiter ihre Pflicht 1866.In der Sigung des Schiedsgerichts am 29. April 1904 erflärt Genosse Freiwaldt nach gepflogener Verhandlung, daß er die Anflage gegen den Genossen Göhre als unbegründet zurückziehe. Berlin, den 29. April 1904. Der Genosse Freiwaldt in Pankow beantragte beim Vorstand ber socialdemokratischen Partei gegen den Genossen Wolfgang Heine, C. B. Nicht Socialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 17. Mai, abends 8%, Uhr, in Habels Brauerei: Ausschank, Bergmannstr. 5-7: Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Bartels über: Karl Mary' ökonomische Lehren". 2. Diskussion. Gäste erwünscht. Zahlreichen Besuch der Mitglieder erwartet 238/ 7* Der Vorstand. III. Wahlkreis. Dienstag, den 17. Mai, abends 8, Uhr, im Märkischen Hof", Admiralstraße 18c: Versammlung des Wahlvereins. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse: ,, Der Kampf ums Dasein." 2. Diskussion. Gäste willkommen. Zahlreicher Besuch erwünscht. 240/ 11* Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein VI. Wahlkreis! Dienstag, den 17. Mai, abends 8%, Uhr 2 öffentliche Versammlungen. Für den 40. Kommunal- Wahlbezirk im Saale des Weddingpark, Müllerstr. 178. Referent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer. Für den 32. Kommunal- Wahlbezirk 9 Für der Bekanntmachung der Orts- Krankenkaffe für den Gemeindebezirk Lichtenberg. Reglement für das Mahnverfahren. Die Beiträge für die versicherungspflichtigen Mitglieder werden durch Staffenboten eingeholt. Arbeitgeber, welche an den Sassenboten Zahlung nicht leisten oder von demselben nicht angetroffen werden, haben die Beiträge spätestens binnen einer Woche unmittelbar bei der Zahlstelle der Drts- Krankenkaffe einzuzahlen. Die 219/ 14* verbliebenen Reste wird vor Einleitung des Beitreibungsverfahrens mittels eingeschriebenen Briefes cr innert und sind die mit Beiträgen bei J. Wernan, Schwedterstr. 23. Referent: Stadtvererdneter Karl Liebknecht. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über„ Die Bedeutung der diesmaligen Nachwahl". 2. Freie Zahlung der nach Ablauf dieser Frist Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Anarchisten! Das sociald. Wahlkomitee. Socialisten! Die Dienstag, den 17. Mai 1904, abends 81 Uhr: Orts Krankenkasse restierenden beitgeber verpflichtet, für das Volks- Versammlung Barbier- Gewerbe in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39. Zages Ordnung: ist vom 1. Mai ds. Js. ab bis auf weiteres in kommissarische Ver 1. Vortrag des Genossen Stalinsti über:" Was lehrt uns die waltung genommen worden. Zum heutige Arbeiterbewegung?" 2. Diskussion. 13005 fommissarischen Verwalter ist der Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Bureau der Gewerbe Deputation, Stralauerstr. 3/6, Hof I, Zimmer 14, ernannt worden. Derselbe führt auch die der genannten Magistrats- Sekretär Friedrich Gerbing, f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( SO) Achtung! Steinbildhauer. Achtung!", her she just end Dienstag, den 17. d. M., abends 82 Uhr, in ,, Süd- Ost", Waldemarstr. 75: Versammlung Tages- Ordnung: 243/ 6* 1. Vortrag des Genossen Stumpe über: Strieg dem Kriege". 2. DisTussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein Charlottenburg. Dienstag, den 17. Mai, abends 81 Uhr, im Volkshaus, Rosinenstraße 3: Versammlung. Tagesordnung: in diesem Fall eine Mahngebühr nebst den entstehenden Porto- Auslagen zu bezahlen. Die Mahngebühr wird nebst den Porto- Auslagen mit den rückständigen Beiträgen eingezogen. Die Gebühren betragen bei Rüdständen: 10 Pf. 20 bis einschließlich 3 M. 2. von über 3 M. bis ein schließlich 15 M. Montag, 16. d. M., abends 7 1hr, im Luisenstädtischen Klubhause, Staffe. Sprechstunden werktäglich von und Porto- Auslagen, welche nicht auf Annenstr. 16: Geffentl. Steinbildhauer- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Wie gedenken die Kollegen die Bewegung endgültig zu beschließen. 3-5 Uhr nachmittags. Berlin, den 13. Mai 1904. 273/20 Der kommissarische Verwalter der Orts Krankenkasse für 3. von 15 bis einschl. 150 M. 40 4. von über 150 m.. 75 Rückständige Beiträge, Mahngebühren die von der Kaffenverwaltung zu er laffende Mahnung gezahlt werden, werden zwangsweise beigetrieben. Beschlossen in der Generalversamm Lichtenberg, den 9. Mai 1904. das Barbier- Gewerbe: Gerbing lung am 23. April 1904. 20/20 Billigste Uhr- Reparatur- 274/ 1 Das Erscheinen jedes Kollegen ist unbedingt nötig. Der Einberufer. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Gruppe Rabitzputzer. 143/13 Den Mitgliedern unsrer Gruppe hierdurch zur Nachricht, daß die zu 1. Erinnerungen an die Kommune. Referent: Neichstags- Abgeordneter Mittwoch, den 18. d. Mts., fällige regelmäßige Mitglieder- VerGenosse Wilhelm Blos. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. sammlung Umstände halber ausfällt. Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet 250/9 Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den Verband der Sattler. Bezirk Lichtenberg. Dienstag, den 17. d. M., abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Höflich, Frankfurter Chauffee 120: Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: V 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Dr. Südekum über: Das Finanzwesen der Gemeinden". 2. Vereinsangelegenheiten. Ortsverwaltung Berlín. Mittwoch, den 18. Mai 1904, abends 812 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20, im großen Sant. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Eduard Bernstein. 3. Diskussion. 4. Die Lohnbewegung der Militär- Sattler Berlins. 5. Verschiedenes. Wir richten an die Mitglieder das dringende Ersuchen, zahlreich Bei der eminenten Wichtigkeit dieses Vortrages für die Mitglieder und pünktlich zu erscheinen. ift es Pflicht, vollzählig zu erscheinen. Gäste willkommen. Der Vorstand. 14/6 157/1 Die Ortsverwaltung. Werkstatt Ritterstrasse 125. Taschenuhr reinigen 75 Pf. Neue Feder Regulator reinigen 1,50 W. Wecker do. 60 Bi. 75 Der Vorstand. P. Levyn, Borsigender. Genehmigt auf Grund des§ 55 bes Krankenversicherungs- Gesezes. Lichtenberg, den 10. Mai 1904. Der Gemeindevorstand. ( Stempel.) gez.: Ziethen. Im Verlage von G. Birk& Co., München, erschien soeben: Paul Kampffmeyer: Wandlungen in der Theorie u. Taktik der Socialdemokratie. ( 104 S. brosch. 75 Pf.) csis Durch alle Buchhandlungen und Kolporteure, sowie direkt vom Verlage zu beziehen.( Porto 10 Pf.) Demnächst erscheint: Cons Fritz Brupbacher: Kindersegen- und kein Ende? ( Preis 20 Pf.) Der Verfasser, ein Schweizer Arzt und Parteigenosse, erörtert hier in streng wissenschaftlicher Weise die Frage des„ Kindersegens" für die Arbeiterklasse und dürfte damit eine der wichtigsten Gegenwartsfragen, die von unsrer Seite beantwortet werden müssen, zur lebhaften Diskussion gestellt haben. 5197L* Montag, den 16. Mai, erscheint No. von Das Neue Montagsblatt Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Central- Verband der Dachdecker. Das Neue Zahlstelle Berlin. Bureau: SO., Engel- llfer 15( Gewerkschaftshaus). Fernsprecher: Amt 4, Nr. 3578. Achtung! Einsetzer. Achtung! Dienstag, den 17. Mai, abends 8 Uhr( präcise): Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( großer Saal): Zages Ordnung: 1. Berichterstattung über die Fertigstellung des neuen Tarifs. 2. Diskussion. NB. Die Ausgabe des Tarifs erfolgt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedsbücher. 83/ 18* Die Kommissionsmitglieder bitte um 7 Uhr zu erscheinen. Der Obmann. Dienstag, den 17. Mai, abends 8%, Uhr, bei Keller, Koppen ftraße 29( fleiner Saal) Branchen- Versammlung der Büffett- und Herrenschreibtisch- Branche. Tages- Ordnung: Filiale Berlin. Berliner socialistische Montagsschau. Herausgeber: Ed. Bernstein. Mittwoch, den 18. Mai, abends 81% Uhr, Weinstr. 11 bei Feind: Expedition: Schützenstr. 14. Ausgabe von 2, Uhr morgens ab. General- Versammlung. Schwimmklub ,, Vorwärts", Berlin Tages Ordnung: Mitglied des Arbeiter- Schwimmerbundes. 1. Abrechnung vom I. Quartal 1904. 2. Wahl eines ersten und zweiten Vorsitzenden. 3. Bericht vom Gautag. 4. Verbands- Angelegenheiten. Besonderer Umstände wegen findet die Bersazunlung am Mittwoch Anbaden der Sommerjaison am Sonntag, den 22. Mai 1904, und nicht am Donnerstag statt. 54/ 13* Die Ortsverwaltung. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 16. Mai, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Graumann, Naunynstraße 27. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil über: " Bringt die Eroberung der politischen Macht die Befreiung der Arbeiterklasse aus der Lohnknechtschaft? 2. Diskussion. 3. VereinsAngelegenheiten. Gäste willkommen. Rege Beteiligung der Mitglieder erwartet 1. Bortrag des Kollegen Franz Stusche über: Die wirtschaftlichen 141/12 Kämpfe in unsrem Beruf". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht der Kollegen, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bezirk Rummelsburg. Mittwoch, den 18. Mai, abends 8 1hr, im Lokale von Schulz, Kant- und Göthestraßen- Ece: Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion.- 3. Verbands- Angelegenheiten. 84/ 2* Central- Verband der Schmiede Zahlstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Stralauerstr. 48.- Telephon: Amt I, 7779. Montag, den 16. Mai 1904, abends 8 Uhr pünktlich: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung in Kellers großem Saal, Koppenstraße 29. Tages- Ordnung: 1. Wahl eines Bureau- Beamten. 2. Wie stellen fich die Kollegen zur Einführung der neunstündigen Arbeitszeit. 3. Berschiedenes. Kollegen! Es ist dringende Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Kein einziger darf fehlen. Mitgliedsbuch legitimiert. 176/6 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Siering, C. 2, Stralauerstr. 48. Charlottenburg, Wallstr. 1. F. Kunstmann, 52402* Uhren u. Goldwaren. Grosse Auswahl in modernen Zimmer- Uhren. Reparaturen sorgfältig, schnell, billigst. Nachdem nachmittags 3 Uhr( 1. Pfingstfeiertag) in der Schwimmschule bon Pantzier, Stralauer Allee 5. Gemütliches Beisammensein mit Familie im totale Neu- Seeland( Wwe. Schonert) in Rummelsburg. Für Mitglieder freier Eintritt. Gäste sind willkommen. Die Uebungsstunden des Klubs finden täglich von 7 Uhr abends ab in obengenannter Anstalt statt. Aufnahmen neuer Mitglieder werden daselbst entgegengenommen. Der monatliche Beitrag für Männer beträgt 0,50 M., für junge Leute von 14-18 Jahren 0,25 M., Knaben unter 14 Jahren zahlen keinen Beitrag. 289/16 findet am 17. September 1904 Unser 7. Stiftungsfest in den Andreas Festsälen statt. Schwimmklub„ Vorwärts", Abt. Steglit. nbaden der am Sonntag, den 29. Mai 1904 in der Badeanstalt von Panzier in Steglit, Bahnstraße. Die Beiträge sind dieselben wie oben. Der Vorstand. Damen- Schwimmklub„ Vorwärts", Berlin. Zur Beachtung! Die Bibliother ist Umstände haiber von jezt an Donnerstags von 8 bis 1,10 Uhr geöffnet und befindet sich bei Franz Krüger, Raunyn D. D. straße 78. Central- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. No. 2, Hamburg). Oertliche Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 18. Mai, abends 8/2 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal III. Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom I. Quartal. 2. Vers schiedene Kassen- Angelegenheiten. 259/ 10* Der Vorstand. J. R. Schröder, Zilfiterstr. 82. Spree- Havel- Dampfschiffahrt- Gesellschaft „ Stern" Den verehrl. Vereinen, Gesellschaften 2c. empfehlen wir unsre 44 Dampfer und 5 Schnell- Motorboote, je nach Größe 60-400 Personen fassend, zu Ausflügen nach der Oberspree und Havel, zu den billigsten Preisen. Durch den Neubau von 5 grossen Salon- DoppelschraubenDampfern und 2 Motorbooten, die mit allem Komfort der Neuzeit eingerichtet und mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet werden, sind wir in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden. 48342* Bei dieser Gelegenheit dürfen wir mit Recht noch besonders auch auf unfre geräumigen elektrisch beleuchteten Brückenanlagen hinweisen, die jeder Zeit selbst den größten Vereinen eine bequeme und schnelle Expedition, namentlich bei der Rückkunft ermöglichen. Jede Auskunft erteilen bereitwilligst unfre Bureaus: Berlin SO. 16, Brückenstr. 6b, II. Potsdam, Lange Brücke Telephon- Amt 4 Nr. 2419. Telephon Nr. 124. Anbaden der Sommersaison am 1. Pfingstfeiertag in der Schwimmwie oben. Aufnahmen finden in der Anstalt statt. schule von Pantier, Stralauer Allee 5. Die Beiträge sind dieselben Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und der Vororte! Aus Gesundheitsrücksichten allein sollte ein jeder einem Schwimmberein beitreten, weil man nur dadurch zum regelmäßigen Besuch des Badens angehalten wird. Außerdem wird jeder Person, die nicht schwimmen kann, das Schwimmen unentgeltlich unter sachverständiger Leitung gelehrt. Jeder Arbeiter und jede Arbeiterin sollte daher dem Schwimmflub Vorwärts" beitreten. Der Klub zählt bis jetzt weit über 100 Mitglieder. Der Vorstand des Schwimmklub ,, Vorwärts". Mitglied des Arbeiter- Schwimmerbundes. A alkoholfrei alkoholfrei Dampfer für Vereine und Gesellschaften empfiehlt Carl Krause, Alexanderstr. 13. Fernsprecher: Amt VII, Nr. 1669. alkoholfrei Pat. eingetr Schutzmarke N° 50734. 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Zahl- reicher Besuch ist erwünscht. Der Vorstand. Achtung! 6. Wahlkreis, Dienstag, abends 8V2 Uhr, finden zwei öffentliche Versammlungen statt. Für den 32. Kommunal- Wahlbezirk bei Wernau, Schwedterstr. 28, Referent Genosse Karl Liebknecht: für den 40. Komnumal-Wahlbezirk im Wedding- park, Müllerstrafie 178, Referent Genosse Paul Singer. Zu zahlreichen Besuch ladet ein Das Wahlkomitee. Adlershof. Die Mitglieder-Versammlung des Wahlvereins fällt in diesem Monat aus. Die Parteigenoffen werden ersucht, die Beitragszahlungen bei den Bezirkskassierern zu erledigen. Unsre nächste Vereinsversammlung findet im Juni als öffentliche Wahl- vereins-Versammlung statt. Charlottenburg. Die regelmäßigen Versammlungen des Wahl- Vereins finden nicht mehr, wie früher am Donnerstag, sondern am Dienstag nach dem 16. jeden Monats statt. Infolge dessen werden die Parteigenossen auf die am Dienstag, den 17. Mai, abends S'/a Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, stattfindende Per- sammlung aufmerksam gemacht. Genosse Reichstags- Abgeordneter Bios wird einen Vortrag über„Erinnerungen an die Kommune" halten. Natürlich ist es Pflicht jedes Genossen, zu der Versamm- lung zu erscheinen: die interessante Tagesordnung erleichtert diese Pflichterfüllung noch bedeutend, so daß die Genossen sich hoffentlich recht zahlreich einfinden. Französisch- Buchholz. Dienstag findet in KähnesZ Lokal die Mitgliederversammlung des Socialdemokrattschen Vereins statt. Tagesordnung: 1. Schlußvorlesung aus„Moses oder Darwin". 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Königs- Wusterhausen. Sonntag findet im Lokale des Herrn Leiste,„Waldschlößchen", in Neue Mühle, die Mitglieder-Ver- sammlung statt. Beginn 3 Uhr nachmittags. Morgens 7 Uhr findet eine Flugblatt-Verteilung statt, wozu rege Be- teiligung erforderlich ist. Reinickendorf. Dienstag findet im„Borussiapark" die Mit» gliederversammlung des Wahlvereins statt. Wichtige Gcgenständr stehen auf der Tagesordmmg. Rixdorf. Am Montag, den 16. Mai, abends 3'/z Uhr. findet im Saale des Herrn Eisermann, Hermannstr. 43/60, eine öffentliche Versammlung specicll für die Frauen statt. Genosse Bernstein spricht über„Freies Vereins- und Versammlungsrecht". Zahlreichen Besuch erwartet Die Bertrauensperson. Temprkhof. In der Versammlung des Wahlvereins. Dienstagabend 8 Uhr bei Müller, Berlinerstraße 41, hält Stadt- verordneter Dr. Bernstein einen Vortrag:„Das freie Vereins- und Versammlungsrecht". Gäste, auch Frauen, sind willkommen. Die Mtglieder werden ersucht, ihre alten Mitgliedsbücher entweder bei Müller oder beim Kassierer Biersack gegen neue um- zutauschen. Sonnabends von 8 Uhr ab ist Z a h l a b e n d bei Müller, außerdem nimmt der Wirt jederzeit Beiträge entgegen. Auch ist Sonnabends die Bibliothek geöffnet. Treptow- Baumschulenwcg. Dienstag hält der Wahlverein in Ackermanns Festsälen, Baumschulenstraße 78, seine regelmäßige BereinSversammlung ab. Zehlendorf. Die Versammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 17. d. Mts., bei Giese, Tcltowerstr. 23, statt. Tages- ordnung: Kassenbericht, Vortrag des Genossen G ö h r e, Dis- kussion, Mitteilungen. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. lokales. Die Fortbildungsschule, wie der Magistrat sie sich denkt, wurde am Freitag im„Berliner Lehrerverein" einer scharfen Kritik �unterzogen— nicht in dem Vortrag, den der Stadtschulrat Gerstenberg dem Verein über diesen Gegen- stand hielt, wohl aber in der Aussprache, die sich an seine Dar- legungen knüpfte. Unsre Leser wiffen, daß auch Berlin endlich so etwas wie eine Pflicht-Fortbildungsschule bekommen soll. Lange genug haben die Gemeindebehörden der Reichshauptstadt sich dagegen gewehrt. Wiederholt sind in der Stadtverordneten-Versammlung socialdemo- kratische Anträge, die die Pflicht-Fortbildungsschule forderten, vom Magistrat bekämpft und von der freisinnigen Mehrheit der Versammlung abgelehnt worden. Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung haben ihren grundsätzlichen Widerstand schließlich doch aufgeben müssen, aber auch jetzt noch will man sich nicht ganz trennen von jener kleinlichen Politik der„E i n s ch r ä n I u n g e n", die von jeher das Kennzeichen des„geinähigten Fortschritts" war. Nach langem Hin und Her hat der Magistrat den Entwurf des Ortsstatuts für die Pflicht-Fortbildungsschule fertiggestellt, und die Stadtverordneten- Versammlung wird sich nun dazu zu äußern haben. Leider hat das Magistratskollegium die Vorschläge seines fachmännischen Mitgliedes, des Stadtschulrats Gerstenberg, in mehreren und sehr wichtigen Punkten abgeschwächt. Die bedenklichste der vor- genommenen Einschränkungen ist die, daß von der Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule befreit bleiben soll, wer die erste Klasse einer Gemeindeschule durchgemacht hat. Der„Vorwärts" hat über diesen Beschluß sofort nach der entscheidenden Sitzung des Magistrats berichtet. Von Herrn Gerstenberg wollte der„Berliner Lchrervcrein," der seit langem sich der Förderung der Fortbildungsschulsache mit Eifer gewidmet hat, eine authentische Darstellung haben. Die Lehrer wollten hören, was an den in die Presse gelangten Mit- teilungen über das Ortsstatut wahres sei. Der Herr Stadtschulrat löste die heikle Aufgabe, die ihm da gestellt war, mit der Re- stgnation, die einem in der Minderheit gebliebenen Magistrats- Mitglied ziemt. Er lobte, tvas zu loben war, und wo das nicht an- ging, da glitt er mit vorfichtiger Eile über sein Thema hinweg. Nur als er von der Klausel sprechen mußte, die den Besuch der ersten Gemeindeschulklasse mit Befreiung vom Fortbildungsschulbesuch belohnen will, überkam es ihn wie B e- s ch ä m u n g. Er hob hervor, daß die Idee nicht von ihm aus- gegangen fei— hür unterbrach den Redner ein Beifallssturm. Stadtschulrat Gerstenverg hatte ser fügte das hinzu) vom Ober- Bürgermeister Kirschner die Erlaubnis erbeten und erhalten, das öffentlich erklären zu dürfen. In der D e b a t t e wurde darauf hingewiesen, daß der eigentliche Gegner, gegen den die Lehrer vorzugehen gedachten, gar nicht zur Stelle sei: denn der Stadtschulrat kämpfe ja nicht gegen sie, sondern mit ihnen. Allgemein war man damit einverstanden, daß die Pflicht- Fortbildungsschule in erster Linie eine Berufsschule sein solle, die nicht allgemeine Bildung, sondern berufliche Vorbildung dem Schüler als Wichtigstes giebt. Ebenso allgemein wurde es verurteilt, daß nach dem Besuch der 1. Gcmeindeschulklasse der Besuch einer Fort- bildungsschule nicht mehr zur Pflicht gemacht werden soll. Die„erst- klassigen" Gemeindeschüler teilen dieses zweifelhafte Vorrecht mit den Inhabern des Einjährigen- Zeugnisses,• aber selbst bei diesen halten die Lehrer es für bedenklich. Gefordert wurde unter anderm, daß die Besuchspflicht, die sich auf Lehrlinge und eventuell Gehilfen der gewerblichen und kaufmännischen Betriebe Berlins erstrecken wird, nicht bis zum 17., sondern bis zum 13. Lebensjahre dauern solle, daß nicht allein für die männliche, sondern später auch für die weibliche Jugend eine Besuchspflicht festgesetzt werde, daß man nicht sechs, sondern acht Stunden in jeder Woche unterrichte, daß der Sonntagsunterricht nicht nur nach Möglichkeit, sondern über- Haupt vermieden werde, daß nur am Tage unterrichtet werde, daß 30 Schüler pro Klaffe nicht das Minimum, sondern das Maximum sein solle, daß man die Lernmittel unentgeltlich liefere, und so weiter. Eine Resolution, die den vom Magistrat aufgestellten Entwurf grundsätzlich billigt, ihn aber im einzelnen bemängelt, wurde angenommen. Der Lehrerverein hofft, daß sich für die von ihm angefügten Verbesserungsvorschläge in der Stadt- verordneten-Versammlung hinreichende Unterstützung finden werde. Warten wir's ab, wie der Freisinn sich dazu stellen wird. Neues Ricsellaud. Der Magistrat hat bei Bernau in den Ge- markungen von Ladeburg, Rüdnitz, Wilmersdorf zc. 1388 Hektar zum Preise von 2% Millioncu Mark gekauft. Ein Teil der Ländereien ist mit Wald im Werte von 70000 M. bestanden. Die Gebäude haben einen Wert von 30 000 M. bezw. 133 000 M., so daß für den Hektar Acker 1706 M. oder in runder Summe für das Land 2>/z Millionen Mark gezahlt worden sind. Die Kaufgelder mit den Nebenkosten sollen aus Anleihemitteln entnommen' werden. Der Ankauf war mit Rücksicht auf die Inanspruchnahme von Buch für zwei große Irrenanstalten und ein Siechenhaus zc., sowie den Aus- bau des XI. Radialsystems notwendig geworden. Die Stadt- verordneten- Versammlung wird um ihre Zustimmung ersucht werden. Jüdisches Krankenhaus. Die hiesige jüdische Gemeinde be- absichtigt ein neues Krankenhaus zu erbauen, weil ihr jetziges, in der Augusfftraße, den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen nicht mehr genügt, und weil dessen Zustand bereits veranlaßt hat, die Notwendigkeit einer Verringerung der Bettenzahl in Aussicht zu nehmen, während gerade eine Vermehrung der Bettenzahl notwendig ist. Diese Vernrehrung läßt sich nun nach dem Gutachten von Sach- verständigen nur durch einen Neubau erreichen. Der Vorstand hat deshalb an den Magistrat die Bitte gerichtet, ihm das städtische Grundstück an der Schul- und Exerzierstraße von 11 Morgen Größe, gegenüber der Alters-Versorgungsanstalt der jüdischen Gemeinde und dem Reuter-Stift, für eine Million Mark zu verkaufen. Nach Westen zu soll eine neue Straße das Grundstück bezw. Krankenhaus von dem städtischen Hospital zum Heiligen Geist und St. Georg trennen. Der Magistrat hat auf Antrag der Grundeigenwms-Deputation den Verkauf genehmigt und wird die Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung nachsuchen. Der Neubau der chirurgischen Klinik der Charttö wurde gestern, Sonnabend, von der Bauleitung der Direktion des großen Kranken- Hauses übergeben. Die feierliche Eröffnung soll in den nächsten Tagen stattfinden. Die neue Klinik, die ungefähr in der Mitte des ganzen Eharitögebäudes liegt, ist den übrigen Gebäuden angepaßt. Große alte Bäume und neue Parkanlagen umgeben sie. Ihr gegenüber wird sich die erste medizinische Klinik erheben, während die zweite und dritte sich angliedem sollen. So wird ein großes Viereck als Erholungspark eingefaßt, während die Einfassung wiederum Park- anlagen umgeben. In Moabit wächst jetzt wieder ein neues Stadtviertel empor. Das ausgedehnte, bisher unbebaut gewesene Gelände westlich der Stromstratze, das von der Straße Alt-Moabit bis zur Spree hinabreicht und unter anderm das umfangreiche Grundstück des früheren Borsig- schen Eisenhammers in sich schließt, wird mit Wohnhäusern bebaut. Die Straßen, die der Erschließung dieses Geländes dienen, und zum Teil erst neu in den Bebauungsplan eingefügt wurden, sind anbau- fähig hergestellt worden. Alt-Moabit ist auf der in Betracht kom- Menden Strecke verbreitert und mit einer Mittelpromenade ausgestattet worden, die sich zwischen einer hier von früher her noch vorhandenen Doppelreihe alter Eichen Hinzieht. Diese Straße hat zwischen ihren Querstraßen, Strom- und Jagowstraße, jetzt noch weitere drei Quer- straßen erhalten. An ihr und den anschließenden Stecken der drei neuen Querstraßen, die als Krefelder-, Bochunier- und Elberfelderstraße benannt worden sind, ist ein Viertelhundert Wohnhäuser bereits unter Dach gebracht. Elberfelder-, Bochumer- und Krefelderstraße werden geschmtten von der neu angelegten, parallel zu Alt-Moabit verlausenden Essenerstratze, die später einmal über den alten Borfigschen Garten bis zur Stromstratze durchgelegt werden soll. Auch dieser Garten soll dann als Bauland aufgeteilt und mit Wohn- Häusern besetzt werden. Ein Stück dafür hat schon für die neue Uferstraße geopfert werden müssen, die sich von der Stromstraße westwärts an der Spree entlang zieht. Inmitten des neuen Stadt- Viertels, das wegen seiner Straßennamen das westfälisch-rheinländische Viertel genannt werden kann, wird an der Bochumerstraße das neue Heim des nach Moabit zu verlegenden Friedrichswerderschen Gym- nasiums seine Stelle erhalten. Auch für eine Gemeindeschule, die hier nöthig werden wird, hat die Stadt sich neben dem Gymnasium ein Grundstück gesichert. Der Geschäftsschluß im HandelSgcwcrbe zur Pfingstzelt regelt sich auf Grund der polizeilichen Bekanntmachungen folgendermaßen: Morgen, am Sonntag den 16. d. M., dem letzten Sonntag vor Pfingsten, dürfen alle offenen Verkaufsstellen bis um 6 Uhr abends, am Sonnabend, 21. d. M., dem letzten Wochentage vor Pfingsten, dürfen sie bis um 10 Uhr abends für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Am ersten Pfingstfeiertage dürfen im Handelsgewerbe, soweit der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter nur nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen beschäftigt werden: a) im Handel mit Milch, mit Back- und Konditorwaren, sowie mit Konfitüren: in Berlin, Char- lottenburg und Rixdorf während der Zeit von 6 bis 10 Uhr vor- mittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, in Schöneberg während der Zeit von 6 bis O'/z Uhr vormittags und von 11 Vz bis 2 Uhr nachmittags: b) im Handel mit Fleischwaren: in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 6 bis 10 Uhr vormittags, in Schöneberg während der Zeit von 6 bis 9'/, Uhr vormittags; c) im Händel mit Kolonial-, Vorkostwaren, mit Brenn- Materialien, mit Bier und Wein, mit Tabak und Cigarren: in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags, in Schöneberg während der Zeit von VU bis O'/e Uhr vormittags: ck) im Handel mit Blumen; in Berlin, Char- lottenburg und Rixdorf während der Zeit von 7 bis 10 Uhr vor- mittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, in Schöneberg während der Zeit von 7 bis 9'/, Uhr vormittags und von 11V, bis 2 Uhr nachmittags; 0) iin Handel mit Druckschriften auf den Bahnhöfen: in Berlin, Charlottenburg und Rixdorf während der Zeit von 7% bis 10 Uhr vormittags, in Schöncberg während der Zeit von 7Vz bis 9»/« Uhr vormittags; f) m der Zeitungsspedition in Berlin, Charlottenburg, Rixdorf und Schöneberg wahrend der Zeit von 4 bis 9 Uhr vormittags.— Am Montag, den 23. d. M,, dem zweiten Pfingstfeiertage, finden lediglich die allgemeinen Vorschriften übe» die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Anwendung. Die Strafgelder in den Theatern. Die Umfrage bei den Theater- Direktoren, welche, wie gemeldet, vom hiesigen Polizeipräsidium ver« anlaßt worden ist, hat, wie ein Berichterstatter meldet, ein ziemlich umfangreiches und wertvolles Material beschafft, welches zur Be- urteilung der zu prüfenden Verhältnisse vollkommen ausreicht. Ver« anlaßt wurde die Umfrage durch eine Petition des„Chorsänger- Verbandes" an den Reichstag, die auch durch vielseitige Klagen andrer Bühnenangehörigen über die willkürliche Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage unterstützt ivorden ist. Den Haupt- Bcschwerdepunkt bildeten von jeher die von einzelnen Theater- Direktoren aus geringfügigen Gründen über ihr Personal verhängten drakonischen Geld st rasen, welche oft die Hälfte der Gage der davon Betroffenen erreichten. Und da die Bühnenleiter jene Strafsummcn über ihr künstlerisches und technisches Personal meist selbstherrlich verhängte», den Bestraften aber ein Rechtsmittel gegen die Direktorialverfügung nicht eingeräumt wurde, so lag der Ver- dacht nahe, daß sich eine gewisse„Straftvut" herausbildete, die auf Kosten der Darsteller zc. die Theaterkassen füllen half. Deshalb muß auch auf die Frage besonderes Gewicht gelegt werden:„Welches ist der Verwendungszweck der eingegangenen Strafgelder?" Und es dürfte, wenn, wie zu erwarten steht, gesetzgeberische Maßregeln erfolgen, verlangt werden, daß die Strafgelder, wie dies schon im Staats- und Kommunalbetriebe geschieht, auch bei den Theatern in die U n t e r st ü tz u n g s k a s s e zc. der Angestellten fließen, so daß ein direktes Interesse der strafenden Jifftanz an der Strafe selbst nicht mehr obwaltet. Die illustrierte Romanbibliothek„In Freien Stunden" ist jetzt bis zum 20. Heft erschienen, das heute zur Ausgabe gelangt, Es bringt die Fortsetzung des Gerstäckerschen RomanS„Die Flußpiraten des Misstsippi" und der Novelle Zolas:„Madame SourdiS" sowie eine Skizze aus dem Künstlerlcben:„Ein Beittag zur Tierdressur". Daneben„Dies und Jenes",„Witz und Scherz". Wöchentlich er- scheint ein 24 Seiten starkes Heft zum Preise von 10 Pf., das in allen Partei-Buchhandlungen, bei den Parteikolporteuren, in den Parteispeditionen, bei sämtlichen sonstigen Zeitungsspeditionen und in der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, zu haben ist. Mit dem 1. Jaimar begann der neue Roman, der noch jetzt von Heft 1 an nachbezogen werden kann. Wir empfehlen unsren Lesern das Abonnement. Daß es eine besondere Schule für die Kinder vom Ballett giebt, dürfte wohl wenig bekannt sein. Es ist dies die königliche Ballettschule, die während des Umbaues des Schauspielhauses in zwei Privathäusern in der Friedrichstraße untergebracht ist. In Nr. 236 ist von der Weicheltschen höheren Mädchenschule ein Klassenzimmer gemietet, in dem die Lehrerin Fräulein Mathias 32 künftige Balletteusen, vom 6. bis 14. Lebensjahr, in den Elementarfächern unterrichtet. Diese Kinder besuchen sonst keine Schule. Der Tanz- Unterricht und die Uebungen im Tanzen finden in Nr. 232, in den Räumen des königlichen Tänzers Forde, statt. Verhaftung von Falschmünzern. DerPolizei ist eS gestern gelungen, ein Mitglied jener Bande zu verhaften, die seit langer Zeit gefälschte Fünfmarkstücke in den Handel gebracht hat. Nach anonymen Mitteilungen, die an die Kriminalpolizei gelangt waren, sollte sich die Gesellschaft in einem Hause der Markusstvahe in der Wohnung von Pohl aufhalten. Als die Beamten in die Wohnung traten, fanden sie einen jungen, elegant gekleideten Herrn vor, der sich ihnen als Neffe des Wohnungsinhabers vorstellte. Die Beamten erklärten ihn für verhaftet und untersuchten die Wohnung. In Reisekörben fand die Kriminalpolizei eine vollständige Gieheinrichtung für Münzen sowie Metall und Säuren, ferner in einem andren Koffer fertige und unfertige falsche Geldstücke. Auf dem Wege zur Polizeiwache gelang es dem Falschmünzer, zu entlaufen; es entspann sich eine wilde Jagd hinter dem Verbrecher. Nachdem er durch einige Straßen gerannt war, konnte er wieder festgenonunen werden. Auf der Polizeiwache spielte er den Wilden; er gab an, Adolf Focke alias Otto Heintze zu heißen. Der Verhaftete ist der Zuhälter einer Klara Wanders. Nach dem Verhör mif dem Revier wurde der Falsch- münzer nach dem Polizeigefängnis gebracht. Herr Alfons Nöhll. Zu der Angelegenheit des flüchtig ge- wordenen Alfons Röhll, der, Ivie berichtet, nach Hinterlaffung einer bedeutenden Schuldenlost aus Berlin verschwunden ist, wird folgendes mitgeteilt: Die altrenommierte, seit mehr als hundert Jahren bs- stehende Firma C. H. Röhll wird den Antrag auf Eröffnung deS Konkursverfahrens selbst stellen. Dieser Schritt wird von beteiligter Seite als notwendig angesehen, um eine klare Uebersicht üher alle diejenigen Engagements zu erhalten, durch welche der ver- schwenderische Lebemann die Firma verpflichtet hat. Die schriftlichen Angaben des jungen Röhll. die er über sein Schuldconto kurz vor der Abreise hinterließ, sind so unvollständig, daß daraufhin eine Aus- einmrdersetzung mit den Gläubigern unmöglich erfolgen kann. Um aber eine solche eventuell im Wege des Zwangsvergleichs zu erzielen, wird der Konkurs als der einzige Ausweg betrachtet. Nichtsdesto- weniger wird die Firma die Gültigkeit der mefften Wechsel- Verpflichtungen bestreiten, weil diese nach ihrer Ueberzeugung durch wucherische Ausbeutungen zu stände gekommen sind. Ueber den Aufenthaltsort des Lebemannes und seiner Freundin konnte bisher nichts Bestimmtes ermittelt werden. Stadt und Kirche. In dem Eigcntumsftreit um den Kirchplatz der St. Elisabeth-Kirche und der Stadtgemeinde Berlin hat gestern der 4. Civilsenat des Reichsgerichts das Urteil des Kammergerichts Berlin aufgehoben und die Sache zur noch- maligen Verhandlung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Die Kirchen« gememde hatte im Jahre 1880 der Stadtgemeinde den Kirchplatz zur Bepflanzung überlassen, aber sich vorbehalten, eventtiell ein neues Pfarrhaus darauf zu erbauen. Nun verlangte vor einigen Jahren die Kirchengemeinde Platz zur Erbauung emes Nebengebäudes des jetzigen Pfarrhauses. Die Stadtgemeinde verweigerte diesen Raum, weil sie nur verpflichtet sei, für ein neues Pfarrhaus den Platz her- zugeben! und machte Eigentumsansprüche geltend. Das Landgericht Berlin hatte die von der Kirchcngememde erhobene Klage ab- gewiesen; doch auf die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hatte das Kammergericht das Urteil aufgehoben und erkannt: daß die beanspruchte Parzelle fteizugeben sei; die Stadtgemeinde sei nicht Besitzerin des Kirchplatzes geworden. Ein Recht an die Pflanzungen stehe der Klägerin nicht zu. Gegen dieses Urteil legte die Stadt- gemeinde Revision ein, welche beim Reichsgericht den vorgenannten Erfolg hatte. Einen dreisten Diebesstreich verübte der„lange" Zeidler, der von der hiesigen Kriminalpolizei gesucht wird. Z. hatte sich am Nord- Hafen als Bootsmann anwerben lassen und fuhr mit der Zill» nach Zehdenick, um dortselbst Ladung einzunehmen. Hier drang er auf einen dem Schiffseigner Dammasch gehörigen Kahn, auf dem sich nur der 14jählige Sohn des D. befand und machte den Knaben sinnlos betrunken. Dann erbrach Z. die Kajüte und stahl aus der- selben 600 Mark sowie eine Taschenuhr nebst Kette. Der bald darauf zurückkehrende D. entdeckte sofort den Diebstahl und nahm die BW- folgung des Einbrechers auf. Dieser wurde auch gefaßt, bevor. er seine Beute in Sicherheit bringen konnte. Auf dem Wecpmar Polizei gelang es Z., zu entfliehen, und leider ist es noch nicht ge- lungen, des Diebes habhaft zu werden. Selbstmord verübt hat gestern mittag ein unbekanntes, etwa 19jähriges Mädchen, welches geWn 11 Uhr mit einem Vorortzuge von Berlin nach Köpenick gejaküeqs lvar. Die Unbekannte begab sich nach der Kolonie Hirschgareen uchx; stürzte sich an der sogenannten Totenecke in die Spree. Obwohl der Vorgang von dem gegenüber genen Tabbertschen Restaurant beobachtet worden und ein Kahn Richter, am Dienstag, den 14. Juni, im Restaurant Wilhelms- junger Frauen und Mädchen wegen Verbrechens gegen feimendes Hilfeleistung sofort zur Hand war, gelang es doch nicht mehr, hof" statt. Die Parteigenossen mögen daher sofort mit der Agitation Leben zu verantworten. Die von den Rechtsanwalten Leopold ite Unglückliche zu retten. Sie konnte nur als Leiche gelandet beginnen, daß ihnen diesmal das Mandat nicht wieder ent- Meyer und Wolfg. Heine verteidigten Angeklagten hatten vor werden. Bei der Toten wurden zwei Herren- Photographien vor rissen wird. der Polizei ein umfassendes Geständnis abgelegt, dieses aber später bei gefunden. Sie trug eine goldene Halskette und ein Paar goldene Ohrringe. rechte Augen. Der fünf Jahre alte Sohn Frizz des Oberpoſtſchaffners Durch einen Steinwurf verlor gestern abend ein Knabe das Augsburg in Johannisthal, ein gut erzogener und sehr ruhiger Junge, hielt sich von seinen wilderen Altersgenossen etwas zurück und erregte dadurch deren Unwillen. Wie es schon öfter geschehen war, so wollten sie ihn auch gestern abend wieder hänseln. Dabei nahm nun einer der Jungen einen Stein und warf ihn nach dem kleinen Augsburg. Das Wurfgeschoß traf das rechte Auge so schwer, daß es auslief. Die Mutter fuhr mit dem Verletzten sofort nach der Rettungswache am Görlizer Bahnhof, aber kein Arzt konnte mehr helfen, das Auge ist unwiederbringlich verloren. Der kleine Uebelthäter, der mit dem ganzen Schwarm der Kinder davonlief, ist noch nicht ermittelt. . denn letztere Köpenid. Der Vorsitzende des Wahlvereins ersucht uns mit- Gericht widerrufen. Der Vorsigende hielt den Angeklagten diesen zuteilen, daß am Drt eine freie Schwimmerschaft gegründet widerspruch in ihren Aussagen vor und verlas zu diesem Zweck die beten, in einer am Dienstagabend 8 Uhr bei Frizz Meher, Rosen- Ordnung nur die in einem richterlichen, nicht aber in einem polizeiwerden soll; Freunde und Gönner des Schwimmsports werden ge- polizeilichen Aussagen. Hierauf beantragten die Verteidiger die Protokollierung dieser Maßnahme, da nach§ 253 der StrafprozeßStraße, stattfindenden Versammlung zu erscheinen. lichen Protokoll enthaltenen Erklärungen von Angeklagten zum Ein blutiges Drama hat sich gestern nachmittag 3 Uhr in Zwecke der Beweisaufnahme über ein Geständnis verlesen werden Charlottenburg abgespielt. Der Arbeiter Korlep aus der dürfen. Diesem Antrage wurde entsprochen, demnächst aber der Schillerstraße wurde im Verlaufe eines Streites mit dem früheren protokollierende Polizeibeamte über das Zustandekommen der polizeiLiebhaber feiner jezigen Frau von diesem tödlich verletzt. Sein lichen Protokolle als Zeuge vernommen. Er befundete im WiderRivale, ein Arbeiter Wondrak, der aus Eifersucht gehandelt haben spruch mit den meisten Angeklagten, daß diese unbeeinflußt und ohne soll, stieß ihm sein Messer tief in die Brust hinein. Storlep wurde jede Erregung die protokollierten Aussagen gemacht haben. blutüberströmt in hoffnungslosem Zustande in das Charlottenburger Staatsanwalt Lindow hielt die Schuld der Angeklagten bei dieser Krankenhaus geschafft. Sachlage für erwiesen und beantragte gegen die Hauptangeklagte Nowawes. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich am Mitt- Schulte zwei Jahre Zuchthaus, gegen die übrigen Ein Opfer des Landstraßenelends. Einsam im Walde verhungert woch nach Entgegennahme einiger geschäftlicher Mitteilungen mit der Angeklagten Gefängnisstrafen von 3-6 Monaten. Die Verteidiger ist, wie die„ Potsdamer Korrespondenz" meldet, ein polnisch- jüdischer Neubildung der Kommissionen. Nach den gemachten Vorschlägen wiesen darauf hin, daß der Gesetzgeber aus guten Gründen die Wandersmann, namens Schleim oder Drechwa, dessen Leiche in der wären wir in der Wahl-, Wege- und Finanzkommission durch Gruhl, in Verlesung der polizeilichen Protokolle untersagt und nur die Colpiner Forst von dem Förster König aufgefunden wurde. Die der Baukommission durch Wagner vertreten gewesen; Genofie Hoffmann jenige richterlicher Protokolle gestattet habe, denn Gerichtskommission hat festgestellt, daß der Mann an Entkräftung stellte den Antrag, uns auch bei der Bildung der Friedhofskommission verbürgen wegen der höheren Bildung, Stellung und Einsicht des gestorben ist. Der ganze Körper bestand nur noch aus Haut und zu berücksichtigen und an Stelle des Herrn Plage Genosse Gruhl zu Richters einen ganz andren Grad der Zuverlässigkeit als die Protokolle Knochen und war über und über mit Wunden bedeckt. Der Tote wählen; dieser Antrag erledigte sich dadurch, daß Herr Steiner frei- untergeordneter Polizei- Organe. Die Aussagen der letzteren über den wurde mit einem sogenannten„ Berliner" unter dem Kopf auf- willig aus dieser Kommission austrat und dafür Genosse Gruht Inhalt der Protokolle können die ihnen vom Gesezgeber zuerkannte gefunden. Schleim wurde erst kürzlich in Berlin wegen Bettelns gewählt wurde. Auch die übrigen Kommissionen wurden gemäß den Bedeutung nicht erhöhen. Die Straftammer sprach aus gleichen Erbestraft und hatte noch am Sonntag in dem Dorfe Markgrafpieste Borschlägen der Wahlkommission gewählt.- Die Armenpflege wägungen sämtliche Angeklagte frei. Diese seien zwar, so hieß es gebettelt. wurde bisher in der Weise ausgeführt, daß der Ort in vier Bezirke in dem Urteil, stark verdächtig, sie seien aber lediglich durch ihre In den Geschäftsräumen der Kölner Lebensversicherung in der eingeteilt wurde, mit je einem Schöffen als Vorsitzenden und zwei polizeilichen, später vor Gericht widerrufenen Erklärungen, die nach Kochstraße 54, Ecke der Markgrafenstraße, tam gestern abend gegen Gemeindevertretern als Mitglieder der Armenkommission; da aber dem Geſeße nicht einmal verlesen werden dürfen, belastet und deshalb 6 Uhr durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Spirituskocher ein bei der Größe der Bezirke die Armenpflege nicht mit der nötigen nicht völlig überführt. Wohnungsbrand aus, der in kurzer Zeit eine starte Verqualmung Sorgfalt ausgeführt wurde, machte die Wahlkommission den Vor- Wegen Mißhandlung eines Schülers hatte sich gestern der Volksherbeiführte, so daß man auf ein größeres Feuer schloß. Glücklicher- schlag, acht Armenbezirke zu bilden, deren Vorsitzende und stell- schullehrer Friedrich Mewes zu Zehlendorf vor der ersten weise war der 17. Löschzug aus der Hauptwache in der Lindenstraße vertretende Vorsitzende möglichst der Gemeindevertretung angehören Straffammer des Landgerichts II zu verantworten. Der 30jährige innerhalb weniger Minuten zur Stelle und beseitigte mit dem kleinen sollen; außerdem sollen von jedem Vorsigenden noch drei Pfleger Angeklagte ist früher im Bezirk der föniglichen Regierung zu MagdeLöschgerät die Gefahr. Der entstandene Schaden ist nur gering. aus der Bürgerschaft für seinen Bezirk ernannt werden; als oberste burg beschäftigt gewesen und dort einmal wegen fahrlässiger KörperEine große Kellerüberschwemmung verursachte gestern nachmittag Verwaltung soll eine dreigliedrige Kommission mit dem Gemeinde- verlegung im Amte mit 60 Mart vorbestraft worden. Zu den an der Ecke der See- und Togostraße einen großen Menschenauflauf vorsteher als Vorsitzenden fungieren. Eine für die Armenpflege aus- Schülern seiner Klasse in Zehlendorf gehörte der siebenjährige Knabe und führte auch zu einer Alarmierung der Feuerwehr. Jm Keller zuarbeitende Geschäftsordnung soll mit dem 1. Juli in Kraft treten. Albert Ballasch, über dessen Fleiß und Leistungen der Lehrer des Hauses Seeftr. 68b war das Hauptrohr der Wasserleitung ge- Gemeindevertreter Nathan wünschte, daß die stellvertretenden Vor- zu flagen hatte. Er hatte ihm eine häusliche Lese- Aufgabe gestellt plagt, hatte seinen Inhalt in den Keller ergossen und ihn in furzer ſizenden der Bürgerschaft entnommen werden; dem widersprachen und angedroht, daß er Schläge bekommen würde, wenn er an Zeit in seiner ganzen Höhe überschwemmit. Um die ungeheuren unsre Genossen Gruhl und Hoffmann mit der Motivierung, daß nächsten Tage die aufgegebenen Wörter nicht würde lesen können.(!) Wassermassen wieder auszupumpen, hatte eine Dampfsprige fast zwei es wahrscheinlich sehr schwer halten wird, nur die 24 Pfleger in der Letzteres traf ein der Angeklagte gab dem Jungen, Stunden zu thun. Das Zuleitungsrohr wurde abgesperrt und die Bürgerschaft zu finden; auch müßten zu den stellvertretenden Vor- welcher sich damit entschuldigte, daß er etwas habe„ aus. Wasserwerke benachrichtigt. Die im Keller lagernden Vorräte der sigenden Leute genommen werden, die der Gemeindevertretung als tragen" müssen, bei jedem Worte, welches der Anab zuverlässig bekannt seien. Danach wurde die Vorlage nach dem Vorschlage nicht lesen fonnte, mit einem zahlreichen Mieter wurden teils zerstört, teils stark beschädigt. Rohrstock einen Hiek den Rücken, die Schulter und den Arm. Die Der Butterhändler Herr Jacob, Elbingerstr. 4, ersucht uns mit- der Wahlkommission angenommen. Unfre Genossen sind danach in über zuteilen, daß er mit dem wegen Butterfälschung unter Anklage ge- den Armenkommissionen durch Wagner und Hoffmann als Vorsitzende, Mutter hat sich bei der Heimkehr des Jungen überzeugt, daß der Rücken desselben mit braunen und blauen Striemen überdeckt war, Hähnchen und Hiemte als stellvertretende Vorsitzende vertreten. stellten Geschäftsmann gleichen Namens nicht identisch ist. Von den Schullehrern ist ein Gesuch um Erhöhung der und sie erstattete Anzeige. Nach der Bekundung des praktischen 270 m. jährlich, während Neuendorf 330' M. zablte. Die Finanz- über die Grenzen feines Büchtigungsrechts weit hinausgegangen, Mietsentschädigung eingegangen; dieselbe betrug bisher Arztes Dr. Wagner, der den Knaben untersucht hat, ist der Lehrer fommission schlägt vor, die Entschädigung auf 300 m. zu erhöhen, denn der ganze Rücken des Knaben, vom Schulterblatt bis zum da in Nowawes die Wohnungen billiger wie in Neuendorf seien. Gefäß, fei mit mindestens zwölf blutigen Striemen bedeckt gewesen, Der Angeklagte gab zu, Genosse Gruhl befürwortete diesen Antrag und erwähnte hierbei eine die sich bis zum Oberarm erstreckten. fürzlich im„ Potsdamer Intelligenzblatt" erschienene Notiz, nach welcher daß er am nächsten Tage selbst erstaunt gewesen sei, als er die Nowawes von den Lehrern nur als Durchgangsstation betrachtet wird, Folge der Schläge am Körper des Knaben sah. Rektor Hof weil die Besoldungsverhältnisse hier so traurige feien. Redner meister hielt dafür, daß in diesem Falle, wo andauernde Faul erklärte diese Behauptungen für unwahr; im Gegenteil hätten wir heit" vorlag, eine törperliche Büchtigung geboten war, doch erschien verhältnismäßig viele Lehrer, die bei uns alt und grau geworden ihm der angewandte Rohrstock etwas ſtart". feien; allerdings könnten wir mit unfrer ungünstigen finanziellen nahm zu Gunsten des Angeklagten an, daß dieser nicht die Absicht Lage uns nicht nach Berlin und den reichen Vororten richten. Jeden gehabt habe, den Knaben zu mißhandeln, sondern nur aus Fahr falls müsse gegen die Unterstellung, daß wir Hungerlöhne zahlten, lässigkeit sein Büchtigungsrecht überschritten habe. Er beantragte energisch Verwahrung eingelegt werden. Hierauf beschloß die Ver- 60 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. tretung die Erhöhung der Mietsentschädigung auf 300 m. Die weitere Beratung entzog sich der Deffentlichkeit. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Morgen Montag, abends 9 Uhr, Fortsetzung des Kursus in der Centrale Dresdenerstr. 45. Vortrag über die Lebensthätigkeit des menschlichen Körpers. Neue Mitglieder fönnen noch eintreten. Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag 25 Pf. Bibliothek steht zur Verfügung. Das 24. Jugend- Konzert das letzte dieses Konzert- Halbjahres findet am Pfingstsonnabend nachmittags 4 Uhr in der Philharmonie statt. Mitwirkende find: Herr und Frau Hildach, Fräulein Maria Holgers, Recitatorin, und der Pianist Herr Henri Busch. Für Schüler und Schülerinnen, die keine Einlaßkarten in ihren Schulen erhalten, find solche a 50 Pf. zu haben im Seminar für Musik- Neue Winterfeldtstr. 48, beim Portier der Philharmonie und an der Kasse. Orgelfonzert. Der Heilands- Kirchenchor unter Leitung des Drganisten Reinhold Kurth, Frl. Emmy Selbmann, Frl. Frieda Rod, der Opernsänger Herr Paul Haase und Herr Konzertmeister Felir Schmidt werden beim Dienelschen Orgelvortrag in der Marienfirche am Montag, den 16. Mai, abends 7 Uhr, Kompofitionen von Bach, Händel, Martini, Tartini, Schubert, Hesse, Merkel, Becker, Hummel 2c. bei freiem Entree aufführen. Der Sportpark Friedenau, der bekanntlich eingeht, wird dem Bernehmen nach in der Nähe vom Spandauer Berg neu erstehen: es ist dazu ein Gelände der Domäne Ruhleben zwischen Spandau und Neu- Westend in Aussicht genommen. Die neue Rennbahn wird als Autodrom für Automobil- und Radrennen eingerichtet; die Vorbereitungen für die erforderlichen Bauten sind bereits im Gange. Ein ähnliches Projekt ist im Vorjahre an den Kosten gescheitert. Aus den Nachbarorten. Schöneberg. Wie wir erfahren, findet die Ersatzwahl für den bisherigen Vertreter der 3. Abteilung des 9. Bezirks, Stadtv. Dr. Todes- Anzeige. Nach kurzem schweren Leiden entschlief unfre einzigste, geliebte Tochter 13226 Margarethe Kerschowski im Alter von 18 Jahren am 14. Mai vormittags 10 Uhr. Dies zeigen betrübt an die tiefbetrübten Eltern Klara Peters geb. Hamann. Helmuth Peters. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Heiland- Gemeinde, aus statt. Plögensee, Todes- Anzeige. Allen Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unsre liebe Tochter und Schwester Hedwig Boezek im 15. Lebensjahr, am 12. Mai, gestorben ist. 52452 Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Sorauerstr. 27, aus nach dem Michaelkirchhof in Mariendorf, statt. Die trauernden Eltern und Geschwister. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tapezierer. ( Filiale Berlin III.) Nachruf! 3Jn furzer Zeit raffte der Tod, unire Mitglieder Willy Skriewe, Herrmann Mager, Franz Jolitz im besten Mannesalter schwerem Leiden dahin. nach 289/18 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Gustav Lüpke am 13. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes Kirchhofes, Scharnweberstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/13 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Kollegen zur Nachricht, daß der Tischler Eduard Wiedeberg am 12. Mai nach furzem Kranten lager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag vom städtischen Krankenhause Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung." 84/1 Schulfanatorien im Grunewald. Der Magistrat von Charlottenburg wird der Stadtverordneten- Versammlung eine Vorlage zugehen lassen, in der die Notwendigkeit der Errichtung eines Schulfanatoriums begründet wird. In diesem Schulsanatorium sollen gegen hundert Kinder Aufnahme finden, und zwar, wenn angängig, auch während der Wintermonate. Man hofft, durch Schulsanatorien das erste wird voraussichtlich im Grunewald errichtet werden Ferienkolonien erheblich entlasten zu können. Gerichts- Zeitung. die Um die Bedeutung polizeilicher Protokolle im Strafprozeß handelte es fich bei der Verhandlung einer Straffache, die gestern die fiebente Straftammer des Landgerichts I beschäftigte. Vor dieser hatten sich die frühere Hebamme Schulte und eine Reihe Nachruf! Am 10. d. M. entriß unerwartet aus dem Kreise treuer Freunde der Tod unsern Sangesbruder und langjährigen Vorsitzenden Gustav Heyde. Sein rechtschaffener, biederer Charakter, sein versöhnliches Wesen und sein vorbildlicher Eifer für den Berein sichern ihm ein treues, unauslöschliches Andenken. Friede seiner Asche! Der Männergefangverein Lorbeerkranz 1879. Köpenick. Deutscher TextilarbeiterVerband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Färber Otto Einfinger nach schwerer Krankheit im Alter von 31 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Zeit der Beerdigung wird am Dienstag im Vorwärts" befannt gegeben. 197/3 Der Vorstand. Danksagung. Für die liebevolle, herzliche Teil Für die beim Hinscheiden meines nahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes und unsres teuren Baters Wilhelm Mügge er lieben Mannes, unsres guten Vaters wiesene Teilnahme sagen wir allen Gustav Heyde Freunden und Bekannten, besonders dem Berein der Zimmerer Berlins und fagen wir allen Verwandten, Freunden umgegend, unfren herzlichsten Dank. und Bekannten, insbesondre dem Witwe Mügge und Kinder. Männer- Gesangverein Lorbeerkranz" gegr. 1879, unsern innigsten Dant. te trauernden Hinterbliebenen Künstliche Zähne, Plomben 2C. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Oswald Braune am 13. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Bartholomäus Kirchhofes in Weißensee, Falkenberger Weg, aus statt. # Um rege Beteiligung ersucht 82/20 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Theodor Lehmann am 11. Mai verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in NiederSchönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/19 Die Ortsverwaltung. und Der Staatsanwalt Briefkaften der Redaktion. Juristischer Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 lbr. 5. 2. 777. 1. u. 2. Die Konzession fann erteilt, aber auch versagt werden. Ob die Versagung gerechtfertigt ist, hängt davon ab, ob aus der That, derentwegen Bestrafung erfolgt ist, die Annahme gerechtfertigt ist, daß der Nachsuchende das Gewerbe zur Förderung der Böllerei, des verbotenen Spiels, der Hehlerei oder der Unfittlichkeit mißbrauchen werde." 100. Der Schuldner ist in Ihrem Fall verpflichtet, die Forderung nebst 4 Proz. Verzugszinsen zu zahlen. Simpli. Nein. B. M. 45. Soweit ohne Einsicht in das Statut sich sagen läßt, hat der Verein das Recht, auf Zahlung der Beiträge zu lagen. 3. 3. Nein. - 2. G. 90. Zwischen 6 und 20 M. für die Entbindung und zwischen 1 und 4 M. für jeden weiteren Besuch der Hebamme werden als ans gemessen erachtet. A. 2. An das Polizeipräsidium ist Ihr Antrag zu richten. 17. 88. 1. Nein; eine Darlehnsforderung verjährt erst in 30 Jahren. 2. Ein Darlehn fann auch dann eingeklagt werden, wenn über den Empfang feine Quittung gegeben ist. Natürlich muß aber der Kläger O. W. Ja. die Hingabe des Darlehns beweisen. RIGINAL SINGER NAHMAS N. Nein. Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! Groke Haltbarkeit! 46972 Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix höchster Preis Paris 1900: der Ausstellung. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Verlag M. Richter, Berlin SO 38. Soeben erschien. II. 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Die Ehrenämtern überhäuft sei, daß ihm diese aber wohl wenig Freude principielle Zusammenlegung beider Körperschaften nach einem Orte und Ehre eingebracht haben. An ihm solle übrigens das Projekt der Um 11 Uhr wird die Debatte über den Bericht der Preß wird mit allen gegen sechs Stimmen angenommen. Sodann er- eventuellen Zeitungsverlegung nicht scheitern. Er scheide dabei volltommission und die Haltung der Fachzeitung weiter geführt. Unter läutert Raith die Gründe, welche gegen die Belaffung des Vorstands- ständig aus, weil er an Hamburg gebunden sei und man übrigens Ablehnung aller sonst zu diesem Punkte gestellten Anträge wird der fizes in Stuttgart sprechen. Die Protestler werden auch später genug Redakteure finden werde. Mit der Stuttgarter Gesellschaft Antrag Stubbe auf Herausgabe einer technischen Fach nicht zur Ruhe kommen. Solche Atmosphäre aber hindert ein ge- wolle er nichts zu thun haben. Raith meinte in seinem Schlußzeitschrift angenommen, desgleichen auch der Antrag Leipart, deihliches Zusammenarbeiten. Die Kommission hat stundenlang alle wort, daß die Vertretung der Stuttgarter Protestler flägdie Quartalsabrechnungen getrennt von der Verbandszeitung nur denkbaren Einwände nach dieser oder jener Richtung besprochen lich ausgefallen sei und daß es im ähnlichen Falle, den Funktionären und Interessenten zu übersenden. Als nächster Punkt und ist nach reiflichster Erwägung mit acht gegen eine Stimme zu er natürlich nicht herbeiwünsche, die Berliner denn doch der Tagesordnung kommt sodann„ Der internationale Holzarbeiter dem Entschlusse gekommen, dem Verbandstage die Verlegung des ganz anders gemacht hätten. Er widerlegt die gegen die SizKongreß" zur Beratung, Leipart meint, der letzte vor zehn Vorstandsfizes von Stuttgart nach Hamburg zu empfehlen.berlegung nach Hamburg vorgebrachten Einwände und empfiehlt den Jahren stattgefundene internationale Fachkongreß habe wie Im Gegensaße dazu wünscht Schmidt- Berlin die Verlegung des Kommissionsbeschluß zur möglichst einstimmigen Annahme. Glode seine Vorgänger die Erwartungen, welche man baran ge- Zeitungssiges nach Stuttgart. Röstes Ueberzeugungskraft würde als Vorsitzender muß den Ausdruck von Röske bezüglich der Kloßknüpft, nicht erfüllt. Aber trotzdem fönnen wir auf inter- energischer für Ruhe sorgen, als dies jetzt der Fall. In zweiter Linie aber schen Ehrenämter rügen, sofern damit dem Verbandsvorsitzenden ein nationale Beziehungen und Verständigungen nicht verzichten. fäme Berlin als Krystallisationspunkt des öffentlichen Lebens in Betracht, Vorwurf gemacht werden solle. Leipart erklärt, daß das Urteil einer auf Veranlassung der östreichischen Kollegen er was Redner durch das Dortſein der Generalfommission, des Reichstags, darüber, ob Kloß seinen Aemtern Ehre gemacht oder nicht, einzig folgten Umfrage hätten die Bruderorganisationen aus Belgien, öffentlicher Bibliotheken 2c. näher begründet. Für Hamburgi preche nichts und allein der Stuttgarter politischen Organisation bezw. seinen Böhmen, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Italien, und es lasse sich die große und kostspielige Verlegung des ganzen Vor- Wählern zustehe. Namens derselben verwahrt er sich entschieden Destreich, Schweden, Serbien und Ungarn sich zustimmend zu der stands- Apparates nach dort vor den Verbandsmitgliedern nicht recht- gegen jede Kritik. Frage eines internationalen Fachkongresses im Anschluß an den fertigen. Auch dort schwimme nicht alles in lauter Butter, wie man Die Abstimmung über die Stadt, in welcher fünftig Vorstand und Amsterdamer Kongreß der internationalen Arbeiterschaft geäußert. so zu sagen pflegt. Neumann- Hamburg meint, man werde es den Redaktion ihren Siz haben sollen, wird in folge eines seitens SchmidtNatürlich könne und dürfe die Tagesordnung feine allgemein Hamburger Delegierten nachfühlen können, wenn sie sich gegen die Berlin gemachten und vom Verbandstage acceptierten Vorschlages theoretische, sondern sie müsse eine rein praktische sein und nur Transportierung der Zeitung nach der Stuttgarter Atmosphäre nicht so vorgenommen, daß zuerst über den Kommissionsantrag abFragen des momentanen Bedürfnisses berücksichtigen. Man hat als sträuben. Er bestreite die Behauptung Schmidts, daß in Hamburg gestimmt wird, sondern zuerst soll über einen in der gedruckten Vorlage dringendste Gegenstände internationaler Verständigung angesehen: ähnliche Verhältnisse wie in Stuttgart eintreten tönnten. Die enthaltenen, hierher gehörigen Antrag abgestimmt werden, nach welchem 1. Notwendigkeit und Möglichkeit einer dauernden internationalen Berliner sollten sich nur an die eigne Nase faffen. Die Vorstands- Berlin als Siz der Centrale vorgeschlagen wird. Bei Ablehnung dieses Verbindung; 2. Eventuell Schaffung eines internationalen mitglieder empfinden selber den Mangel an Kollegialität seitens der Orts täme dann Hamburg in Betracht und sofern auch dafür keine Majorität Sekretariats und Beschlußfassung über dessen Aufgaben und über Stuttgarter Zahlstelle. In Hamburg wird dieselbe hochgehalten. vorhanden, hätte als Siz der beiden Verbandsinstitutionen Stuttgart die Kostendeckung; 3. Uebertritt und gegenseitige Unterstützung Glocke habe an einem verflossenen Tage erklärt, daß der Vorstand zu gelten. Bon zwei Seiten waren genügend unterstütte Anträge der Mitglieder im Auslande; 4, Abschluß von Kartellverträgen; jetzt über Maßnahmen des Schutzverbandes( Rahardt) besser informiert auf namentliche Abstimmung eingelaufen. Unter dem offensichtlichen 5. Abhaltung ausländischer Streitbrecher bei Lohnkämpfen. Am gewesen ist, als die Berliner Verwaltung selber. Auch die politische Eindruck der voraufgegangenen Debatte ergab die namentliche Abmeiſten hätten bisher wir Deutsche auf internationale Verständigung Reaktion geht von Berlin aus, so daß Hamburg sicherer erscheint. ſtimmung für die Verlegung des Verbandssizes nach Berlin hingearbeitet, aber nicht immer genügendes Verständnis und Entgegen- Niemand würde den Umzug zu bereuen haben. Bei andrer 26 Stimmen, während 52 Delegierte dagegen stimmten. Gleichkommen gefunden. Darum habe man übertriebene Hoffnungen Gelegenheit habe Redner ausdrücklich konstatiert, daß die falls abgelehnt und zwar mit 41 gegen 37 Stimmen wurde die längst aufgegeben. Diesmal darf man aber wenigstens eine zahl Rasseler nicht gegen den Schutzverband, sondern gegen Verlegung des Verbandsfizes nach Hamburg. Somit ist die reiche Beteiligung erhoffen. Naith- München wünscht, daß auf den deutschen Arbeitgeber- Verband gekämpft haben. Auch Verlegung der Verbandsleitung nach Stuttgart diesem Kongreß, dessen Beschichung selbstverständlich sei, auch die Güth tritt warm für Hamburg ein. Glocke Berlin meint, daß beschlossen.( Dies Resultat wird lebhaft kommentiert.) Noch Frage der Gemeindezuschüsse bei Notstandsarbeiten zur Besprechung die Umzugskosten nicht in Betracht kommen. Aber die Sigverlegung vor der Mittagspause wird sodann in die weitere Statutenberatung gelange. Uebrigens feien zwar noch nicht alle Wünsche erfüllt, die nach Berlin hätte auch noch die Annehmlichkeit, daß im Bedarfsfalle eingetreten, die bis zum Schluß der Abendfizung noch nicht beendet man an die internationale Verständigung geknüpft, aber ein gutes die Berliner dem Vorstande Geld pumpen fönnten.( Stürmische ist. Unter den Anträgen, die verhandelt und angenommen werden, Teil davon habe sich bereits realisiert. Das merke man an Böhmen, Heiterkeit.) Im Interesse der Berliner Zahlstelle liegt die Besiz- befinden sich eine ganze Reihe, die des öffentlichen Interdas noch vor 10 Jahren als Streifbrecher- und Lohndrücker- Ede galt. verlegung übrigens nicht. Bezüglich Neumanns Ausführungen müsse effes entbehren. Im ganzen herrscht die Tendenz vor, Der Verbandstag beschließt, einen Vertreter des Vorstandes, er bemerken, daß diese Auslegung seiner Worte nicht zutreffe. Er den ausgelernten Kollegen den Eintritt in den Verband, einen des Ausschusses und Röste als Redakteur zum internationalen habe den Vorstand nur gegen den Vorwurf schüßen wollen, als hätte thunlichst zu erleichtern, das Verhältnis gegenüber den aus Kongreß zu entsenden. er die Situation überhaupt nicht überblicken können. Wenn er ländischen Bruderorganisationen der jetzt schon gepflogenen Leipzig, Freitag, 13. Mai 1904. etwas gewußt, was den Berlinern fremd war, so waren diese Praxis gemäß zu sanktionieren und weiter auszubauen. Die Ges wieder über andre Dinge informiert, die dem Vorstand unbekannt maßregelten- Unterstützung soll fünftig auch solchen Mitgliedern gegeblieben. Röste Hamburg: Schmidts Gründe gegen Ham- währt werden, welche wegen Eintretens für die bestehenden Arbeitsburg und für Berlin seien geradezu an den Haaren herbeigezogen bedingungen entlassen werden. Der wöchentliche Beitrag beträgt für worden. Die Generalkommission könne dem Vorstande gar nichts männliche Mitglieder 35 Pf., für weibliche 15 f. Im Bedarfsfalle nügen, und als sie früher in Hamburg war, fiel es niemand können außerdem vom Vorstande Extrasteuern erhoben werden. Alle ein, dies als Grund der Sizverlegung irgend welcher Vorstände Beiträge werden durch Marken im Beitragsbuch quittiert, welch Sodann tritt der Verbandstag in die Statutenberatung ein. nach dort zu fruftifizieren. Um Bibliotheken zu durchstöbern, letzteres Eigentum des Verbandes bleibt. Ein lebertritt aus andren Der Hauptschwerpunkt liegt in der Frage der Zusammenlegung von werde es dem Vorstande an Zeit mangeln, übrigens tönne er feinen deutschen Gewerkschaften ist nur im Ausnahmefalle gestattet und obVorstands und Zeitungssiß und in Verbindung damit, welche Stadt Wissensdurst nach dieser Nichtung hin auch in Hamburg ebenso gut liegt die Entscheidung darüber in solchem Falle dem Verbandsdabei in Frage kommt: Stuttgart, Hamburg oder Berlin. Die sehr stillen. Daß der Reichstag in Berlin sei, wäre gleichfalls fehr gleich vorstande, welcher zugleich auch über die Karenzzeit für den Bezug animierte Debatte, bei welcher die Gegensäge zwischen den Ver- gültig. Wir hätten früher Kloß dort gehabt und jetzt haben wir von Unterstüßungen zu bestimmen hat. Auch insofern wird eine tretern der drei verschiedenen Ansichten mitumter ziemlich schroff Schmidt. Beide seien von ihm häufig ersucht worden, ihm im Verbesserung für die Mitglieder beschlossen, als fünftig Arbeitslose einander gegenübertraten, darf als der Höhepunkt der Ver Verbandsinteresse Material zu übersenden, aber noch nie habe er von jeder Art von der Beitragszahlung befreit bleiben und Kranke ihr bandstags Verhandlungen bezeichnet werden. Ueber die beiden auch nur einen Fezen Papier erhalten! Solche Behandlung Verbandsorgan zugestellt erhalten sollen. Zur Debatte steht der Bericht des Ausschusses und jener der Raffenrevisions- Kommission. Nach unwesentlicher furzer Debatte, die sich hauptsächlich um die Anlegung der Verbandsgelder dreht, für welche man keine Hypotheken- Pfandbriefe, sondern nur Staats- oder Kommunalpapiere wünscht, wird dem Kassierer und Vorstande die beantragte Decharge erteilt. = D BAER SOHN Leinene Kragen in 11 neuesten Formen, 4fach gearbeitet, ganz vorzüg- 180 liche Qualität, d. Dtzd. Mk. Chausséestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 zwischen Invalidenstr. u. Schiller- Theater N, zwisch. Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr.( Ecke Rungestr.) Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstr. Am Bürger- Hospital. Fabrikation und Spezialhaus grössten Massstabes. Hervorragende Sonder- Angebote: Frühjahr- Paletot schwarz- weise gestreifter oder melierter Kammgarn u. Cheviot. Hochmodern in Stoff u. Fasson Vielseitigste Auswahl in Stoffen u. 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Brenner, Streligerstr. 64. F. Pape, Staftanien- Allee 13-14. J. Schimitzek, Badstr. 37. 0. Kratochwill, Burgsdorfstr. 15. 0. Scheer, Solonieftr. 151. H. Schulz, Neue Hochstr. 24. F. Kiesling, pussitenstr. 43. C. Wackerhagen, Swinemünderst. 119. E. Herrmann, Brunnenstr. 154. F. Klang, Banfftr. 51a. A. Grund, Demminerstr. 20. G. Heidemann, Chauffeestr. 68/70. F. Haucke, Müllerstr. 176. C. Kunze, Bernauerstr. 40/41. G. Fennigkeit, Adolfstr. 11. J. Thiem, Müllerstr. 11. L. Rapp, Hochmeisterstr. 9. A. Künscher, Kastanien- Allee 57. H. Brendel, Weddingstr. 7. E. Müche, Colonieftr. 34. K. Metsch, Gleimstr. 60. C. Feist, Carmen Silvaftr. 143. R. Block, Putbuserstr. 46. E. Burger, Stargarderstr. 63. Dahms, Lorgingstr. 17. M. Kohler, Brenzlauer Chauffee. G. Wagner, Oberbergerstr. 22. C. Schieweck, Bernauerstr. 47. E. Böhme, Oberbergerstr. 49. J. Schneemann, Wiesenstr. 31. W. Singer, Danzigerstr. 21. C. Heide, Oberbergerstr. 61. F. Fehse, Pappel- Allee 21. F. Wippich, Lorkingstr. 6. C. Fenske, Hochstr. 31. F. Oehlke, Beteranenstr. 8. 0. Riehs, Badstr. 26. F. Griebat, Griebenowstr. 8/9. R. Kühl, Schliemannstr. 11. H. Sorge, Brunnenstr. 41. P. Scheunemann, Streligerstr. 31. R. Richter, Antonſtr. 3. C. Hampel, Bernauerstr. 3. F. Hartwig, Bernauerstr. 20. R. Schulze, Rottumstr. 13 a. F. Stachowski, Ifflandstr. 2. E. Titnin, Chriſtinenstr. 3. Plenert, Streligerstr. 101. P. Wiesner, Rykestr. 17. J. Jung, Burgsdorfstr. 9. F. Kallweit, Fürstenbergerstr. 9. H. Wiedwald, Tegelerstr. 51. F. Naujork, Badstr. 41. H. Grasenick, Christburgerstr. 35. M. Jäckel, Riebenwalderstr. 31. J. Schimetzek, Badstr. 37 a. P. Schardien, Wiesenstr. 19 a. A. Siefert, Prenzlauer Allee 16. F. Altrock, Grünthalerstr. 61. E. Beyer, Wichertstr. 160. P. Zeplin, Fransedistr. 37. R. Mildner, Schlegelstr. 19. J. Braun, Stolbergerstr. 27. P. Gäthlich, Fennstr. 48. P. Hanke, Butbuserstr. 21. 0. Hühnerlein, Hussitenstr. 6. G. Engelhardt, Ruppinerstr. 16. 0. Koch, Schwedterstr. 4. J. Dahler, Wollinerstr. 23. 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Hoffmann, Demminerstr. 35. Fr. Rückert, Stralsunderstr. 28. A. Hartwig, Beteranenstr. 10. G. Pritzkow, Sparrstr. 3. H. Bartz, Adferstr. 47. A. Weber, Gartenstr. 47. P. Wecke, Schönhauser Allee 158a. G. Hirsch, Buttmannstr. 20. L. Belzig, Stralsunderstr. 12. E. Utzath, Müllerstr. 7. M. Teschmer, Eberswalderftr. 21. E. Lange, Wörtherstr. 27. W. Kurth, Schwedterstr. 240. C. Müller, Sinemünderstr. 58. G. Stolle, Fehrbellinerstr. 93. E. Kittlaus, Woldenbergstr. 7. H. Linke, Huffitenstr. 20. H. Zahl, Hennigsdorferstr. 1. A. Schibilsky, ussitenstr. 38. F. Richter, Riebenwalderstr. 13. R. Pudritzki, Schönhauser Allee 70 c. E. Leopold, Wollinerstr. 68. L. Rapp, Hochmeisterstr. 9. F. Zahl, Briezenerstr. 12. A, Derrlich, Fennstr. 51. A. Lehmann, Rodenbergstr. 33. E. Barth, Drontheimerstr. 3b. Fr. Giert, Lynarstr. 29. G. Baake, Prenzlauer Allee 48. C. Heublein, Rügenerstr. 3. Hellmann, Straßburgerstr. 35. M. Kügow, Gerichtstr. 32. 0. Pickert, Bergstr. 68. H. Laux, Tegelerstr. 11. J. 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H. Koller, Bredowstr. 43. Th. Kähner, Bredowstr. 16. H. Graf, Beusselstr. 24. H. Marx, Beusselstr. 7. Th. Gurig, Oldenburgerstr. 12. R. Adam, Am Ostbahnhof. R. Vachmeier, Weidenweg 87. R. Bienert, Rebuserstr. 11. W. Riewe, Warschauerstr. 82. 0. Börner, Rüstriner Plaz 2. Lehmann, R. Markusstr. 12/13. M. König, Tilfiterstr. 34. J. Maass, Borndorferstr. 34. 0. Lau, Münchebergerstr. 15. 0. Schachsal, Wilhelm Stolzestr. 2. R. Bachmann, Wilhelm Stolzestr. 35. F. Probst, Andreasstr. 23. R. Steffen, Schreinerstr. 60. Süd- Ost. F. Bachstein, Wienerstr. 58. C Städler, Laufiberstr. 16. F. Sailert, Manteuffelstr. 29. 0. Schörnig, Cubrystr. 22. F. Tschentke, Reichenbergerstr. 958. R. Claus, Waldemarstr. 76. C. Müller, Cubrystr. 42. Diefenbach, Görlizerstr. 63. R. Ladewig, Gubenerstr. 32. Bädewig, Wafferthorstr. 1-2. C. Müller, Stottbuser Damm 35. E. Klammeck, Wienerstr. 32. R. Schützendübel, Fürstenwalderstr. 7. A. Meyer, Reichenbergerstr. 58. H. Derr, Warschauerstr. 30. M. Blender, Ebelingstr. 5. L. Schmidt, Marienburgerstr. 24. J. Jenschke, Mirbachstr. 29. J. Mehl, Hausburgstr. 5. H. Schmelzer, Wilhelmshavenerstr. 39. P. Masur, Rigaerstraße. F. Heyden, Siemensstr. 17. 0. Hering, Rostockerstr. 51. R. Wackerhagen, Birkenstr. 32. J. Beyer, Bremerstr. 60. F. Handtke, Stephanstr. 55. E. Schmidt, Lübeckerstr. 47. F. Kügler, Rostockerstr. 31. H. Lippmann, Gerichtstr. 45. H. Hildebrandt, Birkenstr. 19. Th. Neumann, Oldenburgerstr. 19. 0. Fliegner, Stirchstr. 12. J. Sieg, Beuffelstr. 59. A. Schmidt, Beuffelstr. 42. F. Rechenberg, Huttenstr. 4. R. Heinrich, Waldstr. 42. R. Schwämmlein, Beusselstr. 44. F. Burek, Waldstr. 36. W. Schulze, Gozkowskystr. 10. R. Mittelstrasse, Berlichingenstr. 12. M. Paatz, Zwinglistr. 22. C. Giersmann, Wittstockerstr. 7. V. Polonius, Rostockerstr. 46. P. Bänsch, Dreysestr. 12. Th. Beier, Rostockerstr. 40. E. Aswaldt, Wiclefstr. 36. R. Topp, Wilhelmshavenerstr. 27. Th. Krull, Beuffelstr. 74. V. Lukowski, Wittstockerstr. 25. A. Sternsdorff, Huttenstr. 41. C. Schieke, Straußbergerstr. 33. P. Sturm, Borhagenerstr. 33. W. Schorrig, Friedrichsbergerstr. 16. H. Winnenburg, Stralauer Allee 23. A. Wiemann, Sopernikusstr. 9. 0. Ziegler, Georgenkirchstr. 7. W. Behrendt, Friedrichsbergerstr. 20. P. Nitschke, Neue Königstr. 23. P. Scholz, Marienburgerstr. 15. A. Treutler, Winsstr. 60. A. Rappmann, Langestr. 46. G. Jackisch, Friedenstr. 47. G. Arndt, Strautstr. 22. W. Bantsch, Frankfurter Allee 75. F. Bröge, Friedrichsfelderstr. 39. F. Schubert, Straußbergerstr. 5. J. Rülke, Barschauerstr. 4. J. Neumütz, Weidenweg 37. L. Holbe, Memelerstr. 20. 0. Hartmann, Friedenstr. 44. P. Leichtenberger, Borndorferstr. 20. P. Michalski, Ballisadenstr. 76. H. Zimmermann, Elbingerstr. 32. 0. Lucko, Sönigsbergerstr. 18. A. Manthe, Jnsterburgerstr. 12. 0. Estler, Memelerstr. 4. W. Wernicke, Tilsiterstr. 24. E. Hartig, Edfertstr. 13. W. Moltrecht, Weidenweg 25. F. Käckeritz, Wilhelmshavenerstr. 33c. P. Martin, Pallisadenſtr. 44. Kläden, Bredowstr. 12. A. Reisewitz, Wiclefstr. 27. Osten. F. Schmieding, Lübbenerstr. 17. Hehs, Stoppenstr. 70. E. Wolf, Grüner Weg 75. W. Bödner, Rüdersdorferstr. 20. G. Fischer, Langestr. 25. 0. Sommer, Romintenerstr. 5. Bäckerei- Genossenschaft ,, Volksbrot", F. Fischer, Samariterſtr. 2. Mirbachstr. 14. Ladislaus Starossa, Koppenstr. 49. Paul Heinzelmann, Mustauerstr. 28. Johann Nowosatka, Dhmstr. 9. August Ismaer, Cuvrystr. 28. Peter Lamla, Heinersdorferstr. 12. Wilhelma- Brotfabrik, Andreasstr. 32. K. Keil, Markusstr. 9. A. Manthey, Faldensteinstr. 37. St. Culinski, Faldensteinstr. 20. G. Sehnert, Görligerstr. 36. Rabatt- Sparverein Süd- Ost, Stoffbuser Ufer 44. Hanke, Tilfiterstr. 91. Luise Feuer, Gubenerstr. 27. Hanke, Manteuffelstr. 90. Walter Bergmann, Reichenbergerstr. 146 Bobel, Manteuffelstr. 45. Brotfabrik Vorwärts", Stopernitusstraße 3. " 3 W. Schlick, Gr. Frankfurterstr. 38. Fiedler, Schlesischestr. 23. Joh. Fischer, Görligerstr. 55. E. Hartig, Edertstr. 13. M. Schauberger, Markusstr. 11. Stoijaczke, Naunynstr. 73. Hanke, Stallschreiberstr. 32a. E. Knocke, Memelerstr. 7. Polenz, Fruchtstr. 46. Sahlmann, Staligerstr. 138. Hanke, Liebigftr. 38. C. Laudahn, Stöpnickerstr. 172. E. Fielitz, Naunynstr. 7. Albrechts Bäckereien: Borhagenerstr. 13. Strautstr. 10. Lausigerstr. 2. Falckensteinstr. 28. Br. Nikisch, Memelerstr. 47. C. Reglien, Straußbergerstr. 1. H. Hecht, Ballisadenstr. 58. Hanke, Grüner Weg 63. Andreasstr. 16. T A. Müller, Mühlenstr. 32. W. Schlick, Gr. Frankfurterstr. 38. H. Chrystall, Sl. Andreasstr. 7. E. Albrecht, Münchebergerstr. 32. A. Richter, Borndorferstr. 55. Junkers Erben, Blumenstr. 50a. Hause, Weidenweg 57. Friedr. Schneider, Freienwalderstr. 21. K. Kunze, Friedrichsfelderstr. 17. E. Müller, Sykestr. 3. F. Klickermann, Badstr. 59. G. Nerlich, Am Nordhafen 5. H. Reiche, Prinz Eugenstr. 8. E. te Bart, Schliemannstr. 46. J. Badke, Stolpischestr. 64. F. Koehler, Fransedistr. 7. R. Kügow, Chorinerstr. 24. C. Ehling, Schönhauser Allee 164. R. Schwandt, Chorinerstr. 34. W. Deinert, Anflamerstr. 26. M. Starke, Stettinerstr. 38. 0. Agricolei, Schulzendorferstr. 14. W. Oberhoff, Antonstr. 48. A. Röhl, Boltaftr. 42. P. Krumbach, Schulstr. 51. H. Nobiling, Weißenburgerstr. 55. E. Ritter, Soldinerstr. 12. A. Rieck, Chorinerstr. 15. P. Nicol, Bollinerstr. 50. A. Neumann, Bankstr 25. R. Wenzel, Schulstr. 102. P. Hanke, Reinidendorferstr. 20. H. Albel, Schönhauser Allee 72a. B. Pohle, Beuffelstr. 56. M. Förster, Triftstr. 2. G. Göller, Bankstr. 45. P, Schwede, 2hchenerstr. 4. L. Lehmann, Tresdomstr. 44. E. Sorecker, Schönhauser Allee 54. P. Barth, Schulstr. 28. J. Kuhn, Triftstr. 49. P. Kaschel, Greifswalderstr. 29. B. Schenk, Graunstr. 5. R. Tietsch, Bellermannstr. 81. F. George, Wollinerstr. 58. H. Siefert, Prenzlauer Allee 16. 0. Schwienhagen, Rhienowerstr. 2. G. Thomas, Schwarzkopffftr. 7. W. Koschel, Ererzierstr. 19a. W. Gand, Lothringerstr. 64. F. Stark, Fennstr. 9. A. Mensing, Biesenthalerstr. 2. G. Osburg, Soloniestr. 23. P. Schinauer, Anklamerstr. 15. A. Sommerfeld, Hussitenstr. 28. 0. Zschoch, Borsigstr. 18. H. Schröder, Pantstr. 21. Nordwest( Moabit). G. Haldenwanger, Freienwalderstr. 38. A. Danelzick, Wilhelmshavenerstr. 16. P. Weight, Belforterstr. 22. F. Ramm, Müllerstr. 12 c. R. Mönchmeier, Schwedenstr. 3. A. Fach, Claudiusstr. 10. Matthes, Wilhelmshavenerstr. 17. Max Schubert, Bredowstr. 20. F. Stahnsdorf, Tilsiterstr. 77. M. Gorgas, Romintenerstr. 57, M. Dziemann, Barnimstr. 35. R. Kahlfuss, Löwestr. 1. F. Scheel, Lichtenbergerstr. 6. F. Hildebrandt, Lithauerstr. 14. J. Bauer, Gandhstr. 9. 0. Ermisch, Langestr. 49. K. Bieringer, Tilsiterstr. 12. W. Ernat, Romeftr. 18. Fr. Reinicke, Thaerstr. 11. 0. Bielig, Warschauerstr. 69. H. Schulze, F. Knats, 60. 76. W. Dombrowski, Blumenstr. 59. L. Göbel, Borndorferstr. 8. J. Freudenhammer, Krautstr. 25. C. Schwarzba, Petersburgerstr. 32. L. Precht, Warschauerstr. 8. E. Meissner, Brenzlauer Allee 4. H. Heering, Friedrichsfelderstr. 26. H. Treu, übenerstr. 14. 0. Batzau, Weidenweg 82. H. Dames, Proskauerstr. 20. W. Zeplin, Matternstr. 2. J. Sommerfeld, Königsbergerstr. 35. H. Hartmann, Rangestr. 106. J. Conrad, Thaerstr. 17. M. Mitsching, Borndorferstr. 27. K. Kinzel, Ballisadenſtr. 84. E. Schröder, Memelerstr. 65. R. Langfritz, Schreinerstr. 4. A. Franke, Bellestr. 2. A Scheer, Edertstr. 1. K. Schwarz, Thaerstr. 20. Hanke, Streußigerstr. 1. C. Michalski, Rüdersdorferstr. 2. August Will, Andreasstr. 14. F. Stock, Holzmarktstr. 50c. W. Studze, Markusstr. 15. Herm. Müller, Weidenweg 7. Rudolf Woblick, Stoppenſtr. 88. Gust. Franke, Stoppenstr. 25. Franz Mehlhose, Memelerstr. 52. Franz Smieschek, Fürstenwalderstr. 16. J. Sedlatschek, Blumenstr. 64. Paul Brehmer, Strautstr. 41. Alb. Theil, Petersburgerstr. 66. Max Geisler, Cadinerstr. 20. Georg Gabelmann, Proskauerstr. 38. Joseph Grajewski, Stochhannstr. 43. Heinrich Gödecke, Warschauerstr. 1. Karl Schwarzba, Petersburgerstr. 32. Ernst Feller, Straßmannstr. 8. R. Zehn, Richthofenstr. 5. G. Dunitza, Memelerstr. 59. L. Böttcher, Andreasplak 3. Joh. Klischz, Samariterſtr. 28. Rob. Steffen, Schreinerstr. 60. Friedr. Walz, Proskauerstr. 21. Heinr. Neumann, Richthofenstr. 33. Herm. Türpe, Friedenstr. 74. Gerlach, Stoppenstr. 46. Fritz Müller, Strausbergerstr. 46. Heinrich Büttner, Rüdersdorferstr. 62. D. Bohndorf, Rönigsbergerstr. 30. P. Zimmer, Stönigsbergerstr. 9. J. Mix, Mirbachstr. 20. C. Kathe, Insterburgerstr. 5. A. Wollgast, Memelerstr. 32. R. Gorgas, Bintschstr. 4. W. Schernikau, Fruchtftr. 37. P. Golsch, Weserstr. 31. A. Sommerfeld, Eberthstr. 25. G. Sperling, Graudenzerstr. 12. H. Kliemann, Bödickerſtr. 36. C. Piotrowski, Elbingerstr. 19. St. Gusig, Proskauerstr. 8. R. Bloch, Proskauerstr. 28. A. Hoffmann, Petersburgerstr. 38. J. Spöttlich, Eldenaerstr. 2. G. Höhnke, Gubenerstr. 49. Jstri- Brodfabrik, Michaelfirchstr. 20. H. Prager, Gr. Frankfurterstr. 2. C. Schneider, Petersburgerstr. 47. Luise Ramisch, Schreinerstr. 57. 0. Busch, Cadinerstr. 14. F. Sieling, Rochhannstr. 35. R. Sehne, Grüner Weg 54. C. Zabel, Stoppenstr. 15. Zielinski, Borndorferstr. 4. E. Wanjeck, Langestr. 78. W. Brose, Stochhannstr. 34. A. Pirschel, Strausbergerstr. 17. F. Oste, Madaistr. 10. E. Vandork, Holzmarktstr. 36a. L. Fränkel, Wallner- Theaterstr. 10. B. Niebisch, Fruchtstr. 29. A. Deus, Gubenerstr. 57. Anna Krocker, Rüdersdorferstr. 67. P. Kretschmer, Gr. Frankfurterstr. 74. C. Brademann, Breslauerstr. 32. G. Fischer, Andreasstr. 4. H. Beyer, Weidenweg 51. H. Dörner, Matternstr. 13. A. Weiss, Gabelsbergerstr. 8. R. Bauer, Liebigstr. 15. A. Lipski, Stralauer Allee. W. Klose, Weidenweg 74. G. Hildebrandt, Langestr. 21. A. Müller, Mühlenstr. 35. Osk. Spann. Elbingerstr. 78. R. Gorgas, Bintschstr. 4. A. Gerland, Fruchtstr. 36. 0. Schöning, Samariterſtr. 21. Karl Opalke, Frankfurter- Allee 80. E. Wiedekind, Petersburgerstr. 2. W. Engel, Frankfurter- Allee 145. J. Dehmel, Caprivistr. 9. M. Kehling, Langestr. 40. J. Gierth, Mehnerstr. 21. Fr. Klausing, belingstr. 10. H. Spüllmann, Grüner Weg 115. MathildePackhäuser, Rüdersdorferst. 52 P. Tews, Muskauerstr. 6. H. Neumann, Naunynstr. 68. F. Treskow, Waldemarstr. 28. Kanatkowski, Mustauerstr. 18. A. Fiedler, Schlesischestr. 23. C. Töpfer, Muskauerstr. 11. M. Kotzan, Glogauerstr. 2. W. Schulz, Adalbertstr. 85. M. Lerche, Waldemarstr. 62. A. Kauf, Laufigerstr. 25. K. Hoffmann, Manteuffelstr. 11. E. Fritz, Brizerstr. 21. A. Lippert, Manteuffelstr. 67. G. Böhme, Rottbuser Damm 20. E. Huth, Staligerstr. 124. G. Kaatz, Cubrystr. 37. G. Rummler, Reichenbergerstr. 7. A. Brauer, Manteuffelstr. 99. F. Bachstein, Wienerstr. 58. Mieske, Prinzenstr. 99. C. Röder, Oppelnerstr. 24. J. Kinzel, Brangelstr. 25. Th. Jackson, Wienerstr. 36. E. Menzel, Staligerstr. 59c. G. Wenze, Rottbuserstr. 21. C. Witschel, Lübbenerstr. 24 M. Eule, Sorauerstr. 18. R. Hess, Wrangelstr. 45. Stressow, Wrangelstr. 126. A. Meyer, Reichenbergerstr. 82. F. Riebenstahl, Alexandrinenſtr. 46. Otto Grigoleit, Blanufer 92a. Al. Langwitz, Wienerstr. 56. H. Nicolas, ienerstr. 66. Schenk, Oppelnerstr. 4. Hanke, Stopnickerstr. 23. R. Moritz, Oranienſtr. 11. H. König, Sorauerstr. 1. W. Toerlitz, Mariannenstr. 5. A. Rost, Reichenbergerstr. 138. Fr. Behlau, Lübbenerstr. 10. H. Buss, Grünauerstr. 12. E. Gentzmann, Wrangelstr. 77. A. Nass, Oppelnerstr. 49. H. Grossmann, Glogauerstr. 26. C. Wagner, Reichenbergerstr. 101. C. Dehmel, Stalizerstr. 63. G. Kruse, Liegnigerstr. 5. F. Thieme, Dranienstr. 196. G. Gumtau, Wrangelstr. 21. L. Ratzmann, Manteuffelstr. 103. Ch. Schrin, Reichenbergerstr. 111. A. Hülsburg, Reichenbergerstr. 114. R. Barack, Grünauerstr. 26. J. Targatsch, Brizerstr. 7. L. Schirrmeister, Manteuffelstr. 87. A. Köhler, Stalizerstr. 109. A. Stolla, Manteuffelstr. 61. J. Mennikheim, Wrangelstr. 69. F. Lebus, Cuorhstr. 44. R. Finger, Adalbertstr. 93. G. Mieth, Liegnigerstr. 28. R. Zobel, Wienerstr. 8. Protzeck, Forsterstr. 42. P. Hanel, Waldemarstr. 66. E. Barth, Naunynstr. 1. Hanke, Faldenſteinſtr. 45. Schmidt, Laufiberstr. 47. Weber, Reichenbergerstr. 68. P. Gehricke, Reichenbergerstr. 6 P. Schütze, Lausitzerstr. 34. C. Krzawski, Raufiber Platz. E. Fromberg, Bücklerstr. 42. C. Schulz, Mustauerstr. 34. E. Kaiser, Mustauerstr. 54. G. Marks, Forsterstr. 3. L. Osterhagen, Brizerstr. 41. F. Haupt, Eisenbahnstr. 3. C. Weber, Faldenſteinſtr. 43. E. Hübener, Eisenbahnstr. 31. M. Jantke, Liegnigerstr. 7/8. S. Stephan, Oppelnerstr. 20. E. Heilmann, Naunynstr. 64. 0. Wagenknecht, Sorauerstr. 8. A. Krause, Oppelnerstr. 35. G. Niegel, Büdlerstr. 8. G. Zenka, Reichenbergerstr. 158. A. Wohler, Brangelstr. 9. C. Tennerf, Schlesischestr. 19. K. Hampel, Eisenbahnstr. 13. H. Heinrich, ienerstr. 49. F. Ruller, Staligerstr. 1. W. Fiebig, Curhstr. 5. R. Sutosch, Mariannenstr: 27. F. Werner, Bücklerstr. 23. R. Halbauer, Rottbuserstr. 2. C. Schulz, Steichenbergerstr. 161. Süden. G. Heinig, Gräfeftr. 14a. August Preuss, Fidicinftr. 14 Ullbrich, Gneisenaustr. 96. Fritz Hanke, Samariterſtr. 11. Polenz, Bergmannstr. 14 a. Sauer, Prinzenstr. 38. Hanke, Dranienstr. 186. Köhler, Jahnstr. 21. A. Lause, Parkstr. 7. M. Heimroth, Admiralftr. 30. W. Iremus, Oranienſtr. 4. 0. Hanke, Ritterstr. 2b. 0. Knofius, Bergmannstr. 10. H. Neubach, Urbanstr. Wodetzki, Boedhstr. 37. F. Hoppe, Adalbertstr. 66. A. Tacke, Dranienstr. 110/111. 0. Beckmann, Neue Jakobftr. 10. R. Richter, Bimmerstr. 84. Markgrafenftr. 73. Jerusalemerstr. 314 Wilhelmstr. 133. 37 99 " H. Schulze, Boedhftr. 46. P. Hentsch, Grimmstr. 1. F Nitschke, Dieffenbachstr. 58. J. Rücker, Ratiborstr. 17. C. Wagner, Shendendorfftr. 4 H. Böhm, Schleiermacherftr. 11. E. Menz, Teltowerstr. 40. J. Steinicke, Mariendorferstr. 3. H. Bergner, Fichtestr. 22. G. Hold, Willibald Alerisstr. 39. Fr. Krause, Gräfestr. 10. C. Stockmann, Dresdenerstr. 81. M. Micheli, Nostizstr. 49. M. Henning, Stronenstr. 12/33. H. Mosch, Lindenstr. 58. H. Lück, Alte Jakobstr. 7. J. Brendel, Gräfestr. 67. R. Schneklein, Urbanſtr. 83. P. Dehmelt, Bärwaldstr. 47. F. Gronemann, Alte Jakobftr. 120a. 0. Bethke, Dresdenerstr. 64. W. Rex, Prinzenstr. 112. H. Stammwitz, Skalizerstr. 95. 0. Döbelt, Willibald Alerisstr. 17. G. Schröder, Mittenwalderstr. 44. B. Kammer, Simeonstr. 29. 0. Beckmann, Neue Jakobstr. 10. M. Schnefeld, Dresdenerstr. 54. A. Kuhrt, Fidicinstr. 32. L. Pritzkar, Dieffenbachstr. 27. E. Kühn, Chamiffoplak 6. 0. Hollunder, Schönleinstr. 27. Eugen Mosch, Alte Jakobstr. 79. Richard Schwartz, Fichtestr. 26. Wilhelm Rühlow, Stochstr. 48. Ernst Jaenike, Ritterstr. 40 und Breitestraße 20. Albert Lautenschläger, Wasserthorstraße 16. Otto Billing, Urbanstr. 104. Paul Dehmelt, Bärwaldstr. 47. H. Trappe, Ritterstr. 15. Adolf Weiner, Wasserthorstr. 49. Emil Drauschke, Schönleinstr. 16. P. Pryzybile, agelsbergerstr. 29. C. Anders, Schönleinstr. 21. A. Trümpler, Yorkstr. 65. H. Klautzsch, Alte Jakobftr. 88. H. Geier, Hollmannstr. 7. 0. Gardike, Stirchbachstr. 14. K. Brathun, Wasserthorstr. 71. Böttcher& Co., Gräfeftr. 25. C. Kelch, Dieffenbachstr. 52. A. Royl, Rottbuser Ufer 62a. A. Readi, Gräfeſtr. 4. Westen. 0. Lehmann, Teltowerstr. 38 a. 4. Zapp, Friedrich- Wilhelmstr. 20. Karl Zeglin, Neue Steinmetstr. 1. 4. Gerdwitz, Blumenthalstr. 6. 0. Schaper, Stegligerstr. 71. M. Poche, Steinmezstr. 27. R. Madel, Winterfeldtstr. 5. Plottners Großbäderei Dennewitftr.32. H. Podehl, Rübowstr. 75. 9. Bohl, Markgrafenstr. 3. H. Gorzyska, Markgrafendamm 32. P. Hahn, Jägerstr. 70. Niemitz, Stocftr. 38. 5. Bohndorf, Stoffhäuserstr. 11. 0187 Centrum. Otto Minuth, Steinftr. 18. Fr. Niemeyer, Annenstr. 41. 102 J. Küffner, Amalienstr. 7. Theod. Thede, Auguststr. 22. Aschingers Bierquelle, Aftienges. E. Hanning, Grenadierstr. 17. P. Hanke, Linienſtr. 65. Fr. Löffler, Steinstr. 22. Haucke, Oranienburgerstr. 84. E. Schneider, Linienſtr. 56. R. Müller, Bappel- Allee 104. L. Lisken, Gipsstr. 7. H. Kemnitz, Rinienstr. 156/157. R. 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Wienecke, Bergstr. 16. A. Beckmann, Kottbuser Damm 101. Fr. Hoppe, Lessingstr. 30. J. Weigmann, Staiser Friedrichstr. 175. W. Stange, Herzbergstr. 28. A. Rybitzki, Reuterstr. 32. M. Jeschal, Emserstr. 44. G. Persike, Faltstr. 25. J. Hornig, Stopfftr. 45. R. Seiler, Delbrückstr. 65. L. Marmul, Friedelstr. 3. G. Jaenichen, Hermannstr. 47. Paul Scholz, Ringbahnstr. 25. C. Stawenski, Weserstr. 206. M. Belzig, Knesebecstr. 41. Joh. Breumer, Mainzerstr. 56. H. Dallinger, Warthestr. 68. Fr. Cziicior, Warthestr. 9. K. Jeltrug, Ziethenstr. 57. F. Godawa, Boddinſtr. 64. P. Rother, Steinmetstr. 94. M. Kasten, Fuldastr. 60. A. Spandel, Berlinerstr. 80. J. Troffer, Bißmannstr. 7. R. Gallert, Snesebecstr. 33. K. Junker, Bannierstraße 13. J. Bömhardt, Hermannstr. 226.. W. Kusube, Beisestr. 374. F. Leinau, Schönweiderstr. 119. P. Stensel, Pannierstr. 9. L. Kupfernagel, Bergstr. 73. G. Maadt, Erfstr. 15. A. Hentschel, Senesebecstr. 146. W. Winzer, Berlinerstr. 105. C. Kummer, Steinmetstr. 23. R. 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Er begrüßte die Delegierten und sagte, die Leitung des Deutschen Bergarbeiter-Verbandes habe geglaubt, die Konferenz würde entbehrlich sein, aber das Verhalten der Parlamente und des Ministeriums habe gezeigt, daß die öffentliche Meinung noch größeren Druck auf die Regierung ausüben müsse, um die Parlamente und das Ministerium an ihre Pflicht zu erinnern. So gut wie der Staat bei Ueberschwemmungen eingreife, müsse er auch Schritte ergreifen, um die jetzt dem Ru'hrrevier drohende Gefahr abzuwenden. An die Delegierten sind Fragebogen mit folgenden Fragen aus gegeben worden: 1. Welche Gruben sind schon stillgelegt oder von der Stilllegnng bedroht? 2. Sind die Flötze in den betreffenden Gruben schon abgebaut? Oder steht noch und wieviel Kohle ungefähr an? 3. Ist die Betriebsleitung der betreffenden Zecken fach verständig oder wird gepfuscht, so daß deshalb die Zeche keine Aus- beute giebt? Welche Verstöße gegen einen vernünftigen Abbau sind vorgekommen? 4. Sind Arbeiter entlassen worden a) wie viele? b) wie viele konnten anderwärts Arbeit finden? o) wie viele mußten deshalb verziehen? 6. Wie viele haben ein eignes Haus? Weitere Fragen bezichen sich auf die Höhe der Gedinge, auf das .Wagennullen", auf die wirkliche Arbeitszeit und die Ueberschichten. Von den einzelnen Delegierten sollen diese Fragen, schriftlich beantwortet, eingereicht werden. Sprecher der einzelnen Bezirke sollen in der Versammlung mündliche Mitteilungen machen.* Die Beantwortung der Fragen bildet sozusagen die'Tagesordnung der Konferenz. Das einleitende Referat wurde von Husemann- Bochum ge- hakten. Er machte die jetzige Leitung des Kohlensyndikats für die Stilllegung verantwortlich und behauptete, daß die Stilllegung er- folg«, obwohl die Zechen keineswegs ausgebeutet seien. Redner verlangt die Anwendung des ZöS des Bergesetz es und wenn dies nicht möglich sei, den schleunig e'n rlaß eines Notgesetzes und daß alsbald Vorarbeiten für die Verstaatlichung vorgenommen werden. Dazu ge- höre, daß keine Verleihungen von Kohlenfeldern, die noch nicht in Angriff genommen seien, mehr stattfinden dürften, also die Beschlag- nähme sämtlicher unverritzter Kohlenfelder.(Lebhafte Zustimmung.) Die Verstaatlichung der Bergwerke werde ja auch von bürgerlicher Seite ae- fordert. Bürgerliche Socialreformcr hätten sich dafür ausgesprochen, im Parlament der demokratische Abgeordnete Oeser und auf der andern Seite der bündlerische Dr. Hahn. Die Bergarbeiter befänden sich also in sehr.guter Gesellschaft.(Heiterkeit.) Der weitere Teil der Ausführungen ist dem Verhalten des Kohlensyndikats gewidmet. Redner führt den Nachweis, daß es voll- ständig unrichtig ist, die hohen Kohlenpreise niit der Höhe der Arbciterlöhne zu rechtfertigen. Er weist auf die hohen Unternehmer- beitrüge ftir das Syndikat hin und folgert daraus, daß die Arbeiter eben- falls Höhere Aufwendungen für ihre gewerkschaftliche Organisation machen müssen, um der Unternehmerorganisation das Gegengewicht zu halten. Die starke gewerkschaftliche Organisation allein könne zur Erringung des Achtstundentages verhelfen, die Organisation könne in den tiefen Schächten, wo die Hitze über 28 Grad CelsiuS steigt, die Sechsstundenschicht durchsetzen. Die Bergarbeiter verlangten Arbeiter- kontrollcure, die von der Belegschaft gewählt und von, Staate be« soldet werden, volles Koalitions- und Versammlungsrecht, Arbeiter- kannnern und Arbeiterausschüsse, die gesetzlich berechtigt find, Arbeiterinteressen zu vertreten. Mit einem lebhaften Appell an die Versammelten, für den Ausbau der Organisation zu sorgen, damit wenigstens die Majorität der Bergarbeiter organisiert werde, um der allmächtigen Syndikatsorganisation ein Paroli bieten zu können, schloß der Redner unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden. In der nun folgenden DiSstission nahm zuerst Brockhaus- Llnden das Wort. Er hat zuletzt auf Zeche„Baacker Mulde" gearbeitet und ist dort abgelegt worden— gemaßregelt worden. Daß er sobald keine Arbeit wieder finden wird, dafür, meinte er, werde Bergmeister Engel, der Vorsitzende deS Bergbaulichen Vereins. schon sorgen. Er schilderte die Verhältnisse in der Gegend von Dahlhausen, besonders auf der Zeche„Hasenwinkel". ES sind da, wie er berichtete, eine Menge mächtiger Flötze vorhanden. Der BetricbSsührer habe ihn versichert, daß die Kohle ganz vorzüglich sei. Trotzdem solle„Hasenwinkel" stillgelegt werden. Auch die Zeche„JulmS Philipp" sei der Stilllegung geweiht, ob- wohl die Grube noch lange nicht erschöpft und mit den modernsten Betriebseinrichtungen versehen sei. Den älteren Leuten habe man gekündigt und ihnen andre Stellen ver- sprachen. Man habe aber jetzt Italiener angenommen und die älteren Leute müßten die Heimat verlassen.(Pfüi!-Rufe.) Redner wies auch auf die allgemeine Versammlung hin, die am Sonntag in Bochum zur Gründung eines allgemeinen Schutzverbandes statt- finden soll, an dem sich auch besonders die Gemeinden beteiligen werden. Wenn es dem Verbände gelingen sollte, Einfluß in den kommunalen Parlamenten zu gewinnen, so könnten vielleicht Zechen. die stillgelegt werden sollten, von dem Verbände weiter abgebaut werden. Nach den Mtteilungen von H e r m e S h o r st ist der R a u S- bau früherer Zeiten bielfach an den Zcchenstilllegungen schuld. Wäre ein vernünftiges Wirtschaftssystem aus den Gruben. so wären sie auch ertragreich. Mit den Arbeitern seien die Ge- meinden ebenso geschädigt. Die Entrüstung sei eine allgemeine. In seiner Heimat habe eine unter der Leiwng der Geistlichkeit stehende EntriistungSversammlung eine Resolution ftir Verstaatlichung der Gruben angenommen. Alles, was man von den Grubenprotzen für die Stilllegung angefiihrt wurde, sei Lüge. B ä h l e r- Linoen berichtet aus den, Dahlhausener Bezirk. Es heiße, die Zechen„Eiberg" und„Dahlhauscner Tiefbau" sollten nicht stillgelegt werden, aber eS werde kaum noch gearbeitet. Vorrichtungs- arbeiten(Arbeiten, die für spätere Kohlenförderung notwendig find, wie das Abtäufen der Schächte) würden gar nicht mehr gemacht. In einem Dorfe ständen jetzt schon 100 Wohnungen leer, in, andren 60. Dabei seien die verzogenen Arbeiter meistenteils Eigentümer. Die Bürger ständen jetzt, wo es ihnen auch an den Geldbeutel gehe, auf einmal auf feiten der Bergarbeiter. Früher hätten sie ihnen die Säle abgetrieben, jetzt reizten sie die Arbeiter zum Streik an. (Heiterkeit.) A r n, b r u st- Bochum teilt aus Ouerenburg mit, daß in ein, zwei Monaten die halbe Gemeinde ihre Häuschen ver- lassen haben werde. Redner berichtet von argem Raubbau, der auf dem Flötz„Sonnenschein" getrieben worden sei. Die Beamten der Rergvolizei habe man zu täuschen versucht, indem man bei einer Revision Berschlägi zu bauen angefangen habe, so daß der Beamte in den Glauben versetzt wurde, eS fände regelrechter Abbau statt. Er teilt ferner einen Fall mit, der so klar liege, daß entweder der Bergbeamte den Betrieb nicht beurteilen kann, oder man annehmen mäße, daß die Bergbehörde den Raubbau stillschweigend dulde. Die Arbeiter wurden systematisch aus der Arbeit getrieben. ES»verde ihnen gesagt, wer gehen wolle, könne gehen. Wer nicht freiwillig gehe, dem werde das Gedinge so verkürzt, daß er schließlich wegen mangelnden Verdienstes sich andre Arbeit suchen müsse. Such R ü ß l e r« Witten berichtet von argem Raubbvu und Nach- lässigkeiten der B-rgpokizei. Die Lage in einzelnen Gemeinden sei schon sehr prekär. Wenn auch noch keine Wohnungen leer ständen, so sei eS doch Thatsache, daß die Männer sich auswärts Arbeit smhen. während sie ihr« Familien noch zurückgelassen haben. Die stillgelegten Zechen seien noch abbaufähig. Wenn die Regierungskommission sich an ihn wenden wollte, er würde ihr die„och abbaufähigen Flötze zeigen. Aber die Regierung berkehre nur mit den Grubenprotzen, nicht mit den Arbeitern. Jetzt würden Millionen in Afrika verpulvert; um die Industrie hier hochzuhalten, seien keine Mittel vorhanden. Witten. eine früher blühende Stadt, liege heute danieder. In Bommern bei Witten ständen 50 Wohnungen leer. L ü h r s- Hörde hat schon viele Jahre keine Grube mehr ge- sehen, er ist aber von den Bergarbeitern von Hörde mit der Ver- tretung beauftragt, weil diese Maßregelungen fürchten, wenn sie auf der Konferenz öffentlich auftreten. Die Zeche„Bückefeld" stehe auch auf der Totenliste, obgleich in ihr noch für hundert Jahre Kohle vorhanden ist. Es wurde auch im Hörder Bezirk Raubbau getrieben. Von Kohlenmangel und schlechten Kohlen ist im ganzen Bezirk nicht die Rede. Hausmann- Eichlinghofen berichtet von Luise-Tiefbau, die noch nicht still gelegt sei, aber letzthin von Stinnes, einem der größten Kapitalisten, inspiziert worden ist, was allgemein als Todesurteil ausgelegt wird. Jedenfalls seien die Gedinge schon reduziert worden. Von diesen? wie von andren Rednern wird über Lohnreduktionen und Schichtverlängerungen gellagt. Kohlen und ergiebige Flötze seien genug vorhanden. Wenn der Staat uns einmal hundert Millionen zur Verfügung stellen würde, wir wollten die Zechen mit bestem Erfolge ausbeuten. Herr H i l b ck habe gesagt, man könnte den Arbeitern die Umzugskosten ersetzen. Die Arbeiter wissen genau, daß daS nicht wahr ist, sie wissen genau, daß sie ihre Umzugskosten nicht ersetzt bekommen. Im Härder Kreise hat sich in anerkennenswerter Weise der Landrat an die Spitze der Gegenbeivegnng gestellt. Es geht hier etwas vor, Ivas wir nicht dulden dürfen. Der Profitgier des Kapitals mutz ein Halt zugerufen werden und das beste Mittel ist die Organisation und immer wieder die Organi sation.(Lebhafter Beifall.) Wagner- Essen: Eine Folge der Stilllegung ist der Ueber- fluß an Arbeitskräften. Diesen Ueberflnß an Arbeitskräften wird man bald zu Lohnredukttonen benutzen. Kommt es aber zu Lohn- reduktionen, dann garantieren wir für nichts. Der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht. Schöne Reden helfen da nichts, wir müssen zu Thaten übergehen und energisch Front machen. Wir sind mit der Leitung unfrei Verbandes ganz und gar nicht zufrieden. Diese mahnt fortwährend zur Ruhe und zum Frieden. Gewiß ist Frieden schön, aber in der gegenwärtigen Situation kommen wir nlif friedlichem Wege nicht weiter.(Wieder- holte Schlußrufe.) Die Unternehmer füllen sich die Taschen und wir haben das Nachsehen. Wir befinden uns in der Abivehr, in der Notwehr, wir müssen nun bald zur Jnittative übergehen.(Vereinzelter Beifall und Schluhrufe!) Der Vorsitzende Abg. Sachse teilt mit, daß eine schriftliche Anfrage an den Vorstand gelangt sei, weshalb man den Redner solchen Mißbrauch mit der Geduld der Zuhörer treiben lasse und erwidert, er habe den Redner aussprechen lassen, weil er die Verbands« leitung angegriffen habe und er nicht den Anschein habe erwecken wollen, eine gegenteilige Meinung zu unterdrücken.(Zustimmung.) �ölgende Resolutionen werden nun mit zur Diskussion gestellt: äe heutige, am Himmelfahrtstage, in Essen tagende Berg arbeiter-Konferenz in Vertretung von weit über 20 000 organisierten Ruhr-Bergleuten erklärt: Angesichts der gewaltigen Entwicklung der kapitalistischen Syndikate und Kartelle ist ein gesetzlicher Schutz der wirtschaftlich Schwächeren absolut notwendig. In erster Linie verlangen wir von der Gesetzgebung überhaupt: 1. Vollständig freies Vereins- und Versammlungsrecht. 2. An- erkennung der Gewerkschaften als gesetzliche Vertretung der in ihnen vereinigten Berufsgenoffen. Arbeitsämter und Arbeiterausschüffe zur unmittelbaren Verlretimg der Arbeiterinteressen, zur Anbahnung und Ausgestaltung von Tarifberttägen zwischen bei? beiden Interessen gruppen. Die Grundlage jedes Tarifverttages muß sein die Fest setzung eines auskömmlichen MinimallohneS. Für die Bergarbeiter verlangen wir: 1. Achtstündige Schicht inkl. Ein- und Ausfahrt. Wo die Temperatur 28 Grad Celsius übersteigt, sechsstündige Schicht. 2. Jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren dürfen nicht zur unter irdischen Arbeit zugelassen werden. 3. Bezahlung der Leistung nach Gewicht. Verbot des NullenS. 4. Ber der Regelung der Gedinge soll auch die Berg- behörde beteiligt sein. Nur ein solches Gedinge soll zulässig sein, das der Belegschaft eine vorsichtige, die bergpolizeilichen Schutz- Vorschriften streng beachtende Arbeitsmethode gestattet und doch einen anständigen Verdienst ermöglicht. 5. Ueberall dort, wo ftemdsprachige Arbeiter beschäftigt sind, müssen die Schutzvorschristen auch in der ftemden Sprache aus- gehängt werden. 6. Sanitäre Einrichwngen auf allen Werken. 7. Hilfskontrolleure aus den Reihen der Arbeiter, gewählt von den Belegschaften, vom Staate besoldet. Jedes Verzögern dieser unabweisbaren socialen Reformgesetz- aebung schädigt auf das empfindlichste die Arbeiterschaft und unter- stützt die gemeingefährlichen Monopolbestrebungen des internattonalen Riesenkapitals. Eine Regierung, die die Gesamtinteressen im Auge hat, darf nicht übersehen, welche Gefahr dem Gemeinwesen droht, wenn die Selbstsucht volksfremder Monopolisten keine Schranken entgegengesetzt werden durch die Förderung der Organisation des Arbeiterstandes. Die heutige in Essen tagende Bergarbeiter-Konferenz in Ver- tretung von weit über S0 000 organisierten Ruhr-Bergleuten erklärt: Durch die schon erfolgten Stilllegungen der Gruben im südlichen Ruhrgebiete sind die betreffenden Arbeiter, die sonstigen Gewerbe- treibenden, überhaupt die ganzen Gemeinden schwer geschädigt worden. Zahlreiche Haus-� und Grundbesitzer, darunter auch viele Bergleute, sehen sich um die Frucht jahrelanger Arbeit gebracht, ihr Haus und Hof mutz um ein Spottgeld verkauft werden, weil die ge- kündigten oder zur Kündigung getriebenen Bergarbeiter andre Arbeitsplätze, weit entfernt von ihrem bisherigen Wohnort, aufsuchen müssen. Werden auch die sonst noch erfolgten Verkäufe der betreffenden Zechen zur Stilllegung derselben führen— was trotz aller Ableug- ming zweifellos erscheint— so käme dies einer vernichtenden Katastrophe für die Gemeinden gleich. Unter diesen Umständen erachtet die Konferenz für unabweisbar das energische Eingreifen der Regierung zum Schutze der mit dem Ruin bedrohten Gegenden. Es kommen hier unzweifelhaft so be« deutende öffentliche Interessen in Betracht, daß es einer vollständigen Unterwerfung der Regierung gegenüber dem syndicierten Großkapital gleichkäme, wollte die Behörde angesichts der Sachlage die Un- anwendbarkeit des ß öö des Berggesetzes aussprechen. In den bedrohten Bezirken lagern nach sachverständigem Urteil noch gewaliige Massen abbaufähiger Kohlen. Wir fordern von der Bergbehörde, daß sie das Volkseigentum vor der beabsichtigten Ver» geudung beschützt und den Weiterbetrieb der Gruben anordnet. Sollte dieselbe nicht schleunigst zu erzwingen sein auf Grund der heutigen Gesetze, dann fordern wir von dem Landtage die soforttge Beratung und Verabschiedung eines diesbezüglichen Notgesetzes. Um der Macht des Kohlensyndikats ein Gegengewicht zu geben, fordern wir vom Staat zunächst die Beschlagnahme der noch frei- liegenden unverritzten Kohlenfelder zwecks Ausbeutung durch den Staat im Allgemeininteresse. Sodann fordern wir die Staats- regierung auf, unverzüglich Vorbereitungen für die Verstaat- l i ch u n g des ganzen Bergbaues in Angriff zu nehmen. Je schneller die PribatauSbeuter des Nationaleigentums enteignet werden, desto besser zum Wohle deS ganzen Volkes. Nach kurzer weiterer Debatte, in der einmüttge Zustimmung zu den beiden Resolutionen zum Ausdruck gelangt«, wurden beide Swso- lutionen einstimmig angenommen. Mit einem Hoch auf die deutsche Vergarbeiter-Bewegung, in daS die Anwesenden be- geistert einstimmten, wurde die Konferenz gegen 7 Uhr abends vom Vorsitzenden geschlossen. Sosiales. Aerzte und Krankenkassen. Auf Grund der Beschlüsse der Mitglieder-Versammlungen der Leipziger Orts-Krankenkasse hat sich ein„Akttons- Ausschuß für Aerztesachen" gebildet, um den Kampf gegen die Ver- gewaltigung der Kasse zu führen. Er wird sofort mit der Samm« lung von Unterschriften zu einem Protest an den Reichstag beginnen und ferner dafür thätig fein, daß nur eine bestimmte kleine Anzahl Aerzte konsultiert wird. Der Kassenvorstand hat für den 27. Mai eine General-Ber- sammlung einberufen. Versammlungen. Reinickendorf. Am 11. Mai tagte eine gut besuchte Versamm- lung der Mitglieder der hiesigen OrtS-Kranken- lasse und Arbeiter der im Reinickendorfer Ge- biet belegenen Fabriken im Schützenhause, Residenz- straße 1— 2. An Stelle des Referenten Albert Kohn hielt Rc- daktcur S y d o w- Berlin einen recht beifällig aufgenommenen aus- führlichen Vortrag über das Krankenversicherungs-Gesetz. Der Rc- ferent streifte auch die Zustände der hiesigen Kassenverwaltung. Er crmahnte die Mitglieder für Reinickendorf, bei der örtlichen Aus- dehnung und da es nur 5 bis 6 Aerzte habe, auf freie Arztwahl, Einbeziehung aller Arbeiter der im hiesigen Gemcindcbczirk be- leaenen Fabriken, auf Ersetzung der zur Zeit mit einem Nichtmitgliede besetzten besoldeten Stelle des Schriftführers, als gesetzlich un- zulässig, durch ein auf ordnungsmäßigem Wege dazu gewähltes Mitglied zu dringen und Modernisierung der Kassenverivaltung zu fordern. Erstrebenswert sei der Wegfall der Karenzzeit, rechtzeitige Unterstützung bei Schwangerschaft, volle Familienunterstützung bei Krankenhausbehandlung, Einführung der Familienvcrsicherung und überhaupt Beteiligung an einer Reihe moderner Sanitäts- einrichtungen. Hohe Beiträge gewährleisteten höhere Leistungen. Er führte den anwesenden Mitgliedern der alten Maschinenbauer- Kasse zu Gemüt«, daß sie um augenblicklicher Vorteile willen sich nicht weigern sollten, der hiesigen Orts-Krankenkasse beizutreten, wo sie von Rechts ivegen hingehörten, sich aber mit allen Kräften gegen Er- richttmg von Betriebs-Krankenkassen seitens ihrer Fabrikleiter zu wehren. Alle Mitglieder seien verpflichtet, sich recht rege an den demnächst stattfindenden Delegiertenwahlcn zu beteiligen, um Einfluß auf die Gestaltung der Kranlenkassen-Verhältnisse im modernen Sinne zu gewinnen.— Der die Versammlung leitende Genosse Bolz teilte schon eingangs der Versammlung mit, daß er im Auftrage des Agitationskomitecs an den Vorstand der Orts-Krankenkasse, den Kassenarzt Dr. Berliner und die andren hiesigen Aerzte Einladungen zu der heutigen Versammlung gesandt habe. Der Vorsitzende der Kasse, Schöffe und Buchdruckereibesitzer Schemmel, habe die ein- geschrieben gesandte Einladung nicht angenommen, eine zweite, ge- wöhnliche Einladung cur Schemmel sei ebenfalls zurückgekommen. Von den Aerzten haben sich nur Jakobsohn und Hüttner entschuldigt. Bolz stellte fest, daß weder ein Vorstandsmitglied, noch ein Arzt rn der Versammlung anwesend sei. Auch die Delegierten der Kasse von der Schivanitzschen Gummifabrik seien nicht erschienen. Herr Dr. Berliner habe als Antwort auf die Einladung an ihn(Bolz). einen Brief recht krausen Inhalts gerichtet, worin von einer An- klage gegen Bolz und andre Krankenkassen-Mitglieder wegen Be- leidigung die Rede sei. Dr. Berliner wolle nicht hervorrufen, daß Leute, die die Wahrheit nicht sagen können oder wollen, sich noch Strafe zuziehen. Genosse Bolz verlas auf Wunsch diesen Brief, der insoweit Befremden hervorrief, als er zeigte, wie ein wissen- schaftlich gebildeter Herr bei allzu großer Inanspruchnahme seiner Kräfte und bei vielsertiger Thätigkeit, nicht einmal eine einfache Ablehnung auf eine Einladung zu einer Versammlung logisck zu Papier zu bringen vermag und wie selbst ein akademisch gebildeter Herr in der Eile— mit der dieser Brief offenbar abgefaßt zu sein scheint— die unter gebildeten Leuten üblichen Höflichkeitsformcn außer Acht läßt, dagegen sich in der Erregung zu Unterstellungen gegen un- bekannte Leute hinreißen lassen kann.— In der Diskussion nahm zunächst Genosse Schumacher das Wort, der im Sinne des Re-> fcrats sprach. Er forderte die Mitglieder aus, durch einmütiges Vorgehen die Beseitigung der Mißstände, von denen er die krassesten offen darlegte, herbeizuführen, und riet den Fabrikarbeitern, gegen Errichtung von Betriebs-Kranlenkassen entschieden Stellung zu nehmen.— Sodann deckten mehrere Mitglieder schonungslos die schon oft gerügten Mißstände freimütig auf. Unter anderm rügte Genosse Marsand das Vorgehen des Vorsitzenden der Kranken- lasse in Bezug auf die Gesundschreibung von erkrankten Mitgliedern. Habe doch Herr Schemmel den Kassenarzt veranlaßt, 20 Kranke ohne weiteres auf einen Schlag gesund zu schreiben.— Einige Mitglieder der alten Maschinenbauer-Krankenkasse standen der Einbeziehung der Arbeiter der im hiesigen Gcmcindebczirk belegenen Fabriken sym- pathisch gegenüber, forderten aber unumschränkte freie Artzwahl.— Der anwesende Rendant der alten Maschinenbauer-Krankenkasse. A ß m a n n. teilte mit, daß der Vorstand der Orts-Krankenkasse Reinickendorfs vor längerer Zeit es abgelehnt habe, die Mitglieder der auf Reinickendorfer Gebiet belegenen Fabriken zu übernehmen. Er warnte dann weiter vor zu hoch gespannten Forderungen und riet, die hiesigen Mißstände allmählich zu bessern. Er stand der Ein- beziehung der in hiesigen Fabriken beschäftigten Arbeiter gleichfalls recht sympathisch gegenüber.— Der anwesenoe Kassenbote der Orts- Krankenkasse, Herr Malan. bat. ihm doch das Recht auf Arbeit auch zuzugestehen und nicht seine Person anzugreifen. Obgleich Eigentümer, stehe er den Bestrebungen der Arbeiter sympathisch gegenüber. Er meinte, die Arbeiter hätten selbst Schuld an den in der hiesigen Orts-Krankenkasse herrschenden Mißständen, wenn sie sich diese gefallen ließen.— Genosse Schumacher sagte, nicht die Person des Herrn Malan wäre angegriffen, sondern rnw das ungesetzliche Vorgehen deS Herrn Schemmel als Vorsitzenden, der. ohne einen Beschluß der Generalversanrinlung herbeizuführen, Herrn Malan als Kassenboten selbständig angestellt habe.— Nach einem Schluß- wort des Referenten wurde folgende Resolution gegen sieben Stimmen angenommen: »Die Versammelten erklären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und beschließen, im Interesse sämtlicher Krankenkassen-Mitglieder zunächst zu fordern: Anschluß an den Verein der freigewählten Kassenärzte. Berechtigung der Mitglieder im Bedarfsfälle unter diesen Kassenärzten nach eignem Ermessen freie Auswahl zu treffen. Besetzung der Stellen des Kassen- und Rechnungsführers, des Krankenkontrolleurs und des Kassenboten mit dazu fähigen Kvsscnmitgliedern. Beseitigung der besoldeten Stelle des Schriftführers als statuten- und gesetzwidrig. Der Schriftführer. als Vorstandsmitglied im Ehrenamt, ist aus der Reihe der Kassen- Mitglieder(Delegierten) ordnungsmäßig zu wählen. Erhöhung der Unterstützungen und Leistungen, soweit es die Mittel der Kasse ge- statten. Einbeziehung der Arbeiter aller im hiesigen Gemcindcbezirk belegenen Fabriken in Gemäßheit der Vorschriften des Kranken- versicherungs- Gesetzes. Modernisierung der Krankenkassen- Ver- waltung. Auch darauf zu dringen, daß der Vorstand der hiesigen Orts-Krankenkassc die vorgeführten Forderungen zur Durchführung bringt, durch einmütiges Zusammengehen aller Kassenmitglieder bei den in der demnächst abzuhaltenden Generalversammlung statt- findenden Delegrertenwahlen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 15. Mai. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Insel Rügen. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 31hr: Die Kinder der Excellenz. Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonntagabend 8 Uhr: Sonntagabend 8 Uhr: Der Geizige. Montag 8 Uhr: Dies. Vorstellung. Hierauf: Der eingeb. Kranke. Frete Voltsbühne. Rachmittags Sternwarte Invaliden2 Uhr: 8./9. Abteil.: Metropol Theater: Die Schmetterlingsschlacht. 2./3. Abt. Lessing Theater: " Die Schmetterlingsschlacht. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Mignon. Nachm. 3 Uhr: Hänsel und Gretel. Montag: Der Ring des Nibelungen. Das Rheingold. Neues Operntheater. Romeo und Julia. Deutsches. Rose Bernd. Nachm. 2, Uhr: Rosenmontag. Montag: Fauſt. Berliner. Der jüngste Lieutenant. Nachm. 2 Uhr: Alt- Heidelberg. Montag: Waterkant. Leffing. Zapfenstreich. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Don Juan. Nachm. 3 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Montag: Don Juan. Central. Der Sonnenvogel. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Sonnenvogel. Belle Alliance. Kam'rad Lehmann. Nachm. 32 Uhr: Charleys Tante. Montag: Kam'rad Lehmann. Denes. Kabale und Liebe. Montag: Belleas und Melisande. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) S Der Geizige. Der eingebildete Kranke. Nachm. 3 Uhr: Die Kinder der Excellenz. Montag: Das grobe Hemd. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Pension Schöller. Nachm. 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Pauline. Kleines. Fräulein Julie. Montag: Nachtashl. Residenz. Die 300 Tage. Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Das elfte Gebot. Hierauf: Der Dieb. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. Die Logenbrüder. Nachm. 3 Uhr: Faust. Montag: Geschlossen. Metropol. Ein tolles Jahr. Montag: Dieselbe Borstellung. Casino. Durch Klippen und Wellen. PA str. 57/62. CASTAN'S Montagabend 8 Uhr: Das grobe Hemd. Dienstagabend 8 Uhr: Das grobe Hemd. ANOPTICUM. Bernhard Rose- Theater Friedrichstr. 165. Die zusammengewachsenen Schwestern. Gesundbrunnen. Badstr. 58. Heute Sonntag, den 15. Mai 1904: Grosse Gartenvorstellung. Von Stufe zu Stufe. Pension Schöller. Montagabend 8 Uhr: Pauline. Dienstagabend 8 Uhr: Pauline. Im Garten täglich gr. Militär- Konzert. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Lebensbild mit Gesang in 5 Bildern Täglich im Garten oder von H. Müller. Der Weltfriede. Auftreten erstklassiger Specialitäten Kassandra, das delphische Orakel? Passage- Panopticum. Neu ausgestellt! Lebend! Der lange Josef Der grösste Schuljunge der Welt 16 Jahre alt komplett 217 cm. gross Eintritt 50 Pf. Ohne Extra- Entree. Soldaten u. Kinder die Hälfte. Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 52 Uhr. Sperrfit 75 Pf., Numerierter Platz 50, Entree 30 Pf. Im Saale: Ball. Saal: Norddeutsche Humoristen und Quartett- Sänger. Stadt- Theater Moabit Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Alt- Moabit 47/49. Heute Sonntag, den 15. Mai: Bons haben Gültigkeit. Bernhard Rose- Theater- Ensemble. Alhambra Die mit so vielem Beifall aufgenommene Novität: Die oberen Zehntausend. Sensationelles Volksstück mit Gesang in 3 Aften von H. Müller. Anfang 6 Ühr. Gr. Ball. Nach der Vorstellung: Kleines Theater. WINT BARTEN Unter den Linden 44. Fräulein Julie. Anfang 8 Uhr. Morgen: Nachtasyl.. 8 765 Tortajada Spanische Sängerin und Tänzerin. De Vry's Phantasmagorien. Hansi Reichsberg Operettensängerin. TrapezWallnertheater- Str. 15. Jeden Sonntag: Großer Extra- Ball. Entree inkl. Tanz: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Anf. 5 Uhr. Empfehle mein Lokal für Vereine und Versammlungen. A. Zameitat. 47002* Urania. Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Bail. Anf. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. 46992* C. F. Walter. Metropol- Theater Soeurs Salonne künstlerinnen. Gebrüder Schwarz Parodisten. Kiners Moulin Equilibrist. Scene. F. Der grösste Erfolg dieses Jahres: Ein tolles Jahr. De Nohry Pariser Sängerin. Die Blumenkönigin Tanzdivertissem. Die Wotperts Akrobaten. • Robinson Baker- Trio Springer. Gr. dramatisch- satirische Revue Berliner Herzen.( Anf. 7 libr.) in 5 Bildern von Julius Freund. Paul Conchas Der ArmeeNachm. 4 Uhr: Wie einst im Mai. Montag: Durch Klippen und Wellen. Berliner Herzen. Winter- Garten. Specialitäten. Apollo. Liebesgötter. Specialitäten. Gebr. Herrnfeld. Gastspiel der Tegernseer. Der Dorfpfarrer. Montag: Durch's Standesamt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage- Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Die Insel Rügen. Montag: Dieselbe Borstellung. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Kabale und Liebe. Anfang 72 Uhr. Morgen: Pelleas und Melisande. Central- Theater. Heute nachmittag 3 Uhr halbe Preise: Die Fledermaus. Abends 7, Uhr: Gastsp. Paula Worm: Der Sonnenvogel. Operette in 3 Aften v. V. Holländer. Morgen 712 Uhr: Der Sonnenvogel. Musik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Biograph. Herkules. Pas de deux Sgra. Cavini u. Sgr. Cerutti. Apollo- Theater. Sanssouci. Abends 7 Uhr: Garten- Konzert.. Abends 8 Uhr: Die neuen Specialitäten. 84 Uhr: Liebesgötter mit Götterzug und Sensations- Apotheose: ,, Im Tempel der Glückseligkeit". Montag, den 16. Mai 1904: Robert Steidl- Jubiläum. Carl Weiss- Theater. Bürgerliches Schauspielhaus. Große Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr( Parkett 60 f.): Fauft. Abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Im Garten: Specialitäten- und Theater Vorstellung. Konzert. Anfang 4 hr. Montag bis Freitag bleibt das Theater wegen baulicher Verände rungen geschlossen. Residenz- Theater W. Noacks Theater. Heute und folgende Tage: Abends 8 Uhr: Die 300 Tage. Schwant in 3 Atten von Paul Gevault und Robert Charbeh. Deutsch von Alfred Halm. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Auf. 8, Sonnt. 72 Heute letzte Sonntagsvorst 4 Uhr: Wie einst im Mai. 8 Uhr: Berliner Herzen. Programm. Morgen: Abschieds: Dazu das einzig dastehende SchlußVorstellung. Belle- Alliance- Theater. ( Jean Kren und Alfred Schönfeld.) Im Theater: Nachmittag 3, Uhr: Charleys Tante. Täglich abends 7/2 Uhr: Kam'rad Lehmann. Guido Thielscher in der Titelrolle. Im Garten bei günstiger Witterung bon 5 Uhr: Grosses Konzert der Marine- Jugend- Kapelle In Driginal Kieler Matrosen- Uniform. Entree 20 Pf., reserv. Plaz 40 Pf. Vorzügliche Delonomie: Schultheiß, Pilsener, Münchener. Trianon- Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich. und Universitätsstraße. Abends 8 Uhr: Das elfte Gebot. Sierauf: Der Dieb. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Letzte Borstellung vor Pfingsten: Der Nasenstüber. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Fröbels Allerlei- Theater ft. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntag, den 15. Mai: Erstes grosses Garten- Konzert. Theater und Specialitäten. Jm Saal: Grosser Extra- Tanz. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Eröffnung der Sommer- Spielzeit. Rottbuser Thor Stat. der Hochbahn. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz. bfingften finden die Soireen täglich im Garten statt. Gossmanns Konzert- Garten SW., Streuzbergftr. 48. Jeden Sonntag: Gr. Freikonzert und Ball, Anfang 16. Eröffn. d. Sommer- Saison Pfingsten. Tempelhofer ,, Tivoli" Tempelhof, Berlinerstr. 50. Heute Sonntag: Grosses Garten- Konzert. Eintritt 10 Pf. Anfang 4 Uhr. Bon 4 Uhr ab im Niesen- Spiegelfaal Grosser Ball. Staffeeküche von 2 Uhr an geöffnet. Kaffee in Kannen. Eigengebadener Kuchen. Volksbeluftigungen aller Art: Rutschbahn, Fahrradkarussel, Schießstand, Ballwerfen, Schaufel. 4 Sommer Kegelbahnen H. Stein. Achtung, Vereine! Neue Welt. Hasenhaide 108/114. Arnold Scholz. Sonntag, 15. Mai 1904: Specialitäten- Vorstellung Auftreten von Kunstkräften ersten Ranges. Promenaden- Konzert der 30 Mann starken Hauskapelle. Dir. Berthold Bothe. Im grossen Festsaal: Ball bei stark besetztem Anfang 4 Uhr. Orchester. 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Nachdruck verboten. 115 495 752[ 500] 65 971 1066 165 209 391 502 698 757 77 805 985 96 2035 64 104[ 500] 339 739 40 891 941 3119[ 500] 390[ 500] 529 664 67 98 853 4085 92 95 106[ 3000] 70 77 205 13 1500] 794 5193 287 314 23 59 517 28 779 935 58[ 3000] 88[ 500] 6179 338 97 557 686[ 3000] 840 65 67 89[ 10001 7108 31 634 736 43 90 820 70 8146 247 403[ 500] 551 61[ 3000] 937 44 64[ 3000] 67 9049 156 96[ 500] 419 509 91 906 24 48 68 10027 245 69 76 494 679 782 991 13000] 11144 87 226 38 385 464 649 804 45 86 934 12081 356 78 403 615[ 500] 68 976 13289[ 1000] 576 91 610 45 96 925 52 82 14382 96 406[ 500] 51 79 84 573 76 633 878 15194 438 529 649 791 803 947 16115 77 252 533 78 642 17110[ 10 000] 205 26 407 13000] 80[ 500] 589 637 48 59 840 18049 170 226 27 49[ 1000] 626 40 702 64 837 45 97 902 19071 417 67 537 756 20156 242 95 302 413 30 59 550 632 75[ 1000] 21209 [ 1000] 310 13 612 19 59 78 742 78 983 22087 310 432 582 636 718[ 3000] 57 74 807 63 23091 94 176 78 319 437 838 24056 75[ 500] 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In der Liste vom 13. Mai nachmittags lies 96 917 28 115019[ 500] 119 50 89[ 1000] 256 587 99 173 347 ftatt 173 357, Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie zu 300 000 wt., 1 Gewinn gu 500 000 Mt., 1 zu 200 000 R., 2 3 100 000 2, 2 gu 75 000. 1 gu 60 000 21., 1 an 50 000 W, 1 a 40 000 500 überall käuflich. 5174L* Cigarren- Haus Engros. Louis Pincus Export. Berlin C., An der Spandauer Brücke No. 10, 1 Treppe. Telephon Amt III, Nr. 3101. Ich offeriere zu sehr billigen Engros- Preisen: Cigarren, per 1/10 Mille- Stifte gleich 100 Stück von 2,25 Mart an bis 12 Mark gegen Kassa. Gebe jedoch unter 10 Mille- Stifte gleich 100 Stück nicht ab. Nichtkonvenierendes wird bereitwilligst umgetauscht.[ 29515* Versand geschieht auch gegen Nachnahme per post. Cigarren- Fabrik Hermann Wichter Dresdenerstr. 16. jegt Gross- Görschen-,& cke Steinmetzstrasse und Gr. Frankfurter-, 8cke Markusstrasse empfiehlt Cigarren Cigaretten- Tabak in bestbekannter Güte und reichlicher Auswahl. 7. Ziehung 5. Klaffe 210. Kgl. Preuß. Lotterie.| 952 Biehung vom 14. Mai 1904, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Rachbrud verboten. 30 117 20 21 23 308 19 462 565 619 798 1026 166 71 78 211 424 53 505 92 812 2042[ 500] 206 25 365 404 75 592 94[ 10 000] 716 44 816 3279 96[ 1000] 470 82[ 1000] 668 92 95 1000] 751 908 58 60 78 4055 141[ 5001 271 320 411 546 880 11000] 943 5128 329 82[ 5001 421 75 85 89 516 604 820 932 59 86 13000 6003 4 43 343 45 85[ 5001 92 93 431 61 669 75 721 95 98 899 7340 82 91 459 70 525 13000] 50[ 5001 618 8137 216 88 475 529 687 812 9077 142 508 607 777 856 75 86 10136 62 299 405 41 515 93 620 805 90 98 11028 203 417 72 548 671 723 25 44 1500] 847[ 3000] 905 12124[ 50001 302 436 573 810 28 69 13084 87 326 94 404 14 46 84[ 500] 651 78 852 10 000] 97 14018 79 184 300 404 925 32 69 89 15122 370 473 514[ 500] 72 98 16163 66 208 478 506 13 27 73 97 666 756 77 813[ 1000] 925[ 1000] 17053 155 61 203 677 18017 1500] 218 397 455 57 550 86[ 500] 603 713 45 62 19045 74 173 1500] 299 386 418 46 500 941 74 20034[ 1000] 75 123 91 222 38[ 1000] 358 63 505 49[ 30001 673 717 875 920 21023[ 1000] 140 426 65 991[ 5001 22015 84 129 690 11000] 747 68 889 946 23019 122 43 200 73 89 348 673 854 65 24003 91 206 354 783 93 98 993 99 25129 32 235 59 306 597 048 82 821 919 97 26022[ 1000] 30 215 321 531 1500] 602 730 887 27038 57 239 1500] 424 95 573 28007 132 1500] 224 33 352 3000] 419 523 51 77 607 843 947 29053 217 487 508 20 600 817[ 1000] 35 30019 49 56[ 3000] 260 458 527 15001 99 656 60 88 792 813 25 949[ 30001 31034 45 1000] 121 522 632 734 36 41 866[ 1000] 32189 226 337 564 670 752 896 933 33163 213 81 369 496 506 616 760 870 1000] 911 41 34315 80 645 35007 218 337[ 3000 42 443 [ 1000] 610 750[ 500] 36147 1500] 48 110001 308 429 676[ 1000] 809[ 500] 57 921[ 500] 37057 60 229 321 42 81[ 5001 509 26 61 98 686 713 59 67 98 914 19 38115[ 1000] 284 430 837 39011 154 541 618 56 72 726 80 862 40045 138 231[ 3000] 479 718 979 41200 468 665 97 708 51 42049 92 136 81 524 606 58 99 737 850 93 43041 66 97 254 358 606 8 40 709 882 927 1000] 44296 342[ 1000] 440 662 758 895 45047 162 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80[ 1000] 908 211022 115 45 61[ 10001 68 474 550 664 85 764 [ 5000] 76 810 41 212191 228 345 52 71 520 641 800 3 946 213001 8 60 345 610 775 807 12 17 214070 140 41 272 355 548 215041 165 232 60 462 95 624 843 82 216148 259 81 95 431 15001 68[ 3000] 653[ 1000] 955 217205 6 99 339 473 94 984 218015 1500 61 92 123 230 86 328 448 551 59 771[ 1000] 87 906 62 219387 443 628 926 220193 1500] 261 506 49 901[ 500] 52 71 221125 28 66 271 442 824[ 3000] 222001 362 441 94 552 86 644 223353 464 613[ 3000] 44 752 76 78 914 [ 500] 79 Ant Gewinnrade verblieben: 1 Brämie gut 300 000 1 Gewinn au 500 000 2,1 8 200 000 Mt., 2 3 100 000 2 3 75 000 m, 1 u 60 000 wt., 1 gut 50 000 2 1 8 40 000 M. 8 3 80 000 R 13 15 000 2, 31 8 10 000 L, 67 3 5000 1058 gut 3000 R 1584 au 1000, 2560 500 Berichtigung. In der Liste vom 13. Mal vormittage lies 43 805 6 81 ftatt 45 8 5 6 81, Berantio. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 115. 21. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Weißensee. Genossen und Genoffinnen! Dienstag, den 17. Mai, abends 8 Uhr, findet im Prälaten", Lehderstr. 122, eine öffentliche Bersammlung für Frauen und Männer statt, in welcher Genoffin Ihrer über das Thema:„ Das Vereins- und Versammlungsrecht der Frauen in Preußen" referieren wird. Es wird ersucht, zu dieser Versammlung rege zu agitieren. Gleichzeitig bittet um zahl reiches Erscheinen, besonders der Frauen Die Vertrauensperson. der 1. Vorsitzenden. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder notwendig. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Sonntag, 15. Mai 1904. Witterungsübersicht vom 14. Mai 1904, morgens 8 Uhr. Rigdorf. Verein gewerblich thätiger Frauen von Rigdorf und Stationen Umgegend. Am 4. d. M. fand eine gut besuchte Versammlung des Vereins im Lokal Thiel statt. Genosse Joh. Nein hielt in derselben einen Tehrreichen Vortrag über:" Die Arbeiterwohnung". Die an der Diskussion beteiligten Redner äußerten sich zustimmend im Sinne des Referats. Aufgenommen wurden sechs- Mitglieder. Eingegangene Druckfchriften. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer. richtung Wind Windstärke Better 3halb bd. 12 aparanda 762 SSW 2wollen! 2 mollig 11 Betersburg 769 2beiter 12 Cort emp. n. T. Boto 47 1 molfen! 10 2wolten! 16 754628 3mollig 767 Swinembe. 770 SD Hamburg 767 GD Berlin 770 S Frankj.a.M. 770 GD 1 wolfen! 13 Aberdeen München 772 GD 3 heiter 11 Baris Wien 773 NN 2molten! 11 Oberschöneweide. Der Bildungsverein für Frauen und Mädchen Die Arbeiterschaft des Steinseßgewerbes.( 3weite Folge.) Nebst Wetter- Prognose für Sonntag, den 15. Mai 1904. au Oberschöneweide hält Montag, den 16. d. Mts. ,, eine außer Protokoll der Verhandlungen des sechsten Verbandstages in Braunschweig Etwas wärmer, zunächst meist heiter bei ziemlich lebhaften südlichen ordentliche Generalversammlung bei Kaufhold, Wilhelminenhofstraße, 21.- 24. Februar 1994. Herausgegeben im Auftrage des genannten Ber- Binden, später zunehmende Bewölkung und Gewitterneigung. ab. Tagesordnung: 1. Vortrag von Frl. Altmann. 2. Neuwahl bandes von A. Knoll. Druck Georg Eichler, Berlin, Neanderstr. 5. ETN Berliner Wetterbureau. WAARENHAUS HERMANN TIETZ Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Leipzigerstrasse 46-49 Krausenstrasse 46-49. Heute ist unser Waarenhaus von 1 Uhr geöffnet. Vorzugs- Preise Schuhe erstklassige Fabrikate Damen Chevreaux Schnür- und Knopfstiefel auch mit Lackkappe Damen Chevreaux Schnür- und Knopfstiefel auch mit Lackappe, Damen braun, rot und schwarz Chevreaux Schnür. u. 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